Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
rmonatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
nwärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 28 Beſſungerſtraße 47,
ituren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
zu. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
ffür Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 22 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
In der Zweiten heſſiſchen Kammer teilte
Staatsminiſter Ewald mit, daß der Antrag Heſſen auf
Heraufſetzung der Stadt Darmſtadt in die
Ortsklaſſe B dem Reichskanzler zur nochmaligen
Prüfung zurückgegeben wurde. Die Kammer
ver=
tagte ſich bis Mittwoch.
Der Heilſtättenverein für das
Großher=
zogtum Heſſen beſchloß in ſeiner geſtrigen
Haupt=
verſammlung die Errichtung eines
Lupus=
heims in Gießen.
Der Kaiſer empfing geſtern mittag das
Reichs=
tagspräſidium.
Die Wehrvorlagen werden nach einer Mitteilung
der Nordd. Allg. Ztg. in den nächſten Tagen dem
Bundesrat zugehen.
Im engliſchen Unterhauſe teilte der
Staats=
ſekretär Churchill mit, daß ſeit einiger Zeit
Verhand=
lungen zwiſchen England und
Deutſch=
land für den Austauſch von Informationen
über die Flotte im Gange ſeien.
Die engliſchen Bergarbeiter erklärten, den
Streik auch nach Annahme des Mindeſtlohngeſetzes
fort=
ſetzen zu wollen.
Bei einer Grubenexploſion in Mac
Cur=
tin in Oklahama wurden, wie angenommen wird,
105 Bergleute getötet.
Nervoſität.
— Selten hat die politiſche Phantaſie ſo üppig
ge=
wuchert wie in dieſen Tagen, und gerade diejenigen Leute,
die am wenigſten wiſſen, taten ſo, als wenn ſie mit den
leitenden Stellen gleichſam auf „du und du” ſtänden und
dieſe ihnen die intimſten Geheimniſſe anvertrauten. Ein
verartiges Treiben kann nicht ſcharf genug verurteilt
wer=
den, da es dazu beiträgt, die ohnehin ſchon herrſchende
nervöſe Erregung noch zu ſteigern. Was iſt nicht in den
leetzten Tagen alles zuſammenphantaſiert worden! Da
ſprach man von einem bevorſtehenden Rücktritt des
Reichs=
lanzlers, obwohl wahrhaftig nicht einzuſehen iſt, was für
fin Grund vorliegen ſollte, gerade jetzt vom Amte
zurück=
zutreten, nachdem es gelungen iſt, innerhalb der
führen=
den Bundesſtaaten eine Verſtändigung über die
Deckungs=
frage zu erzielen. Auch Herr v. Kiderlen=Wächter ſoll reif
zum Abſägen ſein, er habe Sehnſucht nach dem Goldenen
Horn, wo er jetzt den amtsmüden Freiherrn von
Bieber=
ſein ſchon früher mehrfach und mit Glück während ſeiner
Geſandtenzeit in Bukareſt vertreten hatte. Um dem
Gan=
zen wenigſtens den Anſchein von Wahrheit zu geben,
ſpricht man von Differenzen zwiſchen dem
Reichsmarine=
umt auf der einen Seite und dem Reichskanzler nebſt dem
Luswärtigen Amt andererſeits. Es handle ſich dabei
um die Geſtaltung unſerer Beziehung zu England, Herr
voon Bethmann=Hollweg wünſche dringend eine baldige
Verſtändigung und ſei darum in der Flottenpolitik zu
gewiſſen Konzeſſionen bereit, während wiederum das
Reichsmarineamt eine ſcharfe antiengliſche Tendenz
ver=
trete und Herr von Tirpitz ſchon mehr als einmal
ver=
ſucht habe, die auswärtige Politik in ſeinem Sinne zu
be=
enfluſſen.
Das iſt natürlich barer Unſinn, denn man weiß, daß
in der Hauptſache der Kaiſer unſerer Außenpolitik die
Richtung gibt und ſich von niemand ſo leicht darein reden
laßt. Gewiß mag es der Fall ſein, daß zwiſchen den
ein=
zelnen Reſſorts mancherlei Meinungsverſchiedenheiten
be=
ſtehen, aber verfehlt wäre es, daraus eine ſchwere
hoch=
politiſche Kriſe zu machen, die von unüberſehbaren
Fol=
gen wäre. Iſt es doch begreiflich, daß jedes Reſſort,
nenn es eine Vorlage auszuarbeiten und zu vertreten
hat, möglichſt viel herausſchlagen will, während
nament=
lich vom Reichsſchatzamt zumeiſt Einwände erhoben
wer=
den, weil man nicht ſo viel aufbringen könne, um die
Ko=
ſten zu decken. Gerade in der letzten Zeit wird es darum
Schwierigkeiten gegeben haben, indem man mit Rückſicht
auf die Finanzlage an Herrn von Tirpitz herangetreten iſt,
ſtüne Forderungen etwas herabzuſchrauben, und auf
die=
ſes Faktum dürften all die wunderbaren Gerüchte
zurück=
zuführen ſein, die jetzt gar luſtig in alle Winde geflattert
Mlund,
Mit der Ausſirenung ſolcher Dinge erweiſt man aber
der Nation wahrlich keine guten Dienſte, insbeſondere
in einer ſo ſchwierigen Zeit, wie wir ſie jetzt durchzumachen
haben. Die Flottenrede Churchills iſt ein Beweis dafür,
daß man in England den Gedanken an eine Abrechnung
mit Deutſchland keineswegs aufgegeben hat, wenn es
andererſeits auch zu weit geht, in ihr eine ſcharfe
Dro=
hung zu erblicken. Die künſtliche Steigerung der bei uns
herrſchenden Nervoſität muß als ein leichtfertiges
Begin=
nen bezeichnet werden, das nur zu ſehr geeignet iſt, den
politiſchen Blick zu trüben und weitere, vielleicht
folgen=
ſchwere Verwirrungen zu ſtiften.
Fortdauer des engliſchen Bergarbeiterſtreiks.
* Die Konferenz des engliſchen
Berg=
arbeiterverbandes nahm eine Reſolution
an, worin ſie jede Parlamentsakte als
unan=
nehmbar bezeichnet, die nicht einen Mindeſtlohn von
5 Schilling täglich für erwachſene Arbeiter, ausgenommen
Akkordarbeiter, ſowie 2 Schilling für Burſchen über 14
Jahre vorſieht. Ferner wird verlangt, daß die Bill
Lohn=
tarife für Häuer in jedem Diſtrikt enthalte. Die
Arbeiter=
partei wird aufgefordert, die Tarife durch ein
Amende=
ment zur Bill einzufügen. Schließlich ſoll die weitere
Beratung der Bill dem Exekutivausſchuß überwieſen
wer=
den, der durch Mitglieder des Parlaments verſtärkt
wer=
den ſoll. Dieſer Ausſchuß ſoll im Auftrage des
Verban=
des ein Amendement ausarbeiten, wodurch die Bill im
Einklang mit den Beſchlüſſen des Verbandes gebracht
werden ſoll. Die Konferenz wurde auf Freitag morgen
vertagt. Dieſe Beſchlüſſe des Bergarbeiterverbandes
wur=
den, den Blättern zufolge, nur mit 12 Stimmen Mehrheit
angenommen. Im ganzen wurden 140 Stimmen
abgege=
ben. Die große Mehrheit der engliſchen Delegierten war
dagegen, wurde aber von den Schotten, den Waliſern und
einer engliſchen Gruppe überſtimmt. Die Konferenz der
über Tage arbeitenden Bergleute von Yorkſhire und
Derbyſhire teilte dem Führer der Arbeiterpartei,
Mac=
donald, telegraphſch mit, daß die Konferenz, die 10000
Bergleute vertritt, beſchloſſen habe, den Streik noch
nicht zu beenden, wenn ein Minimallohn nicht auch
für die über Tage Arbeitenden bewilligt würde.
Die Miniſteriellen ſind ſehr beſorgt über das
Schick=
ſal der Bill im Hinblick auf den Beſchluß der
Bergarbeiter=
verbandes. Die angekündigte Oppoſition der Unioniſten
gegen die zweite Leſung wird indeſſen mehr als eine
De=
monſtration aufgefaßt, nämlich als Anzeichen der Abſicht,
das Geſetz zu Fall zu bringen. Man glaubt immer noch,
daß die Bill durchgehen werde.
Der Frankf. Ztg. wird hierzu aus London
ge=
ſchrieben:
Die Bill der Regierung iſt von der Delegierten=
Kon=
ferenz der Miners Federation nach ſechsſtündiger
Bera=
tung verworfen worden. Darauf und auf die Weigerung,
am Mentag die Arbeit aufzunehmen, kommt es binaus
wenn gefordert wird, in die Vorlage einen tatſächlichen
Minimallohn von 5 Schilling für nicht im Stücklohn
ar=
beitende Erwachſene und 2 Schillina für Jugendliche
auf=
zunehmen und — dies iſt das Wichtigſte — auch die von
den Arbeitern aufgeſtellten Entlohnungstarife für die
Hauer den Revierkonferenzen zu überlaſſen. Dies ſind
für die Regierung unannehmbare
Forde=
rungen. Ohnehin findet die Vorlage bei den Zechen
und im Parlament bei den Konſervativen eine Aufnahme,
die ungſinſtiger iſt. als in Anbetracht der ſchwierigen Lage
gerecht iſt. Man fragt ſich nun, was eigentlich die
Regie=
rung zur Einbringung ihrer Vorlage veranlaſſen konnte,
wenn ſie nicht ungefähr auf die Zuſtimmung der
Berg=
arbeiter rechnen konnte. Wahrſcheinlich iſt ſie unrichtig
informiert worden. denn innerhalb der Bergarbeiter=
Dele=
gation wechſeln die Stimmungen, und wie wir mehrfach
hervorhoben, hat kein Führer eine feſte Autorität. Es
heißt, daß der heutige alarmierende Beſchluß gegen den
Rat des Vorſitzenden Edwards und anderer Leute gefaßt
wurde. Ramſay Macdonald und der Arbeiterpartei wird
nunmehr von den Beraarbeitern die peinliche Aufgabe
geſtellt. deren Forderungen als Znſatzantrag zur Vorlage
zu vertreten. Die Konferenz der Bergarbeiter hat ſich bis
zum Freitaa vertggt, worin mindeſtens eine Unböflichteit
gegen die Regierung und das Parlament liegt, die ohne
Verhandlungen führen zu können, die Bill erledigen
müſſen mit der Ausſicht, daß ſie nutzlos bleibt.
Deutſches Reich.
Zu dem Rücktritt Wermuths ſchreibt die
Norddeutſche Allgemeine Zeitung: Die Nationalzeitung
hat in ihrer Dienstagsnummer eine Andeutung gemacht,
als ob der Rücktritt des Staatsſekretärs Wermuth eine
zwiſchen dem Reichskanzler und dem Zentrum
abgekar=
tete Sache geweſen ſei. Wermuth habe vor acht Tagen
noch nicht gewußt, daß alles längſt abgemacht geweſen
ſei. In der Redaktion der Germania ſei man über ſein
nahes Schickſal beſſer informiert geweſen, als er ſelbſt.
Das Blatt ſpricht in dieſem Zuſammenhang von einer
ungeheuerlichen Provokation, in der ſich die Politik des
Reichskanzlers gefalle. Alles, was hier geſagt worden
iſt, iſt eine dreiſte Erfindung.
— Zur Aufhebung der Liebesgabe. Ueber
die Wrikung, die die in Ausſicht geſtellte Aufhebung der
Liebesgabe in den einzelnen Bundesſtaaten haben wird,
erfährt die Poſt von zuſtändiger Seite: Als Maßſtab
für die genaue Berechnung iſt der ermittelte
Kontingents=
wert pro Hektoliter anzunehmen. Der Kontingentswert
wird dadurch ermittelt, daß man das Kontingent auf die
ganze Erzeugung umrechnet, wodurch ſich pro Hektoliter
der hergeſtellten Menge der Wert ergibt. Es werden nun
in denjenigen Staaten die größten Verluſte nach
Abſchaf=
fung der Liebesgabe entſtehen, in denen am wenigſten
über Kontingent gebrannt wird. Dementſprechend würde
in dieſer Hinſicht das Königreich Württemberg am meiſten
betrofſen werden, da der Kontingentswert im Durchſchnitt
der Jahre 1901—1909 19,23 beträgt, während er in der .
Zeit von 1909 auf 1910 mit 19,83 ermittelt iſt. Es folgen
dann das Großherzogtum Heſſen 1909 auf 1910 18,89,
Bayern 1909 auf 1910 18,60, Baden 1901—1909 18,14, 1909
auf. 1910 18,47. Nächſt dieſen ſüddeutſchen Staaten wird
das Königreich Sachſen am meiſten betroffen, deſſen
Kon=
tingentswert 1901—1909 14,32, 1909 auf 1910 16,04 betrug.
Der Kontingentswert in Oſtpreußen 1901—1909 betrug
14,25, 1909 auf 1910 15,35, kommt bei dieſen Vergleichen
aber nicht in Frage, da die Provinz eine verhältnismäßig
geringe Produktion und überwiegend kleine Brennereien
aufweiſt. Weſentlich geringer ſtellt ſich der
Kontingents=
wert in den für die Branntweinerzeugung wichtigſten
öſt=
lichen preußiſchen Provinzen. Die Kontingentswerte für
1901—1909 ſind für Weſtpreußen auf 11,56, für
Branden=
burg auf 10,99, für Pommern auf 10,45, Poſen 11,06 und
Schleſien auf 10,81 ermittelt worden.
— Staat und Kirchen behörde in
Preu=
ßen. Das preußiſche Abgeordnetenhaus ſetzte am
Mitt=
woch die Beratung des Kultusetats bei dem Kapitel
Oberkirchenrat fort. Die Redner der Linken wandten ſich
gegen die Bevorzugung der orthodoxen Pfarrer gegenüber
den liberalen und beſprachen ausführlich das Vorgehen
des Oberkirchenrats im Falle Jatho und Traub. Ein
na=
tionalliberaler Abgeordneter verteidigte das Vorgehen
der Oberkirchenbehörde und das Verhalten des Staates
in dieſer Angelegenheit. Auch die übrigen Redner der
Rechten ſchloſſen ſich ſeinen Ausführungen an. Von
Sei=
ten der Regierung wurde betont, daß eine moraliſche
Ein=
wirkung auf den Oberkirchenrat nicht möglich ſei, da die
Kirchenbehörden ſelbſtändig geſtellt ſeien. Durch ein
ſol=
ches Vorgehen würde die geſetzlich gewährleiſtete
Selb=
ſtändigkeit der Kirche gefährdet.
— Die ſächſiſche Regierung und die Erbz
ſchaftsſteuer. In der Zweiten ſächſiſchen Kammer
erklärte der Finanzminiſter auf eine Anerage: Die
Zei=
tungsnachricht, nach der ſich Sachſen im Bundesrat gegen
die Erbſchaftsſteuer ausgeſprochen habe, ſei unrichtig. Die
Regierung ſei jetzt wie im Jahre 1909 für eine
Erbſchafts=
ſteuer eingetreten, und zwar in der Form, wie ſie damals
vorgelegt worden iſt, nur mit einigen Verbeſſerungen,
habe ſich aber dagegen gewandt, daß jetzt eine andere Art
der Steuererhebung vorgeſchlagen wird, die aus
ſtaats=
rechtlichen Gründen ungangbar erſchien. Es iſt alſo keine
Wandlung in der Auffaſſung der ſächſiſchen
Staatsregie=
rung eingetreten.
Ausland.
Oeſterreich=Ungarn.
Bei der Beratung der Wehrvorlagen
im öſterreichiſchen Abgeordnetenhauſe
be=
tonte der deutſch=radikale Marek, das öſterreichiſche
Parla=
ment werde entſchieden ſein Mitbeſtimmungsrecht bei der
Wehrreform wahren. Er verurteilte den Kampf der
Ungarn gegen die notwendige Wehrreform als eine
Poli=
tik des Uebermuts. Der tſchechiſche Sozialdemokrat
Saeral ſagte, die Durchführung der Wehrvorlagen würde
ein Unglück für die weitere Entwickelung des Staates
ſein. Er trat für das Syſtem der Volksmiliz ein und er=
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. März 1912.
Nummer 70.
klärte, die Sozialdemokraten bewilligten dem Staate alles
Notwendige, ſofern die Wehrmacht niemals zu
Erobe=
rungen und zum Kampfe gegen den innern Feind oder
zu einem Angriff gegen die Volksrechte diene. Seidel
(Deutſche Arbeiterpartei) hob die patriotiſche Haltung der
franzöſiſchen und italieniſchen Sozialiſten gegenüber der
Vaterlandsloſigkeit der deutſchen Sozialiſten hervor und
lehnte die gegenwärtige Form der Wehrvorlage ab, welche
die zweijährige Dienſtzeit nicht vollkommen durchführe
und die Leutenot im Lande vermehre.
Frankreich.
Der Kaiſerbeſuch bei Herrn Cambon.
Die Pariſer Morgenpreſſe beſpricht in längeren
Leitarti=
keln den Beſuch Kaiſer Wilhelms auf der Berliner
fran=
zöſiſchen Botſchaft, von dem man ſich allgemein eine
Beſſe=
rung in den deutſch=franzöſiſchen Beziehungen verſpricht.
Teilweiſe glaubt man zu wiſſen, daß der kaiſerliche
Be=
ſuch eines politiſchen Hintergrundes nicht entbehre. Nach
Pariſer Brauch knüpft man daran die bunteſten
Mut=
maßungen und willkürlichſten Deutungen.
Zu den ſpaniſch=franzöſiſchen
Verhand=
lungen wird aus Madrid gemeldet:
Miniſterpräſi=
dent Canalejas habe erklärt, daß die von Garcia Prieto
abgefaßte und vom Miniſterrat genehmigte neue Note
ſicherlich als Grundlage für ein befriedigendes
Abkom=
men dienen könne. Der Madrider Korreſpondent des
Echo de Paris berichtet, eine miniſterielle Perſönlichkeit
habe verſichert, es ſei möglich, daß das franzöſiſch=
ſpa=
niſche Abkommen bald zum Abſchluß gelange. In dieſem
Falle würden die Cortes unverzüglich einberufen werden,
um das Abkommen zu ratifizieren. Der Madrider
Korre=
ſpondent des Petit Pariſien meldet: Arbeitsminiſter
Villanueva habe ihm nach dem Miniſterrat, der ſich mit
den franzöſiſch=ſpaniſchen Verhandlungen befaßte, erklärt
er ſei ſehr optimiſtiſch und durchaus überzeugt, daß die
ſpaniſche Regierung zu einer loyalen und vollſtändigen
Verſtändigung mit Frankreich gelangen werde.
England.
Die Generaldebatte über den
Flotten=
bauplan im Unter hauſe wurde am Mittwoch nur
unter geringer Beteiligung fortgeſetzt, da die allgemeine
Aufmerkſamkeit auf den Kohlenarbeiterſtreik gerichtet iſt.
Der Radikale Murray Macdonald verlangte, die
Re=
gierung ſolle das Schiffsbauprogramm einſchränken zum
Vorteil des Landes und der Welt. Im Laufe der
De=
batte ergriff Staatsſekretär Churchill das Wort und führte
etwa folgendes aus: Macdonald hat die Regierung
auf=
gefordert, eine Politik energiſcher
Rüſtungseinſchränkun=
gen einzuſchlagen. Ich muß daran erinnern, daß
Camb=
pell Bannerman einen ſehr ernſten Verſuch in dieſer
Rich=
tung in den erſten zwei Jahren ſeiner Amtstätigkeit
ge=
macht hat. Man hätte glauben follen, daß nach dieſer
Einladung nicht durch Worte, ſondern durch Taten ein
Nachlaſſen oder wenigſtens keine Erhöhung des
Flotten=
programms der nächſtſtärkſten Seemacht eintreten werde.
Das Bauprogramm dieſer Macht wurde jedoch erweitert,
ſodaß in den Jahren, in denen wir nur zwei Schiffe
bau=
ten, die nächſtſtärkſte Seemacht mit dem Bau von vier
Schiffen begann. Das iſt der Standard zwei Kiele
ge=
gen einen, aber von der Kehrſeite! (Heiterkeit.) Ich
wünſchte, ich könnte mich zu dem Glauben bekehren, daß
eine plötzliche Einſchränkung von unſerer Seite die
Be=
ſtrebungen beſeitigt, die wir beklagen, aber ich glaube
nicht, daß es geſchehen wird. Wenn dem ſo iſt, ſo kann
die Admiralität ihrerſeits nicht viel tun, um den
Wett=
ſtreit in den Rüſtungen zu verringern. Trotzdem kann ſie
jedoch drei Dinge tun. Wir könnten aus unſerer Marine=
Diskuſſion und aus unſerer Flottenpolitik das Element
der Ungewißheit und des Argwohns entfernen. Ich hoffe,
das Haus wird einſehen, daß ein Verſuch,
vorauszu=
ſchauen und zukünftige Fälle vorher zu ſehen, die Wirkung
haben wird, die Ungewißheit in unſerer Flottenpolitik zu
beſeitigen, ſodaß die Notwendigkeit vermieden wird,
all=
jährlich lange und ins Einzelne gehende Begründungen
und beſtändige Bezugnahme auf die Bauprogramme der
anderen Mächte anzuſtellen. Seit einiger Zeit ſind
Ver=
handlungen im Gange zwiſchen England
und Deutſchland für den Austauſch von
In=
formationen über die Flotte und ich verſichere
das Haus, daß wir ſicherlich ſehr froh ſein werden, wenn
die Verſuche zu einem befriedigenden Ergebnis gelangen.
Wir haben von unſerem Flottenbauprogramm durchaus
nichts zu verbergen. — Lee fragte, den Miniſter
unter=
brechend, ob beabſichtigt ſei, dieſe Mitteilung irgend einer
fremden Macht zu machen, bevor ſie dem Parlament
ge=
macht worden ſeien. Churchill antwortete, nein, was wir
vermeiden möchten iſt die Vermutung, daß ſich andere
Schiffe im Bau befinden als diejenigen, die in den
regu=
lären amtlichen Berichten aufgeführt ſind. Das Haus weiß,
daß in früheren Jahren hierdurch Argwohn und
Mißſtim=
mung verurſacht worden iſt. Es würde ein großer
Vor=
teil ſein, wenn dieſe Elemente des Argwohns aus den
maritimen Beziehungen der beiden Großmächte
ausge=
ſchaltet werden könnten. Und ſchließlich iſt es, wenn wir
unſeren Anſpruch auf die vorherrſchende Stellung zur See
geltend machen, wie wir es zu tun beabſichtigen, unſere
Pflicht, uns ſo zu verhalten, daß die anderen Nationen
fühlen, daß die Großmacht und die Verantwortlichkeit,
die für uns eine Notwendigkeit ſind in einer Art
ange=
wendet werden, die für keine eine Drohung iſt und eine
Fürſorge für alle.
Das Unterhaus genehmigte den Mannſchaftsbeſtand
der Flotte, wie er im Etat vorgeſehen iſt, einſtimmig.
Rußland.
Reform des Gerichtsverfahrens. In der
Sitzung des Reichsrates wurde bei Beſprechung der
Vor=
lage zur Reform des Gerichtsweſens von fünfzehn
Mit=
gliedern vorgeſchlagen, daß die Juden nicht zu
Friedens=
richtern gewählt werden ſollen. Der Juſtizminiſter
be=
fürwortete dieſen Vorſchlag, indem er auf das ſeit
altersher beſtehende Mißtrauen des ruſſiſchen Volkes
ge=
gen die Juden hinwies. Der Vorſchlag wurde
ſchließ=
lich vom Reichsrat angenommen.
Perſien.
Die ruſſiſch=engliſche Note wurde von
der Regierung in allen Punkten befriedigend beantwortet.
* Wien, 20. März. Das Oberſthofmeiſteramt erhielt
heute nachmittag die amtliche telegraphiſche Meldung aus
Berlin, daß Kaiſer Wilhelm am 23. März,
vor=
mittags 11 Uhr, aus Berlin hier eintrifft, um den
Kai=
ſer Franz Joſef auf der Durchreiſe nach dem Süden
zu beſuchen.
* Brüſſel, 20. März. Prinzeſſin Viktor
Napoleon, geborene Prinzeſſin Klementine von
Bel=
gien, iſt von einer Tochter entbunden worden. Damit
ſind die Hoffnungen, die die Bonapartiſten auf die
Ge=
burt eines Sohnes des Familienhauptes des Hauſes
Bo=
naparte geſetzt hatten, vorerſt zerſtört worden. Die
Prin=
zeſſin Klementine, bekanntlich eine Tochter des Königs
Leopold der Belgier, iſt ſeit dem 14. November 1910 mit
dem Prinzen Viktor Napoleon vermählt und ſteht bereits
im 40. Lebensjahre.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 22. März.
* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin Franz Joſeph
von Battenberg nahmen am Mittwoch an der
Früh=
ſtückstafel im Neuen Palais teil. — Die Abreiſe des
Prinzen Adalbert von Preußen erfolgte um 4 Uhr
23 Minuten. (Darmſt. Ztg.)
* Uebertragen wurde dem Lehrer Auguſt Wilhelm
Keipper zu Bernsburg, Kreis Alsfeld, die zweite
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Weiten=Geſäß,
Kreis Erbach; dem Schulamtsaſpiranten Heinrich Roos
aus Roßdorf, Kreis Darmſtadt, die zweite Lehrerſtelle
an der Gemeindeſchule zu Langen=Brombach, Kreis
Erbach.
* Beſtätigt wurde der von dem Kreisrat zu
Offen=
bach, ſowie dem katholiſchen Pfarrer und dem
Orts=
vorſtand zu Klein=Krotzenburg auf die erledigte erſte
Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Klein=
Krotzen=
burg, Kreis Offenbach, präſentierte Schulamtsaſpirant
Joſeph Leilich aus Seligenſtadt, Kreis Offenbach, für
dieſe Stelle.
g. Strafkammer. Wegen Uebertretung der Paragr.
10 und 49 des Tabakſteuergeſetzes hatten ſich geſtern vor
der hieſigen Strafkammer der frühere Prokuriſt Auguſt
Keller der in Konkurs geratenen „Vereinigten
Mitteldeutſchen Zigarrenfabriken” zu Darmſtadt und der
Inhaber der Mannheimer Tabakfirma Müller zu
verant=
worten. Im Jahre 1910 trat der Angeklagte Keller mit
der Firma Müller in Verbindung zwecks Uebernahme
eines größeren Poſtens ſchlecht abzuſetzender Zigarren
und Zigarillos als Tauſchobjekt für Tabak. Man wurde
auch einig, 48 Ballen Tabak gegen die entſprechende Menge
Zigarren einzutauſchen. Die Firma Müller berechnete den
zweieinhalb= bis dreifachen Betrag des wirklichen Wertes
in der Annahme, daß ſie bei dem Geſchäft ſonſt in Nachteil
geraten würde. Sie ſtellte alſo den Tabak zu 16 200 Mark
in Rechnung, während der wirkliche Wert etwa 5—7000
Mark betrug. Die „Vereinigten Mitteldeutſchen
Zigarren=
fabriken” ihrerſeits hatten die wiederholt von den
Kun=
den als unabſetzbar zurückgeſandten Waren, die nach den
Angaben der Sachverſtändigen und der Firma Müller noch
nicht einmal 5000 Mark Wert hatten, zu 15000 Mark
be=
rechnet, um in der Bilanz die über Wert angeſetzten
Zi=
garren als günſtig verkauft buchen zu können. Der
Unter=
ſchied vom beiderſeitigen Tauſchwert ſollte von den
Vereinigten Mitteldeutſchen Zigarrenfabriken” ebenfalls
in Zigarren ausgeglichen werden. Nun lauteten jedoch
die Fakturen und auch der der Steuerbehörde angegebene
Wert auf 7500 Mark, nach Angabe Kellers, um nur den
wirklichen Wert verſteuern zu brauchen, denn nach
beider=
ſeitigen Angaben und den Erklärungen der Zeugen und
Sachverſtändigen waren die berechtigten Tauſchpreiſe
Phan=
taſiepreiſe. Später erfuhr Keller, daß er eine Anzeige
wegen falſcher Steuerdeklarierung zu erwarten habe,
wes=
halb er ſofort eine Nachverſteuerung von 3200 Mark
be=
antragte. Die Steuerbehörde beantragte die
Strafverfol=
gung gegen Keller und Müller wegen Steuerhinterziehung.
Intereſſant iſt nun, daß Müller, nachdem die Differenz
zwiſchen den beiden Werten bis auf 280 Mark durch
Zi=
garren ausgeglichen worden war, von den
Ziaarrenfabri=
ken wiederholt durch Brief und durch Poſinachnahme den
Reſt von 280 Mk. in bar verlanate, während doch, wenn
das Geſchäft nur ſcheinbar auf die dopvelte Summe
be=
rechnet wäre, nur die Hälfte, alſo 140 Mk., zu verlangen
geweſen wäre. Das Gericht ſprach beide Angeklagte frei.
C. Am Großh. Seminar für Volkſchullehrerinnen
unterzogen ſich vom 4.—7. ds. Mts. 25 Kandidatinnen
dem Examen für den Lehrerinnenheruf. Hiervon
be=
ſtanden 24, worunter 13 Evangeliſche, 10 Katholiken
und 1 Iſraelitin. Vom 11.—14. ds. Mts. fand das
Examen für die Externen ſtatt, mobei von den im
Inſtitut der Engliſchen Fräulein in Mainz ausgebildeten
Kandidatinnen 12 das Examen beſtanden. Das
Auf=
nahme=Examen für neu in das Seminar eintretende
Schülerinnen findet Ende des Monats ſtatt.
m. Vom neuen Bahnhof. In Beſſungen iſt das
Empfangsgehäude in ſeinem Aeußeren bald fertig. An
dem aus Beton hergeſtellten Balkon, der auf mehreren
Säulen ruht, werden eben Skuſpturen ausgeführt. Im
Inneren des über den Bahnkörper reichenden
Ueber=
haues wird der Verputz der Wände vorgenommen. Der
ſchon lange erbähte Bahnſteig zwiſchen den beden Ges
leiſen iſt ohne Bedachung geblieben. An der
Zugangs=
ſtraße wird eben gearbeitet. Sie beginnt an der Stelle,
wo der alte Südbahnhof liegt. Von hier aus führt ſiel
ſchief, aber in faſt gerader Linie nach dem neuen
Stationsgebäude. Zur Hälfte iſt ſie ſchon mit
Goſſen=
pflaſter und Steinſteckung verſehen worden. Die
Straßen=
beleuchtung wird auf der rechten Wegſeite nach dem
Bahnhofe zu angelegt. Der neue Weg verbindet die
Beſſungerſtraße mit dem Empfangsgebäude. Der Bahnt
körper, zwiſchen Griesheimer Brücke und Südbahnhof?
iſt auf große Strecken mit Drahtſpalier eingefriedigt.
