Inſerate
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173. Jahrgang
werden angenommen in Darmſtadt,
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turen Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
u. 1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ſchriebenen Tagenwird nicht übernommen.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Die heutige Nummer hat 16 Seiten.
Die Ausweiſung des franzöſtſchen Korreſpondenten
wird von der Köln. Ztg. verteidigt; ſie meldet dazu aus
Berlin: „Halbwachs hielt ſich in Berlin ſtudierenshalber
auf; es wurde ihm dabei auch in entgegenkommender
Weiſe geſtattet, auf dem Statiſtiſchen Amte zu arbeiten.
Den Dank dafür ſtattete er ab, indem er in der Humanité
Artikel gegen den Reichskanzler veröffentlichte, die ganz
in der beleidigenden Form radikaler und
ſozialdemokra=
tiſcher Blätter gehalten waren. Daraufhin wurde er
zu=
nächſt noch nicht ausgewieſen, ſondern polizeilich verwarnt,
und erſt, als er trotzdem ſeine alte Tätigkeit fortſetzte, des
Landes verwieſen.
Berliner Blätter beſprechen die Ausweiſung des
Fran=
zoſen Halbwachs und werfen dem Reichskanzler, weil ſe
wegen beleidigender Aeußerungen gegen ihn angeordnet
ſei, Kleinlichkeit vor. In Kreiſen, die von der
Vorge=
ſchichte der Ausweiſung unterrichtet ſein müſſen, wird
da=
gegen verſichert, daß die Angriffe gegen den Reichskanzier
bei der Ausweiſung keineswegs eine ausſchlaggebende,
ſondern eine nebenſächliche Bedeutung gehabt haben. Der
Artikel in der Humanité, auf den hin die Ausweiſung ve
fügt wurde, war, wie geſagt, nicht der letzte und nicht der
einzige anfechtbare geweſen; er enthalte allerdings Angriffe
gegen den Reichskanzler, aber ſein übriger Inhalt habe
vollkommen ausgereicht, um die Ausweiſung zu
rechtfer=
tigen. Dieſe würde auch erfolgt ſein, wenn der Artikel
die gegen den Reichskanzier gerichtete Stelle nicht
enthal=
ten hätte.
Die Franzoſen werden die Handlungsweiſe der
preu=
ßiſchen Polizeibehörde verſtehen; denn bei ihnen gilt
eben=
ſo wie bei uns das ſelbſtverſtändliche Gebot, daß
Stu=
denten, die an ausländiſchen Univerſitäten ſtudieren, ſich
nicht taktlos in die Politik der Länder, deren
Gaſtfreund=
ſchaft ſie genießen, einmiſchen dürfen. Das haben ruſſiſche
Studenten an deutſchen Hochſchulen ſchon wiederholt
er=
fahren; was aber den Ruſſen recht iſt, iſt den Franzoſen
billig.
Es iſt bezeichnend, daß deutſche Blätter gegen die
deutſche Regierung für einen Ausländer, der das Anſehen
der Deutſchen im Auslande herabſetzt, Partei nehmen.
So etwas kann in anderen Ländern nicht vorkommen.
In Deutſchland zieht man ſich aber aus Humanitätsduſel
und um des „Prinzips” wegen ſeine Feinde ſelbſt groß.
Welches Intereſſe haben wir daran, für einen gänzlich
unbekannten Franzoſen, der die deutſche Gaſtfreundſchaft
mißbraucht und unſer Anſehen ſchädigt, einzutreten?
„Was iſt ihm Hekuba, daß er um ſie ſoll weinen?”
Rußland und Oeſterreich.
— Die Wiederherſtellung der guten
Bezieh=
ungen zwiſchen Deutſchland und Rußland, die
durch den ſerbiſchen Konflikt beträchtlich gelitten hatten,
legt den Gedanken einer Ausſöhnung auch mit
Oeſter=
reich=Ungarn nahe, deſſen Vorgehen auf dem Balkan den
Anlaß zu der Spannung mit Rußland gegeben hatte.
Es iſt daher verſtändlich, wenn jetzt Meldungen
auftau=
chen, wonach der öſterreichiſche Thronfolger Erzherzog
Franz Ferdinand ruſſiſchen Hofjadgen beiwohnen werde.
Für den Augenblick allerdings wird dies dementiert, das
hindert aber nicht, daß eine derartige Abſicht tatſächlich
beſteht und daß ſie bei ſpäterer Gelegenheit, vielleicht noch
im Januar, zur Ausführung gelangt.
Es iſt wohl nicht ohne Intereſſe, wahrzunehmen, daß
ruſſiſche Blätter es ſind, die dieſe Mitteilung bringen und
hieran keineswegs feindſelige Kommentare knüpfen,
ſon=
dern im Gegenteil einer derartigen Wendung der Dinge
das Wort reden. Tatſächlich wäre auch der Moment für
eine Verſtändigung gegeben, da augenblicklich kaum etwas
vorliegt, was geeignet wäre, Differenzen
heraufzubeſchwö=
ren. Auch die Kretafrage, die zurzeit am drängendſten iſt,
berührt Oeſterreich erſt in zweiter Linie, da es ſich nicht
zu den Schutzmächten zählt. Ein gut Teil der
antiöſter=
reichiſchen Politik war wohl Herrn Iswolski
zuzu=
ſchreiben, der dafür Revanche nehmen wollte, daß
Aehren=
thal durch die Annexion Bosniens und der Herzegowina,
ſowie durch andere Maßnahmen ſeine Abſichten
durch=
kreuzt hatte. Iswolski iſt jetzt in ſeiner Eigenſchaft als
Leiter der auswärtigen Angelegenheiten Rußlands auf
dem Pariſer Poſten kaltgeſtellt worden und es ſteht außer
Frage, daß jetzt von Petersburg her ein ganz anderer
Wind weht. Dies kam ſchon gelegentlich der Potsdamer
Entrevue zum Ausdruck, nicht nur in den offiziellen
Be=
ziehungen war ein Wandel wahrzunehmen, ſondern auch
die Preſſe ſelbſt, die bisher Deutſchland feindſelig geſinnt
war, ſchreibt ſeitdem weſentlich anders.
Auch der Draht zwiſchen den Höfen von Wien und
Petersburg ſcheint wieder geknüpft zu ſein. Eine Wiener
offiziöſe Stimme betont, daß der Verkehr zwiſchen den
beiden Höfen, ſowie auch der Briefwechſel zwiſchen den
beiden Monarchen einen durchaus herzlichen Charakter
trage. Man geht wohl in der Annahme nicht fehl, daß
auch die Potsdamer Beſprechungen auf die
Beſſerung in den Beziehungen beider Reiche nicht ohne
Einfluß geblieben ſind und daß bei dieſer Gelegenheit
Deutſchland den ehrlichen Makler abgegeben hat.
Deutſchland hat, als die Lage am gefährlichſten war, dem
Bundesgenoſſen treu zur Seite geſtanden, und ebenſo iſt
es jetzt bereit, vermittelnd einzugreifen, um ein Verhältnis
herzuſtellen, das die Erhaltung des Friedens in erhöhtem
Maße gewährleiſtet. Auf dieſe Weiſe wird allen
Balkan=
kriſen die Schärfe genommen und bei den beiderſeitigen
Beſtrebungen, für die Aufrechterhaltung des Status qno
einzutreten, ſind bei einer ſolchen Situation
Verwickelun=
gen kaum zu befürchten.
Von der Seine her tönt freilich wieder einmal ein
Mahnruf nach Petersburg hinüber, Herr Dechanel iſt es,
der ſich ein wenig wichtig machen und angeſichts der
be=
vorſtehenden Kammerpräſidentenwahl — wahrſcheinlich
mit negativem Erfolge — in empfehlende Erinnerung
bringen will. Dieſer Herr gibt den Mächten der Triple=
Entente, Rußland, Frankreich und England, den Rat, in
Orientfragen engere Fühlung miteinander zu nehmen, da
bei einer Verſtändigung eines Angehörigen dieſer
Kon=
ſtellation mit irgend einer Macht des Dreibundes die
größte Vorſicht geboten erſcheine. Man merkt die Abſicht
und wird nicht einmal verſtimmt. Eine Annäherung
zwi=
ſchen Rußland und Oeſterreich=Ungarn, die offenſichtlich in
der Schwebe iſt, kann allenthalben nur freudig begrüßt
werden.
Deutſches Reich.
— Ueber die Lage auf Ponape ſind bisher
weitere Nachrichten nicht eingetroffen, da die
Bericht=
erſtattung allein auf das von der Inſel Jap nach
Schang=
hai gehende Kabel angewieſen iſt. Ein Grund zur
Be=
fürchtung für Leben und Eigentum der auf Ponape
woh=
nenden Weißen liegt aber jedenfalls nicht vor, zumal außer
der etwa 200 Mann betragenden Polizeitruppe der
„Cormoran” und wahrſcheinlich auch bereits der „Planet”
zur Stelle ſind. Für den ermordeten Regierungsrat Böder
hat der Oberarzt Girſchner, der ſchon viele Jahre in dem
dortigen Schutzgebiet weilt, die Verwaltung übernommen.
Der ſtellvertretende Gouverneur von Deutſch=Neuquinea
Regierungsrat Dr. Oßwald wird in den nächſten Tagen
wieder in Ponape erwartet.
— Das Staatsangehörigkeitsgeſetz.
Ueber den Stand der Vorbereitungen für das ſo lange und
ſehnſüchtig erwartete Geſetz betr. die Reichs= und
Staats=
angehörigkeit verlautet zuverläſſig, daß die Verhandlungen
zwiſchen den beteiligten Stellen, deren es eine große Zahl
gibt, noch nicht zum Abſchluß gediehen ſind. Dieſe
Ver=
handlungen betreffen gerade grundſätzlich wichtige Punkte,
über die eine Einigung erzielt werden muß, ehe die
Vor=
lage an den Bundesrat gehen kann. Nach Erkundigungen
dürften noch etwa 14 Tage vergehen, bis dies geſchieht.
— Das Heeresergänzungsgeſchäft 1909.
Die Ergebniſſe des Heeresergänzungsgeſchäftes im Jahre
1909 geben einen intereſſanen Ueberblick über die
Aus=
nutzung unſerer Volkskraft für die Landesverteidigung
Insgeſamt wurden in den Liſten geführt 1221730 Mann.
Von dieſen wurden vom Heeresdienſt ausgeſchloſſen 856
Mann, ausgemuſtert wurden 34890, dem Landſturm
über=
wieſen 138370 Mann und der Erſatzreſerve 91 132 Mann
zugeteilt, zu denen noch 2530 Mann Marine=Erſatzreſerve
traten. Die Geſamtzahl der Ausgehobenen betrug 218541
Mann, von dieſen ſind 205032 für den Dienſt mit der
Waffe, ohne Waffe 2730 Mann ausgehoben. Zu dieſen
traten an Einjährig=Freiwilligen, Lehrern und ſonſtigen
Freiwilligen noch 53881 Mann, ſodaß die Geſamtzahl
272422 Köpfe betrug.
— Handwerker=Konferenz. Die ſchon
mehr=
fach angekündigte ſogenannte Handwerker=Konferenz wird,
wie beſtimmt verlautet, am 3. März 1911 im Reichsamt des
Innern ſtattfinden. Die Einladungen zu der Konſerenz
werden in dieſen Tagen den Beteiligten zugehen. Folgende
Verbände ſind aufgefordert worden, ſich an der Beſprech ing
zu beteiligen: Der Deutſche Handwerks= und
Gewerbe=
kammertag in Hannover; der Zentralausſchuß der
verei=
nigten Innungsverbände Deutſchlands in Berlin; die
Deutſche Mittelſtandsvereinigung in Berlin. Sodann
weiter der Deutſche Handelstag in Berlin, der
Zentral=
verband Deutſcher Induſtrieller in Berlin und ſchließlich
der Bund der Induſtriellen in Berlin. Außerdem ſind
neben den beteiligten preußiſchen Miniſterien und
Reichs=
ämtern die Regierungen von Bayern, Sachſgn,
Württem=
berg, Baden, Heſſen, Hamburg und der Statthalter in
Straßburg erſucht worden, ſich bei den Beratungen durch
Kommiſſare vertreten zu laſſen. Die Beſprechung wird
lediglich einen informatoriſchen Charakter tragen.
Ausland.
Italien.
Im Senate gedachte Mortara des Unglücks, das
vor zwei Jahren über Meſſina und Reggio di Calabria
hereingebrochen iſt, und drückte ſeine Freude darüber aus,
daß beide Städte aus den Trümmern wieder erſtehen. Der
Miniſterpräſident ſchloß ſich den Worten des Vorredners
an und betonte, die Mittel, welche von der Regierung für
die heimgeſuchten Gegenden zur Verfügung geſtellt
wor=
den, beliefen ſich auf einige hundert Millionen. Man
hätte die bisherigen Ausgaben von 138 Millionen kaus
den Ueberſchüſſen des Budgets beſtreiten können. Er
möchte betonen, daß im Gegenſatz zu anderen Nationen,
die, wenn ſie von ähnlichem Unglück betroffen würden,
Kredit in Anſpruch nehmen müßten, Italien
außerordent=
liche Hilfsquellen nicht in Anſpruch zu nehmen brauchte.
Portugal.
König Manuel und die Royaliſten. König
Manuel hat die Weihnachtsfeiertage in London
zuge=
bracht und in Claridges=Hotel gewohnt, wo er mit einer
großen Anzahl von portugieſiſchen Royaliſten wiederholt
lange Konferenzen hatte. Unter ſeinen Gäſten befanden
ſich auch der Marquis von Soweral und die früheren
portugieſiſchen Geſandten in Petersburg, Paris und Rom,
die ſämtlich von ihren Poſten zurücktraten, als die
Mon=
archie geſtürzt wurde. König Manuel iſt jetzt noch
Wod=
norton zurückgekehrt.
Die deutſchen Jeſuiten. Der Proteſt
Deutſch=
lands gegen die von der Liſſaboner Regierung verfügte
Austreibung der deutſchen Jeſuiten aus den portugieſiſchen
Kolonien hat zu neuen Beſchlüſſen des Kabinetts in der
Angelegenheit geführt. Es ſoll geſtattet werden, daß die
bisher in den Miſſionsſtationen tätig geweſenen deutſchen
Jeſuiten durch andere katholiſche deutſche Geiſtlichen
er=
ſetzt werden. Es wird eine angemeſſene Friſt zur
Durch=
führung dieſes Perſonalwechſels eingeräumt werden und
es ſind auch alle Maßnahmen getroffen, um bei der
Durch=
führung des Ueberweiſungsdekrets jede Gewaltſamkeit zu
vermeiden.
Rußland.
Die Reichsduma beriet über den von 36
Oktobri=
ſten geſtellten Antrag, den Miniſter des Aeußern wegen
der Ausweiſung ruſſiſcher Untertanen aus dem Bezirk
Mähriſch=Oſtrau zu interpellieren. Die Nationaliſten
ſchlugen vor, der Kommiſſion zur Berichterſtattung Friſt
bis zum 14. Februar zu geben. Balaſchew (Nationaliſt)
bemerkte, die Ausweiſung von 418 Ruſſen ſei kein
Einzel=
fall. Podoliſche Abgeordnete ſeien Zeugen, wie drei
Semſtwoangeſtellte, welche unvorſichtig auf Fahrrädern
eine öſterreichiſche Nachbarſtadt beſuchten, dort unter
Spionageverdacht verhaftet und wie gemeine Verbrecher
ins Gefängnis geworfen worden ſeien. Nur mit größter
Mühe und nach der Einmiſchung des Botſchafters ſei ihre
Befreiung gelungen. Solche Vorgänge ließen auf eine
gewiſſe Planmäßigkeit der Handlungen der öſterreichiſchen
Regierung ſchließen. Beſtehe eine ſolche Planmäßigkeit.
dann müſſe auch Rußland erwägen, ob der Aufenthalt der
Oeſterreicher in Rußland wünſchenswert ſei. (Beifgll.)
Polotajew (Sozialiſt) drückte ſein Befremden aus,
wes=
halb die Frage nicht auch auf die Ruſſen in Deutſchland
ausgedehnt werde. Schließlich wurde der Antrag der
Nationaliſten angenommen.
Türkei.
Die Kammer hat nach heftiger Debatte einen
Au=
trag des Führers der Volksparteiler, die Regierung wegen
der Verhaftung von Redakteuren der demokratiſchen und
ſozialiſtiſchen Organe zu interpellieren, verworfen.
Die kretiſche Frage. Wie auf der Pforte
ver=
lautet, erklärten die Schutzmächte in ihrer letzten
Antwort=
note, daß die geplanten Waffenkäufe der Kreter keine
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Nummer 300.
Beachtung verdienten. Die Mächte verſichern gleichzeitig
von neuem, daß die Rechte, Eigentum und Leben der
Mohammedaner geſchützt und die ſouveränen Rechte der
Pforte gewahrt werden ſollen.
Perſien.
Die Antwort der perſiſchen Regierung
auf die letzte engliſche Note über die unſihere
Lage in den ſüdlichen Provinzen iſt abgeſchickt worden.
Ihr Inhalt iſt noch nicht veröffentlicht worden, doch
ver=
lautet, daß die Hauptſtraße zwiſchen Abuſcher und Schiras,
auf der ſeit dem 5. Dezember keine Räubereien mehr
vor=
gekommen ſeien, jetzt für Karawanen paſſierbar ſei.
* Agra, 28. Dez. Der deutſche Kronprinz
äußerte, nachdem ſeine Beſuche der Eingeborenenſtaaten
beendet ſind, den Wunſch, bei ſeiner Weiterreiſe von
offi=
ziellen Empfängen, außer etwa in Kalkutta, abzuſehen.
Bereits hier war der Empfang in den einfachſten Formen.
Der Kronprinz erſchien in Zivil und wurde vom Leutnant=
Gouverneur Hewett empfangen. Den Wagen eskortierte
eine Schwadron Royal Dragons. Der Kronprinz beſuchte
gleich nach ſeiner Ankunft das Fort mit den alten
Mogul=
paläſten. Er wird den Aufenthalt in Agra benutzen, um
die zahlreichen hieſigen geſchichtlichen Denkmäler kennen
zu lernen.
* Aſſuan, 28. Dez. Die deutſche
Kronprin=
zeſſin iſt, nachdem Aſſuan am 26. Dezember auf dem
Nildampfer „Mayflower” verlaſſen wurde, in Abuſinobel
ingetroffen und beſichtigte die Tempelruinen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 30. Dezember.
* Vom Hofe. Prinz und Prinzeſſin zu
Löwen=
ſtein=Wertheim=Freudenberg nahmen der „Darmſt. Ztg.”
zufolge Mittwoch an der Frühſtückstafel im Neuen
Palats teil.
* Keine Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Samstag, den 31. d. Mts., weder
Audienzen erteilen, noch Meldungen und Vorträge
ent=
gegennehmen.
* Ernennungen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog haben den Hofſtallbeiknecht Heinrich Bauer
aus Hammelbach zum Hofkutſcher und den
Hofſtall=
beiknecht Valentin Pfeiffer aus Lautern zum
Hof=
wagenwärter; mit Wirkung vom 1. Januar 1911 an,
ernannt.
