Darmstädter Tagblatt 1934


29. November 1934

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Einzeinummmer 10 Pfennige

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Nummer 329 Donnerstag, den 29. November 1934. 196. Jahrgang

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äſtungs=Oebatte im engliſchen Anterhaus
Unerhörte Angriffe Churchills gegen Deukſchland. Merkwürdige Einſeitigkeit Baldwins
gegenüber den milftäriſchen Problemen.
gen müſſe geklärt werden. Deutſchland rüſte in
Verletzung des Verſailler Vertrages auf. Heute
Churchill und Baldwin.

Dun hat auch im engliſchen Unterhaus die große militäriſche
Auprache begonnen, die ebenſo wie die Pariſer Debatte ſehr
ſteufir den innerpolitiſchen Hausbedarf berechnet war. Das
zeiu ſich ſchon bei der Rede Churchills, des kriegeriſchen
Süſes des Hauſes Marlborough. Er hat aus ſeinem Herzen
un ine Mördergrube gemacht und hat auch jetzt ſeine ganze
dſüſchfeindliche Einſtellung in der Ueberſteigerung
ſeim Angriffe austoben laſſen, iſt aber, wie das bei ihm
miſtder Fall iſt, rein negativ geblieben. Seine Rede konnte in
imTendenz für niemand eine Ueberraſchung bedeuten. Im=
m
un auch Churchill iſt doch oft genug Miniſter geweſen, und
mnſollte eigentlich meinen, daß er kritiſches Gefühl genug
hatzum ſeine Angaben, die er aus irgendwelchen Hetzblättern
zu mmengeleſen hat, nicht ohne weiteres als Tatſachen wider=
zu
zen.
Zaldwin als der verantwortliche Sprecher
bitengliſchen Regierung iſt in der Beziehung ſehr

*4.

biül orſichtiger geweſen. Er hat ſich ſogar bemüht, die Zahlen=
amngenr
Churchills richtig zu ſtellen. Er legte gelegentlich ein
gehples Wohlwollen gegenüber Deutſchland an den Tag, aber
daßl ißt doch nicht darüber hinwegſehen, daß ſeine ganze Ein=
ſiezug
zu den militärpolitiſchen Problemen von einer merk=
wurdgen
Einſeitigkeit iſt. Er hat jede Stellung zu der deutſchen
5o drung nach Gleichberechtigung vermieden. Er hat auch alle
ſie ler handlungen, die von deutſcher Seite mit dem Ziel einer
Bwigung Europas geführt wurden, offenbar vergeſſen. Wir
Mu ihn doch einmal daran erinnern, daß die deutſche Regie=
mit
Staatsſekretär Eden über alle weſentlichen Punkte
9 hüſtung ſeinerzeit einig war, damals aber ſprang Barthou
Aiſch ab. In demſelben Augenblick zog ſich auch England
zu . Wir dürfen ihn daran erinnern, daß damals eine
üskonvention in Ausſicht genommen war, daß
üuch von dieſer Anregung nicht mehr geſprochen wurde als
ſy mreich mit leichtem Stirnrunzeln ſeine Bedenken geltend
h. Wäre Baldwin weniger voreingenommen geweſen, dann
ſiet ehrlich bekennen müſſen, daß Deutſchland und England
läiv; zu einer Verſtändigung gekommen waren, daß es Deutſch=
landan
wirklichen Bemühungen nicht hat fehlen laſſen, daß
daucaber immer wieder die Sturheit der franzöſiſchen Politik
eine veitere Annäherung verhinderte. Aber wir berückſichtigen
aub vei der Rede Baldwins, daß ſie in hohem Maße darauf
beyahet war, die engliſche Bevölkerung auf die neuen Forde=
rülyn
zur Luftaufrüſtung vorzubereiten, daß ſie vielleicht aus
desn hrund bewußt höchſt einſeitig gehalten war. Wir ſtellen
desb unſere endgültige Meinung zurück, bis die Ausſprache
im ſtterhaus zum Abſchluß gebracht iſt.
Die Unkerhausdebatte.
huchleriſche Begründung der neuen engliſchen
Lufkrüſtungen.
EP. London, 28. November.
Sie Rüſtungsdebatte im Unterhaus über die von Winſton
Lpwill eingebrachte Entſchließung für eine Erhöhung der Luft=
ſr
Räfte wurde mit einer Rede von Churchill eröffnet. Chur=
Aierging ſich, wie zu erwarten war, in heftigen Aus=
Glen gegen Deutſchland, und ſtellte feſt, daß er einen
KoAnicht für unmittelbar bevorſtehend oder unvermeidlich er=
eFaber
es ſcheine ihm ſehr ſchwierig, die Schlußfolgerung zu
wſten, daß Großbritannien unverzüglich für ſeine Sicherheit
dee müſſe, weil dies andernfalls bald außerhalb ſeiner Macht
liele würde.
lie große neue Tatſache, die die Aufmerkſamkeit jedes Landes
m kropa und der Welt errege, ſei die deutſche Wieder=
DNüſtung. Dieſe Tatſache dränge faſt alles andere in den Hin=
ſerAnd
. Die Fabriken Deutſchlands arbeiteten eigentlich unter
Bumnſtänden. Deutſchland rüſte auf zu Lande, in gewiſſem
WKzur See und was Großbritannien am meiſten berühre, in
DFuf. Der Redner behandelte dann im einzelnen die Art der
Z hgriffe und hofft, daß die Regierung nicht die wiſſenſchaft=
e
2* ite des Schutzes der Bevölkerung vernachläſſigen werde.
2RAinsig praktiſche und ſichere Verteidigung ſei, dem Gegner
Sbiel Schaden zuzufügen, wie er England zufügen könne.
DEW Verfahren könne in der Praxis völligen Schutz bieten.
WAdies erreicht werde, was bedeuten demgegenüber 50 oder
LAkilionen Pfund Sterling, die durch Ablöſung oder Anleihen
au Aracht werden!
ſßbritannien müſſe jetzt, koſte es was es wolle, in den
ſcen 10 Jahren eine Luftſtreitmacht unterhalten, die
weſentlich ſtärker iſt als die Deutſchlands.
hurchill ſtreifte dann die Frage, ob es nützlich ſei, durch den
PAthund die Schaffung von Schutzvorpoſten auf
MK ontinent zu betreiben und fuhr fort, es beſtehe
m Grund zu der Annahme, daß Deutſchland Groß=
britannien
angreifen würde.
( deutſche Volk habe ſehr freundſchaftliche Gefühle gegen=
SEngland, und es beſtehe kein Grund zu der Anſicht, daß
2Ahland England angreifen würde, aber es könnte bald in der
D der deutſchen Regierung liegen, dies zu tun, wenn Groß=
ancen
nicht handele. Alles, was bei der Organiſation der
Dr Regierung notwendig ſei, um ohne Ankündigung einen
AM
ſ vom Stapel zu laſſen, ſei der Beſchluß einer Handvoll
her. Es ſei eine Gefahr für ganz Euopa, daß
EAlrnd ſich in dieſer Stellung befinde. Die Ge=
Nhürde Großbritannien in ſehr kurzer Zeit heimſuchen, wenn
*9 ſofort handle. Das Maß der deutſchen Rüſtun=

habe Deutſchland ſeine militäriſchen Luftſtreitkräfte ergänzt mit
den notwendigen Ergänzungsdienſten auf dem Erdboden, mit Re=
ſerven
und ausgebildetem Perſonal und Material. Dies ſei
alles bereit, um auf einen Befehl hin zuſam=
mengefaßt
zu werden. Dieſe Luftſtreitkräfte
erreichten bald den Stand wie die Großbritan=
niens
, Im nächſten Jahr um dieſelbe Zeit würden, wenn
Deutſchland und Großbritannien ſich an ihre Programme halten,
die deutſchen militäriſchen Streitkräfte mindeſtens ſo ſtark ſein
wie die Britanniens. Ende 1936 werde die deutſche Militärluft=
ſtreitkraft
faſt 50 vom 100 ſtärker ſein, und im Jahre 1937 die
doppelte Stärke Großbritanniens erreicht haben. Deutſchlands
Zivilflugzeuge könnten leicht umgewandelt werden, während die
großbritanniſchen für Kriegszwecke wertlos ſeien.
Churchill, der faſt 50 Minuten lang ſprach, erntete lauten
Beifall von ſeiten der Regierungsbänke.
Dann ſprach
Bizekanzler Baldwin
für die Regierung. Er erklärte, es ſei eine der ſchwierigſten
und wichtigſten Fragen, die das Haus erörtere. Eine Frage,
die von der Regierung auf jeden Fall binnen kurzem dem Par=
lament
hätte unterbreitet werden müſſen. Die ganze Frage
berühre nicht nur Großbritannien und ſeine
Verteidigungsmittel, ſondern ganz Europa.
Aber ſogar jetzt, wo die Dinge ſo ſchwarz erſchienen, habe er
nicht die Hoffnung auf eine Rüſtungsbeſchränkung irgendeiner
Art aufgegeben.
Er wolle nichts ſagen, um die Annäherung zu erſchweren,
die aus dieſer Ausſprache folgen könnte und er hoffe, daß
Deutſchland, wenn es die Rede leſe, jedes Wurt von dem,
was er geſagt habe, leſe und die Rede nach ihrem Geiſt
beurteile ohne einzelne Worte herauszuſuchen.
Eine der Grundlagen des heute beſtehenden Mißtrauens ſei
die Unkenntnis außerhalb Deutſchlands und die Geheimtuerei
innerhalb Deutſchlands. Baldwin bemerkte er werde nicht
Deutſchlands neues Regime kritiſieren. Jedes Land müſſe tun,
was es bezüglich ſeiner Regierung für gut anſieht. Hierauf be=
faßte
ſich Baldwin mit den ſeit dem Umſchwung in Deutſch=
land
eingetretenen Ereigniſſen, der Stärkung der Kleinen Entente,
der großen Beunruhigung in Oeſterreich, den Klärungen in
Italien, Polen uſw. Er bemerkte, es ſei ein Zuſtand der
Nervoſität entſtanden, der von einem Land in das andere
übergreife und einböſes Vorzeichen fürden Frieden
Europas und für eine den Frieden aufrechterhaltende Geiſtes=
haltung
ſei.
Baldwin bemerkte, er werde eine Anzahl von Zahlen an=
geben
, aber infolge der Tatſache, daß Deutſchland ein
dunkler Kontinent ſei, könne er keine Gewähr für die
Ziffern übernehmen. Nach einer Bezugnahme auf das deutſche
Heer erklärte Baldwin, Deutſchland ſchaffe ſich eine Luftſtreit=
macht
, er glaube jedoch, daß die meiſten Berichte in der
engliſchen Preſſe ſtark übertrieben ſeien. Es gebe
im gegenwärtigen Augenblick
keinen Grund für unangebrachte Beſorgniſſe
und noch weniger für Panik.
Weder England noch irgend jemand in Europa ſtehe augenblicklich
vor irgendeiner unmittelbaren Bedrohung. Es herrſche kein tatſäch=
licher
Notzuſtand, aber Großbritannien müſſe vorausſchauen. Aus
dieſem Grund habe die Regierung die Lage ſeit vielen Monaten be=
obachtet
und werde ſie weiter beobachten. Sollte ſich eine gefähr=
liche
Lage entwickeln, von der man im gegenwärtigen Augenblick
keine Anzeichen erblicke, ſo werde die Regierung nicht unvorberei=
tet
überraſcht werden. Baldwin ſtellte nachdrücklich in Abrede,
daß Großbritannien in der Luft nachhinke. In Erwiderung auf
die Bemerkungen Churchills bemerkte er, es treffe nicht zu,
daß ſich Deutſchland raſch dem Stand Großbritan=
niens
annähere. Deutſchland befaſſe ſich tatſächlich aktiv
mit der Herſtellung von Militärflugzeugen, aber ſeine wirkliche
Stärke betrage nicht 50 Prozent der heutigen Stärke Groß=
britanniens
. Churchills Beurteilung der Lage treffe nicht zu.
Die britiſche Regierung, ſo hob Baldwin hervor, iſt entſchloſſen,
unter keinen Bedingungen irgend eine Unterlegenheit in bezug
auf irgendeine Streitmacht hinzunehmen.
Nachdem Baldwin die Frage der Zivilluftfahrt behandelt
hatte, fuhr er fort, es ſei ſeine Ueberzeugung, daß auch Deutſchland
dieſe Beſorgniſſe nicht unbekannt ſeien. Baldwin bemerkte ſeine
Rede mit großem Ernſt und unter völliger Aufmerkſamkeit fort=
ſetzend
Deutſchland hänge bei ſeiner geographiſchen Lage ſehr
von der Freundſchaft und den Handelsbeziehungen mit ſeinen Nach=
barn
ab. Wann wird der Tag kommen, wo Deutſchland dies er=
kennen
wird? Solange Deutſchland ſich zurückhalte und keine un=
mittelbare
Verbindung mit anderen Staatsmännern in Europa
habe, werde mehr und mehr der Argwohn wachſen, und es könne
ſein, daß auch Deutſchlands eigene Schwierigkeiten immer weiter
wachſen werden.
Baldwin ſchloß: Ich hoffe, daß dieſe Ausſprache, die mit dem auf=
richtigen
und berechtigten Wunſch eingeleitet worden iſt, die
Wahrheit in Europa kennenzulernen, große und
beſſere Folgen haben wird, als irgend jemand von uns für möglich
gehalten hat. Vielleicht iſt dadurch die Gelegenheit für einen er=
ſten
Schritt geſchaffen worden, von neuem die Nationen Europas
zuſammenzubringen, und vielleicht wird, nachdem man aus der
Verſchlechterung der Lage Europas in den letzten zwei Jahren
etwas gelernt hat, die Stimme der Weisheit und des Friedens
ſich doch noch geltend machen.

* Downingſtreek und Südafrika.
Von unſerem Berichterſtatter.
F. Johannesburg, Mitte November 1934.
Der ſüdafrikaniſche General Smuts, der während dieſes
Aufenthaltes in der Hauptſtadt des britiſchen Weltreiches kürz=
lich
eine vielbeachtete und von gewiſſem Verſtändnis zeugende
Rede hielt, weilte in London, um die Frage der Einverleibung
der britiſchen Protektorate Betſchuanaland, Swaziland und
Baſutoland zu klären. Daß dieſe Bemühungen nicht von Erfolg
gekrönt waren, geht aus den Veröffentlichungen der Smuts
weniger naheſtehenden und der ihn bekämpfenden hieſigen Blät=
ter
hervor.
Wie ſich jetzt zeigt, änderte ſelbſt die Rückzahlung der Kriegs=
ſchulden
der Union an das britiſche Schatzamt, die ſicherlich nur
in der ſtillen Annahme ſo pünktlich erfolgte, daß England als
Gegenleiſtung ſeine Verſprechungen in der Frage der Einver=
leibung
der Protektorate einlöſen würde, nichts an der Einſtel=
lung
Downingſtreets. Smuts, deſſen große ſtaatsmänniſche
Fähigkeiten ihm immer wieder verſichert wurden, mußte feſt=
ſtellen
, daß dieſe eben doch nicht ganz genügen, um eine Aende=
rung
in dieſer Einſtellung herbeizuführen. Er konnte nur feſt=
ſtellen
, daß die Herren in der Downingſtreet nach wie vor auf
dem Standpunkt verharren, eine Uebertragung der Protektorate
könne erſt dann erfolgen, wenn eine Einigung über die Frage
der Eingeborenenpolitik erreicht ſei. Eine Einigung gerade
über dieſe Frage dürfte aber kaum ſo ſchnell erzielt werden, denn
die von den britiſchen Protektoratsverwaltungen und Kolonial=
behörden
verfolgte Eingeborenenpolitik unterſcheidet ſich grund=
ſätzlich
von der der Union.
Wie weſensverſchieden die Auffaſſungen über die Eingebore=
nenpolitik
ſind, geht am beſten aus einem Artikel hervor, der
Anfang November in der Vaderland dem Organ General
Hertzogs erſchien. In dieſem Artkel wird im Anſchluß an die
Wahlen in Südrhodeſien darauf aufmerkſam gemacht, daß der
ſüdrhodeſiſche Premierminiſter Huggins, der Führer der Uniteß
Party, in früheren Jahren, ſich um die Vereinigung von Nord=
und Südrhodeſien bemüht habe. Eine Annäherung an die Süd=
afrikaniſche
Union habe er dabei ſtark abgelehnt. Seine Pläne
ſeien jedoch geſcheitert, weil Downingſtreet und die engliſchen
Negerboeties Nordrhodeſien ſchon lange als einen Kaffernſtaat
vorgemerkt hätten. Wie in der ſüdafrikaniſchen Union ſetzten ſich
jedoch auch in Südrhodeſien die Weißen für eine ſtarke Abſon=
derung
von Schwarz und Weiß ein. Das Wahlmanifeſt der
United Party bezeichne nun die Vereinigung mit Nordrhodeſien
oder mit der Union als eine Frage zweiten Ranges während
ſich die Partei im übrigen für die Raſſenausſcheidung aus=
ſpreche
. Der engliſche Negrophilsimus ſei eben zu ſtark geweſen,
und er werde auch derUnion noch viele Schwierigkeiten ver=
urſachen
. Man werde ſich darauf vorbereiten müſſen, daß nörd=
lich
des Zambeſi ein von London regierter Kaffernſtaat ent=
ſtehe
. Das ſei ſowohl für die Weiße=Mann=Politik der Union
wie für Südrhodeſien von größter Bedeutung.
Auf dem nationalen Parteikongreß von 1929 habe der
Unionsminiſter Grobler zum erſten Mal die Forderung geſtellt,
daß die Südafrikaniſche Union als älteſtes und größtes Staaten=
gebilde
auf dem afrikaniſchen Kontinent in ſämtlichen Fragen
der Eingeborenenpolitik in den britiſchen Kolonien gehört werde.
Die britiſche Regierung habe aber für Nordrhodeſien, Nyaſſa=
land
, Oſtafrika und Kenya eine Politik feſtgelegt, ohne ſich vor=
her
mit der Union in Verbindung zu ſetzen. Dieſe Politik laufe
darauf hinaus, daß der Eingeborene und Aſiat über den Weißen
geſtellt und der Weiße gerade noch als Koloniſt geduldet werde.
Die ſüdafrikaniſche Raſſenpolitik ſtoße darum bereits am Nord=
ufer
des Zambeſi auf dieſelbe Gleichſtellungsidioſynkraſie der
engliſchen Negrophiliſten, die die Vortrekker vor hundert Jahren
aus der Kapkolonie vertrieben. Wenn dieſe Politik als unwider=
ruflich
feſtſtehe, und die Vaderland zweifelt nicht daran, dann
müßten ſich die Staatsmänner der Union und Südrhodeſiens
überlegen, was aus dieſem Debacle für den weißen Mann
heraus zu holen ſei. Da ſei die Eiſenbahnverbindung mit dem
Norden, die nördlich des Zambeſi zum größten Teil durch Ein=
geborene
geleitet werde, und die Kupferminen ſüdlich des bel=
giſchen
Kongos. Warum könnten, ſo fragt die Vaderland die
Union und Südrhodeſien nicht bei paſſender Gelegenheit gemein=
ſam
darauf dringen, die Kontrolle über die Eiſenbahn und über
die Bergwerke zu erhalten? Warum könnten, wenn aus jenen
tropiſchen Gebieten ſchon ein reiner Kaffernſtaat gemacht werden
ſolle, die beiden Südſtaaten nicht erreichen, daß ihre Ein=
geborenenbevölkerung
, was die politiſche Entwicklung anbetreffe,
dahin ſegregiert (abgeſchoben?) wird?
Heute ſtehe man, ſo fährt die Vaderland fort, vor einer
Entwicklung auf dem afrikaniſchen Kontinent, die mit der Poli=
tik
der Beſitzergreifung der erſten achtziger Jahre zu vergleichen
ſei. Es ſei zu hoffen, daß die Staatsmänner dank der größeren
Machtvollkommenheiten ſich ſtärker und beſſer durchſetzen wür=
den
als Krüger und Rhodes. Die Südafrikaniſche Union und
Südrhodeſien könnten und dürften nicht zuſehen, was Downing=
ſtreet
in jenen Gebieten mit den Eingeborenen anſtelle. Den
beiden Südſtaaten müßte ein maßgebender Einfluß auf die wei=
tere
Entwicklung der Politik eingeräumt werden. Das Eiſen=
bahnweſen
und die Ausbeutung der Bergwerke müßten ihnen
völlig anvertraut und die politiſche Orientierung ihrer eigenen
Eingeborenen auf das gleiche ſchwarze Reſervoir abgeleukt
werden. Die Vaderland glaubt zu wiſſen, daß dieſes Ziel
bereits einen Teil der Richtlinien für die Eingeborenenpolitik
ausgemacht hat, die General Hertzog und Botha im Jahre 1911
entworfen haben.
Der letzte Hinweis der Vaderland unterſtreicht die Bedeu=
tung
dieſes Vorſtoßes, der nicht ohne Wiſſen und Billigung
Premierminiſters Hertzogs erfolgt ſein dürfte. Wie aber bei
dieſen gegenſätzlichen Anſchauungen der Downingſtreet und der
Union über die Eingeborenenpolitik eine Einigung hinſichtlich
der Frage einer Einverleibung der britiſchen Protektorate
Betſchuangland, Baſutoland und Swaziland erzielt werden kann.
iſt vorläufig noch ein Rätel, deſſen Löſung auch kaum ſo ſchnell
gefunden werden dürfte.

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Seite 2 Nr. 329

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Spiel und Gegenſpiel
in den Londoner Blokkenverhandlungen.

Die Londoner Flottenkonferenz hat ſich vollkommen feſtgefah=
ren
, ſeit die Japaner die letzten engliſchen Vorſchläge abgelehnt
haben. Niemand ſieht, wie das Spiel ſo recht weitergehen ſoll.
Keiner möchte die Verantwortung für das Scheitern dieſer Vorbe=
fprechungen
auf ſich nehmen und deshalb wird hinter den Kuliſſen
erſt einmal ſchwer geblufft.
Die Engländer haben in Waſhington angefragt, wie die Ver=
einigten
Staaten über ein angelſächſiſches Separatabkommen den=
ken
, in der Erwartung, daß die Japaner vor dieſer Möglichkeit
Angſt bekommen und daraufhin in ihren grundlegenden Forderun=
gen
nachgeben würden. Aber dieſe Hoffnung hat ſich getäuſcht. Die
Japaner waren offenbar auf eine ſolche Eventualität vorbereitet
und haben ſofort zu einem ſehr wirkungsvollen Gegenſchlag aus=
geholt
. Zunächſt einmal haben ſie Italien und Frankreich, die Teil=
nehmer
des Flottenabkommens ſind, aber bei den Londoner Be=
ſprechungen
nicht vertreten ſind, mobilgemächt, um ſich womöglich
dort eine Unterſtützung zu holen. Sie haben außerdem handgreif=
liche
Beweiſe dafür gegeben, für wie ernſt ſie die Lage halten und
mit welcher Entſchloſſenheit ſie ihr Ziel zu verfolgen gedenken.
Sie haben ein Flugzeugmutterſchiff auf Stapel gelegt, obwohl ſie
ſich bisher für die Abſchaffung dieſer Waffenart einſetzten aus dem
naheliegenden Grund, weil die Amerikaner dadurch die Möglich=
keit
haben, eine bewegliche Baſis für Flugzeugangriffe näher an
die japaniſche Küſte heranzuſchieben. Wenn nun die Japaner ſelbſt
ein ſolches Schiff auf Kiel legen, dann wollen ſie damit beweiſen,
daß auch ſie die Flottenkonferenz als geſcheitert anſehen und des=
halb
mit allen Mitteln rüſten. Wirklich mit allen Mitteln.
Soeben wird bekannt, daß die japaniſche Regierung ihre neuen
Heeres= und Marinenachforderungen zuſammengeſtellt und dem
Parlament zugeleitet hat. Danach legt Japan jetzt faſt die Hälfte
ſeiner geſamten Staatseinnahmen in ſeinen Rüſtungen an, eine
Laſt, die natürlich auf die Dauer für einen Staat wirtſchaftlich
nicht tragbar iſt. Aber auch dieſer Beſchluß läßt erkennen, daß die
Japaner an irgendeine Nachgiebigkeit nicht denken, ſondern den
Kampf um ihre Gleichberechtigung mit allen Mitteln auch un=
ter
ſchweren finanziellen Opfern durchzuſetzen gedenken. Die japa=
niſche
Regierung weiß, daß ſie in dieſer Frage trotz aller ſonſtigen
inneren Schwierigkeiten das geſamte Volk hinter ſich hat.

Vom Tage.

Japan ſchlägt Frankreich und Italien Kündigung
des Flokkenabkommens vor.

DNB. Tokio, 28. November.
Der japaniſche Außenminiſter Hirota empfing den franzöſi=
ſchen
Geſchäftsträger und den italieniſchen Botſchafter, um ihnen
im Namen ſeiner Regierung den Vorſchlag zu machen, ſich der
Kündigung des Waſhingtoner Flottenabkommens durch Japan
anzuſchließen, da auch die Großmächte Frankreich und Italien
den Vereinigten Staaten und Großbritannien hinſichtlich der
Flottenſtärke nicht gleichgeſtellt ſeien. Die beiden Diplomaten
haben dem Außenminiſter mitgeteilt, daß ſie dieſes Erſuchen
ſofort nach Rom bzw. Paris weiterleiten werden.
Dieſe Nachricht hat in Paris Ueberraſchung hervorgerufen.
In politiſchen Kreiſen erklärt man, daß die franzöſiſche Regie=
rung
dieſer Aufforderung nicht nachkommen werde, Frankreich
würde ſich dadurch in eine Poſition bringen, die ihm ſpäter
unangenehm werden könnte, Außerdem, ſo erklärt man hier, ſei
die Kündigung ſeitens Frankreiehs durchaus nicht notwendig,
denn die Kündigung durch die Japaner allein genüge, um dieſem
Abkommen ein Ende zu machen.

Ameritka gegen Flotkengleichheit mit Japan.

DNB. New York, 28. November.
Im Zuſammenhang mit den bereits gemeldeten japaniſchen
Schritten zur Kündigung des Flottenpaktes bringt die amerika=
niſche
Preſſe in großer Aufmachung eine Erklärung des Vor=
ſitzenden
des Flottenausſchuſſes im Unterhaus, Simſon, in der
geſagt wird, daß die Vereinigten Staaten auf drei japaniſche
Kriegsſchiffe fünf bauen würden, falls die Kündigung des Flot=
tenpaktes
durch Japan tatſächlich erfolgt. Simſon fügt hinzu:
Der Weltkrieg hat bewieſen, daß die Koſten militäriſcher Rüſtun=
gen
unendlich gering ſind gegenüber den Koſten eines wirklichen
Krieges. Die Vereinigten Staaten könnten Japan keine Flotten=
gleichheit
zugeſtehen, ſelbſt wenn die Waſhingtoner und Londoner
Verträge darüber zugrunde gehen ſollten.

Die Seijukai=Partei hat ihren früheren Führer, den gegen=
wärtigen
japaniſchen Finanzminiſter Takahaſchi. aus der Partei
ausgeſchloſſen. Bereits vor längerer Zeit waren die 3 Kabinetts=
mitglieder
Tokonami, Uſchida und Maſchida aus der Seijukai aus=
geſchloſſen
worden.

Aus Anlaß des Ablebens der Mutter des Königs von Al=
banien
hat der Führer und Reichskanzler dem König telegraphiſch
ſein Beileid zum Ausdruck gebracht.
Die Studierenden der Techniſchen Hochſchule Berlin= Charlot=
tenburg
verſammelten ſich am Mittwoch mittag im Lichthof ihrer
Anſtalt zu einer Proteſtkundgebung gegen die Prager Ausſchrei=
tungen
. In muſtergültiger Ordnung zogen darauf die Studenten
zur tſchechiſchen Geſandtſchaft, wo ein Student unter ſtürmiſchen
Pfuirufen die Prager Vorgänge geißelte. Nachdem mit entblöß=
ten
Häuptern das alte deutſche Schutz= und Tutzlied Der Gott, der
Eiſen wachſen ließ geſungen war, marſchierte der Zug in muſter=
gültiger
Ordnung ab.
Die Studierenden der Berliner Univerſität veranſtalteten am
Dienstag abend im Vorhof des Univerſitätsgebäudes eine Kund=
gebung
, um gleichzeitig im Namen der geſamten reichsdeutſchen
Studentenſchaft gegen das Vorgehen der tſchechiſchen Studenten
in Prag feierlichſt Proteſt einzulegen.
Der akademiſche Senat der Deutſchen Univerſität in Prag hat
beſchloſſen, die Univerſität bis zum Dreikönigstag, 6. Januar, ge=
chloſſen
zu halten. An der tſchechiſchen Univerſität hat der Unter=
richt
keine Unterbrechung erfahren.
Rektor und Dekane der Deutſchen Univerſität
Prag haben ihre Aemter niedergelegt. um damit einen
der bedeutſamſten Augenblicke in der vielhundertjährigen Geſchichte
der Deutſchen Univerſität zu Prag zu kennzeichnen. Der Akade=
miſche
Senat ſprach den zurückgetretenen Würdenträgern das vollſte
Vertrauen aus.
Zur Bekämpfung des wilden Kohlenabbaues, der ſchon un=
zählige
Opfer gefordert hat, haben die polniſchen Sicherheits=
behörden
auf dem Pleßſchen Grubengelände bei Laziſk insgeſamt
25 von wilden Kohlengräbern angelegte Schächte durch Sprengung
zerſtört. Es ſammelte ſich eine große Anzahl von Erwerbsloſen
an, die durch laute Rufe ihrer Entrüſtung Luft machten.
Der franzöſiſche Außenminiſter Laval empfing am Mittwoch
die franzöſiſchen Geſandten in Lettland, Tripier, und in Litauen,
Riſtelhueber. Der Außenminiſter dürfte die beiden Geſandten
über die jüngſte Entwicklung der Oſtpaktverhandlungen und ins=
beſondere
über die franzöſiſche Antwortnote an die polniſche Re=
gierung
unterrichtet haben.
Die Pariſer Preſſe gibt der Auffaſſung Ausdruck, daß Frank=
reich
ſich auf einen Sonderpakt mit der Türkei vorläufig nicht ein=
laſſen
wolle, um die franzöſiſch=italieniſchen Verhandlungen nicht
zu ſtören.
Der franzöſiſch=italieniſche Meinungsaustauſch in Rom wird
fortgeſetzt. Der franzöſiſche Botſchafter hatte am Dienstag eine
Unterredung mit Unterſtaatsſekretär Suvich.
Der Zentralvollzugsausſchuß der Sowjetunion hat beſchloſſen,
den bisherigen Geſandten in Budapeſt, Petrowſki, abzuberufen;
zu ſeinem Nachfolger iſt der bisherige Geſandte in Norwegen,
Alexander Bekzadian, ernannt worden. Gleichzeitig wird die
Verſetzung des bisherigen Botſchafters in Rom, Potemkin, nach
Paris bekannt gegeben. Der ruſſiſche Geſandte in Finnland,
Stein, wurde zum Botſchafter in Rom ernannt.
Der berüchtigte Emigranten=Schriftleiter Egon Erwin Kiſch
wurde von den auſtraliſchen Behörden zu 6 Monaten Gefängnis
verurteilt, weil er trotz Landungsverbotes als unerwünſchter Aus=
länder
auſtraliſchen Boden betreten hatte. Nach Verbüßung ſeiner
Gefängnisſtrafe hat Kiſch ſofortige Ausweiſung zu gewärtigen.
Die beiden größten Parteien Javans. Seijukai und Minſeito,
haben ein Abkommen gemeinſamer Arbeit getroffen. Auf dem
Programm der Zuſammenarbeit ſtehen in vorderſter Linie Auf=
echterhaltung
der parlamentariſchen Verfaſſung und Stärkung der
nationalen Politik.
Nach einer Mitteilung aus Shinking ſind die fünf Per=
ſonen
, die vor einigen Tagen einen Anſchlag auf Kaifer
Puji verübt haben, hingerichtet worden.

