Darmstädter Tagblatt 1935


21. Dezember 1935

[  ][ ]

Einzelnummer 10 Pfennige

Bezugspreis:

gpBchrnitd 7mallgrm Undeiren menatich Mk 23
baus enſchl Boienlehn und Transportloſten. Ab=
Mt M. 2.. Poſibezugsprels M. 2.40 einſchl. Pofk
weiſungsgebühr und ausſchli ßlich Peftzuſtellgelt.
Bierſcheinen eimeine Nummem mſoige höberer
malt berechtigt den Bezieber nitcht zur Kürzung des
zgspreiſes. Deſtellungen und Abbeftellungen dendh
Fernrut ohne Verbimdlichtet für uns

Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſta
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſt
Nummer 350
Samstag, den 21. Dezember 1935 197. Jahrgang

im hoch.
u 1 mm
* gei Ver=
e
on be=
Ueine An=
7mm breite
Vaseige die
Zur Zei iſt
Danane

Ptaudamm und Junnel

Aus dem Inhalt:

gegen Aegyptens Lebensverv!
Drei ſenſakionelle kechniſche Proſekke um den Tana=See. Wir ſperren den Blanen Nil!
Techniſche Ukopie oder gefährliche Drohung?

Marschall und Botschaſter, Soei Staatsmänner
Ostasiens verhandeln.
Nordische Lebenskraft in der Geschichte,
von Dr. Sustav Varthel.
Schinnerhannes, das Leben eines Entwurzelten,
von C. A. Dogt.
Das deutsche Himmelreich, von (0ilhelm Crgenger.

Abeſſinier erbeuten italieniſche Tanks.
Aäſtend der heftigen Kämpfe an der abeſſiniſchen Südfront gelang es den Abeſſiniern, in der
Nlih von Gorahai mehrere italieniſche Tanks zu erbeuten. Die Krieger, die ſich bei der Eroberung
dar kanks beſonders hervorgetan haben, ſind zur Parade aufgefahren. (Scherl=Bilderdienſt=M.)

um Schlachtfeld der Sachverſtändigen
ſachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
Kairo, im Dezember.
Der engliſch=italieniſche Konflikt wird am Tana=
See, Aegyptens Lebensnerv, zur Zeit zu einem
Problem der Waſſerbautechnik. Einige Gutachten
der hervorragendſten Nil=Spezialiſten, ſowie teil=
weiſe
phantaſtiſche Projekte, die ſich mit der Mög=
lichkeit
einer Sperrung des Blauen Nils beſchäf=
tigen
, drangen in dieſen Tagen an die Oeffent=
lichkeit
.
2llnſpendender Abbai ...
Selbſt für den Aegypter ſcheint der Tana=See ſo weit zu
linen, auch für ihn ſcheint er nur ein geographiſches oder terri=
wriles
Problem zu ſein. Doch die Waſſerbautechniker Aegyptens
wrſſn es ſchon ſeit Pharaos Tagen beſſer, wiſſen, in welchem
Mie ganz Aegypten von jenem Tana=See lebt.
Er liegt 1800 Meter hoch, ſein Becken iſt tief, er hat nur
veike ſchmalen Ausfluß: den Blauen Nil, den Abbai, wie die
Aleſinier ihn nennen: Der Waſſerſpiegel dieſes Fluſſes iſt am
häſtfen im Januar und am tiefſten im Mai. Er iſt Aegyptens
Lchusnerv.
ſucE3 Barſtin iſt anderer Meinung.
Vor wenigen Wochen holte die engliſche Regierung angeſichts
du Entwicklung des abeſſiniſchen Konfliktes und mit Rückſicht
alen au die Einwirkungen auf Aegyptens innere Politik das Gut=
echl
il gertn des hervorragendſten Nil=Spezialiſten unſerer Tage, des
. RSä William Garſtin, ein.
Fdäue. Heltſam: er ſchwächte die Bedeutung des Tana=Sees erheb=
liot
ſb! Der Strom werde zwar durch jenen Ausfluß aus dem
AM ATm=See gebildet, aber ſeine Hauptkraft erhalte er durch die
oser Wiſtr, die ihm aus den Nebenflüſſen Dabus, Dinder und
A. Rühd zuſtrömten. Weshalb verſuchte Garſtin wohl, den
eigenlichen Blauen Nil als bedeutungslos hinzuſtellen? Soll=
RM item ſchon damals gewiſſe Nachrichten über den britiſchen
ud mJungligence Service nach Kairo und London gelangt ſein .,. ?
Dir gefährliche Staudamm.
ortan
ſeute wird bereits offen behauptet, daß die maßgeblichen
italiniſchen Kreiſe ſich ernſthaft und durch beſte Fachleute be=
teilunf
ragy mit einem Projekt beſchäftigen, das wirklich durchge=
armtfülütt
das Abkommen vom Dezember 1925 über die Unberühr=
baalet
der Waſſer des Blauen Nils zerſchlagen müßte. Man
trögl ſich mit dem Gedanken, die aus dem Tana=See heraus=
ſtrymenden
Nilwaſſer abzulenken, aufzuteilen oder wenigſtens
zum Teil zu ſtauen.
ſin Staudamm für gewiſſe Zeiten des Jahres ſtand aller=
dir
g’ ſchon ſeinerzeit im Programm einer vorgeſehenen Zu=
ſannnenarbeit
mit Italien. Man wollte durch einen ſolchen Stau=
darm
erreichen, daß z. B. im waſſerarmen Mai wenigſtens in
mäßtem Umfange der Blaue Nil ſeine Waſſer und ſeinen
fruhbaren Schlamm den Nilufern ſpenden könnte. Aber dieſer

Staudamm, von dem jetzt die Rede iſt, verfolgt ganz andere
Zwecke: er ſolle den Blauen Nil austrocknen laſſen! Der Blaue
Nil würde angeblich zu einem toten Flußbett werden bis
zu jenem Punkt, wo die Nebenflüſſe ihn erreichten.
Waſſerbautechniſch unmöglich!
In aller Eile haben engliſche Fachleute jene Projekte nach=
geprüft
, und feſtgeſtellt, oder behaupten es jedenfalls, daß
jene Abflüſſe des Tana=Sees auf die Dauer gar nicht vollkom=
men
abgeſperrt werden können. Ein ſolcher Damm würde nach
einem der eben in Kairo eingetroffenen Gutachten engliſcher
Spezialiſten letztlich für Aegypten eher ſogar eine Hilfe, als ein
Hemmnis ſein.
Man hält es für völlig ausgeſchloſſen, daß das Bett des
Blauen Nils, das ſich gerade im Anfang durch Schluchten von
1000 Meter Tiefe hinzieht, irgendwie verändert werden könnte.
Für ein ſolches Projekt reiche auch die beſte europäiſche oder
amerikaniſche Waſſerbaukunſt noch lange nicht aus. Nur
das Tunnelprojekt ſcheint verhängnisvoll.
In dem Gutachten des Nil=Spezialiſten Dupuis wird der
italieniſche Plan eines Tunnels erörtert, mit deſſen Hilfe Waſſer
durch die Berge hindurch in trockene Zonen überführt werden
könnte. Das iſt theoretiſch durchaus möglich, aber es er=
ſcheint
viel zu phantaſtiſch und koſtſpielig, als daß ein Land
jenen Gebirgsdurchſtoß ſo gigantiſcher Ausmaße wirklich wagen
würde, um ſo die Waſſer des Blauen Nils in eine andere
Richtung zu lenken.
So gehen die Erörterungen der Sachverſtändigen zwiſchen
Utopien und tödlichen Drohungen hin und her. Und es gibt
Leute, die behaupten, daß die letzten Gründe für Englands
Schwenkung im engliſch=italieniſchen Konflikt viel weniger in
irgendeiner Perſon des britiſchen Kabinetts zu ſuchen ſeien,
als in jenen umſtürzenden Projekten der Waſſerbautechnik um
den Tang=See.

Berſtärkung der itkalieniſchen Skreitkräfte in Libyen.
EP. Port Said, 20. Dezember.
Seit Anfang Dezember hat ſich der Strom der den Suezkanal
paſſierenden italieniſchen Truppentransport= und Frachtdampfer
erheblich vermindert. Die Truppentransportſchiffe Sannia und
Sardegna, die am Donnerstag in ſüdlicher Richtung den Kanal
paſſierten, waren die erſten Truppentransporte in dieſer Richtung
ſeit Beginn des Monats Dezember. Ein Vergleich mit den Trup=
pentransportſchiffen
und Frachtdampfern, die in der letzten Zeit
italieniſche Häfen verlaſſen haben und der in der gleichen Zeit
durch den Suezkanal gegangenen Schiffe läßt den Rückſchluß zu,
daß ein großer Teil dieſer Schiffe für Truppentransporte nach
Libyen beſtimmt geweſen iſt. Dieſe Vermutung wird um ſo wahr=
ſcheinlicher
, als nach anderen Meldungen die italieniſchen Streit=
kräfte
in Libyen in der letzten Zeit erheblich verſtärkt worden ſind.

Die japanischen Erportgilden.

* Das Schuldenproblem in der Kriſe.
Von
Dr. Carl Wellthor.
Der 15. Dezember iſt vorübergegangen, ohne daß die Nicht=
einhaltung
des Termins für die Verzinfung der Tilgung der
amerikaniſchen Forderungen durch die europäiſchen Schuldner=
ſtaaten
(lediglich Finnland iſt ſeinen Verpflichtungen nachge=
kommen
) auch nur das Ohr der internationalen öffentlichen
Meinung gefunden hätte. Die engliſche Regierung hätte nach
dem Abkommen vom 19. Juni 1923 an Zinſen rund 70 Millionen
und an Kapitaltilgung 32 Millionen Dollar an Amerika zahlen
müſſen. Sie hat ſich mit der Mitteilung begnügt, daß ſich ſeit
Mitte 1932 an der Zahlungsfähigkeit Englands nichts geändert
habe, und daß die Londoner Regierung daher keine Möglichkeit
ſehe, neue Vorſchläge zu machen, die beiden Teilen genehm
wären. Als Deutſchland aus viel triftigeren Gründen erklären
mußte, daß es die fälligen Reparationsbeträge nicht überweiſen
könne, hat ſich im Ausland ein Sturm der Entrüſtung erhoben
und eine feindſelige Stimmung breitgemacht, die ſich vergiftend
auf die politiſchen und wirtſchaftlichen Beziehungen der Völker legte.
Dr. Schacht hat in der Rede, die er Anfang Dezember vor
den Freunden der Techniſchen Hochſchule in München gehalten
hat, einen Rückblick auf die verfehlte Schuldenpolitik der letzten
15 Jahre getan. Er erklärte, daß die Welthandelsſchrumpfung
es den Schuldnerländern, insbeſondere Deutſchland, unmöglich
machte, ihren Verpflichtungen nachzukommen; denn ſie konnten
weniger Waren als früher und dieſe wenigen Waren dazu noch
zu einem verminderten Preis abſetzen. Die Folge davon war
das deutſche Transfermoratorium, das am 15. Juni 1934 erklärt
wurde. Die deutſchen Schulden ſind im weſentlichen durch die
Enteignung des deutſchen Auslandsbeſitzes, durch die Repara=
tionsverpflichtung
und durch die Bereitſtellung von Krediten zu
einer Zeit entſtanden, in der die deutſchen Kreditnehmer durch
die lange Entwöhnung von der ausländiſchen Kapitalzufuhr
weitgehenden Maßſtab für eine wirtſchaftliche Verwendung der
aufgenommenen Kredite verloren hatten und wie Schacht ſich
in ſeiner erwähnten Rede ausdrückte eine einzige Fehlleitung
vornahmen.
Die deutſchen Kredite wurden notleidend, als Ende 1930
der Kapitalzuſtrom aus dem Auslande aufhörte. Wie wenig
man die Entwicklung vorhergeſehen hatte, beweiſt die Tatſache,
daß noch im Frühjahr 1930 eine neue deutſche Reparations=
anleihe
die Young=Anleihe aufgelegt worden war, die den
letzten Reſt des deutſchen Auslandskredits ausſchöpfte. Dr.
Schacht hat es in ſeiner Münchener Rede als eine ungeheure
Leiſtung bezeichnet, daß Deutſchland in den fünf Jahren, die
ſeither vergangen ſind, die Hälfte ſeiner Auslandsſchulden zurück=
gezahlt
hat. Nacheinander ſind die verſchiedenen Kategorien der
deutſchen Auslandsſchulden notleidend geworden. Den Anfang
machten die kurzfriſtigen Schulden, zu deren Zurückzahlung
ſchon nach wenigen Monaten die Deviſen nicht mehr verfügbar

Der Bombenangriff auf Deſſie.
Der große Bombenangriff der italieniſchen Flieger an der Nordfront, der hauptſächlich dem kaiſer=
lichen
Hauptquartier in Deſſie galt, richtete unter den Abeſſiniern große Verwirrung an. Auch das
(Scherl=Bilderdienſt=M.)
amerikaniſche Hoſpital in Deſſie geriet in Brand.

[ ][  ][ ]

Seite 2 Nr. 350

waren. Die Vertreter der Gläubiger willigten in die Still=
haltung
, die immer wieder auf die Dauer eines Jahres ver=
längert
wurde. Alle Bemühungen Deutſchlands, die Gläubiger
zu einem Entgegenkommen in der Behandlung der Zahlungen
auf langfriſtige Anleihen (Zinſen und Tilgungsbeträge)) zu ge=
winnen
, ſchlugen fehl.
Es iſt nicht ohne Intereſſe, nachzuleſen, was auf der im
Mai 1934 in Berlin abgehaltenen internationalen Transferkon=
ferenz
über die Fähigkeit Deutſchlands, fällige Beträge an das
Ausland zu überweiſen, geſagt wurde. Die Gläubigervertreter
erkannten in ihrer Mitteilung vom 29. Mai 1934 an, daß es
vertretbar ſei, Konzeſſionen zu machen, um Deutſchland bei
der Ueberwindung einiger ſeiner Transferſchwierigkeiten zu
helfen‟. Das iſt zweifellos nicht jenes Verſtändnis des Gläu=
bigers
für den in Schwierigkeit geratenen Schuldner, wie Dr.
Schacht es in ſeiner Münchener Rede vom 7. Dezember gekenn=
zeichnet
hat: Private Kaufleute der Schuldner= und Gläubiger=
ſeite
ſetzten ſich an einen Tiſch und einigten ſich auf eine faire
Sanierung. Deutſchlands Forderung auf Gewährung einer
ausreichenden Ueberweiſungspauſe wurde ebenſowenig erfüllt
wie ſein Wunſch auf Zinsherabſetzung. Bereits Monate vor der
Berliner Transfer=Konferenz hatte die amerikaniſche Bundes=
regierung
erklärt, 6 bis 8 Prozent Zinſen für feſtverzinsliche An=
leihen
ſei gewiſſenlos. In der Tat hat dieſer Zinsſatz den
Gläubigern Deutſchlands keinen Segen gebracht. Es iſt eine der
großen Ungerechtigkeiten des Schickſals, daß den Schaden für
dieſe Gewiſſenloſigkeit meiſt nicht diejenigen zu tragen hatten,
die ſolche Zinsſätze gefordert und beim kredithungrigen Deutſch=
land
auch durchgeſetzt hatten, ſondern Unbeteiligte, die ſolche
Forderungen ſpäter erwarben und bei dem hohen Anſehen der
erſten Beſitzer ſolcher Papiere feſt auf die Sicherheit ihrer Anlage
vertrauten. In der erwähnten Mitteilung des Weißen Hauſes,
die am 6. Februar 1934 erging, heißt es, daß 5. v. H. für aus=
ländiſche
Transaktionen als durchaus angemeſſen bezeichnet
werden müßten.
Wenn das Weſen der Werbung darin beſteht, gewiſſe Tat=
ſachen
und Forderungen immer in neuer Form zu wiederholen
und dadurch in die Köpfe der Menſchen einzuhämmern, ſo wird
man nicht behaupten können, daß die Führer der deutſchen Wirt=
ſchafts
=, Kredit= und Währungspolitik es an der notwendigen
Werbung hätten fehlen laſſen. Dr. Schacht insbeſondere hat
immer wieder geſagt, daß Deutſchland ſeine Schuldverpflichtun=
gen
gegenüber dem Auslande nur dann einlöſen könne, wenn
ihm zuſätzliche Ausfuhr ermöglicht werde. Das iſt nirgends
geſchehen. Im Gegenteil hat es den Anſchein, als bereite ſich
gegen Deutſchland eine neue Antidumping=Aktion vor. Dabei
muß jede eingehende Unterſuchung der in Deutſchland gewähr=
ten
Ausfuhrförderung anerkennen, daß dadurch nicht einmal der
Vorſprung ausgeglichen wird, den die währungsſchwachen Län=
der
durch ihre Unterbietungsmöglichkeit genießen. Kam es im
Frühling 1934 deswegen zu keinem großzügigen Entgegenkom=
men
der Gläubiger, weil jeder fürchtete, zuviel zu gewähren,
ſo wird ſeit der Erklärung des deutſchen Moratoriums vor 1½
Jahren die deutſche Ueberweiſungsmöglichkeit immer wieder
dadurch geſtört, daß die Gläubiger nicht nur von Deutſchland
Schulden kaſſieren, ſondern dazu noch im Verkehr mit ihm
Handelsüberſchüſſe erzielen wollen. Die Gläubiger Deutſchlands
ſchwanken ſeit 5 Jahren haltlos zwiſchen ihrem Gläubiger=
und Außenhandelsintereſſe hin und her und verewigen dadurch
die internationale Kriſe.
Im Auslande iſt Schachts Münchener Rede als die Ankün=
digung
eines neuen Moratoriums ausgelegt worden. Der Reichs=
wirtſchaftsminiſter
hat in der Tat offen zugegeben, daß die
Schwierigkeiten des deutſchen Schuldendienſtes immer größer
werden, und hat durchblicken laſſen, daß Deutſchland ſich mit
dieſer neuen, verſchärften Lage werde auseinanderſetzen müſſen.
Die verſtärkten Schwierigkeiten rühren eigentlich nicht aus dem
Verhältnis von Ausfuhr und Einfuhr. Das Jahr 1935 wird
vorausſichtlich etwa einen Ausgleich herbeiführen, alſo weder
eine aktive noch eine paſſive Handelsbilanz aufweiſen. Aber
die Erlöſe der Ausfuhr werden mit den Aufwendungen für
die Einfuhr nicht Schritt halten, weil ſich im erſten Stadium
einer allmählichen Beſſerung der Lage die Rohſtoffpreiſe er=
höhen
, während die Fertigwarenpreiſe unverändert bleiben.
Der Ablauf eines Zeitabſchnitts von einem Jahre lenkt den
Blick auf größere Zuſammenhänge. In der Kriſe iſt von keiner
Gläubigermacht etwas Großzügiges und Weitſchauendes in der
Schuldenfrage getan worden. Dr. Schacht meinte, er wäre
hundertprozentiger Optimiſt, wenn er glauben dürfe, daß ſich
die Politiker zu wirtſchaftlichem Denken aufraffen würden. Von
den großen Gläubigerländern ſcheut ſich jedes einzelne, eine
Initiative zu ergreifen aus Furcht, das betreffende Schuldner=
land
könne allzuſehr entlaſtet und dadurch in den Stand geſetzt
werden, auf anderen Gebieten der politiſchen Betätigung ſeine
Aktivität zu ſteigern. Man wird nicht erwarten können, daß in
einer mit Krieg und politiſchen Spannungen geladenen inter=
nationalen
Atmoſphäre das Verſtändnis für die Vorausſetzung
einer großzügigen Schuldenregelung zunehmen wird. Vielmehr
iſt eine planvolle Bereinigung der ſchwebenden politiſchen Pro=
bleme
notwendig, ehe mit Ausſicht auf Erfolg eine Schulden=
reform
in Angriff genommen werden kann.

*
Nordiſche Lebenskraft in der Geſchichke
Von Dr. Guſtav Barthel.
Betrachten wir die Geſchichte der Germanen auf weite Sicht
und über die Jahrhunderte hinweg, ſo entrollt ſich ein ebenſo
großartiges wie tragiſches Bild vor unſren Augen. Aus dem
Norden kamen ſie, im Herzraum Europas ſaßen ſie und gingen
von dort in immerwährenden und immer wiederkehrenden Vor=
ſtößen
vor, um ſchließlich Europa erſt zu bilden. Es gab
Jahrhunderte, in denen die Oſtgermanen weit über die Oder,
ja die Weichſel in das Gebiet des heutigen Polen vorſtießen
und dort ſiedelten, während die Weſtgermanen den Rhein noch
nicht erreicht hatten. Wanderungen waren vorausgegangen,
Wanderungen folgten. Die Oſtgermanen wandten ſich nach Oſten
hin zum Schwarzen Meer. Auf faſt gleichen Wegen folgten die
Goten. Und auch die Wikinger kannten im Oſten das gleiche
Ziel. Noch der Schwedenkönig Karl XII. folgte im 17. Jahr=
hundert
dem Zwang eines Willens, der in ihm das ſpäte Erbe
der Wikinger lebendig werden ließ.
Schon aus dieſen wenigen Tatſachen klingt das Motiv
immer wieder durch, das die Geſchichte der Germanen begleitet:
der Ausgriff in die Ferne. Alle germaniſchen Stämme, mit
Ausnahme der Sachſen, ſind in Bewegung und treten, zum
Teil nach jahrhunderte langer Siedlung und bäuerlicher Wirt=
ſchaft
, das Erbe der verfallenden römiſchen Weltmacht an.
GHermanen über Europa! Sie ſind die Stämme, die nun mehr
allein mit ſtaatenbildender Kraft begabt, die großen Reiche
bilden, aus deren Beſtand die ſpäteren europäiſchen Staaten
hervorgegangen ſind. Stämme eines großen Volkes aus dem
Norden bilden die großen Germanenreiche im Süden! Nordiſcher
Geiſt eines Theoderich ſchafft den neuen Staat in Italien,
aber es geſchieht auf dem Boden eines alten, zerfallenen Reiches
Junges Germanentum gibt ſeine Kraft an fremde Erde hin.
Mit dem Willen, die neuen Träger eines jungen Staates in
den Grenzen eines alten zu ſein, um das Welterbe der früheren
Träger anzutreten, kam folgerichtig mit dem Aufeinanderprall
auch die Auseinanderfetzung mit dem Alten, aber noch immer
lebensfähigem Fremden und Anderem. Sie mußte kommen. Sie
wuar ſchon einmal erfolgt, am Schwarzen Meer, als die Goten
zuerſt mit den griechiſchen Kolonien in Berührung kamen ( ab=
geſehen
von der Kenntnis der importierten Mittelmeerkunſt.
die ohne nachhaltigen Einfluß war). Nunmehr geſchah ſie auf
italieniſchem Boden und es war nicht der Frankenkaiſer Narl,
ſondern der Gotenkönig Theoderich, der die Entwicklung ein=
leitete
. Theoderichs Grabmal iſt wie ein Markſtein dieſes Zu=
ſammentreffens
von Nord und Süd. Hier iſt mit einem ganz

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 1.4

Blutige Kämpfe am Takazze.

Die Abeſinier greifen unenkwegt an. Bereils 40 Kilomeker nördlich vom Takazze.

2
Stoßrichkung Akſum.

Zwiſchenfall an dermongoliſchen Grei

Dem verhältnismäßig aufſchlußreichen italieniſchen Heeres=
bericht
über die Niederlage am Takazze iſt eine abſolute Verſchloſ=
ſenheit
auf dem Fuße gefolgt. Da Addis Abeba offenbar über ſehr
ſchlechte Verbindungen zu den Truppen verfügt, die ſich bemühen,
in Richtung Akſum Boden zu gewinnen, iſt auch aus der abeſſini=
ſchen
Hauptſtadt ſo gut wie gar nichts über den Stand der Kämpfe
und vor allem auch über Einzelheiten der dreitägigen Schlacht ſüd=
weſtlich
von Atſum zu erfahren. So wird alſo die Welt auch wei=
terhin
warten müſſen, bis ſich der Schleier hebt, der geheimnisvoll
über die Vorgänge der letzten Tage gebreitet worden iſt. Daß die
Italiener keine große Luſt haben, ſich über ihre Niederlage zu
äußern, bei der ſie annähernd 500 Mann eingebüßt haben viel=
leicht
ſind es auch noch mehr, iſt verſtändlich. Sie ſcheinen aber
gegenwärtig, ſo ſtark beſchäftigt zu ſein, daß ſie andere Sorgen
haben, als die Oeffentlichkeit ganz genau über die näheren Um=
ſtände
zu orientieren, die zu einem recht erheblichen Geländever=
luſt
am Takazze geführt haben. Denn die Abeſſinier auf ihren
Erfolg beſonders ſtolz greifen unentwegt an, um an Akſum her=
anzukommen
. Nachdem das Ueberraſchungsmoment nicht mehr
wirkt, werden ſie vielleicht vorerſt kein großes Glück mehr haben.
Ihre Anſtrengungen, auch an anderen Stellen der Nordfront
Raum zu gewinnen, ſind erfolglos geblieben, weil die Italiener,
durch die Verluſte der letzten Tage gewarnt waren. Außerdem
ſcheinen die Abeſſinier an der Südfront verſchiedentlich kräftig
vorzuſtoßen, vorerſt aber, wie es ſcheint, nur in von den Italie=
nern
geräumtes Gebiet.

Zeuergeſecht zwiſchen japaniſcher Pakrouille
und mongoliſchen Grenzpoſten.

Nach einer Meldung aus Ulanbator hat eine japaniſch=e
trouille an der Grenze der äußeren Mongolei in der Näh=
Dolonor=Sees die mongoliſchen Grenzpoſten angegriffen und
kurzem Gefecht vertrieben. Auf mongoliſcher Seite fielen ein
zier und zwei Mann; über die Verluſte der Japaner, die
einem weißruſſiſchen Offizier geführt worden ſein ſollen, iſt
bekannt.
Dieſer Zwiſchenfall iſt die erſte Auswirkung des Zuſam
bruchs der Verhandlungen zwiſchen der Mandſchurei und
äußeren Mongolei; er ereignete ſich in dem gleichen Gebie=
die
früheren Grenzzwiſchenfälle.

Neue Forderungen Japans an Nordching.

40 Kilometer nördlich vom Takazze.

DNB. Asmara, 20. Dezember.
Am Donnerstag wurden von der italieniſchen Luftwaffe drei
Flüge in die Gegend ſüdweſtlich von Sela Klaka ausgeführt, wo=
bei
abeſſiniſche Infanterie und Reiterei mit Bomben belegt wurde.
Sela Klaka liegt etwa 40 Km. nördlich vom Takazze=
fluß
. (Nach dieſer italieniſchen Ortsangabe müſſen die abeſſini=
ſchen
Streitkräfte ſchon tief in die italieniſchen Stellungen einge=
drungen
ſein. Die Schriftleitung.) Dennoch iſt, wie im italieniſchen
Hauptquartier betont wird, eine Bedrohung der italieniſchen
Frontlinie ausgeſchloſſen, da die Verteidigungsſtellungen der
Truppen ſtark ausgebaut ſeien. Ueber die Stärke der abeſſiniſchen
Streitkräfte an der Takazzefront liegen keine ſicheren Angaben vor.
Abgeſehen vom Setitabſchnitt nehmen die militäriſchen Operati=
onen
an der geſamten Nordfront ihren Fortgang. Es iſt vorläufig
noch nicht erſichtlich, an welchem Frontabſchnitt es zu einer ent=
ſcheidenden
Schlacht kommen wird.

Ein Verſuch des neugegründeten politiſchen Rates von
und Tſchahar, ſich gegenüber den jawaniſchen Militärs durd
ſetzen, hat zu neuen japaniſchen Forderungen geführt. Das A
langen des Rates auf Auflöſung der autonomen Regierung
Oſt=Hopei wurde von Japan abgelehnt. Darauf fordertem
Japaner die Räumung des öſtlichen Hopei durch ſämtliche &
ſchen Truppen, eine größere Unabhängigkeit des Rats von
king und die ſofortige Einſtellung der Studentendemonſtrarw hodke
gegen die ſeparatiſtiſche Bewegung, die ſich inzwiſchen auch chalien
bis Schanghai ausgedehnt hat. Alle über die Lage in Norach
eintreffenden Meldungen beſtätigen den Eindruck, daß die ſeid
tiſtiſche Bewegung erſt im Anfang ſteht und weiter ſyſtenn
vorgetrieben wird. Miniſterpräſident Dſchiang Kai=ſchek M
am Donnerstag eine längere Untererdung mit dem japam/ci!!e
Botſchafter, über deren Inhalt keine offiziellen Mitteilunge/ſunkreich
macht wurden. Nach Blättermeldungen hat der Miniſterpräiſ
dem Botſchafter erklärt, daß die Nanking=Regierung mit ſhon vor

die Aus
ber
äßt die
hn eben
umenha

zur Verfügung ſtehenden Mitteln ſich gegen die ſeparatiſtiſch, mundlicher

wegung und ihre Hintermänner zur Wehr ſetzen würde.

Ras Deſta im Anmarſch auf 2olo.

Vor neuen Kampfhandlungen im Süden.

Daß die Truppen des Ras Deſta die angeblich nach frühe=
en
italieniſchen Berichten durch italieniſche Fliegerangriffe und
durch den Kleinkrieg mit den Truppen des Generals Grazüani
vollſtändig aufgerieben und zerſtreut ſein ſollen immer noch
eine ernſtliche Bedrohung des linken Flügels der Armee Graziani
darſtellen, geht aus Meldungen hervor, die im italieniſchen
Hauptquartier in Asmara eingetroffen ſind. Nach dieſen Meldun=
gen
rücken die Truppen des Ras Deſta immer näher an die italie=
niſchen
Stellungen bei Dolo heran. Die Vorpoſten der abeſſini=
ſchen
Streitkräfte ſind nur noch etwa 5 Kilometer von der italie=
niſchen
Front längs des Fluſſes Daua Parma, der unweit Dolo in
den Dſchuba mündet, entfernt. Der rechte Flügel der Armee des
Ras Deſta iſt an die Grenze von Kenya angelehnt, ſo daß alſo
Ras Deſta von dieſer Seite her keine Ueberraſchungen zu befürch=
ten
braucht. General Graziani hat indeſſen für eine ſtarke Be=
feſtigung
der italieniſchen Stellungen geſorgt, um einen Durch=
bruch
der Abeſſinier an dieſer Stelle zu verhindern. Die italie=
niſchen
Eingeborenen=Patrouillen haben mit den abeſſiniſchen
Vorpoſten bereits Fühlung genommen. Die italieniſche Heeres=
leitung
hat für den Fall, daß es bei Dolo zu größeren Kämpfen
kommen ſollte, alle erforderlichen Maßnahmen getroffen.

Dus deAlſchyeſpantige Wärenvertehtpend der
abkommen verlängerk.

zuworten n
Heit dieſer
eit Verſchärfu
ſüicheidende,
ds nicht
innen Lau

Das bis zum 31. Dezember 1935 befriſtete deutſch=ſpa i
Abkommen über den Warenverkehr vom 21. 12. 34 iſt durch

Vereinbarung zwiſchen der deutſchen und ſpaniſchen Regic
zue
vom 19. 12. 35 bis zum 31. Januar 1936 verlängert worden.

Zahlungsabkommen, das bekanntlich auf unbeſtimmt abgeſch=
worden iſt, bleibt von dem Ablauf des Warenabkommens

1i dem

rührt. Beide Regierungen werden im Januar Verhandlungen /
die Regelung des Worenverkehrs nach dem 31. 1. 36 aufne
und bei dieſer Gelegenheit auch das Zahlungsabkommen
prüfen.
Atigt.
Einkrikt von Berufsſoldaken in die NSDAP. Aich erneut
aber
Auf Vorſchlag des Reichskriegsminiſters hat der Führermes Ged
Reichskanzler ſchon vor längerer Zeit entſchieden, datz die Mo künfti
gliederſperre der NSDAP. für die in Ehren aAde milit
geſchiedenen Berufsſoldaten aufgehoben mſ gew
ſoweit ſie der Partei infolge der Sperre bisher noch nicht A, 16 der
treten konnten. Die Durchführung dieſer Entſcheidung war Furſtützun
her aus verwaltungstechniſchen Gründen nicht möglich. als Völter
Schwierigkeiten ſind jetzt beſeitigt, ſo daß dem Eintritt der (ſchzeitig
geſchiedenen und noch ausſcheidenden Berufsſoldaten küſ. Das k
nichts mehr im Wege ſteht.
Ater bre

Die Kanzlei des Führers über die Feiertage
geſchloſſen.

Der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Bouhler,
laut NSK. folgendes bebannt:
Die Kanzlei des Führers der NSDAP. bleibt für
Parteiverkehr in der Zeit vom Freitag, 20. Dezember 1935
Montag, 6. Januar 1936, geſchloſſen. Ich bitte, während dieſer
den Schriftverkehr auf das allernotwendigſte zu beſchränken.
Berlin, 18. Dezember 1935.
(gez.) Bouhler, Reichsleite‟

ſſamitte
ſbar gering.
ſen nicht au
nktionen
eicht, weil
einigte
nach It
teiſenten
der d
Oelſper,

neuen, jungen, vom Norden getragenen Willen ein monumen=
tales
Bauwerk entſtanden, in Stein und gewiß unverkennbar
mit ſpätantikem Formengut. Aber allem gegenüber neu und
andersartig, einem Hünengrab (mit der rieſigen Steindeckplatte)
vergleichbar, aber in ſtrenger, geregelter Form. Wilhelm Pinder
hat uns gerade dieſen Weſenskern vor Augen geführt. Im
Norden gab es dieſes Grabmal noch nicht. Es lebte erſt in
Karls Aachner Münſter wieder weiter, dort aber in einer
anderen Form. Aber in den ottoniſchen Bauten iſt der gleiche
Anſpruch wieder da: der monumentale Steinbau. Was jetzt
entſtand, gehört uns und nur uns. Die Deutſchen entwickelten
nun eigene und eigenartige Gedanken in ihrem Bauſyſtem der
großen ottoniſchen und ſpäterhin ſtauffiſchen Dome, die durch=
aus
gleichzeitig, wenn nicht vor den Baulöſungen anderer
Völker Geſtalt annahmen.
Von ganz großer Warte aus geſehen aber ſind auch das
Germaniſche und das Antike keine grundſätzlichen Gegenſätze,
ſondern zwei Ströme einer gemeinſamen Herkunft der nordiſchen
Naſſe. Die Ströme haben ſich früh geteilt. Im Weſen ſind ſie
verſchieden. Aber ihre Grundſubſtanz iſt die gleiche. Das Blut
iſt nicht allein entſcheidend. Die Antike wuchs auf anderem
Boden. Was in ihrer Kunſt zur Entfaltung kam, war die
monumentale Steinbaukunſt und die große Freiplaſtik. In dem
Augenblick, als die Germanen, über den Boden ihrer Herkunft
hinausſtürmend, mit der Antike ſich auseinanderſetzen mußten,
wurden in ihnen Forderungen wach, die denen der Antike nahe=
kamen
. Aber auf germaniſchem Boden wuchs unter ihren Hän=
den
etwas Anderes und Neues und die Erfüllung kam in dem
Augenblick, als aus den Germanen Mitteleuropas in immer
deutlicheren Umriſſen die Deutſchen erſchienen.
Viel germaniſches Blut iſt in Europa in fremdes Volkstum
verſtrömt. Die Oſt= und Weſtgoten, die Langobarden, die Weſt=
franken
ſind hervorragende Beiſpiele. Noch einmal kam mit den
Wikingern und den Normannen germaniſches Blut über Europa.
Während wir bereits einen Staat bauten und eine hohe Kunſt
als unſere eigne heraufwuchs, beſetzten jene die Küſtenſtreifen
und zogen kämpfend die Ströme aufwärts. Aber als ſie an der
Seine ſeßhaft wurden, ſchufen ſie die Normandie und aus den
Nordmannen wurden Normannen, und in Unteritalien gaben ſie
einem nordiſchen Staat Geſtalt und Leben. Jene Normannen
aber ſchufen die großen Bauten, in denen ſtrenger Regelwille
und kühne Phantaſie gleichermaßen waltet und deren ſchöpfe=
riſche
und tiefen Gedanken ganz Europa befruchteten. Auch hier=
mit
ſetzten ſich die deutſchen Stämme auseinander. Wenn auch
blutsmäßig verwandt, war es doch nicht deutſch. Was aus ger=
maniſcher
Herkunft im Seinegebiet erwuchs, wurde franzöſiſch.
Die Uebernahme durch uns war ein Um= und Neuſchaffen. Das

Münſter in Ulm iſt etwas Anderes als die Kathedrale in Ren
Das Straßburger Münſter ſteht hart auf der Grenze, aber
es iſt in allen entſcheidenden Teilen deutſch.
Ez war ſch

Die Germanen aber, die jenſeits der Volkstumsgaff einen

untergingen, haben die großen nationalen Bewegungen hezueeien, äh
gerufen; als Beiſpiel: aus den Langobarden wurden die Su Baed
barden, aber die Lombarden haben, wie Moeller van den 20 meinen
einmal ſagte, Italien eigentlich erſt italieniſch gemacht. M Mentwi
nordiſche Element lebt in den Völkern weiter als ein ſchzſſeſen.
Es gibt
riſcher Beſtandteil der neuen Nationen.
Wenn dann ſpäter neue Auseinanderſetzungen mit
Süden kommen, ſo iſt es auch hier ein Zuſammentreffen /9 derar
einer Kunſt, die ihren nordiſchen Blutsanteil als eine bei
mende Subſtanz ungeachtet des andersartigen Weſens nicht
leugnen kann."
Langſam beginnt ſich in uns eine neue Erkenntnis der9
ſchichtlichen Zuſammenhänge zum Bewußtſein zu verdichten.
Schleier über unſere Vergangenheit iſt gelüftet. Und
frühere Geſchlechter ſeit der Romantik zu ihrer Verdeutlick4d
beigetragen haben, verhilft uns heute zu einer neuen Deuc!
durch die die tiefinnerſten Zuſammenhänge zwiſchen Blutſt0,
und Landſchaft und die Auseinanderſetzung zwiſchen Nord
Süd das Weſen der deutſchen Leiſtung klarlegen, der deutt
Leiſtung als einer eigene und großartigen, die von allen=
kern
, auch den ſkandinaviſchen, uns auszeichnete allein und it
fremde Hilfe, entgegen dem fremden Einſtrom, (aber nicht z
ihn), in fruchtbarer Auseinanderſetzung und ſchöpferiſcher
ſtaltung den Geiſt des Nordens und die Mitte Europas
wahrt zu haben. Und mehr noch, daraus eine Kunſt ſchufen.

heute immer klarer in ihrem eigenſten Weſen erkannt, das

maniſche Erbe in das deutſche Weſen umſchmolz und in
Kraft ausſtrahlte, die fremde Völker weit über die Gresg
des Reiches hinaus befruchtete.

Hauptſchriftleiter: Rudolf Mauve.
Stellvertr. Hauptſchriftleiter: Mar Streeſe.

Verantwortlich für Politik: Rudolf Mauve; für den Schlußdienſt: Andre

Bauer; für den lokalen Teil: Mar Streeſe: für Literatur, Kunſt und Wiſſenſch
Dr. Herbert Nette: ür die Gegenwart: Dr. Herberi Ner;e; für Neich 2

Ausland, Dr. C. 6. Quet ich jür den Handel: Dr. C. 6. Queiſ ch: für den Snod

Karl Böhmann: Anzeigen eiter: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt, D.A. A.
über 19000. Pl. 5. Truck und Verlag. Darmſtädter Tagblatt Eliſabeth Wiuk.
Zeitungsverlag und =Druckerei; Darmſtadt, Rheinſtr. 23
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommell. der Schriftleitung Vormittags 121 Uhr nachmi tags 6
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.

[ ][  ][ ]

ſamstag, 21. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 350 Seite 3

Baldwins und Hoares Geheimniſſe
7 Dunkel über der Pariſer Zuſammenkunft Hoares mit Laval noch nicht gelichkel. Die unbekannte Größe

Zwei Rätſel.

Die große Ausſprache im engliſchen Unterhaus hat, rein
zerlich geſehen, mit einem Vertrauensvotum für Baldwin ge=
ſot
. Trotzdem aber hat der Premierminiſter und mit ihm das
ſoe Kabinett einen argen Stoß erlitten und ſehr viel an Pre=
ſi
eingebüßt. Wie ſtark die engliſche Politik augenblicklich von
ſſemmungen abhängig iſt, zeigt das überraſchende Echo, das Hoare
ſſenden hat. Er mußte ſein Amt aufgeben. Er erſchien beinahe
ſſcein Angeklagter vor dem Parlament, hat aber als Abgeord=
ſieer
das Anſehen wieder zurückerhalten, das er als Miniſter
ſeoren hatte, obwohl weder er noch Baldwin das Rät=
ſoder
Pariſer Zuſammenkunft voll gelöſt haben.
Man ſteht nach wie vor einem Unbegreiflichen gegenüber.
wwin hat zwar behauptet, daß, wenn er offen reden dürfte,
England ſeiner Meinung ſein würde. Aber ſeine Lippen
ſuben verſiegelt, und auch Hoare hat durch das Amtsgeheim=
iugehindert
das Letzte nicht ſagen können. Nur ſo viel kön=
ſtuwir
aus der Darſtellung entnehmen, daß Laval dem eng=
ichen
Außenminiſter erſchütternde Mittei=
ſugen
gemacht haben muß, ſo daß die Vorſchläge in
hür wahren Kriegsatmoſphäre geboren wurden. Dieſe Eröff=
huen
gingen vermutlich dahin, daß Italien die Oelſperre
Ihn der Kriegserklärung beantworten würde, und daß
Fmkreich dann nicht in der Lage wäre, England in völligem
ange zu unterſtützen.
Hoare ſah alſo die Gefahr eines Krieges mit
Rulien unmittelbar vor ſich und glaubte, ihr nur
üuh die Ausarbeitung des Vermittlungsvorſchlages begegnen zu
finen. Aber ſo ganz ſtichhaltig iſt dieſe Beweisführung nicht.
biläßt die entſcheidende Frage unbeantwortet,
han eben noch iſt amtlich im Unterhaus durch
ſeille Chamberlain erklärt worden, daß
Funkreich ſeine frühere Zuſage nicht zurückge=
immen
habe. Hierklafft ein Widerſpruch. Ebenſo
ſuſchon vor Monaten Muſſolini erklärt, daß die Oelſperre ein
neundlicher Akt ſei, den er vielleicht mit militäriſchen Mitteln
hatworten müßte. England konnte alſo mindeſtens die Mög=
ſceit
dieſer Folge in ſeine Rechnung ſtellen, hat aber trotzdem
zſeVerſchärfung der Oelſanktionen mit großem Eifer bis zum
Ymbend der Pariſer Beſprechungen betrieben. Das eigentlich
ncheidende, was Hoare zu ſeinem plötzlichen Umfall veranlaßte,
as nicht, und das läßt den Schluß zu, daß die Mittei=
hugen
Lavals noch ſehr viel beſtimmter ge=
een
ſein müſſen, daß alſo Laval aus Rom zuverläſſige
Yarichten gehabt haben muß, etwa in der Richtung, daß Ita=
hndas
Prävenire ſpielen wollte, womit dann gleichzeitig der
Gweis verbunden geweſen ſein könnte, daß Frankreich durch die
Aiuungen, die es mit Italien eingegangen iſt, den Engländern
lnraktive Unterſtützung nicht zu leiſten imſtande wäre. Jeden=
ſaſil
bleibt hier in der Rechnung eine unbekannte Größe,
oin die das Exempel von Paris immer nod nicht zu löſen iſt.
Und das zweite Rätſel liegt in der Frage, was Eng=
khid
denn eigentlich nun für die Zukunft beab=
ictigt
. Den Pariſer Plan hat Baldwin abgeſchworen. Er
hüt ich erneut zu dem kollektiven Gedanken des Völkerbundes be=
kam
,) aber er hat auch nicht einmal die Andeutung
Fühennes Gedankens gegeben, wie er ſich die Aufgaben
atz dibö künftigen Außenminiſters vorſtellt. England
Ehriſk udie militäriſchen Laſten der Sanktionen bisher allein getra=
obensn
gewiß aber es hat ſich auch nicht darum bemüht, den
noch uz2- 16 der Völkerbundsſatzung voll auszuſchöpfen und für die
uung vüknurſtützung von anderer Seite zu ſorgen. Und wenn es künftig
ögliä hurals Völkerbundsmacht handeln will, dann verzichtet es damit
tritt /ggeſtzeitig auf jede eigene Initiative zur Beendigung des Krie=
daten
bes. Das bedeutet, daß das Feuer in Afrika luſtig
weſter brennen wird, bis der Völkerbund ein
LBſhmittel erfunden hat. Dazu aber ſind die Ausſichten
üdechkar gering. Denn die Sanktionen im augenblicklichen Umfang
ragn nicht aus, um Italien mürbe zu machen. Um die Oel=
elutionen
iſt es überhaupt ganz ſtill geworden,
bielicht, weil jetzt wieder die Hoffnung beſteht, daß die
Weſeinigten Staaten geſetzlich die Oellieferun=
uinach
Italien ſperren und dadurch der Ring der Oel=
Emerſſenten geſchloſſen werden könnte. Aber dann bleibt doch
waehr das Bedenken und dann erſt recht! , daß Italien eine
ſonch Oelſperre unter ſo erſchwerenden Umſtänden als Kriegs=

haziergang durch die heſſiſche Sprache
Von Jan Herchenröder.

5s war ſchon immer mein Wunſch, eines Tages ſo etwas
we einen Führer durch den heſſiſchen Sprachurwald zu
ſchheben, ähnlich den Leuten, die die hübſchen Bände Was
ſiſht im Baedeker ſteht verfaſſen. Leider blieb es bisher immer
nun ſei meinem Vorſatz und ſo ſei es mir wenigſtens vergönnt,
Pintig Merkwürdigkeiten der Sprache unſerer Heimat heraus=
zuufen
.
s gibt in Heſſen ſozuſagen einige Dialektinſeln auf
dern neben ſehr altertümlichen Ausdrücken verſchiedene Worte
rllanich derart abgeändert und verbogen werden, daß ſich ſchon
der Städter, alſo in unſerem Falle etwa der Darmſtädter,
Mſizer und Offenbacher nicht mehr auskennt und verdutzt dem
Bouen gegenüber ſteht, der ſolche Worte gebraucht. Auch
Arikmnatiſche Aenderungen ſind nicht ſelten. Im ganzen Rodgau
9 ziehen die Leute mit der Möwel in eine andere
shung, womit der Dativ des Möbels gemeint iſt. Geb mer
Mal den Brill überſetzt: Reich mir bitte die Brille. Dreh
mal die Gas ab. Man könnte meinen, eine Geiß, eine Ziege
9ol/ rwürgt werden, dabei lautet die Aufforderung nur, den
GeSahn, alſo das Gas abzudrehen. Die Rheinländer und
die ſorddeutſchen verwechſeln gerne mir und mich (du kannſt
mit gar nicht in Wut bringen und mich nicht das Waſſer
reich). Das paſſiert den Heſſen nicht, aber ſie vertauſchen
dagü gerne bei der Anrede Sie und Ihnen. Ins Hoch=
deistſhe überſetzt, aber grammatiſch unverändert gelaſſen, hieße
Siwa: Wie geht es eigentlich Ihnen Ihrem Mann? Ich
hau/Ihnen doch erſt das letzte Mal darnach gefragt. Ich kann
Silnur eins ſagen, mein Lieber, Sie ſind mir ein ganz
Soolnmer.
ſigenartige Dinge werden in der Dreieichenhainer und
Lahuner Gegend zuweilen geſagt. Wiſſen Sie etwa, was ein
Worodsnoel iſt? Bitte, ein Wagenradsnagel! Sophie‟
ſratz ich einmal unſer Mädchen, Sophie, wo haben Sie
eiglenlich den Waſſereimer hingetan? Eich hunn de Aame
nunn gedraht. Ich habe den Eimer hinunter getragen. Das
iſt uheſſiſch, vielleicht haben ſich ſo die Chatten unterhalten;
einne Vermutung, die mir ernſte Sprachwiſſenſchaftler wahrſchein=
lich
ſhnell ausreden werden. Sie tun recht damit.
lie Vokale ſind auf dieſen Dialektinſeln häufig ganz andere,
alss hir ſie zu benutzen pflegen. In jenen verträumten uralten
Dumrn des Rodgaus, deren Chroniken leider faſt immer nur
bis um Dreißigjährigen Krieg Auskunft geben, ſind die Gänſe
lein Gänſe, ſondern die Gins. In Langen hat man kein
bom an, ſondern e Himm aa Machs Finſtr zu mach’ das
Fechtr zu, erinnert ans Oberheſſiſche. Ebenſowie der Eidottr,
bes em das r gerollt wird wie aus der Kehle eines Ruſſen.
Bi Gins freſſe’s Geblins. Das Geblins iſt alles Grüne im

grund betrachtet und alles auf eine Karte ſetzen wird, um die
Feſſeln zu brechen. Das Riſiko für England könnte nur
dadurch verringert werden, daß andere Länder ſich von vornherein
zur Teilnahme auch an militäriſchen Handlungen bereit erklären.
Aber das wieder iſt, nachdem Frankreich hier verſagt hat, aus=
geſchloſſen
.
Wie man alſo die Dinge betrachtet, man dreht ſich im
Kreiſe und kommt immer wieder bei neuen Fragen an. Denn
ſchließlich iſt, ſelbſt wenn Hoare die Lage in Paris richtig geſehen
hat, noch nicht einzuſehen, daß eine derartige Eile nötig war.
Es gab andere Wege, die Verhandlungen über die Oelſanktionen
hinauszuſchieben. Daran iſt gewiß in Genf kein Mangel. Eine
neue Kommiſſion iſt raſch gebildet, und dann wäre Zeit gewonnen
geweſen, um pſychologiſch und politiſch die Schwenkung vorzuberei=
ten
. Hoare iſt krank geweſen, aber ſicherlich nicht ſo krank, als
daß er dieſen naheliegenden Ausweg überſehen hätte, wenn in
ihm nicht der Zwang zum Handeln nach ſeiner Auffaſſung
überſtark war. Wie ſich ſein Nachfolger mit all dem aus=
einanderſetzt
und welche Mittel er findet, um die etwas ſomnam=
bule
Neigung Englands zum Völkerbund mit den realen Macht=
intereſſen
Englands zu verbinden, das iſt das eigentliche Kern=
problem
, vor das ſich Baldwin jetzt geſtellt ſieht.
Und auch außerhalb Englands ſollte man die Warnung nicht
überſehen, die Hoare in ſeiner Rechtfertigungsrede in die Form
kleidete, daß jetzt eigentlich eine noch gefährlichere
Phaſe beginne.
Engliſche Erkundigungen
bei den Mikkelmeer=Mächken.
Frage nach mililäriſcher Hilfeleiſtung.
DNB. London, 20. Dezember.
Wie verlautet, hat die britiſche Regierung mit mehreren
Völkerbundsſtaaten Fühlung genommen, um feſtzuſtellen, bis zu
welchem Grade die Staaten bereit ſeien, ein angegriffenes Land
nicht nur mit den Mitteln wirtſchaftlicher Sühnemaßnahmen,
ſondern auch militäriſch zu unterſtützen. Reuter glaubt annehmen
zu können, daß in erſter Linie Mittelmeermächte wie Spanien,
Jugoſlawien und Griechenland befragt worden ſind. In amt=
lichen
Kreiſen wird in dieſer Angelegenheit große Zurückhaltung
beobachtet.
Rom lehnt die Verankworkung ab.
DNB. Rom, 20. Dezember.
In römiſchen politiſchen Kreiſen wird die durch die Unter=
hausausſprache
entſtandene vollſtändig neue Lage mit größter
Zurückhaltung betrachtet. Auch amtliche Kreiſe vermeiden jede
Stellungnahme. Die römiſchen Abendblätter beſchäftigen ſich faſt
ausſchließlich mit der Frage nach der Verantwortung an dem
Scheitern der engliſch=franzöſiſchen Vermittlungsaktion. Ueber=
einſtimmend
bringen die Blätter zum Ausdruck, daß die Schuld
keinesfalls auf Italien oder gar auf die letzte Rede Muſſolinis
in Pontini geſchoben werden könne.
Nach der 89. die 90. Ralskagung.
EP. Genf, 20. Dezember.
Ein merkwürdiger Zufall hat es mit ſich gebracht, daß die
terminmäßige Veröffentlichung der Tagesordnung für die am 20.
Januar 1936 beginnende 90. Tagung des Völkerbundsrates in
einem Augenblick durch das Völkerbundsſekretariat erfolgt, wo es
beinahe ſo ausſieht, als ab man durch dieſe Veröffentlichung be=
tone
, daß die Arbeiten der 89. Ratstagung am Donnerstag end=
gültig
abgeſchloſſen ſeien und der Rat vor dem 20. Januar nicht
mehr zuſammentreten werde. Was die Tagesordnung ſelber be=
trifft
, ſo enthält ſie obſchon nicht weniger als 25 Fragen darauf
vermerkt ſind nur wenige Punkte von politiſcher Bedeutung,
ſo vor allem natürlich den italieniſch=abeſſiniſchen Streitfall, fer=
ner
zwei Minderheitenfragen, von denen ſich die eine auf die
deutſche Minderheit in Oberſchleſien und die andere auf die grie=
chiſche
Minderheit in Albanien bezieht, ſowie ſchließlich drei
Danziger Fragen.

neu verpflichtek!

Der Reichsſtatthalter in Heſſen Landesregierung hat
ſoeben den Leiter des Heſſiſchen Landestheaters, General=
intendant
Franz Everth, auf weitere drei Jahre, d. h. bis
Ende der Spielzeit 1938/39, verpflichtet. Dieſe Neuverpflichtung
von Generalintendant Everth wurde auch vom Reichspropaganda=
miniſter
bereits beſtätigt.

irten, die Peterſilie, der Lauch, die Sellerieblätter, ſogar das
vas auf dem Waaſen
Großen Einfluß übten auf den heſſiſchen Dialekt die
genotten aus. In ganz Heſſen ſagt man zu den Kindern
llez!, wenn ſie auf den Trab gebracht werden. In Rhein=
ſen
gibt es merkwürdige, franzöſiſch klingende Schimpfworte
er Flüche. Ich kannte einen alten Bauern, der immer

Marſchall und Botſchafter.
Zwei Staatsmänner Oſtaſiens verhandeln. Tſchiang=kaiſchek
und Arioſchi ſpielen ihre Trümpfe aus. Weltpolitiſcher
Hintergrund.
Aus Tokio wird uns geſchrieben:
Wenn die japaniſche Chinapolitik nicht immer ganz einheit=
lich
zu ſein ſcheint, ſo deswegen, weil unter den japaniſchen
Staatsmännern zwei Anſichten über den in China zu verfolgen=
den
Weg beſtehen, Anſichten, die manchmal in der Wahl der
Mittel zu verſchiedenen Folgerungen gelangen. Man kann die
beiden Anſichten etwa ſo kennzeichnen:
4. Die großchineſiſche Löſung. Sie wird beſonders vom
Außenminiſter Hirota geſucht, und dieſe Löſung haben ſich in=
folgedeſſen
im allgemeinen auch die nachgeordneten Beamten des
Auswärtigen Amts inſonderheit die diplomatiſchen und kon=
ſulariſchen
Organe Japans in China zu eigen gemacht. Die groß=
chineſiſche
Löſung wird darin geſucht, daß zwiſchen Japan und
der chineſiſchen Reichsregierung in Nanking ein vertraglich feſt=
gelegtes
Bündnisverhältnis zuſtande kommt, das die beiden
großen oſtaſiatiſchen Reiche zu einem Freundſchaftsblock zuſam=
menfügt
.
B. Die bruchſtückmäßige Teillöſung. Sie wird am energiſch=
ſten
von der japaniſchen Wehrmacht vertreten, die etwa ſagt:
natürlich wäre die großchineſiſche Löſung ein Idealzuſtand. Aber
nach unſerer Kenntnis der chineſiſchen Pſyche iſt ſie nicht zu
erreichen, und es iſt gefährlich, ſolch einem Phantom nachzu=
laufen
. Mit der in vielen Teilen Chinas beſtehenden unüber=
windlichen
Abneigung des Chineſen gegen den Japaner muß
als einer feſtſtehenden Tatſache gerechnet werden. Freiwillig
wird China ſich daher nie zu einem Freundſchaftsverhältnis
mit Japan bereit finden. Alle bisherigen Erfahrungen beſtätigen
das. Die jeweilige chineſiſche Regierung verſpricht uns die ſchön=
ſten
Dinge. Aber ſie hält nichts. Im Gegenteil: insgeheim ver=
ſucht
ſie uns zu ſchädigen, wo ſie nur kann, und ſucht Ver=
bindungen
zu anderen Mächten, die uns feindlich geſinnt ſind.
Wir kommen deshalb nur dadurch zum gewünſchten Ziel, daß
wir ein Stück nach dem anderen von China abbröckeln und dort
Ordnung und Wohlſtand herſtellen, wie wir es in der Man=
dſchurei
gemacht haben und jetzt in Nord=China beabſichtigen.
Nur ſo können wir China überhaupt auf die Beine ſtellen.
Ein Bündnisvertrag mit Nanking wäre für uns darum nicht
zweckmäßig, weil er einmal von der Gegenſeite doch nicht inne=
gehalten
würde; ſodann aber uns gar keine Möglichkeit gäbe,
China in Ordnung zu bringen. Die ganze Schlamperei in China,
die Bürgerkriege und der Zerfall würden vielmehr weiter gehen,
und wir wären mit einem lebenden Leichnam verbündet.
Am 20. November ſtand Oſtaſien am Vorabend eines
chineſiſch=japaniſchen Krieges, denn die chineſiſche Reichsarmee
ſtand marſchbereit, um mit Gewalt im ſeparatiſtiſchen Norden
der Nankinger Reichsregierung Geltung zu verſchaffen, während
die Japaner keinen Zweifel daran ließen, daß ſie einem chine=
ſiſchen
Einmarſch in die durch gegenſeitige Abkommen entmili=
tariſierte
Zone im Norden bewaffneten Widerſtand entgegen=
ſetzen
würden.
Aber an dieſem ſelben Tage griff die japaniſche Diplomatie
wieder mit ihrer großchineſiſchen Löſung ein, indem ſie ihren
Botſchafter Arioſchi mit dem chineſiſchen Marſchall Tſchiang=
kaiſchek
verhandeln ließ. Dieſer Schritt mag vielleicht einige
japaniſche Militärs enttäuſcht haben. Aber die japaniſche Staats=
führung
wußte genau, was ſie tat. Es ſchien ihr wertvoller,
mit der chineſiſchen Reichsregierung und dem gleichzeitig in
Nanking tagenden Reichsparteitag der Kuomintang ein Ueber=
einkommen
zu erreichen, das für Nordchina wenigſtens eine teil=
weiſe
Autonomie vorſah, als volle Autonomie Nordchinas
um den Preis eines unheilbaren Bruches zwiſchen Japan und
China und eines kaum vermeidbaren Krieges, der vielleicht auch
andere Mächte gegen Japan auf den Plan rufen würde.
Japan erreichte durch die Verhandlung Arioſchi Tſchiang=
kaiſchek
erſtens die Verſicherung, daß die chineſiſche Reichsarmee
nicht in Nordchina eingreifen würde. Zweitens die Annahme
der von Außenminiſter Hiroda als Grundlage der japaniſch=
chineſiſchen
Beziehungen bezeichneten drei Punkte:
1. Jede japanfeindliche Tätigkeit in China hört auf; China
ergreift poſitive Maßnahmen, um eine Zuſammenarbeit mit
Japan in Politik, Wirtſchaft und Kultur herbeizuführen; China
verpflichtet ſich, nicht bei europäiſchen oder amerikaniſchen Mäch=
ten
Rückhalt gegen Japan zu ſuchen.
2. Die chineſiſche Reichsregierung erkennt Japans beſondere
Intereſſen in Nordchina an, legt Nordchinas Beziehungen zu
Japan und Mandſchukuo keine Hinderniſſe in den Weg und ver=
pflichtet
ſich, das Beſtehen des Staates Mandſchukuo nicht mehr
zu ignorieren. (Das Letztere iſt zwar noch keine Anerkennung

Drumont ſagte, wenn er etwas bekräftigen wollte, oder
Sabatier, merde, wenn er ſich ärgerte. Leichtſinnige, junge
Leute werden Schwutiers (von Suitier) geheißen. Auch ver=
ſchiedene
, ſonſt nicht mehr übliche Fremdwörter werden noch
verwandt. Die alten Offenbacher z. B. regen ſich nicht auf,
ſondern ſie alterieren ſich. Sie heiraten nicht, ſie mariieren, ſie
würdigen auch nicht einen lobenswerten Menſchen, ſondern
äſtimieren ihn hartnäckig. (Was glaabſte, er hot mich net
äſtimiert.) Und ein wunderbares Wort, mit dem man alles
abtun kann, haben ſie noch, das ſind die Fiſimatenten. Es
klingt nichts ſo verächtlich, als wenn ein Offenbacher ſagt:
Ach, des ſin ja Fiſſemadende!"
Es gibt eine Unmaſſe Schimpfworte. Ein ramdöſiger Kerl,
ein Tranſieder oder auch Lahmſieder iſt ein Mickedorrmel, ein
komiſcher Kauz ein Heudoddel. Aber was iſt ein Hajem?
Ein Hajem iſt ſoviel wie ein Aafalt, ein Simbel, alſo
ſchlicht: ein Einfaltspinſel. Aufdringliche Patrone werden
Gewerzelkopp oder dreckiſch Gemiesraup geheißen.
Man kann oft bei den Dialektformen auf den Charakter
eines Volksſtammes ſchließen. Auch bei den Heſſen. Das Eich
hunn, ich habe, läßt nur eine Deutung zu. Eigentlich heißt
es, Ei, ich habe‟. Das Ei vor dem ich läßt einen gewiſſen
Eigenſinn erkennen, der alle Heſſen reinen Geblüts auszeichnet,
denn ſtillſchweigend ſetzen ſie damit ſtets einen voraufgegangenen
Widerſpruch voraus. Wo iſt der Eimer? Eich hunn de Aame
nunnegedraht. Im übertragenen Sinne: Was für eine lächer=
liche
Frage, verſchluckt habe ich ihn gewiß nicht, ei ich habe
ihn hinuntergetragen, was denn ſonſt? Was haben Sie an?
Eich hunn e Himm aa‟. Ei, ich habe ein Hemd an, ſelbſt=
verſtändlich
, was dachten Sie denn?
Die Adjektive nett, reizend, entzückend, hübſch faßt der
Heſſe wie der Frankfurter in den Begriff goldiſch zuſammen.
Was e goldiſch Kindche, Bei uns hawwe die Katholike e klag,
goldiſch Kerchelche‟ Ach, was hot der Mann e goldiſch Krawatt
aa. Merkwürdig iſt die Umänderung mancher Eigennamen. In
vielen Dörfern Starkenburgs wird aus Wilhelm Hellem aus
Adam Aerem aus Jean=Baptiſte Schangbaptert Arheilgen
iſt Orhelje, Egelsbach Spachelem und Urberach Orwich.
In Heſſen werden auch zuweilen Bienen gezüchtet. Das
ſind die Bi‟. Ein Bibaa iſt das Bein einer Viene. Wer
viel Bi hat, hat viel Hoink, d. i. Honig. Ungern ſieht man
es, wenn die Bi an die Beern zu Deutſch Birnen gehen.
Kennen Sie das Lied der heſſiſchen Penner? Jeder Sigarrn=
macher
, hot ſein Wickelmacher jeder Eiſebähner hot ſei Schicks
(Dienſtmädchen), ewwer unſerganer mit ſeim Waſſeraamer,
unſeraaner, der hot nix.
Dies ſind nur ganz wenige Blüten des großen, heſſiſchen
Sprachbaums. Man müßte ein Buch, ſo groß wie Duden
ſchreiben, wenn man alle erfaſſen wollte. Oder eben einen
Führer durch den heſſiſchen Sprachurwald. Vielleicht hilft mir
eines Tages jemand?

