Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Samstag, den 2. Februar 1935.
Nummer 33
197. Jahrgang
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Beginn der engliſch=franzöſiſchen Ausſprache
sgangspunkk für die Engländer die Dezember=Erklärung von 1932.—Müßige franzöſiſche Kombinakionen
Mikkelpunkk Downingſtreek.
Das Indereſſe der ganzen Welt dreht ſich um die
Ver=
ndlungen, die im Augenblick in London zwiſchen den
liſchen und den franzöſiſchen Miniſtern geführt werden.
eſe Ausſprache iſt mehr als eine europäiſche
gelegenheit geworden, weil jeder die Möglichkeit
t daß hier Anſätze zu einer ganz neuen
Ent=
cklung gegeben ſind. Ob freilich mehr als
ſätze daraus werden, das kann heute noch
mand ſagen. Die journaliſtiſche Vorbereitung hat das
dazu getan, um größte Verworrenheit zu ſchaffen. Wir
en es erlebt, daß Leute, die das Gras wachſen hören, das
ebnis in einem genau ſkizzierten Programm ſchon
vorweg=
men wollten. Wir haben es erlebt, daß dieſe Nachrichten
entiert und die Dementi ſelbſt wieder dementiert wurden;
nbar doch wohl, weil die Auffaſſungen nicht nur
iſchen Paris und London, ſondern auch in
ris und London recht weit
auseinander=
gen.
Gerade deshalb hat es gar keinen Sinn, ſich auf dem hier
erordentlich gefährlichen Gebiet der Kombinationen zu
be=
en. Deutſchland kann ſich einſtweilen noch mit der
Ile des aufmerkſamen Beobachters begnügen.
nehmen auch gern zur Kenntnis, daß die Engländer
Mühe geben, den Eindruck zu verwiſchen,
ob durch die Londoner Verhandlungen
utſchland vor vollendete Tatſachen geſtellt
rden ſolle. In der Richtung haben die Warnungen doch
ſirkt, die darauf hinausliefen, daß die Zeit endgültig
rüber iſt, in der wir nur Objekt derartiger
rhandlungen waren. Wir glauben auch richtig zu
nuten, daß für die Engländer Ausgangspunkt ihrer
Ueber=
ngen die Dezembererklärung von 1932 iſt, auf die hin
tſchland damals die Mitarbeit in der Abrüſtungskonferenz
der aufnahm. Aber gerade weil aus dieſer Erklärung
nach=
nicht die eigentlich ſelbſtverſtändlichen Folgerungen gezogen
den, wird ſich Deutſchland zu einer Wiederholung des Spiels
hergeben. Der Gedanke, daß wir erſt nach Genf gehen und
7 dort über unſere Anſprüche verhandelt wird, kann
ernſt=
von keiner Seite mehr in Erwägung gezogen werden.
Das haben die Engländer auch eingeſehen. In ihrem
Pro=
nm wird daher der Verſuch gemacht, die Auswirkungen der
embererklärung möglichſt raſch in die Tat umzuſetzen und
der deutſchen Gleichberechtigung in Verbindung mit einem
em der Sicherheit ein einheitliches kompliziertes Gebilde
chaffen, wie es ſcheint auch die Verarbeitung der vorliegen=
Paktvorſchläge in einen allgemeinen europäiſchen Pakt. Die
Frage wird nun darin beſtehen müſſen, daß ſich zeigt, ob
nkreich bereit iſt, auf dieſer Grundlage zu verhandeln oder
ſie Franzoſen ſich auf eine beſtimmte Reihenfolge der Dinge
eifen, was ſchließlich zu einem Scheitern der ganzen
Ver=
olungen führen müßte.
Es iſt kein Zufall, wenn gerade zu Beginn der Londoner
erhaltungen der polniſche Außenminiſter (Siehe Seite 3.
Red.) im Senat noch einmal über den Oſtpakt geſprochen
die Bedenken politiſcher und gefühlsmäßiger Art, die Polen
r Konſtruktion entgegenbringt, eigentlich in vollem Umfange
echterhalten hat. Die Widerſtände, mit denen Frankreich in
ſchau zu rechnen hat, ſind nach wie vor recht groß, und
da=
ſind die Ausſichten auf die Durchführbarkeit des ſogenann=
Oſtpaktes auch ohne Berückſichtigung der Stellung
Deutſch=
s mehr als ungünſtig. Auch Herr Beck hat gleichzeitig den
itiven Weg angezeigt, wie er ſich die Entſpannung in
opa vorſtellt. Der deutſch=polniſche Vertrag mit
en auch heute wieder von Herrn Beck underſtrichenen
Wir=
ſen gibt einen wertvollen Hinweis; denn dieſer
rrag ſtellt tatſächlich beinahe den einzig wirklichen
itrag zur Befriedung Europas dar, der in den
en Jahren geleiſtet wurde. Auf einem ſolchen Weg laſſen
ſich die Gegenſätzlichkeiten raſch und ſicher beſeitigen. Und das iſt
doch ſchließlich das Kernproblem, auf das es allein ankommt.
Es handelt ſich für uns nicht um Taktik, nicht um Formeln,
ſondern um die Sache, und die Antwort, die wir aus dem
amtlichen Communigué über die Londoner Beſprechungen in
erſter Linie erwarten, muß zeigen, ob England und Frankreich
bereit ſind möglichſt ſachlich zu arbeiten oder ob auch die neuen
von England aufgenommenen Bemühungen nur auf eine
Wiederholung der alten Melodien hinauslaufen.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Flandin (links) und der
Außenminiſter Laval (rechts) reiſten am Donnerstag
nach=
mittag nach London.
Die erſten Miniſterbeſprechungen.
EP. London, 1. Februar.
Die engliſch=franzöſiſchen Miniſterbeſprechungen begannen
am Freitag um ½11 Uhr und dauerten etwa 2½ Stunden.
Hieran ſchloß ſich ein Frühſtück in der Amtswohnung Baldwins,
der zuſammen mit Lordſiegelbewahrer Eden an den Verhand=.
lungen teilnimmt. Die zweite Unterredung am Nachmittag
dauerte ebenfalls über zwei Stunden. Heute abend gab die
Regierung zu Ehren der Gäſte ein Bankett im Auswärtigen
Amt, zu dem 40. Perſonen geladen waren.
Nach einem Bericht der Preß Aſſociation wurde in
eng=
liſchen Kreiſen ein gewiſſer Optimismus über die Beſprechungen
an den Tag gelegt. Man nimmt jedoch nicht an, daß die
Er=
örterungen an Ort und Stelle zu greifbaren Ergebniſſen führen.
Beide Seiten ſeien bemüht, eine Höchſtzahl von Beſprechungen
in die geringe zur Verfügung ſtehende Zeit zu drängen. Es
beſtehe Grund zu der Annahme, daß Macdonald und ſeine
eng=
liſchen Kollegen Freitag vormittag den franzöſiſchen Vertretern
gegenüber darauf hinwieſen, nach Anſicht der britiſchen
Regie=
rung ſei es das wichtigſte Erfordernis, Mittel zu finden, um
der Anerkennung der deutſchen Gleichberechtigung durch die
Genfer Erklärung vom Dezember 1932 praktiſche Wirkung zu
verleihen. Man nimmt an, daß die britiſchen Miniſter bei den
Franzoſen auf eine neue Annäherung gegenüber der deutſchen
Regierung dringen. Dies könnte ſich in der Richtung bewegen,
daß Deutſchlands Forderungen auf Gleichberechtigung und das
franzöſiſche Verlangen nach Sicherheitsbürgſchaften von Seiten
Deutſchlands gleichzeitig vertraglich vereinbart werden könnten.
Bis jetzt hatte Frankreich darauf beſtanden, daß Deutſchlands
Rückkehr nach Genf zuerſt erfolgen müſſe.
In unterrichteten franzöſiſchen Kreiſen in London wurde
nach der Morgenſitzung geſagt, daß die Beſprechungen bisher
nur ſehr allgemeinen Charakter hatten. Einige der wichtigſten
Fragen ſeien jedoch bereits zur Sprache gekommen.
Englandsskellung imofkaſiakiſchenkcum
Aus London wird uns geſchrieben:
Noch immer iſt die Aufmerkſamkeit der engliſchen Politik
nicht ohne Sorge auf den Fernen Oſten gerichtet. Man
ver=
kennt zwar nicht, daß inzwiſchen eine Reihe von Anzeichen, die
noch vor eineinhalb Jahren für eine akute Kriegsgefahr zu
ſprechen ſchienen, verſchwunden ſind, und daß eine gewiſſe
Be=
ruhigung eingetreten iſt. Gleichzeitig überſieht man aber
keines=
wegs, daß die Spannungen zwiſchen Japan und China auf der
einen und zwiſchen Japan und Sowjet=Rußland auf der anderen
Seite doch ſehr ſtark ſind. Da England große wirtſchaftliche
Intereſſen im Stillen Ozean zu verteidigen hat, verfolgt man
dieſe Anzeichen einer friedlichen Entwicklung mit größter
Genug=
tuung, zeigt ſich aber ſofort hellhörig, ſobald ſich Aeußerungen
des Gegenteils kundwachen.
Das muß vorausgeſchickt werden, um zu erklären, weshalb
die letzte Rede des japaniſchen Außenminiſters Hirota und die
eigentlich im Widerſpruch dazu ſtehende Aktion der Japaner in
der chineſiſchen Mandſchurei bei Tſchahar in London ganz
ungewöhnlich ſtark beachtet wurden. Man erkennt eben, daß
die Stellung Japans nach dem Ankauf der ruſſiſch=mandſchuriſchen
Eiſenbahn ſtärker denn je iſt, und daß man von einer gewiſſen
Konſolidierung des urſprünglich als ſehr zweifelhaft
ange=
ſehenen mandſchuriſchen Projektes der Japaner ſprechen muß.
Die Selbſtſicherheit, mit der Hirota aufgetreten iſt, hat ihren
Eindruck in England nicht verfehlt. Man ſieht ein, daß man
ſich irgendwie mit den Japanern einigen muß, und daß es
keinen rechten Sinn mehr hat, an den veralteten politiſchen und
rechtlichen Grundlagen feſtzuhalten. Allerdings darf man dabei
nicht etwa der Anſchauung ſein, daß die Engländer z. B. ihre.
Rechte in China aufzugeben beabſichtigten, die ſich auf die
ſo=
genannte „Politik der offenen Tür” beziehen und die
Sicher=
ſtellung des britiſchen Handels in China und in der Mandſchurei
bezwecken.
Es iſt übrigens bemerkenswert, daß die engliſche Preſſe
kaum auf den wichtigſten Teil der Erklärungen Hirotas
ein=
gegangen iſt, in dem er mehr oder weniger offen eine direkte
Einigung zwiſchen China und Japan über die zukünftige
recht=
liche Stellung der Großmächte vorſchlug. Was man darunter
zu verſtehen hat, iſt nicht ganz einfach zu erſehen. Die
Undeut=
lichkeit der Diplomatenſprache ſoll anſcheinend verhüllen, daß
Japan von China zu erreichen hofft, was ihm bisher die
Groß=
mächte und der Völkerbund verſagt haben: die Anerkennung der
Verſelbſtändigung der Mandſchurei und ſämtlicher Rechte, die
Japan bisher an ſich geriſſen hat. Aus der Erklärung Hirotas
ſcheint nach engliſcher Auffaſſung eine japaniſche
Bereitwillig=
keit herausgeleſen werden zu ſollen, Konzeſſionen auf dieſem
Gebiete dadurch zu entgelten, daß man auf einem anderen —
iſt damit die Flottenabmachung gemeint? — mit ſich reden läßt.
Wenn das zutreffen ſollte, würden wir tatſächlich vor einer
außerordentlich intereſſanten Verlagerung der Verhältniſſe im
Stillen Ozean=Raum ſtehen. Denn es iſt offenſichtlich, daß eine
Abmachung zwiſchen den Großmächten, die Japan freie Hand
in China läßt und die japaniſchen Forderungen anerkennt,
tat=
ſächlich geeignet wäre, die ganze Lage in Oſtaſien zu bereinigen.
Mit dem Augenblick, in dem die Großmächte — ſei es nun mit
oder ohne Sowjet=Rußland — bereit ſind, Japan freie Hand zu
laſſen, würde wohl auch möglicherweiſe China nichts anderes
übrig bleiben, als ſich mit den Japanern zu verſtändigen. Daß
die inoffizielle Stützung des chineſiſchen Standpunktes durch
eine Reihe von Großmächten eines der Haupthemmniſſe für die
japaniſche Politik war, iſt ja bebannt. Andererſeits würde
Sowjet=Rußland, ſofern England und Amerika ſich mit Japan
einigen, kaum in der Lage ſein, den Japanern ernſthaften
Widerſtand zu leiſten. Sowjet=Rußland wäre dann endgültig
auf ſeine Verteidigungsbaſis zurückgeworfen, — ja, es müßte ſich
ſogar fragen, ob es dort noch weiterhin geſichert iſt. Es leuchtet
alſo ein, daß eine ſolche Verſtändigung bedeutungsvoll genug
wäre, um eine endgültige Klärung der Lage in Oſtaſien, und
zwar zugunſten Japans und zugunſten Sowjet=Rußlands,
her=
beizuführen.
Nur iſt es freilich eine andere Frage, ob der Preis, den
die Japaner für einen ſolchen politiſchen Erfolg bieten, die
angelſächſiſchen Mächte genügend lockt. Die Verſtändigung in
der Flottenfrage zwiſchen den drei größten Seemächten iſt,
dar=
über kann kein Zweifel ſein, von ſo ſchwerwiegender Bedeutung,
Engſiſches Flak=Geſchütz mit
m Traktor.
Rieſenhaftes franzöſiſches Eiſenbahn=Langrohrgeſchük.
Eelcts der gewaltigen Luftrüſtung Frankreichs, die auch von den Engländern als ſtändig wach=
* Ikohung mit Beſorgnis angeſehen wird, werden in England die Maßnahmen zu einer
wir=
volen Abwehr mit erhöhtem Eifer durchgeführt. — Bekanntlich iſt die ganze franzöſiſche
Sle mit einem wohldurchdachten und bis ins kleinſte organiſierten Verteidigungsſyſtem ver=
. Daneben gibt es jedoch noch Eiſenbahnſtrecken, die ausſchließlich militäriſchen Zwecken dienen.
en ſind rieſenhafte Langrohrgeſchütze eingeſtellt, die in kürzeſter Friſt die ganze Grenze ent=
* beſordert werden können. Unſer nebenſtehendes Bild zeigt ein ſolches rieſiges Langrohrgeſchütz,
Seite 2 — Nr. 33
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
daß man verſtehen könnte, wenn Engländer und Amerikaner
dieſer Verſtändigung zuliebe darauf verzichten würden, die
ohnehin beſtehende tatſächliche Lage in Oſtaſien ſehr weitgehend
anzuerkennen. Denn wan muß ſich klar darüber ſein: ſehr viel
von der internationalen Stellung ſowohl Englands als auch
Amerikas beruht auf der Tatſache, daß ſie vertragsmäßig größere
Flodten als die Japaner unterhalten dürfen. Gelänge es ihnen,
ſich auf dieſer Baſis mit Japan zu verſtändigen, ſo iſt es ſehr
wohl denkbar, daß ſowohl die Amerikaner wie die Engländer den
Japanern dafür ſehr weitgehend entgegenkommen würden. Aber
es iſt natürlich die Frage, wie weit die Japaner underlegen zu
bleiben bereit ſind, und wieweit England und Amerika den
japaniſchen Wünſchen entſprechen wollen. So deutlich iſt ja auch
Hirota nicht geweſen, daß er Formulierungen gebraucht hätte,
die den eben aufgezeichneten Fragenkomplex ohne weiteres
klären. Aber immerhin: man wird ſich in Zukunfd fragen müſſen,
ob dieſe Gedankengänge, die mehrfach in der franzöſiſchen und
auch in der engliſchen Oeffentlichkeit erörtert worden ſind, nicht
doch ſchon hinter den Kuliſſen irgendeine Realität gewonnen
haben.
Englands Skandpunkk:
„Wir müſſen uns heuke an die
Gleichberechtigungs=
erklärung halken.”
Der „Star” ſchreibt heute, alles, was England tun
könne, ſei, eine Beſtätigung des
Locarnoyertra=
ges zu geben, wobei das Blatt betont daß dieſer
Ver=
trag England nicht nur zur Hilfeleiſtung für
Frankreich, ſondern auch für Deutſchland
ver=
pflichte. „Unſere Loyalität” erklärt der „Star”, „gilt einem
geeinten Europa, das mit und durch den Völkerbund arbeitet.
Wenn im Rahmen des Völkerbundes Regionalpakte abgeſchloſſen
werden können, werden ſie von unſeren beſten Wünſchen begleitet
ſein, aber eine Beteiligung Englands an ſolchen Pakten iſt
aus=
geſchloſſen. Es iſt nicht unſere Aufgabe, Deutſchland zu ſagen,
daß es dem Nordoſtpakt oder dem öſterreichiſchen Garantiepakt
beitreten muß, und daß es, wenn es das nicht tut, keine
Gleich=
berechtigung erhalten kann. Wir wollen den Weg für
Deutſch=
lands Rückkehr nach Genf ebnen. Wenn das geſchehen iſt, wird
auch die Frage der Sicherheit gelöſt ſein.
Wir müſſen uns heute an die Gleichberechtigungserklärung
der fünf Mächte vom Dezember 1932 halten. Wäre das ſchon
früher geſchehen, ſo wäre Deutſchland ſchon heute in Genf.
Gleich=
berechtigung und Sicherheit ſind keine getrennten Fragen, ſondern
zwei Seiten des gleichen Problems. Solange Deutſchland die
Gleichberechtigung vorenthalten wird, kann es kein
Sicherheits=
ſyſtem, mag es ausſehen, wie es wolle, geben. Geſteht man ihm
aber die Gleichberechtigung zu, ſo iſt damit auch die beſte
Garan=
tie der Sicherheit gegeben.”
Dieſer Artikel, der, wie ein heute morgen von der „Times”
veröffentlichter Artikel Lord Lohians die Anſichten des
überwäl=
tigenden Teiles der engliſchen Oeffentlichkeit widerſpiegelt,
dürfte auch die Auffaſſung führender Regierungskreiſe
wieder=
geben.
Samstag, 2. Februar 194
Pariſer Kombinakionen.
EP. Paris, 1. Februar.
Die franzöſiſchen Berichte über die erſten franzöſiſch=engliſchen
Miniſterbeſprechungen am Freitag morgen laſſen einen gewiſſen
Optimismus erkennen. Der „Intranſigeant” glaubt zu wiſſen,
daß am Samstag abend eine gemeinſame franzöſiſch=engliſche
Erklärung über folgende Punkte veröffentlicht werden könne:
Erſtens werde die Gleichberechtigungserklärung vom 11.
De=
zember 1932 wiederholt werden. Darin werde jedoch beſtimmt,
daß, ſolange ein Rüſtungsabkommen nicht erzielt ſei, Deutſchland
als den Militärklauſeln des Verſailler Vertrages
zuwiderhan=
delnd betrachtet werde. In der Erklärung werde — immer dem
„Intranſigeant” zufolge — eine allgemeine Konvention der
Rüſtungsbeſchränkung und =kontrolle und der Abſchluß von
Regio=
nalpakten empfohlen. Frankreich werde ein „Sicherheits=
Ueber=
gewicht” gegenüber Deutſchland während einer Uebergangszeit
zuerkannt werden. Auch die Flottenfrage werde Erwähnung
finden. Ferner würden die Beſtimmungen des Locarno=
Abkom=
mens nochmals erwähnt und präziſiert werden.
Nachdem der Ausſchuß der Abrüſtungs=Konferenz zur Kontrolle
des Waffenhandels bereits vor einigen Tagen für den 14. Februar
einberufen worden iſt, wird ſich am 18. Februar der ſogenannte
Ausſchuß für die allgemeinen Beſtimmungen des Abrüſtungs=
Ab=
kommens verſammeln. Auf der Tagesordnung dieſer Sitzung des
Ausſchuſſes ſtehen die Fragen der Einrichtung eines ſtändigen
Abrüſtungs=Ausſchuſſes und der Umwandlung der Abrüſtungs=
Kon=
ferenz gemäß dem ruſſiſchen Vorſchlag in eine ſtändige Friedens=
Konferenz.
Mit dem geſtrigen Tage iſt die ſattſam bekannte
Abſtimmungs=
bereitſchaft der Saarbrücker Polizei aufgelöſt worden.
Lebensſtil und Volksgemeinſchaft.
Von Werner Klau.
Wer als Auslandsdeutſcher zum erſtenmal nach Deutſchland
kam, oder wer als Reichsdeutſcher Jahre in der Fremde weilte
und nun, zurückgekehrt, die heimiſchen Verhältniſſe aus einem
neuen Abſtand zu ſehen vermochte, mußte bis vor kurzem
feſt=
ſtellen: wir Deutſchen beſitzen keinen einheitlichen Lebensſtil.
Was jeden Engländer, jeden Spanier, jeden Ruſſen, jeden
Fran=
zoſen, aber vielfach auch die Angehörigen der kleineren Völker
zuerſt mit ihrer Nation verbindet: die ſelbſtverſtändliche
Gültig=
keit gewiſſer arteigener Lebensnormen und Umgangsformen, die
gleiche, gemeinſame Lebenshaltung aus Inſtinkt und Züchtung —
ſie fehlte dem Deutſchen. Stärker als alle Unterſchiede von Beſitz
und Bildung wirkte ſich in Deutſchland der Unterſchied der
Lebensſtile aus: der Offizier, der Arbeiter, der Kaufmann, der
Akademiker hatten bis jetzt kaum etwas Gemeinſames in den
Formen und Normen ihrer Lebensführung.
Unterſchiede ſind freilich eine Selbſtverſtändlichkeit in jedem
ſozial differenzierten Volkskörper; auch den franzöſiſchen
Gelehr=
ten trennt vieles vom franzöſiſchen Bauern, und der engliſche
Matroſe und Ariſtokrat werden auf den erſten Blick wenig
Ge=
meinſames haben. Aber wer genauer hinſieht, wer ſich in den
Rhythmus fremden ausländiſchen ebenſo wie in den Rhythmus
eigenen deutſchen Lebens eingefühlt hat und
Vergleichsmöglich=
keiten beſitzt, wird feſtſtellen, daß im übrigen Europa gewiſſe
Lebensideale und Vorſtellungen von dem, was man in beſtimmten
Lagen zu tun und zu laſſen hat, was mit Ehre und Würde
ver=
einbar iſt und was nicht, den oberen wie den unteren Schichten
des Volkes gemeinſam ſind, und daß dort im Grunde jeder in
ſeiner Art dem gleichen nationalen Vorbildthpus nachſtrebt. Das
iſt etwas ſchematiſch und vergröbernd ausgedrückt, es trifft aber
einen weſentlichen Tatbeſtand. Der engliſche Gentleman, der
franzöſiſche Bourgeoisrentner, der ſpaniſche Caballero
repräſen=
tieren nicht nur einen beſtimmten ſozialen Stand ihrer Nation;
die beſonderen „Tugenden”, die ſich mit dieſen Geſtalten verbinden
und ſie bedingen, beherrſchen in vielfacher Brechung auch das
ganze Volk. Jeder ſpaniſche Vagabund hat etwas vom Caballero,
und der ärmſte franzöſiſche Arbeiter trägt heimliche Rentnerideale
im Herzen.
Dieſe Verbindlichkeit gewiſſer Vorbildtypen iſt ein Beweis
für die innere Geſchloſſenheit einer Volkskultur; ſie gibt dem
Ein=
zelnen jene ſelbſtverſtändliche Haltung, die ihn überall in der
Welt als Angehörigen einer beſtimmten Nation ausweiſt. Es
wäre übertrieben, zu ſagen, daß dieſe eigene Haltung dem Deut=
Sowjetrußland rüſtet auf.
Ruſſiſche Rüſkungsziffern. — Raſendes Rüſtungskempo. — Begleikmuſik zu den Londoner Berhandlung
Milliardenziffern.
EP. London, 1. Februar.
Moskauer Meldungen zufolge hat der ſtellvertretende
Vertei=
digungskommiſſar auf dem Sowjetkongreß bekanntgegeben, daß die
Rote Armee in den letzten vier Jahren von 600 000 auf 940000
Mann verſtärkt wurde. Das reguläre Verteidigungsbudget für 1934
betrage rund eine Milliarde Rubel; im ganzen ſeien aber fünf
Milliarden Rubel ausgegeben worden; weitere ſechs Milliarden
Rubel würden erneut für Verteidigungszwecke ausgegeben werden,
und zwar vornehmlich für die Verteidigungsanlagen im Fernen
Oſten.
Aus den weiteren Angaben des ſtellvertretenden
Vertei=
digungskommiſſars, der ſich eigenartigerweiſe darauf beſchränkte,
ſeine Angaben nur in Prozenten, nicht aber in konkreten Zahlen
auszudrücken, geht hervor, daß innerhalb der letzten vier Jahre die
ruſſiſche Luftflotte um 330 Prozent vermehrt wurde, die leichten
Kampfwagen um 760 Prozent, die mittleren Kampfwagen um 790
Prozent, die Unterſeeboote um 435 Prozent und die leichten
Tor=
pedoboote um 370 Prozent.
* Dieſer Erklärung kommt eine ebenſo ſtarke militäriſche als
auch politiſche Beachtung zu. Denn wenn man in dieſem Augenblick,
der den Beginn der engliſch=franzöſiſchen Ausſprache in London
ſieht, offen ausſpricht, daß der ruſſiſche Rüſtungsetat ſprunghaft
hinaufgegangenen ſei, dann war damit ganz gewiß nicht
beabſich=
tigt, den Kongreßmitgliedern nur einen Rechenſchaftsbericht
ab=
zulegen. Man wollte was ganz anderes. Man wollte damit
der geſamten Welt zeigen, welche gewaltige
Waffenmacht der Bolſchewismus darſtellt, der
in ſeinen Garniſonen rund eine Million Männer
ſtündlichalarmbereit hält. Polen und Japan ſollten aber
nicht einmal in erſter Linie darauf aufmerkſam gemacht werden,
was zwiſchen ihnen ſteht und ſie erwürgt, wenn ſie es etwa wagen
ſollten, ſich zu einem Spiel gegen die Sowjetunion, von dem in
letzter Zeit wieder die Rede iſt, zuſammenzufinden.
Die Hauptſache dieſes Hinweiſes auf die
Rüſtungsausgaben iſt doch der Wink mit dem Zaunpfahl
an die franzöſiſche Adreſſe ſich wohl zu
über=
legen, was in London zugeſichert werden ſoll,
bevor man leichtfertig die gigantiſche
ſowjet=
ruſſiſche Waffenhilfe aufs Spiel ſetzt. Der
ſtellver=
tretende Volkskommiſſar hat zwar nicht geſagt, wie viele U=Boote
und Flugzeuge die Sowjetunion beſitzt. Er hat hier lediglich mit
Verhältniszahlen operiert; aber auch das genügt. Denn wir
wiſſen längſt, daß Rußland ſchon heute ein Luftflotte beſitzt, die
zahlenmäßig der der Franzoſen überlegen iſt und ſtändig durch
neue Flugzeugtypen ergänzt wird, deren Stärke darin beſteht,
Bombenlaſten über Entfernungen von mehreren tauſend
Kilo=
metern tragen zu können.
Dem ſtellvertretenden Verteidigungsminiſter können wir
natürlich für ſeine offenherzigen Worte nicht dankbar genug ſein.
Denn einmal hat er gerade den Europäern ſchmucklos
ausein=
andergeſetzt, welche Größe die kommuniſtiſche Gefahr erreicht hat,
und zum anderen werden ſich diejenigen Politiker, die mit dem
Rechenſchieber herumlaufen und uns irgendein neues
Rüſtungs=
maß zuſchanzen wollen, doch wohl erſt einmal darauf beſinnen
müſſen, daß die Sowjetunion auch noch Mitglied des
Völber=
bundes iſt, alſo bei einer künftigen Rüſtungskonvention nicht gut
unberückſichtigt bleiben darf. Die Väter des Verſailler
Vertra=
ges und die neuen Freunde der Bolſchewiſten, denen doch recht
ſchwül zumute wurde, als die Sowjetruſſen mit ihrer Hilfe
tat=
ſächlich in Genf einzogen, dürfen ſich darüber den Kopf
zerbre=
chen, wie man die Sowjetunion dahin bringen kann, ſich
irgend=
einer etwa zuſtande kommenden Konvention zu beugen. Das
dürfte wohl ebenſo ſchwer ſein, wie den Japanern die ihnen vom
Völkerbund nur zum Zwecke der Verwaltung anvertrauten
Süd=
ſee=Inſeln wieder abzujagen.
Und doch nervös?
Die militäriſche Operation der japaniſchen und
mandſchu=
riſchen Streitkräfte um Kalgan herum hat in Moskau aufs neue
eine ſichtliche Nervoſität ausgelöſt. Niemand weiß genau, was
die Japaner eigentlich wollen. Man muß ſich darauf
be=
ſchränken, die Tatſachen zu regiſtrieren, die ſich
folgender=
maßen aneinanderreihen: Wiederaufflammen der Kämpfe mit
den chineſiſchen Truppen Beſetzung der Strecke Peking—Kalgan
durch japaniſche Streitkräfte, die der Pekinger
Geſandtſchafts=
wache entſtammen, Zuziehung weiterer nicht unbeträchtlicher
ſchen ſeit jeher gefehlt habe, aber man bemerkt doch, daß der
Deutſche im Ausland recht häufig dem fremden Vorbild verfallen
iſt. Nur wo er geſchloſſen ſiedelte, hat er durch Jahrhunderte
das eigene Volkstum bewahrt und hier erſt, im Abwehrkampf
gegen fremde Einflüſſe, einen unverkennbar eigenen Lebensſtil
von prägnanter Kraft entwickelt: Die Deutſchbalten und die
Sie=
benbürger Sachſen verdanken ihr Daſein nur der
zuſammenhalten=
den Wirkung ihrer beſonderen Lebensform. Aber bezeichnend iſt,
daß der baltiſche und ſiebenbürgiſche Lebensſtil ſich in ſeiner
ein=
deutigen Prägung ſtark von der Vielfalt und Richtungsloſigkeit
des bisherigen binnendeutſchen Lebens unterſcheidet und
keines=
wegs nur als Vereinfachung und Steigerung deſſen gelten kann,
was wir in Deutſchland ſehen. Der ſelbſtverſtändliche Rückhalt
durch verbindliche Lebensformen, den Deutſchland ſeinen Söhnen
geben konnte, die in die Welt hinauszogen, war eben zu gering.
