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Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit verſehenen Original=Aufſätze und elgenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 345
Samstag, den 15. Dezember 1934. 196. Jahrgang
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iſt Prelsliſte Nr. 2 gültig.
poſſcheckonto: „Franffurt a. M. 1301. Banllonto:
OD= Banl und Darmſſädter und Nationalbänl.
Die neue Becfcaneforn.
Pie Hochſchulreform, ein Glied der Reichsreform. — Unmikkelbare Einwirkung des Reiches auf die Hochſchulen.
Ausbau des Hochſchulweſens im Geiſte des neuen Skaakes.
Es iſt
Die Enkpflichtung und Verſehung
eines der nächſten Ziele, das Führerprinzip
d0nt Hocchanrcern.
an den Hochſchulen
DNB. Berlin, 14. Dezember.
Das am Donnerstag dieſer Woche vom Reichskabinett
be=
ſo loſſene Geſetz über die Entpflichtung und Verſetzung
von Hochſchullehrern ſtellt den Anfang einer
grö=
ſßeren Reihe von Maßnahmen zur Umwandlung
des Hochſchulweſens im Sinne der
national=
ſᛋzialiſtiſchen Zielſetzung dar. Dabei liegt das
Schwergewicht auf dem Neuaufbau, nicht aber auf der Zerſtörung
alker, organiſch gewordener Formen. Das neue Geſetz ſoll eine
Reihe wichtiger Aufgaben erfüllen und Mißſtände beſeitigen. In
ſeiter Linie iſt mit ihm die langerſehnte Möglichkeit eines
plan=
villlen Ausbaues der deutſchen Hochſchulen geſchaffen worden. Nun
ſarin dem großen Ziel nachgeſtrebt werden: Unter Verwendung
unditioneller Grundlagen jeder deutſchen Hochſchule ein nur ihr
ſinenes wiſſenſchaftlich=kulturelles Geſicht zu geben. Gleichzeitig
ſt damit auch die Möglichkeit einer zweckentſprechenderen und
parſameren Verwendung der zur Verfügung ſtehenden
Geld=
mttel verbunden. Man kann ſogar hoffen, daß bei einer ſolchen
iherſichtlichen Anſetzung der Mittel für die Hochſchulen mit der
Zmt, z. B. für die Förderung des notleidenden Nachwuchſes,
Be=
rage freigemacht werden können. Ebenſo iſt die Herabſetzung
ſe— Altersgrenze für die Entpflichtung der Hochſchullehrer auf 65
ſehre einheitlich im ganzen Reich für die Verjüngung des
iiſamten Lehrkörpers vor allem im Sinne einer
Er=
ächung der ſtudierenden Jugend im nationalſozialiſtiſchen Geiſt
uim entſcheidender Bedeutung.
Alle dieſe weitgreifenden Aufbaupläne für das deutſche
Hoch=
chulweſen konnten aber auf der Grundlage der bisherigen
recht=
iwen Zuſtändigkeiten und Beſtimmungen nicht durchgeführt
wer=
ſen. Da aber gerade dieſe Ziele nur mit behutſamer Hand
Schritt für Schritt zu verwirklichen ſind, andererſeits die
eigent=
iche Reichsreform, mit der das neue Geſetz in engem
Zuſammen=
ſaig ſteht, erſt zu ſpäteren Zeitpunkten weitergefördert werden
ann, entſchloß ſich die Reichsregierung ſchon jetzt, für das
Hoch=
halweſen einen Anfang zu machen.
Verfüngung des Lehrkörpers.
Der § 1 des Geſetzes bringt zunächſt die Beſtimmung, daß zu
5 meſterſchluß die Hochſchullehrer, die ihr 65.
i bensjahr vollendet haben, von ihren
amt=
ichen Verpflichtungen entbunden werden.
Da=
nit iſt eine ſeit langem erhobene Forderung auf Verjüngung des
ſehrkörpers der Hochſchulen erfüllt worden. Die Hochſchule iſt im
öinne des nationalſozialiſtiſchen Staates nicht nur ein Organ
ut wiſſenſchaftlichen Erziehung, ſondern ebenſo ſehr zur
welt=
nſchaulich=charakterlichen Bildung des jungen Menſchen. Dieſen
ta1 ihrer Aufgabe kann aber nur ein Lehrkörper erfüllen, der
enügend junge, zur Führung der Jugend geeignete Kräfte
auf=
uweiſen hat. Das Prinzip der Eremitierung, der Entpflichtung
es Hochſchullehrers von dem Lehrſtuhl bei Fortführung ſeiner
ſiſſenſchaftlichen Arbeiten, bleibt im übrigen dabei erhalten, wie
berhaupt eine „Verbeamtung” des Hochſchullehrers
licht gewollt iſt. Seine Sonderſtellung wird gewahrt
blei=
el, wie ſich überhaupt dieſes Geſetz nicht gegen Perſonen richtet,
nOern nur der großen Sache dienen ſoll. Um Unzuträglichkeiten
* der notwendigen ſchematiſchen Herabſetzung der Altersgrenze
e7 Hochſchullehrern zu vermeiden, iſt dann in dem 8 2 des
Ge=
es die Möglichkeit gegeben, wenn überwiegende
Hochſchulinter=
ſen die weitere Ausübung des Lehramtes durch einen
beſtimm=
en Hochſchullehrer erfordern, die Entpflichtung auf einen ſpäte=
7n Zeitpunkt zu verſchieben.
Die Verſehung von Hochſchullehrern.
Während der 8 1 dem Ziele einer Verjüngung des geſamten
kutſchen Hochſchullehrkörpers dient, bringt der 8 3 die wichtige
VeEimmung, daß beamtete Hochſchullehrer, wenn es
us Reichsintereſſe im Hinblick auf den Neu=
Ufbau des Hochſchulweſens verlangt, auf einen
rem Fachgebiet entſprechenden Lehrſtuhl
ſer anderen Hochſchule verſetzt werden
kön=
en. Nunmehr iſt der Reichs= und preußiſche Miniſter für
Aſenſchaft, Erziehung und Unterricht, Rut, auf Grund dieſer
Eimmung in der Lage, planmäßig die Hochſchulen neu zu ge=
AEen. Die frühere Zuſtändigkeit der Länder machte es unmög=
A die einzelnen Hochſchulen als Einzelteile mit beſtimmten
gaben im Geſamtbild des deutſchen Hochſchulweſens zu
ent=
eln, wobei dann noch hinzukam, daß der Hochſchullehrer nicht
Eetzbar war. Auf Grund des neuen Geſetzes kann, wie es
aus=
ſiaklich im 8 3 heißt, im Reichsintereſſe jetzt zielbewußt der Neu=
Sau vorgenommen werden. Wie erwähnt, iſt daran
ge=
ſcht mit der Zeitden einzelnen Hochſchulen ein
timmtes Geſicht zu geben, wie es ſich zum Teil
Tgatniſch ſchon bisher entwickelt hatte, wobei man etwa an die
endere Betonung der alten theologiſchen Fakultät in
Mar=
ch oder noch vor Jahren der Mathematik und Naturwiſſen=
Daft in Göttingen als Beiſpiel denken kann.
Schließlich kann mit den Beſtimmungen des § 3 auch die
Swahl geeigneter Rektoren für die Führung
* Hochſchulen im nationalſozialiſtiſchenGeiſte
dergeſtellt werden.
zu feſtigen, wobei der Rektor gleichzeitig als
Ver=
trauensmann des Miniſters zu handeln hat. Im
übri=
gen bleibt das alte Vorſchlagsrecht der Fakultäten für die Be=
Achkung, Saarabſkimmungsberechtigke!
Seit einigen Tagen wird die Beratungsſtelle der Deutſchen
Front von außerhalb des Saargebiets wohnhaften
Abſtimmungs=
berechtigten mit Anfragen nach den zur Abſtimmung und
Ein=
reiſe in das Saargebiet notwendigen Stimmausweiſen beſtürmt.
Hierzu muß darauf hingewieſen werden, daß die zuſtändigen
Abſtimmungsbehörden vorläufig noch nicht mit der
Aus=
ſtellung der Ausweiſe begonnen haben und
vorausſicht=
lich erſt kurz vor Weihnachten damit beginnen können. Die
Abſtimmungsberechtigten im Reich müſſen ſich
daher gedulden, bis diefe Ausweiſe ihren im
Saargebiet angegebenen Anſchriften zugeſtellt
und ihnen ſodann weitergeleitet werden. Die
Beratungsſtelle der Deutſchen Front erklärt ſich außerſtande,
Schreiben, die ſich auf dieſe Stimmausweiſe beziehen, in
Zu=
kunft noch zu beantworten. Die Stimmausweiſe
wer=
den allen auswärtigen Stimmberechtigten
durch ihre hier angegebene Privatadreſſe oder
die Beratungsſtelle der Deutſchen Front
bald=
möglichſt zugeſtellt werden. Zunächſt müſſen ſie
aller=
dings von der Abſtimmungsbehörde ausgeſtellt werden.
rufung von Hochſchullehrern auch nach der Neuregelung, die dem
Reich die unmittelbare Einwirkung auf die Hochſchule gibt, in
Zu=
kunft erhalten.
Schließlich iſt von beſonderer Wichtigkeit für den
plan=
mäßigen Neuaufbau der Hochſchulen noch der § 4 des Geſetzes,
der ausdrücklich beſtimmt, daß bei Fortfall eines Lehrſtuhls aus
Anlaß des Neuaufbaus oder wenn er einem anderen Fachgebiet
zugeſchlagen wird, der bisherige Inhaber von ſeinen amtlichen
Verpflichtungen entbunden werden kann. Ohne dieſe Regelung,
nur allein mit dem Verſetzungsrecht, würde es z. B. nicht
mög=
lich ſein, eine Anzahl Fakultäten einer Hochſchule teilweiſe
auf=
zulöſen, entweder, weil ſie bisher jeder Zugkraft entbehrten oder
weil das Schwergewicht der betreffenden Hochſchule in anderer
Richtung umgelagert werden ſoll. Ebenſo kann auf dieſer
Grund=
lage das viel erörterte Problem nach benachbarter Univerſitäten
gegebenenfalls einer Löſung zugeführt werden.
Die übrigen Paragraphen des Geſetzes regeln u. a. die
ge=
ſetzlichen Bezüge der entpflichteten Hochſchullehrer und weiter
deren Zuſtändigkeit.
Das neue Hochſchulgeſetz betrifft aber nicht nur die
Hoch=
ſchule. Es iſt ſeinem ganzen Weſen nach eine der entſcheidenſten
Maßnahmen im Zuſammenhang der Reichsreform. Es zeigt
deutlich den Willen der Reichregierung, dieſen Weg Schritt für
Schritt und ohne Ueberſtürzung weiterzugehen. Daß ſeine
Hand=
habung nur dem ſachlichen Ziel des Neuaufbaus der Hochſchulen
dienen wird, dafür bietet die Perfönlichkeit des Reichs= und
preußiſchen Miniſters für Wiſſenſchaft, Erziehung und
Unter=
richt alle Garantien. Nun endlich kann planmäßig und mit
vor=
ſichtiger Hand das deutſche Hochſchulweſen im Geiſte unſeres
neuen Staates ausgebaut werden.
Die Unkerbringung der inkernakionalen
Polizeikruppen im Saargebiel.
Eine Konferenz bei Knox.
DNB. Saarbrücken, 14. Dezember.
Außer den bereits gemeldeten englichen Offizieren ſind
in=
zwiſchen noch der holländiſche General van der Hoorſt und der
ſchwediſche Oberſt Erie Edholm im Saargebiet eingetroffen.
Der ſchwediſche Offizier wird jedoch nur vorübergehend im
Saargebiet Aufenthalt nehmen, um die Vorbereitung für die
Ankunft der ſchwediſchen Truppen zu treffen, und ſo dann in
ſeine Heimat zurückkehren. Von dem Eintreffen italieniſcher
Offiziere iſt bis jetzt nichts bekannt. Vorausſichtlich wird ſich
unter ihnen nach Mitteilungen von italieniſcher Seite der
Bri=
gadegeneral Visconui befinden.
Am Freitag vormittag fand beim Präſidenten Knox im
Bei=
ſein des Chefs der ſaarländiſchen Polizei Hemſley eine
Konfe=
renz der bisher im Saargebiet eingetroffenen Offiziere ſtatt, in
der über die Verteilung und Unterbringung der Truppen
bera=
ten wurde. Das Hauptquartier der Truppen iſt in Saarbrücken
aufgeſchlagen. Es wird ſich neben Italienern, Holländern und
Schweden aus 27 engliſchen Offizieren zuſammenſetzen. Es kann
mit Beſtimmtheit angenommen werden, daß ein engliſches
Trup=
penkontingent in einer leerſtehenden Fabrik in Wallerfangen,
hart an der Grenze des Saargaues, untergebracht wird. Aus
England befinden ſich 1500 Mann im Anmarſch; zu ihrer
Be=
köſtigung ſind 8000 Zentner Lebensmittel im Anrollen, die mit
der Bahn nach dem Saargebiet gebracht werden. Zum
Einrich=
ten der Kantinen für die Truppen ſind die Hauptleute
Althorf. Pearce und Wallace vom Londoner Armee=, Luft= und
Marineinſtitut eingetroffen.
* Die Sowjekunion und der Weſten.
Von
Dr. Max Clauß.
„Die Sowjetregierung ſteht dem Terrorismus, wie er ſich in
der Nachkriegszeit breitgemacht hat mit Empörung und Ekel
gegenüber”, ſagte der Volkskommiſſar Litwinow am Genfer
Ratstiſch, als über Südſlawiens Klage gegen Ungarn
verhan=
delt wurde. Man weiß nicht recht, ob ſich der bolſchewikiſche
Vertreter ſeit der Ermordung Kirows dem ebenfalls
einer politiſchen Kugel zum Opfer gefallenen, weißen” König
Alexander wirklich im Beileid ſo verbunden fühlt oder ob ihm
der „Fall Kirow” nur Anlaß zu einer rhetoriſchen Hilfe für
die franzöſiſche Partei im Völkerbund geweſen iſt. Aber wenn
ſchon Südſlawien drauf und dran ſcheint, die internationalen
Sympathien nach dem verbrecheriſchen Marſeiller Attentat
merk=
lich abzukühlen durch die rückſichtsloſe Ausweiſung Tauſender
unſchuldiger und unglücklicher Magyaren aus ſeinen Grenzen,
ſo geben die bereits vollſtreckten 66 Todesurteile zur Vergeltung
des Kirow den Ausführungen Litwinows einen recht düſteren
Hintergrund. Gewiß, die Bolſchewiki hatten ſich ſchon vor dem
Krieg von dem ausſichtsloſen Einzelterror der Attentate
ab=
gewandt, aber ſie haben im Bürgerkrieg nachher nicht gezögert,
den blutigſten Maſſenterror großen Stils zu betreiben, indem
ſie den marxiſtiſchen Klaſſenkampf als Freibrief zur ſyſtematiſchen
Ausrottung der Bourgeoſie auffaßten. Und was erleben wir
heute? Der geheimnisvolle Mord an dem Parteiſekretär Kirow,
von dem die Oeffentlichkeit noch gar nicht weiß, ob er private
oder weitergreifende Hintergründe hat, gibv das Signal zu einer
wahlloſen Freijagd gegen die „Feinde des Regimes”, innerhalb
und außerhalb, der kommuniſtiſchen Parteihierarchie.
Zwei Tage vor der Marſeille=Debatte, am 6. Dezember,
wurde ein diplomatiſches Protokoll zwiſchen dem gleichen
Litwi=
now und dem franzöſiſchen Außenminiſter Laval zu Papier
gebracht, das fürs erſte den ſeit Jahren im Gang befindlichen,
von Herrn Barthou in dieſem Sommer ſo auffallend
beſchleu=
nigten Vormarſch der Sowjetpolitik nach dem Weſten zum
Still=
ſtand bringt. Das neue Dokument, das lediglich gegenſeitiges
Einverſtändnis darüber feſtſtellt, daß während der noch
laufen=
den Oſtpaktſondierungen in Berlin und Warſchau weder
Frank=
reich noch Sowjetrußland ſtörende Sonderabkommen treffen
ſollen iſt in der Pariſer Preſſe recht vielſeitig interpretiert
wor=
den. Die einen ſehen darin eine Rückverſicherung gegen ein
vor=
eiliges deutſch=franzöſiſches Techtelmechtel, die Herr Laval ſowohl
Litwinow wie den Deutſchenfreſſern im eigenen Land zuliebe
abgegeben habe. Die andern — es ſind meiſt Deutſchenfeinde,
die noch keine Sowjetfreunde werden :wollten! — orakeln darüber,
daß Frankreich ſich im Gegenteil gegen eine überraſchende und
erpreſſeriſche deutſch=ruſſiſche Wiederverſöhnung habe ſchützen
müſſen, in Erinnerung an den Dolchſtoß von Rapallo 19211
Was aber kaum jemand in Frankreich offen ausſpricht und was
trotzdem die bare Wirklichkeit und darüber hinaus höchſt
wahr=
ſcheinlich Lavals Hauptabſicht darſtellt, das iſt die Tatſache, daß
die vielberedete franzöſiſch=ruſſiſchehAllianz
bis auf weiteres vertagt und auf Eis gelegt wurde! Denn
von allen zweiſeitigen Sonderabkommen, die Frankreich oder
Sowjetrußland gegenwärtig eingehen könnten, lag doch
wahr=
haftig näher als eine Kombination des einen oder des anderen
mit dem „böſen” nationalſozialiſtiſchen Reich eben die
Erwar=
tung, daß ein Bündnis Rom=Moskau unmittelbar vor dem
Ab=
ſchluß ſtände! Dem iſt nicht ſo, und deshalb bedeutet das
harm=
loſe Protokoll Laval—Litwinow, ob es den rührigen
Volks=
kommiſſar nun freuen mag oder nicht, das deutliche Abrücken
Frankreichs von einer allzu engen Tuchfühlung mit der Roten
Armee und mit dem Hauptquartier des Weltkommunismus. Kein
Zweifel daß für Laval dabei das Abflauen der Kriegspanik und
die glücklich eingeleitete Saarregelung maßgebend mitgeſpielt hat.
Denn während ſein Vorgänger Barthou Arm in Arm mit
Lit=
winow den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler in die
Schranken fordern wollte, ſcheint ſich die jetzige Pariſer
Regie=
rung eher auf ein vernünftiges Geſpräch mit Berlin
vorzuberei=
ten. Zu dieſem Zweck aber kommt es den Franzoſen auf die
vermittelnde Meinung Englands und auch Polens doch mehr an
als auf das antinationalſozialiſtiſche Temperament von
Tſchitſcherins Nachfolger.
Litwinow iſt ein alter Genoſſe Lenins von jeher geweſen,
und wir wollen nicht annehmen, daß ſeine beſondere Schwenkung
gegen Deutſchland entſcheidend durch ſeine jüdiſche Raſſe
be=
ſtimmt worden wäre. In der Tat war er ein „Weſtler”
unter den Sowjetdiplomaten ſchon lange, bevor der
Nationalſozialismus in dem „befreundeten‟ Deutſchland ans
Ruder kam. Seine Stunde kam 1928 im Jahr des
Kellogg=Paktes und des beginnenden Fünfjahresplanes das
gleichzeitig den Tod des deutſchen Moskauer Botſchafters
Brock=
dorff=Rantzau und das Ausſcheiden ſeines Gegenſpielers
Tſchitſcherin wegen ſchwerer Krankheit brachte. Als Nachfolger
im Volkskommiſſariat des Aeußern glaubte Litwinow zwei
Dinge klar zu ſehen: erſtens Deutſchlands ſeit Locarno ſtetig
wachſende Weſtorientierung, zweitens die dringende
Notwendig=
keit für die Sowjetdiplomatie, aus dem mißglückten
kommu=
niſtiſchen Abenteuer in China und dem wenig erfolgreichen
„Bruch mit England” ſchleunigſt herauszukommen. War
Tſchitſcherins Politik ein ſtändiger geſchickt nuancierter Proteſt
gegen die Sowjetfeindſchaft der kapitaliſtiſchen Weſtmächte
ge=
weſen, ſo kam es Litwinow in einem Augenblick, wo das
komimu=
niſtiſche Abenteuer in Europa und Aſien notgedrungen
zurück=
geſtellt werden und durch das innerruſſiſche Abenteuer einer
autarken Planwirtſchaft erſetzt werden ſollte, vor allem auf
Ruhe, Frieden und Sicherheit an. Was Wunder, daß er das
Hente
HOnor Romam!
methodiſche Vorbild und die aktive Unterſtützung in Frankreich
ſuchte, genau ſo wie früher Tſchitſcherin ſich den deutſchen
Pro=
teſt gegen Verſailles für ſeine Zwecke zunutze gemacht hatte.
Das Litwinow=Protokoll vom Februar 1929, d. h. ein
kombinier=
ter Nichtangriffsvertrag mit Polen, Eſtland, Letuland und
Rumä=
nien brachte den erſten Sicherungserfolg, der zielbewußt über
Frankreich weiter ausgebaut wurde und im Londoner Oſtpakt
über die Definition des Angreifers vom Juli 1933 gipfelte.
Wenn Litwinow jetzt in der Tat aus einem ſarkaſtiſchen Kritiker
der Genfer Abrüſtungskomödie zum wahren Ebenbild eines
fran=
zöſiſchen Sicherheitsjuriſten geläutert erſchien, ſo waren daran
zwei ganz verſchiedene, für ihn jedoch gleich alarmierende
Er=
eigniſſe der Zwiſchenzeit ſchuld. Japans kriegeriſches
Vorgehen in der Mandſchurei Ende 1931 und die
natio=
nalſozialiſtiſche Revolution in Deutſchland Anfang
1933, die dem aus der Wirtſchaftskriſe drohend
wiederaufge=
ſtiegenen Kommunismus im Reich den Garaus machte, hießen
für Litwinow: Im Fernen Oſten ſteht der ſchlagbereite Feind,
in Mitteleuropa findet eine „weiße” Umwälzung von
be=
ängſtigender Tragweite ſtatt, — alſo: alles auf die gegen Japans
Angriff, Englands Mißtrauen und die deutſche Revolution gleich
ſichere franzöſiſche Karte ſetzen!
Zu einem Geſchäft gehören aber bekanntlich immer zwei,
und ſo kam die eniſchloſſene Weſtorientierung Litwinows erſt
ganz in Schwung ſeit Frühjahr dieſes Jahres, als die
plato=
niſchen Freunde Herriot und Daladier abgelöſt wurden durch den
alten Kämpfer und Deutſchenfreſſer Barthou.
Nieder=
ringung Deutſchlands und Strafe für den
pol=
niſchen „Verrat” (das deutſch=polniſche Friedensabkommen
vom Herbſt 1933) waren Barthous diplomatiſche Ziele, und zu
ihrer ſchleunigen Verwirklichung brauchte er außer der Kleinen
Entente auf dem Kontinent noch einen anderen, ganz großen
Partner, nämlich eben das „human gewordene”,
antinational=
ſozialiſtiſche Sowjetrußland des Herrn Litwinow. Die jüngſten
Etappen ſind noch in friſcheſter Erinnerung: Ueberleitung von
der Kleinen Entente und der neu gegründeten Balkanentente
zum ruſſiſch=franzöſiſchen Zuſammenſpiel, antideutſcher (und
antiengliſcher) Vorſtoß Litwinows in der Genfer
Abrüſtungs=
kommiſſion, Barthous Plan eines Oſtpaktes unter
ſowjet=
ruſſiſcher Führung und mit franzöſiſcher Aſſiſtenz, Eintritt
Lit=
winows in den Völkerbund bei gleichzeitigem Abſchluß eines
ohne Polen gebildeten Baltenbundes. Der nächſte Schritt, die
Paris=Moskauer Militärallianz, ſchien ſchickſalhaft vorgezeichnet,
nachdem das Reich den Oſtpakt ſtark kritiſiert, und Polen ihn
ſchweigend mißbilligt hatte. Da riß der 9. Oktober in Marſeille
Barthou mitten aus großen Plänen grauſam heraus — und
nun ſieht ſich Litwinow vergeblich nach dem gewohnten Partner
um, der mit ihm gleichen Schritt zum Bündnis halten will.
Die Wahrheit iſt, daß nur der Sowjetvertreter ſelbſt an die
Realität dieſer endgültigen Bindung Frankreichs an einen ſo
merkwürdig veränderten Bundesgenoſſen aus der Vorkriegszeit
ganz geglaubt hat. In Frankreich waren die Bedenken in Armee
und Wirtſchaft und bei den verſchiedenſten Parteien
unvermin=
dert ſtark. Man tröſtete ſich damit, daß es ſich ja ſchließlich
doch nur um einen groß angelegten Bluff zur Abſchreckung
Deutſchlands handeln ſollte. Laval teilte alle dieſe Bedenken
und glaubt darüber hinaus, auf den Moskauer Bluff beſſer
verzichten zu ſollen. Wie ſoll nun Genoſſe Litwinow aus dem
kapitaliſtiſchen Weſten wieder nach Hauſe finden, ohne das
erſehnte Gaſtgeſchenk? Der geſchickte Weſtler unter den
Sowjet=
politikern dürfte ſeit dem 6. Dezember jedenfalls um eine
Hoff=
nung ärmer und um eine europäiſche Lehre reicher ſein. Zur
Feſtigung des Friedens kann dieſe kleine Enttäuſchung nur
be=
grüßt werden.
Polniſch=franzöſiſcher Rundfunk=Zwiſchenfall.
DNB. Warſchau, 14. Dezember.
Der Warſchauer Rundfunkſender unterbrach geſtern abend
demonſtrativ eine Uebertragung des Pariſer Senders, die für
Polen und Spanien beſtimmt war. Der Abbruch der
Uebertra=
gung erfolgte auf Grund zahlreicher telephoniſcher Proteſte der
polniſchen Hörer, weil der Pariſer Anſager das Programm
franzöſiſch, engliſch, ſpaniſch, aber nicht polniſch ankündigte. Die
Namen der polniſchen Sender hörte man in deutſcher Sprache,
alſo Warſchau, Poſen. Der Pariſer Sender ſoll als
Entſchuldi=
gung Unkenntnis der polniſchen Sprache angeführt haben.
Die halbamtliche „Gazeta Polska” nennt das Verhalten der
franzöſiſchen Rundfunkgeſellſchaft taktlos und weiſt darauf hin,
daß der deutſche Sender in Frankfurt a. M. ſeine Abendkonzerte
auch in polniſcher Sprache ankündige, obgleich ſie nicht beſonders
für Polen beſtimmt ſeien. Auch andere Blätter des
Regierungs=
lagers melden den Vorfall mit großer Empörung. Eines der
Blätter meint, wenn es ſich bei der Unterbrechung der Sendung
polniſcherſeits auch nicht um eine politiſche Demonſtration
gehan=
delt habe, ſo würde doch Paris hoffentlich endlich die einfachſten
Formen internationaler Höflichkeit lernen angeſichts der
belei=
digten polniſchen Nationalgefühle.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Der bekannte Strafrechtler Prof. Hermann Grimm=Eſſen iſt
vom Oberſten Abſtimmungsgerichtshof als Verteidiger in dem auf
den 21. Dezember anberaumten Deutſche=Front=Prozeß zugelaſſen
worden. Er wird gemeinſam mit Rechtsanwalt Ney=Saarlouis die
Verteidigung der bekannten Führer des Saardeutſchtums, Pirro,
Levacher, Kiefer, Röchling und Schmelzer übernehmen.
Die Dreimark= und Drei=Reichsmark=Stücke werden nur noch
bis zum 31. Dezember 1934 bei den Reichs= und Landeskaſſen in
Zahlung genommen oder umgetauſcht. Vom 1. Januar 1935 ab
hört die Einlöſungspflicht vollkommen auf.
Am Donnerstag begann in Berlin in Anweſenheit des
Stell=
vertreters des Führers, Rudolf Heß, und unter dem Vorſitz des
Reichsorganiſationsleiters Dr. Ley eine Tagung der Gauleiter
und Hauptamtsleiter der Reichsleitung. Die Tagung galt einer
umfaſſenden Ausſprache über die aktuellen Fragen der deutſchen
Agrarpolitik und der Zuſammenarbeit zwiſchen Partei und
Reichs=
nährſtand.
Die zweite Zuſatzvereinbarung zum deutſch=ungariſchen
Han=
delsvertrag und das dazu gehörige Schlußprotokoll ſind ratifiziert
worden. Sie treten am 22. Dezember endgültig in Kraft.
Miniſterpräſident Gömbös und Außenminiſter Kanya hatten
Freitag vormittag eine längere Unterredung mit Bundeskanzler
Schuſchnigg und dem öſterreichiſchen Außenminiſter. Anſchließend
empfing der Reichsverweſer einzeln den Bundeskanzler und den
öſterreichiſchen Außenminiſter.
Eine bulgariſche Regierungsverordnung verfügt die
Beſchlag=
nahme des geſamten Vermögens aller politiſchen Parteien, die
be=
kanntlich im Juni d. J. aufgelöſt worden ſind. Das beſchlagnahmte
Vermögen einſchließlich aller Liegenſchaften wird öffentlich
ver=
ſteigert werden. Aus dem Erlös werden zunächſt die Gläubiger
be=
friedigt. Der Reſt verfällt dem Staat.
Die griechiſche Regierung hat eine neue Proteſtnote an die
albaniſche Regierung gerichtet, weil ein griechiſches Grenzdorf von
bewaffneten albaniſchen Banden überfallen und ausgeplündert
worden ſei. Die öffentliche Meinung in Griechenland fordert
Re=
preſſalien, falls die albaniſche Regierung Griechenland keine
Ge=
nugtuung geben ſollte.
Die franzöſiſche Kammer hat das vielumkämpfte Getreidegeſetz
mit 387 gegen 175 Stimmen angenommen. Miniſterpräſident
Flan=
din hatte die Vertrauensfrage geſtellt. Die Vorlage iſt ohne
weſentliche Abänderungen in der vom landwirtſchaftlichen Ausſchuß
der Kammer und der Regierung gebilligten Form angenommen
worden.
Die unter dem Namen „blonde Maja” bekannte däniſche
Tänzerin Maja Chriſtenſen, in der man die blonde Unbekannte
vermutete, die kurz vor dem Königsmord von Marſeille mit den
Verſchwörern zuſammen geweſen ſein ſoll und die daraufhin von
der Mailänder Polizei verhaftet wurde, iſt nunmehr nach
drei=
wöchiger Haft wieder in Freiheit geſetzt worden. Ihre Entlaſſung
erfolgte, nachdem die franzöſiſche Polizei die Beſchuldigung gegen
ſie zurückgezogen hatte.
Ergebnis des „Tages der nalionalen Solidarikät”.
DNB. Berlin, 14. Dezember.
Das Reichspropagandaminiſterium teilt mit:
Das Ergebnis des „Tages der nationalen Solidarität” liegt
nunmehr abgeſchloſſen vor. Vor überall her ſind im Laufe
dieſer Woche noch Spenden eingegangen, ſo daß ſich das
end=
gültige Ergebnis auf RM. 3 874 834,16 ſtellt.
Dies iſt ein Erfolg, der ſeinesgleichen ſucht. Mit Stolz und
Freude kann das deutſche Volk auf dieſe Leiſtung blicken.
Opfer=
geiſt und Solidaritätsgefühl haben eine Schlacht gewinnen
hel=
fen. Die Kameradſchaft des ganzen deutſchen Volkes iſt durch
die Tat erhärtet worden. Tauſende führender Perſönlichkeiten
hatten ſich an dieſem Tage in den Dienſt der großen Sache als
Sammler geſtellt. Hunderttauſende von unbekannten Helfern
arbeiten Tag für Tag ehrenamtlich im Dienſte des
Winterhilfs=
werkes des deutſchen Volkes. Ueber den Erfolg der Sammlung
führender Perſönlichkeiten vergeſſe daher niemand die Leiſtungen
dieſer unbekannten Helfer, die ſtill und treu ihre freiwillig
über=
nommene Pflicht erfüllen. Ohne ihre Arbeit, ohne ihren
Idealis=
mus wäre das Winterhilfswerk des deutſchen Volkes überhaupt
nicht durchzuführen. Gerade ihnen gebührt daher auch zu dieſer
Stunde, da das endgültige Ergebnis des „Tages der nationalen
Solidarität” bekanntgegeben wird, unſer Dank.