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 193B

Mandſchukuos durch China, woran den Japanern begreiflicher=
weiſe
viel gelegen iſt, aber doch ſchon ein erſter Schritt.)
3. Gemeinſame japaniſch=chineſiſche Abwehr der bolſche=
wiſtiſchen
Umtriebe in Nordchina und den chineſiſchen Grenz=
gebieten
.
Wenn China und Japan zuſammenkommen wollen, ſtatt
ſich gegenſeitig zu zermürben, dann iſt es gar nicht anders mög=
lich
, als auf etwa vorſtehender Grundlage. Das hatten bisher
ſchon viele chineſiſche Staatsmänner eingeſehen und danach ge=
handelt
, zuletzt der Miniſterpräſident Wangtſchingwei. Aber ſie
wurden von der Kuomintang des Landesverrats und des Ein=
verſtändniſſes
mit dem Erbfeind beſchuldigt, abgeſchoſſen, und
ihre Politik wurde planmäßig ſabotiert. Der Marſchall ſelber
hatte ſich immer im Hintergrund gehalten.
Darum war es für die japaniſche Politik wichtig, endlich
einmal den Marſchall und die Kuomintang auf dieſe Grundſätze
zu verpflichten und ſie ſelber dafür verantwortlich zu machen.
Für Tſchiang=kaiſchek war es eine harte Ueberwindung. Aber
ihm blieb nichts anderes übrig. Denn obwohl er mit dem Säbel
der Reichsarmee raſſelte, wußte er, daß den Japanern gegenüber
ſein Säbel doch nur eine hölzerne Klinge hatte. Und außerdem
war er durch die von ſeinem Finanzminiſter Kung eingeleitete
neue Währungspolitik in des Teufels Küche gekommen. Am
3. November war dieſer Währungserlaß mit Pauken und Trom=
peten
verkündet worden, Beſchlagnahme alles Silbers durch die
Regierung, neue Banknoten, Verkoppelung der chineſiſchen Wäh=
rung
mit dem engliſchen Pfund das waren ſeine Haupt=
punkte
, die den Japanern nach dem Anſchlag auf Wangtſching=
wei
entgegengeſchleudert wurden wie eine Kriegserklärung und
mit deutlichen Anſpielungen auf ein chineſiſch=engliſches Finanz=
bündnis
verbrämt waren.
Aber ſchon am 15. November war man ſo kleinlaut gewor=
den
, daß der chineſiſche Finanzminiſter und Vizekanzler Kung
perſönlich beim japaniſchen Militärattaché, Generalmajor Jſogai,
erſchien und um gut Wetter für ſeine Silberpolitik bat was
ihm der Japaner ebenſo kalt wie höflich abſchlug und gleich=
zeitig
die ſtolzen Briten, der Botſchafter Cadogan und der
Londoner Finanzberater Leith=Roß, zum japaniſchen Botſchafter
Arioſchi gingen und baten, die Japaner möchten doch am chine=
ſiſchen
Währungsplan mithelfen. Auch ſie bekamen eine glatte
Ablehnung, die dem Sinne nach beſagte: Ja, meine Herren,
hätten Sie uns vorher ein Wort davon geſagt! Wir haben ſeit
Jahr und Tag betont, der Weg zu einer Anleihe oder Finanz=
hilfe
an China führe über Japan. Aber nun haben Sie mit
uns nicht nur gar keine Fühlung genommen, ſondern die Sache
ganz allein mit China gemacht, und die Chineſen ſind uns mit
ihrer Silberpiſtole einfach ins Geſicht geſprungen. Nun können
Sie nicht gut erwarten, daß wir Ihnen aus der Patſche helfen,
ſondern wir machen uns ein Vergnügen daraus, zuzuſehen, wie
die Chineſen dieſe ihnen von ihren Miniſtern Kung und Suung
ſowie von Ihnen, meine Herren, eingebrockte Suppe auslöffeln.
Solange die Japaner mit der ſeparatiſtiſchen Bewegung in
Nordchina nicht identifiziert werden können, iſt ihre welt=
politiſche
Lage günſtig. Eine friedliche, wirtſchaftliche Durch=
dringung
Chinas kann ihnen nicht verwehrt werden. Das Bild
würde ſich ändern, wenn die japaniſchen Truppen in China
eingreifen ſollten. Solange das nicht der Fall iſt, würde ſelbſt
die Ausrufung der vollen Autonomie Nordchinas von den Mäch=
ten
als eine innere Angelegenheit Chinas angeſehen werden
und etwa mit der Lage in Abeſſinien keinerlei Parallele zu=
laſſen
. Das dürfte nach hieſiger Auffaſſung die Anſicht in den
Kabinetten Londons, Waſhingtons und Paris ſein. Ein Ein=
greifen
japaniſcher Truppen könnte dagegen den Chineſen die
Möglichkeit bieten, ſich an den Völkerbund zu wenden, und in
dem daraus entſtehenden Konflikt könnte dann Rußland eine
gleiche Rolle ſpielen wie England im abeſſiniſchen Konflikt.
Denn von den Völkerbundmächten iſt an den Vorgängen in
Nordchina Rußland am unmittelbarſten beteiligt. Eine engliſch=
ruſſiſche
Fühlungnahme darüber hat ja bereits ſtattgefunden.
Ebenſo eine engliſch=amerikaniſche Beſprechung darüber, ob
amerikaniſche Kriegsſchiffe diejenigen britiſchen erſetzen könnten,
die aus den oſtaſiatiſchen Gewäſſern ins Mittelmeer verlegt
worden ſind.
Da die japaniſche Politik ihre weitgeſteckten Ziele mit aller
Behutſamkeit zu verfolgen gewohnt iſt, darf man annehmen, daß
ſie ſich auch in der gegenwärtig ſehr geſpannten Lage in China
keine Blößen geben wird. Das am 20. November zwiſchen
Botſchafter Arioſchi und Marſchall Tſchiang=kaiſchek erreichte Ab=
kommen
bietet jedenfalls gute Möglichkeiten im Sinne der von
der japaniſchen Außenpolitik geſuchten großchineſiſchen Löſung.
Indeſſen iſt zurzeit in China ſoviel Zündſtoff angehäuft,
und es fliegen fortwährend ſo viele Funken umher, daß jeden
Tag ein Brand entſtehen kann, deſſen Ende nicht abzuſehen iſt,
auch wenn erfahrene diplomatiſche Löſchmannſchaften bereit=
ſtehen
.

Jährliche Reichskriegerkage in Kaſſel.

DNB. Berlin, 20. Dezember.
Wie der Kyffhäuſerbund mitteilt, hält der Deutſche Reichs=
kriegerbund
(Kyffhäuſer=Bund) e. V. von nun an in jedem Jahr
einen Reichskriegertag, und zwar in Kaſſel, ab. Dieſem Groß=
aufmarſch
alter Soldaten wird in Zukunft ſtets eine Arbeits=
tagung
vorausgehen. Als Veranſtaltungsort wurde die Stadt
Kaſſel auserſehen, weil ſie wegen ihrer zentralen Lage und in=
folge
ihrer günſtigen Aufmarſchplätze hierfür beſonders geeig=

net iſt.

Leſterreichiſche Wehrfragen.

DNB. Wien, 20. Dezember.
Im Bundestag ſprach am Donnerstag bei der Haushalts=
ausſprache
der Stabschef der neugegründeten Miliz, General=
major
Kubena. Die Wiedereinführung des Einjährig= Freiwilli=
gen
=Jahres ſowie die Heranziehung von Reſerveoffizieren zu
Waffenübungen habe die Sicherſtellung des erforderlichen Mehr=
bedarfs
an Offizieren ermöglicht. Die vormilitäriſche Jugend=
erziehung
habe äußerſt günſtige Vorbedingungen für die Einfüh=
rung
der allgemeinen Wehrpflicht geſchaffen. Der Redner ver=
wies
weiter auf einige in der letzten Zeit getroffene Maßnahmen,
ſo vor allem auf die Umwandlung der 6 Brigaden in 7 Divi=
ſionen
und auf die Aufſtellung der ſchnellen Diviſion und der
Luftſtreitkräfte. Eine Stärkung werde die Landesverteidigung
auch durch die in Bildung begriffene Miliz erfahren. Infolge
Mangels an Mitteln ſei Oeſterreich gezwungen, die allgemeine
Wehrpflicht abſchnittweiſe durchzuführen. Aber auch dabei wür=
den
erhöhte Aufwendungen für die Wehrmacht notwendig ſein.

Vom Tage.

Im preußiſchen Staatsminiſterium fand am Freitagnachmittag
eine Oberpraſidenten= und Regierungspräſidenten=Konferenz ſtatt,
in der Miniſterpräſident Göring an die höchſten Beamten der
preußiſchen Provinzen und Regierungen richtunggebende Wei=
ſungen
für die Arbeit im kommenden Jahre gab.

Vom 19. bis 21. Dezember findet in den Pharusſälen in Ber=
lin
eine Arbeitstagung von mehr als 400 Gauwettkampfausſchuß=
mitgliedern
aus dem ganzen Reiche ſtatt, auf der vor der Durchfüh=
rung
des Reichsberufswattkampfes der deutſchen Jugend nochmals
die grundſätzlichen und praktiſchen Richtlinien einheitlich feſtgelegt
werden. Am Freitagvormittag ſprachen zu den DAF.=, HJ.= und
BdM.=Referenten, die für die ordnungsmäßige Durchführung des
Wettkampfes in ganz Deutſchland verantwortlich ſind, der Leiter
des Haupiorganiſationsamtes der NSDAP. und DAF. Claus Selz=
ner
und Obergebietsführer Arthur Axmann, der, wie in den ver=
gangenen
beiden Jahren, als Leiter des Jugendamtes der DAF.
und des ſozialen Amtes der RJF. den Berufswettkampf organiſiert.
Hauptamtsleiter Selzner kündigt an, daß am 1. April 1936 zum
erſten Male 1500 Männer der Bewegung im Alter von 25 bis 36
Jahren, ohne Anſehen des Bildungsganges und der Parteitätig=
keit
für eine einjährige politiſche Ausbildung auf die drei Schu=
lungsburgen
der NSDAP. einrücken würden.

Von dem Volksgerichtshof in Berlin wurde der 28jährige Rich.
Bergmann aus Tilſit wegen Landesverrats zu lebenslänglicher
Zuchthausſtrafe verurteilt; gleichzeitig wurden ihm angeſichts der
durch ſeine Tat zum Ausdruck gekommenen ehrloſen Geſinnung die
bürgerlichen Ehrenrechte für Lebenszeit aberkannt.

Der ehemalige Wiener Polizeidrektor Steinhäuſl wurde zu
7 Jahren ſchweren Kerkers, unter Anrechnung der 1½ Jahre Un=
terſuchungshaft
verurteilt.

Miniſterpräſident Laval hat ſofort nach ſeiner Rückkehr aus
Genf die Beſprechungen zur Klärung der innerpolitiſchen Lage auf=
genommen
. Der Miniſterpräſident erklärte ausdrücklich der Preſſe,
daß er nicht daran denke, dem Staatspräſidenten ſeinen Rücktritt
zu überreichen, da er ſich von der Rücktrittsepidemie noch nicht
angeſteckt fühle. Die Beſprechung zwiſchen Lebrun und Laval
dauerte etwa eine Stunde.

Die beiden Häuſer des engliſchen Parlaments haben ſich am
Freitagnachmittag bis zum 4. Februar vertagt.

Der amerikaniſche Schatzamtsſekretär Morgenthau gab am
Donnerstag bekannt, daß die Vereinigten Staaten noch vor Ende
des Jahres faſt die geſamte Silberproduktion Mexikos, die ſich auf
72 Millionen Unzen beläuft, ſowie die amerikaniſche Silberpro=
duktion
, die ungefähr 40 Milligonen Unzen beträgt, aufzukaufen
beabſichtige.

Eine Anordnung

des Reichski

Nach der Bildung der Kirchenleilungen die Ausübung
kirchenregimenklicher und kirchenbehördlicher
Befugniſſe durch Bruderräke unzuläſſig.

Berlin, 20. Dezember.
Das Deutſche Nachrichtenbüro teilt mit:
Der Reichsminiſter für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl.
gibt gemäß § 2 der 5. Verordnung vom 2. Dezember 1935 zur
Durchführung des Geſeßes zur Sicherung der Deutſchen Evange=
liſchen
Kirche folgendes bekannt:
Bei der Deutſchen Evangeliſchen Kirche der evangeliſchen
Kirche der Altpreußiſchen Union und ihren Kirchenprovinzen, mit
Ausnahme der Kirchenprovinzen Rheinland und Weſtfalen, der
evangeliſch=lutheriſchen Landeskirche Sachſen, der evangeliſchen
Landeskirche Naſſau=Heſſen und der evangeliſchen Landeskirche
Kurheſſen=Waldeck ſind auf Grund des Geſeßes zur Sicherung der
Deutſchen Evangeliſchen Kirche vom 24. September 1935 Or=
gane
der Kirchenleitung gebildet worden. Inſoweit
iſt daher die Ausübung kirchenregimentlicher und kirchenbehörd=
licher
Befugniſſe durch die Organe kirchlicher Vereinigungen und
Gruppen, insbeſondere alſo für das Gebiet der Deutſchen Evan=
geliſchen
Kirche durch die vorläufige Kirchenleitung, für das
Gebiet der genannten Landeskirchen (in der evangeliſchen Kirche
der Altpreußiſchen Union, mit Ausnahme des Geltungsbereiches
der Kirchenordnung für die Provinz Weſtfalen und die Rhein=
provinz
) durch die Bruderräte unzuläſſig.

Fünf Provinzialkirchenausſchüſſe gebildet.

Auf Grund des § 2, Abſ. 1 der erſten Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes zur Sicherung der Deutſchen Evan=
geliſchen
Kirche vom 3. Oktober 1935 ernannte der Reichs= und
Preußiſche Miniſter für die kirchlichen Angelegenheiten, Kerrl,
die Mitglieder der Provinzialkirchenausſchüſſe für die Kirchen=
provinzen
Pommern, Sachſen, Mark Brandenburg, Oſtpreußen
und Schleſien.
Dem Provinzialkirchenausſchuſſe für Pommern werden
angehören: Superintendent von Scheven, Greifswald; Super=
intendent
Engel, Jaſſen bei Bütow; Pfarrer Poetter, Diako=
niſſenhaus
Bethanien, Stettin; Pfarrer Reinke, Stolp; Super=
intendent
Zitzke, Belgard.
Die Mitglieder des Provinzialkirchenausſchuſſes Sachſen:
Domprediger Martin, Magdeburg; Superintendent Meichßner,
Wittenberg; Pfarrer Janecke, Magdeburg; Superintendent
Müller, Mücheln.
Die Mitglieder des Provinzialkirchenausſchuſſes Mark
Brandenburg: Superintendent Zimmerman, Berlin; Mini=
ſterialrat
Engert, Berlin; Miniſterialdirektor i. R. D. Dr. Conze,
Berlin; Pfarrer Heidenreich, Berlin; Generalforſtmeiſter von
Keudell, Hohenlübbichow i. a. Mark; Superintendent Klein, Bad
Freienwalde a. d. Oder; Superintendent Lic. Riehl, Croſſen
a. d. Oder.
Die Mitglieder des Provinzialkirchenausſchuſſes Oſtpreu=
ßen
: Pfarrer Küßner, Lötzen; Oberkonſiſtorialrat Kaminſki,
Königsberg; Oberkonſiſtorialrat Troeger, Königsberg.
Die Mitglieder des Provinzialkirchenausſchuſſes Schleſien:
Pfarrer Hermann Schmidt, Görlitz; Pfarrer Loheyde, Breslau;
Pfarrer Beſſert, Breslau.
Mit der Bildung der Provinzialausſchüſſe iſt ein weiterer
Schritt zur Ordnung innerhalb der Deutſchen Evangeliſchen
Kirche getan. Die Provinzialkirchenausſchüſſe ſind in vollem
Einvernehmen mit dem Landeskirchenausſchuß gebildet worden.
Soweit die Ausſchüſſe noch nicht ihre vollſtändige Mitglieder=
zahl
beſitzen, ſollen ſie aus den Gruppen der Deutſchen Chriſten
und der Bekenntnisfront ergänzt werden. In den übrigen Aus=
ſchüſſen
ſind alle Gruppen vertreten.

Tugtenalonce.

Samstag: Der Führer empfängt den britiſche,
Botſchafter. Fortſetzung der Ausſprache über die MSS,
lichkeiten etwaiger Rüſtungsbegrenzungen und eines Lun=
paktes
zwiſchen den Locarnomächten.
Meldeſchluß für den Eintritt von Fre
willigen in das Heer der 31. Januar 1936.
Allgemeine Verſammlungsruhe bis 15. Januar 1936.
Rücktritt destſchechiſchen Staatspräſide
ten Maſaryk. Neuwahl am 18. Dezember.
Kriſenhafte Zuſpitzung in England. Sttu=
miſche
Entrüſtung gegen die Regierung Baldwin. Scharze
Angriffe gegen Außenminiſter Hoare. Englannz
Oeffentlichkeit lehnt Pariſer Friedent;
formel eindeutig ab. Außenpolitiſche Ausſprache f.
Unterhaus für Donnerstag vorgeſehen.
Sonntag: Reichsminiſter Dr. Goebbels kündigt eine Reihe wisch,
tiger Aenderungen für die Filmproduktion an.
Italieniſche Preſſe lehnt Pariſer Fri
densplan als unannehmbar für Italien ab.
Fortdauer der englandfeindlichen Kunz.
gebungen in Kairo.
Montag: Am 1. Januar findet eine amtliche Erhebung über Se
Nutzholzvorräte ſtatt.
Reichsminiſter Dr. Goebbels empfängt die deutſch=
Kritiker und richtet an ſie eine Anſprache über das Wef:n
der Kritik.

Anhaltender Proteſtſturm in England gegen den Pariffelſten

Naturverk
ſtanz iſt,.

Ein Ma

Plan. Die Friedensformel wird als erledigt a=
geſehen
.
Italieniſche Rückfragen in London.
Ausweiſungsbefehl gegen die vier Heimattreu m
aus Eupen=Malmedy.
Der Neguslehnt die engliſch=franzöſiſchen Friedem ncht unter
vorſchläge für Abeſſinien ab.
Offenſiv=Vorbereitungen der Italiensr ſeinen.
und Abeſſinier an der Ogadenfront.
Dienstag: Laval verteidigt in der franzöſiſchen Kammar
den Pariſer Friedensplan.
Kabinettsrat in London. Einbringung eines Mißtrauem=
antrages
der Arbeiterpartei gegen die Regierung Baldwä.
Reviſion der engliſchen Völkerbundspol
tik? Außenminiſter Hoare erkrankt.
Italieniſche Mehrforderungen in Londm
Die
nur zur Kenntnis genommen.
Ueberraſchender Offenſivſtoß der Abe
ſinier am Takazzefluß Italieniſche Schlapp.ſſaue 2.
Die Front der Italiener um 20 Kilometer zurückgenommei, ſeine milder
Mittwoch: Deutſcher Proteſt in Brüſſel gegen Se zwundert
Ausbürgerung der vier Heimattreuen aus Malmedy.
Uauen Lich
Die Deutſchen Chriſten begrüßen in einer Erklärung duheutſche
lern von
Befriedungswerk der deutſchen evangeliſchen Kirche.
Beneſch als Nachfolger Maſaryks zum tſchec, ter. Um
Ueberall,
ſchen Staatspräſidenten gewählt. Rücktritt des Kabinet))ichterhau
Hodza. Hodza erneut beauftragt.
terlichem 2
Ueberraſchender Rücktritt des engliſcher führers,
Außenminiſters Hoare.
kunft ſteige
Abeſſinien=Tagung des Völkerbundsrates. England ba. ds Glück
vor. Eden erklärt im Rat Preisgabe der Pariſerßelbſtverſt

Friedensformel durch England im Falle der nict Aeicher He
heſtder
gleichzeitigen Zuſtimmung Italiens, Abeſſiniens und d
ver
Völkerbundes. Ratsentſcheidung vorläufig vertagt.
VDA. hat
Abeſſiniſche Note an den Völkerbund. Einwändedeſſeien, an
Negus gegen den franzöſiſch=engliſchen Friedens Mahnze
unſere Jug
plan.
Tag des Traurings in Italien. Ringopfer am Alt; gung gefun
Pberbürge

des Vaterlandes.
Erbitterte Kämpfe am Dembeguina=Paß. Sta,/ dieſer
ker Geländegewinn der Abeſſinier. Empfin
liche Verluſte der Italiener.
Donnerstag: Die Deutſche Reichsbahn legt eine Anleice
in Höhe von 500 Millionen RM. 4½ prozentige Reichsbahm
ſchatzanweiſungen zum Kurſe von 98,5 Prozent zur öffem
Uier auf
lichen Zeichnung auf.
Krach bei den franzöſiſchen Radikalſozic bei de
m Bahnhe
liſten. Herriot tritt von der Führung der Part=
der

zurück.
bei den
Fieberhafte militäriſche Vorbereitunge lraße und
Englands in Aegypten. Alexandrien ein einzigel! Neben
hen und
Heerlager.
Demonſtrative Uebungen der engliſchen Flotte im Pe / An 22
ſiſchen Golf.
Der Genfer Völkerbundsrat drückt ſich u Nach 1
eine Entſcheidung über die Pariſer Frie hreibbrieſe
densvorſchläge und überläßt alles weitere dem Dre/ Poſtamt ar
Letzte
zehner=Ausſchuß.
Endgültiges Begräbnis des Parifel)Uhr.
Friedensplanes durch die engliſche Regie Frühlee
rung. Entſcheidende Sitzung des Unterhauſes. Der zurüs /Bleerung
getretene Außenminiſter rechtfertigt ſeine Haltung währem
Dienſtn

der Pariſer Verhandlungen mit der Kriegsatmoſphär ſein, geb
in Paris. Baldwin rückt entſchieden von dem Pariſe ſordneten
Plan ab und erklärt ihn für abſolut und völli ſaoſtwint 5

tot Ueberwältigendes Vertrauensvotum für die Regierum, kondneter
Baldwin im Ober= und Unterhaus.

Eine Erklärung der Pfarrervereine.
Geſchloſſen hinker dem Reichskirchenausſchuß.

eit
den

DNB. Die kirchliche Preſſeſtelle der Deutſchen Evangeliſche
Kirche teilt mit:
Der Reichsbund der deutſchen evangeliſchen Pfarrerverein
durch den rund 16 000 evangeliſche Geiſtliche vertreten ſind, ha
an den Reichskirchenausſchuß ein Schreiben gerichtet, in dem er ei
begrüßt, daß der Führer durch das Geſetz vom 24. Septembe
dieſes Jahres dem Reichsminiſter für kirchliche Angelegenheite
die Vollmacht zur Sicherung des Beſtandes der Deutſchen Evan.
geliſchen Kirche und zur Herbeiführung einer Ordnung gegebe?
habe. Der Reichsbund habe auch dem Reichskirchenausſchuß durc
ſeinen Bundesführer am 14. November d. J. die Bereitwilligker
der evangeliſchen Pfarrerſchaft erklärt, nach Kräften mithelſe?
zu wollen, damit dieſes Ziel erreicht werde. Alle deutſchen evand
geliſchen Pfarrervereine ſeien demgemäß zu vertrauensvoller Min
arbeit aufgefordert worden.

elonsäditiete

AAa

R
ahensscheetgeatttw.

Mercedes-Schuhfabriken.

DauoAiiAitstestMasnter

Schuhhaus Mercec
rmann Hüllinghorst, Darmstadt, Ludwigstraße 1 -Deutsches Geschäft

[ ][  ][ ]

Darmſtadt, 21. Oezember 1935
Die Rauhnächte.
Am 21. Dezember, dem ſogenannten Thomastag, beginnen die
ſauhnächte. Sie bilden eigentlich den Höhepunkt der Weihnachts=
eit
, ja des ganzen Winters.
In den Rauhnächten iſt viel los, ſie ſind erfüllt mit merk=
pürdigen
Geſtalten, mit dem geheimnisvollen Zauber der nordi=
hen
Winternacht. Sie liegen in der heiligſten Zeit des Jahres,
a ſeinem allererſten Anfang, da ja jetzt die Tage wieder anfan=
en
, länger zu werden, und beginnen mit dem Julfeſt, mit der
Einterſonnenwende. Sie leiten den Aufſtieg, das Längerwerden
ſer Tage, das neue Jahr, die beginnende Ueberwindung der lan=
en
nordiſchen Winternacht durch das lebenſpendende Licht ein.
Am Anfang des Jahres ſtehend, ſind ſie wie alles Erſte, An=
angende
, von einſchneidender Bedeutung für den Verlauf des
jahres. Jeder Tag, jede Nacht dieſer geheimnisvollen Zeit iſt
erantwortlich für den entſprechenden Monat: 12 Nächte 12
Nonate. In dieſen 12 Nächten entſcheidet ſich das Schickſal des
ſahres: wie das Wetter im entſprechenden Monat wird, zeigt
as Wetter an den betreffenden Tagen an. Danach kann man die
beſtellung der Felder einrichten, denn der gewiſſenhafte Bauer
otiert ſich für jeden Monat das Wetter der Zwölftenzeit im Ka=
ender
. Wer durch die nächtlichen Straßen des Dorfes in dieſer
ſeit geht, wird Begegnung mit allerlei Spuk und geheimnis=
ſollen
Geſtalten haben. Der wilde Jäger, Wodesher, ſtürmt
urch die Lüfte, der Schimmelreiter zieht umher. Vielfach wer=
ſen
dieſe mannigfachen Geſtalten von Kindern und jungen Bur=
hen
dargeſtellt.
Wer die vielſeitigen Bräuche in den Rauhnächten, das Er=
brſchen
der Zukunft, das Auftreten all der Schimmelreiter,
frbſenbären und ſonſtigen Rauhnächtler mit dem Herzen erlebt,
pird in ihnen das Walten einer tauſendjährigen Ueberlieferung
rkennen, wird den Pulsſchlag unſeres germaniſchen Blutes ſpü=
en
, wird die freudige Lebensbejahung, die ehrfürchtige, aber
ſicht unterwürfige Haltung des Germanen vor dem Heiligen, die
ſaturverbundenheit des deutſchen Menſchen ſchätzen und lieben
ernen. Er wird erkennen, daß all das nicht ſinnloſer Mummen=
hanz
iſt, ſondern von den Vorvätern ererbter Brauch, der uns
ſachkommen ſtets heilig und unantaſtbar ſein ſoll.

Das blaue Weihnachtslicht des B9A.

Ein Mahnzeichen der Treue zu den deutſchen Volksgenoſſen
außerhalb des Reiches.

Die Volksgenoſſen, die ſich an dem Glanz
Veihnachtsbäume erfreuen, die die Stadtverwaltung auf den ver=

der herrlichen

hiedenſten Plätzen Darmſtadts aufgerichtet hat, haben ſicher das
laue Licht bemerkt, das inmitten der weißen Leuchtbirnen
ſine milden Strahlen verſendet. Mancher mag ſich ſchon darüber
ewundert und ſich nach Sinn und Bedeutung dieſes einſamen
lauen Lichtes gefragt haben. Es iſt das Treuezeichen den
ſeutſchen Brüdern und Schweſtern gegenüber, die
ſern von der Heimat in fremder, oft wenig freundlich ge=
hnter
Umwelt ihr deutſches Weihnachtsfeſt begehen.
leberall, wo ſie in der heiligen Nacht unter den ſtrahlenden
lichterbaum treten, gedenken ſie in heißer Liebe und unerſchüt=
trlichem
Vertrauen des deutſchen Volkes im Reiche und ſeines
führers, und heiße Gebete und Segenswünſche für unſere Zu=
unft
ſteigen zu den Sternen. Daß auch wir im Reiche, die wir
us Glück der volklichen Einheit oft al= etwas Gegebenes und
Eelbſtverſtändliches hinnehmen, der Deutſchen in der Fremde in
geicher Herzlichkeit gedenken und uns mit ihnen am deutſchen
ſeſt der Liebe über alle Grenzen hinweg unlös=
lich
verbunden fühlen, das ſagt dieſe blaue Kerze. Der
ADA. hat die Stadtverwaltung und alle Kirchenvorſtände ge=
bten
, an den von ihnen errichteten Weihnachtsbäumen, dieſes
Nahnzeichen der Treue anzubringen, wie ja auch durch
mſere Jugend die blaue Kerze des VDA. in jede Familie Ein=
ang
gefunden hat. Der Stadtverwaltung, an der Spitze Herrn
Tberbürgermeiſter Wamboldt, gebührt herzlicher Dank, daß
ſe dieſer Anregung ſo bereitwillig Folge geleiſtet hat.
Dr. Götz.
Poſtverkehr an Weihnachken.
EAm Sonntag, dem 22. Dezember, ſind die Paketannahme=
halter
außergewöhnlich geöffnet:
Bei dem Poſtamt in der Rheinſtraße und bei dem Poſtamt
m Bahnhof von 14 bis 18 Uhr,
bei dem Poſtamt in der Hermannſtraße von 14.30 bis 18 Uhr.
bei den Poſtagenturen in der Dieburger Straße, Schwanen=
kaße
und Roßdörfer Straße von 15 bis 18 Uhr.
Neben Annahme von Paketen auch Annahme von Telegram=
gen
und Geſprächsanmeldungen.
Am 22., 23., 24. und 25. Dezember Paketzuſtellung wie werk=
tgs
.
Am 24. Dezember werden die Schalter um 16 Uhr geſchloſſen.
Nach 16 Uhr Wertzeichenverkauf und Annahme von Ein=
ſreibbriefen
bei dem Poſtamt in der Rheinſtraße, ſowie bei dem
ſoſtamt am Bahnhof.
Letzte Briefkaſtenleerung am 24. Dezember von 17.30 bis
Uhr.
Frühleerung am 25. Dezember von 5.30 bis 7 Uhr. Nachmit=
jgsleerung
wie Sonntags.
Dienſtnachrichten. Der Landwirt Jakob. Adam Dingel=
dein
, geb. am 4. April 1902 zu Werſau, wurde zum 2. Bei=
gordneten
der Gemeinde Meßbach ernannt. Der Land= und
(aſtwirt Heinrich Joſt von Allertshofen wurde zum 2. Bei=
gordneten
der Gemeinde Allertshofen ernannt. Der Landwirt
ud Schuhmacher Georg Fuchs 5. von Hoxhohl wurde zum
Beigeordneten der Gemeinde Hoxhohl ernannt. Der Landwirt
ſeinrich Hock von Dorndiel wurde zum 2. Beigeordneten der
ſemeinde Dorndiel ernannt.
Alt=Darmſtadts Weihnachtsgabe kann von den Mitglie=
drn
erſt am 28. d. M. in der Buchhandlung Saeng abgeholt
wrden.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 350 Seite 5

Die letzte Woche

war, von Tag zu Tag in ſteigendem Maße, der Vorbereitung zum
Weihnachtsfeſt gewidmet. Am Silbernen Sonntag wurde gekauft
es ſoll allgemein ſehr gut geweſen ſein, und nun gings ans
Verpacken und ans Briefeſchreiben. Jeder wohl hat irgend, ein
Liebes draußen, in der Welt, das die Weihnachtstage nicht zu
Hauſe verleben kann und der Weihnachtsgruß muß rechtzeitig zur
Poſt. Sicher hat die Reichspoſt in dieſem Jahr mehr zu tun als
je zuvor. Die Hunderttauſende junger Menſchen, die zum Heer
oder Arbeitsdienſt eingezogen ſind, allein vermehren ja die Weih=
nachtsſendungen
um ein Erhebliches. Wenn auch mit Weihnachts=
Heimurlaub im allgemeinen nicht geknauſert wird, können doch
bei weitem nicht alle beurlaubt werden, und alle aber warten
auf ein Paketchen von zuhauſe. Daneben aber wurden in dieſer
Woche die Weihnachtsbäume gekauft. Gewiß gibt es im=
mer
noch Menſchen, die damit bis in die letzten Tage warten,
aber die große Mehrzahl wurde in der letzten. Woche gekauft. Man
ſah es an den Lagern, die vielfach ſtarke Lücken aufwieſen, oder
aufgefüllt werden mußten. Ein Weihnachten ohne Baum iſt ja
in deutſchen Familien nicht denkbar. Dabei iſt es noch gar nicht
ſo lange her, daß der Weihnachtsbaum bei uns heimiſch wurde,
wenn es auch uralter Brauch unſerer vorchriſtlichen Väter war,
um die Winterſonnenwende die Häuſer mit Tannengrün und
überwinterndem Blattwerk zu ſchmücken als die Wahrzeichen einer
lebendigen Hoffnung. Erſt um 1605 aber tauchte unſer heutiger
Weihnachtsbaum in der Straßburger Gegend auf und verbrei=
tete
ſich allmählich auch im übrigen Deutſchland. Allerdings er=
oberte
er ſich die deutſchen Lande nicht im Sturm. Die kirchlichen
Behörden verfolgten den weltlichen Brauch anfangs mit zum
Teil ſagar ſcharfen Mitteln. In Berlin tauchte er erſt um das
Jahr 1800 auf und löſte allmählich die bis dahin gebräuchlichen
Weihnachtspyramiden ab. Heute glänzt, wo deutſche Weihnachts=
lieder
erklingen, der Baum in ſeinem warmen Kerzenlicht und
in dem unbeſchreiblichen Duft voll trauter Kinderſeligkeit. Auch
als die deutſchen Truppen des Weltkrieges rings um Deutſchland
in fremden Ländern ſtanden, hielten ſie, ſoweit ſie eben konnten,
in den Unterſtänden oder wo es ſonſt war, an ihrem Weihnachts=
baum
feſt und ſo kam es, daß er auch in den Deutſchland angren=
zenden
Ländern, ja ſelbſt in England und in Amerika, nach dem
Weltkrieg mehr und mehr Einzug hielt. Und der Chriſtbaum=
ſchmuck
mit glitzernden Kugeln, Sternen und Lametta iſt noch jün=
geren
Datums. Wir wollen ihn, der mal unmodern war, gern
wieder einführen. Im Intereſſe armer Volksgenoſſen und im Er=
innern
an unſere Kindheit.

Die Woche ſtand im Zeichen der Propaganda für die WHW.=
Sammlung der HJ. Am Mittwoch hat ſie ſchlagartig eingeſetzt
mit dem Verkauf, der entzückenden kleinen Holzreiterchen, die
gegen abend ſchon in vielen Knopflöchern baumelten. Die Opfer=
diſziplin
des deutſchen Volkes in nationalſozialiſtiſcher Erziehung
hat ſich auch hier wieder glänzend bewährt. Nur wenige erſtan=
den
nur eines der Pferdchen und nur für den Mußbetrag. Die
meiſten Käufer nahmen gleich mehrere, und einer der friſchen
H.=Jungen erzählte mir, er habe in kaum mehr als zwei Stunden
an 300 Stück abgeſetzt. Wenn man erwägt, daß über 5 Millionen
Jungen in dieſen Tagen verkaufen und ſammeln, kann man ſich
leicht eine Rechnung aufmachen, wie erfolgreich dieſe Art des
Opferns und des Sorgens um bedürftige Volksgenoſſen iſt. Und
was die Hauptſache iſt, eine darniederliegende Heiminduſtrie hatte
wieder einmal Wochenlang in feſtem Auftvag zu arbeiten.
Ein ſeltenes Jubiläum konnte Mitte der Woche nicht gerade
ein Darmſtädter, aber einer, der zurzeit zu uns zählt, feiern. Ein
25jähriges Berufsjubiläum! Das iſt nun allerdings an ſich keine
ſo ſeltene Sache ich ſelbſt habe meines ſchon längſt hinter
mir , aber hier iſt es doch etwas Seltenes. Ein 25jähriges
Fliegerjubiläum! Das iſt doch etwas anderes. Wer er=
innert
ſich nicht noch der erſten Flugverſuche Auguſt Eulers auf
dem Griesheimer bis aus dem Pflügen tatſächlich ein Flie=
gen
wurde. Die erſten Weltrekorde wurden hier erflogen Und
wenn es auch nur wenige Meter Höhe und wenige Runden Dauer,
es waren halt damals Rekorde. Und auch wenn wir es heute nicht
mehr als Senſation empfinden, wenn ein Flieger den Ozean be=
zwingt
oder um die Welt fliegt oder wenn eine deutſche Fliegerin
in einem Tage nach Kairo und zurück fliegt, es iſt nichts daran
zu ändern, daß die ganze Fliegerei noch verteufelt jung iſt. So
geſehen, iſt es ein ſeltenes Jubiläum, 25 Jahre Flieger zu
ſein, der es feiern konnte, iſt der als Fluglehrer auf dem Darm=
ſtädter
Flugplatz tätige Pilot Ludwia Kelting. Im Jahre
1910 begann er in Wandsbeck mit der Fliegerei und iſt ihr ſeit=
dem
treu geblieben als Flugzeugführer, Luftſchiffer Verkehrsflie=
ger
er führte nach dem Krieg die erſten Verkehrsflüge von
Berlin nach Weimar durch und ſchließlich als Fluglehrer.
Kelting iſt der aktiv älteſte Flieger Deutſch=
lands
! Herzlichſte Glückwünſche und Hals= und Beinbruch
für die nächſten 25 Jahre.
In dieſem Jahre 17 Jahre nach der Beendigung des Welt=
krieges
, beſinnt man ſich darauf, einen Kriegskameraden zu ehren,

der bisher zwar von niemand, dem er treuer Kamerad war, ver=
geſſen
, der aber an äußeren Ehren bisher nicht teilhaben ſollte,
des Pferdes. Jeder, der mit dieſem vierbeinigen Kameraden
draußen zu tun hatte, wird ſich darüber freuen. Reichenhall und
Tolz haben den Anfang gemacht. Ich leſe darüber in Der deutſche
Tierfreund u. a: Während des Weltkrieges ſtanden im deutſchen
Heer etwa 11 Millionen Pferde im Dienſt. Rund 400 000 Pferde
fielen den feindlichen Geſchoſſen zum Opfer, 558 000 Pferde ſtar=
ben
an Krankheiten und Ueberanſtrengung. Wer im Kriege war,
weiß, was dieſe braven Pferde geleiſtet haben, wie ſie ihr Letztes
hergaben und welche Kameradſchaft zwiſchen Mann und Roß be=
ſtanden
hat. Wenn das Lied vom guten Kameraden erklingt, wird
man auch an euch denken müſſen, ihr braven Pferde, die ihr dem
Vaterlande in ſchwerſter Zeit heldenhafte Dienſte geleiſtet habt
und treu bis in den Tod waret! Jetzt endlich werden ſie geehrt,
dieſe treuen Kriegskameraden, die heute noch vielfach ihre Arbeit
auf dem Acker leiſten. Dieſes Schild am Geſchirr angebracht, gilt
als äußeres Zeichen. Darüber hinaus aber erhalten ſie als Ehren=

gabe Hafer! 424 Kriegsveteranen ſind bisher gemeldet worden
zu dieſer Ehrung. Und 118 davon bitten um die Hafergabe,
weil ihre Beſitzer nicht in der Lage ſind, ſie ihnen zu geben. Wer
entbehren kann, wende ſich an die Stadtverwaltung Bad Tölz.
Sie nimmt Angebote von Patenſchaften entgegen.
Aus der Gegend Fiedlerweg kommt eine Klage, die be=
rechtigt
erſcheint. Eine Leſerin ſchreibt: Der ſowohl vom Oſtbahn=
hof
wie von der Landgraf=Georg=Straße aus ſtark begangene Fied=
lerweg
zur Heinrich=FuhrStraße iſt bis heute ohne jede Be=
leuchtung
. Die Bewohner des Oſtviertels wären der Stadt=
verwaltung
ſehr dankbar, wenn ſchon mit Rückſicht auf die in letz=
ter
Zeit wiederholt vorgekommenen Sittlichkeitsvergehen für eine
ausreichende Beleuchtung Sorge getragen würde. Wir ſind
überzeugt, daß die Stadtverwaltung dafür Sorge tragen wird,
daß dem Uebelſtand baldigſt abgeholfen wird.
*
Zur Warnung! Aus Dieburg wurde gemeldet: Es
gibt immer noch Leute, die nicht begreifen, weshalb es verboten
iſt, ätzende und giftige Flüſſigkeiten in Bier= oder Seltersflaſchen
zu füllen. Ein Vorfall, der ſich im nahen Münſter zutrug, möge
ſie davon überzeugen, welches Unheil mit dieſer Unſitte ange=
richtet
werden kann. Zwei Kinder fanden eine Bierflaſche mit
Patentverſchluß, die noch halb voll war. Sie glaubten, es ſei
Apfelwein und tranken davon. Aber zu ihrem Glück ſetzten ſie ſo=
fort
wieder ab, da die Flüſſigkeit ſcharf brannte. Die Flaſche ent=
hielt
verdünnte Schwefelſäure! Mit Verbrennungen im Munde
und geringfügigen im Schlund kamen ſie noch einmal davon, da
die Eltern ſofort reichlich Milch zu trinken gaben und den Arzt in
Anſpruch nahmen.
Mit Weihnachten begann ich und mit Weihnachten möchte ich
heute ſchließen. Viele Vereine haben ihre Weihnachtsfeiern in
dieſen Tagen. Und es gibt Weihnachtskegeln und Weihnachtsſchie=
ßen
. Sport und Uebung von Aug und Hand fürs Vaterland. Da
iſt es denn nett, wenn auch Gewinn=Ausſichten mit verbunden
ſind, zumal wenn man nicht weiß, was in den geheimnisvoll ver=
ſchnürten
Paketen enthalten iſt. Bei den Holzhackern habe
ich Weihnachts=gekegelt und bei der Privilegierten Weih=
nachts
=geſchoſſen. Das Letztere ging etwas beſſer, jedenfalls aber
haben wir alle etwas mit nach Hauſe gebracht, und die Gattin,
die teure, hat kein Geſicht gezogen, weils etwas ſpäter geworden
war. Geſtern abend wars bei den Fliegern im Kaiſerſaal
und bei der Landespolizeigruppe Darmſtadt in der
Woogsturnhalle ſehr ſchön. Bericht darüber finden die Leſer
an anderer Stelle.
Maximilian.

Nenauflage des amtlichen Fernſprechbuches.
Die amtlichen Fernſprechbücher für den Reichspoſtdirek=
tionsbezirk
Frankfurt (Main) und den ehemaligen Reichspoſt=
direktionsbezirk
Darmſtadt ſollen zu Anfang 1936 neu aufgelegr
werden. Neueintragungen. Berichtigungen oder Streichungen
müſſen die Fernſprechteilnehmer dem Amt, von dem ſie ihre Fern=
ſprechrechnung
erhalten, möglichſt umgehend, ſpäteſtens aber bis
zum 25. Januar 1936 ſchriftlich mitteilen, wenn ſie in der
Neuauflage berückſichtigt werden ſollen.
Nach dem 25. Januar 1936 beſteht kein Arſpruch mehr auf
Aufnahme in das neue amtliche Fernſprechbuch oder Berichtigung
vorhandener Eintragungen
Beſtehende gebührenpflichtige Eintragungen, deren Aenderung
oder Wegfall nicht ſpäteſtens bis zum 25. Januar 1936 beantragt
wird, werden in der gleichen Faſſung unter Berechnung der be=
timmungsmäßigen
Gebühr in die neue Auflage übernommen.

Orpheum. Revue=Gaſtſpiel. Morgen Sonntag, nach
Geſchäftsſchluß, Anfang 8.20 Uhr. Erſtaufführung und Werbevor=
ſtellung
für den ſenſationellen Feſtſpielplan mit der großen
Malmſtröm=Revue. Mein Liebſter muß ein Seemann
ſein eine luſtige Fahrt ins Blaue in 20 Pildern. Frohe Stun=
den
erwarten den Beſucher zu dem Ueberraſchungsſchiff im Or=
pheum
, eine Weihnachtsvorfreude von ganz beſonderem Reiz.

Ganz Darmſtadt ſeiert Weihnachken!
Unter dieſem Stichwort ſtehen morgen die Weih=
nachtsfeiern
der NSDAP. und des Winterhilfswerks
des deutſchen Volkes!
Die Weihnachtsfeiern der NSDAP. und des Winterhilfswerks
des deutſchen Volkes am Sonntag, den 22. Dezember, beginnen
pünktlich um 18,30 Uhr.

UCicht notig daß da einer Crußal Blaſe-
winft
doch aus jedem ſchaumweinvollen Glaſe
ein Cropfchen Freude und ein Schluckehen Croſt.
reſellenfeiem-PROST!
gibt ſe
*
Ganz besfimmi werden Sie einen Junggesellen und nichl minder eine Jung-
gesellin
aufrichtig ertreuen, wenn Sie eine Flasche Schaumwein schenken.
Wem wäre wohl Schaumwein nicht willkommen, gerade zu Weihnach- dem schönsten dem fröhlichsten Fest im Jahre!

Sie erhalten in allen Weinhandlungen und Feinkostgeschällen die ganze Flasche
Schaumwein für RM 2.50, 3., 4.50 usw., je nachdem, welche Sorte Sie wählen.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 1935

Vorausſehungen einer nakionalſozialiſtiſchen
Kameradſchaft.
Man ſchreibt uns: Die 6 neuen Kameradſchaften des NSDStB.
hatten am Mittwoch, dem 18. 12. 35, zu einer Verſammlung in
der Krone eingeladen. Pg. Fickeißen ſprach über Voraus=
ſetzungen
der Kameradſchaft‟. Er ſtellte in den Vordergrund,
daß es für die neuen Kameradſchaften im NSDStB. dringend
notwendig iſt, ſich im gegenwärtigen Augenblick die ganze Schwere
der übernommenen Aufgaben, den unerbittlichen Ernſt der natio=
nalſoz
. Erziehungspflicht klarzumachen. Eine Gemeinſchaft, die aus
einer nicht immer zu bejahenden Tradition heraus in die
Natſoz. Kampfgemeinſchaft hineinwachſen will, darf keine inneren
Vorbehalte mitbringen. Die heroiſche Lebensauffaſſung der natſoz.
Weltanſchauung fordert es, daß der Blick der jungen Mannſchaft
eindeutig auf den revolutionären Willen und auf die ſoziali=
ſtiſche
Zukunft der Nation gelenkt wird. Symbole und Lebens=
formen
müſſen daher Ausdruck dieſes neuen Lebenswillens ſein.
Was irgendwie in die Vergangenheit weiſt, iſt abzulehnen. Auch
das Kamerädſchaftshaus muß die äußere Ausprägung des kämpfe=
riſchen
Willens darſtellen. Für ſentimentale Erinnerungen iſt
kein Platz. Jeder Alte Herr, der durch ſeinen Opferſinn den
Beſtand der Kameradſchaft erhält, wird mit Stolz die ehemals
private Vereinigung in den Dienſt der Bewegung hineinwach=
ſen
ſehen.
Pg. Fickeißen beſchäftigte ſich noch eingehend mit den Fragen
der inneren Umgeſtaltung der Kameradſchaft in bezug auf Aus=
leſe
und Führerprinzip. Die bunten Mützen ſind für immer ver=
ſchwunden
, aber nicht aus Zwang, ſondern freiwillig aus Ueber=
zeugung
. Das braune Hemd iſt jetzt die Uniform der deutſchen
Studenten!
Die Verſammlung war ein Beweis für den Lebenswillen der
Darmſtädter Kameradſchaften. Der Hochſchulgruppenführer konnte
ſich davon überzeugen, daß die neuen Kameradſchaften ihre beſten
Kräfte zum Aufbau der natſoz. Hochſchule bereitſtellen.
Weihnachtsfeier. Am 19. Dezember hielt die Gefolgſchaft
der Brauerei Karl Fay G. m. b. H. ihre diesjährige Weihnachts=
feier
ab. Der Betriebsführer bereitete der Gefolgſchaft durch
eine Weihnachtsgabe eine große Freude, ſo daß hierauf eine
fröhliche Weihnachtsſtimmung einſetzte. Durch Vorträge und Ge=
ſang
wurde der gemütliche Kameradſchaftsabend unter dem bren=
nenden
Chriſtbaum verſchönt. Allzu ſchnell verflogen die Stun=
den
, und ein jeder ging mit ſtrahlender Freude nach Hauſe.
Wochenſpielplan des Heſſiſchen Landestheaters.
GROSSES HAUS.

Samstag,
21. Dez. Anfang 19.30 Uhr Ende gegen 22.30 Uhr. NS.
Kulturgemeinde Jugendring 1 (geſchloſſene Vor=
ſtellung
): Der Waffenſchmied. Komiſche Oper
von Albert Lortzing. Sonntag,
22. Dez. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.45 Uhr. Haupt=
miete
D. 10. Vorſtellung. Königskinder. Oper
von Engelbert Humperdinck. Mittwoch
25. Dez.
1. Feiertag Anfang 19.30 Uhr. Ende nach 2200 Uhr. Haupt=
miete
C, 11. Vorſtellung. Die Boheme. Oper
von Giacomo Puccini. Donnerstag,
26. Dez.
2. Feiertag Anfang 15.00 Uhr, Ende gegen 18.15 Uhr. Außer
Miete. Die Tänzerin Fanny Elßler. Operette
von Johann Strauß.
Anfang 20.00 Uhr, Ende nach 23.15 Uhr. Haupt=
miete
B, 11. Vorſtellung. Königskinder. Oper
von Engelbert Humperdinck. Freitagg,
27. Dez. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.15 Uhr. Haupt=
miete
D. (11. Vorſtellung), Kinderreiche Mütter
(Nr. 1150). Othello. Oper von Giuſeppe Verdi. Samstag.
28. Dez. Anfang 19.30 Uhr Ende 22.30 Uhr. Volksmiete,
Gruppe 2 (4. Vorſtellung). Die Räuber. Trauer=
ſpiel
von Friedrich Schiller. Sonntag,
29. Dez. Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.45 Uhr. Haupt=
miete
A, 11. Vorſtellung Königskinder. Oper
von Engelbert Humperdinck. Dienstag.
31. Dez. Anfang 20.00 Uhr. Ende etwa 23.00 Uhr. Außer
Miete. In neuer Einſtudierung und Ausſtattung:
Die Fledermaus. Operette von Johann Strauß.
Weihnachtsmieten, Wahlmieten und Gutſcheine
nicht gültig. 1. Januar Anfang 19.00 Uhr. Ende nach 23.00 Uhr. NS=
Kulturgemeinde 0. 7. Vorſtellung. Einmaliges
Mittwoch. Gaſtſpiel Maria Reining (Staatsoper München)
als Eliſabeth Tannhäuſer. Oper von Richard
Wagner. Nur Weihnachtsmieten, Wahlmieten und
Gutſcheine Nr. 1 gültig. KLEINES HAUS. Samstag.
21. Dez. Anfang 15 Uhr. Ende gegen 17.45 Uhr. NS. Kul=
turgemeinde
Jugendring II (geſchloſſene Vorſtel=
lung
): Dornröschen Weihnachtsſpiel mit Muſik
von Curt Elwenſpoeck.
Anfang 19.30 Uhr. Ende gegen 21.45 Uhr NS.
Kulturgemeinde 0 7. Vorſtellung: Der Fall Wun=
derlich
, Schauſpiel von Renate Uhl. Sonntag.
22. Dez. Anfang 15.00 Uhr. Ende nach 17.30 Uhr. NS= Kul=
turgemeinde
, Jugenring II (geſchloſſ. Vorſtellung).
Dornröschen. Ein Weihnachtsſpiel, mit Muſik von
Curt Elwenſpoeck.
Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Zuſatzmiete II,
6. Vorſtellung Zum erſten Male: Krach im Hin=
terhaus
. Komödie von Maximilian Böttcher. Mittwoch
25. Dez.
1. Feiertag Anfang 15.00 Uhr, Ende nach 17.30 Uhr. Außer
Miete Ddrnröschen. Weihnachtsſpiel mit Muſik
von Curt Elwenſpoeck.
Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.45 Uhr. Zuſatzmiete I,
5. Vorſtellung Krach im Hinterhaus. Komödie von
Maximilian Böttcher. Donnerstag,
26. Dez.
2. Feiertag Anfang 19.30 Uhr. Ende nach 22.15 Uhr. NS= Kul=
turgemeinde
II. (6. Vorſtellung), Zuſatzmiete IX.
Was ihr wollt. Luſtſpiel von William Shakeſpeare. Freitag,
27. Dez. Anfang 19.30 Uhr. Ende 21.45 Uhr. Zuſatzmiete V,
7. Vorſtellung. Krach im Hinterhaus. Komödie von
Maximilian Böttcher Samstag.
28. Dez. Anfang 15.00 Uhr. Ende nach 17.30 Uhr. NS= Kul=
turgemeinde
, Jugendring II (geſchloſſ Vorſtellung).
Dornröschen. Weihnachtsſpiel mit Muſik von Curt
Elwenſpoeck. Sonntag,
29. Dez. Anfang 15.00 Uhr. Ende nach 17.30 Uhr. Außer
Miete Dornröschen. Weihnachtsſpiel mit Muſik
von Curt Elwenſpoeck.
Anfang 19.30 Uhr, Ende nach 22.15 Uhr. NS= Kul=
turgemeinde
A (6. Vorſtellung), Zuſatzmiete 4. Was
ihr wollt. Luſtſpiel von William Shakeſpeare. Dienstag.
31. Dez. Anfang 21.00 Uhr. Ende etwa 23,00 Uhr. Außer
Miete. Bunter Silveſter=Abend. Leitung: Max
Buddenhagen. 1. Januar Anfang 20,00 Uhr. Ende 22.,00 Uhr. Außer Miete.
Mittwoch. Der Herr Borjemaaſter. Odenwälder Komödie von
Hans Holzamer. Dargeſtellt durch die Heſſ. Spiel=
gemeinſchaft
.

Im Heſſiſchen Landestheater kommt heute abend im Kleinen
Haus das Schauſpiel Der Fall Wunderlich zur Aufführung. Im
Großen Haus geht Lortzings, Waffenſchmied als geſchloſſene Vor=
ſtellung
um 19.30 Uhr in Szene. Morgen Sonntag wird im
Großen Haus die Oper. Die Königskinder von Humperdinck nach
der erſten, außerordentlich erfolgreichen Auführung in der neuen
Inſzenierung wiederholt. Die Partie des Königsſohnes ſingt
Kammerſänger Wilhelm Nentwig vom Badiſchen Staatstheater
Karlsruhe als Gaſt; Kammerſänger Nentwig wird die Partie
auch in der Vorſtellung am 2. Weihnachtsfeiertag ſingen. Im
Kleinen Haus kommt morgen abend die exploſive Komödie
Krach im Hinterhaus von Maximilian Böttcher zur
Erſtaufführung.

Volksweihnachten in Darmſtadt!
Acht große Weihnachtsfeiern der NSDAP. und des Winkerhilfswerkes des Deutſchen Volkes 1935 36.

Jeder ſoll teilhaben an der Weihnachtsfreude, ſo will es der Führer!
Wie in den beiden Vorjahren, wird auch in dieſem Jahr die
NSDAP. und das Winterhilfswerk des Deutſchen Volkes in allen
Orten des Reichs Weihnachtsfeiern mit anſchließender Beſcherung
der von dem WHW. betreuten Volksgenoſſen durchführen. Auch
der letzte der vom WHW. Betreuten ſoll bei dieſen Feiern ſich
deſſen bewußt werden, daß er in ſchwerer Zeit nicht allein ſteht,
vergeſſen von ſeinem Volke, ſondern daß ein ganzes Volk geſchloſ=
ſen
für ihn eintritt. In einem gigantiſchen Ausmaß feiert in die=
ſem
Jahre das ganze deutſche Volk Weihnachten mit ſeinen armen
Bedürftigen und verwirklicht ſo den Gedanken des wahren Sozia=
lismus
.
In unſerer Stadt finden 8 große Weihnachtsfeiern ſtatt, und
zwar für die Ortsgrupen:
Steinberg: Turnhalle der Viktoriaſchule.
Beſſungen: Beſſunger Turnhalle.
Rheintor: Städtiſcher Saalbau.
Maintor: Turnhalle der Eleonorenſchule.
Schloßgarten: Perkeo.
Gutenberg: Wiener Kronenbräukeller.
Gervinus; Woogsturnhalle.
Mitte: Feſthalle.

Sämtliche Veranſtaltungen beginnen mit Rückſicht auf di
Rede des Reichsminiſters Dr. Goebbels, die auf alle Säll=
übertragen
wird, pünktlich um 18.30 Uhr. An den Feiern neb=
men
teil, die Spitzen der Partei und ihrer Gliederungen, ſowä
des Staates.
Gauleiter und Reichsſtatthalter Sprenger wird der Feiet
in der Feſthalle perſönlich beiwohnen und durch ſeine Anweſer,
heit ſeine ſtete Schickſalsverbundenheit mit unſeren Betreuten er
neut kundtun.
Künſtlerinnen und Künſtler des Heſſiſchen Landestheaters
Chöre und Orcheſter verſchiedener Geſangvereine und Schulen wer
den mit ihren Vorträgen alt und jung die weihevolle Stimmung
des kommenden Weihnachtsfeſtes nahebringen. Der Weihnachts=
mann
wird jedem der für die Weihnachtsbeſcherung eingeladene
Kinder perſönlich ein Geſchenk überreichen und dafür ſorgen, da
auch die Augen der ärmſten Kinder in ungetrübter Weihnachts
freude ſtrahlen werden. Im Anſchluß an die Kinderbeſcherung fim
det eine Groß=Ausgabe von Lebensmitteln an die vom WHA7
Betreuten ſtatt. Dieienigen Volksgenoſſen, die aus Mangel an
Raum bei den Weihnachtsfeiern am Sonntag leider nicht zugegen
ſein können, erhalten ihre Weihnachtsgaben im Laufe des Mom
tags. (Vgl. die Mitteilungen des Amtes für Volkswohlfahrt im
parteiamtlichen Teil.)

Aus der HSouB.

