Abonnementsprei=
viertehührlich 1 Mart 50 Pi. balb.
jährlich 3 Mark inel. Bringerlohn.
Auswärtg werden von allen
Poſt=
ämtern Beſtellungen
entgegenge=
nommen zu 1 Marl 50 Pf. pro
Quartal incl. Poſiaufſchlag.
159. Fahrgang.
Mit der Sonntags=Beilage:
lunelttep Aetehttungoothil.
Inſerate
fuͤr das
woͤchentl. Omal erſcheinende Tagblalt
werden angenommen: in Darmſtadt
von der Expedition, Rheinſtr. Nr. 23,
in Beſſungen von Friedr. Blößer,
Schießhausſtraße 14, ſowie auswärts
don allen Annoncen=Expeditionen.
Amtliches Organ
für die Zekanntmachungen des Großh. Freisamks, des Großh. Polizeiamts und der anderen Zehörden.
hlontungz den H. Mhlr.
W104.
1896.
B e k a n n t m a ch u u g.
Betreffend: Ausnahmen von dem Verbot der Sonntagsarbeit in Betrieben der chemiſchen Wäſcherei und Schönfärberei
für Kleidungsſtücke.
Die nachſtehende Bekanntmachung des Reichskanzlers vom 20. April 1896 bringen wir hiermit zur Kenntniß der
Betheiligten.
Darmſtadt, am 30. April 1896.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
v. Marquard.
6861]
B e k a n n t m a ch u n g,
betreffend Ergänzung der Bekanntmachung vom 5. Februar 1895 über Ausnahmen von dem Verbote der Sonntagsarbeit
im Gewerbetriebe. Vom 20. April 1896.
Auf Grund des 8. 1054 der Gewerbeordnung hat der Bundesrath beſchloſſen: 1) In der Tabelle, welche der
Be=
kanntmachung vom 5. Februar 1895 (eichs=Geſetzbl. S. 12), betreffend Ausnahmen von dem Verbote der Sonntagsarbeit
im Gewerbetriebe, beigefügt iſt, erhält die Gruppe H Gewerbe, welche in gewiſſen Zeiten des Jahres zu einer
außerge=
wöhnlich verſtärkten Thätigkeit genöthigt ſind) unter Ziffer 8 folgenden Zuſatz:
Gattung der Betriebe
1.
8. Chemiſche Wäſcherei
Bezeichnung
der nach 3 1054 zugelaſſenen Arbeiten.
Der Betrieb an 6 Sonn= oder
und Schönfärberei fürſ Feſttagen im Jahre bis 12 Uhr Mittags ſ geſtattet iſt. können von der Ortspolizeibehörde feſtgeetzt
und Pfingſtfeſt keine Anwendung.
2) Die vorſtehende Beſtimmung tritt mit dem Tage der Verkündigung in Kraſt.
Berlin, den 20. April 1896.
Der Stellvertreter des Reichskanzlers.
von Boetticher.
Bedingungen,
unter welchen die Arbeiten geſtattet werden.
Z.
Die Sonn= und Feſttage, an denen die Beſchäftigung
Kleidungsſtücke. Dieſe Ausnahme findet auf das Weih=ſwerden. Wo dies nicht geſchehen iſt, muß die
Beſchäf=
nachts=, Neujahrs=Oſter=,Himmelfahrts=tigung vor dem Beginn der Ortspolizeibehörde angezeigt
werden.
B e k a n n t m a ch u n g.
Die Brodfabrik von Lautz 4 Hofmann beabſichtigt auf den Grundſtücken Flur IV. Nr. 33 und 34, gelegen zu
Darmſtadt, Heinheimerſtraße, eine Dampfkeſſelanlage zu errichten.
Pläne und Beſchreibung hierüber liegen 14 Tage lang. vom Erſcheinen dieſes in der Darmſtädter Zeitung an
gerech=
net, auf dem Büreau des Großh. Polizeiamts Darmſtadt zur Einſicht der Intereſſenten offen.
Etwaige Einwendungen ſind binnen dieſer Friſt bei Meidung des Ausſchluſſes bei Großh. Polizeiamt Darmſtadt
vorzubringen.
Darmſtadt, den 24. April 1896.
Großherzogliches Kreisamt Darmſtadt.
J. V.:
ge3) Buchinger.
68618
B e k a n n t m a ch u n g.
Wer ohne volizeiliche Erlaubniß au bewohnten oder von Menſchen beſuchten Orten mit Feuergewehr
oder anderem Schießwerkzeug ſchießt, hat Beſtrafung mit Geldſtrafe bis zu 150 Mark und Haft bis zu 6 Wochen
zu gewärtigen 18 367₈ Reichsſtrafgeſetzbuchs), er haftet außerdem für allen entſtehenden Schaden.
257
[ ← ][ ][ → ] 1798
Nr. 104
Da trotz wiederholt ſtattgehabter Beſtrafungen immer wieder Zuwiderhandlungen gegen die vorſtehenden Vorſchriften
bei uns zur Anzeige gekommen ſind und ſortgeſetzt Klagen, namentlich über das Schießen mit Flobertgewehren innerhalb
der Stadt bei uns einlauſen, ſo haben wir das Aufſichtsperſonal angewieſen, ſtrenge Ueberwachung eintreten zu laſſen und
jeden einzelnen Fall zur Anzeige zu bringen.
Gleichzeitig machen wir auf die nachſtehend abgedruckten Beſtimmungen der Artikel 244 und 44 des
Polizei=
ſtrafgeſetzes aufmerkiam.
Artikel 244 des Polizeiſtrafgeſetzes:„ Geladene Feuergewehre dürfen ohne die gehörige Auflicht nicht an Kinder
oder ſonſtige Perſonen, von denen die nöthige Kenntniß und Vorſicht bei dem Gebrauche ſolcher Waffen nicht vorausgeſetzt
werden kann, verabfolgt werden und es müſſen diejenigen welche geladene Feuergewehre in fremden Häuſern oder ſonſt an
Orten, wo Menſchen verkehren, bei ſich führen, für deren ſichere Aufbewahrung ſorgen oder dieſelben unter gehöriger Aufſicht
halten. Zuwiderhandlungen werden .. beſtraft”
Artikel 44 des Polizeiſtrafgeſetzes: „Wenn Eltern, Vormünder oder andere Perſonen, deren Obhut Kinder
unter 12 Jahren oder ſonſtige unzurechnungsfähige Perſonen anvertraut ſind, es an der erforderlichen Aufſicht über
die=
ſelben haben fehlen laſſen und dieſe während der Zeit, wo ſie ohne ſolche Aufſicht waren, eine mit Polizeiſtrafe bedrohte
Handlung begangen haben, ſo werden die zur Beaufſichtigung verpflichteten Perſonen beim erſten Fall polizeilich verwarnt,
im Wiederholungsfalle aber ... beſtraft.
Darmſtadt, den 1. Mai 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
(8619
Fey.
Bekanntmachung.
Wegen Vornahme von Arbeiten mit
der Dampſtraßenwalze wird die
Mauer=
ſtraße für den Fuhrwerksverkehr bis auf
Weiteres polizeilich geſperrt.
Darmſtadt, den 1. Mai 1896.
Großherzogliches Polizeiamt Darmſtadt.
18620
Fey.
Vergebung von Bauarbeiten.
Die bei Herſtellung des äußeren
Ver=
putzes, Herſtellung der Lehrzimmer in
dem Hauptgebäude und den
Umänder=
ungen bei den Nebengebäuden des ſtädt.
Schulhauſes, Kapellſtraße Nr. 5.
vorkom=
menden Maurer=, Steinhauer=, Zimmer=,
Dachdecker=Schreiner, Schloſſer=, Glaſer=,
Weißbinder=, Spengler= und Häfner=
Ar=
beiten, ſowie die Lieferung von 1 Träger
ſollen im Wege der Verdingung vergeben
werden.
Angebote ſind bis
Samstag den 9. Mai d. J.,
Vormittags 10 Uhr,
bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen auf dem Stadtbauamt, Zimmer
Nr. 25. während der Dienſtſtunden zur
Einſicht oſfen, bei welchem auch die
For=
mulare für die Angebote zu erheben
ſind.
Darmſtadt, am 30. April 1896.
Großherzogl. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.:
(862½-
Niedlinger, Beigeordneter.
Zahlungs=Aufforderung.
Diejenigen Arbeitgeber, welche die
Beiträge zur Invaliditäts= und
Altersverſicherung für ihre, freien
Hülfskaſſen angehörigen oder einer
Kran=
kenkaſſe überhaupt nicht angehörenden
verſicherunospflichtigen Arbeiter für die
Monate März und April d. Js.
noch nicht entrichtet haben, werden
hier=
mit aufgefordert, innerhalb 10 Tagen/
Zahlung an unſere Kaſſe, Waldſtraße
Nr. 6, zu leiſten. Nach Ablauf der
ge=
gebenen Friſt wird gegen die Zahlungs=
Säumigen das Beitreibungs=Verfahren
ſ eingeleitet.
Darmſtadt, den 29. April 1896.
Großherzogl. Bürgermeiſterei Darmſtadt.
J. V.:
Köhler, Beigeordneter. (8622-
Bekanntmachung.
In das Firmenregiſter wurde heute
eingetragen, daß Jean Fiſcher zu
Darm=
ſtadt für die Firma „G. Jonghaus= Hofbuchhandlung, Verlag:
da=
ſelbſt Prokura erhalten hat.
Darmſtadt, 29. April 1896.
Großherzogl. Amtsgericht Darmſtadt I.
Lebrecht.
18623
Bekanntmachung.
In Folge gerichtlicher Verfügung ſoll
die dem Heinrich Hepting dahier
ge=
hörige Hofraithe:
Flur. Nr. ⬜Meter.
