Einzelnummer 10 Pfennige
A4
*
Arlen
94
Ter
DtT
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
Anzeigenpreis:
ſichentlich 7maligem Erſcheinen vom l. November
A AYovember 2.— Reichtmark und 20 Pfennig Ab=
Funwdihr, abgeholt 2.— Reichsmart. durch die
20 wten 2.20 Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
im ichember ohne Beſtellgeld monatlich 2.40 Reichsmark.
m Acheinen einzelner Nummern infolge böherer
GWberechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
wpreiſes. Beſtellungen und Abbeſteſlungen durch
fernruf ohne Verbindlichkeit für uns
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſit. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 310
Freitag, den 9. November 1934.
196. Jahrgang
Die 22 mm breite Zeile im Anzeigentell, 1 mm hoch,
7 pfennig. Die 92 mm breite Zeile im Textteil 1 mm
hoch 100 Pfennig. Platzaufſchlag (nach vorheriger
Ver=
einbarung) für Placterung unter Text oder an
be=
fimmter Stelle 25% Rabatt nach Staffel C.privatan eigen
(einſpaltig) das feitgedruckte Ueberſchriſfswort 20 Pfg.,
ſedes weitere Wort 8 Pfennig. Famillen= Anzelgen
die 22 mm breite Zelle 1 mm hoch 6 Pfennig.
Poſiſcheckkonto: Frankfurt a. M. 1301. Bankkonto.
DOD=Byni und Darmſtädter und Naiſonalbant.
Doumerque zurückgetreten!
Demiſſion des franzöſiſchen Kabinekks. — Laval lehnk Regierungsbildung ab. — Flandin übernimmt
Neubildung eines Kabinekis der Nakionalen Union.
dei hünnitt.
r017-0
anz
DNB. Paris, 8. November.
ſas Kabinett Doumergue iſt um 12,25 Uhr M. E.3. zurückge=
A. Die Miniſter hielten ſeit 11,30 Uhr einen Kabinettsrat ab.
Monake Kabinekt der nakionalen Einigung.
Fach einer ereignisreichen Zeitſpanne von 9 Monaten iſt das
Ptragiſchen Umſtänden gebildete Kabinett der ſogenannten
y alen Einigung wieder von der politiſchen Bühne Frankreichs
ghreren. Die Hoffnungen, die auf das Kabinett Doumergue
ge=
turden, haben ſich nur zu einem geringen Teil erfüllt. Auch
wergue hat es nicht vermocht, Frankreich aus der Syſtemkriſe
quzzuführen, um die es ſich letzten Endes handelt. Immer
wie=
geite der faſt unvermeidlich ſcheinende Bruch verhindert
wer=
a) aber nicht ſo ſehr ſtaatspolitiſche Gründe als
außenpoli=
tiEnBefürchtungen zur Ueberbrückung der Gegenſätze dienten,
ſkotzſer auf die Dauer von den widerſtrebenden Richtungen, die ſich
eirſu vorübergehenden Waffenſtillſtand zugeſagt hatten, keine
ge=
e iume Aufbauarbeit geleiſtet werden. Das Schickſal des
Burg=
frioi war eigentlich ſchon im Sommer entſchieden. Von da ab
hatadt es ſich mehr oder weniger um ein taktiſches Ausweichen
orrer Verantwortung für einen Bruch. Keiner der Beteiligten
wac ie Verantwortung für das Scheitern der nationalen
Eini=
urwvar der leicht erregbaren öffentlichen Meinung tragen. So
wrnd der Ball zwiſchen der Regierung und den parlamentariſchen
äne hin und her geworfen.
ei Zuſammenſtoß zwiſchen Staatsminiſter Tardieu und dem
Eiten Fraktionsführer der Radikalſozialiſten Chautemps
hbereits zu einer Kabinettskriſe führen zu ſollen. Doumergue
1 m. zwiſchen Herriot und Tardieu im Rahmen des Kabinettes
Ausgleich zuſtande und die weitere Behandlung der
grund=
gen Seite dieſer Angelegenheit wurde dem
radikalſozialiſti=
ſLandesparteitag überlaſſen. In Nantes verlegten die
Radi=
hick iſten die Entſcheidung jedoch wieder in den Kreis der
aus=
en en Gewalt zurück, in dem ſie Herriot Vollmachten zu Ver=
Alungen mit Doumergue erteilten. Der Miniſterrat entzog ſich
heue einer Entſcheidung, indem er den radikalſozialiſtiſchen
metsmitgliedern die Möglichkeit ließ, von ihrer Fraktion eine
Aege Stellungnahme zu erbitten. Die Fraktion gab den Ball
Erzurück, indem ſie, dem Weſen nach unnachgiebig, der Form
verbindlich, Staatsminiſter Herriot zu einem letzten Verſöh=
Fverſuch mit Doumergue ermächtigte. Immer enger wurde die
ſe tige Spielgrenze. Jetzt gab es nur noch die Wahl zwiſchen
Austritt der radikalſozialiſtiſchen Regierungsmitglieder, der
Geſamtrücktritt des Kabinetts zur Folge haben mußte, und
Sturz der Regierung in der Kammer.
Laval lehnt ab!
der von Staatspräſident Lebrun mit der Regierungsneubil=
Ahrauftragte bisherige Außenminiſter Laval hat den an ihn
Bgimen Auftrag abgelehnt.
Flandin beaufkragk.
ſt atspräſident Lebrun hat nach dem ablehnenden Beſcheid
2sſſofort den Miniſter für öffentliche Arbeiten im bisherigen
Incelt Doumergue, Flandin, mit der Regierungsneubildung be=
Wän will heute nachk ſein Kabinett präſenkieren.
EP. Paris, 8. November.
der mit der Regierungsbildung beauftragte Führer der
hmtiſchen Allianz, Flandin, hat ſofort ſeine Beſprechungen
yen. Er unterhielt ſich überlieferungsgemäß zunächſt mit
Vorgänger Doumergue und mit den Präſidenten der
Kammern. Im weiteren Verlauf des Nachmittags
erſchie=
aan die meiſter Mitglieder der zurückgetretenen Regierung
lmdin. Dieſer kündigte an, daß er das neue Kabinett noch
Jacht zum Freitag dem Präſidenten der Republik
vorzu=
weabſichtige. Da ſeine Miniſterliſte bereits vor dem
Rück=
n Doumergue fertig geweſen ſein dürfte, iſt damit zu
daß er dieſe Abſicht durchführen kann. Vorausſichtlich
das neue Miniſterium die meiſten Mitglieder des Kabi=
1 2 oumergue übernehmen, zum mindeſten aber ebenfalls ein
ſe t der nationalen Union ſein, d. h. es wird ſich im Par=
A auf die gleichen Parteien ſtützen, wie die zurückgetretene
urng.
n der Kammer iſt die Nachricht von dem Rücktritt der
iurng Doumergue mit auffallender Ruhe aufgenommen
Nen. Dagegen herrſchte im Senat einige Beſtürzung, da man
waarigen Folgen dieſer Demiſſion, vor allem neue Straßen=
1ym, zu befürchten ſcheint. In beiden Häuſern beſteht ziem=
Efinmütigkeit darüber, daß jede neue Konſtellation von
Neu ein unmöglich iſt und daß daher nur ein auf der Formel
Hafionalen Einigung aufgebautes Kabinett lebensfähig ſei.
Imein hört man auch die Anſicht, daß Marſchall Pétain und
m Denain das Kriegs= bzw. Luftfahrtminiſterium beibe=
Nollen.
Lies Kammer hielt nur eine kurze Sitzung ab, in der Prä=
Bouiſſon mitteilte, daß ſämtliche Interpellationen durch
Ricktritt der Regierung Doumergue hinfällig geworden
Alls die Sitzung aufgehoben wurde, brachen die
Kommu=
rviederholt in den Ruf „Hoch die Sowjets!” aus.
Bympathiekundgebungen für Doumergue.
As Miniſterpräſident Doumergue das Elyſee verließ, wohin
Gegeben hatte, um dem Präſidenten Lebrun das Rücktritts=
Tokengedenkſeier 1934.
Am 9. November gedenkt die Nationalſozialiſtiſche
Deutſche Arbeiterpartei feierlich der Toten des
Welt=
krieges und der nationalſozialiſtiſchen Bewegung.
In Darmſtadt:
8.15 Uhr Kranzniederlegung durch den Kreisleiter
am Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges auf
dem Waldfriedhof und an den Gräbern:
des Gauleiters Peter Gemeinder,
des SA=Mannes Heinrich Kottmann und des
Hitlerjungen Peter Fries
unter Beteiligung der übrigen Gliederungen der
Be=
wegung. Die Bevölkerung Darmſtadts wird hierzu
herzlich eingeladen.
*
Abends 20.15 Uhr in der Feſthalle in Darmſtadt:
Tokenehrung
mit nachſtehender Vortragsfolge:
1. Trauermarſch von Beethoven (Kapelle Schlupp).
2. Sprechchor (Hitlerjugend.)
3. Anſprache. (Pg. Miniſteralrat Ringshauſen).
4. Sprechchor (Hitlerjugend).
5. Volk ans Gewehr (Kapelle Schlupp).
6. Schlußwort, (Pg. Kreisleiter Wamboldt).
7. Deutſchlandlied — Horſt=Weſſel=Lied.
Es iſt Ehrenpflicht eines jeden deutſchen
Volks=
genoſſen, an dieſer Gedächtnisfeier für die Toten des
Weltkrieges und der Bewegung teilzunehmen.
Die Bevölkerung des Kreiſes Darmſtadt bekundet
ihr Gedenken an die Toten des Weltkrieges und die
Toten der nationalſozialiſtiſchen Bewegung durch
Flaggen auf Halbmaſt!
ſchreiben der Regierung zu überreichen, wurde er von der Menge
erkannt und war Gegenſtand einer lebhaften
Sympathiekund=
gebung. Aus den Reihen hörte man wiederholte Rufe: „Es lebe
Doumergue!”
* Das Opfer eines Syſtems.
Von unſerem B=Korreſpondenten.
* Paris, 8. November.
Was der Kongreß der Radikalſozialiſten in Nantes nicht
ver=
mochte, hat der Kongreß der rechtsſtehenden Alliance democratique
in Arras fertiggebracht. Doumergues Energie mußte an der
Ver=
faſſungsreform ſcheitern.
Die Radikalſozialiſtenwarenloyal, ſie haben
für den Burgfrieden die ſchwerſten Opfer
ge=
bracht. Als aber die Rechte ihnen hinter Doumergues Rücken
die Hand reichte, konnten ſie der Verſuchung doch nicht widerſtehen.
Die politiſche Welt in Frankreich iſt der Meinung, daß das
Zuſammenwirken der Parteien auch ohne Doumergue möglich iſt,
ja daß Doumergues Burgfrieden oder noch mehr ſeine perſönliche
Halsſtarrigkeit eine unnötige Belaſtung für die innenpolitiſche
Si=
tuation bedeuten.
Man glaubt, die Flagge des Burgfriedens
beibehal=
ten zu müſſen, aber unter dieſer Flagge wird etwasanderes
ſegeln, trotzdem, wie es heißt, die Miniſter im großen und
gan=
zen ihre Poſten behalten ſollen.
Doumergue hat eine Reihe von ſchweren innenpolitiſchen
Feh=
lern gemacht, oder vielmehr die Fehler wurden in ſeinem Namen
gemacht. Die brutale Verabſchiedung des Juſtizminiſters Chéron
hat den Senat verletzt. Die fortwährenden Drohungen der
Rechts=
preſſe mit Straßenkämpfen nach dem Muſter des 6. Februar haben
in der Kammer ſelbſt die Konzilianteſten mit Verbitterung erfüllt.
Die Verſuche, künſtlich eine außenpolitiſche
Pa=
nikſtimmung herbeizuführen, um damit auf die
Kammer einen Druck auszuüben, ſind auch
fehl=
geſchlagen.
Doumergues Perſönlichkeit bleibt intakt, trotz allem, man ſieht
in ihm nur das Opfer der innenpolitiſchen Machinationen. Aber
ſein Prinzip, die Aufbauarbeit bei der
Verfaſ=
ſungsreform zu beginnen, gilt als überwunden.
Manglaubt, daßdie finanz=
undwirtſchaftspoli=
tiſchen und vor allem die außenpolitiſchen
Auf=
gaben gelöſt werden müſſen.
Der Verfaſſungsreform gegenüber herrſcht in der politiſchen
Welt überhaupt eine recht ſkeptiſche Stimmung. Man behauptet,
daß ſelbſt eine vollkommen neue Verfaſſung nichts bedeuten würde,
ſolange ſie von der alten politiſchen Generation angewendet würde.
Wahrſcheinlich hat man damit recht. Die öffentliche Meinung
denkt allerdings anders. Es iſt charakteriſtiſch, daß
Dou=
mergue nach ſeiner Rede über die
Verfaſſungs=
reform, in der er ſich direkt an das Volk wandte,
ſchon beinahe Herr der Lage zu ſein ſchien, und
erſt als die Parteipolitik in Aktion trat, die
Kriſe unvermeidlich wurde.
* Deutſche und Donguraumwirkſchaff.
Von
Dr. Paul Ruprecht.
Während früher der Kaufmann ſeine Ware in dem Lande
verkauft oder gekauft hat, wo es für ihn am vorteilhafteſten
geweſen iſt, iſt dieſe Freiheit mit dem Weltkriege immer mehr
eingeſchränkt worden, bis es jetzt durch die Auswirkungen des
Friedens von Verſailles ſo weit gekommen iſt, daß zur
Auf=
rechterhaltung auch nur eines Teiles des früheren
Warenaus=
tauſches zwiſchen zwei Ländern Vereinbarungen nicht nur über
deſſen Regelung, ſondern auch über den Kredit= und
Kapital=
verkehr, die Preispolitik und zuweilen ſogar noch über die
Warenerzeugung ſelbſt getroffen werden müſſen. Das gilt
beſon=
ders für ſolche Staaten, die ſich zu einem Großwirtſchaftsraum
vereinigen wollen. Darunter verſteht man den wirtſchaftlichen
Zuſammenſchluß benachbarter Völker, deren Wirtſchaften ſich zur
Erreichung einer günſtigen Handelsbilanz gegenſeitig ſo
er=
gänzen, daß ſie möglichſt unabhängig von der Verſorgung mit
den Erzeugniſſen anderer Länder werden. Für Deutſchland
kommt zu dieſem Zweck vor allem der Donauraum in Frage, da
er für ihn auch wiederum die geeignetſte Ergänzung iſt, und
zwar ſowohl nach der Bevölkerung wie nach der Bodenfläche
und nach dem Wirtſchaftsaufbau.
Dabei wird davon ausgegangen, daß neben der Kleinen
Entente, alſo der Tſchechoſlowakei, Jugoſlawien und Rumänien,
zum Donauraum noch Oeſterreich und Ungarn ſowie Bulgarien
als Anlieger dieſes Stromes zu rechnen ſind. Sie haben
zu=
ſammen rund 65 Millionen Einwohner. Wenn ſie damit auch
mehr Menſchen umfaſſen als manche Großmacht, ſo reicht dieſe
Zahl doch nicht aus, um die agrariſche Leiſtungsfähigkeit ihres
Gebiets voll auszunutzen. Sie ſind alſo für ihre Landwirtſchaft
auf ein Gebiet angewieſen, das ihnen ihren Getreideüberſchuß
abnimmt und dafür Induſtrieerzeugniſſe liefert. Dazu aber iſt
vor allem Deutſchland berufen, das von den 2½ Millionen
Tonnen Weizen, die es im Jahre 1928 aus dem Auslande
ein=
geführt, nur 8000 Tonnen, alſo noch nicht ½ Prozent, aus
Numänien Jugoſlawien und Ungarn bezogen hat, alſo weit
mehr von dort hätter beziehen können. Abgeſehen davon aber
wird durch wirtſchaftliche Einbeziehung des ebenfalls als
An=
lieger der Donau anzuſehenden Deutſchen Reiches in dieſes
„Stromgebiet deſſen Einwohnerzahl auf über 130 Millionen
Men=
ſchen erhöht. Eine ſo große Bevölkerungsmenge eröffnet jedoch
der Induſtrie eine weſentlich wirtſchaftlichere Warenerzeugung
als eine kleinere, wie die Entwicklung der Wirtſchaft in den
Vereinigten Staaten zeigt.
Ebenſo wie ſich aber das Deutſche Reich und der übrige
Donauraum in ihrer Bevölkerung ergänzen, tun ſie es auch in
ihrer landwirtſchaftlich ausgenutzten Fläche. Sie umfaßt im
erſteren rund 43 und im letzteren rund 92 Millionen Hektar.
Während alſo in den Donauſtaaten auf den Kopf der
Bevölke=
rung 1/41 Hektar Anbaufläche entfallen, ſind es bei uns nur
0,61 Hektar. Das Deutſche Reich mit etwa derſelben
Bevöl=
kerungszahl wie die anderen Donauländer verfügt alſo nur über
die Hälfte von deren landwirtſchaftlich benutzbarer Fläche und
hat damit das zu wenig für ſeine Ernährung, was dieſe dafür
zu viel haben. Beide Wirtſchaftsräume ergänzen ſich alſo im
ganzen geſehen auf dieſem Gebiete auf das denkbar Beſte. Im
einzelnen iſt das Verhältnis allerdings verſchieden günſtig, denn
der öſtliche Teil des Donauraums, alſo Rumänien Jugoſlawien
und Bulgarien, ſind mit einem Anteil von 80 Prozent der
Bevölkerung an der Landwirtſchaft faſt reine Agrarſtaaten,
wäh=
rend Oeſterreich und die Tſchechoſlowakei mit nur 36 Prozent
überwiegend induſtriell ſind und Ungarn mit einem Anteil von
56 Prozent in der Mitte zwiſchen beiden Gruppen ſteht.
Danach ſollte man meinen, daß ſich die Volkswirtſchaften
des kleinen Donauraumes gegenſeitig ergänzen und nicht auf
eine Erweiterung durch eine Großmacht angewieſen ſind. Dieſer
Schluß wird jedoch durch die tatſächlichen Verhältniſſe widerlegt.
Die drei induſtriellen weſtlichen Länder des Donauraumes
um=
faſſen nämlich rund 30 Millionen Menſchen mit ebenſoviel
Hek=
tar Anbaufläche, während auf die ſüdöſtlichen Länder Rumänien,
Bulgarien und Jugoſlawien rund 35 Millionen Bewohner mit
einer Anbaufläche von rund 63 Millionen Hektar entfallen. Es
ſteht alſo im Donauraum einem Gebiet großen
landwirtſchaft=
lichen Abſatzbedürfniſſes ein Gebiet geringer landwirtſchaftlicher
Aufnahmefähigkeit gegenüber, zumal auch die Induſtrieſtaaten
heute mehr als je nach Unabhängigkeit von ausländiſcher
Er=
nährung ſtreben. Es iſt daher begreiflich, daß der
Handelsver=
kehr der eigentlichen Donauländer miteinander verhältnismäßig
gering iſt. So beträgt er z. B. von der Ein= und Ausfuhr für
die Staaten der Kleinen Entente mit Deutſchland 18,7 bzw.
15,1 Prozent, untereinander aber nur 8,6 bzw. 7,5 Prozent. Mit
dieſem Außenhandel untereinander hält ſich aber der
Waren=
austauſch jener Staaten der kleinen Entente innerhalb ihres
Bundes ungefähr auf derſelben Höhe wie derjenige mit
Oeſter=
reich, das 7,5 Prozent von deren Einfuhr und 11,9 Prozent
von deren Ausfuhr umfaßt. Deutſchland und Oeſterreich ſind
alſo zuſammen mit mehr als einem Viertel an der Ein= und
Ausfuhr der Staaten der Kleinen Entente beteiligt, was dieſe
im Gegenſatz zu ihrem politiſchen Bündnis wirtſchaftlich ſtark
an jene beiden Länder bindet.
Dasſelbe iſt jedoch auch bei den ihm nicht angehörenden
Donauländern Bulgarien und Ungarn der Fall. Das erſtere
bezieht nämlich 38,2 Prozent ſeiner Einfuhr aus Deutſchland,
während es 36 Prozent ſeiner Ausfuhr dorthin verkauft, bei dem
letzteren ſind es 19,6 bzw. 11,4 Prozent. Der Außenhandel
bei=
der Staaten iſt jedoch auch ſtark mit dem Oeſterreichs und der
Tſchechoſlowakei verflochten. Wenn man ſich dies und die
Bedeu=
tung der hier angeführten Zahlen klarmacht, dann kann man
nicht beſtreiten, daß die Donauländer auf eine wirtſchaftliche
Zuſammenarbeit mit Deutſchland angewieſen ſind, denn im
ganzen geſehen drängen die Bedürfniſſe ihrer Wirtſchaft nach
einem aufnahmefähigen Partner für ihre Ueberſchüſſe an
Boden=
erzeugniſſen, der ihnen dafür Induſtrieerzeugniſſe liefert. Die
Zollunion zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich hätte ihn
ab=
geben können. Der Tardieuplan der Donaukonföderation, der ſie
erſetzen ſoll, hat ihn jedoch nicht ſchaffen können, weil er
Deutſch=
land, Italien und Polen davon ausgeſchloſſen und den
agra=
riſchen Staaten des Donauraumes mit ihren etwa 38 Millionen
Betvohnern nur 21 Millionen in den induſtriellen
gegenüber=
geſtellt hat. Weder Oeſterreich allein, noch deſſen Zuſammen=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 2 — Nr. 310
gehen mit der Tſchechoſlowakei ſind außerdem in der Lage, die
induſtriellen Bedürfniſſe der übrigen Donauländer zu
be=
friedigen.
Auch Polen, Italien und Frankreich können dies nicht tun.
Ueber die Hinzuziehung des erſteren ſagt Profeſſor Oſtermayer=
Wien, auf den im übrigen die hier angeführten Zahlen
zurück=
gehen: „Polen könnte bei der Bildung eines wirtſchaftlichen
Großraumes unter Umſtänden ebenfalls in Erwägung gezogen
werden; es ſteht aber in Volkszahl und Kulturfläche auch
Italien gegenüber zurück und weiſt ein Verhältnis von
Be=
völkerung und Kulturfläche auf, welches nicht hinreichend
be=
fähigt iſt, einem neu zu bildenden Wirtſchaftsraum die
erforder=
liche Intenſität zu verleihen.” Mit Italien würde zwar für die
Länder des Donauraumes eine Möglichkeit der induſtriellen
Zuſammenarbeit beſtehen, es hat jedoch ſeine Aufnahmefähigkeit
für landwirtſchaftliche Erzeugniſſe durch ſein Abkommen mit
Ungarn ſo erſchöpft, daß es als Abnehmer für die
Getreide=
überſchüſſe der übrigen Donauländer nicht in Frage kommt.
Seine Einbeziehung in den Donauraum iſt alſo für deſſen
Länder keine Hilfe, wenn nicht auch gleichzeitig Deutſchland zum
Beitritt dazu aufgefordert wird. Frankreich endlich kann zwar
den Staaten des Donauraumes die für den Aufbau ihrer
Wirt=
ſchaft nötigen Anleihen gewähren, es kann ihnen jedoch nicht die
Erzielung von Ausfuhrüberſchüſſen verſchaffen, die deren
Zinſendienſt vorausſetzt.
Im Gegenſatz zu dieſen Mächten beſitzt Deutſchland
einer=
ſeits die nötige Aufnahmefähigkeit für den Ueberſchuß an
land=
wirtſchaftlichen Erzeugniſſen im Donauraum und andererſeits
eine Induſtrie, die deſſen Bewohner mit ſämtlichen Fertigwaren,
die für ſie in Frage kommen, verſorgen kann. Außerdem aber
iſt es, was für die Donauländer von größter Bedeutung iſt, von
dem guten Willen zu einer von Politik nicht beeinflußten
wirt=
ſchaftlichen und im Intereſſe beider Teile liegenden
Zuſammen=
arbeit mit ihnen erfüllt. Allerdings muß ſie, wie am Anfang
dieſer Betrachtungen erklärt worden iſt, von ſeiten der
Staats=
führungen organiſiert werden und darf nicht wie früher dem
Willen des einzelnen überlaſſen bleiben. Um zu zeigen, wie dies
zu verſtehen iſt, ſei hier mitgeteilt, daß ſich Deutſchland in den
letzten Jahren von ausländiſcher Getreideverſorgung durch
Steigerung ſeiner eigenen Erzeugung zwar weitgehend
unab=
hängig gemacht hat, daß es dafür aber noch immer einen ſehr
ſtarken Bedarf an pflanzlichen Fetten hat, von denen es in
Geſtalt der Sojabohne für jährlich über 100 Millionen RM.
aus Oſtaſien bezieht. Dieſer anſehnliche Betrag könnte bei
gegen=
ſeitiger Abſtimmung des landwirtſchaftlichen Anbaues ſehr wohl
in die Donauländer fließen, denn es iſt inzwiſchen feſtgeſtellt
worden, daß jene Pflanze auch dort gedeiht.
Die Hauptſchwierigkeit, die einer ſolchen planvollen
Rege=
lung der gegenſeitigen Beziehungen zwiſchen dem deutſchen und
dem Donauwirtſchaftsraum entgegenſteht, iſt darin zu ſuchen,
daß ſich die führenden Staaten der Welt, und zwar auch die
Mitteleuropas noch nicht dazu durchgerungen haben, Politik und
Wirtſchaft voneinander zu trennen. Erſt wenn dies erreicht ſein
wird, kann der Zuſammenſchluß des Donauraumes mit
Deutſch=
land, was jedoch keineswegs den Ausſchluß anderer daran
intereſſierter Großmächte davon bedeutet, zu einem befriedigenden
Ergebnis führen.
*
Frankreichs Staakskriſe.
Das Kabinett Doumergue iſt zurückgetreten, es iſt nicht
ein=
mal in Schönheit geſtorben. Es hat ſich aufgelöſt, bevor die
ent=
ſcheidende Kraftprobe begann. Wer ein gutes Gedächtnis hat,
wird ſich erinnern, daß ſchon im Frühſommer aus Frankreich
Nachrichten kamen, der Burgfrieden werde Mitte November zu
Ende ſein, dann werde Doumergue in irgendeiner Form zum
Rücktritt gezwungen und der alte friſchfröhliche Parteikampf
könne wieder von vorn beginnen. Dieſe klugen Propheten haben
wenigſtens in der erſten Hälfte ihrer Prognoſe recht behalten und
ſich als Kenner des franzöſiſchen Parlamentarismus erwieſen.
Fraglich bleibt allerdings, inwieweit der franzöſiſche
Par=
lamentarismus noch als lebenskräftig angeſehen werden kann.
Denn der Rücktritt Doumergues iſt mehr als eine einfache Kriſe,
er iſt ein neuer Beweis für die Staatskriſe, in der Frankreich
mindeſtens ſchon ſeit den blutigen Unruhen des Februar 1934
ſteht. Damals war die Regierung Doumergue ein letzter
ver=
zweifelter Verſuch zur Rettung der parlamentariſchen Demokratie.
Die Union Nationale, die Verbindung der bürgerlichen Linken
mit der ihr bisher heftig verfeindeten gemäßigten Rechten, wurde
erzwungen durch die Sorge um die Erhaltung des Bürgerlichen
Staates, ſo wie er ſeit 50 Jahren aufgebaut iſt. Es iſt damals
geſagt worden, daß die Angſt der Parteien bei der Geburt des
Kabinettes Doumergue Pate ſtand. Daran iſt vieles richtig.
Herr Doumergue allerdings hat, als er aus der ländlichen
Einſamkeit ſich wieder in die Politik ſtürzte, aus ſeinem Gefühl
der Verantwortung für den Staat heraus ſeine Aufgabe anders
aufgefaßt. Er wollte ſich nicht damit begnügen, ein
Uebergangs=
kabinett zu bilden, das nur ſchlecht und recht zu regieren hätte,
bis die Ruhe und Ordnung wiederhergeſtellt und über die
pein=
lichen Ereigniſſe des Staviſky=Skandals und ihre Nachwirkungen
* Das Lob des guken Buches.
Zur Buchwerbewoche vom 4. — 11. November.
Von Hans Sturm.
Dieſe bedeutſame Veranſtaltung gibt Veranlaſſung, ſich nicht
nur auf die geiſtigen Werte des deutſchen Buches zu beſinnen,
ſondern auch den feinveräſtelten Beziehungen zwiſchen Menſch
und Buch einmal nachzuſpüren. Dies iſt nicht ganz einfach, denn
hier ſtehen ſich zwei Individualitäten gegenüber. Die
Indivi=
dualität des weſentlichen Buches (und nur von ihm lohnt
zu reden!) iſt nicht zu unterſchätzen, man denke nur an die oft
unbezwingliche Macht mancher Bücher, die durch Höhen und
Abgründe dem Leſer zum Aufſtieg oder Untergang werden
kön=
nen. Die Vieldeutigkeit und vielfältige Einwirkung eines Buches
richtet ſich natürlich nach der Perſönlichkeit des Leſers, wird
davon beſtimmt, ob er ſeinen Geiſt anſpannen oder entſpannen
will. Dem ernſten, weſentlichen Leſer iſt das Buch mit ſeinem
hin= und widerflutenden Leben ein nötiger, ähnlich wie
Woh=
nung und Nahrung dem Daſein ſozial eingegliederter Faktor,
den anderen dient Lektüre zum Zeitvertreib, beſtenfalls zum
Zer=
ſtreuen müßiger Stunden und Stimmungen.
Der Kreis der Leſer, die das Buch als geiſtigen Wert
be=
trachten, iſt klein, ſehr klein; viele begnügen ſich mit Zeitungen,
Zeitſchriften Broſchüren und wenn die Zeit zwiſchen Beruf,
Sport und Vergnügen es noch geſtattet, mit belangloſer
Litera=
tur jeglicher Art, ſo mit Kriminalgeſchichten oder
unwahrſchein=
lichen Abenteurer=Romanen. Der Leſehunger iſt da, er wird auch
geſtillt wie die oft ſehr hohen Auflagen der Kolportageſchriften
beweiſen. Dieſen ungeheuren Leſehunger dem guten
deut=
ſchen Buche zuzuführen, iſt die arbeitsreiche, aber auch in
jeder Hinſicht lohnende Aufgabe der Buchwerbewoche.
Die Tageslektüre bleibt auf den, der ſeine geiſtige Koſt
allein aus ihr bezieht, nicht ohne verflachenden Eindruck, ſie
formt den Leſer langſam um nach ihrem Gehalt, macht ihn nach
und nach im Denken zerſtreut, nach außen hin oberflächlich, im
Tun zerfahren, viel= und nichtwiſſend zugleich; ſie erſchwert
zu=
miudeſt die Bildung eines geſunden inneren Kernes, die zumal
in den Heranwachſenden vorhandenen guten Anſätze werden
vielfach verſchüttet oder gar aufgelöſt; mancher kommt dazu,
über=
haupt kein Buch mehr zu leſen, und begründet dies mit der
Haſt und Zerriſſenheit der Freizeit; aber das iſt keine
Begrün=
dung, ſondern nur eine vage Ausrede ſolcher, deren innere
Hal=
tung nicht gefeſtigt genug iſt, um die geiſtige Bequemlichkeit
eines im Banalen hinplätſchernden Lebens abzulegen. Sie gehen
bald dem guten Buche ganz verloren.
Vom Tage.
Oberregierungsrat Mohr beim Landesfinanzamt
Branden=
burg wurde vom Führer und Reichskanzler zum
Landes=
finanzamtsdirektor ernannt und mit Wirkung vom
1. November an das Landesfinanzamt Darmſtadt zum Leiter
der Abteilung 2, Zölle und Verbrauchsabgaben, verſetzt.
Der Beauftragte des Führers für Abrüſtungsfragen, von
Rib=
bentrop, iſt in London eingetroffen. Wie verlautet, handelt es ſich
um einen privaten Beſuch von Ribbentrops, der einen Teil ſeiner
Ferien auf Einladung von Freunden in Schottland verbringen
wird.
Die Geheime Staatspolizei Berlin hat über den
Reichsbank=
rat Köppen, deſſen unſoziales Verhalten gegenüber einem
notlei=
denden Mieter die Empörung ſeiner Volksgenoſſen erregt hatte
und der am Montag dieſer Woche bereits feſtgenommen wurde,
die Schutzhaft verhängt.
Der franzöſiſche Botſchafter in Berlin, Francois Poncet, iſt am
enthalt in Paris einge=
roffen.
Der franzöſiſche Rüſtungskonzern Schneider=Creuzot verteilt
für das Geſchäftsjahr 1933/34 aus 20,83 Millionen Franken
Rein=
gewinn eine 20prozentige Dividende (i. V. 25 Prozent) auf 100
Millionen Franken Aktienkapital.
In Verdun wurde der frühere Profeſſor Joſef Vidowitſch aus
Agram, der dort als Caféhauskellner ſeinen Lebensunterhalt
ver=
diente, verhaftet, weil er die Ermordung König Alexanders ver=
herrlichte.
Miniſterpräſident Lerrour erklärte den Preſſevertretern, daß
der Streik der anarchiſtiſchen Gewerkſchaften ein vollkommener
Miß=
erfolg ſei. Die Regierung hat den Belagerungszuſtand über
Spa=
nien indeſſen um einen Monat verlängert.
In Leon iſt der zweite der von dem Präſidenten der ſpaniſchen
Republik nicht begnadigten Oktober=Revolutionäre, Guerra Pardo,
hingerichtet worden.
In der vergangenen Nacht verhaftete die Olmützer
Gendarme=
rie drei junge Polen aus Kattowitz, die ſich in den
Bremſerhäus=
chen des Oderberger Perſonenzuges verſteckt hatten. Einer der
Ver=
hafteten ſteht im Verdacht. mit dem Mörder des volniſchen
Innen=
niniſters Piéracky identiſch zu ſein.
Der polniſche Staatspräſident hat nach Abſchluß der
Budget=
debatte das Parlament bis zum 11. Dezember vertagt.
Dem „New York Mirror” zufolge iſt der frühere Präſident
von Kuba, Machado, in einem Dorf in der Nähe von Santo
Do=
mingo infolge einer Vergiftung ſchwer erkrankt. Alle Speiſen
Machados ſollen auf Anordnung einer kubaniſchen
Geheimgeſell=
ſchaft durch einen Koch vergiftet worden ſein.
Der Kaiſer von Mandſchukuo wird im April nächſten Jahres
Japan einen Beſuch abſtatten. Das Hofmarſchallamt in Tokio hat
bereits unter Mithilfe von Hofbeamten aus Mandſchukuo mit den
Vorbereitungen zu ſeinem Empfang begonnen.
Gras gewachſen wäre, er wollte vielmehr den ernſthaften Verſuch
machen, den Staat zu reformieren. Damals fand er auch
begei=
ſterte Zuſtimmung, aber als der erſte Schrecken überwunden war,
machten ſich die Parteien allmählich klar, was eine
Verfaſſungs=
reform für ſie bedeuten würde. Ihre Bereitwilligkeit zur
Mit=
arbeit ſank und damit war eigentlich ſchon der Todesſtoß geführt.
Allerdings Herr Doumergue trägt einen großen Teil Schuld
daran. Eine Bilanz ſeiner Regierung zeigt, daß er praktiſch
nicht vorwärts gekommen iſt. Die inneren Reformen, die aus
dem Staviſky=Fall abgeleitet werden ſollten, ſind verſackt. Die
außenpolitiſche Aktivität Barthous endete unter den Schüſſen
von Marſeille, letzten Endes doch wieder auch nur, weil der
Polizei= und Verwaltungsapparat verſagte. Was erreicht wurde
iſt im Grunde ſchließlich nur eine neue ſtarke Spannung in
Europa, die weder für Frankreich noch für irgendeinen anderen
Staat nützlich iſt. Doumergue muß das gefühlt haben, deshalb
hat er mit überraſchender Plötzlichkeit ſeine Verfaſſungsreform
forciert und ſeine Pläne in die Oeffentlichkeit gebracht, ohne
vorher ſeine Miniſterkollegen zu orientieren. Was ihm
vor=
ſchwebte, war eine Verlagerung der Gewalten, eine Stärkung
der Staatsgewalt, eine Beſchneidung der Finanzvollmachten des
Parlamentes und die Möglichkeit der Parlamentsauflöſung, die
bisher an die Zuſtimmung des Senats gebunden war und
deswegen ſeit 60 Jahren nicht gewagt worden iſt. Dagegen
haben ſich die Parteien zur Wehr geſetzt.
Aber man darf auch in der Politik die Menſchlichkeiten
nicht überſehen. Sie ſind oft von entſcheidender Bedeutung und
über ſie iſt auch Doumergue geſtolpert, ſo bös, daß er gar nicht
dazu kam, ſeine Verfaſſungsreform der Nationalverſammlung
vorzulegen. Die Kriſe aber im franzöſiſchen Staat iſt ſchon zu
weit vorgeſchritten, als daß ſie durch den Rücktritt eines
Kabi=
netts beſchworen werden könnte. Es geht heute nicht mehr um
das Techniſche der ſtaatlichen Willensbildung, es geht um die
Grundlagen der parlamentariſchen Demokratie. Die
Schickſals=
frage, vor der Frankreich ſteht, iſt, ob die Parteien einſichtig
genug ſind auf einen Teil ihrer Macht zu verzichten, um das
bisherige Syſtem wenigſtens in ſeinen Grundzügen zu erhalten,
oder ob ſie ſich jedem Fortſchritt widerſetzen, auf die Gefahr
hin, daß die Entwicklung eines Tages über ſie hinwegſchreitet.
Viele glauben auch, der Film erſetze das Leſen guter Bücher.
