Einzelnummer 10 Pfennigs
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*
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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1 goöchentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. Oliober
M3—, Otlober 2— Reichsmark und 20 Pfennig Ab=
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigeven Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Montag, den 22. Oktober 1934.
Nummer 292
196. Jahrgang
Die 22 mm breite Zeile im Anzeigentell, 1 mm hoch,
7 Pfennig. Die 92 mm breite Zelle im Texttelt 1 mm
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DD. Bank und Darmſtädter und Natlonalbant.
Aufſtandn Spanien niedergeworfen
A60 Geiſeln der Marriſken befreil.
ieſkigliſche Morde der Aufſkändiſchen
feſtgeſtellk.
EP. Madrid, 21. Oktober.
Die marxiſtiſche Revolution in Spanien iſt nach einer
Mit=
hurg des Kriegsminiſteriums als beendet zu betrachten. Sowohl
filltturien, als auch in den baskiſchen Provinzen ſeien alle
Auf=
ſtdsherde von den Regierungstruppen beſetzt worden. In
Aiken fielen den Truppen zwei Geſchütze, zwölf
Maſchinenge=
vr., 14 leichte Maſchinengewehre, 3500 Gewehre und zahlreiche
bege Waffen in die Hände.
150 Perſonen, die die Aufrührer als Geiſeln gefangen
genom=
m catten, wurden befreit. Nach amtlichen Berichten, die aus
1b Aſturiſchen Aufſtandsgebiet einlaufen, haben die
kommuniſtiſch=
brigiſtiſchen Revolutionäre dort ſtellenweiſe in geradezu
un=
kül licher Weiſe gehauſt. Allein in Sama ſind 110 Mann
10Bivilgarde von den Aufſtändiſchen ermordet
„hroen. Eine Anzahl hervorragender Bürger, die als
Gei=
ſin feſtgenommen worden waren, ſind von den Revolu=
1ᛋyären vor der Flucht ebenfalls niederge=
Anzelt worden.
Diie Maſſenverhaftungen von an der Revolution beteiligten
AMyrſten gehen weiter und die Kriegsgerichte tagen
ununter=
hFyem. In Madrid hat ſich einer der Rebellenführer
9h Wolizei geſtellt Er erklärte, für die Kampfhandlungen
üanſehreren Madrider Vorſtädten die volle Verantwortlichkeit
üſinzehmen zu wollen. Seine Vernehmung ergab, daß es ſich um
Abötaliener Roſa handelt, der vor einigen Jahren
iſſBrrüſſel gegen den italieniſchen Kronprinzen
Aſem Mordanſchlag verübt und ſich nach Verbüßung
eiſn kkurzen Gefängnisſtrafe nach Spanien begeben hatte. Roſa
Ap vor ein Militärgericht geſtellt.
Der franzöſiſche Arbeitsminiffer
Marquel
Au.,s der Reuſozialiſtiſchen Parkei ausgekreken.
EP. Paris, 21. Oktober.
Dar „Fall Marquet”, eine der Gefahren, die den Fortbeſtand
diMegierung Doumergue bedrohten, hat in der Nacht zum
Sonn=
t4 nine vorläufige Löſung gefunden. Arbeitsminiſter Marquet iſt
atſdar Neuſozialiſtiſchen Partei, an deren Gründung er einen
b/Forragenden Anteil gehabt hat und die von ihm den Austritt
a1 dem Regierung forderte, ausgeſchieden. Dieſem Beſchluß ging
auhsumstag eine längere Beſprechung Marquets mit
Miniſter=
piſhernt Doumergue und Miniſter Herriot voraus. Gegen
Mit=
te ſicht richtete Marquet dann an den Generalſekretär der
Neu=
ſol btiſriſchen Partei, Renaudel, ein Schreiben, in dem er unter
Hiſtees darauf, daß die der Regierung durch die „dramatiſche
in ſiha tionale Lage” und die im Lande herrſchende
Desorgani=
ſalkn wund die Wirtſchaftskriſe geſtellten Aufgaben noch ungelöſt
ſeiſe ſtie von ihm verlangte Demiſſion verweigert. Er wolle,
er=
kl/ß Marquet in dieſem Brief, zunächſt abwarten, ob die erſt
küſſch, umgebildete Regierung die Energie und Zuſammenarbeit
zußſ r von allen gewünſchten Aktionsfähigkeit aufbringen werde.
E)tſoann werde er in der Lage ſein zu beurteilen, ob er weiter
iwſrBegierung verbleiben könne. Aber er wollte ſich ſeine
Ent=
ſchſeun=g nur von den Intereſſen der Nation vorſchreiben laſſen.
Diſr ſtrete er aus der Partei aus.
füm die noch junge Neuſozialiſtiſche Partei bedeutet dieſes
Eſhnes einen ziemlich ſchweren Schlag, denn es ſteht bereits feſt,
daßfün-f weitere Abgeordnete, die im Gegenſatz zu den übrigen 23
Mſäliſ=dern der Oppoſition ſtets für das Kabinett Doumergue
geeumtt haben, ſich mit Marquet ſolidariſch erklären und
eben=
faflans der Partei austreten werden.
In niſterpräſident Doumergue iſt von einer ernſten Sorge
beFftrund kann nunmehr ſeine volle Kraft für die Ueberwindung
ddnl=derſtände einſetzen, die ſich gegen die von ihm geplante
SiAsu=eform geltend machen Wie „Journal” und „Oeuvre” heute
übl lin ſtimmend berichten, wird das vom Miniſterpräſidenten
aus=
gereitete Projekt höchſtwahrſcheinlich ſchon am Dienstag in
eilch Miniſterrat geprüft werden. Doumergue ſei trotz dem vom
Sif nausgehenden Widerſtand nach wie vor entſchloſſen, die
Ein=
bdMugg der Nationalverſammlung für Anfang November —
vor=
auuhiflich für den 12. November — zu beantragen. Er
beabſich=
tilſndarr Nationalverſammlung eine genau umriſſene
Tagesord=
nuu vorzulegen, um dadurch zu verhindern, daß die Tagung ſich
iniu Wänge ziehe und ſeinen Gegnern Zeit zu Intrigen und
Ku=
liſtzmurnövern laſſe.
Furnowitſch mit der Neubildung des Kabinells
beitauk.
EP. Belgrad, 21. Oktober.
ſit der Neubildung der jugoſlawiſchen Regierung wurde am
Schmag der bisherige Miniſterpräſident Uzunowitſch betraut. Es
iſtſelslbereits das zehnte Mal, daß Uzunowitſch das Portefeuille
de9; ſinniſterpräſidenten übernimmt.
m. Laufe des Sonntags empfing Prinzregent Paul der Reihe
nauudenn Präſidenten der Skupſchtina, Kumanudi, den bisherigen
ME terpräſidenten Uzunowitſch und die beiden früheren
Mini=
ſteſſe zudenten Srzkitſch und Marinkowitſch. Das Ergebnis dieſer
Beſech ungen war die Betrauung von Uzunowitſch mit der
Re=
giglagsbildung.
ehg er die Zuſammenſetzung der neuen Regierung iſt noch
nicthekannt geworden.
Verhafkung eines angeblich engſten Mikarbeiters
Pawelitſchs.
In Lüttich iſt ein Mann verhaftet worden, der im Laufe
der Vernehmung ſchließlich eingeſtanden haben ſoll, der
unmittel=
bare Mitarbeiter des Dr. Pawelitſch, Perſchetz, zu ſein. Nach
dem Petit Pariſien ſoll es aber nicht feſtſtehen, daß dieſes
Ge=
ſtändnis auch der Wahrheit entſpricht, denn der Verhaftete ſoll
nach dieſer Lesart nicht Perſchetz, ſondern ein Rechtsanwalt
ſein, der mit Dr. Pawelitſch in Verbindung geſtanden habe.
Polniſch=ungariſcher Verkrag über kulkurelle
Zuſammenarbeik unkerzeichnek.
DNB. Warſchau, 21. Oktober.
Im Außenminiſterium wurde am Sonntag mittag der
pol=
niſch=ungariſche Vertrag über den Ausbau der kulturellen
Zuſam=
menarbeit zwiſchen beiden Völkern unterzeichnet.
Im Anſchluß an die Unterzeichnung des Vertrages fand ein
Frühſtück bei Außenminiſter Oberſt Beck ſtatt. Am Nachmittag
empfing Miniſterpräſident Gömbös die Vertreter der polniſchen
Preſſe und die Warſchauer ausländiſchen Korreſpondenten.
Göm=
bös hielt eine Anſprache, in der er auf die geſchichtliche
Verbin=
dung und die hiſtoriſche Freundſchaft Polens und Ungarns
hin=
wies. Auch ſein Beſuch diene der Pflege dieſer Freundſchaft, die
durch den unterzeichneten Vertrag über die kulturelle
Zuſammen=
arbeit ausgebaut werde. Polen und Ungarn würden weiterhin
ſowohl ihre wirtſchaftlichen als auch ihre kulturellen
Beziehun=
gen entwickeln und dadurch auf dem Boden ihrer Freundſchaft
nicht nur den Intereſſen der beiden Länder, ſondern auch denen
einer friedlichen Entwicklung in Europa dienen.
Ein japanifcher Pakk=-Vorſchlag.
an England und U59.?
Aus Kreiſen des japaniſchen Außenminiſters verlautet, daß
die japaniſche Regierung die Möglichkeit eines engliſch=
amerika=
niſch=japaniſchen Nichtangriffspaktes erwäge. Die Zeitung
Mijako” nimmt zu dieſer neuen Wendung der japaniſchen
Außenpolitik Stellung und erklärt, daß zuerſt natürlich eine
Flottenverſtändigung zwiſchen den drei Ländern erzielt werden
müſſe. Dann werde die japaniſche Regierung mit dieſen
Län=
dern über den Abſchluß eines Nichtangriffspaktes mit einer
Laufzeit von mindeſtens 5 Jahren verhandeln. Nach der
Flotten=
verſtändigung habe die japaniſche Diplomatie die Hoffnung, die
Intereſſenſphären in Oſtaſien ſo abgrenzen zu können, daß es
zu keinen weiteren Reibereien zwiſchen den drei Ländern mehr
komme. Vorausſetzung ſei allerdings, daß England und USA.
die Selbſtändigkeit Mandſchukuos anerkennen. Das Blatt meint,
daß nach einer derartigen Verſtändigung mit USA. und
Eng=
land die japaniſche Politik gegenüber Rußland und China
ein ganz anderes Geſicht erhalten werde.
* Englands Vekroleum„Gibralkar”
im Mikkelmeer.
Die große Petroleumleitung, die in einer Länge von mehr
als 2000 Km. über Euphrat und Tigris vom Petroleumgebiet
des Irak bis ans Mittelmeer gelegt worden iſt, hat ihren
Be=
trieb jetzt vollſtändig eröffnet.
Die Engländer haben die Arbeit ſo ungeheuer beſchleunigt,
daß ſie gegenüber der urſprünglich vorgeſchriebenen Bauzeit
mehr als ein halbes Jahr gewonnen haben. Eine techniſch
außerordentliche Leiſtung — die durch die allgemeine politiſche
Lage angeſpornt wurde — denn die Geländeſchwierigkeiten
waren nicht ganz einfach zu überwinden. Dazu kommt noch, daß
die Leitung, bevor ſie aus dem Irak hinaustritt, ſich gabelt in
einen franzöſiſchen Zweig, der nach dem ſyriſchen Hafen Tripoli
führt, und den engliſchen nach Haifa. Die Franzoſen hätten
eine andere Linienführung lieber geſehen und hatten verſucht
zu erreichen, daß die Leitung vor ihrer Teilung auch über
fran=
zöſiſches Intereſſengebiet lief. Das haben aber die Engländer
rundweg abgelehnt. Die ganze Leitung bleibt im Kriegs= und
Friedensfall unter engliſcher Aufſicht, und die Engländer können
den Franzoſen, wenn es einmal notwendig werden ſollte, in
aller Freundſchaft den Hahn abdrehen.
Dazu habe ſie vorderhand keine Veranlaſſung, denn für
den Frieden hat die Leitung ein rein finanziell=wirtſchaftliches
Intereſſe. Sie verſchiebt die Konkurrenzverhältniſſe im
Mittel=
meer=Gebiet vollſtändig. Die Leiſtungsfähigkeit des
Röhren=
ſyſtems wird auf 7—8 Millionen Tonnen jährlich geſchätzt und
dieſe Quantität läßt ſich jetzt unter ſehr viel günſtigeren und
viel billigeren Bedingungen als bisher ans Mittelmeer
heran=
bringen zum Schaden der Ruſſen, noch mehr zum Nachteil der
Amerikaner, die vom Irakpetroleum bequem unterboten werden
können.
Für England freilich iſt das Irakpetroleum noch ungleich
bedeutungsvoller. Der Hafen Haifa wird ſtark befeſtigt, wird
alſo für England eine Art Petroleum=Gibraltar im Mittelmeer.
Die Engländer ſind jetzt in der Lage, ihre Kriegsſchiffe im
Ernſtfall mit eigenem Petroleum verſorgen zu können, ohne
auf die Gnade und die Preiſe der Amerikaner und Ruſſen
an=
gewieſen zu ſein. Das iſt für die Beweglichkeit der englichen
Schlachtflotte ein Vorteil, der gar nicht hoch genug zu
veran=
ſchlagen iſt. Sehr kluge Volkswirtſchaftler haben ſchon ſeit
Jah=
ren davon geſprochen, daß der nächſte Krieg um das Petroleum
gehen würde. Das iſt vielleicht etwas überſpitzt ausgedrückt, aber
richtig iſt, daß der Kampf um den Anteil am Weltvorkommen
von Petroleum eine der Triebkräfte der Weltpolitik war und
noch iſt und mit dem Irakpetroleum, das jetzt fließt, hat
Eng=
land eine Oelſchlacht gewonnen.
Saarbrückener Rundfunkveranſtalkung
von der Regierungskommiſſion verboken
Feſtnahme eines Komikers des Kölner Reichsſenders
wegen eines Wikes über die Separakiſten.
DNB. Saarbrücken, 21. Oktober.
Der Verband deutſcher Rundfunkteilnehmer an der Saar, der
in den wenigen Monaten ſeines Beſtehens bereits wertvolle
Pio=
nierarbeit für den Saarrundfunk geleiſtet hat, hatte den 21.
Okto=
ber zum Tag des Deutſchen Rundfunks an der Saar beſtimmt.
Zur Feier dieſes Tages waren außer einer Funk= und Trachten=
Schau, die am Samstagabend eröffnet wurde, zwei luſtige Abende
und eine Matiné für Sonntagvormittag vorgeſehen. Bei dieſen
Veranſtaltungen ſollte eine Reihe Künſtler, hauptſächlich
Rund=
funkkomiker aus Frankfurt, Leipzig, Köln und München,
mit=
wirken. Nachdem die Polizeiverwaltung vor acht Tagen dieſe
Veranſtaltung genehmigt hatte, wurde ſie am Samstagnachmittag
verboten, und zwar, wie es in dem amtlichen Text heißt, „auf
Grund grundſätzlicher Erwägungen”.
Wir wiſſen nicht, welches die grundſätzlichen Erwägungen
ſein mögen, aber man wird nicht fehlgehen in der Annahme, daß
die Regierungskommiſſion mit dieſem Verbot den Deutſchen
Rund=
funk, beſonders aber den Reichsſender Frankfurt, treffen will.
Daß man ſich dafür das Treffen der Rundfunkkomiker auserſehen
hat, gibt der Sache einen beſonders lächerlichen Beigeſchmack. Ein
neuer Beweis für die Rückſichtsloſigkeit, mit der die
Regierungs=
kommiſſion gerade gegen die deutſchen Veranſtaltungen
vorzu=
gehen pflegt, iſt es aber, daß das Verbot wieder einmal in letzter
Stunde erfolgte. Wie wir weiter erfahren, wurde einer der
Ko=
miker, Karl Heinz Schneider vom Reichsſender Köln,
feſtgenom=
men. Seine Feſtnahme erfolgte wegen eines Witzes, den der
Künſtler über die Separatiſten gemacht hatte. Schneider wird
ſich vor dem Abſtimmungsgericht zu verantworten haben.
Wichkig für Saarabſtimmungsberechkigke
Der Bund der Saarvereine teilt uns mit:
Jede im Saargebiet wohnende Perſon kann Einſpruch gegen
die Eintragung einer bereits in die vorläufige Abſtimmungsliſte
aufgenommene Perſon erheben.
Die Abſtimmungskommiſſion hat nun verfügt, daß derjenige,
der einen ſolchen Einſpruch erhebt, eine Abſchrift desſelben durch
eingeſchriebenen Brief dem Betroffenen mitzuteilen hat, und zwar
an deſſen Anſchrift im Saargebiet.
Der Betroffene muß innerhalb von vier Tagen ſeit
Aufgabe dieſes Einſchreibebriefes zur Poſt (alſo nicht ſeit
dem Tage, an dem er ihn erhält) ſeine Einwendungen gegen dieſen
Einſpruch dem zuſtändigen Kreisbüro ſchriftlich mitteilen. Er muß
ferner das ihm abſchriftlich zugeſtellte Einſpruchsſchreiben des
Ein=
ſpruch E=hebenden ſeiner Erwiderung an das Kreisbüro beifügen.
Alſo: Wer einen ſolchen Brief über ſeine Anſchrift im
Saar=
gebiet erhält, muß ſofort ſeine Einwendungen ſchriftlich —
Un=
terſchrift nicht vergeſſen — unter Beifügung der Schrift des
Geg=
ners an das zuſtändige Kreisbüro der Abſtimmungskommiſſion
ſenden. In Zweifelsfragen wende man ſich ſofort an die
Orts=
gruppen des Bundes der Saarvereine.
Der Erwerb der Türplakekten des WHW.
DNB. Berlin, 20. Oktober.
Auf Grund vieler Anfragen wegen der Preſſenotiz über
den Erwerb von Türplaketten gibt der Reichsbeaufragte für
das WHW. noch einmal folgendes zur Kenntnis:
Anſpruch auf Aushändigung der Plakette
haben:
1. a) Diejenigen Lohn= und Gehaltsempfänger, die in den
Monaten Oktober. November und Dezember 1934 eine Abgabe
in Höhe von 20 Prozent und in den Monaten Januar, Februak
und März 1935 eine Abgabe in Höhe von 15 Prozent ihrer
Lohnſteuer an das WHW. leiſten.
b) Feſtbeſoldete, die neben ihrer Lohnſteuerleiſtung noch
zur Einkommenſteuer veranlagt werden, wenn ſie neben
ihrer monatlichen Spende in Höhe von 20
Pro=
zent ihrer Lohnſteuer eine monatliche Abgabe in Höhe
von 3 Prozent ihres für das Jahr 1933 veranlagten
Ein=
kommenſteuerbetrages an das Winterhilfswerk entrichten, ſoweit
dieſer Betrag nicht durch Lohn= und Gehaltsbezüge getilgt iſt.
Dieſe 3 Prozent werden alſo lediglich von der
Einkommen=
ſteuerreſtſchuld errechnet.
2. Gewerbetreibende und Angehörige der Freien Berufe, die
zur Einkommenſteuer veranlagt werden, ſoweit ſie
monat=
lich eine Abgabe in Höhe von 3 Prozent des für
das Jahr 1933 veranlagten Einkommenſteuerbetrages an das
Winterhilfswerk des deutſchen Volkes entrichten. (
Kapitalgeſell=
ſchaften unterliegen einer beſonderen Regelung.)
Lohn= und Gehaltsempfänger, die wegen ihres geringen
Einkommens zur Einkommenſteuer nicht herangezogen werden,
erhalten die Plakette gegen Zahlung von monatlich 0,25 RM.
Die auf dieſe Weiſe geſpendeten Beträge ſind von den
Arbeitgebern zu ſammeln und der zuſtändigen WHW.=
Dienſt=
ſtelle zu überweiſen. Angehörige der freien Berufe und
Ge=
werbetreibende zahlen dieſe Spenden unmittelbar an ihre
zu=
ſtändige WHW.=Dienſtſtelle.
Die Eintopfgerichtſpenden bleiben von dieſer Regelung
unberührt.
Schlagwekiererploſion in Herne. — 7 Toke, 4 Berlekte
DNB. Herne, 21. Oktober.
Auf der Zeche Konſtantin 4/5 ereignete ſich am
Sonntagmit=
tag bei Vornahme von Reparaturarbeiten eine örtliche
Schlag=
wetterexploſion. Sieben Bergleute wurden getötet, vier wurden
verletzt. Weitere Menſchenleben ſtehen nicht in Gefahr.
Seite 2 — Nr. 292
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 22. Oktober 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 22. Oftober 1934
Die Kleiderſammlung für das Winker=
Miafsloerr 1994. 39 brAihm:
In den erſten drei Tagen dieſer Woche wird in nachfolgend
aufgeführten Straßen und Tagen für das Winterhilfswerk eine
Kleiderſammlung vorgenommen.
Jede Hausfrau ſehe noch einmal ihre Schränke und
Schub=
laden durch und gebe alles Entbehrliche und Verwendbare den
Sammlern.
Montag, den 22. Oktober: Sandbergſtraße, Heidelbergerſtraße,
ſüdliche Sandbergſtraße. Im Wingert, Frankenſteinſtraße
Kies=
bergſtraße, Ludwigshöhſtraße, Tannenſtraße, Freiligrathſtraße,
Felſingſtraße, Weinbergſtraße, Herrngartenſtraße, Herderſtraße,
Orangerieſtraße, Klappacherſtraße, ſüdlich Herrngartenſtraße,
Moosbergſtraße, Bordenbergſtraße, Goetheſtraße, Paul=Wagner=
Straße.
Dienstag, den 23. Oktober: Heidelbergerſtraße zwiſchen
Wil=
helm= und Sandbergſtraße, Donnersbergring, Ahaſtraße. Neue
Niederſtraße, Beſſungerſtraße, öſtl. Donnersbergring,
Forſtmeiſter=
ſtraße, Forſtmeiſterplatz, Eichwieſenſtraße, Niederſtraße,
Hermann=
ſtraße, Wilhelmſtraße, Karlſtraße zwiſchen Hermann= und
Wil=
helmſtraße, Eichbergſtraße.
Mittwoch, den 24. Oktober: Jahnſtraße, Peter=Friesſtraße,
Seeſtraße, Klappacherſtraße, nördlich Herrnaartenſtraße,
Seekatz=
ſtraße, Clemensſtraße, Clemensweg, Heinrichwingertsweg,
Küch=
lerſtraße, Uhlandſtraße, Büchnerſtraße, Steinbergweg, Fichteſtraße,
Hölderlinweg, Claudiusweg. Hobrechtſtraße, ſüdl. Jahnſtraße,
Am Weidenborn, Nieder=Ramſtädterſtraße ſüdlich Jahnſtraße,
Kekuleſtraße.
Schluß mit der Verſchandelung der deutſchen Heimak!
Ueberall in unſerer ſchönen deutſchen Landſchaft ſieht man
heute alte verroſtete Reklameſchilder oder nicht mehr brauchbare
Daueranſchläge hängen. Dadurch wird das Landſchafts= oder
Stra=
ßenbild oft in geradezu erſchreckender Weiſe verunſchönt. — Unſer
Heimatbild ſoll nun von allen wirklich ſtörenden Daueranſchlägen
bereinigt werden, wobei ſelbſtverſtändlich, die berechtigten
Be=
lange der Wirtſchaft gewahrt werden.
Alle Volksgenoſſen werden hiermit aufgefordert, von ihren
Häuſern oder Zäunen umgehend alle verroſteten oder
verkomme=
nen Anſchläge oder Reklametafeln zu entfernen und ebenſo die
alten Plakate zu vernichten, die für Veranſtaltungen, die längſt
geweſen ſind, werben. Auch Reklametafeln für Waren, die es
überhaupt nicht mehr gibt, müſſen verſchwinden.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß nur die Eigentümer der Häuſer
oder Zäune die Entfernung vornehmen dürfen.
