Darmstädter Tagblatt 1935


17. Dezember 1935

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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 346 Dienstag, den 12. Dezember 1935
197. Jahrgang

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Der Krieg geht weiter.
ze itaſieniſch=abeſſiniſche Offenſiv=Vorbereikungen an der Südfronk. Skarke Truppenzuſammenziehungen
der Abefſinier. Ikalieniſche Angriffsabſichken bei Saſſabaneh.

Wenn auch die italieniſchen Kriegsberichte vom abeſſiniſchen
gsſchauplatz ſeit Tagen ſehr mager ſind, ſo läßt ſich doch nicht
eiten, daß der Krieg ruhig weitergeführt wird. Immer wie=
gufen
Truppen= und Materialtransporte durch den Suezkanal,
end die Abeſſinier ununterbrochen große Karawanen mit Hee=
ät
, die von dem britiſchen Hafen Berbera ausgehen, in Emp=
nehmen
. Es hat allerdings vor einiger Zeit ſo ausgeſehen,
ſürde es den Italienern gelingen, die Waffenzufuhr zu unter=
dn
. Jedoch mußte General Grazianie ſeine Offenſivbewegung
hllen und dazu übergehen, geplante Gegenaktionen der Abeſſi=
zu
vereiteln. Vor allem war es aber auch nötig, das Hinter=
ſeſt
in die Hand zu nehmen und militäriſch durchzuorganiſieren.
der ſo herbeigeführte Stillſtand, der nur durch die rege Tätig=
er
Bombenflieger unterbrochen wurde, hat nun die Abeſſinier
laßt, größere Truppenmaſſen, namentlich im Fafantal zuſam=
ſwiehen
. Man erblickt darin neue Offenſivvorbereitungen der
ſinier. Man wird aber gut daran tun, ſich unter einer Offen=
F Welſn Abeſſinien nicht das vorzuſtellen, was man darunter wäh=

ann
frar

ke, de
mi.
hiner

* Die Lage an den Fronken.

des Weltkrieges verſtand. Das Gelände verbietet die Ent=
ſag
von Streitkräften in einer Stärke von mehreren zehntau=
Mann. An allen größeren Gefechten waren bisher höchſtens

wenige tauſend Mann beteiligt. Aus der Zahl der Gefallenen
din
auch hervor, daß man auf beiden Seiten immer nur mit
ten Einheiten operierte, weil es das Gelände einfach nicht
ganze Diviſionen einzuſetzen. Die italieniſche Offenſive im
war zu einem Teil auch nichts weiter als der Vorſtoß einer
en Truppe in dem engen Fafantal, während die motoriſierten
ſten auch nur hintereinander Raum zu gewinnen ſuchten, wo=
an
die Karawanenwege benutzte, weil das Gelände ſelbſt für
on
mehr als ſchwierig iſt.
m Norden ſieht es genau ſo aus. Auch hier wird das Hinter=
gen

mit einem dichten militäriſchen Netz überzogen und geſichert,
von
ſend an den Rändern vornehmlich die Askaris weiter vorfüh=
SSelhe½Sie ſtoßen dabei auf keinen allzu ſtarken Widerſtand der Abeſ=
V0nA-M. Ihr Ausweichen und das Nichteinſetzen der oft vorausge=
kasten
di Offenſive erklärt man ſich mit der moraliſchen Wirkung
ſon z-blſiegerbomben, die ihren Eindruck auf die abeſſiniſchen Streit=
nicht
verfehlt haben ſollen.

Rom, 16. Dezember. (United Preß.)
Kreiſen ausländiſcher Militärſachverſtändiger und ins=
dere
von Seiten der Luftfahrt=Attachés wurden heute Ver=
ngen
über die von Marſchall Badoglio in Zukunft ange=
te
Taktik geäußert. Man glaubt allgemein, daß Marſchall
glio den Einſatz von Flugzeugen außerordentlich verſtärken
da er mit vortragenden Angriffen der Infanterie und
iteilungen gleichzeitig Bombardements abeſſiniſcher Trup=
Rſammlungen und von Truppen beſetzten Städten verbinden
dieſe Vermutungen beziehen ſich auf die Tatſache, daß ſich
angriffe als außerordentlich demoraliſierend
aufreibend erwieſen haben und daß die Abeſſinier

ſtlich keine wirkſamen Gegenmaßnahmen zu ergreifen im=
wären
. Außerdem ſei eine ganze Anzahl von
gzeugen im vergangenen Monat nach Oſt=
ka
eingeſchifft worden. Das 9. Bombengeſchwader
t aus Savoia=81=Maſchinen, die als ſehr leiſtungsfähige
ſeuge bezeichnet werden und von ihrem Stützpunkt direkt
der Front aus praktiſch alle abeſſiniſchen Städte und
Addis Abeba innerhalb ihrer Reichweite haben. Es han=
ſch
um drei=motorige Maſchinen mit einer normalen Ge=
Rdigkeit von 340 Stundenkilometern. Mit einer Bombenlaſt
7600 Kg. haben die mit 1800 PS Geſamtmotorenſtärke aus=
ſeten
Maſchinen eine Reichweite von 2000 Km.
s wird hier allgemein angenommen, daß die Italiener es
nötig haben werden, zur Durch= und Weiterführung des
es Gas= und Brandwaffen gegen die Abeſſinier in An=
glu
cbung zu bringen, wenn die Flugzeuge und Tankwaffen kom=
ſt
gegen die Truppen des Negus eingeſetzt werden, obwohl
ſetſeits verlautet, daß die Italiener einen genügenden Vor=
Chemikalien in Oſtafrika gelagert haben, um unter Um=
In eine chemiſche Kriegsführung zu beginnen. Alle auslän=
Militär=Attaches, mit denen ſich der Vertreter der United
in Verbindung ſetzen konnte, haben erklärt, trotz aller
ſteiligen Berichte gebe es keinen Beweis, daß die Italiener
er bisherigen Kriegsführung Chemikalien benutzt hätten.
Meniſche Truppenkransporke durch den Suezkanal
EP. Port Said, 16. Dezember.
ſm Laufe des November haben 56 italieniſche Schiffe mit
Maint 38000 Soldaten an Bord den Suez=Kanal in ſüdlicher
ung paſſiert. Hierbei hat die Zahl der italieniſchen Solda=
ſie
den Kanal ſüdwärts durchfuhren, 300 000 überſchritten.
rölicher Richtung haben 61 italieniſche Schife im Novem=
en
Suez=Kanal paſſiert. Hoſpitalſchiffe und andere Fahr=

brachten 8000 kranke und verwundete Soldaten zurück.
ſamt ſind ſeit Anfang des Jahres etwa 20000 Soldaten
den Suezkanal zurückgekehrt.
die Novemberzahlen liegen beträchtlich unter den Zahlen
ltober. Im Oktober har n 87 Schiffe den Kanal in ſüd=
Richtung und 72 Schiffe in nördlicher Richtung paſſiert.

Abeſſiniſche Offenſiv=Pläne
* Harrar, 16. Dezember. (United Preß.)
Truppenbewegungen in großem Stil deuten
nach Anſicht aller unterrichteten Militärs hier auf den bal=
digen
Beginn einer Gegenoffenſive der Abeſ=
ſinier
auf der ganzen Ogadenfront hin. Man glaubt
feſt daran, daß die vereinigte abeſſiniſche Südarmee noch im
Laufe dieſer Woche zu einem machtvollen Vorſtoß gegen die Divi=
ſionen
Grazianis anſetzen wird. Die größte abeſſiniſche Armee,
die jemals in Südabeſſinien konzentriert worden iſt, wird jetzt
im Analle=Gebiet maſſiert. Die bereits hier ſtehende gutausge=
rüſtete
und ſehr zahlenſtarke Armee Habte Mikaels, des Großen
Alten Dedjasmatſch wird in den nächſten Tagen durch die
Streitkräfte des Gouverneurs von Dagabur, Ras Sivaſa, ver=
ſtärkt
werden.
Weiterhin liegen hier auch Berichte vor, nach denen Ras
Naſibu vom Kaiſer Befehlerhalten hat, ſeine Trup=
pen
, die gegenwärtig um Djidjiga herum konzentriert ſind, ſo
ſchnell wie möglich in Marſch zu ſetzen, um ſich mit
den beiden anderen ſüdlichen Heeresgruppen im Analle=Abſchnitt
zu vereinigen. Ras Naſibu ſoll dann das Oberkommando über
die vereinigten Südſtreitkräfte übernehmen. Auch General
Makonnen hat ſeine Truppen, die in Diredaua ſtehen, bereits in
Bewegung nach Süden geſetzt. Man glaubt aber nicht daran, daß
er noch rechtzeitig vor Beginn des abeſſiniſchen Gegenſtoßes in
Analle wird eintreffen können. Die Heeresgruppe Makonnens
ſoll die Aufgabe erhalten, den Rückenſchutz der vorſtoßenden Süd=
armeen
zu übernehmen.
Ein weiteres Zeichen dafür, daß man mit militäriſchen
Operationen größten Umfanges im Süden rechnen kann, wird
auch in der Erſetzung der Somaliabteilungen, die ſich oft als
unzuverläſſig erwieſen haben, durch Truppen aus den mittleren
und weſtlichen Provinzen geſehen. Das geſchehe, um den Zu=
ſammenhalt
der geſamten Ogadenarmee zu verbeſſern.
Truppen des Ras Deſta von italieniſchen Flugzeugen
aufgerieben?
Nach Meldungen von der Südfront haben italieniſche Flieger
die Pläne des Ras Deſta Damptu für eine Offen=
ſive
gegen die Truppen des Generals Graziani
zunichte gemacht. Ein 150 Meilen nordweſtlich von Dolo
bei Negelli zuſammengezogener Stoßtrupp des Ras Deſta wurde
am Morgen des 14. Dezember von 15 italieniſchen Bombenflug=
zeugen
zwei Stunden lang einem ſehr heftigen Luftbombardement
ausgeſetzt. Die italieniſchen Flieger verwandten ſowohl Exploſiv=
wie
Brandbomben und ſollen die abeſſiniſchen Truppen vollſtändig
aufgerieben haben. Die italieniſchen Flugzeuge, die ſehr niedrig
flogen und einem heftigen Feuer ausgeſetzt waren, kehrten ſämt=
lich
nach 5 Stunden wieder zu ihrem Stützpunkt Lugferrandi
zurück. Eines von ihnen hatte einen zerſplitterten Propeller.
Die Italiener ſcheinen in der Nähe von Saſſabaneh wieder zum
Angriff überzugehen. Anſcheinend ſind an der Südfront wieder
größere Operationen in Vorbereitung, über die jedoch noch keine
genauen Meldungen vorliegen.

Der Negus ließ am Montag vormittag durch ſeinen Sekretär
eine Mitteilung veröffentlichen, in der zum erſtenmal amtlich die
Ablehnung der engliſch=franzöſiſchen Friedens=
vorſchläge
durch Abeſſinien zur Kenntnis gebracht wird.
In der Mitteilung heißt es, die Vorſchläge ſetzten einen Verzicht
Abeſſiniens auf einen beträchtlichen Teil ſeines Staatsgebietes
zugunſten eines Staates voraus, der vom Völkerbund einſtimmig
als der Angreifer feſtgeſtellt worden ſei. Sie würden Italien
einen Ausgangspunkt für einen dritten Verſuch geben, Abeſſinien
zu unterwerfen. Die Zone, die Italien zur Koloniſierung und
wirtſchaftlichen Durchdringung angeboten worden ſei und aus der
abeſſiniſche Staatsbürger und Geſellſchaften ausgeſchloſſen werden
würden, ſtelle etwas viel Schlimmeres dar als ein Mandat, weil
ein Mandat die Intereſſen der Bevölkerung wahre und den
Grundſatz einer gleichen Behandlung für alle Ausländer einſchlie=
ßen
würde. Die kaiſerliche Regierung ſei überzeugt, daß der Völ=
kerbundsrat
in ſeiner Sitzung am 18. Dezember keine Vorſchläge
annehmen werde, die die abeſſiniſche Souveränität beeinträchtigen
und das abeſſiniſche Gebiet zugunſten eines als Angreifer verur=
teilten
Staates zerſtückeln würden.

gegen die vier

Innerhalb 48 Stunden rechtswirkſam.
Die vier heimattreuen Malmedyer Joſef Dehottay, Peter
Dehottay, Heinrich Dehottay und Paul Foxius, denen durch Ur=
teil
des Lütticher Appellhofes im Oktober d. J. die belgiſche
Staatsangehörigkeit auf Grund des Ausbürgerungsgeſetzes vom
30. Juli 1934 abgeſprochen worden iſt, haben heute früh den Aus=
weiſungsbefehl
erhalten.
Die vier heimattreuen Männer müſſen das belgiſche Staats=
gebiet
innerhalb von 48 Stunden verlaſſen. Es iſt ihnen ver=
boten
worden, das Land wieder zu betreten.
Die Ausweiſung erfolgt auf Grund einer kgl. Verordnung
vom 14. Dezember 1935 in Verbindung mit dem Geſetz vom 12.
Februar 1897, das die Ausweiſung von Perſonen vorſieht, die
gegen die öffentliche Ruhe und Ordnung verſtoßen.

* Wie alt iſt der Weihnachtsbaum?
Von
Dr. Paul Harms.
Zu den Luxusdingen fremder Herkunft, die Muſſolinis
Bannſtrahl in Antwort auf die Sanktionen getroffen hat, gehört
auch der Weihnachtsbaum, Das abgeholzte Italien, mit deſſen
Aufforſtung erſt wieder begonnen worden iſt, kann es ſich viel=
leicht
nicht leiſten, ſeine jungen Tannen zu ſchlagen. Immerhin,
Südtirol hat noch allerhand alten Waldbeſtand, und wenn das
Blatt des Vatikans glaubt, das Verbot der heidniſch= proteſtan=
tiſchen
Einrichtung noch beſonders begrüßen zu müſſen, ſo ſpürt
man, woher der Wind weht. Auf jeden Fall beweiſt die Tatfache,
daß ein Verbot für notwendig gehalten wurde, wieweit dieſe
deutſche Sitte in Italien bereits verbreitet geweſen ſein muß!
Denn um eine deutſche, nicht um eine heidniſch= proteſtan=
tiſche
Sitte handelt es ſich hier, woran andere Länder in ſteigen=
dem
Maße Gefallen gefunden haben. Irrig iſt vollends die Mei=
nung
, daß dieſe deutſche Sitte von beſonders ehrwürdigem Alter
ſei, vielleicht gar aus heidniſcher Vorzeit ſtamme. Der Weih=
nachtsbaum
in der Form, wie wir ihn heute kennen, iſt, geſchicht=
lich
gewertet, ein recht junges Gewächs. Viel, viel jünger jeden=
falls
als das Weihnachtsfeſt ſelbſt, deſſen Urſprung in vorge=
ſchichtliche
Tage zurückgeht. Iſt es doch hervorgegangen aus dem
uralten Naturfeſt der Winterſonnenwende, dem Julfeſt, woran
der niederdeutſche Brauch des Julklapp=Werfens noch eine leben=
dige
Erinnerung bewahrt. Zweierlei Elemente beſtimmen den
Charakter des Feſtes: einmal die Schauer der dunkelſten Jahres=
zeit
mit den längſten Nächten, und dann die Freude darüber,
daß es nun wieder dem Licht entgegenging, daß die Sonne,
die Königin des Tages, am Himmel hoch und höher ſteigen
müßte.
Das Feſt umſpielte die Jahreswende, die Zeit etwa von
unſerem Heiligen Abend bis zum Dreikönigstag. Alſo die Zeit
der ſogenannten Zwölf=Nächte. Mancher Brauch, der tief in die
vorchriſtliche Zeit zurückgeht, hat ſich daraus bis in unſere Tage
erhalten. Nicht in den Städten natürlich, ſondern vor allem
auf dem Lande, und zumeiſt in Grenzmarken, wo jede Eigenart
ſich eigenwilliger erhält, als tief drinnen im geſicherten Hinter=
lande
. Es war ein alter Glaube, in der Zeit der Zwölf=Nächte
laſſe ſich mancherlei erfahren über die Fruchtbarkeit des kom=
menden
Erntejahres. Allerlei Zauber wurde in diefen Tagen und
Nächten geübt, der ſchädliche Dämonen verſcheuchen und gute
Götter gewinnen ſollte. Dabei ging es vor allem um die Frucht=
bäume
. Man umwand ſie mit einem Seil aus Stroh und um=
tanzte
ſie, ſtellenweiſe lud man ſie mit einem gereimten Spruch
ſogar ein, das Mahl am Chriſtabend zu teilen! Und der Chriſt=
mann
, der auf einem Schimmel geritten kommt, geht vermutlich
zurück auf eine alte Gottheit, die in dieſen Nächten voll zauber=
hafter
Geheimniſſe einſt verehrt und umworben wurde.
Daß ſich ein Brauchtum, das ſo tief in der Vergangenheit
eines Volkes wurzelt, nicht einfach ausrotten läßt, hat die alte
Kirche recht gut gewußt. Statt auszurotten, pfropfte ſie auf die
unausrottbaren alten Bräuche lieber ihre neuen Vorſtellungen.
So wurde die Erinnerung, die hinter dem Chriſtmann ſteht, auf
einen gebefreudigen und kinderliebenden Biſchof Nikolaus ab=
gelenkt
. Und das Feſt des wiederkehrenden Lichtes, das auch
andere Völker ebenſo gut feierten wie die Germanen, wurde ver=
ſchmolzen
mit dem Feſt der Geburt des lichtbringenden Heilands.
So wurde das alte Julfeſt zum Hauptfeſt der Chriſtenwelt, und
wenn es auch ganz unmöglich geworden iſt, die urchriſtlichen
Beſtandteile ſeiner Bräuche in jedem einzelnen Falle ſäuberlich
von den chriſtlichen Zutaten zu ſcheiden, ſo ſchimmert das
völkiſche Brauchtum doch deutlich erkennbar durch das kunſtvolle
Prunkgewand durch, das die Kirche dem alten Naturfeſt um=
gehängt
hat.
Nur der Tannenbaum gehört zu dieſem alten Brauchtum
nicht. Luther z. B. hat ihn noch gar nicht gekannt. Der Brauch,
am Feſt der Winterſonnenwende eine grüne Tanne ins Zimmer
zu ſtellen und zu ſchmücken, ſcheint früheſtens im 17. Jahrhundert
aufgekommen zu ſein. Allgemein verbreitet war er auch im 18.
Jahrhundert noch nicht. Erſt im Laufe des 19. Jahrhunderts iſt
der Tannenbaum zu Weihnachten ein Brauch geworden, von dem
wir uns gar nicht mehr vorſtellen können, daß er einmal nicht
gegolten hat! Wo immer in der Welt am Chriſtabend Deutſche
beiſammen ſitzen, da ſteht in ihrer Mitte die lichtergeſchmückte
Tanne. Und ſind ſie in einem Lande, wo keine Tannen wachſen,
dann nehmen ſie eine Stechpalme oder ein ähnliches Gewächs.
Und ſind ſie am Nord= oder Südpol, wo überhaupt nichts wächſt,
dann fügen ſie aus grüngeſtrichenen Latten eine Pyramide zu=
ſammen
, die ſie mit Lichtern beſtecken, und die ihnen den Tannen=
baum
erſetzen muß.
So hätte der Weihnachtsbaum zum eigentlichen Symbol des
uralten Feſtes nicht werden können, wenn er nicht Elemente ur=
alten
Brauchtums ſichtbar verkörperte. Ein Feſt zu erwartender
Fruchtbarkeit, ein Feſt der gläubigen Hoffnung auf neues Leben
war das alte Julfeſt. Was könnte ſich beſſer zum Symbol dieſes
Feſtes eignen als die Tanne, die auch in Winternacht und
Winterkälte die Farbe des Lebens behält? Und um das Eymbol=
hafte
noch ſtärker zu betonen, ſchmückt ſich die Weihnachtstanne
mit ſchillernden, flimmernden Früchten und mit Lichtern.
Das Naturfeſt des wiederkehrenden Sonnenlichts war das alte
Julfeſt, lange bevor man den Weihnachtsbaum kannte, kannte
man Lichterpyramiden und Lichterkronen, und heute noch tra=,
gen am Tag der heiligen Lucia junge Schwedinnen die Lichter=
krone
im Haar.
So verhältnismäßig jung alſo der Tannenbaum iſt das
Licht, das von ihm ausſtrahlt, hat ihn raſch dem altehrwürdigen
Feſt als Symbol verbunden, das ſich kein Deutſcher mehr davon
trennen kann. Und wie das ſtrahlende Symbol jeden erwachſenen
Volksgenoſſen zurückführt in die ſeligen Tage der eigenen Kind=
heit
, ſo führt es das Volk zurück zu den heiligen Quellen ſeines
Volkstums, denen es Ehrfurcht entgegenbringt. Wenn darum
der Weihnachtsbaum den Wortführern vatikaniſcher Politik ein
Greuel geworden iſt eine Abneigung, die ſie übrigens mit den
bolſchewiſtiſchen Machthabern brüderlich teilen ſo ſoll er uns
Deutſchen nur um ſo teurer ſein.

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Meldeſchluß bereits am 31. Januar 1936

Um einer irrtümlichen Auffaſſung entgegenzutreten, die ſich
aus der vom Deutſchen Nachrichtenbüro veröffentlichten kurzen
Faſſung ergibt, bringen wir nachſtehend den Wortlaut der Be=
kanntmachung
des Reichskriegsminiſteriums:
1. Die nächſte Einſtellung von Freiwilligen in das Heer er=
folgt
Anfang Oktober 1936.
2. Für die Einſtellung kommen nur Wehrpflichtige vom
vollendeten 18. bis zum vollendeten 25. Lebensjahr in
Frage. Für die Berechnung des Lebensalters iſt als Stichtag der
1. Oktober 1936 zugrunde zu legen.
3. a) Bewerber aus den Geburtsjahrgängen
1915 bis 1918 werden im Herbſt 1936 nur dann eingeſtellt, wenn
ſie beſonders geeignet ſind und länger als 1 Jahr im Heer
dienen wollen. Von dieſer Forderung zur Bereiterklärung für
eine längere Dienſtzeit darf nur bei ſolchen Bewerbern abgeſehen
werden, bei denen bei ſpäterer Erfüllung ihrer Arbeits= und
Wehrpflicht für ihre Berufsausbildung ein beträchtlicher Nachteil
entſtehen würde.
b) Angehörige der Geburtsjahrgänge 1915 bis 1918 müſſen
vor der Einſtellung in das Heer ihrer Arbeitsdienſt
pflicht genügen. Zu dieſem Behuf werden alle Bewerber, die
von der Truppe als Freiwillige angenommen ſind, am 1. April
1936 zum Reichsarbeitsdienſt eingezogen werden. Die Ein=
ziehung
zum Reichsarbeitsdienſt wird behördlicherſeits veranlaßt.
Irgend welche beſonderen Schritte des Freiwilligen ſelbſt ſind
hierzu nicht erforderlich.
1. Von Bewerbern aus den Geburtsjahrgängen
1911 bis 1914 wird eine Bereiterklärung für eine längere
als einjährige Dienſtzeit nicht gefordert. Solche Bewerber, die
ſie eingehen wollen und ſolche, die den Arbeitsdienſt abgeleiſtet
haben, werden jedoch bevorzugt berückſichtigt.
Im übrigen gilt für die Einſtellung als Frei=
williger
als Vorausſetzung, daß der Bewerber
a) die deutſche Staatsangehörigkeit (Reichsangehörigkeit) beſitzt,
b) wehrwürdig,
c) deutſchen oder artverwandten Blutes,
d) unbeſcholten,
e) unverheiratet,
F) tauglich 1 oder 2 für den Wehrdienſt iſt.
Mindeſtgröße nicht unter 1,60 Meter. Notwendige Zahnbe=
handlung
iſt vor der Einſtellung durchzuführen.
Bewerber, die dieſen Bedingungen nicht entſprechen, können
nicht eingeſtellt werden.
. Für Fahnenjunker (auch im Sanitäts= und Veteri=
närkorps
) und Anwärter für einige Sonderlaufbahnen im Heer
gelten beſondere Beſtimmungen, die beim nächſten Wehrbezirks=
kommando
angefordert werden können.
7. Die Einſtellung iſt in der Regel nur bei Trup=
penteilen
möglich, deren Standort in der Nähe des
Wohnſitzes des Bewerbers liegt. Dieſe Einſchränkung gilt
nicht für Freiwillige, die ihren Wohnſitz in der entmilitari=
ſierten
Zone oder in Groß=Berlin haben. Sind dem
Bewerber die für ihn in Betracht kommenden Truppenteile nich
bekannt, ſo kann er ſie beim zuſtändigen Wehrbezirkskommande
in der entmilitariſierten Zone bei der Unteren Erſatzbehörde
erfragen. Die Wahl der Waffengattung (Infanterie, Artillerie,
Kraftfahrkampftruppe, Pioniere, Nachrichtentruppe, Kraftfahr
truppe, Sanitätstruppe) iſt dem Bewerber freigeſtellt. . .
Bevorzugt eingeſtellt werden:
bei motoriſierten Truppenteilen Bewerber, die
bereits an einem Lehrgang einer Motorenſportſchule der
NSKK teilgenommen haben oder ſich zur Ableiſtung eines
derartigen Lehrganges vor Dienſtantritt verpflichten,
bei berittenen und beſpannten Truppen=
teilen
Bewerber, die den Reiterſchein beſitzen,
bei den Pionieren Bewerber, die Schiffer ſind oder
den Nachweis waſſerſportlicher Vorbildung erbringen können.
8. Bewerber, die noch nicht gemuſtert ſind, melden ſich
perſönlich bei der zuſtändigen polizeilichen Meldebehörde zum
Eintrag in die Wehrſtammrolle und beantragen dort die Aus=
ſtellung
eines Freiwilligenſcheins für den Eintritt in
den aktiven Wehrdienſt. Perfonalpadiere und von Minderjährigen
die ſchriftliche, amtlich beglaubigte Erlaubnis des geſetzlichen Ver=
treters
ſind mitzubringen.
Angehörige der bereits gemuſterten Jahrgänge
1914 und 1915 brauchen ſich bei der polizeilichen Melde=
behörde
nicht zu melden. Bei ihnen tritt an Stelle des Frei=
willigenſcheins
für den Eintritt in den aktiven Wehrdienſt der

Muſterungsausweis (für Erſatzreſerviſten I außerdem der Erſatz=
reſerve
=l=Schein).
Nach Erteilung des Freiwilligenſcheins melden ſich die Be=
wverber
möglichſt ſchriftlich bei dem Truppenteil, bei dem ſie
dienen wollen.
Bewerber, die ihren Wohnſitz in der entmilitariſier=
ten
Zone haben, melden ſich jedoch ausſchließlich bei der für
ihren Wohnſitz zuſtändigen Unteren Erſatzbehörde.
Dem Einſtellungsgeſuch iſt beizufügen:
I. a) von bereits gemuſterten Bewerbern des Jahrgangs 1915:
der Muſterungsausweis,
b) von bereits gemuſterten Bewerbern des Jahrgangs 1914:
der Muſterungsausweis und der Erſatzreſerve=l=Schein,
c)von noch nicht gemuſterten Bewerbern: der Freiwilligen=
ſchein
.
Einſtellungsgeſuche, denen vorſtehende Ausweiſe oder
Scheine nicht beiliegen, werden nicht berückſichtigt.
II. von allen Bewerbern:
a)ein ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf; dieſer muß mindeſtens
enthalten: Vor= und Zuname, Geburtstag und =ort,
Angaben über Schulbeſuch, Beruf und Beſchäftigung oder
Arbeitsloſigkeit nach der Schulentlaſſung, über etwa gelei=
ſteten
Arbeitsdienſt, genaue und deutliche Anſchrift;
2 Paßbilder.
Die Meldung darf nur bei einem Truppenteil (in der
entmilitariſierten Zone bei der Unteren Erſatzbehörde) erfolgen.
Sie iſt in der Zeit bis 31. Januar 1936 durchzuführen. Ein=
ſtellungsgeſuche
, die bis zu dieſem Zeitpunkt nicht beim Annahme=
truppenteil
oder in der entmilitariſierten Zone bei der Unteren
Erſatzbehörde eingegangen ſind, werden nicht mehr berückſichtigt
Einſtellungsanträge bei höheren militäriſchen oder ſtaat=
lichen
Dienſtſtellen ſind zwecklos. Sie verzögern nur die Bearbei=
tung
zum Nachteil des Bewerbers.
9. Freiwillige erhalten während des erſten Dienſtjahres,
neben freier Verpflegung, Unterkunft und Heilfürſorge eine Löh=
nung
von 0,50 Mark täglich.
Die aktive Dienſtzeit dauert ein Jahr. Freiwilligen,
die bereits mit der Abſicht in das Heer eingetreten ſind, länger
zu dienen, wird bei guten Leiſtungen in erſter Linie die Mög=
lichkeit
gegeben, ſich zu längerer Dienſtzeit im Heere zu ver=
pflichten
. Die Dienſtzeitverlängerung iſt unter Umſtänden bis
zu einer Geſamtdienſtzeit von zwölf Jahren möglich. Die Zahl
der auf längere Zeit zu Verpflichtenden richtet ſich nach dem
hierfür vorliegenden Bedarf des Heeres.
10. Weitere Auskünfte über Eintritt als Freiwilliger in das
Heer erteilt auf Anfrage das für den Wohnſitz zuſtändige Wehr=
bezirkskommando
, in der entmilitariſierten Zone die Untere Er=
ſatzbehörde
.

Im Reichstagsſitzungsſaal der Krolloper fand die große
reskundgebung der Reichsfachſchaft Film ſtatt, auf der
miniſter Dr. Goebbels eine bedeutungsvolle, richtungwe
Rede an die aus dem ganzen Reich verſammelten 1500 de
Filmſchaffenden hielt.
Der Miniſter ſtellte u. a. feſt, daß ſich die deutſchen Filmtw
heute wieder durchweg eines guten Beſuches erfreuen.
ſich unter den 180 Filmen der Jahresproduktion bereits eine
Reihe von Filmen befänden, in denen mit hervorragenden 5
riſchen Mitteln gearbeitet worden ſei, ſo beweiſe das, daß vo
1933 aufgeſtellten Zielen vieles verſtanden und einiges auc
erreicht worden ſei. Der deutſche Film habe alles in allef
redliche Mühe gegeben, die ihm zur Verfügung ſtehenden Schaf
möglichkeiten auszunutzen.

Es gebe aber doch noch eine Unmenge von Proble

Vom Tage.

Der Führer und Reichskanzler hat den Geſandten in Athen,
Dr. Eiſenlohr, zum Geſandten in Prag ernannt.
Am Samstag fand im Haus der Deutſchen Preſſe auf
Veranlaſſung der Reichskulturkammer eine Tagung der in der
deutſchen Preſſe tätigen Kritiker ſtatt, an der die Präſidenten der
Reichsmuſikkammer, der Reichstheaterkammer und der Reichs=
filmkammer
, der Reichskulturwalter Hinkel, eine Reihe von Mit=
gliedern
des Reichskulturſenates und weitere führende Perſön=
lichkeiten
aus dem deutſchen Kunſtleben teilnahmen. Gegen mittag
wurden die an der Tagung Teilnehmenden von Reichsminiſter
Dr. Goebbels in ſeinem Miniſterium empfangen. Auf dieſem Emp=
fang
richtete Dr. Goebbels wegweiſende Worte an die Er=
ſchienenen
.
In der Albert=Forſter=Schule in Berlin=Zehlendorf begann
am Montag früh eine Arbeitstagung des Sozialamtes der Deut=
ſchen
Arbeitsfront, die bis Samstag, 21. Dezember, dauert und
auf der zahlreiche leitende Perſönlichkeiten des Staates und der
Partei ſprechen werden.
Der bisherige Berliner Vertreter der Kopenhagener Zeitung
Politiken, der däniſche Jude Thorwald Steinthal, iſt aus den
Reichsgebiet kurzfriſtig ausgewieſen worden. Steinthal hat durch
fortgeſetzte unwahre und gehäſſige Berichterſtattung an ſeine Zei=
tung
die Intereſſen des Deutſchen Reiches wiederholt ſchwer geſchä=
digt
und die Pflichten des Gaſtrechtes, das ihm in Deutſchland ſeit
Jahren gewährt wurde, aufs Gröbſte verletzt.
Der ungariſche Reichsverweſer hat den ungariſchen Geſandter
in Berlin, Dr. Konſtantin Maſirevich abberufen und den ungari=
ſchen
Feldmarſchall=Leutnant Sztojai zum außerordentlichen Ge=
ſandten
und Bevollmächtigen Miniſter ernannt und ihn in der
Eigenſchaft eines Geſandten mit der Leitung der Berliner ungari=
ſchen
Geſandtſchaft betraut.
Am Wochenende haben in Paris eine Anzahl Verbände ihre
Stellung zu den Löſungsverſuchen einer Beendigung im italieniſch=
abeſſiniſchen
Konflikt und zum Völkerbund als Hüter des Frie=
dens
dargelegt.

die noch nicht gelöſt und überhaupt noch nich
gefaßt worden ſeien. Es bedürfe natürlich eines gewiſſe
neren Abſtandes, um die Zeitereigniſſe mit künſtleriſchen
zu ſehen. Wenn wir daher feſtſtellen, daß die Zeit, die m
leben, im Film offenbar zur kurz gekommen iſt, ſo wollen w
mit durchaus keinen Zwang hinſichtlich der Produktion ſolche
Zeitgeſchehen behandelnder Filme auslöſen, denn Zwang
meiſt zu dilettantiſcher Verkrampfung.