90b⁄0o 214 Blumenthalſtraße
V.
Nr. 51.
Montag, 15. Juni 1896,
Vormittags 10 Uhr,
im Orlsgerichtslokal öffentlich verſteigert/
werden.
Darmſtadt, 29. April 1896.
Großherzogl. Ortsgericht Darmſtadt I.
Muͤller.
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Donnerstag den 7. Mai, Vormittags 11 Uhr,
äßt die Gemeinde Eſchollbrücken einen abgängigen ſehr gut gehaltenen
Faſſel=
ochſen am hieſigen Faſſelſtall öffentlich meiſtbietend verſteigern.
Eſchollbrücken, am 1. Mai 1896.
Großherzogliche Bürgermeiſterei Eſchollbrücken.
Leichtweiß.
1862b
Brkanntmanhung.
Mittwoch den 6. Mai l. J., Vormittags 11½ Uhr,
verden zu Nieder=Ramſtadt
2 Zugpferde, 1 großer Müllerwagen und 15 Hühner
zwangsweiſe gegen Baarzahlung verſteigert.
Huſammenkunft: Rathhaus Nieder=Ramſtadt.
Darmſtadt, den 1. Mai 1806.
Dieten.
Großherzoglicher Gerichtsvollzieher,
Eliſabethenſtraße 46.
18626
Vergebung von Zimmerarbeiten.
Putterkartoſſoln
zu verkaufen.
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Fr. Hiein. Martusmühle.
Cal=
Mdtüzu.
Die auf dem Feſtplatze (Paradeplatz) bei der 50jährigen Jubelfeier der
hie=
ſigen Turngemeinde nöthig werdenden Zimmer=Arbeiten ſollen durch Verdingung
öffentlich vergeben werden. Verdingungsprotokoll und Arbeitsbeſchreibungen ſind
bei dem Hausmeiſter der Turngemeinde, Woogsplatz Nr. 5, einzuſehen, woſelbſt
auch die bezügliche Arbeitsbeſchreibung erhältlich iſt.
Angebote ſind bis Mittwoch den 6. d. M., Abends 7 Uhr, bei dem
Hausmeiſter einzureichen.
Darmſtadt, den 2. Mai 1896.
(8627₈
Der Bau=Ausſchuß für die 50jährige Jubelfeier der
Turngemeinde Darmſtadt.
4
Bekanntmachung.
Den 5. Mai ds. Js., Vormittags 9½ Uhr, werden in
der Turnhalle am Woogsplatz in Darmſtadt für die
50jühr. Zubelſeier der Turngemeinde Darmſladt
am 31. Mai, 6., 3. und 8. Juni ds. Js.,
mittelſt öffentlicher Verſteigerung vergeben:
1 Schaubudenplatz, von 15 Meter Breite, 12 Meter Tieſe,
desgl.
„ 15
1 Schießbudenplatz „ 6
desgl.
„ 8
1 Photographiebudenpl., 6
8
desgl.
„
2 Zuckerbudenplätze von je 6
2 Waffelbudenplätze „ „ 6
2 Carouſſelplätze
1 Schaukelplatz
„
8
12
8
12
3
3
„ 12 Meter Burchmeſſer,
„ 12 „ im Quadrat.
Die Bedingungen liegen im Lokale während der Verſteigerung ofſen. Das
Feſt wird auf dem Parade= und Zeughausplatz, in Mitte der Stadt gelegen,
ab=
gehalten.
Darmſtadt, den 1. Mai 1896.
[84682
Der Muſik= und Vergnügungs=Ausſchuß.
Zwei neue complette
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ſind zum billigen Preiſe von 75 bezw.
70 Mark abzugeben.
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Schloßreihe, gegenüber dem Wachstuchgeſchäft des Herrn Gelhardt,
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Dünnflüſſigkeit oder auch an ihrer harten gallertartigen
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ein freundl. ſchön möbl. Zimmer zu vm.
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Dienstag den 5. Mai 1806, Abends 8½ Uhr,
im Vereinslokale der Reſtauration „zur Operés;
Monats-Versammlung. 2.
Tagegordnung: Vortrag des Herrn Privatdocent Dr. Groim:
Wanderungen in der Siloretta=Gruppei.
Gäſte ſind willkommen.
8633
Der Vorstand.
Gulb.UDliciu za glluhlbl.
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Glen We geiutmn zu gh-mllbi.
)
ereinsversammlung.
Montag den 4. Mai 1896, Abends 8 Uhr, im großen
Saale der Stadt Pfungſtadt.
Tagesordnung:
Vortrag des Herrn Bedacteur der Lrankf. Itg.
C. G. R. Oeser von Frankfurt a. M.,
über:
Das beabſichtigte Verbot des Detail=Reiſenss.
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8572) Haushälterin (Frl. od.
allein=
ſtehende Wittwe v. 30-40 Jahren), die
beſcheidene Anſprüche macht, zur
ſelbſt=
ſtändigen Führung des Haushaltes
ge=
ſucht. Bei guten Leiſtungen dauernde
Stellung. Pfarrhaus Griesheim
bei Darmſtadt.
84473) Für mein Kurz, Mode=
und Weißwaarengeſchäft ſuche noch
einige Lehrmädchen
aus ordentlicher Familie.
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Ludwigsſtraße 8.
8640) Laufmädchen geſucht.
Blumenthalſtraße 111. II. links.
700. Jüchtige Maurer ucht
Möser I., Maurermeiſter.
8576) Ein junger Menſch als zweiter
Hausburſche mit guten Zeugniſſen
ge=
ſucht.
hötel Köhler.
Tüchtige Maurer,
werden angenommen. Bauſtelle
Beſſungerſtraße 104.
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[ ← ][ ][ → ]Erſte Beilage zu Nr. 104 des „Darmſtädter Tagblatt vom 4. Mai 1896.
Horart-Verein.
Montag den H. Mai, Abends 8½ Uhr,
in der „Stadt Pfungſtadt”:
Hauptversammlung.
für das abgelaufene (53.) Vereinsjahr.
Tagesorduung nach 8 34 der Satzungen, ſowie Beſchlußfaſſung über einen
Antrag des Sängerchors, betr. Chorkaſſe.
Der Carstand. (8642
Goohoum.
Hunderttausende werden weggeworfen
durch unzweckmäßige Abfaſſung von Annoncen und durch Benutzung
unge=
eigneter Zeitungen. Ein Inſerat muß nicht allein ſachverſtändig und treffend
abgefaßt ſein, ſondern es iſt auch der Leſerkreis der Zeitungen in Betracht
zu ziehen. Auf dem weiten Felde des Zeitungsweſens wird ſich der Laie
nicht leicht orientieren und deshalb eines erfahrenen u. zuverlässigen
Rathgebers bedürfen, um ſein Geld nutzbringend anzulegen und mit
einiger Sicherheit Erfolge zu erzielen. Ein berufener Führer iſt die ülleſſe
Annonten=Expedition haaſeuſtein am; Vogler, A.=G., Frankfurt a. zu. Vertreten in
Varmſtadt durch Adalbert Pfeiſker (Arnold Bergſträßer's Hofbuchhandlung),
Rheinſtraße 6. — Durch 40jährige Praxis, welche zu den intimſten
Verbin=
dungen mit allen Organen der Zeitungspreſſe des In= und Auslandes
ge=
führt hat, iſt ſie mit ihren zahlreichen Zweighäuſern und Agenturen
vor=
zugsweiſe in der Lage, dem inſerirenden Publikum ſich in jeder Weiſe nützlich
zu machen. Alle Aufträge werden prompt und billigſt ausgeführt, da nur
die Originalzeilenpreiſe der Zeitungen berechnet werden, und kommen auf
dieſe Preiſe bei belangreicheren Aufträgen noch die höchſten Rabatte in
Ab=
rechnung. Man verſäume deshalb nicht, ſich bei obiger Firma vor Vergebung
[45796
eines Annoncen=Auftrags erſt genau zu informiren.
Geſchiſl übernahme und Enpſehlung.
Wir beehren uns, ergebenſt mitzutheilen, daß wir das von
Herrn Paul Weber ſelther betriebene
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käuflich erworben haben und empfehlen uns zur Ausführung ganzer
Neubauten, Erneuerung von Façaden, Stuccatur und Innen=
Deko=
rationen, ſowie aller in obiges Fach einſchlagenden Arbeiten.
Iudem wir bitten, das unſerem Vorgäuger geſchenkte Vertrauen
auf uns übertragen zu wollen, ſichern wir bei reellen Preiſen ſolide
und prompte Bedienung zu.
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wenig ſeimig wird. Dies macht die Milch
bedeutend leichter verdaulich.
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ſchottiſchen Firma am beſten für die gute
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Außer Abonnement.
Zum Beſten des Hoſchor=Perſonals:
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Schauſpiel in 5 Akten von Schiller. Muſik
von Gyrowetz und B. A. Weber.
Dirigent: Herr Kapellmeiſter Rehbock.
Regie: Herr Valdek.
Hermann Geßler:
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Werner. Frhr. v. Atting=
hauſen
Herr Knispel.
Ulrich von Rudenz
Hr. Kreidemann
Herr Viebeg.
Werner Stauffacher
Conrad Hunn.
Herr Speer.
Herr Weber.
Itel Reding
Hans auf der Mauer
Herr Keſting.
Jörg im Hofe
Herr Pfeſſer.
Herr Strecker.
Ulrich der Schmied
Joſt von Weiler
Herr Würthele.
Herr Mickler.
Walther Fürſt.
Wilhelm Tell
Herr Edward.
Röſſelmann, der Pfarrer, Herr Riechmann.