Wo keine beſondere auslandsdeutſche Haltung ſich herausbildete,
wo nur die mitgebrachte deutſche Ueberlieferung gepflegt wurde,
verblaßte das Deutſchtum der Ausgewanderten ſchnell genug zur
Feierabendſentimentalität: es verriet ſich bald nur durch die
Pflege des deutſchen Liedes, durch die Vorliebe für heimatliche
Speiſen und Getränke und das Feſthalten an dem bergebrachten
Weihnachtsfeſt.
Wir Deutſchen haben bis vor kurzem keinen Menſchentypus
und keinen Lebensſtil hervorbringen können, der ähnlich
vorbild=
liche und verbindliche Kraft für die eigene Nation beſeſſen hätte.
wie etwa der Typus und Stil des Gentleman für den Engländer.
Wer durch Deutſchland reiſte, konnte hundert Anſätze zu einem
deutſchen Lebensſtil entdecken und keine Erfüllung. Es gab
im=
mer nur landſchaftliche und ſtändiſch bedingte Sonderformen,
deren vorbildliche Wirkung ſich niemals auf das ganze Volk
er=
ſtreckte, wenn ſie auch über ihre Urſprungsbereiche hinausging.
Der hanſeatiſche Kaufmann und Patrizier, der preußiſche Offizier
und Beamte, der ſüddeutſche Kleinbürger, der oſtelbiſche Junker,
der Induſtriearbeiter, der Korporationsſtudent, der Wandervogel,
der Angeſtellte — dieſe verſchiedenen Geſtalttypen bezeichnen
ebenſo viele durch innere und äußere Haltung, durch Wertung
und Ideale voneinander unterſchiedene Lebensſtile des deutſchen
Menſchen, wie ſie ſich im Laufe der Geſchichte herausgebildet
haben und bis heute wirkſam ſind.
Das Beſondere und Verhängnisvolle an dieſem
Nebeneinan=
der war das Fehlen eines verbindenden Elementes zwiſchen den
einzelnen Lebensſtilen und Geſtalttypen. Sie wirkten nicht wie
Zweige und Sprößlinge desſelben Baumes, ſondern ſchienen eher
von gegenſätzlichen Kräften genährt: die Kluft zwiſchen
Akade=
miker und Arbeiter, zwiſchen Kaufmann und Offizier, zwiſchen
Ariſtokrat und Wandervogel war bei uns viel tiefer als ſonſt bei
den meiſten Kulturnationen. Die Tendenz zur Sondertümelei,
Truppenmaſſen und Anerkennung der Autonomie der inn
Mongolei durch den Kaiſer Puyi, vorausgeſetzt, daß die A
dſchurei die Oberhand behält.
Daraus folgert man in Moskau, daß die Japaner we
lich mehr anſtreben als nur eine lokale Grenzberichtigung.
nimmt an, daß ſie die große Provinz Tſchahar und dar
hinaus die ganze innere Mongolei unter ihre Botmäßi
bringen wollen, wobei ſie ſo verfahren, daß ſie zunächſt
chineſiſche Herrſchaft mit mehr oder minder ſanftem Drug
ſeitigen dann mit der Parole „Aſien den Aſiat
die Raſſenzuſammengehörigkeit in den Vordergrund ſchie
um den Boden für die Errichtung von bodenſtändigen
hörden, die natürlich von Japan abhängig ſind, zu ebnen
ſo allmählich einen neuen Schritt in der Richtung der Gr
der äußeren Mongolei zu unternehmen, die zur ruſſiſchen
flußſphäre gehört.
Bei den rieſigen räumlichen Entfernungen beſteht allerd
für die Ruſſen kein unmittelbarer Anlaß, beſorgt zu ſein. An
wäre es, wenn ſich ähnliches dort abſpielen würde, wo Jat
und Ruſſen ſich unmittelbar gegenüberſtehen.
Neues amerikaniſches
Lufkfahrk-
programm.
Vermehrung der Lufkſtreitkräffe um 80 Proze
EP. Waſhington, 1. Febru
Präſident Rooſevelt ließ dem Kongreß einen Berich=
Kommiſſion für das Bundesflugweſen zugehen, der nicht we
als 254 Seiten umfaßt und folgende Vorſchläge enthält:
1. Bau von zwei Rieſen=Luftſchiffen des Zeppelintypes
denen eines die als veraltet zu betrachtende „Los Angeles
ſetzen und das zweite in den regelmäßigen Luftverkehr
den Atlantiſchen und Pazifiſchen Ozean eingeſtellt werden
2. Durchführung eines ausgedehnten Luftrüſtungsprogra
während der nächſten fünf Jahre, um die amerikaniſchen S
kräfte um etwa 80 Prozent zu verſtärken, ſo daß im Jahre
das Landheer über 2320 und die Flotte über 1910 Flugzeug//
fügen würden.
3. Bildung einer Nationalen Luftfahrtkommiſſion, die
machten zur Ueberwachung der Entwicklung des Luftver
in den Vereinigten Staaten erhalten ſoll.
In einer dem Bericht angefügten Sonderbotſchaft
Präſident Rooſevelt den letzten Vorſchlag ab und regt
deſſen an, alle Zweige des Lufwerkehrs einer „Lufttrans
Kommiſſion” zu unterſtellen.
Erfolglofe nene ruſſiſch=amerikaniſche Schulde
beſprechung.
EP. Waſhington, 1. Febr.
Der ruſſiſche Botſchafter Trojanowſki hatte am Donne
mit Staatsſekretär Hull eine Unterredung über die Schu
frage, die nur zehn Minuten dauerte. Nachher erklärte
eine Verſtändigung mit Sowjetrußland habe ſich als unm
erwieſen, da die ſowjetruſſiſche Regierung es abgelehnt hab
amerikaniſchen Vorſchläge als Verſtändigungsgrundlage
nehmen. Die Import= und Export=Bank, die eigens zur En
lung des Handels der Vereinigten Staaten mit Sowjetru
gegründet worden ſei, erſcheine ihm numehr gegenſtandsle
Botſchafter Trojanowſki zeigte ſich ſehr niedergeſchlagen
lehnte jede Aeußerung ab.
Der Verwaltungsrat des Internationalen Arbeitsamt
Genf ernannte die Vereinigten Staaten und die Sowjet=Unt
ſtändigen Mitgliedern.
Im engliſchen Unterhaus wurde der Geſetzentwurf üb
Errichtung von geſunden Neuwohnungen in zweiter Leſun
291 gegen 46 Stimmen angenommen. Nach dieſem Entwurf
die ungeſunden und dunklen Wohnungen beſeitigt und an
Stelle geſunde, reine und billige Wohnungen gebaut werd
Präſident Rooſevelt hat am Freitag die Gültigkeit des
für die Kraftwageninduſtrie bis zum 16. Juni ds. Js. verlä
Gleichzeitig nahm er an dem Code zwei Aenderungen vor, die
den Beſchäftigungsſtand in dieſer Induſtrie erhöhen ſollen.
Präſident Rooſevelt hat die Regierungsvorlage, durch 4
Tätigkeit des Bundesfinanzamtes für Wirtſchaftsbelebung (5
verlängert wird, unterzeichnet. Die Vorlage hat dadurch Ge
kraft erlangt.
zur Betonung von Stand, Beruf und Klaſſe, die Herrſchaft
falſch aufgefaßten volksfremden Bildungsideals, der Einflu
ländiſcher Geſellſchaftsformen, die Entartung des Feudal
die Heraufkunft einer volksfeindlichen Arbeiterideologie —
alles hatte dazu beigetragen, natürliche Unterſchiede unna
zu vergrößern. Es fehlte in Deutſchland jede Spur
common sense, jede tiefere Einheit in den Lebensäußerung
Nation; und die Führungsanſprüche, die etwa vom Pre
Soldatiſchen geſtellt wurden, reichten begreiflicherweiſe n
einer Durchdringung aller Lebensſphären aus.
Hier, in dieſer Zerriſſenheit unſeres Gemeinſchaftslebe
der ſo vielfach bedingten Fremdheit zwiſchen den Angehörig
einzelnen Stände und Berufe, liegt einer der Brennpunk
Volksgemeinſchaftsproblems. Die Aufgabe, die uns heute
iſt, iſt die Prägung eines neuen deutſchen Menſchentypu
eines deutſchen Lebensſtiles, der in Abwandlungen und Ab
gen für das ganze deutſche Volk verbindlich iſt. Die Entw
bei uns treibt ſeit dem Weltkrieg in dieſe Richtung, un
erleichtert alle jene Maßnahmen, die heute von den veran
lichen Führern des neuen Staates ergriffen werden, um die
Aufgabe zu bewältigen. In der Frontkameradſchaft des
krieges zerſplitterten zum erſtenmal die dünnen, glas
Wände, die den Deutſchen vom Deutſchen trennen. Die
kriegsjahre zerſtörten unendlich vieles an bürgerlichen
urteilen und ließen, am ſtärkſten in der jungen Generation.
Willen zur neuen Schlichtheit und Natürlichkeit in den 2I
formen aufkommen, der die Unterſchiede der Klaſſen und
einebnete. Sport und Technik ſchufen Gemeinſamkeiten, die
nicht möglich waren: in den Kampfgemeinſchaften derer,
Deutſchlands Wiedergeburt rangen, galt von vornherein n.
Volksgenoſſe und Kamerad.
Heute iſt die Erziehungsarbeit am deutſchen Menſch”
die breiteſte Grundlage geſtellt; in der Ideologie des Na
ſozialismus bieten ſich ihr die geeigneten geiſtigen Waſſe
praktiſchen Handhaben. Von drei Seiten wird das Prob=
Angriff genommen: bei der Jugenderziehung, bei den *
und Feierabendorganiſationen und bei den gemeinſamen
und Feiern der Nation. Und obwohl wir erſt am Anfa1
großen Verſchmelzungs= und Umprägungsprozeſſes ſtehen.
früher zerriſſene deutſche Nation zu einer lebendigen Eing
ſtalten ſoll, bilden ſich ſchon langſam die großen Linienl
Lebensſtiles, der mit allen alten Formen aufräumt, die
dem neuen Geiſt nicht rechtfertigen können, und deſſen ſchi
Natürlichkeit nicht mehr bürgerlich iſt und auch nicht prole
nicht preußiſch und auch nicht bayriſch, ſondern geme
deutſch in jenem verbindlichen Sinne, in dem man von
franzöſiſchen oder engliſchen Lebensſtil ſprechen kann."
Solens außenpolitiſche Grundſätze.
Unerſchükkerliches Feſthalken am deukſch=polniſchen Abkommen. — Zormale und polikiſche Bedenken
gegenüber dem Oſtpakt.
Nach einem kurzen Hinweis auf die polniſche Haltung zur
Frage des Minderheitenſchutzes in Genf kam Miniſter Beck auf
Bemerkenswerke Feſtſtellungen
die Frage des Oſtpaktes
des polniſchen Außenminiſters
zu ſprechen. In Rückſicht auf die geographiſche Lage
inter=
eſſierten Polen alle Pläne, die die politiſche Organiſation
Oſt=
über die deutſch=polniſchen Beziehungen.
europas betreffen. Das ältere Thema diplomatiſcher Verhand=
DNB. Warſchau, 1. Februar.
Der polniſche Außenminiſter Oberſt Beck gab Freitag
vor=
ag im Seimausſchuß für auswärtige Angelegenheiten einen
erblick über die polniſche Politik des letzten Jahres.
Bezüglich der nachbarlichen Beziehungen mit der
Sowjet=
m hob Miniſter Beck hervor, daß bei ſeinem Moskauer Be=
und bei der perſönlichen Fühlungnahme mit den führen=
Männern der Sowjetunion beiderſeits der Wunſch feſt=
Id wurde, der neuen guten Form der Nachbarſchaft, wie ſie
h den Nichtangriffspakt und das Protokoll über die
Feſt=
ung des Angreifers geſchaffen ſei, dauerhaften Charakter zu
n; ſie habe logiſch zur Verlängerung des
Nichtangriffs=
es auf weitere 9 Jahre geführt.
Auf die Beziehungen zu Deutſchland übergehend erklärte
iſter Beck: „Wir können ohne weiteres ſagen, daß
eſes bedeukſame Abkommen, belebt von offenem
tiedenswillen, in dieſer Periode ſeine
Lebens=
prüfung in vollem Ausmaß beſtanden hat
in viele Gebiete unſeres Alltagslebens auf beiden Seiten
Grenze eingegriffen hat. Der in ihm ausgedrückte Wille
guten Geſtaltung der gegenſeitigen Beziehungen hat den
bereitet, um viele praktiſche Fragen zu löſen. Klarſten
druck hat das in den Verhandlungen gefunden, die zur
Auf=
ng des ſogenannten Zollkrieges zwiſchen unſeren beiden
ten führten.” Auf der Grundlage dieſes wirtſchaftlichen
mmens könne man den ſtufenweiſen Aufbau der
wirtſchaft=
internationalen Zuſammenarbeit fördern.
Landwirtſchaft, Handel und Induſtrie fänden allmählich
Weg des natürlichen Austauſches wieder, und die
Handels=
ſen beider Länder zeigten ſich in den gegenſeitigen Häfen.
e Erſcheinungen hätten neben ihrem materiellen Ausdruck
Lirtſchaftsleben beider Staaten zweifellos auch weitgehende
ologiſche Bedeutung; denn auf dieſe Weiſe habe die breite
entlichkeit beider Staaten die Möglichkeit, ſich über das
iſche Gewicht der Entſcheidungen der beiden Regierungen
zu werden.
Die auf dem Gebiet der Wiſſenſchaft, der Kunſt, der Preſſe,
fremdenverkehrs und des Sportes angeknüpften Beziehungen
n ähnliche Bedeutng. Dabei müſſe man mit Befriedigung
ünſtige Atmoſphäre hervorheben, die die Anknüpfung dieſer
hungen in beiden Ländern gefunden habe. Es handele ſich
ei nicht nur um eine pſychologiſche Wirkung
den heutigen Tag, ſondern um eine
er=
eriſche Tätigkeit im Geiſte der
gegen=
igen Schätzung und des friedlichen
Zu=
menlebens der Völker.
In Beſuchen hervorragender politiſcher Perſönlichkeiten,
imtlich oder privaten Charakters, habe die Fühlungnahme
eitenden Perſönlichkeiten ihren Ausdruck gefunden, ſo im
h des Miniſters Dr. Goebbels und im Beſuche des preußi=
Miniſterpräſidenten Göring. Die wirtſchaftlichen und
ziellen Schwierigkeiten, die in der ganzen Welt vorhanden
und ſich auch in Autarkiebeſtrebungen zeigten, müſſe man
eine Uebergangserſcheinung anſehen und hoffen, daß bei
etzung der jetzigen Beziehungen zu den weſtlichen
Nach=
eine Zeid des internationalen Austauſches ohne alle
Er=
rungen herankommen werde, die die normale Entwicklung
tachbarlichen Austauſches lähmen könnten. Bei allen
Ver=
lungen zwiſchen Polen und der Reichsregierung habe man
zuten Willen feſtellen können; die Verhandlungen ſeien im
e des Januar=Abkommens geführt worden, und das ſei
eales Ergebnis des Abkommens.
Zezüglich der Beziehungen zur Freien Stadt Danzig hob
ſter Beck hervor, daß der Weg unmittelbarer Verſtändigung,
durch den jetzigen Danziger Senat beſchritten worden ſei,
ilhafte Ergebniſſe für beide Seiten gezeitigt habe.
lungen auf dieſem Gebiete ſei das ſogenannte Oſt=Locarno, das
eigentlich weder ein Locarno, noch öſtlich ſei. Der Name „Oſt=
Locarno” ſei für Polen zweifellos nicht ſehr reizvoll; denn es
habe an die Locarno=Verträge ſchlechte Erinnerungen, da ſie ſich
mit einem gewiſſen Stil der Politik der weſteuropäiſchen
Groß=
mächte verbänden, der mit den Lebensintereſſen Polens in
keiner Weiſe gerechnet habe. Ueber den Oſtpakt werde weiterhin
verhandelt, und alle Einzelheiten intereſſieren Polen ſehr, da
ſie das Gebiet ſeiner unmittelbaren Lebensintereſſen berührten.
Daher müſſe Polen alle Einzelheiten dieſer Frage aufmerkſam
prüfen und dabei vor allem dafür ſorgen, daß ſeine eigenen
Errungenſchaften keinerlei Schaden leiden, die durch die
Zu=
ſammenarbeit mit den Nachbarn gegeben ſeien und die auf eine
wirkliche Stabiliſierung der Verhältniſſe in Noroſteuropa
hin=
zielen. Von dieſen Grundſätzen habe ſich Polen bisher leiten
laſſen und werde es weiterhin tun. Sowohl nach der politiſchen
wie nach der formalen Seite dieſes Paktes gebe es ſo viele
Fragezeichen, daß man das endgültige Ergebnis der
Verhand=
lungen noch nicht vorausſehen könne.
Die römiſchen Pakke
würden von der polniſchen Regierung günſtig aufgenommen,
denn ſie entſprächen der traditionellen Einſtellung der polniſchen
Politik im Donauvaum. Polen werde die weiteren
Verhand=
lungen mit Intereſſe und Sympathie verfolgen und vor allem
die Anſichten der unmittelbar intereſſierten Staaten prüfen.
Abſchließend betonte Miniſter Beck, der von ihm gegebene
Ueberblick über die politiſche Arbeit des letzten Jahres gebe
ein klares Bild der Tendenzen der polniſchen Politik. „Sie iſt
ſelbſtverſtändlich eine Politik Polens, unſere eigene Politik.
Sie kann dem einen gefallen und dem anderen nicht gefallen.
Das iſt ihr gutes Recht.” Auf die Stimmen der
Unzufrieden=
heit, die ſich in verſchiedenen Ländern zur Politik Polens hören
ließen, wolle er nicht eingehen. Eines kurzen Wortes bedürfe
nur der Vorwurf, daß Polen ſich zu wenig für kollektive
Friedensarbeit intereſſiere.
Wenn man nicht Worte und theoretiſche Erklärungen ins
Auge faſſen, ſondern reale Schritte, um die nachbarlichen
Be=
ziehungen zu beſſern, Streitfragen zu entſchärfen und die
Mög=
lichkeit von Konflikten zu verhindern, ſo brauche Polen einer
ſolchen Ausſprache über den Wettſtreit in Friedensbeſtrebungen
nicht ausweichen.
Senkung der Skickſtoffpreiſe.
DNB. Berlin, 1. Februar.
Der Reichskommiſſar für Preisüberwachung teilt mit:
Auf Grund der in den letzten Tagen mit dem Reichs= und
Preußiſchen Miniſterium für Ernährung und Landwirtſchaft,
dem Reichsnährſtand und dem Stickſtoffſyndikat gepflogenen
Verhandlungen iſt folgendes feſtgeſetzt:
Zur erfolgreichen Durchführung der Erzeugungsſchlacht der
deutſchen Landwirtſchaft wird mit ſofortiger Wirkung für den
Neſt des Düngejahres ein Sonderabſchlag auf den
Stickſtoff=
preis gewährt; er beträgt für Stickſtoffdünger 5 Pfg., für
Kalk=
ſtickſtoff 3 Pfg. je Kilogramm Stickſtoff. Dies bedeutet im
Durchſchnitt eine Preisermäßigung um etwa 7 v. H.
Um die Abnehmer der zu Dezember= und Januarpreiſen
vom Stickſtoff=Syndikat bezogenen Düngemittel vor
unmittel=
baren Verluſten zu ſchützen, gewährt das Stickſtoffſyndikat auf
dieſe Mengen inſoweit eine Vergütung, als der Februar=Preis
abzüglich des Sonderabſchlages unter den Dezember= und
Januar=Preiſen liegt. Darüber hinaus wird eine Rückvergütung
nicht gewährt. Im Zuſammenhang hiermit wird die
Bar=
zahlungsvergütung auf 1½ v. H. feſtgeſetzt.
Die deutſche Landwirtſchaft kann auf die Weitergewährung
der Preisverbilligung für das Düngewirtſchaftsjahr 1935/36 nur
dann rechnen, wenn eine weſentliche Abſatzſteigerung der
ſtick=
ſtoffhaltigen Düngemittel erreicht wird.
* Teil 1 des Berſailler Verkrages.
In den franzöſiſch=engliſchen Verhandlungen ſpielt der
Teil V des Verſailler Vertrages eine beſondere Rolle. Die
Engländer wünſchen bekanntlich, daß dieſer Teil außer Kraft
geſetzt wird. In den franzöſiſchen Preſſeäußerungen war jedoch
in den letzten Tagen zu leſen, daß höchſtens ein Teil dieſes
Abſchnittes für kraftlos erklärt werden könnte. Da der
Ver=
ſailler Vertrag nicht nur ein umfangreiches, ſondern auch äußerſt
kompliziertes Dokument iſt, lohnt es ſich wieder einmal in
Er=
innerung zu rufen, was in dieſem Teil V
ent=
halten iſt.
In ihm wird zunächſt auseinandergeſetzt, daß die
Höchſt=
grenze der Reichswehr bei 100 000 Mann liegt, und daß ſich die
Landesverteidigung nach einem beſtimmten, in dieſem V. Teil
niedergelegten Plan zu geſtalten hat. Gleichzeitig wird
be=
ſtimmt, wieviel Zivilperſonen von den Verwaltungsbehörden
der Armee beſchäftigt werden dürfen und über welche Grenzen
der Perſonalbeſtand des Zollwachtdienſtes und der Gendarmerie
nicht hinausgehen darf. Es wird dann weiter genau feſtgelegt,
welche Bewaffnung die Reichswehr führen darf und wie hoch
die Munitionsbeſtände ſein dürfen. Natürlich wird auch
ge=
fordert, daß ſämtliche überſchüſſigen Munitionsvorräte zu
be=
ſeitigen und die Stapelplätze den Siegerſtaaten bekannt zu
geben ſind, die bekanntlich im Anſchluß an den Verſailler
Ver=
trag eine Militärkontrolle eingerichtet hatten. Für jedes
Ge=
ſchütz, das nicht mehr als 10,5 cm Kaliber aufweiſen darf,
wurden uns 1500 Schuß genehmigt. Für die uns gütigſt
er=
laubten unbeweglichen Feſtungsgeſchütze wurden 500 Schuß
ge=
nehmigt. Weiter wurde beſtimmt, daß Waffen und Munition
nur in Fabriken angefertigt werden dürfen, die von den
Sieger=
mächten genehmigt worden ſind. Neben der Ablieferung des
überſchüſſigen Kriegsmaterials und deſſen Zerſtörung wurde
auch die Vernichtung der Werkzeuge und Maſchinen gefordert,
die für die Anfertigung dieſes Materials in Frage kommen.
Auch die Heeresergänzung und militäriſche Ausbildung iſt genau
feſtgelegt worden. Der einfache Reichswehrangehörige hat 12
Jahre zu dienen, der Offizier 25 Jahre. Verboten wurden alle
Unterrichtsanſtalten, die ſich mit militäriſchen Dingen befaſſen.
Unterſagt wurden alle Mobilmachungsmaßnahmen. Auch an die
Befeſtigungen hatte wan natürlich gedacht, deren Vernichtung in
den Vertrag hineingenommen worden iſt.
Was für die Reichswehr beſtimmt wurde, wurde entſprechend
auf die Marine übertragen, deren Schiffe bis auf einen geringen
Beſtand auszuliefern oder zu zerſtören waren. In dieſem
Ab=
ſchnitt wurde auch die 10 000=Tonnen=Grenze für die deutſchen
Schlachtſchiffe feſtgeſetzt. Heute behauptet die Gegenſeite, daß
die deutſchen Panzerſchiffe Verſailler Bauart den hochgerüſteten
Siegerſtaaten gefährlich werden könnten. Einen breiten Raum
nehmen die Beſtimmungen über die Zerſtörung der deutſchen
Kriegsluftfahrt ein. Zum Schluß mauerten die Siegerſtaaten
noch mehrere Beſtimmungen ein, die ſich auf die militäriſche
Ueberwachungskommiſſion und deren Tätigkeit bezogen.
Dieſer Abſchnitt, der heute eine ſo große Rolle ſpielt,
be=
ſitzt aber eine Präambel, die wir nicht vergeſſen wollen: Sie hat
folgenden Wortlaut: „Um die Einleitung einer allgemeinen
Rüſtungsbeſchränkung aller Nationen zu ermöglichen, verpflichtet
ſich Deutſchland, die in folgendem niedergelegten Beſtimmungen
über das Landheer, die Seemacht und die Luftfahrt genau inne
zu halten‟. Die Beſtimmungen ſind erfüllt worden, aber das
Verſprechen, eine allgemeine Rüſtungsbeſchränkung einzuleiten,
haben die Siegermächte nicht eingelöſt.
Arbeiksvermikklung.
DNB. Berlin, 1. Februar.
Die Anordnung des Reichsorganiſationsleiters der NSDAP.
vom 24. Januar 1935 über den Aufbau des Berufsgruppenamtes
und der Berufshauptgruppen in der Deutſchen Arbeitsfront iſt
teilweiſe dahin verſtanden worden, daß jetzt die Deutſche
Arbeits=
front für die Arbeitsvermittlung, insbeſondere die Deutſche
An=
geſtelltenſchaft für die Vermittlung von Angeſtellten, allein
zu=
ſtändig ſei. Zur Klarſtellung wird amtlich darauf hingewieſen,
daß die Anordnung vom 24. Januar 1935 nur die Zuſtändigkeit
des Berufsgruppenamtes innerhalb der Deutſchen Arbeitsfront
regelt. Die Durchführung der Arbeitsvermittlung
iſt nach wie vor geſetzliche Aufgabe der
Arbeits=
ämter. Nur inſoweit andere Stellen von der Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung zur
nicht=
gewerbsmäßigen Stellenvermittlung ausdrücklich zugelaſſen ſind,
dürfen dieſe im Rahmen der Vorſchriften des Geſetzes über
Ar=
beitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung neben den
Arbeits=
ämtern eine Vermittlungstätigkeit ausüben. Für die Regelung
des Arbeitseinſatzes und für die Verteilung von Arbeitsplätzen,
insbeſondere ihren Austauſch, iſt allein die Reichsanſtalt zuſtändig.
Paul=Graener=Abend.
m ſechſten Sinfoniekonzert. Montag, den 4. Februar 1935.
In dem Beſtreben, neben den anerkannten Werken unſerer
En Meiſter vergangener Epochen, auch dem Schaffen zeitgenöſ=
. Muſiker einen Platz auf den Programmen der dieswinter=
Sinfoniekonzerte einzuräumen, hat Generalmuſikdirektor
rich den bekannten und hochgeſchätzten Komponiſten Paul
*ener eingeladen, einen Abend mit eigenen Werken zu lei=
*Vor längeren Jahren ſchon brachte Willem de Haan ein
rei=
s Orcheſterſtück Graeners: „Aus dem Reiche des Pan” und in
Sa der Akademiekonzerte hörten wir vor einiger Zeit die
tige Suite „Die Flöte von Sansſouci”, eines der erfolg=
—ten Konzertſtücke der letzten Jahre. Aus allen ſeinen
Kompo=
en ſpricht ein Meiſter der Satzkunſt und der Inſtrumentation
Dis, er geht, ohne die überkommene Form der Meiſter zu
ver=
in, eigene modernere Wege. Außer den für die hieſige
Auf=
ing vorgeſehenen und den oben bereits erwähnten
Orcheſter=
n ſchrieb Graener eine Sinfonie, Suiten für Orcheſter, eine
rtüre, ſchwediſche Tänze, ein Klavierkonzert, ein Konzert für
mcello, viele Klavierſtücke, Kammermuſik und eine große An=
2 Lieder und Geſänge.
Lurch ſeine Opern: „Hanneles Himmelfahrt” und beſonders
ſeinen „Friedemann Bach”, dem man wohl den größten
nerfolg nach „Tiefland” bezeichnen darf, ward ſein Name in
ſchland bekannt. Vor kurzem vollendete der in Berlin lebende,
ndſechzigjährige Komponiſt eine neue Oper „Der Prinz von
burg” die bereits Ende Februar im Staatstheater in Berlin
fgeführt wird.
leben ſeinem vielſeitigen kompoſitoriſchen Schaffen bekleidet
eſſor Graener eine Lehrerſtelle an der Staatlichen Hochſchule
Nuſik in Berlin und gehört dem Präſidialrat der
Reichsmuſik=
ner ſeit deren Gründung an.
Intereſſant und abwechſlungsreich iſt das Programm, das der
voniſt für Montag, den 4. Februar aufgeſtellt hat.
Ein entzückendes Stück iſt das für kleines Orcheſter geſchrie=
„ivertimento, Op. 67, das ſchon annähernd hundert
ührungen zu verzeichnen hat. Bemerkenswert die vorbildliche
igewandtheit und die virtuoſe Inſtrumentation. In ſeiner
ollen Zierlichkeit, im leiſe anklingenden Humor, erinnert das
nI knappen Sätzen geſchriebene heitere, graziöſe Werkchen oft
NBart. Mit den einfachſten Mitteln — neben den Streichern
DAlöbläſer, 2 Hörner, eine Trompete und Pauken — erzielt
Komponiſt ſtarke künſtleriſche Wirkungen.
