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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
MMite
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und
Nachdruck ſämtlicher mit verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenaugobe „Darmſt. Tage?
197. Jahrg
Freitag, den 1. März 1935.
Nummer 60
Bezugspreis:
milich 7maligem Erſcheinen monatlich Mr 220
Bolenlohn und Tronsporiwſten
Ab‟
einſchl
f. 2.—. Poſlbezugtbrels Mi. 2 40 elnſchl Poſſ=
ngegebühr und ausſchließlich Poſizuſiellgeld.
einen einzeiner Nummern infolge böberer
erechtigt der Beueher nicht zur Kürzung des
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igsge
[ ← ][ ][ → ]Seite 2 — Nr. 60
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichtev
Herabſetzung der Bankzinſen
O
Freitag, 1. März
Bei der Heimkehr der Saar eine MiKk
Schweigen in ganz Deukſchland
Sparkaſſen=Einlagen
werden mit 3 Prozenk verzinſt.
DNB. Berlin, 28. Februar.
Nachdem durch das geſtern erfolgte Konverſionsangebot an die
Gläubiger der öffentlichen Anleihen, bei dem wie bei der großen
Konvertierungsmaßnahme im Januar mit einem vollen Erfolg
gerechnet werden kann, der Kapitalmarkt eine faſt allgemeine
Senkung des Zinsſatzes erfahren hat, konnte zu gleichen
Maßnah=
men auch am Geldmarkt geſchritten werden. In der heutigen
Sitzung des Zentralen Kreditausſchuſſes die unter dem Vorſitz des
Kommiſſars für das Kreditweſen ſtattfand, iſt daher beſchloſſen
worden, die Habenſätze für Kündigungsgelder um durchſchnittlich
etwa ½ v. H. zu ſenken. Der Satz für innerhalb eines Monats bis
weniger als drei Monate fällige Gelder wurde — und hierin
be=
ſteht eine Ausnahme für dieſe kurzfriſtigen Beträge — um ¼4 p. H.
auf 2½ v. H., der Satz für drei bis weniger als ſechs Monaie
fül=
lige Gelder auf 3 (bisher 3½ v. H.), für ſechs bis weniger als
zwölf Monate fällige Gelder auf 3½ (bisher 4 v. H.) ermäßigt.
Die Senkung bei Jahresgelder, d. h. nach 360 Tagen und mehr
fälligen Beträgen, erfolgt auf 334 v. H., nachdem bisher Sätze von
etwa 4½ bis 5 v. H. galten. Auf der Debetſeite beträgt die
Er=
mäßigung etwas über ½ v. H. — Unverändert gelaſſen wurden
die Zinsſätze für täglich fällige Gelder. Die Verzinſung der
Spar=
kaſſeneinlagen beträgt künftig 3 v. H. gegen bisher 3½ v. H.
17
Geien zur Zenvereng des Mäns
Aardeics.
NDB. Berlin, 28. Februar.
Die Reichsregierung hat ein Geſetz zur Aenderung des
Finanzausgleiches beſchloſſen, in dem im Hinblick auf die
Vorbe=
laſtung des Reiches durch Maßnahmen zur Arbeitsbeſchaffung die
Anteile der Länder an den folgenden Reichsſteuern für das
Rech=
nungsjahr 1935 um zwei Drittel gekürzt werden, ſoweit ſie
bei der Einkommenſteuer den Betrag von 1 100 000 000 RM.,
bei der Körperſchaftsſteuer
240 000 000 RM.,
bei der Umſatzſteuer
573 000 000 RM.
überſteigen.
Die Länderanteile an der Einkommenſteuer und der
Körper=
ſchaftsſteuer werden erſt dann gekürzt, wenn ſie zuſammen den
Betrag von 1 340 000 000 RM. überſteigen. Der Betrag, um den
die Länderanteile gekürzt werden, verbleibt zur einen Hälfte
dem Reich; die andere Hälfte wird einem Ausgleichsſtock
zu=
geführt.
In der Begründung zu dem Geſetz wird darauf hingewieſen,
daß das Aufkommen der Einkommenſteuer, der
Körperſchafts=
ſteuer und Umſatzſteuer ſich im Rechnungsjahr 1934 günſtig
ent=
wickelt hat. Entſprechend ſind die Anteile der Länder an dieſen
Steuern geſtiegen. Dieſe Steigerung, die die Haushaltslage der
Länder und Gemeinden erheblich gebeſſert habe, iſt auf die
Beſſe=
rung der Wirtſchaftslage zurückzuführen, die die Reichsregierung
durch ihre umfaſſende Arbeitsbeſchaffungsmaßnahmen erſtrebt und
erreicht hat. Die finanziellen Laſten dieſer Maßnahmen trägt faſt
ausſchließlich das Reich.
Der Ausbau des Reichsjuſkiz=
Prüfungsankes.
Nursnoch ſechs Prüfungsſtellen im Reich.
Der Reichs= und preußiſche Juſtizminiſter Dr. Gürtner hat
ſoeben eine Verordnung über den Ausbau des
Reichs=
juſtiz=Prüfungsamtes unterzeichnet, die in den nächſten
Tagen veröffentlicht wird. Dieſe Verordnung beſeitigt
die bisher ſelbſtändigen Prüfungsämter für die
große juriſtiſche Staatsprüfung in den Ländern,
d .h. auch die für Uebergangszwecke geſchaffenen Zweigſtellen und
Außenabteilungen, die ihre Tätigkeit mit dem morgigen Tage
beenden.
Der Ausbau des Reichsjuſtiz=Prüfungsamtes unterſcheidet
zwiſchen der Leitung des geſamten Prüfungsweſens und der Ab=
*
Wunder deutſchen Willens.
Deutſchlands Saarkag am 1. März.
Nun iſt der Tag deutſcher Freiheit an der Saar angebrochen.
Deutſchlands Saartag!
Der große herrliche Tag, an dem wir den Brüdern und
ſie uns in die Arme ſinken. Wieder ein einiges Volk diesſeits
und jenſeits der Verſailler Grenzen. Einer der ſchönſten Tage,
den zu erleben uns Deutſchen beſchert worden iſt.
Deutſchland gedenkt dieſes Tages als des großen Triumphes
der Saartreue. Denn an ihm wird das vollendet, was am 13.
Januar als Wille der Deutſchen an der Saar zum Bekennen
kam. So iſt nun das Wunder deutſchen Willens klar an den
Tag gebracht: das Wunderbare, das immer dort vorliegt, wo
ein heiliger, unerſchütterlicher Glaube, Schranken zerbricht,
Mauern ſprengt, Ketten zerreißt. War es doch dieſer herrliche
deutſche Wille bei den Volksgenoſſen an der Saar, der die Lüge
von Verſailles vernichtete und der ſie fünfzehn Jahre und länger:
genau 16 lange Jahre und noch fünf Monate alles Leid
er=
tragen ließ mit einer Kraft, in der ſo viel Würde, ſo viel
un=
bezwinglicher Stolz zugleich lag, daß er ſelbſt diejenigen zur
Achtung zwang, die alles urſprüngliche Volksrecht glaubten
ver=
achten zu dürfen. Vor dieſem treuen ſchweigſamen und nun
doch ſo beredten Willen, der an der Saar waltete und der in
dieſer halben Million rheiniſcher Menſchen zu ſtillen
unüber=
windlichen Aufſtand gekommen war, wurde das geſchriebene
Vertragswerk, das aus der ungeheuerlichen Lüge geboren war,
zuſchanden.
Wenn ſich je in der Haltung eines großen ſtolzen Volkes
echte Kultur gezeigt hat, dann in dieſen ſtillen tapferen Menſchen
an der Saar. Sie wußten immer, was auf dem Spiel ſtand. Es
wußte der einfachſte Kumpel in der Saargrube, wofür er ſtand,
arbeitete und kämpfte. Er und ſein Bruder neben ihm — ſie
alle waren ſich deſſen bewußt, daß gerade in ihrer ſtummen
un=
angreifbaren Gegenwehr das große Abwarten lag, die ſtarke
Beharrlichkeit, die auch eine der Quellen deutſchen
Schöpfer=
geiſtes iſt. Sie warteten . . . ſie warteten zähe und doch
un=
erbittlich, wie Herr Heimburger anderthalb Jahrzehnte lang
deutlich geſpürt haben mag, wenn er, der als Polizeigewaltiger
an die Saar berufen war, oder doch ſich berufen glaubte, die
innere Einflußnahme auf die Saarbevölkerung nehmen zu
kön=
nen, — er mußte täglich, ja zuletzt ſtündlich erfahren, daß
ſeine Macht ein Nichts und all ſein Wollen ein ſinnloſes Zerren
war: ein krampfhaftes und verzweifeltes Ankämpfen gegen ein
hochherziges völkiſches Wollen, dem er nicht gewachſen war.
Mögen die Finanzkreiſe in Frankreich nun nachträglich das
klingende Ergebnis einer rückſichtsloſen Ausbeutung der
Saar=
gruben in ihre Bilanzen ſchreiben — die Endbilanz hat doch der
nahme der Prüfung ſelbſt. Die Aufſtellung der leitenden
Geſichts=
punkte, die Ueberwachung der Gleichmäßigkeit des tatſächlichen
Maßſtabes für die Prüfung, iſt Aufgabe des Reichsjuſtiz==
Prü=
fungsamtes. Die Durchführung der Prüfung liegt
den neugeſchaffenen Prüfungsſtellen ob, die dem
Reichsprüfungsamt untergeordnet ſind. Es
wer=
den im Reiche ſechs Prüfungsſtellen errichtet, und
zwar in Berlin, Dresden, Düſſeldorf, Hamburg, München und
Stuttgart. Wenngleich danach ein Teil der
Länder=
zentralen wieder als Sitz der Prüfungsſtellen
beſtimmt ſind, ſo iſt doch das Gebiet dieſer
Prü=
fungsſtellen nach anderen Geſichtspunkten als
bisher beſtimmt.
Die Prüfungsſtelle Berlin betreut die
Oberlandesgerichts=
bezirke Braunſchweig, Breslau, Celle, Kaſſel, Kiel, Königsberg,
Marienburg, Naumburg, Oldenburg, Roſtock und Stettin.
Dresden betreut die Oberlandesgerichtsbezirke Dresden und
Jena.
Düſſeldorf betreut die Oberlandesgerichtsbezirke Düſſeldorf,
Frankfurt a. M., Hamm und Köln.
Hamburg betreut den Oberlandesgerichtsbezirk Hamburg.
München betraut die Oberlandesgerichtsbezirke Bamberg,
München und Nürnberg.
Stuttgart die Oberlandesgerichtsbezirke
Darmſtadt, Karlsruhe, Stuttgart und Zweibrücken.
Während die Prüflinge im allgemeinen bei ihrer zuſtändigen
Prüfungsſtelle ſich melden müſſen, iſt für die Prüfungsſtelle
Hamburg eine ſachliche und notwendig gerechtfertigte
Aus=
nahme zugelaſſen. In Hamburg können ſich Prüflinge aus allen
Teilen des Reiches melden, wenn ſie die Abſicht haben, ſich mit
dem großen Schiffahrts= und Ueberſee=
Handels=
recht zu befaſſen.
Jede Prüfungsſtelle wird mindeſtens einen hauptamtlichen
Prüfer erhalten. Durchſchnittlich kommt auf 300 Kandidaten ein
hauptamtlicher Prüfer. Düſſeldorf erhält 2—3, Berlin 5—6
haupt=
amtliche Prüfer. Außerdem werden Berlin und Düſſeldorf
haupt=
amtliche Vorſitzende erhalten.
Am 1. März um 10.15 Uhr wird im Saargebiet die
erſte deutſche Flagge gehißt werden.
Ganz Deutſchland ſoll in demſelben Augenb
Freude und Dankbarkeit die Häuſer in feſtlichſter Wei
flaggen und ſchmücken. Außerdem ſollen eine M
lang die Sirenen der Fabriken und Schiffe ertönen und d
ken aller Kirchen mit einem 1ſtündigen Freudengeläut b
Ebenſo tritt um 10.15 Uhr allenthalben im 7
Reich und an der deutſcheen Saar eine Verkehrsſtil
einer Minute ein. Auch in den Betrieben wird die Ar
eine Minute ruhen. (In ſchwierigen Fällen entſcheidet
triebsführer über die Möglichkeit.)
Dieſe Preſſemitteilung gilt als Benachrichtigung
Frage kommenden Stellen.
Heil Hitler
Müller=Scheld. Gaupropagandg
Uebergabe der Saar=Polizeigewe
Donnerstag vormittag 11.30 Uhr wurde im
Kreisſtä=
die Polizeigewalt des Saargebiets durch den Präſider
Regierungskommiſſion, Knox, an den Beauftragten der
regierung, Regierungspräſident Dr. Saaßen,
übergebe=
der Uebergabe im Kreisſtändehaus wurde den neuen
der Polizei durch Regierungspräſident Saaßen ihr An
geben, wobei ein dreifaches Siegheil auf den Führer aus
wurde. Mit der Leitung des Polizeipräſidiu
Standartenführer Schmelcher, Führer der
darte 10 und Inhaber des Goldenen Parteiabzeichens
worden; Kommandeur der Schutzpolizei iſt Majo=
Kommandeur der Gendarmerie Major Dierm
Dr. Goebbels an Gauleiter Bürg
Furkwängler bei Dr. Goebbels.
DNB. Berlin, 28. Februar.
Reichsminiſter Dr. Goebbels empfing am Donnerstag mittag
Staatsrat Dr. Furtwängler zu einer Beſprechung, in deren
Ver=
lauf Dr. Furtwängler erklärte, daß er ſeinen bekannte Artikel
über Hindemith vom 25. November v. J. als muſikaliſcher
Sach=
verſtändiger lediglich in der Abſicht gegeben habe, eine muſikaliſche
Frage vom Standpunkt der Muſik aus zu behandeln. Er bedauere
die Folgen und Folgerungen politiſcher Art, die an ſeinen Artikel
geknüpft worden ſeien, um ſo mehr, als es ihm völlig ferngelegen
habe, durch dieſen Artikel in die Leitung der Reichskunſt=Politik
einzugreifen, die auch nach ſeiner Auffaſſung ſelbſtverſtändlich
allein vom Führer und Reichskanzler und dem von ihm
beauf=
tragten Fachminiſter beſtimmt würde.
* Ende des vergangenen Jahres wurde die geſamte
Muſik=
welt durch die Tatſache überraſcht, daß der Generalmuſikdirektor
und Leiter des Philharmoniſchen Orcheſters, Staatsrat Dr.
Furt=
wängler, ſeine Aemter niederlegte. Der Rücktritt Furtwänglers
ging auf einen Streit zurück, der ſich um Hindemith herum
ent=
wickelt hatte. Hindemith war mit ſeinem Werk „Matthis der
Maler” verſchiedentlich unangenehm aufgefallen. Furtwängler
ſah ſich veranlaßt, in dieſem Streit das Wort zu ergreifen und ſich
vor Hindemith zu ſtellen. Dadurch wurde der Konflikt noch
ver=
ſchärft, zumal in die Bewertung der künſtleriſchen Leiſtung
Hinde=
miths politiſche Momente hineingetragen wurden. Von den
Geg=
nern Hindemiths wurde die politiſche Vergangenheit Hindemiths
in den Vordergrund geſchoben und betont, daß dieſe
Vergangen=
heit bei der künſtleriſchen Beurteilung nicht einfach übergangen
werden könne. Furtwängler glaubte ſchließlich nicht anders
han=
deln zu können, als aus ſeinem Amt auszuſcheiden.
Eine Ausſprache, die Furtwängler am Donnerstag mit
Reichsminiſter Goebbels hatte, hat zur Klärung der Situation
geführt und die Hinderniſſe beſeitigt, die einer Rückkehr
Furt=
wänglers in ſeinen alten Betätigungskreis entgegenſtanden. Es
iſt zu begrüßen, daß damit der Streit um Furtwängler, mit dem
ſich beſonders das Ausland lebhaft beſchäftigte, ſein Ende findet
und daß Furtwängler von ſich aus dazu beigetragen hat, den
Frie=
den wieder herzuſtellen. Wir dürfen wohl annehmen, daß in nicht
allzu ferner Zeit als Folge dieſer Ausſprache Prof. Furtwängler
ſeine künſtleriſche Tätigkeit wieder aufnimmt.
deutſche Saarkumpel mit dem deutſchen Saarbauern zuſammen
geſchrieben. Es iſt ja ſchon längſt keinem Menſchen in ganz
Deutſchland mehr ein Zweifel darüber geblieben, in welchem
Sinne ſich der franzöſiſche Kapitalismus gerade hier in dem
reinen Induſtriegebiet um Saarbrücken und Saarlouis eine
Machtpoſition zu ſchaffen ſuchte und zu ſchaffen wußte. Aber all
dieſes Bittere iſt nun vorbei und es kann vergeſſen ſein, wenn
nun endlich der Tag eines beſſeren Friedens anbricht, eines
beſſeren Friedens nämlich, als er in Verſailles diktiert wurde
und der auch das Saargebiet ſo unerhört vergewaltigt hatte.
Gerade weil wir das herrliche Wunder deutſchen Willens
an der Saar in friedlichem und doch nicht minder tapferen und
reſtloſen Einſatz ſo ſieghaft vor Augen ſehen, vertrauen wir
darauf, daß dieſer gewaltige deutſche Kampf um den wahren
Frieden, wie ihn Adolf Hitler heute, vom ganzen deutſchen
Volk unterſtützt, auskämpft, zu der wahren Befriedung und
Sicherung des europäiſchen Völkerlebens führen wird, die nicht
nur das deutſche Volk, ſondern mindeſtens ebenſo alle übrigen
Völker dringend nötig haben. Zu dem Reich des
national=
ſozialiſtiſchen Deutſchland iſt aber ein Stück des unverzichtbaren
deutſchen Volkstums heimgekehrt. Es iſt dies ein Tag, der, wie
er Deutſchlands Grenzen weitet, ſo auch allen Deutſchen das
Herz weitet in dem herrlichen Gefühl, das wir ja alle gleich
den Brüdern an der Saar durch 15 Jahre für unſere Freiheit
und für wahren Frieden in der Welt kämpfen.
* Golik und Ankike.
Vorkrag in der Bereinigung der Freunde
vm
des huuuaniſtiſchen Gymnaſiums.
Für Mittwoch abend lud die Vereinigung der Freunde des
humaniſtiſchen Gymnaſiums zu einem Vortrag des
Kunſt=
hiſtorikers Dr. Kroeber, Weimar, ein. Oberſtudiendirektor Dr.
Malzan begrüßte als ſtellvertretender Vorſitzender die ſehr große
Verſammlung. Der Abend ſolle ſich mit ſeinem Vortrag
einord=
nen in die Arbeit des humaniſtiſchen Gymaſiums, das nicht
allein die Antike mit ihren Werten der Jugend nah bringen
möchte, ſondern es ſoll auch ergründet werden, wie weit das
Altertum in der Kunſt des deutſchen Volkes nachlebt und neu
auferſteht. Und zu dieſer Aufgabe habe er einen Kenner deutſcher
Kunſt hierher gebeten. Dr. Kroeber betont eingangs, daß Gotik
und Antike zuſammengehören zu einer Syntheſe. Es iſt nicht
ſo, daß ein Freund der deutſchen Kunſt ein Feind der alten
Kunſt ſein muß. Eine Gefahr iſt aber darin zu erblicken, daß
man nur nach den antiken Denkmälern ſchaut und ſich um ihre
Meiſter kümmert, anſtatt ſich der deutſchen volksverwurzelten
Kunſt zuzuwenden! Er will nicht ein Gegeneinander von Antike
700 000 Mark für nolleidende Volksgeng
Der Reichspropagandaleiter der NSDAP., Reichs
Dr. Goebbels, hat an Gauleiter Bürckel folgendes Tel
gerichtet:
Die nationalſozialiſtiſche Bewegung begrüßt ihre
kehrenden Brüder und Schweſtern von der Saar am 2
Rückgliederung mit einem Bekenntnis zum deutſchen E
mus. Ich ſtelle Ihnen, lieber Parteigenoſſe Bürckel, aus
der Reichspropagandaleitung für die notleidenden Volks
im Saargebiet den Betrag von 700 000 Reichsmark zu
fügung.
Feſtliche Vorbereikungen
im ganzen Saar
Schon heute herrſcht überall im Saargebiet ein unge
reger Betrieb. Fieberhaft werden allenthalben die letzten
reitungen für die Befreiungsfeiern getroffen. Saarbrüg
das Saargebiet rüſten ſich, den führenden Perſönlichkei
Reiches, die am Freitag zum größten deutſchen Feiertag
res an die Saar kommen werden, einen feſtlichen Empfan
reiten. An den großen öffentlichen Gebäuden ſind. Inſte
am Werk, um alles für die großartigen Feſtilluminati
richten. Ueberall werden Lautſprecher ausprobiert, die am
gen Tage die großen Kundgebungen aus dem Saargebiet
ten ſollen. Vor dem Rathaus von Saarbrücken arbeitet ma
an den großen Tribünen, an denen vorbei ſich morgen 1
marſch vollziehen wird. Zahlreiche Gäſte ſind bereits a
Reich eingetroffen. Am Donnerstag früh kam ein ganzer
Sonderzug an. In den Mittagſtunden trafen zahlreiche
züge mit den Gäſten aus dem Reiche ein. Beſonders ſtar!
Automobilverkehr. Die Hauptſtraßen von Saarbrücken ſind
Mittagsſtunden faſt vollſtändig verſtopft. Durch die Adolf
Straße fährt Auto nach Auto. Ungeheure Menſchenmaſſen
den Straßen. Ueberall fällt der ſtarke Kontraſt auf, daß ne
Adolf=Hitler=Straße, die unmittelbar nach dem überwält
deutſchen Abſtimmungsſieg ihren Namen erhielt, in Saa
eine der Hauptverkehrsſtraßen als Friedrich=Ebert=Straße
und Gotik herausarbeiten, ſondern ein Sowohl=als=aue
nen wir doch die fremden zweitrangiſchen Künſtler,
nicht unſere deutſchen Meiſter? Der Schöpfer der Naun
Stifterfiguren, der Meiſter des Bamberger Reiters — we
ſie? Ja, für uns wurden dieſe Werke erſt intereſſant, a
dem Weltkrieg die Gier der Franzoſen ſie als Erſatz
zerſchoſſene Reims rauben wollte. Da erſt beginnt m
der Liebe und Sorgfalt, die man ſeither nur den Ausl
zukommen ließ, unſere Kunſtdenkmäler zu beachten und
werten. Goethe allerdings und die Romantiker empfande
etwas „von deutſcher Art und Kunſt”, aber es dauerte nd
ein Jahrhundert lang, bis endgültig der Standpunk!
Leſſing überwunden war, der die Gotik als Gipfel d
ſchmackloſigkeit bezeichnete. Wir ſpüren aber die Wurzeln
Zeit in der Antike, wenn ſie auch ganz ſelbſt=gewachſen
Im gotiſchen Raum empfinden wir heute das Leben
jener Zeit nach, die den Drang nach Gottnähe hatte und
zu formen verſtand. Wie unterſcheidet ſich doch ein grie
Tempel von einer gotiſchen Kathedrale! Dort heilige
ſchwer laſtet das Dach auf den ſtarken Säulen, die den
raum nach außen abſchließen. All das wirkt erdnah un.
ſeitig gegen die ragenden Pfeiler eines Domes mit hohen
Schiffen und mit nadelſpitzem Turm. Die ſcheinbar ſchi
Flucht der Säulen, der zarte Schwung der Bögen, 9a
oben Drängende in Konſtruktion und Ornament entrn
Gläubigen, der hierher zur Andacht kommt, aller irdiig.
drücktheit. Der antike Gott lebt im Tempel. Sein Nc
dem Volke heilig. Doch mitten im Leben iſt ſein Plaß."
Anteil an allem was geſchieht. Welch ein Weg von Pee
polis bis Chartres, bis Straßburg und endlich bis
Backſteinbauten im Norden! Recht zum Sehnen und
nach Gott ſind die deutſchen Dome — und gerade Ve"
deutſch! Die deutſche Myſtik geſtaltet ſich vor unſerel.
Aber nicht nur in der Baukunſt mehr noch in dei.
zeigt ſich das Weſen deutſchen Volkstums, Der Näul”
Dom birgt eine prachtvolle Darſtellung des Leidens Li"
deutſch geſehen und empfunden. Wie ſchon der Dichte
Heliand Chriſtus als germaniſchen Gefolgsherrn zei9t.
dert uns der Naumburger Meiſter ihn als den Menlele
in „höfiſcher mäze” dem Verräter überlegen iſt. Er telt."
das Brot und den Wein, und jener verrät ihn um Oee
mit ſeiner überlegenen Gewalt ſtraft er den Falſchen.
ſein Blick, ſeine Miene drücken verzeihende Güte aus.
haft iſt der Bildhauer: am Lettner erſchaut der Mehle
Darſtellung. Dahinter öffnet ſich ihm die Tür zum Lyl”
durch hohe Fenſter fromme Helligkeit die Erlöſung. —.
dem, der durch ſolche Selbſtüberwindung den Weg.!"
findet.
Aber mit der Scheidung zwiſchen gotiſchem 109.
Lebensgefühl laſſen ſich die Spannungen zwiſchen D.
Polen nicht allein erklären. Aus der verſchiedenen e..
eitag, 1. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 60 — Seite 3
Saar=Amneſtie des Führers.
hatte. Die ſchöne Briefmarke der ſonſt leicht proſaiſchen
Reichs=
poſt, das Bild der Allmutter Germania, die ihr zurückgekehrtes
* Heimkehr.
un iſt die fünfzehnjährige Leidenszeit der Saardeutſchen
tig vorüber. Die Schlagbäume, die künſtlich eine Grenze
ſollten, ſind gefallen. Es hat ſich wieder einmal gezeigt,
flut ſtärker iſt als Grenzen, die brutaler Machtwille mitten
ein Volk zu ziehen verſucht. Die vergangenen Jahre ſind
geweſen, ſchwer beſonders für die Saarbewohner, die
biekt einer innerlich feindlich eingeſtellten Nationalpolitik
zt wurden. Nicht, daß ſie vorübergehend vom
Mutter=
losgeriſſen wurden, ſondern die Art, wie mit ihnen in
Zeit regiert wurde, das iſt das Niederdrückende geweſen,
wuch in der Erinnerung nicht ſo bald verſchwinden wird.
ilitäriſche Notwendigkeiten, wie ſie ein Sieger fordert,
nan ſich einfügen. Auch die deutſchen Truppen haben noch
2nagt
nach dem Friedensſchluß von 1871 in Frankreich als
Be=
geſtanden, aber als ſie ſchließlich zurückgezogen wurden,
ihnen von den Franzoſen nachgerühmt, daß ſie hier ihre
mit Gerechtigkeit und Menſchlichkeit erfüllt hätten. Dem
e, das heute an der Saar verſchwindet wird das niemand
(a
ggen können, obwohl es nicht vom Sieger, ſondern im
r des Völkerbundes ausgeübt wurde, der eigentlich allen
Kreit
gehabt hätte, dafür zu ſorgen, daß er als Treuhänder
für imperialiſtiſche franzöſiſche Eroberungsverſuche
miß=
t wurde. Jahrelang hat das Saargebiet nicht der Form
Nian
wiber doch der Sache nach unter dem Belagerungszuſtand
und daran hat ſich auch wenig geändert, als nach dem
itt des erſten franzöſiſchen Präſidenten der Kanadier Knox
du
ſe Stelle trat. Er hat nie den leiſeſten Verſuch gemacht,
77n
utſche Seele der Saarländer zu verſtehen. Er hatte nur
Urer
gen Ehrgeiz. Karriere zu machen und ſuchte deshalb
An=
jabzeich
g an die Franzoſen, war ein williges Werkzeug aller der
iſt Mait
ſungen, die aus der Saar ein franzöſiſches Land machen
Oien
Die ganze Verwaltung der letzten fünfzehn Jahre iſt
uſich ich ein einziger Rechtsbruch geweſen. Die Abſperrung
eutſchland, die Einführung der franzöſiſchen Währung,
M
terirdiſche Diebſtahl ſaarländiſcher Kohle und vor allem
rgewaltigung der deutſchen Volksſchule: das alles ſtand
derſpruch zu den Zuſagen, die der Völkerbund gegeben
Iaf
ganz abgeſehen von den ungezählten Nadelſtichen, die
Einzelnen zum Bewußtſein führen ſollten, daß ſein
erſt wieder lebenswert würde, daß er ſeine wirtſchäftliche
z nur als geſichert betrachten könnte, wenn er ſich auf
nzöſiſche Seite ſchlug.
er das alles hat nichts genützt, der deutſche Widerſtand
berwindlich geweſen. Gar mancher hat ſeine Treue zum
im mit dem Leben bezahlen müſſen, Tauſende von
zen wurden vernichtet, die Saarländer ſchwiegen dazu,
en die Zähne aufeinander, ſie haben kein Opfer geſcheut,
n Vaterland die Treue zu halten und haben ſchließlich
ieg davongetragen. Der 13. Januar 1935 wird in der
ſte des deutſchen Volkstums immer ein großer Tag
Es iſt der Tag der größten unblutigen Schlacht, die
den letzten Jahrhunderten geſchlagen und gewonnen
Es hat nicht an Verſuchen gefehlt, die Leidenszeit der
nder abzukürzen, und mehr als einmal ſchien auch die
keit greifbar vor uns zu liegen, daß ſchon vor dem im
er Vertrag feſtgeſetzten Termin die Rückgabe, vielleicht
hne Abſtimmung erfolgte. Wir haben es im Intereſſe
die e
lücklichen Bewohner bedauert, daß alle dieſe Bemühungen
ert ſind. Heute, wo alles vorüber iſt, dürfen wir uns
freuen, daß es ſo kam. Denn dieſe Entſcheidung um
Geiel hs hickſal der Grenzländer mußte einmal fallen, und ſie iſt
en Emie
t einer ſolchen eindeutigen Klarheit gefallen, daß daran
ſind
ehr herumzudeuteln iſt. Von 150 000 Saarfranzoſen hat
ceau dem Präſidenten Wilſon geſprochen und für ſie
igkeit verlangt. Wo ſind ſie geblieben? Sie haben nur
Phantaſie der Franzoſen und in gefälſchten Protokollen
arbetr
en. Die Abſtimmung hat ja gezeigt, daß die Zahl der
slinge ſelbſt lächerlich gering war, ſo gering, daß die
Uenf
ſen den Kampf um die Gewinnung dieſes Gebietes ſelbſt
n, und nur noch mit der Erfindung des Status quo ſich
ückzugslinie ſichern wollten, die ſie jedoch auch nicht
Mu
konnten. Heute weiß es die Welt, heute muß es
Frank=
r alle Zeiten zugeſtehen: Der Rhein iſt nicht Deutſch=
Brenze, er iſt Deutſchlands Strom. Das Saargebiet iſt
ur alter deutſcher Kulturboden, es iſt auch heute noch
zſtes Deutſchtum. Die Bevölkerung ſelbſt hat entſchieden,
trotz wirtſchaftlicher Vorteile, trotz politiſcher
Unter=
gen von Frankreich nichts wiſſen will, daß ſie zu
Eeu6e
land gehört und nur den einen Gedanken der Heimkehr
Kind wieder liebevoll in ihre Arme ſchließt, beſiegelt gleichſam
den hiſtoriſchen Tatbeſtand des ewigen Deutſchtums der Saar.
Und wenn heute in allen Gauen unſeres Vaterlandes die
Glocken zum erſten Mal wieder in ſchönem Gleichklang von
Königsberg bis Saarbrücken läuten, dann ſchwingen ſie in dem
gleichen Rhythmus, wie er in dem herrlichen Liede Hugo Wolfs
ſeinen gewaltigen Ausdruck gefunden hat, in demſelben Ruf der
Seele und des Blutes: „Grüß Dich Deutſchland aus
Herzens=
grund!“
Ueberkragung der großen Kundgebung
bereits ab 18 Uhr.
