Frauen
[]
Goethe []
Der Umgang mit Frauen
ist das Element guter Sitten.
Der Einfluß vorzüglicher Frauen außerhalb
der Familie auf mich war mit wenigen
Ausnahmen unmerklich – wie das echter
Frau-
en Art ist; mir bewußt fühlbar erst spät
hinterher. Aber er wirkte so oder so, von früh
auf bis heute. Mögen es gute, schöne,
geist-
reiche, energische Frauen gewesen sein, von
allen strömte irgend etwas auf mich ein,
das ich aufnahm oder auch ablehnte; wie das
denn auch ein Einfluß ist, wenn er
Gegen-
wehr weckt.
Von den guten Müttern u. Hausfrauen habe
Ich schon manche rühmend erwähnt. Es waren
die meiner eignen unübertroffenen Mutter
an Alter u. Art ähnliche Mütter meiner
Spiel-
kameraden: Frau v. Westerweller, v. Bothmer,
Beck, Becker, v. Krug, v. Stark. Der drohende
Finger genügte, uns in Zucht zu halten. Es
wäre mir nie in den Sinn gekommen, mich über
eine von ihnen lustig zu machen. Zweien von
ihnen gehorchte ich besonders gern – weil es
schö-
ne Frauen waren. Die Ordnung u. gute Sitte
war es, die ich unmerklich mitnahm.
[]
Einer anderen Art gehörten Frau v. Zangen
an, Marie und Anna Merck. Nicht als ob auch
sie ich als gute Mutter u. Hausfrauen
erkann-
te, aber der Hauptzug ihres Wesens schien mir
Tatkraft u. Weltklugheit zu sein. Sie traten
als solche erst in meinen Gesichtskreis, als ich
schon erwachsen war. Sie wirkten sehr mittelbar
auf mich, jede in ihrer Art unausweichlich.
Wieder eine andere Gruppe beeinflußte mich
durch ihre geistige Gaben. Frau v. Zangen
soll-
te auch noch hierzu rechnen, wäre sie nicht zu
einseitig bigott eingestellt gewesen. Als
be-
deutendste muß ich hier Frau v. Leonhardi, geb.
v. Bennigsen nennen, die mit großem Verstand
klassische Bildung u. Belesenheit verband. Ihr
Urteil in Kunst u. Literaturfragen war nie
ausfallend, aber sicher u. treffend. Mit ihr über
kulturelle Fragen zu sprechen, war ein Genuß.
Freilich war ich erst noch ein Schüler, jeder
Beleh-
rung begierig und bedürftig. Ähnliches – nicht
Gleiches erlebte ich viel später in meiner
kämp-
ferischen Zeit mit Frau Dehmel. Dort Reife des
Al-
ters mit klaren Grenzen; hier gährende Jugend []
mit grenzenloser Begeisterung. Die Gebiete
in beiden Fällen: Literatur, Musik,
bilden-
de Kunst.
Ich lernte erkennen, daß durch Bücherlesen,
Kunstbetrachten, ja auch Kunst-selbst-Ausü-
ben allein nicht zu gültigen Urteilen zu
gelangen war, sondern sicherer durch
Aus-
sprache, in der Meinung auf Meinung stieß,
die zu beweisen u. zu formulieren war,
wo-
durch erst die Problematik jeder Frage zum
Vor-
schein und zur Lösung kam. Die anfängliche
Scheu, mich über mir nicht völlig geläufige
Fragen auszusprechen, sei es aus Angst, etwas
Dummes zu sagen, oder auf
Verständnislosig-
keit zu stoßen, sei es aus falscher
Bescheiden-
heit oder blödem Stolz, überwand ich, und
er-
sah in den Gegensätzen u. Widerständen
gra-
de das beste Mittel, zu klaren Begriffen zu
kommen.
Anregungen dieser Art gingen auch von der
oft genannten Frau Doris v. Heyl, und, wenn
auch geringer im Ausmaß von Frau Lili
Wolfs-
kehl aus. Der Unterschied lag darin, daß diese []
außergewöhnlichen Frauen nicht so sehr
durch sich wirkten, als durch den Kreis, den
sie um sich zu bilden verstanden. Das will
aber auch anerkannt werden. Sie selbst
leiteten mehr das Arrangement, als den
Geist ihrer Gesellschaften, die auch selten
in-
tim, meist in festlichem Rahmen sich
abspiel-
ten, deren Niveau nicht durchweg hoch stand.
Den Geist brachten die Gäste. Es blieb also
bei Anregungen, die vorhandenen Anlagen
und Urteile zu befestigen, ohne zu
umbil-
denden Wirkungen vorzustoßen, die Neues
zu schaffen im Stande gewesen. Aber durch
Mitteilung und Austausch ergab sich genug
des Gewinns, der dankbar empfunden
wur-
de, um so mehr, als er in Räumen und
Umgebungen empfangen wurde, die von
Kultur gesättigt waren.
Darf ich Doris von Heyl neben ihrer größeren
Wormser Schwester, der ebenso wie sie
bild-
schönen Frau ihres Schwagers, noch in eine
andere Gruppe mit Berechtigung einreihen,
derjenigen der großen Damen von Welt, []
so muß ich als an deren Spitze stehend
Freifrau Luise Schenck zu Schweinsberg
nennen. Sie hatte in Darmstadt an Adel
der Erscheinung und des Auftretens keine
Rivalin. Will man vergleichen, so muß
man schon Fürstinnen nennen: die
Groß-
herzogin Alice, die Fürstin Erbach, die
Großfürstin Sergei. In geziemendem
Abstand von ihr, doch mit eigenem Reiz
erschien mir Frau von Kekule in Berlin,
in Darmstadt Freifrau Riedesel zu
Eisen-
bach, auch Frau v. Stößer, Frau v.
