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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigeven Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſit. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 278
Montag, den 8. Oktober 1934.
196. Jahrgang
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einbarung) für Placterung unter Text oder an
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DTet
Biesbaden.
Zweites Landestreffen der Deutſchen Arbeitsfront, Bezirk Heſſen. — 200 000 Kameraden der Arbeit
der Stirn und der Fauſt in Wiesbaden verſammelt. — Einigkeit der Führung in drei Dingen:
Stabilität der Preiſe, der Löhne und der Währung.
wunden worden. Dennoch ſtehe man erſt am Anfang. Dieſer einem Jahr feſtſtellen zu können, daß nicht allein der deutſche Ar=
Bbeſen und Aufgabe der OAF. erſte Schritt aber ſei entſcheidend geweſen. Der Führer hätte nach beiter zur Arbeitsfront gekommen iſt, ſondern daß ſich bereits 60
der letzten Volksabſtimmung erklärt, daß nun auch noch die letz= bis 70 Prozent in allen Gauen gemeldet haben, die freudig mit=
Eigener N. 8t.=Bericht des „Darmſt. Tagblatt”, ten 10 Prozent für die nationalſozialiſtiſche Weltanſchauung gehen und marſchieren, in manchen ſogar 80 Prozent, in einzelnen
* Am geſtrigen Sonntag, dem Haupttag des größten
Landes=
treffens der DAF. im neuen Deutſchland, begann der Zuſtrom
nach Wiesbaden ſchon in den früheſten Morgenſtunden. An 70
Sonderzüge liefen in der Frühe des Sonntag ein, ſo daß es ſchließ=
Ich ſelbſt in der Weltbadeſtadt Wiesbaden in den
Vormittags=
ſtuunden ſehr ſchwer fiel, einen Wiesbadener zu treffen, den man
un Weg oder ſonſtige Auskunft fragen konnte. Dafür waren die
Polizeibeamten von vorbildlicher Ruhe und freundlicher
Bereit=
nilligkeit, auf alle Fragen unermüdlich Auskunft zu geben, trotz
ihres ſicher ſchweren Dienſtes. Wenn auch die erwartete Zahl von
eimer Viertel Million Teilnehmer am Landestreffen nicht ganz
greicht ſein mag. Ueber Zweihunderttauſend waren ſicherlich aus
ſom ganzen Gebiet zuſammengeſtrömt. Und auf allen Geſichtern
gänzte Freude und ſtolze Zuverſicht, hervorgezaubert durch den
ſeten Glauben an Deutſchland und daran, daß es vorwärts und
lei-fwärts geht, trotz allem!
Das Wetter, das am Samstag unbeſtändig und regneriſch
var, hielt ſich am Sonntag ausgezeichnet, ſo daß auch der äußere
hahmen des Feſttages geſichert blieb. Die Sonne durchbrach
ingreich den Nebeldunſt der Vormittagsſtunden und vergoldete
gön das Bild der feſtlich geſchmückten Stadt, die alle
Anſtrengun=
rem gemacht hatte, die Gäſte würdig zu empfangen. Ihr
Oberbür=
zermeiſter Schulte ſah ſtolz und zufrieden aus.
Der Sonnkag
desgann mit der Abwicklung ſeines reichhaltigen Programms ſehr
räh. Um 7 Uhr ſchon ſpielten 50 Spielmannszüge zum
noßen Wecken. Schon eine halbe Stunde ſpäter wurde an den
verſchiedenen Standquartieren angetreten, und von 9 Uhr ab
be=
gmn der Anmarſch zum Feſtplatz. Aus allen Stadtteilen
er=
örte Marſchmuſik und Trommelſchlag und das Straßenbild war
run bis in den Nachmittag hinein belebt von marſchierenden
loteilungen mit Fahnen und klingendem Spiel.
Als
Feſtplaß
par der große Exerzierplatz vor der Kaſerne gewählt. Ideal
lelegen, ließ er ſich leicht mit unzähligen Fahnen und Girlanden
um Feſtplatz umwandeln. An der ſüdlichen Breitſeite war eine
noße, weithin ſichtbare Tribüne für die Ehrengäſte und Redner
r ichtet, geſchmückt mit Hoheitszeichen und Hakenkreuzfahnen in
ieſigen Ausmaßen. Der ganze Platz war von SA. abgeſperrt,
ie dicht geſchloſſen, mit der Front nach außen, ſtand und die nach
iclen Tauſenden zählenden Zuſchauer in den ihnen reſervierten
örenzen hielt. Der Aufmarſch vollzog ſich in muſterhafter
Ord=
ung nach einem ausgezeichneten Aufmarſch= und
Aufſtellungs=
lan unter Leitung des Landesobmanns und Bezirkswalters Pg.
B Ii Becker. Vom Mikrophon aus wurden die einzelnen
Abtei=
un gen leicht und ſicher dirigiert, ſo daß der Aufmarſch von 80 000
e lnehmern gegen 11 Uhr reibungslos durchgeführt war. Der
ſerte Platz mit den ungezählten Fahnen und den Kopf an Kopf
leſ enden Männern in brauner oder ſchwarzer Uniform und dem
lauen Feſtanzug bot ein ungemein impoſantes Bild.
Auf der Tribüne hatten ſich eingefunden die leitenden
Par=
ti unktionäre, die Vertreter der Regierungs= und Kreisbehörden,
e: Polizei, der Stadt Wiesbaden, der Preſſe und
Preſſephoto=
raphen.
Vor der Tribüne war ſenkrecht ein breiter Zugang durch den
Uiatz freigelaſſen, von SS. abgeſperrt, für den feierlichen
Ein=
larſch der Fahnen. Und wieder erklang von überall her Muſik
nu Trommelſchlag, bis gegen 11.15 Uhr die Lautſprecher Ruhe
ſehoten und weitere 10 Minuten ſpäter ein „Stillgeſtanden!”
Iſe Menge verſtummen ließ. Der Stabsleiter der PO. und
Füh=
e: der DAF. Pg. Dr. R. Ley und der Gauleiter und
Reichs=
ſithalter Pg. Jakob Sprenger, trafen mit ihren Stäben ein.
Pg. Becker erſtattete Meldung: 79 664 Amtswalter
ingetreten! Tauſend Fahnen und 114
unge=
teihte Fahnen angetreten! und eröffnete kurz darnach
in Feierlichen Appell.
ſelt dann eine Anſprache, in der er ausführte, dies ſei die erſte
dieſer Form durchgeführte Tagung im Gau Heſſen=Naſſau.
leun man heute rückſchauend die Zerrüttung der Wirtſchaf,
n Zerfall in zahlloſe Verbände, das Gewirr der
Gewerkſchaf=
u betrachte, daun müßten heute auch viele den Kopf ſchütteln,
ſe damals aktiv in dieſen Organiſationen geſtanden hätten. Dann
inne man ermeſſen, wie das Ziel des Führers Adolf Hitler
ſmer mehr erreicht werde, die Volksgemeinſchaft
herauszuarbei=
in und das geſamte Volk zu einer Einheit
zuſammen=
ſchweißen. Wer hätte es noch vor zwei Jahren geglaubt, daß
ſe Gegenſätze in den Betrieben zwiſchen Arbeitgebern und
Ar=
ſitnehmern ſich reſtlos überwinden laſſen würden. Das ſei das
ſrößte, was geleiſtet worden ſei, daß die Volksgemeinſchaft
erall beſtehe, wo ſchaffende deutſche Menſchen ihrer Arbeit
ſchgingen. Dieſe Gemeinſchaft der Werktätigen ſei ſo grandios,
ſß man ſie manchmal noch kaum erfaſſen könne. Alle vor
urzem noch beſtehenden Gegenſätze ſeien heute reſtlos über=
gewonnen werden müßten. Das ſei die wichtigſte Aufgabe der
Deutſchen Arbeitsfront, der größten Organiſation aller
Schaffen=
den in der Welt überhaupt. Aufgabe ſei es, die
nationalſozia=
liſtiſche Weltanſchauung bis an den letzten Volksgenoſſen
heran=
zutragen und in ihm zu verlebendigen, zur Tat werden zu
laſſen. Das ſei leichter, als man gewöhnlich denke. Abgeſehen
von denjenigen, die ſich heute freiwillig außerhalb der
Volks=
gemeinſchaft ſtellten, ſei nur noch ein geringer Teil übrig, der
ſich nicht zum Nationalſozialismus bekenne. Dieſe Schwankenden
aber gelte es in erſter Linie zu feſtigen und zu
Nationalſozia=
liſten zu machen. Dieſe Aufgabe ſei ſo groß und gewaltig, daß
ſie ſich jeder täglich von neuem ſtellen müſſe. Gerade an der
Deutſchen Arbeitsfront aber ſehe man, wie richtig dieſe
Auf=
gabe angefaßt und wie planvoll ſie durchgeführt werde. Der
Reichsſtatthalter erinnerte in dieſem Zuſammenhang an ſeinen
letzten Erlaß über die Aufgaben der Amtswalter in der
Deut=
ſchen Arbeitsfront, der Vertrauensleute. Deren Aufgabe iſt es,
die nationalſozialiſtiſche Weltanſchauung in der Arbeitsfront ſo
zu feſtigen, daß ſie endgültig zur Weltanſchauung des ganzen
Volkes werde. Das iſt das Ziel des Führers. Alles andere
müſſe gegenüber dieſer politiſchen Führung als ſekundär
zurück=
treten. Darum ſeid ihr euch, die ihr in der Wirtſchaft, in dieſem
wichtigen Teile des Volkslebens, ſteht, bewußt, daß ihr allein in
der Lage ſeid, eure Aufgaben zu erfüllen, wenn ihr alle Zeit
gläubig zum Nationalſozialismus und zu ſeinem Führer Adolf
Hitler aufſchaut. Heil!
Mit ſtürmiſchen Heilrufen begrüßt, trat dann Stabsleiter und
ans Mikrophon und führte etwa folgendes aus:
Die heutige Kundgebung iſt die erſte ihrer Art im geſamten
Reich. Es iſt das erſte Mal, daß in einem Bezirk der Arbeitsfront
die verantwortlichen Männer im Betriebe und die Werktätigen
ſich zu einem gemeinſamen Appell zuſammengefunden haben im
Bewußtſein ihrer Verantwortlichkeit für das Los und das
Schick=
ſal derer, die ihnen anvertraut ſind. Das wäre vor zwei Jahren
natürlich unmöglich geweſen. Es gibt kein Land der Erde, wo der
Klaſſenkampf und der Klaſſenhaß, Standesdünkel und all die
Vor=
urteile derart ausgemerzt und ausgerottet worden ſind wie in
Deutſchland. Täuſchen wir uns aber nicht darüber, daß es bei
vielen nur eine Aeußerlichkeit iſt, und daß wir darum
ununter=
brochen darüber wachen müſſen, daß dieſe äußere Form, in die wir
nun die Menſchen hineingebracht haben, auch zum Lebensinhalt
dieſer Menſchen wird.
Wir wiſſen, daß die Vorurteile, die in der überwundenen
Ge=
ſellſchaftsform heimiſch waren, noch nicht reſtlos überwunden
wor=
den ſind. Wenn eines die Richtigkeit unſeres Handelns beſtätigt,
ſo iſt es die Tatſache, daß der Arbeiter nach allen Berichten, die
ich bekomme, und wie ich durch eigene Prüfung feſtgeſtellt habe,
heute nahezu reſtlos auf dem Boden der Arbeitsfront und damit
des Nationalſozialismus ſteht. Ich höre immer wieder: Ja, das
iſt eigentlich die Sehnſucht geweſen, die wir gehabt haben, und
wir ſind froh, daß es endlich ſo geworden iſt. Der Arbeiter iſt erſt
zögernd gekommen, ja vielleicht erſt aus Angſt. Man zerſchlug ihm
die Gewerkſchaften, ein Gebäude, das er ſich mit vielen Opfern
aufgebaut hatte. Sie waren ihm eine zweite Heimat geworden,
und er glaubte damit einen Schutz zu haben gegenüber der
Will=
kür eines liberaliſtiſchen Unternehmertums. Man muß verſtehen,
daß ihm das ſehr ſchmerzlich war, als er nun beobachten mußte,
daß der nationalſozialiſtiſche Staat erklärte: Arbeiter, das iſt alles
grundfalſch, das können wir nicht dulden! Man muß verſtehen,
daß er da verwirrt und vergrämt war, und es iſt ein Wunder
vielleicht, das größte Wunder dieſes neuen Deutſchlands, daß der
deutſche Arbeiter daran nicht zerbrochen iſt. Nein, der deutſche
Ar=
beiter verzweifelte nicht. Im Gegenteil. Erſt vielleicht war er
ver=
ängſtigt; er wußte nicht recht, was er mit uns machen ſollte. Dann
war er abwartend, vielleicht neugierig, einmal zu ſehen, was denn
nun dieſe Menſchen machen werden. Und dann kam ſeine
Ehrlich=
keit zum Durchbruch, ſein anſtändiger Menſch. Ja, der deutſche
Ar=
beiter iſt ehrlich und auch anſtändig, wie es niemanden in der
Welt gibt.