Petermann, der Sigriſt . Hr. Fleiſchmann.
Kuoni, der Hirte
Herr Reichhardt.
Werni, der Jäger
Herr Bögel.
Ruodi, der Fiſcher
Herr Miiller.
Arnold von Melchthal. Herr Hacker.
Herr Groſſer.
Konrad Baumgarten
Meier von Sarnen,
Herr Göllnitz.
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Herr Feder.
Klaus von der Flüe
Herr Lang.
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Burkhardt am Bühel
Arnold von Sewa
Herr Sautier.
Jenni, Fiſcherknabe
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Seppi, Hirtenknabe
Frl. Wehn.
Gertrud. Stauffacher's
Frl. Berl.
Gattin
Hedwig. Tell's Gattin
Frl. Ethel.
Frl. Eichelsheim.
Bertha von Bruneck
Hrl. Cxamer.
Armgard.
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Wilhelm,
Frießhardt,) Söldner
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Herr Meffert.
Herr Waigandt.
Herr Hartig.
Herr Knörzer.
Herr Schmidt.
Anfang 6 Uhr. Ende nach 110 Uhr.
Politiſche Ueberſicht.
Deutſches Reich. Der Reichstag ſetzte am Freitag die
zweite Leſung des Börſengeſetzes mit der
Weiter=
beratung über den Antrag Schwarze auf Verbot des
Börſen=
terminhandels im Getreide fort. Abg. Schönlank (Sos.) hält das
Verbot des Terminhandels in Getreide für eine Prämie des
Brotwuchers; ſeine Partei mache ihre definitive Stellung zu der
ganzen Vorlage von der Ablehnung des Verbots abhängig.
Abg. Bachem (Centr.) erklärt, daß die große Mehrzahl ſeiner
Partei den Börſenterminhandel in Getreide der Landwirtſchaft
für ſchädlich halte; ein anderer Teil ſeiner Freunde denke zwar
nicht ſo ſkeytiſch. werde aber doch für das Verbot ſtimmen, weil
er den größten Teil des Terminhandels ſür einen Unfug erachte,
der abgeſchafft werden müſſe, gleichviel ob die Folgen ſchädlich
oder nützlich ſeien. — Unterſtaatsſekretär Rothe führt aus, daß
die Freunde des Antrags zu ſehr von den Auswüchſen des
Termin=
handels ausgingen; ſie überſähen aber dabei, daß ja die ganze
Vorlage eben bezwecke. dieſen Auswüchſen entgegenzutreten.
Da=
zu würden auch die Beſtimmungen des Geſetzentwurfs ausreichen.
Abg. Graf Kaniz (konſ) ſpricht ſich im Intereſſe der
Land=
wirtſchaft für das Verbot aus. - Aba. v. Bennigſen ſnatl.)
er=
klürt, daß ſeine Partei nach wiederholter, eingehender Beratung
einſtimmig den Beſchluß gefaßt habe, für das Verbot zu ſtimmen.
Abg. Graf Arnim (eichsp.) teilt mit. daß ſeine Partei
eben=
falls geſchloſſen für den Antrag Schwarze eintrete. Hierauf wird
der Antrag auf Verbot des Terminhandels in Getreide mit 200
gegen 30 Stimmen angenommen, wodurch der dritte Abſatz des
5 47, welcher von der Lieſerungsqualität des Getreides handelt,
gegenſtandslos wird. Die 88 47 und 48. die weitere
Beſtim=
mungen bezüglich des Börſenterminhandels betreffen. werden
unverändert angenommen; ebenſo die 85 51-65, die ſich auf das
Vörſenregiſter beziehen, ſowie 8 66, den Einwand des Ausſchluſſes
der Effektivlieferung betreffend. Die auf das Kommiſſionsgeſchäft
ſich beziehenden 88 67-71 und die Strafbeſtimmungen
enthalten=
den 85 72-75a werden nach der Kommiſſionsfaſſung angenommen.
Nächſte Sitzung Samstag 1 Uhr: Interpellation Meyer=Danzig.
betr. die Konvertierung der Reichsanleihen; Interpellation Auer,
betr. die Verhaftung des Abg Bueb; Abgabentarif für den Kaiſer=
Wilhelm=Kanal.
. Der Senioren=Konvent des Reichstages beſchloß,
die zweite Leſung des Margarine=Geſetzes auf Montag
anzu=
beraumen, ſodann die zweite Leſung des Zuckerſteuergeſetzes, die
dritte Leſung der Gewerbeordnungsnovelle, ſowie andere zweite
und dritte Leſungen vorzunehmen. Die Frage der Vertagung
oder des Seſſionsſchluſſes wurde nicht berührt.
Frankreich. Das von den radikalen Deputiertein
gewählte leitende Komitee hat ein Manifeſt ausgearbeitet, worin
gegen die Regierung proteſtiert wird, die das allgemeine
Stimm=
recht dem beſchränkten Stimmrecht unterzuordnen verſuche. Das
Manifeſt ſagt weiter: Nunmehr ſei der Kampf zwiſchen der Partei
des Widerſtandes und der Partei des Fortſchrittes und der
Re=
formen eröffnet. Die Mitglieder des Parlaments, die der Sache
des Volkes treu geblieben ſeien, hätten die Notwendigkeit
einge=
ſehen ſich zu vereinigen. um gegen die verbündeten
Reaktions=
parteien zu kämpfen; ſie würden bis zum äußerſten das
allge=
meine Stimmrecht verteidigen.
Der Schah von Perſien iſt am Freitag das Opfer eines
Attentats geworden. Die erſte aus Teheran 1. Mai gekommene
Nachricht über das Attentat lautet; „Auf den Schah von Perſien
wurde ein Attentat verübt. Er erhielt eine Schußwunde, der er
alsbald erlegen iſt. Der hinzugezogene deutſche
Geſandtſchaſts=
arzt Dr. Müller konnte nur noch den Tod feſtſtellen. Das Atten.
tat erſolgte am Nachmittag. Der Mörder ſchoß auf den Schah
in dem Augenblick, in welchem dieſer die Grabmoſchee des
Wall=
fahrtsortes Schah Abdul=Aſim, ſechs Meilen ſüdlich von Teheran,
betrat. Die Kugel traf den Schah in der Herzgegend. Der Schab
wurde zu Wagen nach dem Palaſt gebracht. Er ſtarb um 4 Uhr
nachmittags. Der Mörder gehört der religiöſen Sekte der Babis
an, die bereits viermal einen Mordverſuch auf den Schah
unter=
nommen hat. Der Mörder wurde ſogleich verhaftet.
Die perſiſche Geſandtſchaft in Paris erhielt eine Depeſche aus
Teheran, welche ſagt, das Attentat auf den Schah ſei von einem
Babi verübt und im Lande herrſche vollſtändige Ruhe. Die
Babis ſind eine ſeit vierzig Jahren beſtehende Sekte, die ſich
vom Jslam losgelöſt und religiöſe=politiſche Ziele verfolgte,
namentlich die Verdrängung der herrſchenden Dynaſtie anſtrebt.
Schon am 15. Auguſt 1852 verübten drei Männer der Babis=Sekte,
deren Stiſter hingerichtet worden war, ein Attentat gegen den
Schah, wofür die Sekte unter unbeſchreiblichen Martern
aus=
gerottet wurde. Schah Abdul=Aſim, wo der Schah getötet wurde,
iſt ein heiliger Ort, wo ein Nachkomme des Propheten begraben
iſt. Die Bewohner von Teheran pflegen dorthin zu wallfahren.
Der Schah ſelbſt iſt gleich anderen gläubigen Muſelmännern oft
dorthin gepilgert.
Nr. 104
179₈
Der Schah Naſr=ededin war am 17. Juli 1831 geboren und
gelangte am 10. September 1848 zur Regierung. Er war nicht
ohne eine gewiſſe europäiſche Bildung. Beim Ausbruch des
ruſſiſch türiſchen Krieges im Jahre 1853 erklärte er ſich anfänglich
neutral, ſchlug ſich aber bald auf die Seite Rußlands. Nachdem
er 1856 Herat eingenommen, erklärte die indiſche Regierung ihm
den Krieg; das Ende war ein Friede, der für England
vorteil=
haſt war. Er führte ſodann mehrere Keiege mit den Turkmenen
und andern Nachbarvölkern. 1873 unternahm er ſeine erſte,
Auf=
ſehen erregende Reiſe nach Curopa. Eine zweite Reiſe, die
be=
ſonders Rußland galt, unternahm er 1878, eine dritte fand 1889
ſtatt. Die inneren Zuſtände Perſiens waren während Narſ=
ed=
dins Regierung befriedigend. Perſien bereitete ſich ſchon vor,
am 6. Mai ſein 50jäbriges Regierungsjubiläum zu feiern; man
rechnet nämlich ſeine Regierungszeit in Perſien nach den möham
medaniſchen Mondjahren, welche für den 6. Mai das Jubeljahr
ergaben. Der Schah wollte übrigens anläßlich der Pariſer
Weltausſtellung im Jahre 1900 wieder nach Europa kommen.
Der Thronfolger Muſaffer ed=din Mirza befindet ſich
gegen=
wärtig in Täbris. Er iſt der älteſte Sohn des Schahs, im Jahre
1853 geboren und der europäiſchen Civiliſation ſehr geneigt.
Un=
ruhen ſind bei der Thronbeſteigung nicht zu erwarten.
Der „Times; wird aus Teheran gemeldet, dort herrſche
ziemliche Beunruhigung und Prinz Kamran=Mirza=Nabibees
Sultaneh habe ſich auf Verlangen der Regierung in ſeinen Palaſt
zurückgezogen. Eine Zeit lang hätte viel Unzuftiedenheit wegen
der Theuerung der Lebensmittel geherrſcht.
