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monatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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173. Jahrgang
tnren Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
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werden angenommen in Darmſtabf
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ſowie von unſeren Agenturen und
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gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
N Lock.
Donnerstag, den 10. November.
1910.
Die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Wie die Revolntion entſtand.
Briefe aus Portugal.?)
König und Diktator.
Liſſabon, Anfang November.
(*! Die Kennzeichen der Regierung des Königs Dom
Carlos I. von Portugal waren: die Vergeudung der
öffentlichen Gelder zugunſten beſtimmter Perſonen und
Kliquen, die Vernichtung der Freiheit der Gemeinden und
die Korruption des politiſchen Lebens.
Kein Gerichtshof konnte ſich dem Einfluſſe der
herr=
ſchenden Parteien entziehen. Die Wahlen waren bloße
Komödien geworden. Der Sieg der Regierung ſtand
im=
mer von vornherein feſt. Wenn ihre Gegner ſich ernſthaft
bemerkbar machten, ſo wurden einfach für die Kandidaten
der Regierung ſo lange Stimmzettel ausgegeben, bis ihre
Wahl geſichert war. Das Land war völlig mutlos und
erſchöpft, als Joſé Franco im Jahre 1906 mit der
Bil=
dung des Miniſteriums beauftragt wurde. Die Gründe,
die den König Dom Carlos dazu veranlaßten, Franco
die Regierungsgewalt anzuvertrauen, waren mehr
per=
ſönlicher als ſachlicher Art. Zwiſchen der Partei der
Progreſſiſten und der Partei der Regeneratoren war
in=
folge eines privaten Zwiſtes ihrer beiden Führer ein
Zwieſpalt entſtanden.Als dann bei einem Stiergefechte,
dem die Königin Amelie allein beiwohnte, eine
republi=
kaniſche Manifeſtation ſtattfand, konnte das der Partei
der Regeneratoren angehörende Kabinett ſich nicht mehr
am Ruder halten. Franco war der Weg zur Macht
geeb=
net. Der Führer der Progreſſiſtenpartei Juliano de
Caſtro glaubte, ſich an ſeinem Nebenbuhler Hintze
Ribeiro dadurch rächen zu müſſen, daß er deſſen
Tod=
feind Franco unterſtützte.
Daß Franco ein geborener Deſpot war, hatte er ſchon
gezeigt, als er 1891 und 1895 dem Miniſterium angehörte.
Trotzdem ließen ſich viele Naive durch die überzeugende
Gewalt ſeiner Rede ſoweit täuſchen, daß ſie an die
Lau=
terkeit ſeiner Abſichten glaubten. Er verſtand es, ſeine
Tyrannengelüſte mit einem liberalen Mäntelchen zu
ver=
decken. Seine Politik war die eines Bilderſtürmers.
Alles, was für angeſehen und ehrwürdig gegolten hatte,
ſchlug er in Trümmer. Wenige Wochen, nachdem er
öffent=
lich ſein Ehrenwort dafür verpfändet hatte, daß er
nie=
mals ohne die Stütze des Parlaments regieren würde,
löſte er die Kammern auf und verkündete die Diktatur.
Selbſt den König ſchonte er nicht. Die Vorſchüſſe, die das
königliche Haus aus der Staatskaſſe erhalten hatte,
wur=
den offen zugeſtanden, und die Folgen dieſer
Handlungs=
weiſe machten ſich bald bemerkbar. Als einer ſeiner
Freunde ihm eines Tages ſagte, der König würde es ihm
nie verzeihen, daß er zum größten Verblüffen des Landes
die von der königlichen Familie erhobenen Vorſchüſſe
zu=
gegeben habe, da antwortete ihm Franco: „Wenn der
König mir einen Fußtritt gibt, werde ich ſeinen Stiefel
feſthalten!“
Es wäre dem Diktator leicht geweſen, mit Hilfe der
Armee, auf die er ſich verlaſſen konnte, die Miniſterien
zu ſäubern, denn er beſaß eine vollſtändige Liſte von allen
Beamten, die ſich Verfehlungen hatten zuſchulden kommen
laſſen. Und die Diktatur wäre nur dann gerechtfertigt
geweſen, wenn ſie ſich die Unterſuchung der in der
Ver=
waltung herrſchenden Unregelmäßigkeiten zum Ziel
ge=
ſetzt und wenn ſie ſich darauf beſchränkt hätte, die für das
öffentliche Wohl dringend notwendigen Maßnahmen zu
organiſieren. Aber ſie fing da an, wo ſie hätte aufhören
ſollen, nämlich mit der Regelung der dem Königshauſe
gewährten Vorſchüſſe. Der König unterzeichnete ein
De=
kret, in dem er erklärte, nur eine beſtimmte Summe
ſchul=
dig zu ſein, und gleichzeitig die Zivilliſte erhöhte. Das
geſchah in einem Augenblicke, da das Volk unter der Laſt
der Steuern zuſammenzubrechen drohte und man an neue
Anleihen dachte!
Die Vorſchüſſe, die politiſchen Günſtlingen zuteil
ge=
worden waren, hütete ſich Franco wohlweislich, der
Oef=
fentlichkeit zu enthüllen. Es gab Hofdamen, die das
Ge=
halt von Zollaufſeherinnen (das heißt von Frauen, die
mit der Unterſuchung der Kleidung ſchmuggelverdächtiger
*) Dieſe „Briefe aus Portugal” deren Verfaſſer ein
hervorragender portugieſiſcher Politiker und Publiziſt iſt,
geben eine überſichtliche und authentiſche Darſtellung der
Ereigniſſe, die zu der Umwälzung in Portugal geführt
haben.=
weiblicher Reiſender betraut ſind) bezogen. Es gab
Höf=
linge, die das Gehalt von Straßenkehrern erhielten, und
andere, die den Lohn von öffentlichen Arbeitern bekamen.
Die Liſte war lang, und Franco dachte nicht daran, ſie
bekannt zu geben. Statt ſich der Hilfe der Republikaner zur
Vernichtung ſeiner Gegner zu bedienen, verfeindete er ſich
nach allen Seiten. Die Republikaner haßten ihn, weil er
ſich nicht vor ihnen fürchtete und ſie verfolgte. Und die
Monarchiſten vergaßen es ihm nicht, daß er mit gewiſſen
Mißbräuchen aufgeräumt und den „Männern des
Re=
gimes”, wie ſie ſich ſelbſt zu nennen liebten, jedes Anſehen
genommen hatte.
Das Attentat vom 1. Februar 1908 war die Folge
der Diktatur Francos. Es führte einen jungen,
unerfah=
renen Prinzen auf den Thron. .
Der Reichshaushaltsetat für 1911.
* Die Nordd. Allg. Ztg. veröffentlicht einen
Ueber=
blick über den Entwurf des
Reichshaushalts=
etatsfür 1911. In den Vorbemerkungen heißt es:
Das Etatsgeſetz enthält wie im Vorjahre die
Be=
ſtimmung, daß ein etwaiger Ueberſchuß in den eigenen
Einnahmen des Reiches, ſowie ein das Soll
überſteigen=
der Betrag an Ueberweiſungsſteuern zur Abbürdung des
Fehlbetrags aus dem Rechnungsjahr 1900 zu verwenden
ſind. Der Schatzanweiſungskredit wird von 450 auf 375
Millionen Mark herabgeſetzt Der ordentliche Etat
ſchließt in der Einnahme und Ausgabe mit 2707819913.
Mark ab. Die Mehrerträge aus den beſtehenden Zöllen
und Steuern wurden auf 32370 845 Mark angenommen;
darüber hinaus iſt in dem Stat der Zölle und Stenern
neueingeſetzt der Ertrag aus der Grundſtücks=
Wertzuwachs=
ſteuer in Höhe von 13 Milionen Mark. Die Einnahmen
und Ausgaben aus dem Kaligeſetz erſcheinen mit 4800000
Mark im Etat des Innern. Die Ueberſchüſſe im
ordentlichen Etat ſind veranſchlagt: a) bei der Poſt auf
71599349 Mark (gegenüber 1910 mehr 18648 101 Mark),
b) bei der Reichsdruckerei auf 3 688 191 Mark (d. i. weniger
866 980 Mark), e) bei der Eiſenbahnverwaltung auf
18 767 495 Mark (mehr 2659 775 Mark).
Die auf den außerordentlichen Etat
über=
nommenen Ausgaben betreffen Heer, Marine, Poſt,
Eiſen=
bahnen, den Kaiſer Wilhelm=Kanal und die
Wohnungs=
fürſorge. Die bei der Finanzreform feſtgelegten
An=
leihegrundſätze ſind beachtet. Die eiſernen Beſtände des
Reiches betrugen am Ende des Rechnungsjahres 1900
105 Millionen Mark. Der Zugang im Etat für 1910 wird
auf 18 Millionen Mark veranſchlagt. Die Anleihe wird
auf 97755 930 Mark bemeſſen (gegen 171849162 Mark im
Vorjahre) Für die Schutzgebiete iſt neben dem
Etat für 1911 ein zweiter Nachtrag zu dem Etat für 1910
aufgeſtellt. Dieſer ſieht insbeſondere die Ausgaben vor,
welche mit der ſüdweſtafrikaniſchen Diamantengewinnung
in Verbindung ſtehen und in den Mehreinnahmen daraus
ihre Deckung finden. Der Reichszuſchuß ermäßigt ſich für
Oſtafrika um 42110 Mark, Kamerun um 61550 Mark,
Südweſtafrika um 3009 947 Mark, Neuguinea und Südſee
um 163015 Mark und Kiautſchou um 422856 Mark.
In dem Etat des Auswärtigen Amtes iſt
u. a. die Schaffung eines neuen vortragenden Rates
vor=
geſehen, ferner für den Auslandsdienſt die Schaffung neuer
Berufskonſulate uſw. Nach dem Etat des Reichsamts
des Innern erhöht ſich der Aufwand des Reiches auf
Grund des Invalidenverſicherungsgeſetzes um 1210000
Mark. Im außerordentlichen Etat
wer=
den für die Wohnungsfürſorge wieder 2 Millionen, für
die Erweiterung des Kaiſer Wilhelm=Kanals 48 Millionen
Mark gefordert.
In dem Heeresetat werden neu gefordert Stellen
für einen Kommandanten des Truppenübungsplatzes
Ohrdruf, einen Militärattaché in Stockholm; ein zweiter
Truppenübungsplatz des Gardekorps ſoll bei Zoſſen
ge=
ſchaffen werden. Für den Ausbau der Landesbefeſtigung
werden 16 Millionen Mark, für Erſatzbauten in Köln
2,7 Millionen Mark gefordert. Für die Feſtung
Königs=
berg wird nach Abſchluß des Auflaſſungsvertrages mit
der Stadt die erſte Rate, Erſatz= und Verſtärkungsbauten,
mit 3 Millionen Mark angeſetzt Im Marineetat ſind
neu vorgeſehen: 1 Vizeadmiral, 4 Kapitäne, 10
Fregatten= oder Korvettenkapitäne, 24 Kapitänleutnants,
56 Oberleutnants und Leutnants des Ingenieurkorps, 1
Chefingenieur oder Oberſtabsingenieur, 9
Stabsinge=
nieure, 9 Oberingenieure, 16 Ingenieure, und auch im
Sanitätsoffizierkorps, Zahlmeiſterperſonal, Waffen=,
Tor=
pedo= und Minenweſen Stellenvermehrungen. Die
Er=
höhung des Perſonalſtandes in den Chargen vom
Deck=
offizier abwärts beläuft ſich auf 3264 Köpfe. Die
Aus=
gaben für Indienſthaltungen ſind wegen vermehrter
In=
dienſtſtellungen von Schiffen größeren Typs und
Unter=
ſeebooten um 3,36 Millionen Mark höher als im
Vor=
jahre. nämlich mit 46,63 Millionen Mark angeſetzt. Bei
den Tafel= und Meſſegeldern wird eine Erſparnis von
450 000 Mark, bei den Zulagen eine ſolche von 996 000 Mark
erwartet. Erſte Raten werden gefordert für den Erſatz
bezw. Neubau von drei Linienſchiffen, einen großen
Kreuzer, zwei kleinen Kreuzern, einer
Torpedoboots=
ſlottille und von drei Peilbopten.
Nach dem Etat des Reichsſchatzamtes ſoll der
Münzgewinn nur inſoweit in den Etat eingeſtellt werden,
als dies zur=Deckung der Prägekoſtenenötig iſt. Der
Ueberſchuß von 22 Millionen ſoll zur Verminderung der
Reichsſchuld dienen. Ueberweiſungen an die
Bundes=
ſtaaten ſind gemäß dem mutmaßlichen Ertrage der
Brannt=
weinſteuer nur mit 163,5 Millionen Mark gegen 180
Mil=
lionen im Vorjahr ausgeworfen. Eine Zuweiſung
aus dem Ertrag der Zölle an den Fonds für Witwen=
und Waiſenverſorgung findet auch für 1911 nicht
ſtatt. Der Poſtetat ſieht den Zugang von 35 Stellen
für höhere Beamte, von 1350 Stellen für mittlere Beamte
und von 1310 an Unterbeamtenſtellen vor. Im Etat der
Reichseiſenbahnen iſt der Zugang von einer
höheren Beamtenſtelle, 16 mittleren und 61 unteren
vor=
geſehen. Für den Bau von zwei neuen Linien, nämlich
von Münzthal zur pfälziſchen Grenze und von Ingweiler
nach Lützelſtein, ſind erſte Raten eingeſtellt.
Die Eröffnung des belgiſchen Parlaments.
* Die Tagung der belgiſchen Kammer wurde am
Dienstag nachmittag 1½ Uhr mit einer Thronrede
des Königs eröffnet. Bei dieſer Gelegenheit kam es,
wie ſchon geſtern mitgeteilt, zu überaus ſtürmiſchen
Auftritten, da die Sozialiſten für das
allge=
meine und gleichheitliche Wahlrecht eine Kundgebung
ver=
anſtalteten. Im Sitzungsſaal der Kammer hatten ſich
von 12½ Uhr ab die klerikalen und liberalen
Abgeord=
neten und Senatoren verſammelt, während die Tribünen
von einem geladenen Publikum dicht beſetzt waren,
dar=
unter an erſter Stelle das diplomatiſche Korps. Die
ſozialiſtiſchen Abgeordneten und Senatoren kamen in
ge=
ſchloſſenem Trupp in den Saal gegen 1 Uhr. Anſtatt des
für die Feier vorgeſchriebenen Frackanzugs trugen ſie
dunkeln Straßenanzug, die meiſten von ihnen mit einer
roten Nelke im Knopfloch. Gegen 1½ Uhr traf die
Köni=
gin mit den beiden jungen Prinzen und der Gräfin von
Flandern, der Mutter des Königs, ein. Sie hatten die
Fahrt vom Schloß nach der Kammer im ſechsſpännigen
Prunkwagen zurückgelegt. Bei ihrem Eintritt wurden ſie
ſtürmiſch begrüßt. Als ſich die Hochrufe gelegt hatten,
entſtand ein Zwiſchenfall dadurch, daß der ſozialiſtiſche
Abgeordnete Hubin, ein bekannter Fanatiker der „
Frei=
heit”, ſich gegen die Tribünen wandte und dagegen mit
lauter Stimme Einſpruch erhob, daß von dort aus
meh=
rere Male gerufen wurde: Vive la reine!, was gegen die
Hausordnung verſtoße. Er rief in überlautem Ton: „Sie
haben hier nichts zu ſagen!‟ Die Sozialiſten ſprangen
auf und es entſtand ein großer Tumult. Sie ſchlugen
zuſammen auf die Pultdeckel. Vandervelde verſuchte
ver=
geblich, den Anſtifter Hubin zu beruhigen. Schließlich
übertönten die Rufe: Vive la reine! das Lärmen der
Sozialiſten. Die Königin war durch den Zwiſchenfall
augenſcheinlich peinlich berührt. Zehn Minuten ſpäter
traf der König ein. Er trug Generalsuniform und hatte
ſich, wie ſchon bei ſeiner Eidesleiſtung, zu Pferde, begleitet
von einer Kavallerieeskorte, nach dem Palaſt der Nation
begeben. Beim Eintritt des Monarchen in den
Sitzungs=
ſaal brechen Liberale und Klerikale in langanhaltende
brauſende Rufe Vive le roi! aus. Die Sozigliſten blieben
ſitzen und verhielten ſich ſchweigend. Als die Hochrufe
ſich gelegt hatten, erhoben ſie ſich wie auf ein Zeichen und
warfen weiße Flugblätter auf denen geſchrieben ſtand:
Suffrage universel und Dissolution. Es entſtand eine
große Bewegung. Die Sozialiſten begannen eine
lär=
mende Kundgebung, indem ſie einſtimmig mehrere
Minuten lang in abgehackten Tönen riefen: Dissolution.
dissolution! Die Klerikalen verſuchten, dieſe Rufe durch
Vive le roi! zu übertönen. Die Kundgebung machte auf
alle Anweſenden einen peinlichen Eindruck. Der König
hörte bleich und ſchweigend zu und wartete, bis die
Män=
ner ſich ausgeſchrien hatten. Nach ungefähr fünf Minuten
trat Ruhe ein. Vandervelde rief auf eine Entgegnung
eines Klerikalen, des früheren Kammerpräſidenten De
Sadeleer, dieſem zu: „Wir haben nichts gegen den König,
Ihr aber ſeid hier nur durch Betrug!‟ Die jungen
Prin=
zen hatten ſich etwas beunruhigt an die Königin gedrängt,
die ſie zu beruhigen ſuchte. Nach weiteren zehn Minuten
war die Ruhe hergeſtellt und der König konnte
mit der Verleſung der Thronrede beginnen.
Die Thronrede gedenkt zuerſt in pietätvollen
Worten des verſtorbenen Königs Leopold und behandelt
dann die auswärtigen Beziehungen Belgiens. In dieſer
Hinſicht hat der König ſeine große Befriedigung über den
warmen Empfang, den das belgiſche Volk dem deutſchen
Kaiſer und der Kaiſerin bereitet habe, ausgeſprochen.
Sodann werden die Abkommen erwähnt, die Belgien zur
Regelung ſeiner kolonialen Grenzen mit Deutſchland,
England und Frankreich getroffen hat, die der Kammer
vorgelegtewerden ſollen. FernexgerwähntsdieThronrede
Seite 2.
die glinzende Beteiligung der Nationen an der
Aus=
ſtellung und die zahlreichen internationalen Kongreſſe,
durch die das Wiſſen gefördert und Zeugnis abgelegt wor=
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
Nummer 264.
Der baperiſche Geſandte beim waikan hat eine Rote
über=
geben, die Regierung werde den Eid unter allen Umſtän=
den ſei für die in den Nationen lebende Willens= und
Schaffenskraft. Die Thronrede nimmt noch Bezug auf die
Ausſtellung der alten Kunſt, welche die koſtbarſten Schätze
überſichtlich vorgeführt habe. Die Thronrede erſucht, die
Sprachenkämpfe mit Mäßigung zu führen, den Mittelſtand
durch die Förderung des Fachunterrichts zu heben und
den Kindern den Schulbeſuch durch geſetzliche Maßnahmen
zu erleichtern. Auch die ſoziale Fürſorge müſſe erweitert
werden durch die Vervollſtändigung der Geſetze über die
Altersrenten, Kinderſchutz und durch die Schaffung von
Handels= und Induſtrieräten. Endlich werde die
Regie=
rung die Heimarbeit regeln. Nach der Ankündigung
eini=
ger Geſetzentwürfe über Militärpenſionen erörtert die
Thronrede die Abnahme des Alkoholgenuſſes und das
günſtige Ergebnis des neuen Militärgeſetzes. Die
Finanz=
lage des Landes ſei gut, jedoch ſei Sparſamkeit geboten.
Zum Schluß gedachte der König der Reformen in der
Kongokolonie, die in dieſem Jahre vervollſtändigt werden
ſollen.
Im Senat erklärte der wiedergewählte Präſident
Vicomte Simonis, daß Belgien ſich durch den Beſuch
des deutſchen Kaiſerpaares am belgiſchen Hofe geehrt
fühle. Man dürfe aus dieſen Freundſchaftsbezeugungen
einer großen Nation ſchließen, daß man allgemein wiſſe
und anerkenne, daß Belgien als neutrales und
unabhän=
giges Land allgemein Achtung verdient habe.
Deutſches Reich.
— Ein Verdächtigungsverſuch des
Temps. Der Temps hat eine von der geſamten Pariſer
Preſſe kommentierte Meldung gebracht über ein angeblich
im Jahre 1909 abgeſchloſſenes Abkommen zwiſchen
Oeſter=
reich=Ungarn und der Türkei, deſſen Spitze gegen Rußland
gerichtet ſcheint. Die aus Berlin datierte Meldung des
Temps wird in Berliner politiſchen Kreiſen als beſtellte
Arbeit angeſehen, die dazu beſtimmt iſt, nicht nur den
gu=
ten Eindruck der Potsdamer Entrevue zu verwiſchen,
ſondern auch den Zweck verfolgt, die ruſſiſche Preſſe aufs
neue gegen Oeſterreich=Ungarn und Deutſchland
aufzu=
hetzen. Obwohl es in erſter Linie Sache der Wiener
Re=
gierung iſt, dieſen ungeſchickten Verdächtigungsverſuch
zu=
rückzuweiſen, macht man auch in Berlin kein Hehl daraus,
ihn als ſolchen zu kennzeichnen und zu bewerten.
— In der Juſtizkommiſſion des
Reichs=
tages wurde beantragt, den Abſchnitt „
Hauptverhand=
lung” durch folgenden § 267a zu ergänzen: „Ueber die
rechtskräftigen Verurteilungen werden Strafregiſter nach
näherer Anordnung des Bundesrats geführt. Aus dem
Strafregiſter ſind die Vermerke über Perſonen zu
entfer=
nen, welche nach den der Regiſterbehörde zugekommenen
Strafnachrichten ſeit der Verbüßung oder dem Erlaß
ihrer letzten Strafe ſich zehn Jahre lang ſtraflos geführt
haben.‟ Die Tendenz des Antrages fand Zuſtimmung,
die Form wurde jedoch bemängelt. Um eine
Verſtän=
digung zu erzielen, wurde die Beratung einſtweilen
un=
terbrochen.
— Die bayeriſche Regierung läßt ein
Ab=
legen des Moderniſteneides in größerem Umfange nicht zu.
den verhindern. Der Nuntius Frühwirth macht jetzt beim
Vatikan den Verſuch, einen Ausgleich noch vor Eröffnung
der Seminare zu erzielen.
Ausland.
Frankreich.
* Die Regierungserklärung weiſt auf die
Notwendigkeit hin, die Berufsſyndikate in ihren nützlichen
Beſtrebungen zu fördern und die Beteiligung der Arbeiter
am Gewinn unter den bereits angegebenen Bedingungen
zu ſichern. Die Regierung werde nicht dulden, daß die
Syndikate eine geſellſchaftsfeindliche politiſche Aktion
organiſierten; es werde auch notwendig ſein, die
Syndi=
katsverbände derart auszugeſtalten, daß ſie eine richtige
Vertretung der Arbeiter darſtellten, und die Frage des
Ausſtandes der Angeſtellten in den öffentlichen Betrieben
unzweideutig zu regeln. Die Regierung werde eine
Ab=
ſtimmung über die Maßregeln fordern, die nötig ſeien,
um den öffentlichen Dienſt im Falle des Ausſtandes der
Angeſtellten eines öffentlichen Betriebs ſicherzuſtellen. Dank
dieſer Maßnahmen werde die Republik ſtark auch durch
ihre Allianz und ihre freundſchaftlichen Beziehungen, denen
ſie unabänderlich treu zu bleiben beabſichtige, um inmitten
der Nationen den Rang bewahren zu können, der ihr
zu=
komme. Die Regierung ſei entſchloſſen, die militäriſche
Macht, die ſichere Garantie des internationalen Friedens
und das Unterpfand der nationalen Würde zu ſtärken.
