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Praiatl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
aus=
rts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
r Aufnahme von Anzeigen an
vorge=
riebenen Tagenwird nicht übernommen.
173. Jahrgang
n Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage: ſowie von unſeren Agenturen und
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
ngan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
den Annoncen=Expeditionen. — Bei
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
178.
Dienstag, den 2. Auguſt.
1910.
wie heutige Nummer hat 16 Seiten.
Der Reichskanzler und die Polenfrage.
*05 Noch immer gehen Bemerkungen durch die Blätter,
rvelchen Herr von Bethmann Hollweg als ein Gegner
ſſiner energiſchen Polenpolitik hingeſtellt und ihm vor
lm Dingen nachgeſagt wird, daß er gegen eine Anwen=
Aſſtag des Enteignungsgeſetzes ſei und ſich aus Gründen
Uieerer Dreibundspolitik ſogar dem Grafen Aehrenthal
enüber verpflichtet habe, es nicht anzuwenden.
Dem=
ſegenüber muß, und zwar auf Grund eigener unzweiden=
Aiger Kundgebungen des Reichskanzlers ſelbſt, aufs ent=
Ahredenſte betont werden, daß Herr von Bethmann Holl=
Abg durchaus ein Vertreter der energiſchen
Aolenpolitik iſt und das vom Fürſten Bismarck be=
Aortnene und unter dem Fürſten Bülow mit ſo viel Energie
Abttgeſetzte Werk ſeinerſeits mit allen Mitteln fördern wird.
as den zweiten Punkt betrifft, ſo iſt die alte Mär, daß
barr von Bethmann Hollweg dem Grafen Aehrenthal
Ullegenüber irgendwelche Verpflichtungen, das
Enteignungs=
eſetz nicht anzuwenden, eingegangen ſei, völlig aus der
rft gegriffen. Aber auch dafür, daß Herr von Bethmann
ellweg perſönlich ein Gegner der Anwendung des Ent=
Alignungsgeſetzes ſei, fehlt jeder Anhaltspunkt, und gerade
er Umſtand, daß das Enteignungsgeſetz im preußiſchen
Mhogeordnetenhauſe angenommen worden iſt, während er
Arizepräſident des preußiſchen Staatsminiſteriums war,
ſelllte genügen, um dieſe Behauptung zu widerlegen. Wenn
Adrs Enteignungsgeſetz bisher nicht zur Anwendung ge=
Alangt iſt, ſo kann der Grund dafür in Bedenken der
aller=
meueſten Art, auch gerade im Schoße der Anſiedelungskom=
Umiſſion ſelbſt, liegen. Daß ſeiner Anwendung gewiſſe
Be=
denken entgegenſtehen, iſt ja bei den Verhandlungen im
preußiſchen Abgeordnetenhauſe ſelbſt zur Genüge bekannt
grworden.
Die engliſche Verfaſſungsfrage.
C2) Das engliſche Unterhaus hat ſich bis zum 15.
No=
member vertagt. In der letzten Sitzung hat der
Premier=
miniſter über die Vetokonferenz, die bekanntlich eine
Ver=
ktändigung der beiden großen Parteien in der
Verfaſſungs=
frrage anſtrebt, den zahlreich verſammelten
Parlaments=
mitgliedern mitgeteilt, daß die Vertreter der
Regierung=
mnd der Oppoſition in 12 Sitzungen einen großen Teil der
Differenzen beſeitigt hätten. Das Reſultat ergebe einen
volchen Fortſchritt, daß nach Anſicht ſämtlicher Mitglieder
Dder Konferenz die Verhandlungen unbedingt fortgeſetzt
rverden müßten. Von einer endloſen Fortdauer könne
matürlich nicht die Rede ſein, denn falls während der
Sitz=
rungen, die während der Parlamentsferien fortgeſetzt
wer=
den, keine Ausſicht für eine Verſtändigung vorhanden ſei,
die es ermögliche, dem Parlament noch in dieſer Tagung
Wenntnis zu geben, ſo würde die Regierung die Konferenz
gabbrechen.
Aus dieſer Erklärung geht hervor, daß Asquith
ddie Hoffnung hat, vor Wiederzuſammentritt des
Parla=
rments ſich über die Verfaſſungsfrage zu einigen. Eine
an=
dere Frage iſt, ob dies auch tatſächlich gelingen wird. Man
weiß, daß die Gegenſätze nicht unbedeutend ſind, ſo daß es
wenig ſagen will, wenn tatſächlich ein Teil der Differenzen
lbereits beſeitigt iſt. Der Premierminiſter hat vor allen
Dingen die Frage offen gelaſſen, wie weit die Konferenz
gerade über die wichtigſten Punkte zu einer Verſtändigung
gekommen iſt. Nicht ohne Abſicht wird Asquith ſeine
ge=
rwundene, entgegenkommende und doch ziemlich nichtsſagende
Erklärung abgegeben haben. Warum ſollte auch der
Mini=
ſterpräſident ſich gegen eine Fortſetzung der Konferenz und
damit gegen eine Hinausſchiebung des alten Zwiſtes
zwi=
ſchen Oberhaus und Unterhaus ausſprechen, verlängert er
doch damit das Leben der gegenwärtigen Regierung! Herr
Asquith will ſeine Macht möglichſt lange ausnutzen, zumal
ſeine Stellung durch die Aufwärtsbewegung des Handels
ſich in letzter Zeit gebeſſert hat. Auch hat der
Miniſter=
präſident eine große Stütze an König Georg, der die
Kon=
ferenz gewünſcht hat und deshalb ſicherlich damit
einver=
ſtanden ſein wird, daß die Verhandlungen fortgeſetzt
wer=
den. Schließlich bleibt ja auch der Regierung des Herrn
Asquith, wenn es zu keiner Einigung kommen ſollte, nichts
anderes übrig, als die Entſcheidung dem König zu
über=
laſſen. Der Premierminiſter dürfte dann dem Monarchen
vorſchlagen, zur Beſeitigung des Widerſtandes des
Ober=
hauſes eine ausreichende Anzahl neuer liberaler Peers zu
ernennen oder vorher das Parlament aufzulöſen unter Zu=
ſicherung des Peersſchubs, falls abermals eine liberale
Mehrheit aus den Wahlen hervorgehen ſollte.
Man kann ohne weiteres annehmen, daß Asquith ſeine
jetzige Erklärung im Unterhauſe im Einverſtändnis mit
der Oppoſition abgegeben hat, denn auch die Konſervativen
werden den Wunſch haben, daß die Verhandlungen
weiter=
geführt werden, um die ihnen günſtige Situation
aus=
nützen zu können. Sie rechnen ohnedies mit dem baldigen
Zuſammenbruch der liberalen Regierung und können
des=
halb den Dingen, die da kommen werden, mit Ruhe
ent=
gegenſehen. Anders liegt die Sache mit den übrigen kleinen
Parteien, der Arbeiterpartei, den Radikalen und den Iren.
Sie werden natürlich jede Gelegenheit benutzen, um der
gegenwärtigen Regierung am Zeug zu flicken, aber ihre
Macht iſt doch nicht groß genug, als daß ſie den Willen
Asquiths durchkreuzen könnten. An der Konferenz ſelbſt
ſind dieſe Parteien nicht beteiligt, ſie werden alſo
wahr=
ſcheinlich über das, was bisher erreicht iſt, nur
ungenü=
gend informiert ſein. Allerdings haben die Radikalen die
jetzige Regierung bisher unterſtützt, und zum großen Teil
iſt es ihnen zu verdanken, daß Herr Asquith noch
Miniſter=
präſident iſt. Immerhin wird Herr Asquith ſich mit den
Radikalen gut halten müſſen, denn wenn ſie ihm die
Ge=
folgſchaft kündigen, iſt es um ſeine Regierungsherrlichkeit
geſchehen. Das wird wohl auch der Hauptgrund ſein, daß
er über den bisherigen Verlauf der Vetokonferenz eine ſo
beruhigende Erklärung abgegeben hat. Alles in allem iſt
die Verfaſſungsfrage nach wie vor in der Schwebe.
Die ruſſiſchen Tranſitzölle im fernen Oſten.
C Bekanntlich plant Rußland die Einführung von
Tranſitzöllen für die Einfuhr nach der Mandſchurei auf
den Strecken der von Wladiwoſtok ausgehenden
Eiſen=
bahnlinien der ruſſiſchen Küſtenprovinz, wie kürzlich aus
Petersburg ſelbſt gemeldet worden iſt. Angeſichts dieſes
Umſtandes dürften die Importziffern der hierfür in
Be=
tracht kommenden Häfen Wladiwoſtok und
Nikola=
jewsk intereſſieren, die kürzlich in den im Reichsamt des
Innern zuſammengeſtellten Nachrichten für Handel und
Induſtrie nach Angaben des Wjeſtnik Finanzow
veröffent=
licht worden ſind.
Danach betrug im Jahre 1908 die Einfuhr aus
Ruß=
land über dieſe beiden Häfen 2043000 Pud im Werte von
8 131000 Rubel und iſt geſtiegen im Jahre 1909 auf
4155000 Pud im Werte von 11806000 Rubel, alſo in der
Menge auf mehr als das Doppelte und im Wert um rund
45 Prozent. Im Gegenſatz dazu iſt die Einfuhr aus dem
Ausland nach dieſen Häfen zurückgegangen, und zwar von
15535000 Pud auf 15145000 Pud, oder um 2,5 Prozent
und im Werte von 90 796000 Rubel auf 55 160000 Rubel,
alſo rund 39 Prozent. An dieſem Rückgang der Einfuhr
iſt Deutſchland ganz beſonders beteiligt, deſſen Einfuhr in
dieſem einen Jahre von 15788000 Rubel auf 6682000
Rubel, alſo um faſt 60 Prozent zurückgegangen.
Im Gegenſatz dazu iſt der für die Mandſchrei
be=
ſtimmte Tranſitverkehr über dieſe Häfen ganz
außerordent=
lich gewachſen, und zwar beſonders der Tranſitverkehr
aus=
ländiſcher Waren. Leider bringt der Wjeſtnik Finanzow
über den Wert dieſes Tranſitverkehres keine Angaben,
ſon=
dern nur über ihre Menge. Danach iſt die Menge der
ruſ=
ſiſchen Einfuhr von 65000 Pud im Jahre 1908 auf 160000
Pud im Jahre 1909, alſo um mehr als das Doppelte
ge=
ſtiegen, während die Durchfuhr ausländiſcher Waren ſich
bei einer Vermehrung von 82000 Pud auf 749000 Pud
faſt verzehnfacht hat.
Dieſe Zahlen ſprechen eine ſehr beredte Sprache. Wie
der Wjeſtnik Finanzow angibt, erſtreckt ſich die
Verminde=
rung der europäiſchen Einfuhr nach Wladiwoſtok und
Nikolajewsk auf faſt alle Warenkategorien und iſt
beſon=
ders ſtark bei der Einfuhr von Zucker, Baumwollfabrikaten,
Leinen, Jute und Hanffabrikaten, deren Einfuhr zugunſten
der ruſſiſchen Produktion zurückgedrängt worden iſt.
Da=
gegen hat in der Mandſchurei augenblicklich, wie die
weſent=
lich geſteigerten Durchfuhrziffern zeigen, die Nachfrage nach
europäiſchen Waren in einer die Nachfrage nach
ruſſiſchen Waren um mehr als das Vierfache überſteigenden
Weiſe zugenommen. Gerade dieſer Umſtand dürfte in
ruſ=
ſiſchen Regierungskreiſen den Gedanken erzeugt haben, der
ruſſiſchen Einfuhr nach der Mandſchrei durch die
Einfüh=
rung von Tranſitzöllen für die von Wladiwoſtok nach der
Mandſchurei führenden Linien, die nach dem Wortlaute
des deutſch=ruſſiſchen Handelsvertrages zuläſſig iſt,
aufzu=
helfen. Die Folge davon wird ſein, daß die deutſchen und
die ausländiſchen Kaufleute in Zukunft bei ihrer Einfuhr
nach der Mandſchurei den Hafen von Wladiwoſtok meiden
und ſich den ſüdmandſchuriſchen Häfen, in erſter Linie
Niutſchwang, zuwenden werden. Vielleicht überlegt man
ſich ruſſiſcherſeits inzwiſchen noch, ob den ruſſiſchen
Inter=
eſſen im fernen Oſten durch eine derartige künſtliche
Ablen=
kung des Handels von den ruſſiſchen Häfen zugunſten der
ſüdmandſchuriſchen Häfen wirklich gedient iſt, oder ob nicht
gerade Wladiwoſtok, „die Herrſcherin des Oſtens”, die am
meiſten Leidtragende bei dieſem Verſuche ſein wird.
Deuſches Reich.
B. Der wirtſchaftliche Aufſchwung Deutſchlands and
der Aufſchwung der geſamten Weltwirtſchaft ſtellt an die
wirtſchaftliche Vorbildung unſerer mit der Vertretung
un=
ſerer wirtſchaftlichen Intereſſen betrauten
Verwaltungs=
beamten hohe Anforderungen. Während man zunächſt
be=
ſtrebt war, dieſen Anforderungen dadurch gerecht zu
wer=
den, daß man, ohne die gelegentliche Heranziehung
von Sachverſtändigen zu vermeiden, hierfür
be=
ſonders geeignete Beamte heranbildete, iſt man in der
letz=
ten Zeit immer mehr dazu übergegangen, ſich für dieſe
Zwecke den Rat der mitten im wirtſchaftlichen Leben
ſtehenden Fachleute zu ſichern, und es iſt ein
erfreu=
licher Beginn der Amtstätigkeit des neuen
Kolonialſtaats=
ſekretärs v. Lindequiſt, daß er zu dieſem Zwecke nicht
nur mit einer Anzahl von Handelskammern, ſondern auch
mit der Kolonialabteilung der Deutſchen Landwirts=
Geſell=
ſchaft Fühlung genommen hat.
Wenn jedoch bei dieſer Gelegenheit Angriffe gegen die
Verwaltung und ähnliche frühere Inſtitute gerichtet
wer=
den, wie das z. B. in Nr. 378 des Berliner Tageblatts in
einem Leitartikel der Handelszeitung „Ein kaufmänniſcher
Beirat für die Kolonialverwaltung” geſchieht, ſo iſt das
ungerecht und außerdem unangebracht, weil es den
Be=
hörden ein unbefangenes Fortſchreiten auf dem betretenen
Wege erſchwert.
— Aus führenden Kreiſen des deutſchen
Hand=
werks wird dem Hanſa=Bund geſchrieben:
„Die Zuſammenſetzung und die jetzt erfolgte
Verſtär=
kung des wirtſchaftlichen Ausſchuſſes iſt geeignet, in allen
Kreiſen des deutſchen Handwerkerſtandes ſtarke
Mißſtim=
mung zu erzeugen. Das Handwerk iſt leer ausgegangen,
mit keiner einzigen Perſon im wirtſchaftlichen Ausſchuß
vertreten. Dieſe Tatſache muß um ſo größeres Befremden
hervorrufen, als es ſich wieder um die Zurückſetzung eines
für unſere nationale wirtſchaftliche Wohlfahrt ſo überaus
bedeutungsvollen Faktors handelt. Der wirtſchaftliche
Aus=
ſchuß iſt gebildet worden, um der Reichsverwaltung für
Entſcheidungen auf wirtſchaftspolitiſchem und
handelspoli=
tiſchem Gebiet als ſachverſtändiger und begutachtender
Beirat zu dienen. Hierzu ſoll anſcheinend das deutſche
Handwerk überhaupt nicht hinzugezogen werden, obgleich
es doch in ganz beſonderem Maße an der Wirtſchafts= und
Handelspolitik des Deutſchen Reiches als eine große
ſtäats=
erhaltende Bevölkerungsſchicht intereſſiert iſt. Das
Hand=
werk verfügt aber durchaus über die geeigneten Männer,
die weiten Blick und Sachkenntnis für dieſe Arbeit
mit=
bringen. Es dürſte an der Zeit ſein, dieſe Unterlaſſung
mit einem lebhaften Proteſt gegen die darin ausgedrückte
vollommene Richtachtung des deutſchen
Handwerkerſtan=
des zu beantworten. Der Hanſa=Bund iſt die zuſtändige
Stelle, um in dieſer Frage der Zuſammenſetzung des
wirt=
ſchaftlichen Ausſchuſſes Hand in Hand mit den führenden
Organiſationen des deutſchen Mittelſtandes und des
Hand=
werks vorzugehen.=
Die Frage des wirtſchaftlichen Ausſchuſſes, der
Stel=
lung des Hanſa=Bundes zu ſeiner bisherigen
Zuſammen=
ſetzung und Wirkſamkeit vom Standpunkt der im Hanſa=
Bund vertretenen wirtſchaftlichen Intereſſen wird einen
beſonderen Teil des vom Hanſa=Bund vorzubereitenden
Beiratsgeſetzes einnehmen.
— Auf Wunſch führender Kreiſe der deutſchen
Indu=
ſtrie iſt der Hanſabund in eine Enquete darüber
einge=
treten, ob und aus welchen Urſachen (Finanzreform)
Ab=
wanderungen induſtrieller
Unternehmun=
gen in das Ausland erfolgt ſind. Das Ergebnis
wird vorausſichtlich in dem im Oktober dieſes Jahres
er=
ſcheinenden Werke des Hanſabundes über die öffentlich
rechtlichen Belaſtungen von Handel, Gewerbe und
Indu=
ſtrie Berückſichtigung finden.
— Die preußiſche Heeresverwaltung hat
ein Preisausſchreiben für Offiziere
veran=
ſtaltet, in dem fortifikatoriſche Themen behandelt werden
ſollen. Im ganzen ſind vier Themen zur Behandlung
ge=
ſtellt worden, die ſich ſämtlich mit Anlagen, Befeſtigungen
und maſchinellen Verbeſſerungen der Forts befaſſen. Die
Preisaufgaben ſind folgenden Inhalts: 1. Das Projekt
eines zwölfzölligen Univerſal=Minenbohrers zum
Her=
ſtellen von Bohrlöchern von mindeſtens 42 Meter Länge
aus den Minengalerien (ohne Waſſerbedarf). 2. Das=Pro=
Seite
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Nummer 172
ſeiteines Senhpanzerlums gegen 23 Zenimeter Granaten
mit einer Sprengladung von 56,5 Kilogramm
Trinitro=
tuluol für das dreizöllige ſchnellfeuernde Feldgeſchütz. Im
Projekt iſt auch die Anlage der Kaſematten durchzuführen
und der Koſtenvoranſchlag beizuſchließen. 3. Das Projekt
einer elektriſchen Anlage für ein Fort zu Ventilations=,
Beleuchtungs= und Betriebszwecken mit Sicherſtellung
ei=
ner ununterbrochenen Funktionierung. 4. Das Projekt
einer gegen Artilleriefeuer geſicherten
Feſtungsgefrier=
anlage zur Aufnahme von anderthalb Millionen
Kilo=
gramm gefrorenen Fleiſches.
Ausland.
— In den Stichwahlen zu den franzöſiſchen
General=
räten verloren die Konſervativen fünf, die Progreſſiſten
und Republikaner der Linken je einen Sitz, während die
geeinigten Sozialiſten ſieben Sitze gewannen.
— Die ſerbiſche Regierung hat folgendes
Commu=
niqué veröffentlicht: Alle Gerüchte, nach denen
Ser=
bien im Vereine mit Bulgarien einen Proteſt oder
eine gemeinſchaftliche Aktion gegen die Entwaffnung in
der Türkei vorbereite, ſind vollkommen unbegründet. Alle
dieſe Ausſtreuungen ſind tendenziös erfunden, weil.
Ser=
bien jede Abſicht fern liegt, ſich in die inneren
Angelegen=
heiten des ihm befreundeten nachbarlichen türkiſchen
Rei=
ches einmengen zu wollen.
In der Frage der Regelung der
Schiff=
fahrt auf dem Sungari wurde zwiſchen Rußland und
China ein Einvernehmen erzielt, das die ruſſiſchen
Inter=
eſſen völlig befriedigt. Zur endgültigen Formulierung des
Einvernehmens bedarf es noch einiger Tage.
— Theotokis und Rhallis ſind dahin übereingekommen,
daß man ſich von kretiſchen Kandidaturen für die griechiſche
Nationalverſammlung keinen Gewinn verſprechen
könne. Venizelos hat eine Vergnügungsreiſe nach
Trieſt angetreten und wird wahrſcheinlich von ſeiner
Kan=
didatur Abſtand nehmen.
Der türkiſche Geſandte in Athen hat dem
griechiſchen Geſandten in Konſtantinopel erklärt, er habe die
ihm vom Tanin zugeſchriebene Erklärung nicht abgegeben.
Ferner hat er durch eine Lokalkorreſpondenz ein ziemlich
weitgehendes Dementi veröffentlicht, das die griechiſche
Regierung hinreichend finden dürfte. Tanin hält das
Interview aufrecht.
— Der Sultan hat der Neueinteilung der
tür=
kiſchen Armee ſeine Zuſtimmung erteilt. Das Heer
um=
faßt danach 14 Korps, von denen ſieben in Enropa ſtehen.
Die Kommandos dieſer Korps befinden ſich in
Konſtan=
tinopel, Adrianopel, Saloniki, Kirkiliſſe, ferner Rodaſto,
Monaſtir und Uesküb. Weiterhin ſind fünf unabhängige
Diviſionen in Kotſchano, Janina, Skutari, Tripolis und
Mekka vorgeſehen.
— Die Miniſter legten dem perſiſchen Parlament das
Programm des neuen Kabinetts vor, das folgende
Punkte enthält: Herbeiziehung von Ratgebern der fremden
Staaten, Schaffung einer ſtarken Heeresabteilung
in der Hauptſtadt, um nötigenfalls Truppen in die
Provinz ſenden zu können, Reform der Gerichte und
Schaf=
fung eines Kaſſationsgerichtshofes. Auf eine Anfrage über
die Anweſenheit fremder Truppen im Lande erklärte der
Miniſter des Aeußern Nawab, die ruſſiſchen Truppen
wür=
den bald das Land verlaſſen. Er ſelbſt werde mit der
ruſ=
ſiſchen Geſandtſchaft die Verhandlungen führen. — In
Täbris iſt zum erſten Male ein Laſtautomobil aus Dſchulfa
mit 800 Pud Waren eingetroffen.
