Darmstädter Tagblatt 1910


06. September 1910

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173. Jahrgang
verbunden mit Wohnungs=Anzeiger und der Sonntags=Beilage:
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kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.

Organ fürsdie Bekänntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.

M 208.

Dienstag, den 6. September.

1910.

Die heutige Nummer hat 16 Seiten.

Sonderbare Schwärmer.
* Die Deutſche Friedensgeſellſchaft wen=
det
ſich in einer Veröffentlichung gegen chauviniſtiſche Se=
danfeiern
, die vielfach abgedruckt wird. Die Veröffent=
lichung
, um die es ſich handelt, lautet:
Man konnte es verſtehen, daß nach dem großen Siege
vom Jahre 1870 die Wogen der Begeiſterung hoch gingen,
und daß man meinen konnte, es den Kämpfern von 1870
ſchuldig zu ſein, ſie durch beſondere Feiern zu ehren. Wir
hätten auch nichts dagegen einzuwenden, wenn bei der=
artigen
Feiern nichts zum Ausdruck käme als die dankbare
Verehrung derer, die ihr Leben fürs Vaterland aufs Spiel
geſetzt haben. In Wirklichkeit haben ſich dieſe Feiern viel=
fach
zu Orgien des Chauvinismus ausgewachſen, die wohl
als lächerliche Ausbrüche der Selbſtüberhebung ruhig
ignoriert werden könnten, wenn nicht ſo große Gefährdung
des internationalen Friedens damit verbunden wäre. In
Wahrheit iſt es nicht bloß ein Zeichen einer verkehrten
Weltanſchauung, wenn man immer noch nichts Klügeres
zu tun weiß, als ſich über die Niederwerfung eines großen
Kulturvolkes in zyniſcher Weiſe (!) zu freuen. Es iſt auch
geradezu eine törichte Verirrung, immer wieder in der
Wunde des Feindes zu wühlen, die ſchon öfter nahe daran
geweſen wäre, ſich zu ſchließen, und dies in einer Zeit, da
von Kaiſer und Reich ſchon verſchiedene Verſuche gemacht
worden ſind, die edle franzöſiſche Nation zu verſöhnen
und die Niederlage von 1870 vergeſſen zu machen. Wenn
die Friedensfreunde daher zum Beiſpiel auf ihrem letzten Die Nachwirkung der Salzburger Zuſammenkunft.
deutſchen Kongreß in Wiesbaden den Beſchluß gefaßt ha=
den
, für Abſchaffung des Sedanfeſtes zu agitieren, ſo ge=
ſchah
dies nicht aus Weichlichkeit, ſondern in der klaren
Erwägung, daß eine von der Regierung inſzenkerte Ver=
ſöhnungspolitik
nur dann zum Ziele führen kann, wenn entſchiedene Vertiefung der Ueberzeugung von der Er=
das
Volk ſeinerſeits auch dazu beiträgt, die Gegenſätze ſprießlichkeit einer rückhaltloſen Dreibundpoli=
auszugleichen
. Man dürfte menſchlich genug denken, um! tik eingetreten iſt, und zwar nicht nur in den Kreiſen der
die furchtbare Not mitzuempfinden, die durch die Barbarei
eines Völkerkrieges über Tauſende von blühenden Men=
ſchenleben
gebracht wurde, und wenn nicht eine kräftige i zweifelt in weiteren Kreiſen diesmal nicht an der Zuver=
Gegenbewegung einſetzt, auch in Zukunft über Millionen
verhängt würde. Wenn die Friedensfreunde demgegen= warme Herzlichkeit, deren ſich der italieniſche Miniſter be=
über
für Recht und Gerechtigkeit eintreten, ſo ſoll man fleißigt hat, und die ſelbſtverſtändlich auf öſterreichiſch=
ihnen
nicht nachſagen, daß ſie damit das vaterländiſche
Gefühl zerſetzen; was ſie zerſetzen, iſt nicht der Patriotiss i ungariſcher Seite voll erwidert worden iſt, als auch die
mus, ſondern der kriegeriſche Geiſt, der dem Abgrund ent= faſt ausnahmslos korrekten Aeußerungen der öffentlichen
gegendrängt.
Hierzu bemerken die Münch. N. Nachrichten:
brauchte man ſich nicht aufzuregen. Wenn aber in ſolchen ihrem für die Stellung der beiden europäiſchen Zentral=
Aeußerungen unrichtige Behauptungen gegen das deutſche
jenen Material gegeben wird, die die Friedensliebe und Volk hinein die Hochſchätzung des Bündniſſes mit zwei
den Gerechtigkeitsſinn der Deutſchen anzweiſeln, dann iſt
es patriotiſche Pflicht, Proteſt zu erheben. Wann in durch das Gewicht ihrer Rüſtung ſo wirkſam ſtandgehal=
aller
Welt ſind bei Sedanfeiern Orgien des Chauvinis=
mus
begangen worden? Man hat in dankbarer Ver= i ten, gewaltig gefördert haben. Es dürfte den Italienern
ehrung derer gedacht, die ihr Leben fürs Vaterland aufs zum Bewußtſein gekommen ſein, daß dieſes Bündnis ei=
Spiel geſetzt haben. Man hat freilich auch anderes noch nen viel realeren Wert habe als der Anſchluß an die
geprieſen, die Wiedervereinigung der deutſchen Stämme
zu einem machtvollen Reiche, das für den Frieden trotz
ihrem tränenſeligen Geſchwätz auf Kongreſſen, in Bro= deſtens für zehn Jahre noch als maßgebender Faktor in
ſchüren und Romanen, die von der Milch der frommen
freunde ſeben in den Sedanfeiern eine Gefährdung des als ob in Italien endlich die Erkenntnis durchbreche, daß
internationalen Friedens. Wir können darin eine ſolche die bisherige Schaukelpolitik zwiſchen Dreibund und En=
nicht
erblicken, ſolange wir ein ſchlagfertiges Heer beſitzen tente Italien der Gefahr ausſetze, ſich zwiſchen zwei Stühle
und uns von den Pazifiſten noch nicht zu Duckmäuſern
haben ummodeln laſſen, die niemals wagen würden, von zu ſetzen, da es dadurch überall in Mißkredit zu geraten
dieſem Inſtrument Gebrauch zu machen. Patriotismus! drohe. Frankreich habe ihm obendrein jetzt erſt zu ver=
und kriegeriſcher Geiſt ſind annoch zwei Begriffe, die ſich ſtehen gegeben, daß es den Verſicherungen italieniſcher
zwar nicht vollſtändig decken, die ſich aber auch nicht, wie Flottenpolitiker, die italieniſche Marine werde niemals
die Friedensfreunde möchten, ausſchließen. Warum erhe=
ben
dieſe, die ſo ſchnell mit Kundgebungen gegen deutſch= gegen Frankreich auslaufen, wenig traue, denn es habe
nationale Regungen bei der Hand ſind, niemals ihre die Zuſammenziehung der geſamten franzöſiſchen Seemacht,
geſen, der Chauvinismus dort wo er, wie ſchon das Wort meer angeordnet, um der vereinigten öſterreichiſch= ungari=
zeigt
, ſeine Urſprungs= und Pflegeſtätte hat, ſein Haupt
erhebt? Oder haben ſie ſich vielleicht geregt, als er in
Wahrheit Orgien feierte bei dem Fluge rund um den
Oſten Frankreichs, den eine deutſchfeindliche Zeitung ver= davon überzeugt ſein zu können, daß der Beſuch des Mar=
anſtaltet
hat? Und noch eine Frage: Was haben denn quis di San Giuliano einen Umſchwung bleiben=
die
von Kaiſer und Reich unternommenen verſchiedent=
lichen
Verſöhnungsverſuche genützt? Das Volk allerdings
mag drüben, wie in Deutſchland herüben friedlich geſinnt
ſein, aber gerade das franzöſiſche Volk ſteht mehr als
irgend eines unter dem Einfluß ſeiner Politiker, und bei
dieſen haben deutſche Friedenskundgebungen bis jetzt höch=
ſtens
ein mitleidiges Lächeln hervorgerufen, das gleich niſterpräſident und der Miniſter des Aeußern, Pichon, in
darauf wieder bei irgend einer und gewiß nicht immer
von Deutſchland aus gegebenen Veranlaſſung dem alten
Revanchegeſchrei weichen mußte. Und nichts iſt gefähr=4
licher, als bei den Franzoſen den Gedanken aufkommen Anleihe zur amtlichen Notierung an der Pariſer
neuerung eines kriegeriſchen Konfliktes, an deſſen ſiegrei=
chen
Ausgang zu erinnern man ſich ſcheue. In Deutſch=
land
Rückſichten zu nehmen, die in Frankreich niemand
nimmt, heißt dor7 eine Stimmung hervorrufen, die genau des Echo de Paris über ſeine Untergedung mit Hakli

das Gegenteil von dem, was die Pazifiſten bezwecken, er=
reicht
.
Dieſelbe Kundgebung der Friedensgeſellſchaft iſt auch
in Stuttgart veröffentlicht worden. Dazu ſagt die Süd=
deutſche
Reichskorreſpondenz folgendes:
Wenn auch nur wenige Blätter die Ausführungen
der Friedensgeſellſchaft ohne Zurückweiſung abgedruckt
haben, ſo iſt es doch nachgerade notwendig geworden, den
Vorſtößen, die in den letzten Jahren einen immer pein=
licher
werdenden Charakter angenommen haben, entgegen=
zutreten
. Es iſt ja freilich eine vergebliche Mühe, den
Mitgliedern der Friedensgeſellſchaft auseinanderzuſetzen,
daß ſich, wie die Erfahrungen von Jahrtauſenden und die
Betrachtung des geſamten irdiſchen Lebens beweiſen, das
Problem des Zuſammenlebens der Völker im gegenſeiti=
gen
wirtſchaftlichen und geiſtigen Ringen nicht erſchöpft.
Das iſt ihnen ja in allen denkbaren Formen der Beweis=
führung
ſchon genügend oft dargelegt worden, ohne daß
es gelungen wäre, ſie von der Gefährlichkeit ihrer Beſtre=
bungen
zu überzeugen. Auch bedarf es ſelbſtverſtändlich
keines Beweiſes dafür, daß die Beſchuldigungen, die die
württembergiſche Ortsgruppe erhebt, jeder Grundlage ent=
behren
. Nur darauf ſollen die Verfaſſer jener beleidigen=
den
Kundgebung hingewieſen werden, daß die Verletzung
der Ehre anderer und die Verächtlichmachung ihrer Em=
pfindungen
im privaten eben ſowohl wie im Leben der
Völker in der Regel zu Kampf und Krieg führen, wenn
nicht beizeiten eine ausreichende Genugtuung gewährt
wird, und daß deshalb dieſenigen, die in der Ruhe der
Schreibſtube zu ſolchen Waffen greifen, ſich ſehr ſchlecht
zu Verfechtern des ewigen Weltfriedens eignen.

* Der allgemeine Eindruck, den die Salzburger und
Iſchler Tage in Oeſterreich in den breiteſten Volksſchichten
hinterlaſſen haben, iſt der, daß auf italieniſcher Seite eine
leitenden Männer, ſondern auch im Volke ſelbſt. Man
läſſigkeit des gewonnenen Eindrucks. Sowohl die ſehr
Meinung Italiens ſcheinen dafür zu bürgen. Man glaubt
aber auch innere Gründe dafür anführen zu können. Vor
Ueber die Worte dieſer ſonderbaren Schwärmer allem dürfte, wie man ſagt, die Angliederungskriſe mit
Volk ausgeſprochen werden, wenn dadurch ſcheinbar allen mächte ſo günſtigen Verlauſe auch in Italien bis tief ins
Mächten, die dem Anſturme des ganzen übrigen Europas
Tripelentente, die ſich bei dieſem Anlaß um ſo viel we=
aller
Anfeindungen und Reizungen in den letzten vierzig niger leiſtungsfähig erwieſen habe. Uebrigens ſei es ja
Jahren mehr getan hat, als ſich die Friedensfreunde mit! auch den Italienern kein Geheimnis, daß Rußland min=
Denkungsart überlaufen, träumen laſſen. Die Friedens= der Weltpolitik nicht zu rechnen ſei. Es ſcheine aber auch,
Stimme, wenn anderswo, vor allem jenſeits der Vo= ſoweit ſie in den heimiſchen Gewäſſern ſtehe, im Mittel=
ſchen
und italieniſchen Seemacht gewachſen zu ſein.
Aus all dieſen Gründen glaubt man in Oeſterreich
der Art bedeutet.

Frankreich und die Türkei.
* Offiziös wird gemeldet, daß der franzöſiſche Mi=
ihrer
Unterredung mit dem Großweſir Hakki Paſcha
die Bedingungen mitteilten, unter denen die türkiſche
zu laſſen, man fürchte ſich in Deutſchland vor einer Er= Börſe zugelaſſen werden könnte. Wie verlautet,
iſt ein Einvernehmen über dieſe Frage bisher nicht erzielt
worden. Miniſter Pichon erklärte einem Berichterſtatter

Paſcha in der Anleihefrage, daß die franzöſiſche Regierung
ſich nur von den allgemeinen Intereſſen Frankreichs leiten
laſſe und die Zulaſſung zur Notierung an der Pariſer
Börſe nur dann gewähren könne, wenn die Bürgſchaften
auf einer ſoliden Grundlage beruhen, ſowie das Vertrauen
der franzöſiſchen Sparer rechtfertigen. Die Verhandlungen
darüber dauerten fort. Das Gerücht, ich hätte beim Groß=
weſir
darauf beſtanden, daß die Anleihe von der ottomani=
ſchen
Bank durchgeführt werde, iſt durchaus unzutreffend.
Das Journal des Débats widmet der Zuſammenkunft
Hakki Paſchas mit den franzöſiſchen Miniſtern einen Leit=
artikel
, in dem das Vorgehen des türkiſchen Finanzmini=
ſters
Dſchavid Bei bei den Anleihe= Verhandlun=
gen
, ſowie das Verhalten der türkiſchen Regierung ge=
genüber
Frankreich aufs ſchärfſte kritiſiert wird. Die
franzöſiſche Regierung, heißt es, iſt nach wie vor bereit,
das ſeit zwei Jahren in Konſtantinopel unternommene
Werk der Wiedergeburt mit allen Kräften zu unterſtützen,
aber nur unter zwei unerläßlichen Bedingungen, erſtens,
daß keine unpaſſende Willfährigkeiten die Zukunft der
Türkei gefährden und zweitens, daß die Würde und die
Intereſſen Frankreich gewahrt werden. In dem von Fi=
nanzminiſter
Dſchavid Bei unterzeichneten Anleiheprojekt
iſt weder die eine, noch die andere Bedingung erfüllt wor=
den
. In allen Fällen, wo fremde Staaten den franzöſiſchen
Kredit in Anſpruch nehmen, hat die franzöſiſche Regierung
das Recht wie die Pflicht, die in Frage ſtehenden großen
nationalen Intereſſen Frankreichs, wie die der Titres=
beſitzer
, zu ſchützen. Frankreich muß ſich vergewiſſern, daß
die Anleihe nicht in einer ſeiner Politik, ſeiner Induſtrie
oder ſeinem Handel nachteiligen Weiſe verwendet wird.
Wir müſſen hervorheben, daß gegenwärtig die türkiſche
Regierung ſehr bedeutende Militär= und Ma=
rine
=Beſtellungen an Deutſchland vergeben
hat. Es iſt begreiflich, daß die Türkei ſich in Stand ſetzen
will, ſeine Unabhängigkeit erfolgreich zu verteidigen, aber
wir haben das Recht, daß dabei die franzöſiſche Induſtrie
zum mindeſten in der gleichen Weiſe wie die deutſche be=
dacht
wird; in keinem Falle darf das franzöſiſche Geld
dazu dienen, die Kruppſchen Werke in Nahrung zu ſetzen
und die türkiſche Marine zu verjüngen.

Deutſches Reich.
Ueber den Beſuch des deutſchen Kai=
ſers
in Brüſſel verlautet, daß aller Wahrſcheinlich=
keit
nach der in Ausſicht geſtellte Termin, der 17. Oktober
eingehalten werden wird. Jedoch iſt auch eine Verſchie=
bung
um 8 Tage möglich. Das Programm des Beſuches
iſt noch nicht entworfen. Im königlichen Palaſt zu Brüſ=
ſel
werden die für den Kaiſer beſtimmten Zimmer bereits
in Stand geſetzt.
Die nächſte Volkszählung. Der Reichs=
anzeiger
teilt mit: Auf Grund Beſchluſſes des Bundes=
rates
vom 10. Februar ds. Js. findet am 1. Dezember
ds. Js. wiederum eine allgemeine Volkszählung im Deut=
ſchen
Reiche ſtatt, die ähnlich wie in früheren Jahren aus=
geführt
werden wird. In der Mitteilung werden ſodann
die näheren Anweiſungen gegeben und die Erwartung
ausgeſprochen, daß bei geeigneten Maßnahmen der Orts=
behörden
die aus manchen Gebieten bisher erhobenen
Klagen über Mangel an Zählern verſtummen und ſich ge=
eignete
Perſonen in genügender Anzahl finden werden,
die dieſes Ehrenamt zu übernehmen bereit ſind.
Hanſabund=Politik. Nach der Behaup=
tung
eines rheiniſchen Blattes ſollte eine plötzliche Um=
kehr
der Hanſabund=Politik erfolgt ſein. Es genügt dem=
gegenüber
, wie in einer Zuſchrift des Hanſabundes geſagt
wird, die Feſtſtellung, daß weder eine Umkehr erfolgt iſt,
noch nach Lage der heutigen Verhältniſſe nach irgend einer
Richtung in Frage ſtehen kann. Es heißt in der Zuſchrift:
Solange die durch den Bund der Landwirte verkörperte
einſeitige Intereſſen= und Boykottierungs=Politik nicht
aufgegeben iſt, die bewußt die Laſten und Rechte im Staat
ungleich verteilen und dem in Induſtrie, Gewerbe und
Handel tätigen Bürgertum die ſeiner Bedeutung entſpre=
chende
Stellung in der Geſetzgebung, Verwaltung und
Leitung des Staates verſagen will, wird der Hanſabund
dieſe Politik bekämpfen, wo immer ſie vertreten wird.
Ueber den Inhalt der Unterredung, die der Kaiſer mit
dem Vorſitzenden des Hanſabundes, Geheimrat Rießer,
im Tiergarten gepflogen hat, iſt vom Geheimrat Rießer
jedermann ohne Ausnahme die Auskunft verweigert wor=
den
. Was über den Inhalt der Unterredung in ſüddeut=
ſchen
Blättern geſagt iſt oder oeſagt wird, kannznurxauf

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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208.

für die peſſimiſtiſche Beurteilung der Lage vorhanden ſei.
Es werden keinerlei kriegeriſche Vorbereitungen getroffen
und hängt die Einberufung der Reſerviſten mit den be=
vorſtehenden
Manövern zuſammen.
Japan und Koreg.
Der japaniſche Miniſter des Innern hat an die Ja=
paner
einen Aufruf gerichtet, in dem er ſie mit dem Hin=
weis
auf die Einverleibung Koreas in Japan auffordert,
freundſchaftliche Beziehungen zu den Koreanern zu unter=
halten
. Die Japaner müßten es unterlaſſen, die Koreaner
ihre Ueberlegenheit fühlen zu laſſen und ihnen gegenüber
vielmehr das Prinzip der Gleichheit walten laſſen. Dieſe
Proklamation iſt überall angeſchlagen.

* Glasgow, 5. Sept. Die Arbeitgeber im
Schiffsbaugewerbe veröffentlichten heute eine
lange Bekanntmachung, in der ſie die Ausſperrung begrün=
den
und rechtfertigen und ihr Bedauern über den Streik
ausſprechen, der unglücklicherweiſe die Arbeiter der ver=
wandten
Arbeitszweige in Mitleidenſchaft ziehe. Die Not=
wendigkeit
, eine draſtiſche Maßregel zu treffen, ſei ihnen
aufgezwungen worden. Bevor nicht eine Beſſerung der
Lage gewährleiſtet ſei, könne die Arbeit nicht wieder auf=
genommen
werden.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 6. September.
* Vom Hofe. Am Samstag, den 3. d. M., reiſte
Prinz Georg von Battenberg nach England,
Prinzeſſin Ludwig von Battenberg nach Wies=
baden
ab.
Verliehen haben Se. Königl. Hoheit der Groß=
herzog
dem Kaufmann Adolf Sternitzki in
St. Petersburg das Ritterkreuz 1. Klaſſe des Verdienſt=
ordens
Philipps des Großmütigen.
Ernannt wurden die Regierungsbauführer Oskar
Chriſt aus Mainz, Auguſt Nau aus Reinheim, Fritz
Nodnagel aus Darmſtadt, Adolf Schaumberg aus
Homberg a. d. Ohm und Karl Storck aus Darmſtadt
zu Regierungsbaumeiſtern, ferſier der Kanzleiwärter bei
der Hauptſtaatskaſſe Jakob Falk zum Kaſſediener bei der
Hauptſtaatskaſſe.
Militärdienſtnachricht. Der aus dem Leibgarde=
Infanterie=Regiment Nr. 115 hervorgegangene Haupt=
mann
v. Köckritz, Kompagniechef im Königin Auguſta=
Garde=Grenadier=Regiment Nr. 4, wurde genanntem
Regiment aggregiert.
L. Die Ferienſtrafkammer verhandelte geſtern
gegen den bisher unbeſtraften 63jährigen Schornſtein=
fegermeiſter
Johann Georg Schaub von Offenbach,
der vom dortigen Schöffengericht zu 2000 Mark Geld=
ſtrafe
verurteilt worden iſt, weil er in den Jahren
1904 bis 1908 fortgeſetzt höhere Gebühren, als das
geltende Regulativ zulaſſe, erhoben und hierdurch die
Hausbeſitzer vorſätzlich geſchädigt habe. Es handelt ſich
um 49 einzelne Fälle mit Beträgen von 4 Mk. 50 Pfg.
bis 126 Mark. Sowohl der Amtsanwalt als auch der
Angeklagter verfolgten Berufung, ſo daß nunmehr die
zweite Inſtanz das Wort hat, vor der er verbeiſtandet
von dem Juſtizrat v. Brentano erſchien. Außer dem
Sachverſtändigen Wohnungsinſpektor Schupp von
Offenbach ſind etwa 50 Zeugen geladen. Schaub be=
ſtreitet
entſchieden jedes eigene Verſchulden und macht
die beiden Gehilfen Grab und Scheib, die ihn auf
Grund amtlicher Verpflichtung wegen ſeines Herzlei=
dens
bei der Arbeit vertreten, für alles verantwort=
lich
. Wenn dieſe nachläſſig gehandelt oder hinter ſei=
nem
Rücken Schlechtigkeiten getrieben haben, könne er
nichts dazu. Um ein Unrecht zu verteidigen, würde
er den Anwalt nicht herbemüht haben; er handele auch
heute noch nach dem Grundſatze: Ueb immer Treu
und Redlichkeit Bemerkenswert iſt, daß er bereits
im Jahre 1901 vom Kreisamt wegen ſeiner Geſchäfts=
führung
einen Verweis erhielt. Reklamationen von
HHausbeſitzern gegen Gebührenanſetzung pflegte er nicht
zu berückſichtigen, ſondern er antwortete zumeiſt in
ſcharfem Tone. Als ihm der Staatsanwalt Hoos vor=
hielt
, daß er an den Grab wiederholt geſchrieben habe,
er ſolle kommen, um die Sache zu ordnen, ſonſt breche
über ſie beide das Unglück herein oder der Himmel
ſtürze ein, bemerkte er, bei ſeinem Leiden habe ihn das
fortwährende Eintreffen eingeſchriebener Briefe ganz
außer Faſſung gebracht. Auf den weiteren Vorhalt,
wie er den auffallenden Verkehr mit Scheid, von dem
er doch hintergangen ſein will, erkläre, nachdem die
ganze Geſchichte bereits an den Tag gekommen war,

