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173. Jahrgang
verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
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Organ für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
N 244.
Dienstag, den 18. Oktober.
1910.
Die heutige Nummer hat 18 Seiten.
England.
— Gegenüber großen Ereigniſſen, wie der
portugie=
ſiſchen Revolution oder dem Eiſenbahnerſtreik in Frankreich,
iſt es begreiflich, wenn man weniger hervortretenden
Er=
eigniſſen in anderen Ländern kaum Beachtung ſchenkt,
ob=
gleich ſie doch leicht von weittragender Bedeutung ſein
könnten. So hat man ſich ſchon ſeit langer Zeit nicht mehr
mit den inneren Verhältniſſen Englands
be=
faßt, höchſtens, daß man ſeiner Tätigkeit nach außen und
in der letzten Zeit ſeiner intimen Beziehungen zu
Por=
tugal gedachte. Um die innere Lage kümmerte man ſich
kaum, zumal ja auch das Parlament in der Zwiſchenzeit
nicht tagte. In aller Stille ſcheint ſich aber doch eine
Wendung vorbereitet zu haben, die für die innere
Ent=
wickelung Englands von weittragendem Erfolge begleitet
ſein kann.
Die Verhandlungen zwiſchen Regierung und
Oppo=
ſition wegen einer Einigung über die ſchwebenden
Tages=
fragen ſchienen erfolglos auslaufen zu ſollen, nachdem
im Vorjahre der Zwiſt in hellen Flammen entbrannt war
und durch den Tod König Eduards ein gewiſſer Stillſtand
herbeigeführt wurde. Man ſchloß eine Art Gottesfrieden,
um die erſte Regierungszeit des Königs nicht zu ſtören
und ihm Gelegenheit zu laſſen, ſich in die Dinge
einzu=
leben und ſeine Stellung zu nehmen. Hat auch, dem
Buchſtaben der Verfaſſung nach, der König keinerlei
Ein=
fluß auf die Politik, ſo weiß man doch zur Genüge aus
den Zeiten König. Eduards VII. her, wie nachhaltig eine
hervorragende Perſönlichkeit auf dem engliſchen Throne
den Lauf der Dinge zu beſtimmen verſteht. Sein
Ueber=
gewicht auf dem Gebiete der Außenpolitik hat England
nach allgemeinem Zugeſtändnis in der Hauptſache der
Ini=
tiative König Eduards VII. zu danken, der ſeine
um=
faſſenden perſönlichen Verbindungen in trefflicher und
ge=
ſchickter Weiſe im Intereſſe ſeines Landes und zur
Durch=
führung ſeiner hohen Pläne auszunützen verſtand.
Nun=
mehr aber ſcheint das Ende des Waffenſtillſtandes zu
nahen, man will nach monatelangen Unterbrechungen zum
Schluß kommen, um eine definitive Entſcheidung zu
tref=
fen und zu wiſſen, woran man iſt. Die Verhandlungen
zwiſchen der Regierung und den Vertrauensmännern der
konſervativen Oppoſition ſind wieder aufgenommen
wor=
den, um vielleicht bald wieder aufzuhören. In der
näch=
ſten Sitzung will die Regierung ihre letzten Vorſchläge
un=
terbreiten, und, falls dieſe abgelehnt werden, die
Verhand=
lungen abbrechen, ſodaß eine neue ſchwere Kriſis die Folge
wäre.
Die letzten Vorſchläge der Regierung ſollen angeblich
darauf hinausgehen, den vier heimatlichen britiſchen
Rei=
chen England, Irland, Schottland und Wales je ein
hei=
miſches Parlament für örtliche Angelegenheiten zu
ge=
währen, d. h. mit anderen Worten: eine allgemeine
Ho=
merule. Das Unterhaus ſoll unverändert beſtehen
blei=
ben, das Oberhaus dagegen abgeſchafft und durch einen
Senat erſetzt werden, der nicht nur von engliſchen
Wäh=
lern, ſondern auch von den Wählern in den Kolonien
no=
miniert werden ſoll. Die Konſervativen wären zwar für
einen derartigen Senat eventuell zu haben, dagegen lehnen
ſie die Volksvertretungen für die einzelnen Kronländer
ſtrikte ab, ſodaß damit ein neuer Konflikt gegeben iſt.
Man zweifelt daran, daß eine Einigung zuſtande kommen
wird, weil man weiß, daß die konſervative Oppoſition ihren
Standpunkt in dieſer Frage aus prinzipiellen Gründen
unter keinen Umſtänden aufgeben will. Ebenſowenig kann
aber die Regierung nachgeben, wenn ſie nicht den Zorn
des Unterhauſes auf ſich laden will.
Die Reform der parlamentariſchen Inſtitutionen iſt
nun einmal der Hauptpunkt im Programm der jetzigen
liberalen Regierung, und wenn es ihr nicht gelingt, dieſe
durchzuführen, ſo wird ſie in der Verſenkung verſchwinden
müſſen. Dieſe Gefahr rückt nahe, wenn nicht das Kabinetr
die erſorderliche Energie zu zeigen verſteht.
Von der Republik Portugal.
* Am Montag ſollten die Dekrete veröffentlicht
wer=
den, durch die die Pairskammer, der Staatsrat und der
Adelstitel abgeſchafft, die Dynaſtie Braganza verbannt
und die Wohltätigkeitsanſtalten verweltlicht werden.
Nach=
träglich ſtellt es ſich heraus, daß eine große Anzahl höherer
Beamten der früheren Regierung ihr Gehalt auf mehrere
Jahre hinaus im voraus abgehoben hatten. Dadurch iſt
der Staat um viele Millionen geſchädigt worden. Ueber
das Vermögen der königlichen Familie ſind
bereits Anordnungen getroffen worden, wonach dem König
ſeine wenigen Habſeligkeiten, wie Kleider uſw., zugeſtellt
werden. Die Kunſtgegenſtände im Palaſte dagegen ſollen
verkauft und deren Erlös zur Tilgung der Schulden des
Königs an den Staat verwandt werden. Der
Grund=
beſitz der Dynaſtie wird auf etwa zehn Millionen
Mark Wert geſchätzt. Ein Teil ſoll dem König verbleiben
und der andere ebenfalls zur Abtragung ſeiner Schuld
verwendet werden. Auch in der Münze hat man eine
Ent=
deckung gemacht; es wurde feſtgeſtellt, daß hochgeſtellte
Per=
ſönlichkeiten Silber, das die Münze gekauft hatte, dort
münzen ließen, dabei verdienten dieſelben 35 Prozent,
die eigentlich dem Staate zugekommen wären.
König Manuel erlebt an der britiſchen Regierung
nicht viel Freude. Er, der ſich in ſeinen Regententagen
von England mit ausgeſuchter Zuvorkommenheit
umwor=
ben ſah, muß jetzt erkennen, wie wenig die britiſche
Auf=
merkſamkeit ſeiner Perſon galt. Das Kabinett von St.
James hat dem König Manuel nahegelegt, ſich während
ſeines Aufenthaltes in Gibraltar jeder
poli=
tiſchen Betätigung zu enthalten. Deshalb iſt
auch die Veröffentlichung der von der königlichen Familie
verfaßten Darſtellung der Revolution auf ſpätere Zeit
ver=
ſchoben worden. Die königliche Familie wird ihren
gan=
zen Einfluß auf die Royaliſten in Portugal
ausüben, um dafür zu werben, daß eine möglichſt große
Zahl monarchiſtiſcher Deputierter in das Kabinetts=
Par=
lament gewählt wird. Der König iſt ſehr aufgebracht,
daß man ihn der Feigheit gegenüber der Revolution
be=
zichtigt hat. Er habe ſich ſeinerzeit, wie aus der Umgebung
der königlichen Familie verlautet, an die Spitze ſeiner
Truppen ſtellen wollen, um die Revolution
niederzu=
kämpfen. Dieſen Plan habe er nur aufgegeben, weil ſeine
Anhänger ihm dringend abrieten; ſein Leben ſei zu
wert=
voll für das Land, als daß er es aufs Spiel ſetze.
In Gibraltar war eine ſtrenge Ueberwachung des
Pa=
laſtes des Gouverneurs, wo der König und ſeine Familie
Wohnung genommen haben, angeordnet worden.
Inzwi=
ſchen iſt die Abreiſe der königlichen Familie
aus Gibraltar erfolgt. Die Königin=Witwe begab
ſich am Sonntag nachmittag, begleitet vom Herzog von
Oporto, an Bord des italieniſchen Kreuzers „Regina
Elena”, der hierauf nach Spezia in See ging. Die
Köni=
gin=Witwe begibt ſich nach dem Schloſſe San Roſſore, um
dort den König und die Königin von Italien zu treffen.
Im Laufe des Nachmittags ſchifften ſich dann König
Ma=
nuel und die Königin=Mutter auf der engliſchen
Königs=
jacht „Victoria and Albert” ein, die hierauf ebenfalls in
See ging.
Deutſches Reich.
— Die Reichstagskommiſſion zur
Vor=
beratung der Reichsverſicherungsordnung
hat ſeit den Ferien fleißig gearbeitet und einige hundert
Paragraphen erledigt. Man ſchreibt über den
gegenwär=
tigen Stand der Dinge aus parlamentariſchen Kreiſen:
Die Beſtimmungen über die Unfallverſicherung ſind im
großen und ganzen nach der Vorlage angenommen Die
wichtigſte Aenderung bei der Invalidenverſicherung betrifft
die Einführung von Kinderrenten, d. h. die Erhöhung der
Renten für Invaliden, die Kinder unter 15 Jahren haben.
Die Regierung hat gegen die Neuerung Widerſpruch
er=
hoben, doch ſteht zu hoffen, daß ſie am letzten Ende
nach=
geben wird. Einen energiſch ausſehenden, aber wohl nicht
ernſt gemeinten Verſuch unternahmen die
Sozialdemo=
kraten, die Invaliden=, Alters= und Hinterbliebenenrenten
weſentlich zu erhöhen. Ein Antrag, der auf eine
Verdop=
pelung der Renten hinauslief, würde einen Mehraufwand
erfordern, der nach unſerer Schätzung für das Jahr 1911
ſich auf 310 Millionen Mark belaufen würde. Ein
an=
derer Antrag würde etwa die Hälfte erfordern. Auf eine
derartige Mehrbelaſtung konnte die Kommiſſion nicht
ein=
gehen. Auch die Herabſetzung der Altersgrenze für den
Bezug der Altersrente konnte nicht vorgenommen werden
mit Rückſicht auf die dadurch notwendig werdende
Mehr=
belaſtung. Ueberhaupt mußten viele Wünſche, ſo
berech=
tigt ſie ſchienen, wegen der Koſten zurückgeſtellt werden.
Bei der zweiten Leſung, die im November beginnen ſoll,
werden all die ſchwierigen Fragen von neuem auftauchen,
die noch nicht endgültig entſchieden ſind. Viele
Verbeſſe=
rungen des Entwurfs können dann möglicherweiſe wieder
rückgängig gemacht werden. Ob das ganze Geſetzgebungs=
werk in dieſer Seſſion zum Abſchluß gelangen wird,
er=
ſcheint angeſichts der vorhandenen Meinungsdifferenzen
noch zweifelhaft.
— Die Reichseinnahmen an Zöllen und
Steuern im erſten Halbjahr des laufenden
Etatsjahres. Für die Zeit vom 1. April bis 30.
Sep=
tember d. J., mithin für die volle Hälfte des Etatsjahres
1910 belaufen ſich die Einnahmen an Zöllen und Steuern
auf 701 Millionen Mark. Geſchätzt ſind ſie für das ganze
Jahr auf 1441 Millionen; der Voranſchlag iſt mithin im
erſten Halbjahr noch nicht voll erreicht. Dabei iſt
aller=
dings zu berückſichtigen, daß die Brauſteuer im letzten
Monat des Jahres, im März 1911, ſtärkere Erträge
er=
warten läßt. Aber das bisherige Ergebnis zeigt doch
wiederum, daß der ſehr vorſichtig aufgeſtellte
Etatsvor=
anſchlag , wenn überhaupt, ſo doch jedenfalls nur ſehr
; knapp erreicht wird. Dieſe Entwicklung ließ ſich ſchon nach
den Ergebniſſen der letzten Monate des vorigen Etats=
5 jahres vorausſehen. Gehoben haben ſich im September
die Einnahmen aus der Branntweinſteuer, wogegen die
Zuckerſteuer in ihren Erträgen nachgelaſſen hat. Die
Erb=
ſchaftsſteuer weiſt eine nicht unweſentliche Zunahme auf,
und die Börſenſteuern halten ſich nach wie vor auf
beträcht=
licher Höhe, ebenſo der Grundſtücksumſatzſtempel. Wenig
günſtig iſt wiederum das Ergebnis der Zölle.
— Die Vizepräſidentenſtelle im
Reichs=
tag. Die Preſſe beſchäftigt ſich bereits mit der
Wieder=
beſetzung der zweiten Vizepräſidentenſtelle im Reichstag.
Die Nationalzeitung meldete dazu, die Nationalliberale
Partei verzichte darauf, im Präſidium vertreten zu ſein.
Einen formellen Anſpruch, bemerkt dazu die Poſt, dürfte
ſie auch kaum noch geltend machen können, denn ſie iſt
nicht mehr die drittſtärkſte Partei im Reichstag. Trotzdem
werde man ihr den Sitz wiederum anbieten. Die
Reichs=
partei habe ſich mit der Frage überhaupt noch nicht
be=
ſchäftigt und werde erſt unmittelbar vor dem
Zuſammen=
tritt des Reichstags dazu Stellung nehmen.
— Der Zentralausſchuß der
Fortſchritt=
lichen Volkspartei wird — zum erſten Male nach
der Bildung der neuen Partei — wie verlautet, für die
Tage unmittelbar vor dem Wiederzuſammentritt des
Reichstages zuſammenberufen werden. Der
Zentralaus=
ſchuß, der nächſt dem Parteitag die oberſte Parteiinſtanz
bildet, beſteht aus den Mitgliedern des Geſchäftsführenden
Ausſchuſſes, die nicht ſchon als Reichstagsabgeordnete dem
Zentralausſchuß angehören, ſowie aus 60 Vertretern der
Verbände im Lande.
Ausland.
Griechenland.
Die griechiſche Kabinettskriſe. König
Georg übertrug, wie bereits gemeldet, Venizelos die
Bil=
dung des neuen Miniſteriums. Venizelos übernahm die
Bildung des Kabinetts vorbehaltlich der Prüfung der
parlamentariſchen Lage. Er wird ſomit Verhandlungen
mit den alten Parteiführern und den neuen Parteigruppen
über deren parlamentariſche Haltung gegenüber ſeiner
Re=
gierung beginnen. Die Proteſte und Drohungen türkiſcher
Zeitungen gegen das Kabinett Venizelos werden in Athen
allſeitig als ungehörige Einmiſchung in innere Fragen
zurückgewieſen.
Spanien.
Antipatriotiſche Propaganda. In der
Kammer machte der Miniſterpräſident die Mitteilung
von der antipatriotiſchen Propaganda, die in
den Kaſernen betrieben werde, wo umſtürzleriſche, im
Auslande gedruckte Schriften verbreitet würden. Die Herde
der Verſchwörung und der vaterlandsverräteriſchen
Propa=
ganda ſeien in den Vorſtädten zu ſuchen. Der
Miniſter=
präſident erklärte, er werde alle geſetzlichen Mittel zur
Un=
terdrückung der Beſtrebungen anwenden, ſobald er
be=
ſtimmte Beweiſe in Händen habe. Ein Republikaner
er=
widerte, die Revolution werde ausbrechen, ſobald ſie
kom=
men müſſe. Die Regierung werde nichts gegen die
Sou=
veränität des Volkes vermögen.
Monaco.
Die Verfaſſung. Aus Monaco liegen über
die Verfaſſungsbewegung widerſpruchsvolle Meldungen
vor. Nach einer Meldung des Matin hätten die vom
Fürſten von Monaco gemachten Zugeſtändniſſe die
Be=
völkerung nicht befriedigt, da dieſe vor allem die
kommu=
nale und finanzielle Selbſtverwaltung verlange. Nach dem
New=York Herald habe Fürſt Albert alle Forderungen der
Bevölkerung bewilligt, nämlich die Einſetzung eines auf
Grund des allgemeinen Stimmrechtes zu wählenden Kom=
Nummer 244.
Darmſtädter Tagblätt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Seite 2.
munalausſchuſſes, der vollſtändige Selbſtändigkeit
genie=
ßen und über die Hilfsmittel des Landes verfügen ſoll.
Dem Fürſten wird eine Zivilliſte gewährt. Die Berichte
ſügen hinzu: „Die Ruhe im Lande iſt geſichert.” Alſo
können jetzt auch die internationalen Gäſte wieder in Ruhe
an den Spieltiſchen Platz nehmen, ohne ſich den
Gefah=
ren einer Revolution oder eines Bürgerkrieges
auszu=
ſetzen.
Perſien.
Zur=Lage. Die Reſidenz iſt voll von aus
Maſan=
deran geflüchteten Soldaten. Die Regierungstruppen ſind
vollſtändig geſchlagen. Der Emir von Aſam wird von
dem Emir von Muckerum verfolgt und nähert ſich Teheran,
wo Gärung herrſcht. Es wurden ſtark beſuchte
Verſamm=
lungen abgehalten, worin die Unzufriedenheit mit der
Re=
gierung zum Ausdruck gebracht und die Abſetzung des
Ka=
binetts gefordert wird.
Eine Note derengliſchen Regierung. Das
Reuter=Bureau meldet: Angeſichts der Schädigungen, die
der Handel infolge der fortgeſetzten Ruheſtörungen im
Sü=
den von Perſien erleidet, richtete die engliſche Regierung
eine energiſche Note an die perſiſche Regierung. Sie wies
darauf hin, daß ſich ernſte Folgen ergeben würden, wenn
ſich die Wiederherſtellung der Ordnung ungebührlich
ver=
zögert. Die Times veröffentlicht hierüber folgendes
Tele=
gramm aus Teheran: Die Note der britiſchen Regierung
an die perſiſche enthält die beſtimmte Ankündigung von
entſchiedenen weiterreichenden Maßregeln, die England bei
gewiſſen bedauerlichen Eventualitäten ergreifen werde.
Dieſe Maßregeln würden ein Ende der Politik der
Nicht=
einmiſchung bedeuten. Die Ruſſen würden dann
wahr=
ſcheinlich im Norden dem Beiſpiele folgen. Die einzige
Möglichkeit für die Anleihe ſei daher die tatſächliche
Tei=
lung. Die engliſche Regierung würde wahrſcheinlich
vor=
ziehen, bei der bisherigen Politik zu bleiben, hege aber
zugleich den Wunſch, die Lage in möglichſt vollkommener
Harmonie mit der ruſſiſchen Regierung zu behandeln.
Chile.
Die Kammern ſind zuſammengetreten. Die
Prä=
ſidentſchaftswahlen im ganzen Lande ſind ohne Störung
verlaufen.
*
2
* DieReiſe des deutſchen Kronprinzen.
Auf dem Reichspoſtdampfer „Prinz Ludwig” vom
Norddeutſchen Lloyd, auf dem der Kronprinz ſeine
Studienreiſe nach Oſtaſien antreten wird, iſt man ſeit
einigen Wochen mit den Fahrtvorbereitungen
beſchäf=
tigt. Der Kronprinz erhält 4 Offizierzimmer, . die
Kronprinzeſſin die daneben befindlichen Räume des
Kapitäns. Das Heim des Kronprinzen hat durch
Fort=
nehmen und Einziehung neuer Wände ein größeres
Arbeitszimmer, Saal, Schlafkabine und Spielzimmer
erhalten. Für die Kronprinzeſſin ſind drei beſondere
Räume eingerichtet worden. Am Montag treffen die
Gegenſtände aus dem Marmorpalais und dem
Kron=
prinzenpalais in Hamburg ein. Das Kronprinzenpaar
hat eine beſondere Auswahl getroffen für die
Möbel=
ſtücke. Der Dampfer hat einen blendend weißen-
An=
ſtrich erhalten,
* Belgrad, 16. Okt. Der herbeigerufene Wiener
Arzt Dr. Chvoſtek erklärte dem Vertreter des Wiener k. k.
Korr.=Bureaus, daß der Zuſtand des
Kronprin=
zen zwar ernſt ſei, daß aber, ſolange keine Komplikationen
hinzutreten, kein Anlaß zu irgendwelcher Beunruhigung
vorhanden ſei. Uebrigens ſei die Kriſis erſt in der
näch=
ſten Woche zu erwarten.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 18. Oktober.
* Audienzen. Se. Königl. Hoheit der
Groß=
herzog werden am Mittwoch, den 19. d. Mts., vor=
Eine Aufführung von Schumanns
„Paradies und Peri” vor 40 Jahren.
Wenn mir, wie es wohl geſchah, zu Ohren kommt,
daß dieſer oder jener Schumanns „Paradies und
Peri” ſchon etwas veraltet findet, ſo kann ich mir
gar nicht vorſtellen, wie’s demjenigen muſikaliſch zu
Mute ſein mag, der ſo urteilt. Allerdings gehöre ich faſt
ſchon einer anderen Zeit an, weiß wohl auch, daß die Welt
nicht ſtille ſteht, daß das Neuere beachtet ſein will, daß
das Neuere das Aeltere oft beiſeite ſchiebt; aber
ge=
rade ein Werk, wie „Das Paradies und die
Peri”, kommt mir noch immer ſo friſch, ſo
unmittel=
bar, ſo muſikaliſch ſchön und poetiſch reizvoll vor, daß
ich jedem Hörer wünſchen möchte, er könnte es ſo hören,
wie ich es zum Beiſpiel hörte, als ich zum allererſten
Male einer Aufführung dieſes Werkes beiwohnte.
Nicht, daß die Aufführung durch hervorragende
So=
liſten, oder durch ein beſonderes Ereignis glänzte,
nein; denn obwohl es jedenfalls eine ſchöne
Auf=
führung war, ſo brachte ich wohl ſelbſt das Beſte mit,
nämlich: die freudige Empfänglichkeit und ein
unbe=
dingtes Vertrauen in Werk, Leiter und Ausführende.
Ich mag damals etwa 17 bis 18 Jahre alt geweſen
ſein. Die Verehrung für Schumann war zu der Zeit
allgemein. In Rotterdam, wo ich Schüler der
Muſik=
ſchule war, ſtand Woldemar Bargiel, ein
vor=
trefflicher Muſiker und ſelbſt hervorragender
Kom=
poniſt (Stiefbruder Klara Schumanns) an der Spitze
des muſikaliſchen Lebens, der Schumanns Werke
gründ=
lich kannte und verehrte. Er war mein Lehrer in der
Kompoſition, während S. de Lange, ein Schüler
Joh. J. H. Verhulſts mein Lehrer im
Klavier=
ſpiel war. Verhulſt war in ſeiner Jugend, als er in
Leipzig Dirigent der „Euterpe” war, enge befreundet
mit Schumann, und wie hoch letzterer den holländiſchen
Tonkünſtler ehrte, geht aus Schumanns Biographie
und aus ſeinen Briefen genügend hervor. Verhulſt
hatte als Neſtor der niederländiſchen Muſiker einen
großen Einfluß auf die muſikaliſche Entwicklung, und
ſo wurde die Schumannſche Muſik in ganz Holland mit
Liebe und Begeiſterung gepflegt.