Unter und zwiſchen dieſem hat man ein= und
doppel=
reihige Hecken angepflanzt, welche Anordnung man an
alten Bahndämmen beobachten kann. Merkwürdige iſt
nur, daß man an der „Scheppen Allee” den längs des
Bahnkörpers führenden, von vielen Spaziergängern
be=
nutzten Fußpfad durch ein vierfach drahtbeſpanntes
Spalier geſperrt hat, ſodaß eine Umgehung notwendig
wird. Auf dem Hauptbahnhof werden die
Preßgas=
kandelaber an das Rohrnetz angeſchleſſen. Dieſe
Kandelaber, welche auch die Leitungsdrähte der elek
triſchen Straßenbahn tragen, werden in ein ſchweres
Fundament von Beton eingebettet. Der von der Breiten
Allee nach dem Empfangsgebäude führende Fußweg er
hält Kleinpflaſter. Von Tag zu Tag ſieht man die
Arbeiten ſich ihrer Vollendung nähern. Am Eingang in
den Güterbal nhof am Dornheimer Weg ſind zwei kleine
Häuschen errichtet worden. Das breitere von ihnen
nimmt eine Oktroierhebungsſtelle in ſich auf. Vor ihm
ſind zwei Fundamente für Brückenwagen ausgeführt
Das andere kleine Gebäude dient dem ſtädtiſchen
Straßenreinigungsamt. Vor den Güterhallen ſind lange
eingefriedigte Grasplätze angelegt worden. Nördlich
davon iſt das zweiſtöckige Gebäude für feuergefähr iche
Goethes letzte Worte.
(Zu ſeinem 80. Todestage, 22. März.)
C2) „Am Ende des Lebens gehen dem gefaßten Geiſte
Gedanken auf, bisher undenkbare; ſie ſind wie ſelige
Dä=
monen, die ſich auf den Gipfeln der Vergangenheit
glän=
zend niederlaſſen.” In dieſem ſchönen Satze ſpricht Goethe
einmal ſeinen Glauben an die Bedeutung der „letzten
Worte” aus, indem er bedauert, daß man Mme. Roland
verhindert habe, auf dem Schaffot die Gedanken
aufzu=
zeichnen, die ihr auf dem Todeswege vorgeſchwebt. Ihn
intereſſierten ſolche Aeußerungen, die gleichſam ſchon aus
einer anderen Welt zu kommen ſchienen. So ſchreibt er
nach dem Tode Wielands an Knebel: „Ich weiß nicht, ob
Dir ſchon zu Ohren gekommen iſt, daß ſeine letzten Worte
waren: „To be or not to be, that is the question.‟
(Sein oder Nichtſein, das iſt die Frage.) Das heißt doch
ſeinen Skeptizismus bis ans Ende bewähren.” Auch nach
Goethes Hingange hat dann ein ſolches Wort des
Ster=
benden, das als ſeiner Weisheit letzter Schluß, als ſein
Lebensverhältnis ſymboliſiert wurde, hohen Ruhm und
allgemeine Verbreitung gefunden: das viel zitierte „Mehr
Licht”. Doch iſt die Authenzität dieſer Aeußerung,
nach=
dem ſie bereits von manchen Forſchern angezweifelt
wor=
den war, von Prof. Karl Schüddekopf in ſeinem im Inſel=
Verlage erſchienenen Werk über Goethes Tod mit Recht
geleugnet worden; es iſt zweifelhaft, ob Goethe die Worte
überhaupt geſprochen hat; ſind ſie über ſeine Lippen
ge=
kommen, dann waren ſie nur eine Anweiſung an den
Die=
ner, den Fenſterladen zu öffnen.
Welches ſind aber nun die wirklichen letzken Worte
Goethes geweſen? Eine völlige Klarheit darüber läßt ſich
trotz der außerordentlich zahlreichen Zeugniſſe und Berichte
von den letzten Stunden des großen Dichters nicht erzielen.
Am 20. März, zwei Tage vor ſeinem Hinſcheiden, hatte er
noch eine letzte halb willenloſe Amtshandlung vollzogen,
indem er, wie ſein Arzt Vogel erzählt, „die Anweiſung
zur Auszahlung einer Unterſtützung an eine, ihrer
künſt=
leriſchen Ausbildung in der Fremde obliegende, talentreiche
junge Weimaranerin, für welche er ſtets väterlich bedacht
war, mit zitternder Hand, ohne mein Vorwiſſen
unter=
zeichnete. Hierbei ſchrieb er ſeinen Namen zum letzten
Male.” Am Morgen des 22., ſeines Todestages, hatte er,
wie mehrfach bezeugt iſt, kein Gefühl von ſeinem
heran=
nahenden Tode, denn er ließ ſich ſagen, welchen Tag im
Monat man zähle, und meinte, nach Coudrays Angabe:
„Alſo hat der Frühling begonnen, und wir können uns
dann umſo eher erholen.‟ Er ließ ſich dann, nach dem
Be=
richt Luiſe Seidlers, noch eine Mappe bringen und wollte
Farbenphänomene verſuchen; darauf verfiel er in einen
ſanften Schlaf mit fortgeſetzten Träumen und ſprach in
abgebrochenen Worten vieles, unter anderem: „Seht den
ſchönen, weiblichen Kopf, mit ſchwarzen Locken, in
präch=
tigem Kolorit auf dunklem Hintergrunde” und ſpäter zu
dem Diener: „Friedrich, gib mir die Mappe da mit den
Zeichnungen.‟ Da keine Mappe, ſondern ein Buch vor ihm
lag, reichte ihm dies der Diener, aber Goethe wiederholte:
„Nicht dies Buch, ſondern die Mappe.” Und als ihm
hier=
auf verſichert wurde, es ſei keine Mappe mehr da, ſagte er
ſcherzend: „Nun, ſo war’s wohl ein Geſpenſt.” In der
zehnten Stunde nahm er noch etwas zu ſich; dann kam der
letzte Todesſchlummer. „Gegen zehn Uhr hörte er beinahe
ganz zu ſprechen auf,” heißt es in einem authentiſchen
Be=
richt aus Weimar an die Augsburger Allgemeine Zeitung,
„hielt die neben ihm ſitzende Tochter feſt an der Hand und
öffnete das halbgeſchloſſene Auge noch einmal mit einem
Blicke unausſprechlicher Liebe zu ihr. Sie hielt ſeine Hand
und unterſtützte mit der anderen das Kopfkiſſen, bis der
letzte Atemzug ſich verlor. Ein einziges ſtärkeres Aufatmen
war der ganze Kampf, den dieſe große, herrliche Natur zu
beſtehen hatte.”
Die Schilderung dieſes ruhig=friedlichen, wunſchloſen
Hinübergleitens in das Jenſeits — „ſo trug die Welle
Odyſſeus ſchlummernd an das Ufer ſeiner Heimat”, heißt
es in einer Meldung — iſt das Leitmotiv in den meiſten
Betrachtungen der Zeitgenoſſen über den Tod. In dieſer
letzten Stunde aber hat er noch ein einiges gemurmelt
und zwar wird am häufigſten von den beſtunterrichteten
Zeugen eine Aeußeruna erwähnt, die er an die ſeine Hand
haltende Ottilie richtete. „Setze Dich zu mir, liebe Tochten
ganz nahe,” ſagte er; ſpäter: „Gib mir Dein liebes
Pföt=
chen” — ſo erzählt Luiſe Seidler. Als „eins der letzten
Worte” erwähnt Frommann: „Gib mir Dein Pfötchen”
und bei Pauline Haſe lautet dieſe Aeußerung: „Nun
Frauenzimmerchen, gib mir Dein gutes Pfötchen.‟ Dieſ
einfachen, herzlich=ſcherzhaften Worte an die Schwiegen
tochter werden alſo wohl das Letzte geweſen ſein, was
Goethe geſprochen hat. So ſchlicht ſie ſind, ſo wahre
ſcheinen ſie. Auch Bismarck iſt aus der Welt geſchieden
mit den Worten an ſeine Tochter, die ihm den Schweiß
äh=
trocknete: „Ich danke Dir, mein Kind.” Und Roon wand
ſich abſchiednehmend an ſeine Frau: „Mutterchen, meil
Mutterchen!‟ Die Behauptung, daß Goethe als „ſeine
letzten vernehmlichen Worte” dem Diener Friedrich
zuge=
rufen habe: „Macht doch den Fenſterladen im Schlafgemach
auf, damit mehr Licht hereinkomme,” findet ſich zuerſt
einer ſpäteren Niederſchrift Coudrays und beruht auf einel
mündlichen Tradition, die ſich in Weimar einige Wochen
nach dem Tode verbreitete. Man kann verfolgen, wie be
dem Weiterberichten dieſes Satzes allmählich nur noch das
pointierte „Mehr Licht” übrig bleibt und dies zunächſt nu
vorſichtig unter anderen Aeußerungen erwähnte Wort all
mählich alleinige Geltung und Berühmtheit erhält. Doch
wird von den Näherſtehenden ausdrücklich betont, daßz
nächſt gerade dieſer Ausſpruch nirgends erwähnt wurder
Uebereinſtimmend wird dagegen gemeldet, daß Goethe noch
ganz zuletzt mit dem mittleren Finger ſeiner aufgehobenen
rechten Hand fortwährend Buchſtaben auf ſeinen Schoß
und in die Luft gemalt habe, „die vielleicht ſeinen
Namens=
zug bedeuten ſollten, denn er fing immer mit dem
Buch=
ſtaben W. an” Aus dieſer Erzählung hat ſich dann eine
weniger glaubwürdige Tradition gebildet, nach der ſeine
letzten Worte geweſen ſein ſollen: „Nun kommt die
Wan=
delung zu höheren Wandelungen.” So iſt Goethe dahin
geſchieden, mit einem gütigen Liebeswort noch zuletzt für
treue Pflege und Anhänglichkeit dankend. Er bedurfte nicht
„mehr des Lichts” da er in jene andere Welt ging, die ihm
nie das große Dunkel geweſen iſt.
Nummer 70
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. März 1912.
Seite 3.
Stückgüter aufgeführt worden. Es erhält eben den
äußeren Bewurf. Ueber die Pallaswieſenſtraße lauſen
auf ebenſovielen eiſernen Brücken 18 Geleiſe. Von hier
verzweigen ſich die Schienenſtränge nach Oſten, Norden
und Weſten. Es iſt erſtaunlich, zu ſehen, wie die
ver=
ſchiedenen Geleiſe neben=, unter= und übereinander
ge=
führt ſind. Alte Wege ſind dadurch verlegt, neue
aus=
rgeführt worden. Hier findet man ſehr verſchtedene,
ihren techniſchen Zwecken entſprechende Brückenformen.
Sie liegen zwiſchen Weiterſtädter Chauſſee und dem
Bahndamm der Strecke Frankfurt=Darmſtadt nach der
„Täubches=Höhle” zu. Dort ſind auch verſchiedene
Wohnhäuschen für Bahnbedienſtete aufgeführt worden
rund zeigen ein liebliches Bild mit dem Baumbeſtand
ier Täubches=Höhle als Hintergrund. Die Gerüche aber,
die dieſer Gegend, wo der Darmbach fließt, und die
Darmſtädter Abdeckerei ihren Sitz hat, gehören weniger
Zu den Annehmlichkeiten dieſes Terrains.
— Der Verband der heſſiſchen Erziehungsvereine
gedenkt ſeine diesjährige Hauptverſammlung am 25. März,
machmittags 2 Uhr, im Gemeindehauſe der Chriſtuskirche
Zu Mamz abzuhalten. Auf der Tagesordnung ſteht
ui. a. ein Vortrag der Wohnungsinſpektorin des Kreiſes
Worms, Fräulein Dr. Kröhne: „„Die Urſachen, welche
Zur Verhängung der Zwangserziehung führen”
L. Darmſtädter Freiwillige Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz. In der Monatsverſammlung hielt
Zug=
fführer Vogel einen belehrenden Vortrag über die
Er=
gebniſſe der letzten Geländeübung der Kolonne bei
Drei=
eichenhain. Dabei kam der Artikel des im türkiſchen
Hauptquartier von Charinan weilenden engliſchen
Korre=
ſpondenten Alan Oſtler: „Mit dem Deutſchen Roten Kreuz
üiber die Felſenberge von Tripolis” zur Verleſung, worin
Der Marſch der Kolonne durch die wüſten, wegloſen
Fel=
ſtenberge mit dem Ausdrucke höchſter Bewunderung
be=
ſchrieben und den Aerzten und Krankenwärtern mit ihrer
ausgezeichneten Ausrüſtung das höchſte Lob gezollt wird.
Bei dieſer Kolonne befindet ſich auch ein Mitglied der
Darmſtädter Kolonne, Gg. Knecht aus Eberſtadt, deſſen
am Abend in ehrender Weiſe gedacht und durch von allen
Anweſenden unterſchriebene Karten herzliche
kamerad=
ſchaftliche Grüße geſandt wurden.
* Der Bürgerverein Darmſtadt hielt ſeine gutbeſuchte
Weneralverſammlung in ſeinem Vereinshauſe ab. In
ſſeinem Jahresbericht bezeichnete der Vorſitzende, Herr
Stadtv. Kalbfuß, das abgelaufene Jahr als in jeder
Beziehung zufriedenſtellend. Es konnte ein kleiner
Mit=
gliederzuwachs feſtgeſtellt werden. Die Vergnügungen
erfreuen ſich ſtetig wachſender Beſucherzahl und
Beliebt=
heit bei den Mitgliedern. Auch die Bibliothek mit zirka
700 Bänden und vielen Jahrgängen Zeitſchriften, ſowie
das Leſezimmer mit rund 25 Tageszeitungen und
Zeit=
ſſchriften werden eifrig benutzt. Nur die Kegelbahn, die
aanfangs des Jahres ſtark beſucht war, hat in letzter Zeit
einen kleinen Rückgang erfahren, doch hofft man, im neuen
Jahre wieder auf eifrigen Zuſpruch. Sehr erfreulich wie
ämmer war der Kaſſenbericht des Rechners. Die Ein=
Nahmen betrugen 5656 Mark, die Ausgaben 5215 Mark,
Todaß ein barer Ueberſchuß von 441 Mark und mit dem
MReſt vom Vorjahre von 327 Mark zuſammen rund 768
Mark vorhanden iſt. In der anſchließenden Beſprechung
rvurden dem Vorſtand verſchiedene neue Vorſchläge zur
wveiteren Hebung des Vereinslebens unterbreitet und von
vieſem gerne entgegengenommen unter der Zuſicherung,
daß allen Wünſchen möglichſt entſprochen wird. Recht
leb=
haft geſtaltete ſich auch die Erſatzwahl zum Vorſtande.
Micht weniger als 15 Kandidaten erhielten Stimmen. Die
wier höchſtbeſtimmten Herren waren Stadtv. Th.
Kalb=
juß, K. Klee, E. Röhler und R. Anſpach, die in
den Vorſtand einzutreten haben. Mit den beſten Wünſchen
kür das Vereinsleben im neuen Jahre ſchloß der
Vor=
ätzende die anregend verlaufene Verſammlung.
Mit dem Motorboot durch Afrika. Wie wir
hören, iſt Herr Oberleutant Graetz heute in
unſerer Stadt eingetroffen, um am Abend ſeinen
Vor=
trag zu halten. Das allgemeine rege Intereſſe, welches
für den Vortragenden herrſcht, verſpricht ihm, wie
überall anderswo, auch ſeitens unſerer Bürgerſchafi ein
warmes Willkommen.
— Mode=Abend des Damenfriſeur= und
Per=
nückenmacher=Gehilfen=Vereius. Man ſchreibt uns:
Zu dem am kommenden Sonntag im Kaiſerſaal
ſtatt=
f ndenden Friſuren=Mode=Abend ſind die Anmeldungen
von hier und auswärts ſo zahlreich eingelaufen, daß
ſich jetzt etwa 35 Damenfriſeure an dem Friſieren
be=
teiligen. (S. Anzeige.)
H. Frühlingsboten. Seit einigen Tagen ſind die
Perchen bei uns eingezogen und laſſen ihre anheimelnden
Fubeltöne zahlreich im Feld erſchallen, während bereits
vor 14 Tagen ſich die erſten bunten Schmetterlinge
(„brauner Fuchs”) in den warmen Sonnenſtrahlen
tummelten.
* Orpheum. — Bauerntheater. Die Oberbayern
bringen hute Freitag, den 22. März, die erſte
Auf=
führung der dreiaktigen Komödie von Ludwig
Gang=
hofer: „Der Geigenmacher von Mittenwald‟. Die
Wiederholung dieſes Stückes iſt für morgen Samstag,
den 23. März, angeſetzt. (Siehe Anzeige.)
-h- Von der Bergſtraße, 20. März. Die Metzger haben
mancherorts den Preis für das Pfund Schweinefleiſch
auf 90 Pfg. erhöht. — Ueberall an den Bahnhöfen werden
zurzeit Kartoffeln, die aus Belgien und Frankreich
bezogen ſind, von Händlern verkauft. 100 Kilo werden mit
10—11 Mark bezahlt. Die zollfreie Einfuhr bis Ende
April ſcheint jedoch auf den Preis gar keinen Einfluß zu
haben.
Seligenſtadt, 21. März. Am ſüdlichen Ende unſerer
Stadt iſt gegenwärtig eine Metallwarenfabrik
im Entſtehen begriffen. Die Fabrik iſt bereits im Rohbau
fertiggeſtellt und die Maſchinen werden in den nächſten
Tagen zur Aufſtellung gelangen.
Klein=Krotzenburg, 20. März. Geſtern früh ereignete
ſich auf der benachbarten Zeche „Guſtav” ein
ſehrſchwe=
rer Unfall. Beim Montieren eiſerner Träger glitt der
32jährige Monteur Ludwig Knipp, aus Dreieichenhain
gebürtig, in Seligenſtadt wohnhaft, infolge eines
Fehl=
trittes auf dem Gerüſt aus und ſtürzte aus beträ.
cht=
icher Höhe ſo unglücklich zur Erde herab, daß er
ſchwere innere Verletzungen und einen Armbruch
davon=
trug.
Nieder=Ingelheim, 21. März. Die Gendarmerie fand
in Nieder=Ingelheim eine geiſteskranke Frau in
bejammernswertem Zuſtande in einem dunklen Stall, wo
ſie geraume Zeit eingeſperrt geweſen war. Auf behördliche
Anordnung kam die Frau ins Irrenhaus.
(*) Friedberg, 21. März. Das 75jährige
Be=
ſtehen des heſſiſchen Predigerſeminars
wird am 27. März feſtlich begangen. Zugleich findet die
Entlaſſung der Kandidaten ſtatt. VVormittags 10 Uhr
iſt Feſtgottesdienſt in der altgotiſchen Stadtkirche, um 12
Uhr wird der eigentliche Feſtakt im Saale des
Prediger=
ſeminars abgehalten, daran ſchließt ſich um 1 Uhr ein
Feſteſſen im Hotel Trapp. — Das Lehrerſeminar iſt im
Schuljahr 1911/12 von 167 Schülern beſucht, davon ſind
151 evangeliſch, 16 katholiſch; aus Landorten unter 2000
Einwohnern ſtammen 107, in Präparandananſtalten
wurden 129 vorbereitet, in Realſchulen 23; aus
Ober=
heſſen ſind 106, aus Starkenburg 36, Rheinheſſen 13,
Nichtheſſen 12. Das neue Schuljahr beginnt am 22.
April. Von jetzt an umfaßt das Seminar 4
Jahres=
kurſe, gegen bisher nur 3. Der Zudrang zu der
An=
ſtalt iſt nach wie vor ſtark.
Bad Nauheim, 21. März. Zu dem Beſuch der
Kaiſerin in Bad Nauheim meldet die Nauh. Ztg.:
Die hohe Frau will kurz nach Oſtern hier eintreffen und
wird in der Villa Groedel in der Terraſſenſtraße
Wohnung nehmen. Das Erdgeſchoß und der erſte Stock
ſind für die Kaiſerin und ihre nächſte Umgebung
gemietet worden. Dem einfachen Sinne unſerer
Kaiſerin entſprechend ſoll dem Beſitzer der Villa in
der Verwendung der übrigen Räume ſeines Hauſes
keine Beſchränkung auferlegt werden, und die
Stamm=
gäſte werden ihre altgewohnten Zimmer nicht zu
entbeh=
ren brauchen. Außer einigen kleinen Reparaturen
erfol=
gen keinerlei Veränderungen, ſondern die Kaiſerin wird
die Räume der Villa, wie ſie vorhanden ſind, beziehen.
Die Verhandlungen wurden mit dem Hausmarſchall
Freiherrn von Lyncker geführt. Er war vor einigen
Tagen in Begleitung zweier höherer Beamten des
Hof=
marſchallamts hier und beſichtigte unſeren ganzen
Bade=
ort und die Bade=Einrichtungen. Die Herren wahrten
ihr Inkognito ſo gut, daß nicht einmal die
Nächſtbetei=
ligten wußten, mit wem ſie es zu tun hatten. An
amt=
licher Stelle war es hier erſt geſtern nachmittag bekannt,
daß der hieſige Aufenthalt der Kaiſerin beſchloſſene
Sache ſei.
Trais=Horloff, 21. März. Im Bergwerksbezirk der
Grube „Friedrich” ſoll mit dem Tagabbau von
Braunkohlen begonnen werden. Dabei ſollen
Bag=
germaſchinen zur Anwendung kommen. In einer Tiefe
von 20 bis 35 Metern wurden mächtige Kohlenlager
feſt=
geſtellt.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 20. März. Dem Maler
Prof. Hans Liebermann wurde von der philoſophi
ſchen Fakultät der Univerſität Berlin die Würde eines
Ehrendoktors verliehen. — In der Budgetkommiſſion des
preußiſchen Abgeordnetenhauſes erklärte bei der
Bera=
tung des Eiſenbahn=Etats Miniſter v. Breitenbach, die
Vorlage über die Elektrifizierungſder
Berli=
ner Stadtbahn werde dem Hauſe möglichſt bald
zu=
gehen. Mit Rückſicht auf das Intereſſe der
Landesvertei=
digung werde die Elektrifizierung der Stadtbahn keine
veiteren Konſequenzen nach ſich ziehen. Der elektriſche
Betrieb auf der Stadtbahn werde früheſtens im Jahre
1916 eingeführt. — Der Schauſpieler Willy Froböſe,
der ſich mit ſeinem Gewehr durch einen Schuß ins Herz
entleibt hat, hat einen Brief an ſeine Frau hinterlaſſen.
Man nimmt an, daß übergroße finanzielle
Schwierigkei=
ten ihm das Gewehr in die Hand gedrückt haben. Froböſe
war einer der bekannteſten Schauſpieler Berlins, der vor
Jahren ſchon dem Schiller=Theater angehörte. Von hier
wurde er dem Hoftheater in Dresden verpflichtet, wo er
mehrere Jahre blieb. Vor einigen Jahren erhielt er
einen Ruf an das Leſſing=Theater. Nach einem mit
glän=
zendem Erfolge abſolvierten Probegaſtſpiel wurde er von
Dr. Brahm auf mehrere Jahre engagiert. In der letzten
Zeit ſcheint er ſich aber in ſeiner Stellung nicht mehr wohl
gefühlt zu haben, denn er nahm für die nächſten Jahre
einen Antrag an das Hoftheater in Weimar an, in deſſen
Verband er dieſen Herbſt eintreten ſollte. — Wie die
Mor=
genpoſt meldet, wurde geſtern abend gegen den
Fabrikan=
ten Pfeiffer=Rixdorf ein Attentat verübt. Als er ſein
Geſchäftslokal verlaſſen wollte, fiel plötzlich aus der
Dun=
kelheit ein Schuß, durch den er leicht im Geſicht verletzt
wurde. Bei dem Herannahen weiterer Perſonen ergriff
der Täter die Flucht. Es gelang ihm. unerkannt zu
ent=
kommen. — Eine große Ausrot t ung
von Ratten iſt geſtern in den Gemeinden
Wannſee und Nikolasſee ins Werk geſetzt worden.
Die Einwohnerſchaft beklagte ſchon ſeit längerer Zeit das
Ueberhandnehmen der unangenehmen langgeſchwänzten
Nager, ſodaß man geradezu von einer Rattenplage
ſpre=
chen konnte. Auf Grund vielfacher Beſchwerden ſahen ſich
die Gemeindevorſtände veranlaßt, durch die
Gemeinde=
arbeiter Gift auslegen zu laſſen, das für die Ratten
tot=
bringend, für die Haustiere dagegen unſchädlich iſt. Der
Erfolg war überraſchend. Hunderte von Ratten lagen
bald auf den Straßen. Wegen. Plätzen und Gehöften
um=
her und mußten mittels Schubkarren fortgeſchafft
wer=
den. Im Laufe der nächſten Wochen will man des
Oef=
teren eine ſolche Giftauslegung vornehmen.
Mannheim, 20. März. Einen ſonderbaren
Zu=
fluchtsort ſuchte geſtern nachmittag bei der
Fabrik=
ſtation ein 14jähriger Junge auf, als ein Platzregen
nie=
derging. Er kroch in einen hohlen Weidenbaum. Als
aber der Regen vorüber war und der Junge wieder
her=
aus wollte, hielt ihn der tückiſche Baum feſt. Auf die
Hilferufe des Gefangenen kamen Leute herbei aber es
bedurfte ſtundenlanger Arbeit dreier Männer, die mit
Säge und Axt die Oeffnung erweiterten und dem
Eingeſchloſſenen dann ein Seil reichten, bis dieſer ſich
endlich aus ſeiner unbehaglichen Lage befreien konnte.
Magdeburg, 20. März. Vor dem
Jugendgerichts=
hof des hieſigen Amtsgerichts hatte ſich heute der 1895
geborene, frühere Obertertianer Walter Koch
vom hieſigen Realgymnaſium wegen Mordanſchlags
auf ſeinen Ordinarius, Oberlehrer Ismer, zu
ver=
antworten. Am 2. Oktober ſuchte er mit der Waffe den
Anſtaltsdirektor Schirmer auf, konnte ihn aber nicht
ſpre=
chen. Am 3. Oktober wiederholte er den Beſuch beim
Di=
rektor vergeblich und fuhr nun mit dem Rad zur Wohnung
des Oberlehrers, lud dort den Revolver mit fünf Patronen
und klingelte. Es kam zu einem Ringkampf zwiſchen dem
Schüler und ſeinem Lehrer. Koch ſchoß viermal, zwei
Kugeln trafen und zwar die eine den Oberlehrer ſchwer
in den Rücken. Als die Wirtin und ein Offiziersburſche
ins Zimmer drangen, ſchoß ſich Koch eine Kugel in den
Mund und brachte ſich einen Aderſchnitt am Handgelenk
bei. Der Oberlehrer iſt heute noch ſchonungsbedürftig, da
die Kugel nicht entfernt werden konnte. Der Angeklagte
ſelbſt wurde völlig wieder hergeſtellt. Er beſtreitet, die
Abſicht gehabt zu haben, den Oberlehrer zu töten. Der
Sachverſtändige Medizinalrat Dr. Käferſtein charakteriſiert
den Angeklagten als geiſtig minderwertig und in gewiſſem
Sinne ſchwachſinnig. Er ſei nicht geiſteskrank, aber
mora=
liſch minderwertig. Der Staatsanwalt beantragte wegen
Mordanſchlags ſechs Jahre Gefängnis. Der Verteidiger
plädierte, höchſtens auf Totſchlagsverſuch zu erkennen. Der
Jugendgerichtshof erkannte wegen verſuchten Totſchlags
auf vier Jahre Gefängnis auf die vier Monate
Unterſuchungshaft angerechnet wurden. Die Begründung
des Urteils nimmt an, daß dem Angeklagten im Augen=
Konzerte.
mm. Gegen Ende der Saiſon pflegen ſich noch einmal
die Konzerte ſo nahe aufeinander zu folgen, daß faſt
täg=
lich ein ſolches ſtattfindet; wenn dann trotzdem das
In=
tereſſe an denſelben noch lebhaft iſt, ſo gilt das auch dem
Auftreten hier noch unbekannter Künſtler. Der
Violin=
le bend des Herrn Dr. Wolfgang Bülau am
Mittwoch im Traubenſaale fand darum in den Kreiſen,
Awelche die Kunſt des Violinſpiels zu ſchätzen wiſſen, die
Beachtung, die ein Schüler H. Marteaus (der hier gerade
ltngs vorher ſelbſt geſpielt hatte) in Anſpruch nehmen
durfte. Sein temperamentvolles Spiel darf ſchon jetzt als
hervorragend gelten.
Eine neue, aus dem Manuſkript zum erſtenmale
ge=
ſpielte Sonate E-dur, op. 6 von Botho Sigwart (
Pſeudo=
rym) leitete das Konzert ein. Gründliches Wiſſen ver=
Abändet ſich in der Kompoſition mit tüchtigem Können und
ſicherte dem vierſätzigen Werk eine gute Aufnahme.
Ein=
ſchmeichelnde Töne ſtrömt das Adagio aus, während im
Allegretto das charakteriſtiſche Motiv in recht gefälliger
Weiſe verarbeitet iſt; im übrigen macht ſich aber manchmal
Aeine auffallende Ungleichmäßigkeit der Erfindung und ein
Amerkwürdiger Zug ins Banale bemerkbar.
Herr Dr. Bülau, deſſen gut durchgebildete Technik in
Verbindung mit einer ruhigen, ſicheren und glatten
Bogen=
führung die Grundlage für einen wirkſamen Vortrag
bil=
det, wurde dem Werk vollkommen gerecht.