Die Arbeiter bejahten uns und ſagten: Wir beobachten,
daß dieſe Männer fleißig ſind; wir ſehen, daß dieſe Männer
ſchaffen. Wir wiſſen noch nicht, ob ſie recht haben. Wir wollen
ein=
mal abwarten; aber ſie ſorgen ſich um uns, ſie bekümmern ſich um
uns. Sie laſſen uns nicht wie ein Freiwild der Willkür
ausge=
ſetzt. Anſtändigkeit, Ehrlichkeit und Beſcheidenheit, das ſind die
Tugenden, die den deutſchen Arbeiter auszeichnen. So kam er und
bat: Nehmt uns auf in eure Reihen; wir wollen mitarbeiten. Das
iſt ein Wunder, ein großes erhabenes Wunder, und wir wollen
demütig dem Schickſal dafür dankbar ſein, daß es den deutſchen
Arbeiter wieder unſerem Volke zurückgegeben hat.
Nicht ganz ſo der Unternehmer. Er war abwartender,
Viele auch in einzelnen Teilen feindſeliger, und er verſtand es
natürlich auch, das klüger zu tarnen, und wenn ich in der
Arbeits=
front Schwierigkeiten gehabt habe, ſo habe ich ſie nicht von ſeiten
der Arbeiter gehabt, nein, einige wenige Schichten des
Unter=
nehmertums waren es. Und wenn ich trotzdem in meinem letzten
Aufruf ſagte, daß es mich mit Freude und Stolz erfüllt, heute nach
faſt alle, ſo iſt das ein nicht geringer Erfolg.
Was wäre unſere Arbeitsfronk ohne den Zuſammen=
Haun der caenden Naiſen
Sie wäre ja grundſätzlich nichts Neues geweſen, wenn es nur
ge=
lungen wäre, die 169 Arbeitnehmerverbände zuſammenzuſchließen
und die 46 Arbeitgeberverbände zu vereinheitlichen. Sie hätten
ſich genau ſo feindſelig gegenübergeſtanden wie früher. Wir
durf=
ten uns daher mit der organiſatoriſchen Vereinheitlichung nicht
begnügen, vielmehr war es notwendig, daß die Menſchen wieder
zurückgeführt wurden, damit ſie ſich wieder kennen und achten und
ehren lernten. Wir müſſen die Volksgemeinſchaft nicht nur
wün=
ſchen, wir müſſen ſie auch täglich üben, genau ſo wie der Soldat
nur durch tägliches Exerzieren zum Soldaten wird und nicht
da=
durch, daß man ihm von ſoldatiſchen Tugenden erzählt. Wir müſſen
ſolange üben, bis das Zuſammenſtehen und Zuſammenhalten aller
Volksgenoſſen jedem Einzelnen inneres Bedürfnis iſt. Es gibt
noch einige, die nicht mitmachen wollen. Da muß man ſo lange
driklen, bis der Letzte mitmacht.
Es darf in keinem Bekrieb einen deutſchen Mann
geben, der nichk in der Gemeinſchafk enkweder der
Parkei oder der Deutſchen Arbeitsfronk organiſiert
wäre.
Man ſage mir nicht, man müſſe dem Menſchen doch die perſönliche
Freiheit laſſen. Ich bin der Meinung, daß man die höchſte
Frei=
heit in der Welt in der Kameradſchaft mit ſeinen Mitmenſchen
findet. Der Sozialismus iſt keine Angelegenheit des ewigen
For=
derns und Verlangens, ſondern er iſt eine Angelegenheit des
Bei=
ſpiels und des Dienens. Man ſoll ſich, nicht Sozialiſt nennen,
wenn man nicht ſelber bereit iſt, dem Anderen alles das zu tun,
was man von der Gemeinſchaft ſelber fordert. Wer alſo auch nur
ein Jota von der Gemeinſchaft mehr verlangt, als er bereit iſt
dem Volke zu geben, iſt ein Betrüger und Verbrecher.
In der Sitzung der Treuhänder habe er beobachtet, daß alle
in dieſem Jahr ihre Tätigkeit erkannt hatten, daß die ſoziale Frage
keine Lohn= und Magenfrage iſt, ſondern eine Frage der
anſtän=
digen Behandlung der Menſchen untereiander. Ich habe immer
geſagt: es iſt eine Frage der Erziehung; die Lohnfrage regelt ſich
von ſelber. Es wird einmal die Zeit kommen, wo nicht der
Ar=
beiter nach Tarifverträgen ſchreien wird, ſondern der
Unterneh=
mer. Jetzt iſt die Zeit ſchon da, denn wir haben gegenwärtig eine
Konjunkturzeit; es geht überall aufwärts, ſelbſt wenn wir
Rück=
ſchläge hier und da erfahren.
Wir haben auf faſt allen Gebieken viel zu wenig
Facharbeiter.
Wir beobachten jetzt, und das iſt ſchmerzlich für unſere Wirtſchaft,
daß wir nicht über genügend. Facharbeiter verfügen und dadurch
in der Entwicklung gehemmt ſind. Aber wir ſehen auch, daß
natür=
lich infolgedeſſen der Lohn heute bereits
hinauf=
geht. Man kann das ebenſowenig mit Verträgen ordnen, wie
man früher das Sinken des Lohnes durch Verträge ordnen konnte.
Es iſt eine Frage von Angebot und Nachfrage.
Vertrauensleute! Eure Arbeit iſt es, allen Menſchen der
Ge=
folgſchaft immer wieder klar zu machen, daß ſie nun ihre
For=
derungen nicht ins Unermeßliche ſteigern, weil dann die Gefahr
beſteht, daß, wenn Rückſchläge kommen, dieſe Kriſenerſcheinungen
um ſo größer ſein werden. Alles iſt eine Frage der Erziehung.
Viel wichtiger iſt, und nun wende ich mich
an die Unkernehmer:
wenn Du willſt, daß Deine Gefolgſchaft nun dieſe Zeit der
Kon=
junktur nicht ausnutzen ſoll, ſondern vertrauensvoll mit Dir
zu=
ſammenarbeiten ſoll, dann mußt Du ihr das Vertrauen geben,
dann mußt Du Dich ſo als Führer zeigen, daß Deine Gefolgſchaft
für alle Zeit mit Dir durch dick und dünn geht.
Dr. Ley ging dann auf die Pflichten der Vertrauensräte
näher ein und betonte dabei, es müſſe erkannt werden, daß der
Betrieb wohl formal das Eigentum des Einzelnen iſt, daß aber
tatſächlich in der Praxis der Betrieb die Schutz= und Trutzburg
aller Menſchen ſei, die darin beſchäftigt ſeien. Führer und
Gefolg=
ſchaft hätten aber zu erkennen, wie überaus wichtig es ſei, dieſe
Burg gemeinſam gegenüber dem Schickſal zu verteidigen.
Dr. Ley warnte alle, die da glaubten, unſer heiliges Wollen
ſabotieren oder gar durchkreuzen zu können; ſie würden die Härte
des nationalſozialiſtiſchen Staates zu fühlen bekommen. Zum
Schluß richtete Dr. Ley an die Verſammelten den eindringlichen
Seite 2 — Nr. 278
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 8. Oktober 1934
Appell, daß jeder Volksgenoſſe die Empfindung haben müſſe, daß
wir ehrlich und wahr mit ihm ſind. Eines könne er verſichern:
Alle verankworklichen Skellen des Reiches und der
Parkei ſeien ſich in drei Dingen einig:
Erſtens, daß die Preiſe unter allen Umſtänden zu halten
ſeien; zweitens, daß die Löhne nicht abſinken dürften;
und drittens, daß ſie ſich mit allen Kräften für die
Stabili=
tät unſerer Währung einſetzen.
Mit der Weihe der 114 neuen Fahnen der NSBO., des
Ar=
beitsdienſtes und der DAF.=Formationen ſchloß der feierliche Akt.
Der Nachmitag und Abend war wiederum im weſentlichen
„Kraft durch Freude” gewidmet. Es war ein richtiges, großzügig
organiſiertes Volksfeſt im beſten Sinne des Wortes. Ueberall
war etwas los. Alle Lokale der Stadt waren überfüllt.
Sämt=
liche Läden waren offen. Auf dem Sportplatz an der Frankfurter
Straße wurde ein Fußballkampf zwiſchen Sportverein
Wies=
baden und Mainz 05 ausgetragen; im großen Saal des
Kur=
hauſes wurde das Feſtſpiel „Weckruf der Arbeit”
wieder=
holt; im Paulinenſchlößchen gaben Künſtler des Reichsſenders
Frankfurt eine Feſtvorſtellung: „Der Reichsſender Frankfurt fährt
nach Wiesbaden”. Unter den Eichen, einem wundervoll gelegenen
„Rummelplatz”, war großes Volksfeſt; im Stadion, in einem
beſonders hierzu errichteten Rieſenzelt, war öffentliches
Singen und Tanzen, dazu Sprechchöre uſw., veranſtaltet
vom Amt für Volkstum und Heimat, und am ſpäten Abend ein
Rieſenfeuerwerk, ebenfalls im Stadion.
Tagung der Wirtſchaftsführer.
Im Mittelpunkt der Nachmittagsveranſtaltungen ſtand die
Tagung der Wirtſchaftsführer, im großen Feſtzelt
„Unter den Eichen” das inmitten der Volksfeſt=Veranſtaltungen,
als da ſind Karuſſells, Verkaufs=, Spiel= und
Erfriſchungsſtän=
den uſw. uſw., errichtet war. Die Wiesbadener SA=Kapelle bot
eine ausgezeichnete Muſik zum ſchnell hier eingenommenen
Ein=
topfgericht und begrüßte darnach den Stabsleiter D.r Ley und
Gauleiter Sprenger mit dem Badenweiler Marſch. Durch
das Mikrophon entbot die Deutſche Arbeitsfront durch den
Mund ihres Sprechers Pg. Becker dem Stabsleiter und
Gau=
leiter ein dreifaches Sieg=Heil!
Der Treuhänder der Arbeit, Bezirk Heſſen,
Pg. Schwarz, hielt eine Anſprache, in der er kurz die
Haupt=
aufgaben des Treuhänders der Arbeit ſkizzierte.
Die Muſik intonierte zum Abſchluß dieſer Tagung „Volk
an’s Gewehr. Stabsleiter und Gauleiter beſuchten dann
weitere Veranſtaltungen. —
Wiesbaden wird noch lange vom Treffen der 200 000 ſprechen
und den 200 000 werden die Wiesbadener Tage noch lange in
Erinnerung bleiben. —
M. St.
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 8. Oftober 1934.
Landesbibliothek.
Neue Erwerbungen der Landesbibliothek (Auswahl), vom
8. Oktober an auf 14 Tage im Leſeſaal zur Anſicht aufgeſtellt:
1. Ernſt Benz: Eccleſia ſpiritualis. Stuttgart 1934 34/728.
Karl Bömer: Das Dritte Reich im Spiegel der Weltpreſſe.
Leipzig 1934 34/551. 3. Guido Bortolotto: Die Revolution
der jungen Völker. Berlin 1934. 34/559. 4. Hilmer von Bülow:
Geſchichte der Luftwaffe. Frankfurt 1934. 34/785. 5. Bernhard
Fehr: Die engliſche Literatur der heutigen Stunde. Leipzig
1934. 34/457. 6. Gottfried Fittbogen: Was jeder Deutſche
vom Grenz= und Auslandsdeutſchtum wiſſen muß. München=
Ber=
lin 1934. 34/600. 7. Egid Gehring: Richard Strauß und ſeine
Vaterſtadt. München 1934. 34/456. 8. Rudolf Grahmann:
Grundriß der Vorgeſchichte Sachſens, Leipzig 1934 34/588. 9. Kurt
Grube: Die Idee und Struktur einer rein menſchlichen Bildung.
Halle 1934. 34/543. 10. Alfred E. Hoche: Jahresringe.
Mün=
chen 1934. 34/783 11. Rudolf Jancke: Grundlegung zu einer
Philoſophie der Kunſt, Berlin 1934. 34/505. 12. Kampf um
die Saar. Stuttgart=Berlin 1934 34/767. 13. Eduard
Kriech=
baum: Hüben und Drüben. München 1934. 34/798 14. Otto
Kühne: Exakte Nationalökonomie. Jena 1934. 34/589 15. Ernſt
Krieck: Wiſſenſchaft — Weltanſchauung — Hochſchulreform.
Leipzig 1934. 34/814. 16. Fritz Machatſchek: Geomorphologie.
Leipzig=Berlin 1934 34/486. 17. Robert Michels:
Umſchich=
tungen in den herrſchenden Klaſſen nach dem Kriege, Stuttgart=
Berlin 1934. 34/541 18. Oswald Muries: Erdkunde und
nationalpolitiſche Erziehung. Breslau 1934. 34/514. 19. Herbert
Meyer; Forſchungen zum deutſchen Recht: Das
Handge=
mal. Weimar 1934. 34/512. 20. Joſé Ortega y Gaſſet:
Buch des Betrachtens. Stuttgart=Berlin 1934. 34/806. 21
Her=
mann Phleps; Oſt= und weſtgermaniſche Baukultur. Berlin
1934 34 4 77. 22. Curt Chriſtof v. Pfuel: Wiener Kongreß
Verſailler Vertrag. Berlin=Grunewald 1934. 34/598. 23.
