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SPtihe
n Geug
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natl. 50 Pfg., viertelj. 1.50 Mk.,
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irts nehmen die Poſtämter u. die Agen=
1.80 Mk. viertelj. Verantwortlichkeit
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riebenen Tagenwirdnicht übernommen.
173. Jahrgang
en Beſtell. entgegen zu 60 Pfg. monatl. verbunden mit „Wohnungs=Anzeiger” und der Sonntags=Beilage:
Illuſtriertes Unterhaltungsblatt.
rgan für die Bekanntmachungen des Großh. Polizeiamts Darmſtadt, der Großh. Bürgermeiſtereien des Kreiſes und der andern Behörden.
Das „Amtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt” wird Dienstags, Donnerstags und Samstags nach Bedarf beigefügt.
Inſerate
werden angenommen in Darmſtadt,
Rheinſtraße 23, Beſſungerſtraße 47,
ſowie von unſeren Agenturen und
den Annoncen=Expeditionen. — Bet
gerichtlicher Beitreibung oder bei Konkurs
kommt jeder Annoncenrabatt in Wegfall.
72.
Dienstag, den 29. März.
1910.
die heutige Nummer hat 20 Seiten.
Der Arbeitskampf im Baugewerbe und das
Wirtſchaftsleben.
C Nach dem Ultimatum, das die Arbeitgeber den
zeitern im Baugewerbe geſtellt haben, darf leider nicht
hr gehofft werden, daß es zu einer Einigung kommt,
dern es kann als ſicher gelten, daß mit dem 15.
ril im deutſchen Baugewerbe ein Kampf
zwi=
en Unternehmern und Arbeitern, entſteht,
er bisher in Deutſchland noch nicht beobachtet worden
Wird durch die Stillegung der Bauten ſchon eine
ge=
ltige Zahl Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter
dienſtlos, ſo muß aber die Stillegung der Bauten, weit
er dieſe Arbeitergruppen hinausgehend, noch eine viel
ßere Wirkung auf den Arbeitsmarkt und auf das
Wirt=
iftsleben ausüben. Geſchieht die Stillegung der
Bau=
in dem erwarteten Umfange, ſo werden 200000 bis
000 Maurer, Zimmerer und Bauhilfsarbeiter mit
000—1000000 Angehörigen verdienſtlos. Iſt der
Ar=
tskampf, wie die Rüſtungen auf beiden Seiten erkennen
ſen, von einer längeren Dauer, ſo wird es aber nicht
der Verdienſtloſigkeit der Maurer, Zimmerer und
Bau=
fsarbeiter bleiben, ſondern es werden noch viele andere
werbe und Induſtrien, die mit dem Baugewerbe in
Zu=
nmenhang ſtehen, in den Kampf einbezogen. Da ſind
rächſt die verſchiedenartigen Lieferanten im Baugewerbe,
egeleien, Röhrenfabrikanten, Steinbrüche, Eiſeninduſtrie,
lzhändler, Glasfabriken, Ofenfabrikanten, Mörtelwerke,
rndgruben, Tapetenfabriken uſw.
Die meiſten Lieferanten aus allen dieſen und anderen
ſchäftszweigen werden zunächſt mit einer
Hinausſchie=
ng der Aufträge oder mit einer Hinausſchiebung der
lder rechnen müſſen. Da es ſich bei den
Baumateria=
n um große Transportmaſſen handelt, ſo wird eine
Un=
brechung der Bautätigkeit auch ſehr ſtark auf das
Trans=
rtgewerbe einwirken. Die Eiſenbahnen müſſen
entſpre=
ind den gleichen Monaten in anderen Jahren
weſent=
he Rückgänge in den Einnahmen haben, beſonders ſtark
er wird die geringe Zufuhr von Baumaterialien
ein=
irken auf die Flußſchiffahrt und auf das
Fuhxmanns=
werbe. Die Flußſchiffahrt iſt zu einem ſehr großen Teil
f den Transport von Baumaterialien angewieſen, fällt
eſe Fracht aus, ſo muß auch ein großer Teil der
Fluß=
riffahrt unbeſchäftigt bleiben, ein weiterer Schaden dürfte
n Flußſchiffern dadurch entſtehen, daß dann infolge des
oßen Angebotes von Kähnen die Frachtſätze ſinken.
Mindeſtens von gleicher Bedeutung wie für die
Fluß=
ſiffahrt iſt der Transport von Baumaterialien für das
uhrmannsgewerbe. Je mehr den Fuhrleuten durch
Ein=
htung neuerer Beförderungs= und Transportmittel das
rwerbsgebiet eingeſchränkt worden iſt, deſto mehr haben
ihren Betrieb für den Transport für Baumaterialien
ngerichtet. Namentlich mittlere und kleinere
Unterneh=
er mit einem billigen Pferdematerial und mit geringen
apitalien beſchäftigen ihre Fuhrwerke hauptſächlich mit
er Anfuhr und Abfuhr von Baumaterialien. Dieſe
kkei=
en und mittleren Fuhrunternehmer ſind meiſtenteils froh,
enn ſie den Winter mit ſeinen geringeren
Verdienſtmög=
chkeiten überwunden haben und freuen ſich auf die
beſ=
ren Einnahmen durch den Transport von
Baumateria=
en; geht ihnen jetzt dieſer Verdienſt wochenlang oder gar
ronatelang verloren, ſo werden viele von ihnen
gezwun=
en ſein, ihre Arbeitspferde zu verkaufen.
Bei einer längeren Dauer des Arbeitskampfes und
enn keine Rohbauten fertiggeſtellt werden, müſſen aber
eben den Maurern und Zimmerern noch andere
Bau=
rbeiter verdienſtlos werden. Das ſind Aſphalteure,
Stein=
tzer, Bautiſchler, Bauklempner, Rohrleger, Inſtallateure,
laſer, Töpfer, Dachdecker, Bildhauer, Steinmetzen, Maler
nd Anſtreicher, Tapezierer. Bei einer langandauernden
Stillſetzung der Bauplätze werden vielleicht in allen
die=
en Berufen wiederum ſo viel Arbeiter verdienſtlos, wie
ei den Maurern, Zimmerern und Bauhilfsarbeitern. Daß
ine derartige Arbeitsunterbrechung, an der dann mit den
Ungehörigen 2½—3 Millionen Einwohner beteiligt
wä=
en, auch auf das allgemeine Wirtſchaftsleben ſchädigend
Inwirken müßte, iſt ohne weiteres einzuſehen, und zwar
Dürde das nicht nur in den Städten, ſondern auch auf
em platten Lande geſchehen.
Das Ende Meneliks II.
* Aus der abeſſiniſchen Hauptſtadt Addis
Abeba kommen überraſchende Meldungen. Der ſchon ſo
oft totgeſagte Kaiſer Menelik ſoll nun tatſächlich in
den letzten Zügen liegen und iſt inzwiſchen vielleicht ſchon
geſtorben. Der Kampf um die Nachfolgerſchaft auf dem
Throne iſt nun wieder heißer entbrannt und hat, wie
aus den Meldungen aus Addis Abeba hervorgeht, einen
nicht zu unterſchätzenden Erfolg gehabt. Die Kaiſerin
Taitu iſt nämlich abgeſetzt und von jeder
Einmi=
ſchung in die Staatsgeſchäfte ausgeſchloſſen worden. Die
Häuptlinge haben dem neuen Negus bereits alle die
Treue geſchworen und wichtige Entſchlüſſe für das Wohl
des Landes gefaßt. Dieſer plötzliche Umſchwung in der
innerpolitiſchen Lage wird hoffentlich die bisher ſo
ver=
worrene Politik Abeſſiniens in ruhigere Gleiſe führen.
Die Häuptlinge der Schoaſtämme, die mit der Regierung
unzufrieden ſind, hatten nämlich ſich zuſammengetan und
beſchloſſen, die Kaiſerin von jeder Einmiſchung in die
Staatsgeſchäfte auszuſchließen. Sie ließen den
Raſtaſ=
ſama, den Kriegsminiſter Fitaurari, Akte Giorgis und
an=
dere Mitglieder der Regierung, in die Hände des Biſchofs
Abuna Mattheos ſchwören: In Uebereinſtimmung mit
dem letzten Willen des Negus zu handeln. Sie
beſchloſ=
ſen ferner, daß alle Veränderungen in den
Kommando=
ſtellen, die in dieſer Zeit auf Verfügung der Kaiſerin in
den Provinzen ſtattfanden, für ungültig erklärt und die
früheren Inhaber in ihre rechtmäßigen Kommandoſtellen
wieder eingeſetzt werden ſollen.
Seit dem Zuſammenbruche des Rieſenreiches der
Pharaonen hat kein afrikaniſcher Herrſcher ſo große
hiſto=
riſche Bedeutung erlangt, als der „Negus Negeſti”, der
König der Könige. Menelik II. mußte ſich ſeinen
Thron erkämpfen, und die Sorge um ſeine Erhaltung
bil=
det eine Kette von blutigen Kriegen. Geboren am 17.
Au=
guſt 1844 als Sohn des damaligen Kronprinzen Hailu
Malapot, geriet der Kronprätendent im Alter von elf
Jahren in die Gewalt des Kaiſers Theodor, nachdem ſein
Vater mit der Schlacht auch ſein Leben verloren hatte.
Es gelang ihm, nach Schoa, einer Provinz des
abeſſini=
ſchen Reiches, zu fliehen und ſich dort zum König ausrufen
zu laſſen.
Nunmehr beſchloß Menelik, ſein Land europäiſchen
Einflüſſen zugänglicher zu machen, und ſchloß mit den
Italienern einen Vertrag, worin er Italien zugeſtand, nur
durch deſſen Vermittelung mit fremden Mächten zu
ver=
handeln. Als aber die Italiener in Unterſchätzung der
Kraft des abeſſiniſchen Löwen ihre Hand auf die reiche
Provinz Tigré legen wollten, ſtürzte er ſich auf ſie und
vernichtete in der furchtbaren Schlacht von Adua am
1. März 1896 die italieniſche Streitmacht vollſtändig.
Für ſeine vorgeſchrittene moderne Geſinnung ſpricht
auch, daß er den Thronfolger Lidj Jeaſſu europäiſch
er=
ziehen und ihn unter anderen Sprachen auch die deutſche
lernen ließ. Ueberhaupt hegte er für deutſches Weſen
größte Achtung, was unter anderem auch der Umſtand
be=
weiſt, daß er Kaiſer Wilhelm im April vorigen Jahres in
einem Handſchreiben erſuchte, Dr. Alfred Zintgraff, der
der deutſchen Geſandtſchaft in Addis Abeba angehörte, in
abeſſiniſche Dienſte als eine Art Kanzler des Negus treten
zu laſſen. Dieſe Miſſion ſcheiterte bekanntlich infolge von
Palaſtintrigen, die auf die Kaiſerin Taitu zurückgeführt
wurden. Auch die Entfernung des deutſchen Arztes Dr.
Steinkühler vom Hoflager des Kaiſers wußte die energiſche
Frau durchzuſetzen, ſodaß der ſterbenskranke Menelik
ſchließlich wehrlos ihr und den ihr ergebenen Machthabern
ausgeliefert war.
Die Exkaiſerin Taitu, zu deutſch „
Sonnen=
glanz”, hat infolge ihrer Klugheit, ihrer Tatkraft und
ihres maßloſen Ehrgeizes eine große Rolle in Abeſſinien
geſpielt. Die jetzt 56jährige entſtammt einer angeſehenen
tigriniſchen Familie und hat ein bewegtes Leben hinter
ſich. Sie war einſt vom Kaiſer Theodor von Abeſſinien
für einen ſeiner Häuptlinge zur Gattin beſtimmt. Nach
deſſen Tode heiratete ſie einen reicheren und mächtigeren
Häuptling. Von Ehrgeiz verzehrt, trieb ſie dieſen zu einem
Aufſtande gegen den Nachfolger des Kaiſers Theodor, den
Kaiſer Johannes, der damit endigte, daß der Häuptling
unterlag und die Taitu, in der Johannes ſeine größte
Feindin witterte, einem gemeinen Soldaten zur Frau
ge=
geben wurde. Nach deſſen Tode wurde ſie die Frau eines
Offiziers der Menelikſchen Truppen. Sie gefiel Menelik
und wurde ſeine zweite Frau. Als ſolche mußte ſie den
Kampf mit der erſten Frau Meneliks Bafana aufnehmen.
Der Kampf um Menelik zwiſchen den beiden Frauen
dauerte zwei Jahre. Taitus Wille war jeſt und ihre In=
trigen ſchlau. Ihre Energie wurde belohnt und Bafana
eines Tages ins Kloſter geſchickt. Inzwiſchen wußte Taitu
auch die Prieſterſchaft für ſich zu gewinnen, und im Jahre
1887 wurde ſie Meneliks rechtmäßige Gattin. Alle Kriege
in den zwei folgenden Jahren und viele Erfolge
Menelik=
ſcher Politik ſind auf ſie zurückzuführen, die am 5.
Novem=
ber 1889 zur Kaiſerin von Abeſſinien gekrönt wurde.
Deutſches Reich.
Zum Beſuch des deutſchen
Reichs=
kanzlers in Rom und dem römiſchen Communiqué
ſchreibt das Wiener „Fremdenblatt”:
In ſeinen Worten dürfte man nicht bloß ein
feier=
liches Bekenntnis zum Dreibunde erblicken,
ſondern es werde der Dreibundpolitik auch die Popularitat
zugeſprochen, die ſie ſich ſüdlich der Alpen langſam aber
redlich habe verdienen müſſen, die ſie aber nunmehr mit
voller Sicherheit genieße. Das Communigué bekräftige
abermals, daß das Bundesverhältnis zwiſchen dem
Deutſchen Reiche und Oeſterreich=Ungarn
zu=
einander und zu Italien eine unverrückbare
Grund=
lage der europäiſchen Politik ſei. Vergleiche
man dieſe neueſte Kundgebung mit dem Wiener und dem
Berliner Communigué und nehme man das kürzlich in
Wien aufgegebene Communiaué über die
Wiederherſtel=
lung normaler diplomatiſcher Beziehungen zwiſchen
Oeſter=
reich=Ungarn und Rußland hinzu in dem das einmütige
Beſtreben aller Großmächte feſtgeſtellt wurde, zur
Erhal=
tung des Status quo auf dem Balkan mitzuwirken und
berückſichtigt man ſchließlich die neueſte Geſtaltung der
Be=
ziehungen zwiſchen der Türkei einerſeits ſund Bulgarien
und Serbien andererſeits, ſo ergebe ſich ein erfreuliches
Bild der allgemeinen Lage, namentlich derjenigen in Süd=
Europa.
Die italieniſche „Giornale d’Italia” ſchreibt: Die
Note über den Beſuch des Reichskanzlers, deren
Hauptbedeutung in dem Hinweiſe auf die
Unerſchütterlich=
keit des Dreibundes liege, werde ſicher in Italien wie in
Deutſchland eine günſtige Aufnahme finden. „Corriere
d Italia” gibt im Anſchluß an die Note der Genugtnung
Ausdruck, daß der Beſuch des Reichskanzlers aufs neue
die Feſtigkeit und Vitalität des Dreibundes beſtätige. —
„Popolo Romano” hebt als bemerkenswerteſte Stelle in
der Note über den Beſuch des Reichskanzlers diejenige
bezüglich der Einmütigkeit der Politir des
Dreibundes zugunſten des Status quo im Orient
hervor und ſpricht ſeine große Befriedigung darüber aus,
daß der Beſuch des Reichskanzlers den Mächten des
Drei=
bundes Gelegenheit bot, ſo entſchieden die volle
Ueberein=
ſtimmung hinſichtlich der Sachlage im Orient zum
Aus=
druck zu bringen.
— Die bevorſtehende Ausdehnungder
Kranken=
verſicherungspflicht auf landwirtſchaftliche
Arbei=
ter und Dienſtboten und die geplante
Hinterbliebenenver=
ſicherung werden die jährlichen Aufwendungen für die
deutſche Arbeiterverſicherung ſehr erheblich ſteigern. Um
über dieſe Aufwendungen ein klares Bild’ zu bekommen,
ſind ſowohl die entſtehenden neuen Koſten als auch die
für den jetzigen Umfang bereits entſtandenen Koſten nach
dem Stande des Jahres 1907 errechnet worden. Hiernach
ergibt ſich nach vollen Millionen gerechnet folgende
jähr=
liche Belaſtung: Krankenverſicherung (neu) 60 Millionen,
Hinterbliebenenverſicherung 67 Millionen,
Krankenverſiche=
rung (jetzige) 332 Millionen, Unfallverſicherung 172
Mil=
lionen, Invalidenverſicherung 228 Millionen, insgeſamt
859 Millionen. Berückſichtigt man hierbei den jährlichen
Zuwachs der Bevölkerung, ſo ergibt ſich, daß ſchon in ſehr
naher Zeit die jährlichen Aufwendungen für die ſoziale
Geſetzgebung eine Milliarde erreichen. Seit dem
Inkraft=
treten der ſozialpolitiſchen Geſetze bis zum Ende des
Jah=
res 1907 ſind nun von Arbeitgebern, Arbeitnehmern und
dem Reich Geſamtaufwendungen von über 8 Milliarden
gemacht worden. Rechnet man hierzu nach dem
gegen=
wärtigen Stande der Verſicherung jährliche Aufwendungen
von 732 Millionen, ſo ergibt ſich, daß die Geſamtkoſten
unſerer ſozialen Geſetzgebung bis zum Ende dieſes Jahres
zehn Milliarden erheblich überſteigen.
— Die gegenwärtig in Berlin ſtattfindenden
Verhand=
lungen zwiſchen der deutſchen Regierung und einem
Ver=
treter des bulgariſchen Finanzminiſteriums haben zu der
Meldung über eine erfolgte Kündigung des
deutſch=
bulgariſchen Handelsvertrages Anlaß
gege=
ben. Dieſe Meldung iſt jedoch unzutreffend, denn eine
Kündigung des Handelsvertrages iſt von keiner Seite
er=
folgt. Der gegenwärtige Vertrag vom 1. Auguſt 1905
läuft bis zum 28. Februar 1911. Und da innerhalb der
vorgeſehenen Friſt von 12 Monaten eine Kündigung nicht
erfolgt iſt, läuft der Vertrag weiter und kann nunmehr
von beiden Teilen jederzeit mit einjähriger Wirkung
ge=
kündigt werden.
Die vom Deutſchen Arbeitgeberbund
für das Baugewerbe gebildete Kommiſſion zur
Her=
beiführung von Kartellverträgen mit den Nachbarländern
Seite 2.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
hat in Dresden eine Sitzung abgehalten, an der mehrere
Vertreter aus Schweden, Norwegen und Dänemark
teil=
nahmen. Es iſt in dieſer Zuſammenkunft ein
Kartellver=
trag zuſtande gekommen, wonach ſich die Verbände der
vier Nachbarländer zur gegenſeitigen tatkräftigen
Unter=
ſtützung bei Streiks und Ausſperrungen verpflichten.
Be=
ſonders wurde feſtgeſtellt, daß ſtreikende und ausgeſperrte
Arbeiter nicht beſchäftigt werden dürfen. Mit der Schweiz
beſteht ſchon ein Kartellvertrag; Verträge mit Holland und
Belgien ſind in Vorbereitung.
— Wie die Mitteilungen vom Hanſabund
berich=
ten, iſt zur Stellungnahme der vereinigten Berufskreiſe
aus Gewerbe, Handel und Induſtrie zu dem neuen
Ent=
wurf der Reichsverſicherungsordnung vom Hanſabund für
den 15. April eine Konferenz von Vertretern der Induſtrie,
des Handels, des Mittelſtandes und der Angeſtellten
ein=
berufen worden.
— Der Verband deutſcher
Handlungs=
gehilfen zu Leipzig ſandte an die
Arbeitskammerkom=
miſſion des Reichstages Eingaben gegen die Unterſtellung
der Handlungsgehilfen unter das
Arbeitskammer=
geſetz. Er führte darin aus, daß die fachliche Gliederung
der Arbeitskammern den Intereſſen der Handlungsgehilfen
nicht entſpreche, weil ſie nur einem Teile von ihnen die
Vertretung gewähre, den Stand zerſplittere und die
Be=
ratung und Beſchlußfaſſung über gemeinſame Fragen des
Standes verhindere. Der Verband wünſcht die ſchleunige
reichsrechtliche Errichtung von
Handlungsgehilfen=
kammern und zwar auf territorialer Grundlage, mit
paritätiſchen Delegationen. Wie bekannt, beſchloß auch
neulich die Arbeitskammerkommiſſion des Reichstages, die
Handlungsgehilfen nicht dem Arbeitskammergeſetz zu
un=
terſtellen. Ferner ſprach der Verband Deutſcher
Hand=
lungsgehilfen in einer Petition an den ſächſiſchen Landtag
die Bitte aus, daß ſich der Landtag gegen ſtaatliche
Errich=
tung von Handlungsgehilfen= und Technikerausſchüſſen bei
den ſächſiſchen Handelskammern erkläre, und die Regierung
erſuche, durch ihre Vertreter im Bundesrate für
reichs=
rechtliche Errichtung von Handlungsgehilfenkammern
ein=
zutreten.
Ausland.
— Die plötzliche und in der Form beſonders verletzende
Rücktrittserzwingung des wohlverdienten deutſchen
Landsmannminiſters Dr. Guſtav Schreiner hat die
un=
beabſichtigte Folge gehabt, daß die deutſchfreiheitlichen
Parteien im öſterreichiſchen Reichsrat endlich die
Entſchluß=
kraft zur Zuſammenfaſſung ihrer Gruppen in einer
ge=
meinſamen deutſchen Nationalpartei
ge=
funden haben. Verfaſſungstreuer Grundbeſitz, deutſche
Volkspartei, deutſche Agrarpartei und deutſch=radikale
Partei ſind zum deutſchen Nationalverband
zuſammenge=
treten, nur die drei Alldeutſchen, der letzte Reſt der
Schö=
nerianiſchen Partei ſind draußen geblieben. So ſteht jetzt
der ſlawiſchen Union ein deutſcher Nationalverband
ge=
genüber, der in der Verteidigung deutſchen Bodens und
deutſchen Sprachbeſitzes als feſten Bundesgenoſſen die
zweitſtärkſte Partei des Parlaments, die chriſtlich=ſoziale,
hat. Die Verteilung der Abgeordneten im Reichsrat auf
die Parteien iſt nunmehr folgende: Slawiſche Union 124,
Chriſtlich=Soziale 96, Sozialdemokraten 88, Deutſcher
Na=
tionalverband 77, Polenklub 70, Unio Latina 20,
Ruthe=
nenklub 20, Bukowin. Ruthenen 5, Jüd. Klub 4,
All=
deutſche 3, Wilde 9, zuſammen 516.
— Die franzöſiſche Kammer nahm das Geſetz
betref=
fend die Ausſchließung ſtrafrechtlich Verurteilter aus der
Armee des Mutterlandes im ganzen an. Bei der
fortgeſetz=
ten Beratung des Geſetzentwurfes, betreffend die Uenza=
Eiſenbahn, meldete ſich ein Sozialiſt nach dem anderen
zum Worte, um die Vorlage zu bekämpfen. Mehrere
De=
putierten proteſtierten gegen die Obſtruktion der
Sozia=
liſten. Auf Antrag der Sozialiſten wurde über den
An=
trag auf Schluß der Debatte namentlich abgeſtimmt. Da
eine beſchlußfähige Zahl von Mitgliedern nicht vorhanden
war, wurde die Sitzung aufgehoben. — Nach
Wiederauf=
nahme der Sitzung wurde ein Antrag auf Schluß der
Ge=
neraldiskuſſion über den Geſetzentwurf mit 166 Stimmen
gegen 139 Stimmen angenommen. Darauf beriet die
Kam=
mer den Geſetzentwurf betreffend die
Nachtrags=
kredite für die Operationen in Ma rokko. In
Erwiderung der Ausführungen des Sozialiſten Conſtans,
der den Feldzug verurteilte, erklärte Miniſter Pichon,
der Feldzug wurde begonnen während der
Parlaments=
ferien, um die Ehre des Landes zu wahren; die
entſtan=
denen Ausgaben werden von Marokko zurückerſtattet.
Nach langer Mühe iſt es uns gelungen, mit Marokko ein
Uebereinkommen zu treffen, das alle Schwierigkeiten
re=
gelt. Wir ſind überzeugt, daß Muley Hafid genaue
Be=
fehle geben wird, um die Beſtimmungen des
Ueberein=
kommens zur Ausführung zu bringen. Wir haben erreicht,
daß die Rechte Frankreichs in Marokko geachtet und die
im Jahre 1907 getöteten Franzoſen gerächt wurden,
fer=
ner, daß alle Mächte der Politik Frankreichs zuſtimmten
und Deutſchland der vollſtändigen politiſchen Freiheit
bei unſerem Vorgehen in Marokko keinen
Wider=
ſtand entgegenbrachte. Es iſt uns ferner gelungen,
Al=
geriens Sicherheit zu wahren, und die nationale Ehre
ge=
rächt zu haben. Der Miniſter dankte zum Schluſſe der
Mehrheit des Hauſes, die es der Regierung ermöglicht
habe, ſo günſtige Reſultate zu erzielen. (Beifall.) — Im
weiteren Verlaufe der Debatte erſuchte Jaurés die
Regie=
rung, ein Gelbbuch über Marokko vorzulegen. Miniſter
Pichon erwiderte, ein ſolches ſei bereits fertiggeſtellt.
Jaurés äußerte dann weiter ſeine Bedenken üher
Frank=
reichs Vorgehen in Marokko, worauf der Berichterſtatter
Doumer erwiderte, man habe die Ziviliſation bei den
halbbarbariſchen Völkerſchaften Marokkos nicht anders
als durch Gewalt einführen können. Die Ordnung ſei jetzt
wieder hergeſtellt. Frankreich habe die Anerkennung ſeiner
Rechte erreicht; man könne wegen der Zukunft Marokkos
beruhigt ſein. Die Kammer nahm ſchließlich die
Nach=
tragskredite für Marokko mit 462 Stimmen
ge=
gen 74 Stimmen an.