Gleichzeitig ergeht eine dringende Mahnung an alle, in
Zu=
kunft das Kleben von Plakaten dort zu unterlaſſen, wo es
verun=
ſchönend wirkt oder gar das Eigentum anderer Volksgenoſſen
ver=
letzt.
Helft alle mit, die Schönheit unſerer Heimat zu erhalten!
(gez.): Müller=Scheld.
Gaupropagandgleiter und Leiter der Landesſtelle Heſſen=
Naſſau des Reichsminiſteriums für Volksaufklärung und
Propaganda.
Neuerwerbungen der Landesbibliothel.
Vom 22. Oktober an auf 14 Tage zur Anſicht im Leſeſaal
aufgeſtellt:
1. Arnold Berney; Friedrich der Große. Tübingen 1934,
34/537 2. Ernſt Bertram: Deutſche Geſtalten. Leipzig 1934.
34/422. 3. H Blumhagen: Südweſtafrika einſt und jetzt.
Berlin 1934 34/473. 4. Franz und Alfred Ecker: Der
Wider=
ſtand der Saarländer gegen die Fremdherrſchaft. Saarbrücken
1934. 34/610. 5. Eſſad=Bey: Flüſſiges Gold. Berlin 1933.
34/757. 6. Emil Feer; Lehrbuch der Kinderheilkunde. Jena
1934, 34632 7. Walter Frank: Franz Ritter von Epp.
Ham=
burg 1934. 34/572. 8. Hans=Friedrich Geiſt: Die Wiedergeburt
des Künſtleriſchen aus dem Volke. Leipzig 1934. 34 /843. 9.
Ri=
chard Goltz; Pädagogik als angewandte Biologie, Berlin 1934.
34/828. 10. Friedrich v. Gottl=Ottilienfeld: Die
Läu=
terung des nationalökonomiſchen Denkens als deutſche Aufgabe,
Berlin 1934, 34/527, 11. Fritz Heide: Kleine Meteoritenkunde.
Berlin 1934. 34/859. 12. Franz Huber; Bauerntum und
Bauern=
bildung im Neuen Reich. München und Berlin 1934. 34/622.
13. Deutſche Jugend. Hrsg. von Will Veſper. Berlin 1934.
34/510 14. Richard Karutz: Die Urſprache der Kunſt.
Stutt=
gart 1934. 34/844. 15 Friedrich Keßler; Scheckgeſetz vom 14.
Auguſt 1933. Mannheim, Berlin, Leipzig 1934. 34/506. 16. Ernſt
Herbert Lehmann: Geſchichte des Konverſationslexikons.
Leipzig 1934 34/861. 17. Eduard Norden: Alt=Germanien.
Leipzig und Berlin 1934 34/624 18. Alexander Pfänder: Die
Seele des Menſchen. Halle a. d. S. 1933. 34/789. 19. Max Plank:
Wege zur phyſikaliſchen Erkenntnis. Leipzig 1934. 34/433.
20. M. v. Poſeck: Die deutſche Kavallerie in Polen 1914/15.
Berlin 1935 34/849. 21. Oskar Prochnow: Formenkunſt der
Natur. Berlin 1934. 34 A 79. 22. 50 Jahre Rhein==
Ver=
kehrs=Politik. Duisburg 1927 34/802 23. Die Römer
in Württemberg. Stuttgart 1928 34/856. 24. Otto Scheel:
Bis=
marcks Wille zu Deutſchland in den Friedensſchlüſſen 1866.
Bres=
lau 1934 34/637, 25. Edgar Tatarin=Tarnheyden:
Wer=
dendes Staatsrecht, Berlin 1934. 34/621. 26. Arndt Thorer:
Der Weg des Menſchen durch die Erd= und Kulturgeſchichte.
München und Berlin 1934. 34/474. 27 Tiefſeebuch: . . .
Ber=
lin 1934. 34/865. 28, Karl Tögel: Das wirkliche Frankreich.
Hamburg 1934, 34/810. 29, Volkskunde=Arbeit. Hrsg.
von Ernſt Bargheer u. Herbert Freudenthal. Berlin u. Leipzig
1934. 34/855. 30. R. Mc. Nair Wilſon: Letizia, die Mutter
Napoleons. Frankfurt a. M. 1934. 34/591.
Vormerkungen werden im Leſeſaal entgegengenommen.
Ver=
leihbar ab 5. November.
Bunker Abend mit Tanz
zugunſten des Winkerhilfswerks 1934/35.
Am nächſten Sonntag, den 28, Oktober, abends 8 Uhr, findet
im Städtiſchen Saalbau ein bunter Abend mit Tanz, unter
Lei=
tung des bekannten Kapellmeiſters Otto Liebehenſchel aus
Frank=
furt a. M. vom Städtiſchen Tierpark ſtatt.
Das reichhaltige Programm ſetzt ſich aus Darbietungen
ver=
ſchiedener Art zuſammen, worunter beſonders die originellen
Tanzkünſte der Frau Wolff=Zoll und die humoriſtiſchen Vorträge
von Rudi Morgani ſowie die akrobatiſchen Gipfelleiſtungen der
4 Lindners als auch der unerreichte Zahnkraftakt der 3 Bretanos
genannt ſeien. Weitere Darbietungen wie Schnellmalerei
Jong=
leurkünſte ſowie Geſang und unterhaltendes Konzert geben der
Veranſtaltung ein außerordentlich vielſeitiges Gepräge, ſo daß
ſelbſt dem anſpruchsvollſten Großſtadt=Publikum Rechnung
getra=
gen wird.
Der Vorverkauf findet bereits ab heute in nachfolgenden
Stellen ſtatt: Geſchäftsſtelle der Heſſiſchen Landeszeitung.
Muſik=
haus Chriſtian Arnold, Verkehrsbüro, Hugo de Waal. Rheinſtr.,
Geſchäftsſtelle des Winterhilfswerks, Wilhelminenſtr. 34, und
ſämtlichen Ortsgruppen der NSV.
Keſſiſches Landestheater Darmſtadt.
26000 Brote für Darmſtadts Hilfsbedürftiger
Großes Maus. Dienstag,23 Oktober Anf. 20, Ende 22.30 Uhr. Deutſche Bühne H 3
Der Sieger.
Preiſe 0.50—4.50 Mittwoch
24. Oktober Anf. 19.30, Ende g. 22.15 Uhr.
Miete B 5.
Der Bettelſtudent.
Preiſe 0.70—5.50 Rleines Haus. Dienstag. Anf. 20, Ende 22 Uhr.
Zuſatzmiete l. 2. Vorſt.
23. Oktober / Der Poſtillon von Loniumean. Pr. 0.80—4 50 Mittwoch,
24. Oktober Anfang 20, Ende n. 22.30 Uhr. Deutſche Bühne,
K. 3, Buſatzm. Xl. Kabale u. Liebe Pr 0.70-3.80
Vorgeſtern konnte man in allen Straßen Darmſtadts die
Jungvolkſcharen ſehen, wie ſie mit Broten beladen aus den
Häu=
ſern kamen, zu den Sammelwagen eilten und dort mit
ſtrahlen=
der Miene ihre Gaben ablieferten, Fanfarenbläſer und Sprechchöre
des Jungvolkes rüttelten überall die Bevölkerung auf und
er=
mahnten ſie mitzuhelfen zur Verwirklichung des Willens unſeres
Führers, die Not gemeinſam zu tragen.
Geſtern übergab nun das Jungvolk die geſammelten Brote
dem Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes, Pg. Hanſel. Um
10 Uhr vormittags trafen von allen Seiten aus den Kreisorten
des Kreiſes Darmſtadt die Wagenkolonnen ein, beladen mit den
geſpendeten Broten. An den Zufahrtsſtraßen Darmſtadts
erwarte=
ten Abteilungen des Jungpolkes die auswärtigen Brottransporte
und nahmen ſie dort unter ihr Geleit. Unter klingendem Spiel
der Spielmannszüge, den Fanfarenklängen und dem dumpfen
Rühren der Landsknechtstrommeln ging es zum Mercksplatz. Dort
erwartete ſie eine große Menſchenmenge und der
Oberbürger=
meiſter der Stadt Darmſtadt, Kreisleiter Pg. Wamboldt,
ſo=
wie der Kreisbeauftragte des Winterhilfswerkes, Pg. Hanſel, im
Kreiſe der Amtswalter der NS.=Volkswohlfahrt. Es war ein
ein=
drucksvolles Bild, als ſich nacheinander auf dem Meßplatz die
Jungvolkgruppen mit den Wagenkolonnen einfanden und in
muſtergültiger Ordnung aneinanderreihten. Ueberhaupt machte der
ganze Aufmarſch den Eindruck einer hervorragenden Organiſation.
Straff diſzipliniert ſtellte ſich das Jungvolk vor den
Zuſchauer=
mengen auf und das Muſikkorps der Heſſiſchen Landespolizei unter
Leitung von Obermuſikmeiſter Buslau ſpielte dazu auf.
Gleich nach 11 Uhr übergab der Jungbannführer Nickel nach
einer kurzen Meldung des Sammelergebniſſes die Brote dem
Kreisbeauftragten des Winterhilfswerkes, das die erfreuliche
Zif=
fer von 17 000 Broten aus Darmſtadt und 9000 aus dem Kreis
Groß=Gerau aufwies. Hierauf ergriff
P9. Hanſel als Kreisbeauflragker des WHW.
das Wort und gab zunächſt ſeinen herzlichſten Dank an die Pimpfe
Ausdruck, die unermüdlich und mit großem Eifer ſich dem Signal
unſeres Führers zum Kampf gegen Hunger und Kälte folgend, der
Sammelarbeit des WHW. zur Verfügung geſtellt hatten. Insbe=
ſondere gedachte er auch der Spender der beiden Kreiſe, denen es
ja nicht zuletzt auch zu verdanken ſei, daß das Ergebnis zu einemr
Erfolg geführt hat und richtete einen eindringlichen Appell anp
alle Volksgenoſſen, daß gerade diejenigen zu geben hätten, die infolgen
ihrer beſſeren Lebensverhältniſſe in erſter Linie dazu verpflichtetn
wären. Er forderte auf, das Wort vom Gemeinnutz, der vor den
Eigennutz geht, nicht zur leeren Phraſe werden zu laſſen, ſonde
aus ihm ein heiliges Bekenntnis zu machen, dem nach dem Willeny
des Führers die Tat zu folgen habe,
Hierauf übergab er die geſammelten Brote an die einzelne
Ortsgruppen mit der beſonderen Verpflichtung: „Verteilt es o
recht! Gebt es an die Bedürftigen, aber auch Würdigen.” M
dem Dank an die Helfer, die unermüdlich und ſelbſtlos bis ſyo
in die Nacht ihre Arbeitskraft der guten Sache zulieb zur Vei.
fügung ſtellten, nach der Loſung „nichts für uns, alles für Deutſch.
land” ſchloß er ſeine Anſprache.
Kreisleiter und Oberbürgermeiſter Pg. Wamboldt
dankte alsdann als Kreisleiter und Vertreter der Stadt den
Jungvolk und der NS.=Volkswohlfahrt als Trägerin des Winten
hilfswerkes. Er wies auf die ſymboliſche Handlung der Bro
ſammlung hin, die als Brotgemeinſchaft in einer Notgemeinſchaſ
unſeres Volkes ihren Höhepunkt erreichen müſſe. Es gelte die
Bereitſchaft zu beweiſen, daß jeder gewillt ſei, für den anden
Volksgenoſſen einzuſtehen. Seine Rede gipfelte in der
Aufforde=
rung an die Anweſenden, des Führers zu gedenken und ſeinen
Vorbild nachzuleben, er ſchloß mit einem dreifachen „Sieg=Hil
Mit dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied fand die
Kund=
gebung ihren Abſchluß.
Von hier aus wurden die Brotwagen unter Begleitung des
Jungvolkes zu den einzelnen Ortsgruppen des Winterhilfswerle
geleitet. Am Nachmittag ab 1 Uhr konnten die Bedürftigen iſt
Brot dort in Empfang nehmen. Dankbaren Herzens und mit den
Ausdruck der Zufriednheit auf den Geſichtern konnte man die
no=
leidenden Volksgenoſſen den Heimweg antreten ſehen. In ihnen
war die Gewißheit, daß ſie nicht verlaſſen und unbeachtet bleiſe
würden, ſondern das ein ganzes Volk bereit zur Hilfe hinter ihnen
ſtehe.
R.I.
Aus der NSDAP.
In Vorbereitung: Martha — Hockewanzel.
Kreisfunkwart.
Für die Funkwarte werden folgende Vorträge mit
prakti=
ſchen Vorführungen als Schulungskurſe auf der
Rundfunkbera=
tungsſtelle abgehalten: 1. Morſekurſe, 8 Abende. Vom 26. Okt.
bis 14. Dez. 2. Antennenbau und Antennenrecht. 30. Oktober.
3. Röhrentechnik. 4 Abende. Vom 7. bis 28. Nov. 4. Einführung
in die Radiotechnik. 10 Abende. Vom 5. Dez. bis 20. Februar.
5. Planung und Bau von Radiogeräten und Verſtärkern.
5 Abende. Vom 4. Jan. bis 1. Febr. 6. Transformatoren und
deren Berechnung 8. und 15. Febr. 7. Rundfunkſpezialkabel,
Verſtärkerämter, Zuſtandekommen einer Reichsſendung. 28. Febr.,
1. März. 8. Baſtelkurſus. 10 Donnerstags=Abende ab Ende Okt,
9 Entſtörung der Störquellen, 6 Abende. 10. Grundlage der
Elektrotechnik, die zum Verſtändnis der Rundfunktechnik
notwen=
dig ſind. 10 Abende Zu Nr. 9 und 10 wird die Zeit noch
bekanntgegeben. Die Ortsgruppen= und Betriebsfunkwarte
mel=
den mir ſofort die Vorträge, an denen ſie teilnehmen. An
ſämt=
lichen angeführten Vorträgen können auch im Radiogewerbe
be=
findliche oder an der Rundfunk= und Elektrotechnik intereſſierte
Volksgenoſſen teilnehmen. Intereſſenten erfahren die Bedingungen
bei Anmeldung auf der Kreisrundfunkberatungsſtelle,
Luiſen=
ſtraße 34.
* Die Darmſtädter Reiſevereinigung fährt ins Blaue.
Es war eine vortreffliche Idee, als Abſchlußfahrt der
dies=
jährigen Reiſeſaiſon eine Fahrt ins Blaue” zu veranſtalten.
Wie beliebt Fahrten dieſer Art geworden ſind, bewies die große
Zahl der Teilnehmer. Ueber 150! So daß vier große Autobuſſe
erforderlich wurden, die gegen 12 Uhr mittags ins Blaue fuhren.
Schon bald nach der Abfahrt hub ein großes, fröhliches
Rätſel=
raten an. Wohin mag’s wohl gehen? Man wußte nur, daß
irgendwo um 3 Uhr Kaffee getrunken werden ſollte und um 7 Uhr
irgendwo anders Abenbrot gegeſſen. Für diejenigen, die die
bei=
den Orte richtig errieten oder doch den Abſchlußort, waren Preiſe
ausgeſetzt Freifahrten für Nachmittags= oder Tagesfahrt.
Ganz Schlaue verſuchten „gute Beziehungen” auszunutzen oder
freundeten ſich mit den Wagenführern an. Aber die wußten auch
nichts oder wollten es nicht wiſſen. Und Herr v Oelhafen,
der Reiſeleiter, blieb ſchweigſam und zugeknöpft. Ganz im
Gegen=
ſatz zu ſeiner ſonſtigen beredten Liebenswürdigkeit. So mußte
man ſich dann aufs Raten beſchränken. Das war aber ſchwer.
Denn die Wagen fuhren ziemlich kreuz und quer durch den
Oden=
wald, nachdem ſchon die erſten, die auf Bergſtraße getippt hatten,
enttäuſcht worden waren. Ganz wenige nur rieten richtig.
Die Hauptſache aber blieb ja die Fahrt ſelbſt. Sie war
herr=
lich. Ein ſelten ſchöner ſonnig=milder Herbſtſonntag zeigte unſeren
wunderſchönen Odenwald in ſeinem ſchönſten Feſtgewand, in
tau=
ſend leuchtenden Farben prangend. Zunächſt ging’s die alte
Bergſtraße entlang über Zwingenberg bis Heppenheim und dann
hinein in den Odenwald, die kurvenreichen Straßen, die alle
Minute einen neuen ſchönen Ausblick boten in das herrliche
Land=
ſchaftsbild unſerer heimiſchen Täler und Höhen. Schmale Straßen
und Kurven, die zu fahren für die Rieſenautobuſſe faſt eine
Kunſt war.
Auf die Tromm ging’s! Hier wurde im Gaſthaus „Zur
ſchönen Ausſicht” Halt gemacht und bei Kaffee und Kuchen und
feiner Muſik eine Stunde verplaudert. Viele der Fahrtteilnehmer
kennen ſich ja ſchon von früheren Gelegenheiten, und die
Darm=
ſtädter Reiſevereinigung bildet ja faſt ſchon eine große Familie.
Es dürfte übrigens intereſſieren, daß mit der geſtrigen Fahrt die
Zahl der durch ſie und die Heag in dieſem Jahr beförderten
Perſonen das 22ſte Tauſend überſchritten hat!
Auch der zweite Teil der Fahrt, etwa zwei Stunden noch
durch den ſüdlichen Odenwald, verlief herrlich. Alle Teilnehmer
waren begeiſtert. In Wembach endete die Fahrt kurz nach
6 Uhr. Hier blieb man dann im Saale der Wirtſchaft Keller den
Abend zuſammen, der nach dem gemeinſamen Rippchen=Eſſen zu
einem „Bunten Abend” ausgeſtaltet wurde, für das ein ganz
ausgezeichnetes, reichhaltiges und höchſt amüſantes Programm
aufgeſtellt war. Nach einer herzlichen Begrüßungsanſprache, in
der Herr v. Oelhafen noch einmal einen Rückblick warf auf
viele ſchöne Fahrten und ſolche auch für die Zukunft in Ausſicht
ſtellte, übernahm Herr Richard Hinz die Leitung des Bunten
Abends als Anſager ſowohl wie als Solokünſtler, Kunſt und
Humor in wirkungsvollem Wechſel gebend. Seine Lieder zur
„Laute, in denen er oft ſchon Meiſterſchaft bewieſen, wie auch ſeine
Dialektvorträge, fanden begeiſterten Beifall, der übrigens von
dem dankbaren Publikum allen Mitwirkenden reichſt geſpendet
wurde Sowohl Herrn Fritz Vogt der Menuette von Beethoven
und Haydn u a m meiſterhaft ſpielte, wie den Damen Anni
Kraft und Erika Seibert die Proben ganz ausgezeichneter
Tanzkunſt gaben: Walzer von Joh Strauß. Ungariſcher Tanz von
Brahms u. v. a wurden mehrfach ſtürmiſch da capo verlangt, trotz
der für die ſchönen Tänze etwas beengten Platzverhältniſſe.
Schließlich zeigte noch der berühmt gewordene heimiſche
Zauber=
künſtler Backeſino frappierende Tricks, beſonders in
verblüf=
fenden Kartenkunſtſtücken.
So war auch der Abſchluß des Sonntags (der für viele erſt
am Montag endete) ſehr unterhaltend und dürfte denen, die ihn
miterlebten, lange in Erinnerung bleiben.
*
— Volksbund für das Deutſchtum im Ausland. Samstag und
Sonntag findet in Darmſtadt eine Frauen=
Schulungs=
tagung des VDA. ſtatt, zu der alle Vorſtände der heſſiſchen
Frauengruppen zuſammenkommen, um ſich in der volksdeutſchen
Arbeit zu vertiefen. Im Rahmen dieſer Tagung veranſtalten am
Samstag die Männer= und Frauengruppe in der „Krone” eine
Volksdeutſche Kundgebung, zu der alle Mitglieder und
Freunde des VDA. eingeladen ſind. Im Mittelpunkt des Abends
ſteht ein Vortrag des Freiherrn von Imhoff aus Nürnberg:
„Deutſchland in Oſt und Weſt, ein Kampf um den
deutſchen Lebensraum‟ Der Vortrag wird umrahmt von
künſtleriſchen Darbietungen aller Art. So haben ihre Mitwirkung
u. a. zugeſagt die Madrigal=Vereinigung und das
Or=
cheſter des Realgymnaſiums. Der Eintritt iſt, wie immer,
frei.
Sriroric Zorſter ai Bortragstafc.
Friedrich Forſter, deſſen Schauſpiel „Der Sieger” an
Samstag an dem Heſſiſchen Landestheater gleichzeitig mit zehn
anderen deutſchen Bühnen ſeine Uraufführung hatte, bot geſtem
vormittag am Vortragstiſch im Großen Haus ausgewählte und
wertvolle Proben ſeiner vielſeitigen Kunſt. Forſter iſt nicht nur
Dramatiker. Eine reiche Fülle dichteriſcher Werke liegt von ihn
vor; von ſeiner erſten dramatiſchen Dichtung „Leiden” und
ſeinem erſten Roman „Die Erosretorte”, über manche heiteren
und leichten Spiele bis zu den ernſten Dramen der letzien
Jahre.
Nachdem Forſter einleitend darauf hingewieſen hatte, wie
ſehr er bereits durch die vorbildlichen Aufführungen ſeine
Schauſpieles „Der Graue” und des Volksſtückes „Alle gegen
einen Einer für Alle” mit Darmſtadt verbunden iſt, gab e
zunächſt Proben ſeiner Lyrik: Gedichte, die wie „Aſter
„Herbſtlied”, „Fränkiſcher Abend” von reicher, lyriſcher
Stin=
mung erfüllt ſind.
Daß Forſter auch die Form der Novelle beherrſcht, zeigten
mehrere Erzählungen: ein Kriegserlebnis ,das den Sim
der Kameradſchaft erſchließt, die Geſchichte von der Spinne, die
ihr Netz im Glauben an ihre Arbeit ſpinnt, und die
gehal=
volle Goethe=Novelle „Das Marienbader Glas”, der die Lieb
Goethes zu der jungen Ulrike von Levetzow zugrunde liegt.
Mit heiteren Tönen — der luſtigen Erzählung von „T0
Mack” als Schiffskapitän, und der Jugend=Erinnerung an
Buben=Theater „In der Kleinen Hölle” — ſchloß die genſt
volle Veranſtaltung, die lebhaften Anklang fand.
Von Königsberg bis Berchkesgaden.
Morgenveranſtaltung im Helia.
Einen verheißungsvollen Auftakt zu den ſonntäglichen
Kulturfilm=Morgenveranſtaltungen, die wir in dieſem Wintel
wieder erleben werden, bildete geſtern der Ufa=Ton=Kulturfill
„Von Königsberg bis Berchtesgaden”, der Bile
aus Deutſchlands öſtlichen Grenzlanden zeigte. Otto Trippe)
der Regiſſeur und Photograph dieſes Films hat es wirklich mie
ſtanden, ſeine Aufgabe intereſſant zu geſtalten. Er bringt iM
Wechſel mit ſehr ſchönen Landſchaftsaufnahmen und
Städle=
bildern etwa Bilder aus dem Arbeitsgang des bodenſtändigen
Handwerks, der Induſtrie oder Heimarbeit, zeigt ſchöne Einzele
heiten von Kunſtdenkmälern, z. B. von Portalen oder Altärel
fängt nicht nur charakteriſtiſche Geſichter aus der Bevölkerun
auf, ſondern fügt auch etwa eine im Dialekt geführte
Untel=
haltung auf dem Markt oder ein altes Wiegenlied, das in de
Gegend heimiſch iſt, ein. Die Reiſe, die der Film uns erlehe
läßt, beginnt an der oſtpreußiſchen Bernſteinküſte, läßt u0
einen Blick ins Segelfliegerlager und die Vogelwarte Roſſiſel
tun und die mächtigen Elche am kuriſchen Haff beobachten. Nac
einem Streifzug durch die alten Städte Königsberg und Tiſl
beſuchen wir die Trakehner an ihrer Zuchtſtätte, erleben 9
Schönheit der maſuriſchen Seen, Tannenberg taucht auf, d00l
in dem früheren Weſtpreußen die mächtige Marienburg, ſchlieb
lich Danzig.