Witzen-
dorff, Freifrau v. Jenisch.
Das Gefühl für Würde und Ehe war es,
das im Anblick solch hoher Fraulichkeit
in mir anschlug. Ich lernte, was
Hochach-
tung und Verehrung bedeutet.
Als letzte, die doch die heimliche Königin
Aller ist, steht, ist sie auch eine Verwandte,
unsere liebe Dulu Engelmann. Zu ihr
strömt Liebe, Verehrung, Freundschaft,
Hoch-
achtung. Von ihr zurück: Anregung, Sitte,
Familiensinn, aufgeschlossenes Interesse []
für jede ihr bekannte Person und alle
Dinge in der Welt, ein köstlicher Humor,
ein treffender Mutterwitz, ein immer
heiteres Gemüt, Güte u. Liebenswürdigkeit.
Von Allen, Allen habe ich irgend etwas
empfangen, angenommen, gelernt, was zu
meiner seelischen Haltung, geistigen
Bi-
ldung, zu meinem äußeren Auftreten und
inneren Gleichgewicht beigetragen hat.
Sie haben zusammen mit anderen
Ein-
flüssen mitgewirkt, mir die
gesellschaftli-
che Erziehung und das Harmonische meines
Wesens zu geben.
Sie leuchteten als Vorbilder, als ich selbst
zur Wahl einer Frau schritt. Mehr, als
wir früher wußten und glaubten, ist
der Aufbau einer Familie von den
Müt-
tern abhängig. Unsere Vorfahren haben
sie in der Regel nicht schlecht gewählt.
Den Frauen ist in hohem Grade der
Auf-
stieg der Hahnischen Familie zu danken,
der begann, als der Großvater die Freiin
von Hofmann ehelichte, was er doch auch []
nur wagen konnte als ein ansehnlicher
Sohn seiner Mutter geb. Föhr, auch seines
Vaters Artillerie-Generals Gottlieb Hahn.
Die gute Blutwahl setzte sich fort durch
unsere Mutter aus dem Hause der sehr
markanten Rotheschen und
Zimmermanni-
schen Vorfahren. Ist die Frau aus
niedri-
gerem Stand u. Blut, als die Familie des
Mannes, so folgt unweigerlich,
minde-
stens bei den Kindern aus solcher Ehe,
ein Sinken des Lebensniveaus und des
Familienansehens. Der Mann vermag
selten die Frau zu sich heraufzuziehen;
meist zieht die Frau den Mann zu sich herunter.
Flammen
[]
Wen Liebe nie zu weit getrieben,
der trieb sie auch nicht weit genug.
Busch []
Genießt der Jüngling ein Vergnügen,
so sei er dankbar und verschwiegen.
Das Ewig-Weibliche in mancherlei Gestalt
durchzieht mein ganzes Leben – mehr, als
es diese Schilderungen erkennen lassen. Es
läßt sich nicht alles erzählen; auch zwischen
den Zeilen ist zu lesen. Es gab Kämpfe und
Rückschläge, ich geriet in gewagte, ja
gefähr-
liche Lagen, ich hatte Kühnheit und Glück, wie
es der Soldat haben muß. Unterlegen bin ich
nie, und nie hängen geblieben. Ich gewann
Frauen schneller, als Männer. Sie fielen mir
oft fatalistisch zu. Mußte Liebe aufhören,
wurde sie zur Freundschaft.
Flüchtig erwähnte ich schon die kleinen
Fläm-
mchen, denen ich als Gymnasiast nachlief. Es
war eine starke Blondine mit Ponnyfransen aus
der Gesellschaft, die wenig Reiz, und ein
zierli-
ches kastanienbraunes interessantes Persönchen
aus Bürgerkreisen, die viel Ankratz für mich hatte,
selbst aber gleichgültig blieb. Beide waren sehr
jung u. völlig naiv; sie konnten nicht küssen.
Das verstanden nun die
unzertrennli-
chen L. und L. zwei heißblütige Brünetten sehr
gut, und lernten es bei Hugos u. meinem
er-[]
wachenden Temperament immer besser. An
den lauen Frühjahrsabenden u. in heißen
Som-
mernächten trafen sich die Paare in Gärten oder
verschwiegenen Orten. Zur Karnevalszeit
stell-
ten wir Freunde mit diesen sprühenden Mädels
auf den öffentlichen Bällen in übermütiger
Laune einen tollen Spuk an, in den sie den
ganzen Saal der 1000 Masken
hineinzuverwik-
keln verstanden. Es gab damals noch jenen
harmlosen, ungezwungenen Humor ohne
Fri-
volität. Ich denke gern an diese kampf- und
sorglose Zeit, die das Rosenband der Liebe
freu-
dig flattern ließ.
Ernster, tiefer war die von Beginn an
heim-
liche Liebe mit M., die mir die Geheimnisse
er-
schloß, darüber hinaus aber versagte. Es
blie-
ben immer nur die kurzen Stunden des Genusses,
kein Zusammenleben zweier Seelen. Während
die ihrige mit Sehnsucht zu mir wollte, und
gierig von mir sich aneignete, was in ihrer
Kraft stand, fand die meinige außer
Sinn-
lichem nichts zum Nehmen. Sie sah zu mir
em-
por wie zu einem Gott, und war zufrieden, []
wenn ich ihr nur Augenblicke schenkte.