Der Unkerhalkungsfilm.

Ein zweiter großer Fehler im Filmſchaffen ſei die Ta
daß es keinen gelungenen Wurf gebe, ohne daß das ganze

u in ſein
der mittelmäßigen Begabungen hinterherkommen und den
Velt über

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Wenn z. B. ein Film von der Königin Eliſabeth ziehe, ſo nu

gewiſſe Leute, das läge an der Zeit der Königin Eliſabeih
machten nun auch in Filmen jener Zeit. In Wirklichkeit
Erfolg einzig und allein auf die Tatſache zurückzuführen, de

hier ein Könner gefunden habe, dem es gelungen ſei, jene Ec 1ce

künſtleriſch einzufangen. Im übrigen, ſo betonte der Miniſte
ter großer Heiterkeit, babe man manchmal den Eindruck, a
das einzige filmwürdige Niveau in Europa lediglich in Gri
zu ſuchen ſei. So ſehr dem Unterhaltungsfilm das Wort zu
ſei, ſo müſſe man ſich aber gegen die Verblödung
Unterhaltungsfilmes wenden.
Weiter laſſe der Film oft noch den Zuſammenhan=
dem
wirklichen Leben vermiſſen. Dabei ſei es gerade
Aufgabe, das Leben, wie es iſt, einzufangen, geſteigertes,
leriſch geſtaltetes Leben in die Kamera zu bannen.
Dasheldiſche Ideal, das der Nationalſozialismus
geſtellt habe, werde in der filmiſchen Kunſt vielfach
verſtanden. Es iſt nicht wahr, daß Helden

mer nur Helden ſind, ſie ſind nebenbei au=ſnt worde

Menſchen! Es iſt deshalb völlig unangebracht, in

heroiſchen Film die Helden dieſes Filmes dauernd über HeN uben, daß

eniſt. Er

tum reden zu laſſen. Sie ſollen, ſo erklärte Dr. Goebbels WDauer
ſtürmiſcher Zuſtimmung, heldiſch handeln!
Der Miniſter kündigte dann unter geſpannteſter Aufmerd geglaubt
keit der Zuhörer für die nächſte Zeit eine Reihe von Anregun buck ſahen,
und Maßnahmen an, die, auf lange Sicht berechnet, im Lauſ/ jogedeſſen
nächſten Monate und in enger Zuſammenarbeit mit allen am =par ſehr I
tätigen Kreiſen getroffen werden ſollen, um in Zukunft eine ſen ſich ha
bilität im Filmſchaffen ſicherzuſtellen. Dieſe Maßnahmen Aoch nur bis
in der Hauptſache folgendes vor:"
t wurde,

An die Stelle der jetzt üblich gewordenen ſtoßweiſen Pf
aldr

tion mit ihren ſchädlichen Auswirkungen muß in Zukunft
kontinuierliche Beſchäftigung treten. Es mu
reicht werden, daß ſich die Produktion auf das ganze Jahr ve

Die Gagen ſollen damit nicht über ſechs oder ſieben, ſond werden.

über zwölf Monate verteilt werden und die Atelier
ſtetige Beſchäftigung aufweiſen.
Es ſoll ferner auf das Ernſthafteſte geprüft werden, ob
ein generelles Verbot des Blindbuchens, ange
iſt, ſo daß ſich künftig für den Kinotheaterbeſitzer das Riſike

mindert, neben wenigen guten Filmen eine ganze Reihe miß hinter den

wertiger Filme mit abſchließen zu müſſen

Neuverkeilung der Produkkion.

Anzuſtreben iſt, daß die Hälfte der geſamten Produkti
Beginn des Filmjahres, alſo zu Anfang Juli, bereits ferti=
liegt
, und daß die andere Hälfte der Filmproduktion ſpäteſten
Ende Oktober fertig ſein muß. Auf dieſe Weiſe wird erreicht
den, daß bereits mit Beginn des Kalenderjahres die neu

a.) gerne be.

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handgloſſen zur ueinen Zeitgeſchichte.

Auf Grund eingehender chemiſcher Unterſuchungen hat vor
kurzem der ärztliche Leiter eines Laboratoriums in Texas den

genauen Handelswert eines normal gewachſenen Menſchen er=
mittelt
. Löſt man nämlich einen menſchlichen Körper von rund

150 Pfund Gewicht in ſeine Beſtandteile auf, ſo ergibt ſich, daß
er eine Quantität Waſſer enthält, die gerade ausreicht, um
zwei Bettlaken damit zu waſchen; genügend Eiſen, um einen
großen Nagel zu ſchmieden; Kalk in ausreichender Menge, um
einen Hühnerſtall zu weißen, und genug Schwefel, um die Flöhe
eines nicht all zu großen Hundes damit zu töten. Alle dieſe
Subſtanzen würde man in einer Drogerie für genau 98 Cents
kaufen können; alſo, folgert unſer kundiger Thebaner, iſt der
Menſch 98 Cents wert! Gut, daß wir’s nun endlich wiſſen,
andernfalls wir womöglich immer wieder in den Fehler ver=
fallen
würden, Menſchen wie Platon, Raffael und Goethe, i
den Menſchen überhaupt, dieſes angebliche Ebenbild Gottes
nach Kriterien abzutaxieren, die uns unverbeſferlichen Idealiſten
um ſo ſicherer dünkten, je weniger ſie von dem Gedanken an
die praktiſche Auswertbarkeit der chemiſchen Lebensſtoffe ab=
hängig
waren.

Das jungfräuliche Erröten gehört, wie es ſcheint, heute genau
ſo der Vergangenheit an wie das Zündnadelgewehr, die Pferde=
bahn
oder andere ſchöne Dinge, auf deren Beſitz unſere Vor=
fahren
einmal ſo ſtolz waren. Jedenfalls will ein engliſcher
Geiſtlicher während ſeiner zweiundzwanzigjährigen Amtstätig=
keit
im Weinberge des Herrn die Beobachtung gemacht haben,
daß bei den Trauakten vor dem Altar das Erröten der Brau
gänzlich aus der Mode gekommen ſei. Er hat alſo offenbar eine
Art Statiſtik des Errötens geführt, aus der unweigerlich hervor=
geht
, daß die berühmte Stelle in Schillers Lied von der Glocke,
Mit züchtigen, verſchämten Wangen ſieht er die Jungfrau vor
ſich ſtehn, als überholt zu betrachten iſt (was ſich natürlich auf
die Wangen bezieht). Seit vielen Jahren, ſo bemerkt er, habe
er bei den Bräuten weder Schüchternheit noch Verlegenheit be=
obachten
können; wenn aber einer bei dem Auswechſeln der
Ringe erröte, ſo ſei es höchſtens der Bräutigam geweſen!
Da haben wir’s die Umwertung der Werte! Denn einer muß
doch erröten, dieweil eine ehrwürdige Ueberlieferung es ver=
langt
und ein wohlerzogener junger Engländer genau weiß
daß, wo der weibliche Teil verſagt, der männliche ritterlich ein=
zuſpringen
und ſo die Situation zu retten verpflichtet iſt.
Dies iſt die Zeit der Denkmalsumzüge. Alles iſt boden=
ſtändig
geworden, nur die Denkmäler nicht. Aber ſie haben gute
Gründe für ihre Wanderluſt. Das vorige Jahrhundert hatte

bekanntlich eine merkwürdige Neigung, öffentliche Standbilder
meiſt da aufzubauen, wo ſie nicht hingehören, d. h. wo ſie für
die Raumbeziehungen eine empfindliche Störung bedeuten. Man
denke nur, um ein paar beſonders kraſſe Beiſpiele zu nennen, an
die Kopie des Rauchſchen Friedrichsdenkmals im Park von
Sansſouci, oder an das Reiterdenkmal Kaiſer Wilhelms I. auf
dem Hamburger Rathausmarkt. Man hat ſie verſetzt, und mit
Recht. Nun iſt auch der begreifliche Wunſch Friedrich Wil=
helms
III., mit ſeinem Reiterſtandbild mitten im Berliner Luſt=
garten
den Verkehr nicht zu behindern, erfüllt worden, und
jederman wird zugeben müſſen, daß der Herrſcher jetzt am Rande
des weiten Platzes ſeine raumgliedernde Aufgabe ſehr viel beſſer
erfüllt. Allerdings: eine radikale Löſung des Berliner Luſt=
gartenproblems
wäre nur durch Beſeitigung des Domes mög
lich, ein Ziel, das zwar zu wünſchen, vorderhand aber nicht
erreichbar iſt. Doch bleiben wir bei dem Denkmal. Seine Wan=
derung
hat nun auch das Denkmal Schillers, eine der volks=
tümlichſten
Schöpfungen von Begas, dazu bewogen, den an=
geſtammten
Platz vor der Freitreppe des Schinkelſchen Schau=
ſpielhauſes
auf dem Gendarmenmarkt zu verlaſſen und in dem
nach Schiller benannten Volkspark im Wedding ein hoffentlich
dauerndes Quartier zu beziehen. Der Dichter hat ſich vor den
Theater ja eigentlich nie ſo recht wohlgefühlt; er litt bedenklich
unter den Witterungseinflüſſen, namentlich während des Win=
ters
, wo er regelmäßig mit einem Holzverſchlag eingedeckt
werden mußte, was den Berlinern Anlaß zu zahlloſen Denk=
malswitzen
gab. Man braucht alſo keine ſentimentale Träne zu
weinen, zumal Schiller am Wedding, wo er unter den Bäumen
des Parks geſchützter ſteht, keinen Unterſtand mehr zu beziehen
braucht, ſondern ſich auch in Regen und Schnee frei ergehen
E. v. N.
kann, ohne Schnupfen zu bekommen.

Einigungsbeſtrebungen in der Medizin.

Vortrag Dr. Louis Grote in der Literariſch=Künſtleriſchen
Geſellſchaft.

Dr. Louis Grote, der geſtern abend im Feſtſaal des Logen=
gebäudes
vor einer erleſenen Zuhörerſchaft eine brennende ärzt=
liche
Zeitfrage behandelte, hatte früher ſeinen Wirkungskreis in
Darmſtadts Nähe. Als Leiter der Noordenſchen Klinik in Frank=
furt
iſt er nach ſeinem hohen ärztlichen Können manchen unſerer
Mitbürger bekannt geworden. Ihm iſr die höchſt ehrenvolle und
ſchwierige Aufgabe zuteil geworden, am neuen Rudolf=Heß=
Krankenhaus in Dresden, deſſen Leiter er iſt, auf eine Einigung
der ſogenannten Schulmedizin und der verſchiedenen Natur
heilverfahren hinzuarbeiten. Am kranken Menſchen, und
zwar immer mit dem Ganzheitsblick auf den kranken Men=

ſchen, ſoll in vorſichtiger und gewiſſenhafter Arbeit feſtgeſtellt
den, in welcher Weiſe die auf Naturwiſſenſchaft gebaute zün
Medizin und die bisher als außenſeiteriſch geltenden biolog
Verfahren (Ernährungs=, Beſtrahlungs=, Waſſertherapie) ne //
einander in den Dienſt des kranken Menſchen geſtellt w=Augoh vo

können. Eine Aufgabe, die in dieſer Weiſe zum erſten Mal=iſcher g
gegriffen wird, auf Grund der zum erſten Male ernſten und tages un

dringlichen Beachtung, die die große, in der Medizin vorha 4, in deut

Vertrauenskriſe von ſeiten des neuen deutſchen St.X der Geo

zu

gefunden hat.
Aite, etm
Von dieſer Vertrauenskriſe ging Dr. Grote bei ſi. ,das i
Vortrag aus. Sie rückt die ſcharfe Beleuchtung durch
Tatſache, daß heute über eine halbe Million Deutſche
.
lebensreformeriſchen Bünden, die grundſätzlich von der Ecn auf de
medizin nichts wiſſen wollen, organiſiert ſind. Bei Trig
heutigen hohen Einfluß des Arztes auf das Volksleben (Ehe/ /ooe
niſſe, Frage des erbkranken Nachwuchſes uſw.) konnte dieſe MJoßholi=
trauenskriſe
nicht länger unbearbeitet bleiben. Die Frage üſere g
dem Woher der Vertrauenskriſe führte den Vortragenden zu 4 hüdung=
zu
der Feſtſtellung, daß Medizin keine Wiſſenſchaft, ſon r beſond
eine Könnerſchaft iſt. Von dieſer Wahrheit aber wurde/ iacht be=
Medizin abgelenkt durch jenen großen Uebergang zum qua 1
tiven Denken, zum Meſſen und Zählen, der die moderne 947
jurt

wiſſenſchaft begründet und ihr eine großartige Entwicklung gekG ft und
hat, der aber die Medizin inſofern auf verhängnisvolle BehK, og
führte, als er ſie mechaniſierte, ſpezialiſierte, techniſierte und
jener Anti=Therapie verlockte, die gegen die Krankheit
geht, ohne ſich den Ganzheitsblick auf die Einheit des kre
Menſchen zu bewahren. Im gleichen unerwünſchten Sinne mFem
ſich die moderne Pharmakologie aus, mit ihren zahlloſen M3= Fo
gegen . Die Naturheilkunde fragt demgegenüber, ob es na
gerecht ſei, in dieſer Weiſe frontal gegen das Symptom D=ig
gehen. Sie fragt nach dem Sinn, nach dem Zweck der K
heit, und von ihr haben wir heute allgemein gelernt, anläßlic.
Krankheit den ärztlichen Blick auf das Geſamtgebiet des
logiſchen Geſchehens zu richten, die eigene Heilkraft des
pers wiederherzuſtellen und über der wiſſenſchaftlichen Sach=
gnoſe
die Bedeutungs=Diagnoſe nicht zu vernachläſt
Nicht gegen die Krankheit, ſondern für den kranken
ſchen, lautet die Parole der neuen ärztlichen Könnerſchaft.

bezeichnet auch das Streben, das im Rudolf=Heß=Krankerk
ſeine Stätte gefunden hat und das darauf ausgeht, ohne
Vorurteil aus zünftigen und aus außerzünftigen Bereichen
kräfte und Heilverfahren zu gewinnen, die lehrbar ſind

einem erneuten ärztlichen Können der Zukunft zur Grund)
dienen.

Die im Inhalt weittragenden, in der Form ausgezeichl!
Ausführungen des Redners fanden größte Anteilnahme und
W.
lichen Dank.

[ ][  ][ ]

fittz
ein
enden
BSMM
enät

je engliſche Preſſe knüpft an den Beſuch, den der engliſche
ſhafter Phipps beim Führer gemacht hat, ſehr eingehende
Ru’eAnentare, ganz zweifellos, um die Regierung im Kampfe ge=
eriſche

ſe moraliſche Revolution zu unterſtützen und eine Ablen
die
on dem ſehr unerfreulichen Thema des italieniſch= abeſſini=
uens
;X Ausgleichs zu finden. Denn an ſich iſt nach Lage der Dinge
anzunehmen, daß der Beſuch als ſolcher ſenſationelle Be=
Zwan
g gehabt haben könnte. An dem Streitfall ſelbſt und an
dorgängen, die ſich jetzt in Genf abſpielen, ſind wir nur auf=
farne
Zuſchauer. Es wäre alſo nicht ſonderlich ge=
kt
wenn England uns gerade in dieſem
enblick die Vorzüge des Kollektivſyſtems
die Licn end in Erinnerung bringen wollte. Ueber
As gune rage der Abrüſtung aber hat der Führer und Reichskanzler
nd den lai in ſeinen 13 Punkten ſo eingehend geſprochen, daß die
de veiorm Welt über die deutſche Auffaſſung unterrichtet iſt. Wir
he ſorebuuch gerne bereit, die Unterhaltung darüber weiterzuführen,
Eliſaht.
ein ſolcher Wunſch von der Gegenſeite bisher nicht laut
lichkeit ehrden iſt und obwohl es eigentlich naheliegend wäre, zunächſt
führen ſakrl abzuwarten, welches Ergebnis der Völkerbund bei ſeinen
jem äbihungen um den Frieden nach Hauſe bringt. Aber gerade
Minie uf wird die engliſche Regierung jetzt nicht mehr warten

Wdruck g
Sie ſieht mit einigem Entſetzen, welche Oppoſition ſich
in ſic ſie herausgebildet hat, und wenn Herr Baldwin auch
Worty bifellos ſtark genug ſein wird, ſich dieſen Wider=
ödun
hern gegenüber durchzuſetzen, wenn auch die Ge=

es gerdle
igertes
jalisn
elden

von einer allgemeinen Kabinettskriſe kaum zutreffend ſind,
urd es doch auch dem Foreign Office angenehm ſein, wenn es
Al8hzt, die allgemeine Aufmerkſamkeit von Abeſſinien wieder
auf Europa hinüberzulenken.
enn bei der Liquidation dieſes ganzen Abeſſinien= Aben=
ſind
irgendwelche Lorbeeren nicht mehr zu erwarten.
Schlagwort von der heroiſchen Politik,
99 Ier Baldwin vorgezogen hat, klingt zwar ſehr hübſch, aber es
doch nicht, um die Geiſter zu beruhigen, die jetzt gewaltſam
De A4)iiert worden ſind. Baldwin ſelbſt hat verſichert, daß er in
etzten Wochen ſehr viel gelernt hat. Er will vor allem er=
wer
dh haben, daß mit den Methoden des Bluffs auf
bgeobes ,Dauer eine ordentliche Politik nicht zu
en iſt. Erſt hat Muſſolini geblufft, dann haben die Eng=
Aufmrer geglaubt, ihn überbluffen zu können, bis ſie im letzten
on Anuſeiblick ſahen, wie nahe ſie dem bitteren Ernſte waren und
im Laff folgedeſſen wieder zurückzogen.
allenm)s war ſehr nett, daß zufällig in dieſem Falle die engliſchen
hunft eiſe Keſſen ſich haargenau mit denen des Völkerbundes deckten
jahme Kooch nur bis zu einer gewiſſen Grenze. Sobald dieſe Grenze
wurde, ſobald das Riſiko für England zu groß wurde,
weiſen Iröch Baldwin keine Sekunde beſonnen, das Steuer herumzu=
ukunſt
ehn auf die Gefahr hin, daß er ſich dabei ſelbſt auf das ſchwerſte
Es mifſouierte. Völlig geklärt ſind die Gründe für den Umſchwung
Jahrurketzt noch nicht, und es iſt ungewiß, ob ſie überhaupt einmal

Pron

r in Angriff genommen und der jetzige Leerlauf vermieden
Hierdurch werde eine Koſtenerſparnis erzielt und die for=
Zuſammendrängung der Produktion auf wenige Monate
I ihren ſchädlichen Auswirkungen verhindert.
ſes muß weiter erreicht werden, daß das endgültige Drehbuch
ens eine Woche vor dem erſten Drehtag nicht nur fertig=
iſt
, ſondern ſich auch in den Händen ſämtlicher an der Her=
ua
maßgebend beteiligten Filmſchaffenden befindet. Auch
der höchſt bedenkliche und unerquickliche Zuſtand beſeitigt wer=
der
dadurch entſteht, daß Verleihfirmen ſich in die Produk=
ſtlbſt
einmiſchen und Schauſpieler engagieren. Es werden

ſieben iEt werden. Wahrſcheinlich iſt, daß nach der halben Abſage
lier lmerikaner die Oelſanktionen nicht mehr durchzuführen
und daß außerdem Laval Herrn Hoare zu verſtehen ge=
rden
, hat, für eine aktive Unterſtützung gegen Italien ſei Frank=
an
) Rnicht zu haben.
gs Rſt as iſt jedenfalls das Bild, das ſich bisher von den Vor
Reihe urhn hinter den Kuliſſen abzeichnet, und es iſt außerordentlich
eich nicht nur für uns, denn es läßt die Folgerung zu, daß
Methoden des Völkerbundes als unzuläng=
verſagt
haben, daß der Kollektivismus in dieſer
undurchführbar iſt. Wie ſich dieſe Erkenntniſſe in
FrodutKhund für den Sonderfall des italieniſch=abeſſiniſchen Streites
ſirken, läßt ſich heute noch nicht ſagen. Aber mittelbar iſt
de die Haltung Englands der beſte Beweis
rreichdie Richtigkeit der Kritik, die von Deutſch=
immer
an dem Syſtem und an den Methoden
die
Völkerbundes geübt worden iſt.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
dadurch Künſtler und Produktion ſtark behindert und Verträge
getätigt, die ideell wie materiell untragbar ſind.
Eine weitere Forderung iſt die, daß jedem Hauptdarſteller
für jeden Film eine ausreichende Zeit zur Verfügung ſteht.
Zwiſchen Film und Bühne muß ein verſtändnisvolles Zuſam=
menwirken
geſichert ſein. Anſtellungsverträge dürfen nicht von
vornherein den Keim zu Differenzen zwiſchen Bühne und Film
enthalten.
Der Miniſter ſchloß mit der Aufforderung an die Filmſchaf=
fenden
, ſtets das ganze Volk in ſeiner vielfältigen Zuſammen=
ſetzung
vor Augen zu haben.

EP. London, 16. Dezember.
In Vorbereitung einer außerordentlichen Kabinettsſitzung
fanden am Sonntag abend in der Downingſtreet noch mehrere
Beſprechungen ſtatt, die ſich bis Mitternacht hinzogen.
In politiſchen Kreiſen wird nach wie vor angenommen, daß
der Miniſterpräſident ſich durchſetzen wird. Sowohl er, Baldwin,
wie Sir Samuel Hoare vertreten den Standpunkt, und werden
ihn auch in der kommenden Unterhausausſprache vertreten, daß
England keine andere Wahl hatte, als der Pari=
ſer
Friedensformel zuzuſtimmen, da Frankreich
gegen die Oelſperre war und England von An=
fang
an ſich gegen jedes geſonderte Vorgehen er=
klärt
hatte. Es wird allgemein erwartet, daß Baldwin am
Donnerstag die Vertrauensfrage ſtellen und eine große Mehrheit
erhalten wird, trotzdem auch in konſervativen Kreiſen die Ent=
täuſchung
über das Vorgehen der Regierung ſehr groß iſt. Als
fraglich erſcheint es jedoch in politiſchen Kreiſen, ob, ſelbſt wenn
Baldwin den Sturm überwindet, damit auch die Pariſer Frie=
densformel
gebilligt wird. Im allgemeinen wird angenommen,
daß die Friedensformel nunmehr erledigt iſt.
Die halbamtliche Times erklärt jedenfalls in ihrem Leit=
artikel
von Montag erneut, daß die Friedensformel tot ſei. Es
habe von Anfang an kein Zweifel daran beſtanden, ſchreibt das
Blatt, daß Englands öffentliche Meinung nie
dieſe Friedensformel dem Völkerbund als ge=
rechte
und vernünftige Friedensgrundlage
empfehlen würde.
Italieniſche Rückftagen in London.
DNB. London, 16. Dezember.
Der italieniſche Botſchafter in London, Grandi, hatte am
Montag abend eine halbſtündige Ausſprache mit dem ſtändigen
Unterſtaatsſekretär Vanſittard, in deren Verlauf er um Aufklä=
rung
über gewiſſe Punkte des Friedensvorſchlages bat.
Wie United Preß zuverläſſig aus Rom erfährt, will Muſſo=
lini
am 19. Dezember im Anſchluß an die Veröffentlichung einer
Erklärung über die Sitzung des Großen Fasciſtenrates am 18.
Dezember die italieniſche Antwort auf den Hoare=Laval=Plan
telegraphiſch nach London und Paris übermitteln.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Laval hat am Montag
nachmittag den italieniſchen und engliſchen Botſchafter in Paris
empfangen. Ueber den Inhalt der Beſprechung wurde keine Mit=
teilung
ausgegeben.

zur Unkertedung des Führers mit dem brikiſchen

DNB. Paris, 16. Dezember.
Die geſamte franzöſiſche Preſſe ſchenkt der Unterredung des
Reichskanzlers mit dem britiſchen Botſchafter große Beachtung.
Ihre Tragweite wird jedoch von den einzelnen Blättern verſchie=
den
beurteilt.
Der Vertreter des Excelſior betont, es handele ſich nicht um
engliſch=deutſche Verhandlungen, die zu einer Ueberraſchung nach
der Art des Flottenabkommens führen werden, ſondern um die
Fortſetzung der im Februar begonnenen Ver=
handlungen
zwiſchen London, Paris und Berlin
zur Löſung des Problems der Rüſtungsbeſchränkung und des Luft=
abkommens
zwiſchen den Locarno=Mächten.
Der Berliner Vertreter des Figaro will berichten können,
daß die Unterredung in deutſchen Kreiſen keinen großen Eindruck
gemacht habe. Man betrachte die deutſch=engliſche Unterredung
als eine Sondierung und nehme an, daß ernſte Verhand=

Nr. 346 Seite 3

lungen nicht vor 2 bis 3 Monaten beginnen, da man
nicht mit einer früheren Löſung des abeſſiniſch=italieniſchen Strei=
tes
rechne.
Der Berliner Havasvertreter meldet u. a., es habe nicht den
Anſchein, als wolle Deutſchland in den in der amtlichen Mit=
teilung
erwähnten zwei Punkten ſeine abwartende Hal=
tung
aufgeben. Der Reichskanzler ſei der Anſicht, daß der
Augenblick zur Regelung der offenen internationalen Fragen noch
nicht gekommen ſei. Immerhin lege die deutſche Diplomatie
Wert darauf, freundſchaftliche Beziehungen zu England aufrecht=
zuerhalten
.
Der Berliner Berichterſtatter des Jour hebt hervor, daß
man in Berlin mit Genugtuung feſtſtelle, daß das Luft=
abkommen
nicht mehr an die Verwirklichung der
Geſamtheit des in der engliſch=franzöſiſchen
Erklärung vom 3. Februar dargelegten Syſtems
der kollektiven Sicherheit gebunden ſei. Die Tatſache,
daß in der Mitteilung über die Unterredung des Reichskanzlers
mit dem engliſchen Botſchafter nur die Frage der Abrüſtung und
des Luftabkommens erwähnt ſei, weiſe darauf hin, daß die ver=
ſchiedenen
in der Londoner Erklärung enthal=
tenen
Punkte wie Abrüſtung, Luftabkommen,
Oſtpakt und Donaupakt, aufgehört hätten, ein un=
zertrennbares
Ganzes zu bilden. Das habe die
deutſche Diplomatie vor einigen Monaten nach=
drücklich
gefordert.

der Wafd wird zur Ruhe gemahnk.
EP. Kairo, 16. Dezember.
Angeſichts der Angriffe aufgeregter Studenten auf engliſche
Soldaten und andere Europäer hat der engliſche Oberkommiſſar
Sir Miles Lampſon die ägyptiſche Regierung aufgefordert, alle
zum Schutze der in Aegypten lebenden Ausländer nötigen Maß=
nahmen
durchzuführen. Miniſterpräſident Neſſim Paſcha hatte
daraufhin eine Unterredung mit dem Führer des Wafd, Nahas
Paſcha, in der er dieſen erſuchte, ſeinen ganzen Einfluß aufzu=
bieten
, um den Straßenſzenen ein Ende zu machen. Nahas
Paſcha erließ ſofort eine Proklamation an alle Studenten, in
der dieſe aufgefordert werden, die Ruheſtörungen einzuſtellen.
Ihr habt Eure Pflicht getan, heißt es in dieſer Proklamation,
mit der die Verantwortung des Wafd für die Unruhen indirekt
anerkannt wird. Nunmehr bleibt ruhig und überlaßt die Poli=
tik
den Erwachſenen.
die nordchineſiſche Hafenſtadt Tangku
von den Truppen Yinjukengs eroberk.
DNB. Peiping, 16. Dezember.
Die Truppen des Separatiſtengenerals Yinjukeng haben am
Sonntag die Stadt Tangku, den an der Mündung des Peiho
ins Gelbe Meer liegenden Seehafen Peipings und Tientſins, er=
obert
. Der Einnahme ging ein blutiges Gefecht mit Truppen
der Nanking=Regierung voraus, bei dem General Yinjukeng zwei
Tote zu verzeichnen hatte, während die Verluſte der Gegenſeite
erheblich geweſen ſein ſollen. Als Grund für die Beſetzung der
Stadt wird die Tatſache angeſehen, daß der Peiho in nächſter
Zeit zufrieren wird und Tangku für das ganze Hinterland der
einzige freie Hafen iſt.
m..
Anlſiche Erhebung über die Nußholzvorräte
am 1. Januar 1936.
DNB. Berlin, 16. Dezember.
Auf Anordnung des Reichs= und preußiſchen Wirtſchaftsmini=
ſters
und im Einvernehmen mit dem Reichsforſtmeiſter führt das
Statiſtiſche Reichsamt für den 1. Januar 1936 eine umfaſſende
Erhebung durch, welche die geſamten Vorräte der Wirtſchaft an
Sägerundholz, Blöcken, Stangen, Schwellenholz, Grubenholz, Pa=
pierholz
, ſonſtigem Schichtnutzholz, Telegraphenſtangen, Maſten,
Schnittholz (Bauholz, Bauware, Tiſchlerware), Faßdauben und
Sperrholz ermitteln ſoll, die am Stichtag im Deutſchen Reich
lagern oder gerade verſandt werden, ſoweit ſie ſich nicht noch im
Eigentum der Forſtverwaltungen befinden. Es iſt abgeſehen
davon, daß Nichtbeantwortung ſtrafbar iſt eine Ehrenpflicht
aller an der Erhebung beteiligten Firmen der Induſtrie und des
Holzhandels, für eine eingehende Beantwortung und pünktliche
Einſendung des ihnen im Dezember vom Statiſtiſchen Reichsamt
zugehenden Fragebogens Sorge zu tragen, um eine ſchnelle Durch=
führung
dieſer im Rahmen der wirtſchaftspolitiſchen Maßnahmen
der Reichsregierung erforderlichen Feſtſtellung zu ſichern.

Hiellens Großmächke in 25. Auflage
napp vor Kriegsausbruch veröffentlichte Rudolf Kjellen,
ſiſcher Politiker und Geograph, Mitglied des ſchwediſchen
stages und Profeſſor an den Univerſitäten Gotenburg und
in deutſcher Sprache ſeine Unterſuchung über die Groß=
e
der Gegenwart‟. Er umriß die Aufgabe, die er ſich ge=
jatte
, etwa als einen Verſuch, Einblick in die organiſche
bit, das innere Weſen des Staates zu gewinnen, und ſo
hluß zu erlangen über die Lebenskraft der verſchiedenen
ue Abnächte. Es kam ihm hierbei nicht auf Einzelheiten an,
den auf den Blick für das Weſentliche und Tatſächliche, der
MRwerlich iſt, um zu einer Anſchauung von der allgemeinen
lage eines jeden Staates und zur Urteilsfähigkeit über
großpolitiſche Aufgabe zu kommen‟. Dahinter lag dann
tiefere Beſtreben, den Bedingungen für die Blüte großer
Sbildungen überhaupt nachzuſpüren und damit zur Erkennt=
ſer
beſonderen Lebensform des Staates beizutragen. Jede
zu Ednacht betrachtet er hierbei von fünf Geſichtspunkten aus,
geographiſchen, ethniſchen, wirtſchaftlich=ökonomiſchen, ſozia=
und juriſtiſchen Standpunkt Reich, Volk, Haushalt, Ge=
ift
und Regiment aus welchen Beſtandteilen die äußere
als mehr oder weniger organiſch aus den Verhältniſſen
erwachſen hervortritt, im Guten wie im Schlechten.
n lagen hierbei weitgehend Gedankengänge nahe, wie ſie
Werühmte deutſche Geograph Friedrich Ratzel, der gleich=
iner
der erſten großzügigen Reiſeberichterſtatter der deut=
ournaliſtik
geweſen iſt, in ſeiner Politiſchen Geographie‟
niedergelegt hatte; Ratzel war damit zum eigentlichen
r der Geopolitik geworden, obwohl das Wort ſelbſt erſt
ſellen geprägt wurde.
Uens Buch wurde ein im Bereich des politiſch=wiſſenſchaft=
Schrifttums ſeltener Erfolg zuteil. 1918 erſchien bereits
Auflage, bald nach Ende des Krieges der Kjellén ſtets
eutſcher Seite ſah unter dem geänderten Titel Die
ſnächte und die Weltkriſe ſpäter Die Großmächte vor
ach dem Weltkrieg, die 20 und 21. Auflage. Jetzt wird
die 25. Auflage der Oeffentlichkeit übergeben*)
Ddie Urſache dieſes Erfolges iſt wohl in erſter Linie darin
ſblicken, daß die Großmächte, die der kaum überſehbaren
politiſcher Tatſachen und Geſchehniſſe eine klare, überſicht=
das
Weſentliche vom Unweſentlichen trennende Geſtalt
einem weitverbreiteten und dringenden Bedürfnis nach
Kjellen=Haushofer: Die Großmächte vor und nach dem
ieg , 351 Seiten, 69 Textſkizzen und ein ſtatiſtiſcher An=
Geh. 9,20 RM., geb. 10,80 RM. B. G. Teubner, Leipzis
VBerlin.

weltpolitiſchem Wiſſen entgegenkommen. Kjellens Buch gehört
längſt zu den Standardwerken. Es erweitert ebenſo die ſach=
lichen
Kenntniſſe des Leſers wie es ſeine Einſicht in die großen
Zuſammenhänge vertieft. Durch das Beſtreben, politiſche Hal=
tung
und Aktion aus den naturgegebenen Vorausſetzungen zu
erklären, wird es zum Leitfaden durch das gegenwärtige welt=
politiſche
Geſchehen und weiſt in großen Linien in die Zukunft.
Gleichzeitig wird es aber, und zwar mit jeder Auflage immer
ausgeprägter, zum Rückblick auf den bisherigen Weg des 20.
Jahrhunderts.
Die Großmacht iſt für Kjellen weder durch großes Gebiet
(Braſilien), noch durch große Volksmenge, nicht einmal durch
beides vereint (China, Indien) charakteriſiert. Sie iſt kein Vor=
recht
der ariſchen Raſſe noch der chriſtlichen Religion; auch die
Verfaſſungsform iſt unweſentlich. Getiß dürfen die großen
Maſſen nicht fehlen, aber ſie allein bilden keine Großmacht, wenn
ihnen keine ſtarke Seele eingeflößt wird. Großmacht iſt letzten
Endes ein Wille, der Wille zur Macht. Danach unterſcheidet
Kjellen in der Vorkriegszeit 8 Großmächte ihnen iſt der erſte
Teil des Buches Das alte Großmachtſyſtem gewidmet,
Deutſchland, England, Frankreich, Italien, Japan, Oeſterreich=
Ungarn, Rußland und die Vereinigten Staaten. Der Welttrieg
vermindert, ſie auf 5, Deutſchland, Oeſterreich=Ungarn und
Rußland ſcheiden vorläufig oder auf immer aus. Deutſchland
entſcheidet mit der Machtergreifung durch den Führer die Groß=
machtfrage
ſoweit ſie in ſeinem Willen liegt, und ſtellt bis zur
Gleichberechtigung in Wehrfragen 1935 Ehre und Rang der
Großmacht wieder her. Dieſes neue Großmachtſyſtem vom Tode
Kjellens 1922 an bis zum heutigen Tage in ſeinem Geiſt weiter=
zuführen
iſt die Aufgabe berufener deutſcher Gelehrter geworden,
von denen Prof. Haushofer als Herausgeber und Be=
arbeiter
wichtiger Abſchnitte und Prof. Haſſinger Prof.
Obſt, Prof. Maukl und Dr. Staude als ſeine Mitarbeiter
Dr. G.
verantwortlich zeichnen.