Die Reichsſendeleitung teilt mit, daß die große Kundgebung
vor dem Regierungsgebäude nicht um 20 Uhr, ſondern bereits um
18 Uhr übertragen wird.
Volksſchädliche Elemenke ausgenommen
DNB. Berlin, 28. Februar.
Die Gefühle, die Führer und Vaterland dem Saarland bei
ſeiner Rückgliederung entgegenbringen, die Freude über die
Wiedervereinigung, der Dank an die Volksgenoſſen, die in Treue
an ihrem Deutſchtum feſtgehalten haben, und der Wille zur
Verſöhnung mit denen, die bisher irregeleitet in ehrlichem
Be=
mühen den Weg zur neuen Volksgemeinſchaft zu finden ſuchen,
haben auf dem Gebiet der Strafrechtspflege ihren ſichtbaren
Ausdruck in einem Amneſtiegeſetz gefunden. Für das Gebiet der
politiſchen Verfehlungen hat die Reichsregierung bereits vor
der Rückgliederung Erklärungen abgegeben, die der Sicherſtellung
der Freiheit und Aufrichtigkeit der Volksabſtimmung dienten.
Darüber hinaus bringt
die Saarland=Amneſtie einen großartigen Gnadenerweis
für Vergehen aller Art.
Die Abtrennung des Saargebietes hat ſo tief in alle
Lebens=
verhältniſſe eingegriffen, daß manche Straftat, ſelbſt da, wo eine
unmittelbare wirtſchaftliche Not nicht vorgelegen hat, nur aus
dieſen Verhältniſſen zu erklären war.
Mit Rückſicht auf dieſe beſonderen Verhältniſſe, unter denen
die Saarbevölkerung zu leiden hatte, iſt die Begrenzung der
amneſtiewürdigen Strafen noch erheblich weiter gefaßt worden
als in den rein innerdeutſchen und den im Saarland früher
ergangenen Amneſtien. Gefängnisſtrafen bis zu einem
Jahr werden erlaſſen, anhängige Verfahren,
in denen keine höhere Strafe zu erwarten iſt,
werden eingeſtellt.
Dadurch, daß aber von dieſem weitgehenden Gnadenerlaß
erheblich Vorbeſtrafte ausgenommen ſind und daß
ferner Zuchthausſtrafen ganz ausgeſchloſſen
bleiben, wird verhütet, daß die weitherzige Begrenzung
volks=
ſchädlichen Elementen zugute kommt. Freiheitsſtrafen bis zu 3
Monaten und Geldſtrafen werden ohne Rückſicht auf Vorſtrafen
des Täters erlaſſen. Die Amneſtie iſt ihrem inneren Grund
ent=
ſprechend auf Taten beſchränkt, die von Saarbewohnern
began=
gen ſind. Entſcheidend iſt dabei, ob der Täter zurzeit der Tat
ſeinen Wohnſitz oder gewöhnlichen Aufenthalt im Saarland
hatte. Die Tat muß ferner innerhalb des Saarlandes oder,
ſoweit Deviſenzuwiderhandlungen in Frage kommen, im Verkehr
zwiſchen dem Saarland und dem übrigen Reichsgebiet begangen
worden ſein. Die Erſtreckung der Amneſtie auf ſolche
Zuwider=
handlungen ſteht im Einklang mit den Erleichterungen, die die
Verordnung vom 13. Februar 1935 für den Deviſenverkehr mit
dem Saarland gebracht hat.
Oben links: Die ſchöne, im Barockſtil gehaltene Ludwigskirche auf dem Ludwigsplatz in Saarbrücken, der Hauptſtadt des
Saar=
gebiets. — Unten links: Das Eiſenwerk Brebach, eine der Hochburgen der ſaarländiſchen Schwerinduſtrie. — Rechts: Die
Saar bei Mettlach, eine der landſchaftlich ſchönſten Stellen des auch an Naturſchönheiten reichen Saargebiets.
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ächſt ein eignes Kunſtempfinden. Die Antike ſtrebt nach
rſtellung des Schönen im Maßvollen. Wie iſt es da in
tſchen Kunſt? Wieder antwortet Naumburgs Reichtum
ragenden. Die Mutter Gottes unter dem Kreuz und
es ſtehen gegen Niobe und Laokon. Ein Jünger vom
urger Münſter gegen eine antike Greiſenplaſtik. Da
er=
vor uns Köpfe von Menſchen deren Antlitz uns bekannt
tſagbares Leid klagt uns Maria elend und verzagt
* Jünger zu ſeinem Herrn empor. Wo findet man reiner
h ſo wahr in der Antike ähnliche Darſtellungen? Leſſing
en geöffneten Mund des Laokon als häßlich. Hier finden
s ihm ſchön dünkte, Scharfe Falten von der Naſe zum
eſchloſſenen Mund ſagen uns alles von den verhaltenen
n Qualen des Lieblingsjüngers. — Die gotiſche Plaſtik
s noch mehr von deutſchem Weſen zu erfaſſen und zu
Nariens Tod (Straßburg, Münſter) zeigt uns das
Ge=
iftsgefühl, gemeinſam iſt allen das Erleben. Alle
Geſtal=
örpern Trauer und Schmerz. Leblos liegt der Körper,
triens Seele entſchwebt vom Sohne getragen, gen
Him=
elch innige tiefe Darſtellung! Die Seele beſteht und
rein zu Gott, während der Leib zerfällt. Der Meiſter
it dieſer Plaſtik Verbindung mit dem Metaphyſiſchen.
ſtalten tragen aber all etwas, was ſie uns vertraut
Sie ſind charaktervoll. Perſonen treten vor uns auf und
lte Plaſtiken. Schön an ſich ſind die antiken Köpfe, die
n aber ſind wahr.
deutſche Menſch ſucht nach einer Verwirklichung der
denen Gegenſätze, denn er erkennt ja das Schöne an,
gs nicht ſo, wie der antike Menſch, der in der Schönheit
plickte. Er verbindet dieſe antike Schau mit ſeiner
Wahr=
it. Darum wird ſein jugendlicher Held zu einem Bam=
Reiter und nicht zu einem Apoll. Goethe liebt ſein
aus, ein thüringiſches Bauernhaus, aber in Weimar
er griechiſche und römiſche Büſten, aber auch Stiche
* Dome. Wird hier das Streben nach einer glücklichen
kung beider Geſtaltungen deutlich? Jene alte Kunſt ruhte
Der Menſch ſteht im Mittelpunkt der Welt. Ihn ſtört
* undurchdringliche Wand, die der gotiſche Menſch
durch=
nd auflöſt in ſchmale lange Säulchen, zwiſchen denen
ne kleinen ſtehen, alle empfunden und gearbeitet im
Zu=
klang der Gemeinſchaft, alle mit der Aufgabe, den Sinn
nſchen zu wenden und zum Lichte zuzukehren.
* mehr noch wird daraus! Aus der Paſſion Chriſti wird
mburg gar eine deutſche Paſſion! Während die
Dar=
am Parthenon in allegoriſchen Kämpfen die
Ueberwin=
er Perſer feiert, legt der Deutſche — wieder iſt es der
lrger Meiſter — wahrſtes Leben und Empfinden in
ert. Er geſtaltet das Drama Chriſti. Häſcher kommen
hmen ihn gefangen, den der Verräter bezeichnete! Man
Die weit der Künſtler denkt: Slawiſche Menſchen ſind
Tegsknechte im Oelberg, Und wie ſchildert er Jeſus?
Als einen gütigen deutſchen Bauern, deſſen Kopf und Miene
für ſein Weſen ſprechen.
So ſtellte Dr. Kroeber deutſche und alte Kunſt
gegen=
einander, nicht um die eine vor der andern zu ſchmälern oder
gar in Gegenſatz zu bringen. Gotik und Antike, betonte er
nochmals, gehören zuſammen. Wir Deutſche aber ſollen nicht
vergeſſen, daß unſer Volk in deutſcher Form und deutſchem
Geiſt auf deutſchem Boden der antiken Kunſt Gleichwertiges
ge=
ſchaffen hat.
Wer möchte nicht gern ſeiner freundlichen Einladung nach
Naumburg, Bamberg, Banz und Vierzehnheiligen folgen, um
dort unter der mitreißenden Führung zu ſich ſagen:
„Trinkt, ihr Augen, was die Wimper hält,
von dem goldnen Ueberfluß der Welt.”
Burkhart Werner.
Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Donnerstag, den 28. Februar 1935.
Giuſeppe Verdi: „2a Traviaka‟.
Vor einem durch „Kraft durch Freude” wohlbeſetzten Haus
mit beifallsfreudigen Hörern ſangen zwei Gäſte, eine recht gute,
ſpielgewandte Koloraturſängerin und ein Tenor, in dem man
deutlich den Anfänger ſpürte. Gertrud Gelly vom
National=
theater Mannheim gab die Violetta; eine gute, ſchön klingende
Stimme beherrſcht gleich gut Kantilene, Koloratur und wird auch
den dramatiſchen Stellen durchaus gerecht. Das Darſtelleriſche
ſchöpft in jeder Weiſe die Rolle aus, die Künſtlerin vermag zu
feſſeln und zu rühren und hatte berechtigten Anteil am Erfolg
des Abends. Noch recht unfertig war die Leiſtung von Ferdinand
Heldrich=Müller vom Stadttheater Ratibor. Der junge
Sänger hat ſehr ſchöne und an ſich recht gut ausgebildete
Stimm=
mittel, leichte Höhe, gute Ausſprache. Aber dieſe Vorzüge werden
erſt völlig zur Wirkung kommen, wenn die Befangenheit
ſchwin=
det, die noch die Entfaltung der Stimme mindert. Sobald das
Orcheſter ſtärker ſpielte oder unſere hieſigen Kräfte ſtimmlich
in Konkurrenz traten, drang die Stimme noch nicht recht durch,
dagegen fiel ſchon im erſten Akt auf, daß die zwei kleinen Stellen,
die hinter der Szene, alſo unter Verringerung des Lampenfiebers,
geſungen wurden, recht voll und abgerundet klangen. Am
wenig=
ſten geſchickt iſt noch das Spiel, auch kam es vor, daß nicht ganz
rein intoniert wurde. Man möchte dem jungen Tenor, der eine
gute Bühnenfigur hat, eine recht gute Zukunft vorausſagen, wenn
die Stimme, die auf beſtem Wege iſt, noch weitergebildet wird,
und wenn ſich ein erfahrener Spielleiter mit lebhaftem
perſön=
lichen Intereſſe der Mühe unterzieht, dem Spiel des jungen
Sän=
gers Inhalt, Abrundung und Sicherheit zu geben.
F. N.
Skädtiſche Akademie für Tonkunſt.
Dritter Vorkrags=Abend.
Der Faſtnachtsnähe entſprechend, war für den Vortragsabend,
der wieder von Lehrkräften und einigen Ausbildungsſchülern
be=
ſtritten wurde, eine heitere Vortragsfolge gewählt worden, die
die nicht ſo zahlreichen Hörer wie ſonſt in beſte Laune verſetzte.
Eine Variationenfolge über das ſchöne Lied „Mein Hut, der hat
drei Ecken” für Fagott und Klavier ſorgte gleich für die richtige
Stimmung, beſonders da Heinz Peſchko, trotz erheblicher
Auf=
regung, recht gewandt, tonſchön und humorvoll blies. Er iſt
Schü=
ler von Kammermuſiker Wiſchert. Die Begleitung führte Hilde
Menges mit ihrem reifen Können und der Selbſtverſtändlichkeit
ihres Spiels aus, die ſich ſpäter auch im Solovortrag von vier
Humoresken für Klavier äußerte. E. Schütt und E. Grieg waren
uns bekannt, während P. Zilcher durch recht originelle,
kobold=
hafte Erfindung, und A. Dvorak durch bei allem Humor ſehr
an=
ſprechende Lyrik feſſelten. Ein recht guter Könner iſt Willy
Schmidt, der ſich bei Hanne Perron als Konzertſänger und Baß
buffo ausgebildet hat. Seine gut gebildete Stimme hat für die
Buffopartien den einen Nachteil, daß ſie nicht baſſig klingt,
ſon=
dern in der Farbe faſt ein Mittelding zwiſchen Bariton und Tenor
iſt, und daß ſie für ſehr große Räume nicht ſehr ergiebig iſt. Im
Akademieſaal klangen die drei vorgetragenen Arien — „5000
Tha=
ler” und „ABCD” aus dem „Wildſchütz” von Lortzing und
„Einen Doktor meinesgleichen” aus Roſſinis „Barbier” — ſehr
gut, und bei der letzteren kam auch die vorzügliche Sprechtechnik
des Sängers ſehr zur Geltung. Den Schluß bildete Mozarts
Dorfmuſikanten=Sextett, das der Meiſter ſelbſt als muſikaliſchen
Spaß bezeichnet hat. Vom Vater hat er den guten muſikaliſchen
Humor geerbt, und er verſpottet die ſchlichten Muſikanten, die ſich
an zu ſchwere Aufgaben heranwagen und ſtädtiſche
Konzertma=
nieren anzunehmen ſuchen ebenſo, wie die dilettantiſchen
Kompo=
niſten, die Gelegenheitskompoſitionen voller Satzfehler verbrechen
— ſo etwas ſoll es auch heute noch geben, man frage einmal in
der Männerchorbranche nach — und gelehrte Aufgaben, wie
Fu=
gati mit rührender Unſchuld betätigen. Die Ausführung durch
die Herren Cyrill Kopatſchka, Fritz Vogt, Carl Cauer
und Leonhard Roeder an den Streichinſtrumenten, Rudolf
Klamand und Alex Ellmer, einem Klamandſchüler, als
Horniſten unterſtrich ſtark die humoriſtiſchen Abſichten, ſo daß an
einigen Stellen die Wirkung von der kirchweihmäßiger
Katzen=
muſik in vorgerückter Stunde nicht ganz unähnlich war.
Beſon=
ders erhebend war die humorvolle Kadenz des Konzertmeiſters
und der harmoniſch=vathetiſche Schluß, der auf lebhaften Beifall
hin nochmals geboten wurde. Die ganze Aufführung, ein netter
Beitrag zum Kapitel „Der Humor in der Muſik”.
F. N.
Seite 4 — Nr. 60
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 1. März 1
England und der Abeſſinien=Konflikt
Die Skreikunruhen in Algerien.
Abeſſiniens Friedenswillen.
Beierliche Friedenserklärung des abeſſiniſchen
Geſchäftskrägers in Rom.
EP. Rom, 28. Februar.
Der abeſſiniſche Geſchäftsträger in Rom hat die ausländiſchen
Journaliſten empfangen und ihnen u. a. erklärt:
„Als Vertreter des Kaiſers verſichere ich Ihnen in dieſer
ſchweren Stunde der abeſſiniſchen Geſchichte feierlich und
bekräf=
tige es mit meinem Schwur, daß die abeſſiniſche Regierung nie
daran gedacht hat, noch daran denkt, das Gebiet der beiden ita=
Soldaten ſind trotz großer Bedürfnisloſigkeit immer noch ſehr viel
größer als die der Eingeborenen. Deshalb haben auch viele
Kolonialoffiziere die Verwendung eingeborener Askaris
befür=
wortet. Sie haben ſich aber nicht durchſetzen können. Im ganzen
ſind jetzt ſechs große Dampfer mit Material und Soldaten bis
über die Lademarkung befrachtet unterwegs. Der abeſſiniſche
Ge=
ſchäftsträger in Rom iſt aber nach wie vor davon überzeugt, daß
eine friedliche Löſung gefunden wird.
EP. Paris, 28. Fel
Während die Beilegung des Dockarbeiter=Ausſtan.
Algier, der mit ernſten Ausſchreitungen verbunden n
heute erwartet wird, iſt am Mittwoch im Hafen von O.
24ſtündiger Proteſtſtreik ausgerufen worden. Die Hafen
und die Arbeiter der Faßfabriken wollen mit dieſem 9
gegen die Benutzung von Ziſternen=Schiffen zur Befö
von Wein proteſtieren. Am Mittwoch abend durchzoge
Streikende die Stadt. Ein nach Marſeille beſtimmte
dampfer wurde am Auslaufen verhindert. Truppen
die öffentlichen Gebäude und die wichtigen Straßenkreu
Aasſprache Simon-Laval.
lieniſchen Beſitzungen in Oſtafrika anzugreifen. Dieſe Verſicherung
hat der abeſſiniſche Kaiſer perſönlich in einem Brief an den
ita=
lieniſchen König und an Muſſolini abgegeben.
Trotzdem fährt Italien fort, Truppen mobil zu machen und
ſie zuſammen mit entſprechendem Kriegsmaterial nach Afrika
ein=
zuſchiffen. Dieſe ernſten kriegeriſchen Maßnahmen ſollen angeblich
der Verteidigung und Sicherung der beiden Kolonien dienen. Ich
kann nur wiederholen, was ich bereits immer der italieniſchen
Re=
gierung verſichert habe, nämlich, daß Italien ſich alle dieſe
Maß=
nahmen ruhig erſparen kaun, denn Abeſſinien will es nicht
an=
greifen und ſeine Abſichten gegenüber Italien ſind ſo friedlicher
Natur, daß Italien den letzten Soldaten und das letzte Geſchütz
aus ſeinen Beſitzungen zurückziehen könnte, ohne daß Abeſſinien
auch nur einen Stein dieſer beiden Kolonien berühren würde.
Abeſſinien wünſcht mit den benachbarten drei Nationen, und
ſomit auch mit Italien in Frieden und Freundſchaft zu leben. Wir
haben mit Italien einen Freundſchaftsvertrag und beabſichtigen,
ihm treu zu bleiben. Dieſer Vertrag gibt Italien und Abeſſinien
die Möglichkeit, friedlich und ehrenvoll alle Fragen zu regeln,
die nach dem ſchweren Zwiſchenfall von Ual=Ual entſtanden ſind.
Der Kaiſer wunſcht auch dem Völkerbund treu zu bleiben, der
Abeſſinien mit der weſtlichen Ziviliſation verbindet.”
Noch keine Ankwork Jialiens
auf die lehlen Vorſchläge Abeſſiniens.
Die italieniſche Preſſe nimmt mit keiner Zeile von den
Be=
mühungen des abeſſiniſchen Geſandten beim Quirinal zur
fried=
lichen Beilegung der Zwiſchenfälle mit Italien Kenntnis, ebenſo
wenig von ſeinen wiederholten Verſicherungen über die friedlichen
Abſichten der Regierung von Addis Abeba. Die italieniſche
Ant=
wort auf die letzten Vorſchläge Abeſſiniens liegt noch nicht vor,
aber aus der ganzen Stellungnahme der Preſſe und der politiſchen
Kreiſe zu dem abeſſiniſchen Vorſchlag für die Einſetzung eines
Schiedsgerichtes ſowie aus der Fortſetzung der
Truppentrans=
porte ſchließt man, daß dieſe Antwort wiederum ablehnend
ausfal=
len wird.
Inzwiſchen laufen weiter die Meldungen von Freiwilligen
zur Teilnahme an der afrikaniſchen Expedition zahlreich ein,
be=
ſonders aus den Kreiſen der Sturmabteilungen der Arditi
Die Truppentransporte nach Italieniſch=Oſtafrika werden
in=
zwiſchen in unvermindertem Umfange fortgeſetzt und noch
beſchleu=
nigt. Der Ueberſeedampfer „Leonardo da Vinci” iſt am Mittwoch
von Meſſina aus in See gegangen. Er hat 100 Offiziere und 1200
Soldaten in Kolonialuniformen ſowie 300 Spezialarbeiter und
umfangreiches Kriegsmaterial an Bord. — Von Neapel iſt das
Motorſchiff „Arabia” mit Autoparks und Material nach Meſſina
in See gegangen, wo ſeine Ladung vervollſtändigt wird.
Unter=
deſſen wird die erſte Abteilung der zweiten florentiniſchen
Divi=
ſion in Neapel eintreffen.
Skeigende Beſorgnis Englands.
EP. London, 28. Februar.
Wie der „Daily Telegraph” mitteilt, wird die Entwicklung
des abeſſiniſch=italieniſchen Konfliktes in engliſchen
Regierungs=
kreiſen mit ſteigender Beſorgnis verfolgt. Es wird betont, daß
die letzten 48 Stunden keinerlei Fortſchritte
gebracht hätten, und daß die direkten Verhandlungen zwiſchen
Italien und Abeſſinien ſich auf die Feſtſetzung einer neutralen
Zone beſchränkten, ohne die Beilegung der Grenzzwiſchenfälle
oder die endgültige Feſtlegung der Grenzen. Hierüber, meldet
der „Daily Telegraph” weiter, ſei noch nicht einmal verhandelt
worden. Die engliſche Regierung habe ſich daher, wie
Außenminiſter Sir John Simon bereits geſtern im Unterhaus
angedeutet habe, veranlaßt geſehen, bei Muſſolini
per=
ſönlich wegen der Verzögerung vorſtellig zu
werden, während ſie gleichzeitig bemüht ſei, in Genf den
dort beſtehenden Eindruck zu verwiſchen, daß
zwiſchen England, Frankreich und Italien
private Abmachungen beſtünden, die Italien
in Abeſſinien frei Hand ließen.
* Kriegshafen Neapel.
Der Mittelpunkt der militäriſchen Vorbereitungen Italiens
für die Truppenverſchickungen nach Erythräa und Somaliland iſt
Neapel geworden. Das hat in das Bild der Stadt eine ganz
an=
der Note hineingebracht. Wie es in dieſem Heerlager ausſieht,
darüber bringt der „Berliner Lokalanzeiger” ein ſehr hübſches
Stimmungsbild. Darin wird erzählt, daß faſt ſtündlich die Bahn
oder Autokolonnen, die aus allen Teilen des Landes
zuſammen=
ſtrömen, Milizſoldaten bringen. Zu beiden Seiten der Mole
lie=
gen Truppentransporter, zwei erſtklaſſige, in den letzten fünf
Jahren erbaute Luxusdampfer von weit über 20 000 Tonnen, die
auf Befehl des Marineminiſteriums aus dem Amerikadienſt
her=
ausgenommen und mit verſiegelter Order nach Neapel geſchickt
wurden. Luxusſchiffe als Transporter, das iſt für die
Schiffahrts=
kreiſe keine reine Freude. So gut es geht, hat man aber verſucht,
dem Schaden, den die koſtbare Inneneinrichtung erleiden könnte,
vorzubeugen. Die echten Teppiche ſind zuſammengerollt,
Kriſtall=
lüſter und Bronzebeſchläge notdürftig verhangen, aber das
Par=
kett, die Seidenvorhänge und die geſchliffenen Spiegel kann man
nicht ſchützen.
An der Mole zwiſchen den beiden Schiffen ſtauen ſich die
Truppen. Ihre Ausrüſtung iſt die gleiche wie ſonſt, nur ergänzt
durch einen Tropenhelm. Im Gänſeſchritt entern Kompanien und
Bataillone an Bord und bekommen gleich ihre Standquartiere
angewieſen. Die Einſchiffung erfolgt ohne Abſchiednehmen und
Konfettiwerfen, die Truppen werden aber ſtürmiſch begrüßt und
mit Lebensmitteln oder Blumen erfreut. Die Stimmung der
Soldaten iſt gut; die Einſchiffungen finden begeiſterten Widerhall.
Die freiwilligen Milizſoldaten erhalten bei zweijähriger
Verpflichtung einen täglichen Sold von 40 Lire, an italieniſchen
Verhältniſſen gemeſſen, eine recht hohe Entlohnung. Die Offiziere
bekommen das Dreifache ihres Friedensgehaltes, etwa pier= bis
ſechstauſend Lire im Monat.
Für die Finanzierung der Truppenentſendungen, die zunächſt
auf 10 bis 15000 Mann feſtgeſetzt iſt, ſind im außerordentlichen
Haushalt zwei Milliarden Lire bereitgeſtellt worden. Hinderniſſe
gibt es aber genug zu überwinden. Die Ausſchiffung an der
So=
maliküſte iſt mit Schwierigkeiten verbunden. Die Ausſchiffung
muß auf offener Reede erfolgen, die Ladung in Leichter gelöſcht
werden, die Paſſagiere oft in Körben einer nach dem anderen,
wodurch zeitlich ſehr ſtarke Verzögerungen entſtehen. Dazu kommt
das Verpflegungsproblem, denn die Anſprüche der italieniſchen
+
* Hir John Himons Reiſeplane.
CDLondon, 27. Februar.
Der britiſche Außenminiſter, Sir John Simon wird in den
nächſten Wochen wieder eine Reihe teils privater,
teils offizieller Reiſen unternehmen. Von Wichtigkeit
für Europa und die Welt ſind beide. Lediglich eine „private
Reiſe” war beiſp. diejenige, die Simon Ende vorigen Jahres
zu ſeiner Erholung an die Riviera unternahm und bei der er
nur für eine kurze Weile in Paris halt machte. Und doch
er=
gab ſich wie die „Times” es ſo hübſch ſagen, „aus dieſer
flüch=
tigen Durchreiſeberührung der franzöſiſchen Hauptſtadt, faſt
durch einen Zufall, der Beſchluß der Londoner Zuſammenkunft
deren Ergebniſſe — wie man nun weiß — für ganz Europa
von ſo außerordentlicher Bedeutung geweſen ſind. Desgleichen
dürfte auch jener „private Beſuch”, den Sir John Simon Ende
dieſer Woche Paris abſtattet, um dort einen Vortrag über „das
parlamentariſche Syſtem in Großbritannien” zu halten, wohl
das wichtige Ergebnis haben, die engliſch=franzöſiſche
Stellung=
nahme zur deutſchen Antwortnote weiterhin zu ventilieren
und vielleicht endgültig zu koordinieren.
Was nun des britiſchen Außenminiſters weitere Reiſepläne
anbelangt, ſo weiß man, daß er zunächſt Anfang März
Berlin zu beſuchen beabſichtigt, um dort mit Hitler
und den übrigen Leitern der deutſchen Politik die Fragen des
Luftpaktes und „die übrigen hiermit zuſammenhängenden
Pro=
bleme” durchzuſprechen. In dieſem Zuſammenhang iſt
bekannt=
lich auch von einem Abſtecher Simons nach Moskau die Rede.
Was aber verſpricht ſich jedoch England von
einem eventuellen Beſuch ſeines
Außenmini=
ſters in der Hauptſtadt der Sowjetunion? Der
„Daily Herald verſichert, ein ſolcher Beſuch werde „ein
hiſto=
riſches Ereignis” darſtellen, denn dieſes werde der erſte Beſuch
Rußlands ſeitens eines britiſchen Kabinettsminiſters ſeit 1917,
d h. ſeit der Begründung der Sowjetherrſchaft, ſein. Die
Schaffung eines ſolchen „hiſtoriſchen Ereigniſſes”, ſo intereſſant
es an und für ſich auch wäre, dürfte aber gewiß noch nicht
genügende Urſache für eine ſo weite und beſchwerliche Reiſe
ſein. Wir glauben daher kaum fehl zu gehen, wenn wir
an=
nehmen, daß dieſe vor allem den Zweck verfolgen wird, jene
Schwierigkeiten, die Sowjetrußland zur Zeit
einer Verſtändigung der Weſtmächte bereitet, zu
überwinden. Die „Morning Poſt” hat ganz recht, wenn
ſie ſagt, daß „immer wenn in den letzten Jahren eine Einigung
zwiſchen England, Frankreich und Deutſchland in Ausſicht
ge=
ſtanden hat, es dem ſowjetruſſiſchen Außenkommiſſar gelungen
war, dieſe Einigung zu verhindern”. Als das Ergebnis der
Londoner Abmachungen bekannt wurde, zeigte ſich die
Sowjet=
union hierüber offen verſtimmt. Sie macht nun gute Miene zum
böſen Spiel und verſichert, daß ſie mit dem geplanten
Luft=
abkommen der Weſtmächte „vollkommen einverſtanden” ſei. Aber
Litwinow beſteht trotzdem auf ſeinem Schein auf dem Schein
des Oſtpaktes, und für den Fall, daß aus dieſem nichts werden
ſollte, droht er mit einer Militärallianz zwiſchen Sowjetrußland,
Frankreich und der Kleinen Entente. Eine ſolche Allianz würde
natürlich ſämtliche Möglichkeiten einer europäiſchen
Verſtän=
digung für viele Jahre zunichte machen. Das weiß England ſehr
wohl. Wenn es daher Moskau die Ehre des Beſuches ſeines
Außenminiſters erweiſt, ſo kann man ſicher ſein, daß es ſich im
Austauſch hiergegen ſehr weſentliche und greifbare Garantien
ſeitens der Sowjetmacht ſich jeglicher weiterer Störungsverſuche
zu enthalten, geben laſſen wird. Und an Preſſionsmitteln zu
dieſem Zweck iſt ja bei England, wie man weiß, kein Mangel
vorhanden.
Der engliſche Außenminiſter Simon
WPatls.
EP. Paris, 28. Februar.
Der engliſche Außenminiſter Sir John Simon iſt am
Don=
nerstag mittag im Flugzeug aus London hier eingetroffen. Er
wurde von dem hieſigen engliſchen Botſchafter begrüßt. Sir John
Simon begab ſich ſofort in die engliſche Botſchaft, wo er
wäh=
rend ſeines 24ſtündigen Aufenthalts Wohnung nimmt. Um 1 Uhr
fand in der Botſchaft ein Frühſtück ſtatt, an dem neben den
eng=
liſchen Perſönlichkeiten von franzöſiſcher Seite Außenminiſter
Laval teilnahm. Nach dem Frühſtück hatten die Außenminiſter
der beiden Länder eine längere intime Beſprechung über die
gegenwärtig im Vordergrund ſtehenden internationalen
Pro=
bleme. Darauf begab ſich der engliſche Außenminiſter in die
Salle Gaveau, wo er den ſeit langem angekündigten Vortrag
über das „Funktionieren des Parlaments in Großbritannien;
hielt. Miniſterpräſident Flandin präſidierte dieſer Veranſtaltung.
In den Abendſtunden fand im Cercle Interallié ein Empfang
ſtatt. — Am Freitag morgen 9 Uhr wird der engliſche
Außen=
miniſter im Flugzeug nach London zurückkehren.
Ueber den Inhalt der Unterredung zwiſchen Sir John Simon
und Laval wurde bisher keine Mitteilung veröffentlicht.
Das ruſſiſche Inkereſſe
an einem Beſuch Sir John Simons in Moskau.
EP. Paris, 28. Februar.
Der franzöſiſche Außenminiſter Laval empfing am
Donners=
tag den ruſſiſchen Botſchafter Potemkin, mir dem er ſich über
die gegenwärtigen diplomatiſchen Verhandlungen unterhielt. In
dieſer Unterredung dürfte auch die kommende Reiſe des
eng=
liſchen Außenminiſters Sir John Simon nach Berlin erwähnt
worden ſein. Wie man weiß, vertritt die engliſche Regierung
die Anſicht, daß Simon ſeine Beſuche in Warſchau, Moskau und
Prag bis auf weiteres verſchieben und in der nächſten Woche
nur nach Berlin fahren ſoll. In gewiſſen politiſchen Kreiſen
wird vermutet, daß der ruſſiſche Botſchafter im Auftrag ſeiner
Regierung beim Außenminiſter Laval noch einmal eine ſofortige
Reiſe des engliſchen Außenminiſters nach Moskau verlangt hat.
Laval hat nach dieſer Unterredung mit Potemkin im
An=
ſchluß an das Frühſtück in der engliſchen Botſchaft eine längere
Beſprechung mit Sir John Simon gehabt.
Der offiziöſe „Temps” ſetzt ſich heute erneut in einem
Leitartikel, für den europäiſchen „Rundflug” des engliſchen
Außenminiſters nach Berlin, Warſchau, Moskau und Prag ein.
