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Nummer 316 Donnerstag, den 15. November 1934. 196. Jahrgang
DD.Boni und Darmſtädter und Naionalbanf.
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Das Willkürregiment des Herrn Knox.
ſcharfe Zurückweiſung der regierungsamklichen Denunziakion der ſaardenſſchen Bevölkerung.
Enfüllungen über den Terror der Einheitsfronk und ihre planmäßigen Vorbereikungen zum Aufruhr.
Eite Denkſchrift der Deutſchen Fronk.
DNB. Saarbrücken, 14. November.
Awesleitung und Fraktion der Deutſchen Front des
Saar=
ebieng haben ſich in einer großen Denkſchrift an den
Völker=
hund wwandt, in der zunächſt die kürzliche regierungsamtliche
Taun denumation der ſaardeutſchen Bevölkerung ſcharf
zurückgewie=
behltſen un aufſehenerregende Enthüllungen über den Terror der
Einhezüfront und ihre planmäßigen Vorbereitungen zum
Auf=
uhr gnacht werden.
Die Denkſchrift ſetzt ſich zunächſt mit der Feſtſtellung des
zſiſſtten der Regierungskommiſſion auseinander daß die
MOeutfiy Front des Saargebietes eine Fortſetzung der früheren
N399P) ſei und bemerkt hierzu, daß die NSDAP. im
Saall biet eine vollkommen legale Organiſa=
„tiomül die von der Saarregierung niemals
ver=
botenwurde. Es ſei lediglich Sache der Deutſchen
Froſ, ob ſie ſich als Nachfolgerin dieſer voll=
Jom mr legalen Partei anſehe oder nicht. Die
ſoeunſhe Front an der Saar ſei die Eidgenoſſen=
Ulſcha faller deutſchen Menſchen an der Saar, die
ich bün allem Parteilichem losgelöſt haben und die bereit ſind,
ſich jun ärhmen des geſetzlich Erlaubten für die Rückgliederung
gaiesum 2Jutſchen Reich einzuſetzen. Die Art der
Berichterſtat=
gente ung der Saarregierung beim Völkerbund ſei
ur ” hu geeignet, eine völlig falſche Beurteilung
er eschlage im Saargebiet hervorzurufen, wobei man
Augunrſt des Herrn Knox annehmen möchte, daß er bei ſeinen
herings Beziehungen zu der Bevölkerung die tatſächlichen
Ver=
dchältn uſſ z beurteilen nicht in der Lage iſt.
Rrdſt, denand eingehenden Dokumentenmaterials und beigefügter
sbesſſtlſcher Erklärungen weiſt die Denkſchrift ſodann nach, daß
ie uſtzetorgane der Regierungskommiſfion Spitel
HienFelen der geiſcen FaffMerkilfenl.
bieis kziehungen werden durch Emigranten, die bei der
Re=
giersgkommiſſion beſchäftigt ſind, aufrecht erhalten. Das
ſeinert bei der Hausſuchung bei der Deutſchen Front
beſchlag=
uhn4 M aterial iſt ausſchließlich von Leuten bearbeitet worden.
derert ttſcheidender Lebensinhalt der Haß und die Feindſchaft
bgert ſe heutige politiſche Ordnung in Deutſchland iſt.
2A beſchlagnahmte Material wurde damals in das
Amts=
ſebäntd der Regierungskommiſſion gebracht und dort unter
Leituntudes Emigrantenkommiſſars Ritzel und einer Reihe Emi=
Nonugund marxiſtiſcher Polizeibeamten geſichtet. Wie aus der
edesätlichen Erklärung einer unmittelbar beteiligten Perſon
herbeunht, pflegte ſich Ritzel nach Sichtung des Materials mit
einigtzoer Führer der Separatiſtenfront regelmäßig zu treffen
und imt in aller Freiheit zu erzählen, welches Material
wäh=
tend /½z vergangenen Arbeitstages geſichtet worden ſei. Dabei
riel ziu ſes öfteren vergnügt aus: „Kinder, wenn wir das
aus=
ſchlagye, gibt es eine feine Sache. Man muß aber vorſichtig
z Aßte gehen.‟ Dadurch iſt erwieſen, daß der an leitender
Stells ehende Oberregierungsrat Ritzel mit den Gegnern des
ſeitiax Deutſchlands, ja ſogar mit Perſonen, die im Solde
der 2uſchfeindlichen Spionage ſtehen, den Inhalt des
beſchlag=
ſahnät Materials beſprochen und ſich über deſſen Auswertung
Untenlſtem hat. Von dieſem Treiben ſeiner Beamten hat der
Labichrschef und Leiter des ſaarländiſchen Polizeiweſens. Herr
beimirg, lt. eidlicher Ausſage gewußt.
Deutſche Front bittet daher den Völkerbund, zu
er=
bägel wie weit er angeſichts der Vorgänge, die bei der
Be=
ſchaffea), Sichtung und Auswertung des Materials der
Deut=
ſchenskont eine Rolle geſpielt haben, es noch für nötig hält,
ds Eh der Denkſchrift der Regierungskommiſſion verwertete
Natchf zu würdigen. Die Denkſchrift befaßt ſich ſodann
grund=
ſtlikzmit der Emigrantenpolitik des
Präſiden=
ten tox und brandmarkt ſcharf die
Dalli ſche Skellungnahme des Saar=Präſidenken,
Die ladie Emigranten im Saargebiet gewähren läßt und wie
dieſes ſot in die Abſtimmungsvorbereitungen der
Saarbevöl=
keruryeigreift. Hierbei befände ſich der Saar=Präſident im
bollet Gegenſatz zu völkerrechtlich
anerkann=
nAAndſätzen. Die Deutſche Front erhebt in ihrer
Denk=
chlaver erneut die Forderung auf Ausweiſung
Albeuicht abſtimmungsberechtigten Perſonen,
dieſus politiſchen Gründen Deutſchland ver=
410ſ Haben. Wie berechtigt dieſe Forderung ſei, bewieſen
Jummenhänge, die zweifellos zwiſchen dieſer
Emigranten=
bolisslno gewiſſen militäriſchen Vorgängen in Frankreich
be=
das Entſchiedendſte wird ſodann der Vorwurf
zurück=
gewFilt
ien Un Hkerbei auf die ſtets bewieſene und von den Mitgliedern
der liachen Front beachtete diſziplinierte Haltung
hingewie=
ſen,” auck verwundern müſſe allerdings, daß die Unterlagen,
beſoeyks die vielen Drohbriefe von gegneriſcher Seite und den
iegesl Formationen, die bei der Aktenbeſchlagnahme bei der
Deugen Front vorgefunden worden ſind, der
Negierungskom=
miſſe n icht Anlaß zu einem ſchärferen Vorgehen gegen die
EmeAnien und die ſogenannte Einheitsfront gegeben haben.
eneſſant iſt in dieſem Zuſammenhang eine eidesſtattliche
Erlsnn eines früheren Emigranten vor dem Amtsgericht in
undn ſich während einiger Zeit in dem ſaarländiſchen Emi=
AraAlyger von der Hehdt aufhielt. Durch dieſe Ausſage wird
bergn, daß in dem Emigrantenlagerregelmäßige
Uen
9sſtunden unter Leitung eines ehema=
ligen Sergeanten aus Metz ſtattfanden. Bei den
In=
ſtruktionsſtunden wurde immer wieder zum Ausdruck gebracht, daß
Ende November oder Anfang dezember 1934
eine enalſaffe AMfan in Safgeliel!
unternommen werden müßte, um der Regierungskommiſſion die
Mittel zu liefern, den Abſtimmungszeitpunkt zu verſchieben. Es
wurde dabei hervorgehoben, daß die Polizei des Saargebietes
der Hauptfaktor ſei; ſie müſſe mürbe gemacht werden. Es wurde
auch davon geſprochen, daß beim Ausrücken der Polizei mit
Fahrzeugen dieſe mit leicht brennbaren Flüſſigkeit an geeigneten
Stellen übergoſſen werden müßten. Die Aktionen ſeien ſo
durch=
zuführen, daß auch die Deutſche Front gezwungen werde, ſich zu
regelrechten Straßenkämpfen zu ſtellen. Durch ſolche
Verwirrun=
gen könnte erreicht werden, daß die Regierungskommiſſion
aus=
ländiſche Truppen zur Aufrechterhaltung der Ordnung für das
Saargebiet anfordere.
Auf die Behauptung des Saar=Präſidenten, daß ſich die
deutſche Regierung unzuläſſig in den Abſtimmungskampf
ein=
miſche, wendet die Denkſchrift mit Recht ein, daß es ſich dabei
vor allem um die ſozialpolitiſche Betreuung gehandelt habe.
Ohne dieſe ſozialpolitiſchen Leiſtungen wären die
Sozial=
rentner und Kriegsopfer im Saargebiet zugrunde gegangen
und würde heute noch im Saargebiet ungeheure Wohnungsnot
herrſchen. Die Denkſchrift verwahrt ſich jedoch mit aller
Ent=
ſchiedenheit dagegen, daß der franzöſiſche Staat unmittelbar
Gelder zur Gewinnung von Menſchen deutſchen Volkstums
auf=
wende und damit in unzuläſſiger Weiſe Einfluß auf die
Abſtim=
mung zu nehmen ſuche. Aus einer Reihe von Dokumenten ſei
erwieſen, daß den rückgliederungsfeindlichen
Organifationen in hohem Maße franzöſiſche
Propagandagelder zur Verfügung geſtellt
wurden. Aus einer Aufſtellung der Grubeninſpektion
Luiſen=
tal gehe hervor, daß allein von dieſer Stelle aus für wenige
Monate ein Betrag von 202 000 Franken aufgewendet worden ſei.
Abſchließend bitten Landesleitung und Fraktion der
Deut=
ſchen Front den Völkerbundsrat, die Regierungskommiſſion zu
veranlaſſen, daß ſie den vertragswidrigen Beziehungen zwiſchen
Organen des franzöſiſchen Staates und den
Rückgliederungs=
gegnern deutſchen Volkstums künftig eine ſtärkere
Aufmerkſam=
keit widme und nicht in einſeitiger deutſchfeindlicher Haltung die
von ihr ſeit 15 Jahren geduldete Betreuung deutſcher Menſchen
an der Saar durch das deutſche Volk jetzt zum Gegenſtand von
Anklagen gegen die Deutſche Front mache.
* Die ganze Art der Einſtellung Knox' zur treudeutſchen
Saar=
bevölkerung iſt durch die Denkſchrift offenbar geworden, die er
dem Völkerbund übermittelt hat. Es iſt der Deutſchen Front
nicht ſchwer gefallen, die Behauptungen zu widerlegen, die hier
aufgeſtellt wurden. Intereſſant bleibt ſie nur als Manifeſtation
der Einſeitigkeit. Erfreulicherweiſe hat die Deutſche Front jetzt
zur Abwehr eingeſetzt und dem Völkerbund in einer großen
Denkſchrift vor Augen gehalten, wo die Ruheſtörer an der Saar
in Wahrheit ſitzen. Es iſt ein erdrückendes Material, das hier
zuſammengetragen wurde. Das ganze das Bild einer
Treu=
händerverwaltung, wie ſie nicht ſein ſoll. Auf der einen Seite
die Eidgenoſſenſchaft aller Deutſchen, die mit eiſerner Diſziplin
zuſammenhalten, nur von dem einen Gedanken getragen, jeden
Zwiſchenfall zu vermeiden, um nirgendwo eine Handhabe zur
Verlängerung der Leidenszeit zu geben. Auf der anderen
land=
fremde Elemente, die an der Saar kein Heimatrecht haben, die
nur dort ſitzen, um ihren Haß gegen das Deutſche Reich
aus=
toben zu können, die ſich trotzdem des Wohlwollens der
Saar=
regierung erfreuen und ihre Pläne in aller Oeffentlichkeit
vor=
bereiten. Die Saarregierung, die es in der Hand hätte, dem
Spuk der Emigranten, Separatiſten und Kommuniſten an der
Saar ein Ende zu machen, die nur alle Emigranten auszuweiſen
braucht, um für eine ruhige Abſtimmung zu ſorgen, verhätſchelt
dieſe Emigranten und verdächtigt dafür die Deutſchen aller nur
erdenklichen Umtriebe. Wäre der Völkerbundsrat wirklich das,
was er eigentlich ſein ſollte, ein Rechtswalter über den
Par=
teien, dann müßte das Schickſal des Herrn Knox entſchieden ſein,
— er wäre durch die Anklagen der Deutſchen Front knok out
geſchlagen.
Ribbenkrops Londoner Beſprechungen.
Eine Erklärung im Unkerhaus.
EP. London, 14. November.
Die Unterredungen zwiſchen dem deutſchen
Abrüſtungsbevoll=
mächtigten v. Ribbentrop und Außenminiſter Sir John
Simon, ſowie dem Großſiegelbewahrer Eden führten am
Mitt=
woch zu einer Anfrage im Unterhaus, die von Eden beantwortet
wurde. Der Großſiegelbewahrer betonte dabei, daß die beiden
Unterredungen, ſich durchaus im Rahmen einer
freundſchaftlichen Unterhaltung bewegt hätten, daß
darin keine neuen Vorſchläge gemacht, worden ſeien,
und daß ſie daher auch keine neue Entwicklung
bedeu=
teten. Alle anderen darüber verbreiteten Lesarten, erklärte
Eden zum Schluß, entſprächen nicht den Tatſachen und ſeien,
ſo=
weit ſie dieſen Unterredungen eine politiſche Bedeutung
beige=
meſſen hätten, die ihnen nicht zukomme, zu bedauern. Auf die
weitere Frage, ob dem Lordſiegelbewahrer bekannt ſei, daß dieſe
privaten Beſprechungen bei anderen Nationen viel Argwohn
ver=
urſachten, gab Eden keine Antwort.
Der König von Belgien hat den bisherigen Außenminiſter
Jaſpar mit der Neubildung der belgiſchen Regierung beauftragt.
* Die Zukunft
unſerer Ernährungswirkſchaft.
Von
Prof. Dr. von Tyſzka.
Wenn die nationalſozialiſtiſche Regierung die
landwirtſchaft=
liche Produktion auch ſichtlich gefördert hat, ſo gibt es doch
immer noch Volksgenoſſen und beſonders Hausfrauen, die von
Sorge erfüllt ſind, ob denn tatſächlich unſere Ernährung auch in
der Zutunft geſichert ſei. Ob nicht etwa infolge mangelnder
Einfuhr vom Ausland eine Knappheit an Nahrungsmitteln
ein=
treten könnte, ſo daß eine Nationierung mit all ihren traurigen
Begleiterſcheinungen, wie Brot= Fleiſch= und Butterkarten
not=
wendig würde. Prüfen wir dieſe Frage einmal ganz objektiv.
Da liegt zunächſt eine vom Statiſtiſchen Reichsamt durchgeführte
und kürzlich veröffentlichte Unterſuchung vor. Sie hat es ſich
zur Aufgabe gemacht, die Veränderungen in dem
Produktions=
aufwand und dadurch auch in der Kaufkraft der Landwirtſchaft
darzulegen. Aus dieſer Unterſuchung erſehen wir, in welcher
Weiſe die Produktivkraft unſerer Landwirtſchaft ſeit Anfang
1933 ſich erhöht hat. Zunächſt wird uns freilich ein ſehr
trau=
riges Bild von dem Niedergang der Landwirtſchaft in der
ſchweren Kriſenzeit entworfen. So konnte im Jahre 1927/28
unſere Landwirtſchaft noch über 8 Milliarden ausgeben, um
ihre Wirtſchaft aufrechtzuerhalten; im Jahre 1931/32 waren es
aber nur noch 5,9 Milliarden und ein Jahr ſpäter ſogar nur noch
52 Milliarden. Damit war jedoch der tiefſte Stand erreicht.
Schon das nächſte Jahr brachte eine Erhöhung der
Betriebs=
ausgaben, die zwar im ganzen genommen nicht erheblich war,
deren einzelne Zergliederung aber zeigt, wie intenſiv die
Land=
wirtſchaft gearbeitet hat, um wieder in die Höhe zu kommen.
Da ſind zunächſt die Ausgaben für Düngemittel zu nennen,
an denen nur auf Koſten des Ertrages geſpart werden kann.
Dieſe waren von 770 Millionen im Jahre 1928 auf nur 500
Millionen 1931/32 herabgeſunken, 1933/34 aber konnte die deutſche
Landwirtſchaft dank den Entſchuldungsmaßnahmen der
Regie=
rung ſchon wieder 570 Millionen aufwenden, d. h. unter
Berück=
ſichtigung der geſunkenen Preiſe faſt ſoviel wie 1928. Auch für
die Unterhaltung des Inventars, für Maſchinen, Geräte konnte
im letzten Jahr weſentlich mehr aufgewendet werden, nämlich
faſt 700 Millionen gegen nur 550 Millionen im Jahre 1930/31.
Wie erfolgreich die Landwirtſchaft bei der Umſtellung in der
Viehhaltung war, zeigt ſich darin, daß bei Erhöhung der
Aus=
gaben für Futtermittel der Anteil der ausländiſchen
Futter=
mittel gegenüber 1928 um 60 Prozent geſunken iſt. So iſt alſo
auch auf dieſem wichtigen Gebiet unſere Landwirtſchaft
unab=
hängiger vom Ausland geworden. Eine weitere, ſehr erfreuliche
Erſcheinung iſt der Rückgang der Zwangsverſteigerungen
land=
wirtſchaftlicher Grundſtücke, die — wie der Reichsbauernführer
Darré in einer Nundfunkrede ausführte — von 7060 im Jahre
1932 auf nur 1662 im letzten Jahr geſunken ſind. Auch die
Kaufkraft der bäuerlichen Bevölkerung für Hausrat Bekleidung
uſw. iſt im letzten Jahr weſentlich geſtiegen, ſo daß von dieſer
Seite her unſer Gewerbeweſen eine erfreuliche Anregung zur
Ueberwindung der Kriſe erhielt.
Zu danken iſt dieſe Erhöhung der landwirtſchaftlichen
Pro=
duktivkraft den zielbewußten Maßnahmen unſerer Regierung,
einmal: die Landwirtſchaft ſicherzuſtellen und zum anderen:
Ordnung im Abſatzmarkt für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe zu
ſchaffen. Aus der Sphäre händleriſcher Spekulationstätigkeit iſt
die Landwirtſchaft herausgehoben worden, um aus ihr ein
In=
ſtrument für die ausreichende und preiswerte Verſorgung des
deutſchen Volkes zu ſchaffen. Dieſe Sicherſtellung unſerer
Land=
wirtſchaft und insbeſondere des Bauerntums erfolgte durch die
Erbhofgeſetzgebung, die Ordnung des Abſatzmarktes aber durch
die Feſtſetzung von Richtpreiſen. Dieſe Feſtpreisgeſetzgebung
bezweckt zunächſt, die Preiſe ſo hoch anzuſetzen, daß der
Pro=
duktionsaufwand der Landwirtſchaft voll gedeckt iſt, wiederum
müſſen ſich aber auch die Preiſe der geſunkenen Kaufkraft der
Maſſen anpaſſen. Unter einer ſolchen Feſtpreisgeſetzgebung ſteht
unſere ganze Getreidewirtſchaft; ſie hat erſt ermöglicht, daß die
überreichliche Roggen= und Weizenernte des Wirtſchaftsjahres
1933/34 nicht nur befriedigende Preiſe für den deutſchen Bauern
brachte, ſondern auch zum Segen für den Konſumenten wurde,
der gut und preiswert verſorgt werden konnte. Das Fehlen
einer derartigen Geſetzgebung hätte zur Folge gehabt, daß bei
der guten Ernte des verfloſſenen Jahres die Preiſe ins
Boden=
loſe geſunken, der Bauer wieder verelendet wäre, ſo daß er
keine Mittel für die Wirtſchaft der kommenden Jahre gehabt
hätte. Infolgedeſſen wäre dann Deutſchland wieder auf die
Einfuhr vom Ausland angewieſen, die bei der ſteigenden
Ten=
denz der Weltmarktpreiſe wahrſcheinlich zu erhöhten Preiſen
erfolgt wäre. Daß das deutſche Volk auch im kommenden Jahre,
das auf keine ſo reichliche Ernte fußt, wieder faſt volſtändig
von der eigenen Scholle mit Brotgetreide verſorgt werden kann,
iſt der Feſtpreisgeſetzgebung unſerer Regierung zu danken.
Ein ſehr ſchwieriges Kapitel war die Regelung der
Fett=
verſorgung, denn die Konkurrenz der mit billigen
Auslands=
ſtoffen produzierten Margarineinduſtrie hatte die bäuerliche
Milchwirtſchaft ja an den Nand des Abgrundes gebracht. Auch
hier iſt es geglückt, durch Erſchwerung der Einfuhr vom
Aus=
land und Kontingentierung der Margarineerzeugung die
Ren=
tabilität der Bauernwirtſchaft wieder herzuſtellen, ſo daß wir
auch hinſichtlich der Verſorgung mit Molkereierzeugniſſen
ge=
ſichert ſind. Mit Vieh und Fleiſch konnte uns von jeher die
heimiſche Landwirtſchaft voll verſorgen, allerdings mit einer
Einſchränkung: ſie benötigte die Einfuhr von eiweißhaltigen
Kraftfuttermitteln. Doch auch dies Problem griff die neue Re=
Heute
mener Homam!
Seite 2 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 15. November 1934
gierung mit Erfolg an: Seit dem Jahre 1933 iſt die
Anbau=
fläche für Oelfrüchte, die für die Ernährung wie auch für
Futter=
zwecke dienen, von 5 200 Hektar auf 26 700 Hektar, alſo um das
Fünffache, geſtiegen. So beſteht begründete Hoffnung, daß wir
in der Verſorgung mit Fetten und Futtermitteln ebenfalls
un=
abhängig vom Ausland werden.
Daraus erſieht man wohl zur Genüge, daß auch nicht der
geringſte Grund zur Beunruhigung hinſichtlich der Zukunft
unſerer Ernährung vorhanden iſt. Das, was man noch vor
wenigen Jahren nicht zu hoffen wagte, iſt heute Tatſache
ge=
worden: verſtärkte Eigenverſorgung, ohne doch den Verbraucher
dabei übermäßig zu belaſten.
*
Von unſerem P.=Korreſpondenten.
Paris, 14. November.
Die Lage des franzöſiſchen Kabinetts Flandin wird nach der
Regierungserklärung einen Schuß ſkeptiſcher beurteilt als bei
ihrer Bildung. Nicht als ob die Regierung von Kammer und
Senat nicht hinreichend unterſtützt wäre. Senat und Kammer
ſind glücklich über den glatten Verlauf der Kriſe und der
Regie=
rungsbildung. Aber bereits jetzt iſt zu erkennen, von welcher
Seite Flandin eine Oppoſition zu erwarten hat. Derjenige Teil
der Rechtsparteien, der ſich dem Parlament gegenüber auf die
öffentliche Meinung ſtützen will, ſteht jetzt in der Oppoſition. Die
Erklärungen Doumergues bei ſeinem Sturze haben nicht dazu
beigetragen, die Gegenſätze zu überwinden.
Am 11. November, bei der Gedenkfeier des
Waffenſtillſtan=
des, hat die äußerſte Rechte die Gelegenheit benutzt, ihre
An=
hänglichkeit an Doumergue zu manifeſtieren. Die Regierung
konnte die Widerſtände von dieſer Seite noch nicht überwinden.
Das beweiſt auch die Preſſekampagne, die nichts unverſucht läßt,
um neue Skandalaffären zu kreieren. Zu dieſem Zwecke werden
an ſich recht banale Angelegenheiten übertrieben.
Der Waffenſtillſtandstag hat übrigens auch von der linken
Seite zu heftigen Demonſtrationen Anlaß gegeben. Man läßt
ſie nach Möglichkeit unerwähnt; aber dennoch muß man den
Ein=
druck gewinnen, daß es noch nicht gelang, die
öffent=
liche Meinung zu beruhigen. Die Regierung Flandin
muß alſo mit pſychologiſchen Schwierigkeiten kämpfen, die ihre
Arbeit nicht erleichtern. Flandin ſelbſt will vor allem an die
Bekämpfung der Wirtſchaftskriſe herangehen. Eine Entlaſtung
der Wirtſchaftslage erſcheint ihm im Augenblick dringlicher als
die Löſung der großen politiſchen Fragen. Es iſt aber
unmög=
lich, auf dem Gebiete der Wirtſchaftspolitik von heute auf
mor=
gen greifbare Reſultate zu erreichen, zumal mit ſo beſchränkten
Mitteln, wie ſie einer parlamentariſchen Regierung zur
Ver=
fügung ſtehen.
Die Wirkſamkeit der wirtſchaftlichen und finanziellen
Re=
formen, wie ſie Flandin vorſchweben, hängt in ſehr großem
Maße von pſychologiſchen Faktoren ab. Und unter dieſen ſpielt
die Beurteilung der außenpolitiſchen Lage die erſte Rolle. Wenn
alſo die außenpolitiſche Situation mit Abſicht als
beſorgnis=
erregend dargeſtellt wird, ſo wirkt man der wirtſchaftlichen
Ar=
beit der Regierung direkt entgegen. Das geſchieht aber in
Frankreich ohne Zweifel. Und die engliſche Preſſe tut
alles, um die Unruhe in Frankreich zu nähren.
Neun Zehntel der Alarmnachrichten kommen von jenſeits des
Kanals. Es kann nicht entſchieden werden, ob nur
Senſations=
ſucht oder Berechnung dahinter ſteht, jedenfalls iſt es ein frivoles
Spiel.
Mandſchuriſches Pekroleum-Monopol in Kraff.
EP. Tokio, 14. November.
Nach einer Meldung aus der mandſchuriſchen Hauptſtadt
Hſin=
king iſt das mandſchuriſche Brenn= und Treibſtoffmonopol
endgül=
tig in Kraft getreten. Das Monopol gibt der mandſchuriſchen
Negierung das Recht, die Einfuhr aller Oel= und
Petroleumer=
zeugniſſe zu kontrollieren und die Verkaufspreiſe feſtzuſetzen.
Aus=
ländiſche Geſellſchaften, deren Intereſſen durch das Monopol
ge=
ſchädigt werden, ſollen für ihre Verluſte „in vernünftigem Maß”,
entſchädigt werden. Die betroffenen Geſellſchaften ſind die
Eng=
liſch=Aſiatiſche Petroleum=Geſellſchaft und die Standard Oil
Com=
pany mit ihren Tochtergeſellſchaften. Der Wert der Anlagen
die=
ſer Geſellſchaften in der Mandſchurei wird auf über 20 Millionen
Dollar geſchätzt.
Der franzöſiſche Außenminiſter Laval wird am Donnerstag
nachmittag vor dem Kammerausſchuß für Auswärtiges und am
Freitag nachmittag vor dem auswärtigen Senatsausſchuß über
auswärtige Politik der Regierung und ſeine Pläne für die
Völker=
bundsarbeit ſprechen.
Aus Erklärungen des Staatsſekretärs Hull geht hervor, daß
die amerikaniſche Regierung die Abſicht hat, mit den anderen
Län=
dern ein internationales Abkommen über die Waffenfabrikation
und den Waffen= und Munitionshandel abzuſchließen.
Todesfurcht.
Von H. Grabow.
Es könnte auf den erſten Blick ſcheinen, daß Lebenswille
und Todesfurcht zwei verſchiedene, ja entgegengeſetzte Begriffe
ſeien. Das iſt aber nur ſcheinbar der Fall. In Wirklichkeit
be=
nhaltet der Lebenswille der dem Selbſterhaltungstrieb ſo nahe
verwandt iſt, eine der Todesfurcht durchaus naheſtehende
Re=
gung. Der Lebenswille und der Selbſterhaltungstrieb iſt der
Natur eines jeden Lebeweſens tief verwurzelt. Hier handelt es
ſich um eine weiſe Einrichtung der Natur, denn nur durch dieſe
Maßnahme bleibt die Erhaltung des Lebens auf der Erde
ge=
währleiſtet. Die traurige Gewißheit, daß jedes Leben ein Ende
haben muß, hat freilich das Tier noch nicht. Sie fehlt auch
dem kleinen Kinde, das noch nicht logiſch, ſondern nur
pſycho=
logiſch zu denken vermag. Erſt der mit Vernunft und der ſich
darauf ergebenden Folgerungsgabe verſehene Menſch kann die
Erkenntnis von der Unvermeidbarkeit des Todes beſitzen. Und
es zeigt ſich dann beim Menſchen die Kehrſeite des
Lebens=
willens, das iſt die Todesfurcht.