— Das Reuterſche Bureau erfährt im Hinblick auf den
den indiſchen Truppen erteilten Befehl, ſich für
Juli 1870 in Paris.
CK. Intereſſante Tagebucherinnerungen aus den
auf=
geregten Julitagen in Paris, da die Kriegserklärung
gefallen war, veröffentlicht der bekannte Schriftſteller
Félix Duquesnel im Gaulois. „Ein heißer, ſchwüler,
in ſeiner Windſtille dumpfer Tag brütet über den
Boulevards an jenem 15. Juli, der die
Kriegserklär=
ung brachte. Eine vielköpfige Menge drängt ſich und
ſchiebt ſich, aufgeregt, lärmend über die breiten
Stra=
ßen hin. Man ſpricht, man ſchreit, man ſtreitet mit
heftigen Geſten; die verſchiedenen Dialekte laſſen
er=
kennen, daß auch aus dem Norden und Süden
zahl=
reiche Neugierige nach Paris geeilt ſind. Aus dieſem
aufgeregten, ſummenden, ſchwirrenden Bienenkorb
flattern beſtändig dieſelben Schreier empor: „A
Ber=
lin! A Berlin!” oder auch: „Nieder mit den
Preu=
ßen!‟ Die Klänge der Marſeillaiſe zittern durch die
Luft. Offenbar hat für dieſes nervös verzückte Volk
der Krieg nicht den Eindruck von etwas Schrecklichem.
„Krieg”iſt für dieſe Menge gleichbedeutend mit „Sieg”.
Etwas anderes würde ſie gar nicht verſtehen; ſie iſt
überzeugt, daß es ſich um einen militäriſchen
Spazier=
gang handelt, mit Berlin als Ziel. Man bereitet für
den Abend Illuminationen vor, und einige Frauen
haben ſchon kleine Lämpchen an ihren Fenſtern
ange=
bracht. Die Paſſanten ſchreien mit jubelnden
Vivat=
rufen zu ihnen empor: „Es leben die Mütter des
Vaterlandes!” Ich bin ganz perplex: was haben denn
dieſe Frauen getan, daß ſie die ruhmvolle Anrede
„Mütter des Vaterlandes” verdienen? Auf dem
Boulevard Montmartre herrſcht ein ungeheures
Ge=
dränge. Ein Bariton von der Oper hat ſich auf das
Dachdeines Wagens geſtellt und ſingt die Marſeillaiſe.
Nicht weit davon, am Boulevard Poiſſonniére,
das=
ſelbe Schauſpiel. Auf einer ſchönen Kaleſche hat ſich
eine ganz in Weiß gekleidete Dame aufgerichtet, die
Sängerin Marie Saſſe. In ihrem herrlichen
Mezzo=
ſopran erklingen die Strophen über den „deutſchen
Rhein”, die Alfred de Muſſet als ſtolze Antwort gegen
Beckers Rheinlied gerichtet. Einer der Zuhörer
be=
grüßt mich. Es iſt der bekannte Romanſchriftſteller
Adolphe Belot. Er iſt tief gerührt: „Wie ſchön iſt
das, dieſer Enthuſiasmus der Menge. . . . Der Krieg
wirde nicht lange dauern. . . . Eine unwiderſtehliche
Stoßkraft liegt darin, in dieſem unvergeßlichen
patrio=
tiſchen Schwung. Ich wette, in einem Monat wird
unſere Armee in Berlin kampieren. . . ." Die weiter=
einen Vormarſch nach Tibet in Vereiſchaft zu halln,
dieſe Maßregel ſei gänzlich vorbeugender Natur,
es ſei im gegenwärtigen Stadium keine Rede von einer
wirklichen Expedition oder auch nur von einer
Truppen=
ſendung über die Grenze. Die Maßregel ſei nicht auf den
Empfang poſitiv ernſter Nachrichten aus Tibet
zurückzu=
führen und ſei nur dazu beſtimmt, im Einklang mit den
beſtehenden Verträgen den Schutz der engliſchen
Handels=
niederlaſſungen in Tibet zu ſichern. Die Bereitſtellung
er=
ſtreckt ſich auf zwei Regimenter Gebirgsartillerie. In
Gangtok im Territorium Sikkim werden bereits bedeutende
Vorräte zuſammengebracht. Die Truppen werden ſich
be=
reit halten, die engliſchen Handelsniederlaſſungen von
Gyangtſe und Yatung in Tibet zu ſchützen, falls dieſe
an=
gegriffen oder gefährdet werden ſollten. Sie werden ſich
vollkommen neutral verhalten, wenn chineſiſche Truppen
gegen die Tibetaner kämpfen ſollten, und werden
zurück=
gezogen werden, ſobald der Stand der Dinge es geſtattet.
C Eine Rettungsvorrichtung für
Unterſeeboote. Das trag’ſche Ende des
franzöſi=
ſchen Unterſeebootes „Pluvioſe” hat die franzöſiſche
Marineverwaltung veranlaßt, ſofort umfangreiche
Ver=
ſuche zu veranſtalten, die auf die Schaffung eines
zu=
verläſſigen Rettungsmittels bei unterſeeiſchen
Kata=
ſtrophen abzielen. Die mit großem Eifer begonnenen
Arbeiten haben bereits einen bemerkenswerten Erfolg
zu verzeichnen: der Chefingenieur der franzöſiſchen
Kriegsmarine, Artur, hat eine Vorrichtung erſonnen,
mit der in den nächſten Tagen in Cherbourg praktiſche
Experimente angeſtellt werden ſollen. Es handelt ſich
um eine Art Einbau in die Unterſeeboote, um einen
geſchloſſenen Raum innerhalb des Schiffskörpers, der
durch eine mechaniſche Vorrichtung von dem
verun=
glückten Fahrzeug losgelöſt werden kann. Wenn ein
Unfall eintritt, flüchtet die Mannſchaft in dieſes
Ab=
teil, das in der Mitte des Schiffes liegt. Auf ein
ge=
gebenes Signal kann der Mann, der auf dem Boden
des Unterſeebootes ſeine Pflicht tut, durch eine einfache
Hebelbewegung dieſen Rettungsraum loslöſen, und das
ganze Abteil ſteigt automatiſch zur Waſſeroberfläche
empor. Auch der Mann, der am Boden des Bootes
die Loslöſung bewirkt, iſt nicht verloren. Artur hat
einen beſonderen Tauchapparat konſtruiert, der dem
Zurückgebliebenen eine gewiſſe Spanne Zeit Luft
lie=
fert und es ihm ermöglicht, die Waſſeroberfläche allein
zu gewinnen.
* Paris, 31. Juli. Gegenüber den ungünſtigen
Nachrichten, die heute morgen über den
Geſund=
heitszuſtand des Generaliſſimus und
Vizepräſi=
denten des Nationalkriegsrates Generals Tremeau
umliefen, erfahren die Abendblätter, daß der General,
der ſeit einiger Zeit an einem heftigen Blaſenleiden
litt, ſich auf dem Wege der Beſſerung befindet. Die
Zeitungen hoffen, daß er bis Mitte Auguſt vollſtändig
wieder hergeſtellt ſein wird, ſo daß er die Leitung der
diesjährigen großen Manöver wird übernehmen
können.
* Kronſtadt, 31. Juli. Die Jacht „Standard”
mit dem Kaiſer und der Kaiſerin von Rußland
an Bord, iſt hier eingetroffen.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 2. Auguſt.
— Charaktererteilung. Se. Königl. Hoheit der
Großherzog haben dem Sekretär bei der
Brand=
verſicherungskammer Ludwig Scriba den Charakter
als Regierungsrat erteilt.
— Uebertragen wurde dem Lehrer Karl Rüdinger
zu Neuſtadt i. O., Kreis Erbach, eine Lehrerſtelle an der
evangeliſchen Schule zu Lampertheim, Kreis Bensheim.
J. Kriegerverein. Am Sonntag fand der
dies=
jährige II. Bezirkstag in Weiterſtadt bei Kamerad
Hamm „Zum weißen Schwanen” ſtatt. Nachdem die
Auszahlung der Bonifikationen an die einzelnen Vereine
erfolgt war, eröffnete der 1. Vorſitzende Kamerad
Büttner um 3 Uhr die Verſammlung mit einem Hoch
ſtrömende Maſſe trennt uns. Auf der Straße erſcheint
eine Schwadron Dragoner mit gezogenem Säbel, wie Die Nacht ſteigt auf, bunte Lämpchen und mit Deviſem
elegant die Pferde, wie ſtolz und unbeweglich ſitzen die! der Boulevards und der großen Straßen; die Illu=
Männer! „Es lebe die Armee! Es leben die
Dra=
goner!” ruft die Maſſe. Die Reiter ſalutieren, die 1 eine beleuchtete Inſchrift herausgehängt, die beſagte
Begeiſterung wird zum Delirium, und die Schwadron
verſchwindet langſam unter dem ſie umtoſenden Ruf:
„A Berlin! A Berlin!”
Ich ſtoße wieder auf einen Bekannten. Es iſt
mein Freund Jules Verne. „Alſo auch Sie,”
ſagte er zu mir, „wollen, wie alle Welt, den Wahnſinn
ſinn?” „Nun, weil dieſe Menſchen ſich einbilden, man „Sie kennen die Topographie der Umgegend von Se= nach Berlin wie nach Verſailles. Sie ſagen
hat, wenn es ihn ſogar heraufbeſchworen hat, es ſich
zehnmal dazu bereit fühlen muß, während wir es nicht
ven Armee, während unſere Mobilgarde kaum auf dem
Papier exiſtiert. . . . „Aber Sie wiſſen doch,
Mar=
ſchall Leboeuf hat geſagt, wird ſind zehnmal bereit,
und es fehlt auch nicht ein Gamaſchenknopf. . . . Er
zuckt mit den Achſeln. „Vielleicht fehlt wirklich kein
Gamaſchenknopf, aber das beweiſt noch nicht, daß uns
auch keine Soldaten und keine Munition fehlen wer= muß den Sieg verkünden. Endlich erſcheinen Plakate
Der ſcharfſinnige und ſkeptiſche Romanzier will auch verbreitet: „Die Armee Mac Mahons hat die des
nicht in Paris bleiben, er geht nach Nantes, um „dort
die Ereigniſſe abzuwarten”. Nicht lange darauf kommt Prinzen, ſeinen Stab und 25000 Deutſche gefangen
mir ein hochgewachſener Mann entgegen, ein
präch=
tiger Vierziger mit offenem Geſicht, braunem, ein
wenig dünnem Haar, blauen, ſehr lebhaften Augen die Marſeillaiſe wird geſungen und überallher ſchallen
und mit einem ſpöttiſchen und feinen Mund, der von
einem ſtarken, faſt blonden Schnurrbart überſchattet
wird: Alexander Dumas. Wir treten in eine ! den Hitze, in der ſich dieſer Rauſch entladen hat, ein
Seitenſtraße. „Alle dieſe Leute da ſchreien, um zu
ſchreien; das iſt ihr Beruf,” ſagt er. „Es iſt leicht, zu Die Depeſche muß von irgend einem zyniſchen
Speku=
men. Ich habe Abſcheu vor den Deutſchen, weil ich
wohl weiß, daß ſie unſere natürlichen Feinde ſind,
aber ich kann weder ihre ſeltene Kraft der
Organiſa=
tion, noch ihre hohen geiſtigen Fähigkeiten leugnen.
Ach! Wir haben wohl eine ſchöne Faſſade, aber nicht
viel dahinter. Ich weiß aus glaubhafteſten
Zeug=
niſſen, welche Anſtrengungen Deutſchland ſeit Jahren
gemacht hat, während wir eingeſchlummert ſind in das ſagen? Man hat nie mehr etwas davon gehört.”
Tatenloſigkeit und Selbſtzufriedenbeit.
auf Kaſer und Großherzog. Hierauf wurde die
der vertretenen Vereine feſtgeſtellt, und nach Verleu
des Protokolls begrüßte der 1. Vorſitzende das als
anweſende Präſidialmitglied Herrn Gerichtsaſſſſ
Stumpf. Ueber den diesjährigen Delegiertentag
Offenbach wurde von dem Kameraden Bruchhäuſ
in eingehender Weiſe Bericht erſtattet. Die Vorſtal
wahl wurde raſch erledigt, indem auf Antrag
Kameraden Pons=Langen der ſeitherige Vorſtand du
Zuruf wiedergewählt wurde. Dem Kameraden Bei
Arheilgen wurde in Anbetracht ſeiner langjähr
Tätigkeit als 2. Vorſitzender des Bezirks die Ehrend
münze durch Kamerad Büttner mit Worten der Alg
kennung überreicht und Kamerad Waldecker brat
ein dreifaches Hurra auf ihn aus. Bezüglich
Sammelwerks empfiehlt Herr Hauptmann Walde
bei feſtlichen Gelegenheiten oder Verſammlungen.
Aufſtellen von Sammelbüchſen, da der Ertrag den bedi
tigen Veteranen zugute komme. Bei den Ausführun
des Kameraden Waldecker über den Veteranen=Apf
hebt derſelbe beſonders hervor, daß das
Mittageſſen=
einzige Gelegenheit ſei, bei der ſich die ehemaligen
zugskameraden im engeren Kreiſe wieder finden könm
da” hier die Kameraden kompagnienweiſe beiſamn
ſind und gleichzeitig ein Namensverzeichnis auflüghſ
Nach einigen kleineren Mitteilungen ſchloß der 1.
ſitzende mit Worten des Dankes für das zahlreiche
ſcheinen der Kameraden die gut verlaufene Verſammlun
an die ſich noch ein gemütliches Beiſammenſein ſch
bei dem der 1. Vorſitzende des Weiterſtädter Krieg
vereins Kamerad Beſt in freudigen Worten des gu
Verlaufs des Bezirkstags gedachte und der Weiterſtädg
Geſangverein durch mehrere gut vorgetragene Lieder
Anweſenden erfreute.
* Verlorene Briefe. Nach einer dem Reichspoſtasl
zugegangenen telegraphiſchen Meldung iſt auf 5
Bahnhofe Pont Ste. Maxence, einer Station der
Eiſ=
bahnſtrecke Paris=Lüttich, ein Güterwagen des Zuges u
Paris=Jeumont, aus Paris am 28. Juli 8,40 Uhr abent
ab, verbrannt. Der Wagen enthielt von der I
dem franzöſiſchen Dampfer „La Lorraine” über Hauff
angekommenen Amerikapoſt 94 Sack für Deutſchland
— Von der Wach= und Schließgeſellſchaft. Im Momi
Juli ergaben die fortlaufenden Reviſionen unſerer Nace
wachbeamten folgende Fälle: 436 offene Türen und Toetlſon. Bei
vorgefunden, 101 Mal brannte Licht in Bodenräumen, Kclülkehen lang
lern, Bureau= und Geſchäftslokalitäten, bezw. wurde valülßeſeszuſtand
geſſen, dasſelbe zu löſchen, 10 Hausbewohnern, die ihelliat. Völlig
Schlüſſel vergeſſen hatten, geöffnet, 9 offenſtehende Pagtkliſi von leichte
terrefenſter ermittelt, 7 defekte Schlöſſer und Türen, ſowälllſer auch ein
ſteckengebliebene Schlüſſel vorgefunden, 9 Perſonen, SilElihn in Zorn
nicht in die Häuſer gehörten, daraus entfernt, 4 Häuſer auf Eſihn an der
hat
geſucht, 2 Einbrecher verſcheucht, 2 Pferde angekoppelt.
— Der Ortsgewerbeverein wird am morgige
Mittwoch nachmittag die Ausſtellung des deutſche
Künſtlerbundes beſuchen. (Näheres ſ. Anzeige.)
— Saalbau. Das für heute im Saalbau angeſaga
Patriotiſche Konzert findet beſtimmt ſtatt. Wie bereit!
erwähnt, gelangt das Tongemälde „Deutſchlands E= an die ruhmreichen Kriegsjahre 1870/71 vot
H. Saro zur Aufführung. Zu dieſem Zwecke ſind didie
1Spielleute des Inf.=Regts. Nr. 81 aus Frankfurt ven,
pflichtet worden und dürfte ſich dieſe Aufführung z
einer ganz beſonderen geſtalten. Ermäßigte Preiſe habe
bei dieſem Konzert Militär und Mitglieder der hieſige
Kriegervereine. Bei ungünſtiger Witterung findet im
Saale Streichkonzert ſtatt. (Siehe Inſerat.)
* Ludwigshöhe. Ein Konzert à la Wiener Ocheſtem
findet morgen Mittwoch auf der Ludwigshöhe im
An=
ſchluß an das Kurkonzert ſtatt. Die vollzählige Kapelle
des Großh. Heſſ. Art.=Regts. Nr. 61 unter Herrn
Muſik=
meiſter Webers Leitung wird für einige genußreich=
Stunden ſorgen. Im Saale findet Réunion ſtatt. (S
Anzeige.)
* Ein Weltreiſender. Herr Harvy Leeb vom Winſtorn
Athletic=Club, Student am College de Pedagogy in
Phila=
delphia, ſtellte ſich geſtern in unſerer Redaktion vor. Em
hat ſeine Reiſe um die Welt von Philadelphia auf dem
Fahrrad am 25. Juni angetreten mit nur 4 Mark in des
Taſche. Seine Ueberfahrt war koſtenlos, da er ſich als
Ar=
beiter auf dem Dampfer anwerben ließ. Der Weg des
Reiſenden führt durch England, Frankreich, Deutſchland,
Italien und zurück nach Philadelphia. Der Winſton Athle=
Es iſt Eſſenszeit, aber kein Menſch denkt
daran=
auf der Parade. Was für eine ſchöne Truppel Wie! geſchmückte Transparente leuchten von den Fenſtern
mination nimmt ihren Anfang. Ein Buchhändler hal
„Hier kauft man billig ein franzöſiſch=deutſches
Wör=
terbuch, wie es die Franzoſen in Berlin brauchen wer=.” Ich mußte hieran denken, als ich zwei
Monate=
ſpäter in dem Bericht über die Zuſammenkunft
Bis=
marcks und Moltkes mit dem General Wimpffen bei
der Kapitulation von Sedan den für uns ſo
furcht=
eines Volkes aus der Nähe ſehen?” „Warum Wahn= baren Ausſpruch las, den Moltke dabei getan hatte;
dan nicht. Geſtatten Sie mir bei dieſer Gelegenheitl
ſich nicht, daß, wenn Preußen den Krieg aufgenommen ein kleines Beiſpiel, das die Anmaßung und den
Man=
gel an Methode bei Ihrer Nation zeigt. Bei
Be=
ginn des Feldzuges waren Ihre Offiziere mit
deut=
ſind. Sie haben furchtbare Reſerven hinter ihrer akti= ſchen Karten ausgerüſtet, während ihnen die Mittell
die Geographie Ihres Landes zu ſtudieren, abſolm
fehlten, da Sie keine Karten von Frankreich hatten”
20 Tage nach dieſem 15. Juli kam die erſte ſchwer
Enttäuſchung. Am 6. Auguſt wogt wieder die Menſe
über den Boulevard, ſie iſt in ängſtlicher Erwartung: Die
ſo ungeduldig erſehnte Depeſche iſt angekommen, ſie
den.. Gamaſchenknöpfe ſind noch keine Bleikugeln.” an der Börſe; ſie werden in unzähligen Exemplaren
Prinzen Friedrich Karl vernichtet. Man hat den
genommen. Landau iſt erobert.” Wilder Siegesjubel
auf den Straßen. Fahnen flattern aus den Fenſtern,
die Freudenrufe: „Es lebe Frankreich, es lebe die
Armee!‟ Da verbreitet ſich plötzlich in der
drücken=
unheilſchwangeres Gerücht: Die Nachricht iſt falſch.
ſchreien: A Berlin! Schwieriger iſt’s, dorthin zu kom= lanten verbreitet worden ſein. Der Jubel
verwan=
delt ſich in Wut. Die Menge wälzt ſich nach der Börſe
und zerbricht dort die Gitter, wendet ſich dann nach
dem Vendömeplatz. Drohrufe gegen den
Juſtizmini=
ſter erſchallen, bis er auf dem Balkon erſcheint. Er
erklärt, daß der Fälſcher verhaftet werden und ohne
Gnade ſeine Strafe erleiden wird. Iſt er verhaftet
worden? Hat er ſeine Strafe empfangen? Wer wollte
ummer 178,
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Seite 3.
Mlub zahlt dem kühnen Reiſenden 400 Mark, wenn er
Peeptember wieder in Philadelphia eintrifft.
. Griesheim, 30. Juli. Bei dem ſchweren
Ge=
er, das geſtern nachmittag über Griesheim zog,
der Blitz in eine am Ausgang der Pfungſtädter
Eiize ſtehende Telegraphenſtange und ſprang auf das
dabei ſtehende Haus des F. Kahl über, durchfuhr
Dach an der Giebelſeite und traf die 14jährige
Heer des Kahl, die eine kleine Lähmung erlitt, aber
lſett wieder hergeſtellt ſein ſoll. Außerdem richtete
sslitz an den Wänden im Hauſe viele Verwüſtungen
elücklicherweiſe ohne zu zünden.
Gernsheim, 31. Juli. Der in Goddelau ſtationierte
Anmeiſter Roſenberg, der dienſtlich hier zu tun hatte,
uiee geſtern abend von einem Güterzug erfaßt und
über=
ſet. Der Kopf wurde dem Bedauernswerten glatt vom
mf getrennt; der Körper ſelbſt war grauenhaft
ver=
hmielt.
wingenberg, 11. Juli. Von einem ſchweren
Un=
iak wurde Freitag nachmittag die Familie des
e ners Schäfer betroffen. Ein Schuljunge hatte in
ſem Steinbruch eine Sprengpatrone
gefun=
rund dieſe dem 17jährigen Sohn Schäfers
über=
en. In der elterlichen Wohnung hantierte der
ſſtee Menſch an der Patrone herum, wodurch ſich dieſe
ür=
nund und dem Bedauernswerten einige Finger der
ſhien Hand abriß, ſowie eine Verletzung in den
Aichteilen des Unterleibes verurſachte. Ein in der
e ſtehendes kleines Mädchen erhielt eine Wunde
verſchiedenen Körperteilen. Schäfer wurde in das
ſſrakenhaus Darmſtadt gebracht und noch am gleichen
ge operiert.
n. Bürſtadt, 1. Aug. Zwiſchen zwei Brüdern,
n hieſigen Tünchern Hartmann, kam es kürzlich
* die dem älteren von der Gemeinde übertragene
hi lhausarbeit zu Meinungsverſchiedenheiten, wobei
Jüngere, Johann Hartmann, drei ſcharfe
Revol=
ſchüſſe auf den andern abfeuerte.