Senafsvizepräſidenk Greiſer zum Danziger Senats

1

DNB. Danzig, 28. November.
Der Danziger Volkstag trat am Mittwoch nachmittag zue
ſammen, um den Nachfolger des zurückgetretenen Senatspräſiden=
ten
Dr. Rauſchning zu wählen.
Zum Senatspräſidenten wurde mit 41 Stimmen der NSDAB.
bei 2 Stimmenthaltungen der bisherige Senatsvizepräſident und
Innenſenator Artur Karl Greiſer gewählt.
Die übrigen 29 Abgeordneten der Oppoſitionsparteien betei=
ligten
ſich nicht an der Abſtimmung. Der Landesbauernführerr
Lothar Rettelsky wurde zum unbeſoldeten Senator gewählt. Beide=
nahmen
die Wahl an.
Senatspräſident Greiſer wird neben der bisher ſchon von
ihm geleiteten Abteilung des Innern auch die Führung der aus=
wärtigen
Angelegenheiten Danzigs übernehmen.
In ſeiner Regierungserklärung forderte Senatspräſident1
Greiſer alle Kreiſe der Danziger Bevölkerung zur Mitarbeit ang W
den großen Aufgaben der Zukunft auf.
Zum Schluß ſeiner Ausführungen bekannte ſich Senatspräſi=
dent
Greiſer mit beſonderem Nachdruck zur Fortführung dernſix
freundſchaftlichen Politik gegenüber Polen. An der bisherigenn
Einſtellung gegenüber Polen werde ſich nichts ändern, ſondernn ſt
im Gegenteil würde die vom Nationalſozialismus getragenes /5N
Danziger Regierung noch eine weitere Vervollkommnung dieſern Mun;
wechſelſeitigen Beziehungen anſtreben.
W
Die Ausführungen des neuen Senatspräſidenten wurden vonn
der großen Mehrheit des Danziger Parlaments mit ſtürmiſchemn mEicha
Beifall aufgenommen.

Die Finanzlage der Deutſchen Reichsbahn.

DNB. Berlin, 28. November.

Am 27. und 28. November 1934 trat der Verwaltungsrät dern
Deutſchen Reichsbahn zu einer ordentlichen Tagung zuſammen.1 die Rück
Der Verwaltungsrat befaßte ſich ſehr eingehend mit der Finanz=//orund!
lage der Reichsbahn. Die Einnahmeentwicklung iſt ſe Gedan
weiterhin günſtig. Die Geſamteinnahmen der elf Monats, wür uns
dieſes Jahres zeigen einen Zuwachs von 14,8 v. H. gegenüberz ſuſſion ſt
1933, die Einnahmen aus dem Perſonen= und Gepäckverkehr einn ſtraran, de
Mehr von 8,1 v. H.und die aus dem Güterverkehr eine Erhöhungg ſinung un
um 19 v. H. gegenüber dem Vorjahr. Aber auch die Ausgabenn ſukürzen,
haben infolge der ſtärkeren Verkehrs= und Betriebsleiſtungen undd nawie politi
in Auswirkung der Aufwendungen für Arbeitsbeſchaffung ſowie ſes kürzeſte
für Verbeſſerungen im Anſtellungs= und Dienſtverhältnis der Be= E ſcheint au
amten und Arbeiter eine fühlbare Steigerung erfahren.
lach Info=
Der Ausblick auf die finanzielle Entwicklung des Jahres 19350 5 Wandlun=
ergab
aber das erfreuliche Bild, daß die Reichsbahn den im Jahre 5 Cgſondert zu
1934 für Arbeitsbeſchaffung aufgewendeten Betrag von 1,49 Mil/ w den K
liarden RM. nicht nur aufrecht erhalten wird, ſondern vorause / rumit gewil

ſichtlich noch wird erhöhen können.

in

und Heſſen=Naſſau.

LPD. Frankfurt a. M., 28. November.
Die Landesgruppe Heſſen und Heſſen=Naſſau des Bundes
der Saarvereine veranſtalter Sonntag, den 9. Dezember, nach=
mittags
4.30 Uihr, im Hippodrom in Frankfurt a. M. einen
Appell an ihre Abſtimmungsberechtigten und verbindet damit
eine Saar=Treuekundgebung. Es werden ſprechen Reichsſtatthalter
und Gauleiter Sprenger, Landeskirchenrat Dürrfeld=Bad Pyrmont
(geborener Saarländer) und Poſtamtmann Hugo Anſchütz. Die
Bevölkerung von Heſſen und Heſſen=Naſſau wird ſich eine Ehre
darein ſetzen, durch zahlreichen Beſuch der Kundgebung ihre
Verbundenheit mit den Saar=Abſtimmungsberechtigten und da=
Mk. 0,30. Karten ſind im Vorverkauf in der Schreibwaren=
mit
mit dem deutſchen Saargebiet zu bekunden. Eintrittspreis
handlung Pauly, Frankfurt a. M., Liebfrauenberg 33, zu haben.

W Preisfeſtſehangen nichk gebunden.
DNB. Berlin, 28. November.
Dem Reichskommiſſar für Preisüberwachung gehen wieder

Hurg, daß
Fi nie
1r

um zahlreiche Berichte zu, wonach Friſeure über Preiſe Klagen!
führen, die angeblich von anderen Stellen feſtgeſetzt ſeien. I5
dieſen Berichten wird ausgeführt, daß durch ſolche Preisſeſt=

ſetzungen viele Kunden abſpringen und das Geſchäft gefährdet
wird.

Milt,
Der Reichskommiſſar für Preisüberwachung hat ſchon früher / Mur Virro
mehrfach auf dieſe ganz ſelbſtverſtändliche Gefahr hingewieſen.

Ehmelzer

Er hat daher jetzt Anlaß genommen, darauf hinzuweiſen, daßd
ngsgericht
jeder Friſeur hinſichtlich ſeiner Preisgeſtal aue geſtel
tung völlig frei iſt; er iſt nicht nur berechtigte Mkeſt wurder
ſondern auch verpflichtet, die Preiſe für ſeine
Leiſtungen ſelbſt zu berechnen. An Preisfeſte de a
ſetzungen irgendwelcher anderer Stellen iſtkeimſt
Friſeur gebunden. Jusbeſondere ſind die In=
nungen
nicht befugt Preiſe vorzuſchreiben.
Der Reichskommiſſar für Preisüberwachung betont aber d0sb
bei ausdrücklich, daß jeder Friſeur bei ſeiner Preisberech=
nung
nach wirtſchaftlichen Grundſätzen zu bei=!
fahren und ſeine Selbſtkoſten ordnungsgemäß zn
berückſichtigen hat. Selbſtverſtändliche Vorausſetzung iſt.
daß jeder Friſeur ebenſo wie jeder andere Gewerbetreibend0g Mo
ſeine Steuerpflichten erfüllt, etwaige Hilfskräfte pünktlich be=s
zahlt, für dieſe die ſozialen Verſicherungsbeiträge ordnungs=s Me
gemäß entrichtet und auch etwaigen ſonſtigen Zahlungsverpfliokd /Mre
tungen für Warenentnahme uſw. nachkommt.

Neue Erkennknifſe über die

Der Beweis der relativen Sexualität im Kaiſer=Wilhelm=
Inſtitut in Berlin=Dahlem erbracht.
Im Kaiſer=Wilhelm=Inſtitut für Biologie, Berlin=Dahlem,
ſind, unter Leitung von Profeſſor Max Hartmann, kürzlich Ver=
ſuche
über die Fortpflanzung niederſter Lebeweſen durchgeführt
vorden, die einen tiefen Einblick gewähren in die letzten ge=
heimnisvollen
Vorgänge des Lebens. Die Unterſuchungen, wie
alle derartigen Forſchungen ſelbſtverſtändlich ausgedehnt über
eine große Zahl von Generationen der betreffenden Lebeweſen,
umfaßten die Fortpflanzung zweier Algen=Sorten, der im
Meere lebenden Braunalge Eetocarpus und der im Süßwaſſer
lebenden Kugelalge Chlamydomonas.
Die Algen zählt man zu den pflanzlichen Lebeweſen; denn
ſie enthalten wie alle Pflanzen den grünen, für die Kohlenſtoff=
Aufnahme notwendigen Farbſtoff Chlorophyll. Aber die Algen
pflanzen ſich, zum Unterſchied von den höheren Pflanzen, viel=
fach
auf zwei verſchiedene Arten fort. Einmal ungeſchlechilich
durch Zellteilung und Sporenbildung, dann aber auch, beſon=
ders
bei ungünſtigen Lebensbedingungen, auf geſchlechtlichem
Wege wie die höheren Pflanzen und die höheren Tiere. Bei
der Zellteilung en ſtehen dann bewegliche einzellige Lebeweſen,
die ſog. Gameten, die ſich, wie Geißeltierchen oder Infuſorien,
durch Geißelbewegung im Waſſer fortbewegen und miteinander
konulieren, genau wie niedere Tiere, wobei ſich die ſog. Zygoten
bilden. Dieſe Pflanzen durchlaufen alſo in ihrer Generationen=
folge
einmal für längere oder kürzere Zeit ein tieriſches
Stadium.

Pflanze immer nur enteder weibliche oder männliche Ge=
ſchlechts
=Zellen bildet. Dieſer Beweis wurde in erſter Linie
durch ſehr ſchwer durchführbare Färbungsverſuche an dieſen
unendlich kleinen Lebeweſen erbracht, und es zeigt ſich, daß ſtets
etwa eine rote Gamete von einer großen Zahl blauer um=

ſchwärmt war; die blauen waren von vornherein viel beweg=
licher
als die roten, und analog den entſprechenden Vorgängen
im tieriſchen Leben bezeichnete man ſie als männlich.

Das iſt längſt bekannt. Nicht ſicher war bisher nur, ob man
bei den Gameten, alſo den Fortpflanzungsdierchen dieſer
jederſten Pflauzen, auch von männlichen und weiblichen, alſo

von zwei ſtreng unterſchiedenen Geſchlechtern ſprechen konnte.
Dies feſtzuſtellen iſt ſchon deshalb nicht einfach, weil ſich rein
äußerlich die beiden ſich vereinigenden Gameten hier nicht unter=
ſcheiden
. Trotzdem verhalten ſich die beiden kopulierenden Game=
ten
durchaus verſchieden. Stets wird eine Gamete, die weibliche
von einer großen Zahl anderer Gameten, den männlichen um=
ſchwärmt
, von denen ſchließlich eine ſich mit der weiblichen ver=
einigt
. Hartmann und ſeine Aſſiſtenten haben nun mit Sicher=
heit
feſtgeſtellt, daß es bei der Braunalge Ectocarpus zwei Sor=
ten
von Gameten gibt, alſo männliche und weibliche, die ſtets
von verſchiedenen Pflanzen gebildet wverden, und daß jede

Noch intereſſanter waren die Ergebniſſe der Unterſuchungen
an der Kugelalge Chlampclomonas. Hier hatte man fünf ver=
ſchiedene
Raſſen zur Verfügung, die zum Teil in ihren ver=
ſchiedenen
Entwicklungsſtadien ein ganz verſchiedenes Ausſehen
hatten und ſich durch beſtimmte Einzelheiten unterſchieden, die
in den Kreuzungen zum Teil wieder auftauchten oder unter=
drückt
wurden, je nachdem ſie dominant oder rezeſſiv waren,
wie der Biologe ſagt. Eine dieſer Kugelalgen=Raſſen war ſo
ſchwach, daß ſie ſich nicht ohue weiteres fortpflanzte. Man konnte
ſie aber durch ein künſtliches Mittel trotzdem zur Kopulation
bringen: es zeigt ſich nämlich, daß die männlichen und weib=
lichen
Gameten verſchiedenartige Stoffe an die Kultur= Flüſſig=
keit
abgeben, in der ſie leben, und daß durch gegenſeitige Wir=
kung
dieſer Geſchlechtsſtoffe erſt die Gruppenbildung alſo die
Kopulation, gewiſſermaßen wie eine gegenſeitige Anziehung,
zuſtande kommt. Mit Hilfe feiner Membran=Filter ließen ſich
dieſe Stoffe von den Gameten trennen, und wenn man die
ſchwache Raſſe in eine Nährflüſſigkeit brachte, die mit dieſem
Stoff durchtränkt war, dann wurde ſie fortpflanzungsfähig.
Aber auch hier zeigte es ſich, daß die von einer beſtimmten
Kugelalge ſtammenden Gameten ſtets entweder männlich oder
weiblich waren; eine männliche Gamete wurde immer nur nach
Behandlung mit dem männlichen Reizſtoff zum Männchen,
wurde aber niemals fortpflanzungsfähig durch Behandlung mit
dem weiblichen Stoff, und umgekehrt.
Bei dieſen Fortpflanzungs= und Kreuzungsverſuchen ergab
ſich aber noch etwas außerordentlich Eigenartiges. Es zeigte ſich
nämlich, daß nicht alle Männchen, bzw. Weibchen der verſchiedenen
Raſſen, ſoweit ſie überhaupt fortpflanzungsfähig waren, gleich
ſtark waren. Man konnte deutlich ſtarke, mittelſtarke und ſchwache
Gameten unterſcheiden, wobei die Stärke der Gruppenbildung,
alſo das Umſchwärmen einer weiblichen Gamete durch eine
größere Zahl von männlichen, als Maßſtab diente. Starke
Gameten des einen Geſchlechtes ergaben mit denen des anderen
Geſchlechtes große, 100= bis 150=zellige Gruppen; ſchwache Ga=
meten
ergaben, zuſammengebracht, weſentlich kleinere, nur noch
25= bis 35=zellige Gruppen. Starke Gameten können aber auch,
und das iſt das allererſtaunlichſte bei dieſen Unterſuchungen,
mit ſchwachen des gleichen Geſchlechtes kopulieren, wobei ganz
kleine Gruppen von 5 bis 10 Zellen entſtehen. Man ſpricht in

ſolchen Fällen von relativer Sexualität, von deren Auftreiem.
im Reiche der niederen Lebeweſen Hartmann ſchon früher aun
Grund von Unterſuchungen überzeugt war, die aber ſo ſchluſſich
bisher noch niemals hat nachgewieſen werden können. Es zel9 e
ſich ganz deutlich, daß beſtimmte Raſſen dieſer Kugelalge ſtels
ſchwach, andere ſtets ſtark waren, und daß deren Kreuzunge.
Mittelwerte lieferten, deren Stärke man durch einfache Zuſclle.
menzählung berechnen konnte.
Man nimmt an, daß in jeder Zelle urſprünglich die Fa09.
keit zur Entwicklung in männlicher oder weiblicher Richſchlb
gleichzeitig vorhanden iſt, daß jedes einzellige Lebeweſen 90.
Natur biſexuell iſt. Die Fähigkeit, das andere Geſchlecht"
unterdrücken, ſowie die Fortpflanzungsſtärke einer Raſſe häuge."
wie man heute annimmt, mit ſog. Realiſatioren zuſamme.
irgendwelchen, in jeder Zelle vorhandenen, noch nicht näher""
forſchten Fähigkeiten. Jede Zelle enthält bekanntlich einen Ke.."
der Kern enthält eine, für jede Art von Lebeweſen chafg.
teriſtiſche Zahl von Chromoſomen; jedes Chromoſom enihl.
in ganz beſtimmter Reihenfolge angeordnet, aber äußerlich an
bei der ſtärkſten Vergrößerung nicht erkennbar, die ſog. GEle=
die
die Träger der erblichen Eigenſchaften der betreffenden ""
darſtellen, und eines dieſer Gene iſt der männliche, bzw. weit
liche Realiſator, der das andere Geſchlecht unterdrückt. Na
kommt bei der Betrachtung dieſer letzten Erſcheinungen s
Teile der Zelle, die größenordnungsmäßig ſchon nahe au S
kleinſten Bauſteine der Zelle, an die Moleküle, herankomme.
Man muß ſich alſo vorſtellen, daß ſtarke Realiſatoren Eil
beſtimmten Raſſe ſtarke Gameten männliche oder weibliche
ſchwache Realiſatoren ſchwache Gameten liefern. Im algele.
nen kopulieren nur Gameten verſchiedenen Geſchlechtes. Gäce.
des gleichen Geſchlechtes kopulieren nur dann, wenn der Siat.
Unterſchied ſehr groß iſt; iſt er nur gering, dann kopulieren.
nicht. Man kann auf dieſe Weiſe alſo gewiſſermaßen, ſit.
Ueberweibchen (bzw. Uebermännchen) züchten, die""
Weibchen (bzw. Männchen) kopulieren, und deren Nachkomſi.
durchaus lebens= und auch fortpflanzungsfähig ſind. S
Eigenartigſte an dieſen ganzen Unterſuchungen iſt eben. D
man die geſchlechtliche Stärke beſtimmter mehrfacher Kre.t).
gen durch einfaches Zuſammenzählen der an ihnen beieltis
verſchieden ſtarken männlichen und weiblichen Realiſatol.
rechnen und ſogar vorausſagen kann. Haben z. B. die kopt.
renden Gameten die Werte + 3 (Weibchen) und 2 (9000
chen), dann hat die nächſte Generation den Wert +9"
d. h. es ſind Weibchen vom Wert 1. Wie weit das 8e9
weiſt die gelungene künſtliche Erzeugung von Zwittek.
dann entſtehen, wenn die Summe der Plus= ſweiblichen!.""
Minus (männlichen) Realiſatoren 0 wird. Verſuche aut H..
Lebeweſen haben übrigens gezeigt, daß die Stärte der. D.c

W
iM

W

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Die SanBerhandlatgen.
ſärung wirkſchaftlicher Probleme auf der Grundlage der Rückgliederung. Jeder Gedanke an eine
Verlängerung des ſtakus auo undiskukabel.

Guter Forkgang.

ſrch einer amtlichen Meldung haben in Berlin zwiſchen
dukeichsregierung und Vertretern der Regierungskommiſſion
digsrargebietes Verhandlungen über die Rechts=
piehältniſſe
der Beamten bei der Rückgliede=
r
ug des Saargebiets ſtattgefunden.
hleichzeitig gehen die Unterhaltungen in Rom wei=
tauſe
ſtreng vertraulich behandelt werden. Nach den
Bezten aus Rom ſcheinen ſie aber einen guten Fortgang
zu yhmen. Jedenfalls hat der Vorſitzende des Dreier=Ausſchuſſes,
A0i, die Hoffnung ausgeſprochen, daß er Ende der Woche mit
ſei mn Ausſchuß nach Genf überſiedeln könne.
weck dieſer Beſprechungen iſt es vor allem, eine
gſirung über die Probleme herbeizuführen, die nach
danlbſtimmung akut werden. Sie ſind vor allem wirtſchaft=
1i.hr Natur, da die Rückleitung des Saargebiets eine Fülle
vanSchwierigkeiten auslöſen wird. Man braucht nur an die
Wötung zu denken, an den Uebergang vom Franken zur Reichs=
mu
der dadurch noch erſchwert wird, daß die Franzoſen
he ubereits Kredite nach Möglichkeit ſperren, alſo die ganze
Wütſchaft an der Saar künſtlich in finanzielle
Sichferigkeiten hineintreiben.
(an muß weiter an die Gruben denken, die nach den
Vehüiller Beſtimmungen von Deutſchland zurückgekauft werden
m ſt. Die deutſche Regierung hat ſich zu einer eingehenden
Eſrüterung dieſer Frage bereitgefunden, nachdem ſicher=
gett
war, daß der Ausgangspunkt dabei immer
nundie Rückgliederung, die für uns einzig mög=
lüth
Grundlage der Unterhaltungen bildet, daß
jeidr Gedanke einer Verlängerung des Status
qufür uns ſelbſtverſtändlich außerhalb jeder
Dh4uſſion ſteht. Dagegen haben auch wir ein Inter=
ſiſdaran
, den Schwebezuſtand, der zwiſchen Ab=
ſtüynung
und Rückkehr der Saar entſtehen muß, möglichſt
alkürzen, um ein Interregnum, das wirtſchaftlich ebenſo=
wiwie
politiſch für die Saarbewohner erfreulich wäre, zeitlich
au ibs kürzeſte Ausmaß zu verkleinern.
E ſcheint auch, daß eine gewiſſe Annäherung erfolgt
ſtü lach Informationen aus Rom wird angedeutet, daß eine
geſſnſſe Wandlung in der Grubenfrage eingetreten ſei, die eigent=
lichi
tſondert zu behandeln war, die nun aber noch mit anderen
Frücy; den Krediten, der Währung uſw. kombiniert wird,
unm mit gewiſſermaßen die Schlüſſelfrage geworden iſt in der
Rilhing, daß unterſucht wird, ob ſich die Zahlungsmodalitäten
desk ückkaufes etwa mit der Währungsfrage verbinden laſſen
unn b nicht vielleicht von dem ſturen Schätzungsverfahren zu
einet Pauſchalregelung zu gelangen ſei. Es ſcheint, daß ein Rah=
mem
gunden worden iſt, daß auch über den Inhalt ſchon dis=
luret
wird, aber noch nicht feſtſteht, was im einzelnen nieder=
gel
gwird.
Auechtkigkeit für den Führer der Deutſchen Fronk.
DNB. Saarbrücken, 28. November.
de Regierungskommiſſion hatte in ihrer der Saarpreſſe
emſſen Auflagenachricht vom 15. November als Antwort auf
die lzte Beſchwerde der Deutſchen Front an den Völkerbund
mi geilt, daß ſie gegen die Unterzeichner der Denkſchirft, Lan=
dsller
Pirro, ſowie die Landtagsabgeordneten Röchling, Kie=
ſery
ſchmelzer und Lebacher Strafantrag beim Oberſten Ab=
ſitz
iningsgericht wegen Beleidigung, Verleumdung und übler
Nande geſtellt habe. Mit größter Beſchleunigung und Ge=
ſchüſtzkeit
wurden daraufhin zahlreiche Vernehmungen vorge=
ſoyen
, die auf ein baldiges Verfahren ſchließen ließen. Seit
10Mgen iſt es jedoch ſtill um dieſen Prozeß geworden. Weder
die leſchuldigten, noch die ſaarländiſche Oeffentlichkeit ſind
danür orientiert, was nun weiter geſchehen ſoll. Zumindeſt die
bewellyien Stellen könnten jedoch den Anſpruch erheben dürfen,
daßt inen baldigſt mitgeteilt werde, ob ein Strafverfahren ein=
gellent
wird oder nicht.
E geht ſchließlich nicht an, daß man zunächſt durch derartige
ſchewwiegende Vorwürfe und durch Stellung eines Strafan=
trag
die Denkſchrift der Deutſchen Front zu entkräften ſucht,
dauch aber auf einmal von einer tatſächlichen Klärung und
unsaichung Abſtand nehmen zu können glaubt. Der vorliegende,

von der Regierungskommiſſion hochpolitiſch aufgerollte Fall ſollte
die Abſtimmungsgerichte baldigſt veranlaſſen, mit größter Be=
ſchleunigung
vorzugehen, um den Beſchuldigten die Möglichkeit
zu ihrer Rechtfertigung zu geben.
Ratstagung endgülkig am 5. oder 6. Dezember.
EP. Genf, 28. November.
Wie am Mittwoch im Völkerbundsſekretariat verlautet, ſoll
bis heute abend offiziell und endgültig das Datum für die außer=
ordentliche
Ratstagung feſtgeſetzt werden, und zwar wahrſcheinlich
auf den 5. oder 6. Dezember. An dieſem Datum ſoll auf keinen Fall
mehr etwas geändert werden. Die Demarche des ruſſiſchen Volks=
kommiſſars
Litwinow und des türkiſchen Außenminiſters Tewfik
Ruſchd5 Bey, die eine endgültige Feſtſetzung der Daten der Rats=
tagungen
mindeſtens fünf Tage vor dem endgültigen Zuſammen=
tritt
des Rates verlangen, dürfte alſo in dieſer Beziehung Erfolg
gehabt haben.
Die Belgrader Denkſchrift
über die polikiſchen Hinkergründe des Marſeiller
Akkenkaks.
Genf, 28. November.
Der jugoſlawiſche Völkerbundsvertreter Fotitſch ſtattete am
Mittwoch dem Generalſekretär des Völkerbundes, Avenol, einen
Beſuch ab und überreichte ihm den Wortlaut des jugoſlawiſchen
Memorandums mit dem Beweismaterial zur jugoſlawiſchen Note
vom 22. November welche die ungariſchen Behörden zur Mitver=
antwortung
am Marſeiller Königsmord anklagt.
Die Denkſchrift umfaßt 78 Druckſeiten, davon 29 Seiten zu=
ſammenfaſſende
Darſtellung. Den Anhang bildet der ſchriftliche
Meinungsaustauſch, der ſeit Oktober 1930 zwiſchen Budapeſt und
Belgrad über die Tätigkeit der kroatiſchen Emigranten ſtattge=
funden
hat. Die Bilderbeilagen zeigen Mitglieder der Organi=
ſation
Uſtachi in Uniform, ſowie hauptſächlich Päſſe, die von den
Budapeſter Polizeibehörden verſchiedenen als Terroriſten bezeich=
neten
ſüdſlawiſchen Staatsangehörigen ausgeſtellt worden ſein
ſollen.
Nach der Lektüre des Dokuments kommt man zu dem Schluß,
daß die Denkſchrift nichts Neues enthält, wie nach den Ankündi=
gungen
der letzten Tage zu erwarten geweſen iſt. Durch Zei=
tungsnachrichten
, namentlich durch die Berichte der jugoſlawi=
ſchen
Preſſe waren in den Wochen nach dem Marſeiller Attentat
die Anklagen und Vorwürfe, welche die Denkſchrift gegen Ungarn
erhebt, bereits mehrfach, wenn auch natürlich nicht in dieſer Zu=
ſammenſetzung
, bekannt geworden.
Die Denkſchrift kommt zu dem Schluß, daß die Behörden
eines einzigen Staates machtlos ſeien gegen eine ſolche terrori=
ſtiſche
Verſchwörung, und ein Kampf gegen dieſe gefährliche
Form des internationalen Verbrechens ſei ohne ein Minimum
internationaler Loyalität, wenn nicht gar internationaler Zu=
ſammenarbeit
unmöglich. Die jugoſlawiſche Regierung habe nicht
aufgehört, gegen die terroriſtiſche Aktion, deren Mittelpunkte ſich
außerhalb ihres Landes befänden, mit allen Mitteln, über die
ſie verfügte, zu kämpfen. Vergeblich habe ſie mehr als einmal
die Mitwirkung der ungariſchen Regierung verlangt. Anſtatt
Jugoſlawien bei dieſem Kampf zu helfen, habe Ungarn die Um=
triebe
der Verſchwörer unterſtützt. Dank dieſer Haltung der un=
gariſchen
Regierung habe die ſeit langem gegen Jugoſlawien
eingeleitete terroriſtiſche Aktion zum Marſeiller Verbrechen füh=
ren
können. Die ungariſche Regierung habe auf dieſe Weiſe eine
ſchwere Verfehlung begangen, die vor dem höchſten Organ der
Staatengemeinſchaft aufzuzeigen die jugoſlawiſche Regierung ſich
für verpflichtet halte. Die jugoſlawiſche Regierung ſei ſich der
Schwere ihres Schrittes voll bewußt und habe ihn nur auf Grund
von Tatſachen unternommen, deren Richtigkeit ſie genau geprüft
habe.
* Die von der jugoſlawiſchen Regierung angekündigte Denk=
ſchrift
über die politiſchen Hintergründe des Attentats von Mar=
ſeille
iſt am Mittwoch in Genf überreicht worden. Im Grunde
handelt es ſich hierbei aber um eine einſeitige Darſtellung der
ganzen Vorgänge und Zuſammenhänge, ſo daß erſt einmal abge=
wartet
werden muß, was Ungarn, das in der Denkſchrift ziemlich
hart herangenommen wird, von ſeiner Seite aus zu ſagen hat.