In F. Mendelsſohn=Bartholdys oft geſpielten, aber
ſeüner Formvollendung wegen immer wieder gern gehörten
Piolinkonzert op. 64 bleibt immerhin noch genug für eine
Averſönliche Auffaſſung im Vortrag übrig, wenn auch die
Kradition berühmter Geigenmeiſter in der Vortragsweiſe
künen allzu großen Spielraum läßt. Der brillante Schluß
(Allegro molto vivace) gab dem Geiger Gelegenheit, ſeine
Abirtuoſe Technik und ein perlendes Paſſagenſpiel zu
ent=
nückeln.
Tadellos kam darauf das G-moll=Präludium mit Fuge
für Violine allein von J. Sebaſtian Bach in ſeiner wun=
Aherbaren Stimmenverflechtung und der Klangfülle, die be=
ſonders der Fuge eigen iſt, zu Gehör, ein Tonſtück, das ſo
ganz aus dem Geiſte des eigenſten Klangweſens der
Vio=
line empfunden, wohl niemals veralten dürfte und die
ſicherſte Probe für die Kunſt des Vortrags in ſeiner
poly=
phonen Schreibweiſe bietet. Zwei hübſche Stücke von
Céſar Cui „Dans la brume” und „Orientale” und ein
Walzer von B. Gliére vervollſtändigten das Programm
des Abends, der mit P. Saraſates „Zapateado” einen
glän=
zenden Abſchluß fand.
Die Klavierbegleitung wurde von Herrn Hans
Weis=
bach mit gutem Gelingen und Verſtändnis ausgeführt
Für den rauſchenden Beifall dankte der vielverſprechende,
noch junge Meiſter mit Zugaben. Der Saal war ſehr gut
beſucht.
Vorträge.
E. H. Man ſchreibt uns: In einer von der
zioniſti=
ſchen Ortsgruppe im Hotel Heß einberufenen
Verſamm=
lung hielt am Dienstag Herr Nachum Goldmann=
Frankfurt einen Vortrag über „Die
Renaiſ=
ſance der jüdiſchen Kultur”. Einleitend ſagte
der Referent, daß die Kultur eines Volkes der einzige
Maßſtab für ſeine Größe und Bedeutung ſei, daß ſie allein
die Frage nach ſeiner Exiſtenzberechtigung entſcheide. Der
Vergleich zwiſchen der alten jüdiſchen Kultur in Paläſtina
und derjenigen im Ghetto zeige, daß jene eine der größten
aller Zeiten, dieſe aber ohne allen Einfluß war. Es fragt
ſich aber, ob eine Renaiſſance der jüdiſchen Kultur im
Ghetto möglich ſei; dieſe Frage entſcheide auch darüber,
ob das jüdiſche Volk als ſolches exiſtenzberechtigt ſei.
Uebergehend zu einer Charakteriſtik der alten jüdiſchen
Kultur, ſagte der Redner, daß ihre Eigenart in ihrer
logi=
ſchen Tendenz einerſeits, in ihrer ethiſchen Tendenz
ander=
ſeits beſtand. Die Identifizierung von Logik und Ethik,
von Vernunft und Tugend mache ihr größtes Verdienſt
aus. Dieſe Eigenarten haben große Gefahren, indem die
logiſche Tendenz zur Verkennung der Welt, der Gefühle,
die ethiſche zur Verkennung der Welt des Schönen führen
könne. Vor dieſer Gefahr ſei das jüdiſche Volk durch ſein
Leben in ſeinem Lande in und mit der Natur bewahrt
worden, ſo habe es ſo herrliche Liebespoeſie wie das
Hohelied ſchaffen können. Das änderte ſich, als die Juden
aus ihrem Lande vertrieben ins Ghetto kamen. Da ſetzte
die Degeneration ein. Abgeſehen von allen äußeren und
ſeeliſchen Momenten, die den Juden die Schaffung einer
normalen, geſunden Volkskultur unmöglich machten (wie
Armut, Abgeſchloſſenheit, Gefühl der Unſicherheit und
Un=
freiheit), iſt jüdiſche Kultur, da die Verbindung mit dem
Heimatlande und der Natur aufhörte, den Gefahren
er=
legen, aus Ethikern wurden die Juden des Ghettos
Mo=
raliſten, aus Logikern Rationaliſten. Sie verkannten alle
gefühlsmäßigen Werte, ſowie alle Werte des Schönen der
Aeſthetik. Die Folge war, daß die Juden aufhörten,
ori=
ginelle Werte zu ſchaffen; ihre größten Männer waren
Kommentatoren, die ſich darauf beſchränkten, die alten
heiligen Bücher zu erläutern. Die Bedeutung der Juden
in der Kultur beſteht ſeit 1800 Jahren darin, daß ſie
kul=
turelle Zwiſchenhändler ſind. Mit der Emanzipation, mit
dem 19. Jahrhundert, beginnen die Verſuche zur
Regene=
ration der jüdiſchen Kultur, der markigſte ſei der Moſes
Mendelsſohns. Er beſteht in der Aſſimilation, in der
Aufgabe der eigenen kulturellen Eigenart und Anpaſſung
an die fremden Kulturen. Sein Verſuch ſcheiterte, er
führte zur Taufe, zur Miſchehe, zum Untergang, eine
neue jüdiſche Kultur hat er nicht geſchaffen.
Der einzig gangbare Weg iſt der, den der Zionismus
weiſt. Er ſucht die großen Werte der europäiſchen Kultur
der jüdiſchen Kultur zu aſſimilieren, alles Große
hinüber=
zunehmen in die hebräiſche Kultur. Dieſe Methode hat
bereits eine wunderbare neuhebräiſche Kultur geſchaffen
mit großen Schriftſtellern und Dichtern. Die völlige
Re=
generation und Renaiſſance ſei aber nur zu erreichen, wenn
die Verbindung der jüdiſchen Kultur mit dem
Heimat=
lande Paläſtina, die im Goluth verloren gegangen iſt,
wieder hergeſtellt werde. Erſt wenn das jüdiſche Volk wie
alle Völker normal in ſeinem Lande leben werde, wird es
eine neue große Kultur ſchaffen. Dieſe künftige Renaiſſance
der jüdiſchen Kultur wird aber das achte Weltwunder dert
Geſchichte ſein.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 2 1. März 1912.
Nummer 70.
blick der Tat ſelbſt die Ueberlegung gefehlt habe, doch ſei
§ 51 des Str.=G.=B. nicht heranzuziehen.
Inſterburg, 21. März. Der ſeit 30 Jahren im
Zuchthaus internierte Arbeiter Schancknies,
der wegen Mordes zu lebenslänglichem Zuchthaus
ver=
urteilt worden war, iſt begnadigt und geſtern freigelaſſen
worden.
Rom, 20. März. Aus Neapel wird der Tribuna
ge=
meldet, daß in einem dortigen Hotel heute früh der der
neapolitaniſchen Ariſtokratie angehörige 28jährige
Mar=
cheſe Volpiſelli und die Berlinerin Joſefine Adamait
er=
ſchoſſen aufgefunden worden ſind. Dem Anſchein
nach hat Joſefine Adamait den Marcheſe infolge eines
Streites erſchoſſen und dann ſich ſelbſt getötet.
Amiens, 20. März. Räuber drangen vergangene
Nacht in den Bahnhof von Marcelcave ein, töteten den
dienſttuenden Signalwärter mit Beilhieben und verübten
einen Einbruchsdiebſtahl im Bureau des
Bahnhofvor=
ſtehers.
Brüſſel, 21. März. Wie die Blätter melden, hat die
Prinzeſſin Luiſe von Belgien gegen das
Ur=
teil in ihrem Prozeſſe um den Nachlaß ihres verſtorbenen
Vaters Berufung eingelegt.
Oporto, 21. März. Aus den Trümmern der durch
die Bomben=Exploſion am 19. März zerſtörten
Häuſer wurden geſtern zwei Kinderleichen und Teile
menſchlicher Körper hervorgezogen. Die Zahl der Toten
iſt auf ſieben geſtiegen. Vermutlich liegen noch mehrere
Opfer unter den Trümmern.
London, 20. März. Die
Frauenſtimmrecht=
lerin Helen Pitfield, die am 3. März das
Hauptpoſt=
amt in Brand zu ſtecken verſucht hatte, wurde zu 6
Mo=
naten Gefängn is verurteilt. Bei der
Urteilsverkün=
dung erklärte der Richter, wenn die Angeklagte nicht im
Krankenhauſe gelegen hätte, wäre das Urteil noch ſtrenger
ausgefallen.
London, 20. März. Bernhard Salbach alias
Lel=
win, 45 Jahre alt, deutſcher Untertan, der ſich
ſelbſt als Geſchäftsreiſender in Stahlfeilen bezeichnet,
wurde vor die Behörden in Newport (Inſel Wight)
ge=
bracht unter der Beſchuldigung, er ſei ein Spion und
verſuchte geſtern, von der Batterie bei Freſhwater
photo=
graphiſche Aufnahmen zu machen. Der Gefangene, der die
Tat leugnet, wird am Samstag wieder vernommen. Der
auf der Inſel Wight verhaftete Deutſche Salbach war
ſeit 15 Jahren nicht mehr in Deutſchland. Auch die drei
Perſonen die heute verhaftet und den Behörden
vorge=
führt worden ſind, werden am Samstag einem neuen
Ver=
hör unterzogen werden. Es ſind dies Samuel Serry,
Karl Denig=Amſterdam und Karl Kraſſel=Magdeburg.
Dieſe Verhafteten bewohnten zwei Tage lang ein kleines
Zelt in der Nähe des Forts bei St. Helene. Sie erklärten,
daß ſie, nachdem ſie an einem Schneiderkurſus in London
teilgenommen, ſich jetzt auf Ferien befänden.
London, 20. März. Drei neue Verhaftungen
wurden nachts auf der Inſel Wight
vorge=
nommen. Es wird angenommen, daß die Verhafteten
ausländiſche Arbeiter ſind.
Warſchau, 20. März. Der Kloſterdiener Zaloa hat
aus Chicago einen Brief an die Petrikauer Gerichtsbehörde
gerichtet, in dem er mitteilt, er ſelbſt habe die
Kleinodien des Muttergottesbildes geſtohlen
und nach Amerika mitgenommen. Er habe keine
Mit=
ſchuldigen und verlaſſe jetzt Chicago. Alle Nachforſchungen
würden fruchtlos bleiben.
New=York, 20. März. Eine reiche Witwe aus
Kalifornien namens Balen Carſon, die gerade nach dem
Abſchluſſe einer Weltreiſe von Paris hier eingetroffen war,
wurde, als ſie geſtern wegen Schmuggels von Juwelen
im Werte von 20000 Dollars verhaftet werden ſolle, im
Hotel erhängt aufgefunden. Sie hinterließ einen
Brief, worin ſie ſich als ſchuldig bekennt.
New=York, 20. März. Aus Dunnere in Pennſylvanien
wird gemeldet, daß dort ein Haus durch eine
Dyna=
mitbombe in die Luft geſprengt wurde. Acht
Bewohner ſind getötet worden. Ein in dem Hauſe
an=
weſendes Mädchen wurde gegen einen Baum geſchleudert.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchiehe, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
Vaterländiſcher Feſtabend der
Ab=
teilung Darmſtadt des Deutſchen
Frauen=
vereins vom Roten Kreuz für die Kolo=
nien. Die Abteilung Darmſtadt des Landesverbandes
Heſſen tritt mit dieſer Veranſtaltung zum erſten Male
an die Oeffentlichkeit. Es ſteht zu erwarten, daß man
aus allen Kreiſen der Bevölkerung unſerer Vaterſtadt
der nationalen Sache Intereſſe entgegenbringt. Hat doch
das verfloſſene Jahr uns gelehrt, wie notwendig es iſt,
daß ganz Deutſchland wie ein Mann ſich
zuſammen=
ſchließt, wenn wir die errungene Weltmachtſtellung und
die berechtigten Anſprüche unſerer Nation auf
über=
ſeeiſche Betätigung jeder Nebenbuhlerſchaft gegenüber
kühnlich behaupten wollen. Mit der Koloniſationsfrage
eng verknüpft iſt die innere, und zwar namentlich die
ge=
ſundheitliche Erſtarkung unſerer Kolonien. Was hierzu
alles notwendig iſt, kann nicht auf dem Wege der
Re=
gierungsverordnungen erreicht werden; hier, wo es
darum gilt, den Trägern deutſcher Kultur und Geſittung
in fremden Ländernſtrichen die Stunden der Not und
Krankheit zu lindern, muß ſich die werktätige
Nächſten=
liebe zu nationaler Tat entfalten. Ein lebendiges Bild
ſolcher Wirkſamkeit wird an dem Feſtabend der
Vor=
trag des Herrn Marinepfarrers de Haas
ent=
rollen. Der in hieſigen Kreiſen ſchon bekannte, gewandte
Redner wird über Lazaretterinnerungen aus
Oſtaſien und der Südſee ſprechen und dabei aus
einem Schatze reicher Erfahrungen ſchöpfen, da er unſere
Kolonialgebiete aus eigener Anſchauung kennt.
Außer=
dem wird Herr Profeſſor Dr. Baur einen
Ueber=
blick über die Geſchichte und Wirkſamkeit des Deutſchen
Frauenvereins für Krankenpflege in den Kolonien geben
Hierzu kommt noch ein kunſtſinnig ausgewähltes
Pro=
gramm muſikaliſcher Darbietungen der Kavelle des Großh.
Artilleriekorps. Beſonderes Intereſſe dürfte der Vortrag
des Schwabſchen Flottenlieds, komponiert von A.
Men=
delsſohn, durch einen 100 Sänger ſtarken Chor erregen.
Die ganze Leitung des muſikaliſchen Teils liegt in den
Händen des Herrn Obermuſikmeiſters Mickley.
So verſpricht der Abend für alle Teilnehmer aus den
national geſinnten Kreiſen unſerer Reſidenz recht
erbau=
lich und lehrreich zu werden. Eine beſondere Weihe
er=
hält die Veranſtaltung dadurch, daß die hohe
Ehrenvor=
ſitzende des Landesverbandes, Ihre Königliche Hoheit die
Großherzogin, und Ihre Königliche Hoheit die Prinzeſſin
Heinrich von Preußen, welche zur Zeit am Großherzogl.
Hofe zu Beſuch weilt, ihr Erſcheinen zugeſagt haben.
Näheres über den Feſtabend im Anzeigenteil der
heuti=
gen Nummer.
Stadtverordneten=Verſammlung.
28. Sitzung.
St. Darmſtadt, 21. März.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing eröffnet die
Sitz=
ung um halb 4 Uhr mit folgenden
Mitteilungen:
Landwirt L. Simon in Eberſtadt bittet wiederholt
um Verwendung im ſtädtiſchen Dienſt.
Der Vater des Kapitänleutnants Fiſcher dankt für
die Errichtung des Denkmals für ſeinen Sohn.
Die Heſſiſche Flugſtudiengeſellſchaft
hat für die Bewilligung eines Beitrages von 2000 Mark
zu den Koſten des Oberrheiniſchen Rundfluges gedankt
und mitgeteilt, daß ſie beim Kartell darauf dringen
würde, daß der Infanterie=Exerzierplatz als
Flug= und Startplatz gewählt werde. Dieſer Platz
dürfte wohl für Aeroplane genügen, für die Landung
eines großen Zeppelin=Luftſchiffes aber nicht ausreichen.
Die Geſellſchaft hat ſich auch dieſerhalb nach Frankfurt
gewandt, damit dem Darmſtädter Publikum die
Teil=
nahme und die Beſichtigung der Fahrzeuge möglichſt
er=
leichtert wird.
Die Darmſtädter Volksbank berichtigt in
einem ausführlichen Schreiben eine in der letzten
Stadt=
verordnetenſitzung gefallene Aeußerung des Herrn
Stadt=
verordneten Sames über die Anſchauungen der
Volks=
bank in der Frage der Gewährung zweiter Hypotheken
Stadtv. Linck beantragt, gelegentlich der Erbauung
der Elektriſchen nach dem Oſtbahnhof den
Schiller=
platzneu zu pflaſtern. Die Koſten ſollen auf drei
Jahre verteilt werden.
Stadtv. Stemmer möchte auch an dieſer Stelle den
Verkehrsverein gegen die Behauptung des Abg. Dr.
Fulda in Schutz nehmen, daß er verkehrte Verkehrspolitik
betreibe. Herr Dr. Fulda ſei falſch unterrichtet worden
wenn er das behaupten konnte. — Darauf wird in die
Tagesordnung eingetreten.
Baudispensgeſuche.
In der letzten Sitzung war die Beſchlußfaſſung über
ein Geſuch des Maurermeiſters Berth um Geſtattung
einer Ausnahme von der Beſtimmung in Paragraph 5
O. B. St. für Errichtung eines Geräteſchuppens nächſt
der Schießhausſtraße ausgeſetzt und eine Beſichtigung
an Ort und Stelle beſchloſſen worden. Die Beſichtigung
hat durch den Hochbauausſchuß inzwiſchen ſtattgefunden,
der nach dem Referat des Stadtv. Wagner auf ſeinem
ablehnenden Beſchluß beharrt. — Stadtv.
Leyer=
zapf iſt damit nicht einverſtanden und bittet, dem
Ge=
ſuch zuzuſtimmen. Ebenſo tritt Stadtv. Werner für
das Geſuch ein. Hingegen ſind die Stadtvv. Schäfer
und Markwort gegen das Geſuch. Der Antrag
des Hochbauausſchuſſes wird dann gegen ſechs Stimmen
angenommen.
Ueber ein gleiches Geſuch des Förſters Kolb für
Errichtung einer Halle auf dem fiskaliſchen Grundſtück
Flur 45 Nr. 24¾/10, Gemarkung Beſſungen (Beſſunger
Forſthaus), referiert Stadtv. Wittmann. Es wird
gegen Ausſtellung des üblichen Reverſes zur
Genehmig=
ung empfohlen. Die Verſammlung ſtimmt zu.
Ueber ein weiteres Geſuch, die Gartenſtadt
betr., referiert Stadtv. Schäfer. Es handelt ſich um
die Erbauung einer Villa am Breitwieſenberg. Das
Ge=
ſuch wird genehmigt.
Gaſtwirt L. Wolff bittet um Erlaubnis zur
Be=
nutzung des Vorgartens des Hauſes Ahaſtraße 24 zu
Wirtſchaftszwecken. Der Hochbauausſchuß befürwortet
die Geſtattung einer Ausnahme von der Beſtimmung in
Paragraph 4 der betreffenden Ortsbauſatzung. Nach
dem Referat des Stadtv. Wittmann wird dem
zu=
geſtimmt.
Privatier Jakobi hat um Erteilung der
Bau=
genehmigung für ſein an der verlängerten Soderſtraße
zwiſchen Heidenreichſtraße und der nächſten öſtlichen
Pa=
rallelſtraße gelegenes Grundſtück nachgeſucht. Das=
Straßengelände dieſer Strecke iſt nach dem Referat des
Stadtv. Markwort von den Beſitzern bereits
un=
entgeltlich an die Stadt abgetreten worden. Der
Geſuch=
ſteller iſt bereit, die Kanal= und Straßenbaukoſten
vor=
zulegen, ſo daß der Stadt durch Eröffnung dieſes
Stra=
ßenzuges keine Koſten entſtehen. Der Hochbauausſchuß
iſt damit einverſtanden, daß dieſe Straßenſtrecke zum
Anbau freigegeben wird. Die Verſammlung
ſtimmt zu.
Einfriedigung der Rennbahn.
Die Einfriedigung des zur Zeit an den Fußballklube
„Olympia” verpachteten ſtädt. Grundſtücks Rennbahn
an der Heidelberger Straße hat durch Sturm
ſtark gelitten und iſt an verſchiedenen Stellen
eingebro=
chen. Infolge der beabſichtigten Einlegung eines
Dop=
pelgleiſes der Straßenbahn wird nach dem Referat des
Stadtv. Schäfer auch eine Zurückverſetzung der
Ein=
friedigung an der Heidelberger Straße notwendig. Mit
Zuſtimmung des Finanz= und Hochbauausſchuſſes wird
beantragt, die geſamte Einfriedigung und die auf dem
Grundſtück befindlichen Baulichkeiten gründlich
herzu=
ſtellen und die Einfriedigung dabei gleichzeitig auf dier
neue Grenze zu verſetzen und 2000 Mark dafür zur
Verfügung zu ſtellen. Die von dem Verein zu zahlenden
Miete wird entſprechend erhöht.
Die Stadtvv. Friedrich und Bormet üben
ab=
fällige Kritik an den an der Einfriedigung angebrachten
Reklamen; ebenſo Stadtv. Saeng. Stadtv. Sames
beantragt, die Reklamen nicht zu verbieten, ſondern diel
Bordwand zu Reklamezwecken ſeitens der Stadt zu
ver=
mieten und auf künſtleriſche Ausführung der Reklamen
zu ſehen. Abg. Roth ſtimmt dem zu. Beig. Jaegen
ſagt zu, der Anregung Folge zu geben.— Die
Verſamm=
lung iſt damit einverſtanden.
Von der Viktoriaſchule.
Der neue Unterrichtsplan für die Höheren
Mädchen=
ſchulen ſieht gegen ſeither nicht nur eine weſentliche
Ver=
mehrung der Unterrichtsſtunden in den
naturwiſſenſchaft=
lichen Fächern vor, ſondern verlangt auch Schülerübund
gen in Phyſik, Chemie und Biologie. Während in der
neuen Höheren Mädchenſchule (Eleonorenſchule) die
hier=
zu erforderlichen Räume zur Verfügung ſtehen, ſind nach
dem Referat des Stadtv. Dr. Noellner die in der
Viktoriaſchule für den naturwiſſenſchaftlichen Unterrichtl
vorhandenen Räume und ſo weiter nicht
aus=
reichend. Es wird daher mit Zuſtimmung des
Kuratoriums und des Finanzausſchuſſes beantragt
die notwendigen Lehrſäle für Phyſik und Chemie und
Feuilleton.
C.K. Zwei Meiſterwerke des Velasquez nach New=
York „verſchwunden.‟ Die alte Welt hat den Verluſt
zweier einzigartiger Meiſterwerke der Malerei zu
be=
klagen: aus New=York kommt die überraſchende Nachricht,
daß die berühmten Porträts Philipp IV. von Spanien und
ſeines Miniſters Olivares, zwei Meiſterſtücke des
Velas=
quez, nun endgültig in der Sammlung eines New=Yorker
Millionärs und Kunſtfreundes ein neues Heim gefunden
haben. In Kunſtkreiſen bildete das rätſelhafte Schickſal
der beiden Werke ſchon ſeit einiger Zeit einen Gegenſtand
der Sorge und zahlreicher vager Vermutungen. Als die
Beſitzerin der beiden Bilder, die Herzogin von
Villa=
hermoſa ſtarb, bemühten ſich zahlreiche Kunſthändler und
Agenten um den Ankauf der berühmten Meiſterwerke, aber
der Erbe der Herzogin, der Herzog von Luna, lehnte alle
Angebote ab, erklärte die beiden Velasquez unter keinen
Umſtänden herzugeben. Doch ſeit einiger Zeit konnten
die Werke merkwürdigerweiſe nicht mehr beſichtigt werden
und zugleich lehnte der Herzog alle Angaben über die Werke
ab. Gerüchtweiſe verlautete, die beiden Velasquez ſeien
bereits im Januar nach Amerika verſandt worden, aber
alle Nachforſchungen blieben fruchtlos, und man nährte
immer noch die Hoffnung, daß dieſe Meiſterwerke aus der
Frühzeit des Velasquez der alten Welt erhalten bleiben
würden. Nun ſtellt ſich heraus, daß die Kunſtwerke
be=
reits ſeit Monaten die Hauptzierde einer amerikaniſchen
Privatſammlung bilden, der Herzog von Connaught konnte
ſie bei ſeinem Beſuch in Amerika bereits beſichtigen und
jetzt geben auch die bekannten New=Yorker Kunſthändler
Gebr. Duveen, wenn auch zögernd, zu, daß ſie die beiden
Velasquez in Spanien gekauft und einem New=Yorker
Sammler weitergegeben haben. Der Name des jetzigen
Beſitzers wird jedoch noch geheim gehalten. Auf beiden
Porträts heben ſich die Geſtalten der dargeſtellten
Perſön=
lichkeiten von einem lichtgrauen Hintergrunde ab, der im
Ton von den ſpäter von Velasquez verwandten dunkleren
Hintergründen vollkommen abweicht. Bei den Bildern
be=
fand ſich auch die eigenhändig von Velasquez
unterſchrie=
bene Quittung über das Honorar; dies hiſtoriſch
denkwür=
dige Dokument gibt zugleich eine genaue Beſchreibung der
beiden Porträts, in der auch die Namen der dargeſtellten
Perſönlichkeiten ausdrücklich erwähnt werden. Der Wert
der beiden Bilder wird von Sachverſtändigen auf rund
4 Millionen Mark geſchätzt.
— Ein Meiſterſtück der Kinoinduſtrie. Die
Stellung=
nahme der Schriftſteller und Dramatiker gegen die
Kine=
matographentheater läßt die Bedeutung, die dieſe Stätten
eines leichten und müheloſen Vergnügens raſch bei uns
gewonnen haben, in einem hellen Lichte erſcheinen. Als
Ediſon 1894 ſein Kinetoſkop erfand, ahnte er ſelbſt nicht,
daß er damit die Grundlage für eine rieſige Induſtrie und
für eine neue Volksunterhaltung geſchaffen hatte. Heute
ſenden die Filmfabriken ihre Photographen nach allen
Weltteilen und machen die größten Anſtrengungen, um
ihren Abnehmern die beſte Ware zu liefern. Welche Mühen,
Anſtrengungen und Koſten dabei auf einen einzelnen Film
verwendet werden, illuſtriert ein Meiſterwerk der engliſchen
Kinoinduſtrie, über deſſen Entſtehung in einer
Wochen=
ſchrift eingehende Mitteilungen gemacht werden. Es
han=
delt ſich um eine Darſtellung des Lebensdramas von
Chri=
ſtoph Columbus; der Film deſſen Vorführung eine Stunde
dauert, beginnt mit der Ankunft des Entdeckers in Spanien
und endet mit ſeinem tragiſchen Tod in Ketten. Die größte
hiſtoriſche Treue iſt in allen Einzelheiten angeſtrebt. Um
die drei Schiffe darzuſtellen, mit denen Columbus die neue
Welt erreichte, wurden die ſpaniſchen Karawellen
verwen=
det, die ſeinerzeit von der ſpaniſchen Regierung auf der
Columbus=Ausſtellung gezeigt wurden und die genaueſte
Nachahmung der wirklichen Schiffe ſind. Dieſe Modelle
wurden mit Maſten und Segeln ausgerüſtet und viele
Meilen weit zum Michigan=See transportiert, um ein
an=
ſchauliches Bild der kleinen Flotte geben zu können. In
den Bildern erſcheint auch in genauer Abbildung das
originale Logbuch von Columbus, das noch erhalten iſt;
die Szenen wurden von nicht weniger als 350 geübten
Schauſpielern geſtellt, und die dramatiſchen
Aufruhr=
ſzenen an Bord ſeines Schiffes, wie die prachtvollen
Auf=
züge nach ſeiner Rückkehr nach Spanien ſind mit großer
Lebendigkeit und einem bemerkenswerten Realismus
wie=
dergegeben. Natürlich fehlt auch die Geſchichte vom Ei des
Columbus nicht. Die Herſtellung hat drei Jahre erfordert;
die Koſten betrugen 120000 Mark, die Koſtüme
wur=
den nach den beſten Quellen beſonders zu dieſem Zweck
bergeſtellt und bei der Ausarbeitung der Handlung wurde
nach Möglichkeit auch die hiſtoriſche Forſchung berückſichtigt,
ſo daß man wohl ſagen darf, daß in dieſem Film ein guten
geſchichtlicher Anſchauungsunterricht erteilt wird.
* Goldſchätze auf dem Meeresgrunde. Die Fahrgäſtel
des im Kanal verſunkenen Dampfers Ozeana, die, ein
wunderlicher Anblick, am Samstag mittag auf dem
Lon=
doner Victoria=Bahnhofe eintrafen, notdürftig in Decken
Mäntel oder Unterkleider gehüllt, boten eine eindringlichel
Erläuterung des Wortes von dem Ungeheuer Ozean, an
deſſen Rande man niemals ruhig ſchlafen kann. Der
Un=
glücksfall hatte, beklagenswerterweiſe den Tod mehreren
Menſchen im Gefolge. Die Ozeana führte aber außerdem
eine beträchtliche Menge von Bargeld an Bord, das jetztt
auf dem Grunde des Meeres liegt, und das man nun
ver=
ſuchen will, durch Taucher wieder ans Tageslicht zu
ſchaffen. Derartige Taucherarbeiten bei den Goldſchätzen
verſunkener Schiffe ſind ja nichts Neues. Sie haben ſchon
Jahrzehnte, gelegentlich ſelbſt Jahrhunderte gedauert. Das
bekannteſte Beiſpiel in unſern Gewäſſern dürfte die in der
Bai von Vigo verſunkene ſpaniſche Flotte bieten, deren
Gold= und Silberſchätze von Hunderten geſucht worden ſind
In modernen Zeiten, wo die Taucher ganz anders
ausge=
rüſtet ſind, auch unſere Kenntnis der Meerestiefen eing
ganz andere iſt, haben ſich die günſtigen Ausſichten ſolchen
Taucharbeiten ſehr vermehrt, doch kann man immer noch
nicht unter eine verhältnismäßig recht beſcheidene Tiefel
hinuntergehen, wenn man ſich einigen Erfolg verſprechen
will. So nimmt man an, daß die größte Tiefe in den letzs
ten dreißig Jahren, in der Taucher gearbeitet haben, den
Fall des Dampfers Affonſo XII. war, der 1885 bei der
großen Canarie, nicht weit von Point Gando, zugrunde
ging. Damals holten die beiden Taucher Alexander
Lam=
bert und David Teſter aus einer Tiefe von 50 Meter
ſpa=
niſche Münzen im Betrage von faſt zwei Millionen Mark
herauf wofür ſie ein Gehalt von 800 Mark im Monat und
außerdem fünf Prozent des geretteten Geldes bekamenz
Ein anderer Fall iſt der des Schiffes Skyro, das in der
Nähe von Cap Finiſterre zugrunde ging. Hier war die
Tiefe noch größer, etwa 55 Meter, und es handelte ſich
da=
rum, Silberbarren im Werte von etwa 200000 Mark ans
Licht zu bringen. Angelo Eroſtarbe, ein ſpaniſcher Taucher
vollbrachte das Werk und erhielt natürlich einen Anteil am
dem geretteten Gelde. Die Hauptgefahr für den Tauchen
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 21. März 1912.