Der erſte Satz iſt ein friſches Allegro vivace, D=Dur
vier=
viertel Takt, der zweite ein allerliebſtes „Scherzo”, dreiachtel Takt
in D=Moll. In dieſem Sätzchen teilt der Komponiſt die Streicher in
zwei Gruppen und fügt dieſen hier und da eine Solotrompete und
Pauken zu. Ein gehaltvolles „Larghetto”, dreiviertel A=Dur, iſt
der dritte Satz (der übrigens auch einzeln für Klavier erſchienen
iſt), deſſen beſonderer Reiz in häufigem Taktwechſel und in dem
Wechſel zwiſchen Streichern und Bläſern liegt. Nun folgt ein
humorvolles „Un poco Allegretto”) 4=Dur, und dieſem der
groß=
angelegte Schlußſatz „Allegro”, D=Dur, der in glänzender Weiſe
das prächtige Werk abſchließt.
Große Orcheſterbeſetzung hat Graener ſeinen Variationen
über das Wolgalied gegeben: Dreifache Holzbläſer, je vier
Hörner und Trompeten, drei Poſaunen und Tuba, Harfe und
Schlagzeug und natürlich recht ſtark beſetzten Streicherchor. Seine
Meiſterſchaft in der Inſtrumentation feiert wahre Triumphe, alles
iſt in ſatte Orcheſterfarben getaucht und lyriſche, pathetiſche,
me=
lancholiſche und ſanft verſchwommene Bilder ziehen an unſeren
Ohren vorüber. Ein wahrhaft glänzendes Orcheſterſtück, das bei
allen Aufführungen Beifallsſtürme erlebte!
Als drittes Orcheſterwerk bringt Profeſſor Graener die in der
letzten Zeit erſt entſtandene „Sinfonia breve”, die trotz der Kürze
ihrer Drucklegung bereits in vielen Konzertſälen erklungen oder
für die nächſte Zeit in Ausſicht genommen iſt.
In dieſer meiſterhaft inſtrumentierten und formal geſtalteten
Sinfonie verwendet Graener im erſten Satz kleine
Orcheſter=
beſetzung, während im dritten Satz noch Baßklarinette,
Kontra=
fagott und 3 Poſaunen hinzutreten. Ernſt und bedeutſam beginnt
der erſte Satz „Allegro moderato” vierviertel A=Moll. Das
aus=
druckstiefe Thema der erſten Violinen und einiger Holzbläſer
ver=
ſetzt uns gleich in eine weihevolle, kirchliche Stimmung, die die
ganze Sinfonie durchzieht. Kunſtvolle Verarbeitung der einzelnen
Themen zeugen von der kompoſitoriſchen Meiſterſchaft des
Ton=
dichters. Prachtvoll in der Stimmung iſt der nur für
Streichquin=
tett geſchriebene, knappe zweite Satz Adagio”, vierviertel, D=Dur.
Oft glaubt man, den Klängen einer Orgel zu lauſchen, ſo
wunder=
voll iſt das von den zweiten Violinen zuerſt gebrachte und von
den anderen Streicherſtimmen weitergeführte plaſtiſche Thema
ver=
arbeitet. Auf der Dominante ſchließend, folgt attacca der
Schluß=
ſatz: „Moderato, un poco maeſtoſo”, dreiviertel, D=Moll. Breit
und wuchtig beginnen die Hörner. Trompeten, Poſaunen und
Pauken ein faſt trauermarſchartiges Motiv, das mit dem im
zwei=
ten Takt hinzutretenden Thema der Streicher das Gerüſt gibt für
den Aufbau dieſes Satzes. Unterbrochen von lyriſchen Epiſoden,
die aber immer von einem der beiden Themen geſtützt werden,
führt uns der Komponiſt durch prachtvolle Steigerungen zu einem
machtvollen Abſchluß des ganzen Orcheſters im ſtrahlenden D=Dur.
Zwiſchen den inſtrumentalen Darbietungen kommen drei
ſei=
ner erſt kürzlich erſchienenen Goethe=Lieder: „
Nachtge=
danken”, „Behandelt die Frauen mit Nachſicht”
und „Erwartung”, die der Komponiſt ſelbſt für Orcheſter ſetzte,
durch Liſelott Ammermann vom Landestheater zur
Auf=
führung. Leicht anſprechende, zum Teil humorvolle, aber auch ſehr
wirkungsſichere Geſänge, die unſerer vortrefflichen Opernſängerin
Gelegenheit geben, ihre hohe Geſangeskunſt auch im Konzertſaal
zu zeigen.
Der zweite Komponiſtenabend dieſes Winters macht uns mit
einer der intereſſanteſten Muſikerperſönlichkeiten der Jetztzeit
be=
kannt, deſſen Werke überall größten Erfolg haben und der in die
erſte Reihe der zeitgenöſſiſchen Tonſetzer einzureihen iſt.
Friedrich Brückmann.
Ein Apollo=Skandbild gefunden.
Rom In der maleriſchen Ortſchaft Sperlonga, unweit Gaite
machten dieſer Tage Spaziergänger einen beachtlichen archäologi
ſchen Fund. Ein mit Erde und Schlamm überdeckter Block, de
bis an die Landſtraße gerollt war, erwies ſich bei näherer Unter
ſuchung als ein Marmorſtandbild des Apollo. Nach Ausſage de
Sachverſtändigen handelt es ſich um eine Figur aus einer in de
Nähe befindlichen Grotte des Tiberius, der hier an den Abhänge
des Monte ſan Magno einen ſehr ſchönen Park angelegt hatt
Noch heute finden ſich in der Grotte Teile der Röhrenleitung, di
zum Auffangen der Bergwaſſer diente. Bei den Grabungen, die in
nächſter Zeit bei Sperlonga vorgenommen werden ſollen, dürfte
noch manches koſtbare Werk des Altertums wieder ans Licht de=
Tages kommen.
LPD Dr. Praſch, Intendant in Krefeld. Dr. Rolf Praſch, der
frühere Darmſtädter Generalintendant, wurde als Intendant
a=
das Stadttheater Krefeld berufen. Zuletzt war er Referent im Am
NS. Kulturgemeinde, Abteilung Theater.
Heinz Arnold, der Oberſpielleiter der Wuppertaler Oper, ha
vom Intendanten Dr. Schum einen Ruf als Oberſpielleiter an da
Braunſchweigiſche Landestheater erhalten, dem er von der nächſte
Spielzeit ab Folge leiſten wird.
Die Winterſport=Sondernummer des „Simpliciſſimus”, di
ſoeben herauskommt, hat in Bild und Text ſoviel Charme ur
echten Humor, daß man ſeine wahre Freude an dieſem Heft habe
muß. Die Erzählung von dem Privatdozenten, der Sport de
Stuffeler Girg, der Originalbrief des „einſamen Alois”
würde=
dem verſtockteſten Ofenhocker ein Schmunzeln entlocken, wenn
ſie nur leſen wollte! Die Namen der Mitarbeiter Arnold. Du
dovich Gulbranſſon, Schilling, Schulz. Thöny, Nückel. Krieſch
Ratatöskr. Springeſchmid, Benedikt, zeigen, daß Qualität ge
boten wird.
Seite 4 — Nr. 33
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 2. Februar 1
Statt Karten
Ihre Vermählung geben bekannt
Dipl.-Ing. Helmut Grau
Ulse Grau, geb. Hartmann
Darmstadt, Heinrichstr. 140
Berlin
Kirchl. Trauung: Sonnabend, 2. Febr. 1935,
Pauluskirche, 14.30 Uhr.
Ihre Vermählung beehren ſich anzuzeigen
Hans Gimbel
u. Frau Käthe, geb. Schnabelius
Darmſtadt
Neckarffraße 11
Kirchſiche Trauung: Sonntag.
mittags 2.30 Uhr
Clemensſtraße 8
den 3. Februar 1935, nache
der Pauluskirche. (1831
Die Verlobung unserer Tochter
Elli mit Herrn Dr. med. Paul
Karst geben wir bekannt.
Generalstaatsanwalt i. R.
Hofmann und Frau Elise,
geb. Hangen
Meine Verlobung mit Fräulein
Elli Hofmann gebe ich bekannt
Dr. med. Paul Karst
Darmstadt
Jahnstraße 124
Februar 1955
Freiburg i. Br.
Glümerstraße 54
1355
O
O
Statt Karten.
Ihre Verlobung geben bekannt:
Jrene Cramer
Dr. med. Helmut Zulauf
Im kaum vollendeten 29. Lebensjahre
eni=
ſchllef heute vormittag unſere liebe, gute
Mutter, Schwieger= und Großmutter, Frau
geb. Höchſter.
In tiefem Schmerz:
Max Grünfeld.
Darmſtadt, den 1. Februar 1935.
Schloßgaſſe 8.
Die Beerdſgung ſindet am Sonntag, den
3. Februar 1935, vormittags um 10.30 Uhr
vom Portale des Friedhofes der iſrael.
Religionsgemeinde hier, ſtatt. (1362
1882
Wiesbaden—
Sonnenberg
2. Februar 1935.
Darmſiadt
Erbacherftr. 10
Beerdigungs=
geſchaft Gg. Oesterling!
Lauteſchlägerſtraße 10, Tel. 1286.
(224a
E
Alleinverkauf: Parf. Th. Frank,
Elisabethenstr. (1I. St.90
3 Freundinnen,
kath. (23 Jahre)
wünſch. auf
die=
ſem Wege mit
einfachen, ſolid
Herren i.
Brief=
wechſel zu
tre=
ten. Zuſchriften
unter E. 188 an
). Geſchäftsſt. (c
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157.
Jamstag, 2. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 33 — Seite 5
lus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 2. Februar 1935
Stabile Brokpreiſe.
Die Feſtpreiſe für Getreide ſind ſeinerzeit ſo bemeſſen worden,
die Brotpreiſe während des ganzen Wirtſchaftsjahres im
all=
einen unverändert bleiben können.
Wenn daher auch trotz der weiterhin vorgeſehenen
Monatszu=
ige beim Getreidepreis (Report), im großen und ganzen dem
kgewerbe die Aufrechterhaltung des jetzigen
otpreiſes zugemutet werden kann, ſo ſind
ausbeſtimm=
örtlichen Gründen in einigen Gebieten doch
andere Hilfsmaßnahmen notwendig geworden,
die Mehlpreiſe für das Backgewerbe während der reſtlichen
nate des Getreidewirtſchaftsjahres auf angemeſſener Höhe zu
en. Aehnlich gibt es auch Gebiete, in denen der Mahllohn ſo
rig liegt, daß infolge der Monatszuſchläge für Getreide
ichen Mühlen Beſſerungen zugeſtanden werden müſſen.
Um für ſolche Gebiete die notwendige Hilfe gewähren zu
ten, hat die Hauptvereinigung der
Getreide=
rtſchaft mit Genehmigung des Reichs= und Preußiſchen
Mi=
irs für Ernährung und Landwirtſchaft und des
Reichskommiſ=
für Preisüberwachung im vollen Einvernehmen mit den
Ver=
ern des Mühlen= und Backgewerbes die Mahllöhne neu
geſetzt und die Errichtung einer
Bäckeraus=
ichskaſſe bei der Hauptvereinigung
beſchloſ=
aus der ab 1. Februar 1935 auf Grund von genau
ausgear=
eten Richtlinien Beihilfen gewährt werden ſollen. Die
Mit=
für dieſe Ausgleichskaſſe werden durch eine erträg=
Belaſtung des Weizens bei der Vermahlung aufgebracht.
Die Reichsſtelle für Getreide und die Hauptvereinigung der
reidewirtſchaft werden die notwendigen Anordnungen treffen,
eine Doppelbelaſtung für Weizen, der mit der bisherigen
Aus=
hsabgabe von 3.30 RM. bzw. 2.,50 RM. je Tonne belaſtet iſt,
ermeiden. Außerdem fällt ab 1. Februar 1935 die Gebühr von
bzw. 0.50 RM. je Tonne, die bisher für die Ausgleichskaſſe der
hsſtelle für Getreide erhoben wurde fort.
Vom 1. Februar ab ſind für die Bemeſſung des Mehlpreiſes
Stelle der Notierungen an den Großmärkten die Feſtſetzungen
Getreidewirtſchaftsverbände maßgebend.
In allen Teilen des Reiches bleibt demnach auch in Zukunft der
erige Brotpreis unverändert.
Binnen kurzem wird eine Brotmarktordnung erlaſſen werden,
die ſonſtigen Verhältniſſe auf dem Brotmarkt zu bereinigen.
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Februar Zuſatzmiete III 10. Vorſtellung.
Iphigenie auf Tauris. Preiſe: 0.70 bis 3,80 RM.
* Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus des Heſſiſchen
estheaters geht heute abend Puccinis Muſikdrama „Tosca”
r erfolgreichen Inſzenierung von Dr. Bruno Heyn und Max
ſche in Szene. Die muſikaliſche Leitung hat Kapellmeiſter
13 Herburger. Die Hauptpartien ſingen Liſelott
Ammer=
n. Bernd Aldenhoff und Heinrih Blaſel.
In der Reihe der beliebten Volksvorſtellungen des
Landes=
iers, die durch beſonders billige Eintrittspreiſe jedem
Ge=
theit geben, die Operetten des Landestheaters zu ſehen,
nt morger
niſtlſched Mrd ha Kocleſi. Fran
Be=
er. Die Hauptrollen ſpielen Erna von Georgi. Regina
*e. Martha Liebel, Heinrich Kuhn. Heinz Langer, Hermann
tid=Berikoven und Heinz Weihmann.
1 Am Montag findet im Großen Haus des Landestheaters das
infoniekonzert unter der Leitung von Profeſſor Dr.
Graener ſtatt, der eigene — in Darmſtadt noch nicht ge=
2 — Werke dirigieren wird. Von den Orcheſterwerken Paul
ners kommen „Divertimento”, „Variationen über das Wolga=
und „Sinfonia breve”, eine der jüngſten Schöpfungen des
hmten Komponiſten, zur Aufführung. Liſelott Ammermann
außerdem drei Lieder, nach Gedichten von Goethe, in der
onung von Paul Graener ſingen.
Wie wir bereits berichtet haben, kommt am Mittwoch, dem
Ebruar, im Großen Haus des Landesheaters das heitere
1 „Prinzeſſin Turandot” das nach dem klaſſiſchen
Treiſpiel Carlo Gozzis frei bearbeitet iſt, zur Erſtaufführung.
lit erſcheint ein. Werk im Spielplan des Landestheaters, das
Laufe der letzten Jahre bereits auf vielen großen Bühnen
belt worden iſt und durch ſeinen bizarren Uebermut der „Ile
ohnten Geſetze und Formen der Bühne „auf den Kopf ſtellt”,
nders gut in die Faſchingszeit paßt. Generalintendant Franz
rth wird das Spiel, das mit der Muſik von Georg Pittrich
ben wird inſzenieren. Die Rolle der Prinzeſſin Turandot
t Sdih Wien, die des Prinzen Kalaf Albert Lippert, der
I das Spiel ſchon in Nürnberg, am Münchener Staatstheater
in Köln zum Erfolg führte.
Zur Verordnung über die Augübung eines Handwerks.
Ausſchneiden!
Wichtig für das Handwerk!
Von der Heſſiſchen Handwerkskammer Darmſtadt wird uns
mitgeteilt:
Die bisher in der Preſſe veröffentlichten Mitteilungen über
den Inhalt der 3. Verordnung über den vorläufigen Aufbau des
deutſchen Handwerks vom 18. 1. 35 (Reichsgeſetzblatt 1 S. 13) ſind
in den Kreiſen der handwerklichen Gewerbetreibenden vielfach
miß=
verſtanden worden. Um Unklarheiten zu beſeitigen, ſeien die
wich=
tigſten Beſtimmungen der Verordnung, die die künftige
Aus=
übung eines Handwerks und die Eintragung in die
Handwerks=
rolle betreffen, kurz dargelegt:
1. Vom 24. 1. 1935 an (dem Tage des Inkrafttretens der
Ver=
ordnung) iſt die Ausübung eines Handwerks abhängig von
der Eintragung in die Handwerksrolle der zuſtändigen
Hand=
werkskammer Perſonen, die nach dieſem Termin den
ſelbſtän=
digen Betrieb eines Handwerks anfangen, können die gemäß
8 14 der Gewerbeordnung erforderliche Anmeldung bei der
zuſtändigen Gemeindebehörde nur vornehmen, wenn ſie
vor=
her in die Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen
ſind und dieſen Nachweis durch Vorlage der Handwerkskarte
oder eines vorläufigen Ausweiſes erbringen.
2. Handwerker, die nach dem 24. 1. 35 den ſelbſtändigen Betrieb
ihres Handwerks beginnen wollen, können nur in die
Handwerksrolle der Handwerkskammer eingetragen werden,
wenn ſie die Meiſterprüfung abgelegt haben oder die Befugnis
zur Anleitung von Lehrlingen beſitzen.
3. Ausnahmen zu den unter Ziffer 2 genannten Beſtimmungen
können in beſonders gelagerten Fällen die höheren
Verwal=
tungsbehörden nach Anhörung der Handwerkskammer
aus=
ſprechen. Die zuſtändigen höheren Verwaltungsbehörden
werden von der oberſten Landesbehörde noch beſtimmt.
Für die ſelbſtändigen Handwerker die vor dem 24. 1. 1935 ihr
Gewerbe bei der zuſtändigen Gemeindebehörde ordnungsgemäß
an=
gemeldet hatten und ihr Gewerbe an dieſem Tage ſelbſtändig
aus=
übten, die jedoch die Meiſterprüfung in ihrem Handwerk nicht
abgelegt haben und die Befugnis zur Anleitung von Lehrlingen
nicht beſitzen, gelten folgende Uebergangsbeſtimmungen:
a) Sind dieſe Handwerker vor dem 1. Januar 1932 in die
Hand=
werksrolle der Handwerkskammer ordnungsgemäß eingetragen
worden, ſo bleiben ſie von der Verordnung unberührt.
b)Sind dieſe Handwerker in der Zeit vom 1. Januar 1932 bis
23. Januar 1935 ordnungsgemäß in die Handwerksrolle
ein=
getragen worden, ſo iſt in jedem Falle nachzuprüfen, ob der
Gewerbetreibende nach dem 31. 12. 1899 geboren iſt Trifft
dies zu. ſo iſt er verpflichtet, bis zum 31. 12. 1939 die
Meiſter=
prüfung abzulegen oder die Befugnis zur Anleitung von
Lehr=
lingen zu erlangen, andernfalls erfolgt zu dieſem Zeitpunkt
die Löſchung aus der Handwerksrolle und die weitere
Aus=
übung des Handwerks iſt nicht möglich.
c) Alle ſelbſtändigen Handwerker, die zwar vor dem 24. 1. 1935
ihr Gewerbe ordnungsgemäß bei der zuſtändigen Gemeinde=
behörde angemeldet hatten und ihr Gewerbe an dieſem Tage
ausübten, die jedoch aus ihrgendeinem Grunde nicht in die
Handwerksrolle eingetragen worden ſind, ſind von Amts wegen
in die Handwerksrolle der Handwerkskammer einzutragen.
Sind dieſe Gewerbetreibenden nach dem 31. 12. 1899 geboren,
ſo müſſen ſie bis zum 31. 12. 1939 die Meiſterprüfung in
ihrem Handwerk ablegen oder die Befugnis zur Anleitung
von Lehrlingen erlangen.
Weitere Ausführungsbeſtimmungen ſind in aller Kürze zu
er=
warten.
In dieſem Zuſammenhang wird darauf hingewieſen, daß die
letzte Friſt zur Anmeldung der Meiſterprüfung 1935 am 31. Januar
1935 abläuft.
Keine Handwerkerkarken beankragen!
Eine Reihe von Handwerkern hat auf Grund der am 24.
Januar 1935 in Kraft getretenen 3. Verordnung über den
vor=
läufigen Aufbau des deutſchen Handwerks bei den Dienſtſtellen
der Handwerksorganiſationen oder bei den Gemeindebehörden die
Ausſtellung der Handwerkerkarte beantragt.
Von zuſtändiger Seite wird gebeten, von ſolchen Anträgen
Abſtand zu nehmen, und die Beachtung nachſtehender Richtſätze
wird empfohlen:
Bis auf wenige Ausnahmen iſt heute bereits jeder
ſelbſtän=
dige Handwerker (ob mit oder ohne Meiſterprüfung) auf
Grund=
der Handwerksnovelle vom 11. Februar 1929 in der
Handwerks=
rolle der zuſtändigen Handwerkskammer eingetragen. Desgleichen
iſt bis auf wenige Ausnahmen bereits jeder ſelbſtändige
Hand=
werker durch eine der in den letzten Monaten errichteten
Pflicht=
innungen erfaßt.
Für alle in die Handwerksrolle eingetragenen oder einer
Innung angehörigen Handwerker wird die Handwerkskarte zu
ge=
gebener Zeit von Amts wegen ausgeſtellt
Eines beſonderen Antrags auf Eintragung in die
Hand=
werksrolle bedarf es daher nur in den Fällen, in denen ein
Ge=
werbe neu zur Anmeldung gelangt.
Wer nicht in die Handwerksrolle eingetragen iſt, aber
be=
reits vor dem 24. Januar 1935 ein Handwerk als ſtehendes
Ge=
werbe betrieben und dieſes Gewerbe gemäß § 14 der
Reichs=
gewerbeordnung ordnungsmäßig bei der zuſtändigen Ortsbehörde
angezeigt hat, wird von Amts wegen in die Handwerksrolle
ein=
getragen, auch wenn er weder im Beſitze des Meiſtertitels noch
im Beſitze der Befugnis zum Anleiten von Lehrlingen iſt. Dieſe
Handwerker ſind bereits vor der Eintragung zur Fortſetzung ihres
Gewerbebetriebes berechtigt und können ſich daher ebenfalls eine
beſondere Antragſtellung erſparen.
Handwerker, die nach dem 31. Dezember 1899 geboren nd
überdies erſt nach dem 31. Dezember 1931 in die Handwerksrelle
eingetragen ſind, können auf Grund der Uebergangsbeſtimmungen
der obigen Verordnung noch bis zum 31. Dezember 1939 auch
ohne Meiſterprüfung ein Handwerk ſelbſtändig ausüben. Sie tun
aber gut, ſich rechtzeitig auf die Meiſterprüfung vorzubereiten.
Oeffenkliche Dankſagung im Weihnachtswerk 1934.
In den Spendebriefen des Weihnachtswerks 1934 waren
un=
mittelbare Dankſchreiben der Beſchenkten an die Spender der
Weihnachtspakete ausdrücklich als unnötig bezeichnet worden.
Trot oem haben die beſchenkten Volksgenoſſen vielfach ihrer
Freude über die unerwarteten und ſchönen Gaben in Briefen
nicht nur an die Spender der Pakete, ſondern auch in Schreiben
an die Dienſtſtellen des WHW. Ausdruck gegeben.
Infolge Arbeitsüberlaſtung mit anderen dringenden
Arbei=
ten ſind dieſe Dienſtſtellen nicht mehr in der Lage, dieſe
Schrei=
ben durchzuſortieren und den Spendern der Pakete zur Kenntnis
zu bringen. Ich bitte deshalb die Spender, meine Dienſtſtellen
von dieſer Arbeit zu entbinden. Allen denjenigen Volksgenoſſen,
die das Weihnachtspaket mit beſonderer Liebe und mit
perſön=
lichen Opfern zuſammengeſtellt haben, ſpreche ich daher auf dieſem
Wege den Dank für ihr Weihnachtswerk aus.
Wie aus den eingegangenen Briefen erſichtlich, iſt das
Samen=
korn ſozialen Verſtändniſſes gerade in der Weihnachtszeit auf
be=
ſonders fruchtbaren Boden gefallen. Die Ernte wird für uns und
vor allem für unſere Kinder im Reiche Adolf Hitlers reifen!
gez. Haug, Gaubeauftragter des WHW. 1934/35.
B2M. ſammelt für das Winkerhilfswerk.
Heute und morgen kommt das WHW.=Abzeichen für den
Monat Februar zum Verkauf. Mädels vom BDM. werden die
hübſchen und künſtleriſchen Anſtecknadeln us Galalith auf der
Straße zum Preiſe von 20 Pf. anbieten. Dieſe Abzeichen werden
wegen ihrer reizvollen Ausführung ſicherlich gerne als. Schmuck
getragen.
Keiner ohne das WHW.=Abzeichen für Februar!
Wer keine Nok zu leiden hak, gebe ſo,
daß Nok gelinderk werden kann!
Spende für das Winterhilfswerk:
Konto Nr. 5000 bei der Städt. Sparkaſſe,
Konto Nr. 3500 bei der Dresdener Bank und
Konto Nr. 16000 bei der Deutſchen Bank.
„Tosca‟
im Heſſiſchen
Landeskheater.
Unſer Bild zeigt eine
Aufnahme aus dem
letzten Akt der
erfolg=
reichenNeuinſzenierung
von Puccinis
Muſik=
drama „Tosca”, am
Heſſiſchen
Landesthea=
ter: „Tosca”. (
Liſe=
lotte Ammermann) —
„Cavaradoſſi (Bernd
Aldenhoff).
Inſzenie=
rung: Dr. Bruno Heyn
— Max Fritzſche.
(Photo: Gieſinger.)
Reichsbund Volkstum und Heimat, Landſchaft Rheinfranken—
Naſſau—Heſſen. Fachamt Tierſchutz. Von einer hieſigen
Vogel=
handlung wurde dem Fachamt Tierſchutz eine beträchtliche Menge
Vogelfutter zur Winterfütterung, das nach einem beſonderen
Verfahren hergeſtellt iſt, und ſich beſonders für Weichfreſſer eignet,
zur Verfügung geſtellt. Es iſt ſehr erfreulich, daß die meiſten
Darmſtädter Tier= und Samenhandlungen ſo wirkſam unſere
Tier=
ſchutzbeſtrebungen unterſtützen. Ebenſo erfreulich iſt es, daß das
Schlachthaus jede Woche eine große Anzahl Schweinsnäbel, die
be=
ſonders für die Fütterung der ſo nützlichen Meiſen geeignet ſind,
zur Verfügung ſtellt.
Die Ausſtellung der Arbeiten der Architekturſtudenten in
der Aula der Techniſchen Hochſchule iſt auch Samstags geöffnet
von 3 bis 5 Uhr nachmittags und Sonntags von 11 bis 1 Uhr.
An den übrigen Wochentagen iſt die Ausſtellung geöffnet von
8 bis 1 Uhr und 3 bis 7 Uhr. Schluß der Ausſtellung 15. Februar.
Der heſſiſche Staatsminiſter.
Bekanntmachungen des Perſonalamts.
Ernannt wurden am 30. Januar 1935: zu
Bürgermei=
ſtern: Peter Roß in Beedenkirchen, Kr. Bensheim; Heinrich
Dörr in Habitzheim, Kr. Dieburg; Adam Hartmann 10. in
Raibach. Kr. Dieburg; Leonhard Heldmann in Steinau, Kr.
Dieburg; Karl Buſch in Kelſterbach, Kr. Groß=Gerau; Adam
Dörx 2. in Leeheim, Kr. Groß=Gerau; Gg. Otto Schultz in
Bad Salzhauſen, Kr. Büdingen; Otto Lenz in Effolderbach, Kr.
Büdingen; Hermann Müller in Birklar Kr. Gießen; Karl
Schauermann 5. in Ober=Lais, Kr. Schotten: Gg. Ludwig
Hofmann in Ulfa, Kr. Schotten; Erwin Mengel in
Schot=
ten, Kr. Schotten; Valentin Weintz 3. in Kettenheim, Kr.
Al=
zey; Jakob Wachter in Gau=Biſchofsheim. Kr. Mainz; Johann
Weiß 2, in Schimsheim, Kr. Oppenheim; — zu
Beigeord=
neten: Leonhard Spangenberg in Allertshofen, Kr.
Die=
burg; Peter Karl Daniel in Radheim, Kr. Dieburg; Jakob
Frey in Rohrbach, Kr. Erbach; Wilhelm Diefenbach in
Kel=
ſterbach, Kr. Groß=Gerau; Johannes Meiſter in Igelsbach, Kr.
Heppenheim; „Wilhelm Karl Schwarz in Weiskirchen Kr.
Offenbach; Philipp Sauer in Kettenheim, Kr. Alzey; Heinrich
Beſt in Bechtolsheim, Kr. Oppenheim; Wilhelm Kallmann
in Bad Salzhauſen, Kr. Büdingen; Karl Nies in
Schwickarts=
hauſen, Kr. Büdingen; Friedrich Fritz in Ruppertsburg, Kr.
Schotten; Heinrich Erb in Solms=Ilsdorf, Kr. Schotten.
Uebertragen wurde am 23. Januar 1935 dem Lehrer Georg
Bücker zu Ober=Schönmattenwag. Kreis Heppenheim, eine
Lehrerſtelle an der Volksſchule zu Bauernheim, Kreis Friedberg,
mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts an.
Miniſterialabteilung für Bildungsweſen. Kultus. Kunſt
und Volkstum.
Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen katholiſchen Lehrer an
der Volksſchule zu Gorxheim, Kreis Heppenheim.
Dienſt=
wohnung iſt vorhanden. Bewerber müſſen mindeſtens ſeit 8
Jah=
ren die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienſtzeit von
min=
deſtens 5 Jahren zurückgelegt haben.
* Dienſtjubiläum. Fräulein Babette Peter aus Arheilgen
kann heute auf ihre 25jährige Tätigkeit bei der Firma
Biele=
felder Leinen= und Wäſchehaus H. u. F. Becker, Peter=Gemeinder=
Str. 17. zurückblicken. Ihre Leiſtungen Treue und
Gewiſſenhaf=
tigkeit, haben ihr als Meiſterin und Leiterin der Abteilung
„Wäſche” ſtets die Zufriedenheit des Geſchäftsinhabers und volle
Anerkennung der Kundſchaft geſichert.
— Botaniſcher Garten Darmſtadt (Roßdörfer Straße 140). Am
Sonntag, dem 3. Februar, findet zwiſchen 2.30—4.30 Uhr
nach=
mittags eine Führung durch die Gewächshäuſer des Gartens ſtatt.
Eintritt frei.
— VDA.. Frauengruppe Darmſtadt. Wer bei dem „
Volks=
deutſchen Feſt” einen ſchönen Sitzplatz haben will, kann ihn
durch einen Zuſchlag von 50 Pf. im Vorverkauf bei Heinrich
Elbert, Rheinſtraße 7. erwerben. Es muß immer wieder darauf
hingewieſen werden, daß Maskenkoſtüme nicht zugelaſſen werden.