* Otto Flake, Anſelm und Verena. S. Fiſcher Verlag, Berlin,
6,50 RM.
Will man einmal die Bezeichnung Unterhaltungsroman
in dieſem Zuſammenhang annehmen, ſo wird man ſagen können
daß Otto Flake den deutſchen Unterhaltungsroman auf das
höchſte Niveau gebracht hat. Dieſelbe Meiſterſchaft, die in ſeinen
zeitkritiſchen Romanen ſichtbar wurde, hat er in den letzten
Jahren auch im hiſtoriſch=pſychologiſchen Roman bewieſen. Bei
einem Schriftſteller, der ſo ſtark wie Flake am Menſchen inter=
eſſiert
iſt, verſteht ſich von ſelbſt, daß das Hiſtoriſche nicht das
Uebergewicht bekommt. Bei aller Sorgfältigkeit, mit der es ge=
zeichnet
iſt (einer Sorgfalt, die auf eingehende kulturgeſchichtliche
Studien ſchließen läßt) drängt es ſich nirgendwo in den Vorder=

grund. Außerdem und damit iſt die eigentliche Problewatik
des hiſtoriſchen Romans von vorneherein vermieden entfernt
ſich Flake zeitlich nicht zu weit von der Gegenwart: die Menſchen
aus dem Anfang des vorigen Jahrhunderts ſind uns in ihrem
Fühlen und Denken noch ohne weiteres verſtändlich.
Anſelm und Verena iſt die Fortführung des Romans
Die junge Monthiver zugleich jedoch ein in ſich geſchloſſenes,
ſelbſtändiges Buch. Es beginnt mit einer Audienz beim Konſul
Bonaparte im Jahre 1802 und endet mit der Kaiſerkrönung
Napoleons 1804. Wir finden den jungen Anſelm zunächſt in
Paris wieder, dann kommt er nach Deutſchland zurück, in die
beginnende Romantik des Marburger Kreiſes und kreuzt den
Weg der Savigny, Brentano, Creuzer, Günderode, Bettina.
Geiſtig und politiſch wird dieſe Zeit in ihren weſenhaften
Zügen lebendig. Das Führende der Handlung bleibt das Allgemein=
Menſchliche, der Weg des gefühl= und phantaſievollen Helden
durch vielerlei Erlebniſſe zur Reife und Feſtigkeit des Charakters,
die ihn zu wirklicher Liebe fähig macht.
n.
* Wilhelm Michel, Das Herz im Alltag. Verlag Carl Schüne=
mann
, Bremen. 120 Seiten.
Vom Leben mit uns ſelbſt und den Mitmenſchen handelt
das ſchmale Bändchen, das ſo unſcheinbar daherkommt und doch
die Erfahrungsfrucht eines an geiſtigen Prüfungen und Einſichten
reichen Lebens enthält. Für die ſchwierigſte Kunſt des Umgangs
mit uns ſelbſt und mit den anderen gibt es Unterweiſungen, die
ſo gehalten ſind, daß ſie ſtets auf tieferliegende Lebensgeſetze hin=
deuten
und doch unmittelbar zu Geiſt und Gemüt des Leſers
ſprechen. Es ſind Laienpredigten, wenn man ſo ſagen will; ihre
Themen ſind die Aufgaben des Alltags, an denen ſich jeder zu=
rechtfinden
und bewähren muß.
Es geht da um nur einiges zu nennen etwa um die
Frage des Berufs und ſeiner Beſtimmung im Ganzen eines Men=
ſchenlebens
; um die Beziehung zwiſchen Perſönlichkeit und Gemein=
ſchaft
, die rechte Beziehung und die nach der einen oder andern
Seite ausgeartete, die uns dann von Individualismus oder
Kollektivismus ſprechen läßt; um den Rhythmus zwiſchen Schlaf
und Wachſein, Arbeit und Erholung und ſo um lauter Fragen,
auf die jeder Tag eine Antwort von uns verlangt, wenn wir uns
auch nur zu ſelten auf den Wert oder Unwert unſerer alltäglichen
Antworten an das Leben beſinnen.
Zu ſolcher Beſinnung über die Geheimniſſe des wirklichen, des
täglichen Lebens führt uns das kleine Buch, das mit viel Liebe
zum Menſchen und mit dem Wiſſen um ſeine Natur geſchrieben iſt.
Da es ſich überall darum bemüht, im Geiſte von Goethes Lebens=
lehre
den Menſchen aus jedem Irrtum ins Rechte zu denken,
wird es diejenigen, die es mit dem Wunſch nach Klärung, Beſin=
nung
und Kräftigung zur Hand nehmen, gewiß nicht unbeſchenkt
entlaſſen.
n.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 346

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienskag, 17. Dezember

(.9c

Kt

Statt Karten.

Gott dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben herzensguten Mann, un=
ſeren
treubeſorgten Vater

Ni
onzeußen
Wk zu
Uansfassften

Herrn Adolf Buch

Oberingenieur i. R.

nach kurzer ſchwerer Krankheit am
15. Dez. 1935 im Alter von 63 Jahren
zu ſich zu rufen.

In tiefer Trauer:
Frau Maria Buch, geb. Helm
Herbert Buch
Walter Buch
Darmſtadt, den 16. Dezember 1935
Beckſtraße 75.
Die Einäſcherung findet am Mittwoch,
nachmittags 2 Uhr, auf dem Waldfried=
hof
ſtatt.

Auch Ihre auswärtigen
Freunde und Bekannte
werden Sie davon ver=
ſtändigen
. Senden Sie
ihnen die freudige Mit=
teilung
auf einer ge=
ſchmackvoll
gedruckten
Verlobungskarte.

Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe liebevoller Teiſ=
nahme
, die uns beim Heimgange unſeres
lieben, unvergeßlichen Entſchlafenen
Herrn

110

zuteil wurden, ſprechen wir hiermit unſeren
herzlichſten Dank aus.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Helene Grimm, geb. Germann
Darmſtadt, im Dezember 1935.

Geſtorbene.

Darmſtadt: van Baſthuiſen, Maria Eliſa=
bethe
, geb. Wittmann. Witwe des Oberfahnen=
ſchmieds
71 Jahre.
Buch, Adolf, Oberingenieur i. R., Dipl.=Ing.,
verheiratet, 63 Jahre.,
Heinlein, Herbert Johann, 29 Jahre.
Haenlein, Karl, Architekt, verheiratet, 58 J.

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Noig
Uch

[ ][  ][ ]

9.5

Chriſtbäume lange friſch zu erhalken.
traurige Abfallen der Nadeln unſeres Chriſtbaumes
uns zuweilen nur allzu früh, ſich von ihm zu trennen und
m Flammen zu übergeben. Und doch haben wir ein ſehr
es Mittel, uns dieſen herrlichen Schmuck der Weihnachts=
ſch
lange zu erhalten, d. h. das Abfallen der Nadeln zu
ber. Wir entfernen die unteren Zweige unſeres Tannen=
und ſetzen das Stämmchen in ein ziemlich hohes Gefäß
ſaſſer. Das Bäumchen wird auf dieſe Weiſe nicht nur wochen=
iſch
bleiben und eine gute Luft um ſich her verbreiten ſon=
gar
zur Freude aller von neuem ausſchlagen. Die friſch=
zarten
Spitzchen bilden dann einen reizenden Gegenſatz
anderen Schmuck des Bäumchens.

* für
dter a.

Reichsſtatthalter in Heſſen. Perſonalnachrichten. Er=
wurden
: die Hauptwachtmeiſter der Schutzpolizei auf
Erich Alexander Majewſki in Darmſtadt und Karl
7
ſel in Alzey zu Hauptwachtmeiſtern der Schutzpolizei im
n Landesdienſt; der Gendarmeriehauptwachtmeiſter auf
Kaſpar Wiegand in Butzbach zum Gendarmeriebaupt=
heiſter
im heſſiſchen Landesdienſt; am 8. Dezember 1935 der
ltungsaſſiſtent Wilhelm Hofferbert zum Verwaltungs=
im
heſſiſchen Landesdienſt. Ernannt wurden
Berufung in das Beamtenverhältnis:
Dezember 1935: die Schulamtsanwärter Hugo Braſch aus
Ernſt Cröninger aus Würzburg, Georg Fey aus
ſtadt, Kreis Darmſtadt, Friedrich Geiß aus Jugenheim,
Bingen, Georg Haſſemer aus Gau=Algesheim, Kreis
zu Lehrern an einer Volksſchule, im heſſiſchen Landes=
Verſetzt wurden: am 8. Dezember 1935 der Förſter
eirſchner der Förſterei Wahlen des Forſtamts Lörzen=
iit
Wirkung vom 15. Oktober 1935 ab in gleicher Dienſt=
haft
in die Förſterei Hoch=Weiſel des Forſtamts Butzbach,
d Hüehr Förſter Johann Joſt Stein der Förſterei Kirſchhauſen
brſtamts Heppenheim mit Wirkung vom 1. November 1935
ſcher Dienſteigenſchaft in die Förſterei Griesheim des Forſt=
DweiehEheberſtadt. In den Ruheſtand verſetzt wurde: der
eis heu Pemeriehauptwachtmeiſter Michael Kolb in Gießen mit
zuper it ſiig vom 1. Januar 1936 unter Anerkennung der dem Reiche

greinhel

ſten treuen Dienſte.

beledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
eit und
Volksſchule in Erzhauſen, Kreis Darmſtadt. Mit der
Ronthiltellkann das Amt eines Rektors verbunden werden. Bewerber
er. fiuß ſeit mindeſtens 8 Jahren die Prüfung abgelegt und eine
kterdienſtzeit von mindeſtens 5 Jahren zurückgelegt haben.
269-
Weihnachtsferien in den heſſiſchen Schulen. Nach einer
lung der Abteilung II der Landesregierung an die Direk=
Aa8der höheren Schulen, der gewerblichen Unterrichtsanſtalten
Weirhaſe Kreis= und Stadtſchulämter dauern die Weihnachtsferien
ſontag den 23. Dez. 1935, bis Montag, den 6. Jan. 1936,
ſhließlich. Schulbeginn im neuen Jahre am Diens=
em
7. Januar. Für die Berufsſchulen beginnt der
M
icht einheitlich am Montag, dem 6. Januar.
Alle Studierenden und alle diejenigen, die im Laufe des
1936 das Studium aufnehmen wollen, den Jahrgängen
nd früher angehören und ihrer Arbeitsdienſtpflicht noch
Felephur zenügt haben, melden ſich ſofort beim Verbindungs=
enten
der Deutſchen Studentenſchaft in
ikfurt a. M.. Viktoria=Allee 17.

mKeß
ter Auf
uhref

Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Im Feſtſaal der
der bis auf den letzten Platz gefüllt war, fand der dritte
gsabend in dieſem Winter ſtatt. Klubgenoſſe Direktor

Lichteus)seipp ſprach über Eine Fahrt bis zur nördlichen Eis=
die
er im Sommer mit dem deutſchen Motorſchiff Mil=
der
Fach4t
unternommen hatte. Die Reiſe führte von Hamburg
D S9 (Schottland, den Orkney= und Faröer=Inſeln, Island bis
epitzbergen, von da nach Hammerfeſt und dem Nordkap,
ader norwegiſchen Küſte entlang nach Süden mit Ausflügen
Reihe von Fjorden. Der feſſelnde Vortrag, der von zahl=
MM
zum großen Teil nach eigenen Aufnahmen gefertigten Licht=
begleitet
war, fand bei den Zuhörern dankbare Aufnahme
Mltbhaften Beifall. Der Ortsgruppenführer, Profeſſor Dr.
dankte dem Vortragenden mit herzlichen Worten. An=
ter
Mellſend gedachte er des 60. Geburtstages des Klubgenoſſen
Schneider, unſeres bekannten Heimat= und Mundart=
der
AKys, der in den Reihen des Odenwaldklubs aufrichtige Ver=
ugen
ſ kzuund Freunde beſitzt. Mit dem Hinweis auf das Wander=

18. Januar kommenden Jahres, das die weithin bekannte
zen, Pact
ſuuer Heimatbühne nach Darmſtadt bringt, fand der wohl=
BeCſnene Abend ſeinen Abſchluß.
PS
Käthe Walter in Abbazia, Brüſſel und Marſeille. Nach dem

Ra
Erfolg, den das beliebte einſtige Mitglied unſeres Landes=
Käthe Walter, als Giuditta während der Brüſſeler
Ruf 10
usſtellung am Theater de la Monnaie im Frühling dieſes
errungen hatte, folgte die Künſtlerin im Sommer einer
ueiu Eſloung nach Abbazia, wo ſie im Rahmen der dortigen Frei=
ſeſtſpiele
unter Leitung Lehärs und als Partnerin Richard
die Hauptrollen in Giuditta und Das Land des
unter dem ſtürmiſchen Beifall des 5000 Perſonen zäh=
Publikums ſang. Im Herbſt trat Käthe Walter auf
Wr
des Brüſſeler Publikums wieder am Theater de la Mon=
ſKt
auf und kehrte vor kurzem nach einem mehrwöchigen,
zut
er Preſſe begeiſtert begrüßten Gaſtſpiel in Marſeille nach
elei Mzurück.
urd PnVl
cher
ſpielplan des Heſſiſchen Landeskheakers.
GROSSES HAUS.

ioe

Anfang 20 Uhr. Ende 22.30 Uhr. Hauptmiete 4
10. Vorſtellung: Die Boheme‟, Oper von Giacomo
Puccini.

boch
8. Dez.

arstag,
9. Dez.

Anfang 19 Uhr. Ende gegen 23.15 Uhr Haupt=
miete
B 10 Vorſtellg.: Die Frau ohne Schatten,
Oper von Richard Strauß.
Anfang 19.30 Uhr. Ende 22.30 Uhr. Volksmiete
4. Vorſtellung: Die Räuber. Trauer=
Gruppe
ſpiel von Friedrich Schiller.

KLEINES HAUS.

tag,
17. Dez.

Anfang 20 Uhr. Ende gegen 23 Uhr. NS Kultur=
gemeinde
M 5. Vorſtellung: Was ihr wollt. Luſt=
ſpiel
von William Shakeſpeare.

doch
18. Dez.

Anfang 15 Uhr. Ende 17.45 Uhr. NS Kultur=
emeinde
Jugendring II (geſchloſſene Vorſtellung):
Dornröschen, ein fröhliches Weihnachtsſpiel mit
Muſik von Curt Elwenſpoeck.

derstag,
19. Dez.

Anfang 20 Uhr Ende nach 22.15 Uhr, Zuſatz=
miete
III. 6. Vorſtellung: Die Gärtnerin aus
diebe, Komiſche Oper von Wolfgang Amadeus
Mozart.

Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus geht heute
Puccinis Oper Boheme in Szene. Die Partien der
und des Rudolf ſingen Grete Welz bzw. Franz Koblitz
Gaſt vom Stadttheater Zürich). In den übrigen Haupt=
ſind
Regina Harre, Karl Köther, Kurt Ingo Rieger und
Wieter beſchäftigt. Im Kleinen Haus kommt heute
Shakeſpeares Luſtſpiel. Was ihr wollt zur Auffüh=
deſſen
Neuinſzenierung (RiedyFritzſche) einen ſtarken Er=
hatte
. Die Hauptrollen ſpielen Elly Hall. Ruth Trumpp.
gard Wahry. Anton Gaugl, Ludwig Linkmann. Emil Loh=
Dans Magel, Heinz Albrecht Marcks, Hannes Stelzer und
h Verden. Für kommenden Sonntag bereitet das Schau=
des
Heſſ. Landestheaters die Komödie Krach im Hinter=
von
Maximilian Boettcher vor. Das Werk iſt die erfolg=
te
Luſtſpielneuerſcheinung auf der deutſchen Bühne dieſes
es hat bis jetzt an mehr als 100 Bühnen insgeſamt über
Aufführungen erlebt.

4s der Landeshauptſtadt
Weihnachten in deutſchem Brauchtum.
Darmſtadt, 17. Dezember 1935

tag, 17. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 346 Seite 5

Vorkragsabend des Alk=Darmſtadt=
Bereins im Glanz der Weihnachtskerzen
478. Beranſtalkung.
Weihnachten in Alt=Darmſtadt das iſt immer ein Feſt
echter Verbundenheit aller, Mitglieder und Gäſte, im Heimat=
gedanken
. Im Flimmerlicht von hundert Kerzen hielt der 1. Vor=
ſitzende
Einklang. Weihnacht und Heimat gehören zuſammen. Er
ſprach von der Lichtſehnſucht unſerer germaniſchen Vorfahren in
den zwölf heiligen Nächten und von der Verſchmelzung deutſcher
mit chriſtlicher Art. So hat unſer heutiges Weihnachtsfeſt zwei
Wurzeln, die ihm jene Innigkeit und Innerlichkeit geben, aus der
wir Kraft ſchöpfen für Leben und Arbeit.
Dieſe Gedanken ſetzte der Vortrag des Abends fort. Herr
Prälat D. Dr. Dr. Diehl, mit Alt=Darmſtadt und ſeinen Zie=
len
ſeit langem verbunden, plauderte über Weihnachten in
unſrem Brauchtum. Bräuche aus alter und neuer Zeit
zogen an uns vorüber und fanden ihre Sinndeutung. Das Ch
geſchenk, in dem allein für viele Menſchen heute das Weih=
nachtsfeſt
beſteht, war bis zum 16 und 17. Jahrhundert noch nicht
bekannt. Man hatte nur das Gebäck, das in allerlei Formen her=
geſtellt
wurde. Da gab es Eber, Hirſch und Haſe: Abbilder der
germaniſchen Opfertiere und Sinnbilder der Fruchtbarkheit. Auch
Sonne, Mond und Sterne wurden geformt, die in älteſter Zeit
verehrt wurden. Beſondere Verehrung genoß die Sonne als die
Lebenſpenderin. Der Brauch des Chriſtbrandes zeigt das
ebenfalls. Zu Ehren der Sonne wurden Klötze aus geheiligtem
Holz, z. B. aus Wacholder, angezündet und ihre Glut ſoraſam ge=
hütet
. Das Chriſtentum behielt dieſen Brauch bei. Während
der Chriſtmette brannte im häuslichen Herd der Holzklotz. So be=
wahrte
man in jenen geheiligten Nächten, den Weihenächten, das
Licht und hoffte auf die Wiederkehr der Sonne. Ein gewaltiger
Glaube, größer und tiefer als der Götterglaube! Auch das
Chriſtlärmen iſt ein Brauch aus älteſter Zeit. Böſe Geiſter
und Unholde ſucht man durch Peitſchenknall, Kettengeraſſel und
Glockenlärmen zu vertreiben. Das oft langanhaltende Läuten der
Kirchenglocken in der Chriſtnacht iſt der Reſt jenes Brauches.
Die neue chriſtliche Zeit brachte uns das Chriſtkind
Lange war es der Mittelpunkt des religiöſen Denkens und Gegen=
Skiſpork in Darmſtadl.
Eine Sprungſchanze an der Ludwigshöhe.

An der Ludwigshöhe wird z. Zt. eine Sprungſchanze für Ski=
ſportler
gebaut. Eigentlich ſind es zwei Sprunghügel, die natür=
lich
wohl nur als Uebungshügel in Betracht kommen.
(Eigene Aufnahme D. T.)
Heute 8.15 Uhr Großer Bunker Abend
mit Tanz im Städl. Saalbau.
Hausmuſik der Privatſchule Heinzerling.
Die Privatſchule Heinzerling hatte zu einer Haus=
muſikfeier
am Samstag, dem 14. Dez., eingeladen. Das Freundin=
nenheim
junger Mädchen, Sandſtraße 24, ſtellte hierzu entgegen=
kommenderweiſe
einen Raum zur Verfügung.
Die Leiterin der Schule, Fräulein Bender, eröffnete die
Veranſtaltung mit kurzen Worten der Begrüßung. Fräulein Lu
Metté, Lehrerin an der Städtiſchen Akademie für Tonkunſt,
geſtaltete mit ihrem aus jungen Schülern beſtehenden Orcheſter
die Feier aus.
Der erſte Teil wurde eingeleitet durch zwei Sätze aus der
Waſſermuſik von Händel. Fräulein Metté gab zu jedem Stück
eine kurze Erklärung. Gleich bei dieſem erſten Stück ſpürte man,
mit welcher Hingebung und Freude die Schülerinnen und Schüler
unter der ſicheren und ſtraffen Leitung von Fräulein Metté muſi=
zierten
. Es folgte ein Menuett und, von den beiden Jüngſten
ſehr flott geſpielt, ein Marſch. Man mußte ſtaunen über die Ton=
reinheit
, die ſichere Bogenführung der beiden jungen Muſikanten,
und wie klar ſie ſchon den Stil erfaßt hatten. Nach einem vom
streichorcheſter ſehr fein vorgetragenen Andante und Parade=
marſch
ſang Liſl Spöhrer mit warmer, klangvoller Stimme
bei ſehr guter Ausſprache.
Der 2. Teil ſtand unter dem Thema Weihnachtszeit‟. Er
wurde eingeleitet durch das Weihnachtslied Alle Jahre wieder
Nun folgten 2 Sätze aus der Trioſonate in B=Dur von Steffani,
ſtilſicher und mit gutem Ausdruck geſpielt von den fortgeſchritte=
nen
Schülern Theo Mannesmann, Kurt Mohr und G. A
Göbel. Auch hier verriet ſich die gute Schule von Frl. Metté.
Danach ergötzte uns Liſl Spöhrer, die auch zwiſchendurch am Kla=
vier
mitwirkte, durch zwei reizende Weihnachtslieder. Der reiche
Beifall bewies, daß ſich die Sängerin die Herzen der Zuhörer er=
obert
hatte. Es folgte ein Violinſolo, vorgetragen von Kurt
Mohr, der das Stück gut beherrſchte. Angeregt durch den rei=
chen
Beifall bei ihren vorigen Liedern ſang Liſl Spöhrer noch=
mals
und zeigte, daß ſie auch in der hohen Tonlage heimiſch ſei.
Tun ſpielte das geſamte Orcheſter eine Zuſammenſtellung von
Weihnachtsliedern. Die ſchlichte, aber gehaltvolle Feier klang
aus in dem gemeinſam geſungenen O du fröhliche‟.
die Zuhörer dankten Fräulein Metté und ihren jungen Künſt=
Se.
lern durch reichen Beifall.
Auszahlung von Dienſtbezügen vor Weihnachten. Die Zen=
tralſtelle
der Landesregierung gibt allen unterſtellten Behörden,
Gemeinden, Gemeindeverbänden und ſonſtigen Körperſchaften des
öffentlichen Rechts bekannt: Mit Rückſicht auf das Weihnachts=
feſt
können gezahlt werden: a) Die am 25. Dezember 1935 fällig
werdenden Dienſtbezüge der Angeſtellten am Freitag, dem 20
Dezember 1935, und b) die am 27. Dezember 1935 fällig werden=
den
Löhne für die Arbeiter am Montag, dem 23. Dezember 1935.
Die für dieſe Zahlungen erforderlich werdenden Ueberweiſungen
auf Bank= uſw. Konten, ſowie diejenigen im Poſtwege dürfen
jeweils einen Werktag früher getätigt werden.

ſtand der kirchlichen Verkündigung und der Kirchenlieder. Heute
hat ſich darin ein Bedeutungswandel vollzogen. Das Chriſtkind
kommt jetzt in erſter Linie zu den Kindern. Der Vortragende ver=
las
an dieſer Stelle die Schilderung von Chriſtkindleins Aufzug
im landgräflichen Schloß zu Lichtenberg an Weihnachten 1632.
Die frühere Form der Weihnachtsfeier war die Chriſtmette.
Der mitternächtliche Gottesdienſt war Gemeindefeier, zu der die
Angehörigen einer Pfarrei oft von weither in ihre Kirche kamen.
Später erſt wurde das Chriſtfeſt zum Familienfeſt, beſonders nach
der Einführung des Chriſtbaumes. 1605 iſt dieſer Baum,
ohne deſſen Glanz und Duft heute keine Weihnachtsſtube zu denken
iſt, aus Straßburg belegt. Vielleicht iſt er aber ſchon viel älter,
zumal auch er in ſeinem urſprünglichen und ſchönſten Schmuck, mit
Aepfeln und Nüſſen, Sinnbild des Lebens iſt. Aus der Chriſt=
mette
heraus hat ſich das Chriſtſpiel entwickelt. Verkün=
digung
und Geburt, Hirten und drei Könige alle dieſe Bege=
benheiten
wurden mit verteilten Rollen geleſen und geſpielt. Die
ſpäteren Terte dieſer Spiele waren oft mundartlich gefärbt.
Pietismus, Aufklärung und moderne Zeit haben vieles von
dieſen Bräuchen beſeitigt oder verwäſſert. Manches iſt noch vor=
handen
, aber ſein Sinn iſt nicht mehr bekannt. Hier gilt es, Altes
zu bewahren und Vergeſſenes zu neuem Leben zu erwecken. Man
ſollte z. B. die alten Gebäckformen wieder bevorzugen.
Die Betrachtung dieſes Brauchtums war ein Blick in die heid=
niſch
=heilige Welt unſerer Vorfahren. Die Bräuche offenbaren eine
innige Naturverbundenheit. Das neue Reich hat dieſe Naturver=
bundenheit
bei uns wieder erweckt. Das Weihnachtsfeſt vereinigt
aufs Schönſte in ſich beides: die Verwurzelung in der Tiefe des
Volkstums und den Blick in die Höhe, aus der das Licht kommt.
Dieſer Vortrag des hervorragenden Forſchers und treuen Hei=
matfreundes
wurde von Geſang. Muſik und Vorleſung umrahmt.
Klara Reifenrath=Herber ſang unter Herrn A. Nie=
bergalls
Begleitung Weihnachts= und Marienlieder. Ein
Quartett (die Herren Frey, Wilk, Staudt und Nieber=
gall
) brachte alte Muſik. Eduard Göbel geſtaltete, die
ſchnurrige und zugleich innige Geſchichte von Felix Timmermanns
St. Nikolaus in Not, Herr Hohmann d. Aelt. weckte, mit
einem Mundartgedicht Kindheitserinnerungen. Die ganze Feier=
gemeinde
aber ſang die alten Weihnachtslieder und trug das Licht
mit ſich in die Häuſer, das dieſer Abend in allen angezundet hat.
Dort ſoll es glühen, leuchten und wärmen
nicht nur in dieſer
kalten, dunklen Zeit, ſondern das ganze kommende Jahr hin=
durch
.
Stz.

Hundert Jahre im Heſſenland.
Ein Gedenktag der Aachener und Münchener Feuerverſicherungs=
Geſellſchaft.
In die Zeit der deutſchen Kleinſtaaterei führt ein Gedenktag
zurück, der für Heſſen von Bedeutung und des Erinnerns wert
iſt. Die Aachener und Münchener Feuerverſicherungsgeſellſchaft
zu Aachen iſt ſeit hundert Jahren für das heſſiſche Gebiet zuge=
laſſen
. Vorher kannte man lediglich ein einheimiſches Unterneh=
men
die Heſſiſche Brandverſicherungsanſtalt, die eine Monopol=
ſtellung
innehatte, aber nur die Verſicherung von Gebäuden be=
trieb
. Bewegliche Gegenſtände Mobiliar, Waren uſw. konn=
ten
nur bei ausländiſchen Geſellſchaften brandverſichert werden,
und denen bereiteten die Einzelſtaaten mancherlei Schwierigkei=
ten
. Das war in der Zeit des Staatenbundes mit ſeinen Zoll=
ſchranken
, den verſchiedenen Münzen und Maßen und der unein=
heitlichen
Geſetzgebung.
Zum erſten Male wurde auf dem Gebiet des Verſiche=
rungsweſens
die Kleinſtaaterei durch die Jubilarin geſprengt.
Die Aachen=Münchener war im Jahre 1825 durch David Hanſe=
mann
gegründet worden, einem vorzüglichen Organiſator und
Finanzmann, der ſpäter auch die Diskonto=Geſellſchaft in Berlin
ns Leben rief und in den Sturm= und Drangjahren um 1848
preußiſcher Finanzminiſter war. Nachdem es der Geſellſchaft in
den Jahren 1834/35 gelungen war, in den Staaten Bayern, Han=
nover
und Braunſchweig zugelaſſen zu werden, erlangte ſie am
2. Dezember 1835 durch Verordnung des Großherzogs Ludwig II.
auch die Konzeſſion für Heſſen. Nicht nur den Verſicher=
ten
, auch dem Staat, ſeinen Gemeinden und ſeiner Wirtſchaft er=
wuchſen
daraus Vorteile. Ein Teil der jeweiligen Reingewinne
aus dem Verſicherungsgeſchäft wurde einem Gemeinnützi=
gen
Fonds zugeführt, der wohltätigen Zwecken diente. Auch
die Stiftung von Feuerlöſchgeräten kom der Allgemeinheit zu=
gute
, wie auch jetzt noch der Feuerwehr=Unterſtützungskaſſe für
verunglückte oder notleidende Wehrmänner alljährlich größere
Geldſummen zufließen.
In den hundert Jahren ihrer Wirkſamkeit in Heſſen hat die
Aachen=Münchener ihre Verbindung zu Land und Leuten immer
enger zu geſtalten gewußt und ſie kann mit Stolz darauf verwei=
ſen
, daß nicht ſelten Verträge vom Urahn bis in die heutige Zeit=
gehen
. Den Beginn ihres zweiten Jahrhunderts wird ſie deswegen
am 17. Dezember, beglückwünſcht von weiten Kreiſen auch des
öffentlichen Lebens, feſtlich in Darmſtadt begehen.

Wohlfahrkspoſtkarken zur Weihnachtszeit!
Wertzeichen
Dieſe Poſtkarte der Deutſchen Nothilfe zeigt
der Wohlfahrtspoſtkarte diesmal als Wertſtempel das Bild eines
Sültig bis 30. Junt 1938 BDM=Mädels mit HJ=Fahnen als Ausdruck
dafür, daß die deutſche weibliche Jugend
J ohne Standesunterſchied zuſammengefaßt im
9
42 BSM.
Sitte und Brauchtum und in
die ihr vom Führer geſtellten Aufgaben hin=

einwächſt. Dieſe in dem Motiv ſehr gut ge=
lungene
amtliche Poſtkarte iſt zum Verkaufs=
preis
von 10 Pfg. durch die NSV= Orts=
gruppen
, deren Block= und Zellenwalter er=
hältlich
. Die Verwendung der Karte bedeu=
8
tet durchaus kein Opfer. Der Wohlfahrts=
aufſchlag
von 4 Pfg. für einen Kartengruß
W
K.
R
kann wahrlich von jedem Volksgenoſſen ge=
HafMfza tragen werden.

Noch zwei Tage!
Vom 19. bis 22. Dez. ſammell die deutſche
Jugend. Millionen ſind wir und nur eine
Seele. Zeigk alle, daß Ihr Kameraden ſeid!