* Ordensverleihungen. Der König von Preußen
hat die Erlaubnis zur Anlegung des Ritterkreuzes
1. Klaſſe des Großh. Heſſiſchen Verdienſtordens Philipps
des Großmütigen dem Generaloberarzt Dr. Eichel,
Diviſionsarzt der 37. Diviſion; des Ritterkreuzes 2. Klaſſe
desſeiben Ordens dem Garniſonverwaltungsoberinſpektor
Markert bei der Garniſonverwaltung in Hanau erteilt.
n. Der Provinzialausſchuß verhandelte geſtern über
die Anfechtung zweier
Bürgermeiſterwah=
len, derjenigen von Radheim und Reichenbach i. O.,
nachdem der Kreisausſchuß Dieburg die erſtere für
ungül=
tig erklärt und der Kreisausſchuß Bensheim die letztere
beſtätigt hatte. Bei der Radheimer Wahl am 8. Mai d. J.
waren auf jeden der beiden Kandidaten, Bachmann und
Boll, gleich viele, nämlich 41, Stimmen entfallen, und das
Los entſchied alsdann für Bachmann. Die von Bollſcher
Seite hiergegen verfolgte Reklamation ſtützte ſich darauf,
daß nach ſinngemäßer Auslegung der
Landgemeindeord=
nung vorerſt eine nochmalige Wahl und erſt dann bei
etwaiger Stimmengleichheit die Losziehung ſtattzufinden
habe. Als weiteren Anfechtungsgrund wurden
Wahl=
beeinfluſſungen behauptet. Eine nach dieſer Richtung
er=
ſtattete Strafanzeige wegen Stimmenkaufs führte zu
um=
fangreichen ſtaatsanwaltlichen Ermittelungen (
Verneh=
mung von über 50 Zeugen), ohne bei dem Gegenüberſtehen
der einzelnen Ausſagen genügendes Beweismaterial zu
er=
bringen, weshalb die Staatsanwaltſchaft das Verfahren
einſtellte. Immerhin ſteht ſo viel feſt, daß in dem kleinen Ort
die beiderſeitige Agitation mit Hochdruck und nicht ohne
fragwürdige Mittel (Verſprechungen, Beeinfluſſung ſelbſt
durch die Frauen und dergleichen) gearbeitet wurde, auch
das Freibier die übliche Rolle geſpielt hat. So wurde mit
Bezug auf letzteres die eine Partei „die Naſſen” die
an=
dere „die Trockenen” genannt. Jenem erſten
Anfechtungs=
grund hatte der Kreisausſchuß nicht zugeſtimmt, jedoch
hinſichtlich eines Wählers unzuläſſige Beeinfluſſung
ange=
nommen. Dieſer, ein Dienſtknecht H., der ſich vielfach als
Parteigänger Bachmanns gebärdete und auch für ihn
ſtimmte, ſoll nach ſeiner eidlichen Ausſage, für Boll zu
ſtimmen beabſichtigt haben und daran durch verſchiedene
Einflüſſe und Einwirkungen verhindert worden ſein. Er
hat offenſichtlich vor der Wahl, um es nach keiner Seite
zu verderben, auf zwei Schultern getragen, und ſo
er=
ſcheint die Stimmengleichheit der Wahl erſchüttert, wozu
das übrige Agitationsbier hinzutritt Für den Rekurs
Bachmanns gegen das Kreisausſchußerkenntnis plädierte
Juſtizrat Dr. Oſann, für die Gegenſeite Juſtizrat
Hall=
wachs. Erſterer beantragte Verwerfung der Anfechtung,
weil nach früheren Miniſterialentſcheidungen lediglich eine
als ſtrafbar feſtgeſtellte (alſo im Fragefalle fehlende)
Wäh=
lerbeeinfluſſung Ungültigkeit der Wahl begründe und der
vom Kreisausſchuß bereits nicht beachtete andere
Ein=
wand irrig ſei. Juſtizrat Hallwachs hielt letztere aufrecht
und erging ſich ſehr ausführlich über die Wahlmache. Der
Provinzialausſchuß verwarf den Bachmannſchen Rekurs
unter Auferlegung der Koſten einſchließlich der
anwalt=
lichen Vertretung Bolls und eines Averſionalbetrages von
20 Mark zur Provinzialkaſſe. — Bei der Reichenbacher
Bürgermeiſterwahl am 22. Auguſt hatte der
Stein=
ſchleifer Mink mit 150 Stimmen gegen den Müller
Bickelhaupt mit 140 Stimmen geſiegt. Bezüglich der
Reklamation B.s ſtellte der Kreisausſchuß zwar feſt,
daß die Wählerliſte ordnungswidrig nicht in dem zur
Gemeinde gehörigen Hohenſtein offengelegen habe und
auch verſchiedene Nichtwahlberechtigte abgeſtimmt
haben, doch ſei jener Punkt unweſentlich, weil
Hohen=
ſtein nur zwei Wahlberechtigte zähle, ihre
Nichtberück=
ſichtigung alſo für die Majorität nicht ausſchlaggebend
erſcheine, und andererſeits die nicht angefochtene
Wahl=
liſte allen Eingetragenen formelles Wahlrecht
ver=
liehen habe. Rechtsanwalt Neuſchäffer trat für
Bickelhaups Rekurs dieſer Begründung entgegen.
Nach der unterbliebenen Offenlegung ſeien die zwei
Hohenſteiner nicht nur an der Abſtimmung, ſondern
auch an jeder Reklamation gegen die Wahlliſte
gehin=
dert worden; die in die Wahlliſte Eingetragenen
be=
dürften auch der materiellen Vorausſetzungen des
Wahlrechts, das, wie nachgewieſen, bei etwa zehn
Ab=
ſtimmenden gefehlt habe. Der Provinzialausſchuß
ſchloß ſich der erſten Inſtanz an und verwarf den
Re=
kurs koſtenfällig unter Auferlegung eines
Averſional=
betrages von 5 Mark zur Provinzialkaſſe.
— Die heſſiſche Regierung und die Lehrer. Vor
kurzem meldeten Berliner und andere Blätter, daß zwei
heſſiſche Volksſchullehrer ihnen verliehene
Ordensaus=
zeichnungen abgelehnt hätten, weil im Range
Gleich=
ſtehende einen höheren Orden erhalten. Im Anſchluß
hieran verlautete ſpäter, einer Deputation des
Lehrer=
vereins, die dieſerhalb und wegen anderer Fragen bei
dem Leiter des heſſiſchen Schulweſens vorſtellig
ge=
worden, ſei geſagt worden, „die Lehrer ſollten ſich nicht
ſoviel um Politik bekümmern”.
Der Sachverhalt iſt hier auf den Kopf geſtellt. Es
iſt zunächſt, ſo wird uns von beſtunterrichteter Seite
mitgeteilt, abſolut unwahr, daß Herr Süffert zu
den beiden Herren geäußert habe, „die Lehrer
ſollten ſich nicht um Politik bekümmern”. Die
beiden Herren hatten gebeten, doch dafür
ein=
treten zu wollen, daß den Lehrern das paſſive
Wahlrecht in der Landgemeindeordnung erhalten bleibe,
das bekanntlich von der Regierung in die Vorlage
auf=
genommen, vom Ausſchuß aber abgelehnt wurde. Herr
Süffert ſagte den Herren zu, dieſen Wunſch dem Herrn
Miniſter zu übermitteln, trotzdem man auch ſehr viele
Gründe für die gegenteilige Anſicht anführen könnte,
da bei kleineren Verhältniſſen auf dem Lande die
Par=
teiſtreitigkeiten leicht auch in die Schule ſelbſt
über=
tragen werden könnten. Bezüglich der
Ordensange=
legenheit hat Herr Süffert lediglich im Hinblick auf
einen Artikel, der die Ablehnung als eine „mannhafte
Tat” pries, bemerkt, daß er ſie eher als eine
Unge=
hörigkeit eines Beamten der Regierung gegenüber
be=
trachte, zumal die Auszeichnungen doch von allerhöchſter
Seite verliehen würden. Von Bemerkungen, wie „
Be=
leidigung des Großherzogs ſelber ufw.” iſt abſolut
keine Rede geweſen. Daß die Oberſchulbehörde die
Gründe für die Ablehnung kennen lernen wollte, und
die Lehrer deshalb vom Schulinſpektor befragt wurden,
iſt nur korrekt. So iſt der wahre Sachverhalt dieſer in
ſenſationeller Weiſe aufgebauſchten Unterredung.
Dik. Todesfall. Im hohen Alter von 80 Jahren
ſtarb vorgeſtern die weit über Darmſtadts Grenzen
hinaus bekannte und allgemein geehrte Frau Eliſe Hahn
Witwe. Nahezu 50 Jahre war ſie als Geſindevermieterin
tätig und kam dadurch mit allen Schichten der
Be=
völkerung in Berührung. Treu und redlich hat ſie ihren
Beruf bis ins hohe Alter ausgeführt und wenn ſie
auch manch harter Schickſalsſchlag getroffen, war ihr
doch ein ſchöner Lehensabend beſchieden.
— 25jähriges Jubiläum. Am 1. Januar 1911
wer=
den es 25 Jahre, an dem Herr Melchior Siebert
in den Dienſt der Techniſchen Hochſchule (chemiſches
In=
ſtitut) eintrat. Während dieſer langen Jahre hat er
ſich durch ſein beſcheidenes, liebenswürdiges Weſen
all=
gemein beliebt gemacht. Es wird ihm daher an
Ehr=
ungen an dieſem Tage gewiß nicht fehlen.
— Für Epileptiker wird, einer Anregung des
ver=
ſtorbenen Herrn Geh. Medizinalrat Dr. Ludwig=
Heppen=
heim folgend, mit Beginn des Jahres 1911 in Nieder=
Ramſtadt bei Darmſtadt eine Beratungsſtelle
ein=
gerichtet, indem der ärztliche Leiter der dortigen Anſtalt
für Epileptiker an jedem erſten Montag im Monat in
der Anſtalt, nachmittags zwiſchen 2 und 6 Uhr, für
Epileptiker und deren Angehörige zu ſprechen ſein wird.
Eine ärztliche Behandlung der Kranken findet dabei nicht
ſtatt, ſondern nur eine Auskunftserteilung über die Art
des Leidens und Hinweis auf die zu ergreiſende
Maß=
nahme. Dieſe Auskunftserteilung iſt für Unbemittelte
unentgeltlich und kann in beſonderen Fällen nach
vor=
heriger Verabredung auch zu einer anderen Zeit
ſtatt=
finden.
* Ueber ein Konzert der Kapelle Hauske ſchreibt der
Mannheimer Generalanzeiger u. a.: Das
Weihnachtskon=
zert, das im Nibelungenſaal veranſtaltet wurde, nahm
einen vorzüglichen Verlauf. Ueber 4000 Perſonen lauſchten
den ausgeſucht ſchönen Darbietungen. Die Kapelle des
Leibgarde=Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115
iſt dafür bekannt, daß ſie unter der Leitung des
Kapell=
meiſters Hauske mit großer Technik und tiefer Empfindung.
zu interpretiern weiß. Das zeigte ſich namentlich bei der
Wiedergabe der das Konzert einleitenden Glocken= und
Gralsſzene aus „Parſival” und der Leonoren=Ouverture,
Der Streichkörper rief einen beſonders tiefgehenden
Ein=
druck hervor. Der Beifall war auch nach jeder Piece ſo
anhaltend, daß mehrere Zugaben bewilligt werden mußten.
— Die kirchenmuſikaliſche Abendfeier am Mittwoch
war in allen ihren Teilen von feſtlicher
Weihnachtsſtim=
mung getragen und bot der im Glanze des Chriſtbaums
verſammelten großen Gemeinde Perlen edelſter
Weih=
nachtsmuſik, in denen noch einmal die Schönheit chriſtlichen
Innenlebens und die Tiefe frommer Empfindung ſich
widerſpiegelten. Die innige, ſeelenvolle Art, wie Frau
Dr. Bernoulli die köſtlichen Lieder ſang, ließ die
an=
dächtig lauſchenden Zuhörer in tiefſter Seele mitempfinden
und miterleben, was zuletzt unausſprechlich bleibt. Ihre
umfangreiche und dabei doch ſo weiche und reine
Alt=
ſtimme, die für den Kirchengeſang beſonders geſchaffen zu
ſein ſcheint, trug auch die leiſeſten Töne, z. B. in dem von
Alb. Becker bearbeiteten gemütstiefen Wiegenlied: „Joſeph,
lieber Joſeph mein” bis an die Enden der großen
Stadt=
kirche. Daß auch Herr Stadtorganiſt Borngäſſer
einen glücklichen Abend hatte, bekundete ſein Spiel nicht
nur in den mit bekannter Kunſt vorgetragenen
Orgel=
ſtücken, ſondern auch in der feinſinnigen Begleitung der
Geſänge. Aus der Abendfeier gingen Viele gewiß mit
einem Herzen voll ſtiller Freude und warmer Dankbarkeit
nach Hauſe. Es war ein erhebender Ausklang des Feſtes.
— Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Der
Sil=
veſtergottesdienſt beginnt nicht, wie zu Weihnachten
ver=
ſehentlich angekündigt wurde, um 5, ſondern um 6 Uhr.
§ Weihnachtsbeſcherung. In der Herberge zur
Heimat fand auch in dieſem Jahre eine Beſcherung für
die mittelloſen Durchreiſenden ſtatt. Mit dem Liede:
„Stille Nacht, heilige Nacht” wurde die Feier eröffnet.
Nach dem Geſang ergriff Herr Oberhofprediger
Ehr=
hardt das Wort. Er knüpfte an die
Weihnachts=
geſchichte an und ſchilderte die Bedeutung des
Weihnachts=
feſtes. Nach Schluß der Anſprache wurden die Geſchenke
an die Anweſenden, 120 Mann, verteilt. Dieſelben
er=
hielten Hemden, Strümpfe, Schuhe, Unterhoſen, Kragen.
Taſchentücher, Hüte, Zigarren und Tabak. Außerdem
wurde denſelben noch Kaffee mit Kuchen und Gebäck
verabreicht. Zu der Feier hatten ſich noch verſchiedene
Vorſtandsmitglieder der Herberge zur Heimat
ein=
gefunden.
— Fechtverein Waiſenſchutz. Am Neujahrstage hält
der Heſſiſche Fechtverein Waiſenſchutz (Zweigverein
Darm=
ſtadt) ſein diesjähriges Weihnachtsfeſt im Städtiſchen
Saalbau ab. Nach den mühevollen Vorarbeiten zu
urtei=
len, verſpricht die Feier unſeren Mitgliedern und
Gön=
nern einige genußreiche Stunden zu bereiten. Beſondere
Ueberraſchung wird die von 21 Damen des Vereins
ausgeführte pantomimiſche Tanzaufführung „Ein
Sil=
veſtertraum” bringen. (Näheres ſiehe Anzeige.)
— Der Deutſchnationale Handlungsgehilfen=
Verband veranſtaltet ſeine Weihnachtsſe er wiederum
am 1. Januar im Schützenhofſaal. Die Feſtfolge iſt auch
diesmal wieder eine ausgeſuchte. Einige Mitglieder
des Großh. Hoftheaters haben in dankenswerter Weiſe
ihre Mitwirkung zur Verſchönerung des Feſtes zugeſagt.
(Näheres ſiehe Anzeige.)
* Stenographie. Die Gelegenheit zur gründlichen
Erlernung der Stenographie bietet ſich durch den neuen
Lehrgang für Anfänger, den die Kaufmänniſche
Steno=
graphen=Geſellſchaft „Gabelsberger” am 10. Januar
er=
öffnet. Siehe auch das Inſerat in der heutigen Nummer
unſeres Blattes.
Orpheum. Heute Freitag findet das letzte
Gaſtſpiel des Frankfurter „Intimen Theaters”ſtatt.
Morgen Samstag, 31. Dezember (Silveſter), iſt keine
Vor=
ſtellung. — Sonntag, den 1. Jauuar, tritt in 2
Feſtvor=
ſtellungen das geradezu glänzende Neujahrsprogramm
erſtmalig auf. (S. Inſerat.)
*) Ein prachtvolles Bild winterlicher Landſchaft
bieten zurzeit, ſo lange noch das ruhige Froſtwetter
an=
dauert, unſere Wälder. Aber auch in der Stadt konnte
man jetzt eines ſolchen herrlichen Anblickes ſich
er=
freuen. Die beſchneiten Baumgruppen vor dem
Reſi=
denzſchloß und auf dem Luiſenplatz boten namentlich
bei Abendbeleuchtung einen wundervollen Anblick.
Anm. d. Red.
Rauhreif.‟)
Seit Tagen zog eiſige Oſtluft über die ſchneefreien
Gefilde. Vom blankgefegten, klarblauen
Winterhim=
mel lachte in den kurzen Tagesſtunden die bleiche
Sonne über die feſtgefrorenen Felder, ſchauten abends
viele Tauſende von funkelnden Sternlein, zitternd
vor Kälte, auf die erſtarrte Erde herab. Kalt und
ſchmucklos ſtand der kahle Wald.
Eines Morgens iſt jeder Zweig, jedes Aeſtchen,
jeder Grashalm mit feinſten Kriſtallen überzogen.
Rauhreif, Rauhfroſt! Tief hängen die Zweige
her=
nieder von der Laſt, funkelnd bricht ſich das
Sonnen=
licht in den tauſend und abertauſend Eiskörperchen.
Heute zeigt ſich Wald und Flur in ſchönſter
Winter=
pracht; nicht im ernſten, weichen Federkleid ſondern
im glitzernden, edelſteinbeſetzten Feſtſchmuck. Die Birke
neigt ihre feinen Ruten tief herab, leiſe ſchwanken ſie
hin und her, bei jeder Bewegung neue Lichtſtrahlen
hervorbringend. Klar und wirkungsvoll hebt ſich das
reifgeſchmückte, zierliche Geäſt vom blauen, kalten
Winterhimmel ab; kein lichterglänzender Tannenbaum
könnte mit der ins Zimmer gebrachten bereiften Birke
wetteifern. Schade nur, daß die zierlichen Eisgebilde
die Stubenwärme nicht vertragen möchten!
Betrachten wir einmal die feinen Eiskörperchen
genauer. Wie das funkelt! Auf dem welken Gras=
halm, auf dem dunklen Tannengeäſt, auf der Hecke am
Wege baut es ſich auf; die Ränder der am Boden
lagernden braunen Blätter umzieht es ſcharf mit
fein=
ſten Eisfranſen. Jeder Zweig iſt vom zierlichſten,
feſt=
ſitzenden, undurchſichtig weißen Stachelpelz rings
umgeben; jedes der Eishärchen iſt wunderfein
gefie=
dert und manchmal bis zu einem Zentimeter lang.
Aber nicht wie bei gefallenem Schnee ſchmiegt ſich
Flaum an Flaum, nein, jedes Eisſtrählchen bleibt ſo
gut es kann für ſich, und ſo entſtehen jene ungemein
zierlichen Gebilde, welche unter Umſtänden eine ſolche
Schwere und Dichte annehmen können, daß ſie zu
gro=
ßen Waldſchäden, den „Reif= und Duftbrüchen”
füh=
ren können.
Wie entſteht der Rauhreif? Wenn nach langer
Kälte und klarem Sonnenſchein jeder Aſt, jedes Reis
da draußen recht weit abgekühlt iſt und dann auf
ein=
mal der trockene Oſt umſpringt und dem
Südweſt=
wind das Feld räumt, dann führt dieſer große
Waſ=
ſermengen mit herbei. Eilig verbreiten ſie ſich über
das Land; die vom tagelangen Oſtwind ausgetrocknete
Luft vermag die Feuchtigkeitsmengen ſtundenlang
auf=
zunehmen, ohne ſich merklich zu trüben, ohne den
ſilbe=
rigen Sonnenſtrahlen den Durchgang zu verwehren.
Nur an den ſtark abgekühlten Gegenſtänden in Flur
und Wald, an all den vielen Zweigen und Aeſtchen,
da ſchlägt ſich der heranwehende Waſſerdampf nieder,
um ſofort, ohne ſich erſt zu Tröpfchen verdichten zu
können, zu gefrieren. Und ſo hüllt der noch
unwahr=
nehmbare Waſſerdunſt jeden kleinſten freien
Gegen=
ſtand in feinſte weiße Eisnadeln ein. Nur die glatten,
breiten Flächen, die glattrindigen Buchenſtämme, die
abgerundeten Steine auf der Erde, die Erde ſelbſt, die
Hauswände und Dächer — ausgenommen die ſcharfen
Ränder der Schiefer und Ziegel-ſind den heraneilenden
Feuchten Dünſten nicht günſtig, um Eiskriſtalle anzu=
ſetzen. Aber immer neue Nebel ſtrömen herbei, immer
eiſiger empfinden wir trotz des Südweſtwindes die
Luft, und immer länger werden die Eisgebilde an den
Bweigen. Endlich iſt die ausgetrocknete Luft völlig
geſättigt, und die überſchüſſigen Waſſermengen ſenken
ſich im feinen Regen hernieder. Die ganze
Winter=
pracht iſt erloſchen und abgewiſcht; als Erſatz bekommt
die ganze Natur, der Boden, die Steine und alles, was
ſich vorher mit dem feinen Kriſtallſchmuck nicht
behän=
gen durfte, einen glatten, gläſernen Panzer um.
Von all den vielen, ſelten wirklich eintreffenden
Wettervorherſagen des Laien iſt wohl keine ſo
zuver=
läſſig, wie die Anſage eines Wetterſturzes bei
einge=
tretenem Rauhfroſt. Meiſt ſtellt ſich der Regen
pünkt=
lich ein, trotz Sonnenſcheins, Froſt und blauem
Himmel.
Noch eine andere Art von Rauhreif gibt es. Wo
abgeſtorbenes Holz im Wald auf dem Boden liegt,
er=
ſcheint es bei eintretender Kälte oft mit fingerbreiten.
dünnen, weichen, frei abſtehenden Eisbändern beſetzt.
Jedes Band beſteht aus einer großen Anzahl feinſter,
dicht aneinander geſchloſſener Eishaare. Das
abſter=
bende Aſtſtückchen hat aus den naſſen Erd= und
Laub=
ſchichten Feuchtigkeit aufgeſogen, und der aus den
Längsriſſen des Dürrholzes entweichende Waſſerdampf
gefriert beim Ausſtrömen ſofort zu ſehr langen
haar=
ähnlichen milchweißen Kriſtallen, die ſich
paliſaden=
ähnlich zu langen Reihen dicht nebeneinander ſtellen.
Der Stadtbewohner iſt entzückt von dem mit
künſt=
lichem „Rauhreif” überzegenen Weihnachtsbaum; aber
unendlich prächtiger iſt die mit echtem Winterſchmuck
überkleidete Tanne draußen im Wald oder gar die
feinäſtigen Laubhölzer, vor allem die Birke mit ihren
weichen, biegſamen, herabhängenden lichten Kronen.
Geora Roedler.
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Seite 3.
— Schützenhof. Am Silveſter=Abend wie „auch am
Sonntag=Abend findet im Schützenhof Konzert einer
Abteilung der Kapelle des Großh. Art.=Korps ſtatt.
