1950
Gisberts Berufsaussichten u. Zukunft
machten uns große Sorgen, u. nicht
min-
der ihm selbst. Trotz ständigem Wechsel
seiner behelfsmäßigen Beschäftigungen
zum Zweck des Lebensunterhalts blieb
er – wenigstens uns gegenüber – unverzagt.
Wir bewunderten aufrichtig seine Geduld,
sein Selbstvertrauen, aber auch seine
Wendig-
keit u. Anpassungsfähigkeit. Seine Gabe,
überall Menschen u. Gesellschaftskreise zu
finden, bei denen er Anregung, Belehrung,
Unterhaltung, Erholung empfing, machte
ihm das wechselnde Leben leichter.
Nachdem er in Buchen alle Tätigkeit
aufge-
geben hatte, da dort sich keine Aussichten
weiterhin boten, zog er nach Darmstadt,
wo er bessere Möglichkeiten vermutete u.
doch überall zunächst stempeln gehen mußte,
fand auch schnell in der Jahnstraße 57 bei
Frau Benda, die eine kleine Gastwirtschaft []
innehatte, ein leidlich genügendes
Man-
sardenstübchen, gleichzeitig gute Verpflegung,
u. vor Allem in der Besitzerin eine rührend
sorgsame Pflegerin. Für ihn u. uns war
nun der Verkehr bedeutend erleichtert, und
wurde auch entsprechend ausgenutzt. In
der Folge wurde seine Anwesenheit in
Darm-
stadt für unser Wiederaufbau-Projekt
außer-
ordentlich wichtig, ja ausschlaggebend.
Nachdem er einen geschäftlichen
Ausbild[un]gs-
kursus durchgemacht, vom Arbeitsamt
veran-
staltet, bekam er auf Grund seines
Zeug-
nisses eine Anstellung bei der
Hanoma[gestrichen: q]g-
Vertretung des Herrn [Leerstelle] in d[er] Elis[abethen] Straße
unter günstigen Bedingungen. Freilich auch
nur eine Behelfsstellung, kein Beruf. Seine
Zukunft liegt wohl doch auf militärischem
Ge-
biet. Wieweit sie sich zu seiner Befriedigung
in einer wiederaufzubauenden Deutschen
Wehr-
macht oder in einer Polizeitruppe verwirklichen
läßt, ist vorläufig nicht abzusehen.
[]
Das Verhältnis zwischen Karl – Mariechen
und ihrer Schwiegertochter ergab von
Jahr zu Jahr sich vermehrende
Spannun-
gen. Bosheiten, Unverschämtheiten,
verlo-
gene Anschuldigungen, Grobheiten in Wort
u. Ton, Eigensinn ohne jeden Willen sich
einzufügen steigerten sich u. ließen ein
Zusammenleben immer weniger zu. Eine
Ehescheidung schien als einzige Lösung
des unhaltbaren Zustands. Aber es fehlte
an unanfechtbaren Scheidungsgründen,
u. der Ehekrüppel Ludwig ließ sich alles
gefallen. Eines Tages jedoch [über der Zeile eingefügt: fand sich] ein
hand-
fester Grund u. wurde auch sofort
aufge-
griffen. Der Verwalter Heinrichs, der schon
immer als Einziger mit Liselotte
sympati-
sierte, wurde ertappt, als er aus ihrem
Schlafzimmer schleichen wollte. Also offenbar
Ehebruch. Er wurde entlassen,
Scheidungs-
klage eingeleitet, kräftig unterstützt von
Werner u. Carola, u. Alles schien in gutem []
Fluß. Da fiel Ludwig um, belogen u.
umstrickt von seiner raffinierten Buhlerin
und ließ sich, seinem schlappen Charakter
entsprechend, herab zu winseln.
Die Klage wurde zurückgezogen u. die so
günstig gebotene Gelegenheit zur Lösung
war verpaßt. Auch Mariechen ließ sich
durch die heuchlerischen Schmeicheleien ihrer
ihr verhaßten Schwiegertochter betören, wenn
auch nicht für lange. Karl u. Werner
blie-
ben ablehnend. Die peinlichen Zustände
kehrten bald von Neuem wieder. Niemand
versuchte, oder wagte, sie zu ändern. Ludwig
blieb dabei, die Teufelin zu verhimmeln.
Sofie Roth, mit uns stets einer
Mei-
nung, im Verkehr durch Mariechens törichte
Eifersucht behindert, ließ sich durch ihre
herrsch-
süchtige Schwester immer mehr unterjochen u.
bis zur äußersten Grenze ihrer
Leistungs-
fähigkeit ausnutzen. Sie leidet seelisch unter
der Enttäuschung, die sie an ihrer
Schwieger-[]
tochter erlebt u. dem Mangel jeglicher
finanziellen Fürsorge.
Maria u. mir ging es gesundheitlich
nicht besonders gut. Hoher Blutdruck,
Be-
schwerden am gebrochenenn Arm u. schwer
be-
kämpfbarer Hautausschlag bei ihr;
Bronchi-
tis u. Schlafstörungen durch Zappelei u.
Bein-
krampf bei mir beeinflußten unser
Be-
finden u. Laune, zu deren Erheiterung
das Regen u. Windreiche Wetter u. früher
Wintereintritt wenig geeignet war.
An Kohlen mangelte es auch uns, aber
Holz war viel vorhanden, da die beiden
Riesenpappeln am Toreingang gefällt
waren, eine durch Sturmwind, die andere
in Angst vor gleichem Schicksal durch
Men-
schenhand. Die großen Stämme wurden an
Sägewerke in Obermodau u. Oberbeerbach
als Streichhölzer-Holz u. Reißbretter verkauft.
Die 40 m. hohen Pappeln waren c[a] 100 Jahre
alt; länger halten sie in der Regel nicht. []
Ein Erntefest fand heuer nicht statt,
weil fast nur Arbeiterinen u. Männer
älterer Jahrgänge beschäftigt waren,
somit ein Tanzfest sich nicht lohnte.
Die Ernte war überdurchschnittlich gut.