Frau Anna Schneider Witwe, geb. Chriſtian, Heinhei=
merſtraße
96 III. zum 86. Geburtstag.
Herrn Georg Weil, Eiſenbahn=Sattler i. R., Moosberg=
ſtraße
99, zum 79. Geburtstag.
Der ev. Krankenſchweſter Sophie Schmucker in Groß
Zimmern zu ihrem 65. Geburtstag. Ueber 40 Jahre übt ſie
mit großem Eifer und Freudigkeit Tag und Nacht den oft ſchwe=
ren
Dienſt als Krankenſchweſter aus. Bei Wind und Wetter kann
man die 65=Jährige immer mit dem Fahrrad ſehen, und ſelbſt
ihren Jahresurlaub benützt ſie dazu. große Radtouren zu machen.
Die Jubilarin erfreut ſich großer Beliebheit bei groß und klein
hier und in den umliegenden Orten von Groß=Zimmern. Große
Verdienſte hat ſie ſich auch erworben als Lehrerin im Kinder=
gottesdienſt
. Für treue Dienſtleiſtungen während des Weltkrieges
in dem Lazarett wurde ihr das Ehrenkreuz verliehen.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 346

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 17. Dezember

Aus der Asouu.
Arbeitsdank.
Mitgliedſchaft Gutenberg.
Einladung an alle ehemaligen Arbeitsdankkameraden der
Ortsgruppe Gutenberg! Am Mittwoch, dem 18. Dezember 1935,
findet im Lokal Tod. Dieburger Straße, ein Kameradſchafts=
abend
ſtatt. Kamerad Pg. Gengnagel ſpricht über Der Auf=
bau
der NSDAP.. Es iſt Pflicht jedes ehemaligen Arbeits=
dienſtkameraden
, zu dieſem Abend zu erſcheinen. Anfang 20.15 Uhr.
Weihnachtsfeier. Die Mitgliedſchaft Darmſtadt= Guten=
berg
weiſt ſchon heute auf ihre am Samstag, dem 21. Dez. 1935
ſtattfindende Weihnachtsfeier im Wiener Kronenbräukeller (Lokal
Tod), Dieburger Straße, hin.
Mitgliedſchaft Schloßgarten.
Am Freitag, dem 20. d. M., 20.15 Uhr, findet ein Kamerad=
ſchaftsabend
bei Gaſtwirt Baltes, Liebfrauenſtraße 37, ſtatt. Ich
erwarte reſtloſe Beteiligung aller Arbeitsdankkameraden. Ehe
malige Arbeitsdienſtkameraden ſind herzlich eingeladen.
Mitgliedſchaft Beſſungen.
Am Freitag, dem 20. d. M., findet im Hitler=Eck, Donners=
bergring
, Ecke Ahaſtraße, 20.30 Uhr, ein Kameradſchaftsabend
ſtatt. Erſcheinen aller Arbeitsdankkameraden iſt Pflicht.
Mitgliedſchaft Mitte.
Mittwoch, den 18. ds., 20 Uhr, findet im Parteilokal Apoſtel=
hof
. Alexanderſtraße, ein Kameradſchaftsabend ſtatt. Erſcheinen
iſt Pflicht.
Der Bezirksobmann 3/25: L. Kirſchbaum.

* Aus dem Gerichisfaal.
Aw. Das Schwurgericht behandelte in ſeiner letzten dies=
jährigen
Sitzung am Montag eine Anklage wegen Mordver=
uchs
gegen den 30jährigen Heinrich Ofenloch aus Bürſtadt.
Ofenloch hat am Abend des Oſterſonntag in einer Wirtſchaft einen
Bürſtädter Bekannten ohne jeden Grund überfallen und mit den
Worten: Jetzt iſt’s aus einen ganz erheblichen Schnitt in den
Hals, nahe an der Kehle, beigebracht. Von Glück konnte er ſagen,
daß der Schnitt, der anſcheinend erſt durch den Kragen ging, nicht
tiefer war, ſonſt wäre das Leben des anderen wohl verloren ge=
weſen
. Ofenloch iſt ſchon jahrelang arbeitslos und ernährt ſich
kümmerlich durch Hauſierhandel. Er iſt ſchon einige Male vor=
beſtraft
und führte ſtets ein recht unruhiges Leben. Plötzlich war
er wochenlang verſchwunden, um ebenſo plötzlich wieder daheim
aufzutauchen. Auch nach dieſer Tat hat er ſich aus dem Staube
gemacht, und erſt im Juli gelang es, ihn in Oſchatz dingfeſt zu
machen. Der Angeklagte behauptet heute, von der Tat überhaupt
nichts mehr zu wiſſen. Er war am Vormittag beim Arzt geweſen,
um eine ſchwere Kopfverletzung, die ihm in einem Streit vier
Tage vor ſeiner Tat ſein Bruder beigebracht hatte und die nun
eiterte und ſtark ſchmerzte, nachſehen zu laſſen, und war dann den
ganzen Nachmittag in der Wirtſchaft. Der Verletzte bekundet, daß
er mit ſeiner Familie ſchon am Nachmittag am ſelben Tiſch mi=
dem
Angeklagten geſeſſen habe, daß der Angeklagte immer dumme
Bemerkungen gemacht habe und daß ſie froh waren, als er dann
fortging. Streit hätten ſie aber nicht gehabt, und die Tat des
Angeklagten, den er am Abend, als er ganz kurz noch einmal in
die Wirtſchaft kam, wieder dort antraf, ſei ihm vollkommen uner=
wartet
gekommen.
Der mediziniſche Sachverſtändige iſt der Auffaſſung, daß der
Angeklagte nicht voll verantwortlich zu machen ſei für ſeine Tat,
und das Gericht erkennt infolgedeſſen neben einer Gefängnis
ſtrafe von 2 Jahren wegen verſuchten Totſchlags
auf Unterbringung des Angeklagten in einer Heit=
und Pflegeanſtalt, die im Intereſſe der Allgemeinheit un=
ter
dieſen Umſtänden unbedingt erforderlich ſei. Einen Mord=
verſuch
hält das Gericht nicht für gegeben, da der Angeklagte zwar
den Tod des Mannes wollte, die Tat aber zweifellos nicht mit
Ueberlegung ausführte.
Das Schöffengericht behandelte am ſelben Tage einen
Autounfall eigener Art. Vier junge Erbacher Lebemänner
hatten ſich am 8. September dieſes Jahres zu einer Spritztour auf
das Bensheimer Winzerfeſt zuſammengetan, wobei der 22jährige
Jakob Stegmüller mit dem Auto ſeines Vaters die Chauf=
feurrolle
übernahm. Den ganzen Nachmittag hatte man gebum=
melt
Alkohol zu ſich genommen, Mädels kennen gelernt und ge=
tanzt
, und am Abend gegen 7.30 Uhr erklärte Stegmüller ſich be=
reit
, drei Mädels in Bürſtadt wieder nach Hauſe zu bringen. Die
Mädels kamen jedoch in einem anderen Auto dort an, denn unter=
wegs
war Stegmüller in ſeinem leichten Alkoholduſel auf die ge=
ſchloſſene
Bahnſchranke aufgefahren, ſo daß die Lampe ſich zerbog
und der Kühler beſchädigt wurde. Die Schranke wurde vollkom
men verbogen und die Lager brachen. Dem Schrankenwärter, der
herbeieilte, um die Perſonalien aufzunehmen, fiel es auf, daß
Stegmüller die Sache ganz gleichgültig war: Noja, die Verſiche=
rung
bezahlt’s ja! Die Mädels waren mittlerweile in ein
anderes Auto geſtiegen, da ihnen die Sache zu lange dauerte.
Stegmüller fuhr dann wieder zurück tanzte noch ein Weilchen,
und dann machte er ſich auf den Weg, um zwei Weinheimer
Mädels nach Hauſe zu bringen. Doch hier kam er erſt recht nicht
weit. Noch in Bensheim fuhr er derart leichtſinnig drauflos, daß
er einen Mann, der gerade in ſeinen Wagen, der in der entgegen=
geſetzten
Richtung ſtand, alſo auf der linken Seite des Angeklag=
ten
, ſteigen wollte, anfuhr und derart ſchwer am Kopf verletzte
daß der Mann ſchwer blutend auf der Straße liegen blieb und
nach einigen Stunden ſtarb.
Trotz dieſes traurigen Unfalls brachte St. die Mädchen nach
Hauſe und fuhr dann wieder zurück zum Tanz nach Bensheim.
Nachts um 2 Uhr kam man wieder in Erbach an. Dort brachten
ſie das Auto ſofort in der Reparaturwerkſtatt unter. Wie die
Staatsanwaltſchaft annimmt, um das Auto in dieſem Zuſtand
nicht der Polizei vorführen zu müſſen. Ein Zeuge behauptet
allerdings, weil der Angeklagte Angſt vor ſeinem Vater gehabt
habe, der ſicher nicht ſo zart mit ihm umgegangen ſei. Doch hält
der Richter ihm da entgegen, daß der Angeklagte wohl noch weni=
ger
zart beſaitet ſei, denn wer es fertig brächte, nachdem er einen
Mann totgefahren habe, wieder auf den Tanzboden zu gehen,
zeige doch von Zartgefühl wahrlich keine Spur. Dieſes Verhal=
ten
des Angeklagten bewirkt denn auch, daß das Gericht eine
fühlbare Strafe für angebracht hält, denn es ſei ja nun Gott ſei
Dank ſo, daß man nicht mehr nur die Tat, ſondern auch den Täter
beurteile.
Die Anklage legt Stegmüller auch Führerflucht zur Laſt, da
er ſich bei dem Unfall ſelbſt nicht meldete und er und ſeine
Freunde nachher alles taten, um ſeine Schuld bei dieſem Unfall
zu verſchleiern. Dem hat der Angeklagte es auch zu verdanken,
daß er in Unterſuchungshaft kam. Das Gericht erkennt demnach
wegen fahrläſſiger Transportgefährdung und
fahrläſſiger Tötung auf eine Gefängnisſtrafe von
1 Jahr und 1 Monat. Von der Anklage der Führerflucht
wird Stegmüller mangels Beweiſes freigeſprochen, da ſich in der
Beweisaufnahme ergab, daß er erſt nach dem Abtransport des
Getöteten weitergefahren war.
Das Sondergericht tagte ebenfalls am Montag und ver=
urteilte
unter anderem den 52jährigen Peter Rühl aus Allerts=
hofen
wegen ſyſtematiſcher Hetze gegen die Regierung zu einer
Gefängnisſtrafe von 10 Monaten. Rühl war 24 Jahre lang ge=
treuer

D=Mann und verſäumte es nirgends, gegen die Regie=
rung
und ihre Maßnahmen zu hetzen.

Das Urkeil gegen den Frankfurker Oberpoſtpräſidenken
In ſpäter Abendſtunde des Montags fällte die große Straf=
kammer
in Frankfurt im Prozeß gegen den Präſidenten der Frank=
furter
Oberpoſtdirektion, Otto Plein, folgendes Urteil:
Der Angeklagte wird wegen Vergehens gegen den § 134 des
Strafgeſetzbuches in Tateinheit mit öffentlicher Beleidigung des
Gauleiters Sprenger zu 3000 RM. Geldſtrafe, im Nichtbeibrin=
gungsfalle
zu 30 Tagen Haft verurteilt. Das Gericht ſprach dem
Gauleiter das Recht zu, das Urteil im Völkiſchen Beobachter und
im Frankfurter Volksblatt zu veröffentlichen.
In der Begründung heißt es u. a., daß es ſich bei dem
Plakat um einen amtlichen Anſchlag gehandelt habe, denn nach
dem Geſetz über die Vereinheitlichung von Partei und Staat ſei
das Parteiplakat als ein behördliches Plakat anzuſehen.

Die Deutſche Arbeitsfront

Achtung! Amtswartetagung am 18. Dezember. Am kommen=
den
Mittwoch, dem 18. Dez., findet eine wichtige Tagung der
Amtswarte im kleinen Saal des Haus der Arbeit, Bismarck=
ſtraße
19, ſtatt. Beginn der Arbeitstagung 20.15 Uhr. 1. Alle
Ortswarte des Kreiſes Darmſtadt, 2. die dem Kreis direkt unter=
ſtellten
Betriebswarte, 3. die Betriebswarte der Ortsgruppen
Darmſtadt=Stadt. Wir erwarten, daß ſämtliche Ortswarte reſt=
los
und vollzählig erſcheinen. Entſchuldigungen werden nur in
dringenden Fallen angenommen.

N5-Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟
KdF.=Sportprogramm des Tages.
Heute Dienstag finden letztmalig im alten Jahre ſtatt: Fröh=
iche
Gymnaſtik, für Frauen und Mädchen, Goetheſchule,
Viktoriaſtraße 31, von 2021 Uhr. Leibesübungen für
Aeltere, für Frauen. Eliſabethenſchule, Sandſtraße 12, von
021 Uhr. Leichtes Geräteturnen, für Männer und
Frauen, Hausw. Berufsſchule, Lagerhausſtr. 7, von 2021 Uhr,
Skigymnaſtik, für Männer und Frauen, Turnhalle, Soder=
ſtraße
30, von 19.3020.30 Uhr.
Wir machen alle Sportkurſus=Teilnehmner darauf aufmerk=
ſam
, daß vom 23. 12. 35 bis 6. 1. 36 jeder Uebungsbetrieb ruht.
Das neue Sportprogramm (JanuarMärz) wird allen Jahres=
ſportkarteninhabern
rechtzeitig zugeſtellt. Es enthält neben den
Ankündigungen über Ort, Zeit und Beginn der Sportkurſe wieder
eine intereſſante Umſchlagſeite.
Der Sportamtsſtützpunkt wünſcht allen Teilnehmern fröhliche
Weihnachten und ein geſundes neues Jahr, und dann: Auf zu
neuen Taten!

Was die Lichtſpieltheater bringen.
Zweimal Hans Albers.
Es iſt eine verteufelte Sache, wenn ſich zwei Menſchen ſo
ähnlich ſehen wie ein Ei dem anderen. Zumal, wenn ſie dabei
innerlich ſo gänzlich verſchiedene, ja geradezu entgegengeſetzte
Charaktere ſind, wie Michael von Prack und ſein Vetter Alexei
Alexandrowitſch von Prack. Aeußerlich war es ſelbſt ihren näch=
ſten
Freunden und Verwandten kaum möglich, die beiden Vettern
auseinanderzuhalten. Eine ſonderbare Laune des Schickſals wollte
es nun, daß ſich die Wege Michaels und Alexeis wieder kreuzten
nachdem ſie Jahre hindurch nichts voneinander gehört hatten. Das
war gleich nach dem Weltkriege, als Deutſchland von den Wirren
der Revolution zerriſſen wurde. Damals kämpfte Rittmeiſter
Michael von Prack in einem Freikorps oben im Baltikum. Ein
kleines Häuflein Deutſcher auf verlorenem Poſten hielt den Vor=
marſch
der übermächtigen Roten Armee auf. Dieſe Rote Armee
aber ſtand unter dem Kommando des Generals Alexei von Prack,
der, ehemals ruſſiſcher Gardeoffizier, nach der Revolution zu den
Bolſchewiſten übergegangen war. Einſtmals innige Freunde,
waren die beiden Vettern jetzt erbitterte, unverſöhnliche Feinde.
Zwiſchen beiden aber ſteht eine Frau: Vera Iwanowna, die Ge=
liebte
Alexeis. Ein Zufall führt ſie, die als Spionin für die
roten Truppen tätig iſt mit Michael zuſammen, den ſie für ſei=
nen
Vetter hält. Sie lernt Michael lieben aber Michael iſt
der Feind ihres Landes, und als überzeugte Patriotin muß Vera
Iwanowna zu ihrem Volke halten. Der Kampf beginnt, die ver=
blüffende
Aehnlichkeit zwiſchen den beiden feindlichen Komman=

Photo: Bavaria-Film (M)
Charlotte Susa (Vera Twanowna) und Hans Albers (4lexel
von Alexandrowitsch v. Prack) in dem Bavaria-Großälm
Henker, Frauen und Soldaten‟

danten verwirrt die Situation, und als niemand mehr weiß, ob
* Michael oder Alexei von Prack vor ſich hat, da iſt es Vera
wanowna, die die Entſcheidung bringt.
Die abenteuerlichen Erlebniſſe dieſer beiden Vettern von Prack
bilden den Inhalt des neuen Großfilms der Bavaria Henker,
Frauen und Soldaten, der uns einen ſpannenden dramatiſch be=
wegten
Ausſchnitt aus den Kämpfen der deutſchen Freikorps gegen
die bolſchewiſtiſchen Armeen vermittelt. Die beiden Figuren des
Michael und Alexei geben Hans Albers, dem beliebteſten
Schauſpieler des deutſchen Films, in der Form einer Doppelrolle
eine dankbare Aufgabe für ſein großes darſtelleriſches Geſtal=
tungsvermögen
. Hier findet der blonde Hans ein künſtleriſches
Betätigungsfeld, wie es ihm bisher nur ſelten geboten wurde.
Einmal ſehen wir ihn als den kühnen, tapferen deutſchen
Offizier, den prachtvollen, warmherzigen Kameraden und heldi=
ſchen
Kämpfer, der in eherner Pflichterfüllung ſein Leben dem
Vaterlande weiht, dabei als Menſch liebenswürdig und liebens=
wert
iſt und in allen Lebenslagen ſeinen geſunden, urwüchſigen
Humor bewahrt. Das andere Mal iſt er als Alexei Alexandro=
witſch
ein kaltſchnäuziger Hund, ohne Seele und Gewiſſen eine
grauſame Beſtie ohne jede menſchliche Regung, die bedenkenlos
Hunderte von Menſchen mordet und nur ihren eigenen Inter=
eſſen
dient.
Dieſe grundverſchiedenen Weſen gilt es darſtelleriſch durch
zahlloſe Schattierungen in einzelnen Bewegungen, Geſten und
Worten ſcharf gegeneinanderzuſtellen, dabei aber muß gleichzeitig
eine ſo weitgehende Uebereinſtimmung im Geſamtbild der beiden
Perſönlichkeiten erzielt werden, daß ſie die ſtändige Verwechſelung
der beiden Vettern überzeugend glaubhaft macht. In der Tat
eine Aufgabe, die des ganzen Könnens und der ganzen Kraft
eines unſerer beſten Schauſpieler würdig iſt. Für das Publikum
aber wird dieſer Film einen beſonderen Anreiz haben, denn er
bietet, was kaum bisher auf der Leinwand gezeigt wurde: In
einem Film zweimal Hans Albers.
Das Union=Theater bringt nur noch heute und morgen
das entzückende muſikaliſche Luſtſpiel Der Kraft=May
mit Karin Hardt, Paul Hörbiger, Sybille Schmitz. Jugendliche
ab 14 Jahren zugelaſſen.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen ab heute bis einſchließlich Don=
nerstag
ein Filmluſtſpiel, das die rechte Feſtvorfreude ſchafft,
Adele Sandrock in Alles hört auf mein Kommando.
Die Palaſt=Lichtſpiele bringen ab heute in Neuaufführung
D
Mädche
einen ſchlichten, echten Film. der tief ergreift:
vom Moorhof mit Hanſi Knoteck, Kurt Fiſcher=Fehling, Elle
Frank.
Belida zeigt nur noch heute und morgen den ſenſationellen
Afrika=Film Boſambo nach dem gleichnamigen Buch von
Edgar Wallace.
Reſi=Theater zeigt heute nochmals d ſpannenden Senſa=
tionsfilm
Polizeiauto
n deutſcher Sprache. Vorher
ein beſonders gutes und reichhaltiges Beiprogramm.

Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen Drrde
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechtsverbindlichtett
Uck. Es wird ſehr ſchwer halten, die Hektographentinte aus
dem Marmor zu entfernen. Sie können es mit unverdünntem
Seifenſpiritus oder Kleeſalz verſuchen. Jeder Fachdrogiſt kann
Ihnen außerdem perſchiedene Univerſalfleckenmittel nennen, mit
denen Sie auch einen Verſuch machen können.

Deuſt.
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Werke
nur
rnt,

Die Landwirtſchaft braucht Arbeitskräfte. Wenn ſich au
des
Verhältniſſe in der Landwirtſchaft infolge einſchneidender
licher Maßnahmen ſeit der Machtübernahme durch den Ne
ſozialismus weſentlich gebeſſert haben, ſo ſind doch die Sche
keiten, die der Verſorgung der Landwirtſchaft mit geeignen
beitskräften entgegenſtehen, noch nicht völlig überwunden.
geſetzliche Maßnahmen allein können dieſe Schwierigkeite
beſeitigt werden. Zur Behebung des Leutemangels au
Lande iſt die Mithilfe der Betriebsführer unumganglich no=
dig
. Dazu gehört, daß ſie ihre Aubeitskräfte nicht wie
im liberaliſtiſchen Zeitalter herausgebildet hatte alsba d// zunſicht a
Beendigung der Feldarbeiten entlaſſen, ſondern auch in
beitsärmeren Zeit auf dem Hofe halten. Dies gilt insbe
auch für die Landhelfer und ſonſtigen jugendlichen Kräfte,
oſe
ihrer Ausbildung z. Zt. auf dem Lande ſind. Die Heranbi
kaum e
des beruflichen Nachwuchſes und die Neubildung des Lan
terſtandes erfordern, daß die Jugend Gelegenheit hat, ſich My0ſſch N
d. h. alſo auch während des Winters in das dörfliche 51ſuehe be
einzugewöhnen. Landwirtſchaftlich geſchulte und ausgeb
Hilfskräfte müſſen die Sicherheit bekommen, daß ſie im
nicht arbeitslos werden. Im nationalſozialiſtiſchen Staat
Mai
nicht an, daß die Landarbeiter einerſeits auf Grund geſetz
Nrauch die
Maßnahmen verpflichtet werden, auf dem Lande zu bleiben
fr die A.
rend ſie andererſeits für die Dauer der Wintermonate kein
ſchäftigung finden.
des
ſei Beginn der Arbeiten im nächſten Frühjahr wilb..
Stet
Rückſicht auf die Einberufung zum Arbeits= und Wehrdie
gleich
Nachfrage nach geeigneten Mitarbeitern für die Landarbe
dis Gelände
*
ſtärker als bisher in Erſcheinung treten. Es gilt dahe,
landwirtſchaftlichen Betriebsführer in Heſſen=Naſſau, ſich Mrin gegen
zeitig ihre Mitarbeiter zu ſichern. Dies geſchieht wohl am
an ſich
dadurch, daß die Landarbeiter und jugendlichen Helfer üb=
Winter auf dem Hofe gehalten und, ſoweit nicht ande reM rien 30 Haul
dingungen beſtehen, auf Jahresarbeitsvertrag verpflichtet zadlungen A.
Frankfurt a. M., 12. Dezember 1935.
Der Präſident des Landesarbeitsamts Heſſen:
V. (gez.) Dr. Lins.
Babe
Reichsnährſtand Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau:
Der Landesbauernführer (gez.) Dr. Wagner.

dem Bo.
tel,
(i
uunte

Dg. Arheilgen, 16. Dez. NS=Frauenſchaft. Jr
geſchmückten Gaſthaus Zur Sonne veranſtaltete die NS=F

ſchaft eine Adventsfeier, zu der neben den zahlreich erſchie

Frauen ſich auch Abordnungen der einzelnen Gliederungen
gefunden hatten. Eine gefällig zuſammengeſtellte Vortrag
ſicherte der Veranſtaltung einen ſchönen und harmoniſchen
lauf, auf deren tieferen Sinn die Frauenſchaftsleiterin na

zen Begrüßungsworten näher einging. Die muſikaliſche 1
uind ge

mung hatte das Orcheſter der Hitler=Jugend übernomme
mit ſchönen Muſikſtücken aufwartete. Bei Kerzenſchein erk
gemeinſame weihnachtliche Lieder. Zwiſchendurch wurde in
Frauen mit Kaffee und Kuchen bewirtet, ebenſo wurde
Jug
vielen Kranken Kuchen ins Haus geſchickt.
Werbeabend. Die Sportvereinigung 04 hatte zu
Werbeabend in den Löwenſaal eingeladen. In ſeiner Begrüß
anſprache konnte Vereinsführer Hettinger einen vollbe
Saal willkommen heißen. Zum Schluſſe ſeiner Ausfühn

richtete er einen Appell an die Eltern, die Jugend dem S

eſe

den
daß
Vert

noch mehr zugänglich zu machen und ſich bei den jeweilige
anſtaltungen zahlreich einzufinden, um ſich von dem Könne
Wollen ihrer Kinder zu überzeugen. In raſcher Folge w)e Herr
ſich dann ein Programm ab, das die Jugend in ſportlicher A
tu
gung ſah und die ungeteilte Anerkennung der Beſucher fan
ſonderen Beifall fand auch der Holländiſche Tanz, der v
zwölf Mädels flott gegeben wurde, ebenſo ein heiterer Vo
des Jugendlichen Schutz. Mitglied Otto Heib ſagte die ein
Darbietungen in witziger Weiſe an. Als Abſchluß bracht
Jugend eine überaus heitere Theateraufführung.
ſGhur=
J. Griesheim, 16. Dez. Die Bürgermeiſterei weiſt in einA eit
ſonderen Bekanntmachung darauf hin, daß alle dieienigen em M
ſonen, die mit ihren bis 31. Dezember 1935 fällig geweß zin
Steuern im Rückſtande ſind, in die demnächſt auzulegend,
der ſäumigen Steuerzahler aufgenommen werden müſſen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Dez. ReichszuſchüſſeLen
Wohnungsbauten. Nach den neuerdings ergangene
ſtimmungen werden jetzt wiederum Zuſchüſſe für die Erſt,
neuer Wohnungen gewährt unter der Vorausſetzung, daß
beendel4,
Frage kommenden Arbeiten bis Ende März n.
Bei der in hieſiger Gemeinde immer noch vorherrſchenden
Wohnungsnot dürfte für manchen Hausbeſitzer zu überlege
ob er in ſeinem Hauſe nicht Räume hat, die ſich für Wohr
einrichten laſſen. Abnehmer für die auf dieſe Art erri
Wohnungen, namentlich aber der kleineren, ſind ſicherlich v!
den Intereſſenten ſollten ſich alsbald bei der Bürgerme
melden.
Obſtbaumſchädlingsbekämpfung.
feſtgeſtellt, daß manche Baumbeſitzer in punkto Winterrein
immer noch nichts unternommen haben. Bereits in den n
Tagen findet die Nachprüfung durch die Kommiſſion ſtatt. Gon
ſich vor unliebſamen und koſtſpieligen Maßnahmen ſchützen Pur Sie
der hole das Verſäumte alsbald nach. Bäume abkratze
kalken iſt nunmehr erſte Arbeit.
Aubs
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Dez. VorweihnachtsrA Wenn
mung. Wie in den Vorjahren, wird auch in dieſem JahreA un Fe
der auf dem Platze vor dem alten Kriegerdenkmal ein
in ſe
Weihnachtsbaum für alle aufgeſtellt werden. Am Mit
den 18. d. M., findet im evangeliſchen Vereinshaus (Kleinüs Gut, ent
ſchule) die öffentliche Weihnachtsfeier der Mutter * Ih
Säuglingsfürſorge ſtatt. Auch dort wird der Weihnachtsbau ncmn bit

Kr

Ai. O1

er
Webe

breit
der vom

ngen
aus

die Verteilung kleiner Geſchenke bereits eine recht vorweil/ ,ſen lan=

liche Stimmung ſchaffen. Die Weihnachtsfeier der K

kinderſchule findet am kommenden Sonntag im Saa ſeb 20s iſt
Awvarz
evangeliſchen Gemeindehauſes (Horſt=Weſſel=Straße) ſtatt.
Fd. Gundernhauſen, 16. Dez. 25jähriges Beſtehe/KN ileben.
Stenographenſchaft Gundernhauſen. Die
ſten Leim=
gruppe
der Deutſchen Stenographenſchaft feierte dieſer Tayl diger Scher
25jähriges Jubiläum. Nach der Gefallenenehrung gab der A am Mund
gruppenleiter einen geſchichtlichen Rückblick bis zur Gründurc echießen Sier
Vereins. An dem Leiſtungsſchreiben beteiligten ſich 25 Wet1
Lummiſſar.
ber, den Siegern wurde eine beſondere Ehrung zuteil.
Arbeit erhielt Ortsgruppenführer Adam Horneff als Ehren Iſch nebme
das durch die Gemeindeverwaltung geſtiftete Buch des Fil4 uſammendr=

Mein Kampf, Kreisgebietsführer Meyer=Darmſtadt ſpraylM öbrer Ert=
die
hervorragende Arbeit der Ortsgruppe ein Lob aus
wünſchte, ſie möge auch weiterhin ſo arbeiten, und ihre Hie deſon und
gemeinde würdig vertreten. Bei fröhlichem Tanz und evK 70 um ſo die
Darbietungen des Herrn Seipel=Darmſtadt war man noch 1F Nens eines o.
gemütlich beiſammen.
gehnen
Tb. Klein=Zimmern, 16. Dez. Nächtlicher Einb/oſchs lowe=
In der Nacht von Samstag auf Sonntag wurde bei dem h.
die Wie ſehr zu
Landwirt B. ein ſchwerer Einbruchsdiebſtahl verübt.
der Einbrecher ſtahlen einen größeren Geldbetrag.
is Piet auf da.
konnte der Fall noch nicht geklärt werden, jedoch iſt die P/P, von Mörd
ſtation Groß=Zimmern eifrig bemüht, den Täter zu ermitteln ieſem düſt=

Cg. Reinheim, 15. Dez. Der Odenwaldklub, Ortsge
Vind
Reinheim, hielt ſeine Generalverſammlung ab. Vorſite
Enichau
v. Willich gab den Jahresbericht für 1935, der ein rec P phonie mu
achtliches Leiſtungsbild ergab, beſonders wenn man berückſin
i zur
daß auch viele Mitglieder als Amtswalter und bei Forma
noch aktiv tätig ſind. Anſchließend erſtattete Rektor Adel?/5e gab ſich
den Wanderbericht in der üblichen humorvollen. Weiſe.
Nah e
Kaſſenbericht wurde von Herrn Holler vorgetragen. Es R.,/und das au
die Herren Apotheker Scriba für das Heimatmuſeum. Ei berüh=
meiſter
Dr. Göbel über den Ausbau des uns umgebi
Odenwaldteiles (Gerſprenz= und Fiſchbachtal) und beabſicl. Meter z
Sonderzug= und Omnibusreiſen der Organiſation Kraft
Freude in unſeren Odenwald
Verkehrsunfall.
großer Laſtwagen mit Chriſtbäumen aus dem Odenwald kan
iM a.
Hauptverkehrs= und Provinzialſtraße, Groß=Bieberauer=Lc
e D
Ludwigſtraße (Kreuzung mit Ober=Ramſtädter= und POTR
die ſe
ſtraße) Hindenburgſtraße entlang. An der Kreuzung, die
zu Dreiviertel von dem Laſtwagen überquert war, rannte in . ſin
r* Fahrt der von der Ober=Ramſtädterſtraße kommende THcA, Nellen
Metzler aus Reinheim auf den Laſtwagen am Hinterrad
wurde mit dem Rad, das ſchwer beſchädigt iſt, herumgeſchle
5
behor
und kom auf die andere Straßenſeite zu liegen. Er wr2.
Deih
bewußtloſem Zuſtande ſofort ins Krankenhaus gebracht un
A.

wie man hört, einen doppelten Schädelbruch erlitten haben.

Nen die g
Ee Wich

Rind au

[ ][  ][ ]

Teben der tatkräftigen Förderung des Siedlerweſens hat die
oralſozialiſtiſche Wirtſchaftsführung in erſter Linie auch dem
em des Kleinwohnungsbaues ihr beſonderes Augenmerk ge=
ſt
. Denn, darüber muß man ſich klar ſein, daß nicht jeder Sied=
ain
kann und deshalb erwächſt die Aufgabe, im Zuge der Zeit
für diejenigen unſerer Volksgenoſſen, Wohnungsverhältniſſe
chaffen, die nicht als eigentliche Siedler in Frage kommen,
doch gerne auf der eigenen Scholle wohnen möchten. Es erhebt
iſo ganz von ſelbſt die Aufgabe: Förderung des Kleinwoh=
id
Ps=Eigenheims!