— Wintervergnügen. Man ſchreibt uns: Jetzt
iſt die Zeit gekommen, wo jung und alt
hinausſtrömt, um dem herrlichen, geſunden
Winter=
ſport zu huldigen. Von Darmſtadt aus hat
man nicht gerade nötig, lange Reiſen zu machen,
ehe man den Fuß auf eine ſchöne Skierbahn oder
Rodelbahn zu ſetzen in der Lage iſt. Ganz in unſerer
Nähe haben wir bereits das ſchönſte Gelände, und dürfte
manchem Darmſtädter das ſchön gelegene Nieder=
Beer=
bach bekannt ſein, was außer einer guten,
hausmachen=
den Küche auch ſchönſte Gelegenheit für obigen Sport
bietet. Die bekannte Rodelbahn iſt in ſchönſtem
Zu=
ſtande und ſollten Rodler und Skier nicht verfehlen,
die Vorzüge Nieder=Beerbachs kennen zu lernen.
* Die Turngemeinde Darmſtadt eröffnet ihre
karne=
valiſtiſchen Veranſtaltungen für das Jahr 1911 mit dem
am Neujahrstage ſtattfindenden karnevaliſtiſchen
Kon=
zert mit Tanz. Unter Herrn Obermuſikmeiſter
Hauskes Leitung wird die Kapelle des 115.
Infan=
terie=Regiments in der erſten Abteilung ernſtere
Muſik=
ſtücke zu Gehör bringen, während mit den weiteren
Ab=
teilungen der Karneval ſeinen Einzug in die närriſch
dekorierte Halle halten wird. Schöne karnevaliſtiſche
Lieder werden zur Erhöhung der Stimmung beitragen
und der anſchließende Tanz der Jugend einige
ver=
gnügte Stunden bereiten. Ueber die weiteren
Veran=
ſtaltungen zum Karneval wird durch Plakate und
An=
zeigen frühzeitig Kenntnis gegeben werden. Wir
kön=
nen aber jetzt ſchon verraten, daß der Karneval=
Aus=
ſchuß ſeit Wochen fleißig an der Arbeit iſt, die
Veran=
ſtaltungen der Turngemeinde in ſchönſter Weiſe
vor=
zubereiten. Altbekannte tüchtige Redner, die
Turn=
mannſchaft, alles ſtellt ſeine Kräfte zur Verfügung, um,
wie in früheren Jahren, ſo auch dem Karneval 1911 in
der Turnhalle eine Stätte wahren karnevaliſtiſchen
Lebens und Treibens zu bereiten.
3 Pfungſtadt, 29. Dez. Die hieſige
Bäckerin=
nung hat in den letzten Tagen einen erheblichen
Brot=
aufſchlag eintreten laſſen. Um „billigeres Brot” zu
be=
ſchaffen, beabſichtigt der Arbeiter=Konſumverein eine
Konſumbäckerei zu errichten, die im kommenden Jahre
ihren Betrieb eröffnen ſoll. — Traurige
Weih=
nachten hatte die Taglöhnersfamilie Ph. Jäger hier.
Aus Unvorſichtigkeit wurde dem 1½ Jahre alten
Söhn=
chen heiße Suppe über Hals, Bruſt und Arme geſchüttet.
An den erlittenen Verletzungen iſt das Kind
geſtor-
ben. Im kommenden Jahre werden in der hieſigen
Gemeinde Kurſe für ſchulentlaſſene Mädchen zur
Aus=
bildung in den hauswirtſchaftlichen Fächern eingerichtet.
A Vom ſüdlichen Odenwalde, 28. Dez. Heute früh
traten Bahnſchlitten und Schneeſchaufler in Tätigkeir.
Mächtiger Schneefall, von heftigem Nordwind
ſtellen=
weiſe oft meterhoch aufgetürmt, ſtörte anfangs den
Verkehr. Auch tagsüber erhöhte ſich die Schneedecke
noch um einiges. Wo während der Feiertage Schirme
durch Straßenkot und Waſſerpfützen ſpazieren getragen
und gefahren wurden, da tönt jetzt fröhliches
Schellen=
geklingel.
Offenbach, 28. Dez. Wegen Wechſelfälſchung
wurde geſtern der 24jährige Kaufmann Fr. Krämer
von hier verhaftet. Er hatte von Mailand aus durch
Vermittelung eines ſchweizeriſchen Bankhauſes
ge=
fälſchte Wechſel auf hieſige und Frankfurter Firmen
gezogen bezw. zu ziehen verſucht. In einem Fall war
ihm der Schwindel bei einem Frankfurter Bankhaus
mit 1500 Mark geglückt. Die Firma hatte auch anfangs
von der Erſtattung einer Anzeige abgeſehen. Auch bei
einem zweiten Falle war ihm der Coup mit ebenfalls
1500 Mk. geglückt, doch wurde das bereits abgeſandte
Geld unterwegs noch angehalten. Als aber der
Schwindler weitere Wechſel im Betrage von 5000
Francs und 13000 Lire in Umlauf ſetzte, erfolgte
An=
zeige. Krämer beſaß noch die Kühnheit, von
Mai=
land hierher in ſeine Heimat zurückzukehren, was
ihm jedoch zum Verhängnis wurde, denn er wurde
geſtern von der Kriminalpolizei gefaßt.
* Mainz, 28. Dez. Heute erſchoß der Wirtsſohn
Krämer der bei dem Pionier=Bataillon Nr. 14 in
Kehl dient und ſich zurzeit auf Urlaub befindet, ſeine
Geliebte Bennroth und beging dann einen
Selbſt=
mordverſuch. Seine Verletzungen ſind ſo ſchwer, daß
ſein Zuſtand hoffnungslos iſt. Aus einem bei dem
Mädchen gefundenen Briefe geht hervor, daß die Tat
mit ihrem Einverſtändnis begangen wurde.
Worms, 29. Dez. Die in unſerer Nr. 305 vom 29.
Dezember enthaltene Mitteilung, daß der tödlich
verlau=
fene Unfall des Poſtillons Karl Thielmann in
Worms durch einen herabhängenden, mit der Leitung der
Städtiſchen Straßenbahn in Berührung ſtehenden Draht
des Fernſprechnetzes der Reichspoſtverwaltung verurſacht
worden ſei, berichtigen wir auf Grund einer Mitteilung
der Kaiſerlichen Oberpoſtdirektion in Darmſtadt dahin, daß
es ſich im vorliegenden Falle um die Berührung einer der
Stadtverwaltung in Worms gehörigen Feuermeldeleitung
mit der Leitung der Straßenbahn gehandelt hat. — Aus
Anlaß des 100jährigen Beſtehens der Firma
Heinrich Hüttenbach fand heute in den oberen
Räumen des Geſchäftshauſes eine Feier ſtatt, zu der, lt.
W. Ztg., Freiherr von Heyl zu Herrnsheim als
Reichs=
tagsabgeordneter und Vertreter der Großinduſtrie, ſeitens
der Stadt Oberbürgermeiſter und Landtagsabgeordneter
Köhler und Bürgermeiſter Dr. Wevers, von der
Handels=
kammer Kommerzienrat Baruch und Koelſch, von der
Juſtizbehörde Geh. Juſtizrat Metzler, ferner der Vorſtand
des Vereins ſelbſtändiger Kaufleute und der Vertreter der
Kaufmannſchaft der Stadt erſchienen waren. — Einen
Selbſtmordverſuch machte geſtern abend in ihrer
Manſardenſtube in der Mainzerſtraße eine 23 Jahre alte,
aus Oppenheim gebürtige Fabrikarbeiterin, indem ſie ſich
mittels Kleeſalz zu vergiften ſuchte. Die Gründe ſind noch
nicht bekannt. Sie wurde in das ſtädtiſche Krankenhaus
gebracht; es beſteht Lebensgefahr.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 28. Dez. Ueber den von
der Stadt Berlin feit fünf Jahren geplanten
Weſt=
hafen, deſſen baldige Herſtellung bei der jüngſten
Be=
ſprechung der Verkehrsfragen in der
Stadtverordneten=
verſammlung gewünſcht wurde, verbreitet heute das
ſtädtiſche Nachrichtenamt eine Mitteilung, in der die
Schwierigkeiten, die dem Bau entgegenſtehen,
ausführ=
lich dargelegt werden. Die Verhandlungen mit den
Aufſichtsbehörden wegen Uebernahme der Koſten durch
die Gemeinde ſind demnach bis jetzt noch nicht zum
Abſchluß gelangt. Die Eiſenbahnverwaltung hat gegen
den Gleisanſchluß, zu dem ſchon Pläne vorliegen, nichts
einzuwenden, desgleichen auch nicht der Miniſter des
Innern. — Wie berichtet wird, ſoll in Berlin der ſchon
ſo lange in Ausſicht genommene Bebauungsplan
des alten Botaniſchen Gartens verwirklicht
werden. Profeſſor Heſſe, der Schöpfer des Bayeriſchen
Platzes in Schöneberg, hat bereits einen
Bebauungs=
plan ausgearbeitet, wonach dem umfangreichen Terrain
in der Potsdamerſtraße bei der Bebauung die Geſtalt
eines Forums gegeben werden ſoll. Vorgeſehen ſind
auch ein ſtädtiſcher Straßenbahnhof und ein ſtädtiſches
Verkehrsbureau. Die Geſamtkoſten des Planes werden
auf 20 Millionen veranſchlagt. Auch in der Frage der
Verſtadtlichung der Verkehrsmittel ſoll ein ſchnelleres
Tempo eingeſchlagen werden. Die Kontrakte mit den
Straßenbahn= und Omnibusgeſellſchaften werden nicht
mehr erneuert, dieſe Betriebe werden 1920 in eigene
Regie übernommen. — Nach dreitägiger, durch die
Weihnachtsfeiertage bedingter Ruhepauſe, wurden heute
die Verhandlungen in dem Moabiter
Krawall=
prozeß vor der 3. Strafkammer des Landgerichts I
unter dem Vorſitz des Landgerichtsdirektors Dr. Lieber
wieder aufgenommen. Die Zahl der erſchienenen
An=
geklagten beträgt nur noch acht; auch ſind nur zwei
Ver=
teidiger zugegen. Die Beweisaufnahme über den
all=
gemeinen Teil der Anklage wird fortgeſetzt; es iſt wenis
Ausſicht vorhanden, daß die Verhandlung bis Mitte
Januar zu Ende geht. — Die Verkehrsziffern
der Weihnachtsfeiertage ſind, nach den
vor=
läufigen Feſtſtellungen, bei den großen Berliner
Ver=
kehrsgeſellſchaften gegen das Vorjahr nicht unerheblich
geſtiegen. Die Hoch= und Untergrundbahngeſellſchaft
beförderte während des Feſtes rund 560000 Perſonen,
das heißt, 60000 Fahrgäſte mehr als im Vorjahre. Am
ſtärkſten war der Verkehr am zweiten
Weihnachtsfeier=
tag, an dem rund 194000 Perſonen die Hochbahnzüge
benutzten. Durch die Wagen der Allgemeinen Berliner
Omnibusaktiengeſellſchaft wurden am Heiligabend und
an den beiden Weihnachtsfeiertagen zuſammen 1075901
Perſonen befördert, das heißt 72500 Fahrgäſte mehr
als im Vorjahre. Auf die Kraftomnibuſſe entfielen
diesmal 275540 Perſonen, 51 442 mehr als Weihnachten
1909, auf die Pferdeomnibuſſe 800361 Perſonen (21123
mehr). Auch bei der Großen Berliner Straßenbahn
hat ſich eine Steigerung des Verkehrs gezeigt. Der
Verkehr auf der Stadt= und Ringbahn hielt ſich dagegen
ſo ziemlich in gewöhnlichen Grenzen.
Frankfurt, 29. Dez. In den Räumen der
Frank=
furter Loge tagt zurzeit der fünfte Verbandstag
des Verbandes der jüdiſchen Lehrervere
eine im Deutſchen Reiche. Der Verband zählt 19
Ein=
zelvereine mit zirka 1100 Mitgliedern und bezweckt in
erſter Reihe die Förderung der Intereſſen der jüdiſchen
Religionsſchule und der jüdiſchen Religionslehrer, die
im Rahmen der allgemeinen Lehrervereine keine Pflege
finden können. Zu den Verhandlungen ſind 65
Dele=
gierte aus allen Teilen des Deutſchen Reiches und
zahl=
reiche Gäſte erſchienen, die den großen Saal der
Frank=
furter Loge bis in die letzte Ecke füllen.
München, 28. Dez. Ein ganz gefährlicher
Gau=
ner, der ſteckbrieflich verfolgt wird, iſt der Münchener
Po=
lizei in die Hände gefallen. In dem Zuge, der von Zürich
nach München fuhr, bemerkte ein Reiſender plötzlich, daß
ihm die hintere Hoſentaſche aufgeſchnitten und die
Geld=
börſe entwendet worden war. Der Dieb wurde bald
un=
ter den Mitreiſenden entdeckt und in München der Polizei
übergeben. Dieſe erkannte in dem Spitzbuben den vor
einigen Tagen aus einer Strafanſtalt in der Schweiz
ent=
wichenen Gauner und Mädchenhändler Ludwig
Hai=
dacher, der zuletzt in Frankfurt a. M. unter dem
Na=
men eines Stud. med. Baron Jean v. Palffy ſich in einem
feinen Penſionat eingemietet und dann nach Verübung
verſchiedener Schwindeleien ohne Begleichung ſeiner
Rech=
nung mit einer Bardame flüchtig gegangen war.
Vermut=
lich hat er dieſe verkuppelt. Es beſteht der Verdacht, daß
er ſchon ſeit längerer Zeit Mädchenhandel nach
Argen=
tinien treibt. Er hat ſich längere Zeit dort ſowohl, wie
auch in Frankreich. Braſilien und Nordamerika
aufgehal=
ten. Die Wiener Polizei erließ wegen Mädchenhandels
einen Steckbrief gegen ihn, er wurde auch vor Jahresfriſt
in Innsbruck verhaftet, es konnte ihm aber nichts
tives nachgewieſen werden und man mußte ihn nach
drei=
monatiger Unterſuchungshaft freilaſſen. Dann wandte er
ſich nach Deutſchland und von hier aus nach der Schweiz,
wo er wegen Zechprellereien zu einer Freiheitsſtrafe
ver=
urteilt wurde. Aus der Strafanſtalt iſt er dann, wie ſchon
erwähnt, entwichen, um nach kaum gewonnener Freiheit
wieder in die Hände der Polizei zu fallen. Die weiteren
Recherchen der Münchener Polizei haben nun ergeben,
daß der „Herr Baron” mit Vorliebe Pariſer Mädchen
zu=
nächſt nach Deutſchland lockt und von hier aus über
Hol=
land und die Schweiz nach Argentinien ervortiert.
Karlsruhe, 28. Dez. Fünf Tagediebe ſaßen in der
Herberge zur Heimat. Einer von ihnen erzählt eine
etwas ſengerige Geſchichte von jemandem, den er kennt,
und die Geſellſchaft beſchließt darauf, gegen den
Schwa=
ger des erwähnten jemand eine Erpreſſung ins
Werk zu ſetzen. Dieſer Schwager war der
Oberbuch=
halter des katholiſchen Oberſtiftungsrats und die
Er=
preſſer rechneten damit, daß er für die bedrohte Ehre
der Familie einen blauen Lappen opfern würde. Das
verlangten ſie in einem Brief, der folgenden Wortlaut
hatte: „Durch Mißſtände bin ich in Not geraten und
ge=
zwungen, mich an Sie zu wenden. Durch Zufall bin
ich Mitwiſſer verſchiedener Straftaten Ihres Schwagers.
Ich erſuche Sie, dem Ueberbringer dieſes 100 Mark zu
geben. Wenn dies nicht geſchieht, zeige ich Ihren
Schwager an.‟ Dieſer Brief wurde von einem der
Kumpane dem Beamten ganz ungeniert in deſſen
Bureau überreicht, während die vier anderen freudig
erregt den Erfolg in der Nähe abwarteten. Sie hatten
bereits ausgemacht, daß der Erfinder des genialen
Planes 80, die übrigen vier je 5 Mark bekommen ſoll=
Reichsausſtellung, nicht Weltausſtellung.”
Von Max Osborn.
Die Beſtrebungen gewiſſer Intereſſenten, Berlin
mit einer Weltausſtellung zu beglücken, ſind in der
Oeffentlichkeit neuerdings wieder energiſch
zurück=
gewieſen worden, und wir ſelbſt haben eingehend die
Gründe dargelegt, aus denen eine Weltausſtellung
für Berlin ein Unding iſt. Gegen Ausſtellungen an
ſich iſt natürlich nichts einzuwenden, aber es müſſen
eben nicht Weltausſtellungen ſein.
Früher war’s ein großer Klang: „
Weltausſtel=
lung!” Und was unter dieſer Flagge 1851 in
Lon=
don, 1867, 1878 und 1889 in Paris, 1893 in Chicago
die Völker unſeres Planeten zu einem Rendezwous
entbot, waren in der Tat Unternehmungen, die zu
einem internationalen Wettbewerb den paſſenden
Rahmen abgaben. Das Zeitalter der erwachenden
modernen Induſtrie, der werdenden Weltſtädte, hatte
ſich in ihnen ſeine Repräſentation geſchaffen.
Die Pariſer Weltmeſſe von 1900 aber bildete den
Abſchluß dieſer Entwickelungsreihe. Die Franzoſen
ſetzten ſie durch, weil ihre eiferſüchtige
Vaterlands=
liebe der Menſchheit demonſtrieren wollte, daß das
Jahrhundertende in Sachen der Kultur „trotz allem
doch nach Frankreich gehöre” und mit dem Talent
für derartige Rieſenjahrmärkte, das ſie von Natur
beſaßen und durch Dezennien ausgebildet hatten,
brachten ſie noch einmal ein glänzendes Feſt der
Ar=
beit und der Kunſt zuſtande. Aber bei allem Zauber,
der davon ausging, war es doch ſchon eine
Ungeheuer=
lichkeit, in der ſich kein Beſucher mehr zurechtfinden
konnte, und deſſen koloſſale Koſten ſich für die
betei=
ligten Nationen nicht mehr lohnten. Die allgemeine
Anſicht war: das iſt, wenigſtens für das Abendland,
der Abſchied von den „Expositions internationales
et universelles‟
Die Erfahrungen, die wir ſeither ſammelten,
haben bewieſen, daß dieſe Anſicht ſtimmte. Der Name
WWeltausſtellung” verlor ſeinen großen Klang und
ſank zu einer Reklamebezeichnung herab, die als
Scheidemünze von Land zu Land ging und heute faſt
völlig abgegriffen iſt. 1904 in St. Louis ging er um
wie ein Geſpenſt aus dem vergangenen Jahrhundert.
Anderwärts gab und gibt er den Deckmantel ab für
Veranſtaltungen, deren relative Harmloſigkeit ſich mit
dieſer großſpurigen Bezeichnung in Szene ſetzen will.
Man lächelt darüber und läßt ſie gewähren, weil nie=
*) Aus der Berliner Morgenpoſt.
mand mehr das Aushängeſchild ſo blutig ernſt nimmt.
Täuſchen wir uns doch nicht darüber: die hübſche
Brüſſeler „Weltausſtellung” dieſes Jahres war
über=
haupt nur möglich, weil ſie — im Grunde gar keine
Weltausſtellung war, ſondern nur ein Miniaturbild
davon, ein Auszug zum bequemen Gebrauch. Und
wenn jetzt Turin, Antwerpen, Madrid die Backen
voll nehmen und für die nächſten Jahre ähnliche
Spektakula ankündigen, ſo wird’s und kann’s nicht
anders werden als in Brüſſel. Nur Tokio wird
viel=
leicht eine Ausnahme bilden; denn hier wird auf alle
Fälle ein bedeutſames neues Dokument für das
Ein=
rücken Japans in den Konzern der Großmächte
ge=
liefert werden.
Wir Deutſche haben im neunzehnten Jahrhundert
den Anſchluß verpaßt. Wir hatten damals
wichti=
geres zu tun, mußten Orönung im eigenen Hauſe
ſchaffen. Als wir kurz vor Toresſchluß einen
An=
lauf nahmen, das Verſäumte raſch noch nachzuholen,
zeigte es ſich, daß wir noch zu ſchwerfällig dazu waren,
und die Aktion endete in der Berliner
Gewerbeaus=
ſtellung von 1896. Auch das war nicht einmal ein
voller Erfolg. Jetzt aber hinter den übrigen
Natio=
nen herzuhinken, wäre ein völlig verkehrter Gedanke.
Mit einem Extrakt wie Brüſſel könnte ſich die
Haupt=
ſtadt des Deutſchen Reiches nicht begnügen. Hier
würde es ein Jahrmarkt werden, deſſen
Größenver=
hältniſſe ſich nur Schwindelfreie ausmalen können,
und den kein Menſch mehr zu durchwandern vermag.