blieb er die Antwort ſchuldig. Bevor in die Beweis=
aufnahme
eingetreten wird, zog ſich der Verteidiger
mit dem Angeklagten zu einer längeren Beſprechung
zurück. Zurückgekehrt gibt Schaub mit erſtickter
Stimme die Erklärung ab, daß er ſeine Berufung zu
rückziehe; da der Staatsanwalt ein gleiches tat, behält
es bei der Strafe des Schöffengerichts
ſein Bewenden. Der Angeklagte hat die Koſten der
zweiten Inſtanz zu zahlen.
* Die nächſte Sitzung des Provinzialausſchuſſes
der Provinz Starkenburg findet am Samstag, den
10. September, vormittags 9½ Uhr, mit folgender
Tagesordnung ſtatt: 1. Klage des Ortsarmenverbands
Weinheim gegen den Ortsarmenverband Viernheim
wegen Erſatz von Unterſtützungskoſten für die Familie
Mandel von Viernheim. 2. Geſuch des Philipp
Trinkaus zu Reichelsheim i. O. um Erteilung eines
Wandergewerbeſcheins. 3. Enteignung von Gelände in
der Gemarkung Bensheim zur Erweiterung des Bahn=
hofs
Bensheim. 4. Geſuch des Johann Schüßler zu
Lampertheim um Konzeſſionserweiterung für ſein Haus
Ernſt Ludwigſtraße 43 daſelbſt.
L Stadtverordneten=Sitzung. Zu der geſtern unter
dieſer Spitzmarke von uns gebrachten Notiz wird uns
von zuſtändiger Stelle mitgeteilt, daß die Nachricht, die
dem Frankfurter Generalanzeiger aus Stadtverordneten=
kreiſen
zugegangen iſt, die Tatſachen teils unrichtig,
teils entſtellt wiedergibt. Zunächſt wurde die Ab=
kommandierung
Darmſtädter Schutzleute nach Friedberg
nicht aus der Verſammlung heraus zur Sprache gebracht,
ſie war vielmehr von vornherein als Verhandlungsgegen=
ſtand
auf die Tagesordnung der nichtöffentlichen Sitzung
geſetzt worden. Ganz unzulänglich und darum in dieſer
Form irreführend iſt dann die Mitteilung über die für
die Abkömmlichkeit der Schutzleute von dem Vorſitzenden
gegebene Begründung. Unrichtig iſt endlich die Behaup=
tung
, der Beigeordnete Mueller habe erklärt, die Koſten
würden aus der Privatſchatulle des ruſſiſchen Kaiſers ge=
tragen
. Richtig iſt nur ſo viel, daß die Stadt durch die
Verwendung der beteiligten Polizeibeamten in keiner
Weiſe belaſtet werden und daß der Sicherheitsdienſt hier
nicht notleiden wird.
L Die Sammlung für die hilfsbodürftigen Mit=
glieder
des ehemaligen Vorſchuß= und Kreditvereins
Ober=Mockſtadt iſt geſchloſſen worden. Die Sam=
melſtellen
werden daher gebeten, die eingegangenen
Geldſpenden, ſoweit dies noch nicht geſchehen iſt, als=
bald
und tunlichſt bis zum 15. September d. J.
an die Hauptſammelſtelle, die Kreiskaſſe des Kreiſes
Büdingen, abzuführen. Ueber den Eingang und die
Anlegung der Gelder wird demnächſt ein Ausweis
veröffentlicht werden.
(*) Vom Manöver des 18. Armeekorps, 4. Sept.
Bei den einzelnen Truppenteilen haben die Brigade=
exerzieren
begonnen. Die 49. Infanteriebrigade, be=
ſtehend
aus den Regimentern 115, 116 und 168, hatte
geſtern Brigadebeſichtigung auf dem Gelände zwiſchen
Fulda, Maberzell, Sickels durch den Korpskommandeur
von Eichhorn und den Diviſionskommandeur.
Schon früh um 6 Uhr rückten die Regimenter bei Nebel
und Regen aus. Die Parteien wurden gebilbet von
115ern und 116ern einerſeits, 116ern und einer Abteil=
ung
Artillerie andererſeits. Die 116er beſetzten eine
Linie weſtlich Fulda, bei Neuenberg und Sickels; die
115er marſchierten bis Gieſel, die 168er bis Iſtergieſel,
hier teilten ſich die Bataillone, um den Gegner zu um=
gehen
; bei Johannesberg erfolgte der Angriff der 168er
gegen die 116er am linken Flügel. Trotz des ungün=
ſtigen
Wetters war eine zahlreiche Zuſchauermenge
aus Fulda und den Nachbarorten hinausmarſchiert.
Wegen des dichten Nebels konnte das Gefecht nach
größeren Umgehungsmärſchen erſt um halb 10 Uhr be=
ginnen
, und zwar bei Heimbach am ſogenannten Ka=
pellenberg
, auf der weſtlichen Höhe des bisherigen
Uebungsplatzes. Schon um 11 Uhr war der Kampf zu
Ende und die Trompeten riefen zur Kritik. Dann
rückten die Truppen in ihre Quartiere; die 115er nach
Fulda, Sickels, Heimbach, Johannesberg; die Maſchi=
nengewehrabteilung
der 115er nach Kohlhaus, die
116er nach Fulda (zweites Bataillon in die Kaſerne
der Artillerie), Horas und Umgegend (erſtes Batail=
lon
), Maberzell, Ober= und Unterbimbach (drittes Ba=
taillon
); die 168er nach Fulda Stadt und Neuenberg,
die 25er Artillerie nach Angersbach und Landenhauſen.
In Fulda liegen Teile der drei Infanterieregimenter
mit dem Brigadeſtab der 49. Infanteriebrigade. Der
Diviſionsſtab der Heſſiſchen Diviſion liegt in Bad
Salzſchlirf; das Hauptquartier des Korpskomman=
deurs
iſt im Riedeſelſchen Schloß zu Lauterbach. Ein
intereſſantes Schauſpiel war das Scharfſchießen zu
Maar, an welchem auch 8 ſchwere Haubitzen der Fuß=
artillerie
Nr. 3 aus Mainz teilnahmen. Dieſe ſchoſſen

Seite 2.

Erfindung beruhen oder in dieſem Falle zweifellos nur
den Charakter eines Fühlers haben.
Zum Kampf im Lager der Sozialdemo=
kraten
ſchreiben die Leipziger Neueſten Nachrichten:
Man hat es zu oft erlebt, daß die Sozialdemokraten
im eigenen Lager vor dem Parteitage ſchwere Kämpfe
ausgeführt haben, und daß ſie nach dem Parteitag vereint
zuſammengeſtanden haben. Es iſt daher zu verſtehen,
wenn man meint, die Sache werde auch in Magdeburg
nicht anders ausgehen. Aber man kann ſich doch zweier
Tatſachen nicht verſchließen, einmal, daß dieſe Kämpfe
ſtets einen Bodenſatz zurückgelaſſen haben, daß die Beſieg=
ten
ruhig ihre Wege weiter gegangen ſind, daß ſie von
Parteitag zu Parteitag immer kühner das Haupt erhoben
haben, und auf der anderen Seite, daß ihre Politik durch=
aus
der Anſchauungsweiſe des deutſchen Arbeiters ent=
ſpricht
. Er kämpft den Klaſſenkampf nicht um des
Kampfes willen, auch nicht um des Endziels willen, das
er nicht kennt, und deſſen Darſtellung durch die Apoſtel
des Marxismus ihm wenig imponiert, ſondern er kämpft
den Kampf um der Entwickelung ſeiner Verhältniſſe wil=
len
, er will das Kapital nicht vernichten, er will vielmehr
vom Kapital möglichſt große Vorteile ziehen. Er will den
Klaſſenkampf nicht verewigen, ſondern er will ihn been=
den
, indem er aus der Klaſſe, der er angehört, hinaufſteigt.
Wäre es anders, dann würde er die Opfer, die er bringt,
nimmermehr bringen. Das könnten wir billiger haben,
hat der Abg. Kolb in Offenburg geſagt. Es mag der ſo=
zialdemokratiſchen
Partei ſehr unbequem ſein, daß dieſe
Kämpfe, die an Bedeutung alle bisherigen Kämpfe in der
Partei überragen und deshalb ungleich größere Beachtung
verdienen als die früheren, in dem Augenblick ausbrechen,
da man ſich zu neuen Wahlen rüſtet, aber die Frage, Evo=
lution
oder Revolution, iſt jetzt ſo ſcharf präziſiert, daß
ſie gelöſt werden muß. Nicht in Magdeburg, denn Par=
teitage
löſen ſolche Fragen überhaupt nicht. Aber im
Laufe der Entwickelung, d. h. die ſozialdemokratiſche Par=
tei
in ihrer Klaſſenabgeſchloſſenheit iſt in das letzte Sta=
dium
ihres Daſeins eingetreten, und der Prozeß wird
ſich um ſo ſchneller vollziehen, je einſichtsloſer die Radikalen
ſich den politiſchen Notwendigkeiten gegenüberſtellen.
Schließlich iſt das allerdings mehr eine taktiſche, als eine
praktiſche Frage. Denn die Sozialdemokratie bleibt So=
zialdemokratie
, auch wenn ſie ſich reviſioniſtiſch mauſern
ſollte.
Ausland.
Spanien und der Vatikan.
Imſpaniſchen Miniſterrat teilte der Miniſter
des Aeußeren Carcia Prieto den Wortlaut der vor
einigen Tagen vom Vatikan eingegangenen Note mit.
Der Miniſterpräſident ſetzte auseinander, welche Haltung
das Kabinett im Einklang mit dem Programm und den
Richtlinien, die er bereits dargelegt habe, einnehmen
müſſe. Im Miniſterrat ſprach Canalejas ſein Ver=
trauen
aus, daß er gemeinſam mit dem Miniſter des
Aeußern den Wortlaut der Antwortnote feſtſetzte und Ent=
ſcheidungen
treffe, die ſich infolge dieſer Antwort, beſon=
ders
im Hinblick auf die Beziehungen zum heiligen Stuhl
als notwendig erweiſen könnten.
Niederlande.
Die Küſtenverteidigung. Die von der Re=
gierung
eingebrachte Vorlage über die Errichtung eines
Fonds von 40 Millionen Gulden für die Küſtenvertei=
digung
ſtößt in einem Teil der holländiſchen Preſſe auf
ſtarken Widerſtand. Die Gegner führen an, daß man mit
einer Verſtärkung der Küſtenverteidigung nur im Intereſſe
Deutſchlands handle und England leicht verſtimmen könne.
Das Blatt Amſterdamer fordert, daß die maßgebenden
Kreiſe in Holland endlich damit aufhören ſollten, immer
auf deutſche Winke zu achten und ſich ernſtlich um eine An=
näherung
an England bemühen möchten.
Die Türkei und Griechenland.
Ikdam erfährt aus maßgebender Quelle, daß der
Pforte ernſte Zuſicherungen bezüglich der Wahrung der
Souveränitätsrechte der Türkei in der Kretafrage gegeben
worden ſind, und daß ſomit die Gefahr eines Abbruches
der türkiſch=griechiſchen Beziehungen geſchwunden iſt und
daß die Pforte nunmehr die Ereigniſſe in Athen ruhig
verfolgen kann. Auch von ſeiten der griechiſchen Regie=
rung
wird auf das beſtimmteſte verſichert, daß kein Grund

Brief aus Tſingtau.
Mit dem Auslaufen der vier amerikaniſchen Tor=
pedobootszerſtörer
Bainbridge Chauncey Barry
und Dale am frühen Morgen des 15. Auguſt haben
die letzten unſerer amerikaniſchen Gäſte, welche wir
unter uns zu ſehen das Vergnügen hatten, Tſingtau
verlaſſen.
Admiral Hubbard, der Chef der Aſiatiſchen Flotte
der Vereinigten Staaten, war von Korea her am 5.
Anguſt mit ſeinem Flaggſchiff, dem Panzerkreuzer
Charleſton und dem Kreuzer New=Orleans einge=
laufen
. Es folgten am 6. Auguſt das Hilfsſchiff Pom=
pey
am 7. Auguſt die ſchon erwähnten Torpedoboote,
am 8. Auguſt der Krenzer Rainbow und den Schluß
machte am 10. Auguſt der Hilfsdampfer Nanſhan,
welcher die Zahl der anweſenden amerikaniſchen Schiffe
auf 9 brachte.
Die Amerikaner ſind keine Fremdlinge in Tſingtau.
Der auch in Deutſchland bekannte Admiral Evans hat
1903 mehrfach hier geweilt, 1909 hatte Admiral Harber
mit vier Schiffen, darunter Charleſton, Tſingtau be=
ſucht
. So beſtanden ſchon Beziehungen zwiſchen unſerer
Kolonie und den Amerikanern, welche nur wieder auf=
gefriſcht
und erneuert zu werden brauchten.
Um es gleich zu ſagen: Beides iſt in vollſtem Maße
geſchehen.
An Feſtlichkeiten für die Offiziere wurden veran=
ſtaltet
: Ein Bankett im Gouverneurhaus, ein Eſſen im
Offiziers=Kaſino und ein großes, allgemeines Feſt der
Kolonie am Badeſtrand; der amerikaniſche Konſul gab
ein Tanzfeſt in Hotel Prinz Heinrich und der amerika=
niſche
Admiral gab an Bord ſeines Flaggſchiffes einen
Empfang für Garniſon und Zivilbevölkerung. Beſon=
deren
Genuß bereitete dem amerikaniſchen Admiral und
einigen ſeiner Kommandanten eine Fahrt in den
Lauſchan, wozu der Gouverneur die Herren eingeladen
hatte.
Die amerikaniſchen Deckoffiziere und Unteroffiziere
waren Gäſte der Deckoffiziere und Unteroffizier=
Korps der Matroſen=Artillerie und des 3. Seebatail=

lons. Mit beſonderem Wohlbehagen genoſſen auch die
amerikaniſchen Matroſen ihren Aufenthalt in Tſingtau.
Seit einem Vierteljahr, wie man uns erzählte, bildete
Tſingtau, ſein gutes Bier und das ſchmackhafte, billige
Eſſen den Hauptunterhaltungsgegenſtand der Beſatz=
ungen
. Das Betragen der Mannſchaft war übrigens
ſehr gut. Trotzdem täglich bis zu 500 Urlauber mit 12 Urlaub an Land kamen, iſt es zu keinerlei
Ausſchreitungen gekommen, im Gegenteil, zwiſchen den
deutſchen und amerikaniſchen Mannſchaften beſtand
herzlicher, gemütlicher Verkehr, welcher noch durch den
Umſtand erleichtert wurde, daß ein großer Teil der
Amerikaner Deutſch verſtand, ſo daß z. B. der gemein=
ſame
Geſang deutſcher Lieder auf keine Schwierig=
keiten
ſtieß.
Für unſeren Kleinhandel bedeutet das Anlaufen der
Amerikaner, welche nach ihrer Landesſitte ein tüchtiges
Stück Geld unter die Leute zu bringen wiſſen, eine kei=
neswegs
zu unterſchätzende, unerhoffte Einnahme.
Unſerem in vollem Gange befindlichen Badeleben,
ſowie dem Straßenbilde fügte die Anweſenheit der
Amerikaner einen munteren Zug internationalen Lebens
hinzu.
Auf beiden Seiten herrſchte aufrichtiges Bedauern,
daß fünf amerikaniſche Schiffe am 11. Auguſt Tſingtau
verlaſſen mußten, um ihrem weiteren Reiſeprogramm
gerecht zu werden, große Freude aber herrſchte auf den
Torpedobooten, welchen Admiral Hubbard noch weitere
vier Erholungstage hier bewilligt hatte.
Dem Dank unſerer Gäſte hat Admiral Hubbard in
einem ſehr warm und herzlich gehaltenen Schreiben an
den Gouverneur Ausdruck gegeben, von See her kam
dann noch durch Funkſpruch ein letzter Gruß und Dank.
Nach den Verſicherungen unſerer Gäſte hoffen ſie
mit Beſtimmtheit, im nächſten Jahre wiederzukommen,
der hospital port und this wonderful place habe
ihnen allen zu gut gefallen.
So ſind auch in Tſingtau die herzlichen und nahen
Beziehungen, welche zwiſchen Deutſchland und den
Vereiniaten Staaten beſtehen, deutlich hervorgetreten.
G. K.

Fiſch auf königlichen Tafeln.
(* In England wird jetzt eifrig Propaganda ge=
macht
für den Fiſch als Volksnahrung. Medi=
ziniſche
Autoritäten heben die Nährkraft und Geſund=
heit
der Fiſchnahrung hervor und verſichern, daß die
Frauen ſchöner und die Männer kräftiger werden,
wenn ſie den Bewohnern des Waſſers einen bevorzug=
teren
Platz auf dem Speiſezettel anweiſen würden. Aus
dieſem Anlaß wird in einer engliſchen Zeitung die be=
ſondere
Vorliebe betont, die gekrönte Häupter
für den Fiſch bewieſen haben und noch beweiſen. Auf
königlichen Tafeln erſcheint bei jeder Mahlzeit, mit
Ausnahme des Frühſtücks und des Nachmittagstees,
Fiſch in irgend einer Geſtalt und Form. Königin
Viktoria war eine begeiſterte Freundin dieſer Faſten=
ſpeiſe
und ſchätzte an ihrem berühmten Koch Fran=
catelli
vor allem ſeine Kunſt, Fiſche in der köſtlichſten
und ſchmackhafteſten Weiſe zuzubereiten. Der Meiſter
der Kochkunſt brachte den Fiſchgang ſtets in leckerſter
Form auf den Tiſch, aber alle Neuerungen lehnte er
ab. So wurde ihm einmal geſagt, er möge auch Weiß=
fiſch
à la reine in das Menü der Königin aufnehmen,
aber er weigerte ſich entſchieden, den niedlichen kleinen
Fiſch anders zu kochen, als er es bisher getan, indem
r ſagte: Die Königin iſt ein konſtitutioneller Monarch;
ich bin ein konſtitutioneller Koch. Was man mir zu=
mutet
, iſt revolutionär. Ich bin ſicher, Ihre Majeſtät
würde das nicht billigen. Von Francatellis Humor
zeugte auch noch eine andere Anekdote. Er ſpeiſte einft
mit einem Freunde im Windfor Hotel, und der Kellner
rachte zwei Seezungen. Francatelli legte höflich
ſeinem Freund die kleinere auf den Teller, ſich ſelbſt
die größere. Dies Gebaren fand aber nicht den Bei=
fall
des anderen, und er ſprach ſich darüber offen aus.
Na, was würden Sie denn getan haben, fragte
Francatelli erſtaunt. Natürlich Ihnen das größere
Stück gegeben haben, war die Antwort. Habe ich das
etwa nicht getan? meinte nun der Leibkoch befriedigt,
was wollen Sie denn noch?

[ ][  ][ ]

Nummer 208.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Seite 3.

auf eine Entfernung von 4800 Meter über die vor
ihnen liegende Feldartillerie Nr. 25 und 61. Die an
der Eilskuppe aus Holz und Blech aufgeſtellten Ziele
waren nach dem Schießen vollſtändig zertrümmert;
metertiefe und =breite Löcher hatten die explodierten
Geſchoſſe gewühlt; ſelbſt gewaltige Steinblöcke zer=
trümmert
. Die Uebung befehligte Oberſt Noelde=
chen
. Aus Lauterbach, Salzſchlirf, Schlitz uſw. waren
per Rad, Auto und zu Fuß Hunderte von Zuſchauern
herbeigeeilt. Die 25. Artillerie=Brigade bleibt bis
Montag in Lauterbach und Umgegend, rückt dann nach
Bronzell bei Fulda. Auf dem Kriegsſchauplatz der
50. Infanteriebrigade (117er und 118er) am Homberg
bei Alsfeld hat das Brigadeexerzieren begonnen. Das
BBrigadekommando liegt in dem Riedeſelſchen Schloß
Altenburg.
Perſonalnachrichten der Ober=Poſtdirektion
Darmſtadt. Beſtanden haben: Die Poſtſekretär=
prüfung
; die Poſtaſſiſtenten Schättler in Mainz und
Werner in Offenbach (Main) die Poſtaſſiſtentenprüfung:
die Poſtgehilfen Becker in Hirſchhorn (Neckar), Bierbaum
in Wörrſtadt (Rheinh.), Greb in Lauterbach (Heſſen),
Hechler in Groß=Gerau und Willenbücher in Seligenſtadt
(Heſſen); die Telegraphenaſſiſtentenprüfung: der Tele=
graphengehilfe
Spengler in Offenbach (Main). Etats=
mäßig
angeſtellt ſind: Die Telegraphengehilfin
Karg in Darmſtadt. Angenommen als Telegraphen=
gehilfin
die Aushelferin Mühlpforth in Bad Nauheim.
Freiwillig ausgeſchieden iſt: Die Telegraphen=
gehilfin
Mauer in Darmſtadt.
A. Einkommenſteuer und Vermögensſteuer im Groß=
herzogtum
im Jahre 1910. Der Einkommenſteuer
ſind 367377 Pflichtige unterworfen, davon 330535 in der
2. Abteilung (Jahreseinkommen unter 2600 Mark) und
36 842 in der 1. Abteilung (Jahreseinkommen von 2600
Mark an aufwärts). Das ſteuerbare Einkommen beträgt
582 423898 Mk., wovon 263 104 346 Mark auf Starkenburg,
119527743 Mark auf Oberheſſen und 199791809 Mark
auf Rheinheſſen entfallen. Von dieſem Einkommen wer=
den
13 183799 Mark Steuer erhoben und zwar 8 289829
von den Pflichtigen der 1., 4893970 Mark von den Pflig=
tigen
der 2. Abteilung. Die Zahl der Vermögens=
ſteuerpflichtigen
iſt 160 604. Dieſe haben von einem
ſteuerbaren Vermögen von 4598754000 Mark an Vermö=
gensſteuer
4368816 Mark zu entrichten. Auch bei der
Vermögensſteuer ſteht die Provinz Starkenburg an erſter
Stelle.
Todesfall. Am 28. v. M. ſtarb zu Freiburg i. B.,
wo er zuletzt Generalmajor und Kommandeur der
29. Feldartillerie=Brigade war, der Generalleutnant z. D.
Wilhelm Scheller, früher Batteriechef im Großh.
Artilleriekorps.
Vereinigung der Fveunde dentſcher Schrift.
Man ſchreibt uns: Die ſeit einigen Jahren auch in
Heſſen und beſonders in Darmſtadt immer mehr wahr=
nehmbare
Zurückdrängung der deutſchen Schreib= und
Druckſchrift hat nun eine Gegenbewegung hervorge=
rufen
. Von der Ueberzeugung geleitet, daß alles das,
was der Verein für Lateinſchrift und die vielen ſonſti=
gen
Befehder deutſcher Schrift gegen Berechtigung,
Schönheit, Deutlichkeit und Zweckmäßigkeit unſerer
Buchſtaben ſagen, zum größten Teile bei unbefangener
Betrachtung nicht zutrifft, richteten in voriger Woche
Lehrer Claß Pfarrer D. Dr. Diehl, Landgerichts=
rat
von Pfiſter, Oberlehrer Profeſſor Dr.
Schnell und Baurat Schöberl an eine
Anzahl hieſiger Männer, bei denen man Liebe zur
deutſchen Präge annehmen durfte, die Bitte, zu einer
Beratung dieſer Angelegenheit zu erſcheinen. In der
Verſammlung, die am Dienstag im Hotel Heß ſtatt=
fand
, herrſchte die Zuverſicht, es müſſe öffentlicher
Aufklärung gelingen, die Erkenntnis zu verbreiten,
daß unſere deutſchen Buchſtaben jede Vergleichung mit
den lateiniſchen aushalten, ja in wichtigen Stücken
unerreichbar über ihnen ſtehen, und eine Entwicklung
des Schriftweſens darſtellen, auf die wir Deutſche ſtolz
ſein ſollten. Die neu gegründete Vereinigung der
Freunde deutſcher Schrift wählte ſofort einen Arbeits=
ausſchuß
, dem außer genannten Herren noch Bürger=
meiſtereiſekretär
Dächert und Stadtverordneter Pickert
angehören. Dieſer Ausſchuß wird die nächſten Schritte
vorbereiten.
Städtiſche Straßenbahn. Die Fahrgeldein=
nahme
betrug im Auguſt l. Js. 36193,10 Mk. (im Vor=
jahre
35 360,50 Mk.), die Einnahme für den Wagen=
kilometer
von Auguſt 34,62 Pfg. (33,08 Pfg.)
** Deutſchnationaler Handlungsgehilfen=Verband. Man
ſchreibt uns: Die 17. Verbandsgründungsfeier beging am
Samstag die hieſige Ortsgruppe des Deutſchnatio=
nalen
Handlungsgehilfen=Verbandes im
dichtbeſetzten Schützenhofſaal. Nach der Begrüßung ſeitens
des Vorſitzenden, Herrn G. Dahmen, ſprach Frau
Welz wirkungsvoll den Prolog. Die Feſtrede hielt Herr
Gauvorſteher Jul. Schellin=Frankfurt. Die Herren
Kauter trugen Violinſtücke vor. Ferner enthielt die
Feſtfolge: Duo=Szene von Frl. Krauſemann und
Frau Altſchüler, Geſangsſtück von Frl. Frieda Alt=