Nr. 329 Seite 3
Flandins Wirkſchaftsprogramm.
Eine Rundfunkrede des franzöſiſchen Miniſter=
präſidenken
.
Miniſterpräſident Flandin ſprach am Dienstag abend vor
der franzöſiſchen Wirtſchafts= und Induſtrievereinigung über die
allgemeine Wirtſchaftskriſe und die Mittel zu ihrer Behebung,
Die Rede wurde auch durch Rundfunk übertragen. Alle Wirt=
ſchaftszweige
ſeien von der Kriſe betroffen. Deshalb handele es
ſich darum, das gemeinſame oder private Gut der Nation ganz
unabhängig von der politiſchen Färbung der Regierung zu ver=
teidigen
. Er glaube, daß für Frankreich die Erzeugung dem
Verbrauch angepaßt werden müſſe. Dieſe Anpaſſung hätte ſich
automatiſch vollzogen, wenn das Räderwerk der Wirtſchafts=
geſetze
nicht eingeroſtet wäre. Deshalb wünſche er auch die
Rückkehr zum freien Handel. Die Lähmung des
Außenhandels durch unnormale Zölle uſw.
laufe den Intereſſen aller Erzeuger zuwider.
Denn das Leben zahlreicher Verbraucher in
Frankreich hänge von den Löhnen und Gewinnen
ab, die auf ausländiſchen Märkten erzielt wür=
den
. Es hänge aber nicht allein von Frankreich ab, den inter=
nationalen
Handel neu zu beleben. Denn es handele ſich darum,
Käufer zu finden, und das ſei nicht leicht. Immerhin müſſe eine
ſolche Wiederbelebung erſtrebt werden. Er ſehe ſehr wohl, was
die kapitaliſtiſchen Spekulanten von der Franken=
entwertung
und die antikapitaliſtiſchen Revolu=
tionäre
von der Deflation erhofften, und er bekämpfe die
einen wie die anderen. Er halte es für ſehr wohl
möglich, zunächſt den inneren Markt ins Gleich=
gewicht
zu bringen und dann die Wiederbele=
bung
des Außenhandels durchzuführen. Die Re=
gierung
werde deshalb zu allererſt die Landwirt=
ſchaftsfrage
regeln. Eine ſtrenge Regelung des Getreide=
und Weinbaues müſſe Frankreich in Zukunft von ſchlechtem Ge=
treide
und ſchlechtem Wein befreien. Der Geſundung der
Landwirtſchaft werde die der Induſtrie folgen.
Es werde eine Kriſengeſetzgebung geſchaffen werden, die Ueber=
einkünfte
zwiſchen den Erzeugern zwecks Regelung der Produktion
zur Pflicht mache. Ein Sachverſtändigenausſchuß werde außerdem
feſtſtellen, welche Induſtrien der Allgemeinheit mehr Koſten ver=
urſachen
, als ſie einbringen, und welche geſchützt werden müßten.
Die Geſundung des Arbeitsmarktes habe bereits begonnen. Das
Vorrecht des Handarbeiters werde weiter ausgebaut.
Auf dem Gebiete der großen Arbeiten werde der Plan Marquets
durchgeführt, und er hoffe, daß aus der ſogenannten Reichskonfe=
renz
Frankreichs ebenfalls ein großer Kolonialplan hervorgehe.
Zum Schutze des Sparers werde man den Skanda=
len
der Liquidierungen und Bankerotte ein
Ende machen. Alle dieſe Pläne könnten aber
nur verwirklicht werden, wenn man aufhöre,
durch dauernde Beunruhigung die Privatini=
tiative
zu lähmen. Von 80 Milliarden Francs Noten=
umlauf
würden augenblicklich 40 Milliarden zurückgehalten.
Flandin wandte ſich dann noch gegen die Verbreitung
von Kriſengerüchten. Der äußere Friede werde nicht ge=
fährdet
ſein, ſolange man ſich im Innern nicht zerſplittere. Die
Regierung ſei glücklicherweiſe ſtark genug, um den inneren Frie=
den
zu wahren. Sie habe nichts von den Staatsreform=
plänen
aufgegeben, aber es handele ſich zunächſt einmal
um wichtigere Aufgaben.
Kriegsbeſchädigken=Demonſtrakionen in Paris.
Etwa 2000 Schwerkriegsbeſchädigte aus Paris und Um=
gebung
demonſtrierten geſtern in den ſpäten Abendſtunden im
Stadtzentrum in der Nähe des Opernplatzes. Einige der Schwer=
kriegsverletzten
ſetzten ſich dabei mitten auf die Straße und
führten ſo eine Verkehrsſtörung herbei. Einer der Demonſtran=
ten
wurde plötzlich von einem Unwohlſein befallen und ſtarb
eine Stunde ſpäter im Krankenhaus. Die Pariſer Präfektur,
hatte nach dem Stadtzentrum ein großes Polizeiaufgebot end=
ſandt
, das jedoch nicht einzugreifen brauchte. Die Kriegsbeſchä=
digten
forderten bei ihrer Kundgebung die Zurücknahme der
Notverordnung über die Penſionskürzung und zerſtreuten ſich in
Ruhe auf die Aufforderung der Poliziſten hin.
Die Prager deutſchen Skudenken ſtifken neue Inſignien
In Kreiſen der Prager deutſchen Studenten wurde die
Abſicht laut, der ihrer Inſignien beraubten deutſchen Univerſitätz
neue zu widmen. Um dem Ernſt und der Not der Zeit Aus=
druck
zu verleihen, ſoll eine Rektorskette aus Eiſen und
ein Zepter aus Eichenholz angefertigt werden, die das
Datum des 26. November 1934 tragen. Die Mittel werden
die deutſchen Studenten ausſchließlich in ihren Reihen auf=
bringen
.

ſahnn durch äußere Einwirkungen, die Beſtrahlung oder Tem=
bevar
=Aenderung, beeinflußt werden kann. Stets aber ergibt
ſchr in beſtimmter zahlenmäßiger Wert der Sexualität, und
ſteuß gun durch Zuſammenzählung der weiblichen und männ=
ſich
+und ) Stärke=Grade die Sexualität der Kreuzung
Dordsberechnet werden, ein Ergebnis, das man noch vor weni=
gend
ahren nicht für möglich gehalten hätte, und das natürlich
ſuſkſch Verſuche mit niederen einzelligen Lebeweſen zu ge=
A. Lion.
wiem war.
1.Ammermuſikabend des Schnurrbuſch=Quarkefts.
Mittwoch, den 28. November 1934.
5 im Vorjahr der letzte Kammermuſikabend des Schnurr=
M ShArartetts recht guten Beſuch aufwies, da hoffte man, daß
Si ſun für gute Kammermuſik im Erſtarken ſei und ſich die
G=ade dieſer wertvollen Kunſt zu einem Bündnis zu ihrer Er=
Acug zuſammengeſchloſſen hätten. Leider war in dieſem erſten
e mt des neuen Konzertjahres der Beſuch im Kleinen Hau=
ED 2/0sig, ſo daß die Künſtler ſchon ſehr viel Idealismus auf
Deun mußten, um ſo ſchön und hingebend zu ſpielen Möglich
DaA daß die zahlreichen Veranſtaltungen für die Hausmuſik
Drlſublikum in der vergangenen Woche ſo viel zugemutet
Aree daß darum der Beſuch ſo ſchlecht war. Eigentlich ſollte
Des ſit kung dieſer Propaganda ja die umgekehrte ſein. Im
prnkt des Abends ſtand Max Regers letztes Streichquartett
Se1 in Eis=Moll. Das umfangreiche Werk enthält die ſtärk=
EeAntagen und Spannungen im erſten Satz, in dem nur ein
eAühnlicher Gegenſatz aus dem thematiſchen Gefüge ſich ab=
VerEim zweiten gibt es mancherlei faſt groteske Gegenſätze, das
Sprach die ſchöne Adelheid von den ſchlichten. Weiſen
DAdeutlich an. Dann folgt ein Adagio, wie es in ſolcher Ab=
BerIaheit und Klangſchönheit nur beim ſpäten Reger vorkommt.
2Aläce der romantiſchen Suite und Böcklin=Suite macht ſich
NeMkhar. Der Schlußſatz iſt leichter als ſonſt bei Reger, das
N9 Thema faſt volkstümlich, das ganze Werk ſehr intereſſant
argſchön, wenn auch äußerſt ſchwierig für die Ausführung.
Sgunten, in welchem Maße die Herren Schnurrbuſch, Fillſack,
2 Aund Andrä dem Inhalt gerecht wurden, in wie freier
* Aſe beiſpielsweiſe die fragende Thematik des erſten Satzes
D khmieren vermochten, wie herrlich blühend im Klang der
10 Ane Satz wiedergegeben wurde.
* war ſehr geſchickt, daß dies Quartett von zwei Werken
kahmt wurde, die dem Hörer keinerlei Schwierigkeiten
Du. Beethovens Streichtrio in G=Dur Op. 9 Nr. 1 iſt zwar
in der Anlage, ſtrahlt aber ſolche innere Heiterkeit und
Lebensfreude und Energie aus, daß man deutlich fühlt,

wie hier die ſtarke Entwicklung der erſten Klavierſonaten und
Trios ſchon dem jungen Meiſter eine außerordentliche Sicherheit
im Geſtalten gibt. Das Trio wurde ebenſo hervorragend wieder=
gegeben
, wie das ſpäte Streichquartett in E=Dur von Mozart,
eine Kompoſition von erſtaunlicher Beſchwingtheit und zugleich
feinſter Satzkunſt. Wie bringt es Mozart nur fertig, ſo ideal,
natürlich, anmutig, und doch ſo konzentriert, ſo logiſch und aus
dem innerſten Empfinden heraus zu ſchaffen? An Stelle des
langſamen Satzes ſteht ein ruhiges Allegretto, das feinſte figura=
tive
Variationskunſt birgt, das Menuett iſt der eigentlichen
Tanzform ſchon weit entrückt, bereitet ſchon Beethovens Scherzo
vor, ſchien uns indeſſen doch ein wenig zu raſch wiedergegeben.
Der Abend bot hohe künſtleriſche Werte in vorzüglichen Darbie=
tungen
, und die Zuhörer ſchieden mit warmer Dankbarkeit den
Künſtlern gegenüber, und in der Hoffnung, daß der nächſte Abend,
der Meiſterwerke der Romantik, Schubert und das Quintett von
P.N.
Bruckner bringen ſoll, weit beſſer beſucht ſein möge.

Tag der deutſchen Hausmuſik
im Inſtituk St. Mariae der Engliſchen Fräulein.
Das Inſtitut der Engliſchen Fräulein veran=
ſtaltete
zum Tag der deutſchen Hausmuſik eine Muſikaliſche
Feierſtunde im Konkordiaſaal, der von Eltern und
früheren Schülerinnen des Inſtituts bis auf den letzten Platz be=
ſetzt
war. Das Programm des Abends wurde zum großen Teil
von den Schülerinnen ſelbſt beſtritten. Sehr ſicher und rein ſang
die Quinta ihre einſtimmigen Schelmenliedchen von Joſef Haas.
Man merkte, daß Fräulein Clara Herber, die den Chor leitete,
es verſtanden hatte, den Kindern Freude an dieſen Liedchen zu
machen, was allein ſchon durch den luſtigen Text gewiß leicht war.
Manches, ſo z. B. das Lügenliedchen mit der immer wiederkehren=
den
Verſicherung Ich hab noch nie gelogen, gefiel ſo gut, daß es
wiederholt werden mußte. Die Klavierbegleitung, die bei allen
dieſen Liedchen eine nicht unbedeutende Rolle ſpielt, hatte Frl.
Julie Schnitzler übernommen.
Auch der große Chor, aus Schülerinnen aller Altersſtufen
gebildet, ſtand unter Leitung von Frl. Clara Herber, die die
jungen Sängerinnen ſehr feſt zuſammenfaßte, ſo daß tadelloſe Lei=
ſtungen
zuſtande kamen. Neben der rhythmiſchen Sicherheit des
Chors fiel vor allem das gute, deutliche Sprechen auf; man ver=
ſtand
wirklich jedes Wort. Wir hörten vom Chor ein längeres
und z. T. nicht ganz einfaches Werk von Joſef Haas: Hymne
an den Frohſinn, bei der wieder Frl. Schnitzler am Flügel

begleitete, und zwei alte Kinderreime vom Schuſter und Bettel=
mann
, die Käte Carius ſehr anſprechend vertont hat, mit einem
feinen Eingehen auf den Text. Zum Schluß des Abends hörten
wir, ebenfalls von Käte Carius vertont, einen Spruch für Chor
und Streicher: Ich bin geboren, deutſch zu fühlen, angenehm
ſchlicht und echt empfunden. Die Streicherpartien wurden aus=
geführt
von Schülern der Städtiſchen Abademie für Tonkunſt. Dieſe
hatten, unter der energiſchen, temperamentvollen Leitung von Frl=
Lu Metté, ſchon den Abend eingeleitet mit einer ſehr ſauberen,
friſchen Wiedergabe eines Mozart=Satzes, wobei Frl. Sigrung
Brédan den Klavierpart ſpielte, mit der nötigen Leichtigkeit,
nur faſt zu zurückhaltend. Der Abend brachte außerdem auch die
Uraufführung eines Konzerts von Käte Carius, das unter Lei=
tung
von Lu Metté von dem kleinen Orcheſter der Streicher er=
klang
. Die vier kurzen Sätze zeigen thematiſch ſehr liebenswür=
dige
Erfindungen zumal der von echter Empfindung getragene
Andante=Satz die geſchickt und ſauber ausgeführt werden. Ein
Werk, das gerade durch dieſe Eigenſchaften beſonders geeignet iſt,
im Rahmen eines auf Hausmuſik eingeſtellten Abends zu ſtehen. Der
herzliche Beifall galt ſowohl der Komponiſtin, die perſönlich an=
weſend
war, als auch der guten Wiedergabe.
Im Verlauf des Abends hörten wir noch ein Violinſolo?
Hortenſia Eiſert ſpielte, wiederum begleitet von Julie Schnitz=
ler
, ein Konzert von F. Seitz, ein einfaches, melodiöſes Werk.
Die junge Geigerin kam dem Wechſel von empfindſamen und tän=
zeriſchen
Partien mit gutem Ausdruck nach. Ihr, wie allen, die
zur Geſtaltung des harmoniſch ſchönen Abends mitgewirkt hatten,
dankte der lebhafte Beifall der Hörer.
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2. Internationale Ausſtellung chriſtlicher Kunſt in Rom) Her=
mann
Gradl, Fritz Husmann u. a. m. Aus dem Bereich der
Wohnkultur ſind die reizenden Neuheiten für Tafelſchmuck der
Württembergiſchen Metallwarenfabriken Geislingen hervorzu=
heben
. Ebenſo werden die Einfamilienbauten und der reichbebil=
derte
Artikel Der Kleingarten, ferner die Innenräume aus
der Muſterſiedlung Ramersdorf bei allen Freunden moderner
Wohnkultur größte Beachtung finden. Schmuckgegenſtände aus
Bernſtein und Silber, insbeſondere Ketten und Kaſſetten wer=
den
auch den Beifall der Dame für dieſe prächtige Zeitſchrift
herzorrufen. Man legt Die Kunſt nie ohne Befriedigung und
nie ohne einen wahrhaft künſtleriſchen Genuß gehabt zu haben,
aus der Hand.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 329

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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Aunerstag, 29. November 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 329 Seite 5

us der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 29. November 1934.
Der heſſiſche Staatsminiſter.
Bekanntmachungen des Perſonalamts.
Ernannt wurden mit Wirkung vom 1. Oktober 1934: der
Amaltungspraktikant Ludwig Friedrich in Bingen zum Po=
ſiverwaltungsſekretär
: die Polizeihauptwachtmeiſter Guſtav
4ß 2. in Offenbach, Ernſt Kohn in Gießen, Auguſt Meſſer
iWorms. Peter Ruths in Mainz, Karl Salewſky in
henbach und Heinrich Würz in Darmſtadt zu Kriminalhaupt=
ogurneiſtern
, und die Kriminalhauptwachtmeiſter Karl Kap=
v
in Darmſtadt, Georg König in Offenbach, Bernhard
ſcker und Theodor Löſch in Gießen, ſowie Richard Günther
m Auguſt Säckinger in Mainz zu Kriminalſekretären.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Kriminalſekretär Karl
zlauf in Darmſtadt auf ſeinen Antrag unter Anerkennung
ſu dem Staate geleiſteten treuen Dienſte mit Wirkung vom
anuar 1935.
Ernannt wurden am 7. November 1934 an Stelle des verſtor=
ſen
Amtsgerichtsrates Dr. Mahr der Landgerichtsrat Stim=
nd
in Darmſtadt und an Stelle des durch Ruheſtandsverſetzung
ugeſchiedenen Amtsgerichtsrates Dr. Willenbücher der Amts=
ſihtsrat
Böhm in Friedberg zu ſtellvertretenden Mitgliedern
zſ=Diſziplinarſenats für die Zeit bis zum 31. Dezember 1936 ein=
ceßlich
; mit Wirkung vom 1. Oktober der Verwaltungsprakti=
1m Ludwig Friedrich in Bingen zum Polizeiverwaltungs=
jupektor
(berichtigt zu Nr. 277 d. Dſt. Ztg.).
Am Langen Ludwig?
Nachdem vor einigen Tagen in unſerer Zeitung über den
6 eines Häuschens am langen Ludwig geſchrieben wurde,
gein eine Unmenge Vermutungen von Mund zu Mund. Leider
iſber bisher noch immer nicht in Erfahrung zu bringen ge=
vun
, zu welchem Zwecke eigentlich dort gebaut wurde. Anſchei=
ue
iſt ſogar beabſichtigt, um den langen Ludwig herum einen
amen Tannenwald erſtehen zu laſſen.
Kopfſchüttelnd ſtand geſtern ein biederer Bürger am Adolf=
ſter
=Platz und ſagte: In de Wilhelmineſtroß haache ſe die
2 um um, un am lange Ludwig planze ſe, ſe uff. Ich mecht bloß
uſſ, waß deß widder wern ſoll.
Es iſt wirklich an der Zeit, daß man erfahren könnte, was
mtlich dort geplant iſt, denn die Ungeduld macht ſich allent=
hulen
bemerkbar.
Dis haf das Winkerhilfswerk bereits an Kleidern
ausgegeben!
Die Kleiderſammlung durch die Schupo kann als abgeſchloſſen
gun. Bereits heute kann man ſagen, daß das Ergebnis zu=
ſuieenſtellend
war. Es ſind in Darmſtadt ſchon jetzt 1055 Klei=
diusſtücke
für Erwachſene, 1170 Stück Leibwäſche, 1593 Stück
Küuerſachen und 630 Stück Bettwäſche ausgegeben worden. Dieſe
Fchen geben aber keineswegs ein abſchließendes Bild, ſondern
ſidnur eine vorläufige Aufzählung. Und es iſt noch mancher=
le
orhanden, was teilweiſe nach Reparatur in den Werkſtätten
jür /SV.=Heim ausgegeben werden kann. Keiner ſoll glauben,
diher vergeſſen ſei, vielmehr wird man von ſeiten des WHW.
und den beteiligten Verbänden immer wieder darauf bedacht
ſein weiter zu helfen.

Miniſterialrat Ringshauſen ſpricht. Wir weiſen noch=
auf
die große Kundgebung für das Winterhilfswerk durch
eNS.=Frauenſchaft hin, die heute abend im Saalbau ſtatt=
yt
und bei der Pg. Miniſterialrat Ringshauſen eine
hrache halten wird. Der Eintritt hierzu iſt frei. Von 7.30
F Uhr ſpielt das Muſikkorps der Heſſiſchen Landespolizei
mr Leitung von Obermuſikmeiſter Buslau. Der Vortrag
r Männer und Frauen von gleicher Bedeutung.
Unſere Saarkinder kehren heim! Morgen Freitag kehren
dien unſerem Kreis untergebrachten Saarkinder wieder in die
etat zurück. Die Kinder treffen ſich aus dem ganzen Kreis
Lmſtadt mit ihren Begleitern pünktlich 12 Uhr auf dem Sam=
meſlatz
in der großen Bahnſteighalle. Wir hoffen, daß die Kin=
anit
den ſchönſten Eindrücken an ihre Erholungszeit, gekräf=
tigund
geſund zurückkehren.
Die Kartoffelausgabe des Winterhilfswerks. Geſtern war
ein Transport von 2600 Zentnern Kartoffeln für das
PWV. hier auf dem Güterbahnhof eingetroffen, und eine große
von notleidenden Volksgenoſſen konnte wieder mit einigen
Sün Kartoffeln bedacht werden. In vorzüglicher Ordnung
iüte ſich die Ausgabe in den Vormittagsſtunden des geſtrigen
95 ab. In dem zufriedenen Ausdruck der in großer Zahl er=
inenen
Hilfsbedürftigen konnte man leſen, daß durch dieſes
Wia unſeres Führers in aller Herzen Ruhe und Sicherheit ein=
gekrt
iſt, in dem Bewußtſein, daß keiner zu darben braucht.
Muſikaliſche Abendfeier in der Viktoriaſchule. Unſerem geſtri=
9n8ericht haben wir noch nachzutragen, daß bei den geſanglichen
Sovorträgen Frl. Frida Wagner als feinfühlige, ſichere Be=
ghe
rin am Flügel mitwirkte.
Martinsgemeinde. Rußland einſt und jetzt, lautet das
FFa des Lichtbildervortrags, den die Ruſſiſche Bruderhilfe heute,
Dmerstag, abends im Gemeindehaus, Liefrauenſtraße 6, veran=
ſtüüſt
. Wir laden unſere Gemeindeglieder und Freunde der Ruſſi=
ſchm
Bruderhilfe ſehr herzlich ein. Der Eintritt iſt frei.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt.
Großes Haus.

Mmerstag,
29. November

F34.

Anf. 19.30, Ende 22 Uhr.
Aida.

Deutſche Bühne K6
Preiſe 0.70 bis 5.50

30. November

Anfang 20, Ende gegen 22 Uhr. Miete D 9
Preiſe 0.50 bis 4.50
Hockewanzel.

Anf. 19.30, Ende geg. 22 Uhr. D. Bühne M4
Gintag,
Preife 0.70 bis 5.50
1. Dezember Martha.

Rleines Haus.

Dcerstag,
Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Zuſ.=M. III.,5.,Vorſt.
29. November Minna von Barnhelm. Preiſe 0.703.,80
Ftig
Anf. 20, Ende n. 22.15 Uhr. Zuſ.M. V, 6. Vorſt.
3). November Der Dorfbarbier, hieraufCoppelia. Pr. 0.80-4.50
SiAtag,
Anf. 19.30, Ende geg. 22 Uhr. D.B. H5 Zuſ.M. 9
1. Dezember Minna von Barnhelm. Preiſe 0.70 bis 3.80
Heſſiſches Landestheater. Heute abend geht im Großen
DA des Landestheaters zum erſten Male die Wiederaufnahme
9eAroßen Oper Aida von Verdi in Szene. In den Haupt=
2A ſend die Damen Johanna Blatter und Thea Consbruch und
erren Karl Biſſuti, Heinrich Blaſel, Joachim Sattler und
DEich Schlüter beſchäftigt. Die muſikaliſche Leitung liegt in
2eländen von Kapellmeiſter Hans Blümer. Durch die Wieder=
Uhne von Alda erfährt der Spielplan unſerer Oper neben
2e Aleruinſzenierungsarbeit eine ſicherlich vielfach dankbar be=
A1P Bereicherung. Als Erſtaufführung für Darmſtadt befin=
2h inzwiſchen Verdis Macbeth in Vorbereitung; für Ende
Dihber iſt weiterhin eine Neuinſzenierung von Tannhäuſer
Eſehen. Im Januar bringt das Landestheater als einzige
She Bühne die Oper Der Tod des Johannes A Pro zur
WMü hrung.
T2

Heſſiſcher Ehrentag der Deutſchen Arbeitsopfer.

Großkundgebung in der Woogskurnhalle
* Aus Anlaß des erſten Heſſiſchen Ehrentages der Opfer der
Arbeit wurde geſtern in der dicht gefüllten Woogsturnhalle eine
machtvolle Kundgebung abgehalten. Der große Saal der Woogs=
turnhalle
war mit friſchem Grün. Tannenbäumen und =zweigen
prächtig geſchmückt, von Bühne und Galerie grüßten die Fahnen
des Dritten Reiches. Das Streichorcheſter des M.3. 115 unter
Leitung des M.3.=Führers W. Schlupp umrahmte und ver=
ſchönte
die Kundgebung mit vorzüglichen Darbietungen. Der Ein=
marſch
der Fahnenabordnungen, die auf der Bühne Aufſtellung
nahmen, erfolgte unter den Klängen eines Marſches. Die Arbeiter
hatten ihre Verbundenheit mit den Opfern der Arbeit durch zahl=
reiches
Erſcheinen bekundet. Oberheſſiſche Arbeitsopfer aus Butz=
bach
waren in oberheſſiſcher Tracht erſchienen. Auch Oberbürger=
meiſter
Kreisleiter Wamboldt nahm an der Kundgebung teil.
Landeswalter Bg. Schneider
begrüßte die Vertreter der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden,
die Vertreter der Partei und die Arbeitsopfer, die nur durch die
Hoffnung auf eine beſſere Zukunft, die ihnen der Führer gab, auf=
rechterhalten
werden. Den Arbeitsopfern gegenüber, die den un=
bedingten
Glauben und Zuverſicht haben, ſollen die im Arbeits=
prozeß
Stehenden ihre Pflicht tun. Das Dritte Reich garantiert
jedem Einzelnen ſeine Rechte, im Sinne des Führers liegt es, be=
ſonders
den Arbeitsopfern die Sorge für ihr ferneres Leben ab=
zunehmen
.
Pg. Bingel,
der Referent des Sozialamtes der DAF., ſchilderte dann die
ſchwere Not, das grauſame Schickſal der Opfer der Arbeit in Jah=
ren
der früheren Regierungen. Keine Mittel, keine Renten für
einen noch ſo beſcheiden geführten Lebensabend der Alten waren
da. Aus der Einſtellung der damaligen Zeit erklärt ſich dieſe Tat=
ſache
. Und es muß darauf hingewieſen werden: die wirtſchaftlichen
Auswirkungen ſind Folgen der Sünden der Einſtellung der mei=
ſten
Deutſchen, die damals nur Materialiſten waren. Dieſe mate=
rialiſtiſche
Einſtellung zeigt auch das wirtſchaftliche Ergebnis, das
wir bei der Machtübernahme vorfanden. Man wußte nichts davon.
daß die Kräftigeren die Laſten für die Schwächeren mitzutragen
haben. Und es mußte erſt der geiſtige Umbruch kommen, der lehrte.
daß wir Menſchen aus gemeinſamem Boden gekommen, das Raſſe=
bewußtſein
mußte erſt geſtärkt werden. Erſt ein Mann, wie unſer
Führer, der ſelbſt gleichzeitig Arbeiter der Fauſt und der Stirn
war, konnte dazu berufen ſein, den Menſchen zu lehren, daß er
nicht ſich allein gehört. Die Menſchen, die heute arbeiten und
ſchaffen haben ein ganz anderes Geſichtsfeld. Sie wiſſen, daß ſie
große Pflichten jedem Einzelnen gegenüber haben, daß ihr Fort=
kommen
das Fortkommen des ganzen deutſchen Volkes bedeutet.
Nicht nur eine Dankespflicht ſoll abgeſtattet werden, daß allen,
beſonders den Arbeitsopfern, ein ſorgenloſer Lebensabend ge=
ſichert
wird, ſondern es iſt unſere Pflicht, die Opfer der Arbeit vor
gröbſten Sorgen zu bewahren.
Zunächſt mußten die Millionen Menſchen, die keine Arbeit
hatten, in den Arbeitsprozeß wieder eingeführt werden. Die In=
validen
= und Angeſtelltenverſicherung wären zuſammengebrochen
und in die Verſenkung verſchwunden, wenn die Zuſtände vor 1933
nur noch ein Jahr gedauert hätten. Die Knappſchafts= und Inva=
liden
=Renten wurden bereits herabgeſetzt. Mit dem Tage, an dem
die Arbeitsloſen wieder in Arbeit kommen, wird auch die Sozial=
verſicherung
wieder geſund, denn der Stock und die Kapitalanlage
werden wieder ſtark und geſund durch neue Einzahlungen. Jetzt
gilt es, erſt wieder einen anſtändigen Fundus. einen Reſervefonds
anzuſammeln, ehe die Renten erhöht werden. Wir wiſſen daß
heute die Renten vielfach noch kaum für die Empfänger ausreichen.
nur das Leben zu friſten. Aber wir müſſen durch die ſchwere Zeit
durchgehen, um eine dauernde Beſſerung zu erreichen. Aus dieſem
Grunde können jetzt weder die Löhne noch die Renten erhöht
werden.
Die Deutſche Arbeitsfront, die aus einem Nichts durch die
Idee des Führers geſchaffen wurde, muß alle Schaffenden um=
faſſen
. Alle wiſſen, daß die Gewerkſchaften ſpäteſtens in einem
Jahre nicht mehr in der Lage geweſen wären, Gelder auszuzahlen,
da die Gelder der Arbeitsmenſchen für große Paläſte, für den
Kampf untereinander aufgebraucht waren. Der Führer hat an
die Stelle der Vielzahl der Gewerkſchaften die Deutſche Arheits=
front
geſetzt, er hat die Gelder zuſammengefaßt und geſagt: Jeder
Arbeitskamerad behält ſeine alten Rechte, es geht ihnen nichts
verloren. Weiter wurden vielfältige Unterſtützungseinrichtungen
ins Leben gerufen; ſo beſteht ein Fonds für raſche Hilfe für Opfer
der Arbeit. Vornehmſte Aufgabe der DAF. bleibt die Sorge für
die Opfer der Arbeit.
Pg. Becker, der ſelbſt ſprechen wollte, aber leider durch
dringende Geſchäfte verhindert iſt, läßt die Opfer der Arbeit

