Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
Das Neueſte vom Tage.
Die neue Flottenvorlage verlangt nach einer
Meldung der Tägl. Rundſchau eine Vermehrung
des Flottenperſonals um 15000 Mann.
Das geſamte bayeriſche Miniſterium hat am
Mon=
tag nachmittag ſeine Demiſſion eingereicht.
Dem Braunſchweigiſchen Landtag iſt die
neue Wahlrechtsvorlage zugegangen.
Die Schweiz nahm bei der Volksabſtimmung am
Sonntag das Kranken= und
Unfallverſiche=
rungsgeſetz an.
Die Pariſer Blätter äußern ſich ſehr erregt über
den neuen franzöſiſch=italieniſchen
Zwi=
ſchenfall von Hodeida.
Das engliſche Königspaar iſt geſtern in
Ports=
moutl, eingetroffen und nach London weitergereiſt.
Ein Edikt befiehlt Juanſchikai, die Republik in
China mit Hilfe der Republikaner des Südens zu
bilden.
Vermehrung des Flottenperſonals
um 15000 Mann.
* Außer der ſchon angekündigten
Indienſtſtel=
lung des dritten Geſchwaders und einer
erheb=
lichen Forderung für Unterſeeboote verlangt, wie die
Tägl. Rundſchau hört, die neue Flottenvorlage eine
Ver=
mehrung des Flottenperſonals um 15000 Mann.
Die Perſonalſtärke für den Etat 1911 iſt mit rund
60000 Mann angefordert, für 1912 dürfte ſich die
Mann=
ſchaftsſtärke um 4000 Mann erhöhen, und durch die neue
Vorlage erhalten wir eine Perſonalſtärke der Flotte von
rund 80000 Mann. Das neue Perſonal wird zum Teil
für die Beſetzung des dritten Geſchwaders, zum Teil für
das Plus an Mehrbeſatzung, die die neuen Ueber=
Dreadnoughts und modernen Torpedo= und
Unterſee=
boote bedürfen, verwendet werden. Es genügt der
Hin=
weis darauf, daß man ſeinerzeit bei den Dreadnoughts
mit einer Beſatzung von rund 950 Mann gerechnet hat:
tatſächlich hat ſich die Notwendigkeit ergeben, die
Rieſen=
ſchiffe mit rund 1100 Mann zu bemannen. Aehnliches
trifft auch für die Torpedoboote zu, deren Beſatzung noch
vor einigen Jahren mit durchſchnittlich 55 Mann
angege=
ben wurde; der neue, weſentlich vergrößerte
Torpedo=
bootstyp erfordert aber eine Beſatzung von mehr als 80
Perſonen. Endlich wird eine Perſonalvermehrung durch
die neuen Unterſeeboote notwendig.
Die Wehrvorlagen werden übrigens in der
Thron=
rede, mit der der Reichstag eröffnet wird, angekündigt
und mit ihrer vorgeſchlagenen finanziellen Bedeckung
ei=
nen nicht unerheblichen Teil der Thronrede in Anſpruch
nehmen.
Die Mitteilung, daß die neuen Heer= und
Marine=
vorlagen einen jährlichen Mehrbedarf von Steuern
von mehr denn 100 Millionen Mark erfordern werden,
entbehren nach Mitteilungen zuſtändiger Stellen jeder
fe=
ſten Unterlage. Denn zurzeit befindet ſich die Vorlage
noch in der Bearbeitung des Reichsſchatzamtes, und die
Berechnungen ſind noch nicht abgeſchloſſen. Man kann
alſo nur Vermutungen über den etwaigen Mehrbedarf
äu=
ßern, und daher differieren denn auch die Angaben, die
in verſchiedenen Blättern darüber gemacht werden, um
70 bis 80 Millionen Mark.
Ein neuer franzöſiſch=italieniſcher
Zwiſchenfall.
* Die Pariſer Liberté veröffentlicht folgende
Einzel=
heiten über den franzöſiſch=italieniſchen
Zwiſchenfall von Hodeida:
„Die italieniſche Regierung habe am 27. Januar
unter dem Vorwand der Blockade der türkiſchen Roten
Meerküſte die Eiſenbahngeſellſchaft von Hodeida=Sebana
aufgefordert, die von ihr an der Küſte beſetzten Poſten
zu räumen. Die Geſellſchaft hatte dagegen Einſpruch
er=
hoben und da ſie der italieniſchen Forderung innerhalb
der ihr geſtellten Friſt von fünf Tagen nicht nachkam,
bombardierten die Italiener ihre
Nieder=
laſſungen. Alles Schiffsmaterial und verſchiedene
Baulichkeiten wurden zerſtört, das rollende Material
beſchädigt. Das aus 40 Leuten beſtehende Perſonal der
Geſellſchaft, darunter 13 Ingenieure mit ihren Familien
wurden von den ſtrengen Maßnahmen der italieniſchen
Behörden beſonders hart getroffen? Der unerträgliche
Charakter der italieniſchen Angriffe wurde noch durch die
Tatſache verſchärft, daß die Blockade, durch die die Türken
nicht ernſtlich behindert wurden, in Wirklichkeit ſich nur
auf die Häfen von Hodeida und Sebana erſtreckt, wo die
franzöſiſchen Intereſſen ſehr beträchtlich ſeien erſtens
wegen der im vorigen Jahre von einer franzöſiſchen
Bankgruppe der türkiſchen Regierung gewährten Anleihe
von 23 Millionen Francs, für welche die Zolleinnahmen
von Hodeida und Sebana die Bürgſchaft bilden und
zweitens wegen der Bahn von Hodeida und des Hafens
von Sebana, deren Bau von einer franzöſiſchen Gruppe
übernommen wurde.”
Die Liberté fordert die franzöſiſche Regierung
drin=
gend auf, entſchieden und unverzüglich Vorſtellungen in
Rom zu erheben und dabei im Einverſtändnis mit
Eng=
land zu handeln, da auch die engliſchen Intereſſen durch
das willkürliche Vorgehen der Italiener ſchwer verletzt
wären. Die Entſendung von Kriegsſchiffen in das Rote
Meer ſei ebenſo dringend wie unerläßlich. Die franzöſiſche
öffentliche Meinung könne die ſo hartnäckig fortgeſetzten
Angriffe der Italiener gegen die Intereſſen und die
Flagge Frankreichs nicht hinnehmen.
Die Pariſer Morgenblätter vom Sonntag erörtern
in ſcharfer Weiſe die Meldung von dem Bombardement
Hodeidas.
Das Paris Journal meint, nach den erſt
kürz=
lich beigelegten peinlichen Zwiſchenfällen klinge die
Nach=
richt geradezu unglaublich. — Die Autorité ſchreibt:
Die Nachricht läßt keinerlei Entſchuldigung und
keiner=
lei Erörterung zu. Es handelt ſich da um ein
planmäßi=
ges Herausfordern und um eine wohlberechnete
Feind=
ſeligkeit. So ſehr die franzöſiſche Regierung von
Ver=
ſöhnlichkeit beſeelt ſein mag, ein derartiges Verhalten
der Italiener kann ſie durchaus nicht dulden. — Libre
Parole ſchreibt: Italien, welches durch den
tripolita=
niſchen Feldzug finanziell und militäriſch ermüdet ſei,
ſcheine jetzt ein einziges Ziel zu verfolgen: es ſchädige die
Intereſſen des fremden Handels, um die Großmächte zu
einer Intervention zu veranlaſſen, damit ſie die Türkei
zwängen, die italieniſche Annexion von Tripolis
anzu=
erkennen. — Das Journal ſagt: Falls es ſich
beſtä=
tigt, daß eine abſichtliche Zerſtörung der Baulichkeiten der
franzöſiſchen Geſellſchaft in Hodeida vorliegt, würde dies
eine ſo ſchwere Verletzung des Völkerrechts bilden, daß
Frankreich die energiſchſten Schritte unternehmen müßte. —2
Der Matin meint: Das italieniſche Vorgehen im
Ro=
ten Meere kann auf den Widerſtand der Türkei keinerlei
Einfluß haben. Es wäre beſſer geweſen, wenn man die
Staliener nicht verhindert hätte, ihre Aktion auf das
Aegäiſche Meer und die Adriatiſche Küſte auszudehnen.
Italien hätte dann der türkiſchen Regierung ſchließlich
begreiflich gemacht, daß es in ihrem Intereſſe liege,
un=
verzüglich nach Friedensbedinaungen zu fragen.
Dagegen veröffentlichen Temps und Journal des
Débats, anſcheinend vom Quai d’Orſay inſpiriert,
Ar=
tikel, welche den Zweck haben, die durch den
Zwiſchen=
fall von Hodeida verurſachte Erregung zu
beſchwich=
tigen. Die italieniſche Regierung habe die Anlagen der
Bahngeſellſchaft und den Landungsquai von Raſelketib
auf Grund der Haager Konvention von 1907 als
Einrich=
tungen angeſehen, welche vom Feinde beſetzt werden
könn=
ten und ſei demgemäß vorgegangen. Frankreich habe,
ſoweit die bisher vorliegenden Nachrichten ein Urteil
ge=
ſtatten, keine Handhabe, um bei der italieniſchen
Regie=
rung zu reklamieren. Im übrigen könnten die
geſchädig=
ten Perſonen ſich wegen Schadloshaltung an die Türkei
wenden. Es wäre unklug und ungeſchickt, aus
dieſem Anlaß die öffentliche Meinung
Frank=
reichs gegen Italien aufzureizen. Was die von
einigen Blättern angegebene Schadenziffer von 12
Milli=
onen anlange, ſo ſei dieſe zweifellos übertrieben. Am
meiſten ſei die türkiſche Regierung geſchädigt, welcher die
im Bau begriffene Bahn zur Verteidigung des
Yemen=
gebiets dienen ſollte.
In einer anſcheinend offiziöſen Zeitungsmeldung
wird ausgeführt, daß die Eiſenbahn von Hodeida
ein türkiſches Unternehmen iſt, an dem nicht
nur franzöſiſche, ſondern auch italieniſche Kapitaliſten
be=
teiligt ſind. Uebrigens werde in dem diesbezüglichen,
vom türkiſchen Parlament genehmigten
Konzeſſionsver=
trag ausdrücklich erklärt, daß die Verluſte und Schäden,
die an dem Bahnunternehmen durch einen Aufſtand oder
einen Krieg verurſacht würden, der türkiſchen
Re=
gierung zur Laſt fallen. Die Bahngeſellſchaft müſſe
demnach für die etwa durch ein italieniſches
Bombarde=
ment erlittenen Schäden von der türkiſchen Regierung
Erſatz erhalten. Es handle ſich alſo anſcheinend nicht um
einen franzöſiſch=italieniſchen, ſondern um einen
itali=
eniſch=türkiſchen Zwiſchenfall. Die Türken‟
könnten die Frage des Bombardements von Hodeida
immerhin vor das Haager Schiedsgericht bringen.
Lloyd George über die Rüſtungen.
* Der engliſche Schatzkanzler Lloyd George,
deſ=
ſen Rede im vorigen Jahre ſo viel erörtert worden iſt,
hielt in der City eine Rede, in der er ausführlich die
An=
klagen, die von Bonar Law in ſeiner jüngſten Rede in
der Albert Hall erhoben worden waren, zurückwies. Er
bemerkte dabei:
Es hat niemals in der Geſchichte eine Zeit gegeben,
wo England beſſer gerüſtet war, irgend einer Gefahr zu
begegnen. Wenn man verlangt, daß Erſparniſſe in den
Finanzen gemacht werden, ſo muß das Anwachſen
der Rüſtungen zum Stillſtand gebracht werden.
So=
lange aber Neid, Eiferſucht, Furcht und Argwohn unter
den Nationen nicht beſeitigt ſind, wird man das
Anwach=
ſen der Rüſtungen nicht aufhalten. Das iſt das erſte,
was man tun muß, und dies iſt der günſtigſte Augenblick,
es auszuführen, trotz zahlreicher entgegenſtehender
Fak=
toren. Wir ſind nicht die einzigen, die die Gefahr
er=
kennen, die aus der internationalen
Atmo=
ſphäre entſpringen kann; trotz aller Begleitumſtände,
die wir bedauern, haben die jüngſten Ereigniſſe doch die
Wirkung gehabt, die Aufmerkſamkeit aller Nationen auf
die Gefahren der Lage zu lenken. Ich will auf
ver=
gangene Dinge nicht zurückgreifen. Ich
werde die Regierung nicht verteidigen oder andere
kriti=
ſieren. Ich werde auch nicht mich ſelbſt und das, was ich
getan habe, verteidigen. Warum? Nicht weil ich nicht
bereit wäre, es zu tun, wenn ich es für wünſchenswert
erachtete, ſondern weil ich überzeugt bin, daß man, je
mehr man ſich verteidigt, die Erregung wach hält. Ein
ſehr günſtiger Umſtand beſteht: die marokkaniſche
Frage, die ſtändig eine Quelle der Erregung und der
Feindſchaft unter den Großmächten war, iſt geregelt
wor=
den. Ein Abkommen iſt zuſtande gekommen, das ſowohl
Frankreich wie Deutſchland zum Vorteil gereicht und das
auch die britiſchen Intereſſen nicht verletzt. Der Tag nach
einem Streit iſt nicht immer die ſchlechteſte Zeit.
Differen=
zen zu beſeitigen. Ich glaube daß es im Intereſſe
Frank=
reichs. Deutſchlands und Rußlands wie auch in unſerem
eigenen liegt, daß ein beſſeres Verſtehen zwiſchen
den Nationen Platz greife. Das alaube ich aufrichtig und
zuverſichtlich. Es iſt erreichbar, die Welt würde dadurch
beſſer und reicher werden, die Steuern würden herabgeſetzt
werden können, und alles Geld, das an den Rüſtungen
geſpart würde, könnte dazu benutzt werden, die
Hilfs=
kräfte des Landes zu entwickeln und die Lage des Volkes
zu verbeſſern. Der Eckſtein auter Finanzen iſt Friede auf
Erden und gegenſeitiger guter Wille unter den Menſchen.
Deutſches Reich.
— Konſervative und Freikonſervative.
Die ſcharfen Worte der Abgeordneten v. Zedlitz und von
Kardorff im preußiſchen Abgeordnetenhauſe gegen die
konſervative Partei und der letzte Artikel der Poſt zur
Frage des Linksmarſches der Freikonſervativen
veran=
laſſen die Deutſche Tageszeitung zu lebhaften Vorwürfen
gegen die konſervative Schweſterpartei. Das
Bündler=
blatt hat den Eindruck, als ob die Unterſtützung der
Konſervativen den Freikonſervativen unbequem geweſen
ſei, oder doch in Zukunft ſein wird und als ob die
Frei=
konſervative Partei das Bedürfnis empfinde, von der
Nachbarpartei merkbar und weit abzurücken. Dieſes
deutliche Abrücken müſſe für die konſervative Partei
et=
was Kränkendes haben nud könne nicht ohne Wirkung
auf die Konſervativen bleiben, die den Freikonſervativen
in manchen Kreiſen ſelbſtloſe Gefolgſchaft geleiſtet hätten:
Der Deutſche Kriegerbund und die
Wahlen. Im Namen des Vorſtandes des „Deutſchen
Kriegerbundes” veröffentlicht Generaloberſt und
General=
adjutant v. Lindequiſt eine Kundgebung, in der es heißt:
„Auch ferner werden wir die Sozialdemokratie mit aller
Kraft bekämpfen. Ihr Anwachſen entmutigt uns nicht.
Wir ſind Deutſche und alte Soldaten, von derſelben Art
wie Friedrichs des Großen Krieger und wie diejenigen,
die vor 100 und vor 40 Jahren Großtaten vollbrachten.
Den Deutſchen, die im Feſthalten der Monarchie, an
Kaiſer und Reich, Fürſt und Vaterland das Heil des
Vol=
kes erblicken, wird der Sieg bieiben, das deuiſche Volk
wird ſich von dem Banne der Sopaldemokratte befreien.
Kameraden! Unſer Wahlſpruch bleibt ſtets derſelbe:
„Unwandelbar treu zu Kaiſer und Reich!”
— Die Bergarbeiterlöhne. Aus
bergbau=
lichen Kreiſen wird berichtet: Während des der
Hochkon=
junktur des Jahres 1907 folgenden Niederganges
erreich=
ten die Löhne der Bergarbeiter des Ruhrreviers im
zwei=
ten Vierteljahr 1909 mit 4,45 Mk. auf den Kopf der
Ge=
ſamtbelegſchaft und 5,28 Mk. der Hauer ihren tiefſten
Stand. Seitdem iſt aber eine zunächſt langſame, im
ab=
gelaufenen Jahr ſtärker hervorgetretene
Aufwärtsbewe=
gung der Löhne erfolgt, die ſie im dritten Quartal auf
4,72 und 5,58 Mk. brachte. Für das vierte Quartal
dürf=
ten ſich die Lohnſätze von 4,80 auf 5,70 Mk. erheben.
Neuerdings ſcheint dieſe Aufwärtsbewegung einen noch
ausgeſprocheneren Charakter angenommen zu haben.
Nach Meldungen aus allen Teilen des Bergbaureviers
haben in dieſem Jahre bereits eine ganze Reihe von
Zechen eine weitere weſentliche Lohnerhöhung eintreten
laſſen, und ſicherem Vernehmen nach ſind die übrigen
Werke gewillt, dieſem Beiſpiel zu folgen. Es iſt zu
er=
warten, daß die Löhne im Ruhrbergbau bei einem
Anhal=
ten der jetzigen Konjunktur ihren bisherigen Höchſtſtand
von 1907 demnächſt wieder erreichen, vielleicht ſogar
über=
ſchreiten werden
Die preußiſche Wahlrechtsfrage.
Zu der Erklärung des Miniſters v. Dallwitz über die
preußiſche Wahlrechtsfrage erhalten Berliner Blätter
von durchaus zuverläſſiger Seite eine erweiterte
Dar=
ſtellung des Standpunktes der preußiſchen Regierung, der
in den nachſtehenden Erklärungen zum Ausdruck kommt:
Der Sprecher der Regierung hat ausdrücklich geſagt, daß
die Regierung in dieſem Jahre von der Einbringung
einer Wahlrechtsvorlage abſehen will. Die Betonung
muß auf „dieſem Jahre” gelegt werden, wenn der
Stand=
punkt des Staatsminiſteriums richtig erfaßt werden ſoll.
Die Regierung behält es ſich alſo vor, dem Landtag, der
unter Umſtänden bis zum Juni 1913 zuſammengehalten
werden kann, noch kurz vor ſeinem verfaſſungsmäßigen
Auseinandergehen eine Vorlage über die Reform des
preußiſchen Wahlrechts zugehen zu laſſen, vorausgeſetzt,
daß die Entwickelung der innerpolitiſchen Zuſtände eine
derartige Maßnahme als richtig erſcheinen läßt. Der
Re=
formentwurf liegt im Miniſterium des Innern fertig vor;
es iſt ſogar bekannt, daß die Regierung ſich auf den
Bo=
den des direkten und geheimen Stimmrechts geſtellt hat,
allerdings unter Beibehaltung des Dreiklaſſenſyſtems.
Ausland.
Schweiz.
Annahme des Arbeiter= und
Unfallver=
ſicherungsgeſetzes. Das Schweizer Volk nahm
das Bundesgeſetz betreffend die Einführung der
Ver=
ſicherung der Arbeiter gegen Krankheit und Unfall mit
284000 gegen 236000 Stimmen an. Alle
deutſchſprechen=
den Kantone, außer Appenzell und Thurgau, ſtimmten
dafür, alle franzöſiſch ſprechenden dagegen. Die erſte
Vor=
lage war im Mai 1900 von allen Kantonen mit einer
Mehrheit von nahezu 200000 Stimmen abgelehnt worden.
Frankreich.
Die ſchwarze Armee. Der Generalgouverneur
von Franzöſiſch=Weſtafrika, Ponty, äußerte ſich zu einem
Mitarbeiter des Temps über die Frage der ſchwarzen
Armee, mann müſſe ſich vor allen Uebertreibungen hüten.
Einzelne Offiziere und Schriftſteller hätten mit Rückſicht
darauf, daß Franzöſiſch=Weſtafrika 12 bis 15 Millionen
Einwohner zähle, eine ſolche nach europäiſchem Muſter
ge=
ſchaffen. Daß man ohne Mühe 2—300 000 Soldaten
aus=
heben könnte, das ſei ein großer Irrtum. Man könnte,
ohne der Entwickelung Weſtafrikas zu ſchaden, die
ge=
genwärtig etwa 20000 Mann zählende ſchwarze Armee
auf 30000 erhöhen; von derſelben würden 10000 Mann
für den Schutz von Weſtafrika genügen, der Reſt könnte
in Aequatorialafrika, Madagaskar und Nordafrika
ver=
wendet werden. Es werde wohl eine Zeit kommen, wo
Aequatorialafrika und Madagaskar die für ihren Bedarſ
notwendigen Truppen liefern werden, dann würden die
20000 Mann gänzlich für Nordafrika oder für jeden
an=
deren Schauplatz von militäriſchen Operationen zur
Ver=
fügung ſtehen.
Portugal.
Der Kongreß beſchloß mit 90 gegen 62 Stimmen,
die parlamentariſchen Arbeiten nicht zu vertagen.
Nichts=
deſtoweniger iſt ſtillſchweigend ein Uebereinkommen
ge=
troffen worden, daß ſich die Kammern während der Zeit,
wo die konſtitutionellen Garantien aufgehoben ſind,
vor=
zugsweiſe mit Kommiſſionsarbeiten beſchäftigen ſollen.
Rußland.
Gute Beziehungen zu Deutſchland. Dem
ruſſiſchen Botſchafter in Berlin wurde in einem
kaiſer=
lichen Reſkript die allerhöchſte Anerkennung für die durch
60 Jahre dem Vaterland geleiſteten nützlichen Dienſte
ausgeſprochen. Das Reſkript hebt hervor, daß der
Bot=
ſchafter alle ſeine Kräfte der Erhaltung und dauernden
Befeſtigung der ſekt alters her beſtehenden engen Bande
gewidmet habe, die Rußland mit dem befreundeten
Deutſchen Reiche verbinden.
Vereinigte Staaten.
Die Unruhen in Mexiko. Der Kriegsminiſter
erteilte Duncan, dem Kommandeur der amerikaniſchen
Truppen in San Antonio (Texas) den Befehl,
Streitkräfte an die mexikaniſche Grenze
vor=
zuſchieben, ſobald er es für geboten erachte. Es
ſtehen ihm fünftauſend Mann zur Verfügung. Oberſt
Steever, der das vierte Kavallerie=Regiment in El Paſo
befehligt, iſt angewieſen worden, zu verhindern, daß
amerikaniſches Territorium von feindlichen Kugeln
be=
ſtrichen werde.
* Fürſt Bismarck und das
Reichstags=
wahlrecht. Die Halleſche Ztg. bringt folgende
Ver=
öffentlichung: Es war im Sommer 1896, als ich, damals
Regierungspräſident in Köslin, einer Einladung des
Fürſten Bismarck folgend, nach Varzin kam. Der Fürſt
empfing mich in ernſter, durch den leidenden Zuſtand der
Fürſtin faſt gedrückter Stimmung. Nach und nach wurde
er aber lebhafter und erzählte ſtundenlang aus großer
Zeit. Dabei ging er auch auf die Beurteilung
gegenwär=
tiger Verhältniſſe und Perſonen über, beklagte und
ver=
urteilte den erbitterten Kampf der bürgerlichen Parteien
um relativ untergeordnete Fragen und die dem Tertius
gaudens daraus erwachſenden Chancen, um ſich ſchließlich
über das Reichstagswahlrecht wörtlich dahin zu äußern:
Die Einſchränkung oder Beſeitigung des allgemeinen, di
rekten und geheimen Wahlrechts iſt keine politiſche Frage,
auch keine ſoziale Frage, ſondern — und hierbei ſchlug
der Fürſt mit der Fauſt auf den Tiſch — es iſt eine
Exiſtenzfrage! Dresden, Januar, 1912, Frhr. von der
Recke, Wirklicher Geheimer Rat.
* Der Verband Mitteldeutſcher
Indu=
ſtrieller, Sitz Frankfurt, wendet ſich ſoeben an die
Induſtriellen ſeines Tätigkeitsgebietes in einem
Rund=
ſchreiben, in dem er ſeine Beſtrebungen und die
Richt=
linien zur Erreichung ſeines Zieles darlegt. Dem
Rund=
ſchreiben entnehmen wir folgendes: „Der Verband
Mit=
teldeutſcher Induſtrieller wird gewiß nicht die Praktiken
des Bundes der Landwirte und der ſozialdemokratiſchen
Gewerkſchaften aufnehmen und die einzelnen
Erwerbs=
gruppen gegeneinander zu verhetzen ſuchen, ſondern er
wird ſich bemühen, in friedlichem Intereſſenausgleich der
Induſtrie die Wege für ihre Entfaltung zu ebnen. Er
verkennt nicht die Bedeutung der Landwirtſchaft für un=
ſere Volkswirtſchaft, für den Inlandsmarkt und für
un=
ſere Wehrkraft, er würdigt auch das Beſtreben der
arbei=
tenden Bevölkerung, ihre Lebenshaltung zu heben, und
würde auf das lebhafteſte eine Ausſöhnung der
Arbeiter=
ſchaft mit dem modernen Induſtrieſtaat begrüßen, aber
er verlangt auch, daß die Bedürfniſſe der Induſtrien den
Anſprüchen der anderen Erwerbsſtände gegenüber
gebüh=
rende Berückſichtigung finden. Denn er weiß, daß er mit
dieſer Forderung nicht nur die vitalſten Intereſſen ſeiner
Mitglieder verteidigt, ſondern auch — und dies muß als
die höchſte Aufgabe eines jeden Erwerbsſtandes
bezeich=
net werden — mit arbeiten hilft an der Machtſtellung
un=
ſeres deutſchen Vaterlandes, die in hohem Maße von dem
Blühen der deutſchen Induſtrie beeinflußt wird.
* Sofia, 4. Febr. Prinz Friedrich Leopold
von Preußen, ſowie die meiſten zu der Feier der
Großjährigkeitserklärung des Kronprinzen erſchienenen
fremdländiſchen Gäſte ſind heute nachmittag im
Sonder=
zuge abgereiſt. Der König, der Kronrpinz. Prinz Kyrill,
die Mitalieder des Kabinetts, das Perſonal der
verſchie=
denen Geſandtſchaften und die Behörden waren auf dem
Bahnhofe erſchienen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. Februar.
* Vom Hofe. Ihre Königl. Hoheit die
Groß=
herzogin empfingen am Samstag vormittag 11 Uhr
im Neuen Palais den Oberſtleutnant Sonntag aus
Mainz. Sonntag nachmittag 5 Uhr 23 Min. trafen
Prinzeſſin Magdalene Reuß j. L. und
Gräfin Luitgarde zu Solms=Laubach zum
Beſuch im Neuen Palais ein. (Darmſt. Ztg.)
* Beſtätigt wurde der von dem Herrn Grafen von
Schlitz genannt von Görtz auf die Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Nieder=Stoll, Kreis Lauterbach,
präſentierte Lehrer Karl Fiſcher zu Hemmen, in
dem=
ſelben Kreis, für dieſe Stelle.
* In den Ruheſtand verſetzt haben Se. Königl.
Hoheit der Großherzog den erſten Muſiklehrer am
Lehrerſeminar in Friedberg Muſikdirektor Friedrich
Schmidt auf ſein Nachſuchen, unter Anerkennung
ſeiner mehr als 50 jährigen treuen Dienſte, mit Wirkung
vom 16. April d. J. an; den Lehrer an der Volksſchule
zu Offenbach Wilhelm Lotz auf ſein Nachſuchen.
* Entlaſſen wurde der Lehrer an der Gemeindeſchule
zu Wetterfeld, Kreis Schotten, Ludwig Hämmerle
auf ſein Nachſuchen; der Amtsgerichtsdiener bei dem
Amtsgericht Wald=Michelbach Jakob Lichtenfels.
-g. Strafkammer. In der geſtrigen Sitzung der
Straf=
kammer wurde die Ehefrau Philipp Schlitz aus
Offen=
bach wegen Verbrechens nach § 218,1 zu der geſetzlichen
Mindeſtſtrafe von 6 Monaten Gefängnis
verur=
teilt. Der Ehemann Schlitz erhielt wegen verſuchten
Verbrechens nach § 218 unter Einbeziehung einer am 20.
Oktober vom Schöffengericht Offenbach wegen Diebſtahls
ausgeſprochenen Strafe von 1 Jahr 1 Jahr 5 Monate
Der 21jährige Zuſchneider Karl
Gefängnis.