In Berlin war natürlich das Feld der
Lie-
be weit geöffnet, und ich war ein
Draufgän-
ger. Ich verschwand zuerst mal im Taumel
der demimonde. Eine Welt, die ich nicht kannte,
tat sich auf: die Nachtcafés, voll der
betäuben-
den Geruchmischung von Kaffee, Likör, Grog,
Zigarettenqualm. Hinter der frechen Maske,
die diese Grisetten aufzogen, verbargen sich
mit wenigen Ausnahmen arme, enttäuschte
Herzen, gebrochene, sehnsüchtige, abergläubige
Seelchen, zarte, mitleidige, nicht rohe Charaktere.
Natürlich gab es auch Megären u. Intrigantinen.
Sie hatten ihren Ehrenstandpunkt, denn sie
woll-
ten ehrlich das sein, was sie waren, aber ohne
Verachtung. Sie schworen auf uns Leutnants,
denn sie wußten, daß sie von uns anständig
be-
handelt wurden, als Menschen, nicht als Ware.
Ich erlebte, woran ich nie geglaubt hätte, daß jede
neben ihrem Beruf, einen besitzen mußte, den
sie allein von ganzem Herzen lieben konnte.
Das war in der Regel ein junger Leutnant, dem
sie in ihrer Art Treue hielt, auf den sie alle Sorgen []
u. Klagen ihrer bedrängten Seele ablud, und
keinen Taler von ihm annahm. So ging es
auch mir. Eine große vollwüchsige Brünette
mit wunderbar gepflegtem Körper verschoß
sich so fest in mich, das es, als ich genug hatte,
Mühe kostete, von ihr wieder loszukommen.
Die drei lustigen Mädels, mit denen ich
mit Alfred und Max verkehrte, erwähnte ich
schon. Es waren echte Berliner Jöhren, an denen
wir Ausländer natürlich schon des Dialektes wegen
großen Spaß hatten. Mit ihnen grasten wir
Sonntags in überfüllten Bahnzügen u. Lokalen
die Umgebung Berlins nach Spree und Havel
ab, nachdem wir im Winter alle Tanzlokale in
den damaligen Vororten Tempelhof, Wilmersdorf,
Schwarzendorf u. a. durchgetanzt hatten. Von
Liebe war bei Bertha nicht viel die Rede, wie bei
den zwei anderen auch, nur Vergnügen
zwi-
schen flotten Mädels mit ihren Kavalieren. Ich
war verwöhnt und wollte mehr.
Im zweiten Berliner Jahr gewann ich eine
reizende Chansonette. Martha war ein rassiges,
gewecktes, lustiges Mädel, musikalisch, adrett, []
bescheiden in Ansprüchen u. ein Jahr lang von
rührender Treue. Sie war der Typ des Berliner
Leuntnant-Verhältnisses; frei denkend, aber wenn
sie ihre Wahl getroffen, zuverlässig, militärfromm
u. sich klar, daß keine Rede sein konnte von
län-
gerer Bindung, als das Kommando dauerte, aber
während dieses die gemessene Zeit romantisch
süß genießend. Sie stand von Nachmittags bis
Nachts auf dem Brettl, Vormittags schlief sie. So
hatte Jeder von uns seine eingeteilte Zeit für
sich; die nächtlichen Liebesstunden gehörten uns
gemeinsam. Es hatte Reiz, wenn die begehrte
Soubrette, die sehr kokett sein konnte, ihre am
Haus-
ausgang wartenden Anbeter allabendlich
versetz-
te u. durchs Hintertürchen zu mir entschlüpfte, der
sie flugs entführte meist grade noch zur letzten
Straßenbahn nach dem Westen – die noch Pferdebahn
war. Als ich scheiden mußte, gabs versteckte
Trä-
nen, aber kein Klagen. Die letzte Nacht
verrausch-
te, wir gaben uns am Bahnhof die Hand,
schrie-
ben uns noch 2 – 3 Briefe, und dann ging sie in
die gute Hand eines anderen Offiziers über. Das
war so Berliner Brauch.
In der Garnison, in die ich zurückgekehrt, war
ein solches Treiben natürlich unmöglich; ich
woll-
te es auch nicht. Die Berliner Mädels, an Freiheit
u. Vergnügen gewöhnt, bedürfen eines geliebten
Kavaliers, von dem befriedigt u. beschützt sie in
der Großstadt unbeobachtet verschwinden können.
Das schließt sich in der klatschsüchtigen Kleinstadt
aus. Aber der Leutnant braucht doch etwas fürs
Herz? Sport, der beschäftigt u. ablenkt, wie jetzt,
gab es noch nicht. Hatte er seinen Dienst hinter sich,
u. seine Pferde geritten, ging er wenn nicht zum
Saufen, zum Mädel, auch schon zur Abreagierung
gegen den gesellschaftlichen Verkehr mit Damen,
der ja damals in sehr strengen Formen verlief.
Wie gebunden, behütet, beobachtet war die junge
Dame von 1890! Das Darmstädter Bürgermädel
war es ebenso, u. zog in der Regel das solide
Ver-
hältnis vor, das zur Heirat führte; machte
natür-
lich auch mal Seitensprünge, aber sie waren
ge-
fährlich und von kurzer Dauer. Balletratten,
kleine Verkäuferinen, oder noch Tieferes hatte
kei-
nen Reiz für mich. Das geringste Ladenmädel
in Berlin hatte mehr Geist u. Format, als das beste []
Bürgermädel in Darmstadt. Sinnliche
Befrie-
digung allein war mir schaal geworden. Ich
suchte auch hier Neues u. Anderes. Ich fand es,
und es führte zu einer Freundschaft, die heute
noch hält.