In dieſer Atmoſphäre war ich aufgewachſen. Nun
ſollte ich auch Schumanns Oratorium „Das Paradies
und die Peri” hören. Schon war ich mit der Dichtung
vertraut, während ich von der Muſik nur die Chöre
kannte, die ich in den Proben des Muſikvereins kennen
mittags im Reſidenzſchloß hier Audienzen erteilen, ſowie
Meldungen und Vorträge entgegennehmen.
— Charaktererteilungen. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Fabrikanten Dr. Edmund
Egger und dem Konſervator des Naturhiſtoriſchen
Muſeums Dr. phil. h. c. Wilhelm v. Reichenau, beide
in Mainz, den Charakter als Profeſſor, ferner dem
Fabri=
kanten Leonhard Hoos zu Lauterbach den Charakter als
Kommerzienrat zum 15. Oktober 1910 erteilt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurde der
Ober=
lehrer an der Gemeindeſchule zu Langen, Kreis
Offen=
bach, Ludwig Eiſenhardt auf ſein Nachſuchen, unter
Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte, vom
1. November 1910 an, und ihm aus dieſem Anlaß der
Titel „Rektor” verliehen.
L. Die Strafkammer verhandelte geſtern gegen den
43jährigen Kaufmann Guſtav Beuler, wohnhaft in
Groß=Gerau, der anfangs April bei dem Fahrradhändler
Rauch daſelbſt erſchienen war, um ſich ein Fahrrad zu
kaufen. Er erſtand ein ſolches zum Preiſe von 130 Mark,
Eigentumsvorbehalt, Ratenzahlung, ſowie eine Anzahlung
von 20 Mark wurden ausbedungen und ausdrücklich
er=
klärt, daß ohne Anzahlung das Fahrrad nicht ausgehändigt
werde. Der Käufer entfernte ſich, anſcheinend, um Geld zu
holen, kam jedoch nicht wieder; ſpäter war auch das Rad
verſchwunden. Der Händler forderte ihn wiederholt im
Guten auf, entweder das Rad zu bezahlen oder zurück zu
bringen. Als dies wirkungslos blieb, ſprach Rauch in
der Wohnung des Beuler vor. Dieſer lag noch zu Bette
und an ſeiner Stelle erſchien ſeine Frau, die verſprach, für
das Rad zu ſorgen, bezahlen könne ihr Mann es doch nicht.
Sie hielt Wort. Beuler wurde vom Schöffengericht wegen
Diesſtahls zu 1 Monat Gefängnis verurteilt, welches Urteil
er mit Berufung anfocht, weil er trotz des Widerſpruchs
der Familie Rauch dabei beharrte, daß ihm die
Mit=
nahme des Rades geſtattet worden ſei. Er hat wegen
verſchiedener Eigentumsvergehen bereits lange
Gefängnis=
ſtrafen verbüßt. Die zweite Inſtanz nahm ſtatt des
Dieb=
ſtahls einen Hausfriedensbruch als erwieſen an, den
Beu=
ler beging, als er ſpäter das Rad holte, erkannte jedoch
auch wegen dieſes Vergehens auf 1 Monat
Gefäng=
nis. — Der 19 Jahre alte Schreinergeſelle Gerhard
Zehm von Mühlheim, der eine Uhr ſowie andere
Wert=
ſachen ſtahl, bezog unter Einbeziehung einer bereits
rechts=
kräftigen Gefängnisſtrafe von 6 Wochen eine Geſamtſtrafe
von 6 Monaten 2 Wochen.
Der 54 Jahre alte, noch unbeſcholtene Bahnwärter
Heinrich Adam Küchler von Mörfelden iſt angeklagt,
durch Fahrläſſigkeit einen Eiſenbahntransport gefährdet
zu haben. Er hatte am 9. Auguſt, abends, als es dunkel
war, den Eilzug von Dornberg heranfahren ſehen, ſich aber
in der Schätzung der Entfernung getäuſcht und es
unter=
laſſen, rechtzeitig die Wegſchranke zu ſchließen, die er eine
Viertelſtunde von Mörfelden entfernt zu bedienen hatte.
Hierdurch geſchah es, daß der Fuhrmann Klein mit ſeiner
mit leeren Flaſchen und Fäſſern gefüllten Bierrolle, die er
vorſchriftsmäßig lenkte, in dem Augenblick auf den
Schie=
nen ankam, als der Eilzug heranbrauſte. Er bemühte ſich.
den Wagen zurückzuſchieben, dies gelang jedoch nicht, weil
in demſelben Augenblick der (Wärter die Schranke hinter
ihm geſchloſſen hatte. Der Zug riß dem Handpferd den
Kopf ab und zerſchmetterte eine Laterne. Ein weiterer
Schaden entſtand nicht. Küchler iſt geſtändig und wurde
zu 80 Mark Geldſtrafe verurteilt.
* Eine Sitzung des Provinzialausſchuſſes der
Provinz Starkenburg findet am Samstag, den
22. Oktober vormittags 9½ Uhr ſtatt.
Tages=
ordnung: 1. Rekurs der Gräflich Erbach=Fürſtenauſchen
Rentkammer in Sachen: Konzeſſionsgeſuch des
Fabri=
kanten Joſeph Specht in Michelſtadt. 2. Wirtſchafts
konzeſſionsgeſuch des Heinrich Becker zu Nieder=Ramſtadt.
3. Die gewerbsmäßige Beſorgung fremder
Rechtsange=
legenheiten durch den Lehrer der iſraelitiſchen
Religions=
gemeinde, Vorenberg in Reinheim. 4.
Beigeordneten=
wahl in Klein=Auheim. 5. Einwendungen gegen die
Wählerliſte zur Gemeinderatswahl in Hainſtadt.
* Von der Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes
Darmſtadt 1910 iſt in dem Juniheft der Zeitſchrift
Deutſche Kunſt und Dekoration,
herausge=
geben von Hofrat Alexander Koch, eine Abhandlung
mit zahlreichen Abbildungen erſchienen, die eine
wert=
volle und bleibende Erinnerung an dieſe Ausſtellung
bilden. Hofrat Koch hat vom April an auch ein großes
Kliſchee, das er ſelbſt nach dem Plakat hat anfertigen
gelernt hatte. Dieſe hatten ſchon am Klavier einen
großen Eindruck auf mich gemacht, und was die
Dicht=
ung betrifft, ſo nahm mich ſowohl die poetiſche Idee,
als auch das orientaliſche Kolorit vollſtändig gefangen.
Thomas Moore behandelt hier die Sage von einer
Peri, welche, mit ihrem Stamm vom Paradies
ausge=
ſchloſſen, die himmliſche Seligkeit nur dann erringen
kann, wenn ſie dem Himmel „die liebſte Gabe”
darzu=
bringen vermag. Die Peri bringt nach eifrigem
Suchen drei Gaben, zwei umſonſt, während die dritte
ihr des Himmels Tor erſchließt. Die erſte Gabe war
der letzte Tropfen Blut aus dem Herzen eines für die
Freiheit ſterbenden Helden, die zweite der letzte
Seuf=
zer einer liebendn Braut, die ihren an der Peſt
dahin=
ſiechenden Bräutigam im Tode nicht verlaſſen will und
ſein Schickſal mit ihm teilt, die dritte enthielt die
Träne eines reuevollen, bußfertigen Sünders.
So ausgerüſtet und vorbereitet, erwartete ich den
Abend der Hauptprobe mit Ungeduld. Noch ſehe ich
den großen, einfach=ſchönen Konzertſaal in
Rotter=
dam; nur ſpärlich erhellt von dem Licht, das über dem
Podium der Ausführenden angezündet war. Hie und
da waren einige wenige Zuhörer, einzeln oder in
kleinen Gruppen verteilt, die ſich in dem großen Raum
faſt völlig verloren. Dort, wo dieſe ſaßen (die
Haupt=
proben waren damals noch nicht öffentlich), herrſchte eine
geheimnisvolle Dämmerung, immerhin noch hell
ge=
nug, um mit jungen Augen in der Partitur nachleſen
zu können, wozu de Lange mich aufforderte, der
glücklicher Beſitzer eines damals noch koſtſpieligen
Exemplars dieſes Werkes war. Welch ein Genuß,
ohne daß die Phantaſie zu ſehr beeinträchtigt wurde,
den Komponiſten ein wenig in die Werkſtatt zu
beglei=
ten! Zu ſehen, wie jene Klänge, die ſo zauberhaft auf
uns wirkten, in ſich zuſammengeſetzt waren! Und
welche ganz beſondere Freude gewährte es uns,
einander abwechſelnd auf dieſes und jenes
aufmerk=
ſam zu machen, was uns beſonders ſchön erſchien, und
wie glücklich waren wir, wenn uns beide zu gleicher
Zeit irgend eine Stelle erhob und entzückte!
Das Vorſpiel begann. Die Violinen ſtimmten
das zarte Anfangsmotiv an. Wie entzückend, wie
be=
ſeligend klangen dieſe weichen Töne. Es war, als
atmeten ſie den ewigen Frieden, der dort fern, fern
hinter jenen goldenen Toren herrſcht, denen ſich die
Peri ſchüchtern und befangen nahte. Die Singſtimmen
traten hinzu. Wir vernahmen die Klage der Peri und
das verheißende Wort des Engels, worauf die Peri
laſſen, durch alle die Monate unentgeltlich in ſeiner
Zeitſchrift Kunſt und Dekoration erſcheinen laſſen und
damit der Ausſtellung einen wertvollen Dienſt geleiſtet.
Die Herren Hofrat Koch, Stadtv. Stemmer und
Otto Stockhauſen erhielten das Bild des
Groß=
herzogs mit eigenhändiger Unterſchrift.
— Jubiläum. Man ſchreibt uns: Es iſt ein
Be=
weis rechtem Einvernehmens zwiſchen Direktion und
Lehrkörper, wenn mit Fräulein Anna Schreiners
25jährigem Jubiläum als Lehrerin an der Akademie für
Tonkunſt ſich ein ſolches Ereignis an dieſem Inſtitute
nun ſchon drittmalig wiederholt. Die geſchätzte Künſtlerin
war denn auch, dank ihrer ausgedehnten, erfolgreichen
Lehrtätigkeit am Samstag Gegenſtand zahlreicher
Ovationen. Huldvoll hatte die hohe Protektorin der
Anſtalt, Ihre Durchlaucht Fürſtin Marie zu Erbach=
Schönberg, durch Ueberſenden eines gnädigen
Hand=
ſchreibens und ihres Bildes des Ehrentages gedacht; die
Direktoren der Akademie, Herren Schmitt und Hutter,
überreichten unter anerkennenden Worten ein koſtbares
Geſchenk, desgleichen das vollzählig erſchienene
Lehr=
perſonal, deſſen Beauftragter, Herr Muſikdirektor Martin
Klaſſert, die treue Kollegin feierte. Auch die
Schülerinnen und Schüler, jetzige und ehemalige, wollten
dabei nicht fehlen und ließen, vertreten durch einen
Kranz junger Damen, mehrere wertvolle Angebinde
übermitteln und, wie dies in ſchwungvoller Rede die
Führerin Frl. Wilhelmine Heißner betonte, als einen
Beweis dankbarſter Anerkennung. Der Abend vereinte
dann, auf Einladung der Akademiedirektion, dieſe und
das Lehrerkollegium zu einer intimen, durch diverſe
launige Reden und durch Vorträge des Lehrers für
Dramaturgie, Herrn Oberregiſſeur Emil Valdek,
ver=
ſchönten Feſtesfeier im Muſikſaal des Städtiſchen
Saalbaus.
— Der Verwaltungsausſchuß der Vereinigung zur
Förderung der Künſte in Heſſen und im Rhein=
Mais=
gebiet hielt am Samstag eine Sitzung ab. Zweck
der=
ſelben war, eine allgemeine Ausſprache über die von
ihm herausgegebene Zeitſchrift „Kunſt unſerer
Heimat” herbeizuführen. Zur Gewinnung eines
Ueberblicks über hervorgetretene Mängel und Wünſche
war vorher eine ſchriftliche Umfrage veranſtaltet
wor=
den. Das Ergebnis der Beratung war zunächſt die
Uebereinſtimmung darin, daß es zweckmäßig ſei, wenn,
anſtatt wie ſeither jährlich ſechs, künftig zwölf Hefte
er=
ſchienen, natürlich unter entſprechender Verminderung
der Stärke der einzelnen Hefte. Ferner iſt in Ausſicht
genommen worden, den ſeither ſchon beſtehenden
Re=
daktionsbeirat zu erweitern, insbeſondere für
Architek=
tur und Malerei eine Vertretung zu berufen. Des
weiteren ſoll der ſeitherige Plan für die
Zuſammen=
ſtellung der Hefte: Berückſichtigung örtlicher Bezirke
für abgeſchloſſene Veröffentlichungen, nunmehr
ver=
laſſen, und es ſoll künftig nach anderen
Geſichtspunk=
ten verfahren werden. Dabei ſollen namentlich die
Neuerſcheinungen mehr als ſeither in den Vordergrund
treten.
* Die Stenographenvereinigung Gabelsberger
feierte ihr drittes Stiftungsfeſt am Samstag im
Kaiſer=
ſaal. Nach Begrüßung ſeitens des 2. Vorſitzenden
wickelte ſich das reichhaltige Programm in flotter Weiſe
ab. Die zwei von Herrn Opernſänger Meyer
vorge=
tragenen Lieder fanden bei dem zahlreich erſchienenen
Publikum gute Aufnahme. „Das Tanzpärchen” und
das Elſäſſer Singſpiel „Fritzchen und Lieschen” beide
von Frl. Krauſemann und Frau Altſchüler
geſpielt, fanden ſtürmiſchen Beifall, namentlich bei
letz=
terem Stück wurden die Damen wiederholt
herausge=
rufen. Das Genrebild „Der Zigeuner”, in dem Frl.
Krauſemann, ſowie die Herren Altſchüler
(Spielleiter), Trautmann, Werner und Bonin
mitwirkten, wurde ebenfalls ſehr beifällig
aufgenom=
men. Der Zigeuner des Herrn Altſchüler war eine
Glanzleiſtung. Die Kapelle Frank entledigte ſich ihrer
nicht leichten Aufgabe mit lobenswertem Eifer. Im
Laufe des Abends wurde das Ergebnis des letzten
Ver=
einswettſchreiben bekannt gegeben und 10 Ehrenpreiſe,
Abteilung 60—220 Silben, verteilt. Der Ball hielt die
vielen Tanzluſtigen bis in die frühen Morgenſtunden
zuſammen. — Die Nachfeier in Arheilgen am Sonntag
verlief ebenfalls aufs beſte.
— Aus dem Tierſchutzbureau wird uns geſchrieben:
Unter den Mitteln, die heranwachſende Jugend für die
edle Sache des Tierſchutzes zu begeiſtern, Sinn und Ver=
nachſann und mit ſich zu Rate ging, welche Gabe dem
Himmel wohl am liebſten ſein könnte. Und, wie ſie nun
ſprach von den Urnen voller Schätze, tief unter
Dſchel=
minars Säulen, oder von den Blüten der Weihrauch=
Inſeln, oder von König Jamſchids Pokal, den die
Genien bewachen, der von Gold und Juwelen ſtrotzt
und deſſen Inhalt Lebenstropfen ſind, da berauſchte
mich förmlich alle dieſe Pracht, denn im Orcheſter
ſchil=
lerten die reichſten Klangfarben, und beim Gold von
König Jamſchids Pokal glänzten die Trompeten ſo
heldenhaft herein, daß der Konzertſaal für mich längſt
verſchwunden war, und ich mich vollſtändig wie im
Lande Indiens befand, wo das warme Meer mit den
Inſeln, wo eine tropiſche Vegetation und die ganze
Farbenpracht des Oſtens mich umfangen hielt.
Aber nicht immer geht es ſo glänzend und leicht
in die Augen ſpringend zu. Es kommen auch tiefere
Stellen vor, Stellen, wobei das innere Ohr aufhorcht.
Zum Beiſpiel, wenn die Peri ſingt: „Doch will auch
der Himmel ſolch ein Geſchenk? Strahlt je der
De=
mant einer Krone wie die Stufen an Allahs
Wunder=
throne? Und, o ihr Lebenstropfen, was ſeid ihr gegen
die Tiefen der Ewigkeit?” Wiesiſt dieſes tief
empfun=
den! Hier gibt es wohl auch für Neuere etwas zu
hören. So etwas wird nicht alle Tage geſchrieben, auch
in unſeren Zeiten nicht. — Ein liebliches Muſikſtück
war dann wieder das Vokalquartett, worin Indiens
Schönheit geprieſen wird: „O ſchönes Land, o
Götter=
pracht!‟ Dagegen bildete die darauffolgende
Kriegs=
ſzene einen großen Kontraſt. Gazna, der
mahome=
daniſche Eroberer, ſchreitet mit ſeinem wilden Heere
herein und unterjocht die ſanften Inder. Ei, wie ich
mich freute, als ſogar die Janitſcharen=Muſik mit
Trommel und Becken aufmarſchierte. Wie glänzend
klang das! — Nun kam die Kataſtrophe. Alles iſt
unterjocht, nur ein Jüngling iſt übrig geblieben, dem
Gazna das Leben ſchenken will, falls er ſich huldigend
vor ihm niederläßt; doch dem Tyrannen fluchend, legt
der Jüngling ſeinen letzten Pfeil auf die Bruſt des
Wüterichs an, fehlt aber das Ziel, und fällt als Opfer
ſeiner Vaterlandsliebe. Ein großer Chor mit
Solo=
ſtimmen, die Stimme der Peri hoch über den anderen
ſchwebend, bildete den Schluß. Hier ſchien mir eines
von großer Wirkung, nämlich die Verwendung der
Harfe zu den Worten: „Sei dies mein Geſchenk” wo
die Peri ſie zum erſten Male ſingt. Dieſer breite
Arpeggio ſtreute gleichſam einen verklärenden Regen
von goldenen Funken über die Gabe der Peri.
Nummer 244.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Seite 3.
ſtändnis für dieſelbe in den jugendlichen Herzen zu wecken
und zu fördern, ſteht mit an erſter Stelle der
Tierſchutz=
kalender. Beſonders iſt es der deutſche Tierſchutzkalender,
der in farbenprächtigem Umſchlag bei dem billigen Preis
von 5 Pfg. mit ſeinen reich illuſtrierten Erzählungen und
Geſchichtchen, die den beſten Arbeiten eines
Preisaus=
ſchreibens entnommen ſind und keinen Vergleich mit
an=
deren zu ſcheuen haben, darauf hinzielt, der Jugend Liebe
zur Tierwelt einzuflößen, ſie über deren Nützlichkeit
auf=
zuklären und von rohen Tierquälereien abzuhalten. — Der
Kalender iſt demnach vorzugsweiſe geeignet, die
Beſtre=
bungen des Tierſchutzvereins, deſſen Zweck ethiſcher Natur
iſt, zu unterſtützen, weshalb es ſich empfiehlt, für möglichſt
weite Verbreitung zu ſorgen. Derſelbe iſt, ſo lange der
Vorrat reicht, auf dem Tierſchutzbureau hier, Kiesſtraße
Nr. 123, zu haben.
— Mieterverein. Der Mieterverein ladet ſämtliche
Mieter Darmſtadts auf Donnerstag, den 20. cr. abends,
nach dem Kaiſerſaal ein zu einer öffentlichen
Verſamm=
lung behufs Beſchlußfaſſung über die nächſte
Stadtver=
ordnetenwahl. Aufruf nebſt Tagesordnung im
Anzeige=
teil heutiger Nummer.
— Der „Cerele francais” unter Vorſitz des
Herrn Profeſſor Berryer hält ſeine nächſte Sitzung
Donnerstag, den 20. Oktober ab. (Siehe Anzeige.)
§ Ueberfall. Ein Taglöhner wurde in der Nacht
von Sonntag auf Montag gegen 1 Uhr an der neuen
Dragonerkaſerne in der Holzhofallee von drei
Unbe=
kannten überfallen und ſeines Portemonnaies mit
über 20 Mk. Inhalt beraubt.
— Nieder=Ramſtadt, 16. Okt. Herr Reichstagsabg.
Dr. Burckhardt=Godesberg hielt in einer vertraulichen
Verſammlung bei Gaſtwirt Schneider hier einen Vortrag
über „Zweck und Ziel der chriſtlich=ſozialen
Partei” Am Schluſſe des Vortrages ſchloſſen ſich 25
Perſonen zu einer Ortsgruppe zuſammen, der ſich
ſicher noch mehr anſchließen werden.
— Groß=Zimmern, 16. Okt. Man ſchreibt uns: Gegen die
am 13. Auguſt ds. Js. hier erfolgte
Bürgermeiſter=
wahl, aus der der Kandidat der vereinigten bürgerlichen
Parteien, der Direktor der hieſigen Spar= und Kreditkaſſe,
Kaufmann H. M. Brücher, mit 115 Stimmen Mehrheit
ſiegreich hervorgeangen war, hatte die Gegenpartei
Ein=
ſpruch bei dem Kreisausſchuß erhoben. Die Reklamation
ſtützte ſich auf etwa ein Viertelhundert „Gründe” die ſich
in der Verhandlung am 14. ds. Mts. ſämtlich als nichtig
erwieſen. Der „Hauptzeuge” der Reklamanten, M. K.,
wurde dabei auf Grund der Wahlakten unwahrer
Aus=
ſage überführt und deshalb vom Kreisausſchuß von der
Vereidigung ausgeſchloſſen. Ueberhaupt fiel der ganze
Zeugenapparat der Reklamanten wie ein Kartenhaus
zu=
ſammen; denn nicht ein einziger Zeuge vermochte etwas
Belaſtendes feſtzuſtellen. Demgemäß wies der
Kreisaus=
ſchuß die Reklamation als unbegründet zurück und
ver=
urteilte die Reklamanten zur Tragung ſämtlicher Koſten,
einſchließlich der Gebühren für die beiderſeitigen Zeugen
und Rechtsanwälte, außerdem zu einer Averſionalſtrafe
von 30 Mark.
Heppenheim (Bergſtr.), 16. Okt. Ein Perſonenzug der
Bahnſtrecke Heppenheim-Lorſch hat auf dem erſten
Ueber=
gang den Wagen des Landwirts Peter Rettig erwiſcht
und eine Strecke mitgeſchleift. Der Landwirt hatte ſtarke
Verletzungen am Kopfe und wurde durch die
Sanitäts=
kolonne in ſeine Wohnung gebracht.
Bensheim, 16. Okt. Auf dem Bismarckplatz hat
nun=
mehr der ſchon lange geplante Zierbrunnen
Aufſtel=
lung gefunden, der heute eingeweiht werden ſoll. Das
ge=
fällige, nach einem Entwurf von Prof. Metzendorf
er=
richtete Bauwerk wird einen ſchönen Schmuck unſerer Stadt
bilden.