Guſtav Lotz aus Offenbach hat am 15. Dezember
vori=
gen Jahres ſeiner Geliebten, der 17jährigen Mathilde
Müller, die ihm den Laufpaß geben wollte, aus
Erreg=
ung darüber einen Meſſerſtich in die Bruſt verſetzt, durch
den die Lunge verletzt wurde. Er ſtellte ſich ſofort ſelbſt
der Polizei und wird wegen ſchwerer Körperverletzung
zu 5 Monaten Gefängnis verurteilt; von der
Unterſuchungshaft werden ihm 7 Wochen angerechnet.
Provinzialausſchuß. Die Tagesordnung für die
Sitzung des Provinzialausſchuſſes der Provinz Star
kenburg am Samstag, den 10. Februar, vormittags
9½ Uhr, lautet: 1. Reklamation gegen die
Bürgermeiſter=
wahl zu Jügesheim; 2. Wirtſchaftsbetrieb des Karl
Leh=
ner zu Offenbach; 3. Wirtſchaftskonzeſſionsgeſuch des
Heinrich Sproß zu Groß=Zimmern; 4. Geſuch des Ludw.
Kreuz zu Ober=Roden um Ausſtellung eines
Wander=
gewerbeſcheins; 5. Die Bürgermeiſterwahl zu Radheim.
S. Pfarrer Walz . Mit Pfarrer Ludwig Walz
der nach längerem Leiden am Sonntag in Wiesbaden
einem Schlaganfall erlag, iſt wieder ein ſehr verdienter
evangeliſcher Geiſtlicher Heſſens aus dem Leben
geſchie=
den. Geboren zu Lich am 13. Januar 1853, trat Walz
am 28. November 1875 als Pfarrverwalter zu Güttersbach
in den Dienſt der heſſiſchen Landeskirche, wurde dann
am 17. Mai 1876 Vikar in Langsdorf und Lehrer an der
erweiterten Volksſchule in Lich, am 9. Januar 1881
Pfar=
rer in Grüningen, am 17. November 1890 Pfarrer in
Lang=Göns, von wo er am 23. Juni 1899 als Pfarrer
nach Beſſungen kam. Hier hat er 13 Jahre lang mit Auf=
Die Raſſenmiſchung.
Ein Problem unſerer Kolonialpolitik.
Von H. Singer.
Es heißt, daß das Kolonialamt durch Verordnungen
der auf Samoa überhandnehmenden Miſchung von Weißen
und Samoanerinnen entgegenwirken will, und zwar in der
Weiſe, daß Ehen zwiſchen beiden Teilen in Zukunft verboten
ſind, und daß Kinder aus nichtehelichen Vereinigungen
nicht den Weißen, ſondern den Farbigen zugerechnet werden
ſollen, was für dieſen Nachwuchs manche rechtlichen
Be=
ſchränkungen zur Folge hätte. Damit ſchreitet die
Kolonial=
verwaltung auf dem Wege weiter, den ſie in Südweſtafrika
ſchon vor einigen Jahren zu betreten gezwungen geweſen iſt;
die Raſſenmiſchung macht ihr mit Recht Sorge.
Das Problem der Raſſenmiſchung, d. h.
vor=
nehmlich die Frage, ob die Durchmiſchung der weißen
mit den ſogenannten farbigen Raſſen als eine willkommene,
bedenkliche oder ſozial und politiſch belangloſe Erſcheinung
aufzufaſſen ſei, iſt ſo alt, wie die gewaltſame Eroberung
oder friedliche Koloniſierung überſeeiſcher Gebiete durch
die Europäer. Die landläufige Anſchauung neigt dazu
daß die Durchmiſchung im allgemeinen unerfreulich ſei, weil
Kinder ſolcher Ehen wenig von den guten Charakterſeiten
der Eltern zeigen, umſo mehr aber deren ſchlechte.
Durch=
weg trifft dieſe Anſchauung nun zwar nicht zu, aber falſch iſt
ſie auch nicht. Wir erinnern daran daß im romaniſch
koloni=
ſierten Mittel= und Südamerika gerade die Staatsweſen
ſich am ſchlechteſten entwickelt und die unruhigſte Geſchichte
gehabt haben, in denen für Kolonialzeit und ſpäter die
Durchmiſchung der Weißen mit den Indianern und den aus
Afrika herübergebrachten Negern am ſtäkſten geweſen iſt, ſo
in Venezuela, Colombia und Ecuador, und vor allem in der
berüchtigten Mulattenrepublik Haiti, während deren
Nach=
bar=Republik, das von meiſt reinen Negern bewohnte Santo
Domingo, kaum je beſonders unliebſames Aufſehen erregt
hat. Eine Ausnahmeſtellung nimmt indeſſen wieder
Bra=
ſilien ein, wo die Vermiſchung zwiſchen Portugieſen und
Negern ein außerordentlich hohes Maß erreicht hat, wo aber
trotzdem, von Einzelerſcheinungen abgeſehen, die
Entwick=
lung im ganzen in friedlichen Bahnen verlaufen iſt. In
Weſt=
grönland ünd die normänniſchen Einwanderer des Mittel=
alters, nachdem ſie ſeit dem 14. Jahrhundert ohne
Verbin=
dung mit dem Mutterlande waren, ſo vollſtändig in der
Eskimobevölkerung aufgegangen, daß man lange Zeit
ge=
glaubt hat, jene ſeien überhaupt von dieſer ausgerottet
wor=
den. Tatſächlich ſind die heutigen Eskimos des däniſchen
Weſtarönland eine Miſchlingsraſſe mit viel
europäiſch=
nordiſchem Blut, und man kann nicht ſagen, daß ſie irgendwie
unſympathiſch oder gar körperlich degeneriert ſeien.
ImGegen=
teil, ſie haben aus der Raſſenmiſchung für den Kampf ums
Daſein Fähigkeiten gewonnen, die ſie über die reinraſſigen
Eskimos ſtellen. Von den Miſchlingen zwiſchen Ruſſen und
den ſibiriſchen Völkern kann man daſſelbe ſagen. Es ſcheint
demnach, daß, wenn nach Art und Milieu nicht zu ſehr
verſchiedene Völkerelemente ſich miteinander verbinden, das
Produkt nicht minderwertig zu ſein braucht. Intelligenz
und Gewandheit ſind ſogar hervorſtechende Eigenſchaften
auch ſolchen Miſchlingsprodukten, wie man ſie im romaniſchen
Amerika findet. Es hat dort beachtenswerte Dichter
Schriftſteller, Künſtler, Gelehrte, Staatsmänner und
Gene=
räle gegeben, die „Half=caſts” waren.
Alles wirkliche Unheil, das der Raſſenmiſchung
ent=
ſpringt, rührt im Grunde davon her, daß der Europäer an
Bildung und Kultur hoch über der farbigen Frau zu
ſtehen pflegt. Der Weiße, der mit einer Indianerin, Negerin
oder Südſee=Inſulanerin die Ehe oder eine loſere
Lebens=
gemeinſchaft eingeht, tut es ſchwerlich deshalb, weil er eine
Gefährtin in höherem Sinne in ihr zu finden erwarten kann,
ſondern aus praktiſchen Gründen, und vor allem aus Mangel
an weißen Frauen. Die Kinder können die Natur der Mut
ter nicht verleugnen. Da ſie aber einen weißen Vater haben,
ſo fühlen ſie ſich ebenfalls als Weiße, wollen von
rein=
blütigen Weißen als ſozial gleichberechtigt angeſehen
wer=
den und zeigen ſich von der unangenehmſten Seite, wenn
das nicht geſchieht. Das gilt vornehmlich von Miſchlingen
zwiſchen germaniſchen Europäern und afrikaniſchen
Schwarzen, während manche Romanen, wie die Portugieſen
Miſchlinge ſich leicht aſſimilieren. Man darf aber, um ge
recht zu ſein, nicht außer Acht laſſen, daß dieſe Miſchlinge
zwiſchen Weißen und Farbigen oft recht bemitleidenswerte
Geſchöpfe ſind, weil ſie ſich nicht nur von der weißen, ſonderr
auch von der farbigen Geſellſchaft ausgeſtoßen und verachtet
ſehen. Es gibt Negerſtämme, die ſich zwar geehrt fühlen,
wenn der weiße Mann ſich eine ihrer Frauen zulegt, die
Kinder aber für minderwertig halten und nicht gerne wieder
in ihren Schoß aufnehmen.
Sehen wir uns nun ein wenig nach den Verhältniſſen
in unſeren eigenen überſeeiſchen Beſitzungen um, und werfen
wir dabei einen Blick auf die eine oder andere unſerer
Nach=
barkolonien. Ein engliſcher Geiſtlicher, der vor einigen
Jahren quer durch Afrika zog, hatte Gelegenheit zu
Ver=
gleichen zwiſchen dem Verhalten der Weißen in tropiſchen
Kolonien Englands, Deutſchlands und Frankreichs, und
kam dabei zu folgendem Ergebnis: Im engliſchen Nigeria
mißbillige man es, wenn ein Europäer eine Verbindung
mit einer ſchwarzen Frau eingeht, was deshalb auch ſelten
vorkomme; im franzöſiſchen Scharigebiet geſchehe es häufig,
und in Deutſch=Adamaua ſei es die Regel, da gebe es
Miſch=
linge in großer Zahl, die ſozuſagen entnationaliſiert ſeien
und das Anſehen der Weißen nicht gerade erhöhten. Wir
glauben zwar, daß der Beobachter ſich bezüglich ſeiner
Landsleute nicht irrt, daß er aber die Dinge in Kamerun
für uns zu ungünſtig darſtellt, während in Franzöſiſch=
Aequatorialafrika die Verhältniſſe allerdings nicht
ſchmei=
chelhaft für die dortigen Beamten, Offiziere und Kaufleute
zu liegen ſcheinen. Trotzdem tritt im tropiſchen Afrika der
Weiße noch überall in ſo geringer Zahl auf, daß da die
Frage der Raſſenmiſchung den Regierungen noch wenig
Sorge zu machen braucht; die Spuren der Miſchung ſind
ge=
ring im Vergleich zur Maſſe der ſchwarzen Bevölkerung.
Immerhin iſt die engliſche Verwaltung bemüht, ihren
Be=
amten das Mitnehmen ihrer weißen Frauen nach Afrika zu
erleichtern, und es hat ſich ergeben, daß die engliſchen
Da=
men das Klima dort ganz gut vertragen, wenn ſie auch
Ge=
ſelligkeit und andere Annehmlichkeiten) des Lebens noch
viel=
fach entbehren müſſen. Die deutſche Kolonialverwaltung
iſt in dieſer Hinſicht lange Zeit nicht ſo entgegenkommend
geweſen, hat ſich aber doch allmählich und unter günſtigen
Erfahrungen dem engliſchen Beiſpiele angepaßt. Wenn
auch im tiefen Innern von Kamerun, Togo und Oſtafrika
die Daſeinsbedingungen für weiße Ehepaare noch nicht
günſtig ſind und ſolche dort nur wenige vorkommen, ſo
fin=
den ſie ſich um ſo häufiger in den großen Verwaltungs=
und Verkehrsmittelpunkten der Küſte, und die Gouverneure
ſelbſt ſind ja einigemal mit gutem Beiſpiel vorangegangen.
Selbſt im belgiſchen Kongolande, wo bisher wie das
Meiſte ſo auch die Eben -wild” waren, wird auf dieſem
opferung ſeiner ganzen Kraft im Segen gearbeitet und
ſich die Liebe und Hochachtung aller Gemeindeglieder in
reichſtem Maße erworben, die die Kunde von dem
Hin=
ſcheiden ihres treuen Seelſorgers mit aufrichtiger Trauer
vernehmen werden. Durch körperliches Leiden ſchon
viel=
fach gehemmt, widmete ſich Walz in den letzten Jahren
noch mit eiſerner Energie der Erreichung zweier großer
Ziele: der Erbauung eines Gemeindehauſes und der
Er=
neuerung der Beſſunger Kirche, deren Fertigſtellung zu
erleben ihm eine wahre Herzensfreude und ſtolze
Genug=
tuung war. So werden noch lange „die Steine von ihm
reden”; aber auch in den Herzen ſeiner
Gemeindeange=
hörigen wird ſein Name immer unvergeſſen bleiben.
A Keine Wahlen! Im laufenden Jahre ſtehen
pöli=
tiſche oder Stadtverordnetenwahlen nicht bevor, gewiß
zur Befriedigung der wahlberechtigten Einwohnerſchaft,
die im Verlauf weniger Monate ſich der Landtags= und
der Reichstagswahl zu unterziehen hatte. Im Jahre
1913 wird dagegen die beſtimmungsgemäße Erſatzwahl
zur Stadtverordneten=Verſammlung, zum erſten Male auf
Grund der neuen Städteordnung, und im Jahre 1914 die
Erſatzwahl zur Zweiten Kammer der Landſtände
ſtatt=
finden.
Ausſtellung. Man ſchreibt uns: Bildhauer A.
Anthes, ein junger Darmſtädter Künſtler, der durch
Ausſtellen einzelner Werke ſchon in vielen Kreiſen
be=
kannt ſein wird, zuletzt durch „Der Kopf des Hagen”
ha=
ſeit geſtern im Schaufenſter der Hof=Buch= und
Kunſt=
handlung Johs. Waitz, Eliſabethenſtraße 16, ſein neueſtes
Werk in einer farbigen Kreidezeichnung, eine Studie nach
Michelangelo, ausgeſtellt. Mit wuchtigen Zügen und
kräftigen Farbeneffekten hat der Künſtler es verſtanden,
einen der ſchönſten Köpfe des großen Renaiſſance=
Mei=
ſters wiederzugeben. Aus ſeiner Arbeit ſpricht eine hohe
Begabung, die hoffen läßt, daß Anthes dem Ziele einer
größeren Bedeutung entgegengeht. Das Bild iſt
ver=
käuflich.
* Kunſtnotiz. Das Münchner Künſtlerehepaar Bea
Kuhn=Schreiner und Richard Kuhn
veran=
ſtaltet auch hier einen ihrer überall mit großem Beifall
aufgenommenen Lieder= und Duettenabende. Das
Pro=
gramm iſt Schumann=Schubert=Brahms gewidmet.
* Kurſus über Armenpflege, Ingendwohlfahrt
und Ingendfürſorge. Auf die heute Dienstag, den
6. 2. Mts., nachmittags 4½ Uhr bezw. 5¼ Uhr
ſtatt=
findenden Vorträge des Herrn Amtmanns Krapn
über: Die Grundzüge unſeres heutigen Armenrechts”
und „Organiſation und allgemeine Grundſätze der 5
fent=
lichen Armenpflege” im Herrſchaftsſaale des Städtiſchen
Saalbaus wird hiermit aufmerkſam gemacht.
* Darmſtädter Verkehrsfragen. Auf die am
Mittwoch im Kaiſerſaal ſtattfindende von den
Be=
zirksvereinen einberufene Volksverſammlung,
in der die hieſigen Verkehrsverhältniſſe, ſpeziell
der Vertraa mit der ſüddeutſchen Eiſenbahngeſellſchaft
zur Beſprechung kommen ſoll, wird hiermit nochmals
hingewieſen. Da in der nächſten Stadtverordneten=
Ver=
ſammlung die wichtige Angelegenheit ſchon zur
Ent=
ſcheidung ſteht, ſo iſt gewiß auf zahlreichen Beſuch der
Verſammlung zu rechnen.
Sonntagsruhe. Heute abend findet, wie aus dem
Anzeigenteil erſich lich, im Kaiſerſaal die große öffentliche
Kundgebung zur Einführung der vollſtändigen
Sonn=
tagsrube in Handel und Gewerbe durch Reichsgeſetz
ſtatt. Kein Handlungsgehilfe darf bei dieſer
Kund=
gebung fehlen. (Siehe Anzeige.
— Der Evangeliſche Jünglingsbund im
Großherzog=
tum Heſſen wird in dieſem Jahre wieder ein großes
gemeinſames Bundesfeſt veranſtalten, und zwar am
Sonntag, den 5. Mai, in Groß=Gerau. Während der
Vor=
mittag die Jugend und ihre Freunde im Feſtgottesdienſt
auf die höchſten Ziele aller wahren Jugendpflege
hinwei=
ſen will, ſollen am Nachmittag volkstümliche Wettſpiele
ſtattfinden, die dann ihren Abſchluß in einer ſchlichten
Nachfeier mit Anſprachen, Geſängen uſw. finden. Die
günſtigen Bahnverbindungen nach Groß=Gerau werden
ſicherlich eine vielhundertköpfige Schar Jugendlicher
zu=
ſammenführen. Als jüngſten Zuwachs konnte der Bund
die Vereine von Büttelborn und Guſtavsburg begrüßen,
andere ſtehen unmittelbar vor dem Anſchluß. Zum
1. April dieſes Jahres wird wieder eine gemeinſame
Konfirmandennummer herausgegeben, welche auch von
Nichtmitgliedern des Bundes bezogen werden kann.
Be=
ſtellungen müſſen bis zum 15. März erfolgt ſein und ſind
an den Bundesvorſitzenden Pfarrer Müller=Offenbach
zu richten.
V.V Der Verkehrs=Verein ladet ſeine Mitglieder zu
der Verſammlung der vereinigten Bezirksvereine auf
Mitt=
woch ein. (Siehe Anzeige.)
*Konzert. Das viesjährige Konzert in der
Johanneskirche zum Beſten der Kinderſchule und
der Krippe der Johannesgemeinde wird am Freitag,
den 16. Februar, abends 6 Uhr, unter ge ä iger
Mit=
wirkung der Herren Stadtorganiſt Borngäſſer,
Richard Leucht von Worms und Hofopernſänger
Stephani ſtattfinden. Herr Stephani wird u. a.
wieder die Kreuzſtabkantate von J. S. Bach
ſingen. Eintrittskarten ſind im Gemeindehaus der
Johannesgeme nde und demnächſt im Verkehrsbureau
und bei Schutter zu haben.
* Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Für
ver=
gangenen Sonntag lautete die Parole: „Friſch auf! zur
vorletzten Tour im nun zu Ende gehenden Klubjahre.”
Sie fand freudigen Widerhall bei 113 Wandersleuten, die
ſich trotz der grimmigen Kälte am Ausgangspunkte der
Tour, Heppenheim, zuſammengefunden hatten. Unter
der vortrefflichen Führung des Herrn Forſtmeiſters
Gun=
trum ging es durch den Diſtrikt Waſſerſchöpp nach dem
Lindenſtein zur Schutzhütte Heppenheim. Die ganze
Schönheit einer Winterlandſchaft lag ausgebreitet vor
den Augen der Wanderer. Schnee überall, Höhen und
Tiefen eingebettet zum Winterſchlaf. Schon ſchickte die
Sonne ihre Strahlen voraus, die rüſtigen Wanderer zu
begrüßen. Sie durchglühten das Firmament und
er=
glänzten im Widerſcheine auf der weiten Schneefläche.
Freudig begrüßt erſchien endlich die Majeſtätiſche ſelbſt
und überflutete die Höhen mit blendendem Licht. Im
eierlich hinhorchenden Wald träumte das Wintermärchen.
Von der Schutzhütte aus führte die Tour, herrliche
Aus=
blicke bietend, nach dem Heiligenberg. Gleich hinter dem
Lindenſtein ſtießen wir auf die Mannheimer Ortsgruppe.
Sie befand ſich auf einer Tour nach Auerbach. „Friſch
auf!” klang es hüben und drüben als Gruß und als
Auf=
munterung zur Ueberwindung der noch bevorſtehenden
Strapazen. Schon grüßte Knoden. Doch galt es noch
manche Höhe zu bezwingen, bis wir, über die Gronauer
Kanzel, nach dem erſehnten Orte der Frühſtücksraſt
ge=
langten. Der Aufenthalt währte eine Stunde. Geſtärkt
wurde die Wanderung fortgeſetzt. Sie führte querfeldein
nach dem Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe. Dieſer
Teil der Tour war wohl der anſtrengendſte. Die Wege
waren zugeweht. Der Schnee lag ſtellenweiſe kniehoch.
Am Kaiſerturm mußte Halt gemacht werden, um die
Klubmitalieder wieder zu ſammeln. Die Revue ergab:
fremde Tauben im Schlag.‟ Drei Angehörige der
Mann=
heimer Ortsgruppe waren den Darmſtädtern gefolgt im
Glauben, ſie befänden ſich bei ihren Landsleuten. Jetzt
entdeckten ſie ihren Irrtum. Reichelsheim wurde gegen
4 Uhr erreicht. Eine von der Ortsgruppe Reichelsheim
aufgebotene Muſikkapelle empfing den Klub am Eingang
des Ortes und geleitete die nun müden Wanderer in das
Gaſthaus „Zum Adler”. Nach den Anſtrengungen des
Tages mundete das Mahl vorzüglich. Vorträge der
Muſikkapelle, Reden und Lieder ließen die Zeit raſch
da=
hineilen. Die Ortsaruppe Reichelsheim ließ den Klub
offiziell begrüßen. Mit dem Zuge 6 Uhr 25 Min. wurde
die Heimreiſe angetreten. Die vorletzte Tour des
Klub=
jahres 1911 ſtellte an die Teilnehmer große
Anforderun=
gen; ſie vergalt aber auch reichlich alle Mühe
Ein neuer Verein. Man ſchreibt uns: Am
Sonn=
tag wurde hier ein „Heſſiſcher Dobermannpinſcher=Verein”
gegründet, deſſen Zweck und Ziel iſt, weitere Verbreitung
und Liebhaber für den eleganten Dobermannpinſcher, den
modernen Großſtadthund. zu gewinnen. Der Verein
er=
ſtreckt ſich ſpeziell auf Heſſen ſelbſt und wäre es erwünſcht,
wenn ſich noch viele Herren dem Verein anſchließen
wür=
den. Da der Dobermann nicht nur als Lurushund
gezüch=
tet wird, ſondern auch eine führende Stelle als Polizei
und Schutzhund einnimmt, dürfte für die Raſſe ein
er=
höhtes Intereſſe vorhanden ſein.
* Im Bürgerkeller konzertiert ſeit 1. Februar das
vorzügliche Salon=Damen=Orcheſter Hans Kreuz
(12 Perſonen). Dieſe Kapelle iſt für Darmſtadt ganz neu.
Ein Beſuch iſt beſtens zu empfehlen.
§ Naturalverpfleaungsſtation. Mährend des
Monats Januar wurde die Hilfe der hieſigen
Naturaſ=
verpflegungsſtation von 557 mittelloſen Durchreiſenden
in Anſpruch genowmen und ſind hierduch 529 Mk.
Ver=
flegungskoſten entſtanden. Im Monat Dezember ſind
678 (oder mehr 121) Perſonen unterſtützt worden, welche
einen Koſtenaufwand von 641 Mk. (oder mehr 112 Mk.)
rerurſachten.
§ Aſyl für Obdachloſe. Während des Monats
Januar wurde in dem im Lokal des zweiten
Polizei=
reviers in der Alexanderſtraße errichteten Aſyl für Ob
la hloſe 477 Perſonen und in demjenigen im Lokal des
funften Polizeirev ers in der Lutw gshöhſtraße 201 Per
ſonen, zuſammen 678 Perſonen Oboac
— Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Monat
Januar ergaben die fortlaufenden Reviſionen unſerer
Nachtwachbeamten folgende Fälle: 371 offene Haustüren
und Tore wurden vorgefunden, 107 mal brannte Licht in
Geſchäfts= und Bureaulokalitäten, Kellern und
Boden=
räumen bezw. wurde vergeſſen, dasſelbe zu löſchen, 18
de=
fekte Schlöſſer und Türen, ſowie ſteckengebliebene Schlüſſel
wurden vorgefunden, 7 offenſtehende Parterrefenſter
er=
mittelt.
gs. Unfall. Geſtern vormittag gegen 10 Uhr fiel in
der Kirſchen=Allee ein zweijähriges Mädchen beim Spie
len in einen mit heißer Brühe gefüllten Waſchkeſſel.
Es verbrannte ſich den ganzen Körper. Das ſchwer
ver=
letzte Kind wurde durch die Rettungswache mit dem
Kranken=Automobil in das Städtiſche Krankenbaus
ge=
bracht.
Karneval in Darmſtadt.
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla. Durch ein bedauer
liches Verſehen iſt in dem Bericht über den Künſtlerabend
zu erwähnen vergeſſen, daß auch Herr Kraemer das
Programm in wirkſamſter Weiſe bereichern half. Herr
Kraemer ſtellte ſich als Meiſter muſikaliſcher Exzentriks
vor. Er verſtand es, ſeinen eigenartigen Inſtrumenten
liebliche muſikaliſche Weiſen zu entlocken und wenn er mit
draſtiſchem Humor ſich als vielſeitiger Künſtler einzufüh
ren wußte, ſo war das ſicherlich kein Fehler für die Stim
mung des Abends. Seine Witze wurden viel belacht.
Seine Leiſtungen trugen ihm den muſikaliſchen Exzentriks=
Orden ein.
— Odenwald=Verein Darmſtadt. In den Räumen
des Mathildenhöhſaales veranſtaltete am Samstag
abend der Odenwald=Verein Darmſtadt ſeinen diesjäh
rigen Maskenball. Wie alljährlich, ſo war auch
dies=
mal der Andrang hierzu ſehr ſtark und der Saal bis au
den letzten Platz beſetzt. Der rührige Vorſtand prämiierte
auch in dieſem Jahre die vier ſchönſten Damen= und ori
ginellſten Herrenmasken. Das hierzu erwählte Komitee
hatte bei der allzu großen Konkurrenz eine ſchwere Au
gabe. Auch der Bauernkapelle ſei noch zum Schluß
ge=
dacht, die ihre luſtigen Weiſen bis zum frühen Morgen
ertönen ließ und ſomit ſämtliche Narren und Närrinnen
in fröhlicher Stimmung beiſammen hielt.
* Deutſchnationaler Handlungsgehilfen=Verband. Die
vom Deutſchnationalen Handlungsgehilfen=Verband
Ortsgruppe Darmſtadt, veranſtaltete karnevaliſtiſche
Damen= und Herrenſitzung nahm einen glänzenden Ver
lauf. Das Protokoll des Narren Weiß erntete ſtürmi
ſchen Beifall, ſodaß gar bald die echte frohe Faſchings
ſtimmung Platz griff und der richtige Reſonnanzboden
für die weiteren Darbietungen der erſtklaſſigen Bütt
redner geſchaffen war. Es iſt an dieſer Stelle nicht
mög=
lich, aller zu gedenken. Die Darbietungen der Narren
Reuter, Fey, Bauer, Spöhrer, Rupp, Hermes, Nicolas
und Adam bewieſen, daß trotz der ſchlechten Zeiten echter
Humor auch beim Handlungsgehilfen lebendig iſt. Die
von den Hofpoeten der Ortsgruppe gedichteten Narren
lieder wurden von der großen Schar der Närrinnen und
Narren mit Faſchingsbegeiſterung geſungen. Nachdem
die feierliche Dekorierung aller Büttgrößen beendigt war,
begann der Tanz.
— Der Mozart=Verein ruft für nächſten
Sams=
tag, den 10. d. M., ſeine Getreuen in die im
Geſchmag=
der Biedermeierzeit glanzvoll ausgeſchmückten Räume des
Saalbaues zum fröhlichen Maskenfeſt. Nicht nur zier
lich aufgeputzte Herren und Dämchen der damaligen
Mode neben Geſtalten und Tyven aus allen Ländern und
Zonen, ſondern ſelbſtverſtändlich auch das ganze luſtige
Gefolge des Karnevalprinzen werden ſich vollzählig ein
finden, um den Abend durch ihre Anweſenheit zu ver
herrlichen und zu würzen. Unter dem Schutze der
Mask=
ſoll Necken und Scherzen. Luſt und frohe Laune die all
ſeitige Loſung des Abends ſein. Den prickelnden
muſt=
kaliſchen Auftakt dazu liefern in ununterbrochenem Wech
ſel die Kapellen der 115er und 6ler mit ihren ſchönſten
Weiſen unter Führung ihrer trefflichen närriſchen
Kapellmeiſter, Herren Hauske und Weber. Für die
Augenblicke ruhigen Genießens und Schauens locken bei
perlendem Sekte und den Klängen einer eigenen Künſt
lerkapelle die lauſchigen Plätzchen in dem Pavillon auf
Felde reformiert. Im vorigen Jahre hat der belgiſche
Ko=
lonialminiſter den Beamten geſtattet, ſich von ihren weißen
Frauen begleiten zu laſſen und er hat ihnen eine
Gehalts=
zulage gewährt in der vielleicht richtigen Vorausſetzung,
daß ſie nun vom Recht ihrer Urlaubsreiſen nach Europa
weniger oft Gebrauch machen werden.