Weihnachten wurde diesmal in
größe-
rem Kreise des Hofes gefeiert u. durch
ein von den Kindern unter dem
brennen-
den Christbaum im roten Saal
aufgeführ-
tes, von Mariechen einstudiertes
Krippen-
spiel verherrlicht. Die Neujahrswende
erwarteten wir zusammen mit Gisbert
allein bei Punsch u. dem wieder köstlich
geratenen Gebäck Marias, von dem zum
Weihnachtsfest viele Pakete an Verwandte
u. Bekannte verschickt worden waren.
Als neuer Verwalter trat Herr Bleuel
ein u. ein neuer Gehilfe Namens Wiedersich.
Merkwürdige Namen hier! Der Milchschweizer
heißt Waschbich, der Schmied Klumbis, eine
Haushilfe Dollak, Bleuel bewährte sich sehr u.
gewann durch sein freundl[iches], taktvolles Wesen.
[]
Das Darmstädter Tagblatt hat Werner
Wittich wieder aufzumachen fertiggebracht,
zuerst als Wochen – bald danach Tagblatt in
Vereinigung des politischen Teiles mit den
Frankfurter Nachrichten, gedruckt vorläufig
in der Frankf[urter] Union Druckerei, bis Wittich
wieder in den Besitz seiner Maschinen kommen
wird. Das Darmstädter Echo besteht nebenbei,
unabhängig, ja gegensätzlich weiter.
Mit unserem, d. h. Gisbert gehörenden, Radio
haben wir viel Aerger u. Enttäuschung,
be-
sonders seitdem die Ultrakurzwellen die
Sen-
dungen beherrschen. Wir können nur
Baden-
Baden hören u. Frankf[ur]t auf Mittelwelle.
Meine finanzielle Lage hat sich insofern
verbessert, als ich außer 160 DM Beihilfe
noch 90 DM Ueberbrückungsgeld erhalte,
da-
zu die auf 20 DM. erhöhte K[riegs]B[eschädigten] Rente.
Mit Gabriele Dambacher kamen wir in
Fühlung durch ihren Entschluß, die Bibliothek
Edmunds nebst den 4 großen Schränken zu
veräußern, wobei auch wir einen Teil des []
zu erzielenden Gewinnes zu erhalten sie
uns versprach. Maria u. Gisbert fuhren
zu ihr in genußreicher Autobusfahrt, um
an Ort u. Stelle einzusehen u. gleichzeitig
Möglichkeiten zu besprechen betr.
Ueberlas-
sung anderer vielleicht ihr entbehrlichen
Möbelstücke für uns. Der Besuch verlief wenig
erfolgreich, aber der Bibliothek-Verkauf wurde,
da ihre eigenen Bemühungen seither
ergeb-
nislos geblieben waren, von uns übernommen.
Nachdem Unterhandlungen mit Frau
Lossen-
Freytag daran gescheitert waren, daß ein
möglicher Verkauf mit hohen Kosten für
Reisen, Spesen, Versandt u. Aufbewahrung
verknüpft war, die weder Gabriele, noch
wir tragen wollten, beauftragte ich Herrn
Bümming in Darmstadt, der ja Spezialist
für Buchantiquariat ist, sich der Sache
an-
zunehmen, die er mit großem Eifer
anpack-
te, 2 Tage in Baden-Baden arbeitete und
einen Voranschlag zu machen im Begriff ist. []
Die Familie Kramer ist im Dezember
von Darmstadt weggezogen; er hat
eine neue, scheinbar sehr günstige Stellung
in einem Ort in Nähe Nürnbergs
übernom-
men. Er lag mit dem Mithausbesitzer
schon längere Zeit in Streit u. wird froh sein,
loszukommen. Unsere dort s[einer] Z[ei]t abgestellten
Möbel, die vorher bei Jula Wittich standen,
wurden mit Gisberts Hilfe im Keller des
Hausmeisters der Hypothekenbank am
Paulus-
platz untergebracht; einiges davon u. vor
Allem die Silbergegenstände übernahm Gisbert
in seine Jahnsträßer Wohnung.
Sehr große Freunde genossen wir im Juli
durch den endlich verwirklichten Besuch
un-
seres ältesten Enkels Eyk aus Cuxhaven.
Er erinnerte uns in innerlich bewegtem
freudigen Erkennen sehr an seinen Vater,
unserem unvergeßlichen Diether.
Er hat nicht den edlen scharfprofilierten Kopf,
nicht den energischen Ausdruck, die strahlenden []
Augen des Vaters, sondern die
Gesichtszü-
ge der Mutter – wie ja fast alle Söhne.
Aber seine vollschlanke Figur, sein
elegan-
tes u. sicheres Auftreten, die stolze Haltung
sein gewecktes, großzügiges Wesen, seine
körperliche u. geistige Gewandtheit, sein
Humor u. sein kindliches Lachen – all das
ist ganz Diether. Dazu noch der Verstand
der Mutter und die aristokratische Erziehung
u. die guten Manieren, die sie ihm
ange-
deihen ließ, und die in Illbach allgemein
auffielen u. ihn beliebt machten.
Die Landwirtschaft u. der vielfältige
länd-
liche, dem Stadtkind unbekannte Betrieb
des Hofes interessierte ihn wenig. Er ging
nie zum Anschirren der Pferde, zum
Mel-
ken der Kühe, zum Füttern der Schweine,
zur Arbeit der Maschinen aufs Feld, zur
Herde auf die Koppeln, zum Ernten im
Garten, zum Vogelsang in den Wald. []
Aber so war ja auch Diether.
Ganz sein Fall war es dagegen, wenn
Gisbert, der sich sehr seiner annahm, ihn
auf dem Sozius des Motorrades zu
mehre-
ren Ausflügen in die schönsten Orte des
Oden-
waldes mitnahm. Oder wenn er im Park
auf die Bäume kletterte, im Rasen
Gym-
nastik treiben durfte. Er selbst fühlte sich
offenbar sehr wohl bei uns u. hat bei reichlich
gewährter Verpflegung 10 Pf[un]d zugenommen.