Stadt und Land.
Darmſtadt, 4. Mai.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog empfingen am
Sams=
tag den Provinzialdirektor v. Marquard, den Miniſterialrat
Krug v. Nidda, den Kammerherrn v. Hangen, den Generalmajor
v. Schmidt, Kommandeur der 25. Kav.=Brigade, den Oberſt v. Beck,
Kommandeur des Feld=Art. Reats. Nr. 25, die Sek.=Lts. v. Specht
und Donner von demſelben Regt., den Major Hauß,
Bezirke=
offizier vom Landw.=Bezirk Kaſſel, den Major Mootz vom Inf=
Regt. König Wilhelm I. (6. Württemberg.) Nr. 124, den Rittmeiſter
Selzam vom Drag.=Regt. Nr. 23. die Sek.=Lts. der Reſerve
Oyckerhof, Frhr. v. Gynand und Meineke von demſelben Regt.,
die Sek.Lte. der Reſerve Andreae und Bopp vom Drag.=Regt.
Nr. 24. den Vr.=Lt. Bork vom Inf.=Reat. Prinz Louis Ferdinand
von Preußen C2. Magdeburg.) Nr. 27. kommandiert zum
Train=
depot, den Oberſtabsarzt Dr. Gröbenſchütz vom Inf.=Reat. Nr. 117,
den Zahlmeiſter Heyer vom Leibgarde=Regt., den Medizinalrat
Dr. Weckerling von Friedberg, den Vrofeſſor Schurig, Direktor
der Kunſtgewerbe= und gewerblichen Fachſchule in Offenbach, den
Kulturinſpektor Dr. Eſer von Friedberg; um 11 Uhr den Kaiſerl.
Ruſſiſchen Legationsſekretär Baron Meyendorff; zum Vortrag
den Staatsminiſter Finger, den Finanzminiſter Weber, den
Ober=
ceremonienmeiſter Geheimerat v. Werner, den Ordenskanzler
Generalmajor z. D. v. Herff, den Oberſtallmeiſter Riedeſel Frhrn.
zu Eiſenbach, den Hoſprediger Ehrhardt.
Se. Königl. Hoheit der Großherzog haben dem
Mini=
ſterialrat in dem Miniſterium des Innern und der Juſtiz Dr.
Emil Dittmar den Charakter als „Geheimerat' erteilt, - den
Oberlandesgerichtsrat bei dem Oberlandesgericht Karl Pückel
zum Miniſterialrat in dem Miniſterium des Innern und der
Juſtiz. den Landgerichtsrat bei dem Landgericht der Provins
Starkenburg Dr. Karl Zimmermann zum
Oberlandesgerichts=
rat bei dem Oberlandesgericht, den Staatsanwalt bei dem
Land=
gericht der Provinz Starkenburg Dr. Friedrich Buff zum
Land=
richter, den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Lorſch Dr. Ferd.
Stein zum Staatsanwalt bei dem genannten Gericht, den
Gerichtsaſſeſſor Berthold Nauſch aus Lauterbach zum
Amts=
richter bei dem Amtsgericht Lorſch, den Finanzaſpiranten Carl
May aus Friedberg zum Reviſor 2. Klaſſe bei der Main=Neckar=
Bahn, den Straßenmeiſter Thomas Neſſel zu Offenbach zum
Hochbauaufſeher bei dem Hochbauamt Mainz. und die
Bau=
aufſeheraſpiranten Wilhelm Gölz aus Dorf Erbach und Jakob
Bieſer aus Wolfsheim zu Straßenmeiſtern ernannt.
- Se. Durchl. der Prinz und Ihre Großh. Hoheit die
Prinzeſſin Ludwig von Battenberg mit den
Prinzeſ=
ſinnen Alice und Luiſe, ſowie dem Prinzen Georg ſind am
Samstag nachmittag 1 Uhr 45 Min. von Malta hier eingetroffen
und von Sr. Königl. Hoheit dem Großherzog am Bahnhof
empfangen worden. (Darmſt. 5ta.)
Durch Entſchließung Großh. Miniſteriums des Innern und
der Juſtiz vom 25. April wurde der Bureaugehilfe bei der
Buch=
handlung des Großh. Staatsverlags Jean Fiſcher in Darmſtadt
zum Stellvertreter des Dirigenten der Buchhandlung des Großh.
Staatsverlags beſtellt.
Anläßlich ihrer ſilbernen Hochzeit haben Se. Erl. der
Graf und Ihre Durchl. die Gräfin zu Erbach=Schönberg
zur Erinnerung an ihre am 29. April 1871 vollzogene Trauung
dem Kirchenvorſtand der Stadtgemeinde eine ſchöne Altarbibel
überreichen laſſen, mit der Beſtimmung, daß dieſe ſinnige Gabe
Eigentum der Stadtkirche und auch zeitweiſe in Gebrauch
ge=
nommen werde.
Das Großh. Regierungsblatt Nr. 16 enthält:
Bekanntmachung. den Bau und Betrieb einer ſchmalſpurigen
Materialtransportbahn in den Gemarkungen Dietesheim und
Klein=Steinheim, Kreis Offenbach. betreffend.
Militärdienſtnachrichten. Dr. Dueſterberg
Reats.=Arzt vom Königs=Ulan.=Reat. Nr. 13 und beauftragt mit
Wahrnehmung der diviſionsärztl. Funktionen bei der 19. Div,
Dr. Metzler, Regts.=Arzt vom Weſtfäl. Ulan.=Regt. Nr. 5 und
beauftragt mit Wahrnehmung der diviſionsärztl. Funktionen bei
der 14. Div. Dr. Goedicke, Chefarzt des Garn.=Lazaretts
Nr. I1 Berlin, zum Liv.=Arzt der Großh. Heſſ. C5.) Div.,
vor=
läufig ohne Patent, - befördert. Dr. Weichel, Ober=
Stabs=
arzt 1. Kl. und Regts.Arzt vom 2. Großh. Heſſ. Drag.=Regt.
Nr. 24. von den diviſionsärztl. Funktionen bei der Großh. Heſſ.
(25.) Div. entbunden. Dr. Weber, Stabs= und Bats.=Arzt
vom 2. Bat. des Königin Eliſabeth=Garde=Gren.=Regts. Nr. 3.
als Hilfsreferent zur Medizinal=Abteil. des Kriegsminiſteriums
kommandiert. Dr. Grethe vom 3. Bat. 1. Großh. Heſſ. Inf.=
Regts. Nr. 115. zum 2. Bat. 1. Hannov. Inf.=Reats. Nr. 74,
Dr. Vapenhauſen vom 2. Bat. Inſ.=Regts. Graf Barſuſ
Nr. 17. zum 3. Bat. 1. Großh. Heſſ. Inf.=Regts. 115. Dr. Krantz
vom 7. Thüring. Inf.=Regt. Nr. 96, zum Großh. Heſſ. Train=
Bat. Nr. 25. - verſetzt.
1 Wir weiſen noch einmal auf die heute abend zum Beſten
des Hoftheaterchors ſtattfindende Vorſtellung im
Hof=
theater hin, in der ſich Herr Edward als „Telle vom hieſigen
Publikum verabſchieden wird. Wir wünſchen mit ihm den
viel=
beſchäftigten und ſtets vortreffliches leiſtenden Benefizianten die
wohlverdiente Genugthuung eines ausverkauſten Hauſes. Die
Aufführung des „Tell; iſt ja als eine ſehr gute Vorſtellung
unſeres Hoſtheaters bekannt,
2 Der Inſtrumental=Verein begeht am Mittwoch, den
6. Mai, ſeinen 41. Vereinsabend. wozu ein ſehr gediegenes
Vro=
gramm in Ausſicht ſteht. Als Soliſt des Abends iſt Herr
Chr. Eckel von hier gewonnen worden, der von früheren
Ver=
anſtaltungen her bei den Konzertbeſuchern in beſtem Andenken
ſteht. An das Konzert ſchließt ſich ein Ball für die
Vereins=
mitalieder und eingeführte Gäſte. Karten ſind bei den Herren
G. Thies, ſowie Kittlitz, Schott & Co. zu haben.
G. Die diesjährige Generalverſammlung der Abteilung
Darmſtadt der Deutſchen Kolonial=Geſellſchaft findet
heute im oberen Saale des „Britannia=Hotels; ſtatt. Nach Er:
ledigung der geſchäftlichen Angelegenheiten wird ein
Vereins=
mitglied einen Vortrag über ſeine intereſſanten Reiſen und
Beobachtungen im Orient halten. Es iſt den Mitgliedern, denen
auch die Einführung von Gäſten gerne geſtattet iſt, nur zu
empfehlen, ſich recht zahlreich einzufinden.
B. Das neue Enſemble im Orpheum' führte ſich bei der
Freitags=Vorſtellung gut ein. Frl. Leonore Ternina fand bei dem
Publikum als Koſtümſoubrette warme Aufnahme und die
Dar=
bietungen der graziöſen Oceana als Saltomortal=Tanzſeilkünſtlerin
waren wirklich bewunderungswert. Der Humoriſt Herr Mar
Menſel mit ſeinen ſelbſiverfaßten Vorträgen iſt gut, wie auch
Monſieur François Cabaret. der mit ſeinen großartig dreſſierten
Lilivutaner=Hündchen das Möglichſte in der Dreſſur leiſtet. Die
perſiſche Akrobaten Familie Abbas Mirza vollführte mit
erſtaun=
licher Sicherheit und Eleganz die ſchwerſten Kunſtſtücke und
wurden deren Uebungen ebenfalls von dem Publikum mit
rauſchen=
den Hervorrufen bedacht. Zum zwergfellerſchütternden Lachen
ſind die Vorführungen der Univerſal=Pantomimiſten Brothers
Preſto.
