Abonnementspreis
Inſerate
175. Jahrgang
monatl. 60 Pfg., viertelj. 1.80 Mk.,
aus=
werden angenommen in Darmſtadt,
wärts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
für Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
ſchriebenen Tagenwirdnicht übernommen.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Bei der Reichstagserſatzwahl im
Sieg=
kreis wurde Trimborn (Zentrum) gewählt.
Die Ausarbeitung der Geſetzentwürfe über die
Wehrforderungen und die
Deckungsvor=
ſchläge wird dieſer Tage abgeſchloſſen.
Staatsrat von Pfiſtermeiſter, der frühere
Ver=
traute Königs Ludwig II. von Bayern und Gegner
Richard Wagners, iſt, 90 Jahre alt, in München
ge=
ſtorben.
Die italieniſche Kammer nahm ſämtliche Artikel
des Geſetzentwurfes betreffend
Monopoliſier=
ung der Lebensverſicherung an.
Alle Verhandlungen zwiſchen den engliſchen
Bergwerksbeſitzern, den Bergarbeitern und
der Regierung ſind für die nächſte Woche ver tag t
worden. Der Ausſtand dauert fort.
Die Suffragettes verübten in London neuerdings
wüſte Ausſchreitungen.
Der Präſident der Republik Paraguay iſt
zur Abdankung gezwungen worden.
In Peking haben ſich die Unruhen wiederholt. Die
fremden Geſandten beraten über ein gemeinſames
Vor=
gehen.
Letzte Nachrichten ſiehe Seite 7.
Aus der Statiſtik der Eiſenbahnen
Deutſchlands für 1910.
D Von der im Reichseiſenbahnamt bearbeiteten
Sta=
tiſtik der im Betriebe befindlichen Eiſenbahnen
Deutſch=
lands iſt der die Ergebniſſe des Rechnungsjahres 1910
umfaſſende Band 31 (Verlag der Königl.
Hofbuchhand=
lung von E. S. Mittler und Sohn) erſchienen.
Nach=
ſtehend werden einige weſentliche Ergebniszahlen des
Werkes mitgeteilt und den entſprechenden Angaben aus
dem vor 10 Jahren erſchienenen Band 21 (
Rechnungs=
jahr 1900) gegenübergeſtellt.
Die Eigentumslänge der deutſchen
vollſpuri=
gen Eiſenbahnen iſt von 49930 Km. am Ende 1900 auf
59 259 Km. am Ende 1910, alſo um 18,7 v. H. gewachſen.
Von dieſer Länge entfielen 1900 45 886 Km. oder 91,9 v. H.
auf Staatsbahnen und 4044 Km. oder 8,1 v. H. auf
Pri=
vatbahnen, 1910 dagegen 55 722 Km. oder 94,0 v. H. auf
Staatsbahnen und 3537 Km. oder 6,0 v. H. auf
Privat=
bahnen. Nach der Betriebsart waren 1900 32278 Km.
oder 64,6 v. H. Hauptbahnen und 17652 Km. oder 35,4
v. H. Nebenbahnen, 1910 dagegen 34376 Km. oder 58.0
v. H. Hauptbahnen und 24883 Km. oder 42,0 v. H.
Ne=
benbahnen vorhanden. Die Hauptbahnen haben ſomit
nur um 6,5 v. H., die Nebenbahnen aber um 41,0 v. H.
zugenommen. Zur Bewältigung des Verkehrs ſtanden
den vollſpurigen deutſchen Eiſenbahnen im
Rechnungs=
jahr 1910 27157 Lokomotiven, 57644
Perſonen=
wagen einſchließlich 314 Triebwagen und 581780
Ge=
päck= und Güterwagen, einſchließlich 3 Triebwagen zur
Verfügung. Gegen 1900 hat bei den Lokomotiven eine
Zunahme von 42.4 v. H., bei den Perſonenwagen von
50,0 v. H. und bei den Gepäck= und Güterwagen von 41,1
v. H. ſtattgefunden. Die Beſchaffungskoſten der
Fahr=
zeuge haben ſich von 2404.57 auf 4003,29 Millionen Mark
oder um 66,5 v. H. erhöht.
Der Perſonenverkehr hat in dem Zeitraum
von 1900 bis 1910 einen weiteren Aufſchwung
genom=
men. Im Jahre 1910 wurde eine Einnahme von 871.30
gegen 572.96 Millionen Mark im Jahre 1900, mithin ein
Mehr von 52,1 v. H. erzielt. Jedes Kilometer brachte
eine Einnahme von 15174 Mark gegen 11760 Mark
im Jahre 1900, mithin ein Mehr von 3414
Mark oder 29,0 vom Hundert. Dagegen iſt die
Einnahme auf je 1000 Achskilometer der
Per=
ſonen= und Gepäckwagen von 109 Mark auf 91 Mark
zu=
rückgegangen. An der Geſamteinnahme war die
Einnahme aus dem Perſonen= und Gepäckverkehr mit
28,65 v. H. gegen 28,17 v. H. im Jahre 1900 beteiligt. Die
eigentliche Perſonenbeförderung einſchließlich
Militär= und Sonderzüge hat gegen das Jahr 1900 ein
Mehr von 284,12 Millionen Mark oder 51,6 v. H., die
Be=
förderung von Gepäck und Hunden ein ſolches von 11.87
Millionen Mark oder 65,1 v. H. aufzuweiſen, während die
Nebenerträge einen Zuwachs von 2,34 Millionen Mark
oder 61,3 v. H. erzielten. Der Anteil der
Wagen=
klaſſen an der Geſamteinnahme aus der
Perſonen=
beförderuna ſtellt ſich im Jahre 1910 auf 3,00 v. H. in
der 1. Klaſſe, 17,50 v. H. in der 2. Klaſſe, 41,97 v. H. in
der 3. Klaſſe, 35.84 v. H. in der 4. Klaſſe. 1,69 v. H. bei
der Militärbeförderung gegen 4,80, 23,38, 47,15. 22.50,
2,17 v. H. im Jahre 1900. An Verſonenkilome=
tern ſind im Jahre 1910 im ganzen 35 418,95 gegen
20 071,28 Millionen im Jahre 1900, alſo 76,5 v. H. mehr
zurückgelegt worden; auf 1 Km. der durchſchnittlichen
Betriebslänge beträgt die Zunahme 49,7 v. H. Der
An=
teil der Wagenklaſſen an den Perſonenkilometern ſtellt
ſich 1910 auf 0,94 v. H. in der 1. Klaſſe, 10,24 v. H. in der
2. Klaſſe, 39,17 v. H. in der 3. Klaſſe, 45,71 v. H. in der
4. Klaſſe 3,94 v. H. bei der Militärbeförderung, gegen
1,71, 13,84, 48,30, 31,60 und 4,55 v. H. im Jahre 1900. Wie
der Perſonenverkehr, hat auch der Güterverkehr
hin=
ſichtlich des Umfanges und der Erträgniſſe in der Zeit
von 1900 bis 1910 eine erhebliche Steigerung erfahren.
Während die Einnahme im Jahre 1900 1309,07 Millionen
Mark betragen hat, iſt ſie im Jahre 1910 auf 1962,34
Mil=
lionen Mark gewachſen, mithin hat eine Zunahme von
49,9 v. H. ſtattgefunden.
Für die vollſpurigen deutſchen Bahnen beliefen ſich
die Bauaufwendungen, worunter die eigentlichen
Baukoſten und verſchiedene ſonſtige Aufwendungen (
Zin=
ſen während der Bauzeit, Kursverluſte, erſte Dotierung
des Reſerve= und Erneuerungsſonds uſw) zu verſtehen
ſind, im Jahre 1900 im ganzen auf 12516,10 Millionen
Mark, ſomit auf 1. Km. der Eigentumslänge auf 250 928
Mark. Sie ſind im Rechnungsjahre 1910 im ganzen auf
17119,42 Millionen Mark und für 1 Km. der
Eigentums=
länge auf 288889 Mark geſtiegen. Beim Geſamtbetrage
hat alſo eine Zunahme von 36,8 v. H. und für das
Kilo=
meter eine ſolche von 15,1 v. H. ſtattgefunden. Die
ge=
ſamten Betriebseinnahmen ausſchließlich des
Pachtzinſes ſind von 2027,09 Millionen Mark im Jahre
190 auf 30304 Millonen Mark im Jahre 1910, alſe um
49,6 v. H. geſtiegen, obwohl die durchſchnittliche
Betriebs=
länge nur um 18,6 v. H. zugenommen hat. Die
Be=
triebsausgaben ausſchließlich der Koſten für
er=
hebliche Ergänzungen. Erweiterungen und
Verbeſſerun=
gen und der Pachtzinſe ſind in der Zeit von 1900 bis
1910 von 1263.99 auf 2032,64 Millionen Mark. alſo um
60.8 v. H., die Ausgaben auf 1 Kilometer der
durchchnitt=
lichen Betriebslänge von 25 434 auf 34497 Mark, alſo
um 35.6 v. H. geſtiegen. Unter Ausſcheidung der Koſten
für erhebliche Ergänzungen, Erweiterungen und
Verbeſ=
ſerungen ſowie der Pachtzinſe hat der Ueberſchuß
der Betriebseinnahmen über die
Be=
triebsausgaben betragen im Jahre 1900: 763,10,
im Jahre 1910: 1000,39 Millionen Mark, er hat alſo um
31,1 v. H. zugenommen, dagegen iſt er im Verhältnis zu
der Geſamteinnahme nach Ausſcheidung des Pachtzinſes
von 37,65 auf 32.98 v. H. geſunken. Als Rente des auf
die betriebenen Strecken verwendeten Anlagekapitals
be=
trachtet, ergab der Betriebsüberſchuß im Jahre 1900 6,10
v. H. im Jahre 1910 dagegen 5,85 v. H.
Die Anzahl der Beamten und Arbeiter
einſchließlich der Handwerker, Lehrlinge und Frauen
be=
trug im Jahre 1910: 700371 Perſonen, mithin kam auf
je 92 Einwohner ein Eiſenbahnbedienſteter. Gegen das
Jahr 1900 hat eine Vermehrung der Beamten und
Ar=
beiter um 163 249 Perſonen oder 30,4 v. H. ſtattgefunden,
während in gleicher Zeit die Eigentumslänge der
Eiſen=
bahnen nur um 18,7 v. H. zugenommen hat. Die
Be=
ſoldungen und ſonſtigen perſönlichen Ausgaben für
Beamte und Arbeiter betrugen im Jahre 1910 unter
Hin=
zurechnung von 126,11 Millionen Mark für
Wohlfahrts=
zwecke im ganzen 1258,76 gegen 734.80 Millionen Mark im
Jahre 1900; ſie haben mithin um 713 v. H. zugenommen.
Die Geſamtſumme der perſönlichen Ausgaben iſt hiernach
beträchtlich mehr gewachſen als die Geſamtzahl der
Be=
amten und Arbeiter, ſodaß die durchſchnittliche
Aufwen=
dung für jede beſchäftigte Perſon von 1368 Mark auf
1797 Mark — 31,4 v. H. geſtiegen iſt. Hierbei iſt zu
be=
merken, daß in dem Betrage von 126,11 Millionen Mark
für Wohlfahrtszwecke etwa 56 Millionen Mark für
Pen=
ſionen= Witwen= und Waiſengelder der preußiſch=
heſi=
ſchen Staatseiſenbahnen enthalten ſind, die bis zum Jahr
190s bei dem Etat des Finanzminiſteriums verrechnet
waren.
Die Eigentumslänge der dem öffentlichen
Ver=
kehr dienenden Schmalſpurbahnen — ausſchließlich der
ſogenannten Kleinbahnen — betrug am Ende des Jahres
1900: 1800 Km.; bis Ende 1910 iſt ſie auf 2178 Km., alſo
um 378 Km. oder um 21,0 v. H. geſtiegen. An
Fahr=
zeugen ſtanden den Schmalſpurbahnen im Jahre 1910:
5oß Volomotiven, 1337 Perſonenwagen und 1115
Ge=
päck= und Güterwagen zur Verfügung, während im Jahre
1900 nur 393 Lokomotiven, 1081 Perſonenwagen und
8207 Geväck= und Güterwagen vorhanden waren. Von
dieſen Fahrzeugen wurden geleiſtet im Jahre 1900: 7.98
Millionen Nutz= und 124,22 Millionen
Wagenachskilo=
meter, im Jahre 1910: 10.77 und 171,67 Millionen. An
Baukoſten für dieſe Bahnen waren aufgewendet im
Jahre 1900 im ganzen 98.73 Millionen Mark und auf
1 Km. Eigentumslänge 61928 Mark, im Jahre 1910
da=
gegen 169.95 Millionen Mark bezw. 78011 Mark. Die
kilometriſchen Koſten ſind ſonach um 26,0 v. H. geſtiegen.
Die kommende Reichsverſicherungsanſtalt.
* Man ſchreibt den Berl. N. Nachrichten: Wenn man
den Umfang und die Bedeutung der neuen
Reichsverſiche=
rungsanſtalt für die Angeſtelltenverſicherung und ihren
Einfluß auf den deutſchen Kapitalmarkt beurteilen will,
ſo bietet ein Vergleich mit den beſtehenden privaten
Ver=
ſicherungsgeſellſchaften hierzu das geeignetſte Material.
Die Prämieneinnahmen der neuen Anſtalt
wer=
den ſich jährlich, und zwar ſchon vom erſten Jahre ab, auf
150 Millionen belaufen. Dabei wird naturgemäß von
Jahr zu Jahr durch die Zunahme der Verſicherten und
die Steigerung der Gehälter eine Steigerung eintreten.
Das Vermögen der Anſtalt iſt alſo nach Ablauf von
10 Jahren zwiſchen 2 und 3 Milliarden zu ſchätzen.
Die geſamten Aktiven der 43 deutſchen
Lebensverſiche=
rungsgeſellſchaften beliefen ſich nach den
Veröffentlichun=
gen des Aufſichtsamts für Privatverſicherung Ende 1909
auf 4,7 Milliarden Mark. Die neue Anſtalt wird alſo nach
10 Jahren bereits die Hälfte des Geſamtvermögens aller
deutſchen Lebensverſicherungsgeſellſchaften erreicht haben.
Die ſofortige Bedeutung ergibt ſich aus folgendem
Ver=
gleich: Die vier großen Gegenſeitigkeitsgeſellſchaften in
Gotha, Leipzig, Stuttgart und Karlsruhe hatten 1909
zu=
ſammen 134,4 Millionen Prämieneinnahmen, die neue
Anſtalt dagegen 150 Millionen bereits im erſten Jahr.
Was die Policenzahl betrifft, ſo verfügten die
ſämtlichen 43 deutſchen Lebensverſicherungsgeſellſchaften
in dem eigentlichen Lebensverſicherungsgeſchäft über
2765000 Policen, die neue Anſtalt wird nach dem
Kom=
miſſionsbericht im erſten Jahr 1330000 Policen haben,
alſo zwei Drittel der ſämtlichen deutſchen
Lebensverſicherungsgeſellſchaften.
Für die Leiſtungen der neuen Anſtalt iſt naturgemäß
die Erzielung eines günſtigen Zinsfußes von größter
Bedeutung. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß nach dem
Geſetz 25 v. H. aller Anlagen in Reichs= und
Staatsan=
leihen bewirkt werden müſſen. Nach 10 Jahren werden
alſo vorausſichtlich etwa 600 Millionen Mark von
der neuen Anſtalt in Reichs= und
Staatsanlei=
hen angelegt ſein. Der übrige Teil, faſt 2
Milliar=
den Mark, wird überwiegend in Hypotheken zur
An=
lage gelangen. Aus dieſem Grunde läßt ſich annehmen,
daß man beſonderen Wert darauf legen wird, für das
Direktorium eine in leitender Stellung befindliche Kraft
zu gewinnen, welche die Leitung der Finanzverwaltung
zu übernehmen und die Hypothekenanlage zu regeln hat.
Auch an die übrigen Beamten des Direktoriums, denen
die Organiſchtion der neuen Reichsverſicherungsanſtalt
übertragen iſt, werden große Anforderungen geſtellt
wer=
den, weil die Entwicklung der Anſtalt nicht allmählich
ein=
tritt, ſondern der Geſchäftsbetrieb ſogleich mit voller
Wucht einſetzt.
Deutſches Reich.
— Die Kaiſerreiſe nach dem Mittelmeer.
Kaiſer Wilhelm, der am 20. März zum Beſuche des
Kai=
ſers Franz Joſef in Wien eintrifft, ſoll am nächſten Tage
in Brioni ankommen, um den Erzherzog Franz
Ferdi=
nand, der mit ſeiner Familie am 2. März zu vierwöchigem
Aufenthalt dort eintrifft, einen Beſuch abzuſtatten. Der
Erz=
herzog wird ſeine Teilnahme an dem an demſelben Tage
in Trieſt ſtattfindenden Stapellauf des „Tegethoff” nur
in der Weiſe bewerkſtelligen können, daß er unmittelbar
nach dem Stapellauf gegen 10 Uhr vormittags mit
einem=
ſchnellen Kriegsſchiff nach Brioni zurückkehrt, von wo die=
„Hohenzollern” ſpäteſtens um mitternacht auslaufen muß,
um am nächſten Morgen in Venedig einzutreffen, wo am
22. März die Zuſammenkunft des Kaiſers mit König
Vik=
tor Emanuel erfolgen ſoll. Die Ankunft des Kaiſers in
Korfu ſoll am Morgen des 24. März erfolgen. Die
Kai=
ſerin wird erſt ſpäter in Korfu eintreffen und mit dem
Kaiſer nach Berlin zurückkehren.
— Die Präſidentenwahl im Reichstag.=
Ueber die bevorſtehende Präſidentenwahl ſchreibt die
Nationalzeitung: Zwiſchen den verſchiedenen Fraktionen
im Reichstag finden gegenwärtig Beſprechungen ſtatt,
um die Möglichkeit eines gemeinſamen Zuſammengehens
der bürgerlichen Parteien ins Auge zu faſſen. Als
Ver=
treter der Nationalliberalen iſt der Abg. Baſſermann
beauftragt, die Verhandlungen zu führen, die jedoch noch
nicht zu beſtimmten Vorſchlägen gediehen ſind. In erſter
Linie kommt als nationalliberaler
Präſidentſchaftskandi=
dat wieder der Abg. Paaſche in Betracht, den man
aller=
dings nicht zum dritten Male in die peinliche Lage
brin=
gen dürfte, nach der Wahl auf den Poſten verzichten zu
müſſen. Die Ausſichten auf eine Verſtändigung ſind bis
zur Stunde außerordentlich gering, da man in der na=
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
tionalliberalen Fraktion weder einem ausgeſprochenen
Präſidium der Rechten, noch einem der Linken geneigt iſt.
— Bei der Reichstagserſatzwahl im
Kreiſe Köln 5, Waldbroel-Siegkreis, erhielten
Trim=
born (Zentrum) 17003, Lambertz (Zentrum) 31, von
Hol=
leben (natl.) 46, Schack (Soz.) 23, Schneider (wild) 79,
Hein (chriſtl. ſozial) 35, zerſplittert waren 153 Stimmen.
Trimborn iſt ſomit gewählt. Da bei der Reichstagswahl
im Januar Trimborn, der bisherige Abgeordnete des
Stadtkreiſes Köln, ſein Mandat an den Sozialdemokraten
Hofrichter verloren hatte, trat der im Siegkreis, einem
ſicheren Beſitz des Zentrums, gewählte Kölner
Landge=
richtsrat Becker zu ſeinen Gunſten zurück.
— Die Mehrheit im Reichstage. Hat die
Rechte oder die Linke im Reichstag die Mehrheit? Dieſe
Frage, die zunächſt für die endgültige Wahl des
Präſi=
diums, natürlich aber auch für wichtige ſachliche
Abſtim=
mungen bedeutungsvoll iſt, wird von der „Königsb. Hart.
Ztg. ziffermäßig genau zu beantworten verſucht. Das
Ergebnis iſt: die Rechte „kommt mit 197 Stimmen wohl
ganz nahe an die Mehrheit heran, erlangt aber doch noch
nicht die Mehrheit, wenn die Linke vollzählig am Platze
iſt und geſchloſſen vorgeht”. Bei der Rechnung ſind die
aus der nationalliberalen Fraktion ausgeſchiedenen
heſſi=
ſchen Abgeordneten v. Heyl und Dr. Becker der Linken
zu=
gezählt. Aber das iſt ſehr fraglich. Mit dieſen beiden
Herren würde die Rechte die Mehrheit haben. Von den
Abgeordneten v. Heyl und Dr. Becker hängt es jedenfalls
ab, ob die Rechte oder die Linke die Mehrheit beſitzt.
Dazu kommt, daß die Polen zwar auf den meiſten
Ge=
bieten der Geſetzgebung mit den Schwarzblauen gehen,
bei der Präſidentenwahl aber wohl die Anſprüche des
Zentrums, doch nicht die der Konſervativen unterſtützen
wollen.
— Der Gnadenfonds des Kaiſers und
die elſaß=lothringiſche Regierung. Nach
einer Meldung der Magdeburgiſchen Zeitung aus
Straß=
burg hat die elſaß=lothringiſche Regierung beſchloſſen, den
in der Budgetkommiſſion von den Sozialdemokraten und
dem Zentrum geſtrichenen Etatspoſten von 100000 Mark
für den kaiſerlichen Gnadenfonds unbedingt
aufrechtzu=
erhalten und dies dem Plenum „in einer folgenwichtigen
Erklärung” mitzuteilen.
— Vom Reichsdeutſchen Mittelſtands=
Verbande. Man ſchreibt uns: Der erſte Vorſitzende
des Reichsdeutſchen Mittelſtands=Verbandes, Architekt
Felix Höhne, iſt am Morgen des 1. März in Leipzig
an den Folgen einer Rippenfell=Entzündung geſtorben.
Sein Beſtreben war es, den in Tauſenden von
Organi=
ſſationen zerſplitterten und infolgedeſſen bis dahin
ohn=
mächtigen Mittelſtand in einer gewaltigen, ſich über das
ganze Reich erſtreckenden Organiſation zu einen. Dieſe
Beſtrebungen fanden im vorigen Jahre ihren erſten
weit=
hin ſichtbaren Erfolg in dem Erſten Reichsdeutſchen Mit
telſtandstage und der Gründung des Reichsdeutſchen
Mit=
telſtands=Verbandes, der ſich in verhältnismäßig kurzer
Zeit zu einer erfolgreichen Geſamt=Vertretung des großen
deutſchen Geſamt=Mittelſtandes entwickeite. Tatſächlich
läßt ſich auf vielen Gebieten des öffentlichen Lebens in
Reich und Einzelſtaaten erkennen, daß durch die
umſich=
tige Arbeit des Reichsdeutſchen Mittelſtands=Verbandes
der Einfluß des ſelbſtändigen Mittelſtandes merklich
wächſt. An die Stelle des Verſtorbenen tritt bis zur
näch=
ſten Sitzung des Hauptvorſtandes des Reichsdeutſchen
Mittelſtands=Verbandes der ſtellvertretende Vorſitzende,
Herr Kommerzienrat Nagler in München. Der Sitz
des Verbandes verbleibt in Leipzig.
— Der Landtag von Koburg und Gotha
hat einſtimmig den Staatsvertrag mit Sachſen=Weimar
über die Errichtung eines gemeinſchaftlichen
Oberver=
ſicherungsämtes in Gotha angenommen. Ferner beſchloß
der Landtag den Beitritt der Herzogtümer zu dem
ge=
meinſchaftlichen Oberverwaltungsgericht in Jena.
— Aus Schaumburg=Lippe. In der Preſſe
war mehrfach über Strafen berichtet worden, die der Fürſt
von Schaumburg=Lippe über das Bückeburger
Jägerba=
taillon verhängt habe, weil Soldaten desſelben, die den
Fürſten nicht gekannt hätten, deshalb die
vorgeſchriebe=
nen Ehrenbezeigungen unterlaſſen hätten. Dazu erklärt
jetzt Oberſtleutnant v. Buchka, Kommandeur des
Weſt=
fäliſchen Jäger=Bataillons Nr. 7:
Eine Anzahl von Jägern hatte in letzter Zeit Seine
Durchlaucht den Fürſten nicht erkannt und nicht gegrüßt,
obgleich Se. Durchlaucht der Fürſt perſönlich oder durch
Bilder den Jägern und Oberjägern bekannt ſein mußte.
Aus eigenem Antriebe und ohne jegliche Kenntnis des
Fürſten habe ich verfügt, daß beſonderer Unterricht über
Ehrenbezeigungen, Kennzeichen der fürſtlichen Wagen an
ſechs Wochentagen abgehalten wurde. Weiter habe ich
Beſchränkungen des Ausgehens und
Urlaubsbeſchrän=
kungen auf die Dauer von ſieben Tagen eintreten laſſen.
Dieſe Maßnahmen, deren Notwendigkeit ich allein zu
be=
urteilen habe, bezweckten, Wiederholungen des
unlieb=
ſamen Vorkommniſſes zu verhindern.
Ausland.
Schweiz.
Das Spielen in Kurſälen. Der Bundesrat
behandelte die Frage des Spieles in den Kurſälen. Er
beharrte auf dem grundſätzlichen Standpunkt, das
ver=
faſſungsrechtliche Verbot der Spielbanken ſei auf Rößli=
und ähnliche Spiele nicht anwendbar; er erklärte ſich
da=
gegen für ſtrengere Kontrolle und erteilte dem Juſtiz= und
Polizeidepartement Inſtruktionen behufs Verhandlungen
mit den Vertretern aller kantonalen Regierungen. Dabei
ſoll aber von einer Normierung über Verwendung der
Einnahmen aus Spielbetrieb abgeſehen werden.
Italien.
Die Kammer nahm ſämtliche Artikel des
Geſetz=
entwurfes betreffend Mobiliſierung der Lebensverſicherung
an. Mit der Beratung des Budgets wird am Dienstag
begonnen werden.
Frankreich.
Die Abſchließung von
Geheimverträ=
gen. In der Kammer begründete Piou ſeinen
An=
trag auf Reviſion des Artikels der Verfaſſung, durch den
dem Präſidenten der Republik das Recht zuerkannt wird,
mit fremden Mächten Verträge abzuſchließen. Pion
tadelte den Mißbrauch, der ſeit dem Jahre 1900 mit
Ge=
heimverträgen getrieben worden ſei und richtete
Vor=
würfe beſonders gegen Delcaſſé. Piou forderte die
Ein=
ſetzung eines hohen Rates, der mit dem Präſidenten der
Republik beim Abſchluß von Verträgen tätig zu ſein hätte.
Poincaré bekämpfte den Antrag entſchieden, indem er
ausführte, er glaube nicht, daß es nötig ſei, die Verfaſſung
zu revidieren. Die Regierung lehne es ab, die
Prägora=
tive des Staatsoberhauptes zu verringern. Er gebe nicht
zu, daß man ſyſtematiſch der Regierung das Recht ſtreitig
mache, die Verträge zu unterzeichnen. Wollte man die
Regel gar zu genau beachten, ſo würde man Gefahr
lau=
fen, die Gelegenheit zu Verträgen, Bündniſſen und
Freundſchaften zu verlieren. Die Regierung werde,
ſo=
weit dies angängig ſei, ihre auswärtige Politik der
Kon=
trolle der Kammer und dem Urteil der öffentlichen
Mei=
nung unterwerfen. Die wahre Stärke der diplomatiſchen
Verträge ſei die Zuſtimmung, die ſie im tiefſten Herzen
der Völker fänden, wie das mit dem Bündniſſe mit
Ruß=
land und der Entente cordiale mit England der Fall ſei.
Die Frage der ſchwarzen Truppen. In
der unter dem Vorſitz des Kriegsminiſters Millerand
ab=
gehaltenen Beſprechung der Direktoren des Miniſteriums
wurde u . a. die Frage der ſchwarzen Truppen erörtert
und beſchloſſen, in Weſtafrika einen Reſervebeſtand von
5000 Mann zu errichten, der zur Ablöſung der gegenwärtig
in Algerien und Marokko befindlichen Senegalſchützen
ver=
wendet werden ſoll.
Zu den franzöſiſch=ſpaniſchen
Verhand=
lungen wird dem Petit Pariſien von ſeinem
Ma=
drider Korreſpondenten gemeldet, ein hervorragender
Politiker habe ihm erklärt, er ſehe keine Löſung, falls die
franzöſiſche Regierung ihre gegenwärtige Forderung
be=
treffs die Gebietskompenſationen aufrechterhalte.
Amerika.
Vereinigte Staaten. Der Senat nahm eine
Reſolution an, in welcher Präſident Taft aufgefordert
wird, die geſamte Korreſpondenz mit Columbien bei der
Erwerbung der Panamakanalzone dem Senate zu
unter=
breiten. Die Reſolution wurde von Hitchcock (Nebraska)
begründet, der die Annahme dringend befürwortete. In
ſeiner Rede beſchuldigte er Rooſevelt der Teilnahme an
der Verſchwörung und der Begünſtigung der Revolution,
durch die ſeinerzeit Panama Columbien verloren ging.
Kanad a. Dem Unterhauſe wurde geſtern das
revidierte Zahlenmaterial der Volkszählung vorgelegt,
wonach die Einwohnerzahl Kanadas 7200000 beträgt.
Davon entfallen faſt vier Millionen auf das Land.
Mexiko. Die mexikaniſche Regierung meldet, daß
in einem Gefecht in der Nähe von Jimulco im Staate
Coahuila 40 Inſurgenten getötet und 50 verwundet
wor=
den ſind. Der Verluſt der Bundestruppen wird nicht
an=
gegeben. In einem Gefecht bei Texcala im Staate
Mor=
celos wurden 20 Inſurgenten getötet. Die
Regierungs=
truppen verloren 9 Mann.
Revolution in Paraguay. Nach
Blätter=
meldungen aus Aſſuncion iſt der Präſident der Republik
Paraguay, Rojas, von Anhängern der Colorado=Partei
gefangen genommen und zur Abdankung gezwungen
wor=
den. Der Kongreß hat die Abdankung beſtätigt und
Pedro Pena zum vorläufigen Präſidenten ernannt.
* Berlin, 2. März. Der Kampf im
Schnei=
dergewerbe wird von beiden Parteien mit großer
Schärfe geführt. In Berlin, das für das Gewerbe
be=
deutend iſt, iſt man zwar zu einem Frieden geneigt, aber
weder die Arbeitgeber noch die Arbeitnehmer glaubten
weitere Zugeſtändniſſe machen zu können.
* Bochum, 1. März. Der Bergarbeiter=
Dreibund, der alte Bergarbeiterverband,
der Hirſch=Dunckerſche Gewerkverein und
die polniſche Berufsvereinigung, erläßt
folgenden A ufruf an die deutſchen
Berg=
arbeiter: Ueber 800000 Bergarbeiter ſtreiken in
England. Mit bewunderungswürdiger Einmütigkeit ſind
ſie für das Erringen eines auskömmlichen
Minimalloh=
nes in den Ausſtand getreten. Die engliſchen Bergleute
verlangen von den Bergarbeitern Deutſchlands keinen
Sympathieſtreik, dagegen erwarten wir von den
Berg=
leuten Deutſchlands, daß ſie wenigſtens während der
Dauer des engliſchen Generalſtreiks das
Ueberſchichtver=
fahren einſtellen. In den für den morgigen Sonntag für
das Ruhrgebiet von den drei verbündeten
Bergarbeiter=
organiſationen einberufenen zahlreichen Verſammlungen
werden die Referenten das Nötige über den
augenblick=
lichen Stand unſerer Lohnbewegung ſagen. Was weiter
geſchehen ſoll, darüber werden ſo raſch als möglich die
von den Bergarbeitern gewählten Vertrauensleute
ge=
meinſam mit den Zechenvorſtänden beſchließen, ſobald
die Antwort der Zechenbeſitzer auf unſere Forderungen
eingegangen oder der für die Beantwortung derſelben
feſtgeſetzte Termin, der 5. März, verſtrichen iſt. Der
Be=
ſchluß wird ſofort allen Kameraden bekannt gegeben.
Dieſer Beſchluß iſt dann bindend für jeden Bergmann,
der auf Aufbeſſerung ſeiner Lage bedacht iſt.
Der chriſtliche Bergarbeiterverband
er=
ließ folgende Erklärung: Bergarbeiter des
Ruhr=
gebietes! Nach uns zugegangenen Mitteilungen wird
an verſchiedenen Stellen des Ruhrgebietes eifrig gehetzt,
um die Ruhrbergleute jetzt zu einem Eintritt in den
Streik zu bewegen. Wir warnen dringend vor einem
unüberlegten Streik. Er würde nur zum Schaden der
Arbeiter und ihrer Organiſationen ausſchlagen.
Alle=
denkenden Arbeiter müſſen deshalb dagegen ſein. Sie
haben keine Veranlaſſung, jetzt durch einen Streik ſich
ſelbſt und die deutſche Induſtrie zu ſchädigen, weil
anarcho=ſozialiſtiſche und ſozialdemokratiſche Hetzer aus
parteipolitiſchen Gründen einen Streik herbeiführen
wol=
len. Im Gegenteil, das Verhalten dieſer Kreiſe iſt ein
Grund mehr, jetzt nicht zu ſtreiken. Vertraue jeder
ein=
zelne dem Gewerkverein und ſorge für deſſen weitere
Stärkung, dann wird die notwendige Beſſerung der Lage
der Bergarbeiter ſchon eintreten! Es iſt auch dringend
Wetter und Krankheit.
** Die gefährliche Uebergangsperiode von kalter zu
warmer Witterung, in der wir gegenwärtig wieder
leben, hat einen deutlichen Einfluß auf die
Erkältungs=
krankheiten, und in ihrem Gefolge erſcheinen dann jene
ſchlimmeren Schädigungen des Menſchen, wie
Luft=
röhrenkatarrh, Influenza, Halsentzündung, Gelenk= und
Muskelrheumatismus und andere mehr. Obwohl dieſe
ſchwereren Krankheitserſcheinungen alle ihren direkten
oder indirekten Urſprung mikroſkopiſchen Erregern
ver=
danken, ſpielt doch die Erkältung eine vorbereitende
Rolle. Wie ſtark das Wetter einer beſtimmten
Jahres=
zeit auf den Geſundheitszuſtand des Menſchen
ein=
wirkt, beweiſt die Kurve der Sterblichkeit im höheren
Alter, die zu Beginn des Winters anſteigt, im März ihr
Maximum erreicht, noch im April und Mai hoch ſteht
und dann raſch ſinkt bis zu ihrem Minimum im
Septem=
ber und Oktober. Andere Krankheiten und zwar im
weſentlichen die, die ſich an den Verdauungsorganen
abſpielen, erreichen im Sommer ihr Maximum. Dies
iſt beſonders bei Säuglingen der Fall, ſodaß ſich die
Tatſache ergibt, daß der Menſch im erſten Lebensjahr
die meiſte Ausſicht hat, im Juli, Auguſt und September
zu ſterben, während im 60. Jahre ihm die Monate von
Dezember bis Mai am gefährlichſten ſind.
Dieſe uns allen geläufigen Beziehungen von Wetter
und Krankheit nimmt der Jenenſer Profeſſor der
inne=
ren Medizin, Grober, zum Ausgangspunkt einer
wiſſen=
ſchaftlichen Abhandlung, die er in der Deutſchen Revue
veröffentlicht. Sehr wichtig ſind die Einflüſſe des
wech=
ſelnden Luftdruckes auf den Menſchen. Bei
höhe=
rem Luftdruck ſind faſt alle Menſchen in beſſerer,
erfreu=
licherer Stimmung, als bei niedrigerem Barometerſtand,
eine Beobachtung, die beſonders bei Neuraſthenikern
deutlich zutage tritt. So hat der Kopenhagener
Pro=
feſſor Lehmann bei einem mit nervöſem Stirnkopf=
ſchmerz behafteten Profeſſor der dortigen Univerſität
durch jahrelange Beobachtungen nachgewieſen, daß die
Anfälle des Leidens niemals bei höherem
Barometer=
ſtand, ſondern faſt immer im Anſchluß an den
Ueber=
gang von hohem zu niedrigem Luftdruck, beſonders bei
Wetterſtürzen, eintraten. Sehr bedeutend iſt dann die
Wirkung, die die Menge des Sonnenlichtes auf
den Menſchen ausübt. Daß Mangel an Sonnenlicht bei
Menſchen, ähnlich wie bei Pflanzen, eine Farbloſigkeit,
alſo Blutarmut, hervorruft, kann man am deutlichſten
an den Bergleuten der Kohlenzechen im rheiniſch=
weſt=
fäliſchen Induſtriegebiet beobachten; ſie werden trotz
reichlicher und guter Ernährung und kurzer Arbeitszeit
bei dauerndem Aufenthalt im Dunkel der Schächte und
im Dunkel der Nacht faſt alle aus blühenden,
rotwangi=
gen Menſchen bald zu zwar kräftigen, aber blaſſen
Ge=
ſtalten. Aehnlich wirkt auch die allzu reichliche
Beſtrahl=
ung des Körpers mit unnatürlichem Licht. Daß auch
die geiſtigen Leiſtungen des Menſchen vom
Wet=
ter in wichtiger Weiſe mitbeſtimmt werden, hat
Leh=
mann in ausgedehnten Unterſuchungen gezeigt. So
wurde eine günſtigſte Lufttemperatur feſtgeſtellt, bei der
die Additionsgeſchwindigkeit der Schulkinder am
größ=
ten iſt; ſowohl die Muskelkraft als das Gedächtnis
er=
wieſen ſich als abhängig von Lichtſtärke, Temperatur
und Luftdruck. Die rein körperlichen Funktionen des
Menſchen ſind in der kälteren Jahreszeit in ihrer
Inten=
ſität herabgeſetzt; der Winter iſt, wenigſtens bei den
Erwachſenen, eine Periode lebhafterer intellektueller
Tätigkeit. Bei Schulkindern hat man dagegen
feſtge=
ſtellt, daß Farbſtoffgehalt des Blutes, Herzbewegung,
Gewichtszunahme und Längenwachstum, ebenſo
pſy=
chiſche Energie, Dispoſition des Gehirns und der
Re=
flexzentren gleichmäßig im Winter abſinken und im
Som=
mer anſteigen.