Nahr

ienstag, 17. Dezember 1935

Mf

Aus der Mainſpitze kommt nun die erfreuliche Kunde, daß dort
te am Werke ſind, mit einem gewaltigen Bauprogramm in
Hinſicht auf den Plan zu treten. Mitten im Gebiet der

af
Sao
rund
bieit

ſſpitze, nur wenige Minuten vom Bahnhof Mainz= Biſchofs=
entfernt
, am Knie der Rüſſelsheimer Provinzialchauſſee, ſoll
grandioſe Bauprogramm ausgeführt werden, und man kann
vohl kaum eine zentralere Lage hierfür denken, denn in zehn
Nuten ſind ſowohl die Opelwerke, als wie auch die Guſtavsbur=
betriebe
ganz bequem zu erreichen. Ein neuer Stadtteil ſoll
aus dem Boden geſtampft werden. Die Schöpfer des Plans
Pg. Eitel, der Ortsvorſteher der Mainſpitze, und Pg. Fritz
ſux, Bauunternehmer in Gau=Algesheim. Durch den Kreis=
von
Mainz, Pg. Barth, wurde das Projekt ſehr gefördert,
da auch die Biſchofsheimer Volksbank, die ſchon ſo oft in letzter
Wate trk für die Arbeitsbeſchaffung vieles getan hat ſich dem Vor=
geneigt
zeigte, konnte man an die Verhandlungen mit dem
wegen des Geländes denken, die denn auch unter einem
ſtigen Stern ſtanden. Die Biſchofsheimer Volksbank erklärte
bereit, gleich die erſten 30 Häuſer zu finanzieren und der Staat
das Gelände, nachdem Landesbauernführer Dr. Wagner kein
euken gegen die Hergabe hatte, zu einem ſehr tragbaren
ab.
Da man ſich von vornherein darüber klar war, daß es bei die=
rſten
30 Häuſern nicht bleiben würde, ſo mußten die Gelände=
andlungen
auf der Baſis künftiger Bauentwicklung geführt

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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 346 Seite 7

420 neue Häuſer werden in der Mainſpitze gebaut.
Eine großzügige Förderung des Kleinwohnungsbaues.

werden. Da auf allen Seiten Verſtändnis für die Aufgabe vorhan=
den
war, gingen die Verhandlungen ohne ſonderliche Schwierig=
keiten
vonſtatten. So ſoll denn nun in der Mainſpitze das große
Werk zur Schaffnung von Kleineigenheimen ſeinen Anfang neh=
men
. Die Häuſer werden einheitlich gebaut, nach dem erſten Bau=
abſchnitt
, der die Schaffung von 30 Eigenheimen vorſieht, werden
die Arbeiten weitergeführt. Das ganze Eigenheimgelände ſoll bis
auf 420 Eigenhäuſer gebracht werden. Die Eigenheime enthalten
oben und unten (zweiſtöckig) zwei Zimmer und Küche. Alles iſt
gut untermauert! Im Kellergeſchoß befindet ſich auch eine Waſch=
küche
. Vor dem Hauſe iſt Platz für einen Blumengarten: hinter
dem Anweſen ſoll eine Fläche von 300 Quadratmetern Land als
Gemüſegarten Verwendung finden. Somit kann der Eigentümer
des Kleineigenheims den Bedarf an Gemüſe aus eignem Garten
ziehen. Das Haus ſoll ſchlüſſelfertig 7750 RM. koſten. 2000 RM.
Eigenkapital muß der Bewerber beſitzen, den Reſt bringen Bank
und Induſtrie auf. Bei einem Eigenkapital von 2000 RM. hat der
Eigenheimbeſitzer monatlich einſchl. Amortiſation 28,75 RM. und
bei einem Eigenkapital von nur 1000 RM. 33.75 RM. aufzu=
bringen
. Das ſind alſo äußerſt gute finanzielle Bedingungen.
Wenn nun noch der Kleineigenheimbeſitzer das Obergeſchoß ver=
mietet
, ſo ſtellen dieſe Einnahmen noch dazu eine ſehr fühlbare
Cntlaſtung dar.
Die Spaten ſtehen ſchon bereit, um mit dem Werk zu beginnen
und in den erſten Tagen des neuen Jahres wird, man an die
Schachtarbeiten gehen. Auf Wunſch des Ortsvorſtehers Pg. Eitel
ſollen die neuen Straßen im Kleineigen=Stadtteil die Namen der
Gefallenen von der Feldherrnhalle tragen.
Zieht man abſchließend noch in Betracht, was das Bauvor=
haben
von 420 Häuſern für die Arbeitsbeſchaffung ausmacht, ſo
kann man ſich über die Bedeutung und Größe des Projekts erſt
das richtige Bild machen. Die Erſtellung dieſes neuen Stadtteils
wird ein weiterer Markſtein in der Geſchichte des Wiederaufſtiegs
für die Mainſpitze werden!

Babenhauſen, 16. Dez. Eine Schulungsverſamm=
5.)
hielt die Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchaft
die Ortsgruppen=Obmänner und Werbewarte des Kreiſes
Im Mittelpunkt der Beſprechungen ſtanden die Forderungen,
voller Kraft alsbald mit der Werbearbeit überall einzuſetzen
ſeſonders unter den Werktätigen zu werben, um ihnen zu
n Wohnungsverhältniſſen zu verhelfen und ſie vor allem
nſtändig zu machen.
Zell i. Odw., 16. Dez. Chorleiter=Tagung. Unter
Vorſitz und der Leitung des Kreischorleiters Herrn Rektor
L=Beerfelden und in Anweſenheit des Kreiswalters Herrn
Weber=Erbach ſowie ſeines Stellvertreters Herrn Eich=
ch
fand geſtern nachmittag eine Chorleiter=Tagung hier ſtatt.
breiteſten Raum der Verhandlungen nahmen die Beratun=
der
vom De
B. für das Wertungsſingen herausgegebenen
Due felinien ein, daß dieſe Arbeit bald zu einem Ende kam, war
zielbewußten Leitung des Vorſitzenden zu danken. Das Wer
114 Gsſingen in Höchſt i. Odw. am 24. Mai 1936 wird ſich etwa in
Beouiſtelben Rahmen abſpielen wie im Jahr vorher. Jeder Verein
m woſſtek aus ſeinem Arbeitsgebiet in den Jahren 1934 und 1935 zwei
von denen der eine ein Volkslied oder eine Volkslied=
eo
=Fzeitung ſein muß. Als Maſſenchöre ſind vorgeſehen Lied der
den ſeute Bauernerde und Wo gen Himmel Eichen ragen.
dieſem Wertungsſingen wird erſtmalig ein offenes Singen
lunden ſein. Anſchließend an dieſe Beſprechung der Richtlinien
ſichen Ite Herr Zeh=Darmſtadt längere Ausführungen über die Um=

lltung des Wertungsſingens. Die betreffende Beſtimmung
den Beſuch der Wertungsſingen durch die Vereine deutete er

daß ein Verein nicht ohne Zuſtimmung des Kreiswalters
eiteret 2k Wertungsſingen fernbleiben darf. Redner empfahl vermehr=
ſingen
von Marſchliedern und wies auf einzelne Liedblätter
Herr Zink=Momart berichtete über ſeine Teilnahme am
gerſchulungslager in Brandau und übte mit den anweſenden
in ehkkleitern zwei Kanons ein. Außer Herrn Göbel gehören künf=
em
Muſikausſchuß an die Herren Zeh und Grim=Darmſtadt
Zink=Momart.
(. Erbach, 15. Dez. Kreistagung des NSLB. Die
stagung des nationalſozialiſtiſchen Lehrerbundes trug
ein beſonderes Gepräge, weil damit eine Tagung des BDN
Wir
ſt.
den 2
unden wurde. Kreisobmann Pg. Schäfer entbo
m und grüßte beſonders die Führerinnen des BDM.; die
ung ſolle Schule und Jugendorganiſation, die beiden Er=
ungsfaktoren
neben dem Elternhauſe, einander näherbringen

und in gemeinſamer Arbeit das gemeinſame Ziel ſehen lernen.
In ſachkundiger Weiſe ſprach dann der Gaufachberater für Werk=
unterricht
Muſſel=Worms über den Wert und den heutigen
Stand dieſes ſchon viel umſtrittenen Gebietes mit beſonderem
Hinweis auf den Einbau in die Lehrpläne unſerer Schulen, ſo=
wie
die praktiſche Ausnützung und Anwendung in den verſchie=
denen
Lehrfächern und den Heimabenden der Jugendorganiſatio=
nen
. Obergauführerin des BDM. Rieſe=Wiesbaden dankte für
die Gelegenheit, bei gemeinſamer Tagung und Ausſprache die
gegenſeitigen Anſchauungen kennen zu lernen, zeichnete ein treff=
liches
Bild der Arbeit und der Ziele des BDM. und würdigte
den Wert vertvauensvoller Zuſammenarbeit der verſchiedenen Er=
ziehungsfaktoren
für Volk und Vaterland. Dankbarer Beifall
lohnte Redner und Rednerin für die gehaltvollen Darbietungen.
Muſikaliſche Vorträge des Schulerorcheſters der Oberrealſchule
Michelſtadt, ſowie geſangliche Darbietungen des BDM. gaben der
Arbeitstagung einen beſonders anſprechenden Rahmen. Eine freu=
dige
Ueberraſchung wurde noch der Oberrealſchule Michelſtadt:
Kreisobmann Schäfer überreichte ihr als Anerkennung für be=
ſondere
Leiſtungen im Schemm=Schwimmen 1935 ein gerahmtes
Bildnis des leider ſo früh verſtorbenen Reichsleiters. Hans
Schemm. Der Bekanntgabe einer Reihe geſchäftlicher Mikteilungen
folgte das Schlußwort des Tagungsleiters mit dem Siegheil auf
den Führer, den Reichsjugendführer Baldur von Schirach und den
neu berufenen Gauleiter und Hauptamtsleiter des Hauptamtes
für Erzieher Wächtler, ſowie der gemeinſame Geſang des Horſt=
Weſſel=Liedes.
t. Gernsheim, 16. Dez. Im Rahmen einer Großkund=
gebung
der NSDAP ſprach im überfüllten Feſthaus Bopp
Gaupropogandaleiter Müller=Scheld, Frankfurt a. M. Er
verſtand es, den Zuhörern einen Einblick zu geben in die wich=
tigſten
Tagesfragen. Beſonders ſcharf rechnete er mit den ewigen
Nörglern und Beſſerwiſſern ab, ſtreifte die Fettfrage, das Steri=
liſationsgeſetz
, die Juden= und Raſſenfrage, die Rüſtungsfrage.
Unbedingt müſſe das Volk als Dank für die geleiſtete Arbeit an
den Führer glauben. Dann ſchilderte er das einfache, ſchlichte
Leben des Führers, zeigte, wie aus tiefſter Liebe zum deutſchen
Volke, das in Elend und Not geraten ſei, den Kampf gegen die
Feinde aufnahm und auch ſiegreich zu Ende führen konnte. E
ſchloß mit dem Wunſche: Möge das deutſche Volk und das dritte
Reich dauern bis ans Ende aller Zeiten.
Gernsheim a. Rh., 16. Dez. Waſſerſtand desRheins
am 15. Dez.: 0.35 Meter, am 16. Dez.: 0.20 Meter.


MAETAUA
LAN

Kriminal-Eoman
von Josef Kohlhofer
Copy. by Prometheus=Verlag Gröbenzellb. Münch.

,Ganz richtig, wir wollen uns alſo teilen! Rollins bleibt
r. Sie nehmen die Weſt= und wir die Oſtſeite!
Gibbs grinſte, was allerdings die Dunkelheit verbarg.
achts Wenn es nur eine Seite iſt, welche, das ſoll mir egal ſein,
ſtain. Ich möchte einmal das Gruſeln lernen, und dazu muß
lein ſein, murmelte er.
Gut, entſchied Gerſon, dann bleiben Sie auf der Weſtſeite.
zn Ihnen ein Kerl in die Hände läuft, dann drücken Sie ihm
in bißchen die Gurgel zu, damit er nicht ſchreit und ent=
pfen
kann!
Das iſt leichter geſagt als getan, Chef! Wenn ich ſo
hm ſchwarzen Bartteufel die Hände an die Kehle lege, bleiben
mir kleben. Dieſes ekelhafte Harz hat meine Finger in die
Ehiſten Leimruten verwandet. Ich komme mir vor wie ein
ndiger Scherzartikel. Es wird am beſten ſein, ich packe den
am Mund!
Schießen Sie rückſichtslos bei Gefahr, Gibbs, empfahl ihm
Kommiſſar.
Ich nehme das zur Kenntnis, Chef, aber wenn einer mit
zuſammenprallt, iſt immer der andere in Gefahr. Jetzt werde
dnit Ihrer Erlaubnis losgehen. Viel Glück, Chef!
Gerſon und Rollins bewegten ſich am Rand der Lichtung
ung, um ſo die Oſtſeite zu gewinnen und im Falle des Auf=
mens
eines Lichtes ſofort hinter den Stämmen der Bäume
bung nehmen zu können.
Gibbs kamen die dunkle Zivilkleidung und der gleichfarbige
litel ſehr zuſtatten; er ging in gebückter Haltung faſt unhör=
direkt
auf das hallenartige Gebäude zu. Seine alte Leiden=
von
Mördern, Räubern und Gehenkten zu träumen, fand
dieſem düſteren, unheimlichen Ort reichliche Nahrung. Dazu
der Wind in klagenden Tönen um den freien Platz, und
geheimnisvolle Rauſchen der Bäume vermengte ſich zu einer
nphonie mitternächtlichen Spukes. Der Sergeant ſchauerte
heßeriſch zuſammen. Seine ſchlechte Laune beſſerte ſich zu=
s
, er gab ſich ganz ſeiner Privatleidenſchaft hin, denn ſeine
ut, Mary Golden, Londons beſte Köchin, wußte ja nichts
n, und das war gut ſo.
Er berührte vorſichtig die Holzwand des Hauſes bis zu
hm Meter über dem Erdboden war das Haus gemauert
glitten, die Verbindung aufrechterhaltend, ſchrittweiſe an der
ſſtſeite entlang. Ein Fenſter, das durch ſtarke Gitter geſichert
ließ ihn an dieſer Stelle kurz verweilen; er verwarf aber
ſchneller Prüfung ſofort den Gedanken, hier einzudringen,
ſetzte ſeine Wanderung unter Anwendung aller Vorſichts=
regeln
fort. Das Haus ſchien ziemlich verwahrloſt zu ſein,
ſtellenweiſe griff ſeine Hand an morſche Bretter. Er ver=
te
, eines davon aufzubiegen, und es gelang ihm auch nach
gen beharrlichen Verſuchen, einen größeren Spalt zu ſchaffen,
er ſchließlich ſo erweiterte, daß er ſich durchzwängen konnte.
Nor er im Innern des Hauſes weiterforſchte, vergaß er nicht,
primitiv geſchaffenen Eingang wieder zu verkleiden.

Nun war er ganz auf ſein Taſtgefühl angewieſen.
Die Finſternis geſtattete es ihm, eine Manipulation vor=
zunehmen
, die ihm ſpäter von großem Nutzen ſein ſollte. Wie
er ſich vergewiſſerte, ſtand er in einem kleinen Schuppen, in dem
ſich Werkzeuge und anderes befanden. Von hier aus führte ein
ſchmaler Gang weiter, und Gibbs, der dieſen Weg benützte, kam
nun neuerdings in einen Raum, deſſen Größe er nicht abſchätzen
konnte. Es mußte das die Sporthalle ſein, denn ſeine Hand er=
reichte
erſt nach vielen Schritten den Wandwinkel.
Vorläufig war alles gut gegangen.
Auch hier griff er ſich an der Wand entlang und ſtieß da=
bei
auf eine angelehnte Tür, die ihn ungeheuer bedenklich
ſtimmte.
Offene Türen waren für den Sergeanten offene Fallen.
Andererſeits beſtand hier die einzige Möglichkeit, auf
ſchnellſtem Wege und ohne Ueberwindung neuer Hinderniſſe
weiterzukommen. Seiner Schätzung nach ſtellte dieſe Tür die
Verbindung zum rückwärtigen Teil des Gebäudes dar. Er zog
ſie langſam ganz langſam ſo weit auf, daß ſie genügend
Raum zum Durchſchlüpfen bot. Sie war gut geölt und folgte
willig und geräuſchlos dem Druck ſeiner Hand. Nun ſtocherte
er mit einer aus dem Schuppen mitgenommenen Holzlatte auf
kurze Entfernung in das dahinterliegende Dunkel, ohne einen
Widerſtand zu finden.
Gibbs ſchüttelte verwundert den Kopf, das Haus ſchien tat=
ſächlich
unbewohnt zu ſein, und die bedrückende Stille ringsum
unterſtrich dieſe Vermutung.
Er überſchritt die Türſchwelle und ſetzte ſeine nächtliche
Wanderung fort. Ein Brett knarrte unter ſeinen Füßen
verflixt , angeſtrengt horchte er mit verhaltenem Atem aber
nichts rührte ſich. Er kam an verſchiedenen Türen, die alle ver=
ſchloſſen
waren, vorbei und glaubte, in einen Irrgarten geraten
zu ſein. Da war es ihm plötzlich, als hörte er ein Wiſpern,
er hatte das Gefühl, nicht mehr allein zu ſein, und bog, da er
eine Abzweigung der Wand fühlte, ſchnell um die Ecke. Sofort
fiel ihm ein dünner, feiner Lichtſtrahl auf, der aus dem Schlüſſel=
loch
einer Tür kam und ihm, wenn auch notdürftig, den Weg
dorthin wies. Der Sergeant erreichte mit einigen leiſen Schritten
den Platz und ſtellte ſich in die Türniſche.
Es geſchah keinen Augenblick zu früh.
Aus allen Ecken und Enden flammten jetzt kleine rote Lichter
auf, die in der Reihenfolge des Aufblitzens eine Art ſtumme
Nachrichtenübermittlung darſtellten.
Geſpannt verfolgte Gibbs dieſen Vorgang.
Er wagte es nicht, ſich herabzubeugen und durch das
Schlüſſelloch zu blicken, da er in dieſer Stellung ſeinen Körper
zum Teil aus der ſchützenden Niſche gehoben hätte und bei
Licht ſofort entdeckt worden wäre. Er hörte aus dem Raum,
vor dem er ſtand, eine gedämpfte Stimme, konnte aber ſeine
Aufmerkſamkeit nicht darauf konzentrieren, da Geräuſche im
Gang ſeine Sinne nach dieſer Richtung ablenkten. Schleichende
Schritte klangen an ſein Ohr, und jetzt blitzte ſekundenlang im

* Die Grünröcke des Odenwaldes ſtellen ihre Jagd=
krophäen
aus.
Pflichtgeweihſchau in Eberbach.
Nach Inkrafttreten des neuen Reichsjagdgeſetzes trafen die
drei zuſtändigen Gaujägermeiſter von Baden, Heſſen und Bayern
die Vereinbarung, die Rotwildjagdgebiete des Odenwaldes unter
eine einheitliche Verwaltung zu ſtellen, um dadurch eines der wich=
tigſten
Ziele, die Aufartung der Hochwildbeſtände, zu erreichen.
Vor allem ſoll durch eine gemeinſame Abſchußregelung der Be=
ſtand
an Hirſchen und weiblichen Tieren, die durch ihre vorbild=
liche
Geweihbildung und ihren ſtarken Körper die Gewähr für
eine geſunde Erbmaſſe geben, erhalten werden und ſchlecht ver=
anlagte
Tiere durch Abſchuß vor der Brunft von der Vererbung
ausgeſchloſſen werden.
Zur Ueberprüfung der Einhaltung der gegebenen Beſtim=
mungen
und insbeſondere zur Belehrung über die Grundſätze,
nach denen das einzelne Tier beurteilt werden muß, findet all=
jährlich
eine Pflichtſchau der Geweihe ſtatt, die am Samstag erſt=
mals
in der Turnhalle in Eberbach durchgeführt wurde. Zur Aus=
ſtellung
gelangten 127 Hirſchgeweihe und 75 Rehbockgeweihe, die
im verganenen Jahr zur Strecke gebracht wurden. Die Geweihe
waren in geſchmackvoller Art ohne Untergrund, um dadurch ein
einheitliches und objektives Bild zu geben, aufgemacht und von
einem Bewertungsausſchuß durch verſchiedenfarbige Punkte ge=
kennzeichnet
, ob der Abſchuß des Hirſches nach den Abſchußbeſtim=
mungen
gerechtfertigt oder falſch bzw. zweifelhaft war. Am
Samstag vormittag fand eine Zuſammenkunft der Weidgenoſſen
des Odenwaldes ſtatt, wobei Gaujägermeiſter für Nordbaden,
Krutina. Vertreter ſämtlicher beteiligten Staatsforſtverwaltun=
gen
begrüßen konnte. Er wies dabei auf die Bedeutung und den
Sinn der Pflichtſchauen zur Erhaltung der Hochwildbeſtände als
n wertvolles Volksgut hin. Kreisjägermeiſter Konſul Hommel=
Wiesbaden behandelte in einem längeren Referat die jagdlichen
Vorausſetzungen des Odenwaldes mit gleichzeitigen Hinweiſen
für die Praxis in der freien Wildbahn, gab wertvolle Anregun=
gen
über die Hegeziele, um das beſte Stück der Art zu erhalten
und zu vermehren. Es gelte, den Odenwälder Rothirſch mit
einem ſtarken knorrigen und endenreichen Geweih heranzuzüch=
ten
, einen endenreichen Kronenhirſch mit größtmöglichſter Stan=
genſtärke
. In einem kurzen Ueberblick über die Ausſtellung gab
Konſul Hommel durch eine vergleichende Darſtellung und Gegen=
überſtellung
beſonders charakteriſtiſcher Geweihe Anregungen für
die Anwendung der Abſchußbeſtimmungen, die für den Jäger
durch die oft nur kurze Beobachtung des Hirſches in der Wildbahn
eine ſchwere und verantwortungsvolle Aufgabe bedeutet.
Der heſſiſche Gaujägermeiſter Maul betonte die Bedeutung
des Reichsjagdgeſetzes und gab eine Würdigung der Schau, die
die Hege mit der Büchſe fördern ſolle, um einerſeits die Auf=
artung
des Wildbeſtandes zu erreichen und andererſeits eine der
Forſt= und Landwirtſchaft ſchädlichen Ueberhege zu verhindern.
Ein beſonderes Wort redete der heſſiſche Gaujägermeiſter der Er=
haltung
und Pflege forſtlichen und jagdlichen Brauchtums, wie
Tragen einer weidgerechten Uniform, Weidmannsſprache, Fahr=
ten
= und Spurenkunde, Anwendung der Jagdſignale und Abhal=
tung
von Hubertusfeiern.
Ein Rundgang durch die Schau gab einen Ueberblick über
den Geweihaufbau der Hirſche und Rehe. Man ſah herrliche
Jagdtrophäen mit bewundernswerter Perlung und überaus ſtrebe=
und endenfreudigen Stangen, die geeignet waren darzutun, wie
wichtig ſorgſame Hegemaßnahmen ſind, um den Wildheſtand in
geſunden und ſtarken Stücken zu erhalten. Zu Vergleichszwecken
waren ältere Geweihe aus der Sammlung des Zwingenberger
Schloſſes ausgeſtellt. Ebenſo war der Schwarzwald mit einigen
ſchönen Geweihen vertreten, die mit den wertvollſten Tropbäen
der Eberbacher Schau zuſammen zur deutſchen Geweihausſtellung
nach Berlin geſchickt werden. Am Nachmittaga war der Beſuch
der Ausſtellung für die Oeffenlichkeit freigegeben, wovon eifrig
Gebrauch gemacht wurde.
Cb. Groß=Gerau, 16. Dez. Neuer Kreisfeuerwehr=
Inſpektor Der ſtellv. Kommandant der Freiwilligen Feuer=
wehr
Klein=Gerau, Johann Friedmann in Klein=Gerau, iſt
zum Kreisfeuerwehrinſpektor für den Kreis Groß=Gerau beſtellt
worden.
Ann
Sehsere Skurmſchaden im Bogelsberg.
IPD. Schotten. Verſchiedene Gegenden des Kreiſes Schotten
wurden in den letzten Tagen von ſchweren Stürmen heimgeſucht,
die ſtellenweiſe recht erheblichen Schaden anrichteten. An der
Landſtraße LaubachSchotten wurde in einer Breite von 150
Metern ein Fichtenviertel durch Windbruch umgelegt. Zum Glück
konnten ſich die gevade in dieſem Waldſtück, arbeitenden Holz=
arbeiter
rechtzeitia in Sicherheit bringen. Auch in den Gemar=
kungen
anderer Gemeinden wurden durch den orkanartigen Sturm
Baumſchäden angerichtet.
Hauptgang der weiße Strahl einer ſtarkleuchtenden Taſchen=
lampe
auf, ihr Schein griff wie ein rieſiger weißer Finger in
die Dunkelheit und ermöglichte dem Sergeanten eine kurze
Orientierung. Gibbs konnte dieſe aber nicht mehr verwerten,
denn aus dem Zimmer, vor deſſen Tür er ſtand, erſcholl der
Todesſchrei einer Frau. Zugleich erloſch auch wieder das Licht.
In dieſem Augenblick vergaß der Eindringling ganz die
große Gefahr, in der er ſchwebte, er packte die Klinke, der Zugang
war verſperrt, ein Druck ſeines maſſigen Körpers, wie von
Zauberhand berührt ſprang die Tür auf, und der Sergeant
ſtürmte, einem hungrigen Löwen gleich, in das Zimmer.
Mit einem Blick überſah er die Situation.
Ein Mann, der ihm die Rückſeite zuwandte, würgte ein
Mädchen, und dieſes Mädchen war Johanne Wellington. Dieſer
Anblick wirkte auf den Sergeanten wie ein rotes Tuch auf
den Stier.
Mit einem Sprung ſtand er daneben.
Beſt, der bei dem Krachen der Tür unwillkürlich von ſeinem
Opfer abgelaſſen hatte, ſah einen rieſigen Schwarzbart mit einem
Sprung auf ſich zukommen.
Was iſt’s? ſchrie er wütend.
Das! entgegnete ihm Gibbs ſachlich und ſchlug Beſt die
geballte Fauſt fein ausgezirkelt unter das Kinn. Der Getroffene
fiel wie ein Mehlſack um und blieb ſteif liegen.
Höflich lüfte Gibbs für einen Moment ſeinen Bart und er=
klärte
ruhig:
Ich bin Sergeant Gibbs vom Internationalen Polizei=
dienſt
, Fräulein! Draußen ſteht Captain Gerſon, den Sie ja
kennen. Wir müſſen ſofort ſehen, daß wir aus dieſer Räuber=
ſpelunke
herauskommen!
Johanne glaubte zu träumen. Sie kam aber nicht dazu,
eine Antwort zu geben. Plötzlich ſchien die Hölle losgelaſſen zu
ſein. Aus allernächſter Nähe ertönten die Detonationen vieler
Schüſſe, dazwiſchen hörte man dumpfes Knallen und das eigen=
tümliche
Rattern von Maſchinenpiſtolen.
Gibbs zog ſeine Stirne kraus und trat ſchützend vor das
Mädchen. Zwei Strolche mit ſchwarzen Vollbärten waren leiſen
Schrittes in das Zimmer gekommen. Sie blieben zögernd ſtehen
und konnten ſich die Situation nicht recht deuten.
Wo iſt der Chef? fragte der eine, ein langer, hagerer
Kerl, rauh.
Draußen! erwiderte Gibbs wahrheitsgemäß. Der Körper
Beſts lag im Schatten am Boden und war, da der Schein der
Karbidlampe nicht mehr bis dorthin reichte, nicht zu ſehen.
Dich kenne ich nicht! meinte der Begleiter des Hageren
mißtrauiſch.
Ich bin ſo ine Art Expreßbote und habe dem Chef eine
Warnung zukommen laſſen von wegen der Polizei und ſo!
ſagte der Sergeant bedächtig.
Der erſte Sprecher kratzte ſich unſchlüſſig am Hinterkopf.
Das könnte ſtimmen. Die Polente iſt nämlich ſchon da,
aber es ſind nur ein paar Greifer. Sie werden bald nicht mehr
ſchnüffeln können. Bei welcher Sektion biſt du denn eingeteilt?
Kühl gab ihm der Sergeant Antwort.
Sektion Zwei!
Dann biſt du ein Schwindler, denn wir haben gar keine
Sektionen ſtellte der Lange triumphierend feſt.
Hier liegt einer am Boden! rief der zweite, der mit dem
Fuß an Beſts Körper angeſtoßen war.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 346

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 17. Dezember

Eine prächtige Aufnahme und photographiſche Meiſterleiſtung iſt dieſes Bild von einer Eruption
des Vulkans Aſama, der 90 Meilen nordweſtlich von Tokio liegt. Bei Nacht bietet die weithin
(Scherl=Bilderdienſt=M.)
leuchtende Feuerſäule einen packenden Anblick.

Reich und Ausland

Schweres Aukounglück bei Siegen.

Siegen. Bei Siegen ereignete ſich ein
ſchweres Autounglück, zu dem wir folgende Ein=
zelheiten
erhalten: Der aus Richtung Siegen
kommende Perſonenkraftwagen der Textilgroß=
handlung
Schrage=Siegen, der mit drei Perſonen
beſetzt war, ſtieß auf der verkehrsreichen Eiſerfel
der Straße mit dem Perſonenkraftwagen der Ver=
brauchergenoſſenſchaft
Eiſerfeld zuſammen. Die
Folgen dieſes Zuſammenſtoßes waren" furchtbar,
Der Benzintank des Siegener Wagens ergoß
ſeinen Inhalt über das ganze Fahrzeug, das ſo=
fort
in hohe Flammen eingehüllt war. Beide
Wagen fuhren mit abgeblendetem Licht auf der
rechten Straßenſeite. Im letzten Augenblick muß
anſcheinend der aus Siegen kommende Wagen
durch nicht mehr zu ermittelnde Umſtände plötz=
lich
nach links geſchleudert ſein, wobei ihm der
Eiſerfelder Wagen in die Flanke fuhr. Der Sie=
gener
Wagen drehte ſich auf der Straße und nahm
dabei faſt die umgekehrte Richtung ein. Er ſtand
im ſpitzen Winkel quer zur Straße. Schnell her=
beigeeilten
Perſonen gelang es nicht mehr, den
auf den Vorderſitzen eingeklemmten, 20 Jahre al=
ten
Kaufmannslehrling Alex Neuhaus und den
gleichaltrigen Kaufmann Joſef Wurm aus Siegen
aus dem brennenden Wagen herauszuziehen. Beide
hatten offenbar bei dem Zuſammenſtoß ſchon das
Bewußtſein verloren und konnten ſelbſt zu ihrer
Rettung nichts mehr beitragen. Dem im hinteren
Teil des brennenden Wagens ſitzenden 20jährigen
Kaufmannsgehilfen Helmut Hering aus Siegen
gelang es zwar, mit fremder Hilfie noch aus dem
Fahrzeug herauszukommen, doch waren auch ſeine
Brandwunden ſo ſchwer, daß er am Samstagvor=
mittag
im Krankenhaus ſtarb.
Die beiden Inſaſſen des Eiſerfelder Wagens
hatten bei dem Zuſammenſtoß nur leichte Ver=
letzungen
erlitten. Der Staatsanwalt erſchien
bald an der Unglücksſtelle; die Urſache des furcht=
baren
Unfalls konnte jedoch noch nicht geklärt
werden.

Zwei amerikaniſche 100 000-Tonnen=
Dampfer?

Waſhington. Die Blätter melden, daf
Amerika den Bau von zwei Rieſenpaſſagierdamp=
fern
von je 100 000 Tonnen plane. Der ehema=
lige
Präſident der United States Line, Paul
Chapman, habe in den letzten Tagen mit verſchie=
denen
ſtaatlichen Stellen Beſprechungen gehabt,
insbeſondere mit Vertretern des Handelsminiſte=
riums
und des Schatzamtes. Chapman verlange
eine ſtaatliche finanzielle Unterſtützung für die
Durchführung des Bauvorhabens. Die Pläne ſeien
bereits bis in alle Einzelheiten fertig. Die Bau=
koſten
würden für jeden Dampfer etwa 50 Mil=
lionen
Dollar betragen. Die Schiffe ſollten bei
einer Reiſegeſchwindigkeit von 34 Knoten in der
Stunde für die Ueberfahrt über den Ozean knapp
vier Tage benötigen. Der Preis für die einfache
Reiſe ſoll etwa 65 Dollar betragen. Die neuen
Rieſendampfer könnten je 10 000 Paſſagiere an
Bord nehmen.

* Das zerplatzte Geſchoß.
Ein nicht alltäglicher Jagdunfall ſtand jetzt vor
dem Tilſiter Schöffengericht zur Verhandlung.
Ein Landwirt hatte ſich wegen Körperverletzung
zu verantworten, weil er auf der Jagd drei Män=
ner
angeſchoſſen hatte. Die Unterſuchung des Fal=
les
gab aber das ſeltſame Bild, daß das Geſchoß
aus ſeiner urſprünglichen Bahn abgelenkt worden
war. Im Augenblick des Schuſſes ſtand der Bock
in etwa 25 Meter Entfernung von dem Schützen
und treffſicher im Kreuzfaden der 17=Millimeter=
Büchſe. Die Deutſche Verſuchsanſtalt für Hand
feuerwaffen in Berlin=Wannſee hat den Vorfall
ſachverſtändig unterſucht und feſtgeſtellt, daß das
Geſchoß auf ſeiner Flugbahn durch die Berührung
mit einem Aſt von ſeiner Bahn abgelenkt worden
war, dann ſeitlich aufprallte und wie eine Schrot=
ladung
zerſplitterte. Der angeklagte Schütze wurde
daraufhin freigeſprochen.

Chronik des Tages.

Eine überraſchende Feſtſtellung machte dieſer
Tage Reichsbahnſekretär Zöllner aus Betzdorf. Er
entdeckte in einer Violine, die als altes Erbſtück
im Beſitz der Familie iſt, im Innern die einge=
brannte
. Inſchrift: Antonia Stradivari, 1716.
Dieſer Inſchrift nach wäre es nicht ausgeſchloſſen,
daß es ſich um eine der koſtbaren Geigen des be=
rühmten
italieniſchen Geigenbauers handelt. Die
Frage iſt allerdings die, ob das Inſtrument
echt iſt!
Auf der Landſtraße zwiſchen Edesheim und
Northeim ereignete ſich ein Kraftwagenunglück,
dem zwei Menſchenleben zum Opfer fielen. Ein
Motorzug verſuchte einen ſtark abſchüſſigen Feld=
weg
hinunterzufahren. Hierbei kam das Fahr=
zeug
ins Schleudern, der Kraftwagen und die zwei
Anhänger überſchlugen ſich und ſtürzten die =
ſchung
hinunter. Die beiden Kraftwagenführer
gerieten unter die ſchwere Zugmaſchine; ſie waren
ſofort tot.
Die Preſſeſtelle bei der Reichsbahndirektion
Wuppertal teilt mit: Am Sonntag, gegen 19.30
Uhr, überfuhr der Perſonenzug 1712 Overath
Siegburg, auf dem unbeſchrankten Bahnübergang
vor dem Bahnhof Wahlſcheid einen Lieferwagen
Fahrer und Mitfahrer wurden getötet. Der Lie=
ferwagen
wurde vollſtändig zertrümmert.
In einer Siedlung bei Irkutſk (Sibirien)
brannte, einer Meldung der TA
S. zufolge, ein
zweiſtöckiges Haus nieder, in dem 160 Perſonen
wohnten. Neun Menſchen fanden den Tod in den
Flammen.