Ernſter liegen die Dinge in Auswandererkolonien, wo
bei ſchwacher Eingeborenenbevölkerung die weiße
Bewohner=
ſchaft wächſt und wachſen ſoll. Für Deutſchland handelt
es ſich da vor allem um Südweſtafrika, wo eine ſtarke und
zunehmende Miſchraſſe das Koloniſationswerk zu
beein=
trächtigen droht. Hier wird die Zahl der Miſchlinge
in=
folge der zahlreichen loſen Verbindungen zwiſchen Weiß
und Schwarz oder Gelb (Hottentottenfrauen) immer größer.
Nach amtlicher Angabe wurden 1908 in Deutſch=
Südweſt=
afrika 1112, im Jahre 1909 gar 1574 Miſchlingskinder
ge=
boren, ſo daß es Ende 1909 bereits 4282 Miſchlinge in dem
Schutzgebiet gab, bei einer Zivilbevölkerung von nur 10 644
Weißen. In der deutſchen Südſee vereinigen ſich die weißen
Pflanzer und Händler gern mit den braunen Schönen
Mikroneſiens und des polyneſiſchen Samoa. Auch viele
rechtmäßige Ehen werden mit Samoanerinnen
eingegan=
gen, waren im Jahre 1909 doch 87 von 356 auf Samoa
lebenden weißen Männern mit farbigen Frauen verheiratet.
Hier und in Südweſtafrika iſt es nicht allein die Bildung
einer ſtarken Miſchlingsbevölkerung, die bedenklich ſtimmt,
ſondern auch die Tatſache, daß die Weißen unter dem
Ein=
fluß der farbigen Frauen und ihres Anhanges auf das
Niveau der Eingeborenen zurückſinken. Es iſt das nicht
immer der Fall, und man weiß von ausgezeichneten Ehen
Deutſcher mit Farbigen, gegen die ſich nicht das Geringſte
ſagen läßt. In der Regel aber geht der Weiße für die
europäiſche Geſellſchaft verloren, er wird nach Sprache,
An=
ſchauungen und Gewohnheiten zum Farbigen. Man kann
ſich kaum etwas Traurigeres und Beſchämenderes denken.
Aus dem Geſagten dürfte hervorgehen, daß es ſich hier
überall im Grunde um eine Frauenfrage handelt, und
die Kolonialpolitiker haben auch ſchon lange erkannt, daß
man den nach drüben gehenden Weißen die Gelegenheit
zur Ehe mit weißen Frauen geben oder verbeſſern muß.
Für Südweſtafrika iſt das bereits in gewiſſem Grade
ge=
ſchehen, indem die deutſche Kolgnialgeſellſchaft und der ihr
angehörende Frauenbund ſet einer großen Anzahl von
Frauen und Mädchen die Ueberſiedlung in die Kolenien
ermöglicht haben. Bis zum Jahre 1910 ſind 178 Ehefrauen,
126 Mädchen unter 16 Jahren (Töchter von Koloniſten), 117
andere weibliche Verwandte von Koloniſten, 129 Bräute und
239 weibliche Dienſtboten hinausgeſchickt worden. Das iſt eine
ganz anſehnliche Zahl, aber ſie genügt doch noch nicht, um
die Gefahr wirkſam zu bekämpfen. Im allgemeinen wäre
ein befriedigender Zuſtand für die übrigen Kolonien nur
dadurch zu erzielen, daß die Handels= und
Pflanzungs=
geſellſchaften ihren hinausgehenden Angeſtellten nicht nur
das Mitnehmen weißer Frauen erlauben, ſondern es
be=
günſtigen, gelegentlich wohl gar zur Pflicht machen würden
Nur wäre da die Vorausſetzung, daß überall friedliche
ge=
ſicherte Zuſtände herrſchen, und damit hat es in großen
Teilen unſerer Kolonien noch gute Wege. Wir wollen aber
ſchließlich nicht die betrübende Tatſache unerwähnt laſſen,
daß nicht wenig von den Deutſchen in Ueberſee es bequemer
und angenehmer finden, leicht zu löſende Verbindungen
mit farbigen Mädchen einzugehen, als ſich die Feſſeln der
Ehe mit weißen Mädchen aufzuerlegen. Das gilt für die
Südſeite und für manches andere Kolonialland. und es iſt
ein Uebel, dem mit Verordnungen nicht beizukommen iſt.
Marionettentheater.
Wie ſchon kurz mitgeteilt, hat das
Marionetten=
theater Münchener Künſtler am Sonntaa ſein hieſiges
Gaſt=
ſpiel begonnen und erregt damit lebhafteſtes Intereſſe bei
Jung und Alt. Es iſt wohl ernſter Arbeit von Künſtlern
wert, dieſes köſtliche uralte Kaſperletheater zu reformieren
wenn die Reform zu ſolchen Reſultaten führt. Wie feine
ſatiriſche Parodie auf die moderne Bühne mutet es an, das
Spiel dieſer reizenden, durchaus ſtilecht gekleideten
Mario=
netten. Wie ſie mit vornehmer, ſteifer Grandezza ſich
be=
wegen in ihrer Ungelenkigkeit, die doch durch meiſterhafte
Kunſt der Bewegung ſo ungemein ausdrucksvoll wirkt auf
der Bühne, die für ſich wieder ein entzückendes kleines
Kunſtwerk bildet. Wie ſie in echtem Münchener Dialekt ſich
unterhalten in den humoriſtiſchen Stücken und wahre
Hei=
terkeltsſtürme entfeſſeln, ſich Duelle liefern und Liebesduette
ſingen in den komiſchen Opern. Die von Prof. Joſeph
Wackerle modellierten Figuren ſind kleine Kunſtwerke; es
wird in ihnen ſehr glücklich das Typiſche ſtart betont und
dadurch ſchon der Schein leichter Karitatur hervorgerufen,
die wohl die eigentliche Domäne des Punpenſvielä iſt Q
Dialektſtück Der Porträtmaler” vom Grafen Pocci
iſt von köſtlichem burlesken Humor, und die „Serva
padrona” iſt eine der berühmteſten italieniſchen Buffo
Opern. ein Typus der Gattung, ein Meiſter= und Muſter
ſtück ihrer Art. Dieſe beiden Stückchen eignen ſich für die
Puppenbühne eigentlich beſſer als für die wirkliche, denn
ſie ſind in ihrer arotesken Handlung Parodien der Wirklich
keit, wie jene Püppchen Parodien der Menſchen ſind. Und
ſie wurden ſehr hübſch aufgeführt. Die Bewegungen der
Marionetten waren von höchſter Natürlichkeit, namentlich
im Geſtus der Hände, die ja die ganze Mimik tragen müſſen,
verblüffend ausdrucksvoll. Ein kleines Orcheſter. Streicher
und Cembalo, beſorgt die Bealeitung. Es wurde auch
ſehr hübſch geſungen, und endlich erſchien, wie geſagt, die
ſzeniſche Ausſtattung, dieſe zierlichen Möbel aus echtem
Numphenburger Porzellan, als ein wahres Kabinettsſtück.
Die künſtleriſche Geſamtleitung unterſteht bekanntlich dem
Schriftſteller Paul Brann, der ſich mit ſeinem künſt
leriſchen Verſtändnis und vielem Idealismus der Kunſt
des Marionettentheaters widmet. Alfred Kerr widmet dem
Theater im Tag folgende Verſe:
Zarte Klänge trauertönig
Märchenbunter Vorzeit Hauch .
Die Prinzeſſin liebt ein König,
Und ein Prinz liebt dieſe auch.
Alle ſchluchzen wie Berſerker.
Degen alänzt und güldner Reif.
Und ſkurril wie Rückenmärker
Halten ſie die Beine ſteif.
Jeder piekt ſich mit dem Dolche.
Schüttelt ab des Lebens Laſt
Dieſe Puppen ſind, als ſolche,
Putzig wie die Menſchen faſt.
Wie ſie dann durchs Sinaſpiel ſchreiten,
Sangeskünnter eder Zoll!
Offenbachs Muſik begleiten
Ihre Geſten wundervoll.)
Und zu einem Augenſchmauſe
Wird ihr Spiel. Der Kenner lacht —
Weil man doch im Opernhauſe
Dieſa ſolben (oſton macht.
dem Podium. Den Clou des Abends bildet die reiche,
farbenprächtige und ſtilvolle Ausſchmückung der
geſam=
ten Feſträume, mit der ſich die ſchon ſo oft bewährten
Feſt=
dekorateure des Vereins wieder neue Lorbeeren
errin=
gen werden. Aber auch die große Feſtpolonäſe „Im
Reiche der Blumen”, welche zur Eröffnung des Balles
hinüberleitet, bedeutet zweifellos für alle Feſtteilnehmer
eine originelle und reizvolle Ueberraſchung. Und
ſo=
mit ihnen allen im Voraus: „Fröhlichen Willkomm!”
* Nieder=Beerbach, 5. Jan. Geſtern abend
verun=
glückte auf der Rodelbahn am Frankenſtein ein
Stu=
dent und zog ſich Verletzungen des linken Oberſchenkels
zu. Derſelbe wurde durch die Darmſtädter
Rettungs=
wache im Krankenkraftwagen nach dem Städtiſchen
Kran=
kenhaus in Darmſtadt gebracht.
* Erfelden, 5. Febr. Der Altrhein bei Erfelden iſt
ſpiegelglatt zugefroren und bildet eine 7 Kilometer lange
Eisbahn.
M. Stockſtadt, 5. Febr. Unſer Altrhein, die Erfelder
Krümme, iſt bis zur Ausmündung in den Neurhein mit einer
ſpiegelglatten 4½ Zentimeter dicken Eisdecke überdeckt.
Schon geſtern herrſchte auf dem Eis bei Stockſtadt ein reges
Leben. Heute aber gibt es eine prachtvolle Schlittſchuhbahn.
Der Landwirt Jakob Streit fiel ſo unglücklich von der
Treppe, daß er ärztliche Hilfe in Anſpruch nehmen mußte
Anſcheinend hat er ſchwere innere Verletzungen erlitten.
Mainz, 5. Febr. Der am Samstag im Alter von 69
Jahren verſtorbene Geh. Kommerzienrat Rudolf Henkell
war Seniorchef der Sektkellereien Henkell u. Co. in Biebrich=
Wiesbaden und eine in weiteſten Kreiſen bekannte
Perſön=
lichkeit. Er hatte das 1832 von ſeinem Vater Adam Henkell
in Mainz begründete Unternehmen im Jahre 1866
über=
nommen. Die Kellereien, die vor drei Jahren von Mainz
nach Biebrich=Wiesbaden verlegt wurden, ſind zu einem
Be=
trieb ausgeſtaltet worden, und erregen ſtets die
Be=
wunderung der gaſtfreundlich aufgenommenen Beſucher
Geachtet und beliebt im weiteſten Maße war Herr Henkell
auch bei ſeinen zahlreichen Angeſtellten, und namentlich das
Heer ſeiner Arbeiter, deren ſoziale Lage er ſtets durch
Schaffung vielſeitiger Einrichtungen zu verbeſſern beſtrebt
war, wird ihm ein dauerndes Angedenken bewahren. Der
Verſtorbene war am 26. Dezember 1843 zu Mainz geboren.
Die Einäſcherung fand am 5. Februar, nachmittags,
im Krematorium zu Mainz ſtatt.
(*) Alsfeld, 4. Febr. In feierlicher Weiſe wurde
heute das renovierte Rathaus eingeweiht. Um
2 Uhr verſammelten ſich in der Halle des Rathauſes die
Stadtverordneten, die Herren von der Denkmalpflege
Vertreter des Kreisamtes, der Altertumsverein u. a. Bei
dem Feſtakt in der Rathaushalle hielt Bürgermeiſter Dr.
Völſing eine Anſprache, der Geſangverein „
Lieder=
kranz” trug einen Feſtchor vor. Nach der Beſichtiaung der
Räumlichkeiten ging es in den Saal zum „Deutſchen
Kaiſer‟ Der Städtiſche Archivar, Pfarrer Dr. Becke=,
hielt einen hiſtoriſchen Feſtvortrag, der ſich namentlich mit
dem Leben und Treiben im Rathaus in früheren
Jahr=
hunderten befaßte. Das Rathaus kann bereits auf ein
Alter von 400 Jahren zurückblicken. Es ſoll noch an
eini=
gen Sonntagen zur Beſichtigung offen ſtehen. Die
Wieder=
herſtellung hat 60000 Mark gekoſtet; davon trägt die
Stadt 40000 Mark, der heſſiſche Staat 20000 Mark. Die
Inneneinrichtung koſtet allein 30000 Mark.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Febr. Unter
Hinter=
laſſung von 150000 Mark Schulden
ver=
ſchwunden ſind ſeit einigen Tagen die Inhaber einer
in Schöneberg anſäſſigen Schwindelfirma, der Kosmos=
Reklame=Geſellſchaft, deren Geſchäftslokal ſich
in dem Prachtbau Hauptſtraße 24 befand. Im Oktober
1910 gründeten der 45jährige Kaufmann Hadrian und der
27jährige Kaufmann Treumann die genannte Geſellſchaft.
Die beiden Herren traten als vermögende Leute auf und
mieteten in dem erwähnten Hauſe über der Nebenſtelle
der Reichsbank und dem Grand=Café Schöneberg die
ganze Etage. Sie beſtellten bei Berliner Möbelfirmen
eine Wohnungseinrichtung zum Preiſe von 40000 Mark
und gaben als Anzahlung Wechſel. Das Firmenſchild
„Kosmos=Reklame=Geſellſchaft” diente nur als
Deckman=
tel für die unlauteren Geſchäfte Hadrians und
Treu=
manns, die darin beſtanden, daß ſie Waren in Kommiſſion
nahmen und die ihnen überlaſſenen, zum Teil wertvollen
Gegenſtände ſchleunigſt lombardierten. Die Schwindler
ſuchten ihre Opfer in allen Kreiſen und ſchädigten auch
kleinere Leute um Beträge von 200 bis 300 Mark. Bei
Ausübung ihres Betrugsmanövers bedienten ſie ſich eines
Agenten E., der die Opfer heranſchleppte und dafür eine
angemeſſene Proviſion erhielt. Zwei Berliner Firmen,
die durch ſchwindelhafte Hyoptheken und Wechſel ſchwer
geſchädigt ſind. ſtellten vor einigen Tagen Strafantrag.
Hadrian und Treumann merkten jedoch, daß etwas gegen
ſie im Gange war, und verſchwanden vor einigen Tagen
anſcheinend nach Frankreich. — In der Nacht zum
Sonn=
tag haben ſich in Berlin mehrere ſchwere
Brand=
unfälle zugetragen. In der Turmſtraße erſtickte bei
einem Wohnungsbrande der 52 Jahre alte Kaufmann
Joſef Rozmirski und konnte trotz aller Bemühungen der
Feuerwehr nicht ins Leben zurückgerufen werden. Bei
den Vorbereitungen zu einem Ballfeſt verunglückte in der
Willibald=Alexanderſtraße die 20jährige Tochter des
Schneidermeiſters Buchholz dadurch, daß ihr
Ball=
koſtüm an einer Lampe Feuer fing. Das junge Mädchen
erlitt ſchwere Brandwunden und mußte ins Krankenhaus
transportiert werden. Auch der Vater der Verunglückten,
der zu Hilfe eilte, zog ſich Brandwunden zu. Zu einer
Brandpanik kam es in der Großen Frankfurter
Straße. Dort wurden ſechs Perſonen, die in Gefahr
waren, durch die Feuerwehr noch glücklich in Sicherheit
gebracht. — Mit einem kleinen Schaden
da=
vongekommen iſt der ruſſiſche Kaviarhändler, der,
wie wir mitteilten, in der Nacht zum Dienstag ſeine
Brieftaſche verlor, die ein paar Hundert Mark in
Papier=
geld und für 120000 Mark Wertpapiere
ent=
hielt. Ein junger Mann lieferte die Taſche mit den
Schecks uſw. jetzt bei der Polizei ab. Das Papiergeld
fehlte und ebenſo ein Wechſel über 20000 Mark, der jedoc
für Andere keinen Wert hat. Wiie der „Finder” zu der
Taſche gekommen iſt, weiß er ſelbſt nicht. Der junge Mann
machte eine Bierreiſe, die ſich durch einige Tage und
Nächte ausdehnte. Wo er überall eingekehrt iſt, kann er
nicht ſagen. Als er eines Morgens ſeine Taſchen nachſah,
entdeckte er, daß ihm viel mehr Geld fehlte, als er nach
ſeiner Meinung ausgegeben haben konnte, daß er dafür
aber eine fremde Brieftaſche mit ruſſiſchen Papieren beſaß.
Noch wußte er nicht, was er damit anfangen ſollte, als
er in der Zeitung von dem Verluſt des ruſſiſchen
Kaviarhänd=
lers las. Jetzt vermutete er gleich, daß er die abhanden
gekommene Taſche habe, und eilte mit ihr zur Polizei.
Er vermutet, daß ihm die Taſche irgendwo heimlich
zu=
geſteckt worden ſei.
München, 5. Febr. In München erwartet man die
bevorſtehende Verlobung des Prinzen
Hein=
rich von Bayern, eines Enkels des Prinzregenten,
mit der Prinzeſſin Auguſte Viktoria von
Hohenzollern=Sigmaringen. Prinz
Hein=
rich iſt 25 Jahre alt und Rittmeiſter im 1. bayeriſchen
ſchweren Reiter=Regiment, die Prinzeſſin, ein Patenkind
der deutſchen Kaiſerin, ſteht im 22. Lebensjahre.
Hinterweidenthal, 5. Febr. Am Samstag nachmittag,
als ein Güterzug im hieſigen Bahnhof durchfuhr,
ent=
gleiſte aus noch unbekannter Urſache ein Güterwagen,
der noch fünf andere aus dem Gleiſe riß. Da ſich der
Zug in voller Fahrt befand, war der Anprall derart ſtark,
daß die ſechs Wagen zertrümmert wurden. Im
Kabi=
nett eines dieſer Wagen befand ſich ein Bremſer, der tot
gedrückt wurde
Hamburg, 5. Febr. Das Feuer in der
Teerproduk=
ten= und Dachpappenfabrik Schatz u. Hübner in
Wil=
helmsburg entſtand beim Zuſammenſchweißen von
Rohr=
leitungen. Sämtliche Fabrikanlagen, die leicht
brenn=
bares Material enthielten, ſind eingeäſchert
wor=
den. Das Kontorgebäude blieb erhalten. Der
Brand=
meiſter erlitt bei den Löſcharbeiten leichte Verletzungen.
Greifswald, 4. Febr. Hier iſt heute das
Stadt=
theater ausgebrannt. Die Löſcharbeiten
wur=
den durch den Froſt erſchwert.
Innsbruck, 5. Febr. Vom Monte Oro bei Riva ging
ein großer Felsſturz nieder. Eine im Bau begriffene
Villa eines amerikaniſchen Kurgaſtes wurde zerſtört, eine
Arbeiterbaracke, die Reichsſtraße, die Waſſerleitung und
elektriſche Lichtleitung verſchüttet.
Rom, 4. Febr. Die Internationale
Ausſtel=
lung für ſoziale Hygiene wurde in Gegenwart
des Königs und der Königin, ſowie mehrerer Miniſter
feierlich eröffnet. Der frühere Miniſter Guido Baecelli
hielt die Feſtrede, worauf der Unterrichtsminiſter die
Ausſtellung für eröffnet erklärte.
Paris, 5. Febr. Eine große Flutwelle hat in
Cannes große Verheerungen angerichtet und vor allem
den Strand furchtbar verwüſtet. Die Wellen ſchlugen
trotz des Wellenbrechers in den Hafen. Das Stadtviertel
Eosca iſt überſchwemmt worden. Auch Tanger wurde
von einer Flutwelle heimgeſucht und die nieder gelegenen
Stadtteile überſchwemmt
Kopenhagen, 4. Febr. Die Helſingoer=Gades=
Zucker=
raffinerie wurde durch einen Brand, der in der Nacht
vom Samstag zum Sonntag ausbrach und das ganze
Häuſerviertel bedrohte, vollſtändig eingeäſchert. Das
Feuer iſt jetzt begrenzt, dürfte aber im Zuckerlager noch
mehrere Tage andauern. Der bisherige Brandſchaden
wird auf zwei Millionen geſchätzt.
New=York, 4. Febr. Das aus Guantanamo
ein=
getroffene Schlachtſchiff „New Jerſey” beſtätigt, daß die
Mannſchaft des in Brand geratenen Dampfers
„Conſols” von dem Dampfer „Caſtle Eden”
aufge=
nommen wurde. „Caſtle Eden” traf auf das brennende
Schiff am Samstag früh und nahm es in Schlepptau, da
das Feuer der aus Baumwolle beſtehenden Ladung
be=
reits ſo weit vorgeſchritten war, daß das Schiff nicht
mehr geſteuert werden konnte. Die Mannſchaft iſt
un=
verſehrt.
Kunſtnotizen.
Ueber Werke, Könſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nac
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Kammermuſik=Vereinigung. Wie
ſchon mitgeteilt, findet die 3. Matinee der
Kammer=
muſik=Vereinigung am Sonntag, den 11.
Februar, ſtatt. Auch diesmal hat die Vereinigung
Herrn Kammermuſiker Brückmann zur Mitwirkung
hinzu=
gezogen, um eines der klangprächtigſten Streich=Quintette
der Kammermuſikliteratur zur Aufführung zu bringen:
ein jugendfriſches Opus Friedrich Gernsheims. Der
erſte Satz bewegt ſich in ernſten, großen Brahmsſchen
Linien. Nach einem ganz entzückenden, im Menuettſtil
gehaltenen Intermezzo erhebt ſich der feierliche dritte
Satz zu wahrhaft Beethovenſcher Größe, während der
Schlußſatz, alla tarantella, die ganze jugendliche Kraft
ſprühen läßt, die wir an dem greiſen Meiſter noch heute
bewundern. Dieſe Gegenüberſtellung der im
Stim=
mungsgehalt kontraſtierenden Sätze iſt ſehr glücklich
ge=
wählt und wird im Verein mit Gernsheims feiner und
geſunder Art, die Streichinſtrumente zu behandeln, dem
Werke und damit dem Komponiſten ſicherlich neue
Freunde gewinnen. — Auf die beiden anderen Werke der
Veranſtaltung kommen wir noch zurück.
— Ueber Max Reger als Orcheſterdirigenten ſchrieb
vorige Woche die Frankfurter Zeitung: „Als nach dem
Tode Wilhelm Bergers die Nachricht ſich verbreitete, daß
Max Reger die Leitung der Meiningenſchen
Hof=
kapelle übernehmen würde, war man wohl allgemein
darauf geſpannt, das Reſultat dieſes Experiments kennen
zu lernen. Denn ein Experiment war es zweifellos, einem
Mann, der ſich bisher nur gelegentlich als Dirigent
be=
tätigt hatte, die verantwortungsvolle Aufgabe eines
Or=
cheſtererziehers zu übertragen. Und ſehr zweifelhaft war
es, ob die große künſtleriſche Einſicht, die man bei einem
Reger wohl vorausſetzen durfte, den Mangel an
prak=
tiſcher Erfahrung und Dirigententechnik ausgleichen
würde. Aber trotz aller Bedenken wagte man — und, nach
dem Ergebnis des geſtrigen Gaſtkonzerts der Meininger
unter Regers Leitung zu urteilen, gibt der Erfolg den
Wagenden recht. Das Meininger Orcheſter hat nicht nur
die alte Tradition bewahrt, es zeigt nicht nur die bereits
früher vielgerühmte elaſtiſche Friſche und
ſchwung=
volle Klangfreudigkeit des Streichkörpers, ſondern
auch die Präziſion und Feinheit der Holzbläſer
und die ſonore, ſtrahlende Fülle der
Blech=
gruppe. Es ſchließt all dieſe rein inſtrumentalen
Vor=
züge jetzt zu einem neuen, künſtleriſch charakteriſtiſchen
Profil zuſammen, es trägt wieder den Stempel
einer markanten Perſönlichkeit, die mit ihm
lebt, arbeitet, ſtudiert, die völlig eins geworden iſt mit
dem vielgliedrigen Klangapparat und ihn zum Abdruck
des eigenen Weſens geſtaltet. Und dabei iſt Reger gar
nicht einmal der zum Dirigenten prädeſtinierte Muſiker.
Seine unbeholfene, eckig=ſchwerfällige, durchaus
unpla=
ſtiſche Gebärdenſprache entſpricht ſo gar nicht der
ein=
drucksvollen Pantomimik, die man im allgemeinen vom
heutigen Kapellmeiſter erwartet. Aber gerade darin liegt
das Gute, Lehrreiche, Typiſche des Falles Reger.” — Dem
Darmſtädter Konzert der Meininger, das am 13.
Fe=
bruar ſtattfindet, darf man demnach mit berechtigter
Spannung entgegenſehen.
Gerichtszeitung.
Im Leipziger Spionageprozeß Steward
lautete, wie gemeldet, das Urteil auf 3 Jahre 6 Monate
Feſtungshaft unter Anrechnung von 4 Monaten
Unterſuch=
ungshaft. Zur Begründung des Urteils führte
der Präſident aus: Als im Sommer 1911 in der
Marokko=
frage die Spannung zwiſchen Deutſchland und England
immer ernſter wurde, und als gegen Ende des Monats Juli
die Gefahr eines Krieges drohte, geriet der Angeklagte in
die größte Erregung Er faßte den Entſchluß, für den Fall
des Ausbruchs der Feindſeligkeiten als einer der erſten für
ſein Vaterland zu kämpfen und glaubte dies am beſten
da=
durch tun zu können, daß er ſich über den Stand der
Kriegs=
bereitſchaft Deutſchlands genauen Beſcheid verſchaffte.
Zu=
nächſt kommt in Betracht, daß er ſich die genaue Adreſſe
eines Mannes in einem kleinen Orte verſchaffte, den er als
Unterhändler für ſeine Spionagezwecke benutzte. Er
ver=
ſprach dieſem Manne einen Betrag von 100 Pfund, wenn
der Mann ſich als Unterhändler zur Uebermittelung von
Nachrichten bereit erkläre, und der Angeklagte legte ſich
ſchließlich eine Deckadreſſe für dieſe Spionagezwecke zu.
Am Abend des 29. Juli 1911 iſt der Angeklagte von Lon=
Feuilleton.
* Aus Kunſt und Wiſſenſchaft.
Wiſſenſchaft=
liche Kinematographie. Es iſt in neueſter Zeit
gelungen, ſehr ſchnell ſich abſpielende Vorgänge auf
balli=
ſtiſchem Gebiete kinematographiſch feſtzuhalten.
Nun=
mehr aber haben es die Bemühungen des franzöſiſchen
Forſchers Marey und des deutſchen Balliſtikers Cranz,
wie in der Internationalen Monatsſchrift mitgeteilt wird,
ermöglicht, Schußvorgänge kinematographiſch
aufzuneh=
men, die ſich in etwa ¼0 Sekunde, ja in noch kürzeren
Zeiträumen abſpielen. Die einzelnen Phaſen des zu
be=
obachtenden Vorganges werden durch außerordentlich
kurze, ſchnell aufeinanderfolgende Lichtblitze auf einem
ſich fortbewegenden Film regiſtriert, und zwar werden
zur Beleuchtung Hochſpannungsfunkenſtrecken verwendet.
Die Entladung in einer ſolchen Funkenſtrecke beſteht aus
vielen Tauſend einzelnen Funken, welche bei geeigneter
Konſtruktion als ſcharf getrennte Lichtblitze die einzelnen
Momentbilder auf dem Film hervorrufen. Cranz iſt es
nun kürzlich gelungen, mit Sicherheit bis zu 25000
Momentbelichtungen pro Sekunde auszuführen, ſodaß
man in der Lage iſt, auch die ſchnellſten Vorgänge auf
balliſtiſchem Gebiete kinematographiſch zu ſtudieren.
Spielplan des Frankfurter Stadt=
Theaters. 1. Opernhaus. Dienstag, 6. Febr.:
Tell. Mittwoch, 7.: 3. Abonnementskonzert. Donnerstag,
8.: Die Jüdin. Freitag, 9.: Ein Walzertraum.
Sams=
tag, 10.: Die Fledermaus. Sonntag, 11., 3½ Uhr:
Orpheus in der Unterwelt; 7 Uhr: Tell. Montag, 12.:
Zar und Zimmermann. Dienstag, 13. Tannhäuſer.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 6. Febr.: Erſtes
Gaſtſpiel von Alexander Mo’ſſi vom Deutſchen Theater
in Berlin: Geſpenſter. Oswald: Alexander Moiſſi.
Mitt=
woch, 7.: Zweites und letztes Gaſtſpiel von Alexander
Moiſſi: Hamlet. Donnerstag, 8.: Nathan der Weiſe.