Ein Moment, durch das Wetter und Krankheit in
engſte Beziehung gebracht werden, iſt die Tatſache, daß
die Mikroben, die Krankheitserreger, außerhalb des
menſchlichen und tieriſchen Körpers den Einflüſſen des
Wetters in hohem Grade unterliegen. Das klaſſiſche
Beiſpiel der Abhängikeit einer Menſchenkrankheit vom
Wetter, deren innerer Zuſammenhang dank den
ge=
nialen Forſchungen Kochs genau bekannt iſt, iſt die
Malaria. Die Erreger dieſer Krankheit, die
tierähn=
lichen Blutprotozoen, machen ihre Entwickelung nur zum
kleinen Teil im menſchlichen Körper, zum größeren, für
ſie wichtigeren Teile, im Körper einer Mückenart durch.
Je mehr das Wetter die Entwickelung dieſer Mücken
be=
günſtigt, deſto ſtärker tritt die Malaria auf; wo die
Mücken beſeitigt werden, verſchwindet die Krankheit. So
iſt es Kuppelwieſer gelungen, aus dem Fieberneſte der
Brioniſchen Inſeln ein Paradies der Geſundheit zu
machen, und ebenſo haben Rovigno und die römiſche
Kampagne ihre Malariaſchrecken verloren. Es werden
überhaupt durch das Wetter Bedingungen geſchaffen, die
Krankheiten begünſtigen oder auch verhindern; daß aber
die Witterungsfaktoren ſelbſt Krankheiten hervorriefen,
hat ſich nirgends nachweiſen laſſen. Frühere Zeiten
haben einen aſtrologiſch=myſtiſchen Zuſammenhang
zwiſchen den Geſtirnen und den
Krank=
heiten angenommen. In der modernen Wiſſenſchaft
hat der norwegiſche Arzt Magelſen eine biologiſche
Beziehung herzuſtellen geſucht; in unendlich mühevollen
Unterſuchungen glaubt er feſtgeſtellt zu haben, daß die
Kurven der Erkrankungs= und Sterbeziffern bei
verſchie=
denen Krankheiten eine etwa zehnjährige Periode
auf=
weiſen, die mit der gleich langen Periode der
Sonnen=
flecken parallel läuft. Er nimmt einen urſächlichen
Zu=
ſammenhang an, und zwar unter Vermittelung der
ähn=
liche Schwankungen zeigenden Lufttemperatur, und hat
das z. B. für den Scharlach nachweiſen wollen.
Mag man nun auch dieſen Unterſuchungen ſkevtiſch
gegenüberſtehen, ſo gibt es doch jedenfalls eine Menge
unaufgeklärter Beziehungen zwiſchen Wetter und
Krank=
heit, die noch näherer Erforſchung harren.
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 3.
notwendig, den Hetzern auf die Finger zu ſehen und von
ihrem Treiben der Gewerkvereinsleitung Mitteilung zu
machen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. März.
* Empfänge. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog empfingen am Samstag den Oberleutnant
Riedeſel Frhrn. zu Eiſenbach im Dragoner=Regiment
Frhr. v. Manteuffel (Rhein.) Nr. 5, kommandiert zur
Dienſtleiſtung bei Sr. Königl. Hoheit dem Landgrafen
von Heſſen, den Geheimen Kommerzienrat Frhrn. v. Heyl
zu Herrnsheim, den Hofkapellmeiſter Hofrat de Haan,
den Profeſſor Dr. Krämer, den Kammerdirektor Dr. Weimer
und den Bürgermeiſter Fendt von Büdingen; zum
Vor=
trag den Staatsminiſter Ewald, den Finanzminiſter
Braun, den Miniſter des Innern v. Hombergk zu Vach,
den Vorſtand des Kabinetts Geheimerat Römheld.
* Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog den Bahnwärtern in der Heſſiſch=Preußiſchen
Eiſenbahngemeinſchaft Georg Lorenz zu Darmſtadt
und Johannes Krämer zu Dornheim aus Anlaß ihrer
Verſetzung in den Ruheſtand das Allgemeine
Ehren=
zeichen mit der Inſchrift „Für treue Dienſte‟
g. Provinzialausſchuß. Der Provinzialausſchuß hatte
ſich in ſeiner Sitzung am Samstag lediglich mit der
Er=
teilung von Wandergewerbeſcheinen zu beſchäftigen. Hein
rich Spengler von Darmſtadt will mit Spiel= und
Kurzwaren hauſieren. Da er keinen feſten Wohnſitz hat,
und er wegen Bettelns und Arbeitsſcheu bereits 19 mal
vorbeſtraft iſt, wurde ihm der nachgeſuchte
Wandergewerbe=
ſchein vom Kreisausſchuß verweigert. Der
Provinzial=
ausſchuß verwirft den eingelegten Rekurs als unbegründet
unter Auferlegung eines Averſionalbetrages von 5 Mark. —
Mit demſelben Urteil wird der Rekurs der Ehefrau Ernſt
Meinhardt von Offenbach beſchieden, da die
Geſuch=
ſtellerin keinen feſten Wohnſitz inne hat; ferner der Rekurs
der Zigeuner Heinrich Birkenfelder und Karl Weiß
und der Roſa Götz, geb. Schüßler. Sämtlichen
Rekur=
renten wird ein Averſionalbetrag von je 5 Mark auferlegt.
g. Kriegsgericht. Wegen Fahnenflucht,
Urkunden=
fälſchung und Unterſchlagung hatte ſich am Samstag vor
dem Kriegsgericht der 25. Diviſion der Unteroffizier Karl
Bruno Schindler aus Liegnitz vom Dragoner=Regiment
Nr. 23 zu verantworten. Schindler war von 1909 bis 1910
Ordonnanz beim Diviſionskommandeur und hatte als
ſol=
cher Gelegenheit genommen, durch Fälſchung von
Quit=
tungen einen Betrag von etwa 400 Mark für ſich zu
er=
langen. Außerdem prellte er eine Stammtiſchgeſellſchaft
um 25 Mark und einen Schuhmacher um ein paar Stiefel.
Als er Entdeckung zu befürchten hatte, deſertierte er nach
Belgien. In Brüſſel wurde er feſtgenommen und
aus=
geliefert. Das Gericht erkennt für dieſe Straftaten auf
eine Gefängnisſtrafe von 1 Jahr 6 Monaten,
De=
gradation und Verſetzung in die zweite Klaſſe des
Soldaten=
ſtandes. Von der erlittenen Unterſuchungshaft wird ihm
1 Monat angerechnet. — Ein weiterer Fahnenflüchtiger iſt
der Musketier Karl Wilhelm Götz II aus Mainz vom
Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115. Nach einer
ver=
büßten Arreſtſtrafe verlies er aus Furcht vor weiterer
Strafe ſeinen Truppenteil und führte ein regelloſes
Wanderleben, bis er in Belgien, vom Heimweh erfaßt, ſich
der Behörde ſtellte. Ihm wurden vom Gericht mildernde
Umſtände zuerkannt. Er wurde zu 7 Monaten und
14 Tagen Gefängnis verurteilt, und zur Verſetzung
in die zweite Klaſſe des Soldatenſtandes. — Wegen.
Be=
leidigung hatte ſich der Kanonier Kimpel und wegen
Körperverletzung der Gefreite Vetter, beide vom
Ar=
tillerie=Regiment Nr. 25 zu verantworten. Die beiden
An=
geklagten kamen gemeinſam mit vier weiteren Kanonieren
bei der Heimkehr von der Kaiſergeburtstagsfeier mit dem
Kaufmann Boos in Meinungsverſchiedenheiten, bei denen
die beiden Angeklagten die Haupthandelnden waren. Sie
erhalten jeder 1 Woche Gefängnis zudiktiert. Dem
Be=
leidigten Boos wird gleichzeitig das Recht zuerkannt, den
Urteilstenor durch Aushängen im Rathaus zu
veröffent=
lichen.
* Von der Landesuniverſität. Die „Darmſt. Ztg.” iſt
in der Lage, mitteilen zu können, daß an die Stelle des
mit dem 1. April d. J. nach Bonn überſiedelnden
Pro=
feſſors Dr. von Franqué als Ordinarius der
Gynä=
kologie und Geburtshilfe, ſowie als Direktor der
Univer=
ſitätsfrauenklinik in Gießen, der derzeitige Direktor der
Frauenklinik an der Akademie für praktiſche Medizin in
Düſſeldorf, Profeſſor Dr. Erich Karl Otto Opitz treten
wird. Dr. Opitz iſt am 31. Oktober 1871 in Breslau
ge=
boren, wo er das Gymnaſium 1887 mit dem Zeugnis der
Reife verließ, um zunächſt ſeiner Militärpflicht zu
genü=
gen und ſich alsdann dem Studium der
Maſchinenbau=
wiſſenſchaft zuzuwenden. 1892 trat er zum Studium der
Medizin über. 1893 beſtand er in Würzburg das Phyſikum
und 1895 in Kiel die ärztliche Hauptprüfung, beide mit
Auszeichnung. Im Anſchluß an die letztere promovierte
er auf Grund einer Diſſertation über „Leber= und
Nie=
rencyſten.‟ Dr. Opitz war zunächſt Volontäraſſiſtent am
Hygieniſchen Inſtitut in München, dann Aſſiſtenzarzt an
der Frauenklinik in Breslau, darauf Aſſiſtent am
Hygie=
niſchen Inſtitut in Breslau, alsdann kliniſcher erſter
Aſſiſtenzart an der Univerſitätsfrauenklinik in Berlin,
wo=
ſelbſt er ſich 1902 habilitierte. 1903 wurde er
außerordent=
licher Profeſſor und ſelbſtändiger Leiter der
gynäkologi=
ſchen Abteilung der Univerſitätsfrauenklinik in Marburg,
von wo er 1907 als Direktor der Frauenklinik an die
Düſ=
ſeldorfer Akademie berufen wurde. Opitz’ wiſſenſchaftliche
und kliniſche Arbeiten ſind ſehr zahlreich und berühren
die verſchiedenartigſten Gebiete der Gynäkologie und der
Geburtshilfe. Sie bedeuten überall beachtenswerte, zum
Teil geradezu maßgebend gewordene Ergebniſſe
wiſſen=
ſchaftlicher Forſchung auf den genannten Gebieten. Nicht
minder erfreut ſich Dr. Opitz eines ausgezeichneten
Rufes als akademiſcher Lehrer ſo daß die mit
dem Weggang v. Franqués entſtandene Lücke im
Lehr=
körper unſerer mediziniſchen Fakultät in der denkbar
glücklichſten Weiſe alsbald wieder ausgefüllt werden
wird.
D Zur 27. Sitzung der Stadtverordnetenverſammlung
am Donnerstag, 7. März, nachmittags 3½ Uhr,
iſt folgende Tagesordnung feſtgeſetzt: 1.
Mittei=
lungen. 2. Geſuche um Geſtattung einer Ausnahme von
der Beſtimmung in § 5 des Ortsbauſtatuts: a) für
Er=
richtung eines Geräteſchuppens an der Schießhausſtraße;
b) für ein Bauvorhaben an der Gräfenhäuſer Straße.
3. Geſuch um Befreiung von der Beſtimmung in § 2 des
Nachtrags zum Ortsbauſtatut vom 6. Oktober 1906 (
Ein=
richtung von bewohnbaren Räumen über dem
Dachge=
ſchoß) für Lindenhofſtr. 33. 4. Ausbau der Räume im
Kellergeſchoß des Schulhauſes der Mittelſchule II.
5. Herſtellung eines Moſaikfußſteiges vor dem Hauſe
Nikolaiweg 16. 6. Erhöhung der Taglohnſätze in den
Preisverzeichniſſen für die kleineren
Unterhaltungsarbei=
ten. 7. Verpachtung der ſtädtiſchen Parzelle Flur IV
Nr. 444 der Gemarkung Darmſtadt (Ruthsſtr.). 8.
Ver=
pachtung ſtädtiſchen Geländes zur Anlage eines Golf=
Spielplatzes. 9. Die neue Satzung der Städtiſchen Spar
kaſſe. 10. Voranſchlag der Städtiſchen Sparkaſſe für 1912.
11. Sommerfahrplan der Darmſtädter
Dampfſtraßen=
bahnen. 12. Geſuch der Heſſiſchen Flugſtudien=
Geſell=
ſchaft um Bewilligung eines Beitrages zu den Koſten
eines Rundfluges. 13. Die Waſſerverſorgung der
Bahn=
höfe Darmſtadt=Nord und Darmſtadt=Süd.
* Generalleutnant von Stülpnagel F. Am Freitag iſt
Se. Exz. Generalleutnant von Stülpnagel, der ſeit ſeiner
Verſetzung in den Ruheſtand in Darmſtadt wohnte, im 75.
Lebensjahre geſtorben. Hermann von Stülpnagel war
aus der Garde=Infanterie hervorgegangen und zwar war
er am 2. Mai 1858 als Leutnant in das 1. Garde=Regiment
zu Fuß eingetreten. Seine Laufbahn geſtaltete ſich dann
wie folgt: Im Jahre 1864 wurde er zum Oberleutnant
be=
fördert, am 25. September 1867 zum Hauptmann, am 18.
Auguſt 1872 zum Major, am 25. März 1877 zum
Oberſt=
leutnant und am 12. April 1881 wurde er zum
Flügel=
adjutanten Kaiſer Wilhelms I. ernannt. Unter Belaſſung
in dieſer Stellung wurde von Stülpnagel am 11. März
1882 Kommandeur des Garde=Füſilierregiments und am
3. Auguſt 1887 zum Generalmajor und Kommandeur der
11. Infanteriebrigade befördert. Zwei Jahre ſpäter, am
15. Juni 1889, erfolgte ſeine Ernennung zum
Stadtkomman=
danten von Frankfurt und gleichzeitig ſollte er der letzte
Inhaber dieſes Poſtens ſein. Nachdem ihm am 24.
März 1890 noch der Charakter als Generalleutnant verliehen
worden war, ſchied er im Sommer des Jahres 1907 von
ſeiner Kommandoſtelle und wurde zur Dispoſition geſtellt.
Da die Stelle des Frankfurter Stadtkommandanten ſchon
vorher im Etat geſtrichen worden war, folgte ihm kein
Nach=
folger mehr auf dieſem Poſten. von Stülpnagel, der ein
Sohn des im Jahre 1870 namentlich bei Mars=la=Tour
vielgenannten Kommandeurs der 6. Diviſion war, machte
den Feldzug als Hauptmann mit und erwarb ſich bei St.
Privat das Eiſerne Kreuz. Ein Sohn von Stülpnagels
ſteht im Leibgarde=Infanterie=Regiment Nr. 115. Die
Bei=
ſetzung findet am Montag, vormittags 11¾ Uhr, auf dem
Frankfurter Hauptfriedhof ſtatt.
m. Die Schulen in ganz Heſſen ſchließen das laufende
Schuljahr am 30. März. Das neue Schuljahr 1912/13
beginnt Montag, den 15. April.
* Grundſtücksverkäufe. Bei Großh.
Orts=
gericht Darmſtadt I wurden im Monat Februar
1912 Kaufverträge abgeſchloſſen: 6 Stück bebaute
Ob=
jekte zuſammen 297000 Mk., 3 Stück unbebaute Objekte
zuſammen 66060 Mk., zuſammen 363060 Mk. (
Mit=
geteilt von dem Darmſtädter Hausbeſitzerverein).
* „Der Deutſch=engliſche Kampf im Orient” ſo lautet
das Thema, über das Herr Chefredakteur Dr. Jäckh=
Heilbronn auf Veranlaſſung des hieſigen
Volks=
bildungsvereins, Dienstag, den 5. März im
„Kaiſerſaal” ſprechen wird. Dieſer Vortrag darf weiten
Kreiſen um ſo bedeutſamer erſcheinen, als die Ausführungen
des Vortragenden auf Grund eigener Erfahrung geſchehen.
Dr. Jäckh, der Herausgeber des Buches „Der aufſteigende
Halbmond” und in den letzten Jahren als Orientpolitiker
bekannt geworden, war im Sommer vorigen Jahres dazu
berufen worden, die türkiſche Studienkommiſſion zu
organi=
ſieren. Im Jahre 1908 hat Dr. Jäckh die jungtürkiſche Juli=
Revolution mitgemacht und 1909 die April=Reaktion erlebte,
mit Dr. Paul Rohrbach hat er das Bagdadbahngebiet
durchquert. Der Beſuch des Vortrags ſei hiermit warm
empfohlen, Karten an den bekannten Stellen.
— Muſik=Verein. Um vielfachen Wünſchen
nach=
zukommen, wird der Muſik=Verein für ſein
Konzert am 11. März d. J. (de Haan, das Märchen
und das Leben) ausnahmsweiſe auch
Eintritts=
karten zur Hauptprobe (Sonntag, 10. März,
vormittags 10 Uhr) verkaufen. Für das Konzert ſelbſt
ſind außer den ſonſt verkäuflichen Plätzen diesmal
auch=
beſondere Sperrſitze und numerierte Plätze im Saal
zu haben. Preis für die Eintrittskarte zur Hauptprobe
(nicht numerierte Plätze) 1,50 Mk., zum Konzert für
die beſonderen Sperrſitze 6 Mk., für die numerierten
Saalplätze 4,50 Mk. Der Kartenverkauf erfolgt durch
A. Bergſträßer Hofbuchhandlung, Rheinſtraße 6,
ſowie am Hauptprobe= bezw. Konzerttag an der Kaſſe.
* Heſſiſcher Goethebund. Wir machen auf den
vom Heſſiſchen Goethebund am Dienstag, den
5. März, im Hörſaal Nr. 330 der Techniſchen Hochſchule
veranſtalteten Vortrag von Herrn Profeſſor Dr. Karli
Alt, über Ibſens „Baumeiſter Solneß” hiermit
noch=
mals aufmerkſam. (Näheres ſiehe Anzeige.)
* Heſſiſche Rote Kreuz=Geld=Lotterie. Die
Aus=
gabe dieſer Loſe iſt nunmehr erfolgt und es
zeigt ſich ſchon jetzt durch lebhafte Nachfrage, welche große
Sympathie ſich die Beſtrebungen des Roten Kreuzes, die
auch den Sanitätskolonnen zugute kommen, überall
ge=
nießen. Der Preis des Loſes beträgt 3 Mark, der
Haupttreffer 50000 Mark bar ohne Abzug. Die
Ziehung findet beſtimmt am 29. und 30. März ds. Js.
ſtatt und dürfte es empfehlenswert ſein, ſich beizeiten mit
Loſen zu verſehen, wodurch jedem Gelegenheit geboten
iſt, die gemeinnützigen Beſtrebungen des Roten Kreuzes
zu unterſtützen, damit dasſelbe ſeine wichtigen, vielſeitigen
und ſtetig wachſenden Aufgaben ſo erfüllen kann, wie es
das öffentliche Intereſſe erfordert.
* Bilder vom Tage. Von heute ab ſind in der Auslage
unſerer Expedition (Rheinſtr. 23), folgende Bilder neu
ausgeſtellt: Der verſtorbene Großherzog von Luxemburg
und die Thronfolgerin Großherzogin Marie Adelheid;
Lageplan und Hafen der von den Italienern beſchoſſenen
Hafenſtadt Beirut; die Eröffnung des neuen bayriſchen
Landtags; der Durchſchlag des Jungfrautunnels.
Ein neuer Kino. Im Hauſe Ernſt=Ludwigſtraße 23
iſt am Samstag nachmittag in Gegenwart eines zahlreichen
geladenen Publikums ein neues Lichtſpieltheater, das vierte
in Darmſtadt, „The American Bio=Co.” mit einem
hübſchen Programm eröffnet worden. Nach Vorführung
einiger Stücke trat Herr Kurt Neßmann vor die
Lein=
wand, um in einer längeren Anſprache das Programm
ſeiner Geſellſchaft, die ſchon viele Lichtſpieltheater im Reiche
beſitze, dazulegen. Es gipfelte im Weſentlichen in der
Ver=
ſicherung, unterhaltend, belehrend und erzieheriſch wirken,
und demgemäß die Auswahl der Bilder treffen zu wollen.
Redner ſprach dann insbeſondere herzlichſten Dank aus den
Herren Julius Kahn und Schwab für ihre erfolgreiche
Mitarbeit an dem Unternehmen, und Herrn Architekt
Münch für die vortreffliche Geſtaltung des neuen
Muſen=
tempels. In ſchwungvollem Prolog gab der Redner dann
eine vielverſprechende Einleitung zur erſten Vorſtellung, die
als Beſtes den franzöſiſchen Kunſtfilm „Die
Kamelien=
dame” brachte, der doppeltes Intereſſe erregte, weil die
„göttliche Sarah” die große Sarah Bernhardt, die
Titel=
rolle darin ſpielte. Auch die folgende hochaktuelle
Natur=
aufnahme „Gewinnung der Braun=Erde” war intereſſant
und lehrreich. Das zahlreiche Publikum ſpendete
lebhaf=
teſten Beifall.
A Durchſchnittspreiſe von den Wochenmärkten
ver=
gangener Woche. Butter ½ Kg. 1,50, in Partien 1,40 M.,
Eier 10—12 Pf., Schmierkäſe ½ Ltr. 20—22 Pf., Handkäſe
4—12 Pf., Kartoffeln Zentner 4,50—5,00 M., Kumpf
(10 Liter) 80 Pf., ½ Kg. 6—7 Pf., Mäuschen ½ Kg. 12 bis
15 Pf.; Obſt u. dgl.: Aepfel Zentner 15—25 M., ½ Kg.
15—25 Pf., Kaſtanien ½ Kg. 16 Pf., Zitronen 6—8 Pf.,
Apfelſinen 5—10 Pf.; Salat, Gemüſe: Kopfſalat 15 Pf..
Endivien 10—15 Pf., Rote Rüben ½ Kg. 12 Pf., Rettiche
3—10 Pf., Meerrettich 15—50 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 12 bis
Feuilleton.
— Mit der Meute auf der Löwenjagd. Der
abenteuer=
liche Verſuch, bei der Jagd auf Löwen die Hilfe einer
Meute von Hunden in Anſpruch zu nehmen, iſt bisher
wohl kaum einem erfahrenen Löwenjäger gekommen; der
Weidmann, der in ſeinem Hunde einen treuen Gehilfen
und Freund ſieht, würde wahrſcheinlich nur ungern ſeinen
wierbeinigen Jagdgenoſſen dem Schickſal ausſetzen, unter
dden Pranken des Königs der Raubtiere ein blutiges Ende
zu finden. Aber dieſe Befürchtung iſt in der Praxis
widerlegt: der amerikaniſche Millionar und Sportsmann
Paul Rainey, der jetzt von einer Löwenjagd in Afrika
zurückgekehrt iſt, hat ſeine ungewöhnlichen
weidmänni=
ſſchen Erfolge im dunklen Erdteil hauptſächlich ſeiner
pprächtigen Meute von dreißig Hunden zu verdanken, die
er von ſeinem Gute in Miſſiſſippi nach Afrika mitnahm.
Es zeigte ſich bald, daß auch auf der Jagd nach Löwen
der Hund dem Jäger ausgezeichnete Dienſte leiſtet. In
kkurzer Zeit, ſo berichtet eine amerikaniſche Zeitſchrift,
hatte Rainey ſeine dreißig Hunde daran gewöhnt, die
Fährte des Löwen aufzunehmen und das Raubtier zu
ſtellen. Der Jagdbeſtand in Britiſch=Oſtafrika iſt
bekannt=
lich ſehr groß, aber der Löwe weicht den Jägern aus, und
micht immer gelingt es, das aufgeſpürte Raubtier vor die
Büchſe zu bringen. Es zeigte ſich nun, daß die Hunde
richt nur in der Auffindung des Löwen wertvolle Dienſte
Leiſten: der aufgeſcheuchte König der Tiere kroch vor der
Meute faſt immer in eine Deckung und wurde hier von
den Hunden ſo lange in Schach gehalten, bis der Jäger
Herangekommen und ſchußbereit war. Dabei greifen die
Hunde den Löwen nicht an, ſie halten ſich in reſpektvoller
Entfernung und dadurch erklärt es ſich auch, daß Rainey
wei ſeinen Jagden nur den Verluſt eines einzigen Hundes
mnter 30 zu beklagen hatte. Der Hund war dem Löwen
zu nahe gekommen, hatte einen leichten Tatzenſchlag
er=
halten; die Wunde war an ſich unbedeutend, aber es
zeigte ſich, daß die Kralle des Löwen durch die Berühr=
ung mit einer verweſten Tierleiche infiziert war: der
Hund ſtarb an Blutvergiftung. Rainey, der bei ſeiner
Jagdfahrt in Oſtafrika nur von einem Freunde, Dr. A.
V. Johnſon, begleitet war, kann ſich rühmen, als
Löwen=
jäger einen Rekord aufgeſtellt zu haben, denn er hat
während der einen Saiſon nicht weniger als 74 Löwen
zur Strecke bringen können. Sein beſonderer Glückstag
aber war der 25. Mai; an dieſem Tage machten die
Hunde eine ganze Reihe ſich kreuzender Fährten aus,
ſtellten die Tiere, und ſo gelang es Rainey nach ſeiner
Angabe in kaum einer Stunde neun Löwen zu erlegen.
Der amerikaniſche Jäger hat in Oſtafrika dieſelben
Ge=
biete durchſtreift, wie Rooſevelt bei ſeiner Jagdfahrt.
Seine Meute hat er in Nairobi zurückgelaſſen, weil er
in dieſem Frühjahr wieder zur Jagd nach Oſtafrika fährt.
Dann aber will er die Hunde mit nach Indien nehmen
und den Verſuch machen, die Meute auch bei der
Tiger=
jagd zu benutzen, wovon er ſich große Erfolge erhofft
„Ohne meine Hunde hätte ich in Afrika kaum ein Dutzend
Löwen erlegt. Dutzende von Jägern durchſtreifen jene
Gegenden, ohne auf einen Löwen zu ſtoßen. Aber mit
guten Hunden bekommt man auch heute noch ſo viele
Raubtiere vor die Büchſe, als man ſchießen kann. Und
dabei iſt es leicht, die Meute zur Löwenjagd abzurichten,
und ihre Pflege bereitet wenig Mühe.”
* Wer raucht die teuerſten Zigarren? Mancher Leſer
wird natürlich raſch mit einer Antwort bei der Hand ſein:
Der amerikaniſche Dollarmilliardär. Aber diesmal hat er
ſich gründlich verſungen und vertan, denn die
Nikotin=
ſybariten gedeihen am zahlreichſten in dem Lande des
Uckermärkers und des Pfälzer Tabaks, und auch da wieder
iſt ihr Vorkommen an eine ganz beſtimmte Oertlichkeit
ge=
bunden, an den Sitz der hohen Ruperto=Carolina, an
Heidelberg. Für dieſe Tatſache verbürgt ſich
wenigſtens Herr B. F. Alexander, ein Zigarrenhändler aus
Havanna, der dieſer Tage nach der Köln. Ztg. einem
Aus=
frager des Blattes Republic in St. Louis erzählte, daß die
Nachfrage nach kubaniſchen Fünfdollar=Zigarren gar nicht
mehr befriedigt werden kann, weil die Heidelberger
Stu=
denten anſcheinend nicht genug davon bekommen können.
Heidelberg beziehe mehr von dieſen halbmeterlangen
Glimmſtengeln als irgend ein anderer Platz der Welt. Es
ſei ihm erzählt worden, daß die Heidelberger bemooſten
Häupter dieſe Zigarren nicht nur auf dem allbekannten
Wege orydieren laſſen, ſondern ſie zuweilen in eine
orien=
käliſche Waſſerpfeife ſtopfen und ſie dann von Hand zu
Hand oder beſſer von Mund zu Mund gehen laſſen. Mit
der anſcheinend unheimlichen Verlängerung des
Heidel=
berger Studentenwechſels iſt offenbar auch eine
Verwilde=
rung der Rauchſitten eingetreten, die faſt an römiſche
Ver=
fallszeiten erinnert.
C.K. Das vergeßliche Paris. Einen intereſſanten
Ueberblick über die Vergeßlichkeit der Pariſer gibt eine
Statiſtik des amtlichen Fundbureaus über die ſtattliche
Zahl der Regenſchirme und Spazierſtöcke, die täglich in
den Reſtaurants, im Omnibus oder in der Droſchke
lie=
gen bleiben und dann den Weg zum Fundbureau
fin=
en. In dem amtlichen Bureau am Quai des Orfévres
werden täglich durchſchnittlich nicht weniger als 175
Stöcke und Schirme als gefunden abgegeben; dazu
kom=
men noch etwa 50 Handtaſchen am Tage, 50 Muffs oder
Pelzkragen und gegen 20—25 Portemonnaies. Das ſind
natürlich Durchſchnittszahlen; die Statiſtik zeigt, daß im
Fundbureau jährlich gegen 90000 Gegenſtände deponiert
werden. Will man ſich darüber informieren, wie viele
von dieſer Maſſe von Schirmen, Stöcken und Geldbörſen
wieder den Weg zu den urſprünglichen Beſitzern
fin=
den, ſo muß man zu dem Schluſſe kommen, daß der
Pa=
riſer im allgemeinen zu der Ehrlichkeit ſeines
Lands=
mannes kein allzu großes Vertrauen hat. Weitaus über
die Hälfte der Verlierer nimmt ohne weiteres an, daß
der Finder den Gegenſtand doch nicht abliefert, und
er=
ſpart ſich die Mühe einer Nachfrage beim Fundbureau.
Dadurch erklärt es ſich auch, daß in der Tat nur 30
Pro=
zent der gefundenen Gegenſtände von den Beſitzern
wie=
der reklamiert und abgeholt werden.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
14 Pf., Tomaten ½ Kg. 60 Pf., Gelberüben ½ Kg. 10 bis
15 Pf., Spinat ½ Kg. 30—35 Pf., Wirſing 10—30 Pf.,
Grünkohl 6—10 Pf., Rotkraut, Weißkraut, Blumenkohl 10
bis 60 Pf., Erdkohlrabi 6—10 Pf., Schwarzwurz ½ Kg.
30—35 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 40 Pf.; Geflügel, Wild
u. dgl.: Zicklein 2,00—4,50 M., Gänſe ½ Kg. 80 bis
85 Pf., Enten 4—5 M., Hahnen und Hühner 2,00 bis
2,50 M., Tauben 60—70 Pf., Lapins 1 M.; Fiſche ½ Kg.:
Hecht 80 Pf., Aal 1,20 M., andere Rheinfiſche 35—60 Pf.,
Rotzungen 60 Pf., Schollen 35—40 Pf., Kabeljau 19 bis
29 Pf., Schellfiſche, Seelachs 20—30 Pf.; in den
Fleiſch=
ſtänden ½ Kg.: Rindfleiſch 60—66 Pf., Hackfleiſch 76 Pf.,
Rindsfett 55 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf.,
Kalb=
fleiſch 80 Pf., Schweinefleiſch 72 Pf., Schwartenmagen
70 Pf., Leber= und Blutwurſt 60 Pf.
m. Vom neuen Bahnhof. Der in letzter Zeit
mehr=
fach genannte Nordbahnhof an der Arheilger Landſtraße
iſt in ſeinen Gleisanlagen faſt beendet. Im öſtlichen Teile
iſt die Verbindung der neuen Odenwaldſtrecke am alten
Arheilger Weg noch herzuſtellen. Um dies zu erreichen,
müſſen noch mehrere hundert Kubikmeter Erde
ausge=
hoben und weggebracht werden. Im weſtlichen Teil ſind 6
Gleiſe bis an die Mainzer, Wormſer u. Frankfurter Strecke
fertig. Es erübrigt nur die Einführung der neuen
Strecken in die auf der anderen Seite genannter Strecken
hergeſtellten nach dem Hauptbahnhofe führenden
Anſchluß=
gleiſe. Am Stationsgebäude, an dem die Arbeiten ſeit
Herbſt geruht hatten, wird eben der innere und äußere
Verputz hergeſtellt. Die Fenſter ſind alle eingeſetzt. Am
Hauptbahnhof haben die Arbeiten, die nur an den
Froſttagen eingeſchränkt worden waren, große Fortſchritte
gemacht. Das Empfangsgebäude hat alle Fenſter
erhal=
ten und die Zentralheizungsanlage iſt ſchon mehrere
Wo=
chen in Betrieb. Das Verwaltungsgebäude, ſüdlich
da=
von, iſt fertig gedeckt und erhält ſeinen inneren Bewurf.
Das langgeſtreckte niedrig gehaltene Gebäude für die
Fürſtenempfänge iſt im Aeußeren fertig. Das Portal
krönt das heſſiſche Wappen. Das Empfangshäuschen mit
ſeinem Säulenportal ſteht rechtwinkelig zu
vorgenann=
tem Gebäude. Links und rechts wird es von einer hohen,
nach der Oſtſeite hin runden Mauer eingeſchloſſen. Die
Vorſteherwohnung auf der Nordſeite des
Empfangsge=
bäudes iſt in ſeinem inneren Ausbau ſoweit vollendet, daß
es in ein bis zwei Monaten ſeinem Zwecke übergeben
werden kann. Die Bahnſteighallen ſind fertig. Soeben
werden die Iſolierglocken für die Telegraphen= und
Tele=
phonleitungen angebracht. Die Verglaſung der Weſtſeite
an der großen Halle iſt noch herzuſtellen. Die
Signal=
maſten vor der Einfahrt in die Bahnſteighallen ſind
be=
trächtlich vermehrt worden. Die Poſtbrücke hat noch keine
Verglaſung erhalten, während das Bahnpoſtgebäude
nahezu fertig und in der Manſarde ſchon bewohnt iſt.
Auch das Wohnhaus des Poſtdirektors, öſtlich davon, iſt
fertig und im Erdgeſchoß bereits bezogen. Auf dem
Platze vor dem Empfangsgebäude ſieht es noch bunt aus.
Die rieſigen Zierbeete warten ihrer endgültigen
Be=
pflanzung und große Flächen des Fahrdammes heiſchen
nach des feſten Pflaſters. Die Geleiſe der elektriſchen
Straßenbahn ſind fertig. Es fehlen noch die Maſten,
welche die Leitungsdrähte für den elektriſchen Strom
tragen. Die Hallen für den Eilgüterverkehr ſind bis
1. Mai betriebsfähig. Ebenſo ſind die Stückgüterhallen
und das daranſtoßende Verwaltungsgebäude, das die
Kaſſen= und Bureauräume enthält, bis zum
Eröffnungs=
termine fertig. Die elektriſche Beleuchtung vor den
Lade=
hallen iſt ſeit Wochen fertig montiert. Ueberall herrſcht
auf dem ganzen Bahnhofsgebiete eine angeſtrengte
Tätig=
keit, um den größten Teil der neuen Bahnhofsanlagen
zum Einweihungstermin fertigzuſtellen, bis zu welchem
nur noch acht Wochen übrig ſind. Am Beſſunger Bahnhof
ſind die Ausgeſtaltungsarbeiten in vollem Gange, und
am Oſtbahnhofe (Roſenhöhe) iſt nur noch die Verbindung
des zweiten Geleiſes vorzunehmen. Hier hat es am
wenigſten Veränderungen gegeben, weil hier die neuen
Geleiſe in die ſeitherigen der Odenwaldbahn einmünden.
* Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im
Monat Februar ergaben die fortlaufenden Reviſionen
unſerer Nachtwachbeamten folgende Fälle: 329 offeue
Haustüren und Tore wurden vorgefunden 96 mal
brannte Licht in Geſchäfts= und Bureaulokalitäten,
Kellern und Bodenräumen bezw. wurde vergeſſen,
das=
ſelbe zu löſchen, 16 defekte Schlöſſer und Türen, ſowie
ſteckengebliebene Schlüſſel wurden vorgefunden, 4
offen=
ſtehende Parterrefenſter wurden ermittelt und 7
Haus=
bewohnern, die ihre Schlüſſel vergeſſen hatten, wurde
geöffnet.
Selbſtmord. In einem hieſigen Hotelreſtaurant
hat ſich am Samstag der Gärtner Ewald aus Alzey
erſchoſſen. Er war am Freitag abend eingezogen
und muß die Tat ſchon während der Nacht ausgeführt
haben. Als der Gaſt am Samstag nicht erſchien und
auf Klopfen keine Antwort gab, brach man gegen mittag
Großherzogliches Hoftheater.