Seite 5.
— neben verſchiedenen andern — beſteht bekanntlich in dem
gewaltigen Waſſerdruck ſolcher Tiefen, dieſer betrug im
Falle des „Affonſo XII.” ſchon 69 Pfund auf jeden
Quadratzoll der Körperoberfläche. Was die jetzt verſunkene
Ozeana betrifft, ſo hatte dieſe Gold und Silber im Betrag
von faſt 17 Millionen Mark an Bord, das zum größten Teil
an die indiſchen Banken abgehen ſollte. Eine Liverpooler
Geſellſchaft iſt mit der Bergung dieſes Schatzes beauftragt,
rind ein Stab von geprüften Tauchern, die in deren Dienſt
ftehen, hat Liverpool bereits verlaſſen, um ſich an Ort und
Stelle zu begeben, und die Arbeiten zu beginnen. Die
Ozeana iſt auf den Rand eines Felſens geſunken, der bei
Ebbe nur 25 Meter unter der Oberfläche des Waſſers liegt.
Die Ausſichten, die die Beſchaffenheit des Meeresgrundes
an dieſer Stelle bietet, ſind jedenfalls beſſer, als wenn das
Schiff an einer ſandigen Küſte geſtrandet wäre. Das war
z. B. der Fall bei einem berühmten Schiffbruch in alter
Zeit, dem das Kriegsſchiff La Lutine, das 1799 engliſches
Gold im Betrage von 15 oder 16 Millionen Mark nach
Hamburg bringen ſollte, und das in der Zuyder See
zu=
grunde ging. Seit einem Jahrhundert bemühen ſich
Taucher, dieſen Schatz zu heben, und neuerdings, wo
Pumpen die ungeheueren Sandmaſſen ausbaggern, ſollen
die Ausſichten nicht ungünſtig ſein.
* Bibliſcher Troſt. In der ſchleſiſchen Gemeinde H.
war jüngſt, wie der Bote aus dem Rieſengebirge berichtet,
etwas an der Kirchenbeleuchtung nicht in Ordnung,
wes=
halb man ſich bei einer auswärtigen Firma den Monteur
erbat, der ſeinerzeit die Anlagen eingerichtet hatte. Da
dieſer nicht gleich kam, wurde der Kirchenvorſtand
ungedul=
dig und verlangte ſofortige Entſendung des Helfers aus
der Not. Die Firma aber ließ ſich durch die heftige
Rekla=
mation nicht im geringſten ſchrecken; ſie ſchrieb nicht etwa
einen langen Entſchuldigungsbrief, ſondern depeſchierte
einfach: „Provinzialgeſangbuch, Lied 12, Vers 5.‟ Der
Kirchenvorſtand holte das Geſangbuch hervor, ſchlug nach
und fand folgende Strophen: „Er wird nun bald
er=
ſcheinen — In ſeiner Herrlichkeit, — Und euer Leid und
Weinen — Verwandeln ganz in Freud. — Er iſt’s, der
helfen kann; Macht eure Lampen fertig, — Und ſeid ſtets
ſein gewärtig, — Er iſt ſchon auf der Bahn.” — Und bald
darauf erſchien der Monteur und brachte alles in Ordnung.
die entſprechenden Uebungsſäle im Hauptgebäude der
Viktoriaſchule einzurichten. Die Koſten einſchließlich der
Beſchaffung einer elektriſchen Experimentieranlage und
Herſtellung der erforderlichen elektriſchen Einrichtungen
uſw. in den einzelnen Räumen ſind auf 6500 Mark
veranſchlagt und ſollen auf die Jahre 1912 und
1913 verteilt werden. — Die Verſammlung ſtimmt dem
Antrage ohne Debatte zu.
Wohnungsherſtellung.
Die ſeither als Dienſtwohnung für den Oktroi=
Er=
heber benutzte Wohnung im Erdgeſchoß des ſtädtiſchen
Hauſes Lagerhausſtraße 31 wird infolge der
Ver=
legung der Oktroierhebſtelle nach dem Dornheimer Weg
frei und ſoll anderweit vermietet werden. Hochbau= und
Finanzausſchuß befürworten die Bewilligung der
Mit=
tel für die Herſtellung der Wohnung. Nach dem Referat
des Stadtv. Sames ſtimmt die Verſammlung zu.
Ein neues Bedürfnishäuschen.
In der Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung
vom 21. Dezember 1911 war die Errichtung eines
Bedürf=
nishäuschens im Speſſartring nächſt der Dieburgerſtraße
genehmigt worden. Die Anwohner haben hiergegen
Einſpruch erhoben und auch die Anlagen=Deputation hat
die gewählte Stelle mit Rückſicht auf die gärtneriſchen
Neuanlagen daſelbſt als eine wenig glückliche Löſung
der Platzfrage bezeichnet. Die Tiefbau=Deputation ſchlägt
mit Rückſicht hierauf vor, von der Aufſtellung eines
Be=
dürfnishäuschens an dieſer Stelle Abſtand zu nehmen.
Hierüber referiert Stadtv. Schäfer. — Stadtv.
Saeng bedauert, daß der Errichtung ſolcher Häuschen,
die doch notwendig ſind, ſo viel Schwierigkeiten in den
Weg gelegt werden. — Stadtv. Schäfer: Ein
Bedürf=
mis ſei zweifellos anzuerkennen, doch würde die
Exricht=
ung des Häuschens an der betreffenden Stelle zu
Un=
zuträglichkeiten führen. — Der Antrag des
Tiefbauaus=
ſſchuſſes wird angenommen.
Derneue Fahrplan der Elektriſchen.
Der Entwurf des Fahrplans der elektriſchen
Stra=
ßenbahn für das Sommerhalbjahr 1912 wird zur
Geneh=
migung empfohlen. Der Verkehrsausſchuß und die
Elektrizitätswerksdeputation haben dem Entwurf
zuge=
ſſtimmt. Das gleiche tut die Verſammlung nach dem
Re=
fferat des Stadtv. Saeng. — Stadtv. Dr. Noellner
rregt an, alsbald vom Tage der Eröffnung des neuen
Bahnhofes ab Pendelwagen zwiſchen Rheintor und dem
Bahnbof verkehren zu laſſen. Beig. Ekert ſtimmt dem
Zu. Weitere Wünſche äußern die Stadtvv. Wagner,
Lindt K. Lautz, Saeng, Stemmer, Linck
Aßmuth, Nodnagel. Dr. Noellner. Beig.
Ekert ſaat Erfüllung nach Möglichkeit zu.
Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing teilt mit, daß
bezüglich der neuen Fahrzeiten und=
Umſteigemöglichkei=
ſen demnächſt eine beſondere Vorlage erfolgt.
Der Städtiſche Schlachthof,
der ſeither den zu Licht= und Kraftzwecken erforderlichen
eelektriſchen Strom durch die eigene Maſchinenanlage
er=
zeugte, ſoll jetzt an das Städtiſche
Elektrizi=
kätswerk angeſchloſſen werden. Hierdurch
wird, nach dem Referat des Stadtv. Markwort, eine
bedeutende Erſparnis im Maſchinenbetrieb des
Schlacht=
hofes erzielt und eine erhöhte Betriebsſicherheit erreicht.
Auch die neu erbaute Stallung und das Häutemagazin
ſſollen an das Kabel angeſchloſſen werden. Schlachthof=
Deputation und Finanzausſchuß haben dem Projekt
zu=
geſtimmt und die Bewilligung der auf 10 000 Mk.
veranſchlagten Mittel zu Laſten der
Schlacht=
hofkaſſe befürwortet. — Der Antrag wird debattelos
angenommen.
Von den ſtädtiſchen Kleinwohnungen.
Die Bewohner der Dreizimmerwohnungen in den
Städtiſchen Kleinwohnungshäuſern in der Darmſtraße
haben um Herabſetzung der Miete nachgeſucht. Die
Miete beträgt zur Zeit 360 Mark pro Jahr. Hochbau=
und Finanzausſchuß beantragen, das Geſuch
abzuleh=
inen. — Der Antrag wird angenommen.
Die Ueberlandzentrale.
Stadtv. Henrich bringt nochmals die
Angelegen=
heit der Ueberlandzentrale aus der Zweiten
Kam=
mer zur Sprache, über die wir bereits mehrmals
ein=
gehend berichtet haben.
Beig. Ekert verlieſt hierauf folgende
Erklärung der Bürgermeiſterei:
Ueber die Angelegenheit der Stromverſorgung der
Kiedorte von dem Darmſtädter Elektrizitätswerk hat eine
ausgiebige Ausſprache in der Zweiten Kammer ſtattge=
funden, wobei von dem techniſchen Regierungsvertreter
eingehende Erklärungen abgegeben worden ſind. Es iſt
daher von Intereſſe, auch diejenige Darſtellung kennen zu
lernen, wie ſie ſich nach der Auffaſſung der
Bürgermei=
ſterei ergibt.
Für die Stromverſorgung der Riedorte wurden die
Verhandlungen vom Kreisamt Groß=Gerau mit der
Stadt Darmſtadt im November 1908 eingeleitet. Dabei
ſtand in Frage: 1. entweder die Errichtung eines
gemeindeeigenen Gruppenwerkes oder 2. die
Stromliefer=
ung durch die Stadt Darmſtadt, die die Fernleitungen
und Transformatoren zu bauen hätte. Die Gemeinden
wollten Großabnehmer ſein und die Ortsnetze ſelbſt
er=
richten.
Die Stadt Darmſtadt teilte dem Kreisamte alsbald
mit, daß ſie nicht abgeneigt ſei, Strom für die Riedorte
zu liefern und erbat unterm 24. November 1908 die
nähe=
ren Unterlagen.
Einige Unterlagen wurden unterm 13. Januar 1909
gegeben; ſie waren aber nicht ausreichend für ein feſtes
Angebot. Genauere Unterlagen konnten nicht gegeben
werden. Noch mit Schreiben vom 10. Februar 1909 hat
das Kreisamt mit der Errichtung eines eigenen
Kraft=
werkes für die Riedorte gerechnet.
Eine allgemeine Beſprechung über die Angelegenheit
fand am 23. April 1909 ſtatt. Anweſend waren die
Kreis=
räte von Darmſtadt und Groß=Gerau, außerdem Herr
Baurat Schöberl und der Vertreter der Bürgermeiſterei
Darmſtadt. Bei dieſer Unterredung haben die
Anweſen=
den unbedingt entnehmen müſſen, daß die Stadt
Darm=
ſtadt den allergrößten Wert auf den Anſchluß der
Ried=
orte an das Städtiſche Elektrizitätswerk legt.
Da der Vertreter der Bürgermeiſterei einen günſtigen
Preis für die Stromlieferung in die Ortſchaften (ohne
Ortshilfe) nicht in Ausſicht ſtellen konnte, empfahl er
Stromabaabe direkt beim Städtiſchen Werk am
Dorn=
heimer Weg, wobei die Gemeinden die Fernleitungen
ſelbſt zu erſtellen gehabt hätten. Es konnte ein
Strom=
preis von 20 Pfg. für die Kilowattſtunde in Ausſicht
geſtellt werden, während der Vertreter der Riedorte
glaubte, nur einen Preis von höchſtens 13 Pfg. in
Aus=
ſicht ſtellen zu können. In der Beſprechung wurde
ver=
einbart, daß dieſe Art der Stromverſorgung (ab Werk)
ins Auge gefaßt werden ſollte, und von dem
Regierungs=
vertreter wurde zugeſagt, der Stadt demnächſt ein
An=
gebot zu machen, zu welchem Preis der hochgeſpannte
Strom von den Gemeinden vergütet würde. Dieſe
Mit=
teilung hat die Stadt nicht erhalten; dagegen teilte das
Kreisamt Groß=Gerau unterm 11. Mai 1909 in ganz
un=
vermittelter Weiſe mit, daß es das Projekt eines
An=
ſchluſſes an das Darmſtädter Werk fallen gelaſſen habe.
Trotzdem die Beteiliaten gewußt haben, daß die
Stadt Darmſtadt großen Wert auf die Stromlieferung
für die Riedorte legte, konnten wir erſt ſehr ſpät in
Er=
fahrung bringen, daß die Verhandlungen des Kreisamts
Groß=Gerau mit der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft
dem Abſchluß nahe waren. Nachdem dies bekannt
ge=
worden war, hat ſich die Stadt am 22. Januar 1910 mit
dem Kreisamt Groß=Gerau wieder in Verbindung geſetzt.
Die Bürgermeiſterei bat darum, ihr noch vor Abſchluß
mit dem betreffenden Unternehmer Gelegenheit zu
weite=
ren Verhandlungen zu geben.
Das Kreisamt äußerte ſich am 26. Januar 1910 zwar
entgegenkommend, bemerkte aber, die anderweitigen
Verhandlungen ſeien ſoweit vorgeſchritten, daß nur eine
umgehende Zuſage der Stadt eine Aufſchiebung
ermög=
liche. Die Zuſage ſollte die Erklärung der Stadt
ent=
halten, daß ſie die geſamten Leitungen, einſchließlich der
Ortsnetze, auf ihre Koſten erbaut, die Stromlieferung
bis ſpäteſtens Spätherbſt 1910 erfolgt und daß an die
Konſumenten der Strom weſentlich billiger wie 40 Pfg.
pro Kilowattſtunde für Licht und 20 Pfg. für Kraft
ab=
gegeben wird.
Es wurde nur ein flüchtiger Einblick in den
Vertrags=
entwurf mit der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft
ge=
ſtattet, und es wurde entſchieden zurückgewieſen, den
Ver=
tragsentwurf der Stadt zur Einſicht zu überlaſſen. Da
die Stadt von den eigentlichen Vertragsbedingungen
ſo=
mit keine genügende Kenntnis beſaß, und es ihr
keines=
wegs bekannt war, daß der Rheiniſchen Schuckert=
Geſell=
ſchaft ſo weitgehende Monovole (Inſtallationsmonopol)
eingeräumt würden, kann nicht davon die Rede ſein, daß
die Stadt Gelegenheit gehabt hätte, in den Vertrag mit
der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft einzutreten.
Zu dem erwähnen Angebot des Kreisamtes, den
Strom weſentlich billiger als 40 Pfa. für Licht und 20
Pfg. für Kraft zu liefern, iſt ausdrücklich zu bemerken,
daß uns nicht bekannt war, welchen Preis die Rheiniſche
Schuckert=Geſellſchaft angeboten hatte. Jedenfalls hat
das Kreisamt von der Stadt Darmſtadt billigere
Strom=
preiſe verlangt, als ſie der Rheiniſchen Schuckert=
Geſell=
ſchaft ſpäter zugeſtanden wurden. Auch iſt zu bemerken,
daß die Anlage viel ſpäter als im Spätherbſt 1910 in
Betrieb gekommen iſt.
Unterm 3. Februar 1910 teilte die Bürgermeiſterei
Darmſtadt dem Kreisamt mit, daß die Stadt nicht in
der Lage ſei, zu den geſtellten Bedingungen in das
Ge=
ſchäft einzutreten. Es wurde aber beſonders
hervorge=
hoben, daß die Stadt die Verhandlungen noch keinesweas
für abgeſchloſſen halte. Vielmehr wurde auf die große
Wichtigkeit der Angelegenheit für die Stadt und die
wirtſchaftliche Weiterentwickluna des Städtiſchen Werkes
mit Rückſicht auf den Anſchluß der Riedorte aufmerkſam
gemacht. Schließlich wurde betont, daß es
wirtſchaft=
licher ſein würde, wenn der Strom nicht aus der
Rheini=
ſchenZentrale (die erſt errichtet werden ſollte), ſondern aus
dem vorhandenen und geeigneten Städtiſchen
Elektrizi=
tätswerke bezogen würde. Auch wurde anheim gegeben,
der Rheiniſchen Schuckert=Geſellſchaft eine dahingehende
Verpflichtung aufzuerlegen.
Auf dieſes ſehr eindringliche Schreiben hat die
Stadt vom Kreisamt keine Antwort erhalten.
Außerdem iſt noch hervorzuheben, daß der Vertreter
der Bürgermeiſterei wiederholt beim Kreisamt und bei
Herrn Baurat Schöberl dahin verſönlich vorſtellig
ge=
worden iſt, den Strom für die Riedorte nicht von außen
zu beziehen, ſondern ihn naturgemäß von dem
vorhan=
denen, gut ausgebauten und für Fernleitung geeigneten
Städtiſchen Werk am Dornheimer Weg zu entnehmen.
Es folgen kurze Ausführungen der Stadtverordneten
Nodnagel der bedauert, daß man die Gegenſeite
nicht auch hören kann, Gallus, Bormet, Schupp,
die das Verhalten des Kreisamts Groß=Gerau
mißbil=
ligen. Stadtv. Nodnagel nimmt den Kreisrat Dr.
Wallau gegen den Vorwurf Bormets in Schutz, daß er
die Intereſſen einer Privatgeſellſchaft höher eingeſchätzt
und mehr geſchützt habe, als die der Stadt Darmſtadt.
Den Beweis dafür ſei Stadtv. Bormet ſchuldig geblieben.
— Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing beſtätigt, daß
nach Ausweis der Akten die Stadtverwaltung keinerlei
Vorwurf treffen kann, denn ſie habe alles getan, was
nach Lage der Dinge geſchehen konnte.
Damit iſt die Tagesordnung erſchöpft.
Errichtung eines Lupusheims in Gießen.
g. Darmſtadt, 21. März.
Der Heſilſtättenverein für das
Groß=
herzogtum Heſſen hielt nachmittag im
Sitzungsſaale der Landesverſicherungsanſtalt eine
außerordentliche Hauptverſammlung ab,
die beſonders über die Errichtung des in Gießen zu
er=
bauenden Lupusheims beſchließen, ſowie die Bau= und
Betriebspläne beraten ſollte. Der Vorſitzende, Herr Geh.
Regierungsrat Dr. Dietz begrüßte die Erſchienenen
und wies einleitend auf die außerordentlich bedeutſame
Frage hin, über die die Hauptverſammlung zu
beſchlie=
ßen habe. Nachdem er noch konſtatiert hatte, daß die
Einladungen ordnungsgemäß ergangen und Ausſchuß=
und Mitgliederverſammlung beſchlußfähig ſeien, gab er
eine kurze Schilderung über die Entwickelung der Frage
ſeit der letzten Hauptverſammlung. Gemäß Beſchluß der
Hauptverſammlung fand am 8. Dezember v. J. in
Gie=
ßen eine Sitzung des gewählten Ausſchuſſes ſtatt. Gegen
den von der Stadt Gießen angebotenen Mietvertrag und
auch einen Erbpachtvertrag wurden ſchwerwiegende
Be=
denken geltend gemacht. Nach weiteren Verhandlungen
mit Herrn Oberbürgermeiſter Mecum will nun die
Stadt Gießen ein für die Zwecke des Heims ſehr
geeig=
netes Grundſtück in der Nähe der dermatologiſchen
Kli=
nik — an der Iſolierbaracke und zunächſt der
Waſch=
anſtalt — käuflich überlaſſen. Der Bauplatz iſt 3500
Quadratmeter groß, der Kaufpreis 20000 Mk. Der
Straßenkoſtenbeitrag iſt auf höchſtens 5000 Mk. feſtgeſetzt
und für 10 Jahre unverzinslich geſtundet. Ein
anſtoßen=
des Grundſtück von zirka 2800 Quadratmeter kann
gegen mäßige Pacht zu Gartenzwecken von der Stadt auf
längere Jahre überlaſſen werden. Der Verein iſt hiernach
in der Lage, bei einem Aufwand von insgeſamt 155009
Mark ein allen Anſprüchen der Hygiene entſprechendes
Krankenhaus zur Behandlung von Lupuskranken zu
er=
richten und mit einem mäßigen Vereinszuſchuß zu
be=
treiben.
Nach dem Bauprogramm ſoll das Gebäude
aus einem Kellergeſchoß, dem Parterregeſchoß, dem
I. Obergeſchoß, einem Dachgeſchoß und Bodengeſchoß
be=
ſtehen. Im Kellergeſchoß werden untergébracht:
Die Wirtſchaftsküche, Anrichteraum und Speiſekammer,
1 Raum für das Anſtaltsperſonal, 3 Kellerräume, Raum
für die Küchenkohlen, Zentralheizung und Koksraum,
1 Laboratorium, 1 Raum für den Finſenapparat, 1
Klo=
ſet; im Erdgeſchoß befinden ſich: 1 Wartsraum,
1 Arztzimmer. 1 Raum für die Abfertigung der
Patien=
ten, 1 Steriliſationsraum, 1 Operationszimmer. 1 Raum
für Lichtapparate (Röntgenkabinett), 1 Dunkelkammer,
1 Kloſet mit Waſchraum, die Wohnung des
Hausver=
walters, beſtehend aus 3 für ſich abgeſchloſſenen
Zim=
mern mit Vorplatz. Im I. Obergeſchoß wird ein
zen=
tralgelegener Tagesraum für beide Geſchlechter
angeord=
net, dem ſich ſeitlich rechts und links die Frauen= und
Männerabteilung mit je 7 Betten, zuſammen 14 Betten
I. Klaſſe anreihen. Auf jeder Station iſt noch ein
Bade=
zimmer und 1 Kloſet mit Waſchraum vorgeſehen. Vor
die Krankenzimmer der Südfront wird ein
durchgehen=
der Liegebalkon vorgebaut. Im Dach= reſp.
Manſarden=
geſchoß werden neben dem Tagesraum und der Anrichte
Krankenräume für 12 Perſonen vorgeſehen, die wiederum
wie im vorgenannten Geſchoß für beide Geſchlechter
ge=
trennt ſind. Daſelbſt befindet ſich ein Zimmer für eine
Pflegerin und ein Schweſternzimmer für ev. 2 Perſonen.
Auch iſt daſelbſt ein Baderaum porgeſehen und auf jeder
Abteilung ein Kloſet mit Waſchraum projektiert. Im
Bodengeſchoß werden: 2 Mädchenkammern, 1
Waſch=
küche, 1 Bügelraum und 1 Wäſchekammer, ſowie in der
ſüdlichen Ecke des Daches ein Luft= und Lichtbad
vor=
geſehen. Die bebaute Grundfläche beträgt 330
Quadrat=
meter ohne Anbau der Zentralheizung, für welchen etwa
30 Quadratmeter Fläche zu. rechnen ſind. Der u mbaute
Raum des Hauſes beträgt rund 5000 Kubikmeter und
werden die Baukoſten 90000 Mark betragen.
Der Hauptvoranſchlag der Koſten des Baues
und der Einrichtung ſieht vor für Grunderwerb
3500 Quadratmeter 20000 Mk.: Einfriedigung
von Grundſtück und Pachtgarten, Hof= und Gartenanlage,
Kanalanſchlüſſe uſw. 5000 Mk.; die Baukoſten ſind
nach den vorläufigen Ueberſchlägen auf 90000 Mk.
an=
zunehmen, einſchließlich der Koſten der Pläne und der
Bauleitung; Mobiliar 30000 Mk.; ärztliches
In=
ſtrumentarium. Avvarate für Lichtbehandlung 10000 Mk.,
Summa 155000 Mk.
Zur Deckung dieſer Ausgaben iſt ſeitens der
Landes=
verſicherungsanſtalt ein 3½prozentiges Hypothek=
Dar=
lehen bis zur Höhe des Aufwands für Bau und
Grund=
erwerb zugeſaat. Weiter ſtehen dem Verein heute ſchon
an Spenden für das Lupusheim zur Verfügung 10000
Mark. Für 1911, 1912 und 1913 hat die
Landesverſiche=
rungsanſtalt dem Verein die Tilaungsrate für die
Hypo=
thek der Eleonoren=Heilſtätte erlaſſen, hiermit ſind 15000
Mark verfügbar. Ueberdies hat der Verein einen
Be=
triebsfonds von 10000 Mk. angeſammelt, der zur
Deckung dieſer Ausgaben herangezogen werden kann.
Insgeſamt ſind alſo verfügbar 35000 Mk. Die zur
Be=
ſchaffung des Mobiliars weiter erforderlichen 5000 Mk.
werden wohl durch Spenden gedeckt werden, ſodaß den
Verein eine beſondere Belaſtung hieraus wohl kaum trifft.
An Betriebsausgaben ſind einſchließlich
Mobiliarabſchreibung 39000 Mk. und an Einnahmen
etwa 35000 Mk. veranſchlagt, ſodaß der Verein einen
Zuſchuß von 4000 Mark zu leiſten hat. Es ſind 14 Betten
2 Klaſſe zu 3 Mk. und 12 Betten 1. Klaſſe zu 6 Mk.
vor=
geſehen. Es ſind von zuſtändiger Seite Beihilfen aus
dem Fonds für gemeinnützige Zwecke in Ausſicht geſtellt
und auch vom Zentralkomitee für Lupusbekämpfung ſind
Zuſchüſſe zugeſagt worden. Der Herr Vorſitzende wies
noch beſonders darauf hin, daß das neue Heim nicht nur
Heſſen zugute kommen würde, ſondern ganz
Mitteldeutſch=
land.
Oberlandesgerichtspräſident Hangen=Mainz möchte
gern einige Mitteilungen über die Bedürfnisfrage haben,
es wäre von Wichtigkeit, feſtzuſtellen, wieviel Lupuskranke
überhaupt auf die Aufnahme reflektieren würden. — Geh.
Reg.=Rat Dr. Dietz legte unter Hinweis auf eine im Jahre
1908 erfolgte Erhebung dar, daß in Heſſen ſich 363 Kranke
in ärztlicher Behandlung befanden, davon entfiel die
größte Anzahl auf Oberheſſen und Rheinheſſen, während
Starkenburg günſtiger daſtand. Dabei ſei allerdings zu
berückſichtigen, daß die beiden erſtgenannten Provinzen
ſtark durch Heſſen=Naſſau und Kurheſſen belaſtet ſeien. Daß
es aber noch viele Kranke gebe, die aus Unkenntnis
da=
rüber, daß Lupus heilbar ſei, ſich nicht in ärztliche
Behandlung begeben, ſei nicht zu bezweifeln. —
Ober=
bürgermeiſter Köhler Worms ſieht die einzige.
Er=
klärung dafür, daß die Allgemeinheit den Lupuskranken
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Nummer 70.
ſo wenig Intereſſe entgegenbringt, darin, daß noch viel
zu wenig über den Umfang und die Gefährlichkeit der
Krankheit verbreitet iſt. Es gebe unzweifelhaft viel mehr
Lupuskranke, als ſich in ärztlicher Behandlung befinden.
Das komme nur daher, daß dieſe Krankheit noch vielfach
für unheilbar angeſehen wird. Ueber die Notwendigkeit
eines Lupusheims beſtehe wohl heute nicht mehr der
ge=
ringſte Zweifel. Die früheren Zweifel hätten ſich
ledig=
lich auf die finanzielle Geſtaltung dieſer Frage bezogen.
Was die Entwürfe anlange, ſo ſeien ſie ſehr vorſichtig
aufgeſtellt, und er glaube, daß der Verein vor jeder
un=
liebſamen Ueberraſchung völlig ſicher ſei. Er ſehe
kei=
nen Grund, damit zu zögern, das Unternehmen ins
Le=
ben zu rufen, und er könne die Genehmigung der
vorge=
legten Anlage= und Betriebs=Voranſchläge nur dringend
empfehlen. — Herr Kreisrat Schliephake=
Fried=
berg befürwortet, da es ſich bei den Lupuskranken meiſt
um Unbemittelte handele, die Kreiſe anzugehen, in
ſol=
chen Fällen die Verpflegungskoſten zu übernehmen oder
doch wenigſtens einen Zuſchuß zu leiſten. Die Gemeinden
würden ſich in den meiſten Fällen weigern, da es nicht
Unterſtützungsbedürftigkeit im Sinne des Armenrechts
ſei. Er bezweifelt ſchließlich, daß ſich für die erſte Klaſſe
genügend Kranke finden werden, um die Anſtalt voll
be=
legen zu können. — Herr Kreisrat Wolff=Oppenheim
beglückwünſcht den Verein zu der geſunden Löſung dieſer
eminent wichtigen Frage. Gelinde Bedenken hege er
ob der Verein dauernd in der Lage ſein wird, den
Zu=
ſchuß von 4000 Mark zu leiſten. Er würde es für
ange=
brachter halten, daß die Beihilfen der Regierung nicht
aus dem Fonds für gemeinnützige Zwecke geleiſtet
wür=
den, ſondern daß ſie in das Budget eingeſtellt werden
könnten, da das Inſtitut doch der Univerſität in hohem
Maße förderlich ſei. Er ſei ferner für eine Erhöhung
der Pflegſätze der Nichtheſſen, andere ähnliche Inſtitute,
wie das Darmſtädter Krankenhaus, verhielten ſich in
die=
ſer Frage ebenſo. Er befürwortete ebenfalls, daß an die
Kreiſe herangetreten werden möchte, da die Gemeinden
nicht zur Leiſtung dieſer Pflegekoſten gezwungen werden
könnten.
Sanitätsrat Dr. Sonnenberger=Worms iſt
vom Standpunkt des Arztes erfreut von der Initiative
des Vereins. Die Bedenken hinſichtlich der
Bedürfnis=
frage ſeien ohne Zweifel behoben angeſichts der Tatſache,
daß es viel Kranke gebe, die den Arzt nicht aufſuchen.
weil ſie nicht wiſſen, daß Lupus heilbar ſei. Er verſpricht
ſich ſchon von dem Bekanntwerden, daß eine ſolche Anſtalt
beſteht, eine Aufklärung von der Gefährlichkeit des
Lu=
pus. Aufklärung tue vor allem dringend not, da im
Kindesalter die Heilung am raſcheſten zu bewirken iſt.
— Herr Kreisrat v. Hahn=Heppenheim befürchtet, daß
der Verein durch die Belaſtung um 4000 Mk.