In der ruſſiſchen Duma hielt der neue
Prä=
ſident Gutſchkow eine Anſprache, in der
er ausführte, er ſei ein überzeugter
kon=
ſtitutioneller Monarchiſt. Er ſei der
An=
ſicht, Rußland könne nur bei einer konſtitutionellen
monarchiſchen Staatsordnung mit einer mit
weit=
gehenden legislatoriſchen Rechten ausgeſtatteten
Volks=
vertretung und einer ſtarken, nur dem Monarchen,
nicht aber den politiſchen Parteien verantwortlichen
Regierung gedeihen. Ohne eine konſtitutionelle
Monarchie unter der Herrſchaft des Parlamentarismus
könne er ſich eine friedliche Entwickelung des heutigen
Rußlands mit den Beſonderheiten, die in dem Erbteil
der ruſſiſchen Geſchichte und in dem ruſſiſchen Weſen
wurzelten, nicht denken. Die Zahl der der Erledigung
harrenden Fragen, unter denen die der
Landesvertei=
digung und der Elementarſchulen obenan ſtänden, ſei
ſehr groß, aber, wie ihm ſcheine, könnten bei allen
die=
ſen die politiſchen Geſichtspunkte in den Hintergrund
treten. Auch die ſchärfſte politiſche
Meinungsverſchie=
denheit dürfe die einmütige Arbeit nicht verhindern. Die
dem Präſidenten gegebene Gewalt werde er mit der
Geſchäftsordnung benutzen zum Schutze der Duma,
ſo=
wie zur Einbürgerung parlamentariſcher Sitte und
Wahrung der Ordnung, ohne die ernſte geſetzgeberiſche
Arbeit undenkbar ſei. Die Worte des Präſidenten
wurden vom Zentrum, den Nationaliſten und einem
Teil der Oppoſition mit lebhaftem Beifall begrüßt.
— Miniſterpräſident Dragumis brachte in der
griechiſchen Kammer das Budget ein, das bei 142166000
Drachmen betragenden Einnahmen eine Verminderung
ge=
gen das Vorjahr im Betrage von 6 395000 Drachmen
vor=
ſieht. Dieſe Mindereinnahme beruht auf dem Rückgang
mehrerer Steuern und vorſichtigerer Aufſtellung des Etats.
000 Drachmen geſe
Die hierbei vorgeſehene Erhöhung der Ausgaben
744000 Drachmen iſt nötig zur Deckung des Defizits
1907/08 im Betrage von 4358000 Drachmen, die von
früheren Miniſter für den Etat für 1909 vorgeſehen,
Dragumis aber in den Etat für 1910 eingeſtellt wu
während der Reſt von 3 125000 Drachmen für Mehr
gaben für die Arbeiterverſicherung und
Nationalverſammlung vorgeſehen iſt. Die
gierung beabſichtigt zunächſt nur die für den Etat
1910 benötigten Mittel durch eine Anleihe zu decken.
Kammer beſchloß, über das Budget abzuſtimmen, w
die Arbeiten beendet ſein werden. Für die näl
Tage wird die Botſchaft des Königs über die Ein!
fung der Nationalverſammlung erwartet.
— Präſident Taft ließ dem Kongreß der Vere
ten Staaten in einer Sonderbotſchaft die Vorſe
der amerikaniſchen Kommiſſion zugehen, die jüngſt
beria beſuchte. Danach ſollen die Vereinigten Sti
zu einer ſchnellen Beilegung der Grenzſtreitigkeiten be
gen und Liberia in den Stand ſetzen, mit Hilfe
Anleihe bei den Vereinigten Staaten ſeine Gläubige
befriedigen. Als Garantie dafür ſollten die Verein
Staaten die Kontrolle über die liberiſchen Zölle, die
wirkung bei der Regelung der Finanzverhältniſſe un
der Einrichtung einer ausreichenden Polizei und er
die Wiederaufnahme des Planes, in Liberia eine Ko
ſtation zu errichten, verlangen.
— Wie einem Londoner Blatte aus Toronto gen
wird, ſteht eine umfaſſende Regelung der zollpoliti
wie der allgemeinen Beziehungen zwiſchen Kanada
den Vereinigten Staaten bevor. Der alte Streit übe
Fiſcherei im Atlantiſchen Ozean wird dem Haager Ger
hof überwieſen. Kanada ſtimmte dem Waſſerſtraße
trag zu. Es dehnt die Raten des Zwiſchentarifs auf
bis zwölf Nummern des amerikaniſchen Exports aus
Nummern entſprechen den Zollermäßigungen, die der
zöſiſchen Einfuhr gewährt wurden. Als Gegenlei
für dieſe Zugeſtändniſſe werden Kanada die ameri
ſchen Minimalzölle eingeräumt. Ferner wurde ein
kommen geſchloſſen über eine übereinſtimmende G
gebung beider Staaten im Sinne der gegenſeitigen
mäßigung der Zölle für Rohprodukte; ein förmlicher
g=
ſcitiger Vertrag ſei jedoch nicht geplant.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 29. Mä
— Empfang. Se. Königl. Hoheit der Gr
herzog empfingen am Samstag im Neuen Palais
Generalmajor v. Hutier, Kommandeur der 74. Infan:
Brigade in Stettin, ſeither Oberſt und Kommandeur
Leibgarde=Infanterie=Regiments (1. Großh. Heſſ.) Nr.
— Beſtätigung. Se. Königl. Hoheit der Gr
herzog haben den von Sr. Durchl. dem Fürſten
Iſenburg und Büdingen in Birſtein präſentierten O
lehrer an der Oberrealſchule zu Alsfeld Hans
als Oberlehrer an der Oberrealſchule zu Offenback
ſtätigt.
— Ernennung. Se. Königl. Hoheit der Gr
herzog haben den Oberlehrer an der höheren Bi
ſchule zu Dieburg Georg Bock zum Oberlehrer ar
Realſchule und dem Progymnaſium zu Bingen
Wirkung vom 1. April 1910 an ernannt.
— In den Ruheſtand verſetzt wurden die L
Karl Hofmann an der Gemeindeſchule zu Al=
Johannes Löffler an der Gemeindeſchule zu Glei
hain, Kreis Alsfeld, und Karl Weber an der Geme
ſchule zu Blofeld, Kreis Büdingen, ſämtlich aut
Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1910 an
Anerkennung ihrer langjährigen treuen Dienſte.
— Ordensverleihungen. Se. Königl. Hoheit
Großherzog haben dem Lehrer Johannes Löf
zu Gleimenhain, Kreis Alsfeld, aus Anlaß ſeiner
ſetzung in den Ruheſtand die Krone zum Silbernen §
des Verdienſtordens Philipps des Großmütigen und
Lehrer Karl Weber zu Blofeld, Kreis Büdingen,
gleichem Anlaß das Silberne Kreuz desſelben Ordens
der Krone verliehen.
Die Schnellpreſſe.
Zum hundertjährigen Gedenktag ihrer Erfindung.
(29. März 1910.)
Von Otto Miche! Nachdruck verboten.)
Am 15. März iſt ein Jahrhundert vergangen, ſeit
in England von zwei Deutſchen eine der wichtigſten
Erfindungen der Neuzeit gemacht worden iſt: am
ge=
nannten Tage des Jahres 1810 ſtellten in London der
Buchdrucker Friedrich König und der Mechaniker
An=
dreas Friedrich Bauer die erſte Schnellpreſſe her, die
das Gewerbe des Buchdrucks aus dem Stande des
Kleinhandwerks zu einem Großbetriebe emporhob.
Ohne dieſe Erfindung der Schnellpreſſe, die
natür=
lich in dieſem Jahrhundert ſeitdem zahlloſe
Verbeſ=
ſerungen erfahren hat und ſie noch fortgeſetzt findet,
iſt unſere ganze moderne Maſſenherſtellung von
Bü=
chern, iſt vor allem unſer geſamtes modernes
Zeitungs=
weſen undenkbar.
Und es iſt charakteriſtiſch, daß der Erfinder dieſer
wichtigen Maſchine vergeblich in Deutſchland um
Unterſtützung für ſeine Erfindungen betteln mußtie.
Friedrich König, der am 17. April 1774 in
Eis=
leben das Licht der Welt erblickt hatte, war ein
ein=
facher Buchdrucker, der aber von einem
unwiderſteh=
lichen Bildungsdrange und raſtloſen Aufwärtsſtreben
beſeelt war. Als er in der bekannten Breitkopf &
Härtel’ſchen Offizin in den Jahren 1790—96 die
Buch=
druckerkunſt erlernte, trieb der wiſſensdurſtige
Jüng=
ling in ſeinen Mußeſtunden wiſſenſchaftliche Studien
und ſetzte es ſogar durch, Platens Vorleſungen über
Philoſophie an der Leipziger Univerſität mit anhören
zu dürfen.
Als er dann in Meiningen und in Suhl im
An=
fang des vorigen Jahrhunderts tätig war, erfand er
dort mehrere Verbeſſerungen der im Betrieb
befind=
lichen Handdruckpreſſe, aber bei dem völligen Mangel
an materiellen Mitteln gelang es ihm nicht, ſeine Er=
findungen zur Ausführung zu bringen. Diejenigen,
die ſeinen Darlegungen zu folgen vermochten, konnten
ihn nicht unterſtützen, und anderswo fand er kein
Ver=
ſtändnis. Er wandte ſich an die ſächſiſche Regierung,
vergeblich! Er bot ſeine Erfindung der öſterreichiſchen
Regierung an, umſonſt! Es kam hinzu, daß die
krie=
geriſchen Zeiten die Regierungen allzuſehr in anderer
Weiſe beſchäftigten.
So machte er ſich im Jahre 1806 auf den Weg nach
Petersburg, um bei der ruſſiſchen Regierung um
Ge=
hör zu betteln und um Unterſtützung, ſeine
Maſchinen=
pläne ausführen zu können. Alles umſonſt! Und ſo
kam er im Spätherbſt des Jahres 1806 nach London,
wo er in den Buchdruckern Bensley und Taylor
ver=
ſtändnisvolle Beurteiler ſeiner Erfindungen fand. Sie
ließen ihn in ihrer Buchdruckerei an ſeinen
Erfin=
dungen arbeiten und ſeine Maſchinenpläne ausführen.
Hier lernte er auch im Jahre 1807 den deutſchen
Landsmann Andreas Friedr. Bauer kennen. Bauer war
ein biederer Schwabe, der, am 18. Auguſt 1783 in
Stutt=
gart geboren, ähnlich wie König, durch raſtloſes
Stre=
ben und eifriges Studium aus dem Handwerk des
Mechanikers, das er erlernt hatte, zu höherer Bildung
gelangt war. In Tübingen hatte er Mathematik
ſtudiert, hatte ſich gleichzeitig der Optik gewidmet und
war dann nach London gegangen, wo er mit König bald
befreundet wurde.
König zeigte ihm ſeine Pläne, und Bauer vertiefte
ſie aus dem Schatze ſeiner mathematiſchen Kenntniſſe.
König hat ſpäter ſelbſt berichtet, daß er allein nicht
Anſpruch auf die Erfindung der Schnellpreſſe hat:
ohne Bauers Rat, ſeine Kenntniſſe und Geſchicklichkeit
hätte er die Schnellpreſſe nicht zuwege gebracht.
So ſtellten ſie gemeinſam die Tiegeldruckmaſchine
her, die am 29. März 1810 patentiert wurde, und die
zwar auch noch eine Handdruckpreſſe war mit
mechani=
ſcher Färbung und ebenſolchem Betrieb, aber doch im
weſentlichen das Prinzip der Schnellpreſſe ſpäteren
Stiles darſtellt, ſo daß der Deutſche Friedrich König
als der Erfinder dieſer wichtigen Maſchine mit Fug
und Recht angeſehen werden darf.
König verbeſſerte noch in London ſelbſt mehr
ſeine Erfindung. Er nahm Patent auf Patent,
lich hatte er den geringſten Vorteil davon. Ber
beanſpruchte den Nutzen aus aller dieſer Tätigkeit
wollte den deutſchen Erfinder mit einem Gehalt
ſpeiſen. So kam es ſchließlich zum Bruch zwi
König und ſeinem engliſchen „Brotherrn”, dem er
nur Brot durch ſeine Erfindungen geſchafft, ſor
ein Vermögen erworben hatte.
So ging denn König im Jahre 1817 nach De
land zurück. Auf ſeines Freundes Bauer An:
hatte er dort mit ſeinem inzwiſchen erſparten
mögen das ehemalige Prämonſtratenſer=Kloſter L
zell bei Würzburg gekauft, und dorthin folgte
Bauer im folgenden Jahre.
Mit kleinen Anfängen errichteten die be
Arbeitsgenoſſen hier in Oberzell eine
Maſchinenf=
die in wenigen Jahren zur Blüte gelangte, weil
ſich in den Friedensjahren ſtetig entwickelnde
druckgewerbe dieſe Buchdruckmaſchinen in gr
Mengen brauchte. In Cotta, dem bedeutenden S
garter Buchhändler, fanden König und Bauer
zielbewußten Bundesgenoſſen. Er veranlaßte ſie,
eine Maſchinenpapierfabrik nach engliſchem Muſte
begründen, was im Jahre 1828 zu Schwarzach, ur
Würzburg, geſchah. Cotta ſteckte ſelbſt Kapitalien hi
trat aber dann nach ein paar Jahren zurück, ohne
das Unternehmen deshalb irgendwie gefährdet w
Wenn es auch nicht an mancherlei Gefahren
beide Fabriken fehlte, ſo ſtehen ſie doch heute no
Blüte. König freilich ſtarb bereits am 17. Ja
1833, Bauer am 27. Februar 1860.
Bauer führte noch die Söhne ſeines Freu
in das Unternehmen ein und machte noch nach Ki
Tode wichtige Erfindungen. Im Jahre 1847 kon
ierte er die vierfache Schnellpreſſe, die damals
falls einen völligen Umſchwung im Buchdruckgen
hervorief, aber freilich auch längſt durch neuere E
dungen und Verbeſſerungen übe
kummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Seite 3.
Kirchliche Dienſtnachrichten. Ernannt wur=
Pfarrverwalter Olff zu Oppenheim zum
Pfarr=
alter in Badenheim, Dekanat Wöllſtein;
Pfarr=
kandidat Sehrt zu Darmſtadt zum
Pfarraſſi=
ſifen in Neu=Iſenburg, Dekanat Offenbach;
Pfarr=
kandidat Döll zu Wieſeck zum Pfarrvikar in
nhauſen, Dekanat Groß=Umſtadt (erſte Pfarr=
): Pfarraſſiſtent Hoffmann zu Pfungſtadt zum
rverwalter in Hahn (Diakonat Pfungſtadt), Deka=
Eberſtadt: Pfarrvikar Schott zu Neunkirchen,
S
nat Reinheim, zum Pfarrverwalter daſelbſt;
rvikar Pabſt zu Zotzenheim, Dekanat Wöllſtein,
Pfarrverwalter daſelbſt; Pfarrverwalter
Traut=
rn zu Deckenbach zum Pfarrverwalter in Appen=
. Dekanat Mainz. Geſtorben iſt: der
evan=
che Pfarrer Theodor Schellmann zu Appen=
. Dekanat Mainz, am 3. März.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 4 enthält:
eſetz, die Abänderung geſetzlicher Beſtimmungen über
Notariats= und Koſtenweſen betreffend. 2. Geſetz,
Erhebung einer Gebühr für die Reviſion nicht ſtaat=
: Rechnungen durch die Oberrechnungskammer
be=
end. 3. Geſetz, die Billettſteuer betreffend. 4.
Be=
tmachung, die „Otto und Johanna Fulda=Heim=
Stung” zu Offenbach betreffend. 5. Bekanntmachung,
Erteilung von Prämien für Erlegung von
Fiſch=
n und Fiſchreihern betreffend. 6. Bekanntmachung,
ebung der Großh. Baubehörde für die
Erwei=
igsbauten der Techniſchen Hochſchule zu Darmſtadt
ffend.
Todesfall. Am Freitag abend ſtarb hier nach
em Leiden im Alter von 40 Jahren Herr Lehrer
annes Hartleb, eine in weiteren Kreiſen
rer Stadt bekannte Perſönlichkeit. Der Verſtorbene,
viele Jahre als Vorſtandsmitglied des Journaliſten=
Schriftſtellervereins, des Richard Wagner=Vereins,
Goethe=Bundes, des Literariſchen Vereins und des
eſchen Sprachvereins eine rege Tätigkeit entfaltete,
ſich um das muſikaliſche und literariſche Leben
rer Stadt mannigfache Verdienſte erworben.
Auf dem Fritz Reuter=Abend, der am Donnerstag, den
Närz, zur Vorfeier von Fritz Reuters 100jährigem Ge=
Stag im „Kaiſerſaal” veranſtaltet wird, will Herr
Re=
or Hans Brandt folgendes Programm zur Wiedergabe
gen: Im erſten Teil, der mit Begleitung von
Licht=
ern ſtattfindet, ſoll kurz der Lebenslauf des Dichters
ildert und Ernſtes und Heiteres aus ſeinen Werken
etragen werden. Die zweite Abteilung bringt einige
chönſten Teile aus „Hanne Nüte‟, „Wat ut en Scheper
den kann” und Onkel Bräſigs Abenteuer in der
Kalt=
erheilanſtalt. — Für die Mitglieder des Vereins für
reitung von Volksbildung und die angeſchloſſenen
ine ſind Eintrittskarten zu der bekannten
Preisermä=
ng im Verkehrsbureau erhältlich.
Erſter Darmſtädter Kinematograph (Ecke Rhein=
Grafenſtraße). Das neue Programm iſt wieder
laſſig und weiſt unter anderem als Schlager auf:
Drama aus dem Jahre 1840, betitelt: „Pauli”
er „Ein Kind der Berge”. Für den Humor ſorgen:
wiegermutter will Kamelfleiſch eſſen” „Zwei
liebte in Verlegenheit”, „Rache eines Stadtreiſen=
. Hochintereſſant iſt die Naturaufnahme, die uns
der „Oaſe El Kantarra” bekannt macht. (Siehe
eige.)
— Feuer. Donnerstag abend brach in dem Hauſe
ktſtraße 5 ein Feuer aus, das einen größeren
Um=
annahm und beträchtlichen Schaden anrichret e.
Feuerwehrkommando gibt hierüber nachſtehenden
ndbericht aus: „Donnerstag abend 7 Uhr 16 Min
elt die Feuerwache die Meldung: „Feuer,
Markt=
ze 5.
Bei Kürſchner Zeßler (Höhn Nachf.)
in dem Lager im erſten Obergeſchoß des
Hinter=
kudes Feuer entſtanden, welches ſich dem
angren=
sen Lagerraum des Vorderhauſes mitteilte und
h große Vorräte reichliche Nahrung hatte und ſich
„entwickeln konnte. Bei Ankunft der Feuerwehr
den dieſe Räume in ſtarken Flammen und dichter,
ender Rauch wehrte den Mannſchaften den Zu=
I zu dem Brandherd über das Treppenhaus. Es
zte deshalb das Feuer von außen über
Haken=
ergänge angegriffen werden; es wurde daher mit
3 Schlauchleitungen, eine von der Gasſpritze und zwei
vom Hydranten, vorgegangen. Ein raſcher Eingriff
war erforderlich, indem es galt, das in dem 2. Geſchoß
befindliche Pelzlager vor Feuer zu bewahren, da
andernfalls dann auch größere Gefahr für die
angren=
zenden Nachbargebäude entſtanden wäre. Die
Auf=
gabe, das Feuer auf ſeinen Herd zu beſchränken,
ge=
lang vollſtändig nach kurzer Zeit; dagegen erforderten
die Räumungsarbeiten noch eine längere Tätigkeit.
Die Feuerwehr konnte um 8 Uhr 43 Minuten
ab=
rücken, während die Fahrzeuge, um den Verkehr wieder
freizugeben, ſchon früher zurückbeordert wurden. Der
Schaden iſt bedeutend, indem durch das heftige Feuer
die Lagerbeſtände vernichtet und beſchädigt ſind. Die
Entſtehung des Feuers wurde vermutlich durch eine in
dem Lager brennende Petroleumlampe veranlaßt.
2 Die Wochenmärkte der vergangenen Woche
hatten durch das Oſterfeſt beſonders lebhaften Verkehr
bei ſtarken Zufuhren, auch die Preiſe mancher
Markt=
viktualien, der Butter z. B., wurden durch das Feſt
be=
einflußt. An Durchſchnittspreiſen ſind zu verzeichnen:
Butter ½ Kg. 1,40 M., in Partien 1,30 M., Eier 8—9 Pf.,
Schmierkäſe ½ Ltr. 25 Pf., Handkäſe 4—12 Pf.,
Kar=
toffeln der Zentner 3—4 M., Kumpf (10 Liter) 50 bis
60 Pf., ½ Kg. 3—5 Pf., Mäuschen der Zentner 8 M.,
Obſt u. dgl.: Aepfel ½ Kg. 12—25 Pf., Birnen ½ Kg.
15 Pf., Zitronen 5 Pf,. Apfelſinen 5—10 Pf., Salat,
Ge=
müſe: Kopfſalat 15—16 Pf., Endivien ½ Kg. 35—40 Pf.,
Körbchen Feldſalat, Lattich 10—12 Pf., Bündel
Radies=
chen 7—8 Pf., Meerrettich 10—30 Pf., Roterüben ½ Kg.
7—10 Pf., Zwiebeln ½ Kg. 10 Pf., Wirſing 5—10 Pf.,
Grünkohl 4—6 Pf., Roſenkohl ½ Kg. 20 Pf., Gelberüben
Kg. 5—6 Pf., Weißerüben 2—3 Pf., Paradiesäpfel
Kg. 70 Pf., Spinat ½ Kg. 15—20 Pf., Kohlrabi 3—4 Pf.,
Blumenkohl 20—60 Pf., Rotkraut 10—30 Pf., Weißkraut
12—20 Pf., Schwarzwurz ½ Kg. 25—30 Pf., Topf
Schnittlauch 15 Pf., neue Schälgurken 50 Pf.,
Wild=
bret Geflügel u. dgl.: Zicklein 2,50—3,50 M., Enten
3,00—3,50 Pf., Hahnen und Hühner 2—3 M., Tauben 60
bis 70 Pf., Lapins 1,00—1,10 M.; Fiſche 1
Kg.:
Rheinfiſche 35—40 Pf., Rotzungen 50 Pf., Stockfiſch
25 Pf., Kabeljau, Seehecht 35 Pf., Seelachs, große
Schell=
fiſche 30 Pf., kleine 15—20 Pf.; in den Fleiſchſtänden
Kg.: Rindfleiſch 56—60 Pf., Hackfleiſch 60 Pf., Rindsfett
50 Pf., Rindswürſtchen (Stück) 15 Pf., Schweinefleiſch
88—90 Pf., Blut= und Leberwurſt 66 Pf., Fleiſchwurſt und
Schwartenmagen 76 Pf.
— Orpheum. Heute, Dienstag, den 29. März, und
folgende Tage finden die letzten drei Gaſtſpiele des
„Frankfurter Intimen Theaters” ſtatt. (S. Anz.)
— Jugenheim, 26. März. Man ſchreibt uns: Mit
dem Beginn der Mandelbaumblüte regt ſich in allen
Or=
ten der Bergſtraße von Weinheim bis Darmſtadt neues
Leben. In den Gärten grünen die Sträucher, die Amſel
pfeift und an den Häuſern ſteht der Maler und Tüncher.
Oefters als früher lieſt man jetzt wieder von
Jugen=
heim, in den Berichten der ſeismographiſchen Station
Darmſtadt=Jugenheim, in den Mitteilungen über die im
Suevia=Verlag erſcheinenden Bücher der Pfarrerfamilie
Chriſtaller in Jugenheim. Wenn auch nicht mehr das
leb=
hafte Treiben wie zurzeit, als die ruſſiſche Kaiſerfamilie
ſich auf dem Schloſſe Heiligenberg aufhielt, in Jugenheim
bemerkbar iſt, ſo hat dieſer reizend gelegene Ort an
Schön=
heit nichts verloren. Gegen Oſt= und Nordwind geſchützt.
wandelt man im Sonnenſchein im Stettbachertal
entlang dem munteren Bächlein, an friſch grünenden
Wie=
ſen vorüber zu den Forellenweihern. Wird bald die
elek=
triſche Straßenbahn von Darmſtadt auch hierher den
Strom der Sonntagsgäſte lenken, der jetzt noch zum
Tau=
nus und zum Odenwald hinzieht, dann ſind die Zeiten
der idylliſchen Ruhe vorüber und mit der Unruhe zieht
neues Leben ein in Jugenheim.
E. Groß=Bieberau, 26. März. Man ſchreibt uns: Hier
zing ein Doppelkurſus in Tief= und Sammetbrand,
Oel=
malerei uſw., geleitet von Frl. Käthe Roß=Darmſtadt,
zu Ende. Alle Intereſſenten ſind entzückt von den hübſchen
Leiſtungen, die beſonders der Ausſchmückung des Heims
dienen und teils der freien, teils der angewandten Kunſt
angehören. Außer den mit feinem Verſtändnis
model=
lierten Blättern, Blüten und Früchten iſt beſonders die
ſinnige Zuſammenſtellung der Farben von großer Wirkung.
Frl. Roß, deren reiche Begabung mit einem ſeltenen
Lehr=
geſchick gepaart iſt, verſteht es, bei eiſernem Fleiß in ihren
Schülerinnen einen mit jeder Stunde ſich ſteigernden Eifer
zu erwecken.
t. Lindenfels, 26. März. Frau Profeſſor Luthmer
aus Frankfurt a. M., die vor einigen Tagen ſtarb, hat für
die Armen von Lindenfels, ihrem ſtändigen
Sommer=
aufenthalte, einen Betrag von 500 Mark beſtimmt. Dieſe
Summe wurde heute an Herrn Bürgermeiſter
Schnell=
bächer ausgezahlt, der die Verteilung nach ſeinem
Gut=
dünken vornehmen ſoll.
— Mainz, 25. März. Man ſchreibt uns: In den
Tagen vom 21. bis 24. März hielt auf Anregung des
jung=
liberalen Vereins der Generalſekretär des Nationalvereins,
Dr. W. Ohr, einen politiſchen
Ausbildungs=
kurs im Kaſino „Hof zum Gutenberg” ab. In den Nach
mittagsſtunden, die der Organiſationskunde gewidmet
wa=
ren, gab Herr Dr. Ohr aus dem reichen Schatze ſeiner
Er=
fahrungen dankenswerte Anregungen für eine
fruchtbrin=
gende Tätigkeit auf politiſchem Gebiete, während in den
Abendkurſen die vier Parteien, Konſervative, Zentrum,
Sozialdemokratie und Liberalismus behandelt wurden.
Die Beteiligung war eine ſehr rege; Männer aller liberalen
Schattierungen, aus allen Berufsſtänden und Altersklaſſen,
aus Stadt und Land, hatten ſich zu ernſter Arbeit
zuſam=
mengefunden und beſprachen im Anſchluß an die feſſelnden
Ausführungen des Kursleiters die wichtigſten Fragen
un=
ſeres politiſchen Lebens.
Mainz, 26. März. Nach dreiwöchiger Krankheit ſtarb
in New=York der greiſe Muſiker und Veteran des
Bür=
gerkrieges, Konrad Menz, in ſeinem 85. Lebensjahre.