Und da eben ſitzt der Punkt: die Geſchäftswelt weiß
das, fühlt das und verſpricht ſich darum von den
Un=
getümen nichts mehr, zu denen ſich alle ernſthaften
Weltausſtellungen künftig auswachſen müßten. Die
allgemeine Entwickelung des gewerblichen und
indu=
ſtriellen Lebens auf der bewohnten Erde iſt ſeit
Jahr=
zehnten eine ſo ungeheure geweſen, daß es vielleicht
heute ſchon nicht mehr, möglich ſein würde, den
gan=
zen Umfang der internationalen Reſultate dieſer
Ent=
wickelung mit nennenswerter Vollſtändigkeit in einen
Ausſtellumngszaun zu ſpannen, und ſei er noch ſo
weit gezogen. Nein, es herrſcht bei den Kennern
und Fachleuten kaum mehr ein Zweifel darüber, daß
die Forderung lauten muß: wohl große
ſpe=
ziale, lokale oder nationale
Ausſtel=
lungen! Aber keine Weltausſtellung im
früheren Sinne mehr! Zwar heißt es, daß die
Franzoſen noch Abſichten auf 1920 haben; aber
war=
ten wir’s ab, ob der Plan zuſtande kommt und wie die
Aktion ausläuft.
Doch wenn man ſich beſchränkt, ſo heißt das nicht,
daß man ſich dabei immer wieder im gewohnten
Kreiſe herumdrehen muß. Es gibt noch originelle
Möglichkeiten! Da faßt z. B. im Dezemberheft der
Darmſtädter Zeitſchrift „Deutſche Kunſt und
Dekoration” der Herausgeber, Alexander
Koch, einen vielfach ſchon nebelhaft aufgetauchten
Gedanken in guter Formulierung zuſammen. Koch
denkt an eine Deutſche Reichsausſtellung,
die man langſam und ſorgfältig vorbereiten müſſe,
und für die natürlich als Schauplatz allein Berlin
in Frage käme. Und er meint, dieſe Ausſtellung ſoll
eine) — Stadt ſein: „keine romantiſhe alte Stadt
mit ſogenannten maleriſchen Winkeln, ſondern eine
moderne Stadt mit allen Errungenſchaften der
Tech=
nik, der Hygiene, der Baukunſt, des Verwaltungs=
und Verkehrsweſens, in welchem Gebilde ebenſo ſehr
die Stätten der Erziehung, der Erholung, des
Ver=
gnügens, wie der Waſſer=, Licht= und Lebensmittel=
Verſorgung vertreten ſein müßten. Es könnte etwa
der Kern einer „mittleren Stadt” ſein, mit Schulen,
Kirchen, Verwaltungs=Gebäude, Markthalle,
Kran=
kenhaus, Mufeum, Theater, Konzertſaal, Orpheum,
Zirkus uſw., Ausſtellungshallen, Park,
Gartenanla=
gen, Brunnen, Badeanſtalt, Börſe, Bankgebäude.
Verkaufsläden, Poſt, Verkehrsmittel der
verſchieden=
ſten Art und an was alles der moderne Städtebauer
zu denken hat. Daß an einer ſolchen Ausſtellung alle
Berufe und Gewerbe beteiligt ſein würden, bedarf
keiner beſonderen Hervorhebung: Gewerbe,
Hand=
werk, Kunſtgewerbe, Kunſt, Handel, Induſtrie und
Landwirtſchaft könnten hier einander die Hand
rei=
chen. Daß hierbei der erfahrene Ausſtellungstechniker
und Organiſator in allen Fragen zu hören ſein
würde, erſcheint ſelbſtverſtändlich, denn es gilt doch
in erſter Linie wieder, eine ſolche Stadt als
Aus=
ſtellungs=Objekt zu zeigen, das Unternehmen als
ſol=
ches aber auch rentabel zu geſtalten.”
Keine Frage: Dieſer Vorſchlag hat einen ſehr
ge=
ſunden Kern. Er könnte zu einem Friedenswerk
größten Stiles führen, das den Völkern der Erds
wahrhaft zeigen würde, was das Deutſche Reich im
erſten Halbjahrhundert ſeines Beſtehens geleiſtet, und
wie es ſich in dieſem Zeitraum auf zahlloſen
Gebie=
ten aus eigener Kraft zu einem Führer der Welt
emporgeſchwungen hat. Es würde lohnen, das
nochſche Projekt einmal genauer zu) durchleuchten.
Vielleicht liegt auf dieſem Wege, wenn auch das Ziel,
zu dem er führen mag, ſchließlich veränderte Geſtalt
annimmt, die Löſung und Erlöſung unſerer Berliner
Ausſtellungsſehnſucht.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Nummer 306.
ten; außerdem war für den Abend eine Kneiperei
vor=
geſehen, für die ein Teil der 80 Mark verwendet werden
ſollte. Dieſe angenehme Ausſicht wurde aber zu Waſſer,
denn der Oberbuchhalter rief ſofort telephoniſch die
Polizei herbei, als der Mann mit dem Briefe erſchien.
Dieſer geſtand dann auch, wo ſeine Verbündeten
war=
teten, und ſo wurden auch ſie in Haft genommen. Die
hieſige Strafkammer verurteilte die fünf dummen
Er=
preſſer zu Gefängnisſtrafen von zwei Wochen
bis zu vier Monaten.
Erfurt, 29. Dez. Im Städtiſchen Pflegehauſe am
Lindenweg ſind heute nacht vier Frauen an
Gasver=
giftung geſtorben, zwei lebensgefährlich erkrankt.
Da im Hauſe ſelbſt eine Gasleitung ſich nicht befindet,
wird angenommen, daß von der vor dem Hauſe
ſtehen=
den Straßenlaterne, wahrſcheinlich infolge Froſtes,
das Gasrohr geplatzt und das ausſtrömende Gas in
das Pflegehaus eingedrungen iſt.
Kuxhaven, 28. Dez. Der Fiſchereidampfer „Senator
Mummſſen” fiſchte am 19. Dezember bei 58 Grad 39
Minuten nördlicher Breite und 10 Grad 45 Minuten
öſtlicher Länge einen grauen Ueberzieher auf.
In den Taſchen befanden ſich neben anderen kleinen
Gegenſtänden zwei weiße Taſchentücher, gezeichnet O. L.
Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Gegenſtände
Leutnant Otto Lange, dem Führer des verunglückten
Ballons „Saar”, gehörten.
Bremen, 29. Dez. In der letzten Nacht wurde durch
Großfeuer die Kiſtenfabrik von Taſte & Ko. faſt
vollſtändig zerſtört. Die Holzvorräte gaben dem Feuer
reichlich Nahrung. Der Brand wurde von der Feuerwehr
auf ſeinen Herd beſchränkt, ſodaß Gefahr für die übrigen
Gebäude nicht vorhanden war.
Rom, 28. Dez. Aus Anlaß des zweiten
Jahres=
tages der Erdbebenkataſtrophe in Kalabrien
und Sizilien ſind heute auf den Friedhöfen von Meſſina
und Reggio di Calabria Gedächtnisfeiern abgehalten
worden.
Paris, 28. Dez. Da das Geſetz, welches die Teile der
Champagne genau begrenzt, die ihrem Schaumwein die
Bezeichnung „Champagner” geben dürfen, noch immer
nicht in Kraft getreten iſt, ſo fahren die Weinhändler fort,
gefälſchten Champagner in die Welt zu ſetzen. Aus
die=
ſem Anlaß kam es geſtern abend zu Unruhen in der
Ortſchaft Hautvillers bei Eltville. Dort waren
Rollkut=
ſcher damit beſchäftigt, eine Anzahl von Fäſſern, deren
Inhalt aus gefälſchtem Champagner beſtand, nach der
Bahn zu transportieren. Die Winzer erhielten rechtzeitig
Nachricht davon, zogen die Sturmglocke, und binnen
kur=
zem waren etwa 1500 Weinbauern verſammelt,
welche die Wagen umringten, die Kutſcher verprügelten
und den Inhalt der Fäſſer auslaufen ließen. Die
Wein=
händler, welche ihre Waren beſchützen wollten, bedrohten
ſie, ſo daß dieſe die Flucht ergriffen; auch die
Gendar=
merie mußte ſich zurückziehen. An den Tumultſzenen
be=
teiligten ſich ſogar die Frauen und Töchter der Winzer
ſehr eifrig.
Paris. 28. Dez. Die behördliche Unterſuchung im
Zuſammenhange mit dem Bankrott der Pariſer
Markthallenbank wird fortgeſetzt. Der geſtern
verhaftete Direktor Gaillard erklärt ſich perſönlich für
ſchuldlos, er ſei bloß nominell Direktor der Bank
ge=
weſen, in Wahrheit aber ein einfacher Angeſtellter. Der
eigentliche Leiter der Bank ſei ein Baron Limber
ge=
weſen. Die Differenz der Bank wird auf 600000 Francs
geſchätzt, doch dürfte ſich dieſer Betrag noch weſentlich
erhöhen und eine Million überſchreiten. Gaillard ſelbſt
führte einen beſcheidenen Haushalt, er ſcheint in der
Tat nur ein Strohmann geweſen zu ſein. Außer dem
Direktor Gaillard iſt auch der Inhaber eines anderen
Bankhauſes namens Riſſer wegen zweifelhafter
Hand=
lungen verhaftet worden.
Paris, 28. Dez. In Compiegne brach heute
vormit=
tag in der Kaſerne des 54. Infanterie=Regiments
Feuer aus, welches insbeſondere die Uniformen
und Waffenmagazine einäſcherte. Nach einer weiteren
Meldung wurden 12000 Gewehre vernichtet. Der
Scha=
den wird auf ½ Million geſchätzt.
Paris, 29. Dez. Im Bahnhof von Cholet ſtieß ein
von Angers kommender Perſonenzug mit einer
rangierenden Lokomotive zuſammen. Fünf
Zug=
bedienſtete und fünf Reiſende, durchweg Soldaten,
wur=
den verwundet, darunter mehrere ſchwer.
London, 28. Dez. Das Herzogspaar von
Connaught und die Prinzeſſin Patrizia ſind wieder
aus Südafrika hier eingetroffen.
London, 28. Dez. In der Zeit der Fleiſchnot
ver=
nehmen wir mit einem Gefühl, das des ſchmerzlichen
Neides nicht entbehrt, die Nachricht, daß in London
35000 Truthähne auf einmal den
Verbrenn-
ungsöfen übergeben worden ſind. In England
darf am Weihnachtsfeſt in keiner Familie, wo die Mittel
es nur irgendwie erlauben, der Truthahn fehlen. Die
einheimiſchen Vögel reichen daher bei weitem nicht aus,
und ſo beziehen die engliſchen Geflügelhändler dieſe
begehrte Weihnachtsware aus dem Ausland, und zwar
hauptſächlich aus Oeſterreich und Italien. Infolge der
außergewöhnlichen, milden Witterung ſind nun
wäh=
rend der Weihnachtswoche von den importierten Tieren
ungefähr 35000 Stück in einem derartigen Zuſtande
drüben angekommen, daß ſie die Marktinſpektion für
ungenießbar erklären und zur thermiſchen Vernichtung
verurteilen mußte. Eine einzige Firma war
gezwun=
gen, für 30000 Mark ſolcher Vögel zu opfern. Den
Hauptverluſt aber erleiden die Abſender; den engliſchen
Großhändlern entgeht nur die Gelegenheit, ihren
Pro=
fit bei dem größen Umſatze einzuſtreichen.
London, 29. Dez. Eine Feuersbrunſt zerſtörte
geſtern die Lederfabrik von Gebrüder Léon in der City.
Die 500 Angeſtellten, die ſich in dem Gebäude befanden,
entkamen, mit Ausnahme eines bejahrten Krüppels, der
in einem hinteren Schlafzimmer verbrannte.
Petersburg, 29. Dez. Im Kreiſe Peterhof ſind nach
dem Abendmahl in der lutheriſchen Dorfkirche 32
Per=
ſonen erkrankt. Der Kirchenälteſte goß ſtatt Wein eine
Miſchung von Schwefelſäure und chromſaurem Kali in
den Kelch.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren im Nach
ſtehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urteil vor.
— Ueber Herrn Wilhelm Backhaus
deſſen heutiger Klavier=Abend das ganze
muſika=
liſche Darmſtadt im Feſtſaale der Turngemeinde
ver=
ſammeln wird, leſen wir im Neuen Wiener Journal:
„Wilhelm Backhaus hat geſtern ein Konzert im
Böſen=
dorfer=Saal gegeben. Klavierkonzerte
fürch=
tet man im allgemeinen! mit Recht. Sie
zäh=
len zur Schablone. Eine gewaltige
Aus=
nahme iſt Wilhelm Backhaus. Es iſt einem
nur ſehr ſelten vergönnt, im Konzertſaal einen ſo
hohen, reinen Genuß zu erleben. Backhaus ſpielt
Klavier als ein Künſtler. Er ſchafft das Kunſtwerk ſo
nach, daß es klingt wie eine geniale, vom Augenblick
geſchaffene Inſpiration: Eine ſolche Größe, ein ſolcher
Schwung beſeelt ſein Spiel. Ueppig, breit, mächtig
klingt ſein Klavierton; ein Forte, das eherne Kraft
hat, ein Piano von einer berückenden Läſſigkeit. Nicht,
daß er alle Elemente der Virtuoſität ſouverän
be=
herrſcht, iſt das Entſcheidende. Aber wie er jedes davon
genau an der Stelle verwendet, an der es am Platze
iſt, die künſtleriſche Sicherheit des Stils, die iſt ſo
ſel=
ten, ſo einzig geradezu. Ich glaube nicht, daß ſeit
Rubinſtein eine Beethoven=Sonate ſo prachtvoll geſpielt
worden iſt.
Die neue Feuerwache.
St. Die Großh. Bürgermeiſterei hatte geſtern
nach=
mittag zur Beſichtigung des fertiggeſtellten Hauſes der
Feuerwache, früheres Schulhaus an der Stadtkirche,
ein=
geladen. DieRäume, die unſerer ſtets hilfsbereiten und
ſchlagſertigen Feuerwache ein ebenſo praktiſches wie
zweck=
mäßiges Heim bieten, wurden damit ihrer Beſtimmung
übergeben. Der Einladung hatten u. a. Folge geleiſtet die
Herren Provinzialdirektor Fey, Regierungsrat Dr.
Kranzbühler, Amtmann Lauteſchläger,
Polizei=
rat Krämer, Bürgermeiſter Mueller, Beigeordneter
Ellert, Stadtbaurat Buxbaum, die Vorſtände des
Waſſerwerks und des Elektrizitätswerks, die
Brand=
meiſter, faſt ſämtliche Stadtverordneten und
zahl=
reiche ſonſtige Intereſſenten. Die Herren wurden von
Branddirektor Fiſcher herzlichſt begrüßt, der dann auch,
unterſtützt durch Oberbrandmeiſter Vogel, die Führung
durch die blitzſauberen Räume übernahm und die nötigen,
ſehr intereſſanten Erläuterungen gab. Herr
Brand=
direktor Fiſcher führte u. a. aus, daß vor Jahren ſich
das Bedüfnis gezeigt habe, die Einrichtung der
Feuer=
wache, ſowohl der Gerätehallen als Mannſchaftsräume,
einer Erweiterung unterziehen zu müſſen, wonach
eine diesbezügliche Eingabe dem Großh. Polizeiamt
unterbreitet wurde und von da mit dem größten
Wohl=
wollen der Großh. Bürgermeiſterei zur Vorlage kam.
Die vorgeſchlagene Verbeſſerung wurde in gleichem
Sinne aufgenommen und das Stadtbauamt zur
als=
baldigen Vorlage von geeigneten Plänen beauftragt, die
auch hier in der praktiſchſten Weiſe ausgearbeitet
und ausgeführt wurden. Es muß hier beſtätigt werden,
daß Herr Baurat Buxbaum, Herr Bauinſpektör
Kling, Herr Bauaufſeher Graf, welch letzterem die
Ausführung übertragen war, mit dem größten Intereſſe
dem Umbau folgten, ebenſo das ſtädtiſche
Elektrizitäts=
werk, das unter Leitung des Herrn Ingenteurs Herzog
die Beleuchtungs= und Alarmanlage ausführte. Auch
waren die Vorſtände ds Gas= und Waſſerwerkes
be=
müht, die von da benötigten Einrichtungen in der
ge=
naueſten Ausführung zu ſhaffen, und ſo iſt auch unter
Mithilfe der fleißigen Hände der Feuerwehrleute eine
Feuerwehrſtation geſchaffen, die in einer einfachen aber
doch praktiſchen Anlage ſich unſeren anderen ſtädtiſchen
Einrichtungen beſtens zur Seite ſtellen kann. Ehe wir
nun zur Beſichtigung ſchreiten, fühle ich mich
verpflich=
tet, die Herren auf das herzlichſte zu begrüßen und für
ihr Erſcheinen beſten Dank zuſagen, denn es iſt
hier=
durch der erneute Beweis für das Wohlwollen und
Intereſſe für die Feuerwehrſache bekundet. Zum
weite=
ren geſtatte ich mir, den Herren vor der Beſichtigung
eine Erklärung der Anlage zu geben:
Das Erdgeſchoß enthält zwei geräumige
Hallen mit ſechs Ausfahrtstoren und Standort für
ſechs Fahrzeuge, dazwiſchen liegt der Melderaum,
zugleich Aufenthaltsort des Oberfeuerwehrmannes; im
erſten Obergeſchoß links iſt der
Mannſchaftsaufenthalts=
raum, anſchließend Kochraum, und rechts befindet ſich
der Schlafraum mit Platz für 30 Betten, daneben
Waſch=
raum mit zwei Brauſe= und einem Wannenbad, auch
iſt in dieſem Geſchoß der Arbeitsraum des
Branddirek=
tors. Oeſtlich des Hauſes iſt der Steig= und
Schlauchtrockenturm angebaut. Die ganze
Au=
lagen ſind mit elektriſchem Licht und Läutewerk verſehen,
welches bei einlaufendem Alarm ſelbſttätig wirkt. Von
dem Schlafſaal führen drei Rutſchſtangen nach den
Gerätehallen, wonach bei Alarm die Feuerwehrleute
in der kürzeſten Zeit nach den Fahrzeugen gelangen,
ſo=
daß Tag= und Nachtalarm der Zeit nach gleichgeſtellt iſt.
Es folgte eine Beſichtigung der verſchiedenen Ge=, daran ſchloſſen ſich praktiſche Vorführungen,
be=
ſonders Alarmierungen. Auf einen Druck des
Polizeiamts oder des erſten Reviers tritt die ſogen.
grote Linie” in Tätigkeit. Sämtliche Lampen im
ganzen Hauſe, darunter rote Signallampen, erglühen.
Gleichzeitig werden zahlreiche Alarmglocken oder
Wecker in Tätigkeit geſetzt und, von der
geheimnis=
vollen Kraft der Elektrizität getrieben, öffnen ſich
ſelbſtätig die Luken zu den Rutſchſtangen, an denen
die oben untergebrachten Mannſchaften blitzſchnell in
den Geräteraum hinabgleiten, und zu gleicher Zeit
öffnen ſich die großen Tore, ſodaß tatſächlich in einem
Nu die Geräte mit allem, was zur erſten dringenden
Hilfe nötig iſt, ausfahrbereit ſind, gleichviel, ob
Tag=
oder Nachtzeit. Natürlich werden von dieſem
Alarm=
apparat auch die in den Ställen wachenden
Mann=
ſchaften alarmiert, die ſofort die ſtets angeſchirrten
Geſpanne hinausführen, und im nächſten Augenblick
ſauſen ſie im Galopp der Brandſtelle zu. Von dem
Moment, da die Glocken ertönten, bis zur Meldung
„zur Abfahrt fertig” war eine knappe Minute
ver=
ſtrichen und wenige Sekunden danach waren zwei
Ge=
fährte abgefahren. Schneller iſt Alarmierung und
Fahrbereitſchaft tatſächlich kaum denkbar. Die Herren
ſprachen denn auch ihre volle Befriedigung
dar=
über aus.
Es darf übrigens noch erwähnt werden, daß die
Feuerwehrleute ſelbſt viel an dem
Umbau=
mitarbeiteten; ſie fertigten ſelbſt ihre Fußböden und
Möbel uſw. aus den Pitchpinebohlen des alten
Fuß=
bodens an uſw., ſonſt hätte ſich der Um= und Neubau
wohl nicht ſo billig — insgeſamt zirka 30000 Mark
inkl. Steigturm — herſtellen laſſen.
Die Feuerwache iſt mit Nr. 1772 direkt an
das Fernſprechnetz angeſchloſſen. Es
kön=
nen Feuermeldungen alſo jederzeit telephoniſch direkt
zur Hauptfeuerwache gelangen. Es empfiehlt ſich
da=
bei genaue Bezeichnung der Brandſtelle und möglichſt
auch Angabe, ob Keller=, Zimmer=, Kaminbrand oder
Großfeuer.
Wie uns Herr Branddirektor Fiſcher mitteilt,
iſt Intereſſenten die Beſichtigung der Feuerwache
jederzeit gerne geſtattet.
Großherzogliches Hoftheater.
Mittwoch, 28. Dezember:
„Madame Sans=Gén e‟.
W-l. Die heutige Wiederaufführung von Sardous
unterhaltendem und ſpannendem Luſtſpiel „Madame
Sans=Gene” fand vor ſtark beſetztem Hauſe ſtatt.
Die hierdurch und durch die Aufführung ſelbſt zutage
getretene Zugkraft des -übrigens ſeit einigen Jahren
nicht mehr aufgeführten — Stückes hat wohl manche
überraſcht, iſt aber in ſeiner außerordentlich
geſchick=
ten Mache, ſeiner amüſanten Handlung und ſeiner
ſtarken Bühnenwirkung genügend begründet.