Die Todesfurcht pflegt in der Jugend nicht ſo ſtark
aufzu=
treten wie im ſpäteren Alter, denn einem jungen Menſchen
er=
ſcheint die vor ihm liegende im Vergleich zu der bereits
durch=
lebten Spanne Zeit ſehr groß, ja meiſtens unendlich weit. Erſt
im höheren Alter wird der Gedanke an das unvermeidliche
Ende häufiger und die Vorſtellung von dem Vorgang des
Ster=
bens tritt ſomit in den Vordergrund.
Der Gedanke an die Unſterblichkeit des Menſchen hat nicht
nur in religiöſer und weltanſchaulicher, ſondern auch in
natur=
wiſſenſchaftlicher Hinſicht ſeine volle Berechtigung. Der
menſch=
liche Körper iſt in der Tat unſterblich. Die chemiſchen Stoffe,
aus denen er beſteht, können auch nach dem Tode nicht
ver=
ſchwinden, ſondern nehmen nur eine andere Form an, indem
ſie andere chemiſche Verbindungen eingehen und auf andere
Weiſe im Weltall Verwendung finden. So kommt es, daß nichts
auf Erden vergänglich iſt. So wie jeder Gedanke ſchon einmal
gedacht wurde, ebenſo kehrt der Regentropfen, der ſcheinbar beim
Verdunſten verſchwindet, in veränderter Form, und ſei es nur
als Waſſerdampf, ſchließlich wieder zurück. Alle großen Dichter
und Denker gaben dem Gedanken von der Unvergänglichkeit
des Beſtehenden in irgend einer Form Ausdruck. Goethes
„Geſang der Geiſter über dem Waſſer” ſpiegelt das am beſten
wider. Es heißt da: „Des Menſchen Leben gleichet dem Waſſer.
Vom Himmel kommt es, zum Himmel ſteigt es, und wieder
zur Erde muß es, ewig wechſelnd
Vom Tage.
Reichskommiſſar Dr. Gördeler ſprach am Mittwoch vor
ſämt=
lichen Wirtſchaftsführern über den Einſatz der
Wirtſchaftsorgani=
ſation bei der Preisüberwachung. Der kommiſſariſche Führer der
Wirtſchaft von der Goltz erklärte im Namen der Hauptgruppen,
der Fachgruppen und der Bezirksführer, daß die Beſtrebungen des
Reichskommiſſars die unbedingte Unterſtützung der
Wirtſchafts=
organiſation finden.
Durch Notenwechſel zwiſchen der deutſchen und der
portugie=
ſiſchen Regierung iſt die bis zum 15. Nov. gültige Abmachung
über die vorläufige Regelung des Waren= und Zahlungsverkehrs
zwiſchen Deutſchland und Portugal vom 13. Oktober 1934 bis zum
1. Dezember 1934 verlängert worden.
Nachdem zwiſchen der niederländiſchen und der deutſchen
Re=
gierung eine Fühlungnahme ſtattgefunden hat, hat die
niederlän=
diſche Regierung mit Rückſicht auf den Ablauf des deutſch=
nieder=
ländiſchen Clearing=Abkommens der deutſchen Regierung
vorge=
ſchlagen, über das Verrechnungsabkommen zu verhandeln. Die
Verhandlungen werden demnächſt im Haag aufgenommen.
Der Reichsſchatzmeiſter der NSDAP. hat zur Verordnung des
Führers vom 9. November 1934 über den Ehrenſokd für die
Hin=
terbliebenen der Gefallenen der Bewegung
Ausführungsbeſtim=
mungen erlaſſen.
Der deutſche Botſchafter in Paris, Roland Köſter, hatte eine
Unterredung mit dem franzöſiſchen Handelsminiſter Marchandeau.
Gegenſtand der Unterhaltung waren die Vertragsverhandlungen,
die demnächſt zwiſchen den beiden Ländern eingeleitet werden
ſollen. Das gegenwärtige deutſch=franzöſiſche Handelsabkommen
läuft bekanntlich in einigen Wochen ab.
gegen Byzankinismus.
DNB. Berlin, 14. November.
Der Stellvertreter des Führers hat folgende Verfügung
er=
laſſen:
„Zu meinem größten Befremden finde ich in der Preſſe immer
wieder Aufforderungen zum Flaggen und byzantiniſche
Begrüßungs=
artikel gelegentlich der Anweſenheit oder Durchfahrt führender
Parteigenoſſen im eigenen Gebiet oder in Parteizeitungen des
eigenen Bereiches, ſowie geſchmackloſe Geburtstagsartikel, die
die verherrlichten Führer, damit aber auch die Bewegung an ſich
lächerlich machen und mit der für Nationalſozialiſten gebotene
Zu=
rückhaltung keinesfalls zu vereinbaren ſind. Das Anſehen
führen=
der Parteigenoſſen kann in den Augen der Partei= und
Volks=
genoſſen nur durch Leiſtung gehoben werden, und durch das
Ver=
trauen, das ſie ſich durch Taten und in perſönlichem Verkehr zu
erwerben verſtehen. Ich verbiete hiermit letzmalig jede
Beweih=
räucherung, ihre Veranlaſſung oder Duldung in der Preſſe oder
ſonſtigen Oeffentlichkeit, und werde in Zukunft unnachſichtig die
jeweils Schuldigen ohne Rückſicht auf ihre früheren Verdienſte
ihrer Aemter entheben.”
* „Der Deutſche”, die Tageszeitung der Deutſchen Arbeitsfront,
hat den Erlaß des Stellvertreters des Führers gegen den
Byzan=
tinismus mit einem langen Kommentar verſehen, in dem es u. a.
heißt:
„Der Stellvertreter des Führers hat mit ſeiner Verfügung
gegen den Byzantinismus allen aufrechten deutſchen Volksgenoſſen
aus dem Herzen geſprochen. Was bisher an vielen Orten an
Lob=
hudelei und Beweihräucherung geleiſtet wurde, war oft derart
widerlich und abſtoßend, daß es gerade dem Anſehen derjenigen
Perſönlichkeiten, die mit dieſen Veröffentlichungen geehrt werden
ſollten, ungeheuer ſchadete. Man hatte oft den Eindruck, daß es
den Verfaſſern derartiger Machwerke oder denjenigen, die aus
geringfügigen Anläſſen heraus zu Beflaggungen oder zu
Spalier=
bildungen aufforderten, einzig und allein um nichts anderes zu
tun war, als um den Verſuch, ſich ſelbſt in ein beſonders gutes
Licht zu rücken und ſich anzubiedern. Andererſeits hatte ſich in
manchen Gegenden dadurch, daß einzelne Stellen byzantiniſche
Ergüſſe duldeten und ſie dieſe Duldung ſogar gerne zu ſehen
ſchienen, dieſe Seuche zu einem Syſtem entwickelt, das bis in die
kleinſten Untergliederungen hineinreichte. So wurden nicht nur zu
Geburtstagen große Lobhymnen verfaßt und veröffentlicht,
ſon=
dern ſelbſt bei geringſten Anläſſen — ſei es bei
Verſammlungs=
reden oder Beſichtigungen — ſelbſt durch örtliche
Dienſtſtellen=
leiter — „Hofberichte”, Lebensbeſchreibungen mit
Bildveröffent=
lichungen der betroffenen Parteigenoſſen u. a. gebracht. Es muß
ganz offen geſagt werden, daß die Hauptſchuld an derartigen
Zu=
ſtänden diejenigen tragen, die eine ſolche Beweihräucherung ihrer
Perſon oder ihrer nächſten Mitarbeiter duldeten.”
„Der Deutſche” fordert dann zum Schluß Beſcheidenheit,
Schlichtheit, Hintanſtellung der Perſon und Zurücktreten des
eigenen Ichs. „Je größer die Leiſtung und die Taten, je mehr
wahrhaft nationalſozialiſtiſch das perſönliche Auftreten eines
führenden Parteigenoſſen, um ſo weniger bedarf es dann einer
beſonderen Hervorhebung ſeiner Perſon in der Oeffentlichkeit.”
Jedem Lebeweſen iſt der Lebenswille tief eingeboren. Selbſt
der lebensverneinendſte, den Tod als das beſſere Teil preiſende
Menſch wird im Augenblick der Gefahr von ſtarkem
Lebens=
willen erfaßt. Der große Peſſimiſt und Lebensverneiner
Schopenhauer kann als Beiſpiel dafür dienen. Als im
Jahre 1831 in Berlin die Cholera wütete, war er einer der
erſten, der nach Frankfurt am Main entfloh. Vom alternden
Menſchen wird das Leben mehr geſchätzt als vom jungen, der
deſſen Wert noch nicht zu erfaſſen vermag. Hier zeigt ſich wieder
deutlich, daß das, was man im Ueberfluß beſitzt, weitaus
weniger Reiz bietet als das, was nurmehr ſpärlich
vor=
handen iſt. Iſt der größere Teil des Lebens überſchritten, ſo
wird dieſes von Tag zu Tag koſtbarer, und je mehr ſich der
zweite Lebensteil verringert, deſto größer wird auch der
Lebens=
wille und mit ihm die Todesfurcht. Selbſt die größten
Peſſi=
miſten pflegen im Alter ſtark am Leben zu hängen.
Die Todesfurcht kann weder durch Ueberlegung noch durch
Nachdenken oder durch Philoſophie überwunden werden. Gäbe
es keinen Tod, ſo gäbe es keine Religion und keine Philoſophie.
Denn das Nachdenken über das Ende des Lebens und über das,
was dann geſchieht, bildet die Wurzel dieſer beiden, nur dem
Menſchen eigenen geiſtigen Strömungen. Das Kind wünſcht
er=
wachſen, der Jugendliche älter zu ſein. Dies ſind menſchliche
Weſenszüge, die ehern und unverrückbar fortbeſtehen. Nur der
ältere Menſch vermag den Wert des Daſeins richtig zu erfaſſen.
Hat man eine gewiſſe Diſtanz zu den Dingen, jene Patina der
Abgeklärtheit erlangt, ſo iſt auch das Nachdenken über den Tod
nicht mehr quälend. Senecca ſagte in ſeinem Alter, daß
Philoſophie in der Hauptſache die Kunſt ſei, ſich richtig auf den
Tod vorzubereiten.
Der Todesinſtinkt, der vielfach bis zur Todesfreudigkeit
überzugehen vermag, bildet ſich in einem beſonders hohen Alter
hie und da aus. Iſt ein Menſch alt, iſt er, wie der bildliche
Ausdruck beſagt „lebensſatt”, ſo verliert der Gedanke an
den Tod mitunter ſeine Schrecken. Sehr am Leben hängende
Menſchen glauben gerne und auch weit eher an das Fortleben
nach dem Tode als ſolche, denen der Wert des Lebens niemals
zum Bewußtſein kam. Aus dieſem Zuſammenhange heraus
er=
klären ſich etwa auch nachſtehende Ausſprüche Schopenhauers
bzw. des arabiſchen Philoſophen Averhoes Ibn Roſchids.
Der Erſtgenannte ſagte einmal: „klopfte man an die Gräber
und fragte die Toten, ob ſie wieder aufſtehen wollen, ſo würden
ſie mit dem Kopfe ſchütteln”, und der morgenländiſche Gelehrte
fragt in echt öſtlicher Denkart: „Warum bin ich nicht alt
ge=
boren?”
Iſt die Todesfurcht des Menſchen berechtigt? Nein. Denn
man kann durch ſie weder dem Tode Einhalt gebieten, noch ſein
Der Stahlhelm
an Adolf Hikler und Hermann Göring.
DNB. Magdeburg, 14. November4
Aus Anlaß der Gründungsfeier des Stahlhelms in Magn
burg hat Bundesführer Franz Seldte an den Führer und Reicht
kanzler Adolf Hitler folgendes Telegramm gerichtet:
„Zum Gedenktag der Gründung des Stahlhelm vor 16 J
ren haben ſich wie alljährlich die alten Frontſoldatt,
und Kämpfer
in Magdeburg, der Gründungsſtadt, verſo
melt. Sie gedenken de
rOpfer und der langen Ze
des gemeinſamen Befreiungskampfes. Sie ſyn
chen ihrem Frontkameraden und ihrem Führer Ado/
Hitler im Gedenken verſtändnisvoller Mitarbeit erneutdo
Gelöbnis ſoldatiſcher Treue und Gefolgſcho
mit dem aufrichtigen Wunſche aus, daß ſeine großen Zieler
ſeine Aufbauarbeit für Deutſchland zu unſerer aller Beſten
vollſtem Erfolg gekrönt ſein möge. Mit frontſoldatiſchem Gö
und mit Heil Hitler!
Im Namen der alten Kameraden.
gez. Franz Seldte.:
An den preußiſchen Miniſterpräſidenten, General Hermanc
Höring, wurde folgendes Telegramm geſandt:
ſi onderen A
„Die anläßlich des 17. Gründungstages des Stahlhelm nnz; erwies eiſie
Magdeburg verſammelten Kameraden des NS.=Deutſchen Froruweieugungen.
kämpferbundes (Stahlhelm) grüßen ihr Ehrenmitglied in ſolgy ungebung des
tiſcher „Verbundenheit.”
ſtr des Auswe
Front Heil Hitler!
gez. Franz Seldte.s
Das Ankworkkelegramm des Führers an Seldier
Auf das von Franz Seldte an den Führer gerichtete Te, pe Herr Pr
gramm iſt folgendes Antworttelegramm eingegangen:
emtihen und be
„Den in Magdeburg anläßlich des Gedenktages der Gnäumpigt,
ung des Stahlhelm verſammelten alten Frontſoldaten dankelugerEntſchl
herzlichſt für das Gelöbnis treuer Gefolgſchaft. Ich erwüüſznffchlands
die Grüße in kameradſchaftlicher Verbundenheit.
Adolf Hitlet” ſſentlichen !
Die Magdeburger Gründungsfeier des „Skahlhelt alzgen Ent
Utſtädten
aufgenomme
Die große Traditionsfeier des NSDFB. (Stahlhelm) ,nſeren
reichte am Dienstag in dem Traditions=Feſtkommers im Mags ”,ſt für mich
neuen Eig
burger Kriſtallpalaſt ihren Höhepunkt.
Bundesführer Reichsminiſter Franz Seldte hielt die Feſtnlz) Zolle
Er ging zurück in die Zeit des furchtbaren Zuſammenbruchs zuu g. daß 9!
der Schmach, in die Zeiten einer Revolution, die nur eine /60 Iniere
volte war, in der Feigheit, Egoismus und Verbrechertum ned’ meinen
an die Spitze des Staates ſetzen konnten. Mit allen, die MP firein
ihm durchgehalten hätten, fühle er ſich verbunden, und we/ß eiraut wor
er im vorigen Jahre das Stahlhelm=Ehrenzzict1 die Gru
hen ſtiftete, ſo erweitere er heute das Ehr ng aſt der S
zeichen auf die Jahrgänge 1931 bis 1932. Aus gehen meine
Erkenntnis heraus, das der kommende Führer ein politfkeit —ntwicklun
Führer ſein müſſe, habe der „Stahlhelm” ſich dem Manne mu 5m Laufe
Verfügung geſtellt, der über 33 Parteien hinweg rückſicht)du ig dieſer
und mit hartem Schlag das deutſche Schickſal ſchmiedet. Melülung vom
Hitler habe dem „Stahlhelm” ſein Vertrauen gegeben, und dkmi=ten und he
ſage er, der Redner, ihm Dank. Franz Seldte ſchloß mit ſe ſ gebracht.
Verſicherung, daß das Ziel des „Stahlhelm” niem=) die Aufnahme
der „Stahlhelm” ſelbſt geweſen ſei, ſondinpälniſch=
deu=
immer nur Deutſchland. Und wenn etwas zuſammn Willens u.
führe, wenn uns etwas in dieſer Stunde zuſammengeführt hineſſenden Fr
dann ſei es nur der Begriff „Deutſchland, den ein jeder sen kann man
weiten könne nach ſeiner Phantaſie, der aber immer das Schä. Ruichtigſte
ſei, was wir im Lebens= und im Daſeinskampf haben. „ 04 auf dem
der Reichskulkurkammern im Reiche.
G.=winn
voller Wü
Aufſicht der Landesſtellenleiter über die Ardit Arah ſurch
A1erſönliche,
u günſtig ent
Der Reichsminiſter für Volksaufklärung und Propagandayo ”, auf ge
angeordnet, daß die Landesſtellenleiter und
Gaupropagandalat=
von jetzt ab auch die Aufſicht über die Arbeit der Reichskullr. 0 dem wirtt
kammern in ihrem Gebiet als Landeskulturwalter ausüben. EIhren in der
Einzelkammern und ihre Landesverbände ſind, angewieſen 1 59 Zuſtandes
Gebietsgliederungen und Organiſationen im Reiche denjenigh 2 Mäten in
Landesſtellen und Gaupropagandaſtellen anzupaſſen und zu Mß= 4, Trotz
ſtellen. Bei der perſonellen Beſetzung dieſer Stellen haben M Renwärti
Gauleiter Vorſchlags= und Einſpruchsrecht. Die Ernennung 90 Md gegen
folgt dann durch die Präſidenten der Kammern. Richtlinien mei Mäügen
die Durchführung dieſer Anordnung im einzelnen werden in R.R2 Fhm
Mau
ergehen.
*
Das engliſche Unterhaus nahm nach Mitternacht die lebhah 9. 1.
umſtrittene Geſetzesvorlage über Wetten und Lotterien in drikil der 9
Leſung an und vertagte ſich dann.
eI
Leben glücklicher geſtalten. In dieſer Beziehung iſt d0s*
beſſer daran, weil es von keiner Todesfurcht geplagt Ee
Manche Tiere aber, wie beiſpielsweiſe Pferde, ſcheinen de ſe
Grauen vor dem Tode zu haben. Sieht ein Pferd den 40
nam eines Artgenoſſen, ſo flüchtet es voll Entſetzen, Auchl.
primitiven Völker leiden beim Anblick eines Toten Höllenglſche
ja man kann ſagen, daß ihr ganzes Leben durch die Angſele
den Toten erfüllt iſt. Nur ſo iſt es zu erklären, daß mam
Gräbern aus der Steinzeit Leichen fand, die nicht nur verſchſ.
ſondern auch an den Händen gefeſſelt waren; auf dieſe 2
ſollte deren Rückkehr zu den Lebenden verhindert werdel.
Ungewißheit über den Urſprung des Lebens wie über das.”
ſchehen nach dem Tode förderte zu allen Zeiten den men/e n
Aberglauben.
Die mildeſte und weiſeſte aller fremden Religionen, 900
diſche, lehrt die Verachtung des Todes, und auch der Nch gen
medaner ſteht durch ſeinen Fatalismus durch den Gedcl
daß ihm nur das Vorbeſtimmte und Unentrinnbare z0ſſh d
könne, weit über jeder Situation. Dieſe Einſtellung gewayl. I.
nicht nur innere Stärke, ſondern auch Lebensmut und 3.4
loſigkeit.
Die alten Kulturvölker liebten es, das Leben und deſt.
nebeneinander abzubilden. Auf Sarkophagen aus dem Alic!
auf Skulpturen und Grabbildniſſen finden wir Beiſple
fließen. Der Tod, der ſich letzten Endes nur durch ſeine.
vom Schlafe unterſcheidet, galt den alten Völkern auch as
Zwillingsbruder. Beide waren Kinder der Nacht, die i. 4
die Vergeſſenheit, den Traum, das Schickſal, das Alter ."
Zwietracht zu Kindern hatte. Aber Tod und Schlaf wark."
ihre Zwillingsbrüderſchaft weit näher verwandt als die N
Geſchwiſter untereinander. Der Tod ſelbſt war in der 2S
lung der alten Griechen ein ernſter Jüngling, der eine LS"
Fackel in der Hand trug. Mit dieſer Fackel pflegte er Dehle."
den er in ſein Reich zu führen gedachte, leicht zu berug."
Lebenswille und Todesfurcht! So begründet der Cle
ſo unbegründet iſt letztere, denn der Tod iſt nie und. *
der endgültigen Vernichtung gleichzuſetzen. Wie ein in De”
vergrabenes Samenkorn ſeine Geſtalt verliert, die Hüue, I4
zur Aehre heranwächſt, und wieder Körner hervormlus
deutet auch bei Menſch und Tier der Tod lediglich eihe.
neuerung des Lebens. Alexander von Humboldi
in ſeinen Briefen an eine Freundin die wunderhare.
„Der Tod iſt kein Abſchnitt des Daſeins, ſondern. Ls
Zwiſchenereignis, ein Uebergang aus einer Form PeS.L
Weſens in eine andere.”
Dieſe Worte enthalten einen unendlichen Likelt=
Deutſchland und Polen.
wroerer Ausbau der freundnachbarlichen Beziehungen zur Förderung der Inkereſſen der beiden Länder
und zur Sicherung des allgemeinen Friedens.
zu bitten, mir bei der Erfüllung meiner Aufgaben Unterſtützung
gewähren und mir weiterhin Eurer Exzellenz Vertrauen ent=
Poiens Borſchafter
überreicht ſein Beglaubigungsſchreiben.
DNB. Berlin, 14. November.
dr Führer und Reichskanzler empfing am Mittwoch den
zuna Botſchafter ernannten bisherigen polniſchen Geſandten,
Heyn Föſef Lipſki, zur Entgegennahme ſeines
Beglaubigungs=
ſchrteiens als Botſchafter. Der Empfang fand im „Hauſe des
Reingpräſidenten” ſtatt. Der Botſchafter wurde nach dem
übli=
cheyn eremoniell durch den Chef des Protokolls, Geſandten Graf
Bazſeitz, abgeholt und im Wagen des Führers zum „Hauſe des
Reiſchpräſidenten” geleitet. Das Perſonal der Botſchaft folgte
iun hionderen Wagen. Im Vorhof des
Reichspräſidenten=
hauſe erwies eine Ehrenwache dem Botſchafter die militäriſchen
Ehyſevezeugungen. An dem Empfang nahmen außer den Herren
derr imgebung des Führers und Reichskanzlers der
Reichs=
mimür des Auswärtigen, Freiherr von Neurath, teil.
4r Botſchafter hielt bei Ueberreichung ſeines
Beglau=
bigzusſchreibens in polniſcher Sprache eine Rede, die in der
uebreeßung wie folgt lautet:
ſrr deutſcher Reichskanzler! Ich habe die Ehre Eurer
Exzunz das Beglaubigungsſchreiben zu überreichen, auf Grund
beſſſiender Herr Präſident der Republik Polen mich als
außer=
ordſinichen und bevollmächtigten Botſchafter bei Eurer Exzellenz
begnabi gt.
fger Entſchluß der Regierungen Polens und
Deſuſchlands, ihre Vertretungen in beiden
Hahuiſtädten zu Botſchaften zu erheben, iſt von
der ffentlichen Meinung unſerer beiden Länder mit
Genug=
tuum aufgenommen worden; er iſt ein Ausdruck der
güſoigen Entwicklung der Beziehungen
zwi=
ſchſrunſeren beiden Staaten.
U!
iſt für mich eine hohe Ehre, daß es mir gegeben iſt, in
meiin neuen Eigenſchaft an der Annäherung unſerer
beudn Völker weiterarbeiten zu können in der
Ueber=
zeuang, daß dies nicht allein den polniſch=
deut=
ſchi IIntereſſen, ſondern auch der Sache des
alllg meinen Friedens dienlich iſt. Seitdem ich mit
der Etrretung der polniſchen Regierung bei der
Reichsregie=
runn eiraut worden bin, habe ich mein ganzes Beſtreben darauf
„fi gerüht, die Grundſätze zu verwirklichen, auf denen im Ein=
te das klamgmit der Stellungnahme Eurer Exzellenz —
19z die ſon meiner Regierung vollauf geteilt wird
—BſeEntwicklung der polniſch=deutſchen Beziehungen ſich ſtützen
ch dem ſoll.) ri Laufe des vergangenen Jahres iſt die praktiſche
An=
wemong dieſer Grundſätze, die ihren ſtärkſten Ausdruck in der
ſähne Erkkäung vom 26. Januar 1934 gefunden haben,
vorwärts=
gegehn geſchurten und ha: poſitive, für beide Teile günſtige Ergebniſſe
ſeldte ſ4. mit ſ gebracht. Dieſe Erklärung hat günſtige Vorausſetzungen
heln für /b Aufnahme der Arbeiten auf den verſchiedenen Gebieten
z der zpimäſch=deurſchen Beziehungen geſchaffen zur Vertiefung des
em guteh W illens und der objektiven Behandlung der beide Länder
mnr betrsf uden Fragen. Von den bisher ſchon erreichten
Ergeb=
den u niſſſykann man mit Sicherheit ſagen, daß ſie zweifellos eines
immas der uhtigſten und vielleicht weſentlichſten der in letzter Zeit in
mpi Eum auf dem Gebiete der Stabiliſierung des Friedens
erziel=
ten ſGminne darſtellen.
15 voller Würdigung der Wichtigkeit dieſer Aufgaben werde
prach ſtreben, daß das in dieſer Richtung unternommene,
hierſönliche, beiderſeitige Beziehungen geförderte Werk ſich
ing günſtig entwickelt und daß unſeren Völkern ein immer
Rauf gegenſeitiger Achtung beruhendes Verſtehen weiter
f dem wirtſchaftlichen Gebiet — nach der Aufhebung des
ihren in den deutſch=polniſchen Umſätzen beſtehenden
anor=
male Zuſtandes — ſuchen wir nach weiteren
Mög=
liciſliten in unſerem gegenſeitigen
Warenaus=
tauſy, Trotz beſtehender Schwierigkeiten, die ihre Urſache in
der 7genwärtigen Kriſe haben, können Nachbarſtaaten in einem
Zuftud gegenſeitigen Verſtehens Löſungen finden, die ihren
gegiuitigen Intereſſen entſprechen.=
Fdem ich Eurer Exzellenz für das mir bisher erwieſene
Veunuen meinen Dank ausſpreche, möchte ich zugleich
ver=
ſichay daß ich gemäß den Weiſungen meiner
Re=
gieang nichts unterlaſſen werde, um an der
Entwick=
lumtder Beziehungen zwiſchen unſeren beiden
*äyern zu arbeiten. Ich habe die Ehre, Eure Exzellenz
gegenbringen zu wollen.
Die Ankwork des Führers.
Der Führer und Reichskanzler erwiderte mit folgenden
Worten:
Herr Botſchafter! Ich habe die Ehre, aus Ihren Händen
das Schreiben entgegenzunehmen, mit dem der Herr Präſident
der Republik Polen Sie als außerordentlichen und
bevollmäch=
tigten Botſchafter bei mir beglaubigt.
Auch ich ſehe in der Erhebung der beiden Vertretungen
Deutſchlands und Polens zu Botſchaften ein erfreuliches Zeichen
für die glückliche Entwicklung, die die Beziehungen zwiſchen
unſeren Ländern genommen haben.
Der Neugeſtaltung dieſer Beziehungen, die
ſich auf den übereinſtimmenden Entſchluß der deutſchen
Regie=
rung und der polniſchen Regierung ſtützt, kommt angeſichts der
mannigfachen Schwierigkeiten in der gegenwärtigen politiſchen
Lage Europas eine ganz beſondere Bedeutung zu. Sie iſt
geeignet, nicht nur der Förderung der
Inter=
eſſen der beiden Länder zudienen, ſondern auch
ein wichtiger Faktor für die Sicherung des
all=
gemeinen Friedens zu ſein. Die bisher ſchon erzielten
Ergebniſſe können uns nur beſtärken in dem Willen auf
dem eingeſchlagenen Wege weiter
fortzuſchrei=
ten, die Zuſammenarbeit auf den verſchiedenen
Gebie=
ten unſerer Beziehungen immer mehr zu vertiefen und
ſo in gegenſeitiger Achtung und in gegenſeitigem
Verſtehen ein feſtes und dauerhaftes freundnachbarliches
Ver=
hältnis zwiſchen Deutſchland und Polen zu begründen. Auch auf
wirtſchaftlichem Gebiet iſt Deutſchland gern bereit, zur
Ueber=
windung der durch die gegenwärtige Kriſe verurſachten
Schwie=
rigkeiten das Seinige beizutragen und den beiderſeitigen
Waren=
austauſch nach Möglichkeit zu fördern.