Schon immer hieß die Deviſe des Nationalſozialismus „Aus
dem Volk für das Volk‟. Dieſer Leitſpruch hat am „Tage der
nationalen Solidarität” ſeine glänzende Beſtätigung gefunden.
Solange Deutſchland unter dieſem Gedanken marſchiert, wird es
niemals, auch vor der größten Schwierigkeiten nicht, zu
kapitu=
lieren brauchen. So wollen wir auf dieſem Wege und in dieſem
Geiſte weitergehen, Volk und Regierung in treuer Kameradſchaft.
Samstag, 15. Dezember 19341
Beginn des Kownoer Prozeſſes
gegen die 126 Memelländer.
DNB. Kowno, 14. Dezember
Der heute, Freitag, beginnende Prozeß gegen die 1.6
Memelländer hat außergewöhnliches Indereſſe fin
ganz Europa gefunden. Das ſieht man an den zahlreichin
Diplomaten und Preſſevertretern, die an der Verhandlung te:
ſ=
nehmen. Kowno erhält durch den Prozeß ein beſonderes
C=
präge. Lange vor Beginn herrſchte um das Gerichtsgebäude
IS-
hafter Verkehr. Zeugen, Angeklagte und Preſſevertreter und das
wenige Publikum, das zum Prozeß zugelaſſen iſt, drängen F
auf den Treppen, auf denen überall Militärpoſten und
Polizeſ=
beamte ſtehen. Der große Seimas=Saal, alſo das litauiſche Pch
lament, dient als Verhandlungsraum. Das Gericht beſterl
durchweg aus Offizieren. Unrer den Angeklagten ſiee
man inmitten ſeiner Anhänger den Hauptangeklagten Neumam
und gegen 9 Uhr betritt Saß, der zweite Hauptangeklagte nni
ſeinen Anhängern den Saal, die bekanntlich bis auf einiie
wenige auf freiem Fuß waren, während über 80 Angeklag!
meiſt Neumann=Anhänger, aus der Unterſuchungshaft vorgefükhr
werden. Unter den Angeklagten erblickt man in großer
Mech=
zahl jugendliche Geſichter. Auf den Gängen, zwiſchen den Bänke
an den Wänden, den Türen und vor dem Richlertiſch ſtehe
Militärpoſten mit aufgepflanztem Bajone-n
Auf der Preſſetribüne herrſcht großer Betrieb. Allein 20 aus
ländiſche Journaliſten, ſechs Deutſche, drei Franzoſen, zmaſ
Oeſterreicher, zwei Italiener, zwei Schweden, ein Engländer, En
Tſcheche Letten und Polen, ſowie 40—50 memelländiſche u m
litauiſche Preſſevertreter ſind zu der Verhandlung erſchienan
Auf vier Bänken haben 17 Sachverſtändige Platz genommei
Ungeheure Kiſten mit Beweismaterial nehmen ebenfalls einzn
erheblichen Teil des Verhandlungsraumes ein. Die Verhandlu
wird täglich von 9—16 Uhr ohne Pauſe ſtatifinden.
Auf der Tribüne ſind underdeſſen auch der engliſche Su
Lawrence mit ſeinem Sohn und ſeinem Sozius erſchienen
Punkt 10 Uhr betritt das Gericht den Saal. Den Vorſitz füch/ A/u, ſo wird ſie
Oberſt Leonas. Die Anklage wird vertreten von Gener
Vimenis und Staatsanwalt Monſtavicius. Der Vorſitzem/)0 Neu iſt daran
fragt zunächſt in litauiſcher Sprache, wer von den Angeklagt./Ayn das Anſehen d
die litauiſche Sprache nicht verſtehe. Hierauf erhob ſich OiufyWelvertreters des
größte Teil der Angeklagten. Es ſtehen drei Dolmetſcher z
Verfügung.
Die Berhandlung wird durchweg in likauiſcher
Sprache geführk.
Wie die Verteidiger mitteilten, ſind zwei Angeklagte a=// ſſenen Einrichtu
krankt. Prof. Stankevicius beantragte die Vertagung des Prozeſſ g1M Volkes zur poli
um zwei bis drei Tage, da ſein Mandant Lapins ſchwer —u 0en Aeußerungen
Angina erkrankt ſei. Für den Angeklagten Hilgendorf wurde E= 1Mſt rechnet oder
antragt, ihn zeitweilig zur Anlegung von Verbänden von deie 1 Fhlichkeit dringen
Verhandlung zu befreien. Das Gericht lehnte Vertagung al. u. U. derartige
Es gab Hilgendorf die Möglichkeit zu ärztlicher Behandlung. A=)/Muhndet werden.
der Vorſitzende erklärte, daß ein Unterſuchungsrichter als we= ANoch ſoll nicht jed
terer Zeuge der Staatsanwaltſchaft nachgeladen werden ſolnl. /1Pcüllt, verfolgt w
gabe es einen neuen Zuſammenſtoß mit den Verteidigern. De z /ſgſirefen, wenn die
noch beſchloß der Vorſitzende die Ladung des Zeugen. Es eu= Mmtwohles und de
folgte dann die Vernehmung der Angeklagten zur Perſon, w=) mhe wäre. Um
viele Stunden dauert.
Im weiteren Verlauf des Prozeſſes gegen die angeklagturſt! ſehen, daß die Tat
Memelländer ſchleppte ſich die Verhandlung nur langſam hei.MI mnſſers der Juſti,
Es wurden weitere Angeklagte zur Perſon vernommen. So geu )4uch gegen leitende
es für Stunden kaum ein belebendes Moment. Nur einme cliehung im Einp,
konnte man eine Bewegung und ironiſches Lächeln bei den Ars T Llfft,
geklagten feſtſtellen, als der „Kronzeuge” Molinnus, der unter M Nach 8 3 wird
den Angeklagten ſeinen Platz hatte, vernommen wurde. Molinnm X androht und da
beantwortete die Frage des Vorſitzenden als einer der wenigs= // oder ein Abze
Memelländer in litauiſcher Sprache.
Wie vorgeſehen, wurde die Sitzung um 16 Uhr geſchloſſe /1/ Gefängnis und n
nachdem 101 Angeklagte zur Perſon vernommen worden ware/1! Ver die Tat in
Die Weiterverhandlung wurde auf Samstag 9 Uhr feſtgeſetzt. /üſerung Angſt
Die litauiſche Preſſe bringt den Beginn des Prozeſſes Eh/ außenpolitiſch
großer Aufmachung mit Bildern des Vorſitzenden, der Anklagg=V Wls nicht unter dre
vertreter ſowie der Hauptangeklagten Neumann und Saß. SiFu
beſchränkt ſich aber zunächſt darauf, kurze Sitzungsberichte 21)
veröffentlichen, in denen hervorgehoben wird, daß zahlreiche au
ländiſche Preſſevertreter dem Prozeß beiwohnen.
81
uhre oder
litlicher Art
Huiſt, das Wohl
m oder das d
und, wenn
eitet, mi
Tat grob fahrl
naten ode
lich g
irers oder der v
mit ſoll ermöglicht
ung der Partei nich
Nach § 2 des
ne=
ientlich gehäſſige.
huende Aeußerungen
uer der NSDAP., 1
WDieſe Vorausſetzt
M”, oder mit ſich
Ein demenki der Agencia Skefani.
Die Agencia Stefani teilt mit: Einige ausländiſche Blätt *
hatten die Nachricht verbreitet, daß Muſſolini kürzlich den A.*
ſchluß eines Sechſerpaktes, nach Muſter des Viererpaktes, vorg ?
ſchlagen habe, an dem auch Polen und die Sowjetunion tei?
nehmen ſollten. Die Nachricht iſt völlig frei erfunden und entbehr
jeder Grundlage.
M beſond
Nac dieſen Vorſt
Von Dr. Fritz Heſſe.
Nachdem vor einiger Zeit eines der bekannteſten
geſchicht=
lichen Gebäude der Stadt Iſtanbul, die Hagia Irini, in ein
Waffen=Muſeum umgewandelt worden iſt, wird jetzt bekannt,
daß Pläne darüber ſchweben, auch die Aja Sophia die größte
und berühmteſte Kirche der Stadt, zu einem Muſeum für
byzantiniſche Kunſt auszubauen. Die Entſcheidung hierüber iſt
zwar noch nicht ganz gefallen, aber es zweifelt niemand daran,
daß die Entſcheidung des Gazi in dieſe Richtung gehen wird,
und daß die Kommiſſion, die ſich mit dieſer Frage befaßt, in
der Hauptſache nur noch techniſche Vorfragen zu klären hat.
Angeſichts der Moderniſierung der Türkei und des Beſtrebens,
Iſtanbul — ohnehin eine der ſchönſten Städte der Welt —
beſondere Anziehungspunkte zu verſchaffen, wäre jedenfalls eine
zuſtimmende Entſcheidung nur verſtändlich, da auf dieſe eines
der herrlichſten Baudenkmäler der Welt noch ſtärker als bisher
zur allgemeinen Beſichtigung freigeſtellt würde.
Der Anſtoß zu dieſem Entſchluß der türkiſchen Regierung
iſt zweifellos von der Wiederfreilegung der berühmten Moſaiken
des Gebäudes ausgegangen, auf deren Exiſtenz man zum erſten
Mal vor etwa 80 Jahren aufmerkſam wurde. Die Goldmoſaiken,
die insbeſondere die Hauptkuppel des Gebäudes ſchmücken, ſind
ſeit der Eroberung Iſtanbuls durch die Türken unter einer
Schicht von Kalkfarbe verborgen geweſen, nachdem die
urſprüng=
lich chriſtliche Kirche in eine Moſchee umgewandelt worden war,
da der Koran die Abbildung menſchlicher Figuren verbot. Bei
den großen Reparaturen, die 1849 der Sultan Abdul Medſchid
durchführen ließ, wurden die Moſaiken jedoch wieder — entdeckt;
und es gelang dem Deutſchen Salzenberg, wenigſtens einige
dieſer koſtbaren Bilder abzuzeichnen. Auf Befehl des Sultans
ſpurden die Kunſtwerke aber wieder verdeckt, da der
ſtreng=
gläubige Herrſcher die weitere Benutzung des Gebäudes als
Moſchee wünſchte.
Seitdem waren die herrlichen Goldmoſaiken ſo gut wie
ver=
fchollen. Nur einige wenige Kenner der Baugeſchichte
Kon=
ſtautinopels wußten dank der Veröffentlichungen Salzenbergs
wenigſtens einiges von der Exiſtenz dieſer Moſaiken, dem
größeren Publikum blieben ſie aber naturgemäß unter der
Uebermakung, bzw. hinter den darüber gelegten Kalkwänden
verborgen. Erſt dem Gazi, der ſeit der Abſchaffung des
Kali=
fats ja auch nicht mehr auf die religiöſen Empfindlichkeiten
der mohammedaniſchen Geiſtlichkeit Rückſicht zu nehmen braucht
iſt die Wiederentdeckung zu verdanken. Er ließ nicht nur das
geſamte Gebäude reſtaurieren, ſondern vor allem auch die
Gold=
idfrei ihren Wert
feſtſtellen zu laſſen. Und das Ergebnis dieſer Wiederenthüllung
der alten Goldmoſaiken ſoll in der Tat ſo überraſchend ſein,
daß ſich die Arbeit der Freilegung gelohnt hat. Es hat ſich
herausgeſtellt, daß wir in dieſen Moſaiken eines der herrlichſten
Denkmäler alt=byzantiniſcher Kunſt haben, die überhaupt
erhal=
ten ſind, und daß ſie an Pracht und Schönheit der Ausführung
bei weitem alles überragen, was man bisher in ſolchen Moſaiken
gekannt hat. Daß der Gazi ein ſolches herrliches Kunſtwerk der
Menſchheit ganz allgemein zugänglich machen will, wird ſomit
bei allen Freunden der Kunſt die lebhafteſte Zuſtimmung finden.
Ganz abgeſehen von der kunſtgeſchichulichen Bedeutung, wird
die Umwandlung der Aja Sophia in ein Muſeum aber auch
kulturhiſtoriſch ein Ereignis von erſtem Range ſein. Man
braucht ſich ja nur die Geſchichte dieſes Gebäudes vor Augen
zu halten, um zu verſtehen, welch großer geſchichtlicher Wandel
in der neuen Türkei eingetreten iſt, und wie ſehr es Muſtapha
Kemal Paſcha verſtanden hat, der alten Türkei ein neues und
anderes Geſicht zu geben.
Die Aja Sophia iſt ja urſprünglich eines der größten
Heilig=
tümer der orthodoxen Chriſtenheit geweſen. Der Kaiſer Juſtinian,
der Weihnachten 537 n. Chr. die Kirche nach ſiebenjähriger
Bauzeit einweihen konnte, hat bewußt in dem rieſigen
Kuppel=
bau das ſchönſte und größte Gebäude der Chriſtenheit ſchaffen
wollen, das an Bedeutung alle anderen Kirchen der Zeit
über=
ragen ſollte. Und ſo iſt die Kirche für die orthodoxen Chriſten
lange Zeit das Symbol geweſen, um deſſentwillen den
ein=
dringenden Türken, die unter Fahne des Islam kämpften,
Widerſtand geleiſtet wurde, bis ſchließlich mit der Einnahme
Iſtanbuls durch die Türken im Jahre 1453 dieſes Gotteshaus
in die Hände der Andersgläubigen fiel, die von nun ab
ihrer=
ſeits auf den Beſitz dieſes Heiligtums einen beſonders hohen
Wert legten. Die „Wiederaufrichtung des Kreuzes auf der Aja
Sophia” iſt daher Jahrhundertelang für die orthodoxen Chriſten —
ſei es, daß ſie in Athen oder in Petersburg ſaßen — eines der
Schlagworte geweſen, um deretwillen mancher Krieg gegen das
alte Osmanenreich geführt wurde. Gab doch dieſes Ziel der
imperialiſtiſchen Politik des alten Zaren=Rußlands eine religiöſe
Weihe an die viele Ruſſen und Griechen aufrichtig glaubten.
Rückſchauend wird man allerdings feſtſtellen müſſen, daß durch
dieſes Hineintragen religiöſer Fragen in die Machtkämpfe
zwiſchen Ruſſen, Griechen und Osmanen, die Kriege manchmal
eine Schärfe erhalten haben, die man im Intereſſe der
Menſch=
lichkeit bedauern muß.
Wenn der Kampf zwiſchen dem alten Osmanenreich und
den europäiſchen Mächten früher in der Aja Sophia ein
ſonderbares, faſt myſtiſch anmutendes Ziel gekannt hat, ſo wird
man auch ermeſſen, was die Umwandlung der ehemaligen
Kirche und ſpäteren Moſchee in ein Kunſtmuſeum bedeutet.
Dieſe
ignis iſt geradezu eine Krönung der Politik Muſtapha
Miſprechende
Alten, wenn er die
Na 8 4
wi=
einen politi
Anß. der ihre=
Eine REu g
e Siufen beſtraf
ia Nier wird
S des Führer
Altgermaniſche Kultur. Ein Bilderatlas mit 265 Abbildungen Dich=
Profeſſor Dr. Friedrich Behn, Kuſtos am Rümiſch=Ge
maniſchen Zentralmuſeum in Mainz. (Verlag von Quelle
Kemals, die ſeit Jahren beſtrebt iſt, die neue Türkei von de
Belaſtung durch die religiöſen Fragen zu befreien, von jen
Einſtellung, die früher das Osmanenreich zum Vorkämpfer
ſE=
den Islam machte und damit zwangsläufig Konflikte mit der
Chriſtenheit und allen möglichen anderen islamiſchen Setige
herbeiführte. Die inneren Kämpfe der Türkei um die Befreiuta)
von dem Joch der Kirche, die unmittelbar mit der Abſchaffun)
des Kalifats einſetzten, ſind ja auch gewiß noch in aller
E=
innerung. Aber heute wird niemand beſtreiten können, daß d
Gazi hier ſeinen Willen durchgeſetzt hat, und daß es
da=
jedenfalls nicht mehr gibt, was man früher als den Einftug)
des Scheich ul Islam und der Kalifatsfrage bezeichnen konnr!
Dieſen Konflikt zwiſchen ſtaatlichen und kirchlichen Intereſſe”
gibt es nicht mehr, und die Tatſache, daß der Gazi in der 20, eine frühere Moſchee, die einſt als eines der wichtigſte
Symbole des Islam galt, zu neutraliſieren, und zwar mit di
ſtimmung des ganzen türkiſchen Volkes, kann wohl auch *
endgültiger Abſchluß einer Epoche des Kulturkampfes gelle.
die aus dem alten Osmanenreich die neue Türkei des O0
gemacht hat.
Meyer in Leipzig. Geb. 2.20 RM.)
Das neue Deutſchland iſt beſtrebt, den Blick wieder
hinzulent-
auf die Kultur und den Lebensſtil unſerer germaniſchen Ahng.
Jeder Deutſche ſoll erkennen, daß nicht Barbarentum die Zeit m
dem Eindringen der Römer in deutſche Lande kennzeichnete, .*
dern eine hohe arteigene Kultur, entſtanden aus innerſtem Urse
maniſchen Empfinden und echt nordiſcher Geſtaltungskraft
M-
muß die vielen, einzigartigen Zeugen altgermaniſcher Kultur 2
ſehen haben, um ſich eine Vorſtellung zu machen von der impon
renden Kulturhöhe unſerer vorchriſtlichen Ahnen. Der vorliegen?
Bilderatlas, der eine Auswahl der markanreſten Denkmäler 9."
maniſchen Lebens bringt, iſt deshalb für jeden Deutſchen S
ſchönſte Feſtgeſchenk. Prof Behn, einer unſerer erſten Kenn.
altgermaniſcher Forſchung, hat in dem von ihm geſchaffenen Br.
aus den Muſeen ſämtlicher germaniſchen Länder die Fundſtucke
ſammengetvagen, die uns Entwicklung und Eigenart germaniſa.*
Kultur am ſinnfälligſten vor Augen führen. Weit über 250 2—
bildungen geben einen einzigartigen Einblick in das Können 1.9
ſerer Vorfahren, wie es ſich in Gegenſtänden des täglichen Leber,
in Kleidung und Schmuck, in Waffen und Kunſterzeugniſſen.
Kultgeräten und Schrift offenbart. Bisher noch nicht veroffen.
lichte Aufnahmen finden ſich in großer Zahl. Ein textlicher 2
hang arbeitet die Hauptlinien germaniſcher Entwicklung hera”
und macht nähere Angaben über charakteriſtiſche Merkmale L—
einzelnen Funde. Das Bilderwerk vermittelt ſo ein eindrucksbous
Geſamtbild germaniſchen Weſens, wie es durch kein geſchriebeſ=
Wort allein erreicht werden kann.
ngelladt
ung des Rrff
er der
des
Samstag, 15. Dezember 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichtev.
Nr. 345 — Seite 3
Anpaſſung der
vom 21. März 1933 an die in der Zwiſchenzeit eingekrekene Aenderung
der kakſächlichen Berhälkniſſe.
Der Inhall des neuen Geſehzes.
DNB. Berlin, 14. Dezember.
Im Laufe der Kabinettsſitzung am Donnerstag hat die
Reichs=
regierung, wie bereits gemeldet, auch ein „Geſetz gegen heimtük=
Eiſche Angriffe auf Staat und Partei und zum Schutz der
Partei=
riniform” angenommen. Dieſes Geſetz ſoll die Verordnung zur
Ab=
wvehr heimtückiſcher Angriffe gegen die Regierung der nationalen
Erhebung vom 21. März 1933 erſetzen. In einzelnen
Beſtimmun=
gen ſind nicht unerhebliche Aenderungen des bisherigen Rechts
worgenommen. Im ganzen bedeutet jedoch das Geſetz nur eine
Anpaſſung der obengenannten Verordnung vom 21. März 1933
an die in der Zwiſchenzeit eingetretene Aenderung der tatſächlichen
Verhältniſſe.
In § 1. des Geſetzes heißt es: „Wer vorſätzlich eine
un=
wahre oder gröblich entſtellte Behauptung
tat=
ächlicher Art aufſtellt oder verbreitet, die
geeig=
net iſt, das Wohl des Reiches oder das Anſehen der
Reichsregie=
ung oder das der NSDAP. oder ihrer Gliederungen ſchwer zu
ſchädigen, wird, ſoweit nicht in anderen Vorſchriften eine ſchwerere
Strafe angedroht iſt, mit Gefängnis bis zu zwei
Jah=
ten und, wenn er die Behauptung öffentlich aufſtellt oder
ver=
reitet, mit Gefängnis nicht unter drei Monaten beſtraft. Wer
die Tat grob fahrläſſig begeht, wird mit Gefängnis bis zu drei
Monaten oder Geldſtrafe beſtraft. — Richtet ſich die Tat
aus=
ſchließlich gegen das Anſehen der NSDAP. oder ihrer
Gliederun=
gen, ſo wird ſie nur mit Zuſtimmung des Stellvertreters des
Führers oder der von ihm beſtimmten Stelle verfolgt.”
Neu iſt daran vor allem, daß eine Tat, die ſich ausſchließlich
gegen das Anſehen der NSDAP. richtet, nur mit Zuſtimmung des
Stellvertreters des Führers verfolgt werden ſoll. Durch dieſe
Vor=
ſchrift ſoll ermöglicht werden, daß leichtere Fälle, an deren
Verfol=
gung der Partei nichts gelegen iſt, ſtraflos bleiben.
Nach § 2 des neuen Geſetzes wird mit Gefängnis beſtraft, wer
ö fentlich gehäſſige, hetzeriſche oder von niedriger Geſinnung
zeu=
gende Aeußerungen über leitende Perſönlichkeiten des Staates
oder der NSDAP., über ihre Anordnungen oder die von ihnen
ge=
naffenen Einrichtungen macht, die geeignet ſind, das Vertrauen
des Volkes zur politiſchen Führung zu untergraben. Den
öffent=
lichen Aeußerungen ſtehen nichtöffentliche gleich, wenn der Täter
damit rechnet oder rechnen muß, daß die Aeußerung in die
Oef=
ſeritlichkeit dringen werde. Nach den bisherigen Vorſchriften
konn=
terr u. U. derartige Aeußerungen nur mit unzulänglicher Strafe
geahndet werden. Dieſem Mangel ſoll jetzt abgeholfen werden;
jedoch ſoll nicht jede Aeußerung, die den Tatbeſtand der Vorſchrift
erfüllt, verfolgt werden. Im allgemeinen ſoll die Verfolgung nur
eintreten, wenn die Strafloſigkeit der Tat im Intereſſe des
Ge=
amtwohles und des Anſehens von Staat und Partei nicht
trag=
ſar wäre. Um eine einheitliche Beurteilung der Frage, wann
dieſe Vorausſetzungen gegeben ſind, zu gewährleiſten, iſt
vorge=
eſen, daß die Tat nur auf ausdrückliche Anordnung des
Reichs=
m=miſters der Juſtiz verfolgt wird, der, falls die Tat ſich
ausſchließ=
ich gegen leitende Perſönlichkeiten der NSDAP. richtet, die
Ent=
chließung im Einvernehmen mit dem Stellvertreter des Führers
rIfft.
Nach § 3 wird der, welcher eine ſtrafbare Handlung begeht
dder androht und dabei, ohne dazu berechtigt zu ſein, eine
Uni=
ferm oder ein Abzeichen der NSDAP. oder ihrer Gliedrungen
ſägt, oder mit ſich führt, mit Zuchthaus, in leichteren Fällen
nit Gefängnis und nicht unter ſechs Monaten beſtraft.
Wer die Tat in der Abſicht begeht, einen Aufruhr oder in der
bevölkerung Angſt oder Schrecken zu erregen oder dem Deutſchen
Reich außenpolitiſch Schwierigkeiten zu bereiten, wird mit
Zucht=
aus nicht unter drei Jahren oder mit lebenslänglichem Zuchthaus
ſeſtraft.
In beſonders ſchweren Fällen kann auf Todesſtrafe erkannt
verden.
Nach dieſen Vorſchriften kann ein Deutſcher auch dann verfolgt
derden, wenn er die Tat im Ausland begangen hat.
Nach § 4 wird, wer ſeines Vorteiles wegen, oder in der
Ab=
cht, einen politiſchen Zweck zu erreichen, ſich als Mitglied der
(SDAP. oder ihrer Gliederungen ausgibt, ohne es zu ſein, mit
berängnis bis zu einem Jahr und mit Geldſtrafe oder mit einer
ſieſer Strafen beſtraft.
Auch hier wird die Tat nur mit Zuſtimmung des
Stellver=
kekers des Führers oder der von ihm beſtimmten Stelle verfolgt.
iine entſprechende Strafvorſchrift hat bisher im geltenden Recht
efehlt.
* Würkkembergiſche Staakskheaker.
Uraufführung:
„Der falſche Waldemar”.
Oper von Paul Höffer.
Die Württembergiſche Staatsoper brachte als Uraufführung
* Erſtlingsoper eines aufſtrebenden Talentes moderner
Rich=
ing heraus. Paul Höffer greift nach einem geſchichtlichen
ſtoff. Er geſtaltet ihn nach der Vorlage des Romans von
Willi=
ild Alexis: „Der falſche Waldemar” und unter Verwendung
ittelalterlicher Lied= und Hymnentexte frei um. Das Textbuch
dichteriſch nicht ungeſchickt gemacht, hat aber im opernmäßigen
unne ſeine Mängel. Paul Höffer hält die Mitte zwiſchen Oper
70 Oratorium. Die beiden erſten Akte ſind muſikdramatiſch am
ſikſten konzentriert. Ganz beſonders der zweite Akt nimmt
lich ſeine guten Steigerungen und ſeine hellen, ſatten Farben
m Aufſchwung zur Volksoper. Vom operndramaturgiſchen
kandpunkte aus untragbar erſcheint der Schlußakt, der ſich als
* Waldemartragödie unnötig angehängte lyriſch=epiſche Epiſode
irſtellt.
Trotz der ungenügenden dramatiſchen Aktivität und trotz des
ſhlens eines vorwärtstreibenden und logiſch zwangvollen
Ge=
ſehens bleibt die Einzelſzene von geſchloſſener Wirkung, die
ſich das ſtreng formale Bewußtſein von Höffers Muſik noch
er=
iht wird.
Der abſolute Muſiker, der ganz aus den Geſetzen des
muſi=
ichen Geſchehens heraus empfindet und formt triumphiert in
* Oper. Aber dieſer Muſik, die reich an Schönheiten iſt und
ich ganz beſonders im Schlußakt auch zu Wärme und Schwung
gebt, fehlt in den entſcheidenden Höhepunkten der dramatiſche
ſuls. Das Oratorienhafte, das unſere jungen Komponiſten
den letzten Jahren mit ſo viel Liebe pflegen, ſteht ſtark im
ergrund. Lyriſch betrachtend und nicht behandelnd iſt ganz
Stil des Oratoriums der Chor, dem eine ſehr ſchwierige Auf=
De zufällt, die vom Singchor der Stuttgarter Oper ausgezeich=
Belöſt wurde. Der muſikaliſche Höhepunkt bleibt der
Schluß=
in dem eine prachtvolle Einheit von Ton Wort und
Land=
erreicht wird. In den anderen Akten ſtört oft der Mangel
Melodik, die Gleichförmigkeit der Rhythmik und die ſtändige
Ewendung leerer Quinten= und Quartenklänge, die den Klang
neuen Muſik, der ſich Höffler ſeit Jahren verſchrieben hat,
ſnell abnützt.
Die Aufführung war eine Großtat der Stuttgarter Oper.
Einſtudierung war ſzeniſch von Prof. Otto Krauß und
Nkaliſch von Prof. Carl Leonhardt ſorgfältig vorbereitet.
glänzende Vertreter der Titelpartie war Max Roth. Herz=
Der Beifall rief den anweſenden Komponiſten und ſeine
Sach=
wk.
Mrer oftmals vor den Vorhang.
Nach § 5 wird, wer parteiamtliche Uniformen,
Uniform=
teile, Gewebe, Fahnen oder Abzeichen der NSDAP.,
ihrer Gliederungen oder der ihr angeſchloſſenen Verbände ohne
Erlaubnis des Reichsſchatzmeiſters der NSDAP. gewerbsmäßig
herſtellt, vorrätig hält, feilhält oder ſonſt in Verkehr bringt, mit
Gefängnis bis zu zwei Jahren beſtraft.
Wer parteiamtliche Uniformen und Abzeichen im Beſitz hat,
ohne dazu als Mitglied der NSDAP. oder ihrer Gliederungen
befugt zu ſein, wird mit Gefängnis bis zu einem Jahre und, wenn
er dieſe Gegenſtände trägt, mit Gefängnis nicht unter einem
Monat beſtraft. Dasſelbe gilt für Uniformen und Uniformierteile,
die den genannten Uniformen und Uniformteilen zum Verwechſeln
ähnlich ſind. Neben der Strafe kann auf Einziehung erkannt
wer=
den. Die eingezogenen Gegenſtände ſind dem Reichsſchatzmeiſter
der NSDAP. zu überweiſen.
Die Verfolgung der Tat und die Einziehung findet nur mit
Zuſtimmung des Stellvertreters des Führers ſtatt.
Das weſentlich Neue an dieſen Vorſchriften iſt, daß bisher nur
beſtraft wurde, wer unbefugt Uniformen und Uniformſtücke in
Be=
ſitz hatte. Nunmehr ſoll bereits das ohne Erlaubnis des
Reichs=
ſchatzmeiſters der NSDAP. erfolgende gewerbsmäßige Herſtellen,
Vorrätighalten und Feilhalten ſtrafbar ſein.
Hinſichtlich der parteiamtlichen Abzeichen war bisher nur
un=
befugtes Tragen ſtrafbar. Nunmehr ſoll aber auch ſchon der
unbe=
fugte Beſitz ſtrafbar ſein. Die Vorſchriften gelten ſinngemäß auch
für den Reichsluftſchutzbund, den Deutſchen Luftſportverband, den
Freiwilligen Arbeitsdienſt und die Techniſche Nothilfe. Die
Aus=
führungsvorſchriften erlißt der Reichsminiſter der Juſtiz.
Das Geſetz tritt am Tage nach der Verkündung in Kraft, mit
Ausnahme der Beſtimmungen des § 5 über das Feilhalten von
Uniformen uſw.
Das vom Reichskabinett am Donnerstag verabſchiedete Geſetz
über Maßnahmen auf dem Gebiet des Kapitalverkehrs verfolgt
das Ziel, eine Entlaſtung und Auflockerung des Kapitalmarktes,
fügt ſich alſo in das entſprechende Programm ein, des der
Reichs=
wirtſchaftsminiſter Dr. Schacht ſchon vor einigen Monaten
ent=
wickelt hat. Es iſt letzten Endes ein Liquidationsgeſetz,
das die Ausnahmen der vergangenen Jahre abwickelt und
des=
halb eine Zuſammenballung des Fälligwerdens größerer Maſſen
von Forderungen am gleichen Termin verhindern will.
Danach kann der Gläubiger einer aufgewerteten Hypothek
oder perſönlichen Forderung, ſoweit die Fälligkeit nach den
bis=
herigen Vorſchriften am 31. Dezember 1934 oder ſpäter eintritt
oder herbeigeführt werden kann, die Zahlung des
Aufwertungs=
betrages von dem Eigentümer ſtets nur verlangen, wenn er nach
Inkrafttreten dieſes Geſetzes ſchriftlich gekündigt hat. Das gilt,
ſofern die Aufwertungsſtelle eine Zahlungsfriſt bis zum 31.
De=
zember 1934 für einen Teil des Aufwertungsbetrages bewilligt
hat, nur dann, wenn der Teil mehr als Zweidrittel des geſamten
Aufwertungsbetrages ausmacht. Die Kündigungsfriſt beträgt
mindeſtens drei Monate.
