Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Oktober ohne Beſtellgeld monatlich 2.40 Reichsmart.
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 285
Montag, den 15. Oktober 1934. 196. Jahrgang
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Savut iin Taut dStſah.
eutſchlandund dieKabinektsumbildung
dee loie Aonlg in der Heimat.
in Sruntteic.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Doumergue hat es
vorge=
gan, den Geſamtrücktritt ſeines Kabinettes zu vermeiden.
Offen=
r aus Sorge wegen der parlamentariſchen Schwierigkeiten, die
nrus entſtehen könnten.
Der Ausweg, daß die mißliebig gewordenen Miniſter ihre
ſnriſſion anboten — was nach Pariſer Blättern bei dem
Juſtiz=
fnäſter Chéron erſt des Eingreifens des Kriegsminiſters Pétain
id. des Arbeitsminiſters Marquet bedurfte — iſt eine
Verlegen=
üiislöſung, die nicht gerade dafür ſpricht, daß der
Miniſterprä=
ſerst ſelbſt ſeine Stellung noch für allzu feſt hält. Aber Herr
mmergue mag hoffen, daß die neuen Männer ihm wieder bei
n=Parteien einen etwas ſtärkeren Rückhalt verleihen.
DDie intereſſanteſte Perſönlichkeit iſt für uns der neue Herr
Quai d’Orſay, Laval, als Nachfolger Barthous. Er iſt ein
ſei: Bekannter, der einzige franzöſiſche
Miniſterprä=
bent, der nach dem Kriege die deutſche Reichs=
ᛋuptſtadt amtlich beſucht hat, damals, als 1931 die
Hcllichkeit einer deutſch=franzöſiſchen Annäherung gegeben ſchien.
ham mit ſeinem Außenminiſter Briand, als deſſen Schüler er
11.Er hat ſich aber wohl mehr als Briands Aufpaſſer gefühlt.
üieſem Fall hat er Briand zielbewußt zurückgedrängt. Er fuhr
1d/ darauf allein nach Waſhington und beſuchte Präſident Hoover
ihl dem Erlaß des Hoover=Memorandums. Im nächſten Jahre
ier die Geſamtdemiſſion ſeines Kabinettes gegeben, nur um
rer neue Regierung ohne Briand bilden zu können, die freilich
r wvenige Wochen hielt.
Serr Laval iſt in ſeinem Aeußeren der Typus des
Südfran=
len. Er hat den üblichen Weg des Parlamentariers gemacht:
Tütt. Abgeordneter, Miniſter der verſchiedenen Reſſorts in den
ntl ſch verſchiedenartigſten Kabinetten. Er kam von der
Radi=
en. Linken, hat ſich aber mehr und mehr nach rechts entwickelt
y ſſteht heute wohl geiſtig Tardieu ziemlich nahe. Er wird daher
chl. Briands Politik fortſetzen, vielleicht mit einer neuen
Ver=
ung, die ſich aus ſeiner bisherigen Tätigkeit im
Kolonialmini=
ſtiim ergibt. Er ſteuerte das Ziel eines „Größeren Frank=
Xt5” an, etwa nach der Art des engliſchen Empire, will alſo
re mnöglichſt feſte Einheit zwiſchen Frankreich und ſeinen
Kolo=
niſſchaffen, aber nur um die europäiſche Hegemonieſtellung
Enkreichs noch feſter zu begründen.
Grine Aenderung des Kurſes der franzöſiſchen Außenpolitik iſt
won ihm zunächſt kaum zu erwarten. Fragt ſich, ob er der
Ev erigkeiten Herr wird, die Barthou ſchon in den letzten
Mo=
ben, um ſich ſah.
Der franzöſiſche Botſchafter in Berlin Franeois=Poncet iſt
W Paris nach Berlin abgereiſt.
Der Akkenkäker von Marſeille
ein Mitglied der IMR9.
EP. Belgrad, 14. Oktober.
Diie Sofioter Polizei, die aufgefordert worden war
Nachfor=
ſhigen nach der Identität des Attentäters von Marſeille, des
amhlichen Kalemen=Suck anzuſtellen, hat nun, wie hier bekannt
u,0, auf Grund des Lichtbildes und anderer Daten feſtgeſtellt,
Uhdeer Attentäter von Marſeille mit dem Mitglied der Inneren
bolritionären Mazedoniſchen Organiſation (JMRO.) Vlada
Aby gieff, genannt Cernovenſki, identiſch iſt. Dieſer habe vor
Um Jahren Bulgarien verlaſſen und ſei von einer kroatiſchen
Moriſten=Organiſation als Inſtrukteur für die Vorbereitung
vwterroriſtiſchen Attentaten engagiert worden.
Bri dem gegenwärtigen Stand der polizeilichen Unterſuchung
Uſt ben Maiſeiller Anſchlag ergibt ſich folgendes Bild:
Iäe Terroriſtengruppe beſtand aus vier oder fünf Perſonen,
aſaner eine Frau. Dieſe junge und auffallend ſchöne Perſon
Am ſam vergangenen Sonntag in einem erſtklaſſigen Hotel in
ALek.=Provence ab und war von einem jungen Mann begleitet,
Eenät ſtark ſlawiſchem Akzent ſprach. Sie trug ſich unter dem
2mm: Marie Voudrof ein, gab an, 1910 in Trieſt geboren und
chſoſlowakiſche Staatsangehörige zu ſein. Ihr Begleiter ver=
1Aſofort wieder das Hotel. Am Abend nahm die Frau mit
gen anderen Slawen die Mahlzeit ein. Nach dem Eſſen verließ
Anöi=ſucher das Hotel. Die junge Frau ſuchte allein ihr Zimmer
ge rbroß war das Erſtaunen des Kellners, als er am Montag
ungen: das Frühſtück ins Zimmer brachte und in dem Bett neben
dEiſſ=au einen Unbekannten bemerkte, der in der Nacht
unde=
nmiheraufgekommen war. Montag abend verließen beide das
Aal. Die junge Frau kehrte ſpät nachts allein zurück. Der
un=
b/ imte Mann, der, wie man heute weiß, ſich Egon Kwaternik
wat, war zuſammen mit dem Mörder Kalemen und dem noch
Rchten Malny in einem Hotel dritter Klaſſe abgeſtiegen und
hſſe ſäch unter dem Namen Egon Kramer eintragen laſſen. Er
füüam Montag, abend in einem Mietsauto nach Avignon.
Khmmen und Malny, die den Montag zuſammen verbracht hatten,
tumin ſich am Dienstag mittag. Kalemen begab ſich nach
Mar=
ſa½ während ſich Malny im Taxi nach Avignon fahren ließ,
vo wo aus er ſich im Zug nach Paris bzw. nach Fontainebleau
b/t, wo man ihn heute noch ſucht. Wohin ſich die Frau
be=
gorü Hat, konnte noch nicht feſtgeſtellt werden. Es ſcheint jedoch
feitſterhen, daß ſie das Haupt der Terroriſtenbande war.
dem Operateur Dacombs, der die Ermordung des Königs
AAltnser aufzunehmen vermochte (der Film läuft in der Pariſer
Wlſenſſchau und erzeugt allgemeine Empörung wegen der
unge=
nuürden polizeilichen Sicherungsmaßnahmen) iſt plötzlich
geſtor=
bdß üet Paris traf er völlig geſund ein, am Sonntag wurde er
wien einer plötzlichen Schwächeanfalls ins Krankenhaus von
Mhy eingeliefert, wo er verſtarb.
EP. Spalato, 14. Oktober.
Der tote König von Jugoſlawien, Alexander I., iſt am
Sonn=
tag morgen 6.07 Uhr in ſeinem Heimatland an Bord des
Kreu=
zers „Dubrovnik” mit dem er vor acht Tagen die Reiſe nach
Frankreich angetreten hatte, eingetroffen. Die Stadt Spalato
hatte Trauerſchmuck angelegt; alle Häuſer und Geſchäfte waren
ſchwarz beflaggt. Ueber 100 000 Menſchen, die zum Teil bereits
am Samstag aus der näheren und weiteren Umgebung
einge=
troffen waren, erwarteten am Hafen den Kreuzer mit dem Toten
König. In Sonderzügen waren die offiziellen Perſönlichkeiten,
an, ihrer Spitze Fürſt Arſen Karageorgewitſch, der Vater des
Prinzregenten Paul und Onkel des ermordeten Königs, ſowie
Vertreter des Senats und der Kammer in Spalato eingetroffen.
Am Quai war ein rieſiger Katafalk aufgeſtellt, deſſen Dach
ein rieſiger Baldachin bildete, der mit einer rieſigen Krone
ge=
ſchmückt war. Die Truppen der Garniſon hatten am Katafalk
Aufſtellung genommen. In der Luft kreiſten Flugzeuggeſchwader,
die dem Kreuzer mit der Leiche des Königs entgegengeflogen
waren. Unter dem Geläute der Kirchenglocken und
Kanonen=
donner lief der Kreuzer „Dubrovnik”, begleitet von den beiden
franzöſiſchen Kriegsſchiffen, den fünf gewaltigen Schlachtſchiffen
der engliſchen Mittelmeerflotte und den Einheiten der
jugoſla=
wiſchen Kriegsflotte im Hafen ein. Der Kommandant des
Schif=
fes begab ſich an Land und erſtattete dem Prinzen Arſen
Mel=
dung. Die offiziellen Perſönlichkeiten betraten darauf das Schiff.
Nach einigen Minuten des Schweigens wurde ein Protokoll an
dem geöffneten Sarg aufgenommen, worauf der Sarg mit dem
König an Land gebracht und auf den Katafalk geſtellt wurde.
Nach dem kirchlichen Zeremoniell des Erzbiſchofs von Sebenico
defilierte das Volk an dem Sarg des toten Königs vorbei.
Wäh=
rend dieſer Zeit hörte man ununterbrochen Kanonendonner. Von
der ungeheuren Menſchenmenge konnte nur ein Teil an dem Sarg
vorbeidefilieren, da die Abfahrt des Zuges auf 10 Uhr feſtgeſetzt
war. Um 10.12 Uhr verließ der Zug mit dem toten König
Spa=
lato, mit dem Ziel Agram.
Slowenenführer Dr. Koroſchek an der Bahre
König Alexanders.
DNB. Split (Spalato), 14. Oktober.
Großes Aufſehen erregte die Ankunft des Slowenenführers,
des Pfarrers Dr. Koroſchetz, im Spliter Hafen, als der König
dort aufgebahrt lag. Dr. Koroſchetz, der infolge ſeiner
unverſöhn=
lichen Haltung zum Belgrader Regime auf der dalmatiniſchen
Inſel Hwar anderthalb Jahre lang interniert war, kam
über=
raſchend mit einem Sonderſchiff und begab ſich ſofort zum
Kata=
falk, wo er lange Zeit im Gebet verbrachte. Später erzählte er
Journaliſten: „In dem Augenblick, wo ganz Südſlawien an der
Bahre des großen Königs weilt, muß alles vergeſſen werden. Wir
alle müſſen für das Wohl Südſlawiens arbeiten und beten.”
Die Erklärung des ehemaligen Slowenenführers wird ſo
auf=
gefaßt, daß er nunmehr bereit iſt, ſeine Oppoſition gegen Belgrad
aufzugeben.
In der ruſſiſchen Kathedrale Zur Auferſtehung Chriſti am
Fehrbelliner Platz zelebrierte heute mittag der griechiſch=orthodoxe
Biſchof für Berlin und Deutſchland, Tichon, einen
Trauergottes=
dienſt für den dem Marſeiller Anſchlag zum Opfer gefallenen
König Alexander I. von Südſlawien. Die Mitglieder der
ſüd=
ſlawiſchen Geſandtſchaft waren vollzählig erſchienen, an ihrer
Spitze Geſandter Balugdſchitſch. Die ſüdſlawiſche Kolonie und
viele Mitglieder der hieſigen ruſſiſchen Kolonie füllten die Kirche
bis auf den letzten Platz.
Achkung! Sagrabſtimmungsberechkigke!
Jeder Abſtimmungberechtigte aus dem Saargebiet muß eine
Identitätskarte mit Lichtbild beſitzen. Laut Rundſchreiben der
Abſtimmungskommiſſion können ſowohl die gelben Päſſe aus der
Beſatzungszeit, als auch die jetzigen roten Päſſe zur Abſtimmung
benutzt werden, ebenſo wie der ſaarländiſche Reiſepaß. Die
An=
gaben im Paß müſſen mit denjenigen in den Abſtimmungsliſten
übereinſtimmen. Berichtigungen müſſen von der zuſtändigen
Po=
lizeiverwaltung vorgenommen und amtlich beſtätigt werden.
Die Abſtimmungsberechtigten aus dem Reich erhalten ab
15. Oktober bei den zuſtändigen Paßbehörden im Reich einen
deutſchen Reiſepaß koſtenlos ausgeſtellt, ſofern ſie ihre
Abſtim=
mungsberechtigung nachweiſen können.
Vom Tage.
Der Sozialiſtenführer Largo Caballero, der einer der
Anſtif=
ter der revolutionären Bewegung in Madrid war, iſt am
Sonn=
tag morgen verhaftet worden.
Der ungariſche Miniſterpräſident Gömbös wird nunmehr am
Freitag, den 19. Oktober, um 23 Uhr, zu ſeinem geplanten Beſuch
in Warſchau eintreffen und zwei Tage in der polniſchen
Haupt=
ſtadt bleiben. Am 22. wird der ungariſche Miniſterpräſident die
Stadt Kratau beſichtigen und abends von dort nach Budapeſt
zu=
rückfahren.
Sieben Millionen Zloty Sicherheit hat der
Unterſuchungsrich=
ter in der berüchtigten Zyrardow=Angelegenheit gefordert, wenn
die beiden Hauptangeklagten, die franzöſiſchen Direktoren
Ver=
meeſch und Caén, aus der Unterſuchungshaft entlaſſen werden
ſollen.
Die Regierung hat beſchloſſen, bis Ende dieſes Jahres die
Einfuhr von Wein und Likör nach den Vereinigten Staaten in
unbeſchränktem Umfange zuzulaſſen.
„Der Erfolg gibt Recht!”
Rede des Reichsminiſters Dr. Goebbels
auf dem Kölner Gauparkeitag.
DNB. Köln, 14. Oktober.
Auf dem Kölner Gauparteitag hielt am Sonntag vormittag
Reichsminiſter Dr. Goebbels in der Großen Meſſehalle zu
Köln=Deutz eine mit ſtürmiſchem Beifall aufgenommene Rede.
Das Wort Moeller van den Brucks „Wir mußten den Krieg
verlieren, um die Revolution zu gewinnen” war es an das
an=
knüpfend Dr. Goebbels zunächſt Deutſchlands Schickſalsweg ſeit
dem Weltkrieg in allen ſeinen Phaſen noch einmal in
draſti=
ſcher Deutlichkeit zeichnete. Hätten wir den Krieg gewonnen,
dann wären wir vielleicht nicht ſo tief an die Wurzel unſeres
Volkstums vorgedrungen. Erſt die allgemeine große Not hat
uns auch die Urquelle unſerer Kraft wiederfinden laſſen. Die
Zuſtände in zahlreichen anderen Ländern der
Welt mit ihren Unruhen, Streiks,
Revolu=
tionen, Attentaten und dergl. ſetzte Dr.
Goeb=
bels in Gegenſatz zu der Ruhe und Ordnung die
heute in Deutſchland herrſcht und die allein
eine Wiedergeſundung des deutſchen Volkes
und der deutſchen Wirtſchaft ermöglicht. „Der
Er=
folg gibt recht, und deshalb haben wir recht, weil
wir Erfolg haben.”
Denen aber, die längſt vergeſſen haben, welche Zuſtände noch
vor zwei Jahren in Deutſchland herrſchten denen das Geſpenſt
des Bolſchewismus heute nur noch eine Erinnerung an ernſte
Zeiten iſt, und die heute plötzlich ſich zur Kritik berufen fühlen,
ſagte er: „Wir haben es jedenfalls nicht vergeſſen, daß
Deutſch=
land einmal am Rande des Abgrunds geſtanden hat, und wir
wollen, daß das deutſche Volk auch nicht vergißt, daß wir das
Land vom Abgrund zurückgeriſſen haben. Unſer Werk zu
wer=
ten hat nur der das Recht, der ſelbſt daran mitgearbeitet hat.
Wenn wir allein die Kraft hatten, Ordnung zu ſchaffen, dann
haben auch wir allein die Kraft, Ordnung zu erhalten. Im
übrigen ſoll man das kleine Gekröſe, das den Fußboden der
Politik bevölkert, nicht allzu ernſt nehmen. Es nimmt auch
niemand im Volk es ernſt, denn das Volk iſt längſt wieder an
die Arbeit gegangen. Wir haben früher nichts verſprochen,
ſondern immer nur Opfer und Pflichten gefordert und wir
haben auch Hingabe und Gefolgſchaft gefunden, weil das Volk
der Verſprechungen müde war. Unſere alten Kämpfer haben
auch kein Paradies auf Erden erwartet, ſondern ſie ſind nüchtern,
mutig und unverdroſſen in den Alltag unſerer Revolution
ge=
gangen und haben etwas geleiſtet. Wenn andere von Fehlern
ſprechen, die gemacht wurden: Fehler zu machen iſt das
ſouveräne Vorrecht all” der Menſchen, die überhaupt etwas tun.
Nur diejenigen, die gar nichts tun, können auch keine Fehler
machen.
Wenn heute Ueberkluge meinen, wir hätten jetzt wenig
Deviſen= und Rohſtoffvorräte, und es ſei ſchwer, über dieſe
Schwierigkeiten hinwegzukommen, dann müſſen wir ſagen: Wir
haben wenig Deviſen und Rohſtoffe, weil Du Dich nicht
bei=
zeiten gegen die Regierungen gewehrt haſt, die Deutſchland in
dieſe aberwitzige Verſchuldung hineinſtürzten. — Da unken jetzt
die Emigranten: Es wird ein ſcharfer Winter kommen, und in
dieſem Winter wird das nationalſozialiſtiſche Regime
zuſammen=
brechen. Möglich, daß ein ſcharfer Winter kommt,
aber unmöglich, daß wir vor einem Winter
kapitulieren
Dr. Goebbels ſprach dann über die Bedeutung der Partei:
„Die Partei muß innerhalb des Staates ſozuſagen der ruhende
Pol in der Erſcheinungen Flucht ſein. Die Partei iſt die Quelle
unſerer Kraft. Die Partei iſt nicht für ein paar Jahre oder
Jahrzehnte gegründet, ſondern ſie iſt gegründet worden, um
Deutſchland für einige Jahrhunderte in Form zu bringen und
ihm die Kraft zu geben, ſich unter den anderen Völkern zu
be=
haupten ſein nationales Leben zu verteidigen und ſeine
nationalen Grenzen zu ſchützen. Denn dieſe Partei trägt ja
den Staat. Wir haben den Staat erobert, wir durchtränken ihn
mit unſerem Geiſt, und er ruht auf den ſtarken Schultern der
Partei. Sie muß ihre beſten Männer in den Staat
hinein=
ſchicken, damit ſie auch im Staate für die Durchſetzung des Volkes
mit nationalſozialiſtiſchem Geiſt ſorgen. Der Nationalſozialismus
hat ganz beſtimmte ſittliche und moraliſche Geſetze —
unge=
ſchrieben zwar, aber dafür um ſo lebendiger und wirkſamer —
aufgeſtellt, denen wir nachfolgen müſſen. Wir müſſen den
an=
deren Vorbild ſein. Das Volk wird uns nur die Liebe
entgegen=
bringen, die wir ihm geben. Wir können gewiß nicht alles in
die Hand nehmen, aber es gibt doch manch’ eine Not, die für
den, der davon betroffen iſt, ungeheuer groß und oft mit
gering=
ſter Mühe von uns zu beheben iſt. Jeder Parteigenoſſe ſieht
in ſeinem Wirkungskreis ſolche Fälle, und es darf ihm nie
zu=
viel ſein, zu helfen.
Wenn wir ſtark bleiben, bleibt das Volk ſtark. Ungeheuer
viel hat ſich in dieſen beiden letzten Jahren in Deutſchland
geändert durch ungeheure Opfer an Gut und Leben. Aus einem
zerfallenen, ſcheinbar dem Bolſchewismus geweihten Volk, iſt
eine ſtolze Nation geworden. Man kann in Deutſchland wieder
ſicher leben und ſeines Lebens froh werden. Es lohnt ſich,
zu ſparen, zu arbeiten, eine Familie zu
grün=
den und Kinder zuhaben. Eslohnt ſich Idealen
nachzugehen und an Deutſchland und ſeine
Zu=
kunft zu glauben. Es lohnt ſich, den Sorgen wieder ins
Auge zu ſehen und gegen ſie zu kämpfen. Am Ende ſteht der
große Sieg und die herrliche Auferſtehung unſeres Volkes.”
(Stürmiſcher, nicht endenwollender Beifall.)
Heute vorm. 11 Uhr eröffner Gauleiter=
im Städtiſchen Saalbau. Volksgenoſſen! Zeigt durch
eure Anweſenheit die Verbundenheit mit euren
not=
leidenden Brüdern.
Seite 2 — Nr. 285
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 15. Oktober 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſadt, den 15 Oftober 1934.
Das Eegebnis der Einkopfſammlung.
Ortsgruppe Steinberg
1448,30 RM.
Beſſungen 1403,15 Rheintor 984,05Maintor 1329,31 Schloßgarten 968,90 Gutenberg 1126,45 Gervinus 1326,64 Mitte . . 1032,91 s-
zuſammen: 9619,71 RM.
Auch dieſes Ergebnis zeigt, daß in Ortsgruppen mit weniger
bemittelter Bevölkerung im Verhältnis mehr geſpendet worden iſt,
als in ſolchen mit vorzugsweiſe bemittelten Einwohnern.
Nach den Worten des Führers kommt aber
Volksverbunden=
heit und Solidarität nur zum Ausdruck, wenn jeder Volksgenoſſe
ſeinen Verhältniſſen entſprechend ſpendet.
Es wird daher an die beſſer ſituierte Einwohnerſchaft erneut
der Appell um angemeſſene Spenden gerichtet.
* Tag des Deutſchen Jungvolks.
Gebiefswekkkämpfe im Hochſchulſtadion.
Das Hochſchulſtadion hatte am Sonntag einen großen Tag,
fanden doch zum erſten Male in größerem Rahmen die Gebiets=
Sportwettkämpfe des Deutſchen Jungvolkes ſtatt, die um
das vorweg zu nehmen, mit einer erfriſchenden und klaren
Deut=
lichkeit zeigten, in welcher Weiſe und in welchem Maße im
Jung=
volk Leibesübung betrieben wird. Es handelt ſich hierbei —
ſelbſt=
verſtändlich! — nicht darum, ein Startum irgend welcher Art zu
züchten, ſondern um die Geſamtleiſtung, körperlich und
charakter=
lich zu fördern. So wurden auch bei den Wettkämpfen nicht
Ein=
zelleiſtungen beurteilt, ſondern den Ausſchlag gab die
Geſamt=
leiſtung einer Jungenſchaft.