Wal=
ther Rauſchenberger: Goethes Abſtammung und
Raſſemerk=
male. Leipzig 1934 34/374. 24. Reinhard u. Voopel:
Land und Volk an der Saar, Breslau 1934. 34/659, 25. Fritz
Sauckels Kampfreden. Weimar 1934. 34/670. 26. Fritz
Schulz: Prinzipien des römiſchen Rechts. München 1934.
34/612. 27 Karl Siegert: Grundzüge des Strafrechts im
neuen Staate. Tübingen 1934. 34/596. 28. L. u. G. Stratil=
Sauer: Kampf um die Wüſte. Berlin 1934. 34/562. 29.
Wal=
ther Vetter: Franz Schubert. Potsdam 1934. 34 4 78.
30. Eduard Wechſſler: Jugendtreiben des deutſchen Menſchen.
Leipzig 1934. 34/488.
Vormerkungen werden im Leſeſaal entgegengenommen.
Ver=
leihbar ab 22, Oktober 1934,
Deutſchtum in Braſilien. Kenntnis vom Auslandsdeutſchtum
und ſeinem ſchweren Kampf iſt die erſte Vorausſetzung für den
opferbereiten Einſatz, den das Dritte Reich gegenüber den
Volks=
genoſſen jenſeits der Grenzen fordert. Wer kennt z B. näher das
rieſige Kolonialland in Südamerika, das zäher Wille deutſcher
Siedler dem Pflug unterworfen hat? Von den Leiſtungen
deut=
ſchen Fleißes und Kampfwillens in Braſilien wird am
Don=
nerstag, den 11. Oktober, 20.15 Uhr, im Feſtſaal des
Realgym=
naſiums der langjährige Leiter der deutſchen Schule in
Join=
ville, Oberſtudienrat Söchting, ſprechen. Er wird ſeinen
feſſelnden Vortrag durch eigene Lichtbilder erläutern und
außer=
dem bezeichnende Stücke aus dem deutſch=braſilianiſchen
Schrift=
tum vorleſen. Die Veranſtaltung, zu der die Männer= und
Frauen=
gruppe des VDA. alle deu tſchhewußten Volksgenoſſen einladen,
findet bei freiem Eintritt ſtatt.
Seſſiſches Landestheater Darmſtadt.
Großes Haus.
Manſe Anfang 20, Ende 22 Uhr.8. Oktober 1. Sinfonie=Konzert. Preiſe 0.80—4.50 Men Anfang 20, Ende 22.30 Uhr. Miete A 4, Kinder= 9. Oktober reiche Mütter 151—300.
Ein Volfsfeind. Preiſe 0 50—4.50
Kleines Haus.
Anf 19.30, Ende 22. D. Bühne H 2, Zuſatzm. K
Menſe
9. Oktober /Der Poſtillon von Lonjumegu. Pr. 0.80—4.50
Ihr Eure Jugend ſehen?
Eure Jungens, Träger der deutſchen Zukunft?
Wollt Ihr ſehen, wie ſie ſich im ſportlichen Spiel und
Wettkampf ſtählen? Kommt am Sonntag, dem 14. Okt.
d. J., ins Sochſchulſtadion zu den Gebietsſportwettkämpfen
des Deutſchen Jungvolks.
Kampf und Sieg der Sitler=Jugend.
Eine erzieheriſch wertvolle Ausſtellung in der Feſthalle. — Lebendige Sprache
des Geiſtes unſerer Jugend.
Feierlicher Eröffnungsakt.
** Geſtern vormittag wurde in der Feſthalle die Ausſtellung
„Kampf und Sieg der Hitler=Jugend” mit einem ſchlichten,
ein=
drucksvollen Feierakt eröffnet. Vor der Halle hatte die HJ.
Auf=
ſtellung genommen. Nach einem Eröffnungsmarſch des
Spiel=
mannszuges und der Kapelle der HJ. begrüßte Kreisleiter
Ober=
bürgermeiſter Wamboldt die zahlreich erſchienenen Gäſte,
unter ihnen die Führung der SA., SS., alle Gliederungen der
NSDAP., die Vertreter der Behörden und beſonders die Jugend.
Er übermittelte die Grüße des Herrn Gauleiters,
Reichsſtatthal=
ters Sprenger, und ſprach dem Gebietsführer der HJ. ſeinen
Dank aus, daß er die ſchöne und wertvolle Ausſtellung „Kampf
und Sieg der HJ.” nach Darmſtadt gebracht hat. Daß die
Aus=
ſtellung gerade zu uns kam, darf die Stadt als Anerkennung
da=
für werten, daß ſie eine beſondere Pflegeſtätte des
nationalſozia=
liſtiſchen Geiſtes iſt, und zugleich Anerkennung findet als
Bil=
dungs= und Erziehungsſtätte für unſere Jugend im Geiſte
unſe=
res Führers. Generationen von Jugend ſind gerade auf dem
Platze, auf dem wir ſtehen, zur Verteidigung des Vaterlandes
herangezogen worden, und das iſt der Geiſt, der uns aus der
Lethargie herausreißen und zum nationalſozialiſtiſchen Geiſt
füh=
ren muß. Beſonders dankte er der Hitlerjugend, daß ſie uns
dieſe Ausſtellung zeigt. Die deutſchen Volksgenoſſen werden
durch eifrigen Beſuch dieſer Schau lernen können, welch ſchwere
Opfer in den Zeiten des Kampfes unſere Jugend brachte, wie
ſehr ſie ſich der Idee des Nationalſozialismus hingab. Wir dienen
alle dem gleichen Zweck und Ziel, gleich an welcher Stelle wir
ſtehen: das deutſche Volk herauszuheben und alle Volksgenoſſen
zu echten Nationalſozialiſten zu machen, in erſter Linie aber dem
Führer Treue zu halten. Ihm galt das dreifache Sieg=Heil, in
das begeiſtert eingeſtimmt wurde.
Bannführer Handwerk, der Schulleiter der
Gebietsführer=
ſchule Nieder=Walluf, betonte, daß wir am Anfang einer neuen
Zeit ſtehen. Die bürgerliche Welt der Sattheit und Trägheit iſt
zerſchlagen. Das Bürgertum des 19. Jahrhunderts hatte nichts
Winter-Ausgabe 1934
ist erschienen
Preis 70pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße Nr. 26.
Neues geſchaffen; es wurde durch die Jahre der wirtſchaftlichen
Blüte ſatt und gleichgültig. Erſt der Weltkrieg lehrte, wieder
über den Sinn des Daſeins nachzudenken. Die Jugend hat den
Sinn allen Ringens begriffen. Für die Jugend iſt die Kunſt das
ewige fauſtiſche Ringen nach Wahrheit. Die Jungen ringen nach
eigenen Formen, und ſie werden die Form in ihrem Ringen
fin=
den. Dreißig junge Künſtler haben ſich gefunden, dieſe
Ausſtel=
lung zu ſchaffen, das Erlebnis der Zeit in dieſem Werk zu zeigen.
Die Jugend denkt darüber nach, wie ſie die Zukunft unſeres
Vol=
kes noch größer geſtalten kann. Die 30 jungen Kameraden, die
die Ausſtellung ſchufen, haben ſich mit ganzer lebendiger Kraft
und der Glut, die der HJ. innewohnt, an die Arbeit gemacht.
Dieſe Ausſtellung ſoll bahnbrechend werden.
Nach dem gemeinſamen Geſang des Liedes der HJ. erklärt
Jungbannführer Handwerk im Namen des Gebietsführers
Krä=
mer die Ausſtellung für eröffnet, indem er das Eingangsband zur
Ausſtellung durchſchnitt. Es folgte nun eine eingehende
Beſichkigung der Ausftellung.
die bereits in Frankfurt die höchſte Anerkennung aller
Partei=
kreiſe und aller Beſucher gefunden hat. Die Anordnung der
Aus=
ſtellung iſt, um es vorwegzunehmen, muſtergültig, ſie zeigt in
ihrem ganzen Aufbau die ſtarken Fähigkeiten und ſchöpferiſchen
Kräfte, die unſerer Jugend innewohnen. Sie führt ein in den
ſchweren Kampf, den die Hitlerjugend zu beſtehen hatte und in
den ganzen Aufbau der Hitlerjugend, bietet alſo in vielfacher
Be=
ziehung dem Beſucher wertvolle Einblicke in die Tätigkeit unſerer
Jugend. Eine Betrachtung in Worten wird bei weitem nicht dem
gewaltigen Eindruck gerecht, der auf jeden Beſucher dieſer Schau
einwirkt und vermag nicht alle Einzelheiten zu erfaſſen, die hier
in mühevoller Kleinarbeit ſinnvoll und umfaſſend zuſammengeſtellt
ſind. Jede einzelne Abteilung bildet einen geſchloſſenen Raum, in
dem beſondere Gebiete behandelt ſind.
Eine runde Eintrittshalle erinnert draſtiſch an die furchtbare
Parteizerriſſenheit des deutſchen Volkes vor der
nationalſozia=
liſtiſchen Einigung. „Deutſche, vergeßt es nie!” ſteht mahnend über
den Bildern und Plakaten einer glücklicherweiſe vergangenen Zeit.
Gewaltig eindrucksvoll iſt die Ehrenſtraße der HJ., die zu
dem Ehrenmal der HJ. führt, wo die Namenstafel der 21 für die
nationalſozialiſtiſche Bewegung gefallenen Hitlerjungen an einem
Ehrenplatz angebracht, an die Opfer, die unſere Jugend brachte,
erinnert.
Wir beginnen dann den Gang durch die Ausſtellung, die in
Bildern auch die Zerriſſenheit der Jugend vor 1933 zeigt: Nicht
weniger als 261 Jugendverbände beſtanden in Deutſchland. —
Weitere Bilder zeigen die Entwicklung der Partei von ihren
An=
fängen bis zur Gegenwart, zeigen den Führer mit ſeinen Getreuen
im Kampf um Deutſchlands Erneuerung. Imeinem weiteren Raum
ſind Fahnen und Abzeichen der HJ. aus älteſten Zeiten angebracht,
der beginnende Aufbau wird gezeigt und dabei an die furchtbaren
Kämpfe mit nichtdeutſchen Elementen erinnert. Tafeln
verſinnbild=
lichen die Gliederung der HJ. und der Gebietsführung, die
Klei=
dungen und Rangabzeichen der HJ., des Jungvolkes und BdM.
ſind ausgeſtellt. Statiſtiſches Material belehrt über das Anwachſen
der HJ. von 46 Jungens auf heute 180 000 HJ.= und 103 000 BdM.=
Mitgliedern. Weiter wird die Führer=Auswahl vor Augen geführt,
eine Abteilung zeigt den Aufbau der Verwaltung und eine weitere
Abteilung als Sozialismus der Tat die Einrichtungen zur
Ge=
ſundung und Geſunderhaltung unſerer Jugend. Die
Leibesübun=
gen, Schulungslehrgänge, Preſſe und Schrifttum werden in breiten
Räumen gezeigt. Sehr anſchaulich iſt der Wert der klaren Sprache,
ferner die geiſtige Grundlage der Bewegung, die Tätigkeit des
Arbeitsdienſtes, der Siedlung und aller damit
zuſammenhängen=
der Gebiete gezeigt. Ein ganzes Arztzelt iſt aufgeſchlagen, eine
Sonderabteilung behandelt das Arzt= und Feldſcherweſen. Die
Sonderausbildung zur Stärkung von Körper und Geiſt iſt in
an=
derer Abteilung veranſchaulicht. Weiter ſieht man die Betreuung
der Grenzgebiete, die erſchienenen Jugendſchriften, das Theater
einſt und jetzt, das nationalſozialiſtiſche Jahr und das Feſt und die
Feier als Glaubensbekenntnis zu Volk und Führer,
Die Ausſtellung, die eine Fülle von hier noch ungenannteng
Einzelheiten birgt, ſollte von jedem deutſchen Volksgenoſſen be= werden. Sie vermittelt ein eindringliches Bild von denn
Schaffen und von dem Geiſt unſerer Jugend im Dritten Reich un o
läßt den Beſchauer durch Gegenüberſtellung der überwundenen Zu/
ſtände liberaliſtiſch=marxiſtiſcher Jahre die Segnungen erkennen.n
deren wir durch den gigantiſchen Kampf des Führers und ſeinen!
Bewegung teilhaftig wurden.
*
Zinnfiguren=Ausſtellung
im Schloßmuſeum.
Die deutſchen Zinnſigurenſammler kagen in Darmſtadd
Am Samstag und Sonntag hielt die „Freie
Vereini=
gung deutſcher Zinnfigurenſammler”, die in Leipy
zig ihren Sitz hat, ihre 7. Jahrestagung in Darmſtadt ab.