grüßen. Er iſt beſtrebt, das Los der Opſer der Arbeit nach Kräf=
ten
zu beſſern. Als Zukunftsaufgaben ſind vorgeſehen, alle be=
ſtehenden
Einrichtungen noch auszubauen. Es gibt nur noch eine
Ehre: Die Ehre der Arbeit. Nur durch Zuſammenſtehen werden
wir auf den Platz kommen, der uns gebührt, und jeder Einzelne
muß helfen, den Kampf gegen die Kritikaſter und Nörgler zu führen
und muß helfen, die Jugend im nationalſozialiſtiſchen Geiſt zu er=
ziehen
. Mögen ſich alle mit in die Front des nationalſozialiſtiſchen
Deutſchlands ſtellen, über dem die Worte ſtehen: Ein Volk,
ein Geiſt, ein Führer
Nach dieſer Anſprache ſang Kammerſänger Joh Snira
mit ſeinem wundervollen, gepflegten Tenor eine Arie des Rada=
mes
aus Aida‟. Er wurde am Flügel techniſch vollendet von E.
G. Welcke begleitet.
Gaubekriebszellen=Obmann Pg. Kern, M. d. R.
führte dann u. a. aus: Heute kann man erkennen, daß ſchon ein
gewiſſer Teil des Sehnens des deutſchen Volkes in Erfüllung ge=
gangen
iſt, nämlich das Zuſammenfinden aller. Es gibt Arbeits=
opfer
aller Alter. Und jeder weiß, daß nur der in Gefahr kommt,
Arbeitsopfer zu werden, der arbeitet, und daß die Arbeitsopfer
nicht die ſchlechteſten ſind. Daher gehört ihnen die größte Sorge.
Die zu Behördenſtellen wegen einer Rente gehen, gehen nicht zu
Unrecht dorthin, ſondern nur, weil ſie die Rente brauchen zum
Leben. Sie würden lieber 10 Stunden arbeiten, als eine Rente
abholen. (Bravo!) Ein Antrag eines Arbeitsopfers darf daher
nicht nach Paragrabhen beurteilt werden, ſondern es muß daran
gedacht werden, daß das Opfer der Arbeit ſeine Kraft letzten En=
des
der Volksgemeinſchaft, ſeinem Volke opferte. (Bravo.) Ge=
wiß
, die in Frage kommenden Stellen kommen den Arbeitsopfern
entgegen, aber zur Förderung des nationalſozialiſtiſchen Gedan=
kens
iſt es nötig, daß man ſich um alle Dinge bekümmert, alſo
auch darum, woher die Urſachen der Gebrechen eines Opfers kom=
men
. Den Opfern der Arbeit muß die Gewähr gegeben werden,
daß ſie in gleicher Reihe mit allen Betriebsangehörigen mitmar=
ſchieren
.
An alle Volksgenoſſen richte er den Appell, nicht nutzlos zu
kritiſieren, alle Stellen werden jeden Volksgenoſſen anhören, wenn
ſie Wünſche vortragen. Es wird dafür Sorge getragen, daß ſich
die Unfälle in den Betrieben ſo weit wie möglich vermindern.
Aber bei den beſten Einrichtungen wird es nicht ohne Unfälle ab=
gehen
, darüber wollen wir uns klar ſein. Die Führer der Be=
triebe
können zur Abhilfe viel beitragen. Redner befaßte
ſich dann mit dem Verhältnis zwiſchen erfahrungsreichen Betriebs=
führern
und deren Beauftragten und den Arbeitern. Eine Pflicht
ſteht obenan. Die jahrzehntelange Sehnſucht der Arbeiter zu er=
füllen
, den deutſchen Sozialismus zu ſchaffen. Heil Hitler!
Eine Geſangsdarbietung Kammerſänger Spiras. Grals=
Erzählung aus Lohengrin, und ein Motiv aus Carmen, das die
Kapelle zu Gehör brachte, ging der Anſprache des
P9. Prekorius
voraus, der als Opfer der Arbeit und Frontkämpfer über Inter=
nationale
Solidarität und Nationalen Sozialismus ſprach. Er
knüpfte an das Wort des Führers an: Wenn du dem deutſchen
Volk den Glauben an die internationale Solidarität nehmen
willſt, ſo mußt du ihm den Glauben an den nationalen Sozialis=
mus
geben‟. Er zeigte, wie es infolge des Klaſſendünkels und
Kaſtengeiſtes überhaupt zu der Zerklüftung im deutſchen Volke
kommen konnte, wie der Arbeiter an letzter Stelle ſtand. Der
Arbeiter wurde zum Marxismus gedrängt, weil man ihm ver=
ſprach
, ihm den Sozialismus zu bringen. Zu Beginn des Welt=
krieges
frug keiner den anderen, wo kommſt du her, jeder wußte,
wir haben unſere Pflicht zu tun für Deutſchland. Es herrſchte
echter Kameradſchaftsgeiſt. Das deutſche Heer, das deutſche Volk
mußte vor einer Hand voll internationaler Verräter kapitulieren.
Es war in 14 Jahren Gelegenheit, die Praxis des Inter=
nationalismus
kennen zu lernen. Aus jenem Sozialismus,
wie man ihn nannte, kam in dieſen 14 Jahren Not, Freitod von
jährlich 20 000 Menſchen, Verzweiflung im Volke. Und erſt nach
der Machtübernahme durch den Führer wurde dafür geſorgt, daß
auch den Aermſten der Armen geholfen wurde. Heute ſtehen alle
deutſchen Menſchen zuſammen, um die Not zu meiſtern. Und jeder
Einzelne kann mitarbeiten durch Erziehung der Jugend zur wah=
ren
Kameradſchaft. Er ſchloß mit den Worten: Du deutſche Mut=
ter
, bete, daß uns der Führer erhalten bleibt, erziehe die Jugend
im Glauben an Deutſchland. Heil Hitler.
Pg. Schneider ſchloß die Kundgebung mit einem Dank an
den Führer, den er zuſammenfaßte in ein dreifaches begeiſtert auf=
genommenes
Sieg=Heil. Nach dem Geſang der Lieder der Deut=
ſchen
verließen die Fahnenabordnungen unter den Klängen des
Badenweiler Marſches den Saal. Die klare Lautſprecherüber=
tragung
hatte in der gewohnt guten Weiſe die Fa. H. Feix, Wil=
helminenſtraße
22, übernommen.

Mekgerei geſchloſſen.
Das Staatspreſſeamt teilt mit:
Die Preisüberwachungsſtelle des Heſſiſchen Staatsminiſteriums
hat die Metzgerei
Franz Weckerle, Darmſtadt, Arheilger Str. 6,
auf die Dauer von drei Tagen polizeilich geſchloſſen, da in dieſer
Metzgerei Leberwurſt verkauft wurde, die in ihrer Qualität als
minderwertig anzuſehen war und dem geforderten Verkaufspreis
in keiner Weiſe entſprach.

Willft du Ruhe und Ordnung,
dann ſpende für das Winkerhilfswerk.
Konto Nr. 3500 bei der Städt. Sparkaſſe,
Konto Nr. 5000 bei der Dresdener Bank,
Konto Nr. 16000 bei der Deutſchen Bank.

Adventsfeier in der Evang. Gemeinſchaft. Am erſten
Adventsſonntag führen die Chöre der Evangeliſchen Gemein=
ſchaft
, Schulſtraße 9. die Advents=Kantate Freuet euch,
der Herr iſt nahe von Edmund Schubert auf. Dieſe kurze, aber
inhaltsreiche Feſtkantate iſt für gemiſchten Chor, Sopran=Solo,
Kinderchor und Orcheſter geſetzt. Sie beginnt mit dem vollen
Chor: Freuet euch in dem Herrn allewege! und endet mit
einem wuchtigen Abſchluß aller muſikaliſchen Kräfte in dem
Adventswort: Der Herr iſt nah! Zu dieſer adventlichen Abend=
feierſtunde
iſt jedermann herzlich eingeladen.
Mozart=Verein. Die nationale Bewegung hat bei vielen
Vereinen, die den Geſang pflegen, die Rückkehr zum alten, einfachen
deutſchen Volkslied gebracht. Auch der Mozart=Verein will
ſolche Perlen echter Volkskunſt am nächſten Sonntag bei einem
Volktümlichen Abend zeigen. Es werden im Chorlied
und Einzelgeſang die wohlbekannten Weiſen erklingen. Der Chor
ſingt unter Leitung von Fr. Rehbock, und ſeine Darbietungen
unterbricht mit heiteren Sängen Regina Harre. Zu dem all=
gemeinen
Tanz leitet der vom Mozart=Chor geſungene Strauß=
Walzer über Dorfſchwalben aus Oeſterreich‟. Das Tanzorcheſter
ſtellt W. Schlupp.

Sylveſter Schäffer.
Plaudereien mit dem berühmten Artiſten.
Der weltbekannte Künſtler und Artiſt Sylveſter Schäffer,
deſſen im Auguſt 1931 verſtorbener Vater einſt der berühmteſte
Artiſt Europas war, tritt demnächſt in Darmſtadt (Orpheum)
auf. Sylveſter Schäffer iſt wie er lachend erzählt, auf der Durch=
reiſe
in Berlin geboren; ſein Vater war natürlich mit der gan=
zen
Familie dauernd auf großer Fahrt. So hat der kleine Syl=
veſter
ſchon früh, kaum daß er das Licht der Welt erblickt hatte,
die wirkliche weite Welt geſehen.
Der ſympathiſche, heute 47jährige Mann, iſt ein Univerſal=
genie
, wie man es alle 100 Jahre nur einmal oder gar nicht
zu ſehen bekommt. Wer ihn einmal auf den Brettern bewun=
dert
hat, der kann es begreifen, wenn kein Geringerer als Sieg=
fried
Wagner einmal von dieſem ins Quadrat erhobenen Ar=
tiſten
Schäffer im Anſchluß an ein Geigenſolo im Wigwam des
gaſtfreien Künſtlers geſchrieben hat: Sie ſind ein phänomenaler
Menſch. Jetzt fehlt nur noch, daß Sie eine Oper komponieren.
Dann kann ſich unſereins einſalzen laſſen.
Dieſer Mann iſt ein Künſtler auf der Violine, er reitet die
hohe Schule wie ein Zirkusdirektor er iſt ein Kunſtſchütze und
trifft unfehlbar ins Schwarze, er öffnet den Mantel ſeiner Frau
mit dem Repetiergewehr, er jongliert wie ein Raſtelli, malt und
überraſcht immer wieder durch neue Leiſtungen.
Ich habe jahrelange Verträge gehabt mit Amerika, ſo er=
zählt
Schäffer, während er in Erinnerungen kramt, aus ſeiner
großen Tournee durch ganz Nordamerika, Kuba, Zentralamerika
und Mexiko. 1914 ſchwamm ich gerade auf der Vaterland,
als der Krieg ausbrach. Als Amerikg ſpäter den Krieg erklärte,
wurde ich interniert, 2½ Jahre lang.
Gemalt hat unſer Indianer der übrigens bei ſeinen Vor=
ſtellungen
täglich ein anderes Motiv malt, ſchon als kleiner
Junge ſehr viel. Geigenunterricht hat ihn der Vater auf ſeinen
Reiſen durch Europa bei Italienern, Franzoſen und Engländern
nehmen laſſen. Außerdem war ſtets eine Lehrerin im Gefolge des
Vater, die dem Jungen den fehlenden Schulunterricht zu geben
hatte.
Es gab nichts, was mir mein Vater nicht beibrachte. Sogar
das ikariſche Springen. Allmählich war es kaum noch möglich,
mit den Nerven durchzuhalten. Training vom frühen Morgen
bis zum ſpäten Abend. Dazwiſchen Schulunterricht. Geigenſtunde
und von 11 bis 2 Uhr täglich in der ganz perſönlichen Schule des
Vaters.
Sylveſter Se
t heute auf der Höhe ſeines Ruhms.

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We Haddt
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MA
A.
(TVe27

[ ][  ][ ]

Aus der Hssub.

Der Reichsſchatzmeiſter.
NSK. Der Reichsſchatzmeiſter gibt bekannt:
Aus gegebener Veranlaſſung weiſe ich darauf hin, daß die
Herſtellung und der Vertrieb von ſogenannten Opferring=
Abzeichen grundſätzlich unterſagt iſt.
Den Dienſtſtellen der Partei und ihren Gliederungen iſt es
verboten, ſogenannte Opferring=Abzeichen zu verleihen, ſoweit
nicht eine Genehmigung des Unterfertigten vorliegt.
gez. Schwarz.
München. den 26. November 1934.

Kreisrundfunkberatungsſtelle.
Weihnachten, das Feſt der Liebe und Freude, iſt nicht mehr
fern! Es iſt wohl der Wunſch vieler armen Volksgenoſſen unſerer
Vaterſtadt, am deutſchen Rundfunk teilzunehmen und ein Emp=
fangsgerät
zu beſitzen. Sie ſind aber mittellos und können ſich
deshalb kein Radiogerät kaufen.
Es ſind aber beſtimmt in zahlreichen Haushaltungen alte
Empfangsgeräte, Netzgeräte, Lautſprecher oder auch Einzelteile
vorhanden, die durch neue erſetzt wurden und für den Beſitzer
wertlos geworden ſind. Dieſe Empfänger uſw. verſtauben, gehen
vollends zugrunde und wandern ſchließlich in den Kehrichtkaſten.
Die Kreisrundfunkberatungsſtelle hat es ſich zur Aufgabe ge=
ſtellt
, dieſe Teile zu ſammeln und dieſelben in ihrer Werkſtatt zu
brauchbaren Geräten zuſammenzuſtellen, um dieſe dann armen
Volksgenoſſen zu Weihnachten zu ſchenken.
Wir bitten deshalb, der Rundfunkberatungsſtelle, Darmſtadt
Luiſenſtraße 34, durch Poſtkarte oder fernmündlich unter Nr. 2378
mitzuteilen, wo wir alte Geräte zu obigem Zweck abholen können.

Der Kreisleiter.
Ortsgruppe Gutenberg.
Am 29. November findet im Städtiſchen Saalbau eine Frauen=
verſammlung
mit Pg. Ringshauſen ſtatt. Die Parteigenoſſen=
ſchaft
wird erſucht, für dieſe Verſammlung in ihrem Bekanntenkreis
zu werben und beſonders auch ihre Frauen zum Beſuch zu veran=
laſſen
. Die Ankündigungen in der Preſſe ſind zu beachten.

Ortsgruppe Mitte.
Am Donnerstag, den 29. November 1934, 20 Uhr, ſpricht im
Städt. Saalbau Pg. Miniſterialrat Ringshauſen über das
Winterhilfswerk‟. Die Teilnahme der Frauenſchaftsmitglieder iſt
Pflicht. Unſeren übrigen Parteigenoſſen und Parteigenoſſinnen
empfehlen wir den Beſuch dringend. Gäſte ſind willkommen.
NS.=Frauenſchaft, Ortsgruppe Rheintor III.
Am Donnerstag, den 29. November 1934, abends 8 Uhr, ſpricht
Pg. Miniſterialrat Ringshauſen im Städtiſchen Saalbau.
Die Fvauenſchaftsmitglieder treffen ſich um 7.30 Uhr auf dem
Marienplatz am Gaſthaus Odeon , Vollzähliges Erſcheinen iſt
Pflicht.
NS.=Frauenſchaft Wixhauſen.
Freitag, den 30. November 1934, findet im Saale von Jakob
Huck abends 8.15 Uhr eine große öffentliche Frauenkundgebung ſtatt.
Redner: Pg. Viel. Das Erſcheinen einer jeden deutſchen Frau iſt
Pflicht.
Blockwarte und Luftſchutzhauswarte der Untergruppe IIa
(Martinsviertel).
Auf den am 29. 11. 1934, abends 8 Uhr, im Hanauer. Hof
ſtattfindenden Kameradſchaftsabend wird nochmals hin=
gewieſen
. Referent: Ortsgruppenführer Dr. Seidel. Neben an=
deren
Darbietungen wird das Puppenſpiel Kaſperl wird Luft=
ſchutzhauswart
aufgeführt. Erſcheinen eines jeden Blockwarts
und Luftſchutzhauswarts ich Pflicht.
Untergruppenführer Hermann Mühlum.

Der Polizeibericht meldet:
Beſchädigung des Jagdpavillons Dianaburg.

Am 27. 5der 28. Oktober 1934 wurden an dem Jagdpavillon
Dianaburg mittels Nachſchlüſſels die Tore an der Einfriedigung
und die Hausture von unbekannten Tatern geöffnet. Die Läden
und Fenſter wurden mit Gewalt erbrochen und die Scheiben ein=
geſchlagen
. Die Einfriedigung wurde ebenfalls erheblich zer=
ſtört
. Irgendwelche Angaben über die mutmaßlichen Täter wer=
den
entgegengenommen bei dem Landeskriminalpolizeiamt,
Hügelſtraße Nr. 3133, Zimmer 29a.

Scharfe Schüſſe zur Nachtzeit.
In der Nacht zum 27 11. 34. gegen 23.45 Uhr, wurde am
Gerichtsgebäude an der Ecke Guſtav=Lorenz= und Schleiermacher=
ſtraße
ein ſcharfer Piſtolenſchuß abgegeben. Die Kugel durch=
ſchlug
im 1. Stockwerk des Hauſes Schleiermacherſtraße 21 einen
Rolladen ſowie das Fenſter und blieb dann in der Zimmerwand
ſtecken. Es handelt ſich um eine Revolverpatrone Kaliber 7,65
Millimeter. Wer hat unmittelbar vor oder nach Abgabe des
Schuſſes in der dortigen Umgebung jemand beobachtet. Sach=
dienliche
Mitteilungen wolle man bei der Landeskriminalpolizei
Darmſtadt, Hügelſtraße 3133, Zimmer 2, vorbringen.

Wer kennt den Toten?
Am 28. November 1934, gegen 7 Uhr, wurde auf einem

Grundſtück am Scheftheimerweg, ungefähr 100 Meter nördlich der
Erbacher Straße, kurz vor der Hofmeierei, von einem Darmſtädter
Einwohner ein unbekannter Mann an einem Baum erhängt auf=
gefunden
. Nach den polizeilichen Feſtſtellungen am Fundort liegt
zweifellos Freitod vor. Der Mann hatte keinerlei Ausweis=
papiere
bei ſich. Der Hut lag in unmittelbarer Nähe des Toten.
Die Leiche wurde nach dem Waldfriedhof verbracht:
Beſchreibung: Etwa 4050 Jahre alt, 1.,83 Meter groß,
ſchlank, ovales hageres Geſicht dunkelbraunes, faſt ſchwarzes
Haar, braune Augen, dunkelbr. geſtutzter Schnurrbart, mittlere
gradlinige Naſe, große abſtehende Ohren, oben links fehlt der 4.
und 5., oben rechts der 4, unten links der 5. Zahn. An der rech=
ten
oberen Handfläche befindet ſich eine kleine Warze.
Kleidung: Hellbrauner Velourhut, Marke Wilke, mit der
Inſchrift: H. Eckhardt=Langes Hutgeſchäft, Frankfurt a. M., Fahr=
gaſſe
119 Taunusſtraße 52, grünbrauner Anzug, weißer Leinen=
umlegkragen
(Marke Boſton, Nr. 41), dunkelbl. Selbſtbinder mit
weißen und lila Streifen, weiße Hoſenträger mit blauen Streifen
und Lederriemen, blau=weiß geſtreiftes Hemd, weißes Makko=
unterhemd
, Makko=Plüſchunterhoſe, braune Strümpfe mit etwa 10
Zentimeter langen ſchwarzen Schnüren, weißes Taſchentuch mit
buntem Rand und römiſcher Ziffer XX, mit rotem Garn gezeich=
net
, ſchwarze Schnürſchuhe, etwa Größe 44. In den Taſchen

wurde ein Kneifer aus Nickel, 1 Taſchenmeſſer mit hellen Horn=
ſchalen
, drei Klingen und Korkzieher, 1 braune Geldbörſe mit
Druckknopfverſchluß, drei Fächern und 38 Pfg. Kleingeld, 1 Blei=
ſtift
. 1 Anſichtskarte aus Frankfurt a. M. ſowie eine Schachtel
Zündhölzer vorgefunden.
Wo wird dieſe Perſon vermißt? Sachdienliche Mitteilungen
werden bei dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt und allen
Polizeiſtationen entgegengenommen.

Wer kann Angaben machen? In der Nacht vom 19. auf 20.
November 1934 wurde an dem Glas= und Porzellangeſchäft, In=
haber
Ernſt Olitzſch. eine große Schaufenſterſcheibe gewaltſam be=
ſchädigt
. Auch an den im erſten Stockwerk befindlichen Fenſtern
wurden mehrere Scheiben eingeworfen.
Eine Taſche vom Fahrrad geſtohlen. Am Samstag, den 24.
November 1934, gegen 21 Uhr, wurde aus dem Hofe der Wirt=
ſchaft
Dörr, Neckarſtraße 20, von einem Fahrrade eine Ledertaſche
mit verſchiedenen Fleiſchwaren und Lebensmitteln entwendet.
Wer hat Beobachtungen gemacht?

Die deutſcheArbeitsfront

Erportſchulung für junge Kaufleute.
Auslandsdeutſche und Praktiker in der Außenhandelsſchule.

In der Außenhandelsſchule Hamburg der Deutſchen Arbeits=
front
ſprechen in jeder Woche auslandsdeutſche=Vortragende oder
ſolche Kaufleute und Dozenten, die kürzlich aus dem Auslande zu=
rückgekehrt
ſind. So berichteten erſt kürzlich Afrika= Südamerika=
und Auſtralien=Kaufleute von ihren Reiſen und Erfahrungen.
In der Reihe der Schulungsveranſtaltungen der Auslands=
Organiſation der Reichsleitung der NSDAP., die im Kamerad=
ſchaftshaus
der Außenhandelsſchule Hamburg durchgeführt werden,
ſprach in dieſen Tagen Admiral Pg. Menſche über das Thema
Aſien und wir‟. Der von perſönlichen Erfahrungen und der
Kenntnis von Raſſen und Ländern des Fernen Oſtens getragene
Vortrag gab den Kameraden, die ſich in Hamburg ihrer Berufs=
erziehung
widmen, ein feſſelndes und außerordentlich aufſchluß=
reiches
Bild des modernen Aſien und ſeiner wirtſchaftlichen Mög=
lichkeiten
.
Solche Vortrags= und Schulungsveranſtaltungen ſtehen nicht
am Rande der Arbeit der Außenhandelsſchule, ſondern gehören zur
Aufgabe dieſer Berufsbildungsſtätte, nämlich Sammelſtätte der
Erfahrungen im Außenhandel zu ſein, die an die junge kämpfende
und arbeitende Generation weitergegeben werden müſſen. Dadurch
werden Lehrplan. Uebungsfirmen und Arbeitsgemeinſchaften außer=
ordentlich
befruchtet und lebensnah geformt.

NS.=Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟.
Samstag, 1. Dezember, 14 Uhr. ab Botaniſcher Garten, Roß=
dörfer
Straße, Wanderung nach Roßdorf mit anſchließender Be=
ſichtigung
der Odenwälder Hartſtein=Induſtrie. Werk Roßberg.
Die Führung liegt bei Pg. Prager, der auch diesmal die Teil=
nehmer
belehren wird. Wir rechnen mit ſtarker Beteiligung aus
den Kreiſen der Arbeitskameraden. Meldungen werden noch
bis Freitag nachmittag 18 Uhr angenommen.
Führung Schloßmuſeum. Die mehrfach angekündigte Füh=
rung
durch das Schloßmuſeum findet nunmehr beſtimmt am
Sonntag, 9. Dezember, vormittags 9.30 Uhr ſtatt. Karten zum
Preiſe von 35 Pf. ſind bei uns erhältlich. Die Ortsgruppen= und
Betriebswarte Kraft durch Freude nehmen noch Meldungen

entgegen. Kein Volksgenoſſe ſollte ſich die Gelegenheit.
e vilt
len Schätze kennen zu lernen, entgehen laſſen. Bei der Führun
wird ſelbſtverſtändlich die Holbeinſche Madonna gezeigt, Meldo.
ſchluß 8. Dezember 1934.
Fahrt zum Schwartenberg (Erzgebirge). Vom 25. 12
bis 2. 1. 35 Winterurlaubszug in ein vorzügliches Ski=Gelände
das aber auch dem Erholungſuchenden viel Freude bereitet. Arſ
der Rückreiſe Aufenthalt in Chemnitz. Eintreffen in Frann
furt a. M. am 2. 1. 35 früh. Geſamtkoſten 33,60 RM., die h
der Meldung zu entrichten ſind. Auch die Orts= und Betrieb=
warte
KdF. nehmen Meldungen für dieſen Urlaubszug enmn
gegen. Letzter Meldetermin 7. Dezember 1934.
Darmſtadt. 28. Nov. 1934. Heil Hitler!
Kreiswart Kraft durch Freude‟. J. A.: Formel.

J. Griesheim, 27. Nov. Theaterabend. Die NS. 6
meinſchaft Kraft durch Freude hielt im Rheingauer Hof, einel
Operettenabend ab. Zur Aufführung gelangte durch die Heſſiſche
Volksbühne Darmſtadt das muſikaliſche Luſtſpiel Meine Schweſt!
und ich‟. Der gute Ruf, der der Spielgemeinſchaft durch da
früheren Veranſtaltungen vorausging, war, für den Abend dal maſt
beſte Reklame. Als punktlich um 8.15 Uhr das Orcheſter untü=
Leitung von Beppo Geiger mit der Ouvertüre einſetzte, war da
Saal voll beſetzt. Beſonders war ein guter Beſuch aus den Kre=
ſen
der Arbeiterſchaft feſtzuſtellen. Hauptdarſteller war auch dies

mal wieder Willi Droſt, der die Rolle des Bibliothekars 7
Fleuriot ſpielte. Er und ſeine Partnerin, Frl. Hanſen, als dd
in ihn verliebte Prinzeſſin Dolly, verſtanden es in ausgezeichnet i.
Weiſe, die Zuſchauer mitzureißen. Auch die übrigen Spieler ſta
den keineswegs nach. Paul Gehre als Inhaber des Schuhgeſchäft
Filoſel zeigte in ſeiner Mimik ein Spiel, das nicht zu überbietel,
war und das fortgeſetzt die größte Heiterkeit hervorrief. Seint
lebensfrohe und temperamentvolle Verkäuferin ſpielte Frl. Dorn
Beutke. Auch die Rolle des Grafen Lacy war mit Ernſt Hunnn=
gut
beſetzt. Wiederholt wurden die Spieler bei offener Szer=
herausgeklaſcht
. Als um 11 Uhr das Stück zu Ende war, konnn // Ueberau.
man aus den Geſichtern der Anweſenden ableſen, daß ſie mit da ſteh
Aufführung zufrieden waren. Somit wird auch dieſe Veranſtao=

tung dazu beigetragen haben, der NS. Gemeinſchaft Kraft durm
Freude neue Anhänger zuzuführen.

Reichsluftſchutzbund, Orksgruppe Darmſtadt.
Kameradſchaftsabend.

Der Kameradſchaftsabend des Reichsluftſchutzbundes, Orts=
gruppe
Darmſtadt, am Mittwoch abend im großen Saal des
Rummelbräu war ſehr gut beſucht, ſicherlich mit auch ein Zeichen
dafür daß der Gedanke des Luftſchutzes in Darmſtadt marſchiert.
Ein ſehr hübſches und abwechſelungsreiches Programm, das
faſt nur von Kräften aus den eigenen Reihen beſtritten wurde,
imrahmte den Kernpunkt des Kameradſchaftsabends, den Vor=
trag
von Herrn Dr. Seidel, Ortsgruppenführer des RLB.,
iber den Luftſchutz. Die einleitende und begleitende Muſik wurde
von Angehörigen der Standartenkapelle 115 ausgeführt.
Untergruppenführer Kam. Fritz Müller begrüßte herzlich die
Anweſenden, Fräulein Lieſe Müller rezitierte mit warmer
Empfindung einen die Not unſerer Landsleute im Erzgebirge
ſchildernden Vorſpruch Rübezahl und ſprach ebenſo eindringlich
ein vaterländiſches Gedicht. Herr Alfred Fritſch ſang mit an=
genehmer
und klangvoller Stimme einige ſchlichte Lieder. Gemein=
ſam
geſungene Lieder, wie das Saarlied, fügten ſich harmoniſch
in die Veranſtaltung ein und das ſchlagkräftige Puppenſpiel
vom Luftſchutz. Kaſperle wird Luftſchutzhauswart, über deſſen

erfolgreiche Aufführungen im Saalbau wir ſchon eingehend berich=
tet
haben, wurde mit ſtärkſter Spannung angehört und mit leb=

haftem Beifall bedacht. Dem
Vortrag Dr. Seidel,
der in gedrängter und doch anſchauungsreicher Kürze alles We=

ſentliche über den Luftſchutz von hohem und verantwortungsvol=
lem
Standpunkt aus brachte, entnehmen wir folgende Hauptge=
danken
. Neben dem Mann hat im Dritten Reich auch die Frau
als Kämpferin zu ſtehen, und zwar beſonders als Kämpferin im
Reichsluftſchutzbund. Im Leben der Völker gibt es Höhen und
Tiefen Ueber Deutſchland leuchtet nun die Sonne mit hellen
Strahlen und die Einigkeit des Geiſtes und Wollens
in der deutſchen Nation iſt wiederhergeſtellt. Das will auch der
Reichsluftſchutzbund, getreu dem Grundſatz von der deutſchen Volks=

gemeinſchaft. Es gehe nicht nur darum einen Schutzraum zu

bauen oder einen Boden zu entrümpeln, ſondern die Aufgabe des
Reichsluftſchutzbundes iſt es in erſter Linie, mit dieſem Gedanken
der wahren Volksgemeinſchaft das ganze deutſche Volk
zu durchdringen. Das deutſche Volk will Frieden, aber es iſt nicht
illein auf der Welt. Das deutſche Volk im Herzen Europas muß,
wie Göbbels einmal ſagte, Schritt halten mit den anderen Na=
tionen
, damit es nicht untergeht. Der Reichsluftſchutzbund iſt
im tiefſten Sinne kriegsverhindernd, er will den Selbſtſchutz
vorbereiten. Die größere Aufgabe iſt, den inneren Geiſt zu ſtär=
ken
und Erziehungsarbeit zu leiſten, damit im Ernſtfall niemand
verſagt. Alles andere iſt ſchmückendes Beiwerk, das getan werden
muß, die Hauptſache iſt, daß der Geiſt der richtige iſt! Mann
und Frau und Kind müſſen ſich in dieſem Bund ſammeln, dem
dieſe ſchöne und hehre Aufgabe vom Führer geſtellt iſt. Erſt die
Idee kennzeichnet den Menſchen, für dieſe Idee des Luftſchutzes,
für die innere Verteidigung unſeres Vaterlandes muß ſich ein
jeder einſetzen. Der Einzelne iſt gar nichts, die Ge=
meinſchaft
alles! Im künftigen Kriege iſt überall Kriegs=
gebiet
, und erſt bei Kriegsausbruch Vorbereitungen treffen zu
wollen, wäre zu ſpät. In unvorſtellbar ſchneller Zeit können die
gegneriſchen Flugzeuge über uns ſein. Im Verſailler Vertrag hat
man uns ſogar das elementare Recht eines jeden Lebe=
weſens
, ſich vor einem übermächtigen Gegner zu ſchützen, genom=
men
. Erſt 1926 hat man uns zunächſt den paſſiven Luftſchutz ge=
ſtattet
. Es geht, wie der Führer ſagte, nur um eines: Ich
kenne nur Deutſchland und immer nur Deutſch=
land
! Heil Hitler!