Am Sonntag vormittag erfolgte nach dem „großen Wecken”
der Marſch ins Stadion, wo die Vorkämpfe ſtattfanden. Mittags
ging dann im Hochſchulſtadion um 14.30 Uhr der Großkampf vor
ſich, dem trotz des kühlen Herbſtwetters Tauſende mit Spannung
und Begeiſterung folgten. Außer den Spielmannszügen des
Jung=
volks wirkte auch die Bannkapelle der Hitlerjugend mit.
Zu Beginn ſtanden — nach dem Einmarſch — die
Frei=
übungen, bei denen der kleine Vorturner auch ſeine Sache
glänzend machte. Dann folgte pauſenlos der Kampfball, 2X15
Minuten; dieſes wirklich kämpferiſche Spiel, bei dem beide Parteien
von ihren Stämmen mit den fabelhafteſten Sprechchören
ange=
feuert wurden. Sieger nach hartem Kampf Stamm Ypern
gegen Stamm Langemarck 2:1. — Hierauf ſetzten die
mannig=
faltigſten Bodenübungen ein, die in 15 Gruppen ein
über=
aus lebendiges und luſtiges Bild boten. Tauziehen ohne Tau,
Hechtrolle und Trichterrolle, „Tank”=Fahren und Prellen,
Schub=
karrenfahren und was es alles ſonſt noch an dieſen körperlichen
Spielen und Uebungen gibt. Hieran ſchloß ſich ein
Staffel=
lauf, und zwar ein 20X100=Meter=Staffellauf der Führer
(Sieger Stamm Ypern). Eine beſondere Abwechſlung war
das „Römiſche Wagenrennen” dann das Speerwerfen. Etwa
200 Junggenoſſen traten an zum großen Schlußſpiel, bei
dem faſt alles „beritten” war und deſſen derbkomiſche
Schluß=
ſzene große Heiterkeit erregte.
Die Jungenſchaften und Züge formierten ſich abſchließend
zu einem ſtattlichen Zuge, der unter ſehr reger Anteilnahme der
Bevölkerung ſeinen Weg über die Nieder=Ramſtädter Straße,
Kapellplatz, Schulſtraße, Ernſt=Ludwigs=Straße und Rheinſtraße
zum Paradeplatz nahm, wo eine kurze Siegerehrung
vor=
genommen wurde, bei der abſchließend der Gebietsführer zu
den jungen, friſchen Kämpfern ſprach.
Neuerwerbungen der Stadkbücherei.
Ernſt Almquiſt: Große Biologen. Geſchichte der Biologie
und ihrer Erforſcher. 1931 5 D 3. Karl Bömer: Das Dritte
Reich im Spiegel der Weltpreſſe. Hiſtoriſche Dokumente über den
Kampf des Nationalſozialismus gegen die ausländiſche Lügenhetze.
1934. 90 Bd 82. Ludwig Ferdinand Clauß: Raſſe und
Seele. Eine Einführung in den Sinn der leiblichen Geſtalt. 1933.
80 Dh 41. Adele Gundert: Marie Heſſe (Mutter Hermann
Heſſes). Lebensbild in Briefen und Tagebüchern. 1934, 5 L 3520.
von Hardenberg: Heſſenland. 1934. (Monographien zur
Erd=
kunde), 1 H. Heinrich Henkel: Strafrichter und Geſetz im
neuen Staat. Geiſtige Grundlagen. 1934. A. Hoefer: Die
Lauf=
bahnen in der Handels= und Reichsmarine. 1934 5 Pb 280.
The=
odor Jakobs: Der Löwe von Brzeziny, (General Litzmann.)
45 Bk 160. Köhl, Fitzmaurice, von Hünefeld: Unſer
Ozeonflug, Lebenserinnerungen. 5 C242. Paul Krannhals:
Religion als Sinnerfüllung des Lebens. Ein Bekenntnis zur
ſchöpferiſchen Weltheiligung. 1933. 1 R 215. Hermann
Kuk=
kuck: Von der Wildpflanze zur Kulturpflanze. Die Bedeutung
der natürlichen und künſtleriſchen Zuchtwahl für die Entſtehung
neuer Pflanzenraſſen. 20 Dl 485. Alexander von Lyncker:
Heſſen im preußiſchen Militärdienſt 1620—1789. 1934 10 Bk 50.
Fridtjof Nanſen: Spitzbergen. 1922. 5 Cp 207 Hans
Naumann: Germaniſcher Schickſalsglaube. 1934. 10 R 110.
Noskoff: Der Mann, der Tannenberg verlor. 1934 45 Bk 337.
Walter F. Otto: Der Geiſt der Antike und die chriſtliche
Welt. 1923. 5 R 38. Walter F. Otto: Die Götter
Griechen=
land. Das Bild des Göttlichen im Spiegel des griechiſchen Geiſtes.
1934, 5 R 40. Pimpf im Dienſt. Ein Handbuch für das
Deutſche Jungvolk in der HJ. Herausgegeben von der
Reichsju=
gendführung. 1934 55 J 170. R. Mcnair Wilſon: Letizia
Buonaparte. Die Mutter Napoleons. 1934. 5 L 1003. Heinrich
Walbe und Karl Ebel: Kunſtdenkmäler des Kreiſes
Gie=
ßen. 3. Band: Südlicher Teil ohne Arnsburg. 1933. 85 Kg 130.
Hermann Stegemann: Weltende. Der Kampf um die
Zu=
kunft und Deutſchlands Geſtaltwandel. 1934. 9 B 302. George
Soldan: Zeitgeſchichte in Wort und Bild 2. Band: 1920—1924.
90 Bd 756. Karl Schmitt: Ueber die drei Arten des
rechts=
wiſſenſchaftlichen Denkens. 1934. 10. Fr. 105. Johannes
Runge: Deutſcher Sport. Wie er iſt und wie er werden ſoll.
Die neue Sportvorſchrift. 1934. 1 Ks 230. Lyder Ramſtad:
Unter dem Banner der „Barbaren”, 1934. 45 Bk 365.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Opernſängerin Hedwig
Jungkurth, die Sängerin in der Veranſtaltung „Oper im
Funk”, welche am Sonntag, den 7. d. M., erfolgreich geſungen
hat, ſingt am Sonntag, den 14. d. M., wieder im Rundfunk. Im
Berliner Staatstheater hat ſie in der letzten Zeit öfters mit
großem Erfolg geſungen.
Keſſiſches Landestheater Darmſtadt.
Dienstag,
16. Oktober
Großes Haus.
Anfang 20, Ende nach 22.30 Uhr. Miete A. 5
Cavalleria ruſtieang. Hierauf: Der Bajazzo.
Preiſe 0.70—5.50 Mk.
15. Oktober 16 und 20 Uhr
Modenſchau. Preiſe 0 70—2.— Dienstag.
16. Oktober Anf. 20. Ende geg. 22.30 Uhr.
Volksmiete 1. Vorſt.
Wenn der Hahn kräht. Deutſche Bühne
Preiſe 0,70—3,80
Bente erofſnang ven Literhifsweltn
für den Gau Heſſen=Naſſan durch Gauleiker Reichsſtalkkalter Sprenger im Skädkiſchen Saalbau.
Auf die heute vormittag um 11 Uhr ſtattfindende Eröffnung
des Winterhilfswerks im Gau Heſſen=Naſſau wird noch einmal
beſonders hingewieſen. Wie bereits in unſerer geſtrigen
Aus=
gabe berichtet worden iſt, wird Gauleiter Reichsſtatthalter
Sprenger in einer eindrucksvollen Kundgebung das Hilfswerk für
den Gau Heſſen=Naſſau in Anweſenheit, ſämtlicher Parteiſtellen
und der Spitzen der Behörden aus dem ganzen Gaugebiet
eröff=
nen. Die Behörden und ſonſtige Arbeitgeber werden höflichſt
ge=
beten, durch Befreiung vom Dienſt auch den vielen freiwilligen
Helfern Gelegenheit zur Teilnahme an der Feier zu geben.
Alle Volksgenoſſen, insbeſondere aber auch unſere Hilfsbedürſ;
tigen, ſind herzlich eingeladen.
Durch eine große Lautſprecheranlage iſt dafür Sorge
getragen=
daß in allen Räumen des Städtiſchen Saalbaues eine einwan;
freie Uebertragung ſtattfindet.
Volksgenoſſen! Ihr ſollt nicht nur Spendem
geben, ſondern auch durch Erſcheinen bei der
Er=
öffnung des Winterhilfswerks beweiſen, daß
Ihrgewillt ſeid, an der vom Führer gefordertem
nationalen Solidarität mitzuarbeiten!
Meiſterprüfung 1934 in Starkenburg.
Feierliche Ueberreichung der Meiſterbriefe im Saalbau in Darmſtadt. — 682 junge Meiſter
und Meiſteringen in Pflicht genommen.
Am Sonntag vormittag ging im großen Saale des
Städti=
ſchen Saalbaues, der mit Nebenräumen bald überfüllt war, die
feierliche Ueberreichung der Meiſterbriefe anläßlich der
Meiſter=
prüfung 1934 in der Provinz Starkenburg in dem gewohnten
feierlichen Rahmen vor ſich. Vom Portal des Saalbaues mahnte
der Spruch: „Ein Führer, ein Volk, ein Wille
über der Bühne erinnerte das Spruchband: „Keiner ſoll
hungern und frieren!” daran, daß das Winterhilfswerk
1934/35 alle Volksgenoſſen zum Opferbringen aufgerufen hat.
Der Schmuck des Saalbaues war ganz auf ſchlichtes
Tannen=
grün abgeſtellt, das auch die mächtigen Doppelſaulen umſchloß.
An der Galerie=Brüſtung waren abwechſelnd die Wappen der
Innungen und Hakenkreuzfahnen angebracht. Im Saale bemerkte
man in noch ſtärkerem Maße als im Vorjahre Uniformen der
PO. und der SA. und SS. unter den Teilnehmern.
Das vorzügliche Orcheſter Darmſtädter
Berufs=
muſiker unter Leitung von Willy Melchior ſpielte zu
Beginn der Feſtfolge ſchwungvoll und beſchwingt eine Fantaſie
aus den „Meiſterſingern” und trug auch ſonſt durch muſikaliſche
Untermalung zu der Feſtveranſtaltung in würdiger Weiſe bei.
Nach einem von Eduard Göbel meiſterlich geſprochenen
kernigen Vorſpruch, der in den dringlichen Appell
„Handwerk kuk not!”
ausklang, ſpielte das Orcheſter Willy Melchior den Eremiten von
Schmalſtich in vollendeter Weiſe. Hierauf hielt
Kreishandwerksführer Pg. Schäfer
die Anſprache, in der er im Namen der Meiſterprüfungskommiſſion
für die Provinz Starkenburg die Vertreter der Behörden und
Organiſationen begrüßte, Oberbürgermeiſter und Kreisleiter Pg.
Wamboldt den Präſidenten der Handwerkskammer Pg.
Müller, Oberfinanzrat Dr. Kraatz als Vertreter des Heſſ.
Staatsminiſteriums, Dr. Reif von der Handwerkskammer, den
ſtellv. Kreisamtsleiter Pg. Schmidt von der NS. Hago, den
Vorſitzenden des Einzelhandels Pg. Schneider und den
Kreis=
amtsleiter der NS. Volkswohlfahrt Pg. Hanſel ferner die
Prüfungsmeiſter, die zu Ehren des Tages auf der Bühne Platz
genommen hatten. Sein beſonders herzlicher Willkommensgruß
galt den jungen Meiſtern und Meiſterinnen, die nun für ihr
ganzes Leben den Beweis abgelegt hätten, daß ſie ein ehrbares
Handwerk erlernt hätten. Der Redner mahnte die jungen Meiſter,
daran zu denken, nie den Sinn des Meiſterbriefes mißzuverſtehen,
und daran zu denken, daß dieſe Urkunden auch eine beſondere
Ver=
antwortung auferlegen. Möge der Spruch, „das Handwerk hat
goldenen Boden” einmal wieder wahr werden. Wenn jeder
Handwerker mit ſeinem Herzen und mit ſeinem Verſtand bei der
Arbeit ſei, dann werde auch der Begriff der Handwerksehre allen
in Fleiſch und Blut übergehen. Der Redner erinnerte an den
ſchönen Vers aus Schillers Glocke:
„Das iſt’s ja, was den Menſchen ziemet,
Und dazu ward ihm der Verſtand,
Daß er im inneren Herzen ſpüret,
Was er erſchafft mit ſeiner Hand.”
Pg. Schäfer nahm dann in feierlicher Weiſe die jungen Meiſter
in Pflicht, die mit erhobenem Arm ihre Treue gegenüber dem
Handwerk, dem Vaterland und dem Führer Adolf Hitler gelobten.
Anſprachen hielten noch Oberbürgermeiſter Wamboldt
(ſelbſt dem Handwerkerſtand entſtammend), der den neuen
Mei=
ſtern ein glückhaftes Handwerk in einem glückhaften Staat
wünſchte, Oberfinanzrat Dr. Kraatz als Vertreter des durch an= Dienſtgeſchäfte in Anſpruch genommenen Staatsmini=
ſters Pg. Jung, und Handwerkskammerpräſident Müller, dern
herzhafte Worte für ſeine jungen Berufskollegen fand.
Nach einer ſtillen Minute, die den Toten, dem verewigtem
Reichspräſidenten und den im Weltkrieg Gefallenen gewidment
war, überreichten die Prüfungsmeiſter die Urkunden mit einem
von Handelskammerpräſident Müller verfaßten Buch: „
National=
ſozialiſtiſche Revolution im Handwerk”. Nach der Schlußanſprachee
beſchloſſen die feierlichen und bewegten Rhythmen des „Baden=”
weiler Marſches” die feſtliche Veranſtaltung.
An den Meiſterbriefen waren beſonders ſtark beteiligi:
Bäcker, Metzger, Schuhmacher, Maler und Weißbinder, Schreinen,”
Maurer, Herren= und Damenſchneider, Friſeure, Schloſſer und
Me=
chaniker, Schmiede, Spengler und Elektro=Inſtallateure. Wagnel,
Buchdrucker und Buchbinder Zimmerer, Portefeuiller, Sattler und
Tapezierer. Die anderen Handwerker, wie z. B. Brauer,
Drechſ=
ler, Galvaniſeure, Küfer, Uhrmacher und Optiker, waren nur mit
wenigen, oft nur durch einen jungen Meiſter vertreten. 30 habem
mit ſehr gut beſtanden, 283 mit gut.
Nach Abſchluß der eigentlichen Feſtfolge blieben zahlreiche
Feſtteilnehmer noch im Gartenſaal bei einem gemeinſamem
Frühſchoppen mit Konzert zuſammen. Die einfache und ge
rade dadurch eindrucksvolle und würdige Feier wird der ſtattlichem
Anzahl junger Meiſter (insgeſamt 682) ſicherlich auf ihrem fſers
neren Lebenswege immer eine ſchöne Erinnerung bedeuten.
Die Poſtreiſeſcheckhefte haben für den Reiſenden große Voka”
teile. Sie können auf alle durch 25 (früher 100) teilbare
Reichs=
markbeträge bis 2500 RM. ausgefertigt werden. Anträge auff
Ausſtellung eines Poſtreiſeſcheckheftes durch die Poſtſcheckämtery
nimmt jede Poſtanſtalt entgegen. Mit dem Antrag iſt der Betrag./
auf den das Heft lauten ſoll, gleichzeitig mit Zahlkarte einzuzahlen1
oder auf das beſonders anzulegende Reiſeſcheckkonto zu überweiſen.
Von ſeinem Reiſeſcheckguthaben kann der Berechtigte bei jeder
Poſt=
anſtalt oder bei den Bahnhofswechſelſtuben der Deutſchen Verkehrs=
Creditbank beliebige, durch 25 teilbare, Reichsmarkbeträge
ob=
heben. Als Ausweis dient der im Poſtſcheckheft
angegebemſ=
hördliche Ausweis mit Lichtbild und eigenhändiger Unterſchuft.
Bei einem Höchſtbetrag bis zu 1000 RM. kann ſich der Inhaber ds
Poſtreiſeſcheckheftes auch durch eigenhändige Unterſchrift ausweiſen.
die er auf einem vom Poſtſcheckamt dem Reiſeſcheckheft beigefügst
ten Unterſchriftsblatt abzugeben hat.
Reichsſtraßenverkehrsordnung. Die
Reichsſtraßenverkehrs=
ordnung iſt ab 1. Oktober 1934 in Kraft getreten. Eine
Veröffent=
lichung der dazu gehörigen Ausführungsbeſtimmungen iſt im
Kürze zu erwarten. Auf dem Gebiete der Regelung des Verkehrs
auf der Straße bringt die Reichsſtraßenverkehrsordnung keins
grundſätzlichen Neuregelungen. Neu iſt allerdings die
Vore=
ſchrift, daß der Eingeholte zu erkennen geben muß, daß er bereitt
iſt, ſich überholen zu laſſen. Neu iſt ferner die Regelung des
Vor=
fahrtsrechts. Sie tritt aber erſt am 1. Januar 1935 in Kraft. Auche
der bisherige Rechtszuſtand mit den Rückſtrahlern bleibt bis zumm
31. 12. 1934 beſtehen. Für alle übrigen Vorgänge im Verkhiu
gelten die bisherigen Regeln unverändert weiter. Sie werden,
ſe=
weit ſie nicht ausdrücklich in die Reichsſtraßenverkehrsordnumg
übernommen ſind, durch die Grundregel des 8 25 der
Reichs=
ſtraßenverkehrsordnung beſetzt, welche lautet: „Jeder Teilnehmen
am öffentlichen Verkehr hat ſich ſo zu verhalten, daß er keinen au
deren ſchädigt oder mehr als nach den Umſtänden unvermeidh
behindert oder beläſtigt.”
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Sonntag, den 14. Oktober 1934.
Ludwig van Beekhoven: Sidelio.
Eine Neuinſzenierung des Fidelio iſt jedesmal eine Frage
beſonderen Feingefühls und Taktes. Denn was uns an dem
Werk am wertvollſten iſt, Beethovens Muſik, muß in jeder Weiſe
hervortreten, dabei aber dem Drama Spannung und Aufbau
verliehen werden, der bei gleichgültigen Inſzenierungen meiſt
ſchmerzlich vermißt wird. Die neue Ausſtattung ſchuf im erſten
Akt zwei durch Vorhang getrennte Bühnenbilder, und die Enge
des Pförtnerraums kam den erſten Sätzen ſehr entgegen indem
der feine Plauderſtil des erſten Duetts und vor allem das
herrliche Quartett zu hervorragender Wirkung gelangten.
Be=
drückend düſter war dann der Hof des Kaſtells und auch hier
wurde der Muſik in hervorragender Weiſe gedient. Faſt nie iſt
der Kerker im zweiten Akt völlig befriedigend, ſelbſt wenn in
ihm eine Zyſterne iſt, würde ich eher an den Brunnen im
unter=
irdiſchen Gang zwiſchen Rathaus und Burg in Nürnberg in
ſeiner bedrückenden Enge denken, als an einen ſo großräumigen
Felſendom, der viel von dem Geſang in den wichtigſten Szenen
der Oper verſchlingt. Der weite Vorraum der Feſte iſt
ſchließ=
lich etwas ſehr groß für die nicht ſehr zahlreiche
Menſchen=
menge der Schlußſzene. Muſikaliſch war im erſten Akt die Rocco=
Arie gefallen. Wir bedauerten dies nicht. In Beethovens erſter
Leonore=Faſſung waren noch mehrere Sätze, die mehr
Singſpiel=
oder Buffo=Charakter trugen und die der Meiſter ſpäter ſtrich,
als es ihm entſprechend ſeiner eigenen inneren Wandlung mehr
darauf ankam, das Ethiſche, die Befreiung, in den Vordergrund
zu rücken und auf alles Tändelnde zu verzichten. Hätte
Beet=
hoven noch ein Stück mehr geſtrichen, ſo wäre es ſicher die
Rocco=Arie geweſen, wenn ſie auch für die Charakteriſierung des
dem Golde nicht abgeneigten Kerkermeiſters nicht unwichtig iſt.
Weniger gern vermißten wir die Leonoren=Ouvertüre III, die
nach alter Darmſtädter Tradition zu Anfang des 2. Aktes
ge=
ſpielt wurde an der Stelle, wo ſie inhaltlich völlig am Platze
iſt. Die weit akademiſchere Fidelio=Ouvertüre, von Friderich
etwas kühl wiedergegeben, paßt weit beſſer vor den erſten Akt.
Die Aufführung war im Ganzen ſehr gut, ſtark belebt und
durchdacht. Hierfür iſt ſowohl der ſehr ſorgfältigen Spielleitung
durch Max Hofmüller, als auch der muſikaliſchen Leitung durch
Generalmuſikdirektor Karl Friderich zu danken. Für die
Fein=
heit der Spielleitung nur einige kleine Züge. Meiſt ſingt
Marzelline ihre Arie faſt wie eine Konzertſängerin, wie fein.!
war ihr Monolog darſtelleriſch eingegliedert, wie hervorragen) 0
war der Raum für das Kanonquartett ausgenutzt, wie ſehr wa. 1
die Spielleitung bemüht, im Gefangenenchor des 1. Aktes Muſt !
und Mimik des Chores in Einklang zu bringen. Uebrigens”
haben wir auch muſikaliſch ſelbſt an weit größeren Bühnen!
dieſen Chor ſelten ſo ſchön gehört wie heute. Andererſeits war 1
im Finale in bezug auf äußere Bewegung des Chores eher!
etwas zu viel getan. Beſonders am Schluß wurde die Abſich.!
des „lebenden Bildes” allzu deutlich. Friderich nimmt manc?
Tempi außerordentlich langſam, ſo die Anſprache des Miniſters
dann aber geſtaltet er wieder überaus überzeugend und mi!
feinſter Abtönung des Orcheſters. Sehr ſtark iſt meiſt ſeie?
Fühlung mit den Sängern.
Liſelotte Ammermann übertraf als Leonore noch weit ihie
letzte Leiſtung in der Cavalleria. Ihre Geſangskunſt iſt ausgezeice
net, die einzige Schwäche lag in der tieferen Mittellage, wenn dieſe?
nach tiefen Tönen gefordert wurde. Dann erſchien eine plötzliche
Härte und Flachheit, die leicht zu beheben ſein wird. Sonſt iſt e
eine Stimme, die zu Herzen geht, eine Ausdruckskunſt, die bedeie
tend genannt werden darf, und eine vielverſprechende Darſie‟
lungsgabe, die ſich noch etwas abklären muß. Die Leiſtung wan.
ſehr ſtark und wurde von den Hörern entſprechend anerkannt. heit
Sattler als Floreſtan war anfangs nicht ganz frei in der Stimmſ.
ſang im Rezitativ zuweilen zu tief, war dann aber in der Schlug.
ſzene — wo er unwahrſcheinlich gut raſiert und friſiert ausſh,n
ſtimmlich hervorragend. Einen ſehr vorteilhaften Eindruck mach.
der Rocco von Karl Biſſuti, ſchön geſungen, gut dargeſtellt, all.
Amußt
Boiente
tööhe
1deutſch
eine
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ant Perug!.