Auch der Smoking und der Frack finden keine Gnade. Jeder muß
ſich mit Geſchmack und Laune in das buntbewegte Bild eines
fröhlichen Jahrmarkts eingliedern.
— Der „Blaue Vogel” iſt da! Juſhnys weltberühmte Kabarett=
Bühne gaſtiert heute und morgen im Orpheum. Die
gegen=
wärtige Deutſchland=Tournee brachte Juſhny und ſeine Getreuen in
München, Stuttgart, Köln, Frankfurt u. a. größte Erfolge Juſhny.
der unwiderſtehliche, charmante Plauderer, der große Schöpfer aller
Bilder und Regiſſeur ſeiner Programme, bringt diesmal eine
auserleſene und bunte Bilderfolge.
Arztlicher Sonntagsdienſt Neuregelung. Der
Sonntags=
dienſt reicht nunmehr von Samstag mittags 2 Uhr bis
Montagfrüh 6 Uhr. Iſt in dieſer Zeit wegen plötzlicher
Er=
krankung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der
Haus=
arzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind folgende
Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Dr. med. Diedrich
Liebig=
ſtraße 2, Tel. 1713; Dr. med. Holzmann, Schwanenſtraße 73,
Tel. 22; Dr. med. Wagner, Annaſtraße 3, Tel. 322.
Sonntags= und Nachtdienſt in den Apotheken Darmſtadts. Es
verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich anſchließenden
Woche vom 3. bis 9. Februar den Nachtdienſt: die Merckſche
Apotheke, Rheinſtraße 9, und die Beſſunger Apotheke.
Wittmannſtraße 1. Der Nachtdienſt wechſelt am Samstag abend,
ſo daß die Apotheke, welche den Sonntagsdienſt hat, ſchon in der
vorhergehenden Nacht den Nachtdienſt verſieht.
Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Odenwaldklub. Samstag, den 2. Februar, 20 Uhr, im
Saalbau: Großes Wanderfeſt. Karten für Mitglieder und
Freunde bei Tillmann, Eliſabethenſtr. 21. Tanz frei.
Wander=
anzug.
Verein ehem. 117er, Darmſtadt. Auf die heute
abend pünktlich 8 Uhr ſtattfindende
Jahreshauptverſamm=
lung (Generalmitgliederappell) wird nochmals hingewieſen. Die
Teilnahme an dieſem Generalmitgliederappell wird ſämtlichen
Vereinskameraden zur Pflicht gemacht,
Seite 6 — Nr. 33
Aus der NSDAP.
Der Gauleiter.
NS=Bund Deutſcher Technik.
Der Obmann der techniſchen Organiſation und
Gaudienſtſtel=
lenleiter gibt folgendes bekannt: Die Verſammlungstermine für
den Monat Februar ſtehen noch teilweiſe aus und ſind ſofort
anzugeben. Sämtliche Kreisdienſtſtellenleiter melden ſofort, wenn
noch nicht geſchehen, alle NSBDT.=Mitglieder (mit Vor= und
Zuname, Ort, Straße) getrennt nach Parteigenoſſen und
Nicht=
parteigenoſſen, in Doppel, und zwar getrennt auf beſonderem
Blatt) nach Berufsgruppen: 1. Architekten, 2. Bauingenieure 3.
Maſchineningenieure. 4. Elektroingenieure, 5. Chemiker, 6.
Hüt=
ten= und Bergingenieure, 7. Vermeſſungsingenieure. Für die
Mitglieder der NSBDT. ſowie für alle Techniker (Architekten,
Bauingenieure. Maſchineningenieure, Chemiker. Landmeſſer),
auch die der Deutſchen Arbeitsfront (Betriebsgemeinſchaft 13,
Freie Berufe und der Berufshauptgruppe 18) und der
techniſch=
wiſſenſchaftlichen Verbände (RTA.) findet folgender Vortrag
ſtatt: Am Montag, dem 4. Februar 1935. abends 20.30 Uhr, im
Vortragsſaal Groß=Frankfurt. Eingang am Eſchenheimer Turm,
Lichtbildervortrag des FAJV. Es ſpricht Dipl.=Ing. Rob.
Hell=
wig, Frankfurt a. M., über „Das Bauwerk in der Landſchaft”
Der Kreisleiter.
Kreisorganiſationsamt.
Gauorganiſationskarte, Anordnung 15 35. Bis ſpäteſtens
3. Februar 1935 erſuche ich um Meldung, welche Ortsgruppen
und Stützpunkte noch nicht im Beſitze der Gauorganiſationskarte
ſind. Fehlmeldung iſt erforderlich.
Kreisſchulungsamt.
Achtung! Ortsgruppen= und Zellenſchulungsobmänner! Die
für Samstag, den 2. Februar, angeſetzte Gauarbeitsgemeinſchaft
fällt aus. Dafür findet am Sonntag, dem 3. Februar 1935, im
Hanſa=Hotel um 10 Uhr eine Sitzung (dringende) der
Ortsgrup=
pen= und Zellenſchulungsobmänner mit Sonderlehrgang ſtatt.
Vollzähliges Erſcheinen iſt unbedingt notwendig. Im übrigen iſt
der Reichsſchulungsbrief 2. Jahrgang Nr. 1 erſchienen und in den
Gefächern verteilt.
Schulungsabende finden ſtatt: am 8. Februar 1935 in
Wix=
hauſen; es ſpricht Pg. Oldigs; am 11. Februar 1935 in
Gries=
heim; es ſpricht Pg. Oldigs; am 11. Februar 1935 in
Gräfen=
hauſen; es ſpricht Pg. Friedr. Becker; am 12. Februar 1935 in
Arheilgen; es ſpricht Pg. Oldigs; am 13. Februar 1935 in
Eſchollbrücken; es ſpricht Pg. Born, Pfungſtadt; am 13.
Fe=
bruar 1935 in Malchen; es ſpricht Pg. Weil, Eberſtadt; am
14. Februar 1935 in Ober=Ramſtadt; es ſpricht Pg. Oldigs;
am 15. Februar 1935 in Traiſa; es ſpricht Pg. Emil Becker.
Beginn jeweils 20.15 Uhr.
NS=Lehrerbund, Kr. Darmſtadt=Stadt und =Land.
Arbeitsgemeinſchaft Mädchenerziehung (techniſche Fächer).
Am Mittwoch. 6. Februar, 17 Uhr, findet eine Arbeitsſitzung in
der Eleonorenſchule zu Darmſtadt für den Stadt= und Landkreis
ſtatt. Thema: Unterrichtsgrundſätze nach nationalſozialiſtiſcher
Auffaſſung.
Arbeitsgemeinſchaft Knabenturnen. Nächſte Arbeitsſitzung am
Mittwoch, dem 6. Februar, 15 Uhr, in der Turnhalle am
Kapell=
platz.
NS=Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Den Mitgliedern zur Kenntnisnahme und Entgegnung der
laufenden Gerüchte, daß der monatliche Mitgliederbeitrag ſich
er=
höhen würde wird erklärt, daß der Mitgliederbeitrag nach wie
vor 0,90 RM. beträgt.
Auf Wunſch unſeres Reichsleiters Pg. Oberlindober wird
zwanglos ein Sterbegeldbeitrag von monatlich 0,41 RM.
einge=
fuhrt; damit erhöht ſich das bisherige Sterbegeld von 100 auf
200 RM. Aus dieſem Grunde ergibt ſich die irrige Meinung, der
Beitrag würde ſich erhöhen.
Die Jahrbücher 1935 (Kalender) der deutſchen Kriegsopfer
ſind in wunderſchöner Ausführung, das Stück für 0,50 RM., bei
den Stützpunktleitern zu beſtellen.
Techniſche Nokhilſe.
Wochen=Dienſtplan.
Sonntag den 3. 2. 35, 9 Uhr: Abteilung Luftſchutz= und Techn.
Dienſt Antreten zur Beſichtigung des Elektrizitätswerkes.
Montag den 4. 2. 35, 19.45 Uhr: Techn. Dienſt und
Luftſchutz=
dienſt im Marſtall zur Uebung. 20 Uhr: Spielmannszug im
Verkehrslokal. 21.30 Uhr: Schwimmen für alle Abteilungen.
Dienstag, den 5. 2. 35, 20.30 Uhr: Probe des Muſikzuges.
Mittwoch, den 6. 2. 35. 19 Uhr: Führerbeſprechung.
Donnerstag, 7. 2. 35, 19.45 Uhr: Inſtandſetzungsdienſt im
Marſtall. 20 Uhr: Spielmannszug im Verkehrslokal.
Freitag den 8. 2. 35. 20 Uhr: Techn. Dienſt und
Luftſchutz=
dienſt Antreten im Hofe Hermannſchule. 20.30 Uhr:
Geſamt=
probe des Muſikzuges.
gez. Kochhafen, OF.
Wochendienſtplan.
Reichsluftſchutzbund, Ortsgruppe Darmſtadt.
Untergruppe Ib (Müller).
Dienstag den 5. 2 35; Blockwarte=Verſammlung in der
Bockshaut, Kirchſtraße, 20.30 Uhr. Sämtliche Blockwarte und
Stellvertreter haben zu erſcheinen.
Untergruppe IIa (Mühlum).
Montag, den 4. 2. 35: Blockwarte=Verſammlung in Schuls
Felſenkeller. Dieburger Straße, 20 Uhr. Sämtliche
Block=
warte und Stellvertreter haben zu erſcheinen.
Donnerstag, den 7. 2. 35, findet im Hanauer Hof,
Hein=
heimerſtraße, ein Aufklärungsvortrag mit Lichtbildern ſtatt.
Sämtliche Blockwarte werden innerhalb ihres Blocks für
die=
ſen Werbevortrag. Kein Volksgenoſſe darf fehlen,
Untergruppe IIb (Jung).
Dienstag, den 5. 2. 35: Blockwarte= und
Luftſchutzhaus=
warte=Verſammlung, Stiftſtraße 45, 20.30 Uhr. Sämtliche
Blockwarte, Luftſchutzhauswarte und Stellvertreter haben zu
erſcheinen.
Untergruppe IV (Britz).
Donnerstag, den 7. 2. 35: Blockwarte= und
Luftſchutzhaus=
warte=Verſammlung bei Kam Koller Ecke Blumenthal= und
Wendelſtadtſtraße, 20 Uhr. Sämtliche Blockwarte,
Luftſchutz=
hauswarte und Stellvertreter haben zu erſcheinen.
Untergruppe Va (Berth).
Mittwoch den 6. 2 35: Blockwarte=Verſammlung in der
Reſtauration Preuſch, Karlsſtraße 104, 20 Uhr. Sämtliche
Blockwarte und Stellvertreter haben zu erſcheinen.
Untergruppe Vla (Dieter).
Montag, den 4. 2. 35: Blockwarte= und Luftſchutzhauswarte=
Verſammlung bei Lautenſchläger. Ecke Nieder=Ramſtädter=
und Heinrichſtraße. Sämtliche Blockwarte und
Luftſchutzhaus=
warte haben zu erſcheinen. Beginn pünktlich 20 Uhr.
Gemeindegruppe Griesheim.
Sonntag, den 3. 2. 35: Entrümpelungskontrolle durch
ſämt=
liche Amtsträger der Gemeindegruppe Griesheim des RLB.,
gemeinſam mit der Freiwilligen Feuerwehr Griesheim. Die
Kontrolle wird vormittags zwiſchen 9 und 12 Uhr
durchge=
führt. Sämtliche Amtsträger haben hierzu anzutreten.
gez.: Dr. Scriba.
Deutſchland beſitzt keine Kriegsflugzeuge,
aber einen Wehrwillen, den Willen zur
Selbſterhaltung.
Werdek Mitglied im Reichsluftſchukbund
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquittung beizufügen. Anonyme Anfragen Derte
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechtsperbindlichtelt.
Alter Abonnent. Die Frage iſt zu verneinen. Nach dem
neuen Einkommenſteuergeſetz ſind als Sonderausgaben unter
anderen nur abzugsfähig vom Geſamtbetrag der Einkünfte:
Bei=
träge zu Verſicherungen und Lebensverſicherungsprämien und
Beiträge an Bauſparkaſſen zur Erlangung von Baudarlehen.
P. G., Rothenberg. Das Denkmal für die Mörder von
Serajewo wurde am 2. Februar 1930 am Tatort eingeweiht.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 2. Februar 193
Die deutſcheArbeitsfront
Betr.: Mitgliedſchaft zur DAF.
Die Deutſche Arbeitsfront teilt mit:
Die Geſamtverwaltung der DAF. in Heſſen=Naſſau macht
hiermit ihre Mitglieder darauf aufmerkſam, daß der Beitrag zur
DAF. eine Bringſchuld iſt. Trotzdem ſind die Verwaltungsſtellen
angewieſen, durch Kaſſierer die Beiträge derjenigen Mitglieder,
die nicht durch die Lohnbüros ihrer Betriebe erfaßt werden, in
der Wohnung gegen Aushändigung einer Beitragsmarke
monat=
lich abholen zu laſſen. Die DAF lehnt es jedoch ab, ihren
Block=
waltern zuzumuten, vier= bis fünfmal den Weg zu einem
Mit=
glied zu machen, wenn dasſelbe abſichtlich oder fahrläſſig ſeinen
Beitrag nicht zahlt.
Laut Anweiſung des Schatzamtes der DAF in Berlin
ſchei=
den Mitglieder, die zwei Monate mit ihrem Beitrag im Rück=
ſtand ſind, automatiſch aus und können entweder nicht mehr
nur zu erſchwerten Bedingungen unter Verluſt ihrer erworbe
Rechte wieder in die DAF. aufgenommen werden.
Die Mitglieder, bei denen die Beiträge durch Nichtaus
lung des Fragebogens oder aus ſonſtigen Gründen ſeit der Ue
nahme der Gewerkſchaften nicht mehr kaſſiert wurden und
dadurch im Rückſtand ſind, wollen ſich umgehend an ihre zuſ
dige Verwaltungsſtelle wenden und dort wegen Nachzahl
der Ruckſtände vorſprechen.
Berufsgruppenamt, Kreiswaltung Darmſtadt.
Hilfswerk Deutſcher Techniker.
Das Hilfswerk Deutſcher Techniker beſichtigt am Sar
tag, dem 2. Februar, 15 Uhr, das Laboratorium
Materialprüfungen an der Techniſchen Hochſchule, Leitung: A
Thum. Treffpunkt: Techniſche Hochſchule, Nähe Kleines H
Darmſtadt fliegt mit!
Das Fliegerfeſt im Städkiſchen Saalbau.
Im feſtlich geſchmückten Städtiſchen Saalbau fand geſtern
das Fliegerfeſt in vollbeſetztem Hauſe ſtatt. Das war ein Leben,
wie im Hochſommer! — Bald war die Stimmung die denkbar
beſte, zumal den Auftakt des Abends ein erſtklaſſiges buntes
Programm bildete. Unter den zahlreichen Gäſten bemerkte man
Vizekommodore Eyſer, Leiter des Luftamts Darmſtadt, und
den Fliegerkommandanten Schädel, Führer der Landesgruppe 7.
In herzlicher Begrüßungsanſprache hieß Ortsgruppenführer
Dr. Mörath ſeine Kameraden und alle Freunde der Fliegerei
willkommen. Er betonte dann, daß das Jahr 1934 für die
Darm=
ſtädter Ortsgruppe nach poſitiver Arbeit ſehr fruchtbar war.
Vier Weltrekorde wurden von Fliegern unſerer Ortsgruppe
er=
worben. Auch das Jahr 1935 laſſe ſich gut an, denn in
Darm=
ſtadt wird in wenigen Wochen die Deutſche Freiballon=
Meiſter=
ſchaft 1935 ausgetragen. Er gab einige techniſche Erläuterungen
über den Flugverlauf und die Bedingungen zu dieſem Flug. Zum
Schluß dankte er allen Stellen, insbeſondere dem Herrn
Reichs=
ſtatthalter, dem Herrn Oberbürgermeiſter und dem Luftamt für
die Förderung der Arbeiten der Ortsgruppe. Er wünſchte dann
allen Beſuchern des Feſtes einen ſchönen Abend.
Dann begann das bunte, künſtleriſch hochwertige Programm.
Die vorzügliche Kapelle Paſche hatte den muſikaliſchen Teil
übernommen. Heinz Weihmann vom Heſſiſchen Landestheater
war ein routinierter, temperamentvoller und witziger Anſager,
der ſofort den Kontakt zwiſchen Saal und Bühne herzuſtellen
verſtand. Er kündigte zunächſt Erna v. Georgi vom Heſſiſchen
Landestheater an, die mit den wundervoll geſungenen Liedern
„Was mir der Zufall gab” und „Ich bin verliebt” die Herzen wie
immer im Sturm eroberte. Sie wurde abgelöſt von dem jungen
Geigenvirtuoſen Wilhelm Werner, der trotz ſeiner Jugend ſein
Inſtrument fabelhaft beherrſcht und Zigeunerweiſen von Saraſate
mit einer Sicherheit und Klangreinheit bot, die erſtaunlich iſt.
Am Flügel wurde er von Kapellmeiſter Paſche ſehr fein und
einfühlend begleitet. Als nächſte Ueberraſchung tanzte die
Solo=
tänzerin des Heſſiſchen Landestheaters, Theſſa Ihlenfeld, zwei
temperamentvolle Originaltänze, meiſterhafte Proben ihrer hohen
Kunſt, und zwar einen Spitzentanz „Piccicato” von Drigo und
einen Excentric=Tanz. Wie alle vorangegangenen Darbietungen
fand auch ſie rauſchenden Beifall.
Man leitete dann zur „leichteren” Muſe über, d. h. man
ſtimmte das Programm auf „Stimmung‟. Da war der Watzon
Lumpenmalakt, der mit ſeinen erſtaunlichen Kunſtwerken
einſchlug. Aus ſonſt von den Hausfrauen verachteten Lumpenreſten
wurden ſchöne Gemälde gezaubert. „Goldig” fanden namentlich die
Damen dabei die Mitarbeit des kleinen Hündchens. Es war ein
Schlager, den man ſelten ſah. Die 5 Sorgenbrecher, die Tauſende
aus dem Rundfunk kennen, ſangen anſprechende Volks= und
Rhein=
lieder. Als Abſchluß des bunten Teils trat der bekannte Zauberer
Backeſino mit ſeinen fabelhaften Zaubereien auf.
Dann nahm das Feſt den bei Fliegern gewohnten frohen,
harmoniſchen Verlauf. Man vergnügte ſich noch ausgiebig im
Muſikſaal, in dem eine Notlandetreppe aufgebaut war, oder
nebenan in der „Tankſtelle”, in der Bayriſchen Bierſtube oder vor
allem beim Tanz im großen Saal, wo Fritz Paſche mit 11
Soli=
ſten aufſpielte. Die eifrigen Mitarbeiter an der Ausgeſtaltung
des Feſtes hatten keine Mühe geſcheut, den Rahmen recht ſchön,
farbenfroh und fliegeriſch zu geſtalten. Alle Nebenräume waren
mit humoriſtiſchen gemalten Bildern aus der Fliegerei
ausge=
ſchmückt. Und die Fliegerkameraden hatten die freundige
Genug=
tuung, daß ſich alle an die Deviſe hielten „Darmſtadt fliegt mit!”.
Was die Lichtſpiel=Theaker bringen.
* Palaſt: „Der Fall Brenken”.
„Der Fall Brenken” iſt eine ganz verwickelte kriminaliſtiſche
Angelegenheit, in die der Regiſſeur (Karl Lamac) auch einen
guten Schuß Humor hineingebracht hat. Daß es ſich hier eigentlich
gar nicht um ein Verbrechen handelt, ſondern um etwas ganz
an=
deres, das kommt erſt ganz zum Schluß heraus, und wir wollen
hier die Pointe nicht verraten. Jedenfalls hat der Regiſſeur La=
Phot.: Westofi-Prod. i. Verleiherkrei
Zeiſie Virogh und Hans Brauſewetter
spielen die Hauptrollen in dem interessanten Film
„Der Fall Brenken‟ (Uberfall im Hotel)
asch dem Roman: Pitt und die menschlichen Verhältnisse
mac, deſſen ſehr ſichere, erfahrene Hand man am ganzen Aufbau
des Films merkt, es verſtanden, uns dauernd in Spannung zu
hal=
ten. Er gibt dem Zuſchauer immer neue Anhaltspunkte zu
Ver=
dächtigungen Vermutungen und Kombinationen. Eine Reihe ſehr
guter Darſteller tragen in ihrem Zuſammenſpiel dazu bei, den Film
zu einer angenehm ſpannenden und dabei oft ſehr luſtigen
Unter=
haltung zu machen. Fürs Lachen ſorgen Jeſſie Vihrog und
Hans Brauſewetter, ſehr nett, friſch und unbekümmert
drauf=
losſpielend; außerdem in kleinen Epiſoden Adele Sandrock,
natürlich als Generalin! Walter Steinbeck ſpielt den G
raldirektor Brenken, um den ſich alles dreht, und Veit Har
den großen Unbekannten. Vergeſſen wir auch nicht den tre
Hund Lumpi, der eine große und ſehr weſentliche Rolle in
Film ſpielt und ſchließlich die Aufklärung des geheimniso=4
„Falles Brenken” herbeiführt.
— Das Helia=Theater zeigt den großen abenteuerlichen Ge
ſchaftsfilm der Ufa „Fürſt Woronzeff” mit Brigitte H
Albrecht Schoenhals und Hanſi Knoteck.
— Das Union=Theater zeigt den herrlichen Johann=Str
Film „Petersburger Nächte” mit Paul Hörbiger, (1
Illiard. Adele Sandrock, Theo Lingen und Ernſt Dumke.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen den heiteren Kriminal
„Der Fall Brenken” mit Jeſſie Vihrog, Hans Brauſewe
Adele Sandrock und Trude Heſterberg.
— Reſi=Theater zeigt heute letztmalig den Film von A
ruf „Labataille” mit der bezaubernden Annabella als A
quiſe Joriſake in der Hauptrolle.
— Belida zeigt „Peer Gynt” ein Menſchenſchickſal.
Schwerer Verkehrsunfall in der Nieder=Ramſtät
Sfraße.
Am 1. Februar 1935, gegen 14 Uhr, fuhr der Sparka
beamte Heinrich Lang aus Ober=Ramſtadt mit einem Perſo
kraftwagen von Ober=Ramſtadt nach Darmſtadt. In dem We
befanden ſich noch eine Frau und ein Kind. In der Nähe
Ohlyſtraße kam der Wagen infolge der vereiſten Straße
Schleudern, fuhr nach links über den Bahnhörper der Stra
bahn und blieb ſchwer beſchädigt an einem dort ſtehenden Ba
liegen. Der Wagenführer ſowie die beiden Inſaſſen wurden
letzt. Die Verletzungen der Frau und des Kindes ſollen er,
Natur ſein. Während der Wagenführer von einem anderen K
fahrer nach dem Herz=Jeſu=Hoſpital verbracht wurde, wurden
verletzte Frau und das Kind in das Eliſabethenſtift eingelie
Aus dem Gerichtsſaal.
M. iſt bereits zweimal vorbeſtraft. Es werden ihm aber tro
noch einmal mildernde Umſtände zugebilligt, denn ſeine Eil
mensverhältniſſe waren tatſächlich ſchlecht. Eine zweite
ſtahlsſache läuft noch gegen den Angeklagten.
Aw. Ein edler Menſch iſt der 27jährige Wilhelm Kie
aus Dreieichenhain. Kiefer iſt verheiratet und hat zwei Kin
deren Namen er noch nicht einmal genau kannte, als er vor
Polizei vernommen wurde. Das hinderte ihn aber nicht da
als er im Sommer vergangenen Jahres in einem Arbeitsdi
lager in Pommern war, mit einer dortigen Gutsbeſitzersto
ein Verhältnis anzufangen. Aber von Liebe fand ſich von
Seite wohl wenig, ihm war das Mädchen die reiche Gutsbeſi
tochter, von der er mit Lebensmitteln und mit Geld ver
wurde. Er verſprach dem Mädchen auch, es zu heiraten, tro
er genau wußte, daß ſeine Scheidungsklage eben abgewieſen
den war. Wieder nach Dreieichenhain zurückgekehrt, ſtand er
ihr in lebhaftem Briefwechſel und machte auch im September
Rheinreiſe mit ihr, deren Koſten ſie ebenfalls beſtritt. Ganz
nach dieſer Reiſe erhielt die Mutter des Mädchens einen anon
Brief, in de mihr mitgeteilt wurde, daß man das Liebesver
nis ihrer Tochter mit dem Angeklagten der dortigen Frauen
anzeigen werde, falls nicht innerhalb einigen Tagen an ein
ſtimmte Adreſſe 4000 Mark geſchickt würden. Die Frau m
ſofort Anzeige, und es ſtellte ſich heraus, daß der Angeklagte
ſen Brief geſchrieben hatte. Heute behauptet er, er habe
dem Mädchen Schluß machen wollen, aber ſeine Korreſpor
mit ihr, noch nach dieſem Erpreſſerbrief, beweiſt das Gege
Das Gericht ſieht in dem Vorgehen des Angeklagten eine
gemeine Schurkerei und erkennt wegen verſuchter Erpreſſung
Beleidigung auf eine Gefängnisſtrafe von einem Jahr. D
Angeklagte fluchtverdächtig erſcheint, erläßt es ſofort Haftb
Der junge Karl M. von hier erhält dann wegen Dieb
und wegen ſchwerer Urkundenfälſchung eine Gefängnisſtraft
10 Monaten. M. hatte im Hof eines Hauſes ein Fahrre,
ſtohlen und gleich im Pfandhaus für 15 Mark verſetzt.
hatte er den Antrag mit einem falſchen Namen unterſchr
Die Strafkammer verhandelt in zweiter Inſtang
Autounfall, der ſich in der Nacht vom 23. auf den 24. Jul
der Landſtraße Darmſtadt—Frankfurt am Ortseingang Egel
ereignete. Es war dort der Frankfurter Kaufmann Joſef
bert mit zwei Begleitern beſchäftigt, von ſeinem Auto, da
der rechten Seite der Straße ſtand, den Anhänger abzumonk
Es war vollkommen dunkel, und Traberts Auto ſtand ohne
Beleuchtung dort, ſo daß ein von Darmſtadt kommendes
das auf ein entgegenkommendes Auto achtete, auf den Ang
auffuhr, ſo daß der mit Abmontieren des Anhängers beſcha
Mann tödlich verunglückte. In erſter Inſtanz verurteilte
Schöffengericht den Angeklagten zu ſieben Monaten Gefal
Der Angeklagte legte dagegen Berufung ein, mit der Be
dung, daß der andere ebenfalls ſchuldig ſei und ſeine eigene
unmöglich derart hoch bemeſſen werden könne. Das Gerich!
wirft die Berufung des Angeklagten und erhöht auf die
rufung des Staatsanwalts hin die Strafe auf 9 Monate.
Es wird darnach gegen den 48jährigen Andreas Ku
verhandelt, gegen den die Staatsanwaltſchaft Antrag auf
vungsverwahrung geſtellt hatte. Kunkel iſt aus Dieburg
tig und hat wohl annähernd die Hälfte ſeines Lebens in
anſtalten zugebracht. Mit 16 Jahren wurde er zum erſte
ſtraffällig. Er machte durch ſein öfteres Ausbrechen au=
Strafanſtalten von ſich reden. Er verſchmähte es dabei auch
ſich durch Schlucken von ſcharfen Gegenſtänden (z. B.
Gia=
tern) ins Krankenhaus transportieren und operieren zu
bloß, um von dort leichter wieder in Freiheit zu gelangen.
letzten Strafen erhielt er 1932, ſo daß er jetzt noch im Zuch
Marienſchloß ſitzt. Das Gericht iſt der Auffaſſung, daß
bei ihm um einen gewohnheitsmäßigen und gemeingefahr.
Verbrecher handelt, und ordnet die Sicherungsverwahrun,
Der Angeklagte wirft nach der Urteilsverkündung mit *
fetzen um ſich. Anſcheinend hat er wieder irgendwo einen /ch
Gegenſtand an ſich gebracht, denn er reißt ſich über die
Pult=
daß das Blut tropft, wild mit den Armen fuchtelnd. Ehe
weiter beſchädigen kann, hat ihn der Gerichtsbeamte mit ſie.
Griff von hinten gepackt und transportiert den wutbrun
Mann in die Zelle.
Der Strafſenat verurteilt am ſelben Tag 4 Offenbache!
Kommuniſten wegen Hochverrats. 2 Jahre Zuchthaus erha:
26jährige Emil Schaaf, 2 Jahre Gefängnis der 19jährige
mann Brand und 1 Jahr und 4 Monate Gefängnis der
falls 19jährige Hans Bender. Der 16jährige mitange
Karl Geyer wird mangels Beweiſes freigeſprochen. Die
Leute hatten ſich zuſammengetan und kommuniſtiſche Ab‟
betrieben, beſonders unter der Offenbacher Jugend. Flug?‟
wurden dabei natürlich auch verwandt.
Samstag, 2. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 33 — Seite 7
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 1. Febr. Geſangverein „
Lieder=
geig”. Im Gaſthof „Zum weißen Schwanen” veranſtaltet der
rein am Samstag abend (2. Februar) einen großen Bunten
hend. Die Vortragsfolge bringt eine Reihe
abwechſlungs=
cher Darbietungen, deren Anſage Mitglied. Georg Benz
ernommen hat und in deſſen Händen die Leitung des Abends
gt.
br. Wixhauſen, 1. Febr. Geſangverein „
Sänger=
ſt”. Am kommenden Sonntag, den 3. Februar, nachmittags,
det im Vereinslokal „Zur Krone” die Generalverſammlung ſtatt.