Was die Lichtſpieltheaker bringen.
Das Union=Theater zeigt heute zum letzten Male den Film
Die Männer von Aran, Jugendliche haben Zutritt.

Die Helia=Lichtſpiele zeigen nur noch heute den neuen Ufa
Film Herr Kobin geht auf Abenteuer Hauptdar=
ſteller
: Hermann Speelmans, Dorit Kreyßler.

Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute zum letzten Male den Ton=
film
aus der Unterwelt Chicagos Panik in Chicago
mit Hans Rehmann und Olga Tſchechowa in den Hauptrollen.

Reſi=Theater zeigt noch heute und morgen den Welt=Lacherfolg
Charleys Tante, mit Paul Kemp, Ida Wüſt, Paul
Menckels, Fritz Odemar, Jeſſie Virogh, Albert Lieven, Fritz Raſp.

Vereins= und lokale Veranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)

Muſikverein. Die nächſten Proben zu Händels Theo=
dora
finden ſtatt: Für Herren am Freitag, den 30. November,
für Damen am Dienstag, den 4. Dezember Vollzähliches Er=
ſcheinen
iſt Pflicht. Am Samstag, den 8 Dezember, findet im
Vereinshaus für unſere Mitglieder und Freunde der beliebte
Nikolausabend ſtatt.

der Skädtiſchen Bekriebe Darmſtadt.

Ro
ſt Altſcheuer
nidet werden.
muisteit wiede
König i. O
Hurngsarbeite

* Die Städtiſchen Betriebe veranſtalteten geſtern abend eines
Bunten Gas=Werbeabend, der ſehr geſchickt aufgezoges
worden war. Der große Saal und die Galerien des Städtiſches
Saalbaues waren überfüllt, ſo daß viele umkehren mußten. itr
Oberingenieur Glöckler hielt eine herzliche Begrüßungsum de Verſteit
ſprache, er hieß beſonders Bürgermeiſter Kopp, den Kreiswalteyt Fau üb
der NSV. Hanſel und den Hausfrauenbund, ſowie die Hausfraues mimer
willkommen und wies auf den Zweck des Abends hin, der gleick) M. Waldmi
zeitig Auftakt zum Winter=Arbeitsbeſchaffungsprogramm ſein ſol/ A. An
Das abwechſlungsreiche, vielſeitige Programm, deſſen muſitoh suw
liſchen Teil die vorzügliche Kapelle Zahn beſtritt, wurde flott
temperamentvoll und voll ſprühenden Humors von Cilli Baue.
angeſagt, Schmidt=Berikoven vom Heſſiſchen Landestheat/ M2
erntete mit ſeinen ſchönen Geſangsdarbietungen ſo lebhaften Bes mr G
fall, daß er ſich zu einer Zugabe verſtehen mußte. Aenne Schelll// auf

haas bot ein figurenreiches, ſehr anſprechendes Tanzſolo. Auße.?
ordentlich, amüſant war das Junggeſellen=Wettkochen des Gas=
werks
, an dem ſich an 4 Gasherden erfolgreich Oberbaurat Nu53/ M Kinderſch

dir der beſ
ßen der

Oberingenieur Glöckner Werbeingenieur, Hermann undn / Ashach a, 1

Cilli Bauer beteiligten, letztere trotzdem ſie ſich als Rochhl A. Göckel=
lehrling
vorſtellte trug den Sieg vor den Herren Junggeſelle? Merſchaft eine
avon. Entzückend waren der Tanz der Köche und die Gavott w Millcialismus
ſowie der Kinderkochtanz des kleinen Tanzpärchens der Tanzſchu. ? Mde Stellung
Bäulke. Ein werbender Wetterbericht, den W. Hermann 9 Zwingenber=
erſtattete
die originelle Verloſung eines Behälters Gas und eir ech. Mol
Sketch Das Weihnachtsrätſel beſchloß die reichhaltige Vortragg/ Wou und kör
folge. Eine Tombola, deren Reinertrag der Winterhilfe uu / hähnlein, 2
fließt, brachte vielen Glücklichen ſchöne Gewinne. Bei Tanz, u9
ter Leitung des Tanzlehrers Bäulke, und geſelliger Unterhac Mtnn
tung blieb jung und alt noch einige vergnügte Stunden zuſamme? Au
Gemeinſchaftsempfang der Stunde der jungen Nation aud
dem Paradeplatz. Geſtern abend traten auf dem Paradeplatz aun
Gefolgſchaften der HJ., des BDM., die JV.=Führer und da
JM.=Führerinnen von Darmſtadt an zum Gemeinſchaftsempfanl!
der Rundfunkſendung Stunde der jungen Nation. Wir kom
men auf die Veranſtaltung zurück.

Schwerer Bertkehrsunfall.

* Am geſtrigen Mittwochabend kurz nach 10 Uhr erein
nete ſich Ecke Aha= und Heidelberger Straße ein ſchwerer Vel
kehrsunfall dadurch, daß ein aus Richtung Eberſtadt kommendic

Laſtkraftzug mit der um 10 Uhr nach Eberſtadt fahrenden ele‟

triſchen Straßenbahn zuſammenſtieß. Anſcheinend wollte der F0n
rer des Laſtkraftzuges im letzten Augenblick vor der Elektriſchef
nach der linken Straßenſeite ausbiegen. Es war unvermeidhan
daß der elektriſche Wagen mit dem Kraftfahrzeug kollidierte, 00
die vordere Plattform des Straßenbahnwagens eindrückte. Dee
dem Zuſammenſtoß wurden 4 Perſonen verletzt, und zwar 70ch
Frau, zwei Männer und ein Junge. Die Rettungswache war !.

fort zur Stelle und brachte die Verletzten nach dem Krankenhaug.

bzw. nach dem Herz=Jeſu=Hoſpital. Lebensgefahr beſteht bei ie=
nem
Verletzten ſie wurden zum Teil in ihre Wohnung entlaſſe

Es handelt ſich hauptſächlich um leichtere Kopf= und Beinperl
zungen. Dagegen entſtand erheblicher Sachſchaden an der Eie=

triſchen und den Kraftwagen. Die Polizei und der Erkennhnee
dienſt waren ſofort zur Stelle und ſtellten die Schuldfrage Vell=

Aus dem Gerichtsſaal.

Aw. Wieder hat das Bezirksſchöffengericht M.
Mittwoch einen Autounfall zu behandeln, der ein Menſchenlehe
gefordert hatte. Der 32jährige Wilhelm A. aus Mörfelden 14.4
am Abend des 9. September mit Frau und Kind und einer 2
kannten auf ſeinem Motorrad auf der Straße zwiſchen der Ge
ſpitz und Mitteldick. Er wollte gerade ein Fahrrad überhols"
als ihm ein Licht entgegenkam, das er, wie behauptet, ebenſet
für ein Fahrrad hielt. Es war aber ein Motorrad, das nun

rade an ihm vorbeifuhr, als er das Fahrrad überholte. Da.*
Straße an dieſer Stelle gerade beſonders ſchmal iſt, ſtreiften."
Motorräder einander, und es kam die Frau, die hinter 4."
dem Sozius ſaß, ſo unglücklich zu Fall, daß eine tödliche. 2e
letzung die Folge war. Der entgegenkommende Motorrädſal
war ebenfalls mitangeklagt, weil er, nach eigener Angabe, i.
dem er geblendet worden ſei, nicht gehalten habe doch ſpie
das Gericht ihn heute mangels Beweiſes frei, während 6s b

A. wegen fahrläſſiger Tötung zu fünf Monaten Gefängnis. Le
urteilt. Es wird ihm eine fünfjährige Bewährungsſriſt, die
billigt.

Zum Kochen von Gemüsen

3 Würfel nur 10 Pfg

Möhren (Gelbrüben)=Gemüſe für 4 Perſonen
2 pfund Möhren, 2 Eßlöffel Fett, 1 Eßlöffel Mehl, 2 Maß9!
Fleiſchbrähwürfel, 112 Teelöffel Zucker, Salz und Beieſille
Die Möhren in feine Streifen ſchneiden, im zerlaſſenen Feit dünſtehle liüterT.
12 Liter Fleiſchbrühe aus 2 Maggls Fleiſchbrühwürfeln dazuſchütten 10le P"
fochen. Das mit wenig Waſſer glattgerührte Mehl und ein wenig Zucker Vellt?""
gut durchkochen, nach Salz abſchmecken und feingehackte peierſilie darüberlt

[ ][  ][ ]

z erstag, 29. November 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 329 Seite 7

Aus Heſſen.
Lodlicher Unfall.
Bickenbach, 28. Nov. Der Chef des hieſigen Bahn=
6o / Bahnvorſteher Ernſt Völger, nahm geſtern abend eine
g ſor der Lichtanlage des Bahnhofes vor. Hierbei wurde er
ameſellwerk 2 von dem um 20,56 Uhr in Bickenbach abfahrenden
9e uenzug überfahren und ſofort getötet. Herr Völger ſtand in
den chiger Jahren und konnte auf eine über 40jährige Tätigkeit
im rantwortungsvollen Dienſt der Eiſenbahn zurückblicken.
Traiſa, 28. Nov. Ferienkinder. Die zurzeit hier zur
ug weilenden Saarkinder treten am Freitag, den 30. No=
peygſt
, wieder ihre Heimreiſe nach dem Saargebiet an. Die Kin=
der
ſcen ſich alle ſehr gut erholt und fühlten ſich in unſerem Orte
ſchrgermiſch. Die in Kürze eintreffenden Sachſenkinder werden
ebe mils liebe Gäſte unſerer Gemeinde werden.
Roßdorf, 28. Nov. Am Sonntag, den 2. Dezember, abends,
vermaltet der Roßdörfer Zweigverein des Evangeliſchen Bundes
hämerſchen Saale einen Vortragsabend bei freiem Eintritt.
ſtechen: 1. Herr L.K.R. Pfarrer i. R. D. Berck=Darmſtadt,
n: Luther, der ewige Proteſtant, 2. Herr Pfarrer Heine=
mkrauerſchwend
, Thema: Evang. Bund und konfeſſioneller
Der Kirchengeſangverein und der Poſaunenchor haben ihre
Miwriung freundlicherweiſe zugeſagt. Alle evangeliſchen Män=

ner /0 Frauen Roßdorfs ſind herzlich eingeladen. Für die Zweig=
versmitglieder
iſt vollzähliges Erſcheinen Ehrenpflicht.
Babenhauſen. 28. Nov. Im Alter von 88 Jahren ſtarb
eſt e eine der älteſten Frauen Babenhauſens, Frau Witwe Ra=
deun
:. geb. Eidebenz. Sie war noch bis in die letzten Wochen
hintel recht rüſtig.
Reinheim, 28. Nov. Schulungsabend. Im vollbe=
uSaale
Zur Spitze hielt die NSDAP. am geſtrigen Abend
rännonatlichen Schulungsabend ab. Die einzelnen Formationen
rganiſationen waren zahlreich erſchienen und hörten ge=
am
den feſſelnden Ausführungen von Pg. Dr. Schmidt aus
nadt über Raſſen zu. Die Ausführungen fanden ſtarken
NiRakl. Ortsgruppenleiter Pg. Joſt, Reinheim ſprach dann
ber das Winterhilfswerk, den Zuhörern noch einmal die
efugkeit im Geben beſonders nahelegend.
Ueberau, 28. Nov. Hohes Alter. Frau Sophie Knorr
mtdieſer Tage in geiſtiger und körperlicher Friſche ihren 83.
eEüuztag. Holzhieb 1935. Die diesjährigen Holzhauer=
brin
für das Rechnungsjahr 1935 haben begonnen. Es arbei=
MRotten, eine im Diſtrikt Stadtwald und eine Rotte im
iſttxt Altſcheuer. Da faſt ausſchließlich Wohlfahrtsempfänger
vrwedet werden, haben dieſelben nach langer Wohlfahrtsunter=
ſützunszeit
wieder mal für einige Wochen Arbeit.
9 König i. Odw., 28. Nov. Unglücksfall. Bei den Aus=
ſchalltngsarbeiten
zur Verlegung der Waſſerleitungsrohre in
der jAmnbacherſtraße kam es zu einem bedauerlichen Unfall. Ein
ausnArllbach gebürtiger Arbeiter kam beim Transport der ſchwe=
gen
iNyre zu Fall., rutſchte in den ausgeſchachteten Graben und ein
ſchwteir Steinblock, der hierbei ins Rollen geriet, fiel ihm auf die
BrutzDer Bruſtkorb wurde gequetſcht und einige Rippen gebro=
Die Waſſerleitungsverlegungsarbeiten
ſtſlin ſich in dem ſüdöſtlichen Teil des Netzes beſonders ſchwer
durm ie Verſteinerung des Erdreiches. Die Bauleitung ging nun=
mehrr
azu über, Sprengungen vorzunehmen. Aeußerſte Vorſichts=
rumen
mußten getroffen werden.
Waldmichelbach, 28. Nov. Veranſtaltungen de
Am Samstag, den 1. Dezember, abends, hält die NS. zugunſten des WHW. eine Kulturveranſtaltung
einem Doppel=Lichtbildervortrag ſpricht Gewerbeſtudien=
Winter=Heppenheim über das Brauchtum im Ueber=
unfd
über Schutz= und Segenszeichen am Odenwälder Haus,
00 Gerät, der vergangenen Jahrhunderte, und zeigen uns,
5½ auf den heutigen Tag erhalten blieb. Dr. Winter gilt
er der beſten Kenner des Brauchtums. Die Geſamteinnah=
ſſeßen
dem WHW. Waldmichelbach zu und finden zum An=
uſen
Kinderſchuhen für kinderreiche Familien Verwendung.
Alshach a, d. B., 28. Nov. Im Gaſthaus Zur Sonne‟
g. Göckel=Langen vor Frauen und Mädchen der hieſigen
ün uonerſchaft einen Vortrag, worin er die Bedeutung des
Natz zulſozialismus für die deutſche Frau darlegte, wie umgekehrt

udie Stellung der Frau zum heutigen Staate umriß.
Zwingenberg, 28. Nov. Frau Peter Rhein Witwe
geb. Mohr, hier, Wieſenpromenade 5, vollendet morgen
Aieiger und körperlicher Friſche ihr 75. Lebensjahr.
. Hähnlein, 25. Nov. Deutſcher Abend. Im Saale des
Gaſäleſes Becht fand ein Deutſcher Abend ſtatt, welcher von Stütz=
pumhllter
Rechel eröffnet und geleitet wurde und welcher ſehr gut
beſtſchwar. Im Mittelpunkt der Veranſtaltung ſtand ein Vor=
tagk’s
Kreisleiters Brückmann=Bensheim über Leidenszeit und
Kanzy der deutſchen Brüder von der Saar, welcher bei den Zu=
hörein
einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. Die Darbietung
Aek Hitlers Sendung, welche muſtergültig aufgeführt wurde,
erntne jeichen Beifall. Die Pauſen wurden durch Sprechchöre und
Lielun des BDM. und des JV. und durch Liedervorträge des
Poſtmenchors angenehm ausgefüllt.
Gernsheim. 28. Nov. Ein Jahr Kraft durch
FrlRhe‟ In einfacher Weiſe wurde hier der erſte Jahrestag
der BG. Kraft durch Freude begangen. Im Saalbau Darm=
ſtädt
Hof wurden die Feierlichkeiten durch Radio übertragen.
Anſtll fend gab Ortsgruppenwart Zimmexmann Einblick in
die ſeit innerhalb der NSG. Kraft durch Freude‟. Am 7. De=
deme
tritt die hieſige Ortsgruppe mit einem zweiten bunten
Wean die Oeffentlichkeit. Wie der erſte Abend Kraft durch
NeM) ſo verſpricht auch der zweite ein voller Erfolg zu werden.
Hofheim (Ried), 25. Nov. Schau= und Werbetur=
Ne Aſer hieſige Turnverein veranſtaltete ein Schau= und Werbe=
Mrum Neben dem ſportlichen Teil fand als Einleitung ein Auf=
nar’
mit Saarkundgebung ſtatt, wozu Lehrer Balß ſchöne
deuxh Worte ſprach. Er nahm auch die Ehrung der Sieger und
5 Eberjubilaren Adam Strack vor. Letzterer wurde mit der
ſthegin DT.=Nadel ausgezeichnet. Den Abſchluß des ſchönen

eu bildete kurz nach Mitternacht (Totenſonntag) eine feier=
chie
ofenehrung. Vortrag. Vor einer Anzahl hieſiger
Harm ſprach im Löwen Landw.=Aſſeſſor Wahlig von der

ſucchen Werkſchule und Beratungsſtelle Worms über Ge=
Din Ig und Bedeutung von wirtſchaftseigenem Futter
8eAummlung. In einer Mitgliederverſammlung der hieſigen
Der upe der NSDAP. ſprach Kreisleiter Pg. Brückmann=
Sen im über innen= und außenpolitiſche Fragen.
Groß=Rohrheim, 25. Nov. Verſchmelzung der Ge=
DAnſchaften. In der Gaſtwirtſchaft Schmitt fand eine
Gensilverſammlung der Obſt= und Gurkenverwertungsgenoſſen=
i
V ſatt. Der Jahresabſchluß und die Bilanz wurden einſtim=
g
nommen und dem Aufſichtsrat und Vorſtand einſtimmig
De lurg erteilt. Reviſor Rauch aus Heppenheim gab ſodann
ee Luiſionsbericht der geſetzlichen Reviſion bekannt und er=
auKdaß
eine Verſchmelzung mit der landwirtſchaftlichen Be=
No EmD Abſatzgenoſſenſchaft erforderlich ſei, dem die Mitglieder
Stehäu ſtimmten. In der anſchließenden Verſammlung der land=
Dretſt lichen Bezugs= und Abſatzgenoſſenſchaft wurde die Statu=
Heuung vorgenommen und auch hier die Verſchmelzung mit
It und Gurkenverwertungsgenoſſenſchaft einſtimmig gutge=

Ueberwachte deutſche Qualikätserzeugung
auch in der Kleinkierzuchl.
Die 2. Reichskleintierſchau in Frankfurt a. M. vom 30. No=
vember
bis 3. Dezember 1934, die jetzt in der Frankfurter Feſt=
halle
aufgebaut wird, zeigt nicht nur Spitzenleiſtungen der Zucht=
beſtrebungen
in der Hunde=, Geflügel=, Ziegen= Pelztier=, Kanin=
chen
= Bienen= und Seidenraupenzucht. Sie wird neben dem volks=
wirtſchaftlichen
Wert der Erzeugniſſe auch die Wege erkennen laſ=
ſen
, auf denen höchſte Qualität erzielt und gewonnen wird. Ohne
dem endgültigen Bild der erſten großen Schau aller Reichsfach=
gruppen
von Kleintieren etwas vorweg zu nehmen, kann heute
ſchon geſagt werden, daß Ausgezeichnetes zu ſehen ſein wird. Nicht
nur die abwechſelungsreiche Fülle der Ausſtellungstiere, auch der
Ausbau der einzelnen Abteilungen verſpricht überraſchende Ge=
ſamtleiſtungen
.

Eait
Lu9
A

Ua
Penss

Ex. Groß=Rohrheim, 25. Nov. Gemeinderatsſitzung.
In der Gemeinderatsſitzung wurde beſchloſſen, das Erledämmchen
mit jungen Obſtbäumen zu bepflanzen, die vom Obſt und Garten=
bauverein
geliefert werden. Die Holzhauerei im Gemeindewald
ſoll mit 4 Partien aufgenommen werden. Die Freigabe der Her=
mann
=Göring=Straße für den Autoverkehr wurde abgelehnt, da=
gegen
übernimmt die Gemeinde die Beſchaffung der Zeitſchrift
Der Stürmer für die Schule.
Ex. Bürſtadt, 25. Nov. Kaninchenſchau Der Kaninchen=
zuchtverein
1912 Bürſtadt hielt im Saale Zur Krone eine Aus=
ſtellung
von Kaninchen aller Arten und Größen, ſowie eine Schau
von Pelzprodukten ab. Nicht weniger als 210 Nummern zeigte die
reichhaltige Ausſtellung. Beſonders ſtark waren die Angora=
kaninchen
vertreten. Auch die Pelzverwertung zeigte Gegenſtände
mannigfaltigſter Art. Goldene Hochzeit. Im Kreiſe zahl=
reicher
Kinder. Enkel und Urenkel konnte am Sonntag das Ehe=
paar
J. Stockmann und Frau Barbara. geb. Morweiſer, in der
Bonifatiusſtraße, das ſeltene Feſt ihrer goldenen Hochzeit feiern.
Schwere Unfälle infolge Nebels. Ein Unfall ereig=
nete
ſich auf der Lorſcher Chauſſee. Dort wollte der Bezirksbauern=
führer
Pg. Mohr aus Bensheim einem Holzwagen ausweichen,
als er infolge des Nebels von einem entgegenkommenden Per=
ſonenwagen
gerammt wurde. Herr Mohr erlitt erhebliche Ver=
letzungen
, auch waren beide Wagen ſchwer beſchädigt. Am
Rathaus ſtießen am gleichen Tage zwei Motorradfahrer aufein=
ander
und mußten mittels Auto nach Hauſe verbracht werden.
Auf der Bobſtädter Chauſſee wurde ein Radfahrer angefahren
und an beiden Beinen ſchwer verletzt.
Cp. Wolfskehlen, 25. Nov. Am Totengedenkgottes=
dienſt
, der vormittags ſtattfand, nahmen der Kriegerverein und
der Geſangverein Eintracht mit umflorten Fahnen geſchloſſen
teil. Der Kirchengeſangverein hatte ſich zur Ausgeſtaltung des
Gottesdienſtes zur Verfügung geſtellt. Sehr feierlich war es, als
während des Gottesdienſtes der Gefallenen gedacht wurde und der
Kriegerverein an dem vor dem Kircheneingang ſtehenden Ehren=
mal
ſtill einen Kranz niederlegen ließ.
Cp. Wolfskehlen, 28. Nov. Hohes Alter, Morgen, Don=
nerstag
, kann der frühere Gemeinde=Einnehmer Ludwig Adam
Schaffner, der ſein Amt 36 Jahre lang verſah, ſeinen 79. Ge=
burtstag
begehen
Dp. Sprendlingen, 27. Nov. Rüſtige Geburtstags=
kinder
. Herr Wilhelm Stroh 12. kann am Freitag, dem
30. November I. J., ſeinen 79. Geburtstag begehen und iſt in der
Lage, ſeinen landwirtſchaftlichen Gutsbeſitz zu bewirtſchaften.
Am gleichen Tage kann auch Johann Adam Mühlſchwein 1.,
Aufſeher i. R., ſeinen 79. Geburtstag in außerordentlicher Friſche
begehen.

über 400 000 Gewinnne
1½ Millionen Mark in der
Arbeitsbeschaffungs-Lotterie
Ziehung: Am 22. und 26. Dezember 1954

amierrictsfni!

Warum ſollen die Eltern 20 Pfg. vierteljährlich als Lernmittel=
beitrag
für ihre ſchulpflichtigen Kinder dafür zahlen?
Ein Work zur Aufklärung an alle Elkern.
Der Herr Reichsminiſter für Wiſſenſchaft. Erziehung und
Volksbildung hat durch einen Erlaß verfügt, daß der Unterrichts=
film
und der weltanſchaulich und ſtaatspolitiſch wertvolle, erzieh=
liche
Film als gleichberechtigtes Lernmittel überall dort an die
Stelle des Wortes oder Buches treten ſoll, wo das bewegte Bild
eindringlicher als alles andere zum Schüler ſpricht. Es iſt ſein
Wille, daß dem Film als modernem pädagogiſchen und techniſchen
Hilfsmittel ohne Verzögerung in der Schule die Stellung geſchaf=
fen
wird, die ihm kraft ſeiner eindringlichen Wirkung gebührt.
Zur Erreichung dieſes Zieles iſt es nötig, daß innerhalb weni=
ger
Jahre alle deutſchen Schulen mit Filmgeräten ausgerüſtet wer=
den
, und daß aus dem engen Zuſammenwirken von erfahrenen
Lehrern, Fachleuten und Filmſchaffenden die erforderlichen Unter=
richtsfilme
entſtehen. Um an der raſchen Erreichung dieſes Zieles
mitzuwirken, hat auf Grund des Erlaſſes jeder Schüler aller all=
gemeinbildenden
Schulen (Volks= und höheren Schulen), inſofern
er auch für ſeine ſonſtigen Lernmittel aufzukommen hat, viertel=
jährlich
einen Lernmittelbeitrag von 20 Pfg. an die neugeſchaffene
Reichsſtelle für den Unterrichtsfilm durch die Schule zu ent=
richten
. Denn es liegt im Weſen dieſes Lernmittels, daß nicht der
einzelne es ſich beſchafft, ſondern die Schulgemeinſchaft. Neu iſt
alſo an der ganzen Sache, daß in einer gemeinſam von allen
deutſchen Schulen durchgeführten, zentral und einheitlich durch die
Reichsſtelle geleiteten Aktion die Koſten für dieſes Lernmittel
Film und die hierzu nötigen Vorführungsgeräte aufgebracht
werden. Der Lernmittelbeitrag iſt alſo nicht ein freiwilliger Bei=
trag
, deſſen Zahlung von zahlungsfähigen Eltern etwa verweigert
werden könnte, ſondern es handelt ſich hierbei um die Durchfüh=
rung
einer reichsgeſetzlich angeordneten ſchuliſchen Maßnahme. Wo
Weigerung bei Zahlungsfähigkeit vorliegt, iſt die Schule berechtigt
die geſetzlichen Zwangsmittel (Vorlage und Rückeinziehung durch
die Gemeinden) in Anwendung zu bringen. Es iſt aber anzu=
nehmen
, daß nach dieſer Aufklärung einſichtige Eltern es hierzu
nicht kommen laſſen. Für Kinderreiche und Minderbemittelte ſind
Erleichterungen getroffen, wie auch auf beſondere Notſtandsgebiete
Rückſicht genommen wird.
Eltern und Lehrerſchaft dürfen die volle Gewißheit haben, daß die
Lernmittelbeiträge voll und ganz ohne jeglichen Verſchleiß durch
etwaige Verwaltungskoſten dem angegebenen Zwecke zugeführt
werden. Die Einſammlung des Lernmittelbeitrags ( vierteljähr=
lich
20 Pfg.) ſoll dazu führen, daß innerhalb weniger Jahre allen
deutſchen Schulen, auch der im kleinſten Dorf, durch Beſchaffung
des Vorführungsgeräts und koſtenloſe Ueberlaſſung der für den
Unterricht zu ſchaffenden wirklichen Lehrfilme ſeitens der Landes=
bildſtelle
die Anwendung des Filmes, wie jedes andern Unterrichts=
mittels
ermöglicht werde. Es liegt auf der Hand, daß bei einer ſo
bedeutſamen Neuordnung alle einſchlägigen Stellen ( Schulleitun=
gen
, Schulbehörden und Bildſtellen) eines jeden Landes bei der
Durchführung dieſes bedeutungsvollen Planes auf die verſtändnis=
volle
Mitarbeit von Lehrern, Eltern und Gemeinden unbedingt
rechnen müſſen. Zur Aufklärung iſt deshalb an alle Schulen ſeitens
der Reichsſtelle ein Merkblatt verſandt worden. Man fordere es
von den Schulen oder laſſe ſich von dort aus weiter belehren. Es
iſt aber ebenſo Pflicht aller Schulleiter, Klaſſenlehrer und Schul=
behörden
, das für ſie mitgeſandte Mitteilungsblatt vom 1. No=
vember
1934 genaueſtens durchzuleſen, um einen Einblick zu ge=
winnen
, wie großzügig die geplante Maßnahme iſt, und wie ſegens=
reich
ſie ſich innerhalb weniger Jahre für alle Schulen auswirken
wird
In knapp acht Wochen hat die Reichsſtelle in verſtändnisvoller
und aufopfernder Tätigkeit alle Vorarbeiten hierzu erledigt, und
bereits im Januar ſoll mit einer erſten Belieferung der 60 000
deutſchen Schulen mit Vorführungsgerät und Filmen begonnen
werden.
Die vier jährlich als Maſſenſchulfilmvorführungen durchzu=
führenden
Veranſtaltungen der Gaufilmſtelle Heſſen=Naſſau (mit
Hilfe der Lichtſpielhäuſer in den Kinoorten und im Wanderbe=
trieb
in den kinoloſen Orten) mit Filmen ſtaatspolitiſcher und
weltanſchaulicher Art werden hiervon nicht berührt.
Landesbildſtelle Heſſen.
Be. Kelſterbach, 27. Nov. In Kelſterbach entwendeten zwei
Zigeunerinnen, die in eine Küche eindrangen, um dort zu bet=
teln
, einer Frau einen 20 Markſchein, Sie flüchteten hiernach,
konnten jedoch von der Polizei verhaftet werden, als ſie auf der
Fähre über den Main ſetzen wollten.

Aus Rheinheſſen.