ſchüler, ſowie turneriſche Vorführungen des deutſch=
völkiſchen
Turnvereins Jahn. Alle Darbietungen wur=
den
mit großem Beifall aufgenommen. Ein Tanz be=
ſchloß
die Feier.
* Priv. Schützengeſellſchaft. Man ſchreibt uns: Das
am Sonntag veranſtaltete Schießen um den Wanderpreis,
ſilberner Pokal, geſtiftet im Jahre 1896 von Pierre Pietet,
wurde unter ſtarker Konkurrenz, auf 300 Meter ſtehend,
freihändig herausgeſchoſſen. Nach Schluß des Schießens
überreichte Herr Schützenmeiſter Georg Schmitt II.,
nachdem er des Stifters ehrenvoll gedacht, dem Sieger,
Herrn Karl Bierbach, den ſchönen Pokal. Herr
Schützenmeiſter Schmitt betonte hierbei, daß noch kein
Jahr der hohe Umgang von 242 Ringen, die Herr Bier=
bach
erreichte, geſchoſſen worden wäre. Aber auch die an=
deren
Herren Schützen, beſonders Herr L. Raſt, der voriges
Jahr den Pokal im Beſitz hatte, verteidigten ihn bis aufs
äußerſte. Auch die Herren Schmitt II., Siebenkäs, Hax,
Wenzel, S. Schmitt ſen. uſw., erreichten eine ſehr hohe
Ringzahl. Am 25. September findet ein Königsſchießen
ſtatt.
Städtiſche Leſe= und Bücherhalle. Während des
Monats Auguſt wurde die Leſehalle im ganzen von
3440 (im Auguſt 1909 von 3423) Perſonen beſucht, durch=
ſchnittlich
an jedem Tage von 110,9 Perſonen. Aus der
Bücherhalle nach Hauſe entliehen wurden im ganzen
7192 Bände (1909: 7025), darunter 2527 wiſſenſchaftliche
und belehrende Werke. Die Zahl der ſeit dem 1. April
d. J. neu eingeſchriebenen Leſer ſtieg auf 2719. An
Büchergeſchenken gingen in dieſem Monat weiter ein:
von Herrn Buchhändler Coblenzer in Bonn ein von
ihm verfaßtes Werk, von der Stadtbücherei in Elber=
feld
ein Band, von Frau Kaufmann Goldſchmidt
3 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn Eiſenbahnſekretär Körner
1 Bd., von dem Landesverein vom Roten Kreuz 1 Bd.,
von Herrn Rechnungsrat Leißler eine von ihm ver=
faßte
Schrift, von Herrn Profeſſor Hermann Müller
2 Bilder, von Frl. Reinicke 2 Bde., von Frau Rent=
amtmann
Rühl 18 Bde., von Freifrau von Stein
10 Jahrg. Zeitſchr., von Herrn Kaufmann A. Trier
1 Bd., von Herrn Forſtaſſeſſor Walter 1 Bd. Allen
Gebern herzlichen Dank! Weitere Schenkungen von
Büchern und Zeitſchriften, ſoweit ſolche nicht veraltet
ſind, ſind jederzeit willkommen.
Der Sport= und Nutzkaninchenzuchtverein ver=
anſtaltet
am Sonntag, den 11. September, eine Ver=
loſung
von Kaninchen, um dadurch dem Publikum Ge=
legenheit
zu geben, in den Beſitz von Kaninchen zu ge=
langen
, bezw. Fleiſch von ſolchen zu eſſen. Die zu ver=
loſenden
Kaninchen werden vom 7. September ab bei
dem Mitglied Roß, Erbacherſtraße 46, ausgeſtellt, wo
die Tiere jederzeit beſichtigt werden können. Das Er=
gebnis
der Verloſung wird am Dienstag, den 13. Sep=
tember
, im Darmſtädter Tagblatt bekannt gegeben
und müſſen alle Gewinne bis zum 16. September abge=
holt
ſein, andernfalls ſie zu Gunſten des Vereins ver=
fallen
. Die Verloſung beginnt um 10 Uhr vormittags
und werden Gewinne nur gegen Vorzeigung des ge=
zogenen
Loſes verabfolgt.
Darmſtädter Amateurphotographen. In
Worms findet z. Zt. eine große photographiſche Aus=
ſtellung
ſtatt, an der ſich auch die Darmſtädter Amateur=
Vereinigung beteiligt. Die W. Z. ſchreibt darüber:
Darmſtadt ſtellt in der Hauptſache Spezialiſten, die
den großen wiſſenſchaftlichen Wert der Lichtbildkunſt
dartun. So Lehrer Heinz Jung und Profeſſor Klemm,
die ſaubere Aufnahmen mikroſkoviſcher Studien, von
Stein= und Erdformationen und hochintereſſante botaniſche
Studien ausſtellen. Sie geben uns eine Reihe von Bei=
ſpielen
, wie das Photogramm den Anſchauungsunterricht
zu beleben vermag; da ſehen wir die Biene, wie ſie ſich
eifrig mit der Blume beſchäftigt, die Kleintierwelt nach
entſprechender Vergrößerung, wertvolle geologiſche Auf=
nahmen
, die ſchon ein hochgeſteigertes Negativverfahren
vorausſetzen. Phil. Herweck und Anna Walz ſind mit
reizenden Landſchaftsaufnahmen vertreten. Wilh. Grimm
ſtellt ausgezeichnete Momentaufnahmen aus, in denen die
feinſten Lichter herausgebracht ſind. Er iſt ein Meiſter
des künſtleriſchen Sehens.
Eine kleine Familienfeier hielt am Samstag
abend die Bowle=Geſellſchaft Gut Trunk im Reſtaurant
Zum Kaiſer Friedrich ab. Bei einer vorzüglichen
Pfirſich=Bowle amüſierten ſich die Teilnehmer aufs beſte.
Herr Friedr. Krüger ſorgte für muſikaliſche Unterhaltung.
Frl. Margarete Huppe ſprach eine von Herrn Bernhard
Eiſenhauer verfaßte poetiſche Begrüßung. Beſonders
erwähnt ſeien die von Frl. Marie Schott geſungenen
Lieder.
V. V. Paſſagierfahrten mit L. 2 VI. Auf dem
Verkehrsbureau ſind die Bedingungen über die Paſſagier=
fahrten
mit dem Zeppelin=Luftſchiff L. 2 VI. der Luft=
ſchiffſtation
Baden=Oos einzuſehen und können daſelbſt
auch Fahrkarten zu 150 Mk. und 200 Mk. beſorgt werden.
§ Naturalverpflegungsſtation. Während des
Monats Auguſt wurde die Hilfe der hieſigen Natural=
verpflegungsſtation
von 191 mittelloſen Durchreiſenden
in Anſpruch genommen. Im vorhergehenden Monat

Juli ſind 209 (oder mehr 18) Perſonen unterſtützt
worden.
Schützenhof. Heute findet unter Herrn Ober=
muſikmeiſter
Mickleys Leitung ein beſonderes Konzert
ſtatt. Die Beſucher werden Muſikſtücke, Tanzmelodien
und Hymnen verſchiedenſter Völker hören. Jede 50. Ein=
trittskarte
erhält einen wertvollen Gegenſtand. (S. Anz.)
§ Hundefang. Während des Monats Auguſt ſind
durch den hieſigen Polizei=Hundeaufſeher 34 Hunde ein=
gefangen
worden. Hiervon wurden 15 Hunde von ihren
Eigentümern wieder ausgelöſt, 3 Hunde ſind verkauft
worden und 16 Hunde mußten getötet werden.
C. Eberſtadt, 4. Sept. Heute nachmittag 5 Uhr fand
die Feier der Grundſteinlegung der hieſigen
katholiſchen Kirche ſtatt. Als Vertreter des
Biſchofs war Herr Domkapitular Gödeker und als ſol=
cher
des Dekanats Darmſtadt Herr Domkapitular Dr.
Elz erſchienen, während das Großh. Kreisamt durch
Herrn Regierungsrat v. Werner und die Gemeinde
Eberſtadt durch Herrn Bürgermeiſter Schäfer ver=
treten
war. Die Feier begann mit einem Chor des
katholiſchen Kirchengeſangvereins St. Ludwig= Darm=
ſtadt
, worauf zwei Eberſtädter Kinder Begrüßungsge=
dichte
vortrugen. Seiner Feſtpredigt hatte Herr Dom=
kapitular
Dr. Elz den Spruch des Apoſtels Paulus
zugrunde gelegt: Es kann kein anderes Fundament
gelegt werden, als da iſt Jeſus Chriſtus, hochgelobt in
Ewigkeit Zunächſt gedachte er der eifrigen Tätigkeit
der Herren Pfarrkuraten Gallei und Daus für den
Kirchenbau, dankte alsdann den ſämtlichen Wohltätern,
wies auf die hohe Würde des chriſtlichen Gotteshauſes
hin und ermahnte ſchließlich die Gemeinde zur Glau=
benstreue
und chriſtlichen Werktätigkeit. Herr Pfr.
Metzger=Rüſſelsheim verlas die Urkunde der
Grundſteinlegung, worauf Herr Domkapitular =
deker
=Mainz den Grundſtein weihte. Außer dem hie=
ſigen
Kirchenvorſtand waren auch zahlreiche Eberſtäd=
ter
und Darmſtädter Katholiken anweſend, und ver=
ſchiedene
Vereine der Reſidenz hatten Deputationen
mit Fahne geſandt. Um halb 7 Uhr fand noch eine
weltliche Feier im Gaſthauſe Zur Eiſenbahn ſtatt,
bei der Herr Rechtsanwalt Geißner=Darmſtadt die
Feſtrede hielt.
t. Lindenfels, 4. Sept. Unter zahlreicher Beteilig=
ung
, wie man hier noch ſelten einen Leichenzug ge=
ſehen
hat, wurde heute der Chef der hieſigen Granit=
und Syenitwerke, Herr Michael Böhringer, zu
Grabe getragen. Ganz unerwartet iſt derſelbe im
Krankenhauſe zu Darmſtadt infolge einer Operation
aus dem Leben geſchieden. Mit ihm iſt ein Mann da=
hingegangen
von echtem Schrot und Korn, der in allen
Kreiſen der Bevölkerung beliebt war und ſich eines
hohen Anſehens erfreute. Böhringer war Mitglied
des Gemeinderats, des Kirchenvorſtandes, des Schul=
vorſtandes
, der Steuereinſchätzungskommiſſion 1. Ab=
teilung
und des Zentralausſchuſſes des Odenwald=
klubs
. Aus beſcheidenen Verhältniſſen hat er ſich
emporgearbeitet, und hinterläßt nun ein Geſchäft, das
zu den erſten auf dem Gebiete der Steininduſtrie in
Deutſchland zählt.
Mainz, 3. Sept. Der Friſeurlehrling Otto Wie=
ſenbach
der ſich zum Scherz an der Leiter aufge=
hängt
hatte und dabei den Tod fand, iſt ein Opfer der
Schundliteratur geworden. Er hatte ſeinem
Freunde vor einigen Tagen die Aeußerung gemacht,
daß das Hängen doch etwas Schönes ſein müſſe; er
werde es einmal probieren. In ſeinem Beſitze wurde
auch der Schundroman, außer vielen anderen, Der
Gehängte aufgefunden, dem er jedenfalls zum Opfer
gefallen ſein dürfte.
Gießen, 5. Sept. Die Stadt hat dem Verein Heſſi=
ſcher
Zahnärzte zur Errichtung einer zahnärzt=
lichen
Klinik das ebenfalls im ſtädtiſchen Beſitz
befindliche Baracken=Auditorium der alten Klinik zur
Verfügung geſtellt. Weiter hat ſich die Stadt bereit
erklärt, das Gebäude für ſeinen neuen Zweck inſtand
zu ſetzen und für den Betrieb des Inſtituts einen
jährlichen Zuſchuß von 1000 Mark zu leiſten unter der
Bedingung, daß dafür die Zahn= und Mundpflege der
Volksſchulkinder koſtenlos übernommen
wird. Der Verein der Heſſiſchen Zahnärzte übernimmt
die Koſten der Einrichtung und des Betriebes. Man
hofft beſtimmt, daß der Staat für das Fach eine Pro=
feſſur
errichten wird, damit die Landesuniverſität nicht
hinter anderen deutſchen Hochſchulen zurückſteht. Das
neue zahnärztliche Inſtitut ſoll am 1. November er=
öffnet
werden. Der wegen Erpreſſung und Be=
drohung
vor 14 Tagen in Haft genommene Schreiner=
geſelle
Heck hierſelbſt wurde wegen Geiſtesgeſtörtheit
außer Verfolgung geſetzt. (G. A.)
* Bad Nauheim, 5. Sept. Die Abgeordnetenverſamm=
lung
des Deutſchen Architekten= und In=
genieur
=Verbandes beſuchte geſtern mit ihren
Damen Bad Nauheim. Sie wurden von der Kurverwal=
tung
zum Diner geladen. Hierauf beſichtigten ſie unter
Leitung der einzelnen Reſſortchefs die Maſchinenzentrale,
die Salinen, ſowie ſämtliche techniſchen Neueinrichtungen.

Der deutſche Kaiſer ſoll eine beſondere Vorliebe für
gekochten Karpfen haben und zwar auf heimiſche Art
in Bier. Einſt war ſein Leibgericht bei einer größeren
Geſellſchaft im Schloß aufgetragen, und da der Fiſch
dem Kaiſer trefflich mundete, ſo befahl er, man ſolle
ihm den Gang noch einmal reichen. Aber der Diener
mußte geſtehen, daß kein Karpfen mehr da ſei. Der
Kaiſer wandte ſich an den Haushofmeiſter, der ſich zu=
fällig
unter den Gäſten befand, und fragte: Warum
kauft man denn ſo wenig Karpfen? Der Beamte er=
widerte
, daß an dem betreffenden Tage über 400 Pfund
Karpfen in die königliche Küche geliefert worden ſeien.
Eine ganz anſtändige Portion, meinte der Kaiſer,
aber in Zukunft, wenn es Karpfen gibt, laſſen Sie
doch bitte für mich noch extra ein halbes Pfund kaufen.
Ein großer Freund aller Fiſchſpeiſen iſt der ruſſiſche
Zar; auf ſeiner Tafel ſind die Faſtengerichte immer be=
ſonders
zahlreich vertreten, und am beſten ſchmeckt ihm
ſein Fiſch, wenn er nach den Regeln der franzöſiſchen
Küche zubereitet iſt, die von denen der ruſſiſchen be=
trächtlich
abweicht. Als er während der Präſidentſchaft
Faures Paris beſuchte, erging er ſich in hohen Lobens=
erhebungen
über die franzöſiſche Küche. Als ihn der
Präſident fragte, was ſein Lieblingsgericht ſei, war die
Antwort: Kabeljau in Olivenöl. Das könnte ich jeden
Tag zweimal eſſen.
Der Fiſch ſteht in ſeinen feinſten Arten und in den
höchſten Raffinements ſeiner Zubereitung für den
Feinſchmecker überhaupt an erſter Stelle. Die großen
Gourmets des 18. Jahrhunderts ſahen in dem Fiſch=
gang
den Mittelſatz der wundervollen Geſchmacks=
ſymphonie
, an der ſie ſich erfreuten, und Grimod de la
Reyniere hat bekanntlich kein ſchlimmeres Urteil :
die Revolution finden können, als daß man es in die=
ſer
traurigen Zeit verlernt habe, einen Turbot gut zu=
zubereiten
. Einer, der die großen Traditionen des

Rokoko in Sachen der Küche wiederaufnahm, war der
Kardinal Fleſch, der Onkel Napoleons I. Ihm waren
einmal, als er eine Anzahl hoher geiſtlicher Würden=
träger
eingeladen hatte, zwei Steinbutten von hervor=
ragender
Schönheit zum Geſchenk gemacht worden.
Wenn er ſeinen Gäſten beide hätte vorſetzen wollen, ſo
wäre das lächerlich geweſen. Aber es tat ihm bitter
leid, daß das eine der ſchönen Tiere nun ſo nutzlos in
der Küche verzehrt werden ſolle, und er wünſchte, den
Ruhm für beide Prachtexemplare zu ernten. Als er
ſeinem Küchenchef ſeine Schmerzen mitteilte, beruhigte
ihn dieſer und ſagte, es werde alles aufs beſte einge=
richtet
werden. Die Stunde des Diners kam heran,
nach der Suppe wird der eine Steinbutt aufgetragen,
und alle Geſichter verklären ſich bei dem herrlichen
Anblick. Aber plötzlich gleitet der tragende Diener aus,
ſtürzt hin, und die Zierde der Kochkunſt rollt auf den
Fußboden. Allgemeines Entſetzen und betretenes Still=
ſchweigen
: man glaubt um die köſtliche Speiſe gekom=
men
zu ſein. Da ertönt ein erlöſendes Wort aus dem
Munde des Haushofmeiſters. Bringt einen anderen
Steinsutt. befiehlt er ruhig. Und nun erſcheint das
zweite, nicht minder vollkommene Tier, das die ängſt=
liche
Spannung in noch größeres Entzücken verwan=
delt
. . . .

Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und= Leben.
* Das Frauenſtudium in Preußen. An
den preußiſchen Univerſitäten ſtudierten im Sommer=
ſemeſter
1910 2035 Frauen (gegen 1464 im Jahre 1909).
Die philoſophiſche Fakultät iſt dabei am ſtärkſten be=
teiligt
; ihre Zahl belief ſich auf 1757 (gegen 1242). Die
mediziniſche Fakultät zählte 241 Studentinnen (gegen
183). Die theologiſche und juriſtiſche Fakultät haben
eine Veränderung in der Zahl der ſtudierenden Frauen

nicht erſahren. Die erſtere wies 25, die letztere 12 Stu=
dentinnen
auf. Die neuen Beſtimmungen vom vorigen
Jahre über die Immatrikulation von Frauen haben
in dem Zahlenverhältnis der Immatrikulierten zu den
Hoſpitantinnen eine weitere Verſchiebung herbeigeführt;
die immatrikulierten Frauen beſinden ſich jetzt erheb=
lich
in der Mehrheit, 1334 gegen 701.
C.K. Bazillenfreie Banknoten. Der alten
National Bank of Spokane in Waſhington gebührt der
Ruhm, die erſten antiſeptiſchen, bazillenfreien Bank=
noten
ausgegeben zu haben. Während das Schatzamt
der Vereinigten Staaten noch Verſuche anſtellt, iſt ihm
die Spokane Bank mit ihrem geſundheitsgemäßen Gelde
zuvorgekommen. 50000 Dollars in Noten, die ſoeben
von der Bank verausgabt wurden, ſind mit einer Farbe
gedruckt, der reichlich Karbolſäure hinzugeſetzt iſt. Auf
dieſe Weiſe ſind die Geldſcheine mit einem Mittel ver=
ſehen
, das für die meiſten ſchädlichen Keime vernichtend
virkt.
* Frankfurter Theater=Spielplan.
1. Opernhaus. Dienstag, 6. Sept.: Margarethe‟.
Mittwoch, 7. Sept.: Die Fledermaus. Donnerstag,
8. Sept.: Das Rheingold. Freitag, 9. Sept.: Die ge=
ſchiedene
Frau. Samstag, 10. Sept.: Der Prophet.
Sonntag, 11. Sept.: Die Walküre Montag, 12. Sept.:
Ein Walzertraum‟ Dienstag, 13. Sept.: Siegfried.
2. Schauſpielhaus. Dienstag, 6. Sept.: Im
weißen Rößl Mittwoch, 7. Sept.: Medea‟. Don=
nerstag
, 8. Sept.: Der große Name Freitag, 9. Sept.:
Der dunkle Punkt Samstag, 10. Sept.: Ein idealer
Gatte Sonntag, 11. Sept., 3½ Uhr: Das Konzert.
7 Uhr: Der große Name Montag, 12. Sept.: Medea.
Dienstag, 13. Sept.: Ein idealer Gatte‟

[ ][  ][ ]

Seite 4.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208.

A Aus Oberheſſen, 5. Sept. Eine langerſehnte Bahn=
verbindung
wird durch die projektierte Neben=
bahnlinie
Alsfeld-Nieder=Aula geſchaffen
werden, die von Nieder=Aula über Nieder=Joſſa und die
heſſiſchen Gemeinden Wallersdorf, Grebenau, Eulersdorf
und Schwarz führen und in den Bahnhof Alsfeld
einmünden ſoll. Letzterer muß infolge der Einführung
der Nebenbahn bedeutend vergrößert werden. Leider
ſtößt das urſprüngliche Projekt der Eiſenbahndirektion
Frankfurt a. M., die beſtehende Bahnhofsanlage nach We=
ſten
zu zu erweitern, auf außerordentliche Hinderniſſe, da
die anliegenden Grundſtücksbeſitzer zum Teil übertrieben
hohe Forderungen für das abzutretende Gelände geſtellt
haben. Es iſt deshalb ſeitens der Eiſenbahnverwaltung
beabſichtigt, den Bahnhof nach der Romroder Straße an
den alten Zellerweg zu verlegen. Durch dieſe Bahnhofs=
verlegung
würden allerdings zahlreiche Intereſſenten er=
heblich
geſchädigt und es herrſcht deshalb in den in Be=
tracht
kommenden Alsfelder Kreiſen darüber zur Zeit
große Aufregung. Man hofft jedoch auf eine baldige be=
friedigende
Löſung, damit der projektierte Bahnbau nicht
noch länger hinausgezogen wird.

Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 4. Sept. Der falſche Arzt
Joſeph Gottſchalk, über deſſen Treiben ſchon mehr=
fach
berichtet wurde, iſt heute in Berlin verhaftet wor=
den
. Er hat die Familie eines Arbeiters als Arzt
längere Zeit hindurch behandelt, bis ſich ſchließlich her=
ausſtellte
, daß der angebliche Arzt ein irrſinniger
Kommis ſei. Die Familie ließ ihn bei ſeinem Beſuch
verhaften. Gottſchalk wird vermutlich in eine Irren=
anſtalt
gebracht werden. In der letzten Nacht wurde
im Hebbeltheater ein Kaſſendiebſtahl verübt, wo=
bei
einem Einbrecher der Erlös vom Vorverkauf für
die Sonntagvorſtellung, im ganzen etwa 1300 Mark, in
die Hände fiel. Der Täter iſt entkommen. Der Kauf=
mann
Eduard von Schnehen wurde geſtern nach=
mittag
auf einem Südringzuge das Opfer eines Räu=
bers
. Ueber den Fall liegen folgende Meldungen vor:
Ein Aufſichtsbeamter der Ringbahn=Station meldete
nachmittags 5 Uhr, daß in einem Abteil 2. Klaſſe ein
Herr bewußtlos liege. Neben ihm lagen Papiere und
das geöffnete Portemonnaie. Die Uhr hing an der
Kette herab. Auf dem Fußboden waren mehrere Blut=
flecken
. Als man den Bewußtloſen aufrichtete, trat
Bluterbrechen ein. Der Herr, der keine äußeren Ver=
letzungen
hatte, erholte ſich raſch. Als man ihm ſeine
Sachen zurückgab, erklärte er, daß ihm 200 Mark fehl=
ten
. Der Arzt, der ihn unterſuchte, ſtellte Magenblut=
ungen
feſt. Die Beraubung des Kaufmanns konnte bei
den Vernehmungen noch nicht aufgeklärt werden. Die
Polizei iſt der Anſicht, daß es ſich nicht um eine gewalt=
ſame
Beraubung durch gewerbsmäßige Verbrecher han=
delt
, ſondern daß ein Gelegenheitsdieb den durch einen
Blutſturz willenlos gewordenen Kaufmann beraubt
hat. Wie es heißt, ſind die Behörden in Erwäg=
ung
darüber eingetreten, welche Maßregeln zum ener=
giſchen
Schutze des reiſenden Publikums zu ergreifen
ſind.
5. Sept. Der Kaiſer und die Kaiſerin ſind
heute früh 7 Uhr 25 Minuten nach Stolp abgefahren.
(*) Fulda, 5. Sept. Zwei zum Glück nicht ſehr
ſchwere Unfälle trugen ſich bei der 49. Infanterie=
brigade
zu. Ein Offizier vom Leibgarderegiment
Nr. 115 ſtürzte vom Pferde und verletzte ſich am rechten
Arm. Ein Reſerveunteroffizier von den 116ern ſtürzte
auf ſteiler Straße vom Rad; Kopf und Arme wurden
nicht unbedeutend verletzt.
München, 4. Sept. Der 20jährige Notariatsbuchhalter
Reitz ſtürzte ſich heute abend von der Kuppel des
nördlichen Frauenturms auf den Frauenplatz herab, wo
er zerſchmettert liegen blieb.
Trier, 5. Sept. Der Buchhalter Krüger und der Bau=
führer
Meſignari wurden am Samstag nachmittag zwiſchen
Irrel und Nieder=Weiß von drei ausländiſchen Bahn=
arbeitern
angefallen und einer Summe von 3000
Mark, die zur Lohnzahlung beſtimmt waren, beraubt. Ein
Schuß auf den Buchhalter Krüger war fehlgegangen.
Militär, das dort einquartiert iſt, Gendarmen und Arbei=
ter
nahmen ſofort die Verfolgung der Räuber auf, deren
einer einen Schuß in den Kopf erhielt, doch mit ſeinen