Konrad Menz war am 11. Auguſt 1825 in dem goldenen
Mainz geboren. Er war von Beruf Muſiker, und als er
kaum 20 Jahre alt war, folgte er dem mächtig erwachten
Wandertrieb und zog durch vieler Herren Länder, bis er in
Bern Mitglied eines Opernorcheſters wurde. Hier ſchloß
er ſich ſpäter einer wandernden Kapelle an, mit der er
durch Deutſchland und Welſchland ſtreifte. Er ſpielte
beim Hochzeitsmahl des dritten Napoleon in Dieppe, er
blies den deutſchen Fürſten auf dem Friedenskongreß in
Oſtende was vor, und als in Deutſchland die Zeiten
ſchlecht wurden, packte er das Flügelhorn in den grünen
Ueberzug und ſegelte fidel und froh nach dem gelobten
Land Amerika hinüber. In New=York fand er bald
loh=
nende Beſchäftigung in den deutſchen Theatern und
Ver=
gnügungslokalen an der Bowery. Auch den Bürgerkrieg
machte er mit, und zwar als Kapellmeiſter im 8. Regiment
unter Oberſt Blenker. Später reiſte er mit Gilmores
Ka=
pelle lange im Lande umher, bis er ſchließlich ſich dauernd
in New=York anſäſſig machte. Konrad Menz war zum
Kapellmeiſter bei Karnevalsſitzungen wie geſchaffen. Noch
im 80. Lebensjahre ſchwang er bei Narrenſitzungen den
Taktſtock und gab mit lauter Stimme den Einſatz zum
Lied, das eben geſungen werden ſollte. Als die 80
Jähr=
chen aber voll waren, da dachte er ans Ausruhen. Ehe er
jedoch aus der Aktivität ins Verhältnis a. D. übertrat,
bereiteten ihm die Vereine M. G. V. Eichenkranz,
Beetho=
ven, M. Ch., Mainzer Karnevalverein, Muſikloge Nr. 336
(J. O. O. F.), die Muſikerunion und die Steinwehrpoſt.
denen er als Mitglied angehörte, im Terrace Garden eine
ſolenne Abſchiedsfeier mit einem großen Konzert, bei dem
er ſelbſt noch mit Feuer und Verve dirigierte.
Mainz, 26. März. In Antwerpen traf ein
Ame=
rikaner einen deutſchen Reiſenden, der ſich ihm
an=
freundete und vorgab, ebenfalls nach Mainz zu reiſen,
nur wolle er zuerſt noch Köln beſuchen. Der
Ame=
rikaner war damit zufrieden und in Köln traf man,
wie zufällig, noch zwei andere, die ſich ihnen nach
Mainz anſchloſſen. Hier in Mainz erhob der
Ameri=
kaner auf einen Scheck 1000 Mark und am Abend
überredeten ihn die Gauner, mit ihnen nach Kaſtel
zu gehen, um dort zu übernachten, da es viel billiger
und beſſer ſei, wie in Mainz. In der Nacht hörte
dann der Amerikaner ein ſonderbares Geräuſch in
ſeinem Schlafzimmer und trotz der Dunkelheit merkte
er, wie der in ſeinem Zimmer befindliche Reiſende
angekleidet war und die Brieftaſche mit den 1000 Mark
geſtohlen hatte. Er ſchlug Lärm und der
herbeigerufe=
nen Polizei gelang es, die drei Reiſenden
feſtzu=
nehmen; ſie hatten bereits ihr Gepäck beiſeite geſchafft,
Aus Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
* Spielplan des Hof= und
National=
aters in Mannheim. Dienstag, 29. März:
nn der junge Wein blüht.” Mittwoch, 30. März:
iſtan und Iſolde.‟ Iſolde: Frau Mildenburg.
rnerstag, 31. März: „Der Pfarrer von Kirchfeld.”
Samstag,
ktag, 1. April: „Der Evangelimann.”
April: „Der fidele Bauer.” Sonntag, 3. Aprbl:
rmen.”
* Der Fall Tſchudi. Wie den „M. N. N."
angeblich unterrichteter Seite mitgeteilt wird,
delt es ſich bei der „Verkleinerung” des „Meleager”
am, daß eine ſpäte Anſtückelung des Bildes, die den
ſtleriſchen Charakter des Werkes entſtellte,
umge=
en wurde. Mit dieſer Maßnahme erklärte ſich die
ſeumskommiſſion einverſtanden.
* Die Klara Ziegler= Stiftung. Inten=
* Graf Hülſen=Häſeler war aufgefordert
wor=
in das Kuratorium der Klara Ziegler=Stiftung
Futreten. Er hat es aber abgelehnt, das Amt zu
rnehmen. In einem Briefe, den die „Deutſche
yne” veröffentlicht, erklärt Graf Hülſen: „. . . Ich
rge auch den künſtleriſchen Zwecken, denen die
Stift=
dienen ſoll, reges Intereſſe entgegen und würde es
zur beſonderen Freude gerechnet haben, für die
Er=
hung dieſer Aufgaben zuſammen mit Sr. Exzellenz
Generalintendanten Frhrn. v. Speidel wirken zu
nen. Allein es iſt mir durch das Auftreten des jetzi=
Präſidenten der Genoſſenſchaft deutſcher
Bühnen=
ehöriger, der gleichfalls in das Kuratorium
einbe=
en worden iſt und das Amt angenommen hat, völlig
nöglich gemacht, den mir angebotenen Poſten
anzu=
en, da ich nicht mit dieſem Herrn gemeinſchaftlich
er Körperſchaft anzugehören vermag.”
Kleines Feuilleton.
* Literariſche Mäuſe. Ueber ein
Miß=
ſchick, das der „Straßburger Poſt” dieſer Tage
eſtoßen iſt, berichtet das Blatt ſelbſt mit gutem
mor: Die Leſerinnen der „Straßburger Poſt”, die
lich nach Tiſch zu ihrer Zeitung greifen, um dem
mnan=Feuilleton eine behagliche halbe Stunde iu
men, ſind geſtern mit knapper Not einer ſchweren
Etäuſchung entgangen. Mit all der liebevollen
Aus=
er, die deutſchen Frauen bei der Romanlektüre
en iſt, waren ſie Käthe van Beekers wechſelreicher
rählung „Als die Roſen blühten” bis zur 31.
Fort=
ung gefolgt. Alles hatte ſo ſchön ſich angelaſſen.
s luſtige Komteßchen Alexe von Kannenberg und
nicht minder luſtiger Vetter Kurt, der flotte Huſar,
waren nahe daran, ſich verliebt in die Arme zu ſinken,
und jedes klopfende Frauenherz wartete auf das
ent=
ſcheidende Wort des kecken Reiters. Da trat in der
Nacht zum Dienstag — wir können es nur mit
Schau=
dern erzählen — ein unerhörtes, nie dageweſenes, faſt
kataſtrophales Ereignis ein. Oben im Setzerſaal, wo
Tag für Tag ſo viele fleißige Hände Letter an Letter
ſetzen, bis die „Straßburger Poſt” ein hübſches Ganzes
geworden iſt, lag die ereignisvolle Romanfortſetzung
bei andern Manuſkripten in ſicherm Fach und wartete
auf ihre Auferſtehung. War es nun hungrige Gier
oder ein literariſches Bildungsbedürfnis — kurz, in
derſelben Nacht brach eine Schar langgeſchwänzter,
klugäugiger Mäuſe von der bekannten Gattung der
Aus musculus in die verſchloſſene Lade und ſtürzte
ſich piepſend und nagend über die Lebensſchickſale der
ungen Komteß und ihres galanten Vetters. Was
half es, daß die Buchſtaben des Manuſkripts ſich
ſträub=
ten und Käthe van Beekers Geiſt beſchwörend eingriff?
Langſam aber ſicher begann das Zerſtörungswerk der
nächtlichen Literaten; von links nach rechts drangen ſie
vor und nagten Glück und Liebe, heißes Beteuern und
eliges Gewähren in hundert Fetzen. Nichts blieb
ver=
ſchont! Die zärtlichſten Geſtändniſſe wurden
aufge=
freſſen. Wo ehedem das zierliche Wörtchen „Liebling”
prangte, war nur noch ein kaltes, nichtsſagendes
a=
zu erkennen. Mitten durch „Herz” und „Wonne”
lie=
fen lange, klaffende, häßlich gezackte Riſſe, der erſte
ſcheue Kuß der Liebenden war hinter den Zähnen der
grauen Geſpenſter verſchwunden, und unſeres
Komteß=
chens holde Verwirrung war nur noch ein einziges
ſchauerlich klaffendes Loch.
Am Morgen nach der Zerſtörung wurde der
Scha=
den entdeckt. Die Hand des Metteurs bebte, als er
die grauſam zugerichteten Blätter der Lade entnahm
und mit einem „Was nun?” auf den Lippen dem
Feuilleton=Redakteur vorlegte. Zur Beſchaffung eines
neuen Manuſkripts reichte die Zeit nicht aus; denn
unſere Leſerinnen wollten ſchon tags darauf das
Nähere von Fräulein Alexe und Herrn Kurt erfahren.
Alſo geleimt und gedichtet, ſo gut es ging, die Riſſe
beſeitigt und die klaffenden Lücken ausgefüllt! Nicht
alles natürlich konnte gerettet werden, und mancher
zärtliche Seufzer kroch mit den Mäuſen für immer ins
Mauſeloch. Gegen Mäuſefraß iſt ſelbſt die ſtärkſte
Liebe nicht gefeit, und dreimal verhängnisvoll iſt es,
wenn literariſch geſinnte Nager ſich über
Menſchen=
liebe hermachen. In Zukunft freilich wird ein Beutel
mit Gift die heiligen Schätze behüten, und ein beſonders
konſtruiertes, fallenartiges Schloß wird die
Lang=
ſchwänzigen von weiteren Streifzügen ins Literariſche
abhalten. Dann werden Komteß und Vetter und all
die hundert verliebken Leute, die ihnen in den ſpätern
Romanen folgen werden, ſich ihrer Verliebtheit
unge=
ſtört hingeben können und unſere Leſerinnen entzücken
wenn ſie nach Tiſch zur Zeitung greifen, um im bunten
Irrgarten der Liebe ein Weilchen geruhſam ſpazieren
zu gehen.
CK. Tiere die rauchen. Die Tiere, ſo
plaudern „Nos Loiſirs” ſind wie die Menſchen: wenn
man ſie bei ihren Schwächen packt, kann man alles mit
ihnen machen. Es wird viele überraſchen, zu hören,
daß das Kamel und Dromedar eine beſondere Vorliebe
für den Duft von Tabak haben; ſie ſind leidenſchaftliche
Raucher. Wenn ſie erſt die ein wenig narkotiſierende
Wirkung des Tabaks ſpüren, ſind ſie fügſam und
ge=
lehrig. In Nordafrika kennen die Eingeborenen die
Schwäche der Kamele ſehr gut und wiſſen ſie auch klug
auszunützen. Die Kamelführer, die mit ihren Tieren
weite Strecken zurücklegen müſſen, benutzen einfach den
Tabak, um renitente Tiere gehorſam und gefügig zu
machen. Sie beſitzen dazu ein beſonderes Gerät, eine
Art kleines dreieckiges Brett, in deſſen Mitte ſich eine
kleine Oeffnung befindet. Das dreieckige Brettchen
wird am Maule des Kamels befeſtigt, man entzündet
die Zigarre und ſteckt ſie dann in die kleine Oeffnung
des Brettes. Das Kamel beginnt dann zu rauchen; es
ſtößt den Rauch durch die Naſe wieder aus und zeigt
dabei alle Zeichen vollkommenen Wohlbehagens. Es iſt
ein merkwürdiger Anblick, zu beobachten, wie die
mäch=
tigen Tiere dabei mit der genießeriſchen Ruhe eines
Kenners die Augen ſchließen und rauchen, bis die
Zi=
garre zu Ende iſt. Das dauert freilich nicht
lange=
denn das Kamel hat einen „guten Zug” und raucht eine
Zigarre in wenigen Minuten auf.
* Eine falſche Prozeſſion. Im „L. A.‟
leſen wir folgendes nette Geſchichtchen, das auch die
Ueberſchrift tragen könnte: „Lieber ungariſch
verhun=
gern, als öſterreichiſch leben.‟ Es heißt: Im Frühjahr
pflegen die Bewohner des Nemetuivarer Bezirks nach
Oeſterreich auszuwandern, um dort Feldarbeit zu
über=
nehmen, was die Gendarmerie zu vereiteln ſucht,
in=
dem ſie niemanden über die Grenze läßt. Heute nahm
nun ein Mann die Kleidung eines Geiſtlichen, ein
an=
derer die eines Kantors, und ſo führten ſie 50
Auswan=
derer
mit einer Prozeſſionsfahne, Kirchenlieder
ſingend, über die Grenze nach Oeſterreich. Die
Gen=
darmen ſalutierten die Prozeſſion und ließen ſie
unbe=
helligt paſſieren. Nach zwei Stunden bekamen ſie
da=
für auch durch einen Buben die Kleider des Geiſtlichen,
ſowie die Fahne zugeſtellt mit dem Bemerken, ein
an=
dermal ſollten ſie beſſer acht geben.
Seite 4.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Nummer
um raſch entfliehen zu können. Bei ihren Sachen
and man anch verſchiedene gezeichnete Karten zum
Falſchſpielen. Außerdem hatten ſie falſche Zehn= und
Zwanzigmarkſtücke und falſche Kaſſenſcheine bei ſich.
Alle Anzeichen deuten darauf hin, daß man es mit
einer internationalen Gaunerbande zu tun
hat. Der eine gibt ſich als Ludwig Eberle, der zweite
als Reiſender Alfred Angerminde und der dritte als
Schreiner Heinrich Zinkhan aus. Eberle hatte 300
Mark in der Taſche. Ein kürzlich von Frankfurt
er=
laſſener Steckbrief gegen drei Falſchſpieler, die dort
einem Reiſenden im Spiel 1000 Mark abgewannen,
paßt ebenfalls auf ſie.
Mainz, 25. März. Schon wieder wurde hier ein
Sparkaſſebuch entwendet; der Beſtohlene, ein
hier beſchäftigter Bäcker, machte umgehend bei der
Polizei Mitteilung, und dieſe veranlaßte ſofort bei der
Sparkaſſe die Sperrung des geſtohlenen Buches. Kaum
war das geſchehen, als auch ſchon ein junger Mann auf
der Sparkaſſe erſchien und auf das geſtohlene Buch
einen Betrag erheben wollte. Er wurde der Polizei
übergeben und erklärte, daß er von einem auf der
Her=
berge wohnenden Bäckerburſchen das Buch erhaltten
habe, um den Betrag auf der Sparkaſſe zu erheben.
Noch am Vormittag wurde auch dieſer Burſche
verhaf=
tet und geſtand den Diebſtahl ein. — Der von dem
Großherzog für den hieſigen Stadtpark zum Geſchenk
gemachte Damhirſch, der erſt vor einigen Tagen
hier eingetroffen, iſt bereits verendet. Das Tier
war offenbar beim Einfangen am Kopfe verletzt worden.
Gießen, 25. März. In Straßburg ſtarb am
Dienstag nach kurzem Leiden im 62. Lebensjahre der
Kaiſerliche Regierungsrat Wilhelm Walther der
eit dem Jahre 1874 der elſaß=lothringiſchen
Zollver=
waltung angehörte. W. war ein geborener Gießener
und ein Bruder des Geh. Oberforſtrats Dr. Walther
in Darmſtadt. Der Präſident und die Mitglieder der
elſaß=lothringiſchen Direktion der Zölle und
indirek=
ten Steuern widmen dem Dahingeſchiedenen in der
„Straßb. Poſt” einen Nachruf, in dem es heißt: „Wir
betrauern in dem Heimgegangenen einen durch
ge=
diegene Fachkenntniſſe, reiche, allgemeine Erfahrung
und große Gewiſſenhaftigkeit ausgezeichneten
Mitar=
beiter, wie auch einen liebenswürdigen Freund und
Kollegen von ſeltener Herzensgüte und Selbſtloſigkeit,
deſſen Andenken wir in treuer Erinnerung bewahren
werden.
(*) Büdingen, 25. März. Nach dem ſtädtiſchen
Vor=
anſchlag hat unſere Stadt ein Vermögen von 2½
Mil=
lionen Mark, es ſtehen 938800 Mark Schulden gegnüber.
Die Kommunalſteuer iſt um 3 Prozent, von 121,56 auf
154,56 Prozent geſtiegen und beträgt 99180 Mark.
Ein=
nahme und Ausgabe des Voranſchlags balancieren mit
325832 Mark.
Ulfa (Kreis Schotten), 24. März. Die nach einer
Pauſe von drei Jahren vor kurzem wieder
aufgenomme=
nen Verhandlungen unſerer Gemeinde mit dem
Ortsvor=
ſtand unſerer Nachbargemeinde Rainrod über den
An=
chluß von Ulfa an das Waſſerwerk
Rain=
rod ſind nunmehr als endgültig geſcheitert zu betrachten.
In einer kürzlich ſtattgehabten Sitzung der beiden
Orts=
vorſtände, der auch Vertreter des Großh Kreisamts
Schot=
ten und der Großh. Kulturinſpektion Gießen, beiwohnten,
kam eine Einigung über die Grundlage, unter der die
Waſſerabgabe erfolgen ſollte, nicht zuſtande. Damit iſt für
die hieſige Gemeinde eine Waſſerverſorgung mit
natür=
lichem Gefälle von hochliegenden Quellen aus nicht mehr
möglich, ſodaß, falls jetzt überhaupt eine Waſſerleitung
gehaut werden ſoll, nur noch eine künſtliche
Waſſerförde=
rung durch ein Pumpwerk von Quellen, die ſich in der
hieſigen Gemarkung befinden, in Frage kommen kann.
A Ans dem hohen Vogelsberg, 24. März. In den
Gemeinden des oberen Vogelsbergs ſind in den letzten
Jahren eine ganze Anzahl recht ſtattlicher Schulhäuſer
gebaut werden, dank der eifrigen Tätigkeit der
Behör=
den, des Kreisamtes und der Kreisſchulkommiſſion.
Auch die zum Kreis Schotten gehörige Gemeinde
Feld=
krücken hat jetzt ein neues Schulhaus nach den
Plänen des Großh. Kreisbauinſpektors Witzler in
Schotten gebaut, das im Rohbau vollendet iſt und mit
deſſen innerem Ausbau demnächſt begonnen werden
ſoll. Die hierzu erforderlichen Arbeiten und
Liefer=
ungen ſind gegenwärtig öffentlich ausgeſchrieben.
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 26. März. Wie das „B. T.”
hört, iſt im Kriegsminiſterium der Vertrag über den Kauf
des Aufmarſchgeländes formell abgeſchloſſen
wor=
den. Vom Berliner Magiſtrat begab ſich Magiſtratsrat
Dr. Franz als ſtädtiſcher Urkundsbeamter in das
Kriegs=
miniſterium. Der Kaufpreis beträgt für das zehn Hektar
große Terrain 63 Millionen Mark. Ein
Be=
bauungsplan iſt für einen Teil des Aufmarſchgeländes
bereits aufgeſtellt worden und wird dem Magiſtrat
dem=
nächſt beſchäftigen. Danach wird der Viktoriapark, den
Vorſchlägen des neuen Gartendirektors Broderſen
entſpre=
chend, nur auf der ſüdlichen Hälfte des Aufmarſchgeländes
in der Richtung nach Weſten verlängert. Der nördliche,
kleinere Teil des anſteigenden Geländes wird bebaut; eine
Wohnſtraße zieht ſich in der Verlängerung der
Großbeeren=
ſtraße nach dem Tempelhofer Feld hin. Die Gemeinde
Tempelhof wird ihren Bebauungsplan für das
Tempel=
hofer Feld etwas ändern müſſen, da in ihrem Entwurf
die Möckernſtraße gradlinig nach dem Tempelhofer Feld
ver=
längert worden war. Die Vorlage wird jetzt den
Stadt=
verordneten zugehen. — Zu erregten Szenen im
Bund für Mutterſchutz kam es geſtern abend
gele=
gentlich einer Vortragsverſammlung, in der Profeſſor Dr.
Michel aus Turin über Liebesleben und Mutterſchutz in
Italien ſprach. Dr. Helene Stöcker, die zur Zeit noch
Vorſitzende des Ortsgruppe Berlin iſt, wurde bei ihrem
Eintritt in den Saal von ihren Freunden mit lärmendem
Beifall empfangen, und es wurde ihr eine große
Blumen=
dekoration überreicht. Darauf erhob ſich Frau Regine
Deutſch und erklärte, der Abend ſei einem
wiſſenſchaft=
lichen Vortrag gewidmet; ſie hätte nicht gedacht, daß man
ihn zu Demonſtrationen ausnützen würde; ſie proteſtiere
dagegen und würde mit ihren Freunden als Zeichen des
Proteſtes den Saal verlaſſen. Frau Dr. Sklarek führte
darauf aus, daß, ſolange ein Verfahren ſchwebe, es doch
ſelbſtverſtändlich ſei, daß man ſich irgend welcher
Kund=
gebungen enthalte. Sie wurde zum Teil mit Beifall, zum
Teil mit Ziſchen begleitet. Darauf verließ eine Anzahl
Mitglieder den Saal. Von denen, die blieben, um den
Vortrag anzuhören, waren viele Nichtmitglieder, die gegen
Eintrittsgeld das Recht erlangt hatten, den Vortrag
an=
zu hören. — Heute früh fuhr infolge falſcher Signalgebung
auf dem Wuſtermark=Verſchiebebahnhof der Güterzug
3906 auf den im Einfahrtsgleis 13 haltenden Güterzug 9015
bei dichtem Nebel auf. Vom Zugperſonal des
einfahren=
den Zuges wurden zwei Perſonen getötet. Der
Material=
ſchaden iſt erheblich.
Libau, 25. März. Bei den Artillerie=
Schieß=
übungen der Kriegsſchiffe wurde bei dem
„Wodolej Nr. I” ein Geſchützverſchluß
herausgeſchleu=
dert, wobei ein Matroſe getötet wurde, während zwei
ſchwer verwundet wurden.
Venedig, 25. März. In einem zuſammenfaſſenden
Bericht über die bisherigen Ergebniſſe des
Prozeſ=
ſes gegen die Gräfin Tarnowska ſchildern
die italieniſchen Zeitungen die Tragödie des Grafen
Komarowski, der wie ein wehrloſes Opfer in die Netze
der Gräfin geriet und darin verblutete. Graf
Koma=
rowski, ein ebenſo reicher wie eleganter ruſſiſcher
Offizier, hatte der Gräfin ſchon in Dresden, Venedig,
Orel und Kiew den Hof gemacht und war feſt
entſchloſ=
ſen, ſie zu heiraten, ſobald ihre Eheſcheidung
durchge=
führt ſei. Die Tragödie beginnt am 9. Auguſt 1907, an
welchem Tage die Gräfin, Komarowski und die
Kam=
merzofe Perier von Venedig nach Wien abreiſen, wo
Naumow und Prilukow bereits anweſend waren. Graf
Komarowski, Prilukow und die Gräfin ſtiegen
gemein=
ſam in einem Hotel ab, während Naumow in einem
anderen wohnte. Die Zimmer Prilukows und der
Gräfin ſtießen aneinander, während die Appartements
des Grafen Komarowski in einem anderen Flügel des
Hauſes gelegen waren. Dies war der ſzeniſche
Appa=
rat, den die Gräfin zur Ausführung ihres raffinierten
Komplotis vorbereitet hatte. Prilukow hatte ſich im
Hotel als ein gewiſſer Pfeifer angemeldet. Unter
die=
ſem Namen ſtellte er ſich dem Grafen Komarowski vor
und überredete ihn, ſein Leben auf eine halbe Million
verſichern zu laſſen. Der Graf zeigte ſich nicht
abge=
neigt, und am 11. Auguſt wurde die Verſicherung
abge=
ſchloſſen. Am nächſten Tage diktierte der Graf ſein
Teſtament, in welchem er beſtimmte, daß im Falle
ſei=
nes Ablebens die Gräfin Tarnowska die halbe
Mil=
lion erben ſollte. Nachdem ihm die Gräfin neuerdings
ewige Liebe geſchworen hatte, reiſte er dann nach
Kunſthalle am Rheintor.
II.
Was ſonſt noch vorhanden iſt, iſt nicht viel mehr als
Malerei. Von dieſer bis zur hehren, zur Anbetung und
Andacht zwingenden, Großes und Erhabenes kündenden
Kunſt iſt noch ein gewaltiger Weg. In wenigen Werken
täuſcht die gut kopierte Natur darüber hinweg, aber es
bleibt eben eine Täuſchung. Die Natur kann uns ihre
Schönheiten und Wunder ſelbſt beſſer und
eindring=
licher offenbaren als die ſchönſte Kopie. Die Kunſt ſoll
ſelbſt und allein durch ſich als Gottheit wirken, ſoll den
Beſchauer ergreifen, emporheben gleichſam aus des All
tags engumgrenztem Kreis zur Höhe, zur Freiheit. Das
vermag keines der noch zu nennenden Werke, das vermag
auch nicht das Uebrige, als Geſamtheit zuſammengefaßt,
trotzdem gute Anſätze noch mehrere vorhanden ſind.
Den Verſuch, reine Kunſt, aus der Natur geſchöpft,
darzuſtellen, macht der heimiſche Maler Barnas=
Fried=
berg, der die Stätte ſeines Wirkens in München
aufge=
ſchlagen hat. Er bringt eine Anzahl Heimatbilder
durch=
weg in moderner lockerer Technik und künſtleriſchen
Ge=
ſchmack verratender Farbengebung, die der großen
Mei=
terin Natur gut abgelauſcht, aber nicht nur „Kopie” iſt
Als das beſte ſeiner Bilder will uns die „Vogelsberger
Viehweide” ſcheinen. Wenn dieſes Bild im ganzen ſo gut
erfaßt wäre, wie die obere Partie, könnte es ein
Meiſter=
werk ſein. In den übrigen Bildern bleibt der Künſtler
ziemlich viel ſchuldig, deſſenungeachtet ſind alle Beweiſe
guten Könnens. Recht fein und ſinnig erfunden und die
Abendſtimmung gut charakteriſierend iſt „Gegen Abend”.
vollendet, namentlich in der Zeichnung, iſt auch dieſes Bild
nicht. Hingegen zeugen die Radierungen im Raum I von
guter zeichneriſcher Begabung.
R. Pietſch=Wolfratshauſen iſt mit drei rieſigen
Bildern vertreten, von denen wirklicher Kunſtwert nur
einem zugeſtanden werden kann, der „Gewitterſtimmung”
die ihren Platz im Ehrenſaal fand. Die beiden anderen
ſind nicht einmal gute Naturkopien, es fehlt die Größe der
Auffaſſung, wie ein ſo großer Ausſchnitt aus der
Land=
chaft künſtleriſch wiederzugeben iſt. Selten ſahen wir
Ar=
beiten eines Künſtlers ſo gleicher Art und ſo
verſchiede=
nen Wertes. Die im Kolorit nicht unintereſſante
Früh=
lingslandſchaft (im Treppenhaus) iſt viel zu hart in der
Farbe. Vor allem fehlt den weit hinten liegenden
Par=
tien das Luftige und damit Naturgleiche. Auch der
Vor=
wurf zum „Spätherbſt” (Parterreſaal) iſt nicht uninter=
eſſant, aber die Aufgabe iſt nicht gelöſt. Das „Gewitter”
hingegen darf als eine recht gute Arbeit angeſehen werden.