Aus Schleſien bringt der Film nicht nur Bilder aus e
Städten, z. B. Breslau, ſondern auch ganz beſonders gute 20
nahmen aus den rieſigen induſtriellen Anlagen, die uns jetzt 30
größten Teil verloren ſind. Dann durchwandern wir die eigeſ
artigen Schönheiten des Rieſengebirgs, kommen durch die Lauſ.
nach Sachſen, deſſen Städte wir durchſtreifen. Beſonders liebend
verweilt die Kamera im Zwingerhof zu Dresden und läßt Me
dann intereſſante Kletterpartien im Elbſandſtei gebirge erlene,
Wir ſchauen in der Erzgebirgsſtadt Annaberg einer alten Spic”,
klöpplerin zu und kommen dann durchs Fichtelgebirge in
Bayeriſchen Wald, deſſen große landſchaftliche Schönheit
durch die großzügig.. Straßenbaupläne der Regierung meht.”
ſchloſſen werden. An der Walhalla bei Regensburg und an Poſſe
vorbei gehts zum Geburtsort des Führers, Braunau am .0
und weiter ins Berchtesgadener Land, wo die Fahrt am 9
des Führers auf dem Oberſalzberg endet.
Eine geſchmackvolle und nirgends ſich vordrängende 9
(E. E. Buder und F. R. Riedl) untermalt die Bildfolge, wähle
Theodor Loos die knappen ſachlichen Begleitworte ſprichl,
Das Ganze ein ſehr ſorgfältig und gut zuſammengeſtellter 9"
der zudem noch den Wert hat, unſer Intereſſe für die Schol”.
der öſtlichen Grenzlande zu wecken, von denen doch die Mei
von uns hier wenig wiſſen.
— Anni=Delp=Quartett (Anni Delp, Lili Hickler, Karl e0"
Konrad Klammer). Heute abend kommen im kleinen Sa0lo
Saal unter Mitwirkung von Eberhard Delp ſelten gehörte Klobe.
Quintette von Brahms und Schumann zur Aufführung. Der 90e
verſpricht beſonderen Genuß für Freunde edler Kunſt.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzie Bezugsguſtung beizufüigen. Anonyme Anſcagel. —.
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechieverbindſichtet=
Langi. Abonnent H., hier, Fragen Sie beim Miwil.
Abt. 1b (Innere Verwaltung) an, das die Lotterie genehmiot.
Wildgänſe — Eberſtadt. Wenden Sie ſich mit Poſtil.
Rückantwort an die Vogelflugwarte in Roſitten, Kreis
hauſen in Oſtpreußen.
Biy
[ ← ][ ][ → ]Montag, 22. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Reueſte Nachrichten
Nr. 292.
Saddeft der Fapbanegs katfetgau
In jedem Spiel heute mindeſtens ein halbes Dutzend Tore. — Ausnahme: Wormatia-Phönir 1:1!
Bie Fußball Ergebniſſe.
Süddeutſchland.
Meiſterſchaftsſpiele.
Afu Südweſt: FSV. Frankfurt — Eintracht
ſmankfurt 3:3; Sportfr. Saarbrücken — Union
eiederrad 6:1; FK. Pirmaſens — Saar 05
icarbrücken 7:0; 1. FC. Kaiſerslautern —
eickers Offenbach 7:0; Wormatia Worms —
Flönix Ludwigshafen 1:1.
06 Baden: VfL. Neckarau — FC. 08
Mann=
ſem 4:1; SV. Waldhof — Freiburger FC.
: ; Germania Karlsdorf — 1. FC.
Pforz=
emn 0:2; VfB. Mühlburg — Karlsruher
A. 1:0.
AWürttemberg: Stuttgarter Kickers — Union
ſäkingen 4:3; SV. Feuerbach — Ulmer FV.
472:1; Spfr. Eßlingen — Spfr. Stuttgart
Ei: 1. SSV. Ulm — SC. Stuttgart 2:4.
G5 Bayern: ASV. Nürnberg — Schwaben
uggsburg 4:3; 1860 München — Spvgg.
Lüiden 7:1; Bayern München — FC.
Cweinfurt 2:2: Sppgg. Fürth — Wacker
kunchen 1:0: BC. Augsburg — Jahn
Re=
usburg 1:2.
GaMordheſſen: Boruſſia Fulda — Sppgg.
Lan=
im elbold 2:1; Kurheſſen Kaſſel — SC. 03
ſal el 1:4; Hanau 93 — Spielverein Kaſſel
VfB. Friedberg — Germ. Fulda 4:1.
GAMittelrhein: Kölner SC. — VfR. Köln
4. CfR. Köln — Blau=Weiß Köln 3:1;
öm=Sülz 07 — Eintracht Trier 3:0; Bonner
— Mülheimer SV. 1:1; Weſtmark Trier
1. FC. Idar 2:0.
Privatſpiele:
6 Kreuznach — Phönix Karlsruhe 2:1
Riſſia Neunkirchen — Münſter 08 4:1.
Spiele der Bezirksklaſſe.
G1ch Groß=Frankfurt: Merkur=Poſt Frankfurt
Sspvgg. 02 Griesheim 1:1; VfL. Neu=
Iſen=
lir. — VfL. Germania 94 1:0: Alemannia
e — Spfr. Frankfurt 2:1; FC. 02 Wacker
ſtdelheim — Viktoria 1912 Eckenheim 2:2;
F. : 1910 Kronberg — SV. 07 Heddernh. 1:1.
Güte Offenbach: Germania Bieber — FSV.
N Seeuſenſtamm 2:0; 1. FC. 03 Langen —
unonia Hauſen 0:5; Kickers=Viktoria
Mül=
ſtm — SC. 06 Dietzenbach 2:0; Blau=Weiß
Mrgel — SV. 02 Offenbach 2:2; FV. 06
ſtrandlingen — Sppgg. 05 Oberrad 3:1.
Gräute Rheinheſſen: „SV. 1912 Koſtheim
War. 03 Mombach 2:1: FV. 08 Geiſenheim
FSV. 05 Mainz 1:6; SV. Wiesbaden
S=V. 1910 Gonſenheim 8:1; Sppgg.
Wei=
ſor — Opel Rüſſelsheim 1:1; Germania
ſeißtel — SV. 09 Flörsheim 1:1: Tura
160 06 Kaſtel — Haſſia Bingen 2:2.
Fußball im Reich.
Moſtkpreußen: Pruſſia Samland Königsberg
Gedania Danzig 1:0; Preußen Danzig —
EW. Danzig 0:0; Maſovia Lyck —
Hin=
thuurg Allenſtein 3:2: Viktoria Allenſtein
Taſtenburger SV. 1:4.
Goſasammern: VfL. Stettin — Polizei Stettin
NComet Stettin — Greifswalder SC. 4:3;
bußen Stettin — VfB. Stettin 2.3:
Vik=
na. Stolp — Sturm Lauenburg 2:1;
Hu=
tes Kolberg — Viktoria Kolberg 6:0.
Gahhzwandenburg: Tennis Boruſſia — Hertha
K7. 2:2: Minerva — Blauweiß 5:1; Poli=
(eW. — Berliner SV. 92 1:3: Union
Ober=
ſmeweide — Spandauer SV. 4:0; VfB.
hiww — 1. FC. Guben 4:1.
Gaßtchlleſien: Vorwärts Breslau —
Vorwärts=
eitſp. Gleiwitz 0:0: Ratibor 03 — Deichſel
ſdyrnburg 0:2; Schleſien Haynau —
Beu=
ſt 109 1:4; Preußen Hindenburg — Sppgg.
Breslau 1:1; Hertha Breslau — FV. 06
(sh au 1:5.
Gax zachſen: Dresdener SC. — VfB. Leipzig
WWacker Leipzig — Guts Muts Dresden
(Fortung Leipzig — Spfr. Dresden 1:3;
EC. Plauen — Polizei Chemnitz 0:3: SC.
Unttz — VfB. Glauchau 3:1.
Gavuliütte: Cricket=Viktoria Magdeburg —
Wak=
halle 22;, VfL. Bitterfeld — Steinach 08
SV. 99 Merſeburg — Sppgg. Erfurt 1:2;
(Srfurt — 1. SV. Jena 6:4.
Ganu audmark: FC. Viktoria — FC. St. Pauli
hihurg 4:1: Union Altona — Eimsbüttel
hlurg 0:8: Polizei Hamburg — Holſtein
123; Polizei Lübeck — Altona 93 5:4.
Die deutſche Vertretung zum olympiſchen
Radſport ſtellte der Koſten wegen der
deutſche Radfahrer=Club New York. Es
war klar, daß gegen die ſtarken
Mann=
ſchaften der anderen Länder unſere
Ver=
tretung nicht viel ausrichten konnte, und ſo
fiel uns im Radſport keine Medaille zu.
Wie anders wird das 1936 in Berlin
wer=
den; hier wird die Elite Deutſchlands am
Start erſcheinen und zu kämpfen verſtehen.
Wer wollte da von den Sportanhängern
fehlen? Auf nach Berlin zu den
Olym=
viſchen Spielen”, ſo heißt auch bei uns
die Parole. Kein Sportfreund darf ohne
das Ferienmarkenbuch des „Darmſtädter
Tagblatt” ſein! — Die Ferienmarken
kön=
nen auch bei unſerer Geſchäftsſtelle, bei
den Botenfrauen und Agenturen käuflich
erworben werden.
Gau Niederſachſen: Eintracht Braunſchweig —
Hannover 96 1:2; Boruſſia Harburg —
Hil=
desheim 06 1:1; Werder Bremen — Komet
Bremen 5:0; Bremer SV. — Viktoria
Wil=
helmsburg 3:2; Arminig Hannover —
Alger=
miſſen 1911 2:1.
Gau Weſtfalen: SV. Höntrop — FC. Schalke 04
1:0: DSC. Hagen — Hüſten 09 0:4;
Preu=
ßen Münſter — Viktoria Recklinghauſen 2:1;
Union Recklinghauſen — Weſtfalia Herne0:0;
Sppgg. Herten — Germania Bochum 3:1.
Gau Niederrhein: Fortung Düſſeldorf — VfL.
Benrath 2:1; Schwarzweiß Eſſen — Boruſſia
Gladbach 2:2: FV. 08 Duisburg — Preußen
Krefeld 1:0; Hamborn 07 — Homberger SV.
1:1: Rotweiß Oberhauſen — TSV.
Duis=
burg 99 5:1.
In den ſüd= und ſüdweſtdeutſchen Fußball=
Gauen brachte der Sonntag diesmal einige recht
überraſchende Reſultate. Dies trifft beſonders
auf den Gau 13 Südweſt zu, der auch in
die=
ſer Saiſon wieder alle Anlagen dazu zeigt, ein
„Rätſel=Gau” zu werden. Wer hätte wohl damit
gerechnet, daß die Offenbacher Kickers vom 1.
FC. Kaiſerslautern, der bisher wirklich noch
nichts Ueberragendes gezeigt hatte, eine 7:0
Pak=
kung beziehen würden? Auch die 1:6 Niederlage
von Union Niederrad durch die Saarbrücker
Sportfreunde muß als große Ueberraſchung
be=
zeichnet werden, da ſich bekanntlich der
Nieder=
räder Neuling bisher ausgezeichnet geſchlagen
hatte. Der FK. Pirmaſens fertigte den zweiten
Südweſtneuling, Saar 05 Saarbrücken, ebenfalls
mit 7:0 ab. Das „Frankfurtet Derby” Eintracht
— Fußballſportverein endete nach einem ſchönen
und jederzeit fairen Kampf gerechterweiſe 3:3
unentſchieden. Der Tabellenführer Phönix
Lud=
wigshafen rettete bei ſeinem „Heimſpiel” auf
Wormſer Boden mit 1:1 einen Punkt gegen
Wor=
matia.
In Württemberg übernahmen die
Stutt=
garter Kickers durch einen 4:3 Sieg über den
Meiſter Union Böckingen die Tabellenführung.
Der SV. Feuerbach bewies durch einen 2:1
Er=
folg über den Ulmer FV. 94, daß er heuer zu den
ausſichtsreichſten Anwärtern auf die
Meiſter=
ſchaft gehört. Der SSV. Ulm mußte auf eigenem
Platz eine 2:4 Niederlage durch den Stuttgarter
SC. hinnehmen. Die Spfr. Eßlingen kamen mit
2:1 über ihre Namensvettern aus Stuttgart zu
ihrem erſten Sieg.
In Baden überraſchte, daß der Meiſter
SV. Waldhof nicht ſtark genug war, den Frei=
Die kleine Preisfrage
für Fußballer (ziffernmäßige Ergebniſſe
waren nicht notwendig vorauszuſagen!) brachte
auch diesmal wieder für viele Einſender einige
Ueberraſchungen. Daß die beiden Treffen der
Meiſterſchaftsſpiele im Gau Südweſt
unentſchie=
den ausgehen würden, kam vielen überraſchend,
ebenſo in der Bezirksklaſſe Südheſſen der Sieg
Walldorfs in Pfungſtadt. Kaum erwartet war in
der Kreisklaſſe der klare Sieg Griesheims über
die 46er. Ein Teilnehmer hatte 7 richtige
Ein=
ſendungen bei 9 Spielen (eins war inzwiſchen
abgeſetzt worden).
Es erhielt den
1. Preis: 5 RM. in bar: Jakob
Kohl=
mann, Darmſtadt, Bleichſtraße 40.
Mit 6 richtigen Einſendungen ergab das Los
aus den 7 punktgleichen Einſendungen den
2. Preis; zweimonatiger Freibezug des
„Darmſtädter Tagblatts”: Georg Benz,
Arheilgen, Am Dillenen 5½.
3. Preis: einmonatiger Freibezug des
„Dſtdt. Tagblatts”: Mariechen Keller,
Darmſtadt, Wilhelmſtraße 59,
vor Heinrich Heller 2., Gräfenhauſen,
Joſef Huſek, Schreinermeiſter, Darmſtadt,
Neugaſſe 1.
Michel Marquard, Darmſtadt,
Gutenberg=
ſtraße 51,
Fritz Rock, Darmſtadt, Holzſtr. 24,
Karola Schmelz, Darmſtadt, Neckarſtr. 18.
Wir danken allen Einſendern und
Einſende=
rinnen für ihre Teilnahme. Wem diesmal das
Glück abhold war, hat vielleicht das nächſte Mal
Fortung an der Hand.
burger FC. in Mannheim zu ſchlagen. Mit 1:1
erzwangen die Freiburger einen Punkt und
blie=
ben dadurch allein an der Tabellenſpitze. Der
Karlsruher FV. mußte beim VfB. Mühlburg
mit 0:1 eine weitere Niederlage hinnehmen. Die
beiden Neulinge konnten ſich auch diesmal
wie=
der nicht durchſetzen. Karlsdorf verlor zu Hauſe
gegen den 1. FC., Pforzheim mit 0:2 und
Mann=
heim 08 wurde vom VfL. Neckarau mit 4:1 klar
beſiegt.
In Bayern ging es im ganzen genommen
eigentlich recht normal zu. Die Sppgg. Fürth
brachte Wacker München mit 1:0 die erſte
Nie=
derlage bei, Bayern München und Schweinfurt
05 trennten ſich 2:2 unentſchieden. Jahn
Regens=
burg blieb in Augsburg mit 2:1 über den
Neu=
ling BC. erfolgreich und München 1860 feierte
den erwartet hohen 7:1 Sieg über die Sppgg.
Weiden. Dramatiſch verlief das Nürnberger
Treffen zwiſchen dem ASV. Nürnberg und
Schwaben Augsburg, das die Nürnberger 4:3
gewannen, nachdem ſie bei der Pauſe bereits mit
0:3 im Rückſtand lagen. Die Tabelle führen
nun=
mehr der 1. FC. Nürnberg, der ſpielfrei war,
und 1860 München gemeinſam mit je 10
Plus=
punkten an, doch ſteht der 1. FC. Nürnberg
rela=
tiv beſſer.
In Nordheſſen hatte die Boruſſia Fulda
Mühe, den Neuling Langenſelbold auf eigenm
Platz mit 2:1 zu beſiegen. Hanau 93 ſchlug
Spiel=
verein Kaſſel 3:0 und der VfB. Friedberg
Ger=
mania Fulda 4:1.
Am Mittelrhein feierte der
Tabellen=
führer VfR. Köln einen neuen Sieg, und zwar
mit 4:3 über den Kölner SC. Weſtmark Trier
gewann gegen den 1. FC. Idar 2:0, dagegen
be=
zog Eintracht Trier bei Sülz 07 eine 0:3
Schlappe. Der Meiſter SV. Mülheim mußte an
den Bonner FV. mit 1:1 einen Punkt abtreten.
Gau Südweſt:
Das große Frankfurker Derby
Gerechkes 3:3 (2:1)
zwiſchen Einkracht und F5P.
Entgegen allen Erwartungen hatten der am
gleichen Tage in Frankfurt ſtattfindende
Flug=
tag und die Vorfälle beim letztſonntäglichen
Spiel zwiſchen FSV. und Niederrad dem Beſuch
des größten Frankfurter Treffens, des „Derbys”
Eintracht gegen Fußballſportverein, keinerlei
Abbruch getan. 12000 Zuſchauer umſäumten
die herrliche Anlage am „Bornheimer Hang”.
Es muß von vornherein betont werden, daß ſich
die Spieler die ſchlechten Kritiken vom
Vor=
ſonntag zu Herzen genommen hatten und einen
Kampf hinlegten, der durch die Ritterlichkeit,
mit der er ausgetragen wurde, angenehm
auf=
fiel. In Beſt=Höchſt war aber auch ein
Schieds=
richter auf dem Spielfeld, der alle etwa
begin=
nenden Auswüchſe durch energiſches Eingreifen
bereits im Keime erſtickte. Er ſcheute ſich nicht,
nach etwa 30 Minuten Spielzeit gegen den FSV.
einen Elfmeter zu geben und den Eintracht=
Verteidiger Stubb zwei Minuten vor
Spiel=
ſchluß wegen Schiedsrichterbeleidigung vom Platz
zu ſtellen.
Vom ſportlichen Standpunkt aus geſehen war
das Spiel eines der ſchönſten, die man in letzter
Zeit in Frankfurt geſehen hatte. Beide
Mann=
ſchaften ſpielten einen ausgezeichneten Fußball.
Die Eintracht elegant und ſicher wie immer,
der FSV. gewandt und mit einer unheimlichen
Energie. Das 3:3=Unentſchieden beſteht dem
Spielverlauf nach vollkommen zu Recht. In der
erſten Halbzeit lag die Eintracht, bei der
be=
ſonders Gramlich und Lindner hervorſtachen,
etwas im Vorteil, nach der Pauſe hatte 20
Minuten lang der FSV. das Heft in der Hand.
Die beſten Leute der Bornheimer waren
Blai=
mer im Tor, Nadler in der Verteidigung und
Fiſcher in der Läuferreihe. Im Sturm gefielen
Haderer trat eine wunderſchöne Ecke, die der
beiden Eintracht=Halbſtürmer Pettinger und
Loos. Der erſtmals wieder ſpielende Ehmer
bewies ſeine immer noch vorhandene enorme
Schußkraft.
Das Spiel begann mit ſchnellen Vorſtößen
der beiden Stürmerreihen. Die Eintracht war
vor dem Tor etwas gefährlicher. In der 14.
Minute ließ Ehmer aus dem Hinterhalt einen
Schuß los, der für Blaimer nicht zu erreichen
war. Eine Viertelſtunde ſpäter wurde Lindner
im Strafraum von Maier unfair gelegt. Den
Elfmeter verwandelte Stubb mit Bombenſchuß
zum 2:0 für Eintracht. Die Bornheimer kamen
dann in der 34. Minute zu ihrem erſten Tor.
Handerer trat eine wunderſchöne Ecke, die der
Eintrachthüter Siebel ins eigene Tor boxte.
Nach der Pauſe wurde der Kampf womöglich
noch ſpannender. Schuchardt glich in der 12.
Minute für Bornheim aus, und Knapp erhöhte
durch Handelfmeter auf 3:2. Den Eintracht=
Ausgleich brachte Lindner in der 21. Minute
auf Vorlage Gramlichs zuſtande.
Zum erſten Male geſchlagen!
Sporifreunde Saarbrücken —
Union Niederrad 6:1.
In Saarbrücken hatten ſich 3000 Zuſchauer
eingefunden, in der Erwartung, eine
ſpan=
nende Partie zu erleben. Sie wurden in dieſer
Beziehung auch nicht enttäuſcht, denn die
Niederräder gaben trotz ihrer hohen
Nieder=
lage einen hartnäckigen Gegner ab. Die
Sport=
freunde hatten im Sturm einen neuen Mann.
Fuchs, früher Algenrodt, ſtand in der Mitte
und führte ſich glänzend ein. Er dirigierte mit
Geſchick und ließ auch eine geſunde
Schuß=
kraft nicht vermiſſen. Drei Tore gingen allein
auf ſein Konto. Die Niederräder ſpielten ſchnell
und gut, wandten jedoch in der Verteidigung
eine falſche Taktik an. Drei Leute ſtanden
immer auf einer Linie, wodurch die flinken
Außenſtürmer der Sportfreunde immer wieder
durchbrechen konnten. Kurz vor der Pauſe
wurde Blickhahn verletzt, Wagner ging für ihn
ins Niederräder Tor. Vor der Pauſe waren
Fuchs dreimal und Jolly einmal für
Saar=
brücken erfolgreich. Kirſch ſchoß beim Stande
von 1:0 den Ehrentreffer der Union. Nach dem
Wechſel erzielte in den letzten fünf Minuten
Hemmer für Saarbrücken, noch zwei, weitere
Tore. Glöckner=Pirmaſens befriedigte.
Nr. 292
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 22. Oktober 1931
Südheffeng enhentener Mahinent iie Satden
SV. 98 Dſtdt. — Sppgg. Arheilgen 4:1 (0:0).
Viktoria Urberach — Norm. Pfiffligh. 0:5 (0:1).
Germania Pfungſtadt — Viktoria Walldorf 2:3.
VfR. Bürſtadt — Haſſia Dieburg 3:1 (2:1).
Olympia Lorſch — FC. 03 Egelsbach 0:1 (0:1).
Im erſten Heimſpiel fertigten die Leute vom
Böllenfalltor ihren alten Rivalen vom
Mühl=
chen, die Sppgg. 94 Arheilgen, nach torloſer
erſter Halbzeit doch noch mit 4:1 ab; die
zahl=
reichen Zuſchauer kamen bei dieſem ſpannenden
Spiel heute auf ihre Koſten.
Die ſieggewohnten Pfiffligheimer ſetzten ſich
auch in Urberach mit 5:0 deutlich durch.
Die Pfungſtädter Germanen konnten auf
eigenem Platz den Sieg der Gäſte aus Walldorf
nicht aufhalten, obwohl ſie Gelegenheit dazu
ge=
habt hätten, aber . . . Elfmeter einſchießen iſt
ſchwer.
Der Sieg Bürſtadts über Haſſia Dieburg
kommt eigentlich erwartet.