Das Zeichentalent u. die intuitive
Betäti-
gung hat er von Diether u. Elle; auch die
Gabe schneller Auffassung u. geistiger
Kon-
zentration, folgedessen er ein leichter
Ler-
ner ist, die sportlichen Fähigkeiten h[au]pts[ächlich]
aus der mütterlichen Familie. Wenn er
sich so weiterentwickelt, wird er, da er
auch liebenswürdige, gesellige Anlagen
besitzt, seinen Weg machen. Im Frühjahr
ist er konfirmiert worden.
Die Großeltern waren stolz auf ihren
ältesten Diether-Sohn.
Nun komme ich endlich zur
Hauptauf-
gabe und alle unsere Kräfte
anspan-
nende Tätigkeit dieses Jahres: zum
Wiederaufbau unseres Darmst[ädter] Hauses.
Unser Aufenthalt auf dem Illbacher
Hof, der anfänglich nur für Monate
be-
rechnet war, dauerte nun schon mehr als
4 Jahre. Es war klar, daß er nicht ewig
währen durfte. Einerseits konnten und
wollten wir die Gastfreundschaft unserer
Verwandten, obwohl wir anscheinend nicht
zur Last fielen, u. es hier gesundheitlich, wie
verpfleglich recht gut hatten, freilich bei
gesellig u. geistig fast völliger Leere,
nicht lange mehr in Anspruch nehmen.
Andererseits sehnten wir uns je länger, je
stärker nach einem unabhängigen Leben
u. wirtschaftlicher Selbständigkeit.
Schon hatten wir uns zum Frühstück,
Nach-
mittagskaffee u. Abendbrot vom
gemeinsa-
men Essen freigemacht, aber die Enge des
einzigen Wohnraums, in dem Schlafen, []
Wohnen, Waschen, An u. Auskleiden, kleine
Wäsche, Trocknen, Bügeln, Flicken, Nähen,
Kochen, Essen, Spülen, Reinigen, Schreiben,
Lesen, Arbeiten vor sich ging, belästigte
uns mehr u. mehr.
Schon nach den ersten Tagen unserer
Rück-
kehr aus Wendelstorf nahmen wir in
Jugen-
heim Fühlung mit Prof. Soeder, der dort
Sied-
lungspläne verfolgte. Als sich deren
Verwirk-
lichung verzögerte, besprach ich in Darmstadt
mit dem Bau- u. Finanzberater Heldmann
die Aussichten für entweder Verkauf oder
Aufbau unseres Mosersträßer Hauses. Auch
diese Planung ließ sich weder realisieren
noch finanzieren. Aber als nach der
Währ[un]gs-
Reform die Bautätigkeit in Darmst[adt] mit
Hilfe von privaten Bauzuschüssen u.
Landes-
baudarlehen [über der Zeile eingefügt: sich] entwickelte, u. insbesondere
in unserem Tintenviertel anwuchs, auch
meine finanzielle Versorgung sich
gün-
stiger zu gestalten schien, nahm ich den
Bau-
gedanken wieder auf u. erhielt bei erneuter []
Beratung mit Herrn Heldmann greifbare
Vorschläge u. Aussichten zur Finanzierung
des Wiederaufbaus, für deren
Verwirk-
lichung sich als Architekt Herr F[riedrich] Soeder,
der Erbauer unseres Klinkerhauses, sofort
anbot. So konnten die ersten Schritte
unter-
nommen werden.
Natürlich hätten wir am Liebsten ein
Eigenheim für uns allein gehabt. Aber
der Aufbau war durch den großen
Grund-
riß des noch standgehaltenen Kellergeschosses
bedingt, u. eine solch große Wohnung war
nur mit einem Eigenkapital von 30 – 40 000
DM [über der Zeile eingefügt: zu] erstellen. Selbst mit Bauzuschuß von
1 oder 2 Mitbewohnern hätte es nicht gereicht,
denn mehr als 4 – 6 000 DM. Zuschuß zu geben,
war Niemand im Stand, es sei denn bei
einem Verkauf; ich wollte aber Grund u.
Boden behalten. Also war mehrstöckiger
Auf-
bau notwendig. Dabei stellte sich heraus, je
höher, desto vorteilhafter, da der Mehreingang
an Mietbeträgen die Mehrkosten des Baues
[]
übersteigt. Es kam zu einem 3 stöckigen
Bau – der 3te Stock anstelle der
kostspielge-
ren Mansarde – der, da im Tintenviertel
nur 2 Stöcke zugelassen, erst noch von der
Baubehörde genehmigt werden mußte.
Ein für alle Stockwerke gleicher Grundriß
befriedigte uns sehr: Aufteilung des Hauses
von der Nordseite her, wo Eingang u.
Trep-
penhaus einschneidet, in je eine Ost, eine
West-
Wohnung zu je Stockwerk 2 ½ bzw. 3 ½ Zimmern
mit Küche, Bad, Vorplatz. Ansichtsskizzen der
4 sehr verschieden ausgebildeten Fronten
er-
gaben [über der Zeile eingefügt: ein] erfreuliches [gestrichen: durch] Bild durch die Schönheit
der Proportionen u. das villenartige Aussehen.
Denn der Südbalkon, darunter eine gleichgroße
Terrasse u. der Ostbalkon, darunter die Serre
waren erhalten u. ein Westbalkon
hinzuge-
kommen.
Anhand des Grundrisses u. der Ansichtsskizzen
begann die Werbung von
Bauzuschußgeben-
den Mietern. Der geplante, in bester
Wohnla-
ge gelegene Neubau zog kräftig an und
erbrachte schnell 4 Bewerber, die 4 – 6000 DM []
zu geben sich bereit erklärten. Leider
hielten sie nicht Stand u. sprangen bis auf
einen ab. Es mußte also die Finanzierung
anders u. sicherer organisiert werden.
Und hierfür, wie überhaupt von nun an
in der Folge von vielen Enttäuschungen,
Schwierigkeiten, Rückschlägen u. Aerger
hat sich die Firma Heldmann, er selbst und
Herr Köhler, glänzend bewährt.
Das Projekt wurde dem Posttechnischen
Zentral-
amt Darmstadt, das Wohnungen für seine
oberen Beamten suchte, zwecks Gewährung
eines größeren Baudarlehens angeboten,
und die Post erklärte sich dazu bereit.