Hier iſt die Stimmung gut beobachtet und im Kolorit gut
wiedergegeben.
Claritta Beyers (Kiel) Verſuch, in dem Bilde
Abend auf Föhr” eine Stimmung der reizvollen herben
Naturſchönheit dieſer Nordſeeinſel zu geben, iſt nur zum
geringen Teil gelungen. Das iſt vielleicht in dem rötlichen
Flimmern des abendlichen Himmels. Sonſt vermag das
Bild nichts zu ſagen, es bleibt bei dem liebevollen Verſuch.
Auch R. Eſchke=Dachau bleibt in ſeiner ſonſt recht
ſtimmungsvoll gemalten „Mondnacht” die Löſung des
an=
ziehenden Lichtproblems ſchuldig. Gut in der Wirkung
ſind einige im oberen Raum III hängende Bilder
desſel=
ben Künſtlers, wenn er auch, um die Feinheiten
herauszu=
holen, zu grobe Mittel verwendet (ſiehe „Kornfeld‟). Der
großen „Spreewaldlandſchaft” mangelt die
Naturbeob=
achtung in bezug auf das Kolorit des herbſtlich gefärbten
Laubes und in bezug auf das Widerſpiegeln der
Land=
ſchaft im leichtbewegten Waſſer. Dieſer Widerſchein liegt
hier auf anſtatt in dem Waſſer. Am beſten in der
Kol=
lektion gefällt uns „Vom Markte heim”
Eine Kollektion intereſſanter Bilder ſtellte M. Looſe=
Berlin aus in Tempera. Auch ſie ſind in der Bewertung
ſehr verſchieden. Recht gutes Zeichentalent verraten die
Florentiner Straßen und Landſchaftsbilder, während von
maleriſchem Reiz nur das Bild „Jungfrau, Mönch und
Eiger” iſt, das wir als das beſte der Kollektion anſprechen
wollen. In dem ſonſt reizvollen Gartenſtück mit Pergola
iſt das Kolorit zu hart, zu wenig duftig.
L. Raſch=München hat zwei kleine, recht nett
erfun=
dene Landſchaften geſandt, die, wenn ſie auch nicht
ſon=
derlich viel zu ſagen wiſſen, ſo doch einwandfreie Arbeiten
ſind.
Berichtigend ſei bemerkt, daß die Bilder von Egger=
Lienz nicht durchweg, ſondern nur zum Teil in Caſein=
Farben gemalt ſind.
Insgeſamt iſt es, wie ſchon geſagt, nicht gerade
Welt=
erſchütterndes, was der Kunſtverein diesmal bringt.
Im=
merhin ſei auch dies gedankt. Vielleicht iſt die Anregung
am Platze, nun bald die ſchon für Januar in Ausſicht
ge=
tellte Fortſetzung der Porträtausſtellung zu
brin=
gen. Die erſte Hälfte, die bekanntlich nur ältere Künſtler
brachte, hat lebhaftes Intereſſe weiter Kreiſe erregt und
es liegt doch nahe, daß dieſes Intereſſe in nicht geringerem
Maße der jüngeren und der gegenwärtigen Generation
entgegengebracht würde.
M. St.
Venedig zurück, um dort den Reſt der Saiſon a
Lido zu verbringen. Am 18. Auguſt fuhr Naum
Wien weg und begab ſich nach Kiew, wo er mit
de=
fin zuſammentraf. Ende des Monats ging e
Venedig, traf dort am 3. September ein und ern
am nächſten Tage den Grafen. Bemerkenswert
am 3. September ebenfalls in Venedig der Advok
lukow mit zwei Wiener Privatdetektivs eint
deren Geſellſchaft er am Morgen des 4. Septemb
Graf Komarowski von Naumow erſchoſſen
wu=
der Nähe des Tatortes geſehen wurde. Dann
chwand er wieder mit den Detektivs. Prilukow
gabe war es offenbar, Naumow, von dem die
nunmehr als überflüſſig befreit zu werden w.
den italieniſchen Behörden auszuliefern. Er fe
deſſen den Mut nicht und brachte dadurch den
ins Rollen.
Paris, 25. März. Der Pariſer Geme
rat beſchäftigte ſich in ſeiner letzten Sitzung r
zunehmenden Unſicherheit in gewiſſen
Vierteln, im beſonderen dem von Saint=Merri,
längſt der Schuſter Liabeuf einen Poliziſten
ſchoß und mehrere andere verwundete. Der9
präfekt Lépine erkannte die Tatſache der große
ſicherheit an, die nach ihm eine Folge der übertri
Philanthropie und eines falſchen Humanitarisn
die nich: geſtatten, daß die Banditen einfach als
nutzige Uebeltäter behandelt werden. Sie werde
lange genug im Gefängnis gehalten und könn
regelmäßig darauf rechnen, am 1. Januar und 1"
dem Nationalfeſte, eines Gnadenaktes teilhaft
werden. Er, der Polizeipräfekt, ſei nicht in
mit dem Perſonal, über das er verfüge, die
Sta=
es ſein müßte, zu hüten. Daraufhin beſchloß ?
meinderat einem Antrag gemäß, die Zahl der Po
in dieſem Jahre um 160 zu vermehren und ihr
Laufe der nächſten fünf Jahre weitere 500 zuz
Marſeille, 26. März. Die Magazine einer
abrik worin ſich 15000 Meterzentner O
befanden, brannten dieſe Nacht nieder. T
gerichtete Schaden beträgt über eine Million Fr
London, 26. März. In Bridgeton ereignete
der vergangenen Nacht eine Gasexploſion
Räumen der Filiale der Bank von England.
bar war ein Gashahn offen ſtehen geblieben. T
geſammelte Gas entzündete ſich beim Betreten de
mes mit einem offenen Licht und eine ſchwere
ion erfolgte. Das Mobiliar des Lokals wur
trümmert und zum Teil durch den Luftdruck
Straße geworfen. Ein Paſſant, ſowie ein Ange
der Banl wurden ſchwer verletzt.
Chicago, 26. März. Durch eine Be
exploſion im oberſten Stockwerke eines vie
gen Warenhauſes entſtand Großfeuer, das War
vollſtändig zerſtörend. Zwölf Menſchen ſollen
worden ſein. Ein junges Mädchen, das aus der im
Etage auf die Straße ſprang, wurde ſchwer verle
ſtarb im Krankenhauſe.
Kunſtnotizen.
Aeber Werke, Künſtler und künſtleriſche Veranſtaltungen ꝛc., deren
ßehenden Erwähnung geſchieht, behält ſich die Redaktion ihr Urte
— Konzert Scheuermann. Am 9. April
ſtaltet Herr Opernſänger Hans ScheuermannS
Birkenau im großen Saale der Turngemeinde (Y
platz) ein Volkskonzert. Ein reichhaltiges Prog
ſowie die Mitwirkung der Konzertſängerin
Marie Schön aus Heidelberg, der Pianiſtinnen F
W. Weinmann, W. Heißner und L. Kümmel, des
virtuoſen Herrn Kammermuſiker L. Kümmel, der ſton
Dipl.=Ing. Schwarz und Nold (Violine und Violt
einen großen Kunſtgenuß in Ausſicht.
Militäriſches.
Die feldgrauen Uniformen,
Die Beſtimmungen über die feldgrauen (gr
nen) Uniformen ſind ſoeben amtlich bekannt
worden. Danach werden eingeführt für Offizie id
i
Sanitätsoffiziere neben den jetzigen gleich=
Stücken Waffenröcke, Attilas, Ulankas und Stief
von feldgrauer, bei den Jägern (Schützen) von tu
grüner Farbe und an Stelle der jetzigen Felk
ſolche von feldgrauer (graugrüner) Farbe; für S.
nengewehr=Abteilungen neben den bisherigen
2l4
röcken ſolche neuen Schnitts mit Kragen= und 2
aufſchlägen (für Mannſchaften auch mit Schult
1,
pen) aus Grundtuch, ſowie mit matten Kronenk:
für Küraſſiere ſtatt des feldgrauen Kollers ei Eu
grauer Waffenrock, für Jäger zu Pferde und
ordonnanzen fällt der Koller fort. Die Offiziere Elt
ten neben dem jetzigen Waffenrock einen ſolch ſcrt
hellgrünem Bordenbeſatz und mit matten Kron=öſt
0 Ck
fen. An Stelle der jetzigen Knöpfe am Waffenn=
Mannſchaften treten matte Kronenknöpfe. Ulat
ziere legen fortan zum Dienſtanzug ſtatt der E
ten Achſelſtücke an. An Stelle der Litewka dür
Offiziere den feldgrauen (graugrünen) Waffenrr
tragen, außerdem dürfen ſie die feldgraue (grau r
e
Stiefelhoſe anlegen, wenn die Litewka oder ſtat
der feldgrane (graugrüne) Waffenrock uſw. g
wird. Zu dieſer Kabinettsorder ſind Ausführt
ſtimmungen vom Kriegsminiſterium erlaſſen,
der Offizier über eine feldgraue Uni
verfügen muß für den Mobilmachung
und für den Friedensgebrauch, ſobald der
G2
penteil dieſe Uniform trägt. Für den Mobilma
fall ſteht es dem Offizier wie bisher frei, ſich dr
gabe der feldgrauen Röcke und Reithoſen (die
E
Mannſchaftshoſen haben ſich für den Offizier e
geeignet erwieſen) aus Mannſchaftsbeſtänden zu
für den Friedensgebrauch muß er ſie ſelbſt beſ
Der Offizier muß die feldgraue Uniform (Fc
Feldhoſe und Feldmütze) anlegen, wenn die Tri
trägt. Aüßerdem darf getragen werden von de
Bekanntmachung des Erlaſſes ernannten Offizie
h. vom 23. März an ernannten) ſogleich, von de e
gen vom 1. April 1911 ab: die Feldmütze
Gelegenheiten, wo bisher die dunkelblaue uſw
mütze getragen wurde; der Feldrock an Stelle
tewka; die Feldhoſe zur Litewka und zu dem an
der letzteren getragenen Feldrock. Dunkelblaug
Feldmützen dürfen allgemein noch bis zum 1.
913 getragen werden. Die Offiziere der Jä
Pferde dürfen ſich den bisherigen Waffenrock
laſſen oder ihn unverändert auftragen. Der Koll
von den Offizieren der Jäger zu Pferde noch h
1. Okt. 1915 aufgetragen werden, jedoch iſt im M
auch vor dieſem Termin bereits der Feldrock
legen, wenn die übrigen Truppen feldgrau erſe,
Eigene Koller der Mannſchaften und der Stabs
nanzen dürfen bis zum 1. Okt. 1915 aufgetrage
den. In welchem Umfange im diesjäh
Kaiſermanöver die feldgraue Uniform anz
iſt, ergeht noch Beſtimmung. Zum Feldrock gehr
graue Halsbinde, bei den Jägern zu Pferde
Weißt
Woche
1. Beilage zum Darmſtädter Tagblatt.
1 22.
mis
Dienstag, 20. Märg.
1910.
Seihe
oche
Woche Neihe
Wochel eee
Meeee eeneeheete
Voranzeige
Deisse Dodte
Voranzeige!
Veiße
Voche)
Aussteuer-
Artikel
Cretonne
Renforcé
Maccotuche
Flockköper
Flockpiqué
Damaste
Halbleinen
Reinleinen
Tischtücher
Servietten
Handtücher
Kissenbezüge
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Wäsche
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9
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(ic=
6is e8
aſele
2e
Der ſchmale Weg.
Roman von Panl Bliß.
(Nachdruck verboten.)
Gegen Abend, als das Bureau geſchloſſen war, kam
ritz. Er war ſtill und ernſt wie immer, das
furcht=
rrſte Creignis ſeines Lebens, obgleich es nun ſchon
n Jahr zurück lag, übte noch immer ſeine Wirkung
af ihn aus.
Als der Verleger ihn liebenswürdiger als ſonſt be=
-üßte, kam eine leiſe Freude in ſeine Seele, denn er
Inte etwas Gutes über ſein neues Buch.
Und als er dann erfuhr, was Herr Doktor Fellner
Sſagt hatte, nickte er nur und lächelte ſtill und
glück=
ch — — endlich ein Erfolg! Endlich kam die An=
-kennung! Ein frohes Gefühl ſtiller Dankbarkeit
über=
rm ihn.
Schmettow reichte ihm die Hand. — Alſo Glück zu,
rnger Freund! Ich bin glücklich, daß ich der erſte bin,
er Ihnen den Weg zum Ruhme bahnt. Aber nun
erden Sie mir auch nicht verdenken, wenn ich zu=
Leich, als Geſchäftsmann, die praktiſche Seite dabei im
uge habe. Ich hoffe nämlich, daß Sie nun mehrere ſo
ute Bücher ſchreiben werden, und deshalb möchte ich
un mit Ihnen ein Vertrag abſchließen, der mir auch
Ihre anderen, neuen Bücher ſichert. Ich hoffe, daß Sie
amit einverſtanden ſind, denn es iſt ja doch auch in
ehrem eigenen Intereſſe, wenn alle Ihre Bücher im
Leichen Verlage erſcheinen, nicht wahr?
gech beſen ſih leinen Anendie e er weite i0
dem Verleger zu Dank verpflichtet, weil er ſeinen erſten
Roman angenommen hatte, und deshalb ſagte er
ſo=
fört zu.
Als der Vertrag abgeſchloſſen war, rieb ſicg
Schmettow vergnügt die Hände — er freute ſich, daß er
ohne jedes Zugeſtändnis ſein Ziel erreicht hatte.
Lächelnd reichte er Fritz die Hand. — Nun werden
Sie alſo bald ein berühmter Mann ſein.
Auch Fritz lächelte ſtill.— Na, na! So fix geht das
wohl nicht.
Warum denn nicht? Wenn das Buch wirklich den
Erfolg hat, den ſich Herr Doktor Fellner davon
ver=
ſpricht, dann werden Sie bald ein gefeierter Mann
ſein, und in unſeren literaturfreundlichen
Geſellſchafts=
kreiſen werden Sie alsdann eine viel geſuchte
Perſön=
lichkeit ſein.
Wieder lächelte Fritz. — Nun, davor bin ich ſicher!
Ich bin gar kein Freund ſolcher Geſellſchaften! Ich
werde all dem aus dem Wege gehen!
Oho, das werden Sie hübſch bleiben laſſen, junger
Freund! Solche Geſellſchaften brauchen Sie dringend
notwendig! Das fördert Sie mehr als zehn gute
Kritiken!
Aber ich kann es nicht! Es iſt mir direkt
zu=
wider!
Gewohnheit — weiter nichts! Sind Sie erſt mal
drin in dem Rummel, werden Sie ſich auch bald
hinein=
ſinden und ſich darin wohl fühlen.
Nie werde ich das!
Kune hreund, ic weih des deſtr. 30 we
ſchon zu oft erlebt. Zu Anfang ſträubt ſich faſt jede
aber nur zu Anfang. Hat er ſich erſt ein paarmal
ordent=
lich Weihrauch ſpenden laſſen, dann ſchwinden all
Vorurteile; denn der Ruhm iſt etwas, das auch die
ſtolzen Herzen mürbe macht.
Fritz ſchwieg; ernſt, faſt finſter ſah er vor ſich hir
Der Verleger klopfte ihm auf die Schulter ur
ſagte wohlmeinend: Uebrigens wiſſen Sie ja gar nicht
was Ihnen da an Glück erblühen kann. Vielleich
kommt da eines Tages eine reiche Erbin und verlieb
ſich in Sie — na, und dann ſind Sie ja mit einem Mal
aller Sorge ledig.
Starr ſah Fritz zur Erde:
Nun, könnte Sie auch ſo etwas nicht reizen, meir
junger Poet?
Da antwortete er kurz, faſt hart: Nein!
Schmettow ſah erſtaunt auf.
Fritz aber wurde ſogleich freundlicher. — Ich werd
wohl kaum jemals an eine Heirat denken, ſagte er, ſtan
auf und verabſchiedete ſich.
Befremdet ſah der Verleger ihm nach.
Still und ſinnend ging Fritz heim.
Eine reine, große Freude keimte in ihm auf, ſo ſtarl
ſo mächtig, daß alles in ihm jubelte — zum erſtenmal ſei
langer, langer Zeit fühlte er wieder die Kraft und de
Reichtum der Lebensſtärke — und er fühlte, daß ſein Lebe
jetzt einen Inhalt hatte, daß ſeine Arbeit, ſein Schaffer
nichts Verfehltes war — er hatte ſich durchgerungen, er
Seite 10.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
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hatte ſich Anerkennung verſchafft, er war einer, mit dem
man von nun an rechnen würde.
Ach, das war eine reine, große, ehrliche Freude.
Anerkennung! Ruhm! Erfolg!
Ein ſonnighelles Lächeln lag auf ſeinem Geſicht, ein
Lächeln, das alles vergoldete, das nichts Garſtiges auf
der Welt mehr ſah, das auch in der Pfütze das Blau des
Himmels widerſpiegeln ſah.
Ach, was ſie jetzt wohl für Augen machten, all die
lieben Verwandten, die ihm damals nichts zutrauten!
Wie ſie ſich nun ſchämen würden! Nun möchten ſie
ihn gewiß gern zurückrufen, denn jetzt dürften ſie ja ſtolz
auf ihn ſein!
Sinnend ging er weiter.
Leiſe, verdämmernd ſank der Tag, und in
wunder=
gleichen, matt verſchwommenen Tönen ſtieg der Abend
herauf, ein ruhiger, milder, ſo unendlich friedlicher
Herbſt=
abend.
Leiſe fielen die gelben Blätter.
Da ſetzte er ſich auf eine Bank am Waſſer und ſah
in die bunt beſpiegelte Flut.
Und nun gedachte er der Zeit, da er ſein Buch ſchuf.
Wie war das groß und herrlich geweſen!
Alles Kleinliche, alles Alltägliche des Lebens war von
ihm gewichen — über ſich und all ſeine Schwächen war
er hinausgewachſen, ein anderer, ein reiner Menſch war
er geworden, er lernte ſehen, wo des Lebens hehrſte
Schön=
heiten gedeihen, er lernte erkennen, daß die alles
ver=
zeihende Liebe etwas Wunderherrliches war, etwas
Ueber=
irdiſch=Schönes!
Und alles das, all das ſo Erhaben=Große und Hehre,
es keimte aus jener Zeit, aus jenen unvergeßlichen
Stun=
den, die er am Sterbebette der Mutter durchlebte — dort
war er erſt ein Mann, ein Menſch geworden — ein Menſch,
der die Welt und das Leben verſtand — dort war alles,
und er en Gaßſe und Schöiheit e geden haleiſ gamn
Leben erweckt worden!
— O Mutterchen, liebſtes, o wäreſt Du jetzt noch
am Leben, jetzt, jetzt endlich könnte ich Dich entſchädigen
für alle Opfer, die Du mir gebracht haſt!
Betrübt und niedergeſchlagen ſaß er da und ſah ins
Waſſer — — und nun war mit einem Male alle Freude
verflogen, und grau, von trüben Nebeln umhüllt, erſchien
ihm jetzt die ganze Welt.
Er war ja allein, mutterſeelenallein und verlaſſen, er
hatte niemand, der an ſeiner Freude Anteil nahm,
nie=
mand, zu dem er gehen konnte, ſich in ſeiner übergroßen
Freude auszutoben oder in ſeliger Wonne ſich
auszuwei=
nen — niemand! Niemand!
Für wen ſchuf er? Für wen arbeitete er denn?
Wes=
halb, weshalb denn nur dies alles? Er hatte ja keinen
einzigen Menſchen!
Und mit einem Male kam es wie ein Sonnenblitz
über ihn — — Elsbeth! O, weshalb haſt Du mir das
getan? — — Elsbeth! Elsbeth!
Die Wunde war wieder offen, als wäre ſie geſtern
erſt geſchlagen . .
Solange er ernſthaft und mit aller Hingebung bei
ſeiner Arbeit geſeſſen hatte, ſolange war alles tot und
ver=
geſſen geweſen, nun er aber wieder ſeinen Gedanken freien
Lauf laſſen konnte, nun zog es ihn wieder hin zu der
Un=
getreuen.
Er liebte ſie ja noch immer .
Wütend ballte er die Hände zuſammen.
Ja, ja, er liebte ſie noch immer! Und obgleich ſie
lange ſchon des andern Weib war, er liebte ſie dennoch
jetzt fühlte er es klar! — Er liebte ſie mit der gleichen
wilden Kraft, die einſt ihn an ſie gefeſſelt hatte.
Das fühlte er nun klar und deutlich ..
Sinnend ſtarrte er in das dunkle, trübe Waſſer, auf
dem im leichten Lufthauch die dürren Blätter ſchwammen.
Und es wurde dunkler und dunkler, ſchon we
letzte helle Streifen am Horizont verſchwunden.
Ein kühler Wind ſtieg herauf und blies fauche
die Bäume, daß gelbe Blätter und dürre Früchte in
gen herunterfielen.
Noch immer ſaß er und ſtarrte ins dunkle Waſſe
und ſeine Seele jammerte: O Elsbeth, warum ha
mir das getan?
Als es ganz dunkel war, ſtand er auf und ging
Er ging langſam, ſchwerfällig wie ein alter?
und er ſah und hörte nichts von dem Leben der
ſtadt, das ihn mit brauſendem Gewoge umbrande
ging teilnahmslos, gleichgültig einher — ein verla
ein einſamer Menſch
*
Vier Wochen ſpäter war er ein bekannter Man
Das Buch hatte den Erfolg, den Doktor Fellne
ausgeſagt hatte — der erſten, überaus wohlwol
Kritik waren ſehr ſchnell mehrere gefolgt — alle Wel
auf das Buch aufmerkſam geworden, täglich wuri
Nachfrage größer, ſo daß immer neue Auflagen
wurden — und Herr Schmettow rieb ſich vergnüt
Hände.
Der Name Fritz Stark, den bisher kein Menſ
kannt hatte, war nun auf aller Lippen.
In allen Auslagen der großen Buchhandl
prangte das Buch. Alle illuſtrierten Zeitungen br
das Bild des Dichters und nähere Details über ſein
und ſeinen Werdegang.
Fritz Stark war ein bekannter Mann.
Mit ſtillem, wehmütigem Lächeln ſah er dem T
zu — wohl freute er ſich des großen Erfolgs, abe
reine, ungetrübte Freude kam auch jetzt nicht auf
blieb ein bitterer Tropfen in dem Freudenbecher.
(Fortſetzung folgt.)
Et
5
[ ← ][ ][ → ]Umtsverkündigungsblatt des Großh. Kreisamts Darmſtadt.
8 38.
Denstag, 20. Mätrz.
1910
Bekanntmachung.
treffend: Die Erhebung des Stempels für Fahrräder pro 1910.
Unter Hinweis auf die nachſtehend abgedruckten §§ 3, 15—27 der Verordnung
n 6. Mai 1907, den Radfahrverkehr betreffend, ſowie unter Hinweis auf die
gleich=
s abgedruckten, im Falle einer Verſäumnis platzgreifenden Strafbeſtimmungen wird
rmit zur öffentlichen Kenntnis gebracht, daß die Erhebung des Stempels für
Fahr=
er für das Rechnungsjahr 1910, ſowie das Aufkleben und die vorſchriftsmäßige
twertung desſelben
von heute ab bis 31. März 1910 an jedem Wochentage,
vormittags von 9 bis 12 Uhr,
Großh. Kreisamt Darmſtadt, Neckarſtraße Nr. 3, im Erdgeſchoß, Zimmer Nr. 9
tfindet.
Wir fordern daher alle Beſitzer von Fahrrädern, die dieſelben auf öffentlichen
gen und Plätzen benutzen, auf, die Stempelabgabe während der obenerwähnten
† zu entrichten oder, ſofern die Vorausſetzungen hierzu vorliegen, während derſelben
4
§ 19 Abſ. 2 der Verordnung) Antrag auf Befreiung von der Abgabe zu ſtellen
Anſprüche auf Befreiung ſind:
1. für die Stadt Darmſtadt bei dem zuſtändigen Polizei=Revier,
2. für den Landkreis Darmſtadt bei der betreffenden Großherzoglichen
Bürger=
meiſterei
zubringen.
Darmſtadt, den 15. Februar 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. E.: von Starck.
Verordnung, den Radfahrverkehr betreffend.
Vom 6. Mai 1907, §§ 3. 15—27 der Verordnung.
C. Der Radfahrer.
a) Ausweis über die Perſon des Radfahrers.
§ 3. Wenn ein Fahrrad auf öffentlichen Wegen und Plätzen benutzt werden ſoll.
der Beſitzer hiervon dem für ſeinen Wohnort zuſtändigen Kreisamt ſchriftlich oder
ndlich Anzeige zu erſtatten und die in Nr. 58 des Tarifs zum
Urkundenſtempel=
atz in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907 vorgeſchriebene
Stem=
abgabe für die Radfahrkarte zu entrichten.
Das Kreisamt erteilt dem Anmeldenden eine auf den Namen des Radfahrers
tende Radſahrkarte, die nach anliegendem Muſter ausgeſtellt wird.
Der Radfahrer hat die Radfahrkarte bei ſich zu führen und auf Verlangen
r zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
Für Perſonen unter 14 Jahren erfolgt die Ausſtellung auf Antrag des Vaters,
rmundes oder ſonſtigen Gewalthabers.
Die Radfahrkarte gilt für den Umfang des Deutſchen Reichs.
Radfahrer, die ihren gewöhnlichen Aufenthalt außerhalb des Deutſchen Reiches
en, haben einen anderweiten genügenden Ausweis über ihre Perſon bei ſich zu
xen und auf Verlangen dem zuſtändigen Beamten vorzuzeigen.
E. Vorſchriften über die Stempelabgabe.
§ 15. Die Stempelabgabe für die Jahreskarte (§ 3, Abſ. 1), gültig vom 1. April
31. März des folgenden Jahres, beträgt 5 Mark. Entſteht die Abgabepflicht in
Zeit zwiſchen 1. Oktober und 31. März des folgenden Jahres, ſo iſt für dieſen
traum nur die Hälfte dieſes Betrages zu entrichten:
§ 16. Das Kreisamt trägt die Anmeldungenunterfortlaufenden Nummern in
Verzeichnis ein, erhebt die in § 15 erwähnte Abgabe und erteilt den Anmeldenden
1. eine Radfahrkarte (§ 3),
2. eine Nummerplatte, die der Nummer des Verzeichniſſes entſpricht.
§ 17. Auf der Rückſeite der Radfahrkarte ſind Stempelmarken im Betrage der
richteten Abgabe durch das Kreisamt aufzukleben und zu entwerten.
Bei den von der Stempelabgabe befreiten Perſonen (§ 23) erhalten die
Rad=
rkarten auf der Rückſeite den Vermerk „Stempelfrei bis 31. März 19.. ℳ.