Dem iſt nicht ſo. Der heutige Durchſchnittsfilm (die wirklich
hervorragenden Spitzenfilme ſind ſo ſelten, daß ſie nicht ins
Gewicht fallen!) bietet nichts als übliche Unterhaltung in
grob=
ſinnfälliger Form und unterdrückt die etwa noch im Zuſchauer
vorhandenen Anſätze zu eigener Phantaſie durch die „
unbegrenz=
ten Darſtellungsmöglichkeiten der Kamera”, die über innere
Kon=
flikte meiſt hinweggeht und als Erſatz Belangloſigkeiten
breit=
walzt, die „ſchlagende Wirkung” haben. Zudem wird ſelbſt ein
guter Film niemals die dauernde Beglückung ausſtrahlen
kön=
nen, die ein gutes Buch vermittelt; denn den Film vergißt man
nach und nach, ein liebes Buch dagegen kann man immer wieder
zur Hand nehmen und auf ſich wirken laſſen. Aus dieſen
Ge=
danken heraus ſchrieb Goethe das ſchöne Wort: „Gott ſegne
Kupfer, Druck und jedes andere vervielfältigende Mittel, ſo daß
das Gute, das einmal da war, nicht wieder zugrunde gehen
kann.” Ein ähnliches Lob auf die guten Bücher ſind die Worte
des Malers Anſelm Feuerbach: „Bücher ſind einſame Kapellen,
die der Menſch auf den höchſten und ſchönſten Geſichtspunkten
errichtet, nicht bloß der Ausſicht wegen, ſondern auch, um ſich in
ihnen von den Zerſtreuungen des Lebens zu ſammeln und ſeine
Gedanken auf ein anderes Sein als das rein ſinnliche zu
richten.”
Wieder andere Leſer ſind dem Buche entfremdet worden in
der Schule durch das pedantiſche Sezieren der großen deutſchen
Dichter und Erzähler; ſie behielten eine Abneigung gegen das
Buch durch die früher übliche philologiſch trockene „Erläuterung”
der beſten deutſchen Dichtungen. Heute iſt das anders. Heute
weiß man, daß ſolche aus tiefſtem menſchlichen Erleben
ge=
wachſenen Werke nicht zergliedert werden dürfen, daß ſie
viel=
mehr mit Blutwärme an die Lernenden weitergegeben werden
müſſen, ſollen ſie lebendig bleiben und ihre befruchtende
Wir=
kung behalten. Schon in der Schule muß der Beſitzwille zum
guten Buch geweckt und gefördert werden, den Schülern muß
klargemacht werden, daß ein gutes Buch das Leben nicht nur
verſchönert, ſondern auch vertieft!
Und dann gibt es noch Leute, die ſich vom Buche
abge=
wendet haben aus Ueberdruß an der unüberſehbaren Fülle der
überflüſſigen Bücher. Für ſolche entſchlußloſen Freunde des
Buches gibt es Bibliotheken und Bücherſtuben. Hier finden ſie
Nat, hier werden die Wege zum guten Buche gern gewieſen.
UInd wenn ſolch ein Leſer wirklich einmal durch das eine oder
andere Buch enttäuſcht wurde, auch dies iſt noch keine
Berech=
tigung, dem guten deutſchen Buche den Rücken zu kehren; er
wwird bald zur Erkenntnis kommen: Bücher können uns
ent=
täuſchen, nicht aber — das Buch. Denn — ſo urteilte einmal
ein Dichter — „ein Buch iſt zur größeren Hälfte des Leſers
Werk.”
DNB. Paris, 8. NovemEb.
Der Führer der Feuerkreuzler, Oberſt de la Rocque,
äuu=
ſich in einer Unterredung mit einem Vertreter des „Paris Mu
ſehr freimütig über die gegenwärtige Kriſe. Das Kennzeiche=
Lage ſei eine allgemeine Angſt. Alle Parteiführer ohne Ausnn
hätten Angſt vor dem Nachlaſſen ihrer Beliebtheit, von de
betroffen ſind, Angſt vor der Verantwortung, Angſt vor dem:
uſt der Zugkraft bei den Wählern. Die Politiker hätten Angu
inneren und äußeren Drohungen, die in der nächſten Zukunftt
Frankreich ſchwebten. Sie hätten Angſt davor, ihre Zukunftky.
ſichten zu verlieren und eine Gelegenheit vorübergehen zu UN. 18
um an die Macht zu kommen. Die Parlamentarier hätten Mm
vor ihrem wachſenden Mißkredit in der öffentlichen Meinungy / 5
bald dieſe ihnen ruhig erſchien, griffen ſie wieder auf ihre Sun
gen zurück, aus Angſt ihre Bezüge und ihren Vorteil oder
Einfluß zu vermindern.
Der rechtsgerichtete Abgeordnete Jean Goy, einer der
Fahr=
des Nationalverbandes der ehemaligen Kriegsteilnehmer Ie
C.) weigerte ſich, die Abſichten der ihm naheſtehenden Kriegi/—
nehmer ſchon jetzt zu enthüllen, ließ aber in einer Unterhae
mit einem Vertreter der „Paris Midi” durchblicken, daß es mts iie Se
mehr zu ſpät ſei für Warnungen.
Der Rolontäfrano.
Frankreich wünſcht „Bereinheitlichung”
der Verwalkung von Togo und Dahomen.
EP. Genf, 8. Novemk!
Ueber die gegenwärtigen Verhandlungen des Mandathuf
ſchuſſes erfährt man, daß der franzöſiſche Regierungsvertrete;
der Darlegung der Lage im franzöſiſchen Mandatsgebiet
inen Vorſtoß im Sinne einer verwaltungsmäßigen Vereinu
dieſer ehemaligen deutſchen Kolonie mit der benachbarten
zöſiſchen Kolonie Dahomey gemacht hat. Der franzöſiſche B
ter begründete dieſe Abſicht ſeiner Regierung mit der Noru
digkeit, Erſparniſſe zu machen. Das Mandatsgebiet Togo / /
ſtark unter der Wirtſchaftskriſe, und eine verwaltungsmit
Vereinigung dieſes Mandats mit der franzöſiſchen Nachbarkor,
die in der Auflöſung einer Reihe von hohen Beamtenpoſtär
der Verwaltung des Mandatsgebietes beſtehen würde, dürfthe
jährliche Erſparnis von 4 Millionen franzöſiſchen
Franke=
deuten.
Dieſer franzöſiſche Vorſtoß entfeſſelte eine ziemlich e
Ausſprache im Mandatsausſchuß, in die namentlich der Prä!
des Ausſchuſſes, der Italiener Theodoli, mehrfach eingriff.
wurde erwähnt, daß ein zum erſtenmal im Jahre 1929 aufgen1
ter engliſcher Vorſchlag zur verwaltungsmäßigen Vereinigurg
ehemaligen deutſchen Kolonie Südweſtafrika mit den beiden
nachbarten engliſchen Kolonien vom Mandatsausſchuß
ſchärfſte abgelehnt worden ſei. Theodoli wies zugleich den
In3
zöſiſchen Vertreter darauf hin, daß es die Pflicht der Reg:))= a
gen, die vom Völkerbund Mandate erhalten hätten, ſei, etch
finanzielle Ausfälle durch eigene Zuſchüſſe zu erſetzen, nichthel.
ſolche Ausfälle durch die Vereinigung eines Mandatsgebieten
einer Kolonie, unter der die Selbſtändigkeit des Mandats
müſſe, wieder einzuſparen.
Die jährliche Einſparung von 4 Millionen franzöſiſchen (.
ken (rund 600 000 Reichsmark) dürfte bei dieſem franſ
Vorſtoß wohl kaum die Hauptrolle ſpielen.
Handelsabkommen Frankreich-Oefterreih.
EP. Paris, 8. Novembe7
Zwiſchen Frankreich und Oeſterreich iſt ein Handelsau//
men zuſtande gekommen. Die franzöſiſche Regierung hat in
Wunſch, zur wirtſchaftlichen Wiederaufrichtung Oeſterreich
zutragen, dieſem Land Vorzugszölle für eine Reihe
eichiſcher Handelsausfuhrartikel gewährt, ſowie die erhöhte?
fuhrſteuer aufgehoben. Als Gegenleiſtung hat Oeſterreic
franzöſiſchen Ausfuhr verſchiedene Vorteile gewährt.
Der Wahlausgang in ADc.
Nach den letzten Wahlmeldungen ſtellt ſich die Lage wie ‟
dar: In den Senat wurden gewählt 69 Demokraten, 25
Ren=
kaner. In das Repräſentantenhaus ziehen nach den bisherne
getroffenen Wahlergebniſſen 310 Demokraten, 97 Repuhlikan.
zwei Arbeiterparteiler und ſechs Fortſchrittler ein. 20 Sitze
noch aus.
Die Wiedergewinnung des Leſers für das gute deutſche 9
iſt eine in ihren Folgen noch nicht abzuſchätzende Arbeit, an
jeder Deutſche, der es ehrlich mit Volk und Staat meint, An
helfen muß. Und jeder von uns ſoll immer wieder an d0s ‟
denken: „Ohne eigene Bücher zu ſein, iſt der Abgrun.)
Armut, verweile nicht darin!“
* Ueber chineſiſche Landſchaftsmalerei
vom 12. bis 14. Jahrhundert
hielt Herr Prof. Dr. Bachhofer von der Univerſital
chen im Rahmen der Winterveranſtaltungen des Fran.1”
China=Inſtituts einen außerordentlich intereſſanten unge
reichen Vortrag. Das reichhaltige Bildermaterial, das
Anſchauung brachte und die ebenſo gediegene wie lebend!.—
ſeiner Erläuterungen waren geeignet, in jedem Zuhdre
Zuſchauer die Liebe zu dieſen vielleicht ſchönſten und ſiche
ſten Landſchaften der geſamten, öſtlichen wie weſtlichen.
zu ſteigern und zu vertiefen. So war der Abend ein mn!
barer Genuß, wovon das Referat allerdings keinen Begr!
mitteln kann; nur die gedanklichen Grundlinien können 9 werden.
Der Vortragende führte aus, daß man wohl immen
von der Naturverbundenheit des Chineſen geſprochen 9ach
aber dieſe Naturverbundenheit im Laufe der Zeiten
anders empfunden und alſo auch anders zur Anſchaung!
racht worden iſt. Die Landſchaftsmalerei als der voue
Ausdruck chineſiſcher Naturverbundenheit kommt erſt Pe‟
und erreicht ihre volle Reife erſt nach der Jahrtauſene
Er erörterte dann die Unterſchiede zwiſchen der Vorſteun!
ſchöner Landſchaft in der Tang= (7.—10. Jahrh.) und
Sungzeit 0.—13. Jahrh.). Dort iſt Natur nichts L12*
ſebung” des Menſchen, die Landſchaft iſt immer in Beoc
geſetzt zur menſchlichen Exiſtenz. In der Sung=Oyngſt” Landſchaft empfunden als das, in dem die Well.
Geſtalt angenommen hat. Natur iſt hier nicht mehr eine. —
von intereſſanten Einzelheiten, ſondern ein unlösbaree
Der künſtleriſche Ausdruck dieſer neuen Vorſtenlng
vährleiſtet durch die Monochromie (Einfarbigkeit)), die T
ſcheinungsformen auf den gleichen Grundnenner zurt
Monochromie bedeutet den Kampf gegen die Exiſtenz.."
bis zu einem Aufgehen in einem größeren Ganzen, S."
neuen Vorſtellung von Natur. Sie ermöglicht es auch 1e17
in kleinem Ausſchnitt das Geſamte, das All anſchaulich.
zu laſſen.
ſiag, 9. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 310 — Seite 3
Gleichberechtigung auf demPapier?
Englands Vermitklungsvorſchlag
auf der Londoner Dreier=Konferenz.
EP. London, 8. November.
Flottenvorverhandlungen wurden am Mittwoch mit
inuVollkonferenz der engliſchen und japaniſchen Delegation
oyzgetzt. Die Konferenz dauerte über eine Stunde, in der die
händer den Japanern ihre Gegenvorſchläge
umairbreitet haben ſollen, wozu von unterricheter Seite
an=
geöotet wird, daß dieſe Gegenvorſchläge darauf
hiſſzuslaufen, daß Japan völlige
Gleichberech=
tingng zugeſtanden wird, es ſich aber verpflichten müſſe,
voya ſeſer Gleichberechtigung innerhalb einer beſtimmten Friſt
keitm Gebrauch zu machen.
eber die Einzelheiten des Vermittlungsvorſchlags meldet
beyaſals einziges Blatt der „Daily Herald”, daß dieſer die
völ=
lige leichberechtigung Japans, allerdings nur im Prinzip,
vor=
ſielllund zwar in der Form einer Dreimächte=Erklärung, in der
augchas Wort „Sicherheit” zum erſtenmal in dieſen
Verhandlun=
gen uſtaucht. Auf dieſer Grundlage ſoll dann jede der drei
Myätze ihre Seerüſtungs=Bedürfniſſe für die nächſten fünf Jahre
angen, mit der Verpflichtung, etwaige Anderungen an dieſem
Prſbarmm den übrigen Signatarmächten rechtzeitig mitzuteilen.
Stülhweigende Vorausſetzung dabei iſt, daß Japans Bedürfniſſe
in ſeiem beſtimmten Abſtand von denen der Vereinigten Staaten
bleſihn, ſo daß die Gleichberechtigung praktiſch wieder annulliert
wire).
1e Japaner haben dieſen Vorſchlag nach Tokio
weitergege=
bent, ährend die Amerikaner ſich zurückhalten und augenſcheinlich
upans Antwort abwarten wollen, ehe ſie ſich zu dem eng=
Kompromißplan äußern. Bis zum Eintreffen der
japani=
ſchnalntwort aus Tokio ſind daher keine Vollſitzungen mehr
vor=
geßenn, ſondern die Fühlungnahme zwiſchen den drei
Abordnun=
rnd für dieſe Zeit nur loſe aufrechterhalten.
der Beſprechungen Muſſolini-Gömbös.
EP. Rom, 8. November.
ei ungariſche Miniſterpräſident, General Gömbös, hat am
MMoh abend 21 Uhr Rom verlaſſen. Ueber die Beſprechungen
Pi Muſſolini und Gömbös wurde folgendes amtliche Commu=
MWat sgegeben:
ei Regierungschef und der ungariſche Miniſterpräſident
Man 6. und 7. November im Palazzo Venezia zwei längere
A9chungen. Dabei prüften die beiden Regierungschefs auf
und im Geiſte der italieniſch=öſterreichiſch=ungariſchen
Motokolle einerſeits die Probleme
allgemein=
liſchen Inhalts, andererſeits jene Fragen, die
1AAusbau der japaniſchen chemiſchen Induſtrie.
e „China Times” bringt einen Artikel über den Ausbau
defſpaniſchen chemiſchen Induſtrie. Auf Grund der Denkſchrift
da ßſaniſchen Kriegsminiſteriums über die Mobilmachung der
abichen Induſtrie im Kriegsfall ſeien im Jahre 1933 190
Aſlionen Yen in der chemiſchen Induſtrie
in=
biſſtert worden, darunter 103 Millionen, die von
verſchiede=
je anken zur Verfügung geſtellt wurden für den Ausbau
der=
ſen iſe Zweige der chemiſchen Induſtrie, die bisher vom
Aus=
lano bhängig waren. In der erſten Hälfte des
Jah=
rei3984 betrug die Einfuhrchemiſcher Produkte
nackapan 41 Millionen Yen, was im Vergleich mit
1973 ine Zunahme um 60 v. H. bedeutet. Das Blatt erklärt
dei, wenut im letzter Zeit hätten die japaniſchen Militär= und
Wirt=
da ſchafvehörden weitere Maßnahmen für die
Schaf=
funeiner ſtarken chemiſchen Induſtrie für
Krſigs zwecke in Korea getroffen. Es ſolle eine
be=
fon: Geſellſchaft ins Leben gerufen werden, die die Aufgabe
hätten hahrr ſie japaniſche Armee mit chemiſchen Erzeugniſſen zu
ver=
orga Der Ausbau der chemiſchen Induſtrie erfordere weitere
krelbi, die die japaniſche Regierung aus einem beſonderen
o9 ßur Verfügung ſtellt. Im Jahre 1935, ſagt das
werde die japaniſche chemiſche Induſtrie
et ſein, daß ſie chemiſche Produkte für
h9szwecke an andere Armeen liefern könne.
Das Ergebnis
erden Länder beſonders angehen. Sie hatten
Ahh eit, die unveränderte und vollſtändige
reinſtimmung der Richtlinien, der beiden
ſexungen feſtzuſtellen, wie auch ihre Abſicht, die Zu=
ſammenarbeit mit Oeſterreich fortzuſetzen und weiter
zu entwickeln. Ueber einen etwaigen Beitritt anderer Staaten
zu den römiſchen Protokollen entſcheiden die geltenden
Beſtim=
mungen, die im Protokoll ſelbſt enthalten ſind. — Was die
wirt=
ſchaftlichen Beziehungen betrifft, ſtellten die beiden
Regierungs=
chefs das zufriedenſtellende Funktionieren der März=Protokolle
feſt, das durch häufige Zuſammenkünfte von Sachverſtändigen
ge=
ſichert wird, denen die Aufgabe zufällt, die Handelsbeziehungen
zwiſchen den beiden Ländern immer mehr zu vertiefen. Eine
die=
ſer Zuſammenkünfte fand in den letzten Tagen ſtatt. —
Schließ=
lich wurden die kulturellen Beziehungen geprüft, die
zwiſchen den beiden Ländern beſtehen, und es wurde als
wün=
ſchenswert erachtet, ſie noch enger zu geſtalten. Es wurde
vereinbart, zu dieſem Zweck die nötigen Maßnahmen zu ergreifen,
Die beiden Erziehungsminiſter werden in kürzeſter Friſt
zuſam=
mentreffen, um die entſprechenden Vereinbarungen abzuſchließen.
Gömbös in Rom.
Der ungariſche Miniſterpräſident (Mitte) bei ſeiner Ankunft
auf dem Bahnhof in Rom, wo er von dem Duce
(rechts neben ihm) empfangen wurde.
Die gepanzerke „Eierkiſte‟
EP. London, 8. November.
Wie der „Daily Telegraph” meldet, hat ein Offizier der
eng=
liſchen Armee eine neue Abart des Kampfwagens konſtruiert und
das Modell bereits den zuſtändigen Stellen vorgeführt. Der neue
Tank, ein „Kriecher” iſt eine etwas über zwei Meter lange und
einen halben Meter hohe gepanzerte Kiſte. Sie bietet Raum für
einen Soldaten in liegender Stellung und für ein leichtes
Ma=
ſchinengewehr. Als Antriebkraft dient ein 4=PS=Motor, der dem
„Kriecher” eine Geſchwindigkeit von etwa 15 Stundenkilometern
verleiht. Dieſer „Kriecher” ſoll Verwendung finden zur
Vorberei=
tung von Infanterieangriffen auf mit Maſchinengewehren
ver=
teidigte Stellungen, und zwar in ſolchen Fällen, wo die Einſetzung
der großen Tanks aus irgendwelchen Gründen nicht angängig iſt.
— Ob die engliſche Heeresleitung ſich zur Einführung des „
Krie=
chers” entſchloſſen hat, iſt noch nicht bekannt geworden.
Dr. Max Frauendorfer Reichsſchulungsleiter.
DNB. Berlin, 8. November.
Der Stabsleiter der PO. hat mit Wirkung vom 1. November
1934 den bisherigen kommiſſariſchen Reichsſchulungsleiter Pg. Dr.
Max Frauendorfer zum Leiter des Hauptamtes Schulung in der
Oberſten Leitung der PO. ernannt. Pg. Dr. Max Frauendorfer
behält die Leitung des Amtes für ſtändiſchen Aufbau auch
weiter=
hin bei.
Eine Verfügung des Führers
zum 9. November.
Die NSK. gibt folgende Verfügung des Führers bekannt:
Unſere Toten haben für die Bewegung das größte Opfer
ge=
bracht. Sie haben im Dienſt der nationalſozialiſtiſchen Idee und
für die Eroberung des Staates ihr Leben hingegeben. Ihr
An=
denken zu ehren und ihren Hinterbliebenen den Dank der
Be=
wegung in ſichtbarer Form abzuſtatten, iſt eine Ehrenaufgabe für
die NSDAP.
Ich beſtimme daher unter dem 9. November 1934, dem elften
Jahrestag der nationalſozialiſtiſchen Erhebung in München und
des großen Opfers unſerer erſten Blutzeugen:
1. Aus den Mit teln der NSDAP. wird
jähr=
lich ein Betrag von ½ Million für die
unmittel=
baren Angehörigen unſerer Gefallenen zur
Ver=
fügung geſtellt.
2. Die Verteilung dieſes Betrags erfolgt je nach
Lage der ſozialen und wirtſchaftlichen
Verhält=
niſſe der betroffenen Familie.
3. Die Ausführungsbeſtimmungen erläßt der
Reichsſchatz=
meiſter der NSDAP.
München, den 9. November 1934.
(gez.): Adolf Hitler.
Der deutſche Prokeſt in der Saarfrage
in London überreicht.
EP. London, 8. November.
Der deutſche Botſchafter von Hoeſch überreichte am
Donners=
tag dem Außenminiſter Sir John Simon die Proteſtnote der
Reichsregierung gegen die franzöſiſchen Pläne für einen
Ein=
marſch in das Saargebiet und die damit verbundene Verletzung
des Locarno=Vertrages.
Die Antwort des engliſchen Außenminiſters hielt ſich, wie
von gutunterrichteter Seite verlautet, im Rahmen der von ihm
im Unterhaus abgegebenen Erklärung zur Saarfrage indem
Sir John Simon betonte, daß die franzöſiſchen Maßnahmen
lediglich einen vorbeugenden Charakter hätten und ſich auf
An=
weiſungen beſchränkten.
Im Zuſammenhang mit dem deutſchen Schritt veröffentlicht
die „Evening News” einen Leitartikel zur Saarfrage, in dem
einleitend betont wird, daß Sir John Simons beſchwichtigende
Redensarten die Tatſache nicht verhüllen könnten, daß die
Ent=
wicklung an der Saar eine gefährliche Wendung angenommen
habe. Weiter unterſtreicht das Blatt, daß die Erklärungen des
franzöſiſchen Außenminiſters Laval über Frankreichs Abſichten
im Saargebiet die Spannung nicht beſeitigt und Deutſchlands
Argwohn nicht eingeſchläfert hätten. Deutſchland denke auch
heute noch an das Ruhrabenteuer zurück und ſei überzeugt
da=
von, daß Frankreich feſt entſchloſſen ſei, die Rückkehr des
Saar=
gebiets zum Reich zu verhindern. Das Blatt zieht aus dieſer
Lage die Folgerung, daß England ſein Desintereſſement an der
Saarfrage erklären und den Präſidenten der
Regierungskom=
miſſion des Saargebiets, Knox, abberufen müſſe, damit es auf
keinen Fall in einen Konflikt zwiſchen Deutſchland und
Frank=
reich verwickelt werde.
Knor berichtet dem Dreierausſchuß in Rom.
DNB. Rom, 8. November.
Wie amtlich mitgeteilt wird, hat der Dreier=Ausſchuß für die
Saarabſtimmung am Donnerstag vormittag unter Vorſitz Baron
Aloiſis ſeine Arbeiten in Rom fortgeſetzt. Der Präſident der
Re=
gierungskommiſſion Knox berichtete dem Ausſchuß über die
allge=
meine Lage im Saargebiet. Knox erklärte, daß bisher die
öffent=
liche Ordnung nicht geſtört worden ſei. Immerhin habe ſich die
Regierungskommiſſion, auf ihre Vollmacht geſtützt, aktiv mit der
Verſtärkung der Polizei beſchäftigt. Andererſeits lenkte Knox die
Aufmerkſamkeit des Ausſchuſſes auf die wirtſchaftliche Lage die
wegen der Schwierigkeiten heikel ſei, denen die Wirtſchaftskreiſe
am Vorabend der Abſtimmung bei der Erlangung der üblichen
kurzfriſtigen Kredite begegneten.
Abreiſe Bürckels von Rom.
DNB. Rom, 8. November.
Der Staatskommiſſar Gauleiter Bürckel ſowie die mit ihm
in Rom weilenden Vertreter aus dem Saargebiet haben am
Donnerstag morgen Rom im Flugzeug wieder verlaſſen.
1 Vortragende zeigte dann wie im 12. Jahrhundert die
das künſtleriſche Intereſſe vom Vordergrund in die
Verlegten, wie Hand in Hand damit eine immer größere
f der Formgebung geht, die ſchließlich im 13.
Jahrhun=
wollkommener Formlöſung und Formerweichung endet.
*1 Jahrhundert erfolgte der zu erwartende Rückſchlag:
Feme Gegenſtändlichkeit, ein neues Eingehen auf die Ein=
, als Darſtellungsmittel dafür ein neuer Linearismus
1 ſtrengeres, dem Format entſprechendes Kompoſitions=
Namen der zahlreich erſchienenen Hörer ſprach der
des Inſtituts, Herr Dr. Rouſſelle, Herrn Profeſſor
er ſeinen Dank für den ſchönen und lehrreichen Vor=
Dr. N.
50 endeke eine Liebe.
A.N Film hervorragender Schauſpielkunſt.
Vwleon trennt ſeine Ehe mit Joſephine. Er iſt der
Europas und will ſeinen jungen Ruhm mit der
Tra=
nes alten europäiſchen Herrſchergeſchlechtes verbinden.
I das Geſchlecht der Bonaparte fortpflanzen, es für die
erone Frankreichs ſichern. Joſephine hat ihm den
Leibes=
urd Thronerben verſagt. Er erſtrebt die Verbindung mit
En zherzogin von Oeſterreich.
iehrand und Metternich, die beiden in ihren Reichen
all=
gen Miniſter, haben das Notwendige zu veranlaſſen.
hich ſchlägt — nur um Oeſterreich und Europa den
Frie=
ſichern! — die Erzherzogin Marie=Luiſe, deren Mutter
uund deren Großmutter 17 Kinder hatte vor, und die
Miniſter beſchließen Marie=Luiſe zur K.iſerin von
Frank=
machen. Der Kaiſer von Oeſterreich hat ſeiner Tochter
Auiſe allerdings das Verſprechen gegeben, daß ſie ihren
lach ihrem Herzen wählen darf. Aber ſelbſt ein Kaiſer
wohl ſein Verſprechen brechen, wenn das Staatswohl
WWenigſtens verlangt Metternich das, der kluge Miniſter,
U e Diplomat, der allen Situationen gewachſen iſt, be=
A. den Bruder der Kaiſerin, nach Ungarn zu fahren, um
mo Napoleon gehaßt wird, den Boden für ihn vorzube=
MMetternich weiß ja nicht, daß Franz, der Bruder der
II., vor 4 Jahren in Schönbrunn der erſte Ballherr der
üge Marie=Luiſe war und daß er in einer verträumten
das Verſprechen gab, immer an ſie zu denken und ſie
Coages auch zu holen. Franz hat es ſelbſt längſt vergeſſen.
7 Herzog a. D., der Herzog ohne Land, das ihm Napoleon
genommen, tröſtet ſich ſchließlich mit leichteren Aufgaben zur
Ausfüllung ſeiner Tage, beim Ballett der kaiſerlichen Oper.
Aber als er Marie=Luiſe gegenüber ſteht, ſeiner Kuſine; zu der
das verwandtſchaftliche Verhältnis ſich inzwiſchen zu Onkel und
Nichte gewandelt hat, da ſie ihn fühlbar anders küßt, als Nich=
Paula Weſſelh
als Marie=Luiſe in dem Ciné=Allianz=Film der
Europa „So endete eine Liebe”, den Karl Hartl
inſzeniert.
ten gemeinhin den Onkel zu küſſen pflegen, da kommt ihm die
Erinnerung. Und mit der Erinnerung die große Liebe, die
Marie=Luiſe nie vergeſſen, ſeit jener Nacht in Schönbrunn.
Und nun ſetzt die Tragödie ein. Selbſtverſtändlich ſetzt
Metternich ſeinen Plan durch. Allen Widerſtänden zum Trotz,
Marie=Luiſe wird mit einem Erzherzog als Stellvertreter
Napo=
leons vermählt. — Eine große, heiße Liebe endet.
Wenn in der Ueberſchrift geſagt wurde, daß es ſich in
die=
ſem Film, der z. Zt. im Helia läuft, und der Paula Weſſelys
jungen Ruhm unendlich feſtigt, um einen Film hervorragender
Schauſpielkunſt handelt, ſo iſt das berechtigt, weil die
Film=
handlung ſelbſt nur geringe Möglichkeiten gibt, irgendwie
ſpan=
nende Situationen oder Szenen zu ſchaffen. Es iſt eigentlich
nur eine Epiſode, eine Epiſode allerdings mit ſtarkem
drama=
tiſchem Akzent, angefüllt mit verhaltener Leidenſchaft, mit
Trä=
nen, mit jubelndem Glück und heroiſchem Opfer. Nur
hervor=
ragende Schauſpielkunſt konnte dem Film ſeine überragende
künſtleriſche Note geben, die er tatſächlich hat. Eine
Spitzen=
leiſtung der Filmkunſt überhaupt. — Wiederum ſteht im
Mittel=
punkt die junge Paula Weſſely. War ſie in Maskerade das
einfach=vornehme junge Mädchen, als das ſie gerade durch ganz
ſchlichte Menſchlichkeit ihrer Rolle das Dekorum ganz großer
Kunſt gab, ſo iſt ihre Verkörperung der Erzherzogin Marie=Luiſe
die gleiche Offenbarung hervorragenden ſchauſpieleriſchen
Kön=
nens durch ſchlichte Verkörperung, durch warmes überzeugendes
ehrliches Menſchentum. Auch hier in dem ganzen Film wird
wenig Wert auf Dialog gelegt. Im Grunde ſo wenig, daß,
wäre es ein Stummfilm, nur die textlichen Zwiſchenzeilen
ge=
ſprochen werden. Wie aber dieſe wenigen Worte geſprochen
werden, und wie das geſprochene Wort mit ganz großer
Dar=
ſtellungskunſt begleitet wird, das iſt das Große dieſes ſchönen
Films. Es iſt in erſter Linie die Größe der Paulo Weſfely,
der aber die 3 übrigen Träger der Hauptrollen ebenbürtig zur
Seite ſtehen. Ganz hervorragend Guſtaf Gründgens, als
Metternich fabelhaft in der Erſcheinung, wie in der Sprache,
ganz groß in der trotz allem ſympathiſchen Verkörperung des
Diplomaten, in deſſen Händen nicht nur das Schickſal von
ein=
zelnen Menſchen, ſondern ganzer Völker liegt. Selbſt er, der
nichts kennt als kühle berechnende Diplomatenkunſt, wird in
einigen wenigen, aber unendlich tief wirkenden Szenen warme
herzliche menſchliche Töne finden. Als dritter im Bund Willy
Forſt als Herzog Franz von Modena. Auch er, gleich wie
Franz Herterich als Kaiſer Franz I., glänzend in der
Er=
ſcheinung, zurückhaltend in dem ſonſt von ihm gewohnten
Auf=
treten, ohne aber ſeiner Stellung und Herkunft das geringſte
zu vergeben, als Liebhaber, wie auch als der im heroiſchen
Opfer beteiligte, gleich ſympathiſch, gleich groß. Die übrigen
Mitwirkenden, aus denen Roſe Stradner, als Kaiſerin
Maria Ludovica in der ſehr heiklen Szene ihres verzweifelten
Krankheitsanfalles ebenfalls ſehr reife Darſtellungskunſt gibt,
hervorragt, — Erna Morena Edwin Jürgenſen Guſtaf
Waldau, Maria Koppenhöfer uſw. fügen ſich
ausgezeich=
net dem Enſemble ein, das durch die meiſterhafte Spielleitung
Karl Hartls von dem auch das Drehbuch ſtammt, zu
ge=
ſchloſſener Einheit geführi wird. Hervorragend auch die
bild=
techniſche Durchführung des Films, die keiner Szene etwas
ſchuldig bleibt.
KA
Freitag, 9. November 19:0
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Drei Wep.
Leistungen
die sich sehen lassen können!
Aber nicht die einzigen! In allen
Preislagen und Ausführungen
finden Sie bei W& P preiswerte
Damenmäntel
Pelzmäntel
Kostüme und
Kleider aller Art
Damen-Hüte
Mädchen-Kleidung
Wir haben am 3. 11. geheiratet
Dipl.-Ing. Hleinrich Berger
Architekt
Herta, geb. Handrack
Darmstadt, Gervinusstraße 58.
Dankſagung
Für die bielen Beweiſe
herz=
licher Teilnahme beim
Heim=
gang unſeres lieben
Entſchla=
fenen ſagen wir unſeren
innigſten Dank.
Familie
Albert Libmann
Heute abend entſchlief plötzlich und
un=
erwartet infolge Unglücksfalles mein
geliebter Mann, der treueſte Vater
ſei=
nes Kindes, unſer lieber Sohn, Bruder,
Schwiegerſohn und Schwager
Raale
Mantel
zugdl Eorcheie
Hu nen
Huns ne
m. rlies.- Lemi
Kragen
Vornehmer
Mantel
aus schwarzen
Bouelé, Maroe.
Steppfutter. M
eleg- gl. Fols”
Kopf-Schal
Frauen-
Mantel
solide Ausführ."
a.ps. Marenge:
Ha e
mit gr.
Alsske-
jammkr2gen
Darmſtadt, Moſerſtr. 3
INH. ELSBETH WENDE- WAL TE
Zu Martini
empfehle
Betterauer Hafermaſtgänſe
Gans im Ausſchn., Gänſefett
Junge Enten und Hahnen
Kapaunen und Poularden
Suppen= und Ragouthühner
Ferner (11669
friſchgeſchoſſene
Wald=Haſen
abgezogen u. ausgeweidet,pf. 309
Haſenrücken, Keulen. Läufe
Rehrücken, Rehkeulen
Rehbüge .. . . Pfd. 80₰
Faſanen und Rebhühner
Kammermuſiker
am Heſſ. Landestheater.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Marie Lindner, geb. Bredebuſch,
Karlheinz Lindner.
Darmſtadt, den 7. November 1934.
z
O
Die Schaufenster sagen Ihnen mem
W
Wirklich gute und milde
Tachhilfe in
Griechiſch.
Vorbereitung z.
Graecum geſucht.
Angebote unter
T. 238 Geſchſt.
Soitelte
in Rlesenauswaſ
zu außergewöhnlich niedrigen Preisern
Die Beerdigung wird noch bekannt=
(11676
gegeben.
Gewiſſenhafter
Blumenseile
und gründliche
große, runde St.
von 150 gr. nur 188 — 3 St. nur 50
und noch viele
andere Sort. von 1U9 — 3st. nur 26
Beachten Sie meine Sonder-Ausstellung
preiswerten Haushalt-Toiletteseifen.
Me
PARFÜMERIE
uur Elisabethenstraße 9 z Inea Tan.
kann joder werden mit dem neunen TElEFUNKEN-
Kuritrs schon für RM 1.59.- mnit Kurzwellenteiln
Tronnsicher, spiolsicher, zukunftssichar frögt as
Sie von Sender zu Sondan
in allen Fächern
und Stufen der
höh. Schule ſow.
Vorbereitung
für die
Telefon 3976 Schulſtraße 9
Beerdigungsgeſchäft
Bismarckſtr. 21
T9 Beſt Telefon 987
Asthma
TELEFUNKEN
Arztlich. Sprechtag für
Asthmakranke in Frankfurt,
Gutleutstraße 98, 1 Treppe,
jed. Samstag v. 8½),-11/, Uhr
Fechter. TVeiz
wird erteilt von
erfahr. und
be=
währt.
Lehrkräf=
ten. Zu erfrag.:
Moſerſtraße 3,
Erdgeſchoß. (a
Inkaſſo
Koch & Glenz.
Rheinſtraße 47,
Telefon 1784. (a
Theatermiete
A. Groß. Haus,
1. Galerie,
1. Reihe,
abzu=
geben. Ang. unt.
U. 6 Geſchſt. (c
LUISE BROCKMEYER
Lichtbildwerkstätte
Adolf-Hitler-Platz 1
bittet um rechtzeitige Aufgabe der
Weihnachtsbestellungen. (11652
ſchöne Formen,
eig. Herſtellung,
Schon viele zufriedene Kunden haben
Romeria-Rasierkllngen
als die besten befunden.
0,10 mm hauchdünn, 10 Stück 0.50
Nur erhältlich
Parfümerie Tillmann Eisabethenstr. 21
und auch Sie sind beschützt vor
Kälte, Regen, Schnee und Wind!
Aber nicht nur für Ihre
Gesund-
heit, auch für Ihre Geldbörse
ist ein Mantel von uns der
richtige Mantel für Sie!
Garantiearbeit!
Landwehrſtr. 31.
Kein Laden. (a
Eheſtandsſcheine.
Staunenerregende große Auswahl in
Küchen, Speisezimmer, Herrenzimmer,
Schlafzimmer und Einzelmöbel
zu vorteilhaften Preisen.
Annahme von Ehestands-Darlehen.
Möbel-Industrie Feidel
Hügelstraße 13, 15 und 17.
54. Geschäftsjahr. Bis 8 Uhr abends beleuchtet
ULSTER
Gelber Pinſcher
entlaufen.
Wie=
derbring. erhält
Belohn.
Pallas=
wieſenſtraße 38.
von uns sind wirkliche Qualitätsleistungen
nach Wunsch des Käufers. Stoff,
Verarbei-
tung, Sitz und Preis sind unübertref lich!
Waschsamt
uni und gemustert, florfeste
Qualität . . . . . . Mtr.
Taffet-Schotten
Kunstseide, fesche
Farben-
zusammenstellungen, ca. 85
cm breit . . . . . . Mtr.
Velvet uni
solide florfeste Qualität, für
das elegant. Kleid in schwarz
und vielen Modefarben, ca.
70 cm breit . . . . . Mtr.
Bechſtein=
1 Blüthner=
2 Steinway=
Piano
vie neu, billigſt (a
Piano-Berg
Hügelſtr. 32, Tel. 126.
ULSTER-PALETOT
von uns, aus rein wollenen Shetlandstoffen!
die Formen, die Verarbeitung zu diesen
nied-
rigen Preisen — da gibt es nur einen Rat,
ansehen und kaufen!
Für Plakate,
Preisſchild, ſow.
empfiehlt ſich
tücht. Dekorateur.