Mainz, 17. Okt. Geſtern vormittag wurde
das neue Hiſtoriſche Muſeu m der
ehe=
maligen Reichklarakirche in Anweſenheit von
Vertretern des Staates, der Stadt, der
Gar=
niſon, der Militärbehörde, Vertretern
auswär=
tiger Naturhiſtoriſcher Muſeen uſw. von Herrn
Ober=
bürgermeiſter Dr. Göttelmann mit einer Anſprache
eröffnet. Namens des Großherzogs überreichte Herr
Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Breidert den
Herren Dr. Egger (Vorſitzender der Rheiniſchen
Naturforſchenden Geſellſchaft) und dem Konſervator
des Muſeums, Dr. v. Reichenau, die Ernennungen
zu Profeſſoren. Nach einer brieflichen Mitteilung hat
Herr Profeſſor Dr. Viktor Goldſchmidt= Heidel=
Im zweiten Teile war es vor allen Dingen die
Einleitung, die mich ſchon gleich ganz beſonders
feſ=
ſelte. Wie zart und ausdrucksvoll war das Hoboe=
Solo, und wie ſchön ſpann der Meiſter das Motiv in
den Saiteninſtrumenten weiter! Das ganze Stück, ſo
klein es iſt, ſchien mir ein Kabinettsſtück. Es fand
ſeinen Gipfelpunkt in dem Einſatz der Engelſtimmen:
„Viel heil’ger ſoll die Gabe ſein, die dich zum Tor des
Lichts läßt ein” und klingt von hier an wehmütig aus
mit derſelben Muſik, die zuerſt als Vorſpiel diente,
dort aber noch von Zuverſicht und Hoffnung ſprach,
während die nämlichen Töne jetzt Enttäuſchung und
ſanfte Trauer atmen. Der leiſe feierliche Abſchluß
der Poſaunen, gleichſam als ſähe man das langſame,
unerbittliche Zuſchlagen der goldenen Tore, war für
mich von großer Bedeutung.
Nun folgte der Chor der Genien des Nils mit
ſchnell dahinhuſchenden Orcheſterfiguren und
Flüſter=
tönen im Chor, dann die frappante Tonmalerei der
ſchwülen Hitze in dem Lande, wo jetzt die Peſt herrſchte;
ferner das entzückende Vokalquartett: „Denn in der
Trän’ iſt Zaubermacht” und zuletzt die große Szene
zwiſchen dem totkranken Jüngling und ſeiner Braut.
Herrlich zur Geltung kam die Glut und Leidenſchaft
im Geſang der Braut: „O, laß mich von der Luft
durchdringen” und feierlich=weich und erhaben klang
der Schlußgeſang der Peri: „Schlaf nun und ruhe in
Träumen voll Duft‟ Eine ſchöne Wirkung wird in
dieſem Todes=Weihegeſang der Peri erreicht durch die
ſich fortſpinnende Erzählung der Chorbäſſe: Indes die
Peri wacht, uſw. Das hat mir niemals ſpäter einen
ſolchen Eindruck gemacht wie beim erſten Hören in
Rotterdam. Kam es durch die ſtark beſetzten weichen
ſonoren Bäſſe, oder durch die ſchöne Akuſtik des
Saa=
les, ich weiß es nicht; trotzdem ich das Werk öfters
in den verſchiedenſten Städten hörte, niemals hörte
ich es ſo ſchön wieder. — Der Quartſextakkord, der
am Schluſſe in den Hörnern übrig bleibt, nachdem alle
Inſtrumente aufgehört haben, ſchien mir von großer
Kühnheit. Und doch, wie berechtigt! Ein Verhallen,
ein Aufhören, kein Schließen.
Der dritte Teil bringt nun die Löſung. Es wird
manchmal behauptet: dieſer Teil falle gegen die beiden
erſten ab. Auch das kann ich nicht zugeben. Jede
Num=
mer iſt ſchön, künſtleriſch in ſich abgerundet, und bildet
in der Aufeinanderfolge eine ſtete Steigerung bis zum
Schluß. Und wieviel Gelegenheit bleibt noch, ſich an
Einzelheiten zu erfreuen! In dem einſchmeichelnden
berg dem Muſeum für Neuanſchaffungen 10000 Mark
geſtiftet. Es folgte dann ein Rundgang durch die
prächtig ausgeſtatteten Sammlungsräume.
Bretzenheim, 16. Okt. Geſtern mittag hielt die
ge=
meinnützige Baugenoſſenſchaft in dem Saale
des Herrn Sebaſtian Dang eine öffentliche
Verſamm=
lung ab, in der Herr Landeswohnungsinſpektor
Gretzſchel aus Darmſtadt einen intereſſanten
Vor=
trag über „Die Ziele und Beſtrebungen der
gemein=
nützigen Baugenoſſenſchaften” hielt, der bei der
zahl=
reichen Zuhörerſchaft den reichſten Beifall fand. Dann
ſprach der Kaſſierer der Genoſſenſchaft, Herr Stier
aus Darmſtadt, über „Die nötige Geldbeſchaffung der
Baugenoſſenſchaften und über die
Bürgſchaftsüber=
nahme durch die Gemeinden”. Er fand ebenfalls
rei=
chen Beifall.
Wörrſtadt, 16. Okt. Im Stadtwald an der
Baben=
häuſer Chauſſee bei Frankfurt a. M. wurde im Dickicht in
einer eingezäunten Schonung die Leiche eines
Man=
nes gefunden, der ſich durch einen Revolverſchuß in den
Kopf getötet hatte. In den Kleidern war ein Notizbuch,
in dem ſich ein kurzes Abſchiedsſchreiben befand mit der
Adreſſe des ſeit Mitte Juni vermißten Poſtaſſiſtenten
Karl Heſſinger aus Wörkſtadt. Der in den zwanziger
Jahren ſtehende Mann war auf dem Frankfurter
Scheck=
amt beſchäftigt und wird von ſeiner Behörde als ein ſehr
ſolider Beamter bezeichnet, der unmittelbar vor ſeiner
end=
gültigen Anſtellung ſtand. Aus dem Abſchiedsſchreiben
ging hervor, daß er wegen eines Herzleidens aus dem
Leben ſchied.
A Aus dem Kreiſe Gießen, 17. Okt. Eine ganze
Reihe von Schulhaus=Neubauten ſind im
Laufe dieſes Jahres fertiggeſtellt und teilweiſe ſchon
in Benutzung genommen worden. So wurden vor
kurzem die neuen Schulhäuſer in Laufer,
Eber=
ſtadt, Saaſen und Nieder=Beſſingen
feier=
lich eingeweiht, und jetzt hat auch die Gemeinde
Lon=
dorf ihren Schulhaus=Neubau ſeiner Beſtimmung
übergeben. Ueber zwanzig neue Schulhäuſer ſind in
den letzten fünf Jahren in unſerem Kreiſe entſtanden.
* Nidda, 17. Okt. Das von der Bürgerſchaft
ge=
ſtiftete Bismarckdenkmal auf dem Höhenzug der
ſogenannten Baude wurde geſtern nachmittag unter
großer Beteiligung der Bevölkerung feierlich
einge=
weiht. — Entwurf und Ausführung ſtammen vom
Architekten Höhn aus Nidda.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 16. Okt. Das
Brand=
unglück in der Neuen Friedrichsſtraße hat
im Laufe des geſtrigen Tages noch ein achtes Opfer
gefor=
dert. Im Krankenhaus Am Friedrichshain iſt noch die
Plätterin Marie Benkert geſtorben. Die Stätte des
Brand=
unglücks war auch am Sonntag vom Publikum ſtändig
umlagert. Die Aufräumungsarbeiten konnten heute durch
die Feuerwehr beendet werden. Den übrigen bei dem
Brande verletzten Perſonen geht es verhältnismäßig gut.
— In dem Vorraum der National=Galerie ſind in
der Nacht zum Sonntag an der Theſeus=Statue
kleine Stücke abgeſchlagen worden. — Auf den Nordring=
Bahnzug wurde heute nachmittag ein Schuß
abgege=
ben. Die Kugel zertrümmerte zwei gegenüberliegende
Fenſterſcheiben eines Abteils, ohne Perſonen zu treffen. —
Als heute nachmittag die Fürſtin Maria Anna zu
Schaumbrg=Lippe und ihr Sohn Stephan in
Be=
gleitung eines Kammerherrn und einer Hofdame eine
Spazierfahrt in einer Kraftdroſchke machten, ſtieß
dieſe in Treptow mit einem Straßenbahnwagen
zuſam=
men. Die Fürſtin und ihr Sohn blieben unverletzt; die
Begleitung erlitt Schnittwunden durch Glasſplitter. —
Ein wirkliches Kunſtück haben im letzten Sommer
ſogenannte „Feriendiebe” fertig bekommen. Ein
Kaufmann, der am Lützowufer in Charlottenburg wohnt,
befand ſich mit ſeiner Familie in der Sommerfriſche. Nur
ſeine Schwiegermutter war zu Hauſe. Bei dieſer erſchienen
plötzlich zwei Männer, die ſich als Kaufleute vorſtellten
und Ziehleute mitgebracht hatten. Sie behaupteten, daß
der Kaufmann ihnen 6500 Mark ſchulde und erklärten, daß
ſie die Wohnungseinrichtung abholen wollten, um ſich an
ihr ſchadlos zu halten. Trotz Widerſpruchs der Dame luden
ie die Einrichtung auf und fuhren davon. Es iſt bis jetzt
noch nicht gelungen, dieſe ungewöhnliche Geſchichte
aufzu=
klären. Ermittelt iſt nur, daß die Einrichtung, die fünf
Chor der Houris, womit dieſer Teil anfängt, iſt zum
Beiſpiel nach dem flüchtig vorüberrauſchenden
Frauen=
chor: „Jetzo zurück zu den Roſenlauben, Küſſe zu
bie=
ten, Küſſe zu rauben” eine Stelle, wo es heißt: „Schon
naht die Sonne” Wie wirkt da nach dem H-dur des
Chores das leiſe C=dur der Trompeten, das ganz von
ferne wie durch Harems=Dämmerlicht, Weihrauch=
Duft, über verſchleierte Geſtalten hinweg leiſe aus dem
Weltall herein zu tönen ſcheint.
Die Peri ſchwebt heran. Schon ſieht ſie die
Ster=
nenſchalen blinken, „rings um den See des Lichts
gereiht, wo die verklärten Seelen trinken den erſten
Trank der Herrlichkeit” Und in ihren Empfindungen
malt der Tonkünſtler den Abglanz des Paradieſes ſo
ergreifend, daß dieſes kurze Tenorſolo für mich eine
der beſeligendſten Stellen aus dem ganzen Werke iſt.
Die leiſe wogende Figur im Orcheſter, der melodiſche
Geſang zu den ſchönen Textworten, dazwiſchen, wie
von weitem, hie und da ein weihevoller Akkord der
Poſaunen, und das Alles getränkt in einer einzigen
Stimmung von Glanz und Seligkeit! Wahrlich, wer
Ohren hat zu hören, der höre!
Doch ſo lockend ſich das Paradies den Augen der
Peri darſtellt, noch iſt ihr der Eintritt nicht geſtattet.
Anfangs tief entmutigt, rafft ſie ſich dennoch noch
ein=
mal auf und beginnt von neuem ihren Flug. Sie
be=
ſucht ihr früheres irdiſches Heimatland, ſie ſieht die
Ruinen ihres Tempels, „des Säulen hoch und einſam
weit die Schatten dehnen durch die Auen”. (Eine
treff=
liche und dabei muſikaliſch höchſt originelle
Tonmale=
rei.) Dann ſieht ſie unter Blumen einen Knaben an
einem Quell ſchlummern. Ein Räuber naht. In
ſeinem düſter=wilden Antlitz ſtehen alle Frevel
ver=
zeichnet. Jetzt ertönt von den Minaretts der
Abend=
ruſ. Der Knabe erwacht, kniet nieder und betet ſein
Abendgebet. Der wilde Mann gedenkt der Zeit, da
auch er ein unſchuldiges Kind war. Neben dem
Kna=
ben ſinkt er nieder zum Gebet und Tränen innigſter
Reue entſtürzen ſeinen Augen. Nun erkennt die
Peri das richtige Geſchenk für den Himmel. Mit der
Träne ſchwebt ſie empor. Sie weiß, daß ſich der
Him=
mel auftun wird, denn plötzlich fällt ein ſolcher Glanz
auf dieſe Träne, ſo überirdiſch herrlich, wie weder
Sonne noch Sternen entſtrömen kann. Es iſt das
Lächeln des Engels, das die Träne verklärt, und im
beglückendſten Anſſchwung ſtimmt ſie ihren
Jnbel=
hymnns an: „Freud', we’ge Freude, mein Werk iſt
ge=
tan, die Pforte geäfkurt, zum Himmel hinan”, und wie
Zimmer ausfüllte und 15000 Mark wert war, bis zum 23.
Juli in einem unbenutzten Laden der Württembergiſchen
Straße zu Wilmersdorf geſtanden hat. Seitdem iſt ſie
ſpur=
los verſchwunden. Die Kriminalpolizei forſcht jetzt von
neuem nach den Sachen.
Frankfurt, 16. Okt. Der Geſamtinhalt der
Sammel=
kaſten des Margueritentages betrug 86311,70
Mark. Hinzu kommen aus Sammelliſten erwa 20500
Mark, das Ergebnis der Opernvorſtellung mit 3600 Mark,
die Veranſtaltung des Frauenklubs mit 500 Mark, die
Stiftung der Frankfurter Nachrichten (Intelligenzblatt)
mit 4 bis 5000 Mark. Ferner ſind noch Zuwendungen von
verſchiedenen Schulen gemacht, gauch ſtehen noch einige
Sammelbüchſen aus. Die Unkoſten beziffern ſich auf etwa
10000 Mark. Der Reinertrag dürfte ſich nach Abzug der
Unkoſten auf rund 105000 Mark ſtellen.
Nürnberg, 17. Okt. Auf der Staatsſtraße
Licht=
ſtaetten-Ingolſtadt rannte geſtern vormittag bei
Pie=
tenfeld ein Automobil infolge Achſenbruches die
ſteile Straße hinunter und überſchlug ſich. Die
ſechs Inſaſſen des Kraftwagens wurden unter den
Trümmern des Wagens begraben. Der Buchhalter
Neumann war ſofort tot; der
Dampfwäſchereibe=
ſitzer Scholl und deſſen Frau wurden ſamt ihrer
Schwie=
gertochter ſehr ſchwer verletzt. Der Chauffeur erlitt
Hautabſchürfungen, während der Sohn Scholls
unver=
letzt blieb.
Weimar, 16. Okt. Profeſſor Lehmann=
Hohen=
berg hat gegen den Aufſehen erregenden Beſchluß des
Schöffengerichts Weimar, das ihn zur Beobachtung ſeines
Geiſteszuſtandes auf ſechs Wochen einer öffentlichen
Irren=
anſtalt überweiſen will, die Beſchwerde erhoben. Dieſe
Beſchwerde iſt durch Beſchluß der erſten Strafkammer des
großherzoglich ſächſiſchen Landgerichts abgewieſen worden.
Da jedoch die Aufnahme des Angeklagten in die Landes=
Irren=Heilanſtalt bezw. pſychiatriſche Klinik in Jena auf
Grund eines Berichtes des Direktors der letzteren
abge=
lehnt hat, wird der angefochtene Beſchluß ohnehin inſoweit
unausführbar, als er die Unterbringung des Angeklagten
in der Irrenheilanſtalt Jena ausſpricht und dadurch das
Amtsgericht in die Notwendigkeit verſetzt, wenigſtens eine
andere Anſtalt zu beſtimmen.
Hannover, 17. Okt. Bei einer
Automobil=
fahrt im Okertal im Harz iſt geſtern der 30 Jahre
alte Ingenieur Wedekind aus Hannover abgeſtürzt.
Er hatte mit einigen Freunden eine Automobilfahrt
im Harz unternommen, wobei das Automobil einen
Abhang hinabſtürzte. Wedekind erlitt einen
Schädelbruch und andere ſchwere Verletzungen. Er
verſtarb bald darauf.
Halle (Saale), 15. Okt. Ein ſchweres Unglück
hat ſich, wie ſchon gemeldet, heute nachmittag im hieſigen
Zoologiſchen Garten zugetragen. Das zehnjährige
Mäd=
chen eines dort beſchäftigten Malers ſpielte in der Nähe
des Bärenzwingers, als plötzlich der darin befindliche
Eisbärbaſtard, der übrigens nur drei Füße hat, durch das
den Zwinger abſchließende Drahtgitter ausbrach und ſich
auf das Kind ſtürzte. Das Kind floh, wurde aber etwa
zehn Meter von dem Käfig entfernt von dem Bären
eingeholt und durch Biſſe ſchwer verletzt. Ein Wärter eilte
hinzu, um das Kind zu befreien. Der Bär ließ auch von
dem Mädchen ab, ſtürzte ſich aber nun auf den Wärter,
der in das Elefantenhaus flüchtete, wo ihn aber der Bär
erreichte. Er ſowie der zu Hilfe eilende Futtermeiſter
wur=
den ebenfalls ſchwer verletzt. Das Tier ſtürzte ſich dann
auf zwei im Elefantenhaus befindliche Ziegen und tötete
ſie. Schließlich wurde der Bär von einem Kellner des
Reſtaurants mit einer Pirſchbüchſe erſchoſſen.
Altona, 17. Okt. Auf dem Friedhof wurden mehr als
100, zum Teil ſehr wertvolle Grabdenkmäler
be=
ſchädigt. Die Polizei konnte mit Hilfe von
Polizei=
hunden fünf halbwüchſige Burſchen als Attentäter
ermit=
teln und feſtnehmen
Poſen, 16. Okt. In dem unglückſeligen Kwilecki=
Prozeß hat jetzt das Reichsgericht den Termin auf den
23. Februar 1911 angeſetzt, nachdem Graf Zbigniew
Kwi=
lecki gegen das Urteil des Poſener Oberlandesgerichts, das
ihn zur Herausgabe des jetzt 14 Jahre alten Grafen Joſef
Kwilecki an die Stationsaufſeherfrau Cäcilie Mayer in
Botewalt (Mähren) verurteilt hatte, Reviſion eingelegt
hat.
Rom, 17. Okt. In Sizilien und Unter=Italien
herrſcht zur Zeit ein afrikaniſcher Samum, der das Ther=
ſich nun der Himmel erſchließt, wie nun alle die
geträum=
ten Seligkeiten ihr eigen ſein ſollen, wie gütige,
teil=
nehmende Geiſter ſie umringen und ihr zurufen: „Du
haſt gerungen und nicht geruht, nun iſt es errungen
das köſtlichſte Gut. Aufgenommen in Edens Garten, wo
liebende Scelen deiner warten”, da iſt es, als ſchlöſſen
dieſe Geiſter mit ihren Tönen einen Kreis um ſie,
einen wogenden, klingenden, lebendigen Kreis, immer
erneut durch ab= und zuſchwebende und ſich
verdrän=
gende Geſtalten, ſo daß wir den Eindruck empfangen,
als könne dieſe Seligkeit kein Ende haben, als müſſe
ſie ewig, ewig währen.
So war ungefähr der Eindruck, den ich empfing,
als ich „Das Paradies und die Peri” zum erſten Male
hörte. Möchte meine Erzählung jeden, der es noch
nicht kennt, anregen, dieſem Werke recht viel Liebe und
guten Willen entgegen zu bringen. Natürlich darf ein
Jüngerer nicht erwarten, daß, wenn ich von „
blühen=
den Klängen” ſprach, er eine ſolche Fülle von Farben
zu hören bekäme, wie ſie einem ſtark beſetzten modernen
Orcheſter zur Verfügung ſteht. Jedes Hören geſchieht
soch wohl von einem gewiſſen hiſtoriſchen Standpunkt
aus. Um Bach richtig aufnehmen zu können, muß ich
mein Gehör anders einſtellen, als bei Beethoven;
bei dieſem wieder anders als bei Wagner, bei
Wag=
ner wieder anders als bei Strauß und ſo herrſcht
denn auch in dieſem Werk im Vergleich mit jüngeren
eine gewiſſe Einfachheit, eine gewiſſe Knappheit der
Form, aber — und das iſt das weſentliche — eine große
Innerlichkeit und Urſprünglichkeit. Und
dieſe zwei Eigenſchaften werden Schumann ein
län=
geres Leben verleihen, als mitunter ſo obenhin
ange=
nommen wird. Und, wollen wir nun ganz ehrlich ſein,
und fragen, was denn nach ihm auf dem Oratorien=
Gebiet von Bedeutung geſchrieben iſt, ſo müſſen wir
offen geſtehen: Nichts, was ſeinen Werken gleichkommt.
Das deutſche Requiem von Brahms, die bedeutendſte
Schöpfung für Chor und Orcheſter nach Schumann, iſt
kein Oratorium, und kommt alſo nicht in Betracht.
Da=
her wollen wir unſeren Robert Schumann hoch halten
und daher wollen wir, wenn der Muſikverein am 24.
Oktober zur 100jährigen Geburtstagsfeier „Das
Pa=
radies und die Peri” aufführt, den Meiſter freudig
feiern als einen, der voll berechtigt dazu iſt; feiern mit
einem ſeiner Werke, das nicht nur nicht verblaßt iſt,
ſondern unter den Oratorien als eines der poetiſchſten
und idealſten noch lange die Herzen aller wahrhaft
muſikaliſchen Hörer erfreuen wird. W, de Haan,
Nummer 244.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Seite 4.
mometer bis zu 35 Grad emportrieb. Die übergroße Hitze
richtete vielen Schaden an. In Rom herrſcht eine faſt
ſom=
merliche Temperatur.
Kongreſſe und Verbandstage.
Hauptgautag des Gau IX des D. R.=B.
* Frankfurt a. M., 16. Okt. Im Hotel „du
Nord” fand heute der Hauptgautag des Gau IX des
Deutſchen Radfahrer=Bundes ſtatt. Um 10 Uhr wurde
die Delegiertenverſammlung durch den erſten
Gau=
vorſitzenden, Herrn Aug. Stifft, eröffnet. Die
Feſt=
ſtellung der Präſenzliſte ergibt die Anweſenheit von
87 Delegierten und 14 Gauvorſtandsmitgliedern. Der
erſte Gauvorſitzende erſtattete den Geſchäftsbericht,
der von wohl geordneten Verhältniſſen, einer ſtetig
fortſchreitenden Entwickelung und außerordentlich
reger ſportlicher Tätigkeit im Gau Kenntnis gibt, und
gab dem Gautag Aufſchluß über die Vorbereitungen
zu dem im nächſten Jahre in Frankfurt a. M.
ſtatt=
findenden Bundestag des Deutſchen Radfahrer=
Bundes. Der Gau zählt 1861 Mitglieder in 42
Ver=
einen und 724 Einzelfahrer. Eingetreten ſind R.=V.