Die Töchter einer Opernsängerin fielen im
The-
ater auf, dessen fleißige Besucher wir [über der Zeile eingefügt: Leutnants] waren;
denn wir hatten die Plätze der vordersten
Sperrsitz-
reihe zu nur 1 Mark. Die beiden hochgewachsenen
ungewöhnlich schönen Gestalten beherrschten das
sonntägliche Straßenbild, wenn sie elegant und
geschmackvoll gekleidet aus der katholischen Kirche
stolzierten. Es begann ein Roman, wie ihn kein
Dichter sich grotesker ausdenken kann.
Ich dichtete die jüngere, die grade flügge war, an;
sie antwortete poetisch u. witzig. Es dauerte nicht
lange, daß wir uns trafen, aber lange, bis wir uns
fanden. Ein verzweifelter Kampf hub an. Gegen
Nebenbuhler, denn sie war umschwärmt, wie Honig
von Bienen; gegen sie selbst, denn sie sträubte sich
mit aller Gewalt gegen Jeden, der Einfluß auf
sie gewinnen wollte. Ich war verliebt bis über die
Ohren, ihr Widerstand verstärkte nur meine von ihr []
mit beißendem Spott überschütteten
Liebesbemü-
hungen. Trotzdem hatte auch sie Feuer gefangen.
Aber je mehr es bei ihrem sprühenden
Tempera-
ment in Glut kam, wie sie es sich eingestand u.
ich beglückt wahrnahm, desto mehr suchte sie es
hinter hartnäckigem Stolz zu verbergen. Vor nichts
hatte sie, wie sie mir gleichwohl unter zärtlichen
Worten gestand, mehr Angst, als davor, ihr Herz an
mich zu verlieren. Sie wußte, ich konnte u. wollte
sie nicht heiraten. Ihre Familie gehörte einer
an-
deren Sphäre an, war aber durchaus von Offizieren
besuchsfähig. Sie hat ja auch später einen bairischen
Offizier geheiratet. Sie ahnte, daß sie von dem,
dem sie sich hingab, nie mehr loskomme. Ueber ihre
Freiheit aber ging ihr nichts. Das Verfügungsrecht
über sich wollte sie nie und an Niemand aus der
Hand geben. Aber geliebt werden wollte sie auch,
vor Allem angebetet werden u. die Macht ihr
ei-
gen nennen, alle Anbeter zappeln zu lassen, wie
sie wollte. Diese Kunst des Anlockens u.
Fernhal-
tens verstand sie virtuos. Ich wußte, daß sie mich
betrog, denn sie dachte den Mann nur im Plural,
aber fuchsteufel-eifersüchtig wurde sie, wenn []
sie mich auf Seitenwegen vermutete. Diese
Widersprüche mußten zu ständigen Kämpfen
führen. Sie waren oft recht unerquicklich, u. ich
wollte zuweilen verzweifeln. Dann ließ ich sie
einfach mal eine Zeit lang laufen. Aber das
ging nie lang, denn wir waren innerlich zu eng
verbunden. Wir suchten, um dem Gerede
auszu-
weichen, verschwiegene Orte auf: Schlößchen
Brauns-
hardt, Schönbusch, Hanau, Heidelberg, den Rhein,
den sie über alles liebte. Als sie eines Tages
dort-
hin fuhr, um sich, wie sie mir anvertraute, zu
verloben, erwartete ich die Zurückkehrende, der ich
grade von einem Besuch Berliner Freunde von
Bad Kreuznach heimfuhr, am Mainzer Bahnhof.
Aber nicht eine Glückstrahlende empfing ich,
in Tränen flog sie mir in die Arme: Ich kann
nicht, ich hab‘ solche Angst, beschütze du mich
wie-
der! Und als ich sie zu später Stunde im
Vollmond-
schein ans Haus geleitete, hauchte sie, an
mei-
ne Schulter gelehnt: ach Blondchen, wie bin ich
jetzt wieder glücklich. Da war sie sentimental.
Aber sie konnte auch garstig sein. Auf einem
Maskenball, wo sie wie immer in äußerst
pikan-[]
tem Kostüm erschien, redete sie 10 Stunden
lang kein einzig Wort mit mir, um anderen
Launen nachzugehen. Sinnlichkeit war ihr
ein Greuel, Liebe Spielerei; wir waren
zuein-
ander mehr Geschwister, als Verliebte. Sie
ver-
lobte sich später doch, fiel aber in ihrer
Menschen-
unkenntnis, es war ein schwer reicher
Münche-
ner, in so entsetzlich rohe Hände, daß sie schon
in der Hochzeitsnacht durchbrannte. Da mußte
ich wieder Tröster sein; und die Scheidung war
peinlich und nicht leicht.
Durch ihren Vater, den Opernregisseur [Willem de Haan], hatte ich
Zutritt zu den Generalproben. Bei berühmten
Gästen – d‘Andrade, Bellinconi – nahm sie teil.
Da saßen wir dann genießend, im dunklen
Par-
ket nebeneinander. Sie versäumte kaum eine
Opernaufführung. Konnte ich nicht drin sein,
er-
wartete ich sie nach Schluß am verabredeten Platz.
Wie sie da zu mir flog, um mir mit hastigen
Worten u. funkelnden Augen ihre Eindrücke zu
schildern! Sie war hochmusikalisch u. sang
künst-
lerisch, hatte angeborene Koloratur, wollte aber
um Himmels willen nie zur Bühne. Sie kannte []
das Leben hinter den Kulissen zu genau.