Anfragen unter
U. 10 Geſchſt.
Mooskrepp
reine Wolle, in allen Mode-
.. Mtr.
farben
von uns, die können Sie getrost tragen, bei
jedem Wettet und auf lange Zeit hinaus. Es
sind Dauer-Oualitäten, für die wir
ein-
stehen in jeder Beziehung!
Shetland Schotten
reine Wolle, ca. 100 bri., in
neuen apart. Herbstfarb., Mtr.
Mantelstoffe
Bouclé oder Marengo, ca.
5o cm breit . . . . Mtr.
Mantelstoffe
strapazierfähige Qualität,
englische Art, ca. 150 cm
breit . . . . . . . . Ntr.
weiten und
ſtrecken (a
bis zu 2 Numm.
Schuh=Hübner,
Liebfrauenſtr. 81
SAKKO-ANZUGE
von uns, ob ein- oder zweireihig, aus echten
erprobten Stoffen hergestellt, sind mehr als
übliche Kleidungsstücke — es sind
Oualitäts-
leistungen eines Hauses mit 40jähriger
Erfahrung!
geräuschlos
stderWagen=
aufzug der
IDEAL Diese
färmsparende
Einrichtung
isb ein
beson-
derer Vorzug
der neuen (a
kommt gewöhnlich beim — Eſſen! Das konnte
man auch von Frau Treppkes ſagen. Am nächſten
den Schalter, um mich wieder in die Zeitung zu
ſetzen: ihr Hänschen, der kleine Piepmatz, ſei
plötz=
lich geſtorben und da brauchte ſie auch den großen,
vernickelten Vogelbauer nicht mehr. Ihr Wunſch
Tage nämlich kam ſie ganz aufgeregt zu mir an
war mir natürlich Befehl! So hieß die Anzeige:
Vogelbauer,
ganz vernickelt,
ſpottbillig
abzugeben.
Frau Treppkes.
Denken Sie bitte
an UIIIsteinschnitte
Verkauf im 1. Stock
Wer sich umsieht
kauft bei
Am Markt.
Und gekoſtet hat ſie nur Mk. 0,76. Wie ich
nach=
her hörte, wollten gleich fünf Leute den
Vogel=
bauer für ſich haben.
Haben Sie gebrauchte Sachen,
Die man gut verkaufen kann,
Nüſſen Sie es grad ſo machen
Vie die „Kleine” obenan,
WINKEI
RHEINSTR. 28
K
A
N6TEL. 210
Haiies Ludwigsplatz 3 a1593a [ ← ][ ][ → ]
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 9 November 1934
Ar4
OPP
Am Sonntag, dem 11. November
11 Uhr vormittags, ſpricht im Städt. Saalbau der
Treuhänderder Arbeit
SS=Standartenführer Pg. Schwarz=Frankfurt/M.
über das Thema:
„Solidarikät der deutſchen
Volksgemeinſchaft.”
Die geſamte Bevölkerung wird zu dieſer
Verſamm=
lung, die im Zeichen des Winterhilfswerkes ſteht,
Herzlich eingeladen. Insbeſondere wird eine rege
Beteiligung von ſeiten aller kulturellen und
wirt=
ſchaftlichen Verbände und Vereine erwartet.
Der Eintritt iſt frei!
Ab 10.30 Uhr ſpielt der Muſikzug 115.
Heil Hitler!
Wamboldt, Kreisleiter.
Aufruf!
Am 9. November: Halbmaſt flaggen!
der 9. November iſt der Reichstrauertag der Nationalſozia=
Icen Deutſchen Arbeiterpartei. Mit der Bewegung gedenkt
Fanze Bevölkerung der Stadt Darmſtadt der Toten des Welt=
1ᛋf und der nationalſozialiſtiſchen Erhebung.
F)ie Bevölkerung wird hierdurch aufgefordert, am 9.
Novem=
walbmaſt zu flaggen.
armſtadt, den 6. November 1934.
Wamboldt.
Kreisleiter und Oberbürgermeiſter.
Der Reichsſtakthalter in Heſſen:
Perſonalnachrichten.
ſrnannt wurde am 2. November 1934 auf Grund des § 2
grörfaſſung der Landesuniverſität Gießen der ordentliche
hiſſor für Pädagogik und Pſychologie Dr. Gerhard Pfahler
mu beien für die Zeit vom 1. November 1934 bis zum 31. Aug.
14 Hum Rektor der Landesuniverſität Gießen.
Der heſſiſche Skaatsminiſter.
Bekanntmachungen des Perſonalamts.
Mnannt wurde durch Urkunde des Herrn Staatsminiſters am 13.
191034 der Kanzleiaſſiſtent auf Probe bei dem Amtsgericht
zmn Verſorgungsanwärter Wilhelm Schmidt unter
Beru=
in das Beamtenverhältnis mit Wirkung vom 1. Auguſt
um Kanzleiaſſiſtenten; am 4. September 1934 der Kanzlei=
Georg Wilhelm bei dem Amtsgericht Alzey und Wil=
Ewald bei dem Amtsgericht Groß=Gerau. beide unter
ſung in das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom 1. Sep=
1934 bzw. 1. Oktober 1934 zu Kanzliſten; am 11. Oktober
r Juſtizinſpektor bei dem Amtsgericht in Worms Heinrich
mit Wirkung vom 1. Oktober 1934 zum Oberjuſtizinſpektor
ſem Amtsgericht; am 26. Oktober 1934 der Meß= und
Ae gehilfe Daniel Büßer zu Oppenheim unter Berufung
ſts Beamtenverhältnis zum Kanzliſten mit Wirkung vom
arſt 1934 an, und der Forſtamtsaſſiſtent Georg Schwerer
ſorſtamt Dieburg zum Forſtamtsſekretär mit Wirkung vom
teber 1934 ab.
Mniſterialabteilung für Bildungsweſen. Kultus, Kunſt
und Volkstum.
Elledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer
ei Volksſchule in Klein=Karben, Kreis Friedberg. Die
uitwohnung wird am 1. November 1934 frei. „Meldungen von
irern, die nicht ſeit mindeſtens acht Jahren die Prüfung
Yeeſt und nicht eine Anwärterdienſtzeit von mindeſtens fünf
71 zurückgelegt haben, ſind zwecklos.
Mbkadkbild unſerer Stadt muß einen ordenklichen
und ſauberen Eindruck machen.
Eine Warnung des Oberbürgermeiſters.
Es mehren ſich in der letzten Zeit wieder die Fälle, daß
ge der klaren Anordnung des Gau=Propagandaleiters
lnche Gebäude und Privathäuſer mit Plakaten und ähnlichen
Deſſen verunziert werden. Ich mache alle diejenigen, die ohne
migung an ſolchen Stellen Plakate oder ähnliche Hinweiſe
9A im, darauf aufmerkſam, daß dieſes Vorgehen in jedem
Ein=
il als Sachbeſchädigung angeſehen werden kann.
ſc behalte mir vor, künftig in allen Fällen die
widerrecht=
ugebrachten Plakate auf Koſten der betreffenden
Körper=
en entfernen zu laſſen.
Verkaufspreiſe in den Fleiſchereibekrieben.
ürkzlich berichteten wir von einer Bekanntgabe des
Polizei=
denten von Breslau über die Schließung von 24 dortigen
hrreibetrieben, die ungerechtfertigt die feſtgeſetzten
Verkaufs=
üüberſchritten haben. Dieſe Schließung wurde bis zum
idesſelben Tages durchgeführt. Erfreulicherweiſe kommen
ime Anordnungen für Metzgergeſchäfte in Darmſtadt oder
hlb des Innungsbezirks von Stadt und Kreis Darmſtadt
n Heſſen nicht in Frage, weil die Verkaufspreiſe in enger
umenarbeit mit den zuſtändigen Ueberwachungsſtellen
feſt=
werden bzw, die im Oktober 1933 vom Heſiſchen
Mini=
herausgegebene Höchſtpreisverordnung von allen In=
Smitgliedern gewiſſenhaft eingehalten wird.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt.
Preiſe 0.50 bis 4.50
Der Sieger. Aig.
UD. November Anfang 19 30. Ende geg. 22.30 Dtch. B.94
Preiſe 0.70—5.50
Martha. 1n g.
U1. November Anfang 19.30, Ende geg. 22.15 Uhr. Miete C.7
Preiſe 0.70 bis 5.50
Der Bettelſtudent. Kleines Haus. (0 November Anf 19.30. Ende geg. 22.30. Zuſatzm. V.3 Vſt.
Preiſe 0.70—3.80
Kabale und Liebe. Anag.
141. November Außer Miete
Anf. 19.30. Ende geg. 22 Uhr.
Kinderreiche Mütter Nr. 201—405
Preiſe 0.70—3.80
Wenn der Hahn kräht.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 310 — Seite 5
*(röffnung der Heſſ. Verwaltungsakademie.
Welkanſchauliche Schulung der Beamken.
Staalsminiſter Pg. Jung ſprichl.
Im vollbeſetzten Hörſaal 343 der Techniſchen Hochſchule wurde
geſtern nachmittag in ſchlichter Form ein neuer 6ſemeſtriger
Lehrgang 1934/37 der Heſſ. Verwaltungsakademie eröffnet. Der
Leiter der Verwaltungsakademie,
Skaaisminiſter Pg. Jung
nahm zunächſt zu folgenden Ausführungen das Wort:
Als die Nationalſozialiſtiſche Deutſche Arbeiterpartei den
Staat übernahm, da wußte ſie, daß auch ein neuer Aufbau der
Beamtenſchaft notwendig ſei. Sie erkannte, daß dem
Be=
hördenapparat ein neuer Inhalt, eine neue
gei=
ſtige Verfaſſung gegeben werden müſſe. Damit war
keineswegs die Meinung verbunden, daß die Beamtenſchaft in
ihrer Geſamtheit — von Einzelerſcheinungen abgeſehen — nicht
in Ordnung geweſen wäre und ihre Pflicht nicht getan hätte.
Was wir aber feſtſtellten, war die Tatſache, daß der
Be=
amte ſich zumeiſt von dem Staatsſyſtem
abſtra=
hierte, daß die Beamtenſchaft bereit war, ihre
Pflicht unter jedem ſtaatlichen Syſtem zu tun.
Es war ihr gleichgültig geworden, für welchen Staat ſie arbeitete.
Ich bin weit davon entfernt zu behaupten, daß dieſe Einſtellung
einem gewiſſen Selbſterhaltungstrieb entſprang. Vielmehr glaube
ich, daß der Beamte ſo handelte, weil er ſich fragte; was ſoll
werden, wenn ich die Mitarbeit verſage? Jedenfalls iſt aber das
ine ſicher, daß der Beamte in keinem inneren Verhältnis zum
Staate ſtand, daß er ſich nicht mit ihm verbunden fühlte. Der
vormärzliche Staat hat dieſe Einſtellung des Beamten
hingenom=
men. Er wußte, daß das Großteil der Beamten ihm innerlich
fremd, teilweiſe feindlich gegenüberſtand. Er begnügte ſich jedoch
mit der äußerlichen Pflichterfüllung. So kam es auch, daß in den
Tagen des März 1933 kaum ein Beamter zum Schutze dieſes
Staates die Hand erhob.
Der Staat von heute, der nationalſozialiſtiſche Staat
ver=
langt von ſeinen Beamten ein völliges Eingehen, eine
gei=
ſtige Verſchmelzung mit dem Staate.
Dies bringt auch die neue Faſſung des § 1 des
Reichsbeamten=
geſetzes vom 30. Juni 1933 zum Ausdruck, wenn es davon ſpricht,
daß der Beamte in einem Dienſt= und Treuverhältnis zum Staate
ſteht. Wer daher innerlich nicht
Nationalſozia=
liſt ſein kann, der ſoll dieſem Staate auch nicht
dienen. Ich vertrete dabei nicht etwa die Auffaſſung, daß nur
der Nationalſozialiſt iſt, der die Mitgliedſchaft der NSDAP.
er=
worben hat. Nationalſozialiſtiſche Geſinnung wird nicht durch den
Beſitz des Mitgliedsbuches bewieſen. Ein abſeits
ſtehen=
der Beamter muß jedoch den Mut haben, ſich zu
bekennen. Er handelt anſtändiger als der, der nur äußerlich
die Sprache des Nationalſozialiſten ſpricht, innerlich mit ihm aber
nichts zu tun hat.
Wir erkennen auch gerne an, daß die Ringenden um ein
gei=
ſtiges Verſtehen nicht die Schlechteſten ſind. Nicht die, die
laut nach dem Umbruch „Heil Hitler” riefen,
ob=
wohl man ſie früher nicht hörte, ſind
Charak=
tere, ſondern die, denen es Mühe machte, ſich zu
uns durchzuringen. Dieſen Gutwilligen laſſen wir Zeit.
Sie werden aber zu uns kommen, gerade weil ſie guten Willens
ſind.
Schlacken ſetzt das Feuer jeder geiſtigen
Um=
wälzung ab. Auch in den eigenen Reihen wird mancher ſein,
der ſich nicht ganz von der Idee, die die Bewegung trägt, ver=
zehren läßt. Wir wiſſen dies und fürchten den
na=
türlichen Ausſcheidungsprozeß nicht. Im
Gegen=
teil, wir müſſen dieſe Entwicklung ſogar fördern. Aber auch die,
die den beſten Willen haben, bedürfen einer geiſtigen Umſtellung,
damit ſie zu treuen Dienern des Staates werden.
Dieſem Zweck ſollen die
Verwaltungsaka=
demien in der Hauptſache dienen! Denn was nützt
dem Staate alles Fachwiſſen, wenn nicht die Verbundenheit mit
dieſem Staate vorhanden iſt! Weltanſchauliche Schulung im Sinne
des Führers!
Der Vorleſungsplan erfüllt noch nicht ganz dieſen Zweck. Wir
werden ihn daher ſo ausbauen müſſen, daß es der geſamten
Be=
amtenſchaft möglich iſt, den Geiſt des Führers auch in der Form
von Geſprächen zwiſchen den Dozenten und dem Hörer in ſich
auf=
zunehmen. Die weltanſchauliche Schulung muß in
den Vordergrund treten!
Daß neben dieſer politiſch=geiſtigen Schulung auch das
Fachwiſſen gefördert werden muß, iſt
ſelbſtver=
ſtändlich.
Der Führer ſagte in einer ſeiner großen Reden auf dem
letz=
ten Parteitag in Nürnberg, daß die
nationalſoziali=
ſtiſche Einſtellung allein nicht genügt, um
Be=
amter zu ſein, daß ebenſo notwendig iſt
Wiſſen und Können.
Nationalſozialiſtiſches Denken, theoretiſche=
Wiſſen und die große Kunſt, dieſes Denken und
dieſes Wiſſen in die Tat umzuſetzen, ſind
not=
wendig.
Nationalſozialiſtiſches Können entſcheidet
auch allein für das Vorwärtskommen im Staat.
Die Anciennität” iſt nicht mehr das bequeme und ſichere
Sprung=
brett!
Und ſo wollen wir denn in dieſem Sinne an die Arbeit
gehen!
Die Heſſiſche Verwaltungsakademie iſt eröffnet!
Hierauf führte der Studienleiter, Profeſſor Dr. Heyland,
mit kurzen Worten in die Ziele des Lehrgangs ein. Die Hörer
ſollen durch die Vorleſungen und Uebungen eine
nationalſozia=
liſtiſche Schulung erhalten und neben der fachlichen
Weiterbil=
dung eine nationalſozialiſtiſche Erziehung. Der Redner
erläu=
terte dann den Studienplan, gab den Hörern praktiſche
Andeu=
tungen über eine zweckmäßige Geſtaltung ihrer Arbeit und ſchloß
ſeine Anſprache mit dem Ausſpruch Richard Wagners: „Deutſch
ſein heißt eine Sache um ihrer ſelbſt willen tun!”
Nach einer Pauſe begann ſodann der eigentliche Lehrgang
mit einer Vorleſung von Profeſſor Dr. Muß über „Einführung
in die Rechtswiſſenſchaft”,
Heſſiſche Verwallungsakademie Darmſtadt Mainz.
Das Staatspreſſeamt teilt mit:
Aus Anlaß des Reichstrauertages fällt die bei der
Hauptanſtalt Darmſtadt im Vorleſungsverzeichnis für
heute abend 20 Uhr vorgeſehene Vorleſung „Einführung in die
Rechtswiſſenſchaft — Dozent Dr. Döring” aus. Die Vorleſung
wird unter vorheriger Bekanntgabe nachgeholt. Die nächſte
Vor=
leſung findet, wie auch lehrplanmäßig vorgeſehen, am
kommen=
den Mittwoch, den 14. November 1934, ſtatt, und zwar lieſt
Herr Profeſſor Dr. Muß „Einführung in die
Volkswirtſchafts=
lehre‟
In gleicher Weiſe muß die für Mainz lehrplanmäßig
an=
gekündigte Vorleſung Prof. Dr. Böttcher: BGB. Allgemeiner
Teil, im Pädagogiſchen Inſtitut ausfallen.
Auch dieſe Vorleſung wird nachgeholt. Bei der
Zweigan=
ſtalt in Mainz ſieht der Vorleſungsplan am Dienstag,
den 13. November 1934, als nächſte Veranſtaltung die Vorleſung
von Herrn Dr. Döring: „Einführung in die
Rechtswiſſen=
ſchaft” vor.
Deutſch=Südweſtafrika von heuke.
Vortrag im Frauenverein vom Deutſchen Roten Kreuz über See.
Der Frauenverein vom Deutſchen Roten Kreuz
ber See hatte geſtern zu einem Teenachmittag in der „Traube‟
ingeladen und eine erfreulich große Zahl von Mitgliedern und
reunden des Vereins hatten der Einladung Folge geleiſtet.
Namens der erſten Vorſitzenden, Frau Mathilde Merck, begrüßte
Frau von Oidtmann herzlich die Anweſenden und ſtellte in
inigen kurzen einleitenden Worten den Sinn der Arbeit heraus,
ie der Verein leiſtet: es gilt. Brücken zu ſchlagen zu den Deutſchen
außerhalb unſerer Grenzen, das Band des gemeinſamen Volkstums
zwiſchen uns und ihnen immer feſter zu knüpfen, ihnen die Güter
unſerer heimatlichen Kultur zu übermitteln und — eine beſondere
Aufgabe für die Frau — mitzuhelfen bei der Geſunderhaltung der
laſſe. Durch eine Arbeit in ſolchem Sinne erweiſt ſich der Verein
eines großen Schirmherrn, des Führers und Reichskanzlers Adolf
Hitler, würdig!
Anſchließend ergriff Frau Eva Mac Lean das Wort zu
inem Vortrag über „Deutſch=Südweſtafrika von
heute”, Frau Mac Lean, die zu Beginn dieſes Jahres eine Reiſe
dorthin im Auftrag und mit der Unterſtützung der deutſchen
Kolonialgeſellſchaft gemacht hat, ſchilderte aus dieſem eigenen
Er=
eben heraus ſo anſchaulich, daß die Zuhörer vom erſten bis zum
Deutſche Jugend in Südweſtafrika,
tzten Wort gefeſſelt waren. — Zweck und Ziel der Reiſe war,
s Leben und Schickſal der Deutſchen in Südweſt kennen zu
ler=
en und darüber in der Heimat zu berichten. Einen kurzen
arf Frau Mac Lean zunächſt auf die allgemeine Lage des Landes.
as vor dem Kriege eine aufblühende Kolonie war, durch das
rſailler Diktat aber unter das Mandat der Südafrikaniſchen
nion geſtellt wurde, die es lediglich als Ausbeutungsobiekt
be=
ichtet. Heute liegt die Diamanteninduſtrie des Landes ſtill, die
inderzucht hat ſchwer zu kämpfen, da die Preiſe gedrückt werden.
Es iſt ein Land, in dem ſich nur harte Kämpfernaturen
durch=
tzen; bezeichnenderweiſe iſt es immer nur von Deutſchen beſiedelt
weſen, da weder Engländer noch Buren die charakterlichen
igenſchaften mitbringen, die für den dortigen Siedler
Voraus=
tzung ſind. Die Kolonie iſt noch jung und das bedeutet, daß ſie
ihrem kulturellen Leben noch ganz abhängig vom Mutterla
Eine dringende Mahnung für uns, es mit der ſeeliſchen
Für=
ge für dieſe Kolonie ſehr ernſt zu nehmen. — eine Mahnung,
e beſonders die Frau angeht!
Nach dieſen grundſätzlichen Ausführungen begann nun Frau
ac Lean, an Hand von ſehr ſchönen eigenen Lichtbildern, ihre
leiſe zu ſchildern. Als beſonders reizvoll ſtellte ſie es hin, wenn
tan — auf einem langſamen Schiff reiſend — die vielen
fremd=
tigen Häfen der afrikaniſchen Küſte anläuft, um dann in
Süd=
ſt plötzlich wieder ganz deutſche Atmoſphäre zu atmen deutſche
ſprache zu hören und ein Land zu betreten, dem deutſche Menſchen
n Geſicht gegeben haben. — Wie ſo ein Siedler in Südweſt leh.
s ſchilderte die Rednerin in oft humorvoller Weiſe, indem ſie
ilder von den zunächſt primitiven, dann immer mehr ausgebau=
ten Behauſungen der Siedler vorbeiziehen ließ. Beſonders
ein=
gehend würdigte ſie die Arbeit der Frau in Südweſt, und entwarf
ein Bild dieſes Farmerfrauentyps, das Bild einer Frau, die zwar
nichts weniger als betont männlich iſt, aber doch bei allen
Arbei=
ten feſt zupackt und ein treuer Kamerad ihres Mannes iſt.
Als einen außerordentlich wichtigen Produktionszweig des
Landes ſtellte die Rednerin die Karakulzucht hin, die in der letzten
Zeit einen geradezu phantaſtiſchen Aufſchwung genommen hat;
ſtieg doch die Produktion in einem Jahr um 300 Prozent!
Bil=
der von der Pflege der Tiere und der Gewinnung der Felle über
die noch immer ſo falſche Auffaſſungen herrſchen, veranſchaulichten
die Schilderungen. Auch die Eingeborenen des Landes. Herero und
Hottentotten, lernte man im Bilde kennen und hörte von ihren
charakteriſtiſchen Eigenſchaften und ihrer Lebensweiſe. Der
Tier=
reichtum des Landes zog in vielen Bildern vorüber, und
anſchau=
lich wurde die ſegensreiche und dann doch wieder unheilvolle Rolle
vor Augen geführt, die das Waſſer in dieſem Lande ſpielt.
Mit ganz beſonderem Intereſſe aber hörte man, was Frau
Mac Lean von der deutſchen Jugend, die dort unten heranwächſt,
erzählte. Dieſe Jugend hat mit Begeiſterung das
nationalſoziali=
ſtiſche Gedankengut angenommen und ſich zu eigen gemacht. Sie iſt
in Bünden zuſammengeſchloſſen, die nur in der äußeren
Benen=
nung von unſerer Hitlerjugend unterſchieden ſind, aber Form und
Geiſt ganz mit dieſer gemeinſam haben. Von den Schulen, in denen
dieſe Jugend erzogen wird, und die Frau Mac Lean mit Recht
Keimzellen deutſchen Geiſtes nannte, ſahen wir viele Bilder,
Bil=
der der privaten Anſtalten, der Werkſchulen, Fortbildungsſchulen,
Schülerheime, und der Regierungsſchulen. In all dieſen Schulen
lehren deutſche Lehrer in deutſchem Geiſt, eine Einrichtung, die
nur durch den Opfermut vieler möglich iſt. — Beſonderes Inter= für die Mitglieder des Frauenvereins vom Deutſchen Roten
Kreuz über See hatten wohl die Bilder vom Prinzeſſin=Ruprecht=
Heim und dem Georg=Ludwig=Kindergarten in Swakopmund, die
unter dem Schutz des Vereins ſtehen.
Als Ausklang ihres Vortrages entwarf die Rednerin ein
des neuen Menſchen, der dort heranwächſt, ein Bild des
Kolonial=
menſchen. Für ihn iſt das, was wir heute hier erſt bauen, die
Volksgemeinſchaft aller, die keine Unterſchiede kennt, ſchon
Wirk=
lichkeit; für ihn bedeutet ſein Deutſchtum das Höchſte, für das er
kämpft und lebt.
Der ſehr herzliche Beifall bezeugte der Rednerin, wie ſehr die
Anweſenden bei dem Vortrag innerlich mitgegangen waren. a=
Der Zugang zu den Pferderennen
am Sonntag, dem 11. November.
Für die Beſucher des Pferderennens am kommenden Sonntag
nachmittag (Beginn 13. 20 Uhr) iſt folgendes zu beachten:
Sämtliche Wege, die über das Flugplatzgelände am
Böllen=
falltor führen, auch die Seitenwege, werden polizeilich geſperrt,
im Hinblick auf die Gefährdung evtl Paſſanten oder
Spazier=
gänger, da das Jagdfeld verſchiedentlich die Wege überqueren
muß.
Der Zugang zum Turnier= und Rennplatz
fin=
det einzig und allein von der Halteſtelle der
Straßenbahn Jahnſtraße aus ſtatt.
Von dem Zuſchauerplatz, hinter dem ſich der Sattelplatz und
die Flugzeughalle befinden, iſt auch der größte Teil der
Huber=
tusjagd zu verfolgen und eine beſonders gute Ueberſicht über die
Rennen und Turnierkonkurrenzen gegeben. Die
Eintritts=
karten ſind nur am Eingang erhältlich — alſo
kein Vorverkauf!
Das Pſerd im Dienſte des Winkerhilfswerkes.
Nachdem der treueſte Gefährte des Menſchen, der Hund, im
Dienſt der Winterhilfe mit einer Veranſtaltung und einem
Werbeumzug vorangegangen iſt, folgt nun auch das durch den
Umgang mit uns Menſchen vertraute Pferd ihm nach.
Wir werden hier in Darmſtadt am Sonntag eine
Veranſtal=
tung ſehen, wobei die Klaſſe der Reitpferde vertreten ſein wird.
An edlen Tieren, ihrer Raſſigkeit und kraftvollen Schönbeit
kön=
nen ſich Auge und Herzen erfreuen. Es iſt deshalb zu erwarten,
daß am Sonntag nachmittag bei der um 13.15 Uhr beginnenden
Veranſtaltung auf dem Flugplatz am Böllenfalltor, die uns
Ren=
nen und Erziehungsproben von erſtaunlicher Höchſtleiſtung zeigen.
ein großer Zuſpruch einſetzen wird. Der Preis von 50 Pfg.
er=
möglicht unſeren Darmſtädtern, einer als Pferderennen äußerſt
vielſeitigen und für hier ſeltenen Darbietung beizuwohnen, deren
Ertrag z. T. dem Winterhilfswerk zufließt.
Seite 6 — Nr. 310
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 9. November 1939
Aus der NSDAP.
Der Zilm und die Filmſtellen der NSDAP.
Der Film iſt durch ſeine leichte, flüſſige Ausdrucksweiſe und
ſeine vollendete Technik zum wichtigſten, und man kann mit Recht
behaupten, zum unübertrefflichſten Mittel zur Belehrung,
For=
ſchung und Werbung geworden. Die einzelnen
Verwendungsmög=
lichkeiten dieſes vortrefflichſten Werbers alle aufzuzählen,
erüb=
rigt ſich und würde auch zu weit führen. Was aber wirbt für den
Film, der ſeinerſeits für faſt alles wirbt?
Die NSDAP. hat in ihrem Aufbauwillen auch den Film nicht
vergeſſen. Es ſind die Filmſtellen der NSDAP., die dieſen
rüh=
rigen Werber vertreten und ihm neue Anhänger hinzugewinnen,
denn immer ſteht ein großer Volksteil dem Film heute noch fern.
Die NS. Filmſtellen werben für den Film, um möglichſt allen
Volksgenoſſen Unterhaltung, Belehrung und Bildung zu
vermit=
teln. Durch ihn ſollen ſie Heimat und Volk lieben lernen, die
Kulturgüter des Volkes kennen lernen und an ihnen teilnehmen.
In Heſſen iſt es die Gaufilmſtelle Heſſen=Naſſau der NSDAP.,
Frankfurt, Kronprinzenſtraße 41, die beſtrebt iſt, in idealer Weiſe
mit der Preſſe und den Theaterbeſitzern zuſammenzuarbeiten, um
dem Volke das an Belehrung, Bildungsmaterial und
Unterhal=
tung zu bieten was einem hochſtehenden Volke zukommt. Dabei
hat ſie natürlicherweiſe ein wachſames Auge darauf, daß alles, was
dieſem Volksweſen fremd iſt, ferngehalten wird, um Vergiftung
und Entartung eines an ſich wertvollen Volkes unmöglich zu
machen.
*
Das Partei=Archiv,
das bisher in Berlin untergebracht war, iſt nach München. Barer
Straße 15, Haus der PO., übergeſiedelt.
Der Kreisleiter.
Totenehrung am 9. November 1934.
Die Politiſchen Leiter der Ortsgruppen 1—9 Darmſtadt=Stadt
treten am 9. November 1934, ſoweit ſie ſich freimachen können, mit
Fahnen um 8 Uhr vormittags am Denkmal der
Weltkriegsgefal=
lenen auf dem Waldfriedhof im Dienſtanzug an.
Ortsgruppe Darmſtadt — Schloßgarten.
Am 9. November 1934, dem Reichstrauertag der NSDAP.,
gedenkt die Bewegung ihrer Toten. Aus dieſem Grunde findet an
dieſem Tage für die Stadt Darmſtadt abends 8.15 Uhr in der
Feſthalle eine Totenehrung ſtatt. Von allen Parteigenoſſen und
genoſſinnen erwarte ich vollzähliges Erſcheinen.
Die Parteigenoſſenſchaft und Bevölkerung werden
aufgefor=
dert, die Hakenkreuzfahnen auf Halbmaſt zu ſetzen.
Ortsgruppe Darmſtadt — Schloßgarten.
Sämtliche Politiſchen Leiter der Ortsgruppe treten am
Frei=
tag, den 9. November vormittags 7.15 Uhr, an der Techniſchen
Hochſchule an zwecks Teilnahme an der Totenehrung auf dem
Waldfriedhof. — Dienſtbefreiung iſt bei den Arbeitgebern
ein=
zuholen.
Ortsgruppe Mitte.
Zu der am 9. November 1934 in der Feſthalle um 20.15 Uhr
ſtattfindenden Totengedenkfeier laden wir hiermit alle
Partei=
genoſſen und Parteigenoſſinnen ein. Wir erwarten vollzählige
Teilnahme
Sämtliche Politiſchen Leiter treten am 9. November. um
19.15 Uhr punktlichſt, vor der Geſchäftsſtelle an.
NS=Frauenſchaft Darmſtadt.
Zu der am 9. November 1934, abends 8.15 Uhr, in der
Feſt=
halle ſtattfindenden Totenehrung iſt die NS=Frauenſchaft
einge=
laden. Es iſt Ehrenpflicht der deutſchen Frau, an dieſer
Feier=
ſtunde für die im Weltkrieg und für unſere Bewegung Gefallenen
teilzunehmen.
NS=Frauenſchaft Darmſtadt.
Frauen und Mädchen, die ſich am Mütterſchulungskurſus
be=
teiligen wollen, können ſich täglich von 10—12 Uhr und 3—4 Uhr
bei der Kreisfrauenſchaftsleitung. Rheinſtraße 48, melden.
Nationalſozialiſtiſcher Deutſcher Frontkämpfer=Bund (Stahlhelm).
An der Totengedenkfeier am 9. November in der Feſthalle,
um 20.15 Uhr nehmen ſämtliche Kameraden des Kreiſes
Darmſtadt=Stadt und =Land teil.
Der Kreisführer.
NS.=Kriegsopferverſorgung. Ortsgruppe Darmſtadt.
Am 9. November 1934 gedenkt die Nationalſozialiſtiſche
Deutſche Arbeiterpartei feierlich der Toten des Weltkrieges.
8.15 Uhr Kranzniederlegung durch den Kreisleiter. Pg.
Wam=
boldt, am Ehrenmal der Gefallenen des Weltkrieges auf dem
Waldfriedhof und an den Gräbern des
Gauleiters Peter Gemeinder,
SA.=Mannes Heinrich Kottmann und des
Hitlerjungen Peter Fries.
20.15 Uhr findet in der Feſthalle in Darmſtadt eine
Toten=
ehrung ſtatt.
Es iſt Ehrenpflicht unſerer Kameraden und
Kameraden=
frauen, an dieſer Gedächtnisfeier für die Toten des
Welt=
krieges und der Nationalſozialiſtiſchen Bewegung teilzunehmen.
NS.=Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Samstag, dem 10. November 1934, findet in der Krone,
Schuſtergaſſe, ein Kameradſchaftsabend des Stützpunktes IX Mitte
ſtatt. Erſcheinen der Kameraden und Kameradenfrauen iſt Pflicht.
Heſſiſche Erfinder.
Nachleſe zur Kleiderſammlung für die Winkerhilfe.
Freitag, den 9. November 1934: Jahnſtraße, Peter=Fries=
Straße, Seeſtraße, Klappacherſtraße, nördlich Herrngartenſtraße,
Seekatzſtraße, Clemensſtraße. Clemensweg, Heinrichwingertsweg,
Küchlerſtraße, Uhlandſtraße, Büchnerſtraße, Steinbergweg,
Fichte=
ſtraße, Hölderlinweg. Claudiusweg, Hobrechtſtraße, ſüdlich
Jahn=
ſtraße, Am Weidenborn, Nieder=Ramſtädter Straße, ſüdlich
Jahn=
ſtraße, Kekuléſtraße, Herdweg, Bruchwieſenſtraße, ſüdlich Herdweg,
Theodor=Fritſch=Straße, ſüdlich Herdweg, Moſerſtraße, ſüdlich
Herdweg. Niebergallweg, Hoffmannſtraße, ſüdlich Herdweg,
Oſannſtraße Roquetteweg. Nieder=Ramſtädter Straße, ſüdlich
Herdweg, Ohlyſtraße, Wittmannſtraße, Bruſtſtraße, Hobrechtſtraße,
Am Erlenberg. Am Geiſenſee.
Samstag, den 10. November 1934: Karlſtraße, ſüdlich
Hügel=
ſtraße. Nieder=Ramſtädter Straße, nördlich Herdweg, Kiesſtraße,
weſtlich Nieder=Ramſtädter Straße, Heinrichſtraße, weſtlich
Nie=
der=Ramſtädter Straße, Annaſtraße Heidelberger Straße, ſüdlich
Riedeſelſtraße, Saalbauſtraße, ſüdlich Riedeſelſtraße,
Weyprecht=
ſtraße. Wilhelminenſtraße, Steinackerſtraße. Theodor=Fritſch=
Straße, nordlich Herdweg, Moſerſtraße, nördlich Herdweg,
Hoch=
ſtraße, Hoffmannſtraße, nördlich Herdweg, Grüner Weg,
nörd=
lich Herdweg, Rückertſtraße. Mathildenſtraße.
Das Merck ’ſche Orcheſter im Dienſte der Winkerhilfe.
Ein Beweis von der außerordentlichen Beliebtheit und
Volks=
tümlichkeit des Orcheſters der Merckſchen Angeſtellten und
Ar=
beiter iſt der überraſchend ſchnelle Ausverkauf der
Eintritts=
karten zu dieſer Veranſtaltung. Das Orcheſter hat ſich ſchon
wie=
derholt in den Dienſt der Winterhilfe geſtellt, und wir wiſſen
ihm dafür ganz beſonderen Dank!
Kreisbeauftragter des Winterhilfswerks 1934/35.
Wieder kommen Saarländer, Morgen nachmittag um
13.13 Uhr, treffen hier auf dem Hauptbahnhof wiederum 70
Saar=
länder ein. Einer feierlichen Begrüßung vor dem Südportal des
Bahnhofsgebäudes folgt ein Marſch durch die Stadt zum Parade=
latz, wo ein Vertreter der PO. eine Anſprache an die
Saarlän=
der halten wird. Zur Begrüßung ſind die politiſchen
Organi=
ationen, die NSV., SA., SS., NS.=Frauenſchaft. BDM., HJ. und
bungvolk vertreten.
Kreisamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt.
Handarbeiten aus WHW.-Aſtern.
Recht viele ſcheinen unſerer Anregung zu folgen und wollen
aus den hübſchen WHW.=Aſtern Weihnachtsarbeiten herſtellen!
Die Blumen ſind zum Preis von 20 Pfg. auf der Kreisführung
des Winterhilfswerks, Wilhelminenſtraße 34. zu haben
Die deutſche Arbeitsfront
Die Gruppe der leitenden Angeſtellten
in den Reichsberufsgruppen der Angeſtellten
in der DAF. hielt am Mittwoch, den 24. 10. 34, im
Fürſten=
ſaal in der Grafenſtraße ihre erſte Zuſammenkunft im
diesjäh=
rigen Winterhalbjahr ab. Der Leiter der Verſammlung,
Arbeits=
kamerad von Duhn, eröffnete den Abend.
Sodann ſprach Arbeitskamerad Dr. Kloſtermann=
Darm=
ſtadt über das Thema „Neue Wirtſchaftsführung”. Er
führte aus, daß die Wirtſchaft niemals etwas Starres ſein kann,
ſondern ſtets lebendig ſich weiterentwickeln muß. Infolgedeſſen
muß ſie vom Willen des Volkes getragen werden d. h. die
Welt=
anſchauung der Nation muß die Art der Wirtſchaftsführung
be=
dingen. Von alters her hat der Staat in der einen oder anderen
Weiſe ſtets auf die Wirtſchaftsführung Einfluß genommen. Erſt
die mit der franzöſiſchen Revolution einſetzenden liberaliſtiſchen
Anſchauungen führten dazu, daß die Wirtſchaft ihren Antrieb aus
dem Egoismus der einzelnen Unternehmer bezog. Die
Verant=
wortungsloſigkeit des Einzelindividuums gegenüber dem
Volks=
wohl bei dem Fehlen faſt jeglicher ſittlichen Bindung mußte
natürlich zu einer Schädigung dieſes Volkswohles führen. Die
deutſchen Philoſophen von Fichte an haben gegen den
Individua=
lismus den Begriff der lebendigen, ſchöpferiſchen Gemeinſchaft
ge=
ſetzt. Doch wurde durch den Marxismus und den von dieſem
pro=
pagierten Internationalismus der Kampf der Sonderintereſſen
gegeneinander ohne Rückſicht auf das Staatswohl noch weiter
vertieft. Erſt der Sieg der nationalſozialiſtiſchen Idee konnte
hierin eine Wendung bringen. Der neue deutſche Sozialismus
ſtammt aus der Gedankenwelt der großen Lenker des branden=
Das Hohelied der Menſchlichkeik.