Freitag, 9.: Johann Gabriel Borkmann. Samstag, 10.,
2½ Uhr: Wilhelm Tell; 7 Uhr: Die Vergnügungsreiſe.
Sonntag, 11., ½4 Uhr: Bürl; 7 Uhr: Madame
Boni=
vard. Montag, 12.: Madame Bonivard. Dienstag, 13.:
Die Vergnügungsreiſe. —
Neues Theater.
Dienstag, 6. Febr.: Papa. Mittwoch, 7.: Mandragola
Komödie in 3 Akten von Paul Eger. — Donnerstag, 8.:
Hans Sonnenſtößers Höllenfahrt. Freitag, 9.: Meyers.
Samstag. 10.: Mandragola. Sonntag, 11., ½4 Uhr: Die
Ahnengalerie; 8 Uhr: Julchens Flittern chen.
Spielplan des Großh. Hof= und
Natio=
nal=Theaters Mannheim. Dienstag, 6. Febr.:
Cavalleria ruſticana; Bajazzo. Mittwoch, 7.: Hans
Sonnenſtößers Höllenfahrt. Donnerstag, 8.: Fidelio.
Freitag, 9.: Michel Michael. Samstag, 10.: Die Räuber.
Sonntag, 11.: 6. Matinee: Auguſt Strindberg. Zum erſten
Male: Frühlingsluft.
Das Bild des Liebſten auf dem Schuh. Die letzte
Neuigkeit an origineller Extravaganz, durch die die
Ame=
rikanerin ihren Beitrag zur modernen Kultur liefert,
beſteht darin, daß die Damen das Porträt ihres Liebſten
— auf dem Schuh tragen. Die Sache an und für ſich iſt
ganz einfach: Man läßt ſich ein Miniaturporträt
her=
ſtellen, wie ſie ja bereits vielfach in Medaillons getragen
werden, und klebt dieſes auf die Spitze des Schuhs über
die breite Schuhſchnalle; damit die holden Züge nicht
durch die Berührung mit dem Straßenſtaub oder beim
Putzen des Schuhs Schaden erleiden, ſind ſie mit einer
durchſichtigen Hülle bedeckt. Die Damen von Boſton, wo
dieſe Mode zuerſt aufgekommen iſt und jubelnden
Bei=
fall gefunden haben ſoll, wandeln alſo jetzt daher, die
Augen züchtig und geſpannt auf das Trottoir geſenkt, in
das verzückte Anſchauen ihrer Schuhe verſunken, von
denen das Bild ihres Freundes entgegenleuchtet. Wie
viele bereits durch dieſes ſtandhafte zu=Boden=Blicken
im buchſtäblichen Sinne „angeſtoßen” haben, was für
ge=
fährliche Folgen für die Sicherbeit des Gehens dieſe den
unteren Regionen zugewandte Aufmerkſamkeit nach ſich
zog, darüber ſchweigt des Chroniſten Höflichkeit. . .
* Das Ende der Knopflochblume. Die Pariſer
Herrenmode hat ein neues Geſetz erlaſſen: die
Knopfloch=
blume muß verſchwinden. Längſt hatte ſich eine
ſtill=
ſchweigende Uebereinkunft über eine Art Blumenſprache
gebildet, die im Flirt ihre Rolle ſpielte. Und aus ihr
war bald eine unerläßliche Regel des „bon ton”
gewor=
den. Der wahre Elegant ſchmückt jeden Abend ſeinen
Smoking oder Frack mit einer Blume eigener Wahl; und
gleich den tapferen Kämpen mittelalterlicher Tourniere
wählte man die Farbe der geliebten Dame, die in ihrem
Haararrangement dasſelbe flüchtige Symbol der Liebe
trug. Das iſt nun vorbei. Kein Mann von Welt dar
künftig die Einförmigkeit ſeiner Geſellſchaftskleidung mit
einem pikanten oder diskreten Farbenakzent im
Knopf=
loch durchbrechen, die Blume gilt beim Herrn der
Schöpf=
ung bis auf weiteres als verboten Frucht. Und im
Sa=
lon wie im Tanzſaal darf künftiahin das Knopfloch
kei=
nen Schmuck zeigen, es ſei denn eine jener bunten Blüten
der Kultur, die man Ordensbänder nennt und die vom
dekorativen Geſichtspunkte aus auch nur eine Art
Knopf=
lochblumen ſind.
* Der Irrtum des Gerichtsvollziehers. Ein drolliger
Vorfall ſvielte ſich in Lemans ab: Der Gerichtsvollzieher
ſollte in einer Villa eine Verſteigerung vornehmen. Durch
einen Zufall geriet er jedoch in ein Nebenhaus, deſſen
Be=
wohner abweſend waren, und da niemand widerſprach,
verſteigerte er das ganze Mobiliar, die Wagen, die Pferde
und war gerade dabei, das Haus ſelbſt dem Meiſtbietenden
zuzuſchlagen, als die unglücklichen Beſitzer kamen. Sie fan
den nur mehr leere Räume vor. Denn die Käufer hatten
ſich beeilt, das Erſtandene ſofort wegzuſchaffen, und
wei=
gern ſich, es wieder herauszugeben. Die Geſchädigten haben
ſofort gegen den Gerichtsvollzieher einen Prozeß
ange=
ſtrengt.
don abgefahren und hat in Deutſchland dieſen Unterhändler
aufgeſucht. Er hat mit ihm ein längeres Geſpräch geführt,
in deſſen Verlauf der Angeklagte dem Unterhändler eine
erſte Zahlung, nämlich 5 Pfund, übergab. Später, bei anderer
Gelegenheit, gab er ihm den weiteren Betrag von 10 Pfund.
Der Angeklagte wußte, daß es ſich um ſtrafbare Dinge
handle, denn in dieſen Geſprächen mit dem Unterhändler
wurde immer wieder betont, daß es ſich um ein höchſt
ge=
fätrliches Unternehmen handle. Der Unterhändler, der in
der Zwiſchenzeit Erkundigungen eingezogen hatte, hat dem
Angeklagten eine Zeichnung vorgelegt, die Auskunft gab
über die Kriegsbereitſchaft der deutſchen
Flotte in der Nordſee. Der Angeklagte hat dieſen
Be=
richt entgegengenommen, durchgeleſen und dann zerriſſen
und beſeitigt. Der Angeklagte iſt kurz darauf in Bremen
verhaftet worden. Mehr hat ſich dem Angeklagten in der
Verhandlung nicht nachweiſen laſſen, namentlich ſind durch
die Verhandlung die Gerüchte nicht beſtätigt worden,
wo=
nach der Angeklagte im Auftrage des engliſchen
Nachrich=
tendienſtes in Deutſchland wichtige Geheimniſſe durch
Be=
ſtechung an ſich gebracht habe. Die vom Angeklagten
unter=
nommene Reiſe und die von ihm ausgeführten Handlungen
ſind vielmehr, wie er ja auch ſelbſt angegeben hat, ſeiner
eigenen Initiative entſprungen. Für das Urteil
kann es dahingeſtellt bleiben, ob es dem Angeklagten oder
ſeinem Unterhändler überhaupt in Wirklichkeit gelungen
wäre, klarzulegen, wie die Dislokation der Schiffe im
Som=
mer 1911 in der Nordſee war. Es kann auch dahingeſtellt
bleiben, was denn nun eigentlich in dem Bericht des
Un=
terhändlers, den der Angeklagte zerriſſen hat, enthalten war.
Jedenfalls hat es der Angeklagte darauf abgeſehen gehabt,
geheime Gegenſtände in Erfahrung zu bringen. Er hat ja
nun ſein Ziel nicht erreicht; es iſt ihm nicht gelungen, die
von ihm erworbenen Kenntniſſe ſeinem Vaterland England
mitzuteilen. Es kann daher von einem vollendeten
Ver=
brechen keine Rede ſein. Dagegen liegt ein Verſuch des
Verrats militäriſcher Geheimniſſe vor. Gegen den
Ange=
lagten ſind daher die Tatbeſtandsmerkmale des Verſuchs
des Verrats militäriſcher Geheimniſſe nach § 1 des
Spio=
nagegeſetzes vorhanden, er war nach dieſem Geſetz ſchuldig
zu erachten. Bei der Strafzumeſſung fällt für den
Ange=
klagten ſeine Vaterlandsliebe günſtig ins Gewicht. Aus
dieſem Grunde wurde auf die erwähnte Strafe erkannt.
— Berlin, 5. Febr. Eine neue Reihe von Prozeſſen
gegen den bekannten Grafen Gisbert Wolff=
Metter=
nich, der vor kurzem nach Verbüßung ſeiner Strafe wegen
Betruges das Gefängnis wieder mit der
Unterſuchungs=
haft vertauſcht hat, beainnt heute mit einer Verhandlung
vor dem Amtsgericht Berlin=Schöneberg, vor deſſen
Schöf=
fengericht ſich der Graf wegen Beleidigung einer Tele
phoniſtin zu verantworten hat. Beim zweiten Prozeß
handelt es ſich um eine Anklage wegen Körperverletzung
und Widerſtandes gegen die Staatsgewalt, deren ſich der
Graf bei ſeinem Aufenthalt im Gefängnis bezw. während
der Unterſuchungshaft ſchuldig gemacht haben ſoll. Der
dritte Prozeß verſpricht am intereſſanteſten zu werden, da
er vorausſichtlich umfangreiche Enthüllungen über die
in=
ternationale Spieler= und Lebewelt bringen
wird. Ein beſtimmter Termin für dieſen Prozeß ſteht noch
nicht feſt, es handelt ſich darum, ob der Juſtizminiſter die
beantragte Bildung einer eigenen Kammer genehmigen
wird. In dieſem Falle hofft man die Verhandlung in
zirka 15 Tagen noch in dieſem Monat zu Ende führen zu
können. Im Hintergrunde dieſes Prozeſſes erſcheint die
Perſon des größten internationalen Hochſtaplers, der
gegen=
wärtig die verſchiedenen Erdteile unſicher macht, der
myſteriöſe „Baron Korff=König‟. Dieſer iſt ein
ehe=
naliger Handlungsgehilfe und in früheren Jahren
verſchie=
dentlich mit dem Geſetz in Konflikt gekommen. In den
etzten Jahren hat er es verſtanden, ſich ſo ziemlich der
Be=
obachtung der Gerichte zu entziehen. Er war das
Ober=
haupt einer Bande von etwa 60 internationalen
Falſch=
ſpielern, die ihre Opfer bis in die Hauptſtädte von Oſtaſien
hinein ſuchten. Einige fünfzehn von ihnen konnten durch
die Polizei verhaftet werden, während die Mehrzahl ſich
noch auf freiem Fuß befindet. Auch Baron Korff=König
glias Stallmann wurde auf Requiſition der deutſchen
Be=
hörden im Laufe der Unterſuchung gegen den Grafen Wolff=
Metternich in Kalkutta verhaftet. Er ſcheint aber ſehr
ein=
flußreiche Freunde zu haben. Binnen kurzem gelang es
hm. in Kalkutta ſeine Naturaliſierung als Engländer
durch=
zuſetzen, ſodaß dem Auslieferungsantrage der deutſchen
Be=
hörden nicht entſprochen werden konnte. Baron Korff=
Könia ſoll gegenwärtia eine vornehme Villa in London
be=
wohnen. von wo er ſeiner Familie allmonatlich große
Sum=
men zukommen läßt. Neben Graf Wolff Metternich wird
ich der aus Ungarn gebürtige, angeblich frühere Leutnant
Buies vor Gericht zu verantworten haben. Die Affäre
kam dadurch ins Rollen, daß der im Spiel gerupfte
Leut=
nant Beckhaus Anzeige gegen die beiden Angeklagten
erſtattete. Die Verhandlung wird wieder die erſte
Straf=
kammer des Landaerichts I beſchäftigen. Den Vorſitz wird,
wie im erſten Wolff=Metternich=Prozeß,
Landgerichtsdirek=
tor Schmidt führen.
Kurſus über Armenpflege, Ingendwohlfahrt
und Jugendfürſorge.
St. Im Gartenſaal des Städtiſchen Saalbaues
be=
gann geſtern abend ein Kurſus über Armenpflege,
Jugend=
wohlfahrt und Jugendfürſorge unter äußerſt zahlreicher
Beteiligung von Damen und Herren mit einem
einleiten=
den Vortrag des Herrn Bürgermeiſters Mueller.
In herzlichen Worten hieß der Vortragende zunächſt die
ſo zahlreich Erſchienenen willkommen und dankte für das
dem Verſuch entgegengebrachte rege Intereſſe. Er führte
dann aus, der Zweck der Kurſe ſei einerſeits die
Unter=
weiſung und die Förderung des Zuſammenarbeitens auf
dieſem wichtigen ſozialen Gebiete und andererſeits, dort,
wo dieſe Arbeit noch nicht betrieben, Intereſſe für ſie zu
erwecken und das Verſtändnis für die Wichtigkeit ſozialer
Betätigung in immer weitere Kreiſe zu tragen. In
inter=
eſſanten Ausführungen verbreitete Redner ſich ſodann
über die hiſtoriſche Entwickelung ſozialer Arbeit bis auf
unſere Zeit, in der man faſt in allen Schichten der
Bevöl=
kerung ihr Intereſſe entaegenbringe. Die ſoziale Frage
iſt ſo alt wie die Menſchheit ſelbſt und in der modernen
Zeit ſei ſie dringender geworden als früher, bedingt durch
die eminenten Fortſchritte unſerer Kultur, vor allem dem
rieſenhaften Anwachſen der Induſtrie, die eine ganz neue
Menſchenklaſſe ſchuf und die ſoziale Frage damit auf ein
neues Gebiet verwies. Selbſtverſtändlich müßte die
ſoziale Frage von heute auf eine Löſung drängen und
weil unſere Kultur Schöpferin der modernen ſozialen
Frage war, iſt es auch ſelbſtverſtändlich, daß ſie eine
Löſ=
ung finden müßte frei von Gewalttätigkeit. Ihre
Wichtig=
keit iſt jedenfalls ſo groß, daß ſie die größten Geiſter,
Männer aus allen Gebieten des Wiſſens und der Praxis,
beſchäftigt hat, und zwar mit dem Erfolge, daß man heute
wohl ſagen kann, ihre Ecken und Kanten ſind
abgeſchlif=
fen. Eine Löſung der ſozialen Frage in der äußerſten
Konſequenz iſt Utopie. In einem Zweige wird ſie ſtets
unlösbar bleiben, das iſt die Bekämpfung der Armut.
Dieſe völlig zu beſiegen, ein Paradies auf Erden zu
ſchaf=
fen, iſt unmöglich, ſo lange wir Menſchen ſind. Man
kann ſie bis zu gewiſſem Grad mildern, nie aber beſiegen.
Wege zu dieſer Milderung finden und ſie anderen zu
weiſen, ſoll Zweck des Kurſes ſein. Der Armenpfleger
muß Arzt ſein, und zwar ein ſehr geſchickter Arzt, der mit
dem Herzen und mit dem Verſtand arbeiten muß. Die
Armenpflege und die ſoziale Arbeit überhaupt iſt ebenſo
ſehr kategoriſches Gebot der Nächſtenliebe wie eine
Not=
wendigkeit des ſittlichen Staates und eine Bedingung
fortſchreitender Ziviliſation.
Der Vortrag wurde mit lebhaftem Beifall
aufge=
nommen. Ein geſelliges Beiſammenſein, das im
Weſent=
lichen noch perſönlicher Ausſprache gewidmet war, beſchloß
den Abend.
Heute Dienstag finden 2 Vorträge ſtatt, und zwar
nach=
mittags 4¼ Uhr über die Grundzüge unſeres heutigen
Ar=
menrechts, und nachmittags 5¼ Uhr über die Organiſation
und allgemeine Grundſätze der öffentlichen Armenpflege.
Referent: Amtmann Krapp.
Luftfahrt.
* Paris, 4. Febr. In einer eingehenden
Erörter=
ung des von Kaiſer Wilhelm für den beſten
Flug=
zeugmotor geſtifteten 50000 Mark=Preiſes ſchreibt
der ruſſiſche Militärflieger Popow im „Figaro” u. a.:
Wie der Kaiſer durch ſeinen begeiſternden Anſporn und
durch ſeine unermüdliche organiſatoriſche Tatkraft es zu
Wege gebracht habe, Deutſchland innerhalb weniger
Jahre mit einer großartigen Flotte auszuſtatten, ſo
werde Deutſchland dank der kaiſerlichen Initiative und
dank der vorbildlichen Energie des Prinzen Heinrich
zweifellos in nicht allzu ferner Friſt eine furchtbare
Flotte von Flugzeugen beſitzen. Die
Franzo=
ſen müßten unverzüglich alle ihre Kräfte anſpannen, um
von Deutſchland nicht überflügelt zu werden. Sie müſſen
überzeugt ſein, daß Deutſchland an dem Tag, wo es im
Flugweſen einen Vorſprung gewonnen haben werde,
von keinem anderen Lande mehr werde eingeholt
wer=
den können. Ohne Zeit zu verlieren, müßten die
Fran=
zoſen ſchon von dieſem Jahre an eine Flotte von 2—3000
Aeroplanen ſchaffen. Dieſe Waffe müßte ein wahres
Armeekorps werden, das den übrigen 20 Armeekorps
die erforderlichen Flugzeuge und Flieger liefern könnte.
Frankreich müſſe ſich vor Augen halten, daß die
Erober=
ung der Luft die Eroberung der Welt bedeute.
Landwirtſchaftliches.
Bezug von Bruteiern. Landwirte und
Ge=
flügelzüchter der Provinz Starkenburg werden hiermit
darauf aufmerkſam gemacht, daß aus den nachſtehenden
Geflügelzuchtſtellen unter den nachfolgenden Bedingungen
Bruteier bezogen werden können: 1.
Rebhuhnfar=
bige Italiener: Helfsmann, Bahnſchaffner in
Lan=
gen, Gräber II., Peter, Bockenrod bei Reichelsheim i. O.,
Eckert, Johs., Bauſchheim (Kreis Groß=Gerau),
Sieg=
fried, G., Fiſchweiher bei Heppenheim. 2. Weiße
Or=
pington: Heppenheimer, Fritz, auf der Waldmühle bei
Biebesheim, Michel. Wilh., Landwirt in Beerfelden i. O.
3. Emdener Gänſe: Strack, Heinrich, Hofheim
(Ried). Die Zuchtſtelleninhaber ſind vertragsmäßig
ver=
pflichtet, die von den Hühnern bezw. Gänſen in der Zeit
vom 1. Februar bis 31. Mai gelegten Eier, welche ſie nicht
ſelbſt zu Brutzwecken verwenden, auf erfolgte Beſtellung
an andere Züchter abzugeben und zwar in ganzen
Brut=
ſätzen von 10—15 Stück bei Hühnern und von 6—8 Stück
bei Gänſen. Die Beſtellungen haben direkt bei dem
Zuchtſtelleninhaber zu erfolgen. Die Abgabe von
Brut=
eiern erfolgt zunächſt an in der Provinz Starkenburg
wohnende verbandsangebörige Landwirte, das iſt an
ſolche Landwirte, die Beiträge zur
Landwirtſchaftskam=
mer entrichten, und an Mitalieder von vom
Landwirt=
ſchaftskammer=Ausſchuß anerkannte Geflügelzuchtvereine.
Der Preis eines Bruteies von Hühnern wird auf
15 Pfa., von Gänſen auf 25 Pfa. feſtgeſetzt. Wird der
Verſand gewünſcht, ſo hat der Beſteller das Porto und
die Koſten der Vervackung zu tragen. Die Bruteier ſind
nach Ankunft ſorafältia auszupacken und dieſelben
min=
deſtens 24 Stunden vor dem Unterlegen mit dem breiten
Ende nach unten an einem luftigen Orte (nicht im Keller)
aufzubewahren.
ErAL-hen.
* Freiburg i. B., 5. Febr. Am Sonntag früh um
4 Uhr wurde im ſüdlichen Stadtteil Freiburgs und im
Dreiſam=Tal, ſowie ſpäter im Elz=Tale eine ſtarke
Erderſchütterung wahrgenommen.
Der ſtrenge Winter.
* Bingen, 4. Febr. Die Nahe ſowie die Selz
ſind in der Nacht bei einem Froſt von 20 Grad Celſius
zugefroren. Auf dem Hunsrück wurde heute in den
Mor=
genſtunden eine Kälte von 30 Grad Celſius
ver=
zeichnet.
* Berlin. 5. Febr. Heute um 6 Uhr war in Berlin
die größte diesjährige Kälte mit 20 Grad bei
ſcharfem Oſtwind. In der Eifel und auf den ſonſtigen
Höhen am Rhein herrſcht eine Kälte bis zu 30 Grad.
In=
folge Eisganges auf dem Rhein müſſen in Köln und an
anderen Orten die Schiffbrücken ausgefahren werden.
H. B. Berlin, 5. Febr. In der Umgebung
Ber=
lins ſank heute nacht die Temperatur auf 25 Grad
Celſius.
* Frankfurt, 4. Febr. Am Samstag abend, in
der Nacht vom Samstag auf Sonntag und ebenſo heute
Morgen trafen die Fernzüge von allen Richtungen
mit großen, bis zu eindreiviertelſtündigen
Verſpä=
tungen hier ein. Die Züge waren über und über mit
Eis und Schnee bedeckt; zum Teil waren auch die
Heiz=
leitungen der Wagen eingefroren, ſodaß ſie erſt
auf=
getaut werden mußten. ehe die Züge weiter fahren konnten.
Köln, 5. Febr. Infolge der Kälte ſind durch
Drahtbruch zahlreiche Störungen der
Fernſprechleitun=
gen nach allen Richtungen eingetreten. Der Betrieo iſt
er=
ſchwert. Der Rhein führt Treibeis.
* Dresden, 4. Febr. In ganz Sachſen herrſcht
eine ſtarke Kälte, die in der Umgebung von Dresden
an ungeſchützter Stelle heute morgen um 5 Uhr 25 Grad
Reaumur betrua, eine Temveratur, die ſeit langen
Jah=
ren hier nicht feſtgeſtellt worden iſt.
* Hamburg, 4. Febr. Das Eis auf der Elbe
iſt infolge des erneuten ſcharfen Froſtes ſo feſt und ſtark
geworden, daß die Eisbrecher auf der oberen Elbe ihre
Tätigkeit ganz einſtellen mußten. Verſchiedentlich iſt an
dem Deichvorland der Unterelbe das Eis zu hohen
Ber=
gen geſchichtet. Täglich kommen Dampfer=Unfälle vor,
indem Schrauben und andere Teile abgeſchlagen werden.
Der Schiffsverkehr leidet erheblich. Die Stader Dampfer
haben ihre Fahrten wegen des Eiſes einſtellen müſſen. Die
Dampferverbindung nach der Inſel Amrum iſt vollſtändig
unterbrochen, doch werden die Tagesfahrten vom Hafen
Dagebüll nach Wyk auf Föhr noch möglichſt aufrecht
er=
halten, wenn auch die Verbindung ſich ſehr unregelmäßig
geſtaltet. Die Vereinigte Dampfergeſellſchaft Flensburg,
die zwiſchen Flensburg und Hamburg verkehrt, hat den
Dienſt wegen Vereiſung der Flensburger Föhrde
aufge=
hoben. Das Eis auf dem Alſterbecken hat eine ſolche
Stärke erreicht, daß es heute dem Schlittſchuhſport und
dem allgemeinen Verkehr freigegeben worden iſt, ein
Er=
eignis, das ſeit 10 Jahren nicht vorgekommen iſt.
Hamburg. 5. Febr. Im Eiſenbahnverkehr
ſind infolge der ſtrengen Kälte von 16 Grad mehrfach
Störungen eingetreten. Die Züge trafen teilweiſe mit
meh=
reren Stunden Verſpätung ein. Bei einigen Zügen ſind die
Heizvorrichtungen eingefroren und die Verbindungsrohre
geplatzt. Auch in Kiel und anderen Orten Schleswig=
Hol=
ſteins herrſcht ſtarke Kälte. Das Thermometer ſank in
einigen Orten auf 24 Grad.
London, 4. Febr. In Großbritannien
herrſcht ſeit einigen Tagen einer hierzulande faſt noch
nicht dageweſene Kälte, die man auf dem Kontinent
zwar als recht erträglich bezeichnen würde, für die hier
aber niemand vorbereitet iſt. Geſtern war die Kälte in
einigen Landesteilen mit heftigem Schneetreiben
verbun=
den, die den Bahnbetrieb ſtörte und es nötig machte, eine
Anzahl Schulen zu ſchließen, ſowie den Betrieb in
ge=
wiſſen Schiffsbauwerken an der Oſtküſte und in einigen
Minen einzuſtellen. Das obere Themſetal, das infolge
der jüngſten Regenaüſſe überſchwemmt war, iſt eine
weite, ſpiegelalatte Eisfläche und bietet den Londonern
eit langer Zeit wieder Gelegenbeit für Winterſport.
H. B. Kopenhagen. 4. Febr. In
Skandina=
vien herrſcht große Kälte. In Drontheim zeigte
das Thermometer in der vorletzten Nacht 45 Grad Gelſius.
In Oeſterſund in Schweden 43 Grad und in Filkeborg
in Dänemark aar 49½ Grad. Eine ſolche niedrige
Tem=
peratur iſt in Dänemark ſeit 50 Jahren nicht mehr
beob=
achtet worden.
Handel und Verkehr.
* Wien, 5. Febr. Nachdem das Poſtſparkaſſenamt
ſich mit Wiener Bankinſtituten und dem Hauſe Rothſchild
für die Uebernahme der kürzlich zur Emiſſion
gelang=
ten Oeſterreichiſchen Kronenrente=Anleihe
zu einem Konſortium unter Führung des
Poſtſparkaſſen=
amtes vereinigt hat, iſt nunmehr auch aus dieſem Anlaß
zwiſchen dem Poſtſparkaſſenamt bezw. dem
Rothſchild=
konſortium und den Verbündeten hieſiger Firmen,
näm=
lich der Deutſchen Bank, der Direktion der
Diskontogeſell=
ſchaft, dem Hauſe S. Bleichröder und dem Hauſe
Men=
delsſohn u. Co. ein Zuſammenſchluß erfolgt, wobei
ver=
einbart worden iſt, daß bei eventuellen künftigen
Geſchäf=
ten die Führung abwechſelnd der Deutſchen Bank und
der Direktion der Diskontogeſellſchaft zufallen ſoll.
Demiſſion des bayeriſchen Kabinetts.
* München, 4. Febr. Der Prinzregent, der
in den letzten Tagen auffallend viel Beſuche von
Politi=
kern empfing, empfing heute vormittag den Miniſter des
Innern. Eine Stunde ſpäter hat das Geſamtminiſterium
für morgen mittag ſeine Demiſſion angekündigt. Im
Miniſterkollegium herrſcht die Meinung, daß die
Ver=
trauensfrage an die Krone zu ſtellen ſei, gleichviel, wie
die Wahlen ausfallen würden.
Der Frankf. Ztg. wird hierzu aus München, 5. Febr.,
berichtet: Das Miniſterium Podewils wird noch
heute die Vertrauensfrage ſtellen und dem Prinzregenten
die Demiſſion des geſamten Kabinetts überreichen.
Es ſteht zu erwarten, daß der Prinzregent die Demiſſion
annehmen und morgen den Miniſterpräſidenten Graf
Podewils erneut mit der Kabinettsbildung
beauftragen wird. Die Neubildung des Kabinetts wird
ſich vorausſichtlich in der Form vollziehen, daß ſämtliche
ſeitherigen Mitglieder des Miniſteriums, mit Ausnahme
des Finanzminiſters v. Pfaff und des Verkehrsminiſters
v. Frauendorffer, wieder in dasſelbe eintreten. Ueber
Perſönlichkeiten, die als Erſatz für die beiden
ausſcheiden=
den Miniſter in Frage kommen, beſtehen zur Zeit lediglich
Vermutungen; doch darf man annehmen, daß durch die
Rekonſtruktion des Kabinetts ſeine Zuſammenſetzung eine
gewiſſe Aenderung in der Richtung erfahren wird, daß
die Homogenität im Sinne einer rein konſervativen
Po=
litik ſtärker als bisher in die Erſcheinung tritt.
* München, 5. Febr. Die Korreſpondenz
Hoff=
mann meldet: Anſchließend an die Audienzen der letzten
Tage, in denen der Prinzregent mehrere Parlamentarier
und Staatsminiſter zu ſich berief, empfing der Regent
heute mittag den Prinzen Ludwig zwecks einer
längeren Beſprechung.
* München, 5. Febr. Das geſamte
Miniſte=
rium hat heute nachmittag ſeine Demiſſion
ein=
gereicht.
Die braunſchweigiſche Wahlrechtsvorlage.