* Innenpolikiſche Probleme Franke
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 27. Fel
Während in London die Lage in Europa von den zuſt
Stellen ausgeſprochen optimiſtiſch kommentiert wird, hört
Paris nicht auf, Befürchtungen über die deutſch=eng
Verhandlungen zu äußern. Man wirft Deutſchland
giebige Haltung vor, trotzdem die eigentlichen Verhandlun
beginnen ſollen. Die Befürchtungen beziehen ſich aber pielm
Englands Haltung als auf diejenige Deutſchlands.
Der Beſuch des öſterreichiſchen Kanzlers Schuſchni
innenpolitiſche Schwierigkeiten zur Folge gehabt. Wie erir
war die franzöſiſche Regierung zu allerlei peinlichen Maß
gezwungen, um ihren Gaſt vor den feindlichen Demonſtr.
der franzöſiſchen Linksparteien zu ſchützen. Die
Einzelhei=
nachträglich bekannt wurden, haben den Eindruck erweckt,
Regierung in der Praxis nicht die Macht beſitzt, die Ordr
garantieren. Eine Auseinanderſetzung innerhalb des Kal
war darüber unvermeidlich, und wenn man es auch verm
Gegenſätze zu verſchärfen, ein peinliches Gefühl iſt zurückge
Die Regierung iſt gezwungen, die Empfindlichkeiten
zialiſten bis zu einem gewiſſen Grade zu ſchonen. Jeder
griff von links löſt aber faſt automatiſch einen Uebergr
rechts aus. Auf die Dauer wird die Regierung ein Spiell
Parteien.
Auf dem flachen Lande, beſonders im Norden,
es jeden Tag zu Demonſtrationen der Arbeits
und der unzufriedenen Bauern, Demonſtratio
das Maß des Duldbaren überſchreiten. Das Anſehen der Be
wird dadurch untergraben. Es beſteht keine Hoffnung,
Lage ſich bald beſſern wird, denn die Munizipalwahlen
Mai ſtattfinden, bringen eine erhöhte Agitation mit
werden eine große Kraftprobe zwiſchen recht
links ſein. Es ſteht ſchon im voraus feſt, daß ihre politiſ
deutung größer ſein wird, als dies ſonſt der Fall zu ſein
Wohl in Anbetracht der Munizipalwahlen hat ſich in
reich die Propaganda für das Frauenwahl
verſtärkt. Die „Feminiſten” wünſchen, daß — als Anfang
Wahlrecht der Frauen wenigſtens für die Munizipalwah
währt werde. Damit wäre aber das Frauenwahlrecht
Senatswahlen verwirklicht. Die politiſche Bedeutung ihre
derungen iſt dadurch gegeben. Man nimmt in Frankreich e
das Frauenwahlrecht einen Ruck nach rechts bringen würd
mag wahrſcheinlich ſein, iſt aber keineswegs ſicher; man
dieſer Frage nur auf Vermutungen angewieſen. Was d
ſicher erſcheint, iſt das Widerſtreben des Parlaments. Die K
iſt zuletzt der Entſcheidung aus dem Weg gegangen und ſi
ihre Haltung kaum ändern.
Oſterreichs erzwungene Unabhängie
* Wie eigentlich der Donaupakt ausſehen ſoll, de
herrſchen noch ſehr unbeſtimmte und unklare Vorſtellungen
nur die wirtſchaftlichen, ſondern auch die politiſchen Ab
der einzelnen in Ausſicht genommenen Vertragsteiln
widerſprechen ſich und auch Oeſterreich ſelbſt hat noch
Wünſche, über die es freilich nach dem Beſuch des Bunde
lers und ſeines Außenminiſters in Paris und London
ſtill geworden iſt. Aber auch ohne das, wird es ſchwer
ſein, die vorderhand weit auseinandergehenden
Mein=
unter einen Hut zu bringen.
Einen geradezu typiſchen Beweis dafür ſtellt ein 2
der Agramer „Nopoſty” dar ein Blatt, das gelegentlic
Belgrad her offiziös beeinflußt wird. Wir finden darin
Reihe von Sätzen, die wert ſind, gerade für die jetzt beginn
Verhandlungen um einen Donaupakt ſeſtgehalten zu w.
Die Zeitung bezeichnet es mit Recht als ein bisher in de
ſchichte unbekanntes Paradoxon, daß man 17 Jahre nac
Errichtung eines unabhängigen Staates Oeſterreich darun
handeln müſſe, was dieſer Begriff unabhängig eigentlie
deutet. Frankreich verteidige die Unabhängigkeit eines
reichiſchen Volkes, das ſich in Wirklichkeit zum großdeu
Volke gehörig fühle, Italien verſtehe unter öſterreichiſcher
abhängigkeit, daß Oeſterreich in Wirklichkeit von ihm abh
ſei. Die Oeſterreicher ſelbſt ſähen darin wieder ein Mitte
Erneuerung der Habsburger Monarchie oder zum Anſchtr
Großdeutſchland. Die Unabhängigkeit eines Staates konne
wirklich nur garantieren, wenn das Volk dieſes Staate=
Unabhängigkeit wünſcht, während in dieſem beſonderen
die europäiſchen Regierungen alles unternehmen müßten, un
Unabhängigkeit gegen Oeſterreich ſelbſt zu verteidigen. —
licher läßt ſich eigentlich die politiſche Lage, die um Oeſtel
herum entſtanden iſt, kaum kennzeichnen. „Nopoſty” zieht de
die Folgerung, daß das Statut des öſterreichiſchen Staute
wie es in Saint Germain feſtgelegt ſei, auf eine ganze
internationaler Betrügereien begründet werde, und es iſt
reine Redaktionsarbeit, wenn in dem Artikel der Saß zu
ſteht: „daß unnatürliche Pakte die Gefahr von Revolut
und Umſturzbewegungen verurſachen, daß aber die Gefall
Revolution und des Umſturzes zu neuen unnatürlichen
trägen führt”.
Franzöſiſch=ſpaniſche Marokko=Ausſpräche.
EP. Madrid, 28. Febri”
Miniſterpräſident Lerroux hatte eine Unterredung m"
franzöſiſchen Botſchafter Herbette, die ſich, wie der Min
präſident mitteilte, auf gewiſſe zwiſchen Frankreich und Sr"
ſchwebende Marokko=Fragen bezog. In gut unterrichteien. ”
ſen wird erklärt, Lerroux und Herbette hätten die Il
bevorſtehenden Ablauf des Tanger=Statuts zuſäl
hängenden Probleme ſowie die Grenzziehung zwilc..
franzöſiſchen und der ſpaniſchen Marokko=Zone eroi..
Chineſiſcher Wirtſchaftsbeauftragter verhänder!
in Tokio.
Am Mittwoch vormittag traf in Tolio eine chineſiſche. *
ſchaftsdelegation unter Führung von Tſchen Po=fan.."
politiſche Beauftragte der Nanking=Regierung, Wang Sll
hui, der ſich ſeit mehreren Tagen in einer vielbeachteten 9.
hier befand, hat einige Stunden nach dem Eintreffen De."
ſiſchen Wirtſchaftsdelegation nach einer Unterredung Mit. S
Po=fan die japaniſche Hauptſtadt verlaſſen=
3.9
ſtag, 1. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 60 — Seite 5
us der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 1. März 1935
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
mannt wurden am 15. Februar 1935 zu Bürgermeiſtern:
Mink 13. in Reichenbach. Kreis Bensheim: Georg
ſt 2. in Gundernhauſen, Kreis Dieburg; Auguſt
Schnei=
n Oſtheim, Kreis Friedberg; Heinrich Lippert 3. in
es. Kreis Lauterbach; Johann Schweikard 7. in
Friedrich Strub in Nierſtein, Kreis Oppenheim; Jo=
Götter in Schwabsburg, Kreis Oppenheim; zu
Bei=
zten: Ernſt Ludwig Schäfer in Langd, Kreis Gießen;
Scherner in Dalsheim, Kreis Worms; Emil Ludwig
fer in Ibersheim. Kreis Worms; Jakob Immel in
eim, Kreis Worms.
*
Sprechſtunden des Herrn Staatsminiſters ſowie die der
rialabteilung II für Bildungsweſen, Kultus, Kunſt und
im fallen am Samstag, den 2. März 1935, aus.
*
rechſtunden bei der ſtädkiſchen Verwalkung.
s Anlaß der Uebertragung der feierlichen Uebergabe des
ides fallen am Freitag, dem 1. März 1935, bei ſämtlichen
en Dienſtſtellen die Sprechſtunden aus. Die Kaſſenſchalter
dtkaſſe werden von 10 Uhr ab geſchloſſen, die Auszahlung
erſtützungen findet jedoch im Kaſſenraum. Grafenſtraße 30.
idert ſtatt.
Generaldirektion des Heſſiſchen Landestheaters wird die
derungsfeier in Saarbrücken heute von 9.30 Uhr
vormit=
durch ihre Lautſprecheranlage ins Freie nach der Weſtſeite
idestheaters (Herrngarten=Eingang) für Paſſanten
über=
laſſen.
Darmſtädter Funkhändler werden gebeten, dieſe Feier
en Geſchäftsräumen aus ebenfalls ins Freie zu über=
Fdienſt anläßlich der Rückgliederung der Saar.
Anordnung des Herrn Reichsbiſchofs wird in allen
enſten am nächſten Sonntag (3. März) der
zurück=
nen Volksgenoſſen an der Saar mit Dank gegen
Gott=
werden. Die evangeliſchen Pfarrer laden ihre
Gemein=
dieſen Gottesdienſten beſonders ein,
gen
n fol.
ſtelue 1s
tiſchen
rraget
Ferienfahri der deutſchen Jugend!
Nationalſozialismus, die vom Führer verkündete
Welt=
ng, iſt einer verklingenden Epoche, deren letzte
Auswir=
in ihrer Volksfremdheit eine geſunde Entwicklung
zu=
achten, bahnbrechend entgegengetreten. Es iſt daher kein
ſaß ſich die aufnahmebereite, unvoreingenommene Jugend
ien Gedanken zu eigen gemacht hat.
heranwachſende Generation, die das politiſche Geſchehen
hr in Form von Reichstagsberichten in ſich verarbeitet,
e Idee des Nationalſozialismus hineingewachſen. Sie iſt
ger des volksnahen Staatsgedankens unſeres wieder
lligen und lebensfähigen Volkes. Ihre Aufgabe iſt es,
t von den politiſchen Irrungen vergangener
Schreckens=
nationalſozialiſtiſche Gedankengut mit ſeinem unver=
Inhalt vorwärts zu treiben und in die Tat umzuſetzen.
er gilt auch die ganze Aufbauarbeit der
nationalſoziali=
ſartei in erſter Linie der deutſchen Jugend.
Buben und Mädel, die in früheren Jahren in lichtloſen
höfen aufgewachſen ſind, werden nun für einige Zeit aus
erkermauern befreit. Hinaus geht es aufs Land, in die
ene Weite der Felder und Wälder, um die Kinder ſchon
ng ihrer Entwicklung im bodenſtändigen Volkstum zu
In. Dort in den Dörfern genießen ſie Luft und Sonne
ſchränkung. Bei ihrer Heimkehr hören wir in überſpru=
Erzählungen von dem Glück ſonniger Ferientage und der
enen Freude, welche die Einrichtung der
Kinderlandver=
ſpenden konnte.
aht auch in dieſem Jahre wieder die Zeit heran, während
Züge voll glückſtrahlender Buben und Mädel aus
Groß=
hofshallen dem Ferienaufenthalt mit ſeinen lang
erſehn=
den entgegenrollen.
en wenigen Wochen des täglichen Zuſammenlebens mit
bevölkerung lernt die Jugend den Wert der Arbeit des
oſſen hinter dem Pflug erkennen und würdigen.
ndſchaften werden in dieſer Zeit von beiden Seiten ge=
Begeiſterte Berichte flattern den erfreuten Eltern zu
f den Tiſch. Jedes Jahr werden die Anfragen nach einem
erienaufenthalt häufiger und dringlicher, und die Helfer
ſehen in der begeiſterten Aufnahme der
Kinderland=
ig ihren ſchönſten Erfolg und Dank für ihre Tätigkeit.
einen 80. Geburtstag begeht heute in geiſtiger und kör=
Friſche das Ehrenmitglied des Zitherklubs Darmſtadt=
Herr Buchbindermeiſter Carl Schnabel
Nieder=
er Straße 16. Herr Schnabel iſt heute noch in ſeinem
ter in ſeinem Beruf tätig.
ärztlichen Sprechſtunden der Fürſorge= und Beratungs=
Nerven= und Gemütskranke — ſonſt jeden Montag von
Uhr auf Zimmer 41 des Städtiſchen Wohlfahrts= und
nts Darmſtadt, Steubenplatz 13 — fallen am Montag,
Närz 1935, aus.
tubſtummengottesdienſt. Sonntag, 3. März. nachmittags
wird im Gemeindehaus, Kiesſtraße 1
mengottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahles
Wegen Fahrtausweis wende man ſich an Pfarrer Heß.
ße 6.
Heſſiſches Landeskheaker Darmſtadk.
GROSSES HAUS
Anfang 20.00 Uhr. Ende 22.00 Uhr.
„Der Tod des Johannes A Pro”.
Miete D 16:
Anfang 19.30, Ende gegen 22.30 Uhr. Außer Miete.
„Der Zigeunerbaron”.
Anfang 19.30, Ende nach 22.15 Uhr. Miete B17:
„Der Graf von Luxemburg”
KLEINES HAUS
Greit
Anfang 19.30 Uhr, Ende 21.30 Uhr.
kärz Deutſche Bühne, Jugendring / (Geſchl. Vorſtellung).
„Iphigenie auf Tauris”
Anfang 19.30 Uhr Ende 21.45 Uhr. Außer Miete.
Cärz „Wenn der Hahn kräht”.
Anfang 19.30, Ende nach 22.30 Uhr. Außer Miete:
lärz „Sehr peinlich”,
Die Heimfehr der Saar.
Marſchſäule 7: In der Adolf=Spieß=Str. Ecke Stiftsſtr.
Marſchſäule 8: In der Teichhausſtr., Ecke Lindenhofſtr.
Aufruf!
7. Der Aufmarſch auf den Mercksplatz erfolgt auf Signal unter
Die Saar iſt deutſch!
Am 1. März 10 Uhr 15 Minuten wird in Saarbrücken nach
einer Anſprache des Reichsinnenminiſters Dr. Frick die deutſche
Flagge gehißt.
Auf die Anordnung des Reichsinnenminiſters: „Hißt Flagge‟
werden in der Stadt und dem Kreiſe Darmſtadt die Flaggen
ge=
hißt. Im ſelben Augenblick tritt eine Verkehrsſtille von 1 Minute
ein.
Heil Hitler!
Wamboldt,
Kreisleiter und Oberbürgermeiſter.
Flaggenhiſſen auf Rundfunkkommando!
Das Staatspreſſeamt teilt mit:
Laut Anordnung der Reichsregierung iſt die für den
1. März vorgeſehene Beflaggung der Gebäude des Reiches, der
Länder, der Gemeinden, der Körperſchaften des öffentlichen Rechts
und der öffentlichen Schulen erſt dann vorzunehmen, ſobald aus
Saarbrücken durch Rundfunk das Kommando „Hißt Flaggen”
ergeht.
Juur Kaugieeberängsieiee in Bariftadt
Die Kundgebung aus Anlaß der Saarrückgliederung findet
am 1. März 1935 in der Zeit von 20 Uhr bis 21 Uhr 30 Minuten
auf dem Mercksplatz in Darmſtadt ſtatt.
Die Aufſtellung der Gliederungen und Vereine auf dem
Mercksplatz erfolgt nach Anleitung der Aufmarſchleitung und muß
um 19 Uhr 45 Minuten beendet ſein.
Abwicklungsfolge:
„ Chor der Darmſtädter Sängerſchaft:
2. Rundfunkübertragung der Anſprache des Stellvertreters
des Führers, Rudolf Heß, und des Reichsminiſters
Dr. Goebbels;
3. Saarlied, erſte und letzte Strophe;
4. Anſprache des Kreisleiters:
5. Deutſchland=Lied, Horſt=Weſſel=Lied;
6. Chor der Darmſtädter Sängerſchaft;
7. Großer Zapfenſtreich: Spielmannszug und Muſikzug der
Heſſ. Landespolizei.
Anſchließend Fackelzug (Näheres ſiehe Bekanntgabe der
Auf=
marſchleitung),
Für die Fackeln haben die Gliederungen, Vereine uſw. zu
ſorgen. Spielmannszüge ſind mitzubringen.
Um den Arbeitern und Angeſtellten die Teilnahme zu
ermög=
lichen, werden alle Geſchäfte gebeten, um 18 Uhr die Betriebe und
Läden zu ſchließen. Die Bevölkerung wird gebeten, ihren Bedarf
vor 18 Uhr zu decken.
Wamboldt, Kreisleiter.
Anordnung
zum Aufmarſch und zur Kundgebung
in Darmſtadt anläßlich der Rückkehr des Saarlandes.
1. Am 1. März findet in Darmſtadt ein Aufmarſch ſämtlicher
Formationen zu Ehren der Uebergabe des Saarlandes an die
deutſche Heimat ſtatt. Die Anſprachen des Stellvertreters des
Führers, Pg. Rudolf Heß. und des Propagandaminiſters Pg.
Dr. Goebbels werden auf dem Mercksplatz übertragen.
2. Als Aufmarſchführer beſtimme ich den Führer der Standarte
115. Standartenführer Unger, den ich gleichzeitig wegen
mei=
ner Erkrankung mit meiner Vertretung beauftrage.
3. Der Aufmarſch findet auf dem Mercksplatz ſtatt.
4. Die einzelnen Formationen ſammeln ſich wie folgt:
Marſchſäule 1: Politiſche Leiter. Marine=SA.,
Gliederun=
gen der Landesfliegergruppe. — Sammelpunkt: Ludwigſtr.
Marſchſäule 2: SA.=Standarte 115, Sturmbann 1/R.115
ſo=
wie die der SA.=Brigade 50 direkt unterſtellten Einheiten.
Sammelpunkt: Infanteriekaſerne Alexanderſtr. für
Stan=
darte 115, für die übrigen Einheiten Beckſtraße, rechter
Flügel Darmſtraße.
Marſchſaule 3: NSKK. — Sammelpunkt: Marktplatz.
Marſchſäule 4: Arbeitsdienſt und die Deutſche
Arbeits=
front. — Sammelpunkt: Darmſtraße, rechter Flügel
Stifts=
ſtraße.
Marſchſäule 5: Hitler=Jugend, Bund Deutſcher Mädels
und Jungvolk. — Sammelpunkt: Paradeplatz. (BDM. und
Jungvolk marſchieren nach der Kundgebung nach dem
Paradeplatz und nehmen dort Aufſtellung. Dieſe
Formatio=
nen nehmen alſo an dem Fackelzug nicht teil.
Marſchſäule 6: SAR 2. — Sammelpunkt: Stiftsſtraße,
rechter Flügel Darmſtraße.
Marſchſäule 7: NSDFB. und Reichsbund Deutſcher
Be=
amten. — Sammelpunkt: Adolf=Spieß=Str., rechter Flügel
Stiftsſtraße.
Marſchſäule 8: Kyffhäuſerbund. — Sammelpunkt:
Teich=
hausſtraße, rechter Flügel Lindenhofſtraße.
5. Anmarſchwege:
Marſchſäule 1: Ludwigsſtraße, Marktplatz, Schillerplatz,
Landgraf=Georg=Str.
Marſchſäule 2: 4. Standarte 115. Alepanderſtraße.
Die=
burgerſtraße, Stiftsſtraße.
B. Die übrigen SA.=Formationen: Beckſtraße, Landgraf=
Georg=Straße.
Marſchſäule 3: Marktplatz, Schloßgraben. Alexanderſtr.,
Mühlſtr.
Marſchſäule 4: Für Arbeitsdienſt: Sandſtraße,
Hölges=
ſtraße, Nieder=Ramſtädterſtraße, Roßdörferſtraße.
Wiener=
ſtraße Darmſtraße.
Die Deutſche Arbeitsfront tritt in der Darmſtraße an
Marſchſäule 5: Paradeplatz, Ernſt=Ludwigſtr., Schulſtr.,
Kapellplatz. Mühlſtraße.
6. Die Formationen marſchieren von ihren Antrete= bzw.
Sam=
melplätzen ſo rechtzeitig ab, daß ſie um 19 Uhr mit der Spißze
wie folgt ſtehen:
Marſchſäule 1: In der Landgraf=Georg=Str., Ecke
Mühl=
ſtraße.
Marſchſäule 2: In der Stiftsſtr.. Ecke Landgraf=Georg=
Straße
Marſchſäule 3: In der Mühlſtraße, Ecke Landgraf=Georg=
Straße.
Marſchſäule 4: In der Darmſtr., Ecke Stiftsſtr.
Marſchſäule 5: In der Mühlſtr.. Ecke Riedlingerſtr.
Marſchſäule 6: In der Stiftsſtraße, Ecke Darmſtraße.
Führung bereitgeſtellter SA.=Führer.
8. Nach erfolgtem Aufmarſch ſofortige Stärkemeldung an den
Führer des Aufmarſchſtabes Standartenführer Unger.
9. Der Führer der Landespolizei wird gebeten, dem Kreisleiter
Pg. Wamboldt direkt zu melden.
10. Nach der Anſprache und den Uebertragungen findet ein
Fackel=
zug durch folgende Straßen ſtatt:
Mühlſtraße. Dieburgerſtraße Heinheimerſtraße,
Kranich=
ſteinerſtraße, Schlageterſtraße. Heinheimerſtraße.
Lieb=
frauenſtraße. Mollerſtraße, Schloßgartenplatz.
Schloßgarten=
ſtraße, Magdalenenſtraße, Alexanderſtraße.
Die Fackeln der einzelnen Blocks werden erſt nach Anſprache
und Uebertragungen angezündet.
11. Vorbeimarſch am Landesmuſeum:
Die Abnahme des Vorbeimarſches erfolgt durch die höchſten
anweſenden Führer der betreffenden Formationen,
12. Für den Vorbeimarſch ſchwenken aus:
SZ. und MZ. der Landespolizei für Marſchſäule 1
Z. und MZ. der Standarte 115 für Marſkſäule 2,
S3 und MZ. des N.S.K.K. für Marſchſäule 3.
S3. und MZ. des Arbeitsdienſtes ſchwenken aus und ſpielen
für den Vorbeimarſch ſämtlicher noch nachfolgenden
Forma=
tionen.
Die S3. und MZ. der S.A.R. 2. des N.S.D.F.B. und des
Kyffhäuſerbundes ſtellen in Höhe Perkeo. Alexanderſtraße, das
Spiel ein und ſchwenken nicht aus.
13. Abmarſch durch: Zeughausſtr., Luiſenſtr., Rheinſtr, nach dem
Marktplatz. Dortſelbſt Abwerfen der Fackeln. Weitermarſch
durch die Ernſt=Ludwigſtraße, nach dem Marienplatz.
Dort=
ſelbſt Auflöſung.
Es iſt unter allen Umſtänden darauf zu achten, daß durch
das Abwerfen der Fackeln am Marktplatz keine Stockungen
entſtehen.
14. Die Mitglieder des Saarvereins werden gebeten, ſich um
19,15 Uhr auf dem Mercksplatz, Ecke Landgraf=Georg=Str. und
Mühlſtr. bei dem dort bereitſtehenden SA.=Führer zu melden.
15. Der Standort des Führers des Aufmarſchſtabes befindet ſich
vor der Treppe des Hallenſchwimmbades.
Für die Formationen der SA. ergeht noch geſonderter
Befehl.
16. Anmarſch und Aufmarſch, ſowie Fackelzug und Vorbeimarſch
erfolgen in 12er Reihe.
Der Führer der Brigade 50 (Starkenburg) m. d. F. b.
(gez.): Frhr. v. Lindenfels, Oberführer.
Sämtliche Kyffhäuſer= und Militärvereine beteiligen ſich am
3. 35 an der Saar=Rückgliederungsfeier. Antreten pünktlich
19.30 Uhr auf dem Woogsdamm. längs der Beckſtraße.
gez.: Der Unterverbandsführer SAR. II Darmſtadt.
— Die Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener, Ortsgruppe
Darmſtadt, tritt, ſoweit die Mitglieder nicht bei der SA., SS.,
NSDFB. (Stahlh.) oder Arbeitsfront mitmarſchieren, mit Fahne
um 19.30 Uhr auf dem Meßplatz an. Aufſtellung bei den
Wehr=
verbänden des Kyffhäuſerbundes.
— Kam. Vereinigung ehem Heſſ. Garde=Drag, 23,
Haupt=
gruppe Darmſtadt. Zur Saarrückkehrfeier treten die Mitglieder
beim Sturm um 19.20 Uhr auf dem Kapellplatz vor dem Kaplan
an. Von da Abmarſch zum Mercksplatz 19,30 Uhr. — Samstag,
den 2. März: Monatsverſammlung mit den Frauen. Alles iſt da.
— Turngemeinde Beſſungen 65. Wir bitten unſere
Mitglie=
der, ſich zahlreich an der Kundgebung anläßlich der
Saar=
befreiung heute abend auf dem Mercksplatz zu beteiligen.
Die für heute abend angeſetzten Uebungsſtunden fallen aus. —
Der regelmäßige Uebungsbetrieb beginnt erſt wieder am
Mitt=
woch, dem 6. mit der Schülerinnenturnſtunde. Wir bitten die
Abteilungsleiter um Benachrichtigung der Abteilungen.
Polizeiſtunde heuke aufgehoben.
Stpa. Aus Anlaß der Wiedervereinigung des Saargebietes
mit dem Reich iſt die Polizeiſtunde in der Nacht vom 1. zum 2.
März d. J. in allen deutſchen Gemeinden auf Anordnung des
Reichsinnenminiſters aufgehoben.
R.
Neues Erholungsgeim des Kyffhauſerbundes.
Die im Kyffhäuſerbund eingeſchloſſene Deutſche Krieger=
Wohl=
fahrtsgemeinſchaft hat als Erholungsheim für die Mitglieder des
Bundes und deren Angehörige das in ſchöner Umgebung und
ge=
ſunder Höhenlage (640 Meter über dem Meeresſpiegel) gelegene
ehemalige Sanatorium Schierke im Harz erworben. Die
Er=
öffnung des für etwa 120 erholungsbedürftige Kameraden
be=
ſtimmten „Kyffhäuſerheim Schierke” wird am 12. April d. J.
er=
folgen.
Was die Lichtſpiel=Theaker bringen.
— Das Union=Theater zeigt bereits die 2. Woche verlängert
Emil Jannings in dem großen hiſtoriſchen Filmwerk „Der alte
und der junge König” mit Werner Hinz, Leopoldine
Kon=
ſtantin, Claus Claußen, Marie=Luiſe Claudius. Jugendliche
haben Zutritt.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen den intereſſanten und
ſehens=
werten Film „Das Privatleben des Don Juan”, ein
Stimmungsbild aus dem alten romantiſchen Spanien mit
Dou=
glas Fairbanks in der Hauptrolle
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen das ſpannungsreiche Drama
„Der Polizeibericht meldet” mit Olga Tſchechowa.
Jo=
hannes Riemann, Käthe Haack, Friedrich Kayßler und Paul Otto.
Reſi=Theater zeigt noch heute und morgen das reizende
Luſtſpiel „Heute abend bei mir” mit Jenny Jugo Paul
Hörbiger, Theo Lingen. Jugend zugelaſſen.
Belida zeigt am 1. März Lucie Engliſch in dem reizenden
Luſtſpiel „Wenn ein Mädel Hochzeit macht” oder „Die
hölzerne Mitgift”. Was iſt denn das? Wir verraten es Ihnen.
Es ſpielen mit: Kurt Veſpermann, Rotraud Richter, Fritz
Ode=
mar. — Heute Jugendvorſtellung: Harold Lloyd=Film,
2 Uhr.
Mietgutſchein=Ausgabe (Sondergebäudeſteuer). Mit
Rück=
ſicht auf die Saarbefreiungsfeier findet die für heute vorgeſehene
Mietgutſcheinausgabe erſt morgen Samstag von 8.30 bis
12.30 Uhr im Wohlfahrts= und Jugendamt, Steubenplatz 13 (
Ein=
gang 2) ſtatt.
Zum Verrechnungs= und Zahlungsabkommen. Die
Reichs=
bankſtelle Darmſtadt teilt mit: Die mit der Durchführung der
mit ausländiſchen Staaten und Zentralbanken, abgeſchloſſenen
Verrechnungs= und Zahlungsabkommen verbundenen Unkoſten
machen es erforderlich, daß mit Wirkung vom 1. März ds. Js.
eine Gebühr auf die im Wege dieſer Abkommen bewirkten
Zah=
lungen erhoben wird. Dieſe Gebühr beträgt 10/,
minde=
ſtens 0.30 RM. Sie wird von den Reichsbankanſtalten erhoben.
Bei Ueberweiſungen durch die Poſt iſt die Gebühr beſonders zu.
berückſichtigen.
Seite 6 — Nr. 60
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 1. März
Aus der NSDAP.
Reichsleitung.
Der Reichsſchatzmeiſter.
Bekanntmachung! Anläßlich der Rückkehr der Saar
zum Reich ſind am Freitag, den 1. März 1935, ſämtliche
Dienſt=
ſtellen der Reichsleitung der NSDAP. geſchloſſen.
Der Kreisleiter.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Beſſungen.
Am Freitag den 1. März 1935. findet die Pfundſammlung
des Lebensmittelopferringes ſtatt.
Die Spender bitten wir, die Lebensmittel, in Sacktüten
ver=
packt, mit Aufſchrift verſehen, zur Abholung bereitzuhalten.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schloßgarten.
Am Freitag, den 1., Samstag, den 2., und Montag, den
4. März 1935. findet die Pfundſammlung des
Lebensmittelopfer=
ringes ſtatt.
Die Spenden bitten wir. in Sacktüten verpackt und mit
Auf=
ſchrift verſehen, zur Abholung bereitzuhalten.
Hilfskaſſe.
Die Sprechſtunden der Hilfskaſſe finden ſtatt: vom 1. bis 15.
eines jeden Monats, und zwar am Montag, Dienstag.
Donnerstag und Freitag, in der Zeit von 6.30 bis 7.50
Uhr abends; vom 16. bis Ende eines jeden Monats am
Mon=
tag und Donnerstag von 6.30 bis 7.30 Uhr abends,
Deutſches Jungvolk in der HJ. — Jungbann 115.
Zur Teilnahme am Fackelzug tritt der geſamte Jungbann
1/115 am Freitag, den 1. März 1935, abends 19 Uhr, am
Parade=
platze an. Unentſchuldigtes Fehlen wird beſtraft.
Schädlingsbekämpfungs=Woche.
Am Mittwochabend wurde als erſte Veranſtaltung der
Schäd=
lingsbekämpfungswoche ein Schulungsabend im Chauſſeehaus,
Heidelberger Straße 89, für die Siedler des Kleinſiedlervereins
„Eigenſcholle‟, Darmſtadt, abgehalten. Ein aufſchlußreicher
Licht=
bildervortrag über „Kampf den Schädlingen unſerer
Ernährungs=
mittel” fand bei dem überaus zahlreich erſchienenen Publikum
regſtes Intereſſe. Die Schädlinge unſerer Feld= und Gartenfrüchte
und ihr vernichtendes Treiben wurde in anſchaulichen Bildern
ge=
zeigt und es wurde immer wieder auf die wirkungsvolle
Bekämp=
fung durch Reinlichkeit und chemiſche Mittel hingewieſen.
Der Vortrag gab zu einer ausgiebigen Ausſprache Anregung.
bei der beſonders von ſeiten der Fachleute Klage darüber geführt
wurde daß die chemiſchen Bekämpfungsmittel heute noch viel zu
teuer ſeien. Für den Siedlerverein wurde die Anſchaffung einer
größeren Baumſpritze beſchloſſen. Die Ausſprache brachte noch
einige bewährte und billige Bekämpfungsmittel aus der Praxis
zutage, die jedem Beſucher dieſes intereſſanten Abends nützliche
Lehren mit auf den Weg gaben. Die
Schädlingsbekämpfungs=
woche hat mit dieſer Veranſtaltung einen erfolgreichen Auftakt
genommen und die Beſtätigung erbracht, daß es außerordentlich
wichtig iſt, mit allergrößtem Nachdruck immer wieder auf die
Feinde unſerer Ernährungsmittel hinzuweiſen.