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Ritüchnle
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Wie
Deieſ
gezeichnet ſangen Regina Harre und Herm. Schmidt=Berikove
Heinrich Blaſel war ſtimmlich und darſtelleriſch, als Pizarko
brutal, wie wir es noch nie erlebt haben. Wir fanden dieſe 20
faſſung berechtigt und in allen Einzelheiten wohl durchdacht.
allerdings Herr Blaſel ſeiner Stimme durch ſo rückſichtsloſen 0.
brauch nicht ſchadet, wollen wir nicht beantworten. Herr Köhl.
war in der Rolle des Miniſters, — die ſo oft etwas verle9”
wirkt, wohl am Platz, ſang trotz des langſamen Tempos recht ſ0h0
und ſpielte mit überlegener Ruhe. Die Gefangenenſoli von Beiſ
Aldenhoff und K. Theo Ritzhaupt klangen ſehr ſchön, erfreul
daß man bei Beethoven auch auf kleinſte Rollen ſo viel Gewl.
legt. Das gute Gelingen der Chöre wurde ſchon betont. War.
iget!
war das Theater bei der Neueinſtudierung des Fidelio weiſ.
gut beſucht als bei mancher italieniſchen Oper oder Operette‟
delio iſt vor Richard Wagner das bedeutendſte deutſche Agſſes
drama, und der neuen Einſtudierung darf beſtätigt werden,
Belide
beieiden
tüückte
das Muſikdramatiſche ſo ſtark unterſtrich, wie wir es noch nichl."
lebt haben. Der Beifall war begeiſtert.
[ ← ][ ][ → ]ſontag, 15. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr.
Bau Brandenburg-Gau
Duulbent 1.4 14.5.
emn mit großer Spannung erwarteten
Zu=
hnnntreffen zwiſchen den Fußball=
Auswahl=
ufmihaften der Gaue Brandenburg und
Süd=
wpwoohnten am Sonntag, im Berliner Poſt=
11 ſbu: 8000 Zuſchauer bei. Der Beſuch
wſätficher beſſer ausgefallen, wenn es nicht
wſäend des ganzen Vormittags in Strömen
geunet hätte. Der Regen ließ erſt kurz vor
Spllzeginn nach, dann wurde aber der Verlauf
rſn, die yeffens neben der Glätte des Bodens
viel=
ihn fatidurch ſtarken Wind beeinträchtigt. Die
er=
ſaſzſcöwächte Vertretung des Gaues Südweſt
mſtei der Elf der Reichshauptſtadt einen
ver=
diſeeir Sieg überlaſſen, der lediglich in der
Hſmes Ergebniſſes den Leiſtungen der
Süd=
dieihen nicht gerecht wird. Die Berliner boten
eilnſaör gute Leiſtung, die meiſt leichteren Spie=
Idewaren auf dem ſchlüpfrigen Boden
beweg=
lüſa lals die ſchweren Spieler des Gegners.
Da=
zuen., daß der Neunkirchener Toxhüter Müller
räxynſicher wirkte und mindeſtens zwei der
Bſeuer Treffer hätte vermeiden können.
Die Berliner Mannſchaft
treuin der zuletzt gemeldeten Vertretung mit
Ri5 (Spandau); Krauſe (Hertha=BSC.),
Bhke (Tennisboruſſia); Kauer (Tenn.=Bor.)
Bie BBlauweiß), Appel (BSV. 92); Ballendat
(256. 92), Käſtner (Tenn.=Bor.), Elsholz (
Mi=
neich) Hallex (Bewag) Gregor (Pankow) an.
Nehider Pauſe ſchied Brunke verletzt aus, an
ſein Stelle ging Appel in die Verteidigung,
weſſrd Haaſe (Pankow) für Appel einſprang.
Dil=Zarliner Elf hatte keinen ſchwachen Punkt.
Bikzu ſeinem Ausſcheiden war Brunke einer
derheſzen Leute, nach ihm füllte Appel den
Ver=
teiſerpoſten mit dem gleichen Erfolge aus, mit
derhr vorher Beſter der Deckungsreihe geweſen
warilüberragend arbeitete auchRiehl imTore,der
viiglurn Gelingen des Kampfes beitrug. Im
Arbtü hielten ſich die jungen Spieler recht gut,
heißtruheben iſt Käſtner, der ſeine Nebenleute
zuſiden Seiten immer gut ins Spiel brachte.
Der Kampfſpiel=Sieger
kaumntt Müller (Neunkirchen); Konrad (
Kai=
ſevlsugern), Stubb (Eintr. Frankfurt);
Gram=
lichß Gintr. Frankfurt), Hergert (FK.
Pir=
mayis). Tiefel (Eintr. Frankfurt); Schulmeyer
(SAWiesbaden), Grebe (Kickers Offenbach),
Jolhneſſen (FK. Pirmaſens), Möbs (Eintr.
Frürfurt), Fath (Wormatia Worms). Hier
wum mach der Pauſe Möbs aus der
Mann=
ſchor genommen und durch den Offenbacher
Küßüe erſetzt. Wie ſchon eingangs erwähnt,
zeüſz Tormann Müller viele Schwächen und
vo einer Nervoſität wurden auch die beiden
Veclde ger angeſteckt. Von ihnen war Konrad
beſſſeals der für den Eintrachtler Leis
einge=
ſppigenie Stubb. Der beſte Teil der
ſüddeut=
ſch tGiaſtmannſchaft war die Läuferreihe.
Her=
gentbeiſtung als Abwehrſpieler war ganz
grwſtigg, er war immer und immer wieder der
Pwack für die ſtürmiſchen Berliner Angriffe.
Grünnlicch und ſein Klubkamerad Tiefel wirkten
alcs ß enläufer gleichfalls ſehr gut. Der Sturm
fayiige ſelten zu einer Einheit zuſammen. Das
Feſin / Conens machte ſich hier doch, ſtark
be=
merku. Als Möbs nach der Pauſe wegblieb,
wun es etwas beſſer. Hervorragend waren die
beiür (lügelſtürmer und beſonders Fath
ent=
zücr die Berliner immer wieder durch ſeine
glöhnden und kraftvollen Läufe.
Das Spiel
ſelb=hſnrhm einen überaus harmoniſchen und
kananadſ chaftlichen Verlauf. Beide
Mannſchaf=
tems im=pften immer ritterlich, und ſo hatte
ders uisgezeichnete Hamburger Schiedsrichter
Tuxſy ler keine allzu ſchwere Aufgabe zu
löſeiet
Elf Tore.
elin hatte das Glück, in der erſten
Halb=
zeit=tit dem ſtarken Wind als Bundesgenoſſen
känärrn zu können. Nach dem Anſtoß der
Süd=
der len kam ſchon in der erſten Minute ein
Anleufrvor das Tor der Gäſte, der Halblinke
Haelex erwiſchte den Ball und es ſtand 1:0
fürE rſi in. In der 7. Minute aber fiel bereits
der Ausgleich. Fath gab nach herrlichem Lauf
eine Flanke an Schulmeyer, der nach
ſchwa=
cher Abwehr von Riehl durch Kopfball
ein=
ſandte. Zwei Minuten ſpäter lag Südweſt 2:1
in Front, Fath trat eine Ecke direkt ins Tor.
Die Berliner drängten dann wieder und die
Hintermannſchaft des Gaues Südweſt, die ſich
weder mit dem naſſen Boden noch mit dem
ſchweren Ball abfinden konnte, geriet in ſchwere
Bedrängnis. In der 13. Min. ſtand es durch
einen Kopfball von Elsholz 2:2, vier
Mi=
nuten ſpäter nutzte der gleiche Spieler einen
Fehler von Müller zum Führungstreffer aus
und noch kurz vor der Pauſe ließ Müller einen
langen, haltbaren Schuß von Hallex zum
vierten Treffer paſſieren.
Die Süddeutſchen warteten nach der Pauſe,
begünſtigt durch den Wind, mit beſſerem Spiel
auf. Das Zuſammenſpiel beſſerte ſich und Riehl
bekam ſchwere Arbeit. Er war aber auf dem
Poſten und außerdem trafen gutgemeinte Schüſſe
von Grebe und Johanneſſen mehrfach Latte und
Pfoſten. Bis zur elften Minute hatten die
Ber=
liner wenig zu beſtellen. Nun fiel aber durch
den Linksaußen Gregor auf gute Vorlage
Hallex der fünfte Treffer. Berlin wird durch
dieſen Erfolg angefeuert und wenig ſpäter ſteht
der Kampf 7:2. Zuerſt landete ein Kopfball
von Hallex im Tor und dann ſchoß
Ballen=
dat überlegt auf Zuſpiel Käſtners ein. Südweſt
ſtellt nun nochmals um, Hergert geht in die
Verteidigung und Konrad in die Läuferreihe.
Es klappt nun wieder etwas beſſer und die
letz=
ten 25 Minuten gehören den Gäſten. In der
22. Minute lenkt Riehl einen Schuß von Kühnle
zur Ecke. Dieſe wird gut hereingegeben, und
Tiefel lenkt den Ball ins Netz. Eine Minute
vor Schluß fiel durch Schulmeyer auf gutes
Zuſpiel von Fath der vierte und letzte Treffer.
Die Fußball=Ergebniſſe.
Gaukämpfe.
In Berlin: Brandenburg — Südweſt 7:4 (4:2).
In Bleichrode: Mitte — Nordheſſen 1:4 (1:4),
abgebrochen.
In Breslau: Schleſien — Brandenburg 4:2 (3:1),
Süddeutſche Meiſterſchaftsſpiele.
Gau Südweſt.
Saar 05 Saarbrücken— Phönix Ludwigshafen 1:2.
F. S. V. Frankfurt — Union Niederrad 2:3,
Gau Baden: VfB. Mühlburg — Phönix
Karlsruhe 1:1: SV. Waldhof — Germania
Karlsdorf 3:1; Freiburger FC. — VfR.
Mann=
heim 1:1: 1. FC. Pforzheim — Karlsruher
FV. 2:1.
Gau Württemberg: VfB. Stuttgart — SSV.
Ulm 3:2: SC. Stuttgart — Spfortfr Stuttgart
4:2; SV. Göppingen — Union Böckingen 0:2
Ulmer FV. 94 — Kickers Stuttgart 0:1.
Bau Bayern: Wacker München — Bayern
München 2:1: 1. FC. Nürnberg — 1860 München
2:0; Schwaben Augsburg — Spvg. Fürth 2:2;
Jahn Regensburg — ASV. Nürnberg 2:0;
Spvg. Weiden — BC. Augsburg 4:1.
Gau Nordheſſen: Sport Kaſſel —
Spielver=
ein Kaſſel 1:2; Germania Fulda — Spvg.
Langenſelbold 3:3; VfB. Friedberg — Hanau
1893 1:1.
Gau Mittelrhein: Weſtmark Trier — Bonner
FV. 2:1; FC. Idar — Kölner CfR. 1:1;
Köl=
ner SC. — Sülz 07 2:4; VfR. Köln — Eintr.
Trier 5:1; Blau=Weiß Köln — Mülheimer
SV. 1:2.
Geſellſchaftsſpiele: Bor. Neunkirchen —
Stadt=
elf Dortmund (Sa.) 3:3; FV. Saarbrücken —
Stadtelf Dortmund 6:5; Kickers Offenbach
Boruſſia Fulda 3:3: Sportfr. Eßlingen —
Wor=
matia Worms 2:0; Opel Rüſſelsheim — Eintr.
Frankfurt, komb., 0:1.
Fußball im Reich.
Gau Oſtpreußen: Raſp. Pr. Königsberg—
Polizei Danzig 2:4: Preußen Danzig — VfB.
Königsberg 3:1: York Inſterburg — Tilſiter
SC. 6:0: Hindenburg Allenſtein — Vikt.
Allen=
ſtein 7:1: Maſſovia Lyck — Raſtenburger SV. 3:2
Gau Pommern, Weſt: Stettiner SC. — V.
f. L. Stettin 1:1; Polizei Stettin — Preußen
Stettin 7:1; VfL. Stettin — Greifswalder
SC. 4:4; Oſt: Vikt. Stolp — Hubertus
Kol=
berg 1:1; Germania Stolp — Hertha
Schnei=
demühl 3:3; Vikt, Kolberg — Preußen
Kös=
lin 2:4.
Gau Brandenburg: 1. FC. Guben — Vikt.
89 Berlin 1:3.
Gau Schleſien: Deichſel Hindenburg — Vorw.
Breslau 2:0.
Gau Sachſen: Dresdener SC. — V. f. B.
Glauchau 3:0; Spfr. 01 Dresden — S.= u. BC.
Plauen 5:3: SC. Planitz — Guts Muts
Dres=
den 1:1; Pol. Chemnitz — Fortuna Leipzig 2:1;
Wacker Leipzig — VfB. Leipzig 3:0.
Gau Mitte: Steinach 08 — Spfr. Halle 7:2;
VfL. Bitterfeld — Krick./Vikt. Magdeburg 0:0;
SV. 99 Merſeburg — SC. Erfurt 1:1.
Gau Nordmark: Altona 93 — Hamburger SV.
2:3: Vikt. Hamburg — Union Altona 6:3; Pol.
Lübeck — Eimsbüttel Hamburg 2:3; Holſtein
Kiel — Boruſſia Kiel 6:0.
Gau Niederſachſen: Bremer SV. —
Hanno=
ver 96 0:6; Hannover 97 — Arminia Hannover
3:2; Hildesheim 06 — Eintr. Braunſchweig
4:1; Vikt. Wilhelmsburg — Werder Bremen 3:3.
Gau Weſtfalen: Vikt Recklinghauſen — FC.
Schalke 04 0:3: Weſtfalia Herne — DSC.
Ha=
gen 2:1.
Gau Niederſachſen: Rot=Weiß Oberhauſen —
Fortuna Düſſeldorf 3:4; VfL. Benrath — VfL.
Preußen Krefeld 2:0; Bor. Gladbach —
Ham=
born 07 6:2.
Länderſpiele.
In Lemberg: Polen — Rumänien 3:3 (1:1).
In Genf: Schweiz — Tſchechoſlowakei 2:2 (2:1).
Spiele der Bezirksklaſſe.
Gau Südweſt.
Gruppe Groß=Frankfurt: 1. FC. 02 Wacker
Rödelheim — Sppg. 02 Griesheim 4:5: SV. 07
Heddernheim — Reichsb. Rot=Weiß Frankfurt
1:5: VfL. Neu=Iſenburg — FC. 1910 Kronberg
9:1; Merkur=Poſt Frankfurt — Spfr. Frankfurt
2:1; Alem. Nied — Vikt. Eckenheim 5:1; VfL.
Germania 94 — Polizei Frankfurt 7:0.
Gruppe Offenbach: SC. 06 Dietzenbach— 1.
FC. Langen 1:0; Spvg. 03 Fechenheim — FSV.
06 Heuſenſtamm 5:2; SV. 02 Offenbach —
Ger=
mania Bieber 0:1; FV. 06 Sprendlingen —
Blau=Weiß Bürgel 1:2; Sppg. 05 Oberrad —
Kick.=Vikt. Mülheim 4:0.
Gruppe Rheinheſſen: FVg. Mombach — Tura
Kaſtel 3:0; FSV. Mainz 05 — Sppg. Weiſenau
4:1; Germ. Okriftel — SV. Gonſenheim 4:1;
SV. Flörsheim — SV. Koſtheim 0:0; FV.
Gei=
ſenheim — Haſſia Bingen 2:2: Opel
Rüſſels=
heim — Eintr. Frankfurt (Geſ.=Spiel) 0:1.
Im Gau Südweſt gab es nur zwei
Tref=
fen, in denen die beiden Tabellenerſten ihre
führende Stellung behaupten konnten. Der an
erſter Stelle ſtehende Phönix Ludwigshafen
ſiegte in Saarbrücken über Saar 05 mit 3:1, und
die Niederräder Union bezwang, in einem an
Zwiſchenfällen reichen Spiele den
Fußballſport=
verein auf deſſen Platz mit 3:2.
In Baden verlor der führende Freiburger
FC. auf eigenem Platz durch ein 1:1 gegen den
VfR. Mannheim, mit 8:2 Punkten ſteht er aber
noch ungeſchlagen an erſter Stelle. Der
Gau=
meiſter SV. Waldhof hatte den Neuling
Ger=
mania Karlsdorf zu Gaſt, und ſchlug ihn 3:1.
Dadurch ſind die Waldhöfer, die noch ke: en
Punkt verloren haben, mit 6:0 Punkten auf den
zweiten Platz vorgerückt. Der Karlsruher
Phö=
nix verlor in Mühlburg mit 1:1 einen Punkt
und wurde vom FC. Pforzheim eingeholt, der
den KFV. 2:1 ſchlug. Pforzheim iſt gleich dem
SV. Waldhof mit Spielen im Rückſtand und hat
erſt einen Punkt verloren.
In Württemberg hat es erneuten
Füh=
rungswechſel gegeben. Während der SV.
Feuer=
bach ſpielfrei war, verlor Ulm 94 auf eigenem
Platze mit 0:1 gegen die Stuttgarter Kickers
die nun zuſammen mit dem Caumeiſter Union
Böckingen den erſten Platz einnehmen.
Bökin=
gen war beim Neuling in Göppingen zu Gaſt
und gewann 2:0. Der VfB. Stuttgart beſiegte
zu Hauſe den SSV. Ulm 3:2, und der
Stutt=
garter Lokalkampf zwiſchen dem Sportkluh und
und den Sportfreunden ſah den SC. mit 4:2
als Sieger.
In Bayern hat ſich der 1. FC. Nürnberg
die alleinige Führung in der Tabelle erobert.
Der „Club” hatte, zu Hauſe die Münchener
„Löwen” zu Gaſt und ſchlug ſie mit 2:0. Die
Münchener wurden auf dem zweiten Platze auch
noch von ihrem Lokalgegner Wacker überflügelt,
der über „Bayern” 2:1 ſiegreich war. Die Spgg.
Fürth erreichte in Augsburg ein Unentſchieden
von 2:2 gegen „Schwaben” Jahn Regensburg
landete mit 2:0 über den ASV. Nürnberg den
erſten Sieg, und im Kampf der beiden
Liganeu=
linge behielt Weiden mit 4:1 über den BC.
Augsburg die Oberhand, ſo daß die Augsburger
weiterhin ohne Punkte am Tabellenende ſtehen.
In Nordheſſen gab es mit Rückſicht auf
das Gauſpiel Mitte — Nordheſſen nur
Teil=
betrieb. Die beiden Neulinge Germania Fulda
und Spgg. Langenſelbold trennten ſich in Fulda
3:3, der VfB. Friedberg verlor zu Hauſe mit
1:1 einen wertvollen Punkt an Hanau 93, und
Sport Kaſſel unterlag dem Spielverein Kaſſel
1:2. Die Führung der Fuldaer Boruſſen wurde
nicht beeinträchtigt.
Im Gau Mittelrhein hielt der
Sieges=
zug des VfR. Köln an, diesmal mußte
Ein=
tracht Trier mit 5:1 daran glauben. Der
Köl=
ner CfR. ſpielte in Idar 1:1, er behält aber
durch die Niederlage von Eintracht Trier
ſei=
nen zweiten Platz. Der Neuling Blauweiß Köln
unterlag dem Gaumeiſter Mülheimer SV. mit
1:2.
Ein unſchoner Kampf.
35b. Frankfurk-Union Niederrad
2:3 11:1).
Dieſer Großkampf hätte zu einem
Propa=
gandaſpiel erſter Ordnung werden können,
Nach langer Zeit hatten ſich in Frankfurt
wieder einmal über 10 000 Zuſchauer zu einem
Fußballſpiel eingefunden. Manche von ihnen
werden ſich aber ſo ſchnell nicht wieder blicken
laſſen, denn das was ſich bei dieſem Kampf
in der zweiten Halbzeit tat, war ſo ſkandalös,
daß es ſicherlich noch ein weiteres Nachſpiel
haben dürfte. Daß der Kampf ſo ausartete,
lag einmal bei der Leidenſchaft der Zuſchauer
und Spieler, zum anderen aber auch bei dem
Offenbacher Schiedsrichter Weingärtner, dem
die Zügel in der zweiten Halbzeit mehr und
mehr entglitten.
Die erſte Hälfte verlief ſehr anſtändig. Man
konnte wirklich nicht ahnen, daß es ſpäter ſo
ruppig kommen würde. Niederrad lag zunächſt
im Angriff und konnte auch in der 5. Minute
durch K. Müller zum Führungstreffer kommen.
Wolf im FSV.=Tor war daran nicht ganz
unbeteiligt. Nach einer Viertelſtunde
über=
nahmen dann die Bornheimer, deren
Läufer=
reihe ganz ausgezeichnet im Schuß war, das
Kommando. Es reichte dank des ſchußſchwachen
Sturmes aber nur zum Ausgleich durch
Held=
mann. Nach der Pauſe kam der
Fußball=
ſportverein nur mit zehn Mann wieder, da
der Mittelläufer Schweinhardt ſo verletzt
wurde, daß er nicht mehr weiterſpielen konnte.
Gleich in den erſten Minuten wurden dann
auch Sack=Niederrad und Knapp=FSV. wegen
Verletzung zum zeitweiligen Ausſcheiden
ge=
zwungen. Der rechte Union=Läufer Allermann
wurde wegen unfairen Spiels vom Platz
ge=
wieſen und in der 10. Minute leiſtete ſich
Wolf ein Foul an dem Union=Mittelſtürmer
Kirſch, das ihm ebenfalls den Platzverweis
eintrug. Außerdem gab Weingärtner einen
Elfmeter für Niederrad, den K. Müller zum
2:1 verwandelte. Union hatte alſo noch zehn
und Bornheim noch neun Mann im Felde.
Das Spiel wurde immer aufgeregter. In der
21. Minute gelang Kirſch mit langem
Schräg=
ſchuß das dritte Tor für Niederrad. In den
letzten zwanzig Minuten dominierte dann
wieder FSV. Neun Minuten vor Schluß
verbeſſerte Schuchardt auf 2:3, konnte aber
ſieben Minuten ſpäter einen Foulelfmeter nicht
zum Ausgleich verwerten.
Gau Südweſt.
Deutſcher Studenten=Fußballmeiſter wurde
die Univerſität Berlin, die im Endkampf die
Univerſität Erlangen im Nürnberger Zabo
ver=
dient mit 4:2 (2:2) ſchlug.
Im Rahmen des Mitropa=Pokals ſpielten
die Fußball=Ländermannſchaften der Schweiz
und der Tſchechoſlowakei in Genf unentſchieden
2:2. Polen und Rumänien lieferten ſich in
Warſchau ebenfalls einen unentſchiedenen
Kampf, der 3:3 endete.
Leo Eſſer=Iſerlohn, der Europameiſter im
Kunſtſpringen, iſt in Anerkennung ſeiner
her=
ortagenden ſportlichen Leiſtungen vom
Unter=
offizier zum Wachtmeiſter befördert worden,
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 15. Oktober 1934
Nr. 285
SuttelMoorhrteihelt ii Saoheffen.
Die Tribüne wackelt jedoch, als zwei
Minuten ſpäter der jetzt Mittelſtürmer ſpielende
Dumont im Anſchluß an einen Strafſtoß, den
Bönſel geſchickt über die Deckung hob, mit
ſchö=
nem Schuß den Siegestreffer erzielte.