Ludwig von Wohls „Reiſe nach Pretoria”, ein viel beachteter
Roman, erſcheint in filmiſcher Geſtaltung im Rahmen des neuen
Produktionsprogramms der Bavaria=Film A.=G. Der ſchwere
in=
nerliche Konflikt jener Agnes Frederſen, die ihrem erblindeten
Mann den Ruin ſeines Geſchäftes verheimlicht und mit
Aufbie=
tung ihrer letzten Kraft dem ſchwerkranken Mann ſeinen Glauben
an den Erfolg erhält, gibt dem Regiſſeur die Möglichkeit zu einer
dramatiſchen Geſtaltung dieſes ſpannenden Stoffes. Walter
Waſſermann ſchrieb das Drehbuch.
Unter der Regie von Johannes Meyer entſtanden in
Geiſel=
gaſteig die Szenen dieſes Films. Große, weite Dekorationen zeigen,
daß „Das Erbe in Pretoria”, wie der Film heißt, kein Durch=
Foto: Bavaria
Paul Hartmann und Charlotte Susa
in dem Atalanta-Film der Bavaria „Das Erbe in Pretoria‟.
Verleih: Baverische.
ſchnittsfilm iſt, ſondern ſich bewußt abhebt von der beſchränkten
Umgebung ſonſtiger Geſellſchaftsfilme. Charlotte Suſa. Guſtaf
Gründgens und Paul Hartmann, drei Darſteller von Format,
tei=
len ſich mit Kurt Veſpermann, Lilo Müller, Max Weydner. Paul
Henckels u. a. m. in die durchwegs anſpruchsvollen Rollen.
Charlotte Suſa als Agnes Frederſen, als Frau, die ihren
Mann über alles liebt, kämpft gegen Intrigen und Nachſtellungen.
Ihr leidenſchaftlicher Kampf gilt nicht ihrem eigenen Wohl.
dem Luxus und einer geſellſchaftlichen Stellung. Einzig und allein
gilt ihre Sorge ihrem kranken Mann, der nichtsahnend und
er=
blindet zur Untätigkeit verurteilt iſt. Dieſes hehre Lied der
Menſchlichkeit klingt aus in einem Sieg dieſer reinen,
opferberei=
ten Liebe. Ganz groß und ethiſch wertvoll iſt dieſer Stoff, der in
ſeiner Auffaſſung das Triebhafte überwindet und durch ſich ſelbſt
Sieger wird.
haben ihre Bedeutung seit
45 Jahren behalten. 15000
umtl. beglaubigte Zeugnisse —
sprechen für d. Wirksamkeit, 2
OE HALHHHHH
El
— Wahrer deutſcher Humor. Einer der beliebteſten Berliner
Film= und Bühnenkomiker, Paul Heidemann, der ſoeben
wieder bei der Ufa eine große tragende Rolle drehen konnte, iſt
wegen ſeines menſchlichen Humors allgemein beliebt. „
Paul=
chen” wie ihn die Berliner ſo gern nennen, iſt ein echtes Kind
des deutſchen Rheins aus der Stadt, in der am übermütigſten
gelacht wird, nämlich aus Köln. Mit einem leicht verlegenen
Lächeln erkennt er an, daß wir Deutſche die Dinge doch recht
oft viel zu ſchwer nehmen, daß wir das Leben leichter meiſtern
können mit einem Scherz und einem treffenden Witz auf den
Lippen. Wenn wir in Paul Heidemanns ſchalkhaft funkelnden
blauen Augen ſehen, dann wiſſen wir, daß er recht hat. Humor
und Sonne im Herzen, das iſt das, was er uns ſchenkt. Paul
Heidemann wird uns am Sonntag, dem 11. November,
nach=
mittags, eine Reihe ſeiner beliebteſten Filmkollegen m Städt.
Saalbau perſönlich vorſtellen, u. a.: Charlotte Ander
Betty Bird, Gretl Theimer. Jvan Petrovich und
Arthur Hell. Paul Heidemann wird alſo einem luſtigen
Film=
ſtar=Abend des Kurfürſtendamm=Theaters konferieren und verrät
uns heute ſchon, daß „det Ding richtig wird‟,
— Generalintendant Franz Everth, der als Spielleiter das
neue Werk von Friedrich Forſter, die deutſche Tragodie „Der
Sie=
ger”, in der Uraufführung des Heſſiſchen Landestheaters zu einem
in ganz Deutſchland beachteten Erfolg führte, inſzeniert zurzeit
Leſſings „Minna von Barnhelm‟. Die Hauptrollen ſind mit Ruth
Trumpp (Minna) Jochen Poelzig (Tellheim) und Edith Schulze=
Weſtrum (Franziska) beſetzt; das Bühnenbild entwirft Max
Fritzſche. Nach Leſſings Luſtſpiel bringt das Schauſpiel des
Heſſi=
ſchen Landestheaters das Volksſtück „Hockewanzel” von Hans
Chriſtoph Kaergel heraus, das ebenfalls erſt vor kurzer Zeit ſeine
erfolgreiche Uraufführung erlebte. Es wird in Darmſtadt von
Jochen Poelzig in Szene geſetzt. Die Titelrolle ſpielt
General=
intendant Franz Everth. Everth hatte ſich als neuer Leiter des
Heſſiſchen Landestheaters dem Darmſtädter Publikum bis jetzt
als Dr. Stockmann (in Ibſens „Volksfeind”) darſtelleriſch
vorge=
ſtellt und in dieſer Rolle ſtarke Sympathien erworben.
burgiſch=preußiſchen Staates iſt aber gleichwohl etwas grundſi
lich Neues. Er iſt konſtruktiv, organiſch, völkiſch, raſſemäßig
ſtimmt und ethiſch begründet. Staat und Wirtſchaft ſind eng wn
bunden, wobei dem Staate das Vorrecht vor de
Geſamtwirtſchaft und den
Einzelwirtſchaft=
zukommt. Der nationalſozialiſtiſche Unternehmer iſt das rri
den Wirtſchaften innerhalb des Volksganzen vom Staate betrau
Organ, wobei er auf die Hilfe ſeiner Volksgenoſſen angewiery
iſt. Seine Verantwortung hat ſich gegen früher nicht vermind
ſondern vergrößert. Dieſe Entwicklung erfordert die Schaffmr
neuer wirtſchaftlicher Kontrollorgane in der Art der bereits ry
handenen Wirtſchaftsprüfer. — Der Vortragende ging dann rnd
auf die Frage der gerechten Ertragsverteilung ein und fordg
von jedem Wirtſchafter eine genaue Kenntnis ſeines geſamnn
Arbeitsgebietes.
Nach einem Schlußwort des Verſammlungsleiters, das
einem dreifachen Sieg=Heil” auf den Führer und Volkskanz.
Adolf Hitler ausklang, ſchloß dieſer die gutbeſuchte Veranſtaltun
Dg. Arheilgen, 8. Nov. Deutſche Arbeitsfront.
hieſige Ortsgruppe der DAF. macht darauf aufmerkſam, daß W
DAF. gegenwärtig zur Neuaufnahme von Mitgliedern
geöffi=
iſt. Anmeldeformulare, ſind bei Kaſſenwart. Jakob Elbert:
haben. Nach den Richtlinien über die Mitgliedſchaft bei
DAF haben Empfänger von Alters= und Invalidenunterſtützz//-N5 901151
den Beitragsſatz der Klaſſe 3 zu zahlen; Invaliden, die noch keen fwurgſternver!
Unterſtützung von der DAF. beziehen, können ſich den
Beitrcu=
ſatz ſelbſt wählen, der jedoch nicht unter dem Satz der Klaſſſ./n-auber zu
liegen darf.
Hui
154
Die Techniſche Nokhilfe im Winkerhilfswerk.
Von Dr. Ludwig Röthenmeier, Abteilungsleiter bei Helſth
Reichsführung der Techniſchen Nothilfe.
Mit allen ihren perſonellen und materiellen Hilfsmit
„A iviel des
ſtellt ſich die Techniſche Nothilfe — wie ſchon in den früheren 7.
ren — dem Winterhilfswerk zur Verfügung. Der Geiſt H.
Nächſtenliebe Opferfreudigkeit. Hilfsbere
ſchaft und nationalen Solidarität wirkt ſich hier
das beſte aus.
Die praktiſche Betätigung der Nothelfer erfolgt auf allen
bieten und in allen Zweigen des gigantiſchen und vielſeitf
Hilfswerkes. Um nur einiges zu nennen: Nothelfer helfen
Durchführung der Geld=, Lebensmittel=, Brennſtoff= und Kleii,
ſammlungen ſowie von Speiſungen: in den Geſchäftsräumen
Winterhilfswerkes und bei allen anfallenden kleinen Arbeiten
den wir Nothelfer Sie werden beiſpielsweiſe zur Erfaſſung
Bedürftigen, zur Inſtandſetzung von für das Winterhilfswerk?
nötigten Räumlichkeiten, zum Sortieren von Kleidern und and
Sachen, zur Nachprüfung von Unterſtützungsanträgen, zur Dud
führung von Propagandaumzügen, zum Losverkauf uſw. hera n
zogen, und TN.=Kapellen ſtellen ſich für Platz= und Wohltätigke‟
konzerte zur Verfügung Ständige TN.=Bereitſchaften werdewiſt.
vielen Städten unterhalten, um in dringlichen Fällen ſofort
Sfpl=
helfertrupps einſetzen zu können. Soweit die Techniſche Notk.
Geräte, Materialien und Räume zur Verfügung hat, werden 5‟
nach Möglichkeit dem WHW. zur Benutzung überlaſſen. Transwy:
mittel der TN. zur Beförderung von Lebensmitteln, Brennſtot;
Kleidern und dergleichen werden in den Dienſt der Sache geſ!
und Fahrzeuge für dieſen Zweck von der TN. ausfindig gemt
und vermittelt.
Eine umfangreiche und vielſeitige Tätigkeit iſt ſo von
Techniſchen Nothilfe entfaltet worden. Unbekannt ſind die Nar!
der zahlreichen Nothelfer, nicht im einzelnen feſtgeſtellt wird
große Zahl der geleiſteten Arbeitsſtunden, und nicht im einelrl.
feſtgehalten ſind die Einzelleiſtungen. Die Hauptſache iſt, daß
gern gegebene Hilfe zum Gelingen des großen. Hilfswerks
ihrige beiträgt. Auch das Winterhilfswerk 1934,
findet die Techniſche Nothilfe wieder auf dar
Plan.
der Peilzerverict.
die Gefahr der ſchadhaften elekkriſchen Anlages
Am einfachen Schalter den tödlichen Schlag erhalten.
In der Nacht zum 7. 11. wurde in Spachbrücken ein 42 50h
alter Landwirt in ſeiner Hofreite tot aufgefunden. Die behe.
lichen Feſtſtellungen ergaben, daß er in der Nacht gegen 23 4.0
als er von einem Nachbarhauſe zurückkehrte, nochmals in ſerie
Stall ſehen wollte. Der elektriſche Schalter zum Stallicht war
einigen Tagen defekt, weshalb ſich der Landwirt einer Beißzch)e
bediente, um das Licht einzuſchalten. Durch zuvor niedergeggn.!
nen Regen war die Wirkung des elektriſchen Stromes am b.
abends beſonders gefördert worden. Das hatte zur Folge, daß
Landwirt beim Einſchalten des Lichtes unter Zuhilfenehme
Zange vom Tode ereilt wurde. In dieſem Zuſammenhans
auch von hier aus vor Benutzung ſchadhafter elektriſcher Schald
und ebenſolcher Leitungen im Intereſſe von Geſundheit und Le.%
dringend gewarnt. Bei Auftreten eines Schadens hole man ſ90
den Fachmann herbei.
*
Tödlicher Verkehrsunfall. Am Mittwoch gegen 12 Uhr wc!
ein hieſiger Kammermuſiker von einem Laſtzug aus FrankemInl
in der Heidelbergerſtraße angefahren und ſchwer verletzt. Er1,
außer anderen Verletzungen einen komplizierten Knieſcheibenkl.
erlitten und kam in das Herz=Jeſu=Hoſpital, wo er noch in 9
Nacht verſtarb. Die Schuldfrage iſt noch nicht geklärt.
Die Buchausſtellung der Heſſiſchen Landesbibliotheih
Schloß, die eine Entwicklungsgeſchichte unſeres Buches von !0
mittelalterlichen Handſchrift bis zum heutigen Buch zeigt
iſch=
vielfachen Wunſch bis Montag, den 12. November einſchlie‟
verlängert worden. Die Oeffnungszeiten ſind 10—13 und 10.
Ihr. Sonntags 10—13 Uhr. Für Schulklaſſen werktags 8.30)0
10 Uhr. Der Eintritt iſt frei.
ELP. Mitgliederverſammlung der Freundinnen junger 2
chen. Am Mittwoch, den 7. November, fand in dem Heim. —
ſtraße 24, unter dem Vorſitz der Frau Erbgroßherzogin die
gliederverſammlung der Ortsgruppe Darmſtadt des Vereinl=
Freundinnen junger Mädchen ſtatt. Die Verſammlung beſten
inige Berufungen in den Vorſtand und die Ausſchüſſe.
Ja=
bericht und Kaſſenbericht vermittelten ein anſchauliches Bilel.
der umfangreichen ſozialen Arbeit, die der Verein leiſtet. Dr.
nen Arbeitsgebieten gehören Stellenvermittlung, Mitkag:=
Heimabende für alleinſtehende junge Mädchen, nachgehende
ſorge, hauswirtſchaftliche Kurſe, Bahnhofsmiſſion, ein Heila
alleinſtehende Damen, ein Hoſpiz. Ein Bericht über die
abende gab ein eindrückliches Bild von dem feinen und weltol!
chriſtlichen Geiſt, in dem dieſe Arbeit getan wird. Ein Bericha
der Arbeit der Bahnhofsmiſſion zeigte, wieviel fürſorgende
in der unendlichen Kleinarbeit ſteckt, die da geleiſtet wiko.
Schluß der Mitgliederverſammlung ſaß man noch einige 3eI
muſikaliſchen und geſanglichen Darbietungen zuſammen.
Vereins= und lokale Beranſtaltungeſt.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.!
Muſikverein. Mit Rückſicht auf die Totengedenkfeie:”
det heute keine Probe ſtatt. Nächſte Geſamtprobe Montag 8
12. November. Auf das am Samstag, den 10. November. 292N
im Vereinshauſe ſtattfindende Cello=Konzert wird nochmalss
merkſam gemacht. Herr Hans Andrä ſpielt in Begleitüng=
Fräulein Liua Becker Cellomuſik des 18. Jahrhunderts. Der
tritt iſt frei. Aktive und inaktive Mitglieder ſowie eingei t.
Gäſte ſind willkommen. Nach dem Konzert geſelliges Beiſale
ſein.
[ ← ][ ][ → ]reitag, 9. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 310 — Seite 7
Aus Heſſen.
dg. Arheilgen, 9. Nov. Totengedenkfeier. Heute
fſtng veranſtaltet die Ortsgruppe Arheilgen der NSDAP. für
zhelden des Weltkrieges und die Toten der Bewegung eine
cerkfeier. Vormittags 10 Uhr werden an den Ehrenmälern
anze niedergelegt, während abends im Saale des Gaſthauſes
weißen Schwanen” eine Gedächtnisfeier ſtattfinden wird.
Unſprache hält Kreisſchulungsleiter Pg. Borchert. — NS.
ſiEswohlfahrt. Die am Sonntag durchgeführte Samm=
(Blumenverkauf) hatte in unſerer Gemeinde einen Betrag
399,32 RM. zum Ergebnis.
Erzhauſen, 6. Nov. Die Freiw. Feuerwehr hielt am
Sonn=
ihre Schlußübung mit anſchließender Generalverſammlung
Das Kreisfeuerwehrfeſt findet 1935 am 6., 7. und 8. Juli
deſratt. Anläßlich dieſes Feſtes ſoll der Feſtplatz bei der
Turn=
y ſein, wobei auch der freie Platz und die Dreſchhalle mit
ſetogen werden. Die hieſige Bürgermeiſterei gibt bekannt,
zmbis Mitte November das Reinigen und Entäſten der
Obſt=
ſine ſtattzufinden hat.
1. Griesheim, 8. Nov. Unterhaltungs= und
Werbe=
giln d der NS. Frauenſchaft. Am Samstag, 10. Nov.,
unſtaltet die hieſige Ortsgruppe der NS. Frauenſchaft im
Feſt=
ſoe „Zum grünen Laub” zugunſten des hieſigen
Winterhilfs=
nes einen Unterhaltungs= und Werbeabend, mit dem eine
zue Ausſtellung von Handarbeiten, die von den Mitgliedern
mNS. Frauenſchaft in den Heimabenden hergeſtellt wurden,
punden iſt. Das Programm des Abends iſt ein ſehr
reich=
ſges, es bringt außer Muſikſtücken eine Reihe von Chören der
9FFrauenſchaft ſowie ein Luſtſpiel „Friſche Luft muß rein” und
ienſtſpiel des BdM.: Die Gouvernante‟. Die Tanzſchule von
3 fu Hilde Wolff=Zoll wird mit verſchiedenen Tänzen aufwarten.
/S. Volkswohlfahrt. Der Erlös der Straßenſammlung
Aiteraſternverkauf) am verfloſſenen Sonntag betrug 263,40 Mk.
Im kommenden Samstag, 10. Nov. treffen weitere 15 Saar=
1baüber zu einem achttägigen Aufenthalt hier ein.
— Nieder=Ramſtadt, 8. Nov. Nächſten Sonntag, 11. d. M.,
ſht der Zweigverein Darmſtadt der Guſtav=Adolf=
Stif=
tng hier ſein Jahresfeſt. Der Feſtgottesdienſt, in dem
ſirer Köhler von der Martinsgemeinde Darmſtadt predigen
ot und der Poſaunenchor der hieſigen evg. Gemeinſchaft und
mhieſige Kirchenchor mitwirken werden, beginnt um 10 Uhr.
n11.15 Uhr wird ein Kindergottesdienſt unter Leitung von
uienrat Dr. Zimmermann=Darmſtadt ſtattfinden. In der
Nach=
ummlung, die um 3 Uhr im Saale des „Darmſtädter Hof”,
hn Anfang nehmen wird, wird Pfarrer Kleinod aus Trieſt
M„Aufbruch und Kampf der evangel. Glaubensbewegung im
zugen Oeſterreich” ſprechen. Auch hier wird der Poſaunenchor
uder Kirchenchor mitwirken. Die Gemeindeglieder des
Kirch=
us Nieder=Ramſtadt ſind zu beiden Feiern herzlich eingeladen.
9. Ober=Ramſtadt, 6. Nov. Deutſcher Abend der NS.
ſirenſchaft. Der Einladung der NS. Frauenſchaft,
Orts=
uve Ober=Ramſtadt, zu einem „Deutſchen Abend”, im Saalbau
Venbad”, war die Einwohnerſchaft ſo zahlreich gefolgt, daß ſchon
ue vor Beginn der geräumige Saal überfüllt war und viele
in Einlaß mehr fanden. Dank ausgezeichneter Vorarbeit aller
hiligten wurde den Beſuchern eine Vortvagsfolge geboten, die
jan einige gemütliche Stunden brachte. Einem flotten
Eröff=
usmarſch des Ev. Poſaunenchors Ober=Ramſtadt folgte die
Be=
wurgsanſprache der Ortsgruppenleiterin der NS. Frauenſchaft,
Adelberger. Ein Vortrag des Frauenchors Eintracht
MLiebe” leitete zu einem vaterländiſchen Feſtſpiel „Germanias
ſreſt ung” über, das mit dem gemeinſamen Geſang des
Horſt=
bel=Liedes endete. Anſchließend wurde das Lied „Waldandacht”
zrehör gebracht, dem ein Schülerchor und Gedichte folgten. „Die
gſund die neue Zeit”, dargeſtellt vom B.d.M., ſchloß ſich dieſen
Oem Lied „Altdeutſcher Liebesreim” folgten zwei Reigen.
nSchluß des 1. Teiles bildeten zwei Schülerchöre. Nach einer
am Pauſe leitete ein Muſikſtück den 2. Teil des Abends ein.
wſolgten Vorführungen der Turnerinnen und ein Frauenchor.
mGedichtvortrag eines zurzeit hier weilenden Saarkindes gab
S hnſucht der Saardeutſchen nach ihrem Mutterland Ausdruck.
minn wurde das Saarlied angeſtimmt. Die Bewirtung der
buritergebrachten 34 Saarkinder und eine Anſprache des
Orts=
hp nleiters, Pg. Bürgermeiſter Jörgeling die in ein
naches „Sieg=Heil” auf den Führer und Volkskanzler Adolf
ſti ausklang, beſchloß den Abend.
Dieburg, 7. Nov. Verſammlung der Bauern=
*. Die Bürgermeiſterei hatte die hieſigen Landwirte zu
Zuſammenkunft in den „Ochſen eingeladen. Neben
Auf=
eirg über das Winterhilfswerk wurden die Maßnahmen der
irung zur Rettung des Bauernſtandes, wie Nährſtandsgeſetz,
iherbhofgeſetz, Um= und Entſchuldungsgeſetz in verſtändlicher
zſe erläutert. Die Beſtimmungen über die Marktregelung
en von ganz beſonderem Intereſſe für die Anweſenden. Hier=
19hören auch die Schlußſcheine beim Verkauf von Vieh. Ge=
und Kartoffeln in die Großſtädte. Die Milchverwertung
heſigen Erzeuger gab Anlaß zu Beſchwerden. Der
Orts=
uführer ſoll hier mit allen Mitteln eine Beſſerung
herbei=
t. Schließlich wurden die Frauen aufgefordert zu einer
hächſt ſtattfindenden bäuerlichen Frauenverſammlung voll=
Eg zu erſcheinen.
le Groß=Umſtadt, 6. Nov. Das hieſige Kirchweihfeſt,
hes von herrlichem Herbſtwetter begünſtigt war, iſt in jeder
ſe ung zufriedenſtellend verlaufen. Gäſte aus der näheren
neiteren Umgebung waren in großer Zahl erſchienen, ſo daß
C aſtſtätten gefüllt waren und ganz auf ihre Rechnung
ge=
men ſein dürften. Sonntags waren alle Tanzlokale überfüllt.
9s diesjährige Winterhilfswerk des Evgl. Frauen=
Uüttervereins Groß=Umſtadt wird Donnerstag, 8. November,
25 durch eine Andachtsſtunde in der Stadtkirche eröffnet. —
12 5. Wiederkehr des Geburtstages unſeres
gro=
lichters Friedrich von Schiller wird von der hieſigen
*Ditler=Oberreal= und höheren Landwirtſchaftsſchule und
ten=Realſchule am Sonntag, 11. Nov., in der Turnhalle
feier=
ſhe gangen. Die Direktion ruft die Eltern, alle Bekannten und
wandten der Schüler, die ehemaligen Schüler und
Schüle=
ſen der Schulen und die Bevölkerung der Stadt auf, die
Vor=
ſeſlden und die Spielſcharen mit ihrem Beſuch zu beehren.
Babenhauſen, 4. Nov. Zu einem Familienabend
m Samstag die hieſige „Cellba, die Puppenfabrik
Richauſen, die etwa 160 Arbeiter und Angeſtellte beſchäftigt,
lei, prächtig geſchmückten Saal des Gaſthauſes „Zum Adler”
ſeinden. Die vielen Gäſte verbrachten mit der Belegſchaft des
ſicts aufwärts entwickelnden Werkes einige Stunden der Er=
N—, der Freude, wie ſie ſchöner nicht hätten ſein können. Jeder
ue ſich wie in einer großen Familie zu Hauſe. Herzliche
Be=
agsworte des Vertrauensrates Miſchler verheißen ſchon
Nie muſikaliſchen Vorträge der ſchneidig muſizierenden NS..
Iſt” zeigten, die Geſangsvorträge von Frau Geißler,
ngen Tanzdarbietungen der Damen Pilger, die von Ka=
1 chafts= und Gemeinſchaftsgeiſt getragene Anſprache des
beſitzers Herrn Baurat Schöberl, und ein froher Tanz
en den Abend aus
Reichelsheim, 7. Nov. Die hieſige Ortsgruppe des
Ver=
ur das Deutſchtum im Ausland hatte zu einer
itſtichen Verſammlung eingeladen. Als Redner war der
ſch=Oeſterreicher Will Dietrich aus Salzburg gewonnen
. Schon om Tage war für die Schulen ein Vortrag die=
He rrn. Die Kinder hatten auch ſichtbares Intereſſe an die=
Mortrag. Herr Gewerbelehrer Dingeldein eröffnete die
Lamnmlung. Auf alle Einzelheiten des Vortrages einzugehen,
9riggt ſich, jedes Wort des Vortragenden wirkte ſtark auf die
icier In der Pauſe wurden 16 neue Mitglieder in den
Ver=
aufgenommen. Auch der Kreisleiter der NSDAP., Pg.
w inn, war erſchienen. Am Schluß der Verſammlung
de der erſte Vers des Deutſchlandliedes und des Horſt=
M==Liedes geſungen. — Am 9. d. M. iſt eine
Gneralmitglie=
deiſſammlung der NSDAP.. ebenfalls im Adler. Derarkige
eicalappelle ſind für jeden Volksgenoſſen frei.
Birkenau, 7 Nov. Winterhilfe. Auch in Birkenau
diee Winterhilfsaktion auf breiter Front eingeſetzt. Die erſten
ſtoäfelausgaben fanden bereits ſtatt. Zum Teil gelangten
Ub enkartoffeln der hieſigen Landwirte, ſowie auch Spenden
Lmndwirte aus benachbarten Bezirken zur Ausgabe. Auch die
Rohlenbelieferung wurde durchgeführt.
TD Wilmshauſen. 7. Nov. Stumm ſchläft der Sän=
Der Mitbegründer des hieſigen „Sängerbundes‟. Ludwig
Ti8, iſt im Alter von 69 Jahren geſtorben. Kurz war weßen
Verdienſte um die Sängerſache auch Ehrenmitglied des
tims.
Dk. Waldmichelbach, 6. November. Der
Generalmit=
gliederappell der NSDAP und ihrer Gliederungen
war gut beſucht. Nach einem flott geſpielten Marſch der
SA.=Kapelle begrüßte der Ortsgruppenleiter die Anweſenden und
erteilte dem Schulungsleiter das Wort zu ſeinem Vortrag über
das Weſen der Volksgemeinſchaft. Danach ſprach der Leiter der
Winterhilfe über die Aufgaben und über die Durchführung des
Win=
terhilfswerkes. Mit einer ernſten Mahnung zur Mitarbeit aller
Volksgenoſſen am Neubau des Dritten Reiches ſchloß der
Ortsgrup=
penleiter nach nationalſozialiſtiſcher Art die Verſammlung. — Die
Gaufilmſtelle der NSDAP., Gau Heſſen=Naſſau, brachte
in zwei Vorſtellungen den Tonfilm „Mit Volldampf voraus” zur
Aufführung. Beide Vorſtellungen waren gut beſucht und fanden
lebhaften Beifall. — Die durch die Vermittlung der NSV. hier
zur Erholung weilenden Saardeutſchen ſind am Sonndag wieder in
ihre Heimat zurückgekehrt. Während ihres Aufenthaltes wurden
verſchiedene Ausflüge in die nähere Umgebung unternommen, um
den Gäſten Gelegenheit zu geben ein Stück deutſcher Heimat
kennen zu lernen. — Am Freitag abend veranſtalten die SA. und
NSDAP. mit ihren Gliederungen im Saale des Parteilokals eine
Hedächtnisfeier zu Ehren der Gefallenen des
9. November 1923. Am Donnerstag feiert Altrentner Heinrich
Facchinetti in geiſtiger und körperlicher Friſche ſeinen 81.
Ge=
burtstag. Der Jubilar verſieht noch ſelbſt ſeinen Haushalt und iſt
ink unſerem Dorfe eine hochgeachtete Perſönlichkeit.
Dp Bickenbach, 6. Nov. An dem ungeſchützten Bahnübergang
an der Straße Bickenbach-Zwingenberg und Nebenbahnſtrecke
Bickenbach—Seeheim, an welchem erſt wieder am verfloſſenen
Samstag eine Lokomotive mit einem Laſtauto zuſammenſtieß,
ſoll jetzt ſicherem Vernehmen nach eine Blinklichtanlage
ange=
bracht werden.
Zu dem Ambau der Skraßenbrücke
in der rot-weißen Dose
Em. Heppenheim a. d. B., 7. Nov. Die Fünfzigjährigen
begingen gemeinſam ihren Geburtstag. Als Auftakt zu dem Feſt
hatte eine Totenehrung auf dem Friedhof ſtattgefunden. Von den
25 verſtorbenen 1884ern ließen elf ihr Leben für das Vaterland.
Die weltliche Feier, zu der auch Herr Pfarrer Eckſtein und die
früheren Lehrer Mandel, Booß und Rickert erſchienen waren,
ver=
einigte die Kameraden und Kameradinnen mit ihren
Angehöri=
gen im „Goldenen Anker‟. Die Begrüßung erfolgte durch Kam.
Valentin Koob. Kam. Eckhardt hielt die Feſtrede. Unter
den Altersgenoſſen ſah man auch Herrn Bürgermeiſter Schiffers
ſowie den Reichstagsabgeordneten Dr. Heinr. Bichmann=Weimar.
— Auf der ordentlichen Generalverſammlung des
Star=
kenburger Winzervereins ſprach nach Erledigung der
Tagesordnung der Vorſitzende, Herr Landwirtſchaftsrat Dr. Keil,
über einſchlägige Fragen und gab die Eingliederung des
Winzer=
vereins in den Reichsnährſtand bekannt. Er forderte die
Mit=
glieder dazu auf, immer mehr Qualitätsweine anzubauen, nach
denen ſtets Nachfrage ſei. — Als kommiſſariſcher
Bür=
germeiſter für die Vierdorfgemeinde Kirſchhauſen wurde
Franz Joſef Röhrig in Sonderbach beſtellt und verpflichtet.
Die Amtszeit des ſeitherigen Bürgermeiſters Schäfer war
abge=
laufen.
Ex. Bürſtadt, 7. Nov. Vom Taubenſport. Nachdem nun
die Preisflüge der hieſigen Brieftaubenzüchter beendet ſind, kann
der hieſige Brieftaubenverein „Heimatliebe” mit Stolz auf ſeine
ſchönen Erfolge zurückblicken. Für beſte Durchſchnitts=Flugleiſtungen
wurden hier auch in dieſem Jahre wieder zahlreiche Züchter mit
Auszeichnungen bedacht. Da bei verſchiedenen Flügen Verluſte
zu perzeichnen waren, ſind jetzt ſämtliche Tauben dem Vorſitzenden
Adrian zu melden. Gleichzeitig werden die Taubenbeſitzer
aufge=
fordert, etwa zugeflogene Tiere mit Ringen beim Schriftführer
anzumelden, damit den Beſitzern dieſelben wieder zugeſtellt werden
können.
Ex. Bürſtadt, 6. Nov. Verſammlung der
Orts=
bauernſchaft. Einen Maſſenbeſuch wie noch nie hatte die
Bauernverſammlung am Samstag abend im Gaſthaus Zum hal;
ben Mond” zu verzeichnen, als der Ortsbauernführer, Pg. J. F.
Ruh, dieſelbe eröffnete und dem Ortsfachberater und
Bürger=
meiſter Pg. Dinges aus Bobſtadt das Wort erteilte. Derſelbe
behandelte zunächſt eingehend die Gründung einer
Viehverwer=
tungsgenoſſenſchaft und hob deren Vorzüge hervor. Nach
ein=
gehender Diskuſſion traten ſämtliche Ortsbauern ſowie die
Milch=
abſatzgenoſſenſchaft geſchloſſen über, jedoch mit dem Vorbehalt, daß
künftighin die Milchviehauktion in Wegfall komme. Kurz ſtreifte
dann Herr Dinges noch das Reichserbhofgeſetz und ſchilderte
an=
ſchließend ſeine Eindrücke bei der Tagung in Bensheim. Nach der
Bekanntgabe, daß ſich ſämtliche Bauern der NS. Volkswohlfahrt
anſchließen ſollen bzw. es an der nötigen Kartoffelſtiftung nicht
fehlen laſſen ſollen, ſchloß Herr Dinges ſein Referat.
Orts=
bauernführer Pg. Ruh gab ſodann verſchiedene Richtlinien in der
Zuckerrübenlieferung bekannt, und anſchließend regte der Rechner
Zimmermann noch die Gründung eines Viehzuchtvereins an=
Dieſer Punkt ſoll in der nächſten Verſammlung die
Haupttages=
ordnung bilden. Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf Führer und
Reichsbauernführer Darré ſchloß Herr Ruh die Verſammlung.
Schneppenhauſen. 6. Nov. Der Krieger= und
Mili=
tär=Verein Schneppenhauſen hielt in der Wirtſchaft
zum Wieſenthal einen Lichtbildervortrag ab. Der 1. Führer
Weigand begrüßte die Anweſenden, beſonders Herrn Kapitän
v. Senden aus Darmſtadt, der dann über ſeine Erlebniſſe zur
See und ſeine Gefangenſchaft in Afrika ſprach. Der Beifall der
Zuhörer über die ſchlichten, außerordentlich feſſelnden
Ausfüh=
rungen des Seemannes, der ſeine Erlebniſſe und die
mannig=
fachen Gefahren während 42jähriger Tätigkeit zur See vom
ein=
fachen Schiffsjungen bis zum Kapitän eines großen Lloyd=
Dampfers in kerniger Seemannsweiſe ſchilderte, beſtätigte vollauf
das einſtimmige Lob der Zuhörer.
Hrrarrgn
der in wenigen Tagen ſeiner Vollendung entgegengeht, wird uns
geſchrieben:
Die Straßenbrücke über den Rhein bei Mainz iſt in den
Jah=
ren 1882 bis 1885 erbaut worden. Ihre architektoniſche Geſtaltung
rührte von dem bekannten Münchener Architekten Friedrich von
Thierſch her. Der wunderbare Rhythmus der 5 Flutbogen, die
meiſterhafte Durchbildung der Einzelheiten machten ſie
unbeſtrit=
ten zu einer der ſchönſten Brücken am Rhein. Sie ſchien für
Jahr=
hunderte gebaut und doch hat ſie in ihrer erſten Geſtalt kaum ein
Alter von 50 Jahren erreicht. Als ſie erbaut wurde, war der
Kraftwagen eine unbekannte Sache, die elektriſche Bahn ſteckte in
den allererſten Anfängen.
Die gewaltige Umwälzung des Verkehrs, die die
Motoriſie=
rung der Fahrzeuge mit ſich brachte, vollzog ſich erſt nach der
Jahr=
hundertwende, zunächſt ganz allmählig, und nahm erſt nach dem
Weltkrieg jene unerhörte Entwicklung, die wir alle kennen und
die das geſamte Verkehrsweſen grundſtürzend veränderte.
Den gewaltigen Anforderungen, die damit an die
Verkehrs=
wege geſtellt wurden, war, wie ſo viele andere Eiſenbahn= und
Straßenbrücken, auch die Mainzer Brücke nicht mehr gewachſen:
ihre Breitenabmeſſungen genügten ſchon lange nicht mehr, auch
verlangte die immer größer gewordene Verkehrslaſt gebieteriſch
eine Verſtärkung aller tragenden Teile, die ſtatiſch den
Anforde=
rungen nicht mehr entſprachen. Die Verhältniſſe drängten immer
gebieteriſcher zu einem Um= oder vollkommenen Neubau an
ande=
rer Stelle. Man entſchloß ſich aus naheliegenden Gründen zu dem
Umbau, nachdem ſich das Reich in großzügiger Weiſe bereit erklärt
hatte, einen weſentlichen Teil der Baukoſten auf dem Wege über
die ſogenannte Weſthilfe zu übernehmen.
Die Arbeiten wurden im Spätjahr 1931 begonnen und in
knapp 3 Jahren durchgeführt.
Die Umbauarbeiten an der eigentlichen 500 Meter langen
Strombrücke wurden auf Grund eines engeren Wettbewerbs unter
ſieben namhaften deutſchen Brückenbaufirmen, der Maſchinenfabrik
Augsburg=Nürnberg, Werk Guſtavsburg, in Verbindung mit der
Firma Grün u. Bilfinger in Mannheim=Darmſtadt, dieſe für die
Gründungs= und Tiefbauarbeiten, übertragen.
Die vorhandenen eiſernen Ueberbauten wurden verſtärkt. Der
Einbau je einer neuen ſtählernen Tragrippe an jeder Seite der
Brücke ermöglichte deren Verbreiterung von 13,80 Meter auf
18,80 Meter, von denen 10,80 Meter auf die Fahrbahn, 2 Meter
auf die beſonderen Radfahrwege und 6 Meter auf die beiden
Fuß=
wege entfallen. Dieſe Abmeſſungen reichen aus, auch eine weitere
Steigerung des Verkehrs aufzunehmen.
Leider bedingte die erhebliche Vermehrung des Eigengewichts,
im beſonderen auch der Verkehrslaſt, auch eine Verſtärkung der
Fundamente, Arbeiten, die wegen des ſehr ungünſtigen
Baugrun=
des — die Pfeiler und Widerlager ſtehen auf ſtark wechſelnden
Schichten des Tertjär — ungewöhnliche Schwierigkeiten boten.