* Braunſchweig, 5. Febr. Die dem Landtag
zugegangene Wahlrechtsvorlage der Regierung ſieht eine
Erhöhung der Zahl der Abgeordneten von 48 auf 54 vor,
von denen 36 in zwölf Wahlbezirken durch direkte,
all=
gemeine und geheime Wahl nach dem
Dreiklaſſenwahl=
ſyſtem und 18 durch die Wahlen der Berufsſtände
be=
ſtimmt werden, und zwar: von den Großgrundbeſitzern
in drei Klaſſen ſechs Abgeordnete, von den
Gewerbe=
treibenden vier, der evangeliſchen Geiſtlichkeit zwei und
den wiſſenſchaftlichen Berufsſtänden ſechs Abgeordnete,
In der Begründung des Entwurfs hält die Regierung
die Einführung des
Reichstagswahlrech=
tes für den Landtag nicht für angängig, da
dem Landtag andere Aufgaben obliegen, als dem
Reichs=
tag und die Leiſtungen der Bürger im Reiche und in den
einzelnen Bundesſtaaten ebenfalls weſentlich verſchiedener
Natur ſeien.
Der italieniſch=türkiſche Krieg.
* Tunis, 4. Febr. Der Poſtdampfer „Ville de
Tunis” mit der türkiſchen Miſſion des Roten
Halbmondes an Bord, iſt ohne Unfall hier
einge=
troffen. Die Mitglieder der Miſſion blieben an Bord
des Dampfers, den ſie erſt in Sfax verlaſſen, um von
dort in Automobilen die Grenze von Tripolitanien und
dann Homs zu erreichen.
* Rom, 4. Febr. Aus Tobruk wird gemeldet:
Geſtern führte eine Gruppe von 100 Beduinen
verſchie=
dene Angriffe von Oſten und Süden gegen die Stellung
der Italiener aus. Die Angriffe wurden durch das
ita=
lieniſche Gewehr= und Artilleriefeuer, das den Angreifern
bedeutende Verluſte zufügte, zurückgewieſen. Die
Italie=
ner hatten einen Toten.
* Rom, 5. Febr. General Caneva hat ſich
Samstag abend von Tripolis nach Neapel eingeſchifft
um nach Rom zu fahren, wo er mit der Regierung
konferieren will.
Die Revolution in China.
* Peking, 5. Febr. Das Edikt, das
Juan=
ſchikai beauftragt, die Republik zu errichten,
wird vorausſichtlich erſt veröffentlicht werden, wenn die
Vorbereitungen möglichſt vollſtändig ſind. Juanſchikai
verſucht, die republikaniſche Regierung in Nanking zu
überreden, ihre Macht auf ihn zu übertragen, damit er
ganz China regieren kann, bis der Nationalkonvent eine
vermanente Regierung eingeſetzt und eine Verfaſſung
gegeben hat. Es iſt zweifelhaft, ob die Republikaner auf
dieſe Forderung eingehen werden. Man nimmt
viel=
mehr an, daß vorläufig zwei proviſoriſche Regierungen
nebeneinander regieren werden. Juanſchikai bekämpft
die Verlegung der Hauptſtadt und befürwortet die
Be=
rufung eines Nationalkonvents für Nordchina. Die
Re=
publikaner wünſchen, daß Nanking Hauptſtadt werde.
Augenſcheinlich beſteht ein enges Einvernehmen zwiſchen
Juanſchikai und den Republikanern, die ihm von neuem
die Präſidentſchaft angeboten haben. Die Uebertragung
der Gewalt iſt der Oeffentlichkeit nicht bekannt, aber die
geſchickte Art, wie ſie ausgeführt wird, läßt keinen Raum
für ernſthafte Befürchtungen. Viele der kaiſerlichen
Prin=
zen verlaſſen Peking. Die Prinzen Kung und Su haben
ſich nach der Mandſchurei begeben, wie man argwöhnt,
um die dortige Stimmung zu ergründen. Der Vizekönig
Tſchaoerahun iſt bereit, die Republik anzuerkennen, aber
Tſchangtſchunlin, der Befehlshaber der Truppen in
Stärke von 12000 Mann, bleibt unerbittlich.
* Peking, 4. Febr. Ein Edikt befiehlt
Juan=
ſchikai, die Republik mit Hilfe der Republikaner des
Südens zu bilden. Das Publikum wurde von der Abdankung
noch nicht in Kenntnis geſetzt. Unruhen werden nicht
er=
wartet.
Es iſt jetzt feſtgeſtellt, daß der Mittelpfeiler der in der
Nacht vom Freitag zum Samstag eingeſtürzten
Eiſenbahn=
brücke bei Schanghaikwan durch Dynamit geſprengt
worden war. Der Tat verdächtig ſind Republikaner, doch
läßt ſich nichts beſtimmtes beweiſen. Bei dem Unglück ſind
9 Chineſen getötet und 21 verwundet worden.
* London, 5. Febr. Die Times meldet aus Tokio
vom 4. Februar: In Japan herrſcht erhebliche Beſorgnis
um den Ausgang der chineſiſchen Kriſis. Man
er=
kennt das Geſchick Juanſchikais an, fürchtet aber, daß ihm
die Herrſchereigenſchaften fehlen, die für eine gedeihliche
Wirkſamkeit des neuen Syſtems notwendig wären.
*London, 5. Febr. Nach einer Meldung aus
Peking hat die deutſche Firma Arnhold,
Kar=
berg & Co, ſich bereit erklärt, der kaiſerlich chineſiſchen
Regierung einen Vorſchuß von 60 Millionen zu
bewilligen, und zwar mit einer Verzinſung von 6
Pro=
zent. Die Regierung verpflichtet ſich dafür, ihren Bedarf
an Waffen und Munition während der nächſten 5 Jahre
von gewiſſen Werken in Oeſterreich zu beziehen, mit denen
die Firma in Verbindung ſteht.
Vermiſchtes.
— Die evangeliſche Miſſionsarbeit in
den deutſchen Kolonien iſt gerade in letzter Zeit
in erfreulicher Ausdehnung begriffen und macht immer
mehr den Eindruck eines planmäßig organiſierten
Kamp=
fes gegen die Mächte des Heidentums und des Islams.
In Deutſch=Oſtafrika iſt das ganz beſonders der
Fall. Die vier bisher dort arbeitenden deutſchen
Miſ=
ſionen (Berlin, Bielefeld, Leipzig, Brüdergemeine)
ver=
ſtärken nach Möglichkeit ihre Arbeiterſchar, die Leipziger
nimmt am Kilimandſcharo ein neues Gebiet in Angriff.
auf der deutſch=oſtafrikaniſchen Miſſionskonferenz in
Dar=
esſalam (Auguſt 1911) iſt beſchloſſen worden, vor allem
an der Küſte und an den zentralen Verkehrspunkten im
Innern die Arbeit mit vermehrter Energie zu treiben
Zwei weitere deutſche Miſſionsgeſellſchaften treten an die
Seite der ſchon im Kampfe ſtehenden: die Neukirchener,
deren erſte Boten ſich bereits in der Landſchaft Urundi
(im Nordweſten) niedergelaſſen haben und die
Brecklu=
mer, die in dieſem Jahre ſüdlich davon bei Udjidji am
Tanganyikaſee eintreten werden — um ſo die Lücke in
der von Norden nach Süden reichenden Kette von
Miſ=
ſionsſtationen auszufüllen und mitzuhelfen, daß Deutſch=
Oſtafrika nicht ganz dem mächtig vordringenden Islam
zur Beute fällt. — In Deutſch=Südweſtafrika
hat die mehr als 60 Jahre dort arbeitende Rheiniſche
Miſſion auf den Trümmern, die der Krieg hinterlaſſen,
ihre Arbeit neu aufgebaut und den völlig veränderten
Verhältniſſen (die Eingeborenen ſind jetzt überwiegend
Farm= und Bahnarbeiter) mit anerkennenswertem
Ver=
ſtändnis angepaßt. Auch nach dem Kriege iſt das
Ver=
trauen der Eingeborenen ihr geblieben, die in
wachſen=
den Scharen durch ihre ſelbſtverleugnende Arbeit für das
Chriſtentum gewonnen werden.
In Kamerun
dringen beide Miſſionen (Baſler und deutſche Baptiſten)
gerade in der letzten Zeit energiſch in das Innere des
Landes vor und helfen durch Neuanlegung von
Sta=
tionen das Bollwerk gegen den auch hier vorrückenden
Islam verſtärken. Möglicherweiſe tritt in abſehbarer Zeit
noch die Goßnerſche Miſſion an ihre Seite. — In Togo
endlich, wo bisher nur der Süden des Landes von der
Norddeutſchen Miſſion beſetzt war, beginnt die Baſler
Miſſion im Norden eine neue Arbeit, die gleichfalls gegen
den Islam ſich wenden muß, von dem auch Togo
ernſt=
lich bedroht wird. — So hat die deutſche evangeliſche
Miſſion das gute Gewiſſen, bis an die Grenzen ihrer
Leiſtungsſähigkeit ihre Dienſte den Kolonien zu widmen
und durch ihre Tätigkeit dort eine ſelbſtloſe und treue
Helferin der Kolonialregierung zu ſein. Um ſo mehr hat
ſie aber auch ein Recht, immer wieder die deutſche
evan=
geliſche Chriſtenheit um eine ganz anders tatkräftige und
der großen Sache würdige Unterſtützung zu bitten.
— Aus dem Gebiete der deutſchen
Wohl=
fahrtsarbeiten. Wir müſſen weiterarbeiten an
unſerer Volksſeele; hier liegt die große und größte
Auf=
gabe unſerer Tage. Aber gelernt will die ernſte Arbeit
ſein, wenn ſie Erfolg haben ſoll. Der Frau ganz
beſon=
ders liegt dieſes Gebiet, und ſie entfaltet darin ſo manche
Kraft, die ſonſt brach liegen würde, wenn ſie ſich fern hielte.
Und das erforderliche Lernen, es iſt nicht ſchwer zu
er=
lungen, wir haben ja eigene Schulen dafür, chriſtlich=ſoziale
Jrauenſchulen. Die Ergebniſſe der letzten Jahre
zeigen, wie ſich dieſe Einrichtungen bewähren. Für ſolche
Leſer, die noch nicht näher orientiert ſind über die Form
dieſer chriſtlich=ſozialen Frauenſchulen ſei folgendes
ge=
ſagt: Die Schulen bieten eine 1½jährige Ausbildung,
¾ Jahr theoretiſch, ¾ Jahr praktiſch. Im erſten Teil wer
den Vorleſungen über humane, ſoziale, hgieniſche,
reli=
giöſe Gebiete u. a. m. gehalten; auch für Büroarbeit wird
Unterricht erteilt und ein Samariterkurſus lenkt in die
praktiſche Arbeit über, die den 2., den praktiſchen Teil des
Kurſus ausfüllt. Hier kommt nach Wahl Anſtaltsarbeit,
Gemeinde= und Vereinsarbeit, die verſchiedenſten Stätten
der Wohlfahrtsarbeit in Betracht. Um Näheres zu
erfah=
ren, iſt es ratſam, ſich Proſpekte kommen zu laſſen; es ſeien.
darum die hauptſächlichſten Schulen dieſer Art hier
ge=
nannt: das Chriſtlich=ſoziale Frauen=Seminar, Hannover,
die Frauenſchule der Inneren Miſſion, Berlin, und die
Evangeliſch=ſoziale Frauenſchule, Halle (Saale), Ludwig
Wuchererſtraße 55. Es werden jederzeit Anmeldungen zu
den im Oktober wiederbeginnenden Kurſen
entgegenge=
nommen. Wenn dieſe Ausführungen dazu beitragen
wür=
den, dem großen Gebiete der deutſchen ſozialen
Wohl=
fahrtspflege einen Strom neuer Kräfte zuzuführen, ſo
wäre ihr Zweck erfüllt.
C. K. Eine automatiſche
Frankier=
maſchine. Aus London wird berichtet: Eine intereſſante
Neuerung, die den Abſendern von Briefen und Druckſachen
die Mühe des Ankaufes und Aufklebens von Briefmarken
erſparen ſoll, iſt jetzt probeweiſe von der engliſchen
Poſt=
behörde eingeführt worden. Es iſt eine „automatiſche
Frankiermaſchine”, die jetzt zunächſt verſuchsweiſe in dem
Londoner Hauptpoſtamte aufgeſtellt iſt. Wer einen Brief
aufgeben will, der mit einem Penny frankiert werden
müßte, ſteckt die Sendung in den Automaten, wirft ein
Pennyſtück in die Geldöffnung, worauf die Maſchine
ſelbſt=
ſtändig das Kuwert abſtempelt. Anſtelle der Briefmarke
erſcheint ein roter, runder Stempel mit der Inſchrift „
Lon=
don E C, 1 d, Porto bezahlt‟ Darunter ſieht man eine
kleine Krone. Jeder Brief, der dieſen Stempel trägt, wird
bei der Poſt als frankiert behandelt, die Mühe des
Mar=
kenaufklebens und Markenbeſchaffens fällt fort. Wenn der
Apparat beim Publikum Anklang findet und ſich bewährt,
wird er allgemein in dem engliſchen Poſtdienſt eingeführt
werden.
Literariſches.
* In der von dem Verlag von B. G. Teubner
in Leipzig herausgegebenen Sammlung
wiſſenſchaftlich=
gemeinverſtändlicher Darſtellungen aus allen Gebieten
des Wiſſens „Aus Natur und Geiſteswelt“
(jeder Band 1 Mk. bezw. 1.25 Mk.) ſind ferner erſchienen:
Band 6: Paläſtina und ſeine Geſchichte. Sechs
volkstümliche Vorträge von Profeſſor D. H. Freiherr
von Soden. Mit zwei Karten, einem Plan von
Jeruſa=
lem und ſechs Anſichten des Heiligen Landes. 3. Aufl
-
Bd. 16: Die deutſchen Volksſtämme und
Landſchaften. Von Profeſſor Dr. O. Weiſe. Mit
29 Abbildungen und einer Dialektkarte Deutſchlands.
4., vermehrte und verbeſſerte Auflage. — Bd. 17: Das
Licht und die Farben. Sechs Vorleſungen,
ge=
halten im Volkshochſchulverein München. Von
Dr. Leo Graetz, Profeſſor an der Univerſität München.
Dritte Auflage. Mit 117 Abbildungen. — Bd. 4: Die
Philoſophie der Gegenwart in
Deutſch=
land. Von Profeſſor Dr. O. Külpe in Bonn. 5.,
ver=
beſſerte Auflage. — Bd. 72: Die Japaner und ihr
Wirtſchaftsleben. Von Profeſſor Dr. Karl
Rath=
gen in Hamburg. 2., vermehrte und verbeſſerte Auflage.
Bd. 77: Kunſtpflege in Haus und Heimat
Von Superintendent Richard Bürkner in Auma. 2.
Auf=
lage. Mit 29 Abbildungen. — Bd. 88: Die optiſchen
Inſtrumente. Von Dr. Moritz von Rohr. 2.,
ver=
mehrte und verbeſſerte Auflage. Mit 88 Abbildungen
im Text. — Bd. 103: Der Alkoholismus: Von Dr.
Georg B. Gruber in München. Mit 7 Abbildungen im
Text. — Bd. 105: Grundzüge des
Verſicher=
ungsweſens. Von A. Manes. 2., verbeſſerte
Auf=
lage. — Bd. 122: Wirtſchaftliche Erdkunde.
Von Profeſſor Dr. Chriſt. Gruber in München. 2.
Auf=
lage von Profeſſor Dr. K. Dove in Berlin. — Bd. 131:
Kulturbilder aus griechiſchen Städten.
Von Profeſſor Dr. Erich Ziebarth. 2., vermehrte und
verbeſſerte Auflage. — Bd. 136: Die menſchliche
Stimme und ihre Hygiene. Von Profeſſor Dr.
Gerber in Königsberg. 2., verbeſſerte Auflage. — Bd.
137: Wahrheit und Dichtung im Leben Jeſu.
Von Dr. theol. und phil. Paul Mehlhorn, Pfarrer der
evangeliſch=reformierten Gemeinde in Leipzig. — Bd. 166:
Das Automobil. Eine Einführung in Bau und
Betrieb des modernen Kraftwagens. Von Ingenieur
Karl Blau, Automobillenker=Prüfungskommiſſär bei der
k. k. n.=5. Statthalterei. — Bd. 176: Führende
Denker. Geſchichtliche Einleitung in die Philoſophie.
Von Dr. Jonas Cohn, a. o. Profeſſor an der
Univer=
ſität Freiburg. Mit ſechs Bildniſſen. 2., durchgeſehene
Auflage. — Bd. 177: Sittliche Leben
sanſchau=
ungen der Gegenwart. Von Profeſſor D. Otto
Kirn in Leipzig. — Bd. 205: Arithmetik und Al
gebra zum Selbſtunterricht von Prof. Paul Crantz.
Zweiter Teil: Gleichungen. Arithmetiſche und
geome=
triſche Reihen. Zinſeszins= und Rentenrechnung.
Kom=
plexe Zahlen. Binomiſcher Lehrſatz. Mit 21 Textfiguren.
Bd. 242: Oeſterreichs innere Geſchichte
von 1848 bis 1907. I. Die Vorherrſchaft der
Deut=
ſchen. Von Richard Charmatz. 2., verbeſſerte Auflage.
Friedrich dem Großen und ſeinem lebendigen
An=
gedenken iſt das zweite Januarheft des Kunſtwarts
(Halbmonatſchau für Ausdruckskultur auf allen
Lebens=
gebieten, Preis vierteljährlich Mk. 4.— Verlag von Georg
D. W. Callwey in München) gewidmet. Der Leitaufſatz
von Avenarius zeichnet ſein Bild, die Loſen Blätter
bieten Ergänzungen und Belege dazu: Ausſprüche des
Königs und Urteile über ihn, gewählt nicht ſo ſehr
nach ihrer biſtoriſchen und biographiſchen Bedeutſamkeit.
vielmehr nach ihrem Wert für die Kenntnis der
Perſönlich=
keit. Ungewöhnlich reich ſind die Bildbeilagen: Adolf
Menzels Bild des Königs, Friedrich am Sarge des
Großen Kurfürſten, Begegnung Friedrichs mit Joſeph II;
zwölf Illuſtrationen Menzels zu den Werken Friedrichs
des Großen; Bernhard Mannfelds Gruft Friedrichs des
Großen und ein wenia bekanntes Bildnis von C. Friſch
4 Abbildungen des Friedrichs=Denkmal von Kiſſ in
Bres=
lau erläutert durch einen Aufſatz: Warum bilden wir nicht
häufiger Plaſtik ab? Die Noten bringen Friedrichs
Parademarſch, ein Adagio von Haſſe und die Loeweſche
Ballade Friderieus Rer. Die übrigen
Rundſchaubei=
träge: Von der byzantiniſchen Krankheit. Die
Wahlver=
ſammlung, Politik und Kultur. Die Landpflegerin,
Hei=
matpädagogik, Max Halbe als Proſaiker pflegen die
übrigen gewohnten Kunſtwartgebiete.
— Seit einigen Jahren macht ſich im Faſching in
Wien immer mehr der Hang zu Maskentreiben bemerkbar
und die Veranſtaltungen mit Koſtümzwang verdrängen
entſchieden all jene Bälle, bei denen nur Balltoiletten
üb=
lich ſind. Dieſer Umſtand iſt in dem eben erſchienenen
Heft 8 der „Wiener Mode” beſonders berückſichtigt,
denn neben den zahlreichen Abbildungen reizender
Abend=
toiletten ſind ganze Serien von Volkstrachten,
Phantaſie=
koſtümen und =Trachten aus den verſchiedenſten Zeiten
darin zu finden, nebſt einer Anzahl von
Toilettenvorla=
gen für Gardedamen. Alt und jung kann demnach nur
Freude an dem reich und künſtleriſch ausgeſtatteten Heft
haben, deſſen asndarbeitsvorlagen und belletriſtiſchen
Teil überdies für Unterhaltung und Zeitvertreib ſorgen.
„Unter deutſchen Fahnen” ein
afrikani=
ſcher Roman von Alfr. Funke (Verlag Karl Duncker,
Ver=
lin W. 35, Lützowſtr. 10). Die deutſchen Kolonialromane
mehren ſich in letzter Zeit und es iſt ſicher keines der
ſchlechteſten Mittel, unſere Kolonien und die
Kolonialpoli=
tik dem deutſchen Volke populär zu machen, wenn die
Ro=
manliteratur ſich ihrer annimmt. Wenigſtens nicht, wenn
es in der vorzüglichen und reifen Form geſchieht, wie in
dem vorliegenden Buche. Frei von Uebertreibungen nach
irgend einer Seite gipfelt der Vorwurf dazu in dem
viel=
fach bewieſenen Satz, daß Afrika, ſo viel Leid es auch
birgt, ſchließlich doch jeden feſſelt, der offenen Auges
hin=
übergeht und warmen Herzens drüben ſchafft und ſtrebt.
Der Roman ſtammt noch aus der Zeit der Hererokämpfe
und ſpielt in Offizierskreiſen.
— Es iſt nicht allzu leicht, mitten im tollſten
Faſchings=
treiben praktiſch wirtſchaftliche Moden zu ſchaffen, — man
wird unwillkürlich von der tollen Lebensfreude, die den
Prinzen Karneval begleitet — beeinflußt, und möchte am
riebſten nur duftigen, hellen Abendgewändern und
Koſtümen das Wort laſſen. Dabei kämen aber all jene,
die keine Bälle, Routs uſw. beſuchen, zu kurz und ſo hat dle
Wiener Mode, wie ſtets darauf bedacht, den
Abon=
nentinnen praktiſch helfend zur Seite zu ſtehen, in dem
ſoeben erſchienenen Heft 9 neben den Ball= und
Geſell=
ſchaftsroben einer Reihe einfacher, reizender
Toiletten=
abbildungen Raum gegeben, nicht zu vergeſſen der
künſtleriſch vollendeten Handarbeitsvorlagen und des
intereſſant zuſammengeſtellten „Bondoirs”
Anſtand bei Tiſch. Wie ſollen wir eſſen?
Von Wilhelm F. Brand. Preis fein gebunden 75 Pfg.
Schwabacher Verlag in Stuttgart. Ein ganz vorzügliches
Büchlein, das in angenehmſtem Plauderton ſachlich
ein=
fach und praktiſch nützlich die einzelnen Momente der zur
feineren Lebensgourmandiſe unbedinat erforderlichen
Tiſchregeln beſpricht. Wir haben es hier mit einem
klei=
nen Meiſterwerkchen der guten Sitte zu tun, deſſen
zu=
verläſſigen Ausſprüchen wir vertrauensvoll überall
fol=
gen dürfen.
Muſik.
Lortzings romantiſche Zauberoper „Undine” bildet
den Inhalt des ſoeben erſchienenen neueſten Heftes der
Notenbibliothek „Muſik für Alle‟. Man darf dieſe
Oper als das reifſte Werk des Meiſters anſprechen, hat er
doch in demſelben nicht nur den Humor zu Wort kommen
laſſen, ſondern auch lyriſche, dramatiſche Szenen von
wunderbarem Gehalt geſchaffen. Wie bei den früheren
Lortzing=Heften der „Muſik für Alle” („Zar und
Zimmer=
mann” und „Der Wildſchütz”) wird das Heft durch
In=
haltsangabe der Handlung zwiſchen den einzelnen
Muſit=
ſtücken vervollſtändigt. Das Undine=Heft iſt zum Preiſe
von 50 Pfg. in allen Buch= und Muſikalienhandlungen,
ſowie direkt vom Verlage Ullſtein & Co., Berlin SW. 68,
Kochſtraße 23/24, zu beziehen.
Operetten=Revue! Dieſes neueſte humo
riſtiſche Potpourri von Oskar Feträs enthält die
modern=
ſten Schlager in vollſtändigen Liedern und ganzen
Refrains in wirkungsvollſter Zuſammenſtellung vereinigt
Jedem Exemplar wird eine Anzahl Texte zum Mitſingen
in geſelligen, heiteren Kreiſen gratis beigegeben und
grö=
ßerer Bedarf billigſt berechnet. Feträs hat mit dieſem
Potpourri wiederum ein Werk geſchaffen, welches in
ſei=
ner Art einzig daſtehen dürfte. Dasſelbe iſt in jeder
Muſikalienhandlung erhältlich oder auch gegen
Vorein=
ſendung des Betrages direkt vom Verleger Anton J.
Ben=
jamin, Hamburg, zu beziehen.
Die bayeriſchen Landtagswahlen.
* München, 5. Febr. Bis 12 Uhr nachts waren
127 Reſultate bekannt. Gewählt ſind 65 Zentrum,
29 Liberale, 27 Sozialdemokraten, 4 Bauernbund, 2 Bund
der Landwirte. Das Zentrum gewinnt 2 und verliert 12,
die Liberalen gewinnen 9 und verlieren 1, die
Sozial=
demokraten gewinnen 6, der Bauernbund gewinnt 3 und
verliert 2, der Bund der Landwirte gewinnt 1 und
ver=
liert 6.
Darmſtadt, 6 Februar.
g. Alt=Darmſtadt im 17. und 18. Jahrhundert. Geſtern
abend fand im „Mathildenhöhſaale” zum Beſten der neu
errichteten Kleinkinderſchule des Schloßbezirks die
Auf=
führung von „Alt=Darmſtadt im 17. und 18. Jahrhundert
in Wort, Muſik und lebenden Bildern” ſtatt unter
Mit=
wirkung von Frl. Mathilde Heißner, Frl. M.
Lage=
mann, des Knabenchors der Stadtkirche (Leiter Herr
Kantor Samper) und des vereinigten Orcheſters der
Großh. Ludwigs= und Liebigs=Oberrealſchule (Leiter
Herr Reallehrer Pfaff). Die künſtleriſche Leitung der
lebenden Bilder lag Frl. Anna Ethel ob. Ueber den
Inhalt der Aufführung und den lokalpatriotiſchen Zweck,
den der Verfaſſer damit verfolgt, ſind unſere Leſer bereits
durch einen eingehenden Artikel von Dr. Hermann Bräu
ning=Oktavio in Nr. 26 unterrichtet worden. Die
Auf=
führung ſtellt an die Mitwirkenden ſtarke Anforderungen;
es kann jedoch mit Freude feſtgeſtellt werden, daß ſie ihrer
Aufgabe mit vollem Erfolge gerecht wurden. Von ganz
beſonderem Reize waren die maleriſch arrangierten
lebenden Bilder; Fräulein Anna Ethel zeigte ſich hier
als eine vorzügliche Interpretin der Gedanken des
Schöp=
fers des Werkes Pfr. D. Dr. Diehl. Frl. Lagemann
erläuterte in poetiſcher Sprache die Bilder, und Fräulein
Heißner hatte dankenswerter Weiſe den Vortrag des
geſanglichen Teiles übernommen. Anerkennenswerte
Leiſtungen brachten auch der Knabenchor der Stadtkirche
und die vereinigten Orcheſter der Ludwigs= und Liebig=
Oberrealſchule. Die Firma Ibach hatte zur Begleitung
der Geſangsvorträge einen Ibachord (Cembalo) zur
Ver=
fügung geſtellt.
Da der Vorverkauf für dieſe Veranſtaltung bereits am
Samstag geſchloſſen werden konnte, findet eine
Wieder=
holung am Dienstag, den 6. Februar, abends 8 Uhr,
im Mathildenhöhſaale (Dieburgerſtraße), ſtatt. Karten zu
Nummer 31.
2 Mark, 1,50 Mark, ſowie Schülerkarten zu 50 Pfg. ſind zu
haben bei Herrn Kaufmann Warnecke (Rheinſtraße 1), im
Verkehrsbureau, in den Hofbuchhandlungen von Waitz und
Schlapp, ſowie, falls noch vorhanden, abends an der Kaſſe.
Es empfiehlt ſich, bei Zeiten für eine Karte zu ſorgen.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Straßburg, 5. Febr. An den Kaiſerlichen
Statthal=
ter Exzellenz Graf v. Wedel, der heute in ſeltener
Friſche ſeinen 70. Geburtstag begeht, iſt folgendes
Tele=
gramm eingetroffen: Statthalter Graf Wedel, Straßburg
(Elſaß)! Empfangen Sie, mein lieber Graf, zur heutigen
Vollendung Ihres 70. Lebensjahres meine wärmſten
Glück= und Segenswünſche. Gott der Herr ſchenke Ihnen
auch ferner Geſundheit und Kraft, damit Sie noch lange
Ihres verantwortungsvollen Amtes in bewährter Treue
walten können. Ich bitte Sie, als Zeichen meiner
herz=
lichen Dankbarkeit und meines beſonderen Wohlwollens,
die Ihnen direkt zugehende Büſte von mir anzunehmen.
gez. Wilhelm, I. R.”