Hypothekenbanken, ſonſtige Grundkreditanſtalten und
öffent=
liche oder unter Staatsaufſicht ſtehende Sparkaſſen ſowie
Verſiche=
rungsgeſellſchaften aller Art ſind unbeſchadet einer etwa
beſtehen=
den beſonderen Verpflichtung nicht gehalten, zur Tilgungsmaſſe
gehörende oder als Deckung für Pfandbriefe dienende
aufgewer=
tete Hypotheken zu einem vor dem 1. Januar 1937 liegenden
Zeit=
punkt zu kündigen. Hat der Gläubiger gekündigt, ſo kann der
Eigentümer des belaſteten Grundſtückes oder perſönliche
Schuld=
ner innerhalb eines Monats bei der Aufwertungsſtelle ſchriftlich
beantragen, ihm eine Zahlungsfriſt für das Kapital zu
bewilli=
gen. Der Antrag auf Bewilligung einer
Zah=
lungsfriſt iſt unzuläſſig, wenn der
Aufwertungs=
betrag der Hypothek oder der Forderung 300
Goldmark nicht überſteigt. Die Zahlungsfriſt
kann nur einmal und längſtens bis zum 31.
De=
zember 1936 bewilligt werden.
Im zweiten Teil des Geſetzes werden andere
Fällig=
keiten langfriſtiger Verſchuldung behandelt. Das
Kündigungsverbot für zinsgeſenkte Forderungen und
Grundſchul=
den wird um ein Jahr derart verlängert, daß der Gläubiger nicht
vor dem 31. Dezember 1935 kündigen kann. Iſt die Kündigung
vertraglich für eine beſtimmte Friſt ausgeſchloſſen, ſo verlängert
ſich dieſe Friſt um ein weiteres Jahr, jedoch nicht über den
31. Dezember 1936 hinaus. Iſt die Kündigung vertraglich erſt zu
einem nach dem 31. Dezember 1936 liegenden Termin zuläſſig, ſo
Das deutſche Lichtbild.
Jahresſchau 1935.
Für die Freunde guter Lichtbildkunſt iſt dieſes Jahresbuch
nun ſchon zu einer Weihnachtsgabe geworden, die ſie nicht mehr
entbehren möchten. Ein Qualitätsbegriff, ſo daß es ſchwer iſt,
über den neuen Band Neues zu ſagen. Der aufmerkſame
Be=
trachter, und wer iſt das nicht bei dieſem wieder herrlich
ge=
lungenen Band, findet aber doch ſo viel den Rahmen eines
ge=
wöhnlichen Bilderwerkes Ueberragendes, daß es hier erlaubt ſei,
wenigſtens einige der vielen Glanzpunkte der ſoeben erſchienenen
Jahresſchau zu zitieren: gleich auf der erſten Seite ein
ver=
blüffendes Adlerporträt, der Kopf eines deutſchen Wappentieres,
wie er majeſtätiſcher bisher kaum gezeigt wurde. Dann das
Fliegende Dreieck über dem Tempelhofer Flughafen; ein alter
Landſtreicher als Lautenſpieler mit herrlichem Schädel, ein
Renn=
wagen beim Start nach Reifenwechſel einander begeifernde
Möven, das dramatiſche Bildnis einer Witwe am offenen Grabe
ihres Mannes, ſpielende Knaben und kleine Mädchen bei
Ringel=
reigen auf ſonniger Blumenwieſe, phantaſtiſche Bauwerke, ruhige
Landſchaften und begeiſternde Tieraufnahmen und Darſtellungen
von Pflanzen und Blumen, wie man ſie ſelten ſah, Kinderſzenen
und Lagerfeuer, das alles wechſelt ab in bunter Folge mit
Dar=
ſtellungen vom Glück und Unglück des irdiſchen Daſeins von
Sport und Menſchenliebe, von Arbeit und Not, von Fleiß und
Feierſtunde; nicht zu vergeſſen die begeiſternden Darſtellungen
aus den Gebieten der Kunſt und Technik; Architekturen und
Landſchaften wechſeln ab. mit einigen ſenſationellen
Straßen=
ſzenen. Auch Sachliches, den photographiſch=techniſch
Intereſſier=
ten wohl beſonders reizend, finden wir, ſo daß ohne
Uebertrei=
bung wohl geſagt werden kann: die Jahresſchau 1935 iſt ein ganz
großer Wurf und findet durch die den Bilderteil umrahmenden
literariſchen Beiträge eine ideale Abrundung zur gewiß
unge=
teilten Freude aller Beſitzer jenes wirklich beglückenden Werkes.
Prof. Dr. Neugebauer ſchrieb mit ſpitzer Feder über das für die
Empfindlichkeitsmeſſung photographiſcher Emulſionen neu
ein=
geführte Din=Verfahren, Dr. Grabner berichtet über „Ein wenig
Photo=Mathematik” und kommt dabei zu überraſchenden
Ergeb=
niſſen. über die ſelbſt manch verſierter Fachmann bisher wohl kaum
recht Beſcheid wußte; und ſchließlich ſei des Vorworts des Grafen
Santeul gedacht, der als Präſident aller photographiſchen
Ver=
einigungen Frankreichs warm empfundene Worte in hoher
An=
erkennung der Leiſtungen deutſcher Photographen ſchrieb und
zwiſchen den Zeilen für jeden Gutwilligen zu erkennen gab, daß
die beiden großen Nationen, Deutſchland und Frankreich, nichts
weiter trennt als ein Irrtum, den zu beſeitigen ſich der
Heraus=
geber Bruno Schultz. zum Wohl des Vaterlandes, ſichtlich mit
bemühte. Alles in allem: wieder das ideale Geſchenkwerk, deſſen
Anſchaffung durch ſeinen bleibenden Wert ſich vielſeitig
verloh=
nen wird.
*) Bruno Schultz Verlag. Berlin=Grunewald.
behält es dabei ſein Bewenden. Die geſetzliche Stundung
der hypothekariſch geſicherten Forderungen
wird um 1½ Jahr verlängert, ſo daß der
Gläubi=
ger die Rückzahlung nicht vor dem 1. Juli 1936
verlangen kann. Die Vorſchriften der Notverordnung vom
11. November 1932 und die dazu erlaſſenen
Durchführungsvor=
ſchriften finden auch auf die verlängerte geſetzliche Stundung
ſinn=
gemäß Anwendung. Die Abzahlung der Hypotheken, die zur
Hauszinsſteuerablöſung beſtellt ſind, wird von der weiteren
ge=
ſetzlichen Stundung nicht betroffen.
Man wird hoffen dürfen, daß nun die Vorausſetzungen
ge=
ſchaffen ſind, um zunächſt einmal das ganze Gebiet der
Aufwer=
tungshypotheken endgültig zu liquidieren, ſo daß der
Hypotheken=
markt künftig auf weitere ſtaatliche Eingriffe nicht mehr
ange=
wieſen iſt, ſondern ſich die Beziehungen zwiſchen Gläubigern und
Schuldnern auf der Baſis der Verträge und des Vertrauens
un=
mittelbar regulieren können.
Nahrungsfreiheik und Siedlungsraum
Die wichtigſte Vorausſetzung der Wiedergewinnung unſerer
nationalen Freiheit iſt die Nahrungsfreiheit, d. h., wir müſſen
ſo viel Lebensmittel durch die eigene Landwirtſchaft erzeugen,
daß wir auch in den ſchlimmſten Zeiten mit der heimiſchen
Produktion auskommen und auf die Einfuhr vom Ausland
verzichten können. Es iſt alſo nötig, die Produktion der
wich=
tigſten Nahrungsmittel ganz erheblich zu ſteigern. Es genügt
jedoch nicht lediglich die einzelnen landwirtſchaftlichen Betriebe
zu moderniſieren, die beſten Düngemittel bereitzuſtellen und
nur den beſten Samen zu verwerten. Es müſſen auch andere
Momente berückſichtigt werden. Hierzu gehört die
Seßhaft=
machung der Landarbeiter, ein Problem, mit dem
wir uns ſchon ſeit Jahren beſchäftigen und das jetzt vom
Reichsnährſtand her mit neuer Kraft angepackt wird.
Die vorbereitenden Maßnahmen ſind mit den
Regierungs=
ſtellen bereits beſprochen worden. Das vordringlichſte Problem,
das zu löſen iſt, iſt der Bau von Landarbeiterwohnungen. Auf
dieſem Gebiet iſt in der Vergangenheit ſtark geſündigt worden.
Gerade die Unterkunftsmöglichkeiten waren ſehr oft
ausſchlag=
gebend für den Entſchluß der Angehörigen des Landvolks vom
Land in die Stadt überzuſiedeln. Selbſtverſtändlich haben auch
die höheren Löhne in den Städten einen Anreiz ausgeübt, ſo
daß eine gewaltige Umſchichtung eingetreten iſt. Heute wohnen
Zweidrittel der Bevölkerung bereits in Gemeinden mit über
2000 Einwohnern, alſo nur ein Drittel lebt auf dem Lande.
Auf den Schultern eines verhältnismäßig kleinen Prozentſatzes
der Bevölkerung ruht alſo die enorme Verantwortung für die
Nahrungsfreiheit des deutſchen Volkes.
Es iſt intereſſant, einen Blick auf die Statiſtik zu werfen.
Von 1871 bis 1910 hat ſich die Bevölkerungszahl in den kleinen
S=ädten verdoppelt, in den mittleren Städten verdreifacht und
in den Großſtädten ſogar verſiebenfacht. Von 1910 bis 1933 haben
die Großſtädte noch eine weitere Zunahme um 48,7 Prozent zu
verzeichnen. Dieſe Bevölkerungsbewegung fällt immerhin in
einen Zeitraum, der ein ſtarkes Aufblühen der deutſchen
In=
duſtrie ſah. Aber die Vergleiche zwiſchen 1925 und 1933 zeigen
doch, daß der Zug in die Stadt in den letzten Jahren
keines=
wegs abgenommen hat. 1925 wurden in der Landwirtſchaft
9,7 Millionen und 1933 9,3 Millionen erwerbstätige Perſonen
gezählt. Es iſt alſo ein Verluſt von 400 000 Menſchen zu
ver=
zeichnen. Aehnlich liegen die Dinge bei den ſelbſtändigen
Land=
wirten. 1925 waren es 2 193 471 Bauern, 1933 nur noch 2 181 630.
Die unglücklichen wirtſchaftlichen Verhältniſſe haben unter der
ſelbſtändigen Bauernſchaft ſtark gewütet. Sie haben 1933 ſogar
noch rund 1000 Landwirte gezwungen, Deutſchland überhaupt
zu verlaſſen.
Insgeſamt ſind zwar die Siedlungsergebniſſe, die der
Be=
völkerungsumſchichtung entgegenwirken ſollen von 1919 bis 1933
recht erfreulich. Ueber 62000 neue Siedlerſtellen wurden
ge=
ſchaffen, über 104 000 Anlieger erhalten Landzulage. Aber das
alles reicht nicht aus, um die Städte von der überſchüſſigen
Be=
völkerungsmaſſe zu befreien und ſchon aus hygieniſchen Gründen
einen recht erheblichen Prozentſatz wieder auf dem Lande
ſeß=
haft zu machen.
Selbſtverſtändlich iſt die Siedlungstätigkeit zu fördern. Da
ſich die Stadtrandſiedlung bewährt hat, vor allem weil ſie dieſen
Siedlern einen Lebensmittelzuſchuß bringt, ſollte man auch dazu
übergehen, wirtſchaftlichen Unternehmungen, die eine
Verpflan=
zung vertragen, in die kleinen Gemeinden zu verlegen oder aber
in den dünner beſiedelten Oſten, wodurch automatiſch die Zahl
der Kleingärtner anwachſen würde. Gleichzeitig würde ſich aber
eine enorme Rückwanderung vollziehen, die zwar nicht direkt auf
das Land geht, immerhin doch die kleineren Gemeinden ſtärkt und
damit die Städter wieder dem Lande näherbringt. Durch die
Um=
pflanzung der Induſtrie würde es ſich auch erreichen laſſen, daß
Arbeitskräfte, die zu beſtimmten Zeiten des Jahres brachliegen,
einer induſtriellen Betätigung zugeführt werden. Aber alle dieſe
Pläne laſſen ſich nur ſchrittweiſe verwirklichen. Es muß
zu=
nächſt immer wieder das angeſtrebt werden, was am leichteſten
zu erreichen iſt und was am wichtigſten iſt. Dazu gehört
un=
zweifelhaft die Seßhaftmachung der Landarbeiter.
Ideenwellbewerb für die deutſchen Bildhauer.
Der Reichsminiſter des Innern hat als Bauherr der
Olympiabauten auf dem Reichsſportfeld in Berlin einen
Ideen=
wettbewerb für die Geſtaltung der Torpfeiler am Haupteingang
der Dietrich=Eckart=Freilichtbühne ausgeſchrieben. Zugelaſſen
ſind alle der Reichskammer der bildenden Künſte, Fachverband
der Bildhauer, angehörenden Künſtler. An Preiſen und
An=
käufen ſind insgeſamt 4 750,— RM. ausgeſetzt. Außerdem wird
der Auslober dem Verfaſſer eines der preisgekrönten oder
an=
gekauften Entwürfen den endgültigen Auftrag erteilen.
Das Preisgericht beſteht u. a. aus den Herren
Staats=
ſekretär Pfundtner (Reichsminiſterium des Innern) Prof.
Eugen Hönig (Präſidenr der Reichskammer der bildenden
Künſte), Regierungsbaumeiſter March Prof. Schultze=
Naumburg, Prof. Wackerle und Bildhauer Iſenbeck.
Einlieferungstermin iſt der 28. Januar 1935. Die
Wettbewerbs=
unterlagen werden auf ſchriftliche Anforderung von der
Reichskammer der bildenden Künſte, Berlin W. 35, Blumeshof 6,
koſtenlos abgegeben.
— Zehn Jahre Frundsberg=Verlag. Der Frundsberg=Verlag
wurde im Jahre 1924 in der Zeit der ſchwerſten Not Deutſchlands.
begründet. Er hatte ſich zum Ziel geſetzt, in einer Zeit, welche die
nationale Bewegung ſehr lahmlegte, ſich desjenigen Mittels zu
be=
dienen, das immer eine der ſtärkſten Waffen im Kampf iſt, nämlich
des Wortes, des Buches, der geiſtigen Kräfte. In einer jahrelangen,
ſehr ſchwierigen Aufbauarbeit gelang es trotz aller Hinderniſſe, das
Werk der Verwirklichung zuzuführen. Es war nicht immer leicht,
die geeigneten Männer, Schriftſteller und Dichter, zu finden, und
es war zuweilen ſehr mühſelig, ſich gegen die dauernd bohrenden
Widerſtände der Linken und der Mitte durchzuſetzen, wobei man
dann faſt immer gegen einen vorhandenen und ſehr gut
ausgear=
beiteten Apparat zu kämpfen hatte. Dieſe Entwicklung ging
un=
unterbrochen vor ſich und bediente ſich jener Behutſamkeit, die
darauf verzichtete, möglichſt raſch möglichſt viel hinzuſtellen
ſon=
dern die es vorzog, die Dinge organiſch reifen zu laſſen, wobei es
nach Jahren einer ſtarken Anſpannung aller Kräfte auch Zeiten
der Zurückhaltung gab.
— Naturärztliche Frauenfibel von Dr. med. Hans Graaz. (1,80
RM. Falken=Verlag, Berlin.
Welche Frau hat nicht eins von den tauſend Wehs und Achs,
die ihr die Freude am Leben nehmen. Es brauchte nicht zu ſein,
ein Leben der Geſundheit und Freude, damit vollen Lebensglückes
könnte jede Frau führen, wenn ſie ſich über die wichtigſten
Funk=
tionen ihres Körpers unterrichtete, über die Gründe ihres
Ver=
ſagens und die naturge
n Mittel ſicherer Verhütung und
Heilung. Dinge, die alle Frauen unbedingt wiſſen ſollten,
behan=
delt der bekannte Naturbeilarzt in leicht verſtändlicher Weiſe.
Seite 4 — Nr. 345
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 15. Dezember 1934
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Samstag, 15. Dezember 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
4Auslandsdeutſchtum und deutſche Wirtſchaft.
Darmſtadt, den 15. Dezember 1934.
Nur ein kleiner Umweg!
Das wird ja heute und morgen wieder ein lebhafter Betrieb
werden in unſeren Straßen und Geſchäften: Nur noch eine Woche
wis zum Weihnachtsfeſt! Da überlegt ſich jeder mal ernſtlich was
ähm noch fehlt an Geſchenken für ſeine Lieben. Dies Einkaufen
nvor Weihnachten iſt doch etwas Wunderſchönes, man möchte es nicht
rniſſen, wenn man auch gegen Abend noch ſo müde und mit Paketen
Hepackt nach Hauſe ſtrebt.
Dieſe Freude des Einkaufens und Schenkens können ſich aber
eine ganze Menge Leute nicht leiſten — ſie würden froh ſein, wenn
je für ſich ſelbſt die notwendigſten Dinge beſchaffen könnten.
0200 Familien ſind’s, im Kreis Darmſtadt, die der Betreuung
purch das Winterhilfswerk bedürfen; und in dieſen Familien ſind
ruſammen 15 000 Kinder, die ſich gerade ſo wie alle andern
Darm=
kädter Kinder auf das Weihnachtsfeſt freuen möchten.
Und deshalb haben wir heute eine Bitte und einen Vorſchlag:
Verbinden Sie heute oder morgen nachmittag mit Ihren
Einkäu=
en in den Geſchäftsſtraßen einen kleinen Abſtecher zum Langen
eudwig und tragen Sie dort eine Spende für dieſe Bedürftigen
in! Es iſt nur ein kleiner Umweg, und Sie werden ganz gewiß
oppelt froh und befriedigt nach Hauſe gehen!
Aympia=Berpflichkungsfeier im ehem.
Landtags=
gebäude.
Am Sonntag, dem 16. Dezember, vormittags 11.15 Uhr.
fin=
det im ehem. Landtagsgebäude zu Darmſtadt die feierliche
Ver=
uflichtung der hieſigen Olympia=Vorbereitungskämpfer ſtatt, die
von dem Reichsſportführer v. Tſchammer u. Oſten aus der
Staats=
wer in Berlin mittels Rundfunkübertragung in Form eines Ge=
Feinſchaftsempfanges vorgenommen wird.
Hierzu lade ich hiermit alle Vertreter der ſtaatlichen und
ſäidtiſchen Behörden, der Parteiorganiſationen, ſowie der
Kör=
verſchaften und Vereine herzlichſt ein.
Eine ſchriftliche Einladung ergeht nicht mehr.
Der Leiter d. vorl. Ortsgruppe d. Reichsbundes f. Leibesübungen:
(gez.) Löwer.
Die Männer= und Frauengruppe des VDA. hatte geſtern zu
einer Volksdeutſchen Kundgebung eingeladen, die im Hörſaal 348
der Techniſchen Hochſchule ſtattfand und ein ſtärkſtens im
Vorder=
grund des Intereſſes ſtehendes Thema zum Gegenſtand hatte. Ein
durch jahrelange Auslandstätigkeit beſonders berufener Kenner
der politiſchen und wirtſchaftlichen Verhältniſſe der
Nachkriegs=
zeit im Ausland, Dr. Dr. Karl Müller aus Krefeld, ſprach
über das Thema: „Auslandsdeutſchum und deutſche
Wirtſchaft”
Der Abend wurde durch den Landesleiter,
Oberſtudiendirek=
tor Dr. Leip, eröffnet, der die Erſchienenen herzlichſt im Namen
des Landesverbandes Heſſen des VDA. begrüßte und
inſonder=
heit willkommen hieß den Herrn Landesbiſchof Dr. Dietrich,
die Parteifunktionäre, die Mitglieder des neugebildeten
Volks=
deutſchen Ausſchuſſes, die Vertreter der Handelskammer der
Studentenſchaft uſw. Der Landesleiter verbreitete ſich dann
kurz, aber eindringlich, über die neuen Ziele und Arbeiten des
VDA., die ſich ſehr weſentlich gegen früher unterſcheiden. Es gilt
in erſter Linie, neu überlegen, anders denken zu lernen, als man
es bisher gewohnt war. Fragen die die deutſchen
Auslands=
gruppen betreffen, ſollen und müſſen das ganze deutſche Volk
intereſſieren. Eine Reihe von Rednern, beſte Kenner der
Ma=
terie, ſollen im Auftrage des Landesverbandes dazu beitragen.
Der Redner des Abends, Dr. rer pol., Dr. phil. Karl
Müller=Krefeld, begründete in ſeiner Einleitung kurz die
Tatſache, daß die Zahl der Auslandsdeutſchen doch ſo groß ſei.
daß wir ſie irgendwie in das Wirtſchaftsgebiet des Inlandes
einrangieren müſſen. Sie ſind ein Faktor, den unſere Wirtſchaft
nicht ohne ernſte Berückſichtigung laſſen kann. Man hat uns im
Kriege die Kolonien geraubt und ſagt nun, wir hätten kein
Aus=
landsintereſſe mehr. Es wird dabei völlig und abſichtlich außer
acht gelaſſen, daß 35 Millionen außerhalb des deutſchen
Mutter=
landes leben, das ſind mehr, als Franzoſen in
Frank=
reich wohnen! Es iſt ganz ſelbſtverſtändlich, daß dieſe 35
Millionen Deutſche für unſere Wirtſchaft bedeutend ſind
Allerdings gehört dazu, daß wir ſie irgendwie
wirtſchaftspoli=
tiſch einordnen. Die Auslandsdeutſchen haben eine
Organiſations=
form, die vor allem im Genoſſenſchaftsweſen, bauend auf dem
Ge=
danken der Selbſthilfe, fußt. Dieſe Genoſſenſchaften beſtehen ſeit
vor dem Kriege beſonders in Polen, Rumänien, Südſlawien,
Tſchechoſlowakei, uſw. Sie halten die Verbindung mit Deutſchland
aufrecht beſonders durch den Bezug deutſcher Maſchinen uſw. Der
bodenſtändige Deutſche genießt faſt überall ein ſehr großes Maß
von Vertrauen. Weit mehr als die Eingeborenen ſelbſt. Dieſe
Summe von Vertrauen, das nie enttäuſcht wird, kommt irgendwie
dem deutſchen Mutterland zugute. Es gründet und wird erhalten
und fortgepflanzt durch die Erziehung in den deutſchen Schulen
und durch die perſönliche Propaganda, die in den deutſchen
Schulen und durch ihre Schüler getrieben wird, ohne irgendwelchen
Einfluß von außen. Das iſt in Deutſchland viel zu wenig bekannt,
gleichwie die Deutſchen leider ſchnell vergeſſen haben, welche
Men=
gen Lebensmittel aus dem Banat nach dem Kriege nach
Deutſch=
land kamen und daß die Deutſchen Amerikas allein 70 große
Frachtdampfer mit Lebensmitteln nach Deutſchland ſandten, als
die Blockade aufgehoben war. Das zu vergeſſen iſt ebenſo unrecht,
wie es ein Mangel iſt, daß wir uns nicht genügend um die
Kul=
turgüter, beſonders um Literatur und Dichtkunſt der Länder
kümmern, wo deutſche Kolonien ſind. Es iſt hocherfreulich, daß die
Reichsregierung hier mit gutem Beiſpiel vorangeht (Einrichtung
von Lehrſtühlen für Slawiſtik uſw.) Polniſche tſchechiſche,
un=
gariſche Dichtungen ſollten mehr wie bisher ins Deutſche überſetzt
werden. Allerdings wirken die deutſchen Schulen in dieſer
Rich=
tung gut. Aber in vielen Gegenden fehlt es an
Schulen. Beſonders an den Miſſionsſchulen,
auf die Frankreich trotz Trennung von Kirche und Staat,
größten. Wert legt. Auf jeden Fall bilden die
Genoſſen=
ſchaften, die Handelsvertretungen und die deutſchen Schulen
Fak=
teren auch im Wirtſchaftsleben, daß ſich ohne weiteres daraus
für uns die unerläßliche Notwendigkeit ergibt, das
Auslands=
deutſchtum wirtſchaftspolitiſch in Rechnung zu ſtellen. Daraus
aber ergibt ſich auch die große Bedeutung der Beziehungen und
der Bindungen der Deutſchen innerhalb mit den Brüdern und
Schweſtern außerhalb der politiſchen Grenzen. Hier liegt ein
weſentlicher Teil der Aufgaben des VDA. Nur wenn er ſeine
Aufgaben richtig und reſtlos löſt, wird eine wirkliche
Kultur=
gemeinſchaft aller Deutſchen, eine wahre deutſche
Volksgemein=
ſchaft erſtehen, die dem Deutſchtum den Platz an der Sonne
wie=
der verſchaffen hilft.
Profeſſor Dr. Eugen Köſer ſprach dem Redner herzlichſten
Dank aus für ſeine durch die Wucht der Tatſachen überzeugenden
Ausführungen und ſchloß mit einem warmen Appell zum Beitritt
zum VDA., den der Führer den Treuhänder des Deutſchtums
ge=
nannt hat. Wir müſſen endlich lernen deutſch zu denken, ohne
gleichzeitig dieſes Deutſchtum durch zufällige Grenzen zu
begren=
zen. Deutſch iſt überall da, wo eine deutſche Mutter deutſch mit
ihren Kindern betet. Mit einem dreifachen Volkheil auf den
Führer wurde die Kundgebung geſchloſſen.
Das Staatspreſſeamt teilt mit: Nach dem Vorgehen der
preußiſchen Juſtizverwaltung iſt auch in Heſſen die Zuſendung
von Weihnachtspaketen an Gefangene nicht mehr zugelaſſen. Die
Gefangenenanſtalten werden derartige Pakete ohne weiteres an
den Abſender zurückgehen laſſen.
Auch Sonntag Paketannahme. Am Sonntag, 16. Dezember,
ſind die Paketannahmeſchalter bei dem Poſtamt (Rheinſtraße)
air ßergewöhnlich nachmittags von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt.
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16. Dezember Anf. 19. Ende 23.15 Uhr.
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Lohengrin.
Preiſe 0.70 bis 5.50 ontag,
17. Dezember Anfang 19.30, Ende nach 22.45 Uhr.
Deutſche Bühne. Jugendring 1 2. Vorſt.
Egmont.
Geſch oſſene Vorſtellung denstag,
18. Dezember
Anfang 14, Ende nach 17.15 Uhr
Deutſche Bühne, Jugendring 1 2. Vorſt.
Eymont.
Geſchloſſene Vorſtellung
Anfang 20, Ende geg. 22.30 Uhr. Miete A 11
Der Veiter aus Dingsda. Preiſe 0.70 bis 5.50 Dennerstag,
20. Dezember Miete C. 11
Anfang 20, Ende geg. 22.
Preiſe 0.50 bis 4.50
Hockewanzel. FStag,
21. Dezember Anf. 19.30 ,Ende gegen 22.30 Uhr. Miete D 11
Preiſe 0.70 bis 5.50
Macbeth. Rinntag,
23. Dezember Miete B 11
Anf. 19.30, Ende 22.30 Uhr.
Preiſe 0.70 bis 5.50
Der Zigeunerbaron. Kleines Haus. Fimstag,
15. Dezember Außer Miete
Aufang 15.30, Ende 18 Uhr.
Zum erſt. Male: Der kleine Muck. Pr. 0.40 b. 2.00
Anfang 19.30, Ende geg. 22 Uhr. Außer Miete
Preiſe 0.70 bis 3.30
Der Nobelpreis. Humntag,
16. Dezember Außer Miete.
Anfang 15.30 Ende 18 Uhr
Preiſe 0,40 bis 2.00
Der kleine Muck.
Anfang 19.30, Ende geg. 22 Uhr.
Deutſche Bühne M51 u. II
Preiſe 0.70 bis 3.80
Der Nobelpreis. Nenstag.
18. Dezember Anfang 20. Ende geg. 22.30 Uhr.
Deutſche Bühne M 5 III u. IV
Preiſe 0.70 bis 3.80
Der Nobelpreis. Nirtwoch,
19. Dezember Anfang 15.30, Ende 18 Uhr
Deutſche Bühne. Jugendring II 1. Vorſtellung
Der kleine Muck. Geſchloſſene Vorſtellung
Anf. 19.30, Ende geg. 22 Uhr Zuſatzmiete II,
6. Vorſt. Der Nobelpreis. Preiſe 0.70—3.80 ſarnstag,
22. Dezember Anfang 15.30, Ende 18 Uhr Deutſche Bühne
Jugendring II 1. Vor ellung
Der tleine Muck. Geſchloſſene Vorſtellung jonntag.
23. Dezember Anfang 15.30, Ende 18 Uhr. Deutſche Bühne
Jugendring II 1. Vorſtellung
Der kleine Muck. Geſchloſſene Vorſtellung
Wir werben für Darmſtadt!
Uns wird geſchrieben: Unſere ſchöne Heimatſtadt iſt
in=
folge ihrer geſchichtlichen Entwicklung nicht mit denjenigen
Glücks=
gütern geſegnet, die Wirtſchaftsmittelpunkte oder Induſtrieſtädte
gerade heute beſonders aufzuweiſen haben. Die Reize unſerer
Stadt ſind ganz andere und für die allgemeinen menſchlichen
Be=
lange ſicherlich von keiner geringen Bedeutung.
Jeder Darmſtädter weiß, daß es heute darauf ankommt, für
unſere Stadt freudig und tatbereit einzuſtehen. Der Verkehrs=
und Verſchönerungsverein Darmſtadt und Umgebung e. V.
er=
achtet es als ſeine vornehmſte Pflicht, die Vorzüge der Kunſt=
und Gartenſtadt des Rhein=Main=Gebietes in das hellſte Licht
zu rücken.
Abgeſehen von den ideellen Werten einer ſolchen Tätigkeit
bringt dieſe auch noch wirtſchaftliche Vorteile mit ſich, und es iſt
daher unverſtändlich, wieſo ſich gerade an wirtſchaftlichen Dingen
intereſſierte Kreiſe von der Mitgliedſchaft in dem genannten
Ver=
ein fernhalten. Es iſt nicht nur Pflicht eines jeden in unſeren
Mauern wohnenden Volksgenoſſen, ſich der Ziele und Zwecke
unſeres Vereins anzunehmen, ſondern es muß dem einfachſten
Anſtandsgefühl entſpringen, diejenigen Männer, die den Kampf
für Darmſtadts Geltung führen, nicht nur ideell zu ſtützen
ſon=
dern ihnen auch durch Gewährung des geringen Monatsbeitrags
die Möglichkeit zu geben, Anregungen und Pläne in die
Wirk=
lichkeit umzuſetzen.
Der Verkehrs= und Verſchönerungsverein Darmſtadt und
Umgebung e. V., unter der energiſchen und umſichtigen Leitung
unſeres Oberbürgermeiſters Wamboldt, iſt kein Vereinchen
mit bürgerlichen Allüren, ſondern eins der weſentlichen Inſtitute,
die die Haltung des Beſtehenden und die Aufbaumöglichkeit des
Kommenden betreiben. Deswegen: Darmſtädter, meldet Euch
bei dem Verkehrs= und Verſchönerungsverein
Darmſtadt und Umgebung e. V., Poſtfach 171, an. Der
Mindeſtbeitrag koſtet im Jahr 4 RM., d. h. vierteljährlich eine
einzige Reichsmark!
Das ganze deutſche Volk erwarkek das
Weihnachks=
ſeſl. — Vergeßt nichl unſere armen Volksgenoſſen!
Gebt Euere Spende dem Winterhilfswerk
Kreis Darmſtadt:
Konto Nr. 3500 bei der Städtiſchen Sparkaſſe,
Konto Nr. 5000 bei der Dresdener Bank und
Konto Nr. 16000 bei der Deutſchen Bank.
Ausgabe von Mietgutſcheinen (Sondergebäudeſteuer). Wir
verweiſen auf die Bekanntmachung des ſtädtiſchen Wohlfahrts=
und Jugendamtes in der heutigen Nummer, wonach die Ausgabe
der Mietgutſcheine für die Monate Dezember und Januar in der
Zeit vom Dienstag, den 18. 12., bis Samstag, den 22.. im früheren
Ludwigsbahnhof, Steubenplatz 13. Eingang 2 ſtattfindet.
Die Ausgabe erfolgt nur während der in der Bekanntmachung
ge=
nannten Stunden gegen Vorlage der Arbeitsloſenkontrollkarte.
bzw. des Unterſtützungsausweiſes uſw.
Sozialrentnerunterſtützung. Da der 16. d. M. auf einen
Sonntag fällt, wird die Zuſatzunterſtützung zur Sozialrente bereits
heute, Samstag, an der Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, ausgezahlt.
v. Heſſiſche Sparkaſſen. Im Jahre 1935 feiern 100jähriges
Beſtehen die Bezirksſparkaſſen Lorſch, Groß=Umſtadt und
Friedberg.