Sie wurden von der Firma Grün u. Bilfinger mit zum Teil ganz
neuen Methoden, teilweiſe in offener Baugrube, teilweiſe unter
Waſſer, glücklich durchgeführt.
Im Frühjahr 1933 wurde mit dem Ausbau der beiderſeitigen
Rampen begonnen, deren verkehrstechniſche Ausgeſtaltung
beſon=
ders auf der Mainzer Seite eine Reihe ſchwieriger Probleme bot.
zu deren Löſung ein im Jahre 1931 veranſtalteter Ideen=
Wettbe=
werb erfreuliche Beiträge geliefert hatte. An der Ausführung
wa=
ren hauptſächlich Mainzer Firmen und Handwerker beteiligt.
Dank der Zuſammenarbeit aller am Bau Beteiligten, der
Bau=
leitung, der großen und kleinen Firmen und der Handwerker,
nicht zum wenigſten auch der verſtändnisvollen Mitwirkung der
Verkehrspolizei, war es möglich, den Geſamtumbau ohne
nennens=
werte Unfälle unter dauernder voller Aufrechterhaltung des
Ver=
kehrs durchzuführen. Es muß allerdings anerkannt werden, daß
auch der Verkehr es verſtand, ſich ohne Murren in die manchmal
etwas ſchwierigen Verhältniſſe hereinzufinden.
Das Ausſehen der Brücke ſowohl wie der Rampen und der
ge=
ſamten Umgebung hat ſich weſentlich geändert. Ob es beſſer und
ſchöner geworden iſt, muß dem Urteil der Zeitgenoſſen überlaſſen
bleiben. Sicherlich wird mancher Mainzer das alte,
liebgewor=
dene Bild der Brücke mit ihren ſchlanken Pilonen und den
wuch=
tigen Aufbauten an den Brückenköpfen vermiſſen. Das Bild iſt
ein=
facher und klarer geworden. Das neue Bauwerk iſt damit ſeiner
Zeit angepaßt, aber geblieben iſt der wunderbare und
unzerſtör=
bare Rhythmus, den die Meiſter dem alten Bauwerk zu geben
verſtanden.
Be. Groß=Gerau, 8 Nov. Kreiskundgebung der NS.=
DAP. für das Winterhilfswerk. Geſtern abend fand
in der Turnhalle eine mächtige Kundgebung des Kreiſes der NS.=
DAP. für das Winterhilfswerk ſtatt. Die Kundgebung, die von
der Turnhalle noch in den großen Adlerſaal übertragen wurde,
war eine der mächtigſten, die jemals in Groß=Gerau ſtattfand.
Beide Säle waren bis auf den letzten Platz gefüllt. Die
Kund=
gebung war nicht nur von Groß=Gerauer Volksgenoſſen und
Par=
teigenoſſen beſucht, ſondern aus allen Orten des Kreisgebietes
waren ſie herbeigeeilt, um aus berufenem Munde Worte des
Führers zu hören. Man, ſah unter den Anweſenden ſämtliche
Ortsgruppenleiter und Bürgermeiſter des Kreiſes. Die SA.=
Standarte 13 war unter Führung ihres Standartenführers
Enge=
roff aufmarſchiert und ſämtliche Gliederungen der Partei nahmen
an der Kundgebung teil. Nach dem Einmarſch der SA. eröffnete
Kreisleiter, Bürgermeiſter Pg. Stavinoga, die Kundgebung
und gab dem Redner des Abends, dem Gaubetriebszellenobmann
und Landesleiter der Arbeitsfront, Pg. Becker=Frankfurt, das
Wort. Pg. Becker ſetzte ſich zuerſt mit jenem vergangenen
Zeit=
alter auseinander und kam dann auf das Winterhilfswerk zu
ſprechen. Er zeigte hier die wahre große Geſtalt des Führers,
wie er verſtanden hat, dem Volke wieder etwas Neues zu geben,
wieder das Füreinandereintreten. Und heute, ſo führte der
Red=
ner aus, darf es nicht Mitleid ſein, wenn du einem in Not
befind=
lichen Volksgenoſſen etwas gibſt, ſondern es iſt deine Pflicht. Und
wenn du das nicht tuſt, dann bekennſt du damit, daß du dich nicht
zu deinem Volk gehörig fühlſt. Stürmiſcher langanhaltender
Bei=
fall unterbrach des öfteren die Worte des Redners, und als er
am Schluſſe die Worte ſprach: „Folgen wir dem Rufe unſeres
Führers, erkennen wir die Pflicht des Opferns, dann wird am
Ende unſeres Kampfes ſtehen ein Deutſchland der
Frei=
heit, ein Deutſchland der Reinheit ein Deutſchland der
Größe und der ſozialen Gerechtigkeit”, da wollten die
Beifallsſtürme kein Ende nehmen. In das vom Kreisleiter Pg.
Stavinoga auf den Führer ausgebrachte Sieg=Heil ſtimmten die
Anweſenden begeiſtert ein. Die Verſammelten ſangen zum Schluß
der Veranſtaltung das Deutſchlandlied und Horſt Weſſels
Ver=
mächtnis. Die SA. nahm ſodann eine Sammlung vor, die
reſt=
los dem Winterhilfswerk zugute kam. Der Reinerlös betrug
56 Reichsmark.
E5. Langen. 7. Nov. Schützenkönig. Bei dem
diesjäh=
rigen Abſchlußſchießen der hieſigen Schützengeſellſchaft konnte
Schütze Philipp Herth die Würde des Schützenkönigs erringen.
Die vom Reichsſtatthalter Sprenger geſtiftete Ehrenſcheibe
er=
rang Walter Leonhardt.
Be. Rüſſelsheim, 8. Nov. Verkehrsunfälle. In der
Nähe der Hindenburganlage wurde auf der Frankfurter Straße
von dem anſcheinend betrunkenen Autofahrer ein Kandelaber
an=
gefahren. Der Wagen iſt ſchwer beſchädigt. — An der Landſtraße
bei Wicker wurde ein zu Fuß wandernder junger Mann von
einem Motorradfahrer von hinten angefahren und erlitt einen
Beinbruch. Er mußte in das Krankenhaus übergeführt werden.
Der Motorradfahrer flüchtete unerkannt. — Ein hier beſchäftigter
Arbeiter aus Harxheim glitt auf dem naſſen Boden aus und
er=
litt einen Schienbeinbruch. — Auf dem Wege von Flörsheim nach
den Opelwerken kam ein Arbeiter zu Fall und brach ſich hierbei
den Fuß. — Von drei auf der Landſtraße nach Raunheim
fahren=
den Radfahrern wurde der eine von einem in der gleichen
Rich=
tung fahrenden Laſtwagen erfaßt und zu Boden geſchleudert. Der
Verunglückte hat ſchwere Verletzungen erlitten.
Aus Rheinheſſen.
Mainz, 7 Nov. Mainzer
Verkehrsunfallſtati=
ſtik für Oktober. Im Oktober d. I. haben ſich in Mainz
87 Verkehrsunfälle ereignet. Beteiligt waren bei dieſen
Un=
fällen 57 Perſonenkraftwagen, 27 Laſtkraftwagen, eine
Auto=
droſchke, acht Straßenbahnen, drei Zugmaſchinen, 16 Krafträder,
31 Fahrräder und 34 ſonſtige F.hrzeuge. Getötet wurden bei
dieſen Verkehrsunfällen vier Perſonen; 53 Perſonen erlitten
Ver=
letzungen. Von den Fahrzeugen wurden 105 beſchädigt.
der als Oberleutnant zur See der Reſerve am 6. November 1914 im Tower zu London als
Offiziers=
kundſchafter erſchoſſen worden iſt, wurde jetzt an ſeinem 20. Todestage ein am alten Burgtor zu
Lübeck errichtetes Denkmal feierlich geweiht. Ueber dem Denkmal, das einen gefeſſelten Ritter
dar=
ſtellt, hängt eine Glocke, die künftig alljährlich an Lodys Todestage zu ſeiner Sterbeſtunde geläutet
werden ſoll.
Ein Blick in das Röchling=Werk zu Saarbrücken, eines der vielen vorbildlichen Induſtriewerke de
Saargebietes.
Reich und Ausland.
Rundfunk=Prozeß.
Berlin. Am Donnerstag ſchilderte im
Rund=
funk=Prozeß der Angeklagte Dr. Bredow auf
Wunſch des Vorſitzenden die Entwicklungsgeſchichte
der Reichsrundfunk=Geſellſchaft weiter.
Bevor er ſeine ſachlichen Ausführungen begann,
gab er eine perſönliche Erklärung ab, um, wie er
ſagte, einige Punkte richtig zu ſtellen, die in
ſei=
nen Darſtellungen in den erſten beiden
Verhand=
lungstagen mißverſtändlich aufgeſaßt worden ſeien.
Er habe keineswegs den damaligen
Reichsinnen=
miniſter Jarres in ſeiner vaterländiſchen
Geſin=
nung herabſetzen und in einen Gegenſatz zu ſeinem
Nachfolger Schiele bringen wollen. Wenn unter
Jarres der Rundfunk nicht die im vaterländiſchen
Intereſſe liegende Organiſation habe ſein können,
ſo habe dies allein an den damaligen Verhältniſſen
gelegen.
Im weiteren Verlaufe der Vormittagsſitzung
ſchilderten dann die Angeklagten Dr. Bredow und
Dr. Magnus gemeinſam den eigentlichen Aufbau
der Reichsrundfunk=Geſellſchaft. Auf Befragen des
Vorſitzenden ſchilderte der Angeklagte Bredow die
Verteilung der Hörergebühren.
Vorſitzender: „Für welchen Bezirk waren die
Einnahmen aus den Hörergebieten denn eigentlich
beſtimmt.”
Bredow: „Für drei Zwecke: 1. Für die
allge=
meine Verwaltung des Rundfunks. 2. Für die
Pro=
pagandageſtaltung. 3. Für die Förderung des
Rundfunks auf techniſchem und wirtſchaftlichem
Gebiet.”
Wie der Angeklagte Bredow dann weiter
mit=
teilte, ſei durch ſein Eingreifen im November 1924
die urſprünglich auf 5 Mark monatlich bezifferte
Hörergebühr auf 2 Mark herabgeſetzt worden.
Der Vorſitzende erörterte ſodann den
eigent=
lichen Aufbau der Reichsrundfunk=Geſellſchaft. —
Nach der Verleſung der Satzungen der RRG.
un=
terbrach der Vorſitzende die Sitzung.
Zu Beginn der Nachmittagsſitzung in der
Ver=
handlung im Rundfunk=Prozeß am Donnerstag
ſchilderte der Angeklagte Dr. Magnus die
einzel=
nen Aufgabengebiete der Reichsrundfunk=
Geſell=
ſchaft und der einzelnen Sendegeſellſchaften. Er
gab eine ausführliche Darſtellung der
Schwierig=
keiten, mit denen zunächſt bei der
Programmge=
ſtaltung in techniſcher und künſtleriſcher Hinſicht
gekämpft werden mußte.
Dr. Bredow betonte im Anſchluß daran, daß
die Wirtſchaftskontrolle bei der RRG.
außerordent=
lich gut geweſen ſei. Sie ſei von einer Reviſions=
und Treuhandgeſellſchaft durchgeführt worden, und
die Reviſionsberichte hätten der
Haushaltungsab=
teilung des Reichspoſtminiſteriums ſowie dem
Rechnungshof vorgelegen. Niemals ſei es zu
ern=
ſteren Beanſtandungen gekommen.
Am Schluß der Nachmittagsſitzung ſtellte der
Vorſitzende durch Befragung der einzelnen
Ange=
klagten die Zuſammenſetzung der verſchiedenen
Vorſtände und Aufſichtsräte der einzelnen örtlichen.
Rundfünkgeſellſchaften feſt. Dabei kam heraus, daß
nicht nur Bredow, Magnus und der Miniſterialrat
Gieſeke, der zweite Geſchäftsführer der RRG., in
allen Aufſichtsräten ſaßen, ſondern in den meiſten
auch der ſozialdemokratiſche Abgeordnete Heilmann.
Kurz nach 16 Uhr vertagte
Landgerichtsdirek=
tor Dr. Roſemann die weitere Verhandlung auf
Freitag 9.30 Uhr.
Gottfried Feder zum Profeſſor ernannt.
Berlin. Der Reichskommiſſar für das
Siede=
lungsweſen, Staatsſekretär Gottfried Feder, iſt
zum Honorarprofeſſor in der Fakultät für
Bau=
weſen der Techniſchen Hochſchule Berlin ernannt
worden.
Für 90 000 RM. Invalidenmarken geſtohlen.
Frankfurt a. M. In einem hieſigen Büro
ſind aus einem Schreibtiſch zwei Päckchen mit
In=
validenmarken entwendet worden. In dem einen
Päckchen befanden ſich 10 000 Stück der Lohnklaſſe
VII zu 4,20 RM. je Stück, in dem andern 10000
Stück der Lohnklaſſe VIII zu 4,80 RM. je Stück.
Da Invalidenmarken nur durch die Poſtämter
be=
zogen werden können, beſteht die Möglichkeit, daß
die entwendeten Marken in den
Lohnbuchhaltun=
gen größerer Betriebe bzw. bei Behörden zum
Kauf angeboten werden. Es wird gebeten, Per
ſonen, die derartige Marken zum Kauf anbieten,
feſtnehmen zu
Neckar,
der Geburtsſtadt des Dichters, das am 10. November —
weiht wird.
ſeinem 175. Geburtstag — feierlich ge=
iſt das Prinz=Leopold=Palais in der Leopoldſtraße zu München, das von der Stadt dem jetzt
gegrün=
deten Verein „Deutſches Jagdmuſeum” zur Verfügung geſtellt wird.
Skarker Schneefall im Schwarzwald.
DNB. Der Feldberg meldet ſtarken Schneefall
bei 2 Grad Kälte und eine Schneehöhe von 15
Zentimetern. In über 1000 Meter Höhe wurden
mehrere Schneepflüge eingeſetzt, um die Straßen
freizuhalten.
Tropenmediziner Prof. dr. Tauke F.
Berlin. In ſeiner Berliner Wohnung iſt
geſtern früh der bekannte Schlafkrankheitsforſcher
Profeſſor Dr. Taute, Miniſterialrat und Referent
im Reichsminiſterium des Innern, im Alter von
57 Jahren geſtorben.
Als Wiſſenſchaftler von anerkanntem Ruf hat
ſich Profeſſor Taute unvergängliche Verdienſte
um die Bekämpfung der Tropenſeuchen erworben,
vor allem in der Bekämpfung der Schlafkrankheit
durch ſeine aufopferungsvolle Tätigkeit in Deutſch=
Oſtafrika.
Dampfer „Bremen” ſtellt bei ſeiner 100.
Amerika=
fahrt neuen Rekord auf.
New York. Der Lloyddampfer „Bremen”
ſtellte bei ſeiner 100. Ueberfahrt einen neuen
Re=
kord auf. Er paſſierte geſtern morgen um 9.57 Uhr
(New Yorker Zeit) den Hafeneingang beim
Am=
broſe=Feuerſchiff. Die „Bremen” hat alſo, nachdem
ſie Cherbourg verlaſſen hatte, insgeſamt 4 Tage
15 Stunden und 27 Minuten zum Ueberqueren de
Atlantik gebraucht und konnte den eigenen Re
kord um 21 Minuten verbeſſern.
Das Teſtamenk Barkhous.
Seine reiche Bibliothek wird verſteigert.
Der in Marſeille ermordete franzöſiſche
Außen=
miniſter Barthou, der eines der hervorragendſten
Mitglieder der berühmteſten franzöſiſchen Geiſtigen
Geſellſchaft, der Académie Fransaiſe, war, hat
ſeine berühmte Bibliothek nicht dieſer Geſellſchaft
vermacht, wie zuerſt mitgeteilt wurde. Der frühere
Außenminiſter hat wohl der Academie Frangaiſe
gewiſſe Koſtbarkeiten und Legate hinterlaſſen, aber
die Bibliothek, eine der reichſten in ganz
Frank=
reich, wird ohne Zweifel verſteigert werden, da
mit deren Erlös erſt eine Reihe von Legaten er
möglicht werden. In ihrer nächſten Sitzung hat die
Akademie außerdem ein ſehr heikles Problem zu
löſen. Barthou war beauftragt worden, das jüngſte
Mitglied der Akademie, den Wiſſenſchaftler Herzog
de Broglie, durch eine Rede feierlichſt in den Schof
der Geſellſchaft einzuführen. Durch Zufall hat
Barthou dieſe Rede noch vor ſeinem gewaltſamen
Tod geſchrieben. Sie brauchte alſo nur verleſen zu
werden. Manche Akademiker ſind jedoch der Anſicht
daß eine einfache Verleſung der Rede eines durch
den Gewalttod jäh aus dem Leben geriſſenen
Mannes dem Empfang einen zu traurigen
Charak=
ter geben würde. Man dürfte daher auf den
Aus=
weg verfallen, einen neuen Redner zu beſtimmen,
der jedoch der Rede Barthous in ſeinem eigenen
Vortrag breiteſten Raum geben wird.
Luigi Pirandello Nobelpreiskräger
für Likerakur.
Stockholm. Der Nobelpreis für
Literatü=
für das Jahr 1934 iſt dem italieniſchen
Dron=
tiker Luigi Pirandello verkiehen worden.
Makuſchka=Prozeß.
Dramatiſcher Verlauf der Donnerstag=
Verhandlung.
Budapeſt. Den Gegenſtand der Donnerst= 4
Verhandlung im Matuſchka=Prozeß bildete
Attentat von Bia Torbagy. Zahlreiche einfach
kleidete Frauen, die Witwen und Kinder der Opag
des furchtbaren Anſchlags, ſaßen unmittelbar
hu=
ter dem Verbrecher. Sie brachen in herzzerreiß/
des Schluchzen aus, als Matuſchka den Hergang 5
Kataſtrophe ſchilderte: „Sauſend raſte der Zugmti,
ſeiner langen Reihe beleuchteter Fenſter dicht I
mir vorbei, um im nächſten Augenblick in einn
den ganzen Himmel beleuchtenden Blitz wuis;
gehen.” Im Auditorium folgte dieſem Satz e
Augenblick tiefſter Stille, worauf faſſungslo/
Schluchzen und Schreie ertönten. Matuſch
begann gleichfalls laut zu weinen, zog ein Taſchef
tuch hervor und rief mit zitternder Stimme: „—
habe ich nicht gewollt!” Auch im weiteren
Verl=
der Verhandlung gebärdete er ſich wie ein reui 1!
Sünder und wies immer wieder darauf hin,
er nicht den Wiener Schnellzug in die Luft ſpun
gen wollte, ſondern den Güterzug, der zehn Mi it
ten früher den Viadukt von Bia Torbagy paſſeſt
hätte, wenn er nicht wegen einer kleinen AN
ſpätung auf der Station Budaörs zurückgehal !
worden wäre.
Der Vorſitzende hält dem Angeklagten vor,
ſein heutiges Benehmen durchaus nicht glap
würdig erſcheine.
Ueber die Hintergründe ſeiner Tat befragt,
klärte Matuſchka, er wollte den Ruhm Trotzkis
reichen und ſo wie dieſer fünf Attentate begehi.
Auf die Frage, ob der Vorname Trotzkis, der Al
bekannt, Leo heißt, mit ſeinen Handlungen in
ſammenhang ſtehe, fährt Matuſchka ganz verblulg.
auf und ſchreit: „Sehen Sie, Herr Vorſitzend a.
das habe ich ja gar nicht gewußt, daß Trotzh
heißt. Jetzt weiß ich, warum Leo der Satan!!
Monſieur Robert Louis, ehrenwerter Bu.”
der Gemeinde Algrange bei Metz, erhielt, wi*
viele ſeiner „Leidensgenoſſen”, dieſer Tage
Steuereinnehmer die dringende Aufforderung,,
rückſtändigen Stuern in Höhe von 300 Frantel
kürzeſter Friſt zu zahlen, andernfalls .. uſw.
Empfänger dieſes Briefes war zuerſt erboſt, 90
eine Weile nach und beſchloß, dem Steuereinne
mer einen Streich zu ſpielen, den dieſer nicht II.
vergeſſen werde. 300 Franken, dachte er, iſt
in Papierſcheinen eine ſtattliche Summe, abes
Ein= und Zwei=Sous=Stücken bezahlt, macht
wirklich eine „ſchwere” Summe. Er lief den
zen Tag bei den Kaufleuten ſeines Stadig
und der Nachbarorte herum, um dieſe klel=
Geldeinheiten im heutigen Frankreich zuſam
zukaufen. Jedesmal, wenn er zehn Zwei —
Stücke beiſammen hatte, atmete er erleichter.
ſchon wieder war ein Franken geſammelt. *
auf dieſe Weiſe 100 Franken gehamſtert hart4
nötigte er eine Geldkaſſette, um ſie darin zu
ſtauen; bei 200 Franken war ein kleiner Ee
nötig; bei 300 Franken aber mußte ein
Waſche=
herhalten. Er mietete ein Automobil und 1u9
dem Eimer beim Steuereinnehmer vor. 4*
machte ein erſtauntes Geſicht, als ſein Steuet s.
ihm die Zahlung der Steuern mit dieſem 2e
Geld anbot. Dann aber lächelte er reſigniern
machte ſich ans Zählen. Er bat freundlich.
Steuerzahler, doch auf der Bank gegenühe.
Schalter Platz zu nehmen und das Ergehl”
Zählung abzuwarten, da im Falle von Unſtihs.
keiten Reklamationen im Falle der Abwele
des Einzahlers nicht gültig ſeien. Nun wi. 4
der Reihe unſeres rachſüchtigen Burge‟”,
Miene zum böſen Spiel zu machen. Pr. k
eine Stunde, wartete zwei Stunden und Nocle.
ger; und erſt als der letzte Sou gezählt 10.
gerecht verpackt war, gab der Steuereinnevme.
Sütung ab. und freundlich lächelnd trenntes
die beiden.
derein
wollen
Der rachſüchtige Steuerzahler.
Seite 8 — Nr. 310
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 9. November 1934
Zum Gedenken an Carl Hans Lody.
[ ← ][ ][ → ] Tagblatt” Nr. 286 vom 16. Oktober 1934, brachte
ſtieilung über den Beſuch des Reichskultusminiſters Ruſt
geichsdeutſchen Schule in Budapeſt, den er während ſeines
gülkes in der ungariſchen Hauptſtadt ausführte. Bekanntlich
Budapeſter Reiſe „der Vertiefung und Verinnerlichung
un Freundſchaft der beiden Nationen”, wie der ungariſche
geiniſter Dr. Homan bei der Begrüßung von Dr. Ruſt
aus=
veobei er betonte, daß auch nach ſeiner Anſicht „eine
auf=
törg deutſch=ungariſche Verſtändigung nur auf dem Wege eines
jegenzſigen Kulturgüterverkehrs möglich ſein werde‟. Man darf
offeia gßs der Beſuch Ruſts auch dazu beitragen wird, die Schul=
½ bodenſtändigen Deuſchtums in Ungarn zu löſen
n Söre des Ungariſch=deutſchen Volksvereins, und damit im
kahn=nder ungariſchen Geſetzgebung die von den untergeordneten
ztellenäufig ganz und gar unbeachtet bleibt. Wenn auch
offen=
gr. 00e Frage beim Empfang der ungariſchen und deutſchen
Breſſie uuch Miniſter Ruſt nicht näher berührt wurde, ſo wurde
och twei ausdrücklich die gegenſeitige Begünſtigung
ſgariſchen Inſtituts in Berlin und der
zeiſzdeutſchen Schule in Budapeſt erwähnt.
(ßuar ſelbſtverſtändlich, daß Miniſter Ruſt während ſeines
gülltes dann auch die reichsdeutſche Schule in Budapeſt
be=
die Leſer des Tagblatts konnten aus dem beigefügten
echen, daß die Schule von einem Heſſen, Dr. Rettig
der Ludwigs=Oberrealſchule Darmſtadt geleitet wird,
einer ſeiner getreueſten und älteſten Mitarbeiter, Dr.
ſig, zugleich Führer der Hitlerjugend dieſer Schule, auch
Ein dritter Heſſe iſt an der Schule, im vorigen Jahre
ußer dieſen drei Heſſen noch zwei, insgeſamt alſo fünf,
ujahrelang wirkten. Auch in den früheren Jahren waren
ſein a der Schule tätig, und mindeſtens 15 Heſſen werden eben
heuſſihen Schuldienſt angeſtellt ſein, die mehrere Jahre an der
hulle; Budapeſt im Verein mit deutſchen Lehrern aus den
ver=
hiedeuen Ländern und auch im Verein mit einigen ungariſchen
ehrecdie Jugend unterrichteten.
„Schule in Budapeſt, urſprünglich bis zur Unterſekunda
Mur, 9.
November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
* Die Bedeutung der vom Reich anerkannten deutſchen
uslandsſchulen und die Mitwirkung heſſiſcher Lehrkräfte.
Nr. 310 — Seite 9
Von Staatsrat Block.
nſchtün ich geführt, iſt ſeit einigen Jahren eine ausgebaute
wachule. Mit ihr iſt — zurzeit freilich nur mittelbar —
uner garten verbunden, wie dies bei faſt allen deutſchen
unſchulen der Fall iſt, einmal, um ſchon die Kleinen und
einit der deutſchen Kinder zu erfaſſen, dann aber auch, um die
Meußinder, die zahlreichen Kinder ungariſcher Familien und
s ſüren Nationalitäten ſo rechtzeitig und ſpielend in
Kennt=
übebrauch der deutſchen Sprache einzuführen, daß ſie ſchon
mißtritt in die Vorſchule die ſprachlichen Schwierigkeiten
um ſü überwunden haben.
Ia in der deutſchen Auslandsſchule iſt Deutſch die
Unter=
ſchtszmhe für alle in allen Fächern, bis auf die Fremdſprachen,
ſeen natürlich mit einer ausgedehnten
uſttnzahl ſchon von der unterſten
Vorſchul=
aſſen die Sprache des Gaſtlandes tritt.
Ahwird begreifen, daß dies für Lehrer und Schüler eine
eſennlie Mehrbelaſtung gegenüber dem Inland bedeutet. Und
enn ann bedenkt, daß die Schule in der Reifeprüfung das Ziel
rduhen und zugleich das Ziel der ungariſchen Abſchlußklaſſe
reiche ſall, ſo kann man auf das Ausmaß der von Lehrern und
hüllen zuu bewältigenden Arbeit und Schwierigkeit ſchließen.
enaſt überall iſt die Aufgabe der deutſchen
Xudsſchule eine doppelte. Das Kulturgut der
Swrache und Bildung in der deutſchen Kolonie zu erhal=
Ju fördern und durch Hereinnahme der Sprache
Zutur des Gaſtlandes zu bereichern, daneben aber
ahlreichen Schülern aus dem Gaſtland die Liebe zu
Pterland einzupflanzen (worüber die fremde Schulverwal=
EMokl eifrig wacht) und ihnen an deutſchem Kulturgut die
nur deutſcher Art und Sitte, deutſchem Denken und
Ar=
übermitteln, mit all den Nebenwirkungen politiſcher,
Ei und wirtſchaftlicher Art, die damit ohne aufdringliche
da von ſelbſt verbunden ſind.
Betonung der Landesſprache im Unterricht aller Klaſſen
damit von ſelbſt. Alle deutſchen Schüler müſſen ſie be=
vollen ſie doch vielfach im Gaſtland ihre Lebensſtellung
Mhuus gleiche gilt von den Schülern fremder Nationalität,
hiich von den ungariſchen Schulen, die mit dem deutſchen
Uſtns zugleich den Zugang zu den ungariſchen
Univerſi=
ddamit dereinſt zu den akademiſchen Berufen ihres
Lan=
ſtlen wollen und nur dann finden können, wenn ſie die
dung aus der deutſchen Schule nicht durch Minderleiſtung
che und Geſchichte ihres eigenen Landes erkauften.
ſreſem Grunde nimmt an der Reifeprüfung der
Aus=
auch meiſt ein Vertreter der einheimiſchen Schulbehörde
ungarn iſt dies ſtets der Fall. Er hat insbeſondere auch
Lnte Mitwirkung bei der Bewertung des ungariſchen
ſer ungariſchen Sprachkenntniſſe. Daneben müſſen
Ge=
l Erdkunde des Gaſtlandes, auch Naturkunde der
unga=
eimat in der Schule und in der Prüfung zu ihrem Recht
lSchule in Budapeſt war im vergangenen Jahre von
en und Schülerinnen beſucht, drei Fünftel davon
Angarn, zum Teil auch aus den führenden Familien,
mehörige von noch 17 anderen Nationali=
täten, meiſtens aus dem oſteuropäiſchen Raum. Es iſt dies eine
Erſcheinung, die wir auch anderwärts finden und die ein
Be=
weis für die hohe Wertſchätzung der durch die Schule
vermittelten deutſchen Bildung iſt.
Ich habe ſelbſt dreimal als Reichsbeauftragter die
Reifeprü=
fung in Budapeſt abgehalten und in einer Prüfung neben
Deut=
ſchen, Ungarn, Tſchechen, Oeſterreichern noch Prüflinge aus fünf
anderen Nationen, darunter auch einen Engländer, vorgefunden,
die alle gleichmäßig durchgebildet waren und alle in deutſcher
Sprache geprüft wurden.
Noch heute erinnere ich mich an einen dieſer ausländiſchen
Abi=
turienten des Jahrganges 1925, eines jungen, ſchmächtigen
ruſſi=
ſchen Fürſten Obolenſki, der in allen Fächern, einſchließlich
Re=
ligion, die von einem ruſſiſchen Popen in Ornat abgenommen
wurde, mündlich und ſchriftlich die Note eins erhielt. Die Familie
war aus Rußland vertrieben, der Vater hatte eine beſcheidene
Stellung in Budapeſt, die Mutter half durch Schreibmaſchine
mit=
verdienen, aller Beſitz war ihnen genommen. Aber aus dem
Auf=
ſatz des jungen Obolenſki ſprach eine glühende Liebe zu ſeinem
Vaterland, zu dem großen Rußland, woran ihn auch die politiſche
Lage ſeines Landes nicht irre machen konnte. (Vergleiche
Saaremigranten!) Ebenſo erinnere ich mich mit Freuden
des Empfanges, der mir im Kindergarten zuteil ward. Obgleich
die Mehrzahl ungariſches Jungvolk war, begrüßten mich alle mit
dem Geſang deutſcher Liedchen, alle konnten mir deutſch
antwor=
ten, auch die, in deren Elternhaus nur ungariſch geſprochen
wurde.
Von den 554 Schülern des vorigen Jahres waren 115
Reichs=
deutſche, 37 Oeſterreicher 4 Schweizer, 19 Sudetendeutſche, 7
Hol=
länder, 8 Polen, 8 Rumänen, 5 Italiener, 5 Griechen, dazu einige
Franzoſen Jugoſlaven, Schweden, Bulgaren, Ruſſen, Letten,
Eng=
länder und ſchließlich die Hauptmaſſe 328 Ungarn, davon
69 mit deutſcher Mutterſprache. Insgeſamt waren
253 Schüler deutſcher, 301 nichtdeutſcher Mutterſprache. Neben
285 Knaben wurden 269 Mädchen unterrichtet. Der Lehrkörper
be=
ſtand aus 18 hauptamtlichen Lehrkräften (5 davon Heſſen,
4 Ungarn) und 8 Hilfskräften.
Ich darf vielleicht im Anſchluß an dieſe ungariſchen Verhältniſſe,
die einen Einblick in eine deutſche Auslandsſchule geben, einige
all=
gemeine Bemerkungen machen über ihre Zahl und ihre Verbreitung
und als Heſſe vielleicht auch ein Wort über die Anteilnahme
der beſſiſchen Lehrer und Lehrerinnen an
die=
ſem wichtigen Zweig deutſchen Schulweſens.
Denn, um es gleich vorweg zu nehmen, die Zahl der Heſſen, die
draußen tätig ſind, iſt außergewöhnlich groß, Heſſen hat, auf die
Hundertzahl ausgerechnet den Vorrang vor
allen deutſchen Ländern, einſchließlich Preußen.
„Ich beſchränke mich bei dieſen allgemeinen Betrachtungen auf
die deutſchen Auslandsſchulen im eigentlichen
und engeren Sinne. Ich ſpreche alſo nicht von den
Min=
derheitenſchulen, die heute auf Grund der internationalen
Vereinbarungen über den Minderheitenſchutz in Dänemark, Polen,
Tſchechoſlowakei, Jugoſlawien, Ungarn und in den baltiſchen
Staaten beſtehen. Ich rede auch nicht von den deutſchen
Minderheitenſchulen in Rußland und
Numä=
nien, da ſie ſich heute, ſoweit ſie noch beſtehen, unter fremder
Staatshoheit befinden. Als Auslandſchulen im
enge=
ren Sinn gelten nur diejenigen deutſchen Schulen, die
außerhalb des zuſammenhängenden deutſchen
Sprach=
gebiets liegen und 1. von privaten deutſchen Unterhaltsträgern
(dem aus Mitgliedern der deutſchen Kolonie beſtehenden
Schul=
vorſtand) betrieben werden 2. Deutſch als Unterrichtsſprache
verwenden; 3 hauptſächlich deutſche Lehrkräfte beſchäftigen;
4. von einem deutſchen Schulmann geleitet werden und 5, in ihren
Erziehungszielen und Lehrweiſen bewußt deutſch eingeſtellt ſind.
So geſehen ergibt ſich folgendes Bild für, das
Schuljahr 1931/32 für die Zahl der Schulen und die Zahl
der Schüler, die Zahlen in Klammern gelten für 1913.
Schüler
Schulen
51 (62: 10 466 (8 546)
Europa".
21 (31) 1354 (2 695)
Aſien
20 (48) 1577 (3 119)
Afrika
176 (125) 16 778 (9 197)
Spaniſch Amerika".
insgeſamt ohne Braſilien 268 (266) 30 175 (24 157)
1260 (587) 50 125 (24 025)
Braſilien
insgeſamt 1528 (853) 80 300 (48 182)
Von Bedeutung iſt die Zahl der nichtdeutſchen Schüler in
Europa. Trotz Verminderung der Zahl der deutſchen
Auslands=
ſchulen in Europa um 11 (20 Prozent) iſt die Zahl der Schüler um
2000 gewachſen. Dies erklärt ſich aus dem großen Zulauf, den die
deutſchen Schulen in Südoſteuropa und in Spanien von ſeiten der
nichtdeutſchen Jugend gefunden haben. In Sofia beiſpielsweiſe,
wo ſich die Beſuchsziffer verſechsfacht hat, beträgt die Zahl der
deutſchen Schüler nur 15 Prozent. Insgeſamt iſt in den deutſchen
Auslandsſchulen Europas ſeit 1913 die Zahl der nichtdeutſchen
Schüler von 47 Prozent auf 60 Prozent in 1932 geſtiegen. Ein
deutlicher Beweis dafür, daß im europäiſchen Raum den deutſchen
Auslandsſchulen neben ihren urſprünglichen
deutſchtumerhalten=
den Aufgabe in immer ſteigendem Maße die obengezeichnete
Auf=
gabe zugefallen iſt, Mittler deutſcher Kulturwerte für Nichtdeutſche
zu ſein.
Eine beſondere Bedeutung unter den Auslandſchulen haben die
ſogenannten anerkannten Schulen im engeren Sinne.
Es ſind dies die Vollanſtalten und Realſchulen, deren Schüler und
Schülerinnen nach Durchlaufen der Schule eine
Reifeprü=
fung ablegen, die als gleichwertig mit der
ent=
ſprechenden deutſchen Prüſung und meiſt auch mit
derjenigen des Gaſtlandes anerkannt iſt. Die Reifeprüfung
wird daher auch unter dem Vorſitz eines Reichsbeauftragten
abge=
halten, in Europa iſt dies ein deutſcher Schulmann, in Ueberſee
meiſt ein Mitglied der diplomatiſchen Vertretung.
Während vor dem Krieg in dieſem Sinne nur 13
aner=
kannte deutſche Auslandsſchulen beſtanden, nämlich vier
Vollan=
ſtalten und 9 Realſchulen, iſt doch jetzt in jedem für das
Auslands=
ſchulweſen wichtigen Kulturraum wohl mindeſtens eine
bis zur deutſchen Hochſchulreife führende Anſtalt
vorhanden. Zurzeit beſtehen in acht euroväiſchen und in vier
außereuropäiſchen Ländern 14 vom Reich anerkannte deutſche
Voll=
anſtalten, und zwar in Helſingfors Hagg, Davos Rotterdam,
Madrid (715 Schüler), Barcelona (759), Mailand, Budapeſt,
So=
fia (812). Iſtanbul (828), Mexiko (697), Buenos Aires (166), Sao
Paulo (560) und Windhuk. Vier von dieſen 14
deut=
ſchen Vollanſtalten werden von Heſſen geleitet,
Helſingfors von dem Darmſtädter Oberſtudienrat Dr. Philipp
Krämer, den Haag von Profeſſor Schuchmann, Budapeſt
von Dr. Rettig und Sao Paulo ſeit 21 Jahren von dem
Ober=
ſtudiendirektor Dr. Hoch, der ein hohes Anſehen auch bei der
bra=
ſilianiſchen Regierung genießt und den Vorſitz im Deutſch=
Braſi=
lianiſchen Lehrerverein führt.
Neben dieſen 14 Vollanſtalten beſtehen noch acht bereits
an=
erkannte Realſchulen und etwa ebenſo viele, deren Anerkennung
bevorſteht oder erſtrebt wird. Es ſind dies die Schulen in
Am=
ſterdam (326), Bilbao (116), Liſſabon, Mailand. Florenz. Rom
(205), Athen (207) Saloniki, Valparaiſo (395). Concevcion/Chile
(326), Valdivia (Chile), Guatemala. Port Alegre, Rio de
Ja=
neiro (500), Montevideo (450), Schanghai (204), Tientſin.