J. Griesheim. 1. Febr. Bekämpfung der
Schnaken=
age. Seitens der hieſigen Bürgermeiſterei wird auf Grund
er Polizeiverordnung ab Montag, den 4. Februar, in hieſiger
neinde eine Bekämpfung der Schnakenplage durchgeführt Die
geringen Koſten der Bekämpfung ſind von den
Grundſtücks=
tzern bzw. den Mietern oder Pächtern zu tragen und werden
irt erhoben. Alle näheren Anweiſungen erteilen die ausführen=
Perſonen — Hohes Alter. Ihren 78. Geburtstag beging
nu Oberlehrer Seibert Witwe in körperlicher und geiſtiger
ſche.
K. Eich b. Pfungſtadt, 1 Febr. Am vergangenen Sonntag
t die hieſige Freiwillige Feuerwehr ihre diesjährige
General=
ſammlung ab. Hierbei wurde der geſamte Vorſtand
wieder=
ählt. Die Wehr kann mit Stolz in dieſem Jahre auf ein 50 Beſtehen zurückblicken. Es iſt daher beabſichtigt, dieſes
dene Jubiläum am 22. und 23. Juni d. J. feſtlich zu begehen.
Ez, Nieder=Beerbäch, 1. Febr. Die Freiwillige Feuerwehr
Inſtaltete am veriloſſenen Samstag abend im „Darmſtädter
wie alljährlich, einen Ball der ſehr gut beſucht war. —
kürzlich ſtattgehabte Brennholzverſteigerung der Gemeinde
die letzte dieſes Jahres. Für Buchen=Scheitholz wurden
durch=
ittlich 8,50 RM. pro Rm. erzielt. — Es wird allgemein
leb=
begrüßt, daß nunmehr die Provinzialſtraße vom „Kühlen
nd” bis hierher neu hergerichtet wird. Die hieſige
Gemeinde=
retung ſtellt das zur Verbreiterung erforderliche Gelände
Verfugung. — Auch der von Autos häufig benützte „
Oden=
der Weg”, der zum Frankenſtein führt, erfährt eine
Verbrei=
ng. Der vom Forſtamt Eberſtadt geſtellte Antrag zur
Bereit=
ung des erforderlichen Geländes iſt ebenfalls vom
Gemeinde=
genehmigt worden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 1. Febr. Geſangverein
Ein=
ſcht=Freundſchaft.‟ Die Vorbereitungen für das am
d. M. zu veranſtaltende „Koſtümfeſt” ſind im Gange. Die
Ver=
altung gibt jedenfalls ein Ereignis für Nieder=Ramſtadt. —
utſcher Abend. Der Sturm 21/390 SA. veranſtaltet am
menden Sonntagabend, im Saalbau Fiſcher, einen „Deutſchen
nd, zu deſſen Beſuch alle Einwohner eingeladen ſind. Der
iertrag wird zugunſten der Sozialfürſorge des Sturmes
ver=
det. — Winterhilfswerk. Aus Anlaß des Jahrestages
Regierungsübernahme Adolf Hitlers wurden die
Hilfsbedürf=
i in größerem Ausmaß betreut. Es wurden für nahezu 1000
an Lebensmittel= und Brennſtoffgutſcheinen ausgegeben, fer=
4 Zentner Mehl und 1 Zentner Reis. Auf die am nächſten
ntag ſtattfindende Sammlung mit Verkauf eines
Galalithab=
ens, die hierorts durch Leute der SA. durchgeführt wird, wird
ewieſen.
G Ober=Ramſtadt, 1. Febr. Evangeliſationswoche.
der hieſigen Kirche findet vom 17. bis 24. Februar eine
Evan=
ationswoche ſtatt. eAls Redner der allabendlichen Vorträge
die verſchiedenen Themen wird Herr Neuber (Eberſtadt)
nnt. — Mutter= und Säuglingsfürſorge. Die
ſte Beratungsſtunde der Mutter= und Säuglingsfürſorge
fin=
am kommenden Montag (4. Februar) auf dem Rathaus ſtatt.
Ey. Eppertshauſen, 30. Jan. Ausder Bewegung. Die
ge Ortsgruppe der NSDAP hielt im Parteilokal ihre
Gene=
itgliederverſammlung ab, bei welcher verſchiedene interne
elegenheiten zur Beſprechung kamen. Anſchließend fand ein
lungsabend ſtatt, in dem Gauredner Pg. Dr.
Schmidt=
nſtadt ein ausführliches, ſehr lehrreiches Referat über den
iſchen Menſchen hielt. — Am Sonntagabend veranſtaltete die
ze NSG. „Kraft durch Freude” im Ederſchen Saale
i erſten Bunten Abend. Sechs Künſtler (3 Herren und 3
en) aus Darmſtadt boten ein abwechſlungsreiches Programm.
kaliſche, geſangliche und tänzeriſche Darbietungen wechſelten
ſunter Folge, geſchickt durch die humorvolle Anſagerin zu
n Ganzen verflochten. Den Künſtlern wurde für ihre guten
ungen, die in dieſer Art zum erſten Male der hieſigen
Bevöl=
ig geboten wurden, reicher Beifall zuteil.
Babenhauſen, 1. Febr. An dem gegenwärtig in Mainz
ſtatt=
nden Lehrgang der Heſſiſchen Feuerwehr=Fachſchule, an dem
1 Feuerwehrleute aus Heſſen beteiligen, nimmt auch der hieſige
pführer Karl Sebnert teil. Die für Sonntag anberaumte
eralverſammlung des Veteranen= und
Mili=
vereins iſt wegen der Kreiskundgebung von Handel und
rbe in Dieburg auf kommenden Dienstag verſchoben worden.
e. Reichelsheim, 1. Febr. Vaterländiſches Konzert.
ten Sonntag nachmittag gibt die Gruppenſtabskapelle des
villigen Arbeitsdienſtes Dieburg in Reichelsheim, im Gaſthaus
* Adler” ein Vaterländiſches Konzert. Wer die Kapelle ſchon
al gehört hat, wird es ſich nicht nehmen laſſen, dieſes
Kon=
zu beſuchen. Abends iſt dann das große Programm im Gaſt=
„Zur Eiſenbahn . — Vom 10 bis einſchließlich 17. Februar
en im hieſigen Evangeliſchen Gemeindehaus von dem
Direk=
er Inneren Miſſion, Herr Pfarrer Röhricht,
Miſſionsvor=
gehalten. Beſuch iſt ſehr zu empfehlen.
Zeurſchiangs
Veragikiefter
Zuchtontte.
Die preußiſche Regierung hat das
oſtpreußiſche Gut Tykrigehnen
an=
gekauft. Dieſes Gut iſt durch ſeine
Herdbuch=Rinderzucht in aller
Welt wohlbekannt. Zu dieſer
Rin=
derzucht gehört auch der Zuchtbulle
„Hasdrubal”, der berühmteſte
deutſche Zuchtſtier.
As Erbach, 1. Febr. Sturmappell der SAR. 32/ 221.
Im Mittelpunkt des Abends ſtand der lehrreiche Vortrag des
Kameraden Deltau=König über die Raſſenfrage. Nach der
Klärung der Begriffe Raſſe und Volk ging der Redner an Hand
von Bild= und Kartenmaterial näher auf die körperlichen und
geiſtigen Merkmale der verſchiedenen europäiſchen Raſſen ein.
Herr Sturmhauptführer Fiſcher dankte Herrn Deltau für ſeine
äußerſt klaren Ausführungen. Nach dem Vortrag fand noch ein
geſelliges Beiſammenſein ſtatt, wobei die alten bekannten
Sol=
datenlieder in wahrer Begeiſterung geſungen wurden. Der
Kame=
radſchaftsabend erhielt noch eine beſondere Note durch den Beſuch
des Standartenführers der aktiven SA. 186, der für den
freund=
lichen Empfang herzlichſt dankte. Der Standartenführer nahm
noch die Gelegenheit wahr, in begeiſternden Worten auf die
Be=
deutung des 30. Januar hinzuweiſen. — Verleihung der
Ehrenkreuze. Die Kriegerhinterbliebenen, die Frontkämpfer
und Kriegsteilnehmer hatten ſich zur Entgegennahme der
Ehren=
kreuze zu einer Feierſtunde im Saale des Schützenhofes
verſam=
melt. Herr Bürgermeiſter Lenz ſchilderte das heldenhafte
Rin=
gen des deutſchen Heeres an allen Fronten. Zur Rettung der
Ehre und aus Dankbarkeit dem Frontſoldaten gegenüber habe
der nun verſtorbene Generalfeldmarſchall von Hindenburg dieſes
Ehrenkreuz geſtiftet. Den Toten des Weltkrieges wurde ein
ſtil=
les Gedenken gewidmet. Nach der Ausgabe der Ehrenkreuze durch
Bürgermeiſter Lenz hielt Ortsgruppenleiter Heim eine
begei=
ſternde Anſprache. Er ſchilderte die helle Begeiſterung am
An=
fang des Krieges und die Umwerfung alles Guten zum Böſen
beim Ausgang desſelben. Der Führer und Reichskanzler Adolf
Hitler hat dem Frontſoldaten wieder eine bevorzugte Stellung
eingeräumt und den Wehrwillen des deutſchen Volkes geſtärkt.
Der Dank dem Führer gegenüber fand ſeinen Ausdruck in einem
dreifachen Sieg=Heil und in dem Geſang des Horſt=Weſſel=Liedes.
Dp. Zwingenberg, 1. Febr. Verteilung der
Ehren=
kreuze. In einer Gedenkſtunde welche anläßlich des
Jahres=
tages der Machtübernahme im „Adlerſaal” ſtattfand und zu
wel=
cher ſich die Parteimitglieder und die verſchiedenen Formationen
eingefunden hatten, wurde 30 Frontkämpfern das
Ehrenkreuz verliehen. Die Begrüßungsanſprache wurde
in Verhinderung des Ortsgruppenleiters, welcher infolge eines
Unfalles ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte, von deſſen
Stellvertreter. Pg. Brunner, gehalten. Hierauf ergriff Pg.
Engel=Zwingenberg, der Kreisſchulungsleiter, das Wort zu
einer der hohen Bedeutung des Tages angepaßten Rede.
Vor=
träge des SA.=Muſikzuges und deutſche Lieder verſchönten den
Abend.
Bb. Auerbach. 1. Febr. Ueberreichung von
Ehren=
kreuzen. Im Anſchluß an die Jahresfeier der Gründung des
Dritten Reiches gelangten hier in Anweſenheit des Kreisdirektors
Meiſel durch den Bürgermeiſter Schweickert rund hundert
Ehrenkreuze zur Austeilung, wobei Kreisdirektor Meiſel an die
dadurch Ausgezeichneten herzliche Worte der Erinnerung, wie auch
im Sinne treuer Pflichterfüllung gegenüber dem Dritten Reich
richtete — Todesfall. In Auerbach ſtarb die derzeit älteſte
Frau Auerbachs, Frau Marie v. Derſchau, im Alter von
95 Jahren.
Bb. Bensheim, 29. Jan. Im Gaſthaus zum Roſengarten tagte
eine Bezirksverſammlung der
Bezirksbauern=
ſchaft Bensheim, die in Vertretung des verhinderten
Kreis=
bauernführers durch den Ortsgruppenfachberater, Pg. Joh.
Wah=
lig=Lorſch, geleitet wurde, der die beiden Redner des Abends,
Kreisbauernführer Reinheimer=Reiſen und Dr. Keil=
Heppen=
heim ſowie den anweſenden Kreispreſſewart für agrarpolitiſche
Belange, beſonders begrüßte. Erſterer Redner ſprach über das
Thema „Blut und Boden‟ Dr. Keil über das Thema „Die
Er=
zeugungsſchlacht”. Aus den beiden Referaten ging hervor, daß
von dem Führer der Bauernſchaft, Walter Darré, der Gedanke
einer Geſundung des Bauerntums nach dem Sinn des Wortes
„Blut und Boden” ſtamme, und daß er das Bauerntum als
Le=
bensquell unſerer Raſſe bezeichnet habe. Dr. Keil erläuterte, daß
die Erzeugungsſchlacht nicht nur für 1935 im Gang ſei, ſondern
immer betrieben werde. Sie erſtrecke ſich auch auf das
Geſamt=
gebiet der Landwirtſchaft und erſtrebe die volle Ausnützung des
Bodens, Erzeugung aller Futtermittel, den Anbau von
Zwiſchen=
frucht und die Erſtellung richtiger Silos zur Futterkonſervierung.
wie auch vermehrten Kartoffelanbau zur Schweinefütterung und
den Anbau von Raps, Wintergerſte und Flachs zwecks Anfall
von Oel und Geſpinnſtfaſer. Erſtrebt werden müſſe auch die
Schaffung guten Humusbodens durch Stalldünger. Nach den
Vor=
trägen ſetzte eine lebhafte Ausſprache ein, wobei auch Fragen der
Feldbereinigung erörtert wurden.
Em. Aus dem Kreiſe Heppenheim. 30. Jan.
Bürgermei=
ſterverſammlung. Im Gaſthaus „Zum Bahnhof in
Mör=
lenbach fand eine Tagung der Kreisabteilung Heppenheim des
Deutſchen Gemeindetages ſtatt, die von dem Vorſitzenden,
Bürger=
meiſter Bechtel=Viernheim, eröffnet wurde und mit einer
Schu=
lung der Bürgermeiſter verbunden war. Verwaltungsinſpektor
Schüßler hielt einen Vortrag über die Bürgerſteuerverordnung
für 1935, die verſchiedene weſentliche Aenderungen und
Erleichte=
rungen bringt. Verwaltungsinſpektor Alter behandelte in
kla=
ren Ausführungen die Aufſtellung des Gemeindevoranſchlags und
betonte, daß grundſätzlich keine Ausgabe ohne Deckung erfolgen
dürfe. Kreisleiter Dr. Hildebrandt ſprach über die
Betei=
ligung der Gemeinden an den Reichsſteuerüberweiſungen.
Kreis=
direktor Nanz brachte verſchiedene miniſterielle Verfügungen zur
Kenntnis. Regierungsrat Stieh referierte über das neue
Reichsjagdgeſetz und die heſſiſche Verordnung dazu Bürgermeiſter
Bechtelgab verſchiedene Rundſchreiben des Deutſchen
Gemeinde=
tages bekannt.
Em. Heppenheim a. d. B., 1. Febr. Am zweiten Jahrestag
der Machtübernahme erfolgte hier die Uebergabe der
Ehrenkreuze an die Frontkämpfer, die mit einer
ſchlichten, aber eindrucksvollen Feier in der Städtiſchen
Turn=
halle verbunden war. Herr Bürgermeiſter Schiffers hielt eine
packende Anſprache, in der er der Ruhmestaten des deutſchen
Hee=
res im Weltkriege ſowie des Opfertodes der gefallenen Helden
gedachte und überreichte anſchließend 431 Frontkämpfern die
Auszeichnung. Dem Dank der Geehrten verlieh Herr Lehrer Jak.
Wolf beredten Ausdruck. Märſche der PO.=Kapelle Franke
lei=
teten die Feier ein und gaben ihr den Abſchluß. — Hohes
Al=
ter. Herr Rentner Johannes Haack begeht am 3. Februar ſeinen
80. Geburtstag bei gutem geiſtigen und körperlichen Befinden.
Ex. Bobſtadt, 1. Febr Amtseinführung. Der neue
kom=
miſſariſche Beigeordnete, Herr J. Bär, wurde im neuen
Sitzungs=
ſaal des Rathauſes in ſein Amt feierlich eingeführt. Herr
Bür=
germeiſter Dinges dankte dem bisherigen Beigeordneten für
ſeine 15jährigen treuen Dienſte und überreichte ihm im Auftrage
des Staatsminiſteriums eine Urkunde und ſprach zugleich den Dank
des Heſſ. Kreisamts Bensheim aus. Nach Mahnworten des
Bür=
germeiſters leiſtete Herr Bär den Schwur, wonach ihm zahlreiche
Glückwünſche im Namen der SA.=R., der DAF., der Schule und des
Schulvorſtandes überbracht wurden.
sw. Mainz. 1. Febr. Lieferwagen fährt in
mar=
ſchierende Polizeikolonne. Geſtern abend gegen 19 Uhr
begegnete einer marſchierenden Polizeitruppe auf der Straße
Mombach-Budenheim ein Lieferauto. Obwohl die Kolonne am
Anfang und am Schluſſe, ſowie ſeitlich durch Lichter und
Rück=
ſtrahler ausreichend geſichert war, riß beim Vorbeifahren
der Kraftwagen den linken Schlußmann um und verletzte ihn
ſchwer, ſo daß er dem Krankenhaus zugeführt werden mußte.
Wie an Ort und Stelle feſtgeſtellt wurde, roch der Führer des
Lieferwagens nach Alkohol und war auch nicht im Beſitz eines
Führerſcheins.
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Heſtorbene. Am 25. Januar; Kraft, Eliſe. Diakoniſſe, 84
alt, ledig. Ehrhard. Georg, Landwirt, 73 Jahre alt,
itwet, Nieder=Kainsbach. Lang, Johannes, Schloſſermeiſter,
ahre alt, verwitwet. Schmidt, Georg, Hausverwalter, 76
* alt, ledig. Reeg. Eliſabeth, ohne Beruf, 76 Jahre alt,
Am 27. Januar: Rudolph, Lina, Diakoniſſe, 76 Jahre
edig. Am 26 Januar: Lindenlaub. Margarete,
Fabrik=
terin, 49 Jahre alt, ledig, Arheilgen. Römer Emma, 84
alt, Lehrerin in Ruhe, ledig. Am 27. Januar: Raidl An=
Otto Anton, 5 Jahre alt, Sohn des Kaufmanns. Am 28. Ja=
Keilmann, Louiſe. geb. Schmidt, 79 Jahre alt, Ehefrau
Schuhmachermeiſters. Am 29. Januar: Pabſt Emilie, geb.
nſtein 54 Jahre alt, Ehefrau des Metzgers. Am 30. Januar:
nk, Joſeph Peter, Polizeiwachtmeiſter, 22 Jahre alt, ledig.
lborn, Heinrich Juſtus, Zuſchneider, 65 Jahre alt,
ver=
tratet. — Am 30. Januar: Polſter, Valentin, ohne Beruf,
ahre, ledig, Pfungſtadt. — Am 31. Januar: Höbel. Hein=
Eiſenbahnaſſiſtent i. R., 73 J. verh. — Am 1. Februar:
aub. Ludwig, 7 Wochen alt, Sohn des Eiſendrehers
Keil=
n. Hermann, Kaufmann, 54 J., ledig; Fick, Karl, Schloſ=
J., verh.
Mrcliche Aängeichten.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 2. Februar.
ftskirche. Abends 8 Uhr: Beichte.
4. Sonntag nach Epiphauias, 3. Februar 1935.
olurche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. Vorm.
uhr: Kindergottesdienſt der Reformationsgemeinde. Pfarrer Lautenſchläger.
Abendgottesdienſt fällt aus wegen der Veranſtaltung des Evangel. Bundes
Beranſtaltungen).
ehor der Stadtkirche iſt jeden Wochentag abends 6,45 Uhr Liturgiſche Andacht.
Skadthirche iſt wochentags von 9 bis 4 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
oikapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Dekan Müller. Vorm. 10 Uhr:
olkesdienſt. Pfarrer Wagner. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt der
Lukas=
de. Dekan Müller.
TDßlirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wintermann. Vorm. 11,15
indergottesdienſt. Pfarrer Wintermann.
Lunslurche. Borm. 10 Uhr: Haptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Bidmann. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Vorm. 11,15 Uhr:
Acshenſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Beringer. Abends 6 Uhr:
jottesdienſt. Pfarrer Beringer
twoch, 6. Febr., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtiſt. Abends 8 Uhr:
unde im Gemeindehaus
Denſieslurche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer H. Köhler. Vorm. 11,15
Eindergottesdienſt. Pfarrer H. Köhler.
NDc. 8. Febr., abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer
erge
Johanneskirche iſt wochentags von 8 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
traß
Wverhardt=Haus. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer i. Z. Göbel.
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer i. R. Göbel.
Etwoch, 6. Febr. abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler,
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde) (Kollekte für das heſſiſche Krüppelheim.)
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Irle. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt
für beide Bezirke. Pfarrer Irle. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Weiß.
Mittwoch, 6. Febr., abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus
über Markusevangelium. Pfarrer Weiß; für den Weſtbezirk im Saal der Neuen
Train=
kaſerne über 1. Korintherbrief. Pfarrer Irle.
Die Beſſunger Kirche iſt wöchentags von 8 bis 4 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet
Eingang Haupttüre.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Wolf.
Mittwoch, 6. Febr., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Wolf.
Die Pauluskirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
Haupttüre
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl. Pfarrer
Waldeck. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt in der Kinderſchule.
Donnerstag, 7. Febr., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6, Fernſpr. 2205.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde, Stadtkirche. Sonntag, 3. Febr., abends 8 Uhr: Deutſcher Abend
des Evangel. Bundes. Pfarrer Knab (St. Goarshauſen) ſpricht über: „Evangeliſche
Schickſalsfragen in Oſterreich”
Schloßkirche. Zweite Vortragsreihe der Pfarrer der Stadtgemeinde. Dienstag,
5. Febr., abends 8 Uhr: „Das Neue Teſtament und der Staat.” Pfarrer Kornmann.
Donnerstag, 7. Febr., abends 8 Uhr: Lehrgang von Pfarrer Wintermann: „Das
Weſen des Proteſtantismus”. (4. Abend.()
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Montag, 4. Febr.: Jugendabend der Stadtgemeinde.
Dienstag, 5. Febr.: Mütterabend der Stadtgemeinde. — Mittwoch, 6. Febr.:
Kirchen=
chor der Stadtkapelle und Schloßkirche. — Freitag, 8. Febr.: Kirchenchor der Stadtkirche,
Konfirmandenſaal im Schloß. Mittwoch, 6. Febr.; Handarbeitsſtunde der
Stadtgemeinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Montag, 4. Febr., abends
8 Uhr: Jungenabend Weſt. — Mittwoch, 6. Febr., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und
Strickſchule. — Donnerstag, 7. Febr., abends 8 Uhr: Hauptverſammlung der
Männer=
vereinigung und der Nothilfe. — Freitag, 8. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend Weſt.
Mädchenabend Weſt. — Samstag, 9. Febr., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und
Strick=
ſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Montag, 4. Febr., abends 8 Uhr: Monatsverſammlung
der Helferinnen. — Dienstag, 5. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag,
7. Febr., abends 8 Uhr: Mädchenabend Oſt. — Freitag, 8. Febr., abends 8 Uhr:
Mütter=
abend Oſt.
Saal der Kleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 7. Febr., abends 8 Uhr:
Poſaunenchor. — Freitag, 8. Febr., abends 8 Uhr: Jungenabend Oſt.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 4. Febr., abends
5,30 Uhr: Ev. Jungſchar. Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Dienstag, 5. Febr., abends
8 Uhr: Mütterabend. — Mittwoch, 6. Febr., nachm. 2 Uhr: Strickſchule. Nachm. 2,30
Uhr: Nähnachmittag. — Donnerstag, 7. Febr., abends 8,15 Uhr: Alterenkreis=
Bibel=
ſtunde. — Freitag, 8. Febr., abends 8 Uhr: Evang. Mädchenkreis.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 4. Febr., abends
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 6. Febr., nachm. 3 Uhr: Strickſchule. — Donnerstag,
7. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 4. Febr., abends
8 Uhr: Poſaunenchor. Abends 8,15 Uhr: Evang. Jugendwerk, Mädchenkreis. — Dienstag,
5. Febr., abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch,
6. Febr., nachm. 3 Uhr: Vorſtandsſitzung der Frauenhilfe. — Donnerstag, 7. Febr.
abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, 8. Febr., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
Samstag, 9. Febr., abends 7,30 Uhr: Singekreis.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Montag, 4. Febr., abends
8 Uhr: Mädchenkreis. — Dienstag, 5. Febr., vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung der
Frauen=
hilfe. — Donnerstag, 7. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, 8. Febr., abends
8 Uhr: Kirchenchor.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 3. Febr.,
nachm. 4 Uhr: Vereinsſtunden.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr
Kindergottesdienſt. Nachm.3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Neuber. — Montag, nachm. 4 Uhr
Miſſionsarbeitsſtunde. Abends 8 Uhr: Bekenntnisverſammlung. — Dienstag, nachm
4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. Herr Weimer. —
Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann. — Freitag, abends 8 Uhr
Bibelſtunde in der Beſſunger Mädchenſchule. Herr Bringmann. — Samstag, abends
8 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, abends 8,30 Uhr: Jugendbundſtunde
für junge Mädchen und junge Männer. — Montag, nachm. 5 Uhr: Knabenjungſchar. —
Abends 7,30 Uhr: F. K. für Mädchen. — Dienstag, abends 8,30 Uhr: Mädchenkreis.
Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderſtunde für Mädchen. — Donnerstag, abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Männer.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24.
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und
vierten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Hügelſtr. 6. Sprechſtunden vorm. von 10 bis 19 Uhr u. nachm.
(außer Samstags) von 5 bis 6 Uhr. Fernſpr. 2205.
Evang. Gemeindeamt, Kiesſtr. 17 (jetztnur im Vorderhauſe, eine Treppe):
Einnahme=
ſtelle für das Kirchnotgeld täglich 8 bis 12 Uhr. Kirchenſteuerangelegenheiten werden nur
im Landeskirchenamt, Mackenſenſtr. 40 (Ecke Neckarſtr.), Zimmer 7, bearbeitet,
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17: Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Paul=Gerhardt=Haus,
Damaſchkeplatz 1: Gemeindehaus, Eichwieſenſtr. 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtr.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins: Freiligrathſtr. 8, Fernſpr. 245.
Auswärtige Gemeinden.
Evgl. Kirche Traiſa. Sonntag, 3. Febr. 1935: Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für die Großen. — Donnerstag, 7. Febr. 1935
20 Uhr: Frauenſingſtunde.
Evgl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 5,30 Uhr: Kindervorführung des
Miſſions=
filmes. Abends 8 Uhr: Borführung für Erwachſene (Miſſionsfilm: „Yuelan, die Tochter
des Geomanten”, Bilder aus dem chineſ. Frauenleben). — Montag: Poſaunenchor. —
Dienstag, 6—7 Uhr: Bücherausgabe. 8,15 Uhr: Bibelſtunde. — Mittwoch: Kirchenchor.
Freitag: Poſaunenchor.
Evgl. Kirche Roßdorf. Sonntag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag abend: Frauenverein. — Dienstag: Kirchenchor.
Mittwoch: Bibelſtunde. — Freitag: Jungmädchenabend.
Evgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Nach=
mittag 2 Uhr: Gottesdienſt in Waſchenbach. — Dienstag, abends 8 Uhr:
Gemeinde=
ſaal, Vorführung eines Films über die Arbeit der inneren Miſſion in Naſſau=Heſſen.
— Mittwoch: Kirchenchor. — Donnerstag: Frauenverein.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 3. Febr., vorm. 10 Uhr: Predigt.
Prediger Veihelmann. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigt. Prediger
Schneider. — Montag, abends 8,30 Uhr: Singſtunde. — Donnerstag, abends 8,15 Uhr:
Bibelſtunde.
Gemeinde gläubig getaufter Chriſten, Baptiſten, Mauerſtr. 17. Sonntag, 3. Febr.
1935, morgens 9,30 Uhr: Predigt und Feier des heiligen Abendmahls. Nachm. 4 Uhr:
Predigt. Prediger Schneider. 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. — Mittwoch und
Freitag=
abend: Bibel= und Gebetſtunde.
Methodiſten=Gemeinde (Evgl. Freikirche), Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 3. Febr.,
vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt. Mittwoch, abends
8 Uhr: Bibelſtunde. (Das Bekenntnis der Jünger.) — Freitag, abends 8 Uhr: Frauen=
Miſſions=Verein.
Adventsgemeinde Darmſtadt, Sandſtr. 10. Sonntag, abends 8 Uhr: Vortrag.
Thema: „Wo ſind unſere Toten?” Freitag abends 8 Uhr: Bibelſtunde, Samstag
vor=
mittags 9,30 Uhr: Bibelſtudium; 10,30 Uhr: Predigt.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 3. Febr., vorm. 9,15
Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. — Dienstag,
5. Febr., abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Kruſt,
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14. Samstag, 2. Febr., 18 Uhr:
Kultiſche Leſung aus dem Hebräerbrief. — Sonntag, 3. Febr., 10 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung mit Predigt. Anſchließend Sonntagsfeier für Kinder. — Mittwoch, 6. Fehr.
7.45 Uhr: Menſchenweihehandlung. — Donnerstag, 7. Febr., 10,30 Uhr:
Menſchenweihe=
handlung. — Samstag, 9. Febr., 18 Uhr: Kultiſche Leſung aus dem Philipperbrief
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Bereinigung (Christiau Science Society) in Darmſtadt,
Aula der Adolf=Hitler=Bauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vorm.
10 Uhr und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr. Them
Goldener Text
hannes 4:11
Seite 8 — Nr. 38
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 2. Februar 1935
Mikkernächkliche Gedächtnisfeier für Maikowski am 30. Jan.
In der Mitternachtsſtunde des 30. Januar ehrte die Berliner SA. mit der Polizei das Gedächtnis
der gefallenen Kameraden, des SA.=Sturmführers Maikowſki und des Polizei=Oberwachtmeiſters
Zauritz, die in dieſer hiſtoriſchen Januarnacht des Jahres 1933, nach dem Fackelzug, ermordet
wor=
den waren. Unſer Bild zeigt Reichsminiſter Dr. Goebbels bei ſeiner Gedenkrede an der Mordſtelle
in Charlottenburg. An der Feier nahm außerdem der Chef des Stabes der SA., Lutze, teil.
Am Donnerstag begaben ſich die ausländiſchen Offiziere, die an dem Reit= und Fahrturnier i
Berlin teilnehmen, zum Gefallenen=Ehrenmal Unter den Linden und legten dort einen Krar /
nieder. Man ſieht auf unſerem Bild die ausländiſchen Offiziere am Ehrenmal nach der Kran
Niederlegung.
Reich und Ausland.
Wildſchweinjagd in Bad Kreuznach.