Ich begrüße es, daß Sie, Herr Botſchafter, der Sie an der
Entwicklung der deutſch=polniſchen Beziehungen ſchon ſo
erfolg=
reich mitgearbeitet haben, von Ihrer Regierung dazu auserſehen
ſind, ſich nun auch in Ihrer neuen Eigenſchaft dieſer Aufgabe
zu widmen. Sie können überzeugt ſein, daß Sie bei Ihrer
Arbeit ſtets meine Unterſtützung und auch die Unterſtützung
meiner Regierung finden werden.
Hieran ſchloß ſich eine längere Unterhaltung; alsdann ſtellte
der Botſchafter dem Führer und Reichskanzler die Mitglieder
ſeiner Botſchaft vor. Beim Verlaſſen des Hauſes erwies die
Ehrenwache dem Botſchafter erneut militäriſche
Ehrenbezeugun=
gen; die Rückfahrt nach der polniſchen Botſchaft erfolgte in
gleicher Weiſe wie die Hinfahrt zum Reichspräſidentenhauſe.
überreicht dem polniſchen Staatspräſidenken
ſein Beglaubigungsſchreiben.
DNB. Warſchau, 14. November.
Der deutſche Botſchafter von Moltke überreichte am
Mitt=
woch nachmittag dem polniſchen Staatspräſidenten im
War=
ſchauer königlichen Schloß ſein Beglaubigungsſchreiben.. Der
deutſche Botſchafter hielt folgende Anſprache: Herr
Staatspräſident! Ich habe die hohe Ehre, Ew. Exzellenz das
Schreiben zu überreichen, durch das mich der deutſche
Reichs=
kanzler als außerordentlichen und bevollmächtigten Botſchafter
bei Ihnen beglaubigt. Die Erhebung der beiden
Ver=
tretungen in Warſchau und Berlin zu
Botſchaf=
ten iſt ein bedeutſames Zeichen der glücklichen
Entwicklung, die die Beziehungen zwiſchen
unſeren beiden Ländern genommen haben. Dank
der tatkräftigen Initiative von beiden Seiten iſt für dieſe
Be=
ziehungen durch die Vereinbarung vom 26. Januar ds. Js. eine
neue Grundlage geſchaffen worden, die dem wahren Bedürfnis
der beiden Völker entſpricht und daher die Gewähr für eine
dauerhafte Zuſammenarbeit in ſich ſchließt. Dieſe
Zuſam=
menarbeit, die ſchon jetzt auf erfreuliche Ergebniſſe
zurück=
blicken kann, wird nicht nur den Intereſſen
Deutſch=
lands und Polens, ſondern auch dem Intereſſe
des allgemeinen Friedens dienen. Meine Regierung
iſt deshalb feſt entſchloſſen, auf dem eingeſchlagenen Wege
fort=
zuſchreiten, um ſo die freundnachbarlichen Beziehungen zwiſchen
unſeren Ländern immer fruchtbarer zu geſtalten.
Für dieſes hohe Ziel werde auch ich ſtets alle meine Kräfte
einſetzen. Indem ich Ihnen, Herr Präſident, für das Wohlwollen
danke, das Sie und Ihre Regierung mir und meiner Arbeit
bisher erwieſen haben, verbinde ich damit die Bitte, mir auch
weierhin Ihre freundliche Unterſtützung ſowie die Unterſtützung
Ihrer Regierung angedeihen laſſen zu wollen.
Dex polniſche Staatspräſident antwortete:
Mit Recht unterſtreichen Ew. Exzellenz, daß die gleichzeitige
Er=
hebung unſerer Vertretungen in Berlin und Warſchu in den
Rang von Botſchaften der Ausdruck einer glücklichen
Entwick=
lung der Beziehungen zwiſchen beiden Ländern iſt, die mit der
Erklärung vom 26. Januar dieſes Jahres eingeleitet wurde,
einer Entwicklung, die bereits poſitive Ergebniſſe in der
Ge=
ſtaltung des freundſchaftlichen, nachbarlichen Zuſammen ebens
Polen und Deurſchlands gibt. Das Zuſammenleben, geſtützt auf
das Verſtändnis der gegenſeitigen Intereſſen und auf
beider=
ſeitige Schätzung, dient gleichzeitig der Frage des allgemeinen
Friedens. In Auerkennung der ganzen Bedeutung weiterer
nachbarlicher Zuſammenarbeit unſerer beiden
Län=
der und einer glücklichen Geſtaltung der Beziehungen zwiſchen
ihnen, ſtellen ſowohl Sie, wie die polniſche Regierung ſich als
Ziel, über eine ſolche Geſtaltung der
Beziehun=
gen zu wachen, die unſeren beiderſeitigen Intereſſen
ent=
ſprechen und auch dem alle)meinen Wohle Vorteile blingen.
Gömbös über ſeine Verhandlungen in Warſchau,
Wien und Rom.
Im Auswärtigen Ausſchuß des Abgeordnetenhauſes machte
am Mittwoch Miniſterpräſident Gömbös Ausführungen über
die allgemeine europäiſche Lage und deren Auswirkungen auf
Ungarn. Der Miniſterpräſident befaßte ſich ferner mit dem
Mar=
ſeiller Attentat und ſtellte feſt, daß Ungarn im Zuſammenhang mit
dem Marſeiller Königsmord keine wie immer geartete
Verant=
wortung zugeſchoben werden könne. Zum Schluß betonte der
Miniſterpräſident erneut, daß die italieniſch=ungariſche feſte
Freundſchaft unverändert beſtehe. Sie werde weiterhin die ſicherſte
Grundlage der Ruhe und des Friedens in Mitteleuropa bleiben.
Die größte Stütze und der mächtigſte Faktor dieſer Freundſchaft
ſei die Perſon des Duce, der unverändert die wärmſten Gefühle
für Ungarn und für die gerechte Sache Ungarns hege.
* Die Aeußerungen des ungariſchen Miniſterpräſidenten
ſind begreiflicherweiſe ſehr vorſichtig und zurückhaltend, betonen
aber doch ſehr ſtark, daß die ungariſch=italieniſche Freundſchaft
unverändert feſt fortbeſtehe. Das gilt wohl mehr für die Gegner
Ungarns — die Kleine Entente; denn hinter den Kuliſſen geht
der Kampf um das Marſeiller Attentat und ſeine Folgen mit
aller Kraft weiter. Die Kleine Entente ſcheint entſchloſſen zu
ſein, ein offizielles Verfahren gegen Ungarn und vielleicht auch
gegen Oeſterreich einzuleiten. Die Ungarn wieder behaupten, daß
ſie auch nicht mittelbar mit dem Attentat in Verbindung
ſtan=
den, weil ſie das berühmt gewordene Lager in Jankapuſzta
ſchon längſt aufgelöſt hätten. Sie behaupten ſogar, daß die
eigentlichen Drahtzieher in der Tſchechoſlowakei geſeſſen hätten
und daß die Kleine Entente durch ihren Eifer nur ihr Alibi
nachweiſen wolle. Jedenfalls wird aber neuerdings ganz
ernſt=
haft davon geſprochen, daß der Völkerbundsrat in ſeiner
außer=
ordentlichen Novembertagung auch mit der Unterſuchung über
das Marſeiller Attentat befaßt werden ſoll mit dem Ziel, Ungarn
hier auf die Anklagebank zu bringen. Wenn das wahr iſt, muß
Ungarn Wert darauf legen, ſeine diplomatiſchen Beziehungen zu
verſtärken, um ſich Freunde zu ſuchen mit der naheliegenden
Folgerung, daß die Frontenverſchiebungen, die ſich bei dem
Beſuch Königs Alexander in Frankreich abzuzeichnen begannen,
wieder verſchwinden und die alten Gegenſätze in voller Schärfe
wieder aufleben. Die ganzen Probleme im ſüdoſteuropäiſchen
Raum können alſo von heute auf morgen wieder akut werden
und damit auch der jugoſlawiſch=italieniſche Gegenſatz, der durch
die eifrigen franzöſiſchen Bemühungen vorübergehend etwas
ver=
wiſcht war.
Das franzöſiſch=öſterreichiſche Handelsabkommen, das am 7.
November paraphiert worden iſt, wurde am Mittwoch im Quai
diOrſay unterzeichnet.
Der neue franzöſiſche Handelsminiſter Marchandeau hat den
Plan ſeines Vorgängers Lamoureux, zu Verhandlungen über den
Abſchluß eines endgültigen Handelsvertrags nach Moskau zu
reiſen, wieder aufgenommen. Dem „Temps” zufolge wird die Reiſe
Anfang Dezember erfolgen.
Dreißig verſchiedene nationale Verbände Griechenlands haben
gegen das Vorgehen der albaniſchen Behörden gegen die
griechi=
ſchen Schulen in einzelnen Teilen Albaniens eine
Proteſtkund=
gebung in Athen veranſtaltet.
Heſſiſches Landestheaker.
Ries Haus. — Mittwoch, den 14. November.
„Minna von Barnhelm”.
Luſtſpiel von Leſſing.
Arz nach dem Frieden von Hubertusburg, an einem beiteren
Erügng stag des Jahre 1763, brachte Leſſing den Entwurf zu
„Mſſna von Barnhelm” zu Papier.
Se Kämpfe und mehr noch der Geiſt jener Zeit, Mannes=
Ilcnieit und Ehre, ſpiegeln ſich in der Dichtung wider.
Wirk=
iches kegebenheiten liegen der Handlung zugrunde. Der Gaſthof
DhFoldenen Gans” in der Junkerſtraße in Breslau ſoll der Ort
Einen dem der Tellheim der Wirklichkeit ſeine Minna
getrof=
fend 4.
41 höchſter Schaffensfreude war Leſſing am Werk. So
Meiktr am 20. Auguſt 1764 an Freund Ramler: „Ich brenne
Drlig erde, die letzte Hand an meine Minna von Barnhelm zu
legts Sch habe Ihnen von dieſem Luſtſpiel nichts ſagen können,
beidllz wirklich eines von meinen letzten Projekten iſt. Wenn
e=
a Deſer als alle meine bisherigen dramatiſchen Stücke wird,
ic feſt entſchloſſen, mich mit dem Theater gar nicht mehr
W0zlſhem.”
Berlin fand die Uraufführung ſtatt. Stark war damals
wier ure die Wirkung des Luſtſpiels. Goethe ſah in ihm die
DaAlte Slusgeburt des Siebenjährigen Krieges von
vollkomme=
nen horddeutſchem Nationalgehalt, die erſte aus dem bedeutenden
LebA gegriffene Theaterproduktion von ſpezifiſch temporärem
Ge/½ wie den Blick in eine höhere, bedeutendere Welt glücklich
erGHite.
ine freudige Ueberraſchung war es, daß Generalintendant
kEverth die von ihm geleitete Neuinſzenierung mit
Mörl des achtzehnten Jahrhunderts umrahmte. Der Deſſauer
Me0 eitete ein; Tonbilder von Joſ. Ad. Hiller, ein
Glocken=
bil A oc kslied um 1700 und ausgewählte Teile aus den Flöten=
Kostiem Friedrichs des Großen erfüllten die Zwiſchenakte.
Lüſt alte, muſikaliſche Rezept bewährte ſich aufs neue und
I0Mark zu einer belebten, angeregten Stimmung bei. Dies
RilAl ſich durch einige weitere Proben des von H. Hoeglauer
Vellstem kleinen Orcheſters noch ſteigern laſſen.
ucd in Hand hiermit ging das friſche Spiel des En=
. Franz Everth hatte für ein flottes Luſtſpiel=Tempo
WDen harmoniſchen Zuſammenklang aller Szenen geſorgi.
biſ chen Ruth Trumpp und Jochem Poelzig ſpielte ſich
9 Aütendſte Liebesſpiel der deutſchen Literatur ab. Durch den
Profeſſor Tiedemann
von der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt, die z. Zt. eine
Aus=
ſtellung ſeiner Bauten aus etwa zwei Jahrzehnten veranſtaltet.
(Vergl. Nr. 314 vom Dienstag, den 14. November.)
politiſchen Frieden konnte der Friede zwiſchen den Gemütern nicht
ſogleich hergeſtellt werden; dieſes aber ſollte, wie Goethe treffend
bemerkte, dieſes Luſtſpiel im Bild erwirken: „Die Anmut und
Liebenswürdigkeit der Sächſinnen überwindet den Wert, die
Würde, den Starrſinn der Preußen.”
Ueber Ruth Trumpps „Minna” ſchwebte zu Anfang der
überragende Schatten von Käthe Dorſchs jüngſter, unvergleich=
licher Darſtellung. Doch bald löſte ſich die Gegenwart von der noch
friſchen Erinnerung los und der Eindruck von Frau Trumpps
Spiel gewann eigenes Leben. Dies geſchah am ſchönſten und
ſtärk=
ſten in der Erkennungsſzene mit Tellheim. Mit beſtrickendem,
warmem Gefühl erfüllte Ruth Trumpp dieſes Wiederſehen und die
Erkenntnis von Tellheims unveränderter Liebe. Der herzliche
Klang ihrer Stimme, der leuchtende Glanz der Augen und die
Liebenswürdikeit ihres Spiels vereinigten ſich zu hohem Reiz.
Jochem Poelzigs „Major von Tellheim” war auf den
herben Stolz des leicht verletzten Offiziers geſtellt, nicht ohne auch
die warmen Töne des Liebenden durchklingen zu laſſen.
Edith Schultze=Weſtrum, ſeither am Münchener
Schau=
ſpielhaus, jetzt Dauergaſt in Darmſtadt war eine bewegliche
„Franziska”; manchmal etwas ſpitz und ſcharf, doch ſtets lebendig
und drollig.
Famos war Hans Baumeiſter als „Wachtmeiſter Werner”; ſo
recht der ſtets abenteuerluſtige Soldat, der nun zu dem Prinzen
Heraklius in die Ferne ziehen will. Sein Freund „Juſt” war
Ull=
rich Verden, anfangs als ehemaliger Reitknecht zu ſehr
gemüt=
licher Bonvivant.
Die Epiſode des „Riccaut de la Marliniere” gab Julius
Joachim Bartſch mit ſchönem Erfolg, den Glücksritter mehr als
Salonhelden, dann als Abenteurer auffaſſend.
Als Wirt ſchlich Ludwig Linkmann kriechend durch alle
Winkel ſeines Gaſthofs. Hans Ausfelder verkörperte mit
Würde den Grafen Bruchſal; Hedda Lembach mit ſtiller
Reſig=
nation die Dame in Trauer. Geſchmackvoll waren Max Fritzſches
Bühnenbilder.
Das Haus dankte mit lebhaftem Beifall für die
eindrucks=
volle Aufführung.
1.
— Ricarda Huch: Im alten Reich. Lebensbilder deutſcher Städte.
Der Norden. 44 Städtebilder mit Zeichnungen von Prof.
Hans Meid Berlin und 22 Stadtwappen 256 Seiten. (
Lei=
nen 3,25 RM. Carl Schünemann. Verlag.)
Nun liegt auch der zweite Band jener Lebensbilder deutſcher
Städte vor, die den Deutſchen zeigen, wie im Antlitz ihrer Städte
die Geſchichte des Reiches geſchrieben ſteht. Hildesheim. Lübeck,
Münſter und viele andere Namen werden beſchworen. Namen,
mit denen glänzende und ehrwürdige Architekturen, zugleich aber
große, herzbewegende geſchichtliche Erinnerungen verknüpft ſind.
Wer mit Ricarda Huch durch alte Giebelgaſſen, durch das
Däm=
merlicht rieſiger Dome, über hochgelegene Burgplätze wandert,
dem begegnen, als wäre vergangene Zeit durch die Zauberkraft
der Dichterin geweckt, Ratsherren und Richter, Kaiſer und
Für=
ſten, Ritter, Landsknechte, Soldaten deutſcher und fremder Län=
Gelehrte. Ricarda Huch nennt Städte,
Seite 4 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 15. November 1934
EHEEgeie
Die glückliche Geburt eines
viele" Sohnes zeigen in dankbarer
Freude an
Privstdozent Dr. Fl. J. Menges
u. Frau Gretel
Buchschlag, den 12. November 1934,
Adolf-Hitler-Platz 1.
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet iſt meine
treu=
ſorgende Frau, unſere liebe Mutter und
Großmutter
Frau
Magpaleng kuu
geb. Frieß
heute durch den Tod von uns gegangen.
Um ſtilles Beileid bittet
im Namen der Hinterbliebenen:
Gg. Rück.
Darmſtadt, den 14. November 1934.
Die Beerdigung findet am Samstag,
den 17. November, vormittags 11 Uhr,
auf dem alten Friedhof an der Nieder=
(11893
Ramſtädter Straße ſtatt.
Statt Karten.
Allen Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige
Mitteilung, daß infolge eines ſchweren Unglücksfalles mein
innigſigeliebter Gatte, unſer herzensguter Sohn,
Schwieger=
ſohn, Bruder, Schwager, Neffe und Onkel
Kanz Zaber
im blühenden Alter von 30 Jahren in die Ewigkeit abberufen
wurde.
In tiefer Trauer:
Frau Käthi Zabel, geb. Frank
Familie Heinrich Zabel
Familie Fritz Frank
Joſef Zabel
Kurt Müller und Frau, geb. Zabel
Berlin=Oranienburg
Schweſter Käthchen Emmerich
Ingelheim.
Darmſtadt, den 14. November 1934,
Barkhausſtr. 35 — Lichtenbergſtr. 65
Die Beerdigung findet am Freitag, den 16. November, nachm.
3 Uhr, auf dem alten Friedhof, Nieder=Ramſtädterſtr., ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
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vor der wackeren, hilfreichen „Kleinen” ſchrieb
mir geſtern ein begeiſterter Kleinanzeigenleſer
unſerer vielgeleſenen Heimatzeitung. Ueberhaupt
— ich muß ſagen, das Vertrauen und die Aner
kennung, die mir täglich ſtärker zuteil wird,
be=
weiſt, daß mich die meiſten Leſer ſchon ganz in ihr
Herz geſchloſſen haben. Wann werde ich, die flink
„Kleine”, nun auch die Deine?
Unſere vielgerühmte „Kleine‟
Hat die allerlängſten Beine;
Tragt man ihr, ne Sache auf,
Macht ſie es im ſchnellſten Lauf!
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Kokos-Makronen
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Mürnberger-Pfeffernuß-Mischung / Pfd. 10
Elisen-Lebkuchen
¼Pfd. 35
9
BRTFeN
(.WPMrapan
panerstag, 15. November 1934
jAus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 14. November 1934.
Der heſſiſche Staaksminiſter.
Niniſterialabteilung für Bildungsweſen, Kultus, Kunſt
und Volkstum.
Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
auer Volksſchule zu Aſſenheim, „Kreis Friedberg.
Dienſt=
mohung iſt vorhanden. Bewerber müſſen ſeit mindeſtens acht
Ihlen die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienſtzeit von
muetens fünf Jahren zurückgelegt haben.
Beginn des käglichen Unkerrichts
nuallgemeiner Körperſchule, Lied und Tagesſpruch.
Das Staatspreſſeamt teilt mit:
Eine Verfügung der Miniſterialabteilung für
Bildungs=
weſa, Kultus. Kunſt und Volkstum des Heſſiſchen
Staatsmini=
ſtiums vom 18. Oktober 1934 empfiehlt allen Schulen, den
täg=
liſſche Unterricht mit einer allgemeinen Körperſchule, einem Lied
uu Tagesſpruch zu beginnen. Dieſer Arbeitsauftakt wird überall
duhn wo man in friſcher Entſchloſſenheit, trotz mancherorts
vor=
hehinener Schwierigkeiten an eine Geſtaltung herangeht, die nicht
au er Oberfläche, im Aeußerlichen hängen bleibt, ſondern der
küyerlichen, charakterlichen und völkiſchen
Zhilſ etzung gerecht wird, eine wertvolle Bereicherung des
geßmin ſchaftlichen Lebens und Erlebens in der Schule bedeuten.
it einem ſolchen Beginn des täglichen Unterrichts wird
aud das ſei beſonders betont, keineswegs die Einrichtung
d=Schulgebets abgeändert oder gar aufgehoben. Dieſe
Mogenfeier, in der faſt alle Altersſtufen der betreffenden Schule
iner Gemeinſchaft vereinigt ſind, liegt vor dem eigent=
Klaſſenunterricht. Es ſteht ſomit nichts im Wege, das
Fügebet an der ſeither üblichen Stelle des Unterrichts
einge=
fa zu laſſen.
Vie weit ein Gebet als Abſchluß des Tagesauftaktes bzw.
Norgenfeier ſelbſt eingebaut werden kann, darüber werden
din Erfahrungsberichte der einzelnen Schulen ſicher genügend
Alſhluß bringen. Grundſätzlich ſteht jedenfalls einer ſolchen
Ekriterung nichts entgegen.
durch die in der obenerwähnten Verfügung beſonders
be=
tonn Freiwilligkeit bezüglich der Einführung einer Morgenfeier
wrlle/ Herr Miniſterialrat Ringshauſen unter allen Umſtänden
venweiden, daß ihre Durchführung und ihr Inhalt verflachen,
datßz nur befehlsgemäß und ohne die hier erforderliche innere
Efntzbereitſchaft an die Geſtaltung eines derartigen Tages=
Auf=
tatt herangegangen wird.
Nar wer erfüllt vom Geiſte unſerer großen Zeit und mit
uuzedfriſchem Herzen und in ſtärkſter Tatbereitſchaft vor die
BAhn oder Mädels tritt wird ſpüren, wie aus der
gekennzeich=
neure Morgenfeier Kräfte wachſen, die von der Stätte der
Säue hinführen zu der Wirklichkeit des Lebens, zur
Gemein=
ſchnnf uund zum Einſatz für Volk und Vaterland.
reilich, wer dieſe Bindungen und Wirkungen nicht verſpürt,
das w. führ en wird der Beginn des täglichen Unterrichts mit
Körper=
ſchmu, Lied und Tagesſpruch eine Störung und Kürzung des
Hausgu, alſgneinen Unterrichtsbetriebs darſtellen. Ihm gehen Minuten
velren, die er für eine Beſprechung vielleicht der Gebirge
Hönrndiens beſſer angewandt wüßte. Wenn ſolche Kräfte
niſh zu einer Einführung und Geſtaltung der Morgenfeier
ver=
mitt ” pflitet werden, kann es der Sache ſelber nur dienlich ſein.
Ie im Lande die äußeren ſchuliſchen Verhältniſſe recht
ver=
ſchüeerartig ſind (wenig geeignete Schulhöfe, viel auswärtige
Miu Scüler u. dergl.), wird begreiflicherweiſe mancherorts ſtärkſtes
inuees Dabei= und Bereitſein nicht ausreichen, eine reſtlos
be=
frnegende Löſung für die Morgenfeier zu erzielen. Man mag
undnuß ſich dann eben abfinden mit der Tatſache, daß ein
Tſelerfolg immer noch beſſer iſt als gar keiner, und daß
ſich gr” nind wa irgendein glatter und dem Auge wohlgefälliger
äuße=
re//ll lauf das Entſcheidende darſtellt.
Wſe Erfahrung und die Schulung der Kräfte, die die
Durch=
üünng vornehmen, werden mit der Zeit aus der freiwilligen
Gfkliung der Morgenfeier eine Einrichtung ſchaffen zu der
much ſich auf Grund ihres Wertes gern verpflichtet fühlt, und
auusder für Führung und Gefolgſchaft wertvollſte
Wechſelwir=
funn ſich ergeben.
Ein Achtzig=Jähriger Herr Schneidermeiſter Otto Wal=
Roßdörfer Straße 22, gebürtig aus Langenbergheim in
Aſſen, feiert morgen, am 16. November, ſeinen 80. Geburtstag.
Unter dem Leitwort „Steigerung der Dauerhaltbarkeit
1 äonſtruktion” findet auch in dieſem Jahre am 17. November,
hr vormittags, in der Otto=Berndt=Halle ein Kolloquium
nNaterialprüfungsanſtalt an der Techniſchen Hochſchule
Darm=
in Darmſtadt ſtatt. Es werden eine Reihe von
Kurzvor=
ſen gehalten, die den heutigen Stand der Forſchung auf den
minen Fachgebieten kennzeichnen. Insbeſondere wird auf die
Fſelwirkung zwiſchen Beanſpruchung, Werkſtoff und
konſtruk=
tin Geſtaltung eingegangen. Intereſſierte Fachkreiſe ſind hierzu
hi mich eingeladen.
AK. Geſchäftsſtenographenprüfung. Am Sonntag, dem 18.
dfNrs. 9 Uhr vormittags, findet in der Mornewegſchule
Her=
m unſt raße 21. die nächſte Stenographenprüfung ſtatt.
Anmel=
di wer und alles nähere bei der Heſſiſchen Induſtrie= und
Han=
dſammer Darmſtadt.
beſſiſches Landestheater Darmſtadt.
droßes Haus.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 5
16. November
Miete 2. 7
Anf. 19.30, Ende 22.30 Uhr.
Preiſe 0.70 bis 5.50
Der Zigeunerbaron.
Miete E8.
Anfang 19.30, Ende 22 Uhr.
Btag.
Preiſe 0.70 bis 5.50
7. November Martha.
Rleines Haus.
AMrsstag,
dfiar,
Anfang 20, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete III, 4. Vſt.
/ 4.5. November Der Poſtillon von Lonjumeau. Pr. 0.80 bis 4.50
Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Deutſche B. D 5.
M L.6. November Minna von Barnhelm. Preiſe 0.70 bis 3.80
Anf. 19.30, Ende 22 Uhr. Deutſche Bühne K5.
FEg,
-7. November Zuſatzmiete Xl. Minna von Barnhelm.
Preiſe 0.70 bis 3.80
* Heſſiſches Landestheater. Morgen abend bringt das Heſ=
9 Lrandestheater bereits die dritte Operetten=Neueinſtudierung
* Spielzeit. Nach dem „Bettelſtudent” und dem „Vetter aus
Iswa”, die beide vom Publikum mit großem Beifall aufge=
Imen wurden, folgt jetzt die klaſſiſche Operette „Der Zigeu=
Ehmron” von Johann Strauß. Die Titelrolle ſingt Joachim
Eter; die übrigen Hauptrollen ſind mit Hedy Brozewſki. Erna
1MGeorgi. Anna Jacobs. Martha Liebel, Karl Köther, Hein=
Abuuhn, Heinz Langer und Kurt Theo Ritzhaupt beſetzt. Die
leinſtudierung ſteht unter der Leitung von Kapellmeiſter
ſtz Herburger und Profeſſor Max Hofmüller; die Tänze wur=
Avon Alice Zickler einſtudiert; das Bühnenbild von Profeſſor
2bgſetti, dem Bühnenbildner der Bayeriſchen Staatstheater,
Nchen, entworfen. — Am kommenden Montag. 19. November,
ſet das Dritte Sinfonie=Konzert des Landes=
Mer=Orcheſters unter der Leitung von Generalmuſikdirektor
Friderich ſtatt (nicht, wie urſprünglich vorgeſehen, erſt am
MNovember!). Das Konzert bekommt ſeine beſondere An=
Nunggskraft durch die Uraufführung des neueſten Werks
unſe=
einheimiſchen Komponiſten Wilhelm Peterſen: ſeine
Sin=
e Mr. 3 in Ls=Dur. Die bevorſtehende Uraufführung findet
Breachtung weiteſter muſikaliſcher Kreiſe des Reiches.
Wer Zeitung lieſt, lieſt auch die Anzeigen.
Bus Ergeonls einer Ainfuge.
Ueber die Anzahl der Zeitungsleſer, die auch die Anzeigen
leſen herrſcht häufig Unklarheit. Dabei liegt eine Feſtſtellung
des Prozentſatzes der Anzeigenleſer aus dem Zeitungspublikum
nicht nur im Intereſſe der Zeitung ſelbſt, ſondern vor allen
Din=
gen auch im Intereſſe der inſerierenden Geſchäftsleute und
Wirt=
ſchaftsgruppen. Im allgemeinen wird dieſer Prozentſatz von der
inſerierenden Geſchäftswelt, natürlich zum Nachteil der Zeitung,
unterſchätzt.