Reichsleitung.
Parteiamtliche Bekanntgabe.
Der Chef der Kanzlei des Führers, Reichsleiter Bouhler,
gibt folgendes bekannt:
Die Kanzlei des Führers der NSDAP bleibt für den
Parteiverkehr in der Zeit vom Freitag, dem 20. Dezember 1935,
bis Montag, dem 6. Januar 1936, geſchloſſen. Ich bitte während
dieſer Zeit den Schriftverkehr auf das Allernotwendigſte zu be=
ſchränken
.
Der Gauleiter.
Dienſteinteilung der Gauleitung vom 24. 12. 1935 bis 1. 1. 1936.
Vom 24. Dezember 1935, mittags 13 Uhr, bis 2. Januar 1936,
vormittags 8.30 Uhr, bleiben die Dienſtſtellen der Gauleitung
geſchloſſen.
Das Gaupreſſeamt iſt zur Entgegennahme von Mel=
dungen
an folgenden Tagen beſetzt: 24. Dezember 1935, 8.30 bis
13 Uhr; 27. Dezember 1935, 1822 Uhr: 28. Dezember 1935, 18
bis 22 Uhr: 29. Dezember 1935. 1822 Uhr: 30. Dezember 1935,
1822 Uhr; 1. Januar 1936, 1822 Uhr.
Kreisleitung Darmſtadt.
Ortsgruppe Rheintor.
Die Weihnachtsfeier findet gemeinſam mit der NSV= Orts=
gruppe
Rheintor am Sonntag, dem 22. Dezember um 18.30 Uhr,
im Städt. Saalvau ſtatt. Soliſten und Schulerorcheſter der Städt.
Akademie für Tonkunſt wirken mit. Die Parteigenoſſen ſind herz=
lich
eingeladen.
Ortsgruppe Gervinus Weihnachtsbeſcherung.
Am Sonntag, dem 22. Dezember, abends 6.15 Uhr. findet in
der Woogsturnhalle eine Weihnachtsbeſcherung ſtatt, zu der alle
Parteigenoſſen nebſt Angehörigen eingeladen werden. Etwa 800
hilfsbedürftige Volksgenoſſen erhalten bei dieſer Geiegenheit durch
die NSV. ihre Weihnachtsgabe. Die Mitglieder der NS= Frauen=
ſchaft
ſowie die Vertreter der HJ. des BDM. und des Jungvolks
innerhalb des Ortsgruppenbereiches ſind ebenfalls freundlichſt
eingeladen.
Ortsgruppe Mitte.
Wir machen die Parteigenoſſen darauf aufmerkſam, daß am
Sonntag, dem 22. ds. Mts., abends 6.30 Uhr, eine gemeinſame
Weihnachtsfeier in der Woogsturnhalle ſtattfindet. Die Partei=
genoſſen
werden gebeten, dieſen Abend für die Veranſtaltung frei=
zuhalten
und daran teilzunehmen.
Reichsmütterdienſt im Deutſchen Frauenwerk.
Die Sprechſtunden der Kreisſachbearbeiterin Frl. Ilſe Block
fallen vom 19. Dezember 1935 bis 6. Januar 1936 aus. Anmel=
dungen
in dieſer Zeit ſind ſchriftlich an Frl. Ilſe Block. Darm=
ſtadt
, Aliceſchule, Friedrichſtraße 4, zu richten.

Arbeitsdank.

Mitgliedſchaft Gutenberg.
Heute Abend 20 Uhr findet im Wiener Kronenbräukeller
(Lokal Tod), Dieburger Straße, die Weihnachtsfeier der Mit=
gliedſchaft
Gutenberg ſtatt. Das Erſcheinen aller Kameraden iſt
Pflicht. Ehemalige Arbeitsdienſtkameraden ſind herzlich ein=
geladen
.
Mitgliedſchaft Maintor.
Heute abend 20 Uhr findet im Badiſchen Hof. Blumenthal=
ſtraße
, die Weihnachtsfeier der Mitgliedſchaft Maintor ſtatt. Das
Erſcheinen aller Kameraden iſt Pflicht. Ehemalige Arbeitsdienſt=
kumeraden
ſind herzlich eingeladen.
Der Bezirksobmann 3/25: L. Kirſchbaum.

Weihnachfsausgabe.

Am Montag, dem 23. Dezember 1935, findet auf den Ge=
ſchäftsſtellen
des Amtes für Volkswohlfahrt eine Weihnachtsaus=
gabe
an die Volksgenoſſen ſtatt, die an der Weihnachtsfeier am
22. Dezember 1935 nicht teilnehmen konnten.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Steinberg. Heinrichſtr. 101.
Buchſtabe AK vormittags von 913 Uhr,
Buchſtabe 23 nachmittags von 1319 Uhr.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Beſſungen. Eſchollbrücker.
Straße 18.
Zelle 1 von 810 Uhr
Zelle 2 von 1013 Uhr
Zelle 3 von 1315 Uhr
Zelle 4 von 1516 Uhr
Zelle 5 von 1617 Uhr
Zelle 6 von 1718 Uhr
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Maintor. Dieſterwegſchule
(Lagerhausſtraße).
Kart.Nr.
Kart.=Nr.
1250 von 910 Uhr 251500 von 1011 Uhr
501 bis Schluß 1112 Uhr
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schloßgarten, Schwanen=
ſtraße
(Altersheim).

Kart.=Nr.
1150 von 8 9 Uhr
301450 von 1011 Uhr
601750 von 1217
Uhr
9011050 v. 1516 Uhr

Kart.=Nr.
151300 von 910 Uhr
451600 von 1112 Uhr
751900 von 1415 Uhr
1051Ende v. 1617 Uhr

Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gutenberg, Riegerplatz 3.
Kart.=Nr.
Kart.=Nr.
175 von 910 Uhr
76150 von 1011 Uhr
151225 von 1112 Uhr
226300 von 1213 Uhr
301375 von 1516 Uhr
376450 von 1617 Uhr
451Ende v. 1718 Uhr
Die angegebenen Ausgabezeiten ſind genauein=
zuhalten
.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Rheintor. Zur Weih=
nachtsfeier
, gemeinſam mit der PL=Ortsgruppe Rheintor, am 22.
Dezember im Saalbau haben die NSV=Walter mit Familie ſich
pünktlich um 6 Uhr abends einzufinden.
Achtung! Chor der Liedertafel! Der gemiſchte Chor der
Liedertafel ſingt anläßlich der Weihnachtsfeier in der Darm=
ſtädter
Feſthalle am Sonntag, dem 22. Dezember, nachmittags
18.30 Uhr. Die Mitlieder des Chors werden daher erſucht,
pünktlich um 18 Uhr (nicht, wie irrtümlich angegeben, 18.45
Uhr) hinter der Feſthalle vollzählig anzutreten.

Die deutſche Arbeitsfront
A
Bekriebsführer- Handwerksmeiſter!

NS-Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟

Wieder ſtehen wir an der Schwelle eines neuen Jahres und
an der Schwelle eines neuen, des 3. Reichsberufswettkampfes.
So wie es für uns die wir die organiſatoriſchen Vorarbeitey hden Geſt
zu leiſten haben, eine Selbſtverſtändlichkeit iſt, alles daranzuſetzen, (h heute eu
um dieſe große Leiſtungsprüfung, die auf der Freiwilligkeit und ſſeine fſurch
dem eigenen Willen zur Leiſtung des Einzelnen aufgebaut iſt, zu ſieden auf
einem vollen Erfolg zu führen, muß es die Sorge eines jeden
Betriebsführers und eines jeden Handwerksmeiſters ſein, ſein
Lehrlinge reſtlos an dieſem Reichsberufswettkampf teilnehmen zu
laſſen. So wie durch den ſportlichen Wettkampf die Leiſtung au
dieſem Gebiet geſteigert wird, ſoll der Reichsberufswettkampf einel
Olympiade der Arbeit werden und Gradmeſſer für das
berufliche Können ſein, die beruflichen Fähigkeiten unter Beweis ſi enſte T
ſtellen.
Der deutſche Arbeiter der Vorkriegszeit war dank ſeine F ,
Gründlichkeit und Gewiſſenhaftigkeit in aller Welt geſucht und M hugd Al
geachtet. Es iſt der Befehldes Führers, die Jugend Mutz
der Nachkriegszeit aus ihrer Lethargie heraus Wyn
zureißen und zu einer leiſtungsfähigen Fach /My Herr
arbeiterſchaft zu erziehen. Es iſt unſere Aufgabe ar
unſerer eigenen Generation die Fehler einer 14jährigen hem
mungsloſen, von jüdiſchem Geiſt beeinflußten Politik gutzumachen.
Wir bauen uns eine neue Zukunft in einem
neuen, im nationalſozialiſtiſchen Geiſt.
Am Klar
Siegfried Koch, Leiter des RBWK.
tich. Die
Auchimeiſter
b unterhalt
Urlauberzug 1/36 Allgäu=Pfronten vom 25. Dezember 1935 Gugplatzes
bis 1. Januar 1936. Die Fahrtunterlagen für dieſe Fahrt ſind ſſ. Au
von den Teilnehmern noch vor 14 Uhr auf der Kreisdienſtſtell= Mt=Akt bri
gegen Abgabe des Gutſcheins in Empfang zu nehmen. Weiterhirſtkeltin
geben wir bekannt, daß je Teilnehmer noch ein Betrag von 1.M Flovn
RM. nacherhoben wird. Soweit von den Teilnehmern die Sport M ſich die
kurſusgebühr von 5. RM. noch nicht eingezahlt iſt, iſt dieſe be ind Flugſch
Aushändigung der Fahrtunterlagen zu entrichten. Alle Skilehr=0 Fliegern
gangteilnehmer müſſen im Beſitze der Jahresſportkarte ſein, die zu auf ihre
beim Sportamtsſtützpunkt für 30 Pfg. erhältlich iſt.
Urlauberzug 2/36 Schwarzwald=Kniebis vom 26. bis 29. De=
zember
1935. Für dieſen Urlaubszug ſind die Fahrtunterlagen Iim Arbei
bis ſpäteſtens 14 Uhr auf der Kreisdienſtſtelle, gegen Gutſchein Aozialiſtiſ
abzuholen. Näheres wird den Teilnehmern ſchriftlich mitgegeben ſrer und
KdF.=Sportkurſusteilnehmer! Die beiden Hallentenniskurſe in Arbe
am 21. und 22. Dezember müſſen wegen einer Beſetzung der Feſt=Mworden.
halle ausfallen. Der nächſte Kurſus beginnt am 11. und 12. Ja= huppe 254
nuar 1936. Vom 22. Dezember 1935 bis 5. Januar 1936 ein= uend an
ſchließlich ruht jeder Uebungsbetrieb. Ab 6. Januar werden alle
Sportkurſe wieder in vollem Umfange durchgeführt. Das neue Neihnachts
Sportprogramm (JanuarMärz) wird den Jahresſportkarten= ſteunde der
Inhabern rechtzeitig zugeſtellt.
Achtung Betriebswarte Kraft durch Freude‟! Für unten Mr
aufgeführte Betriebe ſorgen die Betriebswarte für ſchnellſte Ver=
teilung
des neuen Sportprogramms. Das neue Vierteljahres= Kin
ſportprogramm (JanuarMärz) liegt auf unſerer Geſchäftsſtelle, Uhr
Bismarckſtraße 19, zum Abholen bereit. Die auf einer beiliegen= ſier Mi
den Liſte aufgeführten Jahresſportkarten=Inhaber eines jeden Be= ſtütmiſſon
triebes ſind in erſter Linie bei der Verteilung zu berückſichtigen, hiſſon und
Die übrig bleibenden Sportprogramme ſind ſinngemäß zu ver= ends um
teilen. Einzeichnungsliſten zur Durchgabe in den Betrieben ſind ſen muſt
beigelegt. Liſte der Betriebe: Deutſche Bank. Drogerie Schäfer, Lehrer Sy
Landesbank, Landespolizei, Rothſchild. Heſſiſche Landwirtſchaftliche kmann ber
Zentralgenoſſenſchaft, Kaufhof. Firma Stamer, Firma Schneider,
Stegmüller, Studentenwerk. Woll=Schmidt W. u. P. Damenmoden. der Odenn
M Saale
Vereinsfüh
Das Gotteskind in der Martinskirche. Am 1. Weihe Retti=
nachtsfeiertag
, abends 8 Uhr, findet in der Martinskirche eins nd die beli
Aufführung des Weihnachtsſviels. Das Gotteskind von Emit dude durs
Alfred Hermann ſtatt. Die Mitwirkenden ſind Spieler der ehe=
maligen
Darmſtädter Spielſchar, Mitglieder der Martinsgemeinde
und ein Knabenchor des Herrn Landzettel.

er HJ. drikter Tag!
Winkerſonnwend iſt heuke!
Sie foll auch die Nokwende ſein!
Gebk! Schenkk und opferk!

Dem Veteran von 1866 und 1870/71 Herrn Johannes
Hatzenberger, Darmſtadt, Erbacher Straße 69, zu ſeinem
91. Geburtstag, den er in körperlicher und geiſtiger Friſche an
der Seite ſeiner 89jährigen Gattin feiern kann.
Frau Ida Grohé, hier, zu ihrem 70. Geburtstag, den ſie
am 19. d. M. feiern konnte.
Frl. Dina Mathes, langjährige Bezieherin unſeres Blat=
tes
, zum 81. Geburtstag, den ſie am 24. Dezember in geiſtiger
und körperlicher Friſche feiert.
Der älteſten Frau der Bergſtraße, Frau Thereſa Wiener=
im
St. Joſefshaus in Bensheim als Hoſpitalitin wohnend, zu
ihrem Geburtstag, an dem ſie ihr 94. Lebensjahr in noch körper=
licher
und geiſtiger Friſche beendet. Sie hatte noch 9 Geſchwiſter,
von denen ein Bruder 93, eine Schweſter 90 Jahr alt gewor=
den
ſind.
Frau Lina Grünewald in Eberſtadt. Schloßſtraße 46, zu
ihrem 70. Geburtstag.
Dem Ehepaar Kranz Keil und Frau Helene Dorothea, geb.
Berg, in Ueberau zum Feſt der Goldenen Hochzeit.
Dem Kreisſtraßenwärter i. R. Georg Petermann i
Hambach zu ſeinem 76. Geburtstag.

[ ][  ][ ]

etag, 21. Dezember 1935

Weihnachtsfeier der Flieger.
Flughafenleitung der Reichsluftaufſicht und die Flug=
1=G., Darmſtadt, hatten zu einer Weihnachtsfeier in den
ſaal geladen. Der Saal war mit eigenen Kräften ſtim=
foall
geſchmückt. Vom ſtrahlenden Weihnachtsbaum aus zog
Dekoration von Tannengrün um die Wände und um=
das
Bild des Führers und die Fahnen und Hoheitszeichen.
ſal war überfüllt. Alles was mit Darmſtadts Fliegerei zu
ſtte, war erſchienen, um nach der ernſten Arbeit im Dienſt
ſterlandes im Kreiſe der Kameraden und Damen die ſchöne
gunde des Chriſtfeſtes zu verleben. Unter den Gäſten ſah
ſ. a. die Herren Prof. Dr. Georgii, Leiter des Deut=
horſchungsinſtitutes
, für Segelflug, Bürgermeiſter Kopp,
adt, den Kommandanten der Landesfliegergruppe 11.
ſid el, den Leiter des Luftamtes Frankfurt, Oberſtleutnant
ſog, den Kommandanten des Lufthafens Frankfurt, Haupt=

böenſen.
Fir die Veranſtaltung zeichneten die Herren Hauptmann
ruer, Kommandant des Flughafens Darmſtadt, und Flug=
löchwarz
, Flughafen=A.=G.
ſi ſtimmungsvolles Weihnachtspotpourri leitete das Feſtpro=
b
ein. Einem von der Schülerin Lautenbach ſehr nett
Fragenen Prolog von Joſ. v. Eichendorff (Weihnachten)
die Begrüßungsanſprache des Kommandanten des Flug=
ſDarmſtadt
, Herrn Hauptmann Haßlauer. Seine erſten
bwaren Dank an alle, die ſo zahlreich erſchienen, und an alle,
polfen haben, das Feſt vorzubereiten und durchzuführen und
inem Ereignis zu geſtalten, an das ſich jeder gern zurück=
pt
. Es iſt das erſtemal, führte er aus, daß wir Männer von
ſttaufſicht eine Weihnachtsfeier veranſtalten, gemeinſam mit
ie draußen auf dem Flugplatz und in der Luft Tag für Tag
ger Pflichterfüllung ihren Dienſt tun. Herr Direktor
ſurz iſt ſofort freudig auf meine Anregung eingegangen
ſt uns tatkräftig unterſtützt. Der Laie ſieht ja nur hin und
ein Flugzeug in der Luft und beneidet wohl den Flieger.
0s nicht, wieviel Tropfen Schweiß, ſchwere Arbeit es koſtet,
ſigzeuge inſtandzuhalten und den Dienſt zu tun, der mit der
nei verbunden iſt. Trotzdem haben ſich ſofort viele Kräfte
ſtefügung geſtellt, die Feier ſo ſchön zu geſtalten. Weihnach=
lldas
Feſt der Familie, der Freude und des Friedens. So
nauch wir dieſen Abend begehen wie eine große, einige Fa=
1ſ Alle Unbill des Alltags ſoll vergeſſen ſein in der Freude
dem Gefühl der Zuſammengehörigkeit. An eines aber
ſuich heute erinnern, an die Weihnachten 1932. Das war die
) eine furchtbare Gefahr Deutſchland hedrohte wo das Wort
ſieden auf Erden ſehr leicht in das Gegenteil, in Blut und
Aiſekehrt worden wäre. Da gab uns der Herrgott in letzter
üu den Mann, der mit ſtarker Hand das Steuer herumwarf
eur Stunde. In unauslöſchlichem Dank bleiben wir ihm ver=
y
und auch in dieſer Stunde geben wir unſeren Gefühlen
änkes Ausdruck, indem wir rufen: Unſerem Führer Adolf.
Aer in dreifach Sieg=Heil!
ſie ernſte Teil des weiteren Programm brachte Liedervor=
ſe
ſehr gut geſungen von Herrn Ritzinger u. a. Heim=
Eim Hugo Wolf, Liebesfeier von Weingartner, den Prolog
Miazzo, gemeinſam geſungene Weihnachtslieder, ernſte Rezi=
Unn von Oberwachtmeiſter Beger (eigene Dichtung), Kla=
Fſa von Herrn K. Dietrich, und zum Schluß das herrliche
Anchtslied Chriſt iſt geboren von Hildach. So wahr die
Abeſcheint, von Trunk, und das ſtarke Vaterlandsbekenntnis
chland, du darfſt nicht untergehen von Otto Höſer. Alle
ihlen von Frl. Gerhard, deren ſchöne Stimme beſte Schule
Aeder ebenſo wie den anderen Soliſten, herzlichſter Beifall
. Am Klavier wirkte begleitend und führend Herr K.
tich. Die hübſche, ſinnige Zeichnung des Programms war
ſüchtmeiſter Geiſt.
ſin unterhaltenden Teil des Abends produzierten ſich Kräfte
äugplatzes in ſeltener Vielſeitigkeit und künſtleriſchem
in. Anſager war Herr Padok, der auch in einem Zeichen=
ſgbik
=Akt brillierte, ein glänzender Grock=Parodiſt war Flug=
tiürdelting
mit ſeinem Hund. Fifi‟. Dann gabs noch zwei
Mt=Elowns (Hönig und Schäfer), die 3 Apfelſinis,
Iit ſich die Fluglehrer Kelting, Segelfluglehrer Schrö=
uu
Flugſchüler Block entpuppten, u. v. a. Die Stunden
u Fliegern verflogen im Fluge. Ein Beweis, daß es
M. St.
tur auf ihrer Weihnachtsfeier.
ſum Arbeitsführer ernannt. Der Oberſt=Feldmeiſter im
Auſozialiſtiſchen Arbeitsdienſt Robert Falkenhagen iſt
ntährer und Reichskanzler mit Wirkung vom 18. Dezember
um Arbeitsführer im Reichsarbeitsdienſt
ſahn worden. Arbeitsführer Falkenhagen führt die Arbeits=
ſtuppe
254 Darmſtadt. Arbeitsführer Falkenhagen hat ſich
Angend an dem Aufbau des Arbeitsdienſtes ſeit 1933 be=
EWeihnachtsfeiern in der Stadtmiſſion. Die Mitglieder
nunde der Stadtmiſſionsarbeit werden darauf hingewieſen,
n kommenden Sonntag, dem 7. Dezember, nachmittags
ür, die Weihnachtsfeier der Sonntagsſchule abgehalten
Eingeladen ſind die Eltern der Kinder und alle, die ſich
Kindern freuen wollen. Am 1. Weihnachtstag, vormit=
Uhr, jindet wieder, wie alljährlich, die Chriſtmette
uer Mitwirkung des Poſaunen= und des Gemiſchten Chors
lädtmiſſion Die große öffentliche Weihnachtsfeier der
Anſſion und des Blauen Kreuzes iſt am 2. Weihnachtsfeier=
luends
um 7 Uhr. Die Jugend bietet ein Krippenſpiel.

m muſikaliſche Darbietungen und bibliſche Anſprache von
nlehrer Spamer aus Hanau. Zu den Weihnachtsfeiern
bmann herzlich eingeladen. Der Eintritt iſt frei.
der Odenwaldklub Frankonia hielt ſeine Weihnachts=
n
Saale Rummelbräu ab. Der Begrüßungsanſprache
Vereinsführers folgte ein ſinnvoller Prolog, geſprochen
Rettig. Das Programm, das unter anderem Theater=
Aid die beliebte Kinderbeſcherung durch den Nikolaus ent=
ſtturde
durch einige von Frau Eckſtein gut zu Gehör ge=
Mcte Geſangsſtücke vervollſtändigt. Die Theaterſpieler, die in
Au uf Darſtellung keinerlei Wünſche offen ließen, fanden

dtzblt den ungeteilten Beifall der Erſchienenen. Die Spiel=
hut
lag wieder in den bewährten Händen von Herrn
ſolltirt. Nach Beendigung des Programms blieben jung und
Munt noch einige Stunden in fröhlicher Weihnachtsſtimmung
mrann.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dis de Aalblelbelier Hingen.
Helia: Anſchlag auf Schweda.
Nach dem bekannten, ſeinerzeit viel geleſenen Roman von
Jan Molten hat die Rota in der ausgezeichneten Regie von Karl=
heinz
Martin einen Film gedreht, der den allerbeſten deut=
ſchen
Kriminalfilmen zuzurechnen iſt. Er dürfte zu den Spitzen=
leiſtungen
deutſcher Filmkunſt zählen. Sauber und klar, frei von
Uebertreibungen und doch was bei Kriminalfilmen ja die
Hauptſache iſt von ſtarken Spannungen erfüllt. Keine Ueber=
treibungen
, keine an den Haaren herbeigezogenen Situationen,
die künſtlich aufgebaut werden mußten, was ja im allgemeinen
die deutſchen Kriminalfilme von vielen Ausländern ſympathiſch
unterſcheidet. Und menſchlich hervorragend. In der Handlung
ſowohl wie in der Rollenbeſetzung. Da ſind keine Theaterböſe=
wichte
, da iſt, wo es angebracht, ein Lichtchen Humor drauf=
geſetzt
, aber alle, die handelnd auftreten, ſind Menſchen von
Fleiſch und Blut. Sind letzten Endes ſympathiſch. Wie auch

Man Kie
Poeer Voß und Armin Schweirer in dem Tobi--Rota-Film
nuchlas aut Schwede
der Kernpunkt der Handlung, und dieſe in all ihren Phaſen. Mo=
raliſch
und rechtlich einwandfrei. Obwohl es ſich um Mord han=
delt
und um einen Mörder, der ſeine Tat geſteht und doch
unſchuldig iſt. Aber die Handlung iſt den Leſern des Romans
ja bekannt. Wenn nicht, dann wollen wir die Spannungen nicht
vorzeitig löſen.
Die ſchauſpieleriſchen Leiſtungen ſind durchweg hervorragend.
Marianne Hoppe, die Regina Keßler, temperamentvoll und
heiter, erſchütternd in tragiſchen Momenten, warmherzig und un=
theatraliſch
. Und ein ebenbürtiger Partner ihr in allen Situatio=
nen
Peter Voß, der Staatsanwalt. Als Dritter im Kleeblatt
der Führenden‟ Eugen Klöpfer, der dem Clown Clovel viel=
fach
etwas Unheimliches gibt. Im übrigen gut im Enſemble
am Platze Hanna Waag, Grete Weiſer, Walter Laden=
gaſt
, vor allem Ernſt Legal, der aus dem Hotelier eine Cha=
rakterrolle
geſtaltet, Ernſt Behmer, Armin Schweitzer
*8
u. v. a. mehr.
Palaſt: Knox und die luſtigen Vagabunden.
Ein Film mit Pat und Patachon! Alle Trauerreden
und Lebewohls, die man ſeinerzeit dem kleinen. Patachon wid=
mete
, ſtellen ſich als falſch heraus es iſt tatſächlich der alte
Patachon, kein unzureichendes Double wie in Pauken und Trom=
peten
, ſondern Patachon in ſeiner ganzen beſcheidenen Lebens=
größe
, in alter Lebendigkeit und mit ungetrübter Pfiffigkeit in
den hellen Augen. Große Freude im Zuſchauerraum, wenn die
beiden auf der Leinwand auftauchen, ſingend, das Ränzchen auf
dem Rücken, durch die Landſchaft tippeln. Das Schickſal ver=
ſchlägt
ſie in einen Zirkus, dort werden ſie Clowns, erringen als
Elefantendreſſeure einen durchſchlagenden Erfolg und machen ſich
dann wieder auf die Socken. Viel zu früh, wie der Zuſchauer
bedauernd feſtſtellt.
Ein Film mit Pat und Patachon, und doch iſt er keiner der
alten Pat=Patachon=Filme, für welche die Handlung ſtets nur
Mittel zum Zweck, zum erheiternden Agieren der beiden Helden
geweſen iſt. Knox aber iſt ein ſehr anſtändig gemachter Spiel=
film
, der ſogar ernſt daherkommt und eine Handlung mit Hand
und Fuß aufweiſt. Das Drehbuch ſchrieb der bekannte Burg=
theater
=Dramatiker Hanns Saßmann, Regie führte E. W.
Emo, Schauplatz des Filmes iſt die öſterreichiſche Provinz und
ſein eigentlicher Held ein großer Wanderzirkus mit allem Drum
und Dran. Die beiden in ſtetem Geplänkel miteinander liegen=
den
Direktoren werden von Leo Slezak; ein ewig grollender
Vulkan, und Hans Moſer in einer an ihm ganz ungewohnten,
aber ſehr liebenswürdigen Vaterrolle geſpielt. Adele Sandrock.
wie üblich mit herzerfriſchendem Kommandoton und einem gol=
digen
Herzen, und ein ungewöhnlich ſympathiſches Liebespaar
Georgia Holl und Rolf Wanka ergänzen das ausgezeichnete
Enſemble. Der Film entläßt ſeine Zuſchauer ſehr befriedigt, er
wird durchaus allen Anſprüchen gerecht, die man an einen guten
Unterhaltungsfilm ſtellen muß.
N"
Das Union=Theater bringt einen packenden Abenteurer=
Film mit Hans Albers. Charlotte Suſa. Jack Trevor, Hubert
von Meyerinck. Otto Wernicke, Ernſt Dumke. Aribert Wäſcher
u. a. m. in Henker, Frauen und Soldaten.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen einen ſpannenden Kriminal=
Film Anſchlag auf Schweda mit Marianne Hoppe, Peter
Voß. Eugen Klöpfer.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen ein Bombenluſtſpiel mit den
Original Pat und Patachon, Hans Moſer, Leo Slezak. Adele
Sandrock in Knox und die luſtigen Vagabunden.
Jugendliche ſind zugelaſſen.

Nr. 350 Seite 7

der Potelſbart imn Ain.

Wie bekannt, findet am morgigen Sonntag vormit=
tags
11 Uhr, im Union=Theaterbeifreiem Eintritt
die Erſtaufführung des Altrhein=Filmes ſtatt, der im vergange=
nen
Sommer unter dem Titel Der Altrhein ruft zum
Waſſerſport von Gg. Perabo und O. Umbreit gedreht
wurde. Es handelt ſich um einen Amateur=Schmalfilm, der jedoch
mit Hilfe eines beſonderen Projektors auch im Groß=Film= Thea=
ter
vorgeführt werden kann.
Im 1. Teil bringt der Film Bilder vom Alt=
rhein
. Wir fahren im Motorboot von der Südſpitze zur Nord=
ſpitze
und ſehen hierbei die für jeden Paddler bekannten wunder=
vollen
Landſchaftsbilder. Wir berühren die Königsinſel, Erfel=
den
, Stockſtadt, die Bootshäuſer der Waſſerſportvereine und der
Marine=SA., das Aquarium, die Schwedenſäule, die Knoblauchs=
aue
, und werfen ſchließlich einen kurzen Blick auf das im Hinter=
grund
liegende Weinſtädtchen Oppenheim mit der Landskrone.
Der 2. Teil zeigt uns Ausſchnitte aus dem
Waſſerſport, der am Erfelder Altrhein betrie=
ben
wird. Wir ſehen die verſchiedenen Bootstypen, das ſport=
liche
Treiben auf dem Waſſer und an den Ufern des Kühkopfes,
die Zeltlager der Paddler, und erleben ſchließlich einige Aus=
ſchnitte
aus der Altrhein=Regatta. Zahlreiche Paddler wurden
hierbei unbewußt gefilmt und können ſich daher ſelbſt als Film=
ſchauſpieler
bewundern.
Der 3. Teil ruft uns das herrliche Altrhein=
Feſt 1935 in Erinnerung. Das Feſt beginnt mit der Auf=
fahrt
von 400 Boten, die bekanntlich in Anweſenheit von Gau=
leiter
und Reichsſtatthalter Sprenger ſtattfand, der auch die Taufe
der 4 Zehnerkanadier vornahm. Wir erleben den Aufmarſch der
SA. und der übrigen Partei=Organiſationen, ſehen das Leben
und Treiben in dem großen Maſſenlager der Zelte, und erkennen
auch wieder im Film., daß dieſes Altrheinfeſt tatſächlich ein wirk=
liches
Volksfeſt geweſen iſt. Im Rahmen dieſes Aktes wurde
auch der Staffellauf Darmſtadt Erfelden der
damals die Taufurkunden und das Woogswaſſer zum Altrhein
brachte, durch Gg. Grohe im Film feſtgehalten. Neben dem be=
ſonderen
Intereſſe für die Darmſtädter wurde der Film ſo auf=
gebaut
, daß er auch von Allgmeinintereſſe für ſonſtige Bevölke=
rungskreiſe
iſt. Er wird deshalb durch das Filmamt des Fach=
amtes
für Kanuſport für alle Waſſerſportvereine Deutſchlands in
Verleih gegeben. Neben dem Altrhein=Film läuft noch ein klei=
ner
Beifilm ſowie die Ufa=Tonwoche. Das Muſikkorps
der Landespolizeigruppe Darmſtadt unter Leitung
von Obermuſikmeiſter Buslau wird die Veranſtaltung muſika=
liſch
umrahmen und die Morgenfeier mit der Qupertüre aus der
Oper Der Freiſchütz von Karl Maria v. Weber einleiten.
Sonnkagsdienſt der Zahnärzie.
Auf Anordnung des Reichsverbandes der Zahnärzte Deutſch=
lands
wird ab 1. September 1935 der Sonntagsdienſt eingeführt.
Der zahnärztliche Sonntagsdienſt beginnt Samstag nachmit=
tag
um 18 Uhr und endigt Sonntag nachts um 24 Uhr.
Die Zahnkranken ſollen jedoch in erſter Linie verſuchen, ihren
Haus=Zahnarzt zu erreichen, und erſt, wenn dieſer nicht da iſt, ſich
an den Zahnarzt des Sonntagsdienſtes wenden.
Die Tätigkeit des Sonntagsdienſtes verſteht ſich lediglich auf
Schmerzbeſeitigung. Weitere Behandlung übernimmt ſpäterhin
der jeweilig behandelnde Arzt des Betreffenden.
Es verſieht den Sonntagsdienſt am 22. Dezember: Zahn=
arzt
Dr. Nachtigall, Mackenſenſtraße 1. Tel. 3638 oder 4352.
Sonntagsdienſt der Dentiſten.
Es verſieht den Sonntagsdienſt am 22. Dezember: Dentiſt
Bruno Dietrich, Hoffmannſtraße 23, Tel. 1269.
Sonntags= und Nachdienſt in den Apotheken Darmſtadts. Es
verſehen den Nachtdienſt in der Woche vom 21. bis 25. Dezember
und den Sonntagsdienſt am 22 Dezember: die Hirſch=
apotheke
, Nieder=Ramſtädter Straße 21, und die Nordend=
apotheke
, Dietrich=Eckart=Platz 17.

Gartenbauverein Darmſtadt e. V. Die Dezember= Verſamm=
lung
tahm einen recht ſchönen Verlauf, wenn auch der angekün=
digte
Vortrag über Weihnachtsbilder aus dem Odenwald ganz
beſonderer Umſtände halber von der Tagesordnung abgeſetzt wer=
den
mußte. Dafür wurde eine Bilderreihe eingeſetzt, welche die
Anweſenden gleichfalls im Geiſte in den Odenwald führte und den
klaren Beweis erbrachte, daß dieſe heimatliche Gebirgswelt mit
ihren maleriſchen Reizen ein ergiebiges Feld für kunſtphotogra=
phiſche
Betätigung iſt. Sie wurde zuſammengeſtellt von Mitglie=
dern
des hieſigen phot. Vereins, welche die Lichtbildnerei als edel=
ſten
Sport betreiben und durch fortgeſetzte ernſte, bildmäßige
Schulung eine unverkennbare Meiſterſchaft auf dieſem Gebiet er=
reicht
haben. Die zahlreichen Bilder, die in abwechſelungsreichen
Streifzügen vom nahen Frankenſtein bis zum entlegeneren Katzen=
buckel
führten, zeigten deutlich die bezaubernde Friſche in der Aus=
wahl
und Auffaſſung der Motive, die glückliche Beherrſchung der
photographiſchen Technik und die beneidenswerte Kunſt, mit ge=
übtem
Auge das Bildartige in den einzelnen Aufnahmen durch
verſtändnisvolle Ausſchnitte zu ſteigern. Sie ſprachen für ſich. und
Herr Grimm, der ſie vorführen ließ, brauchte nicht viel Worte
darüber zu verlieren. Der dargebotene Kunſtgenuß wurde von
den zahlreichen Anweſenden mit aufrichtigen Beifallsbezeugungen
belohnt. Als angenehmen Abſchluß des Vereinsabends gab es
eine ausgiebige Blumenverloſung.
Eisbahn am Böllenfalltor eröffnet! Die Spritzeisbahn am
Böllenfalltor, die bereits am letzten Samstag und Sonntag eine
ſtattliche Beſucherzahl anlockte, hat die kurze Tauwetterperiode
recht gut überſtanden. Bereits in der Nacht vom Donnerstag
auf Freitag hat ſie eine neue Decke erhalten, auch in der letzten
Nacht iſt eifrig geſpritzt worden, und heute wird ſie wieder in
vollem Umfang eröffnet. Es iſt wieder vorgeſehen getrennte
Bahnen für Erwachſene und Kinder einzurichten, und wenn das
Froſtwetter anhält, haben die Eisſportler auch vom Wettergott
ihre Weihnachtsfreude.
Sgw.
Belida zeigt nur noch heute und morgen Der Schlaf=
wagenkontrolleur
mit Georg Alexander, Olly v. Flint,
Theo Lingen Guſtav Waldau.
Reſi=Theater zeigt den hervorragenden, ſpannenden Flie=
gerfilm
Helden von heute mit Wallace Beery. In deutſcher
Sprache. Zugerdliche zugelaſſen.

Miorel dieledell deeler iolett

finden Sie bei uns in hochwertiger
Oualität und größter Auswahl.

Hauptprelslagen:

Af

Ie.
D. TO.
Sonntag geöffnet von 27 Uhr.

Te

Taoblleololo

DAAaoSTe leTMABTOUNLTTRTIO

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember

Der Pollzeibericht.

Vorſicht! Einbruchsgefahr für Banken, Bebörden, Kauf=
häuſer
uſw. Unbekannte Täter haben in der Nacht zum 1. 12. 35
den Montageraum einer Grube erbrochen und aus dieſem einen
gutogen. Schneidebrenner und 2 Mamometer geſtohlen. Gleichzeitig
wurden mittels Nachſchlüſſel, vermutlich von den gleichen Tätern.
in der Nacht zum 14. 12. 35 aus dem Geräteraum einer anderen
Grube 10 dunkelblaue, gefüllte Sauerſtofflaſchen, mit je 21 Liter
Inhalt, entwendet. Es iſt mit Sicherheit anzunehmen, daß die ge=
ſtohlenen
Einbrecherwerkzeuge zur Ausführung von Geldſchrank=
einbrüchen
benutzt werden ſollen. Erhöhte Sicherheitsmaßnahmen
ſind geboten.
Wer hat Wahrnehmungen gemacht? Am Dienstag, den 17.
12. 35, in den Abendſtunden, wurde in einem hieſigen Reſtaurant
von einem dort ſtehenden Garderobenſtänder ein Herrenmantel ge=
ſtohlen
. Beſchreibung des Mantels: Hellgrauer beiger Sommer=
mantel
ohne Gürtel. An der äußeren linken Bruſttaſche ( Bruſt=
ſeite
) befindet ſich ein dunkler und am rechten Unterarm in ovaler
Form ein heller Fleck. An der Krageninnenſeite befindet ſich ein
blaues Seidenläppchen mit der Aufſchrift: Bamberger u. Herz,
Leipzig. Der Mantel iſt durchweg braun gefüttert.
Wechſelfallenſchwindler. Am 13. Dezember 1935 kaufte ſich
ein Unbekannter in einem Ladengeſchäft in der Eliſabethenſtraße
ein Stück Seife für 32 Pfennig. Auf den zur Zahlung vorgelegten
Zehnmarkſchein wurden ihm 9,68 RM. herausgegeben. Beim
Einſtecken des Geldes ſagte der Unbekannte zu der Geſchädigten,
ich dachte es ſeien 50 RM. geweſen. Die Ladeninhaberin zeigte
daraufhin dem Käufer den bereits in die Kaſſe gelegten 10= Mark=
ſchein
wieder vor. Während ſich der Mann den Geldſchein betrach=
tete
, holte er eine Handvoll Silbergeld aus der Hoſentaſche und
frug dabei die Geſchäftsfrau, ob ſie ihm nicht für 20 Mark Silber=
geld
einen Zwanzigmarkſchein geben wolle. Die mit dem Wech=
ſeln
einverſtandene Geſchädigte nahm dann einen Zwanzigmark=
ſchein
aus der Kaſſe und übergab dieſen dem Unbekannten. Der
Täter legte daraufhin 10 Mark in Silber und den ihm vorher
vorgezeigten Zehnmarkſchein auf den Ladentiſch, wobei er das Ge=
ſchäft
verließ. Als die Geſchädigte das Wechſelgeld in die Laden=
kaſſe
legte, fiel ihr ein, daß der Unbekannte den vorgezeigten 10=
Markſchein nicht zurückgegeben, ſondern beim Wechſeln wieder in
Zahlung gegeben hatte. Dadurch wurde die Geſchäftsfrau um den
Betrag von 10 Mark geſchädigt und betrogen. Beſchreibung des
Täters: Etwa 50 Jahre alt. 1,80 Meter groß vollſchlank, friſches
Ausſehen, graumeliertes Haar, trug grauen Filzhut und grauen
Mantel. Auf die gleiche Art geſchädigte Perſonen werden gebeten,
bei dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt, Hügelſtraße Nr. 31
bis 33, Zimmer 29a, 2. Stock, oder bei dem zuſtändigen Polizei=
bezirk
vorzuſprechen.
Verkehrsunfälle. Am Freitag, den 20. 1. 35, gegen 12.32 Uhr,
ereignete ſich in der Eliſabethenſtraße ein Verkehrsunfall. Ein
Darmſtädter Lieferwagen fuhr von weſtlicher nach öſtlicher Rich=
tung
durch die Eliſabethenſtraße. Zwiſchen der Saalbau= und
Grafenſtraße lief plötzlich ein vierjähriger Junge über den Fahr=
damm
direkt vor das Fahrzeug Schwerverletzt wurde das Kind
durch die Freiwillige Sanitätskolonne in das Stadtkrankenhaus
verbracht, wo es in bedenklichem Zuſtande darniederliegt.

Am gleichen Tage ereignete ſich Ecke der Roßdörfer= und Beck=
ſtraße
ein Zuſammenſtoß zwiſchen einem Lieferwagen mit dem
vol. Kennzeichen 18 14 312 und einem Perſonenkraftwagen mit
dem vol. Kennzeichen Th 44 777. Perſonen kamen nicht zu
Schaden. Beide Fahrzeuge wurden beſchädigt.

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Die erſte Große Strafkammer verhandelte am
Donnerstag in zweiter Inſtanz gegen den Fuhrunternehmer
Jakob Wagner aus Wiesloch in Baden. Wagner hatte im
Auguſt dieſes Jahres auf der Straße von Ober=Finkenbach nach
Hirſchhorn ein junges Mädel angefahren, und das Schöffengericht
hielt ſeine ganze Alleinſchuld derart für klar ewwieſen, daß es ihn
im Oktober dieſes Jahres zu einer Gefängnisſtrafe von acht Mo=
naten
und einer Buße von 3000 RM. verurteilte. Durch die
Zeugenausſagen hatte ſich ergeben, daß Wagner anſcheinend das
Mädchen durch plötzliches Herüberfahren ſpaßhalder erſchrecken
wollte, und dabei zu nah an das Mädchen herankam. Der Ange=
klagte
beſaß die Kühnheit, gegen dieſes Urteil Berufung einzu=
legen
, mit der Behauptung, ein Schlagloch habe den Anhänger
aus dem Kurs gebracht und gegen das Mädchen geſchleudert.
Vielleicht aber ſei das Mädchen auch umgeknickt, denn der Abſatz
ſei loſe geweſen, und dabei zu nahe an ſein Auto gekommen. Die
heutige wieder ſehr eingehende Beweisaufnahme ergibt ebenſo
klar wie in der erſten Inſtanz das ganz einwandfreie und grobe
Verſchulden des Angeklagten, ſo daß das Gericht heute, insbeſon=
dere
angeſichts der abſoluten Einſichtsloſigkeit Wagners, auf eine
Gefängnisſtrafe von 10 Monaten erkennt. Die Buße
bleibt beſtehen.
Am Nachmittag wird verhandelt gegen den 18jährigen
Günther Strauß aus Frankfurt a. M. wegen verſuchter Not=
zucht
und tätlicher Beleidigung. Der Angeklugte war häufig zu
Beſuch bei ſeiner Schweſter in Höchſt und wird nun beſchuldigt,
das ſeinerzeit dort beſchäftigte, gerade 17jährige Dienſtmädchen
mit Gewalt zu unzüchtigen Handlungen gebracht zu haben. Die
Beweisaufnahme ergibt, daß das Mädchen in Höchſt keinen ſehr
guten Ruf genießt, daß es wie die Zeugen bekunden, mannstoll,
iſt und in den Angeklagten bis zu einem gewiſſen Grad verſchoſſen
war. Das Gericht hält die Ausſagen des Mädchens für vollkom=
men
unglaubhaft, ſo daß es ſich lediglich an die Ausſagen des An=
geklagten
ſelber halten kann, der zugibt, das Mädchen, allerdings
mit deſſen Zuſtimmung, ein= oder zweimal geküßt zu haben. Das
Gericht kommt zu der Auffaſſung, daß zwar Notzuchtshandlungen
in keiner Weiſe vorkamen, daß aber der Angeklagte, der Jude iſt,
ganz genau gewußt habe, daß er das Mädchen durch ſein Ver=
halten
auf das äußerſte bloßſtellen mußte, und daß er ſich das in
der heutigen Zeit unter keinen Umſtänden hätte leiſten dürfen.
Es wird ihm mildernd zugebilligt, daß das Mädchen ihm auf
dreiviertel Weg entgegenkam. Das Gericht verurteilt den Ange=
klagten
infolgedeſſen wegen tätlicher Beleidigung zu einer Ge=
fängnisſtrafe
von drei Monaten. Zwei Monate der Unterſuchungs=
haft
werden, da er geſtändig war, angerechnet.

Deviſenvergehen eines jüdiſchen Emigranten.
LPD. Frankfurt a. M., 19. Dez. Im objektiven Verfahren
verfügte das Schöffengericht die Einziehung des Gegenwertes von
114 472 RM. zugunſten des Deutſchen Reiches, vertreten durch den
Präſidenten des Landesfinanzumtes Kaſſel. Das Verfahren rich=
tete
ſich gegen den 1873 in Polen geborenen Chaim Hirſch Eiſen=
berg
, der zuletzt in Frankfurt a. M. wohnte und Hauptbeteiligter
der Süta G. m. b. H. war, die in Textilien arbeitete. Der Be=
ſchuldigte
hat ſich heimlich ins Ausland begeben und vorher alles
an Geldern flüſſig gemacht, was nur irgend möglich war. Nach
den Ermittelungen der Steuerjahndungsſtelle hat er 1933 den
Betrag von 18 522 RM. als Privatentnahme dem Geſchäft ent=
zogen
und 24 000 RM. als Kapitalrückzahlung an ſich genommen.
Außerdem erlöſte er aus dem Verkauf von Häuſern und Liegen=
ſchaften
Beträge von 6450 RM., 12500 RM. und 43 000 RM.
Bei den Verkäufen drang er ſtets auf ſofortige Barzahlung. Der
Verbleib des Geldes konnte nicht nuchgewieſen werden, doch hat
er es zweifellos ohne Erlaubnis mit ins Ausland genommen. Als
man in ſeine Wohnung drang, ſtanden dort nur noch die Möbel.
während alle Wäſcheſtücke und Silberſachen fehlten. Gegen den
Angeklagten ſchwebt noch ein weiteres Verfahren wegen Hinter=
ziehung
der Reichsfluchtſteuer. Eine von dem Angeklagten ge=
plante
Schiebung in Leivzig mißglückte. Es ſollte dort eine Hypo=
thek
von 40 000 RM. eingetragen werden und die Gebrüder
Keſtenborn in Leipzia ſollen mit Chaim Hirſch Eiſenberg unter
einer Decke geſtekt haben. Die Keſtenborns ſind aber auch ins
Ausland geflohen, vermutlich mit dem Angeklagten zuſammen.

IPD. Gießen, 19. Dez. Unbrauchbare Leber in die
Wurſt verarbeitet. Das lieſige Schöffengericht verurteilte
am Mittwoch den Hermann Chriſtmann und einen gewiſſen Her=
mann
Euler, beide aus Gießen, zu einem Jahr bzw. neun Mona=
ten
Gefängnis. Die Verhandlung ergab, daß Euler bei ſeiner
Tätigkeit im Gießener Schlachthof die dort bei der Unterſuchung
als für den menſchlichen Genuß unbrauchbar bezeichnete Leber,
die teilweiſe ſogar tuberkulös war, beiſeite geſchafft und an Chriſt=
mann
verkauft hatte. Dieſer verarbeitete ſie dann in ſeinem Be=
trieb
in die Wurſt, die er als vollwertig verkaufte. Das ging ſo
einige Zeit, bis dieſes ſkrupelloſe Verhalten bekannt wurde.
Euler wurde wegen fortgeſetzten Diebſtahls und Vergehens gegen
das Lebensmittelgeſetz, Chriſtmann wegen fortgeſetzter Sachhehle=
rei
und fortgeſetzten Vergehens gegen das Lebensmittelgeſetz ver=
urteilt
.

Giefanen iin Boenwale.

LPD. Wenn man durch das Tal
der Mümling, durch die Oden=
waldſtädtchen
Erbach, Michel=
ſtadt
, Höchſt, König und wie ſie
alle heißen, fährt, ſo kann man
an vielen Häuſern einen kunſt=
voll
geſchnitzten Elefanten
ſehen. Er iſt das Symbol der
Odenwälder Elfenbeinſchnitzer,
deren kunſtvolle Erzeugniſſe
von hier aus in alle Welt
gehen. Es iſt eine alte Ge=
ſchichte
um dieſen Elefanten im
Odenwald. Ein Erbacher Edel=
man
, der Graf Franz zu Er=
bach
, war für allen Fortſchritt
aufgeſchloſſen und hat nicht nur
die Lage der Landwirtſchaft ge=
hoben
und Straßen gebaut,
ſondern auch die Elfenbein=
ſchnitzkunſt
im Odenwald ein=
geführt
. Nach alter Familien=
ſitte
ſelbſt in einem Handwerk
ausgebildet, wurde der Graf
ſpäter Obermeiſter der Drechſler=
zunft
und brachte es in der
Kunſt des Beinſchnitzens zu be=
achtlicher
Fertigkeit. Das Mu=
ſeum
im Gräflichen Schloß zu
Erbach bewahrt heute noch
Odenwaldſchnitzer iſt ſo das wundervolle, aus Elfenbein geſchnitzte Frauenfigur. (DNB=Heimatbilderdienſt, Phot.: Spanm
Elfenbein, aber auch anderes
Beinmaterial und Kunſtharz
werden verarbeitet. Während man früher als Maſſenartikel

einige herrliche Arbeiten auf. Auf dem linken Bild ſieht man das koſtbare Arbeitsmaterial der Odenwälder Elfenbeinſch
Das koſtbarſte Material der einen ganzen Stapel wuchtiger Elefantenſtoßzähne. Rechts: Ein Stoßzahn wird zerſägt, darüb

je nach der Mode Roſen, Hirſchbroſchen und andere Schmuckſtücke
herſtellte, ſind in letzter Zeit beſonders die Edelweißabzeichen
von den Eingeborenen an die Reiſenden auf den Schiffen ver=
ſandt
werden. Daneben gibt es ſelbſtverſtändlich auch zahlreiche
andere kunſtvolle Beinſchnitzereien, die von der Werkſtatt des

Odenwaldſchnitzers ihren Weg in die Welt nehmen. Die
lich geſchnitzten Figuren Elefanten und andere Tiere aus!
und ſchwarzem Ebenholz, die in Aegypten, Afrika und Su
von denEingeborenen an die Reiſenden auf den Schiffe,
kauft werden, ſtammen beſtimmt nicht ſelten aus unſerem hi
lichen Odenwald.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen, 20. Dez. Weihnachtsfeier der Müt=
terberatung
. Im evangeliſchen Gemeindehaus fanden ſich
geſtern nachmittag die die Mütter= und Säuglingsberatungsſtunde
beſuchenden Mütter mit ihren Kleinen zu einer ſchlichten weih=
nachtlichen
Stunde zuſammen. Neben der Kreisfürſorgerin waren
als Vertreter der Gemeinde Herr Bürgermeiſter Birkenſtock und
einige Herren der Gemeindeverwaltung erſchienen. Bei brennen=
dem
Weihnachtsbaum, der den Kleinen viel Freude bereitete,
wurden einige Weihnachtslieder geſungen. Dann wurden die
Kinder mit ſchönen Wäſcheſtücken beſchenkt.
J. Griesheim, 20. Dez. Der Förſter Johann Joſt Stein
von der Förſterei Kirſchhauſen des Forſtamtes Heppenheim wurde
in gleicher Dienſteigenſchaft in die Förſterei Griesheim verſetzt.
Die Ortsgruppe der Deutſchen Stenographenſchaft
beabſichtigt mit Beginn des neuen Jahres neben Kurzſchriftunter=
richt
auch Unterricht im Maſchinenſchreiben nach der Zehnfinger=
blindſchreibmethode
mit fabrikneuen Maſchinen zu erkeilen.
Am 22. Dezember d. J., abends findet im Saale Zum grünen
Laub eine Weihnachtsfeier des WHW. ſtatt. Anſchlie=
ßend
Ausgabe der Weihnachtspakete.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 20. Dez. Gemeinderatsbericht.
Die Gemeinderechnung für 1934 wurde vom Gemeinderat begut=
achtet
. Erinnerungen waren nicht zu erheben. Aus den vom Bür=
germeiſter
gemachten Erläuterungen geht hervor, daß die Finanz=
wirtſchaft
der Gemeinde eine durchaus geſunde iſt. Der Geſamt=
abſchluß
der Rechnungen ergibt in Einnahme 304 040,26 RM.,
in Ausgabe 231 844,89 RM., ſo daß ein Rechnungsreſt verbleibt
in Höhe von 72 195,37 RM. Die Geſamtſchuldenlaſt der Gemeinde
einſchließlich der Betriebe beträgt noch 258 738,48 RM. Dieſer
ſteht aber wieder ein Barvermögen in Höhe von 129 318,61 RM.
gegenüber, ſo daß die Schuldenlaſt der Gemeinde rund 130 000
RM. beträgt, für die aber in den letzten Jahren Vermögenswerte
in bedeutend höherem Ausmaß geſchaffen wurden. Im allgemei=
nen
hielten ſich die Einnahmen und Ausgaben im Rahmen des
Voranſchlages. Der ſich von Jahr zu Jahr ſteigernde Verkehr
mit der Bürgermeiſterei und die ſich immer mehr häufenden neuen
Aufgabengebiete bei der Gemeindeverwaltung bedingen eine Er=
weiterung
der Amtsräume, die ſich im jetzigen Rathaus nicht be=
werkſtelligen
laſſen. Es iſt daher in Ausſicht genommen, das der
Gemeinde gehörende Gebäude Ober=Ramſtädterſtraße 42 (ehem.
Hanſteinſche Anweſen) umzubauen und die Amtsräume der ge=
ſamten
Gemeindeverwaltung einſchl. Gemeindekaſſe dortſelbſt
unterzubringen. Die Pläne und der Koſtenvovanſchlag finden die
Zuſtimmung des Gemeinderates. Die hierdurch entſtehenden Auf=
wendungen
können aus Mitteln vorhandener Fonds gedeckt wer=
den
, ſo daß eine ſteuerliche Belaſtung der Bürgerſchaft durch den
Rathausumbau nicht entſteht. Die Arbeiten ſollen alsbald in An=
griff
genommen werden. Der Karuſſellplatz für die Kirchweihe
1936 ſoll, da mehrere Bewerber vorhanden ſind, im Wege der
öffentlichen Ausſchreibung an den Meiſtbietenden vergeben wer=
den
. Dem Anſinnen der höheren Forſtbehörden, im Jah e 1936
zur Deckung des Holzbedarfes einen Mehreinſchlag von 30 Pro=
zent
durchzuführen, wird zugeſtimmt.
f. Roßdorf, 20. Dez. Reichszuſchüſſe für Wohnungs=
bauten
. Für Erſtellung neuer Wohnungen werden nach den
neuerdings ergangenen Beſtimmungen wiederum Zuſchüſſe ge=
währt
unter der Vorausſetzung, daß die in Frage kommenden
Arbeiten bis Ende März 1936 beendet ſind. Für Inſtandſetzungs=
arbeiten
werden Zuſchüſſe nicht gewährt. Anträge ſind bei der
Bürgermeiſterei einzureichen. Obſtbaumſchädlingsbe=
kämpfung
. Eine Reihe Baumbeſitzer haben mit der Winter=
reinigung
ihrer Bäume noch nicht begonnen. Die erſte Arbeit iſt
nun das Abkratzen und Kalken. Wer ſich vor unliebſamen und
koſtſpieligen Maßnahmen ſchützen will, der hole das Verſäumte
alsbald nach.
Pb. Klein=Zimmern, 20. Dez. Ein Volksſchädling
feſtgenommen. Wie berichtet, wurde in der Nacht vom 14.
auf 15. Dezember bei dem Landwirt K. B. hier eingebrochen und
aus dem verſchloſſenen Küchenſchrank ein größerer Geldbetrag
entwendet. Nun iſt es durch die tatkräftige Bemühung der Gen=
darmerie
Groß=Zimmern gelungen, den Täter in der Perſon eines
arbeitsloſen S. von hier zu ermitteln. Das Geld konnte zum gro=
ßen
Teil wieder herbeigeſchafft werden. Der Täter wurde in das
Gerichtsgefängnis Diebura eingeliefert. Die Tat iſt um ſo ver=
werflicher
, da der Täter erſt beim Arbeitsamt Dieburg eine grö=
ßere
Nachzahlung erhalten hatte, es aber vorzog, nicht mit dieſem
Gelde heimzubehren zu ſeiner Familie, ſondern es auuf beſonderer
Art in Wirtſchaften auszugeben. Mit dem Einbruch wollte er
ſcheinbar ſeinen Schaden wieder decken
Ev König, 19. Dez. Die Bezirksgruppe Höchſt=König des
NSLB. veranſtaltete geſtern mittag eine Weihnachtsfeier
im Saale des Gaſthauſes Zum Deutſchen Hof‟. Die Herren Zink
Krimmelbein und Herbert boten muſikaliſche Darbietungen, ein
Schülerchor der Königer Volksſchule trug zwei Weihnachtslieder
vor. Ein Weihnachtsſpiel Das gerettete Englein, von Schüle=
rinnen
aus Könia ſehr ſchön geſpielt, hielt die Anweſenden einige
Zeit im Bann. Der Nikolaus erſchien und bereitete den Kindern
eine kleine Ueberraſchung.
Bm. Lindenfels, 19. Dez. Am Mittwoch abend hielt im feſt=
lich
geſchmückten Sagle des Hotels Odenwald die evange=
liſche
Frauenhilfe ihre Weihnachtsfeier ab. 170 Frauen
hatten ſich dazu eingefunden. Der Abend wurde eröffnet mit einer
herzlichen Begrüßungsanſprache der Leiterin, Frau Major
Schenck, die mit treffenden Worten die Aufgaben der Frauenhilfen
gerade in der heutigen Zeit kennzeichnete. Es folgten Liedervor=
träge
des dreiſtimmigen Frauenchores, ſowie Gedichtvorträge, die
die Feier außerordentlich ſtimmungsvoll geſtalteten. Der Orts=
geiſtliche
. Pfarrer Hartmann, hielt eine zu Herzen gehende An=
ſprache
über die Bedeutung des Weihnachtsfeſtes. Einige kleine
Mädchen boten ein reizendes Engelsſpiel. Die ſich anſchließende
Verloſung löſte viel Frohſinn aus.

Weihnachken in den Wekterregeln.

Die Ehrenrettung der Bouernregeln iſt erſt in letzte-
durch
die meteorologiſche Wiſſenſchaft erfolgt, die hier eine=
ßen
Reichtum an Beobachtungen aufgeſpeichert fand. Abe=
Wetterregeln ſind nicht nur für die Meteorologie intereſſan.
dern ſie umſchließen überhaupt ein koſtbares Gut des de
Volksglaubens.
So iſt z. B. die Weihnacht, das alte germaniſche Ju.
für die Witterung des ganzen Jahres von großer Wichtigke.
ebenſo die folgenden Zwölfnächte oder Zwölften. Man.
ſchon in der Chriſtnacht die Zwölften zu zählen an und Sl
daß das Wetter jeder der zwölf. Nächte mit demienigen
Monats im kommenden Jahre übereinſtimmt. Die Bauer,

behauptet ſogar, daß das Wetter der Weihnacht von Aben
iele h
Mitternacht ſo ſei wie das im erſten Viertel, des Janua/
Wetter von Mitternacht bis zum Morgen wie das des zud
Viertels, das vom Morgen bis Mittag des erſten Feiertags
das des dritten und das vom Mittag bis zum Abend wie ds /Kalfeeld
letzten Viertels im Januar. Prätorius berichtet in ſeinen
Volksglauben des 17. Jahrhunderts ſo wichtigen Saturncll / Falieſt
Wann es um Weihnacht donnert, ſo bedeutet das Wind
Grüne zu Weihnachten, ſamt ſelbiger Nacht und Tag gan=
und ſchön, ohne Wolken, bedeutet Ueberfluß an Korn. 9 /Kuchen
100
Früchten und Fiſchen; Wind aber und Regen peſtilenziſche S-u
Die Aufklärung des 18. Jahrhunderts ſuchte natürlich mi // Kuehem
Volksglauben aufzuräumen.
Trotz dieſes Kampfes der Aufklärung lebte aber der
uckerzan
glaube im Volke ungeſtört weiter, und H. L. Fiſcher erzät
ſeinem Buch vom Aberglauben (1790) eine ganze Reihe vo
gen: Wenn die Sonne am heiligen Chriſttage ſcheint, ſo bes iulenel
das ein glückliches Jahr: den zweiten, ſo bedeutet es Teu g
den dritten Uneinigkeit, den vierten drohets den Kinderm Gdäckrar
ſern und Blattern, den fünften gerät das Obſt und Wintem
wohl, den ſechſten gibt es Ueberfluß an Baum= und Feldſrüh Gellilgele
den ſiebenten gute Viehweide, hingegen Teuerung an Kor
Wein, den achten viel Fiſche und Vögel, den neunten den
leuten glückliche Handelſchaft, den zehnten gefährliche Gerf1 Janehierd
den elften große Nebel und Krankheiten, den zwölften bednl
Krieg und Blutvergießen. Der Glaube an die Zwölftem Mdknacke
alſo die Aufklärung fröhlich überdauert, und auch heute noch
man die Wetterregeln der Weihnacht, von denen hier zum 0Pzar Fie
einige mitgeteilt ſeien: Grüne Weihnachten, weiße Oſtexl
oder
Weihnachtsabend hell und freundlich, läßt alle Fruchtbae;/ haucha t,s
hoffen. Sonnenſchein auf den heiligen Chriſttag bedeut
glückliches Jahr. Winterts in der Chriſtnacht aufs DcMl
winterts im Frühjahr nach. Grüner Chriſttag, Oſtern
macht zunicht des Bauern Fleiß. Iſt das Wetter um Wei NF1.
gelinde, ſo währt die Kälte gewöhnlich lange ins Frühjahr El
Winterts vor Weihnachten nicht, ſo winterts nach.
Chriſtnacht vor Mitternacht trübe, gedeiht das vor dem Chr.*
geborene Vieh nicht; iſt ſie nach Mitternacht hell, gedeiht das
dem Chriſttag geborene. Helle Chriſtnacht finſtere S-MIII
Finſtere Chriſtnacht helle Scheuer. Iſt die Chriſtnach
und klar, folgt ein höchſt geſegnet Jahr. Wie ſich die Witaylarki=
vom
Chriſttag bis Heilig=Dreikönig verhält, ſo iſt das ganze
beſtellt.