Der heſiſche Siausnitiſer.
Dienſtregelung am 24. und 31. Dezember 1934.
Am Montag, dem 24. Dezember 1934, und am Montag, dem
31. Dezember 1934, wird wie für den 1. und 2.
Weihnachtsfeier=
tag und den 1. Januar 1935 für den Geſchäftsverkehr des
Staats=
miniſteriums Sonntagsdienſt angeſetzt. Das gleiche findet
An=
wendung für ſämtliche Staats= und Gemeindebehörden, ſoweit es
die dienſtlichen Verhältniſſe geſtatten.
Lohn= uſw. Zahlung vor Weihnachten. Die in der Zeit vom
21. bis 25. Dezember 1934 fällig werdenden Bezüge der Beamten
Angeſtellten und Arbeiter können bereits am 20. Dezember 1934
ausgezahlt werden. Ueberweiſungen auf ein Bank= uſw. Konto,
ſowie Zahlungen im Poſtwege dürfen ſchon am 18. Dezember 1934
erfolgen.
Bekanntmachungen des Perſonalamts.
Beſtellt wurden am 1. Dezember 1934 zu
kommiſſari=
ſchen Bürgermeiſtern: Jakob Kuhl, Schönberg, Kreis
Bensheim; Georg Feick Ernſthofen Kreis Dieburg; Karl
Löffler. Georgenhauſen. Kreis Dieburg; Otto Glaub,
Gettenau, Kreis Büdingen: Wilhelm Fuhr. Beuern. Kreis
Gießen; Karl Adam 2., Weinheim, Kreis Alzey; Alex
Neu=
mann, Nauheim, Kreis Groß=Gerau; Konrad Linker,
Haar=
hauſen, Kreis Alsfeld; zu kommiſſariſchen
Beigeord=
neten: Peter Anders, Bickenbach. Kreis Bensheim; Johann
Peter Neff, Dorndiel Kreis Dieburs; Wilhelm Janke,
Georgenhauſen, Kreis Dieburg; Adam Raiß, Büttelborn, Kreis
Groß=Gerau.
Ernannt wurden am 8. Dezember zu Bürgermeiſtern:
Artur Hoffmann, Jügesheim, Kreis Offenbach; Albert
Nofz, Zellhauſen, Kreis Offenbach; z Beigeordneten?
Peter Straßheimer 2. Steinbach i. T., Kreis Offenbach.
Epangeliſch=kirchliche Nachrichten.
Ernannt wurden: Der Pfarramtskandidat Irmfried
Mar=
tin aus Weilmünſter mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 ab
zum Pfarrverwalter der erledigten Pfarrei Maſſenheim Dekanat
Wiesbaden=Wallau; der Pfarramtskandidat Albrecht Heß aus
Oberurſel i. T. mit Wirkung vom 1. Dezember 1934 ab zum
Pfarrverwalter der erledigten Pfarreien Bornich und Dörſcheid,
Dekanat St. Goarshauſen, mit dem Sitz in Bornich. Der von
Seiner Durchlaucht dem Fürſten Alexander zu Erbach=Schönberg
zu Schönberg (Heſſen) erfolgten Präſentation des Pfarrers Jakob
Reinheimer zu Bad Wimpfen, Dekanat Zwingenberg, auf
die Pfarrei König i. Odw. Dekanat Erbach, mit Wirkung vom
1. Januar 1935 ab die Beſtätigung erteilt worden.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Pfarrer Johann
Hein=
rich Bauer zu Wallenrod. Dekanat Lauterbach, auf ſeinen
An=
trag mit Wirkung vom 1. Januar 1935 ab.
— Ausſtellung des Kanarienzucht= und Vogelſchutzvereins. Im
Hinblick auf die ſich immer großer Beliebtheit erfreuenden
kana=
rienſportlichen Veranſtaltungen hält der Kanarienzucht= und
Vogelſchutzverein, gegründet 1897, Darmſtadt, auch dieſes Jahr
wieder eine Ausſtellung ab. Die Ausſtellung, welcher eine
Prä=
miierung der beſten Sänger hieſiger und auswärtiger Züchter
vorausgeht, iſt für das Publikum am Samstag, den 15., und am
Sonntag den 16. Dez., im Ausſtellungslokal „Hanauer=Hof”.
Heinheimerſtraße 8, zugänglich. Eine Abteilung für praktiſchen
Vogelſchutz, ſowie eine Utenſilienſchau iſt angegliedert.
Gleich=
zeitig iſt den Intereſſenten Gelegenheit geboten, für wenig Geld
einen wirklich guten Kanarienhahn zu erwerben und an der
Tombolaverloſung teilzunehmen.
u
O
u 9
A
WI
aße
(II. St. 8878
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 345
Aus der NSDAP.
Schulungsappelle finden ſtatt:
15. Dez.: Groß=Gerau. 16 Uhr (in der Kreisleitung).
16. Dez.: Darmſtadt. 10 Uhr (Reſt, Fabian, Alexanderſtr.).
16. Dez.: Bensheim, 14 Uhr (Lokalangabe durch Kreisltg.).
16. Dez.: Heppenheim. 17 Uhr (Lokalangabe durch Kreisltg.),
16. Dez.: Dieburg. 20 Uhr (Lokalangabe durch Kreisltg.).
19. Dez.: Mainz, 20 Uhr (Lokalangabe durch Kreisleitung).
Erſcheinen der Schulungsleiter der PO. und der
Schulungs=
walter der DAF. iſt Pflicht. Die Kreisleiter und
Ortsgruppen=
leiter werden eingeladen, am Schulungsappell teilzunehmen.
Schulungskurſe in Heſſen.
Worms: Sonntag, den 16. Dezember 1934, 9.30 Uhr,
Gilde=
haus. Es ſpricht Pg. Dr. Schmidt.
Raſſeredner.
Unter Leitung des Leiters des Erbgeſundheitsamts findet
am 17. Dezember in der Gauführerſchule, Schwarzwaldſtraße, eine
Sitzung der Raſſeredner um 18.30 Uhr ſtatt. Erſcheinen iſt
Pflicht.
Der Kreisleiter.
Kreisſchulungsamt.
Am Sonntag, dem 16. Dezember 1934, findet bei Fabian,
Darmſtadt, Alexanderſtraße 23, ein Kreisſchulungsappell um
10 Uhr pünktlich ſtatt.
Auf Anordnung haben an dieſem Kreisſchulungsappell
teil=
zunehmen
1. Ortsgruppenleiter,
2. Ortsgruppenſchulungsobmann,
3. Zellenſchulungsobleute
aller Ortsgruppen des Kreiſes Darmſtadt. Da
Gauſchulungsleiter Pg. W. Ruder anweſend ſein wird, iſt
reſt=
loſes Erſcheinen unbedingte Pflicht. Entſchuldigungen gibt es
in dieſem Falle nicht. (Dienſtanzug.)
Am Dienstag, dem 18. Dezember 1934, findet im
Konkordia=
ſaal, Mackenſenſtraße der Zentralſchulungskurſus für die
Politi=
ſchen Leiter der Stadt Darmſtadt ſtatt. Vollzähliges Erſcheinen
iſt unbedingt erforderlich. Beginn 20.30 Uhr.
Erwünſcht iſt die Teilnahme aller Nebengliederungen,
Lieder=
bücher ſind mitzubringen.
Der beabſichtigte Lichtbildervortrag iſt für ſpäter vorgemerkt,
Schulungsabende finden ſtatt:
Montag, den 17. Dezember 1934, in Eberſtadt,
Mittwoch, den 19. Dezember 1934, in Griesheim,
Donnerstag, den 20. Dezember 1934, in Roßdorf.
Freitag, den 21. Dezember 1934, in Malchen.
Beginn jeweils 20.30 Uhr. Zu dieſen Schulungsabenden ſind
alle Nebengliederungen eingeladen.
Schulungsabende. Verſchiedene Vorfälle geben Anlaß dazu,
auch an dieſer Stelle darauf hinzuweiſen, daß nach den
beſtehen=
den Vorſchriften Schulungsabende nur vom Kreisſchulungsamt
beſtimmt und feſtgeſetzt werden. Die Bezeichnung „
Schulungs=
abend” iſt den Ortsgruppen ohne Genehmigung des
Kreis=
ſchulungsamts unterſagt.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Rheintor.
Die Liſten für die Sammlung zum Eintopfgericht am 16.
ds. Mts. ſind Samstag, den 15. Dezember 1934, in der Zeit von
9—13 Uhr, in der Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße 62 (ehem.
Bauern=
kammer) abzuholen.
Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gervinus.
Sämtliche Amtswalter, Helfer und Helferinnen, die bei der
Eintopfſammlung innerhalb unſerer Ortsgruppe beteiligt ſind,
werden höflich gebeten, ſich am kommenden Sonntag, dem
16. d. M., vormittags 9 Uhr, in unſerer Geſchäftsſtelle,
Stifts=
ſtraße 32 (Peſtalozziſchule) einzufinden.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Mitte.
Am kommenden Sonntag, dem 16. Dezember 1934, wird die
Sammlung für das Eintopfgericht des Monats Dezember
durch=
geführt. Wir bitten alle ſeitherigen Helfer (Amtswalter der
Ortsgruppe, Frauenſchaft BDM. uſw.), ſich um 9 Uhr an dieſem
Tage auf unſerer Geſchäftsſtelle, Landgraf=Georg=Straße 64,
ein=
zufinden.
NS.=Lehrerbund, Stadt= und Landkreis Darmſtadt.
Fachſchaft II (Höhere Schulen).
Die Mitglieder der Fachſchaft werden zu einer
Fachſchafts=
tagung eingeladen, die am Montag, dem 17. Dezember, 20.15 Uhr.
in der Aula des Realgymnaſiums ſtattfindet Pg. Dr. Heil
ſpricht über „Biologiſches Denken im Unterricht”.
Techniſche Nothilfe.
Wochendienſtplan.
Montag, den 17. Dezember 19.45 Uhr: Abtl. G. u. L. am
Kapellplatz. — 21.30 Uhr: Schwimmen für alle Nothelfer.
Dienstag, 18. Dezember, 20.30 Uhr: Hauptprobe des
Muſik=
zuges.
Donnerstag, 20. Dezember, 18.30 Uhr: Führerbeſprechung. —
19.45 Uhr: Techn. Dienſt und Inſtandſetzungsdienſt am
Kapell=
platz.
Freitag, 21. Dezember, 20.30 Uhr: Geſamtprobe des
Muſik=
zuges.
Samstag, 22. Dezember, 20 Uhr: Weihnachtsfeier im
Konkor=
diaſaal.
gez. Kochhafen. O. G. F.
— Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus des
Landes=
theaters geht heute abend zum dritten Male die Oper „Macbeth”
von Verdi in Szene, die am vergangenen Sonntag mit ſtärkſtem
Erfolg ihre Erſtaufführung erlebte. Die Hauptpartien ſingen
Liſelotte Ammermann und Heinrich Blaſel; die muſikaliſche
Lei=
tung hat Generalmuſikdirektor Karl Friderich. — Im Kleinen
ſtuck von W. Burggraf — wurde von Jochen Poelzig und Elli
Büttner in Szene geſetzt. Die Rolle des kleinen Muck ſpielt Edith
Schultze=Weſtrum; in den übrigen Hauptrollen ſind Beatrice
Doe=
ring, Käthe Gothe Edith Wien. Reinhard Lehmann, Ludwig
Linkmann, Ullrich Verden. Heinz Weihmann und Kurt
Weſter=
mann beſchäftigt. Die Muſik dirigiert Heinz Hoeglauer; die
zahlreichen Tänze hat Alice Zickler einſtudiert. Wie alljährlich,
ſo bringt auch in dieſem Jahre die Märchenaufführung wieder
viele Ueberraſchungen für die kleinen Beſucher. — Am Abend
geht im Kleinen Haus „Der Nobelpreis” von Hjalmar
Berg=
mann in Szene; wie ausdrücklich betont ſei, iſt die Vorſtellung
öffentlich. Das Stück erlebt heute abend übrigens bereits ſeine
7. Aufführung. Trotz des anhaltenden Erfolges iſt bereits die
letzte (10.) Aufführung für kommenden Mittwoch feſtgeſetzt da
Karl Ziſtig, der Darſteller der im Mittelpunkt der Handlung
ſtehenden Rolle des alten Swedenhjelm, das Heſſiſche
Landes=
theater für einige Zeit verlaſſen wird, um ſeinen
Gaſtſpielver=
pflichtungen nachzukommen.
Am Sonntag abend findet im Großen Haus eine Vorſtellung
der Oper „Lohengrin” von Richard Wagner unter der Leitung
von Generalmuſikdirektor Karl Friderich ſtatt. Die
Hauptpar=
tien ſind mit Johanna Blatter, Thea Consbruch. Johannes
Biſchoff und Joachim Sattler beſetzt. Die Partie des Königs
Heinrich ſingt Richard Lüttjohann vom Landestheater
Braun=
ſchweig als Gaſt. In dieſem Zuſammenhang teilt uns das
Heſ=
ſiſche Landestheater mit, daß die Gaſtbeſetzungen von drei
Haupt=
rollen in der Donnerstag=Vorſtellung von „Lohengrin” infolge
der Erkrankung von Frau Blatter, Herrn Sattler und Herrn
Schlüter notwendig geworden waren.
— Turngemeinde Beſſungen 65. Der Kneipſaal im
Vereins=
haus hat für Sonntag, den 16. Dezember 1934, ein beſonderes
Ge=
präge erhalten. Die Stirnſeite wurde mit den Bildniſſen großer
deutſcher Staatsmänner verſehen. Unter dieſe iſt nun das Bild
unſeres verſtorbenen Ehrenmitglieds. Heinrich Wenderoth,
ihm zur Seite die zwei weiteren verdienſtvollen Ehrenmitglieder,
Gg. Hch. Wolf und Otto Meß, die im Laufe dieſes Jahres von
uns gegangen ſind, angebracht. Die Turngemeinde Beſſungen wird
ihnen am Sonntag vormittag um 11.30 Uhr in Anweſenheit der
Hinterbliebenen einen ehrenden Platz im Turnhauſe geben. Die
Feierſtunde erhält durch die Mitwirkung der Singmannſchaft
einen würdigen Rahmen.
Tätigkeit der Feuerwehr. Die ſtädt. Berufsfeuerwehr
wurde im Monat November 1934 17mal alarmiert. und zwar zu
einem Kleinfeuer, 4 Kaminbränden, 6 Verkehrsſtörungen.
2 Waſſerrohrbrüchen, einer Tierrettung und 3 ſonſtigen Fällen.
Auf der Feuerwache. Kirchſtraße 13, wurde in 8 Fällen erſte
Hilfe geleiſtet
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 15. Dezember 195/
Die deutſcheArbeitsfront
Die NS.=Kulturgemeinde in der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch
Freude‟, Ortsverband Darmſtadt.
Unſere Vorſtellungen in dieſer Woche:
Montag, den 17. 12. 34. Jugendring I. 19.30 Uhr, im Großen
Haus: „Egmont”.
Dienstag, den 18. 12. 34, Jugendring I, 14 Uhr, im Großen
Haus: „Egmont”
Dienstag, den 18. 12. 34, Miete M, Gruppe III und II, im
Kleinen Haus: „Der Nobelpreis”
Kartenausgabe: Nur Dienstag, den 18. 12., vormittags von
9—13 Uhr, und nachmittags von 16 Uhr bis zum Beginn der
Vorſtellung.
Nachſtehend geben wir noch einmal kurz die Bedingungen
unſerer Sondermiete, die als Weihnachtsgeſchenk ganz
ſonders geeignet iſt: 5 Vorſtellungen nach freier Wahl innerkg
unſerer Mieten H, K. L. M. O und V zu dem Geſamtpreiſe
9 RM. Die Mietkarte enthält 5 Gutſcheine für je einen Xll
im 1. Sperrſitz, 2. Sperrſitz, 3. Sperrſitz, Parterre und Rang.
an der Kaſſe des Großen oder Kleinen Hauſes im Laufe
Spielzeit 1934/35 eingelöſt werden können.
Anmeldung in unſerer Geſchäftsſtelle im Kleinen Haus
Landestheaters von 9—13 Uhr vormittags. Fernruf 4256.
Orpheum. Sonntag, 16. Dez.: „Meine Schweſter und
Zu der Vorſtellung „Meine Schweſter und ich” ſind für die
meraden der DAF. und alle Volksgenoſſen auf unſerer Geſchäi
ſtelle Karten zum Preiſe von 50 Pf. (nur gute Plätze) zu han
Kunſthalle am Rheintor. Auch für den kommenden
Sonn=
tag ſoll der Beſuch der Jubiläums=Ausſtellung Prof.
Adolf Beyer hier empfohlen werden, weil dort manche
ſchöne Gabe für den Weihnachtstiſch erworben werden kann.
Er=
freulicherweiſe ſind auch bereits einige Verkäufe zu verzeichnen,
da die Oelbilder „Roſa Aſtern” „Apfelſtilleben” und „Abhang
am Buchenwald” Käufer gefunden haben. Ebenſo iſt ein in Italien
entſtandenes Aquarell in Privatbeſitz übergegangen. Es wäre zu
hoffen, daß auch der ſilberne Sonntag der Jubiläumsſchau in
dieſer Richtung weitere Erfolge bringt.
— Deutſch=Evang. Frauenbund, Ortsgruppe Darmſtadt. Unſere
Adventsfeier wurde die Feierſtunde, zu der Vorſitzende und
Vor=
ſtand ſie geſtaltet haben wollten. Sie wurde es durch den Vortrag
von Frau Profeſſor Dr. Gillet=Mannheim über den 2.
Glau=
bensartikel. Schlüſſel zum Erfaſſen des darin Bezeugten, ſeine
Zuſammenfaſſung, ſind nach ihren Darlegungen die Worte „Jeſus
Chriſtus, unſer Herr”, Herr in dem Sinne des griechiſchen Kyrios,
der uns ganz beanſprucht, uns aber auch alles gibt, Erlöſung,
Le=
ben und Seligkeit. Im 2 Teil ihres Vortrages zeichnete die
Red=
nerin mit wenigen Strichen die verſchiedenen Typen des
Chriſtus=
bildes, wie es beim Gang des Heilandes durch die deutſche Welt
vor unſeren Augen erſteht, ſo im Bekenntnis des Centurio am
Kreuze Jeſu, ſo im „Heliand” als Herzog und ſtarker Führer. Das
10. Jahrhundert bringt den armen Chriſtus, das 13. und 14. das
myſtiſche Chriſtusbild, das Ende des Mittelalters den dogmatiſchen
Chriſtus. Luther gibt uns im 16. Jahrhundert den „armen” und
den „herrlichen” Chriſtus. Nach den Chriſtustypen des
Pietis=
mus und des Rationalismus im 17. und 18. Jahrhundert ſucht das
19. Jahrhundert den hiſtoriſchen Chriſtus zu ergründen. — Zur
Feierſtunde ward uns der Nachmittag auch, und zwar ganz
beſon=
ders durch die hohe Kunſt von Frl. Grete Nies. Sie ſang mit
frommem und innigem Ausdruck Weihnachtslieder von Cornelius
ferner drei charakteriſtiſche alte geiſtliche Volkslieder, endlich zwei
Lieder von Brahms. fein und verſtändnisvoll auf dem Klavier
be=
gleitet von Frl. Meta Ihrig. Bei den Liedern von Brahms
ge=
währte noch beſonderen Genuß der edle Ton der Bratſche, von
Herrn Gottfried Nies geſpielt. So erlebten wir durch Wort und
Kunſt eine Feierſtunde im Advent.
S. W.
Unsere Inserenten werden gebeten, nach
Möglichkeit die Aufgabe der Anzeigen
bis ½6 Uhr vorzunehmen. Srößere
Anzeigen erbitten wir bis 4 Uhr.
Der Verlag.
KHrrgngn
So0000
Wichkige Enkſcheidung
für Abſolvenken Techniſcher Lehranſtalken.
Die Stellenvermittlung der Reichsberufsgruppen der Ar
ſtellten in der DAF. hat ſich vor einiger Zeit mit einer Ei
gabe, betreffend Ausnahmebeſtimmungen für junge Techniker
Rahmen der Anordnung über die Verteilung von
Arbeitskräſt=
vom 28. 8. 1934 an die Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung u
Arbeitsloſenverſicherung gewandt. Daraufhin ging der
Stelle=
vermittlung eine Entſcheidung vom Herrn Präſidenten, Geheit
rat Dr. Syrup, zu, durch die den vorgebrachten Wünſchen R
nung getragen wird. Nachſtehend der Inhalt des diesbezuglich
Rundſchreibens:
Den jungen Technikern können dadurch, daß ihnen die
Ai=
nahme praktiſcher Beſchäftigung im Anſchluß an ihre
theo=
tiſche Ausbildung durch die Anordnung über die Verteilu
von Arbeitskräften erſchwert iſt, berufliche Nachteile
erwa=
ſen. Die durch den Schulbeſuch erworbenen Kenntniſſe gehr
leicht wieder verloren, wenn die Eingliederung in den B
von der Erfüllung der vaterländiſchen Pflicht im Arbeitsdiet
oder in der Landhilfe im ſofortigen Anſchluß an den Abſchl
der theoretiſchen Ausbildung abhängig gemacht wird.
Für die Beſucher von Fachſchulen beſteht allgemein das
½=
dürfnis, ihr meiſtens unter Aufwendung erheblicher Mittel
worbenes Wiſſen alsbald im praktiſchen Beruf zu unterbau,
Auf Grund ähnlicher Erwägungen iſt die Vorſchrift entſtan),
die Perſonen, die ihr Lehrverhältnis erſt vor weniger is
einem Jahre beendet haben, bei der Freimachung von
Arbei=
plätzen außer Betracht läßt (§ 4 Ziff. 3 der Anordnung).
bitte deshalb. aus Gründen der Sicherſtellung des
unentbe=
lichen Nachwuchſes an gebildeten Facharheitern und
Angeſt=
ten der beſonderen Lage der Fachſchulbeſucher dadurch Rechnug
zu tragen, daß ſie nach erfolgter Abſchlußprüfung
1. bei der Freimachung von Arbeitsplätzen, ſoweit ſie
nicht ein Jahr praktiſch tätig ſind, möglichſt außer Betrot
bleiben,
2. bei der Einſtellung jugendlicher Perſonen im Rahmen
Abſchnitts III der Anordnung — unbeſchadet des Eignun
grundſatzes und der für die bevorrechtigten Perſonenkr”
getroffenen Beſtimmungen — nach Möglichkeit
berückſicht=
werden, wobei gegebenenfalls zur Bedingung zu machen;
daß ſie ihre vaterländiſche Pflicht nach einem Jahr
pr=
tiſcher Beſchäftigung erfüllen.
gez. Dr. Syruy=
Damit iſt eine im Intereſſe der Sicherung der Entwicklug
des techniſchen Nachwuchſes wichtige Entſcheidung getroffen
w=
den, da nunmehr für Abſolventen Techniſcher Lehranſtalten
Möglichkeit beſteht, ihr oft mit großen Opfern durchgeführs
Studium gegebenenfalls ſofort in der praktiſchen Arbeit zu
weitern und zu vertiefen.
un
ktior
Der Polizeibericht meldel:
Diebſtähle.
In der Nacht zum 8. Dezember 1934 wurde aus eint
Haſenſtall, der ſich in einer verſchloſſenen Gartenhütte hinter du
alten Friedhof an der Nieder=Ramſtädter Straße befindet.
dunkelgrauer Stallhaſe geſtohlen. Nach den Fußſpuren hardt
es ſich bei dem Dieb um eine Perſon mit Schuhgröße 42—43.
Am 5 oder 6. Dezember 1934 wurden folgende Wäſcheſtie,
die zum Trocknen in einer Hofreite der oberen Schwanenſtiſe
aufgehängt waren, entwendet: 1 wollenes Bettuch mit rin
Streifen, 1 weißgeſtreifter Bettbezug und 2 gelbe Herrenurl= mit geſtreiftem Bruſteinſatz. Als Täter durfte ein
Aſt=
ler oder Hauſierer in Frage kommen.
Am Freitag, dem 7 12. 34, in der Zeit von 8—16 Uhr. v.
den in einem Konfektions= und Wäſchegeſchäft Ecke Lang/
und Große Ochſengaſſe zwei neue ſchwarze
Damenplüſchmän=
von unbekannten Tätern entwendet. Ein Mantel war mit
ſih=
grauem, der andere mit dunklem Steppfutter mit Karos
füttert. Die beiden Mäntel waren neben der Ladeneingangzr
aufgehängt, ſo daß der oder die Täter nur einen Schrittl
gehen brauchten, um an dieſe Mäntel zu gelangen. Vor
Ank=
der geſtohlenen Damenplüſchmäntel wird dringend gewarnt.
In der Nacht zum 2. 12. 34 wurde an dem Eingang
Wirtſchaft „Schuls Felſenkeller”, hier. Dieburger Straße 85.
Schild mit der Aufſchrift „Samstag und Sonntag Metzelſu
gewaltſam abgeriſſen und entwendet.
An dem gleichen Hauſe wurde in der Nacht vom 6. auſ
12. 34 die Scheibe eines Aushängekaſtens zertrümmert und
darin befindliche Speiſekarte entwendet.
Wer hat von dieſen Diebſtählen irgendwelche Wahrnehrn
gen gemacht? Sachdienliche Mitteilungen erbittet das Lard,
kriminalpolizeiamt Darmſtadt. Hügelſtraße 31/33. Ziynmer 2 u
Wo befindet ſich das Schild? Zu unſerer Notiz vom 30. 11,
Rohlinge am Werk”, wonach in der Zeit vom 26. bis 28. 1
das auf der Woogswieſe hinter dem Woog aufgeſtellte A
nungsſchild der „Turn= und Sportgemeinde 1846” durch Roh!‟
etwa 15 Zentimeter über dem Erdboden abgebrochen iſt, fr
wir nochmals an dieſer Stelle an, wer Angaben über den
bzw. über den Verbleib des Schildes machen kann. DſasSchi
trägt die Aufſchrift: „Privatweg der Turn= und S.
gemeinde 1846: Betreten auf eigene Gefahr”. Beſchreib
des Schildes: 40X25 Zentimeter großes Eiſenſchäld, das
einem eiſernen T=Träger befeſtigt iſt. Sachdienliche Aſngaben
bittet das Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt. Hügelſtr. 3
Zimmer 26.
Aerzilicher Sonnkagsdienſt.
Der Sonntagsdienſt reicht nunmehr von Samstagt mit
2 Uhr bis Montag früh 6 Uhr. Iſt in dieſer Zeit wegeſn r‟
licher Erkrankung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zuriſ
der Hausarzt zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, 17
ſind folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit: Sonnril
den 16. Dezember: Dr. med. Bönning, Erbacher S4.
Telephon 2020; Dr. med Sachs Hügelſtraße 41, Telephon
Frau Dr. med. Dörr=Aſal, Heinrichsſtraße 62, Telephon =
Poſtverkehr nach Belgien. Nachnahme= und P
auftragsſendungen aus Deutſchland nach Belgien werden
dann dem Empfänger zur Einlöſung vorgezeigt, wenn dieſer
Erklärung des „Office de Compenſation belgo=luxembouig
in Brüſſel vorlegt, in der dieſe Stelle beſcheinigt, ein
Dophel=
auf die Sendung bezüglichen Rechnung des deutſchen Llefe
erhalten zu haben. Poſtaufträge nach Belgien mit A:
ſeln, bei denen Wechſelproteſt
Geſchäffliches.
(Ohne Verantwortung der Schriftlei
tung.)
Der heutigen Auflage für Darmſtadt und
ein Proſpekt der Firma Heinrich Lau= Ungebung.
Darmſta)
bei, worauf die Leſer an dieſer Stelle ad
werden.
ufmerkſam genu
Samstag, 15. Dezember 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Auch im November günſtige Enkwicklung
des Arbeitseinſatzes der Angeſtellken.
Nach den Berichten, die der Stellenvermittlung der
Reichs=
herufsgruppen der Angeſtellten in der DAF. aus dem geſamten
Reichsgebiet vorliegen, hat ſich der Arbeitseinſatz der Angeſtellten
im Monat November weiter günſtig entwickelt. Das Ergebnis
der Vermittlungen liegt höher als das des Vormonats. Der
Neu=
zugang an Bewerbern iſt zurückgegangen. Dieſe Tatſache iſt
des=
halb beſonders bemerkenswert, weil im Monat November die Kün=
Fdigungen zum Quartalsſchluß ausgeſprochen werden. Der
Rück=
ggang der Kündigungen iſt ein Beweis für die gefeſtigte
Wirt=
ſfſchaftslage. In der Hauptſache wurden Bewerber über 25 Jahren
wvermittelt. Die Vermittlung von Angeſtellten über 40 Jahren
Fetzt ſehr zögernd ein. Gut war die Aufnahmefähigkeit der
Be=
wverber, die im Beſitz des Arbeitspaſſes ſind.
Die Berufsfachberatungund Lehrſtellenvermitt=
Aung wird, wie alljährlich, jetzt auch ſtark in Anſpruch genommen.
DDie Berufsberatungsſtunden werden eifrig von Eltern und
Schülern beſucht.
In der Kaufmannsgehilfen=
Stellenvermitt=
ung ſind am Auftragszugang hauptſächlich beteiligt: Das
Bau=
mewerbe, Eiſen= und Metall verarbeitende Induſtrie, insbeſondere
ſſtaſchineninduſtrie, ferner der geſamte Einzelhandel. Es beſteht
arke Nachfrage nach guten Verkäufern für Kolonialwaren und
Feinkoſt. Manufakturwaren und für Eiſenwaren. Für
leiſtungs=
fähige Dekorateure mit Fertigkeit in Lackſchrift und Plakatmalerei
Me
rieten ſich gute Unterbringungsmöglichkeiten. Die Induſtrie ſucht
vornehmlich Buchhalter, zum Teil mit Kenntniſſen in der Durch=
Ehreibe= und Maſchinenbuchführung, ferner erſtklaſſige
Korre=
wondenten für Deutſch und auch für Fremdſprachen. Starke
Nach=
age beſteht nach guten Kurzſchriftlern und Maſchinenſchreibern.
Uuch die Nachfrage nach Lageriſten und Expedienten — für
In=
ruſtrie ſowohl wie für Großhandel — zeigt eine kleine Belebung.
In der Stellenvermittlung der Büro= und
Behörden=
ngeſtellten lagen Aufträge für geprüfte Krankenkaſſen= und
Ssparkaſſen=Angeſtellte ſowie Angeſtellte der
Gemeindeverwal=
nungen vor. Die Ueberwachungsſtellen, Organiſationen und
In=
ningen waren ſehr aufnahmefähig. Einſtellungen erfolgten auch
luß
ſüär den unteren Kanzleidienſt. Geſucht ſind nach wie vor gute
über die
tenotypiſten.
he Nachteile ein
In der Techniker=Vermittlung beſteht ſtarke
Nach=
ſen Kenntni
age für Kataſter=Vermeſſungs=Techniker, Kulturbautechniker und
derung in den key Fiefbautechniker. Ein fühlbarer Mangel liegt bei Dentiſten mit
licht im Arbeitsb ei ſmatlicher Prüfung vor. Auch für Schiffsbautechniker beſteht
ſtär=
yluß an den Abſalz irre Nachfrage. Geſucht ſind ſelbſtändige Konſtrukteure für
Ver=
macht wird. hsennungs=Kraftmaſchinen. Es beſteht Mangel ſowohl an
tüch=
eht allgemein das Bſtgen Kalkulatoren, die über mehrere Jahre Pratis verfügen, als
erheblicher Mite s grich an Statikern. Für Fachkräfte mit akademiſchem Ausbil=
Beruf zu unterhus dungsgrad, Dipl.=Ing., für Hoch= Tief= und Waſſerbau ſind pri=
Vorſchrift entſtady ſurte Betriebe und Behörden aufnahmefähig. Die Nachfrage nach
iſt vor weniger S/(hemikern und Chemotechnikern war begrenzt.
machung von Aibei=! In der Werkmeiſter=Vermittlung erfolgten
Ein=
der Anordnung) Yſſt=llungen in der Metallinduſtrie und im Baugewerbe für
Werk=
ſellung des unenles zeuigmaſchinenbau und als Schachtmeiſter im Tiefbaugewerbe.