W-l. Am Samstag beendete Herr Léon Laffitte
ſein Gaſtſpiel als Don Joſé in Bizets „Carmen”. Das
Haus war gut und weit beſſer beſucht, als am
Donners=
tag. Wir möchten behaupten, daß Herr Laffitte als
Don Joſé ſeine früheren Leiſtungen noch übertroffen
hat, ohne Zweifel aber gilt dies von ſeinem Spiel;
denn während er ſich ſonſt eine gewiſſe
Zurück=
haltung auferlegt hatte, entfaltete er heute, und
be=
ſonders im letzten Akte, ein dem Südländer eigenes
impulſives Temperament. Wie bei ſeinem Geſang
erſchien auch hier alles ſo wundervoll natürlich und
ſelbſtverſtändlich, daß er auch in der harmoniſchen
Ver=
einigung von Geſang und Spiel als vorbildlich gelten
konnte. Neues über ſeine vollendete Geſangskunſt zu
ſagen, iſt nicht mehr möglich. Geſangliche
Glanzleiſtun=
gen, die man ſo bald nicht wieder vergeſſen wird, waren
das Duett mit Micaela im 1. Akt, mit Carmen im 2. Akt
und die Schlußſzene. Da Herr Lafitte die Opern im
Urtext ſingt, ſang er heute abend zum erſten Male
fran=
zöſiſch, und es mag auch wohl noch zu ſeiner Anregung
beigetragen haben, daß auch Fräulein Howard im
Zwiegeſang mit ihm die Carmen=Partie im franzöſiſchen
Urtext ſang; anderſeits trug dies zur Verſtärkung
des künſtleriſchen Eindrucks weſentlich bei, denn
die zweiſprachigen Duette wirken unkünſtleriſch, um
nicht zu ſagen, komiſch. Es iſt aber nicht jeder Künſtlerin
gegeben, zwei Sprachen im Geſang ſo zu beherrſchen,
wie Fräulein Howard. Außer ihr erntete auch Fräulein
Geyersbach für ihre herrlich geſungene Micaela
reichen und wohlverdienten Beifall.
Die von der Kritik beanſtandete Entkleidungsſzene
in der Schenke des Lillas Paſtia iſt jetzt fortgelaſſen.
Der Gaſt wurde auch heute wieder ſehr gefeiert.
Die viel gegebene Oper, auf deren Inſzenierung beſondere
Sorgfalt verwendet worden iſt, übt noch immer eine
ſtarke Anziehungskraft aus.
die Tür auf und fand ihn tot im Stuhl ſitzen. Auf dem
Tiſche lagen mehrere Abſchiedsbriefe, adreſſiert und
frän=
kiert, und ein Telegramm mit 1 Mark für Gebühren.
Die Polizei nahm dieſe Briefe zunächſt in Beſchlag. Die
Motive des Selbſtmordes ſind vorerſt unbekannt.
§ Feſtgenommen. Ein 47 Jahre alter Fabrikarbeiter
aus Klein=Bieberau, welcher von der hieſigen
Amtsan=
waltſchaft wegen Betrugs ſteckbrieflich verfolgt wird, iſt
dahier feſtgenommen worden.
Offenbach, 2. März. Die Finanzierung der
bei=
den projektierten Lokal= und
Kleinbahn=
ſtrecken Alzenau=Seligenſtadt=Offenbach liegt vor. Die
Geſamteinnahmen der Strecke Alzenau=Mühlheim=
Offen=
bach betragen 383 551 Mark, die Ausgaben 244 470 Mark,
was einen Ueberſchuß von 138081 Mark ergibt. Bei
einem Anlagekapital von 3 425000 Mark entſpricht dieſer
Ueberſchuß einer Verzinſung von rund 4,04 Prozent, und
zwar nach Abzug von 1 Prozent Amortiſation. Auf der
anderen Strecke Alzenau=Lämmerſpiel=Bieber=Offenbach
ergibt ſich dagegen nur ein Ueberſchuß von 113 139 Mark,
der bei einem Anlagekapital dieſer Strecke von 2872000
Mark einer Verzinſung von nur 3,95 Prozent entſpricht.
Zellhauſen, 2. März. Der 21jährige Student der
Medizin, Joſeph Fuchs, Sohn des hieſigen Gaſtwirts
und Bäckermeiſters Jakob Fuchs, errang durch ein ganz
hervorragendes Examen und für hervorragende
wiſſen=
ſchaftliche Leiſtungen den Hohenzollern=
Ehren=
preis an der Univerſität Bonn für das Jahr 1912,
ob=
ſchon Fuchs nicht preußiſcher Staatsangehöriger iſt.
Gonſenheim, 2. März. Die Gebäude der Goedecker=
Flugmaſchinenfabrik ſind fertiggeſtellt; zurzeit
erfolgt die Einrichtung. Da die Firma größere Aufträge
für das Ausland hat, ſoll die Verlegung des Betriebes
von Niederwalluf hierher bereits am 15. d. M. erfolgen.
Worms, 1. März. Der viertägige Lehr= und
Repetitionskurſus für Eigentümer, Direktoren,
Brau=
meiſter, Malzmeiſter, ſowie ältere Fachleute, welcher
ſchon ſeit einer Reihe von Jahren im Monat März an
der Brauer=Akademie zu Worms regelmäßig abgehalten
wird und ſich ſchon in weiten Kreiſen großer Beliebtheit
erfreut, beginnt in dieſem Jahre am Montag, den 25.
März. Zur Beſprechung gelangen folgende Themata:
1. Beſchaffenheit und Verarbeitung der letztjährigen
Gerſten und Malze. 2. Die Waſſerfrage. 3. Die
Des=
infektion im Brauereibetriebe unter beſonderer
Berück=
ſichtigung des Ozons; eventuell noch: 4. Wie laſſen ſich
Erſparniſſe an Hopfen erzielen?
Worms, 2. März. An der Eiſenbahnbrücke
über den Rhein werden gegenwärtig die
Gleis=
anlagen einer gründlichen Reparatur unterzogen,
weshalb der Betrieb eingleiſig durchgeführt werden muß.
Die Reparaturen werden längere Zeit in Anſpruch
neh=
men und haben erhebliche Störungen und Verſpätungen
im Zugverkehr mit Frankfurt, Darmſtadt, Bensheim und
Mannheim zur Folge. — Der 24jährige Bahnarbeiter
Joh. Stenner, der auch als Kunſtradfahrer weiteren
Kreiſen bekannt iſt, war auf der Strecke Lampertheim
mit Heben von Schienen beſchäftigt, als er durch eine
emporſchnellende Winde derartige Schädelverletzungen
er=
litt, daß er ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
— Vor einiger Zeit wurde der Fuhrmann K. Fr. Rehm
in der Frankenthalerſtraße von enormen Kiesmaſſen
ver=
ſchüttet. Der vorgenommenen Operation iſt es gelungen
den lebensgefährlich Verletzten ſoweit herzuſtellen, daß
er jetzt in Kürze aus dem Krankenhauſe entlaſſen
wer=
den kann.
Oppenheim, 2. März. In der hieſigen Bürgerſchaft
herrſcht eine leicht begreifliche Beſorgnis wegen der noch
immer zu befürchtenden Aufteilung des Kreiſes
Oppenheim. Eine Denkſchrift der Regierung ſoll
hierüber in nächſter Zeit zu erwarten ſein. Um die ſchwere
Schädigung der Stadt Oppenheim zu verhüten, macht man
nun von hier aus den Vorſchlag, in Wörrſtadt, das den
weitab gelegenen Orten im weſtlichen Teile des Kreiſes
zunächſt liegt und nach allen Seiten günſtige
Bahnver=
bindungen hat, regelmäßige Amtstage
abzu=
halten. Das Schickſal des Kreiſes Oppenheim iſt indes
noch ſehr unbeſtimmt. Bei der Entſcheidung der Frage
dürfte indes ſchwer ins Gewicht fallen, daß eine Anzahl
weit abgelegener Orte ſelbſt die Loslöſung von
Oppen=
heim und die Zuteilung zu Bingen reſp. Alzey wünſcht.
Nierſtein, 2. März. Der Winzer Adam Raab V.
aus Schwabsburg fand heute beim Arbeiten in dem
frü=
her Bömberſchen Weinberge am Oppenheimer Fahrt in
einem Sack verpackt verſchiedene wertvolle
Sil=
bergegenſtände, darunter Tee= und Kafeekannen,
ſowie verſchiedene kleinere Silbergefäße. Anſcheinend
rühren dieſelben von einem Diebſtahl her. Der Fund
wurde von der Bürgermeiſterei Nierſtein in Verwahr
genommen.
Gießen, 2. März. In dem ruhigen Dörfchen
Ilben=
ſtadt bei Friedberg trug ſich am Morgen des
Reichstags=
wahltages ein ſeltſames Schauſpiel zu, das das ganze
Dorf in Aufregung brachte. Der achtjährige P. Ch. wurde
auf dem Wege zur Frühmeſſe an der Kirche ergriffen
und entführt. Dieſer Tat angeklagt ſind die
Ehe=
leute R. E. F. aus Berlin. Als der Junge die Kirche
betrat, faßte ihn der Ehemann an der Hand und eilte
mit ihm in der Richtung nach Burg=Gräfenrod davon.
Die Ehefrau, die ihrem Manne bei Ausführung der Tat
behilflich war, folgte nach. Der Anſchlag ſchlug indeſſen
fehl; es gelang, die beiden einzuholen und den Knaben
zurückzubringen. Die Angeklagten ſind lt. Gieß. Anz. im
weſentlichen geſtändig. Mit Tränen in den Augen
ſchil=
derten ſie heute ihre Erlebniſſe mit dem Jungen. Er war
bis vor kurzem ihr Pflegeſohn. Sie hatten ihn, damals
noch in Frankfurt a. M. wohnhaft, als Knäblein von
ei=
nigen Wochen auf ein Angebot in der Zeitung in Pflege
genommen. 800 Mark waren ihnen gezahlt und alle
Rechte an dem Kinde abgetreten worden. Etwa ſieben
Jahre erfreuten ſie ſich ſeines ungeſtörten Beſitzes, bis
der Pfarrer an dem Wohnort der Kindesmutter von
ſei=
nem Daſein erfuhr. Er ſetzte ſich, getrieben von der
Sorge für die religiöſe Erziehung des Kindes, mit einem
Verwandten der Mutter in Ilbenſtadt in Verbindung.
Dieſer betrieb dann mit allem Eifer die Herausgabe des
Kindes. Er ſtrengte Klage an und erwirkte die
Heraus=
gabe. Die Angeklagten erklärten nun bald, ſich dieſem
Gebot fügen und den Knaben den Verwandten überlaſſen
zu wollen, bald ſetzten ſie dem Widerſtand entgegen.
Schließlich gelang es, den Knaben nach Ilbenſtadt zu
überführen. Nun hielt es die Angeklagten nicht länger
in Berlin. Sie ſiedelten nach Friedberg über, wo ſie
un=
angemeldet wohnten. Von hier unternahmen ſie häufig
Streifzüge nach Ilbenſtadt, die den Zweck hatten, ſich des
Jungen zu bemächtigen. So wurde der Angeklagte
ein=
mal mit einem Fahrrad geſehen, das zwiſchen Lenkſtange
und Sattel eine Sitzvorrichtung hatte. Die Verhandlung
endigte mit der Vertagung der Sache auf nächſten
Freitag zur Beiladung der Kindesmutter, da es dem
Ge=
richt von Wichtigkeit ſchien, dieſe vor der Urteilsfällung
zu hören.
(*) Laubach, 1. März. Bis in unſere Gegend macht
ſich ſeit einigen Tagen die Zigeunerplage
bemerk=
bar. In Hungen hatten ſie am Poſtamt Briefe
beför=
dert und waren dann über Villingen verſchwunden. Die
Hungener Gendarmerie benachrichtigte die hieſige.
Zwi=
ſchen Gonterskirchen und der Schmelz konnten zwei
Männer mit Frauen und Kindern verhaftet und hierher
gebracht werden. Bei dem Verhör beſtritten ſie jeden
Zuſammenhang mit der Bande Ebender. Den Mörder
Wilhelm Ebender ſchilderten ſie als einen gewalttätigen
und brutalen Menſchen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. März. Der Weltreiſende und
Nationalökonom und als Schriftſteller bekannte Dr. Paul
Neubauer iſt geſtern nach längerem Leiden geſtorben.
Ein in der Allgemeinen
Elektrizitätsgeſell=
ſchaft in der Apparatefabrik ausgebrochener Streik
ge=
winnt vorausſichtlich heute eine größere Ausdehnung. Im
Ganzen dürften 1500 Mann im Ausſtande ſein. — Eine
überaus große Nachfrage nach Muſikern iſt
gegenwärtig zu verzeichnen. Die Zahl der feſtlichen
Ver=
anſtaltungen iſt in dieſem Winter in Berlin ſo groß, daß es
manchen Vereinen ſehr ſchwer wird, die erforderlichen
Unterhaltungs= reſp. Tanzmuſik zu erhalten — ein Feſt jagt
das andere, von einer teueren Zeit iſt nichts zu merken.
Selbſt auf den kleinſten Muſikerbörſen, wo ſonſt nachmittags
und auch abends noch immer genügend
beſchäftigung=
ſuchende Muſiker zu finden waren, iſt es von nachmittag ab
vereinſamt. Alle verfügbaren Kräfte ſind ſchon im Laufe
des Vormittags engagiert worden. Natürlich übt dieſe
Er=
ſcheinung auf die Entlohnung einen günſtigen Einfluß aus,
der den üblichen Tarif weit in den Schatten ſtellt. Wirklich
gute Muſiker, eingeſpielte Enſembles verlangen und
erhal=
ten oft das doppelte der Tarifſätze. Die minderwertigen
Kräfte, die im Sommer brachliegen, werden jetzt für die
Nachtarbeit mit 8—12 Mark honoriert. Die neue Mode der
Bockbierrummel in Reſtaurants und auch Cafés hat die
Arbeitsgelegenheit für Muſiker ganz erheblich erhöht, faſt
jede kleinſte Kneipe bietet ihren Gäſten zum mindeſten durch
einen Klavierſpieler, wenn auch dritten oder vierten Ranges,
muſikaliſche Abendunterhaltung. — Der ehemalige Hotelbeſitzer
Holtfeuer iſt, wie ſchon gemeldet, hochbetagt in Groß=
Lichterfelde geſtorben. In den weiteſten Kreiſen iſt er
be=
kannt geworden durch ſeine Teilnahme an der Ergreifung
Nobilings, der am 2. Juni 1878 einen Mordverſuch gegen
das Leben Kaiſer Wilhelms I. vom Hauſe Unter den
Linden 18 II. unternommen hatte. Holtfeuer wurde
hier=
bei am Unterkiefer ſchwer verletzt. Er mußte infolgedeſſen
ſeinen Beruf aufgeben und erhielt, nachdem er mit dem
Hohenzollernſchen Hausorden dekoriert worden war, eine
Anſtellung als Vorſteher des Billettbureaus im
Reichs=
tage. — Großes Aufſehen erregt in Spandau der
Selbſt=
mord des Bankiers Richard Baethge, der ſich heute
früh in ſeiner Wohnung erſchoß. Baethge iſt verheiratet
und Vater eines Kindes. Er betrieb in der
Grunewald=
ſtraße in Spandau ein gutgehendes Bank=, Inkaſſo= und
Auskunftei=Geſchäft. B. ſoll den Selbſtmord verübt haben,
weil er ſich an den ihm anvertrauten Depots vergriffen und
in den wildeſten Spekulationen verſpielt hat. Man ſchätzt
die defraudierte und von B. verſpielte Summe auf eine
Million Mark.
Frankfurt, 2. März. Die Strafkammer verurteilte den
Schloſſer Georg Schnitzer wegen Wahlvergehens
zu vier Wochen Gefängnis und fünf Tagen Haft. Schnitzer
war Wahlſchlepper bei der ſozialdemokratiſchen Partei und
als ſolcher beauftragt, einen Mechaniker herbeizuholen.
Als er erfuhr, daß dieſer Wähler verzogen war, gab er auf
deſſen Namen ſeine Stimme ab. Schnitzer, der übrigens
noch gar nicht in wahlfähigem Alter ſtand, war nach
Aus=
übung der Wahl erkannt und verhaftet worden.
Straßburg, 2. März. Die Berufung gegen die
Auflöſung der Lorraine Sportive und der
Jeuneſſe Lorraine in Metz beſchäftigte heute den
Kaiſer=
lichen Rat. Beide Sachen wurden getrennt verhandelt.
Rechtsanwalt Blumenthal=Kolmar vertrat in
Anweſen=
heit der beiden Brüder Alexis und Paul Samain als
Vorſtandsmitglieder die aufgelöſten Vereine. Er
be=
zeichnete die Auflöſung als zu Unrecht erfolgt. Die
Lor=
raine Sportive habe weder deutſch=freundliche noch
deutſch=feindliche Tendenzen verfolgt und die Jeuneſſe
Lorraine ſei keine Fortſetzung der Lorraine Sportive
geweſen. Lediglich die Tötung des Hoboiſten Maaſch
habe zur Auflöſung des Vereins Veranlaſſung gegeben.
Die Urteilsverkündung wurde auf den 9. März vertagt.
München, 2. März. Der Kabinettsſekretär und
Ver=
traute König Ludwigs II., Staatsrat v.
Pfiſtermei=
ſter, iſt heute 90 Jahre alt, geſtorben. v.
Pfiſtermei=
ſter war Gegner Richard Wagners und bewirkte
ſeiner=
zeit die Entfernung Wagners aus München.
Lindau, 1. März. Das Kronprinzenpaar iſt um
4.20 Uhr mit einem Schweizer Sonderdampfer hier
ein=
getroffen. Graf Zeppelin begleitete den Dampfer mit
ſeinem neuen Luftſchiff. Um 6 Uhr wurde die Reiſe nach
München und Berlin fortgeſetzt.
Karlsruhe, 2. März. Bei der Berichterſtattung in der
Erſten Kammer erlitt der Vizepräſident
Oberlandes=
gerichtspräſident Dorner einen ſchweren
Ohnmachts=
anfall. Als er umſank, leiſtete Prinz Max von Baden
die erſte Hilfe.
Koburg, 1. März. Im hieſigen Landkreiſe wurde
heute das Zigeunerehepaar Franz aus Plamont
im Elſaß verhaftet. Beide ſind dringend verdächtig,
an den verbrecheriſchen Vorgängen bei Fulda und in den
heſſiſchen Forſten beteiligt geweſen zu ſein.
Hamburg, 2. März. Der der Spionage beſchuldigte
Schutzmann Glauß aus Wilhelmshaven, der wegen
Unterſchlagung in London verhaftet wurde und an
Deutſchland ausgeliefert wird, iſt mit dem Dampfer „
Ne=
rinſa” hier eingetroffen und wird im Laufe des Tages
nach Aurich transportiert.
Wien, 1. März. In der Sache des Pariſer
Ju=
weliers Levi und des ihm abhanden gekommenen
Schmuckes im Werte von einer Viertelmillion, meldet eine
Polizeikorreſpondenz, eine Pariſer Perlenfirma Rankert
habe die Polizeidirektion verſtändigt, daß ſie Levi
Ju=
welen im Werte von 75000 Francs in Kommiſſion gegeben
habe. Die Firma ſpricht den dringendſten Verdacht aus,
daß Levi die Juwelen unterſchlagen hat, um einen
Unterſchleif zu markieren und einen Vorſprung zu
bekommen. Der Diebſtahl ſei frei erfunden. Infolgedeſſen
hat die Wiener Staatsanwaltſchaft einen Steckbrief gegen
Levi erlaſſen.
Marienbad, 1. März. Bei
Straßenregulierungs=
arbeiten oberhalb des Kreuzbrunnens iſt geſtern eine
Mineralquekle erſchloſſen worden. Die Ana=
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 5.
lyſe ergab eine dreifache Konzentration von Mineralſalzen
im Vergleich mit dem Kreuzbrunnen. Die
Tagesergiebig=
keit beläuft ſich auf 700 Liter.
Luxemburg, 1. März. Heute Nachmittag erfolgte von
Schloß Berg aus in Anweſenheit der Bevölkerung die
Ueberführung der Leiche des Großherzogs
zum Bahnhof, von wo ſie mittels Sonderzugs nach
Luxemburg gebracht wurde. Hier fand auf dem Bahnhof
eine kurze Zeremonie ſtatt, worauf der Sarg im
impo=
ſanten Zuge nach dem Schloſſe geleitet wurde. In dem
Zuge bemerkte man viele Fürſtlichkeiten, den Großherzog
von Baden, den Herzog Franz Joſef in Bayern und den
Prinzen Faver von Parma, denen ſich die Beamten des
Landes, die Regierung, die Kammermitglieder und die
Hof=
würdenträger anſchloſſen. 146 Vereine des Landes und
4600 Feuerwehrleute bildeten Spalier. Vor dem Portal
des Schloſſes wurde der Sarg niedergeſetzt, worauf alle
Körperſchaften vorbeidefilierten. Dann wurde die Leiche
ins Schloß getragen und dort aufgebahrt. Das Publikum
wird morgen zur Beſichtigung zugelaſſen.
Paris, 2. März. In einer Wollkrempelei in
Tourco=
ing explodierte geſtern abend ein Keſſel. Vier
Ar=
beiter wurden getötet, an 20 verwundet, darunter mehrere
lebensgefährlich. Zwei Arbeitsſäle und ein Warenmagazin
wurden vollſtändig zerſtört.
Paris, 2. März. Das Zuchtpolizeigericht von St.
Etienne verurteilte zwei junge Antimilitariſten, die
mehrere Offiziere des 38. Infanterieregiments auf der
Straße beſchimpft hatten, zu je einem Monat Gefängnis.
London, 1. März. Der heutige Nachmittag brachte die
ſchwerſten Ausſchreitungen von Anhängerinnen des
Frauenſtimmrechtes, die ſeit dem Anfang der
Be=
wegung zu verzeichnen waren. Große Trupps von
Frauen durchzogen Whitehall, Piccadilly, Haymarket, die
Bondſtreet und andere Verkehrsſtraßen des Weſtens, und
zertrümmerten die Ladenfenſter der großen
Geſchäftshäuſer. Einige Frauen drangen bis zur
Dow=
ning=Street vor und zerſchlugen die
Fenſter=
ſcheiben des Wohnſitzes des
Premier=
miniſters und des Regierungsgebäudes.
Bisher wurden 60 Verhaftungen vorgenommen. — Unter
den verhafteten Frauen befindet ſich Mrs. Pankhurſt, die
bekannte Leiterin der Frauenbewegung. Eine Frau
feuerte einen Revolverſchuß ab, der im Kolonialamte
eine Fenſterſcheibe zertrümmerte. Die Anhängerinnen der
Bewegung machten in der Regentſtreet einen neuen Angriff
und ſchlugen Schaufenſter ein. Gegen 50 Polizeibeamte
waren allein in der Regentſtreet tätig.
Kopenhagen, 1. März. Der frühere Miniſterpräſident
Graf Holſtein iſt heute nachmittag in Ledreborg
ge=
ſtorben.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im
Nach=
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
M.-V. Die Soliſten welche der Muſikverein
für ſeine Aufführung von Willem de Haans „Das
Märchen und das Leben” am 11. März d. J.
ge=
wonnen hat, ſind den Darmſtädtern faſt alle aus
frühe=
ren Konzerten in beſtem Andenken. Frau Anna Stronck=
Kappel aus Barmen hat bei dem Jubiläums=Konzert des
Vereins (1907) die Partie des „Hannchen” in Haydns
Jahreszeiten in vollendeter Weiſe zu Gehör gebracht,
und uns vor kurzem als „Peri” aufs neue entzückt. Frau
Pauline de Haan=Manifarges (Alt) aus Rotterdam und
Herr Tom Denys (Bariton) aus Berlin ſind dem
hieſi=
gen Publikum als treffliche, ſtimmlich wie muſikaliſch
gleich hervorragende Soliſten durch wiederholtes
Auf=
treten (zuletzt in Beethovens Miſſa bezw. im Berliozſchen
Fauſt) bekannt. Und auch dem Tenoriſten Herrn Jules
Peters aus Amſterdam geht der beſte Ruf voraus. Die
vier holländiſchen Künſtler werden auch hier ſicherlich ihr
Beſtes geben, um das Werk ihres Landsmannes uns in
möglichſter Vollendung darzubieten.
Deutſcher Reichstag.
* Berlin, 2. März. Fortſetzung der Beratung
des Etats des Innern, vierter Tag.
Abg. Schmidt=Berlin (Soz.): Die Syndizierung nach
Betrieben hat die Grundlagen unſerer bisherigen
Volks=
wirtſchaft faſt vollſtändig verlaſſen und hat zu einem
Still=
ſtand und zu einer Erſtarrung der Entwickelung geführt,
wobei ſich die Bewegung abſolut nicht in beſcheidenen
Gren=
zen gehalten hat. Die Wünſche der Arbeiter auf höheren
Lohn werden zurückgewieſen. Den Angehörigen des
Syn=
dikats werden immer noch größere Verdienſte zugeſchoben.
Wenn der Staatsſekretär hier erklärt hat, er wolle dem
Zu=
ſtandekommen der Tarifverträge ſeine Aufmerkſamkeit
zu=
wenden, ſo mag er nach dem Beiſpiel ſeiner engliſchen
Kol=
legen ſelbſt die Initiative ergreifen. Unſere
Krankenkaſſen=
ſtatiſtik muß ſo ausgebaut werden, daß aus ihr nur die Art
und Zahl der Erkrankungen in den verſchiedenen Betrieben
hervorgeht. Wenn der Staatsſekretär die geſetzlichen Mittel
zur Sicherung der perſönlichen Freiheit verſtärken will, ſo
wiſſen wir nicht recht, was er damit meint; will er die
poli=
zeilichen Ausſchreitungen wie in Moabit verhindern oder
will er die Arbeiter vor den Ausſchreitungen der
Arbeit=
geber ſchützen? (Sehr gut! b. d. Soz.) Die Agrarier hüllen
ihre ſozialpolitiſchen Maßnahmen bei der Seßhaftmachung
der Arbeiter in ein wohlwollendes Mäntelchen.
Tatſäch=
lich wird damit nichts erreicht, als die alte Hörigkeit wieder
aufleben zu laſſen. Die Frauen= und Kinderarbeit auf dem
Lande wird immer weiter ausgedehnt. Die von uns ins
Leben gerufene Arbeiterbewegung hat zwar eine
Aufwärts=
bewegung gezeitigt, aber nicht in dem Maße, wie man es
verlangen muß, und daher die Zunahme der
Unzufrieden=
heit. Die Ausführungen des Grafen Poſadowsky über die
Wahlkreiseinteilung waren kein Beweis von Mut. Er
macht den Eindruck eines planloſen ſozialiſtiſchen
Einſpän=
ners, der, wenn er ſo weiter macht, bald an Intereſſe
ver=
liert. Zu geſunden Wohnungsverhältniſſen werden wir
nicht kommen, ſolange uns die preußiſche Städteordnung
im Wege ſteht, nach der die Hälfte der Gemeindevertreter
Grundbeſitzer ſein müſſen. Allein mit kräftigen
wirtſchaft=
lichen Organiſationen kann das Handwerk konkurrenzfähig
erhalten werden. Zu den Hausknechtarbeiten der
Konſer=
vativen werden ſich Beamten nicht herbeilaſſen. Dieſen
politiſchen Unrat müſſen ſie ſchon ſelbſt aufräumen, ohne die
bezahlten Kräfte der Staatsbeamten. Die Sozialpolitik
hat ſich den Binnenſchiffern und den Bureaubeamten
zuzu=
wenden. Wie weit iſt die Vorbereitung des Theatergeſetzes
gediehen? Dieſe geſetzgeberiſchen Materien müſſen alsbald
das Werk der Sozialpolitik ergänzen. (Beifall b. d. Soz.)
Abg. Graf v. Carmer=Zieſerwitz (konſ.): Eine
der bedenklichſten Erſcheinungen ſind gegenwärtig die
Wan=
derlager. Hier ſollte die Bedürfnisfrage erhoben werden,
zu deren Feſtſetzung die Handwerker= und Handelskammern
zu hören wären. Die Hinzuziehung der Fabrikbetriebe zu
den Koſten der Lehrlingsausbildung iſt dringend geboten.
Die Ausdehnung der Sonntagsruhe auf die Konſumvereine
und die nicht offenen Verkaufsſtellen und Kontore iſt
drin=
gend zu wünſchen, andererſeits eine ſtrikte Durchführung
der Sonntagsruhe für die offenen Verkaufsſtellen auf
dem Lande und in kleinen Städten. Eine
Fürſorgegeſetz=
gebung für Feuerwehrleute, insbeſondere für freiwillige
Feuerwehrleute, würde ſehr zu begrüßen ſein. Durchaus
einverſtanden ſind wir mit den Ausführungen des Grafen
Poſadowsky über die Latifundienbildung durch Ankäufe
von Bauerngütern. Wir ſind ſtets Förderer des
Mittelſtan=
des geweſen. Das Großkapital hat aber leider den
Land=
beſitz zu einer gewöhnlichen Verkaufsware herabgedrückt.
(Sehr richtig! rechts.) Das Koalitionsrecht iſt heutzutage
unentbehrlich. Nur gegen die Auswüchſe bei den Streiks
wie bei den Ausſperrungen wenden wir uns. Heutzutage
iſt nicht mehr der Arbeitgeber Herr in ſeinem Betriebe,
ſon=
dern die Gewerkſchaften ſind es. (Lachen bei den Soz.)
Sämtliche Arbeiter ſind gezwungen, dieſen
Gewerkſchaf=
ten beizutreten, nur um Arbeit zu bekommen. Ergeht die
Parole des Streiks, ſo müſſen auch die Arbeitswilligen
wohl oder übel folgen, oder ſie werden mit ihren Frauen
und Familien dem ſozialdemokratiſchen Terrorismus
ausgeliefert. (Sehr richtig rechts. Widerſpruch bei den
Soz.) Ich meine, die jetzigen Beſtimmungen genügen
nicht. Auch das Königreich Sachſen und die Freie Stadt
Hamburg haben einen beſſeren Schutz der Arbeitswilligen
durch Ergänzung der geſetzlichen Beſtimmungen,
insbe=
ſondere hinſichtlich des Streikpoſtenſtehens erlaſſen. Wir
hoffen, daß unſere Reſolution ein beſchleunigteres Tempo
in die Geſetzgebung bringen wird. Ein Ausnahmegeſetz
wollen wir nicht. Möglichſte Beſchleunigung wäre hier
am Platze, ſollen nicht weite Volksteile an dem Staat
irre werden. (Beifall rechts.)
Abg. Dr. Thoma (nl.): Nach wie vor halten wir
daran feſt, daß eine Teilung des Reichsamts des Innern
in eine wirtſchaftliche und ſoziale Abteilung wünſchens=
und erſtrebenswert iſt. Insbeſondere verlangt die
Ver=
waltungsfrage als die wichtigſte Materie baldige
geſetz=
liche Regelung. Sie iſt geradezu die ſoziale Frage. Das
Erbbaurecht allein kann eine Geſundung der Verhältniſſe
herbeiführen. Das Koalitionsrecht iſt für uns ein
Pflänzchen Rührmichnichtan. Wir wünſchen ein
Reichs=
einigungsamt, das aber nicht nur zuſehen und untätig
die wirtſchaftlichen Kämpfe herannahen ſehen ſoll.
ſon=
dern das aus eigener Initiative eingreift. Im gleichen
Sinne wünſchen wir Tarifverträge, die durch Beratung
und auf gütlichem Wege erreicht werden ſollen. Durch
die Maul= und Klauenſeuche ſind in unſerem Vaterlande
bereits große Schäden entſtanden. Große Summen an
Nationalvermögen ſind hier verloren gegangen. Auf die
Durchforſchung der Seuche und die Entdeckung des
Erre=
gers muß große Sorgfalt verwendet werden.
Abg. Barſchat (Fortſchr. Vp.): Die Fürſorge
für die Handwerker muß kommen, aber in anderem Sinne,
als die Konſervativen es wollen. Bevor wir an die
Schaffung von Geſetzen gegen den ſozialdemokratiſchen
Terror gelangen, muß man zunächſt den Bovkott der
Konſervativen beſeitigen. Wie die Herren von der
Rech=
ten Mittelſtandspolitik treiben, beweiſt ein Einblick in den
Katalog der Verkaufsſtellen des Bundes der Landwirte,
die auch mit Badewannen, Champagner, Kloſettpapier
(Heiterkeit) uſw. handeln. Die Gefänanisarbeit bietet
immer noch dem Handwerk eine gefährliche Konkurrenz.
Für die Fachſchulen iſt es von großem Wert, den jungen
Leuten auch parteiloſen Unterricht in der Bürgerkunde zu
erteilen. Der Buchführungszwang iſt für das Handwerk
unerläßlich. Zu den Koſten der Lehrlingsausbildung
müſſen die Fabrikbetriebe herangezogen werden. Durch
die Beſeitigung des Paragr. 100g der Gewerbeordnung
allein wird dem Handwerk nicht geholfen, und alle
geſetz=
lichen Maßnahmen werden dem Handwerk nicht helfen,
wenn nicht der kollegiale Sinn vorherrſchen wird, daß
nicht jeder in dem anderen einen Konkurrenten, ſondern
einen Kollegen ſieht. Wir treten ein für die Förderung
der Konkurrenzfähigkeit des Handwerks, ſeine beſſere
Ausbildung. Regelung des Submiſſionsweſens, Schutz
gegen den Bauſchwindel und Beſeitigung der
Gefängnis=
arbeit. Damit läßt ſich ein zufriedener Handwerkerſtand
ſchaffen.
Abg. Soſinski (Pole): Die
Reichsverſicherungs=
ordnung weiſt verſchiedene Mängel auf, die beſeitigt
wer=
den müſſen. Wenn auch die Frage des Bergrechtes vor
die einzelſtaatlichen Parlamente gehört, ſo muß doch das
Reich da eingreifen. wo die einzelnen Staaten verſagen.
Die Zulaſſung der Arbeiter zu der Baukontrolle muß
un=
ter allen Umſtänden gefordert werden. Den
gewerkſchaft=
lichen Terrorismus der Sozialdemokratie verurteilen auch
wir, aber ein neues Zuchthausgeſetz wollen auch wir nicht.
Gegen die Behandlung der Polen durch die Regierung
und ihre Beamten muß ich entſchieden proteſtieren.
(Beifall bei den Polen.)
Hierauf wird die Weiterberatung auf Monſtag,
2 Uhr vertagt. Schluß 4,15 Uhr.
Handel und Verkehr.
* Berlin 1. März. Die heutige
Generalver=
ſammlung der Preußiſchen Boden=Kredit=
Aktien=Bank, Berlin, ſetzte zunächſt die von
mor=
gen ab zahlbare Dividende auf8 v. H. feſt. Die
Ver=
waltung berichtete, daß der Pfandbriefabſatz im Januar
dieſes Jahres befriedigt habe, während er im Februar
recht unbefriedigend war, wenn man das Verhältnis der
begebenen zu den durch Interventionskäufe
zurückgekauf=
ten Pfandbriefen berückſichtige. Die Beleihung erfolgte
in Berlin und der Provinz in ziemlich gleichem Umfang.
— Die von verſchiedenen Seiten angeregte Ausgabe
von 4½prozentigen Pfandbriefen hält die
Verwaltung für noch nicht diskutabel, da man den
Grundſtücksbeſitzern größere Laſten nicht zumuten könne.
Der mit der Ausgabe zuſammenhängende Zinsfuß von
4¾4—5 v. H. ſei für gute exſtſtellige Hypotheken nicht zu
erlangen.
* Berlin, 2. März. In der heutigen
außerordent=
lichen Generalverſammlung der
Deutſch=
überſeeiſchen Elektrizi täts=Geſellſchaft
wurde die beantragte Kapitalserhöhung um 20 Millionen
Mark auf 120 Millionen einſtimmig genehmigt. Aus der
Begründung der Verwaltung iſt hervorzuheben, daß die
Anlagen der Geſellſchaft in Buenos Aires ſich in ſtetiger
Fortentwickelung befinden und daß ſich für das laufende
Jahr bereits eine Steigerung des Bedürfniſſes um
wei=
tere 15 Prozent ergab. Da ſich der Ausbau der Anlagen
der Geſellſchaft in Argentinien noch im vollen Gange
be=
findet, wurde betont, daß mit der beantragten
Kapitals=
erhöhung der geſamte Kapitalsbedarf der Geſellſchaft noch
nicht befriedigt ſei. Die Verwaltung ſtellte in Ausſicht,
daß wegen der Erhöhung des Kapitals eine
Schmä=
lerung der Dividende nicht in Ausſicht zu nehmen ſei.
Auf eine Anfrage wurde erwidert, daß die Einführung
von Aktien nach Amſterdam nicht beabſichtigt ſei, da die
Einführung der Aktien in Brüſſel den Erwartungen voll
entſprochen habe.
* Berlin, 2. März. Der Aufſichtsrat der Bank
für Handel und Induſtrie (Darmſtädter
Bank) beſchloß in ſeiner heutigen Sitzung, der
General=
verſammlung für das Jahr 1911 die Verteilung einer
Dividende von 6½ Prozent (wie im Vorjahre)
vor=
zuſchlagen. Der Bruttonutzen beträgt pro 1911 inkl.