Die Regierung rechne ſchließlich darauf, daß das
Parla=
ment das Marineprogramm annehme.
Die radikalen Blätter ſprechen ſich über die
Regie=
rungserklärung ſehr günſtig aus. Die gemäßigte Preſſe
übt zwar an der Erklärung mancherlei Kritik, ſpricht ſich
aber im großen und ganzen befriedigt aus. Der
com=
biſtiſche Rappel greift die Erklärung lebhaft an und meint,
Briand ſchlage nur dort einen lebhaften Ton an, wo er
die Freiheit der Arbeiter bedrohe. In ähnlichem Sinne,
aber in viel häßlicheren Worten, äußert ſich die
ſozia=
liſtiſche Humanité.
Spanien.
Die marokkaniſche Frage. Aus Madrid
wird gemeldet, Canalejas habe dem König über das
Er=
gebnis der Verhandlungen mit El Mokri Bericht erſtattet
und ſodann den Journaliſten erklärt, die Verſtändigung
mit Marokko ſei erzielt. Der Inhalt derſelben ſoll in drei
bis vier Wochen veröffentlicht werden.
Portugal.
Der Vatikan und das
Gheeſcheidungs=
geſetz. Der Pariſer Eclair berichtet aus Rom: Der
Hei=
lige Stuhl hat beſchloſſen, gegen das Dekret der
portugie=
ſiſchen Regierung Einſpruch zu erheben, durch das die
Eheſcheidung auf Grund gegenſeitigen Beſchluſſes zuläſſig
iſt. In keinem anderen europäiſchen Staate beſtehe ein
ähnliches Geſetz. Der Papſt wird in einem öffentlichen
Briefe an die portugieſiſchen Biſchöfe ſeinen Proteſt
aus=
drücken.
Rußland.
Der neue ruſſiſche Botſchafter am
Wie=
ner Hofe. Der an Stelle des Fürſten Uruſſow zum
ruſ=
ſiſchen Botſchafter bei der öſterreichiſch=ungariſchen Mon=
archie ermanne frühere Geſandte am belgiſchen Hofe,
Hof=
meiſter von Giers, trifft Ende dieſer Woche in Wien ein,
um ſein neues Amt anzutreten. Nikolaus Nikolajewitſch
von Giers iſt der älteſte Sohn des 1895 verſtorbenen
ruſ=
ſiſchen Miniſters des Auswärtigen Nikolaus von Giers
aus deſſen Ehe mit der Prinzeſſin Olga Cantacuzéne und
wurde am 4. März 1853 geboren, iſt alſo 57 Jahre alt. Er
war zum erſten Male mit dem Frl. Johanna Mees, einer
Holländerin, verheiratet, die ſchon 1885 ſtarb. In zweiter
Ehe iſt er mit der Fürſtin Anaſtaſia Leonidowna Uruſſow
vermählt. Herr von Giers gilt als ein kluger und
beſon=
nener Diplomat. Man muß hoffen, daß er dazu beitragen
wird, die unter Herrn von Iswolski ſo ſtark abgekühlten
Beziehungen zwiſchen St. Petersburg und Wien auf den
normalen Wärmegrad zurückzuführen. Sehr ſtarke
Sym=
pathien für Oeſterreich=Ungarn darf man freilich nicht bei
Herrn von Giers vorausſetzen. Während ſeiner
diplo=
matiſchen Tätigkeit in Paris war er im Vereine mit
ſei=
nem Kollegen, Herrn Kyrill Nariſchkine, der jetzt ruſſiſcher
Geſandter in Stockholm iſt, mit Leib und Seele dabei,
den Botſchafter Baron Mohrenheim beim Zuſtandebringen
der „Alliance franco-russe” zu unterſtützen, deren Spitze
ſich nur allzu deutlich gegen die beiden Kaiſermächte
Mitteleuropas richtete.
Amerika.
Repräſentantenhaus=Wahlen in den
Vereinigten Staaten. Am Dienstag haben in
den Vereinigten Staaten die Wahlen für das
Repräfen=
tantenhaus in Waſhington, für die Parlamente der
Ein=
zelſtaaten und deren Gouverneure ſtattgefunden.
Expräſi=
dent Rooſevelt, der ſich an die Spitze der republikaniſchen
Progreſſiſten, die ſich von der republikaniſchen Partei
ge=
trennt haben, geſtellt hatte, hatte eine Reihe ſcharfer
Kämpfe während der Kampagne, beſonders gegen ſeinen
jetzigen Gegner, die demokratiſche Partei und deren
Ver=
bündeten, bei denen er ſich auf ſeine enorme Popularität
ſtützte. Der New York Herald berichtet über den Ausgang
der amerikaniſchen Wahlen folgendes: Die erſten Reſultate
aus den Städten des Bezirkes New=York laſſen erkennen,
daß Mr. Dix, der demokratiſche Kandidat, mit einer
Mehr=
heit von 75000 Stimmen zum Gouverneur gewählt iſt.
Er ſcheint in New=York ſelbſt eine Mehrheit von 11500
Stimmen auf ſich vereinigt zu haben. Der republikaniſche
Deputierte Paine iſt mit 417 Stimmen geſchlagen worden.
Die von Mr. Dix erreichte Mehrheit iſt hinreichend, um
den Sieg der ganzen demokratiſchen Liſte und damit der
Partei drei Viertel aller Sitze im Waſhingtoner
Reprä=
ſentantenhauſe, welches bisher die Republikaner inne
hat=
ten, zu ſichern. In der Stadt Buffalo, wo bei den
Präſi=
dentſchaftswahlen von 1908 der republikaniſche Kandidat
mit 5000 Stimmen Mehrheit gewählt wurde, erreichte Dix
eine Mehrheit von 4000 Stimmen. Nach dem
gegenwär=
tigen Stande der Wahl verlieren die Republikaner alle
ihre Vertreter im Staate New=York im Waſhingtoner
Re=
präſentantenhauſe.
Aus Honduras wird gemeldet, daß dort eine
Revolution ausgebrochen ſei. Der Präſident Davilo ſei
hilflos und habe in Waſhington um Einſchreiten erſucht.
Fürſtliche Heiraten im Hauſe
Bonaparte.
In wenigen Tagen wird auf dem Schloſſe
Mon=
calieri bei Turin die Vermählung des Prinzen
Viktor Napoleon mit der Prinzeſſin
Kle=
mentine von Belgien gefeiert werden: Es iſt
das fünfte Mal, daß im Zeitraume von etwas mehr
als hundert Jahren ein Abkömmling von Carlo
Bona=
parte und Laetitia Ramolino in eines der älteſten
Für=
ſtenhäuſer Europas einheiratet.
Schon bevor er die Kaiſerwürde angenommen hatte,
als Erſter Konſul, dachte Napoleon I. daran,
verwandt=
ſchaftliche Bande zwiſchen ſeiner Familie und den alten
Herrſchergeſchlechtern zu knüpfen. Dazu hatte er
zu=
nächſt ſeinen Bruder Lucien auserſehen, der als
Prä=
ſident des Rates der Fünfhundert das höchſte
parla=
mentariſche Amt der Republik bekleidete. Lucien war
Witwer. Seine Frau, Chriſtine Boyer, eine
Gaſtwirts=
tochter, die wenig leſen und gar nicht ſchreiben konnte,
war, 1794 vermählt, bereits 1800 geſtorben. Napoleon
hatte Lucien die junge Witwe des zum Könige von
Etrurien erhöhten Herzogs Ludwig von Parma, eine
Tochter des Königs Karl IV. von Spanien, zugedacht
und bereits die freudigſte Zuſtimmung der Königin
ge=
funden. Aber als er ſich ſeinem Bruder eröffnete, ſtieß
er auf eine unerwartete energiſche Weigerung. Lucien
wies das Anſinnen von ſich, daß er, ein Republikaner,
eine bourboniſche Prinzeſſin zur Gefährtin ſeines
Le=
bens nehmen ſollte. Der wahre Grund ſeines
Wider=
ſtandes war indeſſen, daß er ſich am 15. Juni 1802
heim=
lich und nur kirchlich mit der ſchönen Alexandrine de
Bleſchamp, geſchiedenen Frau und mittlerweile auch
Witwe eines Herrn Jouberthon, hatte trauen laſſen.
Erſt als der Totenſchein des Herrn Jouberthon aus
den Kolonien herbeigeſchafft und am 26. Oktober 1803
auch die bürgerliche Trauung vollzogen war, meldete
er Napoleon die vollendete Tatſache und erweckte deſſen
heftigſten Zorn. Napoleon beſtritt die Gültigkeit der
Trauung und verſuchte, Lucien durch Drohungen und
durch Verſprechungen zu bewegen, Alexandrine, die er
nie anders als „Madame Jouberthon” nannte, zu
ver=
laſſen. Nachdem er Kaiſer geworden war, ſchloß er
Lucien und Féröme, der, ebenfalls ohne ſeine
Einwil=
ligung, in Baltimore am 24. Dezember 1803 mit
neun=
zehn Jahren Miß Eliſabeth Paterſon zum Altare
ge=
führt hatte, von der Thronfölge aus. Am 12. Dezember
1807 bewilligte Napoleon dann Lucien eine
Unterred=
ung und erklärte ſich diesmal bereit, ſeine Ehe
anzuer=
kennen, — wenn er ſich ſcheiden ließe. Dann ſollte
„Madame Jouberthon” Herzogin von Parma werden
und Lucien eine Königskrone erhalten. Lucien blieb
ſtandhaft und wurde von Napoleon ſo hartnäckig
ver=
folgt, daß er ſich zur Auswanderung nach Amerika
ent=
ſchloß,anf See in engliſche Gefangenſchaft geriet und
bis 1814 in England blieb. Nach der Rückkehr
Napo=
leons von Elba eilte er zu ihm und nun kam eine
Ver=
ſöhnung zwiſchen ihnen zuſtande.
Gefügiger zeigte ſich Jéröme, ließ Weib und Kind
im Stich, um ſeinen Teil an dem märchenhaften Glücke
ſeines Bruders zu haben, und willigte ein, daß ſeine erſchien eines Tages Fleury, Louis Napoleons Ad=
Ehe durch ein kaiſerliches Dekret vom 2. März 1805
annulliert wurde. Napoleon hatte ihn in die Marine
geſteckt und ſchnell zum Kapitän und Konteradmiral Prinzeſſin war dem Prinzen Albert von Sachſen ſchon
zen mußte der Leichtſinnige noch warten. Doch jetzt
ſchon ließ der König Friedrich I. von Württemberg
König von Napoleons Gnaden — den Kaiſer vertraulich
wiſſen, wenn Jéröme ſich um die Hand ſeiner Tochter
willkommen, — Napoleon ſoll trocken geſagt habg:
„Die ſcheinen’s ja ſehr eilig zu haben!” Am 24.
Sep=
tember 1806 wurde Jéröme franzöſiſcher Prinz, am 8.
Juli 1807 König von Weſtfalen und vier Wochen ſpäter,
am 12. Auguſt, durch Stellvertretung in Stuttgart, am
22. Auguſt in den Tuilerien ſelbſt mit der Prinzeſſin
Katharina vermählt. Sie wurde dem „König Louſtick”
die liebevollſte Gattin und hielt ihm auch im Unglück
und in der Verbannung die Treue bis an ihr Ende.
phine zu trennen und unter den europäiſchen
Prin=
zeſſinnen von Geblüt eine zweite Gemahlin zu wählen,
reifte zur Tat, als einem ſeiner flüchtigen
Liebesaben=
teuer ein Sohn, der nachmals übel berüchtigte „Graf
Léon”, entſproſſen und damit der Beweis erbracht war,
daß er die Fortſetzung ſeines Stammes erhoffen konnte.
Erſt richtete er ſeine Blicke auf die ruſſiſche Großfürſtin
Anna, eine Schweſter Alexanders I., fand aber in St.
Petersburg ſo laues Entgegenkommen, daß nach dem
Frieden von Schönbrunn die Erzherzogin Marie Luiſe
von Oeſterreich beſtimmt werden konnte, Kaiſerin der
Franzoſen zu werden. Ein Opfer der Politik, das ſich,
wie man weiß, überraſchend ſchnell aufs beſte in ſein
Schickſal fügte.
In den drei Jahrzehnten, die der zweiten Ent= Spanien geweſen war.
thronung Napoleons folgten, wurden die Träger des
Hauſes Bonaparte von den Höfen und Kabinetten
Europas mit Mißtrauen und Haß beobachtet und
be=
wacht. Die Brüder des an den Felſen von Sankt
Helena gefeſſelten Titanen lebten unter Namen, die
König von Neapel und von Spanien, als „Graf von
Survilliers”, Lonis, der Exkönig von Holland, als „Graf
von Saint=Leu”, Jérome als „Fürſt von Montfort” und als die Prinzeſſin Marie Bonaparte, Luciens Urenkelin,
Lucien als römiſcher „Principe di Canino”. Mit
Na=
poleon III. begann der zweite Aufſtieg des Hauſes
Bonaparte. Sobald der Staatsſtreich des 2. Dezember
1851 dem Prinz=Präſidenten den Kaiſerthron geſichert
hatte, drangen ſeine Getreuen in ihn, Umſchau unter
den ebenbürtigen Fürſtentöchtern zu halten. Er fügte
ſich ihnen nur läſſig und erbat ſchließlich die Vermitt=
lung ſeiner Couſine, der badiſchen Großherzogin=Witwe
Stephanie von Beauharnais, um die Hand ihrer
Enke=
lin, der Prinzeſſin Karoline Waſa, zu gewinnen.
Deren Vater, Prinz Guſtav Waſa, hielt ſich am Hofe
des Großherzogs Ludwig III. von Heſſen auf, und ſo
jutant und Vertrauter, in Darmſtadt als Brautwerber
für ſeinen Herrn. Er brachte einen Korb heim, — die
befördert. Aber auf den Rang eines kaiſerlichen Prin= heimlich verſprochen. Louis Napoleon nahm den
Miß=
erfolg gleichmütig, ja erleichtert auf. Nun konnte er
dem Zuge ſeines Herzens folgen und Eugenie von
Montijo zu ſich auf den Thron heben.
Acht Jahre ſpäter ließ er es ſich mit entſchiedene=
Katharina bewürbe, wäre er ihm als Schwiegerſohn rem Eifer angelegen ſein, ſeinem Vetter Napoleon, dem
Prinzen „Plon=Plon”, zu einer ſtandesgemäßen Ehe
zu helfen. König Viktor Emanuel II. von Sardinien
gab nach langem Widerſtreben auf den dringenden Rat
Cavours als Preis für das Bündnis Frankreichs
gegen Oeſterreich ſeine Tochter Klothilde her. Dieſe
Heirat, gegen die ſich in Piemont ein Sturm der
Ent=
rüſtung erhob, wurde gerade ſo unglücklich, wie man
vorausgeſagt hatte. Der mit allem Lebensgenuſſe
ge=
ſättigte, von keinem moraliſchen Vorurteile beengte
Napoleons Entſchluß, ſich von der kinderloſen Joſe= Prinz ſchien neben der kaum den Kinderſchuhen
ent=
wachſenen ſtreng kirchlichen Prinzeſſin nach dem
Aus=
ſpruche einer ihrer Hofdamen „wie der Teufel im
Weihwaſſer‟. Drei Kinder ſchenkte die Prinzeſſin
Klothilde ihrem Gatten: zwei Söhne, Victor und
Louis, und eine Tochter, Laetitia. Hatte Prinz „Plon=
Plon” ſeine wenig unterhaltende Gemahlin gleich
anfangs vernachläſſigt, ſo verließ er ſie) ſpäter gänzlich,
gründete ſich, ohne Staat noch Kirche zu befragen einen
neuen Hausſtand und legitimierte die beiden Kinder,
die ihm geboren wurden, einen Sohn und eine Tochter,
unter dem Namen „de Céligny”. Er erlebte es noch,
daß ſeine rechtmäßige Tochter Laetitia 1888 die zweite
Gemahlin ihres Onkels, des Herzogs von Aoſta, wurde,
der eine kleine Weile als Amadeus I. König von
Lucien Bonaparte war in den hundert Tagen von
Napoleon zum franzöſiſchen Prinzen und zur
Kaiſer=
lichen Hoheit gemacht worden. Trotzdem wies
Napoleon III. ſeinen Nachkommen nur die Stellung
von „entfernteren Verwandten” an. Sie mußten ſich
keine Blutsgemeinſchaft mit ihm verrieten, Joſeph, einſt begnügen, Hoheiten zu heißen. Aber vor einigen
Jahren iſt auch auf dieſen Zweig des Hauſes
Bona=
parte der Glanz einer fürſtlichen Verbindung gefallen,
1907 den Prinzen Georg von Griechenland heiratete.
Freilich brachte ſie dem zweiten Sohne des Königs der
Hellenen die Millionen ihres Großvaters, des
Spiel=
pächters Blanc von Monte Carlo, als Heiratsgut
mit. . . .
Dr. A. v. W.
Nummer 264.
Seite 3.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
1. Oeffentliche Anerkennung. 2. Ordensverleihungen.
3. Ermächtigung zur Annahme und zum Tragen fremder
Orden. 4. Namensveränderung. 5. Zulaſſungen zur
Rechtsanwaltſchaft. 6. Dienſtnachrichten. 7.
Dienſtent=
laſſungen. 8. Nachweis der Befähigung zur Uebernahme
eines Kirchenamts. 9. Verzeichnis derjenigen
Studieren=
den der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt, denen
im Studienjahr 1909/10 auf Grund der abgelegten
Diplom=Hauptprüfung der Grad eines Diplom=
In=
genieurs erteilt wurde. 10. Charaktererteilungen. 11.
Ruhe=
ſtandsverſetzungen.
* Heſſiſcher Blumentag. Man ſchreibt uns: Der
Blumentag Ihrer Königlichen Hoheit der Frauz
Großherzogin wird, da gegen die Wahl eines
Wintertages in der letzten Zeit Bedenken laut
ge=
worden ſind, auf nächſtes Frühjahr verſchoben. Das
genaue Datum wird demnächſt bekannt gegeben
wer=
den. Die Verſchiebung kommt auch den Wünſchen der
Handelskreiſe (Detailliſten) entgegen, die ſie durch ihre
Vertretung befürwortet haben, damit der Tag nicht
mit dem lebhaften Weihnachtsgeſchäft kollidiere und
durch die Inanſpruchnahme der Angeſtellten leide. Der
Ertrag des Blumentages, an dem, wie üblich,
künſt=
liche Blumen zum Preiſe von 10 Pfennigen
verkauft werden, wird, wie in Berlin und
Erfurt, in erſter Linie der Mutter= und
Säug=
lingsfürſorge in Heſſen zufließen. Im großen
und ganzen ſollen die Beträge, über die
öffent=
lich Rechnung abgelegt wird, dort wieder verwandt
werden, wo ſie eingegangen ſind, ſodaß jeder
Ge=
meinde der Ertrag ihrer eigenen
Ver=
anſtaltung zufließt. Naturgemäß wird der
Tag auf die Städte und größeren Orte Heſſens zu
be=
ſchränken ſein, wenn nicht beſondere Wünſche in
die=
ſer Richtung bekannt werden.
Die Koſten für die Anſchaffung der Blumen ſind
bereits durch Stiftung gedeckt. Die Unkoſten für den
Tag werden daher nur gering ſein. Die Blumen
wer=
den durch Vermittelung heſſiſcher Detailgeſchäfte
be=
zogen. Die Vorarbeiten, die bereits im März dieſes
Jahres begonnen haben, ſind ſo weit abgeſchloſſen, daß
die Vorſchläge für die Organiſation demnächſt der
Oeffentlichkeit unterbreitet und in den einzelnen
Städten Komitees gebildet werden können. — Im
An=
ſchluß daran wird die Beſprechung eines Preſſe=
Aus=
ſchuſſes ſtattfinden, zu der ſämtliche größere Zeitungen
eingeladen werden ſollen. Beſonderer Wert wird, der
Eigenart dieſer Veranſtaltung entſprechend, auf die
Sympathie und Mitarbeit weiteſter Kreiſe gelegt.
* Großh. Zentrale für Mutter= und
Sänglingsfür=
ſorge in Heſſen. J. M. die Kaiſerin von
Ruß=
land und J. K. H. die Großherzogin beſuchten,
wie ſchon gemeldet, am Dienstag mittag unangemeldet
die Großh. Zentrale für Mutter= und
Säuglingsfür=
ſorge in der Heinheimerſtraße 21. Ihre Majeſtät ließ
ſich die Organiſation der Zentrale und des Patronats
darlegen. Bei der Beſichtigung des Gebäudes der Großh.
Zentrale für Mutter= und Säuglingsfürſorge ſtatteten die
Zarin und Ihre Königl. Hoheit die Großherzogin
auch der ſeit 1. November d. J. in den Räumen der
Zentrale untergebrachten Säuglings=
Berat=
ungsſtelle des Allgemeinen Deutſchen
Frauenvereins einen Beſuch ab. Die
Sprech=
ſtunde war gerade in voller Tätigkeit und viele
Mütter mit Säuglingen anweſend. Die hohen Damen
verweilten nahezu eine halbe Stunde in der
Berat=
ungsſtelle und bezeigten lebhaftes Intereſſe für die
Arbeit.
— Der Heilſtätten=Verein für das Großherzogtum
Heſſen verſendet ſoeben den Geſchäftsbericht für
1909, dem wir folgendes entnehmen: Der Kongreß zur
Bekämpfung der Tuberkuloſe als Volkskrankheit, der im
Mai 1899 in Berlin tagte, erblickte als wirkungsvollſtes
Kampfmittel gegen dieſe verheerende Krankheit die
Errich=
tung von Heilſtätten. Gemäß dieſer Erkenntnis gab es
für den in Darmſtadt beſtehenden Verein zur
Errich=
tung von Geneſungsheimen in den 5 größten Städten des
Landes keinen Zweifel mehr, ſeine Aufgaben umzugeſtalten,
dieſe vor allen Dingen auf das Gebiet des Großherzogtums
auszudehnen und die Errichtung von Heilſtätten für
Lun=
genkranke an die erſte Stelle ſeiner Beſtrebungen zu ſetzen.
Am 2. April 1900 fand die Umwandlung des Vereins ſtatt.
Nach eingehender Prüfung wurde zur Errichtung der
Heil=
ſtätte das nötige Gelände in der Gemarkung Winterkaſten
erworben. Am 12. September 1905, dem Geburtstag des
Großherzogs Ludwig IV., fand die feierliche Einweihung
der Heilſtätte, die inzwiſchen durch die Gnade der
Groß=
herzogin den Namen „Eleonoren=Heilſtätte” erhalten hatte,
in Anweſenheit der ſtaatlichen, gemeindlichen und
kirch=
lichen Behörden, des Landesausſchuſſes und Vorſtandes
und zahlreicher Mitglieder und ſonſtiger Geladenen ſtatt.
Am 30. September wurde die Heilſtätte mit 40 Pfleglingen
der Landesverſicherungsanſtalt Großherzogtum Heſſen, die
ſeither in der Privatheilſtätte der Frau Göttmann in
Rei=
chelsheim i. O. untergebracht waren, bezogen. Von den
760000 Mark, die der Geſamtaufwand betrug, haben
auf=
gebracht der heſſiſche Staat 50000 Mark, das deutſche
Zen=
tralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkuloſe 25000 Mark,
während an Bauſpenden, angeſammelten
Mitgliederbei=
trägen uſw. etwa 85000 Mark zur Verfügung ſtanden.
Der Reſt von 600000 Mark mußte bei der
Landesverſiche=
rungsanſtalt Großherzogtum Heſſen aufgenommen
wer=
den, die ſich dafür 50 Betten für ihre Kranken vorbehielt.