Da in der letzten Zeit mehrfach aus Unternehmerkreiſen die
Auffaſſung geäußert wurde, daß das Publikum nicht mehr ſo wie
früher an der Zeitung ſelbſt und damit auch an ſeinem
Inſeraten=
teil intereſſiert ſei, hat eine von einer Anzahl von
Heimatzei=
tungen, die ſich zur „Union der Heimatpreſſe” zuſammengeſchloſſen
haben, unternommene planmäßige Befragung des
Zeitungspublikums in allen Teilen des Reiches
ſtatt=
gefunden, die das beweiskräftige Material zur Widerlegung der
vertretenen Auffaſſung zuſammengetragen und eine neue
Werbe=
aktion durchführen wollte. Das Ergebnis dieſer Rundfrage liegt
jetzt vor und gibt, bei der ſowohl nach Berufen, als auch nach
landſchaftlichen Geſichtspunkten möglichſt ausgeglichenen
Frage=
ſtellung, einen relativ objektiven, dabei aber ſicherlich auch
über=
raſchenden Einblick in die Wichtigkeit der
An=
zeigenwerbung in der Tagespreſſe.
Das Material liegt bisher aus 23 Bezirken des Reiches vor,
die jeweils von unterſchiedlicher landwirtſchaftlicher Bedeutung
ſind: Oſtpreußen, Brandenburg. Hannover, Braunſchweig,
Sach=
ſen, Schleſien. Rheinland. Weſtfalen, Bayern und Württemberg
ſtellen davon die größte Anzahl. Es wurden hier 173 155
Frage=
bogen verteilt, von denen 64 397 beantwortet wurden. Das ſind
etwas mehr als 37 Prozent, ein glänzendes Ergebnis, wenn man
bedenkt, daß bei den bekannten großen Anzeigewettbewerben
früherer Jahre durchſchnittlich nur 3—6 Prozent Antworten
ein=
gingen. In denjenigen Fällen, in denen die Fragebogen durch
die Zeitungsausträger und Botenfrauen wieder eingeſammelt
wurden, gingen ſogar bis zu 50 Prozent der ausgegebenen
Frage=
bogen wieder ein, während die den Zeitungen beigelegten Frage=
bogen nur von 20—25 Prozent der Leſer zurückgeſchickt wurden.
Die Fragen erſtreckten ſich auf die Lektüre der Zeitung und
die Bevorzugung der einzelnen Sparten die Beachtung der
An=
zeigen, ihrer Größe, ihrer Aufmachung. Illuſtration uſw. Da auch
die Berufe der Antwortenden anzugeben waren, ließ ſich
gleich=
zeitig das verſchiedene Intereſſe im Spiegelbild der ſozialen
Schichtung beobachten. Von den Antworten ſtammten 21.9
Pro=
zent von Arbeitern, 14,8 Prozent von Handwerkern, 13,6 Prozent
von Beamten, 11,8 Prozent von Landwirten, 8,4 Prozent von
Angeſtellten, 5,5 Prozent von ſelbſtändigen Kaufleuten, 1,8
Pro=
zent von akademiſchen Berufen und 22,2 Prozent von „Sonſtigen”.
worunter vor allem Hausfrauen zu verſtehen ſein werden.
Was iſt nun das Ergebnis? Es läßt ſich etwa wie folgt
zu=
ſammenfaſſen:
Von allen deutſchen Zeitungsleſern leſen
95, 6 Prozent (!) auch die Anzeigen.
Abſolut regelmäßig werden die Anzeigen von 80,8 Prozent
der Leſer geleſen. Die anderen 14,8 Prozent leſen zwar auch,
aber unregelmäßig. Anzeigen mit Illuſtrationen erhalten von
36 Prozent der Leſer den Vorzug. Für 14 Prozent war dieſe
Frage gleichgültig, und nur 9,5 Prozent bervorzugten ſie nicht.
Ernſte, ſachliche Anzeigen werden ausdrücklich von 43,8
Pro=
zent des Leſepublikums vorgezogen, nur 4 Prozent bevorzugen
ſie nicht, und für 22 Prozent der Leſer iſt die Frage unweſentlich.
Humoriſtiſche Inſerate haben bei 26 Prozent der Leſer den
Vorzug, doch 24 Prozent lehnen ſie ausdrücklich ab.
Ueber 13 Prozent aller Zeitſchriften betonen, daß die Zeitung
noch von der Familie des Nachbars mitgeleſen wird. Das ſind
alſo bei den rund 64 000 Antworten allein ſchon über 8000
Fa=
milien, von denen jede durchſchnittlich mit drei bis vier Köpfen
gerechnet werden muß.
Da dieſe Publikumsfragen die größte bisher durchgeführte
iſt, und gleichzeitig ſich auf alle verſchiedenen Laudesteile
Deutſch=
lands erſtreckt, dabei auch die ſoziale Schichtung der Gefragten
berückſichtigt, ſchließt ſich eine Zufälligkeit in bezug auf die
Ant=
worten von ſelbſt aus. Das Ergebnis der Rundfrage
iſt ſomit ein deutlicher Beweis dafür, daß die
Zeitungsanzeige das meiſtbeachteke und ſomit
das billigſte Werbemittel iſt.
Am Sonnkag Einkopfgerichk!
Wieder ſoll in dieſem Monat in ganz Deutſchland
Eintopf=
gericht gegeſſen werden. Wir wiſſen alle, daß es in erſter Linie
nicht darauf ankommt durch das Eintopfgericht eine Erſparnis zu
erzielen, ſondern es ſoll dadurch im ganzen deutſchen Vaterland
der einmütige Wille zum Ausdruck gebracht werden, daß zum
min=
deſten einmal im Monat ein jeder ſeine Mahlzeit auf das Maß
des Aermſten unter uns einſtellt. Wird, wie anzunehmen iſt, in
den meiſten Haushaltungen eine erhebliche Erſparnis gemacht, ſo
iſt es nichts weniger als recht und billig, daß dieſe Erſparnis dem
Winterhilfswerk zugute kommt. Von dort fließt ſie ja
ſelbſtver=
ſtändlicherweiſe gerade den Kreiſen zu, denen aus Mangel das
Eintopfgericht zur Gewohnheit geworden iſt. Sittliche Pflicht eines
jeden iſt es deshalb, mindeſtens denjenigen Betrag für die
Win=
terhilfe zu erſtatten, der als Unterſchied zwiſchen einem mäßigen
Eintopfgericht und einem üblichen und ausgiebigen Sonntagseſſen
zu errechnen iſt.
Das Eintopfgericht iſt der ſchönſte Ausdruck der
Entſchloſſen=
heit, Glück und Not gemeinſam zu tragen.
Hausfrauen! — Einkopf-Sonnkag!
Ueberlegen Sie doch heute ſchon, welches Eintopfgericht
Sie Sonntag auf den Tiſch bringen wollen! Das iſt mal wieder
eine Gelegenheit für Sie, zu zeigen, daß das Kochen eine Kunſt iſt.
bei der man viel Phantaſie entwickeln kann. Vielleicht tauſchen
Sie auch mit Ihren Bekannten Erfahrungen und Rezepte aus,
um neue Anregungen zu bekommen und Ihre Familie Sonntag
mittag mit etwas Unbekanntem zu überraſchen.
Rechnen Sie den Koſtenunterſchied zwiſchen dem Eintopfgericht.
und einem ſonſt bei Ihnen üblichen Sonntagseſſen aus. Und
be=
denken Sie: es ſchadet nichts, wenn Sie auch darüber hinaus nu.
etwas ſpenden!
Willfk du mithelfen die Rok zu lindern.
dann ſpende für das Winkerhilfswerk!
Winterhilfswerk Kreis Darmſtadt:
Konto Nr. 5000 bei der Städt. Sparkaſſe,
Konto Nr. 3500 hei der Dresdener Bank.
Konto Nr. 16000 bei der Deutſchen Bank.
Kunſtnachrichken.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Chorleiterſchule der Städt. Akademie für
Tonkunſt. Die Aufnahmeprüfung für die Chorleiterkurſe findet
am Samstag, den 17. d. M., vormittags 10 Uhr, in der Städt.
Akademie für Tonkunſt ſtatt. Neuanmeldungen werden noch bis zu
dieſem Zeitpunkt auf dem Sekretariat der Akademie,
Eliſabethen=
ſtraße 36, entgegengenommen.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Straße 14,
20.15 Uhr: Oeffentlicher Vortrag „Das Problem des Todes in
der Bewußtſeinsentwicklung der Menſchheit”, Pfr. H. Fackler,
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqulttung beizufügen. Auonyme Anfragen wade
aſcht brantworiet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechteverbindlichkelt.
A. Z.. NSDB. Zeitungsbezug und politiſche Zuverläſſigkeit.
Für Sie kommt in erſter Linie in Frage das Rundſchreiben des
ſtellvertretenden Beamtenführers, Stabsleiter Reuſch, vom 12. April
1934, das an die Gliederungen des Reichsbundes der deutſchen
Beamten gerichtet war und in dem es heißt: „Nach einer Zuſchrift
der Reichsleitung der NSDAP., Reichsleiter für die Preſſe, wird
ſtellenweiſe von Amtswaltern des Reichsbundes der deutſchen
Be=
amten auf die deutſche Beamtenſchaft ein ſtarker Druck zum Bezug
beſtimmter Tageszeitungen ausgeübt. Ein derartiges Vorgehen iſt
durch die Anordnung des Präſidenten der Reichspreſſekammer vom
13. Dezember 1933 und durch die Ausführungen des Stellvertreters
des Führers vom gleichen Tage und vom 10. Januar 1934
ver=
boten und wird mit Ausſchluß aus der Partei bedroht.” In den
angezogenen Ausführungen des Stellvertreters des Führer hein
es u. a.: „Alle Parteigenoſſen, gleichgültig in welcher politiſchen
oder wie immer gearteten Organiſation ſie tätig ſind, ſind
ver=
pflichtet, dieſen über Fragen des Preſſeweſens ergangenen
An=
ordnungen innerhalb ihres Arbeitsbereichs nachzukommen. Ich
erſuche daher, jede Tätigkeit in der vorſtehend angegebenen
Rich=
tung unbedingt zu unterlaſſen.” Im Zuſammenhang mit dieſer
klaren Stellungnahme kann natürlich keine Rede davon ſein, daß
von dem Zeitungsbezug des Einzelnen Rückſchlüſſe auf ſeine
poli=
tiſche Zuverläſſigkeit gezogen werden. Das wäre auch ſchon mit
den Beſtimmungen des Schriftleitergeſetzes nicht in Einklang zu
bringen.
Nachleſe für die Kleiderſammlung.
Donnerstag, den 15. November 1934: Landgraf=Georg=Straße,
Kleine Ochſengaſſe Große Ochſengaſſe, Schloßgraben, Schloßgarten,
Geiſtberg, Obergaſſe, Rundeturmſtraße, Sackgaſſe. Große
Kaplanei=
gaſſe: nördl. Landgraf=Georg=Straße, Mühlſtraße. Stiftsſtraße:
nördl. Landgraf=Georg=Straße Schollweg, Lucasweg. Nicoleiweg,
Olbrichweg. Alexandraweg, Prinz=Chriſtians=Weg, Erbacher Str.,
Beckſtraße: nördl. Darmſträße. Dreibrunnenſtraße,
Wingertsberg=
ſtraße, Fiedlerweg, Seitersweg, Speſſartring: ſüdl. Dieburger Str..
Aeußere Ringſtraße: ſüdl. Dieburger Str.
Freitag, den 16. November 1934: Hölgesſtraße,
Wilhelminen=
platz, Hügelſtraße: öſtl. Peter=Gemeinder=Straße, Wilhelm=Gläſſing=
Straße, Schützenſtraße Eliſabethenſtraße: öſtl. Peter=Gemeinder=
Str. Ludwigsplatz, Schulſtraße, Luiſenſtraße; Bismarckſtraße: öſtl.
Frankfurter Str., Schleiermacherſtraße, Zeughausſtraße. Richthofen=
Platz, Obere Rheinſtraße. Ernſt=Ludwig=Straße, Ludwigsſtraße,
Marktplatz, Schillerplatz, Marktſtraße Schuſtergaſſe Holzſtraße,
Kirchſtraße, Kleine Bachgaſſe, Neugaſſe, Langgaſſe. Große
Bach=
gaſſe, Pädagogſtraße, Döngesborngaſſe, Woogsſtraße, Woogsplatz,
Hinkelsgaſſe, Große Kaplaneigaſſe, Kleine Kaplaneigaſſe
Schützen=
gaſſe. Lindenhofſtraße, Mühlſtraße: ſüdlich Landgraf=Geoxg=Str.,
Kapellſtraße, Soderſtraße: weſtl. Stiftsſtraße, Adolf=Spieß=Straße,
Riedlingerſtraße, Teichhausſtraße.
Samstag, den 17. November 1934: Alle Straßen der
Wald=
kolonie. Eſchollbrücker Straße, Schepp=Allee, Holzhofallee,
Artil=
lerieſtraße, Hindenburgſtraße: ſüdl. Holzhofallee, Kattreinſtraße,
Weinweg, Im Höllchen, Groß=Gerauer=Weg. Hopfengarten,
Schrau=
tenbachweg, Philipp=Röth=Weg, Thylmannweg. Beſſunger Straße:
weſtl. Donnersbergring, Wormſer Straße, Oppenheimer Straße,
Alzyer Straße, Binger Straße. Moltkeſtraße, Haardtring. Untere
Landskronſtraße. Heimſtättenweg, ſämtliche Straßen der
Stadt=
randſiedlung.
Meldepflicht aller Einzelhändler
zum Geſamtverband des Deutſchen Einzelhandels.
Der Herr Reichswirtſchaftsminiſter hat durch Anordnung
vom 18. September 1934 den Geſamtverband des Deutſchen
Ein=
zelhandels als alleinige Vertretung des Einzelhandels anerkannt.
Durch die Anordnung vom 18. September ſind alle Einzelhändler
automatiſch Mitglied des Geſamtverbandes geworden. Den
Einzel=
händlern ſind dieſer Tage Fragebogen zugegangen, die laut
An=
ordnung des Geſamtverbandes auszufüllen und bei den
Meldeſtel=
len des Verbandes in der Zeit vom 12. November bis 8.
Dezem=
ber 1934 einzureichen ſind. Von der jetzigen Anmeldung ſind
be=
freit alle Lebensmittelhändler (Rekofei=Mitglieder), die bereits
gemeldet ſind, ferner der Buch=, Kunſt= und Antiquitätenhandel
und Apotheken.
Meldeſtelle für das Gebiet des Volksſtaates Heſſen iſt
der Landesverband des Heſſiſchen Einzelhandels, e. V., Darmſtadt,
Ludwigsplatz 8.
Meldenebenſtellen ſind in Starkenburg: Vereinigung
des Einzelhandels, Babenhauſen; Handelsverein e. V., Bensheim
a. d. B., Hindenburgſtr. 16; Vereinigung des Einzelhandels von
Darmſtadt und Umgebung, e. V., Darmſtadt, Ludwigsplatz 8;
Vereinigung des Einzelhandels, e. V., Dieburg; Vereinigung des
Einzelhandels Erbach i. O., Hauptſtr. 44; Verein des
Einzelhan=
dels Gernsheim, Ludwigſtr, 58; Vereinigung des Einzelhandels
Groß=Breberau, Hauptſtr. 20; Vereinigung des Einzelhandels
Groß=Gerau. Kirchſtr. 9: Vereinigung des Einzelhandels Groß=
Umſtadt, Bismarckſtr. 10‟o; Vereinigung des Einzelhandels
Hep=
penheim a. d. B., Wilhelmſtr. 40; Vereinigung des
Einzelhan=
dels Höchſt i. O.; Offenbacher Einzelhandel, Offenbach,
Kaiſer=
ſtraße 36; Einzelhandel Rüſſelsheim, Freiligrathſtr. 10;
Vereini=
gung des Einzelhandels Viernheim.
— Martinsgemeinde. Die Pfarrer des Oſtbezirks der
Martins=
gemeinde werden heute abend im Martinsſtift ſprechen über die
kirchliche Lage und laden ihre Gemeindeglieder dazu ein.
v. Freiwilliger Arbeitsdienſt und Juſtizausbildungsordnung. Bei
der Meldung zur erſten juriſtiſchen Staatsprüfung iſt der Nachweis
zu führen, daß der Bewerber ſich im Arbeitsdienſt bewährt und
den zugleich vorzulegenden Arbeitspaß erlangt habe. Vom
Nach=
weis der Ableiſtung des Arbeitsdienſtes kann nur abgeſehen
wer=
den, wenn ein amtsärztliches Zeugnis dartut, daß dem Bewerber
aus Geſundheitsgründen der Dienſt unmöglich geweſen iſt. Dieſer
Arbeitsdienſt dauert 6 Monate, er iſt geſchloſſen abzuleiſten und
wird auf die Studienzeit nicht angerechnet. Bewerber, die vor
dem 1. November 1934 mindeſtens 10 Wochen an dem ſtudentiſchen
Arbeitsdienſt teilgenommen haben, ſind von weiterem
Arbeits=
dienſt befreit. — Bewerber, die ſich bis 30. September 1935 zur
erſten juriſtiſchen Staatsprüfung melden, kann der Vorſitzende
des Prüfungsamts auf Antrag geſtatten, den Arbeitsdienſt nach
der Prüfung abzuleiſten. In dieſem Falle darf der Bewerber in
den Vorbereitungsdienſt erſt aufgenommen werden, nachdem er der
Arbeitsdienſtpflicht genügt hat. Wer zur erſten juriſtiſchen
Prü=
fung zugelaſſen iſt, ohne den Arbeitsdienſt geleiſtet zu haben,
braucht auch vor Wiederholung der Prüfung keinen
Arbeits=
dienſt zu leiſten.
Seite 6 — Nr. 316
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 15. November 193/
Die DeutſcheArbeitsfront
Neueinſkellung ven Lehrlingen im Gaſtſkäkkengewerbe
zu Beginn des neuen Schuljahres.
Hierzu teilt das Gau=Berufsbildungs=Amt Frankfurt
am Main in Uebereinſtimmung des Landesarbeitsamts Heſſen
folgendes mit:
Im Bezirk des Landesarbeitsamts Heſſen erfolgt die
Be=
ſetzung der Lehrſtellen im Gaſtſtättengewerbe unter maßgeblicher
Beteiligung der Berufs=Bildungs=Aemter auf dem Wege über die
öffentliche Berufsberatung.
Jeder, der als Lehrling in das Gaſtſtättengewerbe
einzu=
treten wünſcht hat ſich an die öffentliche Berufsberatungsſtelle
zu wenden, die im Einvernehmen mit dem Berufsbildungsamt
ſeine Bexufseignung begutachtet.
Betriebsführer des Gaſtſtättengewerbes, welche beabſichtigen,
Lehrlinge einzuſtellen, ſind verpflichtet, die zu beſetzende Stelle
dem zuſtändigen Berufsbildungsamt zu melden. Dieſes gibt die
Meldung an das zuſtändige Arbeitsamt weiter.
Einſtellung eines Lehrlings darf nur auf Grund des vom
Zentralberufsbildungsamt des deutſchen Gaſtſtättengewerbes
herausgegebenen Lehrvertrages erfolgen, wenn eine
Beſcheini=
gung der öffentlichen Berufsberatung vorliegt, wonach der
Lehr=
er
heint.
kannt, wenn die Begutachtung der öffentlichen Berufsberatung
beigefügt iſt.
Die zu beſetzenden Lehrſtellen ſind bis zum 25.
Novem=
ber 1934 dem Berufsbildungsamt zu melden, da ſonſt eine
Zuteilung von Lehrlingen zu Beginn des neuen Schuljahres
nicht erfolgen kann.
Tarifordnung für das Gaſtſtättengewerbe
im Wirtſchaftsgebiet des Treuhänders der Arbeit Heſſen.
Wie in Fachkreiſen bekannt iſt, hat der Treuhänder der Arbeit
für Heſſen am 31. Juli 1934 eine Tarifordnung für das
Gaſtſtät=
tengewerbe für den Bezirk Heſſen erlaſſen, welche man als
wirk=
lich muſtergültig für das ganze Reich bezeichnen muß.
Die Tarifordnung hat die grundſätzliche Bedeutung, daß ſie
Schrittwacher ſein wird für die Erfüllung eines langgehegten
Wunſches des Bedienungsperſonals im Gaſtſtättengewerbe „
Ein=
führung der feſten Entlohnung”.
Sie beſtimmt im 8 3 der Manteltarifordnung, daß Kellnern
und Seviererinnen ein Lohn in Höhe von 10 Prozent
des erzielten Warenumſatzes zuſteht. Dies bedeutet
den erſten Schritt zur endgültigen Beſeitigung der
Bedienungsauf=
ſchläge. Der Uebergang vom Trinkgeld zur feſten Entlohnung
wird und muß etappenweiſe vor ſich gehen. Die erſte Etappe war
die Beſeitigung des Trinkgeldes durch Einführung des
Bedie=
nungsgeldes. Die zweite Etappe bildet den Uebergang vom
Be=
dienungsgeld zur Feſtentlohnung. (Prozentuale Umſatzbeteiligung
als Feſtlohn.) Die neue Tarifordnung enthält auch in ſozialer
Hinſicht Verbeſſerungen gegenüber den früheren Verhältniſſen. So
ſteht auch den Beſchäftigten im Gaſtſtättengewerbe nunmehr etwas
eigentlich Selbſtverſtändliches, eine 36ſtündige ununterbrochene
Ruhezeit in jeder Woche zu. Darüber hinaus iſt die Regelung
des Arlaubs ſowie Zuſchußzahlung bei Krankheit und anderes mehr
nach nationalſozialiſtiſchen Grundſätzen geregelt. Der früher
üb=
liche Zwang, welcher die Angeſtellten verpflichtete, Koſt und
Woh=
nung im Hauſe zu nehmen, iſt in Wegfall gekommen.
Nach Beratung im Sachverſtändigenausſchuß ſoll nun
endgül=
tig die neue Tarifordnung mit ihren Abänderungen ab 1.
Novem=
ber 1934 Gültigkeit haben.
Reichsberufsgruppen der Angeſtellten in der DAF.
Berufsgemeinſchaft der weiblichen Angeſtellten.
Am Freitag, den 16. November, abends 20 Uhr, ſpricht im
Städt. Saalbau die Gaufrauenſchaftsleiterin Frau Brinkhoff
über das Winterhilfswerk.
Die Kameradinnen ſind von der Frauenſchaft hierzu herzlich
eingeladen. Wir bitten um zahlreiche Beteiligung.
NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟.
Es ſei wiederholt auf das am Sonntag, 18. Nov., im Städt.
Saalbau angeſagte Konzert des Landes=Symphonie=Orcheſters
Frankfurt unter Leitung von Kapellmeiſter P. Cornelius
auf=
merkſam gemacht. Der Abend „Alt=Wien” bringt Potpourris
und Ouvertüren von Joh. Strauß. Georg Koop vom Heſſiſchen
Landestheater ſingt das Auftrittslied des Barinkay aus „
Zigeu=
nerbaron” und „Komm in die Gondel” aus „Eine Nacht in
Vene=
dig”. Solotänze von Aenne Schellhaas bereichern die
Vortrags=
folge. Nach Schluß des Konzerts vereint ein geſelliger Tanz die
Kameraden der DAF.
Karten ſind ab ſofort auf der Kreisgeſchäftsſtelle der NSG
„KdF.”, ſowie bei den Ortsgruppen= und Betriebswarten „KdF.”
zu haben.
Die Volksgenoſſen ſollten ſich dieſe Veranſtaltung nicht
ent=
gehen laſſen. Dem Landes=Symphonie rcheſter und ſeinem
Dirigenten geht ein guter Ruf als meiſterlicher Vermittler guter
Heil Hitler!
deutſcher Muſik voraus.
Malcomes.
Der Ganleiter.
Preistreiberei.
Die Prüfungsſtelle für Preisſteigerung bei der Gauleitung
Heſſen=Naſſau hat ihre Dienſträume im Adolf=Hitler=Haus,
Frank=
furt a. M., Gutleutſtraße 8/12, Zimmer 20/21. — Für den
Publi=
kumsverkehr finden Sprechſtunden täglich von 10—12 Uhr und von
15—17 Uhr ſtatt, Sanstags nur vormittags.
Der Kreisleiter.
Ortsgruppe Steinberg.
Am Freitag, den 16. November, abends 20.30 Uhr, findet bei.
Pg. Braun, Frankenſteiner Hof”, eine Sitzung der Politiſchen
Leiter ſtatt. Ablieferung der Perſonal=Fragebogen, 2 Paßbilder,
2. Lebensläufe, Abrechnung der rückſtändigen NS.=Briefe,
Schu=
lungsbriefe und dergleichen.
Ortsgruppe Mitte.
Heute findet im „Handelshof”, Ludwigsplatz, um 20.30 Uhr
ein Zellenabend der Zellen IV und V der Ortsgruppe ſtatt. Die
Unklarheit in manchen Tagesfragen erfordert dringend den Beſuch
der Zellenabende. Wir erwarten deshalb vollzähligen Beſuch.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe II. Beſſungen.
Ausgabe von Kohlengutſcheinen. Die Ausgabe der
Kohlen=
gutſcheine an die Hilfsbedürftigen des WHW. 1934/35 findet am
Donnerstag, den 15. November 1934, wie folgt ſtatt:
Zelle I und II vormittags von 9 bis 12 Uhr;
Zelle III und IV nachmittags von 3 bis 5 Uhr.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Rheintor.
Die Ausgabe der Kohlengutſcheine, Serie A, an die
Hilfsbe=
dürftigen des Winterhilfswerks erfolgt am Donnerstag, den
15. November 1934, von 9—12 Uhr und von 15—17 Uhr in der
Geſchäftsſtelle Rheinſtraße 62 (ehem. Bauernkammer).
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Maintor.
Kohlenverſorgung des WHW. 1934/35. Die Ausgabe der
Gut=
ſcheine findet ſtatt: für Zelle I bis Vl am Donnerstag, den 15
No=
vember, von 9—12 Uhr und von 3—5 Uhr; für Zelle VII bis X
am Freitag, den 16. November, von 9—12 Uhr und von 3—5 Uhr.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schloßgarten.
Die Spenden von den Mitgliedern des Lebensmittel=
Opfer=
ringes werden am 15. und 16. November 1934 abgeholt. Wir
bit=
ten die Mitglieder die Spenden, gut verpackt, zur Abholung
be=
reitzuhalten. Die NS.=Frauenſchaft und ſonſtige Helfer und
Helfe=
rinnen werden gebeten, ſich an vorgenannten Tagen jeweils um
8,30 Uhr vormittags auf der Geſchäftsſtelle, Emilsſtraße 1, zu
melden.
NS.=Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gutenberg.
Die Ausgabe der Kohlenſcheine findet an folgenden Tagen
ſtatt: am Donnerstag, den 15. November, für die Buchſtalden I bis
P; am Freitag, den 16. November, für die Buchſtaben R bis 3.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Gervinus.
Ausgabe von Kohlengutſcheinen: Donnerstag, der 15
No=
vember, für die Zellen 5 bis 13. Ausgabezeiten von 9—12 Uhr
und 3—5 Uhr. Ausweiskarte iſt mitzubringen.
Ortsgruppe Beſſungen.
Sitzung der Politiſchen Leiter heute abend 8 Uhr im
Ge=
ſchäftszimmer.
Bund Nationalſozialiſtiſcher Deutſcher Juriſten, Ortsgr. Darmſtadt.
Die Ortsgruppe veranſtaltet am Freitag, den 16. November
1934, abends 8 Uhr, im „Fürſtenſaal” (Grafenſtraße) einen
Vor=
tragsabend, bei dem ſprechen werden: Pg. Dr. Kökller, Mainz,
über: „Die Pflichten der Rechtswahrer”. Amtsgerichtsdirektor Dr.
Eiſe über: „Grundgedanken des Erbhofrechts”, Erßheinen für
ſämtliche Mitglieder iſt Pflicht.
NS.=Lehrerbund Darmſtadt=Stadt. Fachſchaſt II (Höh. Schulen).
Die Mitglieder des NSLB. an den höheren Sihulen werden
hiermit zu einer Fachſchaftstagung eingeladen, die am Freitag
den 16. November, abends 20.15 Uhr, im großen Saal der „Krone‟,
ſtattfindet. — Tagesordnung: 1. Mitteilungen. 2. Bericht über die
58. Verſammlung deutſcher Philologen und Schulmänner (27 bis
31. Oktober) in Trier. 3. Vortrag von Amtsgenoſſen Dr. Kraus
über „Neuere Literatur im Deutſchunterricht der höcheren Schule‟.