6 Die Wochenmärkte der letzten Woche wurden der
Meſſe wegen auf dem Louiſenplatz abgehalten, wodurch
erfahrungs=
gemäß der Marktverkehr immer beeinträchtigt wird, da ſich
Ver=
käufer und Käufer auf den ungewohnten, zerſtreut gelegenen
Plätzen nicht gleich zurecht finden. Troß der nicht gerade
be=
ſonders günſtigen Witterung waren alle Produkte des Frühlings
reichlich vertreten, auch an den übrigen Viktualien iſt kein Mangel.
In den Preiſen ſind einige Veranderungen eingetreten; wir
notieren: Butter p. ½ Kg. 55 Pf. bis 1 Mk., in Partien 80-85 Pf.,
Landeier und Italiener p. St. 6 und 7 Pf, andre Sorten 5 und
6 Pf., Handkäſe p. St. 4-10 Pf. Schmierkäſe p. ½ Ltr. 16 Pf.,
Spinat p. Portion 15-30 Pf., Blumenkohl p. St. 15-35 Pf.,
Wirſing p. St. 3-8 Pf., Schabkraut p. Bündel 2 Pf., Rotkraut
p. St. 1525 Pf., Spargel L. Qual. p. ¹ Ka. 60-70 Pf., II. Qual.
30-50 Pf., neue Kohlraben p. St. 10-15 Pf., Carotten p. Bündel
20- 30 Pf., Gurken p. St. 20-50 Pf., Kopfſalat v. Stück l2-18 Pf.,
Aepfel p. ½ Kg. 12-20 Pf., Apfelſinen p. St. 6-8 Pf., alte
Kartoffeln p. Kumpf 10 Liter) je nach Sorten 40-60 Pf., junge
Gänſe p. St. 5-7 Mk., Welſche p. St. 8-12 Mk., Enten p. St.
2-3 Mk., Hahnen p. St. 80 Pf. bis 250 Mk., Suppenhühner
p. St. l-2 Mk., Hechte p. ” Ka. 8) Pf., Bärſch p. ½89.1n Pf.,
Jander p. ½ Kg. 80 Pf., Weißſiſche p. ½ 89. 25 - 3) Pf.
1798
Nr.
Gt. Darmſtadt-Paris. Die günſtige Verbindung über
Metz und Paguy bleibt für den Sommer beſtehen. Der
Tages=
zug fährt um 7 Uhr 50 Min. morgens von hier und um 9 Uhr
15 Min. von Mainz ab. Der Nachtzug hat Anſchluß ab hier um
5 Uhr 35 Min. abends und fährt um 6 Uhr 42 Min. von Mainz
weiter. Die Gegenzüge verlaſſen Paris (Gare de 1Est) um
8 Uhr 10 Min. morgens und 8 Uhr 25 Min. abends. Die
Nacht=
züge führen Schlaſwagen.
8t. Wirths Fahrplanbuch liegt in der Sommerauflage
vor uns und bietet auf etwa 200 Seiten das gewohnte reiche
und zuverläſſige Material zum ſeitherigen billigen Preiſe.
Vom Sprachvereine. Man muß anerkennen, daß die
Sprache unſrer neueſten Geſezgebung ſich arößerer Reinheit
beſleißigt, als dies noch vor nicht allzu langer Zeit der Fall war.
Eines unſrer jüngſten Geſetze behandelt den „unlauteren
Wett=
bewerb. wofür man früher ſicherlich „illohale Konkurrenz”
ge=
agt hätte; auch gebraucht man immer mehr die Ausdrücke:
Be=
ſoldungsgeſetz ſtatt Dotationsgeſetz, Verordnung ſtatt Reglement,
Veröffentlichung ſtatt Vublikation, Enteignung ſtatt Expropriation,
Eingemeindung ſtatt Inkorporatien u. a. - Auf einem Gebiete
jedoch haben die Geſetzgeber dem deutſchen Volkstume kaum
Rech=
nung getragen: wir meinen die Beſtimmungen über die neuen
Maße und Gewichte. Als man es für dringend notwendig
hielt, franzöſiſches Maß und Gewicht im neu erſtandenen Reiche
einzuführen, hätte man doch wenigſtens der neuen Sache deutſche
Namen geben ſollen. Dem hätte durchaus nichts im Wege
ge=
ſtanden; denn unſre Mutterſprache iſt überaus reich an
brauch=
baren Bezeichnungen für Maße und Gewichte. Das Volk wäre
mit der Neuerung durch Anwendung ſolcher deutſcher Wörter
raſcher vertraut geworden, als durch jene unſchönen, halb
lateiniſchen, halb griechiſchen Wörter, die dem nicht
fremdſprach=
lich Gebildeten ganz unverſtändlich ſind und in den Mund des
ſchlichten Mannes nicht paſſen. Die Holländer hätten uns als
au es Beiſpiel dienen können: ſie haben ſchon lange vor uns
(1816) dieſelben Maße und Gewichte eingeführt, aber für alle
Größen holländiſche Benennungen gewählt, die in der amtlichen
Sprache ausſchließliche Gültigkeit haben; ſo heißt das Liter:
Kan (Kanne), das Deziliter: Maalje (Mäschen) u. ſ. w.
1 Mainz. 2. Mai. Die Verwaltung der Heſſiſchen
Ludwigsbahn hat jetzt auf den 3. Juni eine außerordentliche
Generalverſammlung anberaumt, deren einziger
Beratungs=
gegenſtand das Verſtaatlichungsangebot der
Re=
aierung und die hierdurch bedingte Auflöſung der Geſellſchaft
iſ. Bei dieſer außerordentlichen Generalverſammlung hat jede
einzelne Aktie eine Stimme und kann ein gültiger Beſchluß nur
dann gefaßt werden, wenn drei Vierteile der anweſenden Altionäre,
welche, überdies, zwei Drittteile, aller, beſtehenden Aktien
repräſentieren müſſen, dafür ſtimmen. Sollte ein gültiger Beſchluß
nicht zuſtande kommen, ſo iſt eine zweite Generalverſammlung
einzuberufen, in welcher ebenfalls jede Aktie eine Stimme giebt.
Der Beſchluß zu dieſer Verſammlung bedarf zu ſeiner Gültigkeit
eine Mehrheit von drei Vierteilen des in der
Generalverſamm=
lung vertretenen Aktienkapitals.— Das hieſige Gouvernement
hat einen einheitlichen Tarif für die Militär=Muſikkapellen
ausarbeiten laſſen und iſt den Kavellen von jetzt ab verboten,
nach anderen, als den befohlenen Sätzen zu ſpielen. — Die aus
Anlaß eines Umbaues von verſchiedenen Intereſſenten angeregte
teilweiſe Freilegung des Mainzer Domes nach der
Marktſeite hin wird nicht zuſtande kommen, indem neben der
finanziellen Seite eine Reihe angerufene Autoritäten ernſte
äſthetiſche Bedenken geltend gemacht haben, die für das Dom
kapitel ſicher beſtimmend ſein werden, dem Proiekte nicht näher
zu treten.
Gießen, 2. Mai. Se. Königl. Hoheit Prinz Albrecht
von Breußen, Regent von Braunſchweig. trifft am 5. Mai
über Gießen in Laubach ein, um von dort dem Fürſtlich Solms=
Licher Hauſe einen Beſuch zu machen, und am 6. Mai der
Ein=
weihung der reſtaurierten Komturkirche in Nieder=Weiſel
beizu=
wohnen.
- Se. Königl. Hoheit der Großberzog nebſt boher
Gemahlin beabſichtigen, am 8. Mai dem Gräflichen Hauſe zu
Solms=Laubach in Laubach einen Beſuch abzuſtatten, am gleichen
Tage zwiſchen 6 und 7 Uhr abends trifft das Großherzogliche
Paar in Lich zum Beſuch des Fürſtlichen Hauſes zu Solms=Lich
ein. Die Herrſchaften bleiben über Nacht bis zum Abend des
J. Mai in Lich. GG. A)
Reich und Ausland.
Aus der Reichshauptſtadt, 2. Mai. Der Kaiſer verlieh
dem Fürſten von Bulgarien den Schwarzen Adlerorder,
dem Miniſterpräſidenten Stoilow den Roten Adlerorden. dem
Kriegsminiſter Petrow den Kronenorden erſter Klaſſe. Außerdem
wurde das ganze Gefolge dekoriert. — Auf Wunſch des Kaiſers
wird die großartige aſrikaniſche Sammlung des Majors
Wißmann in der deutſchen Kolonial=Ausſtellung ausgeſtellt.
Eine recht bezeichnete Szene ſpielte ſich, wie der„Staatsbürger=
Zeitung; ein Augenzeuge mitteilt, am Donnerstag. mittags, ab,
104
als der Kaiſer an der Spitze des 3. Garde=Regiments durch die
Grimmſtraße zog. Hier an der Ecke der Dieffenbachſtraße hatten
ſich unter anderen Zuſchauern auch acht Maurer von einem
be=
nachbarten Bau aufgeſtellt. Sie wollten ihre „Geſinnung recht
deutlich zum Ausdruck bringen und behielten deshalb, als der
Kaiſer nahte, die Mützen auf dem Kopſe. Der Kaiſer jedoch ſah
in ſeiner ernſten Weiſe zu ihnen herüber und grüßte ſie dann
langſam, indem er ſie ſcharf ins Auge ſaßte. Wie bei einer
Un=
gezogenheit ertappte Jungen riſſen jetzt die Maurer ſchnell die
Mützen herunter und zogen dann ſtill und kleinlaut ab, geſolgt
von der lächelnden Schadenfreude der Umſtehenden.