Urberach hat nun auch ſein fünftes Spiel,
diesmal gegen die Leute aus der Wormſer
Vor=
ſtadt, verloren. Pfiffligheim hat nun in ſechs
Spielen 30 Tore geſchoſſen! Es ſcheint alſo, daß
in unſerer Klaſſe doch noch Stürmer mit
Schuß=
ſtiefeln da ſind.
Daß in Lorſch die Punkte dieſes Jahr etwas
höher hängen, hat auch Egelsbach erfahren
müſ=
ſen. Mit 1:0 iſt der Sieg ſehr knapp
ausge=
fallen.
Das Spiel Worms — Polizei Darmſtadt iſt
abgeſetzt worden.
Die Tabelle nach dem 21. Oktober.
Pfiffligheim 20-7 113
9:3 30:10 Walldorf 14:12 8:4 Bürſtadt
Arheilgen 10:7 6:4
6:6 10:17 Lorſch 8:8 5:7 98 Darmſtadt 9:11 5:7 A. O. Worms 4:3 4:4 Pfungſtadt.
Polizei Dſtdt. 10:16 4:8 2:1 3:1 Dieburg 5:14 3:7 Urberach
5 0 0 3718 0:10
SV. 98 ſtellte ſich zu Hauſe vor!
SP. 98 Darmſtadt-
Sppgg.04 Arheilgen 4:1 10:9)
Der erſten Vorſtellung der „Lilien”
auf eigenem Gelände ſah man nach ihren bisher
ſchwankenden Leiſtungen mit Erwartung
ent=
gegen. So hatten ſich denn über 1100 Zuſchauer
am Böllenfalltor eingefunden, darunter
zahl=
reiche Anhänger vom „Mühlchen”, die mit dem
Eindruck eines insgeſamt perdienten Sieges der
Platzelf wieder zum Nachmittagskaffee vilgerten.
Kein Zweifel, daß nach der torloſen erſten
Spielhälfte, in der beide Parteien mehrfach
Ge=
legenheit zur Führung vergaben — 98 in
un=
gleich höherem Maßel — die Meinungen noch
geteilt waren, ob man ſich torlos trennen würde,
Hatte bis dahin der 98er Sturm den
entſchie=
denen Druck vermiſſen laſſen, ſo wurde dies nach
dem Wechſel anders, als das Innentrio auf die
guten Flanken der beiden Außenſtürmer
ſchnel=
ler und wuchtiger reagierte. Durch die
verſtärk=
ten Angriffe kam die ſichere Abwehr der Gäſte
allmählich ins Bröckeln und geriet bald 2:0 ins
Hintertreffen. Mitte der 2. Hälfte ging
Arheil=
gens treibende Kraft im Sturm — Bauer —
auf den rechten Läuferpoſten zurück, aber dort
und im Sturm konnte er im entſcheidenden
Augenblick nicht ſein. Trotz des unverkennbar
energiſchen Endſpurtes der Weiß=Schwarzen war
die Niederlage nicht abzuwenden, aber der
ver=
diente Ehrentreffer unbedingt geſichert.
5 Tore!
Nach dem Treffen der Reſerven, das durch
zwei Tore von Eßlinger I zugunſten der Blauen
endete, ſtellten ſich die erſten Garnituren wie
folgt dem Schiedsrichter Birk (FSV. Frankfurt),
der — vorweg geſagt — ſein Amt tadellos und
gerecht, ohne auf Bluffverſuche zu reagieren,
er=
füllte.
Arheilgen: Körber: Barnewald, Traſer; Reitz,
Becker, Weſp; Beiſel, Becker, Schwerdt,
Rük=
kerich, Treuſch.
98 Darmſtadt: Henß; Geyer, Sänger; Müller II,
Orlemann, Richter; Mahr, Frey,
Schnägels=
berger, Staigmüller, Württemberger.
Torlos verliefen 45 Minuten!
Mit der Ballfreigabe dr. t SV.
unverkenn=
bar und arbeitet in der erſten halben Stunde
mehrmals Torgelegenheiten heraus, die jedoch
meiſt im Bruchteil von Sekunden durch das
ener=
giſche Abwehrſpiel der Gäſte und den ſicheren
Körber im Tor erfolglos vorübergehen. So
ver=
nichtet er placierte Schüſſe von Staigmüller und
Schnägelsberger und fängt zweimal die für das
98er Innentrio beſtimmten Mahr=Flanken
her=
unter. Nach der 25. Min, muß Henß im 98er=
Tor zum erſten Male energiſch eingreifen, als
Becker und Bauer die Führung verſuchten und
dann Rückerich unverhofft ſaftig losknallte. Ecken
bis zur Pauſe 3:0 bei in der letzten
Viertel=
ſtunde offenem und gleichwertigem Spiel.
Das erſte Tor
fiel zwei Minuten nach Seitenwechſel aus einer
wirklich ſchönen Situation. Schnägelsberger
dribbelte mit dem Ball durch die Mitte, Körber
mit einem Verteidiger ſtarten ihm entgegen.
Körber wirft ſich, doch vergebens.
Württember=
ger gibt das Leder zum ſchußfertigen
Staigmil=
ler, der an dem auf der Torlinie ſtehenden
Ver=
teidiger vorbei genau in die lange Ecke lenkt.
Wenige Augenblicke ſpäter kommt Staigmiller
erneut ausſichtsreich zum Anſchlag. Doch Körber
pariert, und eine ſehr brenzliche Lage vor dem
Gäſtetor endet mit Glück, denn Mahrs Nachſchuß
zappelt außen im Netz.
2:0 liegt SV. in der 14. Minute in Führung!
Ein Innenangriff nach ſchöner Finte
Orle=
manns landet bei Württemberger, der die
ge=
ballte Gäſtedeckung in der Mitte überblickend,
das Leder an den Rechtsaußen Mahr weitergibt,
deſſen Schuß aufs Tor über den hochſpringenden
Hüter einfällt.
Ein Mahr=Angriff führt zur 4. Ecke für 98.
die abgewehrt wird, ebenſo die 1. Ecke
Arheil=
gens. Einen ſcharfen Strafſchuß Orlemanns
lenkt Körber zur 5. Ecke ab. Dreimal aufs
Ge=
häuſe geköpft, landet der Ball ſchließlich im Aus.
Einen Bombenſchuß Rückerichs fängt Henß. Die
6. Ecke der Blauen gelangt nicht ins Spielfeld.
In der 25. Min. ſteht die Partie 3:0.
Orlemann zieht mit einem Ball davon, treibt
ihn über 20 Meter im Gäſtefeld heran und
ſchießt überlegt unhaltbar ein.
90 Sekunden ſpäter ſchon
geht Schnägelsberger einem feinen Rechtsangriff
MahrFrey nach und Arheilgen liegt 4:0 im
Hintertreffen. Das Tor war, dem zögernden
Eingreifen der Gäſteverteidigung teilweiſe mit
aufs Konto zu ſetzen.
Der Ehrentreffer der Gäſte,
die Bauer als rechten Läufer austauſchten, war
verdient und fiel in der 38 Minute in einer
aggreſſiven Phaſe des Gäſteſturms. Henß war
einem Vorſtoß entgegengeſtürzt. Drei Mann
lagen vor dem 98er=Tor im Knäuel. Der Tor=
abſtoß kommt ſofort zurück, aus dem Gedräuge
vor dem 98er Tor jagt Raitz den Ball ins Netz.
Das Spiel wird lauter und erlebt auch einige
unſchöne Momente. Doch der Schiedsrichter
greift ſofort ein. Außer der 7. Ecke für 98 iſt
nichts Weſentliches zu verzeichnen.
Arheilgens Stärke
war die geſamte Abwehr. Körber hätte
viel=
leicht einen Treffer erſchweren, kaum verhindern
können. Die Vexteidigung war auf dem Poſten,
Becker als Mittelläufer war nach dem Wechſel
am Arm verletzt, aber dennoch die Stütze der
Halbreihe; ganz hervorragend ſein linker
Neben=
mann Weſp, der ununterbrochen zu kämpfen
hatte und den rechten Läufer überragte. Im
Sturm Bauer der aggreſſivſte, der junge Beiſel
ſehr anſtellig: Treuſch, hitzig wie immer, hatte
Pech. Auch Rückerich, der Schwerdt als
Sturm=
führer nicht erreichte.
Der blaue Sturm
gefiel heute nach dem Wechſel, war wendiger
und ſchneller beim Schuß; aber noch immer fehlt
der reſtloſe und bis zum Schlußpfiff anhaltende
Einſatz. Bei 3:0 wurde der Lebel ſofort
her=
untergedrückt. Am eifrigſten Mahr, der ſich mit
dem überlegt aufbauenden Frey ſehr, gut
ver=
ſteht. Schnägelsberger und die linke Seite —
Württemberger, Staigmiller — waren erſt nach
Seitenwechſel gut in Fahrt;, ſie kombinierten
ſchnell und ſchoſſen endlich. In der heutigen
Be=
ſetzung hielt ſich die Abwehr ſehr tapfer. Henß
profitiert von ſeinen Handball=Erfahrungen und
muß nur noch das Starten bei Steildurchbrüchen
ſchneller überlegen, ſonſt ſchlug er ſich mutig und
erfolgreich: Geyer, Sänger, ſind ſchwerlich zu
übertreffen; auch die Läuferreihe ſollte man
ein=
mal ſo ſtehen laſſen, obwohl Richter zunächſt
gegen Bauer mehrfach im Nachteil blieb.
Orle=
mann gefiel durch ſeine kluge Ballverteilung.
Müller II deckte präzis und ſicher; Richter in der
Abwehr ſtärker als im Aufbau.
Germania vergibt 2 Elfer!
am entſchloſſenen Einſatz, den Ball auch
einzu=
ſchießen.
Germania Pfungſtadt
Nun änderten die Gäſte ihre Toktik.
indem ſie auf Sieg ſpielten. Die Partie wurde
Bandorf 2.3 12.1), Cuen 8.6 offen. Genau wir vor der Pauſe, ſo brachte auch
Mehr als 600 Zuſchauer waren gekommen, um
Walldorf zu ſehen. Denn im Stillen hoffte man
auf eine Ueberraſchung, die auch eintraf in Form
von zwei verſchoſſenen Elfmetern. Wer weiß, was
gekommen wäre, wenn...
Die Parteien in beſter Beſetzung, Germania
mit: Darmſtädter: Nickel. Voß; Scheuermann,
Marquardt, Crößmann, Speckhardt, Spieß 1 2
und 3. Haſſenzahl; die Gäſte: Miet;
Wohl=
fahrt, Klein; Pons, Vinſon, Paſſet; Jordan,
Zwilling, Becker, Jakob, Tron.
Vorerſt verteiltes Spiel. Die Gäſte zeigten
ſchönen Flachpaß und kamen zur erſten Ecke. Die
Abwehr der Platzelf fuhr ſelbſtſicher dazwiſchen,
ſo daß die Gäſte bald ihre Fühler zurückzogen
und nur drei Spieler im Sturm ſtehen ließen.
Germania rückte nach, ſpielte zumeiſt in des
Gegners Hälfte; aber von ſaftigen Torſchüſſen
keine Spur. Walldorf hat ſpäter gezeigt, was
Germania in dieſer Zeit verpaßte. Dann kam
eine aufregende Viertelſtunde. Haſſenzahl zog
eine Flanke von rechts über den Kopf und es
ſtand 1:0. Wenig ſpäter ſchoß Speckhardt einen
Handelfer auf den Mann. Gleich darauf
ver=
wandelte Jakob einen Foulelfer für die Gäſte
zum 1:1. Etwas ſpäter wurde Haſſenzahl in
aus=
ſichtsreicher Poſition feſtgehalten. Elfmeter!
Dis=
put. Darmſtädter kam vom andern Tor herauf
und — jagte den Ball daneben. Dann holte der
Rechtsaußen Haſſenzahl zum Torſchuß aus,
Wall=
dorfs Hüter vermutete eine Flanke und ſprang
vor. Hinter ihm ging der Ball ins Tor, 2:1.
Pauſe. Walldorf ſpielte immer noch defenſiv. Der
Platzelfturm raffte ſich jetzt auf und arbeitete
zwei ſchöne Gelegenheiten heraus. Doch es fehlte
jetzt die letzte Viertelſtunde größte Spannung
in die Zuſchauer. Ein abgelenkter Schuß brachte
2:2, und kaum ſpäter entglitt dem fallenden
Darmſtädter der Ball, der ganz eingedrückt wurde
zum 2,3. Noch ſieben Minuten Gebolze, Kerzen,
Bälle in die Tannen, Mühle zu, Voß in den
Sturm, 20 Beine der Walldörfer, ein
Latten=
ſtreifſchuß. Der einſame Walldörfer vorn erhielt
den Ball, überſpielte Nickel und den
herauslau=
fenden Hüter, aber er traf zu ſchwach, ſo daß
Darmſtädter den Ball kurz vorm Tor einholen
konnte. Schluß.
Die Leiſtungen.
Germania: Der Sturm iſt das
Schmer=
zenskind. Während ſich die geſamte Abwehr
muſtergültig verhielt bis auf Marquardt, der
den Vorderleuten wenig brauchbare Bälle
zu=
ſchob (ich ſage; wohin hätte er denn geben
ſol=
len, es war jeder Stürmer gedeckt, und Bällen
nachzulaufen, fiel im Traume niemanden ein —
den großen Haſſenzahl ausgenommen), zeigte
Germania ein hohes Spiel. Der Ball war faſt
mehr auf den Köpfen als am Boden, und dadurch
kam kein Zug in den Angriff. Speckhardt ſpielte
die „gekränkte Leberwurſt”, indem er meinte,
genug getan zu haben, wenn er am feindlichen
Strafraum wartete, Kurz, es fehlte am Schneid
und am genauen flachen Zuſpiel. Hierin war
Walldorf vorbildlich und überlegen, Oefters
gab der Sturm ſein Schußvermögen zu erkennen.
Ein überragender Mittelläufer. Verteidiger und
Hüter ſind noch nicht auf einander eingeſpielt.
Wenn einige Schreihälſe es auch anders
mein=
ten, der Schiri Bachmann=Fechenheim war ſehr
gut, unbeirrbar in der Entſcheidung. Nichts
ent=
ging ihm.
Hafſia gab einen beachtlichen Segner ab!
DfR. Bürſtadt-
Haſſia Dieburg 3:1 (2:1).
Die Dieburger waren für den VfR. eine hart
zu knackende Nuß. Ebenſo wie die Gäſte 3:1
ver=
loren, hätten ſie 3:1 gewinnen können, wenn ſie
ſich taktiſch richtiger zu dieſem Spiel eingeſtellt
hätten. Der VfR. iſt lang nicht mehr die
Mann=
ſchaft früherer Zeit, die man vielleicht als
Favo=
rit für einen der erſten Plätze bezeichnen könnte.
Das heutige Spiel war hierfür ein erneuter
Be=
weis. Wohl klingt das 3:1 ſehr klar und deutlich,
es iſt aber nicht zu viel behauptet, wenn man
ſagt, daß Dieburg bei richtiger Ausnutzung der
gebotenen Gelegenheiten ſelbſt hätte gewinnen
können.
Die Mannſchaften ſtanden:
Bürſtadt: Gebhardt; Guckemuß, Gotha;
Stockmann, Schmidt, Ruh; Günzling, Hartmann,
Molitor, Emich, Kratz. Dieburg: Gruber;
Gg. Fach, Schmidt: Planck, Fr. Fach, Würtz; J.
Fach, Wick, Dröhl, Schmidt, Muth.
Die Bürſtädter begannen ſofort mit heftigen
Angriffen, konnten aber zunächſt keine
Erfolgs=
möglichkeit herausſpielen. Alle noch ſo gut
vorge=
tragenen Angriffe wurden von der ſehr
tatkräf=
tigen Dieburger Hintermannſchaft immer wieder
zerſtört, ſo daß Bürſtadts Sturm tatſächlich meiſt
harmlos wirkte. Es war immerhin eine Ueber=
raſchung, als die Gäſte in der 15. Minute durch
Wick den Führungstreffer erzielen konnten.
Da=
durch wurde Gebhardt verſchiedentlich ſehr
un=
ſicher, machte ſpäter dann dieſen Eindruck durch
beſonders gute Leiſtungen wieder gut. Vor der
Pauſe noch konnten die Bürſtädter eine feine
Kombination durch Molitor mit dem
Ausgleichs=
tor beenden. Der Führungsſtand von 2:1
reſul=
tiert aus einem Handelfer, den Schmidt
unhalt=
bar placierte. Nach der Pauſe wurden zuerſt die
Bürſtädter Angriffe etwas lebhafter, aber die
Dieburger verteidigten ſehr gut und auch die
Läuferreihe leiſtete vorzügliche Arbeit.
Immer=
hin war es nicht unverdient, als in der 15. Min.
das 5. Tor der Bürſtädter fiel.
Auch diesmal war Gotha wieder der Turm
in der Schlacht. Ohne ihn in der Bürſtädter
Ver=
teidigung hätte Dieburg vielleicht mit einem,
vielleicht mit beiden Punkten nach Hauſe fahren
können. Dieburgs Vorſtöße waren gefährlich, ſo
daß Gebhardt und Gotha mitunter ſehr große
Arbeit zu leiſten hatten. Einmal ſchoß Schmidt
einen Bombenſchuß an die Latte und nur
da=
durch, daß Wick zögerte, wurde dieſer Erfolg nicht
ausgewertet. Vor dem Bürſtädter Tor war es
kurz vor Schluß noch einmal brenzlich und man
ſagt wohl nicht zuviel, daß die Dieburger in
die=
ſer Zeit ſehr viel vom Spiel hatten. Es iſt ſchwer
zu verſtehen, daß dieſe körperlich und techniſch
gut arbeitende Mannſchaft in Pfiffligheim ſo
hoch verlor. Wir glauben unbedingt, daß ſich die
Elf bei etwas beſſerer taktiſcher Einſtellung für
die Folge ſehr gut ſchlagen wird.
Kampf den Fanakikern!
Der Fußballfachwart des Gaues 13 Südweſt
Karl Zimmer, Frankfurt a. M., erläßt ein
amtliche Bekanntmachung, in der es heißt,
„Die Spiele um die Meiſterſchaft ſind i
unſerem Gau faſt in allen Spielklaſſen wiede
auf dem beſten Weg, die Anhänger zu geſtei.
gertem Fanatismus zu veranlaſſen. Aſt
Klaſſenleiter erſuche ich, mit den ſtrengſten
Maßnahmen alle unſportlichen Auswüchſe zu
erſticken und die ewige Rückſichtnahme auf den
oder jenen beiſeite zu laſſen. Die
Schiedsrich=
ter müſſen von Beginn des Spieles an die
Zügel ſtraff erfaſſen und nicht erſt nach wieder=.
holten Verwarnungen dann zu Platzverweiſen
ſchreiten, deren Urſache vielleicht in keinen
Verhältnis zu einem vorherigen, ungerügten
Vergehen ſteht.
Seitens der Vereinsleitungen iſt den
Schiedsrichter jederzeit hilfsbereit zur Seite
zu ſtehen, und ich erwarte von der Preſſe, daß
ſie den Fußballanhäugern mehr, als bishe
noch zu verſtehen gibt, daß der Schiedsrichter
ein Menſch und als ſolcher nicht unfehlbar it
daß er aber beſonders in uneigennützige
Weiſe an unſerer Bewegung mitarbeitet und
bei ſeiner Arbeit Freude, nicht Unerquickich
keiten erleben will.”
Zweimal Sieben zu Null.
1. FC. Kaiſerslaukern -
Hiers Malaic 4en ſ49.
Die 3000 Zuſchauer erlebten auf deu
Kaiſerslauterner Betzenberg eine
Rieſenüber=
überraſchung. Der 1. FC. , Kaiſerslauten
ſchlug den Meiſter, Offenbacher Kickers
über=
legen und verdient mit 7i0 Toren. Die „Lau
terer” benützten in dieſem Spiel eine neut
Taktik. Sie legten den Hauptwert auf eine
einwandfreie Abdeckung der Gegner und
ſchick=
ten den Sturm nur in Durchbrüchen vor dis
Tor Offenbachs. Da die Offenbacher Deckun
ſchwere Mängel aufzuweiſen hatte, hatte dieſt
Taktik reichen Erfolg. Markert ſchoß für ſeinen
Verein allein fünf Tore, die beiden anderen
erzielten Schneider und Zänary. Urnau=
Sagt=
wellingen leitete gut.
SK. Pirmaſens — Saar 05 Saarbricten
n Fiol.
Vor 3000 Zuſchauern wehrte ſich der Saal
brücker Neuling zwar ſehr tapfer, er kon
aber gegen die in überragender Form ſpich
den Pirmaſenſer nichts ausrichten. Bei
Einheimiſchen war vor allem der Sturm
beſter Schußlaune. Der erfolgreichſte Spiel
war Johaneſſon, der allein ſechs der ſiell
Tore auf ſein Konto brachte, Brill war beill
Stande von 1:0 einmal erfolgreich. Mulite
Landau leitete einwandfrei.
Phönir enkreißt Wormali
einen Punkk!
Wormalig Worms — Phönix Ludwigsk
Men 1.
Bei dem wichtigen Treffen des Tabellen
führers erlebten 5000 Zuſchauer einen aufrege”
den Kampf. Das Endergebnis von 1:1 entſprich
dem allgemeinen Stärkeverhältnis, wenn aud
Worms einen Sieg verdient hätte. Das Worn
ſer Tor ſchoß Fath in der 24. Minute. Nach de
Pauſe kam Ludwigshafen beſſer auf und konnte
fünf Minuten vor Schluß nach einem Fehler ?
Wormſer Torhüters durch Neumüller II 9
Ausgleich erzielen. Schiedsrichter Mang0”
Griesheim leitete den harten, aber doch faite
Kampf ausgezeichnet.
Wikkoria Arberach-Normalt
nia Pfiffligheim 0:5 10:1
Nach ihren glänzenden Heimſiegen, denel
ſchwache Spiele gegen Pfungſtadt und 98 Daflte
ſtadt folgten, gab man den Pfiffligheimel
ziemlich wenig Chancen in Urberach. Die Malle
ſchaft ſchlug ſich aber überraſchend gut. Sie pe.
ſtand vor allem, die Taktik der alten Bezus
klaſſenvereine richtig auszunutzen, indem ſie
nächſt mit drei Verteidigern aufwartete und
einmal das Feld ſondierte.
Urberach wußte ſich zuerſt gar nicht richle
einzuſtellen und brachte lange uicht das we
man ſonſt gewohnt iſt. Vor der Pauſe kamen. de
Pfiffligheimer zum wohlverdienten erſten T0
Nach dem Seitenwechſel waren die Gäſte d00
meiſtens tonangebend und erzielten in regelndh
gen Abſtänden 4 weitere Tore. Normannia. 1
damit bewieſen, daß ſie auch auswärts ſehr
zu ſpielen verſteht und vor allem von ihren e
herigen Gegnern bereits jetzt ſchon die richtde
Taktik gelernt hat.
Kreisklaſſe 1.
Wolfskehlen — Germania Eberſtadt
Roßdorf — Groß=Zimmern
Ober=Ramſtadt — Schaafheim ..
Babenhauſen — Schaafheim ..
11
Kreisklaſſe 2.
Lengfeld — VfR. Erbach .
Beerſelden — Lützelwiebelsbach
Neuſtadt — Groß=Umſtadt ..
ontag, 22. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 292
er Tabellenführerſiegt im LorſcherWald
Wenn die Skürmer verſagen, dann ..."
Olympia Lorſch-
TSG. 46 Darmſtadt — Vikt. Griesheim 0:3 (0:2).