Als leitender Arzt wurde Dr. Sell, ſeither in
Reichels=
heim, und als Verwalter der ſeither in Naurod im
Taunus bedienſtete Verwalter Bühler verpflichtet. Die
bei=
den Schweſtern ſtellte der Alice=Frauenverein. Die
Heil=
ſtätte, beſtehend aus Krankenbau, zwei Liegehallen,
Wirt=
ſchaftsgebäude, Betriebsgebäude und Arztwohnung, iſt ein
in jeder Beziehung moderner Bau. Die Zahl der
Pfleg=
linge hat von Jahr zu Jahr zugenommen, im
Berichts=
jahr wieder um 15 Pfleglinge mehr als im Vorjahr. Im
ganzen wurden diesmal 512 Perſonen behandelt. Die
Einnahme betrug 164065 Mark 96 Pfg, die Ausgabe
159843 Mark 66 Pfg., es verblieb demnach ein
Kaſſen=
vorrat von 4222 Mark 30 Pfg. Die Zahl der Mitglieder
des Vereins iſt im Berichtsjahr von 1580 auf 1548
geſun=
ken; die Beiträge ſind jedoch dieſelben geblieben.
M. V. Die Aufführung des Deutſchen Requiems
von Brahms durch den Muſikverein am heutigen
Donnerstag in der Stadtkirche (ſ. Anzeige) beginnt
auf Allerhöchſten Wunſch pünktlich um 6¾ Uhr. Bei
Anfang des Konzerts werden die Türen der Kirche
geſchloſſen und erſtnach Beendigung eines Abſchnittes
für etwa zu ſpät kommende Beſucher geöffnet. Von
dieſer Beſtimmung werden keinerlei
Aus=
nahmen gemacht werden, worauf hiermit noch
ausdrücklich hingewieſen ſei.
— Eine Freiligrath=Feier veranſtaltet der Verein
für Verbreitung von Volksbildung Samstag,
den 19. November, im Feſtſaale der Turngemeinde. Den
Vortrag über den Dichter Ferdinand Freiligrath (geb.
17. Juni 1810), hat Herr Profeſſor Hans Kißner aus
Darmſtadt übernommen; die Chor= und Sologeſänge,
Violinvorträge und Darbietungen Freiligrathſcher
Dich=
tungen werden dem Abendprogramm jene anmutende
Stimmung ſichern, die wir aus ähnlichen
Veranſtal=
tungen genannten Vereins in ſo angenehmer Erinnerung
haben.
— Kolberg=Aufführung. Die evangel. Jugend=
Vereinigung der Petrusgemeinde wird am
Sonntag und Montag P. Heyſes fünfaktiges Drama:
„Kolberg” im Gemeindeſaal, Hofgartenſtraße 8, zur
Auf=
führung bringen. Die Dichtung, die uns in das
un=
glücklichſte Jahr der preußiſchen Geſchichte führt, in dem
das tapfere Aushalten der kleinen pommerſchen Feſtung
Kolberg faſt den einzigen Lichtblick bildet, dürfte gerade
in dieſem Jahre, wo durch die Hundertjahrfeier des
Todes der Königin Luiſe die Erinnerung an jene Zeit
beſonders aufgefriſcht worden iſt, von beſonderem
In=
tereſſe ſein. Iſt es für Dilettanten auch ein kühnes
Unternehmen, ſich an Heyſes Fünfakter heranzuwagen,
ſo iſt es doch ſicher im Sinne des Dichters, wenn junge
Handwerker, Schüler und Studenten ſich durch ſein
Werk für edles Mannestum, für Treue und Liebe zum
Vaterlande begeiſtern laſſen. Wer mit der Jugend
fühlen kann, komme und ſehe, wie ſie einen Nettelbeck
und Gneiſenau zu erfaſſen vermag. (Näheres ſiehe im
Anzeigenteil.)
— Verein für Vogel= und Geflügelzucht (älterer
Verein). Die von 44 Mitgliedern beſuchte
Monats=
verſammlung wurde durch den erſten Vorſitzenden in
der üblichen Weiſe eröffnet. Er gab bekannt, daß ſich
wieder 5 Herren als Mitglied gemeldet haben, welche
vor Schluß der Verſammlung ohne Widerſpruch
auf=
genommen wurden. Herrn Chr. Haun, der 25 Jahre
dem Verein angehört, wurden ſeitens des Vorſtandes
die Glückwünſche überbracht mit der Hoffnung, daß es
ihm vergönnt ſein möge, noch recht lange in ſteter
Friſche dem Verein anzugehören. Hierauf wurde dem
Schriftführer das Wort zur Verleſung der
rückſtändi=
gen Protokolle erteilt, welche geneßmigt wurden. Im
Stadt und Land.
Darmſtadt, 10. November.
Von der Stadtverwaltung.
In letzter Zeit wurden an die ſtädtifche
Ver=
waltung Anfragen hinſichtlich der Grundſätze des
Ver=
dingungsweſens, des Altſtadtdurchbruchs, der
Schlacht=
hofgebühren und der damit im Zuſammenhang
ſtehen=
den indirekten Abgaben gerichtet. Die Bürgermeiſterei
ſieht ſich veranlaßt, zur Aufklärung der Oeffentlichkeit
folgende Mitteilungen zu machen:
1. Bei der Zuſchlagserteilung wird vor allem
dar=
auf geſehen, daß die Arbeit oder Lieferung auch für den
angebotenen Preis mit angemeſſenem
Ver=
dienſt möglich iſt, daß der Submittent Gewähr
und Sicherheit ffür die richtige Ausführung der
Ar=
beit bietet und nicht Löhne zahlt oder
Arbeitsbeding=
ungen ſtellt, die hinter den in ſeinem Gewerbe üblichen
Löhnen oder Arbeitsbedingungen zurückbleiben. Unter
Berückſichtigung der lang andauernden
Arbeitsloſig=
keit der letzten Zeit ſind, ohne Rückſicht auf die Höhe
der Angebote, vielfach Arbeiten an die Vereinigungen
vergeben worden, die ſich in den verſchiedenen
Gewer=
ben gebildet haben. Die Vergebung geſchah jedoch nur
dann an dieſe Gruppen, wenn erwieſen war, daß das
Angebot ſich in dem Rahmen der üblichen Preiſe
ge=
halten hat. Auch wurde darauf geſehen, daß tatſächlich
in ſolchen Fällen mehrere Meiſter beſchäftigt worden
ſind. Faſt ſtets hatten dieſe Vereinigungen übrigens
Konkurrenten, von denen man beſtimmt wußte, daß
ſie keine Scheinofferten abgegeben haben. Das
Sub=
miſſionsweſen der Stadt wird einwandfrei und
ge=
wiſſenhaft gehandhabt.
2. Bezüglich des Altſtadtdurchbruchs ſteht
feſt, daß die ſtädtiſche Verwaltung längſt die Aufgabe
durchgeführt hat, die ihr oblag. Sie hat einen
Koſten=
aufwand von nahezu 1 Million zu Laſten der
All=
gemeinheit übernommen, die Randſteine des
durch=
geführten Straßenzuges ſind gelegt. Wenn nunmehr
ſich die Bautätigkeit leider nicht entwickelt hat, ſo liegt
dies an der Ungunſt der wirtſchaftlichen Verhältniſſe.
Erfahrungsgemäß bedürfen Durchbruchsprojekte zu
ihrer Durchführung einer verhältnismäßig ſehr langen
Zeit. Selbſt in Städten, die im Gebiete des Handels
und des Verkehrs Darmſtadt übertreffen, ſo in
Frank=
furt a. M., wurden Straßendurchbrüche durchgeführt,
die zu ihrer Vollendung über zwei Jahrzehnte
brauch=
ten. So iſt in Frankfurt a. M. noch heute das
Brau=
bachdugchbruchprojekt noch nicht zur Vollendung
ge=
kommen.
3. Es iſt unrichtig, daß eine neue Belaſtung
des Fleiſches im Wege indirekter Abgaben
ſtatt=
gefunden habe. Im Verhältnis zu der durch das
ſeit=
herige Oktroi beſtehenden Belaſtung hat eine
Entlaſt=
ung des Metzgerſtandes um nahezu 70000 Mark
ſtatt=
gefunden.
4. Die Mitteilung, daß der Oberbürgermeiſter
die Einführung neuer, ungerechter Verbrauchsabgaben
beabſichtige, entbehrt jeder tatſächlichen
Grundlage.
* Zum Beſuch des deutſchen Kaiſers in
Wolfs=
garten erfahren wir noch, daß der Kaiſer am
Frei=
tag vormittag gegen 10 Uhr in Frankfurt=Süd
ein=
trifft, von wo nach vorgenommenem Maſchinenwechſel
die Weiterfahrt nach der Station Egelsbach erfolgt.
Von hier aus begibt ſich der Kaiſer mit ſeinem Gefolge
mittels Automobil nach Schloß Wolfsgarten zum
Be=
ſuche des Zarenpaares. Um 3 Uhr nachmittags
erfolgt die Weiterreiſe nach Baden=Baden
zum Beſuche der Großherzogin=Mutter von
Baden. Noch am gleichen Abend begibt ſich der
Kai=
ſſer nach' Donaueſchingen.
— Uebertragen wurde dem Schulamtsaſpiranten
Heinrich Vogel aus Groß=Zimmern, Kreis Dieburg,
die Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Eichenrod, Kreis
Lauterbach; dem Schulamtsaſpiranten Heinrich Krauſch
aus Gambach, Kreis Friedberg, die Lehrerſtelle an der
Gemeindeſchule zu Bergheim, Kreis Büdingen; dem
Lehrer Heinrich Krämer zu Erbenhauſen, Kreis Alsfeld,
eine Lehrerſtelle an der Gemeindeſchule zu Saaſen, Kreis
Gießen; dem Lehrer Wilhelm Theiß zu Guntersblum,
Kreis Oppenheim, eine Lehrerſtelle an der
Gemeinde=
ſchule zu Boſenheim. Kreis Alzey.
* Großh. Heſſiſches Regierungsblatt. Die
Bei=
lage Nr. 29, vom 9. November, hat folgenden Inhalt:
Heinrich von Stein=Abend.
Der vom Darmſtädter Vortragsverband am
Diens=
tag im großen Saale der Turnhalle am Woogsplatz
ver=
anſtaltete Heinrich von Stein=Abend brachte ſowohl für
die Veranſtalter wie für den größten Teil des zahlreich
erſchienenen Publikums keinen Erfolg, um nicht zu
ſagen einen Mißerfolg. Einen Mißerfolg, an dem die
Rednerin des Abends, Frau Anna Bering aus
Locarno, das ſoll im vorhinein feſtgeſtellt ſein, keine
Schuld trug. Denn die Dame wurde ihrer ungemein
ſchwierigen Aufgabe in vollem Maße gerecht. Sie wußte
in ihrem einleitenden Vortrag „aus dem Leben und
Schaffen Heinrich von Steins” den Verſtehenden
in Wahrheit ein Lebensbild des im Stadium eines noch
ungeklärten Wollens aus dem Leben Geſchiedenen zu
zeichnen, und ſie bewies damit, daß ſie mit ſeltener
Menſchenkenntnis die ſenſible Philoſophen= und
Dichternatur des Mannes erforſcht, der, wäre er nicht
ſo früh verſtorben, ein religiöſes Genie geworden wäre,
und der uns in ſeinen Schriften Gedanken und Fragen
von unendlicher Tiefe, Reinheit und Wahrheit
hinter=
laſſen. Gedanken und Maximen, denen Liebe und
Verſtändnis entgegenzubringen allerdings mehr
erfor=
dert, als ein Publikum, das in ſeiner überwiegenden
Mehrheit kaum anderes ſucht, als eine Stunde
inter=
eſſanter oder auch bildender Unterhaltung. Und darin
iſt der Mißerfolg des Abends begründet. Eine ſo
tief=
gegründete Natur wie die Heinrich von Steins, ſeine
Werke, die ſich mit den ſchwierigſten Problemen, mit ſo
unendlich tiefen Gedanken über die Religion
beſchäf=
tigen, ſetzen trotz, oder vielleicht gerade wegen, der
Reinheit ſeines Gemütes und ſeines Denkens ein
Publikum voraus, das nicht nur über den erforderlichen
Bildungsgrad, ſondern über ein gewiſſes Quantum von
Gelehrtheit verfügt, um verſtehen zu können.
Das mußten die Veranſtalter des Abends
wiſſen. Ihnen mußte auch bekannt ſein, daß bei einem
Publikum, das ſich, wie im Vortragsverband, aus den
verſchiedenſten Schichten der Bevölkerung
zuſammen=
ſetzt, dieſe Vorausſetzungen nicht zutreffen können. So
kam es, daß der Rednerin nicht die geſpannte
Auf=
merkſamkeit zuteil wurde, die ihr Vortrag erforderte,
zumal ihr Organ in dem Rieſenraum kaum
durch=
dringen konnte; daß ſich keine Hand zum Beifall rührte,
und daß das Publikum vielfach ſchon den Saal verließ,
ehe die Rednerin geendet. Eine — Unhöflichkeit, die
übrigens dem Publikum keineswegs entſchuldigt
wer=
den ſoll, wenn ſie auch begreiflich erſcheint. Heinrich
von Stein zu ehren, wäre Aufgabe einer Vereinigung
von Literaten, Schriftſtellern, Künſtlern oder Gelehrten
geweſen, die den Reflexionen hätten folgen können.
Das große Publikum verlangt mehr reale
Darbietun=
gen. Den Verſtehenden, wie geſagt, bedeutete der
Abend einen ethiſchen Genuß.
Der zweite Teil des Programms brachte
Rezi=
tation der dramatiſchen Bilder: „Marats Tod‟
„Luther 1507‟, „Das Roſenwunder”, „Der große König‟,
von denen das letzte, ſeines realen Gehaltes wegen
ein Beweis für dasVorgeſagte —, endlich Beifall im
Publikum auslöſte. Der Vortragenden gebührt für die
Art, wie ſie ihre undankbare Aufgabe gelöſt,
Aner=
kennung.
M. St.
Münchener Theaterbrief.
K.W.W. Der Beginn der Winterſaiſon ſetzte bei
uns in München dieſes Jahr faſt unmerklich ein, denn
Sommer= und Winterſpielzeit reichten ſich die Hände.
Einen ſo umfangreichen Bühnenbetrieb, wie er diesmal
in der ſchönen Jahreszeit, der für die Bretterwelt ſonſt
toten Saiſon, ſtattfand, haben wir hier in den
Winter=
tagen nicht. Die größten Eindrücke werden für uns
noch eine Weile die Vorſtellungen Max Reinhardts
im Künſtlertheater bleiben, und vor allem der
monu=
mentale Schlußſtein in dieſem Feſtreigen der Berliner
Künſtler, die Oedipus=Vorſtellung in der
großen Muſikfeſthalle, der nun ja auch die
Berliner Oedipus==Aufführung im
Zir=
kus gefolgt iſt. Der Oedipus=Vorſtellung und ihren
Wiederholungen wohnten jedesmal über 3000 Zuſchauer
bei. Ein erheblicher Teil von Eintrittskarten konnte
wegen der jedes Theater weit übertreffenden Zahl an
Plätzen zu recht niedrigen Preiſen abgegeben werden.
Das iſt entſchieden ein Umſtand von größter ſozialer
und kunſtpädagogiſcher Bedeutung, zumal unſere guten
Bühnen überall mehr und mehr Luxustheater werden,
die nur einer kleinen, oberen Geſellſchaftsſchicht offen
ſtehen. Man wird nun vielleicht einwenden, daß die
Tragödie des Sophokles ſich dem Verſtändnis des
„kleinen Mannes” entziehe; allein die virtuoſe Regie
Max Reinhardts wußte allen das erſchütternde Schick=
ſal des Oedipus ſo nahe zu bringen, wie nur möglich.
Auch diejenigen Hörer, die nicht hiſtoriſch, äſthetiſch und
philologiſch ſich auf der Schulbank mit dem antiken
Drama beſchäftigt haben, wurden durch die glänzende
Vorſtellung hingeriſſen. Gewiß, die Lehre vom
unent=
rinnbaren, vorherbeſtimmten Schickſal läßt heute die
Gebildeten wie die weniger Gebildeten im gleichen
Maße kalt, aber allen Zuhörern kam auch im gleichen
Maße durch die Reinhardtſche Aufführung zum
Be=
wußtſein, einem Erlebnis beſonderer Art beizuwohnen
und dem Kunſtgebilde eines wahren Dichters
gegen=
überzuſtehen. Es iſt geplant, auch im nächſten Jahre in
der großen Halle Volksvorſtellungen dieſer Art
zu bieten, ein vielleicht fruchtbringender Gedanke, wenn
man ſich auf weniger feſt mäßige Aufführungen
be=
ſchränkt, denn die Empfindungskluft zwiſchen Antike
und Moderne hindert eine intenſive oder gar
geſchäfts=
mäßige Ausbeutung der Idee. Die Bühne trug antiken
Charakter, ohne als Imitation zu wirken. Ein breiter
Wandelgang durchs Publikum war frei gelaſſen für den
Chor und das geängſtigte Volk von Theben. Kein
Vorhang trennte Zuſchauer und Chor von der Bühne,
deren gigantiſche Treppenſtufen zur ſäulengeſchmückten
Königsburg hinaufführten. Aus der Ferne hörten wir
das Jammern der durch die Peſt geängſtigten
Volks=
maſſen; immer lanter, eindringlicher wurde das
viel=
tönige Stimmengewirr, und endlich ſtürzten von drei
Seiten die Scharen herein, flehend ſich an die Stufen
des Palaſtes drängend. Man kennt Reinhardt als
Meiſter der Maſſenbewegung, dennoch war dieſer
über=
wältigende Eindruck überraſchend. Die Ueberſetzung
des Oedipus von Hofmannsthal iſt verdienſtvoll,
auch da, wo ſie kürzt. Reinhardt hatte die Abſicht
ge=
habt, dem Drama nach antikem Gebrauch ein Satirſpiel
folgen zu laſſen. Die Proben befriedigten ihn jedoch
nicht, ſo daß er den Gedanken aufgab.
Reinhardt kommt im nächſten Jahre nicht wieder
zu uns. Er iſt wohl der Anſicht, daß nicht immer der
Fremdenſtrom in München ſo ſtark ſein kann, wie im
verfloſſenen Oberammergauer Paſſionsſommer. Denn
viel mehr als die Ausſtellung Mohammedaniſcher
Meiſterwerke waren es die Paſſionsſpiele, die ſo
gewal=
tige Maſſen von Ausländern und Deutſchen nach
München führten.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November
Anſchluß hieran berichtete Herr Oppel ſehr
ein=
gehend über die kürzlich in Ober=Ramſtadt
abgehal=
tene Geflügel=Ausſtellung, wobei alle Tiere, welche
von den Vereinsmitgliedern ausgeſtellt waren,
prämi=
iert wurden. Herrn Adam Riehl wurde für ſeinen
Stamm rebhuhnfarbiger Italiener ein erſter Preis
zuerkannt. Der erſte Vorſitzende gab bekannt, daß
vom Dienstag, den 8. November ab ſeitens des
Die=
ners Bott die Anmeldebogen abgeholt und die
doppel=
ten Bogen bis Ende dieſer Woche, mit Katalognummer
verſehen, den Mitgliedern wieder zugeſchickt werden
ſollen. Gleichzeitig ſollen den Ausſtellern
Anhänge=
ſchilder mitgeſchickt werden, welche zur beſſeren
Orien=
tierung der Einſetzkommiſſion an die Körbe uſw.
an=
gehängt werden ſollen. Ueber den nächſten Punkt:
Prämiierung von Brieftauben, entſtand auf Grund
des gefaßten Beſchluſſes in der Juni=Verſammlung
ein längerer Meinungsaustauſch. Der Vorſchlag des
Vorſtandes, daß für die Flüge von 100, 200, 300 und
500 Kilometer je 3 Preiſe als Zuſatzpreiſe für die beſte
Leiſtung ausgegeben und an die Mitglieder der
bei=
den Brieftaubenklubs, welche auch gleichzeitig
Mit=
glied des Vereins ſind, ausgegeben werden ſollen,
wurde angenommen. Im weiteren wurden noch
ge=
ſtiftet: 7 Ehrenpreiſe mit beſonderen Bedingungen.
Nach der Verloſung von einem Hahn und 3 Paar
Bag=
detten, ſowie der üblichen Freiverloſung von Tauben
wurde die Verſammlung geſchloſſen.
— Der Bund der techniſch=induſtriellen Beamten,
vor zirka 6 Jahren in Berlin gegründet, hat es ſich
zur Aufgabe geſtellt, die wirtſchaftliche Beſſerſtellung
und Hebu:; der Standesintereſſen der techniſchen
An=
geſtellten zu fördern. Um den in der Praxis
ſtehen=
den oder auf dieſe ſich vorbereitenden Fachkollegen
Gelegenheit zu geben, ſich über die Ziele des Bundes
zu unterrichten, findet heute Donnerstag, den 10.
No=
vember, abends 8½ Uhr, im Kaiſerſaal eine öffentliche
Verſammlung ſtatt. In dieſer wird Herr
Regierungs=
bauführer a. D. Thimm=Berlin über „Standesfragen
deutſcher Ingenieure” referieren. Anſchließend daran
ſoll eine Beſprechung ſtattfinden über die neueſte
Fu=
ſion in der Großinduſtrie, nämlich der Allgemeinen
Elektrizitäts=Geſellſchaft und Felten=Guilleaume=
Lah=
meyerwerke, die in ihrer Wirkung — Entlaſſung
vie=
ler Angeſtellten — gezeigt hat, wie unſicher die Lage
der Privatangeſtellten iſt. Dies führt uns dazu, von
neuem darauf hinzuweiſen, wie nötig ein
Zuſammen=
ſchluß der techniſchen Privatangeſtellten iſt, um
ſol=
chen Fällen vorzubeugen. Um aber wirkſam ſein zu
können, iſt es nötig, daß alle techniſchen
Privatange=
ſtellten ſich zu gemeinſamem Handeln
zuſammen=
finden. Um dieſes Beſtreben zu verwirklichen, ſoll in
dem Referat eine Verſchmelzung des Techniker=
Ver=
bandes mit dem Bund der techniſch=induſtriellen
Be=
amten zur Sprache kommen und in der Diskuſſion
be=
handelt werden. Alle intereſſierten Kreiſe,
Architek=
ten, Chemiker, Ingenieure, Studierende der
Tech=
niſchen Hochſchule, Techniker, Zeichner ſind zu dem
Vortrag freundlichſt eingeladen. (Siehe Anzeige.)
— Paulusgemeinde. Wie aus dem Anzeigenteil
in heutiger Nummer erſichtlich iſt veranſtaltet die
Paulusgemeinde am nächſten Sonntag abend eine
Luther=Geburtstagsfeier, zu der Jedermann willkommen
iſt. Pfarraſſiſtent Zimmermann aus Griesheim wird
von Rom einſt und jetzt erzählen.