Bad Kreuznach. Eine aufregende
Wild=
ſchweinjagd konnte man in den Straßen der
Stadt beobachten. Ein Schwarzkittel, der bei
einer Treibjagd in der Nähe der Stadt
angeſchoſ=
ſen worden war, jagte durch die Felder und machte
ſchließlich in einem Garten halt. Als drei
Män=
ner, die das Tier verfolgten, es in dem Garten
fanden, verſuchten ſie es einzufangen. Das
Bor=
ſtentier griff aber ſeine mit Knüppel
bewaffne=
ten Verfolger an und trieb dieſe in die Flucht.
Die Männer konnten ſich nur dadurch in
Sicher=
heit bringen, daß ſie einen Baum erſtiegen. Das
Tier raſte weiter. In einer Gärtnerei
zertrüm=
merte es Scheiben eines Treibhauſes. Dann
rannte es durch die Straßen. Es fiel einen
Rad=
fahrer an, der von ſeinem Fahrzeug ſtürzte und
ſich Verletzungen zuzog. Das Platzen eines
Fahr=
radſchlauches verhinderte weitere Folgen für den
Radfahrer. Das Tier, das bereits eine
Kampf=
ſtellung eingenommen hatte, ſchreckte durch den
Knall zurück und fegte erneut davon. In einer
anderen Straße rannte es wieder einen
Rad=
fahrer um. Ein Einwohner, der das Tier zu
fangen verſuchte, wurde von ihm zu Boden
ge=
ſchleudert. Erſt als der Schwarzkittel Zuflucht in
einer Lederfabrik ſuchte, konnte er eingekreiſt und
ſchließlich von den Arbeitern unſchädlich gemacht
werden. Drei Perſonen wurden bei dieſer
auf=
regenden Jagd verletzt.
Das „vom Himmel gefallene‟ Gold.
Verkehrsflugzeng
der Skrecke Moskau-Berlin vernugläck.
Berlin. Vorgeſtern abend verunglückte das
planmäßige Streckenflugzeug Königsberg—Berlin
der Deutſch=Ruſſiſchen Luftverkehrsgeſellſchaft „
De=
ruluft” durch unfreiwillige Bodenberührung in
ſtark unſichtigem Wetter, bei dem Verſuch, auf dem
Flughafen Stettin zwiſchenzulanden, an den Höhen
von Podejuck. Hierbei kamen außer der
dreiköpfi=
gen Beſatzung, die aus Flugkapitän Weſtphal, dem
Funker Kühne und dem Maſchiniſter
Zimmer=
mann beſtand, acht Fluggäſte ums Leben.
Die Namen der Toten ſind: Marſchall
Freiherr von Biberſtein, Königsberg; Dr. Lang,
Danzig=Langfuhr; Fräulein Gleitz, Danzig; Herr
Sonntag, Danzig; Herr v. Schulz, Zoppot; Herr
Rohde, Königsberg; Herr Rudelsdorff, Berlin;
Herr Vietor, Bremen.
Die Maſchine war geſtern nachmittag 16 Uhr
planmäßig in Danzig zum Fluge nach Berlin
ge=
ſtartet. Infolge des ſtark unſichtigen Wetters ſah
ſich der Flugzeugführer veranlaßt, Stettin
anzu=
fliegen, von wo aus er funkentelegraphiſch gepeilt
wurde. Das Flugzeug meldete um 18.17 Uhr
ſeine Flughöhe mit 400 Meter, 18 Minuten ſpäter
beſagte ein Funkſpruch, daß die Flughöhe 220
Me=
ter betrage. Gleichzeitig teilte der Funker mit, daß
ſich die Maſchine in den Wolken befinde und die
Antenne vereiſe. Die letzte Funkmeldung wurde
um 18.38 Uhr gegeben und gab eine Flughöhe von
150 Meter an. Der Unfall ſelbſt ereignete ſich kurz
vor 19 Uhr, an den etwa 130 Meter hohen Hügeln
bei Podejuch.
Das vorgeſtrige Unglück iſt der erſte ſchwere
Unfall, der die Deutſch=Ruſſiſche
Luftverkehrsge=
ſellſchaft in den 13 Jahren ihres Beſtehens
betrof=
fen hat.
BalſcheAnſchuldigungen gegenpolanegri
Berlin. Amtlich wird mitgeteilt: Gegen
die Schauſpielerin Pola Negri ſind in der letzten
Zeit in der Preſſe mehrfach ſchwere
Anſchuldi=
gungen erhoben worden. Auf Befehl des Führers
und Reichskanzlers ſind dieſe Beſchuldigungen
ge=
prüft worden, und es iſt hierbei feſtgeſtellt
wor=
den, daß keinerlei Beweiſe für die Richtigkeit der
gegen Frau Pola Negri erhobenen Vorwürfe
er=
bracht werden konnten. Es liegt ſomit kein Grund
vor, gegen die künſtleriſche Betätigung von Frau
Pola Negri in Deutſchland Stellung zu nehmen,
um ſo mehr als auch die Behauprung ſich als
un=
wahr erwieſen hat, daß Frau Pola Negri
jüdi=
ſcher Abſtammung ſei. Sie iſt Polin, alſo Arierin.
Vor einigen Tagen ſind aus einem Flugzeug, das ſich auf dem Wege von Paris nach London befand,
Goldbarren im Geſamtgewicht von über 100 Kilogramm und im Werte von 1 744 000 Francs
ge=
fallen und waren zunächſt ſpurlos verſchwunden. Eine arme Bäuerin entdeckte im Gebiet der
Somme die Stelle, wo das Gold zur Erde gefallen war. Sie erhielt dafür eine Belohnung von
1000 Pfund, alſo über 12000 RM. Hier ſieht, man einige der „vom Himmel gefallenen”
Gold=
barren, die zunächſt von der Polizei ſichergeſtellt wurden.
Die Skrafankräge im 2. Rundfunkprozeß
Berlin. Nach dreißigtägiger Verhandlung
erhielt heute im ſogenannten zweiten
Rundfunk=
prozeß der Staatsanwalt das Wort zur
Begrün=
dung ſeiner Strafanträge.
Auf Grund der Beweisaufnahme hält der
An=
klagevertreter es für erwieſen, daß der im
Sep=
tember 1933 durch Selbſtmord geendete frühere
Generaldirektor der Funkſtunde, Knöpfke, von der
Firma Preuß 200 000 RM. an Schmiergeldern
erhalten habe. Dieſer von den beiden
Hauptan=
geklagten Dr. Radziejewſki und Dr. Wedekind
ge=
leiteten Buch= und Kunſtdruckerei ſei daraufhin
der Druckauftrag für die „Funkſtunde” übertragen
worden. Die Geſchäftsleitung habe ſich ihrerſeits
für die bezahlten Schmiergelder dadurch wieder
ſchadlos gehalten, daß ſie die Druckkoſten
ent=
ſprechend erhöhte. Durch Ueberteuerung ihrer
Kunden ſollen der Firma Preuß insgeſamt
1 646 000 RM. im Laufe der Jahre zugefloſſen
ſein.
Bis auf den Angeklagten Heetfeld, gegen den
der Staatsanwalt Freiſprechung beantragte, hielt
er alle Angeklagten der Beſtechung, den
Vertre=
ter Jennewein der Firma Preuß außerdem des
Betruges und des Steuervegehens für ſchuldig.
In einzelnen lauteten ſeine Anträge gegen Dr.
Max Radziejewſki auf eine Geſamtſtrafe von
2 Jahren 3 Monaten Gefängnis und 220 000 RM.
Geldſtrafe, gegen Dr. Wedekind auf 2 Jahre
Ge=
fängnis und 220 000 RM. Geldſtrafe, gegen Frau
Radziejewſki auf 1 Jahr 3 Monate Gefängnis
und 105 000 RM. Geldſtrafe, gegen Jennewein
auf 3 Jahre Gefängnis und 260 000 RM.
Geld=
ſtrafe, gegen Albert Dünnemann auf 1 Jahr 3
Monate Gefängnis und 23000 RM. Geldſtrafe,
gegen Richard Strempel auf 8 Monate Gefängnis
und 20 000 RM. Geldſtrafe, ſowie gegen den
letz=
ten Angeklagten Lapaczewſki auf 9 Monate
Ge=
fängnis und 50 000 RM. Geldſtrafe. Die
gezahl=
ten Schmiergelder werden eingezogen.
Erdſtöße im Bodenſeegebiet.
Konſtanz. Am Donnerstag wurden im
Bodenſeegebiet, in der Hauptſache in Konſtanz
und Singen, ſowie am ganzen Unterſee Erdſtöße
verſpürt. Der erſte Erdſtoß erfolgte in Konſtanz
um 10.15 Uhr, ihm folgten in einem Abſchnitt
von 30 Minuten drei weitere Stöße. Während
dieſe Beben leichterer Natur waren, erfolgte um
13.39 Uhr ein weiterer ſtarker Erdſtoß, der
mehrere Sekunden lang anhielt und von einem
ſtarken unterirdiſchen Rollen begleitet war. In
den Wohnungen kamen die
Einrichtungsgegen=
ſtände ins Schwanken. Sachſchaden iſt, ſoweit bis
jetzt feſtſteht, nicht entſtanden. Der Erdſtoß am
Nachmittag wurde auch in Freiburg verſpürt.
Die Gildenhalle von Briſtol in Flammen
London. Die berühmte Gildenhall, im Her
zen von Briſtol wurde am Freitag morgen von
einem verheerenden Großfeuer heimgeſucht. Der
Zivilgerichtshof und das Kriminalgericht wurden
zum Teil zerſtört. Weitere Nachrichten über das
Ausmaß des Brandes, der einen ſehr großen
Schaden anrichtete, liegen noch nicht vor,
Das Ende des Theaters an der Wien.
Strafanzeige gegen Direktor Mariſchka.
Wien. Da es Direktor Mariſchka nicht
ge=
lungen iſt, das Geld für die Bezahlung der
rück=
ſtändigen Gehälter des Perſonals des Theaters
an der Wien aufzutreiben, wird an der Stätte,
an der faſt alle klaſſiſchen Wiener Operetten ihre
Uraufführung erlebt hatten, ab Freitag ein
Sprechſtück=Enſemble des Theaters in der
Joſeph=
ſtadt ein vorläufiges Gaſtſpiel geben. Das weitere
Schickſal des Theaters iſt noch unbeſtimmt. In
Theaterkreiſen werden Nachrichten verbreitet über
ungeheure Summen, die Direktor Mariſchka ſeinen
Gſäubigern ſchulden ſoll. Es ſollen Anſprüche von
Millionen von Schilling, insbeſondere gegen den
Karczo=Operettenverlag, deſſen Eigentümer und
Leiter Direktor Mariſchka iſt, ſeitens der
bekann=
teſten Operettenkomponiſten wie Lehar, Kalman
uſw. beſtehen. Wie man von eingeweihter Seite
erfährt haben dieſe bereits Strafanzeige gegen
Direktor Mariſchka erſtattet. Die Polizei hat
Mariſchka den Paß abgenommen. Da vor etwa
einem halben Jahr die Kreditanſtalt Verſuche zur
Sanierung Mariſchkas unternahm, iſt auch dieſe
Anſtalt, und mit ihr der Staat, von den
Schwie=
rigkeiten des Theaters an der Wien betroffen.
Den Wiener Blättern wurde allerdings verboten
über alle dieſe Ereigniſſe zu berichten, da man
offenbar vermeiden will, daß ſich die Bevölkerung
der Tatſache des Zuſammenbruchs der
weltbe=
rühmten Wiener Operette bewußt wird.
Große Poſtverſtopfungen
in der europäiſchen Türkei.
Iſtanbul. Die Ueberſchwemmungskataſtro,
in Thrazien, die zu einer Unterbrechung der Eiſ
bahnverbindung zwiſchen der Türkei und dem 1
rigen Europa geführt hat, hat für die Türkei n
eine weitere Störung zur Folge, die nicht allte
lich iſt. Seit vier Tagen ruht jeder Poſtverke
zwiſchen Iſtanbul, einem großen Teil der Tür
und den Ländern Weſt= und Mitteleuropas.
der bulgariſchen Grenze, bei Svilengrad, häuf
ſich die Poſtſäcke zu hohen Stapeln, während
a=
in Iſtanbul die aus der Türkei ankommende P
nach Europa anſchwillt.
70 Kinder in den Händen von Pirake
Tſchifu. Der engliſche Dampfer „Tungcho
iſt 24 Stunden überfällig. An Bord befanden
70 engliſche Kinder, die aus den Ferien in
Schule zurückkehrten. Die engliſche Marineſtatt
in Weihaiwei hat Fahrzeuge in See geſandt,
man befürchtet, daß der Dampfer Priaten in
Hände gefallen iſt.
Franzöſiſches Torpedoboot ſchießt ſich ſelbſt
ins Heck.
Paris. Das franzöſiſche Torpedoboot „Ou
gan” hat ſich beim Uebungsſchießen auf der H
von Breſt ſelbſt einen Torpedo in das Heck
ſchoſſen. Der Torpedo, bei deſſen Einſtellung 8
ler gemacht worden waren, beſchrieb eine gr
Schleife, ſchlug ſteuerbordachtern beim „Or
gan” ein und blieb einen Meter unter der A
ſerlinie 80 Zentimeter tief im Rumpf des X
tes ſtecken. Das Boot machte ſofort die
Scho=
dicht und konnte mit eigener Kraft in den He
von Breſt einlaufen. Es wird ſofort ins Tro/
dock kommen.
Schweres Eiſenbahnunglück bei Kairo.
London. Ein ſchweres Eiſenbahnunfall
eignete ſich am Donnerstag in der Nähe
Kairo. Nach den erſten Berichten ſind viele F
gäſte, darunter auch Europäer, getötet worde
Hitzewelle — in Buenos Aires.
Buenos Aires. Seit einigen Tagen
die Hitze in Buenos Aires faſt zur Unerträg!
keit geſtiegen. Am Donnerstag war die hö
Temperatur ſeit 78 Jahren zu verzeichnen.
Thermometer zeigte 40.3 Grad Celſius.
Chrifkl Cranz gewann den Abfahrtsl
für Frauen.
Die deutſche Meiſterin Chriſtl Cranz gewan!.
den Skimeiſterſchaften in Garmiſch mit 5:22
auch den Abfahrtslauf für Frauen.
Uebrigen=
lang es bei dieſem entſcheidenden Rennen
deutſchen Mädels, auch die weiteren fünf nat
Plätze zu belegen und ihre ausländiſchen K9.
rentinnen erfolgreich aus dem Felde zu ſcht
Samstag, 2. Februar 1935
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichtev
Nr. 33 — Seite 5
Ein Jahr deutſcher Transozeanluftverkehr.
Ile Anforderungen an Pünkklichkeik und Zuverläfſigkeik refklos erfüll. — Das Haupkmerkmal des Flugdienſtes
iſt die Unabhängigkeit von Wekkereinflüſſen und die Flugſicherheit.
700 000 Kilomeker über den Ozean!
* Am 2. Februar dieſes Jahres kann das ganze deutſche
olk mit der deutſchen Lufthanſa auf eine einzig daſtehende
iſtung in der Fliegerei zurückblicken: an dieſem Tage iſt es
Jahr her, ſeit die ſchnelle „IIK.70” den Tempelhofer
Flug=
fen mit der Südamerikapoſt verließ. Dieſer Dienſt war bis
die kleinſten Einzelheiten vorbereitet worden, ehe man die
nelle Heinkelmaſchine auf den Weg ſchickte. Und doch waren
elleicht dieſe oder jene Hoffnung von einem leifen Zweifel
der Durchführbarkeit des großzügigen Planes getrübt. Das
gelaufene Betriebsjahr des deutſchen Transozeanluftverkehr
t aber ſchlagend bewieſen, daß ſich alle Hoffnungen weit über
es Erwarten hinaus voll erfüllt haben. Und das iſt das
rdienſt der einzelnen Piloten wie jedes einzelnen
Volks=
joſſen und Arbeitskameraden, der irgendwie mit dem Dienſt
eine Verbindung kam. So iſt die Freude am Erfolg eine
eude des ganzen Volkes.
Alle Anforderungen an Pünktlichkeit und
Zuver=
fſigkeit, die gerade an eine Poſtverbindung
ge=
lt werden, ſind im vergangenen Jahr reſtlos erfüllt worden.
sgeſamt wurden 56 Ozeanüberquerungen geflogen, bei denen
n großen Teil die angeſetzten Flugzeiten weit unterſchritten
rden. Auf dieſe Weiſe iſt mehr als einmal eine dringende
ndung noch früher als ausgerechnet worden war, an den
ſtimmungsort gelangt. Das Hauptmerkmal dieſes Flugdienſtes
aber, daß er von allen Wettereinflüſſen unabhängig blieb,
hrend doch auch die Schiffspoſt durch ungünſtiges Wetter
ifig empfindliche Verſpätungen erfahren kann.
Die Geſamtleiſtung der geflogenen Strecken macht rund
000 Kilometer über den Ozean und drei verſchiedene
Erd=
e hinweg aus. Dieſe Rieſenentfernung entſpricht dem 18 Erdumfang. Dabei iſt zu berückſichtigen, daß die Maſchinen
dieſen Flügen den verſchiedenſten Witterungsverhälltniſſen
geſetzt wurden. In einer Höhe von mehreren Tauſend
tern brauſt die Maſchine bei vielleicht 30 bis 40 Grad Kälte
Hinweg geht es über deutſche Wälder und Berge und
europäiſche Land. Am nächſten Tag aber ſind die
Poſt=
dungen ſchon im Anſchlußflugzeug verſtaut, und nun geht es
weiter unter den glühenden und ſengenden Strahlen der
tropiſchen Sonne. Die Befatzung fliegt hier mit Kniehoſe und
offenem Hemd bei einer Hitze von vielleicht 40 bis 50 Grad.
Wenn ſolch ein Brief erzählen könnte, der in kürzeſter Zeit über
ſchneeverwehte Wälder und Berge und über Palmen und Wüſten
und unerforſchtem Waldgebiet dahinfliegt
Die Strecke, die allein über die reine Waſſerſtrecke über
den Ozean führt, beträgt bei der Geſamtflugleiſtung 355 000
Kilometer. Wir können uns noch deſſen entſinnen, daß der
Ozean als ein unüberwindbares Hindernis für Flugzeuge galt,
und nun wurde im Dienſt der Deutſchen Lufthanſa das
Welt=
meer nicht weniger als 56mal überflogen. Und nicht eine
einzige Maſchine iſt dabei verloren gegangen. Von der geſamten
Waſſerſtrecke wurden 170000 Kilometer auf Dornier=Walen auf
dem Flugabſchnitt Bathurſt=Natal über den Ozean abgeflogen.
Bei Tag und Nacht und bei Wind und Wetter haben die
BMW.=Motoren ihr Lied gebrummt und zuverläſſig ihre Pflicht
getan. Flugboote und ſchwimmende Flugzeugſtützpunkte ſtehen
dabei in ſtändiger Verbindung und tauſchen Peilungen und
Wetterberichte aus. Zuerſt war es nur alle 14 Tage, daß ein
Flugboot flog, und als dann im Herbſt „Graf Zeppelin” ſeinen
Dienſt für den Winter einſtellte, nahm der deutſche
Trans=
ozeanflugverkehr mit den Maſchinen einen wöchentlichen Dienſt
auf. So begeben ſich allwöchentlich deutſche Flugzeuge über
den Ozean.
Rund 2000 000 Briefe ſind im abgelaufenen Dienſtjahr mit
einem Gewicht von je 5 Gramm befördert. Wenn alle dieſe
Briefe auf einem einzigen Fleck aufgeſtapelt werden würden,
dann hätten wir einen Turm von der beachtlichen Höhe von
800 Metern vor uns. Dieſe Briefſäule wäre mithin fünfmal
ſo hoch wie der Kölner Dom. Dieſen Umfang des Verkehrs
konnte die Lufthanſa aber nur erreichen, weil die
Zuverläſſig=
keit und Pünktlichkeit des Dienſtes die Geſchäftswelt und auch
in großem Umfang private Kreiſe von der Wirtſchaftlichkeit
dieſes Transozeanflugverkehrs überzeugt hat. Raum und Zeit
werden hier von den Wunderwerken der deutſchen
Flugbau=
technik und von der Leiſtung der deutſchen Piloten immer mehr
zuſammengedrängt.
Die Heinkel „HE 70‟=Blitzflugzeuge verſehen dieſen Dienſt
mit unerſchütterlicher Ruhe und Gelaſſenheit. Sie fliegen als
Oeffenkliche Aufforderung
Abgabe der Vermögenserklärungen
nach dem Stande vom 1. Januar 1935.
Die Vermögenserklärungen über das Vermögen nach dem Stande
7 1. Januar 1935 ſind in der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1935
er Benutzung der vorgeſchriebenen Vordrucke abzugeben.
Hin=
lich der Erklärungspflicht gilt folgendes:
1) Von den unbeſchränkt Vermögensſteuerpflichtigen haben eine
Vermögenserklärung über ihr Geſamtvermögen abzugeben:
I. Natürliche Perſonen:
1. die ledig ſind:
wenn ihr Geſamtvermögen 10 000 RM. überſteigt:
2. die verheiratet oder verwitwet ſind:
wenn ihr Geſamtvermögen 20 000 RM. überſteigt.
Hierbei iſt das Vermögen der Ehefrau und der
minder=
jährigen Kinder mit zu berückſichtigen, der Freibetrag
(8 5 VStG.) außer Betracht zu laſſen.
II. Nicht natürliche Perſonen:
1. Aktiengeſellſchaften, Kommanditgeſellſchaften auf Aktien,
Geſellſchaften mit beſchränkter Haftung,
Kolonialgeſell=
ſchaften, bergrechtliche Gewerkſchaften:
ohne Rückſicht auf die Höhe ihres Geſamtvermögens,
2. Erwerbs= und Wirtſchaftsgenoſſenſchaften
Verſicherungs=
vereine auf Gegenſeitigkeit, ſonſtige juriſtiſche Perſonen
des privaten Rechts, nicht rechtsfähige Vereine,
Anſtal=
ten, Stiftungen und andere Zweckvermögen, außerdem
Kreditanſtalten des öffentlichen Rechts:
wenn ihr Geſamtvermögen 10 000 RM. überſteigt.
) Beſchränkt Vermögensſteuerpflichtige haben eine
Vermögens=
erklärung über ihr Inlandsvermögen abzugeben:
ohne Rückſicht auf die Höhe des Inlandsvermögens.
)Offene Handelsgeſellſchaften, Kommanditgeſellſchaften und
ähnliche Geſellſchaften, bei denen die Geſellſchafter als
Unter=
nehmer (Mitunternehmer) anzuſehen ſind und ihre
Geſchäfts=
leitung oder ihren Sitz im Inland haben, haben eine
Ver=
mögenserklärung abzugeben:
wenn das Vermögen der Geſellſchaft 10 000 RM. überſteigt.
die zur Abgabe einer Vermögenserklärung Verpflichteten haben
Erklärung auch dann abzugeben, wenn ihnen ein Vordruck nicht
ſandt wird; die übrigen Steuerpflichtigen haben eine
Ver=
enserklärung abzugeben, wenn ſie hierzu vom Finanzamt
auf=
rdert werden.
Ver die Friſt zur Abgabe der ihm obliegenden
Vermögens=
irung verſäumt, kann mit Geldſtrafen zur Abgabe der Erklärung
halten werden; auch kann ihm ein Zuſchlag bis zu 10 v. H. der
eſetzten Steuer auferlegt werden.
die Hinterziehung oder der Verſuch einer Hinterziehung der
nögensſteuer ſowie fahrläſſige Vergehen gegen die Steuergeſetze
uergefährdung) werden beſtraft.
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die ſchnellſten Verkehrsflugzeuge der Welt den erſten Teil der
Strecke. Dann beſorgt eine dreimotorige Junkers JU=52 den
Anſchluß, und die Strecke über den Ozean bewältigen die
10=Tonnen=Dornier=Wale. In Südamerika ſind es dann wieder
die dreimotorigen Junkersmaſchinen, die die 4000 Kilometer
lange Strecke an der Küſte entlang bis Buenos Aires ſteis
pünktlich und zuverläſſig abfliegen. Und nicht zu vergeſſen ſind
die ſchwimmenden Flugzeugſtützpunkte „Weſtfalen” und „
Schwa=
benland”, die die eigentlichen Pfeiler der großen Luftbrücke
über das Weltmeer bilden.
Die Nachnahme für den Token.
(x) Paris. Der alte Jean Arcand dürfte dieſes Geſchäft
ſchon Jahre hindurch betrieben haben. Er benötigte dazu
ledig=
lich ein Verzeichnis ſolcher Bücher des franzöſiſchen Buchhandels,
an denen ſich ſonſt kein Menſch vergriff, und eine Totenliſte,
die er ja amtlich beziehen konnte.
Wenn jemand das Zeitliche ſegnete machte Arcand ein
ſchönes Paketchen zurecht und ſchickte darin eines der „faulen”
Bücher gegen Nachnahme in das Sterbehaus. Dort hatte man
erklärlicherweiſe andere. Dinge im Kopf als Nachnahmen zu
prüfen. Andererſeits wollie man die vielleicht letzte Beſtellung,
die der Sterbende gemacht hatte, nicht ablehnen und — zahlte
eben für den Schmöker, der en gros mit anderer Makulatur
gekauft worden war, den geforderten Nachnahmepreis.
Das ging ſo lange gut, bis in einer Familie, d. h. einer
Ehefrau in Jahresfriſt zwei Gatten ſtarben. Als nun dann
wieder eine Nachnahme kam, wie bei ihrem erſten Gatten felig,
da ging ihr ein ſogenannter „Seifenſieder” auf.
Arcand wurde verhaftet. Und ſeitdem wartet die Makulatr
vergebens auf weiteren Verſand . .
Der lebende Wecker.
(—) London. In der Hauptſtadt des engliſchen
Welt=
reiches verdient ſich ein Mann ſeinen Lebensunterhalt dawit,
daß er als lebender Wecker auftritt. Seine Tätigkeit beginmt
nachts um zwei Uhr. Zu dieſer Zeit weckt er zunächſt die Bäcker,
die ja dann ſchon zu ihrer Arbeitsſtätte eilen müſſen. Dann
wandert er faſt den ganzen übrigen Teil der Nacht von Haus
zu Haus und holt die Leute aus ihren Betten.
Der lebende Wecker zieht aus dieſer Tätigkeit durchaus
genügende Einnahmen. Und ſolange eine Weckuhr oder ein
Telephonamt noch nicht imſtande ſind, verſchlafene Menſchen an
den Füßen aus dem Bett zu reißen oder durch beſondere Liſt
aus den Federn zu locken, wird dieſer ſeltſame Berufszweig
wohl auch ſeinen Mann ernähren.
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vormit=
tags 9 Uhr, wird in der Turnhalle am Woogsplatz
in Darmſtadt das Brennholz aus den
Staatswald=
diſtrikten: Klipſteinseiche 7, Dachsberg 10 und
Dommerberg 16 der Förſterei Böllenfalltor öffentl.
meiſtbietend verſteigert. Zum Ausgebot kommen:
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Knüppel, rm: Buche 53. Eiche 26. Birke 2. Erle 4,
Fichte 5,4, Weymouthskiefer 3.
Blau geſtrichene Nummern kommen nicht zum
Aus=
gebot. Es wird empfohlen, das Holz vorher
ein=
zuſehen, da ſpätere Einwendungen gegen die
Be=
ſchaffenheit des Holzes nicht berückſichtigt werden
können. — Nähere Auskunft erteilt Herr Förſter
Benſel, Forſthaus Böllenfalltor (Fernruf 3445).
Darmſtadt, den 30. Januar 1935. (1344
Forſtamt Darmſtadt.
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Scheitholz, rm: 387 Buche, 107 Hainbuche, 279
Eiche, 8 Eſche, 21 Erle, 8 Birke, 1 Kirſchbaum.
Knüppelholz, rm: 151 Buche, 74 Hainbuche, 149
Eiche, 5 Birke, 14 Erle, 2 Eſche, 1 Linde.
Reiſerholz 1. Klaſſe, rm: 37 Buche. —
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Ein Teil des Scheitholzes iſt rund und zu
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Das Holz iſt vor der Verſteigerung einzuſehen.
Mit H geſchlagene Nummern, werden nicht
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kauft. Auskunft durch die Herren Förſter Hamel,
Forſthaus Faſanerie (Telefon Dſtdt 3077), Wex=
Meſſeler Falltorhaus (Telefon Meſſel 3) und uns.
Darmſtadt, den 31. Januar 1935. (1342
Forſtamt Kranichſtein.
Holzverſkeigerung Nr. 11.
Am Freitag, den 8. Februar, vorm. ½10 Uhr
ab, in Meſſel (Wirtſchaft Joh. Hch. Laumann II.)
aus Forſtort III Krauſe Buche 6, V Leimengrund 7
Brunnershegſtück 12, Waldaxtteil 14, 15. Feldhügel
16. Jagen 22, 23, Mörsbacherſchlag 26, 27, 29,
VI Mörsbacher Grund 3, Lichtſchlag 23. Saufang 24,
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35 Fichte, 1 Lärche.
Knüppelholz, rm: 197 Buche, 26 Hainbuche, 125
Eiche, 10 Birke, 9 Erle, 3 Eſche, 160 Kiefer,
47 Fichte.
Reiſerholz 1. Klaſſe, rm: 30 Buche. —
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holz 3. Klaſſe, Wellen: 1450 Buche.
Ein Teil des Scheitholzes iſt rund und zu
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Das Holz iſt vor der Verſteigerung einzuſehen.
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mann, Forſthaus Krauſe Buche (Telef. Langen
514), Wex. Meſſeler Falltorhaus (Tel. Meſſel 3),
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Darmſtadt, den 31. Januar 1935. (1343
Forſtamt Kranichſtein.
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Seite 10 — Nr. 33
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 2. Februar 193!
Sport, Sptel und Jurnen
Fußball.
Germania Pfungſtadt — Polizei Darmſtadk.