Glücklicher=
iee verurſachten ſie keine Verletzungen, obwohl eine
teel zwiſchen Arm und Körper durchfuhr. Johann
iſt ſchon wiederholt mit dem Strafgeſetz in Konflikt
ſ ten und trug vor nicht langer Zeit vor der
Straſ=
lſtraner wegen Entwendung eines Zehnmarkſtücks in
r Miſchen Wirtſchaft hier einen Monat Gefängnis
Avon. Bei dieſer Gelegenheit befand er ſich mehrere
uſohen lang in ärztlicher Behandlung bezüglich ſeines
Mirteszuſtandes und wurde für zurechnungsfähig er=
Mürt. Völlig normal erſcheint er jedoch nicht und er
von leichter Erregbarkeit. Auf jene Arbeiten hatte
ſtlauch ein Gebot vorgelegt, und ſein Mißerfolg mag
it in Zorn verſetzt haben, obwohl der ältere Bruder
It an der Ausführung teilnehmen laſſen wollte.
Letz=
ſtrer hat Strafanzeige erſtattet; die Verhaftung
p ann H.s erfolgte nicht, weil er eben krank und in
Aizulicher Behandlung iſt.
Hirſchhorn, 31. Juli. Der 22 Jahre alte Kurt Alt,
lr in einem Einerboot talabwärts rudern wollte, kippte
i Hirſchhorn mit ſeinem Fahrzeug um und geriet in die
ſſentlich ſtarke Strömung des Neckars. Ein zweiter
Rude=
ir eilte zu Hilfe und brachte ihn bis auf 2 Meter ans
Alfer, wo er aber ſeiner Hand entglitt und wiederum in
Ae’ Tiefe ſank und ertrank. Die Leiche wurde geländet.
Mainz, 1. Aug. Faule Geſchäfte mit einem
oviantboot machte in den letzten drei Wochen
ire Geſellſchaft von fünf Leuten, die der Polizei und
Gerichten durchweg nur allzu gut bekannt ſind. Der
ſützlich aus dem Irrenhauſe entlaſſene Agent Bioos
ſſmo der Gaſtwirt und Privatdetektiv Heinrich Heinz
ſatten von der Kaſteler Ankerbrauerei ein
Proviant=
lotet gemietet, um damit die vorüberfahrenden Schiffe
mir Fleiſch, Brot, Gemüſe uſw. zu verſorgen. Ihre
En rräte verſchafften ſie ſich auf eine recht originelle,
voann auch nicht ganz einwandfreie Weiſe. Heinz und
Nwos kehrten mit dem Taglöhner Bernhard Koch und
enn Steuermann Toberg in eine Wirtſchaft ein. Dann
ung einer von ihnen, gewöhnlich Koch, in eine
benach=
arte Metzgerei oder Bäckerei und erzählte dort bei
inem geringfügigen Einkauf, daß in der Nähe die
Be=
itzer eines Proviantbootes, mit denen ein gutes
Ge=
chääft zu machen wäre, in der Wirtſchaft ſäßen. Er
ver=
nttelte dann auch die Bekanntſchaft und raſch hatten
hie Leute ihre großen Beſtellungen und das Verſprechen
uf ſofortige Bezahlung. Auf dieſe Weiſe ſind ein
Blicker um 400 Mark, ein Metzger um 50 Mark, andere
hewerbetreibende ebenfalls um anſehnliche Beträge ge=
Liummen. Dieſer Tage zog auch die Brauerei das
Proviantboot wieder an ſich, da Heinz und Moos ihre
Bedingungen nicht erfüllten. Eine ganze Anzahl der
Gerſchädigten hat aus Furcht vor den Beiden keine
An=
zenge erſtattet. Einem Bäcker, von dem ſie wußten, daß
die Angelegenheit der Polizei übergeben hatte,
ſchelugen ſie heute vormittag die Scheiben ſeines Schau=
Mit 40 Jahren ſehend geworden.
K.W Der Blinde in ſeiner ewigen Nacht beſitzt
eine ſo geſteigerte Empfänglichkeit der anderen Sinne,
daß er über Kräfte und Fähigkeiten verfügt, die dem
ſchhenden Sterblichen ſeines Tages Helle nie verrät.
Ysird der erwachſene Menſch, der, blind geboren,
plötz=
lich ſeine Sehkraft erlangt, nicht ärmer, wenn er gegen
deſer Kräfte Fülle nur das Licht der Augen eintauſcht?
Toieſe Frage wirft der frühere Profeſſor an der New=
Yorker Poliklinik Edward A. Ayers in einem Aufſatze
von Harpers Magazine auf und gibt eine Antwort,
indem er die Geſchichte vom „Farmer John” erzählt.
Farmer John war ein kräftiger, geſunder
Vier=
fger, der unter den Gutsbeſitzern Louiſianas einen
beſonderen Ruf wegen ſeiner Tüchtigkeit hatte. Zwar
near er blind, aber er leiſtete mehr als mancher Menſch
mit geſunden fünf Sinnen; er beſtellte und verwaltete
ſteine Farm von 40 Aeres vortrefflich und lebte
glück=
ſich mit ſeinem Weibe und ſeinen fünf Kindern. Er
konnte Unkraut ausroden, Bäume fällen, Holz ſpalten,
und war in vielen anderen Handfertigkeiten Meiſter,
die die Landwirtſchaft erfordert. Freilich, den Pflug
koonnte er nicht führen; aber während ſeine Nachbarn
im ſein Feld beackerten, vertrat er ſie in ihrer
Be=
ſchäftigung. Die Spuren von Tieren, wie Opoſſums
und Füchſen, verfolgte er beſſer wie ein Jagdhund, und
mochte er auch in den dichteſten Wald geraten ſein, er
fand ſich ſtets nach Hauſe. Sein Ortsſinn war ſo trefflich
entwickelt, daß er ſich z. B. in der Stadt Memphis, in
die er manchmal kam, ausgezeichnet zurecht fand und
deie Richtung, in der ſein Haus lag, ſtets angeben
konnte. Legte man ihm abſichtlich Hinderniſſe in den
Weg, ſo bemerkte er ſie, bevor er an ſie ſtieß, und wußte
ſie geſchickt zu umgehen. Am merkwürdigſten aber war
eine genaue Kenntnis der Farben, die er in
aallen ihren Nüancen unterſcheiden konnte, ſobald er ſie
Ferührte. Freilich, das Blau des Himmels und die
Farbenharmonie der Landſchaft waren ihm verſchloſſen,
Senn er konnte ſie nicht zwiſchen ſeine Finger nehmen;
aber wenn er in einen Laden trat, ſo wußte er die
fenſters ein und machten dabei einen wütenden Radau
vor ſeinem Laden. Es unterliegt wohl keinem Zweifel,
daß ſchleunigſt und auf das allerenergiſchſte gegen die
Geſellſchaft eingeſchritten wird. (Tgbl.)
Weiſenau, 31. Juli. Aus dem Schlafzimmer der
Ge=
ſchwiſter Wurm wurden mehrere hundert Mark
geſtohlen. Der ſtellenloſe Arbeiter Johann Kramer
von hier, der ſich durch große Geldausgaben verdächtig
machte, iſt der Dieb und wurde verhaftet. Er geſtand, daß
er das Geld geſtohlen und vergraben habe. Man ſuchte und
fand auch noch 196 Mark in der Erde. Das übrige Geld
hatte der Dieb bereits durchgebracht.
Worms, 31. Juli. Dem Tode des Ertrinkens
nahe war geſtern nachmittag wiederum ein etwä
vier=
jähriger Knabe — Sohn eines am Ziegelofen
wohnen=
den Fuhrmanns F. Kurz nach 5 Uhr nahmen einige
Spaziergänger am alten Winterhafen, plötzlich durch
Geſchrei von Kinderſtimmen aufmerkſam gemacht, wahr,
daß an der Nordſeite des Winterhafens ein Knäblein
ins Waſſer gefallen und alsbald untergegangen war.
Die Gefahr bei dem hohen Waſſerſtande raſch
er=
ſchauend, entſchloſſen ſich zunächſt zwei Herren
Berthold Sinsheimer und Adam Weigand —, ſich
gegenſeitig die Hand reichend, an der Kaimauer
ab=
gleiten zu laſſen, während ein auf dem in der Nähe
liegenden Schiff des Großh. Waſſerbauamts
beſchäftig=
ter Maſchiniſt — Hr. Badersbach — von ſeinem Schiff
aus vollſtändig bekleidet in den Hafen ſprang, In
dem Augenblick, als letzterer das Kind durch
Schwim=
men erreicht hatte, war es dem unterm Waſſerſpiegel
geſtandenen Herrn Sinsheimer mit Hilfe des Herrn
Weigand gelungen, das Kind aus dem Waſſer zu ziehen
und lebend ans Land zu bringen.
(*) Gießen, 31. Juli. Kirchenrat Dr. Naumann,
der nahezu 30 Jahre als Geiſtlicher gewirkt und lange
Jahre erſter Pfarrer und Vorſitzender des evangeliſchen
Kirchenvorſtandes war und einen großen Einfluß auf
das kirchliche Leben in unſerer Stadt ausgeübt hat,
ver=
läßt am 1. Auguſt Gießen. In weiten Kreiſen
Deutſch=
lands wurde er gelegentlich der Eröffnung und
Ein=
weihung des neuen Friedhofes auf dem Rotberg
be=
kannt durch ſein energiſches Eintreten für die
Inter=
eſſen der evangeliſchen Kirchengemeinde, welches ihn
verſchiedentlich in Widerſpruch mit der Stadtvertretung
brachte. Vor wenigen Jahren trat er in den
Ruhe=
ſtand. Jetzt ſiedelt er zu ſeinem Sohne nach Dieburg
über.
(*) Gießen, 31. Juli. In der ſehr gut beſuchten
Vertrauensmänner=Verſammlung der
Fortſchrittlichen Volkspartei für den
Wahl=
kreis Gießen=Grünberg=Nidda im Café Ebel wurde
ein=
ſtimmig beſchloſſen, auf der Kandidatur des Profeſſors
Dr. Rade=Marburg für die kommende Reichstagswahl
nicht zu beharren, da die nationalliberale
Orga=
niſation des Wahlkreiſes dieſe Kandidatur endgültig
abgelehnt hat. Dagegen wurde gleichfalls der
Vor=
ſchlag der nationalliberalen Partei abgelehnt,
Pro=
feſſor Giſevius als gemeinſamen Kandidaten der
Liberalen aufzuſtellen. Die Verſammlung beſchloß
endlich, in erneute Verhandlung mit der
nationallibe=
ralen Partei einzutreten zwecks Verſtändigung über
eine andere politiſche Perſönlichkeit.
(*) Bad Nauheim, 31. Juli. Wiederum ſoll ein
Stück Alt=Nauheim ſtürzen und modernen
An=
lagen Platz machen. Das ſogen. Salinengelände des
Staates mit den wohlbekannten alten Sudhäuſern ſoll
inſofern bedeutende Veränderungen erfahren, als der
Abbruch der Salinenwerkmeiſterwohnung, der alten
Trinkhalle und der angrenzenden Gewächshäuſer für
den Herbſt vorgeſehen iſt. Es ſollen hier bis zum
Be=
ginn der Saiſon 1911 neue große Trinkanlagen
ent=
ſtehen.
(*) Rodheim, 31. Juli. An Vergiftung durch den
Genuß von Tollkirſchen ſtarb der 6 Jahre alte K.
Henrici, der mit ſeiner Mutter im Walde Heidelbeeren
geſucht hatte.
(*) Ulrichſtein, 30. Juli. Der Kriegervereinsbezirk
Ulrichſtein, welchem 15 Vereine des Vogelsbergs
an=
gehören, hat beſchloſſen, an jeden Kriegsveteran, der
den Veteranenappell am 14. Auguſt in
Darm=
ſtadt beſucht, drei Mark als Beihilfe auszuzahlen.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 31. Juli. Die
Mög=
lichkeit einer Berliner Waſſerkalamität
beſchäftigte den Magiſtrat in eingehender Weiſe. Der
Leitung der Berliner Waſſerwerke wurde durch die
große Hitzeperiode dieſes Sommers die Frage
nahe=
gelegt, wie einem etwaigen Waſſermangel vorzubeugen
ſei, wenn eine derartige heiße Witterung ſich
wieder=
holen ſollte; denn wenn auch erwartet werden darf, daß
die ſtädtiſchen Waſſerwerke ſich eintretendenfalls wieder
ebenſo bewähren werden wie im Juni dieſes Jahres,
ſo iſt es doch eine ſelbſtverſtändliche Pflicht der
ſtädti=
ſchen Verwaltung, möglichſt für Eventualitäten gerüſtet
zu ſein. Es iſt jedoch nicht beabſichtigt, die erſt im
Laufe des letzten Jahrzehnts durch Umwandlung der
Seewaſſerwerke am Tegeler und Müggelſee mit großen
Geldopfern geſchaffenen Grundwaſſerwerke wieder in
Seewerke umzubauen. Der Magiſtrat iſt vielmehr von
den großen Vorzügen der
Grundwaſſerver=
ſorgung überzeugt und wird deshalb auch die ſeit
Jahren geplanten neuen Werke in der Wuhlheide und
in Heiligenſee von vornherein als Grundwaſſerwerke
einrichten. Der Direktor des ſtädtiſchen
Unterſuchungs=
amtes, Geh. Regierungsrat Profeſſor Dr. Proskauer,
hat ein Gutachten über die Verwendung von
Ober=
flächenwaſſer abgegeben und darin etwaige gegen eine
ſolche Verwendung ſich geltend machende Bedenken —
es ſei an die zunehmende Bebauung am Müggelſee und
an das Freibadprojekt erinnert — entkräftet. Das
Gutachten ſpricht ſich dahin aus, daß angeſichts der
vor=
züglichen Reinigungsvorrichtungen auf den
Müggel=
werken es nicht nur vom hygieniſchen Standpunkt aus
völlig unbedenklich, ſondern auch zur Sicherſtellung
einer ausreichenden Waſſerverſorgung Berlins zu
Zeiten außergewöhnlich hohen Bedarfs und in —
immerhin denkbaren — Fällen eines teilweiſen
Ver=
ſagens der Brunnenanlagen dringend geboten
er=
ſcheint, die Seewaſſerabteilung des Werkes Müggelſee
als Ergänzung des Grundwaſſerwerkes
in Betrieb zu erhalten. Der Magiſtrat beabſichtigt
daher, neben den obenbezeichneten Beſchlüſſen, die auf
dem Werke Müggelſee noch vorhandene
Seewaſſerab=
teilung zu dieſen Zwecken dauernd zu belaſſen. — Der
49jährige Rektor Robert Bock der katholiſchen
Mädchen=
gemeindeſchule in der Gneiſenauſtraße wurde wegen
Sittlichkeitsverbrechens verhaftet. Bock iſt
ver=
heiratet und Vater von drei Kindern. — Der Pariſer
Verbrechertanz, der von den Berliner
Saalbe=
ſitzern aus ihren Sälen mit Unterſtützung der Polizei
erfolgreich verbannt worden iſt, hat jetzt auch in dem
Schöneberger Polizeipräſidenten einen ſcharfen
Gegner gefunden. Seit einiger Zeit wurde nämlich
dieſer Tanz im Mon Plaiſir, dem Schautanzſaal des
Lunapark=Etabliſſements, zur Vorführung gebracht.
Nun iſt dem Leiter dieſes Unternehmens ein Schreiben
des Polizeipräſidenten zugegangen, in dem er dieſe
Vorführung unterſagt. In dem Schreiben wird der
Tanz u. a. als „roh und anſtößig” bezeichnet und von
ihm geſagt, er trage „einen unſittlichen Charakter”
Vom Blitz erſchlagen wurde geſtern nachmittag
gegen 5 Uhr der in Tempelhof, Kaiſerin=Auguſta=
Straße 84, wohnhafte Gaſtwirt und Hauseigentümer
W. Rohrbeck. Der Erſchlagene, der vier Kinder
hinterläßt, beſichtigte um die angegebene Zeit ſein im
Mariendorfer Gelände in der Nähe der Villa Hahn
belegenes Pachtland, als plötzlich ein Blitz niederging
und ihn tötete. — Nach Unterſchlagung von
30000 Mark wurde ein bei einer großen Firma im
Zentrum der Stadt tätiger Buchhalter verhaftet, der, als
ſeine Untreue entdeckt worden war, nach der Schweiz
entfloh, jedoch nach einigen Tagen von dort hierher
zurückkehrte.
Sandhofen, 31. Juli. Die Ehefrau des Arbeiters
Witkowsky ſuchte durch Aufgießen von
Petro=
leum das Feuer zu ſchüren; die Kanne explodierte
jedoch plötzlich und die Frau glich einer Feuerſäule. Die
Kleider verbrannten der Frau vollſtändig am Körper,
und dieſer ſelbſt war wie geröſtet. Die Frau wurde
bald durch den Tod von ihren Leiden erlöſt.
Kolmar, 1. Aug. Im Schlafraum des Mechanikers
Georg Hann in der Breiſacher Straße war in der
Nacht zum Sonntag Feuer ausgebrochen. In dem
gänzlich iſolierten Schlafraume ſchliefen der Vater mit
ſeinen drei Söhnen im Alter von 14, 17 und 19
Jahren. Vermutlich durch ſtarke Rauchentwicklung ſind
die Unglücklichen zunächſt betäubt worden, und als
end=
lich Hilfe kam, hatten ſie bereits ſo ſchwere
Brandwun=
den erlitten, daß die drei Söhne im Verlaufe des
geſtrigen Nachmittags ſtarben; auch die Verletzungen
des Vaters ſind lebensgefährlich. Ueber die Urſache der
Kataſtrophe weiß man nichts Genaues. Kurz vor
ſeinem Tode ſagte der jüngſte Sohn aus, er habe einen
fremden Menſchen im Zimmer geſehen. Hann ſen.
hatte in ſeinem Bette eine größere Geldſumme
ver=
ſteckt. Das Geld hat man jetzt in einen Klumpen
zu=
ſammengeſchmolzen aufgefunden. Das Papiergeld iſt
verbrannt.
Köln, 31. Juli. In Köln ſtürzte ein ſechsjähriger
Knabe, der in den Anlagen mit ſeiner Mutter und
ſeinem um drei Jahre älteren Bruder ſpazieren ging,
in einen Teich und ertrank vor den Augen ſeiner
Farbe jedes Stoffes beſtimmt anzugeben und ſuchte ſich
die ſchönſten Schlipſe aus. Seine Frau hatte ihn in
der Ausbildung dieſer Farbenkenntniſſe unterſtützt, ſo
daß er allmählich auch einen guten Sinn für
Farben=
zuſammenſtellungen in ſich erweckte. Unter ſeinen
Nachbarn genoß Farmer John einen beſonderen Ruf
als Pferdekäufer. Er konnte das Alter jedes Pferdes
an der Härte ſeiner Augenlider und an ſeinen Zähnen
feſtſtellen. Geruch und Gehör halfen ihm dabei, die
Vorzüge und Fehler jedes Tieres herauszufinden. Auch
ſtellte er ſofort die Farbe jedes Pferdes feſt.
Dieſer Mann, der im Vollbeſitz ſo vieler Kräfte
glücklich und von ſeinen Freunden geehrt war, ſträubte
ſich zunächſt dagegen, als man ihm riet, einen Doktor
aufzuſuchen und ſich einer Operation zu unterziehen.
„Ich brauche gar nicht zu ſehen” ſagte er. Aber als
man nun ſeine Neugierde erweckte, da entſchloß er ſich
ſchließlich dazu, bloß deshalb, weil er „ſeine Frau
einmal ſehen wollte”, die er für eine große Schönheit
hielt. Der Augenarzt Dr. James L. Minor in
Memphis, Tenneſſee, vollzog die Operation, die gar
nicht ſchwierig war, und bald kam der Tag, an dem der
Patient ausrief: „Ich ſehe.” „Was?” fragte der Arzt.
„Ihr Geſicht, Doktor, denn es wird doch wohl Ihr
Ge=
ſicht ſein, weil Ihre Stimme von dort kommt.” Minor
hat eine genaue Beſchreibung des Verhaltens gegeben,
das der nach 40 Jahren ſehend Gewordene ſeinen neuen
Eindrücken gegenüber annahm. „Er ſah ſich zunächſt
die Menſchen genau und mit großem Intereſſe an,
fragte aber nur, ob alle Frauen ſo wie die
Kranken=
ſchweſter ausſähen. Wie er ſpäter erzählte, wollte er
nur ein gewiſſes Bild von dem Ausſehen der Frauen
überhaupt gewinnen; er geſtand, er würde ſeiner Frau
weggelaufen ſein, wenn ſie ſo wie die Schweſter
aus=
geſehen hätte. Dann wollte er ſich ſelbſt ſehen, aber er
war über ſeine Züge im Spiegel recht enttäuſcht: „Ich
bin gar nicht ſo hübſch, wie ich dachte.” Man zeigte ihm
einen Apfel, aber erlaubte ihm nicht ihn zu berühren.
Er ſah das Ding genau an und ſagte, „es muß ein
Apfel ſein, weil es rund iſt wie ein Apfel und rot und
grün geſtreift‟ Das erſte Mal alſo, wo er Farben
mit den Augen ſah, erkannte und benannterer ſie ganz
korrekt. Als er dann Pferde und Kühe und
landwirt=
ſchaftliche Geräte zuerſt erblickte, meinte er, ſie ſähen
gerade ſo aus, wie er ſie vorher gekannt hätte. Doch
hätten ſie nur etwa ein Drittel von ihrer natürlichen
Größe. Das kam daher, daß er von Perſpektive keine
Ahnung hatte. Er zeigte an einem Stock, wenn er ihn
in der Hand hielt, genau, wie lang ein Fuß ſei; hielt
man den Stock aber in einer Entfernung von wenigen
Fuß vor ihm hin, ſo ſchätzte er ihn ſtets nur auf etwa
ein Drittel der wirklichen Größe. Zunächſt konnte er
rund von eckig nicht unterſcheiden. Man gab ihm einen
runden Ball in die Hand und einen eckigen Kaſten. Er
mußte ſie in die Hand nehmen und erſt die Augen
ſchließen, bevor er ſagen konnte, welcher Gegenſtand
rund und welcher eckig ſei. In der Klinik war gerade
ein hübſches kleines Mädchen, das bunt und luſtig
an=
gezogen war. Als er es ſah, fragte er: „Was iſt das?