Aus-
hilfsweise war sie ein entzückender erster
Knabe in der Zauberflöte, auch mimte sie mal
die Puppenfee. Ist das nicht eine
Roman-
figur?
War hier ein schwärmerisches Genießen,
unkri-
tisch, ohne hohe Ansprüche, so herrschte bei der
Jü-
din, von der ich schon viel erzählte, um so mehr
Kritik, Intellekt, Bewußtheit, Weltkenntnis; u.
Sinnliches fehlte auch nicht. Typische Rassenzüge,
die ich freilich damals nicht als solche erkannte.
Ihr Interesse galt der Literatur der Gegenwart.
Abgötter waren Liliencron, Dehmel, George; der
bildenden Kunst etwa um Liebermann herum;
in der Musik die Jüngsten, aber noch Wagner.
Sie dichtete u. schrieb die schönsten Briefe, die ich
von Frauen je gelesen. Sie war orientalisches
Vollblut, hohe schwere Gestalt, schwarzkrauses Haar,
dunkle Haut, pechschwarze samete Augen. Das
war wohl ein Neues, Anderes, was fesseln
konnte. Aber ihre äußere Schönheit war es nicht
so sehr, was mich anzog. Zum erstenmal trat mir
ein Weib mit so klarer Seele entgegen, mit so []
selbständigen Urteil, so großzügiger
Auffas-
sung aller Dinge. Ich hatte mehr gesehen und
gelernt; sie mehr gedacht u. erfühlt. Ihre
Weib-
lichkeit war noch unreif, wie im Schlummer
versenkt. Ich war ihr Wecker u. Erreger. Auch
sie wehrte sich gegen mich, denn sie hatte den
Stolz ihrer portugiesischen Vorfahren. Er verflog
nach wenigen Stunden. Sie war mir verfallen.
Ich erlebte Ähnliches oft. Wen ich wirklich
ge-
winnen wollte, für den gab es von einem
ge-
wissen Zeitpunkt an kein Entrinnen. War es
Suggestion, oder Routine, oder beides?
Wir sahen uns nicht oft. Jenes erste Mal in
Auer-
bach, und zweimal je einen vollen Tag am Rhein,
das war alles. Täglich flogen Briefe hin u. her.
Wir glaubten uns sehr genau kennen gelernt
zu haben. Als ich, eine Verlobung im Sinn, mit
Onkel Karl in Mainz vertrauensvoll sprach, da
wurde mir erst klar, daß ich die Hauptsache
ver-
gessen hatte kennen zu lernen u. zu bedenken:
die Familie, Vorfahren, Rasse.
Wir schieden voll Schmerz, doch ohne Groll, und
fan-
den uns nach zwei Jahren in Berlin wieder. Sie []
war verheiratet und hatte ein Kind; ihre
Zu-
neigung war mir unverändert erhalten.
Es war keine leichte Situation für uns beide;
es kam zu keinem Konflikt. Als sie sich zum
zweiten Mal verheiratete – mit Dehmel – brach
ich das Verhältnis ab. Als Freundschaft lebte es
in und nach dem Krieg wieder auf.
Auch mit Toni hat sich nach dem Krieg eine
Freundschaft geknüpft. Sie war Offiziersfrau
geworden; ihr Mann machte Generalstabscarriere;
sie konnte sich nach dem Krieg Exzellenz nennen;
früh starb ihr Mann; sie hat ein reizendes
Töchter-
chen, so schön wie sie, so ruhig wie ihr Mann.
Im Luftschifferjahr in Berlin, wieder frei
von allen Bindungen, verlebte ich zunächst
eini-
ge Wochen mit einer Darmstädterin, die mich
zu-
fälliger Weise unter den Linden traf u. schon
lange nach mir angelte. Sie vermochte mich
auf die Dauer nicht zu fesseln. Auch nicht eine
Pariserin aus einem Varieté, die kein Wort
Deutsch verstand, mit der ich mich im Französisch
vervollkommnen wollte. Nicht lange dauerte es,
da genoß ich eine schöne ungetrübte Liebeszeit, []
ähnlich der mit Martha verlebten, ebenso
ab-
geschlossen von meinen Kameraden, wie von
ihrem Anhang, ganz allein für uns.
Die Polin Julia Valeska war eine
Schulreite-
rin im Zirkus Busch. Ich hatte sie schon früher
mal gesehen u. war begeistert, so von ihrem
Schneid, wie von ihrer blendenden Figur, die
zu Fuß nicht geringer war, als zu Pferd.
Eine große schlanke gutgekleidete Erscheinung,
von stolzer Haltung u. elastischem Gang. Ihr
Auf-
treten war elegant u. bei starkem Temperament
taktvoll. Wenn ich sie im Zirkus auf ihrem
Voll-
blüter die hohe Schule reiten sah, umrauscht von
tausendfältigem Beifall der Menge, u. begehrt
von den Kavalieren der Logen, wollte mir das
Herz vor Stolz zerspringen bei dem Gedanken,
daß sie eine Stunde später schon an meinem
Herzen lag. Sie war nur, wenn ihr Prestige es
verlangte, anspruchsvoll, im Allgemeinen
genüg-
sam u. legte kein Gewicht auf Vergnügungen,
wo sie gesehen wurde. Sie war streng erzogen und
am liebsten allein mit mir. Dann kochte sie
Sonn-
tags das Essen für uns, besorgte das Zimmer, []
sah nach meinem Pferd, wenn ich auswärts
war. Im Sommer ritten wir zusammen spazieren
in den Grunewald; ich auf der Freya, sie auf
ihrem Schimmel in hechtgrauem Reitkleid: Alle
gafften!