Oſthofen, 28. Nov. Werkfeier bei der FirmaCarl
Schill. Anläßlich der Fertigſtellung der 14. und 15. Malztenne
und Errichtung weiterer Silobauten hatten die Inhaber ihre Mit=
arbeiter
und deren Familien geladen. Nach dem Abendeſſen be=
grüßte
Herr Kommerzienrat Schill alle Gäſte, gab einen feſſelnden
Rückblick auf die Entwicklung des Geſchäfts, dankte allen Mitarbei=
tern
, gedachte der Verſtorbenen und wünſchte auch weiterhin regſte
und verſtändnisvollſte Zuſammenarbeit. Herr Otto Schill, in deſſen
Händen jetzt die Leitung liegt, führte aus, er hoffe, daß der
gute Geiſt, welcher alte Ueberlieferung in der Firma ſei, werde
ſich auch in aller Zukunft erhalten. Er ſchloß mit einem Ausblick
auf unſer neugeeintes Vaterland und ſeinen Führer und brauſend
erſcholl das dreifache Sieg=Heil auf Vaterland und Führer. Dann
gab er eine Stiftung der Firma bekannt, wonach ſie jedem Gefolg=
ſchaftsmitgliede
, das zehn Jahre im Betrieb tätig iſt einen Bau=
platz
für ein Eigenheim ſtiftet und deſſen Finanzierung über=
nimmt
. Der Betriebsobmann Karl Eller dankte in wärmſten
Worten namens aller Mitarbeiter und dann begann der gemüt=
liche
Teil.
Aus Oberheſſen.
Gießen, 28. Nov. Goldenes Doktorjübiläum von
Geheimrat Krüger. Vor wenigen Tagen hat die Philoſo=
phiſche
Fakultät der Univerſität Jena ihrem alten Schüler, dem
emeritierten Kirchenhiſtoriker unſerer Landesuniverſität, Geheim=
rat
Guſtav Krüger, nach dem Ablauf von 50 Jahren das Dok=
tordiplom
erneuert. Die lateiniſche Urkunde gedenkt ſeiner hervor=
ragenden
Leiſtungen als Geſchichtsſchreiber der Kirche und chriſt=
lichen
Lehre, ſeiner ausgezeichneten akademiſchen Lehrtätigkeit und
ſeiner weisheitsvollen Arbeit in der Univerſitätsverwaltung (er
war zweimal Rektor der Heſſiſchen Landesuniverſität) und rühmt
ihn zuletzt als dankbaren Schüler und treuen Freund der Univer=
ſität
Jena. Der dreifache Doktor Krüger trägt ehrenhalber auch
die Würden eines Doktors der Theologie und eines Doktors der
Rechte wird den in der Jugend erworbenen philoſophiſchen Dok=
tor
als beſonders zu ſich gehörig empfinden. Denn in ihm iſt der
erſte Erfolg in dem Aufſtreben des jungen wiſſenſchaftlichen Gei=
ſtes
feſtgehalten. Er verbindet ihn dauernd mit der damals noch
immer von einem Hauch der klaſſiſchen Dichtung umwobenen Uni=
verſität
Karl Haſes, ſeines ſprühenden Lehrers. deſſen Gabe künſt=
leriſcher
Geſchichtsſchreibung in Krügers Arbeiten, neues Leben
gewonnen hat. Die Landesuniverſität und die Bevölkerung Gie=
ßens
freuen ſich dieſes ſchönen Jubiläums, das einer ihrer Beſten
feiern darf, und bringen ihre herzlichſten Glückwünſche dar.

Iſt Ihr Einkommen auch klein,
zur Lebensverſicherung reicht es doch. Mit kleinen monatlichen Einzahlungen kann man.
ſchon ein anſehnliches Kapital verſichern als Vorſorge für einen vorzeitigen Tod und
für das Alter ſowie für die Ausſtener und Ausbildung der Kinder. Eine Lebens=
verficherung
als Weihnachtsgeſchenk kann jeder erſchwingen; nach der erſten Einzahlung
find Sie verſichert. Gibt es eine wertvollere Gabe als dieſen Familienſchutz?
Gemeinſchaft zur Pflege des Lebensverſicherungsgedankens.

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 29. November 1934.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Seite 8 Nr. 329

Berlins Handwerker im Sporkpalaft.

Ein Ueberſichtsbild von der Rieſenkundgebung der Berliner Handwerker, die ſich in ihrer Arbeits=
kleidung
und mit ihren Arbeitsgeräten im Sportpalaſt zu einer Feierſtunde zuſammenfanden. Die
Aufnahme zeigt die Reihen der Fenſterputzer mit ihren Leitern, die Gruppen der Stellmacher und
Schreiner.

London ſchmückt ſich zur Prinzenhochzeit.

Englands Hauptſtadt ſteht ſeit Tagen völlig im Zeichen der am 29. November ſtattfindenden Hog=
zeit
des Herzogs von Kent mit Prinzeſſin Marina von Griechenland. Namentlich die AusſchmückuM=
öffentlicher
und privater Gebäude mit Wappenſchildern, Fahnen und Blumengebinden beherrſcht das

Straßenbild.

ührt Inez
Hi0 Sie eine
iſt die zitter
1. ſagt Inez.
ürt ihr die K
De alte Frau
Augen erſchoſſe

niü nicht auch

Reich und Ausland

Glückwünſche des Führers
zur Londoner Prinzenhochzeit.

Berlin. Der Führer und Reichskanzler hat
Ihren Majeſtäten dem König und der Königin
von England zur Vermählung des Herzogs von
Kent mit der Prinzeſſin Marina von Griechen=
land
telegraphiſch ſeine aufrichtigſten Glückwünſche
ausgeſprochen. Ebenſo hat der Führer und Reichs=
kanzler
dem jungen Paar ſelbſt telegraphiſch
ſeine herzlichen Glück= und Segenswünſche über=
mittelt
.

Neues von der Flugrekordliſte.

Berlin. Die Oberſte Internationale Sport=
behörde
hat jetzt wieder eine Reihe von Flug=
höchſtleiſtungen
feſtgeſetzt. So wurde dem deut=
ſchen
Segelflieger Heini Dittmann mit ſei=
nem
Streckenflug über 375 Kilometer der Welt=
rekord
zugeſtanden. Bei der Feſtſetzung der Höchſt=
geſchwindigkeitsflüge
wurden Italien, Frankreich
und Amerika benannt. So flog der Italiener
Agello mit einem Waſſerflugzeug über dem Gar=
daſee
auf einer feſtgelegten Meßſtrecke eine Ge=
ſchwindigkeitswelthöchſtleiſtung
mit 709,209 Stun=
denkilometern
heraus. Die Franzöſin Mademoi=
ſelle
H. Baucher dürfte die ſchnellſte Frau der
Welt ſein. Sie flog auf ihrem Caudron=Eindecker
mit 409,184 Stdklm die Beſtleiſtung für Landflug=
zeuge
über eine Strecke von 1000 Kilometern her=
aus
. Mit der gleichen Maſchine flog die Fran
zöſin ſogar auf der Meßſtrecke 445,028 Stdklm. her=
aus
. Die Amerikaner ſind mit einer dreiköpfigen
Mannſchaft Muſick, Sergiewſkie und Charles A.
Lindberg vertreten, die auf einem viermotorigen
Sikorſky=Großflugzeug insgeſamt 8 Geſchwindig=
keits
=Höchſtleiſtungen für Waſſerflugzeuge aufſtell=
ten
, und zwar ohne Nutzlaſt über 1000 und 2000
Kilometer hinaus. Sie erzielten dabei eine Ge=
ſchwindigkeit
von durchſchnittlich 235 Stundenkilo=
metern
.

Sevilla in Erwartung des Graf Zeppelin.
Madrid. Nach einer Meldung aus Sevilla
wird der ſpaniſche Miniſterpräſident mit vier
Miniſtern die Einladung des Bürgermeiſters von
Sevilla zu der Ankunft des Graf Zeppelin am
16. Dezember annehmen. Die Miniſter werden an
einer Fahrt des Luftſchiffes über Sevilla teil=
nehmen
.

Dr. Ing. h. c. Hans Nibel F.

Griechenlands Hauptſtadt wurde durch ein ſchweres Unwetter heimgeſucht, das von Wolkenbrüchen
begleitet war. Die tiefer gelegenen Stadtteile wurden völlig unter Waſſer geſetzt und zahlreiche
Häuſer durch Unterſpülung ihrer Fundamente zum Einſturz gebracht. Außer unüberſehbarem Sach=
ſchaden
iſt der Tod von 15 Perſonen zu beklagen.

Miniſter d. 2. Schähel .

Razzia auf dem Monkmarkre.

Dr. Georg Schätzel,
der von 1927 bis 1932 an der Spitze des Reichs=
poſtminiſteriums
ſtand, iſt im Alter von 60 Jah
ren in München geſtorben.

Bier enkſprungene Wölfe erlegk.

Ein Kind und ſeine Mutter ſchwer verletzt.
Danzig. Die vier Wölfe, die in der Nacht

zum Dienstag aus dem Wildpark Freudenthal bei
Danzig=Oliva entſprungen waren, ſind nach einer
abenteuerlichen Verfolgung in den Wäldern an
der polniſchen Grenze erlegt worden. Ein Wolf
hatte auf polniſchem Gebiet einen ſiebenjährigen
Jungen angefallen und ſchwer verletzt. Auch die
Mutter des Knaben, die ihm zu Hilfe geeilt war,
trug erhebliche Verletzungen davon.

Geſcheiterter Südafrikaflug im Windmühlen=
Flugzeug.
London. Der Verſuch der Fliegerin Bruce
mit einem Windmühlenflugzeug Südafrika zu er=
reichen
, iſt geſcheitert. Die Maſchine wurde nach

Der Schöpfer des ſieghaften Mercedes=Benz=
. von geſtern.)
Rennwagens.

der Landung in Nines von einer heftigen Böe
erfaßt und umgeworfen. Dabei wurden die Mo=
toren
beſchädigt.

m. In der Nacht zum Sonntag hat die Pari=
ſer
Polizei unvermittelt eine große Razzia auf
dem Pariſer Montmartre durchgeführt. Die Ak=
tion
galt allgemein den bekannten Schlupfwinkeln
für allerlei Verbrecher und lichtſcheues Geſindel,
man war aber auch beſonders auf der Suche nach
einem ganz beſtimmten Mörder. Der als ſcharf
bekannte Polizeipräſident von Paris hat bekannt
gegeben, daß die Razzia die Stadt von allen un=
erwünſchten
ausländiſchen Elementen ſäubern
ſolle. Schlagartig ſetzte in den ſpäten Nachtſtun=
den
des Samstags die Aktion der Polizei ein.
Nach amerikaniſchem Vorbild wurden der Reihe
nach eine ganze Zahl von Caféhäuſern und Bier=
lokalen
beſetzt, die Gäſte mußten dann ſolange mit
erhobenen Händen ſtehen, bis die Unterſuchung je
weils an ſie kam. Wer ſich nicht hinreichend aus=
weiſen
konnte, wurde feſtgenommen und dem Poli=
zeipräſidium
zugeführt. Wagen auf Wagen rollte
durch die Nacht mit den Verhafteten ab. Insge=
ſamt
wurden über 1000 Perſonen feſtgehalten, von
denen 168 auch noch nach näherer Unterſuchung
im Polizeipräſidium zurückbleiben mußten. Die
Lokale waren alle ſehr ſtark beſetzt, als die Razzia
einſetzte. Meiſt waren es friedliebende Bewoh=
ner
des Stadtviertels, die nach dem Beſuch der
Theater oder Kinohäuſer ihre übliche Schokolade
oder das Bock tranken, die Pariſer Molle. In
der darauffolgenden Nacht wurde die Aktion im
Oſten der Stadt in den dichtbevölkerten Arbeiter=
vierteln
wiederholt. Hier war man beſonders
hinter Italienern her, die zu Haufen in Paris
als Bauarbeiter oder Gelegenheitsarbeiter herum=
laufen
. Hier war aber das Ergebnis der Aktion
weit ſchwächer. Nur wenn die Papiere nicht in
Ordnung waren oder wenn einer die nähere Be=
rührung
mit der Polizei zu meiden hatte, wurde
eingeſchritten. Es iſt allerdings wohl darauf zu=
rückzuführen
, daß in den Sonntagszeitungen von
der Razzia in der vergangenen Nacht lang und
breit die Rede war, ſo daß viele Elemente vor=
gezogen
haben werden, an dieſem Abend zu Hauſe
zu bleiben.

Griechiſcher Perſonendampfer bei Athen geſtrandet
Athen. Bei der Inſel Phleva, ſüdlich von
Athen ſtrandete der mit 145 Fahrgäſten beſetzte
Dampfer Poppi‟. Das Schiff legte ſich nach dem
Auflaufen auf die Seite. Der größte Teil der
Fahrgäſte konnte gerettet werden. Zwei Perſonen
ſind ertrunken. Mehrere Fahrgäſte werden noch
vermißt.

In dieſer
Raubüberfall zweier enkſprungenern ſn.Sgen gei

Sträflinge.

bot und W
üite

Kempten. Ein verwegener Raubüberſt

wurde am Dienstag abend von zwei-Burſchd

verübt. Gegen 18 Uhr betrat ein fremder Marg

das Kaffeegeſchäft Tengelmann und kauſte u hlört Inez, w
10 Pfg. ein. Kurz nachdem er den Laden ves he ſchaudert,
laſſen hatte, betrat wieder ein Fremder den 29 Mruchmal hat
den, der bei ſeinem Eintreten rief: Geld oder 71 un ſein, aus de
ſchieße! Er eilte auf die Verkäuferin zu, die mur ler ſie erwa
kein T
mit einem Lehrmädchen im Laden war, verſetzst
ſt ſchrecklie
ihr einen ſtarken Schlag auf den Magen, dräng,
ſie in den Lagerraum und gab aus einem Metz 2 alte G:
klirren R
Entfernung einen Schuß auf ſie ab. Die Verkä! Sldaten mit

ferin wurde aber nicht verletzt. Darauf riß d0 Et jetzt ka=

Räuber die Schublade des Ladentiſches auf Ub m jegen
entnahm der Kaſſe eine handvoll Silbergeld, FIm Ecken ſitzen
Betrage von 50 bis 60 RM., worauf er die Fluas /Is iſt ein An=
ergriff
. Auf die Verkäuferin, die ihm dann folgty gehabt hat.
gab er unter der Ladentür einen zweiten Schutz ſſ Rebell tre
ab. Den in der Richtung Freudenberg duvonn A Mi eine
eilenden Räuber verfolgten mehrere Wrühen
gehende. Auch auf ſeine Verfolger feuerte de4
Räuber zwei Schüſſe ab. In Freudenberg ſprann
er in ein Auto, das augenblicklich losfuhr. Inzun
ſchen war die Polizei erſchienen. Ein Haup
wachtmeiſter, der auf dem Rad eine Zeitlang I.
Räuber verfolgte, mußte die Verfolgung aufel
ben. Wie die Polizei inzwiſchen feſtſtellte, hao
delt es ſich bei dem Raubüberfall um zwei Stor
linge, die in der Nacht zum Dienstag aus der G
fangenenanſtalt. Hohenaſperg bei Ludwigsbuuß=
entflohen
waren. Das Auto ſcheinen ſie geſtun
len zu haben.

Der Staalsſeind Nr. 1 beſchießt!
in Chicago einen Polizeikraftwagem
Chicago. In den Straßen Chicagos kahln
es am Dienstag zu einer Schießerei zwiſchen diall
Staatsfeind Nr. 1 und Geheimagenten 1
Bundespolizei. Letztere befanden ſich in eineſ=
Kraftwagen, der mit großer Geſchwindigkeit 0
beizufahren verſuchte. Als ſie den Wagen zuc.
Halten aufforderten, eröffneten die Inſaſſen, zul.
Männer und eine Frau, ſofort das Feuer Ahe
einem Maſchinengewehr. Es folgte ein lebhick t
tes Feuergefecht, bei dem ein Bundesagen 4I
tötet und ein anderer ſchwer verwundet wutem O
Der verdächtige Wagen entkam. Später tadchl. A
in dem Vorort von Chicago Evanſton ein ande.
Wagen auf, deſſen drei Inſaſſen verletzt woe k.
Es wurde feſtgeſtellt, daß der Führer des enütchla.
menen Wagens der Dillinger=Gangſter Geoſe
Nelſon war, der ſeit dem Tode Dillingers
Staatsfeind Nr. 1 geſucht wird. Die geſamte 4
lizei Chicagos und der Nachbarſtädte wurde ſollte
alarmiert, um den Wagen Nelſons abzufanch.
Es wird vermutet, daß die Frau, die ſich in

Wagen Nelſons befand, ſchwer verwundet!.

feſſor Rüdel .

Der frühere langjährige Direktor des Berd
Staats= und Domchors, Profeſſer Hugd Nid.
im Alter von 66 Jahren geſtorde.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 329 Seite 9

werstag, 29. November 1934

Rebell in Spanien-
Schreckensbilder vom Oktoberaufstand in Spanien.
Copyright by Hans Kurt Müller Verlag, Berlin N 54. 1934.

Die Liſte des Todes.
Inez aus ihrer Ohnmacht erwacht, ſtarrt ſie in eine
ch1 che Finſternis, die um ſie iſt.
Uinen Augenblick hat ſie das Gefühl, im Grabe zu liegen.
oben die Rebellen ſie getötet und begraben!?
ine wahnſinnige Angſt ſitzt ihr in der Kehle.
ge greift mit den Händen wild um ſich, und ihre Hände
etwas Warmes, das ſich bewegt und . . . ſtöhnt. Ein
hiiſetzt richtet ſich Inez auf.
Fe kann ſich aufrichten, alſo liegt ſie nicht im Grabe.
ein, ſie kann feſtſtellen, daß ſie auf dem harten, kalten
zuoden eines Kellers liegt.
AIngsum hört ſie jetzt ſtöhnen und jammern.
ind ſchreckliche Laute der Verzweiflung, die zu ihr dringen.
dauert nicht lange, und Inez hat feſtgeſtellt, wo ſie ſich
Ft.
einem großen Kellerraum der Fabrik.
iſt zweihundert Gefangene beherbergt dieſer Keller.
E iſt ein Keller des Schreckens!
hen Inez bewegt ſich jetzt der Menſch, den Inez als erſten
t hat.
berührt Inez mit der Hand.
ird Sie eine Neue? fragt eine Frauenſtimme.
Fiſt die zitternde Stimme einer alten Frau.
ha! ſagt Inez. Sie kann nicht mehr ſagen. Das Entſetzen
verugürt ihr die Kehle.
1e alte Frau jammert: Meinen Sohn haben ſie vor mei=
nem
lugen erſchoſſen, weil wir einen verwundeten Offizier ver=
ſteckt
uiten. Mich haben ſie hierhergebracht . . . Warum haben
ſie fay nicht auch erſchoſſen ... warum nicht . . .!?"
bn dieſer Frau erfährt Inez, daß die meiſten hier ſchon ſeit
viere Tagen gefangen gehalten werden. Die Nahrung beſteht
aus Frot und Waſſer. Nichts weiter. Behandelt werden ſie wie
die Tete ..."
1.. und alle Augenblicke kommen ſie und holen welche, die
ei jrückkommen . . . nie! Und dann knattert draußen der
ſchrſck che Motor des Laſtwagens ... oh, wir wiſſen, was das zu
becern hat . .. wir wiſſen es . . ." jammert die Frau, und
dartn ört Inez, wie ſie ſchluchzt.
dez ſchaudert, wenn ſie an die Szene auf dem Hof denkt.
lanchmal hat ſie das Gefühl, all dies müſſe ein ſchrecklicher
rctzu ſein, aus dem ſie jeden Augenblick erwachen müſſe..
ber ſie erwacht nicht,
ſiſt kein Traum
liſt ſchreckliche Wirklichkeit.
2e alte Frau hat recht gehabt.
klirren Riegel an der Tür.
Sldaten mit Fackeln treten ein und erhellen den Raum.
Eſt jetzt kann Inez ſehen, wie ihre Leidensgenoſſen überall
hertniegen .." verzweifelt auf Kiſten hocken . . . ſtumpfſinnig
in in Ecken ſitzen und vor ſich hinſtarren ..
liſt ein Anblick, ſo ſchrecklich, wie ihn Inez nie in ihrem
ygehabt hat.
In Rebell tritt vor.
* hat eine Liſte in der Hand und verlieſt Namen.

Und jetzt ſieht Inez wie entſetzt und mit verkrampften Ge=
ſichtern
die Gefangenen auf den Mann mit der Liſte ſtarren.
Was bringt er ihnen!?
Den Tod!
Ja, ſie wiſſen, daß derjenige, der aufgerufen wird, nicht wie=
der
zurückkehren wird.
Er wird jenen Weg antreten, von dem niemand je zurück=
kommt
. . .!
Der Rebell lieſt eben den Namen Juan Capello vor.
Niemand erhebt ſich, um zu ihm zu treten.
Der Rebell runzelt die Stirn.
Er wendet ſich zu dem Soldaten, der neben ihm ſteht.
Sollte dieſer Capello nicht freigelaſſen werden!? fragt er.
Ja! ſagt der Rebell neben ihm.
In dieſem Augenblick erhebt ſich ein junger Mann in einer
Ecke. Ich ſoll freigelaſſen werden . . . frei .. . frei!?
ſchreit er laut und glückſelig auf.
Er taumelt auf die Tür zu.
Und dort packen ihn zwei Rebellen und lachen ihm ins Ge=
ſicht
: Du Narr, du wirſt nirgends ſo frei ſein wie im Himmel!
Juan Capello ſchreit gellend auf.
Ihr Schufte! Ihr habt mich betrogen! Laßt mich los.
laßt mich los ..
Es nützt ihm nichts.
Er wird abgeführt.
Weitere werden aufgerufen.
Schweigend treten ſie zu ihren Mördern.
Sie wiſſen, daß jeder Widerſtand zwecklos iſt
Die Rebellen verlaſſen mit den Aufgerufenen den Keller=
raum
. Schluchzende, verzweifelte Menſchen bleiben zurück, und
trotzdem .." vielleicht weinen einige vor Glück, daß ſie noch nicht
mit aufgerufen ſind.
Vielleicht werden ſie doch noch gerettet .. .! Vielleicht ..
Wenige Minuten ſpäter beginnt der Motor zu arbeiten.
Jeder weiß, was das bedeutet.
Drei entſetzliche Tage verbringt Inez in dieſem Keller.
Immer neue Gefangene kommen hinzu.
Immer andere werden wieder herausgeholt.
Der Mann mit der ſchrecklichen Todesliſte erſcheint immer
wieder.
Ein wenig ſpäter arbeitet dann draußen der Motor.
Jedesmal erwartet Inez mit klopfendem Herzen, daß ihr
Name auf der Liſte ſteht.
Sie iſt ſo verzweifelt, daß ſie faſt den Tod herbeiſehnt. Ihr
iſt alles völlig gleichgültig. Tod oder Leben!?
Dies Leben hier unten iſt die hölliſchſte Qual, die es gibt, und
Tod bedeutet faſt Erlöſung.
Aber dann kommt der Tag, an dem ſich von den Rebellen
überhaupt keiner blicken läßt.
Dafür hört man unabläſſig Kanonendonner und den Ein=
ſchlag
ſchwerer Geſchoſſe.
Es wird um Oviedo gekämpft.
An dieſem Abend wird Oviedo von den Regierungstruppen
genommen.
Die Herrſchaft der Rebellen iſt zu Ende.
Die Gefangenen werden befreit.
Inez kehrt zu ihrer Mutter zurück.

KOMMNALROMAN
VON C=BRULG

Iſſer war in den Graben geſtiegen. Ein Schuß mitten
durch die Stirn."

Et hat den Revolver ja noch in der Hand.

Das wollen wir eben mal feſtſtellen, ob die Kugel dar=
au
9 unmt. Nein, das Magazin iſt noch voll.
Ilſo ein neuer Mord?
Zir werden ſehen.
ange kann er doch noch nicht da gelegen haben.
er liegt ſchon lange im Regen, knurrte Liſſer. Er war
wish aus dem Graben geſtiegen und ſah ſich ſuchend um. Der
Be var lehmig und aufgeweicht. Hier iſt ein Wagen ge=
ſaha
, ſagte er plötzlich und ging ein paar Schritte zurück.
AAſind ganz deutlich die Spuren eines Automobils. Hier
daih e gebremſt dort hat es gehalten und iſt dann weiter ge=
ſobn
. Beſitzt jemand im Dorf einen Wagen?
Der einzige iſt Dr. Markus, ſagte Prim zögernd. Aber
dem doch nicht da. Der iſt verreiſt.
Nit dem Wagen?
Das weiß ich nicht. Das glaube ich auch nicht, denn er
beuein ihn ſelten.
Ver benutzt ihn denn ſonſt?
Fräulein Markus eigentlich, aber die kann doch nicht.
Pr werden auf alle Fälle einmal feſtſtellen, wer in dieſer
Nch hier mit dem Wagen vorbeigekommen iſt. Liſſer ließ
e Beamten bei dem Toten zurück und ging mit Prim ins
2e Sie ſchellten am Landhaus von Dr. Markus. Loni kam
eopund öffnete. Oh ſagte ſie, als ſie die beiden Männer
ine tegen bemerkte.
ſa, ſagte Liſſer, ich wollte geſtern abend nach dem
SSongeſpräch noch einmal vorbeikommen, aber ich habe mich
eKtbhalten laſſen. Es gab ſo vieles zu tun. Oder beſſer,
SS0 ſts ſo vieles zu tun geweſen, wenn man gewußt hätte
Dellker jetzt iſt die Sache ſchon eindeutiger, und ich muß ein
e Verhör mit Ihnen anſtellen.
h das klingt ſchon ganz ſchrecklich, ſagte Loni halb
m cherz und halb im Ernſt.
Nan, ſo ſchlimm iſt es nicht. Ich hätte nur gern von
S I0 gewußt, ob Ihr Automobil in dieſer Nacht benutzt wor=
da
Hit

h0414

gewiß, Heinhauſen iſt damit fort.
Soſo. Wann ungefähr?
9e gen zwölf.
ſime Spazierfahrt? Oder hat er ſonſt einen Grund ge=

4t. Mein Vater hatte angerufen.
Voher?
Ans Brüſſel.
Vann?
Acht lange nach Ihnen. Heinhaufen iſt gleich danach fort=
irern
.
Aras wollte Ihr Vater ſo dringend?"
Er brauchte den Wagen.

Kommt das öfter vor?
Was meinen Sie?
Daß er ſo anruft und ſich den Wagen kommen läßt.
Oft?. Es iſt ſchon mal vorgekommen. Ein paar Mal bin
ich ſelbſt gefahren und habe ihn abgeholt. Mein Vater war nach
Brüſſel gefahren, um dort mit einigen Fachkollegen zuſammen=
zutreffen
.
Entſchuldigen Sie, unterbrach ſie Liſſer, die Frage hat
zwar nichts damit zu tun, aber es intereſſiert mich. Iſt Ihr
Vater plötzlich nach Brüſſel gefahren oder war die Reiſe viel=
leicht
ſchon einige Zeit vorgeſehen?
Ja, ſie ſtand ſchon einige Wochen auf ſeinem Programm.
Die Herren wohnen ziemlich weit voneinander fort, einer kommt
ſogar aus Spanien. Sie trafen ſich alle in Brüſſel.
Gut, gut. lind nun brauchte Ihr Vater plötzlich den
Wagen.
Ja, er ſagte, daß ſie eine kleine Exkurſion unternähmen.
Ah. Sie haben ſelbſt mit ihm telephoniert.
Nein, ich nicht. Heinhauſen. Er war oben im erſten Stock

Satüt
9

Ihr Feſtgebäck gelingt vorzüglich mit
dr. Detker’s Backpulver Backin!
Mein Rezeptbuch gibt Ihnen vſele Anregungen. Ladenpreis 20 Pfg.)
dr. Auguſt Oetker / Bielefeld