Bm. Schlierbach, 19 Dez. Evangeliſcher Gemer)
abend. Der evangeliſche Kirchenvorſtand unſeres Kirck)
veranſtaltete am Mittwoch abend in unſerer Kirche einen 4
ſuchten Vortragsabend. Der Vertrauensmann des evange
Bundes für das Dekanat Zwingenberg, Pſarrer Hörnle, Riuh.
ſprach über das in der heutigen Zeit hochaktuelle Thema D.
glaube oder Chriſtusglaube‟. In längeren packenden Ausfü7,
gen ſprach er über die Angriffe gegen Bibel und Chriſtentun=
heute
viele Herzen bewegen, und widerlegte ſie in überzue/4CF
Weiſe. Die Ausführungen des Redners hinterließen einen
Eindruck. Der Ortsgeiſtliche, Pfarrer Calgan, ſchloß den 2
mit Gebet.
Em. Heppenheim a. d. B., 19. Dez. Schulung der O
bäuerinnen. Die Ortsbäuerinnen der Bezirksbauernſcid
Heppenheim und Bensheim waren von der Kreisbauern!
Starkenburg=Süd zu einer Schulung in die Bäuerliche W.r.
Heppenheim eingeladen worden. Kreisbauernführer Reinhe)
Reiſen ſprach über die Aufgaben der Ortsbäuerinnen in de
zeugungsſchlacht. Beſonders wies er darauf hin, ſich fiü
Flachsanbau einzuſetzen, der im neuen Wirtſchaftsjahr eine
mehrung erfahren muß. Im Intereſſe der Wehrmacht, deren
formen zum Teil aus Flachs gefertigt werden, muß in jeder
trieb eine, wenn auch kleine. Fläche Flochs angevaut werder!,
die Bäuerinnen gilt es, ihre Männer für den Anbau von S
zu gewinnen. Der Kreisbauernführer ging auch auf die Bl
ch
knappheit und die in Ausſicht genommene geſetzliche R gelu!
ihrer Verminderung ein. Kreisabteilungsleiterin Frau
Hüttenthal ſprach anſchließend über die Stellung der Ortsbe. 4
gegenüber der örtlichen NS.=Frauenſchaft, deren Mitglied ſt. 2
muß. Sie ſchilderte weitere Aufgaben der Ortsbäuerinne
denen vor allem auch gehört, ihre Berufskameradinnen im 4
des Winters in anregend zu geſtaltenden Abenden zu ſchulen
ſich der Ausgeſtaltung der verſchiedenen Feſte anzunehmen!,
die Schulungstagung, zu der auch die Kreisleiterin der
Frauenſchaft Heppenheim. Frau P. Garendt, ſowie die, Be
abteilungsleiterin, Frau Engelhard, erſchienen waren, ſchlo
eine Vorweihnachtsfeier mit Kaffee und Kuchen in der
bäuerinnenabteilung der Bäuerlichen Werkſchule an.
Ag. Rüſſelsheim. 17. Dez. Jagdeinteilung. Durch
fügung des Kreisjägermeiſters iſt die bisherige Eigenjags
Schönauer Hofes aufgehoben worden. Die Jagd wird dem
meinden Rüſſelsheim. Bauſchheim, Königſtädten und Biſchofs
zugeſchlagen. Da die Stadt Mainz als teilweiſe Geländee!
tümerin in Betracht kommt, ſollen zwiſchen den Gemeindem
der Stadt wegen der Neugeſtaltung und Pachtpreisfeſtſetzung
nächſt Verhandlungen aufgenommen werden.

[ ][  ][ ]

Caustag, 21. Dezember 1933

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

350 Seite 9

Auld un 4
Nnnge
u

Das Weihnachtsfeſt ſteht vor der Tür,
drum richte alles nach Gebühr,
damit des frohen Glanzes Schimmer
nicht nur erfülle deine Zimmer,
nein, auch die Küche und den Keller
beſchenk und mach ſie dadurch heller.
Von deinem Heim ſind ſie ein Teil,
drum gelt auch ihnen deine Eil,
um auszufüllen eine Lücke
und anzuſchaffen neue Stücke.
Als erſtes kaufet Porzellan.
Wer ſolches kauft, hat gut getan,
denn geht einmal ein Stück entzwei,
dann nimmt man den Erſatz herbei.
Stelle dir die Frage,
ob nach des Tages Müh und Plage
du kannſt bequem die Glieder ſtrecken,
ob an den Wänden, in den Ecken
nicht noch ein Möbelſtück kann ſtehn,
das praktiſch und ſchön anzuſehn.
Korbmöbel dienen dieſem Zwecke
und zieren eine leere Ecke.
Tapeten ſieht man aufgezeichnet,
auch ſie ſind als Geſchenk geeignet,
denn hat man ſie ſich erſt bewilligt,
ein neues Zimmer iſt verbilligt.
Dann kann man eine Standuhr ſehn,
die ſoll im Herrenzimmer ſtehn.
Sind deine Ofen gut im Stand?
Ein neuer ſpart, hat guten Brand.
Nun für die Küche kommt Geſchirr,
dann Seife, wenn ich mich nicht irr
auch Bohnerwachs für das Parkett,

Putzmittel gegen Schmutz und Fett
und Bürſten, Beſen jeder Art.
Der ſpart nicht, wer an Beſen ſpart,
denn Freude macht uns erſt ein Heim,
iſt es befreit von Staub und Keim.
Das ſchöne Heim auch ſchön zu ſchmücken,
wird dem modernen Teppich glücken,
ein Stoff am Fenſter gut drapiert,
das Heim noch weiterhin verziert.
Stehlampen kaufen, reut uns nicht,
ſie haben wundervolles Licht
wo ſie auch ſtehn, ſie geben immer
ein Stückchen Traulichkeit dem Zimmer.
Wer praktiſch ſein will und modern,
der mag die Stahlrohrſeſſel gern,
ſie ſind von eleganter Form
und was Bequemlichkeit betrifft enorm.
Das Zimmer iſt noch nicht komplett-
ein
Slbild wirkt beſonders nett,
auch was es an Keramik gibt
als Zimmerſchmuck iſt ſehr beliebt.
Schmückſt du dein Heim mit viel Geſchick
bedenk: der Ton macht die Muſik,
du kommſt nicht ohne Rundfunk aus
und willſt du ſonſt Muſik im Haus,
dann ſorg, daß ein Klavier iſt da,
wenn nicht, die Ziehharmonika.
Jetzt weiterhin noch manches kommt,
was einem jeden Haushalt frommt.
Das Waſchfaß rechnet zu den Gaben,

die jede Hausfrau gern will haben.
Waſchbecken dienen jederzeit
der gern geübten Sauberkeit,
die Badewanne ebenſo.
Wer ſie beſitzt, iſt ihrer froh.
Der eigne Herd iſt Goldes wert,
wenn er die Arbeit nicht erſchwert.
Dein Küchenherd macht dir erſt Spaß,
brennt er elektriſch oder Gas.
Wozu wohl eine Nähmaſchine
auch in dem kleinſten Haushalt diene,
das braucht man keiner Frau zu ſagen,
auch nicht, warum ein Kinderwagen.
Zum Schluß gibt’s da noch kleine Sachen,
die immer große Freude machen.
Man ſieht zum Beiſpiel ein Gerät,
das kocht elektriſch früh und ſpät.
Auf die Art gibt’s auch Bügeleiſen
und gleichfalls iſt ein Fön zu preiſen.
Mit Lederwaren, neuen Taſchen,
läßt jede Frau ſich überraſchen.
Kurzwaren hat man gern zur Hand
und ebenſo ein ſchönes Band.
Wir ſehn, für Küche und für Zimmer
gibt’s irgendwas zu kaufen immer.
Wer dies zum Weihnachtsfeſt ſchafft an,
hat daran zweifach gut getan,
denn was man brauchte, iſt jetzt da
und ging dem Wirtſchaftsgeld nicht nah,
da aus der Weihnachtskaſſe geht,
was auf dem Gabentiſche ſteht.

Viele hübsche Rleinigkeiten für
den Weihnachtstisch!
* Kaffeelö fel im Etul
100 gr versilbert . . . . . . 4.80, 4.20
5 Kaffeelöffel im Etui
verchromt oder rosttrei . . 2.70, 2.10
5 Kuchen abeln im Etui
100 gr versilbert ..
6go,6.30
8 Kuchenmesser in Geschenkpackung,
rostfrei . . . . . .
5., 180
Zuckerzangen, schwer versilbert, in
Geschenkpackung .. . . . 1.70, 1.40
Fortenschau. ein, schwer versilbert,
maseiv oder mit Khornhert 2.,50, 1.00

Sebäckzangen oder Gebäckheber
versilbert oder verchromt 2.50, 1.30
Seflügel cheren
verchromt oder vernickelt 2.80, 2.00
Franchierbestecke
rosttrei . . . . . . . . . . . 450, 3.00
Nußknacker
verehromt .. . . . . . . . 1.,60, 1.00
Paar Tlschbestecke mit Kunsthorn-
oder
Edelholthekt, rosttrei . 11., 0.0
Hausha t-Sägemesser, für Fleisch, Wurst
160, 1.20
und Brot.
Rhein-
A. Kattler strane 3

HUH-ZBSALER
Narktstrasse 5 Gegründet 1863
Hüte und Mützen
Krawatten / Hosenträger
In großer Auswahl

Die guten
Zentra-Uhren
Moderner Schmuck
Trauringe
vom Fachmann
We
in der
OIE G4RANNE-UHM
DEUTSCHEA
UHRMMCHER
Alexanderstr. 18
RichardMacholdt
Uhrmachermeister

S
S

ab 6.90 4.20
R. Gedeck, Ernst-Ludwig-Str. 20
Biallalionen Elektro-Geräle Reparalaren

und eier Kis Hie!
Für Ihren Weihnochtstisch: Der
dritte der 25 von Telefunkens,
der schwundfreie Kleinsuper,
Telefunkensuper zT 543c.
Seine Klangreinheit, seine
Formschönheit und seine
ausgereiſte Konstruktion
unverkennbar. Mit Röhren:
T543 WL RM 26),.
TELEFUNKEN
DIF DFUTSCNT WELTMARKE
AABlOE
Bosshkk
Ludwigsplatz 3- Telephon 2140

SCHENKT
WOTEN ZUM FEST.
Neues Tanz=Album / Walzer 0.60, 3.50
3 50
Neues operetten= HJLieder 1.30

Album . . 3.50
Edelſteine 4.-b.5-
Rhein=
lieder
0. 60b.2.50
Wiener=
Lieder 0.70-3.60

Nationale Liederu.
Märſche 0.60-3.
Geſchenh=
Bände 2. 0.6.-

CHR. ARNOLD
nur am Weißen Turm

Weiteſtgehende Sahlmgserleichterumgen
Mäßige Monatsraten
Singer Nähmaſchlnen Aktengeſellſchaft
Berlin ws. Kronenſtraße 22
Singer Kundendienk überall
Darmftadt, Ernſt=Ludwigſtr. 18
Meurohr am
Schillerplatz
Die billige Bezugsquelle für Haus-
und Küchengeräte guter Oualität.

Moch.

u6 die neue
TORpEpoO
LeonhardLutz
Inhaber Malchus & Mandt
22 Rheinstr. 22 Fernruf 3409

K
Aar

S

Pe
8
Aa
N
eW W
P
AASSe
e e
AA
t77

Moder.
Klohe
Mackenſenſtr. 34
Eigene Produktion im Hauſe
Großes Möbel=Lager und Laden
Weihnachts=Ausſtellung

Strämpfe
OOTIA Peter-Gemelnder-Straße 4

Kaffee ver Pfind von 2.00 zn
in Festpackungen
moderne Kaffee-Rösterei
Starck & Schroth Krchstr: Tel.160

Eine
hübsche
Bluse
kann jede Frau brauchen!
Damen-Blusen
Mattkrepp, langer Arm. in mo-
discher
Verarbeitung
6.90 5.90 4.95

Damen-Blusen
Kunstselden-Satin. fesche Mach-
arten
, ¾ langer Arm
8.90 7.90 6.90

Damen-Blusen
elegante Ausführung Kunstselden-
Sa
Ini o. gemustert
12.75 9,75 8.90
MAOrLer

Sonntag ist unser Haus von 27 Uhr geöffnet!

[ ][  ][ ]

Samstag, 21. Dezember 1937

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Jetzt kommt noch einmal Vater dran.
Schafft er ſich ein Motorrad an,
von dem er ſchon ſo lange ſpricht,
weil er auf Schnelligkeit erpicht?
Zieht er nicht doch ein Fahrrad vor,
weil er zuletzt den Mut verlor?
Was er auch wählt, uns iſt es recht.
Nun für das zartere Geſchlecht
ſchnell ein paar ſinnige Geſchenke.
Den Blick hier auf ein Fläſchchen lenke,
das köſtliches Parfüm enthält,
und jeder Frau gar wohl gefällt.
Daneben eine Uhr bemerke
in ſchlichter Form, mit gutem Werke,
wie man ſie mit auf Reiſen nimmt
und für den Schreibtiſch auch beſtimmt.
Dann aller Frauen große Schwäche
mit Spitzen ſchön verzierte Wäſche.
Nun wollen wir die Frage wagen:
wie wärs mit einem Kinderwagen?
Der Klapperſtorch bemüht ſich gern.
Auch Babywäſche iſt nicht fern,
Um Lieschens Gunſt nicht zu verſcherzen,
ſteht hier noch bei den Weihnachtskerzen
ein Puppenkind geſund und drall
hinzu kommt ſicherlich ein Ball,
und für die Schule eine Taſche
der Ranzen Fritzchen überraſche.
Halt, Vati, werde unterdeſſen
beider Verteilung nicht vergeſſen!

Schon wieder iſt es jetzt ſo weit:
es naht die liebe Weihnachtszeit!
Erwartungsvoll ſind alle Kinder,
doch die Erwachſenen nicht minder,
denn ſteht im Glanz der Lichterbaum,
erfüllt ſich mancher Wunſch und Traum.
Jetzt heißt es vielerlei bedenken:
Was ſoll man Fritz und Lieſe ſchenken?
Was Großpapa und was der Braut?
Mal ſchnell die Anzeigen angeſchaut.
Ihr ſeht da eine Kamera,
die wär gewiß was für Papa,
er will es nur nicht eingeſtehn,
daß danach ſeine Wünſche gehn."
Nach Malzeug ſehnt ſich lang ſchon Fritz
am Feſttag wird es ſein Beſitz.
Bei Fritzchen ſitzt das Geld ſehrloſe,
drum ſchenken wir ihm eine Ooſe,
durch die er beſſer ſparen lernt.
(der Doſe Schlüſſel wird entfernt).
Den Hut, die Bluſe und den Kragen
aus Pelz, den möchte Mutter tragen,
für ſie ſind auch die hübſchen Schuhe.
Zum Bücherleſen braucht man Ruhe.
Wir wollen Vater Bücher ſchenken,
doch willer ſich hinein verſenken,
muß Fritz mit Inſtrumenten ſchweigen,
die wir ganz links im Bilde zeigen.
Da Fritz ſchon mehrfach iſt bedacht,
jetzt Lieſe ein Geſchenk gemacht!
Ein Blick und ſeht, wir haben’s ſchon:
ein Kleidchen Kinderkonfektion

Den Lodenmantel braucht er gut,
den Wintermantel und den Hut
wird er mit großer Freude tragen
und ebenfalls die Hemden, Kragen,
den Stock und außerdem Krawatten.
Hat einen Sportsmann ſie zum Gatten,
dann ſchenk die Frau ihm Sportgerät,
ein Glas, das Fernes leicht erſpäht,
und einen ſchönen, warmen Schal.
Der Raucher liebt es allemal
daß Tabak für ihn gut und friſch
ſich finde auf dem Gabentiſch.

Nie wirſt du eine Dame kränken,
wirſt du mit Blumen ſie beſchenken.
Auch Lederwaren ſind geſchätzt,
ein Handſchuh modiſch abgeſetzt,
die gute Taſche für Beſuch
und ebenfalls ein ſchönes Buch.
Der Schmuck iſt aller Frauen Glück.
Es ſeiein künſtleriſches Stück.
womit den Gabentiſch man ziert,
was allzu modiſch, ſchnell verliert.
Mit Broſchen, Ohrgehängen, Ringen
wirſt Weihnachtsjubel du erringen,
doch ſollteſt du kein Geld beſitzen
dann tun’s genau ſo ſchöne Spitzen,
ein Regenſchirm und ohne Frage
der gute Strumpf für alle Tage.

Wer alles richtig hat bedacht,
am Weihnachtsfeſt viel Freude macht.

Haben Sie an Alle gedacht?
Kommen Sie zu uns, wir helfen Ihnen ſchenken! Unſer
Haus hat in drei Stockwerken ausgeſucht ſchöne und
praktiſche Geſchenk=Kleidung für den Vater, für den
großen, wie für den kleinen Jungen!
Stets zu:

Auch am letzten Sonntag (4. Advent), von 2 bis 7 Uhr geöffnet!

früber Kleiderbeß

die Hallsclteh die SrobstadlAusha
für Ihren Weihnachtsbedarf

Bitte wir bieten Ihnen:

Teppiche, Brücken, Vorlagen, Felle, Tlsch-
und Divandecken, Wandbehänge, Stepp-
und Daunendecken, Kissen, Schlaf- und
Reisedecken, Gardinen, Tapeten, Linoleum,
alles Geschenke von großer Beliebtheit

Ein Weihnachtsangebot von besonderer Preisnürdigkeſt:
Tournay-Teppiche, reine Wolle, feine Perserkopien, ca. 200/320 cm RM. 66.
Tournay-Brücken, reine Wolle, feine Perserkopien, ca. 90/180 cm RM. 18.

Tritsch & Heppenheimer

Darmstadt, Grafenstraße 231=
Das große deutsche Fachgeschäft für die gesamte Innen-Ausstattung
Beachten Sie auch unsere Ausstellungen: Peter-Gemeinderstr. 7, Peter-Gemeinderstr. 31, Pankratiusstr. 25

Uber 1000 qm
große helle
Geschäftsräume

In großer
Auswahl

36l4e M O.95 Mk. a.
Sonntag von 27 Uhr geöffnet

Für den Vater:
Krawatten 0.65 bis 3.50
Schals .. 0.90 bis 4.25
Oberhemden 4.50 bis 8.50
Strickweſten 2.90 bis 9.75
Hoſen .. 3.50 bis 19.50
Hausjacken 8.50 bis 25.
Schlafröcke 19.50 bis 38. Für den Alteſien:
pullover.. . 1.25 bis 14.50
Sporthemd 2.95 bis 6.50
Knickerbocker 3.90 bis 15.50
Skiweſten . 9.50 bis 19.50
Skihoſen . . 9.50 bis 19.50
Kletterweſten 11.50, 12.50
Sportanzüge 29.50 bis 68. Für den Kleinen:
Knaben=Mützen . . ab 0.95
Knaben=Hemden . ab 1.40
Knaben=Hoſen . . ab 1.50
Tralnings=Anzüge ab 2.35
Strick=Anzüge .. . ab 4.90
Knaben=Mäntel ab 6.50
Kieler=Anzüge und =Mäntel Mäntel und Anzüge
von 20.50 bis 98. Regen=u. Sport=Mäntel
von 11.50 bis 29.50 BOM., 63., 3V.=Kleidung
nach Vorſchrift [ ][  ][ ]

bildliche
zismaré

Gie Wcaugkat
die auf

Für den Gabentisch

finden Sie In reichlicher Auswahl
Radio-Apparate
Beleuchtungskörper
Elektr. Koch- und Heizgeräte
und Gas-Geräte bei

Naumann

Jach veisteht
Alleinverkauf
Georg Moll
Elisabethen-
straße
251.

Installations-
Geschäft

ADOLF KLING

Grafenstraße 35

in großer Auswah

Ein schönes
Weihnachtsfest

berelten Sle leder Damne, wenn Sle
Ihr etwas zum Anzlehen schenken.
Wir zeigen Ihnen
Damen-Mäntel, Kleider
Blusen, Röcke, Seiden
Wollstoffe, Hüte, Pelze
und viele Modeartikel
Wir beraten Sle gutl

sowie:
Tisch-Uhren
Küchen-Uhren
Wecker
Gold-u. Silberwaren
Trauringe,Bestecke
Aur Wonn
Uhrmachermeister
Karlsstr. 29, Tel. 50

ſehau.

A.

Sonntag von 2 7 geöffnet

Gritzner‟
Nähmaschinen
die Weltmarke, zu billig.
Preis. Bequeme Zahlung.
Müller &Ober
Rheinstraße 59

Die schönste Weihnachtsfreude
ist immer ein

Kofler-Apparat
mit seinem auswahlreichen
Platten-Repertoire
welcher stets für gute Unterhaltung
sorgt! Zu haben nur bei
Electrola-Jäger
Georgenstr. 11 Telefon 2579

Wildkommen
zu Weihnachten für
die Dame‟ ein
Knirps
für den Herren ein
Stockschirm
größte Auswahl i. der
Schirmſcbrikation
J. NEUDECKER
Ernst-Ludwigstr. 12

amstag, 21. Dezember 1931

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 350 Seite 11

Baldpaht der
Frobe Augenblick!

Und heller zis die Welhnachtskerzen
strahlen die glücklichen Augen der
Beschenkten, wenn Sie mit ihren
Gaben das Richtige trafen. Und nur
dann haf das Schenken Sinn! - Nur
dann macht es den Geber und den
(Beschenkten troh! Darum über-
legen
Sie rechtzeltig, was Sie allen
Uhren Lieben schenken wollen. Gehen
Sie durch unser weihnachtlich ge-
schmücktes
Haus und vor unsere
strahlenden Schaufenster. Mit unsern
Gaben werden Sie alle Herzens-
wünsche
erfüllen! In unserem Hause
können Sie für wenig Geld viel
Weihnschtsglück erstehen)

A

A

Klaviere
geg. mon. Rate
zu vermieten
Bei ſpät. Kauf
erfolgt Gutſchr.
H. M. Limmermann
Pianos,
Grafenſtraße 21.

A

Uhol

Des wär eine ſeine
Sochel Sie bringt Erfolg
durch schöne Briefe und
kostet doch so wenig
im Verpleich zu ihrer
nohen Leistung und
Lebonsdauerl

Da schmunzelt jeder
vor Vergnügen
wenn er unterm Weihnachtsbaum
so eine flotte Hausiacke
von Stegmüller findet oder
sonst etwas Nettes von dort.

1975 Haus-Jacken
1575 1775 750 Morgen-Röcke 2975 2675 1675 Schlaf-Anzüge 1250 Os0 850 Feo Nachihemden 85o S50 450 230 Oberhemden 85o 65o 490 2

HINTERM ScHLO

DARMSTADT
Sonntag von 2-7 Uhr geöffnet!

zeigt
in 7 großen Schaufenstern
Flotte Damenhüte in Filz .. 5.00 4.50 3.90
Flotte Damenhüte in Haar . 8.00 7.50 6.90
Flotte Damenhüte in Velour, von 9,75 an
Reiche Auswahl in jeder Form und Weite•Erbitte unverbind-
liche
Besichtigung meiner Ausstellungsräume im 1. Stock

[ ][  ][ ]

Samstag, 21. Dezember 123

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

und Lederwaren Schad= S
wer praktiſch handelt, praktiſch denkt
Lederwaren von Schad nur ſchenkt.

Eigene Werkſtätte

Telefon 4082

das Fest der Freude, kauft die deut-
sche
Hausfrau ihre Geschenke bei

Elisabethenstr. 4

Erstes Fachgeschäft und
Haus der gutenHüte

Taschentücher, Schals, Schürzen
Strümpfe, Handschuhe, Oberhem-
den
, Binder und alle Unterwäsche
für Damen, Herren und Kinder,

AUG. WILK
DARMSTADT, SCHÜTZENSTRASSE7
Das Fachgeschdft für Beleuchtung
Elektrische Geräte und RApI0

und Pelzmäntel
sind Festgeschenke, die
man gern bei WAP kauft
Pelzjacken . . . . 69. 89.
und höher
Pelziacken / lang 95. 170.
und höher
Pelzmäntel. . . 125. 160.
und höher
Moderne Stoffmäntel
mit und ohne Pelz in reicher Auswahl
und zu niedrigsten Preisen

große Auswahl im
Radio-Vertrieb, Grafenstr. 16
Teilzahlung
Ruf 4350

Operngläser
Feldstecher
Barometer
Thermometer
Lese-Gläser

Frlefmarken
Alben in all. Preislagen,sowie sämtl.
Sammler-Bedarfsartikel:Nachträge,
Kataloge,Pinzetten, Tauschhefteete
Ankauf Verkauf Tausch
Berdinand Kadel-Briefmarkenhandlang
Ballonplatz 5.
Telefon 4136

L u p e n
ferner
Perlulst-Brillen in allen Preislagen

Auch in Küte
Ist Magsam richtlg.
Er bletet große Auswahl,
vom einfachen Wollhut bis
zum feinsten Markenhut.

Kerzen
deschenk-Artikel
veichlicher Auswahl.
HERTHA MÜLLER
Parfümerie u. Haushaltartikel
Rheinstraße 33a (Ecke
Georgenstraße) Telefon 4248.
Betriebe erhalten Ermäßigung.

INH. EL. SBETHWENDE-WALTER

für jeden das Richtige

8onntag von 27 Uhr geöffnet

AGSA
AAoer eeeisweere 11I

Alte Bücher
Kupferstlche u. Städteansichten
Alte und neue Graphik
Luxusausgabe
Katalog auf Wunsch
Carl W. Buemming, Antiguar
Wilhelminenstr. 43 / Telefon 933

HEHH

Briefpapiere
Füllhalter

Ein neues
Fahrrad

R

Schlafzimmer
in groder Auswahl
Annahme von
Ehestandsdarlehen
Möbel-Industrie
FEIDEL
Darmstadt
Hügelstraße 13-17
Auf Wunsch
Ratenzahlung

Nicht tropfende
Chriſtbäum=Kerzen
in größter Auswahl
Lametta• Rauhreif
Feenhaar=Lichterhalter
preiswert in der Fachdrogerie
Fr. Beckenhaub, Schulſtraße

Für den Gabentisch vorteilhaft

bernur
1riele

Rostkreie Bestecke

Scheren und Taschenmesser
In reicher Auswahl beim Fachmann

VHREN-TECHEL
Schillerplatz 3

Lu haben in den Fahrradhandlungen.

Handschuhe

Für den Gabentisch!

Die guten süßen
Orangen
Mandarinen
Datteln
Felgen
Ratlsn
und sämtliche Südfrüchte

Schlafzimmen
Speisezimmer, Küchen
aparte Modelle, große Auswahl
Elnzelmöbel, Matratzen,
Deckbetten und Kissen
Bettfedern Inletts
Stepp-und Daunendecken
in bester Ausführung
billige Berechnung
Bettfedern-Relnlgung
L. J.Menger Darmstadt
Möbel- und Betten
Fernsprecher 1608
Blelchstraße 17

Für den Feinschmecker!

Die feurigen spanischen Weine
Malaga
Tarragona
Moscatel
Cherry
Ferner dle guten Portweine
und sämtliche Spirituosen!!

hand geschliffen
in weiß .. ."
und bunt .....IDSaSt
und noch viele andere bis zu den
elegantesten Luxusstücken
Parfümerie
Elisabethenstrasse 9 14 Taf

Valenoia-Garten Mir
Adolf-Hitler-Platz 1 Tel. 2941

OM

Ve
A

[ ][  ][ ]

tstag, H1. Dezember 1935

as Leben eines En
Olter

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

*
ſennergannes

Wir veröffentlichen eine Schilderung von dem
Leben eines Entwurzelten, der gerade in den Wäl=
dern
unſerer näheren Umgebung hauſte und jahre=
lang
die Bevölkerung mit ſeiner Bande in Schrecken
und Aufregung verſetzte. Die wahren Begebenheiten
ſind in packender Art, oft in der draſtiſchen Sprache
jener Räuberbanden wiedergegeben und beleuchten
die unruhigen Jahre um die Wende des 18. Jahr=
hunderts
.

Auf Abwegen.

Hol der Teifel die Kehlabſchneider! Jetzt iſt alles kaputt.
ſb Haus hat die Kränk, das Vieh hat die Kränk. Der Satan
e Kehlabſchneider verreiße. Der Hannes Bückler, Abdecker
MSchinder, ſchüttete den Schnaps in großen Schlücken die Gur=
inunter
und ſtierte dann tiefſinnig und glaſig vor ſich hin.
Und dein Suff' ſoll a der Teifel hole, mit dem hat’s an=
Fg. Na, ja mir werd ſchon ſehe. So ſagte die Frau drauf.
Werd’ ſchon ſehe, werd’ ſchon ſehe, dein dumm Gebabbel.
h du ee Fraa wärſt, wie andere, dann kennt’ mir auswandre
Pole, dort iſt Land zu verſchenke, aber du fallſt ja ſtändig
wie e kleen Kind, un jetzt biſchd a noch in annere Umſtänd,
Kreiz, ſo e Jammer, iſt bin abber a der reinſt: Pechvogel.
das Schnapsglas war ſchon leer, der Hannes Bückler ſchaute
rzu in eine Ecke, ſprang dann auf einmal auf, ſchlug auf den
und brüllte: Du mußt jetzt endlich Blut trinke, das friſche
vun einem Geköpfte, das hilft allein, das nimmt dir die
d Krankheet ab, dann kenne mr losziehe nach Pole und dort
er Bauer werde. Hier an der Nahe iſt jetzt alles aus für
dergeſtalt ging ein Geſpräch an in dem Oertchen Mühlen bei
und Nahe zwiſchen dem Abdecker Johannes Bückler und ſei=
rau
Anna Marie, geborene Schmid.
Man ſchrieb das Jahr 1778. Es waren unruhige und kriege=
Zeiten und im Weſten in Frankreich drüben wetterleuchtete
Wenn keine Ordnung herrſcht, werden die Menſchen nervös
Nzerfahren, ſie ſuchen Ablenkung und ſaufen viel und ſo hat
uch bei dem Abdecker Bückler angefangen, bis ſein Haus ver=
et
war und, wie das ſo kommt, nun mußte er bald heraus
die arme Frau war in Umſtänden und hatte dazu noch die
und Krankheit. Aber es war ſchon immer ſo, daß kein Unglück
kommt, und der Hannes Bückler war halt ein Pechvogel.
üer trank und verſoff das Letzte, was noch zu verſaufen war,
Sie Frau eines Tages endlich ſagte: So bring’ halt das Blut,
Hoir vun hier wegkomme.
Da ging der Hannes auf Kundſchaft aus, wo man einen Ver=
wet
köpfen würde, und gar bald hatte er heraus, daß man zu
brücken übermorgen einen Schelm vom Leben zum Tode be=
hen
wolle.
Marie, du mußt aber mitgehe, weil es nur ganz friſch hilft,
friſch. So machte ſich der Hannes mit ſeiner Frau auf den
nach Saarbrüchen, das Gäulchen mit dem Planwägelchen war
nnoch geblieben. Sie trafen ein, als man den Schelm gerade
Michtſtätte führte.
Mit viel Stoßen, Schreien und einigen Trinkgeldern kam
avorne an das Schaffot, wo ſchon einige gebrechliche Leute
ſnen, die ſich ebenfalls nach altem Volksaberglauben das friſche
ſudes Geköpften verſchaffen wollten, um von fallender Krank=
ſitkuriert
zu werden. Den Taler, den der Henker vom Hannes
t. betrachtete er als guten Nebenverdienſt, als er ihm einen
r des friſchen Blutes reichte, das ſoeben aus dem abgeſchla=
m
Kopfe des Schelmen herabgeſtrömt war. Noch in der furcht=
4u Aufregung des Ereigniſſes ließ er die Frau das Blut trin=
Gleich darauf aber ſank ſie in Ohnmacht. Erleichtert atmete
ues auf. Nun wird er wohl bald, wenn erſt das Kind da iſt,
4ᛋPolen auswandern können
Nan brachte die Frau in ein Gaſthaus in der Nähe, wo ſie
½shver Ohnmacht lamgſam erwachte, aber dann ſofort in fürch=
ſhe
Krämpfe fiel. Erſt am Abend konnte ſie wieder aufſtehen.
Der Hannes hatte unterdeſſen draußen in der Wirtsſtube ge=
Dabei hatte er auch erfahren, was für ein Schelm das war,
cnnan ſoeben geköpft hatte. Er war Pferdedieb geweſen, hatte
ſihlnn hinaufgearbeitet zum Wegelagerer, war aber lange ohne
Ao und Totſchlag ausgekommen, bis er eines Tages einen
Rwanen traf, der nicht ſo zimperlich auf Schonung des Lebens
eſm Mitmenſchen war. So hatten ſie einen Kaufmann überfal=
leuhm
ſein Geld abgenommen, und der Kumpane hatte ſich ge=
ſaß
daß es beſſer ſei, wenn der Mund des Kaufmanns für immer
ſtdm blieb, und denſelben erſtochen. Der Kumpan war entwiſcht,
dichSchelm hatte man gefangen und nun wurde er geköpft wegen
Kauhmordes.
1War grad ſo ein Pechvogel, wie ich, meinte der Hannes be=
DAuend. Das Kind kam nach einigen Wochen und man gab, ihm
MmNamen des Vaters. Es war der Sohn des Schinders, der
Süderhannes.
Bald darauf rüſtete der Hannes ſein Plamwägelchen, nahm
sbißchen Habe, das ihm noch verblieben war, ſetzte die Frau,
eeit dem blutigen Trunke nicht wehr gefallen war, ſamt dem
Riſe darauf, ließ den Gaul anziehen und marſchierte nebenher,
iner weiter, nach Oſten zu, über den Rhein, zog den Main hin=
1ſging bei Schweinfurt nordwärts und langte eines ſchönen
9u todmüd und ohne alles Geld in Hildburghauſen, jenſeits
Arſayeriſchen Grenze, an. Draußen vor dem Ort hielt er nach
Ander Keſſelflicker und dann ging er in den Ort hinein, um
hſie Groſchen verdienen zu können. Das Wirtshaus zur Sonne
Ahn mächtig an, ſo daß er nicht widerſtehen konnte, obwohl er
ichm Pfennig in der Taſche hatte. Im Lokal traf er Soldaten,
dEevacker zechten und ihn einfach einluden, wie es luſtige Leute
9Azu machen pflegen.
Ils der Hannes Bückler dann zur Vernunft kam und mit
eic Danke ſchön wieder zu ſeinem Wagen heimgehen wollte,
2Atelt ihm auf einmal ein Sergeant, der ſich liebevoll um den
Beſunkenen angenommen hatte, ein Schreiben unter die Naſe,
Won vermerkt war, daß der Hannes Bückler ſich gegen Hand=
95l das allerdings ſchon verſoffen war, als Soldat hatte anwer=
btuaſſen
.
So war es alſo wieder einmal aus mit der Landwirtſchaft
in ſolen, Hannes war Soldat geworden. Frau und Kind wurden
iIh iner Hütte, wie ſie Soldatenweiber bewohnten, untergebracht
uunHannes exerzierte, machte Feldzüge mit, vertrank ſeinen Sold
päftlich und hielt ſo an die zehn Jahre aus. Die Frau hatte
ſiſhinige Aecker gepachtet, ſparte und war an das Leben gewöhnt.
er Bube aber, der junge Hannes, wuchs unter Soldatenkin=
d
8n auf, machte ihre Streiche mit und wäre wohl auch Soldat
Wurden, wenn
Ja wenn der alte Hannes eben nicht eines Tages bei Nacht
WhNebel Frau und Kind aufgeweckt hätte, um mit ihnen zu ent=
fſüſen
, dem Soldatenleben Valet zu ſagen, ſozuſagen zu deſertie=
U7 Der Frau war es recht, ſie meinte, nun ginge es nach Polen,
6 der Hannes zog ſüdwärts, bog bei Schweinfurt nach Weſten
9hüberſchritt bei Mainz den Rhein und landete wieder in ſei=
ne
Ländchen an der Nahe, von wo er vor beinahe zehn Jahren
ſidchezogen war. Man fand ein Hüttchen und auch Beſchäftigung
er reißt ſich auch um das Amt des Abdeckers und die Frau

Von K. A. Vogt
hatte gar bald wieder einige Aeckerchen, die ſie beſtellte, wie ihre
Vorfahren alle zuvor.
Der Hannes junior aber war ein ſchöner Knabe geworden,
vollen, ſinnlichen Lippen. Nur die Augen waren ſo kalt und be=
rechnend
. Er mußte dem Vater helfen, machte den durchziehenden dort vorne ſtehen Wächter, aber er kennt die Wege beſſer.
Soldaten, den Holländern, Franzoſen, Preußen, Oeſterreichern
und wie ſie alle hießen, kleine Handlangerdienſte, wie er es ſchon
von Hildburghauſen her kannte. Als er 14 Jahre alt war, drang
die Mutter darauf, daß er konfirmieret würde, obwohl er dafür
Widerſpruch gegen das friedliche Evangelium und er wäre wohl
auch vielleicht unter die Soldaten gegangen, wenn ja wenn er
eben nicht ſo kalte und rechnende Augen gehabt hätte und ein
Selbſtändigkeitsgefühl, das keine Abhängigkeit vertrug.
Der junge Hannes ſagte ſich, daß es eigentlich am ſchönſten
ſei, wenn man das Leben der großen Soldatenheere im kleinen
nachmachen könnte. Die nahmen, weil ſie die ſtärkeren waren und
gaben nichts dafür; was dem einen recht iſt, iſt dem anderen billig
und wo das Fauſtrecht gilt, da gilt es nicht nur für die großen
Herren, ſondern auch für den Sohn des Schinders. Warum iſt
ſchließlich der Wirt in Veitsrode ſo dumm, daß er von den Ge=
dankengängen
des Hannes junior keine Ahnung hat und gibt ihm
vier Taler, damit er aus dem benachbarten Städtchen Brannt=
wein
hole. Vier Taler hin, vier Taler her, ſo viel Geld hat der
Hannes noch nicht im Sack gehabt. Jetzt erſt fühlt er, wie es iſt,
wenn man hübſch iſt, wie die Mädchen und die gute Mutter ſagen,
und dabei noch Geld in der Taſche hat. Und die Wirte in der
Stadt nehmen das Geld, wo ſie es her kriegen, von klein und
groß, von jung und alt. Und der Hannes kann ja auch ſo verächt=
lich
auf den Tiſch ſchlagen und rufen: Noch ner Pulle den Hals
gebrochen und mal richtig geſpeiſt a la Karte. Und ſo ſind die
Taler alle und der dumme Auftraggeber kann wohl lange warten.
Aber, da iſt ſchon das väterliche Häuschen. Ach Gott, was wird
die Mutter Augen machen, wenn der Wirt nun von ihr das Geld
zurückverlangt. Wollen wir der guten Frau den Schrecken und die
Schande nicht antun, da verſchwindet man am beſten aus der Ge=
gend
, dann iſt man vielleicht unter die Räuber gefallen ach
Gott, deren gibt es ja ſo viele, kleine und große und ſo ſchlägt
ſich der Burſche ſeitwärts in die Büſche, in die großen Wälder.
Des Nachts ſchlüpft er bei Köhlern unter, und eines Tages findet
er im Morgengrauen ein Pferdlein, an einem Baum gebunden
und danben liegt ein ſchnarchender Soldat ein Franzoſe iſt es
und das Rößlein hat Hunger, und der Hannes bindet es los, der
Brandſtempel verſchwindet der Hannes verſteht das und ein
paar Kilometer weiter ſchmunzelt ein Händler froh, daß er ſo bil=
lig
ein gutes Pferd bekommen hat. Nun ja, man macht Verſchie=
denes
an dem Pferde und drüben auf dem Markt in Meiſenheim,
da wird es genug Bauern geben, die ſo ein Pferd gebrauchen
können, das man eigens zum Fahren angelernt hat.
So gefällt das Leben dem Hannes und er ſagt ſich, daß es doch
ſchöner iſt, wenn man auf eigene Fauſt ſo etwas Krieg ſpielt gegen
dieſe verdammten Franzoſen, und ihnen ihre Gäule wegnimmt,
aber ſchließlich ſo ein Gaul von einem Preußen iſt ja auch nicht
zu verachten, auch von Oeſterreich, die ſind nicht ſchlecht, nur die
heſſiſchen und pfälziſchen und leiningiſchen und naſſauiſchen Pferde
will er vorläufig nicht, das iſt er ſeiner Heimat ſchuldig, und
ſchließlich kennt man die ja auch am erſten wieder und das wäre
unter Umſtänden fatal.
Wenn nur die gute Mutter nicht wäre. Die grämt ſich ſicher
zu Tode. Und eines Nachts liegt der Hannes auf dem Heuboden berichtete, da funkelte er zornig: Das ſollen mir die Kerl
daheim und die Mutter findet ihn frühmorgens, als ſie das Fut=
ter
für die Geißen holen will. Inzwiſchen iſt Gras gewachſen über Lußen:
die Geldgeſchichte von Veitsrode, und unter den Predigten der
Mutter wird der Hannes weich und beſchließt, ſein Vagabunden=
leben
aufzugeben und das Abdeckerhandwerk richtig zu lernen.
daß der ſie damals zu dem Bluttrank gezwungen; denn nun ſei
und man werde wohl noch allerhand erleben.
Aber der Hannes iſt ein ganz reſoluter Burſche geworden,
lernt in der Nachbarſchaft die Abdeckerei, und wenn die Soldaten berühmte Hunsrückbande, die der Schrecken der Gegend wurde=
länder
, Franzoſen, Preußen, Oeſterreicher dann wäre vielleicht
brauchen.
Und der Hannes tanzte und trank wie der Vater und ſchar=
wieder
Franzoſen, denen man Frondienſte tun muß und dieſen
mit ſie das Land verlaſſen. Und ſo wandern die Schinken und Le=
bensmittel
der franzöſiſchen Fourage in die Häuſer der Leute, die
nichts mehr zu knabbern und zu beißen haben, aber man kann das is mein Ideal! Und Butla erzählte dem aufhorchenden Schinder=
ja
alles nicht herſchenken, weil das Riſiko zu groß iſt, und ſieh’ſte,
da hat’s den Hannes auch ſchon erwiſcht, wie er Fleiſch klaute, und
der Franzmann macht kurzen Prozeß und arretiert den Hannes
und ſchleppt ihn mit. Aber da kommen die Unſeren, die Kaiſer=
muß
er halt wieder notgedrungen in die alten Schlupfwinkel und
ſich ernähren, wie zuvor mit der Annexion von Pferden am
liebſten natürlich franzöſiſchen. Aber wenn die gerade rar ſind,
müſſen halt eben auch andere herhalten.
und der Hannes fing wieder im Handwerk an. Und dann ſaß er
noch zweimal im Kittchen, weil er ſich nicht auf die Pferde der er ſich über den Grünſpecht ärgerte, der ſich ſo wirkungsvoll ein=
Soldaten beſchränkte, ſondern auch denen ſeiner Mitbürger zu
nahe trat. Das erſtemal kam es zu einer Stäupung auf öffent=
lichem
Markt, das zweitemal aber wartete er die Prügel nicht den Tag hinein.
ab, und machte ſich aus dem Kittchen auf und davon.
Und nun hatte er vorläufig verſchiedene Bedenken überwun=
den
und tauchte in die Wälder unter.
Die Diebſtähle in der Gegend aber nahmen zu.
ſperren! Rache muß ſein.
Schinderhannes führk ſich bei den Pferdedieben ein.
lich war ſie. Unergründliche Wälder zogen ſich dahin, der Huns= nerphiloſophie.
rück, der Soonwald, der Stumpfwald. Tagelang konnte man
marſchieren, ohne eines Menſchen Spur zu finden, die Felſen= der Bande ſtatt. Fein ſäuberlich wurde hier Poſten für Poſten
höhlen und alten Burgruinen bildeten prächtige Schlupfwinkel, des geſtohlenen Gutes regiſtriert, die Erlöſe eingetragen und
die Köhler waren gute Bekannte, die Bauern der kleinen Dörfer
hüteten ſich wohl, etwas gegen die Herren der Wälder zu unter=
nehmen
, ſie waren alle kochem, zum Teil ſogar im Bunde mit
dem Diebesgeſindel. Was konnte einem paſſieren, wenn man im oppell beim Militär. Nur die Löhne waren hundertfach höber,
Walde untergetaucht war? Das Land war zudem noch von ewigem Ein luſtiges Leben bei Geſang, Sauferei und Tanz begann. Der
da, heute herrſchte der Franzmann, morgen der Preuße, übermor=
gender
Holländer und Oeſterreicher. Das waren die uniformier= Eiferſüchtig wachte er darüber, daß ja keiner von der Bande ihr
ten Landplagen. Hei, das war eine Zeit für den Räuber und zu nahe trete.
Wegelagerer!

Nr. 350 Seite 13
Die Sonne ſchien glühend durch die Bäume, ein Bad könnte
nichts ſchaden dort im Waldſee. Aber nur Vorſicht. Der See lag
nahe am Hauptwege an der Lauter. Leiſe ſchleicht der Schinder=
hannes
an den See und will gerade ſeine Kleider abwerfen und
in die kühlen Fluten ſpringen. Doch da plätſchert es. Dort pruſtet
ſich einer im Waſſer, daß der Schaum fliegt. Vorſicht! Schinder=
hannes
pfeift leicht das Gaunerzeichen. Nichts rührt ſich. Halt,
da hat der Kerl ja ſeine Kleider liegen. Eine Uniform. Das iſt
ja ein Franzoſe. Hallo, lieber Freund, nun bannſt du im Adams=
koſtüm
Krieg führen. Leiſe ſchlich Schinderhannes herbei und
nimmt die Kleider des Badenden an ſich. Vorn an der Straße
ſteht auch das Rößlein des Soldaten. Hannes ſchwingt ſich drauf,
wechſelt mit Affengeſchwindigkeit auf dem Pferd ſeine Kleider mit
denen des Soldaten, hängt ſich das Gewehr über die Schultern und
reitet fröhlich die Lauter hinauf. Dann biegt er links ab und
luſtig gehts der Höhe nach Schallodenbach zu. Dort hofft er be=
rühmte
Kumpane zu treffen. Schön will er ſich einführen, daß
denen Maul und Augen offen ſtehen bleiben. Nun gehts wieder
in den Wald, die Dämmerung wirft ſchon lange Schatten, jetzt
ſchlank, mit ſchwarzen Haaren, einer flüchtigen und leichten Stirn, heißt es vorſichtig weitergehen. Nach langem Schleichen biegt
Schinderhannes in eine Lichtung ein. Niemand hat ihn bemerkt,
In einer großen Lichtung brennen luſtige Feuerchen. Ein
Dutzend Männer liegen darum herum, einige Frauenzimmer
kochen und hantieren mit Geſchirren.
Denen will ich mal nen Schrecken einjagen. Er bindet das
gar kein Verſtändnis hatte das Leben der Zeit war ja ein Pferd an einen Baum. Ein Schuß peitſcht in die Luft, alles ſpringt
entſetzt auf, Schinderhannes ruft: Hände hoch, eine Kompagnie
Soldaten hat den Platz umſtellt, wer ſich rührt, wird ſofort er=
ſchoſſen
. Waffen dort auf einen Haufen hinlegen, die Weiber
gehen in die Hütte. Das bringt er alles ſo ſchön heraus mit einem
franzöſiſchen Akzent. Widerwillig folgen die Männer der Auffor=
derung
. Da waren ſie ja in eine ſchöne Falle geraten. Verdammt,
daß einem das gerade hier, am ſicherſten Platze, paſſieren mußte,
welcher Schuft mochte wohl den Platz verraten haben.
Der Butla oder Müller=Hannes, der Krämer geht mißtrauiſch
an den Platz, um ſeine Waffen abzulegen. Wo war denn die
Kompagnie?! Das war doch nur ein einzelner Soldat; der Bru=
der
will uns wohl ganz allein verhaften. Lächerlich. Und ſchon
ſpringt Butla ins Gebüſch. Aber ein Schuß pfeift, Butla krümmt
ſich vor Schmerz, einen Finger hat ihm die Kugel weggeriſſen.
Er geht und legt ſeine Waffen ab.
Schinderhannes ſchreit: Alle Männer gehen an das mittlere
Feuer, bilden einen Kreis, die Köpfe gegen das Innere des Krei=
ſes
; ſo die Köpfe zuſammengeſteckt. Ganz ſpaßig war das anzu=
ſehen
. Schinnerhannes aber machte einen gewaltigen Satz mitten
in den Kreis hinein und brüllte:
So, das han ich mol fein gemach, jetzt betracht’ eich mol den
Schinnerhannes.
Da brach nun das Gekächter los: Alſo das is der Schinner=
hannes
, das Bürſchelche, hat der uns nen Schreck eingejagt, du
Saubub, du wirſt recht, das is en richtiger Kerl, der bringt’s noch
zu was, ſo ſchwirrten die Reden durcheinander.
Auch die Frauensperſonen drängten an Hannes. Das war ein
Kerl, da mußte man für ihn ſchwärmen.
Die Elis Werner gab dem Schinderhannes einen Kuß. Ein
raſſiges, kaum achtzehnjähriges Mädchen. Die Ami, die Freundin,
behimmelte ihn wie ein Meerwunder. Sie war kaum fünfzehn
Jahre alt und ſehr ſchön. Einige Burſchen machten eiferſüchtige
Bemerkungen. Aber Schinderhannes lachte ſie nur aus. Souverän
ſtand er da mitten unter den Wegelagerern im Vollgefühl ſeiner
Ueberlegenheit. Der Butla fluchte zwar heftig wegen ſeines ab=
geſchoſſenen
Fingers, aber Schinderhannes meinte: Beſſer der
Finger ab, wie de Hals. Was lag ſchließlich an einem Finger.
Ein Taler und der Butla war verſöhnt. Man , trank, lachte
und ſang wilde Lieder. Es war hier eine richtige organiſierte
Bande beiſammen, die im Großen den Pferdediebſtahl betrieb.
Mählich und mählich gingen die Einzelnen ſchlafen. Die Frauen
waren ſchon lange in der Hütte untergetaucht. Zuletzt ſaßen nur
noch der Butla, der Moſebach und der Schinderhannes beiſammen.
Moſebach betrachtete ſich lange den Schinderhannes. Ein
Kerle biſt, gefällſt mir, aus dir kann noch was werden. Was haſt
denn bisher angeſtellt?
Und der Hannes erzählte von ſeinen verſchiedenen Diebſtäh=
len
und wie er ſchon mehrmals mit der Obrigkeit in Berührung
gekommen war. Als er von der Stäupung auf öffentlichem Markt
Recht, Hannes, Rache muß ſei’, aber aus Luſt und Lieb’, net
aus verletztem Ehrgefühl. Und der Moſebach erzählte die Ge=
ſchichte
ſeines Lebens. Da ſchwieg Schinderhannes ſtill, als er dieſe
furchtbare Tragödie des Moſebach erfuhr. Der war ein Sohn ehr=
Und die Anne=Marie Bückler ſchimpft mit dem Hannes ſenior, barer Eltern drüben vom Rhein. Ein paar Jugendſtreiche hatten
ihn aus dem Studium geworfen, er wurde Förſter, damn Soldat
die Art des geköpften Schelmes auf ihren Hannes übergegangen bei den Holländern, deſertierte dort, verliebte ſich in Lipshauſen
in die Tochter eines Gauners, heiratete ſie und gründete ſeine
weil kein Pferd vor ihnen ſicher war. Mit der Moſelbande ſtan=
nicht
immer ſo gekommen und wieder fortgezogen wären, die Hol= den ſie im Austauſchgeſchäft und verkauften die geſtohlenen Pferde
der Hannes Abdecker geworden, wie ſein Vater und Großvater gegenſeitig wieder an die Betroffenen. Der Moſebach erzählte
weiter von ſeinen Heldentaten, nur einen Mord hatte er noch
und die Leute hätten ſich ſpäter nicht ſo über ihn auſzuregen nicht auf dem Gewiſſen, aber das kann ja ſo leicht paſſieren, daß
da ſo ein Gewehr losgeht, wenn man gerade bei der Arbeit iſt
und einem Bauern das Pferdeſtehlen gerade nicht paßt. Der Butla
wenzelte mit den Mädchen und das koſtete Geld; und da ſind ja lachte über den Moſebach, Söhnlein, da bin ich doch ein anderer
Kerl, vor Jahren da hab ich ſchon in der Kirch’ zu Schallodebach
Fremden geſchieht es ganz recht, wenn man ſie mürbe macht, da= eingebrochen, bei euch hier an der Nahe und Lauter iſt nix los, da
müßt man zu dem Jakob Moyſes in Paris in die Lehre gehen.
Da macht man mit Wonne kalt. Dem Moyſes ſeine Bande, das
hannes ſeine Erlebniſſe bei der franzöſiſchen und holländiſchen
Bande. Beſonders der Piccard Kozo iſt ein Kerle, der hat ſchon
mindeſtens an die Hundert kalt gemacht, der hat Millionen, wenn
der einen anſchaut mit ſeinen funkelnden Augen, dann fährt der
lichen und der Franzmann flieht. Aber der Hannes getnaut ſich Todesſchrecken in einen. Der mordet aus Luſt, nicht aus Notwehr.
nicht mehr vecht heim, da könnte man ihn nochmals holen, und ſo Aber Schinderhannes rief dem Butla zu: Nun ſtill, der Pic=
card
iſt ein Vieh, kein Menſch, ine Mordtat ſoll nie an meine
Finger klebe. Und ſelbſt in der Notwehr überleg’ ich mirs noch,
ob ich jemand kalt mach.
Der Butla aber lächelte verächtlich. Aber er tat es mehr aus
Und wieder trieb’s ihn heim und wieder ſiegte die Mutter Großſpurigkeit, und um dem Schinderhannes zu imponieren, weil
geführt hatte.
Müde warfen ſich die Drei endlich ins Gras und ſchliefen in
Am nächſten Tage ging es wieder der Nahe zu. Die Bande,
in die Hannes nun als jüngſter Pferdedieb hineingeraten war,
ging in ein Dorf mit Namen Lindenſchied.
Die Elſe Werner und die Ami waren für den Schinderhannes
Feuer und Flamme. Ihre Verehrer, der Schnallenpeter und der
Warum wagte man auch den Hannes zu ſtäupen und einzu= Plackenlos, zwei Mitglieder der Bande und nunmehrige Gefähr=
ten
des Schinderhannes, machten gute Miene zum böſen Spiel.
Der Schinderhannes ſchien nicht mit ſich ſpaßen zu laſſen, trotzdem
er ein guter Kerl war. Was konnte man ſchließlich von Mädchen,
die mit Pferdedieben in der Welt herumzogen, Treue erwarten.
Der Schinderhannes ſchlenkerte, ein luſtiges Liedlein träl= Laß’ die Weiber, das Neue wird auch bei denen alt, und dann
lernd, durch den Wald. Der Wald war nun ſeine Heimat. Herr= kommen ſie doch wieder zu einem, weil man wieder neu iſt. Gau=
In der Wirtſchaft Gräff zu Lindenſchied fand die Abrechnung
dann geteilt nach Verdienſt, auch die Schwierigkeiten und Un=
koſten
der einzelnen Unternehmungen wurden berückſichtigt und
dann kam die Auszahlung, ſo daß es ausſah wie ein Löhnungs=
Kriegsgetümmel durcheinander, keine Obrigkeit von Dauer war. Iltis Jakob, auch einer von der Bande, hatte ſeine zweite Frau
dahei. Die erſte hatte er vor Jahren aus Eiferſucht erſtochen.
(Fortſetzung folgt nächſten Samstag)

[ ][  ][ ]

Seite 14 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 195

Weihnachtsfeier der Kanzlei des Führers.

Der Führer hatte am Mittwoch ſeine engſten Mitarbeiter, zu einer ſchlichten Weihnachtsfeier
geladen. Auf unſerem Bilde ſieht man den Führer inmitten ſeiner Gäſte; rechts neben ihm
Reichsleiter Bouhler, den Leiter der Kanzlei. (Preſſe=Illuſtrat.=Hoffmann=M.)

Reich und Ausland.

Im Schneekleid.

Berlin. Am Freitag früh ſetzte in Berlin
lebhafter Schneefall, der auch am Mittag noch
anhielt, ein. Um 11.30 Uhr waren bereits zehn
Zentimeter Schnee gefallen. In den Außenbezir
ken hat ſich die Schneedecke dadurch erheblich er=
höht
. Leichter Froſt verhinderte auch im Innern
der Stadt ein ſofortiges Tauen, ſo daß zum er=
ſten
Male in dieſem Winter das ganze Berliner
Stadtgebiet ein einheitliches weißes Kleid trägt.
Die Straßenreinigung ſetzte außer ihren 340
Stammarbeitern noch 1260 Hilfskräfte zur Be=
ſeitigung
der Schneemaſſen ein. Gleichzeitig
wurden ſämtliche Schneepflüge eingeſetzt. Wäh=
rend
das Forträumen des Schnees in dieſem Win=
ter
bis einſchließlich Donnerstag rund 19 250 RM.
Koſten verurſacht hat, rechnet man allein für den
geſtrigen Tag mit 19 500 RM. Unkoſten.
München. In der Nacht zum Freitag hat
im ganzen bayeriſchen Oberland der bisher
ſtärkſte Schneefall in dieſem Winter eingeſetzt.
Seit Mitternacht ſchneit es ununterbrochen.
Selbſt in München liegt der Schnee bis zu zehn
Zentimeter hoch. Beſonders ergiebig war der
Schneefall naturgemäß in den Bergen, wo die
Neuſchneedecke bis zu einem halben Meter und
darüber beträgt. Im Allgäu war geſtern früh
der Verkehr faſt völlig lahmgelegt. Der Kraft=
wagenverkehr
ruht, wie aus Kempten gemeldet
wird, vollſtändig.
Der Führer empfing den neuen
ungariſchen Geſandken.

Eine Himmelskanone hat Geburkskat
Es war einmal die Berliner Große Gewerbe=
Ausſtellung, und zwar im Jahre 1896. Da waren
viele ſchöne Sachen zu ſehen, das Schönſte aber
war eine richtige Himmelskanone, die dann als
Sternwarte in Berlin=Treptow aufgebaut wurde.
Und das iſt ſie bis auf den heutigen Tag geblie=
ben
, die Himmelskanone von Treptow, wie das
21 Meter lange Rieſenfernrohr der Sternwarte
im Volksmund genannt wird. Wie ein ſchweres
Flugzeugabwehrgeſchütz ragt der Lauf gen Him=
mel
und iſt ein Wahrzeichen der Treptower Stadt.
Vor vierzig Jahren wurde der Grundſtein zu der
Sternwarte gelegt. Begründer und erſter Leiter
der Warte war Prof. F. S. Archenhold. Er ſelbſt
hat das damals neuartige Fernrohr konſtruiert.
Nachdem er im Jahre 1891 den großen Nebel im
Perſeus entdeckt hatte, hatte er den Wunſch, dieſe
Himmelserſcheinung auch näher in Augenſchein zu
nehmen. Sein völlig neuer Fernrohrtyp erregte
aber damals das größte Aufſehen und wurde ſo=
gar
von der wiſſenſchaftlichen Welt abgelehnt.
Seh= Dreh= und Schwerpunkt fallen bei dieſer
Konkruktion zuſammen. Und er baute auch nicht
mehr die übliche Kuppel über das Fernrohr, die
der größenmäßigen Entwicklung der Rohre eine
Grenze ſetzte, ſondern ſtattete das Rohr ſelbſt mit
einem Schutzmantel und einem Schutzwagen aus
Druck= und Zugſtangen verhinderten das Durch=
biegen
des über 20 Meter langen Rohres, und
große Entlaſtungsrollen und Gegengewichte muß=
ten
das enorme Gewicht des Fernrohres von 2600
Zentnern ausbalancieren. Prof. Archenhold iſt
mit Hilfe des Rohres im Jahre 1912 auch die
erſte kinematographiſche Aufnahme der Sonnen=
finſternis
gelungen. Ihr Jahre 1908 war dann
der Holzbau der Sternwarte durch einen maſſiven
Bau erſetzt worden. Aus dem ganzen deutſchen
Vaterland, wie auch aus dem Ausland, ja aus der
ganzen Welt hat die Sternwarte die prominen=
teſten
Beſucher geſehen, und viele Millionen von
Beſuchern haben als regelmäßig wiederkehrende
Beſucher der Warte in vielen erhebenden Stun=
den
dort Belehrung erfahren.