Ich weiß es nicht, aber es iſt das Hübſcheſte, was ich
je geſehen habe.‟ Erſt als man ihm erlaubte, das Kind
zu berühren und die Augen zu ſchließen, ſagte er
ent=
täuſcht: „Ach, es iſt ja nur ein kleines Mädchen.”
Das eigenartigſte unter den Phänomen, die bei
dem Sehendgewordenen auftraten, war jedenfalls ſein
augenblickliches Erkennen der Farben, die er mit ſeinen
40 Jahre alten Augen ohne jede vorherige Uebung
be=
zeichnete. Ayers ſchreibt dieſe bisher bei Blinden nur
ſelten in ſo ausgebildeter Form beobachtete
Farben=
kenntnis einer außerordentlichen Senſibilität des
Taſt=
ſinns zu. „Als Farmer John zum erſten Male die
grünen und roten Streifen des Apfels ſah, hatte er
wahrſcheinlich ſchon eine lange Uebung darin, ſeine
viſuellen Zentren mittels des Taſtſinns zu gebrauchen.
Seine Eindrücke von Rot und Grün waren nun mit
den Augen gerade dieſelben, wie er ſie mit den Händen
in ſeiner Blindheit gehabt hatte. Er empfing die alte
Botſchaft, aber ſie war über einen anderen Draht
ge=
leitet. Farmer John iſt ein anderer Menſch geworden,
ſeitdem er ſein Augenlicht wieder hat. Seine geheimen
Kräfte des Ortsſinns, des Taſtens und Riechens ſind
verſchwunden, er will nur noch ſehen und nichts als
ſehen. Aber ein guter Pferdekäufer iſt er geblieben.”
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Nummer 178
Angehörigen. Der neunjährige Bruder machte einen
Rettungsverſuch, ging aber ſelbſt unter; verzweifelt
ſtürzte ſich auch die Mutter ins Waſſer. Sie wurde
nur mit Mühe aus den Fluten gezogen und gewaltſam
fortgeführt.
Bremerhaven, 1. Aug. Auf der Weſer ereignete
ſich geſtern abend unweit der Löthalle des Norddeutſchen
Lloyd ein ſchweres Bootsunglück, bei dem drei
junge Menſchen ihr Leben einbüßten. Zwei junge
Leute namens Wöge und Habert unternahmen mit
den beiden Schweſtern Ahlert aus Bremerhaven einen
Bootsausflug. Als ſie in die Nähe der Löthalle
ge=
kommen waren und die Weſer kreuzten, kenterte das
Boot und war in wenigen Sekunden in den Wellen
verſchwunden. Die beiden Mädchen und Habert
fan=
den den Tod, Wöge konnte von einem Schleppdampfer
gerettet werden.
Poſen, 31. Juli. Im benachbarten Luiſenheim iſt
ein Großfeuer ausgebrochen. Die Brummerſche
Dampfmühle und die ihr benachbarten Grundſtücke
ſtanden noch am Spätabend in hellen Flammen. Auch
der Bahnhof iſt gefährdet.
Paris, 1. Aug. Das Journal offiziell
veröffent=
licht heute ein Dekret, durch das der Miniſter des
Innern Ehrenmedaillen verleiht an 5000
Per=
ſonen, die ſich in der Zeit der Ueberſchwemmungen
her=
vorgetan haben. Unter den Ausgezeichneten befinden
ſich auch drei Marineſoldaten, die auf dem Unterſeeboot
„Pluvioſe” ihren Tod gefunden hatten. — Das
Journal meldet aus Amiens: Eine heftige
Explo=
ſion ereignete ſich geſtern nachmittag auf den
Schieß=
ſtänden der Geſellſchaft der jungen Schützen in Amiens;
eine Kiſte mit 400 Patronen explodierte plötzlich. Das
Gebäude wurde vollſtändig verwüſtet. Zwei junge
Schützen wurden ſchwer verletzt.
Paris, 1. Aug. Hier ſtarb eine 70jährige
Bettlerin namens Descamp infolge ſchlechter
Er=
nährung an Hunger. Sie hatte ſeit langer Zeit
Armen=
unterſtützung bezogen. Als die Wohnung durchſucht
wurde, fand man im Bette 14000 Francs.
Rom, 31. Juli. Ein Communiqué des
Marine=
miniſters teilt mit, daß Oberſt Antonio
Cala=
bretta, Direktor der Königlichen Werft von
Caſtella=
mara, ſeines Amtes entſetzt und verhaftet worden
iſt. Die Tribuna meldet dazu, Calabretta ſei an
pri=
vaten Schiffahrtsgeſellſchaften intereſſiert geweſen, an
die er Staatseigentum abgegeben habe. Die
Unter=
ſuchung ergab aber auch noch andere
Unregelmäßig=
keiten.
London, 1. Aug. Durch Kurzſchluß in einer
Schaufenſterbeleuchtungsanlage brach am Samstag
abend in einem großen Weißwarengeſchäft in
Acring=
ton Feuer aus, das das ganze Gebäude zerſtörte.
In den ſtark beſuchten Geſchäftsräumen entſtand eine
wilde Panik. Fünf Frauen, unter ihnen drei
Ver=
käuferinnen, ſind in den Flammen umgekommen.
Quebec, 1. Aug. Der Dampfer „Montroſe” iſt
nachts um 1 Uhr hier eingetroffen. Crippen und
Miß Leneve wurden von dem Polizeiinſvektor Dew
und anderen Beamten an Land gebracht und werden
heute vor dem Unterſuchungsrichter erſcheinen.
Crip=
pen ſteht unter der Anklage des Mordes, ſeine
Be=
gleiterin unter der Anklage der Beihilfe zum Morde. außerordentlich ſtark, ſo daß die Kreuznacher befriedigt ſein
Father Point (Prov. Quebec), 1. Aug. Ueber die
Verhaftung Dr. Crippens werden noch folgende
Einzelheiten gemeldet: Um 8 Uhr geſtern früh langte
der Dampfer „Montroſe” planmäßig an. Sofort begab
geworden ſein ſoll, ſcheint er im Augenblick der
Lan=
dung keine Gefahr für ſeine Sicherheit gehabt zu haben. den 1. Kreisturnwart, zeigte eine gute Schulübung.
nach dem Fallreep begeben und mit ihnen zugeſehen,
wie bei Father Point Lotſen an Bord genommen
wur=
den. Eine Minute ſpäter legte der Kapitän Crippen
die Hand auf die Schulter und ſagte dem kanadiſchen
Polizeiinſpektor: „Hier iſt Ihr Mann.” Crippen war
völlig überraſcht und drohte zuſammenzubrechen. Miß
Leneve ſchien ſtarr vor Schrecken. Weder er noch ſie
leiſteten der Verhaftung Widerſtand. Das Mädchen
beteuerte unter Tränen ihre Unſchuld, als ſie hörte, wie
der Polizeiinſpektor zu Crippen ſagte: „Ich verhafte
Sie wegen Ermordung und Verſtümmelung Ihrer
Frau.” Crippen ſoll ein halbes Geſtändnis abgelegt
haben, indem er erklärte, die Nervenqual der letzten
Wochen ſei ſo furchtbar geweſen, daß er die Verhaftung
als Erlöſung empfinde. Die kanadiſche Polizei
beab=
ſichtigt angeblich, beide ſo ſchnell als möglich dem Ein=
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Zur Aufhebung der Kuratel über
Helene Odilon, worüber wir berichteten, wird
noch gemeldet: Die Kuratel über Helene Odilon hat
nicht ganz vier Jahre gedauert. Von dem großen
Ver=
mögen der Odilon ſind noch 700000 Kronen vorhanden:
zu Beginn der Kuratel waren es 800000. Obgleich
natürlich nur die Zinſen ausbezahlt wurden, gelang es
der Odilon und ihren Freunden, Schulden zu machen,
die ein Angreifen des Kapitals notwendig machten.
Ihr Kurator Dr. Camillo Müller, der es am beſten mit
ihr meint, hat in letzter Stunde vor der Entmündigung
100000 Kronen zu einer Leibrente angelegt, weil bei
der Verſchwendung der Odilon und der Selbſtſucht
ihrer bevorzugten Freunde zu befürchten iſt, daß ſie ihr
Kapital in kurzer Zeit ſtark vermindern wird. Sie
be=
zieht vom Deutſchen Volkstheater 2000 Kronen.
ck. Koſtſpielige Möbel. Der gütergeſegnete
Multimillionär, der unter der Laſt ſeines Geldes
ſeufzt und vergeblich darüber nachgrübelt, wie die
ſchwere Bürde des Geldüberfluſſes ſich erleichtern läßt,
kann in ſeiner Bedrängnis manche erlöſenden
Anreg=
ungen von ſeinen amerikaniſchen Leidensgefährten
empfangen. Man weiß ja, wie dieſe Multimillionäre
über ihren Reichtum Herr werden: hunderte und
tau=
ſende von Millionen ſind in den letzten Jahrzehnten in
den Vereinigten Staaten für Bibliotheken, für
Lehr=
anſtalten, für Wohltätigkeitseinrichtungen und für
Bil=
dungszwecke für das Volk geſtiftet worden. Aber es
gibt auch amerikaniſche Multimillionäre, denen die
Betätigung philanthropiſcher Neigungen nicht genügt,
um ihr Bankdepot zu entlaſten. Sie haben endlich neue
Mittel und Wege gefunden, um das läſtige Gold los zu
werden: Sommervillen und Wohnungseinrichtungen
ſind erſtanden, die an Glanz, Luxus und Koſtſpieligkeit
alle Märchenpaläſte von „Tauſend und einer Nacht” in
den Schatten ſtellen. Eine engliſche Wochenſchrift
unternimmt einen Rundgang durch dieſe amerikaniſchen
Schlupfwinkel des Reichtums, ſtellt ſorgſam geſammelte
Zahlen zuſammen und kommt dabei zu Ergebniſſen,
die man lächelnd als Uebertreibung zurückweiſen
würde, wenn die erſtaunlichen Zahlen und Schilder=
wanderungsamte zuzuführen, um ſie für läſtige
Aus=
länder zu erklären und auszuweiſen. — Die Times
ſchreiben zu der Verhaftung: Mit Recht war die Jagd
auf Crippen und ſeine Begleiterin vom lebhaften
Intereſſe des Publikums begleitet. Die Telegraphie
ohne Draht hat dabei eine Rolle geſpielt wie nie zuvor.
Wenn man die Telegraphie ohne Draht nicht zur
Ver=
fügung gehabt hätte, hätten die Flüchtigen unter viel
günſtigeren Umſtänden in Kanada landen können. Auch
die übrigen Zeitungen heben aus dieſem Anlaß die
Wichtigkeit der Telegraphie ohne Draht hervor.
Niſhnijnowgorod, 31. Juli. Geſtern abend ſtieß
in der Nähe von Jrrad im Bezirk Makarzew der
Paſſa=
gierdampfer „Dimitry” mit einer Baggermaſchine
zu=
ſammen. Zwei Paſſagiere wurden getötet, vier
verletzt; mehrere ſind ertrunken.
Oran, 1. Aug. Im Bahnhofe von Latlelat ſtieß
ein Perſonenzug mit einem Güterzuge zuſammen.
Mehrere Perſonen blieben tot, andere wurden verletzt.
Kongreſſe und Verbandstage.
* Am Sonntag, den 31. Juli, kand in Heidelberg
der diesjährige Verbandstag des ſüdweſtdeutſchen
Verbandes für National=Stenographie
ſtatt, der von den Vertretern von 30 Vereinen
be=
ſchickt war, darunter auch denjenigen des National=
Stenographen=Vereins „von Kunowski” in Darmſtadt,
deſſen Ehrenvorſitzender Herr Generalmajor a. D.
von Kunowski in Darmſtadt iſt. Dieſe ſtarke
Betei=
ligung legte ein beredtes Zeugnis ab von dem Eifer
und dem guten Geiſt, der die einzelnen Vereine für
die Sache der National=Stenographie beſeelt. Aus
den Berichten der Vertreter der verſchiedenen
Ver=
eine entnahm die Verſammlung, daß die National=
Stenographie im verloſſenen Jahre erfreulicherweiſe
ſehr große Fortſchritte zu verzeichnen hatte. Es
wurde unter anderem auch beſchloſſen, in nächſter Zeit
in Darmſtadt ein Wettſchreiben zu veranſtalten.
* Handlungsgehilfentag. In Dresden
findet vom 6. bis 8. Auguſt der Vereinstag des jetzt
über 100000 Mitglieder zählenden Vereins für
Hand=
lungs=Kommis von 1858 (Kaufmänniſcher Verein) ſtatt.
Den Verhandlungen werden folgende Vorträge
zu=
grunde liegen: Herr Heinr. Meyer: Die Beſtrebungen
zur Verſtaatlichung des kaufmänniſchen
Stellennach=
weiſes und ihr Einfluß auf die Gehaltsreform der
Handlungsgehilfen; Herr Georg Lißke: Die
ſozialpoli=
tiſchen Ergebniſſe des gegenwärtigen Reichstages für
die Privatangeſtellten, insbeſondere die
Handlungsge=
hilfen; Herr Dr. H. J. Thiſſen: Die Konkurrenzklauſel
und andere Unfreiheiten des kaufmänniſchen
Dienſt=
vertrages.
29. Kreisturnfeſt des IX. Kreiſes (Mittelrhein)
deutſcher Turnerſchaft.
W. Kreuznach, 31. Juli. Heute früh 6 Uhr traten
516 Turner zum Dreikampf an und um 9 Uhr begann
das Muſterriegenturnen, während die Wettſpiele ſchon um
7 Uhr ihren Anfang nahmen; um 12 Uhr war das Turnen
beendet. Inzwiſchen trafen noch viele Vereine ein, die mit
Muſik von der Bahn abgeholt wurden. Der Beſuch war
können. Während das Turnen durch Regenfälle
beein=
trächtigt wurde, war der Nachmittag vom ſchönſten Wetter
begünſtigt. Um ½3 Uhr ſetzte ſich der Feſtzug in
Bewe=
gung, der erſt gegen 5 Uhr ſein Ziel, den Feſtplatz, erreichte.
ſich eine Anzahl kanadiſcher Detektivs an Bord; außer Am Zuge nahmen über 450 Vereine, etwa 5000 Perſonen,
ihnen auch der Londoner Polizeiinſpektor Dew. Ob= mit über 400 Fahnen teil. Nachmittags 5 Uhr begannen
wohl gegen Ende der Fahrt Crippen immer nervöſer die allgemeinen Keulenübungen, zu denen ſich über 2000
Turner einfanden. Dieſe Maſſenvorführung, geleitet durch
Dr. Crippen hatte ſich mit den anderen Paſſagieren Die Uebungen wurden durchweg exakt ausgeführt.
Als=
dann begann das Turnen der älteren Turner und die
Son=
dervorführung des Unter=Nahe=Gaues an 16 Pferden; auch
hier konnte man weſentliche Fortſchritte ſehen. Um 7 Uhr
wurden die Sieger im Dreikampf und dem
Vereinswett=
turnen bekanntgegeben. Von 516 Bewerbern errangen 61
den Eichenkranz, wir nennen die erſten 5 Sieger: 1. Preis:
Fritz Klee, Turn= und Fechtklub Hanau, 59½ Punkte;
2. Preis: Peter Müller, Tv. Frankfurt, 57 Punkte; 3. Preis:
Herm. Silberreiß, Tgd. Unterliederbach, 56 Punkte;
4. Preis: Ludwig Burſchard, Tkl. Frankfurt, 55½ Punkte;
5. Preis Willy Albach, Tgſ. Höchſt a. M., 55 Punkte. —
Vom Main=Rhein=Gau: 12. Preis: Richard Werner, Tgſ.
Darmſtadt; 13. Preis: Hch. Diehl, Tbd. Nauheim; 16. Preis:
Chriſt. Wegel, Tv. Klingenberg; 24. Preis: Hans Daum,
Tv. Groß=Gerau, und Karl Schwinn, Tv. Nieder=Beer=
ungen durch die Wirklichkeit nicht beſtätigt wären. Der
verſtorbene Mr. Yerkes z. B. hat nicht weniger als
8 Millionen Mark für die Einrichtung des Palaſtes
ausgegeben, den er ſich in der 5. Avenue in New=York
errichtete und für deſſen Bau 12 Millionen Mark
an=
gelegt wurden. Man fragt ſich unwillkürlich, wie es
überhaupt möglich iſt, ſolche Summen für ein
Privat=
heim auszugeben. Aber man beginnt zu begreifen,
wenn man erfährt, daß allein für ein Schlafzimmer
1200000 Mark ausgegeben wurden. Das Bett, in dem
Mrs. Yerkes ſchlummerte, koſtete genau 40000 Mark,
und die alte Seidentapete, die die Wände des Raumes
ſchmückt, wurde für 141000 Mark bei einer
Kunſt=
auktion erſtanden. Für die geringſten Kleinigkeiten
wird das koſtbarſte Material, am liebſten ſeltene
Anti=
quitäten, angeſchafft; erſt kürzlich verkaufte Mr.
Con=
ger, der während der Boxerunruhen in Peking
ame=
rikaniſcher Geſandter war, einen Wollteppich, für den
er 360 Mark in China bezahlt hatte, für die
Rieſen=
ſumme von 188000 Mark. Wer Gelegenheit gehabt
hat, einmal das New=Yorker Heim des Senators
Clark zu betreten, wird dieſe Ziffern ohne
Erſtau=
nen hören. In dem Palaſt des Senators iſt z. B. ein
Raum eingerichtet, der für ſich allein ein Vermögen
verſchlungen hat, von deſſen Zinſen ein europäiſcher
Bürger recht angenehm leben könnte. Das Gemach
zeigt türkiſchen Stil, prachtvolle Zeichnungen,
beran=
ſchende Farben, aber 800000 Mark für ein Zimmer
iſt immerhin ein nicht billig erkaufter Eindruck. Allein
die beiden Diwans, die in dieſem Raume ſtehen, haben
80000 Mark verſchlungen. Auf der Erde liegt ein
Tep=
pich, der in Perſien gekauft wurde: er iſt über und
über mit blitzenden kleinen Rubinen, Türkiſen und
anderen Edelſteinen bedeckt, die in phantaſtiſchen
Li=
nienverſchlingungen über den Erdboden zu rollen
ſcheinen. Der Senator hat für dieſen Teppich 160000
Mark angelegt und iſt ſehr ſtolz auf den günſtigen
Kauf. Nicht weniger koſtbar ſind die Fenſter, die aus
Damaszener Glas gearbeitet ſind; Preis 60000 Mark.
Aber Senator Clark wird in den Schatten geſtellt durch
die Aufwendungen, die Mr. Marchand für ſein
Heim gemacht hat. Da iſt beſonders ein Zimmer,
wohl das teuerſte der Erde: das Schlafzimmer.
Die=
ſer eine Raum hat alles in allem rund 4 Millionen
bach. Vereins=Weiturnen, 1. Rang. Tad. Danuſt
57 Punkte (Muſterriege am Querpferd); Tv. Klingenke
53 Punkte; Tv. Arheilgen, 52¼ Punkte. II. Rang:
Beſſungen (Muſterriege am Reck), 46½ Punkte; Taſ. Dan
ſtadt (Muſterriege am Reck), 45 Punkte. Konzerte in=d
Feſthalle und auf dem Platze bildeten am Abend das
tere Feſtprogramm. Vormittags 9 Uhr brachte die Katel
der 115er dem greiſen Vorſitzenden Dr. Götz ein Ständee
Herr Dr. Götz wurde bei dieſer Gelegenheit zum Ehrenm
glied des Tv. Kreuznach ernannt. — Ueber den weit=
Verlauf des Feſtes folgt morgen der Bericht,
Landwirtſchaftliches.
— Die Fortſchritte der deutſchen
La=
wirtſchaft. In dem ſoeben erſchienenen „Laſ
Kalender für das Großherzogtum Hi
ſen, Ausgabe 1911‟ (Großh. Staatsverlag; Preis
Pfennig) gibt der bekannte Gießener Volkswirt
feſſor Dr. Giſevius einen intereſſanten Ueberblick
die „Fürſorge für die Ernährung des deutſchen
kes in Friedens= und Kriegszeiten” Wir leſenſ
u. a.: Nicht genug kann die innere Kraft unſerer pa
tiſchen Landwirtſchaft angeſtaunt werden, vermg
deren ſie gerade in den letzten Jahren noch eine umm
wartete Weiterſteigerung der Ernten herbeigeführt
Deutſchland erzeugte nämlich in runden Zahlen:
1878
1907
Dieſe Steigerung iſt gerade in den allerletz=
Jahren ſehr bedeutend geweſen und ſchreitet n
immer fort. Somit können wir ſehr wohl behaupt
daß unſere deutſche Landwirtſchaft keineswegs
einem veralteten Standpunkt ſtehen geblieben iſt.g
ſchreitet im Gegenteil ſehr energiſch fort und
ſu=
ihrer Aufgabe, die Verſorgung des Volkes mit
Nall=
ung zu übernehmen, in ſteigendem Maße gerecht
werden. Ganz ſicher hat dazu die Beruhigung übe
die Preisbewegung landwirtſchaftlicher
Produ=
weſentlich beigetragen, wie ſie nach der geſetzlich
Feſtlegung von Zöllen für längere Zeit eingetret
iſt. Wenn wir uns dabei vergegenwärtigen, daß diem
Zölle dem Deutſchen Reiche jetzt 266 Millionen Mau
an Einnahmen einbringen, ſo wird man ſich auch
a=
dem Lande über die Dauer dieſer
Zollgeſetzgebungb=
ruhigt fühlen. Die Finanznot der heutigen Zeit
wi=
es von ſelbſt verbieten, die Zölle aufzuheben undd
daraus herrührenden Einnahmen des Reiches aus
a=
deren Quellen, d. h. alſo aus Steuern anderer
An=
erſetzen zu wollen. — Wir bekommen bei allen dieſe
Betrachtungen den Eindruck, daß unſere Landwirtſchar
das Menſchenmögliche geleiſtet hat, um mit der
E=
zeugung von Brotfrucht, von Futter und von Roß
materialien für mancherlei Gewerbe mit dem
Ster=
gen des Bedarfs Schritt zu halten. Wir dürfen
e=
ferner als durchaus nicht ausgeſchloſſen, im Gegenten
für wahrſcheinlich halten, daß die Erzeugung von Bra
und Futter mit dem ferneren Wachſen des Bedarf;
noch mehr als früher Schritt halten wird. Jedenfall
fordern die Mehrleiſtungen der Landwirte der
heutii=
gen Zeit die größte Anerkennung, ſie verdienen irt
keiner Weiſe die hier und da laut werden
abſprechen=
den Urteile. In keinem Falle darf man die Landpikte
oder gar die ganze Landbevölkerung heute
gering=
ſchätzig anſehen und als einen Stand betrachten wolleni
der in unſerem Volksleben eigentlich nebenſächlich und
nur noch gewiſſermaßen geduldet wird.