Nationalſozialiſtiſche Kriegsopferverſorgung, e. V.
Anläß=
lich des in Frankfurt a. M. ſtattfindenden 1. Kriegsopfer=
und Soldatentages verkehren am Sonntag, den 18. Nov.,
zwiſchen Darmſtadt und Frankfurt, folgende Sonderzüge
Ab Darmſtadt 8.26 Uhr, an Frankfurt 8.,57 Uhr. Für die
Rück=
fahrt: ab Frankfurt 20.15 Uhr, an Darmſtadt 20.47 Uhr. Es wird
mit einer Geſamtteilnehmerzahl von 917 Perſonen (darunter 15
aus Griesheim) gerechnet.
NS.=Kriegsopferverſorgung e. V., Bezirk 13, Darmſtadt.
Wegen der Vorbereitungen für das Richtfeſt der
Front=
kämpferſiedlung Darmſtadt fallen am Donnerstag, den 15.
No=
vember 1934, die Sprechſtunden der Abteilung „Siedlung” aus.
Hiſtoriſcher Film auf moderner Grundlage.
Von Walter Wanger.
Beim Film wie bei der Bühne iſt dieſes Hauptſächliche die
ſchauſpieleriſche Leiſtung der Darſteller. Die Ausleſe der
Dar=
teller, die für „Königin Chriſtine” zur Verfügung ſtand, war es,
die es uns wagen hieß, einen hiſtoriſchen Film auf moderner
Grundlage zu ſchaffen und damit für den hiſtoriſchen Film
unſe=
er Meinung nach einen neuen Geſichtspunkt zu eröffnen.
Die hiſtoriſche Geſtalt der ſchwediſchen Königin, die ſich über
alle Konventionen und Traditionen ihrer Zeit hinwegſetzte, die
ein in des Wortes beſter Bedeutung moderner Menſch war,
ob=
gleich ſie vor mehr als dreihundert Jahren lebte erleichterte
uns dieſe Aufgabe. Die Frau und Künſtlerin aber, die jene
darzuſtellen hatte, entſtammt demſelben nordiſchen Land und ge=
hört ihm mit ganzer Seele an: Greta Garbo machte uns, die
wir den Film zu drehen hatten die vollendete Löſung dieſer
Aufgabe geradezu zur Pflicht. Sie legte nicht nur ihr ganzes
Können, ſondern auch ihre ganze Seele in ihre königliche Rolle.
Die Koſtüme zur „Königin Chriſtine” wählten wir, dem
neuen Grundſatz zufolge, ſehr einfach Es wird in keinem
Augen=
blick geſchehen, daß das Auge des Beſchauers ſich in die Pracht
der Kleidung verliert, vom Spiel abgelenkt wird. Die Koſtüme,
die Umgebung ſind unbedingt ſtilrein, der Zauber jener Zeit iſt
vollſtändig, aber ausſchließlich in Verbindung mit den Geſtalten.
Pracht und Prunk, aber keineswegs Pomp, reiche Gewänder und
Koſtüme aber keine Maskerade, Fülle und Größe, aber ohne
Ueberladenheit. Nichts, das zu viel wäre, alles nur im Rahmen
der Handlung und des Spiels.
Die Art des Dialogs war ein wichtiger Punkt in der
Durch=
führung unſeres Gedankens. Hier haben wir, ich mochte faſt
ſagen, rückſichtslos moderniſiert. Denn hier ſteht der Film in
einem gewiſſen Gegenſatz zur Bühne; die Sprache iſt nur
Mitt=
ler, Ausdruck und Mimik ſind hier das Weſentliche. Demnach
durften die Dialoge einfach, mußte die Sprache linear ſein.
Ge=
rade ſo fremd, wie eine Garbo in überladenem Gewande, das
ihren Bewegungen keine Freiheit ließe, uns erſcheinen würde, ſo
ſtörend wirkte eine barocke Sprache von ihren Lippen.
„Ich glaube und hoffe, daß wir unſere Aufgabe gelöſt haben.
Szenerien und Koſtüme, die Schauſpieler, die ſich in ihnen
be=
wegen, und die Sprache, die ſie ſprechen, unterwerfen ſich alle
dem neuen Prinzip des hiſtoriſchen Films auf moderner
Grund=
lage.
Was die Lichiſpieltheater bringen.
Im Union=Theater ſieht man nur noch heute den
ſpannen=
den Großfilm von Format: „Das Erbe von Pretoria”
nach dem vielgeleſenen Roman von Ludwig von Wohl. Die
Hauptrollen ſpielen Schauſpieler wie Charlotte Suſa,
Paul Hartmann. Guſtaf Gründgens und viele andere.
Das Helia=Theater zeigt unwiderruflich nur noch heute einen
der größten deutſchen Filme dieſer Spielzeit: „So endete
eine Liebe‟. Hauptrollen: Paula Weſſely, Willy Forſt, Guſtaf
Gründgens und andere mehr. Jugendliche haben Zutritt.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute die entzückende
kleine Filmdiva Shirley Temple in dem neuen Fox=Film
„Shirleys großes Spiel”.
Aus Heſſen.
o. Erzhauſen, 14. Nov. Die Gefallenenehrung w
in der Ludwigshalle in feierlicher, ernſter Weiſe bei zahlrei
Beſuch abgehalten. — Hier fand eine Parzellenaufnahme fü
Feldbereinigung ſtatt; dieſelbe iſt beendet und die neue
einteilung dem Oberlandmeſſer überwieſen worden.
Sängervereinigung veranſtaltet am nächſten Sonnt
ein Lieder=Konzert; Vaterlandschore und Chöre von
Volkslie=
dern kommen zu Gehör. Ferner hat ſich Frau Kramer=Bög
(Violine) und Herr Dietrich (Klavier) zur Verfügung geſtellt.
Eb. Eberſtadt, 14. Nov. Hohes Alter. Heute, Mittwohc an
konnte Gemeindeförſter i. R. Thomas Kirſchner in körperlichen
und geiſtiger Friſche ſeinen 70. Geburtstag begehen. Von Aprik itig
1896 bis April 1930 ſtand er im Forſtdienſt der Gemeinde. Kirſchc
ner erwies ſich ſtets als ein treuer Heger und Pfleger des ihm
anvertrauten Waldes.
Ae. Gräfenhauſen, 14. Nov. Werbeabend der Frei;
willigen Sanitätskolonne vom Roten Kreux;
Am Sonntag nachmittag fand eine gemeinſame Uebung der Sani0
tätskolonne mit der Freiwilligen Feuerwehr im Schulhofe ſto
dieſelbe gab Zeugnis von der Zuſammenarbeit der beiden Abtei
lungen im Bedarfsfalle. Abends ſchloß ſich im Gaſthaus
Löwen” ein Werbeabend an. Pfarrer Gombel eröffnete denn
ſelben und begrüßte die Anweſenden auf das herzlichſte. Die Frei
willige Sanitätskolonne zeigte drei lebende Bilder, denen ein,
Feuerwehrübung folgte. Hiernach hielt der ſtellvertretendd
Landeskolonnenführer Griesheimer aus Darmſtadt einen ſehr inn
tereſſanten Vortrag. Den Schluß des Abends bildete ein Licht,
bildervortrag vom Roten Kreu= — Sängervereinigun=
Einigkeit. Am kommenden Samstag, den 17. November, ſinn
det die Feier des 50jährigen Beſtehens der Sängervereinigun=
Einigkeit Gräfenhauſen im „Darmſtädter Hof” ſtatt.
Op. Braunshardt. 14. Nov. Der Gemeinderat beſchloſo
die Weitererhebung der Bürgerſteuer für 1935 mit 200 Prozenn
nach den Sätzen des laufenden Jahres. Auch die Gemeindehundeu
ſteuer ſoll wie im laufenden Jahre für 1935 mit 6 RM. für einen
Hund und einem Zuſchlag von 2 RM. für jeden weiteren Hunz
zur Erhebung gelangen. Die angeregte Anlegung einer Gemeinde
Obſtanlage ſoll bis zur Erledigung der Feldbereinigung zurückt
geſtellt werden.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 14. Nov. Turnperein 1885. A.
Sonntag, 18. Nov., unternimmt der Turnverein ſeine letzte Wann
derung nach dem Felsberg. Der Abmarſch erfolgt vom altens
Kriegerdenkmal aus. Marſchzeit etwa 6 Stunden. Die Mitgliede=
und ſonſtigen Wanderfreunde werden zu dieſer herrlichen Odenn
waldtour herzlichſt eingeladen. — Schnakenbekämpfung
Jetzt wird es Zeit, den ſich in den Hauskellern aufhaltendens
Schnaken zu Leibe zu rücken. Die Bürgermeiſterei hat zu dieſem
Zwecke ein Mittel beſchafft, das ſowohl in den Kellern wie
auch=
in den Zimmern zerſtäubt werden kann. Die Anwendung dieſees
Mittels iſt allen Hausbeſitzern zu empfehlen.
G. Ober=Ramſtadt, 14. Nov. Ehrenkreuz. Alle Perſonem
die einen Antrag auf Verleihung des Ehrenkreuzes noch nicht
ge=
ſtellt haben, einen ſolchen aber zu ſtellen beabſichtigen, werden err
ſucht, den ausgefüllten Antragsvordruck nebſt den zugehorigenn
Unterlagen (Militärpaß) alsbald während der Dienſtſtunden beg
der Bürgermeiſterei abzugeben. — Reichsluftſchutzbunde
Bei dem Werbeabend der Gemeindegruppe Ober=Ramſtadt deis
Reichsluftſchutzbundes gab zunächſt der Gemeindegruppenleiten
einen kurzen Ueberblick über den Werdegang der hieſigen Ges
meindegruppe, die gegenwärtig 360 Mitglieder zählt. Dr. Scriba
der Adjutant der Darmſtädter Ortsgruppe, hielt alsdann einer
eindringlichen Vortrag über die Aufgaben des Luftſchutzhauss
wartes. Seinen Ausführungen wurde mit Aufmerkſamkeit gefolgge
und der Gemeindegruppenleiter Gevert berichtete
anſchließenl=
ber die Aufgaben, die in allernächſter Zeit den Amtsträgern zun
ſchienen waren.
f. Roßdorf, 14. Nov. Turnertreue. Am 16.
November=
ſind 80 Jahre verfloſſen ſeit unſer Mitbürger Philipp Auguſf”
Ewald das Licht der Welt erblickte. Ein Leben, reich an Mühn
und Arbeit liegt hinter dem Geburtstagskind. Doch immer fandr
er Zeit, ſeinen Idealen zu huldigen. Als in den Auguſttagen de.
Jahres 1877 der Ruf zur Gründung eines Turnvereins erklan,
war der damals 23jährige einer der erſten, der dieſem Rufe Folle ?
leiſtete. Er gehört ſomit zu den wenigen noch lebenden Gründenn
des Vereins. 57 Jahre hat er ſeinem Verein die Treue gehalten”
in guten und in böſen Tagen. Als in einem beſonders böſen
Jahre=
nur noch 9 Mitglieder zu der Fahne des Vereins ſtanden, gehörte.
er zu den wenigen Getreuen. 57 Jahre lang hat er gewirkt und
geſchafft für das Wohl ſeines Vereins, ſeiner DT.. und damitt
ſeines Volkes und Vaterlandes. Die verſchiedenſten Aemter haur
er lange Jahre in ſeinem Verein innegehabt, und wenn er m
dem Aelterwerden aus ihnen ſchied blieb er doch weiterhin e0
eifriges und treues Mitglied, das keine Hauptverſammlung /
keine Veranſtaltung ſeines Vereins verſäumte. Gar oft hat er!!
Aelteſter die Hauptverſammlung und die Wahl ſeiner
Amtsnag=
folger geleitet. Der Turnverein Roßdorf und die Deutſche
Turſei=
ſchaft haben ihm nach beſten Kräften die bewieſene Treue gelohnt.W
Vor vielen Jahren ſchon ernannte ihn der Turnverein zu ſeinemm
Ehrenmitglied, im Jahre 1925 verlieh ihm der damalige Maue:!
Rheingau ſeinen Ehrenbrief und bei dem 50. Stiftungsfeſt im a
Jahre 1927 wurde der Turner Philipp Auguſt Ewald als einer *
der erſten mit dem Ehrenbrief des 9. Kreiſes der DT. ausgezeichſe.
Wir wünſchen dem vorbildlichen und treuen Mann auch im
ſeiſe=
ren Leben alles Gute und hoffen, daß ihm noch ein recht laſder
und glücklicher Lebensabend beſchieden ſei.
— Groß=Umſtadt, 14. Nov. Am 17 und 18. November 19944
hält der Verein für Geflügel= Kaninchen= und Vogelzucht einen
lokale Geflügelausſtellung im Gaſthaus „Zum Lamm” ab. Der=
Verein, welcher als alter, leiſtungsfähiger Verein bekannt ihan
wird nur gute Tiere zur Schau bringen und den Beſucherſe.
gleichzeitig Kaufgelegenheit geben
m. Beerfelden, 14. Nov. Gründung einer Ortß‟
gruppe des VDA. Die erſte Veranſtaltung des „Volksbundl.
für das Deutſchtum im Auslande” am Montag abend in der Lunni
halle war gut beſucht. Herr Dr. Schudt begrüßte die Anweſenden ſl.
Namen des VDA. und gab einen Ueberblick über das, was il
letzter Zeit hier für denſelben getan wurde, ſein beſonderer Grdſd
galt dem Redner des Abends, Herrn Will Dietrich=Salzbute.
Dieſer überbrachte zunächſt den Gruß der Bundesleitung in Bertlng
und dankte Herrn Dr. Schudt für die Vorbereitungen zum D04
trag. In ſeinem Vortrag ſprach Herr Dietrich über den Sinlſ.
aller VDA.=Arbeit. Beſonders eingehend beſchäftigte er ſich mit.
öſterreichiſchen Verhältniſſen. Anhaltender Beifall lohnte die paceſſe
den und tiefſchürfenden Ausführungen. Herr Dr. Schudt ſchlen
ſeinen Dank mit den Worten „Du ſollſt an deines Volkes Zukuſſla
glauben”. Welchen Eindruck der Vortrag hinterließ ergab ſich auch
den 33 Beitrittserklärungen zum VDA., womit hier eine Ont=”
gruppe zuſtande kam.
Em. Heppenheim a. d. B., 14. Nov. Große Kundgebu,
zur Eröffnung des Winterhilfswerks 1934/30.ühd
ihrem Willen zum ſozialiſtiſchen Handeln Ausdruck zu gedelle
waren die Volksgenoſſen von Heppenheim und Umgebung
Maſſen in den „Halben Mond” geſtrömt, deſſen drei Säle 90e
Hildebrand
ſinterhilfei
on wieders
holten Beifallsrufen unterbrochen, in packenden Ausführunge!
über den Kampf gegen Hunger und Kälte ſprach. Das Wort 9e
Führers, daß kein Volksgenoſſe hungern und frieren darſ, Ne
auch in dieſem Winter in die Tat umgeſetzt werden. Daher Ia.
derte der Redner zum Opfern auf, damit auch diesmal das Gioſ
Werk gelinge und der minderbemittelte Volksgenoſſe ſpürk. D
ſein Volk. ſein Vaterland zu ihm ſteht und wir alle über Koie
feſſion und ehemalige Parteien hinweg, eine große Volksgei.”
ſchaft bilden.
e. Bad Wimpfen, 14. Nov. Schillerfeier in .
Realſchule. In der hieſigen Realſchule fand aus Anlaß.
175. Wiederkehr von Schillers Geburtstag eine Feier ſtatt. Zet
gemeinſam geſungenem Lied kamen Gedichtvorträge aus Schit..
Werken zur Darbietung. Herr Studienrat Schrader gab M.”
einen Ueberblick über die wichtigſten Ereigniſſe in Schit.
Lebensgang. Herr Direktor Dr. Henß zeigte und erläuterte. Li
Reihe von Lichtbildern über Schillers Leben und Wilſen=
— Crumſtadt, 13. Nov. Sonntag, den 11. Nobender, Ne”
Herr Propſt Dr. Müller in bieſiger Pfarrei Kirchenviſtar..
ab. Dem Vormittagsgottesdienſt wohnte er bei und dem Mtt
folgenden Jugendgottesdienſt. Herr Propſt ſtellte auch eiltet
Fragen nach dem Begründer der Inneren Miſſion” und Le
Werken und Anſtalten in Heſſen, a.; eine Kirchenvorſtands”
ſitzung beſchloß die Viſitation, die alles in Ordnung fand. AbeS
um 8 Uhr ſprach Fräulein Farradſch von Wiesbaden an Lo)
Hand von Lichtbildern über die Mohammedaner=Miſſion=
Uh)Wie aus Leipzig gemeldet wird, verwarf das
Reichs=
gericht Dienstag die von dem Angeklagten Karl Dehmer aus
Pfungſſt gegen das Urteil des Darmſtädter Schwurgerichts vom
0 Jizu eingelegte Reviſion, als unbegründet. Damit iſt der
Angekduae wegen Mordes zum Tode und wegen Sittlichkeitsver=
Frecheng und Blutſchande zu zehn Jahren Zuchthaus unter
An=
rdnungder Entmannung rechtskräftig verurteilt. Da die Mit=
Lungeklln auf ihr Rechtsmittel verzichtet hatten, iſt das wegen
„demeinſſeen Totſchlags auf 15 Jahre Zuchthaus lautende Urteil
uch ggu die Ehefrau Margarete Dehmer und gegen deren
ochtern rdernatürliche Beziehungen unterhalten, aus denen ein
Pind worging. Der Angeklagte hatte das Kind am 29.
Ja=
uar mittelbar nach der Geburt erſtickt und war bei dieſer
eiehiſchie Tat von ſeiner Ehefrau und ſeiner Stieftochter, der
u Hjähr no Mutter, unterſtützt worden.
Byu ſofheim (Krs. Bensheim) 14. Nov. Gemeinde=
Abeny In großer Zahl waren die evangeliſchen Einwohner
der arche verſammelt, wo Herr Pfarrer Lampe=Frankfurt
gen bedeutſamen Vortrag: Der Weg zur deutſchen
Ein=
eitski ti” hielt. Der Vortrag wurde mit großem Intereſſe ver=
Mylgt um dankbar aufgenommen. — Unfall. Ein hieſiger
jun=
er Hanſoerker rannte mit ſeinem Fahrrad, an dem er ſich wäh=
und diſe fahrt zu ſchaffen machte, gegen einen Bauernwagen. Er
g ſicht rhebliche Geſichtsverletzungen zu und mußte ſich ins
ſormſnn Krankenhaus begeben. — Hohes Alter Am 13.
No=
mbenr ging Frau Eva Keim Wwe, ihren 76. und am 15. Nov.
chil. ſa Klingler ſeinen 80. Geburtstag in guter Rüſtigkeit. —
otess reuz. Von der hieſigen Freiw. Sanitätskolonne haben
) neu Nitglieder die Prüfung zum Sanitäter mit Erfolg be=
Bauſchheim, 14. Nov. Eine Neunzigjährige.
ſertrud Ruhland kann am Donnerstag dieſer Woche
Geburtstag begehen. Frau Ruhland ſtammt aus Zell
itz ihres hohen Alters iſt ſie noch ſehr rüſtig und kann
mBrille leſen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 316 — Seite 7
W. Viernheim, 14. Nov. 90jähriger Greis läuft in
ein Motorrad. Der älteſte Mann Viernheims, der 90jährige
Valentin Reinhardt, lief, als er die verkehrsreiche
Mann=
heim=Steinheimerſtraße überquerte, in ſeiner Unſicherheit einem
vorſchriftsmäßig rechtsfahrenden Motorradfahrer ins Rad und
kam zum Sturz. Der Greis erlag der erlittenen
Gehirn=
erſchütterung.
Be Mörfelden, 13. Nov. Neugründung des Krieger=
und Soldatenvereins. Am Sonntag fand hier die
Neu=
gründung des Krieger= und Soldatenvereins ſtatt. Die
Verſamm=
lung, die von alten Soldaten und Frontteilnehmern ſehr gut
be=
ſucht war wurde durch Ortsgruppenleiter Pg. Müller eröffnet. Zu
der Verſammlung war ebenfalls eine Abordnung des
Kyff=
häuſerbundes erſchienen mit ihrem Bezirksführer Metz=
Groß=Gerau. Bezirksführer Metz nahm ſodann das Wort und legte
in grundſätzlichen Ausführungen die Ziele und den Zweck des
Kyffhäuſerbundes dar. Zum Schluſſe gab der Referent ſeiner
Freude darüber Ausdruck, daß jetzt auch der vorletzte Ort in ſeinem
Bezirk dazu übergehe, ſeinen alten Kriegerverein aufleben zu
laſſen. Der Führer des Kriegervereins Walldorf, Rödner,
über=
brachte die Grüße ſeines Vereins und gab der Verſammlung
be=
kannt, daß ſein Verein den neuauflebenden Bruderverein ſoweit
es nötig, unterſtützen werde. Insbeſondere gab er bekannt, daß er
Fahne, Muſikzug und Salutgewehre zur Verfügung ſtelle. Die
erſchienenen Frontkämpfer, unter denen ſich auch der letzte
Ueber=
lebende des Krieges 1870—71 befand, erklärten einſtimmig, dem
Kriegerverein beitreten zu wollen. Auch die Vorſtandswahl wurde
gleich erledigt. Als erſter Vereinsführer wurde Kam.
Ober=
dörfer beſtimmt ihm wurde als zweiter Vereinsführer der Kam.
Niebel beigegeben. Als Kaſſierer wurde Kam Weil und als
Schriftführer Kam. Zernack beſtimmt. Als Schießwart wurde
Kam. Meffert ernannt. Die Beiſitzer werden in einer weiteren
Sitzung ernannt. Unter allgemeiner Zuſtimmung der Anweſenden
ernannte der Bezitksführer Metz mit der Zuſtimmung der
Orts=
gruppenleitung der NSDAP. den Kam. Grottenberger zum
Ehrenführer des Vereins. Mit einem Sieg=Heil auf den Führer
Adolf Hitler und dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied wurde
die erſte Verſammlung des Kriegervereins Mörfelden geſchloſſen. —
Ihren 81. Geburtstag feiert heute Frau Emilie Schulmeier in
der Frankfurter Straße. Die Hochbetagte erfreut ſich noch
körper=
licher und geiſtiger Friſchheit.
Cn. Stockſtadt a. Rh., 14. Nov. Hohes Alter. Feldſchütze
i. R. Jakob Weicker konnte dieſer Tage ſeinen 77. Geburtstag
begehen.
— Groß=Gerau 14. No. Der Reichsluftſchutzbund,
Ortsgruppe Groß=Gerau, ſtellt in dieſen Tagen ſämtlichen
Haus=
haltungen der Gemeinden Groß=Gerau, Dornberg, Berkach
Dorn=
heim, Geinsheim. Wallerſtädten. Trebur, Aſtheim, Bauſchveim,
Königſtädten. Nauheim, Büttelborn, Klein=Gerau und Worfelden
Fragebogen zu, die die Grundlagen für die organiſatoriſchen
Maßnahmen zum Schutze der Bevölkerung ſchaffen ſollen. Der
Kreisleiter des Kreiſes Groß=Gerau der NSDAP., Bürgermeiſter
Stawinoga, erläßt hierzu einen Aufrufan alle
Volks=
genoſſen.
Aus Oberheſſen.
Ee. Mainz, 13. Nov. Zahlreiche Einbrüche in Mainz.
Der Hausangeſtellten eines Arztes in der Langenbeckſtraße wurde
aus ihrem unverſchloſſenen Zimmer ein Geldbetrag von 105 Mk.
geſtohlen. In den frühen Morgenſtunden des Sonntags wurde
in einem Friſeurgeſchäft in der Leibnizſtraße durch Einbruch 60
Schachteln Zigaretten und eine ſilberne Taſchenuhr geſtohlen. Die
Täter, die überraſcht wurden, konnten unerkannt entkommen. In
der Nacht zum Samstag wurde mit einem Brecheiſen die hintere
Eingangstür eines Schirmgeſchäfts ausgebrochen und ein kleiner
Geldbetrag und einige Schirme geſtohlen. Weitere Einbrüche
wurden verübt in der Nacht zum Sonntag in einem Ladengeſchäft
und einem Zeitungskiosk. Geſtohlen wurden Kölniſch Waſſer,
mehrere Tuben Creme, eine Taſchenuhr und ein kleiner
Geld=
betrag.
Aus Rheinheſſen.
Lpd. Büdingen. 14. Nov. Beim Holzfällen tödlich
verunglückt. Der Waldarbeiter Fritz Faubel aus dem
Kreis=
ort Mittelgründau verletzte ſich beim Holzſchlagen im Walde von
Haingründau mit der Axt ſo ſchwer an der Schläfe, daß er auf der
Stelle tot zu Boden ſank.
— Schlitz (Oberh.), 14. Nov. Der Bürgermeiſter von
Schlitz an einem Bahnübergang tödlich
verun=
glückt. Dienstag mittag, kurz vor 3 Uhr, wurde an einem
Bahn=
übergang beim Bahnhof Hutzdorf auf der Strecke Bad Salzſchlirf
—Niederaula der Kraftwagen des Bürgermeiſters Schmidt aus
Schlitz von einem Triebwagen angefahren und zur Seite
geſchleu=
dert. Bürgermeiſter Schmidt war ſofort tot während ſein
Be=
gleiter Kopfverletzungen davontrug. Die Sichtverhältniſſe waren
gut, auch wurden die vorgeſchriebenen Signale gegeben.
Kaufen Sie Ihren Wagen jetzt- Sie ſparen bis zu Rm 200.-
Um mit Tatkraft zur Feſtigung des Arbeitsmarktes
weiter-
hin beizutragen, hat ſich die Adam Opel A.-G. zur
Durch-
führung eines Winter-Programms entſchloſſen, das ihr
geſtattet, die großien Fabrikationsmöglichkeiten - die ſonſt
im WDinter nur teilweiſe ausgenutzt werden-voll einzuſetzen.
Damit kann Opel den phunderttauſende, die in der Opel-
Organiſation und in den Hunderten von Lieferwerken für
Opel tätig ſind, auch im Winter Beſchäftigung geben und die
Preiſe für Opel Perſonenwagen vorübergehend ermäßigen.
Nur für kurze Zeit
Wer jetzt einen Opel kauft, ſpart ſchon mit dem Raufpreis
einen erheblichen Teil der Winterbetriebs- und
Garagen-
koſten, er nützt ſomit anderen und ſich ſelbſt.
Am 14. Februar 1935 werden die Preiſe wieder
er=
höht. Das Sonder=Programm gilt alſo nur für
Wa-
gen, die vom Opel-Händler bis zum 13. Februar 1935
zur Ablieferung gelangt ſind.
Alle drei Typen werden auch im nächſten Jahr
weitergebaut.
Opel 1,2 Ctr. Modelle
mit 4 Zyl. 4-Takt-Motor:
Limouſine, 2-türig ſtatt RM 1880 Rm 1750
Cabr.-Eim, 2-türig ſtatt RM 1990 Rm 18G0
Spez-Cim, 2-türig ſtatt RM 2200 RM 2070
Opel 1,3 Ctr., 4 3yl.
mit zOpel Synchron-Federunge:
Limouſine, 2stürig, ſtatt RM 2850 RM 2b50
Cabr.-Cim, 2-türig, ſtatt: RM 2950 Rm 2750
Limouſine, 4türig, ſtatt RM 3150 RM 2950
Cabriolet, 4-ſitzig, ſtatt RM 3300 Rm 3250
* Die urſprünglich ſofort beabſichtigte Preiserhöhung
für den 1,3 Ctr. wurde im Zuge des WDinter-Programnms
bis zum 14. Februar 1935 zurückgeſtellt.
Opel 2 Ctr. 6 Zyl.
mit Opel zSynchron-Federunge:
Cimouſine, 4-türig ſtatt RM 3600 Rm 3400
Cabriolet, 4-ſitzig ſtatt RM 4000 Rm 3800
Preile ab Werk
(TI. 10976
[ ← ][ ][ → ]Donnerstag, 15. November 1u/
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sette 8 — Nr. 316
Von der „Heſſen” auf den „Admiral Scheer”.