Ausl=
dieſem Anlaß hatte die außerordentlich rührige Darmſtädter
Ortsgruppe im Schloßmuſeum unter dem Motto:
„Deutſche Geſchichte in Zinnfiguren”
eine überaus reichhaltige und intereſſante Schau veranſtaltet, din
zu ihrer Eröffnung, die am Sonntag vormittag ſtattfand, auc
eine große Anzahl von Beſuchern angezogen hatte.
Für den verhinderten Leiter des Schloßmuſeums, Grau
Hardenberg, ſprach Herr Schlitt herzliche Worte der Beu
grüßung und bedauerte nur, daß das Schloßmuſeum aus Platzz
mangel die Aufſtellung von Zinnfigurenſammlungen nicht
ſtan=
fördern könne, obwohl das Schloßmuſeum an ſich die gleiche
Beſtrebungen verfolge wie die Vereinigung der Zinnfigurenn
ſammler, nämlich die Pflege der ruhmreichen Tradition des
alten Heeres.
Herr Joachim Ritter, der Führer der freien
Ver=
einigung deutſcher Zinnfigurenſammler und Herausgeber de
illuſtrierten Monatsſchrift „Der ſtandhafte Zinnſoldat”, eröffner:
mit einer kurzen Anſprache die Ausſtellung, dankte den Darnn
ſtädter Sammlern für ihre mühevollen Vorarbeiten und betont
daß die ſeit 10 Jahren beſtehende Vereinigung lange habe gegeu
den Strom ſchwimmen müſſen, bis jetzt nach dem nationalen Unn
ſchwung auch die Arbeit der Vereinigung an ihrem beſcheidenesn
Platze eingegliedert werden könne, in die große Arbeit arn
Wiederaufbau des Vaterlandes. Die
Ausſtellung
bildet eine Ueberſicht durch Jahrhunderte deutſcher Geſchich4
und zeigt nicht nur Schlachtenbilder, ſondern auch kultu
hiſtoriſche Aufſtellungen, wie ja überhaupt die Arbeit der
Ve=
einigung ſich nicht nur, was oft verkannt wird, auf das
rei=
militäriſche Gebiet beſchränkt, ſondern geſchichtliches Werden unz
kulturhiſtoriſche Entwicklung, Trachten, Feſte und alte Gebräuc”
vor Augen führt. Was die Ausſtellung beſonders intereſſau
macht, iſt der Umſtand, daß nicht reine Aufſtellungen
gebraa=
wurden, ſondern daß dioramenartig die Landſchaft, die
Bode=
geſtaltung und die Architektur plaſtiſch und äußerſt ſinnfäla
nachgebildet wurden.
Greifen wir nun Einzelheiten heraus, ſo war beſondens
eindrucksvoll die Schlacht bei Leuthen mit der brennenden Kira=g
und dem ſchneebedeckten Feld. In Vitrinen ſahen wir einn
Germanen=Thing, verſammelt um das heilige Feuer. Sch
ausgeführte Einzelbilder führen von den Streitwagen der alty
Aegypter und indiſchen Kriegselefanten über eine
Sonderſamr=
lung „Kriegsmaſchinen aller Zeiten” nach Waterloo (Kam)
um ein großes Gehöft) und nach Orleans, wo Bayern
fran=
zöſiſchen Linientruppen und Mobilgarden gegenüberſtanden.
Der Weltkrieg hat natürlich eine eingehende Beachtung 9.. Taktiſch fabelhaft aufgebaut der Marne=Uchergang,
g=
ſichert durch Artillerie mit Beobachtungsſtelle, führt er alle Artzy
eines Flußüberganges vor, Ponton=Brücke, Ruder=Fähre u
Kavallerie=Brückengerät. Dann ein Bild von einer Tankſchla
und von dem Leben und Treiben auf einer großen Heerſtraf”,
die zur Front führt. Hervorragend durchgearbeitet auch die
Ar=
ſtellung „Feſſelballon an der Front”. Hier fehlt wirklich nich 7.
von der Fernkamera im Ballonkorb, der Fliegerabwehr, der
Unterſtänden bis zur ... Querbaum=Latrine.
Das Schloßmuſeum ſelbſt hatte aus ſeinen Beſtänden u.
alte Kriegsſpiele und eine Parade des Art.=Regiments 25 be
geſteuert. Nach Beſichtigung der Ausſtellung, deren liebevoll M
in Kleinigkeiten durchgearbeitete Art vollendet geeignet iſt, nebei
dem dadurch erteilten Anſchauungsunterricht in uns die ſto /
Erinnerung an unſer ruhmreiches Heer aufrecht zu erhalte//
nahmen die Teilnehmer eine Beſichtigung unſeres Schlar
muſeums vor, deſſen unvergleiche Beſtände bei jeder erneutt
Beſichtigung ſich erweitert und noch vorteilhafter präſentiere
Brlefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsqulttung beizufügen. Anonyme Anfragen werde2
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechlsverbindlichkel=
Nach S. Das Geſetz zur Regelung der landwirtſchaftlichk)
Schuldverhältniſſe vom 1. Juni 1933 (Reichsgeſetzblatt Nr.
vom 3. Juni 1933, vom Reichsverlagsamt Berlin NW. 40, Scha
horſtſtraße 4, Poſtſcheckkonto Berlin 96 200, zu beziehen) will A!
Betriebsinhaber, der verſchuldet iſt entſchulden.
ſind an dem eingeleiteten bezüglichen Verfahren alle Gläubi
ohne Unterſchied beteiligt, die zur Zeit der Eröffnung 79
Verfahrens einen dinglichen oder perſönlichen Anſpruch gegen R)
Schuldner haben. Alſo fallen auch die von Ihnen vertreten!
Forderungen unter das Geſetz. Da die Entſchuldungsſtelle ein!
Entſchuldungsplan aufzuſtellen hat, in welchen ſämtliche Sch!
den des Betriebsinhabers einſchließlich der rückſtändigen wite
kehrenden Leiſtungen aufzunehmen ſind, iſt auch eine
Teilzahll=
nicht zu leiſten. Wegen des Zinſendienſtes (Frage 2) verwei
wir auf 8 14 des Geſetzes. Die Verzinſung beträgt (einſchließ
eines etwaigen Verwaltungskoſtenbeitrags) 4½ Prozent, jed
nicht mehr als den vereinbarten Satz (unter Berückſichtigung
geſetzlichen Zinskürzungen). Danach iſt zu 1 die Auffaſſung
Schuldner richtig: Wer unter Ausnutzung der Vorſchriften A
Geſetzes einen Vorteil erſchleicht, um ſich oder einen anderen
bereichern, macht ſich ſtrafbar. Auf Antrag eines Gläubig4
ſind Forderungen, deren Ablöſung die Entſchuldungsſtelle Au
Billigkeitsgründen für nötig hält, bar zu begleichen, dergeſt
daß der Kapitalbetrag nebſt den aufgelaufenen Zinſen durch
Entſchuldungsſtelle nach deren Wahl ſofort oder im Laufe ei
Jahres nach Beſtätigung des Entſchuldungsplans durch das An
gericht ausgezahlt wird. Den zur Ablöſung erforderlichen Bet
darf aber die Entſchuldungsſtelle in dieſem Falle nur ihr
eigenen Mitteln entnehmen. Wir empfehlen danach 2
nehmen mit der Entſchuldungsſtelle.
H. H. Die Verordnung, die am 1. Januar 1931 in Kraft
treten iſt, beſagt, daß der Vermieter berechtigt iſt, das Wal
geld auf die Mieter im Verhältnis der Friedem
mieten gegen Nachweis umzulegen. Macht der Vermieter .
dieſer Befugnis Gebrauch, ſo ermäßigt ſich die geſetzliche M*
um 3 Prozent der Friedensmiete.
Weiterbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 9. Oktober: Mehr wechſelnd bew.”
mit vorübergehendem Aufklaren, wieder Temperaturrückdg.
noch ſchauerartige Niederſchläge, um Weſt drehende Wſſle
D2 T.4.0, Hapoanſieg der Danemntt.
Im 7. Länderkampf gewinnt Deutſchland zum erſten Male in Kopenhagen.
Verdienk.
aber zu hoch ausgefallen!
IIn ihrem ſiebenten Länderkampf gegen
anemark kam die deutſche Fußball=
National=
gunſchaft am Sonntag in Kopenhagen zum
unten Siege. Mit 5:2 (1:0) wurden die
ären, die bisher alle Spiele in ihrer
Haupt=
aunt für ſich entſchieden hatten, zwar verdient
hzenmäßig aber zu hoch bezwungen. Die
urſche Mannſchaft hatte nach der Pauſe beim
tamde von 3:2 ähnlich wie vor Wochen in
ſarſchau recht bange Minuten zu überſtehen
a). erſt zum Ende wurde der Kampf
ent=
iſ den.
Fm Kopenhagener Idrettsparken hatten ſich
ſom lange vor Beginn des Kampfes 28000
uſchauer eingefunden. Das Spiel war von
wiuigem Herbſtwetter begünſtigt, der Platz
ihſt war allerdings durch die Niederſchläge
r letzten Wochen recht glatt und nicht gut
ſt ielbar. Unter den zahlreichen Ehrengäſten
merkte man auch den däniſchen König,
ri ſich in der Pauſe beide Mannſchaften vor=
Uen ließ und jeden Spieler mit Handſchlag
giüßte. Beim Einmarſch der beiden
Mann=
ſarten machten ſich einige Störenfriede
be=
eurbar, die, als die deutſche Mannſchaft ihren
eu ß entbot und die Muſik das Horſt=
Weſſel=
ei- ſpielte, durch Pfiffe die Veranſtaltung zu
imen ſuchten. In dem ehrlichen und
begei=
rien Beifall der objektiven Maſſen ging die=
Werſuch aber unter.
Die beiden Mannſchaften
ruen in der angekündigten Aufſtellung wie
4— an:
Deutſchland: Buchloh; Janes, Schwartz;
tamlich, Szepan, Zielinſki: „Lehner,
Hoh=
unn, Conen, Rohwedder, Fath.
Dänemark: S. Jenſen; F. Tarp, V. Larſen;
Nielſen, Skelmoſe. O. Jörgenſen; Chriſten=
. Lundſten, P. Jörgenſen, Uldaler, Stoltz.
Sschiedsrichter war der Schwede Baeckſtröm.
Durch das Los begünſtigk.
nutte die deutſche Elf in der 1. Halbzeit mit
m ſtarken Wind und der Sonne im Rücken
eigen. Der glatte Boden bereitete den großen
d ſchweren Leuten unſerer Mannſchaft viel
hwoierigkeiten. Trotzdem rollte aber Angriff
f Angriff gegen das däniſche Tor, und wenn
ier etwas zu bemängeln gab, ſo war es,
Bizu wenig geſchoſſen wurde. Nur ein
Tref=
wen der Wormſer Linksaußen Fath
ein=
halb Minuten vor der Pauſe ſchoß, war
Ausbeute der durchweg überlegen
durch=
vörten erſten Halbzeit. Nach der Pauſe
hnn die Dänen durch den Halbrechten
airdſten in der 10. Minute zum Ausgleich.
eſt ger Jubel belohnte die Leiſtung, und die
(nen wurden in der Folge ſtark von ihren
auesleuten angefeuert. Die Situation wurde
(mzeiſe recht kritiſch und man atmete erleich=
4 muf, als Fath den zweiten Treffer ſchoß.
ihe darauf fiel durch den Hamburger
Roh=
eloder das dritte Tor, aber die Dänen
man durch ihren ſchlecht bewachten
Links=
hun Stoltz wieder auf 3:2 heran. Die
utſche Elf hatte nun recht bange Minuten
ü berſtehen, Szepan half eifrig in der
Ver=
digung mit und mehr als einmal ſchien es,
ſolle das Spiel noch einen unentſchiedenen
1zgang nehmen. Vier Minuten vor Schluß
ſ. Hohmann auf gutes Zuſpiel Lehners
n erlöſenden vierten Treffer, und in der
hlußminute unternahm Fath einen
glänzen=
n Alleingang, umſpielte mehrere Dänen und
b). zum fünften Treffer ein. Fath und
ihmann waren in der zweiten Halbzeit durch
gletzungen an der Entfaltung ihres vollen
inmens gehindert.
Deutſchlands Sieg verdienk.
So verdient der deutſche Sieg iſt, ſo falſch
une es auch, auf Grund des Spielausgangs
n alle Spieler zu loben und die gemachten
hler zu verſchweigen. So hielt Buchloh
zar, einige ſcharfe Schüſſe ganz ausgezeichnet,
eurnigen Fällen erſchien er aber auch recht
ſſcher. Von den beiden Verteidigern hatte
aures einen ſehr ſchlechten Tag. Er verſtand
mnit Gramlich faſt gar nicht, und die Folge
vom war, daß der gefährliche linke Flügel
DDänen immer wieder durchkam.