Dazu das Mädchenlyzeum der Katholiſchen Schweſtern in Mailand
(205). Von dieſen 17 Schulen wurden im letzten
Schuljahr fünf von heſſiſchen Direktoren
ge=
leitet, es ſind die Schulen in Florenz, Rom, Liſſabon, Saloniki
und Montevideo. In Montevideo iſt es der Heſſe Dr
Born=
mann, der ſeit 1921 Auslandslehrer iſt, er ſtand auf gefährlichem
Poſten an der deutſchen Schule in Helenendorf im Kaukaſus
un=
ter ruſſiſcher Beobachtung, er war Lehrer in Florenz, dann dort
Direktor, jetzt wirkt er ſeit vier Jahren in Montevideo und hat
die Schule in dieſer kurzen Zei: zu großer Blüte gebracht, ihre
Beſuchsziffer iſt um mehr als das Doppelte gewachſen. Wenn man
bedenkt, daß an dieſen insgeſamt 31 Schulen Heſſen ſeiner
Bevöl=
kerungszahl nach noch nicht mit einem Direktor beteiligt ſein
dürfte, ſo wird man dieſe Zahl von 9 heſſiſchen
Auslandsdirek=
toren mit Stolz und Genugtuung feſtſtellen dürfen. Zu ihnen
treten noch einige heſſiſche Schulleiter an Mittelſchulen in
Hol=
land und Südamerika.
Neben den heſſiſchen Auslandsdirektoren ſteht nun in Reih
und Glied zu dankbarer und opferwilliger Pionierarbeit eine
überaus große Anzahl von heſſiſchen Lehrkräften. Männer und
Frauen, Philologen und Lehrer, in friedlichem Wettbewerb.
Mit den Kollegen aus den anderen deutſchen Ländern vereint in
glühender Liebe zum Deutſchtum an dem da draußen fern vom
Mutterland zu betreuenden deutſchen Jungvolk. Nahezu
hun=
dert Heſſen ſind in aller Welt als Lehrer an
deutſchen Auslandsſchulen, teils ſeit langen
Jahren, manche ſeit Jahrzehnten tätig. Denn Heſſen
verlängert auf Antrag der Schulvorſtände und dem Wunſch der
Lehrer nachkommend, immer wieder in großzügiger Weiſe den
Ur=
laub ſeiner Auslandslehrer, in der richtigen Erkenntnis, daß die
Tätigkeit um ſo erſprießlicher iſt, je länger das Verbundenſein
mit der deutſchen Kolonie und den Kreiſen des Gaſtlandes
dau=
ert. Dieſe hundert Heſſen wirken in etwa 50 Schulen, ſie wirken
in der Vollanſtalt der Millionenſtadt, ſie wirken an der kleinen
Pikadenſchule Braſiliens mit entſagungsvoller Hingabe; gar viele
von ihnen ſind verheiratet und die Frau ſtellt ſich mit in den
Dienſt der deutſchen Kolonie und der Aufgaben des Mannes die
ſich da draußen nicht erſchöpfen im Lehren. Der Lehrer iſt dort
Mittler und Träger des Kulturgutes unſeres Volkes, er iſt
Brin=
ger und Verkünder des neuen Deutſchlands, er iſt der berufenſte
Vertreter des Gedankens von der Gemeinſchaft des
Hundertmil=
lionenvolkes, des geiſtigen Großdeutſchlands.
An manchen Auslandsſchulen kann man von heſſiſchem
Ein=
ſchlag reden. Der Heſſe Bornmann in Montevideo hat noch fünf
Heſſen in ſeinem Kollegium, an der Oberrealſchule in Madrid ſind
6 Heſſen, in Budapeſt waren es fünf, ebenſo in Saloniki, in
Hel=
ſingfors mit Direktor Krämer ebenfalls fünf, etwa ein Drittel
des Kollegiums, in Sofia drei, in Kopenhagen drei.
Wie wertvoll iſt fürdieſen jungen heſſ.
Lehrer=
nachwuchs dieſe Auslandsarbeit! Sie erweitern ihren
Geſichtskreis, ſie kommen nach einigen Jahren, bereichert an
Wiſ=
ſen und Können, vertraut mit fremdem Schulweſen, geſtärkt in
der Liebe zum eigenen und an Verſtändnis für fremdes Volkstum
in die Heimat zurück. Sie werden abgelöſt von neuen Scharen
ebenſo begeiſterter Pioniere des lehrenden Deutſchlands, ſie
fin=
den aber in der Heimat auch ſolche Kollegen, die ſchon vor
ihnen draußen gewirkt haben. Deren Zahl
er=
reicht in Heſſen auch nabezu Hundert. Und ſo dürfen
wir überzeugt ſein, daß reicher Segen im Geben und Nehmen von
den deutſchen Schulen des Inlandes und des Auslandes hinüber=
und herüberſtrömt, daß tatſächlich ein gemeinſames Band alle
deutſchen Schulen, alle Kulturſtätten des geſamten Volkstums,
verbindet.
Mit Stolz aber dürfen wir feſtſtellen, daß Heſſen im
Verhält=
nis zur Größe ſeines Gebietes, an erſter Stelle mitarbeitet am
Aufbau unſeres größeren Vaterlandes, am Aufbau des geiſtigen
Großdeutſchlands, das dereinſt in einer wirklich befriedeten
A=
ſo wie ſie der Führer erſtrebt, ſeinen Ehrenplatz unbeſtritten
ein=
nehmen wird.
TEMMERS Kalte küche
attägllch frisch aus eigener Herstellung:
Iapan-Krebs i. Burgunder-Aspik.
Mordseekrabben i. Burgunder-Asplk .. . . . „ 90
Muhn in Boulllon-Aspik
J-Ulzkotelett in Bouillon-Aspik . . . . . . . . „ 60
Setrütf Gänseleber i. Madeira-Aspik . . .. . „ .50
Beinster Rügen-Aal in Wein-Aspik . . . . .
apan=Krebs in Mavonnaise.
Russisches Ei in Remoulade
Fleisch-Salat, Herings-Salat, Schweden.Salut,
Krabben-Meyonnalse, Gemüse-Salat, Remoulade.
Spezialität: ½ Hähnchen, tägl. frisch gebraten Stück 1.- (11661
jeden Freitag gans trisch schtie Baur. Weikwürzto Paar-,35
Temmer, Elisabethenstraße 14.
. . . Stück —,65
.80
„ 50
.. . . Portion —.45
40
robedarf
diei fältigungsapparate
Zubehör, Saugpoſt
Seiſ omaſchinen und
Rehiter
Möbel
leibaſten und =Karten.
ſor=dner, Mappen,
hellhefter
hüftsbücher
zuhard Lutz
Nähmaſchine,
gebraucht.
Karlſtr. 25, part.
Kultivierte
Ffeſferminze
diesjährig. Ernte
liefert als
Spe=
zialität billigſt
Medicinal=Drogerie
Fr. Beckenhaub
Schulſtraße (Ecke
Kirchſtraße)
Perſer=
teppich
und
einige Brücken
bill. zu verkauf.
Off. u. M. 5.5840
a d. Geſch. d. Bl.
(IIMhm. 11649)
Bil. Kerzel
1 Stück nur 7 %.
3 Stück nur 20
Neu: Jedes Stück
Patentfuß,
teht oh. Leuchter
Seifen=Lehner
Mackenſenſtr. 9.
Kinderwagen,
faſt neu,
Tiſch=
gasherd zu
ver=
kauf.
Kirſchen=
allee 110b.
Echter Smyrna=
Teppich,
3X4 Meter,
Lederklubſofa,
gut erhalten,
Piano,
eichen, modern.
Standuhr, f. neu,
Stutzflügel,
erſt. Fabrikat.
Barockaufſatz=
Kommode,
Biederm.=Möbe!
billig abzugeb.
Ferd. Kurtz,
Rheinſtr. 20.
Richtige Goßstadtleistungen
zeigt Stegmüller, eine Auswahl, die an Schönheit
und Wielseitigkelt nichts zu wünschen übrig läßt,
dazu Preise, die aufs Neue den Ruf großer Billig-
Alleinverkauf der echt, Loden-Frey-Mäntel
HiNTERM DARMSTADTER SCHIOSS- SCHOSSGRABEN 134134
Selten billig! (a
kreuzſ.,
Piand vie neu
erh., Panzerpl.,
J. Gar.nur 330.—
6 andere prsw.
ſchlageterſtr. 35.
Schlafzimmer=
Einrichtung mit
Roßh.=Matratz.,
Tiſch. Stühle zu
verkauf.
Gries=
heim bei Dſtdt.
Neue Darmſtädt
Straße 20.
Klavier
neu, eiche, braun
RM. 590 z. bk.
HI. W. Dimmermann
s Grafenſtr
Tadelloſes
Radio
(3 Röhren) mit
Lautſprecher,
Neupreis 280 ℳ
für 25 ℳ z.
ver=
kaufen.
Liebig=
ſtraße 13½.
Eleganter
Damenmantel
mit Pelz. Größe
44. u. 2 Kleider
zu verkaufen.
—4 Uhr. Nied.
Ramſt.=Str. 8
Faſt neues
Dam.= u. Herr.=
Fahrrad
Bliß=
Raſier=Creme,
das
Raſierwun=
der, Tube 50 3.
Phil. Gaydoul,
Mühlſtraße
Tel. 4467 (a
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHR CHTEN
*Verschiebung
der Hanauer Mainbrücke
Zwischen Hanau am Main und dem auf dem jenseitigen Ufer
gelegenen Ort Klein-Steinheim gab es zwei Brücken, die eine
war eine alte, bereits mehrere Jahre außer Betrieb gesetzte
Eisenbahnbrücke, die andere eine alte Straßenbrücke; beide
lagen, wie man es des öfteren hat, dicht nebeneinander, beide
waren Stahlkonstruktionen mit je fünf Brückenbögen von rund
50 Meter Stützweite, sie hatten also eine Gesamtlänge von
250 Meter. Die alte Straßenbrücke war den zunehmenden
Ver-
kehrslasten, die über sie rollten, nicht mehr recht gewachsen.
Man beschloß daher, sie abzutragen und die alte
Eisenbahn-
brücke, die für eine viel größere Tragfähigkeit gebaut war, zu
einer Straßenbrücke umzubauen.
Dieses Bauvorhaben wäre kaum erwähnenswert, wenn nicht
allerlei Umstände, die hier nicht im einzelnen aufgezählt werden
können, es notwendig gemacht hätten, die umgebaute Brücke
gleichzeitig um acht Meter stromaufwärts zu verschieben, und
wenn nicht die Forderung hinzugekommen wäre, die gesamten
Arbeiten ohne Störung des Verkehrs durchzuführen. Zur selben
Zeit nämlich war die Offenbacher Mainbrücke wegen
Umbau-
arbeiten gesperrt, und die Hanauer Brücke bildete daher die
ein-
zige Straßenverbindung von Frankturt am Main nach
Aschaffen-
burg. Es kamen also in der Tat verschiedene Umstände
zu-
sammen, die den Bauingenieuren ihre Arbeiten recht erheblich
erschwerten. Nun, richtige Stahlfachleute lassen sich nicht so
leicht einschüchtern, denn sie wissen, daß ihr Baustoff Stahl eine
ganze Anzahl günstiger Eigenschaften besitzt, daß er
beispiels-
weise nicht nur eine hohe Festigkeit gegenüber mechanischer
Beanspruchung aufweist, sondern auch — gemessen an dieser
Festigkeit — nur geringes Gewicht besitzt, das es möglich macht,
stählerne Bauten von einer Stelle zur anderen zu verschieben.
Man hat zuerst die alte Eisenbahnbrücke zu einer
Straßen-
brücke umgebaut; dazu gehört eigentlich nur die Herstellung
einer gepflasterten Fahrbahn und der Anfahrrampen auf beiden
Seiten. In wenigen Wochen war diese Arbeit beendet. Dann
konnte der Verkehr über die umgebaute Brücke geleitet werden,
und nun ging man daran, die alte Straßenbrücke abzubrechen.
Auch das geht bei Stahl auf recht einfache Art und Weise. Man
schneidet die Stahlkonstruktion mit dem Schneidbrenner bis zu
transportfähigen Stücken auseinander und verlädt sie in
Eisen-
bahnwagen oder Schiffe, Im vorliegenden Fall hat man natürlich
den Transport auf dem Main durchgeführt. In sechs Wochen
waren die fünf Brückenbögen mit ihrem Gewicht von insgesamt
500 Tonnen von zwölf Hilfskräften im Freiabbruch beseitigt.
Schließlich folgte die Hauptarbeit, die Verschiebung der
um-
gebauten Brücke. Eine solche Arbeit muß naturgemäß in allen
technischen Einzelheiten bis auf das kleinste durchgearbeitet und
organisatorisch restlos vorbereitet sein, wenn sie in kürzester
Zeit und ohne Verkehrsstörung durchgeführt werden soll. Das
war hier der Fall. Die Arbeit gelang daher in nur zehn Tagen
mit je acht Stunden Arbeitszeit. Man hat zuerst die auf
Granit-
pfeilern ruhende Brücke mit hydraulischen Hebezeugen um
mehrere Zentimeter angehoben und dann unter jedes Ende
Eisenbahnschienen untergeschoben, Auf diese Schiene kam eine
Stahlplatte, auf welcher Stahlwalzen rollten. Nachdem die Brücke
auf diese Weise beweglich gemacht worden war, wurde sie mit
Winden halbmeterweise verschoben. Sechzehnmal war eine
solche Verschiebung um je einen halben Meter notwendig, und
jedesmal gehörten nur zwei Mann dazu, um eine Winde zu
be-
tätigen.
Nachdem die fünf Brückenbögen so an die richtige Stelle
gebracht waren, hat man die Brücke erneut angehoben, die
Ver-
schiebebahn samt Platten und Rollen wieder entfernt und dann
das gewaltige Bauwerk auf seine neuen Auflager abgesetzt.
Ganz so einfach, wie sich das anhört, war die Arbeit allerdings
doch nicht, weil gewisse Komplikationen eintraten, die sich aus
den verschiedenen Breitenverhältnissen der alten und neuen
Brücke ergaben. Aber man konnte auch dieser Schwierigkeiten
durch sorgfältige technische und organisatorische
Vorbearbei-
tung reibungslos Herr werden.
Im ganzen betrachtet ist es jedenfalls eine außerordentlich
bemerkenswerte Leistung gewesen, eine für das Wirtschaftsleben
derart wichtige Brücke bei vollem Verkehr zu verschieben, und
das obendrein in so außerordentlich kurzer Zeit. Es braucht
wohl kaum betont zu werden, daß sich solche bautechnischen
Kunststücke nur mit stählernen Brückenkonstruktionen anstellen
lassen. Bei Bauwerken jeder anderen Ausführung wäre der
Um-
bau außerordentlich erschwert, auf jeden Fall auch die
Ver-
schiebung ein Ding der Unmöglichkeit gewesen.
*Schmelzsägen.
Zu den althergebrachten Metallbearbeitungsverfahren hat
sich in der autogenen Schneid- und in der Schweißtechnik in den
letzten Jahrzehnten eine neue Art hinzugesellt. Für die
Bearbei-
tung von Blechen entwickelt sich neuerdings eine weitere
Ar-
beitsweise: das Schmelzsägen. Drückt man gegen das rasch
lau-
ſende Band einer Bandsäge sehr schnell ein Blech, so entstehen
infolge der großen Energiezufuhr auf der kleinen Angriffsfläche
des Sägeblattes zunächst eine Erwärmung des Materiales, die nur
in ganz geringer Menge abgeleitet wird. Die Umgebung des
Schnittgrundes bleibt kühl, an der eigentlichen Schnittstelle
aber wird der Werkstoff durch die Erhitzung teigförmig und
kann dann mit geringstem Aufwand von den harten Sägezähnen
weggerissen werden. Der Arbeitsvorgang wird von
Funkensprü-
hen und einem harten Geräusch begleitet. Wenn die nötige
Pruckstärke bei dem Anpressen des Materials nicht gewagt
wird, so tritt der Erwärmungsvorgang nicht ein und das
Schmelzsägeband erleidet eine hohe Abnutzung. Die
Schmelz-
sägebänder können auf den üblichen Schleifmaschinen geschärft
und wie andere Bänder hartgelötet werden. Sie laufen mit
einer Geschwindigkeit von 20—50 Meter in der Sekunde.
Wirt-
schaftlich am günstigsten ist die obere Grenzzahl. Für den
Ar-
beitsvorgang können aber schon gewöhnliche Holzbandsägen
benutzt werden, die nur eine Geschwindigkeit bis etwa 20 Meter
ſestatten. Allerdings ist ein besonderes Schmelzsägeband
er-
forderlich. Bei Sondermaschinen muß hoher Wert auf eine gute
Federung des Oberrades gelegt werden, da durch die
Erwär-
mung mitgerissene Sägespähne, die sich zwischen Band und Rad
klemmen und durch Flattern Störungen entstehen, die von den
Federn in kürzester Zeit ausgeglichen werden müssen.
In einer Sekunde können bei Schmelzsägen etwa 1—2 gem
Schnittfläche geleistet werden. Beispielsweise ist es möglich,
ein ½a-Gasrohr in 1,5 Sekunden, ein 1-Rohr in 4 Sekunden zu
schneiden. Gewiß eine außerordentlich kurze Zeit. Das neue
Arbeitsverfahren wird deswegen besonders in Werkstätten
ver-
wandt, wo Stäbe geringerer Abmessung und Bleche zu
schnei-
den sind.
*Neues vom Fahrrad.
Die Firma Humber hat im Jahre 1885 dem Fahrradrahmen
die Form des gradlinigen Parallelogramms gegeben, Dunlop
fügte im Jahre 1890 den Luftreifen dazu, so war schon Ende
des vergangenen Jahrhunderts die Form des Fahrrades
gefun-
den, die aus dem Gerät der Akrobatik ein nutzbares
Verkehrs-
mittel gemacht hat. 1898 erfand Moreau den Freilauf, der eine
wesentliche Erleichterung für den Fahrer darstellte, er führte
sich aber erst einige Jahre später allgemein ein. So ist das
Fahrrad heute kein Sportgerät mehr, sondern ein
Verkehrsmit-
tel geworden, das eine ungeheure Verbreitung in Stadt und Land
gefunden hat. Wenn man einen Radfahrer fragt, so wird er
sicherlich behaupten, daß die äußere Form des Rades
unverän-
dert und unveränderlich sei. Er vergißt, daß wir seit wenigen
Jahren einen Ballonreifen, einen Lichtdynamo und sonstige kleine
Veränderungen am Rad erlebt haben, er vergißt auch die vielen
vorübergehenden Veränderungen, die sich nicht durchsetzen
konnten. Neuerdings sind wieder zwei Erfindungen bekannt
ge-
worden, die die äußere Form des Fahrrades umgestalten.
Sichelrad.
Eine deutsche Firma hat eine neue Form des Fahrrades auf
den Markt gebracht, die sich von der seitherigen Form sehr
wesentlich unterscheidet. Die Vorderradgabel hat eine sichelförmige
Form bekommen, die durch natürliche Federung des zum Bau
verwendeten Spezialstahles ein wesentlich weicheres Fahren
ge-
währleistet. Das Rad soll sich ebenso wie ein halbballonbereif-
Bild 1. S4. auf Sichelrädern.
(Photo Ankerwerke)
tes Vorderrad fahren, ohne dessen Nachteile zu besitzen. Es
wäre wirklich dem Radfahrer zu wünschen, daß hier ein
grund-
legender Wandel eintritt, denn wer selbst fährt und die Stöße
mangelhaften Pflasters in den Handgelenken zu spüren bekommt,
weiß, wie notwendig hier eine Verbesserung ist. Es sind ja schon
vielfach Vordergabelfederungen eingeführt worden, sie alle haben
sich nicht bewährt und sind wieder aus dem Handel
verschwun-
den. Die verblüffend einfache Lösung, die unser Bild 1
dar-
stellt, erscheint geeiguet, sich für dauernd Freunde zu erwerben,
zumal sie schon bei schweren Versuchen in der Praxis ihre
Fähig-
keiten bewiesen hat.
Dreigangfahrradgetriebe.
Wer viel durch Darmstadts Straßen fährt, wird davon
über-
zeugt sein, daß ein Wechsel in der Uebersetzung Körperkräfte
und Lunge schont. Bergauf die Peter-Gemeinder-Straße oder die
Bild 2:
Dreiganggetriebe
aufgeschnitten,
Theodor-Fritsch-Straße zu fahren, gehört nicht zu den
Ver-
gnügungen des Radfahrers. Man hat schon vielfach wechselbare
Uebersetzungen beim Fahrrad versucht, sie haben sich leider
nicht bewährt, vielleicht deswegen, weil sie zu empfindlich
waren und mehr außer, wie im Betrieb sein mußten, Noch am
Bild 3: Fahrrad mit Dreiganggetriebe.
(Photo Adlerwerke.)
bekanntesten wurde die mehrfache Uebersetzung in der Im./
radnabe mit Planetengetriebe, auch sie ist aber
wieder-
schwunden. Das neu auf den Markt gebrachte
Dreigangge-
gestattet das Verhältnis der einzelnen Gänge zu einander
Wahl der entsprechenden Zahnräder und außerdem dure-
Wahl des Verhältnisses vom Kettenrad zum Zahnkranz au
Hinterachse vielfach zu verändern. Sehr vorteilhaft ist es.
die Bauart, die unsere Abbildung 2 und 3 zeigt, so gewählt /0
daß die mittlere Uebersetzung, die erfahrungsgemäß am maiutir Ve
eingeschaltet ist, unmittelbar wirkt. Sie arbeitet ohne Reim,/kurtzie.
verlust in den Zahnrädern, bedingt deswegen keinerles W
nutzung dieser Räder und kann auch benutzt werden wes
Getriebe selbst eine Störung eingetreten ist. Bei Fahrttqnr iℳt Trebut
Berg kann eine Untersetzung und zur Erzielung große- /
schwindigkeiten eine Uebersetzung im Vorgelege eingeser Mhm ils?
werden. Es ergeben sich z. B. folgende Uebersetzungsvochid
nisse: Mittelgang 65 (68), Berggang 54 (61), Schnellgang 7:
es können natürlich alle anderen Verhältnisse gewählt wn
soweit nicht die handelsüblich vorrätigen Einzelteile Festri drr
auf eine gewisse Norm erfordern. Der Fahrer muß allerding
Kauf nehmen, daß ein Rad durch die neue Bauart schwererudd
es gibt aber auch Firmen, die durch geschickte
Veränderuryſü-
sonstigen Teile das Gewicht auf gleicher Höhe zu halter,
stehen. Eine geringe Vermehrung des toten Gewichts be -MMf Nick
zudem ja auch wenig Belastung bei der Vorwärtsbewegum //*
Rades. Die Umschaltung von einem auf den anderen Gang
funn ”
während der Fahrt leicht durch den an dem Rahmen
ange-
ten Schalthebel erfolgen, der an die bewährte Bauart der H
radschaltung der Form nach angelehnt ist. Einzelne Rast1 Hebel machen ein Verschalten unmöglich.
Wenn auch die Erfahrung der letzten Jahre in der B
rung neuer Konstruktionen zu großer Vorsicht mahnen,
sc-
ben wir doch, annehmen zu können, daß diesen beiden
icht
rungen wegen ihrer sachgemäßen Bauart eine Zukunft beie
den ist, besonders auch deswegen, weil sie einem langge."
Bedürfnis des Radfahrers entgegenkommen.
*Ein Kilogramm Stah
500 000 Mark?
Wollen Sie ihn sehen? Bitte. Aber Sie besitzen ihn
reits und tragen ihn täglich bei sich.
In jeder Taschenuhr ist eine winzig kleine Feder aus 14
Kohlenstoffstahl, mit viel Mühe und Sorgfalt von Spezialarhli
hergestellt. Viele 1000 Stück gehen auf ein Kilogramn.
Sehr schön, aber was ist Kohlenstoffstahl und woher
der hohe Preis?
Kohlenstoffstahl ist vollkommen reiner, unlegierter Stzim
aus bestem schwefel- und phosphorarmem Roheisen im 2
ofen hergestellt wird. Er besitzt sehr hohe Festigkeiu/
Zähigkeit.
Der hohe Preis liegt in der Herstellung begründet. Alea4
feinen Federn werden aus dünnstem Blech geschnitten geles
und gehärtet. Diese Arbeiten erfordern peinlichste Genzu5
denn die fertige Feder wiegt nur Bruchteile eines Gramnes,
Ein Uhrmacher könnte aus einem Kilogramm dieser 14
sämtliche Taschenuhren einer größeren Stadt in Betrieb:
Neben diesen Federn stellt die deutsche Stahlindustri ic
andere winzig kleine Dinge her, die allerdings nicht g
teuer sind. Unter anderem winzig kleine, mit freiemn
kaum sichtbare Zylinder für Armbanduhren, das Kilograu
100 000.— RM.
Ein spinnwebenfeiner Draht von nur 0,01 Millimeter
kostet je Kilogramm 20 000 RM. Und wie dick ist noch ein
schenhaar im Vergleich zu einem solchen Draht, bei einen.
messer von etwa 0,07 Millimeter. Diese Drähte dienen als
standsdraht und bei feinen Ankerwicklungen. Alle diese
zeigen, wie hochentwickelt die deutsche Technik ist, die 2
zielbewußte Arbeit deutscher Ingenieure im Verein mu
Schaffenskraft deutscher Arbeiter allen Anforderunge:?
wachsen ist.
Mit Rückſich
ſwg auf dem
Am Son
:Yölle
Mpiel zwiſ
*.
vele
tit,
KURZE MITTEILUNAN
* Die Gewinnung von Eisen aus minderwertigen Erzende
schaftlich tragbarem Weg soll einem fülrenden Werk der Ee*
Schwerindustrie gelungen sein. Deutschland erzeugt jährlich einee!
lionen Tonnen Roheisen, von denen nur ein Drittel aus heimische2
erschmolzen werden. Wir besitzen einen fast unerschöpflichen 1
von Erzen mit niedrigem Eisengehalt besonders in Mitteldeutsell:b
es uns dann ermöglichen, von der Einfuhr frei zu werden, weninte!
gelingt, das versuchsweise durchgeführte neuartige Verfahren il
Maßstab praktisch anzuwenden. Bei der Verhüttung dieser E
wieder auf das mittelalterliche Reunfeuer zurückgegriffen, bei
offenen Ofen das Eisen geschmolzen wurde. Das neue Verfald.
dient sich der in der Zementindustrie benutzten Drelrolröfen
den Vorteil, daß wohl feine, feinkörnige Brennstoffe verwandl
können.
* Von den amerikanischen Fluginseln hat man in den
Jahren weniger gehört. Nachdem die praktische Lösung in T9
Flugstützpunktes •Westfalenc der deutschen Lufthausa gefunden !
probiert ist, kommen nun doch wieder Nachrichten aus
Amerlkdr-
man den Gedanken, größere Flugstützpunkte zu bauen, uicht ar 4
hat. Man geht jetzt daran, Probeinseln zu bauen, die eine Lül- 100 und eine Breite von nur 50 m haben sollen, während
teren Ausführungen die Länge 400 und die Breite 100 m beif42
Die Konstruktion derartiger Inseln wird bei der holten Entwiek-
Stahlbaues keine unüberwindlichen Schwierigkeiten bieten, dugeß‟
es den Erfindern noch Sorge, wie derartige Bauwerke iim Well"
einer Tiefe von etwa 4000 m Sicher verankert werden könnel.
bereits mehrere Patente auf derartige Verankerungen geioimen 2
der einzelne Anker soll ein Gewicht von 1500 Tounen bekominel
NEUE BüCHER UND ZEITSCHRIE
* Betonstraßenbau in Deutschland, Ausgabe 1934. Heralsßehe
scher Zement-Bund G. m. b. H. (Zementverlag (. m. b. HI.- Be
lottenburg 1934. 96 Seiten und 40 Bildtafeln. Preis 2,40 El"
Vor etwa 10 Jahren berichtete Prof. Dr.-Ing. Kleinlogel 1be
von amerikanischen Betonstraßen in einer Abhandlung, dieL
Verlag erschienen ist. Damals waren Straßenbaumaschinen Sit"
land fast noch unbekannter Begriff. Die Zeiten haben sich wesen
ändert. In den Jahren, in denen man in Deutschland ein großels
von Autobahnen baut, hat sich auch bei uns die Technik der
herstellung den Erfordernissen der Zeit augepaßt. Def Fülle
egt zum achten Mal eine Schrift über Betoustraßenbau Vor. 1
als Mitarbeiter neben den Sachbearbeitern des deutschen SS
namlafte Fachleute zur Mitarbeit verpflichtet. Besonders herfoe
sind die sehr guten Abbldungen des vorliegenden kleſtes. Le=
Sageit als langatmige Abhandlungen. Es muß auch für den
darauf hingewiesen werden, daß er im zweiten Teil des Hieites"
sten Bestimmungen vorfindet, die er bei der Herstellung der Bee
oder der Zementschotterstraße kennen muß.
Fritag, 9. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 310 — Seite 11
SttonSatt lolabls
Die Fußball=Kreisklaſſe 2
in ihren bisherigen Spielen folgenden Stand heraus:
Gruppe I
um4 Spielen aller Teilnehmer ſteht Seeheim mit 6 Punkten vor
20ſach mit 5 Punkten, während Zwingenberg, Auerbach, Hähn=
1gund Fehlheim mit je 4 Punkten folgen und Hambach ſich mit
ün Pluspunkt am Ende befindet. — Am Sonntag ſtehen ſich
zngenberg — Alsbach, Fehlheim — Seeheim und Hambach —
zünlein gegenüber, alſo recht intereſſante Paarungen.
In Gruppe II
füht jetzt Trebur mit 9 Punkten aus 5 Spielen auf dem
Vorder=
ſu vor Stockſtadt, das aus 3 Treffen 6 Punkte holte, während
7ſh im aus 4 Spielen mit 5 Punkten folgt vor Leeheim (4 Sp.)
un Geinsheim (5 Sp.) mit je 4 Punkten, Büttelborn (5 Sp.)
ſunkte vor Dornheim, das aus 5 Kämpfen 1 Punkt behielt.
6A98 III. außer Konkurrenz teilnehmend, zählt 2 Punkte aus
bielen, die auch in der Tabelle nicht gewertet ſind. — Am
1menden Sonntag ſpielen: Leeheim — Büttelborn. Nauheim
W. 98 III. Stockſtadt — Trebur, Geinsheim — Dornheim.
20wichtigſte Spiel ſteigt alſo in Stockſtadt, wo die Spitzenreiter
aAnandertreffen.
Gruppe III
7MMerck Darmſtadt mit 5 ſiegreichen Spielen und 10 Punkten
uer Spitze vor Hahn (5 Sp.) und SV. Erzhauſen (6 Sp.) mit
1e Bunkten, TSG. Erzhauſen folgt mit (4 Sp.) 5 Punkten vor
2 ſungen (3 Sp.) 4 Punkten, Reichsbahn (4 Sp.) 3 Punkten.
Grä=
f euſen (3 Sp.) 0 Punkten und Eſchollbrücken (4 Sp.) 0 Pkt.
ſkommenden Sonntag ſteigt an der Rennbahn das
Lokal=
ven Beſſungen — Merck, zwei Spitzenanwärter, Reichsbahn —
ßienhauſen, TSG. Erzhauſen — Hahn, Eſchollbrücken — TG.
andlingen, während SV. Erzhauſen frei bleibt.
Gruppe IV
get Erbach und Lützel=Wiebelsbach aus je 6 Spielen mit zehn
Aten als Tabellenführer vor den mit 8 Punkten gleichen
Ver=
m Beerfelden und Groß=Umſtadt. Lengfeld 6 Pkt. Neuſtadt
Ueberau 5 Pkt. Sandbach (5 Sp.) 4 Pkt. Spachbrücken
ip.) 2 Pkt. und Kleeſtadt 0 Pkt. — Am 11. 11. ſpielen hier
Madt — Kleeſtadt, Sandbach — Groß=Ulmſtadt, Lengfeld —
1Wiebelsbach, Beerfelden — Ueberau, Spachbrücken —
Er=
alſo Begegnungen, di im Odenwald von beſonderem Reiz
ſeiret ſind.
Gruppe V
iolgendes Programm: Oberabtſteinach — Mörlenbach,
Wald=
nelbach — Rimbach, Gorxheim — Affolterbach, Aſchbach —
Un=
wünmattenwag, das ebenfalls guten Beſuch an ſich bringen
IN.
Spielausfall: SV. 98—Walldorf.
Mit Rückſicht auf die Reiter=Veranſtaltung am Sonntag nach=
Küle 1ütg auf dem alten Flugplatz wurde dieſes Spiel abgeſetzt.
Fußballabteilung „Bühne‟ — SV. 98 AH. II.
An Sonntag, vormittags 10 Uhr, ſteigt auf dem Stadion
anhöllenfalltor ein ſicherlich recht originell verlaufendes Fuß=
HNoiel zwiſchen der Fußballabteilung des Heſſiſchen
Landesthea=
ßs der viele bekannte Künſtler angehören, und der 2. AH.=
Mann=
ſ Ses Sportvereins 98. Der Eintritt iſt frei.
Germania Eberſtadt—Jahn 1875.
Amm kommenden Sonntag müſſen die 75er zu den bekannten
ſrädtern. Beide Mannſchaften pflegen faſt die gleiche Spiel=
7 und es iſt deshalb der erfolgreiche Ausgang für den einen
anderen oft Glückſache. In den Treffen der vergangenen
ge teilte man ſich oft in die Punkte. Seit vielen Jahren
lie=
ſich beide ſchon harte und intereſſante Kämpfe, die ſich ſtets
ſahmen des Erlaubten bewegten. Die 75er als ehemalige
tuachtler waren immer in Eberſtadt ein zugkräftiger Gaſt.
ham Sonntag wird es wieder recht intereſſant werden. Für
ſier gilt es, Formbeſtändigkeit zu beweiſen. Gelang es ihnen
Lan Vorſonntag gegen den Hauptanwärter zur Meiſterſchaft.
5. 1846=Rot=Weiß, auf deſſen Platze ein Unentſchieden zu
er=
in Gemeſſen an den Torchancen (ein Elfmeter wurde
ver=
ſen) und bei etwas mehr Glück wäre ſogar ein Sieg leicht
lich und verdient geweſen. Die Mannſchaftsaufſtellung iſt die
che wie am letzten Sonntag. Spielbeginn in Eberſtadt iſt für die
ennſchaft 2.30 Uhr nachmittags, für die 2. Mannſchaft 12.45
nachmittags. Abfahrt der 1. Mannſchaft 1.45 Uhr der
Mannſchaft 12 Uhr ab Rennbahn. Heidelberger Straße, per
Spielerſitzung Freitag abend 8.30 Uhr.
tüdeskommunalbank=Girozentrale — Landeshypothekenbank=
Landesbank.
Wie neulich ſchon kurz darauf hingewieſen, ſtehen ſich am
im Stag, nachmittags 2.30 Uhr. auf dem Stadion am
Böllen=
or die Vertreter der beiden Bankinſtitute gegenüber, die in
n Spielen gegen die Städtiſche Sparkaſſe Sieger geblieben
Beide Parteien fahren wieder mit ſtärkſtem „Geſchütz” auf.
alſo, daß beide Mannſchaften mit bekannten aktiven
Sport=
geſpickt ſind. Das Spiel wird nun Aufſchluß darüber geben.
ſe der beiden Mannſchaften es verſteht, die Zuſammenarbeit
den erprobten Leuten und weniger Fortgeſchrittenen am beſten
ücellen. Der Eintritt zu dieſem Spiel, das allgemein als
in=
ille Darmſtädter Bankmeiſterſchaft bezeichnet wird, iſt frei.
Reichsbahn-T5P. Darmſtadt.
Wieder herrſcht am kommenden Sonntag in der
Raſenſport=
lilung reger Betrieb. Beim Herbſt=Waldlauf wird ſich
Derein durch Andre, Ryſſel, Joſt und Schneider vertreten
un. Auch bei der Fußballabteilung, ſtehen wieder
ſchöne Spiele bevor, die recht guten Sport verſprechen. Die
Nannſchaft empfängt die 3. Mannſchaft des FC. Egelsbach zum
arndsſpiel und dürfte damit den ſchwerſten Gegner der Runde
bäuſt haben. Sie ſteht: Nettermann: Borger, Schmidt 1. Joſt,
rberger. Dechent; Beutel, Welker, Wittersheim Geyer,
Gg. Die 1. Elf erwartet anſchließend den FV.
Gräfen=
i en. Auch wird der volle Einſatz jedes Einzelnen
notwen=
werden. Die Mannſchaft ſteht mit: Berth; Seckler. Bär;
mann 2., Hartmann 1., Mahr; Feldmann 1. und 2., Frieß 1.,
hmantel, Holl 1. Und nun hoffen wiru noch auf guten Beſuch.
Lokaltreffen auf der Rennbahn.
11 Uhr: Beſſungen — Merck Darmſtadt.
m Sonntag vormittag 11 Uhr empfängt TG. Beſſungen 60
S V. Merck zum Verbandsſpiel. Merck ſteht mit 10 Punkten aus
Spielen ungeſchlagen an der Tabellenſpitze und wird
ver=
ſe, auf der Rennbahn zu Punkten zu kommen. Da jedoch die
ſeluweiſe der Beſſunger Turner von Spiel zu Spiel beſſer wird,
n man ſagen, daß ſich am Sonntag die beiden ſpielſtärkſten
leirne des Kreiſes gegenüberſtehen und man mit dem
ſpannend=
mnd ſchönſten Kampf der Saiſon rechnen kann. — Beſſungen
zi. mit: Schwarz: Stenner, Gimbel; Hinze, Ott. Stutz; Dony,
igse, Berth. Frühwein, Eckel. — Vorher, um 9.15 Uhr, Zweite
amiſchaften.
Der Waſſerball=Nachwuchs der Gaue Südweſt,
Nie=
ubein, Weſtfalen und Hannover iſt für den 17. und 18.
Novem=
brach Elberfeld zu einem Lehrgang eingeladen worden.