Getreu der Tradition ließen ſich die 46er auch
E. 93 Egelsbach d:1 (0:1).
dieſes Jahr von Griesheim auf eigenem Platze
Wenn man geglaubt hat, daß der
Tabellen=
uer, dieſer ſenſationelle Neuling, in
Aus=
ptsſpielen noch nicht die nötige Erfahrung
humngen würde und folglich im Lorſcher Wald
w. die Räder kommen könnte, hat man ſich
reirrt. Egelsbach hat das ſchwere Hindernis
Mt. genommen und bleibt daher auch weiterhin
4heEhlagen an der Spitze. Dabei konnte die
Ayaſchaft noch nicht einmal in ſtärkſter
Be=
ſeung antreten. Dieſe Mannſchaft, für die Süd=
16u, ſeither ein unbeſchriebenes Blatt, war
p großem Eifer durchdrungen, taktiſch und
1Ialich in jeder Beziehung gleich gut. Man darf
hmecht wundern, wenn dieſe Elf die Führung
S geriſſen hat und ſie auch vorläufig nicht
1ſſelen wird. Faſt jeder einzelne Spieler ver=
Iu mnit dem Leder umzugehen und ſelbſt die
hinſ=ſchſten Lorſcher Angriffe konnten keinen
Aſir, ausgeglichenen Elf aus der Ruhe bringen.
(hi ſchon ſo, daß die Lorſcher, hauptſächlich
ſ Der Pauſe, zeitweiſe eine enorme
Drang=
ſe e aufzuweiſen hatten, aber gegen die in
aſt Ruhe und mit Sicherheit arbeitende Dek=
1Mrpar einfach nichts auszurichten.
Das einzige Tor des Tages
ſebereits nach einer Viertelſtunde Spieldauer
Aſhlden Gäſtehalblinken Volz, der ein Zögern
ARLorſcher Hüters ausnützte.
de Mannſchaften ſtanden:
icrelsbach: Schuch, Anthes, Volz; Haller,
Aſ3 Vollert; Knöß, Anthes, Knöß, Volz, Knöß.
Vrſch: Gärtner; Schmidt, Degen; Adrian,
Abokher; Albert, Angert; Angert, Herdt,
Sſtwt, Rothenheber.
Nieſe ſehr gute, ſtammverwandte Mannſchaft
ab(gelsbach zeigte in Lorſch vor ziemlich
Zu=
ſoſtern einen gefälligen Fußball. Sie ließ ſich
diwd Die ſtürmiſchen Lorſcher, die ausgerechnet
mAicrer Niederlage mit ſehr heftigen
Angrif=
f4harfwarteten, keineswegs verblüffen. Man
dibſhr geſpannt ſein, wie Egelsbach, das jetzt
mMals einziger Verein dieſes Bezirks
unge=
ſ9ſſzm iſt, ſich im Bezirk weiterhin halten wird.
G. H.
Fußball=Bezirksklaſſe Südheſſen.
fu. angeſetzt wurden in Südheſſen:
2:: Polizei Darmſtadt — Urberach;
Pfungſtadt — Al.=Ol. Worms.
192:: Bürſtadt — Polizei Darmſtadt.
1/62:: Polizei Darmſtadt — Haſſia Dieburg.
eErberacher Platzſperre wurde im
Gnaden=
wu mm einen Sonntag verkürzt.
E
Zupdanr un hied.
Kreisklaſſe 1, Gruppe 1.
FE). Bensheim — Alemannia Groß=Rohrheim
434310); TSp.=G. Biebesheim—FV. Hofheim
4:18 310); FV. Biblis—Concordia Gernsheim
3:/20); Vorwärts Bobſtadt—SpVgg. Klein=
Hauſen 3:1 (1:1).
Bensheimer konnten geſtern nun auch die
ſpt Fa—ken Groß=Rohrheimer glatt beſiegen. Das
Srü eigte, daß Bensheim als ſtabile
Mann=
ſchAanzuſprechen iſt, die bei der Vergebung
deir enen Plätze ſicherlich mitreden wird. Daß
B/s eim zurzeit eine gute Mannſchaft ins
Feliſtellt, mußte auch der Tabellenführer
Hof=
heihverſpüren, der bis jetzt noch keinen Punkt
ab tetten hat, nunmehr aber auf dem heißen
BF/s eimer Platz die Punkte laſſen mußte.
Din3ebesheimer waren vor der Pauſe ſogar
ſehſſelur in Front, mußten aber zeitweiſe dem
ſtahalt Drängen der Hofheimer nachgeben,
be=
hietl; aber doch noch das beſſere Ende für ſich.
Di3wliſer ſetzten ihren Siegeszug nun auch
du/steinen glatten Sieg über Gernsheim fort.
Dic Zurnsheimer Mannſchaft konnte diesmal
niatb ſſonders gefallen; die Elf hat nicht mehr
die pzelſtärke wie früher. Durch ihren neuen
Si ſBkten ſich die Bibliſer an die Spitze der
Tachle Bobſtadt hatte den Neuling Klein=
Hamun; zu Gaſt und kam hier zum erſten Sieg.
NcNdar ausgeglichenen erſten Halbzeit kamen
dieß latzbeſitzer dann, nach der Pauſe zu dem
vewyen Erfolg.
ATabelle nach dem 21. Oktober:
heim
enm .
ſeenm
Röohrheim
Fenk eim".
Md*.
Mauſen".
8 Punkte
Kreisklaſſe 1, Gruppe 2.
Chla/ Wolfskehlen — Germ. Eberſtadt 3:1.
SAoß=Gerau — SV. Weiterſtadt 2:0 (1:0).
Und Wixhauſen — Jahn 75 Darmſtadt 7:2.
TSE 6 Darmſtadt — Viktoria Griesheim 0:3.
Kbeiden ſtark vorandrängenden Rivalen
Grk. ſ5errau und Wolfskehlen gewannen
erwar=
turggemäß ihre Spiele. Die rätſelhaften
Jo=
nieiſb=Wixhauſen hatten ſich beſonnen und
ga=
beizyn. 75ern auf Darmſtadt eine 7:2
Nieder=
lagcuri, auf den Weg. Viktoria Griesheim
lie=
feruwn Darmſtadt gegen die TSG. 46 die
tra=
ditwäull unerwartete Ueberraſchung; denn ſie
ſetzümenr Rot=Weißen drei Treffer in die
Ma=
ſchechrMörfelden war ſpielfrei.
Dſäe Tabelle nach dem 21. Oktober.
onffelden
4 3 1 0 7 Pkt.
oßs=Gerau
ſellfskehlen
z
ſiebaueſn
esheim
E05, 46 Dſtdt. 3
hr 75 Dſtdt. 3 1 0
4 0
gei ſtadt
ſeilrerſtadt 2 0 0. 2 D„
ſchlagen, was durch das Verſagen der
Fünfer=
reihe zuſtande kam. Die 46er waren ihrem
Geg=
ner von den 90 Minuten Spielzeit gut zwei
Drittel überlegen, waren aber nicht im Stande,
auch nur eine von den zahlloſen Gelegenheiten
zu verwerten, ſo daß die Niederlage kommen
mußte, zumal bei den Gäſten der Sturm in beſter
Verfaſſung war, Aus den ſehr wenigen Chancen
brachten, es die Leute fertig, die beiden Punkte
ſicherzuſtellen.
Kritik: Die ehemaligen Rotweißen
liefer=
ten in der Hintermannſchaft trotz der drei
Tref=
fer eine gute Partie. Der neue Mittelläufer
Darmſtädter bewährte ſich ausgezeichnet. Der
Sturm war, wie ſchon erwähnt (mit Ausnahme
von Vogelmann), ein glatter Verſager. Es war
ein Wettſtreit im Verſieben und Auslaſſen der
herausgearbeiteten Chancen. Angenehm wirkte
die Anſtändigkeit, mit der die Elf ſich in das
Unvermeidliche fügte.
Griesheim ſcheint die Kriſe endlich
über=
wunden zu haben. Was man heute von den
Gäſten ſah, war das Kämpfen eines jeden
Ein=
zelnen um den Erfolg. Der beſte Teil der
Mann=
ſchaft iſt die Stürmerreihe mit dem talentierten
Michael Ritter auf Halbrechts, die Abwehr iſt
ſicher und wuchtig.
Jung=Dietesheim war für beide Mannſchaften
ein aufmerkſamer Leiter.
Kurzer Spielverlauf: Es dauert ſchon eine
geraume Zeit, bis ſich beide Mannſchaften zu=
rechtfinden. Ganz allmählich bekommen die 46er
Oberwaſſer und ſetzen ſich meiſt in des Gegners
Hälfte feſt. Griesheim hat nichts zu beſtellen,
doch bleiben ſie durch ihre Wendigkeit ſelbſt mit
dem wenigen gefährlich. Bei einem ſchnellen
Angriff erzielt Ritter unhaltbar die Führung.
Im Lager der 46er wird man deshalb nicht
ner=
vös und niemand glaubt an eine Niederlage.
Eine große Chance hat der jugendliche
Halb=
linke, als er vor dem leeren Tor ſteht, aber der
Schuß geht vorbei. Nachdem faſt ein jeder
Stür=
mer einige Gelegenheiten verſiebte, fiel der 2.
Treffer der Gäſte ebonſo überraſchend wie der
erſte. Nun werden die 46er drückend überlegen,
aber es iſt der Teufel heute im Angriff, Sogar
ein Elfer wird vergeben. Griesheim kann mit
zwei Toren Führung in die Pauſe gehen. Nach
dem Wechſel hofft man auf eine Wendung, denn
die 46er bleiben weiter überlegen. Mit
ver=
mehrter Abwehr beſchränkt ſich Griesheim, das
Reſultat zu halten, was nicht nur gelingt,
ſon=
dern kurz vor Schluß verſteht es der ſchnelle
Rit=
ter, der aufgerückten Abwehr der 46er
durchzu=
gehen und noch ein dittes Tor zu erzielen, was
die Niederlage der Darmſtädter voll beſiegelte.
TSG. 46 Reſ. — Griesheim Reſ. 3:1. TSG.
46 Jgd. — Arheilgen Jgd. 3:2. TSG. 46 1. Sch.
— Arheilgen 1. Sch. 1:5. TSG. 46 2. Sch. —
Arheilgen 2. Sch. 3,2.
eba.
Darmſtädker T5G. 46.
Raſenſportabteilung: Gruppe Jugend u. Schüler!
Die Jugendabteilung der Fußballer trägt
heute nachmittag einen ihrer Spieler, den neun
Jahre alten Rudi Schnepper, der ganz
über=
taſchend aus ihren Reihen ſcheiden mußte, zu
Grabe. Die Jugend= und Schülermitglieder der
Abteilung treffen ſich heute, Montag, nachm.
2.30 Uhr, auf dem Platze an der Rheinallee zum
gemeinſamen Abmarſch nach dem Waldfriedhof.
Wir bitten die Arbeitgeber bzw. Lehrer, unſe=
rer jungen Mitglieder, die betreffenden
Lehr=
linge und Schüler aus dieſem Anlaß zu
be=
urlauben.
Merck Darmſtadt — Eſchollbrücken 5:2 (2:0)
Einem guten Schiedsrichter ſtellten ſich zwei
äußerſt flinke Mannſchaften, die anfangs ein
Tempo vorlegten, das unmöglich gehalten
wer=
den konnte. Es ſei gleich geſagt, daß
Eſchollbrük=
ken zuerſt abbaute und in der zweiten Halbzeit
ſtark verteidigen mußte. Wenn die Gäſte gerade
in dieſer Zeit zu zwei Toren kamen, ſo war es
nur möglich durch leichtſinniges
Verteidigungs=
ſpiel der Mercker, bzw. — um der Wahrheit
ge=
recht zu werden —, ein auf der Linie vom Merck=
Torwart gehaltener Ball wurde als Tor
gewer=
tet und kurz darauf ließ der ſonſt gute Torwart
in unverſtändlicher Weiſe eine Rückgabe des
eigenen Verteidigers über die Linie rollen. Die
Platzelf lief in der zweiten Halbzeit zu einer
be=
ſtechenden Form auf; wunderbares
Zuſammen=
ſpiel führte ſie immer wieder vors Gäſtetor.
Lei=
der wurden die Stürmer aber von einem
ſelte=
nen Schußpech verfolgt, ſo daß noch drei Erfolge
erzielt wurden. Damit hat Merck aus 4 Spielen
8 Punkte gewonnen.
2. Mannſchaft — Sprendlingen III. 1:2
Jugend — Germania Pfungſtadt 0:3.
SV. 98, untere Mannſchaften.
A=Jugend — SV. Lengfeld Jugend 2:0 (2:0).
B=Jugend — SV. Seeheim Jugend 4:0.
1. Schüler — TGB. 65 (Union) 4:0.
3. Mſch. — TV. Stockſtadt I. 4:5 (3:4) dort.
5. Mſch. — Ober=Ramſtadt 5:3, dort.
SV. Erzhauſen — TG. Beſſungen 2:1 (1:0).
TGB. 65 weilte am Sonntag in Erzhauſen
und verlor das Spiel trotz teilweiſe drückender
Ueberlegenheit 2:1 (Ecken 4:0). Schiri Wedel=
TSG. 46 Darmſtadt leitete ausgezeichnet.
2. Mannſchaft ſiegte 3:2.
Siege der Darmſtädter Handball=Liga
öffnete zu Beginn den Torreigen, In regel=; Leute zum 3:4 einwerfen. Freund ſchafft
je=
mäßigen Abſtänden war dann die Polizei, doch im Alleingang den Ausgleich 4:4. Halbzeit.
Die Handball=Ergebniſſe.
Süddeutſche Meiſterſchaftsſpiele.
Gau Südweſt.
Polizei Darmſtadt — Pfalz Ludwigshafen 19:2
VfR. Kaiſerslautern — SV. 98 Darmſt. 5:10
SV. Wiesbaden — Tgſ. Offenbach . . 3:2
TSV. Herrnsheim — TV. Frieſenheim . 11:6
TV. Haßloch — VfR. Schwanheim . . 18:8
Der Deutſche Handballmeiſter, Polizei
Darm=
ſtadt, gewann ſein zweites Spiel auf heimiſchem
Platz gegen Pfalz Ludwigshafen hoch und
über=
zeugend mit 19:2 Toren und führt die Tabelle
weiter an.
Die Lilienträger aus Darmſtadt konnten in
Kaiſerslautern zwei wertvolle Punkte bei einem
ebenfalls hohen 10:5 Sieg mit nach Hauſe
nehmen.
Die beiden Neulinge SV. Wiesbaden und
Tgſ. Offenbach lieferten in ihrem Treffen das
niedrigſte Torreſultat; die Gäſte aus der „
Kur=
ſtadt” hatten aber das beſſere Ende für ſich,
Der TV. Frieſenheim bezog von TSV.
Herrns=
heim die zweite Niederlage, dieſe iſt allerdings
etwas deutlicher ausgefallen als das Treffen
vom letzten Sonntag.
Dem TV. Haßloch war die vorſonntägliche
Niederlage in Darmſtadt nahe gegangen; er
konnte die VfR.=Leute aus Schwanheim diesmal
mit 18:8 geſchlagen nach Hauſe ſchicken.
Polizei Darmſtadt . .
33:5 4
SV. 98 Darmſtadt .
18:12 4
SV. Wiesbaden.
8:6 4
Tgſ. Offenbach
10:8
TSV. Herrnsheim
18:14
VfR. Schwanheim
13:21
TV. Haßloch
21:22
TV. Frieſenheim
12:18 0
VfR. Kaiſerslautern
8:15 0
Pfalz Ludwigshafen 2 0 0
6:24 0
SGau Baden: VfR. Mannheim — SV. Waldhof
2:5; Phönix Mannheim — FC. 08 Mann=
heim 7:2: Tgd. Ketſch — TSV. Nußloch 5:3;
Tſchft. Beiertheim — TV. Ettlingen 11:7;
TV. Hockenheim — TV. 62 Weinheim 2:6.
Gau Württemberg: Ulmer FV. 94 —
Stuttgar=
ter Kickers 6:8; TSV. Süſſen — Tgd.
Göp=
pingen 5:3; Stuttgarter TV. — TV.
Cann=
ſtatt 8:9; Tbd. Göppingen — Tgſ.
Stutt=
gart 4:3; TV. Altenſtadt — Eßlinger
TSV. 9:3
Gau Bayern: Polizei Nürnberg — Sppgg. Fürth
6:15: 1. FC. Nürnberg — Polizei München
11:6: TV. Ingolſtadt — TV.
Milberts=
hofen 5:12.
Der Meiſter überzeugke!
Polizei Darmſtadt — Pfalz
Ludwigs=
hafen 19:2 (9:0).
Für die Polizei war die Ludwigshafener
Elf kein ernſthafter Gegner. Ohne ſich voll
auszugeben, konnte ſie einen zahlenmäßig
hohen Sieg davon tragen. Dem techniſch und
taktiſch reifen Spiel der Grünen ſetzten die
Spieler der Pfalz nur einen großen Eifer
ent=
gegen, doch genügte das nicht, um gegen die
Meiſtermannſchaft auch nur einigermaßen
be=
ſtehen zu können. Zu allen Zeiten des Spieles
diktierte die Polizei eindeutig den
Spielver=
lauf. Aus dieſem Grunde ſoll auch diesmal
von einer Kritik abgeſehen werden, da das
von der Polizei überlegen durchgeführte Spiel
keinen Maßſtab für das Können der
Polizei=
elf gibt.
Die Akteure traten ſich unter der guten
Leitung von Dietzel=J. G. Frankfurt in
folgender Aufſtellung gegenüber.
Polizei: Stahlecker: Pfeiffer Blanck; Stahl,
Daſcher Unmacht; Villhardt, Huber, Sommer,
Spalt Rothermel.
Ludwigshafen: Groß; Jörger, Dörr; Feller,
Dörſam, Sabathen; Schnurer, Jung, König,
Weber, Gärtner.
Der Spielverlauf
ſah die Grünen gleich in Form. Huber er=
durch Rothermel, Daſcher, Sommer, Spalt (3),
Daſcher, Sommer noch achtmal erfolgreich.
In der erſten Minute der zweiten
Halb=
zeit kommt Ludwigshafen durch Schauer zum
erſten Gegentor. Doch die Polizei kommt bald
wieder zu Wort. Herrliche Tore erzielen dann
Spalt, Sommer, Huber und wieder Spalt.
Dann verwandelt Sommer fabelhaft einen
Strafwurf zum 14:1=Ergebnis. Kurz danach
trifft wieder eine Bombe von ihm das
Schwarze. Das Schlußergebnis erzielen dann
Rothermel (2) Huber und Sommer. In der
letzten Spielminute kommt Ludwigshafen zum
2. Gegentreffer.
Bo.
Harker Kampf
PſR. Kaiſerslaukern — Sb. 98 Oſtdk.
5:10 (4:4).
Auch im zweiten Verbandsſpiel konnten die
98er die Punkte buchen. Mit einem Reſultat von
10:5 auf dem heißen Kaiſerslauterner Pflaſter
zu ſiegen, will ſchon für die neu
zuſammenge=
ſtellte Mannſchaft der Lilienträger etwas
hei=
ßen. Vor einer kleinen, ſehr fanatiſchen
Zu=
ſchauerzahl (200) kam es zu einem äußerſt
ſchnel=
len und ſehr harten Kampf. Dem Schiedsrichter
Gründling=Bürſtadt ſtellten ſich die
Mannſchaf=
ten in der Aufſtellung:
Kaiſerslautern: Käfer; Jeſulat, Keller;
Wei=
mer, Steinberg, Münch; Seebald, Quartz,
Schlich, Hochwärter, Kiſſel. — SV. 98:
We=
ber; Dittmar, Förſter; Pabſt, Merz,
Jung=
heim; Koch, Kaltenbach, Freund, Eichhorn,
Feick.
Die Lilienträger finden ſich gleich ſchön
zu=
recht, die Kaiſerslautener Hintermannſchaft hat
alle Hände voll zu tun. Ein abgegebener
Straf=
ſtoß von Koch an Eichhorn bringt die
Blauwei=
ßen zur 1:0=Führung. Im Gegenzug erzielt
V.F.R. ein billiges Gegentor, da Weber den
Ball durch die Beine läßt (naſſer Boden). Ein
weiterer Strafſtoß gibt ein 1:2. Jungheim gleicht
jedoch ebenfalls durch abgegebenen Strafſtoß
aus. Ein ſchöner Alleingang Kochs bringt 3:2.
Der linke Läufer vom V.f.R. ſtellt als 6.
Stür=
mer das Ergebnis auf 3:3. Jetzt wird der Kampf
äußerſt hart. Einen Strafſtoß können die VFR.=
Nach Wiederanpfiff wirds weſentlich anders.
Die Lilienträger beſinnen ſich ihres Könnens
und legen nun mächtig los. Feick gibt an
Eich=
horn zum 5:4. Koch erzielt im Alleingang 6:4.
Eine Strafſtoßabgabe Feick an Freund ergibt
7:4, und Feick ſchießt zum 8:4 ein. Die VfR.=
Leute werden noch härter; Koch ſcheidet
minu=
tenlang durch ko. aus; Freund gibt wieder eine
ſchöne Vorlage an Eichhorn, der en
Kern=
ſchuß in die Maſchen jagt. Feick ſpielt ſich kurz
vor Schluß nochmals ſchön durch, und der 10:5=
Stand iſt erreicht.
Leider können die Zuſchauer dieſen Sieg, der
durch die beſſere Leiſtung der Lilienträger
zu=
ſtande kam, ſportlich nicht im richtigen Maße
aufnehmen. Der Schiedsrichter wurde ſtark
an=
gefeindet, obwohl er ſich gut mit der
Spiellei=
tung zurecht fand.
VfR. Kaiſerslautern
hat einer äußerſt harte, temperamentvolle
Mann=
ſchaft, die mit vollem Körpereinſatz kämpft und
vor Unfairheiten nicht zurückſchreckt, Intereſſant
iſt die Feſtſtellung, daß wieder alte Kämpen der
vergangenen Jahre zur Verfügung ſtehen, die
aber manchem Gegner das Siegen beſonders zu
Hauſe ſehr ſchwer machen werden.
Die 98er haben ſich im großen Ganzen gut
zurechtgefunden, wenn auch die erſte Halbzeit
mit großer Nervoſität geſpielt und ſomit
man=
ches verſiebt wurde, ſo kann man mit der 2.
Halbzeit ſehr zufrieden ſein.
Weber im Tor machte die beiden Fehler der
erſten Halbzeit durch beſonders gute Leiſtungen
in der zweiten Halbzeit wieder gut. Die
Ver=
teidiger Dittmar und Förſter ergänzten ſich ſehr
gut; ſie waren ein ſchwer zu nehmendes
Hinder=
nis. Dasſelbe gilt für die Läuferreihe. Merz
muß ſich jedoch noch mehr einſpielen und das
Aufbauſpiel mehr ausprägen. Der Sturm gab
eine gute Figur ab. Alle ſchoſſen ſehr ſchön.
Kaltenbach verſuchte ſich ebenſo wie Eichhorn
mehr im Aufbau. Freund führte den Sturm
durchſchlagskräftig und Feick und Koch liefen den
Gegnern öfters ſchön davon, mit abſchließenden
ſcharfen Schüſſen. Alles in allem, die Mannſchaft
war gut in Schwung und wird in den nächſten
Kämpfen bei weiterem Eingeſpieltſein ſchöne
Spiele liefern.
1. Jugend — Tv. Arheilgen 4:4 (0:3).
Handball im Kreis Starkenburg.
Staffel 2: Weiterſtadt — Münſter 3:4 (2:1);
Bezirksklaſſe.
Reichsbahn — Fv. Sprendlingen 8:7 (2:5);
Staffel VI: 46 Dſtdt. — Tv. Pfungſtadt 14:3
(9:1); Lorſch — Viktoria Griesheim 2:5 (0:2);
Heppenheim — Germ Pfungſtadt 4:9 (2:5);
Bickenbach — Tſchft. Griesheim 9:3 (5:1).
Staffel UII: Tv. Arheilgen — Tgde.