§ 18. Die Nummerplatte trägt auf beiden Seiten auf weißem Grund in 6 cm
Mier er Pfetr et et. geinten nedeit ie nechden i. at
rden ſind, in roter, blauer oder grüner Farbe aufgetragen. Bei den für den Land=
Erk eines Kreiſes ausgegebenen Nummerplatten iſt der betreffende Buchſtabe in
Farbe der Nummer, bei den Nummerplatten für den Stadtbezirk eines Kreiſes
egen in ſchwarzer Farbe ausgeführt.
Das Fahrrad muß beim Befahren öffentlicher Wege und Plätze mit der
Num=
rplatte verſehen ſein. Letztere, deren Inſchrift ſtets in lesbarem Zuſtande erhalten
rden muß, iſt in der Richtung der Längsaxe des Fahrrades und nach vorn gerichtet
art zu befeſtigen, daß die Inſchrift von beiden Seiten gut ſichtbar iſt. Die
Num=
rplatte wird von der Behörde beſchafft und den Beſitzern von abgabepflichtigen
Hrrädern unentgeltlich geliefert. Wer von der Stempelabgabe befreit iſt, hat die
ſten der Nummerplatte zu erſetzen.
Beſitzer von ſolchen Fahrrädern, die mit Nummerplatten verſehen ſind, dürfen
Kontrollierung der Abgabe nicht angehalten werden.
§ 19. Die Abgabe iſt von einer und derſelben Perſon, auch bei einem Wechſel
Fahrrads, innerhalb desſelben Jahres (1. April bis 31. März) ſtets nur einmal,
d zwar erſtmalig bei der Anmeldung des Fahrrads und ſodann alljährlich im
onat März für das darauffolgende Rechnungsjahr unter Vorlage der
Radfahr=
te bei dem Kreisamt zu entrichten.
Innerhalb der gleichen Friſten haben die Perſonen, die gemäß § 23 Befreiung
r der Abgabepflicht in Anſpruch nehmen, bei dem Kreisamt entſprechenden
An=
g zu ſtellen.
§ 20. Wer den Beſitz eines anmeldepflichtigen Fahrrades im Laufe eines Jahres
gibt oder verliert, hat dies dem Kreisamt ſeines Wohn= oder Aufenthaltsortes
rgſtens binnen einer Woche unter Vorzeigung der Karte und Rückgabe der Num=
Tplatte anzuzeigen.
Wer, ohne den Beſitz aufzugeben, das Fahrrad auf öffentlichen Wegen und
ätzen nicht mehr benutzen will, kann ſich durch Abmelden des Rades unter
Rück=
de der Nummerplatte von der weiteren Abgabepflicht befreien.
Die Abmeldung iſt in das nach § 16 zu führende Verzeichnis einzutragen und
n Abmeldenden auf Verlangen auf der ihm erteilten Karte zu beſcheinigen.
21. Verlegt der Beſitzer eines anmeldepflichtigen Fahrrades ſein
Wohn=
er Aufenthaltsort in einen anderen Kreis, ſo iſt das Rad bei dem Kreisamt, das
Radfahrkarte ausgeſtellt hat, abzumelden und bei dem für den neuen Wohn= oder
fenthaltsort zuſtändigen Kreisamt unter Vorlage der Radfahrkarte anzumelden;
5 letztere erteilt eine neue Nummerplatte und zieht die bisher geführte
Nummer=
rtte behufs Rückgabe an das zuſtändige Kreisamt ein.
§ 22. Es iſt verboten. Nummerplatten eigenmächtig anzufertigen, die Inſchrift
* Nummerplatten eigenmächtig zu ändern und ſolche Nummerplatten zu führen,
nicht von der zuſtändigen Behörde erteilt ſind.
Der Beſitzer eines mit Nummerplatte verſehenen Fahrrades darf dieſes an
dere Perſonen zur Benutzung auf öffentlichen Wegen und Plätzen nur
vorüber=
zend überlaſſen.
Verſteigerung von Altmaterial.
Am Mittwoch, den 30. ds. Mts.,
vormittags 11 Uhr,
finden ſich: 1 ſchott. Schäferhund, 2 Foxterrier, 1 Dachshund, 1 Pudel.
rden auf dem Grundſtück des ſtädtiſchen
rswerks an der Frankfurterſtraße die werden. Die Verſteigerung der nicht ausgelöſten Hunde findet dortſelbſt jeden
Werk=
chverzeichneten Altmaterialien öffentlich tag, vormittags um 10 Uhr, ſtatt.
iſtbietend verſteigert:
1. ca. 7000 kg Gußeiſen,
2. „ 17000 „ Schmiedeeiſen und
170
Meſſing.
3.
Die näheren Bedingungen werden kurz
r der Verſteigerung bekanntgegeben. Das
Fmaterial kann vorher an Ort und Stelle
geſehen werden.
(6420msi
Darmſtadt, den 17. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
für alle Klaſſen im Anſtaltsgebäude (Direktorzimmer) entgegengenommen.
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P. Friese, Tapezier, Viktoriastr. 26. (*7281mfm
F. Anenahmen.
§ 23. Von der Stempelabgabe ſind befreit:
Militärperſonen und ſonſtige Perſonen, die in Dienſten des Reiches oder eines
Bundesſtaates, einer Provinz, eines Kreiſes oder einer Gemeinde ſtehen und
Fahrräder überwiegend zur Erledigung der ihnen obliegenden
Dienſt=
geſchäfte benützen;
2. Perſonen, die das Fahrrad überwiegend als Beförderungsmittel zur Ar=
ſuche der in einer anderen Gemeinde oder mindeſtens B. Kikometer von der
Wohnung entfernt gelegenen Schule benutzen;
4. Perſonen, die ſich zum Kurgebrauch oder weniger als 30 Tage lang im
Groß=
herzogtum aufhalten;
5. Perſonen, die ein Fahrrad, für das die Stempelabgabe bereits entrichtet iſt,
vorübergehend benützen (§ 22, Abſ. 2).
§ 24. Wird auf Grund des § 23 eine Befreiung von der Stempelabgabe in
An=
ſpruch genommen, ſo iſt vorzulegen:
1. in den Fällen der Ziffer 1 eine Beſcheinigung der vorgeſetzten Dienſtbehörde
dahingehend, daß das Fahrrad überwiegend zu dienſtlichen Zwecken
ver=
wendet wird.
Mter ee erte e entetiteteit
zeibehörde beſtätigt ſein muß;
3. in den Fällen der Ziffer 3 eine Beſcheinigung der Bürgermeiſterei oder der
Polizeibehörde oder des Klaſſenlehrers.
Ueber den Anſpruch entſcheidet, vorbehaltlich der Beſchwerde an das
Miniſte=
rium des Innern, das Kreisamt, bei dem die Stempelabgabe zu entrichten ſein würde.
Die Steuerbehörden ſind verpflichtet, den Kreisämtern auf Verlangen jede zur
Entſcheidung erforderliche Auskunft zu geben.
§ 25. Eine Verpflichtung zum Führen einer Nummerplatte und zum
Mitführen einer Radfahrkarte beſtebt nicht für die in § 23 Ziffer 1 genannten
Perſonen, wenn:
1. dieſe bei Benutzung des Rades Uniform, Amtskleidung oder ein Amtsabzeichen
tragen, oder
2, das Rad als zu Dienſtzwecken beſtimmt von der vorgeſetzten Behörde kenntlich
gemacht iſt.
§ 26. Ob und inwieweit Ausnahmen von den in Gemäßheit des § 13 ergangenen
Vorſchriften für den dienſtlichen Radfahrverkehr der Beamten der Poſt= und
Tele=
graphenverwaltung und anderer öffentlicher Verwaltungen, fowie der Gendarmen
zuzulaſſen ſind, beſtimmt das Miniſterium des Innern.
G. Strafbeſtimmungen.
§ 27. Zuwiderhandlungen gegen die Vorſchriften über die Entrichtung der
Stempelabgabe werden nach dem Geſetz vom 12. Auauſt 1899 über den
Urkunden=
ſtempel in der Faſſung der Bekanntmachung vom 28. März 1907,
Zuwiderhand=
lungen gegen die übrigen Vorſchriften dieſer Verordnung und gegen die darin
vor=
behaltenen allgemeinen oder beſonderen polizeilichen Anordnungen (§ 13) in
Gemäß=
heit des § 366 Nr. 10 des Reichsſtrafgeſetzbuches mit Geldſtrafe bis zu 60 Mark oder
mit Haft bis zu 14 Tagen beſtraft.
Urkundenſtempelgeſetz.
Artikel 31, Abſ. 1. Die im Art. 14 Nr. 2 bezeichneten Perſonen haben, wenn ſie
den Vorſchriften bezüglich der Verpflichtung zur Entrichtung des Stempels
zuwider=
handeln, unbeſchadet ihrer Haftpflicht für den jehlenden Stempel (Art. 14), eine
Geldſtrafe verwirkt, welche dem vierfachen Betrage des hinterzogenen Stempels
gleichkommt, mindeſtens aber drei Mark beträgt. Jede zuwiderhandelnde Perſon
trifft die ganze Strafe. Auf Beamte findet dieſe Vorſchrift keine Auwendung.
Abſ. 3. Die Verhängung der Strafe erfolgt nach Maßgabe der Vorſchriften
des Geſetzes, die Einführung des Verwaltungsſtrafbeſcheids bei Zuwiderhandlungen
gegen die Vorſchriften über die Erhebung öffentlicher Abgaben und Gefälle betreffend,
vom 20. September 1890.
Abſ. 4. Wenn ſich aus den Umſtänden ergibt, daß eine Stempelhinterziehung
nicht hat verübt werden können oder nicht beabſichtigt worden iſt, ſo tritt ſtatt der
vorgedachten Geldſtrafe eine Ordnungsſtrafe bis zu zweihundert Mark ein.
Art. 33. Wer es, den beſtehenden Beſtimmungen zuwider, unterläßt, die nach
den Tarifnummern 10, 34, 40, 47, 48, 51, 58, 86 erforderlichen Erlaubnisſcheine und
Karten zu löſen, verfällt in die im Artikel 31 Abſ. 1 beſtimmte Strafe. Die
Vor=
ſchriften des Artikels 31 Abſ. 3, 4 finden entſprechende Anwendung.
Die hinterzogene Stempelabgabe iſt von demjenigen nachzuentrichten, der im
Falle der Löſung des Erlaubnisſcheines oder der Karte zur Zahlung des Stempels
verpflichtet geweſen wäre. Die Einziehung der Abgabe erfolgt nach Maßgabe der
Vorſchriften des Artikels 26.
Unterſteht die Perſon, die nach Abſ. 2 die Stempelabgabe nachzuentrichten hat,
wegen Minderjährigkeit oder wegen ihres geiſtigen oder körperlichen Zuſtandes der
Beaufſichtigung, ſo haftet für die Entrichtung der Stempelabgabe auch derjenige,
welcher kraft Geſetzes zur Führung der Aufſicht verpflichtet iſt. Die Haftbarkeit
tritt nicht ein, wenn der Aufſichtspflichtige
Betreffend: wie oben.
Darmſtadt, 15. Februar 1910.
Das Großherzogliche Kreisamt Darmſtadt
an die Großherzoglichen Bürgermeiſtereien des Kreiſes.
Vorſtehende Bekanntmachung empfehlen wir Ihnen wiederholt in geeignet
erſcheinender Weiſe zur Kenntnis der Intereſſenten Ihrer Gemeinde zubringen
J. E.: von Starck.
(3749a
Bekanntmachung.
Betreffend: Geſuch der Firma Friedrich Heyl von Darmſtadt um Genehmigung zur
Anlegung eines Dampfkeſſels.
Die Firma Friedrich Heyl, Maſchinenfabrik dahier, beabſichtigt auf dem
Grund=
ſtück Flur XXVII, Nr. 60½/0, 63¼/0, ¾10, gelegen zu Darmſtadt, Frankfurterſtraße, eine
Dampfkeſſelanlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang, vom Erſcheinen dieſes in
dem Amtsverkündigungsblatt an gerechnet, auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde
(Zimmer 32) zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes
ebenda vorzubringen.
(6660
Darmſtadt, den 23. März 1910.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.: Reinhart.
Antliche Nachrichtn des Groſherzaglichen Polzeiante Darmſtad.
Polizeilich eingefangene und zugelaufene Hunde.
In polizeilicher Verwahrung und Pflege in der Hofreite Schulzengaſſe Nr. 3 be=
Die Hunde können von den Eigentümern bei dem 1. Polizei=Revier ausgelöſt
Großherzogliches Realgymnaſium mit Vorſchule für
Realgymnaſium und Gberrealſchule.
Am Freitag, den 1. April ds. Js., vormittags von 9—12 Uhr, werden
Anmeldungen
(6555si
Die Großherzogliche Direktion:
Münch, Geh. Schulrat.
Das Hebregiſter über die für das
Ver=
waltungsjahr 1910 zur Erhebung
kommenden Kanalbenutzungsgebühren
liegt in der Zeit vom
29. März bis 11. April ds. Js.
während der Dienſtſtunden auf dem Büro
der Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zur
Ein=
ſicht der Intereſſenten offen.
(6641si
Etwaige Einwendungen ſind innerhalb
der gleichen Friſt, bei Meidung des
Aus=
ſchluſſes, mündlich oder ſchriftlich bei der
genannten Stelle vorzubringen.
Darmſtadt, den 21. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Ekert.
ſofort zu verkaufen:
Wegen Umzug 1 Diwan mit 2 Seſſeln,
1 Diwan=Chaiſelongue, Flur=
Garde=
robe ꝛc. Lichtenbergſtraße 25, 1. Stock lks.
(nächſt der Gutenbergſtraße).
(5881a
Seite 12.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Verlosung von Schuldverschreibungen
D
der Stadt Darmstadt.
In Vollziehung des Schuldentilgungsplanes der Stadt Darmſtadt ſind heute
nachſtehende 3½%ige Schuldverſchreibungen auf den Inhaber durch Verloſung zur
Rückzahlung berufen worden, nämlich:
1. Rückzahlbar am 1. Juli 1910:
Buchſt. G Abt. I Nr. 65, 186, 200, 317, 366, 384, 509, 657, 685, 744, 992, 1023.
„ 14, 38, 110, 412, 473, 599, 623, 820, 821, 855, 897, 1054, 1266, 1279.
„ „ „ III „ 55, 93, 145, 149, 199, 375, 420, 477.
2. Rückzahlbar am 1. September 1910:
Buchſt. M Abt. I Nr. 82, 145, 196, 228, 293, 340, 348, 494, 777, 818, 911.
„ „ II „ 28, 33, 86, 287, 320, 324, 543, 728, 815, 897, 1089, 1130, 1305, 1323,
1348, 1405, 1554, 1593, 1594, 1716, 2116, 2192, 2295, 2327.
„ „ „ III „ 182, 190, 319, 653, 711, 741, 742, 764, 787, 839, 1183, 1205, 1353,
1402, 1404, 1415, 1485, 1759, 1906, 1912, 1928, 1937, 1952, 2039.
IV.
32, 230, 292, 445, 700, 806, 927, 962, 1055, 1057.
Die Rückzahlung erfolgt außer bei unſerer Stadtkaſſe für das Anlehen Buchſt. G
bei den Niederlaſſungen der Bank für Handel und Induſtrie zu Darmſtadt, Berlin und
Frankfurt a. M.;
für das Anlehen Buchſt. M bei den Bankhäuſern Delbrück Leo & Co. und bei der
Nationalbank für Deutſchland in Berlin, ſowie bei der Deutſchen Vereinsbank, Filiale
Darmſtadt (vormals Bankhaus Ed. G. Gerſt zu Darmſtadt) und bei dem Bankhauſe
Ferdinand Sander zu Darmſtadt.
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hört mit den oben genannten
Verfall=
terminen auf.
Die nachverzeichneten 3½% igen Schuldverſchreibungen ſind bereits gekündigt,
aber noch nicht zur Einlöſung gekommen und zwar:
auf den 1. September 1907:
Buchſt. V Abt. IV Nr. 392 à 200 Mk.
auf den 1. Juli 1909:
Buchſt. G Abt. I Nr. 1110 à 1000 Mk.
641 à 500 „
„
,
„ III „ 177 u. 231 à 200 Mk.
,,
„ K „ III.
1020 à 500 Mk.
„
auf den 1. September 1909:
Buchſt. V Abt. II Nr. 395 und 712 à 1000 Mk.
„ III „ 320 à 500 Mk.
5 „ „ IV
„ 190, 535 und 921 à 200 Mk.
auf den 1. Oktober 1909:
Buchſt. L. Abt. II Nr. 689, 1316, 1338, 1540 und 1970 à 1000 Mk:
„ 1076 à 200 Mk.
Gaswerksanleihen Buchſt. A. Nr. 364, 753 und 1011 à 200 Mk.
auf den 1. November 1909;
Buchſt. 3 Abt. I Nr. 18 à 2000 Mk.
„ III „ 990 à 500 „
447 à 200
„ „ IV
auf den 1. Februar 1910:
Buchſt. II Abt. I Nr. 519 und 833 à 2000 Mk.
IV „ 306
403 à 200
Die Verzinſung der Schuldverſchreibungen hat von den angegebenen Tagen an
aufgehört.
Darmſtadt, den 21. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Schulgeld=Erhohung.
Auf Beſchluß der Stadtverordneten=Verſammlung vom 17. Februar und mit
Ge=
nehmigung Großh. Miniſteriums des Innern vom 19. März 1910, zu Nr. M. d. J. I
2256, wurden die Schulgeldſätze für die Viktoriaſchule und das Lehrerinnenſeminar mit
Wirkung vom 1. April 1910 ab wie folgt feſtgeſetzt:
I. Viktoriaschule.
a) für Schülerinnen, deren Eltern oder an ihre Stelle getretene
Unterhaltungs=
pflichtige ihren Hauptwohnſitz im Bezirk der Stadt Darmſtadt haben, jährlich:
in den Klaſſen 1—4 140 M., 5—10 130 Mk.
b) für alle anderen Schülerinnen jährlich: in den Klaſſen 1—4 160 M., 5—10 150 M.
II. Frühere Reineck’sche Schule
jährlich 130 Mk.
III. Seminar.
a) für Seminariſtinnen, deren Eltern oder an deren Stelle getretene
Unterhaltungs=
pflichtige, oder die ſelbſt, inſofern ſie großjährig ſind, zur Zeit des Eintritts in das
Seminar mindeſtens ſeit 2 Jahren die heſſiſche Staatsangehörigkeit beſitzen oder ſeit
mindeſtens 2 Jahren im Großherzogtum Heſſen ihren Hauptwohnſitz haben, jährlich:
in den Klaſſen 1 200 Mk., 2—4 150 Mk.
Bei Töchtern von Beamten und Militärperſonen, die nach Heſſen verſetzt worden
ſind, ſoll von dem Erfordernis des zweijährigen Zeitablaufs abgeſehen werden.
b) für alle nicht unter die Beſtimmungen unter a fallende Seminariſtinnen
jährlich: in den Klaſſen 1 220 M., 2—4 170 Mk.
c) für Hoſpitantinnen halbjährlich für jede Wochenſtunde 6 Mk.
für Geſchwiſter in der Viktoriaſchule und in den Mittelſchulen bleibt die
bisherige Schulgeldermäßigung beſtehen. Hiernach iſt zu zahlen: für das
1. Kind das vokle Schulgeld, für das 2. Kind ¾ des Schulgeldes, für das 3.
und jedes folgende Kind die Hälfte des Schulgeldes derjenigen Anſtalt und
Klaſſe, die ſie beſuchen.
Darmſtadt, den 22. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
Dr. Gläſſing.
Konservatortum tar-Ausin
Gegründet 1878. Direktor Wilhelm Süss. Mühlstrasse 70.
Das Sommerhalbjahr beginnt mit 4. April. Anmeldungen
vormittags erbeten. Proſpekte unentgeltlich auf der Direktion
und in der Hofmuſikalienhandlung Gg. Thies Nachf. (6501dis
Schreivmaſchinen- und Bienographie=
Unterricht (Gabelsberger).
Neue Kurſe beginnen Donnerstag, den 31. März.
Frau Hedwig Opel,
(6292ii
12 Soderstrasse 12.
12 Soderstrasse 12.
Nummer
Nutzholz-Verſteigerung.
Mittwoch, 30. und Donnerstag, 31. d. Mts., von vormittags 9 1
werden in dem oberen Lokale der Turnhalle dahier (Woogsplatz Nr. 5) aus d
manialwaldungen hieſiger Oberförſterei und den Waldungen des Philippsh.
verſteigert:
3 Eichen
10
63
Eſche
39 Buchen
1 Hainbuche
11
1 Birke
5 Linden
12 Kiefern
74 Lärchen
Fichte
10 Weißtannen
, 71. ,— 0,53 „ 2 Erlen VI. „ , — 5,51 „ II. , — 18,46 „ 50 Kiefern III. „ IV. , 4,44 „ , — 19,98 „ N , — 1,23 „ 122 Fichten V. „ , — 2,30 „ IV , — 1,11 „ 3 Weymutskiefern V. „
— 41,4.
— 24,0
— 1,3
37 Birken — 1,75 „
1953 Fichten — 92,54 „
19 Buchen — 0,75 „
34 Lärchen — 3,22 „
Reisſtangen: 121 Fichten
1,27 fm.
Das Fichtenſtangenholz in Diſtrikt Haſenruh wird am zweiten Tage ver
alles übrige Holz am erſten Tage. Kaufliebhaber werden erſucht, das Holz
Verſteigerung einzuſehen. Die Großh. Forſtwarte Schimpf dahier (Forſtmeiſte
Klipſtein zu Forſthaus Böllenfalltor und Forſtwartaſpirant Kirſchner dahier
platz 2) werden dasſelbe auf Verlangen vorzeigen. Nummerverzeichniſſe werde
ausgegeben.
Darmſtadt, 22. März 1910.
Großherzogliche Oberförſterei Beſſungen.
Heinemann.
Stamm=, Stangen= und Brennholz=Verſteigern
Montag, den 4. April I. J., vormittags 9½ Uhr
anfangend, werden im Roßdorfer Gemeindewald, Diſtrikt Mark, an Ort und
verſteigert:
2 Eiche
Stämme:
— 2,45 fm
7 Kiefern — ; 4,87 „
25 Lärche — 5,20 „
126 Fichte ( — 40,61 „
Derbſtangen: 25 Lärche — 1,03 „
Zuſammenkunft auf der Kubig.
Dienstag, den 5. April I. J., vormittags 9½ Uhr
anfangend, auf dem Rathaus dahier aus dem Diſtrikt Mark
Scheiter, rm: 7 Buche, 8 Eiche, 359 Kiefern, 4 Fichte, 7 Birke,
Knüppel, „ 32
„ 15 „ 148
„ 13 „ 20 Erle,
Stöcke,
16
185
4
Wellen, Stück: 4025 Buche, 1525 Eiche, 825 Kiefern, 70 Fichte, 490 Birke,e
verſteigert.
(66
Förſter Haber zu Roßdorf erteilt nähere Auskunft.
Roßdorf, den 22. März 1910.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Roßdorf.
Müller.
Darms
ädter Faddgegiam
58 Heerdweg 58
ſtaatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte Privatſchule mit Real= und Gym
Abteilungen und den Klaſſen Sexta bis Oberprima.
Sorgfältige und gewiſſenhafte Vorbereitung zum Einjährigen=, Primane nd
Abiturienten=Examen, auch für Damen.
— An der Anſtalt unterrichten 14 Lehrer.
Im Jahr 1909 beſtanden 16, im Frühjahr 1910 11 Einjährige.
Näheres durch den Leiter
M. Elias
Alleeisendier
Beginn des Sommersemesters am 12. April.
Kursus zur Ausbildung von Handarbeitslehrerinnen, Dauer 1 J
Kurse für Hand= und Maſchinennähen, Stopfen und Flicken, Weiß= und Bun
Kleidermachen, Bügeln, Klöppeln, Brennen und Kerbſchnitt.
Handelskursus, Dauer 1 Jahr: einf. u. doppelte Buchführung u. amerik
Syſtem, Korreſpondenz, Rechnen, Stenographie u. Maſchinenſchreiben. —
tantinnen werden zu den einzelnen Fächern zugelaſſen.
Anmeldungen werden am 2., 5. und 9. April, vorm. von 10—12 1im
Vorſtandszimmer der Schule, Friedrichſtr. 4, entgegengenommen. — Sprechſtu: Cer
Oberlehrerin: Freitags von 2—4 Uhr ebendaſelbſt.
Der Vorſtand
Staatlich konzeſſionierte und beaufſichtigte
tressische Handels-Lehranstift
Rheinstrasse 1, I. DARMSTADT am Ernst-Ludwig
Zweck: Die Anſtalt bezweckt, nicht mehr ſchulpflichtigen jungen Leuten durch
diſchen, für die Praxis bearbeiteten kaufmänniſchen Unterricht die Möglic zu
geben, eine ſelbſtändige Stellung in einem Kontor zu bekleiden.
Art des Unterrichts: Derſelbe wird vornehmlich erteilt durch Ausarbeitung m der
dem wirklichen Geſchäftsleben nachgebildeter Geſchäftsgänge. Am Schl
Kurſe finden Prüfungen ſtatt. Zur gefl. Beachtung: Schulmäßiger.
unterricht; auf beſonderen Wunſch auch Einzelkurſe.
Lehrfächer: Je nach Wahl des Kurſus: Deutſche Sprache, einfache und
(ital. und amerik.) Buchführung, kaufm. Rechnen einſchl. Kontokorre
Handelskorreſpondenz und Kontorpraxis, Wechſel= und Scheckkunde, Bar
Börſenkunde, Handelsbetriebslehre, Handelsgeographie, Kalligraphie, Steno
und Maſchinenſchreiben; außerdem auf Wunſch: Franz. und engl. H
Ple
I Nt.
(Ihl.
(e
Handelsſchule
des Darmstädter Pädagogiums.
Mit Beginn des neuen Schuljahres wird dem Darmſtädter
Pädagogium eine Handelsschule angegliedert.
Sie hat den Zweck, junge Leute, die ſich dem kaufmänniſchen Beruf widmen
wollen, in allen Handelswiſſenſchaften gründlich auszubilden.
Der Unterricht wird erteilt von einem aus dem Volksſchullehrerſtande
hervorge=
gangenen, an der Akademie für Sozial= und Handelswiſſenſchaften in Frankfurt a. M.
ausgebildeten und geprüften Handelslehrer.
Näheres durch den Leiter
M. Elias, Hochſtraße 58.
B6006)
§ 10es
korreſpondenz.
Dauer des Unterrichts: e) Für erwachſene Herren und Damen je nach W.