Wiesbaden, 2. Mai. Der Kaiſer wird am 11. und 12.
d. M. in Wiesbaden verweilen und den Feſtvorſtellungen der
Königl. Bühne l„Flieg. Holländer= und „Theodorar) anwohnen.
Die zur Ergänzung des Mobiliars im Königl. Schloſſe für die
Zeit der Anweſenheit des Kaiſers daſelbſt von den Vorräten zu
entnehmenden Sachen, wie Tevpiche, werden am 4. oder 5. Mai
hier eintreffen. Daß, wie vieljach angenommen wird, auch die
Kaiſerin hierherkommen wird, erſcheint nach den zur
Her=
richtung des Königl. Schloſſes ergangenen Weiſungen völlig
aus=
geſchloſſen.
Wien, 2. Mai. Die ſozialiſtiſche Maifeier im Prater
endete mit einem blutigen Zuſammenſtoß. Die Arbeiter hatten
das Gaſthaus Swobodas, der keine ſozialdemokratiſchen
Ver=
ſammlungen dulden wollte, bloliert und verhinderten den
Aus=
ſchank, ſowie den Tanz. Gegen das Gaſthaus wurden Steine
geworfen und die meiſten Scheiben zertrümmert. Die Polizei zu
Fuß und zu Pferd, die mit Kieſelſteinen, Biergläſern und Stühlen
beworfen wurde, 30g Säbel und hieb drein. Ueber zwanzig
Verſonen wurden verletzt. Die Rettungsgeſellſchaft intervenierte
in 19 Fällen, darunter 5 ſchwere. Unter den Verletzten befinden
ſich meyrere Wachleute und zwei Polizeikommiſſare. Es wurden
50 Verhaf ungen vorgenommen. Die herbeigerufenen zwei Ulanen=
Eskadrons und ein Infanterie=Bataillon, ſowie ein Jäger=
Bataillon räumten den Prater.
Peſt, 2. Mai. Eröffnung der
Millenniumsaus=
ſtellung. Die Straßen ſind reich geſchmückt. Wegen des
großen Andranges wurden die Straßen bereits um 10 Uhr
polizeilich abgeſperrt. Um 9 Uhr begann die Auffahrt der
ge=
ladenen Gäſte. Vor dem prächtigen Königszelt bei der
In=
duſtriehalle hatten die Mitglieder des Herrſcherhauſes,
gegen=
über dem Zelte das diplomatiſche Corps, zu beiden Seiten des
Zeltes der ungariſche Reichstag, beide öſterreichiſchen Häuſer,
die beiderſeitigen Miniſter, hohe Veamte, die Generalität,
Stabsoffiziere und die Ausſtellungs=Kommiſſion, ſich
ver=
ſammelt. Um 11 Uhr traf das Königspaar, begeiſtert
begrüßt, ein. Der Handelsminiſter hielt eine Anſprache. Der
König erwiderte und erklärte die Ausſtellung für eröffnet.
Eljenruſe erſchollen, die Kanonen von der Citadelle erdröhnten.
Eine für die Eröffnung komponierte Hymne wurde geſungen.
Die Glocken erklangen. Hierauf begann der Rundgang. Im
königlichen Pavillon hielt der König Cercle ab. Nach der
Be=
ſichtigung fuhren der König und die Mitglieder des
Königs=
hauſes nach dem Abſteigequartier zurück. Die Königin war
vereits vor dem Rundgang nach der Oſener Hofburg
zurück=
gekehrt. Heute abend findet Feſtvorſtellung in der Hofoper ſtatt.
Der König verlieh dem Miniſterpräſidenten Baron Banſſy das
Großkreuz des Leopold=Ordens.
Gmunden, 2. Mai. Der geſtern nachmittag 4 Uhr über
das Befinden des älteſten Sohnes des Herzogs von
Cumberland ausgegebene Krankenbericht lautet, wie der
„Madb. 3tg. gemeldet wird: Die entzündliche Anſchwellung und
Schmerzhaftigkeit des rechten Kniegelenkes dauert in gleich ſtarker
Weiſe an. Die Körpertemperatur ſteigt; um Mitternacht
betru=
ſie 392 Grad bei 106 Pulsſchlägen, heute morgen 376 Grad bei
96 Pulsſchlägen. Der Patient hatte eine ſehr unruhige Nacht.
London, 2. Mai. Königin Viktoria iſt geſtern abend
8 Uhr auf Schloß Windſor eingetroffen.
Paris. 1. Mai. Die internationale Konferenz
zum Schutze des litterariſchen Eigentums hielt
yeute ihre Schlußſitzung ab. Der Vizepräſident, Freyeinet, dankte
den Vertretern Deutſchlands, der Miniſter des Aeußeren,
Hano=
toux, den auswärtigen Vertretern. Die nächſte Zuſammenkunft
findet nach ſechs bis zehn Jahren in Berlin ſtatt.
Kleine Chronik. Aus Gneſen ſchreibt man: Der
Guts=
beſitzer B. aus Bukowniza wunderte ſich unlängſt, daß eine ſeiner
Einliegerfrauen bereits zwei Tage von der gewohnten Arbeit
ausgeblieben war. Als er am dritten Tage die Wohnung der
Frau betrat, um nach dem Grunde des Ausbleibens zu fragen,
ſah er die Frau mit verweinten Augen im Bette ſitzend. Auf die
Frage, ob ſie krank ſei, gab ſie zur Antwort: „Herr, meine Gans
hat ſeit drei Tagen ihr Brutgeſchäft böswillig aufgegeben; um
die Eier vor dem Verderben zu retten, halte ich ſie hier im
Bette warm, denn die Jüſſel müſſen in dieſen Tagen
beraus=
ſchlüpfen. Und in der That, nach kurzer Zeit hatte die brave
Frau die Eier ausgebrütet. Für die Richtigkeit dieſes
höchſt merkwürdigen Falles hat ſich, ſo meldel der „Geſellige'
Zweite Beilage zu Nr. 104 des „Darmſtädter Tagblatte vom 4. Mai 1896.
Herr B. verbürgt. — Unter dem Gepäck, das der chineſiſche
Ge=
ſandte Li=Hung=Tſchang auf ſeiner Miſion nach Rußland, und
wo er auch ſonſt immer hingehen mag. mit ſich genommen,
be=
findet ſich ein prächtiger, ſtark mit Gold verzierter Carg, der
zu ſeiner Aufnahme beſtimmt iſt, ſollte er auf der Reiſe ſterben.
Derſelbe koſtet. dem .Oſtaſiat. Lloyd zufolge, 6000 Taels, etwa
18000 M. — Von einem Schildbürgerſtückchen wird aus
Paris berichtet: Vor einigen Tagen brach in dem Vorort Neuilly,
hart an der Pariſer Ringmauer, ein großes Schadenfeuer aus,
das ſo bedenkliche Proportionen anzunehmen drohte, daß die
dortige Feuerwehr, die mit wahrem Heldenmut arbeitete, ſich
gezwungen ſah. die Pariſer Löſchmannſchaft telephoniſch
herbei=
zuruſen. Dieſe leiſtete der Aufforderung unverzüglich Folge und
wenige Minuten ſpäter raſten etliche Dampfſpritzen und
Geräte=
wagen die Avenue de la Grande=Armée entlang bis zur Vorte
Maillot, aber nicht weiter. Hier wurden die Pariſer Löſchmänner
nämlich von den Oktroibeamten aufgehalten, die, geſtützt auf eine
Vorſchrift, die Vorweiſung der Erlaubnis des Seinepräfekten
verlangten. An die hatten die wackeren Vomviers in der Eile
allerdings nicht gedacht, und ſo mußten ſie durch das Gitter des
Variſer Oktrois hindurch zuſehen, wie ihre Kameraden von
Neuilly das verheerende Element einzudämmen ſuchten. Die
zwei Häuſer ſind zwar total abgebrannt, aber das Reglement
iſt glücklicherweiſe nicht übertreten worden.
* Chronik des Monats April. 6.: Der Komponiſt
Ferdinand Gumpert, 78 Jahre alt, J. 11.: Der ariechiſche
Staats=
mann Charilaos Trikupis, 64 Jahre alt, f. 12.: Der Komponiſt
Alexander Ritter, 63 Jahre alt, J.
Der Archäologe Humann,
57 Jahre alt. ½ — 11. bis 13.: Aufenthalt des deutſchen
Kaiſer=
paares in Venedig. 14.: Desgl. in Wien. 15.: Schluß der am
7. begonnenen Olhmpiſchen Spiele in Athen. 16.:
Wiederzu=
ſammentritt des Reichstags. — Der Bildhauer Viktor Tilgner,
52 Jahre alt. f. 18.: Vierte Wahl Dr. Luegers zum
Bürger=
meiſter von Wien. 21.: Der frühere franzöſiſche Finanzminiſter
Leon Say, 70 Jahre alt, F. 22.. Prozeß v. Hammerſtein vor der
Strafkammer des Landgerichts in Berlin. 23.: Demiſſion des
franzöſiſchen Kabinetts Bourgeois. 24.: 100jähriger Geburtstag
Karl Immermanns. 27.. Der frühere Vremierminiſter von Neu
Süd Wales, Sir Henrh Vorkes. 81 Jahre alt. .—-
Audienz
Dr. Luegers beim Kaiſer von Oeſterreich. 28.: Der Hiſtoriker
Heinrich v. Treitſchke. 61 Jahre alt,
Der Schriſtſteller
E. v. Wald=Zedtwitz. 56 Jahre alt, f. 29.: Bildung des
fran=
zöſiſchen Kabinetts Moline.
Großherzogliches Hoftheater.
Freitag. 1. Mai.
Die Walküre.