Sprend=
lingen ausgefallen; 04 Arheilgen —
Worfel=
den 6:4 (3:2); Büttelborn — Nauheim 5:6
(4:5); Braunshardt — Merck 13:6 (6:5).
Staffel VIII: Lengfeld — Erbach 9:5 (2:4);
Reinheim Nieder=Ramſtadt 10:4 (5:3); Gr.=
Zimmern — Gr.=Umſtadt 9:10 (5:6).
Kreisklaſſe 1.
Staffel 1: Egelsbach — TSV. Langen 6:6 (4:3);
Vorw. Langen — Dreieichenhain 6:9 (4:4);
Beſſungen — SV. 98 Reſ. 9:10 (4:3); Jahn
75 — Polizei Reſ. 5:8 (3:2).
Staffel 2: Walldorf — Wallerſtädten 5:2 (3:1);
Wolfskehlen — Groß=Gerau 4:5 (1:3);
Mör=
felden — Königſtädten 14:4 (4:3).
Staffel 3: Zell — Bensheim 10:12 (3:7); Hahn
— Auerbach 11:4 (4:2),
Kreisklaſſe 2.
Staffel 1: Nieder=Modau — Seeheim 10:8 (6:4);
Concordia Gernsheim — Tv. Eberſtadt 3:7;
Erfelden — Stockſtadt 7:2 (4:1); Germ.
Eber=
ſtadt — Groß=Hauſen 15:2 (5:2).
Urberach — Götzenhain 10:6 (5:3).
Will man die Ueberraſchungen zuerſt nennen,
ſo verdient — bei den Oberſten angefangen —
der Braunshardter zweiſtellige Sieg über Merck
Beachtung. Das hatte niemand erwartet. Auch
hatten wir nicht geglaubt, daß die Tſchft.
Gries=
heim ſo hoch in Bickenbach verlieren würde.
Fer=
ner ſiegte Dreieichenhain beim TSV. Langen,
auch eine beachtliche Leiſtung. Was mögen
Bens=
heim und Birkenau geſchmunzelt haben, als ſie
von der Auerbacher Niederlage in Hahn hörten.
Zum Schluſſe noch der zweiſtellige Sieg der
Eber=
ſtädter Germanen.
Allmählich ſondert ſich die Spreu vom Weizen.
Bezirksklaſſe. In der Staffel VI haben
die drei Favoriten 46, Germania und Viktoria
ihre Stellungen gefeſtigt. Die Unterlegenen
brau=
chen dieſen Punkten nicht nachzutrauern, und es
gilt gleich für die Zukunft, wenn ich ſage, daß
die drei kein Spiel gegen die andern fünf
ver=
lieren werden. Daheim nicht und auswärts auch
nicht. Es wird daher ſo ſein, daß dieſe fünf
Ver=
eine den „Schwanzmeiſter” unter ſich ausmachen
müſſen. Wenn die Heppenheimer noch ohne Punkt
ſind, ſo iſt das nicht ſchlimm, denn es kommen
auch noch ſchwächere Gegner zu ihnen. Die 46er
führen die Tabelle mit 6 Punkten vor Germania
und Viktoria, die je 4 Punkte beſitzen.
Staffel VII: Hier ging es um die Führung.
Braunshardt ſchlug Merck und hat ſich damit an
Nr. 292
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
die Spitze geſetzt. Es wird vorläufig auch ſo
blei=
ben. Büttelborn hatte alle Leute erſtmals
bei=
ſammen und kam bis auf ein Tor an Nauheim
heran. Die Sprendlinger telephonierten am
Samstag abend ab, ſie kämen nicht. Daher
ſtan=
den die Arheilger Turner ohne Gegner. Der
Schiri zog unverrichteter Dinge wieder ab.
Braunshardt und Merck ſind hier wohl die
ſtärk=
ſten. Wer folgt, Tv. oder 04 Arheilgen?
Staffel VIII: Hier ſind die Odenwälder jetzt
unter ſich, Früher war es noch anders. Da hatte
man aus der Rheinebene immer Vereine zu
ihnen geſchickt, damit die Spielſtärke wuchs. Jetzt
kann man ſie allein laſſen, denn es gibt dort
gute Mannſchaften. Reinheim äugt ſcheinbar
nach der Spitze. Groß=Zimmern ſcheint im
Kom=
men zu ſein, ich meine vom Ende weg, denn der
Sturm ſchoß endlich Tore. König iſt auch noch
ungeſchlagen.
Kreisklaſſe I/1: Oertlich ſind es zwei
Gruppen. Nämlich vier Darmſtädter Vereine und
vier im Dreieichbezirk. Wie wirds werden? Die
vom Dreieichbezirk ſpielen die Spitze unter ſich
aus. Dreieichenhain? Die letzten vier
Tabellen=
plätze werden für die Darmſtädter ſein. Wieſo?
Weil die Reſerven der beiden Ligiſten meiſt nicht
ſo ſcharf auf Punkte ſind, wenn Gegner von
aus=
wärts kommen. Iſt der Gegner aber aus
Darm=
ſtadt, dann wird geſpielt, denn dann iſt es eine
Preſtigefrage. Der Beweis? Beſſungen und Jahn
75 haben es geſtern erfahren.
Staffel 2. Ganz großartig, was hier die
Mör=
felder leiſten. Im letzten Jahre hieß es: kein
Spiel unter 10 Tore, und faſt könnte man
an=
nehmen, ſie wollten es wieder ſo machen. Groß=
Gerau hält mit, wenn auch nicht in den
Tor=
zahlen, ſo hat es zum Siege bis jetzt immer
ge=
reicht. Uebrigens, das nächſte Treffen heißt Gr.=
Gerau — Mörfelden! Sechs Vereine ſind es nur.
Zwei ſpielen um die Spitze. Sie ſind bereits
ge=
nannt. Dann wird kommen: Walldorf oder
Wal=
lerſtädten. Wolfskehlen und Königſtädten ſind in
dieſem Jahre ſchwach, da ſich die meiſten Spieler
penſionieren ließen. Mitte der 20 iſt aber noch
kein Alter für einen Handballrentner.
Staffel 3: Wenn die Gegenden jeweils ihre
Handballgruppen ſchön für ſich haben, warum
ſollte dann die Bergſtraße nicht auch unter ſich
ſein? Einſam und abſeits liegt nur Crumſtadt,
das zu jedem Spiel auswärts an die Bergſtraße
rutſchen kann. Wenn nicht ein bißchen Würze
dabei iſt, ſo Nachbarderby, dann kommen keine
Zuſchauer, und dann erlahmt der Eifer. Aber da
drüben an der Bergſtraße, ſo um Birkenau,
Auer=
bach, Bensheim und Zell. Ei, dort buttert es.
Hauſt du meinen Freund, hau ich deinen Freund,
zweiſtellig noch und noch. Ja die Hahner! Sie
haben den Auerbachern was erzählt. Nämlich
wie man Strafwürfe hängt. — So ging es los.
Nach vier Minuten 2:0 für Auerbach. Hm. in
dem Sturm liegt was drin. Aber dann
Straf=
wurf — Tor, Strafwurf — Tor. Ich habe jeweils
ſchon regiſtriert, wenn Darmſtädter den Ball
bloß in die Hand nahm. 9 Stück hat er
einge=
ſchoſſen. Vielleicht unterhält ſich Auerbach einmal
über Strafwurfabwehr. Bensheim macht ſich. Das
Innentrio Pfeifer=Fleckenſtein=Kreuzer iſt wieder
beiſammen. Uebrigens nächſtes Derby: Auerbach
— Birkenau. Vier Vereine beſitzen je 4 Punkte,
Crumſtadt und Zell Null.
Kreisklaſſe II, Staffel 1:Hier ſieht es
noch ein bißchen kunterbunt aus. Allein
ungeſchla=
gen iſt Germania Eberſtadt. Einmal 11:6 und
daheim gar 15:2. Sollte? Aber der Weg iſt noch
lang. Erfelden und Groß=Hauſen haben auch vier
Punkte, die Eberſtädter Turner 3, Nieder=Modau
auch, Seeheim 2, Stockſtadt 0 und Concordia
Gernsheim fängt erſt an.
Staffel 2: Zuerſt hieß es, daß Götzenhain es
wohl machen werde. Nun hat ihm Urberach beide
Punkte abgeknöpft und ſich ſelbſt mit 5 Punkten
an die Spitze geſetzt. Da Münſter die Reichsbahn
bezwang, kann es mithalten. Götzenhain folgt
mit 3 Punkten.
Gr.=Zimmern — Gr.=Umſtadt 9:10 (5:6).
In Groß=Zimmern trafen ſich zwei aus vielen
Pflicht= und Freundſchaftsſpielen gut kennende
Mannſchaften. Der Kampf wogte auf und ab.
Stets wechſelte die Führung. Davon ein
Aus=
ſchnitt: 6:6, 7:6 Gr.=3., 7:8, 9:9 und in letzter
Minute ſiegten die Gäſte. Zwei ebenbürtige
Geg=
ner hatten um Sieg und Punkte gekämpft, die
Gäſte waren die Glücklicheren. Schade, daß das
Treffen ſchließlich reichlich hart wurde, und daß
Niebling=Merck ſchon beſſer gepfiffen hat, als er
es diesmal tat. Groß=Umſtadt ſtellte eine
gut eingeſpielte Elf mit ſicherer Abwehr und
einem glänzenden Sturm, bei dem die Außen
überragten. Groß=Zimmern zeigte eine
an=
ſprechende Leiſtung. Man hatte die neue Elf ſo
ziemlich beiſammen, nachdem auf zwei gute
Spie=
ler wohl für immer verzichtet werden muß. Bei
fleißzigem Ueben wird die Kriſe bald
überwun=
den ſein.
04 Arheilgen — Worfelden 6:4 (3:2).
Ein ſpannender und aufregender Kampf. Die
Platzelf übernahm die Führung. Worfelden
ge=
lang es, vermöge ſeiner Schnelligkeit und guten
Würfe, beſonders von links her, immer wieder
gleichzuziehen. So hieß es 4:4. Lindenlaub ging
vom Sturm auf ſeinen alten Poſten als
Mittel=
läufer. Er riß den Sturm mit, ſchoß ſogar ein
Tor, und beim Schlußpfiff hieß es 6:4 für die
Platzelf. Zwei wertvolle Punkte waren erkämpft.
Anthes im Tor zeigte Bravourſtückchen. Der
Wor=
felder Hüter gefiel erſt nach der Pauſe.
Tbd. Jahn 1875 — Polizei Darmſtadt Reſ.
5:8 (3:2).
Mit ſehr gemiſchten Gefühlen betraten die
1875er den Platz. Mußte doch für
Mittelſtür=
mer, Mittelläufer, einen weiteren Läufer und
Tormann Erſatz geſtellt werden. In der erſten
Halbzeit ſpielt Jahn leicht überlegen, und bei
verſtändnisvollerem Zuſammenſpiel im Sturm
konnte der Sieg ſchon ſicher geſtellt werden,
Die Polizei fand ſich in der erſten Halbzeit
nicht zuſammen. Zu Beginn der zweiten
Halbzeit legt ſich die Polizei mächtig ins
Zeug, in der Hintermannſchaft 7er waren
Deckungsfehler nicht beachtet, und die Grünen
kommen zu billigen Erfolgen. Man trennte ſich
mit dem 5:8=Reſultat, wobei dem Platzverein
ganz beſonders ſeine volle Hingabe und der
Kämpferwille hoch anzurechnen iſt. Der
Schieds=
richter hatte durch das beiderſeitige anſtändige
Verhalten kein ſchweres Amt.
i Mainz.
Im Hörſaal des Pädagogiſchen Inſtitutes
tra=
ten am Sonntag vormittag die Kreis= und
Be=
zirksführer des Gaues Südweſt zu ihrer erſten
Tagung ſeit Beſtehen des Fachamtes für
Hand=
ball zuſammen. Die Anweſenheit des
Reichsfach=
ſchaftsführers Brigadeführers Herrmann=
München gab der Veranſtaltung ihre beſondere
Note. Brigadeführer Herrmann, der bekanntlich
aus dem Polizei=SV. Darmſtadt hervorgegangen
iſt, ergriff im Verlauf der Tagung das Wort in
temperamentvoller Weiſe. Er legte in längeren
Ausführungen ſein Programm dar, aus dem
er=
ſichtlich iſt, daß der Handballführer gewillt iſt,
dem Handballſpiel die Stellung zu geben, die es
auf Grund ſeiner ſtarken Verbreitung verdient.
Mit lebhafter Zuſtimmung wurde die
Mittei=
lung aufgenommen, daß anfangs nächſten Jahres
ein Länderkampf gegen Oeſterreich oder Ungarn
im Frankfurter Stadion zur Durchführung
ge=
langt.
Gauamtsleiter Reitz=Frankfurt machte im
weiteren Verlauf der Tagung die faſt vollzählig
erſchienenen Kreis= und Bezirksamtsleiter mit
ihren Aufgaben betraut. Ein Vortrag des Gau=
Jugendwartes Beck=Mainz gab wertvolle
Fin=
gerzeige über die Zuſammenarbeit mit der HJ.
Der Geſamteindruck der Tagung war der
aller=
beſte. Man konnte jedenfalls feſtſtellen, daß alle
Poſten mit den geeignetſten Männern beſetzt
ſind, die dafür Gewähr bieten, daß dem
Hand=
ballſport im Gau Südweſt eine weitgehende
För=
derung zuteil werden wird.
17 Tore an der Rheinallee!
TSG. 46 — Tv. Pfungſtadt 14:3 (9:1).
Mit dieſer guten Leiſtung waren noch
lange nicht die Tormöglichkeiten ausgeſchöpft.
Die Revanche vom vorigen Jahr iſt beſſer
ge=
glückt, als man allgemein angenommen hatte.
Das Spiel ſelbſt war ein Lehrſpiel bis auf
ganz wenige Ausnahmen, die aber Murmann=
Langen zeitig unterband. Wenn er auch einige
Male unnötig abpfiff (Vorteilsregel), ſo muß
man doch feſtſtellen, daß durchweg ein flüſſiges
und auch äußerſt ſchnelles Spiel zuſtande kam.
Die gut 100 Zuſchauer konnten ihre
Freude an dem ſchönen Treffen haben. Von den
Gäſten erwartete man weit mehr als man zu
ſehen bekam. Die Darmſtädter ließen erkennen,
daß ſie bedacht ſind, ihr Torreſultat mit der
Spitze der Tabelle in Einklang zu bringen.
Ganz ausgezeichnet klappte heute das
Zu=
ſammenſpiel im Sturm, mit ausgezeichnetem
Aufbauſpiel der Läuferreihe. Auch andere
Mannſchaften, wie die junge Elf vom Tv.
Pfungſtadt, hätten bei dieſer Spiellaune und
dem Angriffsgeiſt des Bez.=Meiſters daran
glauben müſſen. Die Gäſte hatten mit ihrem
Dreiinnenſpiel bei der Abwehrtaktik der
Darm=
ſtädter ſehr wenig zu beſtellen. Sehr gut
hielt ſich die Hintermannſchaft, beſonders das
Schlußdreieck, mit Grünig im Tor, der aber
gegen die ſechs Mann anſtürmende 46er nichts
oder wenig ausrichten konnte.
Zum Spielverlauf: Der Gäſteanwurf
ſtockt in der Läuferreihe, und ſchon muß ſich
Brünig nach ſcharfen Bällen von Schmitt und
Engert ſtrecken. Nach 4 Minuten fällt durch
Avemarie, der mit vorn iſt, prachtvoll der
Füh=
rungstreffer. Schmitt und Witzleb werden gut
freigeſpielt, und 3:0 heißt’s für T.G.S 46.
Etwas hart greift die Pfungſtädter
Verteidi=
gung ein, es gibt Verwarnungen, die aber
Ab=
hilfe bringen. Schiedsrichter Murmann pfeift
jetzt mehr ab. was im Spielfluß etwas hemmt,
er hat aber Ruhe vor dem berühmten
Ge=
brummel. Inzwiſchen ſtieg das Reſultat für
46 auf 8:0 bis Pfungſtadt zum erſten billigen
Gegentor kommt, doch faſt mit dem
Halbzeit=
pfiff ſtellt Darmſtadt 9:1. Die zweite Hälfte
ſieht erſt die Turner ſtärker im Spiel, aber in
kaum drei Minuten hat ſich’s mit dem guten
Willen. Bis an Nr. 14 kommt der vorjährige
Meiſter heran, bis Pfungſtadt kurz vor Schluß
nochmals zu zwei Toren kommt, die verhütet
werden konnten. Die letzten 10 Minuten ließ
Darmſtadt in ſeinen Leiſtungen ſtark nach,
be=
ſonders im Sturm blieb noch manche
Möglich=
keit aus, die das Reſultat an die Zahl 20
herangebracht hätten. — Zweite Mannſchaften
10:2 (6:1) für 46. Eine ausgezeichnete Partie
lieferte hier die 2. Mannſchaft von Darmſtadt
Die 3. Mannſchaft von TSG. 46 verlor knapp
gegen Tſchft Griesheim mit 5:4, 2:4.
TSV. Braunshardt — Merck=Sportverein
13:6 (6:5).
Dieſes Spiel mußte die Entſcheidung
brin=
gen, wer von den beiden Rivalen die Tabelle
für die nächſte Zeit anführen würde.
Brauns=
hardt verſtand es, die Entſcheidung zu ſeinen
Bunſten zu erzwingen, und zwar in ganz
ein=
deutiger Weiſe. Das war ein Spiel, das
jedermann begeiſtern mußte. Kampf und
Tempo von Anfang bis Ende. Es gelang der
Platzmannſchaft gleich zu Anfang in Führung
zu gehen, aber die Freude war nur kurz.
Merck glich nicht nur aus, ſondern lag im
Handumdrehen 3:1 in Führung. Auf und ab
gings, Br. gab noch nichts verloren. Die
augenſcheinliche Schwäche in der
Hintermann=
ſchaft ging vorüber und mit 6:5 Toren für
den Gaſtgeber wurden die Seiten gewechſelt.
In den erſten 10 Minuten der zweiten
Halbzeit ereignete ſich nicht viel, aber dann
ging es Schlag auf Schlag. Der Braunshardter
Sturm kam in Fahrt und diktierte das Spiel.
Raſante, Angriffe, Bombenwürfe und Tore
fielen wie reife Früchte. Dieſe Erfolge gaben
auch der Platzverteidigung wieder das
notwen=
dige Selbſtvertrauen, und nur ein Strafwurf
war der einzige Erfolg der Merckself. Deren
Sturm trieb ſein Spiel mitunter zu ſehr in
die Breite, während auf der Gegenſeite immer
ein unwiderſtehlicher Drang nach dem Tor
vorhanden war. Wenn man bedenkt, daß B.
das Spiel noch für Mittelläufer und
Mittel=
ſtürmer mit Erſatz beſtreiten mußte, dann iſt
die vollbrachte Leiſtung um ſo höher
einzu=
ſchätzen.
In der erſten Spielhälfte waren ſich beide
Mannſchaften ziemlich ebenbürtig, aber in der
zweiten hatte Br. die größeren Kraftreſerven.
Und dies gab dem Spiel die entſcheidende
Wendung. Reſtloſer Einſatz und Siegeswille
war bei jedem Spieler vorhanden, weshalb
der Siegermannſchaft ein Geſamtlob gebührt.
Das Spiel war mitreißend, ſpannend, dazu
jederzeit anſtändig und fair. Schiedsrichter
Geibel=Pfungſtadt leitete einwandfrei.
Die 2. Mannſchaft hatte es ſchwerer, knapt
mit 4:3 Toren zu ſiegen.
Man muß den beiden Braunshardter
Mannſchaften, die aus einem kleinen
Land=
verein mit nur geringer Mitgliéderzahl kommen,
ſchon Achtung zollen, daß ſie es mit den
ſonn=
täglichen Spielen verſtanden haben, ſich mit
je 6:0 Punkten an die Spitze der Tabelle zu
ſetzen.
Polizei B Jgd — Merck Jgd. 2:10, Merd
Schüler — Tv. Griesheim Schüler 1:11.
Turngemeinde Beſſungen 1865—SV. 98
Darm=
ſtadt Reſ. 9:10 (4:3).
Dieſes 3. Pflichtſpiel war tatſächlich ſchör
und ſpannend, wie man es auf der Rennbahn
ſchon lange nicht mehr geſehen hat. Der
Platz=
verein mußte mit zwei Erſatzleuten antreten,
und durch das Abſagen des B.=Torhüters mußte
auch dieſer noch erſetzt werden. — Nach langem
Hin und Her konnte der Gaſtgeber das
Füh=
rungstor erzielen. Der Gaſt ſetzte dann mit
plötz=
lichem Tempo ein und es fiel der Ausgleich.
Durch Strafſtoß, den Geyer in gewohnter Weiſe
ſicher in die Maſchen jagte, ging Beſſungen
wie=
der in Führung. Der Gäſteſturm, der den
Beſ=
ſungern körperlich etwas voraus hatte, konnte
durch gute Kombination den Ausgleich ſchaffen.
Nun kam Beſſungen beſſer zum Zug und konnte
bis zur Halbzeit mit 4:3 führen.
In der zweiten Halbzeit kämpften beide
Mannſchaften mit äußerſter Energie um die
Füh=
rung; bald führte Beſſungen, dann wieder die
Lilien, und kurz vor Schluß ſtand das Spiel
9:9. Man glaubte ſchon an ein Unentſchieden.
Aber es kam anders, die Blauen erzielten noch
ein Tor und konnten ſomit als glücklicher
Sie=
ger das Spielfeld verlaſſen. Der Schiedsrichter
konnte gut gefallen.
Die Jugend erzielte im erſten Pflichtſpiele
einen 9:3=Sieg gegen Braunshardts Jugend.
Neu=Iſenburg — Polizei Oſtdf. 10:7.
Zum fälligen Verbandskampf trat die
Poli=
zeimannſchaft am Samstag in Neu=Iſenburg an.
Auch bei dieſem Kampf mußten die Punkte dem
Gaſtgeber überlaſſen werden. Neu=Iſenburg
trat zu dieſem Kampf komplett an, während die
Polizei ohne den leider erkrankten Siebert zum
Kampfe erſchien. — Die Kämpfe, (ſie
ſtanden unter der Leitung von Mundſchenk=
Biſchofsheim);
Bantam: Schnauber=D. — Schachner=J. Der
immer verläßliche Schnauber konnte ſeinen guten
Gegner einwandfrei nach Punkten ſchlagen.
Feder: Becker=D. — Seipp=J. Becker war in
dieſem Kampf etwas beſſer in Form als ſeither,
er holte ein Unentſchieden für ſeine Farben
heraus. Leicht: Liſt=D. — Feyl=J. Feyl behält
in dieſem Kampf zweier alter Rivalen in der
6. Minute über Liſt die Oberhand. Welter:
Fiedler=D. — Ceſanne. In dieſem Kampf bot
Fiedler ſeinem Gegner zuviel
Angriffsmöglich=
keiten, was auch dem Punktſieg Ceſannes
ent=
ſpricht. Mittel: Lang=D. — Ceſanne V. Da
beide Kämpfer ſich einen ausgeglichenen Kampf
lieferten, erklärte der Kampfleiter unentſchieden.
Halbſchwer: Lißfeld=D. — Schließbach=J.
Aus=
geglichener Standkampf. Beim Loſen zur
Boden=
runde muß Lißfeld die Hocke einnehmen.
Schließ=
bach hebt aus, Lißfeld zieht Armfallgriff
da=
gegen. Bei dieſem Griff geht Lißfeld flach durch
die Brücke. Der Kampfleiter iſt anderer Anſicht
und erklärt Schließbach als Sieger durch
Selbſt=
wurf Lißfelds. Schwer: Reuter=D. — Malzi=J.