Hervor=
gemd ſchlug ſich der erſt 19jährige Hamburger
chwpartz, ſeine Spielkultur läßt zwar noch
zu wünſchen übrig, ſein Zerſtörungsſpiel war
aber ausgezeichnet. Janes wurde nach der
Pauſe beſſer, dagegen hielt Gramlichs
Schwäche auch im zweiten Teil an. Zum Glück
ſprang Münzenberg oft helfend als
Ver=
teidiger ein, und auch Zielinſki erfüllte
die auf ihn geſetzten Erwartungen. Von den
Stürmern erreichte Lehner nur zeitweiſe
ſeine gute Form, die man ſonſt von ihm
ge=
wohnt iſt. Er wurde allerdings von
Hoh=
mann ſtark vernachläſſigt und auch
Roh=
wedder bremſte wiederholt die vom rechten
Flügel eingeleiteten Angriffe. Szepan ließ
nach gutem Start vorübergehend nach, er war
aber nach der Pauſe wieder auf dem Poſten.
Er brachte den Wormſer Fath, den man als
beſten Spieler der deutſchen
Manu=
ſchaft bezeichnen muß ausgezeichnet ins
Spiel und hatte an deſſen Torerfolgen nicht
geringen Anteil.
Dänemarks Mannſchaft überalkert.
Die Dänen ſind, angefangen vom
Schluß=
mann Spend Jenſen, ziemlich überaltert. Die
Verteidiger Fritz Tarp und V. Larſen, ſeit
Jahren erprobte Spieler, ſind den
Anſtrengun=
gen ſolcher Kämpfe doch nicht mehr gewachſen.
Oskar Jörgenſen war der beſte Mann, der
Läuferreihe, Skelmoſe in der Mitte war ſehr
gut, und Nielſen übertraf noch Gramlich auf
der Gegenſeite. Im Angriff war der linke
Flügel Stoltz=Uldaler der beſte Teil. Der
Volksliebling Pauli Jörgenſen zählt auch nicht
mehr zu den Jüngſten. Der Halbrechte
Lund=
ſten war ſehr eifrig, dagegen ſpielte der auf
dem rechten Flügel neu eingeſetzte Chriſtenſen
zu aufgeregt.
Die Fußball=Ergebniſſe.
Länderſpiele:
in Kopenhagen: Dänemark — Deutſchl. 2:5 (0:1)
in Budapeſt: Ungarn — Oeſterreich 3:1 (1:1);
in Köln: Gau Mittelrhein—Gau Sachſen 6:3 (3:2)
Süddeutſche Meiſterſchaftsſpiele:
Gau Südweſt: Phönix Ludwigshafen — Spfr.
Saarbrücken 4:1; FK. 03 Pirmaſens — FSV.
Frankfurt 2:2; Bor. Neunkirchen — FC.
Kai=
ſerslautern 1:3; Kickers Offenbach — Saar
05 Saarbrücken 3:0.
Gau Baden: Karlsruher FV. — SV.
Wald=
hof 1:2; FC. 08 Mannheim — 1. FC.
Pforz=
heim 0:7; Germania Karlsdorf — VfL.
Nek=
karau 1:3; Freiburger FC. — VfB.
Mühl=
burg 2:1.
Gau Württemberg: Stuttgarter Kickers —
SC. Stuttgart 3:1; Spfr. Stuttgart — SV.
Göppingen 0:3; Spfr. Eßlingen — Ulmer
FV. 94 1:2; 1. SSV. Ulm — SV. Feuerbach
3:3; Union Böckingen — VfB. Stuttgart 5:3.
Gau Bayern: 1860 München — Jahn
Re=
gensburg 5:4; Sppgg. Fürth — ASV.
Nürn=
berg 2:1; FC. Schweinfurt — 1. FC.
Nürn=
berg 0:0; Sppgg. Weiden — Bayern
Mün=
chen 0:2.
Gau Nordheſſen: Heſſen Hersfeld — Sppgg.
Lan=
genſelbold 5:1; SC. 03 Kaſſel —
Spielver=
ein Kaſſel 0:0; Boruſſia Fulda — VfB.
Friedberg 8:0; Hanau 93 — Kurh. Kaſſel 2:1.
Gau Mittelrhein: Eintracht Trier — Blauweiß
Köln 1:0.
Geſellſchaftsſpiele: VfR. Mannheim — Phönix
Mannheim (Samstag) 5:2; Wacker München
— Werder Bremen (Samstag) 4:0; VfB.
Friedberg — VfB. Dillingen (Saar) 5:2.
Zußball im Reich.
Gau Oſtpreußen: Pruſſia Samland Königsberg
— Preußen Danzig 1:0; Polizei Danzig —
VfB. Königsberg 7:1; Viktoria Allenſtein —
Maſſovia Lyck 3:6.
Gau Pommern: (Weſt): Polizei Stettin —
Stet=
tiner SC. 3:7; Preußen Stettin —
Greifs=
walder SC. 2:1; (Oſt): Viktoria Stolp—
Germania Stolp 5:1; Hertha Schneidemühl
Viktoria Kolberg 4:1.
Eau Brandenburg: Tennis Boruſſia — Viktoria
89 4:1: Minerva — Union Oberſchöneweide
3:2; Spandauer SV. — Hertha=BSC. 2:2;
VfB. Pankow — Polizei SV. 1:3; Berliner
SV. 92 — 1. FC. Guben 7:0.
Gau Schleſien: Vorw.=Raſenſp. Gleiwitz —
Ra=
tibor 03 2:0; Sppgg. 02 Breslau — Hertha
Breslau 2:1; Beuthen 09 — Ruch
Bismarck=
hütte (Geſellſchaftsſpiel) 3,5.
Gau Sachſen: Guts Muts Dresden — VfB.
Leip=
zig 4:0; Spfr. 01 Dresden — Wacker Leipzig
1:1: SuBC. Plauen — SC. Planitz 2:2;
For=
tuna Leipzig — VfB. Glauchau 3:0.
Gau Mitte: Kricket Vikt. Magdeburg —
Merſe=
burg 99 3:3; Sppgg. Erfurt — VfL.
Bitter=
feld 2:1; Wacker Halle — Viktoria 96
Magde=
burg 1:1; Steinach 08 — SC. Erfurt 3:2.
Gau Nordmark: Union Altona — Polizei Lübeck
4:4; Boruſſia Kiel — FC. St. Pauli 1:1;
Hamburger SV. — Fortuna Düſſeldorf (
Ge=
ſellſchaftsſpiel) 4:4; Holſtein Kiel —
Ar=
minia Hannover (Geſellſchaftsſpiel) 1:0.
Gau Niederſachſen: SV. 96 Hannover —
Alger=
miſſen 1911 3:3; VfB. Komet Bremen —
Bo=
ruſſia Harburg 0:3; Hannover 97 —
Ein=
tracht Braunſchweig 0:0.
Gau Niederrhein: Rheydter SV. — Homberger
SV. 0:2: Duisburg 08 — Boruſſia Gladbach
3:1: Schwarzweiß Eſſen — Rotweiß
Ober=
hauſen 1:1: Hamborn 07 — Duisburg 99 1:1;
Turu Düſſeldorf — Mülheimer SV. (
Geſell=
ſchaftsſpiel) 3:2: Preußen Krefeld — Köln=
Sülz 07 (Geſellſchaftsſpiel) 3:1.
In den ſüd= und ſüdweſtdeutſchen
Fußball=
gauen herrſchte am Sonntag ein recht
lebhaf=
ter Betrieb. Das Meiſterſchaftsprogramm
wurde in faſt allen Gauen fortgeſetzt, wenn
auch hier und da nicht alle Mannſchaften
be=
ſchäftigt waren. So fielen die Spiele von
Eintracht Frankfurt, Wormatia Worms und
Schwaben Augsburg wegen der Abſtellung der
Spieler Gramlich, Fath und Lehner zum
Län=
derſpiel nach Kopenhagen aus.
Im Gau Südweſt verteidigte Phönix
Lud=
wigshafen ſeinen erſten Platz durch einen 4:1=
Sieg über die Saarbrücker Sportfreunde. Der
FK. Pirmaſens kam durch ein 2:2 gegen den
FSV. Frankfurt mit der ſpielfreien Union
Niederrad zuſammen auf den zweiten Platz.
Der Gaumeiſter Offenbacher Kickers verbeſſerte
ſeine Poſition durch einen 3:0=Sieg über
Saar 05 Saarbrücken, und der FC.
Kaiſers=
lautern kam in Neunkirchen mit 3:1 über
Boruſſia zu ſeinem erſten Siege.
In Baden hat ſich auf den erſten Plätzen
nichts verändert. Der führende Freiburger
FC. ſiegte zu Hauſe mit 2:1 über den VfB.
Mühlburg, und der an zweiter Stelle ſtehende
VfL. Neckarau gewann in Karlsdorf über den
Neuling Germania mit 3:1. Am beſten ſteht
aber hier der nur mit Spielen im Rückſtand
befindliche Gaumeiſter SV. Waldhof, der in
Karlsruhe den KFV. 2:1 beſiegte und 4:0
Punkte beſitzt. Den Torrekord des Tages
er=
zielte der FC. Pforzheim durch einen 7:0=Sieg
in Mannheim über den Neuling FC. 08.
Vollbetrieb herrſchte im Gau Württemberg.
Hier ſtehen jetzt vier Mannſchaften, SV.
Feuerbach, Ulm 94, Union Böckingen und die
Stuttgarter Kickers mit je 6:2 Punkten an der
Spitze. Feuerbach erreichte, in Ulm ein 3:3
gegen den SSV. Ulm 94 gewann in Eßlingen
2:1, der Gaumeiſter Union Böckingen gewann
zu Hauſe über den VfB. Stuttgart 5:3 und
die Stuttgarter Kickers beſiegten den
Lokal=
gegner Sportklub mit 3:1. Der Neuling aus
Göppingen gewann in Stuttgart gegen die
Sportfreunde mit 3:0.
In Bayern iſt München 1860 durch einen
5:4=Sieg über Jahn Regensburg zum
führen=
den 1. FC. Nürnberg aufgerückt, der in
Schweinfurt ein torloſes Treffen durchführte.
Der ſpielfreie FC. Wacker München ſteht in
dritter Stelle, und auf dem vierten Platz hat
ſich die Sppgg. Fürth durch einen 2:1=Sieg
über den ASV. Nürnberg vorgeſchoben.
Bayern Mü hen kam durch einen 2:0=Sieg in
Weiden wieder mehr nach „oben”.
In Nordheſſen verteidigte der vorjährige
Meiſter Boruſſia Fulda ſeinen erſten Platz
durch einen ſenſationellen 8:0=Sieg über den
bisher ungeſchlagenen VfB. Friedberg.
Zwei=
ter wurde Heſſen Hersfeld durch einen 5:1=
Erfolg über den Neuling Langenſelbold. An
dritter Stelle ſteht Germania Fulda vor
Fried=
berg und Hanau 93. Die Fuldauer, waren
ſpielfrei und Hanau gewann zu Hauſe knapp
2:1 über Kurheſſen Kaſſel.
Im Gau Mittelrhein kam wegen des
Gau=
ſpieles Mittelrhein=Sachſen, das die
Rhein=
länder 6:3 gewannen, nur ein Punktekampf
zum Austuag. Eintracht Trier beſiegte den
Neuling Blauweiß Köln knapp mit 1:0, die
Trierer rückten damit zum Kölner CfN. auf
den zweiten Platz vor,
Die kleine Preisfrage
für Fußballer brachte diesmal für die meiſten
Einſender einige Ueberraſchungen nur in der
Bezirksklaſſe, die dort aufgeführt ſind. Mit
ſechs richtigen Ergebniſſen erhielten:
1. Preis: RM. 5.— bar: Willi Kolberg=
Darmſtadt, Mornewegſtraße 27;
2. Preis: Zweimonatiger Freibezug des
Darm=
ſtädter Tagblatts: Adam Knöß=
Egels=
bach, Ernſt=Ludwigſtraße 82; — den
3: Preis: Einmonatiger Freibezug des
Darm=
ſtädter Tagblatts, entſchied das Los unter
den nachſtehenden Einſendern mit fünf
rich=
tigen Treffern für Karl. Leichtweiß=
Jugenheim a. d. B., Zwingenbergerſtr. 29;
vor Otto Braun hier, Liebfrauenſtraße 110,
H. Fiſcher hier, Mollerſtraße 2: A. Habich
hiee, Neckarſtraße 18: Georg Spieß, Nieder=
Beerbach, Adolf=Hitlerplatz 3.
Wir danken allen Einſendern für die
Betei=
ligung; hoffentlich iſt den beute leer
Ausgegan=
genen das Fußballglück das nächſte Mal hold.
Ein gefälliges Spiel.
SK. 03 Pirmaſens — 350. Frankfurk
22 0:1.