Die Titelrolle ſpielte zum erſten Male Fräulein
Oſter, die ſich in dieſer Rolle auf einem ihr ferner
liegenden Gebiete bewegte. Dies trat namentlich in
dem Vorſpiel, in dem das Mädchen aus dem Volke
als Wäſcherin im Wäſcherinkoſtüm und Schürze agiert,
zutage, aber auch in der Darſtellung der zur Herzogin
emporgeſtiegenen Wäſcherin fehlte ihr die nötige
Natürlichkeit und Ungezwungenheit in Spiel und
Sprache, während ihre Erſcheinung einer Salondame
Ehre machte. Am beſten, weil ihrer Individualität
am meiſten entſprechend, gelang ihr die Szene und
das kokette Spiel mit Napoleon im zweiten Akte.
Die zweite Hauptrolle, die des Napoleon, ſpielte
wie=
der Herr Lehrmann der, ſeiner früheren
Auffaſ=
ſung treu bleibend, ſich in der Charakteriſtik der Rolle
an die hiſtoriſche Geſtalt des Kaiſers hielt und, ohne
die humoriſtiſche Seite außer Acht zu laſſen, ſie nicht
zu einer bloßen auf äußerliche Wirkung berechneten
Luſtſpielfigur machte. Die Durchführung der Rolle
war einheitlich und folgerichtig.
Den eiferſüchtigen Liebhaber, geadelten Marſchall
und glücklichen Ehemann Lefébore ſpielte Herr
Bau=
meiſter mit impulſivem Temperament und der
an=
geeigneten Würde eines Emporkömmlings. Ein
präch=
tiges Beiſpiel eines ſolchen aus dem erſten Kaiſerreich
iſt auch der von Herrn Heinz verſtändnisvoll
dar=
geſtellte Fouché und ſpätere Herzog von Otranto. Den
ungeſchickten Polizeiminiſter ſpielte Herr Wagner,
den Grafen von Neipperg Herr Weſtermann,
deſ=
ſen Charakteriſtik aber zu wenig männlich war.
Lo=
bende Erwähnung verdient noch die hübſch perſiflierte
Königin des Fräulrin Heumann.
Das mehrfache Verſprechen bei einzelnen
Darſtel=
lern war wohl auf eine gewiſſe Nervoſität bei der
Eeſt=
aufführung zurückzuführen. Das Stück fand beim
Publikum ſehr beifällige Aufnahme.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Zuwendung für Zweecke der Kunſt. Der
verſtorbene Begründer der Maſchinenfabrik R. Wolf
in Buckau bei Magdeburg, Geh. Kommerzienrat Rud.
Wolf, hat dem Kaiſer Friedrich=Muſeum in
Magde=
burg letztwillig den Betrag von 200000 Mark
zuge=
wendet.
* Prozeß um die „Luſtige Witwe‟ Um
Lehars „Luſtige Witwe” iſt in Paris ein eigenartiger
Theaterprozeß entbrannt. Den Verlegern wird
näm=
lich vorgehalten, ſie hätten es bei der Aufführung des
Werkes in Paris unterlaſſen, entſprechend der
franzö=
ſiſch=öſterreichiſch=literariſchen Konvention die
Auffüh=
rungen anzumelden; man könne daher die „Luſtige
Witwe” in Frankreich als ein der Oeffentlichkeit
frei=
gegebenes Werk betrachten. Von den Verlegern
da=
gegen wird geltend gemacht, daß das Werk gleichzeitig
in Oeſterreich und in Deutſchland aufgeführt worden
ſei und daß Deutſchland der Berner Konvention, nach
der das Aufführungsrecht der Operetten geſchützt iſt,
beigetreten ſei. Der Prozeß dürfte Ende Januar in
Paris verhandelt werden.
Kleines Fenilleton.
* Das Weihnachtsgeſchenk Kaiſer
Wil=
helms für den Zarewitſch. Die Rußkoje
Sta=
rina bringt in ihrer letzten Nummer eine Beſchreibung
des Weihnachtsgeſchenkes, das Kaiſer Wilhelm für den
jungen ruſſiſchen Thronfolger beſtimmt hat, und das
vor einigen Tagen in Petersburg mit einem
freund=
lichen Begleitſchreiben des Kaiſers eintraf. Das
Weih=
nachtsgeſchenk ſtellt eine Miniaturdampfmaſchine dar,
die trotz ihrer geringen Größe tadellos funktioniert
und bis in alle Einzelheiten auf das feinſte
durchge=
arbeitet iſt. Sie gilt geradezu als ein Wunderwerk der
Technik, zumal ſie nicht länger ſein ſoll als 3
Zenti=
meter. Dabei entwickelt ſie eine recht bedeutende Kraft
und genügt zum Antrieb von kleinen Betrieben aller
Art, die gleicherweiſe geliefert worden ſind. Beſonders
ſind kleine landwirtſchaftliche Betriebe dabei
berückſich=
tigt, ſo daß der junge Thronfolger Gelegenheit haben
wird, immerhin einen erſten Einblick in den
maſchinel=
len Betrieb der Landwirtſchaft zu erhalten. Kaiſer
Wilhelm ſoll den Zarewitſch ſehr in ſein Herz
geſchloſ=
ſen haben, nachdem er mit ihm mehrere Male geſpielt
hatte. Während der Anweſenheit der Zarenfamilie in
Deutſchland hat der Kaiſer dem Sohne des Zaren auch
einige kleine Geſchenke übermitteln laſſen, wie ſie für
einen Knaben und zukünftigen Soldaten paſſen. Am
meiſten Begeiſterung ſoll von den Geſchenken ein
Regi=
ment der preußiſchen Huſaren Nr. 4 — ein echtes,
ſchö=
nes Bleiſoldatenregiment, das in allen Einzelheiten
völlig echt gehalten war — erregt haben. Der Kaiſer
ſchenkte dem Zarewitſch gerade dieſes Regiment aus
dem Grunde, weil der Zar der Chef dieſes Regiments
iſt. Der kleine Prinz erhielt außerdem noch eine
Uni=
form dieſes Regiments, bei der auch nicht ein Knopf
anders war, als bei einer echten Uniform. Auch die
Töchter des Zaren wurden mit Geſchenken, wie
alljähr=
lich, bedacht. Bekannt iſt, daß der Kaiſer mit dem
Zaren ſelbſt auch alljährlich Weihnachtsgeſchenke
aus=
tauſcht, gleicherweiſe wie die beiden Kaiſerinnen. Die
beiden Herrſcher ſchenken einander meiſt irgend ein
koſtbares Stück zur Uniform, wie z. B. Ehrendegen
und ähnliches.
* Der Ehering in der Weſtentaſche.
Amerikas Frauenſtimmrechtlerinnen ſuchen immer mehr
Gewalt über den „Herrn der Schöpfung” zu erlangen.
In New=Jerſey haben ſich Tauſende verheirateter
Frauen im „Cupids Wing=Klub” zuſammengetan, um
einen Feldzug gegen die Ehemänner zu eröffnen, die
außerhalb des Hauſes ihren Ehering nicht
tra=
gen. „Schutz unſerer Töchter gegen die Angriffe
ver=
heirateter Männer, die ſich als Junggeſellen ausgeben”
iſt die Forderung der Frauen. Die Aufmerkſamkeit der
geſetzgebenden Verſammlung von New=Jerſey ſoll auf
dieſe Frage gelenkt und eine Geſetzesvorlage eingebracht
werden. 500 Dollars oder Freiheitsſtrafen bis zu zwei
Jahren Gefängnis werden danach den Ehemann treffen
der ſeine Pflicht vernachläſſigt und den goldenen Reiſ
nicht am Ringfinger der linken Hand, ſondern an der
Uhrkette oder gar in der Weſtentaſche trägt. Die
Füh=
rerin der Bewegung, Mrs. Charkes Howell, begründete
die neue Forderung, indem ſie ausführte: „Tagtäglich
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Seite 3.
Der Vatikan und das ſächſiſche Königshaus.
* Dresden, 28. Dez. Das Dresdner Journal
ſchreibt: Das Dresdner Journal brachte am 23.
Dezem=
ber die Mitteilung, daß Baron de Mathies dem
Könige ſein Bedauern über die in ſeinem
Buche „Wir Katholiken und die andern” enthaltenen
beleidigenden Bemerkungen ausſprechen ließ. Dieſe
Mitteilung wie die andere über die beabſichtigte
Aende=
rung der beleidigenden Stelle in der zweiten Auflage
des Buches halten wir aufrecht. Nachdem aber dieſer
Mitteilung ein Dementi entgegengeſetzt wurde, wird
nun dazu von berufener Stelle darauf hingewirkt
wer=
den, daß der Wille des Papſtes ganz ausgeführt werde,
der nach unſerer früheren Mitteilung in Nr. 266 am
27. November dahin geht, daß er ſo bald als möglich
einen öffentlichen Widerruf und eine
Ent=
ſchuldigung ſeitens Mathies herbeiführen werde. (Ut
male dicta reprobet et apud omnes sese exeuset.)
* Rom, 28. Dez. In eingeweihten Kreiſen
ver=
lautet, daß Prinz Max zu einer Kirchenſtrafe
verurteilt worden ſei. Ferner verlautet, daß dem
Prinzen von der Kongregation befohlen worden ſei,
falls er noch einmal über denſelben Gegenſtand
ſchrei=
ben wolle, einem von ihr beſtellten Zenſor die
Manu=
ſkripte zu unterbreiten. Der Baſilianerabt Pelegrini
wird ſtrengere Strafe erhalten.
* Rom, 28. Dez. In der Angelegenheit des
Prinzen Max von Sachſen iſt irgend eine
amt=
liche oder halbamtliche Mitteilung des Vatikans bisher
nicht erfolgt. Corriere d’Italia beſtreitet entſchieden,
daß die Inquiſition ſich mit der Revue Roma e IOriente
befaſſen werde und erklärt, die genannte Revue werde
fernerhin regelmäßig erſcheinen.
H.B. Rom, 29. Dez. Prinz Max von
Sach=
ſen verläßt bereits heute abend Rom. Die Gerüchte,
daß er zu Kirchenſtrafen verurteilt worden ſei, beſtätigen
ſich nicht.
Der Empfang der Delegationen durch den
Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand.
* Peſt, 29. Dez. Die feieerl iche Eröffnung
der Delegationen fand heute mittag, unter
dem üblichen Zeremoniell ſtatt. Der Präſident der
öſterreichiſchen Delegation ſagte: Erfüllt von
unwan=
delbarer Dankbarkeit blicken die Völker zu dem
Kai=
ſer als Hüter des Friedens und Beſchirmer aller
friedlichen Arbeit auf. Auch die Völker Oeſterreichs
würden die Zeit willkommen heißen, wo es gelänge,
die Segnungen des Friedens ohne jene Rüſtungen
zu erhalten, in denen ſich heute die Staaten
über=
bieten. Die Monarchie kann aber, ſo lange das hohe
Ziel nicht erreicht iſt, ohne ihr Anſehen, ihren
Ein=
fluß und die Sicherheit auf das Spiel zu ſetzen, keine
Sonderſtellung einnehmen. Die Delegation wird
deshalb die in Ausſicht geſtellte, weſentlich erhöhte
Forderung für die Wehrmacht unter Bedachtnahme
auf die internationale Stellung der Monarchie, aber
auch auf die Leiſtungsfähigkeit der Volkswirtſchaft
gewiſſenhaft prüfen, und erwartet, daß die
notwen=
digen Opfer für eine einheitliche und auf den alten
Grundlagen beruhende Armee gebracht werden. Durch
die Beſeitigung aller Hemmniſſe, insbeſondere durch
die zu erhoffende nationale Verſtändigung der
Volks=
ſtämme und durch eine ungeſtörte Entwickelung der
Volkswirtſchaft werden wir imſtande ſein, die
Anfor=
derungen der ſozialen Verpflichtungen mit der
inten=
ſiven Pflege der Wehrmacht, ohne Beſorgnis wegen
der Höhe der Militärlaſten, in Einklang zu bringen.
Der Präſident der ungariſchen Delegation feierte den
Herrſcher als Friedensfürſten und erklärte, die
unga=
riſche Delegation werde nicht vergeſſen, was ſie dem
Anſehen des Thrones und der Machtſtellung des
Lan=
des ſchulde. Den Anſprachen der Präſidenten folgten
lebhafte Hoch= und Eljenrufe.
* Peſt, 28. Dez. Bei dem Empfang der Delegationen
in der Hofburg erwiderte auf die
Huldigungsanſpra=
chen der Präſidenten der Delegationen Erzherzog
Franz Ferdinand namens des Kaiſers und
Königs:
„Die Gefühle treuer Anhänglichkeit an Seine
Majeſtät, welche Sie eben zum Ausdruck brachten,
werde ich nicht verſehlen, Seiner Majeſtät zur
Kennt=
nis zu bringen. Indem ich Sie zum Beginn der
Ihrem Wirkungskreis vorbehaltenen wichtigen
Tätig=
keit namens Seiner Majeſtät begrüße, hebe ich
zu=
nächſt allerhöchſt deſſen wahre Genugtuung darüber
hervor, daß ſich die auswärtigen
Verhält=
niſſe durchaus erfreulich geſtalten. Geſtützt
auf ihre Allianzen und dank der guten Beziehungen
zu allen Mächten wird die Monarchie auch künftighin
die bisherigen erfolgreichen Bemühungen für die
Er=
haltung und Befeſtigung des Friedens
nachdrück=
lich fortſetzen. Das Erfordernis der
Kriegsverwalt=
ung für das Heer weiſt gegen das Vorjahr eine
Stei=
gerung auf, welche die endliche Richtigſtellung der
einzelnen Budgetpoſten bezweckt. Die
Kriegs=
marine dagegen benötigt die Bewilligung größerer
Mittel, um ſich angeſichts der einſchlägigen
Vorbereit=
ungen aller anderen Mächte auf der Höhe ihrer
Auf=
gaben zu erhalten. Dieſe Kreditforderung wird aber
nicht nur die Schlagfertigkeit der Kriegsmarine
er=
höhen, ſondern auch wirtſchaftlichen Nutzen bringen.
Von Seiner Majeſtät beauftragt, Ihnen den
Aus=
druck allerhöchſten Vertrauens in Ihre bewährte
Ein=
ſicht und patriotiſchen Eifer kund zu tun, wünſche ich
Ihren Arbeiten beſten Erfolg, und heiße Sie herz
lichſt willkommen.”
* Peſt, 29. Dez. Der Thronfolger empfing
heute vormittag den ungariſchen Miniſterpräſidenten in
Audienz. Im Verlaufe der Audienz kam auch die
Armeefrage zur Sprache. Der Thronfolger hob
hervor, daß Ungarn, wenn es im Rahmen des neuen
Wehrgeſetzes der Monarchie und der Heeresverwaltung
alles bewillige, was für die Großmachtſtellung der
Monarchie und die Kriegsbereitſchaft des Heeres
uner=
läßlich ſei, jenes große, politiſche Anſehen, welches es
früher beſaß und den Glanz ſeines politiſchen Preſtiges,
das in den letzten Jahren etwas gelitten habe,
wieder=
gewinne. Der Thronfolger erklärte, er ſehe der
politi=
ſchen Zukunft vertrauensvoll entgegen.
Schneeſturm.
* Worms, 28. Dez. Der geſtrige
Schnee=
ſturm hat nicht weniger als 450 Telephonanſchlüſſe
in der Stadt, ebenſo die Telephonverbindungen näch
auswärts, ausgenommen die Linie nach Mainz,
zer=
ſtört. Die Kreisſtraße Pfiffligheim-Pfeddersheim,
auf der ſämtliche Telegraphenſtangen vom Sturm
weggeriſſen wurden, iſt wegen der Wiederherſtellung
auf mehrere Tage für den Fuhrverkehr behördlich
geſperrt.
* Neuſtadt, 29. Dez. Die durch den
vorgeſtri=
gen Schneeſturm hervorgerufenen Störungen im
Telephon= und Telegraphenverkehr
hal=
ten zum größten Teil noch an. Die Telegramme
kom=
men daher mit großen Verſpätungen an und die
Telephonverbindungen können nur auf Umwegen
hergeſtellt werden. Im Eiſenbahnverkehr haben die
Verſpätungen etwas nachgelaſſen. Auf der Strecke
Neuſtadt=Schifferſtadt ſind ſämtliche
Telegraphen=
ſtangen umgeworfen worden.
* Frankfurt, 29. Dez. Das Kaiſerliche
Fern=
ſprechamt teilt mit: Wie die Fernſprechteilnehmer wohl
zum großen Teil ſelbſt bereits feſtgeſtellt haben, hat der
überaus heftige Schneeſturm vom 27., ſowie der
darauf folgende ſtarke Rauhfroſt dem hieſigen
Fern=
ſprechnetze, ſowie den
Fernſprechverbind=
ungslinien nach außerhalb übel mitgeſpielt.
Zahlreiche Stangen ſind gebrochen und an 540
An=
ſchlußleitungen, ſowie 120 Fernleitungen geſtört
wor=
den. Obwohl vom Fernſprechbaubureau die
Wiederher=
ſtellungsarbeiten an den Fernleitungen mit 16
Bau=
kolonnen und unter Aufbietung weiterer Hilfskräfte
ſofort, in Angriff genommen worden ſind, iſt der
Fernverkehr mit Frankreich, Elſaß=Lothringen, der
Pfalz und Baden noch unterbrochen, während er nach
den anderen Gegenden in beſchränktem Umfange
ab=
gewickelt werden kann; die Arbeiten gehen aber raſch
voran. Da die geſtörten Anſchlußleitungen zum
gro=
ßen Teil an denſelben Geſtängen mit den
Fernleit=
ungen geführt ſind, werden ſie gleichzeitig mit inſtand
geſetzt, außerdem hat das Fernſprechamt ſein
Stör=
ungsſucherperſonal verſtärkt und iſt dauernd bemüht,
den Teilnehmern, die durch höhere Gewalt für einige
Tage von dem Amte abgeſchnitten ſind, recht bald
wie=
der die Benutzung ihres Fernſprechers zu ermöglichen.
* Berlin, 29. Dez. Hier herrſcht andauernder
Schneefall.
H. B. Paris, 29. Dez. Aus St. Etienne und
Douai wird ſtarker Schneefall gemeldet. Die
Eiſenbahnzüge erleiden große Verſpätungen.
Luftſchiffahrt.
* Paris, 28. Dez. Der junge ſpaniſche
Sports=
mann Mariano Pola, welcher heute vormittag in
Iſſy=
les=Moulineaux mit dem Flieger Laffont den Tod fand,
war der Eigentümer des verunglückten Aeroplans.
* Paris, 28. Dez. In Iſſy=les=
Mou=
lineaux landete heute nachmittag wohlbehalten der
engliſche Lenkballon „City of Cardiff” der vor
einigen Wochen den Kanal überflogen hat, jedoch infolge
wiederholter Havarien den Flug nach Iſſy=les=
Mouli=
neaux erſt in langen Unterbrechungen und in mehreren
Etappen zurücklegen konnte.
Handel und Verkehr.
* Die Reichspoſtverwaltung beabſichtigt,
den Eilbeſtelldienſt in größeren Städten dahin
zu erweitern, daß die Poſtanſtalten auf Fernſprechanruf
oder ſchriftliches oder mündliches Verlangen den
Auf=
traggebern zur Abholung von Briefſendungen Boten
zuſchicken, die dieſe Sendungen unmittelbar daran
an=
ſchließend beſtellen. Dies wird dem Publikum die
ge=
ſetzlich unzuläſſige Briefbeförderung durch private
Eil=
botenbeſtellung (Meſſengerboy=Inſtitute) erſetzen.
Außer=
dem will die Reichspoſt einrichten, daß gewöhnliche
Briefſendungen bei den Abſendern auf Wunſch durch
Eilboten gegen eine Gebühr von 25 Pfennig abgeholt
werden können. Beide Neuerungen ſind zum 1. April
1911 geplant.
Eine neue Verkehrseinrichtung. Eine
neue, für den Verkehr in den größeren Städten wichtige
Einrichtung plant das preußiſche Miniſterium des Innern.
Es ſollen zunächſt in Berlin, dann aber auch in allen
Städten über 100000 Einwohner umfangreiche
Verkehrs=
bureaus geſchaffen werden, die in ihren Aufgaben von
den beſtehenden erheblich abweichen. Dieſe amtlichen
Bureaus ſollen drei Abteilungen erhalten, eine für
Ver=
kehrsmittel, eine zweite für ſtädtiſche Anlagen, wie
Mu=
ſeen, Theater uſw., und eine dritte, die die Beherbergung
von Maſſen bezwecke, z. B. Herbergen und wohltätige
In=
ſtitute. Die Verkehrsbureaus ſollen neben dem amtlichen
Leiter einen ſtädtiſchen Beirat erhalten.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 29. Dez. Zu den Meldungen von einer
an der deutſch=chineſiſchen Hochſchule in
Tſingtau ausgebrochenen Kriſis wird von
unter=
richteter Seite mitgeteilt, daß den Herren Jeroſch und
Gutherz ſeitens des Reichsmarineamts gekündigt wurde,
weil das Unterbleiben der Kündigung vor Ablauf der
vereinbarten Probejahre eine langfriſtige Bindung zur
Folge gehabt hätte, die angeſichts der noch im Werden
begriffenen Verhältniſſe inopportun erſchien. Im
übrigen handelt es ſich um gewiſſe Mißhelligkeiten in
bezug auf die Schulordnung, die derzeit einer Reviſion
unterzogen wird, und es iſt mit Beſtimmtheit zu hoffen,
daß die Reviſion zu einem für alle Teile befriedigenden
Ergebnis führe.