Kurſus 3—6 Monate; b) für ältere Schüler und Schülerinnen mit entſpre
Vorkenntniſſen 6 Monate; e) für junge Leute im fortbildungsſchulpflichtige
6—12 Monate, alles bei vollem Tages unterricht. (Abendunterricht nur
Es werden nur Schüler und Schülerinnen aufgenommen, welche die
Huen
Vorkenntniſſe durch ein befriedigendes Abgangszeugnis von einer Pflie
nachzuweiſen vermögen. Die Anſtalt vermittelt fleißigen Schülern koſtenl
(ähr
Eintritt in kaufmänniſche Stellungen.
Das Sommer=Semeſter beginnt Dienstag, den 12. April, vorm.e
Proſpekte ſind in der Anſtalt, Rheinſtraße 1, I., erhältlich; daſelbſt
Anmeldungen Montag bis Freitag von 12—1 Uhr und nachmittags von 3
entgegengenommen.
Wilh. Siedersleben, ſtaatl. geprüfter Handelsleh
und zwar an der Handelshochschule zu Leipzig und der Akademie für Sozifd
Handelswissenschaften zu Frankfurt a. M.
Forderungen (5990a
erledigt Hessisches Bureau, Darmstadt, Kirchstrasse 21.
Gut erhalt. ſechsſitziges, ein= u. zweiſpännig.
(5395a
Break zu verkaufen
Pankratiusſtraße 46.
Schwarzer Gehrock
für ſchlanke Figur zu verkaufen
B4873)
Wittmannſtraße 3, 1. Stock.
hitt billigſt Wälh. Castan,
Porzellanhill Kirchſtraße 5.
(4723a
Pädagogium Neuenheim-Heidelbe
1908/09: 32 Einjahrige, 26 für Prima und Ober II. Real- und
nasialklassen. Einzelbehandlung. Aufgaben unter Anleitung in der
Familieppenstonat in eigener Villa. Zimmer mit 1—3 Betten, Fr
ergebnisse etc. durch die Direktion.
Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Seite 13.%
lenderung der Preiſe des aus dem
ſtädtiſchen Gaswerk Darmſtadt
ab=
rgehenden Gaſes.
Die Stadtverordneten=Verſammlung hat
urch Beſchluß vom 10. März d. Js. mit
Virkung vom 1. April d. Js. an den
preis für das zu Leucht=, Koch= und Heiz=
Decken aus dem ſtädtiſchen Gaswerk
Darm=
adt, ſowohl an Private als auch an
Reichs=
ind Staatsbehörden, abzugebende Gas für
as ganze Jahr auf 16 Pfennig für den
ubikmeter feſtgeſetzt.
Der ſeitherige Preis von 12 Pfennig
ir den Kubikmeter für das zu
Motor=
wecken verwendete Gas bleibt beſtehen,
ur wird in Straßen, in denen elektriſche
ichtkabel liegen, für Motorgas, das
aus=
bließlich, oder zum überwiegenden Teile
Im Betrieb von Lichtmaſchinen abgegeben
ird, der Preis von 16 Pfennig für den
ubikmeter in Anſatz gebracht.
Die ſeither auf das aus Automaten
be=
ogene Gas am Schluſſe des
Rechnungs=
ihres gewährte Rückvergütung von 2 Pfg.
uf 1 Mark Gasgeld kommt vom 1. April
Js. ab in Wegfall.
Darmſtadt den 22. März 1910.
droßherzogliche Bürgermeiſterei Darmſtadt
I. V.: Ekert.
(6651sid
Wegſperrung.
Im Anſchluß an unſere Veröffentlichung
om 15. lfd. Mts. geben wir bekannt, daß
er alte Arheilger Weg von der Gärtnerei
Valter bis zur Hammelstrift wegen der
n dem Bahnübergang auszuführenden
Vaſſerleitungsanlagen weiterhin für den
urchgehenden Fuhrwerksverkehr bis
ein=
hließlich den 2. April ds. Js. feldpolizeilich
eſperrt bleibt.
(6699im
Darmſtadt, den 26. März 1910.
Großh. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.: Jaeger.
Steuer-Erhebung.
Das 5. und 6. Ziel der
Gemeinde=
keuern für das Rechnungsjahr 1909 iſt,
ei Vermeidung der Mahnung, bis Ende
ieſes Monats hierher zu entrichten.
Zahlſtunden an allen Werktagen, vor=
Tittags von 8½ bis 12½ Uhr. Vom
April ab Beginn der Zahlſtunden um
Uhr.
(5679a
Darmſtadt, den 10. März 1910.
Die Stadtkaſſe.
Koch.
Die Lieferung
ſon 1000 cbm Rheinſand ſoll an hier
woh=
lende Lieferanten verdungen werden.
Die Lieferungsbedingungen liegen bei
em unterzeichneten Amte, Zimmer Nr. 7,
vährend der Dienſtſtunden zur Einſicht
ffen. Auch werden dort die Angebotſcheine
bgegeben.
Angebote ſind bis
Samstag, den 2. April I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
zei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 24. März 1910.
Tiefbauamt.
Keller.
(6667im
** 2)
Konkursverfahren.
Nachſtehender Gerichtsbeſchluß wird
hier=
durch zur öffentlichen Kenntnis gebracht:
Ueber das Vermögen der offenen
Han=
elsgeſellſchaft Bavaria=Drogerie (
Kauf=
eute Hans Wagenbrenner und Veit
zu Darmſtadt, wird heute, am 23. März
ahren eröffnet, da die Gemeinſchuldner
elbſt den Antrag geſtellt und ihre
Zah=
ungseinſtellung und damit ihre Zahlungs=
Anfähigkeit glaubhaft gemacht haben.
Der Gerichtsvollzieher i. P. Reibſtein
rnannt.
Konkursforderungen ſind bis zum
Zumelden.
Es wird zur Beſchlußfaſſung über die
Beibehaltung des ernannten oder die Wahl
zines anderen Verwalters, ſowie über die
Beſtellung eines Gläubigerausſchuſſes und
eintretenden Falls über die in § 132 der
Konkursordnung bezeichneten Gegenſtände
und zur Prüfung der angemeldeten
Forde=
rungen auf
Mittwoch, den 20. April 1910,
nachmittags 4 Uhr.
vor dem unterzeichneten Gerichte, Zimmer
Nr. 219, Termin anberaumt.
kursmaſſe gehörige Sache in Beſitz haben
Oder zur Konkuxvmaſſe etwas ſchuldig ſind,
wird aufgegeben, nichts an den
Gemein=
ſchuldner zu verabfolgen oder zu leiſten,
auch die Verpflichtung auferlegt, von dem
Beſitze der Sache und von den Forderungen, richtes am 4. April.
für welche ſie aus der Sache abgeſonderte
Befriedigung in Anſpruch nehmen, dem
Konkursverwalter bis zum 16. April 1910
(6661
Anzeige zu machen.
Darmſtadt, den 24. März 1910.
Der Gerichtsſchreiber
Großh. Amtsgerichts I zu Darmſtadt.
Pferde=Verkauf.
Freitag, den 1. April, vormittags
11 Uhr,
werden auf dem Hofe der Kaſerne
Eſcholl=
pferde öffentlich meiſtbietend gegen Bar=
Zahlung verſteigert.
(6670
Darmſtadt, den 24. März 1910.
Train=Bataillon Nr. 18.
as Nachtragen von Büchern
Fortzugs=
ſucht gewiſſenh. Dame zu übernehmen.
Bekanntmachung,
die Aufſtellung der Kehrichtgefäße betreffend.
Beſtehender Vorſchrift zufolge iſt das Aufſtellen der Kehrichtgefäße vor den
Hofreiten auf der Straße verboten. Ebenſo dürfen offene Kehrichtgefäße innerhalb
der Hofreiten an den Eingängen nicht ſo aufgeſtellt werden, daß ihr oft widerwärtiger
oder ekelhafter Inhalt von der Straße aus geſehen werden kann.
Die Schutzmannſchaft iſt erneut angewieſen, hierauf ein beſonderes Augenmerk
zu haben und gegebenenfalls einzuſchreiten.
(6712im
Darmſtadt, den 24. März 1910.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
Dr. Kranzbühler.
Bekanntmachung.
Donnerstag, den 31. März I. Js.,
vormittags 10 Uhr,
ſollen die den Karl Ludwig Hennemann
Eheleuten in Heidelberg, in hieſiger
Gemar=
kung zuſtehenden Immobilien:
qm
Flur
9415
(/100 285 Hofreite Heinrichſtr.,
IV 60859/100 473 Hofreite
Arheilger=
ſtraße,
in unſerm Bureaü zwangsweiſe verſteigert
(K19/10
werden.
25 „
5 M.
Darmſtadt, den 22. Februar 1910.
Heidenreich von Siebold ſche Stiftung Großherzogliches Ortsgericht Darmſtadt I.
(L4467,63
Müller.
für arme Wöchnerinnen.
In der heute in Gegenwart der hohen Protektorin, Ihrer Königlichen Hoheit der
Bekanntmachung.
Großherzogin ſtattgehabten 50. Generalverſammlung wurde über die Tätigkeit der
Dienstag, den 26. April 1910,
Stiftung im Jahre 1909 und über deren Vermögensverhältniſſe Bericht erſtattet.
vormittags 11 Uhr,
Nach dieſem Bericht erhielten im Jahre 1909 in 334 Fällen (gegen 306 im
Vor=
ſollen die der Adolf Theiß Ehefrau, Marie,
jahr) arme Wöchnerinnen Unterſtützungen.
geb. Laulherr, dahier zugeſchriebene Liegen=
Nach der von der Generalverſammlung genehmigten Rechnung beliefen ſich in 1909:ſchaften:
Die Einnahmen:
qm
Flur Nr.
An Kapitalzinſen
2857 Mk. 27 Pfg.
239 778 Hofreite Schulſtraße
„ Mitgliederbeiträgen
2599 „ 20 „
(Beſſungerſtraße 88),
„ Kaſſevorrat aus vorigem Jahr .
1927 „ 34 „
98 Grasgarten daſelbſt,
240
I
Legaten und Geſchenken?):
556 Grabgarten daſelbſt,
241
Geſchenk von Ungenannt durch Fräulein Jonghaus
in unſerem Geſchäftszimmer, Wittmann=
„ Ungenannt durch Frau Dr. Maurer 20 „
ſtraße 1, zwangsweiſe verſteigert werden.
„ Frau Hauptmann Locher gelegentlich
Darmſtadt, den 12. März 1910.
der Geburt einer Enkelin .
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt II.
„ Herrn Kommerzienrat Louis Trier
,
(Beſſungen).
anläßlich des Todes ſeiner Schwieger=
(L5697,64
Frantz.
mutter
, 50 „
1
Frau M. Stern
„ 20 „
.
Bekanntmachung.
„ Frau Hofrat Edward
10 „
Dienstag, den 29. März, vormittags
„ Herrn Otto Wolff anläßlich der Hoch=
11 Uhr,
zeit der Tochter durch Frau Dr. Maurer 30 „
ſollen auf hieſigem Eilgutſchuppen 20 Steigen
Alwin Schenk (Amerika) durch Herrn
,
,
Salat öffentlich an den Meiſtbietenden
Geheimerat Mangold
8 „ 80 Pfg
gegen ſofortige Barzahlung verkauft
Frau Hauptmann Freytag
,
„
,
(6716
werden.
Frau Lilli Wolfskehl
. 50 „
„
Darmſtadt, den 26. März 1910.
M. Stern
20. „
,
Eilgutabfertigung H. L. B.
Herrn Ludwig Joſeph und Frau . 100 „
,
,
„ Frau Adolf Trier
100 „
25
„ Frau Sanitätsrat Dr. Maurer anläß=
,
Forderungen
lich der Feier ihrer ſſilbernen Hochzeit 100 „
„ Frau Clara Merck und Herrn Gg.
an den Nachlaß der am 18. Dezember 1909
Merck zum Andenken an die verſtorb.
verſtorbenen Frau Rechtsanwalt Heu=
Frau Geh. Kommerzienrat W. Merck 1000 „
mann Witwe bitte ich bis zum 10. April d. J.
1608 „ 80
60
„ „ Herrn Adolf Trier
(6677
bei mir anmelden zu wollen.
Summe der Einnahmen 8302 M. 61 Pfg.
Staedel, Rechtsanwalt,
*) Anmerkung. In der abgelaufenen Zeit dieſes Jahres gingen weiter an
Eliſabethenſtraße 14.
Geſchenken uſw. für die Stiftung ein und gelangen in der Rechnung für 1910 zur
Nachweiſung:
10 Mk.
Geſchenk von Frau Hofrat Edward
einer Ungenannten zum 23. März 1910
durch
Frau
Dr. Maurer
An Unterſtützungen
„ Verwaltungskoſten
„ ausgeliehene Kapitalien
Die Ausgaben:,
4079 Mk. 54 Pfg.
226 „ 87 „
,
1449 „ 64 „
5756 Mk. 05 Pfg.
Verglichen erſcheint Reſt 3 236 Mk. 56 Pfg=
Das Kapitalvermögen beträgt 77659 Mk. 45 Pfg.
Darmſtadt, den 23. März 1910.
(6662
Für den Vorſtand und den Verwaltungsrat:
Frau Dr. Maurer.
Dr. Glässing.
Mamer Fräblahes Tardte und Podlenmaſt 10.
Am Donnerstag, den 21. April, vormittags, findet im
Gebiete des ſtädt. Viehhofes der Frühjahrs-Pferde- und
Kötzner, perſönlich haftende Geſellſchafter) Fohlenmarkt, verbunden mit einer Ausſtellung von Wagen,
1910, nachmittags 1 Uhr, das Konkursver=Geſchirren, Stallutenſilien, landw. Maſchinen und Geräten,
Prä=
miierung des Pferdematerials, ſowie großes Preis=Reiten und
=Fahren ſtatt.
Marktprogramm nebſt Prämiierungsplan ſind durch die Schlacht= und Viehhof=
Verwaltung Mainz zu beziehen, welche auch für Ausſtellung, ſowie zur Reſervierung
n Darmſtadt wird zum Konkursverwalter von Stallungen und Prämiierung ꝛc. Anmeldungen entgegennimmt und weitere
Aus=
künfte erteilt.
Die mit dem Markte verbundene Verloſung findet am 23. April ſtatt. Der
12. April 1910 bei dem Gerichte an=Generalvertrieb der Loſe à 1 Mark iſt dem Herrn Karl Anger, Mainz, übertragen
Mainz, im März 1910.
(J6691,76
Die Städt. Pferdemarktkommiſſion.
Der Vorſitzende: Berndt.
Nächste Verlosungen:
Metzer Geldlotterie, Ziehung am
4. u. 5. April, per Los Mk. 3.—
Nürnberger St. Lorenzkirch=
Geld=
lotterie, Ziehung am 7. u. 8. April,
per Los Mk. 3.—.
1. Arnſtädter Geld=Lotterie, Ziehung
am 16., 18. u. 19. April per Los Mk. 1.
Frankfurter Wohlfahrts=Lotterie,
Ziehung am 20. u. 21. April, per
Los Mk. 1.—,
(5680a
empfiehlt und verſendet Philipp J.
Schmidt, Königl. Preuß. Lotterie=
Einnehmer, Darmstadt, Rheinſtraße 33.
Sarfenkles
Beſſunger gelber . . per Zentner 30 Pfg.
Baſalt blauer.
60
,
„
Marmor weißer
1.20 Mk.
Marmor=Einfaßſteine p. lfd. Mtr. 1.20 „
Alte gute Miſtbeeterde. p. Ztr. 1.— „
Alte abgelagerte Moorerde „ 1.50 „
Alter Baulehm für Roſen
und Erdbeeren . .
1.00
VVF
Torfmull, ganze Ballen 5 M., halbe 3 Mk.
frei ins Haus
(6665
Gebrüder Wenz
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ſowie alle übrigen Orchester-Instrumente, Gesang, Theorie etc.
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ſtraße, und in dem Inſtitute, Soderſtraße 6, zu haben.
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2.
Seite 14.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Nummer 72
Handel und Verkehr.
H. Frankfurt a. M., 26. März. B.
örſen=
wochenbericht. Die bevorſtehenden Feiertage
mach=
ten ſich bereits in dieſer Woche durch einen ſehr ſtillen
Geſchäftsgang bemerklich. Nachdem die Londoner und
Pariſer Börſen jetzt bis zum nächſten Dienstag
ſchlie=
ßen, iſt die Abitrage nur auf die Berliner und Wiener
Märkte angewieſen und der Spekulation dadurch enge
Grenzen gezogen. Unſere Börſen bekundeten indes
während den Verkehrstagen eine recht zuverſichtliche
Haltung, beeinflußt durch die Tatſache, daß die Deutſche
Reichsbank, trotz einem ziemlich hohen Geldbedürfnis,
den offiziellen Diskontſatz unverändert, alſo auf 4
Pro=
zent belaſſen kann. Der Privatdiskonto konnte ſich auf
etwa 3¼ Prozent ermäßigen und dadurch eine
weſent=
lich erſtarkte Geldlage, gegenüber den
Auslandsmärk=
ten, dokumentieren. — Ein weiter günſtiges Symptom
zur Feſtigkeit waren die äußerſt befriedigenden
Aus=
laſſungen in der Generalverſammlung der Diskonto=
Geſellſchaft, die über ein weiter entwickeltes Konto=
Korrent=Geſchäft berichtete und für das Jahr 1910 ein
ebenſo normales Gedeihen des allgemeinen Handels
verſpricht. Allerdings wird auch dabei erwähnt,
daß der eingeführte Scheckſtempel nicht ſonderlich den
Scheckverkehr gefördert habe.
Zu den Einzelheiten des Verkehrs übergehend,
lagen deutſche Renten recht feſt, durch die Preſſenotizen
über die angeſtrebten Zwangsinveſtitionen der
ſtaat=
lichen berufsgenoſſenſchaftlichen Verſicherungsanſtalten
in deutſchen Anleihen. Von den ausländiſchen
Staats=
ſonds waren ruſſiſche in guter Frage auf die Beſſerung
der Reſultate der ruſſiſchen Eiſenbahnen. Der günſtige
Abſchluß der „Dette Publique” blieb auf türkiſche
Werte vorläufig ohne Einfluß. Türkiſche Loſe ſogar
abgeſchwächt auf Spekulations=Realiſationen. Serben
und Bulgaren teilweiſe mehr beachtet, infolge der
Für=
ſtenbeſuche in Konſtantinopel und Petersburg. Am
Bankenmarkt war es ſehr ſtill und vermochte ſelbſt der
Abſchluß der „General Mining”, der für die deutſche
Bankwelt doch von lebhaftem Intereſſe, kaum größere
Bewegung hervorzurufen.
Von Transportaktien ſind diejenigen der
Allge=
meinen Deutſchen Kleinbahn um 2 Prozent höher; ſonſt
kaum nennenswerte Veränderungen. An der New=
Yorker Börſe iſt die Unternehmungsluſt ebenfalls
ver=
mindert, da die Wolke der Truſt=Prozeſſe immer noch
ziemlich ſchwer über Wall=Street (Hauptſitz der
Han=
delswelt) hängt. Die Entſcheidung in der Angelegenheit
des Tabaktruſtprozeſſes iſt bis zum Augenblick noch
nicht gefallen; ebenſo befürchtet man dort eine
Geld=
verteuerung. Auf dem Montangebiet war die Haltung
nicht einheitlich, aber im ganzen doch ſchließlich etwas
feſter; ſelbſt Deutſch=Luxemburger ſind erholt, da die
Kapitalserhöhung ſich nur auf 15 Millionen Mark
be=
ſchränkt, während man ſich ſchon auf 22 Millionen Mk.
gefaßt gemacht hatte. Die Dividendeloſigkeit der
Ober=
ſchleſiſchen Eiſen=Geſellſchaft (Caro=Hegenſcheidt)
be=
wirkte für die Aktien einen Rückgang bis 99 Prozent.
Kohlenwerte waren hingegen beſſer beachtet; man
wollte unter anderem Anzeichen für eine Befferung der
Lage des Koksmarktes erblicken. Ferner hat der
Be=
ſchluß=des Kohlenſyndikats, die Ausfuhrvergütung aus
Halbzeug und Fertigfabrikaten aufzuheben,
ſtimulie=
rende Wirkung gehabt.
Regeres Intereſſe beſtand wieder auf dem
Kaſſa=
induſtriemarkte, beſonders für Chemiſche Aktien, auf
die Mitteilungen über ein neues Verfahren zur
Ge=
winnung von Ammoniak. Auch Kunſtſeide, Aluminium
und einzelne Zementaktien ſchließen höher; niedriger
bingegen ſind Holzverkohlung, bis 210¾, da die
Divi=
dendeerwartung von 12 Prozent nicht eintrifft, ſondern
11 Prozent in Ausſicht ſtehen.
Von Kolonialwerten waren Anteile der Deutſchen
Kolonialgeſellſchaft für Südweſtafrika bis etwa 1425
erholt; ſonſt notieren nominell Territorries 14/6, South
Caſt African 10/3, Colmanskop 71/2, South Weſt Afrika
185,75, Otavi 225 und Deutſch=Oſtafrikaniſche
Geſell=
ſchaft 124.
Kaliaktien konnten ſich befeſtigen, trotzdem Herr
Müller (Fulda) die von der Börſe gehegten
Hoffnun=
gen auf eine Zurückziehung des Zentrumsantrages in
der Kalikommiſſion durch ein Dementi zunichte gemacht
hat. Zu erwähnen iſt auch die Mattigkeit der
Perua=
ner in London, bis 11½ und 38½, auf die Verſchärfung
des Konflikts mit Chile, was ſich für chileniſche Werte
durch Nachgeben des Wechſelkurſes für London zeigte.
Von Loſen notieren: Augsburger 40.65,
Braun=
ſchweiger 216.00. Finnländer 192.00, Freiburger 58.00,
Meininger 39.50, Pappenheimer 76.00, Ungariſche 384.00,
Genua 246B, Mailänder 45 Fr.=L. 145.50, Mailänder
10 Fr.=L. 31.75, Türkiſche 179.00, Venediger 42.00, in
Reichsmark; Gothaer Präm. I 139.10, Gothaer Präm. II
117.25, Donau=Regulierung 143.50, Madrider 77.90, in
Prozent; ferner ſchließen: 4proz. 1918er Reichsanleihe
102.10, 3½proz. Reichsanl. 93.50, 3proz. Reichsanl. 84.75.
4proz. Heſſen von 1899 100.70, 4proz. Heſſen von 1906
101.00, 4proz. Heſſen von 1908 101.60 G, 4proz. Heſſen
von 1909 101.60 G, 3½proz. Heſſen 92.20, 3proz. Heſſen
81.40, 4proz. Darmſtädter 101.30, 3½proz. Darmſtädter
92 G, Darmſtädter Bank 136.20, Süddeutſche Eiſenbahn=
Geſellſchaft 123.40, Balt. and Ohiv 111.75, 4proz. Heſſ.
Landes=Hypotheken=Pfdbr. (Serie 18—20) 101.60 G,
2½proz. Heſſ. Landes=Hyp.=Pfdbr. (Serie 9—11) 92.80 G,
4proz. Heſſ. Kommunal=Pfandbriefe (S. 10—12) 101.60 G,
3½proz. Heſſ. Kom.=Pfdbr. (S. 1—3) 93.40 G, 3½proz.
Heſſ. Kom.=Pfdbr. (Serie 4) 92.80 G, 4½proz. Ruſſen
100.25, 4proz. Ruſſen (1902er) 90.95, 3/uproz. Ruſſen
87.50, 3½proz. Ruſſen 85.40, 3proz. Ruſſen 78.40, 4
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Nummer 72.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Seite 5.
warze. Die Beſtimmungen über die feldgrauen
Uni=
rmen der Muſikmeiſter und Unterärzte ergehen
be=
nders.
* Berlin, 26. März, Der „Reichsanzeiger” ver=
Fentlicht einen Erlaß des Kaiſers, wonach den
Teil=
hmern der folgenden militäriſchen
Unter=
ehmungen in Südweſtafrika 1908 als
riegsjahr anzurechnen iſt: das Patrouillengefecht
i Geinab vom 27. Auguſt 1908, die Unternehmungen
1d Zuſammenſtöße vom 18. bis 26. Dezember 1908 beim
infall der Hottentottenbande unter Abraham Rolfs in
rs Schutzgebiet.
Luftſchiffahrt.
* Hamburg, 26. März. Für die
Zeppelin=
alle in Hamburg wurden bisher rund 650000
kark gezeichnet.
* Dresden, 28. März. Bei dem vom Sächſiſchen
erein für Luftſchiffahrt veranſtalteten
Ballon=
ettfliegen, das geſtern in Reick bei Dresden
attfand, ſtiegen 26 Ballons auf, von denen ſich 10 an
r Ballonfuchsjagt und 16 an der Weitfahrt
beteilig=
n. Der Fuchsballon „Dresden”, Führer Lenert,
lan=
ete zu vorſchriftsmäßiger Zeit in Albersdorf bei
öhmiſch=Leipa. Ihm zunächſt, 390 Meter entfernt
ndete der Ballon „Sachſen”, Führer Roſtosky vom
hemnitzer Verein, er gewann damit den Preis des
niglichen Kriegsminiſterium. Den zweiten Preis
hielt der Ballon „Stuttgart” vom Württembergiſchen
erein, den dritten der Ballon „Bitterfeld” vom Bitter=
Ider Verein; den vierten Preis Ballon „Hewald” vom
erliner Verein. Der König hat einen Preis für die
ieger der Weitfahrt, Klaſſe 5, geſtiftet, deren
Ergeb=
iſſe noch nicht vorliegen. Dem Aufſtieg wohnten der
önig und die Mitglieder der königlichen Familie
wie ein nach Tauſenden zählendes Publikum bei.
Paris, 26. März. Bei Pont à Mouſſon ging ein
Fallon nieder, in deſſen Korb ſich 4 deutſche
Luft=
chiffer, ein Hauptmann Schuler von der
Unteroffizier=
hule in Jülich und drei Kaufleute befanden. Sie
wur=
en von dem Polizeikommiſſar in Pagny=ſur=Moſelle einem
ingeren Verhör unterzogen, während indeſſen die vor dem
ommiſſariat angeſammelte Menge eine gegen die
Luft=
hiffer gerichtete feindſelige Kundgebung veranſtaltete
rach einer vom Miniſterium des Innern eingetroffenen
Seiſung wurden die Luftſchiffer um zwei Uhr nachts
frei=
elaſſen und begaben ſich mit dem erſten Zuge nach Metz
* Frankfurt, 28. März. Im Rugby=Match
wiſchen Frankfurt und London ſiegte am erſten
lage Old Alleynians=Fußballklub London
rit 5:3 über den Fußballklub Frankfurt 1880. Das
Sport.
B. Fußball. In dem geſtern zwiſchen den erſten
Nannſchaften des F.=K. „Germania‟=Pfungſtadt und
es „Darmſtädter Sportklubs 1905” auf dem Sportplatze
n der Windmühle ausgefochtenen Proteſt=Wettſpiel um
ie Meiſterſchaft des Mittelrhein=Gaues Klaſſe B
egte „Darmſtädter Sportklub 1905” mit 4:0. Stand
ei Halbzeit 2:0.
ketourſpiel am zweiten Tage blieb mit 0:0
unent=
chieden.