Be=
beitern und Anget ſamders geſucht werden Werkzeugdreher= und Fräſermeiſter. Auch
cher dadurch Rece ſſird Schweißmeiſter mit guten Kenntniſſen angefordert worden.
sprüfung
ure Arbeitseinſatzmöglichkeiten waren gegenüber dem Vormonat
en. ſoweit ſe Wg.nſtiger. Geſucht wurden Kräfte, die Praxis in der Kalkulation
bſitzen und nach Möglichkeit das Refaſyſtem beherrſchen.
Bei den weiblichen Angeſtellten ſind im
allge=
einen mehr feſte Einſtellungen als ſolche zur Aushilfe erfolgt.
hr lebhaft wurden Stenotypiſtinnen und Kontoriſtinnen mit
Kenntnis von Stenographie und Maſchinenſchreiben verlangt. Es
ſeolen verſchiedenerorts Verkäuferinnen für Schuhwaren,
Texti=
jan, Konfektion, Hausrat, Herrenartikel, Handarbeiten,
Leder=
vrren und Buchhandlungen. Die Nachfrage nach weiblichen
2910bchrlingen iſt lebhaft. Staatlich geprüfte Zahntechnikerinnen
ſiiſd kaum noch ſtellenlos. Ebenſo fehlen Hebammenſchweſtern.
etroffen W//i den weiblichen Angeſtellten in Haus, Garten und
Landwirt=
ſchrft iſt die Nachfrage in ſtädtiſchen Hauswirtſchaftsbetrieben
ehranſta
durchgeführ ſimſtig. Wohlfahrtspflegerinnen ſind mehrfach als Wander=
rbeit u ſſe rerinnen für Mürterſchulung angefordert worden.
Was die Lichtſpieltheaker bringen.
Die Helia=Lichtſpiele zeigen ab heute den großen
Ufa=
finn aus der Zeit Wiens unter Kaiſerin Maria Thereſia nach dem
Arichnamigen Luſtſpiel von Stephan Kamare. Regie: Guſtav
ncky: „Der junge Baron Neuhaus”, Hauptdarſteller; Käthe von
bennder „Aſſugy. Viktor de Kowa, Lolo Chlud, Hans Moſer.
Als Film=Morgenfeier zeigen am Sonntag
vormit=
ſar 11.15 Uhr die Helia=Lichtſpiele den Kulturfilm:
M ttelholzers Abeſſinienflug”.
Das Union=Theater zeigt ein Film=Epos aus Alaska;
Malas Wettlauf mit dem Tode‟
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen in Neuaufführung den
Gwoßfilm der Ufa: „Die Inſel”
Reſi=Theater zeigt den überaus luſtigen Film. Skandal in
Ardapeſt” mit Franziska Gaal. Haul Hörbiger, Szöke Szakall.
ſ.
gew
Sumstag abend Nachtvorſtellung mit dem beſten Original=
Bali=
eanfilm „Die Inſel der Dämonen".
Nachrichten des Standesamis Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 7. Dezember: Schöffel, Konrad, Lehrer i.
83 Jahre, verh.; Schwan, Auguſte, geb. Frank, Witwe des
auufmanns, 77 Jahre. — Am 8. Dezember: Zoller, Arnold,
eodor, Ingenieur, 52 J., verh., Berlin; Carls, Marlene,
ahre. — Am 10. Dezember: Colmar, Carl Peter, Oberloko=
ucivführer, 58 J., verh.; Heiß, Johannes, Metzger, 66 Jahre,
ſeich. geweſen. Gräfenhauſen. Am 11. Dezember: Fröhlich,
rie, geb. Pullmann, Ehefrau des Lagerhalters, 36 J.
Groß=
mmern; Fiſcher, Guſtav, Schüler, 6 Jahre, Eberſtadt;
try, Anna Marie Margarete, geb. Schmitt, 82 J.. Witwe des
ſſtchnungsrates. — Am 12. Dezember: Lautz, Maria Magdalena,
a. Heilmann, 28 J. Ehefrau des Kaufmanns: Theobald
iguſte Magdalene Marie, geb. Büchner, 73 Jahre, Ehefrau des
erdgerichtspräſidenten i. R.; Koch, Peter Hilfsarbeiter, 77 J.,
Verp,; Schwebbach, Harald, 5 Mon., Sohn des Elektromon=
EES. — Am 13. Dezember: Veith, Helmut Ludwig, 5 Jahre,
onn des Fuhrmanns; Schäfer. Adam, Schüler, 12 Jahre,
U=ſtengrund; Aßmuth, Georg Ludwig, kaufm. Angeſtellter,
J., verh.; Nungeſſer, Ludwig Michael, Feuerwächter,
J., verh. Beller, Margarete, geb. Hornung, 35 J., verh.,
ſDder=Ramſtadt; Hartmann Georg Heinrich, Steinmetz,
„., verw. Rimhorn — Am 14. Dezember: Morchel,
Hein=
ih. Oberpoſtſchaffner i. R., 78 J.. verh.
Rirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 15. Dezember.
eiftskirche. Abends 8 Uhr: Adventsandacht.
J. Advent, 16. Dezember.
Tadtlirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Landesbiſchof Lic. Dr. Dietrich. —
Nn. 11,15 Uhr: Gemeinſamer Kindergottesdienſt der Reformations= und
Markus=
hunde. Pfarrer Lautenſchläger. — Nachm. 5 Uhr: Abendgottesdienſt und Feier des
uen Abendmahls mit Einzelkelch. Pfarrer Kornmann. — An jedem Wochentag
Ders 8,45 Uhr: Liturgiſche Andacht im Chor der Stadtlirche. — Die Stadtkirche iſt
Nierags von 9—4 Uhr zu ſtiller Andacht gebffnet. Eingang Nordſeite.
StRorkapelle. Vorm. 7,30 Uhr: Morgenandacht. Dekan Müller. — Vorm. 10 Uhr:
auithottesbienſt. Pfarrer Heß.— Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt der Lukas=
Murnde. Dekan Miiller. — Der Kindergottesdienſt der Kaplaneigemeinde iſt um 11.30
n Im Gemeindehaus der Kiesſtraße, Pfarrer Heß.
Shloßlirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wintermann. — Vorm.
2 Uhr: Eindergottesdienſt. Pfarrer Wintermann.— Abends 6 uhr: Geiſtliche Abend=
—Skurgie: Pfarrer Wintermann; Orgel: Lieſel Jäger; Alt: Grete Nies; Violine
iuged Nies.
Lihrtinstirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer Beringer. — Vorm.
Rui: Aindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. — Abends
Abendgottesdienſt. Pfarrer Köhler.
WsBeilie des Städt. Alteräheims. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Köhler.— Mittwoch,
L - Su gbends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift. — Abends 8 Uhr: Bibelſtunde im
Meindehaus.
NeNaypeslirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer 6. Köhler. — Vorm.
Uhr: Aindergottesdienſt. Pfarrer H. Nöhler. — Abends 5.30 Uhr: Prebigtgottes=
Ner Neligem Abendmahl, Pfarrer Weinberger. — Die Johanneskirche iſt wochen=
Svm 2—5 ühr zu üiller Andacht geöfnet. Eingang Lieblgſtraße,
Tandieberhardt=Haus. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarreri. N. Weißgerber,
Den. L4ih uhr: Aindergotecbtenſt Pfrreri, N. Weißgerber.— Mitwoch 19. Det,
Det 2 unr: Bbelſunde. Pfarer Köhler.
Nr. 345 — Seite 7
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 14. Dez. Geflügel= und Kaninchen=
Ausſtellung. Im Schwanenſaale veranſtaltet der hieſige
Ge=
flügel= und Kaninchenzuchtverein am Samstag und Sonntag (15.
und 16. Dezember) eine lokale Ausſtellung. In 12 Abteilungen
zeigt die Schau rund 200 Nummern aller Arten Raſſe= und
Nutz=
geflügel und Tauben ſowie Kaninchen der verſchiedenſten Raſſen.
Daß die Kleintierzucht im ausſtellenden Verein ſehr gepflegt wird,
beweiſen die vielen Erfolge hieſiger Züchter auf anderen
Ausſtel=
lungen. Zahlreiche der gezeigten Tiere ſind mehrfach preisgekrönt.
ſo daß die Lokalausſtellung dem Intereſſe aller Freunde der
Ge=
flügel= und Kaninchenzucht begegnen dürfte.
Ek. Pfungſtadt, 13. Dez. 40 Jahre Alice=
Frauen=
verein Pfungſtadt. Um die 40jährige Gründungsfeier
wür=
dig und ſchlicht zu begehen, hatten ſich die Mitglieder zahlreich in
Vöglers Saalbau eingefunden. Im Sinne des Zweckes des
Ver=
eins ſollte kein rauſchendes Feſt gefeiert werden. Doch der 40
jäh=
rige Jubeltag der Gründung war es ſchon wert, einmal der
Ver=
gangenheit zu gedenken. Dicht beſetzt war der Saal, als die
Vor=
ſitzende, Frau K. Schulz, die Gäſte und Mitglieder begrüßte,
Aus der Vereinsgeſchichte iſt folgendes von beſonderem Intereſſe.
Bereits in den Jahren 1870—1874 hatte der Verein ſchon einmal
beſtanden und man konnte den alten Urkunden entnehmen, daß
der 70er Krieg der Anlaß dazu war, denn es waren zwei
Laza=
rette unterhalten worden. Am 7. 12. 1894 erfolgte dann die
Gründung des heutigen Vereins im Hauſe Zeh (jetzt „Goldenes
Lamm”) auf Veranlaſſung der Frau Pfarrer Koch. 23 Frauen
waren bei der Gründung anweſend. Stifterin war Alice,
Großher=
zogin von Heſſen. Zweck und Ziele ſind ja bekannt: Unterſtützung
der Armen und Kranken, ein Amt, das nicht immer leicht war,
be=
ſonders im Kriege. Frau Pfarrer Koch führte den Vorſitz bis
1910. Infolge ihres Wegzuges trat Frau Pfarrer Römheld an
ihre Stelle bis 1914. Wiederum war es der Wegzug, der eine neue
Wahl notendig machte. Frau Dr. Frank führte den Verein von
1914 bis 1921, wo die heutige Vorſitzende, Frau Schulz, die
Leitung übernahm. Aus den Geſchichtsberichten war zu entnehmen,
wie ſegensreich der Verein gewirkt hat. Durch die Beiträge aus
der hohen Mitgliederzahl (teilweiſe über 700) und teils aus
Spenden, konnte ſo manche Not gelindert werden. Der Aufbruch
zum Dritten Reich hat die Ziele des Vereins eher noch höher
ge=
ſteckt. — Von vielen Seiten waren ſchriftlich herzlich gehaltene
Glückwunſchſchreiben eingegangen, auch Blumenſpenden. Viele
Grätulanten hatten es ſich nicht nehmen laſſen, perſönlich zu
er=
ſcheinen. Als erſte würdigte Frau Gebhardt=Darmſtadt als
Vertreterin des Kreisvorſtandes die Verdienſte des Vereins, der
einer der ſtärkſten der weiteren Umgebung iſt und ſie überreichte
als ſichtbares Zeichen der Anerkennung das Bild der Großherzogin
Cleonore. Die nächſten Gratulanten waren Reg.=Rat Schäfer=
Darmſtadt für den Kreismännerverein vom Roten Kreuz und
Pfarrer Strack für die ortsanſäſſigen evangeliſchen Verbände.
Beigeordneter Martin übermittelte die Glückwünſche der
Stadt=
verwaltung und nahm die Gelegenheit wahr, als örtlicher Leiter
der NSV. dem Verein das Zeugnis auszuſtellen, daß er ſeine
Pflicht erfüllt hat: Wir Nationalſozialiſten gaben keine Almoſen
und keine Geſchenke, ſondern wir helfen dort, wo die Not am
mei=
ſten drückt. In dieſem Sinne hoffe ich, in Ihrem Verein ein
tat=
kräftiges Bindeglied zur NSV. gefunden zu haben!
Ortsgruppen=
leiter Gräff überbrachte Grüße und Glückwünſche der Partei und
der NS. Frauenſchaft: Wir würdigten Ihre Vergangenheit
dahin=
gehend, daß wir Sie in den neuen Staat eingegliedert haben. Ich
fordere Sie auf, ſich mit der NS. Frauenſchaft jederzeit opferbereit
für dieſen Staat einzuſetzen und in dieſem Sinne: Für eine neue
Weltanſchauung! — Der muſikaliſch unterhaltende Teil des
Abends war ſehr ſorgfältig zuſammengeſtellt und bot Genuß für
das Ohr des Kenners. Es betätigten ſich Frl. Nagel (Sopran)
von der Opernſchule Darmſtadt, ferner die Darmſtädter Herren
Heck (Klavier) und Weber (Cello), der Pfungſtädter
Geigen=
künſtler Herr Weingärtner. Den Prolog trug Frl. M.
Nungeſſer vor (Verfaſſer Ad. Hamann). Allerliebſt führte
ſich „Der Gaſt aus dem Odenwald” (Frl. Zimbrich) ein. Ein
Krippenſpiel beſchloß den Abend.
Ek. Pfungſtadt. 14. Dez. Hohes Alter. Heute, Samstag,
den 15. Dezember, begeht Frl. Margarete Kramer,
Rügner=
ſtraße 9, bei guter Rüſtigkeit ihren 84. Geburtstag.
Dd. Traiſa, 14. Dez. Adventsfeier. Am Sonntagmittag
findet eine Weihnachtsfeier für die Jugend des evang.
Kinder=
gottesdienſtes ſtatt. Am Abend halten die Frauen des evang,
Vereins „Frauenhilfe” ihre diesjährige Adventsfeier im
Kronen=
ſaal ab. — Kirchliches. Für den ſeit einigen Monaten in
verdienten Ruheſtand getretenen Herrn Pfarrer Paul iſt jetzt der
Pfarraſſiſtent Dammerau als Seelſorger unſerer Gemeinde
berufen worden. Pfarrer Paul verſah bis zum Antritt ſeines
Nachfolgers noch die kirchlichen Arbeiten und hielt den
Gottes=
dienſt ab.
— Sandbach i. Odw., 14. Dez. In der Notiz vom 8. d. M.
liegt, wie uns unſer Berichterſtatter ſchreibt, eine
Verwechſe=
lung vor, die geſtohlenen Gegenſtände ſind nicht von der damals
gaſtierenden Wanderbühne, ſondern von einem gleichzeitig in
Sandbach anweſenden Wanderzirkus (Schauſtellertruppe)
entwendet worden.
— Gernsheim, 14. Dez. Waſſerſtand des Rheins am
13. Dezember: —0,91 Meter, am 14. Dez.: —0,99 Meter.
Beläubungszwang auch für Kleinkiere
und bei Hausſchlachlungen!
Vielerorts iſt noch nicht genügend, bekannt, daß die
Vor=
ſchriften des „Geſetzes über das Schlachten von
Tie=
ren” vom 21. April 1933 ſich auf das ganze Reich und auf
alle Tierarten, alſo auch auf ſämtliche Geflügelarten, und für
jegliche Schlachtung erſtrecken, ganz gleich, ob ſie in einem
öffentlichen Schlachthauſe, in einer Privatmetzgerei oder im
länd=
lichen oder ſtädtiſchen Haushalt vollzogen wird.
Das Geſetz ſchreibt vor, daß alle Tiere beim Schlachten vor
Beginn der Blutentziehung zu betäuben ſind! Die Betäubung
hat ſo zu geſchehen, daß unnötige Aufregungen und Schmerzen
der Tiere vermieden werden. Sie muß ſchnell erfolgen und
nach=
haltig ſein. Sie hat unter Anwendung beſonderer
Betäubungs=
apparate oder durch Schlag auf den Schädel des Tieres mit einem
beſonderen Hammer zu erfolgen. Bei ſchweren Kühen, ferner bei
über zwei Jahre alten Ochſen und Bullen darf die Betäubung
wegen der bei dieſen Tieren nicht ſicheren Wirkung des
Kopf=
ſchlages nur mittels eines Betäubungsapparates, und zwar am
beſten durch den Bolzenſchußapparat, vorgenommen werden. Der
Kopfſchlag bei Kälbern, Lämmern, Zickeln und Saugferkeln kann
auch mit einer Holzkeule, bei Geflügel und Kaninchen mit einem
genügend ſchweren Holzſtück ausgeführt werden. Die Betäubung
durch Kopfſchlag darf aber nur durch Perſonen ausgeführt
wer=
den, deren Körperkräfte hierfür ausreichen, und die die
erforder=
liche Sachkenntnis und Uebung beſitzen.
Die Anweſenheit von jugendlichen Perſonen darf beim
Schlach=
ten nicht geduldet werden.
Die Tiere dürfen in keiner Weiſe gequält und erſt dann in
den Schlachtraum gebracht werden, wenn alle Vorbereitungen
zur ſofortigen Betäubung und Schlachtung getroffen ſind.
Auch das Geflügel muß vor der Schlachtung betäubt werden.
Beim Geflügel wird die Betäubung zweckmäßig durch wuchtige
Schläge auf den Hinterkopf, alſo auf die Stelle ausgeführt, an
der bei Vögeln das Gehirn am ſicherſten getroffen und ſeine
Funk=
tion reſtlos ausgeſchaltet wird. Erſt dann dürfen die Schlagadern
am Halſe zur Entblutung durchſchnitten werden. Nur dann, wenn
durch Hieb oder Schnitt, der Kopf ſchnell und vollſtändig vom
Rumpf getrennt wird, darf beim Geflügel die Betäubung
unter=
bleiben. Auch Fiſche müſſen durch wuchtige Schläge auf den Kopf
mittels eines genügend ſchweren und geeigneten Holzſtückes
ober=
halb der Augen betäubt und durch ſofortige Durchtrennung der
Wirbelſäule unter dem Kopf getötet werden.
Das Aufhängen aller Tiere vor der Betäubung iſt verboten.
Mit dem Enthäuten, Stechen und Brühen geſchlachteter Tiere
und mit dem Rupfen von geſchlachtetem Geflügel darf erſt dann
begonnen werden, wenn der Tod des Tieres beſtimmt eingetreten
iſt und Bewegungen an dem Tier nicht mehr wahrzunehmen ſind.
Der Reichs=Tierſchutzbund macht erneut darauf aufmerkſam,
daß die Vorſchriften des Geſetzes zu beachten ſind.
Zuwiderhand=
lungen werden mit Gefängnis bis zu ſechs Monaten oder mit
Geldſtrafe bis zu 10 000 RM. beſtraft.
Anzeigen von Zuwiderhandlungen gegen das Geſetz richte
man an die zuſtändige Polizeibehörde.
Em. Heppenheim a. d. B., 14. Dez. Die Ausſtellung des
Geflügelzuchtvereins findet am 15. und 16. d. M. in
der Städtiſchen Tonhalle ſtatt und wird mit etwa 200 Nummern
25 verſchiedener Raſſen Hühner beſchickt werden. Ziergeflügel,
Tauben, Enten und Gänſe gelangen auch zur Ausſtellung. — Der
Kath. Geſellenverein, der über hervorragende Spieler
verfügt, die ihre Fähigkeiten auch in verſchiedenen Rollen des
Feſtſpieles des vergangenen Sommers erwieſen, brachte das
ge=
waltige Volksſchauſpiel „Ernte” von Ludwig Hugin, ein
Spiel aus der Tiefe deutſchen Volkstums und der Höhe echt
chriſt=
licher und nationaler Ideen, im Saalbau Kärcher zur
Darſtel=
lung. Das Stück, das ſich in kurzer Zeit die erſten deutſchen
Bühnen eroberte und am Erntedankfeſt über mehrere Sender
ging, verfehlte auch hier ſeine Wirkung nicht und geſtaltete ſich
zu einem nachhaltigen Erlebnis für die zahlreichen Beſucher. —
Ex. Lampertheim, 14. Dezbr. Wanderung. Die NSG.
„Kraft durch Freude” unternahm in Gemeinſchaft mit dem
Oden=
waldklub, Ortsgruppe Lampertheim, eine Wanderung in die
nähere Umgebung, an der eine große Anzahl Wanderfreunde
teil=
nahm. Mit einem gemütlichen Beiſammenſein in der „Lumenau”
endete der Ausflug. — Bunter Abend. In der Turnhalle
veranſtaltete die NS. Frauenſchaft einen Bunten Abend, der ſich
eines guten Beſuches erfreute.
Be. Rüſſelsheim, 13. Dez. Bautätigkeit im Jahre
193 5. Mit der nun beendeten Herſtellung der Königſtädterſtraße
iſt das großzügige und unter Aufwand erheblicher kommunalen
Mittel durchgeführte Straßenbauprogramm der Stadt
Rüſſels=
heim für das Etatsjahr 1934 abgeſchloſſen. Sämtliche Straßen der
Innenſtadt und der größte Teil der Straßen des Neubaugebietes
befinden ſich jetzt im beſten Zuſtande, die für den
Durchgangsver=
kehr in Betracht kommenden Straßen ſind moderniſiert. In der
Siedlung am Waldfriedhof ſind in dieſem Jahre zwei neue
Stra=
ßen entſtanden. Das Villenpiertel im Oſten der Stadt und an der
Frankfurter Straße iſt in dieſem Jahre durch eine Reihe
ſtatt=
licher Neubauten ausgebaut worden, ebenſo die Siedlung in der
Haßlocherſtraße und im Ramſee.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
Frle. — Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Irle. —
Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt mit heiligem Abendmahl. Anmeldung von 5,30 Uhr
an in der Sakriſtei, Pfarrer Weiß. — Die Beſſunger Kirche iſt wochentags von 8—4 Uhr
zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang Haupttüre. — Mittwoch, 19. Dez., abends 8 Uhr:
Bibelſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus über Markusevangelium. Pfarrer
Weiß. — Abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den Weſtbezirk im Saal der Neuen
Train=
kaſerne. Pfarrer Irle.
Pauluskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. — Vorm. 11,15 Uhr:
Nindergottesdienſt, Pfarrer Wolf. — Nachm. 4 Uhr: Weihnachtsfeier des
Volkskinder=
gartens im Gemeindeſaal. — Mittwoch, 19. Dez., abends 8 Uhr; Bibelſtunde. Pfarrer
A. Müller. — Die Pauluskirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Eingang Haupttüre.
Stiftskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lenz. — Vorm. 11,15 Uhr:
Eindergottesdienſt. — Donnerstag, 20. Dez.: Die Betſtunde fällt aus.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer H. Köhler, Liebigſtraße 20, Fernruf1224.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde, Schloßkirche. Dienstag, 18. Dez., abends 8 Uhr: Fünfter Vortrag
der Darmſtädter Pfarrer: Die Bibel und das deutſche Volk.” Pfarrer Heß.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Dienstag, 18. Dez.: Mütterabend der Stadtgemeinde
(Adventsfeier). — Mittwoch, 19. Dez.: Kirchenchor der Stadtkapelle und Schloßkirche,
— Freitag, 21. Dez.: Kirchenchor der Stadtkirche.
Konfirmandenſaal im Schloß. Mittwoch, 19. Dez., nachm. Handarbeitsſtunde
der Stadtgemeinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Mittwoch, 19, Dez., nachm.
2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule, — Samstag, 22, Dez. nachm. 5 Uhr:
Weihnachts=
feier der Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 18. Dez., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Saal der Kleinkinderſchule (Mauerſtr. 5), Donnerstag, 20. Dez., abds 8 Uhr:
Poſaunenchor. — Samstag, 22. Dez. nachm. 3 Uhr: Weihnachtsfeier der Kleinkinderſchule,
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 17. Dez., nachm.
4,30 Uhr: Ev. Jungſchar. — Abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Dienstag, 18. Dez., abends
8 Uhr: Mütterabend. — Mittwoch, 19. Dez., nachm. 2 Uhr: Strickſchule. — Donnerstag,
20. Dez., abends 8, 15 Uhr: Alterenkreis, — Freitag, 21. Dez., abends 8 Uhr: Ev.
Mädchen=
kreis. — Samstag, 22. Dez. nachm. 3,30 Uhr: Weihnachtsfeier der Strickſchule. — Abends
8 Uhr: Kurrende.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus derW aldkolonie), Sonntag, 16. Dez., nachm.
5 Uhr: Weihnachtsfeier der Strickſchule. — Montag, 17. Dez., abends 8,30 Uhr:
Kirchen=
chor. — Mittwoch, 19, Dez., nachm. 3 Uhr: Strickſchule, — Donnerstag, 20. Dez. abends
8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 17. Dez., abends
8—10 Uhr: Poſaunenchor. — Abends 8,15 Uhr: Ev. Jugendwerk, Mädchenkreis. —
Dienstag, 18. Dez., abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
Donnerstag, 20. Dez., nachm. 2,30 Uhr: Weihnachtsfeier für den Kindergarten im
Gemeindehaus. — Abends 8 Uhr: Mütterabend. — Freitag, 21. Dez., nachm. 2,30 Uhr;
Weihnachtsfeier für die Kinderſchule im Gemeindehaus. — Abends 8,15 Uhr:
Kirchen=
chor. — Samstag, 22. Dez., abends 7,30 Uhr: Singekreis.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Montag, 17. Dez., nachm.
5 Uhr: Armenkommiſſion. — Abends 8,30 Uhr: Gemeindemädchenabend. — Dienstag,
18. Dez., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 20. Dez., abends 8 Uhr:
Weihnachts=
feier des Mütterabends. — Freitag, 21. Dez., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Eliſabethenſtift (Erbacher Straße 25), Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 16. Dez.
nachm. 4 Uhr: Weihnachtsfeier.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. — Vorm, 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde, Herr Bringmann. — Montag,
nachm. 4 Uhr: Miſſtonsarbeitsſtunde, — Dienstag, nachm. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. —
Abends 8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. — Mittwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter
Chor. — Donnerstag, abends 8,30 Uhr: Bibelſtunde über den Römerbrief, Herr
Bring=
mann. — Freitag, abends 8 Uhr: Bibelſtunde in der Beſſunger Mädchenſchule. Herr
Menne. — Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor. — Voranzeige: Sonntag, 23. Dez.,
achm. 9,30 Uhr: Weihnachtsfeier von Sonntagsſchule und E. C.=Jungſchar, — Abends
8,15 Uhr: Weihnachtsfeier des Jugendbundes für E. C.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtraße 24). Sonntag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für
junge Mädchen. — Abends 8,30 Uhr: Jugendbund für junge Mädchen und junge Männer.
— Montag, nachm. 5 Uhr: Knabenjungſchar. — Abends 7,30 Uhr: F. K. für junge
Mäd=
chen. — Dienstag, abends 8,80 Uhr: Mädchenkreis. — Mittwoch, nachm. 3 Uhr:
Kinder=
ſtunde für Mädchen. — Donnerstag, abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer,
Heimabende für ortsfreinbe junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24,
Jeden Donnerstag, abends 8,15—10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und vierten
Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Eog.Wohſfahrtsdienſt: Hügelſtr. 6. Sprechſtunden vorm. von 10—12 Uhr und
nachm. (außer Samstags) von 5—6 Uhr, Fernſprecher 2206.
Evang. Gemeindeamt, Kiesſtr. 17 (jetzt nur im Vorderhauſe, eine Treppe):
Ein=
nahmeſtelle für das Kirchnotgeld täglich 8—12 Uhr, 2,30—5,80 Uhr; Mittwoch= und
Samstagnachmittag geſchloſſen, Kirchenſteuerangelegenheiten werden nur im
Landes=
kirchenamt, Mackenſenſtraße 40 (Ecke Neckarſtraße), Zimmer 7 bearbeitet.
Diakonenſtation f. männliche Krankenpflege; Heidelberger Straße 21, Tel. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17; Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeinbehaus, Kahlertſtr. 26; Paul=Gerhardt=Haus,
Damaſchkeplatz 1: Gemeindehaus, Eichwieſenſtr. 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtraße.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins: Freiligrathſtr. 8, Tel. 245
Auswärtige Gemeinden.
Evang. Gemeinde Griesheim. 10. Predigtgottesdienſt. Pfarrer Mangold. Kollekte
für die evangeliſche Gemeinde Salzhauſen. 11 Uhr; Kindergottesdienſt. Abends 8 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarraſſiſtent North.
Friedenskirche. 10. Predigtgottesdienſt, Pfarraſſiſtent North. 11 Uhr;
Kindergottes=
dienſt.
Evang. Gemeinde Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 16. Dez. (3, Abvent). Vorm. 10 Uhr=
Hauptgottesdienſt. Abends 8 Uhr: Adventsandacht. — Dienstag: Jungmädchenverein.
— Mittwoch: Kirchenchor. — Donnerstag: Elternabend des Mädchenvereins.
Evang, Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, den 16. Dezember, 10 Uhr: Gottesdienſt.
1,30 Uhr: Kindergottesdienſt. 5 Uhr: Adventsandacht. — Montag: Kirchenchor. —
Dienstag: 6—7 Uhr: Bücherausgabe. — Mittwoch; Bibelſtunde. — Kirchenchor. —
Freitag: Poſaunenchor,
Schloßkapelle Kranichſtein: Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt; anſchließend. Feier des
heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Göbel.
Evang. Gemeinde Roßdorf. Sonntag (3. Abvent), Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Jahresfeſt des Frauenvereins. Kollekte für den Frauenverein. Vorbereitung und Feier
des hl. Abendmahls. — Nachm. 1,30 Uhr: Dankgottesdienſt. Nachm. 3 Uhr:
Verſamm=
lung des Ev. Männerwerks mit Vortrag. Abends 5 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag;
Frauenverein. — Dienstag: Kirchenchor. — Mittwoch; Bibelſtunde. — Freitag:
Jung=
mädchenbund.
Evang. Gemeinde Traiſa, Sonntag, 16. Dez. (3. Advent), 10 Uhr: Gottesdienſt.
11 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. — 15,30 Uhr: Chriſtfeier der Kleinſten im
Kronen=
ſaal. — 20 Uhr: Adventsfeier der Frauenhilfe im Kronenſaal.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evang. Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten). Sonntag, vorm. 9,30
Uhr: Prebigtgottesdienſt. Prediger Hähnel, Vorm. 10,30 Uhr: Sonntagsſchule. Abends
8,15 Uhr: Evangeliſation (Evangeliſt Rehr=Berlin). — Mittwoch, abends 8,15 Uhr;
Bibelſtunde, — Freitag, abends 8,30 Uhr: Gebetsandacht.
Evangel. Gemeinſchaft, Schulſtraße 9, Sonntag, vorm. 10 Uhr: Predigtgottesdienſt,
Prediger Veihelmann. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule, Abends 8 Uhr:
Adventsgottes=
dienſt. — Montag, abends 8,30 Uhr: Singſtunde. — Donnerstag, abends 8,15 Uhr=
Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtraße 38. Sonntag, vorm. 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule, Abends 8 Uhr: Adventsandacht. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde, (
eld=
ventsbetrachtung.) Frau
jons=Verein fällt aus.
Heilsarmee, Darmſtadt, Schulzengaſſe 3. Sonntag, vorm. 10 Uhr:
Heiligungs=
verſammlung. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 6 Uhr: Kindergottesdienſt,
Abends 8 Uhr: Heilsverſammlung. — Dienstag, abends 8 Uhr: Soldatenverſammlung,
Mittwoch, abends 8 Uhr: Heilsverſammlung, — Freitag, abends 8 Uhr:
Heiligungs=
verſammlung.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christlan Solence Soclety) in Darmſtadt/
Aula der Adolf=Hitler=Bauſchule, Neckarſtraße 3. Gottesdienſte ſeden Sonntag, vorm,
10 Uhr und jeden Mittwoch, abenbs 8,15 Uhr. Thema am 16. Dezember: Gott, der
Er=
halter des Menſchen; Goldener Text: Pſalm 145:20.
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Straße 14. Sonntag, 16. Dez., 10 Uhr:
Menſchenweihehandlung mit Predigt; anſchließend Sonntagsfeier für Kinder. —
17.30 Uhr: Leſung aus dem Propheten Habakuk. — Mittwoch, 19. Dez., 7.45 Uhr:
Menſchenweihehandlung. — Donnerstag, 20. Dez., 10,30 Uhr: Menſchenweihehandlung=
Ehriſtliche Gemeinſchaft D
ndt, ARollerſtraße 40. Sonntag, 16. Dez., vorm=
9,15 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. — Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. —
Dienstag, 18. Dez., abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Kruſt.