Lorſch war geſchlagen.
reſigniert ſtreckten ſie die Waffen. Das
überſchäu=
mende Temperament des Mittelläufers
Lohr=
bacher machte dem Schiedsrichter, der nach
die=
ſem Tore von einer Menge Lorſcher Spieler
ein=
gekreiſt war, zu ſchaffen, und er ſchickte ihn
ſcheinbar wegen Beleidigung in die Kabine.
Die Platzherren haben jetzt Gelegenheit, das
Torkonto zu erhöhen, doch der völlig außer Form
ſpielende Pfeiffer verſiebt zwei bis drei ganz
klare Bälle. Nach einem erfolgloſen Strafſtoß
des Spezialiſten Degen brachten einige etwas
über die Stränge ſchlagende Spieler ihre
Ner=
ven wieder in normale Bahnen. Teils
befrie=
digt, teils unzufrieden verließ man den Platz.
Heldenhafte Lorſcher Abwehr,
ſo muß man die Kritik über die Gäſte beginnen
und auch beſchließen. Was die Elf ſonſt bot,
war herzlich wenig. Eine Ausnahme machten
lediglich der famoſe Mittelſtürmer Herd und der
ineſſenreiche Linksaußen Rothenheber.
In der Polizeielf
war man über die Leiſtungen einiger früherer
„Aſſe” ſehr enttäuſcht. Vor allem über Pfeiffer,
der noch im vorigen Jahre das Publikum durch
ſeine überlegte Spielart faſzinierte. Heute war
er der Schwächſte im grünen Trikot. Auch in der
Verteidigung war mancher Mangel feſtzuſtellen.
Balſer war ſeinem Partner jedoch noch in allen
Belangen überlegen. Die beſte Arbeit leiſteten
die beiden Außenläufer Kaufmann und Kaſper,
wie auch im Sturm die beiden Außen — vor
allem Becker — die Beſten waren. Dumont iſt
techniſch gut, doch für Spiele, wo es hart
zu=
geht, noch zu weich, ebenſo Seipp.
Im Spiel der Reſerven behielten die „
Grü=
nen” mit 3:2 knapp die Oberhand.
Polizei Darmſtadt — Olympia Lorſch 2:1 (0:1).
Normannia Pfiffligheim — SV. 98 Darmſtadt
2:0 (1:0).
Sppgg. 04 Arheilgen — Viktoria Walldorf 2:2
(1:2).
Haſſia Dieburg — Germ. Pfungſtadt 1:1 (0:1).
FC. 03 Egelsbach — VfR. Bürſtadt 2:2 (0:1).
A.=O. Worms — Viktoria Urberach 1:0 (0:0).
Der vorjährige Meiſter, Polizei Darmſtadt,
gab zur großen Ueberraſchung in ſeinem erſten
Heimſpiel eine ſchwache Vorſtellung und hat
mit viel Glück knapp gewonnen, denn noch 10
Minuten vor Schluß ſtand die Partie 0:1 für
die Gäſte.
Auf dem Arheilger Mühlchen lieferten ſich
die beiden Gegner das erwartet harte Spiel, das
gerechterweiſe einen unentſchiedenen Ausgang
nahm.
Der an hohe Torreſultate gewöhnte
Schützen=
klub Pfiffligheim kam diesmal gegen die im
Sturm enttäuſchenden Leute vom Böllenfalltor
nur zu einem ſehr glücklichen 2:0=Sieg, er führt
jetzt hinter Egelsbach die Tabelle an.
Polizei Darmſtadk-Olympig
Lorſch 2:1 (0:1).
Es hätte wirklich nicht viel gefehlt, und der
Auftakt zur Verbandsſpielſaiſon in Darmſtadt
hätte mit einer Senſation auf dem Exert
ge=
endet. Die favoriſierten Poliziſten hatten ihre
liebe Not, das Lorſcher Führungstor, das
be=
reits kurz nach Spielbeginn gefallen war und
das die Gäſte bis tief in die zweite Halbzeit
hinein verteidigten, aufzuholen und durch ein
weiteres Tor ſich einen knappen Sieg zu ſichern.
Kampf bis zum Aeußerſten war heute die
Parole. Man legte wenig Wert auf techniſch
ausgeſchliffenes Spiel, ſondern bevorzugte in
beiden Spielreihen, den Kampf Mann gegen
Mann. Daß es dabei bisweilen nicht gerade
zart zuging, iſt erklärlich, doch hätte manche
Un=
ſportlichkeit vermieden werden können, hätte der
Schiedsrichter ſouverän das Feld beherrſcht.
Leider aber ſchritt er zu Beginn gegen verſteckte
Fouls nicht mit den ihm zu Gebote ſtehenden
Maßnahmen ein, und da er ſich von den
einzel=
nen Spielern zu viel „erzählen” ließ, war es
gegen Schluß um ſeine Autorität geſchehen.
Der Meiſter
präſentierte ſich noch nicht in ſeiner Beſtform.
Die Elf machte während des ganzen Spiels
einen noch unfertigen Eindruck. Vor allem
ver=
mißte man die im vergangenen Jahre öfters
beſtechenden Kombinationen, das von der
Hin=
termannſchaft über Läuferreihe zum Sturm
in=
einandergreifende Spiel. Man ſtellte ſich
jeden=
falls grundfalſch auf das Syſtem des Gegners
ein. Die Lorſcher, die faſt nur in der Defenſive
arbeiteten, wären heute nur ſicher zu ſchlagen
geweſen, wenn man verſucht hätte, durch
aus=
einandergezogene Kombinationen den Gegner
aus ſeiner Hälfte zu locken, um ſich dadurch vor
dem Tore freies Betätigungsfeld zu ſchaffen.
Die „Grünen” mußten immer noch auf den
verletzten Schurr und auf den noch nicht
frei=
gewordenen Keck verzichten, während in den
Reihen der Gäſte der techniſch vorzügliche Metz
vermißt wurde.
Die 23 Akteure: Polizei: Klein; Balſer,
Bönſel; Kaſper, Matthes, Kaufmann; Göber,
Pfeiffer, Seipp, Dumont, Becker. Lorſch:
Gärtner; Schmidt, Degen; Adrian, Lohrbacher,
Albert; Angert II, Angert I, Herd, Schmidt,
Rothenheber. Schiedsrichter: Jung=
Wei=
terſtadt.
Mi einer Ueberraſchung.
begann das Spiel. Kaum hatte der
Schieds=
richter zum Anſtoß getrillert, da hatten auch
ſchon die Gäſte einen ſchönen Vorſtoß ausgeführt.
Verteidiger Bönſel, der ſich überhaupt in der
erſten Viertelſtunde böſe Schnitzer leiſtete, ſtörte
durch ein unnötiges Foul. Strafſtoß 20 Meter
vorm Tor. Der Gäſteverteidiger Degen eilt
her=
bei, und ſein ſcharfer, aber nicht unhaltbarer
Flachſchuß flitzt ins Tor.
Lorſch führt 1:0.
Die Folgen dieſes allzu ſchnell gefallenen
Tores beherrſchen über eine Stunde die
Situation. Die Grünen fingen an, übernervös
zu werden, und verſchoſſen in der Aufregung die
tollſten Sachen. Ruhe wäre das einzig richtige
Rezept geweſen. Faſt wäre kurz darauf ein
zwei=
ter Lorſcher Treffer gefallen, als der
Mittel=
ſtürmer Herd dem abſchlagbereiten Klein den
Ball aus der Hand ſpitzelte. Die Unterſtützung
ſeiner Mitſpieler blieb, ihm jedoch bei dieſem
Kabinettſtückchen verſagt. Die Lorſcher, die in
den erſten 10 Minuten im Felde ſaubere Arbeit
geleiſtet, hatten jedoch bald — wenigſtens in
den vorderen Reihen — ihr Pulver verſchoſſen,
jedoch nur deshalb, weil man die Deckung
maſ=
ſierte. Die Poliziſten rannten immer wieder
gegen das Bollwerk an, doch, da nicht mit den
richtigen Mitteln, immer wieder erfolglos. Ab
und zu bot ſich auch, eine klare Erfolgschance,
doch die Stürmer waren von allen guten
Gei=
ſtern verlaſſen. Pfeiffer iſt allein dreimal in
guter Schußſtellung — bis er ſich das Leder
zu=
rechtgeſetzt hat, iſt jedesmal der wuchtige Degen
dazwiſchengefahren, um mit kräftigen Schlägen
Luft zu ſchaffen. Matthes tritt einen durch eine
Unfairneß von Schmidt verurſachten Strafſtoß
von der Strafraumgrenze ſtatt ins Tor in die
Kaſerne. Der „Erſatz”=Linksaußen Becker nimmt
eine Flanke Göbels, die ſich vor dem Tore
ſenkte, mit dem Hinterkopf, ſtatt die Stirne
hin=
zuhalten, von wo der Ball ins Tor gegangen
Die alten Rivalen Dieburg und Pfungſtadt
trennten ſich verdient unentſchieden, ebenſo wie
der Tabellenführer Egelsbach von den
Bür=
ſtädter Riedleuten, die die Hälfte des Spiels
nur gegen 10 Mann zu beſtreiten hatten.
Die A.=O.=Elf konnte ihren zweiten Sieg über
den Tabellenletzten Urberach auf eigenem Platz
erringen und ſich dadurch in der Tabelle wieder
etwas nach vorne arbeiten.
Die Tabelle nach dem 14. Oktober:
Egelsbach .. 6 3 3 0 19:7 9:3 P. Pfiffligheim * 5 3 1 25:10 73 P. Walldorfz * 5 2 2 1 11:10 6:4 P. Arheilgen . 5 2 2 1 9:13 6:4 P. Lorſch
s * 5 2 2 8:7 5:5 P. Bürſtadt
4 1 2 1 7:6 4:4 P. A.=O. Worms 4 2 0 2 4:3 4:4 P. Pfungſtadt 5 1 2 2 8:13 4:6 P. Pol. Darmſtadt 1 1 0 2:1 3:1 P. Dieburg 0 3 1 4:11 3.:5 P. 98 Darmſtadt 1 1 3 5:10 3:7 7 P. Urberach 4 0 0 4 2:13 0:8 3 P.
SBag. 04 Arheilgen-Vikkoria
Walldorf 2:2 (1:2).
Die Mannſchaften: Arheilgen: Körber;
Barnewald, Traſer; Reitz, Becker. Weſp;
Treuſch, Bauer, Murmann, Schwerdt,
Rük=
kerich. — Walldorf: Micht; Klein,
Wol=
fahrt; Pons, Winſon, Paſſet; Cezanne,
Ja=
kob, Torn, Becker, Jordan.
Vorauszuſagen iſt, daß das Unentſchieden auf
Grund der Leiſtungen beider Mannſchaften
ge=
recht iſt. Wie vorausgeſagt, brachte Walldorf
einen beiſpielloſen Kampfeifer mit, beſonders
die Läuferreihe war der gegenüberſtehenden in
vielem voraus. Arheilgen hatte ſeine
Läufer=
reihe wieder zu weit zurückgezogen, ſcheinbar
eine Maßnahme, die auf das Pfiffligheimer
Spiel zurückzuführen iſt, aber heute nicht am
Platze war. Das Spiel war zeitweiſe ſehr hart
und Schiedsrichter Kratzenberg=Sprendlingen
traf mit ſeinen Entſcheidungen nicht immer das
Richtige; im großen und ganzen konnte man
aber mit der Leitung zufrieden ſein.
Charakteriſtiſch war, daß jede Mannſchaft
zwei Elfmeter verurſachte und auf jeder Seite
nur einer verwertet werden konnte. Ferner war
es ſeitens der Arheilger verkehrt, und zwar in
der 2. Hälfte, in hohes Spiel zu verfallen, ſo
daß die beiden großen Verteidiger von Walldorf
regelmäßig den Ball mit dem Kopf
wegbeför=
dern konnten. Wäre das flache Spiel, wie es in
der erſten Spielzeit gegen den Wind gezeigt
wurde, beibehalten worden, wäre beſtimmt mehr
erreicht worden. Bei Arheilgen war der Wille
zum Sieg vorhanden, aber dabei blieb es auch.
Die Mannſchaft war nicht beſſer und ſchlechter
als in den vorhergehenden Spielen, ſie wird
auch in dieſer Form über dieſes Niveau kaum
hinauskommen. Wenn ſich Bauer oder Rückerich
im Spiel nicht einmal zu einem Gewaltakt
auf=
raffen, dann iſt mit Toren nicht zu rechnen.
Kurzer Spielverlauf:
Der Anſtoß von Arheilgen wird ſofort von
Walldorf abgefangen. Zunächſt herrſcht
verteil=
tes Mittelfeldſpiel, die Tore kommen nicht
ſon=
derlich in Gefahr. Walldorf bucht die 1. Ecke,
die abgewehrt wird. In der 15. Minute wird
der Bann gebrochen, Treuſch gibt eine ſchöne
Flanke vor das Tor, der Tormann ſchlägt ab
und Rückerich erwiſcht das Leder, über
verſchie=
dene Beine der Walldörfer landet der Ball zum
erſten Male im Netz. Die Freude im Arheilger
Lager ſollte aber nicht lange dauern. Barnewald
ſtellt in der 20. Minute, nachdem der Ball
be=
reits im ausrollen war, noch einmal das Bein.
Der Elfmeter wird unhaltbar verwandelt. Im
machte mit ihrer wuchtigen Abwehr kaum einen
Fehler, nur ſtellten ſich Sänger und Kugel nicht
immer geſchickt genug, um der defenſiv arbei,
tenden Läuferreihe entſprechenden Platz zu laſ,
ſen. Prachtvoll arbeitete dieſe Läuferreihe
Richter war unverwüſtlich, ihm gebührt wirkli
ein Sonderlob. Warum Geyer nach der Pauf
in den Sturm ging, blieb unverſtändlich, wem
man bedenkt, daß er als Läufer erſtklaſſig, da
gegen im Sturm gar nicht zur Geltung kan,
Orlemann war prächtig in ſeiner Arbeit. Das
Schmerzenskind der Darmſtädter war ihr Stum,
Der in den Hüften vollſtändig unbewegliche
Kolberg wirkte manchmal direkt hilfsbedürſtig
Staigmiller verzettelte ſich zu ſehr, mit den
Balltreiben, und Schnägelberger konnte ſeine
Leute nach der Pauſe einfach zu keinem
geſchlo=
ſenen Angriff zuſammenbringen. Mahr war der
ſchnellſte und beſte Stürmer, aber nach der
Pauſe nicht entſprechend auf dem Damm, woes
unbedingt gegolten hätte. Müller war nicht
überragend, fiel aber auch nicht ſonderlich ah.
Die Pfiffligheimer ſpielten, taktiſch
richtig und diesmal beſſer als ſonſt. Nach der
Pauſe hatten ſie Angſt vor den Gäſten und zogen
Mehlmann, als 3. Verteidiger zurück. Damit
waren ſie nun gar nicht mehr zu ſchlagen
Gernsheimer, Göhren, Braun und Mehlmam
waren die beſten Normannen.
Die Reſerven trennten ſich 1:3 (0:2) für
98, wobei ſich die alten Kämpen Bärenz un
Müller im Tor auszeichneten.
H. y.
1. Jgd. SV. 98 — 1. Jgd. Arheilgen 4:1 (2:0ſ.
2. Jgd. — Ober=Ramſtadt Jgd. 3:2
4. Mannſchaft — Arheilgen 3. 2:1.
A/9. Worms-Bikkoria Urberach
1n 094
Die Urberacher mußten auswärts reiſen, da
ihr Platz zur Zeit geſperrt iſt. Dabei ließen
ſie ſich in Worms ſehr gut an und hätten mit
etwas mehr Glück unbedingt einen Pun
holen können. Ohne Zweifel hätte die Wormſer
Mannſchaft in Urberach keinen einzigen Pun
errungen. So hatte ſie das Glück auf ihre
Seite und erzielte nach einer torloſen erſten
Spielhälfte gleich nach dem Wechſel duch
Hundt das einzige Tor des Tages. Urberach
hatte verſchiedentlich Gelegenheit, bis zun
Schluß wieder auszugleichen, konnte aber die
ſtahlharte Verteidigung der Platzbeſitzer ein
fach nicht überwinden. Das vor 500 Zuſchauen
ausgetragene Spiel verlief ſehr
temperament=
voll.
Kreisklaſſe l, Gruppe 2.
Chattia Wolfskehlen — Union Wixhame.
TG. 75 Darmſtadt — SV. Weiterſtadt, ausgeſ.
Germania Eberſtadt — SV. Groß=Gerau 10.
Anſtoß erzielt Arheilgen einen Strafſtoß, der
aber von Rückerich hinter den Kaſten geſet
wird. Das Spiel iſt weiterhin ſehr
abwechſlungs=
reich, doch beide Tore werden mit zäher
Vei=
biſſenheit verteidigt. Im Anſchluß an einen
Strafſtoß von rechts kann in der 32. Min, der
Halblinke von Walldorf die Führung erzielen.
W. erzwingt die 2. Ecke, die ebenfalls nichts ein
bringt. Auch die 1. Ecke für Arheilgen geſt
vom Wind abgetrieben, in das Feld. In der 9.
Minute wird Rückerich im Strafraum gelegt, die
Gelegenheit zum Ausgleich in Form eines 0”
fers kann Reitz jedoch nicht verwerten. Der Bol
geht am Pfoſten vorbei. Die 2. Ecke für Arheilge
geht ebenfalls ins Feld.
Nach der Pauſe merkt man ſofort, daß M0
heilgen alles daranſetzt, um das verlorene Tel
rain aufzuholen, aber nichts will klappen. 9e
Walldorfer Verteidigung ſteht feſt. Zunächſt t
nur ein Eckball die ganze Ausbeute der Anſttenl
gungen. Jetzt droht eine Kataſtrophe für A0
heilgen hereinzubrechen. Der Schiedsrichter 90
einen zweifelhaften Elfmeter für Walldorf, de
jedoch hoch über die Latte geſetzt wird. Wiedet
erzielt Arheilgen einen Eckball, der ſchön vi
das Tor kommt, aber von Treuſch ins 4u
geſchickt wird. Endlich in der 23. Minute
der zweiten Halbzeit ſetzt ſich Bauer Mit
unheimlicher Kraft an zwei Leuten vorbel
wird aber 2 Meter vor dem Tore ganz unſal
umgebogen. Den Elfmeter ſetzt Rückerich in d
Maſchen. Obwohl ſich beide Mannſchaften 1
mühen, noch etwas Zählbares zu erreichen,. 90
bei von den körperlichen Kräften ſehr ſtark 6e
brauch gemacht wird, ändert ſich nichts mehr ”
dem Spielergebnis.
Im Spiegel der Kritik
geſehen, kommt Walldorfs Läuferreihe und 9e
teidigung beſſer weg als die Arheilger Deckun”
reihen, wie überhaupt ſeitens Walldorfs ein ”
rigeres Spiel gezeigt wurde. Die Außenſtürnſ
wurden ganz gut eingeſetzt, ſchoſſen aber 90
Bälle ins Aus. Wenn aber eine Flanke herd
kam, ſah es immer brenzlich vorm Arheilger 9
aus. Zu einem herzhaften Schuß kamen die
nenſtürmer ſehr ſelten.
Bei Arheilgen war der Wille zum Sieg?0
handen, es kämpfte jeder, aber es fehlt eben”
der Schnelligkeit. Körber im Tor war an. d
beiden Toren ſchuldlos. Die Verteidigung ſchoe
ganz gut bis auf den Elfmeter, deſſen Veild
ſachung abſolut unnötig war. Die Läuferteil
unterſtützte den Sturm zu wenig, der andet”
ſeits ſeine Bälle nicht halten kann. Schwerd
als Innenſtürmer nicht am richtigen Po=
Treuſch ſpielte heute ruhiger, wobei er auch ne.
erreichte wie ſonſt. Es wird der Manſchl
ſchwer fallen, ſich weiterhin in der Spitzengnde.
zu halten. 500 Zuſchauer.
Verdienter Sieg erſt im Endſpurt.
wäre. So verrinnt die Zeit, ohne daß etwas
Zählbares erreicht wird. Die Lorſcher retten ſich
nur über die Diſtanz, indem ſie die Bälle ins
Aus ſchlagen.
Tempoerfüllt geht es in die zweite Hälfte.
Die Lorſcher „mauern” von Anfang an. Die
Polizeimaſchine muß ſich, wenn nicht bald ein
Tor fällt, an dieſem Bollwerk totlaufen. Immer
wieder dieſelbe Situation. Der Ball wird gut
in die Lorſcher „Abwehrzone” getragen, und
dann verliert man ihn an einen mutigen
Geg=
ner. Endlich, 20 Minuten vor Schluß, bricht ein
Schreider Erlöſung aus dem Munde der
tauſendköpfigen Menge. Ganz unbemerkt hatte
ſich der Linksaußen Becker freie Schußbahn
ge=
ſchaffen und einen Prachtſchuß vollkommen
un=
haltbar für Gärtner ins Netz geſchickt.
einem Verteidiger auf der Torlinie weggeköpft
Ein Bper eigener Taktik. wurde, während der Tormann hiflos im Felde
ſtand. Umgekehrt feuerten die Normannen
ein=
mal an den Pfoſten des Gäſtetores. Es wurde
Normannig Pfiffligheim-5b. 98 auch nicht beſſer, als Geyer ſchließlich in den
Sturm ging und Müller an ſeine Stelle. Kugel
verletzte ſich zudem noch bei einer Abwehr, und
Es war ein Spiel mit Wind, Ball — und ganz zuletzt fiel dann bei der kopflos geworde=
Unterm Brennglas geſehen,
war Henß recht gut, und auch die Verteidigung
Angreifen bleibt beſte Verteidigung.
2:0 11:0).
zeitweiſe mit den Knochen der Spieler, das auf nen Deckung der 2. Treffer.
dem kleinen Pfiffligheimer Platze ausgetragen
wurde. Es wäre unter keinen Umſtänden aber von
den Darmſtädtern zu verlieren geweſen, wenn
richtig geſpielt und hauptſächlich nach der Pauſe
entſprechend gedrückt worden wäre. Man
be=
denke, die Platzelf ſchoß in der 3. Minute ein
ſehr leichtes Tor, das vom ſtarken Wind
einge=
ſchaukelt wurde. Dieſem anormalen einzigen
Erfolg der Normannen folgte, bis zur letzten
Spielminute rein gar nichts, und erſt im letzten
Augenblick kamen ſie tatſächlich noch zu ihrem
2. Treffer, der dreimal eher bei den
Lilienträ=
gern fällig war.
Komiſch war es.
wie diesmal den 98ern die Punkte durch die
Lappen gingen. Zuerſt ſtrengten ſie ſich mächtig
an und hielten das Spiel gegen die mit dem
Wind verbündete Uebermacht der „gelben
Ge=
fahr”; als ſchließlich der Wendepunkt nach der
Pauſe gekommen war, ſchnitzten die Darmſtädter
einen großen Fehler dadurch, daß ſie ſich vor den
temperamentvollen Angriffen der Einheimiſchen
geradezu fürchteten und infolgedeſſen eine
Nie=
derlage bezogen, wo ein Sieg zu holen war.