— Adreßbuch. Die Druckbogen Nr. 15 und 16
des 1911er Adreßbuches, enthaltend Einwohnerregiſter —
Spieß, Karl bis Wiegand, Julie — liegen im
Haupt=
meldebureau, Hügelſtraße Nr. 31/33, Zimmer Nr. 13,
während der Bureauſtunden (8 bis 12 Uhr vormittags
und 2 bis 6 Uhr nachmittags) bis zum 11. November
vormittags zur Einſichtnahme offen.
n. Städtiſche Notſtandsarbeiten. Die Verwaltung
unſerer Stadt, die ſich von jeher die Bekämpfung der
Arbeitsloſigkeit ſehr angelegen ſein läßt, hat auch für den
jetzigen Winter durch Bereitſtellung von umſangreichen
Notſtandsarbeiten Vorſorge getroffen. Während im
Vorjahre für fraglichen Zweck insgeſamt rund 18000
Schichten (tägliche Arbeitszeit eines Arbeiters) gemacht
wurden, ſind für diesmal bedeutend mehr, nämlich
etwa 24000, verfügbar. Hiervon gehen etwa 4000 für
die ſtändig im ſtädtiſchen Dienſt befindlichen Arbeiter
ab, ſo daß 20000 für die ſonſtigen Arbeitsloſen
ver=
bleiben. Die Steigerung wird durch die zeubewilligten
Kanalarbeiten (Herſtellung des Nord= und
Schlachthof=
kanals) und die Erneuerung des Darmbachbettes in
Weiterſtädter Gemarkung veranlaßt, während der
Steinſchotterbedarf, deſſen Schlagen als regelmäßige
Notſtandsarbeit in Betracht kommt, infolge der
Klein=
pflaſterung vieler chauſſierter Straßen uſw., um die
Hälfte gegen früher zurückgegangen iſt. Dieſe
verfüg=
baren Arbeitsgelegenheiten ſind beträchtlich, werden
aber, falls ſich der Winter ungünſtig geſtaltet, nicht
aus=
reichen, wie ja auch die Stadt ſelbſtverſtändlich nicht jede
Arbeitsloſigkeit abhalten kann, zumal ſie bisher in
dieſen ihren Bemühungen faſt ausſchließlich auf eigene
Mittel angewieſen war. Sie muß deshalb zu dem auch
im Vorjahre angewandten und als zweckmäßig
befun=
denen Ausweg greifen, jeweils nach einer gewiſſen
Be=
ſchäftigungsdauer die eingeſtellten Arbeiter durch
andere Arbeitsloſe zu erſetzen. Auf dieſe Weiſe nützt
die Gelegenheit möglichſt vielen und es werden
ander=
ſeits die Betreffenden veranlaßt, auch ſelbſt ſich andere
Arbeit zu ermitteln. Bei weit außerhalb gelegenen
Arbeitsplätzen erleichtert die Stadtverwaltung die
Be=
ſchäftigung auch dadurch, daß ſie (ſo auch demnächſt bei
den Darmbachbettherſtellungen) auf eigene Koſten eine
Kochhütte nebſt Geſchirr, Brennmaterial und
Hilfsperſo=
nal gewährt und dadurch den Arbeitern die Beſchaffung
eines kräftigen warmen Mittageſſens nebſt Kaffee für
27 Pfg. (22 und 5 Pfg.) billig und unter Zeiterſparnis
ermöglicht. Man ſollte ſeitens anderer Behörden und
aus Privatkreiſen die Stadtverwaltung, die ja auch eine
Zentralſtelle für Arbeitsloſenfürſorge ins Leben rufen
wird, auf fraglichem Gebiete nach Kräften unterſtützen
und ſich dadurch wirtſchaftlich, ſozial und ethiſch im
Intereſſe der Allgemeinheit betätigen, damit
Arbeits=
bereiten die Zuflucht zur Armenpflege und Not erſpart
bleiben.
Karnevaliſtiſche Generalverſammlung. Die
Karnevalgeſellſchaft Narrhalla lädt im
Anzeigenteil heutiger Nummer zum Anhören der
„Ouvertüre zum Karneval 1911‟, d. h. zum Beſuch der
großen Generalverſammlung am 11. des 11.
Monats ein. Auf dieſer Generalverſammlung, in der
Lieder, Vorträge und Büttreden ſchon eine kleine aber
ſchmackhafte Koſtprobe deſſen geben ſollen, was von dem
Vierteljahrhundertjubiläum zu erwarten iſt, wird das
Rieſenprogramm des Karnevals 1911 bekannt
gegeben. Der Große Rat erhofs recht zahlreichen
Beſuch, um ſo mehr, als in Anbetracht der ſchlechten
Zeiten und des chroniſchen Geldmangels keinerlei
An=
forderungen an die Beſucher geſtellt werden. Eintritt,
Lieder, alles iſt frei. Bewährte alte und junge Kräfte
werden den Abend zu einem genußreichen geſtalten
helfen. (Näheres ſiehe Anzeigenteil.)
Gernsheim, 9. Nov. Ein tödlicher Unfall
er=
eignete ſich heute vormittag bei der Einfahrt des
Mann=
heimer Schnellzuges. Ein trotz Warnung eines
Bahn=
bedienſteten zu weit vorgegangener Reiſender Adam
Hallſtein aus Rimhorn i. O. wurde durch die
Maſchine erfaßt, zur Seite geſchleudert und erlitt
der=
artige Verletzungen, daß er nach einigen Minuten
verſchied.
Offenbach, 8. Nov. Mit der gemeldeten
Verhaft=
ung des bei der Frankfurter Firma Sackreuter in
der Friedensſtraße beſchäftigten Ausläufers Folz
aus Dörnigheim a. M. und des hieſigen
Büchſen=
machers und Wirtſchaftsinhabers Will in der
Ge=
leitsſtraße hat die Polizei einem lange Jahre hindurch
mit der größten Raffiniertheit betriebenen Diebes=
und Hehlerkompagniegeſchäft ein Ende
be=
reitet. Die von Folz gemachten Unterſchlagungen
be=
ziffern ſich insgeſamt auf mehrere tauſend Mark. Folz,
der ſchon über 14 Jahre bei der Firma Sackreuter
be=
ſchäftigt war und deren vollſtes Vertrauen genoß, war
gewöhnlich morgens zuerſt im Geſchäft und eine
Zeit=
lang allein anweſend. Dieſe Gelegenheit nützte er
zu ſeinen Diebereien aus. Er packte die Waren in
ein Paket zuſammen und brachte dieſes in eine
Wirt=
ſchaft der Großen Gallusſtraße. Hier holte ſich der
mit ihm im Bunde ſtehende Will die Sachen faſt jeden
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Frl. Howard ſendet uns folgende Zuſchrift:
„Ich bin keineswegs Schülerin der Frau Cahier.
Wir ſind beide Schülerinnen Jean de Reszkés in Paris,
vielleicht daher kam der Irrtum.”
— Ende November wird bei der Firma C. G.
Börner in Leipzig die größte deutſche Exlibris=
Sammlung des in Frankfurt a. M.
verſtor=
benen Heinrich Eduard Stiebel verſteigert. Die
Stiebelſchen Sammlungen ſind nach dem Katalog auf
80000 bis 90000 Blatt zu ſchätzen, davon allein 20000
Exlibris, und von dieſen 20000 Blatt wieder faſt die
Hälfte alte Blätter des 15. bis 18. Jahrhunderts,
dar=
unter die koſtbarſten Seltenheiten, die jedem Exlibris=
Kenner aus den zahlreichen Publikationen Stiebels
bekannt ſind. Auch die modernen Exlibris enthalten
die ſchönſten Arbeiten eines Klinger, Baſtenier,
Grei=
ner, Kolb, Vogler, Coßmann, Orlik, Sherborn, French,
um nur einige der beſten Namen zu nennen. Den
wertvollſten Teil von Stiebels Sammlungen bildek
ſeine koſtbare Sammlung Einbände, dieſer heutzutage
ſo geſuchten feinen Arbeiten des 18. Jahrhunderts, die
mit ihrem reichen Goldſchmuck auf dem feinen roten
Maroquin leider uns unerreichbare Vorbilder ſind.
sh Auch eine Kunſtkritik. In Weimar, der
Kunſtſtadt par excellence, findet zurzeit eine Ausſtellung
der „Brücke” ſtatt, einer Gruppe moderner Maler, die
ihren Sitz in Dresden und Gemälde, Leichnungen und
Graphiken hauptſächlich von Kuno Amiet=Oſchwand, E.
Heckel=Dresden, E. L. Kirchner=Dresden, Max Pechſtein=
Berlin=Wilmersdorf, Schmidt=Rotluff=Dangaſt i. O., Otto
Müller=Steglitz nach Weimar geſchickt hat. Der Weimarer
Kunſtkritiker der Jenaiſchen Zeitung ſcheint dieſe „Brücke‟
für ſehr unſchön zu halten, denn er ſchreibt über die „
An=
ſtreicher” der „Brücke” wie er die Maler in Summa
be=
zeichnet, unter anderem das folgende, was auch für manche
andere neudeutſche Gemäldeausſtellung zutreffen mag:
„Beim Eintreten ſieht man ſich von den ſchönſten Farben
umgeben: rot, blau, grün und gelb herrſchen vor.
Unver=
mittelt ſtehen ſie nebeneinander, wie ein Kind von 6 bis
8 Jahren Bilder malt. Die Zeichnungen könnten
ebenſo=
gut aus dieſem Alter ſtammen, denn daß es einem Kinde
einfallen könnte, um eine recht häßliche, weibliche, rote
Fratze einen grellgrünen fingerbreiten Strich zu malen,
kann man ſich ſchon denken. Bunte Häuſer ſtehen — meiſt
windſchief — in grasgrünen Landſchaften; die tollſten
Geſtalten, verzeichnet, ohne jede Kenntnis der menſchlichen
Figur, ſind mit den grellſten Farben angeſtrichen. Man
kann noch ſo viel beſchreiben, die Sachen ſind immer noch
toller und noch häßlicher, als man es ausſprechen kann.
Die Schwarzkunſt iſt ähnlich behandelt, meiſt ahnt man
nicht, was die ſchwarzen und weißen Flecke bedeuten
ſollen.‟ Der Verfaſſer ſchließt ſeinen Artikel mit der
Be=
merkung: „Von Jahr zu Jahr iſt die Malerei mehr in
Verfall geraten — d. h. die Technik iſt oft ſehr gut, aber
die Bilder doch abſcheulich —, bis wir endlich bei der
„Brücke” angekommen ſind. Dabei muß einem Künſtler
oder einem Kunſtfreund das Herz bluten. Solche
Schmie=
rereien gehören nicht in Ausſtellungen, ſondern ins
Feuer!”
Kleines Feuilleton.
— Eduard v. Simſon bei Goethe. Goethe
war der gute Genius geweſen, den Simſon ſich als
Jüngling zum Führer in allen Wirrniſſen erwählt.
Dem wundervollen Redner ſtanden Goetheworte am
rechten Platz ſtets zu Gebote. Als er als Präſident der
Goethe=Geſellſchaft das großherzogliche Paar zuerſt in
Belvedere begrüßte, da hob er, da, wo der Taſſo
voll=
endet worden war, mit dem Taſſo=Vers an: „Ferrara
ward durch ſeine Fürſten groß.” Welche Gefühle
be=
ſeelten ihn, als er die endlich wieder aufgetanen Räume
des Goethe=Hauſes am Frauenplan betrat, in denen er
mehr als ein halb Jahrhundert früher einſt vor dem
Olympier geſtanden hatte! Es war im Jahre 1829.
Durch den alten Freund Zelter war er an Goethe
empfohlen worden. „Dr. jur. Edward Simſon, ein
ſtattlicher, 18jähriger Jüngling, aus Königsberg in
Preußen, iſt mir ſtark empfohlen; er ſoll von großen
Hoffnungen ſein und reiſet auf königliche Koſten”, hatte
er geſchrieben. Dieſem Briefe verdankte Simſon die
freundlichſte Aufnahme. „Der Kammerdiener führte
mich die breite Treppe hinauf” erzählt er unterm 28.
Auguſt; „mich melden zu laſſen ſei heute nicht nötig,
da das Haus jedem offen ſtände.‟ Durch ſolche
Freund=
lichkeit ermutigt, trat ich in das Zimmer und ſah den
Hochgefeierten im franzöſiſchen Geſpräch mit einigen
Männern dieſer Nation und einigen Engländern.
End=
lich kehrte er ſich um; meinen Brief ihm darreichend,
trat ich zu ihm. „Das iſt hübſch” ſagte er, „daß von
Zelter etwas Freundliches zu dieſem Tage eintrifft
ich freue mich ſehr — Sie erlauben, daß ich den Brief
leſe” und einen jungen Mann heranwinkend: „
Unter=
halten Sie dieſen Herrn!” trat er in das
Nebenzim=
mer, wo ich ihn mit unbewaffnetem Auge das Schreiben
leſen ſah.‟ Dann ſorgt der gute Eckermann weiter für
den „ſehr angenehm gebildeten jungen Mann”, der auch
an dem Feſtmahl zu Ehren Goethes teilnimmt. Am
31. Auguſt abends iſt Simſon noch einmal bei Goethe
zu Gaſt. Goethe betrachtet mit ihm zuſammen die
Ge=
ſchenke, die er erhalten, verweilt beſonders bei einem
1910.
Nummer *264.
Morgen ab. Als F. am Samstag morgen gegen 7
Uhr ſeinen gewohnten Gang mit dem Paket unter dem
Arm nach einem Wirtshaus in der Großen
Gallus=
ſtraße antrat, folgte ihm unbemerkt ein
Kriminal=
beamter und ſtellte ihn in der Wirtshausſtube.
An=
geſichts der in ſeinem Paket befindlichen Beweisſtücke
räumte der über dieſe unerwartete Entdeckung nicht
wenig erſchrockene Hausburſche den Diebſtahl ein und
nannte auch den Namen ſeines Offenbacher
Helfers=
helfers. Im Willſchen Geſchäft in Offenbach fand
ſich ein ganzes Lager der von dem Ausläufer
unterſchlagenen Gegenſtände, wie Patronen,
Pul=
ver, Capes, Hüte, Anzüge, Gamaſchen, Hundeleinen.,
Maulkörbe und ſonſtige Jagdutenſilien, vor, die
zu=
ſammen einen Wert von über 600 Mark darſtellten.
Die Waren wurden von dem Geſchäftsführer als
ſei=
ner Firma gehörig erkannt und beſchlagnahmt. Will
wurde verhaftet und dem hieſigen
Unterſuchungs=
richter vorgeführt, um ſpäter in das Frankfurter
Unterſuchungsgefängnis eingeliefert zu werden.
Wald=Michelbach, 9. Nov. =Unmittelbar beim
Wünzerturm oben hat ein Herr aus Rheinheſſen durch
Aufhängen von entſprechenden Niſtkäſten dieſen
Som=
mer weit über 200 Meiſen zum Ausfliegen
ge=
bracht, die ohne dieſe ſicheren Brutſtätten ohne Zweifel
meiſtens zugrunde gegangen wären. Da nun die
Mei=
ſen für die allerbeſten Vertilger des ſo
verhängnis=
vollen Sauerwurms gelten, ſoll eine Anzahl von ihnen
nach eingeholter Erlaubnis eingefangen und
probe=
weiſe nach Rheinheſſen verbracht werden, wo man ſie
als Sauerwurmvertilger maſſenweiſe einbürgern will.
Mainz, 8. Nov. An die ergebnisreichen
Aus=
grabungen, die der Altertumsverein in den
letz=
ten Jahren im Gebiete der St. Albanskirche
vorge=
nommen hatte, reiht ſich in dieſem Jahre die
Ent=
deckung wichtiger Teile, vor allem die der
Umfaſſungs=
mauern und einer Hauptſtraße des römiſchen Caſtrums.
Um weiteren Kreiſen der Bevölkerung einen Einblick
in die bisherigen reichen Ergebniſſe zu ermöglichen,
ſind in der Eingangshalle des hieſigen Muſeums ſeit
einigen Tagen in mehreren Schränken und Pulten
die neuen Funde aus dem Kaſtell Mainz aufgeſtellt=
Die für die Feſtſtellung der Geſchichte des
bedeutend=
ſten Römerlagers am Rhein, mit dem die Schickſale
des römiſchen Mainz aufs engſte zuſammenhingen,
hochwichtigen Grabungen werden vom
Altertumsver=
ein eifrig fortgeſetzt.
Mainz, 8. Nov. Eine Luftſchiffahrt=
Geſellſchaft in Mainz ſoll ins Leben gerufen
werden, deren Aufgabe es iſt, vielleicht ſchon vom
näch=
ſten Frühjahr ab, einen möglichſt regelrechten
Luft=
linienverkehr zwiſchen Mainz=Mannheim=
Frank=
furt=Darmſtadt=Wiesbaden=Bingen uſw. zu
Vergnügungs= und wiſſenſchaftlichen Studienfahrten
einzurichten. Herr Bömper, der die Sache in die Hand
genommen hat, will zunächſt an die ſtädtiſche
Verwalt=
ung herantreten wegen Ueberlaſſung eines geeigneten
Platzes für die Station (Landeplatz und Ballonhalle
uſw.) und auch ſonſt alles veranlaſſen, was dem
Unter=
nehmen das Intereſſe weiteſter Kreiſe in und
außer=
halb unſerer Vaterſtadt an den modernen
Errungen=
ſchaften und Fortſchritten der Luftſchiffahrt ſichern
muß. Eine Beſprechung ſoll demnächſt im „Gutenberg=
Kaſino” abgehalten werden. (Tgbl.)
— Alzey, 8. Nov. Ein ſchwerer
Einbruchs=
diebſtahl wurde geſtern am hellen Tage hier
aus=
geführt. Der Metzgermeiſter Anton Rothmann, der
gleichzeitig eine Wirtſchaft („Zum Fäßchen”) betreibt,
war mit dem Schlachten eines Schweines beſchäftigt,
während die anderen Glieder der Familie in der
Wirtſchaft tätig waren. Dieſe Zeit benutzte ein mit
den Verhältniſſen im Hauſe jedenfalls gut vertrauter
Spitzbube, um in die Schlafſtube einzudringen und
den dort ſtehenden Kaſſenſchrank des Geſchäftsmannes
zu erbrechen. Dabei fiel dem Dieb der anſehnliche
Betrag von 5200 Mark, welchen Rothmann zur
Führung ſeines ausgedehnten Geſchäftes bereit liegen
hatte, in die Hände. Trotz aller ſofort angeſtellten
eifrigen Nachforſchungen gelang es der Polizei bis
jetzt nicht, den dreiſten Spitzbuben zu ermitteln. Man
will es jetzt mit einem Polizeihunde verſuchen.
Miniaturbild Roſſinis, das ihm David geſchenkt. „
Dar=
auf ſetzte er mir manches Vortreffliche an der Arbeit
auseinander, mit wahrhaft jugendlicher Wärme und
hohem Lob des Künſtlers. So verließ er um 8 Uhr
etwa ſtill die Geſellſchaft.‟ Dem jungen Beſucher aber
haben die ehrwürdig hohe Geſtalt und die leuchtenden
Augen immer wieder vor der Seele geſchwebt, wenn
er ſich in des Meiſters Dichtungen vertiefte.
** Amerikaniſche Fixigkeit. Die
Schnel=
ligkeit, mit der eine gewiſſe amerikaniſche Preſſe
arbei=
tet, iſt geradezu verblüffend. Am vorigen Freitag traf
Zar Nikolaus II. von Rußland auf 48 Stunden zum
Beſuche des deutſchen Kaiſers in Potsdam ein, — und
ſchon am Sonntag war der New=York Herald in der
Lage, ſeinen Leſern nach einer photographiſchen
Auf=
nahme ein Bild zu bringen, das „die beiden Souveräne
die Ehrengarde beſichtigend” zeigte. Auf dieſem Bilde
ſieht man vor dem Erdgeſchoß eines nicht genauer
er=
kennharen Schloſſes eins der beiden preußiſchen Garde=
Regimenter, welche die hohen friderizianiſchen
Blech=
mützen tragen, aufgeſtellt. Die Soldaten präſentieren
das Gewehr und der Zar und der Kaiſer ſchreiten ihre
Front ab; der Zar in ruſſiſcher, der Kaiſer in
preußi=
ſcher Generalsuniform. Die Sache hat nur einen
klei=
nen Haken. In Potsdam hat nämlich der Zar
preu=
ßiſche und der Kaiſer ruſſiſche Uniform getragen. Alſo
ſtimmt das Bild nicht ganz. Wie iſt das erklärlich?
Nun, es iſt nicht das erſte Mal, daß amerikaniſche
Blät=
ter dieſes Schlages zur Illuſtrierung irgend eines
wichtigen Vorganges friſch und unverzagt ein altes
Bild hervorholen, das einen ähnlichen früheren
Vor=
gang darſtellt. Es geht ihnen wie Fritz Reuters Onkel
Bräſig. Mit der Fixigkeit ſind ſie uns über, aber nicht
immer mit der Richtigkeit.
* Ein Gaunerſtückchen. Man meldet aus
Köln: Ein Gaunerſtückchen leiſtete ſich ein aus Lünen
ſtammender junger Burſche, der in der Kölner
Markt=
halle ſich an einen zugereiſten Monteur heranmachte
und ihm von ſeinen Erlebniſſen als Feſſelkünſtler
er=
zählte. Der Monteur war dumm genug, es zuzulaſſen,
daß der Burſche ſeine Kunſt an ihm verſuchte, entledigte
ſich ſeines Rockes und ſeiner Weſte und ließ ſich
regel=
recht auf einem Stuhl feſtbinden. Als der Burſche die
Feſſelung vollbracht hatte, durchſuchte er natürlich die
Kleidung des Monteurs und machte ſich mit Uhr und
Kette auf und davon. Das Gericht beſtrafte den
jugend=
lichen Verbrecher mit 3 Wochen Gefängnis und
über=
wies ihn dem Landeshauptmann der Provinz
Weſt=
falen, da er dort aus einer Fürſorge=Erziehungsanſtalt
entlaufen war.
Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
Seite 5.
Lauterbach, 8. Nov. Wie bereits mitgeteilt wurde,
hat das Fußartillerie=Regiment Nr. 3 in
Mainz Nachforſchungen nach den fehlenden
Ge=
ſchofſen, die während des Scharfſchießens am 2.
September durch das Publikum mitgenommen
wur=
den, anſtellen laſſen. Das Ergebnis war, daß in dem
Orte Maar allein 54 dieſer Geſchoſſe durch die
Gen=
darmerie ermittelt wurden; ein Einwohner hatte nicht
weniger als 11 Stück der Zuckerhüte in Beſitz.
Aller=
dings ſind viele Geſchoſſe erſt ſpäter durch die Beſitzer
der Grundſtücke beim Pflügen aufgefunden und
aus=
gegraben worden; ſie ſollen bis zu 2 Meter in der
Erde geſteckt haben. Da eine öffentliche
Bekanntmach=
ung über das Auffinden und Abliefern der Geſchoſſe
nicht ergangen war und viele davon unmittelbar nach
dem Schießen öffentlich und ohne Behinderung durch
das anweſende Militär fortgetragen wurden, dürften
den betreffenden Perſonen keine weiteren
Unannehm=
lichkeiten entſtehen. Dieſe 85 Pfund ſchweren Geſchoſſe
haben durch ihre Wiederverwendung für die
Militär=
verwaltung noch einen bedeutenden Wert und ihre
freiwillige Abgabe wäre ſehr am Platze.
Kefenrod, 8. Nov. Eine mehrköpfige
Zigeuner=
geſellſchaft, der Einbruchsdiebſtähle zur Laſt
ge=
legt werden und die beſchuldigt wird, in der Nähe
unſeres Ortes auf einen Gendarmerie=Wachtmeiſter
mehrere Schüſſe abgegeben zu haben, iſt von zwei
Gendarmen und zwei Förſtern nach Wächtersbach
ver=
bracht und einer Durchſuchung unterzogen worden.