Kumpanen in den Wald entkommen konnte. Geſtern
wurde einer der drei Räuber, als er bei Ralingen über die
Brücke ins Luxemburgiſche entfliehen wollte, gefaßt.
Dresden, 3. Sept. Marſchall Hermes da
Fonſeca unternahm heute nachmittag unter Führung
des Oberbürgermeiſters Dr. Beutler eine Rundfahrt durch
die Stadt, wobei u. a. die neuen Schlachthofanlagen und
das neue Rathaus beſichtigt wurden. Ferner beſichtigte
der Marſchall in Begleitung des Geh. Kommerzienrats
Lingner das Gelände für die Internationale Hygiene=
Ausſtellung Dresden 1911, auf der auch Braſilien vertreten
ſein wird. Abends folgte ein Beſuch des königlichen
Schauſpielhauſes. Der Marſchall gedenkt morgen früh
Dresden wieder zu verlaſſen und 7,15 Uhr nach Bern ab=
zureiſen
.
Köln, 4. Sept. In der Preſſe ſpricht man ſeit einigen
Tagen von dem Plan einer elektriſchen Vollbahn zwi=
ſchen
Köln und Kaſſel. Richtig iſt daran, daß die
Bergmann=Elektrizitäts=Werke ein derartiges Projekt aus=
arbeiten
und die Regierung um die Konzeſſionierung an=
gehen
werden. Zur Ausführung der Vorarbeiten haben
Städte und Gemeinden in Waldeck und Weſtfalen, die von
der Bahn berührt werden ſollen und die ſich von ihr
Nutzen verſprechen dürfen, ſchon Zuſchüſſe bewilligt oder
feſt zugeſagt. Corbach hat dieſen Zuſchuß wegen ungün=
ſtiger
Finanzlage der Stadt vorläufig ablehnen müſſen.
Kaſſel aber hat z. B. 2000 Mark für die Projektarbeiten
bewilligt. Auch Köln hat einen Betrag für dieſen Zweck
ausgeworfen. Mehrere Kommunen haben ſich bereit er=
klärt
, den für den Bau der Bahn nötigen Grund und Bo=
den
unengeltlich zur Verfügung zu ſtellen. Trotz des gro=
ßen
Entgegenkommens der beteiligten Kreiſe iſt es zwei=
felhaft
, ob die Hoffnung der intereſſierten Leute auf eine
wohlwollende Haltung der preußiſchen Regierung zu die=
ſem
neuen Plane erfüllt wird.
Winden, 5. Sept. Geſtern abend wurde der 62 Jahre
alte Poſtbote Johannes Sangmeiſter, als er auf dem
Bahnhofe mit ſeinem Packwagen die Gleiſe überſchreiten
wollte, von dem Eilzuge Nr. 90 Weißenburg-Neuſtadt
erfaßt und ſofort getötet. Der Verunglückte hinterläßt
Frau und drei erwachſene Kinder.
Bremen, 5. Sept. Aus der Strafanſtalt in Oslebs=
hauſen
ſind am Sonntag nachmittag drei wegen ſchweren
Diebſtahls zu längerer Strafe verurteilte Sträflinge
ausgebrochen. Es gelang der Kriminalpolizei, zwei
der Entſprungenen heute früh am Oſterdeich wieder einzu=
fangen
; der dritte Ausbrecher, der 20jährige Bäckergeſelle
Hermann Heinrich Uhlhorn, iſt noch nicht wieder ergriffen.
Stettin, 5. Sept. In Auguſtwalde fand der von
der Jagd heimkehrende Bannnternehmer Gebhardt den
Beſuch eines befreundeten Poliers vor. Bei der Be=
grüßung
entlud ſich durch einen unglücklichen Zu=
fall
das Gewehr und der Schuß traf den Polier, der
ſofort ſtarl.
London, 5. Sept. In den Londoner Docks brach am
Sonntag vormittag eine heftige Feuersbrunſt in den
großen Leinſamen= und Oelkuchenwarenlagern von Arm=
ſtrong
aus. Eine ganze Feuerwehrbrigade mit 26 Dampf=
ſpritzen
bekämpfte den Brand. Nach dreiſtündiger Arbeit
wurde man des Feuers Herr, nachdem die Werft vollſtän=
dig
ausgebrannt war.
Petersburg, 3. Sept. Die Petersburger Geheimpoli=
zei
nahm eine eingehende Unterſuchung des Kauf=
hofs
Alexandermarktvor, wobei ſie in der Nie=
derlage
des Kaufmanns Gadaulin mehrere hundert neue
Matroſenbeinkleider, Mäntel, Röcke uſw. vorfand. Sämt=
liche
Sachen entſtammen dem Kronſtädter Depot, wo ſie
ſyſtematiſch entwendet und dann von Beamten verkauft
wurden. Ferner fand man im Landhaus Gadaulins in
der Umgegend von Petersburg eine enorme Niederlage
geſtohlener Matroſenkleider. Wie feſtgeſtellt wurde, hat
man vor 12 Jahren in demſelben Geſchäft 5000 geſtohlene
Marinemäntel gefunden, vor 3 Jahren 2000 Kilo Schrap=
nells
und andere Artilleriegeſchoſſe, die ebenfalls aus Kron=
ſtadt
ſtammten.
Orſova, 5. Sept. Infolge des anhaltenden Regens
überſchwemmte der Oſerabach das Oſeratal und
überflutete die Bahnkolonie mit allen Häuſern. Die
Landſtraße wurde völlig weggeſchwemmt, ſodaß der Ver=
kehr
unterbrochen iſt. Im Oſeratal ſind fünf Häuſer ein=
geſtürzt
. Die Bahnbrücke bei Jablanicza iſt gleichfalls

weggeſchwemmt. Der Bahnverkehr iſt unterbrochen. Auch
in anderen Orten richtete das Hochwaſſer großen Schaden
an. Nähere Mitteilungen fehlen jedoch, da der Verkehr
vollſtändig unterbrochen iſt.

Kongreſſe und Verbandstage.
* Die 19. Wanderverſammlung des
Verbandes Deutſcher Architekten= und
Ingenieur=Vereine findet in dieſen Tagen
in Fran kfurt ſtatt. Den Vorſitz der Sitzung
am Samstag führte Miniſterialdirektor R. Reverdy=
München. In dem umfaſſenden Bericht über das ab=
gelaufene
Geſchäftsjahr wird mitgeteilt, daß die Mit=
gliederzahl
um 302 gewachſen iſt. Das Vermögen des
Verbandes beträgt 6.790000 Mark. Eine lebhafte
Ausſprache entſpann ſich über das vom Verband ge=
plante
Bürgerhauswerk, das die gute alte
Bürgerhauskunſt in Wort und Bild ſchildern und dar=
ſtellen
ſoll und das einen Wert haben werde, der zu
dem verhältnismäßig niedrigen Preis des Werkes in
keinem Verhältnis ſtehe. Auf dieſe Tatſache müſſe
hingewieſen werden, um die Städte und Behörden zu
Spenden für das Werk zu veranlaſſen. Von einer
Seite wurde der Wunſch ausgeſprochen, daß die Pro=
vinzialverbände
Einzelſammlungen herausgeben ſoll=
ten
, weil die Fülle des Materials für ein Werk zu groß
wäxe. Für die nächſte Abgeordnetenverſammlung
wurde Münſter gewählt, während die Delegiertenver=
ſammlung
im Jahre 1912, mit der wieder eine Wan=
derverſammlung
verbunden iſt, in München ſtattfin=
det
. Baurat Körte berichtet über die Gründung einer
Verbandszeitſchrift, die ſich vor allem mit
Verbands= oder Berufsfragen befaſſen ſoll. Die Grün=
dung
eines Verbandsorgans wird darauf beſchloſſen.
Ein Ausſchuß, der vor zwei Jahren gewählt wurde,
um Vorſchläge über die Ausbildung der Archi=
tekten
und Ingenieure für den Verwalt=
ungsdienſt
zu machen, legt der Verſammlung eine
Denkſchrift vor. Vor allem wird gewünſcht, daß auf
den Techniſchen Hochſchulen die Möglichkeit zum Stu=
dium
der Rechts=, Staats= und Wirtſchaftswiſſenſchaf=
ten
geſchaffen wird. Mit einer Verlängerung des Stu=
diums
über acht Semeſter hinaus erklärt ſich die Ver=
ſammlung
nicht einverſtanden; denn für die neuen
Fächer kann genügend Zeit zum Studium geſchaffen
werden, wenn andere Vorleſungen in dieſem Umfange
gekürzt würden. Die in der Denkſchrift ausgeſpro=
chenen
Wünſche gipfeln in folgenden drei Hauptſätzen:
1. Wir halten es für erforderlich, daß unter Abänder=
ung
der etwa entgegenſtehenden landesgeſetzlichen Be=
ſtimmungen
die leitenden Aemter der ſtaatlichen,
kommunalen und privaten Verwaltungen den bewähr=
ten
Akademikern aller Berufsklaſſen zugänglich ge=
macht
werden. 2. Um für die Architekten und Inge=
nieure
zu dieſem Ziele zu gelangen, ſind die Unter=
richtspläne
der Techniſchen Hochſchulen ſo einzurich=
ten
, daß alle Studierenden die Möglichkeit einer har=
moniſchen
, weitere Gebiete des öffentlichen Lebens
einſchließenden Ausbildung gewinnen, die ſie befähigt,
über die Grenzen der eigentlich techniſchen Tätigkeit
hinaus, immer auf deren Grundlage tätig, ſich regelnd
und leitend an der Pflege und Hebung unſeres natio=
nalen
Kulturzuſtandes zu beteiligen. 3. Wir fordern,
daß ſowohl der Staat als auch die öffentlichen und
privaten Selbſtverwaltungen die Pflicht zur weiteren
Ausbildung der Architekten und Ingenieure, welche
die akademiſche Hauptprüfung beſtanden haben, aner=
kennen
, und daß den genannten Akademikern neben
der techniſchen Ausbildung an allen ſtaatlichen, kom=
munalen
und privaten Dienſtſtellen auch Gelegenheit
zur Verwaltungsübung geboten werde. Weiter ver=
langt
die Denkſchrift, daß für die Abſolventen der
Hauptprüfung in der Abteilung für Hochbau an Stelle
des Titels Diplom=Ingenieur der Titel Diplom=
Architekt eingeführt werden ſoll. Nach einem Referat
von Baurat Köhn=Berlin über die preußiſche Ver=
waltungsreform
und die Intereſſen der Techniker
wird die Abfaſſung einer Denkſchrift mit den Wünſchen
des Verbandes beſchloſſen.
Der frohen Geſelligkeit war der Abend geweiht,
an dem der Frankfurter Architekten= und Ingenieur=
Verein ſeine Gäſte im Stadthaus, den Römerhallen,
empfing. Stadtrat Franze ſprach im Namen des hei=

Kleines Feuilleton.
* Der Kaiſer auf der Elchjagd. Der Kaiſer
wird im Anſchluß an die Kaiſermanöver zu kurzem
Jagdaufenthalt nach dem Jagdſchloß Paith fahren, um
dort einige Tage der Elchjagd obzuliegen. Paith iſt eine
einſame Oberförſterei in der Memel=Niederung, die
faſt gar nicht bekannt iſt und nur dann wieder einmal
genannt wird, wenn der Kaiſer oder auch der Kron=
prinz
, der auch ſchon in dieſer Gegend war, dort auf
Elche jagt. Das Jagdrevier liegt in dem großen Iban=
horſter
Forſt, umgeben von den ausgedehnten Mooren
des Memeldeltas, das für die Elche beſondere Schlupf=
winkel
bietet. Oſtpreußen iſt das einzige Jagdgebiet
in Deutſchland, in dem der Elch anzutreffen iſt, in dem
Ibanhorſter Forſt am zahlreichſten, in etwa 100 Exem=
plaren
, von denen immer nur einige abgeſchoſſen wer=
den
, um die Tiere nicht ausſterben zu laſſen. Verein=
zelt
kommt der Elch noch in den ſumpfigen Gegenden
der Kuriſchen Nehrung vor, auf der er dem Wanderer
über die preußiſche Wüſte manchmal ganz unver=
mutet
entgegentritt, ferner am Friſchingſee und in den
großen Forſten in der Nähe von Königsberg. Als der
Kaiſer vor einigen Jahren zur Elchjagd erſchien, war
ihm St. Hubertus nicht hold; hoffentlich hat er dies=
mal
in dem einſamen Waldrevier hoch oben im äußer=
ſten
Nordoſten mehr Glück.
CK. Der New=Yorker Familienge=
richtshof‟
Ein eigenartiger neuer Gerichtshof hat
in dieſen Tagen in New=York ſeine Tätigkeit begonnen.
Es iſt das Gericht für das häusliche Leben, dem die
Aufgabe geſtellt iſt, in Streitigkeiten zwiſchen Ehegat=
ten
, in häuslichen Zwiſten aller Art eine Entſcheidung
zu fällen, und beſonders verlaſſenen und mißhandelten
Ehefrauen und Ehemännern beizuſtehen. Zur Eröff=
nung
hatte ſich eine große Anzahl von Frauen und
Männern aus den verſchiedenartigſten Kreiſen und
Ständen eingefunden, um bei dem Richter Mr. Cornell
Hilfe und Rettung in ihren Nöten zu finden. Da waren
ſehr elegant gekleidete, vergnügt ausſehende Paare und
dann wieder elende Jammergeſtalten, denen Hunger
und Unglück deutlich von den Zügen und von der
Kleidung abzuleſen waren. Der Richter eröffnete die
erſte Sitzung ſchlicht und formlos und betonte, daß alle,
die ſich an das Gericht wenden wollten, ruhig ihre An=
gelegenheiten
vortragen müßten und daß kein Gezänk
geſtattet ſei. Der erſte Kläger, der vortrat, war eine
ſchüchterne, arme Frau mit einem kranken Kind im
Arm, die uw einen Haftbefehl gegen ihren Mann bat.

der ſie verlaſſen hatte. Ihrem Verlangen wurde ſtatt=
gegeben
und es folgte eine andere Frau, die von ihrem
Mann und ihrem Schwiegervater begleitet wurde. Der,
der Beſchwerde führte, war der Gatte, der ſich bitter
über das Betragen ſeines Schwiegervaters beklagte.
Nun wurde der Störer des ehelichen Friedens ver=
nommen
, der erklärte, er werde von ſeinem Sohn unter=
ſtützt
und wohne bei ſeiner Tochter. Sie müſſen alſo
von jetzt ab auch bei Ihrem Sohne wohnen, war das
ſalomoniſche Urteil, das Mr. Cornell fällte, dann wer=
den
die beiden ſchon miteinander glücklich werden.
Das iſt es, was ich haben wollte, ſagte der Ehemann
befriedigt und verließ Hand in Hand mit ſeiner Frau
den Gerichtsſaal. Ein Dutzend weitere Fälle kam noch
zur Verhandlung, und bei der Hälfte gelang es dem
Beamten, die zwiſchen den Ehegatten beſtehenden
Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen und die
Paare in glücklicher Eintracht zu entlaſſen. Die Not=
wendigkeit
für die Errichtung eines ſolchen Gerichts=
hofes
ergab ſich dadurch, daß in den letzten Jahren
immer häufiger ein Ehegatte den anderen böswillig ver=
laſſen
hatte. Die durchſchnittliche Zahl der Klagen, die
in dieſer Hinſicht an die New=Yorker Polizei gelangten,
betrug 2700 im Jahr.
* Eine Durchquerung Afrikas im Auto=
mobil
. Wie der Daily Expreß ſchreibt, haben vier
unternehmungsluſtige und waghalſige Sportsleute den
Entſchluß gefaßt, den kommenden Winter zu einer
Automobilfahrt von Kapſtadt nach Kairo zu verwenden.
Der Leiter der Fahrt, ein gewiſſer Bentley, hat vor
einigen Jahren mit beſonderer Erlaubnis des Kaiſers
Menelik, dem er ſpäterhin auch ſeinen Wagen vorführte,
ganz Abeſſinien bereiſt, und damals iſt ihm der Ge=
danke
aufgeſtiegen, in gleicher Weiſe Afrika zu durch=
queren
. Die zurückzulegende Strecke beträgt 9654 Kilo=
meter
und wird, am Kap der guten Hoffnung begin=
nend
, von Kapſtadt über Middelburg, Bloemfontein,
Viktoria Falls, Livingſtonia, Kodola, Khartum nach
Kairo und an die Küſte des Mittelländiſchen Meeres
führen. Die Schwierigkeiten und die Gefahren der
Reiſe ſind groß und zahlreich: Fieberſümpfe, Wüſten,
Urwälder, Hunger und Durſt, wilde Tiere, feindſelig
geſinnte Eingeborenenſtämme alles trägt dazu bei,
das Unternehmen, das im November angetreten wer=
den
ſoll, außerordentlich gewagt erſcheinen zu laſſen.
Zwanzig große Flüſſe und vier große Seen ſind zu
überſchreiten, und um das Automobil ungefährdet über
die ausgedehnten Waſſerflächen zu bringen, hat Bentley
den Plan einer fliegenden Brücke entworfen, die an

Ort und Stelle aus den vorhandenen Bäumen gezim=
mert
werden ſoll, um das Automobil ſicher an das jen=
ſeitige
Ufer führen zu können.
** Schulmeiſter zu Pferde. In den Abruzzen
kommen auf hundert Einwohner 69 Analphabeten trotz
der großen Menge Schulen, die man in den letzten fünf
Jahren errichtet hat. Die Schulen werden nicht be=
ſucht
, und die Bewohner des Berglandes leben weiter,
ohne ſich in die Anfangsgründe der Bildung zu vertie=
fen
. Da hat denn der Profeſſor Emilio Agoſtinoni ein
neuartiges Erziehungsſyſtem der italieniſchen Regier=
ung
vorgeſchlagen und bereits mit Glück durchgeführt.
Der größte Teil der Bewohner der Abruzzen beſteht
nämlich aus Hirten, die neun Monate des Jahres in
den Bergen verbleiben, von aller Kultur getrenut.
Wenn ſie alſo nicht zur Schule kommen, ſo muß die
Schule zu ihnen kommen. Es ſind daher 15 Schul=
meiſter
beritten gemacht worden, die auf ihren Pferden
in den Bergen herumreiten und da, wo ſie auf junge
Leute und Kinder ſtoßen, Schule unter freiem Himmel
abhalten. Die Reſultate ſind über alles Erwarten gün=
ſtig
ausgefallen; die 15 Schulmeiſter zu Pferde erfreuen
ſich unter dem Hirtenvolk der größten Beliebtheit; wo
ſie in den Bergen erſcheinen, da laufen ihnen Schüler
in Menge zu. Die Hirten, die bisher ſo ſtandhaft aller
Bildung widerſtrebten, erweiſen ſich ſogar als ſehe
wiſſensdurſtig; ſie lernen eifrig Leſen und Schreiben,
und legen viel Verſtand und lebendige Auffaſſungsgabe
an den Tag.
* Ein gemeiner Kerl. Und jetzt ſage ich
Ihnen zum letzten Male, ſchmeißen Sie Ihre Stinka=
dores
fort. Das iſt ein Nichtrauchercoupé, ich brauche
mir das nicht gefallen zu laſſen! Und ich ſage
Ihnen zum überletzten Male, das geht Sie den Teufel
an, ob ich rauche oder nicht. Setzen Sie ſich kraus, wenn
Ihnen meine Zigarre nicht paßt. Der Zug hält und
der erſte Herr ruft den Zugführer: Laſſen Sie ſich doch
mal das Billett dieſes Menſchen zeigen, er hat dritter
und fährt zweiter! Der Sachverhalt wird feſtgeſtellt
und der Raucher muß ſechs Mark Strafe zahlen. Jen=
ſeits
der Bahnſperre treffen ſich die beiden wieder. Die
Neugier drängt den Aerger zurück und der ſoeben Be=
ſtrafte
fragt den andern: Sagen Sie mir bloß, woher
Sie das wußten, daß ich in der falſchen Klaſſe fahre?
Das iſt ſehr einfach: Sie hatten die Fahrkarte in
der Billettaſche Ihres Rockes, wo ſie ein klein wenig
herausguckte. Und da ſah ich, daß Ihr Billett dieſelbe
Farbe hatte wie meins! (Luſtige Blätter.)

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Seite 5.

Nummer 208.

Darmſtädter

Dienstag, den 6. September 1910.

miſchen Vereins freundliche Worte des Willkomms,
Sein Hoch galt den fremden Gäſten. Profeſſor Hof=
acker
=Stuttgart ſprach dem heimiſchen Verein den
Dank des Verbandes aus. Er weihte ſein Glas dem
Frankfurter Architekten= und Ingenieur=Verein und
im ſpeziellen dem Ortsausſchuß. Dann erſchien die
durch Fräulein Reubkes Geſtalt und Mund zum
Leben wieder erwachte Pallas Athene des Myron aus
der ſtädtiſchen Galerie auf der Kaiſertreppe der
Römerhallen und bot den Gäſten des Frankfurter Ar=
chitekten
= und Ingenieur=Vereins mit einem von Mo=
ritz
Goldſchmidt verfaßten Prolog das Willkommen zu
dem Feſte der Arbeit.
* Oberurſel i. T., 5. Sept. Heute vormittag
11 Uhr eröffnete der Vorſitzende des Vereins Naſ=
fauiſcher
Land= und Forſtwirte, Präſident
der Landwirtſchaftskammer Bartmann=Luedike= Frank=
furt
a. M., in der Roſe die 89. Generalver=
ſammlung
des Vereins in Anweſenheit von 225
Delegierten, zahlreicher Gäſte und der ſtaatlichen und
ſtädtiſchen Behörden, unter denen ſich Regierungs=
präſident
v. Meiſter, Landrat Ritter von Marx und
andere befanden. Nach der Verleſung des Rechen=
ſchaftsberichts
kam der Vorſitzende auf die Fleiſchnot
zu ſprechen und ſagte: Fleiſchnot exiſtiert nicht, ſondern
nur eine Fleiſchteuerung, die durch die Anforderungen
der Hausfrauen mit (!) verurſacht iſt, weiter durch die
hygieniſchen Maßnahmen und durch die Unkoſten bei
der Schlachtung. Der Grenzſchutz muß bleiben, ſchon
wegen der Seuchengefahr. Daß das Fleiſch billiger
wird durch Oeffnen der Grenzen, iſt nicht der Fall. Das
Fleiſch im Auslande iſt ebenſo teuer wie im Inland.

Luftſchiffahrt.
* Straßburg, 5. Sept. Nachdem bis vor kurzem
das Luftſchiff L. Z. Vl von Baden=Oos nach Straß=
burg
Zielfahrten unternommen hat, wurden die Fahrten
nun bis auf weiteres von Berlin verboten, weil, wie
die Mittagsblätter in der Lage ſind, zu melden, in
letzter Zeit viele Ausländer, beſonders Franzoſen, mit
dem Luftſchiff Fahrten unternommen haben, und die
Gefahr beſteht, daß dieſelben vom Luftſchiff aus photo=
graphiſche
Aufnahmen machen. Die Delag hat die
bereits bezahlten Paſſagierfahrtpreiſe den Teilnehmern
wieder zur Verfügung geſtellt.
sr. Auf dem Flugplatz Berlin= Johan=
nisthal
konkurrierte Laitzſch am Sonntag um die
ausgeſetzten zwei Wurfpreiſe. Infolge Verſagens ſei=
nes
Motors mußte er jedoch nach 1½ Runden erfolg=
los
landen. Der Wright=Schüler Haas bewarb ſich
um die Pilotenprüfung, die er jedoch nur zum Teil
beſtand. Einen leichten Unfall erlitt der Aviatiker
Trinks. Sein Apparat kippte nach Zurücklegung von
einer Viertelbahnrunde um, wobei ſein Höhenſteuer
Jeſchädigt wurde, während der Aviatiker ſelbſt unver=
letzt
blieb.
sr. Die Flugreiſe von Paris nach Bor=
deaux
, die der Voiſin=Pilot Bielovuccie am erſten
Tage von Paris nach Orleans durchführte, wurde am
sweiten Tage von dort fortgeſetzt. Bielovuccie ſtieg
um halb 10 Uhr auf, nachdem er ſeinen erſten Flug
wegen ſtarken Nebels aufgeben mußte, und überflog
um 10 Uhr 15 Min. Tours. Bei Chatellerault mußte
er eine Zwiſchenlandung unternehmen. Nach Auf=
nahme
von neuem Brennſtoff ſtieg er wieder auf und
überflog Poitiers und landete um 5 Uhr 10 Minuten
in Angouleme nach Zurücklegung von insgeſamt 320
Kilometer.
* Paris, 5. Sept. Präſident Fallieres hat
für die Flugwoche von Bordeaux einen Preis
geſtiftet, der nur einem Aeroplan franzöſiſcher Her=
kunft
zugeſprochen werden kann. Der Preis beſteht
in einer Bronze, die einen Geier mit ausgebreiteten
Flügeln darſtellt.
* Paris, 5. Sept. Nach einer Blättermeldung
hat der Kriegsminiſter 30 Aeroplane, unter
ihnen zehn Eindecker und 20 Zweidecker, beſtellt, die
noch vor Ablauf dieſes Jahres zu liefern
ſind. Dieſe Luftfahrzeuge müſſen ein Mindeſtgewicht
von 300 Kilogramm tragen, eine Mindeſtgeſchwindig=
keit
von 60 Kilometer in der Stunde beſitzen und in
einem Fluge mindeſtens 300 Kilometer zurücklegen.
Für jeden Aeroplan, deſſen Geſchwindigkeit 60 Kilo=
meter
in der Stunde überſteigt, werden die Erbauer
mit der Kilometerzahl wachſende Prämien erhalten.
Jeder der Zweiflächer ſoll ſo geſtaltet ſein, daß er
außer dem Lenker noch zwei Perſonen aufnehmen kann.
Bis Ende dieſes Jahres wird die franzöſiſche Armee
im ganzen 60 Aeroplane beſitzen.
* Boſton, 5. Sept. Unter den Auſpizien der
Harvard Aeronautical Society begann heute das bis
zum 13. September währende Fliegermeeting;
von ausländiſchen Aviatikern ſind die Franzoſen Maſſen
und de Leſſeps, ſowie die Engländer Graham White
und Roe anweſend: es kommen Preiſe in einer Ge=
ſamthöhe
von 40000 Dollars zur Verteilung, darunter
einer für das beſte Werfen von Bomben aus Aero=
planen
auf eine angegebene Fläche, und ein anderer
vom Boſton=Globe in Höhe von 10000 Dollar, geſtiftet
für einen Flug vom Uniberſitätsgelände zu Cambridge
nach dem Boſtoner Hafengebiet und zurück=

Sport.
* Der Radfahrerklub Flieger‟ Darm=
ſtadt
, hält am Sonntag, den 11. September ſein offi=
zielles
Schlußrennen auf der Strecke Darmſtadt, Büttel=
born
, Groß=Gerau, Mörfelden, Mitteldick, Gehſpitz,
Frankfurt (Niederrad), Neu=Iſenburg, Sprendlingen,
Langen, Darmſtadt (zirka 80 Kilometer) ab.
Fußball. Auch am vergangenen Sonntag
konnte der Fußballklub Olympia‟=Darmſtadt ſchöne
Erfolge erzielen. Die erſte Mannſchaft ſpielte in
Wiesbaden gegen die gleiche des dortigen F.=K. Ger=
mania
und gewann, obgleich mit vier Mann Erſatz
ſpielend, ſicher mit 5.2 Toren. Die zweite Mannſchaft
ſpielte gegen F.=K. Dreieich I.=Dreieichenhain un=
entſchieden
2:2 und die vierte Mannſchaft gewann
mit 311 Toren gegen die zweite Mannſchaft desſelben
Vereins.