Mark gekoſtet! Allein für das Bett ſind 760000 Mark
angelegt worden, die übrigen Möbel koſten 1060000
Mark. Da ſieht man Stühle, die völlig aus Elfenbein
gearbeitet ſind, mit reichen Einlegungen aus reinem
Golde. Stuhl für Stuhl ein Vermögen. Die
Wand=
bekleidung hat 256000 Mark verſchlungen; allein die
wundervollen, nach beſonderen Zeichnungen in Brüſſel
gewobenen Portieren und Vorhänge koſteten 64000
Mark. Die geſchnitzten Türen des Zimmers mit ihren
Inkruſtationen und den feinen Intarſien mußten mit
60000 Mark bezahlt werden. Wer die Einzelheiten
dieſes Raumes kennt, wundert ſich nicht mehr über die
Kapitalien, die andere Millionäre in ihr Haus geſteckt
haben. Man iſt ſchon abgeſtumpft, wenn man hört,
daß Commodore Gerry für das märchenhafte
Trep=
penhaus ſeines Heims — eine prachtvolle, maſſive
Marmortreppe mit Goldſchmuck und kunſtvollem G
länder — 400000 Mark bezahlt hat, und findet es
beſ=
nahe ſelbſtverſtändlich, daß Kornelius Vanderbilk
eine Million für ſeinen Ballſaal geopfert hat. Jakob=
Aſtor beſitzt ein goldenes Tiſchſervice für 240000
Mark. Daß Pierpont Morgans Haus mit ſeinen
unermeßlichen Kunſtſchätzen und der einzigartigen
Bi=
bliothek den Vergleich mit den Wohnungen ſeiner
Kolle=
gen nicht zu ſcheuen braucht, liegt auf der Hand. Bei
Morgan ſehen wir einen Konſolentiſch, der für ſich
allein 1400000 Mark bedeutet, einen ſilbernen
Tafel=
ſchmuck, der 200000 Mark, und einen alten Schrank,
der genau 800000 Mark gekoſtet hat. Wir gehen
ver=
wirrt und ermüdet an den wundervollen Gemälden,
Teppichen und Bildhauerarbeiten vorüber, für die
Morgan wohl mehr als 20 Millionen Mark geopfert
hat, und in der Bibliothek wirft man nur auf drei
Bücher einen Blick. Das eine iſt der mit Gold und
Juwelen geſchmückte Band der „Evangelia quatuor”,
der 200000 Mark wert iſt; daneben liegt ein ſchäbig
ausſehendes altes Buch, eine Pſalmenſammlung, die
105000 Mark gekoſtet hat, und wie im Traume ſtarrt
man auf das ärmliche, kaum 18 Quartblätter
enthal=
tende Heft, das den Namen Milton trägt. Es iſt das
Manuſkript des erſten Buches von Miltons „
Verlore=
nem Paradieſe” und wurde von Morgan für 100000
Mark erſtanden.
Sport.
— Fußball. Die erſte Mannſchaft des „F.=K-
„Viktoria‟=Darmſtadt ſtand letzten Sonntag gegen
die=
gleiche Mannſchaft des F.=K. „Germania”. Reſultatt
2:2 Tore.
Luftſchiffahrt.
* Orientierung in der Luftſchiffahrt.
Jedes Verkehrsmittel braucht ſeine Wegweiſer. Die
Schiff=
fahrt wäre heute, wenn ſie nicht zu den ſchwerſten
Kata=
ſtrophen führen ſoll, ohne Seezeichen, ohne Baken, ohne
Leuchttürme nicht mehr möglich. Der Fußgänger, der
Radfahrer, das Automobil brauchen Wegzeichen. Auch
Nummer 178.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Seite 3.
e Luſtſchifahrt hat ſie nölig. Ein Luſtſahrzeug, das
ſert weiß, wo es ſich befindet, iſt in der ſchwierigſten
ſage. Es kann auf die See, über die Grenze, in Gebirge
o Sümpfe verſchlagen werden, wenn es nicht bald
ge=
ſigt, die Orientierung wieder zu gewinnen. Wie ſchwer
: iſt, weiß jeder praktiſche Luftſchiffer. Ueber dem
fla=
em Lande, wo nicht Flüſſe und Eiſenbahnen
Anhalts=
ſſunnkte geben, wo aber bewohnte Dörfer und Gehöfte in
Prnge vorhanden ſind, mit denen man ſich jedoch durch
Uruf wegen des Motorgeräuſches nicht verſtändigen
Pun, oder über großen Wäldern, wo man ein einſames
ſesſthaus antrifft, deſſen Lage aus den gleichen Gründen
licot feſtzuſtellen iſt, iſt der Luftſchiffer hilflos, ſobald die
Uentierung wegen Fahrt in Wolken einmal auf längere
kett verloren gegangen iſt. Hier ſetzt nun das
Orientie=
lngsſyſtem des Direktors des Kaiſerlichen Aeroklubs
Pirtmeiſters von Frankenberg ein, das nunmehr praktiſch
usgeführt iſt und an deſſen Ausbreitung jeder mitarbeiten
nn. Jede Provinz hat ein Zeichen, eine Zahl und
ſumſo jeder Ort einen Buchſtaben, ſo daß mit Hilfe des
ſtignalbuches ſofort, wenn beiſpielsweiſe ein einſames
raſthaus geſichtet wird, feſtgeſtellt werden kann, wo der
ustſchiffer ſich befindet. Z. B. befindet ſich auf dem Dache
Schütte=Lanzſchen Luftſchiffahrt in Rheinau bei
Mann=
ſeinn das Zeichen: 49ai. Mit der Anbringung ſolcher
eichen in der Weiſe, daß ſie gut von oben geleſen werden
rnen und in der Nacht beleuchtet ſind, kann ſich jeder
as größte Verdienſt um das neue Verkehrsmittel
erwer=
ei-. Z. B. kann jeder Hausbeſitzer bei Neubauten oder
bachreparaturen auf dem Dache ohne jede Koſten
anders=
ſubige Ziegel, wie dies ja jetzt auch ſchon vielfach
ge=
heht, einlegen laſſen, in dem Pflaſter von beſonders
auf=
ſih enden Plätzen können Gemeinden das Zeichen
einpfla=
ern laſſen uſw. Es bietet ſich eine unendliche Möglichkeit,
hne jede beſondere Aufwendung von Mitteln helfend
ein=
ſtgreifen. Welches Zeichen für jeden Ort aufgeſtellt iſt,
ſſtaus dem Signalbuch, erſchienen unter dem Titel:
Orien=
ferungs=Tafeln für Luftſchiffahrt, Syſtem von
Franken=
ſeng, Vereinigte Verlagsanſtalten Guſtav Braunbeck &
rtenberg=Druckerei Aktien=Geſellſchaft, Berlin W. 35, zu
rehen. Nähere Auskunft erteilt gern Rittmeiſter von
ktankenberg, Berlin W., Nollendorffplatz, Kaiſerlicher
learoklub.
* Berlin, 1. Aug. Die Rückfahrt des
li III‟ unter Führung des Majors Groß nach Tegel
Miriorderte etwa 6½ Stunden. Während noch über
erlin die Orientierung vorzüglich war, traf man
ſilsdann um 3 Uhr 33 Minuten geſtern früh in dichtem
ibel ein. Da die Gefahr beſtand, in die Baumkronen
u geraten, wurde kein Landungsverſuch unternommen
ulnd die Fahrt im Nebel fortgeſetzt. Erſt als ſich dieſer
eie Sonnenaufgang verzog, vermochte man ſich wieder
Ain orientieren. Man kehrte darauf langſam nach
igel zurück, wo ſich die Landung ohne
Schwierig=
et ten vollzog.
* Metz, 1. Aug. Die Luftſchiffe „P I” und „M II‟
ſind heute vormittag um 9 Uhr aufgeſtiegen und nach
Esſtündigem Manövrieren in der Umgegend wieder
landet.
* Paris, 1. Aug. Auf der Liſte der anläßlich des
ſiesjährigen Nationalfeſtes dekorierten Perſonen
be=
ſindet ſich auch der bekannte Aviatiker Paulhan,
er zum Ritter der Ehrenlegion ernannt
worden iſt.
Schloßbeleuchtung im Gewitterregen.
Heidelberg hat Pech mit ſeinen Schloß=
Helleuchtungen. Oder vielmehr die Heidelberg
beſuchen=
ichem Fremden haben dieſe dem Schuſter
unentbehr=
iche Subſtanz in Fülle: Denn die Heidelberger ſelbſt,
onran die Gaſtwirte und Droſchkenkutſcher, ſind wohl
zunz zufrieden, wenn noch ein paar
Schloßbeleucht=
ungen ſo im buchſtäblichſten Sinne des Wortes zu
maſſer werden, wie die letzten; ſie machen glänzende
Reſchäfte dabei. — Wat dem een ſin Uhl, is dem annern
in Nachtigall! — Auch die für Sonntag abend angeſetzte
ephloßbeleuchtung iſt verregnet, und wenn es auch nicht
z der Panik kam, wie vor 14 Tagen, ſchlimm genug
war’s auch diesmal, d. h. für den, der nicht mit gutem
Humor ſich ins Unvermeidliche fügen gelernt hat und
Kleines Feuilleton.
** Italieniſche Liebesorakel. Von
ſalllerlei abergläubiſchen Bräuchen, die ſich in Italien
ſpbis zur Gegenwart erhalten haben, und auf dem Lande
holell Eifer noch heute geübt werden, erzählt ein Aufſatz
Uder Gazzetta di Ferino allerlei intereſſante
Einzelhei=
tenn. Noch immer ſtellen die Mädchen in gewiſſen
Nächten an das Schickſal die ſchwerwiegende Frage,
mann der Freier kommen wird, um die junge Schöne
haimzuführen, und die Antwort, die der Zufall gibt,
niird mit klopfendem Herzen als eine Botſchaft des
Iaatums empfangen und gläubig tief in der Seele
be=
wahrt. In einigen Gegenden von Piemont
verſam=
meln ſich die jungen Mädchen an einem beſtimmten
Tnage um Mitternacht. Die ſonſt ſo geſprächigen Lippen
ſund verſtummt, kein Wort darf fallen, und bange
Hewannung liegt auf den jugendfriſchen Geſichtern. Man
hat im Walde gewiſſe Kräuter geſammelt, die
Zauber=
h äfte beſitzen ſollen; nun werden ſie in das Haar
ge=
lſlochten und fürſorglich mit einem kleinen Bändchen
ziſammengebunden. Mit dieſem Kopfſchmuck warten
dde Wißbegierigen, bis von der nahen Dorfkirche die
ei ſte Stunde verkündet wird. Kaum hat der wogende
Srhall die nächtliche Schar erreicht, ſo werden die Kräu=
Afer mit einer haſtigen Bewegung aus den Haaren
ge=
zurrt und verbrannt. Mit erwartungsvollem Blick
fllgen die Mädchen den aufwirbelnden Rauchwolken,
Adenn in ihnen ſollen ſie den Schatten des Geliebten
er=
blicken, wie er zur Kammer der künftigen Braut eilt,
urn ſie zur Frau zu küren. Auch die im nördlichen
AEmropa bekannte Sitte des Apfelſchälens hat bei den
ſonnengebräunten Töchtern Italiens die prophetiſche
Bedeutung, die den Anfangsbuchſtaben des Namens des
künftigen Gatten enthüllt. Der Apfel ſpielt im
Aber=
gl auben überhaupt eine bedeutſame Rolle. Am Abend
vor Allerheiligen kommen die Mädchen zuſammen, und
ein jedes bringt einen ſchönen, rotbackigen Apfel mit,
in deſſen Schale der Name der Beſitzerin eingeritzt iſt.
Alle Aepfel werden dann auf einen Bindfaden
aufge=
reiht, ein Holzfeuer lodert hoch gen Himmel, und zwei
Auserwählte nähern ſich mit der Apfelſchnur den
Flam=
men, wobei die Aepfel gedreht werden müſſen. Die
Beſitzerin des Apfels, der als erſter zu Boden rollt,
n ird auch als erſte zum Altar ſchreiten; der zweite
Apfel verkündet der zweiten Braut ihr Schickſal. So
errfahren die Mädchen, in welcher Reihenfolge ſie
hei=
rnten werden. Die aber, deren Apfel als letzter von
deer Schnur fällt, ſchleicht weinend nach Hauſe, denn ſie
neiß nun, daß es ihr Schickſal iſt, immer ledig zu
blei=
deen= und allein zu ſein . . =
für den, der ſeinen Gummimantel zu Hauſe
ge=
laſſen hatte.
Dem vormittags und auch am frühen Nachmittag
noch heftig niedergehenden Regen war leidlich ſchönes
Wetter gefolgt, und Tauſende pilgerten aus
Heidel=
bergs gaſtlichen Mauern hinaus in die Berg= und
Waldhänge und hinauf „aufs Schloß”, um die
unver=
geßlichen Eindrücke dieſer wunderbaren Ruinen aufs
neue auf ſich wirken zu laſſen; um einen Blick zu
wer=
fen auf das wunderherrliche Neckartal mit den Bergen:
und Waldkämmen am Horizont und dem im
Sonnen=
licht ſilbern ſchimmernden Neckar, der durch die
ge=
wundenen Pfade ſich eilend, doch friedlich=lieblich
da=
hinſchlängelt. Einen Blick, der ſich ſchier nicht loslöſen
konnte von den Herrlichkeiten dieſes geſegneten
ſchön=
ſten Fleckchens unſeres lieben und ſchönen Vaterlandes,
als die Sonne die nebelgrauen Wolkenballen dann
durchbrach und ihrer Strahlen gleißendes, blendendes
Gold auf des Neckars leiſe bewegte Fluten warf. Von
immer aufs neue überwältigender Schönheit iſt dieſer
Blick von den Zinnen der Schloßruine, von der
Ter=
raſſe hinter dem Ottoheinrichsbau. Und Menſchen aller
Nationen genoſſen dieſe wunderſamen Herrlichkeiten,
die die Natur hier in überſchäumender Fülle gehäuft.
Viele Tauſende waren’s. Und wenn den Pauſen des
Staunens und Genießens der Gedankenaustauſch
folgte, wenn immer neue Schönheiten entdeckt wurden,
und einer dem anderen ſie wies, hörte man alle
Spra=
chen: Franzöſiſch, Engliſch, Italieniſch, Spaniſch,
Ba=
deneriſch, Heineriſch und — Berliniſch; hier, in dieſen
Ausdrücken höchſter Ver= und Bewunderung, ſtörte
ſelbſt dieſer Jargon nicht.
Aber die Herrlichkeiten müſſen einmal ein Ende
haben, und die ſchönen Stunden ſchwanden. Man
trö=
ſtete ſich in der Vorahnung des noch Kommenden, das
all das Schöne noch ſchöner zeigen ſollte: in von
ſpeku=
lativem Geiſte erdachter „bengaliſcher Beleuchtung”.
Alſo zurück zur Stadt, um den profanen Menſchen, der
ſich nach ein paar Stunden Marſch in den Bergen nie
verleugnet, zu reſtaurieren. Recht ſchnell, um noch ein
gutes Plätzchen zur Schloßbeleuchtung am Ufer des
Neckars oder in einem der ſchwanken
lampiongeſchmück=
ten Boote zu erhalten. Fülle herrſchte überall und
gegen halb 9 Uhr ſtrömte alles hinaus und hinab zum
Neckarſtrand. Dann dunkelt es und aus dem am grauen
Abendhimmel in ſcharfer Silhouette ſich trefflich
ab=
hebenden Waldhange leuchtet das Schloß, die
Molken=
kur uſw. heraus. Der Neckar mit den vielen Booten,
denen ſich auch ſchon lampiongeſchmückte Feſtdampfer
zugeſellten, mit den hellen Laternen an beiden
Ufer=
ſeiten und den erleuchteten Brücken bot für ſich ſchon
den Anblick einer Art Illumination und eine
Vorahn=
ung deſſen, was noch kommen ſollte.
Gegen 9 Uhr gings dann los, d. h. nicht die
Schloß=
beleuchtung, aber eine andere natürliche, ſchaurig
ſchöne Illumination. Rechts vomWalde hatten ſchwere
dunkle Wolken ſich zuſammengeballt, Blitze in
ununter=
brochener Reihe, auf ihrem ganzen Wege zu verfolgen,
zuckten hernieder und beleuchteten magiſch Wald
und Himmel, den Neckar und die vielen Tauſende, die
ſeine Ufer einſäumten. Und keiner wich zunächſt, dann
aber fielen Tropfen. Erſt einzelne und dann dichter,
und dann praſſelte der Regen, einem Wolkenbruch
gleich, hernieder. Bindfaden waren’s nicht mehr,
viel=
leicht treffen Waſchleinen den Vergleich. Und nun
ging natürlich die Flucht los zur Stadt. Aber nicht
panikartig. Man hatte wohl gelernt in den
ungemüt=
lichen Situationen vor 14 Tagen. Wohl haſtend, aber
doch in Ordnung ſtrömten die Tauſende zur Stadt.
In die Wirtſchaften ergoß ſich der Strom und dann,
als nirgends mehr Platz, zum Bahnhof. Man hatte
wohl von Hauſe aus mit einem verdorbenen Kleid oder
Hut gerechnet. Der Schirm hielt wenig oder gar nicht
ab. Mutig tapfte die holde Weiblichkeit durch die
Pfützen. Die Röckchen hochgerafft bis zum Knie. Die
„Joupons” überließ man reſigniert dem Regen, der
bald allgemein die Mode der „engen Röcke”
ver=
breitete, die bisher Gott ſei Dank noch immer nur
ver=
einzelte Anhängerinnen findet. Sie klatſchten um die
Füßchen und rauſchten alle wie Seide. Wenn’s nur
nicht gar ſo unbehaglich geweſen wäre beim Laufen.
Es blieb aber gemütlich und wenn irgend wer ſchimpfte,
* Aus einem Flohzirkus. Ueber eine
ori=
ginelle Verhandlung vor dem Gewerbegericht in Köln
berichten Kölner Blätter. Die Angeſtellte eines
Floh=
zirkus klagte gegen den Direktor auf Zahlung einer
Entſchädigung. Der Zirkusdirektor verfügt über ein
zahlreiches „Artiſtenperſonal” Er hat etwa 1000 Flöhe,
von denen wohl 500 dreſſiert ſind; alles nur
Menſchen=
flöhe. Zu den Obliegenheiten der Klägerin gehörte es,
das „Künſtlervolk” zu füttern, und dies den Beſuchern
vorzuführen. Zu jeder Mahlzeit, die auf dem Arm der
Klägerin eingenommen wurde, wurden 50 Flöhe
zu=
gelaſſen, bis das ganze Heer abgefüttert war. Außer
dieſer rein „künſtleriſchen‟ Tätigkeit hatte die Klägerin
auch den Haushalt des Herrn Direktors zu verſehen, probten Hausrezepten von Maria Aabel. 25. ſtark
ſo daß ſie täglich etwa 16 Stunden arbeitete. Dafür
er=
hielt ſie nach ihrer Angabe monatlich 30 Mark. Die nur 1 Mk., gebunden 1,50 Mk. Gotha, Paul Hartungs
vollblütige Klägerin wurde von dem hungrigen Artiſten= Verlag. — Jede Hausfrau wird mit Freuden das
vor=
volk derart ausgeſogen, daß ſie ermattet das Kranken= zügliche M. Aabelſche Einmachebüchlein, das nunmehr
direktor wieder zur Verfügung, der ſich jetzt aber
wei=
gerte, ſie weiter zu beſchäftigen. Krankheit iſt aber nur Vorſchriften zum Einmachen von Kirſchen, Erd=,
dann ein Grund zur ſofortigen Entlaſſung, wenn ſie Johannis=, Stachel=, Himbeeren, Nüſſen, Pflaumen,
während der Krankheit ausgeſprochen wird. Die
Klä=
gerin hatte ſich aber wieder geſund gemeldet. Es hätte in der fruchtloſen Zeit des Jahres mit Stolz und
Ge=
die geſetzliche Kündigungsfriſt eingehalten werden nugtuung auf den Tiſch bringen will.
müſſen, wenn die Klägerin nicht während der Krankheit
ren, ich muß mein Blut für die Flöhe hingeben, ich ſelnden Zeitläufte mit den perſönlichen Schickſalen der
Zirkusdirektor machte geltend, daß die Klägerin monat= Ausſtattung zu dem geringfügigen Preiſe von nur 1,50
lich mindeſtens 200 Mark bei feiner Koſt verdiene. Sie Mark erſchienen.
bekomme täglich bis zu 10 Mark Trinkgeld. Die
Klä=
gerin bemerkte darauf, daß ſie das Trinkgeld mit dem hochintereſſante Erlebniſſe enthält das ſoeben im Silva=
Direktor habe teilen müſſen; eine Behauptung, die nicht
beſtritten wurde. Große Heiterkeit erregte es im Sitz= Minute. Novellen von L. v. Guttentag.” Preis
tertiſch herantrat mit der Bemerkung, daß die kleinen erſten Kreiſen der Wiener Geſellſchaft angehörende Per=
„Artiſten” jeden Abend nach der Vorſtellung in die ſönlichkeit, iſt ein liebenswürdiger Plauderer und ein
Privatwohnung des Beklagten gebracht würden, wo Schwerenöter. Das nebenbei recht geſchmackvoll
ausge=
auch die Nichte eine Fütterung der Tiere vornehme. ſtattete Büchlein eignet ſich vorzüglich zur Reiſe= und
Als die Nichte das beweiſen wollte, indem ſie den Aer= Sommerlektüre und ſei allen denen empfohlen, die an
mel aufſtreifte, bemerkte der Vorſitzende: „Bitte, blei= kurzweiliger Lektüre Gefallen finden.
ben Sie vor den Schranken, ich möchte mit Ihren
gleich.