Der bärenſtarke Reuter hat ſich gut in die
Mannſchaft eingeführt. Auch Malzi konnte er
dank ſeiner Kraft in der 5. Minute auf beide
Schultern legen.
Vor dem Hauptkampf ſtanden ſich die Schüler
und Jugendlichen beider Vereine gegenüber. Bei
dieſen Kämpfen behielten die jugendlichen
Polizeiringer die Oberhand.
Frankfurt 86 — Weiſenan 11:5.
Das Ehepaar Molliſon, das wegen
notwen=
diger Reparaturen in Karachi längere Zeit
verweilen mußte, ſtartete am Sonntag doch
noch gegen 15 Uhr zum Weiterflug nach
Alla=
habad: doch ſchon nach einer Stunde erſchienen
ſie wieder über dem Flugplatz, da ſich noch
einige Mängel an der Maſchine eingeſtellt
hat=
ten. Sie hoffen aber, noch im Laufe des
Sonntags gegen 20.30 Uhr wieder ſtarten zu
können.
In Allahabad alſo nach Zurücklegung von
insgeſamt 8660,7 Km. trafen die Engländer
G. Scott/C Black als erſte ein und
ſtar=
teten ſchon nach kurzer Zeit um 10.19 Uhr in
Richtung Kalkutta. Etwa fünf Stunden ſpäter
ſtarteten die Holländer Parmentier/
Moll. Kaum waren ſie in der Luft, da
ſetz=
ten ihre Landsleute
Aſtes/Geyſendor=
fer zur Landung an, kamen aber ſo
unglück=
lich mit ihrer Pander S4 zu Boden, daß der
Propeller in Stücke ging. Glücklicherweiſe
haben die Inſaſſen keine erheblichen
Verletzun=
gen davongetragen, ſo daß ſie nach
Ausbeſſe=
rung des Schadens ſchon bald weiterfliegen
können.
Auf der Schauinsland=Rennſtrecke
bei Freiburg
wurden am Samstag die zwei
Entſcheidungs=
läufe für die deutſche Bergmeiſterſchaft für
Krafträder der Klaſſen bis 500 und bis 1000
ccm ausgetragen. In der ſchweren Klaſſe ſiegte
der Breslauer Mansfeld auf BMW. mit 8:45,1
Min. (82,2 Stdkm.) vor Bodmer=Ebingen. Der
Godesberger Loof auf Imperia holte ſich den
Titel in der Halbliter=Klaſſe in 9:02,2 Min.
(79,6 Stdkm.) vor Petruſchke=Berlin.
Montag, 22. Oktober 1934
In der Woche vom 22. bis 27. Oktober d. Js ;
findet im großen Saale unſeres Vereinshauſeen
ein Lehrgang für Frauenturnen des Kreiſes;
Darmſtadt ſtatt. Der Lehrgang ſteht unter dern
Leitung der Kreis=Frauenturnwartin Fräulein=
Felicitas Kaiſer=Sprendlingen. Allabendlicg
werden ſich die Leiterinnen von Tui=Abteilun,
gen einfinden, um dort die nötigen Unterlage,
zur Verwertung in ihren Vereine zu ſammeln
Die Uebunszeiten ſind in der Zeit von 19 bi
22 Uhr.
Der turneriſche Vereinsbetrieb findet wie ſon
ſtatt. Die für Freitag, 26. Oktober, angeſetz
Pflichtturnſtunde für alle männlichen Abteilun
gen wird auf den 2. November verlegt.
Den hieſigen Vereinen zur Kenntnis, daß ſiö
unſere Geſchäftsſtelle ab. 20. Oktober u
unſerem Vereinshaus, Heidelberger Straße 131
befindet. Telefon 3819. Geſchäftsſtunden
Moy=
tags bis Freitags von 18,30—20 Uhr,
Samstag=
von 16—17.30 Uhr.
Am Samstag und geſtern wurde auf den
Bahnen des Kegelſporthauſes das bereits in
der vergangenen Woche begonnene
Ausſcheſ=
dungskegeln fortgeſetzt. Die Kämpfe ſelbſt
haben eigentlich nicht die erwarteten großen
Verſchiebungen in der Tabelle hervorgerufen
und das läßt den Schluß zu, daß die noch
folgenden Kämpfe äußerſt intereſſanten Spor
bieten werden. Jetzt ſchon einen „Tip” zu
geben, wäre verfehlt, denn der letzte Gang
der 200 Kugelkampf, kann ſehr leicht alle Be
rechnungen über den Haufen werfen. Noch
haben Viele die Ausſicht, den ſtolzen Tite
„Verbandsmeiſter für 1934/35” zu erlangen
Wünſchen wir dem Beſten den Sieg.
Nachdem nun der erſte 100 Kugelkampf de
Ausſcheidungskegeln ziemlich zum Abſchluß
ge=
bracht iſt, hat die Tabelle folgendes Ausſehen,
Männer: Thümmel 553 Holz, Jakob 54
Holz, Wenger 543 Holz, Rößler 538 Holz,
Schmidt, Ludw., 538 Holz, Grün 534 Holz,
Eigenbrodt 530 Holz, Becher 529 Holz, Satiler
528 Holz, Schüßler 527 Holz, Berg 525 Holz,
Mohr 524 Holz, Feldmann 523 Holz, Nickel
521 Holz, Schmidt 521 Holz, Scherer 520 Holz,
Hahn 518 Holz, Kern 516 Holz, Pohl 513
Holz, Joſt 513 Holz, Reinhardt 512 Holz,
Reichert 510 Holz, Bangert 508 Holz Belz 50
Holz, Kohnle 506 Holz, Leuthner 504 Holz,
Wilbert 503 Holz, Kohnle 502 Holz, Müller
502 Holz.
Frauen: Frau Wilbert 528 Holz, Frl.
Bäu=
mer 508 Holz.
Tiſchkennis=Bezirksauswahl
Pfalz - Heſſen 2:71.
Im Klubheim des Reichsbahn=SV. Ludwigs
hafen veranſtaltete der Gau 13 ſein erſtes
Au=
wahlſpiel, das mit einem hohen Sieg der Heſſe
Auswahl endete. In letzterer ſpielten 3 Spit
des SV. 1898 Darmſtadt ſowie 3 Spieler
TTC. Blauweiß Mainz. Es dürfte einwandi
feſtſtehen, daß dieſe beiden Vereine heute end
gültig die Führung im Gau Südweſt an ſch
geriſſen haben. Das hohe Reſultat gibt niht
ganz die richtige Spielſtärke wieder, da all
Spiele nur mit ganz geringem Punktunterſchie
gewonnen werden. Die Aufſtellung der Heſſen
Mannſchaft war: Butter=Mainz; Schardt un
Wöbke=Darmſtadt: Diefenbach=Mainz; Endrß=
Darmſtadt. Reſultate: Butter—Doll 3:2, Schan
—Knurr 3:0, Wöbke—Diehl 2:3, Graffy—Fchl
buſch 3:2. Diefenbach — Page 3:1, Endriß=
Schröder 3:2; Schardt=Wöbke—Doll=Knurr 23
Butter=Graffy — Diehl=Fahlbuſch 3:2, Endnß
Diefenbach—Schröder=Page 3:2.
Darmſtädter Radſpork-Club 1919.
Röder gewinnt die Schnitzeljagd.
Der Club eröffnete mit einer Schnitzeljag
ſeine diesjährige Winterſaiſon. Von der Oden
waldbrücke geht es in flotter Fahrt nach den
Botaniſchen Garten. Hier iſt Anfang, die Jugeſl
ſtartet mit 8 Minuten Vorgabe. Die beidel
Füchſe Freudenberger und Fleiſchhacker habe
ſeit 4 Uhr gute Arbeit geleiſtet. Nun nehmel
die Aktiven die Suche auf, nach drei Richtunge
iſt angezeigt. Durch Wald, über Wieſen und
Feldwege geht es, alles iſt bald zerſtreut, ud
nun ſetzt ein Suchen von über 2 Stunden e‟
Man trifft ſich im Walde, nur um ſich ſonol.
wieder zu trennen. Endlich iſt die Hauptfahi.
gefunden, über Traiſa nach der Emelinenhuln
zu. Das Schlußzeichen iſt da, aber wo ſind De
Füchſe? 4 Preiſe winken. Glücklicher Siege.
vird Röder ſen., 2. Ludw. Schaaf, 3. Mohr zuſe
4. Franz Decker.
Clubmeiſterſchaft im Radball.
Der Club veranſtaltet heute abend, den ?e
ein Radballturnier, an dem vier Mannſchalle
des Vereins teilnehmen. 8 Uhr pünktlicher
fang in der Peſtalozziſchule. Das Radbalſhle
verlangt höchſte Anforderung an Menſch A
Maſchine und wird in Darmſtadt nur von. Le
Club geſpielt. Es ſteht jedermann frei, ſich De
ſchöne Sportart anzuſehen. Ausloſung der 9
chaften erfolgt in der Turnhalle.
*
mit dem P=Wagen der Auto=Union am Sanle
auf der Avus bei Berlin auf. Er unterbo. ”
von ihm gehaltenen Beſtleiſtungen über ..
mit ſtehendem Start, 1 Meile mit ſtehehe
Start, über 50 Km., über 50 Meilen und —
100 Km. Die größte Durchſchnittsgeſchwindid.
erreichte er über 100 Km. mit 24491. S
(bisher 216,823).
Bei den Schlußrennen in Hoppegaſic.
Ae
gewann Airolo unter W. Printen das I
Mark ausgeſtattete Hertefeld=Rennen fü.
jährige. Mitternacht belegte den zweitel.
vor Lehnsherrin. Der Toto zahlte, ſit.
26:10.
Fütühere
urunpolit
geitine ty
mwert h.
ließl
hchal
fantag, 22. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 292 — Seite 7
Sängertag des Heſſiſchen Sängerbundes in Wetzlar.
Mon großer Bedeutung für die Weiterarbeit im Sängergau
Hei, war die Hauptuertreterverſammlung am Sonntag.
Um=
zm von ausgezeichneten Chordarbietungen und nach Begrüßung
u Herrn Majewſki, den Kreiswalter des Sängerkreiſes
8m:==Wetzlar, folgten die hochbedeutenden Anſprachen des erſten
Aßde=sführers, Herrn Miniſterialrats Ringshauſen, des
Gauchor=
niſiears Prof. Temesvary und des zweiten Führers Herrn Schul=
Mwrn. Miniſterialrat Ringshauſen dankte Stadt und
Kreis=
fiüung für die große Sorgfalt bei der Vorbereitung der Tagung
uny andte ſich dann an die Sänger, für deren viele kleine
Ein=
zlſſurgniſſe er volles Verſtändnis zeigte. Demgegenüber betonte
Anbar, daß in dieſen Zeiten des Umbruchs nicht all den kleinen
umheinlichen Wünſchen Rechnung getragen werden könne, daß
i/K ſich den großen Zielen auch unter perſönlichen Opfern
unter=
omeir müſſe. Maßgebend iſt allein der Wille des Führers. Klein=
Iſſienmuß vermieden werden, der Blick muß ſich richten auf die
geei: Aufgaben der Zukunft. Nachdem die Frage der
Behinde=
rixuſoer Vereinstätigkeit durch die Sportvereine erledigt iſt, die
99andigung mit SA und SS ſich vollzogen hat, gelte es nun
dwſdie ſeeliſchen Kräfte, aus denen das Lied heraus geboren
IMi. Jugend zu gewinnen. Um zu dem Ziele zu gelangen, dem
OAnn Volke den Platz wieder zu erobern, der ihm gebühre, und
dlſahn der Führer geben wolle, müſſe aber von allen
Mitarbei=
n- Sängerbund, vom Führer bis zum letzten Gefolgsmann,
dikülgeg der Pflichterfüllung bis zum Letzten gegangen werden.
Aſdem Bekenntnis zum Führer und zum Vaterland verband
ſcin das Gedächtnis der Toten des Weltkrieges und der
Be=
rgg, und ſchließlich das leidenſchaftliche Eintreten für die
Sßdeutſchen, die im ſchweren Kampf für ihre
Zuſammengehörig=
eint dem übrigen Deutſchland und der ſcharfen Abwehr gegen
Aſtä erei ſtehen.
Wurofeſſor Temespary ſprach über die muſikaliſchen Aufgaben.
rmnerte daran, daß ſich der organiſatoriſche Umbruch im
Hlchen Sängerbund raſcher als im übrigen Reich vollzogen
hißl rund daß darum um ſo eher an die aufbauende Kulturarbeit
geeagen werden könne. Er zeigte, wie die muſikaliſche
Organi=
ſaſalder letzten Zeit ſowohl die Volksmuſik neu erſtehen laſſen
wſo, rvon der ganz beſonders die Jugend erfaßt wird, als auch
dae KLonzertleben neue Kraft und Daſeinsberechtigung geben
wil. Erſt eine breite Volksmuſikpflege ſchafft die Vorausſetzung
füßtie Veranſtaltungen, die den höchſten Meiſterwerken der
Deut=
ſchn Kunſt dienen wollen. Der Chorgeſang ſteht in der Mitte
zu ſen beiden Kulturen und muß ſich dieſer Stellung bewußt
wieen. Auch die Vereine ſollen den einſtimmigen und
zweiſtim=
mßſſGeſang pflegen und dadurch helfen, daß Lied wieder recht
ratſ umd gründlich in alle Kreiſe des Volkes zu bringen. Aber
damen behält die alte Aufgabe der Pflege der Mehrſtimmigkeit
ihſollles Recht. Es iſt nicht deutſche Art, Kunſtwerke nur
flüch=
ti9genunterzuſingen, halb pfuſchend, ſondern die Ehrfurcht vor
deſylreiſterwerk verpflichtet dazu, in gründlichſter und
ſorgfäl=
tilße 2Ausarbeitung und anſpruchsvoller Wiedergabe die Chöre
zu ſtulten. Jede Einſeitigkeit iſt hierin verderblich, und es muß
zu ſwartvollen Weiterarbeit Beruhigung geſchafft werden, die
nüſt duurch Heißſporne, die nach der einen oder anderen Seite
üßſeraäben wollen, gefährdet werden darf.
härulrat Born, gab einen Rückblick auf das Vereinsleben
früüter Zeit, das beſchaulich Konflikten aus em Wege ging,
untuitiſche Lieder, Volkslieder und Balladen pflegte und dabei
eint wiſche Männerchorkultur ſchuf, die zum Teil
anerkennens=
warihach war, aber immer mehr ein Sonderleben führte, bei dem
ſch/Glach das Intereſſe für Technik größer als das für den
In=
haft uar. Im Dritten Reich wurde der Deutſche Sängerbund
zu fml=einigen Sachwalter für die Männerchöre gemacht. Damit
wan umächſt ein großes Wachstum verbunden, aber bald zeigte
ſichße! Bedrängung durch die Männerbünde, die als Sieger in
de ſewegung auftreten konnten. Da galt es zuerſt, dem
Män=
neſſpang ſeine berechtigte Stellung zu erkämpfen. Kraft dazu
hoſſl wwir uns aus dem Gedanken an unſere kulturellen und
poſſliczen Ziele und Pflichten. Dieſe Zeit der Bedrängung war
auſſäige Zeit der Reinigung. Intereſſeloſe Sänger fielen ab,
mdnes Faule in den Sängerbräuchen mußte abgeſtoßen werden.
Väſnparnherein wollte das Dritte Reich kein amuſiſches Reich
ſekuſt Aber die Zeit des Umbruchs war unſerer Sache anfangs
nichmennſtig. Nun erkennt uns die Beweguns mehr und mehr
an ngere Mitarbeit bei Feſtlichkeiten und nationalen Feiern,
beöl 7raft durch Freude” wird immer mehr ſelbſtverſtändlich.
Sckueygkeiten für die Sängerſache lagen darin, daß
Arbeits=
unäh zwotbeſchaffung zu allererſt in Angriff genommen werden
muſzi, und daß beim Singen in der Bewegung das Soldatiſche
undh annpferiſche einſtweilen herrſcht und das Schöngeiſtige
da=
beisl uurz kommt. Auch durch das Hineinregieren anderer Kreiſe,
dunrnechaniſche Einſpannung der Geſangvereine in das
Arbeits=
eſſchfungsprogramm gab es mancherlei Beunruhigung. Viele
dieſer Angriffe wurden durch Unterſtützung der Regierung
abge=
ſchlagen. Endgültiges kann aber nicht ohne den Deutſchen
Sän=
gerbund geſchaffen werden. Dieſer zögerte lange und mußte erſt
einen Führerwechſel eintreten laſſen. Ein großes Geſchenk für die
Sängerbewegung war der Erlaß des Stellvertretenden Führers
vom 16. Auguſt, für deſſen Durchführung wir uns allerdings
tat=
kräftig einſetzen müſſen. Weiter dient die Eingliederung in die
Rei hsmuſikkammer trotz mancher ſtörenden Kleinigkeiten die
bald bereinigt ſein werden, der inneren Feſtigung. Auch die Frage
der Berufschorleiter und Nebenberufler muß in engſter
Zuſam=
menarbeit mit der Reichsmuſikkammer bearbeitet werden. Für
uns ſteht es feſt, daß vom Chorleiter in erſter Linie Leiſtung und
Eignung (Perſönlichkeit) verlangt werden muß. Für uns iſt die
Chorleiterfrage die Kernfrage, und die Vereine dürfen nicht
Aus=
beutungsobjekte ſein. Durch einen Prüfungsausſchuß und
Schu=
lungskurſe wird viel zur Löſung der Schwierigkeiten beizutragen
ſein; vor allem aber müſſen die Sänger ſelbſt in größerer Einſicht
als bisher mitarbeiten und ebenſo die Nebenberufler ſelbſtlos
im Intereſſe tüchtiger arbeitsloſer Berufschorleiter handeln. Nur
dann können wir im Rahmen unſerer muſikaliſchen auch unſere
ſoziale und völkiſche Aufgabe löſen.
Der Anſchluß an den Reichsbund für Volkstum und Heimat
bedeutet für uns, daß wir die Kerntruppe ſein müſſen, um das
Volk wieder ſingen zu lehren. Bei dem konſervativen. Sinn
unſerer Sänger, der unbekannten Aufgaben gegenüber ſtets
miß=
trauiſch iſt, wird es mancherkei Anſtrengungen koſten, bis wir
die neuen Aufgaben durchgeſetzt haben. Aber wir müſſen das
ganze Volk zum Mitſingen bringen, müſſen lernen auch unſere
Leiſtungen mehr vom Standpunkt des Hörers und ſeiner
Bedürf=
niſſe zu betrachten. Wenn wir nicht mit der neuen Zeit
mit=
ſchreiten, ſchreitet die Zeit über uns hinweg. Trotzdem aber bleibt
der Chorgeſang als Mittelpunkt der Arbeit beſtehen. Für die
Feſt=
geſtaltung iſt die Zuſammenarbeit mit Tanz= und Theatergruppen
zu empfehlen. Oft hört der Bundesvorſtand Vorwürfe, er wiſſe
nicht, was bei den Sängern vorgeht. Beleidigte Vorſitzer,
ge=
kränkte Sänger, mißverſtandene Chorleiter, kleinliches Geſchrei
über Sängerwarte und Sängerbeitrag dringt täglich in die
Ge=
ſchäftsſtelle. Oft muß man ſich ſchämen über ſo viel Kleinlichkeit.
Auch iſt noch viel Erziehung zu leiſten, und wir dürfen nicht müde
an unſerer Erziehungsaufgabe werden. Schulungslager ſollen
hier unter anderem dienen. Im Hinblick auf den Führer und
ſein Werk muß auch bei uns mehr innere Geſchloſſenheit, mehr
Gemeinſchaftsſinn und mehr würdiges Benehmen zu finden ſein,
Sehr Intereſſantes bot der Geſchäftsbericht, der von Herrn
Wilk verleſen wurde. Er wird vollſtändig in der Heſſiſchen
Sän=
gerwarte veröffentlicht werden. Dann gab Direktor Brückmann
ſeinen Rechenſchaftsbericht, der zeigte, daß die Sängerbeiträge
von manchen Kreiſen noch ſo unvollſtändig eingegangen ſind, daß
kaum mehr als die Hälfte der zu entrichtenden Beträge bezahlt
iſt. Schulrat Born ſprach dann noch über die neuen
Vereins=
ſatzungen, deren Veröffentlichung bevorſteht und im Schlußwort
betonte Miniſterialrat Ringshauſen, bei aller Anerkennung für
das Geleiſtete, daß ſowohl das Geſchaffene als auch das zu
Schaf=
fende für jeden ein inneres ſeeliſches „Muß” ſein ſolle, man ſoll
auch nichts verſprechen, ſondern in der Tat und Pflichterfüllung
den Dank für den Führer abſtatten. Nicht an Kleinlichkeiten und
Materiellem dürfen wir hängen bleiben, und im nächſten Jahr
ſoll feſtgeſtellt werden, ob alle ihre Pflicht getan haben. Mit dem
Bekenntnis zum Führer ſchloß die Verſammlung.
Am frühen Nachmittag fand auf dem großen Domplatz eine
überaus eindrucksvolle Feier mit Maſſenchören ſtatt, bei der Herr
Miniſterialrat Ringshauſen eine außerordentlich ernſte
eindring=
liche und zugleich erhebende Anſprache hielt. Er ſprach über die
kulturelle Sendung des Geſanges und beſonders des Chorgeſangs.
wies den Sängern und ihren einzelnen Führern die Wege zur
Pflichterfüllung und Kulturarbeit, hob hervor, daß auch bald die
Sängergaue größere Einheiten im Sinne der Reichsgaue werden
müßten und nahm dann die Weihe der an die Vereinsfahnen
an=
gebrachten Wimpel der nationalſozialiſtiſchen Bewegung vor.
Beſonders erwähnt ſei es, daß die ganze Tagung durchſetzt
war von Chordarbietungen, die zum Teil weit über dem
Durch=
ſchnitt ſtanden, den man ſonſt von Männerchören zu hören
ge=
wohnt iſt, daß vor allem Union Wetzlar, die vereinigten
Männer=
chöre Braunfels und Oberndorf und die zuſammenwirkenden
Chöre von Aßlar und Altenſtädten durch ausgezeichnete
Leiſtun=
gen ſich herportaten. Auch die Leiſtungen zweier vorzüglicher
ge=
miſchten Chöre wirken hoffentlich vorbildlich. Ein großes
Reichs=
wehrkonzert mit auserwählter Vortragsfolge beſchloß den
muſi=
kaliſchen Teil der eindrucksvollen Tagung, die wohl geeignet war,
neuen kämpferiſchen Arbeitsgeiſt in die Reihen der Sänger zu
F.N.
tragen.
Verwallungsgerichtshof.
Kllage des Geometers 1. Klaſſe Karl Gräf in Mainz wegen
Enfthung des Patents als Geometer 1. Klaſſe.
6 ſandelt ſich um eine Berufung gegen ein am 6. März 1934
erlatſiss Urteil des Provinzialausſchuſſes Rheinheſſen; der
be=
züglie ’Antrag des Kreisamts Mainz datiert vom 7. November
1934x nm Geometer Gräf werden eine ganze Reihe von
Dienſt=
versſeungen zur Laſt gelegt, in 64 Fällen war er z. B. mit
Ferti=
gunmzomn Meßbriefen und Handriſſen im Rückſtand. Aus dem
Stazzdzenſt wurde er entlaſſen wegen ſchwerer Verfehlungen,
auchh aratiſtiſche Beſtrebungen kamen in Frage, weswegen
Schſixant angeordnet werden mußte. Dies alles ergibt ſich
aus=
demn everat des Berichterſtatters. Rechtlich geſehen, ergeben ſich
Veußße, gegen die Geometerverordnung vom 31. Auguſt 1874 und
die ſ eichsgewerbeordnung. Als weſentliche Verſtöße ſind
Zu=
widinandlungen gegen das Abmarkungsgeſetz von 1926 zu
bezeich=
nemt as Verzeichnis der verleſenen Diſziplinarſtrafen enthält
einir eihe von Geldſtrafen und Verweiſen.
s angefochtene Urteil erkennt auf dauernde Entziehung
des relllten Patentes. Weder Geometer Gräf noch ein Vertreter
desſſker, iſt in der Verhandlung erſchienen.