Vier Zigeuner wurden in Haft genommen, die übrigen
Mitglieder der Zigeunerbande wurden abgeſchoben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 8. Nov. Das neue
Kolonialheim (Kurfürſtenſtraße 124) wurde geſtern
abend mit einem zwangloſen Bierabend der Abteilung
Berlin der Deutſchen Kolonialgeſellſchaft feierlich
er=
öffnet. Im Auftrage des Herzogs Johann Albrecht
zu Mecklenburg und zugleich namens des Präſidiums
der Geſellſchaft war Exzellenz von Holleben erſchienen,
der die Grüße der Geſamtgeſellſchaft und ihres
Präſi=
denten überbrachte. Generallentnant von Alten verlas
die überaus herzlichen Begrüßungstelegramme des
Herzogs Johann Albrecht und des Staatsſekretärs von
Lindequiſt. — Ein kolonialer
Beleidigungs=
prozeß, bei dem der frühere Staatsſekretär
Dern=
burg als Zeuge zu erſcheinen hat, wird demnächſt die
Berliner Gerichte beſchäftigen. Es handelt ſich um einen
Nachklang zum Diamantenſtreit. Dernburg hatte in der
Budgetkommiſſion über die Lüderitzbucht die Diamant=
Intereſſenten ſcharf kritiſiert, u. a. auch den
Haupt=
mann a. D. Weiß. Da den Staatsſekretär die
Immuni=
tät ſchützt, ſo hat Hauptmann Weiß gegen die Herren
Rechtsanwalt Rothe und Verlagsbuchhändler Voſſen,
die Dernburg die Unterlagen geliefert haben, die
Be=
leidigungsklagen eingereicht. — In den morgen
be=
ginnenden Verhandlungen wegen der
Moa=
biter Exzeſſe werden ſich 35 Angeklagte zu
verant=
worten haben.
Frankfurt, 9. Nov. Schon nach dem ſchlechten
finanziellen Ergebnis der Ila wurden Stimmen laut,
die vor allzu großem Optimismus in bezug auf die
Veranſtaltung von Ausſtellungen warnten. Der
Rech=
nungsabſchluß der Internationalen
Aus=
ſtellung für Sport und Spiel, der in einer
Sitzung des Finanzausſchuſſes bekannt gegeben wurde,
hat ihnen recht gegeben. Schloß die Ila mit einem
Defizit von rund 200000 Mark, ſo daß die
Garantie=
zeichner mit 20 Prozent herangezogen werden mußten,
ſo wird dieſer Verluſt von dem durch die Ila gezeitigten
Minus in Höhe von 330 524 Mark noch übertroffen. Dem
Vernehmen nach werden diesmal die Gärantiezeichner
80 Prozent der gezeichneten Beträge zur Deckung des
Fehlbetrages opfern müſſen. Dieſer finanzielle
Miß=
erfolg ſollte doch zu Bedenken Anlaß geben, bei
Er=
wägungen über zukünftige Ausſtellungspläne neben
den idealen Zielen auch der Rentabilitätsfrage
ein=
gehende Beachtung zu ſchenken.
Trier, 9. Nov. In der ſüdlichen Eifel wütete geſtern
ein heftiges Unwetter, verbunden mit ſchwerem
Hagel. Der Orkan, der in verſchiedenen Ortſchaften
ſchweren Schaden anrichtete, hat in Prüm einen
drei=
ſtöckigen Feuerwehrübungsturm umgeriſſen. Perſonen
kamen nicht zu Schaden. Die Moſel erreichte heute
morgen in Trier am Pegelſtand 4 Meter 8 Zentimeter
und ſteigt weiter. Die Bewohner der unteren
Stadt=
teile beginnen, die Keller zu räumen.
Hamburg, 8. Nov. Die ſchon erwähnte mächtige
Ausſtrömung von Erdgas bei dem Elbörtchen
Neuengamme, unweit Bergedorfs, tritt als eine
Natur=
erſcheinung von zügelloſer Macht auf. Namentlich des
Abends nehmen ſich die wohl 10 Meter hohen Flammen,
die wie gewaltige Fackeln die Felder erleuchten und
mit ziſchendem Getöſe emporwirbeln, wie ein
phantaſti=
ſches Feuerſchauſpiel aus. Die Glut iſt ſo bebeutend
die Erſchütterung des Bodens durch den Druck des mit
ungemeſſenen Atmoſphären herausgepreßten Gaſes ſo
ſtark, daß man ſich genötigt ſah, das Feld in einem
Um=
kreiſe von 100 Meter abzuſperren. Auch jenſeits dieſer
Sicherheitsgrenze iſt das tremolierende Dröhnen und
ſcharfe Ziſchen ſo überlaut, daß man ſich nur ſchreiend
verſtändigen kann und bald Ohrenſchmerzen verſpürt.
Die Feuerwehr will den Verſuch machen, das Gas
ab=
zulöſchen, damit es aufgefangen und wirtſchaftlichen
Zwecken nutzbar gemacht werden kann; es iſt aber ſehr
fraglich, ob der Verſuch durchführbar ſein wird.
Merk=
würdig iſt, daß das bei Bohrverſuchen aus etwa 290
Meter Tiefe hervorgeſchoſſene Gas ſich erſt nach 15 bis
20 Stunden plötzlich von ſelbſt an der Luft entzündete
und ſeitdem mit unverminderter Stärke weiter brennt.
Man hält es für Kohlenwaſſerſtoffgas, wie es ſich ir
Steinkohlengruben anſammelt. Da es auch in
Salz=
gruben, wenn auch viel ſeltener, aufreten ſoll, und da
es anderſeits bekannt iſt, daß ſich im Flußgebiet der
Elbe verſchiedentlich Salzlager finden, ſo hält man es
nicht für ausgeſchloſſen, daß man es auch hier mit
ver=
borgenen Salzlagern zu tun haben könnte. Um
Klar=
heit in dieſer Richtung wird man ſich zweifellos ſpäter
bemühen.
Magdeburg, 9. Nov. Hier wurde geſtern am hellen
Tage ein Angeſtellter einer Petroleumgeſellſchaft von
zwei jungen Burſchen angefallen, die ihm ſeine
Geldtaſche mit zweitauſend Mark abſchnikten. Die
Täter entkamen.
Leipzig, 9. Nov. Der Verlagsbuchhändler Weber
erhielt in voriger Woche einen Erpreſſerbrief,
deſſen Schrift mit den beiden Briefen große
Aehnlich=
keit zeigt, deren Urheber zu ſein die Brüder Koppius
bis zuletzt beſtritten hatten. Weber wurde in dieſem
Briefe aufgefordert, an einem beſtimmten Orte im
Muſeum einen größeren Geldbetrag niederzulegen. Die
Polizei ſteckte eine Anzahl Beamte in Uniformen von
Muſeumsdienern. Unter einem glaubwürdigen Vor=
wand wurden die Beſucher des Muſeums um die
An=
gabe ihres Namens im Bureau gebeten. Es wurde
ſo eine Liſte geführt und es ſtellte ſich dann heraus, daß
ein Muſeumsbeſucher im Jahre 1909 von Berlin aus
als gefährlicher Erpreſſer aviſiert worden war. Man
entdeckte ſeine Wohnung und verhaftete ihn. Ob
der Verhaftete mit dem ominöſen Rudolf aus dem
Koppiusprozeß identiſch iſt, muß die Unterſuchung
er=
geben.
Gmunden, 9. Nov. Die Bauerseheleute
Kieſen=
ebner aus Gmunden hielten ihre Stieftochter 14 Jahre
lang in einem Keller gefangen, da ſie deren
Erbteil im Betrage von 4000 Kronen an ſich geriſſen
hatten. Die Unglückliche wurde durch einen Zufall
entdeckt. Sie hatte die Sprache verloren und konnte
weder gehen noch ſtehen. Das Vorkommnis erregte die
Bevölkerung aufs äußerſte.
Pavia, 8. Nov. Auf dem Bahnhof von Breſſana=
Bottarone iſt infolge falſcher Weichenſtellung der
Schnellzug Genua=Mailand mit einem Güterzug
zu=
ſammengeſtoßen. Zwei Perſonen ſind tot, zwei
tödlich und mehrere leichter verletzt. Wie es heißt, ſind
die Toten zwei deutſche Damen, die von Mailand
kamen. Der Schaden iſt groß; die Strecke iſt nicht
unterbrochen.
New=York, 8. Nov. Der bekannte Brauereibeſitzer
Schwartz, ein vielfacher Millionär, hat heute in einem
Hotel Selbſtmord begangen. Gram um den Tod
ſeines kürzlich verſtorbenen Sohnes iſt die Urſache
der Tat.
Parlamentariſches.
*X* Darmſtadt, 9. Nov. Der
Finanzaus=
ſchuß der Zweiten Kammer tagte heute
ge=
meinſam mit der Regierung und beſchäftigte ſich
zu=
nächſt mit dem Antrag Ulrich, betr. die
Aufheb=
ung der Brückengelder. Der Ausſchußreferent,
Abg. Molthan, empfahl die Aufhebung der
Brücken=
gelder, beſonders mit Rückſicht auf eine eventuelle
Ein=
verleibung von Kaſtel in Mainz. Geheimerat Dr.
Becker wies darauf hin, daß ſich ja die Zweite
Kam=
mer ſchon früher mit der Frage beſchäftigt und ſich
da=
hin entſchieden habe, daß nach Maßgabe des
Kunſtſtra=
ßengeſetzes eine Ablöſung der Brückengelder erfolgen
könne; von der Stadt Mainz würden im Falle der
Ab=
löſung 67000 Mark zu tragen ſein. Dieſe Summe
wurde von anderer Seite als zu hoch bezeichnet und in
Anregung gebracht, ob nicht die Stadt Mainz ſelber
als Pächterin auftreten wolle, da ſie alsdann vielleicht
eher in der Lage ſein würde, den Intereſſenten
be=
ſtimmte Erleichterungen zu gewähren. Der Ausſchuß
beſchloß, mit Hinweis auf die früheren
Kammerver=
handlungen, den Antrag Ulrich für vorläufig erledigt
zu betrachten. Ein weiterer Antrag desſelben
Abge=
ordneten, betr. die Reviſion des
Gemeinſchaftsvertra=
ges, wurde dem Wunſch der Regierung entſprechend
bis zur Wiedergeneſung des Herrn Finanzminiſters
Braun vertagt. Die Vorſtellung des Turnlehrers
Völſing um Gleichſtellung mit den Zeichenlehrern,
wurde abgelehnt. Es fand dann noch eine Ausſprache
über die allgemeine Geſchäftslage mit der Regierung
ſtatt. Herr Staatsminiſter Ewald teilte mit, daß
in=
folge der Erkrankung des Herrn Finanzminiſter
Braun, deſſen Befinden ſich
erfreulicher=
weiſe immer mehr beſſere, weder die
Vorleg=
ung des Staatsvoranſchlags, noch der Geſetzentwurf
über die Schuldentilgung eine Verzögerung erleiden
werde. Die Regierung habe die Abſicht, dem
Finanz=
ausſchuß einzelne Teile des Budgets, beſonders aus
dem Vermögensteil, ſchon in Kürze zu überweiſen,
da=
mit ſich der Ausſchuß noch im Laufe des nächſten
Mo=
nats damit beſchäftigen könne. Ueber die
Kommiſ=
ſion zur Vereinfachung der
Staatsver=
waltung teilte der Miniſter mit, daß ſeitens des
Miniſteriums bereits Vorſchläge auf Vereinfachung
der Oberrechnungskammer, des Gendarmerieweſens
und der Oberbergbehörde, ſowie auf Erzielung von
Erſparniſſen auf dem Gebiete des Strafvollzugs
an=
geregt worden ſeien, die in einer im nächſten Monat
abzuhaltenden Sitzung der Kommiſſion näher beraten
werden ſollen. Die Regierung hege die Erwartung,
daß auch ſeitens der Kammer geeignete
Erſparnisvor=
ſchläge zur Debatte geſtellt werden möchten. Die nächſte
Sitzung des Ausſchuſſes findet am Mittwoch der
kom=
menden Woche ſtatt.
Zur Stadtverordnetenwahl.
Heute finden nunmehr im Städt. Saalbau die
Erſatzwahlen zur
Stadtverordnetenver=
ſammlung ſtatt. Ueber 14000 Wahlberechtigte ſind zur
Ausübung ihres Stimmrechts berufen. Die unteren
Räume des Saalbaues ſind zu dieſem Zweck in 20
ein=
zelne Wahlbüxos abgeteilt, ſo daß auf jedes Wahlbüro
rund 700 Wahlberechtigte entfallen. Da die Wahlhandlung
von vormittags 9 bis nachmittags 6 Uhr
ohne Unterbrechung, alſo auch ohne Mittagspauſe, erfolgt,
ſo erſcheint die Mahnung wohl am Platz, daß alle Wähler,
die über ihre Zeit frei verfügen können, möglichſt ſchon in den
Vormittagsſtunden wählen, beſonders aber nicht in den
Mittagsſtunden von 12 bis 2 Uhr. Letztere Stunden
wer=
den erfahrungsgemäß von vielen Arbeitern und anderen
Leuten, die ſonſt keine freie Zeit haben, zur Wahl benutzt.
Auch die Zeit kurz vor Schluß der Wahlhandlung zeichnet
ſich gewöhnlich durch großen Zudrang von
Wahlberechtig=
ten aus. Alſo, wer’s machen kann, der wähle zeitig, am
Vormittag. Er wird dann in der Regel auf ſchnellere
Ab=
fertigung rechnen können.
* Die Vereinigung von Handwerks=
Innungen und gewerblichen Vereinen
hielt am Dienstag abend eine Vertreterverſammlung
ab, bei welcher eingehend über die bevorſtehenden
Stadtverordnetenwahlen beraten wurde.
Ueber das Vorgehen der Bezirksvereine und
politi=
ſchen Parteien zeigte ſich tiefe Mißſtimmung aller
Anweſenden, und es wurde erneut und einſtimmig
zum Ausdruck gebracht, daß es unter allen
Umſtän=
den notwendig iſt, Handwerk und Gewerbetreibende
zu einer feſten Organiſation zuſammenzuſchließen,
mit welcher dann auch von allen Seiten gerechnet
wer=
den muß. Es wurde ein proviſoriſcher Vorſtand von
7 Perſonen gewählt, welchem die Aufgabe zugewieſen
wird, Richtlinien für die Tätigkeit der Vereinigung
aufzuſtellen und eine möglichſt kurze Satzung zu
ent=
werfen. Kurz nach der Stadtverordnetenwahl ſoll
dann eine Verſammlung ſämtlicher Ausſchüſſe der
be=
teiligten Korporationen anberaumt und dieſer die
Richtlinien, die Satzung und die Feſtſetzung des
Bei=
trages zur Beſchlußfaſſung unterbreitet werden. Des
weiteren wurde bekannt gegeben, daß der viel
ange=
feindete Herr Stadtverordnete Rockel in der am
Montag ſtattgefundenen Vorſtandsſitzung des
Orts=
gewerbevereins erklärt habe, daß er nicht von der
Kandidatur zurrückgetreten, ſondern daß er
zurückgedrängt worden ſei. Die
Vereinig=
ung ſchätzt die Verdienſte des Herrn Rockel um
Hand=
werk und Gewerbe höch ein und erklärt deshalb,
Herrn Rockel auf ihren Wahlzettel
ein=
zuſetzen. In auszuhängenden Plakaten ſollen
die Bürger, Handwerker und Gewerbetreibende
auf=
gefordert werden, in ihrem Wahlzettel einen Namen
zu ſtreichen und dafür Herrn Rockel einzuſetzen. Die
Vereinigung hat es ſich zum Grundprinzip gemacht,
jeden aufgenommenen Kampf unentwegt bis zum
Ende durchzuführen und, wenn ſie unterliegt, dann
wenigſtens in Ehren zu unterliegen und nicht vorher
die Flinte ins Korn zu werfen.
— Mieterverein. Am Dienstag abend fand
im Kaiſerſaale eine Wahlverſammlung des
Mieter=
vereins ſtatt. Der Vorſitzende, Hauptmann a. D.
Kuſchel, berichtete über die Tätigkeit der in der
vorigen Verſammlung eingeſetzten Wahlkommiſſion,
die zwei Sitzungen abgehalten hat. Gleichzeitig
be=
gründete er die Wahlvorſchläge der Kommiſſion. Er
ſprach dabei ſein Befremden darüber aus, daß von
anderer Seite von einer „Vereinigung aller
bürger=
lichen Parteien” bei der bevorſtehenden
Stadtverord=
netenwahl geſprochen werde, und frug, ob denn die
Mieter nicht auch zu den Bürgern gehörten. Man
habe den Mieterverein jedoch übergangen, trotzdem
doch gerade die Mieterſchaft an den Wahlen zum
Stadtparlament das größte Intereſſe habe. Er
em=
pfahl ſämtlichen Mietern, den vom
Mieterver=
ein aufgeſtellten Wahlzettel zu
alzep=
tieren. Man habe auf dieſen nicht etwa einſeitig nur
Mieter geſetzt, ſondern auch Hausbeſitzer. Dem
Mieter=
verein liege es fern, einſeitige Intereſſen=Politik zu
treiben, ebenſo wenig ſei für ihn die politiſche
Zu=
gehörigkeit der Kandidaten ausſchlaggebend geweſen.
Sache der Bürger und namentlich der Mieterſchaft ſei
es nun, bei der Wahl zu beweiſen, daß ſie auch für ihre
Intereſſen und Wünſche ein Plätzchen an der Sonne
beanſpruchen. In der ſich anſchließenden, ſehr lebhaften
Diskuſſion wurde von einer Seite darauf hingewieſen,
daß ſich Herr Dr.=Ing. Heyd durch herabſetzende
Be=
merkungen über die Beamten bei dieſen mißliebig
ge=
macht habe. Finanzrat Bangel bemerkte hierzu, daß
Herr Heyd ihm ausdrücklich erklärt habe, er hätte jene
Aeußerungen nicht getan, er ſei vielmehr
mißverſtan=
den worden. Er ſtellte gleichzeitig gegenüber einem
Hinweis der liberalen Wochenſchrift feſt, daß auf dem
Zettel des Mietervereins mehrere Angehörige der
freiſinnigen Partei ſtehen und von vornherein
ge=
ſtanden haben, ſodaß jener Hinweis unrichtig ſei. An
der Diskuſſion beteiligten ſich u. a. noch Reallehrer
Kahl, Landeswohnungsinſpektor Gretzſchel und
Obertelegraphenſekretär Herbert. Von mehreren
Rednern, namentlich Herrn Kahl, wurde die Wahl
des Landeswohnungsinſpektors
Gretz=
ſchel beſonders warm empfohlen, von dem man
er=
warten könne, daß er gerade auf dem wichtigen
Ge=
biete des Wohnungsweſens fruchtbare Arbeit leiſten
werde.
* Der Wahlausſchuß der
unabhängi=
gen Wähler veröffentlicht in heutiger Nummer
einen Wahlaufruf, in dem Aenderung der Liſte
em=
pfohlen wird.
Luftſchiffahrt.
* Zu der Deutſchen Fluggeſellſchaft in
Frankfurt a. M. iſt weiter der bekannte Pilot Oelerich
übergetreten, der bisher Eindecker flog. Oelerich wird die
Tournee nach Südamerika mitmachen und ſich ſchon
An=
fang nächſter Woche nach Amerika einſchiffen.
Erdbeben.
2. Jugenheim Erdbebenwarte, 9. Nov.,
11 Uhr vorm. Heute morgen von 7 Uhr 21 Min. 31 Sek.
an wurde eine längere und beträchtliche
ſeis=
miſche Störung beobachtet, die bis gegen 10½ Uhr,
alſo nahezu 3 Stunden dauerte. Sie ſetzt ſich aus
mehre=
ren, wahrſcheinlich örtlich ſehr verſchiedenen Fernbeben
zuſammen. Allem Anſchein nach wurde die Störung an
einem nur 2000 Kilometer entfernten Herd eingeleitet,
durch den dann ein anderes, ſehr fernes Beben ausgelöſt
wurde.
* Straßburg, 9. Nov. Die Inſtrumente der
hie=
ſigen Hauptſtation für Erdbebenforſchung
verzeichneten heute morgen ein Fernbeben. Der Herd
desſelben liegt von Straßburg etwa 9—10000 Kilometer
entfernt. Das Erdbeben dürfte am Epizentrum, wenn
dieſes in bewohnte Gegenden fällt, dem Seismogramm
nach ziemlichen Schaden angerichtet haben. Der Anfang
der Aufzeichnungen des Bebens datierte von 7 Uhr 21 Min.
6 Sek. vormittags. Infolge der zur Zeit herrſchenden
Bodenunruhen iſt die Beobachtungskurve nicht beſonders
ausgeprägt.
Der Schiffbruch der „Preußen”.
* Hamburg, 8. Nov. Der Firma J. Laeisz’ging
folgendes Telegramm des Prinzen Heinrich
zu: „Ich ſpreche Ihnen meine aufrichtigſte Teilnahme zu
dem Unglück aus, welches die jahrelang bewährte „
Preu=
ßen” deren Kapitän und die Beſatzung betroffen hat.
Darf ich um Drahtmitteilung bitten über den
augenblick=
lichen Stand der Havarie? Heinrich von Preußen.”
* London, 8. Nov. Nach einer Meldung der
Eve=
ning News ſind die beiden Fahrgäſte der „Preußen”
ein Arzt und ein Profeſſor, die ſich auf dem Wege nach
Südamerika befinden, gerettet. Der Sturm hat
nach=
gelaſſen, der Schleppdienſt wird weiter fortgeſetzt. Man
bemüht ſich, die „Preußen” nachmittags flott zu bekommen.
* London, 9. Nov. Die geſamte Mannſchaft
des geſtrandeten Seglers „Preußen” wurde heute in
Dover gelandet. Die gelandeten Mannſchaften
erzäh=
len, Kapitän Nißen las geſtern vormittag ein
Tele=
gramm Kaiſer Wilhelms an die ganze Beſatzung
vor, in dem der Kaiſer ſein Bedauern über den Unfall der
„Preußen” und ſeine Bewunderung über die tapfere
Hal=
tung der Beſatzung ausgeſprochen hat. Die Beſatzung
nahm das Telegramm mit lautem Beifall auf.
Der Bergarbeiterſtreik in Südwales.
* London, 8. Nov. Der Handelsminiſter
Cchurchill hat an die Bergarbeiter von Süö=
Wales ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt, ihre
beſten Freunde in London ſeien ſehr bekrübt über die
Unruhen, die ausgebrochen ſeien, und wollten ihr Beſtes
daran wenden, den Bergleuten zu helfen. Er wünſche
als Präſident des Handelsamtes, morgen nachmittag die
Vertreter der Bergarbeiter zu empfangen, aber die
Unruhen müßten ſofort aufhören, ſo daß die
Unterſuchungen nicht beeinflußt würden. Im
Ver=
trauen auf den geſunden Sinn der Bergleute halte er
Ge
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910
Nummer 264.
die Soldaten vorläufig zurück und ſende an ihre Stelle
Polizeimannſchaften.
London, 8. Nov. 3000 Ausſtändige der
Stadt Aberdare griffen die Grube an, wurden
aber von der Polizei zurückgetrieben. Als ſie darauf
die Schutzlente mit Steinen bewarfen, wurden ſie von
dieſen mit Stöcken zurückgeſchlagen, wobei ſechzig
Aus=
ſtändige ſchwer verletzt wurden. Viele Streikende,
darunter Frauen, wurden in den Aberdare=Kanal
ge=
trieben, den ſämtliche durchwateten. Truppen ſind jetzt
in Cardiff eingetroffen.
* London, 8. Nov. Im Laufe des Abends
be=
gingen die Ausſtändigen auch an den Orten
Tonypandy und Aberaman mehrfach
Ausſchrei=
tungen. In Tonypandy wurden zahlreiche Läden
geplündert, Fenſterſcheiben eingeworfen und großer
Schaden angerichtet. Es kam zu heftigen
Zu=
ſammenſtößen mit der Polizei, wobei auf beiden
Seiten zahlreiche Verwundungen vorkamen. In
Pentypridd, wo ſich die Unruhen wiederholten, iſt eine
Schwadron Kavallerie eingetroffen.
London, 8. Nov. Das 10.