440 482,08 Mark Vortrag aus 1910 24360 595,34 Mark.
Hiervon gehen ab die Handlungsunkoſten, Steuern,
Tan=
tiemen an den Vorſtand und die Oberbeamten im
Geſamt=
betrage von 1455048,06 Mark, die Gratifikationen an die
Beamten, die Zuwendung an deren Penſionsfonds und
für wohltätige Zwecke 12030 407,51 Mark, Abſchreibung
auf Immobilien und Mobilien 523 276,73 Mark,
Talon=
ſteuer=Reſerve 660000 Mark, zuſammen 13 213 684,24 Mk.
Es verbleibt ein verteilbarer Reingewinn von
11146 911,10 Mark.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
— Dem Herrn Einſender des Eingeſandt in Nr. 52
ſei höflichſt erwidert, daß ſein Vorſchlag, den
verbreiter=
ten Fußſteig in der Allee mit grobem Kies zu
bewer=
fen, damit die Radfahrer nicht dieſen, ſondern den ihnen
vorgeſchriebenen Weg benutzen, wenig Wert hat. Als
vor einigen Monaten genannter Fußſteig neu entſtand,
wurde dieſer damals gehörig mit Kies beworfen. Eine
große Anzahl Radfahrer hat nun, da es auf dem friſchen
Kies gerade nicht angenehm zu fahren iſt, hübſch
abge=
wartet, bis derſelbe verwittert und von Fußgängern
zu=
ſammengetreten war und während dieſer Zeit ungeachtet
des daneben liegenden, neu angelegten und
feſtgewalz=
ten Radfahrerwegs, den zwiſchen den Bäumen
führen=
den Fußſteig benutzt. Gerade in der Allee werden die
Fußſteige von Radfahrern ſchon immer und mit
beſonde=
rer Rückſichtsloſigkeit gegen Fußgänger benutzt. Dieſem
Unfug kann nur dadurch geſteuert werden, wenn zunächſt
der neu angelegte Fußſteig an der Feldbergſtraße und
am Stirnweg geſperrt und mit Warnungstafeln verſehen
wird (die gegenwärtig oben an der Feldbergſtraße
ange=
brachte Tafel iſt irreführend und muß verſetzt werden),
wenn ferner die Polizei mehr als ſeither ihr Augenmerk
auf dieſen Zuſtand richtet.
Die Breite Allee hat bei der Um= und
Neu=
geſtaltung auch einen beſonderen Radfahrerweg
erhal=
ten. Die Herren Radfahrer benutzen dieſen aber nicht.
Ich bin genötigt, dieſen Teil meiner Einſendung in
Nr. 52 hier zu wiederholen, da in einer Erwiderung in
Nr. 53 von dieſer Tatſache, welche gerade die
Veranlaſ=
ſung zu der Einſendung gab, keine Notiz genommen
wurde. Die Einteilung der Straße läßt keinen Zweifel
zu, welches der Radfahrerweg iſt. Nur ſteht das Schild
mit der Bezeichnung „Radfahrerweg” allerdings auf dem
erhöhten Fußweg hinter den Randſteinen, und das iſt
irreführend. Da hat der Herr Einſender recht. Den
neuen Radfahrerweg hätte man nach ſeiner Fertigſtellung
mit der Straßenwalze glatt und feſtfahren ſollen, was
noch nachgeholt werden kann. Dann hätten die Radfahrer
wohl auch nicht den erhöhten Fußweg für ihre Bahn
ausgeſucht, und der Radfahr=Verkehr der Breiten Allee
wäre alsdann ſo geordnet, wie die Behörde ſich das bei
Ausarbeitung der Einteilung der Straße wahrſcheinlich
gedacht hat.
Die Bergarbeiterbewegung in England.
* London, 1. März. Unter den Geſchäftsleuten
herrſcht Beſtürzung. Die Geſchäftsſtockung greift
langſam auf Handel und Induſtrie über. Die
Schiff=
fahrt iſt ſehr ernſtlich in Mitleidenſchaft gezogen. Selbſt
die großen Linien geben bekannt, daß in den
Verkehrs=
plänen Stockungen wahrſcheinlich ſind. Faſt alle
Eiſen=
bahnen bereiten einen eingeſchränkten Dienſt vor, doch
glaubt man nicht, daß der Perſonenverkehr mit dem
Kontinent betroffen wird. Die Haltung der Streikenden
iſt bewundernswert.
* London, 1. März. Gegen Schluß der Sitzung
des Unterhauſes gab Asquith bekannt, daß die
Regierung heute mit den Vertretern der Grubenbeſitzer
und der Beraarbeiter weitere Verhandlungen gepflogen
habe. Das Ergebnis der Vermittelungsaktion der
Re=
gierung während dieſer Woche ſei, daß die
Gruben=
beſitzer ſo gut wie ganz England, die Vorſchläge der
Regierung angenommen haben. Die Grubenbeſitzer von
Südwales und Schottland lehnten die Vorſchläge ab, u. a.
mit der Begründung, daß ſie durch beſtehende
Abmachun=
gen gebunden ſeien. Die Vertreter der
Bergarbei=
ter lehnten die Vorſchläge der Regierung
mit der Begründung ab, daß ſie nicht geneigt ſeien, die
Höhe des auf der Bergarbeiterkonferenz vom 2. Februar
feſtgeſetzten Mindeſtlohnes von einer Verhandlung mit
den Grubenbeſitzern abhängig zu machen oder ſie
über=
haupt einer Reviſion zu unterwerfen. Unter dieſen
Um=
ſtänden hielt es die Regierung, wie ſchon gemeldet, für
zwecklos, gegenwärtig die Beſprechungen
fortzuſetzen. Asquith ſchloß, er hoffe am
Mon=
tag eine weitere, vollſtzändigere
Eirklä=
rung abgeben zu können.
* London, 2. März. Der geſtrige Beſchluß der
Bergarbeiter, die Vorſchläge der
Regie=
rung abzulehnen, findet allgemein eine
ableh=
nende Beurteilung. Nach den Daily News iſt der
Beſchluß nur mit ſchwacher Mehrheit zuſtande gekommen.
Es wird weiter gemeldet, daß die Vertreter der
Berg=
arbeiter keine Vollmacht beſaßen, auf die Vorſchläge der
Regierung einzugehen. Viele der Delegierten waren von
ihren Gewerkſchaften mit beſtimmten Inſtruktionen nach
London geſandt worden, unbedingt an den beſchloſſenen
Sätzen der Minimallöhne feſtzuhalten. Die Delegierten
waren bei der Kürze der Zeit außer Stande, ſich mit
ihren Gewerkſchaften in Verbindung zu ſetzen. Nach der
Times haben die Vertreter der Arbeiter es aus dieſem
Grunde abgelehnt, gemeinſam mit den Arbeitgebern zu
beraten. Aus verſchiedenen Orten der nordengliſchen und
ſchottiſchen Induſtriebezirke treffen Nachrichten über die
beginnende Stockung in vielen Betrieben ein. Die Great
Central=Eiſenbahngeſellſchaft macht von dem ihr vom
Parlament verliehenen Rechte Gebrauch und ſchränkt die
Ausfuhr von Kohlen ein. Der Kohlenexport von Hull
hat ſo gut wie ganz aufgehört.
—London, 2. März. Man glaubt hier allgemein,
daß die Bergleute nicht vor einer Woche zur Arbeit
zurückkehren wollen. Sie fragen, wozu man die in dem
Streikfonds aufgehäuften Millionen habe, wenn man ſie
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
nicht einmal anfaſſen ſoll. Die Vertreter der Bergleute
halten ſtreng an dem von ihnen für die verſchiedenen
Di=
ſtrikte aufgeſtellten Zahlungsſchemas feſt, was eines der
größten Hemmniſſe für die baldige Beilegung des Streiks
werden wird. Die Bergarbeiter wollen nichts von einer
den Grubenbeſitzern zu leiſtenden Bürgſchaft für ein
or=
dentliches Ergebnis ihrer Tagesarbeit wiſſen, weil ſie
fürchten, daß auf dieſem Wege wieder ein verwickeltes
Syſtem von Lohnabzügen eingeführt werden könnte, was
ihren Mindeſtlohn illuſorich macht. Alle großen
Eiſen=
bahnlinien ſchränken von morgen oder von Montag ab
ihren Dienſt ſehr erheblich ein. Auch einige
internatio=
nale Züge, wie der nach Paris, fallen aus. Kein
Son=
derzug nach dem Innern Englands wird abgelaſſen. Die
Nahrungsmittelpreiſe ſind ſchon erheblich geſtaigert
worden.
— Paris, 2. März. Londoner Nachrichten, daß ein
Sympathieſtreik ſämtlicher franzöſiſchen
Grubenarbeiter unmittelbar bevorſtehe, beruhen
auf einem Mißverſtändnis. Nur wird für den 11.
März ds. Js. ein 24ſtündiger Demonſtrationsſtreik in
ein=
zelnen franzöſiſchen Grubengebieten angekündigt. Der
Temps meldet, daß die franzöſiſchen Gasgeſellſchaften
ihren Kohlenbedarf von jetzt ab in Deutſchland decken
werden.
* London, 2. März. Der Haupt=
Induſtriekom=
miſſar Askwith berief eine Verſammlung des
In=
duſtrierates auf Montag ein. Der Induſtrierat iſt
tm letzten Jahre zu dem Zweck gebildet worden, bei
Han=
delsſtreitigkeiten zwiſchen den einander
gegenüberſtehen=
den Parteien zu vermitteln.
* London, 3. März. Der Ausſtand dauert
bei vollkommener Ruhe an. Seine Wirkungen
werden von Tag zu Tag größer. Viele Tauſende
Arbei=
ter der Induſtrie, der Dampffiſcherei und der Häfen
müſſen feiern. Die Nahrungsmittelpreiſe
ſtei=
gen. Die Ausſtändigen verſchiedener Diſtrikte nahmen
Reſolutionen an, in denen den Behörden gedankt wird,
daß ſie nicht beſondere Polizeikräfte abgeſchickt hätten, und
verſichert wird, daß die Arbeiter die Ordnung nicht ſtören
werden.
Nach einem Telegramm aus New=Caſtle regten die
Mitglieder des Vereinigten Eiſenbahnangeſtellten=
Ver=
bandes an, daß der Verband ſie anweiſen möge, den
Truppentransport während des Streiks zu verweigern.
* London, 3. März. In einer Rede in Ebbw
Vale erklärte ein Delegierter von der Konferenz des
Bergarbeiterverbandes, aus der Anſprache des
Premierminiſters an die Bergarbeiter am
29. Februar ſei ein wichtiger Satz nicht veröffentlicht
worden, nämlich, daß der Tag nicht fern ſei, an dem die
Regierung ſich ſelbſt dafür verantwortlich halten werde,
daß alle Arbeiter des Landes einen
Minimal=
lohn erhielten.
* Eſſen (Ruhr), 3. März. Heute fanden im
rheiniſch=
weſtfäliſchen Ruhrkohlenrevier über ſechzig von dem
Bergarbeiterdreibund (alter Bergarbeiterverband, Hirſch=
Dunkerſche und polniſche Berufsvereine) einberufene
Ver=
ſammlungen ſtatt, in denen erklärt wurde, daß die
Lohn=
forderungen mit voller Ueberlegung geſtellt ſeien, und daß
die durch den augenblicklichen Streik der engliſchen
Berg=
leute geſchaffene Lage wohl der geeignete Moment für eine
durchgreifende Bewegung ſei. Das Verhalten des
Gewerk=
vereins chriſtlicher Bergarbeiter Deutſchlands in dieſer
Bewegung wurde einer ſcharfen Kritik unterzogen. Eine
Aktion könne aber nur wirklichen Erfolg haben, wenn
die Bergarbeiterorganiſationen geſchloſſen für die
Forde=
rungen des Bergarbeiterdreibundes einträten. Dabei
wurde auf das einige Zuſammengehen der
Berg=
leute Englands trotz aller Parteiunterſchiede in ihren
Organiſationen verwieſen und aufgefordert, dieſen
nachzueifern. Schließlich wurde die gleiche Reſolution,
die ſchon in den vorwöchigen Verſammlungen vorlag,
einſtimmig angenommen. — Auch der
Gewerkver=
ein chriſtlicher Bergarbeiter Deutſchlands
habe in verſchiedenen größeren Orten Mitglieder=
Ver=
ſammlungen einberufen, in denen erneut darauf
hinge=
wieſen wurde, ſich nicht durch unverantwortliche
Hetzer in einen Streik hineintreiben zu laſſen, ſondern
volles Vertrauen der Leitung des Gewerkvereins zu
ſchenken.
Luftfahrt.
* Friedrichshafen, 2. März. Die
Ueber=
führung des Luftſchiffes „Viktoria Luiſe” nach
Frankfurt a. M. iſt des ſtürmiſchen Wetters wegen auf
morgen verſchoben worden. Die Mitteilung der
Meteorologiſchen Station in Frankfurt gab im mittleren
Rheintal eine Geſchwindigkeit des Bodenwindes von etwa
10 Meter in der Sekunde und von 14 Meter in einer Höhe
von 700 Meter an.
Friedrichshafen, 3. März. Das Luftſchift
Viktoria Luiſe” wollte heute vormittag um 8 Uhr
die geſtern wegen ſtürmiſcher Böen im Rheintal abge
ſagte Fahrt nach Frankfurt antreten. Geplant war der
Weg über Ulm, Stuttgart, Heidelberg und Mannheim;
die Windmeſſungen im mittleren Rheintal waren
aber heute früh womöglich noch ungünſtiger als geſtern,
denn ſie ergaben in einer Höhe von 400 Metern eine
Windſtärkee von 17 und in einer Höhe von 800 Metern
eine ſolche von 18 Metern in der Sekunde. Nun iſt es
zwar, wie Dr. Eckener ausführte, möglich, mit dem
Luftſchiff auch bei ſolchen Windſtärken die Fahrt
durch=
zuführen, aber nur unter der Vorausſetzung, daß ſämt
liche drei Motoren vom Anfang bis zum Ende der
Fahrt ohne Störung arbeiten. Die neuen Motoren der
„Viktoria Luiſe” ſind auf eine größere Fahrt hin in
dieſer Beziehung noch nicht ausprobiert. Deshalb mußte
die Ueberführung nach Frankfurt auch heute
unter=
bleiben. Angeſichts der neuerdings verſchlechterten
Wetterlage ſind die Ausſichten für morgen gleichfalls
wenia günſtig.
Paris, 3. März. Auf dem Flugfelde bei Pau
nahm ein Flieger an Bord ſeines zweiſitzigen Eindecker”
bei einer Flugübung einen Paſſagier mit, der während
des Fluges mittels einer Schreibmaſchine ein
Schilderung der Fahrt abfaßte.
Frühjahrsgautag des Gau IX. D. R.=B.
Darmſtadt, 3. März. Im „Kaiſerſaal” fand heute
der Frühjahrsgautag des Gau 9 des Deutſchen
Radfahrer=
bundes ſtatt. Um 10½ Uhr wurde die
Delegiertenverſamm=
lung durch den 1. Vorſitzenden Aug. Stifft eröffnet. Die
Feſtſtellung der Präſenzliſte ergibt die Anweſenheit von
16 Vorſtandsmitgliedern und 116 Delegierten. Herr
Ulb=
rich begrüßte die Feſtgäſte im Namen des Velozipedklubs
Darmſtadt. Der 1. Gauvorſitzende erſtattete den
Geſchäfts=
bericht, der von wohlgeordneten Verhältniſſen im Gau und
von einer fortſchreitenden günſtigen Entwickelung Kennt=
is gibt. Das ſportliche Programm für 1912 weiſt eine
Reihe erſtklaſſiger Veranſtaltungen auf, insbeſondere auch
die in Darmſtadt endigende Fernfahrt des Kartells
ſüd=
deutſcher Gaue und die Dreifeſtungsfahrt Straßburg=Metz=
Mainz. Die Pflege der im Anſchluß an den Jung=
Deutſch=
landbund vom Deutſchen Radfahrerbund eingerichteter
Jugendabteilungen wird den Gauvereinen ganz beſonders
empfohlen. Der Bericht des Gauzahlmeiſters Juſt mit
dem vom Vorſtand aufgeſtellten Etat für den
Haushaltungs=
plan 1912 liegt im Druck vor, ergibt in Einnahme und
Ausgabe 14010 Mark und findet die Genehmigung des
Gautags. Für ſportliche Veranſtaltungen ſind 3250 Mark
vorgeſehen. Der langjährige Gaufahrwart L. G. Bocher
wird in Anerkennung ſeiner großen Verdienſte um den
Gau 9 zum Ehrenmitglied ernannt und eine ſilberne Plakette
überreicht, desgleichen erhält der frühere Saalfahrwart Gg.
Schmitt=Offenbach in dankbarer Anerkennung ſeiner
Tätigkeit die Gauplakette. Die Wahl der Delegierten zum
29. Bundestag in Braunſchweig ergibt die Wahl von Karl
Schmidt=Darmſtadt, H. Juſt=Frankfurt, H. Johl=Offenbach,
Bogdann=Frankfurt und Hartling=Offenbach als Delegierte,
Ulbrich=Darmſtadt, Bauſcher=Frankfurt, Gg. Schmitt=
Offen=
bach, Bierſack=Frankfurt und Dorn=Frankfurt als
Erſatz=
delegierte. Der Antrag des Gauvorſtandes, dem Kartell
ſüddeutſcher Gaue 5, 6, 7 und 8 beizutreten, findet Annahme.
Die Vereinsanträge fanden wunſchgemäße Erledigung. Der
Hauptgautag im Herbſt findet in Bierſtadt ſtatt. Der
Vor=
ſitzende des Kartells ſüddeutſcher Gaue, Herr Hans Raiſch,
wohnte dem Gautage bei. Um ½2 Uhr wurde die
Dele=
giertenverſammlung durch den 1. Gauvorſitzenden geſchloſſen.
Bei dem allgemeinen Mittageſſen wurde ein Hoch auf den
Landesherrn, den Großherzog, ausgebracht.
Galaſportfeſt.
St. Der Velocipedklub Darmſtadt hatte
geſtern im Städtiſchen Saalbau aus Anlaß des
Früh=
jahrsgautages des Gaues IX des Deutſchen
Radfahrer=
bundes ein großes Galaſaalfeſt veranſtaltet, das
ſich eines äußerſt zahlreichen Beſuches zu erfreuen und
im einzelnen ganz außergewöhnliche Ergebniſſe auf dem
Gebiete des an den Saal gebundenen winterlichen
Rad=
fahrſportes zu verzeichnen hatte. Pünktlich um 5 Uhr,
alsbald nach dem Erſcheinen Ihrer Königlichen
Hohei=
ten des Großherzogs und der Großherzogin,
die in der Fürſtenloge dem Feſte beiwohnten, nahmen
die ſportlichen Darbietungen ihren Anfang mit einem
ganz vortrefflich, ſicher und friſch gefahrenen
Nieder=
rad=Begrüßungsreigen, gefahren von 4
Da=
men und 4 Herren des V. C. D. (Damen: Beſt, Schmitz,
Rühl, Landwich; Herren: C. Göttmann, H. Göttmann,
Hax, R. Schmitt). Das Publikum zeichnete die
Darm=
ſtädter Radfahrkünſtler mit lebhaftem Beifall aus. Es
folgte ein Niederradkunſtfahren des Kunſtfahrers
Güls aus Straßburg. Auch der jugendliche Künſtler,
der für die Zukunft noch viel verſpricht, errang lebhaften
Beifall.
Im Radpoloſpiel (Ehrenpreis im Werte von
30 Mark und drei ſilberne Gaumedaillen, Spieldauer 10
Minuten mit Torwechſel) ſtanden die „Wanderer”=
Offen=
bach dem Darmſtädter Vel.=Klub gegenüber. Nach ſehr
intereſſantem Spiel, das die Gleichwertigkeit der beiden
gewandten Gegner zeigte, verkündeten die Preisrichter das
Ergebnis 311 zugunſten der Offenbacher „Wanderer” ein
Reſultat, das vielleicht anders ausgefallen wäre, wenn
auch die beiden Torwächter gleichwert geweſen wären.
— Danach begannen die Achter=
Niederradrei=
gen (2 Ehrenpreiſe im Werte von 40 und 30 Mark),
ge=
fahren von 1. Radf.=V. Germania Höchſt a. M. (Herren:
Emmentraut, Wick, Kroh, Michel, Gottſchalk, Hallen,
Schreibweiß, E. Hochheimer), 2. Veloziped=Klub
Darmſtadt (Herren: H. Göttmann, Bernhard, Weber,
Heppenheimer, Kahl, Pfeiffer, Hermes, Sachs). 3.
Frank=
furter Radf.=V. Germania (Herren: Gleiſer, Landmann,
Biſchof. Erichſen, W. Friedenſtein, Simon, B.
Frieden=
ſtein, Seel). Die Reigen brachten eine Reihe reizvoller
Touren und Bilder und bewieſen, daß immer noch
Fort=
ſchritte in der Kunſt des Reigenfahrens möglich ſind und
auch erreicht werden. Am ſchönſten und ſchwierigſten
war wohl der Reigen der Frankfurter Germania, die
aber unter bedauerlichem Pech zu leiden hatten, oder ſich
Aufgaben geſtellt hatten, in denen das Können dem
Wollen nicht Schritt hielt.
Hervorragend waren die Ergebniſſe, die die
Konkur=
renz im Kunſtfahren brachte, das Einer=
Nieder=
radkunſtfahren (3 Ehrenpreiſe im Werte von 30,
20, 15 Mark), Teilnehmer: 1. Stein, Horſt, Offenbach,
2. Bechtel, Ludwig, Ludwigshafen, 3. Hochheimer,
Ja=
kob, Höchſt a. M., 4. Walter, Heinrich, Ludwigshafen,
5. Toni Neuber, Kunſtmeiſterfahrer von Deutſchland, aus
München. Eine Kritik dieſer brillanten Leiſtungen müſſen
wir Berufeneren überlaſſen. Doch darf feſtaeſtellt werden,
daß der Meiſterfahrer von Deutſchland, Neuber, alle
Konkurrenten um mehr als Haupteslänge überragte.
Seine Leiſtungen übertrafen vielfach das Beſte, was
man ſonſt von Profeſſionals zu ſehen gewohnt iſt. Sie
wurden vor allem durch ganz vorzügliches turneriſches
Können ausgezeichnet. Reizende Bilder brachte in
äſthe=
tiſcher und ſportlicher Beziehung der ſehr ſicher und gut
gefahrene Achter=Niederrad=
Stabpflicht=
reigen des Veloziped=Klubs Darmſtadt (Herren: R.
Schmitt, Wittich, Zimermann, Damus, Hax, Hans,
Sei=
bert. C. Göttmann).
Aeußerſt lebhaft waren die Radballſpiele, in denen ſich
zunächſt im Entſcheidungsſpiel nach den vormittags
aus=
gefahrenen Vorentſcheidung der Frankfurter Radfahrer=
Verein Germania (2. Mannſchaft) und der
Offen=
bacher Bycyele=Klub (1. Mannſchaft) gegenüberſtanden.
Das Spiel endete mit 10:5 zugunſten der
Offen=
bacher. Noch intereſſanter war der Ballkampf der 1.
Mannſchaft des Offenbacher Bicyeleklub gegen die des
Radfahrervereins „Wanderer=Offenbach, das mit 8:4
zu=
zungen der Wanderer endete. Im Sechſer=
Nie=
derrad=Reigen ſtritten 1. R.=K. Ginsheim (Herren:
Treuſch, Kirſchner, Chriſt. Reinheimer I., Reinheimer II.,
Barthel), 2. R.=K. Bierſtadt (Herren: Nähring, Cramer,
Kaiſer, Siegmund, Pfeifer, Groß, 3. Radf.=V. „Germania”=
Höchſt a. M. (Herren: Schramm, Wiegand, Drexel, Diehl,
Trageſer, J. Hochheimer, 4. Radf.=Verein Zeilsheim (
Her=
ren: H. Chriſt I., J. Chriſt, H. Chriſt II., Merz, Rehberger,
Walter), um die Palme. Beſonders ausgezeichnet waren
die Leiſtungen der Ginsheimer und Höchſter.
Ein Zweier=Niederrad=Kunſtfahren und
ein 24=er=Maſſen=Reigen, gefahren von aktiven
Mitgliedern des Velocived=Klubs Darmſtadt, bildete den
Schluß des ſportlichen Teils des Feſtes, das durch einen
Feſtball mit Preisverteilung ſeinen Abſchluß fand.
Vermiſchtes.
C.K. Das Telephon in Japan. Das Telephon
hat ſich auch im fernen Oſten, in Japan, wo es ſeit 21
Jahren im Gebrauch iſt, allmählich die Stellung eines un=
entbehrlichen Verkehrsmittels erworben. Es iſt heute nicht
nur in den großen Städten des Mikadoreiches, ſondern auch
in kleineren Ortſchaften vielfach eingeführt. Die Regierung
hat für die Anlagen 30 Millionen Yen (60 Millionen Mark)
ausgegeben und beabſichtigt für 1912 weitere große
Tele=
phonanlagen, für die die bedeutende Summe von 18
Mil=
lionen Yen ausgeſetzt worden iſt. Das bisherige
Tele=
phonnetz erſtreckt ſich über einen Umkreis von 470 Kilometer.
Damit kann Japan freilich mit dem Telephonverkehr von
Europa und Amerika nicht konkurrieren, aber es iſt ein
großer Aufſchwung in der Benutzung des Telephons noch
zu erwarten, da die Preiſe außerordentlich erniedrigt
wor=
den ſind. Die Anlage des Telephons koſtet jetzt etwa
30 Mark, das Jahresabonnement 80—120 Mark, während
man früher 1600 Mark und dann 400 Mark für die
jähr=
liche Benutzung des Telephons zahlte.
Literariſches.
— Geheimniſſe und Löſungen,
verſchke=
dene Anwendungen der Gedächtniskunſt von
Hein=
rich Rühl in Darmſtadt. 1. Heft. Preis 1 Mk. Das
im eigenen Verlage des Verfaſſers erſchienene
Druck=
heft bringt in allen Teilen recht intereſſante Löſungen
von geheimnisvollen Gedächtnisexperimenten und
mathe=
matiſchen Problemen. Es ſtellt ferner neben einer
leicht=
verſtändlichen Erklärung der Gedächtnis= und
Rechen=
kunſt den originellen Verſuch dar, franzöſiſche Vokabeln
mit Hilfe bildlicher Zahlenvorſtellungen (ſog.
mnemo=
niſche Bilder) zu erlernen. Durch die in beſtehender
Form erzeugten bildlichen Vorſtellungen eignet ſich der
Lernende mit Erfolg ſchnell und dauernd einen großen
Wortſchatz der franzöſiſchen Sprache an. Allein ein
dop=
pelter Vorteil entſteht noch daurch, indem man mit dem
Erlernen dieſes Wortſchatzes zugleich auch eine bedeutende
Methode der Gedächtniskunſt kennen lernt, die zu
wahr=
haft verblüffenden Gedächtnisoperationen dienſtbar
ge=
macht wird. Die Grammatik wird auf eine Weiſe
be=
handelt, daß der Stoff nicht mehr als ein toter
Gegen=
ſtand erſcheint. Die Regeln ſind hier durch Perſonen
dargeſtellt, die in kurzen Konverſationen den ganzen
grammatiſchen Text durch einen draſtiſchen Humor
be=
leben, der ſeine anregende Wirkung auf den Lernenden
ſicher nicht verfehlen wird. Auch der weniger Begabte
wird dadurch in die Lage verſetzt, ſich die
vielgeſtalti=
gen Regeln in kürzeſter Zeit für immer zu eigen zu
machen. Das Prinzip der Ideen=Aſſoziation iſt in der
Rühlſchen Schrift in eigenartiger und ganz geſchickter
Weiſe für die verſchiedenartigſten Gebiete verwendet,
und wir glauben uns den Dank aller Intereſſenten,
zu=
mal den der Liebhaber der Mnemotechnik und der
Pä=
dagogen zu erwerben, wenn wir ſie auf die Rühlſche
Arbeit aufmerkſam machen. Sie iſt ſicherlich dazu
ge=
eignet, den Schüler in ſeinen fremdſprachlichen Studien,
insbeſondere, wenn es ſich um das Franzöſiſche handelt,
ganz energiſch zu fördern. Das Buch iſt in allen
Buch=
handlungen zu haben.
„Die Leipziger Meſſe”, 9. Band, Oſtern
1912, Preis 2 Mark. Moderner Kunſtverlag Dr. Trenkler
und Co., Leipzig=Stötteritz. Rechtzeitig vor Beginn der
Frühjahrsmeſſe 1912 erſchien im obigen Verlage der
neue Band der beſtbekannten Zeitſchrift. Als 9. in der
Reihe der Meßnummern ſchließt er ſich auch diesmal
ſei=
nen Vorgängern würdig an. Die Ausſtattung iſt wie
im=
mer muſtergültig. Die Abhandlungen über die
verſchie=
denen Branchen des Kunſtgewerbes ſtammen von dafür
anerkannten Autoren, und auch aktuelle Zeitfragen, die
unſere Induſtrie heutigen Tages bewegen, werden von
berufener Feder erörtert. Die Abbildungen des
umfang=
reichen Bandes ſtellen als Reproduktionen der
gebrach=
ten neueſten Erzeugniſſe der Kunſtinduſtrie wieder kleine
Meiſterwerke in Bezug auf Auffaſſung und Schärfe der
Wiedergabe dar.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
Die Vermittelungsaktion der Mächte.
* London, 1. März. Wie das Reuterſche Bureai
aus diplomatiſchen Kreiſen betreffs der neuen Berichte
über die Bemühungen der Mächte, im
türkiſch=
italieniſchen Krieg zu vermitteln, erfährt, wurden
vor ungefähr zehn Tagen neue Vorſchläge von Rußland
gemacht, um eine Vermittelung der fünf Großmächte
zwi=
ſchen Italien und der Türkei herbeizuführen. Erneute
Bemühungen wurden in der Affäre von Beirut gemacht,
die auf die Angelegenheit keinen Einfluß gehabt haben.
Die Aufgabe, die die Mächte zu löſen haben, beſteht darin,
zu einer Verſtändigung darüber zu kommen, wie man
ſich vergewiſſern könne, was für
Vermittelungsvor=
ſchläge in Rom und Konſtantinopel für annehmbar
an=
geſehen würden.
* Konſtantinopel, 1. März. Der Tanin
er=
klärt, die Türkei werde jede Anregung zu einer
Vermittelung zurückweiſen. Sie wolle ſo lange
keinen Frieden, als die Italiener in Tripolitanien
ver=
bleiben. — Der Jeune Turc ſchreibt: Das Aufgeben von
Tripolitanien würde in der Türkei die allgemeine
Revo=
lution, den Bürgerkrieg und die ärgſten Wirren
hervor=
rufen. Es wäre die beſte und vernünftigſte Entſcheid=,
ung, beide Teile den Krieg fortführen zu laſſen.
* Rom, 2. März. Die Tribuna ſchreibt: In der
Preſſe, insbeſondere derjenigen des Auslandes, werden
widerſprechende Nachrichten über die
Friedens=
bedingungen verbreitet, die Italien, wenn es
von anderen Großmächten befragt werden würde, geneigt
ſein würde, der Türkei anzubieten. Wir haben guten
Grund zu der Annahme, daß Italien heute geneigt iſt,
der Türkei ehrenvolle Bedingungen zu ſtellen, natürlich
aber unter Feſthaltung der vollen Souveränität über
Tripolis und die Cyrenaika. Auch die Abſichten der
ita=
lieniſchen Regierung gegenüber den Arabern ſeien ſehr
wohlwollend. Die Türkei lade gegenüber dieſer
Bevöl=
kerung eine ſchwere Verantwortung auf ſich, wenn ſie
ihre Realiſierung unmöglich mache oder verzögere.
Die Revolution in Ching.
Der Aufruhr in Peking.
* Peking, 1. März. Juanſchikai ſandte an
die fremden Miſſionare und Kaufleute, ſowie die anderen
in Peking wohnenden Europäer ein Rundſchreiben, in
dem er ſein Bedauern über die vorgefallenen Ereigniſſe
ausſpricht und erklärt, es ſeien jetzt alle
Vorſichtsmaß=
regeln getroffen, um einer Wiederholung der
Un=
ruhen vorzubeugen. In der Nachbarſchaft der
Geſandtſchaft iſt alles ruhig. 1500 Meuterer
bemächtig=
ten ſich heute früh eines Zuges und fuhren in der
Richt=
ung nach Honan ab.
* Peking, 1. März. Die Kämpfe zwiſchen den
Aufſtändiſchen und den loyalen Truppen und die
Plünderung im Weichbilde der Stadt dauerten den
ganzen Tag an. Zehn Plünderer wurden verhaftet und
erſchoſſen. Die Mehrzahl der Meuterer verließ die
Stadt vor Eintritt der Dämmerung. Die Feuersbrunſt
iſt gedämpft. Der Schaden wird auf drei
Millio=
nen Pfund Sterling geſchätzt. Die loyalen
Trup=
pen patrouillieren durch die Stadt.
* Peking, 2. März. In den erſten Morgenſtunden
kam es zu einer ernſten Wiederholung der
Un=
ruhen, beſonders im Weſten der Stadt, wo in allen
Stra=
ßßen geplündert wurde und ebenfalls viele Brände
aus=
brachen. Die Meuterer von Peking u. Paotingfu, die durch
Soldaten verſtärkt wurden, plünderten Paotingfu und
brannten große Teile der Stadt nieder. Andere Gruppen
plünderten Faugtay und Yungpingfu. Liyuanhung wurde
von den Delegierten telegraphiſch gebeten, die
republika=
niſche Armee nach Peking zu führen, um die Ordnung
wie=
derherzuſtellen, da die Regierung die Situatton nicht
be=
herrſche. — Die fremden Geſandten beraten über
ein gemeinſames Vorgehen.
* Peking, 2. März. Die Erklärung des
Be=
lagerungszuſtandes hat eine gute Wirkung
aus=
geübt. In der Nachbarſchaft der Geſandtſchaften, die ſich
auf eine etwaige Belagerung vorbereiten, war um 1 Uhr
morgens alles ruhig.
* Peking, 2. März. Die heutige Konferenz
der fremden Geſandten wurde teilweiſe veranlaßt
durch eine Mitteilung Tangſchaoyis, in der er die Mächte
bittet, Maßregeln zu ergreifen, um weitere Verluſte an
Gut und Blut zu verhindern. Die Mitteilung wurde als
inoffiziell hingeſtellt. Die Geſandten beſchloſſen,
allever=
fügbaren Truppen aus den benachbarten Häfen nach
Peking zu bringen. Ein gemiſchtes Korps von 1000 Mann
wird morgen ankommen. Berittene Patrouillen erhalten
bei Tage die Ordnung in der Stadt aufrecht. Ein
japani=
ſſches Schlachtſchiff iſt nach Taku geſchickt worden, um eine
funkentelegraphiſche Verbindung mit der italieniſchen
Sta=
tion in Peking herzuſtellen.
Ein Zug mit Meuterern iſt von Paotingfu nach
Peking abgefahren. Die Eiſenbahnverwaltung hat eine
Brücke in die Luft geſprengt, um die Verbindung zu
unter=
brechen. Die treugebliebenen Truppen des Generals
Tſchang=
kueiti haben zahlreiche unſchuldige Leute, die Pakete trugen,
getötet. Die Leute, die ſo ums Leben kamen, waren oft von
Panik ergriffene Bewohner, die mit ihren eigenen Sachen
flohen.
London, 3. März. Das Reuterſche Bureau
meldet aus Tientſin: Aufrühreriſche Soldaten
plün=
derten und brandſchatzten geſtern abend,
unter=
ſtützt vom Pöbel, Läden und Banken in allen
Haupt=
ſtraßen, unterhielten ein ſtändiges Feuer und verſetzten
die ganze innere Stadt in Schrecken. Nur wenige
Poli=
ziſten erwieſen ſich als zuverläſſig, ſie waren jedoch
macht=
los, die Unruhen zu unterdrücken. Die Münze wurde
geplündert. Der deutſche Konſul hat eine Wache
zum Schutze der im Innern der Stadt belegenen
deut=
ſchen Wohnhäuſer entſandt, die vornehmlich von
Inge=
nieuren der Tientſin=Pukou=Eiſenbahn bewohnt werden.
Der deutſche Arzt Schräter wurde bei dem Verſuch,
deut=
ſchen Freunden zu helfen, beim Betreten des Stadtinnern
von Aufſtändiſchen erſchoſſen.
Darmſtadt, 4. März.
Die Männerortsgruppe Darmſtadt des
Vereins für das Deutſchtum im Ausland hielt am
Samtag abend in der Vereinigten Geſellſchaft unter
dem Vorſitz des Herrn Rektor Profeſſor Dr.
Schweis=
gut ſeine diesjährige ordentliche Hauptverſammlung ab,
der eine Sitzung des Geſamtvorſtandes vorausging.