Unterhalts=
koſten gezwungen würde, mit den geleiſteten Beiträgen
für die Lungenkrankheit ſparſamer umzugehen. Die
vor=
gelegten Pläne für das Heim ſeien eingehend und
über=
zeugend begründet und äußerſt ſparſam und praktiſch
entworfen. — Profeſſor Jeſionek bemerkt, daß für
die Kranken eine Behandlungsdauer von 8 bis 10 Wochen
erforderlich ſei. Nicht hoch genug anzuſchlagen ſei die
vorbeugende Wirkung der Anſtalt, denn durch ſie würden
die Kranken rechtzeitig zu einer intenſiven Behandlung
veranlaßt. Auf die bloße Bekanntgabe hin, daß in
Gießen ein Lupusheim eingerichtet werden ſollte, hätte
ſich eine größere Anzahl Kranke bei ihm gemeldet. —
Geh. Reg.=Rat Dr. Dietz, dankt für die freundlichen
Worte, die die Vorſchläge des Vorſtandes erhalten
ha=
ben und ſtellte folgenden Beſchluß zur Abſtimmung, der
einſtimmig von Ausſchuß= und Mitgliederverſammlung
genehmigt wurde:
Auf Grund des vorliegenden Bauprogramms und
der Koſtenanſchläge genehmigen Landesausſchuß und
Hauptverſammlung, daß zum Grunderwerb, Bau und
zur Einrichtung des Lupusheims der Betrag von 155000
Mark verausgabt und bei der Landesverſicherungsanſtalt
ein zu 3½ Prozent verzinsliches Darlehen zur Deckung
der Baukoſten aufgenommen wird.
Im Anſchluß hieran wurden vom Vorſitzenden
Vor=
ſchläge angeregt, um den Verein auf eine breitere
Grund=
lage zu ſtellen und ihm beſonders neue Mitglieder und
weitere Beiträge zuzuführen. Von mehreren Rednern
wurde übereinſtimmend angeregt, ähnlich dem
Hilfs=
verein für Geiſteskranke, eine Oraaniſation zu ſchaffen
mit Zahlſtellen, beſonders in den kleinen Orten, und den
Beitrag auf 10 oder 20 Pfennia feſtzuſetzen. Auch die
Verſammlungen ſollten abwechſelnd in verſchiedenen
Städten abgehalten und durch Vorträge intereſſant
ge=
ſtaltet werden. Der Vorſ., Rea.=Rat Dr. Dietz, dankte für
die Anreaungen, die vom Vorſtand eingehend beraten
werden ſollen und ſchloß die Verſammlung um ¾5 Uhr.
Die heſſiſche Beamtenbeſoldungsvorlage
wird vorausſichtlich noch vor Oſtern dem Landtage
zu=
gehen. Dem Tägl. Anz. zufolge ſoll die geplante,
Auf=
beſſerung der Gehälter 12—13 Prozent bei den unteren,
110—11 Prozent bei den mittleren und 6—8 Prozent bei
den oberen Beamten bis 7000 Mark betragen. Bei
Ge=
hältern über 7000 Mark beträgt die Erhöhung 4 Prozent.
Die Erhöhung wird bei allen Beamten nach dem Gehalt,
das ſie zurzeit beziehen, berechnet, nicht wie der jetzige
Wohnungsgeldzuſchuß nach dem erreichbaren Höchſtgehalt
der Beamten. Außer dieſer Gehaltserhöhuna iſt
beab=
ſichtigt, das Wohnungsgeld nach dem Muſter von
Preußen und dem Reich auf beſtimmte Sätze zu erhöhen,
die etwa drei Viertel des wirklichen Aufwandes für
Wohnungsmiete entſprechen ſollen. Das Land ſoll in
drei Servisklaſſen eingeteilt werden, wobei die
erſte Klaſſe die größeren Städte umfaßt. An
Wohnungs=
geld ſollen erhalten: untere Beamte 330 Mark, mittlere
Beamte 400—500 Mark, höhere Beamte bis 7000 Mark
Gehalt 800—1000 Mark, bei mehr als 7000 Mark Gehalt
1250 Mark, Miniſter 1800 Mark. Dieſe Sätze gelten für
die erſte Klaſſe. In der zweiten Klaſſe, die die mittleren
Städte des Landes umfaßt, beträgt das Wohnungsgeld
etwa 80 Prozent der erſten Klaſſe. In der dritten Klaſſe.
wohin die kleineren Städte und die übrigen Gemeinden
gehören, beträgt der Satz etwa 70 Prozent der zweiten
Klaſſe. An dieſen Sätzen wird jedoch der jetzt bezogene
Wohnungsgeldzuſchuß in Abzug gebracht. Die
Beſold=
ungsvorlage ſoll ein integrierender Beſtandteil der von
der Kammer wiederholt verlangten Beſoldungsreform
darſtellen. Eine demnächſt weiter den Kammern
zu=
gehende Vorlage ſoll dann die Härten, die ſich im Laufe
der Zeit in der Beſoldungsordnung von 1898 eingeſtellt
haben, beſeitigen.
Ferner ſchreibt man uns zur Beamtenbeſoldung in
Heſſen: Noch immer iſt die Beſoldungsordnung nicht
vor=
gelegt, ja, es ſind Gerüchte verbreitet, als ob die
Beſold=
ung in der Kammer zum Scheitern komme ſolle. Was
die Nationalliberale Partei angeht, ſo hat deren
Spre=
cher allerdings erklärt, daß eine organiſche Geſtaltung
der Beſoldungen einer proviſoriſchen Regelung, alſo
etwa in Geſtalt einer prozentualen Erhöhung, entſchieden
vorzuziehen ſei. Keineswegs hat aber die
Nationallibe=
rale Partei erklärt, ſie werde die prozentuale Erhöhung
ablehnen.
Kongreſſe und Verbandstage.
Hauptverſammlung des Verbandes
Deut=
ſcher Diplom=Ingenieure.
— Die am 17. März 1912 im Motivhaus zu
Char=
lottenburg abgehaltene Hauptverſammlung des Verbandes
Deutſcher Diplom=Ingenieure wurde von dem Vorſitzenden,
Herrn Prof. Dr.=Ing. Walter Reichel, Direktor der
Sie=
mens=Schuckert=Werke, Berlin, eröffnet. Den
Geſchäfts=
bericht erſtattete Herr Patentanwalt Dipl.=Ing. Dr.
Alexan=
der Lang, Berlin=Charlottenburg. Danach beträgt die
Zahl der Mitglieder zur Zeit zirka 3000 und die Zahl der
Bezirksvereine 35. Die Wohlfahrtseinrichtungen des
Ver=
bandes Rechtsauskunftsſtelle und Stellennachweis, haben
ſich günſtig entwickelt, insbeſondere iſt die Hilfskaſſe durch
Zeichnung bedeutender Beträge großzügig ausgeſtattet
worden. Auch die literariſchen Unternehmungen, die
Ver=
bandszeitſchrift und die „Schriften” des Verbandes ſind
weiter ausgebaut worden. Von den zahlreichen Fragen,
die den Verband im verfloſſenen Jahre beſchäftigt haben,
ſind zu nennen: Die Stellung des Verbandes gegen die
Einbeziehung der Diplom=Ingenieure in die
Reichsver=
ſicherungsordnung, das Arbeitskammergeſetz; die Fragen
der Kraftfahrſachverſtändigen, der gerichtlichen
Sach=
verſtändigen, der techniſchen Privatſchulen, die
Hoch=
ſchulen in Karlsruhe und Darmſtadt, an denen
neben den Diplom=Ingenieur=Prüfungen noch weitere
Hochſchulprüfungen für minder vorgebildete abgehalten
werden, die Stellung der Diplom=Ingenieure in der
Kom=
munalverwaltung, die Zulaſſung der Diplom=Ingenieure
zur Bibliothekarslaufbahn, die Zulaſſung von
ſtaatswiſſen=
ſchaftlich vorgebildeten Diplom=Ingenieuren zur höheren
Staatsverwaltung die Stellungnahme des Verbandes
gegen die Monopoliſierung der Bezeichnung „Baumeiſter”
ausſchließlich für ſolche höheren Techniker, die
Regierungs=
baumeiſter ſind. Das im Anſchluß an den
Geſchäfts=
bericht erſtattete Referat des Herrn Dipl.=Ing. von
Paſiuski: „Die rechts= und ſtaatswiſſenſchaftliche
Aus=
bildung der Diplom=Ingenieure und der Ausbau der
Tech=
niſchen Hochſchule” verbreitete ſich über die
Anwendungs=
möglichkeit der naturwiſſenſchaftlichen Methode bei den
ſo=
genannten hiſtoriſchen Wiſſenſchaften und befürwortete eine
immer ſtärkere Angliederung auch der hiſtoriſchen
Wiſſen=
ſchaften an die Techniſchen Hochſchulen. Die Beratung der
neuen Satzung im Anſchluß an dieſen Vortrag, ſowie
ſonſtiger interner Verbandsangelegenheiten ergab die
völlige Uebereinſtimmung in allen grundſätzlichen Fragen.
Das Reſultat der Vorſtandswahlen ergab die Wiederwahl
der Herxen Profeſſor Dr.=Ing. Reichel, Direktor der
Siemens=Schuckert=Werke, Berlin, und Patentanwalt
Dipl.=Ing. Dr. Alexander Lang, Berlin=Charlottenburg.
Zum ſtellvertretenden Vorſitzenden wurde Herr Profeſſor
Dipl.=Ing. Dr. W. Schlink von der Techniſchen
Hoch=
ſchule in Braunſchweig gewählt.
Das Reichstagspräſidium beim Kaiſer.
* Berlin, 21. März. Die beiden wiedergewählten
Prä=
ſidenten Dr. Kaempfund Dove hatten ein neues Geſuch
um eine Audienz beim Oberhofmarſchallamt eingereicht.
Nur der neugewählte erſte Vizepräſident Paaſche hatte
mündlich dem Reichskanzler mitgeteilt, er ſtehe dem Kaiſer
ſelbſtverſtändlich zur Verfügung. Darauf iſt geſtern nach
der Sitzung dem Bureau des Reichstags ein Schreiben des
Oberhofmarſchallamtes zugegangen, in dem der Kaiſer
mitteilen läßt, daß er die Wahl des neuen Präſidiums
dankend zur Kenntnis nehme und bereit ſei, das
Reichs=
tagspräſidium in ſeiner Geſamtheit zu empfangen. Das
Präſidium wurde dann heute Mittag um 1 Uhr
empfangen. Der Kaiſer unterhielt ſich in
liebens=
würdigſter Weiſe mit den drei Herren. Die Frage der
Präſidentenwahl iſt dabei nicht berührt worden. Der
Kaiſer ſprach ſeine Befriedigung über die ſchnelle
Bei=
legung des Kohlenarbeiterſtreiks aus. Er hoffe, daß der
Streik keine allzugroße Schädigung für die Volkswirtſchaft
gebracht habe. Sodann ſprach der Kaiſer die Hoffnung aus,
daß es gelingen werde, die neuen Wehrvorlagen im
Reichs=
tag zur Annahme zu bringen.
Weiter berichtet das Berliner Tageblatt über den
Empfang, der etwa 20 Minuten dauerte: Der Kaiſer ſprach
zunächſt ſcherzend mit Herrn Dr. Kaempf über die Wahl im
1. Berliner Reichstags=Wahlkreiſe, bei der er, der Kaiſer,
für den fortſchrittlichen Kandidaten mitgearbeitet hätte und
richtete dann an die beiden Vizepräſidenten ein paar Worte,
die ſich auf ihre Familien bezogen, uſw. Weiter berührte
der Kaiſer die Rede Churchills und die Flottenbauten und
wies auf die Richtigkeit der ſeit 10 Jahren von
Deutſch=
land verfolgten Flottenpolitik hin. Der Unterredung
wohnte außer dem Kaiſer und den drei Präſidenten keine
andere Perſönlichkeit bei.
Luftfahrt.
Ausbau der deutſchen Fliegerflotte.
* Wer wird Sieger ſein in der Beherrſchung der Luft?
Ungeheure Anſtrengungen machen unſere weſtlichen
Nach=
barn. Neben den vielen Millionen, welche das
Parla=
ment bewilligt, ſammelt fieberhaft ganz Frankreich neue
Mittel, um ſeine Lieblingskinder, die Flugmaſchinen, in
immer größerer Anzahl zur Verfügung zu haben. Sollen
wir dagegen zurückſtehen? Nein, ganz gewiß nicht. Auch
unſere Heeresverwaltung wird ſorgen, daß es uns nicht
mangelt an den notwendigſten Luftkreuzern und
Flug=
zeugen, große Mittel ſind hierzu erforderlich und es iſt
frag=
lich, ob der Reichstag genügende Summen bewilligen kann.
Darum ſcheint es notwendig, daß auch bei uns, wie in
Frankreich, Privatmittel helſen. Es iſt daher mit Freuden
zu begrüßen, daß der Deutſche Luftflotten=
Ver=
ein in Mannheim, ſeit Jahren beſtrebt, das Intereſſe
für die Luftfahrt in nationalem Sinne zu fördern und zu
erhalten, ſich in einem Aufruf an das ganze deutſche Volk
wendet, um Mittel zu beſchaffen zum weiteren Ausbau
unſerer Luftflotte. (S. Anz.)
* Weimar 21. März. Auf Einladung der dem
Ehrenpräſidium des deutſchen Flugverbandes
angehörenden mitteldeutſchen Bundesfürſten nahm
Her=
zog Ernſt Günther von Schleswig=Holſtein
die Präſidentenwürde über dieſen Verband an.
Die Bergarbeiterbewegung.
Deutſchland.
* Dortmund, 20. März. Nach einer Zuſammenſtellung
des Oberbergamtes ſollten zur Morgenſchicht 288815
Berg=
leute anfahren; angefahren ſind 181 471. Es fehlten
mit=
hin noch 107344 Arbeiter,
* Hannover, 20. März. Die Verſammlungen der
Bergleute der fiskaliſchen Gruben in
Barſing=
hauſen, die heute Nachmittag in Egeſtorf ſtattfanden,
beſchloſſen im Ausſtand zu verharren Die=
Sicherheitsmänner des Arbeiterausſchuſſes ſollen morgen
verſuchen, mit der Werkverwaltung zu unterhandeln.
* Bückeburg, 20. März. Die Mehrzahl der Arbeiter des
Gemeinſchaftsbergwerks in Obernkirchen
befindet ſich noch im Streik. Von 957 Bergleuten, die
heute früh anfahren ſollten, erſchienen 298, und von 631.
der Nachmittagsſchicht 157 Mann. Zahlreiche
Streikende=
erklärten ſich zur Wiederaufnahme der Arbeit bereit, wenn
ihnen genügende Sicherheit gegen Beläſtigung geboten
wird. Fur morgen hat die Bergbehörde die Einfahrt auf
acht Uhr feſtgeſetzt mit einer Schichtdauer bis vier Uhr
nachmittags, um Beläſtigungen während der Dunkelheit zu
vermeiden.
* Zabrze, 21. März. Auf der Königin Luiſe=Grube
fanden geſtern nachmittag Verhandlungen zwiſchen der
Gewerksleitung und den Arbeiterausſchußmitgliedern
ſtatt. Daraufhin ſind zur heutigen Frühſchicht 700 Mann
mehr angefahren. Es fehlen rund 30 Prozent. Auf
der Guidogruppe iſt geſtern ein Teil der Schlepper der
Ar=
beit ferngeblieben. Heute dagegen iſt die Belegſchaft
voll=
ſtändig angefahren. Dagegen griff die
Lohnbeweg=
ung auf die Velſenſchächte über. In Knurow fehlten bei
der geſtrigen Nachmittags= und heutigen Frühſchicht rund
600 Mann gleich 25 Prozent der Geſamtbelegſchaft. Auf
dem Hildebrandſchacht, der Gottesſegengrube der Graf
Henckel=Donnersmarckſchen Verwaltung in Karlshof fehlten
bei der heutigen Frühſchicht von 642 Bergleuten 311.
* Waldenburg, 21. März. Geſtern abend fand
eine Revierkonferenz der Bergarbeiter ſtatt,
in der die einzelnen Berichte über die Beratungen der
Arbeiterausſchüſſe mit den Direktoren der Gruben erſtatter
wurden. Da noch nicht die Reſultate von allen Werken
eingegangen waren, kam es noch nicht zu einem Entſchluß,
ob der Streik erklärt werden ſoll oder nicht. Heute
vor=
mittag findet eine abermalige Revierkonferenz ſtatt, an der
der Sekretär des Bergarbeiterverbandes Witt=Bochum und
der erſte Vorſitzende des Hirſch=Dunckerſchen Gewerkvereins
teilnehmen. Es iſt beſchloſſen worden, daß am kommenden
Sonntag nochmals eine Revierkonferenz ſtattfinden ſoll, der
am Nachmittag im ganzen Bezirk
Belegſchaftsverſamm=
lungen folgen, in denen der endgiltige Entſchluß über die
ferner zu unternehmenden Schritte gefaßt werden ſoll.
Die Wenzeslaus=Grube in Neurode kam den Arbeitern mit
Zugeſtändniſſen am meiſten entgegen, indem den Hauern
eine Erhöhung von 3 Mark, den Schleppern und anderen
Arbeitern eine dementſprechende Erhöhung der Löhne
zu=
geſtanden worden iſt.
Oeſterreich=Ungarn.
* Teplitz, 20. März. Die Ausſtandsbewegung
hat ſich heute weiter ausgedehnt, insbeſondere auft
alle Schächte des Duxer Kohlenvereins. Bei Maltheuern
fand ein Zuſammenſtoß zwiſchen 500 Ausſtändigen, welcher
die Belegſchaften zum Streik zwingen wollten, und der
Gendarmerie ſtatt, die vor der Ueberzahl zurückwich und
ſpäter verſtärkt, eine Demonſtrationsverſammlung von
2500 Streikenden zerſtreute. Da der Ausſtand vor dem
endgiltigen Beſchluß von den Unabhängigen ins Werk
ge=
ſetzt wurde, wurde von den Vertretern der
ſozialdemo=
kratiſchen, deutſch=nationalen und unabhängigen
Organi=
ſationen beſchloſſen, dieſen Disziplinbruch zu mißbilligen
Der Beſchluß wurde durch Flugblätter unter den
Berg=
arbeitern mit der Aufforderung verbreitet, die Beſchlüſſe
der Vertreterkonferenz ſtreng einzuhalten.
* Pilſen, 20. März. Eine Konferenz der
Dele=
gierten der Bergarbeiter des weſtböhmie
ſchen Kohlenreviers beſchloß, eine Aufſtellung von
Lohnforderungen gemäß den örtlichen Verhältniſſen
ge=
meinſchaftlich den Betrieben zu überweiſen und Antwort
in acht Tagen zu verlangen.
England.
* London, 20. März. Infolge des Kohlens
ſtreiks wurden die Poſtſendungen für die Vereinigten
Staaten und Kanada, welche von Dampfern der
Ham=
burg=Amerikalinie in Southampton übernommen werden
ſollten, heute mit dem Dampfer „Kaiſer Wilhelm der
Große” befördert, der auch mit Paſſagieren überfüllt war
— Die Not ſteigt täglich. In Southampton ſind
Tau=
ſende von Seeleuten beſchäftigungslos. Da ſich die
Hafenarbeiter in Middlesborough weigerten, die
Kohlen=
ladung für die ſtädtiſchen Gaswerke zu löſchen, ſind
frei=
willige Arbeiter zu dieſem Zwecke angeſtellt worden. Es
werden bereits, beſonders im ſüdlichen Yorkſhire,
Vorbe=
reitungen getroffen, um die Arbeit am Montag, wenn die
Mindeſtlohn=Bill angenommen iſt, wiederaufzunehmen.
* Riga, 20. März. Die Kohlenhändler ver
öffentlichen eine Erklärung, in der ſie die Verantwortung
für die Erfüllung der Lieferungsaufträge wegen
des Streiks in England ablehnen. Die Kohlenpreiſe ſind
beträchtlich geſtiegen.
* Cleveland, 20. März. Nach einer Konferenz
der Weichkohlengrubenbeſitzer und der
Berg=
leute erklärte der Präſident der Bergarbeitergewerkſchaft
daß der Ausſtand in den Weichkohlenminen, der auf
500 000 Arbeiter ſich erſtrecken wird, am 1. April beginnen
würde, falls die Forderungen der Arbeiter nicht erfüll
würden.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 21. März. Präſident Dr. Kaempl
eröffnet die Sitzung um 1 Uhr 35 Minuten.
Zweite Leſung des Etats des Innern
Das Kapitel „Biologiſche Anſtalten für Land= und
Forſtwirtſchaft” wird ohne Debatte bewilligt. — Es folgt
das Kapitel „Patentamt”. — Abg. Dr. Böttger (natl.)
Der Schutz der Erfinderrechte der techniſchen Angeſtelle
ten muß künftig mehr als bisher geſichert werden. Die
Erfindergebühren ſind in hohem Maße plutokratiſch und
antiſozial. Das Verfahren bei Erteilung von Patonten
muß beſchleunigt werden. Die ausländiſchen
Patentge=
ſetze wirken darin erheblich vorteilhafter. — Abg.
Wer=
ner=Hersfeld (Reformpartei): Die Beamten des
Pa=
tentamtes ſind bei der allgemeinen Gehaltsregulierung
übergangen worden. Das Verſäumte muß baldigſt
nach=
geholt werden. — Abg. Junck (Natl.): Bei dem neuen
Patentgeſetz muß unbedingt auch auf den größtmögliche
ſten Schutz des geiſtigen Eigentums Rückſicht genommen
werden. Außerdem iſt zu fragen, ob man es bei dem
bisherigen Syſtem der Vorprüfung belaſſen kann. Ueben
das Ergebnis der Konferenz in Waſhington, die vor
eini=
gen Jahren in Patentangelegenheiten ſtattgefunden hat
müßte uns alsbald ein Bericht zugehen.
Miniſterialdirektor v. Jonquiéres:
Das=
gebnis der Waſhingtoner Konferenz betrifft die umgeg
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Seite 7.
beitete Pariſer Akte und wird im nächſten Jahre dem
Reichstage zur Beſchlußfaſſung vorgelegr werden. Daß
das Patent= und Warenzeichengeſetz dringend einer
Re=
form bedarf, iſt auch Anſicht der Regierung. Die
Vor=
arbeiten ſind ſeit Jahren im Gange, aber die Materie iſt
außerordentlich ſchwierig. Ueber das Warenzeichengeſetz
ſind gegenwärtig kommiſſariſche Beratungen im Gange,
die nächſtens zum Abſchluſſe kommen werden. Alsdann
wird der Entwurf veröffentlicht werden, und auf Grund
der daran zu erwartenden Kritik wird die Vorlage dann
endgültig ausgearbeitet werden.
Es folgt Kapitel „Reichsverſicherungsamt” — Abg.
Silberſchmidt (Soz.): Die
Unfallverhützungsvor=
ſchriften für Bauten ſind nicht mehr auf der Höhe, da die
Zimmerarbeiten bei den großen modernen Bauten
im=
mer mehr durch Eiſenkonſtruktion verdrängt werden, für
die die Vorſchriften nicht mehr ausreichen. Das
Reichs=
verſicherungsamt muß dahin wirken, daß die Reviſion
der Betriebe durch die techniſchen Beamten im Intereſſe
des Schutzes des Lebens und der
Allgemein=
heit häufiger vorgenommen werden. Seit 1905
ſind Bemühungen im Gange, einen beſſeren
Schutz für die Bauarbeiter zu erlangen, an
denen ſich auch die Arbeiterorganiſationen in ſtarkem
Maße beteiligten, dieſelben haben jedoch den energiſchen
Widerſtand der beteiligten Arbeitgeberorganiſationen
ge=
zeitigt. — Abg. Aſtor (Ztr.): Ich habe unſere
Reſolu=
tion auf Schaffung einer beſonderen
Unfallberufsgenoſ=
ſenſchaft für die Detailliſten zu empfehlen. Die
verſiche=
rungspflichtigen Detailliſten gehören jetzt zu der
Lagerei=
berufsgenoſſenſchaft und werden von dieſer zu den
Bei=
trägen in bedeutendem Maße herangezogen. Ferner bitte
ich um Aufklärung, wie es um die Erhebungen über die
Reviſionsverhältniſſe der Reſervefonds der
Berufsge=
noſſenſchaften ſteht. — Miniſterialdirektor Dr. Kaſpar:
Die Verſicherungsverhältniſſe der Detailliſten ſind erſt
kürzlich vom Staatsſekretär genügend gewürdigt worden,
ſodaß Neues nicht geſagt werden kann. Hinſichtlich der
Reſervefonds der ſozialen Inſtitutionen kann geſagt
wer=
den, daß die Beamten fortgeſetzt vermehrt werden, ſodaß
hoffentlich auf dieſem Gebiet genügend getan werden
kann. — Abg. Graefe=Güſtrow (konſ.): Möglichſt
großes Entgegenkommen muß den kleinen Betrieben
hin=
ſichtlich der Unfallverhütungsvorſchriften bewieſen
wer=
den. Der Errichtung einer beſonderen
Berufsgenoſſen=
ſchaft für Detailliſten ſtimmen wir zu. — Abg.
Schu=
lenburg (natl.) ſtimmt ebenfalls der
Zentrumsreſolu=
tion zu. — Abg. Behrens (Wirtſch. Vgg.): Dasſelbe
ſollte auch den Gärtnern gewährt werden. In der
Land=
wirtſchafts=Berufsgenoſſenſchaft können die Gärtner ihre
vorderungen ſchwer zur Geltung bringen. — Abg.
Dahlem (Zentr.): Den kleinen Bauern müßte mehr
=Entgegenkommen gezeigt und ihnen die ſtrengen
Vorſchrif=
iien erlaſſen werden, insbeſondere wo Mitglieder
gezwun=
gen werden, beizutreten. — Abg. Coßmann (Ztr.):
Hinſichtlich der Handhabung der Reviſion in den
Hütten=
betrieben haben ſich in Württemberg Mißſtände
einge=
bürgert die unbedingt beſeitigt werden müſſen. Sie
rmüſſen nicht nur dort vorgenommen werden, wo
Ord=
mung herrſcht, und ſie dürfen vor allem nicht am Tage
kvorher angemeldet werden. — Abg. Becker=Arnsberg
(Ztr.): Ich möchte fragen, ob die Berufskrankheiten dem
Reichsverſicherungsgeſetz unterſtellt werden, und zu
wel=
ichem Zeitpunkt überhaupt dieſes Geſetz in Kraft tritt. —
Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Das erſte Buch tritt am
1. Juli in Kraft, das Buch über die Krankenverſicherung
wird am 1. Januar 1913 in Kraft treten. Bei den
wei=
teren Büchern ſind noch Vorarbeiten notwendig und iſt
deren Abſchluß noch nicht vorauszubeſtimmen.
Größten=
tteils ſind die Berufskrankheiten ſchon heute den Unfällen
ggleichgeſtellt worden. — Abg. Molkenbu hr (Soz.):
Die Gärtner müſſen unbedingt einer beſonderen
Berufs=
genoſſenſchaft unterſtellt werden. — Abg. Heckſcher
((Fortſchrittl. Vpt.): In Unfallberufsangelegenheiten hat
ſich ein unerträglicher Bürokratismus eingebürgert, ſo
idaß dadurch das große Werk der
Reichsverſicherungs=
wrdnung faſt ganz vernichtet wird. Ein beſonders
typi=
ſſcher Fall ſoll das belegen. So wurde einem Arbeiter.
dem beide Unterſchenkel abgenommen waren, die Rente
hherabgeſetzt mit der Begründung, es liege Gewöhnung
wor, weil der Invalide eine kleine Nebenbeſchäftigung
hatte. Dieſer Fall ſpricht Bände. — Abg. Becker=
Arns=
berg (Ztr.): Derartige Fälle von Rentenquetſchungen
lliegen auch uns vor. — Abg. Hoch (Soz.): Das
Zen=
ſrum war bei der Verſchlechterung der
Reichsverſiche=
rungsordnung die ausſchlaggebende Partek, es drückt auf
die Regierung nur, wenn es die Einführung
volksbelaſten=
der Steuern durchſetzen will. Bei der Beratung der
Reichsverſicherungsordnung hatten wir die Befürchtung
ausgeſprochen, daß nun die neugeſchaffenen Stellen nur
mit Offizieren beſetzt werden würden. Der Herr
Staats=
ſſekretär hat uns das Wort gegeben, daß das nicht
ge=
ſſchieht, das Wort hat er jedoch gebrochen. (Präſident
Kaempf: Sie dürfen nicht von Wortbruch reden.)
Hoch fortfahrend: Ich bin nicht in der Lage, mich anders
auszudrücken, und franzöſiſch ſprechen iſt doch nicht
er=
laubt. — Abg. Graf v. Weſtarp (konſ.): Mit der
Handhabung der ſozialen Geſetze, wie ſie Abg. Heckſcher
angeführt hat, ſind auch wir nicht einverſtanden. Die
landwirtſchaftlichen Arbeiter ſind weder entrechtet noch
Arbeiter zweiter Klaſſe, die auf dem Lande durch die
Um=
ſtände bedinate teilweiſe Entrichtung der Löhne in
Natu=
xalien, erfordert auch eine beſondere Berechnung. Den
Wünſchen der Detailliſten muß angeſichts der gro=
Ben Zahl der Angehörigen dieſes Berufs und
der eigenartigen Arbeitsverhältniſſe entſprochen werden.
Die Offiziere dürfen von der Beſetzung der Stellen nicht
ausgeſchloſſen werden; eine Zurückſetzung der Offiziere
Eſt nicht gerechtfertigt. Dies widerſpricht auch nicht dem
gegebenen Verſprechen. — Abg. Giesberts (Zentr.):
Dieſe Aemter erfordern erfahrene alte Beamte und keine
Neulinge. Freundſchaftliche Beförderungen ſollten nicht
vorgenommen werden. — Abg. Becker=Arnsberg
(Zentr.): Unſer Verhalten in der Kommiſſion zeigt, daß
rvir unter allen Umſtänden geſchulte Beamte wollen. —
Abg. Schultz=Bromberg (Reichspt.): Die Offiziere
dür=
fien nicht bevorzugt werden. Doch würden den Bewerbern
die Bedingungen einer jahrelangen Beſchäftigung
auf=
erlegt. Dadurch ſind die Offiziere geradezu
ausgeſchloſ=
ſen, zumal die Aemter zum 1. Juli beſetzt werden müſſen.
— Miniſterialdirektor Dr. Caſpar: Selbſtverſtändlich
britt eine Bevorzugung nicht ein. — Hierauf wird das
Kapitel angenommen und die Reſolutionen bezüglich der
Detailliſten= und Gärtner=Berufsgenoſſenſchaften
ange=
nommmen.