Huſarenregi=
ment und 200 Mann Infanterie ſind in Sonderzügen
nach dem Ausſtandsgebiet von Wales
abge=
ſandt worden, ebenſo 300 Mann von der Londoner
Polizei. Während der Ruheſtörungen in der
vergange=
nen Nacht wurden die Ventilationsanlagen
zweier Schächte unbrauchbar gemacht. Man
fürch=
tet, daß infolgeſſen 400 Pferde in dieſen Schächten
er=
ſtickt ſind. Der ganze Bezirk bietet ein Bild der
Zer=
ſtörung. Mehrere Polizeibeamte ſind ſchwer verletzt.
London, 9. Nov. Nach Meldungen aus
Car=
diff ſind bei den Unruhen im
Kohlenbergwerksge=
biet von Glamorgan wenigſtens hundert
Per=
ſonen verletzt worden. Unter den Verletzten
be=
finden ſich zwei Journaliſten; der eine von ihnen
wurde von einem Stein, den ein Arbeiter mit den
Worten: „Wir brauchen keine Fremde!” auf ihn
ge=
ſchleudert hatte, ſchwer am Kopfe verletzt. Während die
Polizei den Wohnſitz des Bergwerksdirektors in dex
Nachbarſchaft der Stadt Tonypandy zu ſchützen be
müht war, war der Mob geraume Zeit Herr von
Tony=
pandy, durchzog in Trupps die Straßen, zertrümmerte
die Ladeufenſter und warf die Waren auf die Straßen,
ſo daß die Stadt ausſah, als ſei ſie beſchoſſen und
ge=
plündert. — Ein Polizeibeamter von Tonypandy wurde
ſchwer verletzt und iſt ſeinen Wunden erlegen. Aus
Cardiff werden Truppen erwartet.
Die Wahlen in den Vereinigten Staaten.
* New=York, 8. Nov. Im Staate New=
York wurde der demokratiſche Gouverneurskandidat
Dix mit einer Mehrheit von etwa hunderttauſend
Stimmen gewählt. In Utica, der Heimatſtadt des
Wizepräſidenten Sherman, erhielten die Demokraten
gleichfalls die Mehrheit. Im Staate
Maſſachu=
ſetts, der bisher eine Hochburg der Republikaner
war, ſiegte der demokratiſche Gouverneurskandidat
Foß.
New=York, 9. Nov. Im Staate
New=
hampſhire ſiegte der progreſſive republikaniſche
Gouverneurs=Kandidat Blaß. Die Demokraten
gewannen 24 neue Kongreßſitze und
er=
langten die Mehrheit im Unterhauſe. Das Mitglied
des Kongreſſes Parſons, ein intimer Freund
Rooſe=
welts, wurde nicht wieder gewählt. In Rooſevelts
County wurde ein demokratiſcher Kandidat als
Mit=
glied des Kongreſſes gewählt. In Milwaukee
wurde der erſte Sozialiſt, Berger, in den Kongreß
gewählt.
* New=York, 9. Nov. Nach einer Meldung
aus Oſterbay unterlag bei den Wahlen des
Wahl=
bezirks Rooſevelts der republikaniſche
Gouverneurs=
kandidat Stimſon. In New=Jerſey, das bisher
repu=
blikaniſch war, wurde nach den bisher vorliegenden
Ergebniſſen der demokratiſche Gouverneurskandidat
Wilſon gewählt. Nach den bis gegen Mitternacht
vor=
liegenden Ergebniſſen erlangten die
demokrati=
ſchen Kandidaten im Kongreß wahrſcheinlich die
Mehrheit.
* New=York, 9. Nov. Im Staate New=
York wurden außer dem Gouverneurskandidaten
Dix noch die anderen demokratiſchen Kandidaten für
die Staatsämter gewählt. Auch für die Legislatur
wurden in der Mehrzahl die demokratiſchen
Kandi=
daten gewählt. Ebenſo wurde infolge der allgemeinen
Siege der Demokraten die Wahl weiterer
demokrati=
ſcher Bundesfenatoren geſichert. Bisher eroberten
die Demokraten 37 Kongreßſitze.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die ſtädtiſchen Beamten aller Kategorien haben
ſichsmeuerdings wieder zuſammengeſchloſſen zwecks
Erlängung wirtſchaftlicher Vorteile. Das iſt ihr gutes
Recht und ſoll ihnen nicht beſchnitten werden. Nicht
berechtigt aber iſt es, wenn die Herren, die doch ihre
Behälter aus Mitteln der Steuerzahler empfangen,
in ihrem Verlangen nach Sonderbehandlung über
alles Maß hinausgehen. Das aber iſt der Fall, wenn
man hört, daß die Herren Beamten den Aerzten und
Apothekern fertige Verträge zur Unterſchrift
unter=
breiten, in denen dieſen zugemutet wird, um die
Hälfte unter die feſtgelegte
Minimal=
taxe herunterzugehen. Von 2000 Mark um je 1000
Mark aufwärts wird dann ein Aufſchlag von 10
Pro=
zent geboten, ſo daß bei einem Gehalt von 6000 Mark
für die Konſultation 1,50 Mark in Anrechnung kommen
ſollen! Dementſprechend ſollten auch alle übrigen
Lei=
ſtungen bemeſſen werden. Dieſe Zumutung iſt
natür=
lich abgelehnt worden, von den Aerzten wie von den
Apothekern. Schon vor mehreren Jahren iſt von den
Aerzten ein Beſchluß gefaßt und veröffentlicht
wor=
den, demzufolge die Minimaltaxe für einen Beſuch
2 Mark betragen ſoll. Von jeher ſind aber die Aerzte
bei Minderbemittelten, beſonders auch bei Beamten
mit zahlreicher Familie, wohl auch noch unter dieſen
Satz heruntergegangen. Daß ſtädtiſche Beamte mit
6000 Mark Gehalt das gleich vertraglich verlangen,
mußte zum mindeſten unſympathiſch berühren und als
eine durchaus unbillige Forderung zurückgewieſen
werden. Die Aerzte und Apotheker auf gleiche Stufe
zu ſtellen wie Konſumvereine und
Warenbezugsgeſell=
ſchaften, berührt um ſo merkwürdiger, als es ſich auch
um höhere Beamte handelt. Als Aequivalent für die
Forderung wurde einzig die Garantie angeboten, daß
ein Beamter, der nicht bezahlt, aus der Vereinigung
ausgeſchloſſen werden und natürlich höhere Berrun
tzahlen ſoll. Die Herren überſehen dabei ganz, daß,
wenn ſchon die niedrigen Sätze nicht einzutreiben ſind,
das bei den höheren doch noch viel weniger der Fall
ſein muß. Ich halte es für angebracht, das doch gewiß
unbillige Verlangen der Beamten zur Kenntnis der
Steuerzahler zu bringen.
XNz.
Darmſtadt. 10. Novem
ng. Zu Hofrat Kochs 50. Geburtstag. Eine ehrende
Huldigung wurde Hofrat Alexander Koch zu ſeinem
50. Geburtstage von den Mitgliedern ſeiner Verlagsanſtalt,
den Vertretern der Wittichſchen und Herbertſchen
Hofbuchdruckereien, ſowie Hofbuchbindermeiſter Böcher
bereitet. Die Teilnehmer verſammelten ſich vormittags in
den Geſchäftsräumen der Verlagsanſtalt Alexander Koch
und brachten dem Jubilar in ſeinem feſtlich geſchmückten
Privatbureau ihre perſönlichen Glückwünſche dar. Herr
Redakteur Stanger verlas eine Feſtadreſſe, die im
we=
ſentlichen die hohe Wertſchätzung und den Stolz der
Mit=
glieder zum Ausdruck brachte, Herrn Hofrat Koch, dem
Mann der Tat und der ſegensreichen Wirkſamkeit, durch
ihre Arbeit nahe zu ſtehen. Durch ſeine Tatkraft und
Tüchtigkeit habe er dauernde Werte geſchaffen.
Deutſch=
land danke ihm einen großen Teil der heutigen
künſtleri=
ſchen Kultur, das Gebiet der Künſte und des Handwerks,
die geſamte Wohnkultur, die Domäne der Frau und des
Kindes, ſeien von neuem Geiſte belebt worden, ſein
Wir=
ken im engeren Kreiſe habe Darmſtadt einen Weltruf als
Kunſtſtätte geſchaffen. Die aufrichtigen Wünſche gipfelten
in der freudigen Zuſage, alle Kräfte einſetzen zu wollen zur
Förderung des hohen Werkes. Dann wurde die von
ſämtlichen Anweſenden unterſchriebene Feſtadreſſe
über=
reicht, ein koſtbares Druckerzeugnis in Gold und Schwarz
auf echt Javan und in Pergament gebunden.
Hofrat Koch erwiderte in tief bewegten (Worten: An
dem heutigen Tage dürfe er bekennen, daß nahezu alles,
was ihm als Ziel vorgeſchwebt habe, an Arbeit, Erfolg,
Ehre und Freundſchaft, ſich in vollſtem Maße in ſeinem
Leben verwirklicht habe. Was er erreicht habe, verdanke
er dem guten Genius, der ihn leitete, dem Vertrauen auf
die eigene Kraft und der freudigen Zuſammenarbeit und
Anteilnahme ſeiner erprobten Mitarbeiter. Auf dem
ſymboliſchen Banner, das er ſeinem Hauſe aufpflanze,
ſtänden die Worte: „Arbeit, Ernſt und Treue‟ Ein von
den Töchtern des Hauſes gereichter Feſttrunk und Imbiß
beſchloſſen die eindrucksvolle Feier. Sämtliche
Teilneh=
mer erhielten ſpäter eine Einladung zu einem am Freitag
ſtattfindenden Abendeſſen im „Hotel zur Traube” mit
an=
ſchließendem gemeinſamen Theaterbeſuch. Mit dieſer
neu=
artigen Form einer feſtlichen Veranſtaltung gibt Hofrat
Koch eine Anregung, die Anerkennung und Nachahmung
verdient. Gewiß wird dieſe Feier allen Teilnehmern eine
bleibende, ſchöne Erinnerung ſein. Es ſei noch bemerkt,
daß von bedeutendſten Künſtlern des In= und Auslandes,
u. a. von Leopold Graf Kalckreuth, Hans Thoma, Ferdinand
Hodler, Franz v. Stuck, Emanuel v. Seidl, Geh.
Regie=
rungrat Mutheſius, Peter Behrens, H. Billing und
Freun=
den des Hauſes, Vereinen und Kunſt=Inſtituten zahlreiche
Telegramme und Glückwunſchſchreiben eintrafen.
Von Oberbürgermeiſter Dr. Gläſſing war
folgendes Schreiben eingegangen: Hochgeehrter Herr
Hof=
rat! Die 50. Wiederkehr Ihres Geburtstages, die Sie an
dem heutigen Tage feiern, möchte ich nicht vorübergehen
laſſen, ohne Ihnen der ſtädtiſchen Verwaltung und meine
herzlichſten Glückwünſche auszuſprechen. Durch Ihre weit
über die Grenzen unſeres deutſchen Vaterlandes hinaus
Großherzogliches Hoftheater.
W—l. Anläßlich der Aufführung der
Weihnachts=
erzählung „Bonifacius” beſuchte die Kaiſerin von
Rußland geſtern zum erſten Male die Vorſtellung im
Hoftheater. Da der Beſuch vorher angekündigt war, hatte
vor Beginn der Vorſtellung dem Theater gegenüber eine
vielhundertköpfige Menge Aufſtellung genommen, um der
Auffahrt der höchſten Herrſchaften zuzuſehen. Die
Vor=
ſtellung trug ſozuſagen den Charakter einer improviſierten
Feſtvorſtellung. Das Haus war bis auf wenige Plätze
ausverkauft. Das Darmſtädter Publikum hat der Zarin
bekanntlich eine treue Anhänglichkeit bewahrt, und da es
bekannt iſt, daß die hohen Damen in der Hofloge zur
Rechten der Bühne zu ſitzen pflegen und das Publikum
die Kaiſerin gerne wiederſehen wollte, wozu ihm bis jetzt
keine Gelegenheit geboten war, ſo konnte allen Nachfragen
nach Plätzen auf der linken Seite des Hauſes nicht
ent=
ſprochen werden.
Herr Generaldirektor Geh. Hofrat Werner überreichte
den hohen Damen bei der Ankunft im Theater
Blumen=
buketts. Der Vorſtellung wohnten alle höchſten
Herr=
ſchaften bei. Die Kaiſerin, die in Weiß gekleidet war
und unverändert friſch ausſah, hatte mit der
Prinzeſ=
ſin Heinrich und den Großfürſtinnen Olga
und Anaſtaſia in der Loge zur Rechten der Bühne
Platz genommen; in der Loge daneben ſaßen die
Groß=
herzogin und Prinz Heinrich, gegenüber in der
Loge zur Linken der Bühne ſaßen der Kaiſer, der
Großherzog und die Großfürſtinnen Tatjana
und Maria.
Ueber das ſtimmungsvolle Weihnachtsſpiel ſelbſt, in
dem ſich Handlung, Muſik und Szenerie zu einer harmo=
niſchen Geſamtwirkung vereinigen, haben wir anläßlich
ſeiner Uraufführung im Dezember vorigen Jahres
aus=
führlich berichtet, und nach ſeiner dreimaligen Aufführung
in voriger Saiſon darf es als allgemein bekannt
voraus=
geſetzt werden. Auch in der Beſetzung der Hauptrollen
waren Aenderungen nicht eingetreten, nur einige kleine
Nebenrollen waren neu beſetzt. Die Titelrolle ſpielte
wie=
der Herr Baumeiſter mit gewohnter Hingebung und
Wärme der Darſtellung. Die übrigen Hauptrollen waren
wie früher vertreten durch die Herren Heinz (
Gundo=
mar), Riechmann (Oberprieſter), Lehrmann (
Wolf=
hag), und Kroczak (Munin), und die Damen Frl.
Heumann (Gunloed), Frl. Zeiller (Irmin), Frl.
Grünberg (Helene), und Frl. Oſter (Oberprieſterin).
Die muſikaliſche Leitung unterſtand dem Komponiſten
Herrn Hofkapellmeiſter de Haan. Die Aufführung war
vortrefflich.
Das Stück wurde wieder ſehr beifällig aufgenommen.
Der Beifall ſteigerte ſich vom dritten Bilde bis zum
Schluſſe.
Schließlich möchten wir noch erwähnen, daß
in der Pauſe Herr Hofrezitator Knispel die Ehre hatte,
der Frau Prinzeſſin Heinrich ſein neueſtes Buch „Hundert
Jahre Hoftheater” zu überreichen, wofür die höchſten
Herr=
ſchaften ihm huldvollſt dankten.
Nach Schluß der Vorſtellung hatte eine noch viel
zahl=
reichere Menge vor dem Theater Aufſtellung genommen,
die die höchſten Herrſchaften mit Hochrufen begrüßte.
Sicherem Vernehmen nach werden die höchſten
Herr=
ſchaften der Wiederaufführung des Lengyelſchen Stückes
„Taifun” am Freitag wieder beiwohnen.
rühmlichſt bekannte Verlagsanſtalt iſt Ihr Name mit dem
Rufe unſerer Stadt, als einer Pflegeſtätte moderner
ge=
werblicher Kunſt, untrennbar verbunden. Viele Ihrer
Werke haben mitgeholfen, unſere Stadt und ihre
Kunſt=
ſtätten vorteilhaft bekannt zu machen. Die ſtädtiſche
Ver=
waltung fühlt deshalb die Verpflichtung, Ihnen hierfür
zu danken mit dem Wunſche, daß es Ihnen noch lange
vergönnt ſei, zum Segen der Darmſtädter Kunſt und
da=
mit auch zum Segen unſerer Stadt ſelbſt zu wirken! Mit
ausgezeichneter Hochachtung ergebenſt Dr. Gläſſing.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 9. Nov. Heute vormittag 11 Uhr wurden
im Luſtgarten die Garniſonen von Berlin und
Umgegendvereidigt. Der Kaiſer und die Kaiſerin
trafen um 10,40 Uhr vom Neuen Palais im königlichen
Schloſſe ein. Die Kaiſerin ſah mit der Prinzeſſin Vik= Luiſe vom Balkon der Feierlichkeit zu. Der Kaiſer,
gefolgt von den Prinzen Eitel Friedrich und Joachim, ritt
die Fronten der im Viereck aufgeſtellten Rekruten ab und
nahm dann mit dem kommandierenden General von
Löwenfeld bei dem gegenüber dem Schloſſe errichteten
Feldaltar Aufſtellung. Nach den Reden der Geiſtlichen
erfolgte die Vereidigung brigadeweiſe. Hierauf hielt der
Kaiſer eine Anſprache und nahm den Vorbeimarſch der
Ehrenkompagnie mit den Feldzeichen entgegen.
* Berlin, 9. Nov. Der Staatsſekretär dez
Reichs=
marineamtes, Admiral v. Tirpitz, richtete
nachfolgen=
des Telegramm an Admiral v. Knorr: Anläßlich der
40jährigen Wiederkehr des Tages von Havanna gedenkt
die Marine des tapferen Kommandanten des „Meteor”
und ſpäteren kommandierenden Admixals. Mögen
Eure Exzellenz die Wiederkehr dieſes Ehrentages noch
oft in voller Geſundheit feiern.
* Berlin, 9. Nov. Die heutige erſte Sitzung im
Moabiter Krawallprozeß mußte abgebrochen
werden, da ſämtliche Richter der dritten Strafkammer des
Landgerichts I von den Verteidigern wegen Beſorgnis der
Befangenheit abgelehnt worden ſind. Die Verhandlungen
wurden deshalb auf morgen 9½ Uhr vertagt. Es muß
inzwiſchen ein neues Richterkollegium gebildet werden,
das über dieſen Ablehnungsantrag zu beraten hat.
* Berlin, 9. Nov. Heute mittag verhaftete die
Polizei den vierten der an dem Frauenmord an der
Lutherbrücke beteiligten Männer, den Schiffer Ernſt.
* Mannheim, 9. Nov. Von dem Oberlauf des
Rheines und des Neckars wird weiteres
Stei=
gen gemeldet. So iſt der Waſſerſtand des Rheins in
der vergangenen Nacht bei Hüningen von 240 auf 400
Zentimeter geſtiegen.
** Straßburg, 9. Nov. Der Waſſerſtand des
Rheines betrug heute früh am Pegel bei Kehl 392
Zentimeter (geſtern 312 Zentimeter). Heute früh ſtieg
der Rhein in der Stunde etwa fünf Zentimeter. Das
Waſſer ſteigt weiter.
* Metz, 9. Nov. Die Kreis= bezw.
Grenz=
tierärzte ſind amtlich dahin verſtändigt worden,
daß die franzöſiſche Grenze zur
Einführ=
ung von Schlachtvieh geöffnet iſt, und zwar
die Uebergangsſtationen Avricourt, Alt=Münſterol und
Novéant zur Einführung nach den Städten Straßburg,
Metz, Mülhauſen, Karlsruhe, Heidelberg und
Mann=
heim. Zum Schutze gegen Seuchengefahr ſind eingehende
Zeugniſſe über die Seuchenfreiheit nebſt Signalement
der Tiere beizubringen; auch muß das Vieh nach
grenz=
tierärztlicher Unterſuchung und zollamtlicher
Behand=
lung in bahnamtlich verſchloſſenen Viehwagen in die
Schlachthäuſer der betreffenden Städte übergeführt
werden. Die Zahl des einzuführenden Viehs wird den
Bedürfniſſen entſprechend kontingentiert. Die
Vieh=
preiſe ſind in letzter Zeit in Frankreich im Steigen
be=
griffen.
* München, 9/ Nov. Der Prinzregent
emp=
fing in Anweſenheit des Miniſters des Aeußern,
Frei=
herrn v. Podewils die engliſche
Spezialgeſandt=
ſchaft, welche den Regierungsantritt des Königs
Georg V. anzeigte.
* Leipzig, 9. Nov. Der geſtern in der Koppius=
Affäre verhaftete Erpreſſer iſt der 24jährige
Vergol=
der Hohnen aus Berlin. Er war ſchon wegen der
Weberſchen Sache im Jahre 1909 von der hieſigen
Polizei verhaftet worden, mußte aber wegen eines
glänzenden Alibis freigelaſſen werden, Hohnen hatte
unter Todesdrohungen gegen die Familie Weber 1000
Mark verlangt, die er im Graſſi=Muſeum abholen
wollte.
* Wien, 9. Nov. Die öſterreichiſche
Dele=
gation ſetzte die Beratung des Budgets des
Mi=
niſteriums des Aeußern fort. Udrzal wies ſehr
energiſch die den Tſchechen gemachten Vorwürfe des
Antimilitarismus und des Hochverrats zurück und
er=
klärte weiter, Oeſterreich=Ungarn befinde ſich nach der
Annexion mehr denn je im Schlepptau Deutſchlands:
die freundſchaftliche Umarmung könne ſich leicht als
Umklammerung fühlbar machen. Der deutſche Kaiſer
habe in ſeiner Rede im Wiener Rathauſe vergeſſen, daß
zwei Drittel der öſterreichiſchen Bevölkerung
Nicht=
deutſche ſeien. Der Redner betont ſodann, die
öſter=
reichiſche Staatsidee könne weder Pangermanismus.
noch Panſlawismus, ſondern nur Gerechtigkeit gegen
alle Völker des Reiches ſein.
* Konſtantinopel, 9. Nov. Vorgeſtern ſind auf zwei
ankernden türkiſchen Kriegsſchiffen zwei
Per=
ſonen an Cholera erkrankt. Im Militärlazarett von
Tuzla ereigneten ſich zwölf Erkrankungen und zehn
Todesfälle. Weiter breitete ſich die Cholera aus in
Adrianopel, Rodoſto und Ismid; ſie dauert fort in
Trapezunt und Bagdad.
* Konſtantinopel, 9. Nov. Sabah zufolge beträgt
das Kriegsbudget wie im VorjahreKtwa neun
Millionen Pfund.
* An Bord des Reichspoſtdampfers „Prinz Ludwig”
des Norddeutſchen Lloyd, 8. Nov., durch Funkſpruch
über Port Said: Bei der am Nachmittag erfolgten
Abreiſe von Port Said paradierten das deutſche
Kriegsſchiff „Hertha” und das öſterreichiſch=ungariſche
Kriegsſchiff „Kaiſerin Eliſabeth‟ Die Beſatzungen
brachten drei Hurras aus. Abends hat „Prinz
Lud=
wig” in Suez die Dampfer des Norddeutſchen Lloyd
„Scharnhorſt” und „Prinz Eitel Friedrich” paſſiert und
wurde von beiden Schiffen mit der
National=
hymne und Hurrarufen begrüßt. Der Kronprinz
wünſchte den beiden Schiffen durch Nachtſignal
glück=
liche Heimkehr. Es herrſcht angenehme, nicht zu heiße
Temperatur.
* Snez, 9. Nov. Der Reichspoſtdampfer
„Prinz Ludwig” mit dem Kronprinzenpaar an
Bord iſt auf ſeiner Oſtaſienfahrt heute früh 4 Uhr nach
ſchneller und angenehmer Kanalfahrt in Suez
einge=
troffen. Die Abfahrt von Suez erfolgt um 8 Uhr.
Nummer 264.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
Seite 7.
* Lima, 9. Nov. In der Provinz Chiclayo iſt eine
Revolution ausgebrochen. Die Regierung
ent=
ſandte Truppen dahin. In hieſigen Kreiſen herrſcht
Beſorgnis.
* Trinidad (Colorado), 8. Nov. In einer hieſigen
Kohlenmine ereignete ſich eine Exploſion. Man
befürchtet, daß ſiebzig Menſchen dabei
umgekom=
men ſind.