Nie Haſige Hife verfachlel nartens
() London. Da war vor einigen Tagen die Rede davon,
daß der Ausſchuß für die Jahrhundertfeier von Melbourne die
Hütte, in der Kapitän Cook einſt lebte, aufgekauft habe. Ziegel
für Ziegel ſei abgetragen und in Kiſten verpackt nach Auſtralien
auf den Weg gebracht worden.
Es geht nichts über Pietät. Die Einwohner von Middles=
brongh
wollten nun auch ihren Teil dazu tun. Wenn wir ſchon
ein Geſchäft damit machten, ſo wollen wir für Cook wenigſtens
an der Stelle, wo einſt jene nun verkaufte Hütte ſtand, einen
Gedenkſtein errichten, dachten ſie .
Der Hiſtoriſche Verein von Middlesbrough hat aber ſeine
Teilnahme an der Enthüllung abgelehnt. Die Vereinsleitung
glaubt nämlich, Beweiſe in den Händen zu haben, daß Cook
niemals in der beſagten Hütte gewohnt haben kaun, weil er
ſchon auf Abenteurerfahrt war, als ſie erbaut wurde.
Wenn man ſich nur in Melbourne dieſe Anſicht nicht zu
eigen macht und dann womöglich die Steine wieder zurück=
ſchickt
! ..."
Die Wüſtenſteuer fiel ..."
(ns) Bagdad. Ein Ereignis für dieſe ſonſt ſo trübe
Welt: eine Steuer iſt weggefallen. Eine der älteſten Steuern
der Welt übrigens, die wir Abendländer freilich kaum jemals
zu entrichten brauchten, wenn es uns nicht gerade in den Irak
verſchlug.
Hier mußte man nämlich, bevor man eine Reiſe antrat ſeit
altersher die Kharva entrichten. Das war eine beſſere Ban=
ditenzollablöſung
, denn die ſchwärmenden Wüſtenſtämme machten
aus der Karawanenplünderung ein gutes Geſchäft. Wenn man
ſich vor dieſen Unannehmlichkeiten des Wüſtenwanderers ſchützen
wollte, dann zahlte man eben für eine beſtimmte Route einen
beſtimmten Betrag und ging ſich gegenſeitig aus dem Wege.
Ja: der Räuber entwickelte ſich dann ſogar zum Beſchützer des
anderenfalls Bedrohten.
Heute aber raſt man mit dem Automobil durch die Wüſte.
Da iſt das Riſiko ſo klein, daß man die Kharva nicht mehr
zu zahlen braucht. Die Räuber haben ſich zu Wegwarten um=
geſtellt
, die nicht mehr räubern, ſondern Benzin verkaufen (und
verſchieben). Das iſt der Sieg der neueſten Zeit im Irak: die
Kharva iſt gefallen
Waſſerköpfe haben die Pocken.
(us) Kalkutta. Die Monſune wehen früher als ſonſt
und auch ſtärker. Daran iſt die ſeltfame atmoſphäriſche Ver=
wirrung
dieſes ganzes Jahres ſchuld. Doch die Urſachen inter=
eſſieren
hier weniger, als die Folgen:
Rings um Kalkutta ſind in dieſen Tagen wenig heile Ton=
töpfe
mehr anzutreffen. Aber man kann viele Frauen auf den
Straßen ſehen, die mit Steinen ihre Töpfe zerklopfen oder ins
Waſſer verſenken.
Warum dieſe Vernichtung? Weil die Töpfe die Pocken
haben! Kein Europäer glaubt es und kein gebildeter Inder hält
das für wahr. Aber auf deren Tontöpfe kommt es ja auch nicht
an. Die werden glaſiert ſein und haben nicht dieſe Pocken.
Die Regierung hat die beſten eingeborenen und weißen
Wiſſenſchaftler mit der Klarſtellung dieſes Phänomens beauf=
tragt
, das ſich ſo verblüffend ausnahm, daß die Inderinnen
meinten, die Töpfe hätten eben die Pocken und von ihnen wür=
den
ſie auf die Menſchen überſpringen.
Die Wiſſenſchaft hat unterſucht und geſprochen: Der Monſun
iſt ſchuld. Die Hitze hat im Verein mit dem Monſun die in
den poröſen Töpfen befindlichen Waſſertropfen aufgetrieben und
zum Platzen gebracht. Und das Ganze ſieht dann aus, als wenn
der Topf die Pocken hätte. Gefördert wird das Gerücht
von den Töpfern, die denn auch bereits gute Geſchäfte mit
geſunden Töpfen machen

und arbeitete noch an den Sammlungen. Das Telephon war
in das Arbeitszimmer meines Vaters durchgeſtöpſelt. Ich hörte,
wie es plötzlich ſchellte.
Das haben Sie gehört, gut.
Ja. Und wie Heinhauſen an den Apparat ging. Kurz
darauf kam er herunter und teilte mir mit, daß er fortfahren
müſſe nach Brüſſel. Ich habe ihn noch bedauert, denn es war
eine recht böſe Nacht.
Hm ſagte Liſſer und überlegte. Es iſt nämlich ſo,
Fräulein Markus, wir haben ſoeben einen Toten an der Land=
ſtraße
gefunden, und ein Mann, der in dieſer Nacht mit dem
Automobil dort vorbeigekommen iſt und gehalten hat, ſpielt eine
ganz erhebliche Rolle bei dieſem Mord.
Mein Gott ſagte Loni, iſt ſchon wieder was ge=
ſchehen
das iſt ja ſchrecklich.
Und nicht nur das, ſagte Liſſer ernſt, ſondern wir müſſen
uns nun endlich klar darüber werden, daß hier etwas geſpielt
wird, das nicht zu unterſchätzen iſt. Wir müſſen hinter die Zu=
ſammenhänge
kommen. Und auch Sie können ein wenig dazu
beitragen. Liſſer hatte bisher geſtanden. Jetzt zog er einen
Stuhl herbei und ſetzte ſich.
Wer iſt denn tot? fragte Loni ſtockend.
Pedro. Er iſt Ihnen ja wohl bekannt.
Ja, Er war mal hier. Aber mein Gott
Er hat ſich nicht gut aufgeführt?
Er ging ſehr weit in ſeinen Behauptungen, aber er war
mehr verbittert als böſe. Ich traue ihm keine Schlechtigkeit zu.
Loni dachte an Berren, bei dem Pedro gewohnt hatte und mit
dem er bekannt geweſen war.
Wir wollen das einmal ausſchalten. Außerdem wurde er
mit einem Revolver in der Hand gefunden, ſagte Liſſer mit Nach=
druck
und dachte ebenfalls an Berren, der ſein Wort gebrochen
hatte und nicht mehr aufzufinden war. Pedro iſt hierher gekom=
men
, weil er eine alte Forderung an Ihren Vater zu haben
glaubte. Es ſoll ſich da um einen Goldſchatz handeln, den Ihr Vater
gefunden hat und den er mit Pedro und den übrigen nicht geteilt
hat. Iſt Ihnen davon etwas bekannt?
Ich habe zum erſtenmal von Pedro darüber gehört. Von
meinem Vater ſelbſt nie.
Glauben Sie, daß Ihr Vater Ihnen davon geſprochen hätte,
wenn etwas Wahres an der Geſchichte wäre? D. h., wenn erwirk=
lich
mit einem ſolchen Schatz aus Südamerika zurückgekommen
wäre? Wir ſind uns, wenn wir Schatz ſagen, darüber klar, daß
es ſich für Ihren Vater ſelbſtverſtändlich nur um die wiſſenſchaft=
liche
Bedeutung eines ſolchen Fundes handelt.
Ich glaube ja, ich will es aber nicht behaupten. Mein Vater
iſt, was ſeine Sammlungen anbetrifft, außerordentlich zurückhal=
tend
, um nicht zu ſagen mißtrauiſch. Ich könnte mir denken, daß
er in einem ſolchen Falle, wo er alſo weiß, daß Leute exiſtieren,
die hinter dem Stück her ſind, ſelbſt zu mir kein Wort verlauten
ließe. Aus Angſt, ich könnte es irgendeinem, der natürlich ausge=
ſchickt
wäre, um mich auszuhorchen, ausplaudern. Wir hatten mal
eine ähnliche Geſchichte mit einer indianiſchen Statue, für die ſich
ein amerikaniſches Muſeum intereſſierte.
Gut Nehmen wir alſo einmal an, Ihr Vater beſitzt dieſen
Schatz. Kann er ihn hier im Hauſe untergebracht haben?
Nein. Das iſt unmöglich. Hier kenne ich alles. In dieſem
Falle wüßte ich es.
Gut. Nehmen wir alſo an, er hat ihn verſteckt. Er allein
weiß wo. Nun wiſſen wir aber, daß eine Reihe Leute ſich für die=
ſen
Schatz intereſſieren. Oder wenigſtens an ſeine Exiſtenz glau=
ben
und mit allen Mitteln bemüht ſind, ihren Teil davon mitzu=
bekommen
. Zwei davon kennen wir. Der eine iſt Pedro, der an=
der
Berren. Der eine kommt hierher und ſchlägt mit der Fauſt
auf den Tiſch. Der andere hat mehr Geduld, lebt vier Jahre in
nächſter Nähe wobei wir einmal die Zuſammenhänge, die zwi=
ſchen
ſeiner Ueberſiedlung und der Ihres Vaters nach Venndorf
beſtehen mögen, unerörtert laſſen lebt vier Jahre in nächſter
Nähe, ſucht Familienanſchluß
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 329

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 29. November 19349

Sooct, Soiel und Jucnen

Fußball in Starkenburg.

Die Bezirksklaſſe Südhefſen

meldet am kommenden Sonntag folgende Begegnungen:
Polizei Darmſtadt Urberach (11 Uhr!).
Walldorf Dieburg (14 Uhr).
A.=O. Worms Pfiffligheim (11 Uhr).
Das Programm dieſes Sonntags iſt mit Rückſicht auf die über=
all
ſtattfindenden Winterhilfsſpiele der Handballer ſtark einge=
ſchränkt
.
Bei der Begegnung in Darmſtadt ſollte man annehmen,
daß die Polizei in Fortſetzung ihrer am Sonntag gezeigten Lei=
ſtung
mit den Gäſten nicht viel Federleſens macht, immerhin wer=
den
die Grünen gut tun, Urberach nicht als harmloſen Punkte=
lieferanten
einzuſchätzen, denn in den letzten Spielen haben die
Gäſte ſtets nur knapp verloren und recht Gutes gezeigt.
In Walldorf wird es zu einem heißen Kampf kommen,
der ſchließlich die Platzelf als knappen Sieger ſehen ſollte.
Das Wormſer Treffen iſt erneut angeſetzt und wir
halten das ſchon einmal Geſagte aufrecht: es könnte den Norman=
nen
paſſieren, daß ſie bei den ſtark nachdrängenden Wormſer Ver=
einigten
mehr als einen Punkt verlieren könnten.
SV 98 Darmſtadt begibt ſich nach den Anſtrengungen des
letzten Sonntags zur Nachkur zum SV. Wiesbaden, um
ein Freundſchaftsſpiel auszutragen. Die Gelbweißen vom Nerotal
machen wieder alle Anſtrengungen, um im Rennen gegen Mainz
05, das 2 Punkte voraus die Tabelle anführt, wieder zur lieb=
gewordenen
Gauliga aufzuſteigen. Deshalb darf man dem Ab=
ſchneiden
der Lilien gegen die Kurſtädter mit einigem Intereſſe
entgegenſehen.
Die Kreisklaſſe 1.

Schluß der Vorrunde. Gruppe I, Ried.

Nachdem am letzten Sonntag für alle Kreisklaſſenvereine
Spielverbot herrſchte, werden die noch rückſtändigen beiden Spiele
der Vorrunde am kommenden Sonntag nachgetragen, während am
9. Dezember die Rückrunde beginnt. Es treffen ſich:
Concordia Gernsheim FC. 07 Bensheim,
Vorwärts Bobſtadt Alem. Groß=Rohrheim.
Beide Spiele ſind für die vorläufige Tabellenführung nicht von
ausſchlaggebender Bedeutung, aber man muß damit rechnen, daß
jeweils bei zahlreichen Zuſchauern ein ſpannender Kampf über die
Fußballbühne des Rieds rollen wird. Die Bensheimer müſſen in=
folge
ihrer Platzſperre ihr eigentliches Heimſpiel in Gernsheim
austragen, wobei ſie wohl kaum um eine knappe Niederlage her=
umkommen
werden. Vollkommen offen iſt der Ausgang des Bob=
ſtädter
Kampfes; es iſt leicht möglich, daß man ſich hier die Punkte
teilt.
Gruppe II. Darmſtadt.
Die Terminliſte der Vorrunde iſt abgelaufen, und der 2. Dez.,
der zwiſchen Vor= und Rückrunde liegt, wird nun ausgefüllt mit
drei Nachtragsſpielen, während die reſtlichen ausgefallenen Spiele
am Schluſſe nachgeholt werden. Am kommenden Sonntag finden
alſo folgende Paarungen ſtatt:
SV. WeiterſtadtUnion Wixhauſen.

Der Tabellenletzte erwartet zum zweiten Heimſpiel die Gäſte
aus Wixhauſen, und wird nach der knappen Niederlage gegen
Griesheim abermals den Verſuch anſtrengen, endlich die erſten
Punkte zu holen. Ob es allerdings gerade gegen die ſpielſtarken
Unioniſten der Fall iſt, bleibt abzuwarten.

SV. Groß=GerauTSG. 46 Darmſtadt.
Die Darmſtädter 46er haben in Groß=Gerau bei dem Ta=
bellenzweiten
anzutreten, was bei der derzeitig guten Form der
Gerauer kein leichter Gang iſt. Immerhin haben die Leute von
der Rheinallee bei ihren letzten Spielen eine weſentliche Ver=
beſſerung
gezeigt, ſo daß die Sache dennoch nicht ſo ausſichtslos
für ſie erſcheint. Wir laſſen den Ausgang jedenfalls offen.

SV. MörfeldenChattia Wolfskehlen.
Der bis heute noch ungeſchlagene Tabellenführer Mörfelden
ſteht mit dem Empfang von Wolfskehlen vor keiner allzu ſchweren
Aufgabe. Zwar wird ſich der Neuling die Anſtrengung nicht ſpa=
ren
und wenigſtens den Verſuch machen, die Feſte zu ſtürmen.
Sein Anrennen dürfte jedoch ziemlich erfolglos ſein, aber ein
ehrenvolles Reſultat könnte es bringen.
Die Terminliſte der Rückrunde werden wir ſofort nach
Fertigſtellung bringen.
Gruppe 3. Odenwald.
ſetzt bereits mit der Rückrunde ein, und zwar:
Michelſtadt Ober=Ramſtadt.
Groß=Zimmern Höchſt.
Roßdorf Schaafheim.
Ein Treffen alter Bekannter ſieht das Michelſtädter Stadion
und nach der Tradition ſollte die Platzelf die Oberhand behau=
Das gleiche gilt wohl auch für die Begegnung in Groß=Zimmern,
immerhin hat Höchſt ſchon manche Ueberraſchung gebracht. Auf die
Platzelf darf man auch in Roßdorf ſetzen, wo Schaafheim ſchwer.
zu Lorbeeren kommen dürfte. Babenhauſen iſt ſpielfrei.

Gruppe 4

meldet: Dreieichenhain Offenthal. Niederroden Münſter
und Dudenhofen Meſſel. Alle Spiele beginnen um 14.15 Uhr
für die erſten Garnituren. Vorwärts Niederroden hat übrigens
ſeine 2. Garnitur zurückgezogen.

Die Kreisklaſſe 2

ſieht in den Gruppen 1 und 2 auf dem Plan:
Alsbach Auerbach (14.30 Uhr). Stockſtadt Nauheim
(14.30 Uhr), SV. 98 3. Büttelborn (10,45 Uhr), und außerdem
Seeheim Hähnlein (14,30 Uhr). Boruſſia Dornheim hat
ihre erſte Mannſchaft auf den Pflichtſpielen zurückgezogen. Büttel=
born
. Trebur, Nauheim und Geinsheim tragen nach der Pflicht=
runde
ein Privatſpiel in Dornheim aus.
Gruppe 3: SV. Erzhauſen Gräfenhauſen. Merck Hahn,
Sprendlingen Beſſungen Reichsbahn ſpielfrei.
Gruppe 4: Lützel=Wiebelsbach Erbach, Spachbrücken
Groß=Umſtadt, Sandbach Beerfelden. Ueberau Kleeſtadt,
Neuſtadt Lengfeld. Spielbeginn jeweils 14 Uhr ohne Warte=
zeit
.
Gruppe 5: Mörlenbach Rimbach. Waldmichelbach Un=
terſchönmatenwag
. Gorxheim Oberabtſteinach. Aſchbach
Affolterbach. Spielbeginn 14 Uhr.

Jahn 1875 Darmſtadt. Fußballabteilung.
Die Svielerſitzung fällt dieſe Woche aus. Am Freitag der kom=
menden
Woche findet die nächſte ſtatt. Am Sonntag vormittag
Training der geſamten Aktiven.

Die feierliche Verpflichtung aller in der Vorberei=
tung
für die Olympiſchen Spiele 1936 ſtehenden Sportler, findet
gu 16. Dezember im ganzen Reich ſtatt. Im Mittelpunkt ſteht die
auf dem Deutſchlandſender übertragene Berliner Feier, die der
ieichsſportführer ſelbſt abhält.
Dr. Harfter=München wurde zum Preſſe=Referenter
für die Olympiſchen Winterſpiele 1936 ernannt.

Wie ſpielen ſie am Sonnkag?
Die kleine Preisfrage für Zußballer.

Wir wollen in Anbetracht der ſehr ſpannenden Begegnungen
diesmal nicht verſäumen, unſeren Fußball= und Handballfreunden
wieder die kleine Preisfrage vorzulegen. Neben der Veröffent=
lichung
in der Montagsausgabe ſind für die Einſender der richtigen
Ergebniſſe (nur Sieger bzw. Unentſchieden) ausgeſetzt:
1. Preis 5. RM. bar,
2. Preis Freiabonnement des Darmſtädter Tagblatt für
zwei Monate,
3. Preis Freiabonnement des Darmſtädter Tagblatt für
einen Monat.
Die kleine Preisfrage iſt offen für alle Sportfreunde. Die
Einſendungen (Poſtkarte genügt) müſſen bis Samstag nachmittag,
16 Uhr, auf der Sportredaktion des Darmſtädter Tagblatt,
Rheinſtraße 23, vorliegen.
Und nun: ratet einmal!
Wie enden folgende Punkteſpiele?
FK. Kaiſerslautern Wormatia Worms
Eintracht Frankfurt Sportfrde. Saarbrücken
Polizei Darmſtadt Viktoria Urberach
Al.=Ol. Worms Norm. Pfiffligheim
Viktoria Walldorf Haſſia Dieburg
Concordia Gernsheim FC. 07 Bensheim
Vorwärts Bobſtadt Alem. Gr.=Rohrheim
SV. Groß=Gerau TSG. 46 Darmſtadt
Michelſtadt Ober=Ramſtadt
Groß=Zimmern Höchſt
Sprendlingen Beſſungen

Handball=Winkerhilfsſpiele in Nieder=Modau.

Reichsſportführer von Tſchammer=Oſten hat den 2. Dezember
d. J. zum Opfertag für Handball beſtimmt. Von der Behörde
wurde für Nieder=Modau und Umgebung folgendes Spiel feſt=
geſetzt
:
TSV. Nieder=Modau Tbd. Jahn 1875 Darmſtadt.
Das Spiel findet am kommenden Sonntag, um 2.30 Uhr nach=
mittags
auf dem Sportplatz in Nieder=Modau ſtatt. Die geſamte
Einnahme wird dem Winterhilfswerk zur Verfügung geſtellt. Es
iſt Ehrenſache der geſamten Einwohnerſchaft von Nieder=Modau
und Umgebung, dieſes Spiel zu beſuchen. Beide Mannſchaften
ſtehen zum erſtenmal im Handballſpiel einander gegenüber. Die
Gäſte ſpielen in der Starkenburger Kreisklaſſe 1, während die
Einheimiſchen der Kreisklaſſe 2 eingereiht ſind. Die Einheimiſchen
haben in letzter Zeit eine erhebliche Formverbeſſerung zu verzeich=
nen
, ſo daß der Ausgang des zu erwartenden ſpannenden Kampfes
vollſtändig offen iſt.
Schiedsrichterſitzung in Darmſtadt.
Kreis Darmſtadt.
Am kommenden Samstag, den 1. Dezember 1934. abends
6 Uhr. findet in Darmſtadt. Reſtaurant Arnold, Bismarckſtr. 107,
eine Schiedsrichterſitzung ſtatt. Das Erſcheinen aller Schiedsrichter
iſt Pflicht. Fernbleiben wird beſtraft. Zeunert, Schiedsrichter=
Obmann.

Neſſelwang im Allgäu
iſt der ideale Winterſportplatz. Dort finden Sie
Berge, Schnee und Winterionne.
Drei bequeme Winterſport=Fahrten.
Erſiklafſige Unterkunft und Verpflegung.
1. Fahrt vom 22. Dezember 1934 (Nachts) bis 5. Januar 1935
14 Tage ...
.. . . RM. 82.
2. Fahrt vom 25. Dezember 1934 (Nachts) bis 5. Januar 1935
11 Tage ......
.. . . . . RM. 71.
3. Fahrt vom 25. Dezember 1934 (Nachts) bis 2. Januar 1935
8 Tage .... . . . . . . . . . . . . RM. 54.
In dem Geſamtpreis iſt Fahrpreis D=Zug 3. Klaſſe ein=
ſchließlich
voller Penſion und Trinkgelder enthalten. An=
meldungen
und Auskunft am Reiſeſchalter des
Darmſtädter Tagblatt.

Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde 1846.

Ski=Abteilung.
Die Winterſport=Werbewoche liegt hinter uns. Die gezeigten
Filme hatten eine ſehr große Anziehungskraft nicht nur auf alle
Sporttreibenden ausgeübt, ſo daß anfangs Januar eine Wieder=
holung
ſtattfinden wird. Auch die praktiſchen Vorführungen, die
Vorbereitung zum Skilauf in Form von entſprechender Gymnaſtik
und Ausſchnitte aus Uebungsſtunden zeigten, mit welcher Sorgfalt
die Skiſäuglinge unter fachmänniſcher Leitung mit den Brettern
vertraut gemacht werden. Hierzu ſind nicht nur erforderlich ein
Paar Bretter mit Ski=Stöcken und ein Paar handfeſte Wander=
oder
Ski=Stiefel. Die ganze Ausrüſtung als ſolche muß ganz dem
Zweck entſprechend ſein. Es darf auch nicht vorkommen, daß die
Skiläufer, beſonders die Anfänger, während der Ausübung des
Skilaufes draußen in der freien Natur vor Ermattung oder Ueber=
anſtrengung
nicht mehr weiter können, ſondern ſie müſſen hier
ſchon die entſprechenden Vorübungen, und zwar durch geeignete
Gymnaſtik ihren Körper geſtählt und widerſtandsfähig gemacht
haben, ſo daß ihnen kleinere Wanderungen keineswegs ſchaden.
Beſonders für Anfänger iſt es außerordentlich wichtig, ſich an
einem Trocken=Skikurſus zu beteiligen, wie ſie von den Vereinen
des Reichsbundes für Leibesübungen unter ſachkundiger Leitung
durchgeführt werden. Dort lernen ſie mit den Brettern umzu=
gehen
, ſie richtig zu verpaſſen, die erſten Steh= und Geh=Verſuche
zu machen. Aber nach der Durchführung des Trocken=Skikurſes
darf niemand glauben, daß er nun ein verfekter Skiläufer iſt, viel=
mehr
erſt auf dem Schnee ſoll das Erlernte, auch wieder unter
fachmänniſcher Leitung in die Praxis umgeſetzt werden. Auch ſei
an dieſer Stelle darauf aufmerkſam gemacht, wie wichtig es iſt,
ſich einem Winterſport treibenden Verein anzuſchließen, um da=
durch
die Unfalleinrichtungen dieſer Verbände u. U. in Anſpruch
nehmen zu können.
Die Ski=Abteilung der Turn= und Sportgemeinde 1846 beginnt
am Freitag, den 30. November, abends 20.30 Uhr. mit ihrer erſten
Uebungsſtunde, und zwar im kleinen Saal der Woogsplatz= Turn=
halle
. Einzeichnungsliſten liegen in der Turnhalle am Woogsplatz
und im Sporthaus Adelmann offen.

Eine Spork= und Kultur-Gemeinſchaft

Für den Deutſchen Reichsbund, für Leibesübungen hat 8.
Reichsſportführer v. Tſchammer und Oſten mit dem Reichsawm=
leiter
Dr. W. Stang der NS=Kulturgemeinde in der NS=Gemeie,
ſchaft Kraft durch Freude am 26. November eine Vereinbarun

getroffen. Der Sinn der Arbeitsgemeinſchaft iſt, den deutſchtzu
Leibesübungen mehr als bisher inneren Gehalt zu geben. Nau
ſtehend der amtliche Wortlaut der Vereinbarun=
Die NS=Kulturgemeinde der NS=Gemeinſchaft Kraft dund
Freude hat als die große Gemeinſchaft, aller am Kulturlebi,
der deutſchen Nation anteilnehmenden Volksgenoſſen die Aufgam=
eine
aus nationalſozialiſtiſchem Lebensgefühl und deutſcher Weiſt,
anſchauung wachſende neue Lebenskultur vorzubereiten. Die 00.
ſung dieſer Aufgabe fordert die Erweckung eines neuen kulturelm
Wollens bei jedem deutſchen Volksgenoſſen. Da der Deutſut=
Reichsbund für Leibesübungen eine nationalſozialiſtiſche
ziehungsgemeinſchaft iſt, die durch ihre werktätige Arbeit die
bindung zwiſchen Leib und Seele, Körper und Geiſt herbeifüh
trifft ſich der in den Gemeinſchaften des D.R.f.L. vorhand
kulturelle Wille vielfach mit den Beſtrebungen der NS=Kultuc /,s
gemeinde.
Zum Zwecke kameradſchaftlicher Zuſammenarbei
auf den beiden Gliederungen gemeinſamen Grundlagen trifft /0zr

Reichsſportführer als Führer des D.R.f.L. mit der NS=Kultik,

gemeinde nachſtehendes Abkommen

1. Der Deutſche Reichsbund für Leibesübungen iſt bereit, 1
NS=Kulturgemeinde bei der Durchführung ihrer Aufgabe behiczin
lich zu ſein. Er erwartet demzufolge von der NS=Kulturgemeinü,

kulturell=künſtleriſche Anregung in der Form kameradſchaftlicht./

Zuſammenarbeit mit den Dietwarten des D. R.f.L., denen die P4.
treuung der Mitglieder des D. R.f. L. in dieſer Richtung obliegtu

Die NS=Kulturgemeinde ſtellt ſich den Dietwarten des D. R.5./
vor allem bei der Durchführung von Veranſtaltungen auf den 00
bieten Theater, Film, Vortragsweſen, Muſik, bildende Kum
bunte Veranſtaltungen u. a. zur Verfügung.
2. Zur Sicherung der Zuſammenarbeit zwiſchen dem D.R..
und der NS=Kulturgemeinde wird der Reichsdietwart Pg. K:1u

Münch als Verbindungsmann zur Reichsamtsleitung der M6i
Kulturgemeinde beſtellt und tritt in den Stab des Reichsamm=
leiters
ein.
In den Gauen, Bezirken und Kreiſen des D. R.f.L. nehnnn
die zuſtändigen Dietwarte der Gliederungen die Verbindung nu
der entſprechenden Gauamtsleitung oder örtlichen Gliederungn
der NS=Kulturgemeinde auf und halten mit ihr ſtets Fühlungge
3. Der D. R.f.L. erklärt ſich bereit, der NS=Kulturgemeinit
auf Anfordern geeignete volkstümliche Vorträge aus ſeinen 2!
beitsgebieten zu vermitteln.
4. Der D.R.f.L. und die NS=Kulturgemeinde erklären
bereit, kulturelle Einzelveranſtaltungen im Reich oder gelege u=
lich
gemeinſame Veranſtaltungen gegenſeitig zu unterſtützen.
5. Der NS=Kulturgemeinde iſt es geſtattet, im Mitgliedc=
kreiſe
des D.R.f.L. für die Einzelmitgliederſchaft bezw. für Aa/
Beſuch ihrer Veranſtaltungen zu werben. Vorausſetzung iſt hin=
bei
, daß ein Zwang oder Druck zur Erwerbung der Einzelmitgliie
ſchaft bezw. für den Beſuch von Veranſtaltungen nicht ausgeübt win

6. Zu Tagungen und Lehrgängen der NS=Kulturgemeimn
werden die zuſtändigen Dietwarte des D.R.f.L. eingeladen.

Reichsſender Frankfurt

Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Donnerstag, 29. November
6.00: Bauernfunk. 6 15 und 6.30: Gymnaſtik. 6.45: Zeit, / uf. 10
Meldungen. 6.50: Wetter. 6.55: Morgenſpruch Choral.1 Hru/
7.00: München: Das Münchener Sinfonteorcheſter. Ltg.: v. Spat /ru
lart. In einer Pauſe ca. 8.00: Nur für Frankfurt: Waſſes bwer
ſtand, Wetter. 8.30: Stuttgart: Gymnaſtik. 9.00: Nur3 Mic
Kaſſel; Werbekon=ert. 9.15: Nur Kaſſel: Muſik am Morgen- Ar
10.00: Nachr.
10.15: Stuttgart: Schulfunk: Volksliedſigen. h
10 45: Praktiſche Ratſchläge für Küche und Haus. 110:* üſe
Werbekonzert. 11.30: Meldungen. 11.45: Sozäldenſe 4 ung
12.00: Muſikzug der SA.=Standarte R 63. Ltg.: Muſikreferent da 4 Eüſiehe
Brigade 49 von der Dovenmühle. 13.00: Stuttgart: Nit, 7 dr
Saardienſt, Nachr. 13.10: Nachr. 13.15: Schallplatten;
Sieg der Melodie. Zu Puccinis 10. Todestag (geſt. 29. N0.
1924 i Brüſſel). 14.15: Zeit, Nachr. 14.30: WirtſchaftsV
bericht. 14.45: Zeit, Wirtſchaftsmeldg. 14 55: Wetter. Meiſe
15.00: Nur Kaſſel: Nachr. 15.15: Kinderſtunde: Märchety Meie
Hur zur No
und Kinderlieder.
Mfreu
16.00: Mannheim: Nachmittagskonzert. Philharmon, Orcheſter. 9
BMitag
G. Schlawing. 18.00: Und ſo fliehen meine Tage. Das Ichruf M.
1935 in neuen Kalendern. 18.15: Bücher die uns erwarten.
Emil Strauß: Das Rieſenſpieleug 18.25: Neue deutſchen
Dichtung. Jakob Kneip; Bauernbrot. 18.35: Katehsniel
für Sprachſünder.
18 45: Kaſſel: Unterhaltungskonzert. Kurheſſiſches Landesorcheſter.7 6Mf 00
Ltg.: L. Maurick. In einer Pauſe gegen 19 00: Meldungen- Me.:
19.45: Tagesſpiegel. 20.00: Zeit, Nachr., Mitteflungen ausl 4 200
dem kulturellen Leben. 20.10: Saar=Umſchau. 20.3-0
Kurzprogramm. Alle Abteilungen des Reichsſenders Frankfurtu Ader
wirken mit. 22.00: Zeit, Nachrichten. 22.15: Nachr, w .

Wetter, Sport. 22.20: Waſhington: Kurt G. Sell: Worübens M
man in Amerika ſpricht. 22.30: Volksmuſik. 23.00: Nachte1 W
konzert. Werke von Ph. Eman. Bach. 24.00: Stuttgart:7 K a

Nachtmuſik.

Deutſchlandſender

Welle 1571.
Deutſchlandſender: Donnerstag, 29. November
6.00: Hamburg: Wetter. 6.05: Nachr. 6.15: Berlin: Gyne
naſtik. 6.30: Tagesſpruch. 6.35: Berlin: Muſik am Morgeſeb
Kavelle Eduard Praſch. In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr.
8 00: Sperrzeit. 8.45: Leibesübung für die Frau. 900
Sendepauſe 9.40: Hauswirtſchaftlicher Lehrgang: Ein Schlache!
feſt auf dem Lande. 10.09: Nachr. 10.15: Volksliedſnget
10.50: Körperliche Erziehung. Schulung zur Kraft. 11.90
Seewetterbericht. 11.30: H. Krüger: Recht und Scholle. *
Anſchl.: Wetter. 11.50: Glückwünſche.
12 00: Köln: Muſik am Mittag. Das kleine Funkorcheſter.

Kühn. 12.55: Zeitzeichen. 13.00: Soo’n Bart! (Schalnl
Anſchl.: Wetter. 13.45: Nachr. 14.00: Sperrzeit. 145""

Programm, Wetter, Börſe. 15.15: Fürs Kind: Fr. Wiie.
Rudloff ſprichr mit Kindern über das Reichstierſchutzgeſet.
15.30: Guckinsherz. Märchen von Elle Tim. 15.45: Waſſes
Fiſcher: Mit der Filmkamera durch die Jahrtauſende.
16.00: Königsberg: Nachmittagskonzert. Kleines Funkorcheſter. 29""
Eugen Wilcken. 17.30: Bretter, die die Welt bedeuten. Ge=
ſpräch
mit dem Bühnenbildner E. Preetorius. 17.45: S. O.92

Schulz: Jude und Arbeiter 18.00: Klaviertrios heute.
und vor 150 Jahren. 18.40: Hitleriugend an der Arbell.3

Funkbericht aus dem Landhelferlager Voigtsbrügge. (Auſlea
19 00: Bänkellieder und Bier=Anekdoten mit Kate Kühl und Brug
Fritz. 20.00: Kernſpruch; anſchl.: Wetter, Kurmachrichten.
2.10: Frankfurt: Die Verſailler Saar=Verhandlungen. Aülle.
20.45: Wilhelm Steben dirig ert die Berliner Philharmonikel.
In der Pauſe 21.05: Der Deutſchlandſender ermnnert. 249
Wetter= Tages= und Sportnachr. anſchl.: Nachr. aus Veah
kulturellen Leber. 22.30: Zeitfunk. 22.45: Seewetterbericht
23.00: Wirbelndes Laub. Herbert Fröhlich mit ſeinen Solſte

und Robert Gaden mit ſeinem Orcheſter.