„Wanderluſt”=Alzey, Radſport=Klub „Adler”=
Aſchaffen=
durg, R.=Klub 1903 Bergen, Radtouren=Klub 1909
Wiesbaden. Der Bericht der Fahrwarte liegt im
Druck vor und enthält recht erfreuliche ſportliche
Re=
ſultate inn= und außerhalb des Gau IX. Für die
Gauwanderfahrt gelangen 18 Plaketten für Vereine
und 33 für Einzelfahrer und Motorradfahrer, ebenſo
129 Plaketten für gefahrene Gaufahrten zur Ausgabe.
Ehrenpreiſe für meiſtbeteiligte Vereine bei den
Gau=
fahrten wurden der Einzelfahrer=Vereinigung
Rad=
fahrer=Quartett=Frankfurt und Radſport „Adler”
Aſchaffenburg zuerkannt.
Der Kaſſenbericht des Gauzahlmeiſters Juſt
er=
gibt in Einnahme und Ausgabe 12999,09 Mark. Für
Sport wurden 2955,74 Mark ausgegeben. Der
Kar=
ten= und Tourenbuchfonds beträgt 2057,24 Mark, der
Reſervefonds 1200 Mark. Der Rechtsſchutzvertreter
des Gau, Dr. Haberling=Mainz, berichtete über die
eingegangenen Fälle. Der zweite Gauvorſitzende,
Johl=Offenbach, berichtete in eingehender Weiſe über
die Verhandlungen des Bundestages in Görlitz. Die
Neuwahl des Gauvorſtandes erfolgt per Akklamation
und ergibt die Wiederwahl des erſten Gauvorſitzenden
Aug. Stifft, zweiten Gauvorſitzenden Johl=Offenbach,
erſten Gauſchriftführer Bierſack=Frankfurt, zweiten
Schriftführer Bauſcher=Frankfurt, Rennfahrwart
Karl Schmitt=Darmſtadt, Saalfahrwart Gg.
Schmitt=Offenbach, Kraftfahrwart Bocher=Berkersheim,
Rechtsſchutzvertreter Dr. Haberling=Mainz,
Preſſever=
treter Joſ. Jaeger=Cronberg. Als Tourenfahrwart
wird Ullrich=Darmſtadt, als Gaubeiſitzer
Hart=
ling=Offenbach, Rheingans=Frankfurt, Franck=
Frank=
furt, Wollſtadt=Frankfurt, Vetter=Frankfurt gewählt.
Kaſſenreviſoren werden Reinfrank und Bethge=
Frank=
furt. Für 25jährige Mitgliedſchaft werden Ludw.
Geyer=Frankfurt, Fritz Dieterichs=Bockenheim, Paul
Haebler=Limburg, Albert Schmitt=Darmſtadt
mit dem ſilbernen Jubiläumsabzeichen mit den
Glückwünſchen des Bundes ausgezeichnet. Der
An=
trag des Gauvorſtandes auf Bewilligung eines
Ga=
rantieſonds und eines Beitrages für Ehrenpreiſe für
den Bundestag findet Annahme. Um 1½ Uhr wird
der Gautag durch den erſten Vorſitzenden unter
drei=
fachem „All Heil” geſchloſſen. Bei dem Mittageſſen
fand die Ausgabe der im letzten Jahre von Vereinen
und Mitgliedern errungenen Ehrenpreiſe, Plaketten
und Medaillen ſtatt.
Landwirtſchaftliches.
Dem Braugerſtenbau, der in den letzten
Jahren wenig rentabel geweſen iſt und leider in einigen
Bezirken eingeſchränkt wurde, bringt die
Landwirt=
ſchaftskammer lebhaftes Intereſſe entgegen. Zur
Ergreifung von Förderungsmaßnahmen auf dem Gebiete
des Braugerſtenbaues iſt es aber nötig, einen genauen
Ueberblick über den Stand des Braugerſtenbaues, die
Qualität der Gerſten und über die zum Anbau
ge=
troffenen Maßnahmen in den einzelnen Bezirken des
Großherzogtums zu erhalten. Zu dieſem Zweck
veran=
ſtaltet die Landwirtſchaftskammer eine
Braugerſten=
ſchau, zu der Proben im Gewicht von 5 kg einzuſenden
ſind, ſowie für jede Probe ein Fragebogen zu
beant=
worten iſt. Anmeldungen zu dieſer Braugerſtenſchau
nimmt die Landwirtſchaftskammer noch entgegen. Eine
recht zahlreiche Beſchickung iſt im Intereſſe der
Land=
wirte erwünſcht. Nähere Auskunft iſt durch die
Land=
wirtſchaftskammer für das Großherzogtum Heſſen,
Darm=
ſtadt, Rheinſtraße 34, zu erhalten.
Großherzogliches Hoftheater.
Sonntag, 16. Oktober:
„Carmen”.
W—l. Vor gut beſetztem Hauſe fand heute eine
Wie=
deraufführung von Bizets vielgegebener Oper „Carmen”
ſtatt. Die Partie der weißen Zigeunerin ſang wieder Frl.
Howard, die ihr beſonders gut liegt. Mit einer
tech=
niſch durchweg lobenswerten Behandlung vereinigt ſie
eine intereſſante, individuell ausgeſtalteter Pointen nicht
ermangelnde Darſtellung, ſodaß ſie zu den bevorzugten
Vertreterinnen dieſer bei allen Sängerlnnen ſehr
belieb=
ten und begehrten Partie gerechnet werden darf. Den
Don Joſé ſang zuerſt Herr Becker, der die
Schwierigkei=
ten der hochliegenden Partie, von einzelnen weniger
gelun=
genen Stellen abgeſehen, mühelos überwand und ſich von
neuem als ein zuverläſſiger Sänger bewährte. Seine
Ausſprache iſt ſehr deutlich, wenn auch freilich nicht immer
muſtergültig. Am beſten war Herr Becker im letzten Akte,
in dem auch ſeine ſtark realiſtiſche Darſtellung der Rolle
den Höhepunkt erreichte. Sehr ſchön und innig ſang Frl.
Geyersbach die Micaéla. Die dramatiſche Wirkung
und ergreifende Kataſtrophe werden durch die
Gegenſätzlich=
keit und Gegenüberſtellung der frommen und ehrbaren und
der zügelloſen und der freien Liebe huldigenden
Weiblich=
keit, die ſich in Micaéla und Carmen verkörpern, weſentlich
erhöht. Auch nach dieſer Richtung traf Frl. Geyersbach
in der Charakteriſtik des ſittſamen und reinen Mädchens
das Richtige.
Herr Semper ſang die Partie des Escamillo mit
vielem tonlichen Aufwand und künſtleriſcher Intelligenz;
Rollen, wie die des Zuniga, liegen Herrn Hoff, deſſen
ausgeſprochene Begabung für das komiſche Fach wir
wie=
derholt hervorgehoben haben, weniger gut; die kleine
Par=
tie des Moralés ſang Herr Hönel. Das Schmuggler=
und Zigeuner=Enſemble wurde durch die Herren de
Leeuwe und Jahn und Frl. Nicklaß=Kempner
und Frau Ritter ergänzt. Erſtere entſprach aber nicht
immer den=an die Vertreterin der Frasquita zu ſtellenden
Die Landwirtſchaftskammer für das
Großherzogtum Heſſen wird in der Zeit vom
3.—6. Januar n. Js. in Darmſtadt einen
Vortrags=
kurſus für praktiſche Landwirte abhalten
und hat hierfür eine Anzahl hervorragender Fachmänner
als Referenten gewonnen. So wird z. B. der
General=
ſekretär des Deutſchen Landwirtſchaftsrats Herr
Pro=
feſſor Dr. Dade=Berlin über die handelspolitiſche Lage
Deutſchlands ſeit dem Abſchluß der letzten
Handelsver=
träge, Herr Profeſſor Laur=Zürich, der Sekretär des
ſchweizeriſchen Bauernbundes, über die Betriebsberatung
in der bäuerlichen Wirtſchaft ſprechen. Verhandlungen
über die Uebernahme anderer Referate aus dem Gebiete
der Tier= und Pflanzenproduktionslehre, des
Obſt=
baues ꝛc. ſind im Gange. Der letzte Vortragskurſus in
Mainz war von über 600 Teilnehmern beſucht. Es iſt
zu hoffen, daß der demnächſtige Darmſtädter Kurſus
jenem nicht nachſtehen wird.
Luftſchiffahrt.
sr. Die nationale Berliner Flugwoche
gelangte am Sonntag, wie kurz gemeldet, nach
acht=
tägiger Dauer zum Abſchluß. Der letzte Tag verlief
gleichfalls außerordentlich intereſſant, obwohl die friſche
nordöſtliche Briſe anfangs wenig Apparate
herauskom=
men ließ. Kurz vor Beginn der offiziellen Wettbewerbe
traf Wiencziers, der am Samstag in Großbeeren
nach ſeinem Höhenfluge von 1560 Meter, mit welchem
er einen deutſchen Rekord aufſtellte, unfreiwillig
ge=
landet war, wieder wohlbehalten auf dem Flugfelde
in Johannisthal ein, wo er lebhaft begrüßt wurde.
Als Erſter ſtartete Oberlt. Menthe (Wright) kurz
nach ½4 Uhr zum Wettbewerb um den täglichen
Dauer=
preis; er blieb 19 Minuten in der Luft. Um ¾4 Uhr
traf der Kronprinz mit ſeiner Gemahlin, von den
Ren=
nen zu Karlshorſt kommend, im Automobil auf dem
Flugplatz ein, gerade in dem Moment, als
Lind=
paintner (Sommer) als Zweiter in Konkurrenz
trat. Der Kronprinz ließ ſich mehrere Flieger
vor=
ſtellen und beſichtigte eingehend die Apparate. Der
Reihe nach ſtarteten dann Brunnhüber (Albatros)
mit Paſſagier, Thelen (Wright), Wieneziers
(Bleriot), Dr. Liſſauer (Grade), Dorner (
Dor=
ner), Otto (Aviatik), Jeannin (Aviatik), Frey
(Farman), Grade (Grade) und Oehller (Schulze=
Herford). Außerdem unternahm der Oeſterreicher
Illner mit ſeinem famoſen Etrich=Eindecker mehrere
glänzende Schauflüge, nach welchen er ſtets auf das
lebhafteſte applaudiert wurde. Die beſte Tagesleiſtung
erzielte Lindpaintner mit 1 Stunde 9 Minuten,
ihm fiel der erſte tägliche Dauerpreis zu. Den
zwei=
ten täglichen Dauerpreis und gleichfalls den
Zuſatz=
preis für Paſſagierflug gewann Brunnhuber mit einem
Fluge von 38 Minuten. Den beſten Höhenflug erzielte
Frey mit 890 Metern; er hatte bei der Landung das
Unglück, vom Winde ſo ungünſtig abgetrieben zu
wer=
den, daß er in der Kurve vor der Landungsſtelle mit
dem einen Flügel den Boden berührte, ſodaß der
Appa=
rat vollſtändig herumgeſchleudert wurde und ſchwer
havariert liegen blieb. Der Aviatiker ſelbſt kam mit
dem Schrecken davon. Lindpaintner erzielte mit 540
Metern den zweitbeſten Höhenflug. Im Wettbewerb
um den kürzeſten Abflug erzielte Thelen (Wright) einen
Start von 29,75 Metern. Nach Schluß der offiziellen
Wettbewerbe ſtarteten noch mehere Flieger, darunter
Dr. Liſſauer, Oehler und Jeannin, bei vollſtändiger
Dunkelheit um den Bleichröder=Preis.
Die offiziellen Reſultate ſind noch nicht
be=
kannt; nach inoffizieller Zeitnahme und
Be=
rechnung der ſo intereſſant und ohne ſchweren Unfall
verlaufenen Flugwoche die folgenden: Großer Preis
des Kgl. Preußiſchen Kriegsminiſteriums: 25000 Mark.
1. Preis Lindpaintner (Sommer), 2. Preis, 15000
Mark, Jeannin (Aviatik). — Preis des Kgl.
Preußi=
ſchen Kriegsminiſteriums für einen Flug mit
vorge=
ſchriebener Belaſtung und Höhe. 5000 Mark. 1. Brunn
huber (Albatros), 2. Preis, 3000 Mark, Wiencziers
(Bleriot). — Preis für die größte Höhe. Ehrenpreis
und 4000 Mark. 1. Wiencziers (Bleriot). — Preis
für den kürzeſten Anlauf. 1. Thelen (Wright).
Bleichröder=Preis. 1. Wiencziers (Bleriot), 10000 Mark,
2. Preis 1000 Mark, Thelen (Wright), Zuſatzpreis zum
Lanz=Preis, 1500 Mark, Heidenreich (Heidenreich=
Ein=
decker); 2. Preis (1000 Mark) nicht ausgstragen.
* Brüſſel, 16. Okt. Der Flieger Wynmalen
iſt heute nachmittag 1 Uhr 16 Minuten aus Iſſy les
Moulineaux hier eingetroffen und um 2 Uhr
25 Minuten zum Rückfluge nach Paris wieder
aufge=
ſtiegen. Legagneux iſt um 2 Uhr 25 Minuten
ebenfalls hier angekommen. Beide Flieger führen
einen Paſſagier mit ſich.
Anforderungen. Die vorkommenden Tänze und „
Evo=
lutionen” fanden lebhaften Beifall.
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Ein Zuſammentreffen der Erde mit
dem Halleyſchen Kometen ſeligen Angedenkens
iſt, wie jetzt wohl zweifelsfrei feſtgeſtellt worden iſt,
im Mai gar nicht erfolgt. C. D. Perriné in Cordoba
(Argentinien) weiſt an der Hand ſeiner Beobachtungen.
vom 18. bis 20. Mai nach, daß die Hauptſtrahlen des
Schweifes des Halleyſchen Kometen am 20. und 21. Mai
nördlich an der Erde vorbeigegangen ſind. Aehnliches
haben auch andere Beobachter der ſüdlichen Hauptſphäre
unſerer Erde konſtatiert, wie Innes in Johannesburg,
Everſhed in Indien. Somit können es nur
unbedeu=
tende Nebenſtrahlen oder Schweifwolken geweſen ſein,
die in Berührung mit der Erde gekommen ſind und hier
atmoſphäriſche Lichterſcheinungen oder Störungen der
elektriſchen und magnetiſchen Zuſtände verurſacht haben.
— Muſik als Heilmittel. Die Promotion
des Komponiſten Max Reger zum Ehrendoktor der
Berliner mediziniſchen Fakultät wurde damit
begrün=
det, daß die Muſik eine heilende Wirkung auf den
Kranken ausübt. Für dieſe Behauptung bringt Albert
Viſetti im Monthly Muſical Record einen neuen
Be=
weis, indem er nach den jüngſt von Dr. Vaſchide und
dem Pianiſten Duprat in Frankreich vorgenommenen
Experimenten die Einwirkung der Muſik auf den
Wahnſinn behandelt. In der Anſtalt von Villejuif
ver=
wendeten der Arzt und der Muſiker verſchiedene
For=
men und Arten der Muſik als Kur= und Heilmittel für
die Gemütskranken. Erſtaunliche Veränderungen
gingen dabei auf den bisher ausdrucksloſen Geſichtern
der Patienten vor ſich. Es war, als wenn die
ver=
gangene Süßigkeit ihres früheren Lebens auf einem
Moment zurückkehre, auferweckt durch die Macht der
Töne. Ein Kranker erklärte, daß die Muſik ihn
nach=
denklich ſtimme, ihm die Erinnerung an einzelne
Epi=
ſoden ſeines Lebens zurückbringe und ihn dadurch
tröſte; ein anderer fand, daß die Muſik ihn zugleich be=
* Paris, 17. Okt. Der Flieger Wynmalem,
der geſtern auf ſeinem Rückfluge von Brüſſel nach
Paris mit einem Paſſagier bei St. Quentin gelandet
iſt, wird heute den Flug nach Paris fortſetzen. Er
hat=
im ganzen 470 Kilometer zurückgelegt.
* Paris 16. Okt. Während eines Schaufluges bei
Etampes ſtießen die Flugzeuge der Flieger
Bregi und Behat zuſammen. Beide Aviatiker
er=
litten ſchwere Verletzungen. Beſonders Behats
Zu=
ſtand, der beide Beine brach, iſt bedenklich.
* London, 16. Okt. Das lenkbare Luftſchiff
„Clement Bayard”, das heute früh um 7 Uhr 15
Minuten in Cuiſe la Motte (Departement Oiſe)
auf=
geſtiegen war, paſſierte um 11 Uhr Folkeſtone, 12 Uhr
35 Minuten den Kryſtallpalaſt und um 1 Uhr 5 Min.
die St. Pauls Kathedrale. Dann ſchlug das Luftſchiff
die Richtung nach dem weſtlichen Vororte Shepherds
Buſch ein, wo es um 1 Uhr 26 Min. vor der für ſeine
Aufnahme beſtimmten Halle bei prächtigem Wetter
glücklich landete.
* Iſſy les Moulineaux, 16. Okt. Heute
vormittag 9½ Uhr iſt der Aviatiker Legagneux zum
Fluge nach Brüſſel aufgeſtiegen. Der Aviatiker
Wyn=
malen iſt heute früh 7¾ Uhr zum Fluge nach Brüſſel
aufgeſtiegen.
* Brüſſel, 17. Okt. Der Flieger Legagneux
iſt heute früh 6 Uhr 20 Minuten zur Rückkehr nach
Paris aufgeſtiegen.
* Paris, 17. Okt. Der Aviatiker Wynmalen, der
auf der Rückkehr von Brüſſel um 6 Uhr 40 Min. von
St. Quentin abgeflogen iſt, iſt um 12 Uhr 13 Min. in
Iſſy=les=Moulineaux gelandet. Er hat ſomit für den
Flug von Paris nach Brüſſel und zurück 27 Stunden
50 Minuten 26 Sekunden gebraucht.
Im Lenkballon über den Ozean.
* Siasconſet, 16. Okt. Eine von Wellmans
Lenkballon um 12¾ Uhr nachmittags eingetroffene,
durch drahtloſe Telegraphie übermittelte Nachricht,
lautet einfach: Alles geht gut, Adieu! Bruchſtücke einer
vorher geſandten Mitteilung, die von einer hieſigen
Station aufgefangen wurden, laſſen erkennen, daß die
Luftſchiffer zuverſichtlich auf einen Erfolg der Fahrt
hoffen, obwohl der Lenkballon bereits ſoweit iſt, daß
er mit dem Lande keine Möglichkeit der Verſtändigung
mehr hat. Das Luftſchiff folgt dem Wege der
trans=
atlantiſchen Schiffe, die ſeine Mitteilungen ohne
Zwei=
fel entgegennehmen und weiterbefördern werden.
* New=York, 17. Okt. Die geſtern abend in
Siasconſet eingetroffene Funkendepeſche
Well=
manns lautete: Alles geht gut. Wir haben nördliche
Richtung eingeſchlagen, um auf die Route der
transatlantiſchen Dampfer zu kommen. Wir
müſſen 300 bis 800 Meilen von der Küſte entfernt ſein.
Die genaue Poſition kennen wir nicht.
H. B. New=York, 17. Okt. Wellmann ſandte
geſtern abend 11 Uhr folgendes Telegramm nach New=
York: Motor arbeitet gut. Wir fahren nach Nordoſt
mit 25 Meilen in der Stunde. Alles gut.
Tele=
graphie nicht mehr möglich. Die
Dynamo=
maſchine funktioniert nicht mehr. Nebel ſehr dicht. Wir
ſehen nichts. Wellmann. Eine ſpätere Depeſche
be=
ſagt: Der Stabiliſator erſchüttert den Ballon, als ob
er von Woge zu Woge ſpringt. Der Ballon hat noch
keinerlei Schaden erlitten. Nebel dicht.
* Boſton, 17. Okt. Eine heute aufgefangene
drahtloſe Depeſche des Ballons „Amerika” lautet:
Unſere Lage iſt weniger günſtig, aber wir kämpfen
weiter. Eine andere Depeſche beſagt: Wir haben
un=
ſeren Motor abgeſtellt und ſteuern in der Richtung
Oſtnordoſt mit einer Geſchwindigkeit von 25 Knoten
ohne Motor. Es herrſcht dichter Nebel. Eine
Beobachtung iſt unmöglich.
H.B. London, 17. Okt. Trotz der teilweiſe
be=
ruhigend klingenden Meldungen über den
erfolg=
reichen Beginn der kühnen Luftreiſe Wellmanns hegt
man in amerikaniſchen Kreiſen die ſchwierigſten
Befürchtungen über das Schickſal der Luftfahrer.
Nach einem vom Wetter=Bureau in Waſhington
tele=
graphierten Bericht hat der Orkan, der in dieſen
Tagen Weſtindien heimſuchte, ſeinen Kurs verändert,
da er jetzt mit rieſiger Geſchwindigkeit an der Oſtküſte
von Amerika heraufkommt. Falls das Luftſchiff nicht
ſchnell genug aus dem Bereich des Sturmes gelangt,
hält man es für verloren.
* New=York, 17. Okt. Man weiß zurzeit
nicht, wo ſich das Wellmannſche Luftſchiff
be=
findet, da die Küſte nicht mehr im Bereich ſeines
Fun=
kenapparates iſt. Man glaubt jedoch, daß das Luftſchiff
zwiſchen Nantucket und Neu=Schottland iſt und die Route
ruhige und erheitere. Ein Mädchen von 17 Jahren,
dem ein Chopinſches Notturno vorgeſpielt wurde,
äußerte ſich dahin, daß die Melodie ſie zurücktrage in
die Tage ihrer Kindheit und ihr die Menſchen vor den
Geiſt treten laſſe, die ſie geliebt. Die Muſik laſſe ſie
all das Traurige ihrer jetzigen Exiſtenz vergeſſen und
bringe ihr die Glückſeligkeit zurück, die ſie verloren
habe. Auch ein anderes Mädchen bezeichnete die Muſik
direkt als ein ſchmerzſtillendes Mittel; wenn ſie die
weichen Töne höre, dann leide ſie nicht mehr, ihre
Krankheit ſei verſchwunden; ſie befinde ſich in einem
Zuſtand des ſüßen Träumens, in dem ſie an all die
Dinge denke, die ſie liebe. Viſetti knüpft an dieſe
gün=
ſtigen Reſultate, die durch Behandlung der
Gemüts=
kranken mit Muſik erzielt wurden, allgemeine
Betracht=
ungen, in denen er die heilſamen Einwirkungen des
häufigen Muſikhörens auf den erkrankten Geiſt näher
erörtert und betont, daß die heutige Irrenbehandlung
die hauptſächlichſte Pflege auf den Körper der Kranken
verwendet, während ſie Gemüt und Geiſt, die doch vor
allem der Heilung bedürften, vernachläſſige.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 18. Okt.: „Don Juan”.
Mittwoch, 19. Okt.: Erſtes Abonnements=Konzert.
Don=
nerstag, 20. Okt.: Einmaliges Gaſtſpiel des Herrn
Kam=
merſänger Anton van Rooy: „Die Meiſterſinger von
Nürnberg‟. Freitag, 21. Okt.: „Die Fledermaus”.
Samstag, 22. Okt.: „Amélia” oder „Der Maskenball”.
Sonntag, 23. Okt., 3½ Uhr: „Die geſchiedene Frau”.
7 Uhr: „Fidelio” Montag, 24. Okt.: „Der Freiſchütz”
Dienstag, 25. Okt.: „Die Afrikanerin” 2.