Die Hinrichtung Hauptmanns auf Mitte Januar
feſtgeſetzt.
New York. Wie aus Trenton (New Jerſey)
berichtet wird, hat der Richter Trenchard am Frei=
tag
die mit dem 13. Januar 1936 beginnende
Woche als neuen Zeitpunkt für die Hinrichtung
Bruno Hauptmanns feſtgeſetzt. Die Anwälte
Hauptmanns haben ſich zu dieſem neuen Hinrich=
tungszeitpunkt
noch nicht geäußert, ſie erklärten
jedoch dieſer Tage, daß ſie ihre weiteren Schritte
erſt nach der Feſtſetzung dieſes Zeitpunktes bekannt=
geben
würden.

Die Brücke über
den Masnedö=
Sund, die von

gerammt wurde

Die ſchwediſche Poſt hat Geburtstag.
Die Königlich Schwediſche Poſtverwaltung rüſtet
in dieſen Tagen zu ihrem 300jährigen Geburtstag.
Der König ſelbſt wird die Feierlichkeiten durch
eine Anſprache im Konzerthaus eröffnen. Es war
zu den Zeiten des Dreißigjährigen Krieges, als
in Deutſchland die erſten ſchwediſchen Poſtämter
eröffnet wurden, ſo in Leipzig und in Hamburg.
Die meiſten Poſtämter wurden damals von deut=
ſchen
Beamten geleitet. Und als Königin Chri=
ſtine
, die Tochter Guſtav Adolfs, eine eigene
ſchwediſche Poſt einrichtete, berief ſie einen Deut=
ſchen
aus Leipzig, Andreas Wechſel, als Organiſa=
tor
, der damit zum Gründer der ſchwediſchen Poſt
vor nunmehr 300 Jahren wurde.

Die von einem engliſchen
Dampfer gerammte Brücke
im Masnedö=Sund ( zwi=
ſchen
den Inſeln Seeland
und Masnedö) ſtürzte ein,
wodurch dieſe wichtige
Eiſenbahnlinie unterbro=
chen
wurde. Man ſieht
hier die eingeſtürzte
Brücke, die jedoch bis
Weihnachten wieder her=
geſtellt
ſein wird.
(Preſſe=Photo=M.)

Ueber die Vereinigten Staaten von
Amerika ſpannt ſich heute ein Netz von
Flugverkehrslinien, die zuſammen die
ſtattliche Länge von 32000 Kilometerr
haben. Ueber dieſes Netz verſtreut, an
den abgelegenſten Punkten, ſtehen kleine
Leuchttürme, die einen wichtigen Anteil
an dem reibungsloſen Ablauf des Luft=
fahrplanes
haben. Niemand weiß vor
der verantwortungsreichen und oft ge=
fährlichen
Arbeit dieſer Leuchtturm=
wärter
der Lüfte.

Die Männer, die in den Leuchttürmen an den
Küſten der Meere, fern den Menſchen und in
ſelbſtgewählter Einſamkeit, treue Wacht halten
und in Nacht und Sturm den ſchwerkämpfenden
Schiffen durch alle Gefahren den Weg in den
ſicheren Hafen weiſen, haben mit Recht unſere
ganze Bewunderung. Wenig aber weiß man von
ihren Berufskameraden, die mit der Einrichtung
eines regelmäßigen Luftverkehrs in den Ländern
aufgekommen ſind, wo es noch weite, unbewohnte
Gebiete, unwegſame Gebirge und menſchenleere
Wüſten gibt. Der neue Beruf zählt vor allem in
den Vereinigten Staaten, auf welche dieſe Vor=
ausſetzungen
zutreffen, viele Vertreter. Inmit=
ten
von Gebirgen, Wäldern und Wüſten ſind
heute Leuchtturmwärter auf dem Poſten, um bei
Tag und Nacht durch Funkſpruch und Lichtſtrahl
die Flugzeuge ſicher durch die Lüfte zu geleiten.
In den weſtlichen Gebieten der Union werden an
den Flieger ganz beſondere Anforderungen geſtellt.
Da ſich der Luftverkehr dort reibungslos ab=
wickelt
, macht niemand ein Aufhebens von den
Gefahren, die der Pilot täglich beſtehen muß, von
den Kämpfen gegen Wind und Hagel, Hitze und
Schneeſturm, und erſt recht ſpricht niemand von
den Leuchtturmwärtern der Lüfte, die mit Mut
und Geiſtesgegenwart die ruhmreiche Tradition
der Leuchtturmwärter der Meere fortſetzen.

Antennenreparatur im Blizzard.

Da iſt z. B. Charlie Merchand, der kürzlich auf
ſeinem Poſten im Südweſten des Staates Wyo=
ming
ein gefährliches Abenteuer mit einem Bliz=
zard
beſtand. Merchand hatte ſeinen Dienſt an=
getreten
, als über ſeiner Station, die mitten in
einer einſamen Gegend liegt, ein gewaltiger
Sturm losbrach. Dichtes Schneegeſtöber verwehrte
jede Sicht. Ein Flugzeug der Transkontinental=
Linie näherte ſich den Schneewolken, verſchwand
darin und gab der Station die Nachricht, daß der
Empfänger geſtört ſei, und daß man ſolange über
dem Leuchtturm kreiſen würde, bis ein anderes
Flugzeug es aus der Sturmzone herausführen
würde. Merchand gab die Nachricht an die Sta=
tion
von Salt Lake City weiter. Als das zweite
Flugzeug ſeine nahe Poſition ſignaliſierte, hörte
der Leuchtturmwärter in ſeinem Empfänger, ein
verdächtiges Knacken. Die Antenne, von deren
einwandfreier Tätigkeit nun zwei Flugzeuge mit
ihren Inſaſſen abhingen, hatte plötzlich verſagt.
Merchand ſtürzte ins Freie und ſtellte feſt, daß der
Antennendraht geriſſen war und im Schnee er=
dete
. Der Leuchtturm war vom Boden bis zur
Spitze mit einer dünnen Eisſchicht bedeckt. So
blieb dem Wächter nichts übrig, als die Leiter zu
beſteigen und ſich im heulenden Blizzard über die
eisbedeckten Sproſſen emporzuarbeiten. An der
Spitze angelangt, führte er die notwendige Re=
paratur
aus, und es gelang ihm, die Antenne wie=
der
in Tätigkeit zu ſetzen. Dann konnte er die
beiden Flugzeuge aus ihrer nicht unbedenklichen
Lage befreien.
Solche dramatiſchen Zwiſchenfälle ſind nur ein
Teil des Tagewerks eines Leuchtturmwächters. In
den Tagebüchern der verſchiedenen Stationen lieſt
man oft in der unpathetiſchen Sprache dieſer Män=
ner
, denen ihr harter Dienſt etwas Selbſtver=
ſtändliches
iſt, häufig ähnliche Berichte, die von
Intelligenz und Wagemut zeugen. Ein Wärter
z. B. klammerte ſich über drei Stunden an ſeinen
im Sturm ſchaukelnden Turm, um ſein Signal in
Betrieb zu halten. Ein anderer ſchwamm drei
Kilometer durch einen reißenden Strom, um
Reparaturmaterial heranzubringen. Auf den 272
Zwiſchenlandeplätzen des amerikaniſchen Flug=
dienſtes
müſſen die Wärter ſtändig auf Zwiſchen=
fälle
gefaßt ſein. Deshalb verlangt man von

ihnen beſondere körperliche Tauglichkeit,
gründliche Ausbildung als Funker und Tell
Ihre Aufgaben ſind: Nachrichtendienſt üb
Sender, ſtündliche Wettermeldungen, Inſt

tung der Leuchtzeichen ſowie der Funkaus
und Hilfeleiſtung bei Notlandungen.

Seltſame Störungen.
Kürzlich wurden die größeren Zwiſche
ſtationen mit einem neuen Funkturmtyp
rüſtet. Dieſer hat ſo empfindliche Einrich
daß ein am Landeplatz vorbeifahrendes 9
bil die Sendung unterbrechen kann. An
ſolchen Funkturm wurde kürzlich eine Störu
geſtellt, deren Urſprung zunächſt nicht zu e
war. Nach langem Suchen wurde der G
fried in einer Kuhherde ermittelt. Noch
artiger war die Quelle einer Störung, die
Station von Amarillo, im Staate Texas, Gzn
treten war. In einer Frühlingsnacht erſchh., 9
plötzlich Tauſende großer, herrlich ge
Schmetterlinge auf dem Flugfeld. Sie flat
um die hellerleuchteten Fenſter der Funkbr/f
Hängt
blieben an den Außenwänden haften. Woch//,, ſiebt ih
durch kamen ſie täglich wieder. Gleichzeitig / eines Auges
Störungen auf, und die Piloten beklagten
die Signale der Station nicht richtig ande bohle
Auge im G
Sofort wurde die Suche nach der Störuruß, hringt. 6
genommen, bis man herausfand, daß die .feuer ihre 2.
Klumpen ballenden Schmetterlinge die APuchfurchte,
erdeten und dadurch Kurzſchluß und Ener;F angen, ſchwe
luſt verurſachten. Aber auch nachdem man ). ihn. aber
die Störung gekommen war, war es nicht
ung unter
ſie abzuſtellen. Der Leuchtturmwärter fegeſoſturm mit
nächſt einmal mit einem Beſen die unerwün och wieder
Gäſte fort. Sie kamen ſo ſchnell wieder, we, ihm würder
ſie vertrieben hatte. Er ſtreute Gift aus, a
für kamen immer neue Schmetterlinge. Sch /Mere.. D0
nerbenzerrütt
ſetzte der Wärter eine hellſtrahlende Larbracht hat,
30 Meter Entfernung auf einen Pfoſten. So Mnicht mehr.
r die Schmitterlinge ablenken und unseſGrerziergenen
ignale weitergeben.
Vor dem He

Der einſamſte Leuchttum nur auf Schnee
zu erreichen.

heen, Füchſe u
brächtigen &
Soldaten ſche

Außer den Leuchttürmen auf den Zmiſ ud helfen

landeplätzen haben die Luftverkehrsgeſellſ
alle 25 Kilometer längs der Fluglinien a

tiſch ſich drehende Leuchtzeichen ausgeſtelltſſüe Auge, da.

Mann kontrolliert dieſe Signale ſtändig;

Arbeitsbereich erſtreckt ſich über 320. Kile n Bügel wie

Jedes dieſer Leuchtzeichen beſteht aus zwei O,de dieſe llei

werfern; der zweite ſetzt ſich beim Verſag/
daten ſo

Schweiß und
Hannibal tr

ſtel, den er u

en

Es gilt

erſten ſelbſttätig in Betrieb. Bei manchen
oft ſehr abgelegenen Leuchtzeichen wohnt ein ſe 19 Mel
ter ſtändig in der Nähe. Der entlegenſte =As.
turm dieſer Art ſteht auf einem hochragende
ndlicher Kra
ſen, in einer Höhe von mehr als 2000 Mete ms Lieblings
Little=Lake=Paß in Nevada. Während der meiſter h.
termonate iſt die Station nur auf Schneeſ½ ein Gesko
zu erreichen, und der Wärter verkehrt M’hm Vferd, da
Außenwelt lediglich durch Scheinwerferſigr) Reiter ſteigt
Beſonders ſchwer haben es die Wärter Ohlſt, die Erzh
Luftlinien über die weſtlichen Gebirge. Si en als Eskor
ſen oft ſchwere Kämpfe mit dem Schnee be)
nibal ur

furten den A
Abenteuer mit einem Blitz.
den Ufers ma
Gewitter und Blitze bilden eine ernſte 0chepungen de
renquelle für den Flugwärter. In einer iſn der Fern
Nacht brach über der Amarillo=Station ei Zuweilen
bwolken
tiges Gewitter los. Der Wärter ſtand gera / Doch al

dem Mikrophon, um die übliche Wettermehen Flußufer
zu ſenden, als ſich, wie er hinterher beſchrieb hurtig, daß N

ganze Raum plötzlich mit blauen, hüp fyn Die Aufm
Flammen anzufüllen ſchien. Ein Blitz ſch10 Neglem
den Raum, ſprang von einem Apparat zund auf, Monipe
deren, doch ließ er den Wärter, der in der P haſtat das
ſtand, unverſehrt. In der Finſternis und desii von nu=
Eien waren
beißendem Rauch geſchwängerten Luft taſte n Vurf die g
der Wärter zur Notbeleuchtung, mußte abe
jedem
ſtellen, daß auch dieſe, wie jeder Apparat 1Aleiner Zwi
Station, verſagte. Er mußte kilometerweit 9 Parro, der
den Sturm wandern, um Hilfe zu holen. Da Müe Vorſtell

Gefahren, deren Beſeitigung von dem Flu ceſie man die

wärter einfach vorausgeſetzt wird. Er Eihſſe hätten die
ohne ſich zu rühmen er dient der VerW/ ind alle d
ſo berd
ſicherheit.
jed,

2i.
un, die

Eine ſelkene Aufnahme: Ausbruch des Vulkans Aſama.

Leuchtturmwärter der Lüfte.
Namenloſe Helden der Arbeit im Gewitter und Schneeſtuu

[ ][  ][ ]

ſeustag, 17. Dezember 1935

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Eu
leichze

dem n
es nid
Uner

ſtänd

in genialer Schlachtplan vor 2000 Jahren

Cannae.
Von Walter Görlitz.
Heute iſt wiederum das Mittelmeer wie ſchon ſo
oft in der Geſchichte Schauplatz weltgeſchichtlicher
Entſcheidungen. Es dürfte daher nicht unintereſſant
ſein, in dieſen Tagen den Blick zurückzuwenden auf
jenes jahrzehntelange Ringen zwiſchen Rom und
Karthago um 200 v. Chr. Wäre damals der Sieg
den Karthagern zugefallen, würden wir heute zwei=
fellos
in einem anderen Europa leben.
Die nachfolgende Schilderung der Schlacht bei
Cannge entnehmen wir der ſoeben im Verlag von
Quelle u. Meyer, Leipzig, erſchienenen Hannibal=
biographie
von Walter Görlitz (Preis in Leinen
geb. RM. 4,80). Die ungeheure Vernichtungsſchlacht
intereſſiert ganz beſonders, hat ſie doch erſt 2000
Jahre ſpäter in dem großen Siege Hindenburgs bei
Tannenberg ihre Parallele gefunden.
ſannibal empfängt gehobenen Herzens die Meldungen ſeiner

ten Reiter. In zähem Warten, wie es nur Orientalen ge=
iſt
, hat er auf dieſen Moment gelauert. Die Stimmung
ſeinen Leuten iſt ebenfalls glänzend. Mit fanatiſcher Gläu=
ſten
M.ßmit hängt das vielſprachige Gemiſch der Söldner an dieſem
un, liebt ihn jetzt vielleicht noch mehr, weil er in der Krank=
klagte
/Hſeines Auges ihnen menſchlich gleichſam näherrückt, in der
richtig
ſiren Häßlichkeit, die das ewig weit aufgeriſſene und doch faſt
Stu/MAuge im Gefolge hat, eine Schwäche zeigt, die ihn allen
daß Kr bringt. Gewiß, viele der Hartgeſottenen reißen auch am
ge die Vhrfeuer ihre Späße über dieſe Verunſtaltung, witzeln über das
und E Füdurchfurchte, olivenblaſſe Geſicht mit dem kurzen Bart unter
langen, ſchwarzen Haar, ſchimpfen auf den Gewaltmärſchen
ihn, aber wenn er in ſeiner ſchlichten, beinahe ſchlechten
härter Aleung unter ſie tritt, dann fühlen ſie ſofort wieder den
ſpelſturm mitreißender Energie, der von dieſem noch ſo jungen
doch wieder ſchon ſo alten Zweiunddreißigjährigen ausgeht.
1M ihm würden ſie doch, wenn er es wollte, in den Hades
ge Slſſchieren. Zudem, jetzt winkt eine Schlacht, winkt Erlöſung von
nervenzerrüttenden Katz= und Mausſpiel, wie es das Jahr
gebracht hat. Fabius Maximus, der ſchlaue Fuchs, komman=
nicht
mehr. An ſeiner Stelle befinden ſich ein Hohlkopf und
Exerziergeneral.
Vor dem Hauptzelt des Puniers erklingt Pferdegewieher:
Schnllepen, Füchſe und Schimmel ſcharren ungeduldig den Boden,
ſtprächtigen Satteldecken bedeckt. In den Lagergaſſen reiben
Soldaten ſchon ihre Körper mit Oel ein, machen ſie geſchmei=
den
zſſg und helfen einander, die Erzrüſtung anzulegen. Ein Dunſt
usgeſe mn Schweiß und ſchlechtem Olivenöl liegt über dem Ganzen.
inien b Hannibal tritt aus dem Zelt. Eine Binde verdeckt heut das
geſtellme Auge, das wieder ſchmerzt. Der mohnrote Feldherrn=
mel
, den er um die Schultern trägt, iſt alt, verſchliſſen und
gbbtg. Den Kopf deckt der zerbeulte Helm mit dem dünnen
wo kM Bügel, wie er ihn ſchon beim Alpenübergang getragen hat.
de dieſe kleinen, intimen Züge der Nachläſſigkeit ſind es, die
Soldaten ſo an ihm lieben, wenn ſie auch darüber lachen,
ſie ſo menſchlich ſind bei dem übermenſchlichen Geiſt des
nes.
Wi * Es gilt eine Rekognoſzierung. Hannibal ſchwingt ſich mit
Mudes lſandlicher Kraft auf den Rücken des ſchwarzen Punierhengſtes,
2 Ktus Lieblingspferdes. Sein Bruder Mago, der Generalquar=
Mend Kmeiſter Hasdrubal, der getreue Generaladjutant Karthalo
ein Geskon ſind mit von der Partie, dazu Maharbal auf
eriehlt Mom Pferd, das ungeduldig unter ſeinem pantherfellumflatter=
weiſeit
Un Reiter ſteigt. Iberiſche Reiter, den Spieß in der nervigen
hlaſt, die Erzhaube auf dem platten kraushaarigen Schädel,
zn als Eskorte.
Hannibal und ſein kleines Gefolge reiten aus dem Lager
tdfurten den Aufidus. Auf einem ſanftanſteigenden Hügel des
ten Ufers machen ſie halt. Man kann von hier aus gut die
ſenegungen des Feindes überſehen.
In der Ferne blitzt es tauſendfältig von Waffen und Hel=
Zuweilen wirbelt der heiße Wind der apuliſchen Ebene
abwolken auf und verhüllt das Ganze.
Doch allmählich wird erſichtlich, daß die Römer auf dem
den Flußufer aufmarſchieren wollen, und Hannibal erkennt
rtig, daß Varro im Begriffe iſt, einen großen Fehler zu be=
. Die Aufmarſchbewegungen machen es immer deutlicher.
Reglementmäßig marſchierte Legion für Legion in drei Tref=
auf
, Manipel neben Manipel, ſechs Mann tief. So bildeten
Haſtati das erſte Treffen, die Principes das zweite, die
rii von nur halber Stärke das dritte. Die beiden erſten
ſſen waren mit dem Pilun ausgerüſtet, einem ſchweren Speer
Wurf, die Triarii führten noch die alte Stoßlanze, die Haſta.
ſchen jedem Manipel, der 120 Mann ſtark war, befand ſich
leiner Zwiſchenraum.
Varro, der militariſierte Fleiſchergeſelle, nun ſchien eine
inle Vorſtellung von einem Maſſendruck zu beſitzen. Folglich
ite man die Tiefe der Schlachtordnung vergrößern. Normaler=
hätten
die 55 000 Legionäre 4000 Mann Frontbreite ge=
und alle drei Treffen zuſammengerechnet 18 Mann Tiefe.
no verdoppelte nun die ihm zu flach erſcheinende Aufſtellung,
jeder Manipel im Treffen nicht 6, ſondern 12 Mann tief
. Die Frontbreite des Heeres verringerte ſich auf 1600
an, die Tiefe vergrößerte ſich auf 36 Mann. Es war ein Kar=

dinalfehler. Statt möglichſt viel Leute ins Gefecht zu bringen,
damit ſeine zahlenmäßige Ueberlegenheit auch tatſächlich zur Gel=
tung
kam, verurteilte er möglichſt viele zur Untätigkeit, befangen
in der unklaren Vorſtellung der mechaniſchen Stoßwirkung einer
vorwärtsſtolpernden Menſchenmaſſe. Sie ſollte das karthagiſche
Zentrum durchſtoßen.
Hannibals Körper ſtrafft ſich. Reglos beobachtend, ſitzt er
auf ſeinem ſchwarzen Gaul und verfolgt die Bewegungen des
Römers. Der Schlachtplan formt intuitiv in ſeinem Geiſte, wie
das Genie immer intuitiv das Richtige erfaßt und ſich nach dem
Erfolg erſt verſtandesmäßig darüber klar wird, daß es das Rich=
tige
getan habe.
Schon immer hat er ſeit den Tagen ſeiner Studien in der
griechiſchen Militärliteratur den Gedanken der Umklammerungs=
ſchlacht
gepflegt. Von der Flanke, wie Alexander es bei Gauga=
mela
an jenem Oktobertag des Jahres 331 gehalten hatte, vom
Rücken her, muß der Gegner auf dem Schlachtfeld erdrückt wer=
den
. An der Trebia kaum verſucht, am Traſimeniſchen See halb
gelungen, ſoll dieſe Idee an dieſem Tage auf freiem Feld zu
ihrem glänzendſten Sieg aller Zeiten geführt werden.
Er winkt Karthalo neben ſich und ſkizziert ihm kurz den
Schlachtplan.
Spanier und Gallier ins Zentrum, das in kleinen Abteilun=
gen
zu 400 Mann geſtaffelt wird, ſo daß die vorderſten Abtei=
lungen
150 Meter vor der allgemeinen Front ſtehen. Auf die
Flügel je eine Kolonne von 3500 Mann griechiſch gerüſteter,
ſchwerer afrikaniſcher Infanterie. Die 3000 numidiſchen Reiter
unter Maharbal auf den rechten Flügel. Maharbal horcht auf,
als er ſeinen Namen hört. Die 4000 keltiſchen und die 3000
ſpaniſchen Reiter wirſt du, mein Hasdrubal, auf dem linken
Flügel kommandieren.
Der Generalquartiermeiſter neigt beſtätigend den Kopf.
Du wirſt die römiſchen Reiter vertreiben und dem Gegner
in den Rücken gehen.
Hannibal ſpricht weiter. Leichtbewaffnete vor die Front.
Die Libyer des rechten Flügels ſoll Hanno Bomilkar, die des
linken der Monomachos befehligen. Auf mein Zeichen werden
ſie dem Feind in die Flanke fallen!
Du, mein Mago, und ich ſelbſt werden im Zentrum uns
aufhalten. Wiederhole mir die Anordnungen, Karthalo, und dann
eile!
Karthalo wiederholt und galoppiert davon. Im Lager wer=
den
ſich bald die Kolonnen der Schwerbewaffneten, die Haufen
der leichtfüßigen Schleuderer und die alterprobten Schwadronen
in Marſch ſetzen. Schrill und gell hören die Reiter hier auf dem
Hügel ein paarmal vom anderen Ufer her das Trompeten des
letzten der Elefanten, der inſtinktiv auch ſchon den nahen Kampf
wittert.
Hannibals Züge hellen ſich auf. Er iſt in beſter Stimmung.
Er ſcherzt ſogar, was er ſelten getan hat in der letzten Zeit des
ſorgenvollen Lauerns.
Aufmerkſam prüft er die Windrichtung. Auch ſie iſt günſtig
für ihn; der Wind bläſt aus Süden, den Römern ins Geſicht.
Die erſte Kolonne, die Leichtbewaffneten, gehen über den
Aufidus und verſchleiern geſchickt den Aufmarſch der übrigen,
den Hannibal ſelbſt leitet.
Als er beendet iſt, reitet er noch einmal die Front ab, und
ermuntert ſeine Soldaten. Die Linie der geſtaffelten 400 Mann
ſtarken Abteilungen des Zentrum wölbt ſich, wie beabſichtigt,
tatſächlich in der Form eines Halbmondes vor der allgemeinen
Aufſtellung vor. Sie bietet einen ſchreckerregenden Anblick. Im=
mer
eine Abteilung Kelten und eine ſpaniſche ſtehen neben=
einander
. Die Strahlen der Auguſtſonne fallen hell auf die kur=
zen
, weißlinnenen Leibröcke der Spanier, die einen blutroten
Saum beſitzen. Während die Kelten bis zum Gürtel nackt kämpfen
oder wo Gaeſaten ſtehen, vollſtändig nackt. Der Wind wühlt in
ihren rotblonden, trotzwilden Haarſchöpfen. Die Schwerter in
ihren Händen blitzen. Auf den Flügeln ſtehen, 16 Mann tief,
gleich der Fronttiefe, in gewaffneter Würde die Rotten der afri=
kaniſchen
Infanterie mit ihren ſchimmernden Panzern und Hel=
men
von Erz. Ueber ihren roten Helmbüſchen ragen die Feld=
zeichen
Karthagos, das Roß unter der Palme zeigend.
Die Schlachtlawine rollt mit der Pünktlichkeit eines Uhr=
werkes
ab. Alles kam, wie Hannibal es genial berechnet hatte.
Das karthagiſche Heer erwartet ſtehenden Fußes den An=
warſch
der Römer. Der Wind trägt ihrer Schlachtordnung zeit=
weilig
Staubwolken entgegen und benimmt ihnen die Sicht. Ihre
Ordnung iſt die gewöhnliche, ſchwere Infanterie in der Mitte,
Reiterei auf den Flügeln, Leichte vor der Front.
Zunächſt gehen die Legionen, überſchwankt von den Feld=
zeichen
der Manipel, die Tierköpfe zeigen, Pferd, Eber, Wolf,
Minotaurus, im Gleichſchritt vor, dann im Sturmſchritt. Varro
kommandiert auf dem linken, Aemilius Paullus auf dem rechten
Flügel, der Proconſul im Zentrum.
Die Leichtbewaffneten prallen aufeinander und nach kurzem
Gefecht weichen die Römer. Die Balearen und Ligurer ziehen
ſich befehlsgemäß zu den libyſchen Kolonnen auf den Flügeln.
Lockert einmal ein Windſtoß die Staubmaſſen, ſo ſieht Hanni=
bal
die Römer näher und näher kommen. Er weiß wohl, daß
dies Abwarten für ſeine Truppe die ſchwerſte Nervenprobe be=
deutet
. Doch alles ſteht in eiſerner Diſziplin feſt.
Das Kampfgeſchrei der Kelten und Spanier dröhnt den Haſtati,
dem erſten Treffen, entgegen; die Pilenſalve der Römer praſſelt
am Schildwall des kartagiſchen Zentrums ab. Der Nahkampf be=
ginnt
. Ein furchtbares Gemetzel. Und Hannibal hat richtig ge=

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Nr. 346 Seite 4

rechnet. Ein Teil der Manipel ſtößt naturgemäß zunächſt ins
Leere, da der Halbmond ſich ja zurückbiegt. Und ſie alle drängen
dahin, wo ſchon das Kampfgeſchrei der Kameraden aufjauchzt.
Die Reihen verwirren ſich, die Ordnung beginnt ſich langſam zu
löſen. Es iſt ein zähes Ringen, Mann gegen Mann, Bruſt gegen
Bruſt. Befehlsgemäß weichen Spanier wie Gallier Schritt
für Schritt zurück. Allmählich ſoll der Römer in die Zange ge=
langen
. Das Getöſe des Kampfes, die ſeeliſche Erregung aller
iſt ungeheuer.
Hannibal beobachtet kalten Auges, hie und da Säumige zum
Kampf anfeuernd.
Unterdes hat ſich auf den Flügeln das Schickſal ſchon ent=
ſchieden
. Hasdrubal hat mit ſeinen ſpaniſchen und galliſchen
Schwadronen auf dem linken Flügel die ſchlechte römiſche Kaval=
lerie
der Ritter und Bundesgenoſſen über den Haufen geworfen,
niedergehauen oder zerſprengt. Er iſt aus Hannibals Schule
hervorgegangen und hat in geſchloſſener Maſſe attackiert. Jetzt
verſammelt er ſeine Reiter und führt ſie hinter der römiſchen
Infanterie herum auf den rechten Flügel. Dort unterhalten
Maharbals numidiſche Reiter bogenſchießend mit den Römern
ein Plänklergefecht, wie es ihre nationale Kampfweiſe liebt. Has=
drubal
jagt an der Spitze ſeiner Kavalleriemaſſe den römiſchen
Rittern in den Rücken und vollendet auch hier ihre Niederlage.
Faſt keiner entkommt. Der Konſul Aemilius Paullus rettet ſich
todwund nach dem Zentrum. Wieder ſchmettert ein Hornſignal.
Der Generalquartiermeiſter kennt ſeine Aufgabe und ſammelt
ſeine und Maharbals Reiter von neuem.
Indeſſen wütet im Zentrum der Kampf nach wie vor. Der
Boden wird ſchlüpfrig vom Blut der Gefallenen. Die Toten
häufen ſich. Plötzlich geſchieht etwas Entſetzliches. An einer
Stelle weichen die Kelten; gellende Schreie ausſtoßend, werfen
die ihre Schwerter fort und flüchten. Hannibals Herz krampft
ſich zuſammen, als er ſieht, wie ein breiter Strom von Legio=
nären
in ihren braunen Lederkollern ſich in die Lücke ergießt.
Er ſprengt zu der Stelle zieht Leute aus den hinteren Gliedern
des nächſten ſpaniſchen Haufens mit ſich. Soſylos und Mago ſind
an ſeiner Seite. Es ſind bange Minuten, bis es ihm gelingt,
das Gefecht wiederherzuſtellen. Rund 10 000 Römer ſind durch=
gebrochen
. Aber als ſie ſehen, daß ſich hinter ihnen der Ring
wieder ſchließt, wenden ſie ſich, führerlos, zu direktionsloſer
Flucht.
Jetzt erſcheint Hannibal die Zeit gekommen. Er entſendet zwei
Adjutanten zu den Libyern. Auf beiden Flügeln ſchwenken die
Rotten der Afrikaner ein. Der rieſige furchtbare Hannibal Mono=
machos
führt ſie auf dem linken Flügel, Hanno Bomilkar, der
klügſte der Generale, auf dem rechten. Aus den Staubwolken
tauchen die roten Helmbüſche und ovalen Großſchilde in den
Flanken der Legionen auf. Die leichte Infanterie unterſtützt den
Angriff. Der Stoß der römiſchen Maſſe wird paralyſiert. Die
Manipel werden zum Stehen gebracht. In den Flanken machen
ſie Front nach außen. Varro gibt das altberühmte Kommando:
Surgite triarii‟. Die Triarier ſollen eingreifen. Schon praſſelt
überall der Geſchoßhagel der Leichtbewaffneten, Stein und Spieß.
Eine fährt dem Proconſul in den Hals und reißt ihn ſchwer=
wuchtend
vom Pferd. Das Metzeln beginnt. Und jetzt ergreift
ein eiſiger Schrecken die Legionen. In ihrem Rücken erdröhnt
der Boden von Tauſenden von Roſſeshufen. Hasdrubals und
Maharbals ſpaniſche, keltiſche und mauriſche Reiterharſten jagen
todjauchzend heran. Schwanz flattern die Mäntel der Spanier,
ſcharlach leuchten ihre Leibröcke; die Gallier ſchwingen die langen
Schwerter in beiden Händen, die Zügel mit den Zähnen haltend.
Die Schwadronen hauen ein. Im Zentrum rafft ſich alles
zum Gegenſtoß auf, was Beine hat.
Ein rieſiges Viereck iſt eingekeſſelt. Von vorn packen es
Spanier und Gallier, von den Flanken die Afrikaner, die Balea=
ren
und Ligurer, im Rücken die Reiter. Hannibal, haßerfüllten
Herzens, umkreiſt die Stätte der Blutarbeit. Es iſt der Triumph
ſeines Lebens. Mahnend und ermunternd treibt er die Soldaten
an, nicht nachzulaſſen. Seine hundertfältig erprobte Elite, die
Libyer, frißt ſich tiefer und tiefer in die Römer. Es iſt kein
Kampf mehr, nur noch ein Morden.
Das Ende iſt, rund 50 000 Römer decken die Walſtatt, unter ihnen
80 Senatoren, der Proconſul Servillius Geminus und der Konſul
Aemilius Paullus, der, obſchon verwundet, es abgelehnt, zu
fliehen. Ein vorbeigaloppierender junger Adliger bietet ihm ſein
Pferd an. Er lehnt es mit müdem Lächeln ab und ſoll dabei
geſagt haben: Melde du dem Fabius Maximus in Rom, Aemi=
lius
Paullus iſt zuerſt von Varro und dann von Hannibal be=
ſiegt
worden!
Bald darauf fand er im Gemetzel den Tod, ebenſo auch dieſer
junger Patrizier.
Varro, deſſen unſinnige Maßnahmen dieſe Niederlage ben=
ſchuldet
hatten, warf ſich auf ein Pferd und entkam mit 50
Reitern.
Eine der glänzendſten Waffendaten der Weltgeſchichte, wie
ſie ihre Wiederholung erſt 2000 Jahre ſpäter im deutſchen Siege
von Tannenberg finden ſollte, war geſchlagen. Das Genie
Hannibals hatte ſeinen ſchönſten Sieg davongetragen. Man be=
denke
einmal, was es heißt, mit 50 000 Mann 70000 auf freiem
Felde vollſtändig einzuſchließen und zu vernichten. Und das mit
einem Heer, das aus heterogenſten Elementen zuſammengeſetzt
iſt, gegen eines durchzuführen, das völkiſch geſchloſſen iſt und
für ſeine Heimat kämpft.
Das iſt das Geniale, das Unerhörte an dieſem Schlachtplan=
das
Hannibal zu einem der größten Feldherrn aller Zeiten
ſtempelt.
Ein Clauſewitz hat ſpäter gelehrt: Konzentriſches Wirken
ziemt dem Schwächeren nicht.
Napoleon I. predigte: Der Schwächere darf nicht auf beiden
Flügeln zugleich umgehen.
Der ſchwächere Hannibal hat aber nicht nur auf beiden Flü=
geln
umgangen, ſondern ſogar im Rücken gewirkt.