Fener in einer Filmkopieranſtalt in Prag
Zwei Menſchen verbrannt.
Im 5. Stock des Eiſenbetonpalaſts am Wen=
zelsplatz
in Prag brach in der dort untergebrach=
ten
Filmkopieranſtalt ein Brand aus, der ſich mit
raſender Geſchwindigkeit ausbreitete und an den
Filmvorräten reiche Nahrung fand. Meterlange
Stichflammen ſchoſſen aus den Fenſtern. Das
Feuer war von einer ungewöhnlichen Rauchent=
wicklung
begleitet. Ein junger Mann, der ſich auf
einem Spirituskocher ſein Mittageſſen gewärmt
hatte, und eine Frau wollten durch eine eiſerne
Tür flüchten. Sie war aber verſchloſſen, ſo daß
ſie in den Flammen umkamen.

Der Führer empfing am Donnerstag den König=
lich
=Ungariſchen Generalfeldmarſchall=Leutnan=
Döme Sztojay, der zum außerordentlichen Ge=
ſandten
und bevollmächtigten Miniſter ernannt
und mit der Leitung der Berliner Ungariſchen
Geſandtſchaft betraut worden iſt, zur Entgegen
nahme des Beglaubigungsſchreibens. Unſer Bild
zeigt den neuen ungariſchen Geſandten beim
Verlaſſen der Präſidialkanzlei
(Weltbild=M.)

Die Naſſa hrone inn Schweiger Safé
Kaffitſchos wittern Morgenluft. In geheimer Miſſion. Offerte in Goldkörner!
Wie Alfred Jlg die Krone nach der Schweiz brachte. Der iſi der Herrſcher-
die
Krone befitzt!

(Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboter.)

Geſchworene als Gefangene.
Dublin. Ein bezeichnendes Licht auf die noch
heute in vielen Teilen Englands und ſeiner Do=
minien
geltenden Beſtimmungen mittelalterlicher
Gerichtsordnung wirft die Tatſache, daß der Vor=
ſitzende
eines Strafgerichtshofes in Dublin, der in
einem großen Mordprozeß zu entſcheiden hatte, die
Verhandlung am letzten Samstag mit der Maß=
gabe
vertagte, daß ſämtliche Geſchworenen bis zur
Wiederaufnahme der Sitzung am Montagvormit=
tag
zuſammen unter polizeilicher Bewachung in
einem einheimiſchen Hotel eingeſchloſſen werden
müßten. Nach alter Gerichtsordnung nämlich dür=
fen
ſich die Geſchworenen eines Strafgerichts
nicht voneinander trennen, bevor das Urteil ge=
fällt
iſt. Dem Wunſche einiger Geſchworenen, we=
nigſtens
ein großes Rugby=Spiel beſuchen zu dür=
fen
, das am Samstag in Dublin ſtattfand, ſetzte
der Vorſitzende des Gerichts ſeine ſtrikte Weige=
rung
entgegen, erlaubte ihnen jedoch, ſich einen
Lautſprecher ins Hotel ſchaffen zu laſſen, um das
Spiel durch die Rundfunkſendung verfolgen zu
können.

Der Schatz im Dunkeln.
Man weiß nicht, in welchem Jahrhundert
kunſtfertige Kaffitſchos aus den abeſſiniſchen Ge=
bieten
rings um den Omo jene Herrſcherkrone
ſchmiedeten. Heute liegt ſie im Dunkel einer viel=
fach
geſicherten, ſtählernen Kammer. Nur ganz
wenige Perſonen wiſſen in der Oſtſchweiz über
den wirklichen Verbleib.
Ein prachtvoller Helm, der nach oben hin ſpitz
zuläuft, aus zwölf ſilbernen bzw. goldenen Schei=
ben
zuſammengeſetzt, mit Gold= und Silberdräh=
ten
verſchnürt, mit einem goldenen Halspanzer
verſehen und einem merkwürdigen erotiſchen
Symbol auf der Stirnſeite das iſt die Herr=
ſcherkrone
der Kaffas.
Die verlockende Offerte.
Seit der abeſſiniſche Krieg begann und auch
ſchon einige Zeit vorher war im Kaffitſcho=
Lande und im Kreiſe der Eingeborenen, die aus
dieſem Teil Abeſſiniens ſtammen, oft die Rede
von jener Herrſcherkrone. Man erzählte ſich, daß
unter den Kaffitſchos eine Sammlung veranſtaltet
wurde.
Man bekam einen Beutel mit Goldkörnern und
eine Kiſte voll Thereſientaler zuſammen. Aber
alles reicht bis heute nicht aus, um jene Herrſcher
krone aus den Händen der jetzigen Schweizer Be=
ſitzer
herauszulocken. Es geht nämlich nicht nur
um den Goldeswert, um den rein materiellen Be=
ſitz
dieſer Krone, ſondern um die Zuſammenhänge,
unter denen jenes Herrſcherzeichen nach Europa
kam.
Einſt waren die Kaffas frei und ſelbſtändig
unter einem eigenen Herrſcher. Fürſt Menelik
verſtand es dann, die Herrſchaft an ſich zu reißen
und mit Hilfe jener Waffen, die er den Italie=
nern
einſt abgenommen hatte, die Kaffitſchos zu
ſchlagen. Und dies ſo gründlich, daß ſie ihm un=
tertan
wurden und ſeitdem dem Kaiſer unterwor=
fen
ſind, der in Addis Abeba das Szepter hält.
Das zeigte ſich erſt vor einigen Wochen, z. B.
darin, daß der Negus auch die Kaffas auffor=
dern
konnte, ein Kontingent für den Krieg gegen
die Italiener aufzuſtellen.
Eine Krone wandert in die Schweiz.
Jener letzte Kaiſer, den Menelik II. damals
ſchlug und gefangen nahm namens Gaki Je=

rotcha trug noch in den letzten Tagen
Kampfes gegen Menelik die Krone. Doch
man ihn fing, war ſie verſchwunden.
Jahrelang ließ der abeſſiniſche Herrſcher
auf dieſe Krone machen. Er wußte ſchon,
halb. . . . Als er ſie fand, berief er ſeinen dar
ligen Staatsminiſter, den Schweizer Alfred
zu ſich und vertraute ihm dieſe Krone an.
machte ſie ihm aus taktiſchen Gründen
Geſchenk, erſuchte ihn aber, ſie zur größ
Sicherheit in ſeine Schweizer Heimat zu ſcha
Weshalb durfte dieſe Krone nicht in Al=
nien
bleiben?
Ein magiſches Symbol.
Woher jene Kaffas kommen, weiß man
heute noch nicht genau. Sie haben eine dan
Hautfarbe, aber europäiſche Geſichtszüge. Seu
in der Nähe des Rudolf=Sees wohnen, werde,

monarchiſch regiert. Die Herrſchergewalt ſch.

ihre Kraft aus jener berühmten Krone, di
vielfacher Hinſicht ein heiliges Symbol iſt.
In dieſer Krone waren nicht nur die Sinn
der der Tapferkeit, der Kraft, der Zeugung.
Stärke und des Sieges vereinigt : wer
Krone trug, der war gleichzeitig der Herrdt
über alle Kaffitſchos, über das ganze Land,
den Namen Kaffa trägt.
Menelik kannte die magiſche Gewalt di
Symbols. Deshalb wußte er auch, daß die
fas immer wieder bemüht ſein würden, Meinem
Königsſymbol, ihre Krone wiederzuerlangen.
Traum der Zukunft.
Jene dunkelhäutigen Abgeſandten, die in A haremst
letzten Wochen in der Schweiz umherreiſten ubees wenit
nach der Kaffakrone ſuchten, machten keinen curs auf
daraus, daß ſie insgeheim davon träumen, eilier die
Tages, ausgehend von ihrem jetzigen Woh,Auf, daß e
die Herrſchaft über Oſtafrika aufzurichten. wer nach
Man weiß nicht, wer ihre Reiſen finanzinhir einer
genau ſo wenig, wie man erkunden konnte, Wdlen Sit
ihren Glauben an die Zukunft nährt. Eine
jedenfalls gewiß: Die heilige Kaffa=Krone
irgendwo in der Oſtſchweiz, in einem durd
Safe. Ihre Hüter ſind die Erben des A=
Ilg. Sie werden ſein Erbe hüten, wie e
ihnen befahl.

* Wochenrückschau.
Großfeuer und Verkehrsunfälle, die Menſchen=
leben
forderten, ereigneten ſich im Laufe der letz=
ten
Woche in leider viel zu großer Zahl in aller
Welt. Allein am Sonntag kamen fünf Mel=
dungen
von größeren und verheerenden Bränden.
In einem U=Bahn=Tunnel in Berlin=Wedding
wurde der Schalterraum eines Stellwerks durch
Feuer vernichtet, der ganze Tunnel war ver=
qualmt
; Perſonen kamen glücklicherweiſe nicht zu
Schaden, aber die Löſcharbeiten geſtalteten ſich
ſehr ſchwierig, der Materialſchaden war beträcht=
lich
. Bei Altenburg entſtand in einer Bronze=
fabrik
durch Exploſion eines Keſſels ein Groß=
feuer
. Drei Perſonen wurden unter dem einſtür=
zenden
Mauerwerk begraben. In der Nähe Ko=
penhagens
ereignete ſich ein gräßliches Brandun=
glück
. In einem Bauernhof brach ein Feuer aus,
ſechs Kinder der Bauernfamilie, im Alter von
6 bis 18 Jahren, wurden im Schlaf überraſcht,
drei Kinder erſtickten, die anderen drei rannten
bis zur Treppe, erreichten aber nicht mehr das
Freie und kamen ebenfalls in den Flammen um.
Im Waſhingtoner Zentralpoſtamt, einem der
größten Gebäude der Hauptſtadt, nahm ein Brand
ſolche Ausdehnung an, daß nicht nur alle Feuer=
wehren
der Stadt, ſondern auch die des Staates
Maryland zur Bekämpfung der Flammen heran=
gezogen
werden mußten. Zehn Feuerwehrleute
erlitten Rauchvergiftungen. Eine gewaltige
Feuersbrunſt zerſtörte bei Lille eine Spinnerei=
abteilung
der bekannten Textilwerke. 600 Ar=
beiter
und Arbeiterinnen wurden brotlos. Der
Sachſchaden überſteigt 10 Millionen Franken.
Am Montag brach in dem Rietberger Franzis=
kaner
=Kloſter Feuer aus. Das Kloſter, das 1621
erbaut war, litt großen Schaden; die Kunſtſchätze
und die wertvolle Bibliothek konnten zum größten
Teil gerettet werden. Auch aus Bukareſt wurde
ein Großfeuer gemeldet, das dort am Dienstag
einen Flügel des Gefängniſſes einäſcherte. Per=
ſonen
kamen in den beiden letzten Fällen nicht zu
Schaden. In einer Siedlung bei Irkutſk ( Sibi=
rien
) brannte am Mittwoch ein Haus nieder, in
dem 160 Perſonen wohnten. 9 Perſonen ver=
brannten
. In einem Altersheim in der Nähe
von Kattowitz hat ſich durch das unvorſichtige
Wegwerfen eines noch brennenden Zündholzes
am Donnerstag in einem mit Benzinfäſſern ge=
füllten
Keller eine ſchwere Brandkataſtrophe er=
eignet
. Das Benzin fing Feuer, und der Brand
breitete ſich mit ungeheurer Geſchwindigkeit wei=
ter
aus. Ein Inſaſſe des Altersheimes ver=
brannte
; drei weitere trugen ſchwere Brandwun=
den
davon.
Forderten ſchon dieſe Kataſtrophen ungeheure
Opfer an Menſchen und Material, ſo ſteht die
Liſte der Verkehrsunfälle und ihrer Opfer in die=
ſer
Woche ebenfalls auf beträchtlicher Höhe. Bei
Siegen ſtießen zwei Perſonenkraftwagen zuſam=
men
, wobei ein Auto ſofort in Brand geriet. Hier=
bei
kamen drei Perſonen ums Leben, von ihnen
verbrannten zwei bei lebendigem Leibe. Ein
zweiter Kraftwagenzuſammenſtoß am ſelben Tag
bei Northeim forderte zwei Menſchenleben. Ein
Lieferwagen ſtieß zwiſchen Oprath und Siegburg
an einem unbeſchrankten Bahnübergang mit
einem Perſonenzug zuſammen. Fahrer und Mit=
fahrer
wurden getötet. Bei Paſſau kam am Mitt=
woch
ein Perſonenwagen ins Schleudern und
ſtürzte über ſechs Meter tief in die Donau. Die
drei Inſaſſen ertranken. Bei einer D=Zug= Ent=
gleiſung
auf der Strecke nach Wien, in der Nähe

der Station Branowitz, wurden 30 Perſonen 5
letzt, jedoch nicht ſchwer, dagegen war der E
ſchaden groß.
Aus Reykjavik wurde gemeldet, daß bei ein
Schneeſturm, der über einem Teil von Is
wütete, 26 Menſchen zum Opfer fielen.
Mta
Schließlich iſt im Rahmen einer Wochen!
ſchau zu vermerken, daß der Kampf um den
eines Weltmeiſters im Schachſpiel, der ſeit Wch
in Holland ausgefochten wurde, mit einem Euh
pen Siege des Holländers Dr. Euwe über M,
bisherigen Weltmeiſter Dr. Aljechin endete

Chronik des Tages.

Infolge ſtarker Schneefälle iſt in der Un
bung der Stadt Görz der Straßenverkehr an u
ſchiedenen Stellen unterbrochen worden. Ihm ſtel
Schneehöhe beträgt im Grenzgebiet über 1 Mth
Auf dem Bogatin verſchüttete eine Lawin= ſſten
700 Meter Höhe zwei italieniſche Soldaten. Ex), vor
Kompanie Alpini gelang es nach harter Argé
die Leichen der beiden Verunglückten zu be Aln
und zu Tal zu ſchaffen.
Heriol
Auf dem Plutoſchacht bei Wieſe, im Biim
Brüx, riß das Seil einer Förderſchale, auf Aſen
drei Arbeiter in den Schacht einfuhren. MOri=
Förderſchale ſauſte 300 Meter in die Tiefe. 9
drei Arbeiter wurden zerſchmettert.

Eichbäume für Olymp

Jeder Bewerber bei den Olympiſchen Sp‟
1936 wird außer der Teilnehmermedaille ?
ein Eichbäumchen zur Erinnerung erhalten.
jungen Stämme ſind in Blumentöpfe eingepile
und werden ſo ſachgemäß verpackt, daß ſie *
eine Überſeereiſe ohne Schaden überſtehen kon !
(Schirner=?

[ ][  ][ ]

ſamstag, 21. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

jaufeneandene kaut une ein Muiorrau
Die Vereidigung des neuen Präſidenken

Nr. 350 Seite 15

ich als Leibwächter des Maharadſcha von Bhopal erlebte‟. Ein abenteuerlicher
Soldat. Der neugierige Blick in den Harem. Abgebaut!

Kalkutta, im Dezember.
Bei den britiſchen Behörden in Kalkutta
fand ſich jetzt ein ehemaliger britiſcher
Soldat ein, der als Jeſſe Covington vor
Jahren plötzlich verſchollen gemeldet wurde.
Er tritt jetzt die Heimreiſe nach England
an, nachdem er Jahre hindurch die Rolle
des Leibwächters bei dem Nabob von Bho=
pal
geſpielt hatte.
la Haremsausflug ins Lazarett.
Jeſſe Covington hatte zeitlebens ein wenig
iteuerliches Blut in den Adern gehabt. Zuerſt
ſied er in Kairo bei den 3. Huſaren. Hier geriet
ſun den Mittelpunkt einer hochdiplomatiſchen
ſbwicklung, weil er es gewagt hatte, außerhalb
Kairo die Mauern eines reichen ägyptiſchen
ſötzes zu erklettern, um einen höchſt neugieri=
wBlick
ausgerechnet in den Harem jenes
üypters zu werfen.
ieſen Streifzug hatte er zuſammen mit einem
ſiſtzneraden unternommen, dem er von der Höhe
ſte Mauer aus die Wunder ſchilderte, die er dort
ſHarem erblickte, wo ſchöne, ſehr leicht beklei=
Mädchen einen cancanartigen Tanz aufführ=
Er erinnert ſich nur noch, daß jener Kamerad
zurief: Achtung Jeſſe! dann wurde
Gunkel um ihn. Als er wieder zu ſich kam.
er im Militärlazarett von Kairo.
Auach Indien!

in Neger von mehr als zwei Meter Größe,
mWächter jenes Harems, hatte ihn entdeckt und
im einem wuchtigen Keulenſchlag niedergeſtreckt.
dees Kamerad aber zog es in Anbetracht der
wewöhnlichen Ausmaße jenes Negers vor, das
Vte zu ſuchen und den zuſtändigen Offizier von
n Haremsausflug zu benachrichtigen. So ge=
ha
es wenigſtens, Jeſſe aus den Händen jenes
ſeers auf diplomatiſchem Wege zu befreien.
bber die ägyptiſchen Behörden legten Wert
hauf, daß er das Land unverzüglich verließ. So
i er nach Indien und wurde hier als Sport=
ſeter
einer Militärſchule beigeordnet.
wllen Sie mein Leibwächter werden?
loch laſſen wir Jeſſe Covington ſeine weiteren
Febniſſe ſelbſt erzählen:
Eines Tages rief man mich zum Nabob von
Gpal. Ein kleiner, unſcheinbarer, ſehr dunkel=
ſäriger
Mann, der von einer rieſigen Dogge be=
leret
war, empfing mich. Das war alſo der
ſſcharadſcha. Er führte mich durch ſein ganzes
ſas. Er hatte wirklich alles, was eines Men=
m
Herz begehren kann. Im Stall ſtanden 15
hilaſſige Rennpferde, in der Garage 10 Autos,

(Nachdruck, auch auszugsweiſe verboten.)
darunter 2 Rolls Royce. Ich wußte noch immer
nicht, was mein Beſuch eigentlich ſollte, und was
mir die Ehre dieſer perſönlichen Einladung ver=
ſchaffte
.
Plötzlich ſagte der Nabob zu mir: Ich habe
gehört, daß ſie ein aufmerkſamer und ſtarker
Mann ſind. Ich werde von einer indiſchen Ge=
heimgeſellſchaft
bedroht. Ihnen möchte ich mich
anvertrauen. Werden Sie mein Leibwächter. Sie
bekommen 1000 Rupees (alſo immerhin gute 1000
Mark) im Monat und freie Station
Ein Rajah ohne Furcht und Tadel.
Die Angſt vor der indiſchen Geheimgeſellſchaft
ſchien aber auch die einzige Furcht zu ſein, die der
Nabob kannte. Denn in der Folgezeit hatte der
Leibwächter wohl ein Dutzendmal Gelegenheit, die
Kaltblütigkeit dieſes Rajahs zu bewundern.
Zweimal tauchten Giftſchlangen wenige Zenti=
meter
vor ihm auf. Einmal machte ein Tiger
einen ungeheuren Satz bis auf den Rücken jenes
Elefanten, auf dem der Nabob zur Jagd geritten
war. Der Rajah wurde keine Sekunde unruhig,
nahm ſein Gewehr und ſchoß den Tiger im Nu
vom Nacken des Elefanten herunter.
Außerdem liebte es der Nabob, auf den keines=
wegs
guten Straßen ſeines Reichs mit einer Ge=
ſchwindigkeit
von 130 bis 140 Kilometer in der
Stunde zu fahren.
Das verhängnisvolle Motorrad.
Jeſſe Covington rüſtete ſich für ſeine intereſſante
und gut dotierte Aufgabe, ſo gut es ging. Jeden
Morgen übte er mit 250 Schüſſen ſeine Treffſicher=
heit
. Seine Poſition als Leibwächter dieſes Na=
bobs
wäre eine Lebensſtellung geweſen, wenn nicht
die dumme Geſchichte mit dem Motorrad dazwi=
ſchengekommen
wäre.
Das Motorrad hatte irgendein engliſcher Kauf=
mann
neu und unbenutzt dem Nabob als Geſchenk
zugeſandt. Während der Leibwächter noch beim
Scharfſchießen war, ſchwang ſich der Nabob auf
die keineswegs eingefahrene Maſchine und brauſte
davon. Von Entſetzen gepackt, jagte der Leib=
wächter
ihm in einem Rolls Royce nach und fand
ihn auch 60 Kilometer vom Palaſt entfernt
ſchwerverletzt an einer Mauer wieder.
Er ſchaffte den Rajah ſchleunigſt in ein Hoſpi=
tal
. Er blieb am Leben. Aber er vergaß ſeinem
Leibwächter nicht, daß er ihn nicht daran gehin=
dert
hatte, mit jener Maſchine zu fahren, die doch
aus dem gleichen Land kam wie Jeſſe Covington Die Sache liegt ja ſo einfach: Man braucht für
auch. So bekam er ſeinen blauen Brief und
mußte ſeine Rupees und Koffer packen, um nun
kutta in die Heimat zu ſtarten.

Im Wladiſlap=Saal der Prager Burg wurde am Mittwoch der neue Präſident der Tſchecho=
ſlowakei
, Dr. Beneſch, auf die Verfaſſung der Tſchechoſlowakiſchen Republik vereidigt. Unſere
Aufnahme wurde während der feierlichen Eidesleiſtung Dr. Beneſchs (in der Mitte unten)
gemacht. (Weltbild=M.)

Soudte iut Toolsfwrang geſackt!
Tragiſche Bilanz eines abenteuerlichen Berufes 123 blieben auf der Strecke. Die
Unentwegten. Hundertmal am Tod vorbei. 8 Autos zum Teufel für eine Aufnahme.
(Nachdruck, auch auszugsweiſe verboten.)

Mkro wünſcht die richlige Carmen.
IIs der junge Seemann Pietro Signorini vor
ſiger Zeit nach Trieſt kam und in einem Anfall
n Bildungsbedürfnis in die Oper Carmen
i, ſtürzte im 3. Akt durch einen techniſchen Zu=
ſu
ein Balkon, der voll mit Zuſchauern ſaß, in
ſa Orcheſter hinunter. Abgeſehen von einigen
hupkabſchürfungen geſchah, aber zufälligerweiſe
ienandem etwas Ernſtliches. Pietro aber hatte
ſone in ſeinem Leben ſo gut unterhalten, wie
iieſer Oper Carmen. In dieſen Tagen kam
ſeiun nach Spezia. Mit einem anderen See=
han
ſtrich er durch die Straßen und blieb ge=
Iſmt ſtehen, als er an dem dortigen Theater die
rindigung Carmen las. Er bewog ſeinen Ge=
hiöten
, mit in die Oper zu gehen. Er ſchwärmte
ihn von jenen fröhlichen Ereigniſſen vor, die dort
ſeſtähen. Mit Spannung ſah er alſo dem 3. Akt
egen. Doch als der Balkonabſturz nicht pünkt=
Igerfolgte, erhob er ſich und ſchlug einen Heiden=
Iſim. Man führte ihn in das Direktionsbüro, wo
ef einen Proteſt wiederholte und darauf beſtand,
ſöhr Originaloper Carmen ſehen zu wollen. Erſt
ſntzu langem Verhör vermochte man zu ermitteln,
Dſoßer darunter jene Carmen verſtand, in deren
3 Ikt ein Balkon ins Orcheſter ſtürzt genau
vſindamals in Trieſt.

I Beamten einiger U=Bahnhöfe in der Reichs=
Ayotſtadt haben in der Adventszeit ihren Arbeits=
+M mit einem Adventskranz geſchmückt, der
de großſtädtiſchen Gepräge eine weihnachtliche
Stimmung gibt. (Scherl=Bilderdienſt=M.)

Wie Jean Fournier ſeinen Sohn
wiederſand.
Paris. Vor 20 Jahren wohnte Jean Four=
nier
mit ſeiner Frau in einem kleinen Ort in
Nordfrankreich. Als der Krieg in die Nähe jener
Ortſchaft kam, floh er mit Weib und Kind nach
Süden. Im Wirrwarr dieſer Flucht ging das
Kind verloren. Trotz eifrigen Suchens gelang es
den unglücklichen Eltern nicht, auch nur, die min=
deſte
Spur ihres Sprößlings wiederzufinden. Der
Verluſt des Kindes brach der Mutter das. Herz.
Jean Fournier aber ließ ſich in einem Vorort von
Paris nieder und baute ſich dort eine neue Exi=
ſtenz
auf.
Vor einigen Monaten kam er nun plötzlich auf
die Idee, einen jungen Menſchen zu ſuchen, der
etwa das Alter ſeines Sohnes haben müßte. Er
gedachte, ihn in ſeinem Geſchäft auszubilden, um
ihn dann ſpäter zu adoptieren und ihm in ſeinem
Teſtament alles zu vermachen.
So las man denn vor einiger Zeit ein ent=
ſprechendes
Inſerat in mehreren franzöſiſchen Zei=
tungen
. 200 junge Leute meldeten ſich, um ſich
von Jean Fournier adoptieren zu laſſen. Von
dieſen 200 kamen 12 in die engere Wahl. Jean
Fournier ließ auf ſeine Koſten jeden einzelnen zu
ſich kommen und unterhielt ſich lange mit ihm.
Endlich entſchied er ſich für einen gewiſſen Phi=
lippe
Soiſſons, der angab, ſeine Eltern nicht zu
kennen und Kriegswaiſe zu ſein.
Dieſer junge Mann trat alſo in das Geſchäft
Jean Fourniers ein. Die beiden verſtanden ſich
ausgezeichnet. Eines Tages aber wurden die
Kunden des Geſchäfts auf eine geradezu verblüf=
fende
Aehnlichkeit zwiſchen dem jungen Mann
und dem Geſchäftsinhaber aufmerkſam. Ihnen bei=
den
war dieſe Aehnlichkeit aus leicht erklärlichen
Gründen entgangen. Man deutete ſchließlich an, hat ſich zur Spezialität den Sturz vom Felſen
daß dieſe Aehnlichkeit nicht mit normalen Dingen
zugehen könne. Endlich machte man Jean Four=
nier
ſo neugierig, daß er jene Frau aufſuchte, die
ſeinen jungen Angeſtellten erzogen hatte. Die
Frau erzählte, daß ſie das Kind in der Nähe von
Soiſſons im Kriege aufgriff und ihm nach jenem
Fundort den Namen gab. In der Nähe von
Soiſſon aber war damals auch das Kind des Jean
Fournier verloren gegangen. Nach weiteren Er=
mittlungen
ergab ſich, daß wirklich der Vater auf Launen. Aber Bob Roſe ſpielte erſt ſeine Rolle
der Suche nach einem Adoptivſohn ſein eigenes

Kind wiedergefunden hatte!

Hunde als Flugzeugwarner.
Addis Abeba. Als die Italiener unlängſt
mit ihren Flugzeugen Dagabur bombardierten,
gab es unter den dort in Rudeln frei herumſtrei=
fenden
Hunden manches Opfer. Das haben ſie ſich
gemerkt, und als die italieniſchen Flugzeuge das
zweitemal über dem Ort erſchienen, verkrochen ſich
die Tiere ſchon beim entfernten Dröhnen der Mo=
toren
in alle nur erreichbaren Erdlöcher. Da ihr
Gehör unendlich feiner iſt als das der Menſchen,
ſo flüchteten ſie jetzt, ehe überhaupt nur das min=
deſte
wahrzunehmen iſt. Und die Menſchen, über=
zeugt
von der Zuverläſſigkeit und dem feinen In=
ſtinkt
der Tiere, beobachteten nun lediglich das
Verhalten der Hunde, um ſich rechtzeitig in Sicher=
ſeit
zu bringen.

Hollywood, im Dezember.
Geſucht wird: Double, 1,78 Meter groß.
der durch brennenden Oeltank ſpringt.
Aſbeſtanzug wird geſtellt! (Von einer An=
ſchlagtafel
in Hollywood.)
Die ſieben Letzten.
eine Todesſzene einen Double. Zwar gibt es heute
auf der Suche nach neuen Abenteuern über Kal= auch ſchon namhafte Filmſtars, die dieſen oder
jenen Sprung in den Ozean wagen. Aber ſobald
es ein reines Spiel mit dem Tode wird, lehnt der
Star die Rolle ab und verlangt einen Erſatz=
mann
.
Mit Tricks iſt das Publikum nicht mehr zu täu=
ſchen
. Man würde pfeifen und lachen, wenn eine
Puppe in den Abgrund ſtürzte. Das Publikum iſt
grauſam. Man will einen Menſchen ſpringen
ſehen. Es ſteht jedem in Hollywood frei, ſich für
die in jenem Anſchlag genannte Rolle zu bewer=
ben
. Aber zum Schluß kommt es doch immer wie=
der
auf einen von jenen Sieben heraus, die die
Letzten aus einer Schar von Todesſpielern dar=
ſtellen
. 123 blieben auf der Strecke! Die ſieben
aber ſind: Green, Roſe, Carveth, Lyons, Canutt,
Clark und Gilman. Man ſieht ihre Namen auf
keinem Programm und in keiner Darſtellerliſte.
Sie ſind nur jene, die die Todesrollen mimen.
Was brauchen Sie?
Wenn der Direktor an einen ſolchen Double
dieſe Frage ſtellt, dann antwortet er: Einen
Gummianzug! oder Aſbeſt=Handſchuhe und
Knieſchützer! Fragt ein Laie den Double, dann
wird er ihm lächelnd verſichern, man brauche
nichts anderes als 50 Prozent Furchtloſigkeit und
50 Prozent Nerven. Und wenn der Double ſich
ſelbſt fragt, was er brauche, dann geſteht er ſich,
daß er dringend 50 Dollar nötig hat, und da=
für
gewillt iſt, ſein Leben jede Sekunde aufs Spiel
zu ſetzen.
Denn viel mehr wird auch nicht an dieſe Wag=
hälſe
bezahlt. Schließlich ſind und bleiben ſie ſo
unbekannt, daß man wenn ſie der Tod holt
kaum weiß, daß ausgerechnet ſie es waren, die
ihn hundertmal vorher herausgefordert haben.
Wenn der Hai Launen bekommt.
Sie haben alle ihre Spezialitäten, dieſe Spie=
ler
mit dem Tod. Jener Gordon Carveth verſteht
ſich meiſterhaft auf Sprünge in den Abgrund. Es
kommt ihm auf 8 oder 10 Meter nicht an. Die
Netze können aus Draht ſein und brauchen erſt
ganz tief in Funktion zu treten. Cliff Lyons
auserkoren. Er läßt ſich, wenn notwendig, vor=
her
noch auf einen Felſenvorſprung auffallen, ehe
er vollends in die Tiefe jagt.
Der kleine Bob Roſe, ein Burſche von kaum
130 Pfund Gewicht, wird zu dem verrückteſten
Tier in den Käfig gejagt. Er war es auch, der
mit einem Hai einen Ringkampf aufführte. Er
hatte ihn tagelang beobachtet. Doch als er dann
mit ihm Leib an Leib rang, bekam jener Hai
fertig. Wie der Wirbelwind huſchte er dann aus
dem Waſſer. Der Hai erwiſchte nur noch den
Hoſenboden.
Greens Froſtbeulen Gilmans Auto=Rekord.
Duke Green iſt der verwegenſte Schwimmer
von Hollywood. Man hat ihn zur Ausführung
einer Rolle neunmal in einen eiskalten Strom
hinabtauchen laſſen. Jedesmal, wenn er aus die=
ſem
Eiswaſſer herausſtieg, mußte man ihn zwei
Stunden lang maſſieren und wiederbeleben.
Matt Gilman ſollte unbedingt ein Auto gegen
eine Häuſerwand fahren, nachdem er vorher eine
Laterne geſtreift hatte. Gilman tat dies ein hal= Anfang der Woche brach im Kloſter Rietberg,
bes Dutzend mal. Doch dem Regiſſeur gefiel es einem vom Fürſtbiſchof von Fürſtenberg errich=
ſo
nicht. Da wurde es Gilman zu dumm. Er raſte teten impoſanten Barockbau aus dem 17. Jahr=
mit
der Frontſeite glatt in die Wand hinein. So hundert ein Feuer aus, das einen großen Teil
war es natürlich richtig. Ein dünnes Drahtnetz des Kloſters, ſowie wertvolles Kloſtergut ver=
vor
ſeinem Kopf und ein Gürtel, der ihn an den nichtete. Unſer Bild zeigt Kloſter Rietberg
Sitz feſſelte, waren die einzigen Schutzmaßnah=
men
, die er für ſich ergreifen durfte.

Das macht ihm keiner nach .. ."
Aber das, was Yackima Canutt ausführte, das
macht ihm ſo leicht keiner nach. Gewöhnlich haben
nämlich auch dieſe Todesſpieler einen Abſcheu
vor Flammen. Deshalb wird er vermutlich auch
jene Rolle mit dem brennenden Oeltank zu ſpie=
len
bekommen. Daß er für ſolche Dinge geeignet
iſt, bewies er damals: Er ſchwang, an einem
Seilende hängend, von einem brennenden Haus
zu einem Rieſenkran hinüber. Dieſen Kran durfte
er zwar erreichen, mußte ſich aber dann fallen
laſſen. Er kam 4 Meter tiefer auf eine Mauer,
rollte von dieſer hinunter, ſchlug auf das Verdeck
eines Laſtwagens auf, fiel von dem fahrenden
Laſtwagen, ſprang in einen Fluß hinein, kletterte
auf ein Motorboot und ſetzte ſo ſeine für den
Film notwendige Flucht fort.
Muß es wirklich ſein . . . .?
Jene Filmdirektoren in Hollywood wiſſen, daß
ſie alles haben können, was ſie wollen. Höchſtens
fragen die Todesſpieler, was dafür gezahlt werde.
Doch wenn es darauf ankommt, unterbieten ſie
ſich gegenſeitig.
Sie wiſſen ja, daß die Rolle ſo oder ſo geſpielt
werden muß. Sie wiſſen auch, daß ſie die ſieben
Letzten ſind aus einer Schar von 130 Verwegenen.
Wie lange ſie noch ihre Rolle ſpielen werden?
Man wird kaum davon hören, wenn man ſie
irgendwo in einer Vorſtadt von Hollywood
begräbt.
Warum Marianne‟?
Paris. Geſchichtsforſcher haben nun verbind=
lich
und endgültig ermittelt, woher die Bezeich=
nung
Marianne für die franzöſiſche Republik
kommt. Zurzeit der Reſtauration war nämlich
Marianne der ſymboliſche Name für eine Geheim=
geſellſchaft
, die die Aufrichtung der Republik zum
Ziel hatte. Als das Ziel erreicht war, blieb man
dabei, mit jenem weiblichen Vornamen die be=
wußte
Einrichtung zu bezeichnen.
Vom Großſe
Rielberg.

nach dem Brand.
(Scherl=Bilderdienſt=M.)

[ ][  ][ ]

Nummer 330

Don Eſel und LOchs.

Von Ruth Schaumann.
Jedes Jahr in den heiligen zwölf Nächten können die
Tiere reden. Die Menſchen aber verſtehen, was ſie zueinander
ſagen. Und in einer ſolchen Nacht einmal hat mir ein alter
Ochs dieſe Geſchichte erzählt, und der müde Eſel, der neben
ihm ſtand, neigte das Haupt mit den langen, ſeidengrauen
Ohren dazu und ſagte: ja, ja, ſo iſt es.
Wie die erſten Menſchen Gott betrübt und beleidigt hatten,
daß der Engel ſie forttreiben mußte aus dem hellen Paradies,
zogen all die armen Tiere einher. Die hatte ja Gott um der
Menſchen willen gemacht in ſeinen lieblichen Garten hinein,
ſo mußten ſie bei den Menſchen bleiben und mit ihnen ziehn,
Not. Da klagten die Menſchen, da klagten die Vögel, da klagten
alle Tiere im Wald und die auf dem Felde, und die Fiſche
im bitteren Meer klagten auch, mit Floſſen und ſchuppigen
Schwänzen klagten ſie, weil ſie keine Stimme haben.
Und alles ſchaute recht ſehnſüchtig auf nach dem verlorenen
Himmel, ob denn keine Hilfe kommen wolle, wie ein Tau auf
verdorrende Kräuter, aber der Himmel blieb zu.
Wie aber die erſten Kinder kamen, die erſten jungen Reh=
lein
, die erſten kleinen Vögel im Neſt lagen, die erſten winzigen
Lämmer unter den alten Schafen ruhten, und kleine Eſel auf
hohen Beinen zwiſchen den müden Tieren ſtanden, die noch das
Paradies gekannt, hat man manchmal an ſtillen Abenden eines
Engels Stimme ſingen gehört, fern, fern im Abendrot. Des
Engels Stimme ſang:
Gott will nicht ewig tragen
Den ſo gerechten Zorn.
Es wird ein Röslein ſchlagen
Aus bitterlichem Dorn.
Gott wird ſein Kind entſenden,
Das trägt und löſt die Schuld
Und wird die Nacht beenden.
O liebe Erde, hab Geduld.
Wenn dann die Stimme ſchwieg, war es ſchon, als ſei
nicht der Tau, aber Duft vom Tau gekommen. Menſch und Tiere
blickten ſich liebreicher an und taten ſich eine kleine Weile nichts
mehr zu leid. Alle 1000 Jahre ſang der Engel einmal. Und
die Menſchen fragten ſich: kommt wohl der Sohn Gottes, kommt
er nun bald?
Und wie die Menſchen, ſo ſprachen auch die recht traurigen
Tiere, die müden, miteinander und die große Giraffe ſagte:
wenn er kommt, auf den wir alle ſo warten, werde ich ihn
zuerſt ſehn, ich, die Giraffe, denn ich habe einen recht langen
Hals.
Nein, ſchrie der Adler, ich ſehe ihn zuerſt, denn ich fliege
ihm entgegen, ſo hoch, wie Engel fliegen, komme ich auch.
Nein, ich, ſagte der Elefant. Ich bin ſtark, ich zertrete alle
Wälder wie Gras und mache ihm eine recht große Straße,
daher er kommt . .
Nein, ſprach der Löwe, ich werde rufen mit meiner ſtärkſten
Stimme, daß er herbeikommen muß, um zu ſchauen, wer ſo
furchtbar laut ruft ich ſehe ihn zuerſt und werde es Euch
dann ſagen.
O nein, ſagte die Fledermaus er wird zur Nacht kommen,
darin niemand ſonſt wacht als ich und die Eule mit ihren
Mondaugen, wir werden ihn ſehn, derweilen ihr ſchlaft.
Sie waren alle ſo ſtolz und ſchrien durcheinander und das
Pferd meinte: Er iſt ein König, und er wird auf mir daher
reiten, auf meinem Rücken wird er thronen. Nein auf mir,
ſagte das Dromedar, ich will ihn viel beſſer tragen als du . . .
Nein, auf mir, kam der Elefant; er iſt groß wie Gott, er, der
Sohn Gottes, er wird allein Raum haben auf meinem Rücken.
Die kleinen, ſchwachen Tiere aber ſtanden dabei. Sie ſagten
nichts, was ſollten ſie auch ſagen.
Mitten unter ihnen ſtand ein blindes Eſelein und ein großer
alter Ochſe betrachtete ſeine Hufe, die voll trockenem Schmutz
waren, und rieb ſeinen Rücken an einem toten Baum, er war
wund von der Peitſche eines Bauern. Und der Ochſe ſprach
zu dem Eſel, ſeinem armen Freund: du und ich werden den
großen, guten Gott niemals ſehen und auch nicht hören, denn
du biſt blind und ich bin taub und kein Menſch hat mit uns
ein Erbarmen.
Ganz ſtill gingen alle zwei zurück in ihren armſeligen
Stall, vor die leere Krippe hin. Und da ſtanden ſie nun. Mit
ihnen kam nur ein räudiges Lämmlein, eine hungrige Maus
und endlich eine häßliche Spinne, die ſetzte ſich in ihr kleines
Netz unterm Balken. Und dann kam die große, tiefe, lange Nacht.
Kein Stern war im Himmel, kein Wind bewegte die Bäume
im Schnee, nur einmal klagte ein kleines Reh im Wald und
ein Vogel ſchrie traurig im Schlaf. Und auf einmal ein Stern,
im ſchwarzen Himmel, ein rieſiger, ſtarker, klarer, ein glänzen=
der
Stern und des geliebten Engels Stimme dabei, die ſang:

Er iſt nun auf Erden,
Des großen Gottes Sohn
Geht hin mit allen Herden
Und wollet ſelig werden
Und ſteht um ſeinen Tron.
Da, horcht, begann der mächtige Löwe ſein tiefſtes Gebrüll,
laut und lauter, ſtark und ſtärker, daß ſeine gewaltige Bruſt
faſt zerſprang: Sohn Gottes komm herbei, daß ich dich ſehe.
Sohn Gottes komm herzu. Aber wie ſehr er auch rief, er hörte
ſein eigenes Gebrüll nicht mehr, des großen Löwen ſtarke
Stimme war ſo leiſe geworden wie ein Hauch, der große Löwe
war ſtumm. Der Elefant aber raſte jetzt durch die Stämme,
er zertrat ſie wie Gras, aber ſeltſam, hinter ihm ſtanden ſie
alleſamt wieder auf. Und wie der Elefant in die Wüſte ge=
rannt
kam fand er ſich dort vor einem dunklen Mann, der
trug eine Krone. Da beugte ſich der Elefant ſo groß und ſchwer
er war und ſagte: Sohn Gottes, großer König, ſitz auf, ich habe
dich zuerſt geſehen, ich der Elefant. Da ſaß der König auf, aber
er lachte leiſe: ich bin nicht der König der Welt, den will ich
ja auch ſuchen, trabe dahin, alter, törichter Elefant, bis wir
ihn finden. Alſo ritt der Mohrenkönig Balthaſar auf dem
Elefanten dahin, immer dem neuen Sterne entgegen. Auch das
Dromedar hatte einen König getroffen und es ſagte: ſiehſt du,
ich habe dich zuerſt geſehn. Doch das war nur der König
Kaſpar, den es gefunden.
Auch das ſtolze Pferd fand einen König, und nahm ihn
auf ſeinen Rücken. Es warf die Hufe und den Schwanz, den
langen, wie einen Schleier und ſagte: ich trage den König der
Welt, ich, das Pferd. Da antwortete der ſehr alte Mann auf
ſeinem Rücken traurig: Gutes Tier, ich heiße Melchior, ich be=
gehre
ſelbſt nach dem König, den du ſuchſt, bringe mich hin,
bringe mich hin.
Die Giraffe reckte ſich durch das Geäft, ſie ſah nur den
Stern, ſonſt ſah ſie nichts, der helle Stern blendete ſie.
Der Adler hatte aufſteigen wollen, aber ſeine Flügel waren
ihm ſchwer wie Blei, ein kleiner Spatz gelangte höher als er.
Die Fledermaus und die Eule flatterten wohl neugierig umher,
ſie trafen nur Hirten, die ſchritten rüſtig dahin. Sie fragten:
woh:n ih Hirten, was ſchlaft ihr nicht, heute Nacht?

Das deutſche Himmelreich.

Unter dieſem Titel hat der bekannte Kunſtgeſchicht=
ler
Wilhelm Traenger Urkunden aus tauſend
Jahren deutſcher Frömmigkeit zuſammengetragen.
(Eſſener Verlagsanſtalt, Eſſen. 2,50 RM.) Von der
Edda und dem Heliand reichen ſie über das Mittel=
alter
bis zu Goethe und Jean Paul, Lagarde und
Hans Thoma. Aus dem ſchönen Geleitwort des Ver=
faſſers
bringen wir den folgenden Abſchnitt.
Das Kernſtück mittelalterlichen Denkens iſt der Heilsplan
Gottes. Was zwiſchen Adams Fall und Chriſti Sühne an gottge=
lenkter
Weltgeſchichte ſich ereignet hat, was zwiſchen der Vertrei=
bung
aus dem Paradies und der Zurückführung ins Himmelreich
die Schickſale des erſten und letzten Menſchen ineinanderbindet,
ſcheint ſich auf einer dreigeſchoſſigen Myſterienbühne abzuſpielen.
Iſt doch das mittelalterliche Weltgebäude ſtreng folgerichtig nach
dem Dreibezug von Himmel, Erdenwelt und Hölle aufgeteilt: Der
Menſch ſteht als der eigentliche Gegenſtand und Endzweck der Re=
gierung
Gottes mitten in der Welt, welche mit Sonne, Mond und
allen Sternen, dazu jedweder anderen Kreatur allein zu ſeinem
Nutz und Frommen dienen ſollte. Die Erde aber ruht als unbe=
wegte
Veſte mitten in der Schöpfung. Der Tiefe zu ſtuft ſich die
Unterwelt. Sie iſt in das Erdinnere geſchachtet, in deſſen Feuer=
kern
die Hölle lodert. Nach oben aber ſtaffeln ſich durch die Pla=
netenſphären
ſieben Himmelskreiſe, denen ein jeweils höher auf=
ſteigender
Würdegrad von Engelschören zugeordnet iſt: die Hier=
irchien
, deren heilige Treppe ſich durch den Fixſternhimmel bis zu
dem Kriſtallgewölb des Empyreums ſtuft, in deſſen Pol der Thron=
ſitz
Gottes ankert.
Um dieſe Weltachſe, die von dem Thron des Herrn zum Feuer=
kern
der tiefſten Hölle zielt, an ihrem Erdenſchnittpunkt ſinnvoll
zu betonen, liegt nach der mittelalterlichen Auffaſſung im Scheitel=
punkt
des Erdkreiſes Jeruſalem, die Stadt des alten Bundes und
als Beſiegelung des neuen Bundes der Kalvarienberg. Doch damit
nicht genug: um auch den Sinnbezug von Sündenfall und Welt=
erlöſung
offenbar zu machen, harrt in dem Todeshügel Chriſti,
unterm Sühnekrenz, der Leichnam Adams ſeiner Auferſtehung.
Dieſe ſymboliſche Verklammerung des Erd= und Himmelreiches
iſt durch die Inſtitution der Kirche zu einer handgreiflichen Ding=
lichkeit
gehärtet worden: In ihren Händen lag die Durchführung
des göttlichen Erlöſungsplans, welcher durch Darreichung der ſieben
Sakramente, der Unterpfänder einer myſtiſchen Entſündigung ge=
fördert
wurde. In der Rangordnung ihrer Prieſterwürden ſtellt
ſie ein diesſeitiges Ebenbild der Himmelshierarchie und deren
Chöre dar. Vor allem aber gibt ſich in dem Bau und Schmuck der
Dome, wie im Kultgebrauch eine vollendete Allegorie des Himmel=
reiches
zu erkennen.
Doch wie der ſtrenge, kreuzförmige Grundriß aller Kathedralen
ſich oft in einen ziervollen Kapellenkranz verzweigt, ſo war auch
das dogmatiſche Syſtem der mittelalterlichen Kirche frei und weit
genug, um dichteriſchen Seitenſproſſen Raum zu geben: So jener
wunderſamen Sage von dem heiligen Gral, dem Edelſtein des Pa=
radieſes
, der einer auserleſenen Ritterſchaft die irdiſche Unſterb=
lichkeit
gewährt. Nicht minder durften unſre deutſchen Gottes=
freunde
ihr myſtiſches Gemeinſchaftsleben pflegen, das abſeits
der autoritären Satzungen der Kirche der unmittelbaren Gottes=
ſchau
und ganz perſönlichen Gottinnigkeit ergeben war. Sie fügten
gleichſam in die ſteingewirkte Himmelsroſe überm Domportal jene
nach außen farblos unſcheinbaren und nur nach innen glühenden,
geheimnisvollen bunten Scheiben ein, welche den Dom mit ſchwe=
bendem
Geleucht erfüllen, als ſchimmre er in einem Widerglanz
der Seligkeit.
De revolutionibus orbium coelestium: Dieſer Titel des
Grundbuchs der neuzeitlichen Aſtronomie weiſt ſinnbildhaft weit
über ſeinen eigentlichen, auf eine neue ohyſikaliſche Erkenntnis
eingeſchränkten Zweck hinaus. In übertragener Bedeutung ver=
kündigt
er wahrhaftig eine Umwälzung der Himmelswelten und
deckt ſo jene zwiefache Reformation des 16. Jahrhunderts, deren
Urheber Nikolaus Kopernikus und Martin Luther ſind. Je
kühner das ſcholaſtiſche Syſtem auf Grund der ptolemäiſchen Natur=
auffaſſung
die Erde mit der Himmelswelt verklammert hatte, deſto
verhängnisvoller hätte eine Lehre wirken müſſen, welche die Erde
als den Mittelpunkt des All entthronte und ſie als Irrſtern um
die Sonne, die neue Herrſcherin der Schöpfung, wandeln ließ :
vorausgeſetzt, daß Nikolaus Kopernikus ſeinen grundſtürzenden
Phyſikbefunden auch eine Zielrichtung ins Metaphyſiſche gegeben
habe. Dies aber lag dem Frauenfelder Chorherrn nicht im Sinn.
Wohl ſtand er auf dem Archimedespunkt, doch hob er die moſaiſche
Naturgeſchichte nicht aus ihren Angeln. Für Luther aber und
Melanchthon war Koperinkus ein Narr und Gaukler, der ſei=
nen
Ehrentitel darin ſehe, die ganze Kunſt astronomiae umzu=
kehren
So gingen die reformatoriſche Natur= und Gotteskunde
auf getrennten Wegen, deren Parallelverlauf ſich erſt in der Un=
endlichkeit
ihrer neu angebahnten Himmelreiche überſchnitten hat.
Die bahnbrechende Kraft der neuen Kirche iſt von der Grund=
lage
des ſittlichen Bewußtſeins in die Zukunft vorgeſtoßen. Die
Heils= und Lebenslehre Martin Luthers führte aus den Buß=
kammern
der Asketen und den Verſenkungen der Myſtiker in eine
kraftvoll angefaßte und verantwortungsbewußt getragene Wirk=
lichkeit
und Wirkſamkeit: Durch Chriſtus wird dem erbſündigen
Menſchen die Gnade Gottes offenbar gemacht. Kraft ſeines Glau=
bens
an das chriſtliche Erlöſungswunder empfängt er die Recht=
fertigung
, die er von Tag zu Tag durch einen lohnfrei gottergebe=
nen
Dienſt und durch gewiſſenſtrenges Wirken für das Gemeinwohl
zu bewähren hat. So trägt er zur Verwirklichung des diesſeitigen
Gottesreiches bei.
Um an dem jenſeitigen Gottesreiche teilzuhaben, bedarf es
nach der Lehre Luthers keineswegs der umſtändlichen Heilsver=
mittlung
, wie ſie die alte Kirche dargeboten hatte. So ſchränkte er
die ſieben Sakramente auf Taufe, Abendmahl und Buße ein. Den
Ablaß und das Fegefeuer wies er als menſchliche Erfindung ab.
Die kunſtvoll aufgeſtufte Hierarchie, das Spiegelbild der Himmels=
chöre
, hat er abgeſchafft. Vom Paradieſe ſagte er mit frommer
Scheu: So wenig die Kinder wiſſen im Mutterleib von ihrer An=
fahrt
, ſo wenig wiſſen wir vom ewigen Leben. Doch war er von

der leibhaftigen Auferſtehung aufs unerſchütterlichſte überzer
was er mit aller menſchlichen Warmherzigkeit beim Tode ſei
Töchterleins bewährte. In einem jovialen Tiſchgeſpräch hat er
mal den lieben jüngſten Tag mit der behaglichen Buntfarbigſe
des volkswüchſig naiven Glaubens ausgemalt. Schließlich empfu
er ſich in einem ſtarken Schutz der Engel: Das waren ſicher harl
Mannes=Engel, ſtämmig und kräfteſchwer wie jene Cherubim,
Albrecht Dürer auf ſeinen Holzſchnitten zur Offenbarung ſchildn
männliche Engel, deren Stimmgewalt Johann Sebaſtian Back,
ſeine Orgel bannte, wenn aus ihrem Mund das Deutſche San 1
durch den Himmel dröhnt.
Das neue Weltbild des Kopernikus griff erſt mit dem Baxu/)
ſtil in die Kirche ein, den wir geradewegs als angewandten
pernikanismus aufzufaſſen haben: Die Dombauten des Mite
alters, die auf der ptolemäiſch feſten Erde ruhen, ſind auf
ſtatiſche Prinzip des Kreiſes, Dreiecks und Quadrats gegrün
wogegen die barocken Kirchenbauten zur Elipſe neigen. Die Kurn
und Volute des Barock, die kennzeichnendſte Formung dieſes Stid uſche Enll
iſt Sinnbild für den weltſtürzenden Augenblick, in dem die E) ſhclichten!
ſich hinausſchwang in die Sphärenweite und aus der ſtarren Ru
ſich entrollte zu einer ungeheuerlichen Rotation. Noch ausdruch Arbeit in
voller ſind die hochgewölbten Kuppeln, aus deren Deckenmal el vird, ſond
ein lichter Himmel aus unbetretbar fernen Höhen in die Ha 1d ſellung, E

bricht. In ſteilem Schrägflug brauſen Himmelfahrten mit raz d Sie ja ale:

haftem Getrubel durch das blaue Zelt, während am untern Ra
ganze Völkerſcharen in leidenſchaftlicher Verzückung in die Hi
ſtarren. Sie fiebern alle nach der Sonnenachſe, in deren höchfm

Pol die Gottesgloriole die Blicke der ekſtatiſchen Gemeinde an 7 Jann trete

ſaugt.

Erſt Gottfried Wilhelm Leibniz ſtiftete die Harmonie zwiſoe

den gottes= und naturkundlichen Himmelsſphären. Er zog 1c lummer d

Auge in die Sonne ſtellend die letzten Folgerungen des kope

nikaniſchen Syſtems. Da erweiterte ſich der Begriff des Heilspli Nindeſtalte

Gottes von ſeinem bisherigen Menſchenmaß in die Geſtir, lngsjahre
meilen des Univerſums. Hatte man Gottes Vorſehung vordem / Gazterbau
wiſſermaßen nur auf die Seelenfracht der Kirchenſchiffe abgezwech fußt Obſt=
ſo
iſt der Menſch mit ſeinem Wohl und Wehe, die Welthiſtorie w oogie Che

u dem
Die R
nährſtandes

Lehrbetriel
nachen Sie

ütigkeit ko

ihrem Auf und Ab von nun an als beſcheideneres Einzelſchiclg Als G

den kosmiſchen Zuſammenhängen eingegliedert. Jedoch in du enen Betri
Bewußtſein ſeiner eigenen Geborgenheit im Sternenſchickſal dit lufmänni
ſchon der diesſeitige Menſch ſich des ſo oft beſeufzten Jammertad ſtellungsmö
überhoben ſehen. Die Sündenqual und Weltangſt wird befrie) hadeorte,
da ihm der Einblick in das gottgeſchaffene Uhrenwerk, worin ſchulen. Die
große Weltgewichte pendelt, täglich offen ſteht. So kann er /4 ſachkräfte
bereits im Erdenleben an der Harmonie erbauen, die ſich volllm eine ganz
den wird an jenem Tag, an welchem Gott das ganze Weltgebä.0
zum höchſten Licht der Seligkeit vergeiſtet.
In dieſer hochgeſtimmten Auffaſſung wurzelt die ganze In
ſeitsdichtung unſrer Klaſſiker: die Sphärenharfe Klopſtocks, Unner
Meſſiasdichters; der Sonnenpilgerhymnus Friedrich Schillle dbchen
Größe der Welt, die ſtärkſte Ballung des kosmiſchen Unendl5, hautliche
keitempfindens in der deutſchen Lyrik; die Paradieſesträume Jc Miſchen.
Paul Friedrich Richters, die gleich ätheriſchen Gewölken durch
Tempel ſeiner Sprache ſchweben, vor allem aber Goethes Qu
ſchauung der Gott=Natur, der ſelbſt mit ſonnenhaftem Auge iſ Me na
ewige Werdeluſt des All durchdrungen und in den Schlußchön
zum zweiten Teil des Fauſt ſogar das Paradies mit dem 29
wegungsantrieb höher und höher aufſteigender Selbſtvervollkonm Da
genannt
nungen ausgeſtattet hat.
den wiſſen
Von dem durch Leibniz angeregten Jenſeitsbild der deutſch1 amas im
Klaſſik iſt eine gleichbedeutſame Gedankenbahn zu unterſcheidn
die in die Paradieſe der Romantik führt. Es iſt die Myſtik Ja
Böhmes, des Görlitzer Schuſters und philosophus teutonicus: D9 zu
ein mit majeſtätiſch ſicherer Hand entworfener, von ſonnenklarA und Tee
Optimismus angeſtrahlter Kosmos. Hier ein aus gärendem H0 Von ei
dunkel qualvoll emporgerungener Seelendrang, den Urzwiſt zu weis über
ſchen Gut und Böſe zu bereinigen. Unmöglich, hier auch nur männliche
deutungsweiſe der luziferiſchen Begriffsdramatik nachzuſpürn richt
worin der Menſch, dies Mittelding von Vieh und Engel ſich ni
Gott verſöhnt. Für Jakob Böhme iſt die ganze Schöpfung ſeit d2 Kenn
Sturze Luzifers in eine gottentfremdete geiſtwidrige Materie wr Mädd
haftet und ihre Aufgabe beſteht darin, die trübe Miſchung 2u0 Dinge i.
Verzwitterung der guten und der böſen Elemente in ſich ab? vrluſt
klären und durch fortſchreitende Entſtofflichung ihre Zurückkehr / La=
den
Frieden Gottes anzubahnen. Nicht müde wird der Görlitk den
Erleuchtete, dieſe allmähliche Verklärung der Natur zu ſchilde ? and
wenn Sonne, Mond und Sterne, Menſch, Tier und Pflanze ſich / und ſan
Geiſt zerlöſen und ſchattenhaft in ihren Aether tauchen, der / ceu
zurückträgt in die Urſtände des Himmelreichs.
In der Romantik tauchte das Gedankengut dieſes urdeutſcht
Geiſtes wieder an das Licht und fing ſich in dem Seelenſpie 9
zweier junger Schwärmer, die wie Böhme ſelbſt das N0
der Gotteskindſchaft an der Stirne trugen: Dies waren Philäd
Otto Runge und Novalis. Runge hat in dem Zyklus ſeir?
Tageszeiten, der ganz auf Böhmes Weltmyſterium verſiegelt
mit den echt paradieſiſchen Symbolen von Kindergenien und b
ligen Gewächſen das tiefſinnigſte Blumenſpiel der Welt geſchaff.
Er iſt in ſeiner Blüte ſchon dahingegangen, wie der gleichaltr3e
Novalis, welcher als wahrer Fremdling einer andern Welt kan)
ſeine jenſeitigen Wanderſchuhe von den Füßen ſtreifte. In ſeim h.
unausſchöpfbaren Fragmenten, die gleich den Splittern eir?s ſe
Gralsgefäßes vor uns liegen, birgt ſich ein cherubhaftes Wiſſen 70
den Sinn der Welt. Und ſeine religiöſe Dichtung zieht ihre gar Erſche
magiſche Verwandlungskraft aus jener Zwiſchenſtunde, in der ei 1.
ahnungstiefes Grabesdunkel vom erſten Auferſtehungsfrühli & l
überſchienen und vergeiſtet wird. Sie iſt ein einziger Hymnus a."
den Oſtertag der Weltverjüngung in dem Paradies.
Bei dieſen Genien der deutſchen Klaſſik und Romantik ſch! Ube
ßen wir unſre aphoriſtiſche Betrachtung ab, denn nur bis hierke ſich
laſſen ſich die Pilgerfahrten himmelwärts in einheitlichen Uebe Mi
ſichten ſchildern. Dann löſen ſie ſich auf in Einzelgänger oOI
kleinere Gruppen, deren Wanderungen in dieſem Laienbüchle)
nicht mehr zu verfolgen ſind.

Nach dem König der Welt, der heute gekommen iſt. Wer
hat ihn zuerſt geſehen, fragte die Eule. Ich weiß es nicht,
antwortete der älteſte Hirt, ich gehe ihn grüßen.
Ja, wer hat ihn zuerſt geſehn? Das war der alte, ſehr alte
Ochs und das Eſelein, das blinde. Das blinde? Ja, o dies!
Sie ſtanden alle zwei an der Krippe, der leeren. Sie
murrten auch nicht als noch ein armer Mann mit einem ſehr
ſchönen Weibe dazu kamen, frierend und hungernd wie ſie, mit
einem winzigen Laternchen, das hängten ſie an der Krippen=
wand
auf. Sie ſchliefen ein vor Ermattung, vor Trauer, vor
Hunger, und wurden wach an einem fehr hellen, ſüßen Licht,
das vor ihnen war in der Krippe.
Der Ochſe ſah es, der Eſel ſpürte es nur. Der Ochſe ſagte
zum Eſel: es iſt ein kleines Kind, ein ſehr kleines Kind. Ach,
ſähe ich das kleine, das ſehr kleine Kind, ich wollte den König
der Himmel nicht lieber ſehn.
Da lächelte das Kindlein in
Eſelein

konnte die ſchweren Lider erheben und ſah das Kindlein w!
ſich, das ſehr kleine Kind. Es lächelte und es weinte 17
der Ochſe ſagte: könnte ich ſein Stimmlein vernehmen, wie 120
muß es ſein, ich wollte den König aller Völker nicht lieO"
hören, mit aller Muſik darinnen er naht. O, o, da hörte O‟
Ochs das ſehr kleine Kind weinen, ganz zärtlich weinen, 4.2
lauter Lieb, die es zu dem armen Tier empfand.
Auch das räudige Lamm ſah nun das Kind, die kleine Mau=
ſah
das Kind und die häßliche Spinne ſah das Kind im Sil.
des Stalles, und ſeine Mutter kniete bei ihm. Dann ſind Oe
Hirten gekommen, dann die Könige, auf Roß, Elefant Ne‟
Dromedar, ſie nieten und riefen: O Kind, o König, o Goik=
Ochs und Eſel aber haben es zuerſt geſehen, denn den aue
ärmſten und den geduldigſten neigt ſich die ewige Liebe zuel
und zutiefſt. Ja. ja, ſo iſt es, ſagte der Eſel zu mir und
Ochſe ſprach leiſe: und wir werden es wieder ſehn in de
nächſten Nächten, denn es iſt die Zeit, da es kommt.