Seite 8 — Nr. 345
Reich und Ausland.
Schweres Aukobusunglück
bei Langwedel.
13 Perſonen gekökel. — 4 ſchwer verletzt
Verden a. d. Aller. Am Freitag abend,
um 17 Uhr, ereignete ſich zwiſchen Langwedel und
Kirchlinteln, unweit Verden an der Aller, ein
ſchweres Autobusunglück, bei dem 13 Perſonen
ums Leben kamen.
Ein Autobus mit Anhänger, der eine
platt=
deutſche Theatergeſellſchaft aus Stade nach
Ver=
den an der Aller bringen wollte, überfuhr bei
nebligem Wetter, beim Block 61 a, die geſchloſſene
Eiſenbahnſchranke. Im gleichen Augenblick wurde
der Autobus von einem Schnellzug erfaßt und zur
Seite geſchleudert. Der Autobus wurde
vollkom=
men zertrümmert. Von den 20 Inſaſſen waren
13 ſofort tot, 4 wurden ſchwer verletzt, während
3, die auf der letzten Bank des Autobuſſes geſeſſen
hatten, mit leichten Verletzungen davonkamen.
Der Zug konnte auf kurze Strecke zum Halten
ge=
bracht werden.
Die Inſaſſen des Zuges, unter denen ſich auch
ein Arzt befand, leiſteten ſofort die erſte Hilfe.
Nach kurzer Zeit trafen Feuerwehren und
Sani=
tätskolonnen umliegender Ortſchaften mit
Aerz=
ten ein, gleich darauf ein Hilfszug der
Reichs=
bahn. Der Oberſtaatsanwalt aus Verden begab
ſich ebenfalls unverzüglich an die Unglücksſtätte,
um die erſten Vernehmungen durchzuführen. Aus
den verſchiedenen Zeugenausſagen ergibt ſich
ein=
wandfrei, daß die Schranke bereits fünf
Minu=
ten vor Paſſieren des Zuges ordnungsmäßig
ge=
ſchloſſen war. Die geſchloſſene Schranke wurde
von dem Autobus mitten durchbrochen. Die
Zug=
führung und das Blockperſonal trifft keinerlei
Schuld. Nachdem alle Toten und Verletzten
ge=
borgen waren, konnte der Zug mit großer
Ver=
ſpätung ſeine Fahrt fortſetzen.
Die Namen der Leichtverletzten ſind: Wilhelm
Pricke, Harry Lüneburg und Johann
Tie=
demann, ſämtlich aus Stade.
Berlin. Im Großen Rundfunkprozeß wurde
am Freitag die Erörterung des Falles „Breslau”
fortgeſetzt. Zu dem Anklagepunkt daß der
An=
geklagte Poreck umfangreiche Privatfahrten mit
dem Dienſtwagen der Schleſiſchen Funkſtunde
un=
ter nommen habe, erklärte Poorek, er habe ſolche
Privatfahrten im Einverſtändnis mit
Aufſichts=
rats= und Vorſtandsmitgliedern unternommen.
Er habe ſich für berechtigt gehalten, neben ſeinen
zahlreichen Dienſtfahrten auch am Wochenende
mit dem Wagen Erholungsfahrten ins
Rieſen=
gebirge zu machen. Die Kilometerzahl der von
ihm unternommenen Privatfahrten ſchätze er auf
etwa 8000. Auf die Frage des Oberſtaatsanwalts
Dr. Reiner, ob es auch angemeſſen geweſen ſei,
daß Frau Zorek allein mit dem Wagen zu
Kon=
zerten gefahren ſei, erwiderte Zorek, er könne ſich
daran nicht genau erinnern, glaube aber daß er
einmal zu einem Konzert nicht mitfahren konnte.
Der Vorſitzende hielt dem Angeklagten ein
Rundſchreiben Dr. Bredows vom „Auguſt 1931
vor in dem geſagt wurde, daß die Benutzung des
Dienſtwagens außerhalb der Stadtgrenzen für
Privatzwecke nur gegen Bezahlung erfolgen dürfe.
Dr. Bredow erklärte dazu, er habe ſich in den
erſten Jahren nicht den Kopf darüber zerbrochen,
ſondern mitangeſehen, daß die leitenden Herren
die Dienſtwagen auch zu Privatzwecken benutzten,
wie es nicht nur in der Wirtſchaft, ſondern auch
verſchiedentlich, ſoweit ihm bekannt ſei, bei
Behör=
den üblich geweſen ſei. Selbſtverſtändlich habe es
ſich nur um eine gelegentliche Benutzung der
Wa=
gen handeln können. Später habe er dafür
ge=
ſorgt, daß Fahrtenbücher eingerichtet wurden, um
eine Ueberſicht zu haben.
Eine halbe Million Malarigerkrankungen
auf Cenlon.
Colombo (Ceylon). Die Inſel Ceylon wird
zurzeit von einer Malariaepidemie heimgeſucht,
wie ſie ſeit 20 Jahren nicht ſo verheerend
aufge=
treten iſt. Nicht weniger als eine halbe Million
Menſchen liegen ſchwerkrank danieder. Viele ſind
der Krankheit bereits erlegen, vor allem Kinder.
Die Zahl der Todesfälle iſt noch nicht bekannt,
doch dürfte ſie ſehr erheblich ſein. In manchen
Gebieten ſind 90 v. H. der Bevölkerung erkrankt.
Weingarkner gehl nach Wien.
Der Komponiſt Felix Weingartner,
der bisher als Dirigent in Baſel wirkte, iſt als
Nachfolger von Clemens Krauß auf den Poſten
künſtleriſchen Direktors der Wiener Staats
berufen
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
fäkke
Künftige Geſta
Samstag, 15. Dezember 195
Rückkehr vom Landjahr.
Ein Modell des Hindenburg=Turmes im Tannenberg=Denkmal,
wie er künftig ausſehen wird. — Wie das Modell zeigt, wird das große
Kreuz, das jetzt in der Mitte des Denkmals ſteht, dem Turme eingefügt
werden. Der Eingang wird monumental ausgeſtaltet. Zu beiden Seiten
werden 3 Meter hohe Bronzegeſtalten von Soldaten ſtehen, die das Tor
zur Gruft ihres toten Feldherrn bewachen.
In mehreren Transporten kehrten Berliner Jungens vom erſten Landzu;
aus Oſtpreußen zurück.
Beim Eintreffen auf dem heimatlichen Bahnhof ging zunächſt ein Eo
tieren der Koffer, Kiſten und Kaſten los, in denen die Jungens
Habſeligkeiten verſtaut hatten.
Beſuch des Führers in Bremen.
Bremen. Wie ein Lauffeuer durcheilte am
dampfers „Scharnhorſt” nach Bremen kommen
werde. In kurzer Zeit herrſchte in den Straßen,
trotz der frühen Morgenſtunden, ungewöhnlich be= bruch, den die Reichsregierung unter zielbewußter
wegtes Leben. Alles ſtrömte in froher
Erwar=
tung in den Hauptverkehrsſtraßen zuſammen. Ein
unüberſehbarer Menſchenſtrom bewegte ſich zum
Werftgelände der Aktiengeſellſchaft Weſer. In
bildeten SA., SS., FAD., HJ. und B. d. M.
Spalier. Der Bahnhofsplatz, auf dem ein 20 nach Kräften zu fördern, ſei der Wille der Reichs=
Meter hoher, im Lichterglanz ſtrahlender Tan= regierung. Sie denke nicht daran, autarkiſchen
Be=
baren Menſchenmenge überfüllt. An rieſigen
ments 16 rückt an und nimmt auf dem Platz Auf= wenn als erſtes von drei Einheiten ein Schiff
ſtellung. Eine Grupe von B. d. M.=Mädels hat
auf dem Bahnſteig Aufſtellung genommen und
harrt mit Blumenſträußen in den Händen in
froher Erwartung des Führers. Zur Begrüßung
haben ſich auf dem Bahnſteig die Spitzen der
Par=
tei, der Wehrmacht, der SA. und SS., der bremi= beirrbar für eine beſſere Zukunft ſeines Vater
ſchen Regierung und der Behörde eingefunden.
Kurz vor 8 Uhr fährt der Sonderzug des
Füh=
rers langſam in die Halle ein. Jubel ſteigt auf deine Beſatzung allezeit eingedenk ſein der Ver=
Begleitung, dem Reichswehrminiſter von Blom= Möge ſie allezeit ſtreben, an ihrer Stelle in
fried=
berg, dem Reichsverkehrsminiſter Freih. Eltz von
Rübenach, dem „Reichsbankpräſidenten. Schacht, ſeine Seegeltung und ſeine Flagge ihre ganze
dem Chef der Marineleitung Admiral Raeder,
dem perſönlichen Adjutanten Obergruppenführer
Brückner, dem Chef der Kanzlei des Führers,
Reichsleiter Bouhler, dem Adjutanten der
Wehr=
macht beim Führer, Major Hoßbach, dem
Reichs=
preſſechef der NSDAP., SS.=Gruppenführer Dr
Dietrich, Reichsſtatthalter und Gauleiter Röver,
Flugkapitän, SS.=Oberführer Bauer, u. a. den
Wagen verlaſſen.
Als der Führer den Bähnhof verläßt, brauſt
ungeheurer Jubel über den Platz.
In ſchneller Fahrt geht es durch ein wogendes weiten Werftanlagen.
Menſchenſpalier zum Werftgelände der Deſchi=
Weithin ſichtbar ragt der ſchwarze, mit
Tannengirlanden geſchmückte Schiffsrumpf der
„Scharnhorſt” auf. Von dem Täufling und dem
Verwaltungsgebäude der Werft grüßen die
Far=
ben des Dritten Reiches den Führer, bei deſſen
Eintreffen auf dem Verwaltungsgebäude die
Standarte des Führers hochſteigt.
Der Taufakt begint mit einer Anſprache des
Vorſitzenden des Vorſtandes des Norddeutſchen
Lloyd, Dr. Firle. Er wies in ſeiner Anſprache
darauf hin, daß hier, auf der Werft, das größte
Schiff der deutſchen Handelsflotte, das im
Drit=
ten Reich erbaut worden ſei, zum Ablauf bereit
ſtehe. Neben ihm wachſe in den Spanten ein
Schweſterſchiff, das im Frühjahr folgen ſolle. Wi
ihre beiden großen Namensbrüder Seite an Seite
im Kampf der Waffen bei den Falklandsinſeln
geſtanden hätten, ſo ſtrebten die neuen Schiffe
hier brüderlich vereint zu neuem, diesmal aber
friedlichen Leben und Werk. Der Redner ſchloß
mit dem Wunſch, daß das neue Schiff alle ſeine
Fahrten glückhaft vollenden möge. Immer möge
ſeine Beſatzung ſich bewußt bleiben, daß ſie
Ab=
geſandter eines Deutſchland der Einigkeit, Ehre
und Freiheit ſei und ihrem Führer den Dank nicht
durch Worte, ſondern durch Taten abſtatte, indem
ſie ſich überall ſeiner würdig zeige. In das drei
fach
eil wurde begeiſtert eingeſtimmt.
Dann nahm Reichsverkehrsminiſter Freiherr
Eltz v. Rübenach das Wort zur Taufrede
Trotz aller Nöte der Zeit, ſo führte der
Mini=
ſter u. a. aus, rege ſich in der Welt die Hoffnung
Freitag die überraſchende Kunde die Stadt, daß auf eine beſſere Zukunft. Es regten ſich die
der Führer zum Stapellauf des Oſtaſien=Schnell= Kräfte, die den Kampf aufnehmen wollen gegen
die letzten Gründe der Weltkriſe. Gewaltig ſei
der Kampf gegen den wirtſchaftlichen Nieder=
und ſtarker Leitung des Führers und
Reichskanz=
lers ausfechte. Unbeirrbar und des endgültigen
Sieges ſicher verfolge ſie das Ziel, die Maſſen
emporzuführen zu beſſerer Lebenslage. Hierbei
den Straßen vom Bahnhof bis zum Werftgelände könne die Verbindung mit der Welt nicht
ent=
behrt werden. Den Ausbau der Handelsflotte
nenbaum leuchtet, war bald von einer unüberſeh= ſtrebungen nachzugehen und ſei nicht gewillt, im
friedlichen Wettbewerb mit anderen Nationen
Maſten wehen die Fahnen. Eine Ehrenkompagnie zurückzutreten. Ein großer Tag für die
Seeſchiff=
des 1. Hanſeatiſchen Bataillons Infanterieregi= fahrt, und damit auch für das ganze Volk ſei es
vom Stapel gelaſſen werde, das in ſeiner
Zweck=
mäßigkeit und Schönheit Zeugnis geben ſolle von
deutſcher Qualitätsarbeit. Zum ehrenden
Ge=
dächtnis jenes Sohnes der niederſächſiſchen Hei
mat, der in Zeiten des tiefſten Niederganges
un=
landes ſtrebte und kämpfte, ſolle das neue Schiff
Scharnhorſt heißen. Der Miniſter ſchloß: Möge
und dann hat auch ſchon der Führer mit ſeiner pflichtung, die ſie mit deinem Namen übernimmt.
lichem Wettſteit, für Deutſchlands Zukunft, für
Kraft einzuſetzen, das Vorbild vor Augen, das
ihr die Männer vom Schlachtkreuzer „
Scharn=
horſt” im Leben und Sterben gegeben. — Und ſo
taufe ich dich auf den Namen „Scharnhorſt”
Die Flaſche zerſchellte mit hellem Ton am Leib
des neuen deutſchen Schiffes. Kommandos tönen
auf. Die Taue werden gekappt, die Bremsklötze
zur Seite geſchlagen. Langſam zunächſt, dann
im=
mer ſchneller, gleitet die ſtolze „Scharnhorſt” in
das von Nebeln überlagerte Waſſer. Das
Deutſch=
land= und das Horſt=Weſſel=Lied ſchallen über die
Die Rückfahrt des Führers von der Werft zum
mag=Werft, wo der feierliche Taufakt ſtattfindet. Bahnhof geſtaltet ſich, ebenſo wie die Hinfahrt, zu
einer Huldigungsfahrt.
Der neue Oſtaſien=Schnelldienſt
des Norddeutſchen Lloyd.
Der auf der Weſerwerft der Deutſchen Schiffs=
und Maſchinenbau=A.=G. geſtern glücklich vom
Stapel gelaufene Dampfer „Scharnhorſt” iſt
etwa 18 000 Tonnen groß. Ein gleichgroßes
Schweſterſchiff, das den Namen „Gneiſenau”
erhalten ſoll, befindet ſich auf derſelben Werft in
Bau.
Die Dampfer „Scharnhorſt” und „Gneiſenau”,
für Rechnung der Hanſeatiſchen Schiffahrts= und
Betriebsgeſellſchaft m. b. H., Bremen, erbaut,
werden im Frühling und Herbſt 1935 in den Oſt
aſiendienſt des Norddeutſchen Lloyd. Bremen,
ein=
geſtellt, der durch dieſe Schiffe den Charakter eines
ausgeſprochenen Schnelldienſtes erhält. Die
Ent=
fernung von Bremen und Hamburg nach Genua
über Rotterdam, Southampton, Palma de
Mal=
lorca, Barcelona ſollen die „Scharnhorſt” und
„Gneiſenau” in 9 Tagen, und von dort über Port
Said, Colombo, Penang, Singapore, Manila,
Hongkong nach Schanghai in 23 Tagen zurückle
gen. Nach Schanghai ſollen noch Yokohama und
Kobe angelaufen werden. Heimkehrend von dort
wird außer den vorgenannten Plätzen auch Bela=
wan (Sumatra) und an Stelle von Gema= berührt. Als moderne Schnelldampfer
a=
den ſie in ihrer Ausſtattung allen Anforderum
als Tropenſchiffe entſprechen. Beide Danm
ſollen die erſte und Touriſtenklaſſe führen.
werden je 300 Reiſende aufnehmen. Die Fühn
des Dampfers „Scharnhorſt” wird Kapitän
I=
ter Stein, der Kapitän der „Koblenz”.
nehmen.
Die Dampfer „Scharnhorſt” und „Gneiſe!
werden Zeugnis ablegen von dem Geiſt, in 4
das nationalſozialiſtiſche Deutſchland die fren
Völker der Erde, und im beſonderen die —
ihnen lebenden Volksgenoſſen begrüßt.
Der Führer beſichkigt
den Llond=Schnelldampfer „Europ/:
Bremerhaven. Marſchierende und
gende Kolonnen ſind die erſten Zeichen
großen Tages des Führerbeſuches für die
miſche Tochterſtadt. Die Straßen prangen
reichen Schmuck. Im Hafen ſind alle Fahre
beflaggt. Das Ziel des Bremerhavener Be ſiS
des Führers, der Schnelldampfer „Europa‟
über die Toppen geflaggt. Blitzſauber lieg
ſilbergraue Bahnhof am Meer, geſchmückt
Girlanden aus Tannengrün. Während noch
all letzte Hand angelegt wird, ſtauen ſich Eik
den Sperrketten der SS. ſchon Stunden vor
vorausſichtlichen Eintreffen des Sonderzuges
Bremen die Scharen begeiſterter Bremerhau
und Weſermünder Einwohner, von denen
großer Teil wohl zum erſten Male in ihrer
ben den Führer ſehen werden.
Um 11.20 Uhr läuft der Sonderzug in
Columbus=Bahnhof ein, wo ſich die Ehrenc)
nungen gruppiert haben. Dichter Nebel ve= K
das ganze Hafengebiet, ſo daß man die ge
tigen Umriſſe der „Europa” nur ahnen
Jungvolk mit ſchmetternden Fanfaren und 2
knechttrommeln bringt hier dem Führer d.
ſten Grüße dar. Am Fallreep wird Adolf.
vom Kapitän der „Europa”, Scharf, begrüß
auf das Schiff geleitet. Der Führer beſia!“
dann mit ſeiner Begleitung eingehend die
ſchiedenen Decks der „Europa” mit ihrer geſcn
vollen Einrichtung.
Nach der Beſichtigung der „Europa” ſc
der Führer in Begleitung ſeines Stabes un.”
Reichswehrminiſter von Blomberg ſowie
Chef der Marineleitung. Admiral Raeder-
Panzerſchiff „Admiral Scheer”, einem
ſuch ab. Um 15 Uhr verließ der Führer unts‟
Klängen des Deutſchland= und des Horſt=Z‟‟.
Liedes und unter dem Donner der 21 Salun?
das immer noch in dichtem Nebel weit dr7
auf Reede liegende Panzerſchiff.
und dem beſt,
znieh der Sta
Fiſt ein ſehr
znuſtes Hotel
iün dieſen Tagen
eine Sondert
eſſes in Lan
er Teil
miglieder wol
nchmen Hotel.
Nenſchen, die
nen am Hotel K
lältezitternd
in mit heimlich
Gäſte dieſes
auch behaglich
üiben Träumen
* Uin den breite
in warm gebot
lus dem Fohe
wärmendes
ſch,. dies Hotel
hmorge
eine
ckliche
Stadt
emand ahnt,
ſtung dieſer gl
Niemand ſieh
Amerikaniſcher Dampfer in See!/
mikken im Aklankik.
Schwierige Rettungsaktion.
New York. Der amerikaniſche Fracht—0
fer „Usworth” mit 30 Mann Beſatzum.
findet ſich mitten auf dem Atlantiſchen Ozes?
Seenot. Auf ſeine drahtloſen Hilferufe ſinnd ?“
andere Dampfer, das belgiſche Schiff „Jean!
dot” und der Engländer „Ascania” zur Hfil”
ſtung herbeigeeilt, doch geſtalten ſich die
tungsarbeiten infolge des äußerſt ſtürn."
Wetters und der haushohen Wellen ſehr ſchr.‟
Der Beſatzung des „Jean Jadot” gelang E
ter großen Anſtrengungen, ein Rettungsbode
zuſetzen und fünf Mann der Beſatzung der
worth” an Bord zu nehmen. Die Bemuh)
für die Rettung der übrigen Schiffbrüm
gehen unter unſäglichen Anſtrengungen we
Samstag, 15. Dezember 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ilioter Bieintt
GAA
Die Brand=Kataſtrophe
4 des Hotel Kern i Lanſing
Copyright by Hans Kurt Müller Verlag, Berlin N 54. 1934. Alle Rechte vorbehalten. (Nachdruck verboten.)
Lanſing (Michigan), 11. Dezember 1934.
Lanſing
Hauptſtadt des Staates Michigan.
Es iſt 5 Uhr morgens.
Tiefe Dunkelheit liegt noch über der Stadt. Ein heulender,
üſiger Wind fegt durch die Straßen und klirrt gegen die Fenſter
ſer Läuſer.
Das Thermometer zeigt faſt 20 Grad unter Null.
Der Verkehr in den Straßen beginnt zu erwachen. Der
Früh=
urkehr der Bahnen ſetzt ein, die durch die froſtſtarrende Stadt
jagen.
Die Menſchen ſtapfen mißlaunig, halb erfroren, mit ſtummem
(imm über die Kälte, durch die Straßen.
Taxichauffeure fluchen . . . Die Kutſcher auf hochbeladenen
Warktkarren ſchlagen wütend die Arme zuſammen, um ſich zu
wär=
men „..den Pferden gefriert Speichel und Schaum zu ſtarrenden
C szapfen . . . Die
Frühhänd=
lue mit Zeitungen, Zigaretten,
grröſteten Kaſtanien führen
nmhre Siouxtänze auf, um ſich
wärmen.
Das iſt das Hotel Kern.
Eines der größten und
ſchön=
tm Hotels Lanſings.
Mit breiter Faſſade, üppigem
Fiyer und dem beſten
Reſtau=
ſaitbetrieb der Stadt.
Es iſt ein ſehr vornehmes
id exkluſives Hotel.
In dieſen Tagen findet
ge=
we eine Sondertagung des
ſingreſſes in Lanſing ſtatt.
Ein großer Teil der
Kon=
ſet ßmitglieder wohnt in dieſem
enehmen Hotel.
Menſchen, die an dieſem
Nergen am Hotel Kern frierend
u kältezitternd vorbei eilen,
ſerrken mit heimlichem Neid an
m Gäſte dieſes Hotels, die
noch behaglich ſchlummernd,
ſüßen Träumen verſponnen,
vom erſten 2a0/4
ſapl in den breiten luxuriöſen
ſetten warm geborgen ruhen.
zunächſt ein Au Aus dem Foyer fällt
wei=
en die Jungens ſ 1/2, wärmendes Licht auf die
ſtaße.
Sch, dies Hotel erſcheint an
Hſiem Frühmorgen den
Paſ=
inken wie eine warme,
licht=
telle vor
ffrllte, glückliche Inſel im
ſigen Meer der Kälte, das
ber die Stadt brandet.
Niemand ahnt, daß um dieſe Zeit ſchon das Schickſal die
Ver=
ſchrung dieſer glücklichen Inſel beſchloſſen hat.
Niemand ſieht den Tod auf dem Dachfirſt ſtehen und ſeine
rockliche Senſe ſchwingen..
Es iſt 5 Uhr und dreißig Minuten und in dieſem Augenblick
II: das Schickſal zu einem furchtbaren Schlage gegen das Hotel
d ſeine Gäſte aus..
Das Feuer bricht aus.
Charles Crooker gehört zu der großen Armee der
Arbeits=
loſen, die es in Lanſing ſo gut wie in jeder anderen Stadt der
Vereinigten Staaten gibt.
„Da es in „Gottes eigenem Lande” keine
Arbeitsloſenunter=
ſtützung gibt, iſt er ohne Wohnung, Heim und Schlafſtätte.
Er kampiert die Nächte in einem elenden Keller eines
Büro=
hauſes.
Der Keller iſt feucht und dumpf.
Aber ſeit die große Kälte kam, iſt dieſer Kellerraum ein
Eis=
keller geworden.
Er würde in dieſer hölliſchen Nacht der raſenden Kälte
buch=
ſtäblich auf dem vereiſten Boden feſtgefroren ſein, wenn er nicht
ſchon kurz nach Mitternacht den Keller verlaſſen und durch die
Straßen gerannt ſei.
Die Trümmer des Unglückshotels in Nordamerika.
Immer im leichten Trapp, um ſich zu wärmen.
Das Leben iſt eine Hölle..
Gegen Morgen iſt Charles Crooker am Zuſammenbrechen.
Ihm iſt das gleichgültig.
Vielleicht iſt das ſein Glück, denn dann kommt er ins Spital
und er kann ſich einmal ſatteſſen und wird das Glücksgefühl
be=
haglicher Wärme genießen dürfen.
Nr. 345 — Seite 9
Gegen 5 Uhr. 30 Minuten führt ihn ſein Weg vor das Hotel
Kern.
Er ſieht mit verbitterten Blicken auf dies glänzende Hotel,
Er malt ſich den Luxus der Zimmer, die Wonne der
wohl=
tuenden Wärme, die breiten Luxusbetten aus und . . . er flucht.
Lang und anhaltend.
Haß ſteigt in ihm auf.
Warum muß er frieren, hungern, durſten und die Gäſte
die=
ſes Hotels.
Unwillkürlich fällt ſein Blick auf ein Stück Mauerſtein, das
auf der Straße liegt.
Wahrſcheinlich iſt er von einer Fuhre heruntergefallen.
Haß und Verzweiflung zerſprengen Charles Crooker faſt und
er bückt ſich und hebt den Stein auf. . . . .
Er wägt ihn in der Hand.
Er wird ihn in eines der glänzenden Fenſter dieſes Hotels
hineinwerfen..
Aus Proteſt!
Aus Zorn!
Aus Verzweiflung . .. ..!"
Während Charles Crooker noch mit zuſammengebiſſenen
Zäh=
nen ſich eines der Fenſter ausſucht, in das er den Stein
hinein=
werfen will, ſieht er etwas, das ihn den Stein aus der Hand
fal=
len läßt.
Das Fenſter, das er ſich zur Zerſtörung ausgeſucht hat, iſt ganz
plötzlich von einer ſeltſamen roten Farbe erfüllt.
Eine Frau, die einen Augenblick wie rotes Blut ausſieht.
Crooker hat das Gefühl, als ſei dies Fenſter plötzlich ein
bos=
haftes rotes Auge, das tückiſch auf ihn herabſtarre.
Aber die Farbe dieſes Auges verändert ſich jäh.
Das dunkle Rot wird hell . . . es ſieht aus, als zucke eine rote
Flamme darüber hinweg . . . einen Augenblick iſt es wieder
dun=
kel und ſchwarz . . . aber dann iſt die Röte wieder da . . . grell
... flammend . . . eine rote Lohe. ..."
Das Chaos des Schreckens.
Während Crooker noch da oben hinaufſtarrt, als ſei das alles
ein Trug ſeiner zerfetzten Nerven, ein Wahnbild, eine Viſion,
ge=
ſchieht noch etwas viel Furchtbareres.
Das Fenſter wird ganz plötzlich aufgeriſſen.
Crooker ſieht den Schatten eines Menſchen, der plötzlich von
wilden Flammen umzüngelt wird, am Fenſter ſtehen.
Crooker hört einen gellenden Hilfeſchrei.
„Feuer!“
„Hilfe!”
An der Stimme erkennt Crooker, daß es eine Frau iſt, die
dort oben am Fenſter ſteht und um Hilfe ſchreit.
Mit einer wilden, rauſchenden Flamme fangen jetzt auch die
Vorhänge des Fenſters Flammen, und Crooker ſieht die Frau
Se=
kunden wie von einem phantaſtiſchen roten Scheinwerfer
beleuch=
tet dort oben ſtehen.
Die Helle und das Licht ſind ſo ſtark, daß er die Frau ganz
genau erkennen kann.
Es iſt eine junge und hübſche Frau und ihr Geſicht iſt
ver=
zerrt vor Angſt und Entſetzen.
„Hilfe!” ruft ſie noch einmal gell und ringt die Hände.
Aber wie ſoll jemand Hilfe bringen.
Die Straße beginnt erſt in dieſem Augenblick die Kataſtrophe
zu erkennen.
Die Menſchen bleiben ſtehen.
Sie ſchreien. . . .
Sie rufen. . . . .
Sie brüllen nach der Feuerwehr. .
Autos bleiben ſtehen. Der Verkehr ſtockt. Das Entſetzen ſpringt
überall auf. . . . .
Aber es iſt nichts zu dem Entſetzen, das ſich jetzt überall an
den Fenſtern des Hotels enthüllt.
(Fortſetzung folgt )
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Ihre Vermählung geben bekannt:
August Becker
und Frau Käte, geb. Blum
Darmstadt, 15. Dez. 1934
Viktoriastr. 98
Kirchl. Trauung: 15. Dezember 1934, ½3 Uhr nachmlttegs
in der Johannesklrche
Ihre VERMAHLUNG geben bekannt:
Ernst Wagner und Frau
Liesel, geb Puskeppeleit
Darmstadt
Weiterstädterstr. 42 Heidelbergerstr. 122
Trauung: Sonntag, 16. Dezember, 15.30 Uhr, Liebfrauer
kirche (Klappacherstraße).
Dankſagung.
Für die herzliche Anteilnahme beim Hinſcheiden
unſeres teueren Entſchlatenen
Kan Coimar
Oberlokomotivführer
ſagen wir unſeren innigſten Dank. Beſonders danken
wir Herrn Pfarrer Weinberger für ſeine troſivollen
Worte ſowie für die Kranzniederlegungen und
ehrenden Nachrufe des Vorſtandes des
Betriebs=
werks Darmſitadt, des Vorſitzers des Vereins
deutſcher Lokomotivführer, Ortsgruppe Darmſiadt,
des Sprechers des Reichsbahnſportvereins und des
Teiters der Darmſtädter Volkshochſchule.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 13. Oezember 1934. (13028
Am 13. Dezember entſchlief ſanft und
un=
erwartet im 57. Lebensjahre mein
innigſt=
geliebter guter Mann, unſer unvergeßlicher
treuſorgender Vater, Schwiegervater.
Schwager, Onkel und Neffe
Ludwig Nungeſſer.
In tiefer Trauer:
Frau Emma Nungeſſer u. Kinder.
Darmſtadt (Ruthsſtr. 6), 13. Dezember 1934.
Die Beerdigung findet Montag, den
17. Dezember, nachmittags 2 Uhr, auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
Statt Karten.
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
Teil=
nahme bei dem Heimgang unſeres lieben
Entſchlafenen
Balthaſer Lohnes
ſowie für die vielen Kranzſpenden ſagen
wir unſeren herzlichen Dank. Ganz
be=
ſonderen Dank Herrn Pfarrer Deſch für
ſeine troſtreichen Worte am Grabe ſowie
der Krankenſchweſter Sophie für die
liebe=
volle Pflege.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Lohnes.
Kirch=Brombach, den 13. Dezember 1934. (1s012
auf jeden Weihnachtstisch eine Flasche (8224a
Rolnisches Wasser.
echtes „gegenüber” rote Farina-Marke, v. 859 an
„4711” die Weltmarke von Mülhens, von 859 an
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Darm adt.
Den Kameraden die
trau=
rige Mitteilung, daß unſer
Kamerad
Ludwig Nungeſſer
verſtorben iſt. Die
Beerdi=
gung findet Montag, den
17. Dezember 1934, nachm.
2 Uhr, auf dem
Waldfried=
hof ſtatt. (Die Wehr tritt
1.45 Uhr auf dem Wald=
(13045
friedhof an.)
Das Kommando: Karpfinger.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 345 — Seite 11
SidosSabldagtt
eg 2un
au
Alympia=Verpflichkungsfeier
im ehemaligen Landkagsgebäude
am Sonnkag, den 16. Dezember 1934.
Wie bereits bekannt, findet im Opernhaus zu Berlin morgen
ſprmittag die feierliche Verpflichtung der Olympiakandidaten
d rch den Reichsſportführer ſtatt. Dieſe Feier wird auf alle Sender
i ertragen, ſo daß durch Gemeinſchaftsempfang in allen Orten
tautſchlands die Durchführung einer gleichartigen Veranſtaltung
ſernöglicht wird. Hierbei ſollen nicht nur die ausgeſprochenen
ympia=Kandidaten verpflichtet werden, ſondern all diejenigen
ſtarner und Sportler, die ſich zu einem ernſten olympiſchen
Trai=
arna verpflichten wollen. Insbeſondere zählt hierzu der
Jugend=
ſarchwuchs, ſoweit er ein beſonderes Können verſpricht.