Schau=
ſpielhaus. Dienstag, 18. Okt.: „Die törichte
Jung=
frau.” Mittwoch, 19. Okt.: „Die törichte Jungfrau”
Donnerstag, 20. Okt.: „Ein Sommernachtstraum”.
Freitag, 21. Okt.: „Das Konzert”. Samstag, 22. Okt.:
„Elektra” Tragödie von Sophokles, vorher „Die
ſitt=
liche Forderung” Sonntag, 23. Okt., 3½ Uhr: „Das
vierte Gebot”; 7 Uhr: „Der dunkle Punkt” Montag,
24 Okt.: „Der große Name‟. Dienstag, 25. Okt.: „Die
ſittliche Forderung”.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Seite 5.
Maſſard, gehörigen Hauſe eine Bombe, die
ſämt=
zertrümmerte. An einem Fenſter der Pförtnerwohnung
bemerkte man Blutſpuren, aus denen man ſchließt, daß um Zuverdienſt handelt; jeder Armenpfleger, jeder
gangstür ein Zettel befeſtigt worden war, der die
Auf=
ſchrift trug: Ernſte Warnung, Herr Maſſard. Das Blatt
des Letzteren hatte den Eiſenbahnerſtreik überaus
hef=
tig bekämpft. — In einem Waggon der der Weſt=
Bombe gefunden, deren Lunte bereits angezündet ge= ung es iſt, ihren in der Woche notgedrungen
vernach=
weſen, jedoch offenbar von ſelbſt erloſchen war. Der
zeikommiſſar Guichard hegt den Verdacht, daß der
ver=
brecheriſche Anſchlag von einem ſtreikenden
Eiſenbahner verübt worden ſei. Im chemiſchen
Gemeindelaboratorium wurde feſtgeſtellt, daß die
füllt war.
* Paris, 17. Okt. Nach einer um Mitternacht
veröffentlichten amtlichen Feſtſtellung iſt der Dienſt
auf den großen ſtaatlichen Linien der Nord= und
Weſt=
bahn vollſtändig geſichert, ebenſo wickelt ſich
der Dienſt innerhalb des Stadtgebietes
verhältnis=
mäßig glatt ab.
* Paris, 17. Okt. Miniſterpräſident Briand teilte
dem Präſidenten Falliéres mit, daß der Verkehr auf
der ſtaatlichen Weſt= und Nordbahn mehr und mehr zu
den normalen Verhältniſſen zurückkehre.
Was den Wiedereintritt der Angeſtellten anbelange, ſei
eine große Beſſerung zu verzeichnen. Der Betrieb der
elek=
triſchen Anlagen ſei wieder ſichergeſtellt.
Die Revolution in Portugal.
* Liſſabon, 16. Okt. Heute fand unter großer
Be=
teiligung die Beiſetzung des Admirals Reis
und des Dr. Bombarda ſtatt. Unter den Klängen der
portugieſiſchen Hymne ſetzte ſich der Zug, in welchem viele
Korporationen, Lehrer, Schüler und Angehörige der Armee
und Marine und aller Freimaurerorden ſich befanden, von
der Place do Commercio aus in Bewegung. Auch
zahl=
reiche Frauen und Kinder hatten ſich in den Zug gemiſcht,
dagegen ſah man keine Angehörigen der
Religionsgeſell=
ſchaften. An einem freien Platze hielten der
Miniſterpräſi=
dent und der Präſident der Munizipalität
Gedächtnis=
reden für die beiden Toten, worauf der Trauerzug den
Weg nach dem Friedhofe fortſetzte, wo die Beiſetzung
ſtattfand.
* Gibraltar, 17. Okt. Bei der Abreiſe des
Königs Manuel und der Königin Amélie
wur=
den die vollen Ehrenbezeugungen erwieſen. Der
Gouver=
neur geleitete den König und die Königin nach dem Kai,
wo alle Departementschefs in Gala verſammelt waren.
Der König dankte dem Gouverneur lebhaft für die ihm
erwieſene Liebenswürdigkeit.
Vermiſchtes.
— Aus der Heimarbeit. Man ſchreibt uns:
Ihr in Nr. 239 erſchienener Bericht über die ſchlecht
gelohnte Heimarbeit in der Knabenkonfektion erweckt
vielleicht bei vielen Leſern den Gedanken, daß es ſich
hier um eine beſonders niedrige Entlohnung handele.
Daß dies nicht der Fall iſt, ſondern daß es ſich dabei
vielmehr um Durchſchnittsverdienſte in der
Herſtel=
lung von Stapelwaren handelt, mögen folgende
Zah=
len darſtellen: Für farbige Arbeiterhemden werden
ohne Knopflöcher 1,80—2,00 Mark, ja bei manchen
Zwiſchenmeiſtern gar nur 1,30 Mark pro Dutzend
be=
zahlt; mit Knopflöchern — 6 an jedem Hemd — 2,40
Mark. Dabei entfallen pro Dutzend auf Garn zirka
17 Pfennig, auf Maſchinenamortiſation, Nadeln uſw.,
gering gerechnet, 6—7 Pfennig. Eine ſehr tüchtige
Ar=
beiterin mag bei 12ſtündiger, intenſiver Arbeit
im=
ſtande ſein, 1 Dutzend herzuſtellen, die große
Mehr=
zahl wird dies nicht können. Aehnlich liegen die
Ver=
hältniſſe in der Frauenkonfektion; hier ſchwanken die
Löhne für Priſenform=Aermel und Halsbund, mit
Spitzen beſetzt, zwiſchen 1,60—1,80 Mark pro Dutzend.
Für weiße Hemden mit drei Stickereieinſätzen im
Vor=
derteil, reicher Fältchenverzierung, Stickerei= und
Bändchenbeſatz gibt es 2,25—2,40 Mark pro Dutzend,
ja in einzelnen Fällen ſogar nur 1,80 Mark. Die
Heimarbeiterin bringt bei 1ſtündiger Arbeitszeit nur
7 bis 10 Hemden dieſes Genres fertig; und ſchon dies
erfordert große Geſchicklichkeit und langjährige
Ueb=
ung. Nicht beſſer ſiehts in der Schürzenbranche aus;
Miederſchürzen mit Trägern, Volant,
Bördchenverzier=
ung werden pro Dutzend mit 2 Mark, Schürzen mit
ſpitzem Bund, Volant, rechts und links aufgeſetztem
Beſatz und Taſchen mit 1,30 Mark berechnet. Und dies
alles gilt als Normallohn, nicht als Ausnahmsſatz in
liche Fenſter des Gebäudes bis zum dritten Stockwerk einer der teuerſten Städte Deutſchlands! Mag man
zugeben, daß es ſich vielfach bei der Heimarbeit nur
der Urheber des Bombenattentats ſich eine Verletzung ſozial Tätige, jeder Volksſchullehrer und=Lehrerin
zugezogen hat. Der Anſchlag war zweifellos gegen werden berichten können, wie viele Frauen ſich und
Maſſard gerichtet, da von dem Attentäter vor der Ein= ihrer Familie das Brot ſchaffen müſſen und auf
die=
ſen kärglichen Verdienſt angewieſen ſind. Und was
bedeuten für den Kenner dieſer Verhältniſſe
Stunden=
löhne von 14—20 Pfennig? Ermattete, frühzeitig
ver=
brauchte Frauen, die in der täglichen Fron das Lachen
bahn gehörigen Bahnlinie von Vincennes wurde eine und die Freude verlernt haben, deren
Sonntagserhol=
läſſigten Haushalt zu beſorgen, rhachitiſche, blutarme,
mit der Ueberwachung der Anarchiſten betraute Poli= 1 unterernährte Kinder, Kandidaten für die große Armee
der Schwindſüchtigen. Und doch treibt die bittere Not
immer wieder Frauen, Mütter vieler kränklicher
Kin=
der, ſchwächliche Perſonen, die den Anſtrengungen der
Fabrikarbeit oder des Waſchens und Putzens nicht ge=
Bombe mit 850 Gramm Dynamit und Eiſenſtücken ge= wachſen ſind, in die Heimarbeit. Lebt doch auch in der
Frau des Volkes der heiße Wunſch, ihre Kinder ſelbſt
erziehen und pflegen, ihren Haushalt beaufſichtigen zu
können, ihren Kindern Mutter, ihrem Gatten Hausfrau
zu ſein. Auch in Darmſtadt gibt es eine große Anzahl
Heimarbeiterinnen in der Konfektion und
Strohhut=
näherei; und auch hier ſind die Lohnverhältniſſe
nicht beſſer.
K. G.
— Römiſche Boy Scouts. Die britiſche Boy
Scouts=Bewegung, die darauf abzielt, durch die
mili=
täriſche Organiſation einer das ganze Volk
umfaſſen=
den Jugendwehr den kriegeriſchen Geiſt und die Freude
an körperlichen Leiſtungen bei der heranwachſenden
Generation zu ſtärken, hat in Italien ein Vorbild, von
dem das Ausland bisher wenig wußte. In der Tat
hat die Stadt Rom bereits vor längerer Zeit eine
Organiſation geſchaffen, die verwandten Zielen
zu=
ſteuert, die ſogenannten „Schülerlager” die
hauptſäch=
lich durch die tatkräftige Unterſtützung der Königin
Elena ausgezeichnete Reſultate liefern. Einſtweilen
beſchränkt ſich die Teilnahme freilich nur auf jene
Volksſchulzöglinge, die im Alter von elf bis vierzehn
Jahren ſtehen und die ſich während des Schuljahres
durch Fleiß und Eifer ausgezeichnet haben. Die
Kin=
der, bei denen körperliche Widerſtandsfähigkeit
voraus=
geſetzt iſt, werden in Trupps formiert, die dann
Wande=
rungen durch die römiſche Campagna antreten. Dieſe
Märſche erſtrecken ſich über mehrere Wochen, in denen
die Kinder täglich an einem anderen Orte Raſt machen.
Dann wird die Gegend durchſtreift, Karten und Croquis
gezeichnet, und nebenbei auch der landwirtſchaftliche
Betrieb beobachtet. Die kleine Schar iſt unausgeſetzt
in Bewegung, ſie muß tüchtige Marſchleiſtungen
be=
wältigen; am Abend wird dann das große Zelt
aufge=
ſchlagen, deſſen Beſtandteile die Schüler im Torniſter
mitführen. Die Ausrüſtung dieſer Ferienpatrouillen
hat die Königin Elena geſtiftet; die Teilnehmer tragen
graue Tuchhoſen, ein warmes Sporthemd, kräftige
Marſchſtiefel und ein Lodencapes, das bei feuchter
Witterung angelegt wird. Im Torniſter aber iſt die
Wäſche verpackt, während eine Aluminiumtrinkflaſche
an einem Bande über die Schulter getragen wird.
Täg=
lich müſſen die Kinder den Eltern eine Poſtkarte
ſchrei=
ben, wöchentlich aber werden Blumen geſammelt, die
den römiſchen Krankenhäuſern für die leidenden
Patienten übermittelt werden als liebevolle Grüße des
jungen Italiens.
Literariſches.
— Von dem bekannten und vornehmen Moden=
Jour=
nal „Buttericks Moden=Revue” iſt das
Oktober=
heft erſchienen. Die bisherige vorzügliche Ausſtattung
die=
ſes Heftes ſcheint noch übertroffen zu ſein, denn die
Ab=
bildungen von Damen=Toiletten in dem erſten Teil des
Buches ſind geradezu künſtleriſch zu nennen und werden
durch die zwei prächtigen Farbentafeln noch bedeutend
er=
gänzt. In faſt nur Vollfiguren ſehen wir die neueſten
Mo=
den dargeſtellt, für Bluſen, Röcke, Paletots, Koſtüme
je=
der Art, bis auf Negligés und Lingerie. Buttericks
Mo=
den=Revue erſcheint Anfang jeden Monats.
Aktiengeſell=
ſchaft für Buttericks Verlag, Berlin W. 8.
— 14 Jahre Jeſuit. Perſönliches und
Grund=
ſätzliches. Teil. Das Ordensleben: Weſen,
Einrich=
tung und Wirkſamkeit des Jeſuitenordens. Von Graf
Paul von Hoensbroech. 1. und 2. Auflage. XII,
656 Seiten. 8‟ Geheftet 10 Mark, gebunden 12 Mark.
(Verlag von Breitkopf u. Härtel, Leipzig.) Mit dem
ſoeben erſchienenen 2. Teile iſt das „Lebensbuch” des
Grafen Hoensbroech abgeſchloſſen. Das Werk enthält
die umfaſſendſte und eindringendſte Darſtellung des
Jeſuitenordens nach allen ſeinen Seiten, die es bis jetzt
gibt. Quellenerſchließung und Quellenbeherrſchung
zeichnen es aus. Dazu kommen die perſönlichen, in
anregender Weiſe geſchilderten Erfahrungen des
Ver=
faſſers, wodurch aus Theorie reiches, vielgeſtaltetes
Nummer 244.
der kransalantiſchen Danpfer verſolgt. Den
meteorologl=
ſchen Berichten aus Waſhington zufolge ſind Wind und
Wetter heute für das Luftſchiff günſtig.
Grubenunglück.
* Herne i. W., 17. Okt. Auf der Zeche „Schamrock”
riß das zur Leutebeförderung benutzte Seil der in die
Tiefe gehenden Körbe mit etwa 35 Bergleuten, deren
Schickſal bis jetzt noch unbekannt iſt; ſie dürften tief im
Sumpfe ſtecken; der andere Korb ſchnellte unter die
Seil=
ſcheibe. Sämtliche darin befindlichen Bergleute wurden
mehr oder weniger ſchwer verletzt.
* Herne, 17. Okt. (Ausführlichere
Mel=
dung.) Heute mittag 1 Uhr 22 Minuten riß auf Zeche
„Schamrock”, Schacht I, das am Freitag bei der
Kohlen=
beförderung bereits geriſſene Seil, das nach neuer
Wiederherſtellung heute zur Leutebeförderung benutzt
wurde, abermals; die Körbe waren vollſtändig beſetzt.
Der eine in die Tiefe gehende Korb mit etwa 30 bis 35
Bergleuten dürfte zweifellos tief im Sumpfe ſtecken.
Ueber dasSchickſal dieſer Bergleute läßt ſich zurzeit nichts
Genaues feſtſtellen. Der andere Korb ſchnellte unter
die Seilſcheibe, ſämtliche Bergleute darin ſind mit mehr
oder weniger ſchweren Verletzungen davongekommen.
Der Eiſenbahnerſtreik in Frankreich.
* Paris, 16. Okt. Miniſterpräſident
Briand=
empfing eine Abordnung von Vertretern der
Eiſenbahnen, die ihm den Wunſch vortrug, er
möge Schritte tun, damit unverzüglich
Verhand=
lungen zwiſchen den Eiſenbahnervereinigungen und
der Geſamtheit der Eiſenbahngeſellſchäften in die Wege
geleitet würden. Der Miniſterpräſident erklärte, daß
er dieſen Wunſch zur Kenntnis nehme und ſich darüber
mit ſeinen Miniſterkollegen beſprechen werde. Er
be=
trachte den Ausſtand als beendet, ſomit
könnte er nicht einmal eine Beſprechung hierüber
zu=
laſſen. — Das nationale Syndikat und die nationale
Vereinigung der Eiſenbahnarbeiter haben Briand
mit=
geteilt, daß ſie ſtets bereit geweſen ſeien, mit ihm und
den Eiſenbahngeſellſchaften ihre Angelegenheiten zu
be=
ſprechen.
* Paris, 16. Okt. Nach offiziöſen Meldungen
hat die Regierung Beweiſe dafür in der Hand, daß die
anläßlich des Eiſenbahnerſtreiks verübten
ver=
brecheriſchen Anſchläge von einem anarchiſtiſchen
Ausſchuſſe angeſtiftet worden ſeien, welcher
beſchloſſen hatte, den Ausſtand zu einem
Gewalt=
ſtreich zu benutzen. Dieſer anarchiſtiſche Ausſchuß
habe mit zahlreichen Arbeiterſyndikaten Verbindungen
unterhalten und den Plan gefaßt, durch ſyſtematiſche,
überall durchgeführte Sabotage, insbeſondere durch
Zerſtörung der Telegraphen= und Telephonleitungen
die Regierungsgewalt lahmzulegen, um
auf dieſe Weiſe einen Augenblick Herr der Situation
zu werden. Den heute nacht vorgenommenen
Verhaf=
tungen werden zweifellos bald andere ſowohl in Paris
wie in den Provinzen folgen. Außer dem
anarchiſti=
ſchen Ausſchuſſe habe auch der Allgemeine
Ar=
beitsverband eine ſehr bedenkliche Rolle bei dem
Eiſenbahnerausſtand geſpielt. Die Liberté behauptet,
daß bei der im Bureau des antimilitariſtiſchen Blattes
Guerro Sociale vorgenommenen Durchſuchung eine
lange Liſte von Militärperſonen, darunter einige
Offi=
ziere, vorgefunden worden ſei, welche mit dem Blatte
als Korreſpondenten in Verbindung ſtanden.
* Paris, 16. Okt. Das Ausſtandskomitee der
Eiſenbahner benachrichtigte heute den
Miniſterpräſiden=
ten, daß es für morgen vormittag eine große
Kund=
gebung im Bois de Vincennes vorbereitet habe und
die Verpflichtung übernehme, daß die Ordnung nicht
geſtört werde und kein Umzug in der Stadt Paris
ſtattfinde. Die Regierung beſchloß, die Kundgebung zu
verbieten, da der Miniſterpräſident der Anſicht iſt,
daß ihr die Organiſatoren den Charakter einer
Heraus=
forderung geben wollten, offenbar in der Hoffnung,
daß der Ausſtand nicht ohne Störung der Ruhe und
ohne heftigen Zwiſchenfall zu Ende gehe. Deshalb
werden ſtrenge Maßnahmen getroffen, um die
Kundgebung zu verhindern. Die Polizei, die in
Er=
fahrung gebracht hat, daß in den Geſchäftsräumen des
anarchiſtiſchen Blattes Libertoir Leute verkehren, die
ſich im Beſitze von Bomben befinden, nahm heute
dort eine Hausſuchung vor, und verhaftete den Leiter
und Geſchäftsführer des Blattes, ebenſo einen Mann,
der verſuchte, ein Paket zu verbergen, das drei Gefäße
enthielt, die den in der Avenue Kleber und in der Rue
de Berri gefundenen Bomben glichen. Der Verhaftete
konnte ſich über die Herkunft der Gegenſtände nicht
ausweiſen.
* Paris, 17. Okt. Auf dem Boulevard de Pereire
explodierte heute nacht in einem dem
nationa=
liſtiſchen Gemeinderat und Herausgeber der Patrie,
Kleines Feuilleton.
— Die Verproviantierung von Paris
in den Streiktagen. Die Erwartung, daß der
Ausbruch des Streikes in Paris ſofort mit einem
Auf=
ſchnellen der Nahrungsmittelpreiſe verbunden ſein
würde, hat ſich nicht beſtätigt; die Marktpreiſe haben
einſtweilen keine Erhöhung erfahren. Die
Eingeweih=
ten erklären dies durch die Tatſache, daß in Paris ſtets
größere Lager von Eßwaren aufgeſtapelt ſind, die eine
Zeitlang ausreichen, um den Bedarf zu decken, und die
bis jetzt noch nicht erſchöpft ſind. Die Zufuhr von
aus=
wärts ſtockt dabei nicht, ſondern iſt im allgemeinen
nur um 50 Prozent zurückgegangen. Der Eingang von
Proviant, der über die Nordbahn kommt und im
weſentlichen aus Fiſch, Gemüſe und gewiſſen
Obſt=
ſorten beſteht, iſt freilich von 200 Tons auf 92
geſun=
ken. Butter und Eier ſind im Preiſe geſtiegen, aber
die Erhöhung iſt unbedeutend und nicht auf den Streik
zurückzuführen, ſondern auf geringere Produktion.
Fleiſch iſt in den letzten Tagen in Paris in
unvermin=
derten Mengen eingetroffen, denn die Hauptzufuhr
kommt hier über die Südbahn, wo der Streik am
wenigſten Bedeutung gewognen hat. Nur die
Geflü=
gelzufuhr auf dieſer Strecke hat eine Einbuße erlitten,
ſie iſt von 84 Tons am Tag auf 65 geſunken. Wie ein
engliſcher Korreſpondent berichtet, iſt bei einigen
Nahr=
ungsmitteln, insbeſondere bei Bohnen und Tomaten,
im Engrospreis ſogar eine Verbilligung eingetreten.
Die Urſache davon iſt, daß in Paris große Quantitäten
durch den Streik feſtgehalten wurden, die eigentlich für
Nordfrankreich beſtimmt waren und nun nicht weiter
geſandt werden konnten. Eigentlich ſchwierig iſt nur
das Problem der Milchzufuhr geworden. Extrazüge
der Nordbahn bringen täglich 1750000 Flaſchen Milch
aus der Normandie nach Paris. Viele dieſer Züge
ſind ausgeblieben, aber man hat aus den großen
Mol=
kereien in der Umgebung von Paris einſtweilen Erſatz
gefunden. Die Milchhändler haben beſchloſſen, das An=
gebot einer großen Automobilfirma anzunehmen, die
ſich bereit erklärte, mittels Kraftwagen die Milchzufuhr
nach Paris zu beforgen. Auch auf der Seine ſind
Mo=
torboote und Dampfer für den Milchtransport
requi=
riert. Wahrſcheinlich aber werden die erhöhten
Trans=
portkoſten binnen kurzem eine Preisſteigerung
unver=
meidlich machen. Beim Brot iſt eine kleine
Preiser=
höhung fühlbar geworden, aber ſie iſt nicht bedeutend
genug, um wirklich zur Kalamität zu werden: der
große Laib Brot koſtet einen Sou mehr als gewöhnlich.
Auch der Wein iſt um 5 Centimes für den Liter teuerer
geworden. Eine einſchneidende Teuerung iſt nur zu
erwarten, wenn der Streik andauert. Noch am 8.
Ok=
tober lagerten in den Pariſer Magazinen 45 261000
Liter Getreide; bereits vier Tage ſpäter, am 12.
Ok=
tober, waren die Vorräte auf 20304000 Liter geſunken:
Dagegen ſind in der gleichen Zeit die Hafervorräte
ge=
wachſen. Am Tage vor dem Ausbruch des Streiks
be=
lief ſich die Seefiſchzufuhr auf 128000 Kilogramm, am
12. Oktober erreichte ſie immerhin noch 86000. Am
Tage vor dem Streik wurden in Paris 49775
Kilo=
gramm Schlachtfleiſch zum Verkauf geſtellt; nachdem
der Streik bereits in Wirkung war, am letzten
Mitt=
woch, konnte man ſogar 59 284 Kilogramm Vorrgt an
verkäuflichem Schlachtfleiſch feſtſtellen. Der tägliche
Verbrauch von Eiern in Paris beträgt 64 142
Kilo=
gramm. Der weitaus größte Teil der tieriſchen
Nahr=
ung für die franzöſiſche Hauptſtadt kommt aus dem
weſtlichen Frankreich, die Bretagne iſt der
Hauptliefe=
rant. Die Normandie dagegen liefert hauptſächlich
Molkereiprodukte. Mit den Zügen treffen täglich
ge=
waltige Mengen von Blumen aus dem Süden ein, und
das Farbenſpiel der Blüten, das ſonſt den Pariſer
Straßen eine reizvolle Note gibt, iſt auch jetzt, mitten
im Streik, ebenſo reich und üppig, wie in normalen
Zeiten.