Sie verpflichtete sich zu einer Summe von 40
bis 50.000 DM. Der Landesbau-Zuschuß wurde
mit 18 000 DM. genehmigt. Eine restliche
Hypo-
thek von 35 000 DM. wurde nach vergeblichen
Versuchen mit Bankinstituten erreicht bei der
Lebensversicher[un]g-Vorsorge in Düsseldorf, wobei
allerdings der Abschluß einer Lebensversicher[un]g
mit einem Angehörigen – Sohn oder Enkel –
zur Bedingung gemacht wurde. Sehr hinderlich []
erwies sich das Vorhandensein einer Schuld
an die Frankfurter Hypothekenbank auf das
alte Haus in Höhe von 6 000 DM. die zuerst
zurückgezahlt werden mußte. Da die
Bau-
kosten einschl[ießlich] Honorare für Architekt und
Finanzrat auf 85 000 veranschlagt waren,
konnte die Abtragung gedeckt werden.
Die Zinssätze für die 3 neuen Hypotheken betragen:
Post 2 ¾ v[on] H[undert]; Landesbauzuschuß
2 %, Vorsorge 6 %; überall 1 % Tilgung.
Die Eingänge an Wohnungsmieten
betra-
gen einen Wert, mit dem die
Hypotheken-
Zinsen und die Betriebskosten nebst
Repa-
rationsfonds gedeckt werden. Wir selbst
werden bis auf einen geringen Betrag
frei wohnen.
Bis dieser Finanzplan in allen
Einzel-
heiten aufgestellt, durchdacht u.
festge-
legt wurde, u. bis die Hypotheken
nota-
riell niedergelegt waren, schließlich bis
die Gelder bei der schleppenden Anweisung
aus Bonn greifbar wurden, hat es ein
ganzes Jahr gedauert, sodaß anstatt []
im Mai, erst im Oktober mit dem Bau
begonnen werden konnte. Diese
Warte-
zeit kostete viel Geduld u. einen durch
keinen Rückschlag zu erschütternden
Opti-
mismus.
Wir entschlossen uns, die nach Ost u. Süd
gelegene Parterrewohnung für uns zu
nehmen. Wir wollten uns das
Treppen-
steigen ersparen u. in möglichster Nähe des
Gartens, der großen vorliegenden Terrasse
sein. Indem wir ferner die Serre ohne
Fensterabtrennung zum Wohnzimmer
hin-
zuschlugen, gewannen wir einen 4 x 8 m
großen Raum; das Schlafzimmer nebenan
wurde auf 5 x 3 ½ m. gebracht. Das ½
Zimmer – für Gisbert bzw. Gastzimmer
Gedacht – ist allerdings klein, ebenso auch
Küche u. Bad, der Vorplatz ausreichend.
Im Ostdrittel mußte eine neue
Keller-
decke eingezogen werden, da sie sich gesenkt
hatte. Im Keller mußten alte Wände fallen
u. neue eingezogen werden, um für 6
Par-[]
teien je 2 Keller – Vorrats u. Kohlenkeller –
zu gewinnen. Der frühere Gerätekeller
wurde als Radfahr-Raum bestimmt. Als
Heizung mußte, da allgemeine
Zentral-
heizung zu teuer, Ofenheizung vorgesehen
werden. Für uns jedoch entschlossen wir uns
zur Etagenheizung auf eigene zusätzliche
Kosten, um das große nach Osten gelegene
Wohnzimmer, aber auch Küche u. Bad warm
zu bekommen. Für Küche u. Bad bestimmten
wir ferner einheitlichen elektr[ischen] Betrieb.
Im Kellergeschoß gewannen wir im
halb-
geteilten früheren Bügelzimmer einen kleinen
Gastraum zusätzlich.
Schwierig war die Gartenfrage. Die Post
ver-
langte Gartenanteil für die Mieter,
inso-
weit sie dies wünschten; vielleicht auch nur
einen Sitzplatz u. ein Blumenbeet. Diese
Frage wurde zu persönlicher Einigung s[einer] Z[ei]t
zurückgestellt. Ob das Gartenhaus
wieder-
herzustellen möglich sei, blieb fraglich.
Nachdem ein genauer Voranschlag für
alle Arbeiten vom Architekt gemacht war, []
und ein Sperrkonto für Zwischenkredite
bei der Volksbank in Darmstadt eröffnet
war, erfolgten die Ausschreibungen.
Es wurden immer 5 Firmen aufgefordert,
die sich für die vorliegende Arbeit
beson-
ders gut, leistungsfähig u. reell bewährt
hatten. Unter diesen gleichguten wurde der
billigste gewählt. Der Zuschlag erfolgte durch
mich, wobei mir Gisbert auf Grund
persön-
licher Bekanntschaften an die Hand ging,
wie denn Gisbert überhaupt bei
Beaufsichti-
gung u. Anweisung der Arbeiter an Ort
u. Stelle sich nützlich, ja unentbehrlich
er-
wies.
Die Zuteilung erfolgte an folg[en]de Firmen:
Enttrümmerung u. Gartenaufräumung.
Langendorf, Gräfenhausen
Rohbau, Maurerarbeiten
Vogel (Lehr) Darmstadt
Zimmermann
Burger, Hoxhohl
[]
Dachdecker
Keller, Darmstadt
Spengler: Jakob, Becker
Lampen: Nohl
Installation
Bechtold, Darmst[adt] Elisab[ethen] Str[aße]
Elektrische Arbeiten:
Wilk, Darmst[adt]
[auf der rechten Seite eingefügt:
Kienzl ]
Fenster
Fellmer, Darmst[adt]
Türen
Burger, Hoxhohl
Schlosser
Herdel, Darmst[adt] Hügelstr[aße]
Schreiner
Burger, Hoxhohl
Fußböden – Steinholz.
Euler, Eppertshausen
Tapezierer-
Will, Arbeiten
Stützer, Lieferung
Oefen
|
Kacheln u. Platten Helfmann |
Vorhänge Tritsch u. Heppenh[eimer] |
|
Weißbinder Hoppe, Schnabelius |
Öfen u. Herde Stolze |
|
Gärtner: Schulz, Roßdorf, Scholz |
|
|
Treppen, Terrasse Heine, Darmst[adt] |
Der Rohbau war am 21. Dez[ember] fertig.