ſo geſchahs nict ſo auf den Regen wie auf das =
Ko=
mitee” das immer noch keine Anſtalten zum Beginn
der Schloßbeleuchtung machte, obwohls 9.20 Uhr ſchon
vorbei war. Auf 9 Uhr war ſie angeſetzt. Endlich
er=
tönten denn Böllerſchüſſe und aus dem Dunkel der
Nacht und dem Grau der Regenmaſſen, die immer noch
herniederſtrömten, tauchte in leuchtendem Rot die
Schloßruine, dann die Molkenkur auf. Das
Feuer=
werk der alten Brücke war zu naß geworden, es klappte
nicht recht. Immerhin ſtiegen ein paar Raketen ziſchend
in die Wolken und Leuchtkugeln fielen herab auf die
triefenden Menſchenmaſſen. Das war alles. Und
dar=
um der ganze Sonntag, die Reiſe und der ſchöne
Sonn=
tagsſtaat!
Am Bahnhof und in den Zügen — auch wer ſich
vorgenommen, den letzten zu benutzen, fuhr früher,
wenn er einen früheren erreichte, denn bis auf die
Haut durchnäßt, iſt’s ſelbſt in Heidelberg ungemütlich
— herrſchte koloſſales Gedränge. Die Züge wurden
faſt kilometerlang. Immer mußten noch neue Wagen
angehängt werden. Aber ſchließlich ging’s doch heim.
Nur wer gedacht hat, im Eiſenbahnwagen wenigſtens
krocken zu ſitzen, der hatte geirrt. Denn hier
reg=
nete es weiter. Nicht durch’s Dach, aber aus den —
Gepäcknetzen, in denen die triefenden Gummimäntel
und Lodencaps verſtaut wurden. Es ging eben nicht
anders.
M. St.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung: für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
Durch Schaffung des neueſten und ſchönſten
Schmuckplatzes unſerer Stadt mit ſeiner immer
wür=
diger ſich geſtaltenden Umgebung und dem prächtigen
Ausblick in das Waldesgrün, für den man den Bekehrten
von Damaskus zu Gevatter gebeten, als ob unſer
engeres und weiteres Vaterland und die eigene
Vater=
ſtadt keinen aufzuweiſen hätte, der ſolcher Ehre würdig
wäre, hat ſich unſere Stadtverwaltung den Dank vieler
verdient, die gerne in freier Luft die Lunge weiten
und der blühenden, ſchönen Natur ſich freuen mögen,
insbeſondere aber all derjenigen, deren Beine noch nicht
oder nicht mehr bis zu den ſehnſüchtig geſchauten
grünen Waldeshügeln ausreichen. An dieſe
hauptſäch=
lich hat man wohl gedacht bei Aufſtellung von einem
halben Dutzend Ruhebänken. Leider aber geſchah das
ſo, daß ſie ſämtlich von morgens 9 Uhr an, bis am
Abend die Sonne hinter der Ohlyſtraße hinabſinkt, den
Strahlen derſelben erbarmungslos ausgeſetzt ſind.
Wäre es denn nicht möglich, von den auf der Oſtſeite
aufgeſtellten Bänken wenigſtens zwei auf der
weſt=
lichen, etwa vor oder zur Seite der luxuriöſen
Rieſen=
treppe, die ja doch kaum je eines Menſchen Fuß
be=
ſchreitet, ſo aufzuſtellen, daß der müde Wanderer
wenigſtens am Nachmittag, im Schatten der
Terraſſen=
mauer und des Bankgebäudes an dem ſchönen Bild der
Pauluskirche ſich erfreuend, Kräfte für den Heimweg
ſammeln könnte, ohne dabei einen Sonnenſtich zu ris=
Einer von der zweiten Sorte.
kieren?
Vermiſchtes.
* Einfuhr franzöſiſchen Weines. Vor
einiger Zeit iſt von einer deutſchen Eingangsſtelle
franzöſiſcher Wein wegen eines Gehalts von 287,5 mg.
ſchwefliger Säure im Liter zurückgewieſen worden,
während eine andere Eingangsſtelle, welcher die
näm=
liche Sendung dann zugeführt wurde, ſie Unbeanſtandet
eingelaſſen hat. Aus dieſem Anlaß iſt zur Sprache
ge=
kommen, nach welchen Geſichtspunkten der Gehalt
franzöſiſcher Weine an ſchwefliger Säure bei der
Ein=
fuhr zu beurteilen ſei. Die zuſtändigen preußiſchen
Miniſter haben nunmehr entſchieden, daß Wein, der
mit Sulfiten behandelt iſt, nach den
Ausführungsbe=
ſtimmungen zum Weingeſetz vom Verkehr in
Deutſch=
land und demgemäß von der Einfuhr unbedingt
ans=
geſchloſſen iſt. Sofern aber Sulfite nicht verwendet
worden ſind, wird franzöſiſcher Wein, deſſen Gehalt an
ſchwefliger Säure die für den Verkehr innerhallb
Frank=
reichs geſetzte Grenze von 350 mg. für das Liter nicht
überſteigt, wegen des Gehalts an ſchwefliger Säure
auch dann nicht vom Verkehr und von der Einfuhhr
zu=
rückgewieſen werden können, wenn die für deutſchen
Wein geſetzte Grenze überſchritten ſein ſollte. Nach den
Ausführungsbeſtimmungen zum Weingeſetz ſind
niäm=
lch die für die Kellerwirtſchaft in Deutſchland marß= Beſtimmungen nicht ſchlechthin ausſchlach=
(ebend, vielmehr müſſen auch die für den Verkehr ins
nerhalb des Urſprungslandes geltenden Vorſchriften
in Betracht gezogen werden, und dieſe bedingen für
Frankreich die angegebene Entſcheidung.
Literariſches.
— Das Einmachen der Früchte in 260
er=
vermehrte Jubiläumsauflage, zweite Ausgabe. Preis
lager aufſuchen mußte. Nach zwei Tagen hatte iſie je= ſchon in über 100000 Exemplaren verbreitet iſt,
doch ihre Kräfte wieder, und ſie ſtellte ſich dem Zirkus= zur Hand nehmen. Finden ſich doch in dieſem
praktiſchen Buche in 260 erprobten Hausrezepten gute
Birnen, Aepfeln uſw. uſw., kurz alles, was ſie ſpäter
— Im Reform=Verlag Leipzig, Karl Schürer=
Engel=
geſchrieben hätte: „Wenn Sie mir 50 Mark Monats= ſchmidt, Marienſtraße 15, erſchien ein 5aktiges
Trauer=
lohn geben, komme ich wieder.” Am Schluſſe ihrer Dar= ſpiel „Königin Luiſe” von Paul Heinrichs, deſſen
legungen vor Gericht ſagte die Klägerin: „Meine Her= Verfaſſer es mit Meiſterſchaft verſtanden hat, die
wech=
kann das für monatlich 30 Mark nicht machen.‟ Der edlen Dulderin zu verſchmelzen. Das Werk iſt in guter
* Ein Liebesabenteuer in Karlsbad und andere
Verlag, Berlin C. 54, erſchienene Buch: „Eine
ungsſaale, als eine Nichte des Direktors an den Rich= 2 Mark, elegant gebunden 3 Mark. Der Autor, eine den
— Dr. M. Wilhelm Meyer, Die Welt der
Schützlingen nicht in Berührung kommen.” Nach län= Planeten. Mit farbigem Umſchlagbild.
Heraus=
geren Verhandlungen endete die Klage mit einem Ver= gegeben vom Kosmos, Geſellſchaft der Naturfreunde
(Stuttgart, Franckhſche Verlagshandlung). Broſchiert
1 Mark, gebunden 1,80 Mark. — Das Thema=iſteſo
intereſſant=und wiſſenswert, daß= derNaturfreundsſich
Seite 6.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Nummer 174
darüber gern von einem anerkant lüchtigen
Jach=
mann belehren laſſen wird. Mit den früher
erſchiene=
nen Meyerſchen Kosmosbänden bildet der vorliegende
Band eine vollſtändige Himmelskunde.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korreſp.=Bureau.)
* Berlin, 1. Aug. Nach inzwiſchen hier
eingegange=
nen Berichten des Gouvernements von Kamerun
be=
ſchränkt ſich die mit der Ermordung des Kaufmanns
Bretſchneider in Zuſammenhang ſtehende
Bewe=
gungder Makkas im Südoſten derKolonie auf das von
dem nördlichen Zweig dieſes Stammes bewohnte Gebiet,
das im Süden vom Nyeng, im Weſten von der Straße
von Atok nach Ngelemendake und im Oſten von der Straße
von Abong nach Mbang Dume begrenzt wird. Die nach
dem Morde von der Station Dume ſofort eingeleiteten
Operationen werden vom Major Dominik mit zwei
Kompagnien Schutztruppen fortgeſetzt. Ein vergeblicher
Angriff der Makka auf die Station Dume, wobei
Unterzahl=
meiſter Arnold durch einen Pfeilſchuß am Oberſchenkel
verwundet wurde, machte die Abkommandierung eines
Tei=
les der Truppe unter Hauptmann Marſchner zum Schutze
der Station erforderlich. Major Dominik glaubt, daß die
militäriſche Aktion bis Mitte Auguſt durchgeführt iſt.
Eri=
dann werden vorausſichtlich genauere Feſtſtellungen über
die näheren Umſtände, unter denen Kaufmann
Bretſchnei=
der ermordet wurde, erfolgen können. Sieben beteiligte
Häuptlinge wurden bereits abgeurteilt und gehenkt.
* Berlin, 1. Aug. Der Vorſitzende des Deutſchen
Krie=
gerbundes General der Infanterie z. D. Alexander von
Spitz iſt geſtern abend hier geſtorben.
* Wiesbaden, 1. Aug. Die Arbeiter der
Maſchinen=
fabrik Wiesbaden, die am Samstag früh ſämtlich die
Arbeit niederlegten, weil die Firma den Arbeiter Palm,
den Schwager des Taglöhners Riedel, der am Freitag den
Taglöhner Schipper in Dotzheim angeblich aus Notwehr
erſchoß, nicht entließ, nehmen, nachdem Palm jetzt
frei=
willig ausgeſchieden iſt, die Arbeit morgen früh
wieder auf.
* Straßburg, 1. Aug. Privatdozent Dr. Ernſt
Stad=
ler, Sohn des jetzigen Kurators der hieſigen Univerſität,
hat einen Ruf an den neuerrichteten Lehrſtuhl für deutſche
Philoſophie in Brüſſel angenommen.
* Straßburg, 1. Aug. Frl. Eliſabeth Baſſermann,
die älteſte Tochter des Reichstagsabgeordneten
Baſſer=
mann, promovierte an der hieſigen Univerſität zum
Doktor rer. pol. summa cum laude.
* München, 1. Aug. Die Kammer der
Reichs=
räte iſt bei Beratung der Steuergeſetzreform in dem
letzten noch ſtrittigen Punkte dem Beſchluſſe der
Kam=
mer der Abgeordneten, durch den der Höchſtſatz des
Einkommenſteuertarifs auf 5 Prozent feſtgeſetzt wird,
beigetreten. Damit iſt die Einführung der allgemeinen
Einkommenſteuer in Bayern geſichert.
* Mittlach (bei Metzeral), 1. Aug. Am Samstag früh
wurde die auf der Molkerei Kerbholz zwiſchen Kaſtelberg
und Fiſchböde beſchäftigte, 20 Jahre alte ledige Joſefine
Weyer, ein geiſtig etwas beſchränktes Geſchöpf, mit
klaſfenden Kopfwunden, die von Axhieben herrührten, tot
auf dem Pfad ins Tal liegend aufgefunden. Eine Liebes==
Affäre, die nicht ohne Folgen geblieben war, wird mit der
Tat ind Zuſammenhang gebracht. Den Mörder kennt man
noch nicht.
* Hamburg, 1. Aug. Der nach England ausgehende
Dampfer Johann Lehmann” überrannte bei
Bie=
lenberg den Ewer „Hoffnung‟. Der Schiffer Horn und
deſſen Frau aus St. Margarethe ertranken.
Swinenüinde, 1. Ang. Der Kaiſer wohnte
heute vormittag von 10 Uhr ab dem
Beſichtigungsſchie=
ßen des erſten Bataillons des Fußartillerie=Regiments
von Hinderſin, Pommerſches Nr. 2, in
Oſternoth=
hafen bei. Das Wetter war regneriſch. Major
Niſſen von dem genannten Bataillon erhielt den
Kronenorden dritter Klaſſe. Der Kaiſer empfing nach
ſeiner Rückkehr an Bord der „Hohenzollern” den
Reichs=
kanzler. Dieſer war um 11 Uhr 12 Min. eingetroffen,
Am Bahnhofe war der Geſandte von Treutler zur
Be=
grüßung erſchienen; er geleitete den Reichskanzler zur
„Hohenzollern”, wo dieſer Wohnung nahm. Später
traf Staatsſekretär von Kiderlen=Waechter ein, welcher
ebenfalls auf der „Hohenzollern” Wohnung nahm. Der
Kaiſer verlieh dem Geſandten v. Treutler das
Ritter=
kreuz des Hohenzollernſchen Hausordens.
* Beuthen (O.=S.), 1. Aug. Der bei dem
Maurer=
meiſter Scheer beſchäftigte Bauführer Achtellik
fälſchte auf den Namen ſeines Arbeitgebers eine
auf 6500 Mark lautende Quittung und hob die Summe
bei der Filiale des Schleſiſchen Bankvereins in Beuthen
ab. Dann flüchtete er, wurde aber in Gleiwitz
feſt=
genommen. Es wurden noch 6000 Mark bei ihm
vor=
gefunden.
* Wien, 1. Aug. Die Neue Freie Preſſe meldet aus
Gmunden: Bei einem Gewitterſturm ſind geſtern
14 Perſonen, Holzarbeiter mit ihren Mädchen, die auf
einem Floß nach Traunkirchen überſetzen wollten,
verun=
glückt. Sämtliche Perſonen fielen ins Waſſer; nur vier
konnten gerettet werden.
* Bern, 1. Aug. Das Eidgenöſſiſche
Schützen=
feſt erreichte mit der heutigen Preisverteilung ſein
Ende. Den Kaiſerpokal gewann der Schütze Karl
Spring aus Wallenſtadt im Santon St. Gallen.
Ins=
geſamt wurden 3 156 630 Schüſſe abgegeben; eine Zahl.
die bisher bei keinem eidgenöſſiſchen Schützenfeſt
er=
reicht worden iſt.
* Rom, 1. Aug. Der ſpaniſche Botſchafter
am Heiligen Stuhl iſt heute vormittag nach San
Se=
baſtian abgereiſt. Die Note der ſpaniſchen
Regie=
rung wird der Geſchäftsträger, Marquis Goncalez, dem
Heiligen Stuhl überreichen.
* Brüſſel, 1. Aug. Bei dem Zuſammentritt 120
deutſcher Preisrichter im Deutſchen Hauſe, die
morgen mit den Arbeiten beginnen, machte der Vorſitzende,
Unterſtaatsſekretär im Reichsamt des Innern Dr.
Rich=
ter, die Preisrichter mit den Funktionen bekannt. Bei
dem an die Sitzung ſich anſchließenden Feſtmahl wurde
von den verſchiedenſten Seiten der Verdienſte des
Reichs=
kommiſſars, Geh. Regierungsrats Albert, und des
Ge=
heimen Kommerzienrats Ravené um das Gelingen der
deutſchen Ausſtellung dankend gedacht. Ravené drückte
ſeine Freude aus, daß die Reichsregierung Dr. Richter mit
ſeinen reichen Erfahrungen zum Vorſitzenden des
Preis=
richterkollegiums ernannt habe.
* Paris, 1. Aug. Aus San Sebaſtian wird
gemel=
det: Die Streikbewegung dehnt ſich in der
Pro=
vinz Santander aus, wo die Arbeit geſtern in allen
Bergwerken eingeſtellt wurde. Gruppen von Arbeitern
durchſtreifen das Minengebiet, um jegliche Arbeit zu
verhindern.
* Madrid, 31. Juli. Ein amtliches Telegramm
;aus Fernandopo meldet, daß dort eine eingeborene
ſpaniſche Abteilung angegriffen wurde. Auf ſaniſcher
Seite fiel ein europäiſcher Korporal, mehrere Soldaten
wurden verwundet. Die Eingeborenen verloren vier
Mann, unter dieſen einen Anführer.
* Belgrad, 1. Aug. In der vergangenen Nacht wurde
in einem Wechslergeſchäft an einem der belebteſten
Mähe der Stadt ein Eindruch veribt. Die Diede,
denen jede Spur fehlt, plünderten die Kaſſe mit über
Franken und ſtahlen verſchiedene Wertſachen.
* Konſtantinopel, 1. Aug. Wie die Blätter mel
fand geſtern in der armeniſchen Kirche in Smyrna
blutiger Zuſammenſtoß zwiſchen Anhängern
Gegnern des armeniſchen Komitees ſtatt. Zwei Perſon
wurden getötet, drei verwundet.
* Konſtantinopel, 1. Aug. In Akniſſar und ande
Arten des Wilajets Smyrna wurden Erdſtöße verſt
Einige Häuſer ſtürzten ein; mehrere Perſonen wurden
tötet.
* Oran, 1. Aug. Bei dem Eiſenbahnzuſa
men ſtoß auf der Station Le Tletat wurden,
nunmehr feſtſteht, 20 Perſonen getötet und
verletzt.
H.B. Berlin, 1. Aug. Der Lokalanzeiger ſchre
Es wird uns beſtätigt, daß über den Verka
zweier Schiffe der Brandenburg=Klaſſe an
türkiſche Regierung Verhandlungen ſchwelt
Selbſtverſtändlich waren dieſe Verhandlungen
möglich, nachdem die für die Schlagfertigkeit unſe
Flotte verantwortliche Stelle die Ueberzengung
wonnen hatte, daß die fraglichen Schiffe, ſo ſehr ſie el
für die von der türkiſchen Regierung verfolzten Zw
geeignet ſeien, doch den beſonderen Aufgaben der di
ſchen Marine ſchon wegen ihrer geringen Geſchwini
keit weniger entſprechen. Wahrſcheinlich werden
auf deutſcher Seite von der Marineverwaltung geftihl
ten Verhandlungen zu einem beide Teile befriedigen
Abſchluß führen. (2)
Briefkaſten.
L. B., hier. Wenn Sie vierteljährliche Kündigu
ausgemacht haben, iſt das maßgebend, auch wenns u
mündlich geſchah.
Weiter.
Ausſichten in Heſſen für Dienstag, 2. Auga
Meiſt heiter, warm, Südwind.
Tageskalender.
Konzert um 8 Uhr im Saalbau.
Konzert um 8 Uhr im Hotel Heß.
Ausſtellung des Deutſchen Künſtlerbundes (geöffn
von 19—7 Uhr).
1. Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein= un
Grafenſtraße): Vorſtellungen von 3—11 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 3. Auguſt.
Eiſen= und Metallabfälle=Verſteigerung u
9 Uhr in der Material=Prüfungsanſtalt der Techniſcha
Hochſchule.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 11 und 3 Uh
Rundeturmſtraße 16.
Mobiliar= ꝛc. Verſteigerung um 3 Uhr in de
„Ludwigshalle‟
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hofbuchdruckere
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton
Reich und Ausland: i. V.: Max Streeſe; für den übrige
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe
für den Anzeigenteil: Zt. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſin
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaig
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werdee
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden niütt
zurückgeſandt.
Feocenbtdufiusehensiere
sind hochfeine Qualitätsbiere.
(257a
Kurſe vom 1. Auguſt 1910.
Mitgeteilt von Hermann Reichenbach.
Bf. Staatspapiere. In Proz.
4 Dſche. Reichsſchatzanw. 100,40
½ Deutſche Reichsanl. . 93,00
84,10
do.
4 Preuß. Schatzanweiſg. 100,70
93,00
3½ do. Conſols .
84,10
B do. do.
Bad. Staatsanleihe
63,80
do.
3½
3‟
86,30
do.
A-Bayr. Eiſenbahnanl. . 101,30
91,80
do.
3½
do.
82,90
Hamburger Staatsanl. 101,30
4. Heſſ. Staatsanleihe . . 101,30
do.
91,50
do.
80,75
Sächſiſche=Rente . . . 83,40
Württemberger v. 1907 102,00
do.
92,80
5 Bulgaren=Tabak=Anl. 101,00
¼ Griechen v. 1887 .
3¾/ Italiener Rente .
A½ Oeſterr. Silberrente
48,50
97,30
do. Goldrente . . 99,20
do, einheitl. Rente 93,80
Portug. unif. Serie I 66,40
do. unif. Ser. III 67,70
do. Spezial.
Rumänier v. 1903 . . 102,00
do. v. 1890 . . 95,40
do. v. 1905 . . 90,50
Ruſſen v. 1880 ₰ ₰ a. 91,70
3f.
4 Ruſſen v. 1902 .
4½ do. v. 1905 .
3½ Schweden . . .
4 Serbier amort. v. 1895
4 Türk. Admin. v. 1903
4 do. unifiz. v. 1903
4 Ungar. Goldrente .
4 do. Staatsrente .
5 Argentinier . . . . . .
do.
4½ Chile Gold=Anleihe
5 Chineſ. Staatsanleihe
4½
do.
41 Japaner . . . . . . .
5 Innere Mexikaner . .
3
do.
4 Gold=Mexikan. v. 1904
5 Gold=Mexikaner . . . 1
InProz.
92,80
100,30
93,50
84,50
87,30
94,20
94,70
91,80
101,50
91,10
92,00
103,70
99,20
97,90
99,80
94,80
100,10
Aktien inländiſcher
Transportanſtalten.
4 Hamb.=Amerika=
Paket=
fahrt ..
.. . . 142,25
4 Nordd. Lloyd . . . . 110,10
4 Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 120,60
Aktien ausländiſcher
Transportanſtalten.
4 Anatol. Eiſenb. 60%
Einz. Mk. 408 117,25.
4 Baltimore & Ohio . . 107,25
4 Gotthardbahn . . . . —
InProz.