* Das verkleiſterte „Bad‟. Die alte
Salz=
ſtadt Oldesloe führt zur Freude ihrer Einwohnerſchaft
ſeit einiger Zeit mit Genehmigung der Regierung
offiziell den Namen „Bad Oldesloe” der vorher ſchon
lange Zeit auf der Stationstafel des dortigen
Bahn=
hofes unbeanſtandet geprangt hatte. Jetzt mit einem
Male wehrt ſich die Eiſenbahnverwaltung mit Händen
und Füßen gegen die Bezeichnung. Der
Eiſenbahn=
präſident in Münſter als Eiſenbahnkommiſſar für die
Lübeck=Büchener Bahn hat nach den Leipz. N. N. einen
Ukas erlaſſen, wonach die neue offizielle Bezeichnung
der Stadt im Eiſenbahnbetriebe nicht angewendet
wer=
den dürfe, und tatſächlich mußte die Station wieder
einfach als „Oldesloe” abgerufen werden. Warum, das
mögen die Götter wiſſen. Der Stadtrat erhob gegen
dieſes Verbot Beſchwerde, hat vorläufig aber damit
nichts weiter erreicht, als daß der heilige
Eiſenbahn=
bureaukratius ſich erſt recht auf die Hinterbeine ſetzte.
Mit Staunen ſah man nämlich dieſer Tage auf der
Stationstafel des Bahnhofes, auf der ſeit langer Zeit
die Inſchrift „Bad Oldesloe” prangte, das von der
Re=
gierung genehmigte Wörtlein „Bad” auf beiden Seiten
mit einem ſchönen, blanken, blütenweißen Bogen
Pa=
pier überklebt. Früher, als Oldesloe die
Bezeich=
nung „Bad” noch nicht offiziell beſaß, hatte die
Direk=
tion der Lübeck=Büchener Eiſenbahngeſellſchaft geſtattet,
daß auf den Stationstafeln trotzdem „Bad Oldesloe‟
ſtehe. Nun, da der Name „Bad Oldesloe” offiziell iſt
und an demſelben Tage, an dem die kaiſerliche
Reichs=
poſt dieſe Ortsbezeichnung ebenfalls offiziell einführt,
kommt, vermutlich auf Veranlaſſung „höheren Orts”
ein Bahnbeamter und degradiert das Bad Oldesloe mit
einem weißen Bogen Papier und einem
wohlgetränk=
ten Kleiſterpinſel wieder zu einem gewöhnlichen
Oldesloe.
* Einen neuen Titel findet man unter den
amtlichen Mitteilungen des Reichs=Anzeigers. Danach
iſt einem Berliner das „Prädikat eines königlichen
Hofbackofenbauers” verliehen worden. Wie ſtolz das
klingt!
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Nummer 244.
Am in ies ſehe Behenins der Steter
erſchloſſen wird.
— Im Verlage von L. Staackmann in Leipzig
er=
ſchien ſoeben: Liebesmuſik, eine Alt=Wiener
Geſchichte von Hans Hart. Zirka 23 Bogen; broſch.
4 Mark, in Originalband 5 Mark. — Hans Hart, der
Autor des im vorigen Jahre Aufſehen erregenden
Ro=
mans „Das heilige Feuer”, tritt hier mit einem neuen,
bisher noch nirgends gedruckten Werk vor die
Oeffent=
lichkeit, das ſeine Stellung in der erſten Reihe unſerer
jüngeren Dichter befeſtigen wird. „Liebesmuſik” iſt
ein Wiener Roman aus der Beethoven=Zeit, ein Buch
voll Grazie und ſtürmender Leidenſchaft. Feiner
ſtil=
ler Humor ſchwebt über dem Beſchaulich=Spieleriſchen
dieſer Epoche. Das Ganze ſpielt ſich ab in dem
wun=
dervoll gezeichneten Milieu der Biedermeierzeit, und
wie Silhouetten tauchen in dem Alltagsſchickſal der
Menſchen vom „Grünen Kreuz” die Köpfe der Alt=
Wiener Berühmtheiten auf: Beethoven, Moritz von
Schwind, Neſtroy, Raimund u. v. a. Trotz der
dra=
matiſchen Wucht hat der Roman einen faſt muſikaliſchen
Reiz der Sprache, der noch geſteigert wird, wenn
Beethovens Weiſen hineinklingen und die Liebe dieſer
Menſchen zur Muſik machen.
— Der Tenien=Almanach für das Jahr 1911
iſt zur Ausgabe gelangt. Die intereſſanten
Original=
beiträge geben in Verbindung mit den entſprechend
ausgewählten Stücken aus einzelnen Werken des
Tenien=Verlags ein getreues Bild des Suchens unſerer
Zeit: der Sehnſucht nach einer modernen Renaiſſance.
Entſprechend dem wertvollen Inhalt hat der Verlag
der Herſtellung alle Sorgfalt angedeihen laſſen. Neben
der einfachen Ausgabe für 50 Pfg. iſt eine
Vorzugsaus=
gabe auf Hadernpapier in Leder zum Preiſe von 3 Mk.
erſchienen. (Fenien=Verlag in Leipzig, Bismarckſtr. 18.)
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Cronberg, 17. Okt. Die Kronprinzeſſin
Sofie von Griechenland iſt mit ihren
Kin=
dern nach anderthalbjährigem Aufenthalt in
Deutſch=
land nach Athen abgereiſt.
* Köln, 17. Okt. Die Kriminalpolizei
verhaf=
tete geſtern nachmittag einen jungen Kaufmann, der
einer Dresdener Firma nach und nach 90000 Mk.
unterſchlagen hatte.
* Wien, 17. Okt. Der Politiſchen Korreſpondenz
zufolge erklärte der hieſige portngieſiſche
Ge=
ſandte, zu demiſſionieren, da er ſich nicht mehr in
der Lage fühle, der republikaniſchen Regierung zu
dienen.
* Wien, 17. Okt. Kaiſer Franz Joſef gewährte
geſtern dem mit der Herſtellung des Entwurfes für das
Denkmal des Kaiſers in Karlsbad beauftragten Bildhauer
Profeſſor Boermel aus Berlin eine längere Sitzung
und empfing den Vorſitzenden des Denkmalkomitees,
Ge=
heimen Hofrat Rene, dem er für ſein Wirken im Komitee
ſeine Anerkennung ausdrückte.
* Belgrad, 17. Okt. Nach einem heute früh
ausgege=
benen Bulletin befindet ſich der Kronprinz zumeiſt im
Schlummerzuſtand. Der Wiener Arzt Chvoſtek trat die
Rückreiſe nach Wien an.
* London, 17. Okt. Der König und die Königin
beabſichtigen, nächſten Samstag dem König Manuel und
ſeiner Mutter in Woodnorton einen Beſuch abzuſtatten.
* Moskan, 17. Okt. Der Präſident der
Reichs=
duma, Muomzew, iſt plötzlich geſtorben.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Geſtern ſind hier zwei
Erkrankungen und ein Todesfall an Cholera
vor=
gekommen.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Nach einem Telegramm
des Wali von Koſſowo fand bei Tſchorlak (Kaſa=
Kotſchana) ein Zuſammenſtoß zwiſchen Truppen
und einer aus fünf Mann beſtehenden, wahrſcheinlich
bulgariſchen Bande ſtatt. Vier Mitglieder der Bande
wurden geötet, der fünfte gefangen. Auf Seite der
Trup=
pen wurden ſechs Mann getötet, ein Leutnant und
mehrere Soldaten verwundet.
* Konſtantinopel, 17. Okt. Der Ikdam meldet, daß
Meinungsverſchiedenheiten zwiſchen zwei
Mitgliedern des Kabinetts beſtehen. Einer der beiden
Miniſter hätte ausdrücklich erklärt, daß er nötigenfalls
zu demiſſionieren entſchloſſen ſei; einige andere Miniſter
erklärten ſich mit ihm ſolidariſch. Der Innerminiſter
ſoll die Verſtändigung vermitteln.
* Mukden, 17. Okt. Der Generalgouverneur lehnte
die von dem japaniſchen Generalkonſul in Tacfu
geforderte Entſchädigung der vor einiger Zeit
verhafteten Japaner und ebenſo die Abſetzung des
dortigen Präfekten ab. Der Generalgouverneur
er=
blickt in der Verhaftung der Japaner eine Maßnahme
des Selbſtſchutzes ſeitens des Präfekten und beſteht
auf der Entfernung der Japaner aus Tacfu.
Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Das
Hoch=
druckgebiet iſt oſtwärts gewandert und bedeckt die öſtliche
Hälfte Europas, daher wehen leichte Oſtwinde, die heiteres
und am Tage mildes Wetter gebracht haben. Nur nachts
ſinkt durch Ausſtrahlung die Temperatur bis nahe an den
Gefrierpunkt. Heute früh herrſcht in Süd= und
Oſtdeutſch=
land Nebel. Bei Annäherung einer kleinen Zyklone über
England nimmt die Bewölkung zu.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 18. Oktober:
Zunehmende Bewölkung, vielfach neblig und geringer
Regen, ſüdweſtliche Winde, etwas milder.
„Na,
Fräu=
lein, wenn Sie
nicht ’mal
Kathreiners
Malzkaffee
kochen können,
dann haben
Sie aber recht wenig in
der Penſion gelernt. Das
iſt doch ſo einfach: Sie
mahlen ihn, ſetzen ihn
mit kaltem Waſſer an, laſſen ihn ein paar
Minuten kochen und dann gießen Sie ihn
durch. Fertig iſt der feinſte Malzkaffee, aber
Sie müſſen natürlich Kathreiners nehmen.”
Den Bahalt machlel
„Warm zu empfehlen iſt der Gebrauch von Zucker’s
Pa=
tent=Medizinal=Seife bei Rauhigkeit und Schuppungen
der Haut, bei leichter Ichthyoſis, ganz beſonders bei
Un=
reinheiten derſ., wenn Miteſſer u. deren Folgezuſtände,
Knötchen, Puſteln uſw. das bekannte
unſch. Geſichtsbild hervorr.” So urteilt
H. Dr. med. W. üb. Zucker’s Patent=
Me=
ydizinal=Seife, à Stck. 50 Pf. (15%i9) u.
iek
1.50 M. (35%ig, ſtärkſteFForm). Dazugeh.
Zuckooh=Creme 75 Pf. u. 2 M. i. ſämtl. Apoth., Drog. u. Parf.
19167E
Grutncen Angelant uerilcter Mll.
Mit beſonderem Vergnügen beſtätige Ihnen
hier=
mit gerne, daß ich das mir ſ. Zt. von Herrn N.
gegen Magenbeſchwerden und damit
verbun=
denen Begleiterſcheinungen, infolge eines langjährigen
chroniſchen Magenkatarrhs, empfohlene
Waſſer Ihrer St. Georgsquelle, Biskirchen a. d. Lahn
ſeit dem Jahre 1899 mit vorzüglichem Erfolge, als
Tafelgetränk bei mir eingeführt habe und
regel=
mäßig trinke. Ich habe mich ſo an dasſelbe gewöhnt,
daß ich dasſelbe auf die Dauer nicht mehr entbehren
möchte, was Sie ia aus meinen regelmäßigen
Be=
zügen ſeit jener Zeit ſelbſt zu beobachten
Gelegen=
heit hatten. In dankbarer Anerkennung der guten
Erfolge habe ich auch zu wiederholten Malen
Ver=
anlaſſung genommen, das Waſſer Ihrer St.
Georgs=
quelle im Kreiſe meiner Bekannten zu empfehlen,
wie ich dergleichen meinen Hausarzt, dem Herrn
Dr. F. hier, darauf aufmerkſam gemacht habe,
welcher ſich hiernach, mir gegenüber, ebenfalls
aner=
kennend über dasſelbe ausgeſprochen hat. C. A. G. in C.
Preis für 25 Flaſchen Mk. 9.— (20184fl
„ 17.—
„ 50
inkl. Verpackung ab Station Stockhauſen a. d. Lahn.
Ein ſeltenes Angebot! macht die bekannte Firma
Wilkes & Cie., Aachen. Dieſelbe verſendet
koſtenlos und ohne Kaufzwang an Jedermann die aus
über 1000 Neuheiten beſtehende Muſterkollektion von
Herren= und. Damenſtoffen. Die Muſter werden
vollſtändig franko verſandt und außerdem wird das
Porto für die Rückſendung beigefügt. Eine ſolche
Ge=
legenheit ohne einen Pfennig Koſten! und ohne jede
Kaufverpflichtung einen Einblick in die neueſte Mode zu
gewinnen, ſollte Niemand unbeachtet laſſen. Beachten
Sie die heutige Beilage.
(20180
Unſere Stadtauflage enthält eine Beilage, betr.
den Lichtſpiel=Vortrag im Städt. Saalbau
am Mittwoch, den 19. Oktober 1910, abends halb 9 Uhr,
von Reinhold Gerling=Berlin: „Was die Frauen
wiſſen müſſen”.
(20187P
Danksagund.
Allen, die mir bei dem plötzlichen Hinscheiden meines
ge-
liebten Mannes ihre Teilnahme bewiesen haben, spreche ich meinen
tiefgefühlten Dank aus.
Frau Georg Engelhard Wwe.
Darmstadt, 17. Oktober 1910.
(20222
Todes-Anzeige.
Verwandten, Freunden und Bekannten
hiermit die traurige Mitteilung, daß es Gott
dem Allmächtigen gefallen hat, meinen lieben
guten Gatten, unſeren treubeſorgten Vater
Heren Peter Bickelhaupt
Büro-Assistent
nach langem, ſchwerem Leiden in ein beſſeres
Jenſeits abzurufen.
(20225
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Brandau, Willebroeck,
Brens=
hach, den 17. Oktober 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 19. d. M.,
nachmittags 2 Uhr, vom Sterbehauſe,
Mühl=
ſtraße 18 aus, ſtatt. Einſegnung daſelbſt eine
Viertelſtunde vorher.
e
Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. C): „Der Arzt am
Scheideweg‟.
Gaſtſpiel des Oberbayr. Bauerntheaters um 8¼ Uhr
im Orpheum ( Brave Lumpen”).
Vortrag von Pfarrer Fuchs um 9 Uhr im „
Fürſten=
ſaal” (Verein der Bildungsfreunde).
Oktoberfeſt um 5 Uhr im „Kölniſchen Hof”
Kammermuſikabend um ½7 Uhr im Hotel „Zur
Krone” zu Auerbach.
Konzert um ½ 8 Uhr im Bürgerkeller.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im „Perkeo”.
1. Darmſtädter Kinema tograph (Ecke Rhein= und
Crafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 19. Oktober.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 9 und 3 Uhr
Roßdörferſtraße 53.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr
Runde=
turmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
„Ludwigshalle‟.
Beſtellungen
auf das
„Darmſtädter
Tagblatt=
werden in der Expedition, ſowie von allen
Poſtanſtalten entgegengenommen.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
Z
Hessenbräu-Flaschenbiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.
(257a
[ ← ][ ][ → ]Nummer 244.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
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Stephauskäſe Stück 30
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Die verführeriſchen Walzerklänge lockten noch
andere Beſucher herbei, die erſt das richtige
Karneval=
milieu ſchufen. Unheimliche ſchwarze Geſtalten im
alles verhüllenden Domino, mit huſchenden Bewegungen
und raunenden Stimmen, die glitzernden Augen das
einzig Lebendige in der düſteren Totenfarbe. Die
Ge=
wandtheit, mit der ſie, den Arm um eine ſchlanke
Mädchentaille legend, die Beſitzerin derſelben in dem
engen Raum zum flüchtigen, wortloſen Tanze führten,
verrieten das deutlich genug, was der ſchöne Leutnant
Lena von Rieding, die ſich nur widerwillig von den
Vermummten umſchlingen ließ, beruhigend zuflüſterte:
Es ſind alles Offiziere von uns, die Masken tragen,
weil ſie in ihrem Amüſement nicht behindert ſein
wollen.
Fräulein von Meppen zeigte wieder ihre ewige
Jugend, ſie ließ ſich von dem bartloſen Leutnant im
Walzer drehen und kannte keine Ermüdung.
Am kühlſten war die Exzellenz trotz der
brennen=
den, dunkel umſchatteten Augen, ſie hatte wohl
glühen=
deren Rauſch gekoſtet, als daß der künſtliche, flüchtige
ſie erregte.
Auch ſie tanzte, aber es geſchah intereſſelos, mit der
Höflichkeit der Weltdame, die nicht Spielverderberin
ſein will, wo ſich’s der Mühe nicht lohnt.
Bei dem raſch improviſierten Souper ſpäter eroberte
ſich der Schriftſteller mit dem Korpsſtudentengeſicht und
dem Leutnantsmonokel kühn den Platz an Lenas
rechter Seite, während auf der anderen natürlich der
Huſar ſeine Attacke auf die reizende Frau fortſetzte.
Hans von Haſſingen ſaß bei der Jugend und fühlte
ſich recht wohl da, indem die beiden Spaßmacher, der
Dresdener Artilleriſt und der Mainzer Huſarenbaron,
beide in ihrem heimiſchen Dialekt ſo reichlich für
Unter=
haltung und Amüſement ſorgten, daß die jungen
Mäd=
chen nur Augen und Ohren für ſie hatten und keinerlei
Anſprüche an ihren ſchweigſamen dritten Kavalier
ſtellten.
Die beiden Mütter legten nach Tiſch ein Veto gegen
die Fortſetzung des Tanzes ein und drangen auch
ſieg=
reich durch, da das Tantchen nach der Ruhe des
Still=
ſitzens die Ermüdung der Beine ſpürte und ebenfalls
nach Hauſe verlangte, ehe der Gähnreiz kam und die
ſchweren Augenlider.
Die Mainzer Herren hofften auf Unterſtützung
von ſeiten der jungen Frau, ſahen ſich aber bitter
ent=
täuſcht, denn auch Lena von Rieding war für die
Rück=
fahrt nach Wiesbaden.
Sie wehrte ſich auch gegen jede Fortſetzung der
Karnevalsfreuden, und da ſie im übrigen den drei
Herren ein Wiederſehen in Wiesbaden verhieß, tröſtete
der ſchöne Moeſchen ſich in Gedanken an die weniger
exkluſiven, aber auch nicht zu verachtenden Amüſements,
die ihm der Faſchingsdienstag in Mainz unter den
vielen kleinen=Mädchen verhieß, die ihn anbeteten und
ihn nicht ſo knapp hielten wie die reizende Frau, die
ein wenig kühl dreinblickte, weil ſein Handkuß ein
wenig zu heiß ausgefallen.
In zwei Wagen fuhr die Geſellſchaft zum Bahnhof,
die beiden Huſaren gingen nach kurzem Ueberlegen doch
noch in die Stadthalle. Im letzten Moment fiel
Fräu=
lein von Meppen die Poularde ein, und wenn der
Neffe auch verſicherte, ſie würde ihrer Beſtimmung,
ge=
braten und gegeſſen zu werden, nicht entgehen, er
mußte doch noch einmal herausklettern und ſich ſein
Mittageſſen ſchwer verdienen, indem er das
unglück=
ſelige Huhn aus der Sofaecke herausholte, in welcher
abwechſelnd jemand darauf geſeſſen und ihm
wahr=
ſcheinlich ſchon einen Vorgeſchmack des Bratofens
be=
reitet hatte.
Auf dem Bahnhof herrſchte ein fürchterliches
Ge=
dränge. Trotz eingelegter Züge tobte ein
lebensgefähr=
licher Kampf um die Coupés.
Es iſt unmöglich, daß wir zuſammen bleiben
können! ſagte die junge Frau, ſtirnrunzelnd über das
wüſte Treiben hinwegſehend. Es muß jeder auf eigene
Fauſt verſuchen, nach Hauſe zu kommen.
Natürlich, auf dem Bahnhof in Wiesbaden feiern
wir Wiederſehen, bis dahin gehe jeder ſeinen eigenen
Weg! pflichtete Fräulein von Meppen bei und ſtürzte
ſich als erſte mutig ins Gewühl.
Hans von Haſſingen aber war neben Lena getreten,
die noch unſchlüſſig am Gitter ſtand.
Sie zeigte kein Erſtaunen, daß der blonde Offizier
die Abſicht hatte, ſie nicht zu verlaſſen, nur ein klein
Nummer 244.
Seite 10.
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wenig zuckte die rote Lippe, als die Exzellenz ſich ſpöttiſch
lächelnd noch einmal umwandte, ehe ſie im Gedränge
verſchwand.
Warten Sie einen Moment auf mich, lieber Freund!
bedeutete ſie dann und war, ehe Haſſingen eine Frage
tun konnte, verſchwunden.
Der Menſchenſtröm begann ſich etwas zu verteilen,
als ſie wieder erſchien, es war höchſte Zeit, wollten ſie
noch mitkommen. Schon ſchmetterten die Coupétüren
zu, ein Schaffner blickte dem Paar ungeduldig fragend
entgegen.
Erſter! ſagte die ſchlanke Frau kurz.
Sie hatte zwei Zuſchlagkarten genommen, und ſie
hatte ihren Zweck erreicht.
Das Abteil, das der Schaffner, der wohl ein
Liebes=
paar witterte, ihnen öffnete, war leer.
Gott ſei dank!
Lena ließ ſich aufatmend in die roten Polſter gleiten
und nahm den Hut ab, den ſie ſehr ſchick mit den
Nar=
ziſſen garniert hatte, die der unbekannte Verehrer ihr
geſpendet.
Nur eine trug ſie zwiſchen den Knöpfen der
ſchwar=
zen Tuchjacke.
Nun nahm ſie dieſelbe, und mit der Unbefangenheit,
die etwas ſo=Reizvolles an ihr war, ſtand ſie auf, und
neben Haſſingen tretend, befeſtigte ſie die weiße Blüte
im Knopfloch ſeines Ueberziehers.
Die roſigen Finger hantierten ſo graziös unter
ſeinen Augen, die Nähe ihres ſchmiegſamen Körpers
mit dem diskreten Veilchenduft und dem leiſen Rauſchen
ihres ſeidengefütterten Kleides wirkte ſo ſchmeichelnd
und verführeriſch, daß ihn ein Augenblicksrauſch mit
fortriß, er die weichen Hände, nachdem ſie ihr Werk
vollendet, erfaßte und ſie abwechſelnd beide an die
Lippen preßte.
Sie ließ es geſchehen, ohne daß ihr warmer Blick
erkaltete, aber ſie bewahrte die ſichere Ruhe der Frau,
die es gelernt hat, ſolcher Huldigung keine große
Bedeu=
tung beizumeſſen.
Bei ihm war’s auch nur eine Aufwallung geweſen,
die Freude, nach der inneren Einſamkeit der letzten
Seie e ene e ien
ſympathiſchen Frau allein zu ſein.