Weiterbericht.

Ausſichten für Donuerstag: Vielfach neblig, ſpäter zeitweiſ.
klarend, ſtellenweiſe leichter Nachtfroſt.

Ausſichten für Freitag: Fortdauer des im weſentlichen troſ.
meiſt trüben oder nebligen Wetters

[ ][  ][ ]

Aſarner 329

Donnerstag, 29. November

poher und Frankfurker Effekkenbörſe.

mvorgeſtern gegen Schluß der Berliner Börſe ein=
Erholung konnte ſich geſtern fortſetzen, zumal ſich der
r Auslandswerte, nachdem Gerüchte über eine angeblich
ſeude Beſchlagnahme von Auslandswerten als völlig un=
bezeichnet
werden, beruhigt hat. Im übrigen trugen

Reihe zuverſichtlicher Nachrichten zu der freundlichen
bei. So verwies man auf die anhaltend günſtige Ent=
der
Steuereinnahmen und die ſtarke Steigerung der Ein=
sumſätze
. Auch die weitere Steigerung der Kreditoren
Großbanken fand Beachtung. Schließlich iſt noch die
ſſeurteilung der außenpolitiſchen Entwicklung zu erwäh=
auch
durch die bevorſtehende Debatte im engliſchen Un=
wucht
getrübt wird. Nach den erſten Kurſen machte. die
ſng weitere Fortſchritte. Auch Renten lagen freundlicher.
e Stahl=Obligationen waren auf die Veröffentlichung
begründung in der bekannten Reichsgerichtsentſcheidung
mTollarklauſel der Kruppanleihe ½ Prozent befeſtigt. Alt=
Reichsſchuldbuchforderungen waren unverändert. Die
uungsanleihe zog um 20 Pfg. an. Am Markt der Aus=

Fen waren mit Ausnahme der Ruſſenanleihen, die ¼ bis
verloren, Befeſtigungen von ¼ Prozent die Regel.
zogen um 1½ Prozent an. Tagesgeld unverändert 4
Prozent. Am Valutenmarkt war der Dollar nach den
ſhiffungen nach USA. etwas ſchwächer, auch das Pfund
snach. Im Verlaufe hielt die freundliche Stimmung an.
enmarkt waren Altbeſitz ¼ Prozent niedriger, Vereinigte
hgationen konnten dagegen weiter ½ Prozent gewinnen.
ren waren ebenfalls überwiegend gebeſſert. Provinz=

aben um 4 Prozent nach. Pfandbrieſe und Konmungl=
ünen
lagen bei Schwankungen von etwa ¼ Prozent nicht
heitlich. Die Emiſſionen der Preußiſchen Pfandbriefbank
Preußiſchen Centralbodenkreditaktienbank waren teil=
Prozent gedrückt. Von Landſchaftlichen Pfandbriefen
ſchſiſche ½ und Liquidationspfandbriefe, der gleichen 1
be feſtigt. Länderanleihen waren etwa ½ Prozent höher.
Elenburger Anleihen waren ¼ bis ³ Prozent gedrückt.
ſchſen verloren ½ Prozent. 1923er USA.= Dollarſchatz=
ugen
(kleine Stücke) gingen um ½ Prozent zurück, wäh=
en
Stücke ¼ Prozent höher bezahlt wurden.
rankfurter Mittagsbörſe zeigte im Anſchluß an den
enverkehr eine freundliche Haltung. Die kräftige Er=
Auslandswerte als Folge einer Dementierung der Ge=
von
einer angeblich bevorſtehenden Beſchlagnahme
ſitte wiſſen wollten, hat auch auf den Markt der Inlands=
uhigend
gewirkt. Die Auftragserteilung der Privat=
blieb
allerdings ſehr klein, ſo daß auch die Umſatztätig=
terhin
auf ein Minimum beſchränkt war, zumal ſich auch
ſſe nur in kleinem Maße am Geſchäft beteiligte. Gün=
nutrieabſchlüſſe
gaben aber der Börſe ebenſo wie die wei=
ſige
Entwicklung der Steuereinnahmen und die ſtarke
ung der Einzelhandelsumſätze einige Anregung. Der
nrchte keinen Einfluß mehr, um ſo mehr, als auch keine
werten Poſitionen beſtanden haben. Die erſten Kurſe
ſrchſchnittlich um ¼½ Prozent über der ſchon gebeſſerten
Der Rentenmarkt lag ebenfalls freundlich, hatte
kleines Geſchäft. Stahlverein=Bonds gewannen /8 Pro=
üte
Reichsſchuldbuchforderungen ¼ Prozent, Kommunal=
Aung ½ Prozent, Reichsaltbeſitz und Zinsvergütungs=
Alieben behauptet. Nach den erſten Kurſen ergaben ſich
der ſtarken Geſchäftsſtille zunächſt vielfach leichte Ruck=
m
¼½ Prozent. Später trat jedoch wieder etwas Nach=
if
, und die Rückgänge konnten wieder ausgeglichen wer=
eiweiſe
ergaben ſich darüber hinaus leichte Befeſtigungen,
4üdere bei Farbeninduſtrie 1337133½134½ Prozent.
mier zur Notiz gekommenen Werte lagen zumeiſt ¼½
zu freundlicher. Am Rentenmarkt waren Zinsvergütungs=
befragt
und 20 Pfg. feſter, im übrigen blieben die
m Papiere unverändert. Am Pfandbriefmarkt traten nur
mVeränderungen ein, Liquidationspfandbriefe lagen z. T.
iſter. Stadtanleihen notierten bei kleinen Abweichungen
uirhtlich. Fremde Werte lagen ruhig, aber meiſt etwas ge=
eit
ur Oeſterreichiſche Schatzrente waren angeboten. Schwei=
üdesbahn
=Anleihe blieben auf der kräftig erholten Baſis
Undbörſe nahezu unverändert. Tagesgeld war zum bevor=
Ai Ultimo gefragt und wurde auf 3¾ (3½) Proz. erhöht.
hder Abendbörſe herrſchte auf allen Marktgebieten weit=
em
) Zurückhaltung, die man einmal mit dem Fehlen von
Mnüeufträgen und zum andern mit der engliſchen Unterhaus=
eba
ſmotivierte. Bei gegen den Berliner Schluß zwar unein=
eitllan
aber doch wenig veränderten Kurſen war das Geſchäft
ſt ichen. Der günſtige Abſchluß der Deutſchen Gaſolin A.=G.
ebuf die Farben=Aktie ohne Einfluß. Auch am Rentenmarkt
Dar Eu Geſchäftstätigkeit eng begrenzt, weiteres Kaufintereſſe be=
unes
ger für Zinsvergütungsſcheine. Dagegen waren Altbeſitz=
e
kangeboten und nur knapp gehalten, im übrigen ergaben
ſich 1ee Aenderungen von Belang.

ſrdnungen der Ueberwachungsſtelle für eine gerechte Ver=
ellunder
pflanzlichen und tieriſchen Oele und Fette. Im Reichs=
eit
vom 28. November 1934 wird eine Anordnung 1 der
GBelle für Milcherzeugniſſe, Oele und Fette als Ueber=
a
msſtelle, betreffend Lagerhaltung der Speiſefettinduſtrie,
Deeie Anordnung 4 der Ueberwachungsſtelle für induſtrielle
Keitimorgung, betreffend Lagerhaltung der techniſchen Induſtrie,
Fiontlicht. In der gleichen Ausgabe wird auch von beiden
olhichungsſtellen gemeinſam eine allgemeine Anordnung auf
Em Abbiete der Fettverſorgung herausgegeben. Dieſe 3 Anord=
2Adienen der gerechten Verteilung der pflanzlichen und
ln Oele und Fette. Durch ſie wird insbeſondere ungerecht=
ean
übermäßigen Aufkäufen im Intereſſe der Geſamtverſor=
HAntgegengetreten.
Zuiſche Hypotheken= und Wechſelbank, München. Ein=
Wehlsh eigener Aktien. Die Geſellſchaft, die in ihrem Bericht für
e2 M Beſitz an eigenen Aktien mit 11,04 Mill. RM. angibt,
der Einziehung von bis zu 11 Mill. RM. eigenen Stamm=
Eieſchließen laſſen. Das Stammkapital wird dadurch von 45
RMill. RM. in erweiterter Form herabgeſetzt. Da die ein=
en
Aktien zum Nennwert bewertet, waren, ergibt ſich
e Einziehung weder ein Gewinn noch ein Verluſt für die
Wenn auch das Stimmrecht der eigenen Aktien ruht, ſo
ſſch doch durch die Einziehung der Stammaktien das
zerhältnis der Stamm= zu den Vorzugsaktien. Deshalb
Meebdie Bank gleichzeitig die Herabſetzung des Stimmrechts der
DDrEEa ktien auf die Hälfte vor. Die nom. 12500 RM. 6proz.
DEaktien befinden ſich im Beſitze der Süddeutſchen Treu=
iw
hellſchaft A.=G., München; ſie ſind in bezug auf Verauße=
w
eitraglich gebunden und beſitzen bisher 25 000 Stimmen in
ollichen Fällen und 500 000 in den bekannten drei ſteuer=
TepeuEllen. Die bisher 45 Mill. RM. Stammaktien verfügen
De 20 000 Stimmen. Im Pfandbriefumlauf, der Ende Ok=
Sw Aus Js. 656 Mill. RM. betrug und deſſen Höchſtgrenze von
VrAihe des Aktienkapitals zuzüglich beſtimmter Rücklagen ab=
Nr Abeſteht noch ein reichlicher Spielraum.

Hauptſchriftleitung: Nudolf Mauve.
tlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
rd und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreaß
Für den Handel: Dr. C. 5. Quetſch; für den Sport; Karl Böhmann:
egenwart, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
M-I und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt
4. 22411, Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
rangte Manuſkripte wird Garantie der Nückſendung nicht übernommen
anden der Redaktion: Vormittags 12 1 Uhr. nachmittags 67 Uhr

Die Heutige Nummer hat 12 Geiten.

Rühenverarbeitung und Zuckererzeugung
in Deukſchland und Europa.
Die Internationale Vereinigung für Zuckerſtatiſtik hat in der
Zeit vom 7.17. November 1934 eine neue Umfrage über Rüben=
verarbeitung
und Zuckererzeugung der hauptſächlichſten Zucker=
länder
Europas veranſtaltet, deren Ergebniſſe jetzt vorliegen und
gegenüber der letzten Umfrage vom 3.13. Oktober einige Ab=
weichungen
zeigen. In Deutſchland ſind von allen 210 Fabriken,
die in dieſem Betriebsjahre Rüben auf Zucker verarbeiten, Ant=
worten
eingegangen. Nach den Erhebungen des Vereins der
Deutſchen Zuckerinduſtrie wird die vorausſichtliche Rübenverarbei=
tung
auf Zucker in der Kampagne 1934/35 9,88 Mill. To. betragen
gegen 8,28 Mill. To. in der Kampagne 1933/34. Die Zuckererzeu=
gung
Deutſchlands wird, für die laufende Kampagne auf 1,60
Mill. To. (1,43 Mill. To.) veranſchlagt. Die Anbaufläche für
Rüben zur Zuckerherſtellung wird mit 335 102 (277 714) Hektar
angegeben. Die Erzeugung von zuckerhaltigen Futtermitteln in
Deutſchland wird in 1934/35 vorausſichtlich 1,95 Millionen Dop=
pelzentner
gegen 1,76 Mill. Dz. in 1933/34 betragen. In den
Zuckererzeugungszahlen Deutſchlands iſt auch die Produktion von
Melaſſezucker enthalten, die für das Betriebsjahr 1934/35 geſchätzt
worden iſt. Die Ausbeute aus Rüben, die auf Zucker zur menſch=
lichen
und tieriſchen Ernährung verarbeitet ſind, beträgt unter
Weglaſſung des Melaſſezuckers 15,87 Prozent gegen 16,08 Prozent
im Vorjahr. Die vorausſichtliche Rübenverarbeitung der 12
von der Statiſtik erfaßten europäiſchen Länder (einſchl. Deutſch=
land
) wird ſich bei 536 (535) im Betrieb befindlichen Fabriken
auf 26,59 (23,18) Mill. To. belaufen. Die Anbaufläche zeigt eine
Erhöhung auf 980 002 (872 898) Hektar. Die Zuckererzeugung der
12 Länder wird insgeſamt auf 4.15 (3.89) Mill. To. zu 20 Ztr.
Rohzuckerwert geſchätzt. Die Oktober=Rundfrage ergab für die
Rübenverarbeitung 25,76 Mill. To. und für die Zuckererzeugung
4,02 To., ſo daß ſich gegen die September=Rundfrage bei der =
benverarbeitung
ein Mehr von 3,33 Prozent und bei der Zucker=
erzeugung
von 3,26 Prozent ergibt.
Zuſammenſchluß der deutſchen Zuckerwirtſchaff.
Im Reichsgeſetzblatt wird eine vom 10. November 1934 da=
tierte
Verordnung des Reichsminiſters für Ernährung und Land=
wirtſchaft
über den Zuſammenſchluß der deutſchen Zuckerwirtſchaft
veröffentlicht. Die Verordnung, die am 1. Dezember 1934 in Kraft
tritt, ſieht eine Regelung des Zuckermarktes auf ſtändiſcher Grund=
lage
vor. Die wirtſchaftliche Vereinigung der deutſchen Zuckerindu=
ſtrie
wird aufgelöſt und tritt in Liquidation. Dafür werden Zucker=
wirtſchaftsverbände
errichtet, die zur Hauptvereinigung der deut=
ſchen
Zuckerwirtſchaft zuſammengeſchloſſen werden. Die Wirtſchafts=
verbände
umfaſſen neben den Zuckerrübenanbauern und den
Zuckerfabriken auch die Verteiler von Zucker und ſonſtigen Erzeug=
niſſen
aus Zuckerrüben.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Reichswirtſchaftsminiſter hat die Geltungsdauer der An=
ordnung
einer vorläufigen Marktregelung in der Rauchtabakindu=
ſtrie
vom 8. Juni 1934, ſoweit ſie ſich auf den Anſchluß der Außen=
ſeiter
an das Kartell Deutſcher Rauchtabakfabriken bezieht, bis
zum 31. März 1935 verlängert. Von einer Verlängerung des in
der gleichen Anordnung weiterhin enthalten geweſenen Verbotes
der Erweiterung beſtimmter Betriebe iſt abgeſehen worden.
Das Württembergiſche Wirtſchaftsminiſterium hat, ſich ent=
ſchloſſen
, für alle nach dem 1. November 1934 zur Bewilligung
kommenden Landesdarlehen der werteſchaffenden Arbeitsloſenfür=
ſorge
den bisher üblichen Zinsfuß auf 4 Prozent zu ſenken.
Der Werberat der Deutſchen Wirtſchaft weiſt darauf hin, daß
bei der Beſchriftung von Warenautomaten, die zur Aufſtellung
vor den Einzelhandelsgeſchäften beſtimmt ſind, mit der Wirt=
ſchaftswerbung
die Beſtimmungen des Werberates der Deutſchen
Wirtſchaft (9. Bekanntmachung vom 1. Juni 1934, Reichsanzeiger
Nr. 125) zu beachten ſind. Danach dürfen Warenautomaten nur
die Werbung für ſolche Ware tragen, die durch den Automaten
verkauft werden oder aber mit einer Werbung für das Geſchäft
des Beſitzers des Warenautomaten verſehen ſind.
In einer ſoeben abgehaltenen Sitzung hat der Schiedsausſchuß
für Deutſche Kredite zwei Einzelſtreitfälle entſchieden und den
vorläufigen Beſchluß gefaßt, eine nächſte Tagung am 7. Februar
1935 in Berlin abzuhalten.

Der Reichsverkehrsminiſter hat durch eine im Reichsanzeiger
und preußiſchen Staatsanzeiger zum Abdruck kommende Verfügung
vom 27. November 1934 die Spitzenvertretung der deutſchen See=
ſchiffahrt
, als die alleinige Vertretung der deutſchen See=
ſchiffahrt
im Sinne des Geſetzes zur Vorbereitung des organi=
ſatoriſchen
Aufbaues der deutſchen Wirtſchaft anerkannt und alle
Verbände, Vereine und Einzelunternehmungen auf dem Gebiete
der deutſchen Seeſchiffahrt, die der Spitzenvertretung oder den
ihr angeſchloſſenen Verbänden und Vereinen noch nicht angehören,
unter Hinweis auf die geſetzlichen Strafbeſtimmungen öffentlich
aufgefordert, ſich bis zum 31. Dezember 1934 zum Zwecke ihrer
Eingliederung bei der Spitzenvertretung der deutſchen Seeſchiff=
fahrt
in Hamburg 11, Stubbenhuk 10, anzumelden.
Die Spitzenvertretung umfaßt alle Verbände, Vereine und
Einzelunternehmungen auf folgenden Berufsgebieten: Reedereien=
zur
Seeſchiffahrt gehörige Seefahrtsbetriebe, Schiffsmakler,
Küſtenſchiffer, Lotſen (ausgenommen Beamte), ſelbſtändige See=
ſchiffahrts
=Sachverſtändige (Inſpektoren, Experten, Dispacheure,
techniſche und nautiſche Aufſichtsperſonen).
Preistegelung für Weiden.
Der Reichskommiſſar für Preisüberwachung hat durch Ver=
ordnung
vom 26. November 1934 den Erzeuger= und Verbraucher=
preis
für grüne und geſchälte Weiden ſowie für getrocknete, ge=
bündelte
Weidenrinden geregelt. Durch dieſe Verordnung wer=
den
Preisſteigerungen beſeitigt, die ſeit Oktober zu beobachten
geweſen ſind, ohne daß ausreichende Gründe dafür anzuerkennen
geweſen wären. Der Korbwareninduſtrie wird es auf dieſe Weiſe
ermöglicht, zu Preiſen, die die Verſorgung der Verbraucher ſicher
ſtellen, ihre Aufträge auszuführen. Auf die Preiſe der Weiden=
rinde
iſt beſonders hinzuweiſen.

Produkkenmärkke.

Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 28. November. Am Ge=
treidegroßmarkt
blieb das Geſchäft ſehr ſtill. In den Angebots=
verhältniſſen
für Getreide und Futtermittel iſt noch keine Wen=
dung
zum Beſſeren eingetreten, während die Nachfrage allenthal=
ben
ſtark bleibt. In Roggen, Hafer und Futtergerſte fehlt Offer=
tenmaterial
faſt gänzlich. Kraftfuttermittel ſind nicht angeboten,
da ſeitens der Oelmühlen bisher keine Zuteilungen erfolgt ſind.
Auch in Mühlenabfällen bleibt das Angebot infolge des ſchwachen
Mehlgeſchäfts unzureichend. Die Preiſe waren gegen den Montag
unverändert. Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je
100 Kilogramm) in RM.: Weizen W 9 202,00. W 13 206,00,
W 16 210,00; Roggen R 9 16200, R 13 166.,00, R 15 170.00
(alles Großhandelspreiſe der Mühlen des genannten Preis=
gebiets
); Futtergerſte G 9 164,00 G 11 167,00 G 12 16900;
Hafer H 13 162,00, H 14 164.00 (alles Großhandelspreiſe ab Sta=
tion
, bei Waſſerverladung über 100 Tonnen 3.00 RM. mehr);
Sommergerſte für Brauzwecke 200,00; Weizenmehl W 13 und 16
27,15; Roggenmehl R 13 23,60, R 15 24,00; Weizennachmehl
16,50; Weizenfuttermehl 12,75; Weizenkleie W 13. 10,50. W 16
10,71: Roggenkleie R 13 9,772, R 15 9,96 (alles Mühlenfeſtpreiſe
ab Mühlenſtation, ſoweit ſie in den Bereich der Landesbauern=
ſchaft
Heſſen=Naſſau fallen); Soyaſchrot mit Monopolzuſchlag (m.
M.) 13,00; Palmkuchen m. M. 13.30; Erdnußkuchen m. M. 14,50
(alles Fabrikpreiſe ab ſüdd. Fabrikſtation); Treber und Trocken=
ſchnitzel
geſtrichen; Heu ſüdd. 11,00; Weizen= und Roggenſtroh
(drahtgepreßt oder gebündelt) 4,504,70. Tendenz ruhig.
Berliner Getreidegroßmarkt vom 28. November. Der bevor=
ſtehende
Monatswechſel, der eine Erhöhung der Feſtpreiſe um
1,50 RM. bringt, macht ſich im Berliner Getreideverkehr immer
ſtärker in einer Verringerung des erſthändigen Angebots fühlbar.
Die Mühlen bekunden ſowohl am Platze als auch in der Provinz
weiter Aufnahmeneigung, wobei in Anbetracht des kleinen An=
gebots
die Nachfrage auf der ganzen Linie nur z. T. befriedigt
werden kann. Hafer und Futtergerſten fehlen faſt völlig, der
dringendſte Bedarf wird aus alten Beſtänden gedeckt. Etwas leb=
hafter
iſt das Geſchäft in guten Braugerſten, die nach wie vor zu
vollen Preiſen Abſatz finden. Das Angebot iſt aber auch hierin
keineswegs reichlich. Induſtriegerſten haben kleines Geſchäft, da
man, für die angebotenen Partien, häufig Braugerſtenpreiſe
fordert. Das Mehlgeſchäft weiſt keine weſentliche Belebung auf.

Berliner Kursbericht
vom 28. November 1934

Deviſenmarkt
vom 28. November 1934

Me He
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenſv.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gasl
Deutſche Erdöl

Ne
68.50
71.50
27.25
29.75
26.
122.50
132.50
105.
130.
18.50
98.625

Wee
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen .
Vereinigte Glanzſt.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Rlöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr
Mannesm. Rühr
Maſch.=Bau=Untn.

Ve
134.
56.125
104.50
99.75
73.50
74.125
106.25
71.
92.25
71.375
54.50

Weeue
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerk
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

Vf
13.50
92.125
150.25
30.625
38.
104.25
61.25
13.375
114.
43.
95.25
102.75
121.50

Aeghpten
Argentinier
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Däuemart
Danzig
England
Eſtland.
Finnland
Franfreich
Griechenlan
Hollaud
Island

Währung
1 äghpt. 2
1 Pad. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 canad. Doll,
100 Kronen
100 Gulden
1 2. Stg.
100 eſtl. gr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm
100 Gulden
1100 ist. Kr.

Geld Brieif

12.685
0. S29
58.17
0.204
3.047
2.547
55.24
81.04
12.375
68.68
5.465
16.38
2.354
167.83
55.99

12.715
0.632
58.29
0.206
3.05*
2.553
55.36
81.20
12.405
68.32
5.475
6.42
2.358
68.2:
56.11

Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland.
Norwegen
Teſterreich
Portugal
Schweden
Schwveiz
Spanien
Tſchechoflowak.
Türkei
Ungarn
Uruguah
Ver. Staaten

Vährung
100 Lire
Den
100 Diuar
100 Lats
100 Kronen
100 Schillint
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
100 Tſch.=K
1 türk. 2
00 Pengö
1 Goldpeſo
1 Dollar

HeldBrief

21.30
0.722
5.694
so.22
62. 16
11.25
63.60
80.50
10.373
1.969

1.34
C.724
5.706
81.08
62.26
48.95 49.05
11.27
63.32
20.66
33.37 84,03
10.335
1.273

1.0491 1.051
2. 485/ 2.489

Marionalbant Surmhraut, Winidte ber Sresoker Sunz

Frankfurter Kursbericht vom 28. November 1934.

Wee
Gr. II p. 1934
1935 .
1936
1937
1938
Gruppel ...."
52 Dtſch. Reichsanl.
5½%Intern., v.30
6GTaden ...v.27
6½Bahern .. b.27
6%Heſſen .... b. 28
..v.29
6%
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen ..b.27
6%Thüringen v. 27
6% Dk. Reichsbahn
Schätze. . .......!.
6% Dt. Reichspoſt
Schätze. . ....... I.
4½% .."
Dtſch. Ank. Ausl.
½½ Ablöſung.
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
...
6%Baden=Baden
6%Berlin ...b.24
6% Darmſtadt . ..
6% Dresden.. v. 26
6% Frankfurt v. 26
6% Heidelberg v. 26
6’Mainz... .."
6%Mannheim v. 27
6LMünchen v. 29
6%Wiesbaden v. 28

103.7
106
104.5
102
99:1.
103.2
96.25
95
96,
96
97
94.75
96.25
108,
96
95
100.75
100.25
m

We
hyp.=Bk.=Liquid.
4¾2
Komm.=Obl. . ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig.
126 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f
Heſſ. Glbobl. R.11
6% R.12
6%Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr. .
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Lig.-Obl.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser. I
FAusl. Ser. II H116.5
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)

6%Berl. Hyp.=Bl.
Lig.=Pfbr.
Frrf. Hyp.=Bk.,
104.75
5½%0 Lig.=Pfbr.
Goldoblig.
9.7
Frrf. Pfbr.=Bk.
Lig.-Pfr.
86.25
62Mein. Hhyp.=B.
86

87.25
83.25
86.75
85.5
85.75
89.5
87.25

6%Heſſ. Landesbk. 93
lboblig. 90.5
6%0

Lig.=Pfr.
6%Pfälz. Hyp.=Bk.
5½% Lig.=Pfl
6%Rhein. Hyp.=Bk.
5½% Lig.=Pfr
Goldoblig.
Südd. Boden=
Cred.=Bank
Lig.=Pfbr.
2aWürtt. Hyp.=B.

89

93.75
93.25
94

101
20
93
92.75
92.75
93.5
89
92.75
93.5
93
94.75
95
94.75
94
93.75
92
94.75
As

6SDt. Linol Werke
6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl
2o Salzmann &Co.
6%Ver. Stahllverke
6% Boigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
5%Bosn. L. E. B.
2. Inveſt.
8Bulg. Tab. v.02
4½%0 Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
Lvereinh. Rumän
Türk. I. Bagdad
II. Bagdad
4½ Bungarn 1918
o 1914
Goldr.
1910
4½Budp. Stadtanl.
42Liſſabon
4% Stockholm
Aktſen.
Accumulat., Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. G.
AndreaeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr
Bemberg, J. P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen...."
Cement Heidelberg /107.5
Karlſtadt 1135

95.5
33.25

6.75

1341,
81

Re
ChemWerke Abert
Chade (A=C)....
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz.."
Dt. Atl. Telegr. .
Erdöl
Dt. Gold= u. Silber=
ſcheide
-Anſtalt.
Linoleum".
Dortm. Nitterbräu
Dyckerhoff E Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft!=
Enzinger Union. .
Eſchweiler..
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleicher
Fahr, Gebrüder ...!
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof .."
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner=Kahſer...
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen
HarpenerBergbau.
Henninger, Kempfl=
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
ochtief Eſſen ....!
Uzmann, Phil
Ziſe Bergb. Stamm
Genüſſe

Jae
73

54.75
94.5
98.25
205.5
60
74
88
94.75
116.5
98
315
55.5
56
115
134,
Rre
56,
87.5
26
115
46.25
99.5
108
43.5
134.75
116.25

Mieke2
Kali Chemie ..
Aſchersleben.
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ..
Kuorr C. H.......
Konſerven Braun
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte ..
Lech, Augsburg.
Lokomf. KraußckCo
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt
Mainz Akt.=Br.
Maunesm=Röhre
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbe
Moenus...
Motoren Darmſtal
Neckarwerk Eßling.
Park=u. Bürgerbräu
Phönig Bergbau".
Rh. Braunkohlen.
Elektr. Stamn
Stahlwerke
Riebeck Montan..
Roeder, Gebr
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Heilbronn",
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halste
Rein
erke
Südd. Zucker=A. 6
Zellus

Rfe

80

87
90.5
37.5
220
66
90.5
100.5
53.5
177

Thitr. Liefer.-Geſ.)
Unterfranken .....
Ver. Stahlwerke ..
Ver, Uiltramarin ..
Weſtdte. Kaufhof..
Weſteregeln Kali
Zellſtoff Waldhof
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank..
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
Ghpothelbk.
Comm. u. Privatbk.
Dt. Bank u. Dise
Dt. Eff. u. Wechſe!
Dresdner Bank.."
Fraukf. Bank..
Hyp.=Banl
Mein. Hhp.=Bauk
Pfälz. Hip.=Bank.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Bau
Südd. Bod.=Cr. B
Württb. Notenbank
A.=G. f. Verkehrsſv.
Allg. Lokalb. Kraftn
726 Dt. Reichsb Vzg.
Hapan .......
Lübeck=Büchner
Nordd. Lloyd..
Südd. Eiſenb.=Ge
Allianz= u. Stuttg.
Verſicherung ...!!
Verein. Verſ./4
Fraukona Rück=u. M/104
Manuh. Verſich.

Otadi Minen
11
Schantung Handels

*
37.5
125
30.5
44.25
53.5
122
191.75
8
116.5
67
68,5
71.5
91.5
.5
77.5
146.25
111.
100

116
114
n.2
30
56

188
194

[ ][  ]

Donnerstag, 29. November

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Marklplatz •Heute Donnerstag u. Freltag

Heute zum letzten Mal

Leizter Tag

der herrlichen Film-
schöpfung
:

Der heitere Kriminalfilm
der Ufa:
Herr Kobin
geht auf
Abenteuer
mit Hermann Speelmanns,
Dorſt Kreyssler.

Der spannende Kriminal-
(F12382
Film:

Konditorei Ott S Co.

8645c)
Geschäfte
bleten zur Weihnachtsbäckerel an:

Handgeſchnitzte
Tiſchchen mit
Lampen, aparte
Nachttiſchlamp.,
Samovar. Bie=
dermeierſpiegel
,
Badewanne, Ol=
gemälde
, Polſter=
ſtuhl
, Sporthau=
ben
bill. abzug.
1012, 24.
Sandſtr. 8, pt.

Luiſen= Ecke Eliſabethenſtraße
am Palaisgarten. (12334
Sie können Ihren Chriſt=Stollen
jetzt ſchon probieren:
1 Probierſtollen . . . . . . 0.50
Weihnachtsgebäckmiſchung

Ein Erlebnis, dem Sie
voller Spannung und Be-
geisterung
folgen werden.
Jugendliche haben Zutritt.

Mandeln . . Pfd. .92, 1.- u. 1.36
Haselnußkerne
Pfd. 0.75
Kokosflocken .. . . . Pfd. 0.30
Citronat
... ¼ Pfd. 0.28
Orangeat . . . . . . ¼ Pfd. 0.23
Sultaninen Pfd. 0.30, .48 u. 0.70
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