Am kommenden Sonntag begegnen ſich beide Mannſchaften
auf dem Germanenplatz in Pfungſtadt. Dieſes Treffen gibt uns
Aufſchluß über die Frage, ob der vorjährige Meiſter auch in
die=
ſem Jahre der erſte Anwärter für den Meiſtertitel iſt. Die
Landes=
poliziſten haben ſich wieder in ihre letztjährige Meiſterform
hineingeſpielt. Beſonders der Sturm findet ſich allmählich wieder.
Die Germanen werden deshalb alles daran ſetzen, um gegen den
alten Rivalen ehrenvoll zu beſtehen. Auf jeden Fall erhoffen wir
einen ſpannenden Kampf, in dem der zweifellos Beſſere als Sieger
hervorgehen ſollte.
Das Spiel findet um 2.30 Uhr ſtatt. Abfahrt der Mannſchaft
um 13.15 Uhr. Wache 24.
T. S.G. 46 Darmſtadt — Viktoria Griesheim
Rheinallee, nachm. 2.30 Uhr.
Wir verweiſen nochmals auf das recht intereſſante Pokalſviel
beider Mannſchaften am Sonntag nachmittag an der Rheinallee.
Der Ausgang iſt vollſtändig offen, zumal durch den Schneefall die
Platzverhältniſſe nicht beſonders vorteilhaft für die Spielweiſe der
46er erſcheinen. Die Darmſtädter werden das Spiel in der
be=
kannten Aufſtellung (mit Ausnahme des Torhüters Noack, der
erſtmals zwiſchen den Pfoſten ſein Amt in der Mannſchaft verſieht)
antreten. Vor dem Spiel ſtehen ſich die Schüler beider Vereine
gegenüber, während alle unteren Mannſchaften für dieſen Sonntag
ſpielfrei ſind.
Jahn 1875 Darmſtadt.
Für uns nehmen die Spiele erſt am 10. ds. Mts. ihren
Fort=
gang.
Am kommenden Sonntag vormittags 9.30 Uhr iſt Training
aller Aktiven Es werden alle Spieler erwartet. Auf die ſehr
wich=
tige Spielerſitzung am Freitag, dem 8. ds. Mts., wird heute ſchon
hingewieſen.
TG. Beſſungen — Germania Pfungſtadt, Junioren.
Beſſungens Junioren empfangen am Sonntagvormittag 10.30
Uhr die ſpielſtarken Junioren von Germania Pfungſtadt zum
fäl=
ligen Pflichtſpiel auf der Rennbahn. Die Turner ſtehen mit
Ar=
heilgen an der 1. Stelle der Tabelle und werden beſtrebt ſein, dieſe
Poſition auch zu halten. Beſſungen ſpielt mit H. Wolf. A. Creter,
P. Hofmann, H. Behrmann, E. Groſſardt, E. Schmidt. L.
Groſ=
ſardt, H. Geider, A. Schütz, K. Lehr, O. Geppert; Erſ.: G.
Leon=
hardt
Mittags um 1 Uhr haben die Reſerven der Beſſunger den FC.
Germania Eſchollbrücken zu Gaſt. Das Vorſpiel endete 3:3 und
dürfte Eſchollbrückens Spielſtärke genügend bezeichnen. Die
Tur=
ner kommen erſtmalig wieder komplett mit:: Frühwein, Kolmer,
Weitzel Wolf, Karl; Falk. Frickel. Wolf, Konr.; Schmidt. Schmidt.
Theo, Geyer, Ruppel; Erſ.: Schmidt L. Die Jugend= und
Schüler=
mannſchaften ſind am Sonntag ſpielfrei.
SC. Bikkoria Griesheim.
Spiele am 3. Februar. Handball: 1. Mſchft —
Turner=
ſchaft Griesheim 3 Uhr: 2 Mſchft. — Turnerſchaft Griesheim,
1.45 Uhr; Jugend 1. — FV. Sprendlingen, dort, 1.30 Uhr;
. — 2 Schüler (Trainingsſpiel) 12.30 Uhr. — Fußball:
1. Mſchft. — TSG. 46 Darmſtadt, dort, 2.30 Uhr; Junioren —
Spvg. Arheilgen, dort, 10.30 Uhr; Alte Herren — Sppg.
Arheil=
gen, hier 10 Uhr; 1. Schüler — DSG. 46 Darmſtadt, dort, 1.15
Uhr; 2. Schüler — Tgm. Beſſungen, hier, 11 Uhr.
Wenn das Wetter keinen Strich durch die Rechnung macht,
gibt es am kommenden Sonntag beim Sp.=Cl. Viktoria Hochbetrieb.
Mit Ausnahme der 2. Fußballmannſchaft ſtehen ſämtliche
Mann=
ſchaften auf dem Spielfeld. Das wichtigſte Spiel ſteigt auf eigenem
Platz im Handballrückſpiel gegen die Turnerſchaft. Wenn auch das
Spiel in Bezug auf die Tabellengeſtaltung nicht mehr von zu
großer Bedeutung iſt, dann hat es doch ſeinen Reiz. Nach dem
Tabellenſtand neigen die Ausſichten zugunſten Viktorias, doch weiß
man aus Erfahrung, daß gerade in Lokalkämpfen die Gegner zu
ganz außergewöhnlichen Leiſtungen auflaufen. Es iſt daher mit
einem ſpannenden Spiel zu rechnen, dem wir auch diesmal einen
anſtändigen Verlauf wunſchen. — Die Fußballer müſſen zu ihrem
Gegner vom letzten Sonntag und werden wahrſcheinlich mit einigen
Erſatz antreten müſſen. Es wäre wirklich ſchade, könnte die
Mann=
ſchaft zu dieſem Pokalſpiel nicht in kompletter Aufſtellung
antre=
ten. Denn, da der Verlierer ausſcheidet, wäre bei einem
Spiel=
verluſt die weitere Teilnahme an den Pokalſpielen ausgeſchloſſen.
— Weitere Spiele ſiehe obige Aufſtellung.
Die Einheitsſatzung für die Ortsgruppen des
Deut=
ſchen Reichsbundes für Leibesübungen hat verſchiedene
Aenderun=
gen erfahren. U. a. wurde der Zweck der Ortsgruppen (8 2), der
bisher das Aufgabengebiet nur umſchrieb. genau gegliedert.
300 Renntage wird es im deutſchen Galopprennjahr 1935
geben. Davon werden 180 Sonntagsveranſtaltungen ſein.
Handball.
TV. Frieſenheim — SV. 98 Darmſtadk.
Auf Antrag Frieſenheims wurde dieſes Spiel auf
vormit=
tags 11 Uhr angeſetzt. Die 98er müſſen ſomit erneut ein
Vor=
mittagsſpiel beſtreiten.
Die Mannſchaft fährt daher pünktlich um 8 Uhr ab Adolf=
Hitler=Platz. Für Schlachtenbummler ſind noch Plätze frei. Die
Reſerve fährt um 13 Uhr ab Hauptbahnhof nach Egelsbach.
SA-Sporkabzeichen.
Für die bei dem unterzeichneten
Prüfer zugelaſſenen Einheiten
werden folgende Termine
ange=
ſetzt:
Samstag, den 2. Februar 1935:
25=Kilometer=Gepäckmarſch
Abmarſch 20 Uhr Heſſ. Hof”,
Peter=Gemeinder=Straße.
Sonntag, den 3. Februar 1935:
Gruppe I. 8.30 Uhr: Früherer
Sportplatz Rot=Weiß, Rhein=
Allee. 10.00 Uhr: Schießen u.
Keulenzielwurf. Neues
Schieß=
haus.
Sonntag, den 10. Februar 1935:
Gruppe III. 7.30 Uhr:
Ab=
marſch, Paradeplatz.
Dieſe Prüfungen beziehen ſich
nur auf die im Oktober=November
vorigen Jahres zugelaſſenen
Be=
werber. Servos, Sturmführer,
Prüfer Nr. 0390.
Aus den Vereinen u. Verbänden
Skiklub Darmſtadk=Odenwald.
Am Sonntag dem 3. Februar, bei günſtigen
Schneeverhält=
niſſen Skikurſe für Anfänger und Fortgeſchrittene bei
Neun=
kirchen. Näheres über Omnibuſſe uſw. in den Tageszeitungen
und bei den Sportgeſchäften.
Sporlverein Darmſtadt 1898 e. B.
Geſamtjugendabteilung. Die Jugendlichen aller
Ab=
teilungen (Jungens) treten heute (Samstag) pünktlich um 17
Uhr auf dem Platz an. Im Rahmen einer Jugendſtunde ſpricht
der frühere Stabhochſprungmeiſter, Fliegerkettenführer Dipl.=Ing.
Lochner. Wer nicht pünktlich kommt, findet eine verſchloſſene Tür.
Dauer etwa 1½ Stunden! Die Teilnahme iſt für alle
Jugend=
lichen und Schüler Pflicht.
Fußballſpiel der Leichtathleten. Die Leichtathleten, tragen am
Sonntag um 10 Uhr pünktlich ein Fußballſpiel gegen die aktive
3. Vereinsmannſchaft auf dem Platz am Böllenfalltor aus.
Klei=
dung: Leichtathletikdreß mit Ueberbluſe. Antreten: 9.30 Uhr
pünktlich!
Darmſtädter Turn= und Sporkgemeinde 1846.
Fauſtballabteilung. Hiermit wird nochmals auf die
Verſamm=
lung der Abteilung, heute 20.30 Uhr, im grünen Zimmer des
Turnhauſes, Woogsplatz, hingewieſen. Am Schluſſe ſpricht ein
Saarabſtimmungsberechtigter bei der Saarabſtimmung über ſeine
Eindrücke.
D. T. S. G. 1846 — Hockey=Abteilung.
Wir verweiſen auf die Zuſammenkunft am Samstag, dem
2. Februar, abends 20 Uhr im Kneipſaal der Woogsturnhalle und
bitten um vollzähliges Erſcheinen.
Schießſpork=Kreisverſammlung in Darmſtadk.
Der aus neun Vereinen beſtehende Kreis Darmſtadt des
Deutſchen Kartells für Sportſchießen hielt am verfloſſenen
Sonn=
tag in den Räumen der Gaſtwirtſchaft Gunder ſeine diesjährige
Hauptverſammlung ab. In großen Zügen legte Kreisleiter Netz
ſeinen Jahresbericht ab. Das Hauptintereſſe wurde dem Problem
über den Ausbau des Schießſtandes am Karlshof entgegengebracht.
Etwa zehn neue Kleinkaliberſtände werden neu erſtehen, ſo daß
dann auf etwa 40 Ständen zugleich geſchoſſen werden kann. Durch
dieſen großzügigen Ausbau dürfte in Darmſtadt einer der
größ=
ten und brauchbarſten Kleinkaliber=Schießſtandanlagen
Süddeutſch=
lands entſtehen. Nachdem noch der Kaſſen= und Sportbericht
ent=
gegen genommen war, wurden zur Ergänzung des engeren
Führer=
rings Bernhaid Berghöfer als ſtellvertretender Kreisſportleiter
und Preſſewart, ſowie H. Junck vom Schießſportklub Hubertus=
Kleeblatt als Kreisſportleiter beſtimmt.
KOMAN VoN L. INSTERBERG
Nachdruck verboten.
„Ich kann nur immer wieder feſtſtellen, Lilian, daß dies ein
geradezu fürchterlich unſportlicher Geiſt iſt! Den ſollten Sie mit
Pech und Schwefel ausräuchern und von dannen jagen."
Unvermittelt ſagte dann Lilian: „Ich muß immerzu Sie
an=
ſehen, Alf, wie fabelhaft ſchön Sie ſind”. — Unwirſch wandte ſich
Eckmann ab.
„Machen Sie doch keine Witze.”
„Ich mache abſolut keine Witze. Sie ſind das moderne
Schön=
heitsideal, Alf. Der Sportstyp. Ihre Figur iſt vielleicht um
fünf=
zehn Zentimeter zu hoch. — Sie ſehen, daß ich kritiſch bin — aber
Ihr Geſicht iſt der Typ unſerer Zeit, wahrhaftig.”
„Mir ſchwillt der Kamm.”
„Sie müßten ſich ausſchließlich dem Sport widmen, ach Gott,
wie oft habe ich es Ihnen geſagt —‟
„Nun ſehen Sie,” ſagte Dr. Eckmann ſehr ernſt, „bei mir iſts
eben ſo, daß mir wohl der Beruf zum Sport, nie aber der Sport
zum Beruf werden kann.”
„Denken alle ſchwarzen Teufel ſo?‟
„Jeder Sportler denkt ſo.”
„Hu. wie feierlich. Und dabei ſtimmt es nicht. Ich rede gar
nicht von den Profeſſionals. Auch die Amateure, verſtehen Sie, die
großen Amateure, nehmen Geld, oh, viel Geld, Alf —
„Ich rechne dieſe Menſchen nicht zu den Sportlern.”
„Das iſt aber kindiſch.”
„Vielleicht. Aber ich laſſe mir meine Leidenſchaft nicht
ver=
drecken.”
„Alf. Sie müßten ein herrlicher Geliebter ſein!“
Eckmann knurrte etwas Unverſtändliches und blieb ſtehen.
„Sagen Sie mir”, fragte Lilian nach kurzer Pauſe, während
welcher beide etwas erhitzt ſtanden und laut atmeten, „ſagen Sie,
Alf waren Sie ſchon einmal ernſthaft verliebt?”
Mit einem halb unterdrückten Grinſen wandte ſich Eckmann
ihr zu und legte ihr ſchwer die braune Hand auf die Schulter.
„Nein, Sie Wißbegierige.”
„Na, ich dachte es mir.”
„Und Sie?‟
„Ach, oft, Alf, oft.” Sie ſeufzte melancholiſch. „Wenn Sie
wüß=
ten: Dieſe Enttäuſchungen!"
„Aber Sie müſſen doch auch glücklich geweſen ſein!“
„Meinen Sie? Ich weiß es oft ſelbſt nicht. Ich war nicht
im=
mer kritiſch. Ein Blick, zwei Worte, Küſſe, kurzer Rauſch, und dann
der Ekel. Ekel, Ekel, Brechreiz, Weltſchmerz.”
Ernſt ſah Eckmann ſie an. Er nahm ihre Hand und hielt ſie
feſt. Eine leichte Verlegenheit hinderte ihn zuerſt am Sprechen,
dann kam aber doch ſeine Natürlichkeit zum Durchbruch. „Sie
wer=
den es mir vielleicht übelnehmen, Lilian”, ſagte er ſehr
kamerad=
ſchaftlich und lieb, „aber ich glaube, daß Sie ſich wirklich an dieſen
Dingen verſündigt haben. Sie ſagen ſelbſt: Sie waren nicht
im=
mer kritiſch. Verſtehen Sie denn, wie furchtbar dieſes Wort aus
dem Munde eines jungen Mädchens klingt? Sie ſchütteln den
Kopf. Lachen Sie doch nicht, das iſt ſehr ernſt, was ich jetzt ſage.
Sie werfen ſich fort. Sie verzetteln Ihre Gefühle, verſchenken ſie
und ſind dann erſtaunt, daß nichts mehr da iſt. Sie verſchenken ſich
an Unwürdige. Das iſt würdelos.” — Lilian, die bei den erſten
Worten Eckmanns noch gelacht und ſie nicht ernſt genommen hatte,
ſchoſſen plötzlich die Tränen in die Augen. Sie wurde rot vor
Ver=
legenheit.
Stumm drehte ſie ſich um, faßte ihren im Schnee ſteckenden
Stock mit beiden Fäuſten und wollte ſich durch einen harten Ruck
in Fahrt bringen. Aber Alf packte ſie blitzſchnell am Arm und
hielt ſie feſt.
„Sie wiſſen doch. Miß Durham, daß ich Ihr Freund bin. Oder
muß ich es betonen?‟ Da ſie nicht antwortete, fuhr er fort. „Ich
habe mir ſchon vor einiger Zeit vorgenommen. mit Ihnen in
die=
ſer Sache ein ernſtes Wort zu ſprechen. Da wir Kameraden ſind,
habe ich Aufgabe und Pflicht, Sie auf Gefahren in Ihrem eigenen
Charakter aufmerkſam zu machen. Daß ich es tue, iſt nur ein
Zei=
chen meiner Achtung, denn würde ich Sie nicht ſchätzen, Lilian,
dann würde ich es mir auch erſparen, mich ſolchen Szenen
auszu=
ſetzen. Ich liebe Sie kameradſchaftlich, Lilian, wie meinen beſten
Freund. Und ich ſorge mich um Sie. Seit einiger Zeit ſind Sie
zwar ſehr ſolide aber iedesmal, wenn man mir Ihre tollen Streiche
von früher ſchildert, bekomme ich Angſt. Sie würden plötzlich
wie=
der in dieſes Fahrwaſſer gelangen ..
Langſam ſah Lilian auf. Eine jähe Freude glomm in ihren
Augen.
„Sie haben Angſt um mich?"
„Ich habe manchmal ſoviel Angſt um Sie, wie man ſie nur um
ſeinen beſten Kameraden haben kann.”
Ihre Freude erloſch wieder. Doch bin ich ihm immer nur
Kamerad! Kamerad! Bitterkeit erfaßte ſie und fachte ihren Groll
wieder an. Und ich liebe ihn! Aber, liebe ich ihn denn? Sie ſah
auf und blickte Eckmann ununterbrochen an, während er ſprach.
In Garmiſch=Partenkirchen bei den Deutſe
Winterſportmeiſterſchaften holte ſich Chriſtl Cranz auch
Sieg im Damen=Slalom in 1:433 Min. vor Hadi Pfe
fer=Lantſchner. Chriſtl Cranz wurde ſomit deutſche Meiſte
in der Kombination Abfahrt=Slalom mit Note 100 vor F
Baader mit Note 93,11
352 Teilnehmer gingen am Freitag bei den Deutſe
Skimeiſterſchaften in Garmiſch=Partenkirchen im 18=Km.=La
lauf an den Start. Sieger wurde der Finne Nurmelg
1:18.10 Stunden vor dem Norweger Iverſen in 1:19.42 und
für Italien ſtartenden Tiroler Demetz in 1:19.50. Von den de
ſchen Teilnehmern kamen Willi Bogner und Herbert Leur
am weiteſten. Bogner belegte in 1:22.25 den 15., Leupold
1:23.59 den 22. Platz. In der Kombination ſteht Bogner
dem Langlauf an vierter, Leupold an achter Stelle.
Im Endſpiel um die Deutſche Eishockenmeiſterſchaft
Garmiſch=Partenkirchen ſteht bereits der EV. Füſſen, der
ſeinem 5:0=Sieg über den Berliner Schlittſchuhclub am Freitag
Berliner EV. 3:0 beſiegte und damit Gruppenſieger wurde. 2
geſchaltet iſt der Titelverteidiger Brandenburg Berlin, der
ſeiner Niederlage gegen Rieſſerſee nun auch von Raſtenburg
geſchlagen wurde. Die Entſcheidung der Gruppe B liegt nun
ſchen Rieſſerſee und Raſtenburg, die am Samstag zuſammentref
Beim Berliner Reitturnier, dem am Freitag y
mittag die Reichsminiſter Göring und Ruſt beiwohnten, war
ſportliche Programm etwas mager. Im Anazonen=Jagdſprin
um die „Goldene Peitſche” ſiegte Frau Franke im Einzelſprin
auf „Profoß”, das Paarſpringen gewannen Fr. Marr
„Chriſtel” und Oblt. v. Bath auf „Dachs”.
Reichsſender Frankfurt
Frankfurt: Samstag, 2. Februar
6.00: Bauernfunk —
6.30: Gymnaſtik. — 6.50: Ze‟
Wetter. — 6.55: Morgenſpruch. — Choral: Ich weiß, wore
ich glaube.
90: Stuttgart: Frühkonzert (Schallpl.)
8.10: Waſſerſtand, Wetter. — 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik.
9.00: Nur Frankfurt: Nachrichten. — 9.15: Nur für Frankfur
Konzert. — 10.00: Nachrichten. — 11.00: Werbekonzert.
11.30: Meldungen. — 11.45: Sozialdienſt.
12.00: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Ltg.: Willt Wild
13.00: Stuttgart: Zeit, Saardienſt, Nachrichten. — 13.
„Schall und Platt” packen aus! — 14.15: Zeit, Nachrichten.
14.30: Quer durch die Wirtſchaft (Berichte und Ge präche).
14.50: Zeit Wirtſchaftsmeldungen. — 14.55: Wetter
15.00: Nur Trter: Nachr. — 15.15: Jugend unk: Rudergig 1
Kreuzer „Hertha”! Hörſpiel vom Leben und Vergehen ein
Bootes.
16.00: Berlin: Zur Grünen Woche. Nachmittagskonzert des
Funkorcheſters. Ltg.: Willy Steiner. — Von 17.00: Als Emlag
Das 6. Internationale Reitturnier Berlin. Funkbericht vom E
Preis der Nationen. — 18.00: Stimme der Grenze. — 17
Stegreifſendung. — 18.35: Wir ſchalten ein! Das Mikrof
unterwegs. — 18.45: Meldungen.
18.50: Köln: Kammermuſik. 19.45: Der Zeitfunk bringt: Toge
ſpiegel. — 20.00: Zeit Nachr. — 20.10: Frühlingsluft. Or
rette in 3 Akten von Ernſt Reiterer. — 22.00: Zeit. Nachr,
22.15: Nachr., Wetter, Sport. — 22.20: München: Win=erſpor
echo aus Garmiſch=Partenkirchen. — 22.35: Tanzmuſik. Kape
Franz Hauck. — 24.00: Baden=Baden: Nachtkonzert des Sinf
nieorcheſters Baden=Baden. Ltg.; Herbert Albert,
OMidtiun daudännnn
Sonnabend, 2. Februar
Verlin: 18.20: Kleine Suite für Raucher.
Breslau: 20.10: Arbeiter, hört zu! Von neuer deutſch
Hausmuſik.
Deutſchlandſender: 19.30: Der Poſtillon von Lo
jumeau. Komiſche Oper von Adolf Adam.
Frankfurt: 20.10: Frühlingsluft. Operette von Ern
Reiterer.
Hamburg: 19.00: Aus Oper und Operette. Ltg.: v
Soſen.
Köln: 21.00: Bordfeſt auf dem Dampfer „Kraft du
Freude‟
Königsberg: 20.15: Flieger=Abend. Ltg.: B. Reisn
Leipzig: 20.10: Der große Inventur=Ausverkauf. C
lachender, luſtiger Rummel.
München: 20.10: Aus Lindenberg: Weſtallgäuer Hoſtul
Stuttgart: 19.00: B—1—u—f—f! vder Schüſſe in d
Stratoſphäre.
Toulouſe: 21.30: Mandolinenorcheſter.
Budapeſt: 22.00: Militärkapelle.
Kopenhagen: 23.00: Tanzkapelle Peterſen.
Weiterberichl.
Vorherſage für Samstag: Bei heftigen weſtlichen Wi
milder und überwiegend bewölkt, verbreitete Regenfälle, nur
in höheren Lagen als Schnee.
Ausſichten für Sonntag: Wechſelnd bewölkt, meiſt ſchauera
Niederſchläge, lebhafte weſtl. Winde, etwas kälter.
„Sie ſind mir vertrauter als meine Freunde, Lilian.
gefällt mir Garmiſch ſo gut als während der Zeit, da Sie hier
Denken Sie, ich glaubte ſogar einige Zeit hindurch, ich ſei in
verliebt.‟ Er lachte kurz und rauh, während ſie unmerklick
ſammenzuckte und fröſtelnd die Schultern hob. Eine
Gänſehau=
ihr über den Rücken. — Ein leichter Abendwind fuhr pfeifend
den Gipfeln zu Tal, ein eiſiges Lüftchen, das jedes Kleid d.
drang, Leer gähnte im weiten Rund der Schneekeſſel, die L
ſtühle ſchienen zu frieren. Einſamkeit ſtieg aus den Schluchte
„Sie lachen gar nicht, Lilian?” fuhr Eckmann fort. „De
Sie doch, was das für eine Tragödie geworden wäre für
Der arme Alf und die Millionenerbin! Wer hätte denn an n
Liebe geglaubt? Sie nicht und die anderen nicht, und am Sa
ich ſelber nicht mehr vielleicht. Na. Gott ſei Dank habe ich den
tum bald erkannt und war natürlich heilfroh, dieſer Sache
glitten zu ſein, es war für mich doch eine zu ausſichtsloſe 2
legenheit. Ich gehöre nämlich nicht zu den Leuten, die ſich
einem Liebesverhältnis zufrieden geben. Wenn ich einmal
dann will ich auch heiraten, Kinder haben!“ — Gequält ſah L
zu Boden. O. wie traurig war dieſe Auseinanderſetzung, dieſe
len, bitteren Worte!
Eine furchtbare Angſt ſchnürte ihr die Kehle zu, und irgel
dunkler Trieb jagte ſie zu Eckmann.
Ohne ein Zeichen von Ueberraſchung legte Alf ſeine Arme
ſchützend um ſie. „Sie ſollen warten, Lilian”, ſagte er
lan=
feierlich, „warten auf das große Gefühl, das Wunderbare.
Wunder ..
Tränen ſchoſſen ihr wieder in die Augen. Sie hörte ſein
klopfen und ſpürte eine ſeltſam warme Trauer dabei. Ein III
liches Mitleid mit ſich ſelbſt erwachte in ihr, als ſie ſpürte
ihre Tränen rannen und da ſie dachte, daß dies vielleicht 1!
verloren war: Das große Gefühl, das Wunderbare, das Wund
„Ich habe es mir vorgenommen, Alf”, ſagte ſie unter TI
zu ihm auflächelnd „Schon ſeit einiger Zeit habe ich es mik
genommen, darum war ich auch ſo brav die letzten Wochen
werde warten".
„Ich paſſe auf Sie auf. Lilian”, lächelte Erkmann weich.
wenn jemand Ihnen nahe tritt —” er ſchwang ſeinen Skiſtod
eine Keule um den Kopf, — „bei Gott, Lilian, es ſoll ihm
bekommen!"
„Ich werde es verlautbaren!” lachte Lilian, auf einmal
fröhlich, und machte ſich harmlos und ſelbſtverſtändlich aus
Armen frei.
In dieſem Augenblick aber packte ſie Alf Eckmann raſch
Arm und rief: „Sehen Sie!”
(Foriſetzung folgt.)
Die deutſchen Kartoffelmärkte im Wintergeſchäft.
der Schwerpunkk des Markkes
Betliner und Rhein=Main=Börſe.
Unter dem Eindruck der günſtigen Ziffern der Berliner
Handelsgeſellſchaft und der Dividendenerhöhung des Inſtituts
liegk bei der Saakkarkoffel.
ſetzte die Berliner Börſe wieder in feſter Haltung ein. Im
Von Dr. Heinz Roth, Beratender Volkswirt, Krefeld.
Durch die Marktovdnung und die Grundlage der neuen
Abſatz=
elung, das Mindeſtpreisſyſtem, ſind die deutſchen
Kartoffel=
rkte in eine Entwicklung hineingeſteuert worden, die von der
herer Jahre grundſätzlich verſchieden iſt. Die ruhige Zuverſicht,
über den Märkten liegt, iſt eine Errungenſchaft deren Wert
Bedeutung nicht genug betont werden kann. Was ſich indes
ſt geändert hat, iſt die rein ſtrukturmäßige Bildung der
Ent=
klung, die durch die einzelnen Jahreszeiten bedingt iſt. So
d es ohne beſondere Begründung einleuchten, daß das
Winter=
häft naturgemäß nicht die Umſätze aufweiſen kann, wie z. B.
Herbſtkartoffelgeſchäft. Die Verwertung geht indes auch in
Wintermonaten ihren Gang. So beträgt z. B. der
Geſamt=
ang der Beſtände in den Händen der Erzeuger im Neblung
vvember) 1934: 3,89 Mill. To., und im Julmond (Dezember)
4: 4 Mill. To., alſo verhältnismäßig gleichbleibende Zahlen.
egleicht man dagegen die Zahlen der Wagengeſtellungen für
Kartoffelverkehr bei der Deutſchen Reichsbahn, ſo erkennt
n allenthalben den Rückgang des Abſatzes in Kartoffeln zum
nter hin. Von Bedeutung hierbei iſt, daß der
Kartoffelver=
bei der Deutſchen Reichsbahn in den letzten vier Monaten
Vorjahres um 15,6 v. H. gegenüber dem Vorjahr geſteigert
den konnte. Die einzelnen Wagengeſtellungen ſind aus der
ſenden Aufſtellung zu erſehen:
cheiding (September) 1933: 24 325 1934: 19 626 Wagen,
ſilbhart (Oktober) 1933: 53 526 1934: 61 391 Wagen,
eblung (November) 1933: 33 213 1934: 34 187 Wagen,
ulmond (Dezember) 1933: 4819 1934: 7 161 Wagen.
3772 Wagen wurde am 30. Oktober der Höhepunkt des
Kar=
elverkehrs erreicht, während im Herbſt des Vorjahres am 27.
ober nur 2472 Wagen als Höhepunkt angefordert und geſtellt
den. Im Durchſchnitt des Monats Gilbhart (Oktober) erreichte
arbeitstägliche Wagengeſtellung einen Durchſchnitt von
an=
ernd 2300 Stück, die dann in den folgenden Monaten
natur=
läß ſo zurückging, daß im Julmond (Dezember) durchſchnittlich
100 Wagen arbeitstäglich angefordert und bereitgeſtellt wur=
Damit iſt das Wintergeſchäft richtig und vor allem klar
ge=
nzeichnet. Die Umſätze in Speiſekartoffeln blieben auf den
nen laufenden Tagesbedarf beſchränkt. Im Vordergrund
ſtan=
die Sorten Induſtrie und Erdgold, die von der Nachfrage in
Hauptſache aufgenommen wurden. Die Verladungen fanden
jetzt noch nur aus nahegelegenen Erzeugergebieten ſtatt.
der Weſten greift nun mehr und mehr auf mitteldeutſche
re zurück. Weiße und rote Speiſekartoffeln blieben ſehr
ver=
ſläſſigt. Nur im Freiſtaat Sachſen fanden auch rote
Speiſe=
offeln Abſatz Im Weſten machte ſich erneut eine erhebliche
hfrage nach Speiſejuli zu hohen Preiſen breit, die indes nicht
r zu beſchaffen waren. Belg. Rote Nieren wurden als Erſatz
eboten und gerne gekauft. Die Preiſe hatten bei der Stille
Umſatzes keinerlei Möglichkeiten, auch nur in kleine
Aende=
gen einzutreten. Die Mindeſtpreiſe bildeten meiſt die
Grund=
e abgeſehen von einigen Herkünften, die wie die vom
Rheini=
n Oberland eine beſſere Bewertung und daher auch höhere
ahlung finden.