Das Richtfest wurde am 22. Dez[ember] in der
Gastwirtschaft von Frau Bender gefeiert
mit Wurst u. Kartoffelsalat, Schnaps, Bier,
Zigarren, Zigaretten: 28 Personen.
Dipl.ing. Lehr u. Herr Köhler, ich, Gisbert
waren zugegen. Es herrschte Stimmung.
Die innere Einrichtung unserer Wohn[un]g
war ein schweres Problem. Die Fragen:
was besitzen wir noch an geretteten
Sachen, was brauchen wir neu, u. wie u.
wo kann es beschafft u. bezahlt werden? []
Vorhanden waren: 6 [überschrieben: 7] Tische, u. zw[ar] 2 eckige
kleine, 1 runder, 1 Spieltisch, 1 Klapptisch,
[über der Zeile eingefügt: 1 Teetisch], 1 Bügelausziehtisch. 12 Stühle u. zw[ar] 6
Leder-
stühle, 4 Biedermeier, 2 kleine Rohrstühle.
Schränke, alle klein: 1 schwarzer Bücherschr[ank],
1 weißer, 1 Kleiderschrank. Ferner 1 Nachttisch,
1 lange Matratze bei Konzelmannn, 1
dreitei-
lige bei Jula. Alles konnte verwendet
werden. Dazu noch ein Waschtisch mit
Marmor-
platte, 1 Gerätegestell, 1 Vorratsschrank, alle
3 in Illbach stehend.
Das Schlafzimmer (auf Coutschen wollten wir
außer Gisbert nicht schlafen) mußte ganz
neu beschafft werden mit 2 Betten, 1
Nacht-
tisch, Toilette u. großem Schrank u.
Schubladen-
möbel für Kleider u. Wäsche-Bestände, die
Gott-
lob erheblich waren. Wir planten ihn als
ein eine ganze Wand füllendes Möbel, das ich
zu bauen die bekannte Möbelh[an]dl[un]g der Gebr[üder]
Meyer in Reinheim beauftragte, die mir zur []
Hand lag, u. ich beaufsichtigen konnte;
Planzeichnungen von mir. Ferner waren
erwünscht ein Buffetmöbel, 1 Sofa, 1
Schreib-
tisch, 1 Bücherschrank, um deren Auswahl
wir uns durch Besuch aller Darmstädter
Möbelgeschäfte bemühten, aber noch nicht
abschließen konnten, ehe wir Gelddeckung
hatten. Für die Kosten des Schlafzimmers
sollten meine Ersparnisse aus 10 Monaten
ausreichen. Als Mittelpunkt des
Wohnzim-
mers erstanden wir einen runden
Bieder-
meiertisch mit herrlicher geflammter
Tisch-
platte aus Nußbaumholz bei Frau Lossen.
Gisbert wollte sich seine Stube aus
eige-
nen Mitteln einrichten.
Finanzielle Schwierigkeiten bestehen weiter,
insbesondere da auch mein künftiges
Ein-
kommen nach wie vor fragwürdig ist.
[]
Nun wäre noch von Therese Bossart zu
be-
richten. Sie war nach ihres einzig noch von
dreien lebenden Sohnes, des Dolfrieds
plötz-
lichem Tod, der, selbst kinderlos, eine junge
Witwe mit einem angenommenen Mädelchen
aus Bayreuth fort zu ihrer Tochter Amelie
nach Düsseldorf gezogen, und als diese mit
ihrem von seinem Deutschland-Posten
abbe-
rufenen Manne nach England zurückkehrte,
hat sie sich nach schwerem Entschluß die Heimat
zu verlassen, angeschlossen und ist im
Flug-
zeug (82jährig) nach dem 1 Autostunde von
London gelegene Landhaus gereist. Ein
nicht leichter, aber richtiger Entschluß.
Amelie hat noch einen Sohn erster Ehe, der nach
Matur ein techn[isches] Studium beginnt, und ein
angenommenes englisches Zwillingspärchen.
Gisbert hat sie gelegentlich in Bad Godesberg
besucht.
[]
Zum Schluß noch eine ausgefallene Sache,
die mich aber recht interessiert hat.
Ein Herr Eugen Hörmann aus Neckarsulm
wandte sich an mich um Auskunft über Frau
Dehmel, über die er im Begriff sei, ein Buch
zu schreiben. Bei seinem Studium um Stefan
George sei er auf dessen Jugendliebe zu
Ida Coblenz aus Bingen, die spätere Frau Isi
Dehmel, gestoßen, an die viele Gedichte Georges
gerichtet oder von ihr inspiriert sind.
Als eine Frau, ähnlich wie Frau von Stein, Suleika,
Dio-
tima, die zwischen 2 Männern standen, u. über
die er bereits Biographien gechrieben habe,
interessiere er sich für diese sicherlich
bedeuten-
de Frauengestalt. Er wandte sich nach
Blanke-
nese an die im Dehmelhaus lebende Nichte Isis
Frau Marianne Gaertner, die Tochter von Isis
Schwester Alice Bensheimer, Buchhändlersfrau
in Mannheim. Diese schickte ihm den von Isi
verfaßten Biographischen Roman „Daja“, aus []
dem er jedoch zur Beschreibung ihres wirklich
gelebten Lebens nur romanhaft entstellte,
keine tatsächliche Angaben schöpfen konnte.
Isi beschreibt sich darin nicht wie sie war,
son-
dern so wie sie wollte, daß die Nachwelt sie
sehen sollte. Frau Gaertner empfahl sodann,
mich als vielleicht einzig aus Isis Jugendzeit
noch Lebenden zu befragen. Herr Hörmann
folgte diesem Rat und ich seiner Bitte, indem
ich ihm, dem überschwänglich Dankenden, die
Geschichte meiner Liebe u. Freundschaft zu Isi
so ausführlich u. wahrheitstreu, wie meine
Erinnerung ausreichte, niederschrieb. Dies
er-
gab freilich ein anderes Bild, als das im
Daja-
Roman dargestellte, sehr abweichend von ihrer
Schilderung der Begebenheiten, Charaktere,
Zu-
sammenhänge, Folgerungen, u. vor Allem ihrer
Liebeserlebnisse. Meine Person erscheint im
Roman völlig entstellt, verniedlicht, verfälscht.