Paris, 5. Febr. Beim Bankett des Vereins
republikaniſcher Journaliſten hielt Miniſter
präſident Poincaré eine Rede, in der er unter
ande=
rem ſagte: Das Werk, das wir mit dem ſo ſelbſtloſen
Beiſtand der hervorragendſten Führer der
republikani=
ſchen Partei unternommen haben, konnten wir ohne die
Unterſtützung der Journaliſten nicht zu einem guten Ende
führen; ohne ſie würde uns niemand kennen noch
ver=
ſtehen, ohne ſie würden auch wir nichts können, ohne ſie
hätten wir weder Ohren noch Stimme. Wir haben den
feſten Willen, die Eintracht und die Einigkeit unter den
Republikanern zu erhalten, den Regierungsgedanken zu
ſtärken, die Ordnung und Freiheit aufrecht zu erhalten,
eine Politik des ſozialen Fortſchritts zu verfolgen und
vor allem Frankreich ſeine materielle und moraliſche Kraft
und ſein Anſehen in der Welt zu erhalten.
Portsmouth, 5. Febr. Die „Medina” machte am
Landungsplatze feſt. Die Königinmutter Alexandra, der
Prinz von Wales und Prinz Arthur von Connaught
be=
gaben ſich an Bord und begrüßten das Königspaar
herzlich. Nach dem Frühſtück gingen die Majeſtäten an
Land und traten die Fahrt nach London an.
München=Gladbach, 5. Febr. Durch Einfrieren des
Ableitungsrohres explodierte in der Spinnerei
Buſch der Dampfkeſſel. Ein Arbeiter wurde getötet
zwei Arbeiterinnen ſchwer verletzt
— Peſt, 5. Febr. Ein hieſiger Staatsanwalt erteilte
einem Poliziſten wiegen einer groben Pflichtverletzung
einen Verweis. Daraufhin verprügelte der Poliziſt
den Staatsanwalt auf offener Straße.
— Paris, 5. Febr. Der Schuhwarenfabrikant
Dela=
teur in Biancourt, der ſich von ſeinen Geſchäften
zurück=
zieht, hat ſeine geſamte Fabrik mit Inventar ſeinen
Arbeitern zum Geſchenk gemacht. Man ſchätzt
den Wert des Geſchenkes auf anderthalb Millionen Fres.
— New=York, 5. Febr. Als die 32jährige Witwe
Taylor geſtern nachmittag ein durch einen Meſſengerboy
überbrachtes Paket öffnete, erfolgte eine Exploſion.
Die Frau wurde entſetzlich verſtümmelt.
— New=York, 5. Febr. Die Eisbrücke über die
Stromſchnellen des Niagarafalles iſt geſtern
zuſam=
mengebrochen. Zwei Männer und eine Frau ertranken.
Schneebericht.
Gedern: Schneehöhe 11 Zentimeter, Skibahn gut.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Ueber Oſteuropa hat ſich ein ſtarkes Hoch ausgebildet.
Von Weſten her dringt eine ſtarke Depreſſion gegen das
Feſtland vor. Sie wird uns langſam in ihren Bereich
ziehen, ſodaß wir dichte Bewölkung und leichte
Schnee=
fälle erwarten dürfen. Beim weiteren Vordringen des
Tiefs ſteht Wetterumſchlag in Ausſicht.
Ausſichten für Dienstag, 6. Februar: trüb
leichte Schneefälle, ſchwächerer Froſt.
Gegen Schluß des Schuljahres
ſtellt ſich, hauptſächlich bei raſch wachſenden
Mädchen und Knaben, nicht ſelten Müdigkeit
und Appetitloſigkeit ein. Vorſorgliche Eltern
tun gut, dieſem Zuſtande gleich zu wehren,
wobei die Darreichung von
Scotts Lebertran=Emulſion, einem
ſeit Jahrzehnten erprobten
Stär=
kungsmittel, vortreffliche Dienſte
leiſtet. In leicht verdaulicher,
K. dabei wohlſchmeckender Form,
enthält ſie kraftbildende, appetit=
mit dieſer verbeſſernde Beſtandteile, deren
Nure=
M
dem Fiſch
günſtige Wirkung auf den
jugend=
der
Garanti
Scott=
ſchen Verfahrens! lichen Körper unbeſtritten iſt.
(I3299
Scotts Emulſion wird von uns ausſchließlich im großen
verkauft und zwar nie loſe nach Gewicht oder Maß, ſondern nur
verſiegelten Originalflaſchen in Karton mit unſerer Schutzmarke
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(Fiſcher mit dem Dorſch). Scott & Bowne, G. m. b. H., Frankfurt a. M.
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Glyzerin 50,0, unterphosphorigſaurer Kalk 4,3, unterphost
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blatt, Dienstag, den 6. Februar 191
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Helfer bei unerwartetem Beſuch ſind:
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Telephon 1501 und 1472.
(125a
Aus dem Geſchäftsleben.
Die Chineſen hatten ſchon lange vor uns unſere
wichtigſten Erfindungen gekannt: Papier. Porzellan ꝛc.
die Aſtronomie und Mathematik war auch ſeit
urdenk=
lichen Zeiten bei ihnen eine ſorgfältig gepflegte
Wiſſen=
ſchaft. Auch das Einſetzen künſtlicher Zähne iſt ſeit
Jahrhunderten dort Gang und Gäbe, da der Chineſe
ſehr auf ſeinen Kauapparat be acht iſt. Um das
Ver=
lieren unſerer Zähne zu vermeiden, genügt eine mechaniſche
Reinigung derſelben Früh und Abends mit einem
all=
gemein eingeführten Zahnputzmittel, wie es z. B.
Sargs Kalodont darſtellt, vollkommen.
Da es wohl für jeden Leſer von Vorteil ſein
dürfte, ſeine Einkäufe in Herrentuchen
und Damenkleiderſtoffen nur bei ſolchen
Ge=
ſchäften zu machen, die ſtets beſtrebt ſind, ihre
Kind=
ſchaft mit nur gutr Ware bei äußerſt billigen Preiſen
zu bedienen, ſo wrd auch an dieer Stlle ſeitens der
Firma Schwetasch & Seidel, Tuchfabrik in
Spremberg, Nied=Lauſitz auf den der heutigen
Nummer beigelegten Proſpekt ganz beſonders aufmerkſam
gemacht.
(3329M
Jamiliennachrichten.
Statt Karten.
lda Hirsch
Ludwig Greif
VERLOBTE
Gimbsheim
Darmstadt
(Rheinhessen,
Kirchstr. 21
(R3328)
Statt Karten.
Se Ein geſundes Mädel
iſt heute glücklich bei uns angekommen.
Regierungsbaumeiſter Bernhard Schmid
und Frau Lene, geb. Lehr.
Cannſtatt, 3. Februar 1912.
(B3253
Moltkeſtraße 75.
Ogahsnsgsgassganst
8
& Die Geburt einer munteren
8
Tochter
(*2802
zeigen hocherfreut an
Jacob Krug u. Frau.
Ca
Darmſtadt, 2. Februar 1912.
One
ue
Die Beerdigung der Frau Helene
Reuter Wwe. findet Dienstag, den
6. Februar, nachmittags 2¼ Uhr, vom
Eliſabethenſtift aus, ſtatt. Einſegnung
(3292
20 Minuten vorher.
Die Beerdigung des Herrn Auguſt
Koch, Schloſſermeiſter, findet nicht
Dienstag nachmittag, ſondern
Mitt=
woch nachmittag 2 Uhr ſtatt.
Seite 7.
Für die vielen Beweise warmer
Teilnahme bei dem Hinscheiden
un-
serer lieben Schwester, Schwägerin,
Tante und Nichte
(B3304
Fräulein
Frrederkke Nuger
sagen wir herzlichsten Dank.
Die trauernden Minterbliebenen.
Darmstadt, den 5. Febr. 1912.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden unſerer I. Schwägerin u. Tante
Frau
Jeanerte Malnzer Wwe.
ſagen wir Allen, ſowie Denjenigen, welche ihr die
letzte Ehre erwieſen, insbeſondere auch dem iſrael.
Beſtattungsverein für den ſchönen Nachruf, unſeren
tiefgefühlteſten Dank.
(3333
Die trauernden Hinterbliebenen.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem unerwarteten Heimgang meiner lieben
Frau, unſerer guten Mutter, Großmutter, Schweſter
und Schwägerin
(*2844
Vau Karnarina Wust
danken von Herzen
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Dexbach, den 4. Februar 1912.
Dankſagung.
Herzlichen Dank allen denen, die mit
uns fühlten in den Tagen bitterſten
Lei=
des. Die überaus zahlreichen Beweiſe
aufrichtiger Teilnahme an dem jähen
Hinſcheiden unſerer lieben Entſchlafenen
und die wohltuenden Worte, welche die
Verſtorbene ehrten, verleihen uns Troſt
und Kraft für die fernere Zeit.
Darmſtadt und Goddelau,
5. Februar 1912.
Karl Rothermel,
Oberlehrer,
Familie Schaffner.
9.
Dankſagung.
Für die Beweiſe herzlicher Teilnahme bei dem
(3323
Tode unſerer unvergeßlichen
Frau Greta Siegrist
ſagt innigſten Dank
im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Ludwig Siegrist.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Februar 1912.
Nummer 31.
T3269)
Statt jeder besonderen Anzeige.
Es hat dem Herrn über Leben und Tod gefallen, meinen heissgeliebten
Mann, unseren herzensguten, treubesorgten Vater, unseren Bruder, Schwieger-
(B3338
sohn, Schwager und Onkel
Walz
Ludwid
evangelischer Pfarrer der Petrusgemeinde
plötzlich und unerwartet zu sich zu rufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Frau Emilie Walz, geb. Eckel,
Hedwig Walz,
Martha Walz,
Gertrud Walz.
Darmstadt, 5. Februar 1912.
Die Beerdigung findet Mittwoch, um 3 Uhr nachmittags, von der Kapelle des städtischen
Friedhofes aus, statt. Kondolenzbesuche dankend verbeten.
Todes-Anzeige.
(Nur auf dieſem Wege.)
Am Sonntag vormittag ½10 Uhr entſchlief
ſanft meine liebe Mutter
(3254
Frau Amalle Bausch
geb. Bender
im 81. Lebensjahre.
Emma Bausch.
Darmſtadt, 6. Februar 1912.
Die Einſegnung findet heute, Dienstag, den
6. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, im
Sterbe=
hauſe Ernſt=Ludwigsſtraße 7, die Beerdigung
um ½4 Uhr, vom Portal des Friedhofes aus,
ſtatt.
Dankſagung.
Für die uns bei dem ſchweren Verluſte unſeres
lieben, unvergeßlichen Gatten, Vaters, Schwieger=
(3340
vaters und Großvaters
Herrn Anton Sommerkorn
bewieſene herzliche Teilnahme und zahlreichen
Blumenſpenden, ſowie für die troſtreichen Worte
des Herrn Stadtpfarrer Diehl, den erhebenden
Grabgeſang des Geſangvereins „Sängerluſt” und
den anerkennenden Worten ſeiner Herren
Vor=
geſetzten und Kameraden ſagen wir hiermit unſern
innigſten Dank.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Familien Sommerkorn u. Keßler.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anf. 7 Uhr (Ab. B): „Figaros
Hochzeit”.
Vorſtellung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Gaſtſpiel des Marionetten=Theaters Münchener
Künſt=
ler um 5 und 8 Uhr im Hotel „Zur Traube‟.
Alt=Darmſtadt im 17. und 18. Jahrhundert in Wort,
Muſik und lebenden Bildern um 8 Uhr im „
Mathilden=
höhſaal‟ (Ev. Frauenverein für den Schloßbezirk).
Vortrag von Amtmann Krapp um 4¼ und 5¼ Uhr
im Saalbau (Kurſus über Armenpflege ꝛc.).
Vortrag von Profeſſor Dr. Anthes um 8¼ Uhr im
Saal 326 der Techn. Hochſchule (Volksbildungsverein).
Verſammlung der Fortſchrittlichen Volkspartei um
8½ Uhr im Hotel „Prinz Karl”.
Kundgebung für die Einführung der vollſtändigen
Sonntagsruhe um 8½ Uhr im „Kaiſerſaal”.
Konzert um 3 und 8 Uhr im Hotel Hez.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Ausſtellung von Porträtphotographien
Wil=
helminenſtraße 27 (geöffnet von 10—1 u. 3—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke
Rhein=
u. Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Vorſtellungen im Reſidenztheater von 4—11 Uhr.
Bilder vom Tage. (Auslage Rheinſtraße 23): Neue
Männer des Reichstages und nicht wieder gewählte
bis=
herige Abgeordnete; die Landung der „Carthage” in
Tunis; vom Beſuch des engliſchen Königspaares in
Kalkutta.
Verſteigerungskalender.
Mittwoh, 7. Februar.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr im
„Schützenhof”.
Holzverſteigerung um ½9 Uhr in der Brücherſchen
Wirtſchaft zu Arheilgen.
Druck und Verlag: L. C. Wiltich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: Hans Heitz, ſämtlich in Darmſtadt.
— Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkriptewerden nicht
zurückgeſandt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Heute früh entſchlief nach längerem, ſchweren,
mit großer Geduld ertragenem Leiden, unſer
lieber guter Sohn und Bruder
Gustav
in faſt vollendetem 16. Lebensjahre. (3291
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Familie Waas.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912
Nieder=Ramſtädterſtr. 31.
Die Beerdigung findet Mittwoch, 7. Februar,
nachmittags 3¼ Uhr, vom Leichenhaus des
ſtädt. Friedhofs aus, ſtatt.
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
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Dieburgerſtr. 56. (*2820im!
Perf. Ko gin ſucht Aushufeſtelle
Zu erfr. in d. Exped. (*2561soi
uhrl. wilig. Mädchen ſucht
Lauf=
dienſt Karlſtr. 36, I., Stb. (*2851
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dein, gewerbsmäßige
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mittlerin, Schützenſtr. 10½. (*2861
Schenkammen ſ. St. Frau Minna
Dingeldein, gewerbsmäßige
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1912.
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die für die Gemeinde Wixhauſen erlaſſene
Baupolizei=
ordnung und Ortsbauſatzung zur öffentlichen Kenntnis.
Baupolizeiordnung und Ortsbauſatzung treten am 15. Februar 1912 in
Wirkung.
Darmſtadt, den 29. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
(3262
Baupolizei=Ordnung
für die Gemeinde Wixhauſen.
Auf Grund des Artikels 2 des Geſetzes vom 30. April 1881, die allgemeine
Bau=
ordnung betreffend, und der §§ 3, 6, 8 und 9 der Ausführungsverordnung vom
1. Februar 1882, wird nach Anhören des Gemeinderats unter Zuſtimmung des
Kreis=Ausſchuſſes und mit Genehmiaung Großherzoglichen Miniſteriums des Innern
vom 19. Januar 1912 zu Nr. M. d. J. 19 928 für die Gemeinde Wirhauſen verordnet,
wie folgt:
Zu Artikel 28 der allgemeinen Bauordnung.
Zur Errichtung von Bau= und Tünchergerüſten an öffentlichen Straßen und
Plätzen bedarf es der Genehmigung der Großh. Bürgermeiſterei und des
Straßen=
eigentümers.
Die Gerüſte ſind feſt, ſicher und ſo aufzuführen, daß Unglücksfälle verhütet und
öffentliche Einrichtungen, wie Brunnen, Kanäle, Rinnſteine, Laternen und dergleichen
gehörig geſchützt werden.
Das Pflaſter der Fahrbahn und die Fußſteigbefeſtigung dürfen durch die Gerüſte
nicht beſchädigt werden. Rüſtſtangen dürfen nur auf Schwellen geſtellt, nicht aber in
den Straßenkörper eingegraben werden. Wird das Eingraben der Stangen
aus=
nahmsweiſe geſtattet, ſo wird der Straßenkörper auf Koſten des Hauseigentümers
durch die Gemeinde wieder hergeſtellt.
Zu Artikel 30 der allgemeinen Bauordnung.
§ 2.
Das Anbringen von in die Straßenfluchtlinie ragenden Firmenſchildern,
ſowie das Anbringen von Haken zum Aufhängen von Fleiſch= und anderen Waren
iſt verboten.
Wo derartige Einrichtungen beſtehen, ſind ſie, wenn dies das öffentliche Intereſſe
fordert, auf Verlangen der Polizeibehörde, zu beſeitigen. (ſ. Art. 80 des Kreis= und
Provinzialordnung.)
§ 3.
Türen und Tore dürfen beim Oeffnen nicht über die Straßenfluchtlinie
vor=
ſpringen. Fenſter und Läden, welche nach der Straße aufgehen, ſind derartig
anzu=
bringen, daß durch ſie beim Oeffnen Vorübergehende nicht verletzt oder beläſtigt
werden können.
§ 4.
Die nach der Straße angebrachten Kelleröffnungen müſſen mit dicht ſchließenden
Fenſtern, eiſernen Gittern oder Läden abgeſchloſſen werden.
Zu Artikel 32 der allgemeinen Bauordnung.
§ 5.
Das Dachwaſſer iſt an der Straßenſeite durch Dachrinnen und bis zur Erde
gehende Ablaufröhren zu ſammeln und in gepflaſterten Rinnen, oder, bei erhöhten
Fußſteigen, in eiſernen Rinnen in die Straßengoſſe weiter zu führen.
Die geplaſterten Rinnen ſind in einer Breite von 50 Zentimeter aus ſauber
gerichteten Pflaſterſteinen mit ausreichendem Gefälle herzuſtellen.
An allen Gebäuden, wo derartige Einrichtungen fehlen, ſind ſie längſtens
innerhalb zwei Jahren vom Tage des Inkrafttretens dieſer Verordnung an
herzu=
ſellen und mißſtändige den Beſtimmungen entſprechend abzuändern.
Die Koſten für derartige Anlagen ſind von dem betreffenden Beſitzer zu tragen.
§. 6.
Bei Nichtbefolg der in § 5 getroffenen Beſtimmungen werden die Mängel
auf Koſten der betreffenden Beſitzer von der Gemeinde beſeitigt.
Zu Artikel 32 und 33 der allgemeinen Bauordnung.
§ 7.
Die Ausgüſſe aus Küchen, Brennereien, Metzgereien uſw. dürfen nicht in die
Straßengoſſen münden. Wo ſolche Ausgüſſe nach der Straße zur Zeit beſtehen,
müſſen ſie innerhalb 6 Monaten nach polizeilicher Aufforderung beſeitigt werden.
Ebenſo dürfen Ausgüſſe aus den Hofreiten nicht auf die Straße entleert und
abgeführt werden. (ſ. a. Art. 112 P. St. G.)
Zu Artikel 35 der allgemeinen Bauordnung.
§ 8.
Winkel oder Reule müſſen an öffentlichen Straßen mit Mauern, undurchſichtigen
Türen oder Toren von mindeſtens 2 Meter Höhe abgeſchloſſen werden.
Zu Artikel 61 der allgemeinen Bauordnung.
§ 9.
Die zuläſſigen geringſten Höhenmaße für Wohngebäude ſollen im Hauprgeſchoß
2,60 Meter, im Dachgeſchoß 2,40 Meter im Lichten betragen.
Nebengebäude müſſen von dem angrenzenden äußeren Gelände, bis zur
Unter=
kante des Daches gemeſſen, eine Mindeſthöhe von 3,00 Metern erhalten.
§ 10.
Verfehlungen gegen die Vorſchriften dieſer Baupolizei=Ordnung unterliegen den
Strafen und Rechtsfolgen der Artikel 79 und 80 der allgemeinen Bauordnung.
§ 11.
Vorſtehende Baupolizei=Ordnung tritt am 15. Februar 1912 in Kraft.
Darmſtadt, den 29. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Ortsbauſatzung für die Gemeinde Wixhauſen.
Auf Grund des Art. 2 des Geſetzes vom 30. April 1881, die allgemeine
Bau=
ordnung betreffend, und der §§ 3—5, 7 und 8 der Verordnung vom 1. Februar 1882,
die Ausführung der allgemeinen Bauordnung betreffend, wird auf Beſchluß des
Gemeinderats nach Anhören des Großh. Bürgermeiſters und Begutachtung durch den
Kreis=Ausſchuß mit Genehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom
19. Januar 1912 zu Nr. M. d. J. 19928 für die Gemeinde Wirhauſen nachſtehende
Bauſatzung erlaſſen:
Zu Artikel 4 der allgemeinen Bauordnung.
Die Grenzen der Bebauung, ſowie die Bau= und Straßenfluchten ſind durch den
Ortsbauplan feſtgelegt.
Zu Artikel 13 der allgemeinen Bauordnung.
§ 2
Zur Benutzung als Bauplatz iſt eine Fläche nicht mehr geeignet:
a) wenn ſie weniger als 100 Quadratmeter enthält,
b) wenn ſie die in § 18 vorgeſchriebenen Mindeſtabmeſſungen nicht mehr
Zu Artikel 17 der allgemeinen Bauordnung.
§ 3.
Hat die Gemeinde, um einen Gemeindeweg zu ſchließen, Grundſtücke erworben,
ſo werden dieſe an die unmittelbar angrenzenden Grundbeſitzer auf deren Verlangen
unter folgenden Bedingungen in Eigentum abgetreten:
a) das Verlangen muß innerhalb einer Friſt von ſechs Monaten nach erfolgtem
Erwerb dieſer Grundſtücke bei Großh. Bürgermeiſterei ſchriftlich geſtellt
werden,
die Anlieger müſſen ſich bereit erklären, für das an ſie abzutretende
Ge=
lände der Gemeinde die vollen Koſten des Erwerbs der betreffenden
Grundſtücke zurückzuzahlen. Aus dem Preiſe des Geländes und den
Erwerbskoſten berechnet ſich mit Rückſicht auf die Größe der Fläche der
Einheitspreis, der für den Quadratmeter von den Anliegern zu zahlen iſt.
Das von den Anliegern zu erwerbende Weggelände iſt der Gemeinde mit gleichem
Preis für den Quadratmeter zu vergüten, wie Grundſtücke, jedoch mit der Maßgabe,
daß die Unkoſten des Erwerbs der Grundſtücke bei der Berechnung des Einheitspreiſes
außer Betracht zu laſſen ſind. War der Preis mehrerer Grundſtücke an der neuen
Straße terſchieden, ſo wird ein Mittelprets für den Verkauf aus den Geſamtkoſten
zuläßt.
Den Geſamtkoſten des Erwerbs werden
des Erwerbspreiſes zugeſchlagen, falls die abzutretenden Grundſtücke von den
An=
liegern durch ihre Schuld nicht innerhalb acht Monaten, von der Zeit des Erwerbs
durch die Gemeinde an gerechnet, erworben werden.
Zu Artikel 18 der allgemeinen Bauordnung.
§ 4.
Außerhalb des Bereichs des Ortsbauplans ſollen in der Regel keine Gebäude
errichtet werden. Ausnahmen bedürfen der Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Innern nach Anhörung des Gemeinderats.
Zu Artikel 20 Abſatz 1 der allgemeinen Bauordnung.
§ 5.
Ueber die Herſtellung einer Straße innerhalb des Ortsbauplans, ſowie über die
Reihenfolge, in welcher die Herſtellung ſtatfinden ſoll, beſchließt unbeſchadet der
Vor=
ſchrift in Art. 20 Abſ. 1 Satz 2 und Abſ. 2 der allgemeinen Bauordnung der
Gemeinde=
vorſtand.
§ 6.
Die Herſtellung einer Straße oder eines Straßenteils, worunter hier in der
Regel ein Straßenabſchnitt zwiſchen zwei Quer= oder Seitenſtraßen verſtandss iſt,
ſoll auf Antrag ſchon dann erfolgen, wenn die Straße oder der Straßenteil an eine
bereits hergeſtellte Straße ſich anſchließt, und nachdem das für die neue Straßenſtrecke
erforderliche Gelände an die Gemeinde laſtenfrei käuflich in Eigentum übertragen
worden iſt.
Kommt in dem in Abſ. 1 gedachten Falle zwiſchen der Gemeinde und den
Eigen=
tümern des Geländes eine Verſtändigung über den Kaufpreis nicht zuſtande, ſo ſind
letztere berechtigt, das Eigentum des erforderlichen Straßengeländes an die Gemeinde
laſtenfrei käuflich unter dem Vorbehalt zu übertragen, daß der Kaufpreis durch ein
Schiedsgericht feſtzuſetzen iſt. Dieſes ſoll beſtehen aus dem Kreisrat oder deſſen
Stelvertreter und zwei bei der Sache nicht beteiligten Mitgliedern, die von dem Kreis=
Ausſchuß zu wählen ſing. Das Verfahren vor dem Schiedsgericht regelt ſich nach den
§§ 1025 ff. der Zivilprozeßordnung.
Steht das erforderliche Straßengelände ganz oder teilweiſe im Eigentum Dritter
und iſt eine Uebertragung desſelben auf die Gemeinde in Güte nicht zu erzielen, ſo
können die Antragſteller einen zum Erwerb und gegebenenfalls zur Enteignung durch
die Gemeinde ausreichenden, von dem Gemeindevorſtand zu beſtimmenden Betrag in
bar oder mündelſicheren Werten hinterlegen. Die Herſtellung der neuen Straße oder
des Straßenteils ſoll jedoch in dieſem Falle erſt erfolgen, nachdem in Abſchluß der
wegen des Geländeerwerbs zu führenden Verhandlungen das Eigentum des geſamten
erforderlichen Geländes auf die Gemeinde übertragen worden iſt.
Inſoweit ſich die Gemeinde bereits ſelbſt im Eigentum des erforderlichen
Ge=
ländes befindet, iſt ihr von dem Tag des Beginns der Herſtellung der Straße oder des
Straßenteils an der Wert dieſes Geländes mit 4 Prozent bis zu dem Zeitpunkt zu
verzinſen, zu welchem ſie nach den Vorſchriften der allgemeinen Bauordnung zu deſſen
Erwerb verpflichtet wäre.
Kommt über die Höhe des Werts ſolchen Gemeindegeländes eine Verſtändigung
zwiſchen der Gemeinde und den Antragſtellern nicht zuſtande, ſo iſt zur Feſtſetzung
desſelben ein nach Abſ. 2 dieſes Paragraphen zu bildendes Schiedsgericht zu berufen.
Zu Artikel 20 Abſatz 4 der allgemeinen Bauordnung.
§ 7.
In den noch nicht hergeſtellten Straßen dürfen vorbehältlich der nachſtehenden
Vorſchriſten Gebäude, die nach dieſen Straßen ihren Ausgang haben, nicht errichtet
werden.
§ 8.
In den noch nicht hergeſtellten Straßen ſoll das Bauen an den Ecken, die auf
ſchon hergeſtellte Straßen oder Straßenteile aufſtoßen, geſtattet werden. Der Bauende
hat jedoch, wenn er einen Ausgang nach der noch nicht hergeſtellten Straße anlegen
will, das zu dieſer Straße erforderliche Gelände, ſoweit ſein Eckgrundſtück reicht, vor
Erteilung des Baubeſcheids laſtenfrei käuflich in Eigentum der Gemeinde zu übertragen.
§ 9.
Soll außer dem in § 8 vorgeſehenen Fall ein Gebäude an einer noch nicht
her=
geſtellten Straße errichtet werden, ſo kann dies nach Anhören des Gemeindevorſtands
geſtattet werden, nachdem der Gemeinde das ganze, noch nicht in ihrem Eigentum
ſtehende Straßengelände vor dem Baugrundſtück und weiter bis zur nächſten
her=
geſtellten Straße oder dem nächſten hergeſtellten Straßenteil laſtenfrei käuflich in
Eigentum übertragen worden iſt.
Kommen hierbei mehrere Straßen oder Straßenteile in Betracht, ſo beſtimmt
der Gemeindevorſtand, nach welcher Straße zu das Gelände abzutreten iſt.
Die Bauerlaubnis iſt jedoch in dieſen Fällen ſtets dann zu verſagen, wenn durch
den beabſichtigten Neubau die zweckmäßige Aufteilung des Baublocks in Bauplätze
gefährdet erſcheint.
Sofern die Vorausſetzungen des Art. 20 Abſ. 2 allgemeiner Bauordnung und
des § 36 der Ausführungsverordnung gegeben ſind, finden die Beſtimmungen des § 8
und dieſes Paragraphen keine Anwendung.
§ 10.
Kommt in den Fällen der §§ 8 und 9 eine Verſtändigung über den Kaufpreis des
Geländes nicht zuſtande, ſo iſt nach § 6. Abſ. 2 zu verfahren. Bezüglich etwaigen,
bereits im Eigentum der Gemeinde befindlichen Geländes iſt § 6 Abſ. 4 und 5
ſinn=
gemäß anzuwenden.