Die Ernteergebniſſe des Vorjahres im
Großherzogtum Heſſen.
S. Die diesjährige Ernte iſt im allgemeinen beendet.
Allermeiſt iſt das Korn in den Scheuern geborgen oder
ſteht in großen Diemen auf dem Felde, des Erdruſches
harrend. Schon hört man hier und da das Klipp=Klapp
des Dreſchflegels und das Surren der Dampfdreſchmaſchine
und Sack auf Sack, gefüllt mit köſtlichem Korn, wandert
auf den Getreideboden. Angeſichts deſſen mag es von In=
tereſſe
ſein, wie ſich das Endergebnis der Ernte des Vor=

jahres geſtellt hat. Im Großherzogtum Heſſen waren
1909 73801 Hektar mit Roggen beſtellt und von dieſer
Anbaufläche wurden 168727 Tonnen (zu je 1000 Kilo=
gramm
) geerntet. Das bedeutet auf den Hektar einen
Durchſchnittsertrag von 22,9 Doppelzentnern, eine erfreu=
lich
hohe Ziffer, die ſich über den im Reiche erzielten
Durchſchnitt um 4,4 Doppelzentner pro Hektar erhebt und
gegen den im Großherzogtum im Jahresdurchſchnitt von
18991908 pro Hektar gewonnenen Ertrag um 3,1 Doppel=
zentner
größer geworden iſt. Das gleich günſtige Ergeb=
nis
bezüglich der Ertragfähigkeit unſeres landwirtſchaftlich
bebauten Bodens und ihre Steigerung läßt ſich beim Wei=
zen
konſtatieren. Mit Weizen, der vornehmſten aller
Körnerfrüchte, waren im Großherzogtum 28977 Hektar
beſät und die von ihnen gewonnene Erntemenge betrug
66 528 Tonnen oder 23 Doppelzentner auf den Hektar, wäh=
rend
im Jahrzehnt von 18991908 nur 21,4 Doppelzent=
nert
vom Hektar geerntet wurden und im ganzen Reiche im
Vorjahre durchſchnittlich nur 20,5 Doppelzentner. Die Er=
tragfähigkeit
des Bodens war noch etwas größer beim
Anbau von Sommergerſte, die auf den Hektar ein
Erdruſchreſultat von 23,9 Doppelzentnern liefert (1899 bis
1908 nur: 22,5), im Reichsdurchſchnitt nur 21,2 Doppelzent=
ner
. Insgeſamt betrug im Großherzogtum Heſſen die
Anbaufläche für Gerſte im Vorjahre 52 499 Hektar und die
Geſamt=GErntemenge 125337 Tonnen. Was ſchließlich
die Kultur des Hafers angeht, ſo ſind wir auch in dieſer
Beziehung gut geſtellt; denn während in ganz Deutſchland
der durchſchnittliche Ertrag eines mit Hafer beſäten Hektars
21,2 Doppelzentner ausmachte, ernteten die heſſiſchen Land=
wirte
von den 55835 Hektar mit Hafer beſtandener Fel=
der
134993 Tonnen Körner oder pro, Hektar 24,2 Doppel=
zentner
. Im Durchſchnitt der Jahre von 18991908
wurde nur ein Durchſchnittsertrag von 20,8 Doppelzent=
ner
erzielt.
Die ganze Statiſtik beweiſt, daß ſich die Landwirt=
ſchaft
unſeres Großherzogtums auf einer erfreulich hohen
Entwicklungsſtufe befindet; anders wäre es trotz mancher
ungünſtiger Verhältniſſe nicht möglich, ſolche hohen Durch=
ſchnittserträge
herauszuwirtſchaften.

Landwirtſchaftliches.
* Einſührung von Simmenthaler
Zuchtvieh. Bei genügender Beteiligung beabſich=
tigt
der Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
Provinz Starkenburg, im September lfd. Js. Simmen=
thaler
Zuchtrindvieh aus der Schweiz einzuführen. Für
dieſen Import ſind die Beſtimmungen des Grundplans
über die Verwendung der Staatsmittel maßgebend.
Die Tiere werden vorausſichtlich in Darmſtadt ver=
ſteigert
bezw. die beiden letzten verloſt. Jeder Beſtel=
ler
iſt verpflichtet, ein Tier zu erwerben. Beſondere
Wünſche inbetreff Alter, Farbe, Preis uſw. werden,
ſoweit dies irgend möglich iſt, beim Einkauf berückſich=
tigt
, ohne daß irgend eine Verpflichtung zur Einhalt=
ung
übernommen wird. Die Garantie des Landwirt=
ſchaftskammer
=Ausſchuſſes beſchränkt ſich lediglich auf
die von den Verkäufern zu erlangenden und bei der
Verſteigerung bekannt gegebenen Sicherheiten. Die
Tiere gehen mit dem Zuſchlag in das Eigentum des
Beſtellers über. Der Landwirtſchaftskammerausſchuß
übernimmt die ſämtlichen Koſten des Ankaufs, Trans=
ports
bis Darmſtadt und der Verſteigerung. Die Ge=
währung
von Zuſchüſſen an die Beſteller bleibt gemäß
den für dieſen Zweck eventuell verfügbaren Mitteln
weiterer Beſchlußfaſſung vorbehalten. Beſtellungen
ſind auf den vorgeſchriebenen Beſtellſcheinen, auf dies=
ſeitigem
Bureau erhältlich, bis längſtens 23. September
lfd. Js. beim Landwirtſchaftskammer=Ausſchuß für die
Provinz Starkenburg, Bismarckſtraße 52 I., Darmſtadt,
einzureichen.
* Bezirkstierſchau in Dieburg. Es
ſeien die Landwirte auf dieſem Wege wiederholt an
die Beſchickung der Bezirkstierſchau in Dieburg er=
innert
. Intereſſenten, welche Pferde, Rindvieh,
Schweine oder Ziegen ausſtellen wollen, belieben ihre
Anmeldungen auf den vorgeſchriebenen Anmeldeſchei=
nen
, welche vom Bureau des Landwirtſchaftskammer=
Ausſchuſſes in Darmſtadt (Bismarckſtraße 52) erhält=
lich
ſind, zu vollziehen und die ausgefüllten Scheine
an letztere Stelle ſofort einzureichen. Anmeldeſchluß
zur Tierſchau ſpäteſtens 15. September lfd. Js., ſpäter
eingehende Anmeldungen werden nicht mehr berückſich=
tigt
. In Orten, wo Zuchtvereine beſtehen, ſind An=
meldeſcheine
für die bezügliche Tierart bei den betref=
fenden
Vereinsvorſtehern erhältlich. Ausſtellungsbe=
rechtigt
ſind auch Landwirte, welche keinem Zuchtverein
angehören.
Die Cholera.
H.B. Berlin, 5. Sept. Der Hilfsreviſor bei der
königlichen Munitionsfabrik in Spandau, Friedrich
Sarnow, deſſen Frau am 28. Auguſt an der Cholera
ſtarb, iſt geſtern kurz nach 4 Uhr nachmittags gleichfalls
an der Cholera verſtorben. Geſtern wurden
noch der Vorſicht halber zwei Angeſtellte der Muniti=
onsfabrik
, die an Brechdurchfall erkrankt ſind, unter
Quarantäne geſtellt. Sieben andere Arbeiter und
Arbeiterinnen der gleichen Fabrik, die mit Sarnow zu
tun hatten, ſind vom Dienſt ſuspendiert.
* Berlin, 5. Sept. Die in einigen Blättern auf=
getauchte
Meldung, daß in den niederländiſchen
Binnengewäſſern Cholerabazillen entdeckt
worden ſeien, iſt, wie der Norddeutſchen Allgemeinen
Zeitung von zuſtändiger Seite mitgeteilt wird, durchaus
unbegründet. Seit dem Herbſt des Vorjahres iſt
in den Niederlanden kein einziger Fall aſiatiſcher Cho=
lera
vorgekommen. Vor geraumer Zeit iſt nicht auf
niederländiſchem Boden, ſondern an Bord eines in
Delfzyl in Quarantäne liegenden ruſſiſchen Schiffes ein
Cholerafall aufgetreten, der aber ohne alle Folgen blieb.
* Rom, 4. Sept. In den letzten 24 Stunden wur=
den
in Margherita di Savoia zwei neue Erkrankungen
und drei Todesfälle an Cholera feſtgeſtellt, in
Trinitapoli, drei Erkrankungen und drei Todesfälle,
in San Ferdinando ein Todesfall, in Barletta ſieben
Erkrankungen und vier Todesfälle, in Trani zwei
Erkrankungen und vier Todesfälle, in Molfetta drei
Erkrankungen, in Danoſa di Puglia und Andria je
eine Erkrankung.

Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Die elektriſche Straßenbahn.
Nach dem Bericht über die letzte Stadtverordneten=
ſitzung
ſtimmt der nächſte Winterfahrplan der
elektriſchen Straßenbahn mit dem vorjährigen über=
ein
. Da der vorjährige 7½=Minutenbetrieb normierte,
fragt man ſich, ob=es dabei auch nächſten=Winterebleiben

ſoll, obwohl die Bahn zurzeit z. T. zweigleiſig ausgebaut
wird, und zwar zu dem ausdrücklich ausgeſprochenen
Zweck der Einführung des langerſehnten 6= Minuten=
betriebes
. Nur wenn dieſer eingeführt wird, rechtfer=
tigen
ſich die großen pekuniären Opfer für den Bau
eines zweiten Gleiſes.
Die Linie hinaus nach der Faſanerie
verdankt ihre Erbauung faſt ausſchließlich dem Bedürf=
nis
der Darmſtädter, nach den Vergnügungsplätzen
Oberwaldhaus und Heilig=Kreuzberg bequem beför=
dert
zu werden. Leider läßt aber die Fahrt nach der
Faſanerie an ſchönen Nachmittagen meiſtenteils Be=
quemlichkeit
ganz und gar vermiſſen. Im Gegenteil,
am Ernſt Ludwigs=Platz wird der Kurswagen vollge=
pfropft
, ſo weit es nur irgend geht; auf den Plattfor=
men
ſteht oder vielmehr ſchwankt man dann in drang=
voll
fürchterlicher Enge, oft getrennt von Angehörigen,
die innen noch einen Platz erhaſcht haben und mitleids=
voll
zuſehen, wie rückſichtsloſe Plattform=Paſſagiere
ihren Zigarrenqualm den Naſen der übrigen Platt=
formgäſte
, auch Damen, zuzuführen verſtehen. Wie
glücklich, ſollte man da denken, ſind jene Fahrgäſte, die
am Ernſt Ludwigs=Platz im Wagen nach der Faſanerie
abſolut nicht mehr unterzubringen ſind, ſo daß ſie in
dem Reſervewagen befördert werden. Glücklich, nein,
weit gefehlt, an der Taunusſtraße heißt es für dieſe
Fahrgäſte in der Regel wieder heraus und in den oft
noch voll beſetzten Kurswagen hinein. Für jüngere
Leute hat das nun nicht beſonderes auf ſich, aber für
ältere Perſonen, zumal Damen, und erſt recht, wenn
dieſe bereits am Ernſt Ludwigs=Platz von einer ande=
ren
Linie her umgeſtiegen ſind, iſt derartiges zweimali=
ges
Umſteigen überaus läſtig und nur geeignet, jeg=
liches
Vergnügen zu zerſtören und einem die Fahrt
nach der Faſanerie zu verleiden, ſo daß man lieber
verzichtet. Einzig und allein hilft hier die Benutz=
ung
der Anhängewagen, wie dies allüberall
gebräuchlich iſt. Die für Umkehr der Wagen an den
Hirſchköpfen dienende Schienenſchleife im Wald war
vor Jahren vorgeſehen und alles dazu vorbereitet.
Weshalb der Bau unterblieb, fragt man ſich heute noch
und jetzt erſt recht vergebens.

Wettbewerbsangelegenheiten.
Wie Wettbewerbe in kleineren Orten Heſſens ge=
handhabt
werden, zeigt folgender Fall: Eine Gemeinde
an der Bergſtraße hatte die Abſicht, ein Schulhaus zu
bauen. Es bewarben ſich mehrere Herren um die
Planfertigung und Bauleitung; auch das zuſtändige
Kreisbauamt erbot ſich der Gemeinde und unterbot
den geringen Honorarſatz derartig, daß einige Bewer=
ber
gleich zurücktraten. Es war nun erfreulich, daß die
Gemeinde das Angebot des Kreisbauamtes nicht an=
nahm
, ſondern einen engeren Wettbewerb unter eini=
gen
Herren aus der Umgebung ausſchrieb. Das dem
Ausſchreiben zugrunde liegende Programm war ſehr
unvollſtändig und entſprach nicht im geringſten den
üblichen deutſchen Konkurrenzbedingungen. Es wur=
den
jedem Teilnehmer 100 Mark zugeſichert, und einer
der Herren ſollte die Ausführung zu einem beſtimm=
ten
Honorarſatz erhalten. Durch die daniederliegen=
den
Bauverhältniſſe und ganz beſonders durch die
unterbietende Konkurrenz des Kreisbauamts gezwun=
gen
, nahmen die Aufgeforderten dieſe Bedingungen
an, in der ſicheren Erwartung, daß die vorgeſehene
Uebertragung der Ausführung, wie Treu und Glauben
mit Rückſicht auf die Verkehrsſitte dies vorausſetzen,
auch ſtattfinden würde. Doch es kam anders.
Nachdem die Projekte am vorgeſchriebenen Termin ab=
geliefert
ſind, erſcheint einige Zeit ſpäter im Kreis=
blatt
eine Notiz, wonach durch Gemeindebeſchluß nicht
einem Teilnehmer am Wettbewerb, ſondern einem
ſpäter von der Gemeinde zugezogenen Berater der
Auftrag erteilt ſei. Den Bewerbern gab man von
dieſem Beſchluß keine Nachricht; daß aber bei den ein=
gelaufenen
Entwürfen gute und brauchbare Arbeiten
waren, beweiſt das Gutachten von Autoritäten.
So betrübend nun der Ausgang des Wettbewerbs
für die beteiligten Architekten war, die ihre Kraft und
Erfahrung in den Dienſt dieſer Sache geſtellt haben,
ſo erhoffen wir doch durch vorſtehenden Hinweis zu er=
reichen
, daß derartige unerfreuliche Vorkommniſſe für
die Folge vermieden werden. Wir hoffen, daß die aus=
ſchreibenden
Gemeinden dazu übergehen, bei ihren
Wettbewerben die deutſchen Wettbewerbsbedingungen
zugrunde zu legen.
Der Verband Heſſiſcher Privat=Architekten.

Vermiſchtes.
* Die neueſten Errungenſchaften der
Bienenforſchung. Die Rheiniſche Bienenzeitung
ſchreibt: Vor 11 Jahren ſtellte Dickel=Darmſtadt
eine allerwärts überraſchende völlig neue Entwick=
lungslehre
der Bienen in der Nördlinger Bienenzeit=
ung
auf, durch welche die wiſſenſchaftlich allgemein an=
erkannte
Parthenogeneſislehre des berühmten Bienen=
züchters
Dr. Dziercon in ihren Grundfeſten erſchüttert
wurde. Auf den großen Wanderverſammlungen deut=
ſcher
, öſterreichiſcher und ungariſcher Bienenwirte zu
Köln 1898 und Salzburg 1899 wurden die klaren, geiſt=
reichen
Ausführungen Dickels mit großem Beifall auf=
genommen
. Es entſpann ſich nun ein harter Kampf
um die Richtigkeit oder Unrichtigkeit der neuen Lehre.
In engeren Kreiſen erfahrener und einſichtsvoller Bie=
nenwirte
, die befähigt waren zur Nachprüfung der
Dickelſchen Experimente, gelangte unentwegt die Ueber=
zeugung
zum Durchbruch, Dickel müſſe recht haben, und
der Sieg ſeiner Lehre ſei mit dem Angenblick geſichert,
wo die Bienenpraxis Zuchtmethoden auffinde, die auf
Grund der Neuen Lehre Probleme löſe, deren Löſung
nach jeder anderen Hypotheſe über die Fortpflanzungs=
weiſe
der Bienen ausgeſchloſſen iſt. Das iſt nun unter
Führung des Bienenzüchters Petilliot zu Heiligenwald
durch den dortigen Züchterverein in der Tat glänzend
gelungen. Dickel lehrte unter anderem, daß die Ar=
beitsbienen
oder Sekundärweibchen wie er ſie nennt
(im Gegenſatz zu den Königinnen oder Primärweib=
chen
), phyſiologiſche Zwitter ſeien, deren Larven durch
Zufuhr geeigneter Drüſenſekrete der pflegenden Se=
kundärweibchen
ebenſowohl in echte Männchen ( Droh=
nen
), ſowie Primärweibchen (Königinnen) umgewan=
delt
werden können. Dieſe Lehre ſtellte zunächſt in
Ausſicht, das Problem der Raſſenreinzucht in bis dahin
völlig unbekannte Bahnen überzuführen. Die Ver=
ſuchsergebniſſe
liefern nun in unumſtößlicher Weiſe den
unanſechtbaren Beweis für die Richtigkeit der Lehre
Dickels. Nach einer leicht ausführlichen Methode des
Okulierens von Sekundärweibchenlarven in Königin=
und Drohnenzellen werden zu Heiligenwald und
Landsweiler jetzt ſchon völlig goldgelbe Männchen und
Weibchen in beliebiger Anzahl herangezogen, wodurch
die Raſſenreinzucht einer teuer erkauften Stammutter
tatſächlich erreicht wird; ein Fortſchritt, der ohne=Dickels

[ ][  ][ ]

Seite 6.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208.

Lehre unnigtlich geweſen wäre. Damſt iſt die bis jett
herrſchende unfruchtbare Hypotheſe von der Jungfern=
zeugung
der Drohnen bei den Bienen, die ſeinerzeit
dem berühmten Pfarrer Dziercon den Ehrendoktor
eintrug, endgültig zu Grabe getragen; und nachdem
nunmehr Dickels Entwicklungslehre in dem entſchei=
dendſten
Punkt als richtig anerkannt werden muß, läßt
ſich gar nicht abſehen, welche Wandlungen unſere Vor=
ſtellungen
über die Entwicklungsurſachen des Organi=
ſchen
durch Dickels Forſchungen noch alle erleben
mögen. Heiligenwald, den 5. Auguſt 1910.. Petilliot,
Fahrſteiger a. D.; J. Meller, Kaufmann; Maurer,
Steiger a. D.; Auler, Lehrer; Platz, Hptl.; Prinz;
Görres, Rektor.
Ueber den gegenwärtigen Stand der
Hermannsburger Miſſion gibt die Juli=
Nummer des Hermannsburger Miſſionsfeſtes folgende
Ueberſicht. Am Schluſſe des Jahres 1909 waren auf
59 Haupt= und 178 Nebenſtationen 70455 Chriſten ge=
ſammelt
, von denen im letzten Jahre 3299 getauft waren
1975 Heiden, 2324 Chriſtenkinder). Die Zahl der Miſ=
ſionare
betrug 65, neben denen 679 eingeborene Gehil=
fen
arbeiteten, fünf davon als ordinierte Geiſtliche.
Die Schulen wurden von 7966 Schülern beſucht 3680
Knaben und 4286 Mädchen, bis auf 841 Schüler im Te=
lugulande
ſämtlich Chriſtenkinder. An kirchlichen Bei=
trägen
wurden auf den Miſſionsgebieten in Afrika und
Indien 57863,14 Mk. aufgebracht. Da die Einnahme
des Jahres 1909 die Ausgabe um 15938,79 Mark über=
ſtieg
, konnte das Defizit des Jahres 1908 um eben ſo
viel vermindert werden; es beträgt noch 51114,09 Mk.
Wie alle andern in Südafrika arbeitenden Miſſionen
hat auch die Hermannsburger Miſſion in letzter Zeit
mancherlei Not mit dem immer ſtärker werdenden Ver=
langen
der Eingeborenen, ſich von allem Einfluß und
ſjeder Leitung der Weißen möglichſt bald frei zu machen
und ihre eigenen Herren zu werden.
Der größte Stellenwechſel im Han=
delsgewerbe
iſt immer am 1. Oktober; der letzte
Kündigungstermin war der 19. Auguſt. Die ſtelleſuchen=
den
Handlungsgehilfen ſind vor der Inanſpruchnahme
der gewerbsmäßigen Stellenvermittler zu warnen, die
durch Lochmittel und Verſprechungen ſtellenloſen Hand=
llungsgehilfen
oft erhebliche Gebühren abnehmen. Die
beſte kaufmänniſche Stellenvermittlung iſt gegenwärtig
die der großen kaufmänniſchen Vereine, deſſen ſollten
ſich die Firmeninhaber beim Stellenwechſel erinnern
und dieſen Vereinen ihre Aufträge erteilen; durch die
Auftragserteilung an die gewerbsmäßigen Vermittler
wird der Ausbeutung der Handlungsgehilfen nur noch
Vorſchub geleiſtet. Der größte kaufmänniſche Verein
iſt der Deutſchnationale Handlungsge=
hilfen
=Verband, Hamburg, Holſtenwall 4, ſeine
gut organiſierte Stellenvermittlung iſt über In= und
Ausland verbreitet und erfreut ſich bei Prinzipalen und
Gehilfen eines guten Anſehens. Die Vermittlung
arbeitet nach ſozialen Grundſätzen; Stellen mit unge=
nügenden
Gehältern, mit Konkurrenzklauſeln und
ſchlechten Arbeitsbedingungen werden nicht vermittelt.
Trotz alledem ſtieg aber die Beſetzungsziffer des ge=
nannten
Verbandes im erſten Halbjahr 1910 um 309
Vermittlungen.
Ein neuer Bebauungsplan für ge=
noſſenſchaftliche
Häuſer. Einen neuen Be=
bauungsplan
zur Errichtung genoſſenſchaftlicher Häu=
ſergruppen
macht ein ſüdamerikaniſcher Architekt. Statt
der viereckigen Baublocks ſchlägt er die Schaffung von
kreisförmigen Flächen vor. In der Mitte eines ſol=
chen
Kreiſes ſoll ein kleiner Kreis geſchaffen werden,
der als Gartenanlage und als Spielplatz für die Kin=
der
dient. Straßen ſollen ſtrahlenförmig vom inneren
Kreis an die Außengrenzen gehen, andere Straßen
ſind als Ringſtraßen gedacht. Durch dieſe Art der Be=
bauung
ſoll in höherem Maße Luft und Licht zugeführt
werden. Bei der Anlegung ſolcher neuen Wohnan=
lagen
würden an den äußerſten Grenzen vier Ecken
verbleiben. Dieſe Ecken ſollen durch Anlage von Läden
ausgenutzt werden. In Buenos=Aires ſoll im nächſten
Jahre eine ſolche runde Wohnanlage errichtet werden.