Man war um die Barrieren in allen Kreiſen
des Pfiffligheimer Anhangs heilfroh, als die
Gäſte zu dieſem Zeitpunkt wenig Anſtalten
machten, das Heft in die Hand zu nehmen.
Der gute Schiedsrichter Roßkopf=Mainz
pfiff vor 450 Zuſchauern folgende Mannſchaften
auf den Plan:
S V. 98: Henß; Sänger, Kugel; Geyer,
Or=
lemann, Richter; Mahr, Müller,
Schnägelber=
ger, Steigmiller, Kolberg.
Normannia: Bloch; Barth, Keim;
Wenz=
ler, Braun, Haarbauer; Gernsheimer,
Mehl=
mann, Tark, Buſch, Göhren.
Sehr unglücklich für die Darmſtädter
ging es ſchon los. Bei ſofortigem heftigen Druck
der Platzbeſitzer war, die Hintermannſchaft der
98er wohl auf dem Damm, aber bereits in der
3. Minute kam ein Querſchläger von Braun hoch
aufs Tor, Henß lief ihm entgegen, aber der
Ball hatte mit dem ſtarken Wind enormen Druck
und landete über der Hand des Hüters im Netz.
Es war dies ein Zufallstreffer. Die Platzelf
blieb weiter ſpielüberlegen, aber gegen die ganz
vortreffliche Läuferreihe der Blauen konnte ſie
einfach nichts ausrichten. Hauptſächlich die
Außenläufer ließen die gegneriſchen Flügel
ein=
fach nicht zur Entfaltung kommen, und
Orle=
mann ſtand, wo es notwendig wurde, mit
eiſer=
ner Abwehr zwiſchen den beiden Verteidigern.
Dazwiſchen ſorgte der etwas zurückgezogene
Schnägelberger immer wieder für den
Spiel=
aufbau, und zweimal hätten die 98er den
ver=
dienten Ausgleich erzielen können.
Nach der Pauſe rechnete man damit, daß die
Gelben zerpflückt werden würden. In
Wirklich=
keit aber
kam jetzt das Unerwartete.
Statt mächtig loszugehen, blieben die 98er
wei=
ter in der Defenſive und verlegten ſich auf
ge=
legentliche Angriffe. Einmal hatten ſie eine
große Chance, als ein ſtrammer Läuferſchuß von
Montag, 15. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 285
10 Egelsbacher retten 1 Punkt.
FC. Egelsbach-PfR. Bürſtadk
D.e 1.4).
Vor cd. 500 Zuſchauern
tanden ſich beide Mannſchaften gegenüber und
lieferten einen Kampf, der unter den denkbar
ungünſtigſten Witterungsverhältniſſen erhöhte
Amforderungen an die Spieler ſtellte.
Egelsbach erſcheint ohne ſeinen bewährten
Mittelſtürmer, dafür aber wieder mit Ewald
Twlz, der allerdings noch nicht völlig
wiederher=
gfſtellt iſt und deshalb für ſeine Mannſchaft
ninr eine halbe Kraft bedeutete. Er ſpielte ſehr
ſurrückhaltend und überließ die Hauptaufgabe
des Angriffs ſeinen Nebenleuten. Daß er
trotz=
dmn die zur Rettung des einen Punktes
not=
rendigen beiden Tore ſchoß, zeugt von ſeiner
Swielerfahrung. Bedauerlich, daß der am
Vor=
orintag am Arm ſchwer verletzte Halblinke
Schlapp ſchon kurz vor der Pauſe eine weitere
ſerletzung am Bein erhielt und ausſcheiden
nußte. Egelsbach war daher gezwungen, 50
Miinuten lang mit nur 10 Mann zu ſpielen.
Laß trotzdem noch der Ausgleich gelang, iſt nur
imer erſtaunlichen Energieleiſtung zu
verdan=
en. Hätte E. in der erſten Hälfte dieſen Eifer
rtfgebracht, dann wäre das Spiel beſtimmt
an=
ſerrs ausgegangen. Im Vergleich zu den letzten
Sonntagen war die Platzelf heute nicht wieder
u erkennen. Das planvolle Zuſammenſpiel
nußte man heute ſtets vermiſſen. Tragiſch, daß
wei Fehler der ſonſt ſo ausgezeichneten Hinter=
„Anentſchieden”
Haſſia Dieburg-Germania
Pangntadt e.hf 4.4.
Bei nicht gerade günſtigem Fußballwetter
paren doch faſt 500 Anhänger des Lederballs
erommen, um der Begegnung beizuwohnen.
Sie ſahen zwar nicht den erwarteten Dieburger
Sieg, kamen aber bei den guten Leiſtungen
bei=
ei: Mannſchaften voll und ganz auf ihre
Rech=
ung. Das Reſultat iſt für Germania
Pfung=
ſaot etwas ſchmeichelhaft, ſie hat es lediglich
hyer ſchlagfertigen Verteidigung zu verdanken,
iwen Punkt aus Dieburg zu entführen.
Bei Haſſia will es mit dem Torſchießen noch
ücht recht klappen, der Sturm ſpielte
wieder=
oit klare Torchancen heraus, aber der
End=
rſolg blieb immer verſagt. Die ganze zweite
ſallbzeit ſpielte die Elf faſt gegen ein Tor, und
)ilehl blieb es vorbehalten, wenigſtens einen
ſurnkt kurz vor Schluß durch eine direkt
aufge=
ommene Flanke zu retten.
Der Anſtoß Pfungſtadts
ſird abgefangen und es entwickelt ſich ſofort
in ſtrammes Spiel, wobei abwechſelnd beide
oxe in Gefahr kamen. In den erſten 15
Mi=
unen ſind die Angriffe der Pfungſtädter weit
efkährlicher als die des Gaſtgebers, und die
bätte können in der 8. Minute durch ihren
ſarbrechten Scheuermann die Führung an ſich
Veisen. Kurz darauf ſchießen Wick und Schmidt
tawp daneben. Im Dieburger Lager wird es
itz— munterer, und in der 15. Min. lag der
usgleich in greifbarer Nähe. Ein Eckball wird
ut hereingegeben. Diehl erwiſcht den Ball, doch
e: Torpfoſten iſt die letzte Rettung. Für die
Yoige ſieht man auf beiden Seiten verteiltes
ſewDſpiel, aber die Erfolge bleiben aus. Kurz
pr. Halbzeit ſteht Pfungſtadts Heiligtum im
rannpunkt der Ereigniſſe die ſtabile
Vertei=
guung und nicht zuletzt Darmſtädter im Tor
Pereiteln den verdienten Ausgleich. Mit 0:1
ſeiden die Seiten gewechelt. Nach der Pauſe
*‟ Dieburg alles auf eine Karte. Angriff auf
Uingriff rollt gegen das gegneriſche Tor. Aber
ſe beſtgemeinteſten Sachen wurden von der gut
Urbeitenden Hintermannſchaft vereitelt.
Pfung=
ndtt hat ſich auf Halten des Reſultats
einge=
leltt, und dank dieſer Taktik konnte es den
Vor=
ſrung bis 10 Minuten vor Schluß halten. Der
bectte Läufer Würz ging in den letzten
Minu=
in in den Sturm, raſte mit einer Vorlage die
imie entlang, flankt gut vors Tor, Diehl iſt
ir Stelle und kann unhaltbar zum Ausgleich
menden. Die letzten Minuten verſtreichen für
e Zuſchauer noch etwas aufregend, aber am
eiiltat änderte ſich nichts mehr.
Zur Kritik.
1Sfungſtadts beſter Mannſchaftsteil iſt die
hlrgſichere Verteidigung, dazu die beiden ſehr
uiten Außenſtürmer, während die anderen
ip eler ſich durch ihren koloſſalen Eifer gut in
as Mannſchaftsgefüge einpaßten.
48ei Dieburg arbeitete die
Hintermann=
hafft ſehr zuverläſſig, die Läuferreihe hatte
hrien beſten Mann im rechten Läufer Würz. Im
tu rm waren Müth und Wick die treibenden
riäfte, Schmidt dagegen reichte noch nicht an
ine alte Form heran. Schiedsrichter
Schnei=
er==Union Niederrad konnte gefallen.
Deie Reſerven trennt ſich 0:3 für. Pf. f.
Xgd. Beſſungen — Reichsbahn Darmſtadt
2:1 (0:0).
Zum fälligen Verbandsſpiel trafen ſich am
on=ntag vormittag TG. Beſſungen 65 und
eichsbahn auf der Rennbahn. Nach dem Spiel
2. Mannſchaften, das die früheren Unioni=
11:1 für ſich entſcheiden konnten, betraten
ſe 1. Garnituren in vorgeſehener Aufſtellung
n Platz. Reichsbahn wählte den Wind zum
umdesgenoſſen, doch hätte TGB. ſchon in der
ſtſten Halbzeit, das Spiel für ſich entſcheiden
üſſen. Bald nach Wiederbeginn ſah man, daß
e Beſſunger Turner ſich etwas vorgenommen
ibeen mußten, denn es klappte jetzt beſſer, jeder
tiee ſich ein und tat ſein Möglichſtes. So fiel
uch bald das erſte Tor für TGB. nach ſchönem
ſuſammenſpiel durch den Mittelſtürmer. Doch
mannſchaft die abſolut vermeidbaren Gegentore
verſchuldeten. Der Platzhüter konnte hieran
nichts ändern.
In ſtärkſter Aufſtellung erſchienen die Gäſte.
Sie waren in bezug auf Kombination der
Platz=
mannſchaft in ihrer heutigen Form weit
über=
legen. Infolge ihres ausgezeichneten
Stehver=
mögens waren die Angriffe der Raſenſpieler
ſtets gefährlich, und ſie zwangen die Platz=
Deckung zur Hergabe ihres ganzen Könnens.
Die Hauptſtützen Bürſtadts waren der
hervor=
ragende Hüter, der rechte Verteidiger und der
Mittelläufer. Einen Fehler hat die
Mann=
ſchaft begangen, der ſie um den ſicheren Sieg
brachte. Anſtatt nach dem Führungstor durch
andauernde Angriffe ein weiteres Tor
vorzu=
legen, verlegten ſie ſich auf das Halten des
Er=
gebniſſes und mußten ſich dadurch von den mit
Wucht drängenden 10 Egelsbachern den
Aus=
gleich gefallen laſſen. Schon kurz nach Beginn
konnte Volz ein Tor erzielen, obwohl der
Ver=
teidiger den Schuß mit der Hand aufnehmen
wollte, was ihm aber erſt hinter der Linie
glückte. Nach leicht überlegenem Spiel der Gäſte
erzielen ſie, da der Egelsbacher rechte Läufer
und Verteidiger nacheinander über den Ball
hauen, den Ausgleich, und bald nach der Pauſe
infolge des gleichen Fehlers des
Mittel=
läufers von Egelsbach das Führungstor.
Egelsbach wirft alles in Angriff.
Un=
gezählte Flachſchüſſe wurden von dem
blenden=
den Gäſtehüter gehalten. Zirka 10 Minuten vor
Schluß wird im Anſchluß an einen Eckball von
rechts durch den Halblinken Volz der Ausgleich
hergeſtellt. Damit geben ſich beide
Mannſchaf=
ten zufrieden. Schiedsrichter Goy=Frankfurt gut.
Haſſias Spezialität.
poſtwendend glich Reichsbahn, durch Strafſtoß
aus. Das Spiel näherte ſich dem Ende, als der
Rechtsaußen Beſſungens ſchön vor das Tor gab
und der hereingelaufene Linksaußen nur noch
einzulenken brauchte. Nach einigen bangen
Mi=
nuten für die Turner ertönte der Schlußpfiff.
Wenn die Platzelf mit demſelben Elan
wei=
terkämpft, wird ſie ein ernſter Favorit für die
Meiſterſchaft ſein.
Kreisklaſſe l, Gruppe 1.
FC. 07 Bensheim — Vorwärts Bobſtadt 8:1.
Starkenb. Heppenheim — FV. Hofheim 1:4 (0:1).
Alem. Gr.=Rohrheim — FV. Biblis 0:2 (0:1).
Sppgg. Kleinhauſen — Conc. Gernsheim 2:3.
Die größte Senſation lieferten hier die
Hofheimer, die ſogar in Heppenheim ihren
dritten Sieg holen konnten. Bereits vor der
Pauſe lagen die Hofheimer knapp in Führung
und erweiterten bei glänzendem Spiel ihren
Vorſprung nach der Pauſe noch entſcheidend.
Hofheim iſt z. Zt. wohl die beſte Mannſchaft
dieſer Gruppe, was aus dieſem glatten Sieg
gegen die gewiß nicht ſchwachen Heppenheimer
auch ohne weiteres hervorgeht. — Sehr gut
war Biblis in Schwung, das in Groß=
Rohr=
heim gegen die gewiß ſehr guten und ſtabilen
Alemannen zwei Tore ſchießen konnte und
damit ſeine aufſtrebende Form unterſtrich.
Auch hier lag der Sieger bei der Pauſe knapp
mit 1:0 in Führung. — Der Bombenſieg der
Bensheimer entſpricht vollauf den
Erwar=
tungen, denn mit Bensheim muß in dieſer
Saiſon unbedingt gerechnet werden, wogegen
Bobſtadt außer körperlichem Einſatz nichts
Sonderliches bieten konnte. Die Gernsheimer
fuhren diesmal etwas deprimiert nach
Klein=
hauſen, da ihr Sturmführer Stab verunglückte
und nicht mit von der Partie ſein konnte.
So erklärt ſich der knappe Sieg der guten
Gernsheimer Elf auf dieſem gefährlichen
aus=
wärtigen Platz. Die Tabelle hat ſich nicht
ſonderlich verſchoben. Hofheim, Gernsheim,
Biblis und Bensheim werden hier wohl den
erſten Platz miteinander auszukämpfen haben.
Kreisklaſſe l, Gruppe 3.
35P. Groß=Zimmern-Germanig
Babenhauſen 5:0 (2:0).
Die erſte Halbzeit zeigt verteiltes
Feld=
ſpiel. Groß=Zimmern geht bis zur Pauſe mit
2 Toren in Führung, doch die Gäſte ſind
unentmutigt und halten nach dem Wechſel faſt
eine halbe Stunde allen Angriffen der
Platz=
elf tapfer ſtand. Dann nimmt Groß=Zimmern
das Heft in die Hand und die Ausbeute der
überlegten. Angriffe ſind drei wunderſchöne
Tore. Schiedsrichter Eberhard=Pfungſtadt leitete
das ſehr harte, aber immer anſtändige Spiel
ſehr gut. Die Reſerven trennten ſich 2:2.
Vikkoria Schaafheim-pfe. Michelſtadk
1:2 11:1).
Viel fehlte nicht und Michelſtadt hätte in
dieſem 4. Spiel auf fremdem Platz trotz
über=
legener Spielweiſe einen Punkt abgeben
müſſen. Der immer noch mit Erſatz arbeitende
Sturm der Gäſte gab ſich größte Mühe, die
zeitweiſe auf 8 bis 10 Mann verſtärkte
Schaaf=
ſeimer Verteidigungsmauer zu durchbrechen —
vergeblich, bis kurz vor Schluß der
Mittel=
ſtürmer mit einer Prachtleiſtung das Spiel
ntſchied.
Als Schiri Glöckler=Darmſtadt den Ball
freigab, entwickelte ſich ein ziemlich gehaltloſes
Spiel, das erſt nach dem Führungstreffer
durch den Gäſtehalblinken etwas flotter wird.
Die Platzherren legen ſich ins Zeug und
gleichen eine Viertelſtunde ſpäter aus. Um
dieſe Zeit leiſtet ſich ein Schaafheimer Spieler
ein ſchweres Foul und muß das Feld
ver=
laſſen. Nun iſt das Pulver der Gaſtgeber ſo
ziemlich verſchoſſen. Die zweite Hälfte
ge=
ſtaltete Michelſtadt, wenn man von einzelnen
Durchbrüchen des Gegners abſieht, zu einem
Training gegen ein Tor. Aber aller Druck
ver=
pufft an der verſtärkten Viktoria=Verteidigung.
Was durchkam, ging an die Latten oder wurde
von dem Torhüter geſchnappt. Endlich
er=
wiſchte der VfL.=Mittelſtürmer das Leder, geht
in glänzender Manier an drei Leuten vorbei
und ſchießt unter dem Jubel der Gäſte
unhalt=
bar zum Siegestreffer ein. Den Anſtoß fängt
Michelſtadts Halblinker ab, macht einen Allein=
gang vor das Gäſtetor, muß aber vor dem ſich
dazwiſchen werfenden Hüter den Ball ins Aus
rollen laſſen. Eine Minute ſpäter iſt der Kampf
beendet. Der Spielleiter gab ſich große Mühe,
aber an dem vorerwähnten Zwiſchenfall war
er nicht ganz ſchuldlos.
—m,
SV. Höchſt—Roßdorf 0:0.
Beginn des Kegelſportjahres 1934/35.
Mit der am Vorſamstag abgehaltenen
Sie=
gerehrung hat der Keglerſportverband
Darm=
ſtadt u. Umg. e. V. das Sportjahr 1933/34 zu
einem würdigen Abſchluß gebracht. Ein kurzer
Rückblick beſagt, daß das abgelaufene Jahr von
guten ſportlichen Erfolgen begleitet war und
daß die Schaffung eines Kegelſporthauſes eine
unumgängliche Notwendigkeit geweſen iſt. Als
ein beſonders ſportlicher Erfolg iſt die erſt vor
kurzem zu Ende geführte Werbewoche zu
ver=
zeichnen, die zu Beginn des neuen Sportjahres
recht gute Früchte getragen hat. Verſchiedene,
bisher dem Keglerſportverband Darmſtadt bzw.
dem Deutſchen Keglerbund noch fernſtehende
Clubs haben ſich bereits geſchloſſen dieſen
bei=
den Organiſationen angegliedert, und es ſteht zu
hoffen, daß auch die jetzt noch reſtlichen ſog.
„wilden Clubs” ſich endlich beſinnen, und den
Anſchluß an den Keglerſportverband Darmſtadt
in Kürze herbeiführen. Es geht nicht an, daß
noch verſchiedene Clubs glauben, ihr eigenes
Süppchen kochen zu müſſen, und die
Eingliede=
rung in die Fachſäule für überflüſſig halten.
Hiermit muß jetzt endlich Schluß gemacht
wer=
den, denn nur durch den Zuſammenſchluß aller
kegelſporttreibenden Clubs in die vorerwähnten
beiden Organiſationen iſt es möglich, das
Pro=
gramm des Reichsſportführers voll und ganz zur
Wirklichkeit werden zu laſſen. Jeder
Kegelſport=
ler Darmſtadts und Umgebung, muß es daher
als ſeine vornehmſte Aufgabe betrachten, dieſem
Zuſammenſchluß zuzuſtimmen, denn nur dadurch
kann die Volksverbund nheit im deutſchen Sport
weiterhin gefeſtigt werden.
Der Samstag und Sonntag hat mit dem
Beginn des Ausſcheidungskegelns
dem Sportjahr 1934/35 die Pforten geöffnet.
Das Ausſcheidungskegeln ſetzt ſich zuſammen aus
einem 600=Kugelkampf, und zwar: 4 mal 100
Kugeln und zum Abſchluß 200 Kugeln jeweils
in die Vollen, und hat den Zweck, die
Kampf=
mannſchaft für das Sportjahr 1934/35 zu
er=
mitteln. Die 10 Beſten bilden dieſe Mannſchaft.
Dem Sieger aus dieſem Kampfe winkt
außer=
dem der ſtolze Titel „Verbandsmeiſter 1934/35‟.
Es wird ſich alſo in den nächſten Wochen auf
den Bahnen des Kegelſporthauſes,
Saalbau=
ſtraße 67, ein harter Kampf entwickeln, dem nur
der ſportlich durchtrainierte Körper
ſtandzuhal=
ten vermag.
Zu dieſem 100=Kugelkampf ſtarteten 28
Män=
ner und 5 Senioren. Die Ergebniſſe vom
Samstag und Sonntag lauten: Thümmel 553
Holz, Jakob 543, Ludw. Schmidt 538, Eigenbrodt
530, Becher 529, Sattler 528, Berg 525, Mohr
524, Schmidt 521, Kern 516, Reinhardt 512,
Belz 508 Holz.
Die ſportliche Ausbeute des Sonntags
brachte außerdem die Teilnahme einer
Achtermannſchaft bei den Städtekämpfen
auf den Bahnen des Kegelſporthauſes
Rieder=
wald bei Frankfurt a. M., wobei es unſerer
Mannſchaft nicht gelang, die Spitze zu erreichen,
jedoch konnte ſie mit 4129 Holz unter 14
teil=
nehmenden Mannſchaft den 6. Platz belegen —
im einzelnen erzielten Bangert 539 Holz,
Hüb=
ner 528, Pohl 523, Grün 515, Reichert 513,
Feldmann 511, Rößler 507, Ringler 493 Holz.
Außer dem Städtekampf fand noch ein 300=
Kugelkampf ſtatt. Zu dieſem ſtarteten vom
Keglerſportverband Darmſtadt die Kegler
Röß=
ler, Grün und Pohl. In dieſem Kampf gelang
es nur Rößler, ſich erfolgreich durchzuſetzen; er
ging mit dem ſchönen Reſultat von 1632 Holz
als 7. Sieger hervor.
Einige Kegler haben ſich zum
Ausſcheidungs=
kegeln noch nicht gemeldet, wir bitten dies
ſo=
ort zu tun.
Von den Ringermatten.
Darmſtadk 1910—1888 Mainz 7:11.
Fünfhundert Zuſchauer ſahen am Samstag
abend eine hochintereſſante, ſportliche
Auseinan=
derſetzung zwiſchen dieſen Gauligamannſchaften.
Minutenlanger Beifall belohnte die
beiderſei=
tigen Kämpfer für ihre Leiſtungen. Daß es um
Punkte ging, war überhaupt nicht zu merken.
Dafür ſorgten die Akteure auf der Matte, indem
ſie durch jederzeit offene und einwandfreie
Be=
gegnungen auch dem fanatiſchſten Kritiker
kei=
nen Stoff zur Betätigung boten. Dasſelbe Lob
gebührt auch dem Unparteiiſchen König=
Frank=
furt a. M., deſſen korrektes Amtieren beſonders
zu dem reibungsloſen Verlauf dieſes
Kampf=
abends beitrug.
Bantam: Gg. Schnauber — Heuckeroth (M.):
Körperlich iſt der Gaſt überlegen, Schn. iſt aber
techniſch beſſer und diktiert über 15 Minuten die
Partie! Feder: Borowſki (D.) — Lunkenheimer
(M.): Zwei alte Bekannte, die ſich ſchon
man=
chen harten Strauß geliefert haben. L., der
ehe=
malige dritte deutſche Meiſter im
griechiſch=
römiſch Ringen, und B., der gegenwärtige dritte
deutſche Meiſter im Freiſtil, gehen hart an den
Mann und müſſen, nach beiderſeitig
ausgegli=
chenem Kampf, ſich die Punkte teilen! — Leicht:
Kohlbacher (D.) — Guttmann (M.) 3:4. Der
Mainzer iſt dem Platzringer körperlich und
tech=
niſch um ein Bedeutendes überlegen. Nach
vier=
minütigem Standkampf beendet er durch
ver=
kehrten Hüftſchwung die Partie für ſich. —
Wel=
ter: Daum (D.) — Gawenda (M.) 4:5. Dieſe
ſchönſte Begegnung des Abends brachte von zwei
ſchönen Ringergeſtalten einen techniſch auf
höch=
ſter Stufe ſtehenden Zweikampf. Nach
beiderſei=
tig raſch aufeinander folgenden Angriffsſerien
gleichen ſich die Wertungen aus und
Punktetei=
lung iſt auch hier, die Folge! — Mittel: Joh.