H. Mannheim, 9. Nov. Bei den heutigen
Wahl=
männer=Wahlen zu dem Kreisausſchuß beteiligte ſich
die hieſige ſozialdemokratiſche Partei zum
erſten Male und als einzige vom ganzen Lande bei
dieſen. Ihr Erfolg war groß. Sie erhielt von 27430
Wahlberechtigten und von 5182 abgegebenen Stimmen
3555, während die Nationalliberalen und die
fortſchritt=
liche Volkspartei, die bisher im alleinigen Beſitz der
Mandate waren, nur 1521 Stimmen erhielten. Die
Sozialdemokratie errang in 23 Diſtrikten
die Majorität, die nationalliberale Partei nur
in 3 Diſtrikten die Mehrheit. Auf die Sozialdemokratie
fallen 578 Wahlmänner und auf die Nationalliberalen
83. Die Abgeordnetenwahl findet am Mittwoch, den
7. Dezember ſtatt.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die
Zyklone iſt unter Verflachung nordwärts gezogen und
hat beſonders in der Nacht Niederſchläge gebracht. Da
aber auf ihrer Rückſeite, beſonders über Frankreich, noch
Teilwirbel entwickelt ſind und weitere von Weſten
her=
anzuziehen ſcheinen, ſo ſtehen immer noch neue
Nieder=
ſchläge bevor. Dabei werden die Temperaturen nur
noch wenig ſinken.
Ausſichten in Heſſen für Donnerstag, den 10.
November: Fortdauernd trüb und noch Regen, nur
wenig kälter; windig.
Großh. Landesmuſeum. Geöffnet Sonn= und
Feiertags von 10—1 Uhr und 2—4 Uhr, Freitags
von 10—1 Uhr, ſowie Mittwochs von 2—4 Uhr
eintrittsfrei; Dienstags, Donnerstags und Samstags
von 11—1 Uhr gegen Eintrittsgeld.
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v. 11—12½ Uhr, Sonntags v. 11—1 Uhr. Ein ritt frei.
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Donnerstag, den 10. November 1910,
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gegenüber dem alten Palais.
(21833
Familiennachrichten.
Todes-Anzeige.
Verwandten, Bekannten und Freunden
die ſchmerzliche Nachricht, daß es Gott dem
Allmächtigen gefallen hat, meine unvergeßliche
Gattin, meine lb. Tochter, unſere Schweſter,
Schwiegertochter, Schwägerin, Tante u. Nichte
Frau
Gertrude Schneider
geb. Lang
plötzlich durch den Tod in die Ewigkeit
ab=
zurufen.
(21834
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernd Hinterbliebenen.
In deren Namen:
Michael Schneider, Metzgermeiſter.
Darmſtadt, den 9. November 1910.
Inſelſtr. 28, part.
Die Beerdigung findet Freitag Nachmittag
um 2 Uhr, vom Portale des Friedhofes aus,
ſtatt.
Bankſagung.
Für die zahlreiche Beteiligung anläßlich des
Begräbniſſes unſerer unvergeßlichen Mutter und
Großmutter, für die zahlreichen Blumenſpenden,
insbeſondere für die troſtreiche Grabrede des Herrn
Pfarrer Vogel, ſprechen hiermit auf dieſem Wege
unſeren tiefgefühlten Dank aus.
(21852
Familie Sänger.
Familie Becker.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Teilnehmenden Verwandten, Freunden und
Bekannten hierdurch die traurige Mitteilung,
daß es Gott, dem Allmächtigen, gefallen hat,
unſeren innigſtgeliebten, unvergeßlichen,
treu=
beſorgten Gatten, Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Schwiegerſohn, Bruder, Schwager und
Onkel
(21831
Apotheker
Auqust Breitwieser
heute nacht 12¼ Uhr nach längerem Leiden,
im Alter von 62 Jahren, durch einen ſanften
Tod zu ſich abzurufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Lina Breitwieſer, geb. Storck,
Guſtav Breitwieſer, Apotheker,
und 2 Enkelkinder,
Emma Axt, geb. Breitwieſer,
Eliſabeth Breitwieſer, geb. Schaffnit,
Prof. Friedr. Axt, Oberlehrer,
und 5 Enkelkinder.
Ober=Ramſtadt,
Darmſtadt,
am 9.=November 1910.
Die Beerdigung findet Freitag, den 11.
No=
vember, nachmittags ½4 Uhr, vom
Sterbe=
hauſe, Wehrſtraße aus, ſtatt.
Tageskalender.
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Außer Abonnement):
„Wilhelm Tell”.
Vorſtell ung um 8¼ Uhr im Orpheum.
Konzert des Muſikvereins um 6¾ Uhr in der
Stadt=
kirche.
Vortrag von Pfarrer Veller um 8¼ Uhr in der
„Stadt Pfungſtadt”.
Verkauf des Hilfsvereins für die Basler
Frauen=
miſſion von 10½—6½ Uhr Kiesſtraße 17.
Verſammlung der Schiller=Stiftung um 5 Uhr im
Lehrerzimmer des Ludwig Georg=Gymnaſiums.
Verſammlung des Bundes der techniſch=induſtriellen
Beamten um 8½ Uhr im „Fürſtenſaal”.
Konzert um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”.
Konzert um ½8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Kochkunſt=Ausſtellung im Hotel „Zur Traube‟.
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= und
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3½—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Freitag, 11. November.
Hofreite=Verſteigerung des Stukkateur Gg. Gerlach
(Pfründnerhausſtr.) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr
Ludwigs=
höhſtraße 4.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Füreden redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen findbeizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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Seite 8
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
Nummer 264.
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Nur solange
Vorrat reicht!
3. Meter Unterrockbiber, geſtreift 150
je Zusammenstellung
3½ oder 5 Meter Hemdenbiber
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2½ Meter Sammetbiber für Blouſen 150
4 Meter Handtuchſtoff, kariert
150
Nur solange
Vorrat reicht!
4½ Meter Cretonne
150
3 Meter weißen Piqué
150
Haushaltungs-Arfikel
1 großer Kohlenfüller
1 Ofenkratzer . . . zuſammen 150
1 eiſerner Kohlenkaſten
1 Kohlenſchaufel
1 Kohlenhaken
zuſammen
150
1 Spirituskocher
1 Milchtopf, emailliert
1 Asbeſtteller
1 Tablett
zuſammen
150
1 Wärmflaſche, oval
1 Paket Kerzen ..
zuſammen
150
1 Stehlampe
6 Zylinder
zuſammer
150
1 große Küchenlampe mit Blende
12 Zylinder in Carton zuſammen 150
1 Kaffeemühle
1 Kaffeefiltrierer
zuſammen
150
6 Tafelmeſſer, ſehr billig
150
¼/ Dtzd. Eßlöffel, verſilbert
150
¾/ Dtzd. Kaffeelöffel, verſilbert 150
1 eiſerne Bratpfanne
1 Backſchaufel, 1 Fleiſchgabel
1 Kartoffelhobel . zuſammen
150
3 Kleiderbügel, umſponnen, mit
Hoſenſtrecker
3 einfache Bügel . . zuſammen 150
1 große, tiefe Küchenſchüſſel
1 Salatbeſteck
zuſammen 150
3 Glühſtrümpfe
4 Gaszylinder
zuſammen
150
1 großes Trangierbeſteck
3 Küchenmeſſer . . . zuſammen 150
1 emaill. Toilette=Eimer
mit Deckel
1 Waſchbecken, groß: zuſammen 150
1 Waſſereimer, emaill.
1 Stück Kernſeife, 1 Abſeifbürſte‟
1 Paket Seifenſand
150
2 Paket Waſchblau zuſammen
1 Plätteiſen, 1 Unterſatz
1 Holzgriff
zuſammen
150
6 Weingläſer, hoch, mit grünem
Kelch
150
1 Dejeuné, echt Porzellan, 5teilig
1 Tablett . . . . . zuſammen 150
1 Kinderkaffeeſervice, 7teilig
1 Tablett, 4 Kaffeelöffel zuſam. 150
1 Kaffeeſervice (neue Form)
1 Tablett
ſammen 15
1 Eierſervice, Steilig, echt Porzellan
6 Eierlöffel
ammen
Haushaltungs-Artikel
1 großer Kuchenteller, Porzell., dek.
150
6 Deſſertteller, echt Porzellan
6 Suppenteller, echt Porzellan
150
1 Salatiere, echt Porzellan
5 Deſſerttell., Goldrd., echt Porzell.
1 Pfund Zucker . . zuſammen 150
6 Goldrandbecher
1 mod. Nickeltablett
zuſammen
150
Trikotagen-Strümpfe
1 Normalhemd
1 Paar Socken
zuſammer
150
1 Paar Damenſtrümpfe
1 Paar Damenhandſchuhe . zuſ
150
2 Paar Briſe biſe mit Meſſingſtangen 150
2 Bettvorlagen, imitiert Perſer 150
1½ Pfund Capok=Pflanzendaunen 150
S
Herren-Artikel
1 Herren=Sportmütze
1 Kragenſchoner
1 Paar Manſchettenknöpfe zuſam. 150
1 Echarpe
2 Paar Damenhandſchuhe . zuſ.
150
4 Likörgläſer auf Stangenfuß
1 mod. Nickeltablett . zuſammen 150
1 große Glasſchale
6 Glasteller . . .
zuſammen
150
1 Satz — 6 Stück Milchtöpfe
150
2 Taſſen mit Untertaſſen
alles echt Porzellan, Erdbeermuſter
1 Paar Hausſchuhe, Tuch,
Leder=
ſohle mit Abſatz
1 Paar Schlappen, 1 P.
Gummi=
abſätze für Damen, zuſammen 150
oder
2 Paar Hausſchuhe für Mädchen 150
1 Schlüſſelſchrank (Holz)
150
1 Bürſtentaſche, doppelt (Holz)
1 Zeitungsmappe (Holz)
1 Kammkaſten (Holz)
1 Schlüſſelbrett (Holz) zuſammen 150
1 Hausſegen unter Glas
1 Ueberhandtuchhalter, zuſammen 150
1 großes Topfbrett mit 6 Haken
1 Küchen=Handtuchhalt. mit 4
Por=
zelanſchildchen . . zuſammen 150
1 Flaſche Cognac=Verſchnitt
1 Pfund Zucker
4 Pakete Friedrichsdorf. Zwieback 150
1 Pfund gebrannter Kaffee
Pfund Cacao
1Düte Drops . . zuſammen 150
1 Cacesdoſe mit Nickeldeckel
150
Zuckerdoſe mit Nickelhenkel
1 Pfund Bohnerwachs
Bohnertuch
zuſammen
1 Bürſte . .
4 Stück Veilchenſeife
1 Flaſche Veilchenparfüm
1 Paket Champoon
1 Handwaſchbürſte
1 Waſchlappen, 1 Bimsſtein, zuſ.
1 Kloſettbürſte, 1 Schrubber
1 Staubbeſen, 1 Handfeger
150
. . zuſammen
2 Stiele .
1 Schmuckkaſten (Glas) mit Anſicht
150
1 japaniſcher Wandläufer
1 Damenhandtaſche
1 Portemonnaie, 1 Taſchenſpiegel
150
1 Flaſche Parfüm . zuſammen
1 Tortenplatte Majolika
1 Kompottſchale
zuſammen 150
Schwarzwälder Uhr
ellſpieg., 1 Anſicht v. Darmſtadt 150
1 Paar Damenglacéhandſchuhe
1 Paar Trikothandſchuhe . zuſ. 150
6 Paar Herrenſocken
150
1 Herren=Unterhoſe, gefüttert
2 Paar Socken . . . zuſammen 150
1 Damenkorſett (Spiralfeder)
1 Paar Strumpfhalter zuſammen 150
1 geſtrickte Damenweſte
1 Paar Damenhandſchuhe . zuſ
150
3 Paar Strümpfe (deutſch lang) 150
2 Paar prima Herrenſocken
150
1 Kinder=Plüſchgarnitur
(Muff und Kragen)
150
Schürzen
1 Blouſenſchürze (türkiſch)
1 Hausſchürze . . . zuſammen 150
1 Miederſchürze
1 Druckſchürze .
zuſammen
150
1 Prinzeßblouſenſchürze .
150
1 Reformſchürze
1 Paar Handſchuhe
zuſammen
150
Llverse Artikel
1 ſchweres weißes Bettuch
150X200 cm groß
150
1 Biber=Frauenhoſe, volle Größe 150
1 geſtreiftes Biberfrauenhemd 150
2 Kiſſenbezüge (feſtoniert) oder mit
150
Einſatz und Säumchen .
1 Vorhemd, 1 Kragen
1 Paar Manſchetten
1 breiter Selbſtbinder zuſammen 150
Dtzd. Papierumlegekragen
1 Paar Hoſenträger
1 Deck=Krawatte . . zuſammen 150
1 farbige Garnitur (Vorhemd
Manſchetten)
1 Kragenſchoner . . zuſammen 150
1 elektriſche Taſchenlampe m. groß.
Linſe, 2 Batterien zuſammen 150
1 Taſchenlampe, Metallhülſe
150
1 dickes Kopierbuch
150
1 Kochbuch (Davidis)
1 dickes Kontobuch . zuſammen 150
1 Haushaltungsbuch für 2 Jahre
1 Karton Briefpapier zuſammen 150
1 Schreibzeug (Metall)
1 Federhalter=Etuis
1 Poeſie=Album . . zuſammen 150
18 Rollen Kloſett=Papier 150
500 Geſchäfts=Kouverts
50 Kanzleibogen . . zuſammen 150
100 Bogen Briefpapier
100 Kouverts
100 Papier=Servietten zuſammen 150
Ulverse Artikel
1 Kammgarnitur (6teilig)
1 Haarolle
1 Friſierkamm . . zuſammen 150
1 Damenkollier mit Anhänger
1 Brennſchere
1 Brennapparat
zuſammen 150
1 Dtzd. weiße Taſchentücher, ge=
150
ſäumt, prima Qualität.
Dtzd. Batiſt=Taſchentücher mit
Hohlſaum und geſt. Buchſtaben 150
1 Zeitungshalter
1 Bürſtentaſche zum ſticken, mit
zuſammen 150
Material
1 Lampenputztaſche
1 Topflappentaſche m. Topflappen
zuſammen 450
zum ſticken
Klammerbeutel
1 Klammerſchürze zum ſticken, zuſ.
150
runder Wäſchekorb
1 Waſchleine, 30 Mtr., zuſammen
150
1 Raſiergarnitur
1 Stück Raſierſeife
Bartbürſte, 1 Bartbinde
zuſ.
150
1 Scheuertuch
10 Pakete Seifenpulver
1 Paket Seifenſand
1 Paket Henkels Bleichſoda
1 Abſeifbürſte, 1 Paket Kerzen
2 Stück Kernſeife
1 Doſe Globus zuſammen
C
3½ m breiten Läuferſtoff
150
1 große Palme mit Kübel, 7 Blatt 150
Palmkübel (Majolika)
Palme
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Filztuchtiſchdecke
ſchönes Milieux
zuſammen
150
[ ← ][ ][ → ] 1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
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N 264.
Donnerstag, 10. November.
1910,
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21836) alle Fassons.
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für Kranke wie Geſunde, für Menſchen und
Tiere ſind Dun=Salbe, =Pillen u.=Zäpfchen
Mk. 1.30 Mk. 1.30 Mk. 2.—
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Heiß, Darmſtadt, Roßdörferſtraße 18.
In Darmſtadt können die Dun=Präparate
nur durch Vermittelung der Fabrik bezogen
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Zwingenberg, Bensheim, Babenhauſen
Frankfurt a. M., Wiesbaden u. a. ſind die
Dun=Präparate in Apoth. zu haben. (19809a
Spiegelſchrank
2tür., nußb., ferner modern., ſchwer eichen
Speiſezimmer, Schlaßzimmer, Küche,
Schreibtiſch, Salonſchr Ottomane, Diwans,
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(Nachdruck verboten.)
Aber auch luſtige Geſchichten wußte Antje, von
Schelmenſtreichen und Schabernack, Döntjes und
Stück=
chen, über die man ſich totlachen konnte.
Als ſie einmal ſo erzählte mit nimmermüdem
Mündchen wie ein aufgezogenes Räderwerk, tat ſich
unbemerkt die Tür auf und Rolf Anderſen, der junge
Bauer, ſtand in dem Rahmen und ſtieß den Rauch
ſeiner kurzen Pfeife von ſich und hörte zu. In ſeinem
phlegmatiſchen Geſichte zuckte ein Lächeln auf, und in
ſeinen ruhigen, blauen Augen ſtrahlte ein heller Schein,
wie wenn in ihm etwas, das bisher geſchlafen hatte,
plötzlich erwacht war.
Einige Tage danach ſagte die Frau nach dem
Abendbrot zu Antje: Du kannſt mir nachher helfen,
das Garn abzuwickeln.
So kam Antje in die Herrſchaftsſtube und ſtand
nun vor Frau Anderſen, hielt die Garnwinde hoch
und drehte und hob die Arme. Frau Anderſen wickelte,
ſeufzte und hielt ab und zu einen Augenblick inne, um
die linke Hand auf den Magen zu legen. Dazwiſchen
fragte ſie Antje nach dieſem und jenem. Eine Frage
ader der uie ein Schiſit mn in wer ihr Zumeries
aufgeſchloſſen und das Mündchen lief über. Sie fing
an zu erzählen ihre Augen blitzten und ihre Wangen
färbten ſich dunkler.
Frau Anderſen hörte gern zu; ſie vergaß dabei,
daß ſie Schmerzen hatte. Rolf lehnte ſich in ſeinen
Lehnſtuhl hintenüber, blies den Rauch ſeiner kurzen
Pfeife in die Luft und ſah mit ſeinem ſtillen Lächeln
auf das Mädchen. Auch Iven ſchaute zuweilen von
ſeinem Buche auf mit zerſtreutem, verwundertem Blick,
als wüßte er nicht, ob er lieber leſen oder zuhören
ſollte.
Seitdem hatte die Frau öfters des Abends etwas
für Antje zu tun. Dann war es jedesmal in der
Leute=
ſtube ſtill und langweilig. Der Großknecht murrte,
daß gar nichts los ſei, Trina ſchlief über ihrem
Strick=
ſtrumpf ein, Peter ſchielte nach ſeiner Bettſtelle hinüber
und Friech ſaß mit den Händen in den Hoſentaſchen
und ſann auf dumme Streiche. Wenn dann aus der
Vorderſtube ein ſilberhelles Lachen klang, horchten die
Leute auf und der eine und der andere ſeufzte ein
wenig.
Immer lachte und ſang Antje aber nicht; manchmal
war ſie in ihrer Rede kurz angebunden. Sie konnte
es nicht leiden, wenn die Knechte ſagten: Deern, was
haſt Du für feines, gelbes Haar, oder wenn einer von
den Abtidienten ihr ein diſchen iſer in e ugen
ſah und ſchließlich ſagte: Deern, wo haſt Du Deine
Augen geſtohlen? Die blinkern ja als Funkelſteine.
Machte ihr aber gar jemand eine verblümte
Liebes=
erklärung oder redete einer in konfuſer, langweiliger
Weiſe, dann wandte ſie ſich kurz ab. Quack! ſagte ſie
dann und die anderen wußten Beſcheid. Böſe konnte
ihr deswegen doch niemand ſein.
Vor dem jungen Bauern hatte ſie gewaltigen
Re=
ſpekt. Sie nannte ihn nie anders als: „Uns Herr.”
Vielleicht erſchien er ihr deshalb ſo hoch über ihr
ſtehend, weil er ſtets ruhig und gleichmäßig blieb, nie
ein unbeſonnenes und unvernünftiges Wort ſprach und
ſtets alles an ſich herantreten ließ. Er machte ſich auch,
wie die Leute erzählten, nicht viel aus Weibern. Er
hatte nie auf den Märkten und Bällen eine Braut
ge=
habt und ſchien auch wenig Luſt zum Heiraten zu haben,
obgleich die Mutter ihm längſt ein hübſches, reſolutes
Mädchen ausgeſucht hatte, das nicht von armen Eltern
war. Dieſe, Ingeborg Jeſſen, kam öfter zum Beſuch
und imponierte der kleinen Antje ſehr durch ihre
ſtatt=
liche Figur, ihre dicke goldene Uhrkette und dem mit
roten Roſen geputzten Hut. Dann wünſchte ſich klein
Antje wohl auch einmal, recht groß und ſtark zu ſein.
Sie reckte und dehnte ſich und ſtellte ſich auf die
Zehen=
ſpitzen. Sie beſah ſich in dem Spiegelſcherben gund
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 10. November 1910.
Nummer 264g
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ſeufzte: Ich bin doch gar zu klein und häßlich. — Wenn
ihr dann der Herr begegnete, kam ſie ſich ihm
gegen=
über ſo unbedeutend vor wie ein Mäuschen, das über
die Diele huſcht. Danach würde er auch keine Hand
ausrecken.
Warum unſ Herr nur immer ſo ſtill iſt? fragte
ſie einmal in der Leuteſtube.
Er hat gewiß einen heimlichen Kummer!
Nein unglückliche Liebe meinſt Du? Nein, der hat
noch niemals einem Fraunsmenſch ordentlich in die
Augen geguckt; er iſt von Natur ſo.
Sein Vater, ſagte Nahwer Reimer, war auch ſo ein
Stiller. Er erzählte nie etwas. Wenn er mal Malheur
gehabt hatte mit dem Vieh oder ſo, dann ließ er die
Fliepe hängen, und hatte er einen feinen Pferdekauf
getan oder ſeine Ochſen gut zu Gelde gemacht, dann
ſchmunzelte er ſo ſtill vor ſich hin. Sagen tat er nichts;
die Frau mußte alles aus ihm herauslocken. Laut
lachen hat man ihn nie gehört, aber auch nicht ſchelten.
Er war ein ruhiger Mann, und Rolf iſt wie ſein Vater.
Vor Iven hatte Antje nicht den ungeheuren
Re=
ſpekt. Anfangs, als ſie ihn immer ſo viel leſen und
ſchreiben ſah, hatte ſie wohl geglaubt, er müſſe ein ſehr
gelehrter Herr ſein. Dann, als ſie merkte, daß es nur
ſchlecht verdaute Bücherweisheit war, die der arme
kränkliche Menſch mit ſich herumtrug, nahm ſie an, er
wäre nicht richtig im Kopfe. Sie traf mit beidem nicht
das Rechte: Iven hatte wohl gute Anlagen und wäre
icher etwas Tüchtiges geworden, wenn er Gelegenheit
gehabt hätte, zu ſtudieren. Aber man war von jeher
auf Rethwiſchhof gewohnt, alles an ſich herantreten zu
laſſen. Geld und Talent waren vorhanden, aber es war
keiner gekommen, der geſagt hatte: Iven, du mußt
ſtudieren, du mußt deine Gaben nützen. So blieb alles,
wie es war, und da dem jungen Menſchen zum
Land=
wirt die körperliche Kraft fehlte, wurde er ein fünftes
Rad an dem ſchönen vierräderigen Wagen. Der eigene
Wiſſensdrang trieb ihn dazu, ſich ſelbſt zu bilden. Er
las viele Bücher, intereſſierte ſich bald für dieſes, bald
für jenes, aber ihm fehlte der verſtändige Führer auf
dieſen geiſtigen Wegen. Er las und lernte ohne
Schul=
ung und Methode. Er tappte im Dunkeln umher und
folgte jedem Lichte. So heißhungrig er jedesmal einen
neuen Gegenſtand erfaßte, bald folgte die Erſchlaffung.
Das Intereſſe erlahmte, bis er auf etwas Neues
ver=
fiel. Seine Mutter und ſein Bruder ließen ihn
ge=
währen, wie man einem Kinde ſein Spiel läßt; er mußte
ja einen Zeitvertreib haben.
Einige Male fiel in Zuſammenhang mit Ivens
Namen das Wort Heiſterneſt. Es fiel Antje auf, und
ſie fragte Trina nach der Bedeutung des Namens.