Sie ſprachen ganz offen mit dem heimlichen
Ver=
gnügen zweier Kinder, die einer ſtrengen Aufſicht
ent=
flohen, über ihre gegenſeitige Sympathie und die
merk=
würdige Fügung, die ſie in letzter Stunde zu dieſem
Karneval vereint hatte.
Sie nannten ſich wieder Lena und Hans ſund
feier=
ten den Schlußrefrain ihres Roſenmontags.
Es iſt wirklich zu drollig! plauderte die junge Frau,
den Kopf ein wenig kokett in die Ecke gedrückt, daß ihr
mattweißer Teint ſich leuchtend von dem Dunkelrot des
Sammets abhob. Ich hatte an dem Samstag gar nicht
die Abſicht, auszugehen, und zu Blum gehe ich nun erſt
gar nicht gern — ich hatte mich gerade mit einem Roman
ſo recht bequem in einen Faulenzer geſetzt und blätterte
die erſte Seite um, da merke ich an dem Ring hier, den
ich als eine Art Talisman liebe und immer trage, einen
fehlenden Brillanten. Darin bin ich nun eigen — ich
urteile bei anderen gar nicht ſo ſtreng, wenn mal irgend
etwas an ihrer Toilette nicht ganz tadellos iſt, aber an
mir ſelber kann ich das Fehlen eines winzigen
Brillan=
ten nicht eine Stunde länger ertragen. Außerdem bin
ich ein Kind des Augenblicks — wenn Sie’s noch nicht
gemerkt haben, werden Sie’s ſchon noch merken, ich
handle im erſten Impuls, leider in allen Dingen, erſt
ſpäter kommt das Zaudern, das vorſichtige Erwägen —
nun, diesmal trieb mich’s ſofort zu dem Juwelier auf
die Wilhelmſtraße, und wie ich zurückgehe und gerade
denke: Pfui, iſt das häßlich naßkalt, mach, daß Du
ſchleunigſt wieder in Dein behagliches Zimmer kommſt,
da winkt mir meine Bekannte — wär’s die Schlettau
geweſen, ich hätte abgewehrt — aber bei dieſer Frau —
Wer war die Dame eigentlich, Lena? fiel der blonde
Offizier ein. Ich bin da wirklich ein bißchen neugierig
— ſie paßt mir ſo gar nicht zu Ihnen — Sie nehmen
mir’s doch nicht übel?
Aber ich bitte Sie, nichts ſchätze ich höher, als ein
ehrliches Wort, und Sie haben auch ganz recht, wir
paſſen nicht zuſammen, und die ganze Klique, die
viel=
leicht dicht neben uns im Coupé ſitzt und uns beide
durchhechelt, für die exiſtiert die Frau nicht, und ich
würde es um der Frau willen nicht wagen, ſie in dieſe
Geſellſchaft einzuführen — ich würde mich maßlos
empören, wenn man ſie über die Achſeln anſähe, aber
ich wäre nicht ſtark genug, den Kampf für ſie zu wagen.
Sie hat einſt dieſer Geſellſchaft angehört, zu der Zeit,
als ich ſie kennen lernte — da war ihr Mann
Oberſtabs=
arzt bei einem Potsdamer Garderegiment — ein
brutaler Kerl, der ſie alle Augenblicke mit dem Revolver
bedrohte — eines Tages flüchtete ſie zu ihren Eltern
und ließ ſich von ihm ſcheiden, war dumm genug, ihm
einen Teil ihres Geldes zu laſſen — ſie war immer ſchon
eine ſenſitive, etwas haltloſe Natur — damals waren
ihre Eltern noch reich, dann machte ihr Vater Bankrott
und ſtarb, ihrer Mutter und Schweſter blieb nur das
Notwendigſte zum Leben, ſie ſelbſt ſuchte ſich mit dem
Reſt ihres Vermögens hier in Wiesbaden eine Exiſtenz
zu gründen, indem ſie Zimmer vermietet. Ich traf ſie
gleich in den erſten Tagen meines Hierſeins, und weil
ich mich immer hingezogen fühle zu den Stiefkindern
unter uns Frauen, beſuche ich ſie öfter und gewähre ihr
die Wohltat, ſich auszuſprechen. Sie iſt ein
bedauerns=
wertes Geſchöpf — ſeit vier Jahren verzweifelt bemüht,
durch eine neue Heirat ſich und ihrem Töchterchen ein
Glück und eine geſellſchaftliche Poſition zu erringen. Ihr
Unglück iſt’s, daß ſie ihre Anſprüche zu hoch ſchraubt —
irgend einen ehrenwerten Kaufmann, auch wohl einen
Arzt oder Beamten hätte ſie wohl ſchon bekommen
können, aber ſie iſt verwöhnt, ſie war in Potsdam ſehr
gefeiert und von Offizieren der feudalſten Regimenter
umſchwärmt — dieſe Bekanntſchaften kultiviert ſie noch
heute, aber ſtatt eines Mannes findet ſie da leider
immer nur einen Geliebten — das iſt ja auch ſo klar,
daß Unbeteilgte gar nicht begreifen können, wie ſie doch
bei jeder neuen Eroebrung erneut hoffen kann, ſie würde
geheiratet werden. Und warum iſt ſie ſchließlich ſo weit
gekommen, daß ſie ſich fortwirft in ihrem Beſtreben, den
Mann an ſich zu feſſeln, in ihrer Sehnſucht, ſich
anzu=
ſchmiegen? Weil ſie kein Geld hat. Geld iſt eben eine
Macht, die ſo viele Brücken ſchlägt, ſo viele
Uneben=
heiten glättet — Armut iſt demoraliſierend, Armut iſt
ſchrecklich.
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Die Wahlen zu dem Kreistage für den Kreis Darmſtadt; hier; die Wahl von deſſen
Mitgliedern durch die Höchſtbeſteuerten betreffend.
Von dem nach Artikel 14 und 15 des Geſetzes vom 12. Juni 1874 durch die
100 Höchſtbeſteuerten gewählten Drittel der 24 Abgeordneten des Kreistags des Kreiſes
Darmſtadt ſcheidet mit Ende des Jahres 1910 die Hälfte, nämlich die für die
Wahl=
periode 1905—1910 gewählten Herren:
1. Geheimer Forſtrat Karl Heinemann zu Darmſtadt
2. Geheimer Kommerzienrat Dr L. Merck daſelbſt
3. Rentner Wilhelm Schwab daſelbſt
4. Kommerzienrat Karl Schenck daſelbſt
aus und werden durch Ergänzungswahl erſetzt.
Zur perſönlichen und bezw. zur Teilnahme durch Stellvertreter an der
vevor=
ſtehenden Ergänzungswahl ſind nach Artikel 16, 17 und 18 des angeführten Geſetzes
die nachſtehend verzeichneten Perſonen und Körperſchaften berechtigt:
1. Großherzoglicher Fiskus
Darmſtadt mit dem ehemaligen Beſſungen:
2. Aktiengeſellſchaft Göhrig & Leuchs’ſche
Keſſelfabrik
3. Aktiengeſellſchaft Gebr. Lutz,
Maſchinen=
fabrik und Keſſelſchmiede
4. Aktiengeſellſchaft Dampfkeſſelfabrik
vorm. Arthur Rodberg
5. Aktiengeſellſchaft Süddeutſche
Eiſen=
bahn=Geſellſchaft
6. Aktiengeſellſchaft Eiſengießerei und
Maſchinenfabrik Karl Schenck
7. Aktiengeſellſchaft Landwirtſchaftliche
Genoſſenſchaftsbank
8. Alter, Johann Juſtus Ludwig, Witwe
9. Appfel, Philipp, Bierbrauereibeſitzer
10. Bank für Handel & Induſtrie
11. Blumenthal, Dr. Bernhard, Arzt
12. Bonte, Felix, Rentner
13. Boſſelmann, Karl, Kaufmann
14. von Bülow, Ernſt, Regierungsrat a. D.
15. von Dalwigk, Freifrau,
Miniſterpräſi=
denten=Witwe
16. Darmſtädter Baugeſchäft vorm. Eduard
Harres, G. m. b. H.
17. Delp, Friedrich II., Bauunternehmer
18. Diefenbach, Wilhelm I., Kommerzienrat
19. Diſchinger, Dr. Adolf,
Bierbrauerei=
beſitzer
20. Diſchinger, Johannes, Kommerzienrat
21. Fay, Karl, Brauereibeſitzer
22. Flinſch, Karl, Privatier
23. Friedrich, Philipp, Rentner, Witwe
24. Fuchs, Dr. Theodor, Geheimer Ober=
Finanzrat
25. Geiger, Adolf, Kaufmann
26. Glückert, Julius, Kommerzienrat
27. Göbel, Jean, Kommerzienrat
28. Se. Königliche Hoheit der Großherzog
29. Hallwachs, Otto, Juſtizrat
30. Hedderich, Karl Friedrich, Geheimer
Kommerzienrat
31. Heineberg, Julius, Kaufmann
32. von Heyl, Max Freiherr, Generalmajor
à la suite
33. Heyn, Ludwig, Kommerzienrat
34. Hickler, Guſtav II., Kommerzienrat
35. Hipp, Guſtav, Witwe
36. Hügel, Adolf, Bankdirektor
37. von Iſenburg, Prinz Leopold,
Ober=
leutnant à la suite
38. Koch, Franz, Rentner
39. Krämer, Friedrich, Major a. D.
40. Kücken, Anna, Privatin
41. Lautz, Heinrich, Kaufmann
42. von Leonhardi, Freiherr Dr. Hugo,
Kammerherr
43. Locher, Karl, Hauptmanns=Witwe
44. Löb, Dr. Daniel, Juſtizrat
45. Ludwig, Karl Emil, Rentner
46. Mackenſen von Aſtfeld, Iwan, Major
47. Merck, Emanuel, Firma
48. Merck, Dr. Emanuel Aug., Medizinalrat
49. Merck, Georg, in New=York
51. Merck, Dr. KarlEmanuel Franz Witwe
52. Merck, Karl, Rentner
53. Merck, Dr. Ludwig, Geh. Kommerzienrat
54. Merck, Wilhelm, Geh. Kommerzienrats
Witwe Erben
55. Merck, Dr. Willy, Fabrikant
56. Mülberger, Dr. Friedrich, Privatier
57. von Neufville, Guſtav, Major
58. Nold, Ludwig Auguſt, Hoflieferant
59. Odenwälder Hartſtein=Induſtrie G. m. b. II.
60. von Oetinger, Auguſt, Freiherr,
Kam=
merherr
61. Parcus, Karl, Bankdirektor
62. Pertſch Ferdinand Adolf, Bücherreviſor
63. Rau, Wilhelm Heinrich, Rentner
64. Reichsbankſtelle
65. Reuter, Adolf, Hoflieferant
66. Riedlinger, Ludwig II., Baumeiſter
67. Riedlinger, Ludwig III.,
Bauunter=
nehmer
68. Röder, Ludwig, Kommerzienrat
69. Röder, Philipp, Fabrikant
70. Roſenbaum, Heinrich, Fabrikanten Wtw.
71. Rothe, Dr. Karl, Staatsminiſters Wtw.
72. Rothſchild, Siegmund, Kaufmann
73. Rummel, Wilhelm, Bierbrauereibeſitzer
75 Friebrich,
Vierbrauerei=
beſitzers Witwe
76. Schombert, Friedrich, Fabrikanten Wtw.
77. Schüler, Guſtav Adolf Wilhelm, Majors
Witwe
78. Schwab. Wilhelm, Rentner.
79. Send, Otto. Reutner
80. zu Solms=Braunfels, Hermann,
Prin=
zeſſin Witwe, Duachlaucht
81. Stern Max, Rentner
82. von Stoeßer, Major a. D.
83. Trier, Adolf, Kaufmann
84. Trier, Eugen, Kaufmann
85. Trier, Ludwig, Kommerzienrat
86. Trier, Theodor Witwe, Frankfurt a. M.
87. Wagner, Peter, Rentner Witwe
88. Weber, Dr. Auguſt, Geheimerat
89. Werner, Franz, Rentner
90. Wiener, Philipp Adam,
Bierbrauerei=
beſitzer
91. Winter, Chriſtian Friedrich,
Buch=
druckereibeſitzer
92. Wittich, Ferdinand, Kommerzienrat
93. Wolfskehl, Eduard, Eiſenbahn=Bau=
und Betriebs=Inſpektor
94. Wolfskehl, Otto, Stadtverordnet. Witwe
95. Wolfskehl, Dr. Paul Witwe
74. Sames, Georg Heinrich, Bauunternehm.
Eberſtadt:
96. Klebe, Guſtav Witwe.
Pfungſtadt:
97. Firma Juſtus Hildebrand, Exportbier= 99. Nungeſſer, Ludwig.V.,
Dampfziegelei=
beſitzer.
brauerei, G. m. b. H.
98. Ulrich, Chriſtian, Brauereibeſitzer
Traiſa:
100. Bullrich, Friedrich Wilhelm, Oberſtleutnant a. D.
Wir bringen dieſes nach den von den Großherzoglichen Bürgermeiſtereien
erhal=
tenen Mitteilungen aufgeſtellte Verzeichnis auf Grund des Artilel 21 des Geſetzes vom
12. Juni 1874 mit dem Anfügen zur öffentlichen Kenntnis, daß das niedrigſte
Steuer=
kapital (doppelte Grundzahlen und ganze Einkommenſteuerbeträge) der darin
auf=
geführten Perſonen 1987,9 Mk. beträgt.
Zu Grunde gelegt ſind gemäß Artikel 18 letzter Abſatz des vorerwähnten Geſetzes
die Kommunalſteuerkapitalien des Rechnungsjahres 1909/10.
Anträge auf Berichtigung dieſes Verzeichniſſes ſind binnen einer unerſtrecklichen
Friſt von 4 Wochen, vom Tage nach der Ausgabe des Tagblatts, in welchem dieſe
Bekanntmachung erſcheint, an gerechnet, bei uns anzubringen.
Darmſtadt, 13. Oktober 1910.
Der Kreis=Ausſchuß des Kreiſes Darmſtadt.
J. V. von Werner.
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
finden ſich: 2 Pinſcher, 2 Foxterrier, 1 Dobermann. 1 Dobermann, 1 Kriegshund
(zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Die öffentliche Impfung im Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner, die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Dermine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Eroup, Keuchuſten, Flecktwphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V. Schmitl.
(13276a
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 19. Oktober 1. J., vorm. 9 Uhr u. nachm. 3 Uhr,
im Hauſe Rossdörfer Strasse 53. I. Etage,
verſteigere ich auf freiwilligen Antrag wegen Auflöſung des Haushaltes folgende
Gegenſtände:
1 grünes Plüſchſofa mit 4 Seſſeln und 6 Stühlen, 1 braunes Sofa, 2 Seſſel,
1 Ausziehtiſch, 1 ſchwarzer Salontiſch, 6 Rohrſtühle, 1 Vertiko, 1
Spiegel=
ſchrank, verſchiedene Waſchtiſche und Nachttiſche, 2 Kleiderſchränke,
Küchen=
möbel und Küchengeſchirr, 2 komplette Betten, Bilder, Spiegel und Vorhänge,
ſonſt. Hausrat, Porzellan, darunter 1 Tafelſervice und Gläſer, Kriſtall
ver=
ſchiedener Art.
Die Verſteigerung findet an den Meiſtbietenden gegen bare Zahlung ſtatt.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1910.
(20085si
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 19. Oktober 1910, vormittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokale Rundeturmſtraße (Roſenhöhe)
verſchiedene Möbel, darunter Betten, Waſchkommoden, Sofas,
Kleider=
ſchränke, Diwans, Schreibtiſche, Vertikos, 1 Pianino, ferner Ladentheke,
Laden=
ſchränke, Regale, 1 Poſtkartenſtänder, 1 Dezimalwage, 1 Fahrrad, 1
Näh=
maſchine, 1 Partie Kunſtblätter. Geſchäftsbücher, 3 Pulte, Pferde, Landauer,
Coupees und 29 Bände Klaſſiker, wie Goethe, Körner, Leſſing, Schiller,
Heine, Hauff, Shakeſpeare, Uhland, Lenau, Kleiſt u. a. m.
wangsweiſe verſteigert.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher,
20215)
Georgenſtraße 11, I.
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 19. Oktober 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle” (Obergaſſe) öffentlich
zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, Holzbearbeitungsmaſchinen, 1 Warenſchrank,
1 Ladentheke, 1 Partie Geſchäftsbücher, Bilderrahmen, Bilder, Oelgemälde,
Papier= und Schnittwaren, ca. 30 Filshüte, 1 Schreibtiſch, 1 Vertiko, 1 Diwan,
1 Kanapee, 1 Schrank, 1 Pfeilerſchränkchen, 1 Regulator u. a. m.
Darmſtadt, den 17. Oktober 1910er
(20209
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.
Stroh=Lieferung.
Die Lieferung von 20 Zentner
Korn=
ſtroh (Handdruſch), 200 Zentner Kornſtroh
(Maſchinendruſch) und 20 Zentner
Gerſten=
ſtroh (Maſchinendruſch) für verſchiedene
ſtädtiſche Verwaltungen ſoll verdungen
werden.
Angebote ſind, mit entſprechender
Auf=
ſchrift verſehen, bis
Samstag, den 22. Ifd. Mts.,
vormittags 10 Uhr,
bei uns einzureichen.
Die Lieferungsbedingungen liegen
wäh=
rend der Geſchäftsſtunden im Stadthaus,
Zimmer Nr. 39, zur Einſicht offen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. B.: Ekert. (20189im
Vergebung
von ſchmiedeiſernen Röhren.
Die Anlieferung von ſchmiedeiſernen,
ſchwarzen und galvaniſierten Röhren ſoll
verdungen werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 26. Oktober, ds. Js.,
vormittags 10 Uhr,
bei der unterzeichneten Verwaltung,
Frank=
furterſtraße Nr. 29, I., Zimmer Nr. 3,
ver=
ſchloſſen und mit der Aufſchrift: „Angebot
auf ſchmiedeiſerne Röhren,” einzureichen,
woſelbſt auch die Verdingungsbedingungen
eingeſehen und die Angebotsſcheine in
Em=
pfang genommen werden können.
Nach auswärts werden die Bedingungen
nur gegen vorherige Einſendung von 50 Pfg.
in Briefmarken für die portofreie Zuſen=
(19995sid
dung derſelben abgegeben.
Darmſtadt, den 13. Oktober 1910.
Städtiſche Gaswerksverwaltung,
Betriebsleitung.
Friedrich.
In unſer Handels=Regiſter B wurde heute
J eingetragen hinſichtlich der Firma:
Darmſtädter Transportgeſellſchaft
Georg Götz & Cie., Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
Darm=
ſtadt.
Die Geſellſchaft iſt durch Beſchluß des
Geſellſchafters vom 11. Oktober 1910
auf=
gelöſt.
(20163
Der ſeitherige Geſchäftsführer Georg
Brengel in Darmſtadt iſt Liguidator.
Darmſtadt den 12. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Aufpolieren von Möbel
ſow. Reparaturen von Schreiner= u.
Glaſer=
arbeiten werden gut und billig ausgeführt
Heinrich Flamm, Stiftſtraße 59. (19730a
In unſer Handels=Regiſter, Abteilung 4,
wurden folgende Einträge vollzogen:
Am 30. September 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Ga. Wilh. Weidig, Hoflieferant,
Nachf. Oskar Matzelt, Darmſtadt.
Ernſt Matzelt, Kaufmann in Darmſtadt,
iſt in das Geſchäft als perſönlich haftender
Geſellſchafter eingetreten.
Die offene Handelsgeſellſchaft hat am
1. Auguſt 1910 begonnen.
Gelöſcht die Firma:
Carl Jungmann, Darmſtadt.
Am 8. Oktober 1910.
Hinſichtlich der Firma:
Georg Liebig & Co. Nachf.,
Darm=
ſtadt.
Geſchäft ſamt Firma iſt auf
Kauf=
mann Ludwig Kolb in Darmſtadt
über=
gegangen
Der Uebergang der in dem Betriebe des
Geſchäfts begründeten Verbindlichkeiten
und Forderungen iſt bei dem Erwerbe des
Geſchäfts durch Ludwig Kolb ausgeſchloſſen.
Gelöſcht die Firma:
Ludwig Kolb, Darmſtadt.
Am 10. Oktober 1910.
Aenderung hinſichtlich der Firma:
Anton Braunwarth, Darmſtadt.
Die Firma iſt geändert in:
Reformgeſchäft „Ariſta”,
Geſund=
heitliche Nahrungs= und
Genuß=
mittel Anton Braunwarth.
Gelöſcht die Firma:
Georg Rauch, Darmſtadt. (20164
Darmſtadt, den 14. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
An unſer Handels=Regiſter, Abteilung B,
a iſt heute unter Nr. 79 die Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung unter der Firma=
Forſtbureau „Silva”, Geſellſchaft
mit beſchränkter Haftung,
und mit dem Sitz in Darmſtadt,
einge=
tragen worden.
Gegenſtand des Unternehmens iſt der
Fortbetrieb des von Forſtrat Räß in
Wies=
baden gegründeten Forſtbureaus „Silva”
mit den in demſelben enthaltenen
Abtei=
lungen.
Das Stammkapital beträgt: 30000 Mk.
Geſchäftsführer iſt:
Forſtrat a. D. Dr. Hubert Räß in
Darmſtadt.
Der Geſellſchaftsvertrag iſt am 20. Jan.
bezw. 15. März 1909 erichtet. (20162
Darmſtadt, den 11. Oktober 1910.
Großh. Amtsgericht Darmſtadt I.
Schöner Lüſter für Gas und Petroleum,
vorzügl. Bett, garantiert rein, 3
Füll=
regulieröfen. Anzuſ. v. 10—12 u. 2—4 Uhr
*25608imd) Frankfurterſtraße 10, 2. St.
Seite 12,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910
Nummer 244,
Samstag, den 22. ds. Mts.,
10 Uhr vormittags,
wird auf dem diesſeitigen Geſchäftszimmer,
Riedeſelſtraße 60, die ausgelagerte
Holz=
wolle aus 1492 Strohſäcken öffentlich meiſt=
(20214
bietend verſteigert.
Garniſonverwaltung Darmſtadt.
Das 1. und II. Htel
der israelitiſchen Kultusſteuer für 1910 iſt
bei Meidung zwangsweiſer Beitreibung bis
längſtens den 31. ds. Mts. an unſere
Ge=
meindekaſſe, Alexanderſtraße 4, zu ent=
(20188
richten.
Darmſtadt, den 17. Oktober 1910.
Der Vorſtand
der israelitiſchen Religionsgemeinde.
Die Anſtalt für Epileptiſche zu
Nieder=Ramſtadt und deren
Brocken=
ſammlung bittet um gütige Zuwendung
von abgängigen Kleidern u. gebrauchten
Gegenſtänden aller Art. Die Sachen
wer=
den nach Beſtellung jederzeit gern im Hauſe
abgeholt.
(19675iiii
Nieder=Ramſtadt, Telephon 572 (Amt
Darmſtadt).
Weimar, Pfr., Inſpektor.
Für Wirte!