Aus dem Bericht des Vorſitzenden über das Vereinsjahr
1911 iſt hervorzuheben, daß das von dem Verein hier
veranſtaltete „Deutſche Feſt” einen vollen Erfolg hatte,
uud daß dem Zentralvorſtand in Berlin eine namhafte
Summe überwieſen werden konnte. Angeſichts der
bedrängten Notlage und der Exiſtenzfrage für das
Deutſchtum in Bosnien hat ſich ein „Verein der
Deut=
ſchen in Bosnien und der Herzegowina” gegründet.
Dieſer Verein wurde der Ortsgruppe Koblenz als neue
Unterſtützungsſphäre zugewieſen. Der Mitgliederſtand
für 1911 betrug 360 nebſt 5 korporativen Vereinen.
Der von dem Schatzmeiſter Herrn Apotheker
Ramdohr vorgetragenen Kaſſebericht ergab
nach Abzug der Verwaltungskoſten eine Einnahme von
1064.15 Mk., die dem Zentralvorſtand in Berlin zur
Ver=
wendung überwieſen werden wird. Ebenſo ein
Bank=
guthaben von 250.60 Mk. zu Händen der Deutſchen
Diskonto=Geſellſchaft in Berlin. Den Brandbeſchädigten
in Lucerne in Südtirol wurden 100 Mk. als Beihilfe
geſpendet. Bei der Wahl des Vorſtandes wurde der
ver=
dienſtvolle 1. Vorſitzende Herr Rektor Profeſſor Dr.
Schweisgut einſtimmig wiedergewählt. Auch die übrigen
Vorſtandsmitglieder wurden in ihren Aemtern wieder
beſtätigt.
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Gar
ver=
lockend klang die Einladung der Ortsgruppe für geſtern an
ihre Mitglieder zur letzten Wanderfahrt im nun
zu Ende gehenden Klubjähr. Mehr als 100 Klubgenoſſen
ſcharten ſich am Ausgangpsunkt der Tour um die Führer.
Wer möchte auch zu Hauſe bleiben, wenn es gilt, dem
Frühling entgegenzugehen. Noch träumt zwar Mutter
Erde, aber ſchon geht ein Ahnen über Berg und Tal, durch
Wieſe und Feld, das ein baldiges Erwachen der Natur
als ſichere Gewißheit kündet. Von Nieder=Ramſtadt
rführte die Tour über den Breitenſtein, vorbei an Fran=
Jenhauſen und Neutſch nach Ernſthofen. Hier wurde bei
Mlubgenoſſe Axt Einkehr gehalten. Nach dem
zweiſtün=
digen Marſche verſpürte man allſeits menſchliches Rühren.
Dem Magen wurde ſein Recht. Geſtärkt ging es, oft auf
zaubervollen Pfaden, über die Hütte Kernbach und die
Bierbacher Höhe nach Brensbach, wo die Führung zur
Labung der durſtigen Kehlen einen Schoppen
ver=
vrdnete. Die Brauerei Hoffarth kredenzte einen
vortreff=
llichen Trunk. In fröhlichſter Stimmung folgte man der
Straße nach Höllerbach bis Hummetroth. Raſch war
dann Annelsbach erreicht, von dem aus prächtige
Wald=
wege Höchſt entgegenführten. Von der Ortsgruppe des
Städtchens freundlich begrüßt, zog man mit klingendem
Spiel in ſeine Mauern ein. In vortrefflichſter Laune lie=
Ben ſich die Wandergeſellen an der gaſtlichen Tafel des
„Gaſthauſes zur Poſt” bewirten. Mit dem Wohlbehagen,
das ein leckeres Mahl bereitete, wuchs auch die Freude
an der Geſelligkeit. Die freundlichen Begrüßungsworte
Des Vorſitzenden der Gruppe wurden von Herrn Prof.
Kiſſinger mit herzlichſtem Dank erwidert. Eine
Muſik=
kapelle erfreute durch ihre Weiſen. Klaviervorträge und
Geſang wechſelten zur Unterhaltung und Erheiterung ab.
Es herrſchte echte Feſtesſtimmung. Und ein Feſt war es
auch, dieſes Beiſammenſein nach der letzten Tour des
Klubjahres. Bei Becherklang und fröhlichem Geplauder
wurde ſo manche Erinnerung an ſchöne Stunden wach.
Die Strapazen ſind vergeſſen. Herr Profeſſor Kiſſinger
wies auf die Alten hin, die jetzt ſchon lange Jahre treu
zur Sache des Odenwaldklubs ſtehen und keine
Beſchwer=
den geſcheut haben, die mit den mancherlei Wanderfahrten
für ſie vielleicht verbunden waren. Unter ihnen vor allen
nannte er Herrn Rechnungsrat Schneider, der ſich in den
letzten zwölf Jahren an allen Touren beteiligt, geſtern
alſo die 144. Tour zurückgelegt hat. Solche Beiſpiele
müſ=
ſen der Jugend zur Aneiferung dienen und der
Oden=
waldklub kann ſich deſſen verſichert halten: Wie die Alten
ſungen, ſo zwitſchern auch die Jungen!
C) Fachkurſus für Dekorationsmaler. Der ſeit einer
Reihe von Jahren an der hieſigen Gewerbeſchule mit
beſtem Erfolge eingerichtete Fachkurſus für
Deko=
rationsmaler wurde am Samstag nachmittag nach
einer viermonatigen Dauer geſchloſſen. An demſelben
nah=
men 15 Schüler (Gehilfen und Lehrlinge des
Weißbinder=
gewerbes) teil, und die Arbeiten derſelben in dem neuen
Unterrichtslokal, in den Parterreräumen des alten
Hof=
theaters (Eingang Alexanderſtraße), zur Ausſtellung
ge=
bracht. Bereits im Eingang zum Unterrichtslokal ſind
Decken und Wände reich im Renaiſſance= und gothiſchen
Stil ausgeführt und mit Wappenmuſter geſchmückt,
wäh=
rend im Unterrichtslokal ſelbſt Decken und Wände in den
verſchiedenſten Maltechniken ausgeführt ſind. Die in
Caſein=
farben an den Wänden und Sockeln gefertigten Stoff= und
Tupfmalereien auf rauhem Putz (ein neues Verfahren)
wir=
ken durch ihre ſchöne und feine Abtönung ruhig und
ge=
ſchmackvoll. Die Arbeiten wurden in verſchiedenen
Tech=
niken wie Leim=, Caſein= Carmelit= und Oelfarben
aus=
geführt und gaben den Schülern Gelegenheit, dieſe
Materialien wie in der Praxis zu verwenden. Der
be=
reits ſeit achtzehn Jahren an der hieſigen Gewerbeſchule
tätige Leiter des Dekorationsmalerkurſus Herr Maler
Ei=
dam, hat bereits in Darmſtadt und auswärts ſehr ſchöne
Dekorations= und Kirchenmalereien ausgeführt. Während
des Unterrichts haben bereits eine große Anzahl
Fach=
leute die neuen Unterrichtsmethoden beſichtigt und ſich
über die Arbeit und Leiſtungen der Schüler ſehr
anerken=
nend ausgeſprochen. — Die Ausſtellung iſt im Laufe der
Woche täglich vor= und nachmittags bis 5 Uhr geöffnet.
— Griesheim, 2. März. Vergangene Nacht wurde
bei dem Kaufmann Chriſtian Gabler in der
Oben=
dorferſtraße ein ſchwerer Einbruchsdiebſtahl
verübt, der oder die Diebe nahmen eine große Anzahl
Tuchſtoffe, ſowie unter Anderem eine größere Menge
Schuhwaren, die der Eigentümer tags zuvor als neue
Sendung erhalten hatte, mit. Ein auf die Suche geſetzter
Polizeihund hat eine beſtimmte Spur nach einem Hauſe
aufgenommen, das verſchloſſen war; jedoch hat man bis
zur Stunde noch nichts Beſtimmtes erfahren können.
Der Wert der geſtohlenen Waren ſoll ſich zwiſchen 300
uud 500 Mark belaufen. In der vorhergehenden Nacht
wurde in derſelben Straße in Gärten eingebrochen und
große Mengen Gemüſe geſtohlen. Auch in dieſem Falle
hat man die Täter noch nicht ermitteln können.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Burean.)
* Berlin, 2. März. Heute nachmittag empfing Frau
v. Bethmann Hollweg die Delegierten des
Frauenkongreſſes in den Feſträumen des
Reichs=
kanzler=Palais. Gegen 700 Damen waren erſchienen.
Im Kongreßſaal wurden Tee und Erfriſchungen gereicht.
Hier hatte ſich auch der Reichskanzler eingefunden,
der ſich zahlreiche Damen vorſtellen ließ und u. a. auch
mit Studentinnen des Deutſchen Akademiſchen
Frauen=
bundes plauderte. Er verweilte über eine Stunde unter
den Gäſten. Anweſend waren u. a. auch die
Gemahlin=
nen der Staatsminiſter und Staatsſekretäre, die
Vize=
präſidentin des Schwediſchen Frauenbundes, Frl. Paula
Müller vom Vorſtand des Deutſchen evangeliſchen
Frauen=
bundes, Frau Bachem und mehrere Damen des
katholi=
ſchen Frauenbundes, die Damen des katholiſchen
Lehre=
rinnen=Vereins. Von den wenigen anweſenden Herren
ſeien nur genannt der Abg. Prinz zu Schönaich=Carolath,
Staatsminiſter a. D. Möller, Direktor Dr. Lewald und
Bürgermeiſter Reicke.
* Berlin, 2. März. Nachdem der Arbeitgeberverband
in der Berliner Kartonage=Induſtrie die
zur unterſchriftlichen Bewilligung vorgelegte neue
Tarif=
vorlage mit reduzierten Forderungen abgelehnt hat, tritt
der von den Arbeitnehmern geſtern gefaßte Beſchluß in
Kraft, der beſagt, daß überall da, wo die Unterſchrift
ver=
weigert worden iſt, am 4. März die Arbeit nicht
wieder aufgenommen werden ſoll. In Frage
kommen gegen 100 Betriebe mit etwa 2000 Arbeitern und
Arbeiterinnen.
* Berlin, 2. März. Die „Norddeutſche Allgemeine
Zeitung” ſchreibt: In mehreren Blättern wird der
Um=
ſtand, daß die Wehrvorlagen dem Reichstage noch
nicht zugegangen ſind, auf eine vermeintliche
Unent=
ſchloſſenheit der Reichsleitung über ihren Umfang
zu=
rückgeführt. Dieſe Annahme iſt völlig haltlos; die neuen
Wehrforderungen, die ausſchließlich nach den
Bedürf=
niſſen der nationalen Verteidigung aufgeſtellt ſind, ſtehen
in ihren Grundlagen ſeit längerer Zeit feſt. Die
Aus=
arbeitung ſowohl dieſer Geſetzentwürfe als auch der dazu
gehörigen Deckungsvorſchläge wird dieſer Tage
abge=
ſchloſſen. Die Vorlagen gehen dann ſofort an den
Bundesrat und nach deſſen Beſchlüſſen an den Reichstag.
* München, 2. März. Halbamtlich wird gemeldet:
Die von verſchiedenen Blättern verbreitete Annahme,
Staatsminiſter Frhr. v. Hertling ſei der Urheber der
jüngſt erſchienenen Broſchüre gegen die
Erb=
chaftsſteuer oder habe deren Veröffentlichung
ver=
anlaßt, iſt unzutreffend. Damit entfallen auch die
wei=
teren Kombinationen, die bezüglich der Stellungnahme
Hertlings im Bundesrat zur Erbſchaftsſteuer und an dieſe
Broſchüre geknüpft werden. Zu allem Ueberfluß
konſta=
tieren wir noch, daß auch der ehemalige
Reichstagsabge=
ordnete Frhr. v. Hertling an der Abfaſſung der
Bro=
ſchüre nicht beteiligt war.
* München, 2. März. Den Münchener Neueſten
Nach=
richten zufolge ſind hier von dem Streik in der
Herrenmaßbranſche etliche 60 Firmen betroffen.
Die Zahl der ſtreikenden Gehilfen beträgt etwa 1000.
* Danzig, 2. März. Geſtern abend wurde ein dem
Arbeiterſtande angehöriger Mann, der an verbotener
Stelle das Glacis der Feſtung betrat, dann bei der
Arre=
tierung den Poſten tätlich angriff und zu Fall brachte
und darauf zu entfliehen verſuchte, von dem Poſten
durch einen Schuß in den Kopf getötet.
Danzig, 3. März. Das Kronprinzenpaar
ind die Prinzen=Söhne ſind hier eingetroffen.
* Aurich, 2. März. Heute abend wurde der
Schutz=
mann Glauß in das hieſige Gerichtsgefängnis
ein=
geliefert.
Rom, 3. März. Die Kammer nahm in
ge=
heimer Abſtimmung mit 266 gegen 79 Stimmen den
Geſetzentwurf, betreffend die Verſtaatlichung der
Lebensverſicherungen. an.
Peſt, 2. März. Gegen Schluß der Sitzung des
Abgeordnetenhauſes kam es zu wüſten
Sze=
nen. Graf Andraſſy (parteilos) ergriff das Wort, um
die Handhabung der Geſchäftsordnung durch den
Prä=
ſidenten Navay zu rechtfertigen. Juſth (Oppoſitionell)
erklärte dagegen, das Verfahren des Präſidenten
ent=
ſpreche nicht dem Beiſpiele des früheren Präſidenten
Ber=
zaviczy, obſchon er bei ſeinem Amtsantritt zuſagte, die
gleiche Praxis wie Berzaviczy zu befolgen. Hierauf
nahm Navay das Wort, um ſeine Anſicht über die
Hand=
habung der Geſchäftsordnung darzulegen. Er wurde
häufig unterbrochen. Als er zwei Abgeordnete der
kleri=
kalen Volkspartei zur Ordnung rief, kamen aus den
Reihen der Oppoſitionellen Zurufe: Sie können nicht
präſidieren und gleichzeitig Richter in eigener Sache ſein!
Einige Oppoſitionelle eilten auf die Präſidententribüne
und überreichten dem Präſidenten die ſchriftliche
Auffor=
derung, über die Angelegenheit namentlich abſtimmen zu
laſſen. Der Präſident zerriß das Schriftſtück und warf
es zur Erde. Darauf entſtand ein furchtbarer Tumult.
Während die Regierungspartei in Jubel ausbrach und
heftig Beifall lkatſchte, riefen die Oppoſitionellen dem
Präſidenten wütend zu: Sie ſind verrückt! Sie gehören
ins Narrenhaus! In einem Augenblick höchſter Erregung
ſprang der Redakteur Palyi von der Journaliſtentribüne
in den Sitzungsſaal und eilte auf die Präſidententribüne,
da er — irrtümlich — die Sicherheit des Präſidenten
be=
droht glaubte. Das Mitglied der Juſthpartei Martin
Lovaszy rief: Fragt den Grafen Batthyany, ob er nicht
insgeheim beim Kriegsminiſter von Auffenberg geweſen
iſt? Präſident Navay hob nunmehr, da er nicht imſtande
war, die Ordnung wieder herzuſtellen, die Sitzung auf.
In den Wandelgängen erörterten die Abgeordneten die
Geſchehniſſe in höchſter Erregung.
* Schloß Berg, 2. März. Heute vormitag 11 Uhr hat
auf Schloß Berg die Großherzogin=Witwe den
Eid als Regentin für die minderjährige Großherzogin
geleiſtet. Der König der Belgier trifft im Laufe des
morgigen Nachmittags, Prinz Auguſt Wilhelm als
Ver=
treter des deutſchen Kaiſers am Montag morgen 9 Uhr
hier ein.
Paris, 3. März. Heute ſtarb hier die Witwe des
ehemaligen Präſidenten der Republik, Caſimir Perier.
Paris, 3. März. Einer Blättermeldung zufolge
hat Kriegsminiſter Millerand an den Vizechef des
Generalſtabes, General de Caſtelnau, welcher bei den
Radikalen antirepublikaniſcher Geſinnung
verdächtig iſt, folgende Erklärung gerichtet: „Ich bin
ſicher, daß ich auf Ihre vollſtändige Loyalität gegen die
Republik rechnen kann. Ich frage Sie nicht nach Ihren
Geſinnungen, welcher Art immer dieſelben ſein mögen.
Hier gibt es keine Politik, das muß als abgemacht
gelten.‟ General Caſtelnau habe darauf geantwortet:
„Das iſt abgemacht, Herr Miniſter. Ich gebe Ihnen
mein Soldatenwort darauf.”
* Madrid, 2. März. Der Imparcial meldet aus
Alcira: Während einer kinematographiſchen Vorſtellung
wurde der Operateur vom elektriſchen Strom
getroffen und getötet. Es entſtand eine Panik,
bei der zahlreiche Perſonen verletzt wurden.
* London, 2. März. Geſtern wurden insgeſamt 152
Suffragetten verhaftet, aber gegen Bürgſchaft
wieder freigelaſſen. Der geſamte Schaden an
zer=
brochenen Fenſterſcheiben wird auf 80000 Mark
geſchätzt. U. a. wurden die Fenſter der Häuſer der
Hamburg-Amerika=Linie und des Norddeutſchen Lloyd
zertrümmert.
Kopenhagen, 3. März. Das Mitglied des
Lands=
ting, Graf Scheel=Ryegaard, iſt geſtorben.
* Sofia, 2. März. Der Finanzminiſter unterbreitete
der Sobranje einen Geſetzentwurf, durch den eine
autonome Verwaltung der öffentlichen
Schuld und der ſtaatlich garantierten Gemeindeſchulden
eingeführt wird. Die Verwaltung, die alle für Rechnung
des Staatsſchatzes der verſchiedenen öffentlichen Inſtitute
und der Gemeinden zu bewirkenden Operationen
zentraliſieren ſoll, bezweckt, den Finanzen Bulgariens
eine ſolide Grundlage zu geben und die regelmäßige
Zahlung der Annuitäten der Anleihen zu ſichern.
Sofia, 2. März. An der türkiſch=bulgariſchen
Grenze haben ſich vorgeſtern drei Zwiſchenfälle
er=
eignet. Die Soldaten eines bulgariſchen Poſtens bei
Idebik (Bezirk Hascovo) töteten einen Schmuggler auf
bulgariſchem Gebiet. Bei dem Verſuch der Soldaten
des türkiſchen Poſtens, die Leiche auf türkiſches Gebiet
zurückzubringen, kam es zu einem zweiſtündigen
Feuer=
gefecht, bei dem ein Bulgare verwundet wurde. In der
Nacht darauf griffen die Türken die Wache des
benach=
barten Dorfes Haſſobas an, die das Gewehrfeuer
er=
widerte. Zwei Türken wurden auf bulgariſchem Gebiete
getötet. Bei dem Poſten Speti Gheorghi im Bezirk
Philippopel eröffneten türkiſche Soldaten auf bulgariſche
Soldaten ein Gewehrfeuer, hierbei ſoll ein Türke
ver=
wundet worden ſein. Die Ruhe iſt wieder hergeſtellt.
Eine Unterſuchung iſt eingeleitet worden.
* Tientſin, 3. März. In der chineſiſchen Stadt
wur=
den vergangene Nacht verſchiedene Brände
ange=
legt. In den Straßen wurde geſchoſſen. Die
auslän=
diſchen Konzeſſionen ſind unbeſchädigt; für ſie wird keine
Gefahr befürchtet.
* Rudolſtadt, 1. März. Die geſtern im Landtag
vorgenommene Ausſprache zwiſchen allen Parteien hat
nicht eine Klärung, ſondern eine Zuſpitzung der
politi=
ſchen Situation gebracht. Da die Regierung auf der
Durchführung ihrer Wahlreform beſteht, die
ſozialdemo=
kratiſche Fraktion dieſe aber entſchieden ablehnt, ſo bleibt
der Regierung nur die Landtagsauflöſung
übrig. Man glaubt, daß dieſe Auflöſung ſchon in der
nächſten Sitzung, die wahrſcheinlich am Montag
ſtatt=
findet und in der die Wahlgeſetzvorlage zur Beſprechung
kommt, von der Regierung vollzogen werden wird. Nach
einer Meldung vom 2. März fand wegen der drohenden
Landtagsauflöſung nochmals eine vertrauliche Beratung
zwiſchen Regierung und Landtag ſtatt. Die
Entſcheid=
ung werde in der Montag abend ſtattfindenden
Landtags=
ſitzung fallen. Frankf. Ztg.
H. B. Wien, 2. März. Der Kaiſer wird am
näch=
ſten Donnerstag den ungariſchen Miniſterpräſidenten,
Grafen Khuen=Hedervary, in Wien in beſonderer
Audienz empfangen. Dieſer wird dem Kaiſer Bericht
über die Meinungsverſchiedenheiten in der Frage der
Einberufung der Reſerven erſtatten. Graf
Khuen=Hedervary wird, wie man glaubt, auch eine
allge=
meine Darſtellung der parlamentariſchen Lage in Ungarn
geben und von allen Geſichtspunkten die
parlamentari=
ſchen Ausſichten in der Durchbringung des Wehrgeſetzes
erörtern. Man nimmt an, daß der Kaiſer dem
ungari=
ſchen Miniſterpräſidenten gegenüber auf die Dringlichkeit
einer Klärung der parlamentariſchen Lage dringen wird,
dg der jetzige Zuſtand unhaltbar iſt,
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
Bialoſtok, 2. März. Gelegentlich einer
Steuerein=
treibung in einem Dorfe des Kreiſes Wolkowysk kam es
zwiſchen den Bauern und der Polizei zu einem
bluti=
gen Zuſammenſtoß. Vier Bauern wurden getötet
und viele ſchwer verletzt. Die übrigen Bauern entflohen.
Rheinisches
Masoninenbau, Sloktrotechnit,
(9e1
Kiert
Hater meint
und
Reisment
sind als zuverlässige Nähr-und
Kräftigungsmittel selbst dann
nocherfolgreich gewesen, wenn
manches andere nutzlos war.
iveg- Geme
405 209 40₰: 755 100₰
Die.
Sllkommundte
Namupkege.
(wegdelle.
505
C. Geiendotk 8 C. Kambung
1457)I
H. &. F. Becker, Leinenhaus
Darmstadt, Hoflieferanten, Wilhelminenstr. 17
Spezialabteilung f. Brautausstattungen
für Herren, Damen
Wäsche-Konfektion
und Kinder. (1207a
Buro für Architektur und Bauausführungen
Georg Scherer (13za
Darmſtadt, Rheinſtr. 47, Telephon 222.
(Sachverſtändige Begutachtungen für Wohnungsmieten
und Hauskäufe ꝛc., Garantie für Voranſchläge.)
Trauerkleider
färbt unzertrennt innerhalb 24 Stunden
Hoffärberei C. & Ch. REICh
Grösste u. leistungsfähigste Färberei in Darmstadt
(125a
Telephon 1501 und 1472.
Familiennachrichten.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute abend 6¼ Uhr verſchied nach längerem
Leiden unſere liebe, treue Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
(5254
Frau Anna Gros, geb. Rößler
Witwe des Geheimen Regierungsrats Franz Groß
im 77. Lebensjahre.
Darmſtadt, Liebigſtraße 13, 1. März 1912.
Hektor Gros, Poſtdirektor in
Frank=
furt a. M., und Frau Clara, geb.
Hallermann,
Franz Gros in Davos=Wolfgang,
Hans=Walter Gros.
Die Beerdigung findet ſtatt: Montag, den
4. März, nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhauſe;
Einſegnung ¼ Stunde vorher.
Blumenſpenden ſind nicht im Sinne der
Ent=
ſchlafenen.
ierdurch die traurige Nachricht, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen
innigſtgeliebten Mann, unſeren treubeſorgten
Vater, Schwager und Onkel
(5275
Karl Dauth
nach langem ſchweren Leiden im Alter von
44 Jahren zu ſich abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Dauth, geb. Weiermann,
Berta Dauth.
Darmſtadt, Pankratiusſtr. 69, 2. März 1912.
Die Beerdigung findet Montag, den 4. März,
nachmittags 3 Uhr, vom Portale des ſtädt.
Friedhofes aus, ſtatt.
Dankſagung.
Für alle Beweiſe liebevoller Teilnahme
während der Krankheit u. beim Hinſcheiden unſerer
teuren Verſtorbenen
(5255
Frau Hofgerichtsadvokat
Luise Siegfrieden
geb. Lauteschläger
ſagen ihren wärmſten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
p. P.
In tiefer Trauer teilen wir Verwandten,
Freunden und Bekannten mit, daß am 28.
Fe=
bruar unſer lieber Gatte, Vater,
Schwieger=
vater, Großvater, Bruder, Schwager u. Onkel
Herr
Philipo Roeder
nach längerem Leiden im vollendeten 70.
Le=
bensjahre ſanft entſchlafen iſt.
(5274
Luzern, Darmſtadt.
Die tieftrauernden Hinterlassenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlichſter Teilnahme
(B5265
bei dem Ableben unſeres
Herrn Hoihrich Fohter
ſagen hiermit tiefgefühlten Dank
die trauernden Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Babette Fehrer, geb. Hildebrand.
Darmſtadt, 2. März 1912.
Tageskalender.
Konzert der Großh. Hofmuſik um 7 Uhr im
Hof=
theater (Hauptprobe vormittags 10 Uhr).
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Vorſtellung des Hofzauberkünſtlers Bellachini um
8½ Uhr in der Turnhalle am Woogsplatz.
Konzerte: Hotel Heß und Bürgerkeller um 8 Uhr. —
Reſtaurant „Metropol” um ½ 8 Uhr.
Monatsverſammlung des Vereins für Vogel= und
Geflügelzucht um 9 Uhr in der „Krone‟.
Fachausſtellung für das Maler= ꝛc. Gewerbe
Neckar=
ſtraße 3 (geöffnet von 11—1 Uhr!.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Olympia=Kinematograph, Rheinſtraße 2.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Zum
Thronwechſel in Luxemburg; zum Bombardement der
Hafenſtadt Beirut; von der Eröffnung des neuen
bay=
riſchen Landtags; der Durchſchlag des Jungfrautunnels.
Verſteigerungskalender.
Dienstag, 5. März.
Hofreite=Verſteigerung des Karl Nau (Nieder=
Ramſtädterſtr. 9) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr im „
Darm=
ſtädter Hof” zu Griesheim.
Stamm= u. Brennholz=Verſteigerung um 9 Uhr
im Ober=Ramſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft
im Diſtrikt Löhchen nächſt dem alten Pflanzgarten).
Nutz= und Brennolz=Verſteigerung um 9½ Uhr
im Eberſtädter Gemeindewald (Zuſammenkunft am
Friedhof.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei=
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Einfamilienhaus
in der Frankfurterſtr
enthaltend 11 Zimmer, Bad, Küche,
2 Verand., elektr. Licht u. Gas,
Vor=
u. größ. Hintergart. — Geſamtfläche
ca. 600 qm — wird zu dem ſelt. bill.
Preis von 36000 Mk. verkauft.
Die Ueberg. d. laſtenfr. Beſitzes kann
n. Wunſch erfolg. Dieſtaatl.
Brand=
verſich.=Summe d. Gebäude beträgt
35000 Mk. Nur ernſte Reflektant.
er=
halten weit. Aufſchluß bei d. Firma
Sebastian Eckler
Rheinſtr. 9 (47a) Teleph. 243.
Einrammenhaus.
Unter günſtigen Bedingungen iſt
ein gediegenes Haus mit 12 Zim.,
gr. Garten u. all. neuzeitl. Komf.
preiswert zu erwerben. Näheres
Schießhausſtraße 130. (B2728
Schrgünst. Angebotz. 1.April
(Nicht zu überſehen.)
Hierdurch biete wegzugshalb.
mein neuerbautes, freiſtehendes
Landhaus mit großem Garten,
25 Minut. von Darmſtadt
ge=
legen, für 8250 Mk. z. Kauf
an. Anzahlung 1500 Mk. Reſt
kann ſtehen bleiben zu 4¼%=
Off. erbitte unt. N 12 an die
Exped. ds. Bl. zu richt. (4956a
Wirtschaft
Ludwigshöhſtraße Nr. 25 n.
Uebereinkunft anderweit zu
ver=
mieten.
(*5121so
Mitte der Stadkt
Suche Wirtſchaft zu kauf.
Off. u. O 14 a. d. Exp. (*5362
Parkettböden
werd. gereinigt Dieburgerſtr. 4. (5073
Tiehung 2s. u. 50. achre
Grosse Hessische
Rote-Kreuz-
Eloffere
3619 Geldgewinne bar ohne Abzug
zahlbar im Betrage von Mark
Böuod
Sodou
1oooh
usw.
Porto u. Liste
Lose à 3 Mk., 30 Pfg. extra.
Zu haben bei den Königi. Preuss.
Lotterie-Einnehmern und allen
durch Plakate kenntl. Verkaufsstell.
O. Petrenz, Harmstadt.
A. Dinkelmann, Worms
im Rhein.
1Kinderwagen u. 1 Sportwagen
beide ſehr gut erh., preiswert
zu=
verkaufen Martinſtr. 95, I. (B5091
Zflammig,
Gasherd, abzugeben
Wilhelminenplatz 15. II. (*4716mg
Ntummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 9.
Jreisperte
Roderkeorahſanr Sosentelaand
Rostaſkte
Jackenkleider
50
aus solid. dunkelblauen Kamm-
J atetots
Sarnierte
Paletots
garnstoffen, auf Seide gefüttert,
. schicke Facons 29.—, 26.-
Jackenkleider
aus dunkelblauen Tweedstoffen,
m. weißen u. farbig. Reversgarn.
60.−, 50.—, 40.-
Jackenkleider
aus Stoffen englischer Art,
Jacke u. Rock fesch verarbeitet,
27.—, 24.—, 20.−,
Rayé-Kostüme
letzte Erscheinung der Mode
in vielseitiger Auswahl
aus gestreiftenu. engl. gemusterten
Stoffen, mit Abseite- und
Knopf-
garnierung 14.—, 10.50, 7.50, 5.75,
75
00
Paletots
aus dunkelblauem Cheviot, mit
Tressen u. farbig. Aufschlägen
garniert, 40, 35, 28, 22, 18, 14,
Fesche Paletots
aus dem mod. Freckogewebe u.
ähnl. Stoffart., mit einseitiger
fescher Garnierung., lg. Facons,
75, 60, 52, 40, 34, 28,
Schwarze Kammgarn-
und Tuch-Paletots
bis zu den grössten Weiten in
unübertroff. Ausw. all. Fag., von
0
00
an
Rlteider
Diesem Artikel, der von Saison
zu Saison sich einer immer größer
werdenden Beliebtheit erfreut,
lassen wir unsere ganz besondere
Sorgfalt zu teil werden. Unsere
Auswahl in diesem Genre
ver-
eint gleichzeitig Preiswürdigkeit
mit erlesenem Geschmack der
Facons und Verarbeitung.
usen
Geostamr ochte
Miterrochte
i bedeutsamer Auswahl.
(5256.
Wir bitten um zwanglose Besichtigung unseres umfangreichen Lagers.
Ludwigs-
9 platz 9
Gebrader Ged
Ludwigs-
9 platz 9
Früne Sohlen, 50% beſſer wie
Gut erh. GartenmöbelG andere, liefert H. Krieger,
zu kaufen geſucht. Off. m Preisang. Schuhm., Heidelbergerſtr. 42. (B123
unt. N 69 an die Exp. (*5213so
Erlen-Stammholz
Aufarbeiten
Div. eiſ Gartenſtühle u.
Garten=
tiſche, dgl. 2 gebr. Eisſchränke
(*5223so
billig zu verkaufen.
Offert. unt. N. 79 an die Exped.
Wirzahlen
die höchſten Preiſe
für alt. Eiſen u. Metalle,
Papier=
abfälle, Geſchäftsbüch. u. Akten,
nnt. Garantie des Einſtampfens.
Alle Aufträge werden nur
im Hauſe abgeholt und finden
prompteſte Erledigung. (1182a
M. Löb & Co.
Liebigſtr. 30. Telefon 479.
Die besten und billigsten
Schuhwaren
kaufen Sie nur bei (3227g
G. Keilmann, Marktpl. 6.
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Geehrter Herr Apotheker!
Nächſt Gott danke ich Ihnen für
die gute Rino=Salbe, die ſich an meinen
händen, ſeit 4 Jahren naſſ, freſende
Flechte, gut bewährt hat.
Indem ich Ihnen nochmals meinen
herzlichſten Dank entgegenbringe,
be=
grüße ich Sie
hochachtungsvoll
Wwe. H.
Bismark, 1./11. 1905.
Dieſe Rino=Salbe wird mit Erfolg
gegen Beinleiden, Flechten und
Haut=
ſeiden angewandt iſt in Doſen 2
Mk. 1. 15 und Mk. 2.25 inden Apotheten
vorätig; aber nur echt in
Briginal=
packung weiß=grünsrot und Firma
Schubert & Co., Weinböhla=Dresden.
Fälſchungen weiſe man zurück.
ca. 60 fm, 17—40 cm Durchmeſſer,
ganz oder geteilt abzug. Zu erfr.
Jakob Ganß. Holzſchn. (*5008fso
Kile lelen!
Ratten, Mäuſe,
Käfer, Wanzen
vertilgt unter Garantie
Institut z. Vernichtg.
j. Ungeziefers.
Beſtellg. w. d. Postk. o. Tel. 2067
Dieburgerstrasse 10 erh. (4885a
im Preis wie in der
Aus=
führung ſind die (758a
Kunſthaararbeiten
der Firma
Ernst Köhler
Verückenmacher und Damenfriſeur
Ernst-Ludwigstr. 22
Kein Laden. Tel. 1682. Entreſol.
ſowie Neu-Anfertigung von
Polster-Möbel
und Matratzen
OOO
Tapezieren von
Wohnräumen
Secees
Prompte, billige Bedienung durch
Möbel= u. Tapezier=Werkſtätte
Paul Buss & Co.
Darmſtraße 10. (4887a
Wegen Umzug preiswert zu
2 perk.: Schöner Diwan mit
paſſender Tiſchdecke, großer runder häuſern guterh. getrag. Kleider
Eichentiſch, weißer Kleiderſchrank,
F Waſchtiſch, Nachtſchränkchen,
Petroleumofen, Zinkbadewanne,
und ſonſtiges Hausgerät, faſt neue
Kopierpreſſe, Saccoanzug f. große
Figur, gebundene Zeitſchriften.
An=
zuſeh. vormittags u. nachmittags bis
4 Uhr Bismarckſtr. 55, I. (*5172soi
ingel. achteck. Salontiſch, gz. neu,
Eſ.30 Mk. zu verkf.
Viktorig=
ſtraße 73, part.
(*5092fse
Wagen Kornſtroh (Flegeldruſch)
per Ztr. 2,80 Mk., zu verkaufen
Ludwig Kilian II., Arheilgen. (*4990fso
getrag.
Herren=
u . Damenkleid.,
Ich Kuufe Schuhe. Zahled.
höchſten Preiſe. Poſtk. gen. (4788a
J. Schnitzer, Schloßgaſſe 11.
egzugsh. 1 Kleiderschr., 1 Schaukelst.,
Wes Rohrst., 1 Nachtschr., Kückenmöbel,
1 Gasherd (Janker u. Ruh), 1 Gashängel.,
1 Petrol.-Stehl., 1 Eßserv., Fliegenfenster
u. einig. andere, alles fast neu, preiswert
abzugeben Heinrichstr. 142. part. (*5071so
Umzugshalber
ſind aus den feinſten
Herrſchafts=
billig abzugeben. Jacken, Bluſen,
Empirekleider, einz. Röcke, Jacketts,
Capes, Mäntel, Bluſen, Kimono=
Schaukelſtuhl, alte Stühle, Lampen Mäntel, ſeid. Kleider,
Herren=
anzüge, Röcke. Weſten, Kragen
St. 8 ₰, Frack=Smoking, Stiefel 45,
und viel mehr.
(5135a
Stiftſtraße 89.
weiß es, daß die besten u. billigst
Haararbeiten
bei mir angefertigt werden. (57a
Erors. Lager in kerig, Arkeiten.
Zöpfe v. 2.50 Mk. an :::
Locken-Tuffs v. 2.— Mk. an
Haar-Unterlagen in j. Farbe
Garantiert prima Material.
Der Umbau unserer Verkaufsräume ist so weit
fort-
geschritten, dass der Räumungs-Verkauf wieder
:: in vollem Umfang aufgenommen werden kann.
Wir bieten von den noch vorhandenen Warenbeständen
Eztra billig an
sehr solide Qualität, mit und ohne Lackkappen,
Einen Posten Damen-Stefel mit Kontrmandensehat . .
Mk.
Einen Posten Damen-Cheoreaustiefel gr. 36, 37, 41. 42
55.
Einen Posten Herren-Stiefel eht cherenn mit Lachklangen
95.
Einen Posten Boxcalf-Herren-Stiefel sehr seite Gralle
95.
Günstige Gelegenheit zum Einkauf von
Konfirmandenstiefet
für Mädchen und Knaben, modern mit Lackkappen.
Auffärben alter Haararbeiten.
Reparaturen gut und preiswert.
Kopfwaschen m. Frisur 1 Mk.
„ „Ond. 1.50 Mk.
Kenete Leural. Trodten-Hulegs.
Fr. Tilimann
Elisabethenstr. 21.
Verkauf
nur gegen bar.