Zapf (D.) — Groß (M.) 7:5. An Lebendigkeit
ſtehen beide ihren leichteren Kameraden in
nichts nach. Ausgeſtattet mit den gleichen
kör=
perlichen Beſchaffenheiten, ſetzen ſie ſich mit
wuch=
tigen Attacken hart zu. Die erſten 6 Minuten
ergeben ein Remis. Die erſte Bodenrunde ſieht
den Darmſtädter unten. Ohne Wertung wird
gewechſelt und der Wiederbeginn endet durch
Ausheber aus dem Stand für Zapf! —
Halb=
ſchwer: L. Schäfer (D.) — Börner (M.) 7:8.
Der Darmſtädter Erſatzmann hält ſich im
Stand=
kampf recht tapfer, in der 5. Minute muß er
je=
doch das beſſere Können ſeines Gegners
aner=
kennen! — Schwer: Zimmermann (D.) — Horn
(M.) 7:11. Gegen den örperlich ſtärkeren und
auch techniſch beſſeren Mainzer hatte
Zimmer=
mann keine beneidenswerte Aufgabe. Kurz vor
Ablauf der 6. Minute wird der Gaſt durch
Ein=
drücken der Brücke Sieger!
Polizei Darmftadk-Borwärks
Groß=Zimmern 9:11.
Auch der zweite Verbandskampf, der gegen
die „Vorwärts”=Leute aus Groß=Zimmern
aus=
getragen wurde, ging für Polizei mit dieſem
Ergebnis verloren. Es wäre verfehlt, an
die=
ſer Stelle einen Entſchuldigungsgrund für die
Niederlage anzugeben. Es wurden durchweg ſehr
ſchöne Kämpfe gezeigt.
Bantam: Schnauber=P.—Herbert=Gr.=3. In
der 8. Min. überraſcht Schnauber ſeinen
Geg=
ner durch Armzug am Boden. Sieger;
Schnau=
ber. Feder: Becker=P.—Poth. Becker konnte
gegen den eigentlichen Bantamgewichtler nichts
ausrichten. In der 10. Min. fiel er einem
Nackenhebel zum Opfer. Sieger: Poth. Leicht:
Keutzer=P.—Ohl. Keutzer brachte Uebergewicht,
dadurch gingen die Punkte ſchon vor dem
Kampfe an Gr.=Zimmern. Im folgenden
Freundſchaftskampf unterlag er in der 3. Min.
einer Kopfſchleuder. Welter: Liß=P.—Steinbeck.
Liß zeigte ſich bei dieſem Kampf von der beſten
Seite. Nach 8 Min. hat er ſeinen Gegner durch
Armhebel mit Halbnelſon beſiegt. Mittel;
Lang=P.—Reinhardt. Ausgeglichener
Stand=
kampf. Beim Loſen zur Bodenrunde erzielt
Reinhardt 2 Wertungen, denen Lang nur eine
entgegenſetzen konnte. Punktſieger: Reinhardt.
Halbſchwer: Lißfeld=P.—Danz. Lebhafter Kampf,
bei dem ſich Danz ſelbſt auf beide Schultern
legte. Der Kampfleiter überſah jedoch dieſe
Niederlage. In der 8. Min. kam Lißfeld in
eine gefährliche Lage, aus der es kein
Entrin=
nen mehr gab. Sieger: Danz. Schwer:
Reu=
ther=P.—Bernhardt. Durch einen Ausheber aus
dem Stand kam Bernhardt in die Brücke, aus
der er ſich nicht mehr befreien konnte.
Sie=
ger: R.
Als Kampfrichter amtierte Kraft=
Biſchofs=
heim, der bis auf den Kampf im
Halbſchwer=
gewicht gut leitete. Wäre ihm dieſer Fehler
nicht unterlaufen, hätte das Reſultat umgekehrt
gelautet.
Das vor dem Hauptkampf ausgetragene
Jugend=Ringen endete 12:0 für Groß=Zimmern.
Sieger wurden in den einzelnen Klaſſen:
Hof=
richter=P. über Denker=Gr.=3. Herbert=Gr.=3.
über Braun=P., Steinbeck=Gr.=Z3. über Werner=
P., Held=Gr.=3. über Hartmann=P Wörthge=
Gr.=3. über Heß=P., Quick=P. über Schott=
Gr.=Z. und Neuner=P. über Napp=Gr.=3.
Hockey.
TSG. 46 Dſtdt. — Weiß=Blau Aſchaffenburg
2:4 (1:3).
Nach anfänglich gutem Spiel der Darmſt.
mußten ſich die 46er ſpäter doch geſchlagen
be=
kennen. D. erzielte durch den Rechtsaußen den
erſten Erfolg. Weiß=Blau kam aber immer
mehr auf und konnte bis zur Pauſe 1:3 in
Führung gehen. Nach dem Wechſel war das
Zuſammenſpiel von 46 beſſer und es beſtand
in dieſem Spielabſchnitt oft Gelegenheit, das
Reſultat zu verbeſſern, leider vermißte man
aber immer den erfolgbringenden Torſchuß.
Die Hintermannſchaft war zu weit vorgerückt
und ſo konnte Weiß=Blau durch eine plötzliche
Vorlage noch das 4. Tor anbringen. D. drängt
den Gegner in ſeine Hälfte zurück und konnte
dann auch durch den Mittelſtürmer auf 4:2
verbeſſern. Weiß=Blau ſtellte die techniſch
beſſere Mannſchaft und der Sturm verſteht es
auch Tore zu erzielen. Bei Darmſtadt war
Torwächter und Läuferreihe gut. In der
Ab=
wehr klappte es nicht ſo wie ſonſt. Es fehlt
hier der befreiende Schlag. Der Sturm ſpielte
zu kompliziert, rannte ſich im Schußkreis oft
feſt. Das Fehlen des Torwächters beim Gegner
hätte durch wirkſame Schüſſe mehr ausgenutzt
werden müſſen. Im Geſamten betrachtet waren
die Leiſtungen aber auf beiden Seiten recht
gut. Der ſchlüpfrige Platz machte ziemlich zu
ſchaffen.
Schwimmen.
Reichsbahn=TSV. Darmſtadt.
Unſere Schwimmſtunde findet am
Montag von 8.30 bis 9.30 Uhr in der kleinen
Halle ſtatt, die Mittwochſtunde von 7.30 bis 8.30
Uhr in der großen Halle,
Am 27. Oktober veranſtaltet die
Schwimm=
abteilung einen Kameradſchaftsabend bei Braun
(Deutſches Haus). Alle Abteilungen ſind hierzu
eingeladen.
Heufe abend 20 Uhr
im ſtädt. Hallenſchwimmbad Schwimmwettkampf
SV. Heſſen Worms—TSG. 46 Darmſtadt,
Nr. 285
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 15. Oktober 1934
unobant ii Caddeft
Zweimal Siege in Darmſtadt: Hoher 14:3 (6:1) Erfolg des Meiſters über Haßloch und dramatiſcher
Endkampf am Böllenfalltor, wo Herrnsheim 7:8 4:4 unterliegt.
Die Handball=Ergebniſe.
Süddeutſche Meiſterſchaftsſpiele.
Gau Südweſt.
Polizei Darmſtadt — TV. Haßloch .. . . . 14:3,
Pfalz Ludwigshafen — SV. Wiesbaden . . 4:5,
Tgſ. Offenbach — TV. Frieſenheim . . . . 7:6,
SV. 98 Darmſtadt — TSV. Herrnsheim . . 8:7,
VfR. Schwanheim — VfR. Kaiſerslautern 5:3.
Gau Baden: SV. Waldhof — TSV. Nußloch
9:7; Phönix Mannheim — VfR. Mannheim
8:2: TV. 62 Weinheim — Tſchft. Beiertheim
105; Tgd. Ketſch — FC. 08 Mannheim 13:5;
TV. Ettlingen — TV. Hockenheim 5:4.
Gau Württemberg: TV. Cannſtatt —
Stutt=
garter Kickers 10,;6: TSV. Eßlingen — Tgm.
Göppingen 17:10; Stuttgarter TV. — Tbd.
Göp=
pingen 4:9; Tgſ. Stuttgart — TV. Altenſtadt
638: TSV. Süßen — Ulmer FV. 94 8,38.
Gau Bayern: Sppg. Fürth — TV.
Milberts=
bofen 11:3; TV. Ingolſtadt — 1860 München
8:8; TV. Leonhard/Sündersbühl — M. T. V.
München 8:4; Polizei München — FC.
Bam=
berg 7:5: 1. FC. Nürnberg — Polizei
Nürn=
berg 1:9.
Die Turngeſellſchaft Offenbach hat auch ihr
zweites Pflichtſpiel gewonnen. Diesmal mußte
der DT.=Altmeiſter TV. Frieſenheim auf der
Offenbacher Roſenhöhe mit 7:6 daran glauben.
Auch der DT.=Altmeiſter TSV. Herrnsheim kam
in ſeinem zweiten Spiele um eine Niederlage
nicht herum. In ſeinem erſten Punkteſpiel konnte
der SV. 98 Darmſtadt über die Wormſer knapp
mit 8:7 ſiegen. Der deutſche Meiſter. Polizei
Darmſtadt, eröffnete die diesjährige Serie mit
einem glatten Sieg von 14:3 über den Neuling
TV. Haßloch. Recht gut hielt ſich der SV.
Wies=
baden, der in Ludwigshafen über Pfalz mit 5:4
gewann. Tgſ. Offenbach, Polizei Darmſtadt,
Darmſtadt 98 und SV. Wiesbaden führen die
Tabelle ohne Punktverluſte an. Der VfR.
Schwanheim landete mit 5:3, über den VfR.
Kaiſerslautern ſeinen erſten Sieg.
60 Minuten härteſter Männerkampf.
mern an. 15 Minuten lang branden die
beider=
ſeitigen Angriffswellen gegen unſchlagbare Ab=
Zwei ebenbürkige Rivalen.
wehrreihen. Dann findet ein Strafwurf von
Mait 10 Männ Aoc geſtegt.
SV. 98 Darmſtadk-TSG. Herrnsheim
ei7 ſ4.A.
Der erſte Kampf am Böllenfalltor am
Sonn=
tag nachmittag war tatſächlich ſpannend und
dra=
matiſch von der erſten bis zur letzten Minute.
Die Gäſte aus Herrnsheim kamen unverkennbar
mit dem Willen, unter allen Umſtänden zu ſiegen,
um ſo ihre Anwartſchaft auf die Spitze von
An=
fang an zu unterbauen. Die Gäſte machten mit
ihrer heutigen Leiſtung ihrem guten Ruf alle
Ehre. Sie kämpften mit einem Eifer, einer
Zähigkeit, aber auch äußerſter Härte, die ſich
zwi=
ſchen den Favoriten in dem ſtark beſetzten Gau
Südweſt herausgebildet hat.
Die beſten Waffen der Gäſte
ſind immer noch ihre durchſchlagskräftige
An=
griffsreihe und die aufmerkſame, ſtahlharte
Ver=
teidigung. Zudem verfügen ſie in ihrer
Läufer=
reihe in der Mitte über einen
Vollbluthandbal=
ler, der unermüdlich in Aufbau und Abwehr iſt.
Der Sieg des heutigen Spieles konnte jeder
Par=
tei zufallen; letzten Endes entſchied Glück und
ein prächtiger Endſpurt der Platzelf, die dieſe
Zeit nur noch mit 10 Mann kämpfte, das beſſere
Ende. Herrnsheim iſt eine der ſtärkſten
Mann=
ſchaften im Gau!
Die Elf vom Böllenfalltor
hatte in dieſem Spiel wirklich hart zu kämpfen.
Die neue Angriffsformation zeigte, nachdem ſie
etwas eingeſpielt war, recht ſchöne Leiſtungen.
Lediglich die Verwertung von Strafwürſen
wußte man erſt gegen Spielende erfolgreicher zu
verſuchen. Die neuen und neu=alten Geſichter in
der Abwehr gaben ſich mit großem Eifer ihrer
Aufgabe hin. Weber im Tor hielt, was zu
hal=
ten war. In der Verteidigung Dittmar—Förſter
verſtand man ſich ſehr gut, und auch die
Läufer=
reihe Pabſt, Delp. Jungheim war bald mit den
Praktiken des weiß=blauen Sturmes vertraut und
gab ſich namentlich der Bewachung der Brüder
Embach und Worms mit Energie hin. Im Sturm
war Feick nach der Pauſe groß in Fahrt, er
ver=
ſtand ſich recht gut mit Eichhorn, Freund als
Sturmführer arbeitet etwas zurückhaltend und
unauffälliger. Koch und Kaltenbach wurden
nicht übermäßig eingeſetzt und ſind daher an den
Torerfolgen geringer beteiligt, obwohl ſie bei
der Einleitung der Aktionen kaum Wünſche offen
ließen. Die neue Fünferreihe der 98er hat das
Zeug in ſich, dem Ruhm der alten blauen
Stür=
mer neuen Glanz zu verleihen, zumal es auch an
Eifer heute nicht fehlte.
Das unerhörk ſchnelle und harte
Fefen
ſah zunächſt Herrnsheim durch Embach I. 0:1 in
Führung gehen, doch Eichhorn glich anſchließend
aus. Von beiden Seiten wird von Anbeginn
mit vollem Einſatz der Körperkraft und unter
reſtloſer Ausnutzung der Spielregeln gerungen,
ſo daß dem Schiedsrichter das
temperamentgela=
dene Spiel aus den Händen zu gleiten drohte,
wogegen er ſich mit andauerndem Gebrauch
ſei=
ner Pfeife wehrt, ſo daß, ſehr zum Aerger von
Spielern und Publikum, die Anwendung der
Vorteilsregel unmöglich wurde.
In ununterbrochenem Fluß erleben die 600
Zuſchauer ſpannende Kampfbilder im Feldkampf
um den Ball, bei Strafwürfen und deren
Ab=
wehr, dazu prächtige Paraden der beiden Hüter,
Feick bringt durch Strafwurf 98 mit 2:1 in
Füh=
rung, die ein Strafwurf von Worms egaliſiert.
Der Repräſentative Embach kommt frei zum
Wurf, doch Weber pariert in feinem Hechtſprung.
In der 22. Minute erzielt Freund den 3. und
Feick durch Strafwurf anſchließend den 4. Treffer
für 98, doch bis zum Seitenwechſel zieht
Herrns=
heim wieder gleich durch, ein Feldtor Embachs
und einen von Embach an Worms abgeſpielten
Strafwurf von Worms.
Nach Wiederbeginn drückt Herrnsheim noch
aufs Tempo und greift faſt ſtets mit 6 Stür=
Worms den Weg ins Netz. Nach einer Serie von
zweifelhaften und Fehlentſcheidungen des
Unpar=
teiſchen die beide Parteien benachteiligen, muß
wegen Widerſpruchs Delp den Platz verlaſſen.
Mit 10 Mann greift 98 in den letzten 15
Minu=
ten wuchtig an, und dieſe Spielphaſe war von
unaufhörlicher Spannung und dramatiſchem Wech=
ſel bis oben erfüllt. Ein Strafwurf von Feick
bringt den 5:5=Stand. Anſchließend ſpurtet
Freund an zwei Herrnsheimern vorbei und
ver=
beſſert auf 6:5. Der gleiche Verſuch findet im
nächſten Augenblick Kiſſel auf dem Poſten. Aber
Embach I. reißt den 6:6=Stand an ſich. Unter
ungeheurer Spannung ſetzt Feick zu einem
Straf=
wurf an: die Partie ſteht 7:6, und vom Anpfiff
weg deckt 98 die Fünferreihe der Gäſte. Da brauſt
Seeberger aus dem Hinterhalt heran, und gegen
ſeinen placierten Wurf war kein Kraut
gewach=
ſen: 77.
Noch zwei Minuten Spielzeit: Wer wird
ſiegen? Die Spannung ſtieg auf den Siedepunlt:
Herrnsheim liegt im Angriff, Pabſt unterbindet,
geht mit nach vorn, die Stürmer ſetzen ſich noch
einmal kraftvoll ein, Feick kommt zum Schuß,
und „Tor!” brauſt es um den Platz; 8:7.
Herrns=
heims Angriff wird zerſtört. Embachs
Straf=
wurf legt einen blauen Verteidiger groggy um.
Noch wenige Augenblicke, und Herrnsheim bringt
den Siegesruf auf 98 aus. Gewiß eines der
aufregendſten Spiele der Saiſon liegt hinter
uns.
Schiedsrichter Laux=Frankfurt hatte keine
leichte Aufgabe und verdiente trotz ſeiner
ſchwachen Leiſtung unter keinen Umſtänden die
Zurufe einiger Fanatiker; ebenſo
unkamerad=
ſchaftlich war das Verhalten einiger
andersfar=
biger Handballer aus Darmſtadt. Wer gemeint
iſt, wirds wiſſen.
Die Mannſchaften ſtanden:
Herrns=
heim: Kiſſel; Janſon, Ernſt; Flörſch, Seeberger,
Uhl; Embach II., Embach I., Wiegand, Worms,
Käſtner. — SV. 98: Weber; Dittmar, Förſter;
Pabſt. Delp, Jungheim; Koch, Kaltenbach,
Freund, Eichorn, Feick.
5..
Jugend — Reichsbahn 7:4.
Klarer Sieg des Meiſters.
Polizei Darmſtadt-Tp. Haßloch
14:3 (6:1).
* Am Sonntag vormittag griff der deutſche
Handballmeiſter Polizei Darmſtadt in die
Mei=
ſterſchaftsſpiele ein. Vor etwa 150 Zuſchauern
repräſentierte ſich die Elf nach einem zu Beginn
verſtändlichen „ſchwachen Viertelſtündchen”, in
einer ganz überzeugenden Form, ſo daß ſie als
hoher Favorit für die Liga ins Rennen ſteigt.
Der Sieg der Grünen, ſtand nie in
Frage, als erſt die Kombinationsmaſchine des
Angriffs warm geworden war. Stahlacker, als
Nachfolger Kipfers, im Tor lieferte eine ganz
vorzügliche Partie, augenfällig ſeine geſunde
Sprungkraft nach beiden Seiten. Die ſichere
Ver=
teidigung Pfeiffer—Blank hatte es mit der
auf=
opfernden Läuferreihe Stahl—Daſcher—Unmacht
nicht allzuſchwer, den Gäſteſturm zur
Erfolgloſig=
keit zu verurteilen. Dabei hatten die Genannten
reichlich Zeit, den Sturm beim Aufbau und im
Angriff zu unterſtützen. Die Fünferreihe mit
Luley, Huber, Sommer, Spalt, Rothärmel war
beſonders nach der Pauſe gut in Fahrt: 8 Tore
und einige Lattentreffer in dieſer Zeit ſprechen
eine beredte Sprache. Namentlich da die
Gäſte=
abwehr ſehr eifrig abdeckte. Aber immer
wie=
der verſtanden es die grünen Stürmer, ſich
frei=
zuſpielen, und dann blieb ein geſunder Schuß
nicht aus.
Die Gäſte ſpielten zwar aufopfernd in der
Verteidigung und Läuferreihe — beſonders der
Mittelläufer arbeitete lobenswert —, aber ihre
Angriffstaktik im Sturm war zu durchſichtig,
im=
mer wieder verſuchten ſie ausgerechnet in der
Mitte der gut geſtaffelten Deckung
durchzukom=
men. Stur hielten ſie an dieſer Taktik feſt, ohne
das Spiel in die Breite zu ziehen, dabei verfügen
ſie in dem rieſigen Annawald über eine Waffe,
die nur geſchliffen werden müßte, um zu
Er=
folgen zu verhelfen. Heute iſt er zu unbeweglich;
zudem fehlt faſt allen Stürmern ein ſchnell
ent=
ſchloſſener, zielſicherer Torwurf. Auffallend auch
wie der Angriff, ſtatt nach vorn, immer noch
einmal eine Station zurückſpielte. Außerdem iſt
ihr Torhüter reichlich klein und rechts
auffal=
lend unſicher. Als das der grüne Sturm
be=
merkt hatte, konnte Schuſter zehnmal rechts die
Bälle aus dem Netz klauben. Dreimal rutſchten
ſie zudem unter ſeinem Körper noch über die
Linie. Haßloch erſchien mit Schuſter; Löwer,
Bertſche; Kaiſer, Miſchon I., Klohe; Annawald,
Scheuer, Miſchon II., Flott, Lindenſchmitt.
Das anſtändige Spiel verlief nah
15 Minuten recht anſprechend, und von da ab
war eine Ueberlegenheit der Platzelf nicht zu
verkennen. In faſt gleichmäßigen Abſtänden
ſetzte dann der Torreigen ein. Beim Stand von
3:0 kamen die Gäſte durch Miſchon II., ihren
aktivſten Stürmer, zum 1. Gegenangriff, dem ſie
erſt 20 Minuten nach dem Wechſel durch
Linden=
ſchmitt zwei weitere Tore anhängen konnten.
Polizei, die bereits bei der Pauſe 6:1 führte,
be=
endete die Partie zweiſtellig mit 143 (Spalt 4,
Rothärmel 3, Sommer, Huber und Luley je 2,
Daſcher) Toren.
Schiedsrichter Beck=Frankenthal als
Unpar=
teiiſcher gefiel Spielern und Zuſchauern.
Pol.=Reſ. — TV. Egelsbach, der ſehr geſchickt
und aufmerkſam bei der Sache war, 2:4 für E. 5.
Handball im Kreis Starkenburg
TV. Bickenbach — TV. Pfungſtadt 5:5 (3:3).
Bezirksklaſſe.
Wenn man in ruhiger Betrachtung einen
Staffel Vl: 46 Darmſtadt — Germania
Pfungſtadt 5:4 (2.3). Bickenbach — TV.
Pfungſtadt 5:5 (3:3). Lorſch — Tſchft.
Gries=
heim 4.:8 (2.0.
Staffel III: Nauheim — 04 Arheilgen
8:4 (3:1).
Kreisklaſſe I, Staffel 1:
Polizei Reſerve — Egelsbach 2:4.
Ueberraſchenderweiſe liegen die
Torverhält=
niſſe weit unter denen des Vorſonntags. Nur
Nauheim machte eine Ausnahme, und läßt mit
dem 8:4 gegen 04 Arheilgen andeuten, daß es
in der Bezirksklaſſe ſeinen Mann ſtellen wird.