Auch diese glückliche Zeit fand ohne Groll und
Klagen ihr natürliches Ende, als mein Berliner
Kommando aufhörte.
Nun kam wieder Darmstadt an die Reihe.
Wellen auf Wellen überstürzten sich. Kurz
hintereinander entzündete ich die Herzen von
zwei jungen Damen der Offiziersgesellschaft.
Sie machten mir starke Avancen u. hätten
mich gern geheiratet. Gründe verschiedener
Art, denen die Zukunft Recht gab, hinderten
mich an einer Verbindung. Sie haben beide
Männer gefunden.
Auch zwei bildhübsche Bürgermädels, das
blon-
de Elschen, die schwarze Fanny, Schwestern mit
flammenden Augen u. prachtvollem Haar,
verlieb-
ten sich in mich während meiner Aufenthalte
in Lützelbach. Es blieb bei einem lustigen
Sommer-
flirt, u. sie verheirateten sich beide jung an
russi-[]
sche Hochschulstudenten.
Es war auch eine blutjunge Frankfurter
Klavier-
spielerin in hohe Gunst gekommen, die nur durch
ihr Spiel u. zwei herrliche Künstleraugen mich
unwiderstehlich anzog. Sie hatte Charakter und
Willen; im Inneren war sie weich, voll reicher
Gefühlswelt. Sie war ein Klaviergenie, und ist
ja auch neben Elly Ney die erste in Deutschland
geworden. Was sie spielte, erhielt durch sie neues
persönliches Gepräge. Wir sahen uns oft in
Darm-
stadt u. Frankfurt, alsdann verheiratet in Berlin,
wo ihr der Frankfurter Studiengenosse Karlchen
Oehler den Haushalt führte. Als ich sie kennen
lernte, lag ihr 20 Jahre älterer Lehrer mit seiner
Frau in Scheidung, und ihr zu Füßen. Sie zog in
mir den Jüngeren vor. Es war eine verzweifelte,
nicht ungefährliche Situation, die nur durch ihre
raffinierte Klugheit u. mein Dichthalten eine
Zeit lang haltbar war. Eines Tages sahen wir
gleichzeitig ein, daß wir im Begriff waren, jeder
für sich eine große Dummheit zu machen. Wir
wandelten die Liebe in Freundschaft um. Aber sie
konnte es nie ganz verwinden und war mir, []
als ich mich verheiratete, Jahre lang böse,
obgleich sie ja vorher dasselbe getan, wie ich.
Aber Weiber haben keine Logik. Nach dem
Krieg zogen sich alle Gegensätze zu; sie ist
heute mit meiner Frau u. mir gut Freund.
Auch ein Roman!
Toni war während dieser Zeit gerade von ihrer
misglückten Heirat zurückgekehrt und sehr
tröstungsbedürftig. Sie hatte eine jüngere
Freundin, eine entzückende echte Blondine, die
schon lange in mich verschossen war. Sie flog
mir zu, und schenkte mir so unmittelbar wie
keine ihrer Vorgängerinnen die volle Hingabe
ihrer heißen ersten Liebe. Dieses Goldchen hatte
viel mehr Weibliches, als ihre Freundin. Zwar
war sie kein Charakter, aber frei von Tücken
jener, vor denen ich mich nie sicher fühlte. Das
nahe Verhältnis zur Natur, zu Blumen, Flüssen,
Bergen, Wald u. Wiesen, zu allen großen u.
klei-
nen Tieren – das hatten sie beide. Goldchen aber
dachte alles in Beziehung auf mich, Toni in
Beziehung auf sich. Das zierliche, doch recht
ener-
gische Persönchen war zuweilen so hemmungslos, []
daß ich wie viele törichte Anschläge,
leichtsin-
nige Absichten verhüten mußte. Denn ich
wollte sie nicht opfern u. für eine ihr gemäße
Zukunft verderben. Sie hat es mir gedankt,
und bald einen tüchtigen Mann bekommen.
Zu diesen drei Flammen kamen am
Schluß meiner Leutnantszeit zum Ueberfluß
noch zwei ganz tolle Eroberungen hinzu.
Kurz hintereinander zwei Damen der
Hofge-
sellschaft. Das war wohl das Anderste, das ich
erlebte, und ich war hinterher froh, daß es
ohne Skandale, die es in sich barg, abging.
Während die eine die Verlobung erzwingen
wollte, verführte die andere lediglich
unbezähm-
bare Lust sinnlicher Befriedigung, einerlei, wohin
es führte. Beide waren hemmungslos voll
blin-
der Leidenschaft. Die Gefahr, das
Außergewöhn-
liche, reizte unwiderstehlich. Das Wagnis war
nur denkbar bei stärkstem gegenseitigem
Ver-
trauen u. unverbrüchlicher Verschwiegenheit.
Ich zog mich rechtzeitig aus den Schlingen
bei-
der. Niemand hat je davon erfahren. Beide
sind Frauen und Mütter geworden.
Ich hatte, daß Solches überhaupt möglich sei,
früher nie geglaubt. Welche Verlogenheit
der gesellschaftlichen Erziehung und Sitte kam
da zum Vorschein! Der Großherzog Ludwig III.
hat bekanntlich auf das Gesuch, ein
Freuden-
haus in Darmstadt errichten zu dürfen, dem
Antragsteller geantwortet: Stülpt eine
Käse-
glocke über die Stadt, dann habt ihr euer
Freudenhaus.