Steve Hamas, der letzte Bezwinger Max Schmelings. hat
bereit erklärt, Schmeling in Deutſchland einen Revanchekampf
ſiesfern.
Es wird durchgegriffen!
Ziviliſten dürfen das Spielfeld nicht mehr bekreten!
Der Fußball=Bezirksführer ordnet an:
Für die Spiele der Bezirksklaſſe ergeht mit Rückſicht auf
Er=
eigniſſe, die im Sportleben nicht mehr geduldet werden können,
folgende Anordnung:
Nach Schluß des Spieles und nach dem Ausbringen des Sieg=
Heil=Rufes gehen die beiden Mannſchaften mit dem Schiedsrichter
und mit den Linienrichtern geſchloſſen vom Platz. Die
Ver=
einsführer haben ihre Kameraden, die mit der Platzaufſicht
be=
traut ſind, darüber zu unterrichten, daß vom Sonntag. den 11.
November 1934, ab kein Ziviliſt das Spielfeld zu
be=
treten hat, bis die Mannſchaften mit dem Schiedsrichter und
den Linienrichtern das Spielfeld — wie oben angeordnet —
ver=
laſſen haben.
Wird dieſe Anordnung nicht befolgt, dann werde ich
für mindeſtens ein Heimſpiel Platzſperre verhängen.
Die Schiedsrichter werden erſucht, darüber zu wachen,
daß dieſe Anordnung befolgt wird. Sie haben auf der Rückſeite des
Spielberichtes jedesmal dieſe Feſtſtellung ſchriftlich
zu beſtätigen.
Schindel.
Langemarck-Gedächknismarſch
Der amtlich für die geſamte Turnerſchaftsjugend angeſetzte
Langemarck=Gedächtnismarſch wird auch im Kreis Odenwald DT.
am Sonntag, den 11. November, kameradſchaftsweiſe durchgeführt.
In der Frühe des 11. Nebelmonds marſchieren die
Turnermann=
ſchaften der einzelnen Vereine ſchweigend und mit beſchwertem
Torniſter zu dem verabredeten Treffpunkt. Die Sturmfahnen ſind
mit Trauerflor verſehen. Die Vereinsgruppen des Gerſprenztales
ſammeln ſich am Krüger=Ehrenmal auf dem Haßlochberg bei Groß=
Bieberau, woſelbſt eine ſtille, erhebende Feier ſtattfindet. Dort
ſoll derer gedacht werden, die einſt in jugendlichem Alter mit
ſeuriger Begeiſterung hinauszogen in den Heldenkampf und mit
dem Deutſchlandlied auf den Lippen ihr Leben und Blut für das
Vaterland gaben.
Beim Rückmarſch werden alte Soldaten= und
Landsknechts=
lieder geſungen. — Alle Turner, auch die älteren, marſchieren mit.
SV. 98 Darmſtadl.
Die für heute abend vorgeſehenen Uebungsſtunden aller
Ab=
teilungen, ſowie alle Beſprechungen fallen aus. Wir bitten unſere
Mitglieder, an der Totengedenkfeier in der Feſthalle teilzunehmen.
Darmſtädker Schwimmklub Jung=Deutſchland.
Aus Anlaß der heute abend in der Feſthalle ſtattfindenden
Totengedenkfeier der NSDAP. fallen heute, Freitag abend unſere
Uebungsſtunden im Hallenbad aus. Nächſter Uebungsabend
Frei=
tag, den 16. November 1934,
* Handball im Kreis Starkenburg.
Als einzige Begegnung ſteigt das Treffen
Merck — 04 Arheilgen.
Es iſt beſtimmt nicht zuviel geſagt, wenn man dieſem Spiel die
Bedeutung eines Lokalderbys beimißt. Im letzten Jahre konnten
die Arheilger einen Punkt mitnehmen (1:1). In dieſem Jahre
er=
ſcheint die Platzelf etwas ſtärker. Ueber die Geſamtlage der
Staf=
fel gibt nachſtehende Tabelle Aufſchluß. Tgde. Sprendlingen verlor
beide Punkte an den Tv. Arheilgen wegen Nichtantretens.
Braunshardt
Tv. Arheilgen
Meick
04 Arheilgen
Nauheim. .
21:19 3:5
Worfelden .
19:38 2:6
.
Büttelborn
Tgde. Sprendlingen . ..
13:26 0:8
SV. 98 — Pfalz Ludwigshaſen auf 21. Nov. verlegk!
Das laut Terminliſte in Darmſtadt angeſetzte Spiel wurde
be=
reits wegen Platzſchwierigkeiten von der Behörde aus nach
Lud=
wigshafen verlegt.
Da nun der Ludwigshafener Platz infolge Anſetzung von
Fuß=
balſpielen ebenfalls belegt iſt, wurde das Handballſpiel auf den
21. November (Buß= und Bettag) nach Ludwigshafen angeſetzt.
Die Ligamannſchaft der 98er hat am Samstag nachmittag ab
3 Uhr Training.
Herbſt-=Waldläufe am Sonnkag.
Alle, die den Wert der Leichtathletik und die Freude am
Ab=
lauf natürlicher Bewegungsvorgänge kennen, werden ſich am
Sonntag in der Frühe auf dem Platz des SV. 1898 Darmſtadt am
Böllenfalltor ein Stelldichein zu einem fniſch=fröhlichen Waldlauf
geben. Der Reichsbund für Leibesübungen. Fachamt Leichtathletik,
trägt unter Leitung von Sportwart Lindner=Darmſtadt ſeine
Herbſtwaldläufe aus. Von den Alten Herren” bis zu den Jüngſten
der C.2=Jugend werden zahlreiche Teilnehmer am Start ſein und
auch die Frauen wiſſen, daß die Teilnahme am Waldlauf Werte
für ſie birgt.
Am Samstag iſt erſt Meldeſchluß. Dennoch weiſen wir
noch=
mals darauf hin, daß nur die rechtzeitige Abgabe der ſchriftlichen
Meldung eine ſorgfältige Vorbereitung garantiert. Die Vereine
der DSB., der DT. des DFB. und auch die der anderen dem
Reichsbund angeſchloſſenen Fachämter geben daher ſofort die
Mel=
dung dem Sportwart des Kreiſes Starkenburg! Auch die
Einhei=
ten der SS. SA., HJ., des BDM. und des Arbeitsdienſtes
über=
ſenden ſofort die Meldung, wenn ſie Teilnehmer entſenden wollen.
Am Sonntag werden keine Nachmeldungen mehr angenommen!
Wer ſich davor bewahren will, nicht mitlaufen zu dürfen, der
ver=
anlaßt daher umgehende Meldung.
Achtung! Kampfrichter für Leichtathletik!
Am Sonntag werden die Kampfrichter bei der Durchführung
der Herbſt=Waldläufe eingeſetzt. Letzte Beſprechung für dieſe
Ver=
anſtaltung am Samstag. dem 10. 11., um 15.30 Uhr, auf dem Platz
des SV. 1898! Fahrräder ſind nach Möglichkeit mitzubringen, da
die Strecken abgefahren und die Kontrollſtellen bekanntgegeben
werden.
Skatiſtik der Leichkakhletik 1934 im Kreis Skarkenburg
Alle Vereine des Kreiſes (DSB., DT. DFB.) melden
um=
gehend an Sportwart Lindner=Darmſtadt die Veranſtaltungen, die
ſie ſelbſt durchgeführt haben. Termin. Art, Teilnehmerzahl,
ge=
trennt nach Damen, Herren, A.=H. und Jugend, ſowie die beſten
Leiſtungen jeder Uebung ſind anzugeben. Außerdem ſind
diejeni=
gen Leiſtungen anzugeben, die einzelne Mitglieder oder
Mann=
ſchaften auf anderen Sportfeſten erzielt haben ſoweit dieſe
Leiſtungen als gut zu bezeichnen ſind. Auch Klubkämpfe und ihre
Ergebniſſe nebſt beſten Leiſtungen und Teilnehmerzahlen ſind zu
melden. Es liegt nicht nur im Intereſſe der deutſchen
Leichtathle=
tik, ſondern urſächlich auch im Intereſſe der Vereine und Aktiven,
wenn dieſe Meldung umgehend erledigt wird!
Termine für das 5A-Sporkabzeichen.
Samstag, den 10. November, 14—16 Uhr: Neues Schießhaus, KH.=
Schießen und Keulenwerfen.
Samstag, den 10. November, 19.30 Uhr: 25=Kilometer=Gepäckwarſch.
Abmarſch Heſiſcher Hof Peter=Gemeinder=Str. 1.
Sonntag, den 11. November, 10 Uhr: Hochſchulſtadion, Gruppe
Sonntag, den 18. November, 7 Uhr: Abmarſch, Paradepl. Gr. III.
Die Prüfungen beziehen ſich nur auf die bei dem Prüfer
Nr. 0390, Sturmführer Servos, zugelaſſenen techniſchen
Ein=
heiten.
Turngemeinde Beſſungen 1865.
In nächſter Zeit läuft in unſerem Turnhauſe der alljährlich
ſtattfindende Vorbereitungsburſus im Schneelaufen für unſere
Mit=
glieder. Wir bitten daher alle Winterſportler des Vereins,
um=
gehend auf unſrer Geſchäftsſtelle ihre genaue Anſchrift abzugeben.
Der Beginn dieſes Kurſus wird alsdann durch Poſtkarte mitgeteilt.
An dieſem Kurſus können auch Nichtmitglieder teilnehmen. Bei
der Meldung iſt anzugeben, ob Anfänger oder Fortgeſchrittener.
An der am heutigen Tage ſtattfindenden
Totengedenk=
feier in der Feſthalle nehmen alle Mitglieder des Vereins teil.
Morgen, Samstag, 20.30 Uhr,
Monatsverſamm=
lung in der Kneipe. Kriegskameraden erzählen aus ihrer
Dienſt=
zeit.
Am Sonntag Wanderung nach Wembach dort Einkehr
bei Gaſtwirt Keller. Abmarſch pünktlich um 9 Uhr Ecke
Landskron=
ſtraße und Goethe=Straße.
Ringen.
KSV. Darmſtadt 1910 — ASVgg. Frankfurt.
Auf eigener Matte haben die Einheimiſchen am kommenden
Sonntag, vormittags 10.30 Uhr, in der Turnhalle (Soderſtr.) die
Gauligamannſchaft von „1886 Frankfurt a. M.” zu Gaſt. Im
bis=
herigen Verlauf der Vorrunde konnten die Gäſte ebenſowenig
über=
zeugen wie die Einheimiſchen, doch ſind die Gründe hierfür bei
beiden nicht in mangelndem Können zu ſuchen, ſondern hier
ſpie=
len Umſtände mit, die man leider bei den Punktekämpfen im
Rin=
gen in Rechnung ſtellen muß. In der Tabelle ſtehen die Leute aus
der Mainmetropole etwas günſtiger wie ihre Partner, allerdings
muß in Betracht gezogen werden, daß ſie mehr Heimbegegnungen
aufzuweiſen haben, wie die Letzteren. Man kann die Kampfkraft
beider als völlig ausgeglichen bezeichnen. Hüben wie drüben
ver=
läßt man ſich hauptſächlich auf fünf Hauptſtützen, und bei dieſen
dürfte die Tagesform der ausſchlaggebende Faktor ſein. Hält man
den 10ern den Vorteil der eigenen Matte und das heimiſche
Publikum zugute, dann ſollte die Frage nach dem Sieger dieſer
Begegnung eigentlich nicht ſchwer ſein. Damit ſoll aber nicht
ge=
ſagt ſein, daß die Gäſte etwa auf die leichte Schulter genommen
werden dürfen. Im Gegenteil, jeder einzelne der Platzmannſchaft
muß ſich auf einen harten Gang gefaßt machen, wenn der Erfolg
ein ganzer ſein ſoll. Wenn den beiden Rivalen noch ein guter
Un=
parteiſcher zur Seite ſteht, dann dürfte eine intereſſante
ſport=
liche Auseinanderſetzung fällig ſein, die beſtimmt jeden echten
Sportfreund in ihren Bann ziehen wird.
Die Halle iſt ab 9.45 Uhr für die Kampfbeſucher geöffnet!
Wir bitten unſere aktiven Vereinskameraden, davon
Kennt=
nis zu nehmen, daß wir den Uebungsbetrieb. bis auf
wei=
teres auf Montags von 20—22 Uhr einſchränken müſſen. Der
Vereinsführer.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier. Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 9. November
6.00: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.45:
Zeit, Meldungen. — 6.50: Wetter — 6.55: Morgenſpruch —
Choral. — 7.00: Stuttgart: SA.=Standarte Ulm. Lta.: Franz
Schilling. — 8.30: Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.00: Nur
Frei=
burg: Werbekonzert. — 9.15: Nur Freibura: Oberbürgermeiſter
Dr. Kerber ſpricht Gedenkworte zum 9. November. — 9.30:
Nur Freiburg: Kompoſitionen von Ludw. Wittmer, Ltg.: Der
Komponiſt. — 10.00: Nachr. — 10.45: Prakt. Ratſchläge für
Küche und Haus. — 11.00: Werbekonzert. — 11.30: Meldg. —
11.45: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: SA.=Standartenkapelle 119. Ltg.: Hanker. —
12.50: München: Reichsſendung: Gedenkſtunde für die gefallenen
Freiheitskämpfer vor der Feldherrnhalle. — 13.20: Stuttgart=
Zeit, Saardienſt. Nachr — 13.30: Nachr. — 13.35: Stuttgart:
Schallplatten: Sinfoniſche Muſik. — 14.15: Zeit, Nachr. —
14.30: Wirtſchaftsbericht für die Saar. — 1445: Zeit.
Wit=
ſchaftsmeldungen. — 14.55: Wetter — 15.00: Nur
Kaiſers=
lautern: Nachr. — 15.15: Für die Frau: Die Harfe. Eine
muſi=
kaliſche Novelle von Th. Körner. — 15.45: Von Freibucgs
Herm. Burte: Gedanken über den Schwarwälder Hans Thoma.
16.00: Danzig: Orcheſter des Danziger Staasstheaters. — 18.00:
Jugendfunk: Zum 9. November: Schlußwort des Führers im
Hitler=Prozeß. — 18.15: Kleine Mahnung und Plauderei. —
18.25: Stehen Kometen mit Sternſchnuppen=Schwärmen in
Zu=
ſammenhang? Geſpräch mit Prof. Sittig.
18.45: Kaiſerslautern. Orcheſter der Berufsmuſiker. Ltg.: R.
Schmidt. — In einer Pauſe gegen 19 00: Meldungen.
20.00: Berlin: Zeit, Nachrichten. — 20.15: Hamburg:
Reichs=
ſendung. Stunde der Nation. Alfred Brehm. Hörfolge um den
großen deutſchen Naturſorſcher von L. Zukowſky. — 21.00:
Marſchmuſik. — 21.30: Gedenkſtunde für die gefallenen
Frei=
heitskämpfer vor der Feldherrnhalle in München (Aufn.). —
20 00: Zeit, Nachrichten.
— 22.10: Nachr., Wetter, Sport. —
22.20: München: Reichsſendung: Ausſchnitt vom Treffen der alten
Garde im hiſtoriſchen Bürgerbräu=Keller i München am 8. 11.
22.,35: Sportvorſchau. — 22.50: Paul Laven: Erzählung der
Nacht. — 23 00: Hamburg: Spätmuſik des Funkorcheſters.
24.00: Beethoven=Konzert. Lg.: Rosbaud — 1.00: Schalls
platten: Stimmen, die wir aus Bayreuth hörten.
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Freitag, 9. Novemper
6.00‟ Hamburg: Wetter. — 605: Nachr. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik — 6.30: Tagesſpruch. — 6.35: Stettin: Frühkonzert. —
In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr. — 800: Sperrzeit, —
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00: Sendepauſe. —
9.40: Friedr Ekkehard: Der 9. November. Aus ſeinem Roman
„Sturmgeſchlecht” — 10.00: Nachr. — 10.15: Sendepauſe.
10.45: Spielturnen im Kindergarten. — 11.15: Seewetterbericht.
11.30: Für die Mutter: Wandernahrung und Schulfrühſtück fürs
Kind. — 11.40: K. H. Kikiſch: Bauernarbeit wirbt! — Anſchl.:
Wetter. — 11.50: Glückwünſche.
12.00: Breslau: Mittagskonzert. — 12.50: Reichsſendung: München:
Gedenkſtunde für die gefallenen Freiheitskämpfer vor der
Feld=
herrnhalle. — 13 22: Joh. Seb. Bach. (Schallpl.). — Anſchl.:
Wetter. — 13.45: Nachr. — 1400. Syerr eit. — 14.55:
Programmhinweiſe, Wetter, Börſe. — 15.15: Fürs Kind:
St. Martin, das Kinderfeſt. — 15.40: Bücherſtunde: Signale
der neuen Zeit.
16 00: Leipzig: Leipztger Sinfonieorcheſter. Ltg.: Blumer. — 17.35:
Das deutſche Lied (Schallplatten). — 17.50: Die große Runde.
Sonette aus der Nachkriegszeit von Rainer Schlöſſer. — 18.10:
Hitlerjugend gedenkt der Frontkämpyer! Als unſere Väter im
Kriege waren.
Hörſpiel. — 18 45: Gedenkſtunde für die
gefallenen Freiheitskämpfer vor der Feldherrnhalle (Aufn.).
19.15: Muſik im deutſchen Heim — 20.00: Kernſpruch. Anſchl.:
Wetter, Kurznachrichten. — 20.15: Reichsſendung. Stunde der
Nation: Hamburg: Alfred Brehm. Hörfolge um den großen
deut=
ſchen Naturſorſcher von L. Zukowſky. — 21.00: Buch und Volk.
Eine Funkdichtung von Heinrich Lerſch. — 22.00: Wetter Nachr
Sport. — 22 20: Reichsſendung. München: Ausſchnitt vom
Treffen der Alten Garde im hiſtoriſchen „Bürgerbräukeller”, m
München am Vortage 8. 11. — 22.45: Seewetterbericht.
23.00: Himmlilche Klänge (Schallplatten!.
Weiterbericht.
Ausſichten für Freitag: Nach recht friſcher Nacht neue Eintrübung
und verbreitete Niederſchläge — im Gebirge anfangs als
Schnee — mit auffriſchenden Südweſtwinden, ſpäter milder.
Ausſichten für Samstag: Mehr veränderliche Bewölkung mit
ein=
zelnen Niederſchlägen, bei weſtlichen bis nordweſtlichen
Win=
den, neue Abkühlung.
Die Wirtſchaftslage im Oktober 1934.
Algemein weitere günſtige Enkwicklung des deutſchen Inlandsmarkkes. — Saiſonmäßig bedingke
Nach dem in den Wirtſchafts=Nachrichten veröffentlichten
Be=
richt entwickelte ſich der deutſche Inlandsmarkt im Oktober im
all=
gemeinen weiter günſtig. Der Ruhrbergbau zeigte bei weiterem
Anſteigen der Geſamtbelegſchaft gleichzeitig einen weiteren
Rück=
gang der eingelegten Feierſchichten. In der rheiniſch=weſtfäliſchen
wie in der oberſchleſiſchen Großeiſeninduſtrie war eine
Beſſerung des Auftragseinganges und des Verſandes feſtzuſtellen.
Die Lage der Maſchinenfabrikation iſt faſt durchweg
be=
friedigend geblieben, das Auslandsgeſchäft iſt faſt überall ſtill.
Die Solinger Induſtrie berichtet über eine leichte
Be=
lebung des Inlandsmarktes und uneinheitliche Entwicklung des
Auslandsgeſchäfts; dasſelbe gilt für die Siegener und die
Schmalkaldener Kleineiſeninduſtrie. In der
Ver=
kehrsmittel= und in der elektrotechniſchen
Indu=
ſtrie hielten ſich Beſchäftigung und Auftragseingang im
allge=
meinen auf der bisherigen Höhe. In Chemikalien bewegten
ſich die Umſätze allgemein bei zurückgehendem Auslandsgeſchäft
auf Vorjahrshöhe. Wirtſchaftslage und Beſchäftigung der
Tex=
tilinduſtrie waren im allgemeinen weiterhin gut, das
Aus=
landsgeſchäft iſt weiterhin ſchlecht. Der Zementabſatz war
befriedigend, auch die Ausfuhr nahm zu. Die Ziegeleien
haben weiter ſtabile Nachfrage zu verzeichnen. Die
Bautätig=
keit iſt, ſaiſonmäßig bedingt, rückläufig. Im Tiefbau iſt die
Lage günſtiger. In der Edelmetall= und
Diamanten=
induſtrie hat die Beſſerung der Beſchäftigung angehalten, die
ſich allerdings nur auf den Inlandsmarkt beſchränkt. In
Spiel=
waren, herrſcht ſtarke Belebung. Auf dem Getreidemarkt
war Weizen ſtark angeboten, fand aber kaum Aufnahme, da die
Mühlen reichlich eingedeckt ſind. In Roggen und für ölhaltige
Futtermittel beſtand eine gewiſſe Verknappung. Der
Geſchäfts=
gang der Mühleninduſtrie war ruhig. Die Verſorgung
mit Margarine nahm einen befriedigenden Verlauf. Brauereien,
Brennereien und die Tabakinduſtrie ſtellen weitere Belebung feſt.
Die Lage des Einzelhandels entwickelte ſich günſtiger.
In Textilien fand ein erheblicher Mehrumſatz ſtatt. Die Börſe
verzeichnete eine Abſchwächung des Aktienmarktes und einen
kräf=
tigen Aufſchwung des Rentenmarktes. Der Geldmarkt war
außerordentlich flüſſig, dementſprechend zeigte auch der
Reichs=
bankausweis eine Zunahme der Giroguthaben.
rückläufige Bewegung am Baumarkk.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Wirkſchafliche Rundſchau.
AR.=Sitzung der Adam Opel AG. In der in Rüſſelsheim
unter dem Vorſitz des Herrn Geheimrat Dr. W. von Opel
abge=
haltenen AR.=Sitzung der Adam Opel AG. wurde u. a. bekannt
gemacht: Während der erſten 10 Monate des laufenden Jahres
geſtaltete ſich der Abſatz im Inland wie im Ausland ſehr
befriedi=
gend. Bereits, am 6. Juli d. Js. war im Inlandsgeſchäft der
Opel=Abſatz des ganzen Jahres 1933 erreicht. Der Opel=Export
erreichte den 1933er Abſatz am 29. Oktober d. Js. Insgeſamt
haben ſeit Jahresbeginn 65 000 Opel=Perſonen= und =Laſtwagen
das Rüſſelsheim Werk verlaſſen. Die geſamte Opel=Produktion
für 1934 dürfte etwa 74 000 Wagen betragen. Die Geſchäftsleitung
glaubt, die derzeitige Belegſchaft von 17 518 Werksangehörigen —
gegenüber 9995 Ende November 1933 bzw. 6442 Ende November
1932 — den Winter über durchhalten zu können, wobei die kürzlich
erfolgte Hereinnahme eines größeren Spezialauftrages aus dem
Ausland eine nicht unweſentliche Hilfe bedeutet. Im laufenden
Jahre ſind Neuinveſtierungen an Gebäuden Maſchinen,
Werk=
zeug uſw. im Betrag von etwa 11 Mill. RM. vorgeſehen. Ein
beträchtlicher Teil der Aufträge gelangt während der
Winter=
monate zur Ausführung. Zwecks ſchnellerer Belieferung des oſt=
und mitteldeutſchen Marktes wird in Magdeburg in Anlehnung
an die Werksfiliale ein großes Erſatzteile=Depot errichtet. Die
getroffene Maßnahme, insbeſondere die Durchhaltung der
Beleg=
ſchaft und das große Inveſtierungsprogramm legen Zeugnis ab
von der Zuverſicht und dem Vertrauen der Geſchäftsleitung auf
eine weitere geſunde Entwicklung der deutſchen Wirtſchaft.
Termine der Leipziger Frühjahrsmeſſe 1935. Die Leipziger
Frühjahrsmeſſe findet vom Sonntag, 3. März, bis Sonntag. 10.
März, ſtatt. Die Muſtermeſſe ſchließt am Samstag, den 9. März,
mittags, während die große Techniſche Meſſe und Baumeſſe bis
Sonntag den 10. März, abends, dauert. Die Textilmeſſe ſchließt
am 6 März, abends, die Bürobedarfsmeſſe „Jägerhof”, die
Reichs=
möbelmeſſe und die Sportartikelmeſſe werden bis einſchließlich den
7. März, abends, durchgeführt. Die Bugra=Maſchinenmeſſe dauert
bis einſchließlich 9. März, mittags. Die Sondermeſſe für Photo,
Optik, Kino, die bisher im Meſſehaus „Turnhalle am Frankfurter
Tor” abgehalten wurde, wird in Zukunft im Rahmen der großen
Techniſchen Meſſe und Baumeſſe auf dem Ausſtellungsgelände in
Halle 12 ſtattfinden. Infolgedeſſen dauert die Sondermeſſe für
Photo, Optik. Kino vom 3.—10. März, abends.
Deutſch=ſchweizeriſches Verrechnungsabkommen. Nach einer
Mitteilung der Schweizeriſchen Nationalbank wurden auf das
Verrechnungskonto bis Ende September 57,701 Millionen ſfr.
ein=
bezahlt und per 31. Oktober 88 395 Millionen ſfr. Davon wurden
insgeſamt an die ſchweizeriſchen Gläubiger 80 027 Millionen
aus=
bezahlt. Hiervon entfällt der größte Teil auf den Warenverkehr,
nämlich 58 645 Millionen, davon 37 325 Mill. bis Ende
Septem=
ber. In dem Betrag für Waren ſind auch Frachten, Zölle, Löhne
uſw. verbucht. Für Reiſeverkehr einſchließlich Studien und
Unter=
ſtützungsgelder wurden 15,871 Mill. ausbezahlt davon 13 224 bis
Ende September. Der für Zinſen gemäß dem Transferabkommen
zur Auszahlung gelangende Betrag beläuft ſich auf 5,510 Mill.
ſfr.; ein Fixum von 5,5 Millionen bleibt außerdem gemäß dem
Verrechnungsabkommen für die Deviſenbedürfniſſe der Deutſchen
Reichsbank reſerviert.
Eine Entſchließung der Baumwollſpinner in Mancheſter zur
Aufhebung der Lieferungsbeſchränkungen nach Deutſchland. Eine
Verſammlung der Baumwollſpinner, der =Händler und der
ande=
ren an der Garnausfuhr nach Deutſchland beteiligten Kreiſe faßte
anläßlich der Aufhebung der Garnlieferungsbeſchränkungen nach
Deutſchland eine Entſchließung, die einſtimmig angenommen
wor=
den iſt. In der Entſchließung wird darauf hingewieſen, daß die
in dem deutſch=engliſchen Zahlungsabkommen getroffenen
Beſtim=
mungen für die Baumwollinduſtrie annehmbar ſeien und daß die
vereinbarten Zahlungsbedingungen für die künftigen Abſchlüſſe
als recht befriedigend anzuſehen ſeien. Die Teilnehmer der
Ver=
ſammlung empfehlen, den Handel mit Deutſchland wieder
aufzu=
nehmen, künftig aber bei Abſchlüſſen nur kurze Kreditfriſten zu
vereinbaren.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Der Zinkwalzwerksverband GmbH., Berlin, hat den
Grund=
preis für Zinkbleche mit Wirkung vom 8. November im
Durch=
ſchnitt um 50 Rpfg. für 100 Kilo ermäßigt.
In der Woche vom 21—27. Oktober 1934 (6 Arbeitstage)
ſind 828 852 Güterwagen geſtellt worden gegen 768 121 in der
Vor=
woche (6 Arbeitstage) und 749 618 in der entſprechenden Woche
des Vorjahres (6 Arbeitstage). Für den Arbeitstag im
Durch=
ſchnitt berechnet, lauten die entſprechenden Zahlen 138 142,
131 020, 124 936. Nicht rechtzeitig geſtellt wurden 2450 (542)
Gü=
terwagen.
Der Preſſedienſt des Reichspoſtminiſteriums teilt mit: Die
norwegiſche Poſtverwaltung hat die Annahme von
Poſtanweiſun=
gen nach Deutſchland vorübergehend eingeſtellt. Nachnahmen und
Poſtaufträge aus Deutſchland nach Norwegen ſind weiter
zuge=
laſſen und werden abgewickelt.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 8. November 1934 für
eine Unze Feingold 139 Schill. 2 Pence gleich 86.6661 RM., für
ein Gramm Feingold demnach 53 6917 Pence gleich 2,78 638 RM.
Angebot und Nachfrage hielten ſich geſtern an der Berliner
Börſe die Waage, ſo daß ſie ein ausgeglichenes Bild bot. Umſätze
waren etwas kleiner als am Vortag, das Geſchäft bewegte ſich
auch ſpäterhin in kleinem Rahmen. Aus Publikumskreiſen
wur=
den vereinzelt Anlagekäufe vorgenommen. Die günſtigen
Handels=
kammerberichte und die weitere Erhöhung des Ruhrkohlenabſatzes
fanden Beachtung. Kursmäßig war ein Einfluß nicht zu
be=
obachten, da Kohlenwerte überwiegend ſchwächer lagen. Renten
waren gut gehalten und teilweiſe etwas freundlicher. Altbeſitz,
Reichsſchuldbuchforderungen und eine Reihe von
Induſtrieobli=
gationen wurden ½ Prozent über den Vortagskurſen umgeſetzt.
Ruſſiſche Anleihen bröckelten ab. Die übrigen Auslandsrenten
lagen geſchäftslos. Tagesgeld erforderte unverändert 3½—4½
Prozent Am Valutamarkt war das Pfund auf
Kapitalabwande=
rungen nach England weiter feſt. Gegen Kabel ſtellte ſich der Kurs
auf 5,01½ und in Paris auf 76,12. Aktien abbröckelnd, Renten
teilweiſe feſter. Im Verlauf bröckelten Aktien infolge des
ſtil=
len Geſchäfts durchweg ab. Montanwerte lagen ½—1 Prozent
unter den Vortagskurſen. Gut gehalten waren
Braunkohlen=
aktien. Rheiniſche Braunkohlen waren zum Kaſſakurs 2 Punkte
höher. Kali verloren 1½ Proz., Farben unterſchritten ihren
letz=
ten Schlußkurs um ½ Prozent. Auch am Elektroaktienmarkte
gingen die Anfangsgewinne meiſt wieder verloren. Berlin=
Karls=
ruher Induſtriewerke, Metallgeſellſchaft, Vogel Telegraphen,
Aſchaffenburger Zellſtoff, Engelhardt und Hotelbetrieb waren
etwa 1½—2 Prozent niedriger. Am Rentenmarkt konnten
Alt=
beſitz vorübergehend auf 104½ (plus ½) Prozent anziehen, waren
aber ſpäter wieder ½8 Prozent niedriger. Induſtrieobligationen
lagen gut behauptet. Farbenbonds waren ½ und Arbedbonds 1½
höher. Stadtanleihen lagen freundlicher. Hagener gewannen 1,
28er Koblenzer 1, 26er Pforzheimer und Solinger ½, Dresdener
Stadtanleihe ½ und Königsberger Anleihen ½—½ Proz. 26er
Frankfurter befeſtigten ſich um ½, dagegen waren 29er Bochumer
1 Prozent niedriger. Kommunalobligationen bröckelten meiſt ab.
Da auch für die geſtrige Frankfurter Börſe von der
Privat=
kundſchaft Aufträge wieder nahezu fehlten, hielt die
Zurückhal=
tung der letzten Tage an. Auch die Kuliſſe zeigte infolgedeſſen
kaum Neigung zu Eigengeſchäften. Infolge der herrſchenden
Ge=
ſchäftsſtille blieben eine ganze Anzahl von günſtigen
Induſtrie=
berichten wieder faſt ohne Wirkung. Gegenüber der meiſt
feſte=
ren Abendbörſe war die Kursgeſtaltung ziemlich uneinheitlich. An
dem Rentenmarkt war die Umſatztätigkeit ebenfalls klein, nur
Altbeſitz (min. ½ Proz.) waren zeitweiſe etwas lebhafter.
Kom=
munal=Umſchuldung, Zinsvergütungsſcheine, ſpäte
Reichsſchuld=
buchforderungen und Reichsmarkobligationen lagen zwar ruhig,
aber voll behauptet. Von Auslandsrenten zogen Anatolier etwas
an. In der zweiten Börſenſtunde war die Haltung für Aktien
zumeiſt ſchwächer. Am Rentenmarkt waren Altbeſitz bei
lebhaf=
terem Geſchäft zunächſt bis auf 104½ (103¾) befeſtigt, gaben aber
ſpäter wieder auf 103½ Prozent nach. Auch die übrigen
variab=
len Anleihen gingen nach vorübergehender Befeſtigung wieder
zurück. Am Pfandbriefmarkt hielten ſich Angebot und Nachfrage
etwa die Waage und die Kurſe lagen ziemlich unverändert,
ver=
einzelt auch etwas höher. Staats= und Stadtanleihen wieſen
nur geringfügige Abweichungen auf. Der Auslandsrentenmarkt
lag im ganzen ſehr ruhig. Im Freiverkehr lagen Gulden=Ruſſen
mit 1,20 etwas ſchwächer. Tagesgeld blieb zu 3½ Prozent
un=
verändert.
Im Abendbörſenverkehr herrſchte außerordentliche
Ge=
ſchäftsſtille; die Haltung war ausgeſprochen luſtlos und die Kurſe
blieben im Vergleich zu dem ſchon ermäßigten Berliner Schluß
meiſt nur knapp gehalten. Etwas feſter lagen Gebr. Junghans
mit plus 1½ Prozent. Am Rentenmarkt waren Altbeſitz bei
klei=
nem Umſatz um ½ Prozent freundlicher, die übrigen variablen
Anleihen lagen ſehr ruhig und unverändert. Etwas Intereſſe
zeigte ſich für einzelne Stadtanleihen und Induſtrieobligationen,
wobei aber die Kurſe keine Veränderung aufwieſen. Von
frem=
den Werten waren Mexikaner etwas beachtet.
Neuregelung der Beſteuerung
der Zwei= und Dreirad=Krafffahrzeuge.
Wie aus einem Runderlaß des Reichsfinanzminiſteriums
he=
vorgeht, ſollen Zwei= und Dreiräder wie bisher ſteuerlich
glein=
behandelt werden. Auf die Gewichtsbegrenzung von 350 Kir/
ſoll verzichtet werden. Der Reichsfinanzminiſter beſtimmt, dad
bis auf weiteres alle Zwei= und Dreiradfahrzeuge mit Antrig)
durch Verbrennungsmaſchine ohne Rückſicht darauf, welches Eiger.
gewicht ſie haben, ſteuerlich als Krafträder behandelt werde=
Dieſe Regelung gilt ſowohl für die Erneuerung von Steuerkarteu
zugelaſſener Kraftfahrzeuge als auch bei Zulaſſung neuer Fahg,
zeuge. Die laufenden Steuerkarten bleiben in Gültigkeit. Sinty /eye in der
Viertel=, Halb= oder Jahresſteuerkarten im Lauf und würde bö.
Berückſichtigung der neuen Begriffsbeſtimmung für den Reſt d0 szleſſe hatt
Gültigkeitsdauer der Steuerkarten Steuerbefreiung eintrete.n
oder die Steuer ſich ermäßigen, ſo iſt das Finanzamt berechtig, /0hwh. e
dr durchg”
auf Antrag den Unterſchiedsbetrag zu erſtatten, der ſich gegenüb 6w.,, halb mi.
der errichteten Steuer ergibt. Vorausſetzung iſt, daß der Antroy ”, ub dem B.
bis zum Ablauf der Gültigkeitsdauer der Steuerkarte geſtellt wi!
und der Unterſchiedsbetrag mideſtens 5. RM. ausmacht. Bei da Mun Mebe. d
Berechnung des Unterſchiedsbetrags iſt für jeden vollen Monas Auke weſſt.”
der nach dem 31. Oktober 1934 liegt und für den die Steuer em ort zd 2
richtet iſt, ein Betrag in Höhe von einem Zwölftel der Jahres Me) Er. M0
ſteuer auszuſetzen. Wird Steuer erſtattet, ſo ſind die Steue/ /o9 hce. Si
ſut ilam: „Schr
karten und die Kraftfahrzeugſteuerliſten zu berichtigen.
* Jaldunkel, d
Produkkenmärkke.
i. Marktbericht des Obſt= und Gemüſe=Großmarktes Weinhei.
(Vergſtr.) vom 7. Nov. (Preiſe in Pfg. pro Pfd.): Aepfel 4—0
Birnen 3—12, Nüſſe 22—25, Kaſtanien 6, Quitten 5—6. Anfulu
300 Zentner, Nachfrage gut. Verſteigerungen werktags 14 U.)
Berliner Getreidegroßmarktbericht vom 8. November. T
erwartete Zunahme des Angebots am Getreidegroßmarkt iſt
i=
mer noch nicht zu verzeichnen. Sowohl in Brot= als auch in Fu
tergetreide bleibt das Offertenmaterial gering und infolgede
bewegt ſich auch die Umſatztätigkeit in engſten Grenzen. F
Weizen und Roggen bekunden die Mühlen Kaufluſt, wobei We
zen am Rhein und vor allem zur ſpäteren Lieferung gefragt
Die Abſatzmöglichkeiten in Mehl geſtalten ſich ſchwierig, dagegr.
genügt das Angebot in Kleie bei weitem nicht für die vorhandes=
Nachfrage. In Hafer und Futtergerſte werden jeweils nur
ei=
zelne Waggons zum Verkauf geſtellt; der Konſumbedarf kan
aber zunächſt noch aus alten Beſtänden der zweiten Hand beftv
digt werden. Für gute Braugerſten beſteht noch Deckungsbegels
Neue Geſchäfte kommen, angeſichts der erheblichen Spanne zuv
ſchen Forderungen und Geboten, nur ſchwer zuſtande. InduſtrrI
gerſte iſt auch gefragt. Abfallende Brauqualitäten finden dabt
nur ſchwer Abſatz.
Nurie Britt
Mu Ver
Nunde
Biehmärkke.