Der Polizeiberichk meldel:
Tödlicher Verkehrsunfall. Am Mittwoch, 27. Februar, wurde
bei Erzhauſen der Arbeiter der Firma Gebr. Kemmler, Frankfurt
a. M., Karl Koban, aus Mörfelden, von einem
Perſonenkraft=
wagen angefahren und ſchwer verletzt. Der Verletzte, der in das
Stadt. Krankenhaus Frankfurt a. M. eingeliefert worden war,
iſt inzwiſchen geſtorben.,
Wer kann Angaben machen? In der Nacht zum 24 Februar
wurde in dem Gartenſaal des hieſigen Saalbaues, anläßlich eines
Maskenballes, ein dunkelgrauer Wintermantel mit Schlitz und
geraden Taſchen geſtohlen. Der Mantel hing an einem
Garde=
robeſtänder. Wer hat Wahrnehmungen gemacht? Sachdienliche
Mitteilungen an die Polizeidirektion, Zimmer 2, erbeten.
Die deutſcheArbeitsfront
Mache hiermit ſämtliche Kraftdroſchken= und
Mietwagen=
beſitzer der Provinz Starkenburg darauf aufmerkſam, daß ſie ſich
unverzüglich bei der Reichsfachſchaft (Kraftdroſchken= und
Miet=
wagen) anzumelden haben. Letzter Termin iſt der 10. März 1935.
Die Beiträge ſind rückwirkend vom 1. September 1934 zu
entrichten. Wer dieſen Termin verſäumt, kann bei der
Konzeſſio=
nierung am 1. April 1935 keine Berückſichtigung finden.
Der Eintritt beträgt 2 RM. und für den 1. Wagen 0,50 RM.,
für jeden weiteren Wagen 0,20 RM. pro Monat.
Ortsgruppenwalter — Achtung!
Die Ortsgruppenwalter der Ortsgruppen im S
bereich Darmſtadt melden ſofort Walter und Warte zur
lung für das Winterhilfswerk am Sonntag, den 3. März
Kreisſchule 10 der DAF.
Der Kurſus am 1. März fällt wegen der Saarfeie
Er wird verlegt auf Mittwoch, den 13. März. Beginn
üblichen Zeiten. — Der nächſte Kurſus findet ſtundenple
am Freitag, den 8. März, ſtatt.
Die Beiträge ſind an den Ortsfachſchaftsleiter in Darmſtadt,
Grafenſtraße 6, auf dem Geſchäftszimmer zu entrichten.
Pg. Selzer, Ortsfachſchaftsleiter.
An alle Orksgruppenwalter!
Die Stimmungsberichte der Ortsgruppen haben bis Freitag,
den 1. März. im Laufe des Vormittags auf der Kreiswaltung
einzutreffen. Desgleichen haben die Monatsberichte der
Preſſe=
walter zu dieſem Termin vorzuliegen!
Ortsgruppe Rheintor.
Das ſeither in der Mackenſenſtraße 3 befindliche Büro der
Ortsgruppe iſt ab 1. März ds. Js. nach der Eliſabethenſtraße 54
(Seitenbau) verlegt. Sprechſtunden des Ortsgruppenwalters nur
Montags und Freitags von 18
—20 Uhr. Die Geſchäftsſtunden
ſind für die Abteilung „Kaſſe”: Montag, Mittwoch und Freitag
von 18 bis 20 Uhr; für die Abteilung „Kraft durch Freude‟:
Montag. Mittwoch und Freitag von 17 bis 20 Uhr.
Wir bitten unbedingt, ſich an die Sprechzeiten zu halten.
* Vorleſungsreihe
„Rakionalpolikiſche Erziehung”.
Profeſſor LacroirHeidelberg ſpricht.
Sechſter und letzter Vortrag.
Auch die letzte Vorleſung, die Prof. Lacroix im Saalbau
geſtern abend vor den Hörern der Heſſiſchen Verwaltungsakademie
hielt, fand bei der Zuhörerſchaft lebhaftes Intereſſe. Der
Vor=
tragende behandelte einleitend noch einmal die Gegenſätze
zwi=
ſchen der mechaniſtiſchen Methode und der Ganzheitsauffaſſung,
und erklärte, daß durch ſolche Verwirrungen, die ſich aus dem
Vordringen der mechaniſtiſchen Methode ergeben hätten, die
Völker eben einmal hindurch müßten, und führte als Beiſpiel
hierfür eine bezeichnende Anekdote aus der Vergangenheit des
chineſiſchen Volkes an. Der Vortragende prägte zur
Kennzeich=
nung der mechaniſtiſchen Methode den Satz, daß bei ihrer
Durch=
führung die Maſchinen nicht Hilfsmittel oder Knechte der
Men=
ſchen würden, ſondern daß im Gegenteil wir, die Menſchen.
zu Knechten des Maſchinenweſens werden. So ſind
B. aus den Straßen der amerikaniſchen Wolkenkratzer=Städte
kilometerlange Bergwerksſchächte geworden. Aus dieſer Sackgaſſe
des Mechanismus hat uns Adolf Hitler herausgeführt, um einen
ganz neuen Aufbau zu beginnen, im Zeichen der
Ganzheits=
auffaſſung.
Im Verfolg ſeiner bewährten Methode, die Vorleſung mit
einleuchtenden Beiſpielen zu durchflechten, unterſuchte Profeſſor
Lacroix Vorgänge und Begriffe aus dem Tier= und
Pflanzen=
leben, um die Differenzierungen zwiſchen Organiſchem und
Anorga=
niſchem zu klären und zu zeigen, wie aus einer von vornherein
planmäßig vorgeſehenen Ganzheit ein lebendiger Teil wird. Hier
Zugehörigkeit von NSKOV.=Mitgliedern zur DAF.
Mitglieder der NSKOV., die ſich im Beſitz eines or
mäßigen Ausweiſes befinden, zahlen bis einſchließlich B
ſtufe 17 den ihrem Einkommen entſprechenden nächſtnie
Beitrag. Dieſe Vergünſtigung gilt jedoch nur für Mit
die keine Kinder bis zu 18 Jahren haben. Hieraus ge
hervor, daß bei der Mitgliederwerbung für die DAF.
Mitglieder der NSKOV. berückſichtigt und als Mitglie
DAF. erfaßt werden können.
6 0
H.. Gemeinſchaft „Kraft durch sreude".
Ortsgruppe Schloßgarten.
Im Rahmen der NS. Gemeinſchaft „Kraft durch
veranſtaltet die Ortsgruppe Schloßgarten der DAF. am
tag, den 2. März 1935, abends 8.11 Uhr einen „Bunten
der Zeit entſprechend aufgezogen, unter Mitwirkung erſter
ler. Der Eintrittspreis betragt mit Tanz 50 Pfg. Den B
winken einige frohe Stunden. Karten ſind bei den Block
und auf der Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe erhältlich.
findet eine Ausgliederung ſtatt im Gegenſatz zu der me
ſchen Auffaſſung, bei der immer nur eine Angliederung
geht, oder beſſer geſagt eine Anhäufung.
Nach dieſen Definitionen, die ebenſo klar wie an
waren und feingliederige Einzelheiten aus dem umfaſſen!
biet biologiſchen Denkens und biologiſcher Feſtſtellungen b
kam der Vortragende noch einmal auf die wichtige Tat
ſprechen, daß alle Erfahrungen grenzenlos ſind, und da
die Wiſſenſchaft immer nur vorläufige Feſtſtellungen
kann. So mußte die mechaniſtiſche Grundauffaſſung ihr
ſpruch auf allgemeine Gültigkeit aufgeben, und genau
ſ=
es dann mit der Ganzheitsauffaſſung geſchehen, wenn die
noch auf eine andere Weiſe erfahrbar wäre, indem wir
uns auf unſer eigentliches geiſtiges Weſen b
Hierüber zu ſprechen, iſt, ſo führte Profeſſor Lacroix a
den Mitteln der Sprache beſonders ſchwer, da nun einn
Sprache ihrem Werden und ihren Ausdrucksformen n
Aeußeres gebunden iſt, ſo daß ein Sprechen über dieſe ſ
Empfindungen über das „Ich ,über dieſes geiſtige Selbſt
lich nur ein Geſtammel werden kann. Wir erleben u
als eine von vornherein vorgeſehene „Ganzheit”, über di
wißheit gibt es keinen Zweifel. Daher rührt die Auffaſſu
unſer Selbſt niemals ganz, auch nicht durch den Tod verſch
kann. Was hier nicht ausgeſprochen werden kann, muß
den werden.
Schließlich definierte der Vortragende den Begriff",
heitsauffaſſung”
ſo: Ganzheitsauffaſſung iſt keine
dung mehr, ſondern die Wirklichkeit ſelbſt, in dem, was wi
nicht in dem, was wir denken, ſondern darin, daß wir
Daher iſt dieſe Auffaſſung keinem Irrtum unterworfen
wird ſie bleiben, wenn ſie auf einmal, wie geſchehen, d.
mechaniſtiſche Auffaſſung überwuchert wurde und ſo eine 7
in Vergeſſenheit geriet. Die nationalſozialiſtiſche
Beweg=
das Zurückſtrömen, das Heimfinden in dieſe Ganzheitsauf
die einzig und allein dem Weſen des Menſchen zugehörig
ith
Miſſor
ig
che
R
Wenenſoafllige Tagung des Inſtituks für Gerbereichemie der Techntſchen Hochſchule.
** Geſtern wurde im großen Hörſaal der Abteilung für
Chemie der Techniſchen Hochſchule eine Gerbereichemikerverſamm=
lung abgehalten, zu der ſich Mitglieder der Vereinigung
Akade=
miſcher Gerbereichemiker Darmſtadt (VAGDa.), auch Männer der
Praxis. Gäſte von außerhalb, zahlreich eingefunden hatten. Es
wurde eine Anzahl gerade für die Fachmänner ſehr intereſſanter
Vorträge gehalten, die u. a. folgende Gebiete behandelten: die
Eiweißſchemie, das Aeſcherproblem, die Mineralgerbung, chemiſche
Analyſe, die pflanzlichen Gerbſtoffe und Leder,
Zurichtungs=
probleme und die phyſikaliſche Lederprüfung.
Anſchließend an herzliche Begrüßungsworte erſtattete zunächſt
Privatdozent Dr. A. Küntzel den Bericht über die Tätigkeit
des Inſtituts für Gerbereichemie der Techniſchen Hochſchule im
letzten Berichtsjahr. Das Inſtitut wurde bekanntlich 1920 mit
Mitteln der Ernſt=Ludwig=Hochſchulgeſellſchaft ins Leben gerufen
und ſtand bis zum 1. Mai 1933 unter Leitung von Profeſſor
Stiasny. Privatdozent Dr. Küntzel, der dem Inſtitut ſeit Mai
1933 vorſteht, betonte zu Beginn ſeiner Ausführungen, daß ſich
ſeit der letzten Zuſammenkunft im vorigen Jahre nichts geändert
habe. Der gerbereichemiſche Unterricht, der nach wie vor die
Hauptaufgabe des Inſtituts iſt, wurde im Laufe der beiden
letz=
ten Semeſter in etwas eingeſchränkter Form abgehalten. An
Stelle der früher üblichen Parallelvorleſungen, von denen die
eine die Chemie der Hilfsſtoffe des Gerbers betraf, während die
andere die Technologie der Lederbearbeitung behandelte, wurde
eine einzige, „Gerbereichemie” genannte Vorleſung gehalten, die
bei 4 Wochenſtunden gegenüber dem früheren Zeitbedarf der
Vor=
leſung von 5 Stunden eine Zeiterſparnis einbrachte, die heute
allgemein in ſämtlichen Wiſſenſchaftsgebieten angeſtrebt wird, um
den vielſeitigen Anforderungen, die an den Studierenden geſtellt
werden, Rechnung zu tragen. Die Aufteilung des Stoffgebiets
einer Vorleſung, die ſich über 2 Semeſter erſtreckt, hat ſich gut
be=
währt und ſoll beibehalten werden. Der Vermittlung der
wiſſen=
ſchaftlichen Arbeitstätigkeit des gerbereichemiſchen Inſtituts
dien=
ten auch 2 Vorträge, die der Leiter des Inſtituts, Dr. Küntzel,
in Eſſen bzw. in Worms hielt.
Es fanden ferner Kolloquien ſtatt, an denen in erfreulich
ſtarkem Maße die Freunde des Inſtituts aus den benachbarten
Induſtrien teilnahmen. Die Kolloquien erfreuen ſich in
ſteigen=
dem Maße der Beachtung der Kollegen aus der Praxis. Sie
ſtellen ſomit eine enge Verbindung zwiſchen der
notwendiger=
weiſe theoretiſchen Betrachtungsweiſe und der lebensvollen
Wirk=
lichkeit dar mit ihren vielfältigen, immer neuen und immer
wie=
der zu wiſſenſchaftlicher Weiterarbeit anregenden Frageſtellungen.
Er dankte den Mitarbeitern aus Praxis und Wiſſenſchaft.
Exkurſionen wurden 1934 nach Kirchheim=Bolanden zur
Be=
ſichtigung der Lederfabrik Gebr. Seiler, nach Groß=Umſtadt zur
Lederfabrik Emmerich, nach Frankfurt a. M. zur Maſchinenfabrik
Moenus Ganztages=Exkurſionen nach Karlsruhe und Durlach
zur Beſichtigung der Deutſchen Kolonial=Gerb= und
Farbſtoff=
werke bzw. der Lederfabrik Hermann u. Ettlinger ausgeführt.
Das Inſtitut verließen 1934 die Herren Dr. Troesken, Dipl.=
Ing. Hſiung, Dipl.=Ing. Markwardt, Dr. Barth und Dr.
König=
feld. Referent ging dann kurz auf einige wertvolle
wiſſenſchaft=
liche Arbeiten ein, und zwar ſprach er über die Arbeit Dr.
Barths, die ſich mit Molekulargewichtsbeſtimmungen in baſiſchen
Chrombrühen befaßte und in die Beſtimmung der
Diffuſions=
geſchwindigkeit der zu meſſenden Verbindungen Licht brachte.
Schließlich wurde noch eine Arbeit über den Aufſchluß von Holz
durch Biſulfitlaugen unter beſonderer Berückſichtigung der
Ver=
wendung der Ablaugen für gerberiſche Zwecke von Dr. Barth in
Angriff genommen. Herr Königfeld beſchäftigte ſich mit der
Alu=
miniumgerbung. Die Arbeit führte zu wertvollen Erkenntniſſen
ſowohl über das Unvermögen der Aluminiumſalze ein dem
Chromleder gleichwertiges Leder mit ihrer Hilfe herzuſtellen,
als auch über einige noch ungeklärte Fragen, die den
Reaktions=
mechanismus des Chroms beim Gerben betrafen. Die Arbeit Dr.
Vagls ſetzte die Reihe der Unterſuchungen auf dem Gebiete der
Mineralgerbung fort. In großen Zügen wies Referent auf den
Wert der übrigen Arbeiten, auch auf die hin, die mit Unter=
ſtützung des Ingenieurdienſtes bzw. durch ein Stipendium der
JG. ermöglicht wurden. Der Zentralverein der Deutſchen
Leder=
induſtrie hat zur Vergütung an wiſſenſchaftliche Hilfskräfte
Mit=
tel zur Verfügung geſtellt. Dadurch konnte die
Sohllederunter=
ſuchung weiter betrieben werden. Die Unterſuchungen ſind noch
nicht erſchöpft. Eine weitere Unterſuchung beſchäftigte ſich
da=
mit, die Einflüſſe verſchiedener Löſungsmittel in Schuhcremes
feſtzuſtellen, die dieſe auf das Schuhleder ausüben. Das Reſultat
ergab, daß Terpentinöl wertvoller iſt als Erſatzprodukte. Mit
der Pirmaſenſer Schuhfachſchule wurde Fühlung genommen, die
Austauſchexkurſionen zwiſchen Darmſtadt und Pirmaſens
be=
zwecken.
Redner kam dann auf Arbeiten zu ſprechen, die noch nicht
ab=
geſchloſſen ſind, aber bereits zu wertvollen Ergebniſſen geführt
ha=
ben.
Er gab dann einen kurzen Einblick in die Ausſichten des
Chemikerberufs. Die Anzahl der Chemieſtudierenden auf den
deut=
ſchen Hochſchulen iſt von 769 im Sommer= und Winterſemeſter
1931/32 auf 345 im Sommer= und Winterſemeſter 1934/35
zurück=
gegangen.. Bei dem Spezialfach der Gerbereichemie macht ſich
die=
ſer Rückgang ſtark bemerkbar. Firmen, die einen Gerbereichemiker
brauchen, ſollten einen Chemiker mit gerbereichemiſcher
Ausbil=
dung verlangen. Viele kennen das in Darmſtadt exiſtierende
In=
ſtitut bedauerlicherweiſe noch nicht, manche Leute gehen an der
Einrichtung vorüber mit der Begründung, daß eine
Spezialausbil=
dung für den Gerbereichemiker nicht das Richtige ſei. Es wird
dabei nicht bedacht, daß dieſer Spezialausbildung zunächſt die
ganze vorgeſchriebene Ausbildung jedes akademiſchen Chemikers
vorausgeht. Der Chemieunterricht iſt auf der Darmſtädter
Techni=
ſchen Hochſchule beſonders gut Schließlich könnte auch noch von ſeiten
der Gegner einer Spezialausbildung der Einwand gemacht werden
daß die Genies und bahnbrechenden Neuerer auf irgendeinem
Ge=
biet nicht ſelten Autodidakten und Außenſeiter ſeien, während der
für einen ſpeziellen Zweck Geſchulte ſchon zu ſtark angelernt ſei,
als daß er noch fähig wäre, mit Hilfe eines unverdorbenen
Ver=
ſtandes wirklich neue Zuſammenhänge zu erblicken. Dieſer
Ein=
wand richte ſich aber nicht nur gegen die gerbereichemiſche
Spezial=
ausbildung, ſondern gegen jede Schulung, eine Entgegnung gegen
dieſen Einwand erübrige ſich. Jedenfalls gehe es nicht an, daß man
in Fachkreiſen einen ganz falſchen Eindruck von den Aufgaben und
von der tatſächlichen Tätigkeit erweckt, dadurch, daß man die
falſche Behauptung aufſtellt, in Darmſtadt würden nur einige
Spe=
zialkenntniſſe eingedrillt.
Anſchließend an den Tätigkeitsbericht wurden die Fachreferate
mit anſchaulichen Verſuchen und Bildern gehalten. Priv.=Dozent
Dr. Küntzel referierte über „Die Qualitätsbeurteilung von
Sohlleder auf Grundlage von mikroſkopiſchen Unterſuchungen,
chemiſchen Analyſen und phyſikaliſchen Leiſtungsprüfungen” und.
nach einer Mittagspauſe, über „Neuere Erkenntniſſe über das
We=
ſen der Mineralgerbung”. Anſchließend hielt Dr.=Ing. Wolf
zwei Referate „Ueber die Aenderungen der phyſikaliſchen
Eigen=
ſchaften verſchiedenartig gegerbter Leder, unter verſchiedenen
Trock=
nungsbedingungen” und „Ueber die Beziehungen zwiſchen
Film=
ſtruktur und Löſungsmittelverdunſtung bei der Herſtellung von
Nitrocelluloſelacken”
Abends wurde im „Union=Theater” der
Lehrfilm der Lederfabrik Hirſchberg, vorm. Hauer, Knoch u. Co.,
Hirſchberg (Saale) über
die Lederherſtellung
beſucht. Der ſehr geſchickt zuſammengeſtellte Film hat hohen
Bil=
dungswert, zeigt er doch in anſchaulicher Weiſe die wichtigſten
Phaſen der Lederherſtellung vom Rohhautlager bis zum Verſand
des fertigen Fabrikates. Schematiſche Trickzeichnungen zeigten die
chemiſchen Vorgänge während des Gerbprozeſſes.
Zeitlupenaufnah=
men von Maſchinen während der Arbeit und inſtruktive Bildſerien
machten dieſen Lehrfilm für alle Beſchauer intereſſant und leicht
verſtändlich. —
Ein geſelliges Zuſammenſein beſchloß die arbeitsreiche Tagung
der Vereinigung akademiſcher Gerbereichemiker, Darmſtadt.
— Faſching für Große und Kleine. Eine Wiederholt
vielbewunderten Tanzſpiele des Volksdeutſchen Feſtes,
Freude des Faſchings geſtellt, ſteht im Mittelpunkt de
nachtsſonntags, den die Frauen des V. D. A. zur Freude
und alt ausgeſtaltet haben. Die kleinen Eintrittspreiſe
kauf bei Heinrich Elbert, Rheinſtraße 7) machen es den
möglich, gemeinſam ſich dem frohen Faſchingstreiben hin=
Die oberen Räume des feenhaft geſchmückten Saalbaues ſi
Kleinvolk überlaſſen, das von gewandten Kindergärtn
bei Spiel, Kino, Kaſperltheater, Rutſchbahn köſtlich unte
wird. Der große Saal iſt dem Tanz der Erwachſenen übe
Die Faſtnachtskreppel der V.D.A.=Frauen ſind beinahe
ſpr=
lich geworden.
Vereins= und lokale Veranftalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſch
Wir geben unſeren Mitgliedern bekannt, daß heute aber
Anlaß der Saarfeier, die Uebungsſtunden im Ste
Hallenbad ausfallen. Außerdem findet am Faſtnack
tag, 5. März, kein Uebungsabend für Damen ſtatt.
Turnerbund ,Jahn” 1875. Auf Anordnung d
tung der Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungt
men die Turner und Sportler an der Saarkundgebu
am Fackelzug bei ihren Organiſationen der Partei bzu
Berufes teil. Hiermit ſind die Mitglieder von dem Antre
Turnhaus für heute abend entbunden. Die Turner=Singmal
ſchließt ſich der Darmſtädter Sängerſchaft an. (Antreten p.
19.30 Uhr, im Schulhof der Rundeturmſchule.) Auf die
Bekanntmachung der Darmſtädter Sängerſchaft wird hierm
gewieſen.
Vereinigung früherer Leibgardiſten. A
zur Kundgebung und Fackelzug am 1. März. 19.‟
(7.30 Uhr abends) auf dem Woogsdamm (Beckſtraße) mi
einsmütze, ohne SA.=Reſ. 2=Armbinde. Kameraden ohne
einsmütze am linken Flugel.
Verein ehem. 117er, Darmſtadt. Unſer Ver
teiligt ſich an der Saarrückgliederungsfeier heute
8 Uhr, auf dem Mercksplatz, mit anſchließendem Fackelzug
treten pünktlich 7.30 Uhr, vor der Wohnung des Vereinsl
Landgraf=Georgs=Straße 64. Anzug: dunkel, blaue Verein
Kriegerverein Haſſia. Die Kameraden des 2
und der SA.=Reſ. 2 treten zur Saarkundgebung
abend 7 Uhr, an der Turnhalle am Woogsplatz, an, zwe
marſch zum Sammelplatz.
Train=Vereinigung 18. Sämtliche Kamerade.
meln ſich heute abend 7.40 Uhr, am Schillereck, Mat
(Straßenanzug.)
Maskenball der Darmſtädter Turn”
Sportgemeinde 1846. Auf den am Samstag, dem *
abends 8.11 Uhr, in der Turnhalle am Woogsplatz ſtat,
den Maskenball wird hingewieſen. Einzig in ihrer Art
ihrer Zweckbeſtimmung entſprechend karnevaliſtiſch geſchl
und kunſtvoll beleuchteten Räumlichkeiten. Am laufenden
tätige Muſikkapellen ſorgen mit ihren lockenden Tanzwele
für, daß den Tanzfreudigen Rechnung getragen wird.
benfrohen Eindrücke aller Räume bürgen für behaglic.”
zwangloſen Aufenthalt.
Maskenball auf dem Heilig=Kreuzbek”
geſſen Sie nicht am Samstag abend dieſe Karnepalspe”.
tung zu beſuchen. Noch nie hat das Heilig=Kreuz eine
wundervolle Dekoration geſehen, und dazu die ſchneidige N4
Schlupp. und, was beſonders zu erwähnen iſt., der bille S
tritt! Stimmung.. . feenhafte Dekoration, eine Nacht. !
ſtadts alten Mauern, beim Jahn 1875. Darmſta
Zauor: Ein Luftangriff wird in erſter Si
Jühee. Vernichtung meines Grund 10).
um den Lebensnerv meines Volkes abihlee.
Reichsluftſchutzbund kann und will ich mich ſchid.
aher nur eine vaterländiſche Pflicht für mich. ”
eitag, 1. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 60 — Seite 7
kung eiu
wie
zu
nun
gei
jeben
1
n. mut
der Iſenburger Totſchlag vor Gericht.
m Am Donnerstag vormittag werden vornehmlich
Tat=
n vernommen. Zunächſt der Offenbacher Amtsrichter der
rſten Vernehmungen Maiers und Schreibers machte. Maier
zunächſt geleugnet und ſich überhaupt ſehr unmännlich
be=
nen, während Schreiber ſich betragen habe, wie man es von
Manne verlange, und zu ſeiner Tat geſtanden ſei. Es
dann der Pächter des Schwimmbadkaffees, der bekundet,
Maier ſchon etliche Male in ſeinem Lokal geſtänkert habe.
abe zudem von einem Gaſt erfahren, daß durch ihn Streit
affee Wilke entſtanden ſei, und habe den beiden deshalb das
verboten. Sie ſeien auch ganz ruhig hinausgegangen. Das
„re ſah dieſer Zeuge nicht. Es kommt dann der Chauffeur,
ie beiden fuhr, ein junges Mädel und ein junger Mann,
nmittelbar dabeiſtanden, als der Zuſammenſtoß erfolgte. Der
ffeur Gehbauer bekundet, daß Rind den Schreiber beim
usgehen in der Tur des Lokals angeſprochen habe, ob er ihn
Zolizei angezeigt habe. Als Maier, der ſchon draußen war,
ah. ſei er wieder umgekehrt. Rind habe Maier einen
leich=
toß gegeben. Schreiber habe darauf ſeine Hand auf Rinds
gelegt — der Zeuge meint, nicht in böſer Abſicht —, da habe
den Schreiber unter das Kinn geboxt, ſo daß Schreiber auf
erraſſe ſtürzte. Rind habe ſich nach dem ſtürzenden
Schrei=
mgedreht und ſei auf ihn losgeſprungen. Da hätten die
e gekracht. Gehbauer ſah nicht, daß Schreiber ſchoß. Er
ur Maier mit der Waffe ſtehen. Der Zeuge Eugen Rath
verhaupt nicht, daß Schreiber ſtürzte. Er meint, Schreiber
geſtanden, während er ſchoß. Das Mädchen hat von dieſen
Dingen überhaupt nichts geſehen, es hatte nur vorher
ht. Rind von Schreiber fernzuhalten.
Ted.=Rat Dr. Jockel aus Offenbach gibt dann Auskunft
die Schüſſe, die Rind erhielt. Ein Einſchuß befindet ſich in
echten Bruſtſeite oben, der Ausſchuß ſitzt über der linken
an der ſiebten Rippe. Ein zweiter Einſchuß befindet ſich
über dieſem Anſchuß an der 5. Rippe, und dieſe Kugel
hinten unter dem rechten Schulterblatt ſtecken, durchbohrte
örper alſo annähernd waagrecht. Dr. Jockel vermutet, daß
ſte Schuß der war, der Rind oben rechts traf. Schreiber
wohl noch auf dem Boden, während Rind gebückt ſtand. Bei
weiten Schuß hatte ſich Rind wohl grade geſtellt, und auch
ber hatte ſich ſchon halb aufgerichtet. Dieſe beiden Schüſſe
ohrten das Herz. Beide Kugeln ſtammten aus der Piſtole
bers. Dr. Jockel unterſuchte auch die beiden Angeklagten.
ber habe einen auffallend gefaßten Eindruck gemacht. Er
iber Kaubeſchwerden geklagt und hatte eine Prellung am
Hüftknochen, die wohl von dem Fall herrührte. Maier
einen ſtarken Bluterguß am Auge und an der Naſe und
Naſenbeinbruch. Bei einer Röntgenunterſuchung ſtellte ſich
auch noch ein Sprung der Schädelkapſel am Hinterkopf
den er ſich wohl auch bei der Prügelei bei Wilke geholt
Dieſe Verletzung mache eine leichte vielleicht auch eine
re Bewußtſeinstrübung durchaus möglich, ſo daß Maiers
twortlichkeit an jenem Abend beſtimmt leicht,
möglicher=
auch in höherem Grade gemindert war. Daraus erklärten
ihl auch die Erinnerungsſtörungen damals und heute.
n Nachmittag begannen die Plädoyers. Der
Staats=
lt rekonſtruierte noch einmal die ganzen Vorgänge jener
von den Anfängen im Kaffee Wilke bis zur eigentlichen
Er iſt der Ueberzeugung, daß bei Schreiber nicht allein
rge um den Bruder ausſchlaggebend geweſen ſei. Er habe
los auch Rachegedanken gegen Rind gehegt, und dieſe
edanken habe Maier in jeder Weiſe zu ſchüren gewußt.
beſtehe das Verbrechen Maiers. Der Staatsanwalt iſt der
ung, daß daher beide gleichermaßen an dem Tode des Rind
ſeien. Er iſt weiter der Auffaſſung, daß beiden mildernde
de zugebilligt werden könnten, denn ſie wurden durch
gereizt. Der Staatsanwalt heantragte gegen
iber und Maier je zwei Jahre Gefängnis
n gemeinſamen Totſchlags, Maier außerdem
verbotenen Waffentragens. Gegen Bloch beantragt der
anwalt wegen gefährlicher Körperverletzung in drei
ſechs Monate und für Zimmer wegen gefährlicher
Körper=
ing in einem Fall drei Monate Gefängnis.
e beiden Verteidiger Schreibers und Maiers
plä=
auf Notwehr bzw. Nothilfe.
6.30 Uhr abends verkündet der Vorſitzende
das Urkeil:
tier und Schreiber erhalten wegen gemeinſchaftlichen
Tot=
eine Gefängnisſtrafe von je einem Jahr und ſechs
Mona=
ht Wochen Unterſuchungshaft weden angerechnet. Bloch
er=
egen gefährlicher Körperverletzung in zwei Fällen ſechs
2. Zimmer wegen gefährlicher Körperverletzung in einem
ei Monate Gefängnis.
s Gericht iſt der Auffaſſung, ſo führte der Vorſitzende aus,
vohl Maier wie Schreiber im Auto den Entſchluß gefaßt
bei einem eventuellen neuerlichen Zuſammenſtoß zu
ſchie=
s iſt auch davon überzeugt, daß Maier keinen Schreckſchuß
ſondern auch auf Rind ſchoß. Maiers verbrecheriſcher
ei auch der ſtärkere geweſen, und er habe Schreiber durch
weiſe ganz unwahres Geſchwätz ganz weſentlich beeinflußt.
b trage er, obgleich er nicht die tödlichen Schüſſe abgab,
che Schuld wie Schreiber. Beiden Angeklagten ſeien mil=
Umſtände zuzubilligen, denn ſie ſeien durch das Vorgehen
nd unmittelbar gereizt worden. Der Vorſitzende betont,
los ſtehe feſt, daß der Getötete und ſeine Freunde durch
llaubliches Benehmen erſt den Grund zu den ganzen
Din=
ſich in dieſer Nacht ereigneten, gelegt hätten, und wenn
zte nicht gekommen ſei hätte ſich der Getötete vor Gericht
ntworten gehabt. Deshalb kämen für Bloch und Zimmer
inerlei Milderungsgründe in Betracht.