Von fünf Flammen mehr oder minder
gleich-
zeitig angeglüht, mußte einmal der
Zeit-
punkt kommen, da ich ihrer aller überdrüssig
wurde. Ich warf sie von mir, löste alle
Bindun-
gen ohne Gewalt in Güte, und lebte, als ich
Hauptmann geworden war, einsam mir u.
meinem Beruf. Pause.
Welche Fülle von Gesichten und Erlebnissen!
Und dein Schlußurteil? Das war ja ein
schö-
ner Don-Juan! – Mit Verlaub. Indem ich
mich schilderte, schilderte ich die Zeit, in der ich
lebte. So waren wir jungen Leutnants alle.
Ich war nicht der schlimmste, auch nicht der zahmste.
Wieviele Gelegenheiten ließ ich ungenutzt. []
Ich bedauere es nicht. Es war genug. Aber
auch bereuen kann und will ich keinen
Tag und keine Stunde. Soll ich glauben, daß
es heute nicht mehr möglich wäre? Ich hoffe
es.
Fast war ich schon so weit, mich völlig
ab-
zukehren, ein Weiberfeind zu werden, ein
Hasser alles Weiblichen. Die Pause hat mich
geheilt. Ich suchte eine Frau. Ich fand sie,
wie sie besser für mich nicht sein konnte.
Sie brachte mir Eheglück und schenkte mir
Elternglück in reichem Maße. Ruhe und
Frieden zog in mein Herz. Mein Leben
gewann Ziel und Zweck.
Goethe, Johann Wolfgang v.: Auszug aus „Maximen und Reflexionen. Aphorismen und Aufzeichnungen. Nach den Handschridten des Goethe- und Schiller-Archivs, hg. Von Max Hecker, 1907. Aus den Wahlverwandtschaften, 1809 (https://www.aphorismen.de/suche?f_thema=Benehmen%2C+Manieren&f_autor=1461_Johann+Wolfgang+von+Goethe)
Westerweller v. Anthony, Anna Freifrau v. geb. Gräfin v. Seinsheim (1831-1925) (HStAD, S 1 Westerweller von Anthony, Anna Freifrau v.)
Bothmer, Emilie Gräfin v. geb. Jochmus (1833-1911), Oberhofmeisterin (HStAD, F 23 A Nr. 311/60)
Becker, Mathilde geb. Emmerling (1835-1916) (HStAD, O 14 Nr. 265)
Krug von Nidda, Sophie geb. Felsing (1841-1890) (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/gsrec/current/8/sn/bio?q=Krug+von+Nidda)
Rinck v. Starck, Marie geb. Faber (1829-1900) (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/gsrec/current/3/sn/bio?q=Rinck+von+Starck)
Zangen, Victoria v. geb. Roeder (1836-1908) (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/bio/register/person/entry/roeder%252C%2Bhelene%252A%2Bvictoria%2Bmarie%2Bfreiin%2Bvon)
Merck, Marie geb. Hofmann (1842-1919) (HStAD, S 1 Merck, Marie)
Merck, Anna geb. Schenck (1830-1908) (HStAD, S 1 Merck, Emanuel)
Leonhardi, Henriette Therese Luise Freifrau v. geb. v. Bennigsen (1826-1893) (HStAD, S 1 Leonhardi, Moritz Freiherr v.)
Wolfskehl, Lili geb. Schulz (1841-1920), Pianistin (https://www.darmstadt-stadtlexikon.de/w/wolfskehl-lilli.html)
Heyl zu Herrnsheim, Sophie Freifrau v. geb. Stein (1847-1915) (https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/rsrec/sn/bio/register/person/entry/heyl+zu+herrnsheim%252C+sophie+freifrau+von)
Schenck zu Schweinsberg, Luise Freifrau v. geb. Freiin von der Capellen van Berkenwoude (1850-1932)
(https://www.geni.com/people/Freiin-Louise-van-der-Capellen-van-Berkenwoude/6000000077468638914)
Erbach-Schönberg, Marie Fürstin v. geb. Prinzessin v. Battenberg (1852-1923) (https://de.wikipedia.org/wiki/Marie_Karoline_von_Battenberg)
Jelissaweta Fjodorowna Großfürstin v. Russland geb. Prinzessin Elisabeth (Ella) v. Hessen und bei Rhein (1864-1918) (https://de.wikipedia.org/wiki/Elisabeth_von_Hessen-Darmstadt_(1864%E2%80%931918))
Kekulé v. Stradonitz, Anna geb. Helmentag (1859-1931) (https://de.wikipedia.org/wiki/Reinhard_Kekul%C3%A9_von_Stradonitz)
Riedesel zu Eisenbach, Elisabeth (Else) Hedwig Sophie Marie Freifrau v. geb. v. Harnier (1862-1947), Porträt, 1906 (https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v5795368&icomefrom=search)
Stößer, v.