Ich kann nicht verstehen, wie u. warum Isi []
ihre anfänglich leidenschaftliche Liebe und
schließlich geläuterte Freundschaft zu mir, die
sich durch ihr Leben von 1894 bis 1942, ihrem
Tode hinzog, derart hat unterdrücken,
verleug-
nen können und wollen.
Der Stolz der Vollblutjüdin konnte es nicht
er-
tragen, daß ich sie zur Ehe verschmäht hatte.
Das ist es! Der Briefwechsel mit Hörmann
dauert noch an, denn ich bin offenbar sein
bester Gewährsmann.
Mit Ernst Pfeiffer – Zimmermann-Dewalli-
sche Verwandtschaft – haben wir in letzter
Zeit wieder nähere Verbindung
aufge-
nommen. Es kam so, weil wir
familien-
geschichtliche Forschungen u. Erfahrungen
austauschten, er im Anschluß daran uns
von seinem Zufluchtsort im Taunus aus
zweimal besuchte, leider ohne seine sehr
nette Frau – die zweite – u. ohne seine so
reizende Schwester Lili, die in Bonn an
einen Univers[itäts]-Dozenten verheiratet ist. []
Als alter Offizier, wie ich interessiert u.
besorgt um die leidigen Pensionssorgen,
als ein Mann, der sich nicht nur im I.
Krieg in verantwortlichen Stabsstellen
be-
sonders bewährt hat, sondern auch nachher
in der Industrie Vertrauensstellungen
mit Erfolg versah, ist er mir schnell ein
lieber u. fesselnder Kamerad u. Freund
geworden. Leider mußte er, Ende des
Jahres recht schwer krank – Venenentz[ün]d[un]g –
lange im Usinger Krankenhaus liegen.
Zu v. Dürings, die infolge der
Wäh-
rungsreform völlig mittellos geworden sind,
u. Mathilde Beck, beide in Bad König, sind
wir in diesem Jahre nicht gekommen. Fräul[ein]
de Werth, auch in König wohnend, ist 90 Jahre
alt geworden, noch immer gesund u. frisch.
Die Radio-Benutzung, für mich,
nach-
dem Klavierspiel u. Aquarellmalerei ruhen,
wichtig, ist infolge der Wellen-Aenderung
schwierig, zuweilen geradezu unmöglich []
geworden.
Ich lese immer wieder mit demselben
Genuß u. geistgem Ertrag das Buch:
Aufzeichnungen über Gott, Welt, Kunst
von Arnold Mendelssohn, meinem
Mit-
arbeiter u. Freund im Darmstädter Rich[ard]-
Wagner-Verein. Sonst Philosophisches,
Homer und Goethe.
Die Gedächtnis-Ausstellung für den früh
verstorbenen Darmst[ädter] Maler Alex[ander] Posch,
den ich ja von der Arbeitsgemeinschaft her
u. den Mathildenhöhe-Ausstellungen gut
kannte u. schätzte, war für mich u. Maria,
der ich sie auch zeigte, ein überraschender,
großer Genuß. Posch ist, von uns in den
letzten Jahren nicht verfolgt, ein großer
Künstler geworden. Portraits, Landschaften,
Stilleben, alle prima mit Spachtel
gear-
beitet, sind vollendet in Technik, Ausdruck,
Farbensinn, Erfindung u. Komposition.
Man möchte eins im Zimmer zur täglichen []
Beschauung haben. Nachdem seine erste
nette Frau in der Bomben-Nacht ums
Leben gekommen ist, hatte er sich [über der Zeile eingefügt: zum] zweiten
Male mit einer [gestrichen: jungen Künstlerin; über der Zeile eingefügt: klugen u. tüchtigen Frau] von
pikanten Reizen verheiratet.
Die Verbindung mit Darmstadt hat sich
verbessert, dadurch, daß ein Autobus
alle paar Stunden von Hahn aus bis
Luisenplatz fährt u. ebenso zurück.
Einen interessanten Nachmittag
ver-
lebten wir in Schloß Wolfsgarten. Es ist
der Lieblings-Aufenthalt des letzten
Groß-
herzogs Ernstludwigs gewesen, mitten in
altem Buchenwald gelegen zwischen den
Dörfern Egelsbach u. Langen nördlich von
Darmstadt. Man erreicht es mit der
Eisen-
bahn bis Egelsbach, von da auf schöner Allee
zu Fuß in ¾ St[unden] Marsch. Ich kannte es
flüchtig aus meiner Leutnantszeit, als ich
mit noch einigen Kameraden der Darmst[ädter]
Regimenter als Tänzer nach dorthin befohlen
[]
worden waren zu [gestrichen: S] einer Hofgesellschaft
zu Ehren der Schwester Viktoria Melittas,
der nachmaligen bildschönen Königin von
Rumänien, die beim Großherzogspaar zu
Gast weilte. Es war ein Nachmittagsfest
mit Tee u. Tanz in den
blumenprangen-
den Gärten u. herrlichen Sälen voll alter
Bilder u. Gobelins. Wir wurden in
Hofwa-
gen von Egelsbach abgeholt u.
zurückge-
fahren, ebenso wie einige Damen der
Darmstädter Hofgesellschaft.
Jetzt wollten wir der alten Hofdame
Freiin Georgina von Rotsmann, die fast
50 Jahre im Hofdienst gestanden, eine
Tän-
zerin u. Jugendbekannte von mir u. Maria
wohlbekannt, einen Besuch machen. Tante
Sofie Roth begleitete uns u. wir fanden die
alte Dame, die im nächsten Jahre 80 Jahre
alt wird, noch recht rüstig, aufgeräumt u.
schwelgend in Erinnerung an unsere
Jugend-
zeit u. an die wechselvollen Ereignisse der
vergangenen schönen u. traurigen Zeiten []
Wolfsgarten ist ein viel größerer
Gebäu-
dekomplex, als ich in Erinnerung hatte.