Literariſches.
In G. Hirths Verlag, G. m. b. H., München, er=
ſchienen
10 Serien Jugend‟=Poſtkarten, die in
vorzüglichem Farbendruck, verkleinert, eine Auswahl der
beſten Reproduktionen der bekannten Wochenſchrift bieten.
Jede Serie beſteht aus 6 Karten zu je 60 Pfg. Vertreten
ſind die Maler Prof. L. von Zumbuſch, Prof. Hans von
Bartels, Prof. Adolf Münzer, Paul Rieth, Eugen Lud=
wig
Hoeß, Prof. P. W. Keller=Reutlingen, Prof. Hermann
Urban, Rudolf Riemerſchmied, Lovis Corinth, Richard=
Pietzſch u. a. Die Ausführung der Poſtkarten iſt künſt=
leriſch
hervorragend. Sie dürften bald größte Verbreitung
finden.
Den Jubiläumsjahrgang der Modernen
Kunſt eröffnet ein aufs reichſte ausgeſtattetes 1. Heft.
Bei ihrem Erſcheinen vor 25 Jahren hat ſich dieſe vor=
nehme
, illuſtrierte Zeitſchrift durch die echt künſt=
leriſche
Ausführung ihrer Holzſchnitte, Aquarellfakſi=
miles
und Reproduktionen jeder Art im Fluge die all=
gemeine
Beliebtheit errungen. Das vorliegende Heft
des Jubiläumsjahrganges, für den offenbar um=
faſſende
Vorbereitungen getroffen ſind, beweiſt, daß
Moderne Kunſt noch heute dieſelbe unmittelbare
Wirkung ausübt. An erſter Stelle ſei der ſpannende,
humoriſtiſche Militärroman des Freiherrn von
Schlicht, Der Gardegraf, hervorgehoben. Würdig ſteht
ihm die poeſiedurchtränkte Erzählung Der Spiegel

von Georg von der Gabelentz zur Seite. Die beſten
Namen der deutſchen Künſtlerwelt waren ſtets mit
Moderne Kunſt eng verbunden; eine Huldigung
vornehmſter Art, aus Malerkreiſen dargebracht, iſt
das Widmungsblatt zu ihrem 25jährigen Jubiläum
von Profeſſor Hans Looſchen St. Lukas Gruß Mit
beſonderem Glück veröffentlicht Moderne Kunſt ſeit
jeher feſſelnde Aufſätze, die von Künſtlerhand glän=
zend
illuſtriert ſind, wobei Künſtlerhumor und
Künſtlererlebniſſe in allen Farben ſchillern und eine
bunte Brücke, fern aller Trockenheit, vom Künſtler=,
vom Theater, und Varietéleben uſw. zum Publikum
ſchlagen. Wir nennen aus dem erſten Hefte die mit
Handzeichnungen von Hans Stubenrauch reich ver=
ſehene
, humorvolle Plauderei von Maximilian Krauß
Der Schwabinger Bauernball, ein Münchener
Künſtlerfeſt und den erzentriſch=komiſchen Aufſatz
Die Macht der Töne mit Illuſtrationen von Paul
Halke, der in das Treiben der Berliner Muſikkapellen
einen ſo eigenartigen Einblick gewährt. Zur Er=
füllung
der Aufgabe, das Theater in ernſter Weiſe zu
pflegen, fordert das 1. Heft des Jubiläumsjahrganges
durch einen ſeltenen Beitrag aus der Feder des Alt=
meiſters
Friedrich Haaſe, die Theaterplauderei Vor=
nehm
, auf, die gerade für dieſen Bühnenkünſtler
außerordentlich charakteriſtiſch iſt.
Paſtille gegen Grille‟. Unter dieſem
Titel erſchien ſoeben im Verlage von H. L. Schlapp in
Darmſtadt eine Sammlung von 12 Geſchichten und 30
Gedichten aus der Feder des beſtens bekannten Wies=
badener
Schriftſtellers Karl Heinz Hill. Mit
Freuben wird ſicher jeder, der einmal ein Buch die=
ſes
vortrefflichen Dichters geleſen hat, dieſes neue
Bändchen begrüßen. Hat man ſchon an den früheren
Werken Karl Heinz Hills den geiſtvollen Witz, den an=
heimelnden
völkiſchen Humor und die meiſterhafte Be=
herrſchung
der heimiſchen Sprache lobend hervor=
gehoben
, ſo wird dieſer neue Band unzweifelhaft eine
noch beſſere Beurteilung finden. Als beſonderer Vor=
zug
der Paſtille gegen Grille iſt zu erwähnen, daß
ſich die Geſchichten ſowohl wie die Gedichte durchweg
vorzüglich zum Vortrag eignen, indem ſie durch ihre
Kürze und die fein herausgearbeiteten Pointen jedem
Vortragenden einen durchſchlagenden Erfolg ſichern.
Für ſeinen neuen Band hat der Dichter die allgemein=
verſtändliche
Mundart gewählt, in der man ſich in
Heſſen und Heſſen=Naſſau zu unterhalten pflegt, und
auch die behandelten Stoffe dieſem Milien entnommen.
Der ſchön ausgeſtattete, 180 Seiten ſtarke und mit 3
ganzſeitigen Bildern geſchmückte Band iſt durch alle
Buchhandlungen zum Preiſe von 2 Mark zu beziehen.
A. Hartlebens Volks=Atlas, enthaltend
86 Karten in 125 Kartenſeiten, nebſt 75 Spezialkarten
und Plänen. Mit Text und alphabetiſchem Namens=
regiſter
. Fünfte, vollſtändig umgearbeitete und er=
neuerte
Auflage. Groß=Folio=Format. Das Werk
wird komplett in 25 Lieferungen zu je 50 Pfg. In
Halbfranzband gebunden 18 Kronen 15 Mk.
(A. Hartlebens Verlag in Wien.) Für den Geſamt=
preis
von 15 Kronen 12 Mk. 50 Pfg. wird in A.
Hartlebens Volks=Atlas, 5. Auflage, ein in jeder
Hinſicht vorzügliches, allen Anforderungen der Wiſſen=
ſchaft
genügendes Kartenwerk geboten, wie es in ſol=
cher
Vollendung und Schönheit zu ſo wohlfeilem Preiſe
noch nicht beſteht. Mit geringen Opfern, welche durch
die Ausgabe in 25 Lieferungen zu 60 Heller = 50
Pfennig noch mehr erleichtert werden, vermag jeder=
mann
die fünfte Auflage von A. Hartlebens Volks=
Atlas zu erwerben und ſich damit ein Werk anzu=
ſchaffen
, welches auf alle Fragen der weltkundlichen
Gebiete erſchöpfende Antwort gibt. Möge eine all=
ſeitige
Teilnahme das Beſtreben der Verlagshandlung
lohnen, der deutſchen Nation ein reichhaltiges, gutes
und beiſpiellos wohlfeiles Kartenwerk, einen wahren
Volks=Atlas zu liefern.

Der Beſuch der Zarenfamilie in Friedberg.
* Berlin, 5. Sept. Die Norddeutſche Allgemeine
Zeitung ſchreibt: Aus Kronberg (Taunus) ſind Ge=
rüchte
in die Preſſe gelangt, nach denen ein Beſuch
des Kaiſers auf Schloß Friedrichshof be=
vorſtehen
ſoll. Hinzugefügt wurde, daß dort eine Be=
gegnung
des Kaiſers Wilhelm mit dem Zaren oder
vielleicht auch mit dem König von England erfolgen
könnte; nach früheren Meldungen ſei für eine deutſch=
ruſſiſche
Monarchenbegegnung Wiesbaden in Ausſicht
genommen. Wir möchten feſtſtellen, daß alle dieſe An=
gaben
müßige Kombinationen ſind. Richtig iſt, daß bei
ſeiner Ankunft auf deutſchem Boden der Zar ein herz=
liches
Telegramm an den Kaiſer Wilhelm richtete, das
ebenſo herzlich erwidert wurde.

Das deutſche Kaiſerpaar in Stolp.
* Stolp, 5. Sept. Die Stadt Stolp iſt zur Feier
ihres 600jährigen Beſtehens und zum Beſuche des
Kaiſerpaares glänzend geſchmückt. Vor dem ſehr
ſtattlichen neuen Rathauſe erhebt ſich noch verhüllt
das Bronze=Reiterſtandbild Kaiſer Wilhelms I.
von Profeſſor Johannes Breſe auf breitem Granit=
ſockel
. Extrazüge bringen ungeheure Maſſen aus der
Umgegend. Die neu eröffnete elektriſche Bahn durch=
fährt
umkränzt die Straßen. Zur Spalierbildung

rücken Kriegervereine mit Muſik und die Schulen mit
Fahnen und mit umwundenen Reifen an; die Jun=
gens
mit Schärpen in den deutſchen Farben, die =
dels
mit Kränzen im Haar; vom frühen Morgen an
durchziehen Männer und Frauen, die am
hiſtoriſchen Feſtzuge teilnehmen, in den Ko=
ſtümen
die Straßen: Ritter, Edelfrauen und
Landsknechte von Schweden, Lützowſche Jäger, Land=
wehr
von 1813 und Pärchen aus der Biedermeier=
zeit
. Um 8 Uhr ertönte ein Choral vom Turme des
altehrwürdigen Backſteinbaues der Marienkirche, wo
dann ein Feſtgottesdienſt abgehalten wurde. Um 11
Uhr war Feſtſitzung der ſtädtiſchen Körperſchaften im
Rathauſe; hierbei wurde u. a. beſchloſſen, die Fonds
der Kaiſer Wilhelm= und Auguſte Viktoria=Stiftung
auf 30000 Mark zu erhöhen, die in der Stadt leben=
den
Veteranen von 1848 bis 1870/71 von der Ein=
kommenſteuer
zu befreien, die Sammlungen des Ver=
eins
für Heimatkunde Hinterpommerns als Grund=
ſtock
für ein ſtädtiſches Muſeum zu übernehmen und
ein größeres Gelände zur Errichtung für Ein= und
Zweifamilienhäuſer mit Gärten für Arbeiter unent=
geltlich
oder zu niedrigen Preiſen bereit zu ſtellen.
* Stolp, 5. Sept. Der Kaiſer und die Kai=
ſerin
ſind heute nachmittag 1½ Uhr hier eingetroffen
und begaben ſich unter dem Jubel der Bevölkerung
zum Stephansplatz, wo das Kaiſer Wilhelm=
Denkmal feierlichſt enthüllt wurde.

Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 5. Sept. Der Reichsanzeiger meldet die
Entlaſſung des Unterſtaatsſekretärs im Miniſte=
rium
der öffentlichen Arbeiten Fleck unter Verleihung
der Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klaſſe mit
Eichenlaub. Der Miniſterialdirektor Stieger iſt zum
Unterſtaatsſekretär, der Präſident der Eiſenbahndirek=
tion
Berlin Behrendt zum Wirklichen Geheimen
Oberregierungsrat, und Miniſterialdirektor im Mini=
ſterium
der öffentlichen Arbeiten, der vortragende Rat
in demſelben Miniſterium Rüdlyn iſt zum Präſiden=
ten
der Eiſenbahndirektion Berlin ernannt worden.
* Berlin, 5. Sept. Lord Roberts iſt heute nach=
mittag
4,30 Uhr nach Dresden abgereiſt, vom Ehren=
dienſt
und den Herren der Botſchaft zur Bahn geleitet.
* Metz, 5. Sept. Der Großherzog von Baden
iſt heute nachmittag 4,37 Uhr hier eingetroffen, und
wird zwei Tage hier verweilen. Er wird heute abend
an einem Diner im Offizierkaſino des 8. bayeriſchen
Infanterie=Regiments teilnehmen und den Manövern
des 16. Armeekorps beiwohnen.
* Köln, 5. Sept. Heute vormittag ſtürzten von
einem Neubau in Deutz zwei Dachdecker ab; der eine
war ſofort tot, der andere ſtarb bald nach dem Ab=
ſturz
.
* Bremen, 5. Sept. Prinz Heinrich von-
Preußen iſt heute mittag hier eingetroffen.
* Bilbao, 5. Sept. Die Arbeit wurde, heute in
allen Fabriken und Arbeitsplätzen ohne Zwiſchenfall
wieder aufgenommen, nur die Bergleute ſind
jetzt noch ausſtändig.
* Reval, 5. Sept. Das Torpedoboot Po=
roja
Juſchtſchy iſt in den Schären auf eine
Klippe aufgelaufen und erhielt ein bedeutendes
Leck in der Unterwaſſerlinie. Das Schulſchiff Afrika
wurde zur Hilfeleiſtung abgeſandt.
* Cetinje, 5. Sept. Bei dem Galadiner zu
Ehren des Großfürſten Nikolaus Nikolajewitſch wech=
ſelten
der König und der Großfürſt herzliche Toaſte, in
denen die ewigdauernde Gemeinſchaft und Freundſchaft
zwiſchen beiden Ländern hervorgehoben wurde.
*e Konſtantinopel, 5. Sept. Die Schutzmächte
taten neue Schritte bei der Pforte, damit dieſe die
Lage durch neue Forderungen in der Frage der Aner=
kennung
der Wahl kretiſcher Abgeordneter zur griechi=
ſchen
Nationalverſammlung nicht ſchwieriger geſtalte.

Berlin, 5. Sept. Eine Exploſion erfolgte
heute vormittag in der Prenzlauerſtraße, als ſtädtiſche
Arbeiter ein neues Gully revidierten; es hatten ſich
Gaſe angeſammelt, die die Lampe des Kontrolleurs ent=
zündeten
. Der Kontrolleur wurde ſchwer verletzt ins
Krankenhaus gebracht.
Paris, 5. Sept. Der Soldat Chabylleaud vom
8. Infanterieregiment, der ſich ſeit längerer Zeit mit
Erfindungen im Beleuchtungsweſen beſchäftigte, wurde
geſtern bei Verſuchen mit Caleium=Karbid bei einer
Exploſion förmlich zerriſſen; ſein zwölfjähriger
Bruder, der ihm aſſiſtierte, blieb merkwürdigerweiſe
unverletzt.
II. B. Bern, 5. Sept. Das Automobil des
Weinhändlers Bourgeois, in dem ſeine Familie ſaß,
ſtürzte bei dem Dorfe Vallorbe, Kanton Waadt, eine
hohe Böſchung hinab, wobei die 13jährige Tochter des
Beſitzers getötet wurde.

Briefkaſten.
F. L. M. Die Kündigung iſt, wenn keine ander=
weiten
Vereinbarungen beſtehen, nur für den Schluß
eines Kalendervierteljahres zuläſſig, alſo auf den
1. Januar, 1. April, 1. Juli und 1. Oktober. Sie hat
ſpäteſtens am dritten Werktag des Vierteljahres zu
erfolgen. Eine Kündigung kann alſo jetzt nur für den
1. Januar 1911 erfolgen. Die Wohnung kann auch in
den Wintermonaten gekündigt werden, wenn dies nicht
ausdrücklich ausgeſchloſſen wurde. (Maßgebend iſt
§ 655 B. G. B.)

Heosenbraufiaschenblere
sind hochfeine Qualitätsbiere.

(257a

[ ][  ][ ]

Nummer 208.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

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ist bei uns

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Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meine teure liebe Braut
((*21636
Tilly Schmelk
nach kurzem Leiden ins beſſere Jenſeits ab=
zurufen
.
Um ſtille Teilnahme bittet
der trauernde Bräutigam:
Franz Mons.
Darmſtadt, den 5. September 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 6. Sept.,
nachmittags 3½ Uhr, vom Darmſtädter Fried=
hofe
aus, ſtatt.

Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Hiermit die traurige Nachricht, daß unſere
gute Mutter, Schwiegermutker u. Großmutter

tſchlafen iſt.

Die tpauernden Hinterbliebenen.

(17230

Lſtadt, den 5. September 1910.
Ochſengaſſe 26.

erdigung findet Mittwoch, den 7. Sep=
nachmittags
½5 Uhr, vom Portale des
Friedhofes aus, ſtatt.

Bankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
während der Krankheit und bei dem Hinſcheiden
meiner lieben Frau, unſerer guten Mutter,
Schweſter, Schwägerin und Tante

ſagen wir alff=dieſem Wege aufrichtigen Dank,
insbeſondere dem Herrn Pfarrer für die troſt=
reichen
Worte, den Schweftern für die liebevolle
Pflege und für die übgraus zahlreichen Blumen=
ſpenden
.
(17269
Darmſtadt, den 5. September 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Amtlicher Wetterbericht.
Oeffentliche Wetterdienſtſtelle=Gießen.
Verlauf der Witterung ſeit geſtern früh: Die nord=
weſtliche
Zyklone iſt ſüdoſtwärts gezogen und hat dabei
überall geſtern ſtarke und anhaltende Regenfälle gebracht.
Die Temperaturen hielten ſich unter dem abkühlenden
Einfluß weſtlicher Winde ſehr niedrig. Auch über Nacht
iſt noch Regen gefallen, doch beginnt am Vormittag es
ſchwach aufzuheitern. Im hohen Nordweſten rückt eine
neue Zyklone an.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, den 6. Sep=
tember
: Vorübergehend Aufheiterung, nach kalter Nacht
am Tage etwas wärmer als heute, ſpäter wieder Trübung
und Eintritt von Regen.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr (Ab. A): König
Richard II.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Konzert um 8 Uhr im Schützenhof.
Konzert um 8 Uhr im Perkeo.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffnet
v. 10 Uhr ab). Sonntags v. 1 Uhr ab Eintritt 50 Pfg.
Gemälde=Ausſtellung im Haus Chriſtianſen auf
der Mathildenhöhe (geöffnet von 106 Uhr).
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 7. September.
Ladeneinrichtung= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uhr
Ernſt=Ludwigſtraße 6.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 10 Uhr Runde=
turmſtraße
16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in der
Ludwigshalle‟.
Obſt=Verſteigerungen: um 9 Uhr auf der Straße
Darmſtadt-Roßdorf (beginnend am Beſſunger Forſt=
haus
), um 2 Uhr auf der Straße Roßdorf- Gundern=
hauſen
(beginnend bei Roßdorf), um 2 Uhr zu Forſt=
haus
Kühkopf.
Dünger=Verſteigerung um 11 Uhr in der Train=
Kaſerne (Heidelbergerſtraße), um 10 Uhr an den Stall=
zelten
neben den neuen Pulverhäuſern ( Zuſammen=
kunft
am neuen Bahnübergang der Eſchollbrückerſtr.).

Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeſtel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt.
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die Redaktion des Tagblatts zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.

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Kurſe vom 5. September 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.

Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,10
3½ Deutſche Reichsanl. . 82,60
83,30
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,20
92,50
3½ do. Conſols
83,30
8 do. do.
4 Bad. Staatsanleihe . . 101,60
93,60
do.
3½
do.
4 Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,20
do.
91,75
do.
82,60
4 Hamburger Staatsanl. 101,40
4 Heſſ. Staatsanleihe . . 101,50
90,90
do.
80,10
do.
3 Sächſiſche Rente . . . 83,00
4 Württembergerv. 1907 101,90
92,50
do.
3½
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,40

1¾ Griechen v. 1887 . .
3¾ Italiener Rente .
4½ Oeſterr. Silberrente

47,00

4 do. Goldrente . . 99,20
do. einheitl. Rente 93,90
Portug. unif. Serie I 66,20
do. unif. Ser. III 68,00
do. Spezial. 11,90
Rumänier v. 1903 . . 101,70
do. v. 1890. . 95,20
do. v. 1905 . . 90,50
Ruſſen v. 1880 91,60

97,60

Sf.
4 Ruſſen v. 1902 . 7 .
4½ do. v. 1905 . . .
3½ Schweden . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1900
4 do. uniſiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente .
do. Staatsrente
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe .
5 Chineſ. Staatsanleihe
do.
4½ Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . .
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . .

InProz.
92,50
100,30
83,80
88,00
94,10
94,20
92,10
101,90
91,10
96,50
102,00
99,60
97,80
100,00
95,30

Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika= Paket=
fahrt
.
145,00
4 Nordd. Lloyd
..111,50
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 122,40
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408
4 Baltimore & Ohio , . 105,60
4 Gotthardbahn . . ..

InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 160,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 23,50
4 Pennſylvania R. R. 129,00
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 207,00
Werger=Brauerei
76,70
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 481,90
Fabrik Griesheim
.256,00
Farbwerk Höchſt .
.516,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim
.327,00
Lahmeyer
120,40
Schuckert .
.166,00
Siemens & Halske . . . 255,20
Adlerfahrradwerke Kleyer 444,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 237,25
Gelſenkirchen . . . . . . . 217,25
Harpener . . . . . . . . . 199,70
Phönix, Bergb. u. Hütten=
betrieb
..
. . . 238,50
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ.. . 89,80
4 Pfälzer Prt. . . . . . 101,00
do.
92,00
3½

Eliſabeth., ſteuerpfl. .
do. ſteuerfrei .
Oeſterr. Staatsbahn. 105,10

do.
97,50
4
do. alte . 82,30
5 Oeſterr. Südbahn . . 99,40
do.
4
82,50
do.
58,70
26
Raab=Oedenburger . . 74,50
Ruſſ. Südweſt. . . . . 89,80
* Kronpr. Rudolfbahn . 98,30

In Proz.
3l.
2¾/0 Livorneſer . . . . . . 75,70
Miſſouri=Pacific .
4 Bagdadbahn Mk. 408 86,40
5 Anatoliſche Eiſenb.. .
5 Tehuantepec . . . . . 102,00

Bank=Aktien.
Berliner Handelsgeſ.
Darmſtädter Bank
Deutſche Bank . .
Deutſche Vereinsban
Diskonto=Gefellſchaft .
Dresdner Bank
Mitteldeut. Kreditbk.
Nationalbk. f. Deutſchl.
Pfälzer Bank .
Reichsbank
Rhein. Kredit=Bank
Wiener Bank=Verein

Pfandbriefe.
4 Frankft. Hypoth.=Bank
S. 16 und 17
do. S. 19. . . . .
4 Frkf. Hyp.=Kreditverein
S. 1519, 2126
4 Hamb.=Hypoth.=Bank
do.
3½
4 Heſſ. Land.=Hyp.=Bk.
do.
3½
4 Meining. Hyp.=Bank
do.
3½
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917)
do. (unk. 1914)
4 Südd. Bd.=Kr.=Bk.=Pf.
do,
3½

170,25
131,50
255,50
127,20
189,10
159,50
119,25
124,80
105,10
43,50
139,10
139,10

100,20
92,00
99,50

101,60
92,00
101,00
91,00
100,10
91,00

In ße)
Bf.
Städte=
Obligationen
4 Darmſtadt
3½ do.
.100,90
4 Frankfurt.
96,10
3½ do.
100,20
4 Gießen
3½ do.
-
4 Heidelberg
-
3½ do.
-
4 Karlsruhe
-
3½ do.
-
4 Magdeburg
3½ do.
4 Mainz
3½ do.
4 Mannheim
100,10
3½ do.
4 München .
101,10
3½ Nauheim
90,00
4 Nürnberg.
100,90
3½ do.
4 Offenbach
3½ do.
4 Wiesbaden .
102,10
3½ do.
4 Worms.
3½ do.
4 Liſſaboner v. 1886 . 81,20
Verzinsliche
Anlehensloſe.
4 Badiſche Tlr. 100 164,80
3½ Cöln=Mindner 100 135,20
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl, Komm. 100 106,00

In Pro)
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.= Pfand=
briefe
.
. 135,75
Oeſterr. 1860er Loſe 174,00
3 Oldenburger
2½ Raab=Grazer fl. 150

Unverzinsliche
Anlehensloſe.

Augsburger
Braunſchweiger
Freiburger
Mailänder
do.
Meininger

Tlr.
Fs.
Fs.
Fs.
fl.

20 205,00
15
45 130,00
10

Oeſterreicher v. 1864 100 542,00
do. v. 1858 100 445,00
Ungar. Staats 100 338,50
Venediger
Frs. 30
Türkiſche
400
Gold, Silber und
Banknoten.
Engl. Sovereigns
20,40
20 Franks=Stücke
16,17
Oeſterr. 20=Kronen .
16,90
Amerikaniſche Noten
4,19½
Fngliſche Noten . .
20,44½
Franzöſiſche Noten . . . . 80,90
Holländiſche Noten . . . . 169,40
Italieniſche Noten . . . . 80,75
Oeſterr.=Ungariſche Noten 85,05
Ruſſiſche Noten . . . . . .
Schweizer Noten . . . . . 81,05

Reichsbank=Diskonto .
Reichsbank=Lombard Z3f.

5½

[ ][  ][ ]

Motto: Beharrlichkeit führt zum Ziel‟.

eutschlands Industrie

ist zu gross und einflussreich

geworden, als dass ihr nicht selbst ein Laie Beachtung schenken sollte. Ein Erfolg
reiht sich an den andern, eine Erfindung folgt auf die andere, In fast allen Zweigen
des Handels und Gewerbes nimmt Deutschland eine führende Stellung ein und drängt
damit gleichzeitig die ausländische Konkurrenz in ihre Heimstätte zurück.

Fragt man

nun, welche Industriezweige sich am stärksten entwickelt haben, so wird die Schuhfabri-
kation
und der daraus hervorgegangene mächtige Detailhandel wohl an erster Stelle ge-
nannt
werden müssen.
Zu den bedeutendsten Unternehmungen der Schuhbranche gehören die in den
grössten Städten Deutschlands mit 30 Verkaufsstellen vertretenen Speier’s Schuh-
warenhäuser
.

Diese

Schuhwaren in 13 verschiedenen Weiten
Schuhwaren in allen Preislagen 3

zwei Punkte genügen, um Speier’s Schuhwarenhäuser an die Spitze der deutschen
Schuhwaren-Detailgeschäfte zu stellen.

Wir

führen das

und erhalten damit unsere Kundschaft.

Speier Schiunwar

Inhaber: Paul Wildau

in Darmstadt nur 16 Ludwigsstrasse 16.

[ ][  ][ ]

um Darmſtädter Tagblatt.

208.

Dienstag, 6. September.

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Näheres in
(16832t

Der Pfarrer von Gamsegg.

23)

Roman von Erich Ebenſtein.
(Nachdruck verboten.)