Große Strafkammer verurteilte in zweiter
In=
en 46jährigen Wilhelm Weitzel aus Offenbach wegen
Eſchlagung und Untreue zu einer
Gefängnis=
von drei Monaten und einer Geldſtrafe von
trk. Weitzel, der ihm anvertraute Gelder für ſich
ver=
hatte, war vom Offenbacher Schöffengericht zu ſieben Mo=
Gefängnis verurteilt worden. Die Strafe wird jedoch
ſerart herabgeſetzt, weil der Angeklagte ſich bisher
ein=
i führte, und weil das Gericht der Ueberzeugung iſt, daß
Abſicht hatte, das Geld ſobald wie möglich wieder
zurück=
ten.
Tagung der Landeskulturgenoſſenſchaften
der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau.
Gründung der Landesgruppe
Heſſen=Naſſau
des Verbandes der Landeskulkurgenoſſenſchaften.
Unter dem Vorſitz des Landesbauernführers Dr. Wagney
fand geſtern nachmittag im großen Saale des Hotels „Kyffhäuſer
in Frankfurt die erſte Tagung der Landeskultur=Genoſſenſchaften
der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau ſtatt.
In kurzen einleitenden Ausführungen wies der
Landes=
bauernführer darauf hin, daß das nationalſozialiſtiſche
Deutſch=
land Schritt für Schritt die Verbreiterung unſerer
Ernährungs=
grundlage erſtrebe. Die Landeskultur ſpiele dabei eine
entſchei=
dende Rolle. Das deutſche Volk ſei auf das letzte Stückchen Erde
angewieſen. Der letzte Quadratmeter Boden ſei dorthin zu
brin=
gen wo er hingehöre, nämlich in die Nutzbarmachung für die
Er=
nährung des Volkes Zur Durchführung der
Landeskulturmaß=
nahmen ſei wie auf allen Gebieten eine planmäßige Ordnung
notwendig. Der erſte Schritt dazu ſei die Zuſammenfaſſung der
Landeskultur=Genoſſenſchaften in die Landesbauernſchaft.
In einem groß angelegten Referat ſprach Landeskulturrat
Reich über das Landeskulturweſen unter beſonderer
Behand=
lung der durchgeführten Landeskulturarbeiten in Heſſen. Die
Landeskulturaufgaben nähmen im Rahmen des Wiederaufbaues
des deutſchen Wirtſchaftslebens eine Stellung ein, die für die
Nährfreiheit des deutſchen Volkes von lebenswichtiger Bedeutung
ſei. Die vom Führer eingeſetzte Erzeugungsſchlacht ſei der
Prüf=
ſtein, ob der Landwirt auf ſeinem Poſten ſtehe. Er beweiſe mit
der erfolgreichen Durchführung, daß er dem Volke diene. Der
kapitaliſtiſchen Parole und der damit verbundenen Verelendung
des deutſchen Bauernſtandes habe die planmäßige
Wirtſchafts=
führung der Landwirtſchaft durch den Reichsnährſtand Einhalt
geboten. Jedem Nationalſozialiſten ſei es klar, daß die
land=
wirtſchaftlichen Betriebe nur durch Vermehrung der Produktion
und durch die Einführung einer Veredelungs=Produktion in
Ver=
bindung mit einer Senkung der Steuern und Abgaben, ſowie
durch Einführung von Schutzmaßnahmen gegen ausländiſche
Ein=
fuhr und des Abſatzes landwirtſchaftlicher Produkte zu gerechten
Preiſen zu ſanieren ſeien. „Wir haben die Produktionsmittel,
um mehr zu arbeiten, und wir haben auch das Land, um mehr
zu erzeugen. Unſere Wirtſchaft krankte nicht daran, daß die
Pro=
duktionsmittel fehlten, ſondern daran, daß die vorhandenen
Pro=
duktionsmittel nicht ausgenutzt bzw. nicht richtig eingeſetzt
wur=
den.‟ Die Steigerung der Produktion werde erreicht werden durch
intenſivere Bodenbearbeitung und durch eine Stärkung und
Ver=
mehrung der ſelbſtändigen und kleineren und mittleren
Exiſten=
zen nicht etwa durch den Ausbau der Großbetriebe. Den
lebens=
notwendigen Betrieb. Landwirtſchaft” auszubauen und zu
erhal=
ten, ſei Aufgabe des Staates und Dienſt am Volke. Die Löſung
all dieſer Fragen liege in der Hebung der Landwirtſchaft durch
Arrondierung und Meliorierung des Grundbeſitzes, in der
Be=
ſchaffung von Arbeitsgelegenheiten durch Ausführungen von
Me=
liorationen, ſowie in der Bereitſtellung von Siedlungsland zur
Unterbringung von geeigneten Volksgenoſſen in Siedlerſtellen.
Vorausſetzung für die zu machenden Aufwendungen ſei der
bereinigte und meliorierte Grundbeſitz durch Feldbereinigung.
Im weiteren verbreitete ſich dann Landeskulturrat Reich
aus=
führlich über die Durchführung der Feldbereinigung im Rahmen
des Meliorationsarbeitsprogramms, mit dem die Siedlung Hand
in Hand vorwärts ſchreitet.
Zum Schluß behandelte Landeskulturrat Reich das
Muſter=
beiſpiel der Landesplanung in Heſſen, das rund 120 000 Hektar
landwirtſchaftlich genutzte Fläche des Meliorationsarbeits= und
Siedlungsprogramms im Rahmen der Feldbereinigung erfaſſe.
Beſondere Beachtung verdiene dabei, daß die planmäßige
Er=
faſſung aller Arbeitsvorkommen nur zweckmäßig und wirtſchaftlich
im Rahmen des Umlegungsverfahrens zu löſen ſei.
Als nächſter Redner ſprach Landwirtſchaftsrat Graeber
von der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau über die Aufgaben der
Landesgruppe des Verbandes deutſcher Landeskultur=
Genoſſen=
ſchaften. Nachdem der Vorredner die Aufgaben der Landeskultur
in der Gegenwart und Zukunft behandelt hatte, richteten ſich die
Ausführungen dieſes Redners an die verſammelten Vorſtände
der beſtehenden Landeskulturgenoſſenſchaften als die Träger der
Arbeiten der Vergangenheit. Der Redner erläuterte die
Satzun=
gen der Landesgruppe und forderte zum Schluß die anweſenden
Genoſſenſchaften auf, ihren Beitritt zu erklären. 35
Genoſſen=
ſchaften kamen dieſer Aufforderung ſofort nach.
Die übrigen werden mit einer Niederſchrift über die heutige
Tagung noch einmal ſchriftlich aufgefordert werden, ihren
Bei=
tritt zu erklären. Es kann heute ſchon geſagt werden, daß mit
der neugegründeten Landesgruppe des Verbandes deutſcher
Kul=
turgenoſſenſchaften, die dem Reichsnährſtand angegliedert iſt, ein
neues Bindeglied zwiſchen den Bauern und Landwirten, den
Lan=
deskulturbaubehörden und dem Reichsnährſtand geſchaffen iſt.
Zum Schluß richtete der Landesbauernführer noch einen
leb=
haften Appell an alle Teilnehmer der Tagung, ſich in die großen
Kulturarbeiten aktiv einzuſchalten, damit erreicht wird, daß
Deutſchland auf ſeinem Lebensraum leben kann.
Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf den Führer und
Reichs=
anzler fand die erfolgreiche Tagung ihren Abſchluß.
Aus Heſſen.
Ae. Gräfenhauſen, 28. Febr. Turnfahrt nach der
Saar. Die Turngeſellſchaft erläßt einen Aufruf an die
Mitglie=
der der Turngeſellſchaft und an die Einwohnerſchaft, einer
Ein=
ladung des Turnvereins Klein=Blittersdorf (Saar) Folge zu
lei=
ſten. Die Turnbrüder von Klein=Blittersdorf rechnen heute ſchon
mit einer großen Teilnehmerzahl. Nach reiflicher Ueberlegung
haben wir die „Turnfahrt nach der Saar” auf die Oſterfeiertage
feſtgelegt. Um nun möglichſt raſch einen Ueberblick über die
unge=
fähre Zahl der Fahrtteilnehmer zu erhalten. bitten wir alle
In=
tereſſenten, ſich ſofort bei Turnbruder Hoch, auf der
Bürgermeiſte=
rei. bei Ludwig Roth oder bei Philipp Bormet anzumelden.
Der Karnevalverein veranſtaltet am kommenden Sonntag,
den 3. März, ſein 33jähriges Stiftungs= und Sommerfeſt. Das
Programm beginnt morgens um 11.11 Uhr mit Abholen des
Prinzen Karneval Nachmittags findet ein vompöſer Umzug ſtatt,
dem ſich abends ein Preismaskenball anſchließt. Auch für unſere
Kleinſten gibt es einen Maskenball, und zwar am Dienstag
mit=
tag. Als Schluß des Feſtes ſehen wir am Dienstag abend einen
traditionellen Lumpenball.
Griesheim, 28. Febr. Neugeſtaltung der Anlage
am Kriegerdenkmal an der Bürgermeiſterei. Zurzeit
wer=
den die Feuerdornhecken, die zu beiden Seiten des
Kriegerdenk=
mals vor der Bürgermeiſterei ſtehen, entfernt. Der Wuchs dieſer
Hecken war ſo ſtark, daß das Denkmal nicht mehr. zur Geltung
kam und ein weiteres Beſchneiden der Hecken, hätte die
Unter=
drückung der Blütenfreudigkeit zur Folge gehabt. Die Rückwand
nach der Bürgermeiſterei zu ſoll jetzt mit Liguſter und zu beiden
Seiten ſoll Daxus angepflanzt werden, ſo daß das Ganze
fächer=
förmig ausſieht, was dann auch der Einfaſſung entſpricht. Ihren
75. Geburtstag beging am Montag, den 25. Februar, in
körper=
licher und geiſtiger Friſche Frau Eliſabethe Kreuter, geb. Schick,
Witwe, Schlußgaſſe 1.
J. Griesheim, 28. Febr. Saar=Rückgliederungs=
Feier. Anläßlich der Rückkehr der Saar zum Mutterlande am
. März findet im Feſtſaale „Zum grünen Laub” eine Kundgebung
ſtatt, an der alle Gliederungen der Partei teilnehmen. Die
Ueber=
gabefeierlichkeiten aus Saarbrücken, wobei Gauleiter Bürkel und
der Stellvertreter des Führers, Pg. Rudolf Heß, ſprechen, werden
daſelbſt durch Lautſprecher=Anlage übertragen. Den muſikaliſchen
Teil übernimmt die Standartenkapelle nebſt Spielmannszug. Die
Kundgebung beginnt um 7.15 Uhr abends.
2 Darf man eine Haus=
Ist das Verschwendung
frau, die der Pflege
ihrer Hände
beſon=
dere Aufmerkſamkeit ſchenkt, und die ſie deshalb jedesmal nach beendeter
Hausarbeit mit Leokrem einreibt, verſchwenderiſch nennen? Nein, durchaus
nicht! Die Hände werden durch die Hausarbeit ſo ſtrapaziert, daß ſie ohne
dieſe Pflege ſehr bald rauh und riſſig würden. Leokrem mit Sonnen=
Vitamin verhindert das. Er zieht ſchnell in die Haut ein und macht die
Hände ſammetweich und zart. Doſen ſchon von 22 Pfg. ab erhältlich. (n82o8
Ak. Nieder=Ramſtadt, 28. Febr. Mutter= und
Säug=
lings=Beratungsſtunde. Die nächſte Beratungsſtunde
findet am Mittwoch, den 6. März I. J., nachmittags 3 Uhr, im
Saale des Vereinshauſes der evangeliſchen Gemeinſchaft ſtatt. —
Faſchingsveranſtaltungen. Der erſte Maskenball des
Geſangvereins „Eintracht=Freundſchaft” nahm einen guten
Ver=
lauf und war auch gut beſucht. Am kommenden Samstag abend
folgt der Maskenball des Geſangvereins „Harmonie‟. —
Kin=
derlandverſchickung. Die NSV. wirbt in dieſen Tagen für
die Kinderlandverſchickung im Sommer dieſes Jahres. Eine Reihe
von Pflegeſtellen wurden bereits wieder zur Verfügung geſtellt,
und zwar von ſolchen Familien, die bereits im letzten Jahre ein
Kind betreuten.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 28. Febr.
Saarrückgliederungs=
feier. An der für Freitag abend angeſetzten allgemeinen Feier
beteiligen ſich alle Parteigliederungen. Im Saale des Gaſthauſes
„Zum Darmſtädter Hof” (Knapp) wird die Uebertragung der
Uebergabefeier aus Saarbrücken angehört. Anſchließend Fackelzug
durch die Ortsſtraßen. Vorausſichtlich findet vor der
Uebertra=
gungsfeier auch noch ein kurzer Gottesdienſt ſtatt.
G. Ober=Ramſtadt, 28. Febr. Rentenzahlung. Die
In=
validen=, Witwen=, Waiſen= und Unfallrenten für Monat März
werden am Freitag, den 1. März, beim Poſtamt gezahlt. —
Säuglingsfürſorge. Die nächſte Beratungsſtunde findet
am Montag, den 4. März, im Rathaus ſtatt. —
Milchabſatz=
genoſſenſchaft — Jahresverſammlung. Der ſeitherige
Ge=
ſchäftsführer Gg. Ritſcher erſtattete ausführliche Geſchäfts= und
Kaſſenberichte, die zu Beanſtandungen keinen Anlaß gaben. Da
der ſeitherige 1. Vorſitzende Müller ſein Amt niederlegte, wurde
Bauer Auguſt Matthes zum Vorſitzenden der Genoſſenſchaft
ge=
wählt. Zweiter Vorſitzender wurde Landwirt Jakob Bernhard
und Rechner Bankbeamter Georg Ritſcher. Im Verlauf der
Ver=
ſammlung wurde noch über eine Satzungsänderung und den
An=
kauf eines eigenen Grundſtücks, auf dem eine neue Sammelſtelle
mit Kühlanlage errichtet werden ſoll, geſprochen.
Ef. Meſſel, 28. Febr. Saarkundgebung. Wie im
gan=
zen Reich, ſo findet auch in unſerer Gemeinde am Freitag, den
1. März 1935, eine Saartreuekundgebung ſtatt. Vorher bewegt ſich
ein Fackelzug, an dem ſämtliche NS. Formationen, die hieſigen
Vereine und die übrige Einwohnerſchaft teilnehmen, durch die
Ortsſtraßen. Der Fackelzug wird um 8,15 Uhr abends in der
Langgaſſe aufgeſtellt. Die Mitglieder des Turn= und Sportvereins
e. V. 1877 und des Geſangvereins „Sängerbund=Eintracht” treffen
ſich um 8 Uhr in der Gaſtwirtſchaft Georg Heberer.
k. Dieburg, 28. Febr. Zwei tödliche Unglücksfälle.
Der auf der Grube Meſſel beſchäftigte dreißigjährige Hermann
Schmitt von hier wurde geſtern nachmittag von einem
einſtürzen=
den Kohlenhaufen verſchüttet. Die ſofort eingeleiteten
Rettungs=
arbeiten konnten nach angeſtrengter Tätigkeit den Verunglückten
nur als Leiche bergen. Eine junge Frau und ein Kind trauern
um den Ernährer. — Der zweite Unglücksfall ereignete ſich auf
der Darmſtädter Straße am Mainzer Berg. Dort fiel ein 70
jäh=
riger Mann aus Klein=Zimmern ſo unglücklich von ſeinem mit
Holz beladenen Wagen, daß die Räder über ihn gingen, was den
ſofortigen Tod zur Folge hatte. Die Leiche wurde nach dem
Wohn=
grt gebracht.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 60
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 1. März 19
Werbeabend des BDA.
Pf. Bickenbach, 27. Febr. Werbeabend des VDA.
Un=
ſere Ortsgruppe der NSDAP. hatte zu einem Werbeabend für
das Deutſchtum im Ausland eingeladen. Ortsgruppenleiter
Her=
pel begrüßte die Anweſenden und gab dem Bezirkswart des
VDA., Herrn Dr. Kilian=Bensheim, das Wort. Letzterer wies
darauf hin, daß während der vergangenen hundert Jahre 7
Mil=
lionen Deutſche ihr Vaterland verlaſſen haben. Anſchließend
ſprach der Hauptredner des Abends, der Deutſch=Oeſterreicher und
Gauredner des Gaues Mittelfranken der NSDAP..
Weinber=
ger, über das monarchiſtiſche Oeſterreich=Ungarn der
Vorkriegs=
zeit und die heutigen Deutſch=Oeſterreicher. Wenn an der
öſterreichiſch=ungariſchen Front im Weltkriege irgendein
Regi=
ment verſagte, dann waren es immer wieder die Kerntruppen,
d. h. Formationen, die ſich nur aus den heutigen Deutſch=
Oeſter=
reichern zuſammenſetzten, die in die Breſche ſpringen mußten.
Da=
durch erklärt ſich auch die hohe Verluſtziffer der deutſch=
öſterreichi=
ſchen Regimenter, ſie liegt zu 30 Prozent über dem Durchſchnitt
des Reiches. Die Einſatzbereitſchaft und =freudigkeit der
wahrhaf=
ten Deutſch=Oeſterreicher wird am beſten durch eine Inſchrift an
einem Gefallenendenkmal einer kleinen Stadt bei Wien
dokumen=
tiert. Es heißt dort: „438 Offiziere und 1218 Soldaten, Söhne
unſerer Stadt, verließen uns während des Weltkrieges: 434
Offi=
ziere und 1218 Soldaten kehrten nicht mehr zurück.” Alle haben
den Kampf um Deutſchlands Freiheit mit dem Tode bezahlen
müſſen. Von dem Oeſterreich=Ungarn der Vorkriegszeit blieb
durch die Verträge von Verſailles und St. Germain nur das
heu=
tige Deutſch=Oeſterreich übrig. Schon im März 1919 beſchloß die
öſterreichiſche Nationalverſammlung den Anſchluß an das Deutſche
Reich. Im Jahre 1920 erbringt eine Volksabſtimmung in Tirol
und Salzbura eine 93cige Mehrheit für Deutſchland. Alle
öſter=
reichiſchert Parteien, ſeien es Sozialdemokraten, Chriſtlichſoziale oder
Landbund, hatten früher über ihrem Parteiprogrammdas eine große
gemeinſchaftliche Ziel: „Zurück zu Deutſchland!” Bei der
Macht=
übernahme durch die N
DAP. im Reich änderte ſich dieſe
Forde=
rung jedoch vollkommen. Die Parteien ſtrichen gewiſſermaßen aus
ihren Programmen den Punkt von der Rückkehr. Das
öſter=
reichiſche Volk kann und wird ſich nicht ewig knechten und
ent=
rechten laſſen von einem Regime, das nur einen Bruchteil der
Volksmeinung hinter ſich hat. Vor 200 Jahren waren Städte wie
Prag, Laibach, Trient uſw. noch rein deutſch. Im Weltkrieg
kämpften auf Seiten der Entente Söhne und Enkel deutſcher
Eltern in amerikaniſchen Uniformen gegen Deutſche. Warum?
Weil früher auch der Deutſche in der Heimat, dem man teils
mehr, teils weniger den Glauben an ein Groß=Deutſchland geraubt
hatte, ſeine Brüder im Ausland zu ſchnell vergaß. Ebenſo wie wir
unſeren Brüdern an der Saar die Treue gehalten haben, ſo müſ=
ſen wir ſie auch den 35 Millionen deutſcher Volksgenoſſen
gegen=
über bewahren, die heute noch unter fremder Herrſchaft ſtehen.
Der VDA. iſt von unſerem Führer mit der Durchführung dieſer
großen Aufgabe betraut worden. Er muß das deutſche Volk immer
wieder daran erinnern, daß uns das Größte noch bevorſteht, das
was Programmpunkt 1 der NSDAP. ſagt: „Zuſammenſchluß aller
Deutſchen auf Grund des Selbſtbeſtimmungsrechtes der Völker zu
einem Groß=Deutſchland‟. Der Redner ſchloß mit den Worten:
„Wenn unſer Kampf auch ſehr ſchwer iſt, ſo wird doch einſtens die
Zeit kommen, wo die Fahnen Adolf Hitlers über Oeſterreich
wehen werden. Ein Volk, das ſind wir, ein Reich, das wollen win
werden.” — Der ſehr ſtarke Beifall für die beiden Redner des
Abends war Dank für die äußerſt ſpannenden und aufſchlußreichen
Ausführungen. Anſchließend konnte ſofort eine große Anzahl neuer
Mitglieder für den VDA. gewonnen werden.
Fd. Ober=Klingen, 28. Febr.
Generalmitglieder=
verſammlung und Fahnenweihe der Ortsgruppe
Ober=Klingen der NSDAP Mit Klängen des hieſigen
Poſaunenchors. vereint mit Nieder=Klinger Muſikern wurde die
Verſammlung eingeleitet. Ortsgruppenleiter und Bürgermeiſter
Pg. Rauch begrüßte insbeſondere Kreisleiter Pg. Burckhardt=
Dieburg. Nach wichtigen parteiamtlichen Bekanntmachungen nahm
Ortsgruppenſchulungsleiter Pg. Hammen das Wort zu einem
ge=
ſchichtlichen Rückblick über die politiſche Entwickelung des
deut=
ſchen Volkes zum Einheitsſtaat. Als zweiter Redner ſprach
Pro=
pagandaleiter Pg. Leinert. Seine Worte galten der Fahnentreue,
die über zwei Millionen des großen Völkerringens und über 300
Blutzeugen im Freiheitskampfe mit dem Leben beſiegelten.
Kreis=
leiter Pg. Burkhardt nahm dann die Weihe der Fahne in
feierlicher Weiſe vor. Er übergab ſie der Ortsgruppe.
Heimatdich=
ter Pg. Jakob Willems=Nieder=Klingen brachte einige ſeiner
herr=
lichen Gedichte in Erinnerung. In der Schlußanſprache gedachte
Propagandaleiter Pg. Leinert der Toten. Der Fahnenmarſch und
ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer beſchloß die
eindrucks=
volle Feier.
— Lengfeld 28. Febr. Am Samstag, 2. März, hält der
Turn= und Sportverein Lengfeld im Gaſthaus „Zur
Feſte Otzberg” einen Maskenball ab.
— Am Samstag. 9. Marz,
findet im Gaſthaus von Wilh. L. Heiß die Hauptverſammlung des
T.= u. SV. ſtatt.
LPD. Erbach. 28. Febr. Das Odenwälder Edelweiß=
Abzeichen geht auch ins Ausland. Von den Millionen
Edelweiß=Blumen, die als WHW.=Abzeichen des Monats März
den Odenwälder Elfenbeinſchnitzern Verdienſt gaben, gehen auch
Tauſende ins Ausland, an die dortigen NSDAP.=Ortsruppen.
So haben bis jetzt beſtellt: Braſilien 4000, Iran 400, Stockholm
300. Italien 250, Rumänien 200 und Paläſtina 100 Stück. Auch
Nachbeſtellungen aus den Inlandsgauen laufen noch täglich ein.
Bb. Auerbach, 27. Febr. Gemeinderatsſitz
1. Rechnungsablage für 1930. Sie wurde nicht beanſtandet, 2
bisherige Weinbergſtraße wird nunmehr. „Im Pflänzer”, die
here Fehlheimerſtraße jetzt „Saarſtraße” benannt. 3. Ber
a) der Fürſorgekommiſſion, b) der Finanzkommiſſion, c) der
kommiſſion werden, bei letzteren beiden je bis auf einen 9
angenommen. 4. Die Kanalgebühr wird mit 0,50 RM. je
RM. Brandkaſſenwert angenommen und feſtgeſetzt. 5. Der A
bzw. auch Verkauf eines Faſels wird genehmigt. 6. Dem 2
angebot eines Gaſtwirts auf gemeinheitlichem Termin wir
geſtimmt; über die Pachthöhe ſoll noch verhandelt werden.
Holz= und Laubverſteigerungen wird zugeſtimmt. Bisher b
ligte Jahresbeiträge für Jugendherberge, VDA., und Kri
gräberfürſorge werden auch jetzt wieder bewilligt. Dem Reichs
ſchutzbund werden 10 RM. Jahresbeitrag zugeſtanden.
Bb. Bensheim, 28. Febr. Geſtern nachmittag wurde in
Adolf=Hitler=Straße der allſeits bekannte und beliebte ſtäd
Bademeiſter Blumb von einem ihn überholenden
Perſonenw=
deſſen Führer ein hieſiger Geſchäftsmann iſt. geſtreift und
Fahrrad geſchleudert. Der Verunglückte wurde mit einer ſchy
Gehirnerſchütterung durch den Automobilfahrer in das h
Hoſpital verbracht, woſelbſt er noch am Abend verſchied.
Be. Berkach, 26. Febr. Verſteigerung der Maſſ
grundſtücke Nachdem die Feldbereinigung in unſerem
durchgeführt iſt, wurden die Maſſengrundſtücke an Ort und
öffentlich verſteigert. Die Landwirte von hier und viele
märker waren zahlreich erſchienen. Zuerſt wurde noch beke
gegeben, daß das Oberſchiedsgericht ſeine Arbeiten abgeſchl
hat und die Reklamationen, die ſehr zahlreich vorlagen, endg
erledigt ſeien. Bei der Verſteigerung der Grundſtücke wurde
geboten, und ſehr hohe Preiſe erzielt. In Kürze werden
Maſſengrundſtücke nochmals ausgeboten, und zwar letztm
Hiermit hat dann die Feldbereinigung ihr Ende gefunden.
Gernsheim, 28. Febr. Waſſerſtand des Rhe
am 27. Februar: 1,67 Meter, am 28. Februar: 1,62 Meter.
— Hirſchhorn, 28. Febr. Waſſerſtand des Neck
am 27. Februar: 2,30 Meter. am 28. Februar: 2,18 Meter.
Aus Oberheſſen.
LPD. Alsfeld, 28. Febr. Vom eigenen Hund ange
len und ſchwer verletzt. In dem Kreisort Waller
wurde die Schwiegermutter des früheren Ortsbürgerme
Schuchard von ihrem Wolfshund beim Füttern des Tieres
fallen. Der wütende Hund zerfleiſchte die linke Hand der
und brachte ihr auch ſonſt noch Bißwunden bei, ſo daß ſie ſo
krank darniederliegt. Das Tier wurde ſofort erſchoſſen, da
vermutet, daß es einen Tollwutanfall gehabt habe.
Ae
(Statt Anzeigen).
Am 23. Februar hat unſere liebe Mutter, Schwiegermutter,
Großmutter, Urgroßmutter, Schweſter und Tante
Frau
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Bitwe des Landgerichts=Direktors Karl Küchler
ein langes, glückliches Leben friedlich beſchloſſen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 60 — Seite 9
zer „Emden” um Afrika und Indien
und ins Schwarze Meer.
TV.
*
In Kapfkadk.
Von Korvettenkapitän Ing. Weber.
gruck, auch mit Quellenangabe, verboten!)
Na
An Bord Kreuzer „Emden”, Anfang Februar 1935.
ch einem achttägigen Seetörn ſtand Kreuzer Emden” am
n jember morgens 9 Uhr vor Kapſtadt. Im Hintergrunde
er „Tafelberg” das Wahrzeichen dieſer ſüdlichſten Stadt
Bereits auf dem erſten Blick erkennt man, daß dieſer
t dem Beſuch der „Emden” im Jahre 1927 einen ſtarken
uu gung genommen hat, die Vororte am Rande der
Tafel=
vie ſich früher deutlich vom Stadtzentrum abhoben, ſind
ſem heute zuſammengewachſen, denn überall ſind
Häuſer=
ten entſtanden.
f der Mole und der Pier wartet, obgleich wir an einem
z einliefen, Hunderte von Deutſchen, darunter auch
Ab=
gen aus der Umgebung und Vertreter der
deutſch=
ſchen Jugend, die eine ähnliche Uniform wie unſere
des
gend trägt. Dieſe recht anſehnliche Menge erklärt ſich
Meiet
r Tatſache, daß in Kapſtadt und ſeiner näheren
Um=
desM
etwa 3000 Deutſchſtämmige — unter ihnen 400 Reichs=
Mih.
leben. Sofort nach dem Feſtmachen an der Pier
en Hafen entwickelte ſich ein reges Leben an Bord. Es
i möglich, die vielen Fragen nach der Heimat zu beant=
und überall ſtrahlen die Augen, wenn man von der
Rdan
fortſchreitenden Entwicklung auf allen Gebieten und von
cht und Ordnung, die zu Hauſe wieder ihren Einzug
haben, ſpricht.
Programm, das die Deutſche Kolonie für unſeren
alt vorgeſehen hatte, war außerordentlich umfangreich.
cht nur die Deutſchen nahmen ſich unſer an, ſondern auch
der und Afrikaner wetteiferten miteinander und wollten
Schönheiten der Umgebung und der Stadt ſelbſt zeigen.
folgte der Einladung eines afrikaniſchen Farmers.
i wir ſeine Weinplantagen, die Kelterei und das rieſige
us befichtigt hatten, kam natürlich das Geſpräch auch
ſer. Man hört gern zu, wenn von dem neuen
Deutſch=
id ſeinem Führer die Rede iſt, zumal man an dem
und korrekten Auftreten unſerer Männer ſieht, daß doch
anches in dem Staate Adolf Hitlers anders ſein muß,
es ſich bisher vorſtellte. Wir ſchneiden ſolche Geſpräche
ſt an; aber ich glaube, daß wohl niemand unter uns
nicht öfter um Auskunft über all dieſe Dinge gebeten
iſt.
Heiligen Abend kamen vormittags Kinder der deutſchen
in Kapſtadt, in der Vlakte und in Paarl an Bord.
eden mit Kakao und Kuchen bewirtet und dann ſangen
hnachtslieder und trugen vaterländiſche Gedichte vor.
ulen und auch die Kirchen in Kapſtadt und Umgebung
viel für die Erhaltung des Deutſchtums in dieſem
und trotz bitterer Rückſchläge während des Weltkrieges
jetzt wieder in ſteter Aufwärtsentwicklung begriffen.
z. B. die Sankt=Martini=Schule in Kapſtadt die 1933
nriges Jubiläum feiern konnte, bereits wieder 140 Schüler
bſichtigt, demnächſt den Lehrplan bis zu einem Umfang
uen, der etwa unſerer Prima=Reife entſpricht.
ynachten! Man muß ſich an dieſen Gedanken erſt ge=
Die Wärme, unſere weißen Uniformen, fremd klingende
4tt f der Pier, überhaupt das ganze Bild alles will keine
eihnachtsſtimmung aufkommen laſſen. Aber wenn man
Do F
z dem Mittageſſen durch die Decks geht und ſieht, wie
pof Anenbäume geputzt werden, wobei Weihnachtslieder
ge=
verden, wenn man den Leſeraum betritt, wo die vielen
beaut
Füten klargemacht werden und es nach Pfefferkuchen
roane2 R
tigem Weihnachtsgebäck riecht, dann wird die Stimmung
ders.
als wir dann gegen Abend zum Gottesdienſt vor den
Mtät
um auf der Schanz traten, da war es auch bei uns
ſten geworden. Nach dem Wegtreten wurde es ruhig im
Feder ſtand vor ſeinem Gabentiſch, wo die Pakete und
Baere
aus der Heimat von treuen Kameradenhänden
hin=
orden waren. Es iſt eine ſtille Feierſtunde, dieſes
Aus=
er Pakete und das Leſen der Briefe von den Lieben
Die Gedanken eilen zu unſern Eltern, zu unſern Frauen
dern, zu unſeren Geſchwiſtern und Freunden! — Später
Kommandant, begleitet von den nicht zu den Diviſionen
en Offizieren durch das Schiff wir drücken jedem die
id fühlen, daß wir, die wir immer gute Kameraden
anl ei u
eute zu einer Familie zuſammengeſchweißt worden ſind.