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Aus der 2. Kreisklaſſe.
Grupve 3 Darmſtadt.
SV. Weiterſtadt T.= u. Sportv. Meſſel 2:3 (2:1).
Reichsbahn Darmſtadt TV. Nieder=Ramſtadt 3:1.
Die Weiterſtädter haben es ſich geleiſtet, zu Hauſe den Gäſten
aus Meſſel beide Punkte abzutreten. Da beide Mannſchaften als
Favoriten für die Gruppenmeiſterſchaft in Frage kommen, bleibt
abzuwarten, wie ſich gerade dieſes Reſultat am Schluſſe auswirkt.
Am Dornheimerwea ſcheint man endlich wieder erwacht zu
ſein, denn die Gäſte ſind beſtimmt bein Gegner, der ſich im
en Ausſchlag für den Erfolg der
Spaziergang ſchlagen läßt.
Reichsbahnler dürfte das Wiederheranholen einiger früherer
Spieler gegeben haben.
Gruppe 5 Odenwald.
Kleeſtadt Sandbach 1:5, Rimhorn Kl.=Zimmern 2:1,
König Spachbrücken 1:2, Ueberau Heubach 5:0.
Lützel=Wiebelsbach Oberklingen 3:3.
Daß Sandbach in Kleeſtadt ſo überzeugend gewinnen würde,
hatte man doch nicht erwartet. Die Gäſte gelten nach dieſem
Reſultat als ernſter Anwärter auf den Meiſtertitel.
Klein=Zimmern wehrte ſich in Rimhorn zwar ſeiner Haut,
aber die Niederlage war nicht abzuwenden. Durch dieſen Erfolg
hat der Gaſtgeber ſeinen guten 3. Platz in der Tabelle weiter ge=
halten
.
Der Tabellenletzte verſchenkte auch in dieſem Spiel nichts, und
Spachbrücken mußte alle Regiſter ſeines Könnens ziehen, um über=
haupt
zum Siege zu kommen.
Heubach hatte das Pech, den Tabelleenführer in beſter Spiel=
laune
anzutreffen. Immerhin war die Leiſtung des Unterlegenen
nicht ſo ſchlecht, wie das Reſultat vielleicht vermuten läßt, und
das Ehrentor hätte die Elf beſtimmt verdient.
Ueber den Neuling muß man ſich eigentlich wundern, denn
aus vier Spielen hat die Mannſchaft 6 Punkte errungen und ſteit
heute nach Verluſtpunkten gerechnet, mit an erſter Stelle. Die
ſpielſtarken Gäſte mußten in Lützel=Wiebelsbach einen für ſie
wichtigen Punkt zurücklaſſen.
Die Tabelle zeigt nach dem 15. 12. (ohne die Wertung des
Spieles Neuſtadt Georgenhauſen, das noch kein Reſultat mel=
dete
) folgendes Ausſehen:

Verein Sp. gew. un. verl. Tore Pkte. Ueberau . . = 10 0 40:11 18 Sandbach = 10 7 2 37:14 16 Rimhorn . . . 9 0 3 23:17 12 Spachbrücken . 9 5 2 25:18 12 Oberklingen . . 10 4 3 3 28:40 Heubach . .. . * 9 3 1 5 16:29 Neuſtadt . . . . . s 8 O 1 4 12:18 L.=Wiebelsbach .. 4 * .0 10:8 6 Georgenhauſen . . .. 9 6 18:30 5 Kleeſtadt. . .. * 9 3 5 17:29 Kl.=Zimmern . . 8 0 2 6 13:23 König . .... 8 0 2 6 12:25
eba

SV. Weiterſtadt SV. Meſſel 2:3 (2:1) Ecken 7:5.
Wer hätte bei dem Stand von 2:0 für Weiterſtadt nach einer
Spielzeit von nur 8 Minuten daran gedacht, daß die Gäſte noch
beide Punkte mitnehmen würden? Es wurde aber doch wahr.
Das Spiel wurde zu dreiviertel in der Hälfte der Gäſte ausgetra=
gen
, aber nach den beiden erſten Toren konnten die Platzherren
nichts Greifbares erreichen. Nach und nach holten die Gäſte die
beiden Tore auf und kurz vor Schluß gelang ihnen durch einen
Fernſchuß von links, der unbedingt hätte gehalten werden müſſen,
das ſiegbringende Tor. Die letzten 10 Minuten konnten die
Weiterſtädter dann nichts mehr erreichen, da ſämtliche Schüſſe von
den zahlreichen Verteidigern der Gäſte aus Meſſel abprallten.
Vielleicht kommt die Mannſchaft jetzt durch die Niederlage zu ſih,
denn am Sonntag gehts nach Darmſtadt. Eine Kritik der Mann=
ſchaft
ſoll unterbleiben, es genügt wenn man ſagt: Derſelbe
Zimt wie am vorigen Sonntag.
Union Wixhauſen SpVg. Arheilgen 2:1 (1:0).
Dieſes Treffen hatte eine anſehnliche Zuſchauermenge herbei=
gelockt
. Beide Mannſchaften kämpften mit großem Eifer, wobei
Union in bezug auf Zuſammenarbeit die beſſere Leiſtung zeigte,
und verdient gewann. Beſonders im Stellungsſpiel waren die
Leute um Frey ihrem Gegner klar überlegen. Der Angriff der
Gäſte war ſehr ſchwach und zu ſehr auf Einzeldurchbrüche einge=
ſtellt
. In der Läuferreihe konnte nur Becker gefallen. Die Hinter=
mannſchaft
war der beſte Mannſchaftsteil. In den erſten Minuten
war Union etwas im Vorteil. Das Spiel wird allmählich aus=
geglichen
und die Gäſte verſuchen wiederholt, auf der rechten
Seite durchzukommen. Die Anariffe des Platzbeſitzers ſind weit
gefährlicher, aber Frey und Stork werden gut abgedeckt. Wix=
auſen
iſt gut durch, ein Stürmer wird unfair angegangen im
ha
Strafraum, und der Strafſtoß wird von Stork ſicher verwandelt.
Unions linker Läufer wird verletzt und kann nur noch als Statiſt
mitwirken. Trotz großer Anſtrengungen auf beiden Seiten geht
es mit 1:0 in die Pauſe. Nach dem Wechſel ſind vorerſt die Gäſte
tonangebend. Der Kampf wird lebhafter und bald haben die
Gäſte Gelegenheit, durch ihren Mittelſtürmer den Ausgleich her=
zuſtellen
. Union dreht jetzt mächtia auf und Traſer wechſelt mit
Pfaff den Platz. Von Minute zu Minute wird Union beſſer und
Ingriff auf Angriff rollt auf das Gäſtetor. Einen Strafſtoß von
tork lenkt Traſer zum ſiegbringenden Treffer ein. Noch mehrere
klare Torgelegenheiten des Platzbeſitzers und der Schlußpfiff
ertönt. 2. Mannſchaften 1:1.

Weihnachtskurnen des Tbd. Jahn 1875.
Die Jugend Buben und Mädels des Jahn 1875 ver=
anſtalten
auch in dieſem Jahre wieder ein Weihnachtsturnen, ver=
bunden
mit einer Weihnachtsfeier, in der Turnhalle der Liebigs=
Oberrealſchule. Die Veranſtaltung findet diesmal am Sonntag,
22. Dez., nachm. 4 Uhr, ſtatt. Schon heute laden wir alle Eltern
und Freunde der Jugend zu dieſem Jugendturnen herzlichſt ein.
Freudvolle und luſtige Darbietungen werden Mädels und Buben
den Beſuchern zeigen, Geräteturnen für Anfänger, geſteigert in
den einzelnen Riegen, gibt einen Einblick in die Leiſtungsfähig=
keit
der älteren Jugendlichen, nette Tänze der Mädels bringen
eine angenehme Abwechſlung in die Vorführungsfolge. Und die
Turnſpiele in ihren mannigfaltigen Abarten bringen Luſt und
helle Begeiſterung unter die Reihen der Beſucher. Am Schluß
wird dann der Nikolaus erſcheinen, wird Gaben verteilen, und
wird die beſonders belohnen, die immer fleißig die Turnſtunden
beſuchten.
Kegeln.
Kameradſchaftsabend des Kegelſportvereins.
In den feſtlich geſchmückten Räumen des Kegelſporthauſes
fand am vergangenen Sonntag unter ſtarker Beteiligung ein
Kameradſchaftsabend, verbunden mit Siegerehrung ſtatt. Nach
einleitenden Begrüßungsworten des Vereinsführers Kegelbruder
Becher ging man zur Verteilung der Ehrenurkunden über, die um=
rahmt
war von Muſik= und Geſangsdarbietungen. Herr Mattheis
brachte einige gut geſungene Lieder zu Gehör und erntete dafür
vohlverdienten Beifall. Weiter gelangten noch die rückſtändigen
Saarbefreiungsplaketten zur Verteilung. Dann wurde dem Sie=
ger
aus dem Kampf um den Hans=Borné=Pokal, dem Klub
K. 11, der Pokal für ein Jahr übergeben. Der Kampf um dieſen
Pokal wird im kommenden Jahre weitergeführt. Den Höhepunkt
des Abends brachte die feierliche Uebergabe des wertvollen
Konzelmann=Pokals, der nun endgültig in den Beſitz des Clubs
D.K. 11 überging. Dem Stifter dieſes Preiſes wurde unter Aner=
kennung
ſeines ſportlichen Intereſſes vom Verein ein Bild des
Reichsſportführers von Tſchammer und Oſten übergehen. Im An=
ſchluß
an den offiziellen, ging es zum gemütlichen Teil über.
Frohe Stimmung und Tanz hielten die Beſucher bis zu ſpäter
Nachtſtunde zuſammen und jeder ging mit dem Gefühl eiwige
ſelten frohe und ſchöne Stunden verlebt zu haben, nach Hauſe.
Ausſcheidungskegeln 1935/1936.
Der vierte Lauf des Ausſcheidungskegelns wurde am vergan=
genen
Samstag und Sonntag auf den Bahnen des Kegelſport=
hauſes
abgeſchloſſen und der Endlauf weitergeführt. Nachfolgend
die Ergebniſſe
Vierter Lauf: Frl. Bäumer 534 Holz. Endlauf (200= Kugel=
kampf
): Mohr 1076 Holz, Schrottmeyer 1058, Kohnle 1058, Mül=
ler
1054, Volz 1052, Wagner 1044, Wilbert 1043. Schmidt 1040,
Jacob 1040, Reichert 1017. Schüßler 1017, Stahl 1013. Pohl 1012.
Paul 1010.
Ringen.
TG. Dieburg 86 Frankfurt 13:4.
Zum weiteren Kampf der Nachrunde ſtellten ſich die Frankfur
ter als Gäſte vor. Im vollbeſetzten Saale Zum weißen Roß
bewieſen die Dieburger, daß ſie ihre alte Kampfkraft vom Vorjahre
wieder erreicht haben. Die Kämpfe wurden ritterlich durchge=
führt
und ließen die Zuſchauer nicht aus der Spannung. Auf der
einen Seite waren die Gäſte beſtrebt, ihren letzten Erfolgen einen
weiteren Sieg anzureihen, auf der anderen Seite ſetzten die Die=
burger
alles auf eine Karte, um durch einen Sieg zur Mittel=
gruppe
aufzurücken. So kam es, daß die Ringer auf beiden Sei=
ten
etwas riskierten. Man ſah ſehr ſchöne Griffe und Kampf=
handlungen
, ſo daß die Zuſchauer voll und ganz auf ihre Rech=
nung
gekommen ſein dürften. Zu den Kämpfen:
Im Bantamgewicht wurde Bingel=Dieburg kampflos Sieger,
da Frankfurt keinen Vertreter zur Stelle hatte, 3:0. Im Feder=
gewicht
begegneten ſich Ohl=D. und Burk=Ffm. Dieſer Kampf ging
über die volle Zeit und Ohl wurde hoher Punktſieger 5:0. Hart
war der Kampf im Leichtgewicht zwiſchen Wick=D. und Weimer=
Ffm. Im Standkampf kann ſich Wick eine Wertung ſichern, die
ir den Punktſieg des Dieburgers ausſchlaggebend war, 7:0. Im
Weltergewicht ſtellte Dries gegen Bopp den Sieg ſicher. Dries
liegt ſtark im Angriff, aber ſein Gegner verteidigt ſich vorerſt
geſchickt. muß ſich aber in der 14. Min. einem Kopfzug beugen
10:0. Das Mittelgewicht bringt den Gäſten den erſten Punkt.
Dotter und Hirſchmann trennen ſich unentſchieden, 11:1. Im Halb=
ſchwergewicht
war der Frankfurter Gerber dem Nachwuchsringer
Dries überlegen, und nach 4 Min, war es um den Dieburger ge=
ſchehen
, 11:4. BollCeſanne lautete die Begegnung im Schwer=
gewicht
. Dieſer Kampf ging ebenfalls über die volle Zeit. Boll
ſicherte ſich durch einen Kopfzug eine große Wertung und wurde
am Schluß verdienter Punktſieger, 13:4. Kampfleiter war Sölſch=
Darmſtadt.
Athl.=SV. 88 Mainz KSV. Nieder=Ramſtadt 20:0.
Mainz gelang es nicht, in dieſem Kampf, der zwar ziffern=
mäßig
eindeutig ausfiel, auch eine Rekord=Siegeszeit herauszu=
holen
. Nieder=Ramſtadt wehrte ſich mit Löwenmut ſeiner Haut
und lieferte in den 59 Minuten Ringzeit, wie die Mainzer Zu=
chauer
ſportlich zugaben, eine ehrenvolle Partie. Der
farbigſte Kampf war die Begegnung im Leichtgewicht zwiſchen
Guthmann=M. und Lautenſchläger=N.=R. Die Kämpfe; Ban=
tam
: Mathes=M.Schuchmann=N.=R. Sieger M. in 10.36 Min.
durch abgefangenen Umreißer. Feder: Heuckeroth=M.Emig=N.=R.
knapper Punktſieger, Leicht: Guthmann=M.Lautenſchläger=
N.=R. Sieger G. in 9 Min. durch Eindrücken der Brücke. Welter:
Flick=M.Göbel=N.=R. Sieger F. in 14,5 Min. dur Aufreißer.
Mittel: Gawenda=M.Beck=N.=R
Sieger G. in 6 Min, durch
Soubleſſe. Halbſchwer: Ditt=M.Burkhardt=N.=R. Sieger D. in
Min. Schwer: Sieger Börner=M. durch Soubleſſe in der 3. Min.
über Schettler=N.=R. SR. Steinmetz=Dieburg leitete korrekt.
Am Samstag abend unterlag Bingen in Weiſenau
9:10 und konnte ſich am folgenden Sonntag mit einem 12:7=
Sieg im Rückkampf revanchieren.

SV. 29 Erzhauſen bleibt Sieger.
TG. Erzhauſen SV. 29 Erzhauſen 0:3 (0:2).

In Erzhauſen brachte man für das Derby allgemein große
Intereſſe auf, und 200 Zuſchauer mögen es geweſen ſein, die d.
Geſchehniſſe auf dem Spielfelde, teils freudig, teils mißmuti
verfolgten. Der Sportverein ſiegte in Anbetracht ſeiner beſſerei
Leiſtungen verdient in dieſer Höhe. Während die 29er bis zu
Pauſe durch Lotz und Debling 2:0 in Führung lagen, reichte aud
der reſtloſe Einſatz der Turner nicht dazu aus, gegen die maſſiv
Hintermannſchaft der 29er Gegentreffer anzubringen. Der Tur
ner=Mittelläufer wurde dann noch vom Schiedsrichter vom Feld
geſchickt. Nach dem Wechſel wickelte ſich das Spiel meiſtens in

Mittelfelde ab, jedoch einen weiteren Vorſtoß der 29er ſchloß Le
er mit dem 3. Treffer ab. Beide Parteien bekamen noch eine

Elfmeter zugeſprochen, jedoch beide wurden fabelhaft gemeiſter
Die Turner mühten ſich bis zum Schlußpfiff recht und ſchlecht a
aber der Ehrentreffer blieb ihnen doch verſagt.
Ha.

Aus dem Gau Südweſt.

Das Verbandsſpiel, FK. 03 Pirmaſens Kicker=
Offenbach, das am 1. Dezember wegen der ungünſtigen Wit=
terung
ausgefallen iſt wird am 29. Dezember nachgeholt wer=
den
. Schiedsrichter: Gödtel=Kaiſerslautern.

Am 22. Dezember tragen FSV.
ankfurt und VfR.
Mannheim in Frankfurt auf dem 7
V.=Platz am Bornhei=
mer
Hang ein Freundſchaftsſpiel ihrer Gauliga= Fußballmann=
ſchaften
aus.

Die deutſchen Berufsboxer Vinzenz Hower=Köln und
Joſef Schleinkofer=München ſind mit dem Dampfer Cap
Arcona in Buenos Aires angekommen. Sie werden voraus=
ſichtlich
noch in dieſem Jahre gegen erſtklaſſige, ſüdamerikaniſche
Boxer in den Ring gehen. Die Aufgabe der beiden Deutſchen iſt
keineswegs leicht.

Aus den Vereinen u. Verbänden
TG. Beſſungen 1865.
Alle Skiläufer der Turngemeinde Beſſungen werden aufge=
ſordert
, im Laufe dieſer Woche ihre Adreſſe auf der Geſchäfts=
ſtelle
abzugeben, damit die Benachrichtigung ſchneller ergehen
kann.
Am Mittwoch, dem 18. Dez., findet im großen Saale des Ver=
einshauſes
eine außerordentliche Hauptverſammlung ſtatt
worauf wir unſere Mitglieder nochmals hinweiſen. Wir bitten
um pünktliches
Erſcheinen. Beginn 20.15 Uhr. Um 19.45 Uhr
tritt nochmals der Aelteſtenrat zur kurzen Beratung zuſammen,
Sportverein 98 (Handballjugend).
Nach dem Training findet heute abend in der Stadionsgaſt=
ſtätte
eine Beſprechung ſtatt, an der alle Jugendlichen und Schü=
ler
teilnehmen müſſen.
Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde 1846,
Leichtathletik= und Hockey=Abteilung.
Wir weiſen darauf hin, daß die gemeinſame Weihnachtsfeier
beider Abteilungen am Sonntag, dem 22. 12., nicht ſtattfinden
kann und deshalb auf Freitag, den 20. 12, vorverlegt werden
mußte. Es darf erwartet werden, daß ſich alle aktiven und in=
aktiven
Mitglieder der beiden Abteilungen am Freitag abend
20.30 Uhr im Kneipſaal unſeres Turnhauſes zur Teilnahme an
dieſer Feier, die wie ſtets, im ſchlichten Rahmen gehalten iſt und
immer alle in ihren Bann zieht, einfinden.
Jahn 1875 Darmſtadt.
Am Mittwoch abend findet der letzte Uebungsabend des Ski=
kurſes
vor den Feiertagen ſtatt. In Anbetracht wichtiger Be=
kanntmachungen
für die Weihnachtstage iſt ein Erſcheinen aller
Teilnehmer unbedingt erforderlich.

Polizei=SV. Darmſtadt, Jugendabteilung.
Am Freitag findet die Weihnachtsfeier der Jugg
abteilung im Speiſeſaal der 24er=Kaſerne ſtatt. Beginn 19 u
Angehörige der Jugend=Mitglieder ſind herzlichſt eingeladen.

Sporkbücher für die Jugend.

De.
Mit. O
UNde
ich die ſo

das
iche M
chutz
Spentums
unde aus

* Wir haben ſchon mehrmals auf die im Franz=Schn
der=Verlag, Leipzig=W 31, herauskommenden Sw
bücher für unſere Jugend anerkennend hinweiſen können, denm
vermitteln, meiſt aus fachmänniſcher Feder, im Rahmen e
flott aufgebauten Handlung Anleitungen für die verſchiedemt
Sportarten. Jetzt zu Weihnachten liegen einige Neuerſch
nungen vore.
Der langjährige deutſche Sprintermeiſter Helmut Körn
aus deſſen Feder ſchon das Kurzſtreckenbuch Erſter: Erlat ir 0 P.*
Sekunden! vorliegt, präſentiert uns jetzt Vom Tonn
tippler zum Skimeiſter (76 S. mit Buchſchmuck
Lehrſkizzen von Max Ludwig, geb. 1,50 RM.) Wie der ſtrarmy Lepotgel
Kurt Rudka als Botengänger vom Annahof auf den Seitente
eines Faſſes, als Tonnentippler das Rennen vom Anna u=
gewinnt
, wie er in hartem Training auf den erſiegten erſten mit
ung
lichen Skiern lernt, ſchleſiſcher Meiſter, Olympiakandidat Aim
jah
Söllinge, und endlich Preisträger in den Weltſpielen zu
wirtſe
miſch=Partenkirchen wird, das durfte unſere Sportjugend
*
epott
Leſen reizen.
Nicht weniger verlockend erzählt. O. B. Wendler, 3b0 Dadu
Flinke Jungen harte Pucks (80 S., zahlreiche Bkl
dem Vo
und Skizzen, geb. 1.50 RM.). Hier werden die Geheimniſſe
altet werd
Eislaufs gelüftet: Eisſchnell= und Eiskunſt=Lauf, die Interno
nale Eislaufordnung mit den Figuren für das Pflichtlauf/ertenr
rundlage d
und vor allem der ſchnellſte Kampfſport, Eishockey, finden
groverkehr
luſtige, zum Mittun anregende Darſtellung.
beſeit

Chorlotte Hillers Mädel im Boot (64 S., Buchſch
ingen 1

von Karl Bloßfeld, geb. 1.30 RM.) iſt eine zünftige Sache
Waſſerratten, die rudern lernen wollen. Vom alten Fiſ
kahn in den ſportgerechten Vierer oder Achter iſt des Schwe
der Edlen ſchon wert. Das fröhliche Leben der Sportmäde
Boot und Zelt, bei Wanderfahrt und Rennen iſt eingefau
und mit techniſchen Belehrungen bereichert.

Das neue Verzeichnis der Winterſport=Jugendherbergen

von Schrifttu
für das Jahr 1936 iſt ſoeben erſchienen, herausgegeben

Reichsverband für Deutſche Jugendherbergen, Berlin NW. 4
Wie in den früheren Jahren, ſo erhält es auch diesmal alles

n in den
was die Wanderer, welche die deutſchen Winterſport=Jugend
itgegenbra

bergen als Ausgangspunkte ſowie als Uebernachtungsſtätten
nutzen wiſſen müſſen. Die Benutzungsbeſtimmungen für die d
die
ſchen Jugendherbergen ſowie das Verzeichnis ſämtlicher deut
*.
Winterſport=Jugendherbergen geben dem Leſer dieſes preisy
into ge
ten Verzeichniſſes (Preis nur ,20 RM.) ein anſchauliches
über die vielen Möglichkeiten, bei Benutzung der Winterſxolvot dem
Ausſon?
Jugendherbergen ohne viel Geld Winterſport zu treiben.

halb wird dieſes Verzeichnis auch dazu beitragen, daß die u

gel
2.
ſeine E

und auskt
ignet
die Faſl

en kürzli
ſt zum N.
des ſtücke
2ar
hnt
haltung z.

ieſe Zurückhe
anlagen beru

chte die K

grung durch

werden, ſich in den deutſchen Gebirgen und überall dort, wo
Winterſport treiben kann, zu erholen. Das Winterſport=JugaihuinfürDe
herbergsverzeichnis iſt in allen Geſchäftsſtellen der Ortsgrup
und Gaue im Reichsverband für Deutſche Jugendherbergen
hältlich.

Reichsſender Frankfurt

dieſem kr.

derbemittelten Stände unſeres Volkes jetzt Gelegenheit fin
uisſtät

die

die monatli
B Heſſen we
er nach: An

Frankfurt: Dienstag, 17. Dezember
6.00: Choral, Morgenſpruch, Gymnaſtik. 6.30: Köln: Frähuvon wurd
konzert. In der Pauſe 7.00: Nachr. 8.00: Waſſerſtardſſieitet. Aus
Tonnen
Zeit, Wetter. 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik. 8.45: Bauer
funk. 9.00: Nur Freiburg; Werbekonzert. 9.15: Nur Friß. 13080 Ta
burg: Alte Advents= und Weihnachtsmuſik. 10.00: Nrhſchlenſchiefer
Frankfurt: Werbekonzert. 10.15: Schulfunk: Deutſche o0
Grenzwacht im Banat. Hörfolge. 10.45: Sendepauſe.
10. 0
11.00: Nur Frankfurt: Werbekonzert. 11.20: Nur Fr

e 36. Fa
burg: Nachr. 11.35: Meldg. 11.45: Sozialdienſt.
12.00: Dresden: Mittagskonzert. Dazw. 13.00: Zeit, Nacrlie Geſche
beiten Halbi
14.00: Zeit, Nachr., Wetter. 14.10: Vom Deutſchlar?)rinolun
ſender: Allerlei zwiſchen zwei und drei. 15.00; Win
ſchaftsbericht. 15.15: Aus dem Leben der Frau. 16.0/4lten
Freiburg: Konzert. 1. Kompoſitionen von Alb. Loeff
2. Kompoſitionen von Bernh. Köhler.
17.00: Hamburg; Bunte Muſik am Nachmittag. 18.2/anlſurter
Der Turm brennt. Aus der Chronik des Frankfurter Dom
war d
Kurzhörſpiel. 18.55: Meldungen.

19.00: Unterhaltungskonzert. 19.50: Leipzig: Das Erzgeb
giſche Reiterlein. Funkbericht von der Herſtellung des We
nachtsabzeichens des WHW. 20.00: Zeit, Nachr. 20.71
Vom Deutſchlandſender: Reichsſendung: Stunde der Nucneh.

Mühlen h.
*
hle habe
B

weiterk
tion: Die Hermannsſchlacht. Von Chr. D. Grabbe. 21.17
uhig.
Magdeburg: Gehobenes Unterhaltungskonzert. 22.00: Ze

Nachr. 22.15: Nachr., Wetter, Sport. 22.25: Vom Scha

insland: Silberbergwerk. 23.00: München
ſpäten Nacht. 24.00: Nachtkonzert.

Muſik

Ange
erten (Ge
*e
Gre

Dienstag, 17. Dezember
Reichsſendung: 20.15: Stunde der Nation: 2
Hermannſchlacht. Hörſpiel von Walter Ilges. Nach eine
Drama von Chr. D. Grabbe,
Sor
Köln: 17.00: Quer durch die Operette.
e
Königsberg: 20.45: Hänſel und Gretel. Märchenop
von Humperdinck.
Leipzig: 21.15: Zu Rüdesheim in der Droſſelgaf) Karte
Eine luſtige Begebenheit mit Rheinliedern und goldene
Ge
Wein,
2Rr
Belgrad: 19.50: Konzert der Königlichen Garde.
Mung, Fra
Brüſſel=frz.: 19.50: Religiöſe ruſſiſche Muſik
Stockholm: 20.00: Eugen Onegin, Oper von Tſchaikowſt.
Wien: 20.05: Deutſche Volksweiſen.
Bukareſt: 20.40: Werke von Mozart und Brahms.
Benſätt.
Laibach: 21.00: Operettenmuſik.
3
N
Kopenhagen: 22.35: Werke von Haydn und Reger.
9

7000

Boßle
RAOIO am Ludwigsplatz 9

Dnbein
zvei.

Weiterbericht
aufurte
des Reichswetterdienſtes, Ausgabeort Frankfurt a. M.
9en

Der vom Atlantik raſch zur Nordſee vorgeſtoßene Wirbel
im Laufe des Montags unter weiterer Verſtärkung ſeines
trums ſich nach Nordweſtdeutſchland verlagert. Dementſpreck=
ſetzte
auch bei uns unter kräftig auffriſchenden, ſüdweſtlichen 2
den eine Zufuhr milder Meeresluft ein, welche die Temperatt

etwas über den Gefrierpunkt anſteigen ließ. Unter heftigen
und teilweiſe gewittrigen Erſcheinungen, aus ſubpolaren Gebie/
ſtammende Luft wird vor allem in der Höhe wieder ſtärkere Ab 10
lung herbeiführen. Der neue vor England liegende Atlantikr.
bel wird vorausſichtlich auf ſüdlichen Bahnen vordringen und
daher keine neue Warmluftzufuhr bringen können.
Ausſichten für Dienstag: Veränderlich mit häufiger Auf
terung und einzelnen Niederſchlagsſchauern (im Gebirge Sch‟
oder Graupeln), bei anfänglich noch böigen weſtlichen bis me
weſtlichen Winden neue Abkühlung.
Ausſichten für Mittwoch: Wechſelnd bewölkt mit einzelnen 2
derſchlägen, im Gebirge Schnee, nachts vielerorts Froſt, Windk.
tung wechſelnd.

[ ][  ][ ]

Gad
an

umnmer 346

Dienstag, 17. Dezember

Depotgeſetz und Oepotprüfung.
war die Regelung von Prüfungen der Depothandhabung nach den
in Kapikel Kapikalmarkk-Verkrauen.
hierfür erlaſſenen Richtlinien. Danach hatten ſachverſtändige

das geltende Depotgeſetz vom 5. Juli 184
unkt ſeine Entſtehung der vorausgegangenen Wirtſchaftskriſe
dem Zuſammenbruch einer Anzahl bedeutender Bankgeſchäfte;
fu ammenhang damit ergaben ſich Schädigungen für die Depot=
ſchaft
. Das Geſetz erhielt durch die Verordnung vom
ſovember 1923 einige Aenderungen und Zuſätze, die ſich
durch die ſogenannte Wertpapierinflation als notwendig er=
Das Geſetz bezweckte, zivilrechtliche, ſtrafrechtliche und
ſſchaftliche Mängel zu beſeitigen und dem Depotkunden einen
ſen Schutz zu gewähren. Dieſer Schutz betrifft nicht nur die
Eeltung des Wertpapiereigentums, ſondern auch die Erlangung
Eigentums an den Wertpapieren, für deren Anſchaffung der
Ettunde ausreichende Barmittel bereitgeſtellt hat.
die depotgeſetzlichen Vorſchriften bieten bei richtiger Hand=
ung
und ausreichender Aufmerkſamkeit der Depotkundſchaft
geeignete Rechtsgrundlage für den geſchäftlichen Wertpapier=
hr
. Die Faſſung von 1923 gab überdies die Möglichkeit, durch
einführung des Sammeldepots und des auf der Giro=
Felverwahrung beruhenden Effektengirover kehrs
mtliche wirtſchaftliche Erleichterungen zu bringen und gleich=
dem
Depotkunden das Wertpapiereigentum aufrechtzuerhal=
Dadurch wurde für die Depotkundſchaft nicht nur das Ver=
ſungsgeſchäft
ſelbſt, ſondern vor allem das Lieferungsgeſchäft,
nach dem Vorbild des bargeldloſen Zahlungsverkehrs ſtücke=
beſtaltet
werden konnte, verbilligt. Der ſtückeloſe Liefe=
sverkehr
, wie ihn der moderne Effektengiroverkehr auf
rundlage des Sammeldepots und im Schuldbuchgiro= und
ngiroverkehr auf der Rechtsgrundlage der Treuhand er=
ſcht
, beſeitigt, wenigſtens von der techniſchen Seite her, Er=
brungen
und Reibungen, von denen der Wertpapiermarkt
ſden kürzlichen Ausführungen des Reichsbankpräſidenten Dr.
ht zum Nutzen des Kapitalmarktes befreit werden muß. Die
ile des ſtückeloſen Effektenverkehrs können ſich allerdings erſt
uswirken, wenn der Wertpapiermarkt lebhaft iſt und wenn
lepotkundſchaft von der Einrichtung des Sammeldepots vollen
nuch macht. In letzterer Hinſicht iſt immer noch eine gewiſſe
ei khaltung zu beobachten, trotzdem die Einrichtung die Billi=
ue
von Schrifttum und Rechtſprechung gefunden hat.
dieſe Zurückhaltung der Depotkundſchaft gegenüber Wert=
pranlagen
beruhte u. a. auf dem jetzt weichenden Mißtrauen,
man in den vergangenen. Zeiten dem Kapitalmarkt über=
entgegenbrachte
. Die Bankenkriſe von 1931 tat ein übriges
nachte die Kundendepots zu einem vielbeſprochenen Problem,
em auch die mißbräuchliche Handhabung des Stückekontos
unſolide Bankunternehmungen eine Rolle ſpielte. Das
konto gewährt ja im Gegenſatz zum Streifband= und Sam=
ſpot
dem Depotkunden im Konkurs des Bankiers
Ausſonderungsrecht.
n dieſem kritiſchen Zeitpunkt griff das Privatbankgewerbe
erufsſtändiſchen Selbſthilfe. Im März 1932 wurde unter
frug durch den Reichskommiſſar für das Bankgewerbe der
heinfür Depotprüfung gegründet. Zweck des Vereins

Depotprüfer mindeſtens einmal im Jahre die Geſchäftsunterneh=
mung
jedes Mitglieds daraufhin zu prüfen, ob die geſetzlichen
Vorſchriften und die bankgewerbliche Berufsauffaſſung hinſichtlich
der Wertpapierverwahrung (Sonderdepot und Sammeldepot) be=
achtet
ſind, und dafür zu ſorgen, daß etwaige Mängel beſeitigt
werden. Die Prüfung ſollte ſich auch darauf erſtrecken, ob den
Depotkunden das uneingeſchränkte Eigentum an vollbezahlten
Wertpapieren verſchafft worden iſt. Die Zugehörigkeit zum Zen=
tralverband
des Deutſchen Bank= und Bankiergewerbes wurde
davon abhängig gemacht, daß ſich die Bankfirma der Reviſions=
pflicht
unterwarf. Später wurden auf Veranlaſſung des Reichs=
kommiſſars
für das Bankgewerbe auch noch die etwaigen Außen=
ſeiter
erfaßt
Durch das Reichsgeſetz über das Kreditweſen
vom 5. Dezember 1934 wurde die regelmäßige
Depotprüfung für alle Unternehmungen, die den An= und
Verkauf von Wertpapieren für andere betreiben, eingeführt und
der Reichskommiſſar für das Kreditweſen als Reichsbehörde mit
der Durchführung betraut. Dieſer betraute durch die 5. Bekannt=
machung
vom 1. Auguſt 1935 die einzelnen Fachgruppen mit der
Durchführung der Depotprüfungen unter beſtimmten Anweiſun=
gen
über die Auswahl der Depotprüfer und über die Art und
Weiſe der Durchführung der Prüfungen nach beſtimmten, vom
Reichskommiſſar zu billigenden Richtlinien. Zweck der in un=
regelmäßigen
Zeitabſtänden, mindeſtens einmal im Jahr, ſtattfin=
denden
Depotprüfungen ſoll nach der Verordnung die Feſtſtellung
ſein, ob das Kreditinſtitut die geſetzlichen Vorſchriften und die
Berufsauffaſſung des Kreditgewerbes über die Handhabung des
Wertpapiergeſchäftes beachtet.
Durch die nunmehr geſetzlich für alle Kreditinſtitute geltende
Depotprüfung iſt die Gewähr gegeben, daß die Be=
ſtimmungen
des geltenden Depotrechts auch
wirklich zur Anwendung kommen und damit eine
größere Sicherheit für den Depotkunden und eine allgemeine Ver=
trauensſtärkung
erzielt wird.
Zur Geſundung des Wertpapiermarktes gehört, daß der Depot=
kunde
, der Wertpapiere kaufen läßt und das Geld dazu bereit=
ſtellt
, auch wirklich Eigentümer der angeſchafften Wertpapiere
wird und daß ihm das Eigentum an den bankmäßig hinterlegten
Stücken oder am Sammeldepot ſolcher Stücke erhalten bleibt. Wer
nicht ſelbſt mit ſeinem Gelde produktiv arbeiten will, muß es, um
Nutzen zu haben, einem anderen zur Verfügung ſtellen und das
damit verbundene Riſiko, der Kapitalsanlage auf ſich nehmen.
Das hat der Wertpapierinhaber, durch den Erwerb des Wert=
papiers
getan. Es kann ihm aber nicht zugemutet werden, das
Eigentum an den Wertpapieren, die er, ohne hierauf Kredit in
Anſpruch zu nehmen, ſeinem Bankier lediglich zur Aufbewahrung
anvertraut hat, wieder aufzugeben und ſo außer dem Riſiko ſeiner
Kapitalsanlage noch das Gläubigerriſiko gegenüber ſeiner Depot=
ſtelle
einzugehen.
Die Denotprüfung verſchafft dieſem Grundſatz Geltung. Die
kommende Neuordnung des Depotrechts aber hat die Aufgabe, die
ſchon geſchaffene Stärkung des Vertrauens und der Sicherheit noch
weiter auszubauen.