WI. Die Aufführung des zweiten Abends des Chklus ſtand
unter dem peinlichen Eindruck eines bedauerlichen Mißerfolges.
Was würde es nutzen denſelben zu verſchweigen oder zu
be=
ſchönigen; Herrn Bär, welcher die Partie des „Siegmund”
übernommen, die er bisher ja ſtets mit großem künſtleriſchen,
von der Keitik auch rückhaltlos anerkannten Erfolge geſungen hat,
blieb, wie bei der letzten verunglückten Aufführung der „
Meiſter=
ſingerl, in der erſten Hälfte des 1. Aktes die Stimme aus,
infolge=
deſſen er zu leiſem Markieren bezw. Cprechen ſeine Zuflucht
nehmen mußte. Das herrliche Liebeslied und der ganze
groß=
artige Schluß des 1. Aktes gingen dadurch verloren und mit
ihnen auch die Stimmung ſür den größten Teil des Abends.
Erſt der letzte Akt, in dem Fräulein Borchers und Herr Stury
durch ihre temperamentvollen und ſchönen Leiſtungen das
ge=
ſtörte Gleichgewicht wiederherſtellten, verwiſchte einigermaten
das nachwirkende peinliche Gefühl des voraufgegangenen
Miß=
erfolges. Hoffentlich gelingt es der Direktion. da Herr
Baſſer=
mann doch unmöalich in letzter Stunde noch einſpringen kann.
ſür den „Siegfried: der „Götterdämmerung; einen geeigneten
Gaſt zu gewinnen, damit der Erfolg auch dieſes Abends und
damit des ganzen Chklus nicht in Frage geſtellt wird und das
Publikum nicht eine abermalige Enttäuſchung erlebt.
Neu beſetzt war heute nur die „Sieglinder durch Fräulein
Pewny, deren fleißige und anerkennenswerte Leiſtung in dem
Mißerfolg des 1. Aktes unterging und auch nicht zur
Anerken=
nung gelangen konnte, da nach dem Schluſſe des 1. Aktes
allge=
meine peinliche Stille eintrat. Das Publikum war aber gerecht
genug, der Sängerin nach dem Schluſſe des 2. Altes verdiente
Genugthuung zu gewähren, indem es ſie nebſt Fräulein Neumeyer
und Herrn Stürn viermal hervorrief. Fräulein Pewnh war in
lobens werter Weiſe beſtrebt, ihre Rolle durchzuführen, womit ihr
natürlich eine weder leichte noch dankbare Aufgabe zuſiel. Ein
ungetrübter Genuß der Vorſtellung konnte erſt im dritten Alte
auf=
kommen, in dem ſich Fräulein Borchers Grünnhilde) und
Herr Stury (Wotan) nach der geſanglichen Seite ſowohl als
nach derjenigen der Darſtellung hin zu wahrhaft künſtleriſcher
Höhe erhoben. Während Herrn Sturys Stimme im 2. Akte.
namentlich beim meraa-voce-Geſang. nicht ganz frei zu ſein ſchien,
entfaltele ſie ſich im 3. Akte in ihrer ganzen Fülle und Pracht. Die
ſonore und markige Klangfarbe ſeines Organs prädeſtiniext Herrn
Sturh zu ſolchen Rollen, wie die des Wotan, geradezu. Fräulein
Borchers führte ihre Rolle in dem großen Stile ſiegreich durch,
in dem ſie von Anfana au angelegt war. In Herrn
Riech=
mann und Fräulein Neumeyer beſitzt unſre Bühne zwei
Kräfte, die für die Darſtellung des „Hunding' und der „
Fricka=
wie geſchaffen ſind, indem ſie mit Schönheit und Kraft des
Or=
aans und geſanglicher Routine die wünſchenswerten Vorzüge der
äußeren Erſcheinung verbinden. Das Walküren Enſemble zeigte
ſich ſeiner Aufgabe ganz gewachſen. - Ein Löwenanteil an dem
Abend und dem geſpendeten Beifall kommt dem Orcheſter und
dem Leiter der Oper, Herrn de Haan, zu.
Verliner Gewerbe=Ausſtellung 1896.
V.
N. W. Kein Zweifel, die Ausſtellung hat Glück, nicht blos in
ihrer über alle Erwartung ſchnell in den letzten Tagen geförderten
Vollendung. die ſie heute, bei Anlecung keines zu ſtrengen
Maß=
ſtabes wirklich vollendet erſcheinen läßt. Glück auch in dem
herr=
lichen, ſonnigen Maientage, der nach einem kalten und
regne=
riſchen April heute über ihr aufgegangen iſt. Das war ein
Leben in dem von den erſten warmen Frühlingslüften grün
an=
gehauchten Ausſtellungs=Gelände! Zwar gab es hier nur
Ein=
geladene. aber ſie zählten immerhin nach Tauſenden. Andere
ungezählte Tauſende ſtanden Kopf an Kopf gedrängt an den
Zu=
fuhrwegen, beſonders längs der Spree und auf allen ſie
über=
ſpringenden Brücken; denn hier ſollte der Kaiſer, von Potsdam
her kommend, auf ſeinem Dampfer,Alexandra' paſſieren. Waren
ſchon alle Straßen in der Nähe der Ausſtellung reich geſchmückt,
hier wurden ſie durch die Entfaltung an Fahnen und bunten
Wimpeln längs der Ufer Uherboten. Mit nur geringer
Verſpä=
tung langte die „Alexandra' am feſtlich dekorierten Landungsſten
an. Zum Empfange der Hohen Herrſchaften waren hier nächſt
den drei Leitern des geſchäftsführenden Ausſchuſſes der Protektor
der Ausſtellung. Vrinz Friedrich Leopold, und deren
Ehrenpräſi=
dent, der preußiſche Handelsminiſter Herr von Berleyſch,
ver=
ſammelt. Prinz Friedrich Leopold reichte alsbald der in
mai=
grüner Toilette erſchienenen Kaiſerin den Arm und ſetzte ſich an die
Spitze des Zuges. Ihm folgte der Kaiſer im Geſpräch mit Herrn
von Berleyſch und dem Landrat von Stubenrauch. So bewegte
ſich der Zug unter den Hochrufen des ſpalierbildenden Publikums
nach dem Hauptausſtellungsgebäude, vor dem, längs des Waſſer=
Baſſins. die erſte Kompagnie des 3. Garde=Regiments Aufſtellung
genommen hatte. An deren Front unter den Klängen des
Präſen=
tiermarſches entlang ſchreitend, wurden die Hohen Herrſchaften
durch den jubelnden Zuruf des in und vor der halbrunden
Wan=
delhalle verſammelten. zum größten Teil aus Damen beſtehenden
Publikums begrüßt. Beim Eintritt in den eigentlichen Feſtraum,
die Kuppelhalle, ertönte von zwei Muſikcorps geſpielt der
Wagnerſche Kaiſermarſch, nachher ſangen die Berliner Liedertafeln
eine Hhmne; in beiden Fällen bewährte ſich die Akuſtik des Raumes
aufs Großartigſte. Inzwiſchen waren die Höchſten und Hohen
Herrſchaften auf das unter einem Baldachin erbaute Podium
geleitet worden. Rechts vom Baldachin nahmen die hohen
Be=
amten und Würdenträger, die Hofſtaaten, die Botſchafter und
Geſandte, links die Mitglieder des Arbeitsausſchuſſes nebſt ihren
Damen, die Mitglieder des geſchäftsführenden Ausſchuſſes, die
Ehrenpräſidenten und die Vorſitzenden der Gruppen, daneben die
Architekten, die Ehrenſyndici und alle anderen geladenen Gäſte
Aufſtellung. Auf vom Ehrenpräſidenten erbetene und von Seiner
Majeſtät erteilte Erlaubnis begann nunmehr der Feſtakt mit
einer Rede des erſten Vorſitzenden des Arbeitsausſchuſſes,
Kom=
merzienrats Kühnemann, des bekannten Organiſators auf der
letzten 1879 veranſtalteten Berliner Ausſtellung. Redner gab eine
gedrängte Schilderung der Mühen, welche dieſe Ausſtellung
ver=
urſacht und bat, ſie als ein Leichen raſtloſen Bürgerfleißesgelten
zu laſſen, berufen, den Ruhm der Stadt zu mehren, die ſich mit
Stolz Cr. Majeſtät Haupt= und Reſidenzſtadt nenne. Ihm folgte
mit einer Anſprache an den Protektor der Ausſtellung, den
Prinzen Friedrich Leopold. der erſte Stellvertreter des
Vorſitzen=
den. Baumeiſter und Landtagsabgeordneter Fehliſch, und dieſem
mit einem Dank an den Ehrenpräſidenten von Berlepſch und an
die Stadt Berlin der zweite Stellvertreter, Geh. Kommerzienrat,
Goldberger, worauf der Ehrenpräſident an den Kaiſer die Bitte
richtete, die Ausſtellung als eröffnet erklären zu dürſen. Auf
erteilte Erlaubnis wurde ſofort das Signal zum Loslaſſen der
Maſchinen gegeben, worauf durch das Längsſchiff hindurch von der
dahinterliegenden Maſchinenhalle her ſich das ſummende Geräuſch
bewegter Maſchinerie, als Signal des nun erfolgenden
Nund=
ganges durch die Ausſtellung vernehmbar machte. Ein Hoch auf
den Kaiſer hatte ſich an die Kühnemannſche Rede angeſchloſſen,
gefolat vom Geſang der Nationalhymne.
Der Nundgang der Höchſten und Hohen Herrichaften durch
die Ausſtellung dehnte ſich viel länger aus, als urſprünglich in
Ausſicht genommen war. Der Kaiſer war erſichtlich von Vielem
höchſt überraſcht und ſprach überall ſeine Anerkennung aus.