3000 Zuſchauer ſahen in Pirmaſens ein Spiel,
das in jeder Beziehung gefallen konnte. Beide
Mannſchaften waren techniſch auf der Höhe,
wo=
bei ſich bei Frankfurt beſonders Heldmann
aus=
zeichnete, während Pirmaſens in Brill, Hergert
und dem vorzüglichen Stürmer Johannſen die
überragenden Kräfte hatten. Sehr gut ſpielten
auch beide Läuferreihen, dagegen erlaubten ſich
die Hintermannſchaften manche Schnitzer, die
ver=
ſchiedentlich zu Treffern führten. Pirmaſens
hätte einen knappen Sieg verdient gehabt, aber
die Mannſchaft hatte das Pech, in den letzten
20 Minuten ohne Hergert ſpielen zu müſſen, der
verletzt ausſcheiden mußte. So kam Frankfurt,
das zum Schluß mächtig drückte, zum Ausgleich.
Pirmaſens ging durch Brill, der eine Flanke
direkt verwandelte, in Führung, aber nach einer
Viertelſtunde fiel der Ausgleich durch Schuchardt
In der Folge hatte Pirmaſens mehr vom Spiel
und kam in der 26. Minute durch Johannſen
zum verdienten Führungstor. Torhüter Wolf
vom FSV. war an dieſem Erfolg allerdings nicht
ganz ſchuldlos.
Nach der Pauſe blieb das Spiel zunächſt
aus=
geglichen und erſt nach dem Ausſcheiden Hergerts
wurde Frankfurt überlegen. Schuchardt gelang
es ſchließlich, in letzter Minute den Ausgleich zu
erzielen. Schiedsrichter Becker=Ludwigshafen
lei=
tete zufriedenſtellend.
Phönie bleibt in Führung.
Phönir Ludwigshafen — Sportfreunde
Saarbrücken 4:1 (3:1).
Rund 3000 Zuſchauer ſahen unter der
Lei=
tung von Rotaug=Frankfurt einen ſchnellen und
wechſelvollen Kampf, der als der beſte der
Sai=
ſon bezeichnet werden kann. Die Saarbrücker
er=
wieſen ſich als eine gute Mannſchaft, die ſchönen
Flachpaß pflegt und über eine gute Perteidigung
und Läuferreihe verfügt. Die Stürmer allerdings
konnten nur ſelten geſchloſſene Leiſtungen
auf=
bringen, ſo daß die Gäſte eine etwas hohe
Nie=
derlage einſtecken mußten. Phönix hatte ein Plus
im Sturm, der beſonders in der erſten Halbzeit
ſchöne Leiſtungen zeigte. Beſonders zeichnete ſich
die linke Seite mit Statter aus, der zwei Tore
erzielen konnte. Statter brachte in der 10. Min.
Phönir in Führung, durch den Saarbrücker
Mit=
telſtürmer Müller fiel jedoch bald darauf der
Ausgleich. Lindemann, der Mittelläufer von
Phönix, erzielte in der 25. Minute abermals
das Führungstor und Statter ſandte nach einem
Mißverſtändnis der gegneriſchen Verteidigung
zum 3:1 ein. Nach dem Wechſel ſpielten die
Gäſte nur noch mit 10 Mann, da Schaus in
un=
ſportlicher Weiſe nicht mehr antrat. Trotzdem
konnten ſie das Spiel zeitweiſe überlegen
geſtal=
ten, ohne aber zu Toren zu kommen. Neumüller 2
war dann für Phönix in der 26. Minute noch
einmal erfolgreich.
Nr. 287
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 8. Oktober 1934
dedertafcangelt i Saoheffen
10
FC. Egelsbach — Polizei Darmſtadt 0:0.
VfR. Bürſtadt — 98 Darmſtadt 1:2 (0:1).
Norm. Pfiffligheim — Germ. Pfungſtadt 2:2.
Ol. Lorſch — Viktoria Walldorf 4:1.
Der geſtrige Spieltag hat in Südheſſen einige
Ueberraſchungen gebracht, mit denen kaum
ge=
rechnet worden iſt.
Da iſt zunächſt das Unentſchieden in
Egels=
bach und damit der erſte Punktverluſt des
der=
zeitigen Spitzenreiters. In der erſten Hälfte
hatte die Platzelf drei totſichere Chancen, in
Führung zu gehen, aber da verſtanden die ſonſt
ſo ſchußgewaltigen Stürmer nicht ins Schwarze
zu treffen, und dann verſagte ihnen das
Fußball=
glück die Gunſt. Obwohl Polizei die zweite
Halb=
zeit faſt ganz mit 10 Mann durchſtehen mußte,
vermochten die Schwarz=Weißen nicht, die grüne
Deckung zu durchbrechen, der das hohe Spiel der
Egelsbacher nichts anhaben konnte. Beide
Mann=
ſchaften hatten Erſatz mitgebracht. Egelsbach
ver=
lor kurz vor Schluß ſeinen guten Mittelſtürmer
durch Platzverweis, und zudem einen Punkt, der
vielleicht einmal ſchwer wiegen wird. Beim
erſten Aufgalopp hat die Polizei — bei einzelnen
Schwächen — dennoch gezeigt, daß ſie einer der
ernſteſten Favoriten in Südheſſen iſt.
Die zweite Ueberraſchung meldet der Draht
aus Bürſtadt: Sieg des SV. 98, mit dem kein
Menſch auch in den Reihen der Hieſigen
gerech=
net hatte. Bis kurz vor Schluß ſtand die Partie
unentſchieden 1:1, und erſt in den letzten
Se=
kunden fiel die Entſcheidung zugunſten der
Lilien. Zwei wertvolle Punkte geholt auf dem
Platz des vorjährigen Zweiten!
Ebenſo unverhofft und beachtlich iſt das
Un=
entſchieden bei Normannia Pfiffligkeim, wo
Pfungſtadt ſich 2:2 trennte.
Nicht aus dem Rahmen fällt der Ausgang in
Lorſch. Die Darmſtädter haben am kommenden
Sonntag die Gelegenheit, den Sieger gegen
Walldorf hier gegen die Polizei antreten zu
ſehen.
Die Tabelle nach dem 7. Oktober:
Kickers Offenbach — Saar 05
Saar=
brücken 3:0 10:0).
Vor 3000 Zuſchauern gab es unter der
Lei=
tung von Kratzenberg=Sprendlingen in
Offen=
bach einen 3:0=Sieg des Gaumeiſters, der auf
Grund der beſſeren Spielweiſe in der zweiten
Halbzeit verdient iſt. Vor der Pauſe wurden
auf beiden Seiten, beſonders aber vom
Offen=
bacher Sturm, zahlreiche Gelegenheiten
ausge=
laſſen. Allerdings war der Saarbrücker
Tor=
hüter Wolfganger in ausgezeichneter Form und
nur ſchwer zu ſchlagen. Nach Wiederbeginn
hat=
ten ſich die Offenbacher wieder gefunden, ſie
drängten, und nur ſelten kamen die Saarländer
in den Offenbacher Strafraum. In der 15.
Minute nach der Pauſe war der Widerſtand der
Gäſte gebrochen. Ein Schuß von Keck ergab den
erſten Treffer. Die Offenbacher waren nun in
großer Fahrt und eine Viertelſtunde ſpäter
lan=
dete ein Flachſchuß Grebes im Netz.
Zwiſchen=
durch kam Grebe in den letzten Spielminuten
noch zu einem dritten Treffer für Offenbach.
Bei beiden Mannſchaften waren die Torhüter
ausgezeichnet. Bei Saarbrücken gefiel noch die
Verteidigung, der Stürmer Zache und Zeimet,
der in der zweiten Halbzeit Stürmer ſpielte.
Offenbachs Mannſchaft lief nach ſchwacher erſter
Halbzeit zu guter Form auf.
Boruſſia Neunkirchen — FC.
Kaiſers=
laukern 1:3 (1:0).
Die Boruſſen hatten in dieſem Heimſpiel einen
ſehr ſchlechten Tag. Durch Verletzungen iſt die
Mannſchaft zurzeit nicht in beſter Form, und
auch Torhüter Müller befriedigte diesmal nicht.
Ebenſo ließ der Erſatzverteidiger Leberger
man=
chen Wunſch offen. Der repräſentative
Außen=
läufer Theobald kam in der zweiten Halbzeit
als Mittelſtürmer auch nicht viel mehr zur
Gel=
tung als vorher in der Deckung. Im Sturm
zeigte Kurt Welſch als Mittelſtürmer in der
erſten Halbzeit nichts Beſonderes, war dagegen
nach dem Wechſel als Verteidiger gut. Durch
Lützenberger fiel in der 30. Minute der erſte
Treffer für Neunkirchen; 13 Minuten nach
Wie=
derbeginn ſorgte Schneider für den Ausgleich,
und vier Minuten ſpäter war Müller durch
einen Flachſchuß erfolgreich. Boruſſia nahm
dann eine Umſtellung vor, ohne jedoch zu
Er=
folgen zu kommen, während für Kaiſerslautern
Zängry noch einmal erfolgreich war.
Schieds=
richter Störner=Frankfurt leitete vor 1500
Zu=
ſchauern gut.
Polizei Darmſtadt holt 4 Punkt.
FV. Egelsbach- Polizei
Darmſtadt 0:0.
Nach den beiderſeitigen Leiſtlungen
verdienk
iſt dieſes torloſe Reſultat; aber nach den im
Spiel herausgearbeiteten Torgelegenheiten
hät=
ten die eifrigen Egel bacher Stürmer einen
Sieg erringen können.
Mit Spannung hatte man dem endlichen
Eingreifen des vorjährigen Meiſters in
Süd=
heſſen, Polizei Darmſtadt, entgegengeſehen,
namentlich wegen des Abſchneidens auf den
Plätzen, wo bisher alte Kämpen der
Bezirks=
klaſſe ſchwere Abfuhren hatten einſtecken müſſen.
Das erſte Spiel ſah die Darmſtädter Grünen in
Egelsbach, wo zehnſtellige Niederlagen den
An=
hängern des Gäſtevereins gratis zum Kaffee
ſerviert wurden. Würde ſich die Darmſtädter
Polizei mit den Platzverhältniſſen (die nach der
in Gang befindlichen Feldbereinigung anders
werden!) abfinden und der darauf abgeſtellten
Taktik der Platzmannſchaft?
Man kann dieſe Frage wohl bejahen!
Wahr=
ſcheinlich wäre das Treffen auch nicht torlos
ausgegangen, wenn der grüne Sturm komplett
geblieben wäre; ſo mußte er faſt die ganze 2.
Hälfte nur mit vier Mann kämpfen. Das will
beachtet ſein. Denn die Platzelf verfügt über
einen Eifer, der vorbildlich war — gerade gegen
die Ordnungshüter wollte man einmal alles
Können zeigen — mit dem Erfolg, daß beide
Parteien ſich einen Punkt ſicherten. In
Egels=
bach werden noch viele Punkte hängen bleiben;
auswärts wird die Platzelf noch Proben ihrer
läuferiſchen Ausdauer und Durchſchlagskraft
liefern müſſen.
Das Treffen verlief äußerſt ſchnell.
Oft landeten die Abſchläge der Torhüter oder
Verteidiger direkt im gegneriſchen Strafraum,
ſo daß die nahezu 1000 Zuſchauer, in
gedräng=
ter Enge ausharrend, nie außer Stimmung
kamen. Mit Recht war man unzufrieden nur
mit dem Schiedsrichter, der einen ſchlechten Tag
hatte und beide Mannſchaften, die zwar gegen
Schluß hart, aber nicht über die Stränge
ſpiel=
ten, benachteiligte.
Nach dem verdienten 3:0=Sieg der Reſerven
des Platzvereins wurden die erſten Garnituren
mit lebhaftem Beifall empfangen. Sie ſtellten
ſich in folgender Aufſtellung auf dem „
Klein=
kaliber=Sportplatz”:
Egelsbach: Schuch; Anthes, Volz; Haller, Fr.
Knöß, Vollhardt; „Phil. Knöß, H. Anthes,
Lorenz, Schlapp, P. Knöß.
Polizei: Klein; Balſer, Bönſel; Kaſpar,
Mat=
thes, Kaufmann; Göbel, Seipp, Schupp,
Dumont, Pfeiffer.
Mit energiſchen Angriffen
begann die Platzelf, die Grünen aufzumuntern
und ihnen ſofort die Tücken ihres Platzes in
aller Form aufzuzeigen. Die beiden
Außenſtür=
mer ſauſten mit den kurzen Vorlagen des
Mit=
telläufers ab, und ſchon jagte die Flanke auf
den grünen Laden zu, wo Klein gegen die Sonne
ſtand. Unverkennbar gehörte die ganze erſte
Viertelſtunde der Platzelf, während der
Gäſte=
ſturm ſich noch gar nicht zurecht fand. Doch die
grüne Verteidigung war ſofort warm, ſo
heiz=
ten ihr die flinken Innenſtürmer Egelsbachs
ein. Klein im Tor bekam Arbeit, erledigt ſie
aber ſicher, wie gewohnt, fein unterſtützt von
der eiſernen Verteidigung und der weit
zurück=
hängenden aufmerkſam zerſtörenden Läuferreihe,
der ja zum „Lauf” kein Platz verblieb. Der erſte
Angriff der Grünen zwingt Schuch, einmal ſein
Können zu verraten. Polizei kommt zur erſten
Ecke, die abgewehrt wird. Im Anſchluß an eine
brenzliche Situation vor dem grünen Tor
er=
reicht E. den erſten Eckball, deſſen Nachſchuß im
Aus landet. Eine feine Torgelegenheit bietet
ſich anſchließend dem Linksaußen Egelsbachs,
der in der Aufregung weit über die Latte feuert,
anſtatt das Leder leicht rollen zu laſſen. Die
zweite Ecke für Polizei wird im Nachſchuß von
Volz in das Feld befördert, während Klein
an=
ſchließend den zweiten Egelsbacher Eckball
ab=
fängt. Einen Vorſtoß von Göbel unterbindet
Egelsbachs Hüter; anſchließend ſchickt Pfeiffer
den dritten Eckball für Grün direkt in die
Zu=
ſchauerreihen.