[ ][  ][ ]

Samstag, 21. Dezember 1935

Darmſtädter Tagbl
Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 350 Seite 17

Inge Kl. Sie haben ſich da einen ſchönen Beruf ausgewählt,
in dem Sie ſicherlich Befriedigung finden werden, da Sie, wie Sie
chreiben, doch ſo große Liebe zur Pflanze, zu allem Werden und
Wachſen in der Natur haben. Daß dieſe Liebe zur Natur zwar eine
überaus wichtige, aber doch nicht die einzige Vorausſetzung für
dieſen Beruf iſt, darüber ſind Sie ſich ja wohl klar. Sehr feine
Beobachtungsgabe, treueſte Gewiſſenhaftigkeit und Ordnungsliebe,

raſche Entſchlußkraft (bei Witterungsumſchlägen etwa!) und Ge=
chicklichkeit
ſind ebenſo Vorausſetzung wie eine widerſtandsfähige
Geſundheit und ein gewiſſes Maß von Körperkräften. Daß Ihre
Arbeit und Freizeit ſich auch nicht immer nach der Uhr richten
wird, ſondern nach den jeweiligen Erforderniſſen (Frühjahrsbe=

tellung, Ernte uſw.), das iſt ja ſelbſtverſtändlich. Aber das wird
Sie ja alles nicht abſchrecken, wenn Sie wirklich Luſt und Eignung
zu dem Gärtnerinnenberuf haben.
Die Regelung der Ausbildung liegt in Händen des Reichs=

nährſtandes. Abgeſchloſſene Volksſchulbildung iſt Vorausſetzung.
Dann treten Sie als Lehrling in eine vom Reichsnährſtand als
Lehrbetrieb anerkannte Gärtnerei ein. Nach drei Lehrlingsjahren
nachen Sie vor dem Ausſchuß der zuſtändigen Landwirtſchafts=
kammer
das Gehilfen=Examen. Nach ſechsjähriger Gehilfinnen=
tätigkeit
kommt dann das Gartenmeiſter=Examen, bei dem ein
Mindeſtalter von 25 Jahren erforderlich iſt. Während der Lehr=
lingsjahre
oder auch in Ihrer Gehilfinnenzeit iſt es ratſam, eine
Gartenbauſchule zu beſuchen. Der theoretiſche Unterricht dort um=
ſaßt
Obſt=, Gemüſe= und Blumenzucht, Gehölzkunde, Biologie, Zo=
ologie
. Chemie, Zeichnen (Entwerfen von Gartenplänen).
Als Gartenmeiſterin können Sie dann entweder ſelbſtändig
einen Betrieb übernehmen oder eröffnen (dazu gehören dann noch
laufmänniſche Kenntniſſe und Fähigkeiten), oder Sie haben An=
tellungsmöglichkeiten
auf Gütern, bei den Parkverwaltungen der
Badeorte, bei Stadtgärtnereien oder auch als Lehrerin an Fach=
ſchulen
. Die Ausſichten ſind verhältnismäßig günſtig, wirklich gute
Fachkräfte ſind im Gartenbau geſucht und Sie wollen doch ſicher
eine ganz ausgezeichnete Fachkraft werden!

Erſt die Küche, dann der Hörſaal!
Unterſekundanerin in D. Stecken Sie ruhig Ihre Naſe ein
bißchen in Mutters Küche ehe Sie zu Oſtern 1936 in die wiſſen=
ſchaftliche
Oberſtufe der höheren Lehranſtalt, die Sie beſuchen,
rutſchen. Ab Oſtern 1937 ſoll nämlich, laut Erlaß des Reichser=
iehungsminiſters
, eine Aufnahme von Mädchen mit Oberſekunda=
reife
in die wiſſenſchaftliche Oberſtufe von höheren Lehranſtalten
nur nach erfolgreicher Ablegung einer Prüfung ſtattfinden, in der
die einfachſten hauswirtſchaftlichen Fertigkeiten und Kenntniſſe
nachgewieſen werden müſſen.
Daß dieſer Erlaß nötig wurde, beweiſt, daß es mit eben den
genannten hauswirtſchaftlichen Kenntniſſen und Fertigkeiten in
den wiſſenſchaftlichen Oberſtufen der höheren Mädchenanſtalten
etwas im Argen war. Denn worum kann es ſich bei dieſen ein=
ſachſten
hauswirtſchaftlichen Fertigkeiten und Kenntniſſen ſchon
handeln, als um Dinge, die ſogar viele Männer können und oft
gut können? Alſo Nähen, ein leidliches Mittageſſen kochen, Kaffee
und Tee zubereiten, ein Kleid bügeln und dergleichen.
Von einem Studenten werden heute Leibesübungen und Nach=
weis
über geleiſteten Arbeitsdienſt verlangt, alſo ganz beſtimmte
männliche Erprobungen, die einer einſeitig intellektuellen Aus=
richtung
vorbeugen ſollen. Es liegt alſo ungefähr in derſelben
Richtung, wenn man an den höheren Mädchenſchulen jetzt die
Kenntnis ganz beſtimmter fraulicher Fertigkeiten verlangt. Kein
Mädchen wird dabei ſagen und behaupten können, es brauche dieſe
Dinge im Leben nicht, ihre Erlernung bedeute alſo nur einen Zeit=
verluſt
. Eine Frau kommt im ſpäteren Leben tauſendmal in die
Lage, für ſich ſelber ſorgen zu müſſen, nicht ſo ſehr vielleicht, was
den eigentlichen Lebensunterhalt betrifft, ſondern die täglichen
Handreichungen. Eine Frau, die nicht ein bißchen nähen, kochen
und ſauber machen kann, iſt eine lächerliche und unmögliche Er=
ſcheinung
.
Sehen Sie ſich deshalb nur ruhig etwas im Haushalt Ihrer
(Frau Mutter um, auch wenn der Erlaß des Reichserziehungs=
miniſters
Oſtern 1936 noch nicht in Kraft getreten iſt.
Der gefährliche Roller.
Beſorgte Mutter. Sie fürchten für Ihren achtjährigen Bub
Geſundheitsſchädigungen durch übermäßiges Rollerfahren. Dr. F.
Lickint, Dresden, hat kürzlich in der Münchener Mediziniſchen
Wochenſchrift ſeine Beobachtungen an rollerfahrenden Kindern
veröffentlicht. Meſſungen des Beinumfanges aller Knaben, die ihm
ſwährend mehrerer Wochen zugänglich waren, ergaben, daß bei
rollenden Knaben das Bein, das bei dieſem Sport zum Abſtoßen
benutzt wird, im Durchſchnitt einen ½ bis einen Zentimeter ſtär=
ſkeren
Umfang aufweiſt, als das auf dem Brett ruhende Bein. Der
höchſte gemeſſene Unterſchied betrug ſogar 1,6 Zentimeter. Dieſe
Erſcheinung ließ ſich auch beobachten bei Benutzung ſogenannter
Wipproller. Bemerkenswert iſt, daß es ſich nicht nur um einen
Unterſchied in der Entwicklung der Beinmuskeln handelt, ſondern
auch um große Verſchiedenheit der Fußlänge. Auch X=Beine und
leichte Abweichungen der Wirbelſäule glaubt Dr. Lickint auf über=
mäßiges
Rollerfahren zurückführen zu müſſen. Er warnt daher vor
übertriebenen Gebrauch des Rollers. Wenn Ihr Bub
ſolch ein leidenſchaftlicher Rollerfahrer iſt, werden Sie vielleicht
gut daran tun, ein bißchen zu bremſen und ihm das Gerät nicht
den ganzen Tag zu überlaſſen.
Familienforſchung in Heſſen.
F. H. Der zuſtändige und von der Reichsſtelle für Sippen=
forſchung
als ſolcher anerkannte Verein für heſſiſche Familienfor=
ſchung
iſt die Heſſiſche Familiengeſchichtliche Ver=
einigung
(Geſchäftsſtelle Darmſtadt, Hügelſtraße 45), gegründet
1921, Mitglied des Volksbundes der deutſchen ſippenkundlichen
Vereine.
Wie wir einem uns von der Vereinigung zugeſandten Merk=
blatt
entnehmen, ſind die Hauptaufgaben der Vereinigung: Ver=
tretung
der Belange der heſſiſchen Sippenforſchung nach außen;
Sammlung heſſiſcher ſippenkundlicher Quellen; Veröffentlichung
heſſiſcher ſippenkundlicher Quellen und Aufſätze in vierteljährlich
erſcheinenden Mitteilungen, die nur an Mitglieder abgegeben wer=
den
: Lieferung eines ſippenkundlichen Suchblatts, das den Mit=
gliedern
aller deutſchen ſippenkundlichen Vereine zugeht; Veran=
ſtaltung
von Zuſammenkünften und Vorträgen in den Ortsgruppen
(Darmſtadt, Gießen, Mainz. Frankfurt a. M. Berlin); Beratung
der Mitglieder bei ihren Forſchungen und Erteilung von Aus=
künften
, ſoweit dies ohne größeren Zeitaufwand möglich iſt, ins=
beſondere
Nachweis von Quellen (Porto= und Schreibauslagen ſind
zu erſtatten); Austauſch der Forſchungsergebniſſe der Mitglieder;
Nachweis zuverläſſiger Bearbeiter für umfangreichere Forſchungen,
Vermittlung ſolcher Bearbeiter bei anderen ſippenkundlichen Ver=
einen
Deutſchlands.

Frau M. Sch., Darmſtadk. Ausbildung zur Landwirtſchafts=
lehrerin
. Ich mochte höflichſt anfragen, wo am Rhein oder im
Odenwald ein Lehrgut iſt zur praktiſchen Ausbildung eines jungen
Mädchens, die ſich als Landwirtſchaftslehrerin ausbilden möchte.
Eine Vermittlungsſtelle für ſtaatlich anerkannte Lehrgüter be=
findet
ſich bei der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau, Frankfurt
a. M., Bockenheimer Landſtraße 25. Dorthin wenden Sie ſich am
beſten mit Ihrer Anfrage, zugleich mit näheren Angaben, in wel=
chem
Spezialgebiet ſich das betreffende junge Mädchen zunächſt
ausbilden möchte (etwa: Geflügelzucht, Viehhaltung ufw.). Auf
den verſchiedenen Lehrgütern ſteht meiſt eines dieſer Spezialgebiete
beſonders im Vordergrund, und die Wahl des Lehrgutes würde ſich
alſo nach den Sonderintereſſen des jungen Mädchens richten.
S. in D. Landhelfer. Eine beſondere Vorbildung wird für
Landhelfer nicht gefordert. Die Landhelfer werden laufend ein=
geſtellt
, und zwar für eine Mindeſtzeit von 6 Monaten; während
dieſer Zeit kann nicht gekündigt werden. Der Landhelfer iſt Ar=
beiter
des einzelnen Bauern; er wird vom Arbeitsamt betreut.
Nach Beendigung der Landhelfertätigkeit wird ein Landhelferbrief
ausgehändigt, der dem Arbeitspaß gleichzuachten iſt. Der Lohn be=
trägt
im allgemeinen 20 RM., er kann jedoch je nach Leiſtung
höher oder niedriger feſtgeſetzt werden. Die Vermittlung geſchieht
durch das Arbeitsamt.
K. in F. Ehrlicher Finder. Sie ſind nicht verpflichtet, von
dem Funde der Polizei Kenntnis zu geben, denn es handelt ſich
um einen ſogenannten Kleinfund, d. h. um ein Fundobjekt, das
nicht höher als mit 3 RM. zu bewerten iſt. Das Portemonnaie,
das Sie fanden, war abgegriffen, ſein Inhalt belief ſich nur auf
2 RM. Aber die Verliererin war vielleicht eine arme Frau, für die
die 2 RM. einen erheblichen Verluſt bedeuten. Alſo tragen Sie das
Portemonnaie zur Polizei, die Verliererin wird Ihnen dankbar
ſein.
Namensänderung‟ Da es ſich um badiſche Verhältniſſe und
wohl um frühere badiſche Staatsangehörige handeln dürfte, kom=
men
hier einzig und allein die badiſchen Ausführungsbeſtimmungen
zum BGB. in Betracht. Vielleicht wendet ſich die Geſuchſtellerin
unmittelbar mündlich oder ſchriftlich an das Innenminiſterium in
Karlsruhe. Eine Adoption iſt, da es ſich ja um eigene Kinder han=
delt
, ausgeſchloſſen.

O. W. Seit 1. Juli 1933 beſteht für Wohnungen, deren Jahres=
friedensmiete
in Darmſtadt 800 RM. und mehr beträgt, die
Zwangswirtſchaft nicht mehr. Wir haben damals darüber ausführ=
lich
berichtet. Wurde alſo vor dem Kriege vierteljährlich der Miet=
zins
bezahlt und war eine beſondere Kündigungsfriſt nicht verein=
bart
, ſo können Sie und der andere Vertragsteil das Mietverhält=
nis
auf Ende März 1936 kündigen. Dieſe Kündigung müßte ſpäte=
ſtens
am 4. Januar 1936 dem Vermieter zugegangen ſein.
G. H. 35. Die Gläubigerin hat von ſich aus ein berechtigtes
Intereſſe, ſich über den Güterſtand zu unterrichten, und demzufolge
kann ſie ſelbſt Einſicht in das Güterrechtsregiſter nehmen. Aeußer=
ſtenfalls
könnten Sie ſich, wenn Gläubigerin auf dem Verlangen
beharrt, an den Reichsbeauftragten für das Kreditweſen in Ber=
lin
W. 8, Jägerſtraße, mit Beſchwerde wenden.
Fragen, die an uns gerichtel wurden.
H. St. Nachbar und Notweg. Mein Nachbar benützt
ſeit Jahren einen Streifen meines Ackers um mit ſeinen Fuhr=
werken
auf eine hinter meinem Grundſtück gelegene Wieſe zu ge=
langen
. Mein Beſitzvorgänger hat angeſichts des freundnachbar=
lichen
Verhältniſſes keine Einwendungen gegen die Benutzung
dieſes Weges erhoben. Ich habe mit dem Nachbar einen Grenz=
ſtreit
auszufechten und will ihm das Recht entziehen. Wie iſt die
Rechtslage?
M. Cl. in E. Ich habe mich für den Beruf der Bibliothekarin
entſchloſſen und wüßte gerne Näheres über die Ausbildung zu
dieſem Beruf.
Ph. M. Iſt es geſtattet, im Keller Holz zu hacken und bis
zu welcher Größe? Der Hausbeſitzer verbietet das Holzhacken im
Keller und ſagt, dafür wäre der Hof da. Wie äußert ſich der
Briefkaſten dazu?
M. B. Wieviel Volksſchulen gibtesin Deutſch=
land
? Wie hoch iſt die Zahl der Lehrer und Schulkinder? Iſt
die Zahl in den letzten Jahren geſunken oder geſtiegen.
L. M., Eberſtadt. Wo iſt in D. oder Nähe eine Ankaufsſtelle
für Stannioi, geſammelt aus Zigarettenpackungen und gut ge=
reinigt
. Wie iſt der ungefähre Preis desſelben?

Rechtsfragen des Alltags

Wie verhindern wir die Verjährung
von Forderungen?
Die ſo geſtellte Frage wäre ſehr leicht zu beantworten.
Aber zunächſt muß doch darauf hingewieſen werden, daß er=
hebliche
Verluſte durch Verjährung von Forderungen ent=
ſtehen
können. Der Richter hat das Erlöſchen einer Forderung
von Amts wegen überhaupt nicht zu berückſichtigen da es
Sache des Schuldners iſt, die Einrede der Verjährung
vorzuſchützen. Rechtzeitig vor Schluß des Kalenderjahres prüfe
man ſeine Ausſtände.
Zur Unterbrechung der Verjährung, die dahin
zu verſtehen iſt, daß die bis zu ihrem Eintritt abgelaufene Ver=
jährungszeit
gar nicht in Betracht kommt und nach Beendigung
der Unterbrechung die volle Verjährungsfriſt von
neuem beginnt, kommen verſchiedene Gründe in Betracht:
Die Schuld wird vom Schuldner anerkannt. Dar=
unter
werden vom Geſetz beiſpielsweiſe die Abſchlagszah=
lung
, die Zinszahlung und die Sicherheitsleiſtung angeführt. Zu
einer Teilzahlung iſt der Schuldner regelmäßig (§ 266 BGB.)
nicht berechtigt, der Gläubiger kann ſie zurückweiſen; aber auch
die mit Recht zurückgewieſene Abſchlagszahlung wirkt unterbre=
chend
, da ſie immerhin einen Akt der Anerkennung enthält. Eine
Annahme der Anerkennung ſeitens des Gläubigers iſt nicht er=
forderlich
; die Anerkennung bedarf auch keiner beſtimmten Form.
Ein ſolches Anerkenntnis iſt alſo in jedem zur Kenntnisnahme
des Berechtigten beſtimmten und geeigneten Verhalten, das klar
und unzweideutig das Bewußtſein des Schuldners von der Exi=
ſtenz
der Schuld bezeugt.
Die Verjährung wird weiter unterbrochen, wenn der Gläu=
biger
auf Befriedigung oder auf Feſtſtellung des Anſpruchs auf
Erteilung der Vollſtreckungsklauſel oder auf Erlaſſung des Voll=
ſtreckungsurteils
Klage erhebt. Hier iſt hervorzuheben, daß die
Klage auf einen Teil nicht die Verjährung auf den Reſt
unterbricht.
Die Geltendmachung des Anſpruchs im Wege der Wider=
klage
unterbricht die Verjährung dieſes Anſpruchs, denn die
Widerklage iſt eine Klage, die in der mündlichen Ver=
handlung
erhoben wird: in dieſem Zeitpunkt tritt die Unter=
brechung
der Verjährung ein.
Der Klageerhebung ſteht weiter gleich die Anbringung
eines Zahlungsbefehls im Mahnverfahren.
Desgleichen wirkt die Geltendmachung eines Anſpruches durch
Anbringung eines Güteantrags beim Amtsgericht.
Die Verjährung unterbricht auch die Anmeldung der Kon=
kursforderung
im Konkurſe des Schuldners. Ebenſo die Geltend=
machung
der Aufrechnung des Anſpruches im Prozeſſe.
Der Klageerhebung ſteht auch gleich die Streitverkündung in
dem Prozeſſe, von deſſen Ausgang der Anſpruch abhängt: ferner
die Vornahme einer Vollſtreckungshandlung und der Antrag auf
Zwangsvollſtreckung bei Gericht, ſoweit die Zwangsvollſtreckung
den Gerichten zugewieſen iſt.
Durch Arreſtbefehle und Arreſtgeſuche wird die Verjährung
nicht unterbrochen, wohl aber durch eine auf Grund des Arreſtes
bewirkte Arreſtpfändung.
Der im Strafprozeß geſtellte Antrag auf Zuerkennung
einer Buße unterbricht nicht die Verjährung des zivilrecht=
lichen
, Anſpruchs aus unerlaubter Handlung. Im amtsgericht=
lichen
Verfahren bewirkt ſchon die Einreichung der Klage
bei Gericht oder der Antrag auf Beſtimmung eines Gütetermins
oder auf Erlaß eines Zahlungsbefehls die Unterbrechung der Ver=
jährung
.
Rechtskräftig feſtgeſtellte Anſprüche verjähren erſt in dreißig
Jahren, auch wenn ſie an ſich einer kürzeren Verjährung unter=
liegen
.
Dem rechtskräftig feſtgeſtellten Anſpruch ſind im Geſetz gleich=
geſtellt
; der Anſpruch aus einem vollſtreckbaren, vor Gericht
abgeſchloſſenen Vergleich, der Anſpruch aus einer vollſtreckbaren,
vor Gericht oder Notar errichteten Urkunde oder Anſpruch aus
einer in der Konkurstabelle feſtgeſtellten Konkursforderung.
Der Gläubiger beachte hiernach wohl, daß die im Jahre 1933
entſtandenen Forderungen, die der 2jährigen Verjährung unter=
worfen
ſind, die Verjährung und ſomit der Verluſt droht, wenn
nicht vor Ablauf des Kalenderjahres 1935 eine Unterbrechung der
Verjährung, wie im Vorſtehenden ausführlich dargelegt wurde,
bewirkt wurde.
Schließlich bleibt noch beizufügen: Das Wechſelgeſetz vom
21. Juni 1933 behandelt im 11. Abſchnitt in zwei Artikeln die
Verjährung.
Die wechſelmäßigen Anſprüche gegen den Annehmer (früher
Akzeptant genannt) verjähren in drei Jahren, die vom Verfall=
tage
des Wechſels an gerechnet werden.
Die Anſprüche des Inhabers gegen die Indoſſanten und gegen
den Ausſteller verjähren in einem Jahr vom Tage des rechtzeitig

erhobenen Proteſtes oder im Falle des Vermerkes ohne Koſten
vom Verfalltage. Die Anſprüche eines Indoſſanten gegen andere
Indoſſanten und gegen den Ausſteller verjähren in ſechs Mona=
ten
von dem Tage, an dem der Wechſel vom Indoſſanten eingelöſt
oder ihm gegenüber gerichtlich geltend gemacht worden iſt.
Die Unterbrechung der Verjährung für die oben angeführten
Vorſchriften des BGB. gelten, wirkt nur gegen den Wechſelver=
pflichteten
, in Anſehung deſſen die Tatſache eingetreten iſt, welche
die Unterbrechung bewirkt.
Der Inhaber eines Wechſels, der an einem beſtimmten Tage
oder beſtimmte Zeit nach der Ausſtellung oder nach Sicht zahlbar
iſt hat den Wechſel am Zahlungstag oder an einem der beiden
folgenden Werktage zur Zahlung vorzulegen.
Kommt es nicht zu Zahlung, ſo bedarf es der Feſtſtellung die=
ſer
Tatſache durch Proteſt. Letzterer muß durch einen Notar,
einen Gerichtsbeamten oder einen Poſtbeamten aufgenommen
werden. Die Poſtbeamten können nur Zahlungsproteſte und dieſe
nur für Wechſel bis zu 1000 RM. aufnehmen.
Für den eigenen Wechſel (Solawechſel) gelten die für den
gezogenen Wechſel gegebenen Verjährungsvorſchriften.
Aus dem Gebieke des Erbhofrechts.
S. St. Wie folgt im Erbgang des Erbhofrechts die Nach=
kommenſchaft
und wie iſt es beim Verzicht?
Daß wir auch auf dem großen und weiten Gebiete in einer
Uebergangszeit leben muß jedem Deutſchen ſchon ſeit mehr
denn zwei Jahren in Fleiſch und Blut übergegangen ſein. Recht
fühlbar iſt dieſer Umſtand manchem wohl erſt geworden, als die
Rechtspflege auf das Reich überging. Wir erinnern die Leſer
daran, wie ſie ſich in den einzelnen Landesregierungen vollzog.
Es war ein weihevoller, feierlicher Akt, der ſich da vollzog und
deſſen die Leſer wohl noch erinnern werden.
Wir erkennen jetzt die neuen Funktionen eines
neugeſtalteten Rechts.
Vorläufer ſind prophetiſch hier voraufgegangen: wir erin=
nern
an die Rektoratsrede Heinsheimers in Heidelberg
über Lebendiges Recht aus dem Jahre 1929, die von einem
juriſtiſchen Mitarbeiter anerkennend hier beſprochen wurde.
Eine tiefſchürfende Broſchüre, die unſere Zeit beleuchtet hat
der Berner Profeſſor Dr. Hans Fehr im Jahre 1933 bei Wal=
ter
de Gruyter u. Cie. in Berlin und Leipzig erſcheinen laſſen.
Sie iſt Das kommende Recht betitelt und zum billigen
Preiſe von 2 Mark im Buchhandel zu haben. Auffallend iſt, daß
ſie in der Buchwoche nicht in einem Schaufenſter zu erblicken war.
Das 27 Seiten ſtarke Werkchen erläutert in gemeinverſtändlicher
Form, daß wir in dieſer Uebergangszeit mitten drin ſind.
Wir verlaſſen das ſtatiſche Recht, in dem die Rechts=
begriffe
ſelbſtändige Rechtskörper ſind und gehen
zum dynamiſchen Recht über. Die Dynamik, ſo ſagt Fehr,
geht vom Leben aus. Sie ſtellt die Frage: Wie wirken die
Rechtsſätze? Was iſt in den einzelnen Lebensſchichten ihre Funk=
tion
, im Staat, in der Kirche, in der Wirtſchaft, in der Familie
uſw.? Aus der Wirklichkeit wird dann der dyna=
miſche
Rechtsbegriff abgeleitet. Aus der Wirklich=
keit
empfängt er ſeinen Inhalt. Er richtet ſich nach dem
Leben, nicht das Leben nach ihm. Aber das ſtatiſche Recht ſoll
nicht ganz verdrängt werden.
Fehr geht auf einzelne neuere Geſetze ein und beim Erb=
hofrecht
rühmt er das richtige Zuſammenwirken ſtatiſcher und
dynamiſcher Grundſätze. Das iſt eine neue, weit ausſchauende
Geſetzgebung. Ich glaube, ſo ſagt er dann weiter, in die=
ſem
Sinne müſſen wir juriſtiſch vorwärts ar=
beiten
.
Da hat denn ſchon ein Leſer, der ſich gerade für die Erbhöfe
intereſſiert, angefragt, wie ſich die Anerbenordnung geſtalte, wenn
der Bauer zwei Söhne hinterläßt, die als Zwillinge auf die Welt
kamen. Die Antwort kann nur dahin lauten, daß in dieſem Falle
das Recht der Erſtgeburt entſcheidet. Dasjenige Kind,
das zuerſt das Licht der Welt erblickt hat, wird zur Anerbenfolge
berufen ſein. Dieſe Feſtſtellung dürfte keinerlei Schwierigkeiten
bereiten, wenn nicht der Hebamme eine Verwechſlung der Kin=
der
unterlaufen iſt.
Nun kommt die weitere Frage:
Kann ein Sohn aus rein perſönlichen
Gründen auf ſein Recht auf den Erbhof ver=
zichten
?
Das kann er, aber es genügt nicht ein formloſer Verzicht,
ſondern er muß ſich in einem Vertrag mit dem Vater darüber
auseinanderſetzen. Dann ſcheidet der Sohn nach dem Erbfall als
Anerbe aus. Der Verzicht erſtreckt ſich auch auf ſeine Kinder, ſo=
fern
nicht im Erbverzichtsvertrag eine abweichende Beſtimmung
getroffen wurde.

[ ][  ][ ]

Seite 18 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 1935

Marie Ludwig
Ludwig Stuckert
Verlobte
22. Dezember 1935
Schlageterſtr. 12
Fuhrmannſtr. 12

Ihre Vermählung geben bekannt
Forſiaſſeſſor Kurt Salzmann
Edith Salzmann, geb. Puttkammer
Darmſiadt
Altenhundem i. W.
Forſtamt
Kirchliche Trauung am 21. Dez., 14.45 Uhr in der Johanneslirche

Dienstaa, den 24. d. Mts.
bleiben unſere Schalter
von 12 Uhr mittags
ab geſchloſſen.
Reichsbankſtelle

Statt Karten.
Am 19. Dezember entſchlief ſanft nach kurzem
Krankenlager, im 68. Lebensjahr, unſer guter,
lieber Vater, Schwiegervater und Großvater
Georg Knopf
Theater=Obergarderobier i. R.
Im Namen der hinterbliebenen Kinder:
Georg Knopf.
Darmſtadt, 20. Dezember 1935.
Liebfrauenſtr. 109.
Einäſcherung: Montag, 23. Dezember 1935.
vormittags 11 Uhr, Waldfriedhof.

Statt Karten.
Für die Ehrungen, die unſerem am 12. Dezembe
5 heimgegangenen
lieben Gatten und Vater
Philipp Hild
Ober=Bauinſpektor i. R.
zuteil geworden ſind und für die zahlreichen Beweiſe der Anteilnahme
ſagen wir aufrichtigen Dank.
Margarete Hild, geb. Lautz und Tochter Maria.
Auf Wunſch des Entſchlafenen fand die Beiſetzung in der Stille ſtatt.

Dankſagung.
Für die überaus zahlreichen Beweiſe herzlicher Teil=
nahme
bei dem Heimgange unſeres lieben Entſchlafenen
Herrn Heinrich Vetter
Bauunternehmer
ſagen wir innigſien Dank. Insbeſondere danken wir
Herrn Pfarrer Kempf für die tröſtenden Worte am
Grabe, dem Stützpunkt der N. S. D. A. P., dem Reichs=
verband
vom Deutſchen Tiefbaugewerbe, dem Turn=
verein
Eſchollbrücken e. V., dem Krieger= und Militär=
verein
, ſeiner Belegſchaft und der Jagdgeſellſchaft für
die Kranzniederlegungen, ſowie allen die ihm die letzte
Ehre erwieſen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Frau Heinrich Vetter Wwe.
Eſchollbrücken, den 17. Dezember 1935.

Geſtorbene.
Darmſtadt: Herrmann. Ludwig. Gaſtwirtsgeh.,
verheiratet, 30 Jahre.
Bley, Karl, Kaufmann verheiratet, 70 J.
Hippauf, Alois, Buchbinder, verheir., 75 J.
Baumann, Anna Sophie, geb. Hechler,
Witwe des Friſeurs, 63 Jahre.
Sames, Hedwig, geb. Tillmann, Ehefrau de=
Rektors i. R., 52 Jahre.
Franz, Eliſe, geb. Knell, Ehefrau des Verw.=
Oberinſpektors, 50 Jahre.
Hieronimus, Eliſe, o. B. ledig, 84 Jahre.
Urli. Roſalie, geb. Erbes, Ehefrau des Mau=
rers
, 70 Jahre.
Knopf. Georg. Obergarderobier i. R.. Wit=
wer
, 67 Jahre
Heißner, Phil., Gärtner, Witwer, 72 Jahre.
Pröſter, Karl. Betriebsbeamter, verheiratet,
62 Jahre.
Jugenheim: Ackermann, Peter, Monteur, ver=
beiratet
. 62 Jahre.

Aht

Seit Jahrzehnten sind wir darin
maßgebend. Genau wie früher
haben wir in diesem Artikel eine
große Auswahl zu wirklich er-
schwinglichen
Preisen. Die Ouali-
täten
sind natürlich erstklassig.
Hauptpreislagen:
4.90 5.90 6.90 7.90 8.90
Schuh-Jacob
Schloßgraben
Schillerplatz

RM. 7000.
geg. gute Sicher=
heit
als Dar=
lehen
geſucht.
Angeb. u. V. P
169 an Geſchſt.

PH. LLUTANEA

AM WEISSEN
TURM

SCHREIBMAPPEN
F ULLHALTER
BRIEFPAPIER
DUGENDSCHRIE TEN
GESANGBUCHER

Bei Gemälde- und Bilderkauf
Gcht man Schützenstraße 1-3 in den
weit über Darmstadts Grenzen bekannten
KUNSTSALOM VUL. HERGT
Sie finden da für alle Räume gute, echte Stücke in
großer Auswahl zu wirklich bllligen Preisen

Große
Auswahl
in:
Schreibſchränke
Büfetis
Schreibtiſche
Bücherſchränke
Couches
Seſſel
Flurgarderoben
Einzel= u. Klein=
möbel
aller Art
und wie billig
bei
Möbel-
LIeH
3 Alexanderſtr. 3
Ehedarlehen

Mer
photographiert
wünſcht ſich
zum Feſtge=
ſchenk
aun
ein Album.
Wir haben,
wie immer,
reichſte Aus=
wahl
bei
nied igen
Preiſen.
Cartharius
Photo-Kino
Schulstraße
am Ludwigspl.

Kan. Hähne
prämiierte
Sänger, und
Zuchtweibchen
ſill. zu verkauf.
Bernhardt, jetzt
Schuchardſtr. 4, I.

Glb. Kan.=Hähne
zu verk. Trüffel
Bismarckſtr. 28.

Milchziege
10 Mk. bar ſo
fort zu kaufen.
geſucht. Ang. u.
T 200 Geſchſt.

Für

Bab
die Wäsche
das Bettchen
die Bekleidung

Alice-Bazar
Peter-Gemeinder-Straße 21.

Für jede Frau
und Mädchen
ein praktisches Stück
aut den Weihnachtstisch!

Thalyisa-Naturform-Schuh

THAUEA
Reformhaus,Eos
Schulstraße 7

Büchermappen
von Mk. 300 an
Lederranzen
von Mk. 3.80 an
und alles für die Schule
kaufen Sie gut bei

TAIA

seit 1844

Naturweine
für die Festtage:
34er Elsheimer Roſengarten.
3ter Nierſteiner Domthal.
34er Schloß Böckelheimer Riesling . Fl. 1.20
34er Nierſteiner Rebacherſteig . . . . Fl. 1.30
34er Wachenheimer Königswingert ., Fl. 1.40
34er Vinger Nochusweg St. Joſeph . Fl. 1.60
Moselweine:
34er Wiltinger Wild . .
34er Zeltinger Schloßberg.
31er Piesporter Fuchslay
31er Zeltinger Schwarzlay.
29er Zeller ſchwarze Katze..
Fl. 2.
uſw.
Boxbeutel:
31er Würzburger Stein Schalksberg . Fl. 1.50
31er Nandersackerer Zeufelskeller . . Fl. 1.80
26er Eſchendorfer Berg Spätleſe . . . Fl. 3.
Rotweine.
.. . . . . . Fl. v. 1. an
Bordeauweine . . .
.. . Fl. v. 2. an
Burgunderweine . .
Fl. v. 2.20 an
Schaumweine .
Fl. v. 2.20 an
Südweine, Liköre, Spirituoſen,
Weinbrände, Rum und Arrak
in großer Auswahl zu bekannt billigen Preiſen
AlfredHammer
Elisabethenstraße 48 Telefon 1116

Fl. 0.80 .. . Fl. 1. .. Fl. 1.30 Fl. 1.50 Fl. 1.60 Fl. 1.80

Schöne jg. Kätz=
chen
z. verſchenk.
Doll. Darm=
ſtädter
Hof.

O

Otſch. Dogge
(Hündin)
ſchwarz=weiß ge=
fleckt
, entlaufen.
Vor Ankauf w.
gewarnt. Abzu=
geb
.: Gardiſten=
ſtraße
4.

dei

Reizende Spielwaren
Geſellſchaftsſpiele
Beſchäftigungsſpiele
Puppen
Kinderſtühle
Kindertiſche

Zetzsche
Ernſt=Ludwig=Straße 19

Kinder schenken
es der Mutter:

1 Dosenöffner
Kartottelschäler".
1 Universallöffel
1 Eierteiler
1 Zwiebelschneider
1 Pfannenmesser
1 Brikett-Träger
1 Sägemesser
1 Mandelreibe
1 Geflügel-Schere.
1 Jenaer Glasform
Bohnenschneider
Krümelgarnitur .
Waschstößer
1 Saftbrater

10
109
259
45e
609
756
759
85
958
. 1.25
.1.35
2.40
2.50
4.75
5.90

und anderes mehr bei
SCHAAE
W ander Stadtkirche
Klrchstraße 17/19
Küchen-Neuheiten

Oeffenkliche Ausſchreibung von
Zimmererarbeiken, Dachdeckerarbeiten,
Spenglerarbeiken, Grobſchloſſerarbeiten.
Für die Neubauten des Bauvereins für Arbeiter=
wohnungen
. Darmſtadt, Ecke Weiterſtädter= und
Feldbergſtraße, ſind die genannten Arbeiten zu
vergeben. Angebotsvordrucke ſind, ſolange der
Vorrat reicht, in Empfang zu nehmen im Atelier
Prof. Albinmüller, Darmſtadt, Ernſt=Ludwigshaus
(Alexandraweg 26) links, am Samstag, dem 21.
Dez., von 1213 Uhr, an ſonſtigen Werktagen von Der Einheitsſteuerwert zum 1. Januar 1934
9½11 Uhr. Eröffnung der Angebote bei Prof.
zwar: Zimmererarbeiten: 9 Uhr, Dachdeckerarbei=
ten
: 11 Uhr, Spenglerarbeiten: 14½ Uhr, Grob=
ſchloſſerarbeiten
: 16½ Uhr.

Weihnachts-Gebäck
nach alten Hausrezepten
und mit feinsten Zutaten
Eine Freude
für Jedermann sind
unsere Weihnachtstorten
Marzipan
in jeder Form und Farbe

Zonbonieren
und Geschenkpackungen
Konditorei Schnarn
Ludwigspl. 4 / Tel. 313

Die Friseur-Geschäfte
sind am
Sonntag, 22. Dez. von 15 Uhr
am 1. Feiertag von 912 Uhr
geöffnet.
Denken Sie auch beimElnkaufan Ihren Friseur

Zwangsverfkeigerung.
Termin: Freitag, den 17. Januar 1936, vormittags
9 Uhr, im Gemeindehaus zu Braunshardt:
Grundſtück: Gemarkung Braunshardt Band VII.
Blatt 651:
Flur 1 Nr. 131: Hofreite Lindenſtraße 32, Auf
dem Linnenböhl, 545 qm. Schätzung 7145.
Grabgarten, 717 am.
300.
445-
Der Steuerwert zum 1. 1. 31 beträgt RM. 7800.
Die Zwangsverſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvollſtreckung.
Amtsgericht Darmſtadt.

Köhler
Minden i.
in und
ſtark, mit
fählers Flie
lhelm .
Flotte, 9
ie Fliegere
Aewarten.
Iter Gartenla
hſeeu", gel
auſce 7
er geworden
Aiengion=Ka
Nier eingerie
Midte von H.
Lutiſche Jat
RKu
Ugegeben 1

Zwangsverſteigerung.
Termin: Freitag, den 17. Januar 1936, vormittags
10½ Uhr, im Gemeindehaus zu Weiterſtadt:
Grundſtücke: Gemarkung Weiterſtadt Band 15
Blatt 1123:
Flur I Nr. 3692 vo. Hofreite Mittelſtraße 5, der
Schmittengarten 157 qm. Schätzung 3000.
Gemarkung Weiterſtadt Bd. 15 Bl. 1137
Flur II Nr. 285. Acker vorm vorderſten
Waſſerlauf, 1794 qm. Schätzung 200.

Flur IV. Nr. 34,
lauf. 781 am.

Acker

vorm Waſſer=
Schätzung

RM. 3350.
Eigentümer: Heinrich Hartmann II. in Weiter=
ſtadt
und deſſen Ehefrau Katharina geb.
Thalheimer zu je ½.
Die Zwangsverſteigerung erfolgt im Wege der
Zwangsvollſtreckung.
Amtsgericht Darmſtadt.

Zwangsverſkeigerung.
Termin: Freitag, den 17. Januar 1936, vormittags
10½ Uhr, im Gemeindehaus zu Weiterſtadt:
Grundſtücke: Gemarkung Weiterſtadt Bd. 4, Bl. 292
Flur I Nr. 741/v. Hofreite im Ort, 433 qm,
Schätzung 8500.
Flur I. Nr. 77 Grasgarten daſelbſt,
575 qm.
Schätzung 800.

RM. 9300

iſt RM. 6000.
Albinmüller am Montag, dem 30. Dez 1935. und Eigentümer: Heinrich Petri V., Zimmermann in
Weiterſtadt, und deſſen Ehefrau Lina geb.
Wegehöft als Geſamtgut der Errungen=
ſchaftsgemeinſchaft
.
Die Verſteigerung erfolgt im Wege der Zwangs=
Arbeitsgemeinſchaft: Prof. Albinmüller, vollſtreckung.
Sixtus Großmann, Jakob Krug, Architekten.
Amtsgericht Darmſtadt.

Liköre und Südweine
Friedrich Schaefer

Ludwigs=
platz
7

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Gont Sautelllssafr.

Kalendarien als Weihnachtsgeſchenke.
s iſt erſtaunlich, wie von Jahr zu Jahr die Zahl der künſt=
mausgeſtatteten
Abreißkalender anſteigt. Wir meinen
hſochentlich abzureißenden Kalender, die in Bild und
Spezialgebiete ſich zu eigen gemacht haben und in den mei=
Fällen wertvolles Material bringen. Mit der Zahl wuchs
ſtie drucktechniſche Qualität und die Bildausſtattung, ſo daß
Fgreiflich erſcheint, daß dieſe Kalender beſonders als Weih=
Rgeſchenke bevorzugt werden. Auch in dieſem Jahre liegt
Fieder eine Anzahl von Neuerſcheinungen vor, die durchweg
ausgeſtattet ſind, daß wir uns Einzelbeſprechungen erſpa=
innen
. Wir geben im Nachſtehenden eine Aufſtellung, aus
itelangabe iſt meiſt der Inhalt, d. h. die Bearbeitung der
lgebiete, zu erſehen:
utofreude 1936. Ein gefühlvoller Kalender für beſinnliche
bahrer. Mit 59 Aufnahmen auf 150 Gr. ſchwerem Kunſtdruck
appeltonfarbe gedruckt. Preis 3 RM. Gebr. Richters Ver=
gſtalt
. Erfurt.
er Deutſche Kalender 1936, herausgegeben von der Reichs=
hntrale
für den Deutſchen Reiſeverkehr, Berlin. (Verlag
üöerber, München) liegt jetzt im 15. Jahrgang vor. Der Ka=
ebietet
auf 122 Blättern charakteriſtiſche und intereſſante
ſnhmen aus dem ſchönen Deutſchland.
er Bayernkalender 1936 (Verlag Carl Gerber, München)
wie ſein Vorgänger auf 122 Blättern eine mit künſtleri=
mGeſchmack
ausgewählte und drucktechniſch muſtergültige neue
wlung ſchönſter Bilder bayeriſcher Kunſt, bayeriſchen Städte=
w
bayeriſchen Volkslebens und bayeriſcher Landſchaft.
1er Preußen=Kalender 1936, herausgegeben von Carl Lange,
huusgabe (auch zum Aufſtellen) 2.30 RM., Schreibtiſchaus=
ſi
Ganzleinen 3,90 RM. (Schlieffen=Verlag, Berlin SW. 11).
ſpder in ſeinem gewohnten Gewande mit dem ſchönen Kopf
ſoßen Königs vom Denkmal in Stettin erſchienen.
lit dem Köhlerſchen Heeres=Kalender 1936 (208 Seiten
Preis 1.30 RM.) gibt der Wilhelm Köhler Verlag, Min=
iW
., ſeinen in aller Welt ſeit Jahrzehnten bekannten Flot=
nthlender
das militäriſche Gegenſtück.
er Köhlerſche Deutſche Kalender 1936 (Wilhelm Köhler
ih, Minden i. W.) iſt ein wahrer Haus' jatz für die deutſche
Awie ein unübertrefflich inhaltreiches Jahrbuch. Ueber 200
ſu ſtark. mit mehr als 100 Abbildungen.
öhlers Flieger=Kalender 1936. Wenn der bekannte Verlag
Lilhelm Köhler in Minden i. W., der ſchon ſeit Jahrzehn=
ſir
Flotte, Heer und Kolonien ſo viel getan hat, ſich nun
iſter Fliegerei zuwendet, dann kann man ſchon etwas Beſon=
ürserwarten
. Und man wird nicht enttäuſcht.
r Gartenlaube=Kalender 1936, herausgegeben von Dr. Ro=
ſoſeeu
, gebunden 1 Mk., 266 Seiten, Verlag Scherl. Ber=
eV
. 68, der ſeit vielen Jahren herauskommt, iſt für zahl=
ſüb
deutſche Familien zu einem treuen Freund und erprobten
Veir geworden.
Ahenaion=Kalender Kultur und Natur 1936. Als Abreiß=
ihr
eingerichtet, mit einem farbigen Titelbild nach einem
ſiſtide von H. Baſedow d. J. 183 Abbildungen in Doppelton=
ſoſ
ind einem Preisausſchreiben. (Preis 1,95 RM. Akade=
ſihz
= Verlagsgeſellſchaft Athenaion m. b. H., Potsdam).
Ksmos=Kalender. 64 einfarbige und 4 mehrfarbige Bildblätter.
G MM. Franckhſche Verlagshandlung, Stuttgart. 64 faſt durch=
chanzſeitige
Bilder, die zum größten Teil bisher noch nir=
nusveröffentlicht
ſind, und vier vielfarbige Einſchalttafeln.
Dutſche Jagd, Abreißkalender 1936 (J. Neumann, Neudamm,
MM.). Nicht nur Jäger, alle Naturfreunde lieben dieſen
zn Kalender, der 180 gut illuſtrierte Blätter mit wertvollen
tlträgen enthält. Das Kalendarium iſt für ſich abtrenn=
ſdaß der Kalender als Ganzes erhalten bleiben kann.
imn Verlag Wilhelm Limpert erſchienen die nachſtehen=
uten
Bildabreißkalender: Deutſcher Luftſchutz=Kalender, 96
ſüitter mit Text, 2.40 RM., Jahrweiſer für die Deutſche
Rlhnacht, 60 großflächige Bilder, zum Teil noch nicht veröffent=
4* RM. Deutſcher Luftfahrtkalender, 60 große Bilder, 2,65
das ſchöne Deutſchland, 60 ſchöne Bilder von Deutſchland,
M Deutſcher Tierſchutz=Bildkalender, ebenfalls 60 große Bild=
aus
Menſch und Tierwelt, 2 RM., Deutſcher Lied= Kalen=
alder
Text und Noten aus Volkslied und =muſik, 2 RM.,
ſtier Kinderbildnis=Kalender, 60 entzückende Kinderbilder,
5 der Reihe darf auch genannt werden der in Buchform
ſckieene, ausgezeichnet und reich mit Bildern ausgeſtattete
ſutſte Kamera=Almanach, Jahrgang 1936 (Band 26). Ein Jahr=
ſchir
die Photographie und Kinematographie unſerer Zeit.
rtigegeben von Karl Weiß. Mit einer Farbenaufnahme und

141 Abbildungen. Kartoniert 6,80 RM. In Ganzleinen 7.,80 RM.
Union Deutſche Verlag sgeſellſchaft, Berlin SW. 19.
Rhein=Main=Kalender 1936, hrsg. vom Landesverkehrsver=
band
Rhein=Main E. V. Verlag H. Hohmann, Darmſtadt. Mit
jedem Blatt führt uns der Wochenabreißkalender an einen ande=
ren
Punkt unſerer Heimat. Ueberraſchend Neues weiß er in
herrlichen Bildern uns zu zeigen ſo daß wir gewahr werden,
wie viel Schönes wir in naher Nachbarſchaft noch nicht kennen.
Uns zum Beſuche dieſes einzuladen, iſt ein Hauptzweck der Ver=
öffentlichung
, deren Preis deshalb ſehr niedrig gehalten wurde.
Deutſcher Reichspoſt=Kalender 1936. Herausgegeben mit Unter=
ſtützung
des Reichspoſtminiſteriums. Konkordia=Verlag, Leipzig
C 1. Goetheſtraße 6. Preis 2.80 RM.
Der achte Jahrgang des DeutſchenReichspoſt=Kalenders ſoll
Zeugnis dafür ablegen, wie die Deutſche Reichspoſt unter Aus=
nutzung
aller techniſchen Fortſchritte und Hilfsmittel bemüht iſt,
dem deutſchen Volke leiſtungsfähige Betriebs= und Verkehrseinrich=
tungen
für den In= und Auslandsverkehr zur Verfügung zu ſtellen.
Der Zweck des Kalenders ſoll ferner ſein, die bequemſten und wohl=
feilſten
Benutzungsmöglichkeiten der Deutſchen Reichspoſt zu er=
klären
, das Wiſſen um ihre Bedeutung als gemeinnützige öffent=
liche
Einrichtung im Dienſte der Volksgemeinſchaft zu vertiefen
und die Berufsarbeit des Perſonals der Deutſchen Reichspoſt in
anſchaulicher und lebendiger Form der Allgemeinheit näherzu=
bringen
.
Bücher aus der Reihe Schriften an die Nakion.
In der Schriftenreihe des Verlages Gerhard Stalling, Olden=
burg
i. O. /Berlin (Herausgeber Werner Beumelburg) ſind eine
Reihe von beachtenswerten Neuerſcheinungen zu verzeichnen. In
Geſchichten aus der Rhön (Band 71, geb. 1.20 RM.) erzählt Joſef
Magnus Wehner einige charakteriſtiſche Begebenheiten aus ſei=
ner
Heimat, die von den Menſchen, ihrer Art und ihren Sitten
aus jenem merkwürdigen deutſchen Gebirge berichten. Sprache
und Darſtellung decken ſich mit der Schlichtheit der Landſchaft.
In der Schrift: Vom mutigen Leben und tapferen Sterben (Band
73/74, geb. 1.60 RM.) zeigt Kurt Eggers der deutſchen Jugend
folgerichtig, hart und überzeugend den Weg zu dem neuen Denken,
zur Auffaſſung der Totalität in dem Aufbau: Maſſe, Gemeinſchaft,
Führer. Hieran ſchließen ſich zwei choriſche Dichtungen an, die
Gerhard Schumann unter dem Titel: Siegendes Leben
(Band 72. geb. 1.20 RM.) erſcheinen läßt und in denen der Dichter
Tod und Leben Größe der Schöpfung) einfache und doch
heroiſche, klare und leidenſchafterfüllte Werke geſchaffen hat.
Hans Friedrich Bluncks: Deutſche Schickſalsgedichte ſind
(Band 57/57 a, geb. 1.60 RM.) in einer neuen, erweiterten Auf=
lage
erſchienen. Die klaren und edel geformten Verſe, deren be=
ſondere
Stärke in der balladesken Form liegt, gehören zu der ur=
ſprünglichſten
und ſchönſten Lyrik unſerer Zeit.
H. W. W.

Romane.

Herren, Knechte, Frauen. Roman von Jo van Ammers=
Küller. Carl Schünemann, Verlag, Bremen.
Der Roman gibt ein breit angelegtes, farbiges Bild des alten
Holland. Wir verfolgen die Entwicklung einer Amſterdamer
Regentenfamilie durch zwei Generationen hindurch. Umwälzende
geſchichtliche Ereigniſſe, wie die franzöſiſche Revolution, laſſen zwi=
ſchen
den zwei Generationen Unterſchiede erwachſen, die von der
Verfaſſerin ſehr ſcharf und plaſtiſch herausgearbeitet werden. Es
iſt hochintereſſant, an den einzelnen Familienmitgliedern zu ver=
folgen
, wie ſie auf den Hereinbruch des Neuen in ihren Ideenkreis
und ihre Lebensgewohnheiten reagieren. Die Verfaſſerin zeigt
in der Darſtellung der Charaktere ihre gewohnte Meiſterſchaft; die
Schilderung der Zeit und ihrer Sitten iſt ſehr lebendig; das poli=
tiſche
Geſchehen wird in einer Weiſe in die Darſtellung einbezogen,
daß es unbedingt zu feſſeln vermag.
Heinrich Wolfgang Seidel: Krüſemann. Roman aus der Zeit nach
dem Kriege. G. Grote, Verlag, Berlin 1935.
Krüſemann, ein wohlhabender alter Junggeſelle, nimmt einen vor
den Bolſchewiken flüchtenden livländiſchen Studenten in ſein be=
hagliches
Heim auf, ſtattet ihn mit allem nötigen aus, ermöglicht
ihm Fortſetzung und Abſchluß ſeines Studiums. Aber er muß er=
leben
, wie der junge Doktor den Geſetzen ſeines Blutes in Liebe
und Tatendrang folgt und ſchließlich der philiſtröſen Enge des Krü=
ſemannſchen
Hauſes auf immer entgleitet. Das Seelengemälde des
guten, in ſeiner Einfalt rührenden Krüſemann iſt vom Verfaſſer
mit vielen feinen, einprägſamen Zügen ausgeſtattet, und das Ber=
lin
der verworrenen Nachkriegsjahre iſt mit Humor und über=
legener
Ironie geſtaltet.

Nr. 350 Seite 19
Gold, Whisky und Frauen im Nordland. Von Ernſt F. Löhn=
dorf
. Verlag Carl Schünemann, Bremen, 1935. 254 Seiten.
Der Roman führt nach Kanada, nach Alaska, in die wilde und
jetzt noch romantiſche Welt der rauhen Goldſucher, in der die Ku=
geln
und Meſſer locker ſitzen und Gold, wie Frauen und Whisky
ihre beſondere Rolle ſpielen. Im Mittelpunkt des ſpannenden und
gar nicht mit dem üblichen happy end ſchließenden Romans
ſtehen ein junger deutſcher Goldſucher und eine tapfere, warmher=
zige
amerikaniſche Frau.
H. W. W.
Annette im Zwielicht. Von Eliſabeth Schucht. Carl Schüne=
mann
, Verlag, Bremen. Die Handlung des Buches ſpielt unter
Bildhauern, Schriftſtellern und Fliegern. Sport und Künſtlertum
und mancherlei Verwicklungen des Herzens bringen Spannung in
das Buch, das mit feinem Empfinden und lebhaftem Temperament
geſchrieben iſt.
Die Freiheit des Kolja Jwanow. Roman von Friede. H.
Kraze. C. Bertelsmann, Verlag, Gütersloh. Es iſt die packende
Erzählung von dem zum Arzt ausgebildeten ruſſiſchen Leibeigenen,
der von ſeinem Herrn plötzlich als Eigentum zurückgefordert und
öffentlich geohrfeigt wird. Wie nun der Knecht die Freilaſſung
verſchmäht, aber durch einſatzbereite Tat für ſeine Volksgenoſſen
den wahren Adel innerer Freiheit gewinnt das wird hier an=
ſchaulich
geſchildert.
Thomas Hardy: Ein Kranz edler Frauen. Verlag Carl Schüne=
mann
, Bremen.
Der Dichter, ein Repräſentant des kulturellen Englands der
viktorianiſchen Epoche, ſchildert in zehn pſychologiſch fein zugeſpitz=
ten
Geſchichten, die durch eine kurze Rahmenhandlung zuſammen=
gefaßt
ſind, zehn Frauenſchickſale der Vergangenheit. Scheinbare
Widerſinnigkeit weiblichen Verhaltens erweiſt ſich als pſycholo=
giſche
Notwendigkeit. Eine Fülle von Epiſoden macht das Buch,
das ausgezeichnet aus dem Engliſchen überſetzt iſt, auch für den
heutigen Leſer zu einer feſſelnden Lektüre.
Altsfränkiſche Bilder 1936. Ein Beitrag zur Geſchichte deutſcher
Burgen im Frankenland. (42. Jahrgang.) Verlag Univerſi=
tätsdruckerei
H. Stürtz, Würzburg.
Die Ruine Wildenberg bei Amorbach und die Kaiſerpfalzen in
Gelnhauſen und Seligenſtadt a. M. geben der diesjährigen Fort=
ſetzung
der beliebten kunſtgeſchichtlichen Altfränkiſchen Bilderreihe
ihr beſonderes Gepräge.
Die bunten Schleier. Von Paul Gurk. Verlag Carl Schüne=
mann
, Bremen, 1935. Geb. 1.50 RM.
Moderne Fabeln, Märchen und Legenden ſind es, die der Dich=
ter
wie einen bunten Schleier vor uns ausbreitet und die hinter
dem Maskenſpiel der Dinge ſo manche Erſcheinung der modernen
Welt im Kern treffen, dabei aber das in ihr enthaltene, wirklich
Wertvolle anerkennen. Ein geiſtreiches und aufmerkſam zu leſen=
des
Buch.
H. W. W.
Das quietſchvergnügte Skibrevier Von Walter Schmidkunz.
Gebr. Richters Verlagsanſtalt, Erfurt. 192 Seiten, zirka 300
Zeichnungen von Hans Jörg Schuſter. Geb. 2,40 RM.
Der Verfaſſer iſt als glänzender alpiner Schriftſteller und
Mitarbeiter Luis Trenkers bebannt. Hier legt er ein mit Schmiß,
Humor und Satire gewürztes Skibrevier vor, das aus den Ruck=
ſäcken
und Hütten der Skifreunde und Winterſportler aller Art
nicht mehr wegzudenken iſt. Spott und Ernſt. Leid und Freud des
Winterſports erſtehen gereimt, konzentriert oder in den flotten
Zeichnungen des jungen Münchener Malers Hans Jörg Schuſter
vor uns. Immer ſtrahlen ſie Freude aus, ſei es das Ski=ABC‟,
der Ski=Kalender, Ski=Schnaderhüpfln, das kleine Ski= Wörter=
buch
, die eiskalte Moritat oder die neuen pfundigen Skilieder
vom Skikurs von den Ski=Kanonen oder Ski=Haſerln‟. Das
in Ski=Hemdenſtoff gebundene, handliche, humorgefüllte Buch iſt
eine paſſende Weihnachtsgabe für die Freunde des Winters. =o=
Reſerve hat Ruh von Peter Purzelbaum. (Brunnen= Ver=
lag
Willi Biſchoff.)
Kaum iſt das neue deutſche Heer geſchaffen, leben auch die
Kaſernenhof=Witze wieder auf. Das ſcheint zwar etwas verfrüht,
aber wenn Peter Purzelbaum rauh, aber herzlich ſeine Witze und
Anekdoten erzählt, wirkt das ja immer. Und Humor gehört nun
einmal ins Soldatenleben.
Die Fahrt ins Wunderland. Märchen deutſcher Dichter. Mit 70
ſchwarzen und 6 bunten Bildern von Elſa Eisgruber. Ganz=
leinen
4.50 RM. Williams u. Co. Verlag, G. m. b. H., Ber=
lin
W. 57.
Die Lektüre dieſer Sammlung ſchönſter Märchen der Romantik
wird wirklich zu einer Fahrt ins Wunderland. E. T. A. Hoffmanns
Nußknacker und Mäuſekönig Gockel, Hinkel und ihr Töchterchen
Gackelaia Peter Schlemihl und Zwerg Naſe, um nur einige
wenige zu nennen, tauchen wieder vor uns auf und bezaubern uns
wie in den Tagen unſerer Kindheit. Ewig jung ſind die Wunder=
geſtalten
des deutſchen Märchens. Man darf dem rührigen Verlag
dankbar ſein für dieſe Sammlung, um ſo mehr als der Zeichen=
ſtift
Elſe Eisgrubers entzückende Illuſtrationen dazu geſchaffen
hat, die jeden erfreuen werden, der dieſes Buch in die Hand
nimmt.

Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 21. Dezember.
Mlnskirche. Abends 8 Uhr: Wochenſchlußgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Tcuaſerne (Andachtſaal, Eſchollbrücker Str. 44). Abends 8,30 Uhr: Wochenſchluß=
Daidt. Pfarrer Weber.
Sühkirche. Abends 8 Uhr: Wochenſchlußgottesdienſt.
4. Advent, 22. Dezember.
Ekuirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Müller. Nachm. 4 Uhr:
Einſarsfeier des Kindergottesdienſtes der Markus= und Reformationsgemeinde,
SFylapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß. Vorm. 10 Uhr:
eihſatsfeier des Kindergottesdienſtes der Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß. Nachm.

Uhü: Beihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes der Lukasgemeinde. Dekan Müller.
Ecikirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wintermann. Nachm.
W Uh Weihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes. Pfarrer Wintermann.
Mmnökirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Nachm. 4 Uhr:
Eeihchasfeier des Kindergottesdienſtes der Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Widmann.
Nuchrk. 130 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes der Martinsgemeinde Oſt.
farzer röhler.
Fißhaneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Vorm. 11,15 Uhr:
MdeTotesdienſt. Pfarrer Weinberger. Nachm. 8,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Kinder=
lel
Rchm. 5,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Strickſchule. Abends 8 Uhr: Weihnachts=
der
18Ulterenkreiſes. Die Johanneskirche iſt Wochentags von 8 bis 5 Uhr zu ſtiller
daseöffnet. Eingang Liebigſtraße.
PKützerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
Miesdnſt. Pfarraſſiſtent North. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſ. North.
BHſager Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Kindergottesdienſt.) Vorm.
rHauptgottesdienſt. Pfarrer Weber. Nachm. 3.30 Uhr: Weihnachtsfeier des
etotesdienſtes der Matthäusgemeinde. Pfarrer Weber. Abends 6 Uhr: Weih=
wochte
ar des Kindergottesdienſtes der Petrusgemeinde. Pfarrer Weiß.
2X ſeſſunger Kirche iſt wochentags von 8 bis 4 Uhr zu ſtiller Andacht gebffnet.
Möaupttüre.
P kuskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Vorm. 11,16 Uhr:
undes atesdienſt. Pfarrer Wolf.
eisſtirche. Vorm. 10 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes.
Heiliger Abend, 24 Dezember.
Slstſſirche. Nachm. 4 Uhr: Chriſtveſper. Pfarrer Kornmann.
Eisiokirche. Nachm. 5 Uhr: Chriſtverſper. Pfarrer Wintermann.
Munskirche. Abends 5 Uhr: Heiligabendfeier. Pfarrer Dr. Berger. Im Anſchluß
Fam Gralblaſen vom Turm der Martinskirche.
Zoihuneskirche. Nachm. 3,30 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes. Nachm.
Uhre Goralblaſen vom Turm. Nachm. 5,30 Uhr: Chriſtveſper. Pfarrer Weinberger
B Piulzzerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie) Nachm. 3,30 Uhr: Weih=
ſctSer
des Kindergottesdienſtes, Choralblaſen. Abends 6 Uhr: Chriſtveſper für
Ra aſſte unter Mitwirkung des Kirchenchors. Pfarraſſiſtent North.
B=iſuger Kirche (Petrusgemeinde). Nachm. 5 Uhr: Heiligabendfeier. Pfarrer Weiß.
TSoſkaſerne (Andachtſaal, Eſchollbrücker Str. 44). Nachm. 5.30 Uhr: Chriſtfeier.
EiBeber.