Ir lange ſitzen wir noch zuſammen und ſingen und
Mit zu den ſchönſten Erlebniſſen während unſeres
Aufent=
haltes in der Hauptſtadt der Kapprovinz gehörte der Beſuch
einer 100 Mann ſtarken Abordnung in der Vlakte. Früher eine
Sandwüſte, hatten deutſcher Fleiß und deutſche Ausdauer ſie zu
den Obſt= und Gemüſegärten Kapſtadts gemacht. Die Väter der
Vlaktebauern ſtammen meiſt aus der Lüneburger Heide ein
kleiner Teil aber auch aus Weſtfalen, Brandenburg, Thüringen
und Sachſen, woher ſie in einer Stärke von 300 Männern und
Frauen in den Jahren 1878 bis 1886 nach Südafrika
aus=
wanderten. Sie haben alle einfach und beſcheiden angefangen
und leben auch heute noch nicht im Ueberfluß, aber die ſtets
gleichbleibende Abſatzmöglichkeit ihrer Produkte auf dem
Kap=
ſtädter Markt gibt ihnen einen geſicherten Lebensunterhalt. Ihr
Herz hängt an der alten Heimat, ſie haben in allem deutſche
Sitte und Kultur und die deutſche Sprache ſo bewahrt, wie man
es wohl ſehr ſelten findet. Beſondere Verdienſte hat ſich um
dieſen Teil des Auslandsdeutſchtums der Paſtor Mahnke
er=
worben, der ein prächtiger Bauernpfarrer iſt und den ich als
alten Bekannten wieder begrüßen durſte.
Die Tage in Kapſtadt verliefen außerordentlich ſchnell. So
war denn auch das Silveſterfeſt bald herbeigekommen, das alle
dienſtfreien Soldaten im Deutſchen Haus zuſammen mit ihren
Landsleuten verlebten. Um 12 Uhr wurden drei Hurras auf
Vaterland und Führer ausgebracht, und eine Stunde ſpäter
klangen erneut die Gläſer aneinander: jetzt läuten die Glocken
in der Heimat das neue Jahr ein.
In Eaſt London.
Unſer nächſter Hafen war Eaſt London, nur zwei Tage
See=
fahrt entfernt. In den Kapſtadter Aufenthalt waren die
Feier=
tage gefallen, viel Zeit für einen geregelten Dienſtbetrieb war
alſo nicht übrig geblieben. Aber jeder wird ſich vorſtellen können,
daß auf einem Schiff das Monate hindurch ohne Hilfe einer
Werft oder ſonſtiger Reparaturbetriebe fahren ſoll, und das ein
Ausbildungsprogramm von großen Ausmaßen zu erledigen hat,
recht erhebliche Arbeit zu leiſten iſt. So ſetzte der Diviſionsdienſt
auch ſofort nach dem Auslaufen wieder in vollem Umfange ein,
wichtige Inſtandſetzungsarbeiten in der Maſchinenanlage wurden
in Angriff genommen und nachts riefen die Schottendichtglocken
jeden auf ſeine Station.
In Eaſt London und ſeinem Hinterlande leben etwa 4000
bis 5000 Deutſche und Deutſchſtämmige. Meiſt ſind ihre
Vor=
bäter ehemalige Angehörige der Deutſchen Legion, die unter der
Führung des Barons von Sutterheim von den Engländern für
den Krimkrieg angeworben worden waren. Bei ihrem
Ein=
treffen am Boſporus hatten jedoch die Friedensverhandlungen
bereits begonnen und man war froh, daß ſich die Söldner bereit
erklärten, als Siedler nach Südafrika zu gehen. Leider iſt ein
beträchtlicher Teil dieſes Auslandsdeutſchtums verlorengegangen.
Unter den Auswanderern befanden ſich nämlich nur wenige
Frauen und Mädchen, und ſo nahmen ſich die Siedler engliſche
und afrikaniſche Frauen. Da auch die aus dieſen Ehen
hervor=
gegangenen Kinder in nichtdeutſche Familien hineinheirateten,
verſchwand vielfach deutſche Art und Sitte. Es kommt hinzu,
daß dieſe Auswanderer meiſt ſehr arm waren und keine Mittel
für die Unterhaltung deutſcher Privatſchulen aufbringen konnten.
Führende Deutſche, die Kirchen und die NSDAP. geben ſich
aber die größte Mühe, den Untergang aufzuhalten; und auch wir
glauben, unſer Scherflein beigetragen zu haben.
Wie in Kapſtadt, ſo war auch hier der Empfäng durch die
Deutſchen außerordentlich herzlich. Das traf aber auch für die
Afrikaner zu, bei denen der hier lebende Deutſche hohes Anſehen
genießt, weil man ſieht, daß das deutſche Element mit ſeiner
Zielſtrebigkeit, ſeinem Fleiß und ſeiner Kultur für die
Entwick=
lung des Landes wichtig iſt.
„Heute wollen wir einmal über Berlin nach Potsdam
fahren”, ſagte einer der Anweſenden zu mir. Und das iſt hier
tatſächlich möglich: Die Einwanderer haben ſeinerzeit ihren
Dörfern Namen deutſcher Städte gegeben. Nett und gepflegt
ſehen dieſe kleinen Ortſchaften aus, und rings um ſie herum
liegen in hügeliger, mit Buſchwerk bewachſener Landſchaft die
Bauernhöfe der Deutſchen.
Nur zu ſchnell verlief auch hier die Zeit, und unter großer
Teilnahme der Bevölkerung verließ am 12. Januar unſer lieber
Kreuzer „Emden” den Hafen und damit die Südafrikaniſche
Union. Nächſtes Ziel: Porto Amelia in Portugieſiſch=Oſtafrika.
ſtine auf dem ſteinharten Gisſhne landete, brach eine der Schnes=.
kufen.
Mit den Schwimmern war aber ein Start auf dem Eis nicht
möglich. Was konnte man da alſo tun? Der Pilot machte in zwei
Kilometer Entfernung einen See ausfindig, deſſen Eisdecke nicht
ſehr dick war durch irgendwelche beſondere Waſſerumſtände. Nun
machte man ſich daran und ſchleppte das Flugzeug und die Kranke
bis an den See. Hier wurde das Eis mit einem Dutzend
Patro=
nen aufgeſprengt — und in der Fahrrinne gelang es der Maſchine,
mit der Kranken an Bord zu ſtarten ....
mil
Denus von Mnt0 — ganz ſeparal.
(r) Paris. Die mit Leitfäden bewaffneten Neugierigen und
Kunſtfreunde werden in dieſen Tagen vergebens durch den Louvre
irren und nach der berühmten Venus von Milo ſuchen. Die Dame
iſt nämlich nicht zu ſprechen bzw. nicht zu beſichtigen.
Sie zieht nämlich um. Bekanntlich ſtand ſie bisher in einem
Saal mnit vielen anderen Prachtwerken alter Kunſt zuſammen.
Aber die Venus von Milo iſt offenbar hochmütig geworden. Sie
will allein im Mittelpunkt ſtehen. Deshalb gibt man ihr nun
tat=
ſächlich einen eigenen Raum, der außerdem noch auf eine
raffi=
nierte Art und Weiſe beleuchtet wird.
„Venus im Separée” haben die Spötter in Paris geſagt. Jetzt
iſt es bald ſoweit. Sie zieht ja ſchon um. .
Gewinnauszug
5. Klaſſe 44. Preußiſch=Süddeutſche (270. Preuß.) Klaſſen=Lotterte
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
Muif fehe. Runer Iind ue e Folmne.
gefallen, und zwar je einer anf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
17. Ziehungstag
27. Februar 1935
Ein komplizierker Krankenkrauspork.
(n) Moskau. Die Nordmeer=Luftlinie hatte eine
Kurzwel=
len=Nachricht aufgefangen, daß an der Laurent=Bucht in Emma
(d. i. auf der Halbinſel Tſchukotka (Oſtſibirien) eine Frau ſchwer
erkrankt ſei. Man ſchickte ein Flugzeug hin. Aber — als die Ma=
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 10000 M. 96611
2 Gewinne zu 5000 M. 53420
2 Gewinne zu 3000 M. 271871
6 Gewinne zu 2000 M. 18241 18857 359104
9 153794
74162 1468:
48 Gewinne zu 1000 M. 1583 15827 29023
133953 183163 191050 252965 253667 254536 279428 28891
*
324635 366713
87 385682 38791
3 376351 376482 381387 387
106 Gewinne zu 500 9
11474
99 56402
1934
70503 86035 87
13
160 92470 98393 107499
5
11071
12589
137446
17742
82558 188044
89373
191712
92232
BRra.
22893
18338
351268
214
224644 226842 2
ee
37678
237889
285f
87 38
371021
298860
274708 277493
78980
748
2721
3181
3
859 319311 319783 327128 335661 353218 359795 389453
8789
390214
2880 13495 13697
300 M 1741 2442 2947 9584
Gewinn
ne zu
142.
32971
260 25135 27254 27652
29930
31.
3is
34814
44099 44206 448
5 4545
451
O.
2e
778
52888 55
64 G1504 61824 84
P
7787
g5494
6812
32228 74455
322 718
2149
481
783
7814
75
79
89445 8
0280 80819 81652 85493 865‟
35849 8
9248‟
Nu.
93704 98
1041
1.
1o5488
1938
127055
718112g
Kaa
3
158 14050
87520
188
Poch
1581
60789
81807 18208
16317
4219
WSe
3!ſ
37 176366
183
1804
18483
9e
330
21285
3 236071
219620
1 2249
22888
51 237038 240501
245900
48446
2450
244389
249143
Rate
*
G55e
7646
2304
28149e
4670 285625 2903
538 3388
294759
296188 3
02345
305614
39250
68248
319269
308684 31
62 3338
5645 337085
2 35
0118 3
186 349998 350812 358338
45192 348141 344
237
358002
5 369
358456 759885
371543
6381
365001 3669
733
374295
278035 377928 327347
D.
3431
45 3
4 378108 37
8 384856 385740
30
387369 388341 389602 391766 393094 395496 3‟
3212
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 30000 M. 359245
2 Gewinne zu 5000 M. 105708
4 Gewinne zu 3000 M. 25142 359925
14 Gewinne zu 2000 M. 49907 168843 180755 189808 208305
351879 370722
28 Gewinne zu 1000 M 19749 89694 112304 123362 1
A
201535 246992 249957 280295 284844 313062 34526 354436 38088
15601 48264
90 Gewinne zu 50
49740 53340 63848
2o
20‟
68177 75150 794
13188 115
5361. 88154 8
57
122441 126742 134
917
72 155073 15
3 198093 198588
593 243
44 220008
2176 205208
260981 278
288
886860 383814
1674 319772 323790 343366 359921 360884
381625 378778 395
308 Gewinne z
0N., 585 3115 2561 7692 14486 16427 19498
0 24075 243‟
3 32858 36829 40125 40146 4447
223e
21,
58448 6353
317 45885 48333
41 8756
648.
53963
83
13 74403 3
8038 88847
940
82
1678 89
0 96657 101232 10780
81½
17804 11488
2348
119884
21144
11434
Re
3225s
19
13489=
128880
3588
138744 18821
1St.
186584
845=
188187 152008
6469=
3748 155
*
170533 171188 134818 1
34884
8681
199=
R ele
7938 234
303381 208874 769583 21098
23545
3118 23.
33 346871 245988 548598
241999 246024
3554
49896 25
260482 262183 2647
741
70204
76801
15 279888
2945:
287 28
518
3638
6 296544 2983
413
367788 30
8394 369887
787
1241
3 313809
4678 3188
g5 333308 3
217297
56 39
2636
194 338919 344805
V
Rös
345219 351881
5875
158918 38089
356744
368086 369833
S7o685 374190 378458 378878 385017 385242 391388 398128
20 Tagesprämien.
Auf fede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu ſe 1000 RM
gefallen, und zwar fe eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
19431 30102 63643
3i2460 399178
85047 184954 203501 270833 296289
Srtäbrrbmolſtoolgalstontit Oiet
er
können Sie dann mit Stolz ſagen:
„Ich beſitze einen Opel!”
oder müſſen Sie denken:
„Hätte ich doch auch einen Opel!"
A
Einen Ovelwagen zu beſitzen legt Zeugnis ab von wirſchaftlichem gleichgültig ob Sie ein Volautomobil zum vohstümlichen Preis von
Denken, techniſchem Verſtändnis, gutem Geſchmack und praktiſcher RMI850.-, einen Sechszylinder für RIN 3600.-oder einen Sechsſitzer für
Anel-Nrogromms, deſſen Richtigteit erwieſen iſt durch die Zufrieden= einzelnen Uagen, unter denen Sie 1922 wpählen Känpen, 2u beginnen?
heit der Hunderttauſende von Opel=Beſitzern. Die jahrelange Erfahrung
Im Bau der kerngeſunden Konſtruktion, die jeden Wagen der
verſchie=
beßenOvelPreisklaſſen auszeichnet ſichertdueErtillungallerAnſpriche. DAAA
A.
Lebenseinſtellung. Denn ehrlicher Gegenwert, ausgeglichene Konſtruk- RM 5000.- wählen. Opel iſt der geſunde Maßſtab für Automobilwerte
fion und unbedingte zuverläſſgkeit ſind ſeit ſeher die fundamente des Mſt es da nicht ichig- beim Opel-Händler mit dem Dergleichen der
der Zuverläſſige
[ ← ][ ][ → ]Seite 10 — Nr. 60
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 1. März 193
Oſtpreußens Fliegerhandwerker ſiegken im Wekkbewerb.
Der erſte deutſche Fliegerhandwerker=Wettbewerb endete mit einem Siege der Oſtpreußen. Im
Handwerkerkammergebäude zu Berlin wurde am Montagabend den Siegern der Ehren= und
Wan=
derpreis des Reichsminiſters für Luftfahrt, General Göring, eine kunſtvolle Truhe, überreicht.
Unſer Bild zeigt die Sieger und links den Präſidenten des Deutſchen Luftſportverbandes, Loerzer.
Rechts ſteht Reichshandwerksmeiſter Schmidt (in Zivil) und Fliegervizechef Wever.
Reich und Ausland.
Nächklicher Beſuch des Führers
auf der Aukomobil=Ausſtellung.
Berlin. Mittwoch abend, gegen 9 Uhr,
be=
ſuchte der Führer überraſchend die
Automobilaus=
ſtellung am Kaiſerdamm. Der Führer, der bereits
am Tage der Eröffnung die Ausſtellung in einem
dreiſtündigen Rundgang beſichtigt hatte, war
ge=
kommen, um ſich nochmals in aller Ruhe einen
Ueberblick über die Leiſtungen der deutſchen
Kraft=
fahrzeuginduſtrie zu verſchaffen. Die ſchon
verdun=
kelten Hallen erſtrahlten wieder im hellſten Licht,
und es bot ſich das eindrucksvolle Bild dieſer
Aus=
ſtellung, die bisher ihresgleichen noch nicht
gefun=
den hat. Der Führer, nur begleitet von Direktor
Werlin und Oberingenieur Schirz, widmete ſein
Intereſſe zunächſt der Ehrenhalle, die einen
knap=
ven Ueberblick über die Leiſtungen der deutſchen
Kraftfahrzeuginduſtrie gibt. Dieſe
Zuſammenſtel=
lung der Ehrenhalle fand den beſonderen Beifall
des Führers. Sodann ſuchte der Führer die
Stände der einzelnen Firmen auf und
unter=
richtete ſich über Qualität und Preis der
ausge=
ſtellten Fahrzeuge, wobei er wiederholt ſeine
An=
erkennung ausſprach. Ebenſo erweckte die Halle
der Laſtwageninduſtrie großes Intereſſe. Auch über
die Ausſtellungstechnik ſprach ſich der Führer
lo=
bend auf. Drei Stunden verweilte der Führer in
der Ausſtellung.
Autos und Motorräder werden verſchenkt.
Berlin. Der Reichsverband der
Automobil=
induſtrie, e. V., hat, um den Beſuch der
Automo=
bilausſtellung noch reizvoller zu geſtalten,
fol=
gende Preiſe geſtiftet: Für den 700 000. Beſucher
ein Triumph=Motorrad, für den 800 000. Beſucher
ein Zündapp=Seitenwagengeſpann, für den 900 000.
Beſucher einen DKW.=Meiſterkkaſſe, für den
1000 000. Beſucher eine Mercedes=Limouſine. Die
Ermittlung der Preisträger geſchieht durch die
automatiſchen Zählwerke an den Halleneingängen.
Ferner hat Korpsführer Hühnlein zwei Preiſe,
nämlich eine Sondermaſchine und ein
Beiwagen=
geſpann für NSKK.=Männer geſtiftet, die die
Automobilausſtellung beſuchen. Ueber die
Vertei=
lung dieſer Preiſe wird durch den Rundfunk noch
Näheres bekanntgegeben.
Schiffs-„Rieſen” auf der Spree.
Die Skahue Tukanchamons rekonſtruierl
In dem berühmten Grabe Tutanchamons in
Aegypten, deſſen Entdeckung im Jahre 1922 ſo
gewaltiges Aufſehen erregte, fand man auch eine
faſt ſechs Meter hohe Statue des Königs
Tutan=
chamons. Dieſe Statue war nach dem Kairo=
Muſeum zu Chicago gebracht worden, wo man
ſich bemühte, ſie zu rekonſtruieren. Nach
jahre=
langer Arbeit iſt dies nunmehr gelungen. Man
ſieht hier links die Statue im urſprünglichen und
rechts im rekonſtruierten Zuſtand.
Der Höfeld=Prozeß.
Fehlgriffe erklären ſich aus ihrer Pubertä.
der ſie allein ſtand, ohne daß jemand fü
Verhandlungskag.
ſorgte. Hilde iſt ſicherlich die Perſon, die
Frankfurt a. M. Am 6. Verhandlungstag
wurde zunächſt eine Aſſiſtenzärztin des
Städti=
ſchen Krankenhauſes vernommen, die am 6.
De=
zember die eingelieferte Hilde behandelte. Die
Zeugin ſagt, daß das Mädchen für ſein Alter
außerordentlich kräftig entwickelt, geiſtig aber
nur mittel begabt ſei. Hilde hatte auf dem
Rücken, am Hals und an den Beinen Striemen.
Ein Teil war ſchorfig. Die Patientin litt an
einer leichten Rippenfellentzündung. Aus dem
Befund ſchließt die Zeugin, daß Hilde im Waſſer
gelegen hat. Hilde iſt noch unberührt.
Es erſtattet dann Gerichtsarzt Profeſſor Dr.
Hey ein Gutachten. Bei dem Angeklagten Höfeld
kommen neben erblicher Belaſtung auch die
äußeren Verhältniſſe in Betracht. Er ſtammt
von einem jährzornigen Vater, der ſeine Kinder
und den Angeklagten beſonders viel ſchlug. Die
Mutter war eine leicht erregbare Frau. Ein
Großvater endete durch Selbſtmord. In der
Ver=
wandtſchaft väterlicherſeits gab es mehrere
Lun=
genleidende. Der Angeklagte hat ein
ausge=
ſprochenes Geltungsbedürfnis, iſt egoiſtiſch
ein=
geſtellt, innerlich ſich ſelbſt unſicher und hat
Nei=
gung zu Verſchrobenheiten. In ſeinem
Familien=
leben zeigen ſich dieſelben Sonderheiten. Die Art
der Mißhandlungen deutet auf kaltes,
raffinier=
tes Handeln. Das Haus Höfeld war erfüllt mit
Unwahrhaftigkeit, Ehebrüchen uſw., und daraus
wird manches erklärlich. So ſchwierig die
Ge=
ſamtperſönlichkeit Höfelds zu beurteilen iſt, ſo
verhältnismäßig einfach liegen die Dinge bei
Frau Höfeld. Bei ihr ſtehen im Vordergrund
ihre ſexuelle Triebhaftigkeit, Verwahrloſung und
Haltloſigkeit. Die beiden Schweſtern ſind pſychiſch
genau das Gegenteil voneinander. Die Minna
iſt äußerlich kühl und beherrſcht, hat aber
trotz=
dem ein ſtarkes Innenleben. Sie beſitzt aber nicht
die Fähigkeit, ſich nach außen anzuvertrauen. Aus
dem Innenleben ergeben ſich Sonderheiten, die
vielleicht etwas abſtoßend wirken. Die Hilde iſt
dagegen ein weiches und anſchmiegſames,
trieb=
haftes Mädchen. Die kleinen von ihr begangenen
ſehbarer Zeit die Ereigniſſe aus ihrer E
rung drängen wird. Höfeld iſt ein ausgeſp
degenerativer Pſychopath, der weder geiſtes
noch vermindert zurechnungsfähig iſt. Au
züglich der Frau Höfeld kommen die V
ſetzungen des § 51 des StrGB. nicht in Be
Bei Minna liegen die Vorausſetzungen de
des Jugendgerichtsgeſetzes nicht vor.
Als nächſter Zeuge wird Landgerichtsrat
vernommen, der die Vorunterſuchung führt
ſich bemühte, die Beweggründe aufzudecken.
ſchwerſten war zu ergründen: Wie kam die
ter dazu. Er ſagte ſich, ſie hat das aus
egoiſtiſchen Gründen gemacht.
Es wird dann von dem Verteidiger H
Rechtsanwalt Dr. Eberhardt, ein
Lokal=
beantragt. Er begründet dieſen Antrag m
angeblichen Widerſprüchen in den Bekund
der Hilde Höfeld. Zu dem Lokaltermin ſ=
Sachverſtändiger der Obermeiſter der S
und Fiſcherzunft zugezogen werden. Der
diger betonte noch, daß bei der herrſchender
mung die Hilde unmöglich ſo ſchwimmen
wie ſie es getan haben will.
Der Vorſitzende fragt die Hilde nochmal
dringlich, ob ſich alles ſo zugetragen hat,
erzählt habe. Sie erwidert: Ich bleibe dabe
ich geſtern ſagte. Sie wird dann weiter
und fängt an zu weinen. Sie meint dann
ſoll ich darauf kommen, etwas Falſches zu
Ich habe durchgekämpft, bis ich ans Land
Der Vorſitzende wirft die Frage auf,
der Urteilsfindung überhaupt die Ausſag
Hilde gebraucht werden würde, und ob es
genüge, das zu verwerten, was man gehört
Der Verteidiger Höfelds meint noch: ein
ſiſche Einwirkung würde nicht vorgelegen
wenn Hilde gegangen ſei und dann das
habe. (Die Verteidigung vermutet nämlie
Hilde gar nicht in den Main geſprungen ſe
ſich nur am Ufer naß gemacht habe.)
Das Gericht zog ſich dann zur Beratun
die geſtellten Anträge zurück.
Freilag großer Tag der Hitler=Jugend.
Berlin. Die Internationale Automobil=
und Motorrad=Ausſtellung Berlin veranſtaltet am
Freitag, 1. März, einen großen Hitlerjugendtag.
Sämtlichen Organiſationen der HJ. und des
Jungvolkes wird mit Rückſicht auf die in den
Schulen ſtattfindenden Saarkundgebungen ab
11.30 Uhr bis 16 Uhr unter Führung der
Orga=
niſationsleiter freier Eintritt gewährt.
Die Berliner Wohlſahrks=Kommiſſion
findek einen Goldſchaß.
Berlin. In der Wohnung einer
achtzigjäh=
rigen Invalidenrentnerin, im Verwaltungsbezirk
Kreuzberg, machte die Wohlfahrtskommiſſion, wie
der „Berliner Lokalanzeiger” berichtet, eine
merk=
würdige Entdeckung. In der völlig verwahrloſten
Wohnung fand ſie neben zahlreichen alten
Mün=
zen, Geldſcheinen aus der Inflations= und
Kriegs=
zeit, ſowie alten Silbermarkſtücken 129
Gold=
münzen zu 20 Mk. und 23 Goldmünzen zu 10 Mk.
Das ſind allein 2810 Mark in Gold nach dem
da=
maligen Nennwert. Die Rentnerin war wegen
eines Unfalles ins Krankenhaus eingeliefert
wor=
den, und die Wohlfahrtskommiſſion hatte ſich in
die Wohnung der Frau begeben, um das Mobiliar
ſicherzuſtellen. Dabei fand man unter Lumpen und
Papier die Geldſcheine und Münzen.
Drei Bergleuke verſchükkel.
Nach 14 Stunden lebend geborgen.
Zur Waſſerſport=Ausſtellung,; die in Kürze am
Kaiſerdamm in Berlin eröffnet wird, trafen
ſo=
eben die bedeutendſten Großſchiffe Deutſchlands
ein. Sie fuhren von ihrem Heimathafen
Pots=
dam nach Berlin, wo ſie verladen und nach der
Ausſtellung gebracht wurden. Allerdings
han=
delte es ſich hier nur um die Modelle der ſtolzen
Schiffe, die von der Schiffsmodellbauſchule in
Potsdam zur Verfügung geſtellt wurden. Man
ſieht einen Teil der Modellflotte am
Charlotten=
burger Ufer in Berlin.
Bochum. Auf einer Schachtanlage der
Ge=
werkſchaft „Vereinigte Konſtantin der Große‟
wurden drei Bergleute durch Steinſchlag in einem
Streb eingeſchloſſen. Nach mühevollen
Aufräu=
mungsarbeiten konnte ſchließlich eine Verbindung
mit den Verſchütteten durch Klopfzeichen
herge=
ſtellt werden. Später gaben die eingeſchloſſenen
Knappen durch ein von außen eingeführtes Rohr
zu erkennen, daß ſie lebten. Erſt nach 14 Stunden
gelang es den unermüdlichen Bemühungen der
Arbeitskameraden und Rettungsmannſchaften, die
eingeſchloſſenen Bergleute unverſehrt, wenn auch
in ſtark erſchöpftem Zuſtand, zu bergen.
Hinrichtung eines Mörders.
Wuppertal=Elberfeld. Am 28. Febr.
iſt in Wuppertal=Elberfeld der 32 Jahre alte
Paul Höffgen hingerichtet worden. Höffgen hatte
einen 73jährigen Gaſtwirt, bei dem er viel Geld
vermutete, nach einem brutalen Kampf erſchlagen
und war deshalb zum Tode verurteilt worden.
Von dem Begnadigungsrecht iſt kein Gebrauch
ge=
macht worden, weil die Tat den ſchon mehrfach
vorbeſtraften Höffgen als einen gefühlloſen,
ge=
fährlichen Verbrecher kennzeichnete.
Weitere Banknoten aus dem Lindbergh=Löſegeld
gefunden.
London. Einer New Yorker Meldung
zu=
folge ſind am letzten Wochenende zwei Banknoten
aus dem Lindbergh=Löſegeld, im Betrage von 10
und 20 Dollar, im Verkehr aufgetaucht. Sie
wur=
den im Büro der amerikaniſchen
Luftverkehrs=
geſellſchaft in Boſton eingezahlt. Die Polizei lehnt
eine Mitteilung über die Perſönlichkeit des
Ein=
zahlers ab. Gerüchtweiſe wurde ſchon wiederholt
gemeldet, daß insgeſamt 850 Dollar des
Löſegel=
des in und bei Boſton, teils für Eiſenbahn= und
teils für Flugfahrkarten in Umlauf gebracht
wurden.
Die New Yorker Gangſter=Lotterie.
New York. Die Unterſuchung der Lotterie
des berüchtigten New Yorker Gangſters und
Schmugglers Dutſchultz ergab noch größere
Ge=
winnzahlen des verbotenen Glückſpielbetriebes als
bisher angenommen. Hiernach verſpielte die New
Yorker Bevölkerung im Jahre 1934 eine halbe
Milliarde Dollar, wovon dem Dutſchultz und
ſeinen Helfern, etwa 350 kleinen Bankiers, 100
Millionen Reingewinn zufloſſen. Die
Wochenein=
nahme erreichte zuweilen 10 Millionen. Die
Polizeibehörde iſt jetzt dabei, eine Unterſuchung
darüber einzuleiten, wie es möglich war, daß
Dut=
ſchultz dieſen rieſigen Lotteriebetrieb leiten konnte,
während er überall polizeilich geſucht wurde.
Der Scheich als Frauenräubet
Der arabiſche Scheich Quali Brouri B
dullah traf in Paris ſeinen alten Freun
Zechkumpanen. Ali Mohamed. Ben Senu
dort ſchon ſeit längerer Zeit mit einer
ordentlich ſchönen Franzöſin verheiratet iſt
Freude des Wiederſehens war groß und m
ſchloß, dieſes Ereignis in einem Boulevau
mit einigen Coctails fleißig zu feiern.
getan. Alsbald ging die Stimmung höhe
nun ſchlug der Scheich ſeinem Freunde vo
ſeine Frau für 500 Francs zu verkaufen.
Ali weigerte ſich. Da machte der temper
volle Scheich kurzen Prozeß, ergriff die
hübſche Frau einfach am Handgelenk und
mit ihr über die Boulevards zu entfliehen
Kaufſumme ließ er „ordnungsgemäß” au
Marmortiſch liegen. Ali aber ſchlug mä.
Lärm, und bald hatten die Polizeimänn
fliehenden Scheich eingeholt. Der Wüſte
war empört über das Verhalten und die
miſchung” der Beamten und erklärte unt
rigem Händefuchteln, daß ihm ſo etwas in
ganzen Praxis als Scheich noch nicht vor
men ſei. In der Aufregung des Gefechts
ſich dabei eine ganze Serie gröblicher Be
beleidigungen zuſchulden kommen, und nun
er verhaftet. Freund Ali ſeinerſeits hält 1
Francs zur Verfügung des unglücklichen 9
räubers, der die Wüſtenverhältniſſe auch (
Pariſer Boulevards übertragen wollte.
Rieſige Unwetterſchäden auf Hawai.
Honolulu. Schwere Gewitterſtürm
Hagelſchlag verurſachten auf Hawai Ueber)
mungen von großem Ausmaß. Der Scha
den Zuckerplantagen iſt ungeheuer. Brücke
Stromleitungen wurden weggeriſſen. Nae
bisher vorliegenden Meldungen, ſind vier
ſchen ums Leben gekommen.
Erzbiſchof ſegnek die Ziſcherflokke vor der Ausfahrl.
Bevor die Fiſcherflotte in St. Malo an der nordfranzöſiſchen Küſte ihre jährlichen Ausſch..
ginnt, wird ſie nach altem Brauch von dem Erzbiſchof von Rennes feierlich geſegnet. Auſ.."
links ſieht man einen Teil der feſtlich geſchmückten Schiffe im Hafen von St. Malo. Das Di
zeigt die Prozeſſion der Fiſcher, bei der das Modell eines Seglers mitgeführt De
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
itag, 1. März 1935
Nr. 60 — Seite 11.
SlTrbab Togtt
Der Sport des Sonntags.
eidier
A.
FB.=Bundespokal=Vorſchlußrunde.
n deutſchen Sport wird es am kommenden Sonntag nach
„ Zeit wieder einmal etwas ruhiger zugehen, d. h. die Zahl
ds geſetzten Veranſtaltungen iſt kleiner als an den vergangenen
Großkampftagen. Dem ſportlichen Wert nach gemeſſen gibt
rdings auch diesmal eine Reihe von Wettbewerben, die
Beachtung beanſpruchen dürfen. — Im
Fußball
Fo1
die Vorſchlußrunde um den DFB.=Bundespokal folgende
igen:
Brandenburg — Baden in Berlin,
Nordmark — Mitte in Hamburg.
isſichten des Gaues Baden, als letzter ſüddeutſcher Gau im
bleiben zu können, ſtehen beim Kampf im Berliner
Poſt=
gegen Brandenburg nicht gerade roſig. Immerhin bürgt
gae Spielſtärke der Badener dafür, daß der Ausgang des
gegen die zu Hauſe immer elanvoll kämpfenden
Reichs=
idter als offen angeſehen werden muß. Im Spiel des
Nordmark gegen den Gau Mitte wird natürlich der
Vor=
heimiſchen Umgebung viel für die Elf der Nordmark
hen. Der Gau Mitte wird in Hamburg kaum zum Erfolg
können. Ein Sieg des Gaues Mitte würde jedenfalls
oße Ueberraſchung bedeuten.
ei Repräſentativſpiele, das internationale Treffen in
orf zwiſchen Weſtdeutſchland und Oſtholland
fr Gaukampf in Köln zwiſchen Mittelrhein und
rſachſen, geben dem Fußball=Programm des
Sonn=
ie beſondere Würze. Weſtdeutſchland und Oſtholland ſtehen
25. Male gegenüber. Beide Mannſchaften ſind ſehr
ge=
ufgeſtellt, ſo daß es einen ſpannenden Kampf geben
den u. E. die Weſtdeutſchen für ſich entſcheiden ſollten.