Braune
Braune
Braune
Braune
Braune
Herrenstiefel
Damenstiefel
Mädchenstiefel
Kinderstiefel
Halbschuhe
Mittags v. 1—2 Uhr
geschlossen. :
Auswahlsendungen können
nicht gemacht werden.
Schuhwarenhaus
Inh.: Paul Wildau
Speier’s
nur Ludwigstr. 16
Beachten Sie den Namen „Speier‟
sowie die Straße „Ludwigstraße 16‟
5260
Für altes Eisen, alte Metalle,
Papierahfälle aller Art,
Ge-
schäftspap. Bücher u. Akten
unter Garantie des Einſtampfens
zahle ſtets die höchſt. Preiſe. (765a
Lippmann May,
Tel. 157. Kl. Ochſengaſſe 14.
Aufträge werd. jederz. prompt erled.
elegenheitskauf!
G Gebrauchte ſchöne Petroleum=
Hängelampe, Sofa, Diwan und
Chaiſelongue ſehr billig zu
ver=
kaufen Riedeſelſtr. 48, H. (*5156so
Guter Gartenkies
wird billig abgegeben
Nikolai=
weg, Mathildenhöhe. (*5270soi
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hende. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Spitzhunde. 1 Dachshund (zugelaufen). Die Hunde
können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung, der nicht ausgelöſten Hunde findet
dort=
ſelbſt jeden Werktag vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
(5230
Bekanntmachung.
Unter den Pferden der 2. Eskadron des Garde=Dragoner=
Regiments (I. Großh. Heſſiſches) Nr. 23 iſt die Bruſtſeuche
aus=
gebrochen.
Darmſtadt, den 2. März 1912.
(5267
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Gennes.
Bekanntmachung.
Polizeiverordnung,
betreffend die Entwäſſerung von Grundſtücken und die Anlage
von Gruben und Behältern zur Aufnahme von Regen= und
Schmutzwäſſern.
Auf Grund der Artikel 2, 32, 35 und 80 der Allgemeinen
Bau=
ordnung und der §§ 4, 6 und 8 der Ausführungsverordnung hierzu,
ſowie des Art. 56 der Städteordnung wird als Nachtrag zu den
§§ 14—19, 22, 23, 25—29 und 48 der Baupolizeiordnung vom 22.
Sep=
tember 1887 nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung,
unter Zuſtimmung des Kreisausſchuſſes, und mit Genehmigung
Großh. Miniſteriums des Innern vom 23. Januar 1912 zu Nr. M.
d. J. 860, folgendes für die Stadt Darmſtadt hiermit verordnet:
§ 1. Bei Herſtellung öffentlicher Kanäle ſind die Regen= und die
Schmutzwäſſer von den an die Straßen grenzenden Grundſtücken in
die Kanäle einzuführen und die beſtehenden
Privatentwäſſerungs=
anlagen innerhalb zweier Jahre nach vom Tiefbauamt ergangener
Aufforderung zu beſeitigen oder abzuändern. Die Neuanlage ſolcher
Entwäſſerungen, von Gruben und Behältern zur Aufnahme aller
Abwäſſer innerhalb kanaliſierter Stadtgebiete iſt verboten. Die
Bei=
behaltung von waſſerdichten Gruben und dergleichen, ſowie deren
Neuanlage kann nach Anhörung der Stadtverordneten=Verſammlung
in beſonderen Fällen geſtattet werden.
§ 2. Verfehlungen gegen vorſtehende Beſtimmungen
unter=
liegen den Strafvorſchriften des Art. 80 der Allg. Bauordnung.
Neben der Strafe kann die Bürgermeiſterei auf Grund des Art. 56
Ziffer 3 der Städteordnung die zur Herbeiführung ordnungsmäßiger
Zuſtände erforderlichen Zwangsmaßregeln auf Koſten der Schuldigen
anordnen.
(4695oo
§ 3. Dieſe Polizeiverordnung tritt ſofort in Kraft.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
V.: Ekert.
Oeffentliche Impfung.
Mittwoch, den 21. Februar und die folgenden Mittwoche,
ſolange Bedürfnis, von nachmittags 3 Uhr ab unentgeltliche
Impf=
termine im Schulhaus in der Rundeturmſtraße für im Vorjahr
impfpflichtige, bis jetzt noch nicht geimpfte Kinder.
Angeordnete Wiederimpfungen werden in dieſen Terminen
ebenfalls vorgenommen.
Nachſchau jeweils 8 Tage ſpäter, bei Meidung der
geſetz=
lichen Strafe.
Nachſtehende Verhaltungsvorſchriften werden zur Beachtung
bekannt gegeben.
1. Aus einem Hauſe, in welchem anſteckende Krankheiten, wie
Scharlach, Maſern, Diphtherie, Krup, Keuchhuſten,
Fleck=
typhus, roſenartige Entzündungen oder die natürlichen Pocken
herrſchen, dürfen die Impflinge zum allgemeinen Termine
nicht gebracht werden.
2. Die Eltern des Impflings oder deren Vertreter haben dem
Impfarzte vor der Ausführung der Impfung über frühere
oder noch beſtehende Krankheiten des Kindes Mitteilung
zu machen.
3. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem
Körper und mit reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 17. Februar 1912.
(4280a
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
Spülung des Waſſerrohrnetzes.
Im Laufe der nächſten Woche wird eine Spülung des
Waſſer=
rohrnetzes in den unten bezeichneten Stadtteilen vorgenommen, welche
in der Zeit von 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens eine zeitweiſe
Unterbrechung der Waſſerabgabe, ſowie eine Trübung des Waſſers
mit ſich bringt; die Waſſerabnehmer werden deshalb gebeten, ſich
vorher mit Waſſer zu verſorgen.
Spülplan.
1. In der Nacht von Montag, den 4. zu Dienstag, den
5. März lfd. Js. werden geſpült:
Spülbezirk V.
Derſelbe wird umfaßt von der Frankfurter=Straße (
Herrngarten=
ſeite), Odenwald bahn, Dieburger= und Alexanderſtraße und enthält
Theaterplatz und Muſeum.
Mitgeſpült werden die außerhalb liegenden Straßenteile:
Kranich=
ſteiner=Straße, Hohler=Weg, Dieburger=Straße und Ringſtraße (äußere),
zwiſchen Dieburger=Straße und Seiterswieſenweg.
Spülbezirk VIII.
Derſelbe liegt ſüdlich der Heinrichsſtraße bis zur Wilhelminen=,
Karls= und Beſſunger=Straße und öſtlich der Ludwigshöhſtraße.
Mitgeſpült werden die Straßen der Mathildenhöhe.
2. In der Nacht von Mittwoch, den 6. zu Donnerstag,
den 7. März lfd. Js. wird geſpült:
Spülbezirk K.
Derſelbe liegt weſtlich des Straßenzuges Ludwigshöhſtraße,
Beſſunger= Karls= und Wilhelminenſtraße und wird von der Heinrichs=
und Eſchollbrücker=Straße begrenzt.
Außerdem findet in der Nacht von Donnerstag, den 7. zu
Freitag, den 8. März Ifd. Js. eine Druckrohrſpülung ſtatt.
Darmſtadt, den 21. Februar 1912.
Städtiſche Waſſerwerksverwaltung.
Rudolph.
(5059so
Bekanntmachung.
Ein zur Zucht untauglich gewordener, gut gehaltener, ſchwerer
Zucht=Faſelochs ſoll im Wege des öffentlichen Angebots zum
Ab=
ſchlachten vergeben werden. Die Bedingungen hierfür liegen täglich
während der Geſchäftsſtunden bei unterzeichneter Stelle offen.
Angebote können ſchriftlich bis zum 8. März I. Js.,
nach=
mittags 5 Uhr, bei uns eingereicht werden. Die Beſichtigung des
Tieres während der Tageszeit bis 5 Uhr nachmittags iſt geſtattet.
(5232
Arheilgen, den 1. März 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei daſelbſt.
Benz.
anarienhähne und =Weibchen
Aufpol. v. Möb.
Spezlalität: uſw., ſowie alle 3 billig zu verkaufen (B3159
Ludwigshöhſtr. 1½, III.
vorkomm. Schreinerarbeiten (1265a
Adolf Zeller, Schützenſtraße 8.
Dohlen, Holz und Briketts
empfiehlt ins Haus geliefert
V1268) J. Müller, Kiesſtr. 20.
Herl &-John, Hanulakturwaren. (515₰
u. 8 Mon. alter
Rattenfanger Wolfshund, ſehr
ſcharf z. verk. Näh. i. d. Exp. (*5355od
anarienhähne zu verkaufen
Bismarckſtr. 28, part. (3385a
Leiter: Emil Held
Handelslehrer u. Beeid. Bücherrevisor
10 Luisenstr. 10
Hieron. Schneider
Handelslehrer u. Bücherrevisor
Gründliche Ausbildung für den kaufmännischen Beruf
durch 5 bewährte Lehrkräfte in vollen Tages- oder Abendkursen.
Einzel- und Privat-Unterricht: Beginn jederzeit.
Fremde Sprachen: Engl., Franz., Span. u. Ital., bes. Handels-Korrespondenz.
Maschinenschreiben nach neu eingeführtem, eigenen Tafelsystem in deutscher,
englischer u. französischer Sprache.
Stenographie: Verkehrs- und Redeschrift nach Gabelsberger.
Beginn neuer Kurse: 15. April, vormittags 8 Uhr.
Getrennter Klassenunterricht für Fortbildungsschüler, der vom Besuche
der obligatorischen Fortbildungsschule befreit.
(4438a
Sprechstunden zur Anmeldung und Auskunft täglich zwischen 12—1 Uhr.
ſie Heberollen über die
Bei=
träge zur land= und
forſt=
wirtſchaftlichen
Berufsgenoſſen=
ſchaft für das Jahr 1911 liegen
von heute an während vierzehn
Tagen auf der unterzeichneten
Bürgermeiſterei — Büro:
Wald=
ſtraße 6 — zur Einſicht offen.
Inner=
halb einer weiteren Friſt von einem
Monat, nach Ablauf der
Offen=
legungsfriſt, kann der in der
Hebe=
rolle als beitragspflichtig in
An=
ſpruch Genommene gegen den
An=
ſatz bei dem Vorſtande der land=
und forſtwirtſchaftlichen
Berufs=
genoſſenſchaft Einſpruch erheben
(ſ. §§ 12 und 15 der Verordnung
vom 31. Mai 1902).
Darmſtadt, den 29. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Mueller. (5250
Bekanntmachung.
Die am 29. v. Mts. abgehaltene
Holzverſteigerung iſt genehmigt.
Vom 9. ds. Mts. an können die
Abfuhrſcheine bei den Hebeſtellen
in Empfang genommen werden.
Die Ueberweiſung des Holzes
findet an dem gleichen Tage durch
den Großherzoglichen Forſtwart
Klipſtein zu Forſthaus
Böllen=
falltor ſtatt.
(5264
Darmſtadt, 2. März 1912.
Großh. Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Freiwillige zum
Telegraphen=
bataillon. Das
Telegraphenbatail=
lon Nr. 4 in Karlsruhe ſtellt im
Oktober d. J. noch Zweijährig=
Frei=
willige (Telegraphenmannſchaften
und Fahrer) ein. Für die
tech=
niſche Ausbildung kommen
haupt=
ſächlich Uhrmacher, Elektrotechniker,
Telegraphenarbeiter, Zimmerleute,
Tiſchler, Bautechniker, Zeichner,
Stellmacher, Schuhmacher, Sattler,
Schneider, Steindrucker,
Chauf=
feure, Maler, Buchbinder, Seiler,
Gärtner, Muſiker, Kaufleute, (
Ma=
ſchinenſchreiber), für die
Ausbil=
dung als Fahrer pferdekundige
Leute (Landwirte, Kutſcher,
Huf=
ſchmiede uſw.) in Frage. Junge
Leute, welche ſich zum Eintritt
frei=
willig zu melden beabſichtigen,
wollen baldigſt einen
ſelbſtgeſchrie=
benen Lebenslauf, deſſen
Selbſt=
anfertigung von der Polizei
be=
ſcheinigt iſt, und den vom
Zivil=
vorſitzenden der Erſatzkommiſſion
ihres Wohnortes (Landrats=,
Be=
zirks=, Ober=bezw. Kreisamts)
aus=
zuſtellenden Meldeſchein an das
Ge=
ſchäftszimmer des Bataillons
ein=
ſenden. Gefordert wird gute
Schul=
bildung, ſowie kräftiger, fehlerfreier
(35248
Körverbau.
Wollene Pferdedecken,
Segeltuchdecken,
Lederdecken
ſowie alle Artikel für den
Fahr=u. Reitſport
empfiehlt in guten Qualitäten
H. Buchhammer
Sattlermeister,
Tel. 1214. Eliſabethenſtr. 44.
Zur Beseitigung von
Gesichts-u. Körperhaaren
Damenpart
ist
tatsäch-
lich das
beste Mittel
der Welt
„Subito‟
weil es die
Haare
sofort
schmerzlos
entfernt
radikal mit Wurzel
5o dass ein Wiederwachsen
dieser Haare ausgeschlossen
ist. Keine Hautreizung und
besser alsElektrolyse. 9101.38
Garantie absol. unschädl.
sicherer Erfolg. Preis 3.50ℳ.
Prelsgekrönt gold. Medallle, VleleDankschr.
2. Versand diskret geg. Nachn.
od. Voreinsnd. (auchBriefm.)
Friedrich Tillmann
Blisabethenstrasse 21.
Bekanntmachung.
Die Lieferung der für das Rechnungsjahr 1912 bei dem
Groß=
herzoglichen Landgerichte dahier und der Großherzoglichen
Staats=
anwaltſchaft bei demſelben erforderlichen Schreibmittel, mit
Aus=
nahme der Aktendeckel, ſoll im Wege öffentlicher Ausſchreibung
ver=
geben werden. Bezüglich des Papiers haben ſich die Lieferanten den
Verpflichtungen gemäß den Beſtimmungen der Bekanntmachung vom
17. Januar 1907, Reg.=Blatt Nr. 7, zu unterwerfen.
Für das Großherzogliche Oberlandesgericht und die
Groß=
herzogliche Staatsanwaltſchaft bei demſelben wird das Recht der
Zuſchlagserteilung auf die geſtellten Angebote vorbehalten.
Ange=
bote, unter Beifügung von Muſtern, ſind auf der Gerichtsſchreiberei
des Landesgerichts
altes Gerichtsgebäude, Mathildenplatz Nr. 13, dahier,
Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 36,
woſelbſt auch die Bedingungen eingeſehen werden können, verſchloſſen,
ſpäteſtens in dem zur Eröffnung der Angebote beſtimmten Termine vom
Freitag, den 15. ds. Mts., vormittags 10 Uhr,
einzureichen. Zum Termine haben Bewerber oder Bevollmächtigte
derſelben Zutritt.
Die Zuſchlagsfriſt läuft bis 25. ds. Mts. einſchl.
Darmſtadt, den 1. März 1912.
Der Großherzogliche Landgerichts=Sekretär
(5257
Denk.
Verdingung von Steinktohlenbriketts.
Am 13. März 1912, vormittags 9 Uhr, wird im
Geſchäfts=
zimmer des Proviantamts Darmſtadt, Eſchollbrückerſtraße Nr. 25, der
Bedarf an Steinkohlenbriketts von 100 t für die hieſige
Garniſon=
bäckerei für das Rechnungsjahr 1912 verdungen.
Die Lieferungsbedingungen liegen im Geſchäftszimmer aus und
können in den Dienſtſtunden vormittags von 8 bis nachmittags 6 Uhr
eingeſehen werden.
Schriftliche und verſiegelte Angebote ſind im Geſchäfszimmer
vor Beginn des Termins, mit der Aufſchrift „Angebot auf die
Liefe=
rung von Steinkohlenbriketts” verſehen, abzugeben.
(4807ms
Proviantamt Darmſtadt.
Hessische Handels-Lehranstalt
Rheinstr. 6, II. Darmstadt Fernspr. 923
I. Einjährige Handelsschule mit vollem Tagesunterricht.
II. Halbjahrskurse zur Vorbereitung f. d. kaufm. Beruf.
Beste, langjährig bewährte Lehrkräfte.
Neu: Maschinenschreiben nach dem Tastsystem.
Neue Kurse beginnen: Dienstag, den 16. April.
Prospekte und Aufnahmebedingungen durch:
Sprechstunden: Wilhelm Siedersleben
Montag bis Freitag staatl. peprüfter Handelslehrer u.
12—1 und 3—5 Uhr. gerichtl. beeidigt. Bücherrevisor.
Auszelchnung & S2)
Kaufm. Schnellschönschreiben Sautiahel. Früz
Kagfw. Halarn.
gerteilt 5. März einen Kurſus im kaufmänniſchen Schnell=
Schönſchreiben für Erwachſene jeden Alters Keine
Vorauszahlung. Dauer des Unterrichts 10—12 Stunden
à 1.20 Mk. Selſtunterricht 2 Mk. (5158so
Kalligraph.
Wohnung: Schuchardſtraße 14, 2. Stock.
Lehrer.
Hess-Danen-Bekteldungs-Akädchte
Elisabeth Bert
Darmstadt
Bessungerstr. 14
Tageskurse: täglich 9—12 und 2—6 Uhr
Für Hausbedarf 4—5 Wochen Schneiderinnen 5—6 Wochen
Absteck-Direktricen 4 Wochen Direktricen 7 Wochen
Lehrerinnen 7 Wochen
(B182
Abendkurse: 4 mal wöchentlichv. 8—10 Uhr abds.
Für Hausbedarf: Dauer 4 Wochen.
Beginn neuer Kurse jeden Montag.
Prospekt und nähere Auskunft jederzeit.
Mässiges Honorar.
Kostenl. Stellenverm.
Buchheim & Heister
Liebigstrasse 48 DARMSTADT
Telephon 1047
Ausführung von Wandplattenverkleidungen,
Fuss-
bodenplattenbelägen in Ton, Mosaik- und
Zement-
platten, Asphaltbeläge, allen Beton- und
Eisenbeton-
arbeiten, lsolierungen, Holzpflaster
*
Baumaterialien-Handlung
Wand- und Fussbodenplatten — Zement
Kalk — Gips — Karbolineum — Teer
:: lsolier- und Dachpappe usw.
35
(2297a
Mässige Preise!
gute Qualitäten!
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
Heute
unserer billigen
Keiderstorr woche!
Wir weisen besonders auf unsere Schaufenster hin.
Während dieser Woche verkaufen wir große Gelegenheitsposten besserer
Kleider-
stoffe für Kleider, Costumes, Costumeröcke, sowie Blusenstoffe in aparten
neuen Mustern zu enorm billigen Preisen und ist hiermit jedermann
Gelegenheit geboten, elegante solide Ware für wenig Geld einzukaufen!
(5258
in allen modernen
Farben,
sowie schwarz
Meter
nur 35 ₰
RainerMer
grosse Breite
letzte Neuheiten
Markt 7
Guggenheim & Marx
Markt 7.
Meter
nur
meetings every Mondag at 8½
D’clock p. m. at the Darmstaedter
Hof. Topic of to night: Work
without sleeping lecturer Mr.
(*5332
Gaertner.
Wer bereitet zum Matur vor
in Phyſik, Mathemat. u. Chemie?
Offerten mit Honoraranſprüchen
unter N60 an die Exp. (*5138so
Erieile gründlichen Unterricht im
Zuſchneiden u. Kleidermachen
bei mäßigem Honorar. (*5130so
Eiſe Reitz, Waldſtr. 35, I.
ſucht Unterr. i. Franzöſ.
Kauim. u. Engl. Gefl. Angeb.
mit Pr. u. O 4 a. d. Exp. (*5329
Berlitz-School
Grösstes Sprachinstitut
Wilhelminenstrasse 19, II.
Telephon 613.
Englisch
Damen-Zirkel
zweimal wöchentlich
nachmittags
für Konversation und Anfänger.
Spanisch
Privat- u. Klassenunterricht.
Probestundé gratis.
Bureauzeit 9—1 u. 3—8.
w. franzöſiſchen Unt. er=
Lehrerin, teilt, f. Schulmädchen,
Anf., geſucht. Off. m. Preisang.
u. O. 18 a. d. Expedition. (*5375
Mae
Darlehen
gegen
Lebensverſicherungsab=
ſchluß gebe ſelbſt. Offerten unter
L 89 an die Exped. (*4547omo
leihe ſelbſt aus.
—. Hypothek Off. m. ausführl.
Beſchr. u. M 17 a. d. Exp. (4740a
auf 1. Jahr gegen
1000 Mk. dopp. Sicherheit von
jung. Geſchäftsmann geſucht. Off.
unt. N 21 an die Exp. (*4980fso
(1784a
Kurſe vom 2. März 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
In Proz.
Bf.
Staatspapiere.
4 Dtſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 90,90
81,75
do.
3
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
3½ do. Conſols . . . 90,80
81,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 100,00
do.
93,20
3½
do.
3
4 Bayr. Eiſenbahnanleihe 101,00
do.
89,75
3½
do.
3
4 Hamburger Staatsanl. 100,00
4 Heſſ. Staatsanleihe 99,60
4 do. do. (unk. 1918) 100,00
89,20
do.
3½
do.
78,90
3
3 Sächſiſche Rente . . . . 81,80
4 Württemberger v. 1907 100,10
95,00
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,50
1‟½ Griechen v. 1887 53,60
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente 93,40
4 do. Goldrente . . . 96,80
4 do. einheitl. Rente 90,20
3 Portug. unif. Serie I 65,20
3 do. unif. Ser. III 67,90
3 do. Spezial .
5 Rumänier v. 1903 . . 101,45
4 do. v. 1890 . . 95,10
4 bo. v. 1905 . . 92,00
4 Ruſſen v. 1880
92,00
4 do. v. 1902
. 91,20
4½ do. v. 1905
100,25
3½ Schweden ..
*91,60
4 Serbier amort. v. 1895 86,00
4 Türk. Admin. v. 1903 84,40
4 Türk. unifiz. v. 1903 91,60
4 Ungar. Goldrente . . . 93,40
4 do. Staatsrente . . . 90,40
In Proz
Zf.
.101,20
5 Argentinter
88,75
do.
4½ Chile Gold=Anleihe . 94,22
5 Chineſ. Staatsanleihe . 100,20
4½
do.
96,10
4½ Japaner . . .
5 Innere Mexikaner.
96,00
3
do.
60,90
4 Gold=Mexikaner v. 1904 88,50
5 Gold=Mexikaner .
.100,00
3 Buenos Aires Provinz 72½
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . 140,50
3 Nordd. Lloyd . . . . . 106,00
6 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 123,80
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 . . 113,80
8 Baltimore und Ohio . 10257
6 Schantungbahn . . . . 134,25
6½ Luxemb. Prince Henri 155,50
0 Oeſt. Südbahn (Lomb.) 157,00
6 Pennſylvania R. R. . 18½
Letzte Induſtrie=
Divid. Aktien.
3 Brauerei Werger . . 71,00
25 Bad. Anilin= u. Soda=
Fabrik . . . . . . 492,00
14 Chem. Fabrik
Gries=
heim
. . 253,50
27 Farbwerke Höchſt . . 539,00
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . .
8 Cement Heidelberg . . 158,50
32 Chem. Werke Albert 445,00
12½ Holzverkohlung
Kon=
ſtanz . . . . . . . 291,00
4 Lahmeyer . . . . . . . 127,50
Letzte
Sie
Divid.
7 Schuchert, Nürnberg . 158,00
12 Siemens & Halske . 235,75
12 Bergmann Electr. . 186,50
10 Deutſch. Ueberſee Electr. 182,40
25 Gummi Peter . . . . 141,75
0 Kunſtſeide Frankfurt 127,75
30 Adler=Fahrradwerke
Kleyer . . . . . 468,00
12 Maſchinenf. Badenia
16 Wittener Stahlröhren 235,00
8 Steana Romana Petr. 134,70
15 Zellſtoff Waldhof . . 242,25
12½ Bad. Zucker=
Wag=
häuſel . . . . .
10 Neue Boden=A. A.=Geſ. 133,00
3 Südd. Immobilien . 71,00
Bergwerks=Aktien.
Zf.
10 Aumetz=Friede . . . . 186,25
12 Bochumer Bergb. und
Gußſt. . . . . . . 223,00
11 Deutſch=Luxemburg.=
Bergb. . . . . . . 182,30
10 Gelſenkirchener . . . . 198,00
7 Harpener . . . . . . . 192½
15 Phönix Bergb. und
Hüttenbetrieb . . . 252,00
0 Oberſchl. Eiſen=Ind.=
Caro. . . . .
. 88,00
4 Laurahütte . . . . . . 174,00
10 Kaliwerke Aſchersleben
10 „ Weſteregeln 192,50
5 South Weſt Africa.
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. 90,00
4½ Nordd. Lloyd=Obl. 100,60
4 Eliſabethbahn, freie . . 96,00
4 Franz=Jofefs=Bahn . .
3 Prag=Duxer . . . . . . 76,20
5 Oeſterr. Staatsbahn . 104,70
4 Oeſterr. Staatsbahn . 95,30
3
do.
80,00
5 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 100,00
Sten
3f.
4 Oeſterr. Südb. (Lomb.) 80,40
55,10
29/10 do.
.77,80
3 Raab=Oedenburg
4 Kronprinz Rudolfbahn 96,00
88,50
4 Ruſſ. Südweſt.
96,90
4½ Moskau=Kaſan
do.
.101,50
4 Wladichawchas
4 Rjäſan Koslow
78,90
3 Portugieſ. Eiſenb.
72,00
4½
do.
71,10
2¼/0 Livorneſer
3 Salonique=Monaſtir . 66,20
84,20
4 Bagdadbahn .
4½ Anatoliſche Eiſenb. . 97,00
74,00
4 Miſſouri=Pacific.
.101,20
4 Northern=Pacific
95,50
4 Southern=Pacific
5 St. Louis und San
88,40
Francisco.
97,75
5 Tehuantepec .
Bank=Aktien.
10 Bank für elektriſche
Untern. Zürich . . 194,00
8½ Bergiſch=Märkiſche
150,60
Bahn . . . .
9 Berlin. Handelsgeſ. . . 172,50
6½ Darmſtädter Bank . 124,75
12½ Deutſche Bank . . . 261,75
6 Deutſche Vereinsbank . 124,60
5½ Deutſche Effekt.= und
W.=Bank . . . . . 118,40
10 Diskonto=Kommandit 190,25
8½ Dresdener Bank . . 157,60
9½ Frankf. Hypoth.=B. 192,80
6½ Mitteld. Kreditbank 121,90
7 Nationalb. für Deutſchl. 126,00
5½ Pfälziſche Bank . . 130,25
6.48 Reichsbank . . . . . 137,00
7 Rhein. Kreditbank . . . 135,50
7½ A. Schaaffhauſen.
Bankverein . . . . 132,00
7½ Wiener Bankverein . 139,00
4 Frankf. Hypoth.=Bank
S. 16 u. 17 . . 99,20
Zf. Pfandbriefe. In Proz.
3½ Frankf. Hypoth.=Bank
S. 19 . . . . . . . 90,04
4 Frankf. Hyp.=Kreditv.
S. 15—19, 21—26 98,30
4 Hamb. Hypoth.=Bank . 100,00
89,50
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank 101,10
do.
90,30
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
100,60
S. 12, 13, 16
S. 14, 15, 17, 24/26
18—23.
.. 100,85
3½ Heſſ. Land.=Hyp.=Bank
S. 1 u. 2, 6—0
90,30
S. 3—5 .
90,10
S. 9—11
. 90,20
4 Meininger Hyp.=Bank 100,00
do.
3½
89,50
4 Rhein. Hypothek.=Bank
(unk. 1917) . . 99,00
3½ do. (unk. 1914) . . 89,30
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
do.
3½
90,60
Städte=
Obligationen.
4 Darmſtadt . . . . . . 99,70
3½ do.
4 Frankfurt.
100,80
3½ do.
96,10
4 Gießen .
3½ do.
4 Heidelberg
99,30
3½ do.
89,30
4 Karlsruhe
99,80
3½ do.
89,60
4 Magdeburg
-
3½ do.
-
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
-
3½ do.
90,10
4 München
99,70
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
99,80
do.
90,80
-
4 Offenbach .
Zf.
In Proz.
3½ Offenbach
. 91,30
4 Wiesbaden,
.100,10
3½ do.
96,20
4 Worms .
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1888
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche . . . Tlr. 100
3½ Cöln=Mindner , 100 136,50
3 Holl. Komm. . fl. 100 106,40
3 Madrider . . Fs. 100 78,10
4 Meininger Pr.=
Pfand=
briefe . . . . . . . 137,50
4 Oeſterr. 1860er Loſe . 180,90
. 124,80
3 Oldenburger . .
2½ Raab=Grazer fl. 150 116,40
Unverzinsliche
Anlehensloſe.
Augsburger . . . . . fl. 7
Braunſchweiger Tlr. 20 20020
Fs. 15 —
Freiburger
Fs. 45
Mailänder
Fs. 10 —
do.
.fl. 7 34,60
Meininger
Oeſterreicher v. 1864 fl. 100 528,00
do. v. 1858fl. 100 454,00
Ungar. Staats . . fl. 100
Fs. 30
Venediger .
Fs. 400 172,40
Türkiſche
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
16,30
20 Franks=Stücke
Amerikaniſche Noten
4,19½
20,48
Engliſche Noten .
.81,25
Franzöſiſche Noten.
169,35
Holländiſche Noten.
80,60
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten 84,80
Ruſſiſche Noten
216,00
Schweizer Noten.
80,90
Reichsbank=Diskonto
Reichsbank=Lombard Zsf. 6
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 13.
AAAAA9A2
OO25AA2299as
A9004
Das neue Heim
behaglich und schön einzurichten, ist der Wunsch aller Brautpaare! — Was mit mässigen Mitteln zu erziejen ist, zeigt meine Ausstellung
feinbürgerlicher Wohnungs-Einrichtungen.
Als Beweis weiner Leistungsfähigkeit habe ich unter anderem folgende 3 sehr preiswerte Einrichtungen von seltener Formenschönheit in meiner
bekannt guten Ausführung zusammengestellt.
Zimmer:
Schlafzimmer
Speisezimmer
Herrenzimmer
und Küche
für Mark
Wiewohl dieser Preis von Mk. 1343.— für 3 Zimmer mit Küche sehr niedrig ist,
liefere ich dennoch sehr gediegene, gute Möbel dafür, und zwar 1 Schlafzimmer in
hellitalien, nussbaum mit feinen Intarsien, oder echt eichen, innen eichen, mit
2 Bettstellen, 1 grossem Spiegelschrank, 1 Waschkommode mit Marmor und
Kristall-
fassetespiegel, 2 Nachtschränke mit Marmor, 2 Stühle, 1 Handtuchständer: ferner
1 gediegenes Speisezimmer in dunkel eichen mit 1 reichen Büffet, Anrichtetisch,
6 Rohrstühlen, Ausziehtisch und Moquettediwan. Das in geräucherter Eiche gehaltene
Herrenzimmer besteht aus 1 vornehmen Bücherschrank mit Kristallfagseteverglasung,
Diplomatenschreibtisch, Ledefschreibstuhl, 2 Lederstühlen, Tisch, Ottomane mit Decke;
die moderne Kücheneinrichtung in grau fein lackiert: 1 Küchenbüffet mit reicher
:: :: Verglasung, Anrichte mit Aufsatz, Tisch, 2 Stühlen und Ablaufbrett.:: .:
Zimmer:
Schlafzimmer
Speisezimmer
Herrenzimmer
und Küche
für Mark
Das Schlafzimmer dieser Einrichtung ist in geräucherter Eiche ausgeführt und
unterscheidet sich von demjenigen der vorstehenden Preislage durch die reichere
Form der einzelnen Teile. Das nach apartem Entwurf gefertigte Speisezimmer hat
ein imposantes Büffet und geschlossene Kredenz, sowie grossen Ausziehtisch, 6
Leder-
stühle und Diwan in feinstem Moquettebezug. Ebenso ist das Herrenzimmer mit
schönem Bücherschrank und Diplomatenschreibtisch in sehr gefälliger Form, sowie
mit allem Komfort versehen, der zu einem wohnlichen Herrenzimmer gehört. Die
Kücheneinrichtung entspricht in der Form der obigen, ist aber in feinstem carolina-
:: . . : pine naturlackiert und auf das solideste ausgeführt. .. .. :: :
Zimmer:
Schlafzimmer
Speisezimmer
Herrenzimmer
und Küche
für Mark
Der hier zur Verfügung stehende Raum gestattet nicht, diese wirklich vornehme
Einrichtung eingehend zu besprechen. Erwähnt sei nur, dass das Büffet des
Speise-
zimmers in reicher, dreiteiliger Form mit Seitenschränken, englischen Zügen und
Kristallfasseteverglasung gehalten ist, wie diese Büffets für ganz reiche Aussteuern
mit besonderer Vorliebe gekauft werden. Die Bibliothek des Herrenzimmers ist
ebenfalls dreitürig und von vornehmster, ruhiger Wirkung, wie auch die übrigen
Möbel des Herrenzimmers der eleganten Einrichtung in allen Einzelheiten entsprechen.
Zahlreiche Kunden haben anfangs nicht vermutet, für diesen Preis so gute Qualitäten
: : und eine so mustergültige Ausführung zu erhalten. .. :.
*7
Ferner komplette Einrichtungen zu Mk. 2400.−, 2700.−, 3000.− und höher!
im Interesse rechtzeitiger Lieferung erbitte Bestellungen möglichst frühzeitig.
NoNRET
Cr0
(3113a
Große Ochsengasse 21-23
Telefon 287. — Bitte genau auf meine
Firma u. Haus-Nr. zu achten;
gegen-
über der Brauerei „Zum gold. Anker‟.
Kenntlich durch 5 große Sehaufenster
Moderne Beleuchtungskörper von ersten
Fabriken für Gas u. elektr. Licht in allen
vol-
kommenden Stilarten, vom bürgerlichen Bedarf bis zur
reichsten Auswahl, finden Sie in dem Spezialgeschäft
Georg Keil, Elisabethenstr. 36
unter der Möbelfabrik Ludwig Alter. — Telephon 769.%
Vorhandene alte Beleuchtungskörperwerden aufgearbeitet,
modernisiert, stehendes Gaslicht zu Hängegas (
Grätzin-
licht) umgewandelt, alte Gaskörper zu elektr. Licht aptiert.
Uebernahme von Wohnungsumzügen für Gas, elektr.
Licht und Badeeinrichtungen bei prompter, billiger und
reeller Bedienung. — Beleuchtungskörper werden nach
Entwürfen zu Fabrikpreisen angefertigt (2786a
Beachten Sie meine Ausstellung!
Gasherdelfrd. relle Belenung, auerkant Gaubatesfen fand.
und Standöfen
Jeyst. Prometheus
8 billige Preise, prima Referenzen.
Grosse Posten Zigarren
offeriere ausserordentlich billig!
Abgabe von 50 bezw. 100 Stück an.
(642a
Wiederverkäufern, Händlern, Wirten etc. sehr zu empfehlen.
Garantie für Qualität. — Nichtzusagendes wird gegen Barvergütung zurückgenommen.
Zigaretten an Wiederverkäufer zu vorgeschriebenen Fabrikpreisen.
Zigarren-
Wiln. Bauer Versand Ltidwigstrasse 6.
997
ersten Schritf
verdankt Baby nur
echt
Nähr-
Maltose
für Kinder, die nicht gedeihen
u. an Körpergewicht abnehmen:
Soo
öflunds
Milchzucker
Malz. Eatract-
Reinste Marke, nach Professor Dr.
von Soxhlets Verfahren für gesunde und
kranke Säuglinge.
nach Liebig & Fehling, selt 45 Jahren
bewährt als Katarrhmittel und Nährprä-
Malz-Extrakt parat für finder, kranke und Genesehde=
Malz-Extrakt-Hustenbonbons
unerreicht in Wohlgeschmack und lösender Wirkung.
in Apotheken und Drogerien erhältlich. —
Dora Plattner.
Roman von Ernſt Clauſen.
(Nachdruck verboten.)
22)
Dora hatte ſonſt einen klaren, ruhigen Kopf und lachte
über dieſe Geſchichten, die im Volke fortleben und ſich
fort=
erben, als läge es im Blute. Heute aber fröſtelte es ihr den
Rücken hinunter. Sie wollte fort von Halligboſtel, ganz
gewiß!
„Ja, das wär nu ſo was für Spökenmarie. Aber ich
verzähl ihr nichts davon, denn ſie lügt immer nen Hucken
voll dazu, daß es gar nicht wahr bleibt. Die jungen Leute
glauben nu ja auf Stunds nicht mehr an ſo was, und was
wir Alten ſind, wir glauben auch nicht daran, denn wir
wiſſen es! Ich hab mal in Marſchen Arbeit gehabt, bei
Lüdeckes gleich rechts, ne, was ſag ich, gleich links von die
Chauſſee. In Oktober war’s, und ich wollt partu mit meine
Arbeit noch fertig werden, und drüber war’s ſchummrig
ge=
worden. Als ich den letzten Schnitt getan hab und alles
ſchn nuſchit is ichwer ernd edendia ieo die Fferdelnrſe
übers Kreuz gehen und wo drunter die Luke iſt, daß die Luft
durchſtreifen kann, da kuckt aus die Lucke wahrhaftig die
olle Lüdecke heraus, die wir vor zehn Jahren begraben
hatten, akkurat als wär ſie lebendig mit ihre olle ſpitze Naſe,
und ſagt ganz ruhig zu mir: „Hör man auf, Peter
Sand=
kuhl, das hat keinen Zweck mehr!” Ja, und was denken
Sie, is paſſiert? Dieſelbe Nacht, oder eigentlich war’s
Klock vier Uhr früh, brennt der ganze Hof ab, und der
ein=
zige Sohn, Lüdeckes Karl, verbrennt bei lebendigen Leibe!