Das knappe Ergebnis der 46er gegen die
Pfungſtädter Germanen läßt heute ſchon
ſo=
viel ſagen, daß die Anwärter auf die Spitze
alle Spiele gegen die übrigen Mannſchaften
gewinnen müſſen und dann liegt die
Ent=
ſcheidung bei 46, Germania und Viktoria. Die
Griesheimer Viktoria ſteht in der Ausſicht
etwas ſchlechter durch ihre Niederlage auf
eigenem Platze gegen die 46er. TV.
Pfung=
ſtadt hat in Bickenbach einen Punkt geholt,
der ſpäter einmal ſehr wertvoll ſein kann. Die
Griesheimer Turner verſpüren ſehr den
Weg=
gang einiger guter Stürmer, denn ſie
brach=
ten in Lorſch nur zwei Tore fertig. Aber auch
die Platzelf zeigte im Sturm nicht die Leiſtung
des Vorjahres. Es geht einem Verein wie
dem andern, nämlich brauchbaren Erſatz zu
finden. Egelsbach lieferte gegen die Reſerben
der Polizei eine gute Partie, wobei die
Schnelligkeit der Egelsbacher lobend erwähnt
werden muß.
Geſamteindruck über dieſes Spiel feſtlegt, ſo
verdient der volle Einſatz beider Parteien die
Haupterwähnung. Es wurde gekämpft. Jeder
Spieler gab ſein Beſtes her. Sehr hinderlich
war der aufgetretene Sand, der den Ball nicht
zurückſpringen ließ, und darunter litt
natür=
lich der Spielfluß. Bi. hatte Hch. Zeißler in
der Abwehr ſtehen. Pfu. ſtellte auf
Rechts=
außen Gg. Kramer, der wegen einer
Ver=
letzung mehrere Jahre nicht geſpielt hat. Bald
nach Beginn verwandelte Grund kurz
ent=
ſchloſſen einen Strafwurf zum 0:1 für die
Gäſte. Bi. antwortete mit Gegenangriffen,
rückte auf und überſah, daß Gg. Kramer
unge=
deckt auf Rechtsaußen ſtand. Prompt erhielt
er eine Vorlage und vermittels ſeiner
Schnellig=
keit ſtürmte er aufs Bi. Tor. Ein Schütze war
er nie, aber er traf placiert zum 0:2. Es
dauerte eine Weile, bis Bi. durch Zeißler
(Strafwurf) ein Tor aufholte. Noch atmete die
Elf auf, daß endlich der Bann gebrochen war,
da ſtürmte der Gäſtemittelläufer Gräff mit. Er
ſetzte von rechts aus im ſpitzen Winkel einen
ſcharfen Schuß an, den Opper über ſich
durch=
ließ — 1:3. Kurz vor der Pauſe zog Bi. durch
Jakob Zeißler gleich, der ein Feldtor erzielte
und einen Strafwurf einſchoß, 3:3 und Pauſe.
In den nächſten 5 Min, verwandelte
Blumen=
ſchein zwei Strafwürfe ür die Gäſte zum
3:5. 20 Min. verliefen torlos. Schneider holte
mit Strafwurf ein Tor auf, und unter der
Anfeuerung der Zuſchauer holte Koradill den
Ausgleich. In letzter Minute hatten die Gäſte
Gelegenheit zum Siege, doch der Ball wurde
verſchoſſen.
Bezüglich der Leiſtung der Spieler iſt zu
ſagen, daß man auf einem harten Platz mehr
erwarten darf. Bei Bi. hat ſich der junge
Zeißler ſehr gut im Sturm eingeſpielt.
Schnei=
der verſchoß mindeſtens 10 Strafwürfe. Jakobi
iſt immer noch der nimmermüde Schaffer,
Pfungſtadt hatte ein gutes Schlußtrio. Wenn
Grünig nicht wäre! Die Läuferreihe gefiel
durch Stellungsſpiel und Abdeckung. Das iſt
auch der Grund, warum Schneider=Bi, nicht
gefährlich werden konnte. Im Sturm hatte
Grund drei freie Bälle einzuſchießen, aber er
packte nicht einen.
Schiri war Schauermann=Sachſenhauſen der
die Abſicht mancher Stürmer nach
Straf=
würfen durchſchaute und den Ball der Abwehr
gab. Das,Spiel verlief vor nicht allzuviel
Zu=
ſchauern reibungslos.
Lorſch — Tſchft. Griesheim 4:2 (2:0).
Das Antreten des vorjährigen
Gruppen=
ſiegers Griesheim hatte eine große Spannung
ausgelöſt, zumal die Heppenheimer im erſten.
Treffen mit 2:8 die Punkte in Griesheim
ge=
laſſen hatten. Lorſch war ſich daher ſeiner
Auf=
gabe bewußt und griff mit Rieſeneifer ſofort
in das Spiel ein, unverkennbar war ein
leichter Vorteil, der auch den Pauſenſtand mit
2:0 ergab. Doch das Spiel war noch nicht
ge=
wonnen, denn die Gäſteangriffe waren
gefähr=
lich, wenn ſie auch meiſtens in der Abwehr
abgeſtoppt wurden. Es klappte dann auch beſſer.
Gr. kam zu zwei Toren, doch L. war
eben=
falls erfolgreich, ſo daß mit demſelben
Vor=
ſprung 2:0 auf 4:2 ein ſpannendes Spiel
be=
endet wurde.
Nauheim — 04 Arheilgen 8:4 (3:1).
Auf das erſte Heimſpiel in der
Bezirks=
klaſſe war man mit recht geſpannt, zumal die
Elf in Arheilgen beim TV. wohl unterlegen
war, aber mit 7:11 auf gute Stürmerleiſtung
ſchließen ließ. Sie gab den Ausſchlag.
Ob=
wohl zwei Etatsmäßige fehlten, war Nauheim
von Anfang an überlegen und führte das
Spiel zum ſicheren Siege mit 8:4 durch. Arh.
hatte Schußpech, dazu traf der Sprendlinger
Schiri ein paar Entſcheidungen, zu denen die
Gäſte die Köpfe ſchüttelten. Die Elf war
da=
her etwas verärgert. Sehr wacker ſchlug ſich
der Arh. Hüter.
Wir tragen die reſtlichen Ergebniſſe der
Vorſonntage nach.
30. 9. Bezirksklaſſe, Staffel VIIT. (Odee
wald): Erbach — Groß=Umſtadt 8:77. Rein
heim — Lengfeld 11:5.
7 10. Kreisklaſſe 1/2: Königſtädten —
Wallerſtädten 2:3. Kreisklaſſe II/2:
Götzen=
hain — Münſter 8:8: Urberach —
Reichs=
bahn 11:9.
Die ſtärkſten Nerven gaben den
Msfclal.
TSG. 46 Darmſtadt — Germania Pfungſtadt
5:4 (2:3).
Dieſes intereſſante Spiel, das in der
Vor=
runde als Vorentſcheidung gelten kann, hat
dementſprechend am Sonntag vormittag mit gut
300 Zuſchauern recht guten Beſuch aufzuweiſen.
Daß trotz einer gewiſſen Härte dieſes aufregende
Spiel nicht ausartete, blieb das Verdienſt des
Schiedsrichters Nikoley, der auch die 22 gut
be=
wachte. Nur einigemal griff er zu
Verwar=
nungen, was beide Mannſchaften, im Rahmen
hielt. Recht ſchwer machten es ihm die
Pfung=
ſtädter Anhänger, die ſich zum Schluß doch noch
in das Unvermeidliche fügten.
Das Spiel brachte Kampf bis zum Schluß.
Nichts wurde verſchenkt, um jeden Zoll Boden
wurde gerungen. Zu Beginn des Spiels
erſchie=
nen die Germanen beſſer als 46, man merkte
ihnen an, daß ſie ſich was vorgenommen haben.
Anfangs ſteht es nicht gut um die 46er, doch mit
der Ruhe wurde die Sache klarer. Die
Germa=
nen hatten nicht mit Senger gerechnet, der heute
ſeinen Kameraden Meyer faſt übertraf. Kurz
vor Halbzeit drehen die Pfungſtädter mächtſg
auf und ſchaffen auch die Führung mit 3:2. Nach
dem Wechſel aber hat 46 den Wind als
Bun=
desgenoſſen und beſteht am Schluß die
Nerven=
probe. Die Erfahrung der Aufſtiegsſpiele kommt
hier zum Vorſchein. An Spielſtärke erſcheinen
beide Mannſchaften gleich ſtark, an
Spielerfah=
rung hat 46 ein Plus für ſich.
Zum Spiel.
Der Anwurf der Darmſtädter wird gut vor”
getragen, aber von Crößmann geſtoppt. Pſ.
kommt ins Spiel, und ſchon holt ſich Senger den
erſten Applaus durch prachtvolle Abwehr des
ſcharfen Balls von Meierhöfer. Noch etliche
ſcharfe Bälle erledigt er ſicher. Das ſcheint die
Germanenſtürmer verſtimmt zu haben. Witzleb
beſorgt die Führung für 46, und Arnold erhöht
auf 2:0, was gutes Zuſammenſpiel im Sturm
zuwege brachte. Nicht ganz glücklich iſt die Hine
termannſchaft von 46 bis Halbzeit, denn
Meier=
höfer dreimal frei durchlaufen zu laſſen, war
ſtark, obwohl auch die Leiſtungen der
Pfung=
ädter anzuerkennen ſind. Nach dem Wechſel
zieht 46 gleich, dann iſt wieder Pfungſtadt bein
Zug. Unbegründete Zurufe von
Gäſteanhän=
gern gegen den Schiri bringen Unruhe in die
Germanenelf. Die Leute aus der Rheinalle
laſſen ſich nicht aus der Ruhe bringen, und nach
wechſelnden Führungen wird in den letzten zwei
Minuten ein Tor und damit der Sieg und
Punktgewinn erzielt. Die ſtärkeren Nerven
gaben den Ausſchlag.
Die 2. Mannſchaften trennten ſich mit 4i
für Pf. Das Spiel der 3. Mannſchaft iſt aus
gefallen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 285 — Seite 7
däe Verwendung des freigewordenen
Anmenogaten.
(Richllinien des heſſiſchen Staalsminiſters.)
Die von dem Staatsminiſter im öffentlichen Intereſſe ver=
(tr völlige oder teilweiſe Aufhebung des am Allmendgut
be=
eriden Ortsbürgernutzens in einer Gemeinde iſt den
Berechtig=
tvon der Bürgermeiſterei in ortsüblicher Weiſe
bekannt=
zuechen. Das durch die Aufhebung der Nutzungsrechte
freigewor=
de Allmendgut iſt, ſoweit dasſelbe nicht
zur unentgeltlichen oder verbilligten Nutzung an bedürftige
Ortsbürger
hüberlaſſen iſt, in erſter Linie zur Schaffung neuer ſelbſtändiger
hmernſiedlungen und zur Abrundung beſtehender
Auernwirtſchaften auf eine volle Ackernahrung zu verwenden.
Bürgermeiſterei hat zunächſt ein Verzeichnis der
bedürf=
ſtn, Ortsbürger aufzuſtellen, denen freigewordenes Allmendgut
hr unentgeltlichen oder verbilligten Nutzung
ſir aſſen werden ſoll. In dem Verzeichnis ſind die
Vermogens=
hiltniſſe der betreffenden Ortsbürger kurz darzuſtellen und es
ihserbei anzugeben, ob die Gewähr dafür beſteht, daß das zu
ſür aſſende Allmendland in wirtſchaftlicher Weiſe genutzt wird.
Eroei darf zur Ueberlaſſung keine größere Fläche vorgeſehen
mueen, als ſie dem einzelnen Ortsbürger vor der Aufhebung des
L=Bürgernutzens zugeſtanden hat. Die für bedürftige Ortsbürger
zrſondernde Fläche ſoll im allgemeinen ein Fünftel des
freige=
wigenen Allmendlandes nicht überſchreiten.
Das nach Ausſonderung für die bedürftigen Ortsbürger
ver=
bkende freigewordene Allmendland ſoll grundſätzlich an die in
N Gemeinde anſäſſigen Bauern zur
Schaffung neuer Bauernſtellen
ſiexeben werden. Die Abgabe erfolgt unentgeltlich und bis auf
vtrres gegen eine Zinszahlung von 3 v. H. und eine Tilgung
v. bis 2 v. H. Der Wert der abzugebenden Grundſtücke wird
hih eine Kommiſſion abgeſchätzt. Dieſer Kommiſſion
ge=
hin an; der Landesbauernpräſident, der Sachbearbeiter für das
Aiwrationsarbeits= und Siedlungsprogramm, der
Kreisbauern=
füren, der Landwirtſchaftliche Ortsfachberater der betreffenden
Giiinde, der Bürgermeiſter und der Beigeordnete der
betreffen=
h Semeinde. Grundſätzlich ſoll die Ueberführung des
Allmend=
ſo” im Rahmen des Meliorationsarbeits= und
Siedlungspro=
guurns vorgenommen werden. In dieſem Falle unterliegt die
Zelung des freigewordenen Allmendfeldes an die Bauern der
Aelung 1e des Heſſiſchen Staatsminiſteriums unter Zuziehung
herorbenannten Kommiſſion. Die Abgeltung für zugeteiltes Land
ſars der Landnehmer erfolgt an die von der heſſiſchen Regierung
uueßeichnende Kaſſenſtelle. Dieſe ſtellt im Verrechnungswege
ſi. Die Abteilungen 1e und 1b des Heſſiſchen Staatsminiſteriums
belstreffenden Gemeinden, in denen das Verfahren durchgeführt
p: die jährlich anfallenden Beträge ſicher.
Eine Entſchädigung an die bisher nutzungsberechtigten
artsbürger am Allmendgut der Gemeinden erfolgt nicht.
Soweit den wirtſchaftlichen und ſozialen Bedürfniſſen der
ſich Aufhebung der Nutzungsrechte Betroffenen nicht bereits
ſh eine Zuteilung Rechnung getragen iſt, kann von der
Ge=
hnde und nötigenfalls durch Anordnung des Kreisamtes in
be=
biegen Fällen von Bedürftigkeit ein Härteausgleich
ge=
hir: werden. Der Beſchluß und die Anordnung bedürfen der
Zu=
kanuung der Miniſterialabteilungen 1b und 1e. Die aufzuſtellen=
Rerteilungspläne und Verzeichniſſe über Abgabe von
freige=
bdemem Allmendland an bedürftige Ortsbürger ſind dem
zu=
töigen Kreisamt einzureichen. Dieſe Unterlagen ſind nach
ieh=ender Prüfung im Benehmen mit dem zuſtändigen Kreis=
Hſemführer der Miniſterialabteilung 1b. (Innere Verwaltung)
yverzugeben. Dieſe hat die Befugnis, Aenderungen im
Einver=
vbeinn mit der Miniſterialabteilung 1e (Landwirtſchaft) vorzu=
Huien.
Provinzialausſchuß.
1. Klage der Anna Maria Weber zu Oberroden gegen den
9ßd des Kreisamts Dieburg vom 6. Juli 1934, wegen
Ver=
ſ or der Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft.
Tms Kreisamt hat das Bedürfnis verneint zuſammen mit
Hſöemeinderat. Die Wirtſchaft, ſo führt die Klage aus, ſei an
kherin verpachtet, es handele ſich um ein neuzeitlich
eingerich=
tt Saus mit gutem Umſatz. Letzteres beſtreitet die
Bürgermei=
ſtri. Der Ehemann Weber war, wie er angibt, arbeitslos. In
broden beſtehen 23 Konzeſſionen bei 3300 Einwohnern. Die
KIneſſion wird erteilt unter Vorausſetzung
diF Erfüllung der vorgeſchriebenen
Bedin=
giſtg en.
12. Klage der Anna Walz zu Bickenbach gegen die Entſcheidung
dk=Kreisamts Bensheim vom 6. Juli 1934, wegen Nichterteilung
dwk laubnis zum Betrieb einer Gaſtwirtſchaft mit
Branntwein=
cührnk.
Zie Konzeſſion wurde verſagt, weil ein Bedürfnis nicht
nach=
gbteſen iſt. Ein Bedürfnis für ein Hotel ſcheint mit Rückſicht
c thie bevorſtehende Eröffnung der Reichsautobahn nicht vorhan=
Anzu ſein. Das Unternehmen ſoll mit Schweſter und Schwager
En eines Gaſtwirts) betrieben werden, die nötigen Mittel
vorhanden. Die Bürgermeiſterei hält für Bickenbach kein
ſu nis vorhanden. Die Klägerin reflektiert auf den
Fremden=
vehr. Das Lokal wäre eine Viertelſtunde von Bickenbach
ent=
feß, was für die Frage der polizeilichen Ueberwachung in
Be=
mu kkommt. — Der Vertreter der Klägerin führt aus für
ſinſach ſei keine Konkurrenz geplant. Der Bau iſt bereits
er=
el und wohl in der Ueberzeugung, die Konzeſſion werde erteilt
weer. Klägerin hat ihr eigenes Geld in den Bau geſteckt. Der
Vkrcker des Kreisamts führt aus, wer in die Bergſtraße fahre,
birze jetzt die alte Bergſtraße. Die Konzeſſion wird
er=
tiet unter Vorausſetzung der Erfüllung der
vißgeſchriebenen Bedingungen.
!Klage der Berta Raab zu Darmſtadt gegen die Entſcheidung
dukineisamts Darmſtadt vom 20. Juli 1934 wegen Nichterteilung
do Eilaubnis zum Betrieb einer Schankwirtſchaft mit
Brannt=
minu sſchank.
Dire Konzeſſion für Lichtenbergſtraße 73 wurde verſagt, weil
eidnrü heres Konzeſſionsgeſuch für Paron nicht genehmigt wurde,
win gegen die miniſterielle Sperrverordnung verſtoßen würde.
Küſſierin betont, die Verhältniſſe hätten ſich ſeitdem durch
Errich=
tumeſ nes neuen Baublocks weſentlich verändert. Früher beſtand
in en- Lokal ein guter Mittagstiſch. Ein Zeuge bekundet, die
wſſichaftlichen Verhältniſſe hätten ſich in dieſer Gegend gerade
inhr letzten Zeit gebeſſert. Der Wirt, der das Lokal von 1920
bNRA6 betrieb, ſagt aus, ſeine Wirtſchaft ſei gut gegangen; er
eun prima Geſchäft gehabt, auch ſein Nachfolger habe reüſ=
„Die Wirtſchaft beſteht ſeit 35 Jahren. Der Vertreter der
Aueinn betont, die genannte Sperrverordnung ſei mit 1.
Okto=
b7Mör:4 abgelaufen. 8 20 des Gaſtſtättengeſetzes ſei nicht
anwend=
berdie Wirtſchaft habe ſich im Laufe dieſes Jahres weſentlich
ge=
bamt, die Konſumkraft ſei gewachſen, noch im September d. J.
m= erfreuliche Aufwärtsbewegung amtlich feſtgeſtellt worden.
Die weſentliche Veränderung der Verhältniſſe ſei gerade für
diht BBaublock erwieſen. Der Vertreter des Polizeiamts betont,
del=lnnſatz in der Wirtſchaft ſei zurückgegangen. Die Klage
waſddabgewieſen.
Beſchwerde des Ga. Crößmann zu Wixhauſen gegen den
BAſeiſo des Kreisamts Darmſtadt vom 26. Auguſt 1933, wegen
92merteilung der Erlaubnis zur Abgabe von M.lch.
d)ie Sache iſt abgeſetzt.
. Hausfrauen! Jetzt Kartoffeln einlagern! Trotz der
Trockenheit im Frühjahr und Sommer dieſes Jahres
kolnie ſin den meiſten Gebieten Deutſchlands eine verhältnismäßig
zug und vor allen Dingen auch qualitätsreiche Kartoffelernte
eierbnacht werden. Unſere Bauern ſind daher in der Lage, jede
gegiigſtre Menge Kartoffeln an Händler und auch an die
Ver=
brceherr zu Einlagerungszwecken in guter Qualität abzugeben.
—ſie weitblickende Hausfrau benutzt deshalb die günſtige
Ge=
legreyeät, um, wie das in früheren Jahren allgemein der Fall
gegven iſt, ihren Wintervorrat an Kartoffeln jetzt im Herbſt
eisügggern. Sie hat dann nicht nur die Gewähr für
einwand=
ſie erhält bei Abnahme von mehreren
ruuſeist, vor Eintritt der kalten Jahreszeit ihren Bedarf an
KAwffeeln für den ganzen Winter ſofort zu decken. Sie leiſtet
ſieſh lhlſt damit den beſten Dienſt.
der Aebenlseinfag der Angeſteiiten
ii Seutemoer locner gauftig.
Die der Stellenvermittlung der Deutſchen
Angeſtellten=
ſchaft im September erſtatteten Berichte ihrer Geſchäftsſtellen
laſſen einheitlich aus dem ganzen Reich eine ſichbehauptende,
teil=
weiſe ſogar weiter anſteigende Einſatzmöglichkeit von Angeſtellten
erkennen. Neben den im ganzen abſolut zuverſichtlichen
Berich=
ten, laſſen auch die Statiſtiken über die Bewerber=Bewegung
eine in ſich gefeſtigte Lage erkennen. So iſt z. B. trotz
Quartals=
ende der Zugang neu gekündigter bezw. ſtellungslos gewordener
Bewerber nur ganz klein. Er bleibt ganz weſentlich hinter den
Vergleichszahlen früherer Jahre zurück. Wenn die Zahl der bei
der Stellenvermittlung der DA. eingetragenen Bewerher trotz
teilweiſe ſehr beachtlicher Vermittlungen und ſonſtiger Abgänge
in Arbeit ſich nur wenig geſenkt hat. bei Angehörigen einiger
Berufe. z B. Techniker und Werkmeiſter, ſogar noch leicht
an=
ſteigt, ſo iſt dieſe Erſcheinung nicht konjunktur=, ſondern
ausſchließ=
lich organiſationsbedingt. Die Einbeziebung der Techniker und
Werkmeiſter=Stellenvermittlung in die einheitliche DA.=
Stellen=
vermittlung mit ihren organiſationstechniſchen Feinheiten,
ver=
onlaßt noch immer Anſtellungsloſe, ihr Arbeitsſchickſal jetzt der
DA.=Stellenvermittlung anzuvertrauen. Das hat ſeinen Grund
auch darin, daß ſich gerade in den letzten Monaten in
Verbin=
dung mit der Stellenvermittlung zahlreiche
Mög=
lichkeiten zur beruflichen Fortbildung boten.
Branchebedingt haben hauptſächlich
Beſchäftigungs=
möglichkeiten Werke der Schwerinduſtrie. Maſchinen= und
Werk=
zeugmaſchinenfabriken, Werke der Tertilinduſtrie und ſtellenweiſe
Großhandelsunternehmungen. Allgemein günſtig war die Lage
bei den Sparkaſſen. Geprüfte Sparkaſſenangeſtellte haben zurzeit
beſte Ausſichten auf Stellung. Nicht ganz ſo günſtig, aber immer
noch als ausgeſprochen gut, darf die Beſchäftigung der Banken
und der Verſicherungsunternehmen angeſprochen werden.