Beim Kapitel „Phyſikaliſch=techniſche Reichsanſtalt”
be=
füürwortete Abg. Doormann (Fortſchr. Vpt.) die weitere
Anſchaffung von Apparaten. — Miniſterialrat Dr.
Le=
wald ſpricht ſeinen Dank aus für die Förderung der
Anſtalt und ladet die Mitglieder des Reichstages zu einer
Beſichtigung derſelben ein. — Beim Kapitel „Kanalbau”
beſchwert ſich Abg. Hoff (Fortſchr. Vpt.), daß der
Bahn=
bau Kiel=Holtenau noch immer nicht in Angriff
ge=
nommen ſei. Die beim Erweiterungsbau des Kaiſer=
Wilhelm=Kanals geſchädigten Anlieger müſſen entſprechend
entſchädigt werden. Die Lotſen müſſen in der Bezahlung
beſſer geſtellt werden. — Miniſterialdirektor von
Jon=
quiéres: Die Lotſen haben gewünſcht, aus der Klaſſe
der Unterbeamten in die der mittleren Beamten verſetzt zu
werden, trotzdem ſie auf die Folgen aufmerkſam gemacht
wurden. Auf den Bahnbau haben wir keinen Einfluß.
Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag 1 Uhr
vertagt. — Schluß halb 8 Uhr.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Konſtantinopel 20. März. Der engliſche
Botſchafter ſtattete dem Miniſter des Aeußern Aſſim
Bei geſtern einen Beſuch ab. Der Beſuch ſoll, dem Tanin
zufolge, bezwecken, die Pforte über die italieniſchen
Vorſchläge zu ſondieren. Nach dem Beſuche berieten
die Miniſter des Aeußern, des Krieges und des Innern
über die Erklärungen des engliſchen Botſchafters. Der
Tanin findet den Schlußpaſſus der italieniſchen Aide=
Memoire, in dem Italien ſich bereit erklärt, die
Gegen=
vorſchläge zu prüfen, welche die Mächte machen würden,
um das Preſtige und die Ehre der Türkei zu wahren,
bedeutungsvoll und befriedigend.
* Tripolis, 20. März. Die italieniſchen
Luft=
ſchiffe kreuzten geſtern über den feindlichen Lagern bei
Suani und Benaden und warfen gegen 30
Bom=
ben herab, die mit ſichtbarem Erfolge explodierten,
ob=
wohl die Araber bei der Annäherung der Luftſchiffe nach
allen Richtungen flüchteten.
* London 20. März. In Erwiderung auf eine
Anfrage ſagte Acland im Unterhauſe: Sir Edward
Grey erhielt keine Mitteilung von dem Abkommen
zwi=
ſchen der italieniſchen und der ruſſiſchen Regierung
be=
züglich der Weiterführung des türkiſch=
ita=
lieniſchen Krie g es. Auf eine weitere Anfrage
erklärte er, Grey habe auch keine Mitteilung von der
italieniſchen Regierung, daß ſie beabſichtige, den
Kriegs=
ſchauplatz auszudehnen. Er ſei nicht in der Lage, zu
ſagen, was ihre Abſichten in dieſer Beziehung ſeien.
Wenn eine Nation Krieg führe, ſo müſſe ſie ſelber auf
eigene Verantwortung ihre Operationen beſtimmen. Die
neutralen Mächte müßten ſich Aktionsfreiheit
vorbehal=
ten bis die eigenen Intereſſen in Mktleidenſchaft gezogen
werden.
Grubenunglück.
* Fort Smith (Arkanſas), 20. März, In einem
Kohlenbergwerk in Mac Curtin (Oklahama) hat
eine Exploſion ſtattgefunden, durch welche 85
Berg=
leute von der Außenwelt abgeſchnitten worden ſind. Eine
Leiche iſt bisher geborgen worden. Feuer und Rauch
hindern das Rettungswerk.
* Mac Curtin (Oklahama), 21. März. Nach den
bisherigen Feſtſtellungen wird angenommen, daß bei der
Grubenexploſion 105 Bergleute ge t öte t
worden ſind. Vier Leichen wurden geborgen; ſie waren
derartig verbrannt, daß ihre Rekognoszierung
unmög=
lich war.
* Fort Smith 21. März. Die
Bergwerksſach=
verſtändigen der Regierung erklärten geſtern abend, ſie
hätten alle Hoffnung aufgegeben, daß die 76 jetzt noch in
dem Kohlenbergwerk von Mac Curtin
eingeſchloſ=
ſenen Bergleute gerettet werden könnten.
Stimmen aus dem Publikum.
FFür die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktles
leinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abr. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verankwortlich.)
— Prediger Schrenk. Die allabendlich um
halb 9 Uhr im Evangeliſchen Vereinshaus, Mühlſtraße
Mr. 24, ſtattfindenden Bibelſtunden des mit reicher
Pebenserfahrung ausgerüſteten über 80 Jahre alten
Pre=
digers Schrenk ſind außerordentlich gut
be=
ſucht. So war der Andrang am Mittwoch abend
der=
art, daß Viele keinen Platz mehr finden konnten, und
wäre es nur zu wünſchen, wenn die hieſige Stadtmiſſion
ſich bei der zuſtändigen Stelle für die weiteren Abende
um die Ueberlaſſung der hieſigen geräumigen Stadtkirche
bemühen wollte.
Darmſtadt, 22 März.
—s. Strafkammer. Wegen Vergehens gegen das
Sprengſtoffgeſetz und Uebertretung des Paragraphen
367 Poſition 5 des Strafgeſetzbuches hatten ſich der
Steinbruchbeſitzer Karl Göriſch und deſſen
30jähriger Sohn Karl Göriſch beide von
See=
heim, zu verantworten. Die Beſchuldigung ging dahin,
daß ſie im vorigen Herbſt ohne kreisamtliche Erlaubnis
2,5 Kilogramm Aſtrulit in Beſitz hatten bezw. die dafür
erlaſſenen Bedingungen nicht einhielten und mehr als
die ihnen erlaubten 2 Kilogramm Schwarzpulver in ihrer
Behauſung aufbewahrten. Dem jungen G. war weiter
die Abgabe eines nicht genügend geſicherten und
Paſſan=
ten gefährdenden Sprengſchuſſes zur Laſt gelegt. Was
letzteren Punkt betrifft, ſo kommt in Betracht, daß der
fragliche Bruch in der Gemarkung Alsbach unmittelbar
an zwei Wegen nahe am dortigen Sanatorium liegt und
deshalb ſowohl beſtimmte Sprengſtunden, als auch
ſorg=
fältige Vorſichtsmaßregeln (Abdecken mit Reiſig oder
Draht) vorgeſehen ſind. G. benutzte früher nur
Schwarz=
pulver, legte ſich aber im vorigen Jahre das erwähnte
Aſtrulit wegen deſſen weit ſtärkerer Wirkung bei. Schon
im Jahre 1909 erging ein Strafbefehl nebſt
Schöffen=
gerichtsurteil, weil G. einen halben Zentner
Schwarz=
pulver auf ſeinem Hausſpeicher lagerte er entſchloß ſich
ſpäter, nach Rückſprache mit den Behörden, zur
Erricht=
ung eines Pulverhauſes im Bruch, wartete aber die
Fer=
tigſtellung nicht ab und verſah ſich trotzdem mit jenem
Aſtrulit, das er gleich dem Schwarzpulver auf dem
Speicher aufbewahrte. Bei einem Probeſchuß mit dem
Aſtrulit flogen Steine weit weg, ſo daß mehrere, den
nahen Weg Benützende Steine in bedrohlicher Art
flie=
gen ſahen. Die Angeklagten geben den Sachverhalt zu,
doch hat angeblich der Sohn das Geſchäft geführt und der
Vater von den ſtrafbaren Umſtänden keine Kenntnis
gehabt. Die Aufbewahrung war um ſo gefährlicher, als
nahe der Aufbewahrungskiſte ein Kamin durch den
Hausſpeicher geht. Die Mindeſtſtrafe des
Sprengſtoff=
geſetzes beträgt drei Monate Gefängnis, und wurde
ſei=
tens der Staatsanwaltſchaft nebſt Geld= und Haftſtrafe
aus § 367 Poſ. 5 Strafgeſetzbuches beantragt. G. Vater
wurde nur der fraglichen Uebertretung ſchuldig befunden
und zu 20 Mark Geldſtrafe, G. Sohn wegen Vergehens
und Uebertretungen zu 3 Monaten Gefängnis und 50 Mk.
Geldſtrafe verurteilt,
g. Kriegsgericht. Vor dem Kriegsgericht der 25.
Diviſion hatte ſich geſtern der Sergeant Georg Raſch
vom Infanterie=Regiment Nr. 115 wegen Nötigung zu
verantworten. In dem Hauſe, in dem der Angeklagte
wohnte, waren längere Zeit hindurch Kartoffel= und
Kohlendiebſtähle bemerkt worden, und als der Angeklagte
einen Jungen mit einem Eimer aus dem Keller
herauf=
kommen ſah, nötigte er dieſen durch Vorhalten eines
Revolvers, die Diebſtähle einzugeſtehen. Später
wider=
rief der Junge das abgepreßte Geſtändnis und R. hatte
ſich wegen Nötigung zu verantworten. Das Gericht
er=
kannte in Berückſichtigung der Verhältniſſe auf eine
Geld=
ſtrafe von 3 Mark. — Der Füſilier Joh. Kronauer
aus Oſthofen, von demſelben Regiment, hat einem
Ober=
leutnant, bei dem er als Burſche war, ein Buch und
Stie=
felleiſten entwendet. Ferner unterſchlug er einen Betrag
von 9 Mark. Als dieſe Verfehlungen entdeckt wurden,
entfernte ſich K. vom Regiment, und nachdem er ſich ſeiner
Soldatenkleider entledigt hatte, arbeitete er längere Zeit
in Heidelberg. Er wird wegen Fahnenflucht, Diebſtahl
und Unterſchlagung zu 8 Monaten Gefängnis
und zur Verſetzung in die zweite Klaſſe des
Soldaten=
ſtandes verurteilt. Bei ſeiner Verhaftung hatte er ſich
einen falſchen Namen beigelegt; wegen dieſes Deliktes
erhält er fünf Tage Haft, die auf die Unterſuchungshaft
angerechnet werden. — Ebenfalls wegen Fahnenflucht
hatte ſich der Kanonier Jakob Hartmann aus
Lam=
pertheim, vom Artillerie=Regiment Nr. 61, zu
verant=
worten. H., der keine Eltern mehr hat, erhielt zu
Weih=
nachten Urlaub, von dem er nicht mehr zurückkehrte. Er
hatte ſein Erbteil von 1000 Mark erhoben und ſich mit
einem Mädchen nach Luxemburg begeben. Er ſtellte ſich
der Behörde ſelbſt, und unter Zubilligung mildernder
Umſtände verurteilte ihn das Gericht zu 6 Monaten
Gefängnis.
* Auxetophon=Konzert. Man ſchreibt uns: Ein
Kunſt=
genuß und recht amüſanter Abend ſteht am kommenden
Sonntag, den 24. März, bevor. Im großen Saal des
Schützenhofes werden die berühmten Sänger der Welt
zu hören ſein. Unter Orcheſterbegleitung der Kapelle des
Großh. Artilleriekorps unter Leitung des
Obermuſikmei=
ſters Mickley werden die großen Sänger Caruſo, Kraus,
Knote, Jörn, Schmeder, Feinhals und Heinrich Spemann
ſingen. Mit Bewunderung dürfte man die Wiedergabe
der Geſänge durch ein von Herrn Jäger aufgeſtelltes
Auxetophon mit elektriſchem Betrieb verfolgen. (Näh.
ſ. Anzeige.)
Worms, 20. März. Bei der heutigen Beratung des
Voranſchlages der Stadt Worms für das Jahr
1912 bewilligten die Stadtverordneten 105000
Mark zur Reform der Beſoldung der ſtädtiſchen
Arbeiter, Beamten und Lehrer. Die Städtiſche
Sparkaſſe ſchießt 20000 Mark zu. 35000 Mark werden dem
Ausgleichsfonds entnommen und die reſtierenden 50000
Mark durch eine 3prozentige Steuererhöhung aufgebracht.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 21. März. Die Nordd. Allg. Ztg. ſchreibt:
Die Nachricht, die Regierung habe eine Verlängerung
der Oſterferien des Reichstages vorgeſchlagen, um
Zeit für die Erledigung der Wehrvorlage zu gewinnen, iſt
unrichtig. Die Regierung hat einen ſolchen Vorſchlag nicht
gemacht. Im übrigen werde dem Vernehmen nach die
Wehrvorlage in den nächſten Tagen dem
Bundes=
rat zugehen.
* Wien, 21. März. Der Kaiſer empfing heute
mit=
tag den König von Sachſen.
* Trieſt, 21. März. Heute vormittag wurde in
An=
weſenheit des Erzherzogs Franz Ferdinand und des
Erz=
herzogs Leopold Salvator, ſowie der Erzherzoginnen
Blanka, Maria de los Dolores und Maria Immakulata,
der Spitzen der Zivil=, Militär= und Marinebehörden,
da=
runter der Handelsminiſter v. Roeßler, Finanzminiſter v.
Zalenki, Kriegsminiſter Auffenberg, Marinekommandant
Graf Montecuccoli und Generalſtabschef Schemun, ſowie
des bayeriſchen Geſandten Frhr. Tucher v. Simmelsdorf,
des deutſchen Marineattachees Graf von Poſadowsky, Ab=.
ordnungen des Reichsrates und des ungariſchen
Reichs=
rates und einer großen Menſchenmenge der zweite
öſterreichiſch=ungariſche Dreadnought unter
großem Jubel glücklich vom Stapel gelaſſen. Das
Schiff erhielt den Namen „Tegetthoff‟. Den Taufakt
voll=
zog die Erzherzogin Blanka.
* London, 21. März. Das Reuterſche Bureau meldet
aus Peking: In der Zuſammenkunft der Geſandten der
ſechs Mächte, die in den finanziellen Verhandlungen mit
der republikaniſchen Regierung beteiligt ſind, wurde
be=
ſchloſſen, bei Juanſchikai gegen Tangſchaoyis modus
operandi betreffend die Anleihefrage Einſpruch zu
erheben, um eine endgiltige Erklärung über die chineſiſche
Finanzpolitik zu erhalten. Auch ſoll Nachdruck darauf ges
legt werden, daß von China, da ſechs Mächte zur
Unter=
ſtützung bereit ſind, ein Nachweis für die Zuverläſſigkeit
gefordert wird. Die kaufmänniſchen Kreiſe drücken ihr
Bedauern darüber aus, daß noch eine derartige Stockung
geſchaffen worden iſt, als die Kriſis ſchon für überwunden
gehalten wurde.
* Madrid, 21. März. Die Techniſche
Kommiſ=
ſion iſt geſtern abend zuſammengetreten und hat den
end=
giltigen Wortlaut der Vereinbarung über die
marokka=
niſche Staatsbank feſtgeſtellt. Die franzöſiſchen
Delegierten überreichten den Entwurf, die Verwaltung der
Zölle in Melilla betreffend. Die ſpaniſchen Delegierten
er=
klärten denſelben für unannehmbar. Uebermorgen werden
die Beſprechungen fortgeſetzt.
H.B. Berlin, 21. März. Das Kronprinzenpaar
traf heute in früher Morgenſtunde auf dem ſchleſiſchen
Bahnhof in Berlin ein und fuhr nach 8 Uhr nach dem
kronprinzlichen Palais.
Berlin, 21. März. Der Gerichtschemiker Dr.
Biſchoff iſt heute vormittag in ſeiner Wohnung
ge=
ſtorben.
H. B. Berlin, 21. März. Den hieſigen Großbanken, die
zu Rußland gute Beziehungen unterhalten, ging heute
fol=
gendes Telegramm aus Petersburg zu: Der Vertreter des
ruſſiſchen Finanzminiſters berief am Dienstag
die Vertreter der ruſſiſchen Banken zuſammen und gab
ihnen über die gegenwärtige politiſche Situation
abſolut günſtige Erklärungen ab. Alle Gerüchte über eine
Mobiliſation im Süden, wenig freundſchaftliche
Bezieh=
ungen zu Oeſterreich und der Türkei widerſprächen
voll=
ſtändig den Tatſachen. In der äußeren Politik beſtehe
keinerlei Spannung zwiſchen Rußland und irgend einem
anderen Staat.
H. B. Metz, 21. März. Nach der Metzer Ztg. wird der
kurze Frühjahrsbeſuch des Kaiſers auf
Schloß Urville in dieſem Jahre unterbleiben,
Eingeweihte Kreiſe führen dieſen Verzicht auf die
Streich=
ung der Kaiſer=Jagd durch das Zentrum in der 2.
elſaß=
lothringiſchen Kammer zurück, wodurch der Kaiſer ſich
brüskiert fühlen ſoll.
H. B. Magdeburg, 21. März. Der unter Spionage=
Verdacht auf der Inſel Wight verhaftete
Magdeburger Graſſel iſt ein 23jähriger Kaufmann,
der als Volontär in London tätig iſt. Sein Vater betreibt
hier ein Herrenkleidergeſchäft. Nach der Magdeburger
Zeitung iſt es ausgeſchloſſen, daß der junge Mann
Spio=
nage getrieben hat oder auch nur in Beziehung zu derlei
Kreiſen ſteht. Es handelt ſich bei der Verhaftung offenbar
um einen Irrtum, der ſich bald aufklären wird.
II.B. Dresden, 21. März. Der ſozialdemokratiſche
Landtagsabgeordnete Winkler in Plauen iſt wegen
Streikpoſtenſtehen verhaftet worden.
H. B. Kopenhagen, 21. März. Aus Reykjavik (Island)
kommt die Meldung, daß der isländiſche Fiſchdampfer
Geyr mit der geſamten Beſatzung von 27 Mann
unter=
gegangen iſt. Damit ſind über 80 Frauen, Kinder und
Greiſe ihrer Ernährer beraubt.
Briefkaſten.
D. Hier. Soweit durch die Bahnhofsverlegung die
Fahrſtrecken verlängert werden, tritt entſprechende
Er=
höhung ein, im übrigen nicht.
W. Sch. Der Beſuch der Tribünen zu den
Kammer=
verhandlungen iſt natürlich frei. Ihre anderen Fragen
können wir nicht beantworten, da darüber erſt je nach
der Geſchäftslage Beſchluß gefaßt wird.
Charlotte R. Hier. Eine eigentliche Akademie nicht.
Zahnſchmerzen. Was dieſes Wort beſagen will, iſt
bekannt. Iſt jemand mit kranken Zähnen behaftet und tritt
aus dem erwärmten Zimmer an die friſche Luft, hält er
ſich ängſtlich das Taſchentuch vor den Mund. Eine Taſſe
heißen Kaffees, ein Glas Bier verſchmäht er. Die
Geſellig=
keit meidet er. In ſchlafloſen Nächten wälzt er ſich auf
ſeinem Lager herum und möchke die Wände emporklettern. —
Heiße und kalke Amſchläge, heiße Fußbäder und alles
mögliche wird probiert, ſelbſtverſtändlich ohne Erfolg. And
doch iſt es eine Kleinigkeit, Zahnſchmerzen zu verhüten; S
durch tägliches, zweimaliges Dutzen der Zähne mit
Kos=
modont=Zahnereme mit aktivem Sauerſtoff erhält man ſich
die Zähne geſund. Zu haben in allen einſchlägigen
Geſchäften. (Tube 60 Df.) Drobetube gratis durch die
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Der Stadtauflage heutiger Ausgabe unſeres
Blattes iſt ein Proſpekt beigefügt von der
Firma Ibel & Co., Heſſiſche Vaeuum=Reiniger=
Geſellſchaft, über Wohnungs=Entſtaubung,
(6924
worauf hiermit hingewieſen wird
Todes-Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach kurzer
Krank=
heit unſere liebe, gute Schweſter, Tante und
(6951
Schwägerin
Fräul. Amalie Pistor
in Alsbach a. d. B. im 77. Lebensjahre.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Elise Pistor.
Darmſtadt, 21. März 1912.
Die Beerdigung findet Samstag, den 23. d. M.,
nachmittags 4 Uhr, vom Portale des ſtädtiſchen
Friedhofes aus, in Darmſtadt ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen aufrichtigen Beweiſe herzlicher
Teilnahme bei dem Verluſte unſerer lieben, treuen
(6887
Mutter, Schweſter und Tante
Frau Malgarete Wolsse N 70,
ſprechen wir hiermit auf dieſem Wege Verwandten,
Freunden und Bekannten unſeren innigſten,
tief=
gefühlten Dank aus.
Sophie Weisse,
Luise Weisse,
Greta Weisse.
Darmſtadt, den 20. März 1912,
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei der ſchweren Krankheit und dem Ableben
unſerer lieben, kleinen
(B6938
Martha
Gottesdienſt der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Haupt=Synagoge (Friedrichſtraße 2).
Freitag, den 22. März:
Vorabendgottesdienſt 6 Uhr 30 Min.
Samstag, den 23. März:
Morgengottesdienſt 8 Uhr 30 Min. Sabbataus
gang 7 Uhr 35 Min.
Gottesdienſt in der Synagoge der israelitiſchen
Religions=
geſellſchaft.
Samstag, den 23. März:
Vorabend 6 Uhr. Morgens 8 Uhr. Nachmittags
4 Uhr 30 Min. Sabbatausgang 7 Uhr 30 Min.
Wochengottesdienſt von Sonntag, den 24. März, an;
Morgens 6 Uhr 15 Min. Nachmittags 6 Uhr.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Irland liegt eine ſtarke Zyklone von 730 mm,
während über Rußland und über Südweſteuropa hoher
Druck lagert. Da ſich das Tief dem Kontinent langſam
nähert, haben wir bei heftigen weſtlichen Winden
Zu=
nahme der Bewölkung zu erwarten.
Ausſichten für Freitag, den 22. März 1912
Meiſt trüb, Regenfälle; Temperatur wenig verändert,
ſtarke weſtliche Winde.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfaug 7 Uhr (Ab. B): „Othello”.
Orpheum, Anfang 8½ Uhr: Gaſtſpiel des Oberbayer,
Bauerntheaters („Der Geigenmacher von Mittenwald),
Vortrag von Oberleutnant Graetz um 8 Uhr im
Saal=
bau (zum Beſten der deutſchen Motorboot=Expedition
durch Afr ka).
Verſammlung des Hanſa=Bundes um 8 Uhr im
Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Hauptverſammlung des Vereins „Daheim” um
8½ Uhr im Reſtaurant „Kaiſerſaal”.
Verſammlung des Volksvereins für das katholiſche
Deutſchland um 8½ Uhr im „Konkordiaſaal”.
Hauptprüfung um 8 Uhr im Konſervatorium für
Muſik (Mühlſtraße).
Bibelſtunde von Prediger Schrenk um 8½ Uhr
Mühlſtraße 24.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr.
Reſtaurant „Metropol” um ½ 8 Uhr.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr
Olympia=Kinematograph Rheinſtraße. 2.
The American Bio Co., Ernſt=Ludwigsſtr. 23,
Vorſtellungen von 4—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Samstag, 23. März.
Wieſen=Verpachtung um 8½ Uhr in der
Brücher=
ſchen Wirtſchaft zu Arheilgen.
Druck und Verlag: L. E. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei,
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,=
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſez
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt,
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaigel
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
ſagen wir hiermit Allen herzlichen Dank.
Darmſtadt, 20. März 1912.
Familie Gg. Willenbücher,
Herdweg 6.
Stung!
Morgen Samstag
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Heinrichſtraße 72, 2. St.
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von unſerm Lager entlaufen.
Vor Ankauf wird gewarnt.
M. Loeb & Co.,
Weiterſtädter=
ſtraße 56.
(*7299
Nerloren blaues Portemonnaie
m. Inh., Dienstag abend 7 Uhr.
Perſon, diees aufhob, iſt mir durch
Zufall bekannt geworden, wenn
nicht ſof. Abg. auf Fundbüro,
erfolgt Anzeige.
(*7347
Schiffsbericht.
Hamburg=Amerika=Linie.
Mitgeteilt von dem Vertreter Hrn.
Adolf Rady, Darmſtadt,
Zimmerſtraze 1.
Dampfer „Barcelona” nach New=
York, 19. März 3 Uhr
nachmit=
tags von Halifax.
Dampfer „Bermuda” nach New=
York und New=Orleans, 19. März
2 Uhr 45 Min. morgens
Dunge=
neß paſſiert.
Dampfer „Bulgaria”, von Boſton
u. Baltimore kommend, 19. März
5 Uhr nachmittags in Hamburg.
Dampfer, Salamanca”, von New=
Orleans kommend, 19. März
7 Uhr 45 Minuten abends in
Hamburg.
Vergnügungsdampfer „Meteor”,
zweite Mittelmeerfahrt, 19. März
7 Uhr morgens in Monte Carlo.
Mädchenmittelſchule I.
Sonntag, den 24. März 1912, findet von vormittags 11
bis nachmittags 6 Uhr im Zeichenſaal der Mädchenmittelſchule I in
der Viktor aſtraße eine Ausſtellung der im letzten Schuljahr
an=
gefertigten weiblichen Handarbeiten ſtatt.
Eltern und Angehörige der Schülerinnen, Lehrer und
Lehre=
rinnen, ſowie Freunde der Anſtalt und ſolcher Handarbeiten, werden
hierdurch zum Beſuche dieſer Ausſtellung freundlichſt eingeladen.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
(6885
Der Vorſitzende des Schulvorſtandes
J. V. Mueller.
Höhere Privatſchule Darmſtadt
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Nummer 70
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Seite 9.
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Kurſe vom 21. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
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Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 99,90
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,40
81,40
vo.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 99,90
3½ do. Conſols . . . 90,40
81,20
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,10
do.
3½
83,50
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 100,25
89,30
do.
3½
79,50
do.
4 Hamburger Staatsanl. 99,70
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,9)
4 do. do. (unk. 1918) 99,80
88,90
do.
3½
78,30
3
do.
81,30
3 Sächſiſche Rente.
4 Württemberger v. 1907 100,40
95,00
3½ do.
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
1½/ Griechen v. 1887 . . 55,60
3¾ Italiener Rente
4½ Oeſterr. Silberrente 93,00
4 do. Goldrente . . . 96,60
4 do. einheitl. Rente 89,60
3 Portug, unif. Serie I 64,00
3 do. unif. Ser. III 67,80
10,00
3 do. Spezial . .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,00
4 do. v. 1890 . . 95,00
4 do. v. 1905 . . 92,40
90,40
4 Ruſſen v. 1880 .
4 do. v. 1902 . . . . 90,40
4½ do. v. 1905 . . . . 100,40
91,20
3½ Schweden .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903 83,60
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,00
4 Ungar. Goldrente . . . 91,50
4 de. Staatsrente . . . 89,75
In Proz.
Bf.
.100,70
5 Argentimer .
4
89,00
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 92,76
5 Chineſ. Staatsanleihe .
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . . 95,00
5 Innere Mexikaner. . . 94,10
60,00
3
do.
4 Gold=Mexikaner v. 1904 87,60
5 Gold=Mexikaner . . . . 99,60
3 Buenos Aires Provinz 71,80
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Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
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fahrt . . . . . . . 139,90
3 Nordd. Lloyd . . . . . 104,40
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,70
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,30
8 Baltimore und Ohio . 105,00
6 Schantungbahn . . . . 133,60
6½ Luxemb. Prince Henri 156,00
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6 Pennſylvania R. R. . 119,00
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 72,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . 491,50
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 258,71
27 Farbwerke Höchſt . . 556,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . 339,90
8 Cement Heidelherg . . 157,00
32 Chem. Werke Albert 439,75
12½ Holzverkohlung
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ſtanz . . . . . . . 290,50
4 Lahmeyer . . . .. . . 127,00
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12 Siemens & Halske . 234½
12 Bergmann Electr. . . 168,00
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25 Gummi Peter . . . . 143,50
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80 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . . 461,75
12 Maſchinenf. Badenia 193,60
16 Wittener Stahlröhren 205,50
8 Steana Romana Petr. 133,40
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,70
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . . . . 207,00
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 126,50
3 Südd. Immobilien . 71,00
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10 Aumetz=Friede . . . . 186,40
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 224,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 180,60
10 Gelſenkirchener . . . . 198,25
7 Harpener
. . . . 193,00
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 250,50
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10 Kaliwerke Aſchersleben
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3½ Südd. Eiſenb.=Gef. 89,70
41½ Nordd. Lloyd=Obl. —
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,00
4 Franz=Jofefs=Bahn .
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,00
5 Oeſterr. Staatsbahn .
4 Oeſterr. Staatsbahn . 94,80
do.
3
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 99,40
In Proz
Zf.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 79,50
54,30
do.
28/
77,50
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,50
4 Ruſſ. Südweſt . . . . . 88,70
4½ Moskau=Kaſan . . . 93,70
87,80
4
do.
4 Wladichawchas . . . . 101,40
4 Rjäſan Koslow . . . . 87,80
3 Portugieſ. Eiſenb. . . 78,50
92,50
do.
2¼0 Livorneſer . . . . . 70,30
3 Salonique=Monaſtir . 65,30
. . 84,30
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,10
4 Miſſouri=Pacific . . . . 74,70
4 Northern=Pacific . . . 100,00
4 Southern=Pacific . . . 95,40
5 St. Louis und San
Franeisco. . . . . 88,30
5 Tehuantepec . . . . . . 98,70
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich .
8½ Bergiſch=Märkiſche
.. . 150,10
Bahn .
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 170,25
8½ Darmſtädter Bank . 124,00
12½ Deutſche Bank . . . 261,50
6 Deutſche Vereinsbank . 124,40
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,80
10 Diskonto=Kommandit 188,50
8½ Dresdener Bank . . 155,50
9½ Frankf. Hypoth.=B. 213,50
6½ Mitteld. Kreditbank 118,50
7 Nationalb. für Deutſchl. 121,50
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 137,70
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,40
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 129,40
Wiener Bankverein . 137,10
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . . 99,00
Bf. Pfandbriefe. InProz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 15.
90,00
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,10
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 99,50
3½
do.
89,50
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 100,80
31
do.
89,80
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 12, 13, 16
.. 100,50
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
100,55
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—8
89,80
S. 3—5 .
89,60
S. 9—11
. . . . 89,70
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
do.
3½
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 98,60
3½ do. (unk. 1914) . . 89,10
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,40
3½ do.
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Obligationen.
4 Darmſtadt . . .
3½ do.