Fünfzehntes Kapitel.
Als nächſte Zeugin wurde die alte Schurfin vorge=
rufen
. Mit niedergeſchlagenen Augen ſprach ſie die
Eidesformel nach und warf dann einen ängſtlichen Blick
auf den Förſter. Der blickte ſie ruhig, aber traurig
an und nickte vor ſich hin, als wollte er ſagen: Ich weiß
ſchon Du kannſt nicht anders!
Ihr folgte Anton Meiregger, der angab, wie der
Förſter, vom Steinbruch kommend, ſich erſchöpft an
einen Baum gelehnt und die Worte geſprochen habe:
O Gott, o Gott wenn das herauskommt!
Als der Zeuge dieſe Worte wiederholte, hob der
Pfarrer mit einer jähen Bewegung den Kopf, wandte
ſich ſeinem Bruder zu und ſtarrte ihn ungläubig
fragend an. In des Förſters Augen trat aber ein
weicher, wehmütiger Ausdruck. Verſtand er, was ſein
Bruder fragte? Und war ſein Blick die Antwort
darauf?
Anſtelle Meireggers wurde nun Martin Breitkopf
aufgerufen, deſſen Ausſage ſich darauf beſchränkte, daß
er den Pfarrer, den er am Talar erkannt habe, in
fluchtartiger Eile von der Mordſtelle herkommen ſah.
Bei dieſer Ausſage erhob ſich abermals Doktor
Matthiſſon und ſtellte die Frage, ob der Pfarrer nicht
etwa einen Gegenſtand in der Hand getragen habe.
Her= Zeuge verneinte.

Wiſſen Sie das ganz beſtimmt? Der Zeuge Stigl
behauptet doch, daß er in ſeiner Viſion auf die ich
übrigens ſpäter noch zurückkommen werde den
Pfarrer mit dem Revolver in der Hand fortſtürzen ge=
ſehen
habe!
Als ich den Herrn Pfarrer ſah, trug er nichts in
der Hand, antwortete Breitkopf mit vollſter Be=
ſtimmtheit
.
Nach Breitkopf wurde Arthur von Saſſen aufge=
rufen
. Nachdem er vereidigt worden war, forderte ihn
der Präſident auf, darüber auszuſagen, was er am
14. Oktober auf dem Heimweg vom Karerjoch nach
Gamsegg im Walde wahrgenommen habe.
Saſſen, der durch ſeine Eleganz und unbefangene
Liebenswürdigkeit den beſten Eindruck im Publikum
machte, erzählte in vollkommener Unbefangenheit, was
er angeblich wußte: Während er ſpazieren gegangen,
hätte er wohl in der Entfernung zwei Schüſſe gehört,
ihnen aber keine Bedeutung beigemeſſen. Etwa eine
Viertelſtunde vor Ausgang des Waldes hätte er am
Karerjochſteig einen Mann getroffen, ihn aber nicht
weiter beachtet. Er könne nicht einmal mit Sicherheit
angeben, ob es der Förſter Dolland geweſen ſei, doch
glaube er, daß der Mann ein Gewehr über der Schulter
getragen habe.
Schon wollte der Präſident Herrn von Saſſen für
ſeine Mitteilung danken, als ſich des Förſters Vertei=
diger
, Doktor Neuberg, erhob und Saſſen fragte: Sie
ſind mit Frau Anne=Marie von Porten verlobt, Herr
Zeuge, nicht wahr?
Saſſen hob verwundert den Kopf.

Doktor Neuberg fuhr indeſſen unbeirrt fort:
Wollen Sie uns ſagen, ob es richtig iſt, daß der Er=
mordete
gegen dieſe Verbindung war? Daß er ſich
ſogar geäußert haben ſoll: Jedem gönne er die
Schweſter eher als Ihnen, dem er mißtraue, und der es
nur auf ihr Vermögen abgeſehen hätte?
Saſſen warf einen überraſchten Blick auf den
Präſidenten, als wollte er ſich gegen derartige Zwiſchen=
fragen
, die mit dem Gang der Verhandlung anſcheinend
doch nichts zu tun hatten, verwahren. Als der Präſi=
dent
indeſſen keinen Einwand gegen die Frageſtellung
erhob, antwortete er ſichtlich gereizt: Es iſt ſehr be=
dauerlich
, daß ein leeres Gerücht hier herangezogen
werden darf wohl iſt es möglich, daß Herr Moos=
heimer
mit meiner Bewerbung damals noch nicht ganz
einverſtanden war, indeſſen kannte er mich ja kaum.
Daß er aber je eine ähnliche Bemerkung gemacht hat,
beſtreite ich.
Vor der Hand begnügte ſich der Verteidiger
Dollands mit dieſer Erklärung, worauf die Haus=
hälterin
des Pfarrers, die alte Brigitte Schrimpf, ver=
nommen
wurde. Ihre langatmigen und doch im allge=
meinen
belangloſen Ausſagen löſten im Publikum nur
eine allgemeine Heiterkeit aus, ſo daß der Präſident
ſogar mit Räumung des Zuhörerraumes drohen mußte,
um die Ruhe wieder herzuſtellen.
Während der Kooperator Zeltweger verhört wurde,
brachte man Doktor Matthiſſon einen Brief. Kaum
war der Zeuge abgetreten, und noch ehe man zur Ver=
eidigung
des nächſten Zeugen ſchreiten konnte, erhob
ſich=Doktor Matthiſſon und bat um das Wort.

[ ][  ][ ]

Seite 10.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208.

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Ich erlaube mir, ein Faktum feſtzuſtellen, das
ſoeben zu meiner Kenntnis gelangt iſt, und das geeignet
iſt, die Glaubwürdigkeit eines der Belaſtungszeugen
in das richtige Licht zu ſetzen. Der Zeuge Jakob Stigl
gab auf die früher an ihn geſtellte Frage, ob er vorbe=
ſtraft
ſei, die Antwort: Nein. Nun hat ſich die Vertei=
digung
dieſem Zeugen gegenüber von Anfang an ſehr
zurückhaltend verhalten und ſich daher mit ſeinem Vor=
leben
befaßt. Er behauptet, vor neun Jahren nach
Oeſterreich gekommen zu ſein das iſt nicht richtig.
Er kam erſt vor ſechs Jahren hierher, und zwar direkt
aus der Münchener Strafanſtalt, wo er eine dreijäh=
rige
Gefängnisſtrafe wegen Diebſtahls verbüßte. Hier
iſt die mir ſoeben vom Münchener Landgericht zuge=
gangene
Beſtätigung.
Aller Augen richteten ſich auf Stigl, der bleich und
verſtört daſaß.
Warum haben Sie das verſchwiegen? fragte ihn der
Vorſitzende in ſcharfem Ton.
Weil ich hab mich halt geniert ſtotterte Stigl.
Der Staatsanwalt kam ihm zu Hilfe.
Ich halte die Vorſtrafe des Zeugen Stigl für den
vorliegenden Fall für abſolut belanglos. Erwieſener=
maßen
iſt der Zeuge ſeinen eigenen Worten gemäß dem
Angeklagten nicht feindlich geſinnt. Was ſollte er für
ein Intereſſe haben, den Herrn Pfarrer zu beſchuldigen?
Es wäre doch erſt noch feſtzuſtellen, ob er wirklich
keinerlei Groll gegen den Angeklagten hegt, erwiderte
der Verteidiger.
Der Präſident ſah auf die Uhr.
Können Sie etwas Beſtimmtes vorbringen, Herr
Verteidiger? fragte er ſcharf.
Nein, aber dieſer Zwiſchenfall bedarf der Auf=
klärung
! ſagte Matthiſſon.
Bitte, halten Sie den Gang der Verhandlung nicht
auf. Sie werden ja ſpäter Gelegenheit haben, auf die
Sache zurückzukommen, wenn die Plaidoyers beginnen.
Man führe den nächſten Zengen, Karl Reiter, herein.
Karl Reiter war Jäger unter Förſter Dolland. Er

wohnte im Forſthaus und hatte, wie er ausdrücklich
verſicherte, mit dem Förſter ſtets im beſten Einver=
nehmen
geſtanden.
Waren Sie zuhauſe, als der Förſter damals heing
kehrte? fragte der Vorſitzende nach Erledigung der ein=
leitenden
Fragen.
Ja.
Welchen Eindruck machte Ihr Vorgeſetzter auf Sie?
Den eines völlig gebrochenen Menſchen. Ich wollte
ihm eine Meldung abſtatten, aber er hörte mich nicht
an, ſondern begab ſich ſchwankenden Schrittes in ſein
Zimmer, das gerade oberhalb meines eigenen ge=
legen
iſt.
Was geſchah weiter?
Ich nahm das Abendeſſen in der Küche ein und
ging bald nachher ſchlafen.
Schliefen Sie auch wirklich ein?
Nein. Erſt ließ mir das ſonderbare Gebaren des
Herrn Förſters keine Ruhe, dann
Der junge Mann ſtockte ein wenig.
Fahren Sie fort, ermutigte ihn der Vorſitzende,
erzählen Sie alles, was Sie wiſſen.
Es war in jener Nacht überhaupt keine Ruhe im
Hauſe, berichtete Reiter weiter. Ueber mir hörte ich
den Herrn Förſter ſtundenlang mit ſchweren Schritten
auf und ab gehen. Dann wurde es plötzlich ſtill. Und
dieſe Stille wurde mir erſt recht unheimlich. Ich ſtand
endlich wieder auf und ſchlich ohne Schuhe in das erſte
Stockwerk hinauf. Es blieb alles ruhig. Ich ſah durch
das Schlüſſelloch da ſaß der Förſter am Tiſch usd
hielt eine Piſtole in der Hand. Vor ihm ſtand ein
Spiegel an die Lampe gelehnt. Ich wollte rufen,
aber im ſelben Augenblick öffnete ſich die Tür des
Nebenzimmers, und Fräulein Dolland trat ein. Auch
ſie erſchrak heftig, entriß ihrem Vater die Piſtole und
beſtürmte ihn mit Fragen, auf die er jedoch keine Ant=
wort
gab. Sie veranlaßte ihn, ſich zu Bett zu legen.
Gegen Morgen ging ich dann in den Wald und kehrte

erſt gegen zehn Uhr zurück, als Förſter Dolland ſchon
verhaftet war.
Was dachten Sie ſich, als Sie von dem Morde
hörten?
Der Zeuge ſchwieg.
Halten Sie den Förſter einer ſolchen Tat für
fähig?
Der junge Mann ſtrich ſich mit der Hand über die
Stirn. Dann ſagte er gleichſam wider Willen: Wenn
ich das nicht mit angeſehen hätte in jener Nacht, ich
würde meine Hand für ihn ins Feuer legen und ſagen:
Nun und nimmer. So aber muß ich’s wohl glauben
Könnte nicht ein anderer Grund den Förſter ver=
anlaßt
haben, ſich das Leben nehmen zu wollen? fragte
ein Geſchworener.
Ich wüßte keinen. Er lebte in geordneten Ver=
hältniſſen
und führte ein glückliches Familienleben.
Herr Förſter Dolland, was haben Sie zu der Aus=
ſage
dieſes Zeugen zu bemerken?
Der Förſter räumte die Richtigkeit der Ausſage ein.
Und warum wollten Sie ſich das Leben nehmen?
Des Pfarrers Blick hing mit wahrer Todesangſt
an ſeines Bruders Geſicht. Er hatte ſich halb erhoben
und umklammerte mit bebenden Fingern krampfhaft
die Lehne des Stuhles. Der Förſter nickte ihm nur
beruhigend zu.
Warum Sie ſich das Leben nehmen wollten, habe
ich Sie gefragt, wiederholte der Präſident ſcharf.
Doch ehe der Förſter noch antworten konnte, ent=
ſtand
im Zuhörerraum eine allgemeine Unruhe. Meh=
rere
Frauen ſchrien auf, alle Blicke richteten ſich auf
eine Gruppe in den letzten Reihen, die ſich um eine
Ohnmächtige bemühte. Es war Martha Dolland, die
Tochter des Förſters, die bewußtlos zuſammenge=
brochen
war.
Der Präſident erhob ſich, vertagte die Verhandlung
um eine Stunde und traf die nötigen Anordnungen,
um der Ohnmächtigen Beiſtand zu leiſten.
(Za=kabun fylat.

[ ][  ][ ]

Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.

6 96.

Dienstag, 6. Sehtenber.

1910.

M
Handelsgeographie, E. V., zu Stuttgart die Erlauhnis erteilt, 5000 Loſe erſter Serie
einer am 3. und 4. Februar 1911 zu veranſtaltenden Geldlotterie zur Erbauung eines
Muſeums für Völker= und Länderkunde innerhalb des Großherzogtums zu vertreiben.
Es wird bemerkt, daß nach dem von der zuſtändigen Behörde genehmigten Ver=
loſungsplan
100 000 Loſe erſter Serie à 3 Mk. ausgegeben werden dürfen. Zum Ver=
trieb
in Heſſen dürfen nur mit dem heſſiſchon Zulaſſungsſtempel verſehene Loſe gelangen.
Während der Zeit des Vertriebs depLoſe zur erſten Klaſſe einer Königl. Preußiſchen
Lotterie iſt Ankündigung, Ausgabe und Vertrieb der Loſe in Heſſen nicht geſtattet. (17226
. Johann Philipp Schmidt wurde als Nachtſchutzmänn für die Gemeinde Eberſtadt
verpflichtet.
(17229
An die Schutvorſtände des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, auf Grund desdAmtsblatts der oberſten Schulbehörde
vom 28. Auguſt 1905, die Ihnen unterſtehendeh. Schulen am 17. d. Mts. geſchloſſen
zu halten.
Darmſtadt, den 1. September 1910.
(17227
Großherzogliche Kreisſchulkommiſſion Darmſtadt.
Fey.
Bekanntmachund.
Wir bringen die nachſtehende Polizei=Verordnung über die Beleuchtung der Fuhr=
werke
zur Nachtzeit wiederholt zur öffentlichen Kenntnis.
Die Großh. Gendarmerie und das Polizeiperſonal ſind heauftragt, den Befolg zu
überwachen und Zuwiderhandlungen anzuzeigen.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1910.
Großherzogliches Kreisamt Daymſtadt.
Fey.
Polizei=Verordnyng.
Auf Grund der Art. 78 und 48, V. 1. des Geſotzes vom 12. Juni 1874, die innere
Verwaltung und die Vertretung der Kreiſe und der Provinzen betreffend, ſowie des
§ 366 pos. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs wird untek Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes
und mit Ermächtigung Großherzoglichen Miniſtekiums des Innern und der Juſtiz vom

den Nr. 9. J. 15630) unter Auſbeldung Polzeiverordnung von
4. Dezember 1884 verordnet, was folgt:
§ 1. Alle auf den innerhalb des Kreiſes Darmſtadt/belegenen Staats=und Kreis=
ſtraßen
, ſowie den in dieſe Straßenzüge fallenden Ortzdurchfahrten nach Eintritt der
Dunkelheit verkehrenden Fuhrwerke müſſen mit einer/an gut ſichtbarer Stelle ange=
brachten
brennenden Laterne verſehen ſein. Perſonenfuhrwerke, welche auf den erwähnten
Straßen während der genannten Zeit verkehren, Müſſen durch zwei heil brennende
Laternen, welche zu beiden Seiten des Bocks anzupringen ſind, beleuchtet ſein.
§ 2. Zuwiderhandlungen gegen dieſe Beſtitmungen unterliegen der Beſtrafung
nach § 366 des Reichsſtrafgeſetzbuchs (Geldſtrafe dis zu 60 Mk. oder Haſt bis 14 Tagenſ.
§ 3. Vorſtehende Polizei=Verordnung tpitt 14 Tage nach ihrer Publikation im
Darmſtädter Tagblatt in Kraft.
Darmſtadt, den 19. Juni 1890.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
An die Großh. Vürgermeiſtereien derLandgemeinden und die Großh. Gendarmerie
des Kreiſes.
Wir beauftragen Sie, dem Befölg der Vorſchriften der obigen Polizei=Verordnung
beſondere Aufmerkſamkeit zuzuwenxen und Zuwiderhandlungen zur Anzeige zu bringen.
Den Großh. Bürgermeiſtergken empfehlen wir, den Inhalt der Polizei=Verordnung
wiederholt ortsüblich bekannt machen zu laſſen und das Polizeiperſonal mit entſprechender
Weiſung zu verſehen.
Darmſtadt, den 31. Auguſt 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
(17228
Bekgnntmachung.
Zur Vermeidung von Verlüſten weiſen wir darauf hin, daß mit dem 30. Sep=
tember
1910 die Friſt abläuft, innerhalb der die durch Beſchluß des Bundesrats vom
27. Juni 1908 außerkursgeſetzten Fünfziapfennigſtücke der älteren Geprägeformen
mit der Wertangabe 50 Pfennig durch die Reichs= und Landeskaſſen noch einzulöſen
ſind (Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 27. Juni 1908 Reichs=Geſetzblatt S. 464).
Darmſtadt, den 1. September 1910.
(17223
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.

Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugeläufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in dee Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56 be=
finden
ſich: 1 Spitzhund, 2 Pinſcher, 1 Jagdhund, 1 Wolfshund. 1 Spitzhund (zugeſauf.).
Die Hunde können von den Eigentümern, bei dem 5. Polizei=Revier auzgelöſt
werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſtgn Hunde findet dortſelbſt jedey/Werk=
tag
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Bekanntmachung,
den Wagen= und Fnßgängerverkehr am Großh. Hoftheater betreffend.
Bei dem bevorſtehenden Beginne der Spielzeit im Großh. Hofthegter bringen
wir die nachſtehenden polizeilichen Anordnungen zur Regelung des Wagen= und Fuß=
gängerverkehrs
am Großh. Hoftheater vom 10. Dezember 1907 in Erinyerung.
Darmſtadt, den 30. Auguſt 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung,
die Regelung des Wagen= und Fußgängerverkehrs bei Begjan und Schluß der
Vorſtellungen im Großherzoglichen Hoftheater zu Darmhſtadt betreffend.
I. Auf Grund des § 1 der Polizeiverordnung, die Erhalzung der Sicherheit und
Ordnung in und vor dem Großherzoglichen Hoftheater zu Datmſtadt betreffend, vom
1. September 1906 haben wir zur Regelung des Wagen= und Fußgängerverkehrs bei
Beginn und Schluß der Vorſtellungen im Großherzoglichen Höftheater die nachſtehenden
Anordnungen getroffen, die an die Stelle der früheren Angtdnungen (vergl. unſere Be=
kanntmachung
vom 6. v. Mts.) getreten ſind:
1. Die An= und Abfahrt der Wagen vor dem Großherzbglichen Hoftheater bei Beginn
und Ende der Vorſtellungen hat ausſchließlich unter der Säulenhalle des Haupt=
portals
auf der Südſeite des Hoftheaters, und zwar vor dem mittleren Ausgang,
zu erfolgen.
2. Wagen, welche bei Beginn der Vorſtellungen Petſonen nach dem Großherzoglichen
Hoftheater bringen, haben von Weſten, d. i. Hon der Zeughausſtraße her, unter
der Säulenhalle des Hauptportals anzufahrgn und ſofort nach dem Ausſteigen
der Perſonen nach Oſten abzufahren.
Die öſtlich des Großherzoglichen Hoftheaters aus der Hochſchulſtraße,
Alexanderſtraße oder der Straße am Schloßgraben anfahrenden Wagen müſſen!
daher an der Hinterbrücke des Reſidenzſchloſſes vorbei bis zur Südweſtecke des
Theaterplatzes fahren und alsdann die gbige Fahrtrichtung nehmen.
3. Die zum Abholen des fahrenden Plblikums nach Schluß der Vorſtellung
beſtimmten Wagen haben auf beidey Seiten der an der Oſtſeite des Theater=
platzes
herziehenden Fahrbahn vor dem Reſtaurant Zur Oper hintereinander
Aufſtellung zu nehmen. Inſoweit deſelbſt Platz nicht mehr vorhanden iſt, hat
die Aufſtellung nach Anweiſung des dienſthabenden Polizeibeamten in gleicher
Weiſe auf der von dem Hoftheatey/nach dem alten Theater führenden Straße zu
geſchehen. Für Automobile können nötigenfalls beſondere Aufſtellungsplätze an=

gewieſen werden.

4. Der Aufruf bei der Abfahrt der Wagen erfolgt durch den ausſchließlich hierzu
befugten Bedienſteten des Großherzoglichen Hoftheaters. Iſt bei dem Anfahren
unter dem Hauptportal ein Eiſſteigen ohne Zeitverluſt nicht möglich, ſo muß der
Wagenführer abfahren und apermals auf den Auftellungsplätzen ſolange halten,
bis er aufgerufen wird.
5. Das Ein= und Ausſteigen a)t anderer Stelle als an der unter 1 angegebenen, iſt
verboten.
6. Die An= und Abfahrt der Wagen hat, ſoweit dies gegebenenfalls möglich iſt, im
Trabe zu erfolgen. Unteyder Säulenhalle darf nur im Schritt gefahren werden.
7. Die vorſtehenden Beſtimmungen finden keine Anwendung auf die Hofwagen, die
an den Hauptportalen auf der Oſt= und Weſtſeite des Großherzoglichen Hoftheaters
anfahren.
8. Es iſt verboten, unbefulgt den Wagen= und Fußgängerverkehr vor dem Hoftheater
zu hindern.
9. Bezüglich des Ausweſchens gilt die allgemeine Beſtimmung des § 271 des Polizei=
ſtrafgeſetzes
, wonach bei entgegengeſetzter Fahrtrichtung beide Wagen nach rechts
und bei gleicher Fahrtrichtung der vordere zurückbleibende Wagen nach rechts,
der nachkommende überholende Wagen nach lints auszuweichen hat.
II. Wer den vorſtehenden Beſtimmungen oder anderen zur Regelung des Verkehrs
vor dem Großherzoglichen Hoftheater ergehenden Anordnungen der Aufſichtsbeamten
zuwiderhandelt, wird fgemäß § 4 der eingangs erwähnten Polizeiverordnung vom
1. September 1906 auf,Grund des § 366 pos. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuchs mit Geldſtrafe
bis zu 150 Mk. oder mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
(16989fso
Darmſtadt, den 10. Dezember 1907.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.

Verſteigerungs-Anzeige.
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verſteigere ich auf freiwilligen Antrag der Firma Alexändrine Decker im Laden
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Darmſtadt, den 3. September 1910.
Ernst Wolff,

Die öffentliche Zupfung in Jahre 1910.
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der Rundeturm=
ſtraße
abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben vorgenom=
menen
Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht be=
nutzen
will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50 Impf=
ungen
vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen, bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau noch=
mals
gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung, von der Impfung wegen Kränk=
lichkeit
beanſprucht wird, können gleichfalls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die natür=
lichen
Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(13276a

Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 7. September 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerüngslokale Zur Ludwigshalle ( Ober=
gaſſe
) öffentlich zwangsweiſe gegen Barzahlung:
Mehrere Mille Zigarren, 1 zweirädr. Federwagen, 1 Projektionsapparat,
1 photograph. Apparat ſamt Kaſſetten, 2 Expreßgutwagen, 1 Ausſtelltheke,
1 Nähmaſchine, 1 Büfett, 1 Eisſchrank, 1=Pferd, Hobelbänke, Fournierböcke,
Leimböcke, verſchiedene Geſchäftsbücher, Papier= und Schnittwaren, 1 Kaſſen=
ſchrank
, 1 Pianino, 1 Vertiko, 1 ovaler Tiſch, 1 Sofg, 1 Schreibtiſch, 1 Sekretär,
1 Diwan, 1 Kommode u. a. m.
Hieran anſchließend, auf freiwilligen Antrag, ebendaſelbſtr.
Hausmobilien durch alle Rubriken.
Die in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände kommen beſtimmt zur. Verſteigerung.
Darmſtadt, den 5. September 1910.

17265)

Kapw, Großh. Gerichtsvollzieher,
Friedrichſtraße 24, I.

Verſteigerungs-Anzeige.
Samstag, den 10. September I. Js., vormittags 9 Uhr,
verſteigere ich Mühlſtraße 17½, 1. Etage, auf freiwilligen Antrag der Erben an den
Meiſtbietenden gegen bare Zahlung folgende Möbel'und Haushaltungsgegenſtände:
1 Sofa mit 6 Stühlen mit grünem Plüſchbezug, 1 Sofa mit Ripsbezug,
1 Spiegelſchrank, nußbaum poliert, 1 Pfeilerſchränkchen, 1 Spiegel,
1 Bücherſchrank (in nußb. poliert), ½ Kommode, 1 ovalen Tiſch, verſchiedene
viereckige Tiſche, 1 Seſſel, 1 Liegeſtuhl, 1 Nähtiſch, 1 Ausziehtiſcs. 1 Ser=
viertiſch
, 1 Blumentiſch, 1 Ziertiſch/ 12 Rohrſtühle Bilder, Vorhänge uno ver=
ſchiedene
Linoleumläufer, 2 Zimmerteppiche und Vorlagen, Küchenſchrank und
ſonſtige Küchenmöbel, nebſt Küchengeſchirr und ſonſtigen Hausrat.
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Bettſtellen, 2 Nachttiſchg=und 1 Waſchkommode mit Marmorplatte und
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Darmſtadt, den 6. Sepkember 1910.
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Mühlſtraße 62, am Kapellplatz.

Mühlſtt

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[ ][  ][ ]

Seite 12.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208.