1.004
utſche
pauſe

Die Kohlenprodukkion in Heſſen.
ie monatliche Statiſtik der Kohlenproduktion des Volks=
uts
Heſſen weiſt für den Monat November 1935 folgende
An nach: An Rohbraunkohlen wurden gefördert 84 923 Ton=
avon
wurden 75 388 Tonnen zu Schwelereiprodukten weiter
ſſerſu) weitet. Aus den verſchwelten Kohlen wurden gewonnen:
70 Tonnen Rohteer, 680,550 Tonnen Leichtöl aus Schwel=
13 080 Tonnen Koks, ohne die Schwelrückſtände des Meſſe=
ohlenſchiefers
.
fe 2G. Zarbeninduſtrie im zweiten Halbjahr.
die JG. Farbeninduſtrie AG. teilt mit, daß die befriedi=
e
Geſchäftsentwicklung des Inlandsgeſchäftes auch
weiten Halbjahr 1935 bisher angehalten hat. Das
ortvolumen konnte bei verſtärkten Anſtrengungen eben=
bgehalten
werden.
Produkkenmärkke.
frankfurter Getreidemarkt vom 16. Dezember. Am Getreide=
carkt
war das Angebot in Brotgetreide reichlich, der Abſatz
ſe Mühlen hielt ſich in bisherigem Umfang. Futtergetreide
aum angeboten, die Nachfrage blieb ſtark. Kleie und ölhal=
Futtermittel werden von den zuſtändigen Stellen verteilt.
rmehle haben beſſeren Abſatz, dagegen iſt das Geſchäft in
mehlen trotz ermäßigter Preiſe ſchleppend. Weizenmehl ver=
det
weiterhin befriedigendes Geſchäft, Roggenmehl liegt nach
evor ruhig. Am Rauhfuttermarkt blieb, die Tendenz bei
em Angebot feſt, die Preiſe für Heu und Stroh zogen an.
ilogramm)
dtierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100
2,00, W. 20
Weizen W 13 205,00, W 16 208,00, W. 19 212
fR.
Roggen R 12 168,00, R 15 171,00, R 18 175,00,
(Großhandelspreiſe der Mühlen, der genannten Preis=
225,00
Sommergerſte für Brauzwecke
Futtergerſte
13 28,05, W 16 28,30.
Weizenmehl. A
30,00"
er
22,45, R 15
80.
88 30. W
20 28,65: Roggenmehl R 12
23.30 R 19 23,50 (plus 50 Pfg. Frachtausgleich); Weizen=
gehl
17,00 Weizenfuttermehl 13,50: Weizenkleie W 13 10,65,
10,80 W 19 11,00 W 20 11.10: Roggenkleie R 12 9,95,
10,10 R 18 10,40, R 19 10,50 (Mühlenfeſtpreiſe ab Mühlen=
Soyaſchrot mit Monopolzuſchlag 16,20, Palmkuchen m.
5.80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Treber Trockenſchnitzel
Großhandelspreiſe ab Fabrikſtation); Heu 8.709.00: Wei=
und Roggenſtroh drahtgepreßt 3,603,80, gebündelt 3,50 bis
Kartoffeln: Induſtrie hieſiger Gegend 3,.10 gelbfleiſchige
Gegend 2,902.95, weiß=, rot= und blauſchalige hieſiger
2.70 RM. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug Fracht=
chnung
Frankfurt a. M. Tendenz: ruhig.

Viehmärkke.

ſarmſtädter Viehmarkt vom 16. Dezember. Aufgetrieben
573 Schweine. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 57. b) 55,
1 Pfg. pro Pfund. Es wurden verkauft in Klaſſe a) 31,
d)
275. 0) 138 Stück. Schweine wurden zugeteilt.
Nannheimer Viehmarkt vom 16. Dezember. Auftrieb: 47
35 Bullen, 392 Kühe 79 Färſen, 797 Kälber 58 Schafe und
Schweine. Marktverlauf; Rinder und Kälber lebhaft;
n und Schweine zugeteilt. Preiſe per 50 Kilogramm Lebend=
in
RM.: Ochſen a) 43, b) 42: Bullen a) 43, b) 42: Kühe
b) 3841, c) 3037, d) 2329: Färſen a) 43. b) 42.
ür: Doppelender geſtrichen, andere Kälber a) 7578, b) 70
c) 6369, d) 5464: Schweine a2) 57, b) 55. c) 53, d) 51.
frankfurter Viehmarkt vom 16. Dezember. Auftrieb: Rin=
(gegen 1041, am letzten Montagsmarkt), darunter 192
50 Bullen, 615 Kühe, 132 Färſen. Zum Schlachthof
Kuh. Auslandsrinder 40 Kälber 407 (419), Schafe
2) Ueberſtand: 96 Rinder, davon 13
Schweine 3331 (2.
2 Bullen, 78 Kühe, 3 Färſen. 22 Schafe. Notiert wurden
Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 43 (am 9. De=
43), b) 43 (4243). c) 4043 (4142), d) 3639 (38 bis
Bullen a) 43 (43), b) 43 (43), c) 4143 (43), d) 3840
Kühe a) 4143 (43). b) 3440 (3742 c) 2633
25 (2228); Färſen a) 43 (43), b) 43 (43),
436), d) 18
43 (43), d) 3440 (4043); Kälber andere a) 7076
b) 6468 (6469), c) 5563 (5563). d) 4255 (43
474)
Lämmer und Hammel b2) 48 (49) c) 4547 (4648),
44 (4245): Schafe nicht notiert; Schweine a1) 57 (57),
(51), e) 51 (51); Sauen
(57), b) 55 (55). c) 53 (53), d)
Marktverlauf: Rinder lebhaft geringe
(57), g2) 57 (57)
Mitäten vernachläſſigt. Ueberſtand; Kälber mittelmäßig, aus=
ſt
: Hammel und Schafe ruhig, Ueberſtand: Schweine wur=
ugeteilt
.

Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Die aufgerufenen Danziger Silbermünzen zu 5 und 2 Gulden
werden nur noch bis Ende dieſes Jahres von den ſtaatlichen Kaſ=
ſen
und der Bank von Danzig in Zahlung genommen bzw. zur
Umwechſlung angenommen.
Im Oktober betrug die Bleihüttenerzeugung der Welt nach
den Ermittelungen der Metallgeſellſchaft AG. insgeſamt 120 778
(Vormonat 105 427) metr. To. Davon erzeugte Amerika 60 297
(46 907), Aſien 8927 (8927), Afrika 1993 (1321), Auſtralien 19 408
(18 346) und Europa 30 153 (29 926) To.
Nach dem bereits 1934 erſchienenen Normblatt Din 1995 wird
das Normblatt Din 1996 veröffentlicht, das Bitumen und Teer
enthaltende Maſſen für Straßenbau und ähnliche Zwecke be=
handelt
.
Unter dem Vorſitz des ungariſchen Miniſters für Induſtrie
fanden in Budapeſt Beſprechungen über die Errichtung einer
Kunſtſeidenfabrik in Ungariſch Altenburg ſtatt. Wie verlautet,
ſoll bei der Ausführung dieſes Planes auch italieniſches Kapital
beteiligt ſein.

Zum Wochenbeginn trat keine Aenderung in der nun ſchon
geraume Zeit anhaltenden ſtillen Geſchäftslage, der Berliner
Börſe ein. Die getätigten Umſätze entfallen zu etwa drei Vier=
teln
auf den berufsmäßigen Börſenhandel, während die Banken=
kundſchaft
nur etwa mit einem Viertel beteiligt war. Da ver=
ſchiedentlich
vorgenommenen Rückdeckungen der Kuliſſe weitere
Abgaben meiſt ſolche zur Flüſſighaltung für das Weihnachts=
geſchäft
gegenüberſtanden, war, kursmäßig geſehen, die Ten=
denz
nicht einheitlich. Durchweg feſter eröffneten Montane, da=
gegen
ſetzten Braunkohlenwerte überwiegend ſchwächer ein. Am
Markt der chemiſchen Werte wurde die Farbenaktie um 88 Pro=
zent
höher bewertet. An den meiſten übrigen Märkten waren
überwiegend Abſchwächungen feſtzuſtellen. Am Rentenmarkt war
die Gemeindeumſchuldungsanleihe auf 87½ erholt. Im Verlauf
bröckelten die Kurſe an den Aktienmärkten infolge der herrſchen=
den
Geſchäftsſtille meiſt leicht ab. Farben 146½,
Die Stagnation an der Rhein=Mainiſchen Börſe war
auch am Wochenanfang zu verzeichnen. Die Kurſe zeigten im
großen und ganzen nur wenig Aenderung. Teilweiſe erfolgten
indes weitere kleine Abgaben zum Zwecke der Geldbeſchaffung
zum Jahres=Ultimo. Andererſeits bleibt die Unternehmungsluſt
mit Rückſicht auf das Näherrücken der Feiertage ſehr gering, zu=
mal
, da die Zurückhaltung der Privatkundſchaft anhält, wodurch
auch günſtige Nachrichten aus der Wirtſchaft ohne Wirkung blie=
ben
. Die Grundtendenz war weiterhin nicht unfreundlich. Am
Aktienmarkt war die Kursgeſtaltung etwas uneinheitlich. JG.
Farben zogen um 58 Prozent an. Aſchaffenburger Zellſtoff gaben
nach der letzten Befeſtigung etwa 1½ Prozent nach. Am Reuten=
markt
war die Haltung für deutſche Anleihen etwas freundlicher.
Im Verlaufe hielt die Geſchäftsſtille in vollem Umfange an, die
Kurſe bröckelten am Aktienmarkt überwiegend leicht ab.
rotz der ſtarken Geſchäftsloſigkeit war die Haltung an der
Abendbörſe nicht unfreundlich, und die Kurſe blieben auf den
meiſten Marktgebieten im Vergleich zum Berliner Schluß hehaup=
tet
. Soweit Abweichungen zu verzeichnen waren, betrugen ſie nur
Prozentbruchteile. Am Rentenmarkt erreichte die Altbeſitzanleihe
nicht den hohen Stand von Berlin. Etwas gefragt waren ſpäte
Reichsſchuldbuchforderungen.

Wirtſchaftliche Rundſchau.

Inlandsbeſitz an Schweizer=Franken=Bonds. Die Wirtſchafts=
gruppe
Privates Bankgewerbe gibt bekannt, daß die Schweize=
riſche
Kreditanſtalt, Zürich, nunmehr alle bis einſchließlich 1. 12.
1935 fällig geweſenen Zinsſcheine deutſcher Schweizer=Franken=
Anleihen einlöſt. Zinsſcheine ſpäterer Fälligkeiten können jeweils
zum Zahlungstermin zur Einlöſung eingereicht werden, da die
ſchweizeriſche Kreditanſtalt nunmehr in der Lage iſt, alle ein=
gehenden
Zinsſcheinſendungen ohne weiteres zu bewältigen. Nur
bei großen Fälligkeiten kann eine gewiſſe Verzögerung in der
Verſendung der 4prozentigen Schuldverſchreibungen eintreten.
Der franzöſiſche Außenhandel 1935. Nach den von der fran=
zöſiſchen
Zollverwaltung veröffentlichten Ziffern über den Außen=
handel
Frankreichs in den Monaten Januar bis November 1935
hat ſich gegenüber der gleichen Zeit des Vorjahres die Einfuhr
291 000 Tonnen auf 40 649 000 Tonnen und
mengenmäßig um
wertmäßig um 2.22.
8 Milliarden Franken auf 19,012 Milliarden
Franken verringert. Die Ausfuhr iſt dagegen mengenmäßig um
977 000 Tonnen auf 26 753 000 Tonnen geſtiegen, aber wertmäßig
um 2.060 Milliarden auf 14,188 Milliarden Franken geſunken.
Der Einfuhrüberſchuß hat ſich gegenüber dem Vorjahr leicht ver=
ringert
und ſtellt ſich auf 4827 Millionen Franken gegenüber 4991
Millionen Franken für 1934.
Hauptſchriftleiter: Rudolf Mauve.
Stellvertr. Hauptſchriftleiter: Max Streeſe.
Verantwortlich ſür Politik: Rudolf Manve; für den Schlußdienſt: Andreas
für Literatur, Kunſt und Wiſſenſchaft:
Zauer; für den lokalen Teil: Max St
und
Fr 3
Dr. Herbert Ne
Dr. Herbert Nette: ſür die Gege
So,
en Handel: Dr. C. 6. Queiſch: ſür der
Ausland‟: Dr. C. 6. Quetſch
m
Kuhle, ſämtlich in Darmſtabt. O. A. Tk. 35.
Karl Böhmann: Anzeigenleit
Darmſtädter Tagblatt. Eliſabeth Wittich,
und Verla
über 19000, Pl. 5. Dru
Zeitungsverlag und =Druckerei; Darmſtadt, Rheinſtr. 23.
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

Berliner Kursbericht
vom 16. Dezember 1935

Deutſche Bank und Disconto=Geſelſchaft

Deviſenmarkt
vom 16. Dezember 1935

Me H
Deutſche Bank u. ) ge.5o
Disconto=Geſ.
83.50
Dresdner Bank
15.
Hapag
16.25
Nordd. Lloyzd
34.625
A. E. G.
Bahr. Motorenw. 1116.25
C. P. Bemberg
Bergmann=Elektr. 86
Berl. Maſch.=Bau 1105.50
155.125
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gasl119.625
Deutſche Erdöl 1104.125

Mie ee
F. 6. Farben
Geſ.f.elektr. untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Vereinigt Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.

Mfe
148.75
122.50
103.25
79.50

86.
77.50
112.125
76.375
69.75

Ween ue
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kall
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Jaffe
110.125
185.
72.
116.
90.25
10.
113.
67.50
126.25
123.
138.50

Aghpten
Argentinien
Belgien
raſilien
Bulgarien
Canada
Dänemar
anzig
78
land
inland
eich
Griechenland
Holland
Island

Währung
ägypt.
1o0 Belga
Milreis
100 Leva
1 canad. Dol
100 Krone
100 Gulden
1 2.Ste
1o0 eſtl.
1oo finn.?
100 Franken
0 Drachm
100 Gulden
100 isl. Kr.

Geld
G=
0.880
4198
77
2.4es
ſt


gs
2.35
168
54.93

Brief
2.
0.8
PA
13
6s.
5.4
16.46
1e2.70
55.031

Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
ugal
veden
*
W

Tſchechoſlowat.
Türker
ungarn
rüguah
Ver, Staaten 1

2.Dezemb
100 Lire
gen
Dinar
100 Lats
onen
1o0
100 Schilli
100 Escut
100 Kronen
100 %.
Beſetas
00 Tſch.=Kr.
türk. 4
100 Beng5
1 Goldpeſo
1 Dollar

GeldBrie
19.98 2
3ie
656
21.0
ſei s
8i.61
8.05
833
K
z0
1.2781 1.C83

1.74
2.486

1.726
2.430

Surinſtädter ans Harionarbant Surinftadr, Fiihte der Bresoher Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 16. Dezember 1935.

Kesnene
Gr.II p. 1934
1933
193
1937
193e
Gruppe I. ..
4½‟ Dtſch. Reichs=
chätze
. ...b.36
5% Dtſch. Reichsan!
4
10 Intern.,v. 80
½ BBaden, v.9
41. %Bahe
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41. %Thüringen 27
4½0 Dt. Reichsb.,
Schätze .... b. 34
G Dt. Reichsp.=
4½
Schätze ....v.84
4½% ..... v.35
h. Anl. Ausl.
D
4 7 Ablöſung
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe

%aBad.=Bad. 26
Berlin v. 2
4 BDarmſtadt ?
1.%Dresden v.26
Frankfur: 2
deidelberg26
Mainz.
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7 Münchenv. 29
4½ %Wiesbaden28
4½%Geſſ. Landesl
Goldobl.
Laße
ſſ. Landes=
byp
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103,
10.3
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108.3
107.8
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102
16
Aa
95.75
1071.
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99-.
100.25
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w
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100-.

Pe
Liqu.=Kom.=Obl.
Prß. Lds.. G=
Pfb.,
Golboblig.
4½3
Landeskom.,
Bk. Girozentr.
Beſ. Glbobl. N.1
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Kaſſ. Landes=
Gitk. Goldpf
%0 Naſſ.2
4½
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Gol
5½% -Lig.=Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl
Ausl. Ser.
FAusl. Ser.II
Di. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
4½BBerl. Shp. B.
Lig=Pfbr.
78
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g.=Pfbr.
132
Goldoblig
Frrft. Pfb.
Lig.=Pfb.
2Mein. Hyp.
Lig.-Pfbr.
Pfälz. Hnp. ?
Lig.=P
GNh. Hyp.=*
6½
41% 9
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Südd Boden=
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5½% Lig. Pfbr.
4½a%0 Württ. Hyp.,
6% Daimler=Benz.
% Dt. Linol. Werke
6JoKlöcknerwerke.

Ar

97
94.75

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96.25
101.65

112
129
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95.5
102
V=
88.25
100.55
36.5
1017
95.5
100.55
186
94.5
98.25
161
98.25
198
102

Wegn 2c
Mitteld. Stahl.
ckard. G.5.
Nhein=Main=
Onau .
SS2 Salz
82Ber Stahlwerke
RM.=Anl.
4½%
62 Boigt & Häffner
3. 6. FarbenBonds
5 %Bosn. L. E.B.
2. Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 02
hätze
4%O
Oſt. Goldrente:
Bvereinh. Numän
4½%
42Fürk, I.Bagd
SS.
IIBagda
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*2 gobr.
1910
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4½Budapeſt Stadt
4½Liſſabon.
42 Stockholm.
Aktien.
Rccumulat.=Fabrit
Kunſtzibe Unie
G...
indregeſioris Zahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſtoff.
Bad. Maſchinenfbr.
Zaher. Motorenwvk.
Zemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Lie
Brauhaus Nürnbg.

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Cement Heibelberg
2 e
Karlf
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Chem.WerkeAlbert /;
Chabe (A=C) .....
Contin. Gumm
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz....
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl.
Sit
old=u.
ſcheide=Anſtalt.
noleum.
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffck Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſſ
Licht u. Kraftl
Enzinger Union ..
EſchweilerBergwer
Eßling. Maſchinen.
Export=Malzfabrit.
Faber & Schleicher.
ahr Gebrüder...
F.B. Farbeninduſtr
ſch. (Jetter,
Feint
Feltck Guillegume
Frankfurter Hof. ..
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt. Th.
Gritzuer=Kahſer
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
bilpertArmaturen.
chs-Auffern, /10=
Hin
bochtief Eſſen .
Hoeſch=Köln=Neueſlt 29.75

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Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans .......
Kali=Chemie
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Aichersle
glein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ...."
KnorrC. H.......
Konſerven Braun.
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte
...

Lech, Augsb=
Lindes Eismaſchin.!
Lokom f.KraußECo.
Löwenbr. Münch..
Mainkr..W. Höchſt.
Nainz=Akt.,Br.
Lannesm.= Röhren
gb.
Mausfeld. B
Netallgeſ Franki.
Mühlenbau.
Noenus. 11.4..1
Notoren Darmſtadt
Neckarwert Eßling.
Odenw. Hartſtein.
Parke u. Bürgerbr.
Rh. Braun fohlen..
Elektr. Stamm
rie
Stahlwer
Rh.=Weſtfäl.=Elektr.
Riebeck Montan. ..
Roeder Gebr....
Rütgerswerke ....!"
Salzbetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfabr
kert, Eleftr.
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Telluis Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ.
nnterfranken ...
Stahlwver
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Ultramarin.
Beſtdte, Kaufhof.
Weſteregeln Kali.
Zeliſtoff Waldhof.
Allg. D1. Creditanſ
Badiſche Bank.
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher, Hhp. u. W.
Verl. Haudelsgel.
Comm. u. Privatbl.
Dt. Bank u. Disc.
1. Wechie!.
Dt.

Or
Ban!.
Frankſ. Dant:...
Hyp.=Ban
Mein. Hyp.=Ban
Pfälz. Hyp.=Ban!.
Reichsbauk=Ant.
Rhein. Hyp.=Ban).
ereinsb.
Bürtt Notenbon!=
A.=G.f. Beriehrsw
Alig. Lokalb. Kraft
Dt. ReichsbVzg.
Hapag
Lübeck Büchner.
Rordd. Llohzd. ..
Sidd Eiſenb.=Geſ.
Allianz= u. Stutte.
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12.5

190
415

17.5

[ ][  ]

Seite 12 Nr. 346

Darmſtädter Tagblatt ? Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 17. Dezember 19

V.

U=

Gcb 2 Ua ge

das entzückende, musikalische
Lustspiel:
Der Kraft-Maur
mit Karin Hardt, Paul Hörbiger,
Sybille 8chmitz.
lugendliche ab 14 I. zugelassen.
Beginn: 5.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

Ab heute

Neuaufführung!

UInd wer gibt diese Kommandos, natürlich
die götlich donnernde Adele Sandrock.
Ferner: Marianne koppe, W. Liebenelner,
Georg Alexander.
Beginn 3.45, 6.00, 8.20 Uhr. lugendfrei.

Mühlstraße 7, Ruf 446
Kaar=Färben, Jönen
Blondieren
Ph. Gaydoul, Mühlstr. 7
Ruf 4467.
2690a

Das Mädchen
Rg
ist ein Ufa-Film, dessen Bilder, Men-
schen
u. Schicksale unvergeßl. bleiben.
Die Hauptrollen spielen: Hansi Knoteck
Kurt Fischer-Fehling, Eilen Frank,
Friecrich Kayssler, Theodor Loos.
Beginn: 5.45, 600 und 820 Uhr.

LANDESTHEATER
Kassenstunden: Werktags 9.30 Uhr bis
13.30 und 1 Stunde vor der Vorstellung

Dienstag
17

KLEINES HDez. 1935
GROSSES
HAUS
HAUS
Anfang 20. Ende gegen 23 Uhr
Anfang 20, Ende 22.30 Uhr
Hauptmiete A 10. Vorſtellung 9 N. S. Kulturgem. M, 5. Vorſt.
Was Ihr wollt
Die Bohéme
Luſtſpiel von Shakeſpeare
Oper von Puccini
Muſik von Humperdinck
Muſikaliſche Leitung: Bitter
Inſzenierung: Riedy=Fritzſche
Inſzenierg.: Hofmüller=Riedl
Hauptdarſteller: Hall. Trumpp,
Hauptdarſteller: Harre, Welz
Wahry, Gaugl, Lintmann,
Koblitz a. G., Köther, Rieger,
Lohkamp, Magel, Marcks,
Stelzer, Verden.
Preiſe 0.703.80 Mk.
Preiſe: 0.705.50 RM.

Wieter.

Winterhilfswerk 1935/36
Großer Bunter Abend mit Tanz
heute Dienstag, den 17. Dezember 1935, abends 8.15 Uhr, in
Städt. Saalbau, Darmſtadt veranſtaltet von der Kreisführung
Darmſtadt. Orcheſter: Das Muſikkorps der Landespolizei=
gruppe
Darmſtadt unter perſönlicher Stabführung des Herrn Ober=
muſikmeiſters
Buslau. Am Flügel: Herr Lamm von der
Heſſ. Landespolizei. Künſtleriſche Leitung: Ernſt H. R. Lies.

Hor
Diil. Mizeh
Stück nur 7. 3,
3 Stück nur 20 3.
Neu: Jedes Stück
mit Patentfuß,
ſteht oh. Leuchter
Geifen-Lehner
Mackenſenſtr. 9.
Kommt zu
Schnell
Radio-
geräte

bequeme
Teilzahlung.
Volls=
empfänger

Anzahl. 7.25 .
18 Monatsraten
A 4.40 .
Das Braun=
Volksempfäng.=
Vorſatzgerät
ermäßigt. Preis
49.80.

7*
Auf den Gabenkiſch eine deiynachtsmiete

6 Vorſtellungen zum ſtark ermäßigten
Geſamtpreis von 820 RM.
Erhältlich bei der Mietabteilung werktäglich von 913.30 Uhr
tägl.
AlelPPaditell Tanz
Einträge in das Handelsregiſter, Abteilung A.
Am 27. November 1935 hinſichtlich der Firma: Hleppdellen

Beudt & Co., Darmſtadt: Die Kommanditgeſell= Anfertigung von
ſchaft iſt durch das Ausſcheiden des Kommanditiſten Woll= u. Daunen=
mit
Wirkung vom 30. September 1935 aufgelöſt. Decken ſowie ge=
Geſchäft ſamt Firma ſind mit Wirkung vom gleichen wiſſenh. Umar=
Tage auf die ſeitherige perſönlich haftende Geſell= beit, alt. Decken.
ſchafterin Klara Beudt in Darmſtadt als Einzel= Frieda Kleiß,
kaufmann übergegangen. Die Prokura des Rudolf v. MinnaAmendt
Nutz iſt erloſchen. Am Dezember 1935 hin= Gutenbergſtr. 1
ſichtlich der Firma: Carl Schünemann & Co., Darm= Aelteſt. Geſchäft
ſtadt. Geſchäft ſamt Firma iſt auf Kaufmann Kur=
am
Platze.
Höpfner in Darmſtadt übergegangen. Der Ueber=
gang
der in dem Betrieb des Geſchäfts begründe=
ten
Forderungen und Verbindlichkeiten iſt bei
dem Erwerb des Geſchäfts durch Kaufmann Kurt

Darbietungs=Folge:
Tilly Amelung, die in Darmſtadt nicht unbekannte Sopraniſtin
von der Deutſchen Muſikbühne, Berlin, erfreut durch Opern=
Arien und ſingt aus Operetten.
Hanni Sacher, als Bayriſches Dirndl, ſingt zwerchfellerſchütternd
ſie iſt zweifellos eine der beſten bayriſchen Parodiſtinnen.
Die Schuhplattler=Abteilung des Bayern=Vereins Darmſtadt
von 1891 dagegen bietet mit ihren Tänzen urwüchſiges baye=
riſches
Brauchtum.
Mia Armin wirkt ſirenenhaft mit ihren Moritaten, aber nicht im
betörenden Sinne.
Zwei Seyffertitz zeigen einen in ſeiner Komik kaum zu über=
bietenden
Jongleur=Akt.
Portunelli, der Kaskadeur am Malbrett, produziert ſich zwar
ſtumm um ſo beredter aber iſt das, was er bringt. Und
wie er es bringt, iſt einzig
Karl Bleek, der allſeits beliebte Operetten=Tenor wird auch hier
ſehr gefallen. Er iſt ein hervorragender Vertreter ſeines
Faches.
Jakob Erbe, der Komiker. Man muß ihn geſehen haben.
Er iſt wirklich von geradezu überwältigender Komik.
Ernſt H. R. Lies ſagt an und bringt Manches.
Anſchließend Tanz
Eintritt 50 Pfg.
Eintritt 50 Pi4. Vorverkaufsſtellen:
Kreisamtsleitung der NSV., Wilhelminenſtraße 34 Geſchäfts=
ſtellen
der NSV=Ortsgruppen, Geſchäftsſtelle des Darmſtädter
Tagblatts, Rheinſtraße, Konzert=Arnold am Weißen Turm,
Verkehrsbüro, Hugo de Waal, Rheinſtraße.

Höpfner ausgeſchloſſen. Die Firma iſt geändert in
Kurt Höpfner, vorm. Carl Schünemann & Co. Als
nicht eingetragen wird veröffentlicht: Angegebener
Geſchäftszweig: Haus für feine Damenmoden. Die
Geſchäftsräume ſind in der Peter=Gemeinder=
Straße 2a Am 9. Dezember 1935 hinſichtlich der
Firma: Adam Göttmann zu Darmſtadt: Die Firma
Am 10. Dezember 1935 hinſichtlich
iſt erloſchen.
der Firma: Auguſt Wilk, Darmſtadt: Elektro=
Ingenieur Johann Fiſcher in Darmſtadt iſt zum
Prokuriſten beſtellt.
Einträge in das Handelsregiſter, Abteilung B:
Am 27. November 1935 hinſichtlich der Firma:
Motorenfabrik Darmſtadt, Aktiengeſellſchaft Darm=
ſtadt
: Dr. Günther Schwarz in Darmſtadt iſt zum
Geſamtprokuriſten beſtellt derart, daß er berechtigt
iſt, gemeinſam mit einem Vorſtandsmitglied oder
mit einem anderen Prokuriſten die Firma zu ver=
treten
und zu zeichnen. Am 4. Dezember 1935
hinſichtlich der Firma: Friedrich Heißner, Apparate=
bauanſtalt
, Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung,
Darmſtadt: Die Vertretungsbefugnis der Liquida=
toren
iſt beendet. Die Firma iſt erloſchen. Am
Dezember 1935 hinſichtlich der Firma: Max
Roesler. Feinſteingutfabrik. Aktiengeſellſchaft,
Abteilung Darmſtadt. Hauptniederlaſſung: Rodach=
Die
Koburg. Zweigniederlaſſung Darmſtadt.
Zweigniederlaſſung in Darmſtadt iſt aufgehoben.
Am 6. Dezember 1935 hinſichtlich der Firma;
Backſteinverkaufsſtelle Darmſtadt, Geſellſchaft mit
beſchrankter Haftung: Georg Delp iſt als Liqui=
dator
ausgeſchieden. An ſeiner Stelle iſt Marie
Köhler in Darmſtadt zur Liquidatorin beſtellt.
Darmſtadt, den 10. Dezember 1935.
Amtsgericht.

Briefpapiere
Füllhalter
Mülh. Heckmann
Mühlstraße 72

Sektro-Vortrag
im HEAG-HAUS
Mittwoch, den 18. Dezember 1935, 20 Uhr
Weinachtsstodlen, Sieuesterkreppet
und ein Fesuagsoraten

Reiche Auswahl an praktischen Geschenken bietet die
Weihnachts-Elektro-Schan im HEAG-Hause, Luisenstraße 12

Die haltbar
Daderwelle
im Friseur-Salon
Gg. Treusch, Friseur
Große Kaplaneigasse 40
nächst Hallenschwimmbad

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Grundbuch für Pfungſtadt Blatt 1409.
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