§ 11.
Die nach den §§ 6, 8, 9 und 10 mit der Gemeinde zu treffenden Vereinvarungen
wegen Eigentumsübergang von Gelände an dieſe, Verzinſung des Werts des ihr
bereits eigentümlichen Geländes oder Hinterlegen einer Sicherheit ſind vertraglich
und, ſoweit ſie Verkaufe ſind, unter Beobachtung des § 313 B.6.B. vorzunehmen,
Hierbei iſt insbeſondere zu beſtimmen, daß die der Gemeinde gegenüber erwachſenden
Forderungen an Kaufpreis und Koſten oder auf Rückerſatz einer hinterlegten, von der
Gemeinde zum Erwerb von Gelände verwendeten Sicherheit der Gemeinde bis zu dem
Zeitpunkt geſtundet werden, zu welchem ſie nach den Beſtimmungen der Allgemeinen
Bauordnung verpflichtet wäre, das in Betracht kommende Straßengelände zu erwerben.
§ 12.
Ausnahmsweiſe kann das Bauen an noch nicht hergeſtellten Straßen in Fällen,
in welchen die Vorausſetzungen der §§ 8 und 9 nicht vorliegen, mit Zuſtimmung des
Gemeindevorſtands von der Baupolizeibehörde geſtattet werden. Alsdann hat jedoch
der Bauende die für die Erbauung und Benutzung des Gebäudes oder im öffentlichen
Intereſſe unentbehrliche Zufahrt von der nächſten Straße oder dem nächſten öffentlichen
Weg aus und die für den Ablauf des Waſſers erforderlichen Einrichtungen nach den
bei der Genehmigung erteilten Anordnungen auf eigene Koſten herzuſtellen (Art. 20
Abſ. 4 allgemeiner Bauordnung).
Zu Artikel 20 Abſatz 3 der allgemeinen Bauordnung.
§ 13.
Bis zu dem in Art. 20 Abſ. 1 Satz 2 oder Abſ. 2 der allgemeinen Bauordnung
vorgeſehenen Zeitpunkt ſind in den Fällen der §§ 8 und 9 das Einebnen der
Straßen=
fläche vor dem Baugrundſtück und weiter bis zur nächſten hergeſtellten Straße oder
dem nächſten hergeſtellten Straßenteil (vergl. § 9 Abſ. 1 und 2), ſowie die für den
Ablauf des Waſſers und ſonſt erforderlichen vorläufigen Einrichtungen nach Vorſchrift
der Baupolizeibehörde von dem Bauenden und, wenn es mehrere ſind, von dieſen
unter Geſamthaftung bezüglich der gemeinſamen Intereſſen dienenden Straßenſtrecken
auf eigene Koſten und Gefahr zu bewirken.
Auf Erſuchen übernimmt es die Gemeinde, dieſe Arbeiten ſelbſt auszuführen:
auch kann der Gemeindevorſtand in jedem Falle beſchließen, daß die Arbeiten durch
die Gemeinde auf Koſten der Bauenden ausgeführt werden. Sobald die Gemeinde
nach Art. 20 Abſ. 1 Satz 2 allgemeiner Bauordnung zur Herſtellung der Straße oder
nach Art. 20 Abſ. 2 a. a. O. zur Vornahme der daſelbſt beſtimmten vorläufigen
Ein=
richtungen verpflichtet iſt, tritt im Falle des Abſ. 2 dieſes Paragraphen ein Rückerſatz
der von den Anliegern aufgewendeten Koſten bezüglich derjenigen Arbeiten ein, welche
alsdann durch die Gemeinde ebenfalls hätten vorgenommen werden müſſen.
Zu Artikel 21 der allgemeinen Bauordnung.
§ 14.
Bei Anlage einer neuen oder bei Verlängerung einer ſchon beſtehenden Straße
ſind von den an die Straße angrenzenden Grundeigentümern zu erſetzen:
1. die Mehrkoſten des Erwerbs von Straßengelände über den Preis, welchen
der Gemeindevorſtand für den Quadratmeter allgemein feſtgeſetzt und bekannt
gemacht hat;
2. zwei Drittel der Koſten:
a) der Erdarbeiten zur Herſtellung des Straßenkörpers und der Chauſſierung
der Fahrbahn,
b) der Pflaſterung der Goſſen.
Nummer 14.
Amtsverkündigungsblatt Großherzoglichen Kreisamts Darmſtadt. Dienstag, den 6. Februar 1912.
e) der Herſtelung der vor ihren Grundfüicken herzjiehenden öifentlichen
Fußwege.
Das letzte Drittel trägt die Gemeinde.
Die unter 1 und 2a und b erwähnte Koſtenpflicht der Anlieger tritt ein, ſobald
auf ihren Grundſtücken ältere odere neue Gebäude an die neue Baufluchtlinie zu ſtehen
kommen oder ihren Ausgang nach der neuen Straße erhalten, die Verpflichtung
unter 2e ſofort nach Herſtellung der Fußwege ohne Rückſicht darauf, ob die
Grund=
ſtücke bebaut ſind.
Der Umfang der Koſtenpflicht nach 1 und 2a und b beſtimmt ſich nach Artikel 21
Abſatz 1 Satz 2 der allgemeinen Bauordnung; die Berechnung und Verteilung der
Koſten nach 1 und 2a und b erfolgt nach Art. 21 Abſatz 2 der allgemeinen Bauordnung.
In den Fällen dieſes Paragraphen ſoll auf Verlangen der Gemeinde die
Er=
teilung des Baubeſcheides von=Hinterlegung einer durch den Gemeindevorſtand zu
beſtimmenden, die Verpflichtungen der Bauenden bezw. die Erſatzanſprüche der
Ge=
meinden gewährleiſtenden Sicherheit abhängig gemacht werden.
So lange die Gemeinde nach den Beſtimmungen der allgemeinen Bauordnung
nicht zur Herſtellung einer Straße oder eines Straßenteils verpflichtet iſt, kann auf
Chauſſierung, Pflaſterung der Goſſen. Anlage von Fußſteigen, Kanalherſtellung,
Waſſerleitung, Beleuchtung und dergl. ein Anſpruch gegen die Gemeinde nicht erhoben
werden.
§ 15.
Die Unterhaltung der öffentlichen Fußwege, ſowie die der Goſſen übernimmt
die Gemeinde.
Wird das Aufreißen und das hierdurch nötige Wiederherſtellen von öffentlichen
Fußwegen und Goſſen durch die Anlieger veranlaßt, ſo werden die erforderlichen
Arbeiten auf deren Rechnung durch die Gemeinde vorgenommen.
Hat die Gemeinde die Arbeiten veranlaßt, ſo übernimmt ſie die Koſten.
Altes Material, das bei Abänderung gewonnen wird, fällt der Gemeinde als
Eigentum zu.
§ 16.
Die nach dieſer Ortsbauſatzung auf Grund des Art. 21 der allgemeinen
Bau=
ordnung zu erfüllenden Verbindlichkeiten haften als Laſten öffentlich=rechtlicher Natur
auf den beteiligten Grundſtücken und gehen mit dieſen ohne weiteres auf jeden
Er=
verber über. Sie ſind, wie die beſonderen Gemeindeausſchläge, offen zu legen und zu
erheben und unterliegen dem für die Beitreibung der Gemeindeeinkünfte geltenden
Verfahren.
Zu Artikel 44 der allgemeinen Bauordnung.
§ 17.
Das Sockelmauerwerk der Wohngebäude iſt aus gutem Baumaterial nicht unter
75 Zentimeter hoch über dem höchſten Punkt der Straße herzuſtellen.
Zu Artikel 59 der allgemeinen Bauordnung.
§ 18.
Ein neu zu errichtendes Wohnhaus an einer Straße, ſofern es nicht als
Neben=
bau ausgeführt wird, muß mindeſtens eine Giebelfront von 6 Meter erhalten. Kommt
die Trauſſeite nach der Straße=zu ſtehen, ſo muß ſie mindeſtens eine Breite von 7 Meter
erhalten.
§ 19.
Alle Neubauten von Gebäuden und Einfriedigungen ſind, ſoweit ſie von
öffent=
lichen Straßen, Plätzen oder Wegen geſehen werden, in ihrer architektoniſchen
Geſtaltung mit Rückſicht auf die bauliche Zweckbeſtimmung in anſprechender Weiſe
aus=
zuführen und zu unterhalten. Dabei iſt darauf zu achten, daß das Bauweſen ſich
tun=
lichſt harmoniſch in die Umgebung einfügt.
Das gleiche giltenſprechend von Um= und Aubauten, ſowie von allen ſontigen
baulichen Aenderungen und Herſtellungen.
§ 20.
Vorſtehende Ortsbauſatzung tritt am 15. Februar 1912 in Kraft. Mit dem
gleichen Tage tritt das Ortsbauſtatut vom 16. Juli 1890 außer Wirkung.
Wixhauſen, den 29. Januar 1912.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Wixhauſen.
Pfaff.
Bekanntmachung.
Unter Hinweis auf Artikel 33 des Geſetzes vom 24. März 1910 wird hiermit
zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß der Stempel:
1. für Verkaufs= oder Waagautomaten,
2. für automatiſche Kraftmeſſer,
3. für Automaten, die zur Unterhaltung des Publikums dienen,
4. für alle in öffentlichen Wirtſchaftslokalen aufgeſtellten Klaviere oder ſonſtige
Muſikwerke,
5. für Luxuswagen und Luxusreitpferde,
deren Verſteuerung am 31. März 1912 abläuft, wenn die Abgabepflicht fortdauert,
im Monat März zu entrichten iſt.
Die Entrichtung des Stempels erfolgt an allen Wochentagen des Monats
März, vormittags von 9—12 Uhr, bei der unterzeichneten Behörde im
Regierungs=
gebäude (Neckarſtraße Nr. 3, Zimmer Nr. 9) dahier.
(3283a
Darmſtadt, den 1. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachung.
Die für das Großherzogtum zur Abwehr und Unterdrückung der Maul= und
Klauenſeuche getroffenen Anordnungen ſind vom Großh. Miniſterium des Innern
zuſammengeſtellt worden. Wir weiſen Intereſſenten mit dem Bemerken hierauf hin,
daß die Zuſammenſtellung zum Preiſe von 30 Pfg. für das Exemplar vom Großh.
Staatsverlag (Rheinſtraße 15 hier) bezogen werden kann.
(3282id
Darmſtadt, den 2. Februar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
I. V.: Dr. Reinhart.
Bekanntmachung.
Seitens des Großh. Proviantamts Darmſtadt iſt der Strohankauf wieder
auf=
genommen wordei. Vor der Anlieferung iſt mündliche oder ſchriftliche
Preisverein=
barung notwendig.
Darmſtadt, den 30. Januar 1912.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: v. Werner.
An die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Wir empfehlen Ihnen für Verbreitung der vorſtehenden Bekanntmachung in
Ihren Gemeinden beſorgt zu ſein.
Darmſtadt, den 30. Januar 1912.
Großherzog iches Kreisamt Darmſtadt.
(3141si
J. V.: v. Werner.
Amtliche Nachrichten des Großh. Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde. In
polizei=
licher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Pinſcher (zugelaufen). Die Hunde können von den
Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt werden. Die
Ver=
ſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
(3266
ſaa, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Keim Leib=Dragoner=Regiment Nr. 24 ſoll der tägliche Bedarf
D an Kartoffeln rom 1. März ds. Js. ab durch Frauen geſchält
werden. Die Vergütung wird gewährt nach Maßgabe des Gewichts
der gut geſchälten Kartoffeln. Gebraucht werden an etwa 5 Tagen
jeder Woche 500 Kilogramm ungeſchälte Kartoffeln täglich.
Ent=
ſprechende Angebote, aus denen klar erſichtlich iſt, welche Vergütung
für einhundert Kilogramm gut geſchälte Kartoffeln gefordert wird,
ſind an die unterzeichnete Küchenverwaltung bis ſpäteſtens 9. Februar
(3260
5s. Js. einzuſenden.
Die näheren Bedingungen werden auf dem
Zahlmeiſterge=
ſchäftszimmer des Regiments, Holzhofallee 25, mitgeteilt.
Holz-Verſteigerung.
Unterzeichneter läßt nächſten
Mittwoch, den 7. Februar, vormittags 10 Uhr
unfangend, an Ort und Stelle aus ſeinem Privatwalde nachſtehende
Holzſortimente öffentlich verſteigern:
80 rm Kiefern=Scheiter,
40
„=Knüppel,
16
„=Stöcke,
1100 Stück „ =Wellen,
„=Derbſtangen.
30 „
Letztere eignen ſich zu Schweinſtallegner und Rebenpfoſten.
Die Zuſammenkunft iſt an der Halteſtelle der Straßenbahn
am neuen Schießhaus.
Griesheim, den 3. Februar 1912.
(*2817
Palentin Göbel I.
Holz-Verſteigerung.
Donnerstag, den 8. Februar I. J., vorm. 9 Uhr
heginnend, werden auf dem Rathaus zu Roßdorf aus dem
Roß=
dörfer Gemeindewald, Diſtrikt Hundsrück,
Scheiter: rm 92 Buche, 23 Eiche,
Knüppel: „
2 Eſche, 1 Erle, 2 Aſpe
7
Stöcke:
34 „
Wellen: Stück 3230 „ 375 „ 225 „ 215 „ 35 „
verſteigert.
Roßdorf, den 3. Februar 1912.
(3255
Großh. Bürgermeiſterei Roßdorf.
Lorenz
Verſteigerungs-Anzeige.
Freitag, den 9. Februar I. J., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag des Erben die zum Nachlaß
des Privatiers Joh. Rühl gehörigen Möbel und
Haushaltungs=
gegenſtände in der Wohnung Roßdörferſtraße 51.
1 Sofa und 4 Seſſel mit rot. Prüſchbezug, 1 älteres Sofa,
1 ovaler Tiſch, 3 viereck. Tiſche, 1 Pfeilerſchränkchen, 1
Näh=
tiſch, 1 Kommode, 1 Toiletteſpiegel, 3 Bauerntiſchchen,
3 Spiegel, 2 Kleiderſchränke, 2 kleine Schränkchen, 3 kompl.
Betten, 1 Waſchſchränkchen, 1 Nachttiſch, 1. Rohrſeſſel, 1 Opel=
Nähmaſchine (für Schneider), 2 dreifl. Gaslüſter, 1 kleiner
Küchenſchrank, Küchenmöbel und ſonſt. Geſchirr, Vorlagen,
Teppiche und Vorhänge, ſowie einige
Herrenkleidungs=
ſtücke uſw.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen ſofortige
Barzahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 6. Februar 1912.
(3261id
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Abgabe von Waſſerführ
Neubauten.
Die Anmeldungen zum
Waſſer=
bezug für Neubauten erfolgen
viel=
fach ſo ſpät, daß beim Beginn der
Bauarbeiten der Anſchluß an die
Leitung nicht hergeſtellt iſt. Da
die Abgabe von Waſſer aus dem
nächſtliegenden Straßenhydranten
für den Unternehmer mit
Um=
ſtänden und Koſten verbunden iſt,
wird des öfteren verſucht,
ent=
gegen der Beſtimmung des § 7
der Waſſerbezugsſatzungen, Waſſer
aus einem Nachbargrundſtück zu
entnehmen.
Einem Antrag auf Einführung
der Waſſerleitung in
Neubau=
ten kann nur dann rechtzeitig
ent=
ſprochen werden, wenn dieſer bei
der Waſſerwerksverwaltung
früh=
zeitig vor Beginn der Bauarbeiten
geſtellt worden iſt. Es empfiehlt
ſich, gleichzeitig mit der Abgabe
des Baugeſuchs an die
Baupoli=
zei auch den Antrag auf
Waſſer=
zuführung bei der
Waſſerwerks=
verwaltung einzureichen. (3232io
Darmſtadt, 2. Februar 1912.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
I. V.: Ekert.
in der Mühlſtraße 33 bleibt wegen
vorzunehmender Reparatur auf
14 Tage geſchloſſen.
(3281
Darmſtadt, 5. Februar 1912.
Die Bade=Verwaltung.
Klein.
En unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a) teilung A, wurden folgende
Einträge vollzogen:
Am 29. Januar 1912.
Neu eingetragen die Firma:
Georg Hein, Darmſtadt.
Inhaber: Georg Friedrich Hein,
Kaufmann in Darmſtadt.
Am 30. Januar 1912.
Aenderung hinſichtlich der
Firma:
L. Nachtigall Nachf.,
In=
haber Valentin Grab,
Darmſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Hugo Ortmann, Friſeur in
Darm=
ſtadt, übergegangen.
Der Uebergang der in dem
Be=
triebe des Geſchäfts begründeten
Verbindlichkeiten und Forderungen
iſt bei dem Erwerbe des Geſchäfts
durch Hugo Ortmann
ausge=
ſchloſſen.
Die Firma iſt geändert in:
Hugo Ortmann, vorm.
L. Nachtigall Nachf. Val.
Grab.
Am 31. Januar 1912.
Gelöſcht die Firma:
Uniformen und Militär=
Effekten=Fabrik
Darm=
ſtadt, Inh. Louis Riſting,
Darmſtadt.
(3259
Darmſtadt, 2. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
zu kaufen geſucht. Off. m. Preis
(*2841
unt. ( 5 an die Exv.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 7. Februar 1911, vorm. 11 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommode,
Nachtſchränkchen, Kleiderſchränke, Sofas, Schreibtiſche,
Weißzeugſchrank, Spiegelſchränke, Vertikos, Diwans,
Küchen=
ſchrank, ferner Waren= und Ladenſchränke, Regale, 3
Laden=
kaſſen, 400 Pgar Herren=, Damen= und Kinderſtiefel, ferner
an Ort und Stelle 1 zehnſitz. Break, 3 Landauer, 1 Pferd,
3 Paar Zweiſpänner= und 3 Paar Einſpännergeſchirre,
2 Schlitlen, 2 Halbverdecke
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckten Gegenſtände findet
beſtimmt ſtatt.
(3308im
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
Georgenſtraße 11, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 7. Februar I. Js., nachm. 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokal „Zur Ludwigshalle” dahier
(Obergaſſe) öffentlich gegen Barzahlung
a) zwangsweiſe:
5 Diwans, 4 Schreibtiſche, 1 Sofatiſch, 1 Trumeau mit
Spiegel, 2 Kaſſenſchränke, 3 Pianinos, 2 Sekretäre, 3
Kana=
pees, 5 Vertikos, 1 Standuhr, 1 Spiegelſchrank, 1
Kleider=
ſchrank, 1 Ladenſchrank, 1 Waſchtiſch mit Marmorplatte,
1 Nähmaſchine, 1 Kommode, 1 große Partie Schuh= und
Schnittwaren u. a. m.;
b) auf freiwilligen Antrag.:
1 vollſtandiges Bett, 1 zweitür. Kleiderſchrank, 1
Kom=
mode, 1 Kanapee, 1 Anrichte, Tiſche, Stühle, 1
Waſch=
mange, 1 Gasofen, Weißzeug und diverſe
Haushal=
tungsgegenſtände u. a. m.
Darmſtadt, den 5. Februar 1912.
(3325
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Darmstädter Pädagogium, Herdweg58. Tel. 2554
staatlich konzessionierte Reformanstalt.
Mit Genehmigung des Großh. Miniſteriums des Innern, Abt.
für Schulangelegenheiten wird von Oſtern d. J. ab der U terricht
nach den modernen Reformgrundſätzen der Arbeits= nud
Erziehungsſchule erteilt.
Aufnahme finden von jetzt ab ſchon Kinder (Knaben und
Mädchen) vom vollendeten 6. Lebensjahre ab. Näheres über
Ein=
richtung und Methode durch die Proſpekte.
Anmeldungen für das neue Schuljahr werden ſchon jetzt
ent=
gegengenommen.
(B2701
Der Leiter: M. Elias.
In unſer Handels=Regiſter,
Ab=
a) teilung B, wurde heute
einge=
tragen hinſichtlich der Firma:
„Deka”, Darmſtädter
Ex=
hauſtoren=, Kleinmotoren=
und Apparatefabrik,
Ge=
ſellſchaft mit beſchränkter
Haftung, Darmſtadt.
Das Stammkapital iſt auf Grund
des Beſchluſſes der Geſellſchafter
vom 31. Januar 1912 um 30000
Mark erhöht und beträgt jetzt:
100000 Mark.
(3258
Darmſtadt, 2. Februar 1912.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Fuche einen Zu
raſſerein. Blb.=Rehpinſcher
3—6 Monate alt. Gefl. Off. unt.
F 90 an die Exped.
(*2793
Bekanntmachung.
Die am 2. Februar I. Js. im
Domanialwald Frankenſtein
ab=
gehaltene Brennholz=
Verſteige=
rung iſt genehmigt. Die
Abfuhr=
ſcheine können von Montag,
12. Februar an, bei den
Kaſſe=
ſtellen eingelöſt werden.
Ueber=
weiſung und erſter Abfahrtag
Dienstag, 13. Februar 1. Js.
Eberſtadt, 3. Februar 1912.
Großh. Oberförſterei Eberſtadt.
Joſeph.
(3279
Gut. Stamm Kauarienvögel
ff. Sänger, billig zu verkaufen
Landwehrſtr. 31, part.
(*2730
Nummer 31.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den
Februar 1912.
Seite 13.
Den Restbestand unserer Willter Joppen, Herren- u. Jungtings Geberzieher
bringen diese Woche Spottbillig zum verkauf!
Niemand versäume diese Gelegenheit!
3290
Elisabethenstr. 2
244
1
& Cg. amludwigsplatz
Junger ſelbſtändiger
Geſchäfts=
mann , 28 Jahre, ſucht die
Be=
kanntſchaft einer gebildeten jungen
Dame zwecks
ſpäterer Heirat.
Nur ernſtgemeinte Offert. u. G 4
an die Exp. erbeten.
(*2846im
Junger Mann
ſucht Koſt im Privath. Off. erb.
unt. G 8 an die Exp.
(*2837
Zimm
er
Laden gesucht.
Für ſofort oder ſpäter wird im
Zentr. d. Stadt mod. Laden mit
Magazin und Keller geſucht. Off.
unt. F 98 an die Exped. (*2812id
Suche eine 4 Zim.-Wohn.
am liebſten parterre oder 1. St.,
Mitte der Stadt. Off. unt. G 10
an die Exped. ds. Bl.
(*2831
Brautpaar
ſucht bis März, eventl. April, eine
ſchöne 2=Zimmerwohnung. Off.
unt. F 97 an die Exp. (*2821ids
ee ein
2 großes oo. 2 k. unmöblierte
Zimmer, wenn mögl. mit Penſion.
Offerten mit Preisangabe unter
F 88 an die Exv. d. Bl. (*2786oi
Weſſerer Herr ſucht per ſofort
möbl. Wohn= und
Schlaf=
zimmer bei kinderloſen Leuten im
Zentrum der Stadt. Off. m. Preis
(*2825
unt. G 12 an die Exp.
Stud, ſucht ein möbl. Zimmer
v. 15. d. M. an zu mieten. Off.
m. Preisang. u. G 21 Exp. (*2872
Möbl. Herrenwohn.
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Sonntag vorm.? Off. m. Preisang.
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wird gründlich erteilt
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Unterricht nach bewährter Methode.
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Ertelle gründl. Unterricht
im Kleidermach., Maßnehmen u.
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fektion, Wienersſtraße 83.
(4a
Unterricht im Zuſchneiden u.
Kleidermachen erteilt gründlich
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(2525a
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Mt
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(*2595soi)
Verloren
wird geb., dieſ. geg. Belohn. abzu
Wilhelminenſtraße 13, I.
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(*2806
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Yorkkommend, 2. Februar 8 Uhr
abends in Hamburg.
Dampfer „Bosnia‟, 2. Februar
Uhr morgens von Boſton nach
Baltimore.
Me
ergnügung
erſte Mitte
9 Uhr 45 A
paſſiert.
Warnen hiermit jederm., unſerem
Sohne Auguſt Will etw. zu leihen,
da wir für nichts haften (*2885
Adam Will und Frau. ein heil ledernes
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e= Honor. Eliſabethenſtr. 49, Htb. (2098a d Für Britannia=Abend
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Aennchen, lust. Witwe u. a.m v. 3M. an zu
verl. Gutenbergstr. 66, III. 1. (3199a
Kurſe vom 5. Februar 1912.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Staatspapiere.Pen.
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½ TDeutſche Reichsanl.. 91,10
82,10
do.
Treuß. Schatzanweiſg. 100,10
½ do. Conſols . . . . 91,10
82,10
do. do.
Bad. Staatsanleihe . . 100,25
93,40
do.
84,25
do.
Bayr. Eiſenbahnanl. .101,00
89,90
do.
do.
80,0)
Hamburger Staatsanl. 100,70
Heſſ. Staatsanleihe . . 100,35
do. do. (unk. 1918) 100,5)
89,90
do.
do.
79,70
Sächſiſche Rente .
81,80
Württemberger v. 1907 100,75
95,00
do.
Bulgaren =Tabak=Anl.
Griechen v. 1837 . . 52,70
Italiener Rente .
9),75)
Oeſterr. Silberrente . 94,10
do. Goldrente . . 96,90
do, einheitl. Rente 91,00
Prrtug. unif. Serie I 65,2)
do. unif. Ser. III 67,90
Spezial. 10,10
do.
Rumänier v. 1903 . . 101,5)
do.
p. 1890. . 95,00
do. v. 1905. . 91,50
4 Ruſſen v. 1880. . . .
4 Ruſſen v. 1902. . . .
½ do. v. 1905 . . . . 100,60
3½ Schweden. . . . . . .
4 Serbieramort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
do. unifiz. v. 1993
4 Ungar. Goldrente ..
do. Staatsrente .
5 Argentinier . . . . ..
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe
do.
4½
½ Japaner
5 Innere Merikaner:
do.
3
4 Gold=Merikan. v. 1904
5 Gold=Merikaner . . .
Aktien inländiſcher
Transvortanſtalten.
8 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . .
3 Nordd. Lloyd . . .
6 Südd. Eiſenb.=Geſ.. .
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
5 Anatol. Eiſenb. 69½
Einz. Mk. 403 114,25
C Baltimore & Ohio. .
Gotthardbahn . . . .
u
92,10
91.75
91,70
85,90
84,50
92,00
93,50
90,40
101,60
90,00
99,00
94,80
96,00
97,40
61,70
91,00
100,90
142,90
106,75
124,00
105½
InFr.
6½Oeſt.=Ungar. Staatéb. 155,30
Oeſt. Sädbhn. (Lomb.) 18½
6 Pennſylvania R. R. 120,00
Indnſtrie=Aktien.
9 Mainz. Aktienbrauerei 200,00
71,00
3 Werger=Brauerei .
25 Bad. Anil.= u. Sodafbr. 491,00
4 Fabrik Griesheim . . 255,00
534,0.
27 Farbwerk Höchſt
20 Verein chem. Fabriken
Mannheim . . . . . 338,90
5 Lahmener . . . . . . . 130,00
166,70
7 Schuckert .
12 Siemens & Halske. . 241,50
30 Adlerfahrradw. Kleyer 466,50
12 Bechumer Bb. u. Guß 230,50
17 Gelſenkirchen . . . . . 207,25
202,00
Harpener . .
15 Phönir, Bergb. u.
Hilt=
tenbetrieb . . . . . . . 259½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . 89,30
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100, 10
92,00
do.
Eliſabeth., ſteuerpfl.
ſteuerfrei. 96,00
do.
5 Oeſterr. Staatsbahn.
95,70
do.
de.
alte . 80,25
3
5 Oeſterr. Südbahn . . 100,25
80,50
do.
55,60
do.
Raab=Oedenburger. . 77,6)
89,10
Ruſſ. Südweſt. . . .
4 Kronpr. Rudolfbahn
71,10
ze) Livorneſer.
74,10
Miſſouri=Paciſie
4 Bagdadbahn Mk. 408 84,40
Anatoliſche Eiſenb. . 97,60
5 Tehhantepee . . . . . —
Bank=Aktien.
9 Berliner Handelsgeſ. 174,90
6½ Darmſtädter Bank. 126,70
12½ Deutſche Bank
6 Deutſche Vereinsb. 125,40
10 Dibkonto=Geſellſchaft 193,00
8½ Dresdner Bank
Mitteldent. Kreditbk. 121,80
7 Nationalbk. f. Deutſchl. 127,20
6½ Pfälzer Bank . . . . 130,25
6,45 Reichsbank . . . 140,60
Rhein. Kredit=Bank. 135,50
7½ Wiener Bank=Verein 137,90
Pfandbrieſe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17 99,20
3½ do. S. 19 . . . 90,00
4 Frkſ. Hyp.=Kreditverein
S. 15—19, 21—26 98,50
4 Damb.=Hypoth.=Bank 100,00
89,75
do.