** Stuttgart, 29. Dez. Der Staatsſekretär des
Aus=
wärtigen, v. Kiderlen=Waechter, iſt heute, dem
Staatsanzeiger zufolge, vom Könige in Audienz
empfangen worden.
** Ruda, 29. Dez. Nachdem heute früh um 7 Uhr
in der mit reichem Trauerſchmuck ausgeſtatteten St.
Joſephskirche ein feierliches Requiem für den Grafen
Balleſtrem ſtattgefunden hatte, dem die gräfliche
Familie, die Angeſtellten und eine ſehr große
Trauer=
verſammlung beiwohnten, begann um 10 Uhr vormittags
die Trauerfeier. In Vertretung des Kardinal=
Fürſtbiſchofs Kopp zelebrierte der Weihbiſchof Auguſtin=
Breslau das Totenamt. Anſprachen hielten der Pfarrer
von Ruda in polniſcher Sprache und der Pfarrer von
Zabrze in deutſcher Sprache. Die Gedächtnisrede hielt
der Berliner Kanzelredner Pater Boneventura. Er
ſchilderte die Verdienſte des Verſtorbenen und gedachte
der wohltätigen Stiftungen für ſeine Angeſtellten und
Arbeiter. Als Vertreter des Kaiſers nahm der Fürſt
von Hatzfeldt an der Trauerfeier teil. Ferner waren
vertreten die Präſidien des Reichstages, des
Herren=
hauſes und des Abgeordnetenhauſes. Um 12 Uhr wurde
der Sarg, während draußen Böllerſchüſſe ertönten, vom
Katafalk gehoben, nach der Krypta in die Kirche getragen
und beigeſetzt.
* Petersburg, 29. Dez. Von den nach dem
Abend=
mahl in der Dorfkirche erkrankten Perſonen ſind drei
geſtorben.
* Santiago de Chile, 29. Dez. In der Kammer
bemängelte Lorca, daß die Regierungsvorſchläge für
den Bau zweier Dreadnoughts die engliſchen
Schiffsbauer bevorzugten und betonte, daß ſie alle
Schiffswerften zulaſſen müſſen. Der Marineminiſter
erwiderte, das Beſtreben der Regierung laufe darauf
hinaus, eine Einheitlichkeit in den Typen der Flotte zu
ſchaffen. Alle Vorſchläge würden in Erwägung
ge=
zogen, aber getrennt für Schiffe und Armierung.
H. B. Berlin, 29. Dez. In ſeiner Wohnung zu
Pots=
dam iſt heute mittag der frühere kommandierende General
des 1. Armeekorps, General Ewald von Kleiſt, im
87. Lebensjahre an den Folgen eines Schlaganfalles
ge=
ſtorben.
H. B. Madrid, 29. Dez. Am 23. Januar, dem
Namens=
feſte König Alfons wird Infant Alfons von
Bourbon=Orleans in ſeine früheren Rechte und
Würden wieder eingeſetzt werden. Der Infant war wegen
ſeiner gegen den Willen des Königs von Spanien mit der
Prinzeſſin Beatrice von Sachſen=Koburg=Gotha
geſchloſſe=
nen Ehe in Ungnade gefallen und ſeines Titels als Infant
von Spanien und ſeiner militäriſchen Charge entkleidet
worden.
H.B. Madrid, 29. Dez. Zu dem über die
kanari=
ſchen Inſeln niedergegangenen Unwetter wird
noch gemeldet: Ein furchtbarer Wirbelſturm hat die
Inſel Hormira verwüſtet. Der Schaden iſt ſehr
be=
trächtlich. 400 Familien ſind obdachlos. Im Tal
Gomara ſtürzte ein Haus ein, in das ſich etwa 50
Per=
ſonen vor dem Sturm geflüchtet hatten. Bisher wurden
22 Tote und zahlreiche Verwundete aus den Trümmern
hervorgezogen. Auch mehrere andere Häuſer ſind
ein=
geſtürzt.
die Kinder, wenn ſchneidende Kälte herrſcht, wenn
der Wind pfeift und der Schneeſturm durch die
Straßen heult. So ein Schulweg im Winter iſt
wirklich bedenklich, und wer ſeine Kinder geſund
erhalten will, der kleide ſie nicht nur warm — der
gebe ihnen ſtets auch ein paar Fays ächte Sodener
Mineral=Paſtillen mit auf den Weg, die gegen
Erkältung ſchützen und vorhandene Erkältung ſchnell
und naturgemäß bekämpfen. Die Schachtel koſtet
nur 85 Pfg. und iſt in allen einſchlägigen
Ge=
ſchäften zu haben, weiſe aber Nachahmungen
ent=
ſchieden zurück.
(24291M
Gedenket der echten Köhlerſohlen
und der hungernden Vögelein,
ſo habt Ihr warme Füße und ein warmes Herz.
Echte Köhlerſohlen (extrawarm) überall erhältlich.
1 Paar 40 Pfg., 3 Paar 1 Mark. Proſpekte gratis
durch die Köhlerſohlenfabrik Neu=Iſenburg.
(24999a
Wetter.
Ausſichten in Heſſen am Freitag, 30. Dezember:
Niederſchläge, meiſt Schnee, ſüdweſtliche Winde, milder.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. D): „Die Brüder von
St. Bernhard‟
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Klavier=Abend von Wilhelm Backhaus um 8 Uhr
in der Turnhalle am Woogsplatz (Richard Wagner=
Verein).
Verſteigerungskalender.
Samstag, 31. Dezember.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr
Pallas=
wieſenſtraße 54.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe; den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.—
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
ſtoße ich auf Liebestragödien, bei denen ſich ein junges,
unerfahrenes Mädchen in einen verheirateten Mann
verliebt hat. Warum? Sie ſah nicht, daß er bereits
gebunden iſt und hielt ihn für frei. Hätte er den Ring
getragen, viel Leid wäre ihr erſpart geblieben.” — Mrs.
Howell hat recht!
* Die Modelaune als Urſache eines
Jabrikbankrotts. Das Beſtreben der Damen,
möglichſt ſchlank zu erſcheinen, führt ein bankrott
ge=
wordener Londoner Fabrikant als Urſache ſeines Ruins
an. Der Mann hatte eine Unterrockfabrik, die noch bis
vor wenigen Monaten ſehr gute Erträge brachte. Seit
Frau Mode aber die Hüftenloſigkeit dekretiert und alle
nicht von Natur Lilienſchlanken nur durch das
Fort=
laſſen der Unterkleider ein wenig geradliniger zu
ſchei=
nen vermögen, blieben als begreifliche Folge den
Ge=
ſchäftsleuten die ſchönſten Jupons liegen. Die treuen
Ladenhüter machten das Beſtellen neuer Ware unnötig,
und ſo ſahen ſich verſchiedene Spezialmanufakturen für
Unterröcke gezwungen, einſtweilen zu feiern oder ſich
einem anderen Artikel der weiblichen Garderobe
zuzu=
wenden.
* Ein Ehepaar an einem Tage geboren
und an einem Tage geſtorben. Das Friedrich
Deckerſche Ehepaar in Uthleben bei Nordhauſen, das
vor 3¾ Jahren ſeine goldene Hochzeit gefeiert hat und
das an einem Tage geboren war, wenn auch zeitlich
zwei Jahre getrennt, iſt am 22. Dezember an einem
Tage geſtorben, der Mann im 80., die Frau im 78.
Lebensjahr; beide ſind am 1. Weihnachtsfeiertag in
einem Grabe beerdigt worden.
* Wie man Reklame macht. Aus Traiſa,
28. Dez., wird uns geſchrieben: Wie literar=hiſtoriſche
Förſchung feſtſtellen zu dürfen glaubt, hat Altmeiſter
Goethe die ſtoffliche Anregung zu ſeinem „Erlkönig”
während ſeines Darmſtädter Aufenthalts durch
Ge=
ſchehnis aus hieſigem Ortsbereich empfangen. Das
Werdienſt, dieſe Erlkönig=Sage hier aufgefriſcht zu
haben, gebührt unſerem Mitbürger Wilhelm Leißler;
indem derſelbe ſeine in der Darmſtädter Straße
er=
öffnete, neuzeitlich anheimelnde Wirtſchafts=Lokalität
Zum Erlkönig” benannte, ſetzt er die Sage in
blei=
bende Erinnerung. Der Genuß, Goethes „Erlkönig”
in Schubertſcher Vertonung kommenden Freitag im
Liederabend des Herrn Dr. Wüllner=Berlin in
muſter=
gültiger Vortragsweiſe zu vernehmen, iſt durch
Er=
krankung des geſchätzten Künſtlers leider auf ſpäter
verſchoben. Unſere „Literatur=, Muſik=, Kunſtfreunde‟
werden zum Erſatz am genannten 30. dieſes Monats
zu gemütlicher Abendſitzung bei zwangloſer Ausſprache
im „Erlkönig” eingeladen. Kunſtfreunde ſind
will=
kommen. „Ehrt eure deutſchen Meiſter dann bannt
ihr gute Geiſter.”
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Nummer 306.
Srohe Fostch viter=Schandarel
hatten wir Gelegenheit
bedeutend unter Fakturenpreis
einzukaufen.
Dieſe Sachen kommen, ſo lange Vorrat reicht, von heute, Freitag, ab zum Verkauf.
(24973
Schwarzweiſte Rebatimarkent
mart 5. Gebr. Blum
Konfektion und Schuhwaren.
Markt 5.
Schwarzeweiſe Rakatinarten
L
haben ſich wegen Unterlaſſung der
konventionellen Neujahrsbeſuche ferner
die folgenden Perſonen entſchuldigen laſſen
und gleichzeitig auf Ueberſendung von
Neujahrs=Gratulationskarten verzichtet:
Prof. Dr. Kart Alt, Hoflieferant Hubert
Bringer u. Frau, Fräul. Eitzenberger,
Real=
lehrer Fuchs u. Frau, Rentner Moritz Hirſch,
Miſter Harford, Großbritanniſcher
Geſchäfts=
träger, Archiket Eduard Harres, Architekt
Julius Harres u. Frau, Prokuriſt Franz
Harres u. Frau, Regierungsrat Dr.
Kranz=
bühler u. Frau, Polizeirat Kraemer, Dipl.=
Ingenieur Karl Kraemer u. Frau,
Polizei=
ſekretär Kaiſer u. Frau, Medizinalrat Dr.
Lehr und Frau, Polizeiamtmann
Laute=
ſchläger u. Frau, Regierungsaſſeſſor
Linken=
held, Profeſſor Dr. Liſt u. Frau, Zahnarzt
Nachtigall. Sanitätsrat Dr. Wilhelm Orth
u. Frau, Apotheker Ludwig Paſſet u. Frau,
Zahnarzt Dr. Repp u. Frau, Frau Luiſe
Noll Wwe., Architekt C. C. Rückert u. Frau,
Hochbauaufſeher Schwarz und Frau,
Hof=
tanzlehrerin Betty Swoboda, Hoflieferanten
Thiele 6. Bötinger Hofſteinmet Heinrich
Wagner u. Frau, Direktor J. Weitzel und
Frau, Staatsminiſter Dr. Ewald u. Frau,
Miniſter v. Hombergk zu Vach, Hofdentiſt
Bauer u. Frau, Regierungsrat de Beauclair
u. Frau, Rechnungsrat Beckenhaub u. Frau,
Geheimerat Dr. Beſt, Geheimerat W. Beſt
u. Frau, Archivar Betz u. Frau, Geheimer
Oberſchulrat Block, Rechnungsrat Dauber
u. Frau, Kanzleirat Dauber u. Frau,
Mi=
niſterialreviſor Frank u. Frau,
Regierungs=
rat Gräf, Geheimer Obermedizinalrat Dr.
Hauſer u. Frau, Regierungsrat Hechler u.
Frau, Obermedizinalrat Dr. Heyl,
Mini=
ſterialrat Hölzinger, Baurat Prof. Knapp
u. Frau, Fräul. Anna Kratz in Büdingen,
Stabsquartiermeiſter Landzettel und Frau,
Rechnungsrat Lang u. Frau, Rechnungsrat
Leiſer u. Frau, Geheimer Regierungsrat
Dr. Linß, Miniſterialrat Lorbacher u. Frau,
Geheimer Obermedizinalrat Dr. Lorenz,
Oberbaurat Mangold u. Frau, Geheimer
Obermedizinalrat Dr. Neidhart, Geheimer
Oberſchulrat Nodnagel, Geheimer
Oberſchul=
rat Dr. Scheuermann, Rechnungsrat
Schil=
ling, Rechnungsrat Schönberger und Frau,
Regierungsrat Schwarz. Regierungsrat
Spamer, Geheimerat Süffert, Geheimerat
Dr. Weber u. Frau, Oberregierungsrat Dr.
Weber u. Frau, Oberregierungsrat Wagner,
Baurat Wagner u. Frau, Kanzleirat
Wett=
laufer u. Frau, Regierungsrat Dr. Wörner,
Ludwig Heil u. Frau, Taunusſtr. 5, Phil.
Kahlert u. Frau, Rechnungsrat A.
Kalb=
fleiſch u. Frau, Gekretariatsaſſiſtent Karl
Reichel u. Frau, Pfarrer Ernſt Widmann u.
Frau, Louis Riſting, Uniformen= u. Militär=
Effekten=Fabrik., Kaufmann Theodor
Kalb=
fuß u. Frau, Jak. Nohl, Inſtallationsgeſch.,
Rechnungsrat Wambold u. Frau, Rentner
Noll, Rentner Nachtigall,
Hofbuchdruckerei=
beſitzer L. Kichler u. Frau, Rentner
Stroh=
meyer u. Frau, Speiſer, Hofopernſänger u.
Fr. Hofopernſängerin Speiſer=Suchanek, Frl.
Howard, Hofopernſängerin, Jordan,
Hof=
ſchauſpieler, Regiſſeur Kammerſänger
Riech=
mann u. Frau, Oberinſpektor Schwerdtfeger
und Frau, Hofrat de Haan, Kaufmann
Conzen, Maior Schnittſpahn u. Frau,
Hof=
ſchauſpieler Wagner, Frau Wagner=Kläger,
Ehrenmitglied des Hoftheaters,
Hofſchau=
ſpieler Heinz, Oberregiſſeur Baldek u. Frau,
Kapellmeiſter Rehbock und Frau, Fräul.
Wisthaler, Hofſchauſpielerin, Frl. Heumann,
Hoſchauſpielerin, Frau Scherbarth,
Hof=
ſchauſpielerin, Hofſchauſpieler Baumeiſter u.
Frau, Hofſchauſpieler Lehrmann, Fräul.
Gothe, Hofſchauſpielerin, Fräul. Grünberg,
Hofſchauſpielerin, Frau Müller=Rudolph,
Hofſchauſpielerin, Regiſſeur Hacker u. Frau,
Frau Maſch.=Direktor K. Brandt
Hofſchau=
ſpieler Knispel u. Frau, Frl. Oſter,
Hof=
ſchauſpielerin, Eller, Nebel, Hofſchauſpieler
Holler u. Frau, Hekorationsmeiſter Mäller,
Kammerſänger Weber, Geh. Hofrat Werner
u. Frau, Direktor d. Elektr. Werkes Meyer
u. Frau, Frau Profeſſor Philipp C. Schmitt,
Willy Hutter, Pianiſt und Frau, Willy
Schmitt, Tonkünſtler und Frau, Mafor
F Schenck, Fabrikant E. Schenck, Hofrat
Winter u. Frau, Frl. E. Ditmann,
Hof=
ballettmeiſterin i. P., Hauptmann a. D.
Winter und Frau, Hofopernſänger Hacker,
Fräul. Schreiner, Wilhelm Faix und Frau,
Dipl.=Ingenieur Friedrich Vogel und Frau,
Exzellenz v. Weſterweller, Sanitätsrat Dr.
Maurer u. Frau, Frau Dr. Nell, Dr. Otto
Waldaeſtel u. Frau, Lehrer Johann
Rais=
u. Frau, Kreiskaſſerechner Stauf und Frau,
Apotheker Leuchtweis.
Gelber, rauhaariger
Zwergpinscher
entlaufen. Wiederbringer
er=
hält gute Belohnung.
(24939df
Abzugeben Viktoriaſtraße 50, 2. Stock.
ritannia
ornehmes
Snvester Ranster Ronzer
mit Ball.
(24878mf
Am 1. Januar, ven 7 Uhr abend: Künstler-Konzer
Heute
Letzte Vorführung des
sensationellen Schlagers
Der
frei nach Fr. v. Schiller
im
(*31223
KINO
Grafenstrasse 12.
Am zun ränment
Gr. Ausw. in guterh. getr. Ueberziehern,
Maßanzüge f. gr. ſtarke Figur,
Gehrock=
anzüge, w. H.=Hemden, Kragen, Havelocks,
Koſtüme Bluſen, Jacketts, Capes,
Ball=
kleider, Pelzgarnitur, Schlittſchuhe u. vieles
mehr billig abzugeben Stiftſtraße 59,
parterre
(*31188fs
Ein ſilb. Portemonnaie mit Inhalt ver=
Eloren. Gegen gute Belohnung
abzu=
geben Ernſt=Ludwigſtr. 20, II. (*31187fs
in kleiner
zu verkaufen
Schuſtergaſſe 19.
Ein einmal gebrauchter, kadeloſer Rodel=
Eſchlitten, einſitzig billig abzugeben
Roßdörferſtraße 80, 3. St. (*31194fs
S ochſfeine Nähmaſchine ſpotbillig abzug.
31208) Alexanderſtr. 4, Hth. 2. St.
Wollen S1e
Ihre Füße von den läſtigen Hühneraugen
befreien, ſo laſſen Sie dieſelden von mir
behandeln. Josef Binnefeld, Friſeur
Lichtenbergſtr. 18.
(*31189fs
Für Silvester:
Alkoholfreier
Palier
vorzügliche Qualität
große und kleine Flaſchen
zu wohlbekömmlichen Bowlen.
Ferner empfehle für
Glühwein
vorzüglichen alkoholfreien
2
— Rotwein
in div. Preislagen.
(Rezepte zu Dienſten.)
Johannes Horn
Reform-Restaurant Thalysia
Alexanderstrasse 4, 1. Stock.
(24728
OKrnzon
Stiente!
Freitag, 30. Dezbr.:
Letztes Gastspiel
„Fraukfarter Iutimnes Theater‟
Aar
Irber
u. a. m.
(24974
der Aulbange 37 Par. e
Preise wie gewöhnlich.
Samstag, 31. Dezember (Silvester)
geschlossen.
Fest-
Vorstenungen.
Nleujahrs=Entſchuldigungskarten zum
N Beſten der Armen des St. Vinzenz=
und St. Eliſabethenvereins haben
fol=
gende Perſonen gelöſt:
Chr. Angeli, Frl. P. Bachem, B. (H.),
D. Ballweg, A. Bauer, J. Bauer,
Zeichen=
lehrer Bender, Hoflieferant Beuer, Frl.
B. v. Biegeleben, Frl. v. Bothmer,
Bü=
dinger, L. Bürner, Frau Cämmerer, A.
v. Chrismar Rechnungsrat Denzinger, Joſ.
Deutſch, Frau Dienſt, Kommerzienrat
Diſchinger, J. Duball, Frl. Eckhardt,
Dom=
kapitular Dr Elz, Frau Fecher, Pfarrer
Fink, Oberlandesgerichtsrat Forch, Geh.
Oberrechnungsrat Dr. Frank, J. Frener,
W. Friedhof, H. Gaßmann, A. Gehring,
K. Geißner, Frau Gerſchlauer, H. Göckel,
G. Grohe, H. Gröninger, Ph. Haas,
Hap=
pel, Prof. Dr. Hattemer, Oberrechnungsrat
Hiemenz, Rechnungsrat Hiemenz, F. Hoock,
Ad. Horn, Frau Direktor Horſtmann, Frau
Direitor Hügel, Frau Direktor Ihm, A.
Kaiſer J. Kapp, Kaplan Kaſtell, Krauß,
J. Keßler, Frau Dr. König, Frl. Kräßer,
H. Kramer, Rechnungsrat Kuhn, L. (M.),
Lang, Prof Laufer W Leinberger,
Rech=
nungsrat Lohrum, Miniſterialrat Lorbacher,
K. Malzi, O. Markus, E. Niemann, N. N.
(zweimal), J. Oberle, P. P., E. Pallmann,
L. Pappert, Apotheker Petermann, L. Pfeifer,
R., Oberlehrer Roos, S. (G.), Frau Schanz,
Otto Prinz zu Schaumburg=Lippe, Gg.