1„
Darmſtädter Viehmarkt vom 8. Nov. Aufgetrieben, warm elin; brel
135 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich für Kl. a) auf 45—50 Pg wräglich
pro Pfund Lebendgewicht, Kl. b) 40—44, c) 38—39, d) 23—
Pfg. Es wurden verkauft in der Klaſſe a) 25, b) 36, c) 41,d) ſtäht
Stück. Marktverlauf: lebhaft geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 8. November Auftrieb: 25 gä1 W=ſchlag,
ber, 64 Schafe, 8 Schweine, 3 Ziegen, 250 Ferkel, 480 Läufer. W AOM
koſteten Ferkel bis 6 Wochen 8—13, über 6 Wochen 16—24,
25—29 RM. Alles übrige nicht notiert. Marktverlauf: geietz
und Läufer lebhaft.
Frankfurter Viehmarkt vom 8. November. Auftrieb: Rinde‟
12 (gegen 35 am letzten Donnerstagsmarkt) davon 8 Ochſen,
Bullen, 1 Kuh und 1 Färſe. Zum Schlachthof direkt 3 Bullsl
4 Kühe; Kälber 819 (700), Schafe 280 (317), Schweine 385 4104
Notiert wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber: 9
a) 52—56, b) 44—51, c) 39—43, d) 30—38. Lämmer und Haw
mel b) 2. Weidemaſthammel 36—37, c) mittlere 32—35, d)r
man
ringere Lämmer und Hammel 25—31; Schafe e) beſte 31—
f) mittlere 26—30, g) geringe 20—25; Schweine a) 1. 53, 2.
bis 53, b) 51—53, c) 49—53, d) 48—51. Im Preisvergleich zr0
letzten Donnerstagsmarkt blieben Kälber und Schweine
unvo=
ändert, geringe Schafe waren etwas höher, geringe Hammil
etwas niedriger. Marktverlauf: Kälber mittelmäßig,
auspo=
kauft. Hammel und Schafe ruhig. Ueberſtand (11 Schaff
Schweine mittelmäßig, ausverkauft.
Berliner Kursbericht
vom 8. November 1934
Deviſenmarkt
vom 8. November 1924
Me H
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban
Hapag
Nordd. Llohzd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl.Maſch.=Bau
Conti=Gummi
DeutſcheCont. Gas
V
71.50
72.—
27.
28.875
26.625
126.50
131.50
88.50
107.25
133.—
118.50
Mete e
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Belſ. Bergwerte
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Nche
99.25
138.75
59.—
107n5
106.—
75.125
75.25
111.50
72.75
93.75
74.—
57.375
Orenſtein & Koppel
Polyphonwerie.
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akkali
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke 11
Maiß
15.50
95.125
146.—
30.75
39.25
110.
65.125
13.50
118.75
49.50
98.50
104.75
124.50
Aegypten
Argentinie!
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemart
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland.
3sland
Währung /Geld Brieil
Tägypt. 2
1 Pap. Peſo
100Belga
1Milreis
100 Leva
t canad. Doll
100 Kronen
100 Gulden
1 2. Stg.
100eſtl. Kr.
100 finn.Mk.
100 Franken
100 Drächm.
100 Gulden
00 isl. Kr.
12.755
6.541
58.17
0. 204
3.041
2.552
s5 55
gi. 14 9
12.44
es ss e
5.495
16.38
2.3841
188.17
56.30
12.785
0.545
58.29
0.206
3.053
2.s59
55.67
8i.30
12.47
8a.82
5.505
15.42
2.35e
188.51
56.421
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowak.,
Türkei
ungarn
Uruguah
Ver. Staaten
D
100 Lire
Nen
100 Dina
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Escudos
00 Kronen
100 Franes
100 Peſetas k
100 Tſch. Kr.
1türk. 2
100 Pengd
1 Goldpeſe
Dollar
GeldBriwf
17
f60
g0,8
eas
42,5
1.29
et.,i5 041
9t0
33,9
10.375
1.27
Durmſtadter anb Kariennloane Suriftade, Fllidle der Aressher Bun
Frankfurter Kursbericht vom 8. November 1934.
Kene
„Gr. II p. 1934
1935
1936
1937 1
1938
„Gruppe1 .... 11
5% Dtſch. Reichsanl
42
5½%Intern. ,„ v.30
6%Baden ... b.27
6%Bayern ..v.27
68 Heſſen ...v. 28
6% Heſſen ...v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen ..v.27
6%Thüringen v.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze. . . .. . . . . .
5% Dt. Reichspoſt
Schätze..
4½% „
Dtſch. Anl. Ausl.
*i, Ablöſung. .
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ..
6%Baden=Baden.
6%Berlin ...v.24
6%Darmſtadt .
88Dresden..v.26
620 Frankfurt v. 28
62 Heidelberg v.26
6%Maunz... . . . ..
6%Mannheim v. 27
6%München v.29
6%Wiesbaden v.28
6%Heſſ. Landesbk.
6% Goldoblig.
103.7
105.6
103-,
1000.
98.4
102.25
96½,
95
94.05
96.15
95
94.25
95),
107
95.75
94.5
100,6
100.2
971,
104
9.65
82.25
86.75
84.25
84‟
89.5
91‟
93
90.25
Pee
hyp.=Bk.=Liquid.
434%0
Komm. Obl.
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Glbobl. R.11
„ R12
6%0
62Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser. II.
*Ausl. Ser. I
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz)
6%Berl. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
3% Frkf. Hyp.=Bk.
5½% Lig.=Pfbr.
Goldoblig.
3o Friſ. Pfbr.=Bi.
5½% „Lig=Pfr.
Mein. Hyp.=Bk.
„ Lig.=Pfr.
2. Pfälz. Hyp.=Bi.
„ Lig. Pffr.
DRhein. Hyp.=Bl!
5½% — Lig.=Pfr.
46% „Goldoblig.
6‟ Südd. Boden=
Ered.=Bank
„Lig.=Pfbr.
Würt. Hyp.=B.
92.5
94.75
91.75
93.75
931
93.75
100.75
116.5
Rr6
92.25
92.75
93
89.5
92.5
94
93
93.5
95
94,
93.75
94
92
94.5
95.5
Daeue
8% Dt. Linol.Werke
62Mainkrw. v.26
62Mitteld. Stahl
6% Salzmann cCo.
62Ver. Stahlwerke
6% Voigtc Häffner
F. 6. Farben Bonds
5%Bosn L. E. B
2.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
42
4% Türk. I. Bagdad
42
II. Bagdad
4½%ungarn 1913
4½2
1914
Goldr.
42
1910
—
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon
4% Stockholm
Aktien.
Accumulat. Fabri
Alg. Kunſtzibe Unie
A.E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei!=
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P....
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen. ...
Eement Heidelberg
Kärlſtadt
94.25
96.5
931),
93
86.5
79.75
84
119.25
12.25
12.25
7.25
7.75
7.5
593,
26.5
103
103
123
131
140.5
84.5
110.75
133
7.0.Chemie, Baſell
Chem.Werke Albert!
Chade (A=C) ....."
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz
Dt. Atl Telegr.
Erdöl
Dit Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt. /
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffe Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Ge
„ Licht u. Kraſt
Enzinger Union
Eſchweiler.
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
Fahr Gebrüder
J. 6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof.
Gelſenlirch. Bergw.
Geſ.f.eleſtr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer.
Grün & Büſinger
Hafenmühle Frft.
Hanauer Hofbräuh. /1
Hanfwerke. Füſſen
Harpener2 ergbau. /105.5
Henninger, Kempf
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen..../1
Holzmann. Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Genüffel119.75
Veffe
Ja16
132.5
46
118
101.5
209.25
60
85
100
92
99.5
114.5
102
1387,
55
73.5
59.25
108
89.5
28.5
18
48.5
Kane
Ka Chemie.
Aſchersleben.
glein, Schanzlin..
Klöcknerwverke.
Knorr C. 6.....
Konerven Braun.
Lahmeyer & Co.
Laurahütte.
Lech, Augsburg
Lokomf. KraußcFe
Löwenbr. Münch.
Maintr.=W. Höchſt.
Mainz Akt.=Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb=
Metallgeſ. Fre
Miag. Mühle
Moenus.
Motoren Darm
Neckarwerk Ef
Park=u. Bürgerbräul
Phönix Bergba=
Rh. Braun
Elektr. Stam
Stahlwerie.
Riebeck Montan
Roeder, Gebr.
Rütgerswerie
Salzdetfurth Ka
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind. /170
Schramm. Lackfbr
Schuckert Eletr.
Schwartz, Storchen 101
Siemens & Halskel:
Reinigerwerkel
üdd. Zucker=A. G.
Tellus Ber
111.75
60
*.
91.s
H2.5
387.
64.75
92.5
136‟,
Mif Mei 3
Unterfranken .
Ver. Stahlwerle,
Ver. Ultramarin .
Weſtdte, Kaufhof
Weſteregeln Kali
Zelſto Wadhoi
Allg. Dt. Credi er
Badiſche Banl.
Bk. Brauinduſtr.
Bayer, Syp. u. V.
Berſ. Handelsgeſ.
5.
42.1f
Ehpothelbl.
Comm. u. Privatbi
Dt. Ban u. Disc.
Di. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban
Fran// Ban!.
Shp.=Bank
Mein, Hhp.=Bant.
Pfälz. Hyp.=Ban 1.
Reichsban =Ant. 141
Rhein, Hyp.=Bont. 106
Südd. Bob.=Cr.Bl.,
Würtib Notenkan/l10d
A..G. Veriehrsw.
NR
Allg. Lo jalb. Kraſtw/111
720 Dt. Reichsb. Bz0/110
Hapag
Lübeck Büchner
Nord
*
Südd. Eſenb. Ge
A lianz= u. Stutig.
Verſicherung ...1190
Verein Berſ, 19:9
Frankona Räckzu. M10.0
Mannh. Verſich 4iu
Otavi Minen
Schantung Handelsl 523*
hätag, 9. November 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 310 — Seite 13
ROMAN VON
Copyright 1934 by Auguſt
Dr. Ringer hatte die Tür zu ſeinem Zimmer offengelaſſen.
uu als er hörte, wie der übliche Applaus aufknatterte, den
k)n Aufführung, und ſei ſie auch noch ſo ſchlecht, für drei,
wiVorhangzüge vermiſſen läßt, lief er raſch wieder nach vorn,
audie Bühne. Er ſtand in der rechten Kuliſſe, er ſah, wie
Aſue Britting mit den anderen ſich dankend verneigte, und er
ſſiwie in der linken Kuliſſe gegenüber blaß, verſtört und
ver=
uen Geſichts Seydell ſtand. Sein Frackhemd war zerknittert
diuschleife hatte ſich halb gelöſt, der Kragen war verſchwitzt
uwhalbweich. Er ſah nicht ſchön und nicht ehrfurchtgebietend
au der durchgefallene Korrepetitort dachte Ringer halb mit
Abieid, halb mit Verachtung. Er blickte hinter ſich. Der
Inſpi=
zw gab dem Bühnenarbeiter, der den Vorhang bediente und
auſund niederzog, gerade einen Wink, ihn jetzt unten zu laſſen.
Shußen verſickerte der letzte Applaus. An Ringer vorbei gingen
Khdes und Jachanaan zu ihren Garderoben. Jochanaan
ſ hieg. Er war immer von ſeiner Rolle vollkommen erſchöpft.
Hedes hatte ein wütendes Geſicht und ſang, als er an Ringer
woeikam: „Schreckliches wird geſchehn!‟ Dann verſchwand er
indalbdunkel, das ſich hinter der Bühne ausbreitete.
Narie Britting hätte, um zu ihrer Garderobe auf der
Xmenſeite zu gelangen, auf die andere Seite der Bühne gehen
nüſen. Aber da ſie dort ihren Mann hatte ſtehen ſehen, blieb
ſienſchlüſſig mitten auf der Bühne, in der Stellung, die ſie
Mletzten Vorhangzug gerade gehabt hatte. Sobald Ringer
ergewiſſert hatte, daß die Bühne frei war, lief er raſch auf
eu — ebenſo raſch kam von der anderen Seite Seydell; faſt
ſizeitig trafen ſie ſich bei Marie.
„Du —!” ſagte Seydell erſtickt. Er keuchte, er konnte nicht
zhen, er packte ſeine Frau beim Arm, ſo hart, daß ſie zuckte.
her ſah es. „Lieber Seydell”, ſagte er ruhig und drängte
nanderen fort, „wir wollen uns mindeſtens nicht auf der
HANS RABL
Scherl G. m. b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Bühne vor dem ganzen techniſchen Perſonal unterhalten. Wenn
es Ihnen recht iſt, gehen wir dazu in mein Zimmer.” Ohne
Sehdells Antwort abzuwarten, nahm er Marie beim Arm und
ging mit ihr voran. Seydell folgte ſtumm.
Ringer ſchloß die Tür ſeines Zimmers ſorgfältig hinter ſich.
Er führte Marie zu dem einzigen bequemen Seſſel des kleinen,
mit allerlei nicht zueinander paſſenden Möbeln vollgeſtopften
Raums, ließ ſie ſich ſetzen, zauberte von irgendwoher einen
Schal, legte ihn ihr um die nackten Schultern und wartete dann,
an ſein Piano gelehnt, ſtumm ab.
Sehdell ſtand noch immer an der Tür, wie er gekommen
war. Er ſah langſam von Marie zu Ringer. Endlich ſagte er
heiſer: „Nun, Herr Dr. Ringer, was werden Sie jetzt dem Herrn
Intendanten berichten?”
Ringer zuckte, peinlich von ſolch direkter Frage berührt, die
Schultern. „Sie ſind doch nicht ſo grün, Seydell”, ſagte er,
„daß Sie das nicht ſelbſt wiſſen.”
„Sie werden ihm alſo ſagen, daß es unmöglich war?” fragte
Seydell ganz ruhig.
Ringer wunderte ſich ein wenig über dieſe Ruhe, aber er
nickte.
„Daß es eine Kataſtrophe war?”
„Ich werde mich natürlich bemühen, Seydell, eine Form zu
finden, die —
„Vielen Dank. Eine Form, die höflicher iſt, aber das gleiche
ſagt.”
Ringer ließ hilflos eine Hand pendeln. Scheußlich, wie ſich
dieſer Seydell nun wieder aufführte. Warum ärgerte und quälte
er ihn mit ſolchen dummen Fragen, die er ſich ſelbſt haargenau
beantworten konnte!
„Sagen Sie, Herr Dr. Ringer” fragte Seydell mit ſeiner
Höflichkeit, die nach Gefahr zu ſchmecken begann, weiter, „ſagen
Sie, werden Sie dem Herrn Intendanten auch von der Dame
erzählen, die ſich an die Rampe ſtellt und vor lauter Angſt vor
ihren eigenen Schmiſſen zu dirigieren anfängt? Und von dem
Konzertmeiſter, der lieber mit ihr zuſammen Miſt ſpielt, als
auf den Dirigenten zu ſchauen?”
Ringer ſah Seydell groß und erſtaunt an. „Iſt das Ihr
Ernſt, Seydell?”
Der nickte nur.
„Nehmen Sie es mir nicht übel, Seydell, aber dann ſind
Sie nicht nur als Dirigent unzulänglich, ſondern noch dazu ein
ganz ſchofler Menſch. Rollen Sie nicht mit den Augen —!"”
Der kleine, zarte Dr. Ringer geriet allmählich außer ſich. „Sie
haben zwar hundert Pfund mehr als ich, aber ich habe
trotz=
dem keine Angſt vor Ihnen. Wenn Sie nicht wiſſen oder wenn
Sie nicht zugeben wollen, daß bloß Ihre Frau durch ihr
Ein=
greifen die ganze Oper gerettet hat — ja, Menſch iſt es Ihnen
denn nicht klar, daß ich ohne das ein paar Takte ſpäter einfach
hätte den Vorhang fallen laſſen müſſen? Daß Sie Ihrer Frau
auf den Knien danken ſollten, daß ſie Ihnen wenigſtens dieſe
letzte Blamage erſpart hat?”
„Ah ſo —” ſagte Seydell. „Das iſt alſo Ihre Anſicht von
der Sache? Sie geſtatten mir ſchon verehrter Herr Doktor, eine
andere zu haben. Meiner Frau Gemahlin hat es nie gepaßt,
daß ich auch jemand ſein ſollte. Sie hat es jahrelang ſabotiert
und hintertrieben, daß ich zu einem Probedirigieren kam —
und heute hat ſie das Probedirigieren, das ich endlich erreichte,
wenigſtens ſo gründlich ſabotiert, daß ich jetzt ganz unten bin.
So unten, ſo klein, wie ſie mich gern ſieht.”
„Das iſt ja —” ſtöhnte Ringer und ſchlug die Hände
zu=
ſammen. Dann brach er ab. Es hatte keinen Sinn, ſich mit
einem pathologiſchen Lügner und Irreredner zu ſtreiten. Man
mußte nur ſehen, daß man die Frau in Sicherheit brachte und
zur Ruhe.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport: Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. X. 34. 22411. Druck und Verlag: 2. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr. nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Seiten.
Raatd.
bei
Wo?
Sallweg& Co.
Tel. 2556. Elisab-Str. 2
Aewpin=Creme und Seife
urzügliches Hautp legemittel,
eklangen Jahren bewährt bei
(T10
Flhte• Hautjucken zss.
Auſchlag, Wundſein uſw.
i.I4dwgerien: A. Fiſcher,
Frank=
wyeſt. 12; Chr. Schwinn, Rhein=
F8; Pohl, Eliſabethenſtr. 36.
Jᛋeinheim: Fr. Zimbrich; in
isheim: Zentral=Drogerie Ph
in Arheilgen: O. Walter.
ſauerwellen
von 73280
Rißmann, Schulſtr. 3
Eüchtige
chäftsfrau
Beſchäftig.
bote unter
Geſchſt.
fräulein
hLande ſucht
ſtung als
Btochter. Hat
usHaltungs=
beſucht.
wbote unter
30 Geſchſt.
Nädchen,
Fräulein
nimmt
nochKun=
den an zum
Wäſche nähen u.
flicken. Angeb.
erbeten unter
T. 231 Geſchſt.
K
Lehrmädchen
für Büro
ge=
ſucht.
Vorbil=
dung in
Han=
delsſchule
Stenographie
und
Schreib=
maſchine er=
Kochen und wünſcht.
Huusarbeit. Ang. T. 241 Gſch.
dren, ſucht Suche für ſofort
12. Stel=
Angeb. u.
37 Geſchſt.
raulein.
ein nettes
Hervierfrl.
Otto Samstag,
ter, ſucht) Bensheim,
Darmſtädt. Hof,
tags=
Cd. ſtund.= Heidelb. S
Uinder. Dame
für photograph
MEhe Hille Arbeit, besond.
URstusche, sofort gesucht. Ang
T. 232 Geschäftsstelle *
bei ält. Tüchtiges
Uderrn. Ang. Hervierfräul.
4. 225 Geſch. geſ. Obergaſſe 18
Warum iſt das Waſſer
ſo ſchwarz?
Es iſt deshalb ſo ſchwarz, weil diesmal ſchon
der ganze Schmutz drin iſt, der ſonſt erſt
nach langem Waſchen aus der Wäſche
heraus=
geht. Auch bei Ihnen kann faſt aller Schmutz
ſchon im Einweichwaſſer ſein, wenn Sie
Burnus zum Einweichen nehmen. Die
Drüſenſäfte von Burnus löſen den Kitt, der
den Schmutz an die Wäſchefaſer bindet.
Dadurch wird der Schmutz frei, und eine
leichte Nachbehandlung genügt meiſtens, um
ihn ganz fortzuſpülen. Dadurch ſparen Sie
Waſcharbeit, Seife, Waſchmittel und
Feue=
rung. Große Doſe 49 Pfg., überall zu haben.
Gutſchein 78155
An Kuguſt Jacobi A.,G. Darmſtadt
Senden Sie mir koſtenlos eine
Verſuchs=
pachung Burnus.
Wohnort
Name
bois überzeugen.
Zigarren-Rol
Köchin. Bekanntmachung des Polizeiamts
nachweisbar per=
Darmſtadt.
fekt in beſſerer Gefunden: 1 Herrenfahrrad, 3
Reſtaur.=Küche,
f. Sonntags ev. Geldbörſen mit Inhalt 2 Dam.=
Schirme, 1 ſchwarzer
Regenman=
auch Samstags
tel, 1 weiße Unterhoſe, 1 leere
geſucht. Ang u. Geldbörſe, 1 Autokurbel, 1 Nickel=
T. 234 Geſchſt. brille, 1 Hornbrille mit Etui,
3 wollene Mützen, 3 Bund Schlüſ=
Niſel. 1 Marktnetz, 2
Parteiabzei=
chen, 3 einzelne Handſchuhe, ein
ot Liaurrckräucker Spazierſtock, 1 Paket (Inhalt: 1
Hoſe, 1 Hemd. 1 Schal. 1 Paar
sollte sich von der Güte und Preis=/Strümpfe), 1 rotes Handtäſchchen,
würdigkeit meines November-Ange-/1 braune Jacke, 1 Zeltſtoffman=
(l11648 tel, 1 kleines Kinderwagenkopf
kiſſen, 1 Paar Nappahandſchuhe.
— Zugelaufen: 1 Schäferhündin,
1 ſchwarz=weißer Fox, 2 Schäfer=
Am weißen Turm, Ernst-Ludwigstr. 8. hunde, 1 rötliche Katze.
Einfaches,
Schrank
tüchtiges Tages= (klein) zu kauf.
mädchen zum 15. geſucht. Nähere
Novemb. geſucht.
3—5 Uhr
nach=
mittags.
Mathil=
denſtraße 41.
Junges
Mädchen
mit guten
Zeug=
niſſen, bis nach
dem Spülen ſof.
geſucht. Rehl
Riedeſelſtr. 25. (
Männlich.
Alleinvertretung
für volkswirt
ſchaftl. wichtigen
tägl.
Gebrauchs=
rtikel für den
Kreis Darmſtadt
zu vergeb.
Aus=
führl. Bewerb.
on Herren oder
Damen, die ſich
eine Exiſtenz mit
ſof. ſtändig
ſtei=
gendem Einkom
men aufbauen
wollen unt. U.
Geſchäftsſtelle.
Klavier
aus Privathand
geg. bar zu kauf.
geſucht. Ang. u.
T. 240 Geſchſt.
Ang. mit Preis
u. T. 250 Gſchſt.
Klappſportwag.,
kl. Kleiderſchrk.
oder Spint
ge=
ſucht. Ang. unt.
U. 4 Geſchäftsſt.
O
Darlehen (a
geg. Hypothek.=
Sicherh.,
Bürg=
ſchaft u.
Möbel=
ſicherheit durch:
Koch u. Glenz,
Rheinſtraße 47.
Tel. 1784. Spr.=
Stund. Samstag
vorm. v. 9—1 U.
Suche gutes
Paddelbook
(2er Holzboot).
Ausführl.
Ange=
bote u. T. 218
a. d. Geſchäftsſt.
Kaufe
getrag.
Damen=
u. Herrenkleider,
Schuhe,
Feder=
betten u. Möbel.
Brandgaſſe 6,
W. Hanſel.
Celefon 4062
ſuchtFräulein: Guterhaltenes
v. Priv.
Piand bar geſ.
Ang. unt. U. 9
Geſchäftsſtelle.
ur Aushilfe Schlafzimmer u.
für leichte
Büroarbeit.
Angeb. unter
T. 242 an d.
Geſchäftsſt. (
Mädchen.
tüchtig, nicht u.
20 Jahren. zun
15. Novemb. ge
ſucht. — Näh.
Geſchäftsſtelle.
Alleinmädchen
Küche zu kaufen
geſucht. Ang. u.
T. 243 Geſchſt.
5000—7000
RM. auf
erſt=
ſtellige Hypothek
(Objekt 30 000.-
RM.) aus
Pri=
vathand geſucht.
Gte. Geldanlage
Ang. unt. T. 249
Geſchäftsſtelle.
Barkredite!
„Citonia
Darmſt.,
Fried=
richſtr. 22, Telef.
4111. Lt.
Zweck=
ſpargeſellſch. unt.
Reichsaufſicht.
A
Nd.=Ramſtädter=
Str. 51 vermiet.
Werkſtätte.
Kinderwagen,
gut erhalten, zu
kaufen geſ. Ang.
u. T. 245 Gſchſt.
3000—4000 Mk. 6=Zim.=Wohng.,
als 1. Hypothek! Künſtlerkolonie
auf Landwirtſch. Mädchenzimmer,
geſucht. Ang. u. aller Komfort
T. 247 Geſchſt.— Zentralheiz., gr.
Piano Balkon, zum 1.
zunächſt aush.= zu kauf. geſucht. /2. 1935 zu ver=
Menſt.5
Helle, trockene
Räumlichkeit.,
im ganzen od.
get., mit
Waſ=
ſer, Gas, el.
Licht u. Kraft:
Erdgeſchoß 90
qm m. Kontor
monatl. 25 ℳ,
1. St. 100 qm
m.
Laſtenauf=
zug monatlich
125 ℳ, ſofort z.
vermieten. —
Anzuſeh. 9—11
od. 3—4 Uhr
bei Ferdinand
Schmidt, Tel.
Nr. 2438. (a
in Mantel
mit Woibendek.
dk dor Beuährte,
e
nnicht 2u übertreff
Für Damen: Reinwollene Gabardine-Qualität
38.50 48.— 52.50 56. Herren: Gabardine-Slipon und Raglan
38.— 48.- 58.- 72.-
Aguatite Winter-Mäntel
68.- 84.- 94.- 120.-
Alleinverkauf:
OTAAHLIpBAA
Das Haus für Herren- und Knaben-Kleidung
Näh. Ang. mit Preis mieten.
Olbrich=
weiſe.
Schöne
Nur 2 Tage in Frankfurt/M.!
Zahlungserleichterung!
Einmalige Gelegenheit vor Weihnachten!
651
Es kommen einzeln zum Verkauf!
90 Oelndemäld
uu den denlbar niedrigsten Preisen von Mk. 30-- an
Deek Berliner u Münchener Maler: Jüttner, Gleißner, Kasper, Lorenz-Murowanz,
Hauschert, Kenzler, Mühlbeck, Rau, Prof. Müller-Kämpff, W. Herrmann, Weczerzick
SSw. Hochgeb., Jagd- u. Tier- Motive, Seestücke, Landsch., Stilleb., Blumenstek.
Uharakterköpfe. Gerahmt u. ungerahmt lieferbar! Orig. Radierungen V.1--0.10-+-
Wur Freitag, den 9. Novemberb. Sonnabend, den 10. November, 10-19 Uhr
Kunztverlag Heinrich Kalide (aus Berlin) Hot. Frankf. Hof, Frankfurtim.
Geſchäftsſtelle. u. U. 3 Gſchſt. weg 10, I.
Vergebung
von Maurer= und Betonarbeiten, ſowie über
Träger=, Rundeiſen= und Zementlieferungen
Pläne und Verdingun /8unterlagen für die zum
Umbau der Modaubrücke in Nieder=Modau
erforder=
ichen obigen Arbeiten und Lieferungen liegen in
unſeren Dienſträumen, Darmſtadt, Neckarſtr. 3
Zimmer 34, offen, woſelbſt Angebote verſchloſſen,
portofrei und mit entſprechender Aufſchrift verſehen
bis Montag, den 19. November 1934, vormittags
10 Uhr, einzureichen ſind,
Darmſtadt, den 8. November 1934.
Provinzialdirektion Starkenburg
Diefbau.
116
V
abgeſchloſſene
2=Zim. Wohng
(Manſ II St
Hügelſtr. zu verm
Ang. T. 246 Gſch.
Wilhelminen=
platz 15 (Beck),
möbl. ſonniges
Zimmer ohne
Bedienung zu
vermiet.
.
mit voller
Ver=
pflegung in gut.
Hauſe zu
ver=
mieten. Ang. u.
T. 226 Geſchſt.
Ludwigſtraße 20
II., möbl. Zimm.
mit Penſion. (a
Schlafſtelle
mit Kaffee wö=
Löffelgaſſe 2.
Beamter
o. K., ſucht
neu=
zeitl. 4—5 Z.
Küche, Bad,
Ab=
ſtellraum. Zentr. Etageheizg.
per 1. od. 15. 12.
öſtl.=ſüdöſtl.
Vor=
orte in 2—3=
Fam =Haus. Ang
T. 248 Geſchſt.
SlLBER
Beamter
ſucht 4 —6 Zim=
Wohnung zum
1 . 4. 35. Ang u
U. 5 Geſchäfts
Schöne
3—4=Zimmer=
Wohnung
bis 60.— p.
ſo=
fort oder ſpäter
geſucht. Ang. u.
Zimmer T. 8 Geſchſt. (a
2—3=Zimmer=
Wohnung
Martinsviertel
bis 1. 2. 35 zu
mieten geſucht.
Angebote unter
T. 224 Geſchſt.
Zwei=Zimmer=
Wohnung
zu mieten oder
chentlich 3 Mk. gegen 3 Zimmer
zu tauſchen
ge=
ſucht. Angeb u.
228 Geſchſt.
800 zu gunst. Preisen.
Bestecke mit 100 gr. Silber
aller-
billigst. Nur Oualltätsbestecke
llerfeinste Juwellerware,
Langjäh-
rige Garantie. Bagueme
Raten-
zahlungen. Katalog kostenlos.
Fritz Milihork, Besteckfabrikation
Sollngen-Ohligs 43
1—2=Zimmer=
Wohnung
im Zentrum ge
ſucht. Angeb
T. 197 Geſchſt.*
Verſorgungs=
anwärter ſucht
1—2=
Zimmer=
mit Küche im Wohng. Angeb.
u. U. 11 Gſch. (e
2 gut
möbl. Zimmer
m. Küchenben., b.
all. Dame in nur
gut. Hauſe,v. kdl
jg. Ehep geſ Ang
unt. U. 8 Gſchſt.
Herr
ſolid, ſucht heizb.
möbliertes
Zim=
mer, elektr. Licht
ſep. Engang be
vorzugt. Angeb
nit Preis unte
U. 7 Geſchäftsſ
Jugenheim.
In freier Lage
6=Zimm.=
Wohn=
haus mit groß.
Garten u.
Stall=
gebäude f. 25000
Mk. zu verkauf.
Beſichtigung:
Zwingenberger
Straße 12.
1200 qm
Gartenland geg.
bar geſucht Nähe
Pallaswieſen=
ſtraße. Ang. u.
T. 239 Geſchſt.
Willy Forst
Gustaf Gründgens
spielen die Hauptrollen in dem großen
historischen Filmwerk:
T
R7
Ein historischer Großfilm von Karl Hartl.
Regie: Karl Hartl. — Musik: Franz Grothe.
Der erschutternde Herzensroman der jungen
österreichischen Kaisertochter die ausGründen
der Politik ihrer Liebe zu dem jungen und
schönen Herzog von Modena entsagen muß
und den ungeliebten Napoleon zu beiraten
gezwungen wird. Der Film endet mit der
welt-
historischen Trauung Napoleons u. Marie-
Louises im Wiener. Stephansdom, zu der
Ludwig van Beethoven das herrliche Tedeum
auf der Orgel spielte und den Chor der 10
Sängerknaben dirigierte.
Im Belprogramm:
Deutsche Bananen — Kulturfilm.
Die neueste Fox-Wochenschau.
(V11670
Jugendliche zugelassen.
Beginn: 5.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Ein Film vom Heldentum
einer großen Liebe.
Endfstue
Eine Frau, die in rücksichtslosem Einsatz bis zur
Selbstauf-
opferung für ihren erblindeten Mann kämpft, steht im Mittelpunkt der
menschlich-
packenden und reich bewegten Handlung dieses Films.
In weiteren Rollen:
Paul Henkele, Dr. Philipp Manning, Max Weldner, Lilo
Müller, Kurt Vespermann u. a. m.
Beiprogramm: Kulturfilm: Das Werden der Farnkräuter, Ufa-Wochenschau.
Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
LANDES=
THEATER
Großes Haus
Freitag, 9. Mov.
Anf. 19.30, Ende 22.15. Zum
Gedenken für die Gefallenen
des 9. Nov.: Goriolan-Quverlüre.
Hierauf: Der Sieger
Schauſpiel von Forſter
Hauptdarſteller: Lembach,
Trumpp, Ausfelder,
Bau=
meiſter, Gaugl, Gehre,
Loh=
kamp, Poelzig, Raddatz,
Stee=
gen, Stelzer, Sieda, Verden,
Weſtermann. Pr. 0.50—4.50
K
Forsthaus Einsledel
am Wildpark
Fernruf 44
Darmstadt
Samstag, den 10. November
OHirsch-Essene
Hierzu freundl. Einladung. Mit deutschem Gruß!
11656 a)
M. Schnellbacher,
Omnibus-Sonderfahrt abends 8.15 ab Adolf Hitler-
Platz 1, 8.30 ab Ringstraße (Odenwaldbrücke)
Mee
Die Chriſtengemeinſchaft
Heidelbergerſtraße 14
Samstag, 10. Nov., 20.15 Uhr
Oeffentl. Vortrag
v. Pfr. A. Schütze= Frankfurt
„Die Kriſis im Seelenleben des
modernen Menſchen und ihre
Ueberwindung”.
Freiwill. Unkoſtenbeiträge.
Kraut
wd. eingeſchnitt.
Gervinusſtr. 39,
Tel. 429.
Hotel Bender
nur Georgenstraße 1½
Haus der guten Küche
½ leb. Hummer auf div. Arten M. 2.00
1 Glas Markensekt . . . . . M.0.50
Im Ausschank:
Münchner Paulanerbräu (dunkel)
Münchner Thomasbräu (Hell-Urtyp)
Muslk auf Steinwey-Welte (11655
Es ladet ein
Georg Arnold Ww. u. Kinder
Bismarckſtraße 107.
Einlaß
2.30Uhr
im
Heute letzter Tag!
Das reizende Lustspiel
Fräulein
Frau
UENNV UUG0
PAUL HÖRBIGER
Fr. Odemar, Olga Limburg,
Anton Pointner
Terofals Schlierseelrk
Heute abend 8½ Uhr
Volksvorstellung!
* Das Alt-Münchner
Oktob.-Fest-Volksstück
Die Zwiderwurzen
5 Akte von
Herm. v. Schmidt
Zeierliche Freisprechung.
der Lehrlinge der metallverarbeitenden Induſirie
des Kreiſes Darmſtadt und Ueberreichung der
Geſellenbriefe, verbunden mit der
Ausſtellung der Geſellenſtücke
Sonntag, 11. November 1934
10 Uhr vorm., Turnhalle (Woogsplatz)
Eltern und Angehörſge der Junggeſellen, Betriebsführer und
Ge=
folgſchaftsmitglieder der Betriebe der Metallinduſirſe ſind beſonders
zur Teilnahme eingeladen.
(11667
Geſellenprüfungsausſchuß der
Metallinduſtrie d. Kreiſes Darmſtadt
(Zweigverein
Darmſtadt).
Sonntag,
11. November:
HEIDELBERGERST
Wanderung ie Wir starten heute in Erst-Aufführung!!
nach
Gundern=
hauſen.
Abmarſch 10 Uhr
Oſtbahnhof.
Näheres (e
im Aushang.
Radio
Brößte Auswahl,
liefert gegen
Teilzahlung (*
Radid-Blage
Grafenstr. 12, I.
Haus Papier=Lautz.
IVAN PETROVICH
MARIA BELING
PAUMANt
Preise heute
0.50, 0.75, 1.00
Verk. -Büro und
de Waal.
Ab morgen — Mur 3 Tage
Frühlings-
märchen
(Verlieb Dich nicht in Sinillien)
Claire Fuchs, Maris Wetra,
Hubert von Meprinok,
Ide Wüst. 411673
Jugendliehe zugelassen!
HärüingsWleinltuhen
„Zum goldenen Pflug‟
Freitag u. Samstag, 9. u. 10.Mov.
(877a
72
Schlachtfest
Vorzügliche Ausschankweine!
Heinheimerstr. 38 - Fernr. 3038
Rennweranstaltung
zugunsten des Winterhilfswerks
durch den Darmstädter Reitervereln, gemeinsam mit dem
Hess. Reiterverein
Am Sonntag, dem 11. November 1934, nachmittags 13.15 Uhr
auf dem Flugplatz am Böllenfalltor Hubertusjagd.
14 Uhr nach dem „Halali” beginnen die Wettbewerbe mit dem
„Preis vom Böllenfalltor”, ein Jagdſpringen der Klaſſe „A"
14.20 Uhr: „Preis der Landespferdezucht” Trabreiten über 1600m
14.30 Uhr: Schaunummer, Schulungs= und Erziehungsproben
des jungen Polizeipferdes”. Leit.: Pol.=Oblt. Schmidt, Darmſt dt
14.50 Uhr: „Preis von Trakehnen”, ein Flachrennen über 1600 m
15.05 Uhr: „Preis der Amazonen” (Jagdſpringen).
15 15 Uhr: Preis von St. Georg” (Ei nungsprüfung).
15.25 Uhr: Standarten=Flachrennen über 1100 m
15.40 Uhr: „Freiherr v. Langen=Gedächtnispreis” (Jagdſpringen).
Eintritt 50 Pfg.
Ein Teil des Reinertrages fließt dem Winterhilfswerk zu. 411675
Komnft sichdn
Noger vor;Or.
stcktseiu Koßsta
dunck dasOhre.
Di.
HABIEK DFE FRAU R
UEndssT
mit Theo Lingen, Adele Sandrock, Erika Glädnm
und Rudolf Klein-Rogge.
Kl0zz549
aus der
Parfümerie
Srant
Eisabetlen-
straße 9 7662
Der Geigerkönig Paganini, eine der
aben-
teuerlichsten Biguren der Weligeschichles
als Mittelpunkt eines glanzvollen Films mic
vielen schönen Frauen. — Die herrlichen!
Melodien Fr. Lehars in einem herrlichenkinia
Anfang täglich 3.30, 6.00 und 8.20 Uhr
Jugendliche haben Zutritt! v116.