4 Oeſt.=Ungar. Staatsb. 158,25
4 Oeſt. Südbhn. (Lomb.) 21,25
4 Pennſylvania R. R. 128,50
Induſtrie=Aktien.
Mainzer Aktienbrauerei . 205,50
Werger=Brauerei . . .
Bad. Anil.= u. Sodafabrik 476,00
Fabrik Griesheim . . . . 208,00
Farbwerk Höchſt
. . 492,00
Verein chem. Fabriken
Mannheim.
.322,50
Lahmeyer .
118,50
Schuckert .
. . . . 161,30
Siemens & Halske . . . 243,10
Adlerfahrradwerke Kleyer 414,00
Bochumer Bb. u. Guß . . 233,00
Gelſenkirchen .
.. . 206,50
Harpener . . . . . . . . . 193,00
Phönix, Vergb. u.
Hütten=
betrieb .
. . 224,75
Prioritäts=
Obligationen.
3½ Südd. Eiſenb.=Geſ. . . 89,70
4 Pfälzer Prt. . . . . . 100,40
3½ do.
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4
97,80
3
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5 Oeſterr. Südbahn . . 99,40
4
do.
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4 Deutſche Vereinsbank 127,90
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156,50
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Mitteldeut. Kreditbk. 119,70
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101,40
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143,50
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S. 16 und 17 100,20
3½ do. S. 19. . . . . 92,30
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S. 15—19, 21—26 99,60
4 Hamb.=Hypoth.=Bank 100,50
3½ do.
90,50
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do.
92,80
3½
4 Meining. Hyp.=Bank 101,00
3½
do.
91,10
4 Rhein. Hypoth.=Bank
(unk. 1917) 100,00
3½ do. (unk. 1914) 91,00
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do,
3½
92.70a
In Proz.
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Obligationen
. 100,30
4 Darmſtadt
3½ do.
.100,90
4 Frankfurt .
3½ do.
98,00
4 Gießen
3½ do.
* 100,60
4 Heidelberg
3½ do.
.100,60
4 Karlsruhe
3½ do.
91,60
4 Magdeburg
3½ do.
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4 Mainz
3½ do.
91,50
4 Mannheim
100,50
3½ do.
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.101,00
—
3½ Nauheim
4 Nürnberg . .
-
-
3½ do.
4 Offenbach .
-
3½ do.
-
4 Wiesbaden .
. . 103,00
-
3½ do.
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3½ do.
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3½ Cöln=Mindner „ 100 135,00
5 Donau=Reg. fl. 100
3 Holl. Komm. „ 100 104,90
In Pro)
Bf.
3 Madrider Fs. 100
4 Meining. Pr.=Pfand=
135,60
briefe. . . .
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Engliſche Noten
Franzöſiſche Noten. .
Holländiſche Noten .
Italieniſche Noten .
Oeſterr.=Ungariſche Noten
Ruſſiſche Noten ..
Schweizer Noten . .
20,39
. 16,21
16,90
4,19½
20,4
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169,40
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im der Restauration zur „Stadt Koburg‟, Waldstrasse 2.
Tagesordnung:
1. Geſchäftliche Berichterſtattung.
2. Mitteilung über die diesjährige Gravelotte= und Sedanfeier.
(15203
3. Verſchiedenes
Der Vorſtand des Kriegervereins Darmſtadt.
Orisgemerbverein Warmstadf.
Mittwoch, den 3. Auguſt, nachmittags
Desdch derhanstier-Ausstenung
auf der Mathildenhöhe.
Zutſammenkunft im Platanenhain pünktlich um 5 Uhr nachmittags.
Unſere Mitglieder und deren Angehörige laden wir hierzu freundlichſt ein.
Eimtrittskarten zum ermäßigten Preiſe von 50 Pfg. pro Perſon werden an der Kaſſe
erabfolgt.
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Der Vorstand.
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Dienstag, den 2. Auguſt, abends 8 Uhr:
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Leitung: Muſikmeiſter M. WEBER.
Im Programm: U. a.: „Kaiſermarſch” (Marche triumphale) von R.
Pagner. Feſtouvertüre von Fiſcher. Einleitung und Brautchor aus „Lohengrin”.
Spinnerlied und Ballade aus „Der fliegende Holländer”. „Stolzenfels am
Rheein”, Lied von Meißler. Zum Schluß: „Deutſchlands Erinnerungen an die
Luhhmreichen Kriegsjahre 1870/71, Tongemälde von Saro, unter Mitwirkung der
Swielleute des Inf.=Regts. Nr. 81, Frankfurt a. M. (Bat.=Tambour Herr Frieß)
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Erzählung von Horſt Bodemer.
(Nachdruck verboten.)
Auch Boſemb verkehrte viel bei Jupps. Er ging
alllerdings aus einer gewiſſen Reſerve nicht heraus.
Serine Kameraden wunderten ſich nicht weiter darüber,
ller war ja immer ein ſtiller Menſch geweſen, faſt ein
Snderling. Nur Jupp fiel es auf.
Als ſie eines Tages zuſammen allein ſpazieren
Mritten, fragte er den Freund offen heraus, was er
eiggentlich habe.
Ich? — Nichts, lieber Jupp!
Doch; Du biſt hölliſch einſilbig in der letzten Zeit!
Bildeſt Du Dir nur ein, Du weißt doch, zuviel
Menſchen auf einmal fallen mir auf die Nerven!
Dann ſollteſt Du zu einer Zeit zu uns kommen,
im der wir allein ſind. Wäre mir auch lieber!
Ich werde nicht verfehlen!
Herrgott, klingt das froſtig! — Weißt Du, man
kommt da auf allerlei Gedanken.
Jupp hatte eine komiſche Angewohnheit. Nach
Triſch aß er gern ein Schock Radieschen und trank zum
Sschluß einen Sherrybrandy drauf. Sorgſam ſchälte er
ſte und unterhielt ſich dabei.
Heute früh hab’ ich mir mal den guten Boſemb
urdentlich vorgenommen!
Seine Frau warf ihm einen prüfenden Blick zu,
er ließ ſich in ſeiner Beſchäftigung nicht ſtören.
Aber warum denn?
Weil er immer nur mit der ganzen Herde bei uns
erſcheint!
Jupp, — ich fürchte, — geſagt muß es doch einmal
werden, — er hat’s noch nicht vollkommen überwunden!
Den Gedanken hab’ ich auch gehabt!
Und?
Ausgelacht hat er mich!
Aus-ge-lacht?
Ja, und ich bin heillos froh drüber! Er hat auch
ganz recht! Er ſagte, eine Frau wie Du müſſe aus
dem Vollen leben können, in kleine Verhältniſſe paßteſt
Du nicht, er wäre nachgerade dem Schickſal recht
dank=
bar, daß Ihr beide nicht zuſammengekommen wäret,
denn ein gutes Ende hätte das ſicher nicht genommen!
Ruhig ſchälte Jupp das dreißigſte Radieschen, ſah
ſeine Frau gar nicht an, erſchrocken wäre er vor ihrem
böſen Blick. Es dauerte eine ganze Zeit, bis ſie eine
Antwort fand.
Und was haſt Du ihm darauf erwidert?
Ganz meine Anſicht!
So—v!
Da wurde der Jupp doch ſtutzig und hob den Kopf.
Ja, was haſt Du denn, Aſta?
Ich? — Nichts! — Was ſoll ich denn haben?
Na ja, das klingt nicht gerade ſchön, was der Fritze
da geſagt hat, aber die Wahrheit iſt’s doch! Wir beide
haben niemals aus unſeren Herzen eine Mördergrube
gemacht! Du biſt nicht für des Lebens Enge geſchaffen!
Soll das vielleicht heißen, ich bin oberflächlich?
Aber Schatz!
Eine klare Antwort, Jupp!
Herrgott, ſo rege Dich doch nicht auf! — Ich tu’s ja
auch nicht. — — Der Fritze iſt nun mal’n bißchen
ſchwerfällig, und da hab’ ich immer gedacht, es ſitzt ihm
doch noch ein Stückchen Bodenreſt im Herzen, und daß.
das nicht der Fall iſt, macht mich froh! — Verſtehſt Du
denn das nicht?
Da ſagte Aſta mit der ruhigſten Miene:
Ja!
Freut mich, daß wir wieder einmal vollkommen
d’accord ſind, mein Geliebtes! Herrgott, Addio, ich
muß ja zum Dienſt!
Er wirft die Serviette hin, ſtürzt ſeinen
Sherry=
brandy hinter die Binde, gibt ſeiner Frau einen
flüch=
tigen Kuß, brüllt nach Säbel und Mütze und läuft die
Treppe hinab.
Und Aſta Riſſen ſteht, die Fäuſte auf das Herz
ge=
drückt, mit offenem Mund und großen Augen da und
ringt nach Atem. Ja, fühlte denn der Jupp nicht,
wel=
chen Schlag ihm Boſemb mitten ins Geſicht mit dieſen
Worten gegeben?
Da kroch ihr der Haß die Kehle hoch, ſie ballte die
Hände, knirſchte mit den Zähnen, Rache wollte ſie
neh=
men an dieſem Boſemb, Rache! Jetzt gab es kein
Pak=
tieren mehr, o, ſie kannte die Stelle, an der er
ver=
wundbar war! Sein ſchwerfälliges Blut hatte ſie
ein=
mal verſtanden in Wallung zu bringen, ein zweites
Seite 10.
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folgter Erprobung beſtellt wurden. (12044as
Nur echt zu haben in den Drogerien:
Gebrüder Vierheller, Schuſtergaſſe.
Anton Fischer, Frankfurterſtraße.
ten aue
ſeuneder9
Wir ell
reichender A
leiden hatten
eine genalle 1
Abhilfe zu ſic
Die 5 da
der Einfalle
kaſter
Gardntlerrreiner mexmumischer Blaten Hoiig, Flarkes Zupatere-Anerkanhe der Boste.
Zu haben bei: M. W. Prassel, Grafenstrasse 25, Telefon 71, per Pfundglas Mk. 1.10 (Gläser werden mit 10 Pfg. wieder zurückgenommen)
Wilhelm Beck, Saalbaustr. 29, Lina Darmstadt, Elisabethenstr. 17, Ludwig, Ad. Fertig, Karlstr. 47, Wilhelm Hill, Hoflieferant, Saalbaustr. 63, Ad. Reichard, Kasinostr. 12.
Wilhelm Ritsert, jun., Grüner Weg 30 Herm. Stephan, Stiftstrasse 29, Jakob Streb, Bismarck-Drogerie, Bismarckstrasse 27, A. J. Supp, Marktplatz, B. Held, Karlstr. 27
H. Rossmann, Inselstrasse 29, Adolf Hensel, Nieder-Ramstädterstrasse 29, Gg. Feid, Frankfurterstrasse 21, Oscar Brachat, Rheinstrasse 20, H. Brandstätter,
Erbacher=
strasse 1, Otto Erb, Alexanderstrasse 17½.
(4560a
Mal würde es ihr auch noch gelingen und dann — wollte
ſie ihm ihren kleinen Fuß auf den Nacken ſetzen und
ihn ganz zu Boden drücken, — für alle Zeit!
VIII.
Aſta Riſſen ſteuerte auf ihr Ziel los. Ganz
all=
mählich änderte ſie den Kurs. Sie fing an, Boſemb
merklich den anderen vorzuziehen. Und Jupp ſah es
und freute ſich. Ermunterte ſie ſogar.
Recht ſo! Auf einmal tut der kleine Wangleben, als
ob ich mein Lebtag dick Freund mit ihm geweſen ſei
und rennt uns faſt das Haus ein! Halt’ ihn Dir ein
wenig vom Halſe, Geliebtes, er hat ein
gottesläſter=
liches Mundwerk, iſt mir von jeher auf die Nerven
ge=
fallen!
Aſta ſtimmte ihrem Mann freudig zu.
Ueberhaupt, Jupp! Es wird Zeit, daß wir die Spreu
von dem Weizen ſondern!
Das geht ſo leicht nicht, aber wenn Dir’s recht iſt,
ſchränken wir nach und nach den Verkehr etwas ein,
mich berührt’s ſo wie ſo peinlich, daß die guten
Leut=
chen unſer Haus „Hotel Jupp” getauft haben!
Für die Taufe bedank’ Dich bei Deinem Rittmeiſter!
Den wirf’ aber gefälligſt nicht zum alten Eiſen, iſt
mein Schwadronschef und Patriarch im Kaſino, alſo
eine Größe, mit der wir zu rechnen haben. Hat ſeine
Marotten, aber im Grunde genommen eine ehrliche
Haut!
Aſta lachte hell auf.
Schön hüten werde ich mich, es mit ihm zu
ver=
derben!
Wozu auch nicht der geringſte Grund vorliegt! —
Aber was mich freut, Geliebtes, daß Du jetzt mit
Boſemb ſo nett ſtehſt!
Wirſt nicht eiferſüchtig, Jupp?
I Gott bewahre! Mit dem laß’ ich Dich rechts und
links um die Welt reiſen, wenn es ſein muß!
Soll das nun eigentlich ne Schmeichelei für mich
oder für Boſemb ſein?
Ich denke für Euch alle beide!
So recht von Herzen zufrieden, brannte er ſich eine
Zigarette an und ſah dem Rauche nach. Gut, daß
da=
mals die Geſchichte mit dem braven Fritze paſſiert war
und nicht mit einem anderen vom Regiment, ſonſt hätte
er doch wohl dem gemütlichen Steinhaufen hier Adieu
ſagen müſſen, und das wäre ihm ſehr ſchwer gefallen,
nachdem der Kommandeur ihn neulich gefragt hatte, ob
er im Herbſte ſein Adjutant werden wolle. Doch die
erſte Etappe auf der Stufenleiter! Nicht im Traume
dachte er daran, ſich im Geſchäfte ſeines Vaters zu
be=
tätigen oder ſpäter mit ſeinem Bruder Gisbert
ge=
meinſchaftlich das Werk zu übernehmen. In ihm ſteckte
Soldatenblut, mochte der Himmel wiſſen, woher er’s
hatte! Das Dienen war ja ein göttliches Vergnügen,
wenn man nicht ängſtlich nach den Dukaten ſchielen
mußte!
Aſta hatte ſich auf die Chaiſelongue geworfen, den
Kopf auf die Unterarme gelegt und ſtarrte zur Decke.
Der gute Jupp war doch ein harmloſes Gemüt. Setzte
ſich auf jede hingehaltene Leimrute und machte ihr ſelbſt
die Bahn frei für ihre Rache.
Er trat heran und küßte ſie auf den vollen roten
Mund. Einen Augenblick zög eine Wolke des
Un=
mutes über ihre Stirn, dann lachte ſie als blaute der
ſchönſte Himmel über ihrem Eheglück.
An was dachteſt Du denn, Geliebtes?
An nichts, Jupp! Iſt das nicht greulich?
Warum denn? Nur, wenn Dich mal was bedrückt,
daun
ſchüte=
mir Dein Herz aus, ſo lange wir beide geſund ais
unſeren Beinen ſtehen, werden wir mit den
Wider=
wärtigkeiten ſchon fertig werden!
Sie ſprang auf.
Was ſind das für Gedanken? Niemals in meinem
ganzen Leben war ich ſo ſorglos, ſo glücklich wie jetzt
und das danke ich Dir, mein lieber Jupp!
Und ehe er ein Wort ſagen konnte, hing ſie an
ſeinem Halſe. —
Nun brauchte ſie ſich nicht mehr ſo viel Reſere
aufzuerlegen. Immer mehr ließ ſie „die Herde” links
liegen und widmete ſich faſt ausſchließlich Holſten unſ
Boſemb. Der durchſchaute ſie ſchnell. Spielen wollt
ſie mit ihm, — eher blieb er weg. Aber er wohnte ſchräg
gegenüber. Alle Augenblicke kam der Diener mit
nem ſchönen Gruß und ob der Herr Oberleutnant nicht
n bißchen ’rüberkommen wolle. Wie oft wurde er aus
dem Garten nicht von Jupp oder ſeiner Frau
ange=
rufen, wenn er vom Nachmittagsdienſt kam.
Hier ſummt die Kaffeemaſchine und wartet auf den
Dritten im Bunde!
Nur ſelten hatte er eine Ausrede bei der Hand.
Er konnte doch dem Jupp, der ſich wie im Himmel
vor=
kam, nicht einfach ſagen:
Höre mal, deine Frau macht mir Avancen, wo ſie
hinauswill, weiß ich ja noch nicht beſtimmt, aber ein
wenig Katze und Maus mit mir ſpielen möchte ſie ſicher
gern!
(Fortſetzung folgt.)
in allen Preislagen, feinste engt.
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J. Donges & Wiest, Graienstr. 26
damn
[ ← ][ ][ → ]mtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
8 82.
Dienstag, 2. Auguſt.
1910.
Bekanntmachung.
Für den in den Gemarkungen Darmſtadt und Arheilgen gelegenen Großh.
Wild=
k wird auf Grund der Artikel 78 und 48, V, 1 der Kreis= und Provinzialordnung
Zuſtimmung des Kreis=Ausſchuſſes und Genehmigung Großh. Miniſteriums des
Uineern zu Nr. M. d. J. III. 7831 vom 23. Juli 1910 zur Abwendung von Gefahren
i was Publikum bei Jagden, zur Verhütung der fortwährenden Beunruhigung und
Pieolgung des Wildes durch Parkbeſucher, ſowie zur Abſtellung von Wilddiebereien
liigendes verordnet:
§ 1. Das Betreten des Parks außerhalb der Wege und Schneiſen iſt Allen, die
ihr auf Grund eines Rechts oder einer beſonderen Erlaubnis dazu befugt ſind, in
ſtie nigen Teilen des Parks verboten, für welche dies von Großh. Oberförſterei
Alrichſtein angeordnet und im Amtsverkündigungsblatt, ſowie auf ſonſtige geeignete
iee bekannt gemacht worden iſt.
§ 2. Der Aufenthalt zur Nachtzeit im Park außerhalb der öffentlichen Wege iſt
boten.
Die Nachtzeit umfaßt in dem Zeitraum vom 15. April bis 14. Oktober die
Stun=
won 10 Uhr abends bis 5 Uhr morgens und in dem Zeitraum vom 15. Oktober
1. 4. April die Stunden von 9 Uhr abends bis 7 Uhr morgens.
§ 3. Hunde müſſen innerhalb des Parks an der Leine geführt werden.
§ 4. Zuwiderhandlungen werden, ſoweit nicht andere Strafbeſtimmungen
an=
hvenden ſind, mit Geldſtrafen bis zu dreißia Mark beſtraft.
§ 5. Dieſe Vorſchriften treten am 15. Auguſt 1910 in Kraft.
Darmſtadt, den 27. Juli 1910.
(15082sid
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
Fey.
gtet
reiefon
Amtliche Nachrichten des Großherzoglichen Polizeiamts Darmſtadt.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Beſſungerſtr. Nr. 56
be=
ſten ſich: 1 Doberman. 1 Pinſcher (zugelaufen).
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 5. Polizei=Revier ausgelöſt
en. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden Werk=
, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
Pferde=Verſteigerung.
Dienstag, den 9. Auguſt d. J., vormittags 10 Uhr, ſollen im
Großherzog=
lichen Hofmarſtalle dahier fünf, ſeit mehreren Wochen kaſtrierte Landgeſtütsbeſchäler,
ſowwie verſchiedene Stallgerätſchaften gegen Barzahlung verſteigert werden.
(15177is
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliche Landgeſtüts=Direktion.
von Willich.
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Wlunger Foxterrier gesucht.Diwalt, von 25 Mk. zu verkaufen
Wo? ſagt die Expedition. *18661) Karlſtraße 30, Hth. 3. St. r.
1.8599oi)
(14955ad
Bekanntmachung.
Nachſtehend bringen wir die Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem
Truppen=
übungsplatz für die Zeit vom 30. Juli bis 6. Auguſt l. Js. zur allgemeinen. Kenntnis.
Darmſtadt, den 26. Juli 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: von Werner.
Zuſammenſtellung der Schießtage auf dem Truppenübungsplatz Darmſtadt
für die Zeit vom 30. Juli bis 6. Auauſt 1910.
der Abſ
von uer
ſperrung
bis Die Abſperrung
erſtreckt ſich 3. Aug.
4. „
O. „ Mitwoch
Donnerstag
Sonnabend Feldartillerie wr 2.
700 V. 300 N.
1200 M. Ueber das ganze
Abſperrgelände
Bekanntmachung.
treffend: Vorkehrungen zur Verhütung von Ueberſchwemmungen kanaliſierter
Grundſtücke.
Im Hinblick auf die bei heftigen Regenfällen eintretenden Ueberſchwemmungen
en IUlnnliſierter Grundſtücke innerhalb der Stadt erſcheint es angezeigt, nachſtehend einige
ſchutzmaßregeln bekannt zu geben, durch deren Beachtung ſolchen Ueberſchwemmungen
Iſtzubeugen iſt.
Nach unſeren Feſtſtellungen ſind die Ueberſchwemmungen meiſtenteils
zurückzu=
tren auf eine unſachgemäße Anordnung oder mangelhafte Unterhaltung und Be=
Aenung der Hausentwäſſerungsanlagen und der in dieſe eingeſchalteten Rückſtauverſchlüſſe.
Wir empfehlen den Hausbeſitzern, deren Grundſtücke ſeither infolge
unzu=
ſlichender Ausbildung der Entwäſſerungsanlagen durch Ueberſchwemmungen zu
ſihten hatten, ſich mit dem Tiefbauamte ins Benehmen zu ſetzen, das dann durch
In genaue Unterſuchung feſtſtellen wird, in welcher Weiſe mit nicht zu hohen Koſten
boife zu ſchaffen iſt.
Die Hofſinkkaſten ſind möglichſt rein von Sand und Schlamm zu halten und iſt
ſionders darauf zu achten, daß der Einfluß des Waſſers nicht durch die Ueberdeckung
r Einfallgitter mit Laub, Papier, Stroh ꝛc. erſchwert wird.
Zur Verhütung des Eindringens von Waſſer in die Gebäude ſind die
Hofſink=
iſten von dieſen mindeſtens 2 Meter entfernt am beſten im mittleren Teile des Hofes,
t werſetzen. Aus gleichem Grunde ſollen Kellerfenſter, Lichtſchachte, Keller= und
Haus=
ngänge mit ihren Schwellen erhöht gegen die anſchließenden Hof= und
Straßen=
ächen ſitzen.