Als ich das Ihrem Vater verzählt hab, da hat er mächtig
ge=
ſchimpft, das wär alter Weiberſnack!
Dora freute ſich, daß ſie mittlerweile ins Dorf
hinein=
gekommen waren, denn heute konnte ſie keine Spukgeſchichten
vertragen.
„Ja, Frölen, das hat allens ſeine Bewandtnis. Da
hatte ich eine Schweſter, ja — aber da ſind wir ja ſchon
bei’s Paſtorhaus. Ich verzähl’ Ihnen das ein andermal.
So haben wir uns ganz ſchön hergeſnackt. Grüßen Sie den
Herrn Paſtor von mir, und was Ihre Schweſter is, der
Einen Sie ſonen ich brich arſchen Sahienhanint aut
Weihnachten. Ich tu das ja alle Jahre. Gu’n Nacht,
Frölen!”
Er rückte die Mütze und ſtockerte die Dorfſtraße weiterg
pfiff ein Lied und freute ſich auf ſeine warme Stube.
Frau Liebetrau hatte gerade ihre kleine Geſellſchaft zu
Bett gebracht, als Dora kam. Dieſe ging noch einmal zu den
Jungens und wußte nicht recht, was ſie machen ſollte mit
ihren ernſten Gedanken bei dem Jubel, der losging, als ſie
hereinkam. Kinder ſind immer außer Rand und Band,
wenn ſie zu Bett gehen. Der Jüngſte mußte ihr doch etwas
anmerken, denn die unſchuldigen Kinderaugen wurden
ernſt=
haft, als ſie ſich über ihn beugte.
Frau Liebetrau ſah wohl, wie bleich Dora war, ſagte
aber nichts, ſondern redete ihr zu, doch früh zu Bett zu
gehen. Sie machte ihr eine Taſſe Tee mit einem kleinen
Schuß Rum hinein, weil ſie ſah, daß die Schweſter dicht
neben dem warmen Ofen gefröſtelt hatte. Wenn Dora nur
nicht auch Diphtheritis bekam! Der Mutter bangte um ihre
vier geſunden Jungens, aber ſie jagte den Gedanken raſch
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
Wegen vollständiger Aufgabe des Detail-Geschäftes unterstellen wir die gesamten Vorräte im Verkaufslokal Kirchstrasse 4 einem
Foter-Ausverkauff
Um eine schnelle Räumung zu erzielen, gewähren wir für alle Waren auf unsere bekannt billigen Preise
O Rabever
Herren-Konfektion
Anzüge, 1 u. 2reihig, in modernen Stoffen
u. Schnitten
Ueberzieher u. Ulster in halbschweren
Stoffen
Sport-Anzüge mit kurzen u. langen Hosen
Einzelne Hosen unserer soliden Spezial-
Marken, bequemer Schnitt
Einzelne Joppen u. Saccos in Leinen,
Loden, Lüster
Pelerinen, Bozener Mäntel
Vorrat in allen Grössen
auch für extra starke od. schlanke Figuren
Manufakturwaren
Kleiderstoffe in schwarz, farbig und
modern. Fantasiegeweben, für Kleider
und Kostüme, Röcke und Blusen und
Kinderkleider
Kleiderstoff-Reste aller Art, zu jedem
annehmbaren Preis
Baumwollflanelle für Jacken, Röcke u.
Kinderkleider
Hemden-Oxfords, Handtuchstoffe
in allen Arten
Bettkattune, Weisswaren aller Art
Vorhangstoffe in schmal und breit
Möbelkattun, Futterstoffe
Farbige Kinderkleider
Knaben-Konfektion
Einfache Blusen- u. Schulanzüge,
in starken Stoffen
Eleg. Prinz Heinrich- u.
Seekadett-
anzüge in riesiger Auswahl
Pyjacks u. Ueberzieher in moderner
Ausführung
Einzelne Hosen in starkem Buxkin,
Manchester u. Kammgarn-Cheviot
Knabenblusen und Waschanzüge,
eminent billig
Für Jünglinge:
Anzüge, 1 u. 2reihig, in mod. Ausführung
Norfolk- u. Suffolkanzüge mit kurzen,
langen u. Breeches-Hosen
Einzelne Hosen in allen Stoffarten
Extra-Angebot:
Nur für eine Woche! Der gesamte Vorrat in
Konfirmandenanzügen
in moderner Ausführung
III
Posten I
II
rein
10.− 16.− 22.— Retto
— Buxkinstoffe
der gesamte Vorrat für solide u. moderne Herren-
und Knabenanzüge, Hosen u. Joppen,
Damen-
kostüme und Röcke
III
II
Posten I
Berufs-Kleidung
Blau Leinen-Anzüge, Hosen und
Jacken
Manchester-Hosen und Westen
1 Zwirnhosen, bedr. Lederhosen
Malerkittel u.-Hosen,
Schriftsetzer-
kittel
Friseursaccos, Kochjacken,
Diener-
jacken
Eisenbahner-Joppen,
Militärdrell-
jacken und-Hosen
Gestr. Westen für Herren, Frauen und
Kinder
Grosser Vorrat Sweaters in allen Grössen.
Wäsche
per Mtr.
1.50 5.— 5.-
rein
Netto
Fertige Herren-Hemden in weiss und
farbig
Normalhemden, Einsatzhemden,
Oxford-Hemden
Damen-Hemden in weiss und farbig
Mädchen- und Knabenhemden
Damen- und Mädchenhosen
Unterjacken, Unterhosen
Herren- u. Knabenkragen, Krawatten
Fertige Schürzen in allen Arten
Fertige Bettbezüge, Bettücher,
Bett-
kolter, Bettdecken
eillcnner &
T
Detail:
Krenstr. 7
Die Lokalitäten sind per
1. Mai zu vermieten. Näh.
in der Fabrik Schulstr. 2.
(5272ad
hinaus, denn das war etwas, was ihr Mann nicht
aus=
ſtehen konnte, wenn ſich jemand vor Möglichkeiten fürchtete.
Dora ſaß dicht am Ofen und ſtarrte auf die Dielen.
Jedesmal, wenn ihre Schweſter ins Zimmer kam, fand ſie
Dora in derſelben Stellung mit einem ſo todernſten Geſicht,
dieſelbe Dora, die ſonſt immer ſo froh und mutig ausſah.
Schließlich hielt es Helene Liebetrau nicht mehr aus, ſondern
trat vor die Schweſter hin, nahm deren Kopf zwiſchen beide
Hände, richtete ihn auf und ſah ihr ins Geſicht. Aber Dora
ſchlug den Blick nicht auf zu ihr. Ein bitterer, müder Zug
ging von den Mundwinkeln abwärts zum energiſchen Kinn
hinunter.
„So ſprich doch ein Wort, Dörte!
„Ach, was gibt es da zu ſprechen oder auszuſprechen?
Ein unheimlicher Druck iſt dort im Hauſe! Ich fühle ja,
wie ich ihr im Wege bin überall. Kann’s denn anders ſein?
— Alles wendet ſich an mich, wie jeder das gewohnt iſt. Man
betrachtet ſie doch nur als Beſuch. Der Junge wollte von
ihr zuerſt nichts wiſſen, und jedesmal, wenn er meinen
Schritt nur nebenan hört, ruft er natürlich nach mir. Das
iſt ſchwer für ſie, ganz gewiß, aber ich kann’s doch nicht
ändern! Und dann Lührſen! Etwas Scheues und
Wundes hat er im Blick und drückt ſich möglichſt viel außer
dem Hauſe herum. Aber weshalb ſchafft er ſolche Zuſtände!
Er konnte es ja alles kommen ſehen. Warum läßt er die
Dinge gehen, wie ſie gehen wollen? Ich begreife ihn gar
nicht. Hat er ihr denn etwas abzubitten? Charakterlos iſt
er, feige gegenüber der Frau, die doch wahrlich —!
Dora, um Gottes willen, was ſagſt Du da? rief die
Schweſter.
Dora fuhr zuſammen. Sie ſtrich mit der Hand über die
Stirn. Ja ſo, was ſagte ich denn?
Ich meine Dora, es iſt Zeit, daß Du aus Halligboſtel
ortgehßt.
üder Ders ichte aif ait ehnen berien Alng und rat
dicht vor Helene hin. „Natürlich, du auch! Immer Platz
machen, ſich in die Ecke ſtupfen laſſen! Geh weg, Du biſt
hier im Wege! Jawohl, damit ſie triumphieren kann. Wer
gibt mir die vier Jahre Arbeit und Sorgen aus meinem
Leben wieder, die ich dort zugeſetzt habe? Gewiß, ich werde
gehen, weshalb ich es tue, und daß ich freiwillig gehe, weil
ich keine Luſt habe, mich von dieſer Frau über die Achſel
anſehen zu laſſen!
Dora, Dora! rief Helene und ſah die Schweſter ganz
faſſungslos an. So hatte ſie ſie noch nie im Leben geſehen,
nie mit einer ſo tiefen Falte zwiſchen den Augenbrauen,
nie dieſe Leidenſchaft in der Stimme, nie dies trotzige
Auf=
werfen des Kopfes.
Ach ja, ich weiß, ich kann ſchon nicht mehr Recht und
Unrecht unterſcheiden. So eine verwöhnte, hochfahrende
Puppe wie dieſe Frau! Theater ſpielt ſie, immer, auch
dann, wenn es beinahe Sünde iſt. Wär’s nicht um des
Friedens willen geweſen, ſie hätte es von mir gehört. Und
er?” Sie lachte wieder auf. „Er, wirklich kläglich iſt es!
Weshalb fing er denn die ganze Wirtſchaft an in
Hallig=
boſtel, wenn er nicht Manns genug iſt, es durchzuführen?
Natürlich, nun iſt ſie da, ein hübſches Lärvchen, fein
ange=
zogen, parfümiert iſt ſie auch, und da iſt natürlich ſolch ein
Mann wie alle die andern Herren der Schöpfung —!
Dora! Jetzt wurde der Mahnruf beinahe drohend,
und Helene ging ins Geſchirr, wie nur Menſchen losgehen,
die ſonſt ſo ruhig ſcheinen, die erſt innerlich ſiedeheiß werden
müſſen, ehe ſie alle Sperren niederbrechen. „Dora, Du weißt
ja gar nicht, was Du da ſagſt. Biſt Du denn vollſtändig
von Sinnen? Nimm Dich zuſammen und ſchäme Dich,
ja=
wohl, ſchäme Dich vor mir, Deiner Schweſter! Wie ſieht es
in Dir aus! Jetzt weiß ich es, und ich ſage es Dir gerade
ins Geſicht: Zu lange, viel zu lange biſt Du ſchon in
Halligboſtel! Dieſer Lührſen, nun ſehe ich klar, blieb Dir
nicht
Da ſchrie Dora auf im höchſten Jammer: Schweſter,
Schweſter, bitte, nicht das!
Helene ſah, wie Dora kreideweiß geworden war. Sie
ſchwieg. Aber nun kam das Mitleid über ſie, und ſie nahm
Dora in den Arm und ſtrich ihr leiſe über das helle Haar,
indem ſie nur einigemale hintereinander ſagte: Arme
Deern, Du arme Deern!
Sei ganz ruhig, Lene. Ich habe mich in der Gewalt!
Aber ich wollte nicht, daß man hinter mir her zeigt und
hinter mir her ſchwatzt, wenn ich Knall und Fall
davon=
laufe. Ich habe meinen Stolz, und die Frau ſoll nicht
denken, daß ich mich ſo aus dem Hauſe hinausquetſchen laſſe
So wahr ich lebe, das ſoll ſie nicht! Zum erſten Januar gehe
ich, nicht einen Tag eher. Nachts kann ich bei Euch bleiben.
Ich habe nichts auf dem Gewiſſen, gar nichts, kein Wort
und keine Tat, die ich nicht verantworten könnte!
Dora hatte ſich losgemacht aus Helenens Armen und
ſtand nun da, hoch aufgerichtet am Tiſch. Ihre Schweſter
kannte ſie. Jedes weitere Wort hätte Doras Willen nur
ſtraffer und ihren Stolz nur ſtärker gemacht. So überredete
ſie die Schweſter, zur Ruhe zu gehen, ehe Liebetrau nach
Hauſe käme. Dora ging zu ihrer Stube hinauf. Sie kleidete
ſich raſch aus. Schuhe und Kleider waren naß. Sie fror.
Kein Schlaf wollte kommen. Etwas war in ihr
wach=
geworden, was bisher geſchlafen hatte, das war das
Weib=
in ihr! Das reckte ſich in ihr auf und trat ihren
Mädchen=
ſtolz nieder, aber der Stolz des Weibes erhob ſich in ihr, die
echte Eva=Natur, die ewig alte junge Natur, der herbe Stolz,
der keinem andern Weibe ſich beugen will, der keiner andern
Platz machen will, der wohl verzichten kann auf den Mann,
aber keine Demütigung mehr erträgt von einer andern Fraul
(Fortſetzung folat.)
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Oengrsucht
Welhlich
Sachr Stenung
bei älterem gebildeten Herrn,
erfahren in feiner Küche und
im Hausweſen, ſowie in
Kran=
kenpflege bewandert, kräftig
und geſund, 45 Jahre alt,
Heſſin. Beſte Referenzen der
ſeitherigen Stellungen zur
Ver=
fügung. Näh. bei Frau M. Wittich,
Eichbergſtraße 1.
(4298t
Dunge Frau ſucht Filiale zu
übernehmen, gleich welcher
Branche. Kaution kann geſtellt
werden. Offerten unter M 9 an
die Expedition ds. Bl. (4703a
Erf. Schneiderin, ſeither i. erſt.
Frankf. Geſchäfte tätig, empfiehlt
ſich im Anfert. v. d. einf. bis z. d.
eleg. Geſellſch=., Straßen= u.
Kinder=
garderobe. Off. u. N98 Exp. (*5309
Jg., zuverl. Frau, w. v. Jahr
Büro zu reinigen inne h., ſucht f.
abds. o. nachm. Beſchäftig. Off.
u. O. 15 a. d. Expedition. (*5361
Jg. Frau ſ. morg. 2—3 Std. Laufſt.
Schulzengaſſe 1, 1. St. I. (*5326oi
Tüchtige, erfahrene Frau ſucht
waſchen und putzen
(*5323
Arheilgerſtr. 54, Hinterhaus.
Junge ſaubere Frau Wa ſucht
morgens Laufdienſt und putzen
Pallaswieſenſtr. 23, Htb. (*5322
Aerztlich empfohlene
Schenk=
amme vom Lande ſucht ſofort
Stelle. Frau Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*5372
Stellen ſuchen 2 Hausmädchen
i. Herrſchaftshäuſer, Alleinmädchen
f. 1. April. Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½, Tel. 531. (*5374
Jgs. Mädchen ſ. Laufſt. vorm.
2—3 Std. Wienersſtr. 62 Hth. (*5321
Mädchen, weich. in beſſ. Hauſe
war ſucht Aushilfſtelle in beſſ.
Hauſe Riedeſelſtr. 72, Hth. II. (*5337
Suche für 13-jähr, kräftiges
Mädchen Beſchäft. nach der
Schul=
zeit Rhönring 15, part. (*5333
Männlich
Junger Kaufmann
Handelsſchule beſucht, ſucht bei
beſch. Gehaltsanſpr. Stell. p. 1. Apr.
Off. u. N 34 a. d. Exp. (*5025fso
Verheirat. Solider Mann
28 Jahre, m. Kenntn. der einf. u.
doppelten Buchf. uſw. (
Handels=
ſchüler) ſucht Stell. als Lageriſt od.
auf Bureau per 1. April od. früher
gegen mäßiges Honorar. Off. u.
N 85 a. d. Exp. d. Bl. (*5277so
Herd-u Ofensetzer
tüchtiger, zuverläſſ. Arbeiter, ſucht
per ſof. Stelle, eventl. Aushilfe.
Off. u. N 84 a. d. Exped. (*5306
Oetese
Weiblich
Per ſofort geſucht durchaus
perfekte und gebildete
Stenotypistin (5273
als Aushilfe, evtl. nur für halbe
Tage. Gr. Zentrale für M. u. S.
Darmſtadt, Heinheimerſtraße 21.
Tüchtige
Büglerinnen
in dauernde, gut bezahlte
Stellung, ſowie (5262oim
Lehrmadchen
gegen Vergütung ſucht
Hoffärberei c. & Ch. Reich,
Pallaswieſenſtr. 146.
Selbſt. erſte Taillenarbeiterin,
ſſowie Beiarbeiterin geſ. (*5324om
Konfektion, Frankfurterſtr. 46.
Dchr mädcken
aus guter Familie wird geſucht
J. Ph. Leuthner
Hoflieferant. (4842a
Weldungen Ernſt=Ludwigsplatz 2,
2. Stock rechts, erbeten.
Aashanme Unigesorm
Hauskatungs-Ariier
Kernseife
2 Stück 28 ₰
Schuh-Crème
Dose 11₰
Schuh-Créme
Glas 19 ₰
Klavierkerzen alle Farb., St. 7 ₰
Stearinkerz. gute Qual., Pack 37 ₰
Seifenpulver
Paket 3 ₰
Seifensand
akete 18 ₰
Bohnerwachs ½ Pfd.-Dose 32 ₰
Spültücher
Stück 15 ₰
Staubtücher
Stück 12 ₰.
Puddingpulver 8.1. Paket 5 ₰
Poliertücher
Stück 16 ₰
Schmirgelpulver, . Pose 24₰
Silberputzwatte . . Paket 35 ₰
Streichhölzer . . . Paket 25 ₰
Sunlight-Seife
Paket 25 ₰
Thompson’s Seifenpulv. Pak. 15 ₰
Henkels Bleichsoda Paket 10 ₰
Klosettpapier . . . Rolle 9 ₰
Butterbrotpapier 100 Blatt 22 ₰
Schmirgelpapier. . Bogen 4 ₰
Reissnägel. . . 3 Dutzend 5 ₰
Gaszylinder .. .. Stück 9 ₰
Wäschetrockner. . Stück 88 ₰
Waschklammern 60 Stück 10 ₰
Kleiderbügel. . . Stück 4 ₰
Britannia-Kaffeelöffel st. 6 ₰
Tinte
Glas —5 ₰
Nur solange Vorrat!
5237
neschwister
Hert
Weisszenghaneri gesdent
für hieſiges größeres Wäſchegeſchäft. Damen, die
ſauberſte Arbeit liefern können, werden gebeten ihre
Adreſſe unter N 47 an die Expedition dieſes Blattes
zu ſenden.
5074so
Für das Stadtkrankenhaus in
Junge Mädchen Darmſtadt wird eine tüchtige
können das Weißzeugnähen u.
Zuſchneiden gründlich erlernen
K. Roese, Schützenſtr. 7, I. (5271a
Eehrmädchen
zu Oſtern
gesucht.
Nur ſolche, welche an Oſtern
der Schule entlaſſen werden,
wollen ſich melden bei
Gebr. Rothschild
Markt 2. (5278a
Junges Mädchen kann das
Kleidermachen gründl. erlernen.
Konfektion Mühlſtr. 40, I. (5048a
Geſucht zum 1. April od. früher
Mädchen, das kochen kann u. die
Hausarb. übern. Kindermädchen
orh. Roquetteweg 24, p. (*5017fso
Geſucht zum 1. April ein in Küche
u. Hausarbeit erfahrenes,
anſtändi=
ges Mädchen in kl. Haushalt. Zu
ſprechen ½12 u. nachm. von 5 bis
7 Uhr Soderſtr. 44, 2 Tr. (4987fso
Ein reinliches, tüchtiges
Mädchen
wird für 1. April zu mieten geſucht
B5189). Mathildenſtr. 47, 1. Stock.
Lauffrau per ſof. geſucht
Hölgesſtraße 3, 1 Tr. lks. (5127soi
Feinbargerl. Kochtn
mit guten Zeugniſſen bei hohem
Lohn ſofort geſucht (5148fI
Schürenberg, Wiesbaden,
Parkstrasse 18.
Eine alleinſtehende ältere Perſon
über 50 Jahre alt, zur Führung
eines kleinen Haushalts ſofort
geſucht. Zu erfragen
Lichtenberg=
ſtraße 68 im Laden. — (5173soi
Putzfrau
zum alsbald. Eintritt geſucht (5246
Darmſtadt, den 2. März 1912.
Die Krankenhausdirektion:
Dr. Fiſcher.
Suche: Köchinn., Haus= u. große
Anzahl Alleinmädch. ſof. u. 1. April.
Johannette Weissmantel, gewerbsmäßige
Stellenvermittlerin, Kaſinoſtr. 17. (*5363
Reinliche,
unabhängige Morgenfrau
ſofort geſ. Aliceſtraße 19, I. (*5316
ſofort geſucht
Servierfräulein
(*5346
Neue Niederſtraße 18.
Beſſeres Alleinmädchen
das kochen kann, wegen
Erkran=
kung des bisherigen, in Haushalt
von 2 Leuten zum 1. April geſucht.
Näheres zu erfragen bei Profeſſor
Schrader, Mathildenſtr. 11, part.,
von 5—7 u. von 8—9 Uhr. (*5345oi
In Bäckereibetrieben
eingeführte, rührige Platzvertreter
zum Verkauf unſeres glänzend
be=
gutachteten Spezial=Malz=
Extrak=
tes geſucht. Ernſtlich arbeitenden
Herren gewährleiſtet die Vertretung
hohen Verdienſt. Gefl.
Anerbie=
tungen unter Beifügung von
Re=
ferenzen erbeten.
(5149fI
Gustav Schoder, G. m. b. H.,
Malz=
extrakt=Fabrik in Feuerbach
bei Stuttgart.
Für das Betriebsbüro
einer hieſigen Maſchinenfabrik
wird ein tüchtiger
(4996fo
jüng. Kaufmann
mit flott. Handſchrift, gut.
Steno=
graph u. Maſchinenſchreiber geſucht.
Eintritt müße längſtens am 1. April
erfolgen. Gefl. Off. m.
Gehalts=
anſprüchen unt. N 23 an d. Exp.
Seite 15.
Jung. Schreibgehilfe
ſofort geſucht. Kenntnis im
Ma=
ſchinenſchreiben und Stenographie
erwünſcht
(5261oms
Georg Kugel, Architekt,
Wittmannſtraße 4.
Junge Mann
16—17 Jahre alt, mit ſchön.
Hand=
ſchrift, guter Rechner, der
Maſchi=
nenſchrift geübt, zum alsbaldigen
Eintritt geſucht. Offerten m.
Ver=
gütungsforderung unter Anſchluß
ſelbſtgeſchrieb. Lebenslaufes unter
O 11 an die Expedition ds. Bl.
bis ſpäteſtens 10. März. (5259
Renommierte
Essenzen-Fabrik
ſucht für hieſigen Platz und
Umgegend einen tüchtigen,
gewandten, erſtklaſſigen
Vertreter
z. Beſuche d. Mineralwaſſer= 4
u. Likörfabrikanten geg. hohe
Proviſion. Nur ſolche Herren,
die ſich energiſch dieſem Ar=(
tikel widmen u. eventl. ſpäter
Lager übernehmen können,
kommen in Frage. Off. sub
K. C. 8163 an Rudolf
Mosse, Cöln. (5241M
10
jüngerer, m. nachw. länge
Helzel, rer Tätigkeit geſucht
*5122so) Dieburgerſtraße 89.
Tüchtige
Berdichioler
für dauernde Beſchäftigung bei
gutem Verdienſt geſucht. (5125soi
Herdfabrik H. Koloseus
Aschaffenburg.
Tüchtige
Wollon-u. Grebarcher
ſowie Horizontalbohrer u. Fräſer
finden dauernde Beſchäftigung bei
der Allgemeinen Elektrizitäts=
Geſellſchaft, Fabrik Frankfurt
a. M., Höchſterſtr. 45—61. (5139a
Einige tüchtige, ſelbſtändige
Elektromonteure
für dauernd geſucht (5193so
W. Schoeller,
Elektr. Anlagen, Rheinstr. 7.
Solider Arbeiter
zum ſofortigen Eintritt in dauernde
Stellung geſucht.
(*5349
Näheres in der Exped. ds. Bl.
Zuverläſſiger Pferdepfleger
auf einige Stund. des Tages geſ.
Off. u. N 99 Expedition. (*5308
Tüchtig. Wagensattler
(Gamierer)
in dauernde, lohnende
Beſchäftig=
ung geſucht
(4485f
Delmenhorst. Wagenfabrik
Carl Tönjes, A.-G.,
Delmenhorst bei Bremen.
Tapeziergehilfe kann
ſofort eintreten. D. Borger=
Heinheimerſtraße 1. (4990a
Hilfsarbeiter
der auch in der Gärtnerei erfahren
iſt, per ſofort geſucht (5263
Hofmöbelfabrik Ludwig Alter,
Kirſchen=Allee.
Lehrling
für Polſter= u.
Dekorations=
werkſtatt geſucht (*5327oms
H. Bender, Tapeziermſtr.,
Mühlſtraße 13.
Ein ordentl.
jüngeres Mädchen
ſofort geſucht. Näheres (*5344
Nieder=Ramſtädterſtr. 53, part.
Suche perfekte und bürgerliche
Herrſchaftsköchinnen, große Anzahl
Alleinmädchen welche koch., Stützen,
Jungfern f. 15. März u. 1. April.
Frau Minna Dingeldein,
ge=
werbsmäßige Stellenvermittlerin,
Schützenſtr. 10½ Tel. 531. (*5373
Saubere Lauffrau für 1—½½
Stunden morgens geſucht
Müller=
ſtraße 27, I.
(*5377
Braves, fleißiges Mädchen
für den ganzen Tag ſofort geſucht
Näh. in der Expedition. (*5334
Zum 15. evtl. 1. April junges
braves Mädchen für morgens u.
abends Bureau putz. geſucht. Zu
erfragen Schloßgartenſtr. 69, part.
mittags zwiſchen 1—3 Uhr. (5236
Männlich
Tücht. Schneidergelülle
für Kleinſtück auf Werkſtatt ſofort
geſucht. W. Mörbel Ww., Ernſt=
(*5341
Ludwiaſtr. 24, 2. St.
Selbständiger Leiter
zur Uebernahme unſerer Zweigniederlaſſung per ſofort geſucht.
Tatkräft. energ. Herren wollen ausf. Off. mit genauem
Lebens=
lauf einſenden. Verdienſt bei vorausgeſetzter Tüchtigkeit bis ca.
10000 Mk. p. a. Verlangtes Barkapital 2—3000 Mk.
Branche=
kenntniſſe nicht erforderlich. Offerten unter T. V. 3629 an
Haaſenſtein & Vogler, A.=G., Berlin w. 8. (5239ff
Die infolge Rücktritts eines unſerer
Vertreter in Darmstadt frei gewordene
Hauptvertretung
mit Inkasso iſt unter günſtigen
Be=
dingungen neu zu beſetzen. Fachleute
bevorzugt. Anerbieten direkt erbeten.
Karlsruher Lebensversicherung, A.-G.
Versicherungsbestand Ende 1911:
751 Millionen Mark.
[ ← ][ ][ → ]Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
vorteinaftes Speziat-Angevor:
Getten und Gertstettek
Deckbetten
Deckbett 1½ schläf., aus rotem Köper
mit 6 Pfund Federn . . . . . .
Deckbett 2schläfig, aus bunt getr.
Barchent, mit 8 Pfund Federn
Deckbett 1½ schläftg, aus rot
Bar-
chent, mit 6 Pfd. Federn . .
Deckbett 1½ schläfig, rot-rosa gestr.
Barchent, mit 6 Pfund Federn
Deckbett 1½schläfig, aus gutem
Bar-
chent mit 6 Pfund Federn . .
Deckbett 1½ schläfig, aus gutem
Bar-
chent, mit 6 Pfund guten Federn .
Kissen
Kissen aus bunt gestreiften Stouts, mit
2 Pfund Federn . . . . .
Kissen 80X80 cm, aus bunt gestr.
Bar-
chent, mit 2 Pfund Federn
Kissen 80X80 cm, rot-rosa gestreift, mit
2 Pfund Federn . . . . . . . .
Kissen 80X80 cm, aus gutem Barchent,
80
mit 2 Pfund guten füllkräftigen Federn
Kissen aus gutem Barchent, mit 2 Pfd.
00
guten Federn . . . .
Kissen aus la Barchent, mit 2 Pfund
89
guten Federn . . . . . . . .
Kinder-Decckbetten
Kinder-Deckbett aus unicrot Cöper,
100 X 130 cm, mit 4 Pfd. Federn
Kinder-Deckbett aus gut. Barchent,
100 X130 cm, mit 4 Pfd. Federn
Kinder-Deckbett aus la Cöper-
102
Barchent mit 4 Pfd. guten Federn .
Kissen für Kinderbetten, 40 X 40 cm,
60
aus rot Barchent . . . . . . . von 2an
Kissen für Kinderbetten, 50 X 50 cm,
aus gutem Barchent . . .
Kissen für Kinderbetten, 60 X 60 cm,
395
aus Ia rotem Barchent . . . . . . .
Gisenbettstellen
für Erwachsene
Eisenbettstelle
braun mit Rost, 80 X 185 cm .
Eisenbettstelle
braun mit Rost, 80 X 185 cm
65
Eisenbettstelle braun mit Spiralfeder-
975
matratze u. verstellb. Kopfteil . . .
Eisenbettstelle
braun m. Rost u. Seitenteilen, 90 X 190 cm 15₰0
Eisenbettstelle
50
weiß lackiert mit Patent-Matratze . . . (4—
Eisenbettstelle
weiß lackiert mit Kettnetz-Matratze . .
11—
Matratzen
Stroh-Matratzen
es 60
Seegras-Matratzen
112
einteilig
Seegras-Matratzen
167
Steilis
Seegras-Matratzen
1800
3teilig mit Keil .
Woll-Matratzen
20−
Zteilig mit Keil .
Capok-Matratzen
42 Einlagen
Kinder-Strohmatratzen
et 30
Kinder-Seegrasmatratzen
32
von
Gisenbettsteilen
für Kinder
Kinderbett
mit Spiralmatratze, weiß lackiert . .
Kinderbett m. Spiralmatratze, doppelt
abschlagbaren Seitenteilen, weiß lackiert
4 m. Spiralfedermatratze u.
Kinderbett doppelt abschlagb.
Seiten-
teilen u. Messingknöpfen, weiß lackiert
Kinderbett m. doppelt. Spiralmatr. u.
doppelt abschlagb. Seitenteil., wB. lackiert
m. doppelt. Spiralmatratze,
Kinderbett doppelt abschlagb.
Seiten-
teilen u. Messingknöpfen, weiß lackiert
-Komplett. Kinderbett-
Bettstelle . .
Mk. 21.75
Seegras-Matratze .
8.75
Deckbett
7.80
Kissen
2
2.60
komplett Mk. 40.90
-Komplett. Kinderbett-
Bettstelle .
Mk. 23.70
Seegras-Matratze
8.75
„ 10.90
Deckbett
3.60
Kissen
komplett Mk. 46.35
Komplettes Beit
Mk. 28.50
Bettstelle .
11.75
Seegras-Matratze
7.20
2 Kissen, à 3.60 .
:
1 Deckbett.
.. . „ 10.85
komplett Mk. 58.30
Markt 2
(5228
Markt 2
Gebr.Stbthschid
ℳ 34.
Musiverem Darmstau
75
Protektor: Seine Königliche Koheit der Grossherzog.
Drittes Konzert‟.
vom 4. März an in der
Verkauf der Eintrittskarten A. Bergſtraeßer’ſchen Hof=
Mittwoch, den 6. März, abends 8¼ Uhr,
im grossen Saale des Saalbaues
Zweites Konzert (99. Vereinsabend)
unter gütiger Mitwirkung von Fräulein Else Diefen-
„ thäler, Konzertsängerin von hier.
Leitung: Wilhelm Schmitt, Direktor der Akademie
für Tonkunst.
Programm: Mozart: Symphonie D-dur Nr. 35. Händel:
2 Arien mit Orchesterbegleitung. Beethoven: 12 Contretänze für
Orchester, 4 Lieder für Alt und Klavierbegleitung (Brahms,
A. Mendelssohn und Reger). Mozart: Ouvertüre zu „Die
Ent-
führung aus dem Serail‟.
(4898do
Konzertflügel Rud. Ibach Sohn, Barmen. Vertreter: Hof.
lieferant Heinrich Arnold, Wilhelminenstrasse 9
Karten: Sperrsitz Mk. 2.—, Saal Mk. 1.— nur in der
Musi-
kalienhandlung des Herrn Heinrich Arnold, Hoflieferant,
Wil-
helminenstrasse 9.
Verein für Bogel= und Geſlügelzucht
(älterer Verein).
Montag, den 4. März 1912, abends 9 Uhr,
m Vereinslokal Brauerei zur Krone, Schuſtergaſſe 18, I.
Monats=Verſammlung.
Wir bitten, da die Tagesordnung umfangreich iſt, um
pünkt=
iches Erſcheinen.
Der Vorstand.
NB. Verloſung von 1 Stamm Puten.
(5231
Montag, 4. März.
1912.
75
Hessischer Goethebung.
ienstag, den 5. März, abends 8½ Uhr, im Hörſaal Nr. 330
der Techn. Hochſchule
ortrag des Herrn Professor Dr. Karl Alt
Privatdozent an der Techn. Hochschule
über:
69)
bsens „Baumeister Solness
intritt für Mitalieder frei. Nichtmitglieder zahlen 20 Pfg.
Darmstädter Billard-Klub
Vereins-Abend: Dienstag abend „Hotel Hess‟
(2a
Gäste stets willkommen.
im Winter 1911/12
* (achtzigſtes Vereinsjahr)
unter Leitung des Herrn Hofkapellmeiſters Hofrat
W. de Haan
u. unter Mitwirkungder Konzertſängerinnen Frau Anna
Stronck=Kappel aus Barmen, Frau Paulinede Haan=
Manifarges aus Rotterdam, der Konzertſänger Herren
Jules Peters aus Amſterdam und Thomas Denys
aus Berlin, ſowie der Großh. Hofkapelle
Montag, den 11. März 1912, im Saalbau.
Anfang abends ½8 Uhr. Ende 10 Uhr.
März
Mantng
4n u. folg. Tage Das grosse Koviläten-Programm!
Eine Kette erster Kunstkräfte! 29 Künstler
„Ranges 5
Zum erstenmale:
Das Märchen und das Leben
Eine Kantate in vier Abteilungen für Soli, Chor,
Orcheſter und Orgel von W. de Haan.
Die Orgel iſt von der Firma E. F. Walcker, Hoforgelbaumeiſter in
Ludwigsburg, geſtellt, die Orgelbegleitung hat Herr Muſikdirektor
Klaſſert von hier übernommen.
Die verehrlichen Damen werden dringend erſucht, vor Betreten
des Konzertſaales die Hüte abzunehmen.
Preiſe der Eintrittskarten:
Numerierte Plätze in den vier Balkonlogen
Mk. 6.—
Beſondere Sperrſitze im Saal
F. ,, 6.—
Numerierte Plätze im Saal und auf den Eſtraden
§ „ 4.50
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 1. Reihe
4.50
Numerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 2. Reihe
2.50
Nichtnumerierte Plätze auf dem Balkon (Galerien) 3. Reihe
1.50
Plätze in dem Vorſaal
1.50
Texte 30 Pfennig.
Sonntag, 10. März, vormittags 10 Uhr im
Hauptprobe: Saalbau. Eintrittskarten Mk. 1.50.
buchhandlung, Rheinſtraße 6, ſowie am Sonntag und Montag an
der Kaſſe.
(5235
Der Vorstand.
zu verfanſen Rodg=
Staffeleizing135, IIIr. (*5369
zu Johns Waſchmaſchine
Ofen Mk. 2.— umzugshalber
abzugeb. Dieburgerſtr. 60. (*5370om
Seil f. Ma=
Für Weißbinder1 terialaufzug
ca 25 m, verſchied. trock. Farben.
Wo? ſaat die Expedition. (*5376
Voml. Märzsindmeine Sprechst.
10—1 u. 2—5 Uhr
Dr. Kocks
Spez.-Arzt für Haut- und Harnleiden
Köntgen- und Lichtbehandlung
Friedrichstr. 19. (K5017
ühneraugen
und Nageloperationen
werden ſorgfält. ausgeführt
Fr. Hartmann, appr. Heilgeh.,
Grafenſtr. 20, Tel. 273. (1180a
Reelles Heiratsgesuch
Beamter, Witwer, 50 Jahre, ev.,
3400 Mk. Geh., penſionsberechtigt,
m. 2 Mädch, 18 u. 12 J, wünſcht
mit Dame entſpr. Alters u. Verm.
bekannt zu werden. Anonymzweckl.