Scherbel, Frau Geheimerat Schlippe, Schmitt,
Lor. Schmitt, Val. Schmitz, J. Schtöck,
Pfarrer Schütz=Oſthofen, Frau Gottfr.
Schwab, Schwarzkopf, Intendanturſekretär
Seidel. Pfarrkurat Singer, Frau Sonne,
Joh. Stenger, Geh. Hofrat Dr. Thiel, C.
Tuma, W. (L), Johs. Wagner L.
Wald=
chmitt, Ludw. Weiler, C. Welzbacher,
Oberhofmarſchall a. D. Frhr. v.
Weſter=
veller, E. Würth, Zimmermann, 3 Namen
inleſerlich. Familie Haar, Frau Inſpeitor
(24986
Anton.
Heidelberger=
ſtr. 72. (*31209
Roglian
Verschnitt
— deutsch —
ffein und mild
die ¼ Literflaſche Mk. 2.—
ohne Glas
Gebrüder Vierheller
14 Schuſtergaſſe 14.
Telephon 200. (21413a
zum Waſchen und Bleichen, große
Wäſche Stücke 10 Pfg., kleine Stücke
4 Pfg. J. Plößer I., Malchen. (23675a
per Rolle 30 Pfg.
Tapezieren
empfiehlt (24876a
Karl Roth, Schloßgartenſtraße 49.
Sperrsitzabonnement B 237
für den Reſt der Saiſon abzugeben
Frankfurterſtraße 62, I. (*31213
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag, den 30. Dezember 1910.
*80. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement D 23.
Die Brüder von St. Bernhard.
Schauſpiel in 5 Aufzügen von Ant. Ohorn.
Spielleitung: Regiſſeur Hacker.
Nach dem 3. Aufzuge findet eine
längere Pauſe ſtatt.
Preiſe der Plätze:
(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5 Mk
Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang
(1.—6. Reihe) 2.— Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 3.50 Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3.— Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
1. Galerie 1.— Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. — Ende vor 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11—1 Uhr für die Vorſtellungen:
Samstag, 31. Dez. Außer Abonnement.
Sylveſter=Vorſtellung zu ermäß. Preiſen:
„Der Regiſtrator auf Reiſen.=
Anfang 7 Uhr. (Vergl. beſond. Anzeige.)
Sonntag, 1. Januar 1911. 90. Ab.=Vorſt.
B 23. „Lohengrin”. (Feſtvorſtellung.)
Große Preiſe. Anfang 6 Uhr.
Montag, 2. Jan. 1911. 91. Ab.=Vorſtell.
C 23. „Precioſa”. Kleine Preiſe.
An=
fang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Dienstag, 3. Jan. 1911. 92. Ab.=Vorſtell.
A 23. „Suſannens Geheimnis.”
Hierauf: „Orpheus und
Eury=
dike‟. Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Perſonen:
Der Prior
Hr. Heinz
Der Subprior
3 Hr. Knispel
F. Fridolin
Hr. Lehrmann
P. Servaz
Hr. Schwarze
P. Simon
Hr. Hacker
P. Meinrad
25 Hr. Baumeiſter
Fr. Ehrhard,
Hr. Semler
Fr. Paulus, Kleriker
Hr. Weſtermann
Fr. Sales,
2 Hr. Kroczak
Fr. Bruno, Noviz,
Hr. Schneider
Döbler, Drechsler .
Dr. Wagner
Marie, ſeine Frau
Fr. Scherbarth
Grete, ihre Tochter
.Frl. Gothe
Franz Richter Tiſchler . . Hr. Speiſer
Brinkmann, Kloſterförſter . Hr. Riechmann
Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Seite 7.
Soubers
à Mk. 2.00.
KonzerC.
Gemütlicher Familien-Abend
Vergnügungs-
nd
Erholungs-
reisen Zurz
See
Richard wagner-Verein Darmstadt.
Freitag, 30. Dezember 1910, abends 8 Uhr
im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5)
Zum Besten des Festhaus-Vereins Darmstadt:
Volkstümlicher Klavier-Abend
von
Dachhaub
Programm: Stücke für Klavier von Bach, Beethoven, Brahms;
Schumann, Felix Mendelssohn und Weber.
Der Konzert-Flügel von Steinway und Sons in New-Tork ist aus dem
Pianolager der Firma Hoflieferant A. W. Zimmermann (Inh. Ludwig Schweisgut).
Die Mitglieder des Richard Wagner-Vereins haben für obiges
Konzert eine Zusatzkarte zum Preise von 1 Mark zu lösen. Nur mit
dieser Zusatzkarte kann der Eintritt gestattet werden. (Die
ausge=
gebenen Sperrsitz-Abonnements behalten dabei Gültigkeit). (24863mf
Die Zusatzkarten sowie Eintrittskarten für Nichtmitglieder: Sperrsitz zu
5 M., Saal zu 3 M., Vorsaal zu 1.50 M. und Galerie zu 1.50 M.: Studentenkarten zu
1 M. und Schülerkarten zu 50 Pfg. bei Georg Thies Nachfolger, im
Verkehrs=
büro u. abends an der Kasse. — Beitrittserklärungen für das Jahr 1911, welche
noch vor dem obigen Konzerte erfolgen, berechtigen gegen Lösung einer
Zusatz-
karte zu dessen Besuche. — Jedes Mitglied hat das Recht, an der im Januar
statt-
findenden Verlosung der von dem Verein angekauften Eintrittskarten (zu 20 M.)
zu den Bayreuther Bühnenfestspielen des Sommers 1911 teilzunehmen.
Die für den Wüllner-Abend am 30. Dezember
Zur gell. Beachtung: gelösten Billetts werden auf Wunsch wieder
zurückgenommen, da ein neuer Termin für diesen Lieder-Abend zur Zeit noch
Der Vorstand.
nicht bestimmt werden kann.
Wbarmstädter Her Fungstaut.
Am Neujahrsſonntag findet bei dem Unterzeichneten
gutbeserzte Lanzmusik
F
ſtatt, wozu höfl. einladet
Heinrich Spieß.
24972fs)
Bestaurant Brauerei Fay
23 Alexanderstrasse 23
Bier vom Fass Vorzügliche Küche Mässige Preise
Carl Gröltz, Inhaber.
120a)
Ortsgruppe Darmstadt.
Weinkachffsterer
verbunden mit Vorträgen und Tanz
am 1. Januar 1911 im Schützenhofsaal.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8.
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46
Andrees aß ſchweigend den Reſt der kaltgewordenen
Grütze. Als er hinausging, traf er Wiebke auf der Diele.
Er wies mit einer Kopfbewegung hinter ſich. Kannſt
ab=
decken; ich bin fertig. Das war in derſelben Tonart
ge=
ſprochen, wie vorhin ihre Worte.
Sie begehrte auf. So, das klingt ja gerade ſo, als
wäre ich Deine Dienſtdeern! Zum erſten Male ſagte ſie
direkt Du zu ihm, wie es den Dienſtboten gegenüber
Ge=
brauch war. Bin ich Dein Knecht, biſt Du meine Deern,
gab Andrees zurück.
Einen Augenblick lang maßen ſie ſich mit den Augen
wie ein Paar Ringkämpfer. Sie hielten beide den Kopf
in den Nacken geworfen, das Haar zurückgeſtrichen, und
ihre Augen blitzten. Als ſie dann einer in des anderen
Antlitz geleſen hatten, daß ſie ſich gleich waren an
Kühn=
heit und Kraft, da gingen ſie, ohne ſich umzuſehen,
hoch=
aufgerichtet aneinander vorbei.
Es iſt gut, dachte Wiebke, er ſoll ſeinen Willen nicht
haben. Gitta kann die Schüſſeln abräumen. Als ſie aber
in die Stube trat, war die Alte ſanft eingeſchlafen. Der
Ausdruck friedlichen Behagens lagerte auf ihrem Geſichte.
Mit gerunzelter Stirn ſtellte Wiebke die Teller
zuſam=
men. Sie horchte hinaus, ob Andrees in dem Stall war;
ſie wollte das Geſchirr in die Küche tragen, ohne daß er
es merkte.
Flink, auf Zehenſpitzen, huſchte ſie über die dunkle
Diele. Da ſtieß ſie mit jemandem zuſammen, die Teller
entſeien iher dund. Dr mnere, es ver äcbtes, in
ruhig weiter.
Sie las die Scherben zuſammen, mit Tränen der Wut
in den Augen. Daß ſie ſich dabei in die Finger ſchnitt,
achtete ſie nicht. Die Scherben warf ſie auf den
Stein=
bruch des Hofes; es ſchallte weithin. Etwas befriedigt
ging ſie hinein; den Hof zu fegen, war Andrees Sache.
Eine halbe Stunde ſpäter ſaßen ſie ſich wie
allabend=
lich in der dämmerigen Wohnſtube gegenüber. Licht wurde
nicht mehr gebrannt; da es ja Sommer war, ſo legte die
Dämmerung einen Schleier über die Züge, die von Haß
und Zorn entſtellt waren.
Es lag heute etwas Schwüles, Heißes in der Luft.
Wiebkes Wangen brannten und in Andrees Augen zuckte
es ab und zu auf wie ein Wetterleuchten.
Gitta war aus ihrem Schläfchen erwacht: Sie verfiel
zuſehends; von Tag zu Tag ſtumpften ſich ihre Sinne
mehr ab. Sie ahnte nicht, daß die beiden jungen
Men=
ſchen ſich wie Todfeinde gegenüber ſaßen.
Ja, ja —, begann ſie.
Still war es in der Stube. Andrees rauchte. Der
bläuliche Rauch zog zu Wiebke hinüber, die, den
Strick=
ſtrumpf im Schoß, am Fenſter ſaß. Sie hüſtelte. Ja, ja,
kicherte die Alte. Sie meinte offenbar, es war etwas
ge=
ſprochen worden.
Wiebke ſchrie der Alten ins Ohr, ſie möchte mal etwas
erzählen. Sie konnte die unheimliche Stille nicht mehr
ertragen. Ihr war es, als müßte Andrees ihr Herz klopfen
hören.
Die alte Gitta lachte. Es war das harmloſe Lachen
eines alten Kindes. Dann fing ſie an zu erzählen; ihre
Sprechwerkzeuge waren noch in guter Ordnung.
Oiſ. De hiueg ue der Sig iber dins Sit gan,
wo das lange Lieſchgras wächſt, da ſitzt bei
Sonnenunter=
gang eine ſteinalte Frau im grauen Rock; die ſpinnt auf
feurigem Spinnrad von Eiſen einen glühenden Faden,
und wer um die Zeit da vorbeikommt, der muß ihn
ab=
haſpeln, ſonſt verwirrt er ſich in dem glühenden Faden
und muß elendiglich ſterben. Haſpelt er ihn aber bis zum
Ende ab, dann verwandelt er ſich in Gold und er iſt
ſchwer=
reich. Hihi!
Da iſt mal ein armer Junge geweſen, der hatte eine
reiche Bauerntochter lieb. Sie mochte ihn auch gern
lei=
den, aber Geld und Gut waren ihr doch man lieber. Ja,
wenn er nur reich wäre, dann wollte ſie ihn wohl nehmen.
Eines Abends kurz vor Sonnenuntergang ging er fort,
und ſie ſah ganz deutlich das feurige Spinnrad und den
glühenden Faden. Als dann die Sonne untergegangen
war, wartete ſie, daß er zurück kam mit der goldenen
Haſpel. Ja, ja — hm.
Und hat er ſie bekommen? fragte Wiebke.
Sie wartete und wartete bis zum anderen Morgen.
Und hat er ſie bekommen? ſchrie Wiebke der Alten
ins Ohr.
Nein, er iſt nicht wieder gekommen.
Alt=Gitta erzählte ſchon wieder etwas anderes. Stellt
Ihr Eure Schuhe auch richtig vors Bett, ſodaß die Hacken
gegen das Bett ſtehen? Sonſt kommt die Nachtmähre und
drückt und plagt Euch. Sie ſeufzte. Ja, mich drückt ſie
manche Nacht.
Es bedurfte keiner Aufforderung mehr, weiter zu
er=
zählen. Es waren keine Erzählungen, Warnungen waren
es aus einem Herzen, dem in der Einſamkeit oft bange
geworden war.
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Sie erzählte von Wolber Krak, dem „kühnen Räuber”
und der „ſchwatzhaften Elſter”. Einſt kam ein Spielmann
nach Heiſterneſt. Er hatte gehört von dem wunderſchönen
Fräulein Elline, das Wolber Krak gefangen hielt. Es
war ein ſchmucker Junge mit langen gelben Locken und
blauen Augen. Hihi!
Er ſetzte ſich in einen Baum vor dem Fenſter des
Fräuleins und fing an zu ſpielen und zu ſingen. Sie
öff=
nete ihr Fenſter und warf dem Spielmann ihre Halskette
zu; die war aus lauter Edelſteinen in Gold gefaßt. Hihi!
Da trat Wolber Krak aus der Tür. Der große,
mäch=
tige Räuberhauptmann ſah den Spielmann, und die
Adern ſchwollen ihm an. Er ging auf den Baum zu, um
ihn zu ſchütteln, daß der Knabe herunterfiele wie ein reifer
Apfel. Er war wohl ein Mann, der Bäume aus der Erde
reißen konnte. Eine Waffe hatte er im Augenblick nicht
zur Hand und hielt wohl auch den Spielmann zu gering
für die Waffe. Hihi!
Aber der war behende; er konnte ſpringen und klettern
wie ein junges Eichhörnchen. Raſch ſprang er auf den
nächſten Baum — die Bäume ſtanden ſo dicht, daß die
Aeſte dicht ineinander wuchſen und der Wald zog ſich
hinein bis Krelau. Von Baum zu Baum kletterte der
junge Spielmann. Kaum hatte Wolber Krak den Stamm
erfaßt, um ihn zu ſchütteln, war er ſchon weiter. Bald
war er hier, bald dort. Sein buntes Kleid ſchien durch die
Bäume und der Räuber jagte hinter dem bunten Vogel
her, aber er konnte ihn doch nicht fangen. Er lauerte
darauf, daß ſich die langen goldenen Haare in den
Zwei=
gen feſthaken ſollten, aber es ging immer weiter. Hihi!
Das ging ſo viele Stunden lang, bis der Wald zu
Ende war. Da ſprang der Knabe von dem letzten Baume
in ies msate Garten hirein und des Bauernvogts
Tochter machte ihm die Tür auf. Sie iſt nachher ſeine
Frau geworden und hat die Kette getragen. Der Räuber
aber, als er den Spielmann verſchwinden ſah, nahm zwei
Tannen, die ihm zunächſt ſtanden, eine in jede Hand und
riß ſie aus mit Stumpf und Stiel. So kühlte Wolber
Krak ſeine Wut. Ja, ja, hm!
Wiebke ballte im Dunkeln ihre Hände. Ich wollte,
ich könnte es auch, dachte ſie. Ach, daß ich bloß ein Weib
bin. Zum erſten Male während dieſes Abends ſtreifte
ihr Blick wieder mit ſtolzem Haß die Geſtalt Andrees.
Die Alte erzählte weiter, wie um ſich die eigene Angſt
vom Herzen zu reden und ſich zu entſchädigen für lange
Jahre des Schweigens.
Sie erzählte von Niß Puck, dem böſen, ſchelmiſchen
Kobold, der hier nahm und dort gab, der den Reichen
Streiche ſpielte zugunſten Armer, Liebespaare neckte und
Kinder irre führte. Sie erzählte von dem Steenabendkerl,
dem Moorkerl, von dem ſchwarzen Nachthund mit den
Feueraugen, der herumläuft mit heraushängender,
blu=
tiger Zunge. Und hier —, fuhr die Alte fort und dämpfte
unwillkürlich ihre Stimme, als ſtände draußen vor der
Tür ein Geſpenſt, das es hören könnte — hier geht es
auch um. Der junge Herr hat keinen Abend in ſeinem
Bette Ruhe gefunden, ehe er nicht noch mal in die beſte
Stube hereingegangen iſt. Ich hörte ihn jeden Abend die
Diele entlang gehen, dann knarrte die Tür. Mein Alter
iſt ihm mal nachgegangen und hat geſehen, wie er
herum=
gegangen iſt und hat mit der Hand über die Möbel
ge=
ſtrichen, über die neuen, den Nähtiſch und den Lehnſtuhl
und das kleine Sofa, und dann hat er dabei geſeufzt und
hat für ſich geſprochen. Der junge Herr ſoll, ehe er hierher
kam, eine liebgehabt haben und hat ſie nicht gekriegt.
Viel=
leicht iſt ſie ihm untreu geworden oder ſie iſt geſtorben.
Ja, und jetzt, wo er tot iſt, höre ich ihn noch jeden Abend
die Diele entlang ſchleichen, und dann knarrt die Tür, und
er ſeufzt. Jede Nacht geht der junge Herr hier um.
Wiebke mußte unwillkürlich lächeln. Die Alte war faſt
taub, wenn ſie einen leiſen Schritt und einen Seufzer
hörte, ſo war es ſicher nur in ihrer Einbildung.
Aber etwas war von all dem Geheimnisvollen und
Unheimlichen, was die Alte erzählt hatte, doch an Wiebke
hängen geblieben. Als ſie über die Diele nach ihrem
Schlafzimmer ging, das Talglicht in der Hand, da war es,
als grinſte ihr aus jedem Winkel ein Geſpenſt entgegen.
Sie ſchauerte zuſammen und hätte gern Andrees Rock
an=
gefaßt, als ſie hinter ihm ſchritt. Aber ihr Stolz war
größer als ihr Grauen. Mit halbgeſchloſſenen Augen auf
das Licht in ihrer Hand ſehend, ging ſie in ihre Stube.
Lange ſtand ſie hier und ſtarrte in das Licht, deſſen
kurzer Stumpf auf einem Provitchen ſteckte. Sie vergaß
alles um ſich her, bis der Docht in dem letzten flüſſig
ge=
wordenen Tropfen verſank. Da zog ſie ſich raſch im
Dun=
keln aus und dachte im Bett noch darüber nach, wie es
kam, daß ſie ein Licht hatte und doch im Dunkeln zu Bett
gehen mußte. Ach, Paul, Paul! ſeufzte ſie, warum bliebſt
Du mir nicht treu? Du, der einzige, dem ich mich mit
Demut ergeben hatte!
Sie konnte lange Zeit hindurch nicht einſchlafen. Die
Fledermäuſe umflatterten wie allabendlich das Haus. Sie
ſtießen ab und zu gegen das Fenſter. Von unten tönte
das Quaken der Fröſche durch die Frühſommernacht und
das Singen eines fernen Singvogels miſchte ſich hinein.
Sie mußte noch einmal aufſtehen und das Fenſter ſchließen.
Dann wurde es ihr wieder zu warm, und als ſie
end=
lich einſchlief, träumte ſie von böſen Geiſtern, die ſie
um=
gaben. Mit einem Schrei erwachte ſie, da war bereits die
Stube voll Sonnenſchein.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 306,
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 4 Spitzhunde, 3 Pinſcher.
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
die Behandlung der Zugtiere im Winter betreffend.
An alle Beſitzer von Zugtieren und Leiter von Fuhrwerken richten wir die
dringende Mahnung, bei Kälte und Straßenglätte ernſtlich darauf Bedacht zu.
nehmen, daß die Zugtiere vor den nachteiligen Einflüſſen der Witterung nach
Möglichkeit geſchützt werden, daß namentlich:
1. die Zugtiere niemals länger als unbedingt erforderlich und niemals
un=
bedeckt im Freien ſtehen gelaſſen werden, und
2. das Zaumzeng im Stall aufbewahrt oder andernfalls vor dem Anlegen das
Gebiß erwärmt wird, und
3. die Hufeiſen der Pferde zum Schutze gegen das Ausgleiten gehörig geſchärft
oder mit Stollen verſehen ſind.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1910.
(24971fs
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Versteigerungs=Anzeige.
Samstag, den 31. Dezember I. Js., vormittags 10 Uhr,
verſteigere ich auf dem ſtädtiſchen Lagerplatze, Pallaswieſenſtraße Nr. 54 dahier,
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
(24903df
1 Nähmaſchine, 1 Bettſtelle mit Wollmatratze, 1 Feldbett und 3 Bilder.
Die Verſteigerung findet beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 29. Dezember 1910.
Vörr, ſtädt. Pfandmeiſter.
Großer Reste=Verkauf.
Fortsetzung am Mittwoch, den 28. Dez., bis Samstag, den 31. Dez.‟
den ganzen Tag geöffnet, verkaufe zu jedem annehmbaren Preiſe:
1 Poſten Wolle u. Baumwolle für Bluſen, Kleider u. Röcke,
Hemdenflanelle für Männer und Frauen,
Buckſkin für Anzüge und Hoſen ꝛc.
im Auktionslokal Magdalenenstr. 7.
Johannes Krummeck, Anktionator und Taxator,
(24872m
Wohnung: Grafenstrasse 4.
Stamm= und Brennholz=Verſteigerung.
Dienstag, den 3. Januar 1911, vormittags 9½ Uhr anfangend, ſollen im
Eber=
ſtädter Gemeindewald, Diſtrikt Klingsackertanne und Kirchtanne 40 Kiefern=Stämme
von 3 bis 15 Mtr. Länge und 22 bis 50 Ctm. Durchmeſſer verſteigert werden.