Wegen Aufgabe der Wirtſchaft ſämtliches
Wirtſchaftsinventar, ſowie einige hundert
eingemachte Gurken billig abzugeben
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Seligenſtadt a. M., im Oktober 1910.
(20165
August Nuß, Rechtsanwalt.
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Eckhardtſtraße 5, 1. Stock rechts.
Kurſe vom 17. Oktober 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bſ. Staatspapiere. Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,00
3½ Deutſche Reichsanl. . 92,70
64,00
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,00
92,50
3½ do. Conſols .
83,80
3 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,20
93,60
do.
3½
83,80
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,40
91,30
do.
3½
do.
82,10
4 Hamburger Staatsanl. 101,60
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,30
do.
91,00
3½
do.
3 Sächſiſche Rente .
83,10
4 Württemberger v. 1907 102,10
do.
92,60
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 100,80
1¾ Griechen v. 1887 . . 47,00
3¾ Italiener Rente . . .
4½ Oeſterr. Silberrente 97,10
4 do. Goldrente . . 98,40
4 do. einheitl. Rente 93,20
3 Portug. unif. Serie I 64,60
3 do. unif. Ser. III 66,00
3 do. Spezial. 12,80
5 Rumänier v. 1903 . . 101,90
4 do. v. 1890 . . 94,60
4 do. v. 1905 . . 91,30
4 Ruſſen v. 1880₰ a, 92.00
cn
St.
4 Ruſſen v. 1902 . . .
4½ do. v. 1905 . . . .
3½ Schweden . . . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
4 do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente .
do. Staatsrente .
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe:
do.
4½
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . .
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . ..
InProz.
92,70
100,20
92,30
82,90
86,60
94,50
93,60
91,90
102,00
91,00
93,70
02,10
99,40
97,40
100,00
68,40
95,10
100,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt . . . . . . . . 143,90
4 Nordd. Lloyd . . . . 109,25
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,50
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio . . 111,50
4 Gatthardbahn . . .
In Proz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 162½
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,75
4 Pennſylvania R. R.
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,00
Werger=Brauerei . . . . 74,00
Bad. Anil.=u. Sodafabrik 494,50
Fabrik Griesheim . . . . 267,75
Farbwerk Höchſt . . . . . 549,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
Lahmeyer .
117,10
Schuckert
161,50
Siemens & Halske
254,00
Adlerfahrradwerke Kleyer 451,00
Bochumer Bb. u. Guß .
Gelſenkirchen .
Harpener . . .
Phönix, Bergb. u.
Hütten=
betrieb .
. 253½
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,80
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,60
3½ do.
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4 Eliſabeth., ſteuerpfl. . 99,40
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90,50
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3½
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.101,00
3½ do.
95,00
4 Gießen
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Nummer 244,
Harmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 18. Oktober 1910.
Seite 13,
Zur Bollszählung am 1. Dezember1910,
Z. G. Nach fünfjähriger Pauſe findet am 1. Dezember
dieſes Jahres im Deutſchen Reiche wieder eine
Volkszäh=
lung ſtatt, deren Leitung für das Großherzogtum Heſſen
wie bei den früheren Zählungen der Gr. Zentralſtelle für die
Landesſtatiſtik übertragen worden iſt. Durch die
Volks=
zählung ſoll die ortsanweſende Bevölkerung
feſtgeſtellt werden, d. h. die Geſamtzahl der innerhalb der
Grenzen des Großherzogtums in der Nacht vom 30.
Novem=
ber auf 1. Dezember anweſenden Perſonen, gleichgültig
ob ihre Anweſenheit ſtändig oder nur vorübergehend iſt.
Die vorübergehend abweſenden Perſonen werden nur zu
Kontrollzwecken aufgenommen. Gleichzeitig iſt damit die
Feſtſtellung der bewohnten und unbewohnten Wohngebäude
und der anderen zurzeit der Zählung zu Wohnzwecken
be=
nutzten feſten oder beweglichen Baulichkeiten (Schiffe,
Wa=
gen, Zelte uſw.) verbunden.
Jeder Haushaltungsvorſtand hat die Pflicht, alle über
die Perſonen ſeiner Haushaltung verlangten Nachweiſe zu
liefern und die Zählpapiere tunlichſt ſelbſt auszufüllen. Als
Zählpapiere kommen die Zählkarte und die
Haushaltungs=
liſte in Betracht. Erſtere iſt für jede einzelne Perſon,
letz=
tere jeweils für eine Haushaltung oder einer Haushaltung
gleichzuachtende Gemeinſchaft auszuſtellen. In der zur
Verwendung kommenden Zählkarte wird erfragt: Vor=
und Familienname, Verwandtſchaft oder ſonſtige Stellung
zum Haushaltungsvorſtand, Geſchlecht, Alter,
Familien=
ſtand, Hauptberuf, Religionsbekenntnis
Staatsangehörig=
keit, endlich, ob aktive Militärperſon. Die Fragen ſind im
Vergleich mit früheren Zählungen auf ein Mindeſtmaß
be=
ſchränkt. In die Haushaltungsliſte, die einen Einblick
ver=
ſchaffen ſoll, wie die einzelnen Perſonen haushaltungsweiſe
ſuſammengehören, ſind nur wenige Fragen aus der Zähl.
karte übernommen, nämlich Vor= und Familienname,
Ge=
ſchlecht, Religionsbekenntnis und Verwandtſchaft oder
ſon=
ſtige Stellung zum Haushaltungsvorſtand. Auch die
vor=
übergehend abweſenden Perſonen ſind in dieſe Liſte
einzu=
tragen, während eine Zählkarte für dieſe nicht
auszufül=
len iſt.
Die Zuſammenfaſſung der Perſonen nach
Haushaltun=
gen im Sinne dieſer Zählung iſt in manchen Fällen nicht
ganz leicht. Die Erläuterungen, die der Haushaltungsliſte
beigedruckt ſind, ſagen darüber folgendes:
Für jede Haushaltung iſt eine Haushaltungsliſte
mit einliegenden Zählkarten beſtimmt. Eine
Haushal=
tung” bilden die zu einer wohn= und hauswirtſchaftlichen
Gemeinſchaft vereinigten PPerſonen, einſchließlich der
Zimmerabmieter, Logisherren, Schlafgänger uſw. Einzeln
lebende Perſonen mit beſonderer Wohnung und
eige=
ner Hauswirtſchaft gelten als ſelbſtändige Haushaltung.
Gaſthäuſer, Anſtalten (Kaſernen, Lazarette,
Kranken=, Verſorgungs=, Erziehungs=, Strafanſtalten,
Gefängniſſe, Klöſter, Penſionate uſw.), Maſſenquartiere,
Schiffe zerfallen gewöhnlich in mehrere Haushaltungen:
a) Es ſind einmal ſoviel Haushaltungsliſten
auszu=
füllen, als Familienhaushaltungen
vor=
handen ſind, alſo je eine Haushaltungsliſte für die
Familie des Gaſtwirts, für die des
Anſtaltsvor=
ſtehers, Direktors, Verwalters, Aufſehers, Wärters,
für die Familien der verheirateten
Unteroffi=
ziere uſw.
b) Ferner ſind in einer beſonderen Haushaltungsliſte
zuſammenzufaſſen die Logiergäſte mit dem
gewerb=
lichen Gaſthausperſonal, die Anſtaltsinſaſſen mit
dem in der Anfalt untergebrachten und beibſigten
unverheirateten Perſonal die Fahrgäſte mit der
Bemannung eines Schiffes. Das gewerbliche
Per=
ſonal (Kellner, Zimmermädchen, Krankenwärter,
Pflegerin, Matroſe uſw.) iſt als ſolches in der
letz=
ten Spalte der Haushaltungsliſte beſonders kenntlich
zu machen.
Wo ſich bei Ausfüllung der Zählpapiere
Schwierig=
keiten ergeben, iſt es Sache der Zähler, behilflich zu ſein.
Die Volkszählung iſt ein außerordentlich bedeutſames
und zugleich ſehr intereſſantes Geſchäft. Ihr Zweck iſt,
über wichtigſte nationale Fragen beſtimmte und klare
Auskunft zu ſchaffen. Dieſen Zweck kann ſie aber ohne die
freiwillige Mitwirkung Vieler nicht erreichen. Leider hat
man nun bei den letzten Zählungen die Erfahrung
machenmüſ=
ſen, daß die Bereitwilligkeit hierzu keineswegs ſo lebhaft
und ſo allgemein war, wie man hätte wünſchen und
er=
warten ſollen. Beſonders in den größeren Städten hat es
ſich als immer ſchwieriger erwieſen, freiwilige Zähler in
genügender Anzahl zu gewinnen. Es handelt ſich um ein
Ehrenamt, das freilich keineswegs von Jedem bekleidet
werden kann; denn es ſetzt ein nicht geringes Maß von
Intelligenz und Gewandtheit voraus. Aber gerade
des=
halb ſollten es ſich namentlich die Beamten und die
Leh=
rer, als hierzu vorzugsweiſe geeignet, nicht verdrießen
laſſen, durch ſeine Uebernahme der Allgemeinheit einen
wichtigen Dienſt zu leiſten. Die Staats= und
Gemeinde=
behörden werden darauf bedacht ſein, ihren Beamten und
Angeſtellten, die ſich zur Mitwirkung an dem Zählgeſchäft
bereit erklären, ſo weit irgend möglich, für die Dauer dieſes
Geſchäftes von ihren ſonſtigen Dienſtarbeiten frei zu
geben.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 16.
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Donnerstag, 20. Okt.: Medaille u. I. Klasse.
Freitag, 21. Okt.: Die Kreuzelschreiber.
Samstag, 22. Okt.: Der Kraftprotz.
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zur Saurvererdneren-Nanf!
Zu der Anfang November ſtattfindenden Wahl von 18 Stadtverordneten nimmt der Mieter=
Verein nunmehr Stellung; da die wahlberechtigten Bürger aus den Kreiſen der Mieter die
über=
wiegend größte Wählerzahl bilden, ſo ſind ſie imſtande, der Wahl die Richtung zu geben. —
Wir fordern daher alle Mieter Darmſtadts ohne Rückſicht auf Parteiſtellung ete.
hierdurch auf, am
Donnerstag den 20. Oktober er., abends 8½ Uhr
im Kaisersaal (Grafenſtraße)
zu einer beratenden Verſammlung zu erſcheinen.
Tagesordnung. 1. Referat des Vorſitzenden: „Warum intereſſieren ſich die Mieter überall
ganz beſonders für die Stadtverordneten=Wahlen (Wohnungs= und
Bodenreform, Bauvorſchriften, Kleinwohnungen).
2. Herr Landes=Wohnungsinſpekt. Gretzſchel: Kommunale Wohnungspolitik.
3. Die Kandidatenfrage.
4. Freie Ausſprache.
Jedermann, insbeſondere auch unſere für das kommunale Leben intereſſierten Frauen, willkommen.
Der Vorstand.
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im Festsaale der Turngemeinde (Woogsplatz 5):
Zweiter Ludwig Ganghofer-Abend.
Vorlesung des Dichters aus eigenen neuen, zum Teil noch
unge-
druckten Dichtungen.
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zu 2 Mk. im Verkehrsbüro. — Vereinssaalkarten können daselbst bei
Aufzahlung von 1 Mk. gegen Sperrsitzkarten umgetauscht werden.
Der Vorstand.
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Samstag den 22. Oktober, abends 8½ Uhr, findet die
Eröffnung des Winterkursus
in der Turnhalle der alten Viktoriaſchule, Ecke der Grafen=
und Eliſabethenſtraße (Eingang von der Eliſabethenſtr.), ſtatt.
Teilnahmefähig ſind unbeſcholtene männliche Perſonen deutſcher
Staatsangehörig=
keit, welche das 18. Lebensjahr zurückgelegt haben.
Anmeldungen nehmen entgegen die Führer:
Silz, Karlſtraße 18,
Vogel, Taunusſtraße 14,
Stier, Landwehrſtraße 79,
Forſter, Rhönring 105,
Kreiter, Grafenſtraße 28,
ſowie der unterzeichnete Hauptkolonnenführer Reinhard Lotheissen, Oberleutnant
a. D., Dieburgerſtraße 52.
(20161imf
Schaffnit, Darmſtraße 39,
Rolshauſen, Kiesſtraße 45,
Schmidt, Bismarckſtraße 28,
Wamboldt, Wittmannſtraße 3,
Perſonen:
Sir Colenſo Ridgeon . . Hr. Jürgas
Sir Patrick Cullen
Sir Ralph Bloomfield
Be=
nington .
Doktor Cutler Walpole . Hr. Heinz
Doktor Blenkinſop
Doktor Loony Schutzmacher Hr. Hacker
Louis Dubedat, Maler. . Hr. Schneider
. Frl. Prevoſt.
Jennifer, ſeine Frau
Redpenny, Aſſiſtent bei
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Ridgeon
Emmy, Wirtſchafterin bei
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und Garter=Hotel in Richmond; der 3.
Akt ſpielt im Atelier des Malers Louis
Dubedat in London; der 4. Akt ebenda;
der 5. Akt in einer Gemäldegalerie in
Bond Street, London.
Zeit: Gegenwart.
Nach dem 2. Akte findet eine längere
Pauſe ſtatt.
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5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.20 Mk.,
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sr. Forefather Sieger im Großen Preis
von Karlshorſt. Zum Großen Preis fanden ſich
10 Starter zuſammen, darunter die beiden däniſchen
Steplerinnen Alice Delvin und Fairy Toaſt, die von
den däniſchen Herrenreitern Kap. Walvyn und Lt. von
Monradtas geritten wurden. Leider wurde der
Aus=
gang durch viele Zwiſchenfälle ſtark beeinträchtigt,
wenn auch in Foretfather das beſte Pferd gewonnen
haben dürfte. Der von ſeinem Beſitzer, Lt. v.
Sy=
dow, geſteuerte Hengſt ſetzte ſich gewohnheitsmäßig
nach Fall der Flagge an die Spitze, um ſie während
des ganzen Rennens nicht wieder abzugeben. Gleich
das vierte Hindernis erforderte ein Opfer, da Fairy
Toaſt am Erlengraben zu Fall kam. Die nächſten 1200
Meter brachten keine weſentliche Veränderung. Als
es das zweite Mal an den Tribünen vorbei auf den
gefürchteten großen Bach zuging, ſchoben ſich Sileſia
und Florham auf den zweiten Platz dicht hinter
Fore=
father. Am großen Bach machte Sileſia einen
ſchwe=
ren Fehler, Turandot ſprang direkt ins Waſſer hinein
und ſchied aus. Gleich darauf, am Karlshorſter
Sprung, kam Halcyon Days zu Fall und am nächſten
Sprung, dem Eiſenbahnbach, ſtürzte Sileſia. Die
Stute fiel ſo unglücklich, daß ſie das Kreuz brach und
erſchoſſen werden mußte. Das Rennen lag
nun=
mehr nur noch zwiſchen Forefather, Florham,
Elee=
trieity II und Hans, während Brampton, Laß und
Alice Delvin in weitem Abſtande ausſichtslos folgten.
Am Flechtzaun ging auch Hans kopfüber; Dr. Rieſe,
der Reiter des Tepperſchen Hengſtes, blieb längere
Zeit bewußtlos liegen und mußte mit dem Wagen in
das Krankenzimmer überführt werden, wo der Arzt
eine Gehirnerſchütterung feſtſtellte. Die Reihenfolge
unter den drei vorderen Pferden blieb unverändert.
In völlig friſcher Verfaſſung galoppierte Forefather
vor dem lahm werdenden Florham durchs Ziel. Leutn.
von Sydow wurde nach ſeinem ſchönen Ritt vom
Kronprinzen empfangen, der ihm den wertvöllen
Ehrenpreis mit anerkennenden Worten überreichte.
Die Reſultate waren: Hortenſia=Jagd=Rennen;
2800 Mark, Diſtanz 4000 Meter: 1. Herrn W. Plüſchkes
Bluebell (Stübing), 2. Little Tich (Sandmann), 3.
Imker (Nette). Unplaziert: Nathalie (gef.). Verhalten,
2—10 Lg. — Poſener Jagd=Rennen; Ehrenpreis und
2800 Mark, Diſtanz 3000 Meter: 1. Leutn. Graf von
Holcks Politeſſe (Beſitzer), 2. Fip (Leutn. v. Egan=
Krieger), 3. Rokoko (Rittm. von Schlick). Drei liefen.
Ueberlegen, 3 Lg.-Weile. — Karlshorſter Hürden=
Rennen; 5820 Mark, Diſtanz 3500 Meter: 1. Herrn
O. Kampfhenkels Ruſtieus (Stübing), 2. Perſe (
Ba=
ſtian), 3. For Ever (Charvat). Unpl.: Wolfram.
Leicht, 1½—4 Lg. — Großer Preis von Karlshorſt;
Ehrenpreis und 40000 Mark, Diſtanz 6000 Meter: 1.
v. Sydows Forefather (Beſ.), 2. Florham (Leutn.
Graf Holck), 3. Eleetrieity II (Leutn. Fürſt Wrede).
Unpl.: Brampton Laß (4.), Alice Delvin (5.), Halcyon
Days (gef.), Fairy Toaſt (gef.), Turandot (gef.),
Si=
leſia (gef. und erſchoſſen), Hans (gef.). Ueberlegen,
8—5 Lg.-Weile. — Nelken=Jagd=Rennen; 2600 Mark,
Diſtunz 3000 Meter: 1. Herrn F. Föſtens Echo (
Sand=
mann). 2. Mathilde (Wurſt). Unpl.: Charis (
ausge=
brochen). Leicht, 2½ Lg. Drei lieſen. — Preis von
Schildhorn; Ehrenpreis und 3000 Mark, Diſtanz 3200
Meter: 1. Herrn K. v. Tepper=Laskis Vel Vel (Leutn.
von Raven), 2. Aleym (Leutn. Braune), 3. Der
Dra=
goner (Leutn. von Egan=Krieger). Unpl.: Hermes I
(4.), Kollege. Gegenwehr, ¾—10 Lg. — Preis von
Biesdorf; 3300 Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Geſtüt
Gürzenichs Landbote (Jentzſch), 2. Alpenfex (Wurſt),
3. Chicago (Harriſon). Unpl.: Orion, Roly Poly,
Lo=
belia, Burgunder, Gutes Zeichen. Dekoration, Cobden,
Luzerne. Leicht, 2—1½ Lg.
Rennen in Köln. Jugend=Handikap; 6500
Mark, Diſtanz 1400 Meter: 1. Herrn Fields Ocean
(Hughes), 2. Queenborough (Sumpter), 3. Erato
(Childs). Unpl.: Kairo (4.), Papyrus, Kronos,
Kardi=
nal, Königslentnant (ſtehen gebl.). Sicher, ¾—½ Lg.
— Römerhof=Handikap; 8000 Mark, Diſtanz 1400
Me=
ter: 1. Herren A. und C. v. Weinbergs Carthago
(Bullock), Werra II (Miller), 3. Major Fife
(Weatherdon). Unpl.: Tauſendſchön, Spion (4.),
Dia=
bolo II, Firlefanz II, Giſela. Sicher, ¾—3 Lg.
Preis des Winterfavoriten; Ehrenpreis und 35000
Mark, Diſtanz 1600 Meter: 1. Kgl. Hauptgeſtüt
Gra=
ditz’ Malteſer (Bullock), 2. Moenus (Childs), 3.
King I (Spear). Unpl.: Donatello, Royal Flower.
Sehr ſicher, 1—1 Lg. — Schlenderhan=Handikap: 8000
Mk., Diſtanz 2400 Meter: 1. Geſtüt Nordſterns Sainte
Frivole (Bullock), 2. Droll (Childs), 3. Broadway
(Sumpter). Unpl.: Cheops (4.), Adjunkt, Hock, Roi
Negre, Bruwood, Sideslip, Pride of Weil, Premier,
Gyges. Leicht, ½—1½ Lg. — Frondeur=Rennen; 4000
Mark, Diſtanz 3200 Meter: 1. Herrn H. Weſtens Neckar
(Martin), 2. Waterloo (Brown), 3. Flaneur (Roſak).
Unpl.: Myrrha (4.), Chryſantheme, Macka, Pax,
Sa=
lon. Kampf, Kopf-½ Lg. — Hürden=Handikap; 4000
Mark, Diſtanz 2400 Meter: 1. Herrn P. F. Krauſes
Forfar (Roſak), 2. Gnadalquivir (Matouch), 3. Nona
(Brown). Unpl.: Emſig II (gef. und tot), Blazing
Star, Opal (gef. und tot), Turvey, Scotch Glee, Lovely
Grace, Cypris II, Arnulf, Jap (angeh.), Bäuerin,
Inga. Sicher, ½—¾ Lg.
sr. Ein 100000 Mark=Rennen in
Ber=
lin. Der große Aufſchwung des Rennſports, der in
der Reichshauptſtadt hauptſächlich ſeit Entſtehen der
Grunewaldbahn zu verzeichnen iſt, hat dazu geführt,
daß Berlin nicht mehr länger hinter den beiden
Ham=
burger Vereinen mit ihren drei 100000 Mark=Rennen
allzu ſehr zurückſteht. Der Berliner Rennverein hat
ſeinen Großen Preis für 1913 — für die Jahre 1911
und 1912 hat jenes Rennen ſchon längſt
Nennungs=
ſchluß gehabt — von 74000 Mark auf 100000 Mark
er=
höht, wovon 80000 Mark dem Sieger, 10000 Mark dem
zweiten, 6000 Mark dem dritten und 4000 Mark dem
vierten Pferde zufallen. Das Rennen ſoll, wie
ge=
wohnt, im Juli auf der Grunewaldbahn gelaufen
wer=
den und iſt für dreijährige und ältere Pferde der
deut=
ſchen, öſterreichiſchen und däniſchen Zucht offen. Wenn
man auch dieſen Fortſchritt begrüßen muß, ſo fehlt der
Metropole doch immer noch die längſt vermißte große
internationale Konkurrenz für die Zuchten aller
Län=
der, wie ſie in Deutſchland bisher nur Baden=Baden
und in kleineren Rennen auch Köln kennt. Es
kur=
ſierten in dieſem Sommer ſchon Gerüchte, daß der
Ber=
liner Rennverein, ermutigt durch ſeinen glänzenden
diesjährigen finanziellen Ueberſchuß, ein derartiges
Rennen für den nächſten Herbſt zur Ausſchreibung
bringen würde was aber bisher nicht geſchehen iſt.
Gleichzeitig mit dem Großen Preis von Berlin 1913
ſind auch die Propoſitionen für mehrere klaſſiſche
Ren=
nen der Jahre 1912 und 1913 erſchienen. Während die
Stuten Biennial 1911/12, Union=Rennen, Preis der
Diana, Hertefeld=Rennen und Silberner Schild 1912,
ſowie Sporn=Rennen und Renard=Rennen unverändert
blieben, wurden zwei große Dreijährigen=Prüfungen
des Jahres 1912, und zwar das Deutſche St. Leger
(Grunewald) von 34000 auf 40000 Mark und das
Henckel=Rennen (Hoppegarten) von 13000 auf 26000
Mark erhöht.
sr. Rennen in Treptow. Großer
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