In Darmſtadt findet dieſe Feier im ehemaligen
Landtags=
zSäude ſtatt, und zwar morgen vormittag um 11.15 Uhr.
Das Programm geſtaltet ſich folgendermaßen:
11.15 Uhr: Einmarſch der hieſigen Olympia=
Vorbereitungs=
ämpfer. (Anmerkung: Der Handballſport wird nur durch die erſte
annſchaft des Polizeiſportvereins ehrenhalber vertreten. Für die
rmſtädter Handballer erfolgt ſpäter eine gemeinſame
Ver=
biſichtung.) 1120 Uhr: Anſprache des Unterbeauftragten des
richsſportführers: Direktor Löwer, Anſchließend: Uebertragung
e Feier aus Berlin. 11.30 Uhr: Muſikvortrag. 11.40 Uhr:
Ein=
erkungsrede des Funkſprechers. 11.45 Uhr: Anſprache des
Reichs=
oertführers. 12 Uhr: Feierliche Verpflichtung. 12,20 Uhr:
Muſik=
astrag, 12.30 Uhr: Ausklang.
Im Landtagsgebäude ſtehen die Plätze im Sitzungsſaal in er=
Linie den Vertretern der Behörden, Parteiorganiſationen,
Kirverſchaften und Vereinen zur Verfügung. Die Plätze auf der
Gllerie ſind für die Turn= und Sportintereſſenten freigehalten.
Vorl. Ortsgruppe des Reichsbundes für Leibesübungen.
Die Mitglieder der vorl. Ortsgruppe des Reichsbundes für
besübungen bitte ich um pünktliches Erſcheinen zu der
Ver=
ischtungsfeier der Olympiavorbereitungskämpfer am Sonntag,
a mittags 10,30 Uhr zwecks Vorbeſprechung der Veranſtaltung.
(gez.) Löwer.
Heute, Samstag,
Bereinsführer=
beſprechung in Darmſtadt
(95B, 92, 95B).
Wir erinnern nochmals daran, daß der Fachamtsleiter des
a.iſes Starkenburg für Leichtathletik alle Vereinsführer bzw.
ien Beauftragte für heute nachmittag 5 Uhr zu einer Be=
Un chung nach Darmſtadt in das Reſtaurant Rehberger, Ecke
is= und Nieder=Ramſtädter Straße (Linie 1/2), einberufen hat,
u der Tagesordnung ſtehen: Rückblick 1934 — Neuaufbau des
achamtes — Ausblick und Veranſtaltungen 1935 — Diplome 1934
Verſchiedenes.
Die Diplome für Veranſtaltungen des Jahres 1934
wer=
heute in der Beſprechung ausgegeben. Vereine, die nicht
ver=
leien ſind, können die Auszeichnungen ab Montag bei dem Fach=
Un sleiter (Mollerſtraße 21) abholen.
Jau 13 (Südwefel Sachamk Leichkakhletik
Der Fachamtsleiter des Gaues XIII — Hans
Söhngen=
unkfurt — hat folgende Herren als Mitarbeiter berufen: Heinz
in dner=Darmſtadt: Referent für Jugendfragen; Karl Bek=
Wiesbalen: Preſſewart: „Auguſt Leunig=Frankfurt:
aſenwart: Volksturnwart: Koch=Kaiſerslautern. — Als
Gau=
ortwart wird Söhngen ſelbſt tätig ſein, während Frl.
Sie=
este Frankfurt den Frauenſport betreuen wird.
Kreisfachamt für Leichtathletik in Starkenburg.
Der bisherige Kreisſportwart Heinz Lindner=Darmſtadt
unde zum Fachamtsleiter für Leichtathletik im Kreis
Starken=
uis ernannt. Der Fachamtsleiter hat daraufhin folgende Herren
ſeinen Mitarbeitern berufen:
Ludwig Joſt=Darmſtadt (TSG 1846): Kreisſportwart.
chriftwart und Stellvertreter des Volksturnwartes; Heinrich
tephan=Darmſtadt (Polizei=SV.): Frauenſportwart; Jakob
a neider=Langen: Volksturnwart als Vertreter des
Fach=
nies Turnen.
Generalverſammlung des
Kegelſpork=
verbandes Darmſtadk u. Umg.
Die diesjährige Generalverſammlung des Kegelſportverbandes
uunſtadt fand in den Räumen des Kegelſporthauſes. Saalbau=
Taxe, ſtatt und war wider Erwarten nur mäßig beſucht. Der
rinige Beſuch dürfte wohl in der Hauptſache darauf zurückzufüh=
In ſein, daß die ſonſt übliche Vorſtandswahl nicht in Erſcheinung
i. da der derzeitige Vorſtand bis zum 1. Oktober 1935
ver=
istet iſt. Es handelte ſich in der Hauptſache um die
Rechen=
laitsablage des Vorſtandes ſeit der am 17. Juli d. J. erfolgten
lerchmelzung des ehemaligen Bürgervereins Darmſtadt mit dem
RAer=Verband Darmſtadt zu dem neuen Groß=Verband
Kegel=
rtverband Darmſtadt u. U. Die geſtellten Anträge
aiden ſämtlich zur Erledigung einſtweilen zurückgeſtellt, da bei
In einen oder anderen Rückfrage beim Bund erforderlich iſt.
Be=
lalch der Beitragsſenkung ſoll erſt nach Verlauf eines Jahres
iſchieden werden, ſo daß dieſer Antrag bis zur nächſten
General=
eemmlung zurückgeſtellt wurde. Der Verbandsvorſitzende. Pg.
Eigenbrodt, gab in kurzen Umriſſen einen Rückblick auf
S abgelaufene Jahr, woraus hervorging, daß der im Juli
er=
ge Zuſammenſchluß mit dem Bürgerverein bis jetzt recht gute
lichte getragen hat. Anſchließend erſtattete Sportwart Rößler
Neu Bericht für das Sportjahr 1934, wobei er die ſtattgefunde=
Wettkämpfe und ſportlichen Veranſtaltungen kurz ſtreifte.
eiauf wurde durch den Rechner Riebel der Kaſſenbericht und
finanzielle Lage des Verbandes bekanntgegeben. Durch die
Arrungsprüfer konnte man erfahren, daß die Kaſſenverhältniſſe
n beſter Ordnung befinden. Der geplante
Kamerad=
itsabend findet, wie bereits bekannt, am 17. Dezember
Kegelſporthaus und die Weihnachtsfeier am 2.
Weihnachts=
ecag im „Rummelbräu” ſtatt. Um 11.45 Uhr ſchloß der Ver=
Svorſitzende die anregend verlaufene Generalverſammlung.
Zu dem am 2. Dezember ſtattgefundenen Winterhilfskegeln
ei den Ergebniſſen noch nachzutragen, daß auch die Damen ſich
Erfolg beteiligt haben: Der 50=Kugelkampf für Frauen ergab
andes Reſultat: Verbandsmitglieder: Sieger Frau Welzbacher
205 Holz. Nichtverbandsmitglieder: Sieger Frau Schepp mit
Holz.
Tach Abſchluß des 3. Laufes zum Ausſcheidungskegeln zeigt die
llenſpitze das folgende Bild Männer; Thümmel 1647
Eigenbrodt 1617, Rößler 1595, Schüßler 1591. Becher 1590,
N2 1588. Grün 1586. Sattler 1579. Reinhardt 1578, Bangert
Trauen; Frau Wilbert 1571 Holz Frl. Bäumer 1544, Frau
Dbacher 1488, Frau Hof 1351. Frau Weber 1300.
Senioren; Frank 1612 Holz, Schinnerl 1532, Andres 1480.
1450 Harres 1434. Luttermann 1376 und Voß 1326.
Ser 4. Lauf, ebenfalls ein 100=Kugelkampf in die Vollen,
be=
am kommenden Samstag und Sonntag und hier wird es
Eigen, wie weit die einzelnen derzeitigen Spitzenreiter in der
ſind ihre Stellung zu behaupten. Immerhin kann man ſagen.
aich das Bild bis zum Abſchluß des 600=Kugelkampfes noch
eritlich verſchieben kann.
Zußball.
SV. 98 Darmſtadt — FC. 03 Egelsbach.
Zu dem am Sonntag nachmittag 2 Uhr auf dem Stadion
am Böllenfalltor ſtattfindenden Großkampf fahren beide
Mann=
ſchaften mit ſtärkſtem Geſchütz auf.
SV. 98:
Ruppel 3
Geyer Sänger
Müller 2 Schnägelberger Frey
Mahr Roß Seifert Staigmiller Würtenberger
Der ungeſchlagene Tabellenführer Egelsbach:
Schuch
Anthes B. Volz Fr.
Haller Knöß Fr. Vollhardt
Schlapp Anthes H. Knöß P.2 Ewald Volz Knöß P.1
Schiedsrichter iſt Keßler=Mainz, der neulich den Lokalkampf
Polizei — SV. 98 ausgezeichnet leitete.
Bereits um 12.15 Uhr ſtehen ſich die Reſerven gegenüber.
Hier geht es um die Meiſterſchaft, ſo daß man alſo auch ſchon im
Vorſpiel ein ſpannendes Treffen erwarten dürfte.
4. Mannſchaft — 2. Alsbach; Stadion 10.15 Uhk.
5. Mannſchaft — 2. Babenhauſen; Stadion 10.45 Uhr.
SDgg. Arheilgen — Polizei Darmſtadt.
Das Spiel der beiden Mannſchaften findet um 14 Uhr auf
dem Arheilger Mühlchen ſtatt. — Abfalrt 12,45 Uhr, Wache 24.
— Reſervemannſchaft: Abfahrt 11.15 Uhr. Wache 24.
Jahn 1875 — Mörfelden.
Auf dieſes Treffen am Sonntag vorm. 10.45 Uhr am
Ziegel=
buſch ſei nochmals beſonders hingewieſen. Man wird auf das
Ab=
ſchneiden der 75er, die in ihren letzten Spielen ſehr Beachtliches
leiſteten, gegen den bis jetzt noch ungeſchlagenen Tabellenführer
geſpannt ſein. Letzterer wird beſtrebt ſein, die Runde ohne
Spiel=
verluſt durchzuſtehen, und am Sonntag mit einer Großleiſtung
auf=
warten. Auch die 75er werden ſich dem anpaſſen und ſich zu einer
Beſtleiſtung aufraffen. Zu wünſchen wäre, daß das ſchöne Wetter
der letzten Tage anhält, dann wird auch ein Beſuch lohnen.
Vor dem Auftakt der 1. Garnituren treffen ſich die 2. um
9 Uhr.
Tgde. 65 Beſſungen (Junioren).
Zum fälligen Pflichtſpiel begibt ſich Beſſungen nach
Pfung=
ſtadt. Spielbeginn 10,30 Uhr. (Abfahrt per Rad 9,30 Uhr
Turn=
halle.)
Jugend und Schülermannſchaften ſpielfrei.
Das Spiel am Samstag Schüler 1b — Schüler 1b TSG. 46
fällt aus.
SV. Höchſt — TSG. 1877 Ober=Ramſtadt.
Am Sonntag begibt ſich die TSG. Ober=Ramſtadt mit ihrer
erſten und zweiten Mannſchaft nach Höchſt, um dem dortigen SV.
in Verbandsſpielen gegenüberzutreten.
Die Ober=Ramſtädter werden ſich ſchon ſchwer anſtrengen
müſſen, wenn ſie gegen die ſtarken Gaſtgeber erfolgreich ſein
wol=
len. Beide Mannſchaften ſind etwa gleich ſtark. Es wird, wie ſchon
im Vorſpiel, zu einem äußerſt ſpannenden Kampfe kommen, deſſen
Ausgang vollkommen offen iſt.
Abfahrt 10.30 Uhr.
Sportverein 1910 Weiterſtadt.
Nachdem am vergangenen Sonntag das Spiel gegen Union
Wixhauſen abgeſetzt wurde, empfängt SV. Weiterſtadt den
Neu=
ling Wolfskehlen. Das Vorſpiel, das auch zugleich das erſte
Ver=
bandsſpiel war, ging ſicher an die körperlich überlegenen
Wolfs=
kehler verloren. Hoffentlich haben die Weiterſtädter aus den
ver=
gangenen Spielen ihre Lehre gezogen. Es wird allmählich Zeit,
daß man auch mal wieder etwas von Weiterſtadt hört, und nicht
erſt zu ſpielen anfängt, wenn es wie ſo oft leider ſchon, zu ſpät
war. Beide Mannſchaften ſtehen ſich nicht das erſtemal gegenüber,
ſondern haben ſich früher ſchon oft erbitterte und ſchöne Kämpfe
geliefert. Hoffen wir, daß wir auch am Sonntag ein ſchönes Spiel
zu ſehen bekommen. Spielbeginn 2,15 Uhr.
Vorher 2. Mannſchaften. Das Vorſpiel ging 3:1 zugunſten für
Weiterſtadt aus. Hoffentlich können die Einheimiſchen auch
dies=
mal die beiden Punkte für ſich buchen, was mit einem bißchen
Eifer und Energie nicht allzu ſchwer ſein dürfte.
Ab kommenden Mittwoch, den 19. Dezember, findet von jetzt
ab wieder das Saaltraining der Schüler ſtatt. bei Hamm. 430 Uhr.
Sportdreß iſt mitzubringen. Das Erſcheinen wird der
Schüler=
abteilung zur Pflicht gemacht.
Handball.
TV. Frieſenheim — Polizei=SB. Darmſtadt.
Im Anſchluß an die Vereidigung der Olympiakandidaten im
Landtagsgebäude fährt die Ligamannſchaft des deutſchen Meiſters
nach Frieſenheim zum fälligen Verbandsſpiel. Bekanntlich bezogen
die Grünen im letzten Jahr auf Frieſenheimer Gelände eine
Nie=
derlage in den Spielen um die Gaumeiſterſchaft. Wir es im
vori=
gen Jahr das Ziel eines Gaumeiſters, das die Pfälzer zu großen
Leiſtungen anſpornte, ſo iſt es in dieſem Jahre der drohende
Ab=
ſtieg, der den DT.=Altmeiſter zu noch größeren Leiſtungen zwingt.
Die Grünen wiſſen alſo, was ſie zu erwarten haben. Eine
Vor=
herſage iſt unter dieſen Umſtänden äußerſt gewagt. Wenn die
Landespoliziſten keine unliebſame Ueberraſchung erleben wollen,
dann darf nichts darüber hinwegtäuſchen, daß ſie ſich zu einer
ſehr guten Leiſtung finden müſſen, um ungeſchlagen nach
Darm=
ſtadt zu kommen. — Die Abfahrt erfolgt gegen 13 Uhr vom
Ge=
bäude des Landtags.
Merck Darmſtadt — TG. Sprendlingen.
Am Sonntag nachmittag 3 Uhr treten ſich an der
Maulbeer=
allee die genannten Mannſchaften zum fälligen Verbandskampf
gegenüber. TG. Sprendlingen, deren Mannſchaft bis heute noch
nicht ihre wirkliche Spielſtärke gefunden hat, wird alles
daran=
ſetzen, um einen günſtigen Tabellenplatz zu erringen. Aber auch
die Handballer des Merck=Sportvereins werden gut tun, ihren
Gegner nicht zu unterſchätzen. Aus dieſem Grunde iſt mit einem
ſpannenden Spiel zu rechnen. — Vorher: Germania Eberſtadt 2.
—Merck 2.
Reichsbahn- TsB. Darmſtadk.
Am kommenden Sonntag den 16. d. M., ſind wieder alle
Mannſchaften des Vereins beſchäftigt. Die Handballer
emp=
fangen um 14.30 Uhr den Tabellenführer Urberach zum Rückſpiel.
Hierbei hat die Mannſchaft Gelegenheit, die knappe 9:11
Nieder=
lage aus dem Vorſpiel wieder auszugleichen.
Mannſchaftsaufſtel=
lung iſt bekannt. Vorher um 1.15 Uhr, ſpielen die Schüler
gegen die der Viktoria Griesheim. Die Jugend muß bereits um
10.30 Uhr auf dem Platz des SV. Merck in der Maulbeer=Allee
antreten und wird das Pflichtſpiel in folgender Auftellung
be=
ſtreiten: Pech, Stephan, Bien, Hartmann. Hener, Henſel. Krahn,
Müller, Recke, Walter, Schmidt.
Die Fußballer fahren mit zwei Mannſchaften zur TG.
Sprendlingen zu den fälligen Verbandsſpielen. Das Spiel der
2 Mannſchaften beginnt ſchon um 12.15 Uhr und wird
vorausſicht=
lich durch folgende Mannſchaft beſtritten: Nettermann. Schmidt,
Borger, Beutel, Stromberger Hartmann 2. Spamer, Rexroth,
Heinbüche. Geyer, Gerbig, Erſatz Heß. Die 1. Elf ſpielt um
14 Uhr mit: Berth. Faßhauer, Bär, Frieß 2. Griesheimer, Diener, Ausſichten für Sonntag: „Veränderliches bewölktes Wetter mit
Welker, 3 ldmann, Fr. Frieß 1., Weißmantel und Mahr. —
Ab=
fahrt für beide Mannſchaften 11.30 Uhr am Marſtall.
TSG. 46 — Hockey.
Sämtliche Hockeyſpieler der erſten und zweiten Mannſchaft
treffen ſich am Sonntag vormittag 10 Uhr auf der Woogswieſe zu
einem Uebungsſpiel. Gleichzeitig findet auch das Training für die
Damen=Mannſchaft ſtatt.
Turnerbund Jahn 1875 — Jugendabteilung.
Alle Knaben und Mädchen werden auf die heute nachm.
um 5 Uhr ſtattfindende Turnſtunde im Turnhaus,
Dieburger=
ſtraße 26, nochmals aufmerkſam gemacht. Erſcheinen iſt Pflicht.
Gewinnauszug
3. Klaſſe 44. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verbofen
Ine Gewpchr Sochderuc berbei
gefallen, und zwar fe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen 1 und II
2. Ziehungstag
13. Dezember 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 240 M.
gezogen
Gewinne zu 10000 M. 295527
2 Gewinne zu 3000 M. 974363
6 Gewinne zu 2000 M. 25601 10ß38t 148697
8 Gewinne zu 1000 M. 811123 341327 375363 380051
18 Gewinne zu 800 M. 34676 109117 126407 24 1878 275978 325857
3542 16 398934
50 Gewinne zu 500 M 9229 17221 31176 94401 35303 43118
49869 601738 79984 81173 98797 100898 108574 109411 1211
134907 154419 160830 193866 252483 264808 367719 379271
396618 398833
166 Gewinne zu 400 M 4872 4911 10845 13352 15056 16764
26026 34818 38849 38014 43126 44789 47892 67251 61179 62103
64239 73209 83727 85427 91383 91630 97673 99790 106838 103828
109244 1096830 113851 114497 120815 122454 125352 130071 130565
134540 150357 16 1004 154820 167231 168878 171783 173976 174683
181427 189331 192323 213414 213982 215948 230027 236110 941380
247949 244078 260 187 2668 17 270965 276343 283392 366089 387838
304013 311878 818101 314004 321663 395480 329730 329768 335984
339295 339773 342454 343179 343853 353731 357162 365161 977888
880480 385329 399714
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 240. M.
gezogen
2 Gewinne zu 60000 M. 379198
2 Gewinne zu 3000 M. 273815
4 Gewinne zu 2000 M. 42586 128958
6 Gewinne zu 1006 M. 76691 92322 398381
20 Gewinne zu 800 M. 85559 104628 2a8600 266992 B15299
216414 318922 234300 255579 394789
68 Gewinne zu 500 M 11042 21403 40477 49730 61171 71028
78805 79604 88508 105914 115668 123800 127469 147748 182668
184149 191494 246867 291479 294891 303031 323176 341635 348547
349755 378219 389440 368637
166 Gewinne zu 400 M. 976 9784 16942 21172 21956 93380 B4531
41560 48922 44554 45972 61203 77761 82249 85203 90176 95083
97894 98301 98888 990654 114579 117080 119198 118376 198353
127007 12779B 144625 147883 157141 159331 159698 1670 10 171626
172783 170994 174596 178017 181272 183056 193068 214628 217250
719090 227744 228797 233025 237244 255941 269338 270124 271654
272763 274876 283076 283602 58 1982 296407 598560 297544 303161
303917 305681 309187 312670 312877 318508 317568 317708 238955
341877 347841 349347 348548 351801 364737 368861 370330 378880
880888 380964 391659
20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu ſe 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen 1 und II:
15228 27681 60017 92021 94563 128592
646906 398938
172078 183725
Die Ziehung der 4. Klaſſe der 44. Preußiſch=Süddeutſchen
(270. Preuß.) Staatslotterie findet am 9. u. 10. Januar 1935 ſtatt.
Reichsſender Frankfurt
Frankfurt: Samstag, 15. Dezember
600: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.45: Zeit,
Meldungen. — 6.50: Wetter. — 6,55: Morgenſpruch. Choral.
700: Stuttgart: Frühkonzert (Schallpl.). — In einer Pauſe, ca.
800: Nur für Frankfurt: Waſſerſtand, Wetter. — 8.30:
Stutt=
gart: Gymnaſtik. — 900: Nur Frankfurt: Nachr. — 9.15:
Konzert. Lieder von Leoncavallo, Thomas, Lorzing. — Lieder
von Wilh. Peterſen. — Heitere Lieder. — 10.00: Nachr.
1100: Werbeionzert — 11.30: Meldungen. — 11.45: Muſikal.
Gabentiſch (Schallplitten).
12.00: Muſikzug der Brigade 49. Ltg.: Muſikzugführer Weilert.
13.00: Stuttgart: Zeit, Saardienſt. Nachr. — 13.10: Nachr.
13.15: Waſchecht Blau=Weiß. Ein zünftiges Schallgeplattel. —
14.15: Zeit, Nachr. — 14.30: Quer durch die Wirtſchaft. Berichte
und Geſpräche — 14.50: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. — 14 55:
Wetter. — 15.00: Nur Trier: Nachr — 15.15: Jugendſtunde:
Friedrich und Katte. Der Sieg der Pflicht. Ein Hörſpiel.
16 00: Köln: Der frohe Samstag=Nachm ttag: „Falſch verbunden”.
1800: Stimme der Grenze — 18.20: Stegreifſendung. — 18.503
Wir ſchalten ein: Das Mikrophon unterwegs. — 18.45:
Mel=
dungen.
18. 50: Stuttgart: Nur ein Walzer muß es ſein. Die Kapelle Willr!
Wende. — Die Wellenſittiche. — 19.30: Köln: Volkslieder der
Saar: Köllertal, Engelfangen, Güchenbach, Hilchbach. — 20.00:
Zeit, Nachr. — 20.05: Stuttgart: Saarumſchau. 20.155
Köln: Kinder, wir wollen gemütlich ſein. Ein luſtiger Abend. —
2200: Zeit, Nachr. — 22.15: Nachr., Wetter, Sport — 22.20:
Tanzmuſik mit heiteren Einlagen. — 1.00: Nachtmuſik.
Schluß=
feuerwerk auf Schallpl.
UMlstien Uandännnn
Sonnabend, 15. Dezember
Berlin: 20.10: Fatinitza. Große Operette von Suppé.
Breslau: Wir fahren ins Land. Oeffentlicher
Unterhal=
tungsabend.
Deutſchlandſender: 20.15: Wir fahren nach
Pots=
dam. Großer Unterhaltungsabend.
Frankfurt; 22.20: Tanzmuſik mit heiteren Einlagen.
Hamburg: 19.00: Geburtstag im Hauſe Kaſper und
Marieken.
Köln: 20.15: Kinder wir wollen gemütlich ſein.
Luſti=
ger Abend.
Königsberg: 20.10: Kameradſchaftsſtunde.
Leipzig: 18.30: Fröhliches Wochenende mit dem
Emde=
orcheſter und Schallplatten.
München: 19.00: Urſendung: Der Bundſchuh fliegt!
Hörſpiel zum Bauernkrieg.
Stuttgart: 20.15: Werbeabend des Badiſchen
Staats=
theaters Karlsruhe.
Wien: 21.00: Im Fluge um die Welt. Funkpotpourri.
Kopenhagen: 20.30: Heiterer Abend u. Tanzmuſik.
Warſchau: 24.00: Moderne Tanzmuſik.
Luxemburg: 23.40: Bunter Abend. Mitw.: Yvette
Guilbert.
Velerberiſchl.
Ausſichten für Samstag: Nach verbreiteten Regenfällen wechſelnd
bewölktes Wetter mit einzelnen Schauern, bei ſüdlichen
Win=
den, mild.
einzelnen
Niederſchlägen, bei ſüdlichen
bis weſtlichen Winden, noch mild.
Nummer 345
Samstag, 15. Oezemb
AarmſtadterCagblatte
Zur Errichtung von Einzelhandels=Verkaufsſtellen.
nach 28 eröffnen. Auslandswerte lagen ſchwach, anſcheinend
be=
einflußt durch den Rückgang der Akuaktie. Conti Linoleum ver=
Die Aenderung des Geſehes
loren 1½, Chade AG. 2¾ RM. und Chade D. 3½ RM. Elektro=
Das in der Kabinettsſitzung am Donnerstag verabſchiedete
Geſetz zur Aenderung des Geſetzes zum Schutze des Einzelhandels
ſieht im weſentlichen vor, daß die bisher im Geſetz vorgeſehene
Befriſtung der Sperre für die Errichtung neuer
Einzelhandels=
verkaufsſtellen bis zum 1. Januar 1935 wegfällt. Die Sperre
dauert alſo unbefriſtet an.
Wie dazu in der Begründung ausgeführt wird, kann auf eine
weitere Verlängerung der Sperre nicht verzichtet werden.
Ein=
mal macht es die in den verſchiedenſten Teilen des Einzelhandels
beſtehende Ueberſetzung auch weiterhin nötig, die Errichtung
neuer Verkaufsſtellen einzuſchränken. Vor allem aber ſoll
weiter=
hin die Errichtungsſperre als notwendige geſetzliche Grundlage
für die Prüfung der Sachkunde und perſönlichen Zuverläſſigkeit
bei der Errichtung neuer Verkaufsſtellen und damit zugleich als
Ueberleitung zu einem künftigen allgemeinen Einzelhandelsgeſetz
dienen.
In der Begründung wird darauf hingewieſen, daß ſchon
bis=
her das Verbot der Errichtung von
Einzelhan=
delsverkaufsſtellen ſeit dem Erlaß des Geſetzes am
12. Mai 1933 einen grundſätzlich anderen Inhalt bekommen hat.
Die für die Bewilligung von Ausnahmen von der
Errichtungs=
ſperre maßgebenden Durchführungsverordnungen haben
ſchritt=
weiſe an die Stelle der Berückſichtigung der örtlichen Verhältniſſe
die Prüfung der Sachkunde und perſönlichen Zuverläſſigkeit des
Antragſtellers treten laſſen. Die Erſte Durchführungsverordnung
ließ Ausnahmen nur zu, wenn ein Bedürfnis für die Errichtung
der beabſichtigten Verkaufsſtelle nachgewieſen wurde. Die Zweite
Durchführungsverordnung brachte eine Auflockerung für die
Er=
richtung ſelbſtändiger Fachgeſchäfte, aber nur ſoweit als eine
Ge=
fährdung anderer Verkaufsſtellen nicht zu befürchten war. Hier
war bereits in der Verordnung die Möglichkeit vorgeſehen, eine
Ausnahme zu verſagen, wenn der Antragſteller die erforderliche
fachliche Eignung nicht beſaß. Die Dritte
Durchführungsverord=
nung vom 23. Juli 1934 behielt die mit der Prüfung des
Be=
dürfniſſes verbundene ſtrenge Handhabung der Sperre nur noch
für die Errichtung gewiſſer beſonders genannter Betriebe bei,
nämlich für Warenhäuſer, Serienpreisgeſchäfte,
Einheitspreisge=
ſchäfte und Unternehmungen ähnlicher Art ſowie für
Verkaufs=
ſtellen eines mehrere Verkaufsſtellen betreibenden Unternehmens.
Im übrigen wurde aber in dieſer Verordnung bereits die
Zu=
laſſung von Ausnahmen für die Errichtung ſelbſtändiger
Fach=
geſchäfte grundſätzlich nur noch davon abhängig gemacht, daß der
Antragſteller die erforderliche Sachkunde und pevſönliche
Zuver=
läſſigkeit beſitzt.
Damit war praktiſch bereits eine Auflockerung der Sperre
vorgenommen worden, die den berechtigten Intereſſen des
Haus=
beſitzes und des kaufmänniſchen Nachwuchſes weitgehend
Rech=
nung trug. Gleichzeitig iſt hiermit aber dem mittelſtändiſchen
Ein=
zelhandel nicht nur ein Schutz gegen die Konkurrenz unerfahrener
und unzuverläſſiger Perſonen gegeben, ſondern auch der Weg
ge=
wieſen, durch Steigerung ſeiner Leiſtungsfähigkeit aus eigener
Kraft zur Beſſerung ſeiner Lage beizutragen. Die Forderung der
Sachkunde und perſönliche Zuverläſſigkeit iſt die unbedingte
Vor=
ausſetzung für die Geſundung der Verhältniſſe im deutſchen
Einzelhandel.
Ihr würde jedoch die geſetzliche Grundlage entzogen, wenn
jetzt das grundſätzliche Verbot der Errichtung neuer
Verkaufs=
ſtellen aufgehoben werden würde.
Die Begründung hebt ausdrücklich hervor, daß an den Erlaß
eines allgemeinen Einzelhandelsgeſetzes, das eine endgültige
Ord=
nung darſtellt, erſt herangegangen werden kann, wenn im
Rah=
men der bisherigen Regelung noch weitere Erfahrungen
gewon=
nen ſind.
Des weiteren wird das Verbot der Errichtung neuer
Ver=
kaufsſtellen auch auf die Uebernahme beſtehender Verkaufsſtellen
ausgedehnt. Mit dieſer Neuerung ſoll verhindert werden, daß
Perſonen, die die erforderliche Sachkunde und die perſönliche
Zu=
verläſſigkeit nicht beſitzen, auf dem Umwege über die käufliche
Uebernahme einer bereits beſtehenden Verkaufsſtelle noch einen
Zugang zum Einzelhandel finden.
Die Genehmigungspflicht für Erweiterungen iſt durch das
neue Geſetz auf Fälle beſchränkt, in denen die Erweiterung 25 qm
überſteigt. Es wird erhofft, daß dieſe weitere Auflockerung der
räumlichen Beſchränkungen ſich zugunſten der mittelſtändiſchen
Betriebe des Hausbeſitzes und der Bauwirtſchaft auswirken wird.
Schließlich wird in dem neuen Geſetz u a. die Möglichkeit
geſchaffen, die bisher ausſchließlich den oberſten Landesbehörden
zuſtehende Ermächtigung zur Schließung von Erfriſchungsräumen
in Warenhäuſern und ähnlichen Betrieben auch den
nachgeord=
neten Behörden zu übertragen.
Bei wieder nur ſehr kleinen Umſätzen lag auch die geſtrige
Frankfurter Börſe bei Eröffnung uneinheitlich, wenngleich die
Veränderungen ſich allgemein in beſcheidenen Grenzen bewegten.
Innerhalb der Kuliſſe beſtand die außergewöhnliche Zurückhaltung
fort, zumal Aufträge der Kundſchaft wieder kaum vorlagen und
auch noch Erörterungen über das Anleiheſtockgeſetz dazu beitrugen.
Daneben vermißte man aus der Wirtſchaft Anregungen. Die
Grundſtimmung war dennoch zuverſichtlich. Beſonders am
Ren=
tenmarkt kam dieſe Auffaſſung klarer zum Ausdruck, obwohl ſich
das Geſchäft auch hier in engen Bahnen bewegte. In Erwartung
des Reichsgerichtsurteils in dem bekannten Streitfall waren
je=
doch 6proz. Stahlverein=Bonds lebhafter und zogen nach und nach
bis auf 90 (89) Prozent an. Auch Reichsmark=Anleihen lagen
geringfügig höher, ferner zogen Zinsvergütungsſcheine um 15 Pf.,
Kommunal=Umſchuldung um 10 Pf. und ſpäte
Reichsſchuldbuch=
forderungen um ½ Prozent an. Dagegen lagen Altbeſitz mit
103,80 nur ſchwach behauptet, ſpäter waren ſie jedoch etwas
freundlicher. Am Aktienmarkt hatten Schiffahrtspapiere bei
ſchwa=
chen Kurſen lebhaftes Geſchäft. Offenbar im Zuſammenhang mit
der Neuordnung des Konzerns kam Angebot heraus, daneben
ſol=
len für Berliner Rechnung weitere Exekutionen erfolgt ſein.