Gleich=
zeitig kommen zum Ausgebot:
108 Rm. Kiefern=Scheiter
106
Knüppel
40
Stöcke
330 Kiefern Wellen.
Bemerkt wird, daß ſämtliches Dürrholz mit Ausnahme der wertvollen Stämme
(mehrere 200 jährige Oberſtänder) ungeſehen verkauft wird.
Nähere Auskunft erteilt Forſtwart Kirſchner, Müllerſtraße 11.
Die Zuſammenkunft iſt am Waldfriede.
Eberſtadt, den 27. Dezember 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eberſtadt.
(24893df
Schäfer.
Darmstädter Sprach- und Handelsschule
Leiter:
Hieron. Schneider
Emil Held
Bücher-Revisor
beeid. Bücher-Revisor
10 Luisenstrasse 10.
Gründl. Unterricht in allen kaufmännischen Fächern, Stenographie,
Maschinenschreiben, fremden Sprachen, bes. Korrespondenz.
Beginn neuer Kurse
Donnerstag, 5. Januar 1911.
Anmeldungen möglichst frühzeitig erbeten. Anfang der Abend- und
(20601a
Einzelkurse jederzeit.
Die Leiter der Anstalt empfehlen sich zu sachgemässer
Einrichtung, Revision und Abschluss von
Geschäfts-
büchern unter strengster Diskretion.
eingetragene Genoſſenſchaft mit beſchränkter Haftpflicht.
Wegen Vornahme der Inventur
bleibt unſer Geſchäftslokal am
(25118
Samstag, den 31. Dezember, nachmittags
geschlossen.
Der Vorstand.
Vo Gond Mekkaner Vor 1000
betreffend empfehle ich die alsbaldige Einlöſung der Januar
Coupons 1911, um hierbei die Durchſicht — aus Anlaß der
ſtatt=
gehabten großen Verloſung — vornehmen zu können.
Die Auszahlung der gezogenen Stücke erfolgt koſtenfrei.
Friedrich Zaun,
1 Luiſenplatz 1.
(24858dfso
Brennholz-Verſteigerung Nr. IV.
(Stadtwald.)
Freitag, den 6. Januar n. Jahres, morgens 9 Uhr, ſollen im Saale der
Turn=
gemeinde, Woogsplatz 5 hier, aus den Abtrieben in den Diſtrikten:
Steckertswieſen=
ſchlag 11 und Pfarrwinkelfleck 7a der Forſtwartei Beſſ. Laubwald (Förſter Lehr,
Klappacherſtraße 84) verſteigert werden:
Scheiter: 329 rm Buchen, 100 rm Eichen Knüppel: 83 rm Buchen, 49 rm
Eichen; Reiſigknüppel: 34 rm Eichen; Reiſigwellen: 26 Hundert Buchen;
Stöcke (fein): 90 rm Buchen, 69 rm Eichen.
Das Holz ſitzt für die Abfuhr gut.
Zur gewünſchten Vorzeigung und Auskunft wird Herr Förſter Lehr am
2. Januar bis morgens 9 Uhr zu Haus ſein.
(24958fi
Darmſtadt, den 24. Dezember 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Darmſtadt.
Kullmann.
Bekanntmachung.
Für den Verkauf des Holzes in dem
Holz=
hofe dahier ſind folgende Preiſe pro Rm.
bis auf weiteres feſtgeſetzt:
Buchen=Scheiter I. Kl. 12 Mk.
II. Kl. 10 „
Kiefern=Scheiter I. Kl. 10
II. Kl. 8
Scheiter II. Kl. beſtehen aus
aufgeſpal=
tenem Knüppelholz.
Die Beſtellungen des Holzes haben bei
Großh. Bezirkskaſſe Darmſtadt II zu
er=
folgen.
(6746a
Darmſtadt, 12. März 1910.
Großh. Holzmagazins=Verwaltung.
Heinemann, Geh. Forſtrat.
Bekanntmachung.
Immobilienverſteigerung in Traiſa.
Donnerstag, den 5. Januar nächſten
Jahres, nachmittags 3 Uhr, werden auf
dem Rathaus zu Traiſa nachſtehende
Im=
mobilien auf freiwilliges Anſtehen der
Philipp Wittmann Eheleute dahier
weg=
zugshalber meiſtbietend verſteigert werden:
Fl. Nr.
1. I 1189/100 Hofreite kleine
Hohl
2. I 1188/100 Grabgarten da=
— 257qm
ſelbſt mit
hier=
auf erbauter
Scheuer
*3. I 17929/100 Acker im Ebing — 182 qm
4. I 385 Acker Langenſtrich=831qm
Es wird hierzu bemerkt, daß die Gebäude
erſt vor einigen Jahren erbaut wurden und
in ſehr ſchöner Lage der Röderſtraße ſich
befinden. Bei annehmbarem Gebot kann
Zuſchlag erteilt werden.
(24990
Traiſa, den 29. Dezember 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Traiſa.
Walter, Vorſteher.
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(
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*1
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Türk& Pabst’s Sardellenbutter
¼ Tube 60 Pfg., ½ Tube 35 Pfg.
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Haſen, Reh, Faſanen, Gänſeleber,
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Hochfeine Fisch-Marinaden
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ſow. in klein. Doſen à Mk. 1.25
Appells Senfheringe
ohne Gräten, Doſe 85 Pfg.
(
Appells Bismarckheringe
in Tomatenſauce, Doſe 95 Pfg.
Aechte Christiania Anchovys Dose 85 Pfg.
Matjes-Gabelbissen Dose 85 Pfg.
En
Appetit sild Dose 85 Ffg.
Delikatess-Heringe in div. Saucen
e
85 Ffg. und 150 Pfg.
Lachs in Gelee Dose Mk. 1.20.
Aal in Gelee Dose Mk. 1.20.
l
Hering in Gelee
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Sökeland’s Pumpernickel
Freiburger Bretzel
Käse-Waffeln Paket 60 Pfg.
6.
Südfrüchte —
1
nur auserleſen ſchöne Früchte
Muskat-Datteln, Smyrna-Feigen,
Haselnüsse, Tafelrosinen
1
Extragrosse Tafelmandeln
(
(
Süsse Orangen
faſt ohne Kern
(249
Stück 7 Pfg. Stück 8 P
10 Stück 65 Pfg. 10 Stück 75
Prompter Verſand nach allen Stadt=
teilen und auswärts.
Telephon 116.
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Nummer 306,
IotarAusverkaufdes Setamaders
der Firma
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15 Ludwigsstrasse 15
1
Schluss:
Januar 1911
Von Montag, 2. Januar bis Samstag, 14. Januar werden die Restbestände dieses Lagers,
bestehend aus:
Mäntel-Konfektion, Kostüm-Konfektion, Blusen, Kleider
stoffen, Seidenstoffen, Leibwäsche, Bettwäsche,
Gebild-
zeugen, Decken jeder Art, Taschentüchern,
Baumwoll-
waren, Futterstoffen, Dekorationen, Vorhangstoffen etc. etc.
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abgegeben.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator
Liquidator der Firma Joseph Stade.
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Pfund loſe und in Gläſern bei mir und in den bekannten
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daß durch dasſelbe der Bedarf in Deutſchland nicht annähernd bofriedigt
werden kann. Wäre es daher nicht möglich, guten, garantiert reinen
ausländiſchen Honig, wie meinen Zapaterv, auf den Markt zu
bringen, ſo würde, bei uns in Deutſchland Honig bald ſo teuer
ſein, daß ihn nur die oberen Zehntauſend zu kaufen im Stande wären.
Es würde alsdann Honig ein Lurusartikel ſein, ſtatt ein
Volksnahrungsmittel
das noch den Vorteil hat, daß es ſelbſt der ſchwächſte Magen verträgt.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 306.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Seite 13.
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Freitag, den 30. Dezember 1910.
Nummer 306,
Der Kaiſer und Admiral Montagu.
C. K. In London ſind vor kurzem die „Erinnerungen”
des bekannten engliſchen Admirals Montagu erſchienen,
der ſich in den Krimkriegen und während des großen
Auf=
ſtandes in Indien beſonders ausgezeichnet hatte und
ſo=
wohl mit dem verſtorbenen König Eduard als auch mit
dem deutſchen Kaiſer in nahen perſönlichen Beziehungen
ſtand. Als Patenkind der Königin Viktoria ſtand er ſchon
von Kindheit an mit der britiſchen Herrſcherfamilie in
enger Berührung, und die perſönlichen Erinnerungen an
die ihm befreundeten Monarchen verleihen dem Buche
einen beſonderen Reiz. Als begeiſterter Freund des
Segel=
ſportes, als Mitglied der Royal Yacht Squadron ſah man
den britiſchen Admiral auch oft in Kiel, und wenn immer
der Kaiſer in England weilte, verſäumte er nicht, Montagu
zu ſich zu Gaſt zu bitten. Bei einer Regatta in Cowes,
noch zu Lebzeiten der Königin Viktoria, kam es dabei zu
einem amüſanten Konflikt. Der Admiral wurde von der
Königin zur Tafel befohlen, abends um halb neun ſollte
er in Osborne zum Diner eintreffen. Unmittelbar nach
Empfang dieſer Einladung überbrachte man dem Admiral
ein großes Kuvert mit dem Siegel des deutſchen Kaiſers:
es war eine Einladung, am ſelben Abend an Bord der
„Hohenzollern” mit dem Kaiſer zu ſpeiſen. Das Schlimmſte
war, daß zu beiden Einladungen verſchiedene Trachten
vorgeſchrieben waren, zum Diner bei der Königin die
Hof=
kleidung, zum Diner beim Kaiſer die kleine
Admirals=
uniform. Der vielbegehrte Gaſt war verzweifelt: was
ſollte er tun? In ſeiner Not ſignaliſierte er dem Prinzen
von Wales, dem ſpäteren König Eduard, ſein Dilemma
und bat um einen guten freundſchaftlichen Rat. König
Eduard traf ein ſalomoniſches Urteil: er riet dem Freunde,
erſt zur Königin zu gehen und dann ſchleunigſt zum
Kaiſer. In wilder Haſt ſchlüpfte Montagn in die ſeidenen
Beinkleider und raſte nach Osborne. Unmittelbar nach
dem Diner beurlaubte ihn die Königin, und nun galt es,
mit Sturmeseile zur „Hohenzollern” zu kommen. „Die
erſte Schwierigkeit” ſo erzählt der Admiral, „war, einen
Ort ausfindig zu machen, wo ich die Hoftracht mit der
Uniform wechſeln könnte. Ich entſchloß mich ſchließlich,
das in der Droſchke zu tun, und flehte den Kutſcher an,
nicht allzu raſch berg ab zu fahren. Wie jedermann weiß,
iſt es nicht ſchwierig, ſich in einer Droſchke aus= und wieder
anzuziehen, ſelbſt bei völliger Dunkelheit; aber dann
kommt ein Augenblick, wo man aufſtehen muß, um die
Toilette zu vollenden, und das war das Dilemma. Ich
verſuchte alles, umſonſt „Kutſcher!” rief ich ſchließlich,
„halten Sie einen Augenblick und ſchlagen Sie das
Wagendach zurück.” „Es regnet in Strömen” meinte der
Roſſelenker bedächtig, aber ich beharrte bei meinem
Vor=
ſatz: „Das iſt einerlei, Sie ſind ſowieſo naß, und über
mich können Sie Ihren Mantel halten.‟ Das
Arrange=
ment bewährte ſich prachtvoll, ein paar Augenblicke ſpäter
kam ich zur Landungsſtelle, ſprang in die bereitſtehende
Barkaſſe und war wenige Minuten ſpäter an Bord der
„Hohenzollern‟. Der Kaiſer empfing mich mit ſeiner
ge=
wöhnlichen Herzlichkeit und amüſierte ſich dann köſtlich
über die Schilderung meiner Abenteuer. „Nun,” meinte
er ſchließlich, „ich bin noch niemals zweimal am gleichen
Tage von zwei Königen eingeladen worden. Wollen Sie
wirklich noch einmal eſſen?“
Eine andere luſtige Szene, in der ebenfalls die
Koſtümfrage ihre Rolle ſpielte, ereignete ſich ſpäter in Kiel.
Der Admiral nahm an Bord ſeiner Jacht gerade ſein
Morgenbad, als man ihm zurief, der Kaiſer käme mit
ſeiner Gig herangefahren. „Was ſollte ich tun, völlig
un=
bekleidet, wie ich war?‟ Da ertönte auch ſchon die
Stimme des Kaiſers: „Montagu, kommen Sie ſchnell
her=
auf, ich will Ihnen Ihre Inſtruktionen geben.” „Majeſtät,”
ſchrie ich verzweifelt, „ich kann nicht, ich bin ja ganz
nackt!” „Schadet nichts, kommen Sie rauf!” tönte es
zurück. Zum Glück hatte mein Badetuch reſpektable
Dimen=
ſionen, ich packte mich ein, ſo gut es ging, und kletterte
hinauf. „Wie ein alter Nero ſehen Sie aus in Ihrem
Aufzuge” meinte der Kaiſer lächelnd, bevor er mir die
Inſtruktionen für das bevorſtehende Rennen erteilte.
Ent=
gegen dieſer fröhlichen Toleranz legte König Eduard auf
ſorgſame und korrekte Kleidung beſonderes Gewicht, und
wenn immer ein Offizier nicht vollkommen „de rigueur‟
angezogen war, rügte er jeden Mangel. „Mehr als
ein=
mal ſagte er mir bei Geſellſchaften im Marlborough Houſe
mit einem mißbilligenden Kopfſchütteln: „Viktor, mir
ge=
fällt Deine Art nicht, die Orden zu tragen.” Aber bei der
nächſten Gelegenheit fand er wieder Grund zur Kritik und
meinte verzweifelt: „Ich habe Dir doch erſt vor einem
Jahr geſagt, daß Du das ändern ſollteſt, und nun kommſt
Du genau wieder ſo daher
Vermiſchtes.
— Die Tragik des perſiſchen Fraueulebens
ſchil=
dert auf Grund genauer Kenntniſſe Ella C. Sykes im
National Geographical Magazine. Es iſt ein trübes
Bild, das uns aus dieſer ausführlichen Darſtellung,
deren bezeichnendſte Züge im „Globus” wiedergegeben
werden, entgegentritt. Bis auf das Leben und
Schick=
ſal der Frauen erſtrecken ſich die modernen Reformen
noch nicht, die ſich nun auch im Lande des Schahs
Bahn brechen; vielmehr iſt ihr vom Eintritt in die
Welt bis zum Tode, ja auch im Jenſeits, noch die
ſchlechteſte Seite des Daſeins vorbehalten. Den Perſer
lehren ſchon die Prieſter, daß er immer am beſten
fahre, wenn er gerade das Gegenteil von dem tue,
was ihm eine Frau rät. Im Paradieſe aber ſtehen
auch dem ärmſten Gläubigen 72 engelgleiche Huris
zur Verfügung, die ihm den leiſeſten Wunſch erfüllen
und ihn alle Frauen vergeſſen laſſen, die er auf Erden
gekannt. Schon die Geburt eines Mädchens iſt ſtets
unwillkommen; mit acht Jahren wird es bereits in
den für die Frauen beſtimmten Teil des Hauſes
ein=
geſperrt und zumeiſt ohne jede Bildung gelaſſen. Nur
ſelten kann eine Perſerin leſen und ſchreiben; ſie
ver=
bringt ihre Zeit mit der Anfertigung von Stickereien,
der Bereitung ſüßer Speiſen und Getränke und im
Geſchwätze mit Dienerinnen oder Freundinnen. Ohne
daß nach ihrem Willen gefragt wird, wird ſie dem von
den Eltern gewählten Manne in die Ehe ausgeliefert,
und ihr ſehnlichſter Wunſch iſt nun darauf gerichtet,
einen Sohn zu bekommen; denn nur dann kann ſie
die Zuneigung ihres Mannes erringen, während ſie
ſonſt von ihrem Manne entweder nach Hauſe geſchickt
wird, oder zum mindeſten eine Rivalin erhält. Nie
kann das Weib die wirkliche Gefährtin des Mannes
ſein, denn ihr ganzes Leben iſt von dem ſeinen
ge=
ſchieden; ſie iſt von ſeiher Welt, wie von der
Außen=
welt überhaupt, abgeſchloſſen. Auf der Straße darf
der Gatte ſeine Ehefrau ſelbſt nicht grüßen, wenn er
ſie unter dem dichten, ſie verhüllenden Tſchargat
er=
kennt.
Ihre Zeit verbringt die Perſerin mit der Pflege
ihres Aeußeren; ſie ſchminkt und pudert ſich in höchſt
barbariſcher Weiſe; gebraucht Kohle, um den Augen
einen ſchmachtenden Blick zu verleihen und die Stärke
der Augenbrauen zu erhöhen, die über der
Naſenwur=
zel zuſammenzuſtoßen ſcheinen. Ihr Haar ſchneidet ſie
quer über der Stirn zu geraden Franſen und
durch=
flicht es mit Pferdehaaren. Ihre kosmetiſche
Verſchö=
nerung ſetzt ſie dann im öffentlichen Bad fort, in deſſen
heißer, dampferfüllter Luft ſie viele Stunden im
Ge=
plauder mit den Freundinnen verbringt und das ihre
Hauptzerſtreuung bildet. Die Dienerinnen färben ihr
Haar mit Henna und Indigo und verzieren auch ihre
Fingerſpitzen und Zehen mit dem ſcharlachroten Saft.
Das Hausgewand beſteht im Sommer aus einer
Jacke=
aus Gaze und kurzen, das Knie nicht erreichenden
Hoſen; dieſe Tracht ſoll Schah Naſr=ed=din aus Europa
eingeführt haben, wo ihm das Koſtüm der Pariſer
Balletteuſen beſonders imponiert hatte. Das
Einer=
lei der Woche wird am Freitag für die verheiratete
Perſerin durch einen Beſuch der Moſchee unterbrochen,
wo ſie in ihrem dicht vergitterten Käfig nur wenig
von dem Gottesdienſt ſieht und hört. Der einzige
Licht=
ſtrahl in dieſem düſteren Daſein iſt die Liebe der
Per=
ſerin zu ihren Kindern, die von dieſen erwidert wird:
Auch der Perſer liebt ſeine Mutter, aber das hat
keinen Einfluß auf das Benehmen gegen ſeine Gattin.
Auch im Jenſeits harrt der perſiſchen Frau ein
beſon=
ders tragiſches Los. Sie wird in der Hölle mit ganz
ausgeſuchten Qualen geplagt; und um dieſem
farcht=
haren Geſchick zu entgehen, ſchmeichelt ſie ihrem Mann
Geld ab, verkauft wohl auch ihre Edelſteine, nur um
durch eine Pilgerreiſe nach Mekka das Paradies zu
erlangen. Aber auch wenn ſie nach dem Tode glücklich
die über die Hölle geſpannte Siratbrücke, die „dünner
iſt als ein Haar und ſchärfer als ein Schwert”,
über=
ſchritten hat, lebt ſie in Abgeſchloſſenheit weiter; ihren
Gatten trifft ſie im Paradies nicht.
* Hundefleiſch als Menſchennahrung. Gemeinhin
nimmt man an, daß Hundefleiſch nur ausnahmsweiſe
als menſchliche Nahrung verwandt wird. Wer jedoch
die Verhältniſſe in unſeren Arbeiterkolonien, in den
Arbeitervierteln mancher Großſtädte und in wirklich
armen Gegenden auf dem Lande kennt, wird wiſſen,
daß der Verbrauch an Hundefleiſch durchaus nicht
ge=
ring iſt. Ein niederrheiniſcher Jagdaufſeher verkauft
ſowohl Hunde als auch Katzen zum Preiſe von einer
Mark durch einen Milchhändler in eine Großſtadt der
Umgebung. Er kann an eine feſte Kundſchaft gar nicht
genug liefern. Ein Förſter, der bei einem Reviergange
zwei wildernde, große Metzgerhunde erſchoſſen hatte,
erzählte dieſen Vorfall ſeinen Holzhauern. Nachher
bat einer derſelben um nähere Angabe der Oertlichkeit,
wo die Hunde zu finden ſeien. Mit ſchmunzelnder
Miene gab er die Verſicherung, daß Rücken und
Schin=
ken ſolcher Tiere etwas ganz Vorzügliches in der
Pfanne abgäben. Vor einigen Jahren wurde in einer
niederrheiniſchen Kolonie feſtgeſtellt, daß ein Arbeiter
gegen ein halbes Dutzend Köter für die Weihnachtszeit
mäſte. Kenner ſolcher Verhältniſſe unter den Jägern
wiſſen, daß gar mancher wertvolle Jagdhund, der
ab=
handen gekommen iſt, in den Kolonien verzehrt wird.
Beim Anblick beſonders feiſter Hunde hört man wohl
die Redensart: „Das iſt etwas für die Kolonie.”
Manche Leute haben heutzutage auch noch den
Aber=
glauben, daß Hundefleiſch die Schwindſucht heile. Wer
ein ganz beſonderer Feinſchmecker ſein will, hängt den
abgezogenen Hundekörper einige Tage in gut fließendes
Bachwaſſer. In ähnlicher Weiſe bereiten auch die
Be=
wohner armer Waldgegenden Fuchs und Dachs zum
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