3
Heſſ. Land.=Hyp.=B. 101,30
90,30
do.
(3½.
4 Meining. Hyp.=Bank 100,20
89,50
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 99.30
do. (unk. 1914) 89,30
3½
Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf. 100,60
90,60
do.
4.
268,00
161,50
I P 25₰
R
Städte=
Obligationen
Darmſtadt . . .... —
90,00
3½ de.
Fn . g. 101,00
3½ 28.
96,10
Gi.t
3½ .
tr. 99,30
3½ Se.
89,70
Ss . . 99,40
3½ . W.
90, 10
.3₰
9½ 55.
a.
.. —
3½ 28.
Mauchel .. 99,50
3½ da.
89,70
München . . . . ₰₰ 100, 40
3½ Nauheim
90,00
Nürnberg . . . . 3e 100,00
3½ 5o.
90,30
Offenbach. . . .
3½ da.
91,30
Wiesbaden . . . .e 100.00
3½ do.
90,40
z., Worms . . . .... .
do.
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3.
3 Madrider 38. 100 —
4 Meining. Pr.=
Pfand=
briefe. . .
137.90
.
4 Oeſterr. 1860er Loſe 180,75
3 Oldenburger . . . . . 127,00
2½ Raab=Grazer ſi. 150 115,00
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Braunſchweigen Tlr. 20 206,00
Freiburges
Fs. 15 70,00
Maildeder
Fs. 45
Fs. 10 32,00
da.
36,90
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Oeſterreichs à 1864 ₰ 100
§ 1858 ₰ 100 456,00
Ungar. 6560)9 „ 100 374,00
Benedige
Fs. 30
Tartiſche
„ 400 172,40
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Banknoten.
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20 Frauis=Gtücke . . . ₰ 16,25
Oeſterr, 20=Rronsn . . . . 16,90
Umerikaniſche Rotes . . . 4,19
Engliſche Noten . . . . . 20, 18
Franzöſiſche Roten . . . . 81,30
Holländiſche Noten . . . . 169,55
Ktaltenſche Roten . . . . 50,35
Oeſterr.=Ungariſche Roten 84.95
Ruſſiſche Roten . . . . . . 216,00
Schweizer Noten . . . . . 81,10
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Eborſtadt, Bismarckſtr. 5 *2769ism
Gräfin Laßbergs Enkelin.
Roman von Fr. Lehne.
(Nachdruck verboten.)
42
Yvonne wurde in das Eßzimmer geführt. Mamſell
Rike beſtand darauf, ſie müſſe erſt etwas Warmes
genie=
ßen. Und ſie fügte ſich; ſie ſetzte ſich auf den hohen
Leder=
ſtuhl, der am Fenſter ſtand und blickte hinaus in den
Garten.
Ein wehes Gefühl beſchlich ſie, als ſie des
vergange=
nen Herbſtes gedachte. Welch zage, ſüße Hoffnungen da
in ihr aufgekeimt waren, wie glücklich ſie ſich gefühlt!
Und zum erſten Male kam ihr der Gedanke, ob ſie recht
ge=
handelt, Steinhagen zu kaufen, das mit ſo vielen
Er=
innerungen für ſie verknüpft war. Die alte Wunde würde
dadurch ewig brennen, denn ſie würde Lothar ja nie
ver=
geſſen können; zu tief war ihre Liebe.
Unwillkürlich feuchteten ſich ihre Augen. Doch ſie
mußte ſich beherrſchen, denn der Juſtizrat trat ein. Er
hatte erſt noch einmal ins Burean telephonieren wollen,
wie er ſagte. In Wahrheit weihte er — jetzt mußte es ja
ſein — mit wenigen Worten die gute, treue Mamſell ein,
die vor Freude kein Wort fand. Nun brauchte ſie nicht
fort!
Der Juſtizrat hatte alles planmäßig vorbereitet. Er
wußte, daß Lothar für heute eine Einladung beim Pfarrer
des Dorfes hatte, deſſen Geburtstag zu feiern, was er noch
nie verſäumt. Nun hatte der Juſtizrat ihm telephoniert
er müſſe ihn unverzüglich in einer ſehr wichtigen
Angele=
genheit auf eine halbe Stunde ſprechen.
Lothar hatte ſein ſofortiges Kommen zugeſagt, und
befriedigt, daß alles nach Wunſch ging, leiſtete nun der alte
Herr dem Mädchen Geſellſchaft.
Sehr langſam und ſehr umſtändlich nahm er den
Kaffee zu ſich, den die Mamſell ihnen beiden ſervierte. Er
hielt die treue Seele im Geſpräch feſt und bat ſie, Komteß
Laßberg nachher die Einrichtung des Milchkellers und
Hühnerhofes zu zeigen, da Komteß auf ihren Beſitz es
ebenſo einführen wollte, wie es auf Steinhagen ſei.
Die gute Alte, die ſich vor innerer Freude kaum zu
laſſen wußte, ging auf alles ein. Nach einer Weile ſagte
ſie, Komteſſe möge ſie für einige Minuten entſchuldigen,
da ſie ſich „ein bißchen wärmer anziehen” wolle, und ging
hinaus. Es galt jetzt, den Herrn abzufangen, damit er
nicht durch ein vorſchnelles Eintreten alles verderben
würde. Der Juſtizrat nahm aus ſeiner Brieftaſche einen
Geſchäftsbrief, ſah hinein und ſprang dann erregt auf, ſich
vor den Kopf ſchlagend. Herrgott, daß ich das vergeſſen
konnte! Ich möchte nochmal ans Bureau telephonieren,
damit dieſe wichtige Sache gleich erledigt wird, ſolange
mein Herr Aſſeſſor noch anweſend iſt. Dann wird Mamſell
hoffentlich mit ihrer Toilette fertig ſein, damit wir den
Rundgang antreten können. Und danach können wir
unſere geſchäftlichen Sachen erledigen, Komteſſe, Sie ſind
dann wenigſtens im Bilde!
Ich bitte um Entſchuldigung, daß ich Sie noch für
einen Moment allein laſſen muß!
Bitte, bitte! entgegnete Yvonne ein wenig zerſtreut.
Es war ihr gar nicht unlieb, ſich ſelbſt überlaſſen zu ſein.
So konnte ſie ſich doch ſammeln und noch ein wenig in den
Räumen weilen, die ihr durch ihn geheiligt erſchienen, und
mit Wehmut malte ſie ſich aus, wie ſie alles ſo laſſen
würde, wie er es angeordnet hatte.
Sie ging im Zimmer umher und betrachtete liebevoll
jedes Stück darin — hatte ſein Blick doch darauf geruht!
Mittlerweile hatte die Mamſell den Herrn kommen
ſehen. Sie eilte ihm entgegen und führte ihn ſchnell in
das Arbeitszimmer, in dem der Juſtizrat ſchon auf ihn
wartete. Etwas verwundert begrüßte ihn Lothar; es
mußte Wichtiges ſein, das den vielbeſchäftigten Mann zu
ihm hinausgeführt hatte.
Verzeihen Sie, lieber Steinhagen, daß ich Sie vom
fröhlichen Mahle hinwegholen ließ, es iſt ja nur für
wenige Minuten! Die Sache iſt die — ich bin nämlich
mit dem Käufer gekommen, der einen großen Wunſch hat,
deſſen Erfüllung ich ihm aber nicht zuſagen konnte. Am
deſten, Sie ſprechen ſich ſelbſt mit ihm aus.
Er möchte Steinhagen erſt zum Herbſt übernehmen
und bittet Sie, es dieſen Sommer noch für ihn zu
bewirt=
ſchaften. Seine Frau iſt ſehr leidend, daß ihr die
Um=
ſtände einer Ueberſiedelung nicht zugemutet werden
kön=
nen. Na, Sie werden ſelbſt von ihm hören.
Aufgeregt ging Lothar im Zimmer umher; er war
ſehr blaß geworden. Auf keinen Fall willige ich ein,
Juſtizrat. Das hätten Sie gleich ſagen können; es iſt ja
doch nur eine Galgenfriſt! ſagte er bitter.
Ich dachte es mir und habe auch Herrn von Hiddeſſen
auf Ihre Weigerung vorbereitet. Doch er ließ ſich nicht
daran genügen; er verſpricht ſich von etner perſönlichen
Nummer 31.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Februar 1912.
Seite 15.,
19. Räbate bel Darzantung
von Dienstag, den 6. Februar bis Samstag, den 10. Februar
auf sämtliche Wollwaren, Strümpfe, Handschuhe und Korsetts.
Rud.
Nick Mhflg
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nachgeben — und da ſind wir eben! Hoffentlich ſind wir
Ihnen nicht gar zu ungelegen gekommen!
Wo iſt Herr von Hiddeſſen?
Drüben im Eßzimmer oder im Salon. Ich wollte
Sie nur ſchnell auf ſeine Wünſche vorbereiten. Sie können
dann immer nach eigenem Ermeſſen entſcheiden!
Die beiden Herren begaben ſich hinüber. Der
Juſtiz=
rat öffnete die Tür, wich aber geſchickt zurück und ſchloß
ſie ſchnell hinter Lothar. So, wenn ſich die beiden jetzt nicht
finden! Befriedigt lächelnd ſchüttelte er den Kopf. Was
man in ſeiner Praxis nicht alles werden muß — ſogar
Heiratsvermittler.
Mamſell Rika ſchlich ſich zu ihm. Iſt er drinnen?
Sie faltete die Hände. Lieber Gott, gib, daß unſer
Herr glücklich wird! Ach, mir hat die Dame doch immer
ſchon ſo gut gefallen, wenn ſie mit Fräulein Konſtanze
hierher kam.
Der Juſtizrat wurde ordentlich gerührt. Na,
Mam=
ſell, wenn er jetzt nicht zugreift, nachher können wir alle
Hoffnungen begraben! Aber ich glaube, daß Sie doch
nicht vergebens eine Pulle Sekt bereit halten werden.
Stellen Sie nur immerhin kalt! lachte er; und froh folgte
ſie ſeinem Auftrag.
Lothar ſah „Herrn von Hiddeſſen” nicht im Eßzimmer:
die Tür nach dem Salon aber war geöffnet, er hörte
Schritte darin, und ſo ging er quer durch den großen
Raum hinüber. Aber wie angewurzelt blieb er da
plötz=
lich ſtehen — er hatte Yvonne erblickt!
Und ſie war genau ſo faſſungslos wie er — ſie zitterte
am ganzen Körper und mußte nach einem Halt ſuchen.
Sprachlos ſtarrten ſie ſich beide an.
Abone nchemiſten Siet rung s ſch wdich
nih=
ſam von ſeinen Lippen.
Herr von Steinhagen, ich glaubte, Sie ſeien verreiſt!
ſtammelte ſie. Der Herr Juſtizrat ſagte es mir doch!
Der Juſtizrat? Ja, wo iſt er? Lothar ſah ſich nach
ihm um; er war nicht mehr da. Das war doch höchſt
ſonderbar — ein Geheimnis mußte ſich dahinter
ver=
bergen!
Leidlich hatte er ſich jetzt gefaßt. Komteſſe, was
ver=
ſchafft mir die Ehre Ihres Beſuches?
In hilfloſer Verlegenheit krampfte ſie die Hände
ineinander.
Der Juſtizrat wird Ihnen alles erklären.
Nein, Sie ſelbſt, Komteſſe. Der Juſtizrat ſagte mir,
ich würde hier den — den neuen Beſitzer — er ſprach
lang=
ſam, ſtockte mit einem Male, blickte fragend auf das
Mäd=
chen vor ſich, und da begriff er. Sind Sie das vielleicht,
Komteſſe? Haben Sie etwa gar Steinhagen gekauft?
fragte er atemlos.
Yvonne ſenkte den dunklen Kopf. Glühende Röte
überflutete ihr Geſicht; ſie konnte nicht antworten.
Warum haben Sie das getan, Komteſſe?
Weil ich wußte, wie ſehr Sie Steinhagen liebten, und
da ſollte es nicht in fremde Hände fallen; es ſoll in Ihrem
Sinne verwaltet werden.
Wer aber würde das tun? Denn Sie ſelbſt —
Da hob ſie die Augen voll zu ihm empor.
Sie, Herr von Steinhagen. Ich wollte Sie bitten,
nun wir doch einmal zuſammen ſind — vielleicht als —
Pächter — Sie war ein wenig verwirrt, fand nicht die
rechten Worte, und er ging gar nicht darauf ein, ſondern
fragte:
und Sit, Aomieſe
Ich muß vorläufig bei Großmama bleiben; ſie hat einen
großen Schmerz erlitten.
Ah, ich ſehe, Sie tragen Trauer!
Ja, um meinen Vetter, Herrn von Brücken. Sie
kann=
ten ihn ja auch und wiſſen ja auch von ſeinem plötzlichen
Tode.
Er ſtarrte ſie an, als habe er nicht recht gehört.
War er Ihr Verwandter? Das wußte ich nicht!
Iſt es nicht erklärlich, Herr von Steinhagen, daß ich das
nicht ſagte — in abhängiger Stellung, in der ich damals
war?
Und er war Ihnen ſehr teuer? fragte er in ſo
eindring=
lichem Ton, daß ſie ihn befremdet anſah.
Ja, Herr von Steinhagen, denn er war der einzige
ge=
weſen, der mit mir heimatloſem Kinde Mitleid hatte. Mein
Vater hatte gegen den Willen ſeiner Mutter geheiratet, und
deshalb war ich kein willkommener Gaſt auf Burgau bei
Großmama, als mir die Eltern frühzeitig durch den Tod
genommen waren und ich dort erzogen werden ſollte. Ich
bekam bald Differenzen mit der Großmama. Sehen Sie,
Herr von Steinhagen, das war es, was mich drückte, mich
ſo ernſt ſein ließ! Meine Kindheit war trübe — die
weni=
gen freudigen Stunden darin habe ich meinem Vetter Lutz
zu danken. Was Wunder, daß ihm mein Herz da
ent=
gegenflog!
Und deshalb betrauere ich ſeinen Verluſt aus tiefſtem
Herzen, obgleich er uns allen durch ſeinen Leichtſinn ſchwere
Sorgen gemacht hat! Sie wiſſen vielleicht noch mehr als
ich. Ich erinnere mich, daß Sie einmal zu Fräulein
Kon=
ſtanze von ihm ſprachen, ſie vor ihm warnten!
(Schluß folgt.)
Seite 16.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Februar 1912.
Nummer 31.
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1912.
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Sportvereins, die Bahn recht zahlreich zu benutzen. Dauerkarten
werden an der Kaſſe gegen die Mitgliedskarten ausgetauſcht.
Eintritt für Nichtmitglieder:
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20 Pfennig für Erwachſene und 10 Pfennig für Kinder.
Vereinigte Bezicksvereine. 3
Einladung zu ein. öffentlich. Verſammlung 8
auf Mittwoch, 7. Febr., abends 8¾ Uhr,
s. in den „Kaisersaal‟ (Grafenſtraße).
40
Tagesordnung:
H „Beſprechung der hieſigen Verkehrsverhältniſſe. 2
Alle Bewohner der Stadt und Umgebung ſind herzlich
willkommen.
(K3274
Der Vorsitzende des Ausschusses:
Dr. Kolb.
Verkehrsverein
Wir laden unſere Mitglieder zu der
Versammlung der Vereinigt. Bezirksvereine
auf Mittwoch, den 7. Februar, abends 8¾/ Uhr
in den „Kaiſerſaal” ein.
Die Beſprechung der hieſigen Verkehrsverhältniſſe iſt ſo
wichtig, daß wir auf eine große Beteiligung unſrer Mitglieder rechnen.
Der Vorſtand.
3329)
Privar=Mädchen=Arbettsanſtalt.
Die ſatzungsgemäße
Mitglieder=Versammlung
findet
Mittwoch, 14. Februar d. J., nachmittags 4 Uhr,
im Anſtaltsgebäude, Karlſtraße 16, ſtatt.
Tages=Ordnung: 1. Die Gegenſtände des § 8 der Satzung.
(3252
2. Satzungsänderung.
Darmſtadt, den 3. Februar 1912.
Für den Vorſtand:
Dr. Nebel, Oberkonſiſtorial=Präſident.
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von Sonntag, den 4. bis Donnerstag, den 8. Februar 1912
im Hotel „Zur Traube‟.
Täglich 2 Vorstellungen um 5 Uhr nachmittags u. 8 Uhr abends.
Dienstag und Mittwoch:
„Die Nürnberger Puppe
komische Oper von Adolphe Adam.
vorher: „Das Eulenschloss
— Märchen von Pocci.
Künstlerische Gesamtleitung. — Schriftsteller Paul Brann.
Karten à Mark 3.—. 2.— und 1.— im Verkehrsbüro,
L. Schutter (G. Thies Nachf.) und an der Abendkasse.
(3257
: Das Ereignis der Saison!
Tagesgespräch bildet das
Gastspiel d. Ensemble
vom Königl. Belvedere,
Dresden. (VI3286
Heute Dienstag,
Dienstag, den 6. Tebruar
grosse öffentliche
Kundgebuno-
für die Einführung der vollständigen
Sonntags-
ruhe in Handel u. Gewerbe durch Reichsgesetz,
abends ½9 Uhr im Kaisersaal, Grafenstrasse.
Es werden sprechen die Herren:
San.-Rat Dr. Kolb, Darmstadt, Hch. Ehlers,
Frankfurt und Hch. Bangert, Köln.
Hierzu ladet ein
Sozialer Ausschuss verbündeter Vereine
3263) kaufmännischer u. iechnischer Angestellten.
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Wert u. Bedeutung
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im Konsumverein.
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bringen. Männer haben keinen
Zutritt. — Nichtmitglieder
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Residenz-Theaters für das
Künstlerfest (*2858
Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. Februar 1912.
Nummer 31.
das Haar in der richti=
Jung gewohnt, gen Weiſe mit Javol
zu behandeln zeitigt als Ergebnis auch
im Alter noch volles und üppiges Haar.
Wer dem Haarausfall vorbeugen will,
kann ſich nicht zeitig genug an den
ſtän=
digen Gebrauch von „Javol” gewöhnen.
Nachdem, was wir heute über den Bau
und das Wachstum des menſchlichen
Haares wiſſen, iſt „Javol” unſtreitig das
geeignetſte Haarpflegemittel; es iſt nicht
zu verwechſeln mit
Haarreinigungs=
mitteln, ſeien es Pulver oder flüſſige
Seifen, die durch die Erfolge des „Javol” S
veranlaßt, ſich ebenfalls als Haarpflegemittel bezeichnen.
„Javol” wird nur in Originalflaſchen zu 2 Mark
und in Doppelflaſchen zu 3,50 Mark verkauft.
Es wird fetthaltig für trockenes, ſprödes Haar und
fett=
frei für fettreiches Haar hergeſtellt. Ueberall zu haben.
Kolberger Anſtalten für Exterikultur, Oſtſeebad Kolberg.
Die Alkoholfrage — was ſie nicht iſt
und was ſie iſt.
— Unter Bezugnahme auf unſeren Artikel in Nr. 28
unſeres Blattes „Erziehung zur Mäßigkeit” bittet uns der
Alkoholgegnerbund um Aufnahme folgender Leitſätze der
Abſtinenzbewegung: Die Alkoholfrage iſt nicht die
Frage, ob jede kleinſte Menge Alkohol der Geſundheit
des Einzelnen nachweisbaren Schaden bringt, oder ob
der Alkohol, in mäßigen Mengen genoſſen, Eiweiß ſparen
kann, oder ob der Alkohol die Herztätigkeit anregen kann,
oder ob der Alkohol gelegentlich als Arzneimittel
ver=
wendet werden kann, und ähnliches, ſondern die
Alkohol=
frage iſt klipp und klar die Frage:
Wie kann der Summe von Schädigungen, die wir
unter dem Namen „Alkoholismus” zuſammenfaſſen, mit
Erfolg entgegengetreten werden? Und die Antwort
lautet: 1. Die bisherige Erfahrung hat gezeigt, daß die
Mahnungen zu ſtrenger Mäßigkeit der großen Maſſe
gegenüber erfolglos verhallen; eine allgemeine
Mäßig=
keit iſt ein unerreichbares Ziel, dem nachzuſtreben eine
Vergeudung von Kräften darſtellt. Auch wer mäßig iſt,
ſtützt die Trinkſitte. 2. Die aus pſychologiſchen und
takti=
ſchen Gründen erhobene Forderung völliger
Enthaltſam=
keit von Alkohol hat bisher gute Erfolge erzielt. In
Deutſchland, wo die alkoholgegneriſche Bewegung noch
jung iſt, ſind jetzt etwa 115000 Enthaltſame, in Schweden
und Norwegen mehrere Hunderttauſende, in England
und in den Vereinigten Staaten von Nordamerika
Mil=
lionen. In allen Ländern mit ſtarker
Enthaltſamkeits=
bewegung hat man ihren hohen kulturfördernden Wert
bereits erfahren. 3. Wer daher praktiſch den Alkohol
be=
kämpfen will, tut dies am beſten, wenn er die
Enthalt=
ſamkeitsbewegung fördert. 4. Nur durch Zuſam=
menſchluß in kräſtig und bewußt arbeitenden Vereinen
kann erfahrungsgemäß dem Alkoholismus erfolgreich
ent=
gegengewirkt werden.
Sport.
sr. Das alljährliche Rennſteig=
Ski=
rennen bei Oberhof, das der Thüringiſche
Win=
terſportverband veranſtaltete und über 33 Kilometer
führte, wurde von dem vorjährigen deutſchen Meiſter
Böhm=Hennes aus Ernſtthal mit 4 Stunden 17 Minuten
30 Sekunden zum ſechſten Male gewonnen. Zweiter
wurde Schieding=Zella mit 4:41:05, Dritter Raedel=
Eiſenach mit 5.27145. Gleichzeitig wurde auch ein
Mili=
tärpatrouillenlauf abgehalten. Sieger blieb Oberjäger
Schulze aus Naumburg mit 3:38, Zweiter wurde
Ober=
jäger Nagel=Naumburg mit 3.51:30 und Dritter
Ober=
jäger Bonnemann=Naumburg mit 3:58.
es. Die Kunſtlaufmeiſterſchaften der
„Sudetenländer” wurden vom Eislauf=Bezirk
Su=
detenländer des Deutſchen Eislaufverbandes in Troppau
ausgetragen. Die Herren=Meiſterſchaft gewann zum
drit=
ten Male Hoppe=Troppau mit 178,2 Punkten nach
ſchar=
fem Kampfe gegen Friedel=Troppau mit 163,8 Punkten
und Ezermak=Olmütz mit 140,4 Punkten. Die Damen=
Meiſterſchaft fiel, ebenfalls zum dritten Male, an Frl.
Straſilla=Troppau, die 176,7 Punkte erreichte; Frl.
Ja=
notta=Troppau belegte mit 154,4 Punkten den zweiten
Platz. Im Internationalen Paarlaufen ſiegten Frl.
Liſchka-Hoppe=Troppau mit einem erſtklaſſigen
Pro=
gramm; den 2. Preis gewannen Frl. Daloſſek-Roſſelek=
Olmütz.
Rdr. Beginn des vierten Berliner
Sechstage=Rennens. Das vierte Berliner
Sechs=
tage=Rennen hat in der Nacht vom Samstag zum
Sonn=
tag um 12 Uhr ſeinen Anfang genommen. In dem
ſtar=
tenden Felde war in letzter Stunde noch eine kleine
Ver=
änderung eingetreten; an Stelle von Zander fuhr
Mün=
zer; es ſtarteten im einzelnen folgende Mannſchaften:
Fogler-Moran (Amerika), Root-Hill (Amerika),
Wal=
thour-Comes (Frankreich), Collins-Wiley (Amerika),
Jacquelin-Brocco
Halſtead-Drobach (England),
und Georget-Polledri (Frankreich), Rütt (Deutſchland)—
Stol (Holland), Schallwig-Sonntag (Deutſchland),
Ge=
brüder Eſſer (Deutſchland), Wegener-Kudela (
Deutſch=
land), Gebrüder Suter (Schweiz), Nowack-Rottnick
(Deutſchland), Thomas-Münzer (Deutſchland), Fritz
Hoffmann-Ehlert (Deutſchland). Die erſten Stunden
boten wenig Abwechſelung; das lang
auseinandergezo=
gene Feld umkreiſte bei wechſelnder Führung in
gleich=
mäßigem Tempo die Bahn, doch war das Tempo ziemlich
ſcharf. Bei der ſcharfen Fahrt kam ein gutes
Durchſchnitts=
tempo heraus. Nach der erſten Stunde waren 39,200
Kilometer, nach ſechs Stunden 222,240 Kilometer
gefah=
ren. Das Reſultat der zwölften Stunde ergab die
Zurück=
legung von 438,080 Kilometer. 14 Mannſchaften lagen
zuſammen an der Spige, Eſer eine Runde zurück. Zeiber
ereignete ſich am Sonntag mittag kurz vor 2 Uhr (14.
Stunde) ein böſer Sturz, deſſen Opfer der
Ameri=
kaner Wiley wurde. Er kam unter der
Innenraum=
brücke, wahrſcheinlich infolge eines Pneumatikdefektes, zu
Falle und ſchlug dabei heftig mit dem Kopf auf den
Holz=
belag der Bahn. Wiley trug eine ſchwere
Gehirner=
ſchütterung davon, die ſeine Ueberführung in das
Eliſabeth=Krankenhaus notwendig machte. Sein Zuſtand
gibt zu ernſten Beſorgniſſen Anlaß. Dem Partner von
Wiley, Collins, wurde bis 8 Uhr abends Ruhe gegönnt,
alsdann mußte er das Rennen allein fortſetzen, bis ſich
für ihn ein neuer Partner findet. Andere Stürze, die
meiſt aus den immer noch anhaltenden Reifendefekten
reſultierten, verliefen ohne Verletzungen. Nach der 18.
Stunde (Sonntag abend 6 Uhr) waren 623,680 Kilometer
zurückgelegt. Die 19. Stunde (6—7 Uhr abends) brachte
eine große Veränderung in dem Stand des Rennens und
die ſcharfen Kämpfe, die ſich in dieſer Stunde ereigneten,
legten Zeugnis ab von der Gegnerſchaft zwiſchen
den=
jenigen Mannſchaften, die für den Sieg in Betracht kom
men. Rütt, Fogler und Moran nahmen abwechſelnd die
Spitze und die Mannſchaften löſten ſich fortgeſetzt ab.
Trotzdem waren, als die Kämpfe nach einer Viertelſtunde
wieder ihr Ende erreicht hatten, acht Mannſchaften
abge=
hängt, ſo daß nur noch ſechs an der Spitze blieben,
näm=
lich Rütt-Stol, Moran-Fogler, Root-Hill, Drobach-
Halſtead, Brocco-Jacquelin und Walthour-Comes,
die nach 19 Stunden 655,840 Kilometer zurückgelegt
hat=
ten. Wegener-Kudela, Georget-Polledri, Hoffmann-
Ehlert, Gebrüder Suter je eine Runde, Nowack-Rottnick,
Thomas-Münzer je zwei Runden, Jakob Eſſer-
Zan=
der und Schallwig-Sonntag je drei Runden zurück,
Brocco hatte bei dem Spurt bereits auch ſchon eine halbe
Runde eingebüßt, die aber Jacquelin durch brillante
Fahrt wieder aufzuholen vermochte. Der Reſt der
neun=
zehnten Stunde verlief ohne weitere Vorſtöße. Um 71.
Uhr erſchien Collins, der Partner des geſtürzten Wiley,
wieder auf der Bahn und fährt vorläufig als Erſatzmann
weiter.
Rdr. Radrennen zu Paris. Auf der Pariſer
Winterbahn gewann am Sonntag Friol ein Match
gegen Hourlier und Schilles. Der Weltmeiſter ſiegte im
erſten Lauf mit einer halben Länge gegen Hourlier und
Schilles und im zweiten Lauf mit einer Viertellänge
gegen Schilles und Hourlier, dagegen unterlag er im
letz=
ten Lauf knapp gegen Hourlier. Ein 60 Kilometer=Rennen
hinter Motoren gewann Leon Didier überlegen in 49
Minuten 34 Sekunden mit 11 Runden vor Nat. Butler.
Dritter: Rudolphe, 11¼ Runden, Vierter: Bouhours. 13
Runden, Fünfter: Parent, der unter Motor= und
Reifen=
defekten zu leiden hatte weit zurück. Im Verfolaunas
match um die Armbinde konnte der Verteidiger Berthet
ſeinen Gegner Emile Georget bereits in 2 Minuten 41½
Sekunden reſpektive nach 2,050 Kilometer einholen.
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