Es besteht aus 2 durch einen
brunnen-
geschmückten, von Pergolen umgebenen
Zier-
garten getrennten oder verbundenen
Schloß-
bauten. Der vordere hoch u. von interessantem
Turm gekrönt, der hintere niedrigere
Barock-
bau mit Terrasse u. Freitreppe zu den
ge-
pflegten Blumenbeeten u. Fontainen.
Im letzteren wohnt Prinz Ludwig mit
sei-
ner englischen Frau, der letzte der
aus-
sterbenden Familie, da selbst kinderlos.
Im Vorderbau ist ein Altersheim, Ställe,
Remisen, Wirtschaftsbauten umgeben die
Hauptbauten, sowie einige einstöckige
Häuschen für Gefolge u. Dienerschaft. In
einem dieser wohnt Lady Georgina, die
Tochter des einstmaligen Nauheimer
Kur-
direktors Georg Fr[ei]h[err] v. Rotsmann u. seiner
englischen Frau geb. Murray, von der er
geschieden dort lebte.
Das Schloß, versteckt in dichtem Wald
gelegen, beschattet von herrlichen alten
Bäumen, umschlossen von Zier und
Nutz-
gärten aller Art, Terrassen, Treppen,
Gartenarchitektur, seltenen Pflanzen,
Blu-
men, Ecken u. Plätzchen hat große Reize
Ich kann mit gut vorstellen, daß es
Ernst-
ludwig geliebt hat. Auch Betta
Bellers-
heim trafen wir dort in alter sprudelnder
Frische u. meine Jugendfreundin aus Toni
Mayrs Zeiten, Lili Schultheis, die völlig
erblindet, dort Zuflucht gefunden hat.
Benda, Martha, Witwe, Restauration, 1949 wohnhaft in der Jahnstraße 57 (Adressbuch Darmstadt 1949, S. 26)
Hanomag: Hannoversche Maschinenbau AG, 1871 gegründet, stellte neben Nutzfahrzeugen wie Baumaschinen, Lkw, Ackerschlepper und Zugmaschinen auch Pkw her. (https://de.wikipedia.org/wiki/Hanomag)
Lebert, Willi, Hanomag-Großhändler, 1952 in der Elisabethenstraße 55 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 310)
Willich gen. v. Pöllnitz, Karl (1883-1967)
Roth, Sophie geb. v. Hahn (1884-1965)
Darmstädter Tagblatt: Wiederzulssung 1949 (https://www.darmstadt-stadtlexikon.de/d/darmstaedter-tagblatt.html)
Lossen-Freytag, Elisabeth Maria geb. Freytag (* 1888), Kunsthändlerin in Darmstadt, 1952 wohnhaft Wilhelm-Leuschner-Straße 2, 1954/55 Annastraße 31 (Adressbuch Darmstadt 1952/53 und 1954/55, Teil II S. 152; HStAD, H 3 Darmstadt Nr. 60893)
Bümming, Karl W., Buchhändler und Antiquar, Sitz: Riedeselstraße 2 (Adressbuch Darmstadt 1942, S. 26)
Serre: von französisch Serré = Gewächshaus
Möglicherweise Köhler, Karl, Stadtbau-Oberinspektor, wohnhaft Sturtzstraße 32 (Adressbuch Darmstadt 1954/55, Teil II, S. 130)
Vogel, Werner, Maurer, Sitz: Gutenbergstraße 19 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 200)
Möglicherweise Lehr, Heinz, Inhaber der Firma Dipl.-Ing. K. Vogel Nachfolger KG, Bauunternehmen, Sitz: Heinrichstraße 10 (Adressbuch Darmstadt 1954/55, Teil II, S. 146)
Keller, Heinrich, Dachdecker, Sitz: Karlstraße 19 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 104)
Jakob, A. u. F., Nachfolger H[einrich] Becker, Bauspengelei, Installation, Sanitäre Anlagen, Sitz: Riedlingersstraße 11 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 98)
Nohl, Jakob, Inhaber J. Otto Nohl, Bau von Installationsanlagen, Sitz: Martinstraße 22/24 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 143)
Bechtold, G., Sanitär- und Heizungsanlagen, Sitz: Elisabethenstraße 21 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 26)
Wilk, Aug[ust], elektrische Anlagen, Sitz: Elisabethenstraße 34 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 211)
Kienzle, J., Öfen und Herde, Kachelöfen, Heizungen, Plattenbeläg, Baustoffe, Sitz: Liebigstraße 27, Grafenstraße 21 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 105)
Fellmer, Bernhard und Ludwig, Glasermeister, Bau- und Kunstglaserei, Sitz: Hölgesstraße 8 oder Wilhelm Felmer, Glasermeister, Sitz: Wilhelm-Leuschner-Straße 23 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 58)
Herdel, Wilhelm, Schlosserei, Fahrzeugbau, Sitz: Hügelstraße 78 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 86)
Will, August, Weißbindermeister, Sitz: Gutenbergstraße 61 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 211)
Stützer, C. A. Nachfolger, Tapeten und Linoleum, Sitz: Schleiermacherstraße 23 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 193)
Helfmann, Heinrich, Ofengeschäft, Sitz: Kiesstraße 10 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 84)
Tritsch und Heppenheimer, Tapeten, Teppiche, Gardinen …, Sitz: Rheinstraße 12 ¾ (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 197)
Hoppe, Wilhelm, Weißbinder, Sitz: Jahnstraße 68 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 92)
Schnabelius, Karl, Putz-, Stuck-, Malerei, Sitz: Clemensstraße 8 (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 174)
Stolze, Friedrich, Ing., Maschinengroßhandlung, Sitz: Hobrechtstraße 30a (Adressbuch Darmstadt 1952/53, S. 191)