Off. u. O 5 an die Exped. (*5325
beirat
Suche für meinen Bekannten
kath. Mädchen, nicht unter 25 J.
mit Vermögen. Offerten unter
N 96 an die Exped. ds. Blattes.
Vermittlung verbeten. (*5314
Ein deutſcher Schaferhund
(Wolfshund) entlaufen.
Dunkelgrau mit gelbgeſtromt, auf
den Namen Hans hörend, abzugeb.
gegen Belohn. Eichbergſtr. 18.
Vor Ankauf wird gewarnt. (*5371
Ein kleiner, ſilbergrauer
Angora-Kater
entlaufen. Gegen gute
Be=
lohnung abzugeben bei
Ober=
landſtallmeiſter v. Willich,
Mathildenplatz 17. (5120som.
Stiegerverein Darmſiadt.
Komawas 2 Gartein s
Loro’s Zinn- Soldaten
Mauermeier Blessings
Paxton’s Kolossalgemälde
Kurz & Lang 5 Aregor
Residenz-Kinema (5270
Fries ut bererlant nie Makunt.
Täglich frische
Mazzen
Mainzer (4364a
obere Bleichstr 13. Telefon 1265.
Mittwoch, den 6. März 1912,
abends 8½ Uhr,
im kleinen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
Lichtbilder=Vorführung
des Kameraden Herrn L. Geist
über:
Eine Schweizerreiſe von Bern über Genf,
Chamonix durch das Rhönetal über die Grimſel=
Alpen, Furka=Paß, St. Gotthard, Vierwald=
ſtädter See uſw.
.
Unſere Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen laden wir
zu dieſen intereſſanten Vorführungen zu zahlreichem Beſuche ein.
Gäſte ſind willkommen.
(5268
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Eine grosse Serie
Luzuspapierwaren
kommt in den Tagen vom
4. bis 9. März zu jedem
annehmbaren Preise zum
Ausverkauf
wegen vollständiger Aufgabe
:: der Abteilung „Luxus::
Tisch-Dekorationen
Läufer, Tischkarten, Servietten etc.
Lampen- u. Kerzenschirme
Lampenschleier
Hoflieferant Heinrich Elbert
Gesellschaft mit beschr. Haftung
Darmstadt, Ernst-Ludwigstr. 9.
*9777
Feine Herren= und Damen=Schneiderei
nach Maß.
Empfehle mich den verehrl. Herren und Damen in Anfertigung
feiner Herren-Kleider und englischer Kostüme und Mäntel
bei Garantie für tadelloſen Sitz und erſtklaſſiger Arbeit.
Stoffe in deutſchen und engliſchen Fabrikaten.
Ch. A. Buchta
(*5132si
zuvor Zuſchneider in erſten Geſchäften
Saalbauſtraße 26.
Mäßige Preiſe!
Mäßige Preiſe!
a!
aug &
2 42.
aF. UO4AT(KE
in Postent ene
jeden Familie
erkundige sich in seinem eig. Interesse bei
untenst. Firma nach d. neu. Artikel
Katschulin
Schuhgeschäft Salamander.
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
(5245ai
h
a
Gal mackt 62
6
Luftfahrt.
sr. Zwei größere Ueberlandflüge
wur=
den von den Piloten Wiencziers und Oelerich der
Deut=
ſchen Flugzeugwerke in Leipzig ausgeführt. Oelerich
ſtieg am Freitag mittag um ¾5 Uhr auf einem
Doppel=
decker mit einem Paſſagier auf und landete kurz nach
halb 6 Uhr glatt in Altenburg. Wiencziers umkreiſte
auf einem Eindecker gleichfalls mit einem Paſſagier
zwei=
mal die Stadt Leipzig und führte über dem
Auguſtus=
platz einige wohlgelungene Schleifen aus, um 20 Min.
ſpäter wieder auf dem Exerzierplatze zu landen.
— Für das Gordon=Bennett=Rennen
der Flugmaſchinen wurde jetzt eine weitere
Mel=
dung abgegeben, und zwar von ſeiten Englands, die
eine Herausforderung an den Amerikaniſchen Aeroklub
geſandt hat. Als einzigſter Vertreter Englands wurde
Graham White auserſehen.
Sport.
sr. Kriegsſpiele in Sportvereinen.
Bis=
her haben ſich die Sportvereine der im Jung=
Deutſch=
land=Bund ebenfalls ſtark vertretenen Richtung der
ſo=
genannten Wehrkraft=Vereine (Pfadfinder uſw.)
gegen=
über ſehr zurückhaltend verhalten. Sie befinden ſich
da=
mit im Einklang mit einem Erlaß des preußiſchen
Kriegs=
miniſters, der im Hinblick auf die Wehrhaftigkeit unſerer
Jugend vor einem Zuviel an militäriſcher Erziehung
ge=
warnt und die Nachahmung militäriſchen Weſens nicht
unbedenklich genannt hat. Prinzipiell weichen die
Sport=
vereine auch in Zukunft von dieſem Standpunkt nicht ab.
Sie erblicken in der ſportlichen Betätigung ihrer
Junio=
ren auch die beſte Vorbereitung für die Schulung im
Heere, deren techniſche Einzelheiten immer noch früh
genug erlernt werden. Jedoch wird der neuen
Geſchmacks=
richtung inſofern Rechnung getragen, als gelegentlich
Kriegsſpiele, Uebungen im Kartenleſen und andere
Ge=
ländeaufgaben unternommen werden, vor allem, um den
in den Sportſpielen gerade Unbeſchäftigten Gelegenheit
zur Ausnützung ihrer freien Tage zu geben. So wird
der Berliner Sportklub ſolche Kriegsſpiele mit
Unter=
ſtützung ſeiner Offizier=Abteilung in ſein Programm
aufnehmen.
Das Internationale Schachturnier
zu San Sebaſtian ergab in der achten Runde
wie=
derum einen Sieg von Marſhall über Dr. Tarraſch,
wäh=
rend Spielmann und Teichmann Remis erzielten.
Un=
beendet blieben die Partien Leonhard-Rubinſtein,
Du=
as-Niemzowitſch und Forgacz-Schlechter. Von den
Hängepartien gewann Niemzowitſch die ſeine gegen
Du=
ras. Remis wurden die Partien Forgacz-Niemzowitſch,
Spielmann-Duras. Spielmann hat mit 6 Punkten die
Füh=
rung. 'An zweiter Stelle folgt Perlis mit 4½ Punkten,
an dritter Stelle ſteht Rubinſtein, der jedoch noch eine
Hängepartie zu erledigen hat, mit 4 Punkten. Es folgen
Marſhall mit 3½ und Niemzowitſch mit 3 Punkten und
je einer Hängepartie.
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt, 2. März. (
Börſenwochen=
bericht.) Die Börſe verkehrte auch in der abgelaufenen
Berichtswoche in luſtloſer Stimmung, da die vorliegenden
Nachrichten wenig befriedigend waren. Die
Unſtimmig=
keiten des Fürſtenkonzerns mit der Deutſchen Bank haben
während der letzten Tage den Montanmarkt ungünſtig
be=
einflußt. Der Kurs der Hohenlohe=Aktien, eines
Haupt=
papieres des Fürſtenkonzerns, machte eine rückläufige
Be=
wegung, bis unter 190 Prozent, und tangierte dadurch den
Geſamtmarkt. Der eingetretene Rieſenſtreik in England
machte weniger Eindruck, weil gleichzeitig die Londoner
Börſe, insbeſondere für engliſche Bahnen als
Hauptinter=
eſſenten, gut behauptete Kurſe ſandte, alſo anſcheinend
eine baldige Beilegung durch Vermittelung der Regierung
dort erhofft wird. Am weſentlichſten dürfte aber die
Zu=
rückhaltung bewirken, durch die wachſenden Anſprüche an
den Geldmarkt, wenn auch trotz der Nachfrage nach Geld
doch eher ein kleines Zurückgehen der Zinsſätze erſichtlich
war. Der Privatſatz variierte zwiſchen 4¼ und 4½
Pro=
zent. Der deutſche Rentenmarkt lag etwas ſchwächer, da
die Emiſſionsbedürfniſſe ihre Wirkung fühlbarer machen.
Die Stadt Pforzheim begab eine 4pozentige Anleihe von
10 Millionen Mark zu 97,83, die zu 98¾ freihändig vom
Konſortium verkauft werden, alſo zu dem Preis der
ähn=
lichen Werte, die für Tauſchöpperationen geeignet ſind. Bei
der Submiſſion auf 6150000 Mark 4prozentiger
Wies=
badener Stadtanleihe hat die Gruppe Darmſtädter Bank
zu 98,90 den Zuſchlag erhalten.
Ausländiſche Staatsfonds ſind im ganzen nur mäßig
verändert, ſpeziell Chineſen und Türkiſche waren feſt;
hin=
gegen Mexikaner durch die unbefriedigenden innenpolitiſche
Berichte niedriger erhältlich. Transportaktien waren
ruhiger, ausgenommen Oeſterreichiſche Staatsbahn, die
etwa 2 Prozent ſteigen konnten. Die Dividende der Prince
Henri beträgt 34 Francs, gegen 31 Francs im Vorjahre.
Italieniſche Mittelmeer verteilen wieder 17 Lire und Weſt=
Sizilianer 16 Lire.
Am Bankenmarkt wurde zunächſt die Bilanz der
Dis=
konto=Geſellſchaft, die 10 Prozent verteilt, als recht günſtig
beſprochen, doch lagen ſpäter die verſchiedenen Aktien
ſchwä=
cher auf die oben erwähnten Unſtimmigkeiten. Die meiſten
Montanwerte haben dadurch ebenfalls Einbußen erlitten,
wenn auch einzelne wie Phönix wieder erholter ſchließen
konnten. Am Kaſſainduſtriemarkt waren die Umſätze dieſe
Woche begrenzter und es vollzogen ſich hier zum Teil
Realiſationen. Wittener Stahlröhren gingen auf 239
zu=
rück, ferner ſind niedriger: Gummi Peter bis 141½,
Zell=
ſtoff Waldhof bis 240, Fahrzeug Eiſenach bis 124, Höchſter
Farbwerke bis etwa 540, Badiſche Anilin bis 492. Gut
behauptet blieben Kunſtſeide 127¾, Kleyer 468,
Holzver=
kohlung 291 und Aluminium 234½. Die Aktien der Gold=
und Silber=Scheideanſtalt konnten auf 1040 avancieren,
ohne daß die Nachfrage bisher nachgelaſſen hätte. Von
den Elektrizitätsaktien waren Schuckert bis 158½ gedrückt,
auf die im Gange befindliche Ausgabe der neuen Aktien.
Bergmann beſſerten ſich auf 194¾, um ſchließlich bis 191
nachzugeben. Die neue Steigerung der Kupferpreiſe in
London bewirkte eine ſtärkere Kurserhöhung der Rio Tinto
bis 71½ und der Amalgamated bis 69½.
Von Loſen notieren: Augsburger 35,25,
Braunſchwei=
ger 199,75, Pappenheimer 58,—, Freiburger 70,—, Türkiſche
172,40, Genua 190,— Ungariſche 380,—, Meininger 34,90,
Venediger 42,50, Mailänder 45=Frcs.=Loſe 130,— (nominell),
Mailänder 10 Fres.=Loſe 32,70, Raab=Grazer Anr.=Sch.
38,50, in Reichsmark; Gothaer Prämie II 117,75 G.,
Madrider 78 G., Donau=Regulierung 181,25 (nominell), in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. Reichs (bis 1918
unkünd=
bar) 101,50, 3½proz. Reichs 90,70, 3proz. Reichs 81,75,
4proz. Heſſen von 1899 100 B., 4proz. Heſſen von 1906
9,60 G., 4proz. Heſſen von 1908/09 100,40 G., 3½proz.
Heſſen 89,50, 3proz. Heſſen 78,90, 4proz. Darmſtädter 99,50 G,,
½proz. Darmſtädter 90 G., 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr.
(S. 18—23) 100,90, 4proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 24
bis 25) 101,10 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 9
bis 11) 90,20 G., 3½proz. Heſſ. Land.=Hyp.=Pfdbr. (S. 3—5)
90,10 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (Serie 10—12)
100,90 G., 4proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 13—14)
101,10 G., 3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 1—3) 90,30,
3½proz. Heſſ. Kommunal=Pfdbr. (S. 4) 90,20, Darmſtädter
Bank 125 G., Südd. Eiſenbahn=Geſellſchaft 123,80 G., Südd.
Immobilien=Geſellſchaft (Mainz) 71 G., Lederwerke vorm.
Spicharz (Offenbach a. M.) 78.—, Schramms Farben= und
Lack=Fabriken (Offenbach a. M.) 276,—, Chemiſche
Mühl=
heim a. M. 76,30, Schantung 135,— South=Weſtafrika
153,50, Otavi=Anteile 91,50, Otavi=Genußſcheine 62,25,
4½proz. Ruſſen 100,35, 4proz. 1830er Ruſſen 92,—, 4proz.
1902er Ruſſen 91,40, 3¼oproz. Ruſſen 88 G., 3½proz. Ruſſen
86,50 G., 3proz. Ruſſen 82,25, 4proz. unifizierte Türken
91,80 G., 4proz. Adminiſtrations=Türken 84,40 G., 4proz.
konvertierte Türken von 1905/1911 81 G., 4proz.
Bagdad=
bahn 84,30, 5proz. Chineſen 100,20, 4½proz. Chineſen 96,—
5proz. Chineſen (Tientſin=Pukow) 98,50, 4½proz. Japaner
95,70, 4proz. Japaner 90,40, 3proz. Buenos=Aires 72½.
§4 der mechanisch
„Mulcuto , vollkommene
Sicherheits-Rasierapparat,
welcher vollständig schmerzlos rasiert.
Mk. 2.50, m. versilb. Schaumfänger Mk. 3.50
Die echte MULCUTO Rasierklinge
trägt die Schutzmarke MULCUTo
eingestempelt.—— Versand täglich
durch die alleinigen Fabrikanten
Muleuto-Stahlwaren-Fabrik
Paul Müller & Co.,
Solingen. (870a
Peru-Tannin-
Wasser
edelſtes Kopfwaſſer der Welt, gegen
Schuppen, Haarausfall und Haarſpalte;
altbewährtes, beſteingeführtes, ärztlich
emfohlenes
(1199M
je löch
Sinters Haarpflegemittel I. Ranges
Preis per Flaſche (mit Fettgehalt oder fettfrei) Mk. 2.— u. 3.75.
Zu haben in all. Drogerie=, Parfümerie= u. beſſ. Friſeur=Geſchäften.
General=Vertrieb: Kugler & Goppelt, Nürnberg.
Heus bess. Hoben
Schwer, eichen Schlafzim.,
Bücher=
ſchrank, Diplom., Speiſezim.,
Flur=
garderob., mod. Diwans, Kredenz,
nußb. Schreibtiſch, Vertiko,
Spiegel=
ſchr., Trumeaux, Kleiderſchr.,
Waſch=
kommod., mod. Küche, Bettſtellen,
Matratzen, ganze Einrichtungen,
unt. Garantie ſehr billig (*5100
Eliſabethenſtr. 42, part. rechts.
zu Verkaufen!
Verſch. Tiſche, Stühle, Teppiche,
Blder Kaupſtr. 44, 1. St. (5233
Ein ſehr gut erhaltener Sitz= u.
Liegewagen mit Gummireifen
zu verk. Mollerſtr. 14, Manſ. (*5339
Zu verkaufen.
Wegen Aufl. d. Haush. ſchön. Sofa,
Ausziehtiſch, Plumeaudeckbett uſw.
(*5340
Alte Ireneſtr. 4, part.
Ein gut erhaltener Kinder=Sitz=
Liegwagen ſehr billig zu verkaufen
Sandſtr. 42, 3. St.
(*5335
1 Sitzliegewagen, Petrol.=
Herd, 2 fl., div. lebendgeb.
Fisch-
chen nebſt Gläſern billig abzug.
Weinbergſtr. 47.
(*5347om
1 Stoss-Wagen
zu verk. Löffelgaſſe 16. (*5315om
Kin faſt neues, fleiſchrotes Kleid
für mittlere Figur billig zu
verkaufen Luiſenſtr. 38, I. (*5317
inderbadewanne (Zink, g.
R Wollmatratze, Topfbrett,
Teller=
brett, faſt neu, billig zu verkaufen.
Näheres in der Exped. (*5318
Fronee=Hangelaupe für El ktr.
V und Petroleum, 1 gebr. vollſt.
Bett, 1 Schutztüre für Treppenh.,
1 Kinderklappwag billig zu verk.
Mühlſtr. 66, I Kapellpl.) (*5312
etr. Kleider, Schuhe
ꝛc. zu den höchſten
Preiſ. Poſtkarte gen.
M. Schnitzer
Schloßgaſſe 29. (4787a
neu,
Neckarsulmer D2 290 M.
Arheilgen, Dſtdtr.=Str. 63. (*5082so
Driefmarkenſammlung geſ. Off. Damenuhr mit Kette f. 10 M. zu v.
u. N 40 a. d. Exp. (*5026fsoi Off. u. O 12 an d. Exv. (*5359
Darmſtädter Druckſachen
aus dem 17. u. 18. Jahrhundert
zu kaufen geſucht
(4202
Näh. Expedition.
Katfernen der Motten
aus Polſtermöbel ohne aufpolſtern
unter Garantie billigſt (5252a
J. Frieß, Möbel. u. Tapeziergeschäft,
Neue Kiesſtraße 43.
sthmaleidendet verzweiſelt
nicht! Aus Dankbark. ert. gern
ganz umſonſt Auskunft üb. Heilung:
eorg Faulstich, Veteran Nr. 64, Wien V.
Hundsturmervl. poſtlag. (52422
Zum Einrichten u. Beitragen
von Geschäftsbüchern empfiehlt
ſich vertrauenswſrdiger,
beſt=
empfohl. Kaufm. Verſchwiegenh.
u. Pünktlichf. zugeſich. Offerten
unter K 88 an die Exp. (4425a
Achtung!
Achtungt
Far Hadsbesicher
Empfehle mich in
Weißbinder=
arbeiten von Treppenhäuſern u.
Torhallen. Gute reelle Arbeit.
(*5336
Billigſte Preiſe.
Karl Dillmann, Kirchstr. 17
Weißbinder rbeiten
werden ſofort dauerhaft u. billigſt
ausgeführt. Auch Uebernahme
von Faſſaden zu billigſten Preiſen.
Koſtenanſchläge gratis. Offerten
u. N 63 a. d. Exped. (*5174so
u. Polſtermöbel,
Tapezier-Matratzen,
Vor=
hänge, werd. gut u. bill. ausgeführt.
P. Frieſe, Pankratiusſtr. 69. (5198a
Panther-Fahrrad
m. Freilauf u. Rücktrittbremſe zu
verkauf. Ahaſtr. 14, II. I. (*5354
Wegen Auf. d. Haush. zu verk.:
1 Auszugt., 1 Serviertisch,
1Chifioniére, 1 Vorratsschr.
1 Kleiderschr., 1 Nähtisch,
1Schaekels uhl, 1 Kommode,
1 Blumentisch, verschiedene
Lampen, alleswohl erhalten.
Anzuſ. Heinrichſtr. 105, pt. *5347omk
gut erh., z. verk.
Kinderwagen. Näh. Rheinstr. 47,
Hotel Stadt Friedberg.
*5348
z. kauf.
Gebr. Frisenreinrichtung geſucht.
Off. u. O 6 a. d Exp.
Telbſtgek. Gelee, Marmelade,
Latwerg, ſowie f. Tafeläpfel
zu verk. Bleichſtr. 27, Lad. (4475a
Guter Phonograph, wenig
geſpielt, nebſt einigen Walzen zu
verkauf. Näh. in der Ex (*5 65soi
ſ. Veranden
4 Blumenkäſten bill. zu verk.
(*.305
Alexanderſtraße 9, I.
Ein faſt neuer Sportwagen
zu verkaufen bei Joh. Knöß,
Arheilgerſtraße 69, I.
(*5310
Schönes Hühnerhaus b. abzug.
Riegerplatz 8, Laden. (*5358
Nummer 54.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Seite 19.
DrananrS-Reuneren!
For
Damen-Stiefel
moderne
men
Chevreaux-Stiefel
Lackkappen, Derby
,
Chevreaux-Stiefel
braun Derby
Chevreaux-Halbschuhe
Lackkappen, Derby
Lack-Halbschuhe
Derby
Boxcalf-Stiefel
mit u. ohne Lackkappen .
von Mk. 4.95
von Mk. 4.95
von Mk. 5.95
von Mk. 8.75
von Mk. 6.95
12.50
12.50
12.50
10.50
12.50
Herren-Stiefel Eas
moderne
men
Boxleder-Agraffen-Stiefel
von Mk.
Boxcalf-Agraffen-Stiefel
von Mk.
Chevreaux-Agraffen-Stiefel
mit u. ohne Lackkappen . von Mk.
Lackstiefel
Rahmenarbeit
von Mk.
Braune Chevreaux-Stiefel
5234a)
von Mk.
5.95- 7.50
6.75—12.50
7.50- 12.50
12.50 — 16.50
6.95- 14.50
Besichtigung
Konfirmanden-Stiefel — grosse Auswahl! .
Kinder- und Mädchenstiefel — fabelhaft billig!
Ludwigstr. 3
Bober S Cchunwaren (gegenüber M. Schneider).
Besichtigung
ohne
Kaufzwang!
3 Zimmer
Eichbergstr. 11
per 1. Juli ſchöne Hochpart.=Wohn.,
6 Zim. m. Gartenanteil. z. v. (*5022so
Schützenstr. 3, 1. St.
elegante Wohn., 5 Zim., Veranda,
Bad u. ſonſt. Zubeh., Gas u. elektr.
Licht, per ſof. zu verm. (5253oms
Heidelbergerstr. 59
der erſte Stock, 5 Zimmer ꝛc., mit
oder ohne Stallung, per ſofort zu
vm. Zu erfr. Riedeſelſtr. 35. (2258oms
Bismarckstrasse 48
5 Zimmerw. per 1. April zu verm.
Einzuſ. tägl. v. 10—12 u. 3—5 Uhr.
Näh. daſ. part.
(3648t
Waldstr. 33, I. St.
5=Zimmerwohn. mit Zubehör per
1. April zu vm. Näh. 2. St. r. (785omf
Grafenstr. 18, III.
ſchöne 4 Zimmerwohnung m. allem
Zubehör zum 1. April zu vermiet.
Näh. Kaiſerſaal, Büfett. (4235oms
Zimmer
1. Stock, 3 Zim.=
Karlſtr. 6, Wohnung per
1. April zu vermieten.
(3965t
Neubau-Karlstr. 6
3 ſchöne 3 Zimmerwohnungen der
Neuzeit entſprechend, per 1. April
(3964t
zu vermieten.
Schöne 3 Zimmerwohnung
mit allem Zubehör per 1. April
zu vermiet. Gartenſtadt Traiſa,
Ludwigſtraße 20.
(4702a
Eliſabethenſtr. 29, Htb., ſchöne
3= Z.=Wohnung per ſofort. (366o
nenzeitl.
Neue Niederstr. 11 3 Z.W.
1. St., per 1. April zu verm. (B5030
Pankratiusſtr. 7 ſchöne 3 Zim.=
Wohnung nebſt allem Zubehör
per 1. März zu verm. (*5368oms
Landwehrstr. 64, I.
ſchöne 3 Zim.=Wohn. mit all. Zub.
per 1. April zu verm. (5247ms
Parkusstrasse 15
eine ſchöne große 3 Zimmerwohn.
mit Gas und allem Zubehör per
1. Mai eventl. etwas früher zu
verm. Näheres 2. Stock. (5251a
Zimmer
Mathildenpl. 11, 2 Z.=Wohng
mit K. u. Zubeh. ſofort zu verm.
Zu erfr. Vorderh., 1. St. (4777t
Nieder=Ramſtädterſtraße 75
kleine 2 Zimmerwohn. an einzeine
(5036a
Perſon zu vermieten.
lein. 2 Z.=
Fuhrmannstr. 1 Wohnung
rt zu vermieten.
(*5090so
nere
Gardiſtenſtraße 15
Wohnung, gr. Scheune u. Ställe
ſof. zu verm. od. zu verk. (4843oms
Kiesſtr. 8, Hth., kl. Manſarde,
12 Mk. Zu erfr. i. Laden. (5224a
Sere
Hell. Laden oder ohne 3 Zim., für jed. Geſchäft geeign.
Eckt Saalbauſtr. u. Marienpl. 8,
iſt per ſofort eventuell ſpäter zu
vermieten. Näheres Hügelſtr. 27,
Kontor.
(7300d
Der ven der Firme auter 4 50,
Eliſabethenſtr. 2, innehabende
geräum. Laden m. Ladenzim. iſt per
1. Auguſt d. J. anderweit. zu verm.
Näh. Zimmerſtraße 1. (1381oms
Snsssssssssete
3
3
3
nebſt Ma=
Hell. Laden gazin, mit
od. ohne 3=Zimmerw., für jed.
Geſchäft geeig., Ecke
Saal=
bauſtr. u. Marienpl. 8, iſt
per ſofort evtl. ſpäter zu
ver=
mieten. Näh. Hügelſtr. 27,
Kontor.
(2485od
sssossosossssgogose
Mr
Geräumige
Werkstatt
mit Nebenräumen und Kontor,
eventl. mit Wohnung, zu vermiet.
Näh. Karlſtr. 34, Kontor. (3546omf
Möbliere Zimmer
Waldſtraße 16 ein graßes gut
möbliertes Zimmer. (1724oms
Waldstrasse 2 3 möblierte
Zimmer, zuſammen oder getrennt,
ſofort zu. vermieten.
(5010t
Mühlſtraße 42, part., (nächſt
Kapellpl.), möbl. Zimmer. (4426a
Neckarſtraße 24, I. r., ſchön
möbl. Wohn= und Schlafzimmer
zu vermieten.
(*5197so
Neckarſtr. 24, II. r., ſchön möbl.
Zimmer zu vermieten. (*5191soi
Kaſinoſtraße 21, I. St., ſchön
möbl. Zimmer zu verm. (*5251so
Mauerſtraße 12, part., möbl.
Zimmer zu vermieten. (*4856do
Hermannſtr. 5, I., beſſer möbl.
Zimmer ſofort zu verm. (*4568omf
Hh, 1. St. ., möbl. Z.
Karlſtr. 65 hillig z. v. (B4671oif
Luiſenſtr. 32, I., möbl. Zimmer
n. d. Straße ſof. zu verm. (*4885dfo
Neue Schwanenſtr. 72, II., 3gut
möbl. Zim., 2 Schlaf= u. 1 Wohnz.,
a. einz., an nur ſol. Herrn. (*5356om
Louifenſtr. 32, II., b. G. Wedel,
einf. möbl. Zim. m. Penſ. (*5343oim
Gutenbergſtraße 43, 1. Stock,
möbl. Zimmer an Kaufmann od.
anſtänd. Arbeiter zu verm. (*5350oi
3. Stock, beſſ. Fräul.
Schulstr. 3, find. einfach möbl.
Zimmer mit Penſion. (5154t
Uesh
utendergſtraße nder Nähe
Gverſchließbarer Raum zu
ebener Erde geſucht. Offerten
Gutenbergſtraße 22, II., vormitt.
bis 10½, Uhr.
(*5312oi
Alexanderſtr. 4, 1 möbl.
Zimmer m. vorzügl. Penſionan
od. 2 Herrn zu verm. (4238t
Wienersſtr. 45, p., ſchön. mähl
Zimmer in freier Lage. (4794a
Heller Arbeitsſaal
ca. 200 qm groß, möglichſt im
nordweſtl. Stadtteil gelegen, zum
1. Juli auf mehrere Jahre zu
mieten geſucht.
Anerbieten mit Preisangabe unt.
H. 2006 an Haasenstein & Vogler.
A.-G., Frankfurt a. M., erb. (5240fl
Geſucht wir
per 1. Jull
evtl. früh., von kinderl. ſehr
ruhig. Ehepaar der
Neuzeitent=
ſprech. 5=Zim.=Wohnung(
Hoch=
part. oder 1. Stock zwiſchen
Hügel= u. Hermannſtr. Off. m.
Preisangabe ꝛc. u. B 7 an
die Exp. ds. Bl. erbet. (B1700
Reformhosen
Für Damen u. Mädchen
empfehle
Marke: Spezial, gute qualität
Länge: 40 45 50 55 60
ℳ 1.20 1.40 1.60 1.80 2.−
Länge: 65 70 75 80 85
ℳ 2.20 2.40 2.60 2.80 3.00
Marke: Superfein, extra blau u. grau vorrätig
Länge: 40 45 50 55 60
ℳ 1.75 2.— 2.25 2.50 3.—
Länge:
65
70
75
80 85
ℳ 3.25 3.503.75 4.— 4.25
Philipp Hess
E
Schillerplatz 5
Schillerplatz 5.
(2295a
Darmstadt
Mitglied des Rabattsparvereins.
Zur berorstchenten Bedar kerolt
empfehle unter Gehaltsgarantie u. unter Kontrolle der landwirtschaft. Versuchsstation:
Thomas-Mehl, Kainit, 40%ig. Kalisalz
Chilisalpeter, Schwefelsaures Ammoniak
Peru-Guano (Füllhornmarke)
Superphosphate und Mischungen
zu billigsten Tagespreisen.
(5266oms
künstliche
Karl Schne
id
Düngemittel Zwingenbeig u. u. B.
für anſtänd. Ar=
Schlafſtelle beiter oder
Lehr=
ling, mit oder ohne Penſion, bill. zu
vm. Wienersſtr. 73, II. (*4174dsm
Fehin möhl. 1mmer
zu verm. Ob. Hügelſtr. 19, II.,
Ecke Schatzenſtr. (5031t
Wendelſtadtſtr. 31, Hth., 2. St.,
frdl. möbl. Zimmer billig. (*3014fso
0 können zwei
Liebfrauenſtr. 59 beſſere
Ar=
beiter Koſt u. Wohnung erhalten.
Näh. im Metzgerladen. (*4967fso
Aelteres alleinſtehend Ehepaar
A ſ. 4 Zim.=W. m. all. Bequeml.
in gut. Hauſe, per 1. Juli o. 1. Okt.
Off. u. O 16 an die Exp. (*5365oi
Kdrl. Ehepaar ſucht z. 1. April
§t ger. 3 Zimmerwohnung mit
Gas. Offerten unter O. 17
an die Expedition ds. Bl. (*5366
Wohnungs-Gesuch
Suche zum 1. April kl. fr.
Woh=
nung (2 Zimm. u. Küche) m.
Zu=
behör in d. Nähe der beid.
Bahn=
höfe. Offert. mit Preisang. unter
O 8 an die Expedition. (*5352
Fuhrmannſtraße 3, 1. Stock,
freundlich möbliertes Zimmer an
Kaufmann od. Beamten. (5101soi
Ludwigsplatz 4, 2. St., 2 kleine
ineinandergeh. möbl. Zim. (*5189so
Dame
2
ſucht in ruh. Lage möbl. Zimmer.
Offerten mit Preisangabe unter
O 7 an die Expedition. (5227
Pension
in geb. Familie von Student geſ.
Off. u. O 9 an die Exp. (*5351
Gg. Best Beerdigungsgeschäft
Telephon 987.
Zismarckstr. 21.
Uebernahme und Ausführung von Beerdigungen, Feuer bestattungen,
Ueber=
führungen, Grauerdekerationen und Autbahrungen, sowie aller zur
Restatung nötigen Besorgungen.
(667a
M
Junger Herr möbl. Zimmer,
möglichſt mit Gas od. elektr. Licht.
Off. u. O 2 a. d. Exv. (*5320
(Brüder)
2 jüng. Bürogeh. ſuch. möbl.
Zimmer z. 15. März. Angeb. m.
Preis unt. N 97 Exped. (*5311oi
mit 2 Kind., w. in kl.
EheP. Herrſchaftsh. Wohn.,
evtl. geg. Uebernahme v. Hausarb.
Off. u. O 13 an die Exp. erb. (*5357
Ate
Eimitterte Chevreau=Stiefel
Lackk., Gr. 27—35 wegen kl. Fehler
jed. Pr. für nur 2,75 Mk. ſof. abzug.
Neue Ireneſtr. 12, 1. St. (*5364oim
und Kinderſportw.
Gaslüster bilig zu verkaufen
Friedrichſtr. 11, part. (*5360
Konſirmandenkleid, f.neu, 0 Mk,
K 1 Knabenpaletot 3Mk., 3 u. bl.
Matroſenbluſen à 1.20 Mk., paſſ. f.
Kn. v. 8—10 J. Näh. Exp. (*5367
Seite 20.
Darmſtädter Tagblatt, Montag, den 4. März 1912.
Nummer 54.
SucosDHektestes Schumlaus
Schillerplatz, am Schlossgraben
Gegründet 1862
2777 Telephon 277
Mnnnnunnsunen
aunnuungunnnunann
Auffallend billige Schuhpreise
zur Franjanrszsdison
empfehle sehr preiswert
solide Qualitäten —
Damen-Stiefel u. Halbschuhe, mod. Formen
Mk. 4.95, 5.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Herren-Stiefel, modernste Formen
Mk. 4.75, 6.75, 8.50, 10.50
Original-Goodyear-Welt Mk. 12.50 Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Moderne Herren-Halbschuhe
schwarz, braun und Lackleder, Mark 9.50, 10.50
Luxus-Ausführung Mk. 14.50
Goodyear-Welt Mk. 12.50
Farbige Herren- u. Damenstiefel, Farb. Herren- u. Damen-Promenadeschuhe
Konfirmanden-Stiefel ganz besonders billig.
Besichtigung meiner grossen hellen Läger ohne Kaufzwang.
Reparaturen fachmännisch und prompt.
(4754a)
Schwarz-weisse Rabattmarken.
Zur bevorstehenden Saatzeit!
Trotz der teilweise geringen Ernten, die infolge
des letzten trockenen Sommers entstanden sind, bin
ich doch in der Lage, zu vorteilhaften Preisen
meine zuverlässigen und erprobten
—Sämereien
von Gemüse- und Blumensamen
für Feld- und Gartenbau zu offerieren.
Grassamen in bewährten Mischungen für
alle Bodenklassen.
Von Lilien, Gladiolen, Knollenbegonien,
Cactus-Dahlien, Tuberosen usw. halte ich größtes
Lager in reichster Sortenwahl.
Pflanzendünger — Gartenwerkzeuge
Blumen- und Pflanzenstäbe
Etiquetten von Holz, Zink u. Aluminium.
Fritz Hufeld, Darmstadt
Tel. 939 Samen- und Blumenzwiebelhandlung Tel. 939
Ladengeschäft: Obere Rheinstrasse, gegenüber
(R4681
der Merck’schen Apotheke.
Parlophon-Platten
3 Mk.
V ein
In jüdlschen u. hebräischen
Aufnahmen umfasst mein
Re-
vertoir ca. 100 doppelseit. Platten.
Reparaturen u. Ersatzteile prompt
und billigst im Spezialgeschäft von
Valentin Bund
Schuchardstr. 11. (4659a
empfichlt sich zur Unterhaltang u. Anlage von Gürten.
Besprechungen und Voranschläge kostenlos und
unverbindlich. — Schenswerte Anlagen.
Gewächs-
u. Palmenhäuser Rossdö ferstrasse 199, Tel. 297. (1394a
I. Hess. Versich. geg. Ungezierer
Ibel & Lotz, G. m. b. H.
Schuchardſtr. 14, p. Telephon 461.
Vertilgung von Ungeziefer jeder
Art, wie Wanzen, Käfer, Ratten,
Mäuſe uſw. billigſt unt. Garantie
und ſtrengſter Diskretion.
Gelegenheitskauf
echte imp. egypt. Zigaretten
o. M. reg. Preis 7 Pfg., ſolange
Vorrat reicht 10 Stück 50 Pfg.,
100 St. Mk. 4.60 u. 4.80. (4033as
D. Numrichs Hauptgesch.
Ecke Mühl- u. Nieder-Ramstädterstrasse.
Heilgymnastik und Hassage.
Anna Ingeborg Krogius
Diplom des Instituts Dr. Arvedson, Stockholm.
Langjährige Praxis in Ragaz. (4474a
— Referenzen zu Diensten.
Wilhelmstrasse 2.
Telephon 1775.
(Sonig!
iſt als Volksheilmittel längſt
be=
kannt, indem er das Blut reinigt
u. neue friſche Säfte bildet. Ich
empfehle denſelben in garant. rein.
Qualität zu 1 Mk. pro Pfund ohne
Glas
(2142a
G. Roth, Dieburgerſtr. 9.
noch gut erhalt. Konfirmanden=
Anzug zu verkaufen (*5065so
Taunusſtraße 21, part.
1 Glastheke
0.75: 2.00 Mtr., ſehr preiswert
abzugeben
(5126so
J. Ph. Leuthner,
Ernſt=Ludwigplatz 2.
Sparſame
Hausfrauen=
kaufen gegen bar und
ſammeln die
ſchwarz=
weißen
Kabatt=
marken des
7023
Rabatt=
Spar=Vereins
Darmſtadt.
ete
Gehrock, Frack., Smnoting=
An=
züge, Zylinder, zu verleihen
Rheinſtraße 5, 2. Stock. (4957a