Die Mannſchaft des Linienſchiffes „Heſſen”, das jetzt nach dreißigjähriger Dienſtzeit in Wilhelms
haven außer Dienſt geſtellt wurde, beim Niederholen der Flagge. Achtern das neue Panzerſchiff
„Admiral Scheer”, das gleichzeitig in Dienſt geſtellt wurde und den größten Teil der Mannſchaft
der „Heſſen” übernahm.
Von der Gedenkfeier für die Schlacht bei Tanga,
Reich und Ausland.
Schreckliche Blutkak im Amksgericht.
Nürnberg. Das Amtsgerichtsgebäude in
Lichtenfels war am Dienstag vormittag der
Schauplatz einer furchtbaren Bluttat. Die 21
jäh=
rige Franziska Dollinger, die bei dem
Voll=
ſtreckungsoberſelretär Hack Eſchäftigt geweſen
war, trat gegen 9.45 Uhr in deſſen Amtszimmer
und legte ihm eine Abmeldebeſcheinigung für die
Ortskrankenkaſſe vor. Während Hack das
For=
mular ausfüllte, nahm die Dollinger ein
Schläch=
termeſſer aus ihrer Einkaufstaſche und verſetzte
dem Nichtsahnenden einen Stich in den Hals, der
die Schlagader traf. Ein zweiter Stich ging in
den Unterleib. Der Oberſelretär unternahm
noch den Verſuch, einen nahe wohnenden Arzt
aufzuſuchen, brach aber unterwegs blutüberſtrömt
zuſamen. Die Dollinger dürfte aus Verärgerung
über ihre Entlaſſung aus dem Dienſt die Tat
be=
gangen haben. Sie wurde in das
Amtsgerichts=
gefängnis Lichtenfels eingeliefert.
illo wei
ine Luf
beib hier. 2
*
ſüt bet
en, ſo ga
Zwger Kerl
gfillo geht z1
grig ſchluchzt
die anläßlich des 20. Jahrestages dieſer Ruhmestat unſerer Oſtafrikaner am Bremer Kolomleis ſchreit;
denkmal ſtattfand: General von Lettow=Vorbeck (mit Südweſter), der heldenmütige Verteidiger jubder ſchon ha
Deutſch=Oſtafrika, ſchreitet mit dem Führer der Reichswehr=Ehrenkompagnie die Front der t oe hinüber.
Mr iſt da?
nehmenden Verbände ab.
Panik im Schaſpferch.
40 bis 50 Schafe getötet.
Amöneburg (Kreis Kirchhain). Als der
hieſige Schäfer ſeine Herde am Abend für kurze
Zeit verlaſſen hatte drangen zwei fremde Hunde
in den Schafpferch ein und zerriſſen mehrere
Tiere. Infolge der entſtandenen Panik brachen
die Schafe aus und irrten im Felde umher. Ein
Teil der Tiere ſprang in die nahe am Pferch
vor=
überfließende Ohm, wo ſie von den gegenwärtig
hochgehenden Fluten mitgeriſſen wurden und
er=
tranken. Drei weitere Tiere gerieten auf das
Gleis der Ohntalbahn und wurden von einem
Zug überfahren und getötet. Insgeſamt ſind
etwa 40 bis 50 Schafe dem Unglück zum Opfer
ge=
fallen, ſo daß den Amöneburger Schafhaltern
empfindlicher Schaden entſtanden iſt.
Eine Bäckerei in Marburg polizeilich geſchloſſen.
Marburg. Vorgeſtern morgen wurde,
ge=
legentilch einer polizeilichen Nachprüfung der
Bäckereien, in einem hieſigen Betrieb
Minder=
gewicht des Brotes feſtgeſtellt. Es erfolgte
poli=
zeiliche Schließung der Bäckerei.
Der älfeſte Mars=la-Tour=Kämpfer
hatfe Geburkskag.
London.
Der Waffe
Die Gedenkfeier am Londoner Gefallenen=Ehrenmal,
die anläßlich des Jahrestages des Waffenſtillſtandes in der traditionellen feierlichen Weiſe
veranſtaltet wurde.
Zur Saar=Abſtimmung
Herr Louis Lohmann aus Berlin,
der älteſte noch lebende Teilnehmer an dem
Todesritt von Mars=la=Tour, konnte jetzt in
vol=
ler Rüſtigkeit ſeinen 88. Geburtstag feiern. Außer
bei Mars=la=Tour hat er bei Spichern, Vionville
Gravelotte und St. Privat im Feuer geſtanden
und verſchiedene Auszeichnungen erhalten.
iſt dieſes Abzeichen geſchaffen worden, das — zur
Kennzeichnung der Bodenſchätze des Saargebietes
— ein Stück Saarkohle trägt.
Rach 20 Jahren aus der
Kriegs=
gefangenſchaft zurückgekehrt.
In der romantiſchen bosniſchen Stadt Jajce
traf dieſer Tage ein gebrochener Mann ein, der
vor mehr als 20 Jahren ſein Heim verlaſſen
hatte, um in den Krieg zu ziehen. Er fiel bald
in ruſſiſche Gefangenſchaft, lebte ſeitdem in
Sibi=
rien und konnte erſt nach mancherlei
Interven=
tionen die Erlaubnis erlangen, wieder in ſeine
Heimat zurückzukehren. Seine Angehörigen
glaub=
ten ihn ſchon ſeit 1914 tot. Der jetzt
Zurückge=
kehrte hat in den vergangenen 20 Jahren ſeine
ſerbiſche Mutterſprache vollſtändig vergeſſen und
ſpricht nur noch Ruſſiſch
Ein Dorf von Räubern überfallen.
* Berlin. Das ſüdbulgariſche Dörfchen Oſt
retz wurde jetzt das Opfer eines Ueberfalls durch
eine wohlorganiſierte und ausgerüſtete
Räuber=
bande. Unweit der türkiſchen Grenze liegen die
Häuſer von Oſtretz in idylliſcher Einſamkeit. Am
Montag dieſer Woche erſchienen plötzlich an die
zehn bewaffnete Räuber vor dem Gemeindehaus,
in dem ſich gerade der Bürgermeiſter mit dem
Gemeindediener und einem weiteren
Gemeinde=
beamten befanden. Sie alle drei wurden von
den Räubern gefeſſelt, geknebelt und in den
Kel=
ler des Hauſes eingeſperrt. Inzwiſchen
räuber=
ten die Komplizen die Gemeindekaſſe aus, wobei
ihnen rund 20 000 Lewa in die Hände fielen.
Dann zogen zwei Räuber weiter und drangen
auch in das Haus eines reichen Bauern ein. Die
ſanderen Räuber hielten auf der Dorfſtraße die
Bewohner mit der Piſtole in Schach. Die armen
Dorfbewohner aber wagten nicht, irgendwelchen
Widerſtand zu leiſten und lieferten den Banditen
alles bare Geld und ihre wenigen Schmuckſachen,
ja auch die geſamten Lebensmittelvorräte aus.
Lange nachdem die Bande verſchwunden war,
wagten ſich die verängſtigten Menſchen aus den
Häuſern und befreiten nun ihren Dorfſchulzen
aus ſeiner bedrängten Lage.
Der chineſiſche Zeikungsmagnat
Szeliangtſai von Räubern ermordel.
Schanghai. Ungeheures Aufſehen erregt
die Ermordung des chineſiſchen
Zeitungsmagna=
ten Szeliangtſai, des Beſitzers der Zeitung „
Shun=
pao” und Hauptaktionär der „Shinwanpao‟. Der
Kraftwagen Szeliangtſais wurde zwiſchen
Hang=
tſchau und Haining, an der Küſte ſüdlich von
Schanghai, von einem mit ſieben Räubern
beſetz=
ten Kraftwagen angehalten. Die Verbrecher
er=
ſchoſſen den Kraftwagenführer des
Zeitungs=
beſitzers ſowie einen Schulfreund ſeines Sohnes
und verfolgten Szeliangtſai in eine Hütte, in die
er geflüchtet war. Szeliangtſai wurde durch
ſie=
ben Schüſſe niedergeſtreckt. Der Sohn und die
Frau des Zeitungsbeſitzers konnten unverletzt
entkommen, eine Nichte trug Verletzungen davon.
Die Räuber flüchteten.
aufgeklärk.
Der dreifache Raubmord im Kreis Alt
ſeeial war
nuniſt und d
Kattowitz. Am 1. September war, iiä iſt ſtets eit
ſeinerzeit gemeldet, auf dem Waldweg zwiſſi.=les wollt
Cwiklicz und Pleß ein Geldtransport des Pt
amts in Pleß von mehreren Banditen überfagalo”
worden. Bei dem Ueberfall wurde der begi ſi
tende Polizeibeamte von den Räubern erſcha ?
und der Geldbriefträger ſo ſchwer verletzt, daßu
ſpäter im Krankenhaus ſtarb. Den Tätern 99N
len etwa 7000 Zloty in die Hände. Aufder Flli
ſtellte ſich ihnen ein Pförtner entgegen, demi
gleichfalls erſchoſſen. Trotz eifriger Nachh=Ir
ſchungen konnten die Täter zunächſt nicht geuſf
werden. Vor einigen Tagen griff nun die ſe
lizei mehrere Zigeuner auf, die im Kreis P
verſchiedene Einbrüche verübt hatten. Zwei
geuner verwickelten ſich in derartige
Wil=
ſprüche, daß der Verdacht aufkam, daß ſie mit ! n
Cwikliczer Raubüberfall in Verbindung ſtänin
Sie geſtanden ſchließlich die Tat ein. Die Mörmu
nahmen von dem Gelde nur einen kleinen Betw.
an ſich und vergruben den Reſt im Walde. 2
Geld wurde von der Polizei gefunden. Die
terſuchung iſt noch nicht abgeſchloſſen. Man
an, daß eine große Anzahl von Mitglieden )
Bande an den Mordtaten beteiligt war.
Wildweſtüberfall in Zürich.
Zürich. In Zürichberg wurde am Diels
ein ſtark an Wildweſtmethoden erinnermſt
Ueberfall verübt. Als der Ingenieur Dü.l
Tobler, der ein großes Vermögen beſitzt, v0
ner Villa aus zur Stadt ging, um ſein Bün0
zuſuchen, wurde ihm von einem Unbekannten!
hinten ein Tuch über den Kopf geworfen,
gleichen Augenblick fuhr ein Kraftwagen heisk
und es wurde verſucht, den Ingenieur in
Wagen zu drängen. Der Angegriffene wehrie 90
jedoch kräftig, und es gelang ihm, das Vorhau”,
der Verbrecher zu verhindern, die darauſ
Weite ſuchten. Die Polizei nimmt an, daß es
um einen Entführungsverſuch handelt, 9
Zweck, Löſegeld zu erpreſſen. Nach den Miält
ben des Ueberfallenen wurde der Kraftwac
von einer Frau im Alter von 30 bis 40 Jacl.
geführt. Ihr Komplize ſoll etwa 30 bis 70 30
alt ſein.
Luftrennen London—Kapſtadt und zurüch,d
Kapſtadt. Anläßlich des 25. Jahresichle
der Ausrufung der Südafrikaniſchen Union. !
nächſten Jahr und dem Silberzubiläüm
Thronbeſteigung des engliſcheyKönigs
pade=
einflußreiche Kreiſe ein Luftrennen Londuchk
Kapſtadt und zurück, nach dem Muſter des4
land—Auſtralien=Rennens. Die Preiſe in
ſem Rennen, die noch höher als die in dem 9 4
land—Auſtralien=Rennen ſein dürften, ſollen. !
dem bekannten ſüdafrikaniſchen Milliongt
Abe Bailey geſtiftet werden.
Max Burkhardt †.
der
des
Dr. Max Burkhardt,
bekannte Berliner Komponiſt und Dir:a
NS.=Chors, iſt kurz vor Vollendung dein
tſtadt geſtons
erstag, 15. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Hoen di Soallell
Schreckensbilder vom Oktoberaufstand in Spanien.)
Copyright by Hans Kurt Müller Verlag, Berlin N 54. 1934.
Eine Frau kämpft um ihr Kind.
Der kleine Luis weint laut und verzweifelt.
ds Laſtauto hält vor Caſtillos Häuschen.
10 dann ſchrillt gell und anhaltend die Klingel an der
Dinvforte.
ßie kommen!” ſchreit Maria angſtvoll und entſetzt.
umarmt ihren Mann und küßt ihn wie eine Verzweifelte.
zid dies die letzten Küſſe, die ſie ihm geben wird!?
gs weinte plötzlich . . . Er weint mit der feinen Ahnung
ichdes, das Tod und Gefahr inſtinktiv fühlt . . .
Gtllo löſcht alle Lichter.
„Ki tapfer, Maria!” ſagt er, aber ſeine Stimme iſt ſeltſam
hund verhangen.
onn ſieht Caſtillo durch einen Spalt der Fenſterladen,
ſieht im Dunkeln den Schatten des Laſtwagens und vor
Grtentür ein Dutzend Männer.
jGtillo weiß, was ſie ihm bringen.
ſeh nicht hinaus!” ſchreit Maria und hält ihn feſt. Und
ine Luis umſchlingt eines ſeiner Beine und hält ihn feſt.
4eib hier, Vater!”
Snft macht ſich Caſtillo los.
½.ch will ſie nur warnen, daß ich ſchieße, wenn ſie mein
Grundück betreten!” ſagt Caſtillo.
kann doch nicht einfach auf die Männer ſchießen!
ſtn, ſo gar in dieſer Stunde der Gefahr wird Caſtillo ein
Zanſtäkn ger Kerl bleiben.
Gtillo geht zur Haustür.
Mria ſchluchzt laut.
us ſchreit: „Vater!”
Mer ſchon hat Caſtillo die Tür geöffnet und ruft zur
Gar=
tenpaore hinüber.
der iſt da?"
5ü höhniſches Gelächter ſpringt auf.
Dine Freunde, Caſtillo . . .!” ſagt eine ſpöttiſche Stimme.
(atillo weiß, daß dieſe Stimme ſeinem Vorarbeiter Acebal
gehöſt
Alebal war der größte Hetzer in der Waffenfabrik. Ein
Kommnniſt und der geborene ſkrupelloſe Rädelsführer.
Hiſt ſtets ein Feind des beſonnenen Caſtillo geweſen.
As wollt Ihr von mir?!"
Ir Namen des revolutionären Komitees dich verhaften,
Coſtit!!” ſagt eine andere Stimme.
ſarillo weiß, was dieſe Verhaftung zu bedeuten hatte.
Gſagt drohend:
c warne euch! Ich habe mein Haus in
Verteidigungszu=
ſtandd eſetzt und wer den Garten betritt, wird von mir er=
11
Ait verlangen . . ." ſchreit Acebal.
I habt gar nichts zu verlangen und auf euer
revolutio=
nräres 2omitee pfeife ich . . .", ruft Caſtillo, der ſich allmählich
rzu ermen beginnt.
ſiklo dreht ſich um und will in das Haus zurücktreten,
aber aü gleichen Augenblick kracht ein Schuß durch die Nacht.
aril lo ſchreit einmal ſpitz und grell auf und dann . . . fällt
er diſeetz vor die Füße von Frau und Kind.
½ Gewehr fällt krachend neben ihm nieder.
Nria ſchreit nicht auf, als ſie ſich über ihn beugt.
½ Furchtbarſte Schmerz iſt lautlos.
ſieht ſofort, daß ihr Mann tot iſt und ihr iſt, als brande
lrickliche Welle des Haſſes und des Zorns zu ihr heran,
emitreißt.
Er verſteht von all dem noch nichts, aber die Geſtalt des
be=
wegungslos daliegenden Vaters übt eine ſchreckliche Wirkung auf
ihn aus.
„Steh doch auf . . .! Steh doch auf . . .!” jammert er immer
wieder durch das Schluchzen hindurch.
Aber Caſtillo wird nie wieder aufſtehen.
Die Welle des Haſſes hat inzwiſchen Maria hochgeriſſen.
Ihr Geſicht iſt plötzlich wie verſteint. Ihr iſt, als ſeien Jahre
ſeit dem Krachen des tödlichen Schuſſes vergangen. Furchtbare,
troſtloſe Jahre ohne Pardo Caſtillo, den ſie ſo liebte. Ihr iſt in
dieſem Augenblicke, als habe ſie die Jahre, die noch vor ihr
lie=
gen, ſchon erlebt, und dieſe Jahre fordern Rache. ...
Sie ſieht auf die Männer, die jetzt durch den Garten auf ſie
zukommen.
Maſchinengewehr gegen eine Frau.
Was wollen die noch!?
Haben ſie ihr nicht ſchon alles genommen, was ihr zu
neh=
men war!?
Oder iſt ihr Rachedurſt noch nicht gelöſcht!?
Soll ſie etwa und das Kind!?
„Luis, mein Kind!” ſchreit ſie auf und im gleichen
Augen=
blick bückt ſie ſich nieder und reißt das Gewehr ihres Mannes
hoch.
Maria weiß ſehr wohl mit einem Gewehr umzugehen.
Bevor ſie ſich mit Caſtillo verheiratete, hat ſie ſelbſt
jahre=
lang in der Waffenfabrik gearbeitet.
„Ihr Hunde!” ſchreit ſie auf und reißt das Gewehr hoch.
Ein Schuß zerreißt die Stille der Nacht und ein gellender
Aufſchrei wird laut.
Einer von den Männern im Garten wirft die Arme hoch
und fällt dann dumpf nieder.
Es iſt ein Zufall, daß Maria Acebal, den Mörder ihres
Mannes, traf.
Acebal iſt tot, wie Caſtillo.
Die übrigen Männer jagen fluchtartig zu dem Laſtauto
zu=
rück und wütende Flüche werden laut.
Maria ſteht noch immer mit dem Gewehr in der Hand.
Sie ſteht da hochaufgerichtet wie eine rächende Göttin.
Aber in dieſem Augenblick beginnt das auf dem Laſtwagen
befindliche Maſchinengewehr zu tacken.
Nein, mutig ſind dieſe Anarchiſten und Aufrührer nicht.
Ein Maſchinengewehr gegen eine Frau
Maria ſpürt einen ſtechenden Schmerz in der Schulter und
irgendeine Kugel ging haarſcharf an ihrem Kopf vorbei.
Da ſchlägt Maria die Tür zu.
Das Maſchinengewehr tackt weiter.
Die Einſchüſſe durchlöchern die Tür ..."
Maria Caſtillo iſt eine tapfere Frau und in dieſer Stunde
der Not und Gefahr wächſt ſie faſt über ſich ſelbſt hinaus.
Ihre Gedanken arbeiten fieberhaft,
Luis! Ihr Sohn darf nicht in die Hände dieſer Mörder und
Rohlinge fallen. Sie muß kämpfen für Luis ..."
Die einzige Zuflucht iſt der Keller ..."
Noch immer tackt das Maſchinengewehr und die Kugeln
ſchla=
gen durch die Tür.
Maria wirft ſich auf den Boden . . . zieht den vor Schreck
völlig verſtummten Knaoen neben ſich und kriecht dann mit ihm
zur Kellertür.
Dort bringt ſie Luis in Sicherheit.
KRMINATROMAN
VON C=BRUdC
Nachher, als alles vorüber war und die Zeitungen
htieben, daß der Polizei einer der größten Fänge geglückt
ſi, obwohl keiner recht begriff warum, weil eben alles ſo
erworren und zugleich ſo weit auseinander lag, gab es
dur einen, der nicht zufrieden war. Das war Liſſer.
Er beſchuldigte ſich, daß er die Unterſuchung zu
nach=
iſſig geführt und ruhte nicht, bis er die vielen Szenen
auch die, die ſich ſeiner Unterſuchung entzogen — noch
Inmal und nun zur Kontrolle zu jenem Geſamtbild
ver=
urgt hatte, das ſich zum Schluß enthüllte.
Ich habe dieſen Bericht von ihm bekommen und lege
m hier, nicht ſonderlich geändert, vor.
Ueber das jedoch, worüber er ſich nicht klar werden
ſneite, denke ich: es iſt leicht, nachher, wenn alle Dinge
ſre Plätze eingenommen haben und es nichts mehr
auf=
ſklären gibt, zu ſagen: hier hätte man ſo und dort anders
erFahren müſſen. Und im übrigen hat das Ende ja
ge=
ſiet, daß es Einflüſſe gibt, unſichtbare Regie, wie Berren
nannte die da ſind vor jeder andern Unterſuchung und
h zugleich ſelbſt jeder Unterſuchung entziehen, weil ſie
ſat begriffen werden können.
M Dorf liegt am Rand einer Ebene, die die Täler und
Lab 4 /bgelöſt hat. Sie iſt der breite Rücken eines großen
DergAder ſich drüben in den Felſen und Schluchten der
Ar=
denw=näeder zerteilt und auf dieſer Seite zögernd unter dem
Der Iſchter Wälder aus dem Flachland heraufgeſtiegen kommt.
böhe iſt nackt und iſt ſchutzlos den Winden preisgegeben.
Daromſtehen überall die Hecken um die Wieſen und die Höfe,
hohe 1d merkwürdig verſchlungene Hecken, die am Abend ihre
lang MSchatten über die Häuſer und das Land werfen und
hin=
ter )An die ganze Landſchaft dieſes etwas geduckte und lauernde
Auscinz bekommt, als verſteckte ſie ſich vor etwas, das nicht zu
ſeheszr!.
Ebene iſt ſumpfig. Wenigſtens der weſtlich gelegene
Leibeys Moor. Es beginnt gleich hinter dem Dorf und zieht
ſich 24d nweit bis zu jenem dunklen Strich am Horizont, wo
die Ader wieder beginnen und gleichzeitig ein anderes Land.
DenAükten durch das unwegſame Moor läuft die belgiſche
Greid:
andere Teil der Ebene iſt die Heide. Sie beginnt
ſüd=
ich 9A Dorf und erſtreckt ſich bis zum Nachbardorf. Eine Stunde
weig.
dieſem Morgen, wo die Erzählung beginnt, begann ſich
dasMlef eben ein wenig zu beruhigen über ein Unglück, das ſich
am 9bgrigenen Abend ereignet hatte. Eine Scheune hatte Feuler
Beie In und war bis auf den Grund niedergebrannt. Und
da=
nachA tte ſich eine neue und ebenſo unglückliche Entdeckung
auſ=
getiun
wa gu . der in dieſem Augenblick die Polizei ſchon beſchäftigt
Es war ein warmer Spätſommermorgen. Die Sonne
leuch=
tete aus einem hellen Himmel. Ueber dem Moor lag ein
ſilb=
riger Dunſt. Die Heide blühte.
Berren und Loni hatten ſich in ihr getroffen. Weit ab von
den Häuſern des Dorfes, weil ſie nicht geſehen werden wollten.
Berren, der ſich mal Bauer und mal Doktor nannte, war der
Beſitzer eines Hofes, der als letzter des Dorfs ſchon faſt in der Heide
lag. Loni war die Tochter von Dr. Markus, der ſeit einigen
Jahren in der Gemeinde anſäſſig war und auf der
entgegenge=
ſetzten Seite ein Landhaus beſaß.
Die beiden gingen langſam über den Heideweg zurück. Loni
mit einem Geſicht, das ein wenig unzufrieden ausſah. Sie ging
und riß hie und da ein Blatt von einem Strauch und ließ es
wieder achtlos fallen. Berren kam einen Schritt hinter ihr her.
Er trug ein Sporthemd und eine ſchon abgetragene Flanellhoſe.
Er blieb plötzlich ſtehen und hielt Loni an. Sie hatten ſich
eben geſtritten. Nicht ſehr. Es ging um eine Kleinigkeit. Loni
hatte Berren vorgeworfen, daß er hier im Venndorf ſaß und
nichts Richtiges tat, außer ſeine Zeit vergeuden. Dieſer Vorwurf
war berechtigt. Das wußte Berren ſelbſt. Als er vor vier
Jah=
ren, irgendwoher aus der Welt, nach Hauſe gekommen war, weil
ſein Vater ſtarb, befand ſich der Hof in guter Ordnung. Und
jetzt. — Nicht nur Loni beklagte ſich darüber. Es gab noch
an=
dere Leute im Dorf, alte Freunde ſeines Vaters, zum Beiſpiel
Prim, die ihm das wie eine perſönliche Kränkung nachtrugen.
Aber deshalb hatte Loni es nicht geſagt. Es ging um ihren
Vater, und darum, ihn zu überzeugen, daß Berren ein
ordent=
licher Mann war, dem man eine Tochter anvertrauen durfte.
„Aber ich habe Pläne”, hatte ſich Berren gewehrt.
Pläne. — Es wird ſich niemand wundern, daß Loni über
dieſe Einlaſſung lachte, und daß Berren über dieſes Lachen in
ein gekränktes Schweigen verfiel. Denn alle Männer ſind
unge=
wöhnlich empört, wenn man ihre Pläne nicht mindeſtens ſo ernſt
nimmt, wie ſie es ſelber tun.
Und jetzt blieb Berren alſo, nachdem er fünf Minuten
ge=
ſchwiegen hatte, ſtehen und hielt Loni am Aermel feſt. „Was hat
dein Vater denn gegen mich? Hat er etwas Beſtimmtes?"
„Ich weiß nicht. — Aber immer, wenn die Sprache auf dich
kommt, verzieht er den Mund. Einmal ſagte er, daß er dich
ſchon von früher her kennt. Und ich denke manchmal, vielleicht
liegt da etwas Beſtimmtes vor. — Wie? Denn für die
Land=
wirtſchaft hat er ſchon wenig Intereſſe.”
Berren hatte einen Grashalm in den Mundwinkel geſteckt.
„Ich glaube, daß es am beſten iſt”, ſagte er, „wenn ich mit deinem
Vater mal rede. Es iſt möglich, daß er etwas Beſtimmtes denkt.
Dann allerdings wäre völlig zu verſtehen, daß er ſich gegen eine
Verbindung zwiſchen uns ſo ablehnend verhält. Aber er hat
völ=
lig Unrecht mit ſolchen Vermutungen, und ich werde es ihm
aus=
reden. Es iſt auch noch aus einem anderen Grunde gut, daß ich
ihn mal ſpreche —
„Wie meinſt du das?"
Nr. 316 — Seite 9
Aber dann durchzuckt ſie aufs neue ein Schrecken. Sicher
wer=
den Rebellen bald das Haus ſtürmen und dann iſt ihr Schickſal
doch beſiegelt.
Sie muß weiter kämpfen, aber ſie hat das Gewehr oben
lie=
gen laſſen.
Ihre Verwundung an der Schulter ſcheint nur leicht zu ſein,
aber der Streifſchuß an der Stirn füllt immer wieder ihre Augen
voll Blut, ſo daß ſie halb geblendet iſt.
Maria kriegt bis zu der Stelle, wo das Gewehr liegt.
Noch immer tackt das Maſchinengewehr.
Es iſt, als ob die Rebellen eine Feſtung ſturmreif ſchießen
müßten, und nicht eine einzelne Frau und ein zehnjähriges Kind.
Zuflucht im Keller!
Maria iſt jetzt ganz kalt und überlegt.
Sie fürchtet den Tod durch die Kugeln nicht. Sie fürchtet
nur um Luis.
Auf allen Vieren kriecht ſie in das Zimmer ihres Mannes,
wo er die Munition aufbewahrt hat.
Sie braucht Munition!
Viel Munition, denn ſie weiß, daß ſie ſich im Keller lange
verteidigen kann, wenn ſie genügend Munition hat.
Die Treppe iſt eine ſchmale, enge Stiege, und nur einer kann
zur Zeit von den Rebellen ſie benutzen.
Aber als ſie aus dem Zimmer kommt und in den Hausflur
tritt, von wo die Kellertür abgeht, da brüllt ganz plötzlich eine
heulende Detonation vor ihr auf.
Eine grelle, jagende Flamme.
Mörtel und Kalk fällt herab.
Der Luftdruck wirft Maria zu Boden ...!"
Was war das!?
Eine Handgranate!?
Ja, die Rebellen haben ſich jetzt an das Haus geſchlichen und
bewerfen den Eingang mit Handgranaten,
Feiges Geſindel! denkt Maria, und trotzdem jede Sekunde
eine neue Handgranate hereinheulen kann, kriecht ſie über all
den Schutt und Mörtel hinweg zu der Kellertür.
Ein neuer Schrecken läßt ſie faßt erſtarren.
Sie ſchreit grell und furchtbar auf.