Heiſterneſt, erklärte dieſe, liegt drei bis vier
Stun=
den Fahrt von hier, zwiſchen der Krelauer Heide und
dem Seether Moor, gerade da, wo Marſch und Geeſt
zu=
ſammenſtoßen. Es iſt mal durch Erbſchaft an
Reth=
wiſchhof gekommen und gehört ſchon ſeit langen Jahren
dazu. Der verſtorbene Bauer hat es gern verkaufen
wollen nach ſeines Bruders Tode, denn es iſt eine öde,
gottverlaſſene Gegend. Kein Haus oder Hof iſt in der
Nähe. Das Wohnhaus iſt alt und mit Reth (Rohr)
gedeckt und in den Bäumen hauſen die Heiſtern (Elſtern).
Auch das Land taugt nicht viel. Die Hälfte liegt in der
Treenenniederung, wo das Reth zwiſchen dem Hafer
wächſt, und die andere Hälfte iſt Sandboden, da wächſt
überhaupt nichts anderes als Heidekraut und Tannen.
Ueberdies ſoll es unheimlich dort ſein. Es werden
allerhand Räubergeſchichten davon erzählt und ſpuken
ſoll es auch.
Wer wohnt denn jetzt dort? fragte Antje.
Ein alter Arbeitsmann mit ſeiner Frau. Die
hal=
ten ſich ein Pferd, eine Ziege und ein paar Schafe und
bezahlen keine Heuer, und die paar guten Fennen ſind
verhenert an einen anderen. Wer die Einſamkeit nicht
ſcheut, kann da ganz gut leben. Menſchen kriegen ſie
freilich nicht weiter zu ſehen, wenn der Briefträger
nicht überlang mal kommt. Selbſt für die Stromer iſt
es zu abgelegen, und nach Seeth werden die alten Leute
nicht allzuviel kommen; das iſt auch ſeine zwei
Stun=
den Fahrt.
Und das gehört Iven? fragte Antje.
Ja, der älteſte Sohn kriegt doch Rethwiſchhof, und
wenn der mal heiratet, ſteht es Iven frei, mit ſeiner
Mutter nach Heiſterneſt zu ziehen. Aber ich glaube, er
beſinnt ſich und zieht lieber in die Stadt. Ich für
mein Teil möchte auf Heiſterneſt nicht mal begraben
ſein.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 264
Darmſtädter Tagblatt, Donnerstag, den 16, November 1910.
Seite 11.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 1 Spitzhund, 1 Pinſcher, 1 Dachshund. 1 Dachshund, 1 Jagdhund (
zu=
gelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Rechnungsabſchluß und Vermögensnachweis der
Bezuks=
ſparkaſſe Langen für 1909.
A. Vermögen.
1. Hypotheken und Wertpapiere
2. Schuldſcheine und Kaufſchillinge
3. Kaſſevorrat und Rückſtände
4. Mobilien und Immobilien
5. Stückzinſen, berechnet bis 30. Dezember 1909
Summe des Vermögens
B. Schulden.
Mk. Pf.
10 874830 73
273001 23
6. Einlagen und Anlehen
C. Abſchluß.
Das Vermögen beträgt
Hiervon ab die Schulden
Bleibt Vermögensüberſchuß
Betrag des Reſervefonds Ende 1908
Ergibt Reingewinn für 1909
Oppermann,
Thon, Rendant,
Direktor
Rechner.
26 495 31
Görich,
Kontrolleur.
Nach Art. 3 Abſ. 4 des Sparkaſſengeſetzes bringen wir vorſtehenden Abſchluß
(2185a
hiermit zur allgemeinen Kenntnis.
Sekanmmdchunge
Die Bank für Handel und Induſtrie, Filiale München, hat
den Antrag eingebracht:
Mark 160000000,— Aktien der Bank für Handel und
Induſtrie in Darmſtadt, Nr. 1—160000 à Mark 1000,—
mit Dividenden=Berechtigung ab 1. Januar 1910,
zum Handel und zur Notierung an hieſiger Börſe zuzulaſſen.
München, 8. November 1910.
(21803
Die Zulaſſungsſtelle für Wertpapiere an der Börſe zu München.
Lebrecht, Vorſitzender.
Verſteigerungs-Anzeige.
Donnerstag, den 10. November 1910, nachmittags 4 Uhr,
verſteigere ich im Saale Rundeturmſtr. 16 öffentlich zwangsweiſe
gegen Barzahlung
a) für beſtimmt:
1 Partie Zigarren und 1 Patentmatratze;
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3 Pianinos, 2 Büfetts, 8 Diwans, 3 Sofas, 9 Vertikos, 2 Spiegel=, 2 Bücher=,
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gulateure, 1 Landauer, 1 Fahrrad, 1 Werkbank mit Schraubſtock, 2 Schweine,
2 Spitzhunde, 1 Partie Bettdrell, Leinen, Damaſttücher, Servietten, 400
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Um Straßen= und Fußſteig=Aufbrüche
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Publikum im bevorſtehenden Winter zu
vermeiden, fordern wir alle Hausbeſitzer,
die Kanal=, Waſſer=, Gas= oder elektriſche
Lichtanſchlüſſe herzuſtellen beabſichtigen,
hiermit auf, baldigſt und längſtens bis zum
10. kommenden Monats bezügliche
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träge bei den betreffenden ſtädtiſchen
Ver=
waltungen zu ſtellen, damit dieſe Anſchlüſſe
noch vor eintretendem Froſt ausgeführt
werden können.
Bei Froſtwetter dürfen keinerlei
der=
artige Arbeiten in Angriff genommen
wer=
den, ſofern nicht genügende Gründe die
alsbaldige Herſtellung erfordern.
Auch für die im ſtädtiſchen Intereſſe
vorzunehmenden Arbeiten wird nach dieſem
Grundſatz verfahren werden, nur einige
untergeordnete Herſtellungen werden zur
Beſchäftigung arbeitsloſer Leute zur
Aus=
führung gelangen müſſen.
Die betreffenden Arbeiten finden jedoch
in weniger verkehrsreichen Straßen ſtatt.
Darmſtadt, den 7. November 1910.
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2. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
R5 264.
Donnerstag, 10. November.
1910.
Bund der techn. industr. Beamten
(Ortsgruppe Darmstadt).
Oeffentliche Versammlung
Donnerstag, den 10. November, 8½ Uhr abends,
: „Fürstensaal‟, Grafenstrasse :
„Standesfragen deutscher Ingenieure‟
daran anschliessend: Verschmelzung mit dem Techniker-Verband.
Referat des Herrn Regierungsbauführer a. D. Thimm-Berlin.
Freie Diskussion.
Eintritt frei.
Der Ausschuss.
21644od)
MUsIK-VEREIN
Donnerstag, den 10. November 1910, abends 6¾ Uhr
in der Stadtkirche:
Ein deutsches Requiem
Eintrittskarten bei A. BERGSTRASSER, Rheinstr. 6.
(2129a
Ev. Paulusgemeinde.
Sonntag, den 13. November, abends 8 Uhr, im Gemeindeſaal
II. Familienabend (Lutherfeier)
Vortrag des Herrn Pfarraſſiſtenten Zimmermann aus Griesheim:
„Reiſeeindrücke aus Rom‟.
Muſikaliſche Darbietungen.
Eintritt frei.
(21819)
S
Darmstädter Männer-Geseng-Verein
Grosses Herbstfest
am Sonntag, den 13. Nov., nachm. 4 Uhr
im KAlSERSAAL.
Konzert, Gesangs- und humoristische Vorträge.
Eintritt frei!
Eintritt frei!
Zu zahlreichem Besuch ladet freundlichst ein
21845ds) Der Vergnügungs-Ausschuss.
Jugend=Vereinigung der Petrusgemeinde.
KOLBER G
Hiſtoriſches Schauſpiel in fünf Akten von Paul Heyse.
Aufführung: Sonntag, 13. November, abends 7½ Uhr, Montag,
14. November, abends 8 Uhr im Gemeindesaal, Hofgartenſtr. 8.
Numerierte Plätze zu 1.50 Mk., 1.00 Mk. und 0.50 Mk. zu haben in
der Hofbuchhandlung von J. Waitz, Eliſabethenſtraße 16, bei K. Bender,
Beſſunger=
ſtraße 47 und Hausverwalter Kropp, Hofgartenſtraße 8.
(21802
Verein städtischer Arbeiter und Rediensteter.
Samstag den 12. November 1910, abends halb 9 Uhr
im „Mathildenhöhsaale‟. Dieburgerstrasse Nr. 26
Zehntes Stiftungsfest
verbunden mit Großherzogs Geburtstagsfeier
unter gütiger Mitwirkung des Orth’schen Männerquartetts, unter
Leitung ihres Dirigenten Herrn K. Grim, sowie einer Abteilung der
Kapelle des Infanterie-Leibg.-Regiments Nr. 115,
wozu wir Freunde und Gönner höflichst einladen. Der Vorstand.
Nach Schluß des Programms: TANZ.
(21799df
Killvier Schule Frdac L. Hochstalfer
Schüler-Vortragsabend
Samstag, den 12. November, abends 6½ Uhr im Musikverein, Steinstrasse 24.
Programme berechtigen zum Eintritt und sind in den Musikalienhandlungen Thies
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ur Stadtvrrorduetenwahl.
Nach der erſten Bekanntgabe unſeres Wahlaufrufs haben ſich
die Nationalliberale Partei ebenſo wie die Fortſchrittliche
Volkspartei erfreulicherweiſe bereit erklärt, auf ein eigenes
Wahl=
vorgehen zu verzichten und unſeren Wahlvorſchlag vorbehaltlos zu
unterſtützen.
Wir dürfen hiernach erwarten, daß die geſamte Bürgerſchaft,
ſoweit ſie Einigkeit wünſcht und nutzloſe Zerſplitterung
ver=
urteilt, unſeren Zettel, der mit
Dr. Kolb anfängt,
an der Wahlurne abgibt.
Glaube aber Keiner, daß durch die Einigung der
Er=
folg geſichert ſei. Nur wenn alle Anhänger der bürgerlichen
Einigung ihre Schuldigkeit tun, können wir auf den Sieg rechnen.
Der Wahlausſchuß
21807)
der vereinigten Bezirksvereine.
Zur Entgegennahme des Wahlresultats
laden wir unſere Freunde auf
Donnerstag, abends 9½ Uhr, in den Kaisersaal
Der Wahlausſchuß
der Vereinigten Bezirksvereine.
Unmöglich kann jeder Wähler, insbeſondere die kaufmänniſchen
und techniſchen Angeſtellten, Lehrer, Beamten, Handwerker,
als auch alle ſonſtigen Intereſſenvertretungen, die Arbeiter,
Mieter ꝛc. mit dem Zettel der Bezirksvereine ganz zufrieden ſein,
denn die Bezirksvereine ſind ja ſelbſt nicht damit zufrieden.
Politik gehört nicht auf das Rathaus!
Deshalb prüfe jeder Wähler die Namen des Wahlzettels,
welchen er zur Urne trägt.
Gebt keinen Zettel ab, der nicht den Namen
Rügel, Georg, Archtent
enthält, reſp. ſtreicht von jedem anderen Zettel einen Euch nicht
paſſenden Namen und ſetzt
Kügelg
S, Archnent
hinzu.
Wähler, laßt Euch nicht vor dem Geſpenſt der
Stimmenzer=
ſplitterung abſchrecken, folgt Mann für Mann unſerm Aufrufe.
Es wird dadurch ein wirklich unabhängiger, unerſchrockener,
er=
fahrener, in weiten Kreiſen angeſehener Mann, der allem Ungerechten
die Stirne bietet, in das Rathaus einziehen.
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Der Wahlausſchuß der unabhängigen Wähler.
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Donerstag, den 10. Növember 1910g
Nummer 264.
Gegen viele Hauleiden, wie juck. Dermatoſen,Schupen=
(Pforiaſis), Seborrhoea des
Kopfesu. Geſichts, Hautjucken,
einfache, eitrige u. entzündl. Aene
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Handel und Verkehr.
H. Fran kfurt a. M., 8. Nov. (
Frucht=
marktbericht.) Der Wochenmarkt war luſtlos und
ohne größere Preisveränderung. Trotz der gewichenen
Kurſe verhält ſich der Konfum noch zurückhaltend, ſo
daß die Umſätze ſehr beſchränkt blieben. Landweizen
notierte wie in der Vorwoche; hingegen war
Landrog=
gen reichlicher angeboten und mangels Kaufluſt
weſent=
lich im Preis ermäßigt. Gerſte ruhig. Hafer war
ziemlich rege gefragt und nicht billiger. Mais und
Fntterartikel offeriert und matt. Die Forderungen
für Mehl lauten williger, da nur wenig Nachfrage
vor=
handen iſt.
Der Mannheimer Getreidemarkt liegt
etwas feſter, da die Offerten ſeitens Amerikas und
Rußlands erhöht wurden.
An der Berliner Produktenbörſe lag
Getreide ebenfalls feſter auf Deckungen und die
Er=
höhungen der auswärtigen Offerten; auch Hafer ward
beſſer bezahlt, wobei nur geringes Inlandsangebot
vorhanden war.
Nach den letzten Kabelnachrichten von der
ameri=
kaniſchen Getreidemärkten (Chicago und
New=York) war Weizen anfangs höher, dann
nach=
gebend auſ günſtige argentiniſche Ernteausſichten;
ſchließlich aber wieder befeſtigt auf beſſere Nachfrage
für Lokoware und den hauſſelautenden Viſible Supply=
Ausweis. Mais verkehrte in Uebereinſtimmung mit
Weizen. Die ſichtbaren Weizenvorräte ſind dort in
dieſer Woche von 40,12 Millionen Buſhels auf 40,37
Millionen Buſhels geſtiegen, aber die Maisvorräte
von 3,51 Millionen Buſhels auf 2,98 Millionen Buih.
zurückgegangen. In Kanada haben ſich die
Weizenvor=
räte von 11,03 Millionen Buſhels auf 11,97 Millionen
Buſhels erhöht.
Hier ſtellen ſich die Preiſe bei 100 Kilogramm wie
folgt: Weizen, hieſiger und Wetterauer, 19,50—19,75,
Norddeutſcher 19,50—19,75, Kurheſſiſcher 19,60—19,75,
Rumäniſcher 20,50—21,50, Redwinter 21,50—22,00,
Ruſ=
ſiſcher 20,50—21,50, Laplata 21,50—22,00, Donauweizen
Kanſas 21,50—22,00, Walla Walla 21,50—22,00;
Roggen hieſiger, 15—15,20, Bayeriſcher (Pfälzer)
15—15,25, Ruſſiſcher ——, Amerikaniſcher ——
Rumä=
niſcher ——; Gerſte (Pfälzer) 16,50—17,00, hieſige
und Wetterauer 16,00—16,50, Riedgerſte 16,50—17,00
Fränkiſche 16,50—17,00, Ungariſche 22,00—23,00,
Ruſſi=
ſche Futtergerſte 12,25—12,50; Hafer, hieſiger, 15,00
bis 16,00, Bayeriſcher 15,25—16,00, Ruſſiſcher
Amerikaniſcher ——, Rumäniſcher ——, Mais mixed
14,00, Ruſſiſcher 14,00—14,20, Donaumais 14,00,
Rumä=
niſcher 14,00, Weißer Mais 14,00, Laplata 13,50—13,75;
Weizenſchalen 8,50—9,00, Weizenkleie 8,00—8,50,
Rog=
genkleie 9,00—9,50, Futtermehl 12,00—13,75, Biertreber,
getrocknet, 12,00—12,50: Weizenmehl, hieſiges,
Baſis ab Mannheim, Nr. 0 30,00—30,25, feinere
Mar=
ken 30,50—30,75, Nr. 1 29,00—29,50, feinere Marken
29,75—30,00, Nr. 2 28,00—28,25, feinere Marken 28,50 bis
28,75, Nr. 3 26,00—26,50, feinere Marken 26,75—27,00,
Nr. 4 22,00—22,50, feinere Marken 22,75—23,00;
Rog=
genmehl, hieſiges, Nr. 0 23,50—23,75, Nr. 1 22,50 bis
22,75, Nr. 2 20,00—20,25.
Literariſches.
Der Ingenieur. Seine kulturelle,
geſell=
ſchaftliche und ſoziale Bedeutung. Eſſays von Frz. M.
Feldhans Dr Gg. Biedenkapr, Dr. 3. Kolmann., Foſ.
A. Lux, Dr. A. Reitz u. a. Preis 1 Mk. Franckhſche
Verlagsbuchhandlung in Stuttgart. Das Buch enthält
eine Sammlung Eſſays verſchiedener Autoren. Sie
wollen den Ingenieur in Vergangenheit und
Gegen=
wart, in ſeinen Beziehungen zur Politik und
Ver=
waltung, zur Moral und zur ſozialen Geltung
ſchil=
dern, den Anteil hervorheben, den der Ingenieur an
der Förderung der Kultur, der Kunſt, der Hygiene ſich
gutſchreiben darf, ſie wollen aber auch ſichtbar machen,
welche häuslichen Schwierigkeiten dieſen
ſchaffenskräf=
tigen Stand bedrängen, welche Sorgen den Ingenieur
als Erfinder, als Angeſtellten, als Staatsbürger
be=
laſten.
Hochland. Monatsſchrift für alle Gebiete
des Wiſſens, der Literatur und Kunſt. Herausgegeben
von Karl Muth. Joſ. Köſelſche Buchhandlung, Kempten
und München. Vierteljährlich 4 Mk. Hochland ſteht
nun am Anfange ſeines 8. Jahrganges. Wohl noch
keine Zeitſchrift iſt während der verhältnismäßig noch
kurzen Zeit ihres Beſtehens ſo im Feuer geſtanden,
nicht im Gezänke des Tageskampfes, aber in dem
Kampf um Ideen und Ideale. Man findet im „
Hoch=
land” ſelber kaum Spuren dieſes Kampfes. Ein
ſpä=
terer Leſer wird darin nur eine einzige, zielbewußte
poſitive Arbeit finden, ein unbeirrtes Vorwärtstragen
konſervativer und chriſtlicher Gedanken auf allen
Ge=
bieten. Das iſt auch das Programm Hochlands.
— Eine recht glückliche Idee liegt der Heftſerie
Luginsland” zu Grunde, welche der bekannte
Kursbuchverlag „Hendſchels Telegraph” in Frankfurt
am Main ſeit einiger Zeit herausgibt. Es handelt ſich
darum, den Reiſenden auf gewiſſen, vielbefahrenen
Bahnſtrecken einen angenehmen Plauderer und
kun=
digen Führer an die Seite zu ſetzen, der ihn mit allem
Bemerkenswerten bei der Fahrt vertraut macht.
So=
eben erſchien eine Beſchreibung der Strecke Frankfurt
am Main-Mainz-Bingerbrück-Metz-Nancy, von
Ober=Realſchuldirektor Dr. Höfer. Die Luginsland=
Heftchen (Preis 75 Pfg.) mögen allen, die ſich die
lang=
weilige Dahinrüttelei auf langen Bahnſtrecken
ver=
kürzen und, wenn auch im Fluge, Land und Leute
kennen lernen wollen, empfohlen ſein.
Der Jugendgarten. Eine Feſtgabe für
Mädchen im Alter von 9 bis 14 Jahren. Erzählungen
ernſten und heiteren Inhaltes, Gedichte,
Unterweiſun=
gen aus Natur, Haus und Geſchichte, Beſchäftigungen,
Sport und Spiele. 35. Band. Mit 148 ein= und
mehr=
farbigen Abbildungen. Elegant gebunden 5 Mark.
Union, Deutſche Verlagsgeſellſchaft, Stuttgart. — Der
Ingendgarten bietet Mädchen im Alter von 9 bis 14
Jahren in ſorgfältig getroffener Auswahl
Unterhal=
tendes und Nützliches: Feſſelnde Erzählungen ernſten
und heiteren Inhaltes, neue Märchen, Gedichte und
Rätſel, Unterweiſungen aus Natur Haus und
Ge=
ſchichte in anziehender, dem jugendlichen Verſtändnis
angepaßter Form; er iſt ein guter Berater für Sport,
Spiel und allerhand Beſchäftigungen für die
Mädchen=
welt und ſtellt ſich ſomit die Aufgabe, die Mußeſtunden
der jungen Mädchen in ebenſo angenehmer wie
nutz=
bringender Weiſe auszufüllen.
— Anleitung zu zoologiſchen
Beobach=
tungen. Von Profeſſor Dr. F. Dahl. 158 Seiten
mit zahlreichen Abbildungen. (Wiſſenſchaft und
Bild=
ung, Band 61). Geheftet 1 Mark, in
Originalleinen=
band 1,25 Mark. Verlag von Quelle & Meyer in
Leip=
zig. 1910. — Trotz der faſt allzu reichen Literatur auf
zoologiſchem Gebiet fehlte es bisher gänzlich, wie jeder
Naturfreund nur zu oſt mit Bedauern feſtzuſtellen
Gelegenheit hatte, an einer geeigneten Anleitung zur
zvologiſchen Beobachtung, d. h. einer Anweiſung, auf
welche Punkte es bei einer guten Beobachtung in erſter
Linie ankommt und wie man es anfangen muß, dieſe
zu erzielen. Deshalb wird dieſes neueſte Bändchen
der Sammlung „Wiſſenſchaft und Bildung” dankbar
begrüßt werden.
Grwinnauszug.
der
223. Königlich Prenßiſchen Klaſſenlotterie.
5. Klaſſe. 1. Ziehungstag. 8. November 1910.
(Nachdruck verboten.)
(Ohne Gewähr. A. St.=A. f. Z.)
In der Vormittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
2 Gewinne zu 15 000 Mk. 183200 241740
3 Gewinne zu 10 000 Mk. 156773 212126 299782
a Gewinnc zu 5000 Mk. 53503 150197 241692 280917
36 Gewinne zu 3000 Mk. 7258 36519 40545 46740
47444 49187 52682 53045 55229 57236 61046 70780
77417 79906 86520 87554 90718 108688 141020 142341.
143804 153631 163925 155141 172659 166906 204312
214092 243105 257499 272504 278260 285374 292218
72 Gewinne zu 1000 Mk. 14839 15566 18721 22043
30597 30785 31151 35390 36624 58324 60954 6469a.
69832 70655 70668 73193 76660 76876 85866 86541.
88132 91231. 99217 101928 106923 113314 116492
11659g 131540 138295 138564 152346 158063 160748
166098 170231. 172585 177955 176765 192340 194325
195888 196544 205672 205666 224648 229166 230111.
237078 238639 241438 241640 242782 245912 254071.
266905 257728 259477 261337 270890 275840 277747
277836 277901 281018 290059 290900 292198 293453
294296 295116 301108
114 Gewinne zu 500 Mk. 2788 4689 8190 10050
10788 13055 13430 19929 20978 22215 23623 24728
34350 38668 40763 46048 54321 54965 56941 57338
58806 61296 61655 63793 64646 64701 66411 66552
67673 69487 70306 71785 77726 78555 82317 88398
88755 90284 94751 96673 97370 98881 100860 108146
110705 115398 115729 116972 117103 126293 126687
127779 137986 140687 140747 140954 143843 161153
157911 156058 158776 163711 166496 168411 168529
170169 172708 177922 180621 164116 185660 185919
187218 190075 197335 205593 211605 212690 213761
218547 219866 224787 226183 232598 232978 233762
236572 237496 241552 243284 247124 247653 247716
248653 249209 250247 256788 257476 261541 263097
267431. 267460 277456 278269 278293 278954 282346
263691. 291217 292761. 295424 297158 297419 303097
In der Nachmittags=Ziehung wurden Gewinne
über 240 Mk. gezogen:
5 Gewinne zu 5000 Mk. 74186 81661 835191 270623
294138
39 Gewinne zu 3000 Mk. 5676 7632 7717 14567
16914 29563 29982 33466 38976 44142 57739 64069
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