— Das Frankfurter April=Meeting
ver=
angt Dienstag, den 29. März, das Intereſſe der Ställe,
a für 14 Rennen die Nennungen abzugeben und für das
Sohannisberg=Jagd=Rennen, ſowie das Zinneberg=
Jagd=
ennen die Gewichtsannahme zu erklären iſt. Für die
Frankfurter Frühjahrs=Rennen, die jetzt ſechs Tage
um=
aſſen und mit insgeſamt 147000 Mk. Geldpreiſen dotiert
ind, haben bereits wieder Ehrenpreiſe zugeſichert: Seine
Najeſtät der Kaiſer und König für das Kaiſerpreis=Jagd=
Kennen, Frau Emma Mumm von Schwarzenſtein für das
Johannisberg=Jagd=Rennen, Frau Karl von Weinberg
ür das Waldfried=Jagd=Rennen, Frau C. von Lang=
Buchhof für das Puchhof=Jagd=Rennen, Frau A. von
Schmieder für den Preis von Steinach, Frau Artur von
Weinberg für das Wilhelminen=Jagd=Rennen und Herr
Stadtrat A. von Metzler für den Präſidentenpreis. Das
Programm des Juni=Meetings vom 29. Mai bis 5. Juni
ſt mit Rückſicht auf die in Frankfurt a. M. ſtattfindende
Sportausſtellung um einen Tag (Donnerstag, den 2. Juni)
rweitert. An dieſem Tage wird das mit 20000 Mk.
dotierte Internationale Ausſtellungs=Jagd=Rennen
ge=
aufen.
Rg. Bei den Berliner Ringkämpfen
fegte im Zirkus Sarraſani, wo jetzt die Endkämpfe
hren Anfang genommen haben, Van den Berg=
Hol=
and über Reykowich=Koſak in 19:00 und Koch=
Deutſch=
and über Cazeaux=Frankreich in 38 Min., während
oſſarteſſe=Frankreich und Paradanoff=Rußland 20 Min.
nentſchieden rangen. Im Palaſt=Theater warf
Hermann=Berlin den Türken Ali=Oglu nach 13:42 und
Maſſetti=Italien triumphierte über Clemont d’Angers=
Frankreich. Pohl=Deutſchland und Zipps=
Amerika=
angen 30 Minuten unentſchieden.
Lt. Im internationalen Lawn=
Ten=
is=Turnier zu Cannes wurden die Spiele
durch das andauernd ſchöne Wetter ſtark gefördert. Die
Hebrüder Kleinſchroth=München errangen am letztin
Tage bemerkenswerte Erfolge. Sie ſchlugen im Herren=
Doppelſpiel um die Meiſterſchaft von Cannes
War=
durg=Nettleton 2—6, 6—3, 6—1, nachdem ſie vorher
Zambaux=Gault 7—5, 8—10, 6—4 abgefertigt hatten.
S. Kleinſchroth ſchlug ferner Fr. Boelling=Frankfurt
r. M. im Herren=Einzelſpiel 6—2, 6—3, unterlag dann
aber gegen den Verteidiger der Herren=Meiſterſchaft
Im Damen=Einzelſpiel ſiegte in
Ritchie 1—6, 0—6.
der zweiten Runde Mrs. Winch über Mrs. Nutcombe=
Quicke 6—3, 8—6.
Der Ausbrnch des Aetna.
* Katania, 25. März. Die
Hauptausfluß=
ſtelle der Lava befindet ſich am Fuße des Monte
Ca=
ftellazzo, ungefähr fünf Kilometer vom Zentrum entfernt.
Der Lavaſtrom, der hundert Meter bis ein Kilometer
Hreit iſt, hat heute jede ſieben Minuten ungefähr 4½ Meter
Zurückgelegt und iſt noch drei Kilometer von Borello ent=
Fernt. Die Lava iſt ſo heiß, daß man ſich ihr höchſtens auf
40 Meter nähern kann. Von dem Präfekten ſind Wagen
nach Borello geſandt worden, um den Wegzug der
Ein=
wohner zu erleichtern. — Eine unmittelbare Gefahr beſteht
Für die bewohnten Teile des betroffenen Gebiets nicht,
* Katania, 25. März. Die Lava hat die
Um=
gegend von Galvagna, drei Kilometer ſüdlich vom
Monte Leo erreicht und nähert ſich dem Orte Palaz
Sello, der vier Kilometer von Borello entfernt liegt
Ein Arm ſchiebt ſich über die Lava des Ausbruches vom
Jahre 1892 in der Richtung auf Nicoleſi vor; die beiden
Ströme zerſtören auf ihrem Wege alle Kaſtanien= und
Apfelbaumkulturen. Der Hauptarm, der aus dem Krater
von Albanello hervorbricht, gleitet auf der Straße von
Nicoleſi nach Velpaſſo in einer Breite us A Deten
zu. Ununterbrochen vernimmt man ſtarkes Grollen. Der
Präfekt und der Erzbiſchof ſind nach den von dem
Aus=
bruch bedrohten Orten gereiſt.
* Katania, 26. März. In der letzten Nacht
ver=
ringerte ſich die Tätigkeit des Aetna, es macht
ſich nur noch ein ſchwaches unterirdiſches Grollen
be=
merkbar. Die Lava iſt noch immer in Bewegung und
ſchreitet jetzt mit einer Geſchwindigkeit von nicht
weniger als einem Meter in der Minute fort. Der
Lavaſtrom, der weiter vorgedrungen iſt als der im
Jahre 1892, bewegt ſich langſam auf Montenocilla zu.
Ein anderer Lavaſtrom ſchlägt die Richtung nach der
Ebene von Liſi ein. Die auf San Leo zuſtrömenden
Lavamaſſen ſind ſtärker geworden. Die Seismographen
verzeichneten in der verfloſſenen Nacht eine ſehr
fühl=
bare Erderſchütterung.
* Katania, 26. März. Der Lavaſtrom
nimmt ſichtlich an Ausdehnung und
Schnel=
ligkeit ab. Während er ſich heute morgen noch mit
einer Schnelligkeit von 10 Metern in der Stunde
vor=
wärts bewegte, iſt dieſe heute abend auf 4 Meter
ge=
ſunken. Die Gefahr für die Ortſchaften Borello,
Belpaſſo und Nicoloſi ſcheint beſeitigt. Nachts
bietet der Vulkan ein impoſantes Schauſpiel. Ein
Feuerſtrom von 10 Kilometern Länge gleitet rotglühend
den Abhang hinab, während gleichzeitig ſtarke
Entla=
dungen die Vorſtellung einer heftigen Kanonade
er=
wecken. Ans Taormina, Palermo und Syracus ſind
zahlreiche Fremde herbeigeeilt, um das Schauſpiel zu
betrachten. Der Aufſtieg iſt aber ſchwierig und
gefähr=
lich, zumal auch Regengüſſe, Schneegeſtöber und
Hagel=
ſchauer niedergehen.
* Katania, 28. März. Der Ausbruch des
Aetna nimmt wieder größeren Umfang an. Ein
Lava=
ſtrom bewegt ſich in der Richtung auf Fradiavolo, ein
an=
derer gegen Montefuſara.
Stimmen aus dem Publikum.
(Für die Veröffentlichungen unter dieſer Ueberſchrift übernimmt die Redaktion
keinerlei Verantwortung; für ſie bleibt auf Grund des § 21 Abſ. 2 des=
Preßgeſetzes in vollem Umfange der Einſender verantwortlich.)
In der Mittwoch=Nummer Ihres geſchätzten
Blat=
tes fordert man zum Wegfang der Katzen auf, um die
Brut unſerer Singvögel vor dieſen Räubern zu ſchützen.
In der unteren Martinſtraße gibt es diesmal ohnehin
keine Brut. Ein „Schütze” der in der Nähe ſein Weſen
treibt, hat dafür geſorgt, daß man dort kaum noch den
Amſelſchlag hört, trotzdem die Tierchen zahlreich den
Winter überdauert haben. Auf den Vorhalt von der
Schäd=
lichkeit der Amſel iſt der Einſender gefaßt. Die Knallerei
vertreibt aber auch die anderen Sänger, und muß ſich
denn der Menſch dieſe Schießübungen in unmittelbarer
Nähe der Häuſer gefallen laſſen?
W.
Die Holbeinſche Madonna, deren Beſitz Darmſtadt
einem glücklichen Zufall verdankt, ſollte nicht nur zweimal
wöchentlich zu ſehen ſein. Man räume ihr einen
Ehren=
platz in unſerem herrlichen Landesmuſeum ein und zeige
ſie täglich. Auch Fremden, die oftmals unbefriedigten
Wunſches wieder abreiſen, käme das zugute; nicht zuletzt
der Stadt ſelbſt, die ſich über allzu großen
Fremdenan=
civis.
drang wahrlich nicht zu beklagen hat.
Literariſches.
Das ſoeben erſchienene Aprilheft der
De=
korativen Kunſt” (Teilheft der „Kunſt” F.
Bruck=
mann, München) bringt eine eingehende Würdigung
von Emil Preetorius. Die zahlreichen, vorzüglich
gewählten und reproduzierten Abbildungen (darunter
2 Mattkunſtdruckblätter) geben Beiſpiele von allen Arten
des Schaffens des Künſtlers: Karikaturen, Buch=
Illu=
ſtrationen, Plakate, Exlibris uſw. Die begleitende groß
angelegte Abhandlung: Ueber Zeichnung als Ausdruck
der Zeit iſt von Karl Wolfskehl verfaßt.
Darmſtadt, 29. März.
* Militärdienſtnachrichten. Braulke (
Halber=
ſtadt), Vizefeldwebel des Leibgarde=Inf.=Regts. 1. Großh.
Heſſ.) Nr. 115, zum Lt. der Reſ., Winter (II Köln),
Lt. der Reſ. des Großh. Heſſ. Train=Bats. Nr. 18, zum
Oberlt., Wille (Hildesheim), Vizefeldwebel des
Leib=
garde=Inf.=Regts. (1. Großh. Heſſ.) Nr. 115, zum Lt. der
Reſ., die Oberlts, der Reſ. Busſe (I Darmſtadt) des
9. Bad. Inf.=Regts. Nr. 170, Gilmer (Erbach) des
3. Lothring. Feldart.=Regts. Nr. 69 zu Hauptleuten, die
Lts. der Reſ. Bracklow (Worms) des Inf.=Regts.
Prinz Carl (4. Großh. Heſſ.) Nr. 118, Werner (Worms)
des 2 Großh. Heſſ. Feldart=Regts. Nr. 61 zu Oberlts.,
die Vizefeldwebel Faber (Gießen) des Inf.=Regts.
Kaiſer Wilhelm (2. Großh. Heſſ.) Nr. 116, Seiler
(I Darmſtadt) des Inf.=Leib=Regts. Großherzogin
(3. Großh. Heſſ.) Nr. 117, Landsberg (I Darmſtadt
des 5. Großh. Inf.=Regts. Nr. 168 zu Lts. der Reſ.
be=
fördert. Eſſelborn (I Darmſtadt), Lt. der Reſ. des
Großh. Heſſ. Train=Bats. Nr. 18, der Abſchied bewilligt.
Todesfall. Am Karfreitag ſtarb nach langem,
ſchweren Leiden in Genua der Generalmajor und
Kommandeur der 30. Kavallerie=Brigade Frhr. von
Waldenfels. Der Tod des früheren Kommandeurs
des Heſſiſchen Leibdragoner=Regiments, welche Stellung
der jetzt Verſtorbene in den Jahren 1901—1906 innehatte,
erweckt in den weiteſten Kreiſen unſerer Stadt aufrichtige
Teilnahme. Die Beerdigung findet am Mittwoch in
Darmſtadt ſtatt.
Letzte Nachrichten.
(Wolffs telegr. Korrefp.=Burean.)
* Alsfeld, 26. März. Amtlich. Der
Bedarfs=
güterzug 6703 iſt bei der Durchfahrt im Bahnhofe
Als=
feld heute früh um 5 Uhr auf den auf Gleis I
halten=
den Güterzug 7063 aufgefahren. 18 Wagen ſind
ent=
gleiſt; 10 derſelben wurden zertrümmert. Die
Loko=
motive des Bedarfsgüterzuges iſt leicht beſchädigt, das
Lokomotivperſonal leicht verletzt. Der Materialſchaden
iſt erheblich. Gleis I iſt vorausſichtlich vor 8 Uhr
nach=
mittags nicht befahrbar; der Betrieb iſt ungeſtört, da
anſtelle von Gleis I Gleis III benutzt wird. Unfall=
Urſache: Der Bedarfsgüterzug mußte zum Ueberholen
anſtelle Gleis I Gleis III benutzen. Der
Fahrdienſt=
leiter hatte für ihn auch die Ausfahrt für dieſes Gleis,
dann aber verſehentlich die Einfahrt in Gleis I
frei=
gegeben.
* Berlin, 26. März. Profeſſor Adolf Wagner
wurde von der theologiſchen Fakultät der Friedrich
Wilhelm=Univerſität zum Ehrendoktor ernannt.
* Berlin, 26. März. Aus dem Zuge iſt geſtern ein
ruſſiſcher Kaufmann namens Samuel Schmidt geſtürzt
der hier ſeine Tochter ſuchen wollte. Man fand ihn auf
dem Ferngeleiſe an der Station Zoologiſcher Garten mit
abgefahrenen Füßen und ſchweren Kopfverletzungen.
Ver=
mutlich iſt er von der Plattform des Wagens gefallen, mit
dem er aus Poſen gekommen war. Schmidt liegt
hoff=
nungslos im Krankenhauſe.
* Berlin, 26. März. Am Virchow=Denkmal iſt heute
früh ein Arbeiter von einem Gerüſt, wo er um Arbeit
nach=
gefragt hatte, abgeſtürzt; er blieb mit ſchweren
Kopf=
verletzungen und einer Gehirnerſchütterung liegen. Der
Arbeiter wurde nach der Charité gebracht.
Frankfurt, 27. März. Rabbiner Dr. Markus
Horovitz iſt heute geſtorben.
* Frankfurt, 28. März. Heute nachmittag ½3 Uhr
brach auf dem Gute Frauenhof in Niederrad
Feuer aus. Die Scheuer und der Stall wurden
voll=
ſtändig eingeäſchert, das Vieh jedoch gerettet. Den
vereinigten drei Feuerwehren von Frankfurt gelang
es gegen 5 Uhr, den Brand auf ſeinen Herd zu
beſchränken.
** Bremen, 28. März. Der Schnelldampfer „
Kron=
prinzeſſin Cecilie” des Norddeutſchen Lloyd,
welcher von einer Reiſe von New=York am 28. März
um 4 Uhr 45 vormittags in Plymouth eintraf, erzielte
auf dieſer Reiſe eine
Geſamtdurchſchnittsgeſchwindig=
keit von 23,58 Seemeilen, womit derſelbe ſeinen
bis=
herigen Rekord von 23,50 Seemeilen ſchlug.
* Mäté Szalka (Oeſterr.=Ung.), 28. März. In der
Ge=
meinde Oekoerito brach in einer als Ballſaal benutzten
Wagenremiſe des Gaſthofes Feuer aus. Mehrere
hun=
dert Perſonen traten einander beim Flüchten nieder. Die
niederſtürzende glühende Decke begrub mehrere hundert
Perſonen unter ſich. 250 Perſonen wurden
ge=
tötet, mehrere hundert wurden verletzt.
* Rom, 25. März. Der Reichskanzler wohnte
heute vormittag dem Gottesdienſte in der
proteſtan=
tiſchen Kapelle bei und nahm dann verſchiedene
Sehens=
würdigkeiten in Augenſchein. Nachmittags machte der
Reichskanzler einen Ausflug nach Frascati. Heute
abend gab ihm zu Ehren Fürſt Bülow in Villa Malta
ein Bankett.
* Rom, 28. März. Geſtern abend fand zu Ehren des
Reichskanzlers großer Empfang beim
Botſchaf=
ter v. Jagow ſtatt. Unter den Anweſenden befanden ſich
der Miniſterpräſident Sonnino, die Miniſter Guicciardini,
Spingardi, Luzatti, Salandra, ferner Giolitti, Tittoni, der
Botſchafter Panſa, der Generaladjutant des Königs
Bru=
ſati, der Miniſter des königlichen Hauſes Mattioli, die
meiſten Botſchafter und Geſandten, ſowie zahlreiche
poli=
tiſche Perſönlichkeiten der Hofſtaaten.
* Rom, 28. März. Der Reichskanzler iſt um
2½ Uhr nachmittags nach Florenz abgereiſt. Am
Bahnhof befanden ſich Botſchafter v. Jagow, die
Ge=
ſandten Dr. v. Mühlberg, Freiherr von und zu der Tann=
Rathſamhauſen und Freiherr Ritter zu Grünſtein, die
Mitglieder der Miſſionen, Konſul Schnitzler,
Oberzere=
monienmeiſter Graf Gianotti, Miniſterpräſident Sonnino
und Miniſter Guicciardini.
* Manila, 28. März. Auf dem amerikaniſchen
Kreuzer „Charleſton” iſt bei einer Schießübung
ein Geſchütz zerſprungen. Acht Mann wurden
getötet.
* Paris, 26. März. Im Senat ſtellte bei der
heutigen Beratung des Budgets der Berichterſtatter
Guthier feſt, daß der Reichtum und die Rührigkeit
Frankreichs offenſichtlich in der Zunahme begriffen
ſeien. Die franzöſiſche Rente habe an der Börſe den
gleichen Kursſtand wie die engliſche Rente erreicht.
Die Staatsſchuld Frankreichs wachſe weniger ſchnell
als die der Nachbarländer, indeſſen würden in der
Zukunft an Frankreich große Anſprüche
geſtellt werden. Die Landesverteidigunge und
die ſoziale Geſetzgebung würden in den kommenden
Jahren erhöhte Ausgaben erfordern. Frankreich ſei
wohl in der Lage, dieſe Laſten auf ſich zu nehmen, aber
nur unter der Bedingung, daß man mit möglichſter
Sparſamkeit wirtſchafte und die Einnahmen auf der
gleichen Höhe wie die Ausgaben halte, damit der
Kre=
dit Frankreichs keine Einbuße erleide. Finanzminiſter
Cochery führte aus, daß die Vermehrung der
Aus=
gaben in den letzten Jahren auf die ſoziale
Geſetz=
gebung, die militäriſchen Aufwendungen und auf die
Koſten für den öffentlichen Unterricht zurückzuführen
ſei. Insgeſamt ergebe ſich in den letzten vier
Finanz=
jahren ein wirkliches Defizit von nur 31 Millionen
Francs. Der Miniſter erklärte, er ſei bemüht geweſen,
ein ehrliches Budget einzubringen, das nur durch
Obligationen im Betrage von 151 Millionen Francs
ausgeglichen werden konnte, aber unter dieſer Ziffer
befänden ſich 80 Millionen, die von der verſpäteten
An=
wendung der neuen Steuern herrührten. Trotz aller
Ausgaben ſei die finanzielle Lage Frankreichs gut
ge=
blieben. Der öffentliche Kredit ſei ſtärker denn je.
Frankreich ſei heute der Bankier der
ganzen Welt. Darauf wurde die
Generaldiskuſ=
ſion geſchloſſen. Der Etat des Miniſteriums des
Aeu=
ßern und des Finanzminiſteriums wurden
ange=
nommen.
* Paris, 28. März. In der Sorbonne fand heute
die Eröffnung der 53. Seſſion des Inſtituts für
internationales Recht ſtatt. Juſtizminiſter
Barthou, der den Vorſitz führte, wies in einer Rede
auf die Bedeutung des Inſtituts hin, deſſen
hauptſäch=
liche Aufgabe es ſei, die Ideen der Gerechtigkeit unter
den Nationen vorzubereiten und zu verbreiten, ſowie
eine gemeinſame Aktion der Regierungen durch
Liefe=
rung ſorgfältig ausgearbeiteter Texte an die
Diplv=
maten einzuleiten und zu beſchleunigen.
* Stockholm, 28. März. Die Kronprinzeſſin
wurde heute morgen von einer Tochter
entbun=
den. Das Befinden Beider iſt gut. Die Tochter erhält
die Namen Ingrid Viktoria Sophia Luiſe Margareta.
* Petersburg, 26. März. Die „Petersburger
Telegra=
phen=Agentur” veröffentlicht folgendes Communiqué:
Der Empfang, der dem König von Serbien in
Rußland bereitet worden iſt, iſt ein Beweis für die
Feſtig=
keit der traditionellen Beziehungen der
bei=
den Staaten, die ebenſo durch den Glauben und die
Herkunft der Völker wie durch gemeinſame hiſtoriſche
Er=
innerungen einander ſo naheſtehen. Im Verlauf der
Un=
terredungen des ruſſiſchen und des ſerbiſchen Miniſters
des Aeußern wurden verſchiedene, beide Regierungen
intereſſierende Fragen beſprochen. Es iſt feſtgeſtellt
wor=
den, daß man auf beiden Seiten der Erhaltung des
Frie=
dens und der Ordnung in den Balkanländern beſondere
Wichtigkeit beimißt. Nach der Meinung der ſerbiſchen
Re=
gierung wird eine friedlche und freie Entwickelung des
un=
abhängigen Serbien unter den anderen Balkanſtaaten eine
wertvolle Stütze in der Befeſtigung der guten Beziehungen
zur Türkei finden. Zugleich ſetzt die ſerbiſche Regierung
alle Kräfte an die Erhaltung der entſprechenden
Bezieh=
ungen zu Bulgarien und ſeinen anderen Nachbarſtaaten.
Die ruſſiſche Regierung, die aufrichtig mit dieſen
Beſtre=
bungen ſympathiſiert, wird Serbien ebenſo wie bisher
ihre moraliſche und tatſächliche Unterſtützung auf dieſem
Wege leihen. So wird die Ankunft des Königs Peter in
Petersburg der allgemeinen politiſchen Lage ein neues
Element des Friedens und der Eintracht hinzugefügt
haben.
*
Seite 62
Darmſtädter Tagblatt, Dieustag, den 29.Märze1910.
2 Konſtautinopel, B. Marz. Ueder den
Be=
ſuch des Königs der Bulgaren wird ein
Cömmunique ausgegeben, in dem geſagt wird: Der
Beſuch konnte nur die beſten Folgen auf die
Vertief=
ung der türkiſch=bulgariſchen Beziehungen ausüben.
Die Zuſammenkünfte der Monarchen und der
unmit=
telbare Verkehr der beiderſeitigen Staatsmänner
zei=
tigten ansgezeichnete Ergebniſſe und ließen bei den
Beteiligten die Anſicht ſich feſtigen, daß eine Politik
der Eintracht und der Freundſchaft um ſo glücklichere
Ergebniſſe zeitigen werde, als ſchon die geographiſche
Lage ſie notwendig mache. Die Staatsmänner
benutz=
ten natürlich die Gelegenheit, um gewiſſe,
beiderſei=
tige, vorwiegend wirtſchaftliche Intereſſen berührende
Fragen zu beraten. Außerdem wird in dem
Commu=
nique konſtatiert, daß die beiden Staaten weit davon
entfernt ſeien, eine aggreſſive Politik zu verfolgen,
und aufrichtig durchdrungen ſind von den Vorteilen,
die ihnen freundſchaftliche und gute nachbarliche
Be=
ziehungen ſichern.
* Waſhington, 26. März. Der Präſident erließ eine
weitere Proklamation, durch die den Erzeugniſſen
aller deutſchen Kolonien und der
Schutzge=
biete der amerikaniſche Minimaltarif eingeräumt wird.
* Chicago, 26. März. Durch eine Benzinexploſion im
oberſten Stockwerke eines vierſtöckigen Warenhauſes
ent=
ſtand Großfeuer, welches das Warenhaus vollſtändig
zerſtörte. Zwölf Menſchen ſollen getötet
wor=
den ſein. Ein junges Mädchen, das aus der dritten Etage
auf die Straße ſprang, wurde ſchwer verletzt und ſtarb im
Krankenhauſe.
* Kairo, 26. März. Der Khedive gab heute abend
zu Ehren des Prinzen und der Prinzeſſin Eitel
Fried=
rich ein Feſtmahl.
* Teheran, 28. März. Der Juſtizminiſter,
der Finanzminiſter und die Miniſter für
öffentliche Arbeiten und des
Unter=
richts zogen ihr Abſchiedsgeſuch zurück. Das
Kabinett bleibt unverändert. Die Intriguen gegen
den Sepehdar, dem ruſſophile Geſinnung vorgeworfen
wird, ſind im Zunehmen begriffen.
Briefkaſten.
H. Die eingeſchriebene Freie Hilfskaſſe und die von
ihr gegründeten Zweiganſtalten bedürfen zu ihrer
Ent=
ſtehung nur der im Geſetz vom 7. 4. 1876/1. 6. 1884
vorgeſehenen Borausſetzungen. Eine polizeiliche
Anmel=
dung iſt nicht erforderlich. Ein Gewerbspatent
ebenſo=
wenig. Zuſtändig iſt das Kreisamt und der
Kreisaus=
ſchuß. Hierhin müſſen Sie ſich wenden.
J.
Ein täglicher Begleiter.
Nicht nur bei Husten und Katarrh als Folge der
schlimmen Herbst- und Winterwitterung schätzen
Tausende in den berühmten Wybert-Tabletten ein
vorzügliches Linderungsmittel, das wie kein anderes
geeignet ist, als wahres Hausmittel zu dienen. Beinahe
noch grösser ist die Zahl derjenigen Personen, bei
welchen Wybert-Tabletten im täglichen Gebrauch
stehen als ausserordentlich angenehme Bonbon, das
bei anhaltendem Sprechen den Mund feucht erhält,
das beim Singen der Stimme Wohlklang und Kraft
verleiht, kurz das Unzähligen von Menschen zum
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entbehrlichen täglichen Begleiter und Beschützer
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Großh. Hoftheater, Anfang 7 Uhr: „Der Graf von
Luxemburg‟.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum.
Hauptverſammlung des Odenwaldklubs um 9 Uhr
im „Kaiſerſaal”.
Konzert um 4 Uhr auf der Ludwigshöhe.
Konzert um 8 Uhr im Bürgerkeller.
Druck und Verlag: L. C. Wittich’ſche Hefbuchdruckerei.
Verantwortlich für den politiſchen Teil, für Feuilleton,
Reich und Ausland: Dr. Otto Waldaeßel; für den übrigen
redaktionellen Teil und Letzte Nachrichten: Max Streeſe;
für den Inſeratenteil: J. Kroſt, ſämtlich in Darmſtadt. —
Für den redaktionellen Teil beſtimmte Mitteilungen ſind
an die „Redaktion des Tagblatts” zu adreſſieren. Etwaige
Honorarforderungen ſind beizufügen; nachträgliche werden
nicht berückſichtigt. Unverlangte Manuſkripte werden nicht
zurückgeſandt.