ſoer Berufungsſchrift ſchildert Gräf die Notlage des
Stan=
desſ dibetont, die erlittenen Strafen lägen weit zurück, im
Exi=
ſtenwinof habe er ſich im Zuſtande der Notwehr befunden.
r! Vertreter des Staatsintereſſes bezeichnet Gräf nach
ſei=
nerk enkeidigung als den Vorkämpfer der Privatgeometer. Für
die gerung kämen aber nur die Verfehlungen Gräfs in
Be=
traut ine Arbeiten zeugten davon, daß er das Erfordernis der
Zumſähſigkeit im Berufe nicht beſitze, wie ſie § 2 der
Geometer=
verknung im Auge habe. Gräf habe ſtändig Anforderungen und
Angnungen nicht Folge geleiſtet; bei den Strafen ſei auf die
Fautnerrverhältniſſe Rückſicht genommen und die Entziehung des
Pacus angedroht worden. Die Bevölkerung habe kein Zutrauen
melſu/ Gräfs Arbeiten. Ueber dieſe allgemeinen Intereſſen habe
dast infiſterium zu wachen, weshalb er Verwerfung der
Be=
ruffü hzeantrage, auf die der Gerichtshof auch erkennt.
Aoſtimmungsbriefmarken für die Saar. Die
Obernoſtdirek=
tiontles Saargebiets gibt jetzt bekannt, daß an den Schaltern
ſängtur Poſtanſtalten des Abſtimmungsgebietes beſondere
Brihnzuſsken verkauft werden, die einen Aufdruck mit dem
Hin=
weilzu, die Abſtimmung erhalten. Die zurzeit gültigen
Brief=
mamt mon 10 Centimes bis zu 10 Franken und die
entſprechen=
dens ſtoſtmarken zu 50 und 60 Centimes und zu 1 und 5
Fran=
kenAtonn den Stempel und Ueberdruck. Volksabſtimmung 1935"
Wellz ſind über eine Million der Marken zu 50 Centimes mit
denm eh erdruck „40 Cent” verſehen worden, da der erſte Wert
ſietoraucht und der zweite faſt vergriffen iſt. Die
Auflage=
ſuer Abſtimmungsmarken iſt ſehr hoch bemeſſen, ſo daß jede
belishen. Menge an den Schaltern gekauft werden kann. Die
Abſiſinungsſerie ſetzt diejenigen von Allenſtein, Marienwerder,
Obdkclefſien und Schleswig fort.
Aoſtanweiſungsverkehr mit Argentinien. Die argentiniſche
Poſiſſwaltung hat den Höchſtbetrag für Poſtanweiſungen nach
undw’s dem Auslande allgemein auf 500 argentiniſche
Papier=
peſosreſ geſetzt. Poſtanweiſungen aus Deutſchland und
Argen=
tinui uterliegen hinſichtlich des Höchſtbetrages den
inner=
deugſn deviſenwirtſchaftlichen Beſtimmungen.
Mriefſendungen mit zollpflichtigem Inhalt nach Polen.
Iniſche Poſtverwaltung gibt bekannt, daß die Einfuhr
zoll=
ger Gegenſtände in gewöhnlichen oder eingeſchriebenen
indu ungen nach Polen vom 30. Oktober 1934 an nicht mehr
itt. Gehen ungeachtet dieſes Verbots zollpflichtige
Gegen=
ſtänrtn, Briefſendungen ein, ſo können die Sendungen —
gleich=
viebil, ſnie als zollpflichtig gekennzeichnet ſind oder nicht —
zoll=
zeiteüueſtchlagnahmt werden.
Jede nur mögliche Rückſicht auf körperbehinderke
Volksgenoſſen.
Der Reichsminiſter des Innern hat die Landesregierungen
erſucht, dafür Sorge zu tragen, daß bei polizeilichen Abſperrungen
und bei der Durchführung der Verkehrsregelung gelegentlich von
Aufmärſchen, Aufzügen und bei ähnlichen Gelegenheiten
Schwer=
beſchädigte durch die Zuweiſung bevorzugter Plätze am Rande der
Wegbahn oder Fahrbahn die Möglichkeit gegeben wird, an ſolchen
Veranſtaltungen teilzunehmen. Auf körperbehinderte
Volksgenoſ=
ſen, die ſich im Rollwagen oder Selbſtfahrer fortbewegen, ſoll jede
nur mögliche Rückſicht genommen werden.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Nicht weniger als vier Sittlichkeitsſachen
wur=
den vorgeſtern in den beiden Gerichtsſälen verhandelt. Die
Große Strafkammer hat alleine dreie vor. Im erſten Fall
beſchul=
digte ein 16jähriges Mädel, das in einer hieſigen Familie zur
Pflege untergebracht war, ſeinen Pflegevater, unzüchtige
Hand=
lungen mit ihr vorgenommen zu haben. Das Mädchen war eines
Tages auf und davon gelaufen. Das Gericht kommt zu der
Auf=
faſſung, daß das Mädel einfach einen Grund für ſein Davonlaufen
finden wollte, und dieſe Dinge kurzerhand erfunden hatte, und
ſpricht den Angeklagten frei.
Der zweite iſt der etwas über 50jährige Franz
Scha=
der aus Bensheim, der acht Jahre lang mit ſeiner älteſten
Tochter Blutſchande trieb. Er erhält drei Jahre
Zucht=
haus und die bürgerlichen Ehrenrechte werden ihm auf fünf
Jahre aberkannt. Da er ſich zu einem vollen Geſtändnis
entſchloſ=
ſen hatte, wird ihm die Unterſuchungshaft mit zwei Monaten und
zwei Wochen angerechnet. Das Mädchen wird amneſtiert.
Der dritte, der ebenfalls über 50jährige Heinrich
Damm aus Biebesheim. war im Mai vom
Bezirksſchöffen=
gericht wegen widernatürlicher Unzucht zu 10
Mo=
naten Gefängnis verurteilt worden. Er hatte gegen dieſes
Urteil Berufung verfolgt, wird jedoch damit zurückgewieſen, ſo
daß es bei der Strafe bleibt.
Die vierte Sache vor dem Bezirksſchöffengericht richtete ſich
gegen einen jungen, noch nicht 21jährigen Burſchen aus einer
guten Darmſtädter Familie, der ſchon einmal wegen ſeines
Ex=
hibitionismus vorbeſtraft wurde. Diesmal iſt er in zwei Fällen
angeklagt, bei denen er in klagranti erwiſcht wurde. Trotzdem
leug=
net er und beantragt die Ladung der Belaſtungszeugen, ſo daß die
Verhandlung noch einmal vertagt werden muß.
Davor verhandelte das Bezirksſchöffengericht gegen den 57 P. P. wegen Betrugs des hieſigen Wohlfahrtsamts.
P. war früher in ausgezeichneten Verhältniſſen, kam dann aber
in eine ſo mißliche Lage, daß er das Wohlfahrtsamt in Anſpruch
nehmen mußte. Es wird ihm nun zur Laſt gelegt, daß er die
Unter=
ſtützung 1933 und 1934 weiterbezog, und dem Wohlfahrtsamt
da=
bei nicht mitteilte, daß ſeine Frau von ſeiner früheren Firma eine
Unterſtützung von allerdings geringer Höhe bezog. Der Angeklagte
verſucht ſich damit herauszureden, daß er nicht gewußt hat, er müſſe
das dem Wohlfahrtsamt anmelden. Das Gericht ſtellt ſich auf den
Standpunkt, daß der ſehr geſchäftstüchtige Angeklagte ganz genau
Beſcheid wußte, und verurteilt ihn, da man an einen Mann ſeines
Bildungsgrades andere Anſprüche ſtellen können und müſſe als an
den einfachen Mann, zu einer Gefängnisſtrafe von
ſie=
ben Monaten. Der Haftbefehl wird nicht aufgehoben.
Aus Heſſen.
Tabakernke nach altem Brauch.
e Bad Wimpfen, im Oktober 1934. In allen Straßen und
Gaſſen herrſchte in den letzten Wochen emſiges Schaffen, ſelbſt
wenn vom „blauen Turm” die Mitternachtsſtunde ſchlug. In den
Scheunen, durch deren zugeſchobene Tore Licht fällt, ſitzen dicht
gedrängt Frauen und Männer. Sie alle arbeiten unter Singen,
Schwatzen und Lachen, ohne der Müdigkeit zu achten. In der Zeit
der Tabakernte hat der Achtſtundentag des Landarbeiters oft 18
Stunden, denn das Tabakfädeln iſt eine mühſame Arbeit. Es iſt
heute noch wie zu Urgroßvaters Zeiten Sitte, daß Verwandte und
Freunde, Nachbarn und Bekannte zum Helfen kommen. Auf Kiſten,
Hockern, Schemeln ſitzt man nebeneinander in der Scheune, 20—30
Menſchen in einem Raum, und hurtig ſchiebt ſich Blatt auf
Blatt über eine breite lange Nadel auf die Schnuren, die dann in
großen Ballen zum Trocknen aufgehängt werden. Hier ſitzt in
echter Volksgemeinſchaft die Frau des Beamten neben der Frau
des Taglöhners, alle als arbeitende Helfer im einfachen
Arbeits=
kittel. Spielt dabei eine Ziehharmonika oder ein anderes
In=
ſtrument, dann gibts zwiſchendurch auch wohl mal ein Tänzchen.
Einen Lohn gibts nicht für dieſe Arbeit, aber eine Veſper und
ſüßen Moſt für die trockene Kehle, die durch den feinen, beißenden
Geruch der Tabakblätter gereizt iſt. Schon nach kurzer Zeit ſind
all die fleißigen Hände wie mit Schuſterpech überzogen, aber das
hindert nicht, daß das Mundwerk deſto luſtiger weitergeht!
Dieburg, 20. Okt. Der Mitteldeutſche
Bankver=
ein A. G. i. L., Dieburg, nimmt vom 22. Oktober ab eine zweite
Ausſchüttung in Höhe von 5 Prozent vor, Die erſte Ausſchüttung
erfolgte bekanntlich Ende 1932. — Hohes Alter. Morgen,
Sonntag, kann Adolf Neuberger, wohnhaft Rheingauſtraße, ſeinen
70. Geburtstag begehen.
Le. Groß=Umſtadt, 20. Okt. Nach vierwöchigem Aufenthalt
ſind die bei hieſigen Familien untergebracht geweſenen
Ferien=
kinder heute, mit ſchweren Koffern und großen Paketen
be=
packt, wieder nach ihrer Heimat, St. Goarshauſen, abgereiſt.
Hie=
ſige Autobeſitzer brachten die Kinder nach Dieburg, wo die Abreiſe
kurz vor 12 Uhr erfolgte. Die Kinder haben ſich hier ſo wohl
gefühlt und gut eingelebt, daß viele den Wunſch äußerten,
über=
haupt in Groß=Umſtadt bleiben zu dürfen. Alle haben an
Körper=
gewicht zugenommen.
Bm. Hofheim (Ried). 17. Okt. 40 Jahre im Dienſt. Am
16. Oktober konnte Herr Oberbahnhofsvorſteher Schneider, ſeit
1916 Chef des hieſigen Bahnhofs, auf eine 40jährige Dienſtzeit
zurückblicken. Der ſtets pflichttreue Beamte erfreut ſich ob ſeines
geraden Charakters und leutſeligen Weſens, dienſtlich und privat
allgemeiner Achtung und Beliebtheit. An ſeinem Ehrentage wurde
ihm neben zahlreichen Glückwünſchen und Ehrungen ein
Glück=
wunſch= und Anerkennungsſchreiben der Reichsregierung, der
Reichsbahndirektion Mainz und ſeines vorgeſetzten Betriebsamtes
durch den Amtsvorſtand überreicht.
Ex. Bürſtadt, 19. Okt. Mit 11Jahrennach Amerika.
Die Eheleute Franz Eckel und Frau Marg., geb. Koch, wanderten
im Jahre 1928 nach Amerika aus und mußten aus familiären
Gründen ihren damals 6jährigen Sohn bei ihren Großeltern
zu=
rücklaſſen. Am Sonntag nun ſandten die Eltern ihrem Jungen
eine Schiffskarte, und der jetzt 11jährige Junge iſt bereits am
Dienstag in Begleitung ſeines Onkels nach Bremen abgereiſt, von
wo er die Reiſe über das große Waſſer allein antreten wird.
Ex. Lampertheim 19. Okt. Die Nordrandſiedlung
bezogen. Im nördlichen Teil unſerer Gemarkung iſt innerhalb
des letzten Jahres eine ſchmucke Siedlergemeinde erſtanden, die
36 Siedlerſtellen aufweiſt, und den Geiſt dankbarer Zufriedenheit
atmet, Schon im Jahre 1931 wurden durch die evangeliſche
Bruder=
ſchaft, die durch Herrn Pfarrer Weber ins Leben gerufen wurde,
auf dem Wege des Freiwilligen Arbeitsdienſtes die Backſteine mit
der Backſteinpreſſe unter großen Opfern aller Beteiligten
herge=
ſtellt. Herr Architekt W. Dubois hat die architektoniſche Leitung
für den Siedlungsbau in umſichtiger Weiſe verſehen. Nun ſind
aber nicht nur die Siedler ſtolz auf ihr ſchmuckes Dörfchen, an der
Peripherie von Lampertheim, ſondern auch die Gemeinde
Lam=
vertheim ſelbſt, die der Initiative beherzter Männer die
Ent=
ſtehung der Nordrandſiedlung verdankt.
Gewinnauszug
1. Klaſſe 44. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterte.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf fede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
2. Ziebungstag
20. Oktober 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M.
gezogen
2 Gewinne zu 100000 M. 277041
2 Gewinne zu 3000 M. 162705
6 Gewinne zu 2000 M. 12441 212113 270303
12 Gewinne zu 1000 M. 20470 156823 180441 193349 269141,
R
16 Gewinne zu 800 M. 12429 86825 125270 159492 165709
322067 341001 342968
46 Gewinne zu 500 M. 27567 37973 51581 59517 84431 86013
93210 96869 100512 113640 120567 173637 177438 192925 197894
205916 219034 240754 249527 274955 296089 299711 334251
178 Gewinne zu 200 M. 2851 8371 12200 27803 29151 83726 85306
43755 53339 67253 69013 69653 70662 76262 76704 84303 86366
92151 108874 114509 120062 121676 124481 133673 147838 148496
154318 154529 155278 161121 181536 165509 170835 171043 171460
173503 178701 181423 188039 188270 191366 191450 1924 10 193943
202889 208046 211365 227184 231703 233716 034728 036298 039600
243833 244029 244949 248174 248584 252155 255307 258265 564030
2644 10 266769 279968 293556 296108 310784 811203 816068 316677
820816 326415 335768 342126 346000 347494 857834 865763 375046
378175 377335 383179 385370 391111 3956665 396839 396992 396938
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 361884
2 Gewinne zu 10000 M. 316341
6 Gewinne zu 2000 M. 84263 347174 358858
6 Gewinne zu 1000 M. 81773 316700 395940
12 Gewinne zu 800 M. 3646 60583 84471 144658 241832 245110
44 Gewinne zu 600 M. 1870 19886 20675 54682 60680 79119
B8i8t 91167 97259 112636 113534 145700 177822 183116 210204
212663 242522 281252 301900 332439 343783 393579
192 Gewinne zu 200 M. 1645 2670 6604 6833 7769 8549 8613
16192 16704 32249 33363 35939 43524 53144 53236 89369 63676
66563 67234 70550 73761 77148 83659 B8587 92062 101047
162352 103684 107634 107818 168087 109416 110891 112118 113976
115057 117173 123370 124218 124245 126721 131235 156167 158524
161148 167528 168267 168552 173081 178368 179914 182344 188382
185445 187167 190852 192776 192927 195193 203556 204787 210426
211331 211581 217734 232136 230570 251407 357595 368389 387837
273116 278027 281712 284401 298523 300 125 304540 3060 12 309085
312295 313706 315327 819931 324668 325374 331469 352769 366263
367744 368968 370936 396793 396658 396688 398817
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
6920 20798 48793 78127 165427 165557 178188 199623
364438 384888
Die Ziehung der 2. Klaſſe der 44. Preußiſch=Süddeutſchen
(270. Preuß.) Staatslotterie findet am 14. u. 15. November 1934 ſtatt.
Weiterbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 23. Oktober: Ziemlich mildes,
aber meiſt bewölktes Wetter mit vereinzelten Niederſchlägen.
baupiſchritleitung: Nudolf Mauve.
Veranwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupei für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch; für den Sport: Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäſtliche Mitteilungen: Willu Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. 1X 34. 22362. Druck und Verlag: L. C. Wiitich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr,
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
[ ← ][ ]Seite 8 — Nr. 292
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 22. Oktober 1934
36)
UL
AAusst w
ROMAN VON HANS RABL
Copyright 1934 by Auguſt Scherl G. m. b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Plötzlich ſah van Suren auf die Uhr. „Oh, es iſt ſchade
aber ich habe leider noch eine dringende Verabredung, ich muß
gehen."
„Schade —!” ſagte Nelli. Poſt ſagte gar nichts.
„Wollen Sie noch bleiben?”
„Nein, dann will ich auch nach Hauſe”, ſagte Nelli.
„Wo wohnen Sie? Vielleicht iſt es meine Richtung?” fragte
van Suren. „Ich muß nach dem Weſten.”
„Weſten iſt richtig, ich wohne in der Fredericiaſtraße.”
„Na alſo — da nehme ich Sie mit und ſetze Sie an Ihrem
Haus ab. Ja?‟
„Gern”, ſagte Nelli und ließ ſich in den Mantel helfen. Von
van Suren natürlich.
„Dann will ich mich verabſchieden”, ſagte Poſt böſe. Er
drückte beiden flüchtig die Hand, wartete nicht erſt ab, bis van
Suren fertig war, und verließ das Lokal. Daß Nelli ſagte: „Alſo
vielen Dank, ruf' mich an!”, hörte er wohl noch, aber er
igno=
rierte es grimmig.
Van Suren ſah Nelli erſtaunt an. Warum war dieſer
Kaſ=
ſierer plötzlich ſo ungezogen? Da ſie aber den Abſchied Poſts
überhaupt nicht beachtete, äußerte er ſich nicht dazu. Sie traten
auf den Platz vor dem Café. Van Suren pfiff einem Taxi. Eine
ganze Weile fuhren ſie ſtumm, jeder in eine Ecke des Wagens
gedrückt. Dann fragte van Suren unvermittelt: „Sie haben noch
nie gefilmt?
„Nein.”
„Auch noch nie verſucht, hineinzukommen?”
„Nein”, log Nelli.
„Um ſo beſſer”, ſagte van Suren. Er überlegte irgend etwas,
zog ſeinen Notizkalender zu Rat. Nelli hütete ſich, ihn zu ſtören.
Sie tat nicht einmal ſo, als ob ſie ſeine Frage beſonders
inter=
eſſiert hätte. Endlich ſagte er: „Heute iſt Sonnabend. Haben Sie
Montag vormittag etwas vor?‟
„Nein”, ſagte Nelli ſpontan. Dann unterbrach ſie ſich, als
dächte ſie nach, und meinte: „Doch, mir fällt eben ein — nein,
Montag kann ich nicht.”
Van Suren lächelte. Aber der Wagen lag im Dunkeln, ſie
ſah es nicht. „Und Dienstag?” fragte er geduldig.
„Dienstag? Dienstag habe ich nichts vor, glaube ich.”
„Dann würde ich Sie gern Dienstag um neun Uhr abholen.”
„Ja — aber an den Abend habe ich nicht gedacht —‟
„Ich auch nicht. Ich meine neun Uhr früh.”
„Das iſt ja noch Nacht!” proteſtierte Nelli.
„Nein, das iſt ſchon ganz heller Tag. Das iſt ſogar ſchon
ziemlich ſpät. Alſo bleibt’s dabei?"
„Ja, wozu wollen Sie mich denn um neun Uhr abholen?”
In dieſem Augenblick hielt, der Wagen vor dem Haus in der
Fredericiaſtraße. Van Suren antwortete nicht, er öffnete die
Tür, ſtieg aus und reichte Nelli die Hand, um ihr zu helfen
„Warten Sie”, ſagte er über die Schulter zum Fahrer und ging
mit Nelli zur Haustür. Er ſchien ihre Frage vergeſſen zu haben.
„Wozu alſo?” wiederholte Nelli.
„Aber doch zu einer Probeaufnahme natürlich”, ſagte van
Suren ruhig und naiv. „Alſo abgemacht: Dienstag um neun hole
ich Sie!”
Er ließ ihr keine Zeit zu einer Erwiderung, küßte ihr di
Hand und ging raſch zu ſeinem Wagen zurück.
Nelli ſtarrte ihm nach. Sie war ein bißchen verſtört. Sie
ſpürte, daß da etwas nicht ſtimmte. Sie hatte doch alles, dachte
ſie, ſo hübſch und mit ſo beſonderem Raffinement gemacht — aber
dieſer merkwürdige Menſch ſchien gar nicht beſonders beeindruckt
davon nach der Art, in der er über ſie verfügte. Sie zuckte die
Achſeln und ſchloß die Haustür auf. Vielleicht — nein, das war
doch unmöglich, daß er ſich innerlich über ſie luſtig machte und
ſie an der Naſe herumführte? Ach, egal! Sie hatte am Dienstag
ihre Probeaufnahme! Sie nahm immer zwei Stufen auf einmal.
Pro=be=auf=nahme — dachte ſie mit jedem Schritt. An Erwin
Poſt dachte ſie nicht mehr.
Als die Zeitung durch den Briefſchlitz fiel, wachte Erwin Poſt
auf. Es war noch ziemlich dunkel. Er ſah auf das
Leuchtziffer=
blatt des Weckers — erſt halb ſechs. Noch Zeit. Er legte ſich
wieder zurück und döſte. Allmählich fiel ihm ein, daß heute
unbe=
ſtimmt viel Zeit war — es war doch Sonntag. Komiſch, dachte
er, daß man es immer vergißt — und dann dachte er daran, wie
oft ihm ſchon eingefallen war, faſt jeden Sonntagmorgen, daß
das eben ſonderbar ſei. Er richtete ſich plötzlich auf den
Ellen=
bogen auf und ſah mit gerunzelter Stirn die Zimmerdecke an.
(Fortſetzung folgt.)
Rarls jünge Frau
1S4 eine Siplomatin
Sie nahm ihren Gatten mit zu Handschuh-
Hauptmann und als erdort die entzückenden
Herbsthandschuhe mit Stulpen zu Mk. 1.60
und Mk. 2.95 sah, konnte er den Wünschen
seinerbesseten Ehehälfte nicht mehr
wider-
stehen. Es gibt aber auch Wundervolles
bei Handschuk-Hauptmann,
dem beliebten Fachgeschäfta. Ludwigsplatz
K
Neue Kurse
für Anfänger und
Fortge-
schrittene b eginn en
Dienstag, 23. Okt., abds.
7 u. 8 Uhr, im Ludwig-
Georgs-Gymnasium,
Karlsstr, 2, unter Leitung
staatlich geprüfter Lehrer.
EE
täglich von5—9 Uhr,
Karls-
straße 23, pt., nach d.
Zehn-
finger-Blindschreibmethode
FI
Bettfedern=Reinigung
im Beiſein der Kundſchaft. Neuanfertigung und
Umarbeiten v. Deckbeiten, Kiſſen, Matratzen,
Stepp= u. Daunendechen. Kompl. Ausſtattungen.
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Möbel und Betten.
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