Die Kellertür läßt ſich nicht öffnen. Schutt und Mörtel
klem=
men die Tür ſo ein, daß ſie nicht mehr zu öffnen iſt.
Sie hört durch die Tür die verzweifelten Schreie von Luis.
Aber mit der Kraft der Verzweiflung wirft ſie ſich gegen die
ſchon geborſtene Tür und durch die geborſtene Tür ſtürzt Maria
die Treppe hinunter in den dunklen Keller.
Es dauert eine Weile, ehe Maria zu ſich kommt.
Inzwiſchen heult oben eine neue Handgranate brüllend
her=
ein und die Grundmauern des Hauſes beginnen zu zittern und
zu wanken.
Maria wird faſt zugedeckt von Holztrümmern, Mörtel, Schutt.
Aber ſie darf nicht ſterben .. .!
Nein, ſie muß Luis retten . .. ihren Jungen ... ihr einziges
Kind.
Und trotz der raſenden Schmerzen kämpft ſich Maria heraus
aus den Trümmern.
Sie kriecht zu ihrem Söhnchen, der immer nur jammert . . .
„Mutter! Mutter! Wollen ſie uns totmachen!? Wollen ſie
uns totmachen . . . !?"
Die Detonationen hören auf.
Auch das Maſchinengewehr tackt nicht mehr.
Eine vage Hoffnung regt ſich in Maria.
Vielleicht glauben die Rebellen jetzt, daß ihr Rachewerk
vol=
lendet iſt. Daß niemand mehr lebend in dieſem Hauſe iſt!?
Vielleicht iſt ſie und Luis gerettet!?
Aber wenige Minuten ſpäter ſoll ſie erkennen, daß dies eine
trügeriſche Hoffnung war.
Maria hört oben Lärm und Stimmen.
Die Rebellen haben das Haus betreten.
(Fortſetzung folgt.)
„Ih weiß nicht — aber ich denke, er ſoll ſich in acht
neh=
men
Loni ſchien das Spaß zu machen. Sie lachte. „Vor wem
denn?”
„Und auch du ſollteſt dich in acht nehmen”, ſagte Berren,
ſchon wieder ein wenig gereizt.
„Aber vor wem denn, Berren?” Sie hatte ſeinen Arm
ge=
nommen und ſchmiegte ſich an ihn. Und ihr Geſicht lachte, daß
ihre Zähne blitzten und die Augen ganz klein wurden unter den
dunklen und gerade gezogenen Brauen. Sie war wirklich ein
hübſches Ding. Schwarzes, glattes Haar, ein weiches und
ge=
bräuntes Geſicht mit einer ſchmalen Naſe. — Sie war manchmal
ſchon zu ſchön. —
Berren knurrte und wollte weitergehen.
„Aber dann ſag mir doch, vor wem?”
„Ich weiß nicht”; ſagte er brummig, „es gibt, ſo beſtimmte
Dinge. — Man kann noch nicht darüber reden. Aber Karſten zum
Beiſpiel gefällt mir nicht.”
„Karſten —? — Berren! ſo ein harmloſer Junge —‟
„Ich habe ja auch nichts geſagt über ihn. Ich behaupte nur,
daß er mir nicht gefällt.”
Loni ſah Berren von unten herauf an. „Berren”, ſagte ſie
ſcherzhaft, „du biſt doch nicht — du biſt doch nicht etwa
eifer=
ſüchtig??‟
Das iſt allerdings eine Frage, die man einem Mann nicht
ſtellen ſollte. „Du wirſt unſachlich”, ſagte Berren ſchroff und
ging weiter.
Sie gingen bis zur Wegkreuzung, wo es rechts ins Dorf
hin=
unter geht, deſſen Häuſer in der breiten Mulde ſchon zu ſehen
waren.
„Hier müſſen wir uns verabſchieden”, ſagte Berren.
Loni ſah ihm einen Augenblick ins Geſicht. „Du biſt doch
nicht böſe?” fragte ſie.
„Ach nein”, ſagte Berren und hielt ihr ſeine Hand hin. Loni
legte die ihre zögernd hinein. Sie gab ihm plötzlich einen Kuß.
„Ich werde auch über alles nachdenken, was du geſagt haſt”,
meinte ſie und drehte ſich um und ging ſchnell den Weg hinunter.
Berren ſchaute ihr nach, wie ſie jung und elaſtiſch über den
holprigen und zerfahrenen Weg davonſchritt. Er wußte nicht,
daß er ſie nicht mehr ſo bald und unter ganz anderen und
merk=
würdig veränderten Umſtänden wiederſehen würde. Und auch
ſie ahnte nicht, daß ſich inzwiſchen ſchon Dinge ereignet hatten,
die, wenn ſie davon gewußt hätte, ſie mit Ernſt, Traurigkeit und
Entſetzen erfüllt hätten.
Er wartete, bis ſie unten zwiſchen den Böſchungen, in denen
ſich der Weg ins Dorf hinabſenkte, verſchwunden war, dann ſetzte
er ſich ſelbſt langſam in Bewegung. Er ging an ſeinem Hof
vor=
bei, einem alten und niedrigen Fachwerkhaus hinter einer hohen
Hecke, und ging bis zu der Stelle, wo Loni ſoeben verſchwunden
war. Eine alte und angeſchwärzte Hecke erhob ſich links auf der
Böſchung. Dahinter war am vergangenen Abend die Scheune
ab=
gebrannt. Und jetzt waren gedämpfte Stimmen von dorther zu
vernehmen.
Berren ging durch einen ſchmalen Einlaß auf ſie zu.
„Zuerſt”, erzählte Prim, „als wir geſtern abend den
Feuer=
ſchein entdeckten, konnte ſich ſchon niemand erklären, warum die
Scheune brennen ſollte, denn ſie wurde ſeit langem nicht mehr
benutzt. Sie gehört einem Bauern Kriſten, der vor Jahren aus
dem Dorf verſchwand. Und ſpäter, als wir das Feuer gelöſcht
hatten und uns daran machten, die Aſche und die Trümmer etwas
aufzuräumen, ſtießen wir auf den Toten. Er lag ganz zu unterſt
und hat uns einen ziemlichen Schrecken verurſacht, weil ja keiner
mit ſo etwas gerechnet hatte. Ich habe dann angeordnet, daß
man ihn ſo liegen läßt, wie er gefunden wurde, und habe Sie
heute morgen benachrichtigt. Und das iſt ja wohl meine Pflicht
geweſen.” Herr Prim, der Gemeindevorſteher, wiſchte ſich mit
einem großen Taſchentuch die Stirn ab nach dieſer langen Rede.
Der, dem ſie gegolten hatte. Inſpektor Liſſer, bückte ſich, um den
Toten, der vor ihm lag, näher zu unterſuchen. (Fortſ. folgt.)
Sport, Spiel und Jurnen
Fußball in Starkenburg.
SV. Weiterſtadt — Viktoria Griesheim.
Die Bezirksklaſſe Südheſſen.
Weiterſtadt hat ſein erſtes Platzſpiel und wird ſich die An=
ſieht am kommenden Sonntag folgende Paarungen vor:
Walldorf — Polizei Darmſtadt,
Urberach — SV. 98 Darmſtadt,
Alem.=Olympia Worms — Dieburg,
Lorſch — Pfiffligheim,
Arheilgen — Bürſtadt.
Mit Rückſicht auf das Handball=Derby in Darmſtadt reiſen die
Fußballer der beiden Vereine nach auswärts. Polizei wird in
Walldorf ſicherlich auf einen erbitterten Widerſtand ſtoßen und
ſchon eine viel beſſere Leiſtung als am Vorſonntag gegen
Arheil=
gen aufbringen müſſen, wenn nicht eine Ueberraſchung nach der
unangenehmen Seite ſich einſtellen ſoll. Die gleiche Erwartung
darf man auch der Elf vom Böllenfalltor mit auf den Weg
ge=
ben, und uns ſcheinen die Chancen in Urberach am Sonntag
min=
deſtens verteilt. Die Vorſtädter am Mühlchen haben Glück.
Bür=
ſtadt erhielt für ein Heimſpiel Platzſperre und muß reiſen. Bei
Bürſtadt wirkt Kleber wieder als ſchußgewaltiger Stürmer mit.
Wir neigen angeſichts der letzten ſtetigeren Zeugniſſe der Gäſte
zu einem ſehr ſpannenden und offenen Kampf, der allerdings
ziffernmäßig kaum ſehr hoch ausfallen dürfte. In Lorſch ſteigt
ein intereſſantes Treffen: wir würden uns nicht wundern, wenn
die Gäſte über ein Unentſchieden hinauskommen würden.
Aller=
dings haben ſich auch die Lorſcher Olympen in der letzten Zeit
etwas herausgemacht, ſo daß ein temperamentvoller Kampf ſicher
ſein wird. Im Wormſer Stadtwäldchen gaſtiert Dieburg, und
mit dem Einzug von Rebell im Dieburger Sturm iſt ein friſcher
Zug in der Haſſia feſtzuſtellen. Sicher werden die Vereinigten
vor eigenem Publikum eine gute Partie auf die Beine bringen,
aber Haſſia hat das Zeug in ſich, Ebenbürtiges zu leiſten.
Die Kreisklaſſe 1.
Gruppe 1, Ried.
Kurz vor Schluß der Vorrunde ſetzen die Punkteſpiele noch
einmal mit aller Heftigkeit ein, da in keiner Beziehung bis jetzt
irgendwelche Vorentſcheidung gefallen iſt. Es treffen ſich:
Conc. Gernsheim — FV. Hofheim
Kleinhauſen — FC. 07 Bensheim
Alem. Gr.=Rohrheim — Starkbg. Heppenheim
Vorw. Bobſtadt — T.u. Spgd. Biebesheim
FV. 1919 Biblis ſpielfrei.
Jeher war es ein harter Kampf um die Punkte, wenn
Hof=
heim in Gernsheim anzutreten hatte. Diesmal erſcheint die
Sache beſonders ſpannend, denn Hofheim führt zur Zeit die Tabelle,
während Gernsheim noch ſehr berechtigte Ausſichten (auf Grund
der Rückrunde) auf den erſten Tabellenplatz hat. Wir rechnen
vo=
zahlreichen Zuſchauern mit einem ſpannenden Treffen, den die
Platzbeſitzer mit den beſſeren Ausſichten beginnen. Die
Bens=
heimer müſſen diesmal nach Kleinhauſen. Nach der
ſchwachen Leiſtung der Gaſtgeber ſeither zu rechnen, müßten die
Bergſträßer das beſſere Ende für ſich behalten, doch ſei darauf
hin=
gewieſen, daß der Tabellenletzte gerade auf eigenem Platze re
kampfesmutig um die Punkte ſtreitet. Die wieder erſtarkten
Groß=Rohrheimer werden ſich die Chance wohl kaum
ent=
gehen laſſen, endlich ihr mageres Punktekonto durch dieſes
Heim=
ſpiel aufzufriſchen. Es wird zwar nicht leicht ſein, die
Heppen=
heimer niederzuhalten, jedoch ſollte es den Umſtänden zufolge zu
einem knappen Sieg der Platzbeſitzer reichen. Die
Biebes=
heimer müſſen diesmal nach Bobſtadt. Seither trugen die
„Vereinigten” Punkte um Punkte zuſammen, ſo daß ſie nunmehr
ganz plötzlich in der Tabellenſpitze auftauchen. Wir trauen ihnen
auch in Bobſtadt einen Sieg zu, wenn ſie mit der richtigen Taktik
die Sache anpacken.
Gruppe 2, Darmſtadt.
Der vergangene Sonntag brachte in der Tabelle nur inſofern
eine Verſchiebung, als es dem Neuling Wolfskehlen gelang, ſich
wieder auf den dritten Platz zu ſetzen, während ſonſt alles beim
alten blieb. Das Spiel Mörfelden — SV. Weiterſtadt endete
5:1 (2:0). Zu der nachſtehenden Tabelle iſt zu bemerken, daß ſich
dieſes Jahr Vereine, die man auch heute noch zu den ſtärkſten der
Gruppe zählt, vornehmlich am Ende herumdrücken. Es iſt jedoch
anzunehmen, daß ſich dieſelben in der Rückrunde wieder ihre alten
Stellungen zurückholen werden.
Begegnungen:
Jahn 75 Darmſtadt — Chattia Wolfskehlen.
Der Neuling, der ſich bis jetzt ausgezeichnet in der neuen
Klaſſe ſchlug, hat am Ziegelbuſch anzutreten und wird dort aller
Vorausſicht nach von den aufwärtsſtrebenden 75ern zu Fall
ge=
bracht werden. Trotzdem muß die Platzmannſchaft damit rechnen,
daß ſich Wolfskehlen nicht ſo im Vorbeigehen ſchlagen läßt.
ſtrengung nicht ſparen, zu den erſten Punkten zu kommen. Ob es
aber ausgerechnet gegen Griesheim gelingt, bleibt abzuwarten,
denn die Viktorianer haben ſich dieſes Jahr ſcheinbar wieder an
ihre alte Tradition erinnert. Man tut beſtimmt gut, den
Aus=
gang des Treffens für offen zu halten.
Germania Eberſtadt — SV. Mörfelden.
Der Tabellenführer hat am Frankenſtein anzutreten, was in
Eberſtadt Grund ſein dürfte, mit einer großen Zuſchauerzahl zu
rechnen. Ueber das Spiel ſelbſt kann man ſagen, daß auch in
dieſem Spiel Mörfelden die Oberhand behalten wird, denn die
Germanen haben das Pech, zu ihrem Formrückgang noch auf einige
gute Kräfte verzichten zu müſſen. Immerhin könnte es bei einiger
Anſtrengung zu einem ehrenvollen Reſultat reichen.
Union Wixhauſen — TSG. 46 Darmſtadt.
In dieſem Spiel treffen ſich zwei Mannſchaften, die man vor
Beginn der Runde zu den Anwärtern auf die Meiſterſchaft
rech=
nete, wobei aber beide verſagt haben und ſtark abgefallen ſind.
Trotzdem iſt das Können dieſer beiden Mannſchaften weit höher
einzuſchätzen, als es, nach ihrem Tabellenplatz zu urteilen,
aus=
ſieht. Der Ausgang des Spieles in Wixhauſen ſollte einen
knap=
pen Sieg der Unioniſten bringen, wofür der Vorteil des eigenen
Platzes ſpricht. Doch wäre ein anderes Reſultat abſolut nicht als
eine Ueberraſchung zu betrachten.
SV. Groß=Gerau iſt ſpielfrei.
Gruppe 3, Odenwald.
Hier iſt man mit der Vörrunde „durch‟. Der Tabellenführer
Groß=Zimmern macht einen Ausflug nach Meſſel. Die Platzelf
iſt durch Spielerabgänge zu Kurſen bzw. dem Arbeitsdienſt ſo
ſtark erneuert worden, daß nur noch 2 bis 3 Spieler der
vorjähri=
gen Elf zur Verfügung ſtehen. Dadurch wird es verſtändlich, daß
TSV. heute am Tabellenſchluß in der Gruppe 4 rangiert. Aber
die ſtetig ſteigenden Leiſtungen in den letzten Spielen, die zwar
nicht ſiegreich beendet wurden, gaben für die Rückrunde mit
zahl=
reichen Heimſpielen den Meſſelern manche Chance. Der Beſuch
aus Zimmern wird alſo in Meſſel guten Zuſpruch finden.
SkadkElf Darmſtadt — Mainz /Worms komb.
Wie alle Sportzweige, ſo ſtehen auch die Fußballer an einem
Spieltag im Dienſte der Winterhilfe. Wir haben bereits einen
Großteil der Veranſtaltungen in Starkenburg am Buß= und
Bet=
tag (21. Nov.) veröffentlicht. Das repräſentative Treffen in der
Landeshauptſtadt ſieht die ſtärkſte Mannſchaft vom Woog gegen
eine kombinierte Elf vom Rhein, aus Mainz und Worms. Am
kommenden Mittwoch wird alſo kein Fußball= und Sportfreund
verſäumen dürfen, zu dieſem Großkampf zu kommen. Es finden
an dieſem Tag keine anderen Spiele ſtatt.
Die Darmſtädter Elf wird in ihrem Gerippe aus der
Mann=
ſchaft des Polizei=SV. gebildet, ergänzt durch drei Spieler von
SV. 98 (Geyer, Schnägelberger) und Jahn 75 (Hoffmann) in
folgender Formation:
Klein
Balſer Bönſel
Geyer Schnägelberger Kauffmann
Göbel
Dumont Keck Pfeiffer Hoffmann
Die Mannſchaft der Gäſte wird u. a. den Nationalſpieler
Fath von Wormatia auf Linksaußen ſtürmen laſſen, Ebert
wird das Tor hüten, und als Mittelläufer wird der vorzügliche
Schmidt (Mainz 05) wirken. Genaue Aufſtellung folgt noch,
doch ſteht heute ſchon feſt, daß der Bezirksführer Schindel eine
la=Mannſchaft hierher entſenden wird, um die größtmögliche
Zug=
kraft zu ſichern.
Ab Freitag werden Werbeplakate ausgegeben, und die
veranſtaltende Sportbehörde bittet die Geſchäftsinhaber,
dieſe Werberufe für das Winterhilfs=Spiel an gut ſichtbarer Stelle
zur Schau zu bringen.
Der Fußballkampf England — Italien
endete am Mittwoch in London vor 60 000 Zuſchauern mit einem
knappen und glücklichen 3:2=Sieg der Engländer. Bei der Pauſe
ſtand das Spiel auf 3:0, nach dem Wechſel führten aber die
Ita=
liener ein großartiges Angriffsſpiel vor, das ſie noch bis auf 3:2
herankommen ließ. Die Tore der Engländer ſchoſſen Brooks (2)
und Bowden, für Italien war zweimal Meazza ſerfolgreich. Der
Schiedsrichter O. Olſſon leitete den ritterlich ausgetragenen Kampf
ſehr gut.
Weiterbericht.
Ausſichten für Donnerstag: Vielfach neblig, ſonſt zeitweilig
auf=
heiternd und nur noch vereinzelt leichte Regen, nachts leichte
Froſtgefahr, mittags milder, meiſt öſtliche Winde.
Ausſichten für Freitag: Abgeſehen von Nebelbildung vielfach
Aufheiterung, im weſentlichen trocken, öſtliche Winde, nachts
Froſtgefahr.
Die Winkerſpork=Werbewoche
der vorl. Ortsgruppe des R.f.L. nahm geſtern abend in der Turm
halle am Wogsplatz ihre Fortſetzung mit einem gelungenen Abrio
aus der Praxis der Skiläuferzunft. Vor zahlreichen Beſucheru
nahm zunächſt Verw.=Direktor Löwer das Wort, um anſchließene
an die ſpezielle Bedeutung der Winterſportwerbewoche das
Noz=
bild des deutſchen Sportsmannes dieſer Zeit zu umreißen. Daßn
gedachte er anerkennend der erfolgreichen und beiſpielloſen Arbeu=
und Kameradſchaft unſeres Darmſtädter Sportlehrers, Direkt,,
Ernſt Söllinger. — Herzliche Worte der Begrüßung ſproi!
L=
dann Dr. Krebs (Skiklub), der Ausſchnitte einer Wintet,
wanderung am 7. Januar 1850 auf den Feldberg/Taunus verſoſe
an die heldenhaften Taten unſerer Skiläufer im Weltkrieg a
innerte und auf das heutige eiſern=tüchtige Geſchlecht unſer
Winterſportler beiderlei Geſichts mit Stolz verweiſen konnte.
Dr. med. Sachs, ſelbſt ein begeiſterter Skiläufer, ſtellte dann
großen körperlichen und ſeeliſchen Vorzüge des Winterſports moſe
Augen, der ein wahrer Geſundbrunnen für jung und alt ſei, A8. An
ſchließend gab er den angehenden Schneefahrern beherzigenswerr
ärztliche Ratſchläge und warnte insbeſondere vor allen Ueboch.
treibungen, wie ſie von Neubegeiſterten oft erfolgen. Den 2. T5
des Abends, den die Polizeikapelle unter Meiſter Buslſ,
muſikaliſch verſchönte, bildeten zweckgymnaſtiſche Vo0
nh=
führungen und ein Uebungsabſchnit aus einem Trocke
ſkikurs. Selbſtverſtändlich, daß Redner und Mitwirkende
lu=
haften Beifall quittieren konnten.
Reichsſender Frankfurt=
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Donnerstag, 15. Dovember
6.00: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.45: Zeinn itsloſen eig
Meldungen. — 6.50: Wetter. — 6.55: Morgenſpruch, Chorafu zunterſtüczt
7.00: München: Frühkonzert. Das kleine Münchener Sinfoniei eüähle
—ö—
ſardsatbeiter
nieder
beilicher Arbe
einer weiteren
Uir den En
orcheſter. Lta.: Ebner. — In einer Pauſe ca. 8.00: Nur fün
Frankfurt: Waſſerſtand, Wetter. — 8.30: Stuttgart: Gymnaſtimg die Neudl
9.00: Nur Kaſſel: Werbekonzert. — 9.15: Nur Kaſſel:
Konzertt=
enſemble Ortsmuſikerſchaft Kaſſel. Ltg.: R. Mothes. — 10.000 hu der Sonde
Nachr. — 10.15: Stuttgart: Schulfunk: Volksliederſingen. — zwertung, di
10.45: Praktiſche Ratſchläge für Küche und Haus. — 11.00 mte Martrege
Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.45: Sozialdienſt. mit der Vieg
12.00: Landes=Sinfonieorcheſter Ltg.: Cornelius. — 13.00: Zeitit e der Bezit
Saardienſt. Nachr. — 13.10: Nachr. — 13.15: Schallplattenn keter im
1. Zum Todestag Chopins (17. 10. 1849) 2. Komponiſten der=
Gegenwart. — 14.15: Zeit, Nachr. — 14.30: Wirtſchaftsbericht.
14.45: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
— 14.55: Wetter!. „de di df.
15.00: Nur Kaſſel: Nachr. — 15.15: Kinderſtunde. Wir wollem, i chen Hegell
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Donnerstag, 15. November
auch Theater ſpielen.
Nu
16.00: Danzig: Orcheſter des Danziger Staatstheaters. Ltg.: E ſriten war.
Kallipke. — 18.00: Suttgart: Spaniſcher Sprachunterricht. —
18.15: Bücher, die uis erwarten. Joachim v. d. Goltz, „Derg
alsſchlag.
Baum von Clery. — 18.25: Neue deutſche Dichtung: Otto Wohll
nEehr er
gemurh. — 18.35: Katechismus für Sprachſünder.
18.45: Goslar: Reichsbauerntagung 1934. Eröffnung des Thmgey eiang
im Kongreßzelt auf dem Oſterfeld. — 19.00: Meldg. — 19054 M
Kaiſers autern: Orcheſter der Berufsmuſiker Kaiſerslautern. Lig./ kile h
R. Schmidt. — 19.30: Lieder zur Laute. — 19.45: Tagesſpiegellk it der Stüd
20.00: Zeit, Nachr. u. Mitteilungen aus dem kulturellen Lebenn uß das Gei
20.10: S.uttgart: Saar=Umſchau. — 20.30: Zwiſchen Ilme unfü s des durch d
Maine. Heimatlandſchaft um Goethe — 21.10: Wiener Volis=s hrerbrauches.
muſik. — Einlage: Szenen aus Raimunds „Verſchwender” uce en eine erhebl
Einen Jur will er ſich machen” von Joh. Neſtroy, — 22.0:0 igms ſei es
Zeit. Nachr.
22.15: Nachr., Wetter,, Sport. — 22.M:0 Anlieferu
Waſhington: K. G. Sell: Worüber man in Amerika ſpricht — mu der Mark
22.30: Lieder von Adolf Jenſen. — 23.00: Nirnberg: Das 30l.) Beuern ebent
Schwarzſche Orcheſter. — 24.00: Stuttgart: Nachtmuſik.
ſſern
erigei
6.00: Hamburg: Wetter. — 6.05: Nachr. — 6.15: Berlin: Gmt
naſtik. — 6.30: Tagesſpruch. — 6.35: Berlin: Muſik am Mo 4
gen —
In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr. — 8.00: Sperrtelt.
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9 00: Sendepauſe. — 9.4:‟
Geheimrat, Roſt; Ernährungslehre: Der Nahrungsmittelbedant” he ſenlt die
des Menſchen. — 10 00: Nachr. — 10.15: Volksliedſingen. —
Aisſitzung der
Muſikantenlieder. — 10.50: Körperliche Erziehung. Winterſpotte
vorbereitung in den Schulen. — 11.15: Seewetterbericht. — W 124
ab 15
11.30: T. Tröſcher: Das Buch des Bauern; anſchl.: Wetter. 2*
Mträgt bein.
11.50: Glückwünſche
12.00: München: Mittagskonzert des Funkorcheſters. Ltg.: 8MM Ne=Zlinde=
Liſt. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Sonne des Südens (Schaleel 30n Weg ſoget
platten); anſchl.: Wetter — 13.45: Nachr. — 14.00: Sperreit.4. Miſe bleiben a.
14.55: Programmhinweiſe, Wetter, Börſe. — 15.15: Tierſchute) t und werde
funk für Kinder: Alfred Brehm, ein Freund der Tiere. — 15.4570 A ſc hierbei u
Kleine Serenaden (Schallplatten).
Urterabſatzes.
16.00: Danzig: Orcheſter des Dzg. Staatstheaters. Ltg.: Kallufe,4 B wamnt gegel
Rimeſtierunge
In der Pauſe 17.00: Der Deutſchlandſender erimnert „
18.00: Für’s deutſche Mädel: Barbara Uttmann, die Spſte 9.4 Mi
klöpplerin von Annaberg. — 18.20: A. v. Arnim: Wiſſenſcheſt N 14 Ms Ziel,
im Dritten Reich. — 18.30: Zeitfunk. — 18.45: Hanſug” 7 4 Jwie den 10
Reichsbauerntag 1934. Eröffnung der Things im Kongreßzelt 0ff 1 M0. üher Arbeit
dem Oſterfeld bei Goslar.
krungen
19.00: Köln: Abendmuſik. Das Große Orcheſter. Ltg.: Eyſoll.
20.00: Kernſpruch. — Anſchl.: Wetter, Kumznachrichte.
20.15: Winfried Wolf ſpielt: Brahms: Sonate für Klaver Ge2 7I
Moll, op. 2 — 20.50: Schwarzmann und die Magd. Ein Vollk 24
ſtück von W. E. Schäfer. — 22.00: Wetter, Nachr., Sport,
Anſchl.: Nachrichten aus dem kulturellen Leben. — 22.25: Deuhle 21
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Saiſoniäßige Beeinfluſſung des Arbeitsmarkts.
Die Arbeitsmarkklage im Monak Okkober im Landesarbeitsamksbezirk Heſſen.
die Neuordnung der Schlachtviehmärkke.
Preſſeſtelle des Landesarbeitsamts Heſſen teilt mit: Ende
Okttſ= wurden insgeſamt 149 135 Arbeitsloſe gezählt, davon
wame 18 608 oder 12,5 v. H. Frauen. Die Vermittlungstätigkeit
der „Ave itsämter war auch im Oktober ſehr lebhaft. Die
Arbeits=
lagen urde durch die ſaiſonmäßig bedingte Einſtellung von
Außen=
arbcüt beeinflußt, da um dieſe Jahreszeit erfahrungsgemäß
Entygungen aus den Außenberufen unvermeidlich ſind.
Dem=
gegeunber, blieb die Lage in allen konjunkturell beeinflußten
Be=
rufsfappen (ſo in der Metallinduſtrie, in der chemiſchen
Indu=
ſtrieun Spinnſtoffgewerbe, in der Lederinduſtrie und im
Beklei=
dunmsewerbe) nach wie vor günſtig; alle dieſe Gruppen zeigen
einen T. noch erhebliche Abnahme der Arbeitsloſigkeit.
Nchdem ſeit April eine ſtändige Abnahme der Zahl der
Notſſiadsarbeiter infolge der Droſſelung der Maßnahmen zu
ver=
zeichtn war, konnte im Oktober erſtmalig die Zahl der
Notſtands=
arbeuir wieder um rund 1100 erhöht werden. Es beſteht noch ein
ſo eſthölicher Arbeitsvorrat, daß bei anhaltend guter Witterung
mit ſeier weiteren Zunahme der Notſtandsarbeiter zu rechnen iſt.