89,60
4 Frankfurt.
99,00
3½ do.
96,00
4 Gießen
do.
3½
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4 Heidelberg
99,6)
3½ do.
89,00
4 Karlsruhe
98,00
3½ do.
89,90
4 Magdeburg.
3½ do.
4 Mainz .
3½ do.
90,10
4 Mannheim
98,30
3½ do.
89,40
4 München.
99,60
3½ Nauheim
90,00
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98,80)
do.
90,30
4 Offenbach .
InPra,
3½ Offenbach .
4 Wiesbaden
99,20
3½ do.
4 Worms .
3½ do.
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Anlehensloſe.
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3 Madrider . . Fs. 100
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briefe . . . . . . . 136,00
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Augsburger . . . . . fl..7
Braunſchweiger Tlr. 20 198,00
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do. . . . . Js.10
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do. v. 1858 fl. 100 450,00
Ungar. Staats . . fl. 100 368,50
Venediger . . . . Fs. 30
Türkiſche . . . . Fs. 400 169,40
Gold, Silber und
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Engl. Sovereigns .
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Engliſche Noten . . . . . 20,47
Franzöſiſche Noten. . . . 81,15
Holländiſche Noten. . . . 169,10
Italieniſche Noten . . . . 80,60
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,55
Ruſſiſche Noten . . . . 215,75
Schweizer Noten .
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Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
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Nummer
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Foxterrier, 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung.
Im hieſigen Schlachthof iſt am 17. ds. Mts. bei einem
Trans=
port von Schweinen die Maul= und Klauenſeuche feſtgeſtellt
wor=
den. Sämtliche Schlachttiere wurden daſelbſt alsbald abgeſchlachtet
und die Desinfektion vorgenommen. Die Seuche iſt demnach als
erloſchen zu betrachten.
(6933
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Die nachſtehende Warnung bringen wir erneut zur allgemeinen
Kenntnis, nachdem die Firma Winther zur Zeit durch Verſendung
einer Broſchüre mit der Aufſchrift „Eine gute Botſchaft” (Verlag
„Schloß Bergfried” Lörrbach in Baden) auch in hieſiger Stadt
wie=
derum für ihre Mittel Reklame gemacht hat.
Darmſtadt, den 18. März 1912.
(6910
Großherzogliches Polizeiamt.
Gennes.
Warnung.
Die Firma A. Winther & Co. in Lörrbach in Baden preiſt
neuerdings durch Proſpekte ihre „echten hygieniſchen Nährſtoffe‟
namentlich „Nähr= und Nervenſalze” gegen alle möglichen, auch
un=
heilbaren Krankheiten, in prahleriſcher Weiſe an. Die Nähr= und
Nervenſalze beſtehen aus einem Gemenge von Salzen, das
ſelbſtver=
ſtändlich die ihm zugeſchriebenen Wirkungen nicht beſitzt.
Die Winther’ſchen Mittel dürfen weder außerhalb der Apotheken
verkauft, noch öffentlich zum Verkauf angekündigt oder angeprieſen
werden; vielmehr ſind Verkauf und öffentliche Ankündigung der
hygieniſchen Nähr= und Nervenſalze zur Heilung von Krankheiten
nach § 367 R. Str. G. B., 84 P. St. G. B. ſtrafbar.
Wir warnen dringend vor dem Bezug der Präparate.
Karlsruhe, den 23. Oktober 1906.
Der Ortsgeſundheitsrat.
Siegriſt.
Bekanntmachung,
betr. das Abladen von Schutt auf öffentliche Wege und Plätze,
ſowie auf Privatgrundſtücke.
I. Das Abladen von Schutt, Baugrund uſw. auf öffentliche
Wege oder Plätze iſt nur mit ſchriftlicher Erlaubnis des
Tiefbau=
amts und nur an den in der Erlaubniskarte bezeichneten Stellen
zuläſſig.
Bei Zuwiderhandlungen wird die Beſtrafung des Schuldigen,
ſowie die Entfernung des unrechtmäßig verbrachten Schuttes,
Bau=
grundes uſw. auf Koſten des Verbringers veranlaßt werden.
II. Zum Abladen von Schutt auf Privatgrundſtücke iſt die
Erlaubnis des Grundeigentümers oder ſeines Vertreters erforderlich.
Eigentümer von Bauplätzen, die eine Erlaubnis zum Abladen
von Schutt behufs Auffüllens dieſer Plätze erteilen, haben dafür
Sorge zu tragen, daß keine in Fäulnis übergehenden Abfallſtoffe,
die den Boden verunreinigen können, auf die Bauplätze verbracht
werden.
In Fällen, in denen eine die Geſundheit gefährdende
Verun=
reinigung des Bodens durch Verbringung derartiger Abfallſtoffe auf
Baugelände feſtgeſtellt wird, wird deren Beſeitigung auf Koſten des
Eigentümers angeordnet werden.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
(6930ff
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Verloſung der Schuldverſchreibungen der
Stadt Darmſtadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt
Darm=
ſtadt ſind heute nachſtehende 3½ %ige Schuldverſchreibungen auf den
Inhaber durch Verloſung zur Rückzahlung berufen worden, nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Juli 1912
Buchſt. G. Abt. I Nr. 16, 59, 131, 230, 332, 359, 381, 651, 727, 797,
820, 928, 1042.
„ G. „ II „ 111, 139, 161, 239, 468, 568, 643, 767, 857,
925, 933, 980, 1032, 1242, 1261, 1268.
13, 40, 52, 277, 395.
„ G. „ III
2. Rückzahlbar am 1. September 1912
Buchſt. M. Abt. I Nr. 79, 93, 110, 139, 276, 729, 849, 860, 924, 987,
992, 1008.
„. M. „ II „ 36, 43, 187, 212, 270, 456, 514, 604, 669, 737,
771, 920, 996, 1571, 1653, 1867, 1901, 1943,
2089, 2093, 2103, 2131, 2134, 2338, 2361.
M. „ III „ 293, 315, 378, 424, 657, 672, 736, 738, 978,
1021, 1043, 1048, 1115, 1141, 1150, 1232,
1267, 1323, 1355, 1419, 1707, 1736, 1754,
2061, 2367, 2400.
M. „ IV „ 197, 222, 367, 770, 848, 855, 890, 932, 951
1039, 1135.
Die Einlöſung aller Stücke geſchieht bei unſerer Stadtkaſſe;
außerdem für das Anlehen Buchſt. G. bei der Bank für Handel u.
Induſtrie zu Darmſtadt und Berlin und deren übrigen
Nieder=
laſſungen; für das Anlehen Buchſt. M. bei den Bankhäuſern
Del=
brück, Schickler & Co., Hardy & Co, und bei der Nationalbank
für Deutſchland in Berlin, ſowie bei der Deutſchen Vereinsbank,
Filiale Darmſtadt (vorm. Ed. G. Gerſt zu Darmſtadt) und bei
dem Bankhauſe Ferd. Sander zu Darmſtadt.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben
genannten Verfallterminen auf.
Darmſtadt, den 15. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Mueller.
(6871
Darmſtädter Fiſchmarkt.
Verkaufstage:
a) auf dem Marktplatz: Donnerstag und Freitag jeder
Woche regelmäßig, nach freier Wahl der Händler auch
Dienstag und Samstag;
b) in der Beſſunger Fiſchhalle, Beſſunger Straße Nr. 70:
alle Wochentage, außer Samstag.
Die äußerſt billig geſtellten Wochenpreiſe, die unter Kontrolle
der Großherzoglichen Bürgermeiſterei Darmſtadt feſtgeſetzt werden,
(637a
ſind an den Verkaufsſtänden angeſchlagen.
Verpachtung fiskaliſcher Grundſtücke.
Montag, den 25. d. Mts., von morgens 9 Uhr an, werden
nach Zuſammenkunft an der Kreuzung der neuen Eiſenbahnlinie mit
der Eſchollbrücker Straße aus Flur VII, VIII, IX, XII und XIII der
Gemarkung Beſſungen 7,2634 ha Aecker
0,3393 „ Wieſen
auf 12 Jahre in geeigneten Loſen öffentlich verpachtet.
(6767mf
Darmſtadt, den 18. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Rheinſand.
Die Lieferung von 2000 cbm
Rheinſand ſoll verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen
bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 7,
während der Dienſtſtunden zur
Einſicht offen. Auch werden dort
die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis
Freitag, den 29. März I. Js.,
vormittags 11 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle
einzu=
reichen.
(6816df
Darmſtadt, 20. März 1912.
Tiefbauamt.
Keller.
A terhaltungs=Arbeiten 1912.
Die Unterhaltungs=Arbeiten für
die Zeit vom 1. April 1912 bis
31. März 1913 ſollen vergeben
werden.
Bedingungen liegen bei dem
unterzeichneten Amte, Grafenſtraße
Nr. 30, Zimmer Nr. 9, während
der Dienſtſtunden zur Einſicht und
Unterzeichnung bis einſchließlich
Samstag, 13. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
offen.
(6881
Darmſtadt, 21. März 1912.
Stadtbauamt.
Buxbaum.
In unſer Handelsregiſter,
Abtei=
lung B, wurde heute unter
Nr. 89 die Geſellſchaft mit
be=
ſchränkter Haftung unter der
Firma:
D. Rehfeld & Co.,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter
Haftung, und mit dem Sitz
in Darmſtadt,
eingetragen.
Gegenſtand des Unternehmens
iſt der Betrieb eines Geſchäftes in
Damen= und Kinder=Konfektion,
ſowie in ſonſtigen Modewaren aller
Art.
Das Stamm=Kapital beträgt
60 000 Mark.
Geſchäftsführer iſt David
Reh=
feld, Kaufmann in Worms a. Rh.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am
1. März 1912 feſtgeſtellt. (6932
Darmſtadt, 15. März 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Konkursverfahren.
Ueber das Vermögen des
Kolo=
nialwarenhändlers und
Tiefbau=
unternehmers Karl Nies von
Pfungſtadt wird heute, am 21. März
1912, vormittags 10 Uhr, das
Kon=
kursverfahren eröffnet.
Der Amtsgerichtstaxator Ernſt
Wolff in Darmſtadt wird zum
Konkursverwalter ernannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
7. April 1912 bei dem
Ge=
richte anzumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über
die Beibehaltung des ernannten
oder die Wahl eines anderen
Ver=
walters, ſowie über die Beſtellung
eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132
der Konkursordnung bezeichneten
Gegenſtände und zur Prüfung der
angemeldeten Forderungen auf
Montag, 15. April 1912,
vormittags 10 Uhr,
vor dem unterzeichneten Gerichte,
Neues Gerichtsgebäude,
Erdge=
ſchoß, Saal Nr. 104, Termin
anbe=
raumt.
Allen Perſonen, welche eine zur
Konkursmaſſe gehörige Sache in
Beſitz haben oder zur
Konkurs=
maſſe etwas ſchuldig ſind, wird
aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu
leiſten, auch die Verpflichtung
auf=
erlegt, von dem Beſitze der Sache
und von den Forderungen, für
welche ſie aus der Sache
abgeſon=
derte Befriedigung in Anſpruch
nehmen, dem Konkursverwalter bis
zum 7. April 1912 Anzeige
(6946
zu machen.
Großherzogliches Amtsgericht II
zu Darmſtadt.
Bekanntmachung.
(Stadtwald.)
Die Nutzholzverſteigerung Nr. 16
vom 15. ds. Mts. und die
Brenn=
holz=Verſteigerung Nr. 17 vom
19. ds. Mts. ſind genehmigt.
Ueber=
weiſung des Holzes und erſter
Ab=
fuhrtag für die Verſteigerung Nr. 16
iſt auf Samstag, den 23. l. Mts.,
und für die Verſteigerung Nr. 17
auf Mittwoch, den 27, I. Mts, feſt=
(6901
geſetzt.
Darmſtadt, 20. März 1912.
Großh. Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Matratzenſtreu=
Verkauf.
Am Montag, den 25. ds. Mts.,
um 8 Uhr vormittags,
wird in der Kaſerne am Beſſunger
Weg die Matratzenſtreu aus einem
Batterieſtall öffentlich und
meiſt=
bietend verſteigert. (6640imfs
Darmſtadt, im März 1912.
I. Abteilung
Feldartillerie=Regts. Nr. 61.
Nutzholz=Verſteigerung.
(Harras.)
Freitag, den 29. März I. J., vormittags 9½ Uhr,
werden im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus den Diſtrikten
Harras, Abteilung 5, 6, 15, 17, 18 und Trieſch, verſchiedene Abteilungen
(Abzählungs=Nummer 1585 bis 2859) verſteigert 145,25 fm Nutzholz,
nämlich:
Stämme: Eichen 1 Stück = 0,92 fm III. Kl.
- 18,38 „ IV. „ (glatt)
„ 42
12
— 4,64 „ IV. „ (gewöhnlich)
33 „ — 12,23 „
V. „
2.38 „ VI.
8
33,55 im.
— 1,43 „ I.
Kiefern 1
— 13,09 „ II.
12
9
59,13 „ III.
33,05
IV.
, 65
— 106,0 im
Sämtliche Stämme ſind an die Wege gerückt und gut
abzu=
fahren. Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Nummer=
verzeichniſſe ſind nur über die Kiefern=Stämme zu haben.
Weitere Verſteigerungen finden nicht mehr ſtatt.
(6900fi
Darmſtadt, den 20. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Brennholz=Verſteigerung.
(Harras.)
Dienstag, den 26. März l. J., vormittags 9 Uhr,
ſollen im „Darmſtädter Hof” zu Griesheim aus Harras,
Abtei=
lung 5, 6, 15, 17 und 18 und Trieſch, Abteilung 1, ſowie verſchiedenen
Diſtrikten (Nr. 228 bis 811) verſteigert werden:
Scheiter: Eiche 26 rm (rund), 203 rm (geſpalten); Kiefern
32rm (rund), 197rm (geſpalten); Knüppel: 24 rm Buchen,
48 rm Eichen, 283 rm Kiefern, 55 rm Fichten;
Reiſig=
knüppel: 110 rm Eichen, 49 rm Kiefern (lang), 77 rm (kurz),
6 rm Fichten (lang), 9 rm (kurz); Stöcke (fein): 43 rm Eichen,
196 rm Kiefern und 74 rm Fichten.
(6908
Unterſtrichene Nummern werden nicht verſteigert.
Weitere Brennholzverſteigerungen finden nicht mehr ſtatt.
Darmſtadt, den 19. März 1912.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmonn.
Holzverſteigerung.
Montag, den 25. I. Mts., von vorm. 10 Uhr au,
werden im Zeilharder Gemeindewald, Diſtrikt Mark, verſteigert:
Scheiter rm: 6 Eichen, 107 Kiefern
Knüppel „ 16
91
Reiſig 67 rm Fichten=Bohnenſtangen
Wellen 2785, 2 rm Stöcke.
Die Zuſammenkunft iſt bei Wirt Schneider bei Station
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Zeilhard, den 15. März 1912.
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Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Seite 13.
Zweite Kammer der Stände.
25. Sitzung.
St. Darmſtadt, 21. März.
Am Regierungstiſch: Staatsminiſter Ewald Exz.,
Finanzminiſter Braun Exz., Miniſter des Innern
v. Hombergk zu Vach Exz., Geheimerat Beſt,
Miniſterialräte Hölzinger, Dr. Kratz,
Legations=
rat Dr. Neidhart.
Präſident Köhler eröffnet die Sitzung um 9¼ Uhr.
In Fortſetzung der Beratung des
Hauptvoran=
ſchlages wird zunächſt die Debatte über Kapitel 13:
Landſtände, eröffnet.
Abg. v. Brentano kommt hierzu in längeren
Aus=
führungen auf die ſogen. Freifahrkarte der
Landtagsabgeordneten zu ſprechen und
kriti=
ſiert hierbei ſcharf die kürzlich ergangene neueſte
Verfüg=
ung des Eiſenbahnminiſteriums. Nach langen Kämpfen
ſeien den Abgeordneten endlich die Fahrkarten vom
Wohn=
ort nach Darmſtadt gewährt worden. Das iſt wahrlich eine
kleine Konzeſſion, die es dem Abgeordneten aber noch nicht
ermöglicht, ſeinen Wahlkreis zu bereiſen und ſich die
un=
bedingt notwendigen Informationen zu holen; das habe
oft die langen Debatten im Gefolge. Gegen die neueſte
Auslegung der Freifahrtberechtigung durch das
Eiſen=
bahnminiſterium müſſe man Verwahrung einlegen. In
Preußen, Bayern, Sachſen uſw. ſei man in der Beziehung
viel liberaler, vor allem auch im Reichstage. Es könne
doch kein Menſch behaupten, daß die heſſiſchen
Abgeord=
neten ſich im Golde wälzen. Den Antrag, auch den in
Darmſtadt wohnenden Abgeordneten Diäten zu
gewäh=
ren, unterſtütze er. Die Diäten von 9 Mark und 3 Mark
Uebernachtungsgebühr ſeien überhaupt zu niedrie
jeden=
falls viel niedriger, als im Reich und in anderen
Bundes=
ſtaaten. Für 3 Mark bekomme man in Darmſtadt nicht
mal eine Schlafſtelle. Redner erſucht ſchließlich die
Re=
gierung dringend, den Abgeordneten endlich zu ihrem
Rechte zu verhelfen und ihnen freie Fahrt im ganzen
Heſſenlande zu gewähren.
Staatsminiſter Ewald Exz. erklärt, er habe
als=
bald, nachdem ſich herausgeſtellt, daß die Kontrolle ſtarke
Verſtimmung in Kreiſen der Abgeordneten hervorgerufen
habe, ſich an den prußiſchen Miniſter der öffentlichen
Ar=
beiten gewandt mit dem Erſuchen, nach Möglichkeit
Ab=
hilfe zu ſchaffen. Der Herr Miniſter habe darauf
mit=
geteilt, daß die Verfügung nicht bezwecken ſollte, die
Ab=
geordneten durch eine Kontrolle bei Teilfahrtſtrecken zu
beläſtigen. Eine dementſprechende Aenderung ſei bereits
erfolgt. Damit ſei der Hauptwunſch des Abg. v.
Bren=
tano ja wohl erfüllt. Was die Gewährung von
Frei=
karten für weitere Strecken reſpektive im ganzen Lande
betrifft, ſo wird ja die Verhandlung über den Antrag
Ulrich Gelegenheit bieten, ſich ausführlich darüber zu
verbreiten. Auch bezüglich der Tagegelder liegt ja ein
Antrag vor, den in Darmſtadt wohnenden Abgeordneten
ſolche zu gewähren. Man wird alſo auch Gelegenheit
haben, ſich darüber zu unterhalten, ſo daß heute im
In=
tereſſe der Budgetberatung davon abgeſehen werden
kann. Zu beiden Anträgen hat ſich die Regierung
be=
reits im Ausſchuß ſchriftlich geäußert.
Abg. Wolf kritiſiert ebenfalls ſcharf, wie kleinlich
der Standpunkt des Eiſenbahnminiſters in dieſer Frage
iſt. Er führt dann Klage über die mangelhafte
Bericht=
erſtattung in der Preſſe, die der Oeffentlichkeit ein ganz
ungenügendes Bild gebe über das, was im Hauſe ge=
arbeitet würde. So berichtet der Mainzer Anzeiger z. B.
das gerade Gegenteil von dem, was richtig iſt. Er habe
ſchon wiederholt angeregt und erneuere das jetzt, daß
ein Abonnement auf die Landtagsprotokolle ermöglicht
würde. — Abg. Leun meint, wenn die Kontrolle auch
nicht ausgeführt werde, ſo werde doch die Tatſache, daß
die Kontrolle beſteht, drückend empfunden, denn, wenn
man kontrolliert werden kaun, wird damit zum Ausdruck
gebracht, daß eventuell etwas Unrechtes mit der
Fahr=
karte geſchieht. — Abg. Stephan, unterſtützt die
Ausführungen des Abg. v. Brentano ſoweit ſie ſich auf
Fahrten im Wahlkreiſe beziehen und hält die
Uebernacht=
ungsgebühr von 3 Mark ebenfalls für zu niedrig. — Abg.
Raab erneuert den Antrag ſeiner Partei, den in
Darm=
ſtadt wohnenden Abgeordneten die gleichen Tagegelder
zu gewähren, wie den auswärts wohnenden
Abgeordne=
ten. — Abg. Bähr iſt gegen den Antrag, weil die
Tage=
gelder nur ein Erſatz für die Auslagen ſein ſollen, die in
Darmſtadt wohnenden Abgeordneten aber doch nicht die
gleichen Auslagen haben, wie die Auswärtigen. Redner
erörtert dann ausführlich ſeine Erlebniſſe mit der
Frei=
fahrtkarte und tritt ebenfalls für eine ſolche in ganz
Heſ=
ſen ein. — Abg. Dr. Oſann meint, der Antrag Raab
könne nicht im Rahmen des Budgets behandelt werden,
da er eine Geſetzesänderung bedeute. Jedenfalls müſſe
der Antrag zuerſt an den Finanzausſchuß. Zur Sache
ſelbſt iſt doch feſtzuſtellen, daß der Antrag dem Prinzip
der Tagegeldergewährung direkt zuwiderläuft. Das
Prinzip der Tagegeldergewährung ſei doch eine
Entſchä=
digung für die Aufwendungen, die Abgeordnete durchaus
machen müſſen, wenn ſie auswärts wohnen. Dieſe
Auf=
wendungen fallen doch für die in Darmſtadt wohnenden
Abgeordneten weg.
Präſident Köhler erſucht, ſich jetzt nicht mehr zu
weit über dieſes Thema zu verbreiten, da ja die
Berat=
ung der Anträge Ulrich und Raab Gelegenheit hierzu
geben wird.
Abg. Eißnert widerſpricht den Ausführungen des
Abg. Oſann. Den Abgeordneten in Darmſtadt ſei die
Teilnahme an der Verhandlung im Landtage ohne
Auf=
wendung auch nicht möglich. Was die Fahrkarten
be=
trifft. ſo würde tatſächlich noch kontrolliert.
Staatsminiſter Ewald Erz. verlieſt demgegenüber
nochmals die Antwort des preußiſchen Miniſters, in der
es ausdrücklich heißt, daß bereits Verfügung ergangen iſt,
die Verordnung der Eiſenbahndirektion Frankfurt
ent=
ſprechend zu ändern. Wenn das noch nicht erfolgt ſein
ſollte, muß das in aller Kürze geſchehen.
Abg. Ulrich ſpricht ſich ebenfalls ſehr ſcharf gegen
die Kontrolle aus, zu der die Eiſenbahnbehörde
über=
haupt kein Recht habe, ebenſo wenig dazu, die erteilte
Fahrkarte irgendwie zu beſchränken. Das Verhalten des
preußiſchen Eiſenbahnminiſters bezeichnet Redner als
Spänbrennerei, die man ſich nicht gefallen laſſen ſollte.
Man ſolle einfach die ganzen Fahrkarten der Regierung
zur Verfügung ſtellen und jeder die Fahrkarte 1. Klaſſe
liquidieren.
Staatsminiſter Ewald Exz. muß gegen die
Be=
zeichnung „„Spänbrennerei” des preußiſchen
Eiſenbahn=
miniſters entſchieden Verwahrung einlegen. Dieſe Kritik
ſei durchaus ungerecht. Die Tatſache ſei doch einfach die,
man habe von dem preußiſchen Miniſter der öffentlichen
Arbeiten verlangt, den Abgeordneten das gleiche zu
ge=
währen, was den preußiſchen Abgeordneten auch gewährt
wird. Der preußiſche Eiſenbahnminiſter habe darauf
mitgeteilt, daß die preußtiſchen Landtagsabgeordneten
nur freie Fahrt zwiſchen Berlin und ihrem Wohnſitz
haben und nur zu ſolchen Reiſen, die ſie als
Landtags=
abgeordnete ausführen. Für die preußiſchen
Abgeord=
neten beſteht alſo die gleiche Beſchränkung, wie für die
heſſiſchen. Der preußiſche Miniſter hat alſo
urſprüng=
lich alles zugeſtanden, was von ihm verlangt worden!
iſt. Eine andere Frage iſt ja doch, ob das nun
ausrei=
chend iſt. Und dieſe Frage kann ja bei der Beratung der
Anträge Ulrich und Raab eröriert werden. Die Kritik.,
die an dem Verhalten des preußiſchen
Eiſenbahnmini=
ſters geübt wurde, iſt alſo ungerecht.
Abg. Molthan ſtimmt den Ausführungen des
Abg. v. Brentano zu bezüglich der Freikarten. Dem
An=
trag Raab ſtimmt er zu und bedauert den
zurückhalten=
den Standpunkt des Abg. Oſann. — Abg. Reh iſt
eben=
falls bezüglich der Freikarten gleicher Meinung, wie der
Abg. v. Brentano. Er werde ſich auch keinerlei
Be=
ſchränkung gefallen laſſen. Der Antrag des Abg. Raab
ſei zu unterſtützen, er hätte ſeinen Antrag nur dahin
ändern ſollen, daß er eine Aenderung des Geſetzes
bean=
tragt. — Abg. Bach führt Beſchwerde darüber, daß er
auf der Fahrt von Mainz bis Guſtavsburg immer ſtehen
muß, weil zu wenig Wagen eingeſtellt ſind. — Abg. Dr.
Oſann: Er habe ſich bezüglich des Antrages Raab auf
den Boden des Geſetzes geſtellt. Wenn man das Geſetz
ändern will, habe er durchaus nichts dagegen. Der
Vor=
wurf des Abg. Raab, daß der Finanzausſchuß den
An=
trag immer noch nicht erledigt habe, muß
zurückgewie=
ſen werden, da der Finanzausſchuß den Antrag
über=
haupt noch nie gehabt hat. Ehe man einen ſolchen
Vorwurf erhebt, ſolle man ſich doch orientieren. — Nach
weiteren Ausführungen der Abg. Raab und v.
Bren=
tano wird der Antrag Raab in ein „Erſuchen”
umge=
wandelt und heißt nun: „Die Kammer möge die
Regier=
ung erſuchen, alsbald dem Hauſe eine Vorlage zu
machen, wonach den in Darmſtadt wohnenden
Abgeord=
neten entſprechende Tagegelder gewährt werden.”
Danach ſchließt die Debatte Der
Ausſchuß=
antrag — 80 Mark in Einnahme und 146 178 Mark in
Ausgabe zu bewilligen — wird angenommen. Der
Antrag Raab wird einſtimmig
ange=
nommen.
Debattelos erledigt werden der Nachtragsbericht des
Erſten Ausſchuſſes zum Titel 1II: Koſten der Erſten
Kammer, und III: Koſten der Zweiten Kammer, mit
18 132 Mark bezw. 99846 Mark zu bewilligen, ſowie die
Regierungsvorlage, betr. den Entwurf des
Finanz=
geſetzes uſw., und endlich die Vorbemerkungf
zum Etat, in der der Ausſchuß beantragt: Die
Kammer wolle beſchließen: 1. daß die Kredite für
lau=
fende Unterhaltung von Gebäuden nur unter der
Be=
ſchränkung bewilligt werden, daß Uebertragungen in das
Rechnungsweſen der nachfolgenden Finanzperiode nicht!
ſtattfinden dürfen; 2. daß den Verwilligungen für
Neu=
bauten und größere Herſtellungen bei allen Bauweſen
die Beſchränkung beigefügt wird, daß Erſparniſſe, welche
bei der Vergebung der Arbeiten durch Abgehote an den
Voranſchlägen erzielt wurden, nur inſoweit zur
Ver=
wendung kommen dürfen, als ſie zur Deckung von
Auf=
geboten über die Voranſchläge oder zu
Fundamentier=
ungsarbeiten oder ſonſt ſich als notwendig erweiſenden
Verbeſſerungsarbeiten bezüglich der baulichen Anordnung
des Rohbaues und des inneren Ausbaues innerhalb des
Rahmens des genehmigten Projekts erforderlich ſind;
Entr-Kur dunz KarzszenrLt!
Lederwaren
.Brief-, Visit-, Zigarren- und Zigaretten-
Taschen, Portemonnaies, Herren- und
Damen-Schreibmappen, Photographie- u.
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kästen, Buchhüllen etc. etc.
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wegen Aufgabe der Abteilung LURUs, zu und unter
Einkaufspreis. 1—
Dre.
da in aller Kürze der Laden
: geräumt sein muss.::
Dfre.
MonoleranvFiEinhenEbEF!
[ ← ][ ][ → ]Seite 14,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
Nummer 70.
3. ihr Einverſtändnis mit dem Inhalt der in dem
Haupt=
voranſchlag beigefügten Anmerkungen, nachgeſuchten
Be=
fugniſſe, Ermächtigungen, Berechtigungen und
Vor=
behalte uſw. der Großherzoglichen Regierung inſoweit
erklären, als nicht ein das Einverſtändnis ablehnender
oder beſchränkender Beſchluß gefaßt wird.
Damit iſt der Etat endgültig erledigt.
Präſident Köhler ſtellt feſt, daß der Etat im
vori=
gen Jahre 16 Sitzungen, in dieſem Jahre 22 Sitzungen
erfordert habe und im Vorjahre am 16., in dieſem am
21. März erledigt wurde.
Es tritt dann eine Pauſe ein.
Nach der Pauſe kommt zunächſt der Antrag des Abg.
Leun, betreffend
die Bildung der Landtagswahlkreiſe in
der Provinz Oberheſſen,
zur Beratung: Hohe Zweite Kammer wolle beſchließen,
Großherzogliche Regierung zu erſuchen, den Hof
Hei=
bertshauſen bei dem 4. Wahlkreiſe zu ſtreichen und dem
6. Wahlkreiſe zuzuteilen.
Abg. Leun begründet ſeinen Antrag. Der Hof
Heibertshauſen gehört zur Gemarkung Daubringen, und
da dieſe Gemeinde zu dem Wahlkreiſe Grünberg gehört,
muß die beantragte Aenderung ſinngemäß erfolgen.
Der Zweite Ausſchuß erachtet den Standpunkt, wie
ihn Großherzogliches Staatsminiſterium in einer
Ant=
wort vom 19. Februar 1912 vertritt (ſ. Z. veröffentlicht),
für zutreffend und beantragt Ablehnung des
An=
trags.
Nach kurzer Debatte wird dieſem Antrag
zuge=
ſtimmt.
Es folgen Wahlprüfungen. Die Wahlen von
27 Abgeordneten werden debattelos für gültig
erklärt.