Iſt ſolches nicht zu ermöglichen, ſo müſſen Schutzvorkehrungen gegen den Eintritt
* Waſſers in tiefgelegene Näume geſchaffen werden, wie die Abdeckung der
Licht=
huchte durch Glasplaten, Anbringung von Kellerkränzen an den Kellerſenſtern, von
anzen und dichtſchließenden Schutzbrettern an tiefgelegenen Eingängen.
Die in die Hausentwäſſerungen eingeſchalteten Vorrichtungen gegen Rückſtau ſind
ährend der Zeit der heftigen Regenfälle, alſo von Mitte März bis Mitte September,
rl betriebsfähigem Zuſtande zu erhalten. Es empfiehlt ſich dieſe Vorrichtungen mit
eginn genannter Periode und auch nach jedem heftigen Regenfalle in allen Teilen
om Schmutze zu reinigen und bei Klappvorrichtungen die Scharniere, bei Hähnen die
Neitflächen des Konus und bei Schiebern die Schieberſcheibe, die Gleitflächen und
SGrauben gründlich einzufetten. Um ſolches bequem ausführen zu können, ſollen die
Zarrichtungen an einem leicht zugänglichen Orte verſetzt ſein.
Selbſtverſtändlich hängt die richtige Wirkung der Rückſtau=Vorrichtungen auch
om einer zweckentſprechenden Einfügung derſelben in die Hausleitungen ab.
Nicht ſelten werden ſolche derart in den Hauptſtrang eingefügt, daß durch ſie
lerdings der Rückſtau aus dem angeſtauten Straßenkanal verhütet, dabei aber auch
e: Abfluß des Regenwaſſers vom Grundſtück nach dem Straßenkanal unmöglich
ennacht wird. Ueberſchwemmungen der Grundſtücke durch die ſich allmählich
anſammeln=
en Regenmengen ſind die Folge hiervon. Um ſolches zu verhüten, dürfen daher
ſtüückſtau=Vorrichtungen nur in Zweigleitungen eingeſetzt werden, in die
Regen=
ibffallrohre und Regeneinläufe oberhalb der Rückſtau=Vorrichtung nicht einmünden.
Die im Keller verſetzten Eingüſſe und Reviſionsſchachte ſind durch geeignete
Vaerſchlußvorrichtungen gegen den Rückſtau zu ſichern. Die von Hand bedienbaren
vorrichtungen ſind während der Periode der heftigen Regenfälle geſchloſſen zu halten,
und ſollen dieſelben jedenfalls nicht über Nacht offen ſtehen.
Die an die Kanäle angeſchloſſenen Regenrohre ſind bei Eintritt des Frühjahrs
unterſuchen, ob ſolche nicht unter der Einwirkung des Froſtes gelitten haben und
ind etwa vorgefundene Mängel zu beſeitigen.
Nächſt den Fundamentmauern ſollen die Regenrohranſchlüſſe nur aus ſoliden
ügrnen Rohren gebildet werden, da die Tonröhren eine zu geringe
Widerſtands=
lächigkeit gegen den Froſt beſitzen und auch bei Setzungen des Straßenuntergrundes
eicht Beſchädigungen ausgeſetzt ſind.
Häufig wird auch der Abfluß des Dachwaſſers durch die Anſammlung von Feſt=
Erpern in den Regenrohrkanälen erſchwert. Derartige Verſtopfungen werden verhütet
durch die Einfügung kleiner eiſerner Sinkkaſten mit feſtſtehendem Gitter.
Bei manchen älteren Hausentwäſſerungsanlagen finden ſich noch in den
Keller=
räumen ſchlecht gedichtete Tonrohre, die infolge ihrer undichten Stellen die Veranlaſſung
zu=Ueberſchwemmungen geben. Da die hierdurch veranlaßten Mißſtände von
nach=
teiligſter Einwirkung auf den Geſundheitszuſtand der Hausbewohner ſind, ſo ſollten
derartige undichte Tonrohrleitungen durch ſolide eiſerne, mit Blei zu dichtende
Rohr=
thänge erſetzt werden; zum mindeſten müßten aber die mit Letten gedichteten Muffen
olcher Tonrohr=Stränge nachträglich gut ummauert werden, um dem Austrit des=
Sthmutzwaſſers und der Kanalgaſe vorzubeugen.
Nicht ſelten tritt auch das Regenwaſſer von Straßen und Höfen durch undichte
Stellen der Grundmauern in die Keller ein, beſonders dort, wo die
Verſorgungs=
leitungen und die Kanalanſchlüſſe durch dieſe Mauer geführt ſind. Die hierdurch ver=
Amlaßten=Auswaſchungen der Mauerfugen ſind von nachteiligſter Einwirkung auf den
Bsſtand der Grundmauern, und es ſollte dem Tiefbauamt unverziglich Miteilung von
derartigen Mängeln gemacht werden, damit dasſelbe eine genaue Feſtſtellung der
Ulleſache veranlaſſen kann.
Eine ſorgfältige Ausbeſſerung und Dichtung der Grundmauern iſt in ſolchen
Füällen dringend geboten.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1910.
Städtiſches Tiefbauamt.
(15191im
Keller.
Bekanntmachung.
Die Sperrung der Kreisſtraße Darmſtadt-Leeheim von km 14,469 —
Ortsaus=
gang Wolfskehlen — bis km 12,700 wird hiermit aufgehoben.
(15163
Groß=Gerau, den 26. Juli 1910.
Großherzogliches Kreisamt Groß=Gerau.
I. V.: Dr. Michel.
Die öfentliche Zupfung im Jahre 1910,
Oeffentliche Impftermine für den Stadtbezirk werden, ſo lange das Bedürfnis
dauert, jeden Mittwoch, nachmittags 5 Uhr, in dem Schulhauſe in der
Rundeturm=
ſtraße abgehalten.
Impfpflichtig im laufenden Kalenderjahre ſind nach Geſetz die im vorigen Jahre
geborenen Kinder ſowie die rückſtändigen früheren Jahrgänge.
Wir laden die hieſigen Einwohner die impfpflichtige Kinder haben, zur Benutzung
dieſer öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denſelben
vorgenom=
menen Impfungen für den Einzelnen unentgeltlich ſind. Wer die Termine nicht
be=
nutzen will, muß die Impfung ſeines pflichtigen Kindes bis zum Jahresſchluß auf
ſeine Koſten bewerkſtelligen laſſen, widrigenfalls ihm im Januar nächſten Jahres zur
Nachholung der Impfung eine vierwöchige Friſt unter Strafandrohung geſetzt wird.
Außer den Pflichtigen werden in den Terminen auch Erwachſene auf ihren
Wunſch, und Kinder, die erſt im laufenden Jahre geboren ſind, auf Wunſch ihrer
Vertreter geimpft. In der Regel werden in jedem Termin nicht mehr als 50
Impf=
ungen vorgenommen. Alle in einem Termine geimpften Kinder müſſen bei Meidung
der geſetzlichen Strafe, in dem 8 Tage ſpäter abgehaltenen Termine zur Nachſchau
noch=
mals gebracht werden. Kinder, deren Zurückſtellung, von der Impfung wegen
Kränk=
lichkeit beanſprucht wird, können gleichfälls in den Terminen dem Impfarzt vorgeſtellt
werden.
Wegen der Wiederimpfung der Schulkinder wird beſondere Benachrichtigung an
die Schulvorſteher erfolgen.
Aus einem Hauſe, in dem anſteckende Krankheiten wie Scharlach, Maſern,
Diphtherie, Croup, Keuchhuſten, Flecktyphus, roſenartige Entzündungen oder die
natür=
lichen Pocken herrſchen, dürfen Impflinge zum allgemeinen Termin nicht gebracht
werden. Die Kinder müſſen zum Impftermin mit rein gewaſchenem Körper und mit
reinen Kleidern gebracht werden.
Darmſtadt, den 30. Juni 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Schmitt.
(13276a
Verſteigerungs-Anzeige.
Mittwoch, den 3. Auguſt 1910, nachmittags 3 Uhr,
verſteigere ich im Verſteigerungslokale „Zur Ludwigshalle‟, Obergaſſe,
zwangs=
weiſe gegen Barzahlune:
Mehrere Mille Zigarren, Papier= und Schnittwaren, verſchiedene große
Bilder und Oelgemälde, 1 Partie Poſtkarten und Couverts, 1
Laden=
theke, 1 Faß Graphit, verſchiedene Flaſchen Kognak, Südweine und
Rot=
weine, 1 Pferd, 1 Diwan, 1 Triumphſeſſel, 1 Schränkchen, 1 Vertiko, 1 Sofa
1 Waſchtiſch, 1 Eisſchrank und verſchiedene andere Hausmobilien.
Die Verſteigerung der in Fettdruck aufgeführten Gegenſtände
findet vorausſichtlich beſtimmt ſtatt.
Darmſtadt, den 1. Auguſt 1910.
(15215.
Kapp, Großh. Gerichtsvollzieher
Friedrichſtraße 24, I.
Verſteigerungs=Anzeige.
Mittwoch, den 3. Auguſt 1910, nachmittags 3 Uhr,
ſollen im Pfandlokal Reſtauration „Zur Roſenhöhe”, Rundeturmſtraße 16 dahier,
verſchiedene Möbel, darunter, Kleiderſchränke, Spiegelſchränke, Vertiko,
Diwans, Spiegel, 1 Schreibtiſch, 1 Schreibſekretär, ferner Ladenſchränke,
Poſt=
kartenſtänder, 1 Waſchmaſchine, Geſchäftsbücher, 1 Schaukaſten, Etuis für
Zigaretten, 1 Bücherſchrank, 1 Pianino, 1 Käfig mit Papagei, 1 photograph.
Apparat, Bilderleiſten, Bilder, Klaſſiker, 1 Hund, 1 Kaſſenſchrank, 1
Näh=
maſchine, 1 Waffenrock für Dragoner Nr. 24, 1 Kavalleriedegen und
eine Partie Zigarren
durch den Unterzeichneten zwangsweiſe verſteigert werden.
(15216
Die Verſteigerung der fettgedruckten Sachen findet ſicher ſtatt.
Berbert, Großh. Gerichtsvollzieher.
Bekanntmachung.
Die Sprechſtunden der Fürſorge=(
Be=
ratungs3 Stelle für Lungenkranke (
Wil=
heiminenſtraße 34) faln wegen baulicher
Veränderungen bis 15. Auguſt d. J. aus.
Darmſtadt, den 28. Juli 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing. (15123oi
Bekanntmachung.
Dienstag, den 13. September I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſoll die den Eierhändler Nikolaus
Gött=
mann Eheleuten dahier zugeſchriebene
Lie=
genſchaft:
Flur Nr.
IV 373 143 Hofreite
Fuhrmanns=
gaſſe,
IV 374 257 Grabgarten daſelbſt,
in unſerm Bureau zwangsweiſe verſteigert
(K106/10
werden.
Darmſtadt, den 30. Juli 1910.
Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
J. V.: Ganß, (D15176,4
älteſter Gerichtsmann.
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Darmſtadt, den 1. Auguſt 1910.
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Von der Reis
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Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 2. Auguſt 1910.
Nummer 178,
Mitteldeutſcher Arbeitsnachweis=Verband.
D Soeben iſt der 3. Jahresbericht des Mitteldeut=
ſchen Arbeitsnachweisverbandes für das Jahr 1909/10,
unter Beigabe eines umfangreichen ſtatiſtiſchen
Zah=
lenmaterials, erſchienen. Wir heben aus dem Bericht
einige für den Arbeitsnachweis und ſeine Organiſation
beſonders wichtige Punkte hervor:
Bei 30 Anſtalten des Verbandes wurden notiert:
Arbeitsgeſuche Offene Stellen Beſetzte Stellen
65 297
92 633
1907/08 126932
103 658
74 648
1908/09 174612
1909/10 194102
96 627
126805
Die Vermittelungszahlen haben ſich demnach in
3 Jahren um etwa 50 Prozent erhöht. Während im
Jahre 1907/08 nur 8 Anſtalten berichteten, ſtieg deren
Zahl im Jahre 1908/09 auf 24 und im Jahre 1909/10
auf 30. Die Zahl der Mitglieder des Verbandes
be=
trug am Ende des Etatsjahres 80, zurzeit (Ende Juli)
87, gegen 77 im Jahre 1908/09. Von beſonderer
Wich=
tigkeit iſt die Feſtſtellung, daß die Arbeitsnachweiſe in
den Kleinſtädten ihre Vermittelungszahlen ganz
erheb=
lich ſteigern konnten. Ihre Zahlen ſtiegen von 2440 im
Vorjahre auf 10 646 im letzten Jahr. Dieſe
Beobacht=
ung wird darauf zurückgeführt, daß die
landwirt=
ſchaftliche Vermittelung immer mehr von den
Großſtädten auf die Kleinſtädte übergeht. Der
Bericht ſagt darüber: „Die Beobachtungen, die wir in
Friedberg, Limburg und Witzenhauſen gemacht haben,
berechtigen durchaus zu dieſem Schluß. Jedenfalls
kann ſchon jetzt, trotz der kurzen Zeit des Beſtehens
des Verbandes, geſagt werden, daß der Gedanke eines
Hinaustragens des Arbeitsnachweiſes auf das Land ſich
in ganz ungeahntem Maße als richtig erwieſen hat.”
Der Bericht enthält weiter eingehendes Material über
die Vermittelungen nach dem Beruf der Arbeitnehmer.
Als ſehr erfreuliches Ergebnis ergibt ſich, daß die
Ver=
mittelungszahlen für die gelernten Berufe
durch=
weg eine Zunahme erfahren haben und der Anteil der
gewerblichen Berufe an der Vermittelung den Anteil
der nicht gewerblichen Berufe (landwirtſchaftliche und
ungelernte Arbeiter) durchweg überragt. — Die
land=
wirtſchaftliche Vermittelung zeigt ein ſehr
günſtiges Ergebnis. Von den Organen des
Verban=
des konnten im ganzen 10 174 landwirtſchaftliche Stellen
beſetzt werden (gegen 7668 im Vorjahre). Von
beſon=
derer Bedeutung iſt die landwirtſchaftliche
Vermittel=
ung bei den Arbeitsvermittelungsſtellen Frankfurt,
Friedberg, Worms, Mainz, Limburg und Witzenhauſen.
Auch die Wanderarbeitsſtätte Bebra hat ſchon eine
nennenswerte Zahl landwirtſchaftlicher Vermittelungen
(in einem halben Jahre ca. 100) aufzuweiſen.
Beſon=
ders bemerkenswert iſt, daß der Kreisarbeitsnachweis
Limburg 111 und Witzenhauſen 71
landwirtſchaft=
liche Mägde vermitteln konnten. Weiterhin
wur=
den die Ergebniſſe eingehender Feſtſtellungen über den
Umfang und die Art des auswärtigen
Vermittelungs=
verkehrs der Arbeitsnachweisanſtalten des Verbandes
in dem Bericht verarbeitet. Die Unterſuchungen, die
ſich ſpeziell auf Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Darm=,
ſtadt und Worms erſtrecken, zeigen, daß der
Schwer=
punkt der auswärtigen Vermittelungen in Frankfurt
a. M. bei der landwirtſchaftlichen Vermittelung und der
Vermittelung für das Gaſtwirtsgewerbe liegt, und in
Wiesbaden auf die weibliche Vermittelung und die
Vermittelung für das Hotelperſonal zurückzuführen iſt.
Der Bericht ſchreibt darüber: „Die Sonderſtellung
Wiesbadens als Kur= und Badeſtadt erklärt ſeine
weit=
ausgedehnte auswärtige Vermittelung, die ſich in
nen=
nenswertem Umfang bereits auf das Ausland (Paris,
Wien, franzöſiſche Schweizs Vliſſingen, Scheveningen
und Petersburg) mit 13 Stellenbeſetzungen für
weib=
liches Perſonal erſtreckt hat.‟ Die auswärtige
land=
wirtſchaftliche Vermittelung hat in der Hauptſache einen
auf die Nachbarorte beſchränkten Umkreis; gerade
aus dieſem Grunde iſt den ländlichen
Arbeitsnachwei=
ſen von kleinen Zentralen aus die größte Bedeutung
beizumeſſen. Dabei ſoll ausdrücklich betont werden,
daß der Aufgabenkreis dieſer ländlichen
Arbeitsnach=
weiſe keineswegs ſich auf die landwirtſchaftlichen
Ar=
beiter beſchränkt, ſondern auch die gewerblichen
Ar=
beiter und die weibliche Vermittelung umfaßt.
Wich=
tig iſt auch die Feſtſtellung des Berichts, daß wie die
Unterſuchungen über den auswärtigen
Telephonverkehr und der
Vermittelun=
gen von Arbeitsnachweis zu
Arbeitsnach=
weis zeigen, gerade der ländliche
Arbeits=
nachweis viel mehr Arbeitskräfte aus
der Stadt herauszuholen ſucht und auch
tatſächlich herausholt, als es umgekehrt
der Fall iſt. Jedenfalls iſt der ländliche
Arbeits=
nachweis ein hervorragendes Mittel, den Arbeiter
tun=
lichſt am Platze zu halten und fehlende Arbeitskräfte
aus den Städten herauszuziehen. Der Bericht ſchließt:
„Hierbei iſt noch zu erwähnen, daß zurzeit die
Arbeit=
ſuchenden, weil der Arbeitsnachweis in den kleineren
Städten und Orten ungenügend entwickelt iſt, ſich mit
Vorliebe mit ihren Anfragen um Arbeit an die größeren
Städte wenden. Iſt es mehr bekannt, daß man auch in
der Nähe des jeweiligen Arbeitsortes, in der Kreisſtadt
uſw., ſich wegen Arbeit erkundigen kann, daß die
Bür=
germeiſter, die Verpflegungsſtationen uſw. in
regel=
mäßiger Verbindung mit den Arbeitsnachweiſen der
Wirtſchaftszentralen ſtehen, daß Einrichtungen zur
Verbilligung der Reiſekoſten nach offenen
Arbeits=
plätzen vorhanden ſind, ſo wird der Arbeitsnachweis in
ſteigendem Maße vom flachen Land aus beſorgt
wer=
den. Der Ausbau der Organiſation durch
die Arbeitsnachweisverbände iſt eines
der wichtigſten Mittel, den unerwünſchten
und ungeſunden Zuzug in die großen
Städte hintanzuhalten und dem Lande,
d. h. der Landwirtſchaft und dem Gewerbe
auf dem Lande, die einheimiſchen
Arbeits=
kräfte zu erhalten.”
Sport.
— Fußball. Am Sonntag ſtand die erſte
Mann=
ſchaft des F.=K. „Phönix‟=Darmſtadt der gleichen
Mann=
ſchaft des F.=K. „Germania”=Eſchollbrücken gegenüber.
Das Spiel endete zugunſten der „Germania” mit
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dem Meeting nach Kottingbrunn hat zu einem ſchörn
Erfolge geführt, da Mondſtein, wie ſchon vor zure
Jahren ſein Stallgefährte Stoßvogel, den Preis vi
Helenenthal für Graditz gewinnen konnte.
sr. Radrennen in Treptow. 50 Kilomet=a
Rennen. 1. Lauf 10 Kilometer: 1. Hamann, 9.03,1,
Erxleben 1680 Meter, 3. Tybus weit zurück. 2.
15 Kilometer: Hamann 13:48,1, 2. Erxleben 25 Met
3. Tybus 2500 Meter zurück. 3. Lauf 25 Kilometer:
Hamann 22:53,4, 2. Erpleben 260 Meter, 3. Tybus wi
zurück. 5 Kilometer=Motorrennen. 1. Gedamke 47t
2. Saager 40 Meter, 3. Zimmermann 510 Meter zurüh
Prämienfahren: 1. W. Theiß, 2. Hoffmann, 3. Trin=
4. Gehrke. Erſtfahren: 1. Paetzold, 2. Groß, 3. Koſſ
4. Purka.
sr. Lapize gewinnt die Rundfahrtus
Frankreich. Die letzte Etappe der franzöſiſch
Straßenfernfahrt von Caen nach Paris über 262 Ku
meter wurde teilweiſe unter ſtrömendem Regen
fahren und geſtaltete ſich zu einem intereſſanten Reung
zwiſchen den beiden ausſichtsreichſten Kandidaten
Faber und Lapize. Am Start hatten ſich noch 41 Kö
kurrenten eingefunden. Fr. Faber, der an der Spitze
gruppe lag, ſchien die letzte Etappe ſchon zu gewinn
als ihn kurz vor Paris ein Reifendefekt um alle Chaf
cen brachte. Der Italiener Azzini traf nach 8 Si
17 Min. 30 Sek. als Erſter auf der Pariſer Prinze
parkbahn ein. Zwei Längen zurück paſſierte E. Pall
das Ziel vor Menager, Fr. Faber, Albini, Lapi
Paulmier, Garrigou und Cruchon. Das Geſamtklaſtſ
ment zeitigte folgendes Reſultat: 1. Lapize 63 Punky
2. Fr. Faber 67, 3. Garrigou 86, 4. Vanhouwaert
5. Cruchon 119, 6. Crupelandt 148, 7. E. Paul 154 Punk
sch. Das Meiſter chafts=Schachturni
in Hamburg wurde mit der zehnten Runde ſom
geſetzt. Es ſiegten Fleiſchmann (Ungarn) gegen Dur
(Prag), Schlechter (Oeſterreich) gegen Köhnlein (Deutſ
land) und Niemzowitſch (Rußland) gegen Yates (Eng
land). Die Partien Salwe (Rußland) gegen Cho
mirski (Rußland), Alechin (Rußland) gegen Teichman
(Deutſchland) und Marchall (Amerika) gegen Leonhau
(Deutſchland) ergaben remis. Unbeendet blieben 8
Partien Spielmann (Deutſchland) gegen Tartakowg
(Oeſterreich) und Tarraſch (Deutſchland) gegen Joll
(Deutſchland). Speyer (Holland) blieb ſpielfrei.
sr. Im Entſcheidungskampf um der
Lanz=Preis der Motorboote paſſierte Dain
ler II mit weitem Vorſprung nach einer
Geſamtfah=
zeit von 4:04:05 das Ziel als endgültiger Gewinn. Lanz=Preiſes. Der zweite Preis fiel an Saur=
A. III mit einer Fahrzeit von 4:25:27. Dieſer Siecl
des Daimler=Bootes von der Daimler=Motorengeſen
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