Polizei hat inzwiſchen das Spiel offen
ge=
ſtaltet und kommt jetzt zu geſchloſſenen
Angrif=
fen. Die 5. Ecke für Polizei ſetzt Göbel auf den
Elfmeterpunkt, wo Kaufmann wuchtig auf das
Tor verlängert, doch die ſchwarz=weiße
Verteidi=
germauer bannt die Gefahr.
Die dritte Egelsbacher Ecke findet beim
drit=
ten Nachſchuß endlich den Weg ins „Aus” Kurz
vor Seitenwechſel rollt ein ſchöner Angriff der
Gäſte, doch Schuch wirft ſich Pfeiffer in den
Schuß, der Ball rollt zwar ins Tor, aber vorher
noch ertönte die Pfeife des Schiedsrichters und
die „Tor”=Rufe des grünen Anhangs
verwan=
deln ſich in ein Pfeifkonzert. Bei der
Gelegen=
heit war Schupp verletzt worden; „nach einer
kurzen Statiſtenrolle auf Rechtsaußen mußte er
nach der Pauſe endgültig aufgeben.
Mit Pfeifer als Sturmführer beginnt
Poli=
zei die zweite Spielhälfte und ſetzt ſofort Dampf
auf.
Eine halbe Stunde lang iſt das Spiel
von höchſtem Temperamenk gekragen.
Es wird zwar hart, aber im Rahmen des
Er=
laubten gekämpft. Egelsbach macht ſich,
beſon=
ders erſichtlich nach dem Ausſcheiden Schupps,
von dem Druck der Grünen frei und leitet
wie=
der heftige Attacken ein. Es erzielt
nacheinan=
der drei Ecken: die erſte boxt Klein
ausgezeich=
net ins Feld, und die beiden anderen werden
von Balſer und Kaufmann wegbefördert. Der
Polizeiſturm iſt mit vier Mann natürlich nicht
durchſchlagskräftig genug, obwohl Pfeiffer in
der Mitte ſeine Nebenſpieler ſehr ſchön
frei=
ſpielte, doch an der verſtärkten und ſchnellen
Abwehr auf kleinem Strafraur, war ein
Durch=
kommen ſchwer möglich, und den Reſt beſorgte
der Hüter.
Ein Schiedsrichterball im Polizei=Strafraum
veranlaßt eine kitzlige Situation, aber
Mittel=
ſtürmer Lorenz hat Pech mit ſeinem Kernſchuß,
der knapp über die Latte ſtreicht. Dann wirft
ſich Klein in mächtigem „Bauchert” einem Schuß
von Schlapp entgegen. Anſchließend folgt
die ſchönſte Torgelegenheit der Egelsbacher.
Einem maſſiven Angriff war Klein
entgegen=
geſtürzt, hatte den Ball abgeſchlagen und ſetzt
ihm nach. Der Egelsbacher Halbrechte erwiſcht
den Ball und ſchießt wuchtig aufs Tor. Doch
dort ſtand noch ein grüner Verteidiger, der
hin=
ausköpft. Noch zweimal knallt Egelsbachs
be=
rühmtes Schützentrio aus kürzeſter Entfernung
auf das Tor, aber vergeblich.
Auch die 7. Ecke der Platzelf wird eine Beute
Kleins.
Auf der Gegenſeite klärt Schuch in
wendi=
gem Sprung und dann verpaßt Göbel, der
her=
eingeſpurtet war, eine ſchöne Führungs=
Mög=
lichkeit. Anthes dribbelt anſchließend mit dem
Ball durch die grüne Läuferreihe, nur Klein
ſteht vor ihm, der ſcheint ihn zu hypnotiſieren,
denn der ſaftige Schuß des Schwarz=Weißen
ſucht ſich ausgerechnet die Heldenbruſt Kleins
als Zielſcheibe anſtatt den freien Torraum links
und rechts. Der dadurch entſtandene Eckball
Egelsbachs verpufft harmlos.
Das Egelsbacher Pulver ſcheint verſchoſſen,
während die vier grünen Stürmer ihre Reſerven
in die Wagſchale werfen, aber die verſtärkte
Deckung der Platzelf hä.t dicht. Es gibt viele
Ausbälle und Zeitgewinn. Man ſcheint ſich mit
dem torloſen Kampf abgefunden zu haben.
Kurz vor dem Abpfiff bricht der ſchwarz
weiße Innenſturm noch einmal durch. Klen
fängt vorher die Flanke, ſtürzt mit ihr zu Be
den, wird jedoch von dem heranſpurtenden Lo
renz no., angegangen. Klein kommt bald
wie=
der ins Spielfeld, während Lorenz auf
Platz=
verweis zuſehen muß.
Der letzte Eckball für Polizei wird von Schuch
ins Feld befördert und der Schiedsrichter
ver=
ſammelt die Mannſchaften um ſich.
Die Egelsbacher Mannſchaft
hatte ihre Stärke, wie ſchon geſagt, in der
ge=
ſamten Abwehr. Schuch im Tor beging keinen
Fehler; „wuchtig und einſatzbereit die beiden
Verteidiger, mit den fleißigen, aber zu hoch
ſpie=
lenden Läufern. Der beſte Mann war
Mittel=
läufer Fr. Knöß. Im Sturm konnten die Außen
nach der Pauſe ſehr gut gefallen, während das
Innentrio reichlich Pech hatte.
Die Grünen
waren, wie immer, am ſtärkſten in der Abwehr,
Gerade auf dieſem ungewohnten Platz hatte ſie
bald die Taktik der Gegner ſpitz und ſtellte ſich
auf deren hohes Spiel ein. Alle mit Eifer und
Aufopferung bei der Sache. Der grüne Sturm
zeigte vor der Pauſe, als er intakt war, recht
ſchöne Züge. Nach dem Wechſel in der Vierer=
Reihe war Pfeiffer vor Göbel unſtreitig der
Beſte, und viele fragten ſich, warum er als
Linksaußen eingeſetzt wurde. — Am
kommen=
den Sonntag wird, der Sturm vorausſichtlich
wieder komplett ſein — Schur war noch
ver=
letzt, ebenſo Keck — und man wird dann auf
ſein Wirken beſſer ſchließen können.
Sieg in letzter Sekunde!
Adientes
Ta auch tat
B.f. R. Bürſtadt -Sb. 98
Darmſtadk 1:2 10:1).
Den Darmſtädter Lilien iſt in ihrem vierten
von neun in der Vorrunde auswärts
auszu=
tragenden Spielen der große Wurf gelungen,
die ſtarken und gefürchteten Bürſtädter
Raſen=
ſpieler zu beſiegen. Es wird in der Geſchichte
der auswärtigen Spiele der 98er ſelten
vorge=
kommen ſein, daß ihnen in der Schlußminute
das Glück in Form des Siegestreffers hold
war. Den Bürſtädtern vertraute man
allge=
mein, daß ſie ihre Gäſte klar, diſtanzieren
würden, doch die Unberechenbarkeit der Leute
vom Böllenfalltor warf einmal mehr alle noch
ſo berechtigt aufgeſtellten Prognoſen über den
Haufen.
Die Bürſtadter Spielweiſe
hat ſich gegen früher ſtark verändert. Hatte
man es früher mit einer Elf zu tun, die das
thpiſch auf Erfolg eingeſtellte kick=andruſh=
Spiel pflegte, ſo hat ſich die Elf heute zu
einer Einheit herangebildet, die zwar
kulti=
vierter mit dem Ball umgeht, doch den Erfolg
vermiſſen läßt.
Die Darmſtädter
hatten ſich heute etwas beſonderes
vorgenom=
men. Man hatte die Mannſchaft nach anderen
Geſichtspunkten zuſammengeſtellt und hatte
Erfolg damit. Zunächſt wurde der gewandte,
leider aber zu kleine Torwart Müller durch
den früheren Handballhüter Henß erſetzt. In
der Läuferreihe hatte man Orlemann mit der
Führung betraut und Schnägelberger in die
Sturmmitte geſtellt, dazu den harten und
un=
verwüſtlichen Richter nach langer Pauſe wieder
auf den linken Läuferplatz poſtiert.
Die Mannſchaften,
geführt von Schiedsrichter Dötſch (Frankfurt=
Zeilsheim), erſchienen alſo:
Darmſtadt: Henß; Senger, Kugel;
Müller 2, Orlemann, Richter; Mahr, Geyer,
Schnägelberger, Staigmiller, Kolberg.
Bürſtadt: Gebhardt; Guggemus, Gotha;
Koch, Ruh, Stockmann, Gündlingen,
Hari=
mann, Emig, Ofenloch, Kratz.
Ein friſcher Zug in den Darmſtädter
Reihen
ließ ſchon der Beginn erkennen. Die
Bür=
ſtädter Verteidigung war nicht ſofort im Bilde
— vielleicht unterſchätzte man den Gegner —
ſo daß mehr wie eine kitzliche Situation vor
dem Einheimiſchen=Tor entſteht. Ein
Darm=
ſtädter Erfolg ſchien auch heranzureifen, als
ſich Schnägelberger durch Umdribbeln zweier
Gegner freie Schußbahn geſchaffen hatte, doch
er zielte knapp daneben. In der 15. Minute
fiel dann das erſte Tor der
Darm=
ſtädter. Kolberg war einer Durchlage
nach=
geſpurtet, gab an Staigmiller weiter, deſſen
ſcharfer Schuß von Gotha ins Tor abprallte.
Der Ausgleich lag in der Luft, aber Henß
Fangkunſt machte zweimal die Ausſichten
zu=
nichte, ferner hatte er Glück, daß ein Kopfſtoß
des Mittelſtürmers knapp über die Latte ſtrich.
Einen ſcharfen 16=Meter=Strafſtoß, der wegen
Handſpiels verhängt wurde, ſchaffte Richter
mit dem Kopfe aus der Gefahrzone.
In der zweiten Hälfte
dominierten die Gäſte faſt ſtändig. Die
Bür=
ſtädter dringen mit ihrem zwar fein
durchdach=
ten, aber im Sturm zu weichen Spiel gegen
die ſtabile blaue Hintermannſchaft zunächſt
überhaupt nicht mehr durch; die Angriffe
blei=
ben meiſt ſchon in der famoſen Darmſtädter
Läuferreihe ſtecken, in der Orlemann ein
gro=
ßes Aufbau= und Abwehrſpiel lieferte. Er
ſchickte ſeine Außen Mahr und Kolberg mit
exakten Flügelſchlägen immer wieder ins
Ge=
fecht, doch gelingt es Kolberg faſt nie, etwas
Erfolgreiches damit anzufangen. Er, wie auch
Schnägelberger ſtanden zweimal
mutterſeelen=
allein vor dem Tor, doch in dem Gefühl, durch
ein weiteres Tor den Sieg ſicherzuſtellen und
damit die faſt unglaubliche Ueberraſchung
wahrzumachen, verſtolperten ſie förmlich das
tückiſche Objekt. Anders ergeht es auch
Staig=
miller und Geher nicht, als ſie nur noch den
Torhüter vor ſich hatten, ohne jedoch dem
Ball den entſcheidenden Stoß zu geben.
In dieſer Spanne Darmſtädter
Ueberlegen=
heit ſtand der Bürſtädter Verteidiger Gotha
wie eine nicht zu überwindende Säule, er
er=
ledigte noch einen großen Teil des Penſums
ſeines ſchwach ſpielenden Partners mit.
Bis=
weilen taucht er auch im Sturm auf, um
zu=
ſammen mit ſeinen Kameraden vexlorenes
Terrain einzuholen. Dem verſtärkten Druck
ge=
lang es dann auch, den Vorſprung der
Darm=
ſtädter, den dieſe bis 5 Minuten vor Schluß
gehalten hatten, zu egaliſieren.
Ein Freudengeſchrei im Bürſtadier
Lager
ſetzte ein, als der Mittelläufer Ruh ſich mit
allen Energien durch die Gäſtedeckung ſchlän
gelt und im Fallen — für Henß unhaltbar —
einſandte. Der Bürſtädter Anhang, der ſich
vorher Zurückhaltung auferlegt hatte, kam ob
dieſes nicht mehr erwarteten Treffers in
Stimmung, die ſich auch auf die Spieler
über=
trug. Man ſetzte noch einmal alles auf eine
Karte, ſo daß die Darmſtädter Anhänger gar
noch um den einen ſicher gewähnten Punlt
bangen mußten.