Auf die Anfrage des Abgeordneten Dr. Oſann,
betreffend Wohnungsgeld der
Reichsbeam=
ten: Iſt die Regierung bereit, darüber Auskunft zu
geben, wie weit die Verhandlungen bezüglich des
Wohn=
ungsgeldes der Reichsbeamten und damit auch der
heſ=
ſiſch=preußiſchen Eiſenbahnbeamten im Bundesrat
bezüg=
lich der Stellung der Stadt Darmſtadt in den
Wohnungs=
geldtarif gediehen ſind?, verlieſt Staatsminiſter Ewald
eine ausführliche Regierungsantwort, aus der hervorgeht,
daß der Antrag Heſſen auf Heraufſetzung der Stadt
Darm=
ſtadt in die Ortsklaſſe B dem Herrn Reichskanzler zur
nochmaligen Prüfung zurückgegeben wurde. Mit dieſer
nochmaligen Prüfung iſt das Reichsſchatzamt zurzeit
be=
faßt und die Verhandlungen mit dem heſſiſchen
Bundes=
ratsbevollmächtigten ſind noch im Gange. Es wird
Drucklegung der Antwort und Vertagung der
Beſprechung beſchloſſen.
Auf die Anfrage der Abgeordneten Leun und
Ge=
noſſen, betreffend Veteranenbeihilfe: Iſt der
Großh. Regierung bekannt, daß im Lande vielfach
dar=
über Klage geführt wird, daß das Geſetz die
Veteranen=
beihilfe betreffend nicht einheitlich gehandhabt wird?,
verlieſt Miniſter des Innern von Hombergk zu
Vach die Regierungsantwort, in der es u. a. heißt: Zu
dem Geſetz wegen Abänderung des Geſetzes vom 23. Mai
1873, betreffend die Gründung und Verwaltung des
Reichs=Invalidenfonds, vom 22. Mai 1895, ſind am 24.
März 1911 vom Bundesrat neue
Ausführungsvorſchrif=
ten erlaſſen worden. Dieſe Beſtimmungen verfolgen in
wohlwollender Abſicht den Zweck, den Kreis der mit
Bei=
hilfen zu bedenkenden Kriegsteilnehmer erheblich zu
er=
weitern. Die hauptſächlichſten Aenderungen beſtehen
darin, daß der Schwerpunkt auf die
Unterſtützungs=
bedürftigkeit des Kriegsteilnehmers gelegt wird und die
Frage der Erwerbsunfähigkeit eine mildere Behandlung
erfährt. Eine wohlwollende Behandlung der
Beihilfe=
geſuche in dieſem Sinne iſt in unſerem Ausſchreiben vom
4. April 1911 den Kreisämtern empfohlen worden und
wird von uns bei Beurteilung der zu entſcheidenden
Ge=
ſuche ſtets geübt. Auch neuerdings haben wir dieſen
Geſichtspunkt in einem Ausſchreiben an die Kreisämter
wiederholt zum Ausdruck gebracht. Unter
Zugrunde=
legung des Prozentſatzes der noch beſtehenden
Erwerbs=
fähigkeit wird der Betrag ermittelt, den der
Kriegsteil=
nehmer noch zu verdienen imſtande iſt. Reicht dieſer
Be=
trag unter Hinzurechnung anderweiter
Einkommens=
bezüge oder der Leiſtungen unterhaltspflichtiger
Ver=
wandten zum notwendigen Lebensunterhalt nicht aus,
ſo wird die Vorausſetzung der Unterſtützungsbedürftigkeit
wegen Erwerbsunfähigkeit als erfüllt angeſehen. Es
ſind wiederholt, namentlich aus dem Kreiſe Friedberg,
gegen die Ablehnung von Beihilfegeſuchen
Be=
ſchwerden verfolgt worden. Wenn ſie gegen von
Kreis=
ämtern erlaſſene vorläufige Entſcheidungen gerichtet
waren, konnten wir faſt immer wahrnehmen, daß die
beſtehenden Vorſchriften richtig gehandhabt wurden.
Auch hierzu wird Beſprechung beſchloſſen. Abg.
Leun tritt ſehr energiſch für die Veteranen ein und
bittet dringend, für einen gerechten Ausgleich Sorge
tra=
gen zu wollen. In der Feſtſtellung der
Erwerbsfähig=
keit ſolle man nicht zu ſcharf abgrenzen, — Die Abgg.
Lutz, Adelung, Wolf=Stadecken, v. Brentano,
Auler, Heerdt, Korell=Angenrod unterſtützen
aufs wärmſte die Ausführungen Leuns.
Geheimerat Beſt: Den Vorwurf des Abg. Leun, daß
man gegen die Veteranen hartherzig verfahre, müſſe er
zurückweiſen. Die Sympathien, die die Regierung für
die alten Veteranen hegt, ſind genau ſo warm, als ſie
ſoeben im Hauſe zum Ausdruck gebracht wurden, und für
gerechte Behandlung der Veteranen werde die
Regier=
ung nach wie vor beſorgt ſein. Man müſſe dabei
natür=
lich den beſtehenden Geſetzesbeſtimmungen Rechnung
tra=
gen und die Bedürftigkeit prüfen. Die Regierung hat
verordnet, daß ſämtliche Beihilfegeſuche dem
Miniſte=
rium vorgelegt werden, daß nicht mehr die Kreisämter
allein entſcheiden können. Die Beſtimmungen hierüber
ſeien die gleichen, wie in Preußen, es könne alſo von
beſſerer Behandlung der preußiſchen Veteranen keine
Rede ſein. Auf vorgebrachte Einzelfälle kann Redner
hier nicht eingehen.
Abg. Korell=Angenrod verlieſt darauf einen
An=
trag Leun und Genoſſen, die Regierung zu erſuchen,
dahin zu wirken, daß die beſtehenden Beſtimmungen für
Veteranenbeihilfen weſentlich gemildert werden. —
Da=
mit ſchließt die Beſprechung.
Eine Anfrage der Abgeordneten Dr. Boxheimer
und Genoſſen, betreffend die Bekämpfung der
Rebſchädlinge und Tierſeuchen, lautet: Iſt
es der Großh. Regierung bekannt, daß in Rheinheſſen,
namentlich im Kreiſe Worms, eine große Zahl von
Straf=
verfolgungen wegen Vergehens gegen die Vorſchriften
zur Bekämpfung der Rebſchädlinge und der Tierſeuchen
bereits eingeleitet ſind oder eingeleitet werden ſollen?
Will die Regierung nicht dahin wirken, daß dieſe
Ver=
folgungen niedergeſchlagen werden und dadurch die in
den Kreiſen der davon betroffenen Landwirtſchaft
herr=
ſchende Erregung beleitigt wird?
Auch hierauf verlieſt Miniſter des Innern von
Hom=
bergk zu Vach eine Regierungsantwort, deren
Druck=
legung und Vertagung beſchloſſen wird.
Auf die dringliche Anfrage der Abgeordneten
Ko=
rell=Königſtädten und Genoſſen, betreffend
Hagel=
ſchaden im Bezirk Wöllſtein: An die Großh.
Regierung richten wir die dringliche Anfrage, ob ſie in
der Lage iſt, den Landwirten des Bezirks Wöllſtein, deren
Exiſtenz durch das Hagelwetter vom 9. Juni 1911
be=
droht iſt, eine finanzielle Beihilfe, eventl. auch zinsloſe
Darlehen auf einige Jahre, zu gewähren?, erteilt Miniſter
des Innern v. Hombergk zu Vach folgende Antwort
der Regierung: Wegen der durch das Hagelwetter vom
9. Juni 1911 in einigen Gemeinden Rheinheſſens
her=
vorgerufenen Schäden und einer etwaigen
Beihilfe=
leiſtung aus Staatsmitteln ſchweben bereits ſeit
gerau=
mer Zeit Verhandlungen. Ehe ſie abgeſchloſſen ſind,
läßt ſich nicht überſehen, ob und inwieweit ſtaatliche
Hilfe gewährt werden kann.
Abg. Korell=Königſtädten möchte die Regierung
dringend bitten, doch recht bald die notwendigen
Er=
hebungen anzuſtellen. Es gebe eine ganze Anzahl
Land=
wirte, die bare Unterſtützungen nicht wünſchen, ſondern
nur zinsfreie Darlehen. — Die Ausführungen werden
durch den Abg. Wolf=Stadecken unterſtützt. Damit
ſchließt die Beſprechung.
Der Antrag Leun und Genoſſen, betr. die
Vete=
ranenbeihikfe, wird ſodann in Form eines
Er=
ſuchens eingebracht und einſtimmig
ange=
nommen.
Auf die Anfrage der Abgeordneten Ulrich und
Ge=
noſſen, betreffend den Spar und Kreditverein
Nieder=Modau: Hat die Großh. Regierung
Kennt=
nis davon, daß der Spar= und Kreditverein Nieder=
Modau in Konkurs geraten iſt und daß dabei höchſt
merkwürdige Vorgänge zu beklagen ſind? Und: was
ge=
denkt die Großh. Regierung zu tun, um den für
Hun=
derte kleiner Leute zu befürchtenden wirtſchaftlichen
Zu=
ſammenbruch abzuwehren?, verlieſt Miniſter des Innern
von Hombergk zu Vach eine Antwort, deren
als=
baldige Beſprechung beantragt und beſchloſſen wird. Es
heißt darin: Wie die Großh. Regierung nicht in der Lage
war, die mit wirtſchaftlichen Schäden für die
Beteilig=
ten verbundenen Vorgänge zu verhindern, weil die
Re=
viſion der Genoſſenſchaft nicht zu ihrer Zuſtändigkeit
ge=
hörte, ſo iſt ſie auch nicht imſtande, die daraus
entſtehen=
den Folgen abzuwehren. So weit bei den
Sanierungs=
beſtrebungen die Hilfe der Verwaltungsbehörden von
Nutzen ſein kann, werden dieſe in Tätigkeit treten, wie
auch ſeither ſchon das Großh. Kreisamt Dieburg, ſobald
man ſeine Mitwirkung gewünſcht hat, um die Sanierung
eifrig bemüht war. Mit Rückſicht auf eine etwa in
Be=
tracht kommende Anwendung des § 60 des
Genoſſen=
ſchaftsgeſetzes vom 1. Mai 1889 hat das Großh.
Miniſte=
rium des Innern, als die zuſtändige Stelle, den
Vor=
ſtand des Verbandes der heſſiſchen landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften darüber gehört, wie er die
Reviſions=
pflicht gegenüber dem Spax= und Kreditverein Nieder=
Modau in der durch das Verbandsſtatut gebotenen Art
und Ausdehnung ausgeübt habe. Eine Antwort hierauf
iſt noch nicht eingegangen.
Abg. Ulrich meint, die Regierung hätte das Recht
gehabt, die Protokollbücher einzuſehen und zu prüfen.
Sie hätte ſchon 1905, alsbald nach Bekanntwerden der
erſten Unregelmäßigkeiten, dazu Veranlaſſung nehmen
müſſen, um doch wenigſtens die Größe des Nachteils
einzuſchränken. In Zukunft möge die Regierung von
dieſem Rechte Gebrauch machen. Jetzt möge die
Re=
gierung wenigſtens für Beſchleunigung der Regelung
Sorge tragen und die Beteiligten nach Möglichkeit vor
Schaden ſchützen helfen. Materiell kann ja wohl nicht
geholfen werden, doch werde er eventl. für Gewährung
unverzinslicher Darlehen zu haben ſein, um zahlreiche
kleine Leute vor dem drohenden Ruin zu ſchützen. — Abg.
Wolf=Stadecken meint, es ſei zu rügen, daß die Spar=
und Darlehenskaſſen faſt allenthalben Bankcharakter
an=
nehmen. Segensreich ſind dieſe Kaſſen nur, wo ſie in
beſcheidenem Rahmen bleiben und der Geldvermittelung
dienen. — Abg. Dr. Oſann beleuchtet die Tätigkeit der
Nieder=Modauer Kaſſe und tritt dann den Ausführungen
Ulrichs in einigen Darlegungen entgegen. Den
Aus=
führungen des Abg. Wolf iſt zuzuſtimmen, daß derartige
Kaſſen keinen größeren Umfang annehmen ſollten, als
der Vorſtand ihn überſehen kann. In der Nieder=
Modauer Kaſſe ſei außerordentlich leichtſinnig
gewirt=
ſchaftet worden. Die Regierung ſollte danach ſtreben,
möglichſt alle ſolche Geſellſchaften mit unbeſchränkter
Haftung in ſolche mit beſchränkter Haftpflicht
umzuwan=
deln. — Abg. v. Brentano tritt den Ausführungen
des Abg. Ulrich ebenfalls entgegen. Reviſionen könnten
geſchickte Fälſchungen und Unterſchlagungen auch nicht
feſtſtellen. An dem ganzen Unglück ſei die miſerable
Ver=
waltung der Kaſſe ſchuld, ſo trifft ies die
Genoſſenſchaft=
ſelbſt. Anerkannt müſſe werden, daß der Kreisrat von
Dieburg ſofort nach Bekanntwerden des
Zuſammen=
bruches alles getan habe, die Sanierung durchzuſetzen.
Miniſter des Innern von Hombergk zu Vach
beſtätigt, daß der Kreisrat von Dieburg alles mögliche
verſucht hat, die Sanierung durchzuführen und daß er
auch weiter in dieſem Sinne zu wirken beſtrebt ſein
wird. Daß die Regierung das Recht habe, Einſicht in
die Protokolle zu verlangen, ſei richtig, doch ſei damit
nichts zu erreichen geweſen. Dieſe Kaſſen haben ihre
eigenen Reviſionsbehörden, ſodaß die Regierung hier
wenig Einfluß hat. Auf Grund einer Zeitungsnotiz
ein=
zuſchreiten, hat die Regierung doch kein Recht.
Abg. Henrich beſtätigt, daß noch nach 1905 eine
ganze Anzahl Genoſſenſchafter auf Grund falſcher
Bilan=
zen uſw. eingetreten ſind und nun den Schaden
mit=
tragen helfen müſſen. Schon dieſe Tatſache rechtfertige
eventl. eine Hilfsaktion von Seiten des Staates. — (Abg.
Dr. Heidenreich berichtet über die
Sanierungsver=
ſuche der Genoſſenſchaftsbank, die leider an dem
Wider=
ſtand, beſonders des Vorſtands und Aufſichtsrats,
geſchei=
tert ſind. — Abg. Ulrich möchte doch bitten, daß die
Re=
gierung ſchon, wenn nur eine Notiz in den Zeitungen
ſteht, die berufenen Organe beauftragt, nach dem Rechten
zu ſehen. — Nach weiteren Ausführungen des Abg. Dr.
Heidenreich ſchließt die Beſprechung.
Darauf wird die Sitzung geſchloſſen. Nächſte
Sitzung Mittwoch, 10 Uhr. Schluß ½2 Uhr.
Sport.
sr. Das Internationale Schachturnier
zu San Sebaſtian ſteht jetzt unmittelbar vor ſeinem
Abſchluß, nachdem auch die letzte 22. Runde geſpielt und
nur noch vier Hängepartien zu erledigen ſind. Aller
Vor=
ausſicht nach wird nun das Endergebnis eine große
Ueberraſchung bringen, denn weder Spielmann, der
wäh=
rend der ganzen Dauer des Turniers überlegen die
Füh=
rung behauptete, noch Niemzowitſch, der als nächſter
An=
wärter in Frage kam, dürfte den Siegespreis erringen.
Der Rang wird ihnen wahrſcheinlich zu guterletzt noch
von Rubinſtein abgelaufen werden, der mit
überraſchen=
der Energie in den letzten Runden ſeine Poſition
ver=
beſſert hat. Er ſpielte in der letzten Runde gegen
Niem=
zowitſch. Die Partie wurde ebenſo, wie die zwiſchen ihm
und Spielmann, abgebrochen. Jetzt hat Rubinſtein in
beiden Kämpfen die beſte Ausſicht auf Gewinn. Die
Partie Teichmann-Schlechter ergab Remis.
Abgebro=
chen wurden noch von den Partien der letzten Runde
die=
jenigen zwiſchen Duras und Perlis und zwiſchen
Leon=
hard und Marſhall. Spielmann und Niemzowitſch haben
jetzt je zwölf Gutpunkte und je eine Hängepartie.
Rubin=
ſtein folgt mit 10½ Punkten und zwei Hängepartien vor
Tarraſch mit 9½ Punkten und einer Hängepartie, Perlis
9 (2), Duras und Marſhall je 8½ (1), Schlechter und
Teich=
mann je 8, Leonhard 5 (1).
* Das Fußballſpiel um den engliſchen
Pokal zwiſchen Bradford=City und Barnsley, das
be=
reits zweimal ein unentſchiedenes Reſultat ergeben hatte,
wurde zum dritten Male wiederholt. Aber
auch diesmal konnte trotz Verlängerung der Spielzeit
keine der beiden Partien ein Tor erzielen, ſo daß das
Spiel zum dritten Male unentſchieden 0:0 endete.
Der Kampf wird nunmehr nochmals ſtattfinden müſſen.
Die ſiegreiche Mannſchaft wird dann in der vorletzten
Runde gegen Swindon=Town zu ſpielen haben, während
die Blackburn=Rovers gegen Weſt Bromwich=Albion
ſpielen.
sr. Die Franzöſiſche
Paarlaufmeiſter=
ſchaft im Eiskunſtlaufen wurde von dem Paar
Magnus-Mme. Delmonte gegen Saberet-Mlle.
Rouſſel gewonnen. Anläßlich der Veranſtaltung fand
auch ein Eishockey=Match zwiſchen dem Club dest
Patineurs=Paris und dem Bruxelles Jce=Hockey=Club!
ſtatt, das die Brüſſeler Mannſchaft mit 4:2 gewann.
Zwei neue Weltrekords für
Berufs=
läufer wurden gelegentlich eines Matches zwiſchen den
beiden bekannten Auſtraliern Poſtle und Donaldſen in
Auckland aufgeſtellt. Poſtle ſchlug ſeinen Gegner über
75 Yards in 7½ Sek. und über 150 und 200 Yards in den=
Weltrekordzeiten von 14½ bezw. 19 Sekunden.
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Copyright 1910 by Anny Wothe, Leipzig.
Mittſommernacht lag über dem Faxabuſen. Ueberall
tiefe, traumloſe Stille.
Nur die Wellen des Ruderſchlages plätſchern leiſe an
dem Kiel des Bootes, das langſam über das Waſſer gleitet.
Wie ein Gaukelſpiel zeigt die Natur dem ſtaunenden
Men=
ſchenauge noch einmal, bevor die Sonne ſcheidet, die
uner=
meßliche Glut eines isländiſchen Himmels.
Der Mann und die Frau, die das kleine Boot über
das Waſſer führen, ſehen kühlen Auges die wunderbare
Wolkenlandſchaft, die ſich an dem glühenden
Mitter=
nachtshimmel phantaſtiſch aufbaut.
Das ganze Firmament ſteht in Flammen. Von
leuchtendem Schnee umkleidet, hebt ſich der höchſte Berg
Islands, der Snaefallsjökull, aus dem Meexe empor.
Purpurglut flammt über ſein weißes Kleid, und rote
Flammen zucken auch in den grünblauen Augen der Frau
auf, die jetzt plötzlich wie müde die Ruder einzieht und
verſonnen in das Purpurlicht ſtarrt. Der kräftige,
breit=
ſchultrige Mann, der ihr gegenüber mit feſter, brauner
Hand die Ruder führt, blickt prüfend in das ernſte Geſicht
ſeiner Gefährtin. Sie trägt die dunkle Landestracht der
Geinderimen einen ingei, feletreihen Res von
ſchwarzem Tuch, ein ſchwarzes Mieder über dem weißen
Bruſtlatz und einen Gürtel mit Silberſtickerei. Eine breite,
ſchwarze Schürze von ſchwerer Seide krauſt ſich um die
ſchlanken Hüften. Auf dem Haupt ruht eine kleine,
kreis=
runde, ſchwarze Mütze mit einer langen, ſchwarzen, mit
Silberſchmuck verſehenen Seidenkordel, die dem Mädchen
tief auf die Schulter herabwippt.
Die dicken, lichtblonden Zöpfe ſind in langen
Schlei=
fen aufgeſteckt.
Der braune Mann im Boot umfaßt mit heißen Augen
die hohe, kraftvolle, üppige und doch zarte Erſcheinung.
Er ſieht die Bruſt der Frau unter dem feinen Bruſtlatz
beben, und er weiß plötzlich, daß es ein Abſchied fürs
Leben ſein ſoll, der hier genommen wird.
Haſt Du es Dir auch reiflich überlegt, Hallgerdr? fragt
er, langſam die Ruder einziehend.
Sie ſieht ihm ernſt, faſt kühl ins Geſicht, und dann
ſagt ſie haſtig:
Ich verſtehe nicht, Kaare, wie Du von Ueberlegung
reden kannſt. Es gibt nichts zu überlegen, mein Geſchick
iſt beſiegelt. Ehe die Sonne noch einmal ſinkt, habe ich
aufgehört „Ich” zu ſein.
Du darfſt nicht auf den Widarhof, Hallgerdr! Ich
könnte ja nicht leben, wenn ich Dich dort wüßte.
Hallgerdr lächelt ſchmerzlich.
Du miſtwei berdes Mer ſihos Kate und uich
bald vergeſſen. Viel brave Söhne Islands ſind vor
Dir=
ausgezogen, und ſie ſind nicht zurückgekehrt. Auch Du
wirſt vielleicht nicht heimfinden, wenn Dich die Ferne
mit ihrem gleißenden Schimmer betört.
Ich liebe mein Vaterland, unſer trotziges, wildes,
ſchönes Feuerland, das Segen und Fluch für uns alle in
ſich trägt, gibt er trotzig zurück.
Es haben vor Dir auch Viele geliebt, Kaare, und ſie
haben den Weg doch nicht zurückgefunden.
Du willſt, daß ich Dich vergeſſen ſoll, Hallgerdr?
Einen Augenblick ſinkt das eigenwillige Mädchenhaupt
tief auf die Bruſt, dann hebt ſie energiſch den blonden
Kopf und ihr Auge ſucht die Ferne.
Sie ſieht die dunkle Esja ſich von der blendenden
Weiße des Snaefallsjökull phantaſtiſch abheben. Sie ſieht
die weißen Fetzen des ſchimmernden Winterkleides der
Esja, von Roſenſäumen umzogen, über den ſchwarzen
Ba=
ſalt flimmern, und ſie weiß plötzlich, daß Kaare Myrdal,
ihr Jugendfreund, wahr geſprochen. Sie wollte ihn
ver=
geſſen.
Ich habe nicht das Recht, an mich zu denken, Kaare,
nahm ſie beherrſcht das Wort. Ueber dem Widarhof hängt
ein ſchweres Geſchick. Du weißt es, wir büßen für die,
die vor uns geſündigt.
Es iſt ja Wahnſinn! ſchrie der braune Mann im Bogt
Nummer 70.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
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leidenſchaftlich auf, daß es ſchauerlich durch die lautloſe
Stille der Mittſommernacht gellte, ſiehſt Du denn nicht
ein, daß alle Euere Opfer umſonſt gebracht ſind, daß der
Fluch, der auf Euerem Hauſe laſtet, ſich nicht in Segen
verwandeln kann, wenn Ihr die Menſchen meider, denen
Ihr Gutes tun könntet? Wenn Dein Vater auch daran
glaubt und die alte Gynna, die ſeit Jahr und Tag nichts
anderes geſehen haben als den Widarhof, ſo kann ich das
verſtehen. Du aber, Hallgerdr, Du biſt doch nicht umſonſt
Jahre lang in Reykjavik im Hauſe des Amtmadurs (
Amt=
manns) geweſen, Du könnteſt wirklich Dein Leben aus
Aberglauben zu Grunde richten?
Es iſt kein Aberglaube. Schuld liegt auf dem
Widar=
hof und ſeinen Bewohnern.
So? Kennſt Du denn dieſe Schuld, Weißt Du denn,
warum bei Euch in dieſer ſchaurigen Einöde alles ſterben
muß, Nein, Du weißt nichts, als das Geſchwätz der Knechte
und Mägde und was Gynna, die alte Wahrträumerin,
Dir vertraute.
Ich weiß, daß der Tod bei uns zu Gaſt iſt, daß er
unerbittlich das Geſchlecht der Jonſons ausrotten will,
und weil ich das weiß, darum, Kaare, kann ich Dein Weib
nicht werden.
Und wenn wir dem Schickſal trotzen? Wenn wir
ver=
ſuchen, den Fluch in Segen zu verwandeln? Glaubſt Du
nicht, Hallgerdr, daß es uns gelingen würde?
Nein, entgegnete ſie hart. Auch unſere Kinder
wür=
den ſterben bis auf das letzte, das den Fluch weiter durchs
Leben ſchleppen muß, wie es auch mein Los iſt. Mir
grauſt, wen ich daran denke, daß die Sünden der Väter
heimgeſucht werden ſollen an den Kindern. Und nun,
Kaare, laß uns Abſchied nehmen, für immer. Die Sonne
ſcheidet. Schon verbirgt die ſchwarze Esja ihren letzten
Schein, und wildzackigeſteht nur noch der Akrafall in ſeiner
letzten Glut. Bald wird in dieſer taghellen Nacht die
Sonne da drüben im Oſten wieder ſteigen, und bei ihrem
erſten Glühen muß ich zur Reiſe rüſten ins Vaterhaus.
Du haſt mich nie geliebt, Hallgerdr, wenn Du ſo
leich=
ten Herzens ein Glück aufgibſt, was wir einſt beide ſo heiß
erſehnten. Dein Vater hat kein Recht, Dich um Dein
Le=
bensglück zu betrügen. Er hat es wohl gefühlt, als er
Dich Jahre lang in Reykjavik ließ, im Hauſe des
Amt=
madurs, wo Du gehalten wurdeſt wie ein eigenes Kind.
Der Vater fordert mich zurück, und ich muß ihm
ge=
horchen. Lebe wohl, Kaare. Lege die Ruder ein. Morgen
bin ich wieder auf dem Hof des Schweigens, und Du biſt
weit von hier.
Ich gehe nicht, Hallgerdr! Mit beiden Händen will ich
Dich halten, Seele meiner Seele, Herz meines Herzens.
Wie töricht, Kaare! Es würde Dir nichts helfen! In
wenigen Tagen geht die Expedition von Thorshavn ab,
der Du Dich zu einer Forſchungsreiſe anſchließt, da
drau=
ßen zwiſchen Eis und Schnee, wo tauſend Gefahren Dich
täglich umlauern, wo Du jeden Tag heiß um Dein Leben
kämpfſt, wirſt Du mich bald vergeſſen.
Nie, nie! rief Kaare Myrdal leidenſchaftlich.
Hall=
gerdr Jonſon wird der Stern ſein, der mich geleitet, und
wenn ich ſterbe da draußen in einſamer Ferne in Nacht
und Eis, ſo wird dieſer Stern noch hell in meiner
Todes=
nacht ſtrahlen. Verſprich mir, Hallgerdr, auf mich zu
war=
ten, bis ich heimkehre. Verſprich mir die Treue, ohne die
jede Liebe wertlos iſt, verſprich mir Dein Leben.
Das blonde Weib ſchüttelte ernſt den Kopf, und einige
kräftige Ruderſchläge trieben das Boot dem Ufer näher.
Mein Leben gehört nicht mir, Kaare. Es iſt verwirkt.
Was ſollen Verſprechungen, die ſich nie erfüllen laſſen.
Wenn ich Dir dieſe Nacht hier ſchenkte, ſo war es ein
Ab=
ſchiednehmen von meiner, von unſerer Jugend. Signe
träumt in ihrer Kammer gewiß ſüß von Dir und ahnt nicht,
daß Du heimlich in dieſer Nacht eine andere begehrſt.
Schweige von Signe! Das törichte Ding! Mit
bun=
ten Bändern putzt ſie ihr Kleid, und mit ihrem Lächeln
glaubt ſie mein Herz zu rühren.
Sie kennt die Herzen der Männer, Kaare, und ſie hofft,
daß ſie doch noch erringt, was ſie begehrt. Es iſt ein ſüßes
Kind, unſere kleine Freundin, und ſie würde Dir eine brave
Lebensgefährtin ſein.
Ich will keine brave Lebensgefährtin! Ich will Glut,
will Leidenſchaft! Was ſoll mir das, Püppchen? Dich will
ich, Hallgerdr, Dich, nur Dich!
Unwillkürlich hatte auch er die Ruder wieder eingelegt,
und das kleine Boot ſchoß jetzt pfeilſchnell in den Hafen
von Reyjavik.
Noch lag im heimlichen Grauen die taghelle Nacht,
aber die farbigen Wolken hatten ſich inzwiſchen von Weſten
nach Oſten gewandt, und aus ihrer Mitte ſtieg jetzt
ſieg=
haft Helios empor.
Ein neuer Tag und ein neues Leben für uns beide,
ſprach Hallgerdr, als ſie langſam die ſteile Holzbrücke
be=
trat, die zum Sjoarſtrönd Reykjaviks empor führte.
Im dumpfen Schweigen befeſtigte Kaare das Boot, im
dumpfen Schweigen folgte er ſeiner blonden Gefährtin der
Hofmarſtrati entlang, bis ſie zu dem grasbewachſenen Platz
Auſturvollur kamen, wo das bronzene Standbild
Thor=
waldſens in die goldige Morgenluſt ragte.
Die Domkirkja mit ihrem hölzernen Turm, die den
Platz begrenzte, lag noch im tiefſten Schatten. Totenſtill
träumten die Straßen in dieſer Nacht der
Sommerſonnen=
wende.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 22. März 1912.
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Wehrkraft auf der Höhe zu halten.
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I. Vorsitzender: Dr. Karl Lanz.
HeſiſcherLandesverein vom Roten Krenz.
Wir glauben an alle Kreiſe der hieſigen
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wohnerſchaft die dringende Bitte richten zu dürfen,
dem Landesverein als Mitglied beitreten oder ihn
durch einmaligen Beitrag unterſtützen zu wollen.
Liſten ſind in Umlauf geſetzt worden. Wir bedürfen
zur Erfüllung unſerer Aufgaben dringendſt größerer
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Darmſtadt, im März 1912.
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koch. kann u. Hausarb. verrichtet,
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zum 1. od. 15. April Stellung.
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ürgerl. kochen können, Landmädch.
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