Spiel in Köln iſt eine Vorausſage, nicht zu geben, der
iſt offen.
der ſüd= und ſüdweſtdeutſchen Fußball=Meiſterſchaft rührt
gar nichts. In den ſechs Gauen werden insgeſamt nur
jiele ausgetragen, wobei Württemberg, Bayern und A
ganz ſpielfrei ſind. Im Gau Südweſt wird der FSV.
rt am „Bornheimer Hang” wohl dafür ſorgen, daß der
offnungsſchimmer des FK. Pirmaſens auf die
Meiſter=
erloren geht. Aller Vorausſicht nach wird der Gau Süd=
Sonntag in Phönix Ludwigshafen ſeinen Meiſter krönen
Im Gau Baden haben die zwei Treffen Karlsruger
ſnt
1. FC. Pforzheim und Germania Karlsdorf — FC. 08
en Ein
im keine Bedeutung für die Tabelle mehr, da für die
t ein
chaft andere Vereine in Frage kommen und die
Abſtiegs=
firat
reits geregelt iſt. Die beiden Abſtiegskandidaten
Mann=
roß und 2
und Germania Karlsdorf ſpielen in Karlsdorf gegen=
und dabei iſt es leicht möglich, daß den Karlsdorfern
r Sieg gelingt. Im Gau Nordheſſen ſteigen zwei
Abſtiegstreffen. Langenſelbold muß auf eigenem Platz
ſchlagen, wenn es noch Hoffnung auf Rettung haben
Kurheſſen Kaſſel kann ſich durch einen Sieg über Sport
n Sicherheit bringen. Sport würde in dieſem Falle
g zum Abſtieg verurteilt ſein. Sonſt ſpielen noch Heſſen
Spielverein Kaſſel.
der Zahl der Freundſchaftstreffen greifen wir heraus:
gelent
ia Worms —
VfR. Mannheim. Hamborn 07
VfB.
t.
SVgg. Leipzig — SVgg. Fürth. Phönix Ludwigs=
Olympique Lille, Kölner CfR. —
VfB. Stuttgart
ig), FC. Mülhauſen (Elſaß) — Ulm 94. Außerdem ſteigt
te Runde um den Deutſchen Vereinspokal. — Im
Handball
Meiſterſchaftsprogramm ebenfalls etwas ſchmal
ausgefal=
rklärte
ſpielen in den einzelnen Gauen: Südweſt: SV. Wies=
Pfalz Ludwigshafen, TV. Haßloch — Polizei
tadt.
Im
Winterſport
Eeille Augen zu den Holmenkol=Rennen bei Oslo. Am
ſoll der große Spezialſprunglauf durchgeführt werden.
en deutſchen Springer werden natürlich mit dabei ſein,
hoffen, daß einer von ihnen einen der vorderen Plätze
Uniſe
kann. In
Deutſchland wollen natürlich die Winter=
4 den „letzten Schnee” noch voll und ganz ausnützen. Es
r eine Unzahl von Veranſtaltungen vorgeſehen.
auf Hw
Im Radſport
Ba r
tſchland nur eine WHW.=Veranſtaltung aufzuweiſen, und
Samstag abend in Berlin. Bei den Bahnrennen im
laſt dürfte der Start von Albert Richter=Köln ein be=
Anziehungspunkt ſein. Mit dieſen Bahnrennen wird
ig die Berliner Winter=Radſportzeit abgeſchloſſen,
Tennis.
Reihe der Riviera=Turniere wird mit dem Turnier um
kler= und Beaumont=Pokal in Monte Carlo fortgeſetzt.
utſcher Meiſter von Cramm iſt mit von der Partie. Der
Tennisbund hält ſeine Mitgliederverſammlung in
ab.
Schwimmen.
Magdeburger SV. von 1896 veranſtaltet am Samstag
ntag ein großes Nationales Schwimmfeſt, zu dem von den
deutſchen Vereinen aus Berlin, Frankfurt a. M., Gera.
1Idt, Leipzig und Magdeburg rund 160 Meldungen
abge=
urden. Im Mittelpunkt der Veranſtaltung ſteht ein
Klub=
zwiſchen dem Bremiſchen SV., dem SC. 1889 Berlin
Magdeburger SV. von 1896.
Verſchiedenes.
Deutſche Turnerſchaft hält in Hamburg eine
tetagung ab.
Ravensberglauf wird am Sonntag zum fünften
rchgeführt. Er erhält durch den Start verſchiedener
deut=
rrathonläufer eine beſondere Bedeutung.
inn der Arbeitstagung des J.9.C.
M
von der Eröffnung der Tagung des Internationalen
hen Komitees wurde auch vom erſten Arbeitstag am
im Deutſchen Rundfunk ein Bericht aus Oslo über=
Die Vertreter der drei Länder, die ſich um die Olym=
Spiele 1940 bewerben, der Japaner, der Italiener und
nte, haben auf dieſer Sitzung das Wort ergriffen. Es
in Communiqus ausgegeben, in dem die Beſchlüſſe des
5 zum Ausdruck kommen, den Amateurgedanken im olym=
Sport mit allem Nachdruck durchzuſetzen. Für die Olym=
Spiele 1936 wurde die Beſtimmung getroffen, daß auch
allmannſchaften ſich aus Amateuren zuſammenſetzen ſollen.
ndſatz: „Das Spigl um des Siveles willen” wurde
aus=
hervorgehoben. Der Präſident der Olympiſchen Winter=
36. Dr. Karl Ritter von Halt, ſprach über die
Erfah=
von Garmiſch=Partenkirchen. „Deutſchland wird bemüht
ſchloß er ſeine Ausführungen, „alle Nationen, die 1936
kympiſchen Spielen kommen, in jeder Richtung
zufrieden=
damit die Spiele ein großer Erfolg für die olympiſche
Tden‟ Der japaniſche Olympigkämpfer Duruoka richtete
SS Grußes an die deutſchen Rundfunkhörer, in denen er
freundſchaftlichen Beziehungen zwiſchen der deutſchen und
niſchen Sportjugend hinwies und den lebhaften Wunſch
SDruck brachte, daß die deutſchen Sportsleute bald zu den
chen Spielen nach Tokio kommen werden
Zußball= Lokalkampf am Böllenfalltor.
SV. 98 Darmſtadt — Polizei Darmſtadt.
Selten hatte ein Spiel zwiſchen den beiden Ortsrivalen
größere Bedeutung als das am nächſten Sonntag ſtattfindende.
Polizei, die am letzten Sonntag durch einen Sieg über Egelsbach
die Tabellenführung übernahm, benötigt noch zwei Punkte zur
endgültigen Sicherung der Meiſterſchaft. Wird man am nächſten
Sonntag nach dem Spiel den alten Meiſter als neuen Meiſter
be=
glückwünſchen können? Das iſt die Frage, die beide
Mannſchaf=
ten am Sonntag zu beantworten haben. Polizei wird gewiß alles
einſetzen, aber auch die „Lilien” ſind dafür bekannt, daß ſie im
Kampf gegen gute Gegner oft ihr normales Können überboten
haben. Das bewieſen ſie in vielen Freundſchaftsſpielen im vorigen
Sommer, wo gute und beſte Gauligavereine am Böllenfalltor nicht
ungerupft den Heimweg antreten konnten. Auch im Vorſpiel auf
dem Exert lieferten ſie den Poliziſten einen heldenhaften Kampf,
der nach dramatiſch verlaufenen Schlußminuten ein
unentſchie=
denes Ende nahm. Jedenfalls waren die 98er die einzigen, die
den Poliziſten auf dem Exert einen Punkt entführten. Alles in
allem, es wird ein großer Kampf vor den Augen vieler abrollen.
Hoffen wir, daß er ritterlich und fair verläuft. Dem Beſſeren
aber ſoll der Sieg zufallen. Vorher treffen die beiden
Reſerve=
mannſchaften aufeinander. Wollen die 98er weiter die Tabelle
an=
führen, dann müſſen ſie auch dieſes Spiel ſiegreich beenden.
Um 11 Uhr auf der Rennbahn:
TG. Beſſungen — TG. Sprendlingen.
Die alte Radrennbahn dürfte bei dieſem Treffen ſeit längerer
Zeit wieder einmal im Zeichen eines Groß=Kampfes ſtehen, da
der Sieger den zweiten Tabellenplatz einnimmt Beſſungen, das
auf eigenem Gelände noch kein Spiel verloren hat, wird
wiede=
rum alles dranſetzen, um ungeſchlagen das Feld zu verlaſſen, muß
es doch verſuchen, die im Vorſpiel erlittene Niederlage
wettzu=
machen. Die Gäſte, in Darmſtadt nicht unbekannt, nehmen von
Sonntag zu Sonntag eine ſteigendere Form an, und nur durch
großes Pech waren ſie dazu verurteilt, vor drei Wochen auf dem
Merck=Sportplatz mit einer knappen Niederlage die Punkte
ein=
zubüßen, Beſſungen mit Schmidt 1; Weitzel Gimbel; Schmidt II.
Ott. Schmidt III: Groſſard, Preſch, Dony, Minze, Berth iſt ſich der
Bedeutung voll bewußt und wird dem Gaſt einen zähen
Wider=
ſtand entgegenſtellen. Ein harter Kampf iſt zu erwarten, dem wir
einen regelſicheren Schiedsrichter wünſchen. Drum am Sonntag
11 Uhr alles zur Rennbahn. — Vorher 9.15 Uhr: 2. Manſchaften;
12.30 Uhr: Junioren — Junioren Viktoria Greisheim.
TV. Zwingenberg—TSG. 46 Darmſtadt.
Die 1. Mannſchaft der 46er hat am kommenden Sonntag in
Zwingenberg das fällige Pokalſpiel auszutragen. Die
Darm=
ſtädter werden dort auf einen heftigen Widerſtand ſtoßen, denn
die Platzmannſchaft wird unter allen Umſtänden verſuchen, nach
der Ausſchaltung des Riedzweiten, Heppenheim auch den Zweiten
der zweiten Gruppe aus dem Rennen zu werfen. Beide
Mann=
ſchaften ſtehen ſich zum erſten Male gegenüber, und man darf
an=
nehmen, daß das Sportpublikum von Zwingenberg einen ſchönen
Kampf miterleben darf. Abfahrt der Mannſchaft ab
Hauptbahn=
hof 1.15 Uhr.
Die unteren Mannſchaften der 46er ſind ſämtlich an dieſem
Tage ſpielfrei. Die Jugendmannſchaft hat vormittags auf dem
Stadion gegen SV. 98 anzutreten. Während die 1. Schüler
eben=
falls vormittags in Roßdorf ſpielen, erwarten die 2.
Schüler die
gleiche Mannſchaft von 98 an der Rheinallee um 11 Uhr.
Olympia=Prüfungsſchwimmen
am 10. März in Darmſtadk.
Das Olympia=Prüfungs=Schwimmen der fünf Gaue 12, 13,
14, 15 und 16 des Arbeitsgebietes Süd, das am 10. März vom
Fachamt Schwimmen der Ortsgruppe Darmſtadt des Deutſchen
Reichsbundes für Leibesübungen im Darmſtädter Hallenbad
durchgeführt wird, gehört zu den großen
Vorbereitungsveranſtal=
tungen des Deutſchen Schwimmſports für die olympiſchen Spiele
1936 in Berlin. Der geſamte deutſche Sport unter der kraftvollen
Führung des Reichsſportführers von Tſchammer und Oſten ſteht
ſeit Monaten mitten drin in der gewaltigen Vorbereitungsarbeit
für dieſes größte aller, ſportlichen Ereigniſſe, das jemals auf
deutſchem Boden ausgetragen werden wird. Deutſchlands
Schwimmſport marſchiert in dieſer Arbeit mit an der Spitze, um
bei den großen Kämpfen der Jugend der ganzen Welt auf dem
Reichsſportfeld in Berlin gegen die übermächtige Konkurrenz,
vornehmlich der Japaner und Amerikaner, ein ernſtes Wort
mit=
reden zu können.
Die wichtigſten Markſteine in dieſer Vorbereitungsarbeit ſind
die Olympia=Prüfungs=Schwimmen, wie ſie nun ſeit Monaten in
ganz Deutſchland durchgeführt werden. Dieſe Veranſtaltungen
werden zuerſt in jedem der 16 Gaue aufgezogen, um der großen
Maſſe der veranlagten Schwimmer Gelegenheit zu geben, ihr
Können unter Beweis zu ſtellen und vor allem den maßgebenden
Stellen die Möglichkeit zu bieten, die Spreu vom Weizen zu
ſondern. Den zweiten Teil dieſer Vorbereitungsarbeit bilden dann
die ſogenannten Gebiets=Olympia=Prüfungs=Schwimmen, auf
denen die Beſten verſchiedener Gaue zum Kampf zuſammengezogen
werden. Insgeſamt wurden fünf ſolcher Arbeitsgebiete geſchaffen,
von denen das Arbeitsgebiet Süd. dem Darmſtadt angehört, die
Gaue 12 (Nordheſſen), 13 (Südweſt), 14 (Baden), 15 (
Württem=
berg) und 16 (Bayern) umfaßt. Nach Abſchluß dieſer
Gebiets=
kämpfe werden die beſten Schwimmerinnen und Schwimmer ganz
Deutſchlands, dann zu einem Reichs=Olympia=Prüfungs=
Schwim=
men zuſammengefaßt, das in dieſem Jahre am 16. und 17. März
in Düſſeldorf zur Durchführung gelangt.
Dieſe Art der Vorbereitungsarbeit hat ſich ſchon im
vergan=
genen Jahre ausgezeichnet bewährt und wurde deshalb dieſes
Jahr in verſtärktem Maße fortgeſetzt. Der gewaltige Aufſchwung
des deutſchen Schwimmſports, der im vorigen Jahre ſeinen
ſinn=
fälligſten Ausdruck durch den großartigen Erfolg bei den
Eurova=
meiſterſchaften in Magdeburg fand, iſt nicht zuletzt auf dieſe
ſyſte=
matiſche Vorbereitungsarbeit des deutſchen Schwimmſports
zurük=
zuführen.
Es braucht daher eigentlich nicht mehr beſonders
hervorge=
hoben zu werden, daß den Kämpfen am 10. März in Darmſtadt
eine ganz beſondere Bedeutung zukommt. Die Darmſtädter
Ver=
anſtaltung, die im Gebiet Süd den Auftakt zu den Düſſeldorfer
Kämpfen bildet, wird die Beſten der fünf Gaue zu herrlichen
Kämpfen zuſammenführen und ſich würdig einreihen in die
ge=
waltige und ſchöne Arbeit des deutſchen Sport, die da heißt:
Olympiavorbereitung.
Gjöslin, einer der rund 130 Norweger, die den 50=
Kilo=
meter=Dauerlauf in Holmenkollen beſtritten, trud in 3:43.47 Std.
den Sieg davon vor ſeinen Landsleuten Johnſen (3:44,13) und
Samuelshaug (3:44.25). Guſtavsſon=Schweden wurde als beſter
der 12 Ausländer Vierter, der Finne Lappalainen Siebter. Von
den ſechs Deutſchen belegte Herbert Leupold als 25. den beſten
Platz. Ponn wurde 54., Dr. Ziegler 73. und Rieke 77. Wörndle
und Zeller gaben auf.
Polniſcher Skimeiſter wurde in Zakopane der
ein=
heimiſche Maruſarcz. Im Spezialſprunglauf belegte er mit
zwei=
mal 71 Meter den zweiten Platz hinter dem Norweger Anderſen,
der nach 69 Meter im erſten Gang mit 76 Meter einen neuen
Schanzenrekord aufſtellte.
Eine neue Tennishoffnung iſt in Frankreich
aufge=
taucht, Pelizza. Beim Juniorenturnier in Paris gewann Pelizza
alle drei von ihm beſtrittenen Wettbewerbe.
Die kleine Sporkpreisfrage
iſt offen auch für Sie. Geben Sie Ihre Poſtkarte noch heute zur
Beförderung auf. Einſendungen müſſen bis morgen. Saustag,
18 Uhr, auf der Sportredaktion vorliegen.
Oetsgruppe Darmstadt des Re.
Alle Kraft konzentriert ſich auf das Gaufeſt in Saarbrücken!
An die Führer der Turn= und Sportvereine Darmſtadts!
Die Blicke des ganzen deutſchen Volkes ſind am 1. März auf
das Saargebiet gerichtet. Nach 15jähriger Trennung kehren an
dieſem Tage unſere Volksgenoſſen an der Saar endgültig zum
Mutterlande zurück, und keine Macht der Welt wird ſie jemals
wieder losreißen können
Mit beſonderem Stolze können gerade die ſaarländiſchen
Tur=
ner und Sportler den Tag der Wiedervereinigung begrüßen,
haben ſie doch in dem Kampfe um die Erhaltung des Deutſchtums
an der Saar mit in vorderſter Front geſtanden.
Zum Danke für dieſe Tat hat deshalb der Reichsſportführer
das erſte Gaufeſt des Reichsbundes für Leibesübungen nach
Saar=
brücken legen laſſen.
Dieſes Feſt wird die größte Veranſtaltung werden, die je im
Saargebiet durchgeführt wurde.
Aus ganz Deuſchland werden die Turner und Sportler nach
Saarbrücken fahren, um dort in der Zeit vom 23. bis 26. Auguſt
für die Sache der Leibesübung zu werben und gleichzeitig eine
Dankespflicht gegenüber den Saarländern abzuſtatten.
Berlin kommt allein mit 1000 Turnern und Sportlern. Auch
wir Darmſtädter Turner und Sportler werden alle Kraft
auf=
bieten, um ſo zahlreich wie möglich beim Gaufeſt vertreten zu ſein.
Alle Kraft muß ſich deshalb in dieſem Jahre auf das Gaufeſt
in Saarbrücken konzentrieren.
Ich bitte die Fſthrer der Darmſtädter Turn= und
Sportver=
eine, ſich nur von dieſem Gedanken leiten zu laſſen und alle
übri=
gen Veranſtaltungen, wenn irgend möglich, zugunſten des
Gau=
feſtes abzuſagen,
gez. Löwer
Leiter der Ortsgruppe Darmſtadt d. Reichsbundes f. Leibesübungen.
*
Handsan ii Hreis Hurienoutl.
Bezirksklaſſe: 04 Arheilgen — Braunshardt, Merck — Naus
heim. Büttelborn — Tgde. Sprendlingen.
Kreisklaſſe 1: Egelsbach — Beſſungen, Dreieichenhain —
Polizei Reſ., Auerbach — Zell. Bensheim — Crumſtadt.
Kreisklaſſe 2: Tv. Eberſtadt — Groß=Hauſen.
Die größte Bedeutung iſt zweifellos dem Treffen am
Arheil=
ger Mühlchen beizumeſſen. Die Lage für die Gäſte iſt ſo, daß ſie
gewinnen müſſen, wenn ſie den Arheilger Turnern weiterhin
Konkurrenz um die Spitze machen wollen.
Merck hat etwas nachgelaſſen, ſo daß es zweifelhaft iſt, ob der
Vorſpielſieg wiederholt werden kann. Falls Büttelborn ſein
letz=
tes Spiel gewinnt, ſo iſt ſein Tabellenplatz mit 8 Punkten nicht
beſchämend. — Egelsbach wird Beſſungen bezwingen und damit
die vor ein paar Wochen noch ſo heiß umſtrittene Meiſterſchaft
unter ſein Dach bringen. Die übrigen Treffen können den
Cha=
rakter von Privatſpielen tragen, da von ihnen nichts abhängt,
Aus den Vereinen u. Verbänden
SV. 98 Darmſtadt.
Heute — Freitag — fällt das Hallentraining der
Leichtath=
leten aus. Dafür findet am Sonntatz von 10—11.30 Uhr auf dem
Platz allgemeines Training ſtatt.
Tbd. „Jahn” 1875. Schwimm=Abteilung.
An den beiden kommenden Samstagen 2. und 9. März, fällt
die allgemeine Schwimmſtunde wegen anderweitiger
Veranſtal=
tungen aus. Hierfür können alle Mitglieder an der
Uebungs=
ſtunde der Wettkampfmannſchaft. Mittwochs, von 9.30 bis 10.30
Uhr teilnehmen.
Gleichzeitig weiſen wir darauf hin, daß unſer
Schwimmlehrbetrieb nunmehr auch Mittwochs durchgeführt wird.
Reichsſender Frankfurt
Frankfurt; Freitag, 1. März
Tag der Saar=Heimkehr. Reichsſendungen
6.30: Hamburg: Morgenruf. — Anſchl.: Die Saar=Kantate. Muſk
von Hermann Erdlen. Dichtung von Alfred Thieme. — 7.15:
Berlin: Frühkonzert. Blasorcheſter Alfred Engel.
— 9.00:
Frank=
rt: Konzert des Funkorcheſters, Mitw.: Der Funkchor, Lta.;
Belker. Das Funkorcheſter. Ltg.: Rosbaud. Soliſten.
11.00:
Stuttgart: Unterhaltungsmuſik. Ausf.: Ein Geſangsdoppelquartett.
das Tegernſeer Trio, ein Blasorcheſter u. a.
13.00: Breslau: Mittagskonzert. Gr. Funkorcheſter. Funkchor u. a.
Ltg.: Tovitz. — 15.00: München: Schöne Volksmuſik. Ausf.:
D.
die Funkſchrammeln. Volksliedertrio Th. Steiner (Bauernharfe).
16.00: Leiwg: Nachmittagskonzert des Sinfonieorcheſters, Ltg.:
Th. Blumer.
17.00: Köln: Unterhaltungsmuſik. Das Kl.
Orcheſter, Ltg: Eyſoldt. Die ſechs frohen Sänger u. a. — 18.003
Königsberg: Blasmuſik. Ltg.: Obermuſikmeſter Gareis.
19.00: Stuttgart: Der Weg zum 1. März 1935.
20.00:
Frank=
furt: Kundgehung aus Saarbrücken.
21.00: Berlin:
Abend=
muſik Das Gr. Orcheſter. Ltg.: H. Steiner, Das Kl.
Funk=
orcheſter, Ltg.; W. Steiner.
— 22.00: Vom Deutſchlandſender:
Nachtmuſſk. Streichorcheſter H. Bund. Tanzkapelle Oskar Jooſt.
Ouastien Oausäuann
Freitag, 1. März
Tag der Saar=Heimkehr
Reichsſendung: In das allgemeine
Unterhaltungspro=
gramm werden laufend eingeblendet die geſamten
politi=
ſchen Kundgebungen, ſowie aktuelle Stimmungsberichte,
Berlin: 21.00: Beethoven: Quvertüre zu Fidelio,
Mo=
zart: Eine kleine Nachtmuſik u. a.
Breslau: 13.00: Operettenmelodien, Lieder u. Tänze.
Deutſchlandſender: 22,00 bis 1.00: „„ und abends
wird getanzt.
Frankfurt: 20.00: Uebertragung der Kundgebung aus
Saarbrücken.
Köln: 17.00: Eugen Engels (Tenor) und Hubert Kirſch
(Bariton) ſingen Opernarien.
Königsberg: 18.00: Märſche und Lieder für
Blas=
orcheſter.
München: 15.00: Volkslieder zu Schrammeln u. Harfe.
Stuttgart: 19.00: Der Weg zum 1. März 1935.
Warſchau: 20.15: Bach=Feſt=Konzert.
Mailand: 21.00: Sinfoniekonzert.
London: 21.45: Kammermuſik.
Kopenhagen: 22.55: Moderne Tanzmuſik,
Wien: 23.45: Tanzkapelle Pauſcher,
Welkerbericht.
Vorherſage für Freitag: Veränderlich, noch überwiegen
wölkt, wiederholte Niederſchläge bei lebhaften ſüdweſtlichen
den, tagsüber mild.
Ausſichten für Samstag: Veränderlich, nur noch vereit
Schauer, vielfach als Schnee, bei um Oſt ſchwankenden W.
kälter.
Die Lage am Getreidemarkt und Piehmarkt.
Wiederum ruhiges Geſchäft.
Berliner und Rhein-Main=Börſe.
Das Getreidegeſchäft nahm auch in der letzten Februarwoche
einen ſehr ſtillen Verlauf. Obwohl im nächſten Monat die
Feſt=
preiſe eine Erhöhung um 1,50 RM. pro Tonne erfahren, blieb
das Angebot in Brotfrucht ſehr reichlich. Aus allen nach hier
rentierenden Gegenden wurde Weizen in verſchiedenen Qualitäten
offeriert, ohne daß die Mühlen ſich veranlaßt ſahen, etwas
ſtär=
ker zuzugreifen. Das Mehlgeſchäft blieb im ganzen genommen ſehr
klein, auch die Abrufe ließen zuletzt zu wünſchen übrig.
Infolge=
deſſen kam auch die Erhöhung der Weizen=Vermahlungsquote für
März auf 9 Prozent des Jahreskontingents (im Februar 8
Pro=
zent) nicht zur Auswirkung. Das Roggenangebot trat beſonders
ſtark in Erſcheinung, da hierfür die Mühlen kaum Intereſſe
be=
kundeten. Sie begründeten es damit, daß ſie noch ſo große
Be=
ſtände an Mehl auf Lager hätten, daß ſie für die nächſten Wochen
kaum Rohmaterial aufnehmen könnten. Beſonders die
Groß=
mühlen zeigen ſich ſchlecht aufnahmefähig, während die
Land=
mühlen für den laufenden Bedarf zuweilen etwas kauften. Auch
hier blieb die Erhöhung der Vermahlungsquote von 4 auf 6
Prozent ohne Einfluß. Das Futtergetreidegeſchäft hat im
weſent=
lichen keine Veränderung gebracht. Hafer war weiterhin kaum
angeboten, auch Futtergerſte war nach der am 7. ds. Mts. in
Kraft getretenen Neuordnung des Gerſtenmarktes noch nicht zu
haben. Wie man hört, beabſichtigt die Reichsſtelle eoſinierten
Futterweizen und Futterroggen an den Markt zu bringen.
Hier=
durch würde die Verſorgung mit Futtergetreide weſentlich beſſer
werden. Kraftfuttermittel blieben ſtark gefragt, da aber im
hie=
ſigen Bezirk noch keine nennenswerten Freigaben erfolgt ſind,
blieb das Angebot ſehr gering. Treber ſind nicht angeboten, auch
Zuckerſchnitzel waren kaum vorhanden. Desgleichen kamen nur
ganz geringe Mengen Kleie an den Markt, die meiſt nur im
Ver=
band mit Mehlbezug abgegeben wurden. Etwas ſtärkeres
Ange=
bot beſtand in Melaſſe=Miſchfutter, das auch in Ermangelung
an=
derer Futtermittel gekauft wurde. Für Kartoffelflocken beſtand
angeſichts des hohen Preiſes kein Intereſſe. Rauhfutter war ohne
Geſchäft.
Nach dem ruhigen Geſchäft der Vorwoche ließ ſich der Abſatz
in der verfloſſenen Woche etwas beſſer an. Zwar war der
Ge=
ſchäftsgang nicht beſonders lebhaft, immerhin konnten die
aufge=
triebenen Mengen zumeiſt ausverkauft werden, wobei ſich auch
verſchiedentlich leichte Preiserhöhungen ergaben. Für das relativ
lebhafte Geſchäft am Großviehmarkt war von Bedeutung, daß die
Qualitäten eine weſentliche Beſſerung gegenüber den letzten
Märkten aufwieſen. Auch die etwas geringere Beſchickung (1128
gegen 1159) blieb auf den Abſatz nicht ohne Einfluß. Im
Durch=
ſchnitt ergaben ſich Preisbeſſerungen um 1 RM. Kühe und
Fär=
ſen konnten ſich darüber hinaus bis zu 2 RM. erhöhen. Der
Markt wurde geräumt. Der Kälberauftrieb von 1436 (1637)
ent=
ſprach der Nachfrage, ſo daß nach mittlerem Geſchäft und bei um
1—2 Mark gebeſſerten Preiſen, insbeſondere für mittlere und
ge=
ringe Tiere der Markt ausverkauft werden konnte. Tiere der
Klaſſe a), beſte Maſt= und Saugkälber, ſind nach wie vor nur
ungenügend am Markt. Das Geſchäft in Hammeln und Schafen
war in dieſer Woche unbedeutend, die Nachfrage war gering, ſo
daß der weiter verminderte Zutrieb von 167 (261) nur
ſchleppen=
den Abſatz fand; die Preiſe blieben unverändert. Am
Schweine=
markt konnten trotz der geringeren Beſchickung (4058 gegen 4165)
die letzten Preiſe bei ſchleppendem Geſchäft nur mit Mühe
ge=
halten werden, da einmal die Qualitäten ſehr zu wünſchen übrig
ließen und zum andern ſich die Beſchickung noch als zu ſtark
er=
wies, was allerdings auf die geringere Kaufkraft gegen das
Mo=
natsende zurückgefuhrt werden muß.
Der Abſchluß der Preußiſchen
Landespfandbrief=
anſtalt für 1934.
Bei dem Inſtitut wurden im Berichtsjahre rund 8,13 Mill
RM. Zwiſchenkredite neu ausgezahlt, ſo daß ſich der Beſtand Ende
1934 auf 12,1 Mill. RM. belief. Dieſe Zwiſchenkredite ſind
haupt=
ſächlich als Vorſchüſſe auf zugeſagte Tilgungshypotheken gewährt
worden, um die Wohnungsbaufinanzierung zu unterſtützen. Im
Kommunaldarlehensgeſchäft wurden 3,028 Mill. RM.
umgeſchul=
det. Die Anſtalt hat im Berichtsjahre an der Finanzierung von
2539 (816) Eigenheimen mit 3082 (1188) Wohnungen mitgewirkt.
Einſchließlich der finanzierten Mietwohnungen wurde die
Erſtel=
lung von insgeſamt 4332 Wohnungen ermöglicht. — Das
In=
ſtitut kann für 1934 nach Vornahme von Abſchreibungen und
Rückſtellungen von 2,58 gegen 3,05 Mill. RM. eine Dividende
von wieder 4 Prozent auf das Grundkapital von 30,879 Mill.
RM. verteilen. Der Reingewinn beträgt 2 418 (2.317) Mill. RM.
und einſchließlich Vortrag 2,722 (2,639) Mill. RM.
Satzungsge=
mäß gehen wieder 25 Prozent in die allgemeine Reſerve, 0.1 in
die Penſionsreſerve, ſo daß 0,387 (0,303) Mill. RM. zum
Vor=
trag verbleiben.
Wirfſchafkliche Rundſchau.
Die Reichskennziffer für die Lebenshaltungskoſten im
Fe=
bruar. Die Reichskennziffer für die Lebenshaltungskoſten ſtellt
ſich im Durchſchnitt Februar 1935 auf 122,5 (1913/14 gleich 100);
ſie hat ſich gegenüber dem Vormonat (122,4) kaum verändert. Im
einzelnen betragen die Kennziffern für Ernährung 119,5 (plus
0.1 v. H. gegen Januar), für Bekleidung 117,1 (plus 0,3 v. H.),
für Heizung und Beleuchtung 127,5 (minus 0,1 v. H.), für
Woh=
nung 121,2 (unverändert) und für „Verſchiedenes” 140,4 (
unver=
ändert).
Gebrüder Roeder AG., Darmſtadt. Bei dieſer Herdfabrik ſtieg
im abgelaufenen Geſchäftsjahre der Rohertrag auf 2,79 (1,80).