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denny Cohn Gustav Sichler
Mannheim
Darmstadt
Ostern 1910.
(*7505
Nummer V
Danksaaung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme an dem
schweren Verlust meines lieben Gatten, unseres treuen Vaters
des Grossh. Landgerichtspräsidenten
Wilhelm Herzberger
sagen innigen Dank
(6680
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmstadt, den 25. März 1910.
Todes-Anzeige.
Am 1. Oſterfeiertage, abends 11 Uhr,
ent=
ſchlief ſanft nach kurzem, ſchweren Leiden, mein
treuer Gatte, unſer lieber Vater, Bruder,
Schwa=
ger, Schwiegervater und Großvater
(6725
12
Carl Moll,
Kohlenhändler,
im 57. Lebensjahre.
Um ſtille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Doſſenheim a. d. B., Hamburg.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. März,
nachmittags 2½ Uhr, vom Trauerhauſe, Kies
bergſtraße 1, aus auf dem Beſſunger Friedhofe
ſtatt.
Todes-Anzeige.
(Statt beſonderer Anzeige.)
Am 28. ds. Mts., nachmittags 2½ Uhr,
ver=
ſchied nach langem, ſchwerem Leiden unſere
innigſtgeliebte Mutter und Großmutter
Katharina Schneider
geb. Rothermel
Witwe des Monteurs i. N. Gottlieb Schneider.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Mittwoch vormittag
11 Uhr vom Portal des Friedhofs aus ſtatt.
Kondolenzbeſuche, ſowie Blumenſpenden dan=
(6719
kend verbeten.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen innigſtgeliebten Gatten, unſeren guten
Vater, Schwiegervater und Großvater (6724
Herrn
Joh. Christian Frank
Kaufmann
heute morgen 4 Uhr nach kurzem, mit großer
Geduld ertragenem Leiden, im 64. Lebensjahre,
zu ſich abzurufen.
Wir bitten um ſtille Teilnahme
Germanie Frank.
Eliſe Brückmann, geb. Frank.
Gottlieb Frank, Finanzaſpirant.
Fritz Brückmann, Großh. Kammermuſiker.
Hans Brückmann.
Luiſe Dörr.
Darmſtadt, den 28. März 1910.
Müllerſtraße 38, I.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. März,
nachmittags 5 Uhr vom Leichenhauſe des
Darmſtädter Friedhofs aus, ſtatt
Kondolenzbeſuche dankend verbeten.
Verſteigerungskalender.
Mittwoch, 30. März.
Hofreite=Verſteigerung der Eva Diefenbach(
ſtraße 18) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht I.
Hofreite=Verſteigerung des Jakob Krämer (?
bergſtraße) um 10 Uhr auf dem Ortsgericht II.
Altes Metall= ꝛc. Verſteigerung um 8½
im Wagenhaushofe Eſchollbrückerſtraße 70.
Ledertaſchen=, Altes Eiſen= ꝛc. Verſteiger
um 10 Uhr im Hofe des Hauptpoſtamtes.
Altmaterial= ꝛc. Verſteigerung um 11 Uh
ſtädtiſchen Gaswerk.
Nutzholz=Verſteigerung um 9 Uhr in der
halle am Woogsplatz.
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Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Todes-Anzeige.
Nach langem schwerem Leiden entschlief sanft mein
heissge-
liebter Mann, unser treusorgender Vater und Bruder
(6721
der Generalmajor und Kommandeur der 30. Kavallerie-Brigade
Werner Freiherr von Waldenfels.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Gertrud Freifrau von Waldenfels
geb. Röhll.
Jena, den 24. März 1910.
Beisetzung findet in Darmstadt am Mittwoch den 30. März, vormittags 11½ Uhr, von der
Leichenhalle des städtischen Friedhofes, statt.
Seite 7.
Todes-Anzeige.
Heute mittag 11½ Uhr entſchlief ſanft nach
längerem, ſchwerem, mit großer Geduld
ge=
tragenem Leiden, aus einem arbeitsreichen
Leben, mein innigſtgeliebter Gatte, unſer
her=
zensguter Vater, Großvater, Schwiegervater
(B6709
Bruder und Onkel
Geh. Oberbaurat
Carl Poseiner
im vollendeten 67. Lebensjahre.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Margarete Poseiner, geb. von Homeyer,
Marie Höcker, geb. Poſeiner, Alzey,
Clara Voigt, geb. Poſeiner,
Rudolf Poseiner, Glogau,
Carl Poseiner, Königsberg,
Otto Höcker, Alzey,
Carl Höcker, Alzey
Hermann Voigt.
Darmſtadt, den 26. März 1910.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. März,
vormittags 11 Uhr, ſtatt; die Einſegnung eine
Viertelſtunde zuvor im Trauerhauſe,
Martin=
ſtraße 91.
Am 25. März verstarb in Genua nach langem, schweren, mit grösster
Geduld und zähester Energie getragenem Leiden
(6720
der Königliche Generalmajor und Kommandeur der 30. Kavallerie-Brigade
Ritter hoher Orden
Herr
Werner Freiherr von Waldenfels.
Tieferschüttert betrauert das Offizierkorps und das Regiment den
früh-
zeitigen Heimgang seines vielgeliebten und hochverehrten Kommandeurs, der
vom Jahre 1901 bis 1906 an der Spitze des Regiments gestanden hat.
Hervorragende militärische und Charaktereigenschaften zeichneten diesen
verdienstvollen Offizier aus; seinen Untergebenen war er zu jeder Zeit ein
wohlwollender Vorgesetzter und treuer Kamerad, ein leuchtendes Vorbild in
allen soldatischen Tugenden!
Sein Andenken wird von allen, die ihn kannten, stets in hohen Ehren
gehalten werden.
Darmstadt, den 28. März 1910.
Im Namen des Offizierkorps des Leib-Dragoner-Regiments
(2. Grossherzoglich Hessischen) Nr. 24
von Ilsemann
Oberst und Regiments-Kommandeur.
Die Trauerfeier findet am Mittwoch, den 30. ds. Mts., 11.30 vormittags, auf dem Darmstädter
Friedhofe statt.
Todes-Anzeige.
(Statt jeder besonderen Anzeige)
Am 1. Osterfeiertag starb nach kurzem, schweren Leiden, unser lieber
guter Vater, Schwiegervater und Grossvater
Karl Hess
im 72. Lebensjahre.
Privatier
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Hess,
Anna Dexheimer, geb. Hess,
Albert Dexheimer, Grossh. Hauptsteueramts-Kontrolleur
und 2 Enkel
Darmstadt, Giessen, den 27. März 1910.
(6719
Die Beerdigung findet statt: Dienstag, den 29. März, von der Kapelle des Friedhofs aus.
Statt beſonderer Anzeige.
Heute entſchlief ſanft nach langem, ſchweren
Leiden unſere liebe Schweſter, Schwägerin und
Tante
Fräulein
Mathilde Stegmayer,
Tochter des Geheimerats und Leibarztes Dr. Ernst
Stegmayer,
in faſt vollendetem 77. Lebensjahre.
(6722
Darmſtadt, den 26. März 1910.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 29. März,
um 11 Uhr vorm., vom Friedhofsportale aus ſtatt.
ach langem, mit großer Geduld getragenen
Leiden, verſchied geſtern abend 8¾ Uhr unſer
lieber, langjähriger Hausgenoſſe
(6723
Herr Lehrer
Johannes Hartleb
im noch nicht vollendeten 41. Lebensjahre.
Wir werden ihm ein treues Andenken bewahren.
Familie Ulrich Rhode
Kammermuſiker.
Darmſtadt, 26. März 1910.
Die Einäſcherung findet am 29. März, mittags
1 Uhr in Offenbach ſtatt.
Todes=Anzeige.
(Statt jeder beſonderen Anzeige.)
Am erſten Feiertag, nachmittags 3 Uhr,
entſchlief ſanft nach langem, ſchweren Leiden
unſere liebe Mutter
FranValentin Krämer Witwe.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
M. Opel.
Darmſtadt, Chicago, 27. März 1910.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 30. März,
nachmittags um 4 Uhr, vom Portale des
Beſſunger Friedhofes aus, ſtatt. (6718
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
bei dem Tode unſerer lieben Schweſter, Schwägerin
und Tante
(B6711
ſagen herzlichen Dank
Familie Otto.
Darmſtadt, den 29. März 1910.
Seite 8.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Nummer 7
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Seite 18.
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910.
Berliner Stimmungsbilder.
Von Paul Lindenberg.
(Nachdruck verboten.)
Natur und Weltſtadt. — Der Wettbewerb um Groß=
Berlin. — Von den Preisarbeiten. — Wie die Zeiten
ſich ändern! Empfang des Vereins der ausländiſchen
Preſſe. — Toilettenſchau. — Die Internationale
Motorboot= und Motoren=Ausſtellung. — Aus dem
Theaterleben.
Durchaus falſch iſt die vielverbreitete Anſicht, daß
die Berliner ſich wenig aus der Natur machen
in dem erhabenen Gefühl ihres Weltſtädtertums, das
auf alles, was jenſeits desſelben liegt, mit ſpöttiſcher
Ueberhebung herabſieht. Man ſuche doch mal die
übervölkerten Quartiere im Norden und Oſten auf,
jene endlos langen, gradlinigen Straßen mit ihren
grauen, eintönigen Häuſerfronten, den hochragenden
Fabrikſchornſteinen, den vielfenſtrigen, ſechsſtöckigen
Stätten haſtender induſtrieller Arbeit, den
lärmerfüll=
ten Höfen zwiſchen kalten, nüchternen Hintergebäuden,
die oft auf einem Grundſtück mehr denn tauſend
Be=
wohner zählen. Wo es nur geht, ſind Blumen in
Töpfen und Gläſern aufgeſtellt, meiſt miekriger Art,
billige Dingelchen, aber liebevoll werden ſie gepflegt
und gehegt, gleich dem kleinen gefiederten Sänger,
irgend einem Waldvögelchen, da es zum „
Kanarjen=
vogel” ja nicht reichte.
Die Natur zu berückſichtigen, ſie hineinzuziehen
in das gewaltige Häuſermeer Berlins, ſie noch mehr
wie bisher der Einwohnerſchaft zu erſchließen, war ja
eine der Hauptbedingungen des Wettbewerbs
einer geeigneten Geſtaltung Groß=
Ber=
lins, den vor zwei Jahren die Vereinigungen der
Berliner Architekten in enger Verbindung mit den
beteiligten Kommunen erlaſſen. Dieſer Tage ward die
Entſcheidung in jener bedeutſamen Konkurrenz, der
165000 M. an Preiſen zur Verfügung ſtanden, gefällt,
über 20 Entwürfe waren eingegangen, die zur
öffent=
lichen Ausſtellung und Prüfung leider erſt in einigen
Wochen gelangen, da zuvor noch einige Referenten
ihren Bericht erſtatten müſſen; ſelbſt dem Kronprinzen
konnte aus dieſem Grunde ſein Wunſch, die
verſchie=
denen Entwürfe zu beſichtigen, nicht erfüllt werden
So iſt man vorläufig nur auf die Aeußerungen einiger
der Preisgekrönten — den zuſammengelegten erſten
und zweiten Preis von je 25000 Mark erhielten
Pro=
feſſor Genzmer, Stadtbaurat Brix und die
Hochbahn=
geſellſchaft einer= wie Architekt Hermann Janſen
an=
vererſeits — angewieſen, kann ſich aber doch von den
einzelnen Arbeiten kein rechtes Bild machen, da hierzu
Pläne, Zeichnungen, plaſtiſche Darſtellungen uſw.
ge=
hören. Selbſtverſtändlich darf man nicht annehmen,
daß einer der durch Preiſe ausgezeichneten Entwürfe
nun auch zur Ausführung gelangt, man wollte ja in
Erſter Linie bloß Anregungen erhalten, um eine
unge=
fähre Vorſtellung zu bekommen, was und wie dies
„was” in der Praxis durchführbar iſt. Alle Bewerber
zogen die vorhandenen Parks, Waldbeſtände und
Wie=
ſonflächen in ihre Ausarbeitungen hinein, planen die
Schaffung eines Wald= und Wieſengürtels um Berlin,
der nach dem Janſenſchen Entwurf durch Alleen, kleine
Parks und Wieſenſtreifen mit dem Stadtinnern
ver=
bunden iſt, ſodaß man nicht erſt ſtundenweit zu fahren
braucht, um in das Grüne zu gelangen. Nicht
min=
dere Berückſichtigung wurde hygieniſchen und
Ver=
kehrsfragen geſchenkt, die in Zukunft noch größere
Wichtigkeit haben werden wie bisher bei der
Menſchen=
anhäufung auf verhältnismäßig kleinem Gebiet;
rech=
net man doch nach den bisherigen ſtatiſtiſchen
Erfahr=
ungen damit, daß Groß=Berlin in zehn Jahren 4½,
in dreißig an 7, um das Jahr 2000 über 10 Millionen
Einwohner beherbergen wird.
Ja, man marſchiert eben hier mit
Siebenmeilen=
ſtiefeln, es geht gewaltig raſch vorwärts, wer
Ver=
gleiche anſtellen kann gegen früher — und dies „
frü=
her” braucht gar nicht weit zurückliegen — erſtaunt
immer von neuem, wie raſch ſich die Neſtküken unter
den enropäiſchen Hauptſtädten entwickelt hat.
Einzel=
heiten laſſen auf das Ganze ſchließen. So trifft man
beiſpielsweiſe jetzt Unter den Linden auf etwa zehn
große, elegant eingerichtete Reiſebureaus, in
denen unentgeltlich jedermann genaue Auskunft und
einen ganzen Huckeſack voll hübſch ausgeſtatteter
illu=
ſtrierter Reiſeſchriften empfangen kann. Oeſterreich,
die Schweiz, Süddeutſchland, die Oſt= und
Nordſee=
bäder, Schweden, Norwegen uſw. ſind auf dieſe Weiſe
hier tonriſtiſch vertreten. Journaliſtiſch, durch eigene
Koreſpondenten, noch viel mehr Staaten und
auslän=
diſche Städte. Ehemals leiſteten ſich dies nur ein paar
der allererſten Pariſer und Londoner Blätter, heute
beſteht hier ein viele Mitglieder zählender, ſehr
ange=
ſehener Verein der ausländiſchen Preſſe,
ber ſeit Jahren ſtets beim Schluß der winterlichen
Saiſon einen „Empfang” veranſtaltet, welcher ſeine
beſondere Note hat und ſich großer Beliebtheit erfreut.
In wie hohem Grade, zeigte ſich erſt kürzlich wieder,
denn der große Feſtſaal des Hotels Kaiſerhof konnte
kaum die Erſchienenen faſſen. Ein glänzendes und
ab=
wechſelungsvolles Bild war’s, das ſich da auf
liebens=
würdig=zwangloſe Art entrollte, Hunderte von
be=
kannten Perſönlichkeiten, deren Namen oder
Stellun=
gen etwas bedeuten, Miniſter und Staatsſekretäre,
hohe Offiziere und Beamte, Botſchafter und Gefandte,
viel Theater und Kunſt, verhältnismäßig wenig
Lite=
ratur und Gelehrſamkeit, Parlamentarier, Groß=
Induſtrielle, Perſer, Chineſen, Japaner, Siameſen,
Marokkaner, dieſe in ihren wallenden weißen
Bur=
nuſſen, ein reiches Dutzend fremder Sprachen ſchwirrte
durcheinander, während ein Orcheſter die neueſten
Operettenweiſen erklingen ließ und an langgeſtreckten
Büfetts es viel Erleſenes an allerhand Süßem zu
naſchen gab, neben alkoholfreien Getränken. Na, und
unn erſt die Damen, jung, feſch, flott, ſchik, wenn auch
nicht alle, ſo doch recht viele, aber jede hatte ſich
be=
müht, ſich von ihrer beſten Seite zu zeigen, und das
hing in dieſem Falle ſehr eng mit den jüngſten
Ueber=
raſchungen von Frau Mode zuſammen. Eine lehrreiche
und ergötzliche Frühjahrstoilettenſchau, eine Revue
jener Waffen, die die launiſchſte aller Göttinnen den
irdiſchen Huldinnen zur Verfügung geſtellt, notabene,
wenn ſie das nötige Großgeld beſitzen. Denn mit dem
Kleinen reicht’s nicht bei dieſen Koſtümen, unter denen
neben dem Blau allerhand türkiſche Muſter
hervortra=
ten, bei den reich verwendeten Spitzen und
Silberſticke=
reien, den noch immer rieſigen, jetzt mehr in die Höhe
gehenden Hüten, unter denen ſchon einzelne à la
Chan=
tecler mit Faſanen= und Perlhutgefieder garniert
waren, den turbanartigen Toques, die mehr einer in
Topfform gewundenen orientaliſchen Leibbinde als
einer Kopfbedeckung ähneln. „Schwachheit, dein Nam’
iſt Weib”, das Hamlet=Wort hat noch immer Geltung,
aber wir müſſen die Schwachheit annehmen gegenüber
den verrückteſten Wunderlichkeiten und phantaſtiſchen
Anwandlungen einiger Pariſer Groß=Schneider und
=Schneiderinnen, die ihr Genie auch auf
Frühlings=
erwachen im Modebereiche erprobten.
Frühlingserwachen überall, auch im Sport. Da
wohl am raſcheſten und entſchiedenſten! Draußen in
Strausberg haſteten die Pferde ſchon über den
grünen Raſen und klapperten die „Totos”; bald wird
auch die Grunewaldbahn und jene in Karlshorſt ihre
Pforten öffnen. Hauptſächlich in den Dienſt des
Waſ=
ſerſports ſtellt ſich die eben in den Ausſtellungshallen
am Zvo eröffnete Internationale
Motor=
boot= und Motoren=Ausſtellung, die in
erfreulichſter Weiſe zeigt, daß unſere Induſtrie auch
auf dieſem Gebiete ſehr Beachtenswertes leiſtet. Und
das iſt ja in erſter Linie der Zweck dieſer Ausſtellung,
neben den ſommerlichen Wettfahrten. Das Kaiſerpaar
Numm
wie das Reichsmarineamt haben ſich nebſt ;
Fabriken, Werſten und Privatperſonen an
ſtellung beteiligt; zierlich und blitzſauber ſd
dieſe meiſt nur acht bis 10 Meter langen,
Fahrzeuge aus, bei denen es darauf ankomn
hältnismäßig ſchwachen Motoren möglichſt
ſchwindigkeiten zu entwickeln. Beim Anblick
ten, ſo einladend grüßenden Dinger beko
gleich Sehnſucht, auf ihnen die blauen Fluten
ſchneiden; ſie ſind vorläufig doch noch zuverle
jene über ihnen ſchwebenden Luftſchiffe und
zu denen ſich viele die neueſten Erfahrungen
findungen berückſichtigenden Modelle geſelle:
Erfindungen — — wenn das unſere Luſt
Schwankverfaſſer hören, bekommen ſie’s mit
ſchen Anfällen zu tun und ſchnappen wie di
nach Luft. Einen kleinen Troſt haben ſie, daß
franzöſiſchen Kollegen an der Grenze der E:
kunſt für neue Situationen und Witze ang
ſein ſcheinen, wie’s das im Kleinen The
geführte Abel Hermantſche Luſtſpie
Luxuszug” bewieſen. Olle Kamellen ſind
Tunke nett aufgewärmt worden. Da iſt uns
Carlo Goldoni doch noch lieber, deſſen
Luſtſpiel „La Locanderia” unter dem flotte
„Mirandolina” in einer ſehr hübſchen Bearbe
Ludwig Fulda anläßlich des Sorma=Ga”
Neuen Schauſpielhauſe zur
Darſt=
langte. Die Hauptrolle gab Frau Agnes
mit einer derart erquickenden Schalkhaftigkei
Koketterie, mit einem ſo jugendlichen Uebe
ſo vielen reizenden Liſten graziöſer weiblick
leien, daß man ſeine helle Freude hatte 1
Abend wahrlich nicht zu den verlorenen
brauchte, zumal auch die übrigen Mitwirke
die Regie Vortreffliches leiſteten.
Wihelm
Keine ſchlafloſen Nächte
hatten Herr und Frau Weber während der
ihres Töchterchens durchzumachen, weil das
der Zähnchen ihm nicht das geringſte Unbeh
urſachte. Die nachfolgenden Zeilen enthalten
klärung hierfür:
Weißenfels a. d. Saale, 28.=Oktol
„Bei unſerer kleinen Editha hat Scotts Emu
großartigen Erfolg erzielt, denn nur durch dieſes Pr
ſich die anfänglich überaus zarte Kleine zu einem kré
backigen Kinde entwickelt. Im Alter von 10 Monate
ſchon 8 Zähnchen und als wir ihren erſten Geburts
hatte ſie ſchon 14 und lief ganz allein und ſicher b
Zähnchen ſind ganz leicht gekommen, ſo daß wir ſchla
bei unſerer Kleinen während der ſo gefürchteten Za
ſagen gar nicht kannten. Editha ſchläft die ganze
Na=
ohne ſich auch nur ein einziges Mal zu melden. Scot
hat ſie ſtets ſehr gerne genommmen.” (gez.) Richar
In Scotts Emulſion ſind
forderungen, die an ein wirkliche=
4,
Kräftigungsmittel geſtellt werden
Beziehung erfüllt. Sie enthält
allerfeinſten Rohmaterialien, die
ſchen Verfahren die unübertroffe
Emulſion ergeben. Der
Tra=
wird dabei ſo vollſtändig ge
,alle, jung und alt, dieſes
dauliche Präparat mit Vorlieber
Nur echt mit dieſer zur Kräftigung gebrauchen. Bein
achte man auf das Garantieze=
M
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Seite 20₰
Darmſtädter Tagblatt, Dienstag, den 29. März 1910,
Nummer 71
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zur ordentlichen Hauptversammlung
Dienstag, den 5. April 1910, abends 9 Uhr
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Tagesordnung:
1. Bericht des Vorsitzenden über das abgelaufene
Vereinsjahr.
2. Rechnungsablage für 1909.
3. Neuwahl des Vorstandes.
4. Anträge.‟
*) Anträge zur Hauptversammlung sind nach
§ 13 der Satzungen mindestens 8 Tage vor der
Haupt-
versammlung beim Vorstand schriftlich einzureichen.
Wir bitten um zahlreiches Erscheinen.
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Der Vorstand:
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zugleich Gesang-Schule für Konzert, Oper und Haus.
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Vorschule, Seminar, Klavierensemble, Streichorchester, sämtliche Blasinstrumente,
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Theorie, Komposition, Kammermusik, Gesang, Italienisch, Deklamation und Mimik,
Korrepetition. Hospitänten an Deklamation, Italienischu. Streichorchester. Anfängerkurse.
Beginn des Sommersemesters Montag, den 4. April. Prospekte kostenfrei durch die Direktion,
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2
S die Musikalienhandlungen u. das Verkehrsbureau. Anmeldungen (vormittags) in der Akademie, Elisabethenstr. 36.
9
Die Direktion: Wilhelm Schmitt. Willy Hutter.
& 6385a)
HEEE
Darmstadter vertagsverbang.
Donnerstag, 31. März 1910, abends 8 Uhr,
im grossen Saale des „Kaisersaals‟.
Zur Vorfeier des hundertjährigen Geburtstages Fritz Reuters:
EN
AH
Ainz Reuter=zisehd
(mit Lichtbildern)
von Herrn Rezitator Hans Brandt aus Berlin.
Eintrittskarten: Sperrsitz zu 2 Mk., Saal zu 1 Mk., Vorsaal zu 75 Pfg.;
Galerie zu 50 Pfg., Studentenkarten (Galerie) zu 30 Pfg. und Schülerkarten zu 20 Pfg.
im Verkehrsbureau und an der Abendkasse. Vereinssaalkarten können daselbst gegen
Das dieswöchentliche
Aufzahlung von 1 Mk. gegen Sperrsitzkarten umgetauscht werden.
(6657
Der Vorstand.
N
Wch
Keiste
Gastspiele &
Oark
1
Tel.
389.
Heute Dienstag, (3. Feiertag
und folgende Tage
Leitie) 29., 30.,
3
ſteinie
3
Tage.
31. März (Tage
U
Franktusfer
I0C
Iities I
Bunter Abend.
AStationen im Coupe l. Gass
Schwank in 4 Verwandlungen vo
Benno Jacobson. (671
Freifrau Räthe von Broich
in ihrem Repertoire.
„Der Geldbriefträger‟ Au
d. Französisch. von G. u. F. Golt
mit Maximilian Malten als Gas
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etc.
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Bestellungen auch telephonisch.
6
Letzte
3
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Dienstag, den 29. März 1910.
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Abonnement C 37.
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und Robert Bodansky.
Muſik von Franz Lehär.
Muſikal. Leitung: Kapellmeiſter Ki
Szeniſche Leitung: Oberregiſſeur Ve
Perſonen:
Renée, Graf von Luxem=
. Hr. Speiſ
burg .
Fürſt Baſil Baſilowitſch . Hr. Jord
Gräfin Staſa Kokozow. . Fr. Rudc
Armand Briſſard, Maler . Hr. H. H
Angele Didier, Sängerin
von der großen Oper in
Frl. Suck
Paris.
. Frl. Grüt
Juliette Vermont
Sergei Mentſchikof, Notar Hr. Holle
Pawel von Pawlowitſch,
ruſſiſcher Botſchaftsrat . Hr. de 2
Pélegrin, Munizipal=
Hr. Hoff
beamter
Hr. Schu=
Hr. Krock
Hr. Waig *4
Frl. Haa=
Frl. Birk
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Coralie
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Amelie
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Marquis Chatauneuf
Baron Sullignac .
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Der Menager des Grand
.. . Hr. Klotz
Hotel.
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Nach dem 1. und? Akte findet je
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(1. bis 6. Reihe) 2.50 Mk., (7. und 8.
2.— Mk., Sperrſitz (1. bis 13. Reihe) 4.”
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(14. bis 20. Reihe) 3.20 Mk., Parterrc.,
(5. Reihe) 2.70 Mk., (6. bis 8. Reihe) 2.2
1. Galerie 1.20 Mk., 2. Galerie 60 P.
Ende gegen 10 St.
Anfang 7 Uhr.
Kartenverkauf von 11—1 Uhr und 1
6 Uhr an.
Vorverkauf
von 11 bis 1 Uhr für die Vorſtellun
Mittwoch, 30. März. 144. Ab.=Vorſt
Zum erſten Male wiederholt: Derd
Punkt.” Große Preiſe. Anfang 7
Donnerstag, 31. März. 145. Ab.=
B 37. „Wenn der junge
blüht.‟ Große Preiſe. Anfang
Freitag, 1. April. Außer Abonne
Pi
Vorſtellung zu ermäßigten
„Goethe’s Fauſt=Tragödig
ſter Abend: Vorſpiel auf dem Tl
Prolog im Himmel. Der Tragödie
Teil, erſte Abteilung. Anfang 7 U
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