*äulskirche. Nachm. 4,30 Uhr: Heiligabendfeier. Pfarrer Wolf.
Eiiſtlirche. Nachm. 4 Uhr: Chriſtveſper.
1. Weihnachtstag, 25. Dezember.
als eGottesdienſten Kollekte für kirchliche Arbeit im Heiligen Land.
EFiſſirche. Vorm. 7 Uhr: Chriſtmette. Dekan Müller. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
birrer
Lautenſchläger. Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Kornmann.
Eletſtapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Esſllirche, Vorm. 7 Uhr: Chriſtmette. Pfarrer Wintermann. Vorm. 10 Uhr:
yuesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Wintermann.
Munnskirche. (Kollekte für die Kleinkinderſchulen der Martinsgemeinde.) Vorm.
hw Eriſtmette. Pfarrer Köhler. Vorm. 10 Uhr: Hauvtgottesdienſt mit Feier des
genbbendmahls. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Widmann.
chrP.führ: Kirchenmuſikaliſche Feier, veranſtaltet vom Kirchenchor der Martinsge=
Eemigend der Madrigalvereinigung. Abends 8 Uhr: Krippenſpiel der Spielſchaar.
EEeiNAltersheim. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Köhler.
ü0huneskirche. Vorm. 7 Uhr: Chriſtmette. Pfarrer Köhler, Vorm. 10 Uhr: Haupt=
esIhſt
mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Weinberger. Abends 8 Uhr:
Wer mſer Chriſtgeburtſpiel, dargeſtellt von der Spielſchar unſeres Alterenkreiſes.
PMuverhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm 10 Uhr: Feſtgottes=

dienſt unter Mitwirkung des Kirchenchors. Danach Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarraſſiſtent North.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Kirchneubaufonds.) Vorm.
10 Uhr: Feſtgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von 9,30 Uhr
an in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß. Nachm. 5 Uhr: Liturgiſcher Weihnachtsgottesdienſt.
Pfarrer Weiß.
Trainkaſerne (Andachtſaal, Eſchollbrücker Str. 44). (Kollekte für den Kirchneubau=
fonds
.) Vorm. 10 Uhr: Feſtgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung
von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Weber.
Pauluskirche (Kollekte für die Pauluskirche.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer A. Müller. Feier des heiligen Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von
9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Nachm. 5 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Weihnachtsfeier.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer Lenz.
2. Weihnachtstag, 26. Dezember.
(Kollekte für den Samariterverein.)
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Müller.
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer W. Köhler.
Schloßkirche. Vorm. 8 Uhr: Jugendgottesdienſt im Kranichſteiner Schloß. Pfarrer
Wintermann. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wintermann.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Dr. Berger. (Kollekte für
die Kleinkinderſchulen der Martinsgemeinde.)
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent North.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Weber. (Kollekte für kirchliche Arbeit im Heiligen Land.)
Pauluskirche. (Kollekte für kirchliche Arbeit im Heiligen Land.) Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Nachm. 4 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottes=
dienſtes
.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Schauf.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6, Fernſprecher 2206.
2. Veranſtaltungen.
Martinsgemeinde. Samstag, 21. Dez., nachm. 3,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Klein=
kinderſchule
, der Martinsgemeinde Oft, Mauerſtr. 5.
Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Sonntag, 22. Dez., nachm. 2,30 Uhr: Weihnachts=
feier
der Kleinkinderſchule der Martinsgemeinde Weſt. Montag, 23. Dez., abends
8 Uhr: Jungenabend Weſt. Donnerstag, 26. Dez., abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier
der Evang. Männervereinigung der Martinsgemeinde. Freitag, 27. Dez., abends
8 Uhr: Weihnachtsfeier der Jugendvereinigung Oſt.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 23. Dez., abends
8,30 Uhr: Kirchenchor.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Freitag,
27. Dez., abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier im Mütterabend.
Paulusgemeinde. Gemeindeſaal unter der Kirche. Sonntag, 22. Dez., abends
8 Uhr: Hauptprobe des Kirchenchors (Kirche). Montag, 23. Dez., abends 8 Uhr:
Weihnachtsfeier des Mädchenkreiſes. Freitag, 27. Dez., abends 8 Uhr: Weihnachts=
feier
des Pauluschors.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Fällt aus.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Nachm. 8,30 Uhr
Kinderweihnachtsfeier. Montag: Frauenarbeitsſtunde und Männerabend fallen aus.
Dienstag: Blaukreuzbibelſtunde und Frauenbibelſtunde fallen aus. 1. Feiertag,
früh 7 Uhr: Chriſtmette. 2. Feiertag, abends 7 Uhr: Allgemeine Weihnachtsfeier der
Stadtmiſſion und des Blauen Kreuzes. Freitag: Die Bibelſtunde in Beſſungen fällt
aus. Freitag und Samstag: Lehrer=Weihnachtskonferenz.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier für
funge Mädchen und ſunge Männer. /Montag, abends 7,30 Uhr: F. K. für junge Mädchen
Am 1. u. 2. Weihnachtstag: Beteiligung an den Weihnachtsfeiern der Stadtmiſſion.
Freitag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Abends 8,30 Uhr: Jugendbund=
ſtunde
für junge Männer
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24.
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und vierten
Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt. Hügelſtr. 8, Fernſpr. 2205. Jugendfürſorge, Allgemeine
Fürſorge, Gefangenen= und Wandererfürſorge, Sprechſtunden täglich von 10 bis 12 Uhr.
Rechtsauskunftsſtelle für alle Rechtsfragen einſchließlich Eheberatung und Mietrecht.
Sprechſtunden täglich von 11 bis 12 Uhr, ausgenommen Mittwoch und Samstag.
Trinkerfürſorgeſtelle. Sprechſtunden von Montag bis Freitag, nachm. 5 bis 6 Uhr.
Evang. Gemeindeamt, Kiesſtr. 17 (jetzt nur im Vorderhauſe, eine Treppe): Einnahme=
ſtelle
für das Kirchnotgeld täglich 8 bis 12 Uhr. Kirchenſteuerangelegenheiten werden nur
im Landeskirchenamt, Mackenſenſtr. 40 (Ecke Neckarſtr.), Zimmer 7, bearbeitet.

Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21, Fernſpr. 2883.
Diaken ſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17: Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Paul=Gerhardt=Haus,
Damaſchkeplatz 1; Gemeindehaus, Eichwieſenſtr. 8: neben der Pauluskirche, Ohlyſtr.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins: Freiligrathſtr. 8, Fernſpr. 245,
Auswärtige Gemeinden.
Spang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag, 4. Advent, vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Nachm. 5 Uhr: Kindergottesdienſt.
Evang. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 4. Advent, 10 Uhr: Gottesdienſt. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. Mittwoch, 1. Weihnachtstag 10 Uhr: Gottsdienſt. Feier des Heil.
Abendmahls. Pfarrafſiſtent Herr. 2. Weihnachtstag 10 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer
Weigel. 17 Uhr: Weihnachtsgottesdienſt der Kinder.
Evgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 22. Dez., vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=
dienſt
. Nachm. 2 Uhr: Chriſtbeſcherung der Kleinkinderſchule im Gemeindeſaal. Abends
8 Uhr: Adventsandacht.
1. Weihnachtstag, vormittags 10 Uhr: Feſtgottesdienſt. Mitwirkung des Kirchen=
chors
. Kollekte für den örtlichen Kirchenchor. Im Anſchluß an den Gottesdienſt Feier
des Heiligen Abendmahls. Nachm. 5 Uhr: Liturgiſche Weihnachtsfeier. Mitwirkung
der oberſte Schulklaſſe.
2. Weihnachtstag, vormittags 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarraſſiſtent Herr,
Traiſa b. Darmſtadt., Mitwirkung des Poſaunenchors der Landeskirchlichen Gemeinſchaft.
Kollekte für die Baſler Miſſion. Nachm. 2 Uhr: Gottesdienſt in Waſchenbach.
Evgl. Kirche Eberſtadt. Sonntag, 22. Dez., vorm. 9,45 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarraſſ. Heinrich. Predigt: Phil. 4, 47. Lieder: 16, 19. Vorm. 11 Uhr: Kindergottes=
dienſt
.
Provinzialpflegeanſtalt. Nachm. 1,30 Uhr: Gottesdienſt. Lieder: 18, 19.
Landeskirchliche Gemeinſchaft Nieder=Namſtadt. Sonntag, 22. Dez., vorm. 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. 2 Uhr: Weihnachtsfeier der Kleinkinderſchule im Gemeinde=
ſaal
. 1. Weihnachtsfeiertag, nachm. 3 Uhr: Weihnachtsfeſtbibelſtunde. 2. Weih=
nachtsfeiertag
, nachm. 4 Uhr: Weihnachtsfeier der Sonntagsſchule im Gemeindeſaal,
Evgl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 22. Dez., 4. Advent, vorm. 10 Uhr: Gottes=
dienſt
. Um 1 Uhr: Probe des Krippenſpieles. 4,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Kleinkinder=
ſchule
. Montag: Poſaunenchor. Dienstag, Heiliger Abend, 5,30 Uhr: Chriſt=
feier
. Mittwoch, 1. Weihnachtsfeiertag: 10 Uhr: Gottesdienſt. Mitwirkung des
Kirchenchores. Kollekte, 4,30 Uhr: Weihnachtsfeier des Kindergottesdienſtes. Don=
nerstag
, 2. Weihnachtsfeiertag, 10 Uhr: Gottesdienſt. Mitwirkung des Poſaunen=
chores
. Kollekte.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag, 22. Dez.
vorm. 9,30 Uhr: Bibelandacht. (Schneider.) Vorm. 10,.30 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm.
4 Uhr: Predigt.
Am 1. Weihnachtstagfrüh 7,30 Uhr: Feierſtunde. Nachm. 4 Uhr: Kinderbeſcheerung
Am 2. Weihnachtstag ſind keine Verſammlungen.
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14. Sonntag, 22. Dez., 10 Uhr:.
Menſchenweihehandlung mit Predigt. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsfeier für die Kinder
Dienstag, 24. Dez., nachts 12 Uhr: Menſchenweihehandlung. Mittwoch, 25. Dez., vorm.
7 Uhr: Menſchenweihehandlung. Vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung. Vorm. 11 Uhr
Sonntagsfeier für die Kinder. Donnerstag, 26. Dez., vorm. 10 Uhr: Menſchenweihe=
handlung
. Freitag, 27. Dez., vorm. 9 Uhr: Menſchenweihehandlung. Samstag,
28. Dez., vorm. 9 Uhr: Menſchenweihehandlung.
Heildarmee, Schulzengaſſe 3. Sonntag, 22. Dez., abends 6 Uhr: Kinderweihnachts=
feier
Mittwoch, 1. Weihnachtsfeiertag, vorm. 10 Uhr: Chriſtmette. Mittwoch abends
8 Uhr: Weihnachtsfeier mit Feſtſpielen. Jedermann herzlich willkommen. Freitag,
abends 8 Uhr: Heiligungsverſammlung.
Evgl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt.
Prediger Veihelmann. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 5 Uhr: Weihnachtsfeier
der Sonntagsſchule mit Gemeinde. Montag, abends 8,30 Uhr: Singſtunde für gem.
Chor, Mittwoch, 1. Weihnachtsfeiertag, vorm. 10 Uhr: Weihnachtsgottesdienſt.
Prediger Veihelmann. Abends 8 Uhr: Weihnachtsfeier der Jugend und Gemeinde.
2. Weihnachtsfeiertag kein Gottesdienſt.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christian Selence Society) in Darmſtadt,
Aula der Adolf=Hitler=Bauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, 10 Uhr vorm.
und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr. Thema am Sonntag, den 22. Dez. 1935: Hat ſich
das Weltall einſchließlich des Menſchen durch atomiſche Kraft entwickelt? Goldener Text:
Hebräer 8:4.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 22. Dez., vorm. 9,30
Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. 1. Feier=
tag
, 25. Dez., vorm. 9,30 Uhr: Weihnachtsbotſchaft. Prediger Kruſt. Nachm. 3,30 Uhr:
Weihnachtsfeier. Jedermann herzlich eingeladen. Prediger Kruſt.
Methodiſtengemeinde (Evgl. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag Vorm. 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Nachm. 4,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Sonntagsſchule‟. 1. Weih=
nachtstag
, morgens 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Prediger Kohlhammer.

[ ][  ][ ]

StgatrSate TalAtlat

Der Sport des Sonntags.

Nur zehn Zußball=Gaumeiſterſchaftsſpiele.
Aic fanfein deinlſches Buafſeagrmn.

Der Goldene Sonntag wird der ruhigſte Sport=Sonntag des
zu Ende gehenden Jahres werden. War ſchon vor acht Tagen das
Sportprogramm nicht ſehr umfangreich, ſo wird es diesmal noch
bedeutend kleiner ſein. Außer einigen wenigen Fußball= und Hand=
ball
=Meiſterſchaftsſvielen und etwas Eishockey iſt wirklich faſt gar
nichts los. Im
Fußball

kommen in den ſüddeutſchen Gauen (Nordheſſen mit eingerechnet)
nur zehn Spiele zur Durchführung. Im Gau Südweſt, ſpielt
Union Niederrad gegen Wormatia Worms und wird verſuchen,
ſich durch einen Sieg den dritten Tabellenplatz zu verſchaffen. Im
Gau Baden ſteigt als wichtigſtes Treffen das Spiel SV. Wald=
hof
Karlsruher FV. Der VfB. Mühlburg trifft zu Hauſe auf
den Freiburger FC. und in Brötzingen ſtehen ſich die beiden Neu=
linge
Germania Brötzingen und Amicitia Viernheim im =
gegenüber
. Im Gau Württemberg hat es der Meiſter VfB.
Stuttgart mit den Eßlinger Sportfreunden zu tun. Im zweiten
Spiel treffen Sppgg. Cannſtatt und Ulmer FV. 94 aufeinander.
In Bayern ſollte der deutſche Pokalmeiſter 1. FC. Nürnberg
gegen den 1. FC. Bayreuth im Zabo einen ſicheren Sieg her=
ausholen
. Etwas ſchwerer wird es die Spogg. Fürth im Ronhof
gegen Schweinfurt 05 hoben, doch dürfte auch hier der Sieg dem
Gaſtgeber zufallen. In Nordheſſen kann Germania Fulda den
Hersfelder Heſſen einen weiteren Teil der ſchon ziemlich zuſam=
mengeſchrumpften
Meiſterſchaftshoffnungen rauben. In Kaſſel
ſtehen ſich die Lokalgegner Kurheſſen und Spielverein gegenüber.
Inteveſſante Freundſchaftsſpiele finden in Frankfurt. Ulm
und Düſſeldorf ſtatt. In Frankfurt hat der FSV. den badiſchen
Meiſter VfR. Mannheim zum Gegner, in Ulm empfängt der 1
SSV. Ulm die Münchener Löwen und in Düſſeldorf gaſtiert bei
Fortung der bekannte volniſche Verein Warta Poſen. Im

Handball

ſind insgeſamt nur ſechs Meiſterſchaftsſpiele angeſetzt. Am aktiv=
ſten
iſt der Gau Südweſt, der ſechs Mannſchaften beſchäftigt.
Es ſpielen SV. 98 Darmſtadt Polizei Darmſtadt. Ingobertig
St. Ingbert VfR. Kaiſerslautern und TV. Haßloch FSV.
Frankfurt. Im Gau Baden gaſtiert der TV. 62 Weinheim beim
SV. Waldhof und in Nordheſſen, treten ſich Tusvo 86/09
Koſſel und 1900 Gießen ſowie TV. 61 Eſchwege und TV. Kirch=
bauna
gegenüber.
Rugby und Hockev

haben nur Freundſchaftsſpiele auf dem Programm ſtehen, doch ſind
die Swpielvereinbarungen ebenfalls nicht ſehr zahlreich.

Eisſport.

In Deutſchland wird eine weitere Eiskunſtbahn eröffnet. Sie
iſt in Hamburg erſtanden und wird zur Einweihung internatio=
nale
Eishockeyſviele zwiſchen Auswahlmannſchaften von Nord=
deutſchland
und Südvolen erleben. In Bayern wird die Meiſter=
ſchafts
=Serie mit einigen Spielen fortgeſetzt.

Tennis.
Der zweitbeſte deutſche Tennisſpieler Henner Henkel beteiligt

ſich am Pariſer Weihnachtsturnier, das am 19. 12. ſeinen Anfang
nimmt und am 1. Januar zu Ende ſein wird. Der deutſche Meiſter
der Tennislehrer, Hans Nüßlein, gibt bei einem Turnier der Ten=
nislehrer
in Düſſeldorf ein Gaſtſviel.

Radſport.
Im Radſport ſind nur auf Winterbahnen des Auslandes Ver=
anſtaltungen
angeſetzt. Brüſſel. Paris und Mailand veranſtalten,
doch ſind bei keinem dieſer Rennen deutſche Fahrer beteiligt.

Normannia Pfiffligheim Landespolizei Darmſtadt.

Die Fußball=Ligawannſchaft muß in ihren weiteren Verbands=
ſpielen
am kommenden Sonntag nach Pfiffligheim. Die Landes=
volizei
in der bewährten Aufſtellung der letzten Sonntage wird
beſtrebt ſein, auch am kommenden Sonntag in Pfiffligheim als
Sieger den Platz zu verlaſſen. Dies iſt aber erſt dann möglich,
wenn ieder Spieler ſein Beſtes hergibt, das nötig iſt, um gegen
die auf eigenem Platze ſpielſtarken Pfiffligbeimer einen Sieg her=
auszuſpielen
. Die Mannſchaft fährt mit Omnibus pünktlich um
12 Uhr von der Wache 24, Holzhofallee 25, ab.

Sp. Gem. Bobenheim SV. 98 Darmftadk.

Vor dem am 2. Feiertag auf dem Exert gegen Polizei ſtatt=
findenden
Lokalkampf müſſen die Lilien am Sonntag erſt eine
harte Probe beſtehen. Wenn auch das Vorſpiel mit 5:1 recht deut=
lich
an 98 ging, ſo tun die Darmſtädter doch gut, das Treffen
gegen die mittlerweile verſtärkten Platzherren äußerſt ernſt zu
nehmen. Die Mannſchaft fährt 10.45 Uhr ab Marſtall. Es ſind
noch einige Plätze frei. Intereſſenten wollen ſich melden bei Dit=
ter
, Landgraf=Georg=Straße 70. Tel.=Nr. 4906.

Vorentſcheidung auf der Rennbahn?
TG. Beſſungen 65 SV. Weiterſtadt.
In dieſem Spiel treffen zwei Gegner aufeinander, die beide
um die Führung der Tabelle kämpfen. Gelingt Beſſungen der
große Wurf, einen Sieg zu landen, ſo dürfte der erſte Tabellen=

platz auf lange Sicht geſichert ſein. Ein Verluſt der Punkte aber
hieße mit fliegenden Fahnen untergehen. Weiterſtadt, auf der
Rennbahn kein fremder Gaſt, lieferte den Beſſungern ſchon man=
chen
hartnäckigen Kampf, und auch der kommende Sonntag wird
erſt mit dem Schlußpfiff den Sieger ſehen. In Anbetracht der
Wichtigkeit des Treffens bitten wir alle Anhänger unſerer Ab=
teilung
um ihren Beſuch, um der Mannſchaft in ihrem vielleicht
ſchwerſten Spiele den nötigen Rückhalt zu geben. Spielbeginn
11 Uhr.
Tabellenführer gegen Tabellenführer!
SV. Biblis SV. Groß=Gerau.

Die Bibliſer Fußballer, als Tabellenführer der Ried=
gruppe
, huben ſich für den kommenden ſpielfreien Sonntaa (22.
12.) einen erſtklaſſigen Gegner in die Gurkenmetrovole verpflich=
tet
, und zwar tritt dort die derzeitige Spitzenmannſchaft, SV.
Groß=Gerau. der Gruppe Darmſtadt an. Es ſteht
außer Zweifel, daß ſich die Tabellenführer beider Gruppen ein
ſchönes und faires Spiel liefern werden und da die Groß=Gerauer
Mannſchaft in Biblis ſehr geſchätzt wird, iſt mit einem guten
Freundſchaftstreffen, zur Abwechſlung zwiſchen der Hatz der Ver=
bandsſpiele
, zu rechnen.

TSG. 1877 Ober=Ramſtadt VfR. Beerfelden.
Am Goldenen Sonntag empfangen die Ober=Ramſtädter
Fußballer den Verein für Raſenſpiele Beerfelden zum Verbands=
ſpiel
. Beerfelden iſt die Ueberraſchungsmannſchaft der Gruppe,
denn ſie brachte u. a. fertig, den VfR. Erbach einwandfrei zu
ſchlagen. Am letzten Sonntag lieferte Beerfelden gegen Baben=
hauſen
einen großen Kampf, den es, obwohl die beſſere Mann=
ſchaft
knapp verlor. Das Spiel am Sonntag werden wohl die
Ober=Ramſtädter für ſich entſcheiden, dos heißt, wenn alle Spieler
mit dem nötigen Ernſt bei der Sache ſind und den Gegner nicht
unterſchätzen. Es iſt alſo mit einem ſpanuenden Kampf zu rech=
nen
, den die Einheimiſchen wohl erſt nach ſcharfem Kampf für ſich
entſcheiden werden. Spielanfang: 1. Mannſchaften 2.30 Uhr,
2. Monnſchaften 12,45 Uhr.

Die Aufſtiegsſpiele zur Fußball=Gauliga Bayerns
werden 1936 wieder ſo abgewickelt, daß alle ſechs Bezirksmeiſter in
einer Gruppe Vor= und Rückſpiele austragen und die beiden Ta=
bellenerſten
die Aufſtiegsberechtigung erhalten.

Termine der Rückrunde. Kreisklaſſe 2.

Gruppe 1.
12. 1.: Zwingenberg Bobſtadt (Schiedsrichter: Wedel= Darm=
ſtadt
), Seeheim Fehlheim (Baumgärtner=Darmſtadt),
Hambach Hähnlein (Schleißmann=Lorſch), Hahn
Nordheim (Weber=Pfungſtadt).
19. 1.: Eſchollbrücken Zwingenberg (SR. Lauſcher=Darmſtadt),
Fehlheim Hahn (Bohrer=Kleinhauſen), Nordheim
Seeheim (Hamm=Bürſtadt). Bobſtadt Hambach (Hamm=
Lampertheim).
26. 1.: Hambach Eſchollbrücken (Freitag=Bensheim), Zwingen=
berg
Nordheim (Friedrich=Darmſtadt) Seeheim Bob=
ſtadt
(Döring=Darmſtadt), Hahn Hähnlein (Lauſcher=
Darmſtadt).
2. 2.: Hahn Seeheim (Schidlowſky=Biebesheim), Hähnlein
Zwingenberg (Melk=Wixhauſen), Fehlheim Hambach
Schleißmann=Lorſch), Bobſtadt Eſchollbrücken (Hamm=
Bürſtadt).
Seeheim Hambach (Freitag=Bensheim). Nordheim
9. 2.:
Eſchollbrücken (Georgi=Biblis) Hahn Zwingenberg
(Baumgärtner=Darmſtadt), Fehlheim Hähnlein ( Tref=
fert
=Bensheim).
16. 2.: Eſchollbrücken Seeheim (Weber=Pfungſtadt) Zwingen=
berg
Hambach (Schmidt=Darmſtadt), Bobſtadt Fehl=
heim
(Oberfeld=Lampertheim), Hähnlein Nordheim
(Vohwinkel=Gernsheim).
23. 2.: Eſchollbrücken Hahn (Polſter=Pfungſtadt) Zwingenberg
Fehlheim (Friedrich=Darmſtadt) Hambach Nordheim
(Treffert=Bensheim), Hähnlein Bobſtadt (Schleißmann=
Lorſch).
1. 3.: Fehlheim Eſchollbrücken (Bohrer=Kleinhauſen). Nord=
heim
Bobſtadt. (Hamm=Lampertheim) Hambach
Hahn (Freitag=Bensheim), Hähnlein Seeheim (Schmidt=
Darmſtadt).
8. 3.: Eſchollbrücken Hähnlein (Schidlowſky=Biebesheim) See=
heim
Zwingenberg (Heib=Arheilgen), Fehlheim
Nordheim (Treffert=Bensheim), Hahn Bobſtadt (Weber=
Pfungſtadt).
Gruppe 2.
12. 1.: Crumſtadt Trebur (Schiedsrichter Sinner=Hahn), Geins=
heim
Aſtheim (Frey=Wolfskehlen), Dornheim Nau=
heim
(Völker=Mitteldick)
19. 1.: Dornheim Trebur, Crumſtadt Aſtheim (Bötticher=
Biebesheim) Nauheim Geinsheim (Raiß=Groß=Gerau).
26. 1.: Aſtheim Dornheim (Mizkat=Königſtädten), Trebur
Geinsheim (Schulmeyer 2=Mörfelden). Nauheim Crum=
ſtadt
(Wilhelm=Leeheim).
2. 2.: Trebur Aſtheim (Schadt=Groß=Gerau), Dornheim
Crumſtadt (Raiß=Groß=Gerau).
9. 2.: Geinsheim Dornheim (Wilhelm=Leeheim), Nauheim
Trebur (Mizkat=Königſtädten).
16. 2.: Crumſtadt Geinsheim (Schidlowſky=Biebesheim). Nau=
heim
Aſtheim (Raiß=Groß=Gerau).
Gruppe 3.
12. 1.: TSVgg. Erzhauſen Sprendlingen (Schmidt=Langen),
Meſſel SV Erzhauſen (Münkler=Roßdorf) Gräfenhau=
ſen
Reichsbahn (Eſchborn=Zwingenberg), Weiterſtadt
Nieder=Ramſtadt (Klinger=Groß=Gerau)
19. 1.: Weiterſtadt Beſſungen (Melk=Wixhauſen), SV. Erzhau=
ſen
Reichsbahn (Schulz=Ober=Ramſtadt) Sprendlingen
Gräfenhauſen (Döring=Darmſtadt), Meſſel TSVgg.
Erzhauſen (Schmidt=Darmſtadt).
26. 1.: Nieder=Ramſtadt Sprendlingen (Münkler=Roßdorf),
Beſſungen Meſſel um 11 Uhr (Eſchhorn=Zwingenberg),
Reichsbahn TSVgg. Erzhauſen (Sinner=Hahn), SV.
Erzhauſen Gräfenhauſen (Schmidt=Langen).
2. 2.: Sprendlingen Weiterſtadt (Heib=Arheilgen) TSVgg.
Erzhauſen Nieder=Ramſtadt (Anthes=Langen) Gräfen=
hauſen
Meſſel (Schneider=Egelsbach), Reichsbahn
Beſſungen (Schulz=Ober=Ramſtadt).
9. 2.: Nieder=Ramſtadt Beſſungen (Lerch=Eberſtadt) Weiter=
ſtadt
Reichsbahn (Müller=Griesheim), Sprendlingen
SV. Erzhauſen (Gaubatz=Dietzenbach), TSVgg. Erzhauſen
Gräfenhauſen (Hanſtein=Sprendlingen).
16. 2.: Beſſungen Sprendlingen, 11 Uhr (Schwarz=Griesheim),
Nieder=Ramſtadt Meſſel (Schulz=Ober=Ramſtadt) Grä=
fenhauſen
Weiterſtadt (Heib=Arheilgen), SV. Erzhauſen
TSVgg Erzhauſen (Dracker=Sprendlingen)
23. 2.: Meſſel Sprendlingen (Reiſert=Oherroden), TSVag. Erz=
hauſen
Beſſungen (Leitermann=Sprendlingen) Gräfen=
hauſen
Nieder=Ramſtadt (Baumgärtner=Darmſtadt).
1. 2.: SV. Erzhauſen Nieder=Ramſtadt (Wedel=Darmſtadt)
Sprendlingen Reichshahn (Reitz=Langen). Weiterſtadt
TSVgg. Erzhauſen (Schneider=Egelsbach)
8. 9.: Beſſungen SV. Erzhauſen, 11 Uhr (Anthes=Langen),
Reichsbahn Meſſel (Eſchborn=Zwingenhera).
15. 3.: Beſſungen Gräfenhauſen, 11 Uhr (Münkler=Roßdor)),
SV. Erzhauſen Weiterſtadt (Steinmeier=Sprendlingen),
Nieder=Ramſtadt Reichsbahn (Wedel=Darmſtadt).
22. 5.: Meſſel Weiterſtadt (Friedrich=Darmſtadt).
Gruppe 3 (untere Mannſchaften).
12. 1.: Weiterſtadt Nieder=Ramſtadt (Mich. Knell= Gräfenhau=
ſen
), Beſſungen SV. 98 4. (Schmidt=Darmſtadt)
19. 1.: Weiterſtadt Beſſungen (Gg. Knell=Gräfenhauſen). SV.
Erzhauſen Reichsbahn (Heib=Arheilgen), SV. 94. 4.
Sprendlingen (Sinner=Hahn).
26. 1.: Nieder=Ramſtadt Sprendlingen (Schulz=Ober= Ram=
ſtadt
), Weiterſtadt SV. 98 4. 2 Uhr (Baumgärtner=
Darmſtadt).
2. 2.: Sprendlingen Weiterſtadt (Gaubatz=Dietzenbach), SV.
98 4. Nieder=Ramſtadt (Gg. Knell=Gräfenhauſen).
9. 2.: Nieder=Ramſtadt Beſſungen (Schmidt=Darmſtadt) Wei=
terſtadt
Reichshahn (Dietz=Erzhauſen), Sprendlingen
SV. Erzhauſen (Reitz=Langen)
16. 2.: Beſſungen Sprendlingen (Sinner=Hahn), SV. 98 4.
Reichsbahn (Döring=Darmſtadt)
1. 5.: SV. Erzhauſen Nieder=Ramſtadt (Mich Knell= Gräfen=
hauſen
), Sprendlingen Reichsbahn (Kiefer=Dietzenbach).
8. 3.: Beſſungen SV. Erzhauſen (Lauſcher=Darmſtadt)
15. 3.: SV. Erzhauſen Weiterſtaot (Schmidt=Langen) Nieder=
Ramſtadt Reichshahn (Schulz=Ober=Ramſtadt)
22. 3: SV. Erzhauſen SV. 98 4. (Mich Knell=Gräfenhauſen).
Die Spiele finden auf den Plätzen der zuerſt genannten Ver=
eine
ſtatt und beginnen, wo nicht anders vermerkt, vorerſt um
2.30 Uhr. Diejenigen der 2. Mannſchaften jeweils 1½ Stunden
vor denen der 1. Mannſchaften. Die Herren Schiedsrichter bitte
ich. mir die Spiele umgehend zu beſtätigen.
Die am 1. Dezember ausgefallenen Spiele werden zu gegebe=
ner
Zeit nachgeholt da über die Erſtattung der Fahrtauslagen
noch keine Entſcheidung getroffen iſt.
Ich verweiſe nochmals auf die Veröffentlichung des Herrn
Gauführers und erſuche alle Vereine, ſich ſtrengſtens danach zu
richten.
Weiterhin mache ich alle Vereine darauf aufmerkſam, daß am
1 Januar 1936 die zweite Rate Verwaltungsgebühren ſowie die
Pauſchalgebühr in Höhe von 2 RM. fällig iſt. Die Einzah=
lungsbelege
bitte ich mir umgehend vorzulegen
Mayer, Darmſtadt. Beſſunger Straße 196.

In den 29A. berufen.

Dem Deutſchen Olympiſchen Ausſchuß gehören neben den be=
reits
mitgeteilten Perſönlichkeiten Vertreter des Staates und der
Partei an. Die Reichsleitung des Arbeitsdienſtes iſt durch Gau=
arbeitsführer
Dr. Becker, die Oberſte SA.=Führung durch
Gruppenführer Beckerle=Frankfurt a. M., das NSKK. durch
Standartenführer Nord, die Reichsführung SS. durch Gruppen=
führer
Heidrich und der Deutſche Luftſportverband durch Luft=
ſport
=Hauptführer Thomſen vertreten. Noch nicht benannt iſt
der Vertreter der Reichsjugendführung.

Dom Taurt dur Wei

Unter dem Vorſitz des Reichsſportführers von Tſchamme
Oſten tagte in Berlin der Deutſche Olympiſche Ausſchuß. S.
Sitzung wurde eine Generalüberſicht über den Stand der derg
Olympiavorbereitungen gegeben. Die von den Fachamtsleiten
ſtatteten Berichte gewährten einen Einblick in die gewaltig

bis ins kleinſte durchdachte Organiſation. Man konnte ſich
überzeugen, daß alles getan wird, was nur möglich iſt, un

Olympiſchen Spielen einen würdigen Verlauf zu ſichern.

Die Olympiſchen Winterſpiele in Garmiſch=Partenk
weiſen mit tauſend Aktiven aus 28 Nationen eine Rekordbeſtz

auf, wie ſie die vorhergehenden Winterſpiele auch nicht annäu
erreichen konnten.
Bei dem Fechtländerkampf Deutſchland Polen in W.
zeigten ſich die Polen ſtark verbeſſert. Es gelang ihnen, im Deu
fechten ein 8:8 Unentſchieden zu erzielen und in ihrer ſtar

pflegten Spezialwaffe, dem Säbelfechten, mit 10:6 einen

über die deutſche Vertretung davonzutragen.
Bei der großen Sportſchau, welche die Sportpreſ
der Deutſchlandhalle durchführte, ſchaffte Ismayr im beid/
gen Drücken mit 220 Pfund einen neuen Weltrekord. Er=

meiſter Hornfiſcher rang gegen den gefürchteten ſchwet
Olympiaſieger Svenſſon unentſchieden und beſiegte ihn zwei 9 Einen

Muern i.

Meter die bisherige Beſtleiſtung des javaniſchen Olympiaſig
Nambu

ſpäter in Gera nach Punkten.
Die Fußball= und Handballſpieler wieſen einen faſt lücke Ufüt gewe
Meiſterſchaftsbetrieb auf, der nicht ohne kräftige Ueberraſchen
auch in unſerem Bezirk, erledigt wurde.
Im Eishockey ſchlug Schweden die Berliner Vertretum
und 8:0, eine deutſche Auswahlmannſchaft ſpielte in Mkygichen?
gegen den SC. Zürich zweimal 1:1.
Die ſüddeutſche Rugbymannſchaft, die Ende des Monashi 90l
Frankreich antritt, konnte in Heidelberg gegen eine Heide
Stuttgart=Frankfurt=Kombination nur ein 14:14 erzielen.
Den
In New York kämpfte im überfüllten Madiſon Square 9u in der
den der Negerboxer Joe Louis der ſchwarze Bomber, ſcn dem
den Spanier Paolino und zwang ihn in der vierten Aſten 70
zur Aufgabe. Paolino vermochte damit zum erſtenmal in MNier
langen Laufbahn nicht über die ganze Diſtanz zu gehen.
die G
Schmeling wird nun im Juni 1936 mit Louis in den
ſteigen.
jähiger
Während bei uns die Leichtathletik längſt im Winte cül erbrad
liegt, meldet Japan hervorragende Leiſtungen, vor allem AuSE5AC=
Langſtrecken= und Marathon=Läufer und Auſtralien ſogar
Weltrekord. McCalfe verbeſſerte im Dreiſprung mit

Der Darmſtädker Handball=Schlage
Sb. 98 Darmſtadk Landespolizei

am Sonntag 2,30 Uhr am Böllenfalltor.

Bür beide Mannſchaften geht es am Sonntag um da
rühmte, ſtets wiederkehrende. Sein oder Nichtſein. Verle
die 98er, dann ſind ſie zweifellos aus dem Endkampf un
Meiſterſchaft ausgeſchaltet. Wird Polizei geſchlagen, dann rül
ſie trotz weiterer Chancen zunächſt zurückgedrängt werden.
beide Mannſchaften alſo Anſporn genug, mit allen verfügß
Kräfteaufwand den Kampf aufzunehmen und mit der de
beſten Mannſchaft auf dem Plan zu erſcheinen. Nachſtehen
Aufſtellungen:
Polizei;
Keimig
Blank Pfeiffer
Stahl. Daſcher Unmacht
Stahlecker Sommer Leonhardt Spalt Stühling/

Kaltenbach

S. V. 98:

Freund
Dittmar
Fuchs

Fendt Fiedler
Merz Kehr
Rohtenburger
Henß

Beth

Es erübrigt ſich, viele Worte über dieſe 22 Männer zu.
lieren. Sie alle haben ſchon in ſchweren, für den Handballe
bedeutenden Kämpfen ihren Mann geſtanden und ſie alle ge/4
tieren für ein hochſtehendes Treffen, das erneut mit ſchlagsdl ich
Deutlichkeit belegen wird, daß es die beiden Darmſtädter Sot
mannſchaften verſtanden haben, die Tradition und Vormach
aber die Frage: Hie Polizei hie SV. 98, wer wird das 2dändere
lung im ſüdweſtdeutſchen Handball hochzuhalten. Für heuteß
gewinnen?
TSG. 46, Handballabteilung.
Wir erinnern nochmals an die Fahrt unſerer Handballn Warmste
ſchaft nach Birkenau und erwarten, daß ſich unſere Freunde h.n
beteiligen. Die Abfahrt iſt auf 12 Uhr am Marienplatz feſta ß

Aus den Vereinen u. Verbänck
TSG. 46 Darmſtadt.
Turnerinnen=Abteilung. Am Samstag, 21.
abends 8.30 Uhr, treffen ſich alle Turnerinnen im Kneipſaalleſt
ſeres Turnhauſes zur gemeinſamen Weihnachtsfeier mit 4

aktiven Turnmannſchaft. Die Turnerinnen haben reſtlos z A0n
ſcheinen. Unſere nächſte Turnſtunde findet am 7. Januar Adche
abends 8.15 Uhr ſtatt.
Turn= und Sportgemeinde 1846 Darmſtadt.
Die Weihnachtskneipe der Turner= Turnerinnen= und 2
derabteilung findet heute abend 20.30 Uhr gemeinſchaftlick
Kneipſaale unſeres Vereinshauſes ſtatt. Wir laden hierzua!
ſere Mitglieder nochmals herzlich ein.

TSG. 1846 Schwimm=Abteilung.

Es wird nochmals darauf hingewieſen, daß unſer Abteill0
ſchwimmbetrieb zur Zeit ruht bis zum 6. Januar 1936.
Schließlich wird beſonders daran erinnert, daß heute, S
tag abend, vünktlich 20.,30 Uhr, die Mannſchafts=Weihnachts
der Schwimm=Abteilung im grünen Zimmer der Turc

Woogsplatz ſtattfindet. Dieſe Feier iſt zugleich die kameradſs=
liche
Dezember=Zuſammenkunft der Schwimm=Abteilung u
erwünſcht iſt, daß alle Ausübenden in der Abteilung und Ei
Freunde ſich in recht großer Zahl einfinden. Mit verſchied
kleineren Darbietungen und dem Erſcheinen des Weihnachts
nes, ſoll allen eine kleine Weihnachtsvorfreude geboten werde

Weihnachts=Jugend=Turnen und Weihnachtsfeier
des Tbd. Jahn 1875 Darmſtadt.
Heute nachmittag ab 5 Uhr turnt die Jugend in der Lie
Oberrealſchule (Lagerhausſtr) Sie will Eltern und Frei
zeigen, was ſie alles in den Uebungsſtunden gelernt hat. T
Gymnaſtik. Volkstänze und luſtiges Bodenturnen und Turnſ
vermitteln einen Einblick in die Jugendarbeit, Freunde und
glieder ſind herzlichſt eingeladen, nur ein geringer Unks4
beitrag wird erhoben.
Kanu=Club Darmſtadt.
Am Sonntag, 22. Dezember vormittags 11 Uhr wirc
Union=Theater in einer Morgenfeier der Film Der Altrhein 20g
zum Waſſerſport vorgeführt. Dieſer Film zeigt außer ein
artig ſchönen Naturaufnahmen vom Kühkopf auch das Altrheis
Wir erwarten von unſeren Mitgliedern einen zahlreichen BS
Eintritt frei.

Die Ruder= und Kanu=Meiſterſchaften des 2
res 1936 werden gemeinſam an den Tagen vom 18. bis 20. Julie
der Olympia=Strecke in Grünau zur Abwicklung gelangen

[ ][  ][ ]

Samstag, 21. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 350 Seite 21

feisgruppe Darmstadt des M.
Bis heule Hanstilg auend 18 ahr

An die Vertreter der Parteiorganiſationen, Behörden
und ſonſtigen Körperſchaften.
Am morgigen Sonntag, vormittags 11 Uhr,
ſidet im Union=Theater die Erſtaufführung, des Films Der
hirhein ruft zum Waſſerſport ſtatt. In dieſem
im wurde auch das Altrhein=Feſt 1935, an dem zahlreiche
trreiorganiſationen, Behörden, Turn= und Sportvereine teilge=
enmen
haben, in einem beſonderen Akt feſtgehalten. Ich lade
der die Vertreter der oben genannten Körperſchaften zu dieſer
granſtaltung ein. Der Eintritt iſt frei. gez. Löwer, Leiter
Ortsgruppe Darmſtadt des Reichsbundes für Leibesübungen.
Hockey.
TSG. 46 Darmſtadt THC. Wiesbaden
am Sonntagvormittag 11 Uhr, im Hochſchulſtadion.
Zu dieſem bevorſtehenden Hockey=Treffen auf dem Hochſchul=
Pion zu Darmſtadt treten die Mannſchaften in ihren ſtärkſten
öfſtrellungen an. Es wird zu einem ſpannenden und intereſſanten
zmpf kommen, wie lange keiner mehr in Darmſtadt ſtattfand.
htz leichten Schneefalls und Froſt wird der Platz in einwand=
ner
Verfaſſung ſein und ein techniſch gutes Spiel zulaſſen.
Das Samstagnachmittag=Training wird, wie immer, auf der
hogswieſe, ab 15 Uhr, durchgeführt.

Eine Generalprobe für ſämtliche Anlagen der Olympia=
9obahn am Rieſſerſee bei Garmiſch=Partenkirchen wurde für
mmenden Sonntag angeſetzt.
Die deutſche Galopprennzeit 1935 hat, nachdem
u die beiden Renntage in Mülheim=Duisburg am 22. und 29.
Dember abgeſagt worden ſind, endgültig ihren Abſchluß gefunden.
Einen deutſchen Eishockeyſieg gab es vor 1500 Zu=
ſthuern
in Garmiſch=Partenkirchen. Eine deutſche Auswahlmann=
ſaft
gewann über die engliſchen Oxford=Studenten mit 5:0 (0:0,
ü 2:0). Torſchützen waren: Jaenecke (3), Lang und Dr. Strobl.
120 000 Dollar betrug die Geſamteinnahme beim Boxkampf
uſchen Joe Louis Paolino in der Vorwoche in New York. Dem
ärffen wohnten insgeſamt 19 000 Zuſchauer bei. Louis erhielt
B00 Dollar, das Schmerzensgeld Paolinos betrug 19 500
Mar.
Deutſchlands längſte Winterradrennbahn
uid in der Hamburger Hanſeatenhalle erſtehen. Die neue Bahn,
m dem bekannten Spezialiſten Schürmann konſtruiert, wird mit
cen 250 Metern die Bahnen in Berlin und Dortmund noch um
AMeter an Länge übertreffen.
Die Geldſammlung in Frankreich für den Bau konkur=
ſeufähiger
Rennwagen hat nur 675 000 Francs (etwa 110 000
M.) erbracht. Davon ſollen je ein Drittel Bugatti, Delage und
e SEFAC.=Konſtrukteur E. Petit zur Verfügung geſtellt werden.

ANDERER
ſechssitzer-Limousine
auflangem Chassis mit 50 P5-6 Zylinder-
Präzisionsmofor, auswechselbaren Zylin-
derbüchsen
, Schwingachse Mit ver-
schwenderischer
Raumfülle, Trennwand
und komfortabler Innenausstattung
ab Werk RM 6S0O.-

Underer-Vertretung:
U. M.BläsEk
Damstadt, Heidelbergerstr.
Ruf 4989

Manntweine

mit Glas
1/, Fl.½ Fl.

4.00 2.20
3.40 1.60

Gütmel, Pfefferminz,
Bi,Wachh. Nordhäuſ. 2.25 1.25
Zotſchenwaſſer 50% . . 3 50 190
Hmwaſſer 500
Wcbrand=Verſchnitt 2 50 1.35
Berſcher Weinbrand
Wevrand Winkelhauſen 3.50 1.90
Webrand ,Alsbach‟ 4. 2.20
JEmka=Rum=Verſchnitt 40% 3.00 1.05
450 3.50 190
Wtia Arrak=Verſchnitt400 3.40 1.45
45% 3.90 2.10
Gu Flaſchenweine von 55 Z an
5ſchaumwein . . . . . Fl. 1.10
Teuſcher Schaumwein Fl.v. 2.25an
Selſtgekelterten glanzhellen
Apfelwein Fl ohne Gl. 309
hnnisbeerwein Fl. ohne Gl. 609
Hartim lahn
Pulswieſenſtr. 30 Telefon 305

zur EHE
gehören
viele Dinge
beiTechel
kautt man
EHE-Ringe
Schillerplatz 3

Weißer
Roederherd
125X 65. billie
zu verk. Näher.
Frankfurterſtr.
9 (Roßmann)

4flammig.
weiß. Gasherd
mit Backofen, f
neu. bill. z. ver=
kauf
. Kirſchen=
Allee 91, I. lks.*

5u erhaltenes
Amenrad
vo)r Privat zu
ko un geſucht.
Wngbote unter
TT 39 Geſchſt.

Sokellos klares
Negelglas
(hir alt. Trum.
Segel uſw.)
ir inen Rahm
49.M32 zu kauf.
geſucht.
Ausangeb. an
Printner,
Richörferſtr. 95

Guterhaltener
Madchen=
Mantel
(13 J.) zu kaufen
geſucht. Ang. u.
T 215 Geſchſt.

Gold.Herrenuhr,
Flöte,
u. ¼ Geige,
Mandoline, alte
Gitarre, Reiß=
zeuge
, Zeichen=
tiſche
. Damen
Brillantring u.
Armbanduhr,
Photoapparate,
2 u. 40. Anz.=
Stoff. Schwanen=
ſtr
. 33, I. (*ms

Verſchiedene
Gemälde
Oel u. Paſtell)
bill. zu verkf.
Nackenſenſtr. 62.
Tauſend, ſchöne
Weihnachts
gaben
wie preiswerte
Fahrräder,
Nähmaſchinen,
Puppenwagen,
Roller,
Kinderbetten,
Stühlchen.
Haus= u. Küch.=
Uhren. Wecker
und vieles mehr
finden Sie
i. Darmſtadt bei
(Gütting
ne

Herde

nit Nickelſchiff,
reichlich. Nickel=
beſchlag
, geſchl.
Plattenrahmen.
72.55 cm 72.
76,55 cm 74.
80,55 cm 76.
85,55 cm 82.
90,60 cm 88.
95,65 cm 93.
00,70 cm 102.
Mit Garantie=
ſchein
. Auf
Wunſch Zahl.=
Erleichterungen.
E. Feldbuſch.
Darmſtadt.
Alexanderſtr. 10

können Sie noch Ihre Einſendung auf die allwöchentliche kleine
Sportpreisfrage Wie ſpielen Sie am Sonntag? (in der Don=
nerstags
=Ausgabe) der Sportredaktion, Darmſtadt, Rheinſtr. 23 I,
zugehen laſſen.
Auf dem Berg ſo hoch da droben ...
Wer ſich mit der Natur verbunden fühlt, freut ſich auf die
Ferienzeit, träumt von ſpiegelblanken Bergſeen, von leuchtenden
Firnhäuptern, weißen Wolkenſeglern und viel, viel Sonne oder
Schnee. Das Hochgebirge iſt den eingeengten Menſchen unſerer
Zeit ein Jungborn des Geiſtes und Körpers, es ſtellt aber auch eine
unerbittliche Forderung: wiſſend und gerüſtet zu ſein! Nicht der
derbe Nagelſchuh und die ſcharfe Eisaxt allein machen den vollwer=
tigen
Bergſteiger, ſondern erſt körperliche Schulung, umfaſſendes
Wiſſen und reiche Erfahrung. Der Zweck dieſer kleinen guten
Schrift*) liegt darin, die weſentlichen Grundlagen des Bergſtei=
gens
zu ſchaffen und auf Möglichkeiten der Weiterbildung hinzu=
weiſen
. Eine ernſte Forderung dieſes Büchleins erſtrebt menſch=
liche
, nicht nur ſportliche Höherbildung des Bergſteigens, denn nur
dieſe bringt bleibenden Gewinn. Dieſe Schrift wird dem beſchei=
denen
Bergwanderer ein zuverläſſiger Ratgeber ſein; ſie ge=
hört
aber ebenſo in die Hand des Kletterers und Eis=
gehers
. In knapper Form bringt ſie außer dem Abc des
Bergſteigers erprobte Grundſätze und neueſte Erfahrungen und
Verbeſſerungen der Technik in Fels und Eis. Erfahrungsgrund=
lagen
machen das Büchlein zu einem wertvollen Helfer im Kampf
gegen Gefahren und Hinderniſſe der Bergwelt, zu einem Wegweiſer
zu Freude und Kräftigung.
(* Bergſteigen im Sommer, von Fritz Schmitt. 120
Seiten, 19 Abbildungen und 30 Zeichnungen, broſchiert 2. RM.
Wilhelm Limpert, Verlag, Berlin SW. 68.)
*
Weilerbericht
des Reichswetterdienſtes, Ausgabeort Frankfuxt a. M.
Das Wetter Europas wird durch verſchiedene kleinere Tief=
drucks
kalter Luft beſtimmt. Dieſe führen feuchte, aus ſüdlicheren
Breiten ſtammende Luftmaſſen mit über dem Feſtland lagernder
Kaltluft zuſammen, ſo daß meiſt trübes Wetter mit leichten
Schneefällen herrſcht. Eine weſentliche Aenderung dieſer Witte=
rung
iſt auch noch nicht zu erwarten. Doch gehen die Temperaturen
lanſgam weiter zurück.
Ausſichten für Samstag: Nach ſtarkem Nachtfroſt veränderliche Be=
wölkung
mit einzelnen leichten Schneefällen, zeitweilig auch
aufheiternd. Tagestemperaturen meiſt unter Null, ſchwache
Winde.
Ausſichten für Sonntag: Weiterhin kaltes Wetter, doch meiſt
niederſchlagsfrei.

E

Bücherſchrane
Schre btich auch
einzeln billig zu
verkauf. Schrei=
nerei
Uhlano,
Karlſtraße 54 (*

Gut erh. Herren=,
Knaben=,Damen=
und Mädchenrad
billig abzugeben.
Eliſabethenſtr. 35

Zu haben in den nachst. Drogerien
Adler-Drog. Anton Fischer Frank
furterstr. 12-14 u Rheinstr 121 Fr
Schaeter, Ludwigspl.7. Arbeilgen.
Löwen-Drog. Th. Brücher, Darm
städterstr. 31. Eberstadt: Hirsch-
Drog. Philipp Eysenbach. Gries-
heim
: Central-Drog. Phil. Engel X
Groß-Umstadt: Adler-Drog. C.D
Lautz jun. Ptungstadt: G. Hess.
Eberstädterstr 3

Schneebericht:
Neunkircher Höhe, 21 Uhr, 4 Grad, 25 Zentimeter Geſamtſchnee=
höhe
, 5 Zentimeter Neuſchnee. Ski und Rodel ſehr gut.
In Beerfelden iſt zur Zeit ſchöne Gelegenheit zu Ski und Rodeln.
Reichsſender Frankfurt
Frankfurt: Samstag, 21. Dezember
6.00: Cboral, Morgenſpruch, Gymnaſtik. 6.30: Breslau:
Fröhlich klingts zur Morgenſtunde. In der Pauſe 7.00:
Nachr., 8.00: Waſſerſtand, Zeit, Wetter. 8.15: Stuttgt.:
Gymnaſtik. 8.45: Bauernfunk. 9.00: Nur Frankfurt: Nach=
richten
. 9.15: Sendepauſe. 10.15: Vom Deutſchlandſen=
der
: Schulfunk: Der Weg eines unbekannten Soldaten.
10.45: Nur Freiburg: Nachr. 11.00: Werbekonzert.
11.35: Meldg. 11.45: Sozialdienſt.
12.00: Karlsruhe: Buntes Wochenende. Dazw. 13.00: Zeit,
Nachr. 14.00: Zeit, Nachr., Wetter. 14.10: Vom Deutſch=
landſender
: Allerlei zwiſchen zwei und drei. 15.00; Wirt=
ſchaftsbericht
15.15: HJ.=Funk.
16.00: Köln: Der frohe Samstag=Nachmittag. 18.00: Die
Schaffenden müſſen hart werden. Funkſpiel um ein Wort
Hans Thomas. 18. 20: Stegreifſendung. 18.30: Das Mikro=
phon
unterwegs. 18.40: Wochenſchau. 18.55: Meldg.
19.00: Koblenz: Unterhaltungskonzert. 19.55: Ruf der Ju=
gend
. 20.00: Zeit, Nachrichten. 20. 10: Stuttgart: Die
Regimentstochter. Komiſche Oper von Donizetti. 22.00:
Zeit, Nachrichten. 22. 15: Nachr., Sport, Wetter. 22.20:
Unterhaltungskonzerk. (Wachswiedergabe). 23.00: Deutſch=
landſender
: Adalbert Lutter ſpielt zum Tanz. 24.00: Er=
innerungen
Klänge und Geſänge, die man gern hört.
OMistienn Caussnsnn
Sonnabend, 21. Dezember
Hamburg: 20.10: Zuguterletzt: Unſer kunterbunter Wo=
chenkehraus
Sonne, Mond und alle Sterne‟.
Stuttgart: 20.10: Die Regimentstochter. Kom. Oper
von Donizetti.
München: 20.10: Volkstümliche Muſik.
Bukareſt: 19.35: Uebertragung aus der Staatsoper.
Helſingfors: 19.50: Militärmuſik.
Riga: 20.05: Aus italien. Opern.
Kowno: 20.45: Strauß=Walzer u. a.
Mailand: 20.50: Operettenabend.
Stockholm: 21.00: Alte und neue Tänze.
Warſchau: 22.00: Unterhaltungskonzert.
London: 22.10: Tanzkapelle Henry Hall.

JedemHerrnstets willkommen!
Selbstbinder und Socken
Oberhemden, Sporthemnden
Taschentücher, Kragen
Handschuhe, Gamaschen, Hosenträger
Herren-Unterwäsche
Geschmackvolle Auswahll Klelne Prelse!
Woall, KLamnnt
Kirchstraße, Ecke V Schustergasse

3 Möhren=Netz=
Empfänger
m. eingeb. Lautſp.
für 45. Mk. zu
erkaufen Näh.
Geſchäftsſtelle.

Hochmoderner
Kinderwagen
faſt neu bill g. zu
verkaufen.
Kar ſtraße 102II

Kinderwagen
Kinder=Pult
Kd.= Kiappſtuhl
Geige zu verkauf.
Grüneberg
Fuhrmannſtr. 9

Puppen-
wagen

großer Auswahl
günſtig abzugeb.
Georg Moll,
Eliſabethen= Nr. 25½.

KK

Schöner großer
Kaufladen
m. 2 Erkerſcheib.
Tiſchunterſatz
zu verk. Ballon=
platz
7. Hthaus
1. St. Anzuſeh.
ab 18 Uhr.

Kinderſchlitten
Zſitzig, billig zu
verk. Grimm.
Friedbergerſtr. 2.
Handgemachtes
Schaukelpferd
billig zu verkf
Habicht. Marien=
platz
1, Hinths.
Zimmer 3

Armband=
Uhren
Schmuck=
waren

Jrauringe
in großer
Auswahl
sehr vorteilhaft
Uhren=
Stit
Mackensenstr. 9
neben
Darmstädter Hof

Radio=Apparat
(Seibt),
Lautſprecher
(Philips),
gut erhalten, zu
verkauf. Saal=
bauſtraße
11.I

Teppiche
Alte Perſer,
Decken u. Brücken
im Auftrag
zu verkaufen
J. Glückert,
Bleichſtraße

Divan
gut erh., zu vkf.,
vorm. Diebur=
gerſtr
. 50, III.

Radiogerät 3 R.,
2 Schaukelpferd=
chen
4 2 Mark
zu verkaufen.
Näheres Geſchſt.
Gas= und
Heizofen,
Kinderbett u.
Kinderpult
bill. zu verkauf.
Näh. Geſchſt.

Tafellücher
prachtv. Qual.
von Privat
billig abzugeb.
Ang. T 183 Gſch
Gut erhaltene
Schneider=
Nähmaſchine
(Ringſchiff) bill.
abzugeb. Liebig=
ſtraße
34, part.

Gr. w. Kommode,
Eisſchrank,
Nachtſchränke,
ſchöne Lampen,
Waſchgeſchirr.
Spielſachen
villigſt zu verkf.
Heinrichsſtr. 3,pt.

Auto=Koffer,
Bob, 4=Sitzer,
Küchenherd, w
74X107 b. z. v.
Wilhelmſtr. 31, I
Chrom. Hand=
Harmonika
neuwert., z. ver=
kaufen
. Ang. u.
205 Geſchſt.

Gelegenheit!
Erſtklaſſige neue
Pelziacke
(Seal)85. z. vk.
Ballonpl. 3, pt.
dei Meireis.

2 Landſchafts=
bilder
,
Oeldruck. 65/50
cm. breit gold=
gerahmt
, bill. z.
verkaufen. Näh.
Ernſt= Ludwig=
ſtr
. 5, I. Vorm.

Kupf. Bowle
mit Glaseinſatz
u verk. Heidel=
bergerſtr
. 35, p.*

Aelt. Gasbade=
ofen
. Siemens=
Lautſprecher *
billig zu verkf.
Ohlemüller.
Heinrichſtr. 58, II.

Beramik
hat eigene Beize
Sie paßt in jede Wohnung,
in jedes Zimmer. Darum gibt
es kaum jemand, der ſich über
ſo ein farbenfrohes Geſchenk
nicht freuc. Das Ausſuchen
wird Ihnen Spaß machen,
denn meine Auswahl iſt ja ſo
groß und die Preiſe ſo klein.
Ich empfehle ferner:
Opal=Servierwagen
in allen Farben 16.50 u. 19.75
Drehplatten
alle Größen und Preislagen
Toilettegarnituren Atlg.
Bleitriſt. Handſchliff von 6.75 an
Ernſt Olitzſch
Darmſtadt, Markt 3
u. Ernſt=Ludwigſtraße 12

1Pandr
neu
und gespielt
Kräfte.
Irnold

cke
rbacher Straße

Schön., ſchwarz.
Piano
w. neu erh., 3 J.
Gar., nur 295.
6 and. ſehr bill.
Piano=Fiſcher,
Schlageterſtr. 35.
Wenig getrag.
Seal=Pelzjacke,
2 lang, zu ver=
auf
. Anzuſ. zw.
4 Uhr Fried=
bergerſtr
. 8, II.
(rechts)

HeKirISChe AnIageh Eisabethenstraße 25.

K. Hartmann. Tel.799

Briefmarken-
Sammlung z. kaufen gesucht.
Angebote mit kurzer Beschrei-
bung
und Preis unt. V. P. 170
an die Geschäftsstelle,

Fräsmaſchine
(Fabr. Hartmann, Chemnitz).
m. verſtellb. Teilk., feſtem
und verſtellbarem Reitſtock,
Naſch., Schraubſtock u. Vorgelege
zu verkauf. Wo, ſagt die Geſchſt.
Schneeketten
Gummi u. Stahl

Alle Auto-
Winterartikel.
Josek
Horich
Mackensenst. 32
Telefon 842

Damenrad.
Halbb., faſt neu
Herrenrad,
Halbb.. faſt neu,
ſehr bill. z. verk.
Alicenſtraße 2.
Eidenmüller.
Sonntag geöffn.

Klein-
wagen

geſucht (Limouſ.
uch Goliat. Ang.
mit Preisang. u.
21I Geſchſt.

4120 Opel
Liefer=Kaſtenw.,
bilig abzugeben
noch verſteuert
Karlsſtraße 20
bei Beck.

Steuerfrei
4/20 Opel
Cabr. (2=Sitzer)
verk Haymann,
Erzhauſen.
Bahnſtraße 80.
Anzuſ. Sonntag.

SACHS-
Motorräder
zur im
Spezialgeschäft
Garl Lorsch
Pankraliusstr. 2½

14
Handschuhe
Hauben
pelzgelüttert
Schutzmasker
biligst

Müller & Obe
Rheinstraße 3
A
Mollerſtr. 45, I.
Laden
mit abgeſchl.
Z.=Wohn. z. vm.