Hapag notierten mit 24—23½ (25) Nordd. Lloyd mit 27½—27½
(28½). Schwach waren außerdem wieder Kunſtſeideaktien, AKU
51 (52), Bemberg 114 (116). Von chemiſchen Papieren ſetzten
Farbeninduſtrie ¼ Prozent, Scheideanſtalt mit 199 2. Prozent
feſter, Deutſche Erdöl allerdings 1 Prozent ſchwächer ein.
Elektro=
aktien tendierten ebenſo wie Montanwerte bei nur kleinen
Ver=
änderungen uneinheitlich. — Im Verlauf blieb die
Umſatztätig=
keit klein und die Mehrzahl der Aktienkurſe war gegen den
An=
fang unverändert. Der Rentenmarkt hatte ſpäter bei allerdings
weiter kleinem Geſchäft weitere Kursbeſſerungen.
werte waren bei Schwankungen bis ½ Prozent überwiegend
freundlicher. Akkumulatoren konnten weiter 1½ Prozent
zurück=
gewinnen. Etwas freundlicher lagen Gas= und Metallwerte
wäh=
rend Kabel= und Drahtaktien eher etwas abbröckelten. Auch
Ma=
ſchinenaktien gaben nach den letzttätigen Befeſtigungen etwas
nach. — Im Verlauf waren die Kurſe wenig verändert. Teilweiſe
gingen die Anfangsgewinne verloren. Gelſenkirchen verloren ¼
Prozent, Farben ½, Akkumulatoren 1 Prozent. Charlottenburger
Waſſer waren insgeſamt 1½ Prozent höher. Schiffahrtswerte
waren im Verlauf auf Privatbankkäufe ½ Prozent erholt.
Ham=
burg=Süd kamen zum Kaſſakurs 2½ Prozent niedriger zur Notiz.
Schleſiſche Elektrizitäts= und Gas gingen um 3½ Prozent zurück.
Am Rentenmarkt waren Altbeſitzanleihe zwanzig Pf. befeſtigt,
Umſchuldungsanleihe gewannen 25 Pf. Am Kaſſarentenmarkt
war die Entwicklung nicht ganz einheitlich. Ueberwiegend feſter
waren wieder Stadtanleihen.
Die Abendbörſe nahm angeſichts der fortdauernden ſchwachen
Publikumsbeteiligung auf allen Marktgebieten einen ſehr
ruhi=
gen Verlauf, da auch die Spekulation in ihrer Zurückhaltung
ver=
harrte. Indeſſen lagen die Berliner Schlußkurſe zumeiſt
unver=
ändert, nur ganz vereinzelt ergaben ſich geringprozentige
Ab=
weichungen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Neuregelung der Eierwirtſchaft. Die Landesbauernſchaft
Heſ=
ſen=Naſſau teilt mit: Durch die Marktregelung ſind in dieſem
Jahre unſerer Vorratswirtſchaft größere Verluſte erſpart
geblie=
ben. Aus dieſem Grunde hat ſich die Reichsſtelle für Eier
ent=
ſchloſſen, die urſprünglich einkalkulierte Verluſtmarge den
Ab=
nehmern zugute kommen zu laſſen. Bei der Preisfeſtſetzung am
6. Dezember 1934 wurden dementſprechend die Preiſe für
Kühl=
hauseier bei den größeren Sorten um ¼ Pfg. und bei den
klei=
neren um ½ Pfg. herabgeſetzt. Die Großhandelseinkaufspreiſe
be=
tragen für die Klaſſe 8 — 9¾ Pfg.; Klaſſe 4 — 9½ Pfg.; Klaſſe
B — 9 Pfg.; Klaſſe 0 — 8½ Pfg.; Klaſſe D — 7½ Pfg., woraus
ſich nach Zubilligung einer Spanne von 2 bis höchſtens 2½ Pfg.
für den geſamten Handel ein Kleinverkaufspreis z. B. für ein
mittleres Ei, Klaſſe B im Gewicht von 55 bis 60 Gramm an die
Hausfrau mit 11 bis 11½ Pfg. ergeben dürfte. Durch dieſe
Maß=
nahme iſt der Verbraucherſchaft, beſonders der breiteren Maſſe
der Bevölkerung, die Möglichkeit gegeben worden, zum
Weih=
nachtsfeſt billige Eier einzukaufen.
Die Lage am Saareiſenmarkt. Das franzöſiſche Geſchäft iſt
außerordentlich ſchleppend, wenn auch leichte Anzeichen für eine
gewiſſe Belebung vorhanden ſind, die ſich aus der erhöhten
Roh=
ſtahlerzeugung ergeben. Die Ungewißheit über die Verlängerung
der Verbände ließ die Händler außerordentlich zurückhalten.
Nach=
dem die Teilnahme der Saarwerke an den franzöſiſchen Verbänden
bis zum 31. 5. 1935 beſchloſſen iſt, iſt zu erwarten, daß das
ge=
ſchwundene Vertrauen wieder zurückkehrt. Finanzielle Schläge im
Verfolg des Zuſammenbruchs der Automobilfabrik Citroen
mah=
nen zu erhöhter Vorſicht. Auf dem Saarmarkt iſt die Lage
da=
durch, daß die weiterverarbeitende Induſtrie durch das deutſche
Beſchaffungsprogramm Aufträge erhalten hat, etwas beſſer
ge=
worden. Das Auftragsaufkommen aus dem Saargebiet ſelbſt
je=
doch iſt gleich Null. Die Lage auf dem deutſchen Markt iſt trotz der
vorgeſchrittenen Jahreszeit, die jedoch für den Baumarkt als
be=
ſonders günſtig zu bezeichnen iſt, nach wie vor gut. Nach
Froſt=
eintritt muß jedoch auch mit einem gewiſſen Rückgang gerechnet
werden. Die Spezifikationen gehen nach wie vor prompt ein, auch
von den Händlern wird ziemlich auf Lager ſpezifiziert, um für das
Frühjahr gerüſtet zu ſein. Die Lage auf dem Exportmarkt iſt im
allgemeinen als gut zu bezeichnen, für einige Abſatzgebiete
konn=
ten ſogar kleine Preiserhöhungen vorgenommen werden. Da
Deutſchland bei der IREG. in Pflicht iſt, iſt der
Stahlwerksver=
band gezwungen, Zurückhaltung zu üben. Die Saarwerke, die für
ihren Export dem Stahlwerksverband angeſchloſſen ſind, werden
daher in gleicher Weiſe von dieſer Haltung betroffen.
Kundenſchutzabkommen zwiſchen pfälziſchen und ſaarländiſchen
Brauereien. Im Intereſſe eines geſunden Wettbewerbes nach der
Rückgliederung des Saargebietes haben die ſaarländiſchen
Braue=
reien mit den pfälziſchen Brauereien ein Kundenſchutzabkommen
getroffen. Das Abkommen beruht auf denſelben Grundlagen, wie
die gleichen Abmachungen in anderen Gebieten des Reiches, nach
denen der Bierabſatz abgeſtimmt iſt.
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 14. Dezember. Es ncoi
ten (Großhandelspreiſe je 100 Kg. loko Mainz) in RM.: Wiſt
21.15, Roggen 17,15, Hafer 16,85 ab Station, Braugerſte
bis 20,75, Malzkeime 16,75—17,00, Weizenkleie 10,79 (Mü Il
preis), Roggenkleie 10,05 (Mühlenpreis) Soyaſchrot 13,00
Fabrikpreis Tendenz: das Angebot in Brotgetreide hat ſich
beſſert. Gerſte lag ruhig. Futtermittel ſind bei nappem Angel
weiter gut gefragt.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Ermäßigung, die
tens der Reichsſtelle für Kühlhauseier durchgeführt wurde,
ihre Wirkung nicht verfehlt. Obwohl ſich das Angebot hieri=,
heblich vergrößert hat, fand die Ware angeſichts ihrer —
Qualität und infolge der Billigkeit gegenüber den friſchen Ci4
glatten Abzug. Darüber hinaus beſtand als Folge des ſtär
Verbrauchs vor dem Weihnachtsfeſt noch lebhafte Nachfrage
friſche Eier, ſo daß der Konſum volle Befriedigung fand und
Geſchäft allgemein flott verlief. In friſchen Eiern haben ſich
Anlieferungen ebenfalls verſtärkt. Die Preiſe blieben mit I
nahme der Kühlhauseier unverändert. Es notierten in Pfg.
Stück frei Frankfurt a. M.: Deutſche Handelsklaſſeneier Fr.5/
ware: Kl. 4 12½, Kl. B 12½, Kl. C 11¾. Dänen: Ell
12¾, Kl. A. 12¼, Kl. B 11½, Kl. C 10¾. Holländer:
13½—13½, Kl. A. 12½—13, Kl. B 12½—12½, Kl. C 117
Bulgaren: 10½—11. Rumänen: 10½—10½. Jugo,
wen: 10½—11½. Deutſche Kühlhauseier: Kl. 8
bis 10¾, Kl. 4. 10—10½, Kl. B 9½—10, Kl. C 9½—9½, Kly
8½—8¾.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Im Buttergroßhenk
blieb das Geſchäft vor den Feiertagen verhältnismäßig leE)
zuweilen war es infolge der wieder geringer gewordenen
fuhren etwas beengt. Seitens der Reichsſtelle konnten nu
kleinem Umfange Abgaben erfolgen, vorwiegend
beſchränk=
das Geſchäft auf holländiſche Butter, doch fand auch deutſche
ten Abſatz. Wenn auch die Nachfrage nicht immer voll befrät
werden konnte, ſo war es dem Großhandel immerhin möglich.9
dringendſten Bedarf zu genügen. Die Preiſe bleiben weiten
verändert. Es notierten in RM. pro 50 Kg. frei Frankfurt a.
(Großhandelsverkaufspreiſe): Deutſche Markenbutter 145.
deutſche Molkereibutter 143—145, deutſche Molkereibutter 1408
142, Landbutter 130, Kochbutter 120, holländiſche Markenbot
147—148.
Berliner Getreidemarktbericht vom 14. Dezember. Der
treide=Großmarkt wird gegenwärtig wieder durch ſehr ruhige
U=
ſatztätigkeit gekennzeichnet. Die Angebotsvehältniſſe bei Wa,
Roggen und Futtergetreide ſind unterſchiedlich, die Verſorgun
Brotgetreide geſtaltet ſich aber allgemein ausreichend. Am hie=
Platze iſt Roggen leichter abzuſetzen als Weizen, während ar.
Küſte und am Rhein die Kaufluſt für Weizen überwiegt.
Mehlmarkte ſind die Abrufe aus alten Kontrakten, beſonden
Weizenmehl etwas beſſer, ſonſt entwickelt ſich ruhiges Bedi
geſchäft. Hafer wird nur vereinzelt in Waggonware zum Ve.
geſtellt, im allgemeinen wird aber noch immer die Rückliefeu
von Kraftfuttermitteln zur Bedingung gemacht. Auch in Futz
gerſte überſteigt die Nachfrage die Zufuhren. Braugerſte in
ſten Qualitäten zur ſpäteren Lieferung iſt abzuſetzen, ebenſo
bei Induſtrieſorten iſt die Spanne zwiſchen Forderungen und
boten aber ſchwer zu überbrücken. In Ausfuhrſcheinen liegt
Angebot vor.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Auf den Poſtſcheckkonten wurden im November bei 66,8 2
Buchungen 10 225 Mill. RM. umgeſetzt. Davon ſind 8441
RM. bargeldlos beglichen worden. Das Guthaben auf den 20
ſcheckkonten betrug am Monatsende 526,7 Mill. RM., im Momt
durchſchnitt 557,5 Mill. RM.
Die Schmuckinduſtrie von Oberſtein=Idar iſt mit der Hex/
lung des Märzabzeichens für das WHW. beauftragt wond
Durch dieſe Maßnahme werden in dem Idar=Oberſteiner
ſtandsgebiet etwa 800—1000 Volksgenoſſen in Arbeit und —
gebracht.
Mit Ablauf des 14. 12. 1934 wird die Notierung der 3m
Portug. Beira=Baixa Eiſenb. Schuldv., 4½proz. Portug. Ei
Schuldv. v. 1889 I. Ranges und der 4½proz. Portug. Ei
Schuldv. v. 1889 II. Ranges an der Frankfurter Börſe eingeſ
Der Notenumlauf in England hat einen ſeit 1928 nicht ud
erreichten Stand angenommen und betrug am 12. d. Sl
393 221 000 Pfund. Es wird damit gerechnet, daß er bis Au
nachten die 400 Millionen=Grenze überſchreiten wird. Die N
mehrung des Geldumlaufes wird mit der Wirtſchaftsbelebuns
allgemeinen und dem hieraus erwachſenden Weihnachtsgeſchäf
gründet und von der Preſſe mit Genugtuung feſtgeſtellt.
Berliner Kursbericht
vom 14. Dezember 1934
Deviſenmarkt
vom 14. Dezember 1.
Berl. Handels-Geſ.)
Deutſche Bant u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gumm
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
Mec
70.25
73.25
24.—
27.50
26.25
122,75
114.—
105.—
132.75
15.—
98.125
Gletr. Lieferung
F. G. Farben
Belſ. Bergwerte.
Geſt.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 17
Köln=Neueſſen
Vereinigte Glänzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
V
132.125
59.—
108.—
100.125
76.—
75.125
106.75
71.625
93.25
72.75
54.50
Weeue
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka
Weſtdte. Kaufhoſ
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Ma ch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drah
Wanderer=Werke l=
Vad
11.75
93.50
142.—
31.125
39.50
108.—
61.—
13.125
114.—
41.25
98.875
102.625
122.75
Aegypten
Argentinie
Belgien
Braſilien
Bulgarie:
Canada
Dänemar
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenlan
Holland
Island
Währung
lägypt. 4
Pap. Pe o
1u0 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 canad. Doll.
100 Kronen
00 Gulden e
12=Stg.
100 eſtl. Kr.
00 finn. Mk
100 Franken
100 Drachn
100 Gulden
100 ist. Kr.
Geld Brieif
12.595
0.62
58.17
0.204
3.047
2.5141
54.98
81.18
12.29
68.68
5. 425
18.40
2.354
ies
0.632
58.29
0.206
3.053
2.520
54.98
81.34
2.32
16.82
5.4a5
16.44
2.358
169.23, 168.5
55.62/ 55.74
Ftalier
Japan
Fugoflawier
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweder
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowat
Türkei
ungarn
Uruguah
Ver. Staa en
Währung
100 Lire
1 Yen
100 Dinal
100 Lats
00 Kronen
100 Schilling!”
100 Eseudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
1 türl. 8
100 Pengö
Goldpeſo
1 Oollar
Geld
21.30
v.717
5.66a
80.22
Si. 75
48.95 —
1r.77
63.38
80.72
33.39
10.39
1.972
1.0ug
2.650- 2
Steuergutſcheine taoter un
Wee 10 Mationatsant Suriftadt, Filiate der Bresor
Frankfurter Kursbericht vom 14. Dezember 1934.
Naie er Bal
Gr. IIp. 1934
„. 193:
„ „ 1936
„. 193
„ „ 1938
„Gruppel ....""
103‟,
106.
105-,
103:.
101.
104
530 Dtſch. Reichsan!.
5½%Intern.n b.3c
6%Taden ...v.27
69Bahern . .b.27
6%Heſſen ... . b. 28
.b.29
69 Preuß. St. v. 2
6%Sachſen ..b.2
69Thüringen v.2
Trotz recht uneinheitlicher Kursentwicklung war die Tendenz
an der Berliner Börſe geſtern gut behauptet. Die Umſätze hielten
ſich weiter in den engſten Grenzen, da nur wenige Aktien den
Be=
ſitzer wechſelten. Einige Spezialitäten legen weiter ſchwach. So
büßten Hapag erneut 1½ und Lloyd ½ Prozent ein, da die vor
einiger Zeit beobachteten Aufkäufe in den Aktien anſcheinend
be=
endet ſind. Reichsbankanteile ſetzten ihre Abwärtsbewegung aus
den bekannten Gründen um ¼ Prozent fort, ebenſo waren Aku
auf die ſchon erwähnte Produktionseinſchränkung nochmals 2½
Prozent niedriger. Hiervon wurden auch Bemberg, die bei 6000
Reichsmark Umſatz 2½ Prozent einbüßten, beeinflußt. Die
Ge=
ſamttendenz erhielt durch den freundlichen Rentenmarkt und die
weiter ſteigende Roheiſengewinnung einen guten Rückhalt. Von
Montanwerten waren die Stahlvereinswerte gut gehalten. Hoeſch
und Klöckner waren ½ Prozent abgeſchwächt. Auch
Braunkohlen=
aktien ſchwankten nur um Bruchteile von Prozenten. Die leichte
Befeſtigung der Farbenaktie um ½ Prozent wirkte ſich ebenfalls
tendenzſtützend aus. Harburger Gummi Phönix konnten mit 29½
6% Dt. Reichsbahn
Schätze. ........
5% Dt. Reichspoſt
Schätze. .....
4½% „ ...
Otſch. Anl. Ausl.
*JI Ablöſung
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
0%Baden=Baden.
6%Berlin ...b.24
6% Darmſtadt . . .
69Dresden: . v.26
6% Frankfur: v. 26
6%Heidelberg v. 2e
62Mainz.. ....
6%Mannheim v.27
60München v.2‟
62Wiesbaden v. 2‟
ndesbl.
beſf
* Goldobli
96.75
95
98.25
97.25
97.55
95.75
97.25
108:,
96.75
96.75
100.9
100.25
98.1
10371,
Ree
86
89.75
89.5
89
90J,
98"
91.25
94.5
92.75
hyp.=Bk.=Liquid.
4¾%
.„
Komm=Obl. ..
69 Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
„ R.12
69Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
62Naſſ. Landesbl
5½% „ Lig.=Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
FAusl. Ser. 1I
FAusl. Ser, II
Di. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
6%Berl. Hyp.=Bl.
5½% „ Lig.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
„ Goldoblig.
6%Frif. Pfbr.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfr
6%Mein. Hyp.=Bk.
5½%0 — Lig.=Pfr.
6% Pfälz. Hhp.=Bk.
5½% „ Lig==Pfb
6SRhein,Hyp.=Bi.
5½% „ Lig.=Pf.
„ Goldoblig.
88 Südd. Boden=
Fred.=Ban!
5½% „ Lig.=Pfb.
6%Württ. Gyp.B.
93.5
Mré
95
94.75
95‟,
102.75
118.5
94
94
94.25
94.
92
94
94
94
95
36.5
95‟
94.5
94.55
93
96.25
96.5
R
8SMainkrw. v.2e
6%Mitteld. S
6%SalzmanncCo.
6%Ver, Stahlwerke
6%Voigt & Häffner
F. G. Farben Bonds
5%Bosn. L. E. B.
2. Inveſt.
52Bulg Tab v.ös
4½%0 Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%.
42
42Türk. 1.Bagdad
42 „ II.Bagdad
4½Bungarn 1913
4½%0
1914
Goldr.
49
1910
4½Budp.Stadtanl.
42 Liſſabon
42Stockholm
Aktien.
Accumulat.- Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A.E. G.
AndregeNo
Aſchaffba. 2
„ Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F. P....
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen..
Eement Heidelberg
Karlſtadt
9n.n5
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93‟
88
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91
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11.5
11.5
6.5
34.75
24
4.05
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46
91
50r).
26",
100
62.
129
110
131
84.5
10s
134.5
Fen Werſe Abertl
Chade A.Ch.....
ſontin. Gummiw.
Contin.=Linoleum:
Daimler=Benz".
Dt. Al. Telegr.
„ Erdöl.
Di. Gold= u.
Silber=
ſcheibe=Anſtalt.
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffc Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
„ Licht u. Kraft
Enzinger Union.
Eſchweiler......."
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleicher
Fahr Gebrüder ..
F.G. Farbeninduſtr.
Feinmech. Jetter
Felt & Guilleaumt
Frankfurter Hof..
Gelfenlirch. Berow.
Geſ.f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer.
Grün & Bilfinger
Hafenmühle, Frkft
Hanauer Hofbräul
Hanfwerke. Füſſen
HarpenerBergbau
Henninger, Tempf!!
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſen ....!
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamn
Genüſſe
Za
195.5
132.25
Are
115.5
98.75
199
61.5
84
1117.5
99
250
58.25
55
132
55.5
74.
59.25
108.5
86.5
185
94
116
50.5
1on
39
3.
25.75
116
Jaicte
Kall Chemie ..
Aſchersleben.
glein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke
Knorr C. H......
Konſerven Braun.
Lahmeyer &Co. ..
Laurahütte
Lech, Augsburg.
Lokomf. KraußceCe
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz Akt.=Br.
Mannesm =Röhre=
Mansfeld. Bergb.
Metallge). Frankf.
Miag, Mühlenbau
Moenus.
...
Motoren Darmſtadt
Neckarwer: Eßling
Park=u. Bürgerbräu
Phönix Bergbau..
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamm
„ Stahlwerfe
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerte.
Salzdetſurth Ka
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halskel
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. 6.
Tellus Bergbau..
188
46.2:
107
18.25
87.5
83
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73
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Erſcheinung, wünſcht ſich Mäzenin, jung, ſchön,
elegant und klug. Bei gegenſeitigem
Wohl=
gefallen kommt ſpätere Ehe mit berühmtem
Künſtler in Betracht. Bitte Vorſchläge unter . ..
Die Chiffre würde der Herr dazuſetzen, der in der
Annahme=
ece die Anzeige annahm. Man würde ihm ſagen, daß man das
ſwcheinen des Inſerates in der vielgeleſenen Sonntagsausgabe
ſimiſche, die natürlich die meiſten Ausſichten auf Erfolg bot.
denn man hatte kein Geld zum Wegwerfen, wenn man auf den
ſevanken kam, ſich eine Mäzenin zu ſuchen. Bei Bernd Allen
ac es doch ſo, daß das Geld für die Anzeige mit zu ſeinem
tren Betriebskapital gehörte! Der Herr am Schalter würde
i. einem Blauſtift die Worte zählen, und dann eine Summe
ernen, die einen unwillkürlich ſchwankend machte. Aber man
ſufte nicht ſchwankend werden. Bernd Allen war nämlich
u or dreier Romane, die ſämtlich eine recht anſehnliche
Rund=
bie bei Verlagen gemacht hatten, aber nirgends zum Bleiben
ngeladen worden waren. Und neben dieſen drei Romanen, die
n, wie ſchon geſagt, bisher keiner ſtreitig gemacht hatte, beſaß
moch dreihundert Reichsmark in bar, zwei tadellos ſitzende
taßenanzüge, was er mehr ſeiner Figur als der „Stange” zu
ſuicken hatte, von der ſie ſtammten, ferner eine Abendjacke mit
niwrechender Hoſe und Weſte und einen feſt zu gürtenden
rimchcoat.
Wenn Bernd Allen auf der Straße ging, groß, ſchlank,
drrnd, mit den Allüren eines Menſchen, der von klein auf dazu
kz gen worden war, überall da, wo er ſich bewegte, Eindruck
rnachen, dann mußte man ihn für einen Sportsmann beſten
bimnats halten, für einen Herrenfahrer, Tennismeiſterſpieler
le— Flieger. Jedenfalls ſah er nach viel Geld aus. Das hätte
nuch ſein können; Geld genug war früher dageweſen bei
lns, aber Geld genug war auch verloren gegangen. Noch eine
nse Weile früher als bei manchem anderen, der mit ihnen zu
Beicher Zeit reich geweſen war. Vielleicht hatte das an dem
Vemif Bernd Allen ſeniors gelegen. Man hatte eine führende
„ſtüvelfabrik gehabt. Jedes einzelne Stück war nach Entwürfen
yhafter Innenarchitekten gearbeitet. Aber wie ſich vieles zu=
Nachdruck verboten.)
rückentwickelt hatte, ſo auch das Heiraten. Man heiratete jetzt
nach der Inflationszeit wohl noch, aber unter anderen
Verhält=
niſſen. Es fehlten wie früher die Bankguthaben, die man
ab=
hob, wenn man zu heiraten gedachte. Es fehlten die Eltern, die
als etwas ganz Selbſtverſtändliches für ihre Töchter die
ſtandes=
gemäße Ausſteuer auswählten. Man heiratete in möblierte
Zimmer oder mietete ſich eine Wohnung mit Entbehrlichem aus
dem elterlichen Hausſtande, das nur beſcheidene Ergänzungen
erfuhr. Man heiratete ſogar auf Abzahlung! Das hatte die
Firma Allen eine Zeit lang mit anſehen können, dann hatte ſie
ſchließlich Konkurs anmelden müſſen, weil ſie unter anderen
Vorausſetzungen aufgezogen worden war, Bernd Allen ſenior
ſtarb bald darauf an einem Herzleiden. Bernd Allen junior
blieb allein in dieſer aus den Fugen gegangenen Welt zurück.
Nach dem Konkurs der Firma, in der Bernd als Juniorchef
mit tätig geweſen war, erſtanden die drei Romane. Sie waren
Notſtandskinder, die der Frage „Was nun?” auf dem Fuße
ge=
folgt waren. Das heißt, ſo war es nun nicht aufzufaſſen, daß
Bernd Allen ſich ohne jedes Talent auf die Romanſchreiberei
ge=
ſtürzt hätte, nur, weil zum Romaneſchreiben kein Betriebskapital
und keine nachweisbare Vorbildung nötig waren. Er hatte
von jeher Intereſſe für die Schriftſtellerei gehabt. Hatte, als er
noch nicht auf Gelderwerb angewieſen war, hin und wieder ein
Eſſay, einen Reiſebericht geſchrieben und auch untergebracht. Man
hatte in dieſen Kleinigkeiten Geiſt und Witz erkannt, lachend
meinte Herr Allen junior trotzdem im Kontor ſeines Vaters
ent=
ſchieden das beſſere Teil erwählt zu haben. Dabei hatte der
Schriftleiter, der dieſe Anerkennung ausgeſprochen, mit einem
beſonderen Lächeln eine Anweiſung auf zwanzig Reichsmark
überreicht. Und Bernd Allen hatten die ſelbſtverdienten zwanzig
Mark Spaß gemacht. Hin und wieder ſchrieb er ſpäter Aufſätze
für Fachzeitſchriften, die mit der väterlichen Fabrik
zuſammen=
hingen. Auch zeigte er in kleinen Artikeln, die ſich mit alter
und neuer Kunſt befaßten, daß er eigene Gedanken und ein
ſicheres Urteil beſaß. Die meiſten dieſer Artikel wurden
an=
genommen und ebenfalls mit zwanzig bis dreißig Mark honoriert.
Seit damals aber hatten ſich die Zeiten für Bernd Allen im
beſonderen, und für die Arbeitenden im allgemeinen,
nament=
lich für die geiſtig Arbeitenden — erheblich verſchlechtert. Eine
Exiſtenz aufbauen konnte man auf das, was man mit drei oder
vier Durchſchlägen aus der Schreibmaſchine zog, nicht.
Nr. 345 — Seite 13
Und deshalb war Bernd Allen auf den Ruf nach einer
Mäzenin verfallen. Daß er die Bedingungen, jung, ſchön, elegant
und klug an dieſes Preisausſchreiben um ſeine Perſon knüpfte,
ſprach durchaus für ihn. Er wollte ſich nicht um jeden Preis
verkaufen — nicht unter Wert. —
Er drehte die „tadelloſe Erſcheinung” auf der Walze der
Schreibmaſchine noch einmal zurück. Ihm war der Gedanke
ge=
kommen, daß man beſſer ohne Uebertreibungen ſprach. Aber dann
verzichtete er doch mit einem kleinen ironiſchen Lächeln auf die
erſt beabſichtigte Milderung. Klappern gehörte allenthalben zum
Handwerk, wollte man etwas erreichen. Und wer auf ein
ſol=
ches Inſerat hin reagierte, war keine Mimoſe, ſondern eine
moderne Frau, die mit einer gewiſſen Sachlichkeit Angebot und
Preis prüfte und verglich. Man gab heute nichts aus für
Dinge, die ſich nicht anprieſen. Leute, die in der Oeffentlichkeit
ſtanden und irgendwelche Rekorde ſchlugen, ſei es nur als Boxer,
Flieger, Tennisſpieler oder als Autor, deſſen Stück ſoundſo viele
hundert Male an ſoundſo vielen Bühnen hintereinander geſpielt
oder deſſen Roman in zwei Monaten drei Auflagen erlebte,
waren gefragt, aber man mußte ſich auch am Abend beim
Slow=
fox mit ihnen zeigen können. Ein Kern ohne Schale, bei der die
Schultern breit wattiert ſein mußten, reizte heute nicht mehr.
Als Bernd Allen ſich die Zweckmäßigkeit, mit der ſein
In=
ſerat abgefaßt war, beſtätigen mußte, zog er es aus der
Schreib=
maſchine, um gleich darauf ein großes Erlebnis zu haben. Dieſes
Erlebnis war über einen Lichthof hinweg, vier Etagen tiefer ein
ſanft gewellter, ſchwarzbrauner, nach Pagenart geſchnittener
Haarſchopf. Bernd war nämlich ans Fenſter getreten. An das
Fenſter der Stube, die zur Notwohnung der Witwe Lachmann,
ſeiner Wirtin, gehörte.
Notwohnungen liegen meiſt unter dem Dache. Inſofern war
Bernd in die Dichtertradition früherer Zeiten entgleiſt. Aber
ein Spitzwegbild bot er deswegen nicht. Die Baubehörde pflegte
ſich heute recht genau um alles zu kümmern. Sie war ohne jeden
romantiſchen Einſchlag und nur von Zweckmäßigkeitsgedanken
er=
füllt. Infolgedeſſen fehlte der aufgeſpannte Regenſchirm über dem
Bett des Mieters der Witwe Lachmann gänzlich. Auch ein
Kanonenofen gehörte nicht zur Einrichtung des Zimmers. Der
Hauswirt hatte einen Heizkörper in die neugewonnene fünfte
Etage legen laſſen. Und das, was ſonſt das Zimmer ausfüllte,
war der Witwe Lachmann zwar auf einer Auktion zugeſchlagen
worden, aber weder wurmſtichig noch muſeumsreif. Etwas
an=
deres ſtand im Herrenzimmer der erſten Etage auch nicht, als
eine Couch, ein großer viereckiger Schreibtiſch.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung;Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve, für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für ben Sport: Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bilb u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. X1. 34. 22415. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittagé 12—1 Uhr. nachmittags 6—7 Uhr:
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
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13026)
Erstklassige Kax
Sonntag ab 8
r2 Eintritt 359 einschl-
Festsaal
Rummelbrä
(Haltestelle Straßenbahn
Nähmasc inen
das beſte
Weih=
nachtsgeſchenk
bei bequemer
Teilzahlung u.
zeitgemäßen
Preiſen.
a. Göhcke
FrankfurtiM.
Kaiserstraße 2
am Roßmarkt.
Ausſtellung
am Platz
V. Bund
Schuchardstr. 9.
FTI2IIGA
Welcher
Spediteur fährt
Januar über
Darmſtadt mit
Möbelwag. leer
d. Strecke
Frank=
furt—Friedberg
—Gießen u. kann
auf dieſer Tour
Möbeleinrichtg.
mitnehm.? Ang.
mit Preis erbet.
u. 3. 122 Geſch.
DRESle
THEATER
Heute abend 10.45
Nacht-Vorstellung
12. Wiederholung
des besten und erregendsten
Ton-
films, der je gedreht wurde.
DIE INSELDER
DAMONENI
Vor dem prächtigen Hintergrund
der balinesischen Tempel, dem
mystischen Götzenkult,
denekste-
tischen Trance-Tänzen, spielt
diese unendlich ergreifende und
tragische Liebesgeschichte zweier
(13057
junger Balinesen.
Vorverkäuf an der Kasse.