Ganz allgemein iſt der Eindruck, daß die Ausſtellung ein
Er=
ſolg iſt, wie er kaum größer erwartet werden konnte. Die in
unſeren erſten Berichten gegebene Raumverteilung iſt mehrfach
durch die über alle Vorausſicht große Beteiligung verändert
worden. Die trennenden Läune zwiſchen dem größeren ſüdlichen
und dem kleineren nördlichen, von der Spree begrenzten Teil
des Geländes ſind längſt gefallen, das Planum der Treptower
Chauſſee iſt als Ausſtellungsplatz mit Nutzen verwertet, weil es
manchen leichten Gebäuden ein willkommenes Fundament bietet.
Rittlings dazu iſt das Verwaltungsgebäude am Haupteingange
errichtet. das, wie die meiſten Ausſtellungsgebäude in jenem
phantaſtiſchen Stil gebaut iſt, den man, als keiner beſtimmten
Kunſtgattung zu unterſtellen, vielleicht den Berliner
Ausſtellungs=
ſtil taufen wird. der aber von den Fähigkeiten der Berliner
Archi=
tekten rühmendes Zeugnis ablegt.
Ueber die Eröffnungsfeier und den erſten Tag der Ausſtellung
wird von anderer Seite noch berichtet: Bei dem Eröffnungs=
2kte waren außer dem Reichskanzler ſämtliche Staatsminiſter,
Staatsſekretäre, hohe Regierungsbeamte aller Miniſterien
an=
weſend. Die Generalität war faſt vollzählig vertreten. Links
vom Throne hatte die Peinzeſſin Friedrich Leopold, Rechts vom
Thronbaldachin Prinz Friedrich Leopold und der Fürſt von
Bul=
garien Aufſtellung genommen. Die Kaiſerin nahm unter dem
Baldachin Platz. Zur Linken ſtand der Kaiſer, der über der
Uniform des II. Garde Regiments das große Band des Schwarzen
Adlerordens trug. Die Eröffnung der Ausſtellung fand einen
würdigen Abſchluß in dem Bankett, welches der Arbeitsausſchuß
Abends veranſtaltete. Zahlreiche Ehrengäſte waren anweſend.
darunter die Miniſter v. Berlepſch. v. Bötticher und Boſſe. Ueber
600 Verſonen nahmen an dem Bankett teil. Den erſten
Trink=
ſpruch brachte Miniſter v. Berlepſch auf den Kaiſer aus. Der
Ausſchußvorſitzende Kühnemann toaſtete auf den Protektor
der Ausſtellung. den Prinzen Friedrich Leopold,
Ausſchuß=
mitglied Fehliſch auf den Ehrenpräſes v. Berlepſch. Miniſter
v. Bötticher toaſtete auf den Arbeitsausſchuß. Das Hoch des
Feſtkomiteemitgliedes Goldſchmidt auf die Stadt Berlin
beant=
wortete Oberbürgermeiſter Zelle. Aus der Feſtverſammlung
er=
tönte ſpontan ein Hoch auf den Fürſten Bismarck, welches jubelnd
aufgenommen wurde. Weitere Toaſte ſolgten. Der
Ausſtellungs=
park war am Abend glänzend illuminiert und bot namentlich
an den Ufern des vor dem Hauptreſtaurant liegenden Sees einen
feenhaften Anblick. Zahlreiche Beſucher durchwandelten den
Vark bis ſpät in die Nacht. Alle zur Ausſtellung fahrenden
Ver=
kehrsmittel ſind überfüllt.
Litterariſches.
Die uns vorliegenden Aummern 16 und 17 des „
Häus=
lichen Rataebers; erweiſen ſich als des vorzüglichen Ruſes,
den dieſe beliebte Frauenzeitſchrift genießt, durchaus würdig. In
vornehmem äußeren Gewande ſich präſentierend, mit ſchönen,
klaren Illuſtrationen geſchmückt, zeigen die Hefte auch dem
In=
halt nach die größte Gediegenheit. So iſt der Moden= und der
Handarbeitsteil ſwöchentlich abwechſelnd) mit beſtem Geſchmack
und mit feinſtem Verſtändnis für die Wünſche der deutſchen
Hausfrau redigiert, und die in den hauswirtſchaftlichen Rubriken
niedergelegten Ratſchläge, Rezepte und Notizen dürſten an
prak=
tiſcher Brauchbarkeit ſchwer zu übertreffen ſein. Außerdem wird
den Leſerinnen im Feuilleton ein vollſtändiges gediegenes
Unter=
haltungsjournal geboten; jede Hausfrau, die den „Häuslichen
Ratgeber; noch nicht kennt, möge ſich eine Probenummer von
der Verlagsbuchhandlung (Robert Schneeweiß in Berlin W.)
koſtenlos zuſenden laſſen.
Letzte Nachrichten.
Berlin, 2. Mai. Bei der heutigen Feſiſitzung der Akademie
der Künſte aus Anlaß ihres L00jährigen Beſtehens
hielt der Kaiſer in Erwiderung auf eine Anſprache des
Ge=
heimen Oberregierungsrat Profeſſor Endke eine längere Rede.
Die Feier wurde im Muſeum fortgeſetzt. Im Hotel „Kaiſerhof”,
wo die Ueberreichung der Geſchenke und Adreſſen erfolgte, fand
ein Diner ſtatt. Zahlreiche Adreſſen trafen ein aus Kopenhagen,
von den Akademien in Stockholm, London, Wien und Madrid.
von allen Univerſitäten und Hochſchulen Deutſchlands. vom Verein
Berliner Künſtler und von zahlreichen großen Städten. Bei dem
Diner brachte Kultusminiſier Boſſe das Kaiſerhoch aus und
be=
tonte beſonders den Bund zwiſchen Königtum und Kunſt.
Wien, 3. Mai. Aus Gmunden wird berichtet: Beim Her=og
Georg von Brauuſchweig haben ſich Zeichen einer
allge=
meinen Blulvergiſtung eingeſtellt. Die Hoffnung auf
Wieder=
herſtellung iſt gering.
Athen. 2. Mai. Die Kronprinzeſſin Sophie iſt von
einer Prinzeſſin entbunden worden. Mutter und Tochter
be=
finden ſich wohl.
Teheran, 2. Mai. Ueber das Attentat auf den Schah
werden folgende Einzelheiten gemeldet. Der Schah hatte in
Be=
gleituna des Großveziers und mehrerer Perſonen ſeines Gefolges
den äußeren Hof des Wallfahrtsortes, wo er Almoſen verteilt
hatte, durchſchritten und die erſte der beiden Ketten mit denen
der innere Hof abgeſchloſſen iſt, vaſſiert, als der Mörder aus
einer Entfernung von einigen Fuß einen Revolverſchuß abgab.
Der Schah ſank in die Knie, erhob ſich wieder, machte einige
Schritte und fiel wiederum hin. Der Mörder wurde verhaſtet.
Der Schah wurde bewußtlos in ſeinen Valaſt nuch Teheran 9, wo die Aerzte den eingetretenen Tod konſtatierten. Nach
dem ärztlichen Leichenbefund wurde der Tod dadurch verurſacht,
daß die Kugel in die Herzbeutelgegend zwiſchen der ſechſten und
ſiebenten Rippe eingedrungen iſt.
Tiſlis, 2. Mai. Zum Nachfolger des Schah von Perſien
wurde der Valiahd Muſaffer ed=din Mirza proklamiert. Derſelbe
iſt ſeit dem Jahre 1858 von Rußland und England als
Thron=
erbe anerkannt worden. Im Lande herrſcht überall Ruhe. Bis
zur Ankunft Muſaffers führt der Großvezier die Regierung.
Todes=Anzeige.
8.
5.
Heute Nacht verſchied plötzlich in Folge eines
Schlag=
anfalles unſer guter, lieber Bruder, Schwager und
Onkel
der Großherzogliche Cabinetsbibliolhekar
Dr. Hermann Sahl.
Um ſtilles Beileid bitten
Augucte Welcker, geb. Sahl.
Adelheid Hangold, geb. Sahl.
Wilhelm Hangold, Apotheker.
Darmſtadt, den 2. Mai 1896.
Die Beerdigung findet Montag den 4. Mai um 4 Uhr
vom Trauerhauſe, Bismarckſtraße 9, aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Theilnahme au dem
ſo ſchweren Verluſte unſerer innigſtgeliebten Mutter,
Schwie=
germutter und Großmutter
Frau Marg. Kaiser,
geb. Spengler,
ſprechen wir Allen unſeren tiefgefühlteſten Dank aus. (8649
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt Camberg, München, den 2. Mai 1896.
Tageskalender.
Großh. Hoftheater Anfana 6 Uhr: „Wilhelm Tell=.
Vorſtellung um 8 Uhr im Orpheum”
Vortrag von Redakteur Oeſer um 8 Uhr in der „Stadt
Pfungſtadt..
Beſichtiaung des Waſſerwerks durch den
Ortsgewerbe=
verein; Abfahrt um 1 Uhr 53 Minuten.
Kunſtverein, geöffnet Sonntag von 10-1 Uhr, Dienstag,
Mitt=
woch. Donnerstag und Freitag von 11-1 Uhr, Mittwoch
nach=
mittags von 2-4 Uhr.
Verſteigerungskalender.
Dienstag. 5. Mai.
Verſteigerung um ¼1 Uhr Rundeturmſtraße 16.
Budenplaz=Verſteigerung um 9½ Uhr in der Turnhalle,
Woogsplatz.
Druck und Verlag: L. C. Wittich'ſche Hofbuchdruckerei, verantwortlich für die Redaktion: Dr. O. Waldaeſtel, beide in Darmſtadt.