Berufsbedingt hatten zunächſt die
Kaufmanns=
gehilfen der Gruppe Verkäufer in Spezialgeſchäften des
Lebensmittel=, des Textil= und des Eiſenwarenhandels gute
Un=
terkommensmöglichkeiten. Geübte Stenotypiſten. zum Teil auch
ſprachgewandte Auslands=Korreſpondenten ſind geſucht. Die
Berufsfachberatung und Lehrſtellenvermittlung im
Kaufmanns=
beruf läßt bereits erkennen, daß Eltern ſowohl als Lehrherren
der ſachgemäßen Berufsausbildung heute geſteigerte Bedeutung
beimeſſen.
In der Techniker=Vermittlung ergeben ſich wieder
geſteigerte Anforderungen für den Tiefbau und — etwas mehr
als im Vormonat — auch für den Hochbau. Dabei waren nicht
nur die Betriebe der Reichsautobahnen Auftraggeber.
Elektro=
techniker fanden hauptſächlich in der Schwachſtrom= und Radio=
Induſtrie Unterkommen. Vermeſſungs= und Kataſtertechniker
werden zum Teil noch geſucht.
Die Werkmeiſter=Vermittlung litt ſtark unter der
Voreingenommenheit gegen ältere Angeſtellte. Immerhin war
es möglich, für beſtimmte Spezialgebiete auch ältere Meiſter in
Stellung zu vermitteln, ſoweit der Bewerberandrang dieſer
Gruppe bereits einen beachtlichen Tiefſtand erreicht hatte. So iſt
z. B. beinahe ausgeſchloſſen Betonmeiſter, Schachtmeiſter und
Poliere nachzuweiſen. Die Maſchineninduſtrie erwies ſich im
üb=
rigen als aufnahmefähig für Meiſter der verſchiedenen
Fabrika=
tionszweige.
Behördenangeſtellte fanden zum Teil in
Organiſa=
tionen Stellung. Geſucht waren im übrigen hauptſächlich
Buch=
halter und Kaſſenangeſtellte für die neu zu errichtenden
Ueber=
wachungsſtellen. Der Vermittlungsdienſt für Land= und
Forſtangeſtellte war ſaiſonbedingt ruhig.
Die Vermittlung von ſeemänniſchen Angeſtellten
zeigt ſtagnierende Tendenz, hauptſächlich bedingt durch die
Per=
ſonalpolitik der Reedereien. Dieſe zielt darauf ab, an Stelle
früher abgemuſterter Schiffsoffiziere aus dem Jungnachwuchs
Be=
förderungen vorzunehmen. Dafür wurden wieder zahlreiche neue
Offiziersaſpiranten eingeſtellt. Vollbeſchäftigt iſt die
Hochſee=
fiſcherei, doch ergaben ſich Neueinſtellungen nicht in
nennenswer=
tem Umfange.
Bei der Gruppe der weiblichen Angeſtellten waren
von kaufmänniſchem und Büroperſonal hauptſächlich
Ver=
käuferinnen und Stenotypiſtinnen geſucht. Hier liegt die
zuge=
laſſene Altersgrenze neuerdings etwa zwiſchen 25 und 30 Jahren.
Weibliche techniſche Angeſtellte — abgeſehen, von ſtaatlich
ge=
prüften Dentiſtinnen, die wie ihre männlichen Kollegen geſucht
ſind — haben kaum Unterkommensmöglichkeiten.
In der Gruppe der Hausangeſtellten (gehobenes,
angeſtelltenverſicherungspflichtiges Perſonal) ebenſo der
Wohl=
fahrtspflegerinnen, und auch der Kindergärtnerinnen bewegte ſich
der Vermittlungsdienſt im Rahmen der ſaiſonbedingten
Möglich=
keiten.
Heſſiſche Erfinder.
Auszug aus dem Patentblatt vom 4. Oktober 1934.
Das Reichspatentamt erteilte dem Spenglermeiſter Herrn
Jakob Glock. Darmſtadt, einen Gebrauchsmuſterſchutz auf eine
einſtellbare Schippe.
A) Patentanmeldungen: 1a, 26/10. Sch. 97 524. Carl Schenck,
Eiſengießerei und Maſchinenfabrik Darmſtadt G. m. b. H.,
Darm=
ſtadt: Einrichtung zur Einſtellung und Regelung der
Schwin=
gungsbahn bei Sieb= und Fördervorgängen. 15. 4. 32. — 42f. 28.
Sch. 100 922. Carl Schenck, Eiſengießerei und Maſchinenfabrik
Darmſtadt G. m. b. H. und Dr.=Ing. Karl Diehl, Darmſtadt:
Förderbandwaage mit Zählwerk für das über die Waage
geför=
derte Material. 8. 4. 33.
B) Erteilte Patente: 42f. 25/02. 604 664. Carl Schenck,
Eiſen=
gießerei und Maſchinenfabrik Darmſtadt G. m. b. H., Darmſtadt,
Landwehrſtraße 55: Selbſttätige Steuerungsvorrichtung für den
Laſtausgleich an Laufgewichtswagen. 27 10. 31. Sch. 95 755.
C) Angemeldete Gebrauchsmuſter: 12e. 1 313 669. Hans=
Hein=
rich Baumart, Buchſchlag i. Heſſen: Rührwerk. 24. 7. 34 B. 27 924.
24g. 1 313 685. Konrad Ritz, Uetzhauſen b. Schlitz i. Oberheſſen:
Schornſteinabſchlußeinrichtung. 29. 8. 34. R. 15 456. — 47g.
1313 497. Johannes Schäfer, Heppenheim: Kükenhahn. 19. 2. 34.
Sch. 18 337.
Bz. Reinheim, 13. Okt. Der ſeitherige Schuldiener Georg
Wilhelm Stühlinger iſt am 1. Oktober 1934 in den wohlverdienten
Ruheſtand getreten. Seit 1906 wirkte Schuldiener Stühlinger auf
dieſem verantwortlichen Poſten in guten wie in ſchlechten Tagen.
Lpd. Obermörlenbach, 13. Okt. Von einem Bullen
auf die Hörner genommen. Der Faſelwärter Preiß von
hier wurde beim Füttern der Faſeltiere von einem Bullen auf die
Hörner genommen und in den Stall geſchleudert. Er erlitt dabei
einen Bluterguß und ſonſtige Verletzungen.
Be. Groß=Gerau, 12. Okt. Die Reichswerbewoche „Geſunde
Frau durch Leibesübungen” brachte dem Turnverein 1846 Groß=
Gerau einen ſchönen Erfolg. Geſtern abend war die Uebungsſtunde
ausgefüllt mit Frauenturnen. 36 Frauen ſtellten ſich unter die
Leitung von Ehrenturnwart Völker und zeigten Rhythmiſch=
gym=
naſtiſche Uebungen. Zu dieſer Werbeſtunde, zu der eine Referentin
aus Darmſtadt, Frau Dr. Dörr=Aſal, erſchienen war, die in ihren
Ausführungen den erſchienenen Frauen die Ziele und den Zweck
des Frquenturnens in eindringlicher Weiſe vor Augen führte, ſei
noch zu bemerken, daß ſich ſofort 15 Frauen in die Frauenriege
angemeldet haben.
Eb. Langen, 10. Okt. Kleinſiedlung. Nach einem
Be=
ſchluß des Gemeinderates wird die geplante Kleinſiedlung ſüdlich
der Mörfelder Landſtraße entſtehen. Für eine Siedlerſtelle
kom=
men ungefähr 1000 Quadratmeter Gelände in Frage. Der
Quadrat=
meter wird zum Preiſe von 25 Pfennig abgegeben.
Siedlungsbau=
ten werden durch die NS.=Kriegsopferverſorgung und die
Klein=
ſiedlungsgemeinſchaft erſtellt. — Verkehrsunfall. Auf der
Offenthaler Landſtraße verunglückte ein Motorradfahrer von hier
ſo unglücklich, daß er in das Kreiskrankenhaus überführt werden
mußte.
Be. Rüſſelsheim, 11. Okt. Verkehrsunfall. Auf der
Landſtraße Rüſſelsheim-Biſchofsheim kam ein Motorradfahrer
beim Ausweichen vor einem ihm entgegenkommenden Auto ins
Schleudern und zum Sturz. Er und ſein Soziusfahrer wurden
verletzt, das Rad ſchwer beſchädigt.
Eich. 11. Okt. Den Polizeidiener beſtohlen. Daß
die Langfinger ſelbſt vor den Hütern der Heiligen Hermandad
nicht Halt machen, mußte jetzt der hieſige Polizeidiener feſtſtellen.
Während er in einem Lokal Polizeiſtunde gebot, plünderten
Diebe das vor dem Haus abgeſtellte Fahrrad und ließen auch
den waſſerdichten Umhang des Gendarmen mitgehen.
Zur Sammlung des Volksbundes deutſche
Kriegs=
gräberfürſorge e. V. am 20. und 21. Okkober 1934.
Ueber 2 Millionen unſerer Brüder haben im Weltkrieg
ihre Treue zu Volk und Heimat mit dem Tode beſiegelt. Schier
endlos reihen ſich, wie in rieſigen Bataillonen geſammelt, in den
Gefilden Frankreichs, in allen ehemaligen Kampfgebieten des
Weſtens, Oſtens und Südens die Grabkreuze und Grabſteine, die
ihre letzte Ruheſtätte bezeichnen. Wer je in Bild oder
Wirklich=
keit eine ſolche Kriegsgräberſtätte geſehen hat, trägt
unauslöſch=
lich in ſeiner Erinnerung, in Herz und Gemüt den Eindruck mit
ſich, der von dieſen Heerlagern der Toten ausgeht.
Die revolutionäre Umwälzung unſerer Tage hat den
Deut=
ſchen das Bewußtſein von der Gemeinſamkeit ihres Blutes und
ihres völkiſchen Schickſals wieder in ſtarke Erinnerung gebracht.
Unſer Volk iſt zu ſich ſelbſt zurückgekehrt und hat unter der
Füh=
rung Adolf Hitlers wieder ein echtes, tiefes Verhältnis zu ſeiner
Vergangenheit. Gegenwart und Zukunft gefunden Ein
be=
glückendes Zeichen hierfür ſehen wir darin, daß die Tätigkeit des
Volksbundes Deutſche Kriegsgräberfürſorge
in immer weiteren Kreiſen unſeres Volkes Anerkennung findet
und ihm aus neuer Opferbereitſchaft die Mittel zufließen, um
ſeine große Aufgabe fortſetzen zu können. Gilt es doch, an allen
ehemaligen Frontabſchnitten Stätten, zu ſchaffen, würdig und
ſchlicht, deutſchem Empfinden entſprechend, die in fernen Landen
den Helden ein Stück Heimat bereiten und bis in ſpäteſte
Jahr=
hunderte von ihrer Heldengröße und ihrem Opfermut zeugen.
Das iſt das Recht der Toten, das iſt ihre Forderung, die
ſie an die Lebenden ſtellen und die das ganze deutſche Volk in
Dankbarkeit und Ehrfurcht erfüllen muß.
Am 20. und 21. Oktober führt der Volksbund Deutſche
Kriegs=
gräberfürſorge im ganzen Deutſchen Reich eine Straßen= und
Hausſammlung durch. Unter dem Zeichen der 5 weißen Kreuze
auf ſchwarzem Grunde fordert er von jedem Volksgenoſſen ein
Opfer zur Durchführung ſeines großen Werkes.
Aus Oberheſſen.
Lpd. Bad=Nauheim, 13. Okt. Vorbereitungen zur
Hundertjahrfeier des Heſſiſchen Staatsbades.
Unter dem Vorſitz von Finanzrat Dr. Diehl fand hier eine
Be=
ſprechung zur Vorbereitung der Hundertjahrfeier des Heſſiſchen
Staatsbades ſtatt, die im nächſten Jahr in würdiger Form
began=
gen werden ſoll. Mehrere Kommiſſionen wurden mit der
Aus=
arbeitung von Vorſchlägen für die einzelnen Veranſtaltungen
be=
auftragt. Als Vertreter des Landesverkehrsverbandes Rhein=
Main nahm Direktor Paqué an der Beſprechung teil.
Lpd. Friedberg, 13. Okt. Siebzigjähriger ſpielt mit
einer Schußwaffe. In dem nahen Großkarben legte ein 70 alter Mann, in der Meinung es ſei ungeladen, mit einem
Flobertgewehr auf einen jungen Mann an. Plötzlich löſte ſich ein
Schuß und drang dem anderen in den Hals. Die Kugel wurde im
Krankenhaus von Bad Vilbel entfernt. Glücklicherweiſe iſt die
Verletzung nicht ſchwer.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Montag, 15. Oktober
6.00: Bauernfunk. — 6.15 und 6.30: Gymnaſtik. — 6.45: Zeit,
Meldungen. — 6.50: Wetter. — 6.55: Morgenſpruch, Choral.
7.00: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Ltg.: Schmittenbecher.
In einer Pauſe 8.00: Nur für Frankfurt: Waſſerſtand, Wetter.
8.30: Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.00: Nur Trier:
Werbeveran=
ſtaltung für das Stadttheater Trier — 9.20: Nur Trier: 1. Das
Vaterunſer. Sieben Gedichte für eine Sigſtimme. — 2.
Kam=
mermuſik. Alte und neue Meiſter. — 10.00: Nachr. — 10.10:
Schulfunk: Mainiſche Heerſtraßen. Eine Hörfolge. — 11.00:
Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.45: Soztäldienſt.
12.00: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Lig.: Weidig.
13.00: Stuttgart: Zeit, Saardienſt. Nachr. — 13.10: Nachr. —
13.15: Schallplatten: Ruſſiſche Muſik. — 14 15: Zeit, Nachr. —
14.30: Wirtſchaftsbericht. — 14.45: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
14.55: Wetter. — 15.00: Nur Kaſſel: Nachr. — 15.15:
Kinder=
ſtunde: Jetzt baſteln wir. — 15.30: Carl Duisberg: Das
nor=
diſche Weſen im deutſchen Menſchen. — 15.45: Studenten von
heute! (Es geht auch ohne Monatswechſel).
16.00: Badenweiler: Kurorcheſter. Ltg.: Muſikdirektor Hitzig. —
18.00: Stunde der Jugend: Allerhand Luſtiges von den
Hand=
werkern. — 18.15: Bücherfunk: Ein Chroniſt unſerer Zeit:
Alfred Karraſch. — 18.30: Aus Wald und Flur.
18.45: Freiburg: Unterhaltungskonzert. Freiburger
Konzert=
orcheſter Ltg.: Körner — In der Pauſe 19.00; Meldungen. —
19.30: Das Leben ſpricht. — 19 45: Stuttgart: Saar=Umſchau.
0.00: Zeit, Nachr. — 20.15: München: Reichsſendung: Stunde
er Nation: Friedrich Nietzſche. Eine Feierſtunde zu ſeinem 90.
Geburtstage. — 20.45: Der Glockengießer Chriſtoph Mahr,
Hörſpiel von Geno Ohliſchlaeger. — 22.00: Zeit, Nachr. —
22.10: Nachr Wetter, Sport. — 22.30: Kammermuſik von
Mozart. — 23.00: Dresden: Heitere Muſik. — 24.00:
Schall=
platten: Komponiſten=Porträt. Franz Schubert (geb. 31. Jan.
1797, geſt. 19. Nov. 1828).
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Montag, 15. Oktober
6.00: Hamburg: Wetter. — 6.05: Nachr. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30: Tagesſpruch. — 6.35: Berlin: Frühkonzert.
In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45:
Leibesübung für die Frau. — 9.00: Funkſtille. — 9.40:
Ga=
briele Krüger: Wie ſpare ich Geld durch die Pflege meiner
haus=
wirtſchaftlichen Geräte? — 10.00: Nachr. — 10.15: Deutſches
Volkstum: Der Bodenſee. (Aufn.). — 10.45: Körperliche
Er=
ziehung: Turnen ohne Geräte in der Grundſchule. — 11.15:
See=
wetterbericht. — 11.30: Funkſtille. — 11.40: Der Bauer ſpricht
— der Bauer hört! H. Schmidt=Frieſack: Baut Tabak! — 11.50:
Glückwünſche und Wetter.
12.00: Frankfurt: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Ltg.: Pauk
Weidig. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Träumende Melodien.
(Schallpl.). — Anſchl.: Wetter. — 13.45: Nachr. — 14.00:
Sperrzeit — 14.55: Programmhinweiſe, Wetter, Börſe. —
15.15: Von deurſcher Frauenkunſt: M. Donner: Schöne
Holz=
arbeiten. — 15.40: Werkſtunde für die Jugend: Tiſchtennis
mit ſelbſtgefertigtem Gerät.
16.00: Stuttgart: Sinfonieorcheſter Pforzheim. Ltg.: H. Leger.
Soliſtin: Liſel Stammberger (Sopran). — 18.00: Kampf und
Sieg der NSDAP. im Gau Thüringen. Das erſte Gaubuch
erſcheint. — 18.30: Zum Todestage Friedr. Ludw. Jahns.
Ein Bericht vom Leben und Treiben in der Haſenheide, (
Auf=
nahme).
18.40: Im Lande der Basken. Kleine Reiſe mit Schallpl. von
Wilh. Zieſemer. — 19.30: Das Gedicht; anſchl.: Wetter. —
19.35: Joſeph Haydn: Streichquartett, pp. 76 Nr. 1 G=Dur.
Ausf.: Das Wendling=Quartett. — 20.00: Kernſpruch; anſchl.:
Kurznachr. — 20.15: Reichsſendung: Stunde der Nation:
Mün=
chen: Friedrich Nietzſche. Eine Feierſtunde zu ſeinem 90.
Ge=
burtstag. — 20.45: Tſchaikowſky: Streichquartett Es=Moll. Ausf.:
Das Wendling=Quartett. — 21.30: Wir ſuchen und finden.
Szenen aus neuen dramatiſchen Werken. Abſchließend ſpricht der
Intendant des Deutſchlandſenders Goetz Otto Stoffregen.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachr. — 22.30: Zeitfunk.
22.45: Seewetterbericht. — 23.00: Dresden: Heitere Muſik.
Weikerbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 16. Oktober: Fortdauer des
un=
freundlichen Witterungscharakters, kühler.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Neite; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt
D. A. 1X. 34. 22362. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 8 Geiten.
[ ← ][ ]Seite 8 — Nr. 285
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ROMAN VON HANS RABL
Copyright 1934 by Auguſt Scherl G. m. b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
Ehe Grete antworten konnte, war die Verbindung bereits
unterbrochen. Sie warf ärgerlich den Hörer hin. Sie hatte ganz
recht gehabt, als ſie es erſt nicht hatte tun wollen. Das hatte ſie
nun davon. Dieſer Eugen Seydell war ein ganz unmöglicher
Menſch. Erſt überfiel er ſie geſtern und hielt ihr lange Reden,
und wenn ſie daraufhin heute eine halbe Stunde mit ihm
zu=
ſammenſein wollte, dann hatte er keine Zeit, nicht einmal genug,
ihr eine anſtändige Abſage zu geben. Und darum geſtern die
peinliche Szene mit Marie? Er hatte ſie geſtern, als ſie ein
bißchen verdreht war, überrumpelt, dachte ſie, aber in
Wirklich=
keit hatte ſie doch recht mit dem, was ſie von ihm hielt — trotz
aller ſeiner ſchönen Reden von geſtern. Er hatte keine Zeit! Sie
warf den Kopf zurück und ging raſch in den Laden.
Faſt mitten im Satz hörte Marie zu ſprechen auf. Manns
ſah ſie vom Flügel aus an, als warte er auf eine Fortſetzung.
Als ſie nichts mehr ſagte, ſchlug er zwei Akkorde in die
Kla=
viatur — Dominante Tonika — als hätte ſie das Rezitativ
einer klaſſiſchen Oper beendet. Einen Augenblick ließ er die
Hände auf den Taſten liegen und beſah ſie. Dann ſchob er
brüsk den Seſſel zurück und ſtand auf. „Was ſoll ich Ihnen
darauf ſagen?“
Marie ſchaute ihn groß an. „Ich dachte, Sie würden ja
ſagen."
„Dachten Sie? Aber ich denke gar nicht daran. Was halten
Sie denn von mir? Glauben Sie, ich kann ſo ohne weiteres
jemand eine Neueinſtudierung geben, von dem das ganze Haus
Montag, 15. Oktober 1934
weiß, daß ich ihn für einen — na ja, alſo nicht für ſehr begabt
halte — nur, weil Sie mich darum bitten?”
„Ich glaube, Sie können in dieſem Haus tun und laſſen.
was Sie wollen, ohne daß ſich jemand eine Kritik daran
er=
laubt”, ſagte Marie. „Und ich glaube, Sie ſind nicht beſchränkt
genug, ſich für unfehlbar zu halten. Es kann ſich doch jeder in
der Beurteilung eines Menſchen irren, wenn er nicht klipp und
klar geſehen hat, ob der was kann oder nicht.”
„Aber ich habe doch —”, proteſtierte der Intendant
und=
fuhr nervös über die Glatze.
„Entſchuldigen Sie: Sie haben nicht! Sie halten Seydell—‟
Marie ſagte ſtets „Seydell”, wenn ſie im Opernhaus von ihrem=
Mann ſprach. „Sie halten Seydell für einen ſchlechten
Kor=
repetitor.”
„Das weiß Gott —” ſagte der lange Mann.
„Schön — andere Leute ſind auch ſchlechte Korrepetitoren.
und trotzdem gute Dirigenten. Das können Sie doch
nicht=
leugnen?”
„Aber glatt — glatt leugne ich das! Sehen Sie, gnädige=
Frau, Sie verwechſeln Korrepetitor mit Pianiſt. Man kann eim
miſerabler Pianiſt ſein und ein guter Dirigent. Das gebe ich
zu. Aber Ihr Mann iſt nicht ein miſerabler Pianiſt, ſonderm
er hat das Etwas nicht, er hat den Funken nicht — verſtehen
Sie mich?‟
„Das können Sie ſo ohne weiteres gar nicht beurteilen”
ſagte Marie kühl. Indem ſie es ausſprach, wunderte ſie ſich
ſelbſt darüber. Es war einigermaßen ungewöhnlich, daß eim
Mitglied gegen den Intendanten ſo auftrat. „Das können Sie
wirklich nicht ohne weiteres ſagen.” Manns zuckte die Achſeln.
„Ich möchte mich nicht ſtreiten, gnädige Frau. Nicht mit Ihnen.
(Fortſetzung folgt.)
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Zuschneiden zokn-
Tilla Kaus, Elisabethenstr. 17,A
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Friedrichſtr. 13
Schäfer, ſehr gut
möbliert.
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möbliert. Zimmer
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Luiſen=
ſtraße 34, I. St.
Soderſtraße 10, I—
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Luiſenſtr. 10, III
Gutmbl. Zimmer
per ſofort zu ven
mieten. Hügel
ſtraße 15, Laden.—
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme bei dem Heimgang unſerer lieben,
unvergeßlichen Mutter
geb. Dötſch
ſagen wir allen herzlichen Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Wintermann für
die troſtreichen Worte am Grabe, ſowie für
die zahlreichen Kranz= und Blumenſpenden,
und allen denen, die ihr die letzte Ehre
er=
wieſen haben.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 15. Oktober 1934.
(0826
Luiſenſtraße 4.
Beitfedern=Reinigung
im Beiſein der Kundſchaft. Neuanfertigung und
Umarbeiten v. Deckbetten, Kiſſen, Matratzen=
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