Heine, Heinz, Terrazoleger, Sitz: Obergasse 9 (Adressbuch Darmstadt 1949, S. 70)
Meyer, Gebrüder: Möbelhandlung in Reinheim, Ansicht um 1930 (https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v2256023&icomefrom=search)
Bossart, Erika geb. Hammer (* 1913)
Hörmann, Eugen, Autor aus Neckarsulm (https://www.dla-marbach.de/en/katalog/find/opac/id/HS00159894/?tx_find_find%5Baction%5D=detail&tx_find_find%5Bcontroller%5D=Search&cHash=94b47152ee9e15b8f89c7be004dd4bc5)
Stein, Charlotte Freifrau v. geb. v. Schardt (1742-1827), Hofdame der Herzogin Anna Amalia v. Braunschweig-Wolfenbüttel (1739-1807) und enge Vertraute von Herzogin Luise v. Sachsen-Weimar-Eisenach geb. v. Hessen-Darmstadt (1757-1830), zudem enge Freundin von Johann Wolfgang v. Goethe, Johann Gottfried v. Herders (1744-1803) Familie und Friedrich v. Schiller (1759-1805), deren Werk und Leben stark durch sie beeinflusst wurde. Durch ihre Beziehung zu Goethe ging sie in die deutsche Literaturgeschichte ein. (https://de.wikipedia.org/wiki/Charlotte_von_Stein)
Suleika: ein Buch des west-östlichen Divan von Johann Wolfgang v. Goethe (https://www.projekt-gutenberg.org/goethe/divan/divan081.html)
Diotima: (altgriechisch Διοτίμα Diotíma, Betonung in heutigem Deutsch meist: Diótima) ist eine Figur in Platons Dialog „Symposion“, in dem die Gesprächsteilnehmer die Natur des Eros erörtern. (https://de.wikipedia.org/wiki/Diotima)
Gaertner, Emmi Marianne geb. Neumeier (1888-1969), Nichte Ida Dehmels (https://explore.gnd.network/gnd/1089910266)
Bensheimer, Alice geb. Coblenz (1864-1935), deutsche Frauenrechtlerin und langjährige Schriftführerin des Bundes Deutscher Frauenvereine (BDF), Schwester Ida Dehmels: Emmi Marianne Gaertner geb. Neumeier ist aber die Tochter von Julie Hedwig Neumeier geb. Coblenz (1865-1935), Schwester Ida Dehmels, und Bernhard August Neumeier (1857-1899). (https://de.wikipedia.org/wiki/Alice_Bensheimer)
Bensheimer, Julius (1850-1917), linksliberaler Kommunalpolitiker und Verleger (https://de.wikipedia.org/wiki/Julius_Bensheimer)
Dehmel, Ida: autobiografischer Roman „Daja“, unveröffentlicht, in: Höpker-Herberg, Elisabeth „Ida Dehmel. 1870-1942. Katalog zur Ausstellung der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg“, 1970 (https://jwa.org/encyclopedia/article/dehmel-ida)
Pfeiffer, Ernst (* 1880), Oberstleutnant, 1922-1943 Personalleiter der BASF Ludwigshafen
Pfeiffer, Liesel geb. Krug (* 1900)
Bach, Lili geb. Pfeiffer (1892-1987), Bibliothekarin in Wiesbaden (https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Bach
Bach, Adolph Prof. Dr. (1890-1972), Germanist, Professor an der Universität Bonn (https://de.wikipedia.org/wiki/Adolf_Bach)
Mendelssohn, Arnold, Gott, Welt und Kunst, Aufzeichnungen, Darmstadt: Insel-Verlag (1949) (https://de.wikipedia.org/wiki/Arnold_Mendelssohn)
Darmstadt, Gedächtnis-Ausstellung für Alexander Posch (nach 1950) (https://de.wikipedia.org/wiki/Alexander_Posch_(K%C3%BCnstler))
Posch, Katharina geb. Dörr (1890-1944) (https://www.darmstadt.de/leben-in-darmstadt/soziales-und-gesellschaft/kirchen/friedhoefe/ehrengraeber/alexander-posch
Marie (genannt Missy) Prinzessin v. Edinburgh geb. Prinzessin v. Sachsen-Coburg-Gotha (1875-1938), 1914-1927 Königin v. Rumänien (https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_von_Edinburgh)
Rotsmann, Georgina Freiin v. (1871-1960), großherzoglich hessische Hofdame, Porträt 1906 (https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v5795294&icomefrom=search)
Ludwig Prinz v. Hessen und bei Rhein (1908-1968) (https://de.wikipedia.org/wiki/Ludwig_von_Hessen_und_bei_Rhein)
Margaret Prinzessin v. Hessen und bei Rhein geb. Baronet Geddes of Rolvenden (1913-1997) (https://www.darmstadt-stadtlexikon.de/m/margaret-prinzessin-von-hessen-und-bei-rhein.html)
Rotsmann, Georg Freiherr v. (1836-1891), Kurdirektor Bad Nauheim (HStAD, G 28 Bad Nauheim Nr. F 1898) https://www.deutsche-biographie.de/sfz132575.html
Rotsmann, Ada Freifrau v. geb. Murray (1848-1893) (HStAD, G 28 Darmstadt Nr. F 257/1/5) (https://www.ancestry.de/search/?name=Georg+Friedrich_von+Rotsmann&birth=1836&death=1891&_gl=1*1iv0nbr*_ga*MTc0MDEwNDM2MC4xNzI2NzQxMjk4*_ga_4QT8FMEX30*NjgzM2I2YjQtZTI2Ni00MWJjLThmNmUtYmVkODc0ZTMzYzM1LjEuMC4xNzI2NzQxMjk3LjAuMC4w*_ga_LMK6K2LSJH*NjgzM2I2YjQtZTI2Ni00MWJjLThmNmUtYmVkODc0ZTMzYzM1LjEuMC4xNzI2NzQxMjk3LjAuMC4w&geo_a=r&geo_s=us&geo_t=de&geo_v=2.0.0&o_iid=41023&o_lid=41023&o_sch=Web+Property)
Bellersheim, Elisabeth (Betta) Freiin v. (1877-1964), Porträt 1910 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v7740645&icomefrom=search
Mayr, Antoni ( Toni) geb. Olbrich (* 1842) (StadtA Darmstadt, ST 12/18 Nr. 621/7)
Schultheis, Lilly (* 1877), Schneiderin (StadtA Darmstadt, ST 12/18 Nr. 802/2)