Reger konnte ſich das Futterkartoffelgeſchäft geſtalten, das
Vorliegen eines größeren Angebotes umfangreicher geweſen
e. Die Nachfrage für Futterkartoffeln hält weiter
unver=
dert an und ſind dieſem Geſchäft noch beſte Möglichkeiten
ge=
n, wie überhaupt die Futterkartoffel in dieſem
Wirtſchafts=
noch eine ganz beſondere Rolle ſpielen wird. Nicht ſo
er=
ich waren die Umſätze in Fabrikkartoffeln, obwohl gerade die
nnereien letzthin wieder ſtärker kauften und auch die
Flocken=
iken durch Kaufgeſuche in den Fachzeitſchriften uſw. ihr In=
rikkartoffelpreiſe meiſt unverändert.
Der Schwerpunkt des Marktes lag im Wintergeſchäft
unzwei=
aft bei der Saatkartoffel. Hier ſind vor allem auch in den
ttermonaten die Verkäufe zur Frühjahrslieferung noch nie ſo
geweſen. Hierbei handelte es ſich keineswegs nur um
ſeſte und frühe Sorten, die beſonders auch für den „Zünftigen
hkartoffelbau” rechtzeitig eingekauft werden müſſen, ſondern
um die mitelfrühen und vor allem auch um die ſpaten Sor=
Frühe Sorten ſind kaum angeboten und in den früheſten
ten nur aus zweiter Hand zu teueren Preiſen zu haben. Aber
für einzelne Poſten weniger vorkommender Sorten, alſo vor
m auch Neuzüchtungen, wurden Preiſe gefordert, die als
Phan=
preiſe bezeichnet und mit Recht abgelehnt wurden. Die
Nach=
ſe richtete ſich bisher faſt nur auf Hochzuchten und anerkannte
ten, während Handelsſaaten noch mehr oder weniger
vernach=
gt bleiben. Auch daraus mag man erkennen, daß ſich hier
für alle Zeit ein gründlicher Wandel vollzogen hat. Der
iſche Kartoffelbau ſchiebt ſich ſo in die vorderſte Linie der
iſchen Erzeugungsſchlacht ein, indem er die erſten
Vorbedin=
gen für eine gute Ernte, und das iſt beſtes Saatgut, in
her=
ragender Weiſe ſchafft. Eine ganze Reihe von Hochzuchten ſind
der beim Züchter ausverkauft, eine Tatſache, die einen
ähn=
en Vorgang in der Nachkriegszeit nicht zu finden hat. Die
ſeſten und frühen Sorten waren naturgemäß zuerſt
ausver=
ft, was bei der erheblich kleineren Frühkartoffelernte des
jahres weiter auch nicht Wunder nimmt. Die Nachfrage hat
weiter angehalten, ſo daß man auch auf ausländiſche Saaten
ickgegriffen hat, die zu teueren Preiſen aus Holland
vornehma=
ausgleichsweiſe eingeführt werden. Gelderſche Mäuſe ſtanden
im Vordergrund, deren Preiſe noch einigermaßen erträglich
während Erſtlinge aus Holland faſt nicht mehr zu bezahlen
An frühen Sorten ſind unter anderen die Hochzuchten in
rfrüheſte Gelbe. Zwickauer Frühe, Betula. Krebsfeſte Kaiſer=
1e, Odenwälder Blaue uſw ausverkauft. Wenn aber von den
itſorten, und zwar den induſtrieähnlichen krebsfeſten Sorten,
am meiſten angebaute Sorte Erdgold in den Hochzuchten bei
glich vorhandenen Saatbeſtänden ausverkauft iſt, ſo beweiſt
einmal die Geeignet= und Beliebtheit dieſer Sorte, und
wei=
daß die Umſtellung auf krebsfeſte Sorten auch hier weitere
tſchritte macht. In anerkannten und auch in Handelsſaaten
mit Ausnahme der früheſten Sorten noch ausreichende
Saat=
ände vorhanden. Es iſt möglich, daß auch in Hochzuchten die
ausverkauft ſind, noch weitere Mengen auf den Markt kom=
. Die Züchter ſind indes vorſichtig in der Handhabuag der
handenen Mengen, da man vielerorts über die Haltbarkeit
t genügend unterrichtet iſt und Ueberraſchungen befürchtet,
en die man ſich auf dieſe Weiſe ſchützt. So hat der
Gebiets=
uftragte für die Regelung des Abſatzes, von Kartoffeln in
runſchweig ſehr richtig darauf hingewieſen, daß die anormale
terungsentwicklung es erfordert, die Kartoffelmieten der
Fäul=
gefahr wegen nachzuprüfen, da alles daran geſetzt werden
3, ein Verderben von Kartoffelvorräten und vor allem von
tvollem Saatgut zu verhindern. Außer Erdgold ſind an
Hoch=
ſten noch ausverkauft Pevo, Centifolia, Juli, Robinia uſw.
Das deutſche Saatgeſchäft hat weiter gute Ausſichten und
d noch manche Umſätze zu tätigen haben.
Produkkenmärkke.
Berliner Getreidegroßmarkt vom 1. Februar. Zu den hoye=
Februarpreiſen lag in Brotgetreide etwas mehr Angebot vor,
Mühlen zeigen aber auch beſſere Kaufluſt, vor allem wurde
izen etwas lebhafter umgeſetzt, nachdem die
Frachtausgleichs=
ühr eine Ermäßigung erfahren hat. Für Roggen hat ſich die
chfrage erhalten. Der Mehlabſatz zeigt allerdings noch keine
lebung, obwohl nunmehr Abſchlüſſe bis in den April möglich
— Beachtung fand die vom Getreidewirtſchaftsverband Kur=
II verfügte Erhöhung der Roggenmehlpreiſe. In Hafer und
ttergerſte bleibt die Verkaufsneigung der Landwirtſchaft ge=
8, da die Ware im eigenen Betriebe benötigt wird.
Mittelpunkt ſtanden Dividendenpapiere und Aktien von
Geſell=
ſchaften, von denen man annimmt, daß ſie bald in eine Rente
hineinwachſen werden. Die Dividendenerhöhung der Vogel=
Drahtwerke von 4 auf 6 Prozent ſowie die weitere Befeſtigung
der Rütgers=Aktien um 3½ Prozent in Erwartung einer 5
pro=
zentigen Dividende regten auch die Kuliſſe zu Neuanſchaffungen
an, zumal die Abſchwächung der Orenſtein u. Koppel=Aktien trotz
des nunmehr beſtätigten Dividendenausfalls keine Fortſchritte
mehr machte. Am Montanaktienmarkt lagen die
Stahlvereins=
werte wieder lebhaft, da man annimmt, daß in dem
Zulaſſungs=
proſpekt recht zuverſichtliche Mitteilungen gemacht werden.
Mon=
tanwerte waren meiſt ½ Prozent und Braunkohlenwerte bis ¼
Prozent befeſtigt. Chemiſche Aktien hatten, ausgehend von
Rüt=
gers und Farben, letztere ſetzten ½ Prozent höher ein und
ge=
wannen bald weitere 7 Prozent, die Führung. Tarifwerte
waren durchſchnittlich ¼ Prozent höher. Elektrowerte lagen bei
Schwankungen von ½ Prozent überwiegend freundlicher. Der
Rentenmarkt lag ruhig, aber gut gehalten.
Induſtrieobligatio=
nen waren meiſt freundlicher, auch Reichsſchuldbuchforderungen
befeſtigten ſich um ¼ Prozent. Der Verlauf war weiter feſt.
Farben erhöhten ihren Gewinn auf 2½ Prozent und Kokswerke
auf 1 Prozent. Auch variable Renten lagen feſt.
Die Rhein=Mainiſche Börſe war am Aktienmarkt
er=
neut recht feſt und hatte trotz des Monatsbeginns, an dem neue
Limite der Kundſchaft nur ſpärlich vorlagen, verhältnismäßig
lebhaftes Geſchäft. Wenn ſich die Umſatztätigkeit in der
Haupt=
ſache wieder nur auf Spezialwerte beſchränkte, ſo wurden aber
auch die übrigen Marktgebiete etwas mitgezogen. Ziemlich
leb=
haft beteiligte ſich die Kuliſſe am Geſchäft, auch die Großbanken
waren nach dem Ultimo weſentlich aktiver. Der Abſchluß der
Berliner Handelsgeſellſchaft mit 6 (im Vorjahre 5) Prozent
Dividende hat angeregt, daneben rechnet die Börſe auch auf eine
1prozentige Dividendenerhöhung bei der Reichs=Kreditgeſellſchaft
A.=G., was die Unternehmungsluſt nur noch gefördert hat, zumal
auch aus der Induſtrie günſtige Abſchlüſſe vorlagen.
Demgegen=
über blieb der kaum erwartete Dividendenausfall bei Orenſtein
u. Koppel und die Ermäßigung der Stickſtoffpreiſe faſt ohne
Ein=
fluß. Recht lebhaftes Geſchäft hatten JG. Farben mit 143¾ bis
144¾ (143½) und Rütgerswerke, die auf Abſchlußhoffnungen bis
auf 108½ (105) Prozent anzogen. Deutſche Erdöl gewannen 19
Prozent, Metallgeſellſchaft lagen mit 94½ Prozent unverändert.
Elektroaktien lagen etwas uneinheitlich, feſt aber Bekula mit plus
1½ Prozent, ferner gewannen Licht u. Kraft ½ Prozent, Siemens
und Gesfürel je 4 Prozent, wogegen AEG. und Schuckert je 3
Prozent verloren. Montanwerte hatten verhältnismäßig ſtilles
Geſchäft. Der Rentenmarkt blieb ſtark vernachläſſigt. Das
Ge=
ſchäft war allgemein gering. In der zweiten Börſenſtunde
unter=
lagen die Kurſe bei lebhaftem Geſchäft und anhaltend feſter
Ten=
denz mehrfachen Schwankungen, wobei zumeiſt nochmalige
Er=
höhungen von etwa ½—½ Prozent zu verzeichnen waren.
Die Abendbörſe war feſt und hatte in einigen Spezialwerten
wieder lebhafteres Geſchäft. Im großen und ganzen blieben die
erhöhten Mittagsſchlußkurſe voll behauptet, vielfach traten weitere
Erhöhungen von ½—½ Prozent ein. Gefragt blieben Weſtdeutſche
Kaufhof, Schiffahrtsaktien, JG. Farben und einige
Elektro=
papiere. Montanaktien lagen zunächſt uneinheitlich und meiſt
etwas ſchwächer. Im Verlaufe konnten ſie ſich aber gut erholen.
Bauwerte waren ebenfalls beachtet.
Mne
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten:Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann;
für „Die Gegenwart”’, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt
D. A. XII. 34. 22153. Lruck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Beiträge wird Gewähr der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Schriftleitung: Vormittags 12—1 Uhr. nachmittags 6—7 Uhr
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Die Deutſche Reichsbahn im Dezember.
Im Güterverkehr wirkte ſich bei der Reichsbahn das
Nach=
laſſen des Herbſtverkehrs aus. Der ſaiſonmäßige
Verkehrsrück=
gang erreichte gegenüber dem Vormonat 12,6 Proz. Der Fracht=
173,672 Mill. RM.
40,539 Mill. RM.
verieht war in der erſten Degemberwoche ſchwach. Mit dem erfen.
Geltungstage der Feſttagsrückfahrkarten ſetzte jedoch ein
außer=
ordentlich ſtarker Reiſeverkehr ein. Insgeſamt wurden 5362
überplanmäßige Züge gefahren gegen 3457 im Dezember 1933.
Nach den vorläufigen Ermittelungen ſind im Dezember 1934 die
folgenden Einnahmen aufgekommen:
1. Perſonen= und Gepäckverkehr 78,138 Mill. RM.
2. Güterverkehr
3. Sonſtige Einnahmen
Das ſind zuſammen 292,349 Mill. RM. Der Perſonen= und
Ge=
päckverkehr brachte im Dezember 1934 gegenüber 1933 eine
Mehr=
einnahme von 7,3 Mill. RM. Die Güterverkehrseinnahmen
weiſen in der gleichen Zeit eine Verbeſſerung von 9,7 Mill. RM.
auf. Die vorläufigen Abſchlußzahlen für die Einnahmen des
Ge=
ſchäftsjahres 1934 zeigen folgende Unterſchiede gegenüber 1933:,
Im Perſonen= und Gepäckverkehr plus 70,4, im Güterverkehr olus
324,9, bei den ſonſtigen Einnahmen plus 8,9 und bei den
Geſamt=
einnahmen plus 404,2 Mill. RM. Ueber die Entwicklung der
Ausgabeergebniſſe im Dezember 1934 kann wegen der im Gange
befindlichen Jahresabſchlußzahlen noch kein vollſtändiges Bild
ge=
geben werden. Eine weſentliche Verminderung der Zahl der
be=
ſchäftigten Perſonen iſt nicht eingetreten.
Die Geſellſchaft „Reichsaukobahnen”
Ende dezember 1934.
Im Dezember 1934 wurden 20 Kilometer Reichsautobahnen
neu in Bau genommen, ſo daß nunmehr ſeit Beginn der Arbeiten
1191 Kilometer in Bearbeitung ſind. Bei den Unternehmern
waren 80 294 gegen 83 863 Perſonen im Vormonat beſchäftigt. An
Fahrbahndecken wurden im Dezember verlegt: 32 978
Quadrat=
meter Betondecke, 48 150 Quadratmeter Schwarzdecke und 5525
Quadratmeter Pflaſterdecke. An Ausgaben ſind im Dezember 1934
44,3 Millionen RM., und insgeſamt ſeit Beginn des Baues bis
Ende Dezember 1934 201,9 Millionen RM. verrechnet worden.
Verfügt wurde insgeſamt bis Ende Dezember 1934 über 361,9
Millionen RM., wovon 312,3 Millionen RM. auf
Unternehmer=
arbeiten entfallen. Dagegen ſind an Einnahmen insgeſamt ſeit
Beginn des Baues bis Ende 1934 nur 3,0 Millionen RM.
ver=
rechnet worden. Der Perſonalbeſtand bei den Geſchäftsſtellen der
Reichsautobahnen betrug im Dezember 1934 4260 gegen 4100
Köpfe im November. Die Vermehrung iſt auf Arbeitsſteigerung
zurückzuführen. Mit den bei den Unternehmern beſchäftigten
Arbeitern waren unmittelbar bei den Reichsautobahnen im
De=
zember 84 554 gegen 87 963 Perſonen im November beſchäftigt.
Die geringe Abnahme von 3,9 v. H. iſt eine Folge des Froſtes,
der in einigen Bezirken zu vorübergehender Einſtellung der
Außenarbeiten zwang.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Güterwagengeſtellung bei der Reichsbahn. In der Woche vom
13.—19. Januar 1935 ſind 640 151 Güterwagen geſtellt worden
gegen 643 634 in der Vorwoche und 612 472 in der entſprechenden
Vorjahrswoche an je ſechs Arbeitstagen. Für den Arbeitstag im
Durchſchnitt berechnet, lauten die entſprechenden Zahlen 106 692
und 107 272 in der Vorwoche bzw. 102 079 in der entſprechenden
Vorjahrswoche. Nicht rechtzeitig geſtellt wurden 100 (133)
Güter=
wagen.
Mühlenverarbeitungsquoten für Februar 1935. Der
Vor=
ſtand der WV. der Roggen= und Weizenmühlen hat die
Verarbei=
tungsquote für den Februar 1935 auf 4 Prozent des Roggen= und
8 Prozent des Weizenverarbeitungskontingentes feſtgeſetzt. Ein
Austauſch von Roggen und Weizen im Rahmen der zur
Ver=
arbeitung freigegebenen Kontingentsmengen iſt nicht geſtattet. In
der Bekanntmachung wird ferner beſonders darauf hingewieſen,
daß auch Lohn= und Umtauſchmüllerei für Selbſtverſorger
Depu=
tatempfänger und Empfänger eines Leibgedinges ſowie
Ver=
mahlungen für die Marine= und Verpflegungsämter und
Winter=
hilfswerk im Kontingent liegen.
Berliner Kursbericht
vom 1. Februar 1935
vom
Deviſenmarkt
1. Februar 1935
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
DeutſcheCont. Gas
Deutſche Erdöl
Nf
84.25
85.25
32.125
35.—
31.625
124.—
115.75
85.75
108. 875
146.50
129.25
104.375
Glektr. Lieferung It
F. 6. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.felektr.untern. /
HarpenerBergbau l=
HoeſchEiſenund
Köln=Neueſſen
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke.
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=untn.
iae
145.—
74.25
117.50
100,25
88.75
86.50
11.825
88.25
104.625
81.125
65.50
Meente
Polyphonwerke
Rütgerswerke. .
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufho
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkal
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
85.125
12.50
108.—
155.25
39.25
48.875
111.525
71.—
13.25
113.75
48.75
111.—
112.375
132.—
Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemark
Danzig
England
Eſtland.
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
Mie
1äaypt. T. 12.475
Pap. Peſo
100 Belga 159.17
1 Milreis 0.1941
100 Leva
1eanad. Doll.
100 Kronen 154.36
100 Gulden
12=Stg.
100 eſtl. gr.
100 finn. Mk./ 5.375
100 Franken 16.41
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
D
0. 628
3.047
2.497
8t. 22
12.17
68.68
2.354
168.34 168.68
12.505
0.632
58.29
0.198
3.053
2.501
54.48
81.38
12.20
68.32
5.385
16.45
2.358
55.09 55.21
Italien
Japan
Jugoflawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoflowak.
Türkei.
ungarn
Uruguah
Ver. Staaten
Mie
100 Lire.
1 Yen
100 Dinar
100 Lats s
100 Kronen e
100 Schilling!”
100 Eseudos 1
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
1türk. s
100 Pengö
1 Goldpeſo
1 Dollar
GeldBrief
21.30 (2
80.92
61.19 161.31
48.95
11.05
62.76
34.00
10.40 10.4
1.0gl 1.051
2.500
21.34
0.709/ 0.7711
5.649/ 5.661
81.08
49.05
11.07
62.88
80.72 80.38
34.06
1.973/ 1.977
2.508
Surmſtädter und Karionatoänr Burmftaut, Wittate der dresoner Sunz
Frankfurter Kursbericht vom 1. Februar 1935.
Kesnee
„ Gr. IIp. 1934
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5%Dtſch. Reichsanl.
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6%Heſſen.. .. v. 28
„ ... v. 29
680 Preuß. St. b. 28
6% Sachſen ..v. 27
6%Thüringen v. 2,
6% Dt. Reichsbahn=
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Schätze
5% Dt. Reichspoſt=
Schätze ..
4½%.....
Otſch. Anl. Ausk.
*2), Ablöſung.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .„,
69Baden=Baden
6%Berlin ... b.24
6% Darmſtadt . . . .
6% Dresden. . v.26
6%Frankfurt, v. 26
6%Heidelberg v. 26
6%Mainz.. . ...
6%Mannheim v. 27
6%München v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig
1o3.65
106.
105.75
104.25
102.5
104.5
99.5
96.25
102.25
96.8
98
95
98.5
109
96.5
9
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100.8
99.25
113,6
10.4
91.75
94
93.5
92.25
9211.
95.5
96
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Komm.=Obl. ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf
6% Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.111
R.12
82Kaſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½%n Lig=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
„Ausl. Ser.
Ausl. Ser, III
Ot. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
6BBerl. Hyp.=B.
Lig.=Pfbr.
82Frkf. Hhp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
Goldoblig
DFrkf. Pfbr.=Bk.
5½% Lig.=Pfr.
6%Mein. Hyp.=Bk.
%0 „ Lig.=Pfr.
82 Pfälz. Hyp.=Bk.
5½%0 „ Lig.=Pfb.
6%Rhein. Hyp.=Bk.
5½%0 7 Lig=Pfr
Golbobl.
% Südd. Boden=
Gred.=Bank.
%0 n Lig.=Pfbr
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94
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96.5
97
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6% SalzmanncCo.
6%Ver. Stahlwerke
6%Voigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
5 %Bosn. 2. E. B.
2.Inveſt.
5 %Bulg. Tab. v. 02
41%0 Oſt. Schätze
4%Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
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4½Türk. I. Bagdad
II. Bagdadl
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4½% „ 19141
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4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon. . ...
4½ Stockholm. . . .
Aktien.
Accumulat. Fabrik
Ag.Kunſtzide Unie
A. E. G.
...
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Lich
B.derus Eiſen.
Cement Heidelber
Karlſtadt!
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98
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12.5
12.5
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31
114
72.5
129
116.5
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112.75
127
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Chem.Werke Albert
Chade (A.=C).
Contin. Gummiw..
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl".
Dt. Gold=u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt. 4
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffé Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.)=
„ Licht u. Kraft!
Enzinger Union ..!1
Eſchweiler
Eßling. Maſchinen
Faber E Schleicher.
Fahr, Gebrüde=
J7.G. Farbeninduſtr. 1
Feinmech. (Fetter)
Felt & Guilleaume.
Frankfurter Hof.
Gelſenkirch.Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern. /y
Goldſchmidt, Th..
Gritzner=Kayſer..
Grün &Bilfinger. /1
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräug.
Hanfwerke Füſſen
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
ZlſeBergb. Stam
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88
51
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206
63.75
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124
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Aſchersleben.
glein, Schanzlin.
Klöcknerwerke..
Knorr C. H.
Konſerven Braun.
Lahmeher & C.
Laurahütte
Lech, Augsburg
Lokomf. Krau
Löwenbr. Mü
Mainkr.=W.
Mainz=Akt.=9
Mannesm.,
Mansfeld
Metallgeſ.
Miag, Müh
Moenus.
MotorenDar
Reckarwerk
Sdenw. Ha
Park=u. B:
Phönig
Rh. Brau=
„ Elektr. St
Stahlwerke
Riebeck Montan.
Roeder. Bebr
Rütgerswerft.
Salzdetfurth Kali
Salzw. Heilbror
Schöfferhof
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.,
Schwartz, Storg
Siemens & H‟
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unterfranken .....
Ver. Stahlwerke ..
Ver. Ultramarin.
Weſtdte,. Kaufhof.
Weſteregeln Kali..
Zellſtoff Waldhof..
Allg. Dt. Creditgeſ.
Badiſche Bank ...
Br.f. Brauinduſtr.
Bayer, Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypothefbk.
Comm. u. Privatb.
Dt. Banku. Dise.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank
Frankf. Bank
Hyp.=Bant
Mein. Hyp.=Bank
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Anl
Rhein. Hyp.=Bank.
Südd. Bob.=Cr. Bk
Württ. Notenbank.
A.=G.f. Verkehrsw.
Allg. Lokalb. Kraft
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Lübeck=Büchner
Nordd. Lloyzd
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23
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215.75
25
/408
12.25
59.5
Seite 12 — Nr. 33
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 2. Februar 19
Bis auf weiteres
Heute Premiere
Bis auf weiteres
Eine Meisterleistung
deutscher Filmkunst ist
der neue lohann-Strauß-
Film:
Petershurger
Hächie
mit Pauf Hörbiger, Elsa
Ulliard, Tlheo Lingen, Adele
Sandrock.
Das Nerue Fole Fim.
werk:
Jessie Vihros,
Hans Brausewetter
Der Fadl
Brenken
(ueberfall im Hotel)
mit Walter Steinbeck,
Adele Sandrock.
Beginn: 348, 6.00 1. 820 Uhr
Nadlo!
von Radio-Pfeiffer
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EL. morgen Sonntag, nachm. 6
4 Uhr und abends 8½ Uhr
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J. Jushnys
weltber. Kabarett-Bühne
Der
blaue
gel
20 Mitwirkende 2o
Eine Auslese derschönsten
Bilder aus denglanzvollen 6
Programmen, die die Welt K
begeisterten!
D Bisher 2as Stzdte
Ain Europa und Amerikaß
absolviert.
Beginn: 5.45, 6.00 u. 8.20 Uhr
In den schön dekorierten Räumen
Hotel Post
am Hauptbahnhof
Samstag und Sonntag
Kappenabend
Tanz,
Faschings-
stimmang gnose E
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gemütliche Weinstubel
Mutti Kraugl
WO‟ Darmſtadt, Taunusſtr.6
Gaststätte Knau
Bleichstraße 48
Heute Schlachtges
Im Ausschank:
1934er Schwabenheimer Leitersweg, natt
Tropfstein
Bier- u. Wein-Restau /
1368a)
Samstag nacht geöf
Sonntag abend 8 u
erſtklaſſige Tanz=Kapel
Leitung: A. Forno
Fesisaal
HIAlAA Rummelbrä
Eintritt 35 Pfennig, einſchließlich Ta
Der Fasching beginnt! Festl. dekor erte Räun
EEIeASAON
Samstag
KAPPEN-ABEND
nntag
u372
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Karten: Verk.-Bdro.
H. de Waal, Tel. 388
Pärst Woronzeßf
Hauptdarsteller: Brigitte Helm, Albrecht Schoenhals, Hanzt
Knoteck, Fritz Odemar und Jakob Tiedtke.
„Fürst Woronzeff” ist ein groß angelegter, glänzend besetzter
und reich ausgestatteter Gesellschaftsfilm der UIfa, spielt an
den luxuriösen und landschaftlich berückenden Stätten einer
internationalen Welt: Paris — Monte Carlo — Riviera — und
rollt ein Geschehen auf, 80 abenteuerlich und fern vom
Her-
gebrachten, daß man vom ersten Augenblick an in seinen
Bann geschlagen wird.
Vorher das besonders ausgewählte Beiprogramm. (1354
Neu!
Teaus-Heller
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Elisabeihenstr. 2
Waldesruh
Herrlieher Ausfluss
Heute Kaffee- une
Kuchentag. aße
Sonnabend, den 2. und Sonntag, den 3. Februar
werden in
Barth’s Weinstuben
Hahnen und Kalbshaxen am Spleß gebraten
3342)
Beginn: 5.45, 6.00 und 8.20
R
Kainevalgesellschaft „Nashauta Einzige bamen- U.Herrensitzu
0 Anschließend: TANZ 0
HLANDES-
THEATER
Großes Haus
Samstag, 2. Febr.
Anfang 19.30, Ende 22 Uhr
Deutſche Bühne M, 8. Vorſt.
TOSCA
Muſikdrama von Puceint
Leitung: Herburger.
Inſzenierung: Heyn=Fritzſche
Hauptdarſteller:
Ammermann, Aldenhoff,
Blaſel.
Preiſe 0.70 bis 5.50 Mk.
Saalbau
Gaſtſtätte Adam Treuſch Nachf.
Heinrichſtraße 104 4357
Hente
Großes
Schlacht=Feſt
Es ladet ein: Familie Küper.
Heute letzter Tag
Ein Film von Weltruf, der
mitteißt, der zum Erlebnis
aszs
wird.
La Bataille
2
Annabella
als Marguise Jorisaka
verleiht. Sie der Gestalt
der lapanerin all. Charme
ihrer kösil. Weiblichkeit.
Ab morgen
Pechmarie
lenny Luso — Friedtrich
Benfer. — Willy Schurk.
Sonnag 130 Uhr:
Jugend-Vorstellung
Der fliegende Teufel
Der große Meister
Bellachini
kommt Mittwoch, den 6. Februar
auf der Durchreise von Frankfurt
nach München. Mur 1 Tag hier!
Hochstimmung
herrscht jeden Samstag und Sonntag in
den teenhaft dekorierten Räumen der
Haststätte Fink
ElIsabethenstraße 23
Es splelt die ausgezeichnete
Stlmmungskapelle Albertlo Kappes
Samstag: Kappenabend
293a)
GESCHAFTS-ERGFFNUNG!
Der verehrten Einwohnerschaft von Darmstadt zur
gefl. Kenntnisnahme, daß ich das Restaurant Perkeo,
alexanderstraße 12, übernommen habe und ab
heute unter der Bezeichnung
„Eder-Bräustuben”
weiter führen werde. / Als langjähriger Küchenchef
und Restaurateur biete ich den Verehrten Gästen eine
vorzügliche Küche zu mäßigem Preise. / Im Ausschank:
Gepflegte Weine und die bekannt guten bayrischen
Eder-Bräu-Blere. — Um geneigt. Zuspruch bitten
1867)
Hans rhels & Frau.
„Zur Stadt Darmstadt‟
K. Breidert.
Ecke Frankfurter- u. Blumenthalstraße
Heute und morgen
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erteilt engliſchen
Grammatik=
Unterricht?
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Mürnberg, der vornehm
Alleinunterhalter
am Flügel und Akkordiol
Spielt und singt zum Tanz
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Sonntag morgen 7ün
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18 Uhr und 8 Uhr nach
Neunkirchen i. Odw.
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50 bzw. 40 9.
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pfannkuchen, preiſelbeeren.
Di. Kalosgoul., Nudel o. Bratkart,
Reisgemüſe, Dörrobſt.
Mi. Schweinebr., Roſenkohl, Salzk.,
Wechſchnitten, Miſchobſt
Do. geb. Leber, Krautſalat, Kart.,
Apfelküchle, Vanilletunke.
Fr. Sauerbraten, Kartoffelklöße,
Grießhlöße, Birnen.
Sa. Hachbraten, Rahmkartoffel,
Kartoffelpuffer, Apfelbrei.
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Kaffe, per Taſſe 15 Pf.
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200 ccm, führerscheinfrei
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keine Anstrengungen gescheut werden, so hatte
man mit einer derartigen Fülle fabelhafter
Gelegen-
heiten doch nicht gerechnet. WerDamen-Mäntel
mit u. ohne Pelz,Damenkleider, Blusen, Röcke,
Strick-Kleidung u. Hüte sowie
Mädchenklei-
dung weit unt. Preis kaufen will, für den gibts nur eins
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