Dazu kommen noch 23 000 (30 000) Sondererträge. Nach
Anlage=
abſchreibungen von 201 000 (101 000) RM. und 23 000 (36 000)
ſonſtigen ergibt ſich ein Reingewinn von 150 000 (78 000), der ſich
durch den Vortrag auf 177 000 (94 000) RM. erhöht. Daraus
ſollen 6 (4) Prozent Dividende auf 1,80 Mill. AK. verteilt
wer=
den. In der Bilanz erſcheinen u. a.: Reſerven unv. 0.27,
Rückſtel=
lungen und Wertberichtigungen 0,16 (0,12) Verbindlichkeiten 0.99
(0,97). Andererſeits Vorräte 0,49 (0,38), Warenforderungen
ſtie=
gen auf 0,90 (076), Grundſchulden blieben mit 0,67 (0,68) nahezu
unverändert, Kaſſe und Bank ermäßigten ſich auf 0,047 (0.16).
Dem Bericht über das abgelaufene Geſchäftsjahr iſt zu
entneh=
men, daß der Auftragseingang bei der Geſellſchaft bis zum
Spät=
jahr außerordentlich lebhaft war. Erſt gegen Jahresſchluß trat
eine ſaiſonbedingte Verminderung der Aufträge ein. Die
Beleg=
ſchaft konnte um etwa 200 Angeſtellte und Arbeiter erhöht we=. — Ueber das laufende Geſchäftsjahr werden im Bericht keine
Ausführungen gemacht.
Produkkenmärkke.
Mainz. 28. Febr. Am 1. März d. J. fällt wegen der
Feiern anläßlich der Rückgliederung der Saar der Getreide=
Großmarkt in Mainz aus.
Berliner Getreidegroßmarkthericht vom 28. Februar. Obwohl
man ſich im Hinblick auf die Neufeſtſetzung der Mehlpreiſe für
die kommenden Monate am Monatsſchluß noch eine Belebung des
Mehlabſatzes verſpricht, zeigte ſich im heutigen Getreideverkehr
zunächſt nur geringe Auswirkung. Die Mühlen ſind mit Mahlgut
noch ausreichend verſorgt und bekunden vor allem für prompte
Ware kaum Kaufneigung. Die Zufuhren erſcheinen deshalb in
Weizen und Roggen weiter reichlich, nur zur ſpäteren Lieferung
macht ſich vereinzelt Nachfrage geltend, wobei Weizen in
hoch=
wertigen Qualitäten bevorzugt iſt. Der beſſere Abruf am
Mehl=
markte hat angehalten. Futtergetreide ſteht nur wenig zur
Ver=
fügung, andererſeits iſt die Nachfrage der Verbraucher nicht mehr
ſo dringend. In Brau= und Induſtriegerſten hat ſich der Handel
nach der Neuordnung noch nicht wieder eingeſpielt. Roggenſcheine
ruhig.
Nachdem noch vorgeſtern abend das Geſetz über eine
Zins=
ermäßigung bei den öffentlichen Anleihen bekannt geworden war,
ſetzte die Berliner Börſe geſtern in überwiegend feſterer Haltung
ein, wenn auch die Kursſteigerungen ſich mit wenigen
Ausnah=
men noch in engen Grenzen bewegten. Aber ſchon nach den erſten
Kurſen machte die Aufwärtsbewegung weitere Fortſchritte. Der
unverkennbare Druck, der infolge der Unſicherheit über die
Be=
ſeitigung der Zinsreſte in letzter Zeit auf der Börſe gelaſtet hatte
und nunmehr behoben iſt, wirkt ſich zunächſt naturgemäß
haupt=
ſächlich am Aktienmarkt aus, da am Rentenmarkt die
Notierun=
gen für die neu zu konvertierenden Werte heute noch ausgeſetzt
werden. Lediglich in der im Freiverkehr gehandelten Kommunal=
Umſchuldungsanleihe kamen lebhaftere Umſätze zuſtande, der Kurs
gab um etwa ¼ Prozent nach. Der Grund für das Angebot liegt
darin, daß ſich bei dem gegenwärtigen Kursſtand der
Stadtan=
leihen unter Zugrundelegung des neuen Zinsſatzes immer noch
eine etwas höhere Rendite ergibt, als bei der mit 4 Prozent
ver=
zinslichen Umſchuldungsanleihe. Altbeſitz büßten in Reaktion auf
die kräftige Vortagsſteigerung ½ Prozent ein. Das Ereignis am
Aktienmarkt bildete die erſtmalige Notierung der neuen
Stahl=
vereinsaktie nach der Fuſion mit Gelſenkirchener Bergwerk.
Phö=
nix und van der Zypen. Der Kurs lag unter Zugrundelegung
des Umtauſchverhältniſſes von 3:2 mit plus ½ Prozent nur wenig
über dem geſtrigen Blancotagesgeld ſtellte ſich auf unverändert
4½ bis 4½8 Prozent. Am Valutenmarkt errechnete ſich der Dollar
mit 2,477 faſt unverändert, das engliſche Pfund lag mit 12,04
etwas ſchwächer. Im Verlaufe ſetzte ſich die Aufwärtsbewegung
meiſt weiter fort, wobei einige Spezialwerte eine Bevorzugung
rfuhren. Am Rentenmarkt blieb es bei ſchränkten Umſätzen
freundlich. Pfandbriefe und Kommunal=Obligationen gewannen
vereinzelt ½ Prozent. In gleichem Ausmaße waren auch
land=
ſchaftliche Goldpfandbriefe gebeſſert. Von Induſtrieobligationen
fielen Hoeſch und Lüdenſcheider=Metall (plus 13 Prozent, bezw.
3 Prozent) mit über den Durchſchnitt hinausgehenden
Beſſerun=
gen auf. Bekanntlich wird die Notiz für die neu zu
konvertieren=
den Papiere erſt morgen wieder aufgenommen.
Die nunmehr durch Reichsgeſetz beſchloſſene Konverſion der
öffentlichen Anleihen fand an der Rhein=Mainiſchen Börſe eine
gute Aufnahme, da hierdurch ein bisher die Börſe belaſtendes
Moment ausgeſchieden iſt. Im allgemeinen entſprechen die
Be=
dingungen den Erwartungen, doch war man von dem 2
prozen=
tigen Bonus, insbeſondere für die kommunalen Anleihen,
ange=
nehm berührt, weil man hierfür vorher kaum damit gerechnet
hatte. Indeſſen eröffnete die Börſe verhältnismäßig ruhig, da
ſeitens der Kundſchaft nicht das erwartete größere Intereſſe
vor=
lag. Die Kuliſſe wurde infolgedeſſen in ihrer
Unternehmungs=
luſt etwas beeinträchtigt, ſo daß ſich zumeiſt nur kleine Umſätze
entwickelten. Bei freundlicher Tendenz ergaben ſich an den
Aktien=
märkten aber überwiegend Kurserhöhungen von ½—¾ Prozent.
Erhöhtes Intereſſe zeigte ſich hierbei für Autowerte. Daimler
zogen auf 50¼ (48½) an und wieſen etwas lebhafteres Geſchäft
auf, auch Adlerwerke Kleyer waren im Freiverkehr um 2 Prozent
auf 88 erhöht. Ferner fanden Zellſtoffwerte ſtärkere Beachtung.
Im übrigen lagen die Kurſe etwa behauptet. Am Rentenmarkt
waren Altbeſitzanleihe angeboten und auf 113½—112½ (11378)
ermäßigt, auch Kommunal=Umſchuldung büßten im Tauſch gegen
Zinsvergütungsſcheine (90,40 nach 90,20) zirka ³ Prozent ein.
Stahlverein=Bonds konnten ſich bei allerdings nur kleinem
Um=
ſatz um ³8 Prozent auf 98 befeſtigen. Im Verlaufe war das
Ge=
ſchäft auf allen Marktgebieten ſehr klein. Am Aktienmarkt blieb
die Haltung weiter feſt, wenn auch die Kursentwicklung nicht
einheitlich war. Am Kaſſamarkt zogen Gebr. Roeder auf die guten
Bilanzziffern um 2 Prozent auf 107 Prozent an. Renten lagen
ſpäter ſehr ſtill und unſicher,
An der Abendbörſe herrſchte Zurückhaltung. Von der
Privat=
kundſchaft lagen keine Aufträge vor. Die Grundtendenz blieb
aber freundlich und auch die Kurſe zeigten im Vergleich zum
Ber=
liner Schluß kaum eine Aenderung. Mäßig höher lagen JG.
Far=
ben, Mannesmann, Rheinſtahl und Elektr. Lieferungen, Siemens
blieben von den Ausführungen in der heutigen
Generalverſamm=
lung unberührt. Am Rentenmarkt ſtagnierte das Geſchäft bei
un=
veränderten Kurſen nahezu vollkommen. Altbeſitz ſtellten ſich auf
1125 (112½), Zinsvergütungsſcheine auf unv. 90,45. Fremde
Werte lagen ruhig.
Die Leiſtung der deutſchen Walzn K.
Iin Janaut 19ss.
Die Herſtellung von Walzwerksfertigerzeugniſſen it
ſchen Zollgebiet ſtellte ſich im Januar 1935 (26 Arbeitste
765 139 Tonnen um 41 525 Tonnen höher als im Dezem
(24 Arbeitstage) mit 723 614 Tonnen. Die durchſchnittl
beitstägliche Herſtellung betrug im Januar 29 428 Tonne
30 151 i. V., d. h. 2,4 Prozent weniger. Außerdem wurden
nuar 51 326 Tonnen „Halbzeug zum Abſatz beſtimmt” he
Dezember 1934. Außerdem wurden an der Saar im Januc
im Dezember 1934 waren es 43 869 Tonnen. Im Saarge
trug die Herſtellung von Walzwerksfertigerzeugniſſen
nuar 1935 (26 Arbeitstage) 120 162 Tonnen gegen 109 4
nen im Dezember 1934. Die durchſchnittliche arbeitstägli
ſtellung betrug im Januar 4622 Tonnen gegen 4561 To
Tonnen „Halbzeug zum Abſatz beſtimmt” hergeſtellt, im 7
1934 waren es 18 784 Tonnen. Der geringe Rückgang
durchſchnittlichen arbeitstäglichen Herſtellung von Wa
fertigerzeugniſſen iſt für die Beurteilung des Geſamtbild f.
die Lage der Eiſen ſchaffenden Induſtrie im Januar
vo=
geordneter Bedeutung, da, wie berichtet, im Januar ſor
durchſchnittliche arbeitstägliche Roheiſen= als auch Ro 1ry
winnung geſtiegen iſt.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 28. Febr. Aufgetrieber
145 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 46—49, b) 39—
bis 38, d) 28—32 Pfg. pro Pfund. Es wurden verkauf=
Klaſſe a) 6, b) 77. c) 46 ,d) 7 Stück. Marktverlauf: leb /
räumt.
Mannheimer Viehmarktbericht vom 28. Februar. 25
7 Kälber 9 Schafe, 11 Schweine, 299 Ferkel und 500 Le
Preiſe: Ferkel bis ſechs Wochen 12—15 RM., Ferkel ulf
Wochen 16—25 RM., Läufer: 26—31 RM. Die übrige
blieben unnotiert. Marktverlauf: Ferkel und Läufer lebl
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 28. Februar. 2
Rinder 3 (gegen 13 am letzten Donnerstagsmarkt vom
bruar), darunter 2 Ochſen und 1 Kuh. Zum Schlachthe
wurden zugeführt: 4 Bullen und 65 Kühe. Kälber 963
Schafe 127 (115), Schweine 372 (402). Notiert wurden pro
ner Lebendgewicht in RM.: Kälber Sonderklaſſe —, ar
47—50 (am 21. 2. 45—50), b) 39—46 (36—44), c) 33 35), d) 25—32 (22—28). Lämmer und Hammel b2)
maſthammel 36—37 (36—37), c) mittlere Maſtlämmer 32
bis 34). Schafe f) mittlere 30—32 (29—32), g) geringe
(23—28). Schweine b) 48—52 (48—52), c) 46—52 (46-
44—50 (44—50). Marktverlauf: Kälber belebt, aus=
Hammel und Schafe mittelmäßig, geräumt. Schweine mitt
Marktordnung in der Viehwirtſchaft. Der Reichsmin
Ernährung und Landwirtſchaft hat eine ſoeben im Rei
blatt veröffentlichte Verordnung zur Regelung des Verke
Schlachtvieh erlaſſen, die nunmehr auch auf dieſem Ge
Durchführung einer umfaſſenden Marktordnung bringt. 2
Verordnung zur Regelung des Verkehrs mit Schlachtvi
9. Juni 1934 hatte ſich mit Rückſicht auf die beſonderen
niſſe des Schlachtviehverkehrs bewußt zunächſt auf die
der größeren Schlachtviehmärkte (Viehgroßmärkte) durck
fung von Markt= und Bezirksvereinigungen für Schlacht
wertung beſchränkt, die in der Hauptvereinigung für Schle
verwertung zuſammengefaßt wurden. Dabei iſt zu beacht
die Marktvereinigungen bisher nur die an den Viehgr
ten tätigen Verkäufer (Viehhändler uſw.) und Käufer (
ter uſw.) umfaſſen. — Die neue jetzt getroffene Regelung
demgegenüber nach dem Beiſpiel der bewährten Markte
für Getreide, Milch, Zucker uſw. alle an dem Verkehr mit
vieh beteiligten Wirtſchaftsgruppen vom Schlachtvieherzet
zum letzten Fleiſcher.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Kaltaſphaltvereinigung beſchloß, die Preiſe fü
aſphalt unverändert beizubehalten. Mit den im Vorjahr
das RWM. zwangsangeſchloſſenen Firmen wurde eine Ve
gung erzielt.
Das vorläufige deutſch=rumäniſche Handelsabkomme
1.8 Juni 1930 nebſt Zuſatzprotokoll, das am 28.
Febru=
abgelaufen iſt, iſt durch Notenwechſel bis zum 31. März 14
ſchließlich verlängert worden.
Berliner Kursbericht
vom 28. Februar 1935
Seulſche Sant ang Sibronto-Gefräfcaft
Deviſenmar!
vom 28. Februar
Berl. Handels=Geſ. 14.15.
Deutſche Bank u. 9 84.25
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
30.50
Hapag
33.50
Nordd. Lloyd
29.50
A. E. 6.
Bayr. Motorenw. 1123.50
117.50
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr. 82.—
Berl. Maſch.=Bau 1111.875
Conti=Gummi
146.25
DeutſcheCont. Gas 129.—
Deutſche Erdöl
99.50
84.25
Me ee
J. 6. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſenund
Köln=Neueſſen
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
We
141.375
114.375
98.75
86.625
87.25
109.75
85.25
104.75
76.875
68.75
We
Polyphonwerke
Rütgerswerke
SalzdetfurthKali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
Vfe
12.—
105.—
147.50
39.125
70.125
109.625
76.—
13.125
114.50
46.50
113.—
1108.25
136.—
Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemart
Danzig
England
iſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
D
1 ägypt. 2
1 Pap. Peſo
100 Belg
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
12.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Prachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
Geld Brief
12.335 12.365
0.6
0. 194
3.047
475
3 *
2i.2i5
12.03
68.43 6
5.31
16.4
2.35
168.291 1
54.451
0.640
58.3
0.198
3.053
.479
53.83
81.475
12.06
68.5
1e.47
2.358
168.63
54.55
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowak.
Cürkei
ungarn
Uruguah
Ver,Staaten
Mie
100 Ore
Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Escudos
100 Kronen 5
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
türk. 2
100 Pengb
Goldpeio
Dollar.
Ge
Bi
Burmſtädter und Karionalbant Surmkftaut, Wihiate der Bresoher 2
Frankfurter Kursbericht vom 28. Februar 1935.
Kee
Gr. IIp. 1934
„1935
1936
„ 193
„ 1938
„ Gruppel ..
103.75
R.
106½,
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105.8
5% Dtſch. Reichsanl.
42
12%Intern., v. 30
2Baden ...v.
Bahern ..v.
68Heſſen. . b.28
283
„ .... v.
euß. St. v. 2
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6% Sachſen ..b. 27
6%Thüringen v. 27
6% Dt. Reichsbahn=
Schätze ......"
5% Dt. Reichspoſt=
Schätze ......."
4½%........
Dtſch. Anl. Ausl.
*2, Ablöſung
Leutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
6%Baden=Baden.
Berlin ... b.24
Darmſtadt .
Dresden.. b. 26
Frankfurt. v. 2
69Heidelberg v. 26
Mainz.. ......
2Mannheim v. 27
GMünchen . b.29
6%Wiesbaden v. 28
4½%Heſſ. Landesb
412% Goldoblig.
100.5
100.2
99.3
112:,
10.4
96
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P
hyp.=Bk.=Liquid.
434%0 „
Komm.=Obl. . . .
% Prß. Landes=
4½
Pfb.=Anſt. G. Pf.
4½% „ Goldoblig.
4½% Landeskom.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
R.1‟
4½
Kaſſ. Landesk.
zoldpfbr., .
4½%Nſſ. Landes
5½% Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
4Ausl. Ser. I
4Ausl. Ser.
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
B.
4½%Berl. Hyp. ?
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Goldoblig.
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fr.
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4½% Rh. Hyp.=Bk.
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Goldobl.
41 2 Südd Boden.
Cred.=Bank ....!
Lig.=Pfbr
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97
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96
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ZMainkrw. v. 26
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Salzmann c Co.
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6%Voigt & Häffner
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Bosn. L. E. B.
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%Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
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II.Bagdal
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1914
B Goldr!
„ 1910
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18Liſſabon. ....
42 Stockholm. . . .
Aktien.
Accumulat.=Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. 6. ........
AndregeNoris Zahn!
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff.
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F. P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.. ..
Eement Heidelberg
Karlſtadt
100„
99.5
98.7!
98.2:
95.75
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97.25
1215/.
625
26.75
7
z.
85
8‟
7.4
52.5
50
90
159
54.5
29.5
103.5
80
129
1a1
90.75
119.25
127
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65
141.5
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reitag, 1. März 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 60 — Seite 13
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leichsm
AONAN VON L. INSTERBE.RG‟
Nachdruck verboten.
„Aber was tun wir nun?”
„Ich werde morgen nochmals mit ihm ſprechen.”
Er wird ablehnen”, prophezeite Urſula düſter, „er wird
ab=
n. überhaupt mit dir zu ſprechen. Ich kenne ihn. Er gibt
nach. Er überſchätzt wahrſcheinlich ſeine Macht über mich.
dann, wenn er dich nicht anhören will?‟
„Dann haſt du das Wort, Urſula.
„Ich halte zu dir!” rief ſie leidenſchaftlich und küßte ihn heiß.
er feſter ſchlang ſie die Arme um ihn. „Unter allen
Umſtän=
halte ich zu dir, Alf! Nichts wird mich von dir entfernen
en, keine Macht der Erde, ich ſchwöre es dir!“
Liebe, geliebte Urſula!” ſagte er zärtlich und ſah ſie mit
n Blicken an. „Sollten wir uns ganz mit deinem Vater
verfen, dann könnteſt du zu meiner Mutter ziehen, und ich
e inzwiſchen in der Nähe ein Zimmer mieten bis zu unſerer
eit.
ſitternd ſchmiegte ſie ſich an ihn, mit der Angſt kämpfend,
je ihn verlieren könnte. Mit großen, feuchten Augen ſah
ihm auf.
5o blieben ſie noch eine Weile und hielten ſich umſchlungen
hachten an die Zukunft, die nicht roſig ausſah und an die ſie
glaubten wie an ein ſeliges Wunder.
indlich löſte ſich Urſula aus ſeinem Arm. „Ich muß nun
fgehen”, flüſterte ſie. „Vielleicht”, fügte ſie hinzu, „
viel=
ſteht Papa oben an der Türe ſeines Zimmers und lauſcht,
wohl zurückkomme. Ich möchte ihn nicht zu lange warten
ieſe Nacht mied der Schlaf mehrere Bewohner der Hütte.
Heheimrat ſchritt wie ein gefangener Löwe in ſeiner
ſchma=
ammer auf und ab. Manchmal blieb er ſtehen und ſtarrte
ieren Blicken ins Leere. Seine Gedanken ſchweiften in die
und im Geiſte ſah er bereits die Zuſammenkunſt mit Giano
h. Giano kannte keine Rückſichten, das wußte er. Und noch
eit er die Vereinbarung getroffen, war ihm ſo deutlich zum
ßtſein gekommen, daß er ſich damals durch ſeine perſönliche
ahme an dieſer verfluchten Angelegenheit dem Italiener mit
und Haaren ausgeliefert hatte. Welcher Teufel ihn damals
en hatte, ſich perſönlich zu beteiligen, da er doch genug
Werkzeuge zur Verfügung gehabt hätte, wer wußte das
noch! Jedenfalls hatte er ſich dazu verleiten laſſen, und
atte ihn der Italiener in der Hand. Allerdings würde ſich
gewiß hüten, von ſeinem Wiſſen Gebrauch zu machen, wenn
ht unbedingt mußte, denn mit dem Geheimrat fiel auch er.
was nützte dieſes Bewußtſein! Giano war ein Spieler,
Jabanque=Natur! Fiel er, begann er eben wieder von
un=
das machte es!
Für den Geheimrat ſtand der Fall anders! Für ihn war es
eine Lebensfrage!
Wohl liebte auch der Italiener ſeine Poſition als führender
Bankier Italiens, aber wenn bei dieſen ſüdlichen Teufeln die
Liebe in Aktion tritt, dann werden ſie unberechenbare, gefährliche
Kräfte — keine Menſchen mehr —, ſondern losgelaſſene
Natur=
kräfte, hemmungsloſe Triebgeſchöpfe. — Liebte Giano Urſula?
Ja, wer wußte das bei dieſem dunklen, rätſelvollen Kerl! Er
behauptete es mit ſüdlicher Beredtſamkeit und kleidete ſeine
Ge=
danken in heiße Bilder. Es war auch möglich, daß er aus rein
geſchäftlichen Erwägungen heraus ſeinen Plan gefaßt hatte. Denn
hinter ihm ſtanden die Millionen der Banca Siviliana und
war=
teten darauf, einer ſchönen, aber armen Ariſtokratin zu
lang=
entbehrtem Luxus zu verhelfen.
Sah man Giano den kleinen Hafenarbeiter an, der in Sidney
für 4 Schilling halbtags die Schafwollballen über die Laufbretter
trug? Dieſer witzige, gutangezogene, reiche Kavalier trug keine
Spuren ſeines abenteuerlichen Lebens, an ſich. Er war aus
einem Knecht ein Herr geworden, und er war es ganz. Er war
Gentleman mit guten Manieren, gepflegt und vornehm und mit
jenem Hauch einer verſteckten, nur erahnbaren Brutalität behaf=
Noh • Krlt
gegen sprode Haut
tet, den Frauen mit Tradition und Raſſe ſo ſehr lieben. Er war
ein Damenmann ohne Don=Juaniſtiſche Beſtrebungen. Aber wenn
er eine Frau brauchte, dann riß er ſie an ſich; die ihm gefiel,
mußte ihm gehören. Und nun wollte er Urſula.
Immer wieder kehrte die Frage: Liebte er ſie? Oder war
ſie ihm nur Mittel zum Zweck? Wie konnte man das erfahren?
Und wenn er ſie liebte? Dann gab es keinen Ausweg.
Eni=
weder er mußte Urſula zwingen, den Italiener zu heiraten, oder
Giano war in ſeiner Wut zur Selbſtvernichtung fähig
Der Geheimrat ſtönte. Konnte er denn Urſula zwingen? Er
hatte kein Mittel dazu. Es blieb ihm nur die Möglichkeit, ihr
alles zu geſtehen. Dann opferte ſie ſich vielleicht für ihn. Aber
würde denn Urſula ſich überhaupt opfern? Auch das war ja eine
Frage! Sie konnte auch erklären: Du haſt dir die Suppe
ein=
gebrockt, ſieh zu, wie du ſie auslöffelſt. Ich habe keine Luſt, mein
junges Leben zu verwerfen. Ich habe auch Anſpruch auf Glück.
Alles wäre nicht ſo kompliziert geweſen, wenn dieſer
ver=
fluchte Eckmann nicht aufgetaucht wäre. Vielleicht hätte Urſula
dann doch Giano genommen.
Verzweiflung, dunkle Wut und halberſtickter Zorn ebbten auf
und ab. Hoffnung ſtrahlte und verſank wieder in der
Ver=
zweiflung. Nirgends öffnete ſich ein beſchreitbarer Ausweg.
Der Sturm ſchrie vor der Hütte, und die Alpſpitze gleißte im
Mondlicht.
Der Ofen war kalt geworden, und die Lampe drohte zu
er=
löſchen, da das Petroleum zur Neige ging. Noch ein paarmal
flackerte ſie hell auf und warf geſpenſtiſches Leben in die
Kam=
mer, ſo daß aus den Winkeln die Schatten hervorkrochen und
in=
einander verſanken wie ſterbende Tiere.
Da löſchte der Geheimrat die Lampe, entkleidete ſich und kroch
zähneklappernd ins Bett.
Und nun erfaßte ihn wie ein wilder, ſchmerzlicher Taumel
das Bewußtſein ſeiner entſetzlichen Verlaſſenheit!
Die Frau, die er liebte, war für ihn verloren, und ſeine
Tochter, die er verkaufte, lief einem anderen in die Arme.
Giano aber reckte ihm fordernd die Arme entgegen, er wuchs
rieſengroß empor, ein furchtbarer Gigant, der die Fauſt nach ihm
ſtreckte, um ihn zu zermalmen.
Das Fieber raſte in Herrn v. Herm in wildem Tanze. Seine
Gedanken verwirrten ſich, während der Sturmwind ſchauerliche
Lieder um die hölzernen Wände pfiff.
*
Aber auch Jenny konnte nicht ſchlafen.
Als der Geheimrat ſie verließ, blieb ſie in einem furchtbaren
Zuſtand der Ungewißheit zurück. Sie dachte nicht an den
Zuſam=
menbruch des Geheimrats. Oh, wie war ihr das nun alles
gleichgültig geworden!
Sie dachte nur an die letzten Worte Herrn v. Herms, an ſeine
hohntriefenden Beteuerungen, als er von Thorſen ſprach.
War das Lüge geweſen? Wahrheit?
Jenny griff ſich an den ſchmerzenden Kopf, ſchloß die Augen
und blieb ganz ruhig liegen. Sie wollte alles ausſchalten für
dieſe Nacht, alles quälende Denken, wollte ſchlafen und morgen
früh von Thorſen Antwort verlangen.
Blick in Blick ſollte er ihr Rede ſtehen. Wehe ihr, wenn ſie
ſah, daß ſeine Augen ſich verdunkelten bei ihrer Frage! Sie kannte
dieſes raſche Herabſinken der Schatten über die kühlen Augen
Thorſens, und ſie wußte, was es zu bedeuten haben würde. Es
würde ein Eingeſtändnis ſein.
Und was dann?
*
Um zehn Uhr erwachte Thorſen.
Das Zimmer war voll Helligkeit, aber kalt. Draußen lag
die Sonne auf dem Schnee. Ein blauer Himmel wölbte ſich über
den Bergen.
In der Küche erfuhr Thorſen von der Wirtin, daß der
Ge=
heimrat ſoeben abtransportiert worden ſei. Er länge in ſchwerem
Fieber, und ihr Mann trage ihn mit Eckmann auf der Bahre
nach Kreuzeck, von wo er dann ins Hotel nach Garmiſch überführt
werden ſolle.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Manve; für Fenilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauex; für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Sport: Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. 1. 35. 21894. Druck und Verlag: 2. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Beiträge wird Sewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung Vormittags 19—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
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Unionntafé
Samstag, Sonntag, Montag, Dienstag
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Konzert
Tanz (2135
Regelung
der örtlichen Friſchmilchmärkte.
Wir weiſen darauf hin, daß die Bekanntmachung
des Milchverſorgungsverbandes Rhein=Main vom
27. Juli 1934, betr. die Regelung der örtlichen
Friſch=
milchmärkte, nebſt eine Notiz derſelben Stelle vom
11. Februar 1935 in den ſtädtiſchen Aushängekäſten
auf einige Tage zur Einſichtnahme angeſchlagen iſt.
Darmſtadt, den 28. Februar 1935. (St. 2149
Bürgermeiſterei.
Mägnung.
Das Schulgeld für den Monat Februar 1935
für die hieſigen höheren Schulen ſowie die
ſtädti=
ſchen Maſchinenbau=, Gewerbe=, Handels= und
Haushaltungsſchulen iſt bei Meidung der
Bei=
treibung und Koſtenberechnung bis zum 11. März
1935 an die unterzeichnete Kaſſe zu zahlen.
Stadtkaſſe.
A5f
Kanalbauarbeiken.
Die Herſtellung von 424 Meter
Zementrohr=
kanal und von 640 Meter Steinzeugrohrkanal ſoll
auf Grund der Reichsverdingungsordnung
ver=
geben werden. Arbeitsbeſchreibungen und
Be=
dingungen liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer 6,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen.
Auch werden dort die Angebotſcheine abgegeben.
Angebote ſind bis Mittwoch, den 13. März I. J.,
10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 27. Februar 1935.
(st. 2126
Städtiſches Tiefbauamt.
Schöne Zitronen St. 3 J. bei 10 St. 25.5
Sch. Blut-Orang. St. 45 bei 10 St. 355
Sehr süße Orang. St. 5J, bei 10 St. 40.5
Blonde Orangen Pfd. 18 J. bei 3 Pfd. 50.5
Blonde Orangen Pfd. 20 5, bei 3 Pfd. 55.5
Blut-Orangen Pfd. 225, bei 3 Pfd. 608
Sehr süße Orang. Pfd. 22 J, bei 3 Pfd. 605
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Getrocknete Bananen Pfd. 38, 40 u. 505
2145)
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Stammholzverſteigerung
Donnerstag, den 7. März If. Js. werden im
ſaal des Stadthauſes zu Gernsheim aus be
denen Forſtorten des Stadtwaldes
vormittags ab 9 Uhr für Händler und
Käufer und
nachmittags ab 2 Uhr für Handwerker, die
Bedarf an Nutzholz ſeither bei den Verſteigel
in Gernsheim erwarben, die nachverzele
Stamm= und Nutzholzſortimente ausgeborell.
Uhr: A. St. Eiche Kl. 6. 5 u. 4 — 26 Stück?”.
N. St. Eiche Kl. 9: 6:5:4:3:—17
— 122,89 Fm:
N. St. Kiefer Kl. 4a, 3b, 3a, 2b —6‟
32.63 Fm.
F. St. Eiche Kl. 6. 5. 4 — 13St. 12.
2 Uhr: N. St. Eiche Kl. 3. 2. 1. — 70 Stück 11=
N. St. Buche Kl. 4. 3. 6 Stück /:*
Hainbuche Kl. 4. 3. 2 — 7 St. 2.38
N. St. Eſche Kl. 3. 2. 1— 140 Stück 30-
Obſtbaum Kl. 2. 1 St. 0.25 Fm.
N. St. Erle Kl. 3. 2. — 11 St. 53
Linde Kl. 3 — 2 Stück 0.55 Fm.
N. St. Fichte Kl. 1b. 1a — 14 Stück”‟
Kiefer Kl. 2a 10 Stück 3.10 Fm.
NN. St. Lärche Kl. 3b. 2a. Ib 2
2.80 Fm. Nutzſcheiter Eiche 1. Kl.
geſund 39, 8, fehlerhaft 30,9. 2. Kl.
20,7. fehlerhaft 7,8. Hainbuche (rund
2.8 Rm.
Die Zahlungsbedingungen ſind ſehr günſtih=
Wir erſuchen, das Holz vor der Verſteig.."
ſehen zu wollen, da nachträgliche Reltgil
wegen Güte und Sortierung desſelben keiſ.
ſichtigung finden werden.
Auskunft erteilen die Förſter Wetzel. iie
Gegen Vergütung tarifmäßigen Lohnes, L
beiter, die das Holz vorzeigen, zur Le
Auszüge aus dem Verſteigerungsprotoiet.
ab 1. März If. Js. von uns bezogen wei.
Gernsheim, den 26. Februar 1930.
Bürgermeiſterei Gernsheim. S0).