Steinmetzarbeiten in Baſalzkava.
Die bei Erbauung einer höherey,Knaben=
und Mädchenſchule vorkommenzen Stein=
metzarbeiten
in Baſaltlava (cg. 40 cbm)
ſollen vergeben werden.
Arbeitsbeſchreibungen und/Bedingungen
liegen bei dem unterzeichneten Amte
Grafenſtraße Nr. 30, Zimmer Nr. 9
während der Dienſtſtunden offen, woſelbſt
auch die Angebotsſchein, abgegeben werden.
Angebote ſind bis
Mittwoch, den 14. September 1910,
vormittglgs 10 Uhr,
bei unterzeichnetep Stelle einzureichen.
Darmſtadt, gin 5. September 1910.
Skadtbauamt.
(17241im
* Buxbaum.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 14. September 1910,
nachmittags 3 Uhr,
werden im ſtädtiſchen Pfründnerhauſe
Frankfurterſtraße 35
Taſchenuhren, Wecker, echte und un=
echte
Schmuckſachen, Taſchenmeſſer,
Regenſchirme, Späzierſtöcke, Peitſchen,
eine größere Partie Handſchuhe,
Täſchchen und PPortemonnaies, altes
Eiſen, weiße Und blaue Lumpen ꝛc. ꝛc.
gegen Barzahlung,öffentlich verſteigert
Darmſtadt, den 5. September 1910.
Städtiſches Pflegeamt.
7J. A.: Liſt. (17248i

Auf freiwilligen Antrag ſoll die zum
Nachlaß des Schreinermeiſters Konrad Stein
dahier. gehörige Hofreite:
Flur Nr. qm
I 1811/100 423 Friedrichſtraße 20,
Donnerstag, den 8. September 1910,
vormittags 10 Uhr,
in unſerem Bureau Grafenſtraße 30
zum dritten und letztenmal öffentlich meiſt=
bietend
verſteigert werden.
Darmſtadt, den 16. Auguſt 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
I. V.: Ganß, (D16279,5
älteſter Gerichtsmann.
Bekanntmachung.
In dem Konkurs über dag Vermögen
des Kaufmanns Richard Heinrichs, Pa=
vierwarenhandlung
in Darwſtadt, iſt eine
Gläubigerverſammlung auf;
Montag, den 12. September 1910,
vormittags 11 Uhr,
Zimmer 219,
einberufen, zwecks Einholung deren Geneh=
migung
zum freihändigen Verkauf des Ge=
ſchäftes
und des Wakenlagers des Gemein=
ſchuldners
. In dieſgm Termin werden auch
die nachträglich apgemeldeten Forderungen
(17236
geprüft.
Darmſtadt, den 1. September 1910.
Dey Gerichtsſchreiber
Großheptoglichen Amtsgerichts I.

An unſer Handelsregiſter A zurde heute
a eingetragen hinſichtlich der/Firma:
G. Armbruſt, Darmſtädt.
Die offene Handelsgeſellſchaft iſt mit
Wirkung vom 1. Auguſt 1940 aufgelöſt und
Geſchäft ſamt Firma auf den ſeitherigen
Geſellſchafter Willy Armbruſt als Einzel=
kaufmann
übergegangen,
(17221
Die Prokura der Guſtav Armbruſt Ehe=
frau
, Bertha, geb. Geider, in Darmſtadt,
iſt erloſchen.
Darmſtadt, den 23. Auguſt 1910.
Großh. Amtsggricht Darmſtadt I.
Aufforderung.
Forderungen an den Nachlaß der Frl.
Eliſabeth Neßling, Lehlerin i. P., bitte
ich binnen 14 Tagen bei mir ſchriftlich an=
zumelden
, andernfalls eite Berückſichtigung
bei der Erbverteilung, nicht ſtattfinden
kann.
(17244id
Darmſtadt, den 6. September 1910.
Ernst Wolff, Amtsgerichtstaxator,
Mühlſtraße 67 am Kapellplatz.

erſteigerung.

Mittwoch, dend. September ds. Js.,
vormittägs 11 Uhr,
wird auf dem Hofd der Trainkaſerne in
der Heidelbergerſtraße A9 die Matratzen=
ſtreu
der 2. Kompagnie
(17035si
Samstag, den 10. Soptember,
vormittags 11 Uhr,
diejenige der 1. und 3. Kompaghie in der
Eſchollbrückerſtraße 24 meiſtbietend ver=
ſteigert
.
Train=Bataillon 185
Brennholz-Verkauf.
Dienstag, den 6. September, von vor=
mittags
7 Uhr an, wird Löffelgaſſe 8
kleingeſchnittenes Brennholz
tannenes zu Mk. 1.10 und eichenes zu
Mk. 1.20 per Zentner verkauft. (*21601

Gießener Pferde=Loſe
à 1 Mk.

ſind in allen bekannten Loſe=Geſchäften
zu haben. Ziehung 29. September.
25000 Loſe und 14000 Mk. Gewinne.
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Richard Buchacker, Giessen.
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Gebrauchter Hndwagen
mit Federn ohne Kaſtep, zirka 12 Zentner
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(17249im
P 72 an die Expesktion.

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Mittwoch, den 7. September 1910, vopmittags 10 Uhr,
werden im Pfandlokal Rundeturmſtraße 16 (Roſenhöhg)
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Vertikos, Sofas, Spiegelſchränke, Schreibtiſchg; Pianino, Oelgemälde, Diwans
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und Stühle, Eisſchrank, Dezimalwage, Kaſſenſchrank, Heftmaſchine, Papier=
ſchneidmaſchine
, Fahrrad, Grammaphon, Ladentheke und=Schränke, ver=
ſchiedene
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karten
, Couverts, Kunſtblätter, Bilderleiſten, Füllfederhalter, 170 Doſen
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(17263
1 Hund und 1 Anzug
zwangsweiſe verſteigert.
Die Verſteigerung der fettgedruckton Gegenſtände findet beſtimmt ſtatt.
Verbert, Großh. Gerichtsvolzieher.
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Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
Messische Handels-Lenranstaft
Einzige Anſtalt am Platze, die unter der Leitung eines ſtaatlich geprüften
Handelslehrers ſteht.
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Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch methodi=
ſchen
, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglichkeit zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung mehrerer,
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge, Am Schluß der
Kurſe finden Prüfungen ſtatt.
Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger Klaſſenunterricht in kleinen Klaſſen bei
individueller Behandlung; auf Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und doppelte
(italien. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorrentlehre,
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bank= und
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Stenographie
und Maſchinenſchreiben (6 Maſchinen); außerdem auf Wunſch: Franz. und engl.
Handelskorreſpondenz. Neu aufgenommen: Unterricht auf der Rechenmaſchine
(2 Maſchinen).
Dauer des Unterrichts: a) Für erwachſene Herren und Damen, je nach Wahl des
Kurſus, 36 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſprechenden
Vorkenntniſſen 6 Monate; c) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtigen
Alter 612 Monate, alles bei vollem Tagesunterricht. (Abendunterricht nur privat),
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die nötigen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflichtſchule
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenlos den
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Winter=Semeſter beginnt Dienstag, den 4. Oktober, vorm. 8 Uhr.
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Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I. erhältlich.
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Montag bis Freitag von 121 Uhr
und nachmittags 35 Uhr.

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Nummer 208.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Seite 13.

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[ ][  ][ ]

Seite 14.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910s

Nummer 208,

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* Leichtathletik. Die Athletik=Abteilung des
Fußballklubs Viktoria Darmſtadt errang bei dem vorgeſtri=
gen
15 Kilometer=Stafettengehen des Darmſtädter Sport=
klubs
1905 den zweiten Preis. Es gingen: 1. Ph. Amann,
2. W. Blaufelder, 3. Chr. Völger. Die Stafette wurde
in 1 Stunde 31 Min. 7 Sek. gegangen.
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Blauer Dunſt (Jentzſch), 2. Finckenritter (Wurſt), 3.
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(Jentzſch), 2. Littoral (Miller), 3. Carthago (Childs).
Unpl.: Elgin (4.), Flaneur, Firlefanz II. Leicht, 25
Längen.
Rr. Die Fliegermeiſterſchaft von Deutſch=
land
gelangte am Sonntag in Düſſeldorf zum Aus=
trag
und wurde von dem von ſeiner ernſten Krankheit

vieder geneſenen Rheinländer Rütt gewonnen. Für
den Endlauf hatten ſich neben dem Sieger noch Willy
Arend, Otto Meyer und Oſtermeier qualifiziert. Bis
200 Meter vor dem Ziel lag Meyer an der Spitze, dann
trat Rütt an und ſiegte leicht mit dreiviertel Länge
gegen Arend, während Meyer aufgerichtet das Ziel
paſſierte. Oſtermeier, der ſich in ſeinen Vorläufen er=
ſchöpft
hatte, gab auf. Oſtermeier hatte in ſeinem
Zwiſchenlauf totes Rennen mit Henry Meyer erzielt,
weshalb zwiſchen beiden zwei weitere Läufe ausge=
fahren
werden mußten. Nachdem der 1. Lauf wiederum
totes Rennen ergab, ſiegte Oſtermeier mit doppelter
Handbreite gegen Meyer. Das Tandemrennen ge=
wannen
Schürmann-Arend gegen Apel-Aſchoff, Ch.
Müller-Münzner und v. Natzmer-Theiß. Von dem
über drei Läufe führenden Dauerrennen wurden nur
zwei ausgefahren und der dritte wegen eintretender
Dunkelheit verſchoben. Hall ſiegte in beiden Läufen,
und zwar im erſten in 17:35 gegen Schulze 19,350 Kilo=
meter
, Pongs 19,007 Kilometer, Hoppe 18,918 Kilo=
meter
, und im zweiten in 16:55 gegen Pongs 19,150
Kilometer, Schulze 18,980 Kilometer und Hoppe 18,580
Kilometer.
Radrennen zu Berlin=Steglitz. Haupt=
fahren
: 1. Stabe, 2. Wegener, 3. Fr. Stelbrink.
20 Kilometer: 1. Dickentmann 14:33,1, 2. Scheuer=
mann
, 170 Meter, 3. Stol, 400 Meter, 4. Schipke, 450
Meter, 5. Herm. Przyrembel, 1200 Meter zurück.
Preis von Friedenau: 1. Pawke, 2. Großmann, 3.
Lorenz. 30 Kilometer: 1. Dickentmann 21:52,3,
2. Scheuermann, 260 Meter, 3. Schipke, 1050 Meter,
4. Przyrembel, 1520 Meter, 5. Stol, 1995 Meter zurück.
Prämienfahren: 1. Techmer, 2. Pawke, 3. Schwab.
50 Kilometer=Rennen: 1. Scheuermann 36:29,3, 2.
Schipke, 910 Meter, 3. Przyrembel, 2400 Meter, 4.
Stol, 4370 Meter, 5. Dickentmann, 5000 Meter zurück.
Tandemfahren: 1. Techmer-Großmann, 2. Ganze=
voort
-Kendelbacher.
Europa=Meiſterſchaft (Dresdener Renn=
bahn
über 100 Kilometer: 1. Theile: 1:10:34½
(bisher 1113:27), 2. Walthour, 4 Runden, 3. Ryſer,
6 Runden, 4. Guignard, 10 Runden, 5. Salzmann
(Motordefekt) 25 Runden zurück. Im Zukunftspreis
über 35 Kilometer ſiegte Janke gegen Thomas und
Pentzel.

Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 3. Sept. ( Börſen=
wochenbericht
.) Nachdem die Ultimoliquidation
glatt beendet und dabei die Geldbedürfniſſe leicht be=
friedigt
wurden, war die Spekulation wieder hoff=
nungsvoll
geſtimmt. Die andauernd beſſeren Verhält=
niſſe
in der heimiſchen Eiſeninduſtrie gaben den Im=
puls
zu einer kräftigen Preisſteigerung am Montan=
gebiet
. Dazu lauteten die Berichte vom belgiſchen
Eiſenmarkte recht günſtig und ſtimulierte umſomehr,
als derſelbe für den Weltmarkt eine gewiſſe ſymptoma=
tiſche
Bedeutung hat. Auch die aufſteigende Entwickel=
ung
in der Automobil= und Elektrizitätsbranche, für
welche Deutſchland obenan ſteht, ſtimmte die Börſen
zu einer recht feſten Haltung. Die Vorgänge in den
Vereinigten Staaten, wo die Agitationsreiſen Rooſe=
velts
teilweiſe verſtimmten, blieben einflußlos; man
iſt jetzt Amerika gegenüber viel ruhiger geworden und
nimmt eine beobachtende Stellung ein. Guten Ein=
druck
machte auch die Nichterhöhung des Diskonts ſei=
tens
der Bank von England, und ſo darf man hoffen,
daß die Geldlage, auch bei größerem Begehr im Herbſt,
in normalen Grenzen reſp. bei verhältnismäßig niedrigen
Zinsſätzen verbleibt. Zu den Einzelheiten des Ver=

kehrs übergehend, waren zunächſt Deutſche Renten ſehr
ſtill und weniger verändert; auch ausländiſche Staats=
fonds
ſchließen faſt zu den vorwöchigen Preiſen.
Von Transportaktien waren Lombarden ( Süd=
bahn
) am belebteſten. Die Sanierungsverhandlungen
und beſonders die Frage der Ablöſung der italieniſchen
Annuität ſind wieder aktuell und werden als ausſichts=
reich
beurteilt. Weiter beſtand für Schantung (142½)
und Prine Henri (138½) größeres Intereſſe. Die bei=
den
Schiffahrtswerte (Hamburger Paketfahrt und Nord=
deutſcher
Lloyd) konnten ebenfalls profitieren, zumal
die Mitteilungen über den Paſſage= und Auswanderer=
verkehr
recht befriedigend lauten. Schwächer ſchließen
Baltimore und Ohio ſowie Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft.
Am Bankenmarkt entwickelte ſich bedeutendes Ge=
ſchäft
in den Aktien der leitenden Inſtitute. So konn=
ten
Darmſtädter, Diskonto=Kommandit, Deutſche und
Dresdener ganz anſehnlich im Kurſe ſteigen und zwar
in der Motivierung, daß durch die günſtige Situation
in den verſchiedenen Induſtrien auch den Banken gute
Erträgniſſe zufließen. Etwas niedriger notieren Mit=
teldeutſche
Kreditbank. Montanaktien ſchließen, wie
ſchon oben erwähnt, weſentlich höher; auch Kaliaktien
waren lebhaft. Weſteregeln bis 228 avancierend.
Am Kaſſainduſtriegebiet ſtanden Allgemeine Elek=
trizitäts
=Geſellſchaft, ſowie Felten u. Guilleaume und
Siemens u. Halske im Vordergrunde des Geſchäfts.
In den letzten Tagen haben Konferenzen ſtattgefun=
den
zwiſchen den leitenden Perſönlichkeiten des Sie=
mens
=Schuckert=Konzerns und der Bergmann= Elektri=
zitäts
=Geſellſchaft. Ebenſo haben Vertreter der erſt=
genannten
Geſellſchaft die Werke der Bergmann= Geſell=
ſchaft
beſichtigt. Man kombinierte angeſichts dieſer
Tätigkeit erneute Fuſionspläne, ohne daß bisher Be=
ſtimmtes
darüber verlautete. Eine weſentliche Steige=
rung
, bis etwa 443, erfuhren Adlerwerke (Kleyer) auf
die überaus gute Beſchäftigung; hingegen fanden in
Chemiſchen Aktien Realiſationen ſtatt, ſodaß einzelne
Einbußen zu verzeichnen ſind. Recht feſt lagen Chemiſche
Albert (485½) und Badiſche Zuckerfabrik (Waghäuſel)
(193). Von Brauereiaktien wurden Binding, Stern
u. Henninger billiger abgegeben. Dabei ſollen die Er=
gebniſſe
im Brauereigewerbe zufriedenſtellend ſein.
Kolonialwerte ruhig. Anteile der Kolonialgeſellſchaft
für Südweſtafrika notieren 1120, Otavi 148, South=
weſtafrika
184. Die Shares der Southweſt=Territories
ſind wieder ſchwächer bis 14.
Von Loſen notieren: Augsburger 38,60, Braun=
ſchweiger
205,50, Meininger 37,10, Finnländer 300,
Pappenheimer 71, Freiburger 55,75, Türkiſche 182,
Genua 215, Mailänder 45=Fres.=L. 134,75, Mailänder
10=Frcs.=L. 30,50, Ungariſche 385, Venediger 41,10, in
Reichsmark; Gothaer Prämie I 140, Gothaer Prämie II
114,30, Donau=Regulierung 149,50, Madrider 77,25, in
Prozent. Ferner ſchließen: 4proz. 1918er Reichs (bis
1918 unkündbar) 101,90. 3½proz. 1918er Reichs 92,75,
3proz. 1918er Reichs 83,55, 4proz. Heſſen von 1899 101,10,
4proz. Heſſen von 1906 101,10, 4proz. Heſſen von 1908/09
101,50, 3½proz. Heſſen 90,80, 3proz. Heſſen 80, 4proz.
Darmſtädter 100,25 G., 3½proz. Darmſtädter 91,80, 4. Heſſ. Land.=Hyp.=Pf. (S. 1820) 101,60 G., 3½proz.
Heſſ. Land.=Hyp.=Pf. (S. 911) 92,20 G., 4proz. Heſſ.
Kommunal=Pf. (S. 1012) 101,60 G., 3½proz. Heſſ.
Kommunal=Pf. (S. 13) 92,60 G., 3½proz. Heſſ. Kom=
munal
=Pf. (S. 4) 92,20 G., Darmſtädter Bank 131¾,
Südd. Eiſ.=Geſ. 121,75, Baltimore und Ohio 104½, 4 ½=
proz
. Ruſſen 100,40 B., 4proz. 1880er Ruſſen 91,25, 4proz.
1902er Ruſſen 91,95, 3¼proz. Ruſſen 89, 3½proz. Ruſſen
83,80 G., 3proz. Ruſſen 80 G., 4½proz. Japaner 97,70,
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[ ][  ][ ]

Nummer 208.

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Seite 15.

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für 2 Morgen= u. 1 Mittagsſtunde geſucht
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Martinſtraße 31, part.

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unter 19 Jahren) zur Hilfe in Küche und
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Haus Steinackerſtraße 11.

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Wilhelminenſtr. 10, Seitenbau, rechts.

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tüchtig im Haushalt, tagsüber geſucht
Hogftraße 26, I.
17257ids) Braves, in Küche und Haus=
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erhalten tägl. für
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Kinder= und Alleinmädchen, Verkäuferin in
Schweinemetzg., Alleinmädch. w. ſelbſtändig
kochen zu 2 Perſ., Mädch. in gute Geſchäftsh.,
Zimmer=, Haus= u. Küchenmädch. in Hotels
u. Reſtaurationen, Beiköchinnen gegen hohe
Löhne, durch Frau Dingeldein, Stellen=
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Bismarckſtraße 47, I.

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Stellen hier und auswärts Stellenbureau
Frau Scheid, Dieburgerſtraße 32.

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Nebeneinkommen
können ſich Angehörige aller Kreiſe durch
Vermittlungen von Lebens=, Unfall= und
Haftpflicht=Verſicherungen verſchaffen, bei
einer erſtklaſſigen, alten Lebens= Verſiche=
rungs
=Geſellſchaft. Anerbietungen unter
P 80 an die Expedition ds. Bl. erbeten.

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tüchtiger= Reiſender
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u. Fahrgelder. Der Verkaufdgeſchieht gegen
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gabe
von Alter u. Tätigkeit befdrdert, unt.
P 74 die Expedition ds. Bl. (17886mdfs

Jung.

IIN

auf das Kontoxleiner Bier=
und Weichandlung
zum baldigen=Eintritt geſucht.
Off. mit Angabe des Alters u.
Gehaltsgalſprüche nebſt Zeugnis=
abſchriften
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Expedikion ds. Bl.
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Lichtenbergſtraße 68, part.
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Zuverläſſi=

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Expedition

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dieſes Blattes Erbeten.
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[ ][  ]

Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 6. September 1910.

Nummer 208,

Seite 16.

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Kind wird in Pflege genommen. Näh.
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Anständ. gebild. Fräulein
ſucht Anſchluß an nette Dame zur Ge=
ſellſchaft
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hauptpoſtlagernd erbeten. (*21555

verwechſelt in der
Regenschirm Hofkirche, 3. Bank,
ſilb. Griff, E. B. grav. Bitte wegen Ab=
reiſe
ſofort umzutauſchen (*21614
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mit d. Nam.
1Wandergewerbeschein r. S. iſt
verloren gegangen. Der redl. Finder w.
geb., denſelb. Arheilgerſtr. 14. abzugeb. (*21586

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auf Mittwoch, den 7. September, nachmittags 3 Uhr,
im Gemeindehauſe, Kiesſtraße 17.
Tagesordnung:
1. 3 Uhr: Verbandsangelegenheiten.
2. 4 Uhr: Vortrag des Herrn Dr. Heid=Nieder=Ramſtadt, über
Krüppelfürſorge.
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Der Vorstand.

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Leitung: HerrObermusikmeister Mickley.

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koſtenloſe Auskunft zu erteilen. Off. unter
P 56 an die Expedition ds. Bl. (*21552
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Heidelbergerſtraße 87, II. r.
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zu verleihen.
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Leihbibliothek Johannesviertel,
Wendelſtadtſtraße 26.
Großherzogliches Hoftheater.
Dienstag, den 6. September 1910.
2. Abonnements=Vorſtellung.
Abonnement A 1.
Neu einſtudiert:
König Richard der Zweite.
Trauerſpiel in 5 Aufzügen von Shakeſpeare,
nach Schlegel’s Ueberſetzung für die deutſche
Bühne neu bearbeitet von Fr. Dingelſtedt.
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Valdek.
Perſonen:
Richard II., König v. Eng=
land
. .
Hr. Baumeiſter
Iſabella von Valois, deſſen
Gemahlin .
. . Frl. Prevoſt
Johann von Gaunt,
Herzog von Lan=
caſter
,
S Hr. Lehrmann
Edmud Langley, Her=(86
zog von York, 10 Hr. Riechmann=
Gemahlin des Herzogs von
York . .
. Frl. Heumann
Heinrich, gen. Bolingbroke,
Herzog von Hereford,
Sohn des Herzogs von
Lancaſter, nachm. König
Heinrich IV. .
. . Hr. Heinz
Herzog von Aumerle, Sohn
des Herzogs von York . Hr. Weſtermann
Mowbray, Herzog v. Nor=
folk

Hr. Hacker
Graf von Salisbury
Hr. Schneider
Graf von Northumberland Hr. Semler
Heinrich Percy, deſſ. Sohn Hr. Speiſer
Lord Willoughby .
Hr. Hönel
Buſhy, 1 Höflinge König . Hr. Holler
Green, Richard’s Hr. Kroczak
Biſchof von Carlisle . . Hr. Wagner
Sir Pierce von Exton . . Hr. Schwarze
Sir Stephen Scroop
Hr. Jürgas
Ein Hoffräulein d. König. Frl. Kaiſer
Ein Gärtner des Herzogs
von York
.Hr. Knispel
Deſſen Gehülfe .
Hr. Ungibauer
Ein Page des Herzogs von
York . . .
Frl. Nicklaß=
Kempner
Ein Page aus dem Königl.
Marſtall
.. . Frl. Reick
Ein Gefängswärter
. Hr. Klotz
Ritter, Hofherren, Offiziere, Herolde, Sol=
daten
, Pagen, Boten, Gefolge u. Diener=
ſchaft
.
Schauplatz: In England und Wales.
Zeit: 1398 bis 1400.
Nach dem 2. Aufzuge findet eine längere
Pauſe ſtatt.
Beurlaubt: Frl. Zeiller.
Preiſe der Plätze:
(Kleine Preiſe)
Proſzeniumsloge 5 Mk., Fremdenloge 5 Mk.,
Balkonloge 4.50 Mk., 1. Rang 4 Mk., 2. Rang:
(1. bis 6. Reihe) 2. Mk., (7. und 8. Reihe)
1.60 Mk., Sperrſitz: (1. bis 13. Reihe) 3.50 Mk.,
(14. bis 20. Reihe) 3. Mk., Parterre: (1. bis
5. Reihe) 2.20 Mk., (6. bis 8. Reihe) 1.80 Mk.,
1. Galerie 1. Mk., 2. Galerie 50 Pfg.
Kartenverkauf von 11 bis 1 Uhr und von
6 Uhr an.
Anfang 7 Uhr. Ende 10 Uhr.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellungen:
Mittwoch, 7. Sept. 3. Ab.=Vorſt. B 1.
Figaro’s Hochzeit. Gräfin . Frl.
Milena von Sugh, als zweites Debut.
Kleine Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Donnerstag, 8. Sept. 4. Ab.=Vorſt. C 1.
Tiefland. Pedro . Hr. Georg Becker,
als zweites Debut. Große Preiſe. An=
fang
7 Uhr.
Freitag, 9. Sept. 5. Ab.=Vorſtell. D 2.
Neu einſtudiert: Götz von Ber=
lichingen
Kl. Preiſe. Anfang 7 Uhr.
Aus dem Spielplan.
Sonntag, 11. Sept. 6. Ab.=Vorſt. A 2
Tannhäuſer. Große Preiſe. An=
fang
6½ Uhr.
Wöoog, an 5. Stblender 1910.
Waſſerhöhe am Pegel 3,86 m
Luftwärme 11 C
Waſſerwärme vormittags 7 Uhr 150 C
Woogspolizeiwache.