An den Ende Oktober bei den Arbeitsämtern gemeldeten
Arbkütloſen erhielten 27 334 Arbeitsloſenunterſtützung und 47 519
Kriſſianterſtützung. Anerkannte Wohlfahrtserwerbsloſe wurden
4004zzählt.
Af der Sondertagung der Hauptvereinigung für
Schlacht=
viehlvewertung, die unter Leitung des Reichskommiſſars für die
gicz geſaunt Marktregelung, Freiherrn von Kanne, ſtattfand, wurden
die u der Viehmarktordnung zuſammenhängenden Fragen im
eiy Kreſtenr Bezirksbeauftragten durchgeſprochen. Der
Hauptabtei=
lungszliter im Reichskommiſſariat für Vieh= Milch= und
Fett=
wirtraft, Dr. Pflaumbaum, ging von den Schwierigkeiten aus,
die zeude bei der Vielgeſtaltigkeit der Viehwirtſchaft hier einer
A einhſtüichen Regelung entgegenſtehen. Beſonders erſchwerend ſei,
daß z Viehpreiſe in der Kriſenzeit kataſtrophal niedrig geweſen
warmn und daß infolgedeſſen eine nicht unerhebliche Ausweitung
ingauten war. Bisher ſeien, nur die Großviehmärkte in die
Nautrdnung einbezogen worden, weil dieſe für die
Preisgeſtal=
hung dr, tungg usſchlaggebend ſeien; in Zukunft müſſe aber auch der übrige
Vietzlwkehr erfaßt werden, wenn das Ziel, eine geordnete
Markt=
ung ie belieneung und gerechte Preiſe, erreicht werden ſoll. Bezeichnend
m in den letzten Wochen auf manchen Märkten noch mehr
rAlug Schrdert hätten untergebracht werden können, obwohl die Beliefe=
9.46. An rung n der Stückzahl 8—10 v. H. größer als im Vorjahr war
ſtue und ah das Gewicht der Einzeltiere höher war. Dies ſei eine
Folce des durch die Kaufkraftſteigerung eingetretenen ſtärkeren
De Fleiſiherbrauches. Bei freier Wirtſchaft würde unter dieſen
Um=
erſänxt ſtändte eine erhebliche Mehrbelaſtung unausbleiblich geweſen ſein.
ſeſtyoy. -Uebuigns ſei es auch auf den Rindermärkten trotz der weſentlich
Spon. höheye Anlieferungen gelungen, nicht nur den Preisſtand bei
Anri ſrBegiza der Marktregelung zu erhalten, ſondern die Erlöſe für
imbau den „Buern ebenfalls ohne Belaſtung der Verbraucher etwas zu
verbäſrr. Eine weitere Klärung werde durch Abänderung der
bish rzem Preisfeſtſetzung nach reinen Preisklaſſen in eine ſolche
nach / ch achtwertklaſſen angeſtrebt. Immer wieder kam in den
ing hnden Beratungen der Sondertagungen zum Ausdruck, daß
die bee ung der Viehwirtſchaft nicht von der Preisſeite her, ſon=
gernn ich eine Ordnung der Märkte erzielt werden müſſe. Bei
Peissfeſtſtellung werde entſprechend den Forderungen des
asjyrſtandsgeſetzes von der Kaufkraft der Verbraucher
aus=
egayu) werden.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
hel ſenkt die Preiſe. In der kürzlich ſtattgefundenen
Auf=
bitslitzung der Adam Opel A.=G. wurde beſchloſſen, die Preiſe
11,2=Liter=Volkswagen und den 2=Liter=6=Zylinder mit
Fchg ab 15. November ds Is. herabzuſetzen. Die
Ermäßi=
iah eträgt beim 1,2=Liter=Volkswagen 130.— RM. und beim
iza6=Zylinder 200.— RM. Die Firma beſchreitet erſtmalig
en dmen Weg ſogenannter „Winterpreiſe”, d. h. die
herabgeſetz=
ten iſtiſe bleiben ab 15. November ds. Js während des Winters
int und werden ab 14. Februar 1935 wieder erhöht. Es
uan re ſich hierbei um eine großzügige Maßnahme zur Belebung
des UAnrerabſatzes. Dieſe Preisherabſetzung zuſammen mit den
erent hekannt gegebenen Wintermaßnahmen — 11 Mill. RM.
ür Mſeinveſtierungen, Errichtung eines Erſatzteiledepots in
Mag=
ebuty Hereinnahme, eines großen Auslandsauftrages uſw. —
erfok das Ziel, den 17 500 Beſchäftigten der Rüſſelsheimer
euh owie den 100 000 Angehörigen der Opel=Organiſation den
Wirit über Arbeit und Brot zu ſichern.
Bränderungen in der Verwaltung der Hapag=Lloyd=Union.
Die ritzenden der Aufſichtsräte von Hapag und Lloyd teilen
mitut er Vorſitzende des Vorſtandes der Hamburg=Amerika=Linie,
Her: N. Obouſſier, ſcheidet auf ſeinen Wunſch am 1.
Ja=
nung 35 aus dem Vorſtand der Geſellſchaft aus. Ferner ſind
die zöeren Marius Boeger und Dr. Leisler Kiep von ihren
Aem=
term a Mitglieder des Aufſichtsrates zurückgetreten. Außer
die=
en 9änderungen und dem Ausſcheiden der Herren Dr. Deters,
Stazu ender und Ritter haben weitere Veränderungen in der
Leitu der Hapag=Lloyd=Union nicht ſtattgefunden. Alle darüber
hinongehenden, von einem Teil, der ausländiſchen Preſſe
an=
geſtä Uln Kombinationen entbehren jeder Grundlage.
nahme des neuen holländiſchen Clearinggeſetzes in der
er=
ſtens hy mer. Aus Amſterdam wird gemeldet: Am Dienstag hat
1Kammer das von der holländiſchen Regierung vorgelegte
Clegr a. Geſetz ohne namentliche Abſtimmung angenommen.
Produkkenmärkke.
Gan kfurter Getreidegroßmarkt vom 14. November. Am
Ge=
keiß Bioßmarkt war das Angebot in Brotgetreide bei guter
Nach=
ragyuuch für Weizen, weiter klein. Knapp war es auch
weiter=
hin A fattergetreide. Das Mehlgeſchäft nahm einen ſchleppenden
Zevſchſ, beſonders Roggenmehl wird ſtark vernachläſſigt.
Oelhal=
ige airerartikel ſind für die anhaltend ſtarke Nachfrage kaum
angichten In Mühlenabfällen war das Offertenmaterial für
die /chafte Nachfrage ebenfalls gering. Die Preiſe lagen
allge=
heitunverändert. Es notierte (Getreide je Tonne, alles übrige
Kilogramm) in RM.: Weizen W 13 206,00, W. 16 210,00,
/ 00; Roggen R 9 162,00, R 13 166,00, R 15 170,00 (alles
Anelspreiſe der Mühlen des genannten Preisgebiets);
Rerſte G 9 164,00, G 11 167.,00, G 12 169,00; Hafer H 13
F 14 164,00 (alles Großhandelspreiſe ab Station, bei
oerladung über 100 Tonnen 3— RM. mehr); Sommer=
Brauzwecke 195,00—200,00; Weizenmehl W 13 und W16
Roggenmehl R 13 23,60, R 15 24,00 (alles plus 50 Pfg.
Ausgleich); Weizennachmehl 16,25; Weizenfuttermehl 12,50;
Kleie W 13 10,50, W. 16 10 71: Roggenkleie R 13 9,72, R 15
les Mühlenfeſtpreiſe ab Mühlenſtation, ſoweit ſie in den
er Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau fallen); Soyaſchrot
onopolzuſchlag (m. M.) 13,00; Palmkuchen m M 13.30;
tluchen 14,50 (alles Fabrikpreiſe ab ſüdd. Fabrikſtation)
und Trockenſchnitzel geſtrichen: Heu 11,00: Weizen= und
Ro=ſtſtrroh drahtgepreßt oder gebündelt 4,50—4,70.
2
Haupiſchritleitung. Nudolf Maupe.
d tlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve: für Feuilleton, Reich
land und Heſſiſche Nachrichten: MarStreeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
ffür den Haudel: Dr. C. 6. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann=
GSegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wiort: Dr. Herbert. Netie; für den
FMrl und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt
* 4. 22411, Lruck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
vr langte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
ſirunden der Nedaktion= Vormittags 12—1 Uhr. nachmittags 6—7 Uhr
m
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe eröffnete unregelmäßig. Die Kuliſſe
war enttäuſcht, daß die Beteiligung des Publikums nach der
vor=
geſtrigen Befeſtigung nicht zunahm und ſtellte die vorgeſtern
ein=
gegangenen Engagements wieder glatt, was teilweiſe leichte
Kursrückgänge zur Folge hatte. Auf der anderen Seite ergaben
ſich eine Reihe von Befeſtigungen, doch gingen die Schwankungen
kaum bis zu 1 Prozent. Darüber hinaus waren lediglich
Max=
hütte plus 2 und Eintracht ſowie Dortmunder Union=Brauerei,
die je 1½ Prozent gewannen, befeſtigt. Hamburg=Süd kamen
ge=
genüber einer letzten Notiz vom 10. 11. 2½ Prozent höher zur
Notiz. Von Auslandswerten konnten Chade Lit. D 2,25 RM.
ge=
winnen. Meldungen über größere Auslandsaufträge der AEG.
und eine 45prozentige Auftragsſteigerung bei der Maſchinenfabrik
Buckau vermochten ſich angeſichts des ſtillen Geſchäftes nicht
aus=
zuwirken. Montanwerte bröckelten bis ½ Prozent ab,
Braun=
kohlenwerte waren behauptet, ebenſo Kaliaktien. Farben büßten
½ Prozent ein. Auch die übrigen chemiſchen Werte, bis auf
Hey=
den (plus 1 Prozent) bröckelten ab. Am Elektroaktienmarkt
waren Licht u. Kraft, Felten, Siemens und Lahmeyer gefragt,
während Gesfürel und Hamburger Elektriſche Werte nachgaben.
Gas= und Autowerte behaupteten ſich. Kabel= und Drahtwerte
gingen um ½ Prozent zurück. Schiffahrtswerte waren angeboten,
Hapag verloren ½, Lloyd ½ Prozent. Banken waren bei kleinerer
Nachfrage etwas feſter. Die übrigen Märkte waren kaum
ver=
ändert. Renten waren gut gehalten und teilweiſe freundlicher.
In Vereinigte Stahlobligationen waren die Umſätze wieder ſehr
lebhaft. Mit einer Steigerung von ½ Prozent wurde der
vor=
geſtrige Höchſtkurs erreicht. Der Verlauf der Börſe war wieder
allgemein ſchwächer. Infolge der mangelnden Unternehmungsluſt
fand das herauskommende Material nur auf ermäßigtem Niveau
Unterkunft. Von Maſchinenaktien waren Berlin=Karlsruher und
Orenſtein 2 Prozent niedriger, auch Berger verloren 2 Prozent,
Die Frankfurter Börſe wird zurzeit von einer kaum noch
zu überbietenden Geſchäftsloſigkeit beherrſcht. Die Kuliſſe
ver=
harrte weiterhin in Lethargie, während die Unternehmungsluſt
der Kundſchaft minimal blieb. Angeſichts dieſer Situation können
ſich günſtige Nachrichten aus der Wirtſchaft kaum Geltung
ver=
ſchaffen. So blieb der Quartalsbericht der JG. Farbeninduſtrie
auch geſtern wirkungslos, auch die 45prozentige
Auftragsſteige=
rung bei der Maſchinenfabrik Buckau und die Hereinnahme
größerer Auslandsaufträge der AEG. fanden nur wenig
Beach=
tung. An den Aktienmärkten neigten die Kurſe bei
Mindeſtum=
ſätzen überwiegend leicht zur Schwäche, wogegen der Rentenmarkt
angeſichts der flüſſigen Geldmarktlage eher etwas Intereſſe auf
ſich ziehen konnte, obgleich auch hier die Umſätze auf ein Minimum
beſchränkt blieben. JG. Farbeninduſtrie blieben zu 137½
wider=
ſtandsfähig, währen die übrigen Chemiewerte eher abbröckelten.
Der Elektromarkt war ſtark vernachläſſigt und zunächſt faſt ohne
Erſtnotierungen. Bekula kamen ½ Prozent niedriger, Schuckert
unverändert zur Notiz. Bergwerkswerte verkehrten überwiegend
ſchwächer, ſo gaben Harpener, Klöckner, Mannesmann, Rheinſtahl,
Phönix und Stahlverein von ¼ bis ½ Prozent nach, nur
Gelſen=
kirchen lagen mit 57½ Prozent behauptet. Schiffahrtsaktien lagen
unregelmäßig, Hapag ½ Prozent leichter Nordd. Lloyd ¼ Prozent
freundlicher. Von ſonſtigen Werten eröffneten Reichsbankanteile
1 Prozent feſter, auch Kunſtſeide Aku und Deutſche Linoleum
ſetz=
ten um Bruchteile eines Prozentes höher ein. Auf den übrigen
Marktgebieten ſtagnierte das Geſchäft nahezu vollkommen. Am
Nentenmarkt iſt das Geſchäft in Stahlverein=Bonds recht ruhig
geworden, der Kurs lag mit 84¾ jedoch ½ Prozent höher. In
der zweiten Börſenſtunde hielt die Geſchäftsſtille an, und die Kurſe
gingen zumeiſt weiter leicht zurück. So u. a. Farbeninduſtrie auf
136¾ (— ¼) Proz., Schiffahrts= und Montanwerte bis ¼ Proz.
Die Abendbörſe verkehrte im ganzen in ſtiller Haltung, und
die Umſätze hielten ſich in engſten Grenzen, zumeiſt hatten die
notierten Werte nur nominellen Charakter. Gegen den ſchwachen
Berliner Schluß war die Kursbildung zwar nicht ganz einheitlich,
es überwogen aber doch durchſchnittliche Beſſerungen von ½ bis
½ Prozent. Etwas mehr hervor traten JG. Farben mit 136½ bis
137 (1363), auch Montanwerte notierten zumeiſt etwas
freund=
licher.
Der fehlende deutſche Käufer.
Warenauskauſchverhandlungen zwiſchen Deutſchland
und Amerita.
Das „Journal of Commerce” berichtet über die Konferenz, die
am Dienstag im Weißen Haus ſtattfand. Präſident Rooſevelt
ließ ſich von Wallace, Peck und den Sachbearbeitern des
Außen=
amtes, des Schatzamtes und des Handelsamtes über die
Möglich=
keiten des Warenaustauſches mit Deutſchland Vortrag halten.
Peck wies darauf hin, daß Deutſchland ein ſehr guter Kunde der
amerikaniſchen Baumwoll=Lieferanten geweſen ſei und in der
ver=
gangenen Saiſon 8 Prozent der amerikaniſchen Baumwollernte
abgenommen habe. Vertreter deutſcher Baumwolleinfuhrfirmen
ſeien in Amerika eingetroffen, um Baumwolle zu kaufen. Sie
hätten jedoch dargelegt, daß dies nur im Wege des
Warenaus=
tauſches möglich ſei. Andernfalls müſſe ſich Deutſchland eigenen
Rohſtoffen zuwenden, was einen dauernden Verzicht auf
ameri=
kaniſche Baumwolle zur Folge haben könnte. Ackerbauminiſter
Wallace erklärte dem Präſidenten Rooſevelt, daß er deſſen
grund=
ſätzliche Stellungnahme hierzu benötige, da er noch vor dem 1.
De=
zember die Vorſchriften über die für das nächſte Jahr zugelaſſenen
Anbauflächen erlaſſen müſſe. Sowohl von Präſident Rooſevelt
wie von den übrigen Konferenzteilnehmern wurde der Standpunkt
vertreten, daß die Erhaltung der deutſchen Kundſchaft
wünſchens=
wert ſei. Schwierigkeiten bereite jedoch die Frage, welche Waren
man dafür eintauſchen ſolle. Endgültige Entſchließungen ſeien,
ſo erklärt das Blatt zum Schluß, noch nicht gefaßt worden.
* Die amerikaniſchen Baumwollfarmer ſehen mit großer Sorge
der nächſten Ernte entgegen. Sie fürchten, daß dann 6
Millio=
nen Ballen Baumwolle unverkäuflich in den Speichern liegen
bleiben werden, und daß dieſe gewaltigen Mengen die
Baum=
wollpreiſe ſo ſtark drücken werden, daß die Farmer kaum noch
die Geſtehungskoſten herausſchlagen können. Die amerikaniſche
Baumwollausfuhr iſt in den letzten Jahren ſtark zurückgegangen.
Einmal haben die Währungsſchwierigkeiten und die
Wirtſchafts=
kriſe den Export der Vereinigten Staaten nachteilig beeinflußt,
zum anderen ſtößt die Konkurrenz der amerikaniſchen
Baumwoll=
firmen in Aegypten, am oberen Nil, in Indien und anderen
Teilen der Erde von Jahr zu Jahr ſtärker vor. 1927 führten
die Amerikaner 19,9 Millionen Ballen Baumwolle aus. 1933
waren es nur noch 8,36 Millionen. Während im Oktober 1933
noch 1047 000 Bällen verladen wurden gelangten im Auguſt
1934 nur noch 268 000 Ballen zur Ausfuhr.
Der ſtarke Rückgang iſt aber zu einem großen Teil auch auf
das Nachlaſſen der deutſchen Aufkäufe zurückzuführen. Es iſt
nicht unſere Schuld, wenn die deutſchen Importeure ihre
Be=
ſtellungen auf dem gmerikaniſchen Baumwollmarkt ganz gewaltig
droſſeln mußten. Von der amerikaniſchen Seite her ſind
jeden=
falls bisher beachtliche Erleichterungen und Zugeſtändniſſe
finan=
zieller Art nicht gemacht worden, um die Ausfuhr nach
Deutſch=
land in der bisherigen Weiſe zu halten. Auch alle
Anſtrengun=
gen von deutſcher Seite, Deviſen in genügenden Mengen
herein=
zuſchaffen, damit die Einfuhr amerikaniſcher Baumwolle auf der
alten Höhe bleiben kann, ſind fehlgeſchlagen, denn der
amerika=
niſche Markt hat ſich geweigert, deutſche Waren in größeren
Mengen aufzunehmen. Es iſt aber ein alter Grundſatz, daß nur
derjenige fremde Erzeugniſſe aufnehmen kann, dem die
Möglich=
keit gegeben iſt, ſeine eigenen Produkte jenſeits ſeiner Grenzen
abzuſetzen.
Es iſt nun der Verſuch gemacht worden, eine Einigung über
einen Austauſch deutſcher Waren gegen amerikaniſche Baumwolle
herbeizuführen. Wir wollen den Amerikanern 500 000 Ballen
abnehmen, die einen Wert von 13 Millionen Dollar oder 32
Mil=
lionen RM. darſtellen. Umgekehrt natürlich verlangen wir die
Abnahme einer entſprechenden Menge deutſcher
Induſtrieerzeug=
niſſe. Die Verhandlungen über das deutſch=amerikaniſche
Kom=
penſationsgeſchäft ſind noch nicht abgeſchloſſen. Es ſcheint aber,
als ob von einigen finanziellen Gruppen Schwierigkeiten gemacht
worden ſind. Immerhin iſt das letzte Wort noch nicht
geſpro=
chen. Vielleicht wird es doch noch möglich ſein, den
amerikani=
ſchen Baumwollmarkt zu entlaſten. 500 000 Ballen ſind ungefähr
ein Drittel des deutſchen Einfuhrbedarfs aus dem Vorjahre.
Kommt das Geſchäft nicht zuſtande, dann haben lediglich die
amerikaniſchen Farmer das Nachſehen. Wir werden uns ſchon
durchzuſchlagen wiſſen, teils durch ſparſamere Bewirtſchaftung der
Rohſtoffe, teils durch Heranziehung der eigenen Produktion, die
jenſeits des Ozeans ſchon ſtarke Beunruhigung ausgelöſt hat,
weil man fürchtet, daß die deutſche Rohſtofferzeugung eines
Tages zu einem vollen Verzicht für amerikaniſche Baumwolle
führen könnte.
Berliner Kursbericht
vom 14. November 1934
Deviſenmarki
vom 14. November 1934
Me d
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Lloyzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl.Maſch.=Bau
Conti=Gumm
DeutſcheCont. Gas
Aü
69.75
1.75
26.—
28.875
26.625
124.50
134.—
86.—
107.—
133.50
118.—
MMiee
Elettr. Sieferung
F. 6. Farben
Gelſ. Bergwerte
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke.
Kolsw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Mas
99.75
136.875
56.375
106.125
103.50
74.25
74.125
110.375
71.—
91.75
72.
55.75
Meenu
Bolyphonwerke.
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt .
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Mkalit
Agsb.=Nnrb.Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Ve
14.25
94.—
146.375
30.375
37.875
109.—
61.—
13.50
117.—
48.25
99.50
102.—
125.
Aegypten
Argentinie
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemark
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankeich
Griechenland
Holland.
Bsland
Währung
ägypt. 2
1 Pap. Peſo
100Belga
1Milreis
109 Leva
teanab. Doll.
100 Kronen
100 Gulben
12. Sta.
rodeſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulben
100 isl. Kr.
Geld Briei
12.745
0.629
58.17
0.2041
5.947
2.559
55.51
81.02
12.435
6o.,69
5.485
15.38
2.354
12.775
9.533
8.29
0.3os
3.053
2.558
55.63
g1.18
12.,485
R.0
5.495
18.42
2.35o
168.10 165.44
56.26/ 56.38
Italien
Japan
Jugoflawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowal.
Türkei.
ungarn
uruguah
Ver. Staaten
Währung
100 Lir
1Yen
100 Dinar
100 Lats
00 Kronen
00 Schilling!”
100 Eseudos
100 Kronen
00 Franes
100 Beſetas
100 Tſch. Kr.
ttürk. 2
100 Pengb
Goldpeſo
Dollar.
GeldBrief
21.30
0.725
5.694
80.92
62.47
48.95
11.agslt
64.10
80.65
33.37
10.375
1.971
—
1.049
2.430
21.34
0.727
5. 706
81.08
62.59
42.05
11.30s
6t.32
o.81
34,03
0.395
1.975
1051
2.494
Surmktädter und Hariondlonne Suritadt, Bihat bei Brescher Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 14. November 1934.
Kenee
„Gr. II p. 1934
1935
1930
1937
1938
„Gruppe 1..
5% Dtſch. Reichsanl
4%0
5½%Intern „v.30
69Baden ... v.27
69Bayern „.v.27
680 Heſſen „.b. 28
6% Heſſen ...v. 29
62Preuß. St. v.28
69Sachſen „b.27
6%Thüringen b.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze.....7.4!
2 Dt. Reichspoſt
Schätze. ......
4½%
Dtſch. Anl. Ausl.
*2I, Ablöſung= .
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
6%Baden=Baden.
6SBerlin ...v.24
69Darmſtadt
89 Dresden. . v.26
690 Frankfurt v. 26
88 Heibelverg v.26
6%Mainz.
6%Mannheim v.27
69München v.29
6%Wiesbaden v.28
6%Heſſ. Landesbk.
629 — Goldoblig.
uo3.65
105.8
103.5
1008
98.8
102.5
96
95
962.
96.75
96
107/
96
94.75
100,6
100.2
971,
103:,
9.7
85
83
84.5
85.25
90
91.5
86.5
Pe
hyp.=Bk.=Liquid.
4300
Komm. Obl.
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
62 „ Golboblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſi. Gldobl. R. 11
„ R.12
62Kall, Landestrd.
Goldpfbr. ...
82Naſſ. Landesbl.
5½% „ Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-=Ant.
*4Ausl. Ser. I
4Ausl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
6%Berl. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.,
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
„ Goldoblig.
89
620 Frkſi. Pfbr.=Gi.
% „ Lig.=Pfr.
7 Mein. Hyp.=Bi.
% „ Lig.=Pfr.
Pfälz. Hyp.=Bl.
O „ Lig. Pffr.
6GNhein.Hyp.=Bi.
5½%0 „ Lig.=Pfr.
6% „Golboblig.
6% Südd. Boden=
Ered.=Bank ...
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
6%Württ. Hyp.=B.
Ar6
91.75
88
93.75
927,
94
1007,
116,
20.5
92.75
92.75
93
80
92.75
93
931,
98
94.25
93:
93.75
92
95
94.25
95.25
Mae
62 Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v.26
62Mitteld. Stahl
62SalzmanncCo.
62Ver, Stahlwerke
62Voigtc Häffner
J. G. Farben Bonds
5%Bosn L. E.B.
2.Inveſt.
52Bulg. Tab, v.08
4½% Oſt. Schätze
420 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½% n
420 Türk. I. Bagdad
II. Bagdad
4½%üngarn 1918
1914
4½.%
Goldr.
49
1910
48
4½Budp.Stadtan!.
4%Liſſabon
42Stockholm
Aktien.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E.G.
AndregeNoris Zahn !=
Aſchaffbg. Brauerei!!
„ Zeliſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F.P....
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt!
3
93:
92,75
86.5
84.75
87.25
110.5
12.25
12.25
40
271,
4.3
6.8
4.05
7.25
49
52.25
160
58.25
26.5
104
101
62
123
133‟
139,
81.5
a09.75
7.G.Chemie. Baſel
Chem.Werke Albert
Chade (9.C) .....
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl
Di Gold= u.
Silber=
cheide=Anſtalt.
Linoleum .
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffc Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
„ Licht u. Kraft
Enzinger Union .
Eſchweiler.
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleſcher
Fahe Gebrüder..
J. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter))
Felt & Guilliegume
Frankfurter Hof
Gelſentirch. Bergw.
Geſ.felektr Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer...
Grün & Bilfinger . I1
Hafenmühle Frift.
Hanauer Hoſbräuh. /416
Hanfwerke. Füiſſen
Harpener2 ergbau./1
Henninger, Kempf!
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.) .
Hochtief Eſſen...
Holzmann, Phil.
Siſe Bergb. Stamm
Geniſſel1.18,75
128,75
Ms
45.5
118.55
100
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100
89
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1116.25
98.25
297
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137:,
72.75
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88.5
28‟
199.5
95
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uos
74
Janſce
Ka Chemie
Aſchersleben.
glein, Schanzlin .
Rlöcknerwerke. .
Knorr C. H.......
Konerven Braun.
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte.
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Lokomf. KraußckCo
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz Aft.Br.
Mannesm.=Röhre
Mansfeld. Bergb.
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Miag. Mühlenbar
Moenus..
Motoren Darmſtal
Neckarwerk Eßling.
Park=u. Bürgerbräu
Phönix Bergbau..
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Elektr. Stamm
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Niebeck Montan
Noeder. Gebr.
Rütgerswerte
Salzdetfurth Kali".
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Schwartz, Storchen!:
Siemens & Halske!
Reinigerwerkel
Südd. Bucker=A. G.)
Tellus Bergbau ..
110.25
69‟
198
118.25
18.75
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84.75
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66
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74.25
96.5
118
44.5
98.5
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92
93
37
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164.,5
68
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100
135
53
185
Hie eee
unterfranken ..
Ver, Stahlwerke ..
Ver, Ultramarin .
Weſtdte. Kaufhof. .
Weſteregeln Kali
Zellſto Wa dhof.
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.
Bk. , Brauinduſtr.
Baher. Hyp. u. 4
Ber). Handelsge
Hypothelbk.
Comm. u. Prwvatbk.
Dt.Bank u. Disc.,
Dt. Eff. u. Wechſell
Dresdner Bank
Frankf. Bank.
Hyp.=Bank
Mein. Hyp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank
Neichsbant=Ant.
Rhein. Hyp.=Boni.
Südd. Bod.=Cr. Bl.
Württh Notenkank!1
A.,G. Verlehrew.
Allg. Lotalb. Kraftwl417
7% Dt. Reichsb. Vzgl 1137),
Hapag
Lübeck Büchner
Nordd. Llohd.
Südd Eiſenb.=Gei.
Alltanz: u. Stuttg,
Verſicherung ...
Verein.Verſ./=
Frankona Rückeu. Ml=
Mannh. Verſich.
Otavi Minen
ſchantung Handels
7
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30.5
44.5
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116.75
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69.5
71.75
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77.25
77.5
14211,
113
541½=
100‟
26.25
78.5
29.25
56
196
261
312
12
[ ← ][ ]Donnerstag, 15. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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