Ernſt= Ludwig=
ſtraße
14,
beſte Geſchäftsl.,
Laden
m. 2 Schaufenſt.
zum 1. April 36
zu vermieten.
Näheres daſ. im
2. Obergeſchoß.

Groß
5-Zim.-Whg
weg. Todesfalls
ſofort od. ſpäter
zu vermieten.
Soderſtraße 115,
1. Stock.

Weau noch Käglich.
keuen Cnmachen!
der moderne Dauerbrand-
ofen
brennt Tag und Nacht
durch. Ihr Zimmer ist
stets warm.
Ofen-Gébel
Rheinstraße 31
zeigt Ihnen diese Ofen gern.

2 Zimmer
und. Wohnküche
Nähe Darmſtadt
zu vermieten.
Näh. Geſchſt.

2.0d. 3 grß
leere Zimm
mit Küchen= u
Badbenutz. ab 1. /T. 202 Geſchſt.
36 zu verm.*
Anfr. T 207 Gſch.

22½=Zimmer=
Whg. m. Küche
im ſüdl. Stadtt.
auf 15. Jan. od.
1 Febr. geſucht.
Preisangb. unt.
T 197 Geſchſt.

12 Zimmer,
möbl., in beſtem
Hauſe, möglichſt
mit Komfort, v.
ſiungem Herrn,
pünktl. Zahler,
geſucht. Ang. u.

5-Zim.-Whg
part., zu verm.
Näh. Karlſtr. 85, I.
sd)

hön
5-Zim.-Whg.
m. Näh.:
Viktoriaſtr. 46, II.

A
A

5oderſtr. 67, pt
möbl. Zimmer
zu vermieten.

O

Aelter. Ehepaar
(penſ. Beamter)
pünktl. Mietz.
ſucht z. Frühjah
mod. 34=Zim..
Wohnung,
Heizg., in guter
Lage. Angeb. u.
144 Geſchſtelle

Ber.=tät. Herr.
21 J., ſucht p. 1.
1. 36 od. ſpäter
möbl. Zim. mit
o. oh. Verpfleg.,
ev. mit Famil.=
Anſchl. Ang. u.
T 208 Geſchſt.
Ve
O
Altbeſtehende
Gärknerei
ca. 7 Morgen,
dabei a. Spar=
geln
. ſofort mit
Inventar und
Wohnung
verpachten
Ang. T 195 Gſch.

[ ][  ][ ]

Die japaniſchen Exportgilden.
Zwei Haupkformen: Induſtrie= und Handels=Gilden. Wachſende Bedeukung in handelspolikiſcher Hinſicht.
Rengo=Kwai zuſammengeſchloſſen ſind. Sie beſtimmt die
Erzeugung der einzelnen Mitgliedsfirmen,
Haupkkräger der Ausfuhr.
ſetzt die Preiſe feſt und verfügt, welche Mengen

Es iſt kein Zweifel, daß an den großen japaniſchen Exporter=
folgen
die ſogenannten Exportgilden einen hervorragenden
Anteil haben. Neben anderen Faktoren, die die japaniſche Export=
offenſive
auf den Weltmärkten durchführen halfen, wie Währungs=
politik
, niedrige Geſtehungskoſten, niedriger Lebensſtandard des
japaniſchen Arbeiters, mittelbare und unmittelbare Subventionen
für die ausführende Induſtrie, haben die Ausfuhrorganiſa=
tionen
, einzelner Branchen, eben dieſe Gilden, ihrer=
ſeits
dazu beigetragen, japaniſchen Waren den Weg zu bahnen.
Dieſe noch nicht lange beſtehenden Exportvereinigungen ſind das
Ergebnis einer Zuſammenarbeit zwiſchen Regie=
rung
und Exporteuren. Durch das Geſetz über die
Exportvereinigungen (1925) wurden alle am gleichen
Erwebszweig intereſſierten Firmen oder Perſonen zuſammenge=
ſchloſſen
. Die Gildengeſetzgebung iſt verſchiedentlich ergänzt wor=
den
. Eine der wichtigſten Aenderungen iſt vor ein paar Jahren
durchgeführt, als zwei neue Klaſſen von Gilden geſchaf=
ſen
wurden: Die eine für Exporteure beſtimmter Güter und die
andere für die verſchiedenen Ausfuhrinduſtrien. Gerade mit Rück=
ſicht
auf die Ausfuhr hat die Regierung darauf gedrängt, daß das
billige Schundangebot möglichſt ſchnell guten Qualitätsexporten
Platz macht. Es iſt verſchiedentlich darauf hingewieſen worden, daß
Japan nur dann Ausſicht habe, die neuen Abſatzmöglichkeiten, die
es auf Grund ſeiner billigen Preiſe gefunden habe, zu behalten
und auszubauen. Ferner hatten dieſe Gilden Hilfsdienſte bei der
Ausfuhr zu leiſten, z. B. Sortierung. Verpackung und Berechnung
der Verkaufspreiſe, Anſtellung von Agenten der Vereinigung im
Ausland, gemeinſame Propaganda durch reiſende Muſtermeſſen,
Teilnahme an Auslandsmeſſen uſw.
Inzwiſchen iſt die Spezialiſierung dieſer Organiſation ſoweit
durchgeführt worden, daß faſt jede Güterart, die für die
Ausfuhr wichtig iſt, von beſonderen Gilden betreut
wird. So gab es ſchon Mitte 1934 etwa 400 Gilden für insge=
ſamt
55 Warengruppen. Wenn auch praktiſch die Arbeit der bei=
den
Klaſſen von Gilden induſtrielle Gilde und Handelsgilde) natur=
gemäßig
häufig zuſammenfällt, ſo iſt eine verſchiedenartige Ent=
wicklung
zu verzeichnen. Die induſtriellen Gilden und
Verbände haben in erſter Linie auf einen ſtärkeren Zuſammen=
ſchluß
und auf die Bildung von Großkonzernen hinge=
wirkt
. Der Staat hat dieſe Entwicklung durch die entſprechenden
geſetzgeberiſchen Maßnahmen unterſtützt, z. B. durch Zahlungen
von Beihilfen; daneben ſind regierungsſeitig niedria verzinsliche
Kapitalien für dieſe Genoſſenſchaften hergegeben. Weiter erſetzt
der Staat Banken einen Teil der Verluſte, die ſie bei Ausleihung
von Betriebskapitalien an ſolche Genoſſenſchaften erlitten haben.
Die Induſtrievereinigungen werden weiter durch Steuervergünſti=
gungen
gefördert, ſie brauchen keine Einkommens= Körperſchafts=
und Eintragungsſteuer zu zahlen. Die induſtriellen Zuſammen=
ſchlüſſe
ſind im allgemeinen ziemlich ſtraff und begünſtigen ſomit
die Zuſammenſchlüſſe von Firmen innerhalb der einzelnen Kartelle.
Ein gutes Beiſpiel für die Erfolge dieſer Geſetzgebung gibt die
Papierinduſtrie. An Stelle einer großen Anzahl mittlerer Unter=
nehmungen
beſtehen nur noch neun Firmen, die in der Seiſhi=

Berliner und Rhein=Main=Börſe.
Die Berliner Börſe eröffnete in ziemlich unentſchiedener
Haltung. Die in den letzten Tagen ſtark hervorgetretene Kauf=
neigung
erhielt ſich nur für einige Spezialwerte, während im
allgemeinen eher Abgaben überwogen. Vielleicht hat, man es
hierbei ſchon mit einer Vorbereitung für die Zeichnung der ſehr
günſtig ausgeſtatteten, am Vortage angekündigten Reichsbahn=
anleihe
zu tun. In beſonders ſtarkem Maße drängt ſich dieſe Ver=
mutung
infolge des ſtarken Kursrückganges der Umſchuldungs=
anleihe
auf, die ſich um 55 Pfg. ermäßigte. Reichsaltbeſitz gaben
ebenfalls um ca. ½ Prozent nach. Am Aktienmarkt gingen die
Abſchwächungen bei den Montanwerten nur vereinzelt über
Prozent hinaus. Farben eröffneten auf Vortagesſchluß. Recht
feſte Haltung verzeichneten Elektrowerte. Im Verlaufe machte
ſich am Aktienmarkt eine gewiſſe Widerſtandsfähigkeit bemerkbar.
Farben 147. Am Rentenmarkt wieſen die Kurſe, abgeſehen von
der halbamtlich notierten Umſchuldungsanleihe, die auf 87½
(87,80) zurückging, kaum nennenswerte Veränderungen auf.
Die Rhein=Mainiſche Börſe hatte wieder nur ſehr ge=
ringes
Geſchäft. Die Nähe der Feiertage wirkte ſich auf die Un=
ternehmungsluſt
hemmend aus. Vom Publikum lagen Aufträge
kaum vor, die Kuliſſe betätigte ſich ebenfalls kaum an Geſchäft.
Bei nicht unfreundlicher Grundſtimmung war die Kursgeſtaltung
am Aktienmarkt unregelmäßig. Viel Beachtung fand ein Bericht
über die Inlandskonjunktur im Maſchinenbau, bei der herrſchen=
den
Geſchäftsſtille blieb er jedoch auf die Kurſe ohne Einfluß.
Die Auflegung der neuen Reichsbahnanleihe wurde lebhaft be=
ſprochen
. Von chemiſchen Werten waren JG. Farben mit 147
(146½) etwas höher, ſpäter ermäßigten ſie ſich auf etwa 146½.
Montanaktien lagen uneinheitlich. Am Rentenmarkt war die
Haltung etwas ſchwächer. Altbeſitz gingen auf 109½109½,
Kommunalumſchuldung auf 87.25 und ſpäte Reichsſchuldbuchforde=
rungen
auf 96½ zurück. Im Verlaufe blieb die Kursentwicklung
am Aktienmarkt bei kleinen Umſätzen uneinheitlich.
An der Abendbörſe blieb die Grundſtimmung freundlich, das
Geſchäft hielt ſich aber auf allen Marktgebieten in ſehr engen
Grenzen. Im Freiverkehr erfuhren Genußrechte der Eiſenbahn=
Rentenbank und der Eiſenbahn=Bank Frankfurt auf das neue
Genußrechts=Geſetz eine empfindliche Abſchwächung.
Ergänzungsbeſtimmungen über die Genußrechte
aufgewerketer Induſtrie=Obligakionen.
Im Reichsgeſetzblatt Teil I Nr. 142 wird ein Geſetz über die
Henußrechte aufgewerteter Induſtrieobligationen und verwandter
Schuldverſchreibungen vom 18. Dezember 1935 veröffentlicht, das
eine Reihe von Abänderungs= und Ergänzungsbeſtimmungen zu
dem Geſetz vom 25. September 1934 bringt. U. a. werden über
die Gewinnverteilung an Geſchäftsinhaber oder Geſellſchafter ſo=
wie
die Inhaber von Genußrechten neue Beſtimmungen erlaſſen,
falls beim Inkrafttreten der Verordnung oder bei Geſellſchaften,
deren Kapital noch nicht auf Reichsmark umgeſtellt iſt, im Zeit=
punkt
der Umſtellung der Nennbetrag der umlaufenden Genuß=
rechte
einer Geſellſchaft den Nennbetrag des Geſellſchaftskapitals
überſteigt. Ferner werden die bisher für Einzelheiten, offene
Handelsgeſellſchaften, Kommanditgeſellſchaften und eingetragene
Genoſſenſchaften ſowie für bergrechtliche Gewerkſchaften geltenden
Beſtimmungen über die Anrufung der Spruchſtelle beim Ausblei=
ben
eines Geſchäftsgewinns geltenden Beſtimmungen auch auf das
Reich, die Länder und Gemeinden ausgedehnt. Dabei wird neu
beſtimmt, daß eine Gemeinde jährlich 4,5 Prozent des Nenn=
betrages
der beim Inkrafttreten der Verordnung umlaufenden
Genußrechte zu tilgen hat, wenn ſie aus Genußrechten verpflichtet
iſt und das Unternehmen, dem der Erlös aus den Schuldverſchrei=
bungen
zugefloſſen iſt, nicht oder nicht mehr der Gemeinde gehört.
Zur Verzinſung der Genußrechte iſt eine Gemeinde, in dieſem
Falle nicht verpflichtet. Die Beſtimmungen über die Gewinn=
anteilſcheine
von Genußſcheinen werden durch einen neuen Para=
graphen
6a dahin ergänzt, daß die Vorſchriften über die Gewinn=
verteilung
nicht beeinträchtigt werden, falls der Gewinn von
einem Dritten an die Geſellſchaft oder die Geſellſchafter unmittel=
bar
auf Grund einer übernommenen Gewähr gezahlt wird. Ein
neuer Paragraph 6b beſtimmt unter Bezugnahme auf Paragraph
42 des Aufwertungsgeſetzes über die Verteilung des verbleiben=
den
Vermögens, daß die Inhaber der Genußrechte nicht mehr als
den Nennbetrag beanſpruchen können.

auf den Auslandsmarkt gebracht werden dürfen.
Auf der anderen Seite ſind in den reinen Ausfuhrver=
einigungen
die Exporteure gleicher und verſchiedener
Waren zuſammengeſchloſſen. Zur Aufgabe der Ausfuhrvereinigun=
gen
gehören, wie ſchon kurz angedeutet. Kontrolle der Aus=
fuhr
und aktive Maßnahmenzur Förderungder Aus=
fuhr
. Einzelne Vereinigungen kaufen die Ausfuhrwaren von
ihren Mitgliedern auf, während andere ihre Mitglieder bei ihrem
eigenen Warenverkauf im Ausland beſondere Dienſtleiſtungen zur
Verfügung ſtellen. Die Exportvereinigungen unterhalten Ver=
treter
im Ausland, deren Zahl im Laufe der letzten Zeit
außerordentlich geſtiegen iſt. Im Intereſſe der Werbung für japa=
niſche
Ausfuhrwaren gewährt auch in dieſem Falle die Regierung
Beihilfen für ſogenannte Wandermuſtermeſſen, ebenſo Kredite.
Steuerbefreiungen, Steuerermäßigungen.
Der Eintritt ausländiſcher Handelsfirmen
in die japaniſchen Exportvereinigungen wird nicht im geringſten
erſchwert, ſondern iſt ſehr erwünſcht. Der Vorteil der Mit=
gliedſchaft
beſteht darin, daß die Mitglieder nach dem Syſtem der
Quotenverteilung durch die Vereinigungen einen Anſpruch auf
Ausfuhrlizenzen haben in der Höhe eines beſtimmten Prozent=
ſatzes
.
Durch die ſich in den letzten Jahren dauernd ändernden Ver=
hältniſſe
am Weltmarkt wurde die Aufgabe der Gilden weſentlich
größer. Ueberall in der Welt wurden Dämme gegen den japani=
ſchen
Warenſtrom aufgeworfen. Die Bedeutung der Gilden ſtieg
durch ſolche Beſchränkungen, da ihnen in ſolchen Fällen, in denen
ſich die japaniſche Ausfuhr nach Einfuhrquoten anderer Länder
richten mußte, die Verteilung dieſer Quoten übertragen wurde.
Damit gewinnt die Tätigkeit der Vereinigungen
größere Bedeutung in handelspolitiſcher Hin=
ſicht
. Eine Kontrollorganiſation, die die Abſatzentwicklung an
den einzelnen Märkten genau kennt, muß für das Eingehen von für
Japan annehmbaren Handelsverträgen unentbehrlich ſein. Ferner
hat ſich durch die erfolgreiche Tätigkeit dieſer Gilden in Japan
die Auffaſſung durchgeſetzt, daß Japan in der Abwehr handels=
politiſcher
Maßnahmen, die vom javaniſchen Standpunkt aus un=
gerechtfertigt
erſcheinen, um ſo ſtärker ſein wird, je ſtraffer ſeine
Exportorganiſationen durchgeführt ſind. Um eine ſolche Durch=
organiſierung
zu erreichen, wurden die ſogenannten Handels=
kommiſſionen
(Studienkommiſſionen) gegründet, deren Mit=
glieder
aus hervorragenden Vertretern der größten Exportver=
zinigungen
beſtehen. Die Kommiſſionen haben die Abſatzverhält=
niſſe
zu ſtudieren und zugleich handelspolitiſche Maßnahmen mit
in Frage kommenden Ländern vorzubereiten. So haben zwei Kom=
miſſionen
ſchon 1933 die Abſatzverhältniſſe in Weſtafrika, Mittel=
und Südamerika geprüft: ferner reiſten, ſolche Gruppen nach
Britiſch=Indien und den Balkanſtaaten. Es iſt ohne weiteres er=
ſichtlich
, daß das Hauptziel der Exportvereinigungen: Steigerung
des Exports durch Verbeſſerung ſeiner Vorausſetzungen im In=
land
. Herabſetzung der Abſatzkoſten durch Zuſammenarbeit und
Einführung der japaniſchen Produkte auf den Auslandsmärkten
bisher weſentlich erreicht wurde.

Kleine Wirkſchaftsnachrichten.
Die Rohſtahlgewinnung im Deutſchen Reich betrug im No=
vember
1935 (25 Arbeitstage) 1 483 319 Tonnen gegen 1551 592
Tonnen im Oktober 1935 (27 Arbeitstage). Arbeitstäglich wur=
den
im Durchſchnitt 59 333 Tonnen im November hergeſtellt gegen
57 466 Tonnen im Oktober 1935.
Die deutſche Kupfer=Hüttenerzeugung ſtellte ſich im November
auf 5065 Tonnen gegen 4657 Tonnen im Oktober. Die deutſche
Kupfer=Raffinadeerzeugung betrug im November 17 114 Tonnen
gegen 17 669 Tonnen im Oktober.
Die Süddeutſche Gebietsfachgruppe des Zinbblechhandels,
Frankfurt a. M., hat mit Wirkung vom 18. Dezember die Preiſe
um 0,75 RM. ermäßigt.

Die Aufgaben der Wirtſchaftskammer.
Im großen Sitzungsſaale der Frankfurter Induſtrie= mn
Handelskammer fand die Verpflichtung des Beirates der Wi.
ſchaftskammer Heſſen durch deren Leiter, Präſident Dr. Kar
Lüer ſtatt. Er führte u. a aus:
Mit der Errichtung der Wirtſchaftskammern in den einzelrn
Bezirken, ihrer Zuſammenfaſſung in der Reichswirtſchaftskamm=
und ihrer regionalen und zentralen Verbindung mit der DA
durch die Arbeits= und Wirtſchaftskammern und dem Reick=
arbeits
= und Wirtſchaftsbeirat wird das Gefüge des ſtändiſchn
Aufbaues in Deutſchland vollendet ſein. Die Organiſation Ze
gewerblichen Wirtſchaft baut ſich auf den zwei Säulen der reg
nalen und der fachlichen Gliederung auf, wobei jede ihre eigen
Daſeinsberechtigung hat. Die Induſtrie= und Handelskammen
werden als öffentlich=rechtliche Berufsvertretungen für die Zuſan
menfaſſung aller Kräfte von Induſtrie, Handel und Gewerbe ſn
gen, die fachlichen Vertretungen werden die ihnen angeſchloſſer
Unternehmungen zu beraten haben. Die Arbeit der Bezir
Wirtſchaftskammer wird über die Zuſammenfaſſung der Tätigki
der Induſtrie= und Handelskammern und der durch die vertre
nen Wirtſchaftszweige inſofern hinausgehen, als das Handwei
die Landwirtſchaft und die kommunale Selbſtverwaltung i

Führer in die Bezirks=Wirtſchaftskammer entſenden. Nur du d
eine möglichſt weitgehende Zuſammenarbeit, aller Teile
Wirtſchaft kann das Handwerk ſeine Stärkung erhalten. Di
Gleiche gilt für die Landwirtſchaft. Die Wirtſchaftskammer w.
ihre beſten Kräfte zur Verfügung ſtellen, um auch der zwei
Erzeugungsſchlacht zum Erfolge zu verhelfen. Eine enge Zuſar
menarbeit ſoll mit den Gemeinden noch ſtärker verknüpfen.
werden keine Veränderungen innerhalb eines größeren Unkn
nehmens, mehr vorkommen, die deſſen wirtſchaftliches Schwiu
gewicht ſo weit verlagern, daß daraus verhängnisvolle Nachtell
für das Gemeinſchaftsweſen entſtehen können.
Die Wirtſchaftskammer iſt nach dem Leipziger Abkommen da
berufen, das Wirtſchaftsamt der DAF. zu ſein. Die Arbeitskan
mer iſt zwar errichtet, der Arbeits=Wirtſchaftsrat noch nicht
rufen. Bei der Arbeitsfront liegt zweifellos der Schwerpu.
auf dem Gebiete der Sozialpolitik.
Dr. Lüer richtete einen Appell an den Beirat der Wirtſchaf=
kammer
, eine ſtarke Wirkſamkeit zu entfalten. Die Wirtſchaf=
kammer
wolle der Wirtſchaft nicht befehlen, ſondern ihr rau
und helfen.
Staatsſekretär Poſſe zollte der im Rhein=Man
Gebiet geleiſteten Arbeit ſeine vollſte Anerkennung. Er ent
wickelte einige Richtlinien, wie ſie zwiſchen dem Staate und 9
Wirtſchaft und der Geſamtheit der wirtſchaftlichen Organiſat;
zu gelten haben. Eine möglichſt große Leiſtung ſei bei mögli
geringen Koſten heute zu vollbringen. Dieienige wirtſchaftlih
Organiſation, die dieſen Grundſatz nicht erfülle, verdiene wie

zu verſchwinden. Ferner ſei ein Nebeneinanderwirken von wil
ſchaftlicher Zwangsorganiſation und einer Marktorganiſation n:
aufrechtzuerhalten, weil ſie zu koſtſpielig ſei. Wichtig ſei en
geſunde Miſchung zwiſchen einer geſunden Zentraliſierung und
verantwortlichen Arbeit draußen im Lande.

Produkkenmärkke.

Mainzer Getreidemarkt vom 20. Dezember. Es notier
(Großhandelspreiſe je 100 Kilogramm loko Mainz) in RM.:
zen W 19 21.20 frei Mühle, Roggen R 18 17,50 frei Mün/l
Futterhafer H 14 16.40 ab Station (Erzeugerfeſtpreis), Futtu ,Bitte,
gerſte G 11 17.30 ab Station (Erzeugerfeſtpreis), Weizenklill nome
W 19 11.00 (Mühlenpreis), Roggenkleie R 18 10.40 (Mühlmin jede
preis). Allgemeintendenz: Wegen der bevorſtehenden FeiertGlſid we
kein nennenswertes Geſchäft.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe vom 20. Dezember. 2uf Jpandie
Buttermarkt erfolgten in der abgelaufenen Woche größere k
teilungen. Die Zufuhren an deutſcher Butter haben weiter zu ſ
nommen, auch verzeichnete man reichlicheres Angebot von A=s
landsbutter. Es notierten jeweils in Reichsmark pro
Kilogramm frei Frankfurt a. M. (Großhandelsverkaufspreiſe
den Kleinhandel): Deutſche Markenbutter 145148, Feine Deu
ſche Molkereibutter 143145, Deutſche Molkereibutter 142. La
butter 125: Holländiſche Butter 145148
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Da die Erzeugiung niſ
gleichen Schritt gehalten hat mit dem vor den Feſttagen weſe.4
lich höheren Verbrauch, zeigte ſich in der laufenden Woche e
Verknappung des Angebots, zumal da auch Kühlhauseier nicht
dem Maße zur Verfügung ſtanden, wie ſie zur Weihnachtsbäckee
benötigt werden. Es notierten in Pfg. pro Stück frei Fra4
furt a. M. (Großhandelsverkaufspreiſe an den Kleinhande
Deutſche und ausländiſche Handelsklaſſeneier S 12,50, A 11.5
B 11,00. C 10,00. D 9,75. Kühlhauseier B9,509,75. C 9,009-*

Berliner Kursbericht
vom 20. Oezember 1935

Deviſenmarkt
vom 20. Dezember 19.3

Berl. bandels. Geſ. 11410
Deutſche Bank u.
82.50
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant 83.50
15.
Hapag
16.125
Nordd. Lloyzd
34.75
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg 100.50
Bergmann=Elektr. 96.*0e=
Berl. Maſch.=Bau 1107.625
Conti=Gummi 159.25
Deutſche Cont. Gas/118.
Deutſche Erdöl 103,625

Miei Meieche
F. G. Farben
Geſ.f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Vereinigt Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
kaſch.=Bau=Untn.

Me
147.
123.50
106.
81.75
130.
85.
120.
77.25
113.
76.375
69.125

Wee
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kal. 1
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
nderer=Werke

e
11.25
176.
24.75
31.75
116.50
91.
9.625
113.
66.
127.50
124.
139.

Agypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemar
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Fsland

Währung
1 äaypt. 2
1 Pap. Peo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 eanad. Doll
100 Kronen
100 Gulden 4
1 2.Stg.
100 eſtl. gr.
100 finn Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 is1 Kr.

Geld Briei
12. 545 12,5 5
0.677 U.68
11.86 41.94
1.138 140
3.047 3.05-
2.4631 2.467
54 68 54.78
46.30 46.30
12.245 12.275
67.93 68.07
5.395 5.40s
1b. 40 1o.44
2.353 7.357
168 28 168. 62
54 93/ 55 03

Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portuga
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowal.
Türke!
ungar

quah
Ver. Staaten

Währung
100 Lire
1 Yen
100 Dina=
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling!
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
00 Tſch.=Kr.
türk.s
100 Pengd
Goldpeſo
1 Dollar

Geldsze

19.98

GGe

u.7i0 CN

5.654
80.92
48.95
11.0
80.66
33 39
10 29
1.*61
1.134
2.4c6

Sel
n4
61.48 6 2b
IIS!
iu2
63.14 ſssel
Gr
zael
UEn
25

Durmtſtäbter und Katiokarbanr Burinfrast, Iiidte ver Bresoker Burm
Frankfurter Kursbericht vom 20. Oezember 1935.

Keree
Grllt p. 1934
1935
1936
1937
1938
Gruppel.
4½% Dtſch. Reichs=
Schätze . ...v.35
6% Dtſch. Reichsan
470
5½%Intern.,v. 30
4½%Baden. v.27
4½%Bahern v.27
4½%Heſſen, v. 28
v. 29
4½Preuß. v. 28
4½Sachſen v. 27
4½.%Thüringen 21
4½% Dt. Reichsb.=/
Schätze ....v. 34
½ % Dt. Reichsp.=
Schätze ...v.34
4½% .....v.35
Dtſch. Anl. Ausl.
41, Ablöſung
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe

%Bad.=Bad. 26
LBerlin, v. 24
0 Darmſtadt 28
/Dresden v.26
9 Frankfur 20
4½% beidelbergse
½%Mainz.
½ %Mannheim27
4½ %Münchenv. 29
4½ %Wiesbaden2s
4½%Heſſ. Landesk
4½% Goldobl.
5½% Heſſ. Landes.
hyp.=Bk. Liquid

103,
107-,
110.
109.3
108.4
107.9
98‟I,
100,
95
101.75
96
971,
95.5
96.75
1067,
96.5
95
98.75
100
99.5
109.5
10.3
95
89
91.5
92
92.5
9s
90
96.75
93.25

100-.

P
Ligu.=Kom.=Obl.
4½%0 Prß. Ods.
Pfb.=Anſt. G. Pf.
4½% Goldoblig.
4½% Landeskom.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
4½%0 desgl. R. 12
4½% Kaſſ. Landes=
kreditk
. Goldpfb.
4½%0 Naſſ. Landes=
bant
Goldpfb.
5½% Lig.-Obl
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.-Anl.
*Ausl. Ser. I
* Ausl. Ser. III
Di. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).

4½%Berl. Hyp. B.
Lig.=Pfbr.
% Frkft. Hyp. B.
%0 Lig.=Pfbr.
Goldoblig.
2 Frkft. Pfb.B.
ſo Lig.=Pfbr.
½2 Mein. Hyv. B.
Lig.=Pfbr.
4½ % Pfälz. Hyp.B.
Lig.=Pfhr.
½Rh.Hhp.=Bt
Lig.=Pfr
Golbobl.
4 ½2aSſd Boden=
Cred.=Ban!
1s% Lig. Pfbr.
41,% Würt. Hyp.
% Daimler=Benz
20 Dt. Linol Werfe
jchnerwerke.

96.25

92
94.75

92.5
937,

96.25

96.25
101.25

112
128.75

1821,

95.25
96eI
100.55
93
96
170.35
96.5
1017
97.5
170.35
96.5
100.75
94.5
98.25
100.75
98.25

Wu 7
16%Mitteld. Stahl.
%NeckarA. 6.v. 23
5%Rhein=Main.
Donau ....
3% SalzmannckCo.
6%Ver.Stahlwerkel
RM.=Anl.
49%
o
82 Voiat & Häffner
3. G. FarbenBonds
5 %Bosn. 2. E. B.
L.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 02
4½2Oſt. Schätze
42Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4¾Türk. I. Bagdad
II. Bagdad
%üngarn. 1913
41%
1914
Goldr.
1910
4½Budapeſt Stad
4%Liſſabon.
4½ Stockholm.
Aktien.
Accumulat.=Fabri1
Autg. Kunſtzide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſoff
Bad Maſchinenfbr.
Bayer. Motorenwi
Bemherg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht
Brauhaus Nürnbe

101.75
1031
96.5
96.5
100
102,

100,75
124.5
10.75
10.25
39.25
28
5.8
8.5
4.55
9.5
9.5
9
9
8.8
57
54.25

166
s0
34,
110.75
77.75
126
117.5
100.5
132.5

O
Cement Heidelberg
Karlſtadt
3. G.Chemie Baſ
Chem.WerkeAlbert
Chade (A=C)
Contin. Gummin
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz.
Dt. Atl. Telegr
Erdöl ......."
Gold=u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt.
Linoleum ....
Dortm. Ritterbräuſ
Dyckerhoffe Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ
Licht u. Kraft
Enzinger Union
EſchweilerBergwerk
Eßling. Maſchinen.
Export=Malzfabrit.
Faber & Schleicher.
Fahr Gebrüder.../
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter
Feltck Guillegume
Frantfurter Hof.
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt. Th.
Gritzner=Kahſer..
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frift.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergba
Henninger Kempf!;
HilvertArmaturen
Hindrichs=Aufferm.!=
Hochtief Eſen.
eſch=Köln=Neueſi

2,
a18
128
140.5
102
281
158.5
130
86.5
103.75
210.5
136
92.5
93.75
109.5
125.5
102
283
77
55
117
147
76.25
46.25
123
105
24.5
191
99
123

Danant M.
JZlſe Bergb. Stamm
Genüſſel1
Junghans ...
Kali=Chemie.
Aſchersleben
glein, Schanzlint .
Klöcknerwerke
Knorr C. H.......
Konſerven Braun
Lahmeyer & Co. 1I
Laurahütte
Lech, Augsburg.
Lindes Eismaſchin.
Lokomi.Krauß=Co.
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Köchſt.
Mainz=Akt.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Berab. 1
Metallger Frank.
Miag. Mühlenbau
Moenus=
Motoren Darmſtadt
Reckarwert Eßling.
Odenw. Hartſtein.
Park= u. Bürgeibr.
Rh. Braun lohlen..
Elettr. Stammli2s
Stahlwerfe. ..
Rh. Weſtjäl.=Elektr.
Riebeck Montan. .
Roeder. Gebr
Rütgerswerte.
Salzdetfurth Kalt. .
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind.
Schramm. Lackjabr
Schuckert. Eleftr. 1
Schwartz Storchen!:
Siemens & Halsfe 11
Aeinigerwerkel

Ve

125.75
78.75

80.5
185
119
19.75
95.75
127.5
97
R
76.75
116.5
110
78
91.75
108.25

101.75
129.75
99
100.75
111.25
175
215

Sund Jucker A. 6.),
Tellus Bergbau.
Thür, Liefer.=Geſ.
unterfrenten ...
Ver, Stahlwerie
Ver Ultramarin.
Beſtdte. Kaufhof.
Weſteregeln Kali.
Zellſtoſf Waldhof. /
Allg. D1. Creditar/
Badiſche Bank
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher, Hyp. u. W.
Berl. Handelsge.
Comm. u. Privatbl
Dt Bank u. Dise.
Dt. Eff. u. Wechſe.
Dresdner Ban!
Franti Bant
Gyp.=Banil
Mein. Hyp.=Ban
Pfälz. Hyp.=Ban
Reichsbank=Ant
Rhein. Hyp.=Ban ..
Vereinsb. Hamburg!
Württ Notenban./1
A.-G.1. Veriehrsw.
Alg. Lofalb. Kraftwl
72, Dt. ReichsbVz0.
Sapag
Lübeck Büchner
Nordd. Llond
Südd Eiſenb.=Geſ=

*00

us,
124
245
115
68
123
g5
1114.5
*2i
82:
823
92
95 I
Re
132
100

1755
145
68-
71-

Allianz- u Stutt(
Verſicherung 193
Verein Ve.
Franlong Rück u. M/415
Mannh. Verſich.
Otavi Minen
Schantung Handelsl 97

[ ][  ][ ]

Samstag, 21. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

AAD UefOA

Kriminal-Eoman
von Josef Kohlhofer
Sopy. 0y Prometheus. Verlag Gröbenzell b. Munch.

Gerſon löſte vorſichtig die Schnur und ſchlug das Papier
seinander. Sein Blick fiel auf ein kleines ſchwarzes Sterbe=
ſſuz
, darunter lag ein dünner grauer Schleier, i dem ſich zwei
Glimmer ausgefüllte Augenſchlitze befanden.
Der Kommiſſar ſchöb die Unterlippe abwärts.
Hull, das iſt ein großartiger Fund! ſagte er grimmig.
Zenn ich den Finder in meine Hand bekomme, wird er von
gats wegen ſo hoch befördert, daß er ſogar das Luftſchnappen
Inz vergißt.
Das iſt ein ſchweres Kreuzworträtſel, entgegnete der In=
ktor
, der wie ſein Kolle Longe ein eifriger Denkſportler war,
ſümmert. Welche Beförderung meinen Sie?
Geben Sie acht. Eins waagrecht iſt eine Tür, zwei auf=
ſurts
ein Hanfprodukt und drei abwärts ein viereckiges Loch.
les zuſammengenommen ergibt ein Wort für geſetzliche
ühne. Ich werde es auflöſen!
Und wie heißt dieſes Wort? fragte Hull intereſſiert.
Gerſon ſteckte ſich gelaſſen eine Zigarre an.
Hinrichtung! anwortete er, bevor er ging.
Der Inſpektor ſah ihm lange nach. Ihn fröſtelte.
Das iſt ein ſchreckliches Kreuzworträtſel! ſtieß er hervor.
TK.
Um die Mittagsſtunde ſaßen in Sallys Salon drei Männer.
ener davon, Grimsbay, ſah wiederholt nach der Tür; er er=
urtete
Lucy, und ihr langes Ausbleiben ſchien ihn ſtark zu
tmruhigen.
Das muß geſtern eine mächtige Schießerei geweſen ſein,
ann Bill Cotton, deſſen rohe Geſichtszüge den ganzen Men=
ſen
charakteriſierten, das unterbrochene Geſpräch wieder,
Fred Navy, in dieſen Kreiſen der lange Fred genannt,
nſchte unbehaglich auf ſeinem Sitz umher.
Dieſes Schwein von Scotland=Yard hat die halbe Polizei
endons auf die Beine gebracht. Klar, daß die andern ſchwer
ſüder Tinte ſaßen. Einen Wagen voll haben ſie mitgenommen.
In bloß neugierig, was noch alles kommt! fuhr Cotton fort.
Der lange Fred leerte ſchweigend ſein Glas.
Bin froh, daß ich nicht dabei war, muß ziemlich heiß her=
gangen
ſein. Man hätte dieſen Generalſchnüffler fchon längſt
nedigen können. Der Graue wird nun darangehen müſſen, ihn
nzulegen, ſonſt klappt es überhaupt nicht mehr! Cotton malte
wächtig mit dem Finger ein Kreuz auf den Tiſch.
Du plapperſt wie ein Papagei. Manchmal geht es ſchief,
eer das iſt mal ſo. Der Graue dreht ihnen eine Naſe nach der
wdern, und die Polizei iſt nicht um ein Jota klüger geworden
griff nun Grimsbay das Wort.
Das ſtimmt! beſtätigte wortkarg Fred die Anſicht des
dners.
Die Unterhaltung ſtockte, da zwei Männer das Lokal be=
futen
und geradeswegs auf den Tiſch der drei zukamen.
Miſter Grimsbay? fragte der eine.
Bin ich, was ſoll’s, Gentlemen?
Hausſuchung! Inſpektor Hull hielt ihm ein Papier vor
Naſe. Hier iſt der Befehl!
Grimsbay ſprang auf, und mit ihm erhoben ſich ſeine
Feunde und trafen Anſtalten zu gehen. Hull lächelte gewinnend.
Bitte, meine Herren, ſich wieder zu ſetzen, die Fluglöcher
ſio momentan durch meine Beamten verſtopft. Ich war ſo frei,
ur jede Tür einen Ehrendoppelpoſten zu ſtellen, denn Scotland=
Ard weiß, was ſich gehört. Nur die Regimentsmuſik fehlt.
ſpandte ſich an Grimsbay.

Ihre Schlüſſel!
Inzwiſchen waren noch einige Detektive hereingekommen.
Der Begleiter Hulls, ein Sergeant, griff ohne Umſchweife in
die Taſchen Grimsbays, da dieſer keine Miene machte, der Auf=
forderung
nachzukommen, und holte einen Schlüſſelbund hervor,
den er dem Inſpektor überreichte.
Grimsbay, Sie kommen mit. Es beſteht zwar die große
Wahrſcheinlichkeit, daß Sie das, was wir ſuchen, bereits ver=
nichtet
oder außer Haus gebracht haben, aber ſicher iſt ſicher,
erklärte Hull.
Sie brauchen Ihre Neugierde nicht zu zähmen. Was Sie
bei mir finden, kann ſich ſehen laſſen!
Hoffen wir das; es wäre ſchade, wenn ich Sie mitnehmen
müßte. Momentan haben wir natürlich Platzmangel, da fehr
geehrter Beſuch eintraf. Lauter ſchöne Männer mit ebenholz=
ſchwarzen
Bärten. Scheint eine neue Mode zu ſein. Sind Sie
auch ſo ein König Zauberbart, oder lieben es vielleicht die
Herren, mit ſo einem ſchwarzen Pinſel unter dem Kinn umher=
zulaufen
?
Bill Cotton zuckte verſtändnislos die Achſel.
Wohin geht die Treppe? fragte der Inſpektor.
Nach oben! antwortete Grimsbay unfreundlich.
Das ſehe ich! Ihre Auskünfte ſind langatmig und er=
ſchöpfend
. Dann wollen wir einen kleinen Ausflug hinauf=
mochen
. Die Herren haben inzwiſchen die Güte zu warten!
Hull grüßte ironiſch.
Solange kann ich nicht warten. Ich muß fort, das iſt
Freiheitsberaubung begehrte Cotton auf.
Sie ſind Bill Cotton, wenn ich nicht irre. Für Sie inter=
eſſieren
wir uns ſchon eine geraume Zeit!
Der Burſche grinſte niederträchtig.
Das tut mir nicht weh. Wer bellt, beißt nicht, und zum
Beißen werden Sie bei mir nichts finden. Heutzutage muß
jeder anſtändige Kerl damit rechnen, von der Polente ange=
ſchnüffelt
zu werden; da denkt man ſich ſeinen Teil, und die
Sache iſt abgetan. Es wird noch mal anders werden, Inſpektor,
wenn das verfluchte Kapital enteignet und die großen Herren.
zum Teufel gejagt ſind und der Arbeiter auch mal weiß, warum
er lebt. Im Oſten, da haben ſie Schluß gemacht mit dem ganzen
Zauber, und dort iſt jeder in Herrgott für ſich! Er ſpuckte ver=
ächtlich
aus.
Hören Sie auf, wehrte Hull entſetzt ab, bei Ihrem Ge=
ſtammel
wird mir übel. Erzählen Sie das doch einem Tauben
oder Lahmen, der nicht davonlaufen kann. Das iſt geiſtiges
Unkraut und wirres Zeug! Kopfſchüttelnd ging er die Treppe
hinauf. Grimsbay und einige Beamte folgten ihm.
Cotton ſandte ihm einen giftigen Blick nach.
Fabelhafte Stube Teppich, Schreibtiſch, Bücherſchrank,
ſehr ſchön ſind Sie eingerichtet, Grimsbay. In Dartmoor iſt es
einfacher!
Er gab die Schlüſſel, nachdem er ſie genau betrachtet hatte,
einem Detektiv.
Taylor, walten Sie Ihres Amtes. Weyne und Holm ſollen
die anderen Räume hernehmen. Grimsbay, führen Sie mich zu
Ihrem Safe! befahl Hull.
Dieſer ſah ihn höhniſch an.
Erſt haben, dann zeigen. Ich bin kein Millionär, daß ich
einen Safe brauche.
Auch recht. Wenn Sie einen haben, werden wir ihn finden.
Und die ſchwarze Schatulle dazu, ergänzte der Inſpektor
ungerührt.

Nr. 350 Seite 23
Grimsbah erbleichte.
Es handelt ſich immer noch um Kelley. Er hinterließ einen
netten Bericht. Wir wiſſen auch zum Teil, was daraufſteht, und
dieſer Bericht iſt in Ihren Händen.
Das iſt beinahe ein Märchen!"
Etwa, daß Sie der böſe Wolf ſind und ich die arme Groß=
mutter
, meinte Hull ſarkaſtiſch. Es könnte faſt ſtimmen, denn
Sie werden noch tief in den Brunnen fallen. Heben Sie die
Hände hoch, ich muß Sie einer Leibesviſitation unterziehen.
Hoffentlich ſind Sie nicht kitzlig!
Während Grimsbay zähneknirſchend der Aufforderung nach=
kam
, ſuchten, die Hände des Inſpektors ſeine Taſchen aus. Für
die Papiere, die er fand, hatte er nur einen flüchtigen Blick.
Anders war es, als er nach verſchiedenen Kleinigkeiten ein
großes, maſſives Taſchenfeuerzeug in Form eines Revolvers
zum Vorſchein brachte.
Reizendes Spielzeug, meinte er, für nervöſe Leute eigent=
lich
ein ſchreckhaftes Ding. Sie können die Hände wieder
ſenken hm ſcheint verſilbert zu ſein!
Er fingerte an dem Feuerzeug herum und knipſte es auf.
Dann wog er es prüfend in der Hand.
Mir wäre es zu ſchwer!
Geſpannten Auges folgte Grimsbay dem Spiel ſeiner Finger.
Als Hull das Feuerzeug zu den anderen Sachen auf den Tiſch
legte, glitt ein hämiſches Lächeln über ſein Geſicht. Dem In=
ſpektor
war dies nicht entgangen; er war ein alter, ſchlauer
Fuchs, und als er das Stück weglegte, geſchah es in beſtimmter
Abſicht.
Gemächlich holte er ſich eine Zigarre hervor, biß mit breiten
Lippen die Spitze ab und nahm wieder das Feuerzeug in die
Hand.
Feines Kraut, lobte er und paffte einige Züge hinaus.
Rauchen regt an und konzentriert den Geiſt, Grimsbay. Ich
kann mir zwar keine teuren Importen kaufen ſeine Stimme
klang wehmütig, aber zum Nachdenken genügt auch dieſe. Sehen
Sie, Grimsbay, fuhr er redſelig fort, dieſes Feuerzeug zum
Beiſpiel will mir nicht aus dem Sinn. Wenn man an der
Außenſeite nirgends einen Knopf oder eine Feder findet, knipſt
man es auf und ſchaut neugierig hinein. Haben Sie ſich auf
die Zunge gebiſſen?
Grimsbays Geſicht nahm eine rötliche Färbung an.
Der Inſpektor blickte ſich ſuchend um, das Ergebnis ſchien
ihn aber nicht zu befriedigen. Er knöpfte ſeinen Rock auf und
zog eine Nadel heraus. Mit dieſer ſtocherte er vorſichtig in das
Feuerzeug hinein, wobei er Grimsbay nicht aus den Augen ließ.
Scheint ein bißchen kompliziert zu ſein, faſt wie ein Kreuz=
worträtſel
. Bloß muß man da mit dem Geiſt hineinſtochern.
Aha es hat geknackt!
Am Kolben des Revolvers ſprang eine Klappe auf. In
dem dahinter befindlichen Behälter lagen zwei kleine, ſeltſam
geformte Schlüſſel.
Da hätten wir ja die Ausreißer! äußerte ſich Hull zu=
frieden
. Prächtige Safeſchlüſſel haben Sie ſich zugelegt; ich be=
neide
Sie darum!
Die gehn Sie einen Dreck an. Her damit! Grimsbay,
außer ſich vor Wut, drang auf den Inſpektor ein und ſtreckte
gierig die Hand nach ſeinem Eigentum aus.
Zurück! Hulls Haltung veränderte ſich augenblicklich.
Hände weg, oder ich laſſe Sie abführen, befahl er mit ſcharfer
Stimme. Ich habe nicht die Abſicht, Ihnen das Feuerzeug vor=
zuenthalten
, aber die Schlüſſel werde ich vorläufig in Ver=
wahrung
nehmen, bis der Safe gefunden iſt! Er nahm die
beiden Schlüſſel heraus und ſteckte ſie ein.
(Fortſetzung folgt.)

Rheintor:
Maintor:

Darmstadts
große
Volksweihnachten
Am Sonntag, den 22. Dezember 1935. finden um 18.30
Uhr pünktlich in ſämtlichen Ortsgruppen der Stadt öffent=
liche
Weihnachtsfeiern ſtatt, die von der NSDAP. und
dem Winterhilfswerk des Deutſchen Volkes durchgeführt
werden.
Ortsgruppe Steinberg: Turnhalle der Viktoriaſchule.
Beſſungen: Beſſunger Turnhalle.
Städtiſcher Saalbau.
Turnhalle der Eleonorenſchule,
Schloßgarten: Perkeo.
Gutenberg: Wiener Kronenbräukeller.
Gervinus: Woogsturnhalle.
Feſthalle.
Mitte:
Bei der Feier in der Feſthalle iſt Gauleiter Reichs=
ſtatthalter
Sprenger zugegen.
Teil nehmen ſämtliche Gliederungen der Partei und
die Spitzen der Behörden.
Im Anſchluß an die Weihnachtsfeier erfolgt eine Groß=
Ausgabe von Spenden an die vom WHW. Betreuten.
Den Hilfsbedürftigen gehen noch beſondere Einladun=
gen
durch die zuſtändigen Ortsbeauftragten des Winter=
hilfswerkes
zu.
Mit Rückſicht auf die Rundfunkübertragung der Rede
des Reichsminiſters Dr. Goebbels beginnen die Feiern
pünktlich um 18.30.
Die Bevölkerung Darmſtadts iſt zur Teilnahme an
der Weihnachtsfeier
in der Festhalle
herzlichſt eingeladen!

Sonntag Tanz!
Nauthennl Tägl. Mittagstisch von 80¼ an

49
4
4
49
4

zu den Feiertagen

LofriedhofKvemarie
Un= und Verkauf
cr. Autos u. Erſatzieile
(b 1. 1. 1936 Artillerieſtr. 15.

ſeſchäffsbetrieb bis 20. 1.
Andelſtadtſtraße 40, Tel. 3484 u. T 216 Geſch.*

O

ſucht Arbeit. a.
Aush. f. Feiert.
angenehm. Ang.

Nettes
Servierfräul.
ſucht Stelle in
nur gutem Café
o. Reſtaur. Auch
im Büf. Ang. u.
199 Geſchſt.

1929 erdacht!
1930 gebracht!
1935 25000 Liter verschafft!
P 105 hat Nachahmungen. P 105 in Darmstadt
nur
bei Farben-krädut

Jüng., tüchtige
Kontokorrent=
Buchhalkerin
und flotte
Skenoknpiſtin
in ungekündigt.
Stell., ſucht ſich
alsbald zu ver=
ändern
. Ang. u.
210 Geſchſt.

Bammel.
Doovelzlern
erhältlich in Flaſchen,
Suphons und Jäſſern.

Für die Feiertage
Gemüſe=Erbſen . Kilo=D. 55
68
Junge Erbſen.
Junge Schnittbohnen
70
Gemiſchtes Gemüſe V
Gemiſchtes Gemüſe
Stangenſpargel, dünn
Scangenſpargel,
Nheinh. Weißwein Ltr. 6
Rheinh. Rotwein . Ltr. 70
Glas

Du
A. Reichard

ElIsabethenstraße 44 Ecke Bleich= u. Kaſinoſtr., Tel. 2430

Baumkerzen
nicht tropfend,
Lichthalter,
Eislametta
Seifen
Parfümerien
Köln. Waſſer,
Lavendelwaſſer.
Geſchenkpackungen
uſw.
Große Auswahl
Anton Fischer
Rheinſtraße 12½ u. Frankfurterſtr. 14

Männlich.

NachBeendigung
einer Handels=
ſchule

Anfangsſktell.
geſucht
(Biblioth., Buch=
andlung
. Reiſe=
büro
bevorzugt).
Ang. V. P.171 Gſt.

Stellenangebote.

Leiſtungsfähig.
Unternehmen
ſucht z. Verkauf
. Sargbeſchlag
aus Pappe.
Sterbewäſche u.
aller ſonſtigen
Sargausſtattung
ariſchen
Proviſions=
reiſenden

für den Bezirk
Heſſen, der gute
Beziehungen zur
Tiſchlerkundſch.
und den Sarg=
magazinen
hat.
Angebote unter
V P 172 an d.
Geſchſt. d. Bl.

Verkreker
zum Beſuch von
Läden. Autobe
tät=
itzern
. (
ten u. Behörden
bei höchſt. Ver=
dienſt
geſucht.
Chem. Labor.
Schneider.
Wiesbaden=
Biebrich
(Poſtfach).

Weiblich.

Wegen Erkrankg.
des ſeith. Midch.
ehrlich. fleißiges
Mädchen
tagsib. ſof. oder
1. Jan. geſ. Ang.
T 213 Geſchſt.

sind kein alltägliches Geschenk.
Wer sie aber schenkt und wer sie
bekommt, erlebt durch sie Ueber-
raschungsfreuden
stärkster Art, be-
sonders
dann, wenn sie aus unse-
rem
Hause stammen. Auch dürfte
es Ihre Anschaffung erleichtern,
wenn Sie aus einem der umfang-
reichsten
Bestände wählen können,
die es überhaupt gibt, und wenn
unsere vielgerühmte Preiswürdig-
keit
Ihre Entschlüsse unterstützt.

Das grobe Faohgesohäft für Pelzbekleldung
Frankfurt a. H., Zell 109, gegenüber der Hauppost

Eine ältere
Hausgehilfin
zu 3 Perſonen
Küche u. Haus=
arbeit
z. 1. Jan
36 geſucht. Ang.
u. T 198 Gſchſt.

Aeltere
Frau od. Mäd=
chen
tagsüber o.
bis n. d. Spül.
per 1. 1. geſucht.
Ang. T 194 Gſt.*

Für Einfamil.=
Haus. 2 Perſ.. z.
1. 36 tüchtig.
Alleinmädch.
geſ., nicht unter
45 Jahren. Ang.
u. T 193 Gſchſt.

Oelvertriebs=Geſellſchaft, Behörden=Lieſerantin, ſucht
für den Vertrieb
deutſcher Marken=Autoöle

Probiſionsbertreter.
Angebote m. Lebenslauf, Lichtbild, Zeugnisabſchriftenz
Referenzen erbet, unt, H9978 an Ala Berlin W 3

[ ][  ]

Seite 2 Nr. 350

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 21. Dezember 193

Ein aufregender, packender
Abenteurer-Film!
Henker, Frauen und Soldaten
Hans Albers, Charlotte Susa,
Jack Trevor.
Beginn: 3.30, 5 30, 8.20 Uhr

Ein neuer, spannender
Kriminal-Film!
Anschlag auf Schweda
Marianne Hoppe, Peter Voß,
Eugen Klöpker.
Beginn: 3.45, 6.00, 8.20 Uhr.

Großlustspielt.
Knox und die lustigen
Vagabunden
Pat u. Patachon, H. Moser,
Leo Siezak, Adele Sandrock.
Jugendliche zugelassen.
Beginn: 3.45, 6.00, 8.20 Uhr.

Oii=Sonverfanrten
des Reiſebüros
des Heſſ. Autobus=Verkehrs
Darmſtadt, Adolf=Hitler=Platz 1, Telefon 3673
Sonntag, den 22. Dezember
Abfahrt 7.30 Uhr: Zum Feldberg . . . . RM. 3.
Abfahrt 7.30 Uhr: Nach Neunkirchen . . . RM. 1.8)
Bom 25.26. Dezember, Abfahrt 7.30 Uhr:
.. . . . . RM. 5.50
Zum Hoherodskopf..
Voranmeldungen unbedingt erforderlich.
Voranmeldungen auch in den Sportgeſchäften: Adel=
mann
, Rheinſtraße, Mörs, Schulſtraße, Foſt,
Mackenſenſtraße.

Alle Ihre Radlo-Wünsche erfüllt ihnen
RADIO-FEIA
Wilhelrminenstraße 22 / Telefon 607
in Kirche u. Helntichstr. 1 Votührugg unverbindlich.

e
Großer Bunter Abend
Tanz
Hotel Post
am Hauptbahnhot
bei guter Musik, einem guten
Tropken. Auch Sie durken nicht
kehlen. Ballon-Schlacht.

K vin
Auto m. Haftpfl.- u.
Ins-Versicher. Anr. 9444,
Eritz Kappel, Hermannstraße5!5

Ka
Einzel-Mäbel
in proder Auswahl
Annahme von
Eho tandsdarlohen
Höbel-Industrie
FEIDEL
Darmstadt
Hügelstraße 13-17
Auf Wunsch
Ratensahlung

Ein phantastisch. Flieger-
Film unvergleichliche
Geschwaderflüge, 200 Fall-
Heaftk schirmabsprünge gleich-
zeitig
. Frauen, deren Liebe in Gefahr
t Männer, deren Leben in Gefahr ist
WALLAEE BEERVI.

In deutscher Sprache. Jugendl. hab. Zutritt

Sonntag 1.30 Uhr Jugend-Vorstellung
DIe VIER MUSKErIERE

Dae

Morgen:

Kae

Sonntag, den 22. Dezember, nach Geschäftsschluß, Anfang 8.20 Uhr
Revue-ErstauFFührung
u. große Werbevorstellung für den sensatlonellen Weihnachts-Spielplan!
77
Mein Liebster muß ein Seemaun sein...
Eine lustige Fahrt ins Blaue in 20 Bildern, mit Thora Malmström, Robert Scharnagl a. G.
(Plaza-Berlin), Max Günther, W. Collins, Mia Beste (Metropol-Berlin)
9Polonias Malmström-Ballet Dubarry-Girls
2 Balderos, Elsbeth Endres, Kos und Kos und vieles andere mehr!

Ferti=

Markt 4

Telephaug

Mäßlge Preise von 80 Ptennig an
Verkehrs-Büro u. Hugo de Waal

Ellen Fritz
Seilolskelet
mit Ihrer hervorragenden

Bayer, Martinsbräu-Weihnachtsbock
sowie das anerkannt vorzügliche Martinsbräu-Plls u. Lager
im Ausschank. Wir empfehlen unsere erstklassig geführte Küche

Kapelle bringt gute Musik
und Stimmung täglich
abends und Sonntag nachm.

Rheingauer
W0einstube Adof-HilerPlatz
Im Ausschank ein hochprozentlges
Weihnachtsbock heue
der Fürstlich Löwensteinschen Schloß-
Brauerei Bronnbach
ff. MATUR-WEINE
½ Liter von 0.3 an einschlließlich Steuer
Ausgewählte Speisenlolge

SAMSTAG8 UND SOMNTAGS RONZERT
Sonntags sowie die Felertage: 4-Uhr-Tee

TANDESTEATER
Kassenstunden: Werktags 9.30 Uhr bie
13.30 und 1 Stunde vor der Vorstellung

GROSSES
HAuS

KLEINES
HAus

Samstag
21.
Dez. 1935

Schöne Skibahn
und gute Bewirtung im
Casthaus zur Dreispize
Beerfelden i. Odw.

Anf. 19.30, Ende geg. 22.30 Uhr
N. S. Kulturgem. Jugendringl.
Der Waffenschmied
Komiſche Oper von Lortzing
Muſikal. Leitung: Hollreiſer
Inſzenierung: Vogt=Büttner
Hauptdarſteller: Liebel, Welz,
Boettcher, Kuhn, Rieger,
Wieter.
Geſchloſſene Vorſtellung.

Anf. 19.30, Ende geg. 21.45 Uhr
N. S. Kulturgem. O, 7. Vorſt.
Der Fall Wunderlich
Schauſpiel von R. Uhl
Inſzenierung: Poelzig=Riedl
Hauptrollen: Bergmann,
Wahry, Bartſch,
Linkmann.
Preiſe 0.703.80 Mk.

Heidelbergerstr. 102
Bessunger

Fadio-Laden
eroße Auswahl, alle Fabrikate
Zahlungserleichterung

Sie haben ja nicht mehr so
weit und ansehen kostet nichts.

Friſche Ananas
Spickaale, alle Größen
Gervelatwurſt, alle G4
Rügenwalder Teewurft !
Geräucherte Gänſekend
Geräucherte Gänſebrußf
Gänſeſchma:z in Doſeu
Gekochter Schinken
Nürnberger Lebkuchen

Inſtrumenke!
Reparaturen /
am beſten im
Fachgeſchäft
Mar Gerbert
Kunſtgeigenbau
Schuchardſtr. 13.
Spezialität:
Erſtklaſſige
Tongeigen
Hohner-
Harmonikas.

Hessen skikurs
Skl-Sonderfahrten
Sonntag nach Neunkirchen. Ab
7½ u. 10 Uhr. 25 cm Pulverſchn
Fahrpreis Mk.
Taunus (30 cm Pulverſchnee).
fahrt 7.30 Uhr. Fahrpreis Mk. 2
Weihnachten (25. u. 26. Dez.)2 7
Bräungesheim/Hoherodskopf
Pulverſchnee. Abfahrt 6.45
Fahrpreis Mk. 7
Schwarzwald (60 cm Pulverſchnd
m. Verpflg. u. Unterkunft Mk. 10
Anmeldung notwendig.
Ernſt=Ludwigſtr. 11, Ruf 2194
Beisebüro MER Wdolf Hiter 2d

Rm.

3.

Lampen=Metz
Befſunger Str. 9

Ueb‟ Aug
und Hand...
mit dem
Diang=
Luft=
gewehr

von RM. 5.00
bis RM. 49.00.
Rob. Hübner
Ernſt=Ludwig=
Straße 11.
Alle Reparatur.

Auf den Gabentiſch eine Weihnachtsmiete‟!
6 Vorſtellungen zum ſtark ermäßigten
Geſamtpreis von 820 RM.
Erhältlich bei der Mietabteilung werktäglich von 913.30 Uhr

Alster-Pauillon bis 3 Uhr

2Tanzflächen •Mikolaus Bräu

Reichshof

HeUtR USTIger Abend

Konzert

lief. frei Keller
Faßfabrik
Heim. (a
Arheilgerſtr. 53.

Zu Weihnachten!
.. Fl. ab 90 H
Malaga . .
.. . Fl. ab 853
Tarrasona . . ."
.. Fl. ab 60 3
Deutscher Wermuth
.. Fl. ab 80 3
Span. Rotwein.
. . Fl. ab 95 3
Chile-Rotwein, 1929er
. .Fl.ab 2.50
Reiner Weinbrand.
.. Fl. ab 2.20
Weinbrand-Verschnitt
. . Fl. ab 2.,60
Rum-Verschnitt
Große Auswahl in Liköre, Kirsch- und
Zwetschenwasser; fern. alle Südfrüchte
MallorcaGarten
Bernardo Rosselld
Telefon 3762
Elisabethenstraße 17
Lielerung trei Haus.

Frankfurt-M.
MOTtl

Dor unerreicht‟
Musikal-

WEIHNACHTS
PROGRAMM
Tägl. 8.15
Sonn-u. Feiertage
nachm. auch 42
ar Fremden-Vorlellunsgrloße
VORVERKAUF
Telofon ssss41ss W Muzert

Min Oenit
kennt ſast jeder Deuewkäuter
1934er Naturweine:
St. Johanner, Gelersberg . . . . . . .72
Westhofener, Berg . . . . . . . . .75
. 1.
Wiersteiner, Domtal
Verlangen Sie die großen Auswahl-Listen!
Schützenstr. 18
TarlMalzt Teiefon 242

R
Georg Alekander
und Olly von Flint
in dem Lustspie
Der Schlafwagen
Kontrolleur!
mit Theo Lingen
u. Gustav Waldau

TAn-3. 06.00 8.30 1

2ie Wbeſt
H/Maka
dung iſt in
leig, we
letzten
Haiden
Zweif
eheiten
cei, da

Fring
Breiſtender

Ein guter Rats

an aber mit Bedacht
Schenken

dalenlsteoeoftted leldtt
aus dem ElektvorFachgeschäft!

Unverbindliche Besichtlgung und Annahme von Bestellungen in der Weihnachts-Elektro-SchsL,
Heag-Haus, Luisenstraße 12, wle üblich geöffnet, ledoch Dienstag, 24. Dezember 1235, nur bls 13 U
DARMSTAPT
ELEKTRO-GENEINSCHAET