Witzendorff, Alexa geb. v. Bassewitz (* 1861) (https://tng.rolandgen.de/familygroup.php?familyID=F45730&tree=Hedwig)
Jenisch, Thyra Freifrau v. geb. Gräfin Grote (1881-1967) (https://www.geni.com/people/Thyra-Grote/6000000033510655976)
Engelmann, Auguste (Dulu) geb. Weber (1847-1937), Witwe, 1924 wohnhaft Annastraße 35 (HStAD, S 1 Engelmann, August; Adressbuch Darmstadt 1924, S. 384), Porträt, um 1925 (https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction.action?detailid=v6562511&icomefrom=search)
Hahn, Charlotte v. geb. Freiin v. Hofmann (1802-1834), Großmutter Heinrich v. Hahns
Hahn, Johanna Rosina geb. Föhr (1756-1839), Urgroßmutter Heinrich v. Hahns
Hahn, Georg Gottlieb (1756-1823), Begründer des hessischen Artilleriekorps, Urgroßvater Heinrich v. Hahns
Bodenstedt, Friedrich v. (1819-1892), Zitat aus: „Die Lieder des Mirza-Schaffy“, 1851. Vermischte Gedichte und Sprüche, S. 15
Busch, Wilhelm zugeschrieben, aber Zitat aus Friedrich v. Hagedorn (1708-1754) „Die Alte. Sämmtliche Poetischen Werke in dreyen Theilen. Dritter Theil.“, Wien: Johann Thomas Edlen von Trattern, 1770, S. 128 (https://beruhmte-zitate.de/zitate/131209-friedrich-von-hagedorn-genoss-der-jungling-ein-vergnugen-so-war-er-dan/)
Ankratz (umgangssprachlich): Anklang, Chancen (https://www.dwds.de/wb/Ankratz)
Haan, Hanna de, verh. Wolfskehl (1878-1946) und Wiesi, verh. Herzberg (1882-1974) (https://de.wikipedia.org/wiki/Willem_de_Haan)
Haan, Nina de geb. Schleuning (1853-1904) (https://de.wikipedia.org/wiki/Willem_de_Haan)
Haan, Wiesi de, verh. Herzberg (1882-1974) (https://de.wikipedia.org/wiki/Willem_de_Haan)
Andrade, Francisco d‘ (1859-1921), portugiesischer Opernsänger (Bariton) (https://de.wikipedia.org/wiki/Francisco_d%E2%80%99Andrade)
Bellinconi, Gemma (1864-1950), italienische Opernsängerin (Sopran) (https://de.wikipedia.org/wiki/Gemma_Bellincioni)
Liebermann, Max (1847-1935), Maler und Grafiker des Impressionismus (https://de.wikipedia.org/wiki/Max_Liebermann)
Hahn, Karl v. (1824-1892), Onkel Heinrich v. Hahns, oder Dr. jur. Karl v. Hofmann (1827-1910), Minister und Diplomat, Onkel Heinrich v. Hahns
Auerbach, Ida geb. Coblenz: die spätere Ida Dehmel, heiratete 1895 auf Wunsch ihres Vaters den Berliner Kaufmann und Konsul Leopold Auerbach und gründete in ihrer Wohnung im Tiergarten einen fortschrittlichen Salon mit Gästen wie Edvard Munch, Conrad Ansorge und ihrem späteren Ehemann Richard Dehmel. Die Ehe wird 1898 wegen des Bankerotts Auerbachs geschieden. Aus ihr ging der Sohn Heinz-Lux (1895-1917) hervor. Von 1898 bis zur Hochzeit 1901 lebte Ida Dehmel in freier Ehe mit dem Schriftsteller Richard Dehmel zusammen, der 1920 starb. Zur Erhaltung des Dehmelhauses in Blankenese und zur Sicherung des Nachlasses gründete Ida Dehmel nach dessen Tod eine Dehmelstiftung und eine Dehmelgesellschaft, die von Hamburger Persönlichkeiten unterstützt wurden. Im Dehmelhaus fanden eine Vielzahl von Veranstaltungen zu gesellschaftlichen, künstlerischen und karikativen Themen statt. Aus diesen Aktivitäten entstand im weiteren Verlauf die „Gedok“ (Gesellschaft deutscher und österreichischer Künstlerinnenvereine aller Kunstgattungen). Ida Dehmel nahm sich am 29. September 1942 vor dem letzten Abtransport der Hamburger Juden das Leben. (https://de.wikipedia.org/wiki/Ida_Dehmel)
Im deutsch-französischen Krieg 1870–1871 wurde die erfolgreiche Aufrechterhaltung einer Nachrichtenverbindung des belagerten Paris zur Außenwelt mittels Ballonen Ursache der allgemeinen Aufstellung von Ballontruppen. In Preußen geschah dies am 9. Mai 1884. In den 1890er Jahren machten Mitglieder des Vereins zur Förderung der Luffahrt mit spektakulären Auftritten von sich reden. Am 1. März 1893 startet ein Ballon in Anwesenheit Kaiser Wilhelms II. auf dem Tempelhofer Feld zum Jungfernflug und explodiert zwei Monate später bei der Landung und verbrennt. (https://www.thf-berlin.de/geschichte/luftfahrtgeschichte/fruehe-flugversuche)
Der Circus Busch ist ein deutscher Zirkus, der 1884 im dänischen Svendborg durch den gebürtigen Berliner Paul Busch gegründet wurde. Im Jahr 1891 zog das Unternehmen nach Hamburg, bevor 1895 das Stammhaus in Berlin eröffnet wurde. (https://de.wikipedia.org/wiki/Circus_Busch-Roland)
wohl Frieda Kwast-Hodapp geb. Hodapp (1880-1949), verh. II. Otto Krebs, Pianistin (https://de.wikipedia.org/wiki/Frieda_Hodapp)
Ney, Elly (1882-1968), Pianistin (https://de.wikipedia.org/wiki/Elly_Ney)
Oehler, Karl, 1893-1899 Schüler (Pianist) am Hoch’schen Konservatorium in Frankfurt am Main (https://www.sophie-drinker-institut.de/files/Sammel-Ordner/Listen%20der%20Sch%C3%BClerInnen/Frankfurt%20Hoch.pdf)
Frieda Hodapp heiratete den niederländisch-deutschen Musikpädagogen James Quast (1852-1957), und 1941 in zweiter Ehe Otto Krebs (1873-1941) (https://de.wikipedia.org/wiki/Frieda_Hodapp)