Das Unwahrſcheinliche kraf jedoch ein.
Orlemann hatte einen gefährlichen Bürſtädter
Angriff abgewehrt, ging mit dem Ball allein
durch, täuſchte zwei — drei Gegner und ſetzte
aus 25 Meter Entfernung zum Schuß an,
Sein ſtahlhartes Geſchoß verfing ſich im Netz=
Tor — Anſtoß — Schlußpfiff — freudige
Darmſtädter Geſichter.
Lob und Tadel verteilend,
ſei geſagt: Henß im Tor ſowie ſeine beiden
Vorderleute Senger und Kugel machten hre
Sache ausgezeichnet. Der Schlüſſel zum
Darm=
ſtädter Sieg lag jedoch im vorzüglichen Spiel
der Läuferreihe, in der ganz beſonders
Orle=
mann durch ſein aufopferndes Spiel brillierte.
Bei den Außenläufern weiß man nicht, ob
man dem klugen Aufbauſpiel von Müller oder
dem einſatzbereiten Abwehrſpiel von Richek
den Vorzug geben ſoll. Im Sturm klappte auch
heute nicht alles wie es ſein ſollte. Es dar
einfach nicht vorkommen, daß man eine ſo
große Anzahl von ſogenannten „ſichere‟,
Sachen ausläßt. Kolberg und Staigmiller a0
dem linken Flügel waren die Schwächſtell,
Schnägelberger im Felde gut, vor dem To'
jedoch zu unentſchloſſen. Mahr und Geher ſet
ten ſich noch am erfolgreichſten durch.
Die Bürſtädter haben in Torwart
Gele=
hardt. Verteidiger Gotha, Mittelläufer Rih
und dem techniſch hochveranlagten Stürme.
Emig Kräfte, deren Leiſtungen über dem 0
gemeinen Durchſchnitt ſtehen. Schwach warel.
lediglich der Verteidiger Guggemus, die
Außenläufer und die Außenſtürmer.
Der Schiedsrichter fungierte korrelt ie
regelſicher.
Montag, 8. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 278
Germania beſſer als Normannia.
vorbeidribbelnd den Ball placiert einſenden
konnte. Mit allem Geſchick wurde der kurze Vor=
Porttnaid Phnniggeii
ſprung verteidigt. Bis zur Halbzeit änderte ſich
nichts mehr an dieſem Stand.
Wenige Minuten nach der Pauſe liegt tat=
De Lir. Wangfiadr 2.2 10.1).
Der Nimbus der Pfiffligheimer mit ihren
ſpribenſiegen auf eigenem Platze wurde
dies=
ul von Pfungſtadt entſcheidend gebrochen. Nicht
lrin, daß die ſehr guten Gäſte auf dieſem
ge=
lich kleinen Platze in Pfiffligheim ein
ver=
eirtes Unentſchieden holten, waren die Gäſte
hor tatſächlich in der Lage, das Spiel ſogar zu
urinnen, denn ſie lagen bis 1 Minute vor
ch uß noch 2:1 in Führung, hatten außerdem
Umn Elfmeter vergeben, während ſie ſelbſt durch
aen ſehr zweifelhaften Elfmeter im letzten
u enblick um den Sieg gebracht wurden.
Es waren etwa 800 Perſonen anweſend, die
im weiteren Bombenſieg der Pfiffligheimer
ſeiben wollten, während das kleine Fähnlein
r Pfungſtädter feſt auf das gute Könnender
(irnanen vertraute. Sie ſollten ſich auch wirk=
I½ nicht getäuſcht haben. Ganz beſonders
zeich=
u ſich Pfungſtadts Hintermannſchaft aus, die
4. efährlichen Außenſtürmer Gernsheimer und
Dir ſehr gut abdeckten. Tatſächlich gab dies
ſich, allein den Ausſchlag. Zweifellos hatten ſich
* Pfungſtädter diesmal viel vorgenommen, und
i enttäuſchten die auf dieſes Spiel geſpannt
erende Darmſtädter Kante nicht.
2rie Germanen, gewitzigt durch die
Erfahrun=
m Dieburgs und Arheilgens, verhielten ſich
hur rſt reſerviert und ließen die Normannen
uit einmal anrennen, um deren Schwächen
her=
his ufinden. Dieſes Vorhaben gelang
ausgezeich=
hit. Obwohl man um die Barrieren bereits
tennal den Ball im Gäſtetor glaubte, war es
pesmal nichts. Im Gegenteil — Pfungſtadt
fmr glücklicher, und ſchoß in der dichteſten
Be=
iarung das Führungstor. Mehlmann war zu
eir: vorgerückt, ſo daß Haſſenzahl am Tormann
ſächlich
Pfiffligheim mit 2:0 im Rückſtand.
Bald darauf entſchied der Schiedsrichter
Elf=
meter für Pfungſtadt, Voß ſetzte aber den
Ball knapp neben den Pfoſten. Sonſt
hät=
ten die Pfiffligheimer das erlebt, was ſie ſonſt
bei anderen Vereinen wahrmachten. Die
Nor=
mannen drängen dann erſichtlich und kommen
durch Gernsheimer zum 1. Treffer. Mehlmann
verſtärkt den Sturm und die Platzelf bucht, als
niemand mehr an einen Treffer glaubte, kurz
vor Schluß durch einen zweifelhaften Elfmeter,
den Buſch einſchoß, den Ausgleich. Dadurch kam
Normannia um eine tatſächlich verdiente
Nie=
derlage herum.
Die Mannſchaften ſtanden:
Pfung=
ſtadt: Darmſtädter; Nickel, Voß; Crößmann,
Marquardt, Schmidt; Haſſenzahl I,
Scheuer=
mann, Haſſenzahl II, Spieß, Jährling. —
Pfiff=
ligheim: Loch; Keim, Mehlmann; Haarbauer,
Braun, Wenzler; Berendt, Raquet, Stark. Buſch,
Gernsheimer.
In Pfungſtadts Reihen
zeichnete ſich die Deckung aus, beſonders die
bei=
den Verteidiger und der Hüter. Sehr gut die
Läuferreihe, die es verſtand, den gefährlichen
Platzſturm in Schach zu halten. Der Sturm war
auf Durchbrüche ſpezialiſiert, die ihm auch in
entſcheidender Weiſe glückten.
Die Normannen
haben in dieſem Spiel bewieſen, daß ſie an
man=
chen Stellen verwundbar ſind, beſonders, wenn
der Gegner die Schußkanonen deckt und ſelbſt
mit ſchnellen Vorſtößen arbeitet.
H. H.
Harter Punktekampf in Lorſch.
Die 46er hatten, wie ſchon betont, Sorgen
mit der Aufſtellung, denn drei Mann, und dazu
Dlympia Lorſch —Bikkoria
nicht die ſchlechteſten, mußten erſetzt werden.
Walldorf 4:1 (3:0).
Un Lorſch ging ein Spiel vom Stapel, wie
a: es in dieſer Härte ſelten zu ſehen bekommt.
i, dem ſtärkſten körperlichen Einſatz und
außer=
m. mit recht beachtlichem Können gaben ſich die
an e vornehmlich reſtlos dieſem Spiel hin; ſie
oli ten unter allen Umſtänden einen Sieg
errin=
m. Sie hatten aber Pech, die Lorſcher Elf
dies=
all in beſter Verfaſſung anzutreffen, und
außer=
m. waren ſie überraſchenderweiſe ſchnell durch
be. Durchbrüche des Lorſcher Linksaußen in
m erſten zehn Minuten bereits 2:0 geſchlagen.
bn dieſem Moment an gaben die Walldörfer
re ſchnellen Flachangriffe auf und verfielen in
mohes Geholze, das natürlich gegen die
ſta=
te Hintermannſchaft Lorſchs, in dieſer
Kopf=
is keit ausgeführt, vollſtändig zwecklos war.
ze Lorſcher kamen mit ihrer neuen
Sturmauf=
ilnng, Herdt war Mittelſtürmer, und mit dem
unn Mann Wahlig viel beſſer in Schwung.
it, ihren gut berechneten Angriffen verdienten
ach vor der Pauſe durch Schmidt das 3. Tor.
ſeich nach dem Seitenwechſel fielen kurz
hin=
rei nander zwei Tore, die beide halbwegs
411 ſttore waren. Lorſch ging zuerſt wieder in
thrung, aber umgehend nach dem 4. Tor
er=
ilw Walldorf endlich den verdienten
Ehren=
tizer. Es folgten noch einige ſtarke
Drang=
riwden der Walldörfer, die aber an der ſtarken
ömehr der Lorſcher vollſtändig ſcheiterten, ſo
iDdieſe Partie ſchließlich mit einem 4:1=
Ergeb=
endete.
Doie Lorſcher Mannſchaft war diesmal kaum
zeler zu erkennen, ſie enttäuſchte ihre 350
An=
linxer nach der angenehmſten Seite. Mit der
Etraſtung durch den guten Sturm war die
Hin=
ſtmannſchaft gerade heute in ihrem beſten
Ele=
ſin= und hielt die ſchußgewaltigen Walldörfer
ſilkändig in Schach. Sonſt wären vielleicht die
ſtriher nicht um eine Niederlage
herumgekom=
ſan denn Walldorf ſpielt keinen ſchlechten
Fuß=
ſi. Schiedsrichter Oßwald=Worms hatte bei
IIn temperamentvoll durchgeführten Spiel
kei=
i leichten Stand, entledigte ſich aber ſeiner
Aigabe ſehr gut.
Die Mannſchaften ſtanden:
Walldorf: Mieth; Klein, Wohlfahrt;
iſget, Winſon, Ponz; Ceſanne, Meffert, Braun,
echer, Jordan.
4Torſch: Gärtner; Schmidt, Degen; Adrian,
zacher 2., Albert; Wahlig, Angert, Herdt,
et:, Rothenheber.
Aankkekeilung der Favoriken
der Kreisklaſſe.
BG. 46 — 59. Mörfelden 1:1 11:0).
EEinen harten und äußerſt ſpannenden Kampf
farten ſich die beiden vorausſichtlichen
An=
ürxer auf den Meiſtertitel vor 500 Zuſchauern
wer Rheinallee. Mörfelden hatte das Glück,
mßer mit drei Erſatzleuten anzutreffen,
wäh=
ſie ſelbſt das Beſte ſtellten. Daß es den
lmnſtädtern unter dieſen Umſtänden gelang,
in ſpielſtarken Gäſten eine Punkteteilung auf=
Zu ingen, macht das Ergebnis nicht nur
ver=
ſentzt, ſondern es kennzeichnet auch die Chancen
Kompletter Mannſchaft für das Rennen um
e Spitze.
Kritiſch betrachtet:
Mörfelden hat eine allgemein wuchtige
Spiel=
ſeiſee, die ob ihrer „Höhe” noch gefährlicher
itt. Die Abwehr iſt äußerſt ſchlagſicher,
wäh=
ſich der Sturm ſchnell und wuchtig einſetzt.
Verſager war in der Elf nicht zu finden.
Während zwei davon noch angingen, blieb der
dritte Erſatz über die volle Spielzeit. Der neue
Torhüter fieberte zwar noch ein wenig, doch er
verſpricht zu werden. Der beſte Teil der Elf war
die Abwehr, während in der Verbindung Engel
überragte. Der Sturm fiel nach der Pauſe
aus=
einander, wodurch die Gefährlichkeit ein Ende
hatte.
Schneider=Niederrad war ein vorzüglicher
Leiter.
Die 2 Tore.
Mit forſchem Tempo beginnt der Kampf,
wo=
bei ſich beide Mannſchaften gleich gut finden.
Die Gäſte ſpielen reichlich hoch und die kleineren
46er haben dabei ſchwer zu kämpfen. Trotzdem
erſcheint ihr flaches Spiel gefährlicher, was ſich
auch in der 17. Minute beſtätigt, wo der
Gäſte=
verteidiger eine Flanke von rechts nur noch zum
Führungstreffer der 46er einlenken kann. Beide
Hintermannſchaften laſſen bis zur Pauſe keinen
weiteren Zähler mehr zu
Nach dem Wechſel verfällt Darmſtadt in den
Fehler, das Reſultat zu halten, was begreiflicher
Weiſe nicht gelang. Die Gäſte werden überlegen
und können durch ihren Linksaußen den
Aus=
gleich erzielen. Nun beginnt ein Kampf um den
Sieg, den man ſich ſpannender kaum denken kann,
aber zahlreiche Gelegenheiten auf beiden Seiten
finden nicht das gewünſchte Ziel, ſo daß am
Schluſſe beide Parteien ſichtlich zufrieden waren
mit dem einen Punkt.
Bei dem Spiel der Reſerven behielten die
46er mit 2:1 die Oberhand, wobei zu bemerken
iſt, daß dem Spiel ein vollſtändig unfähiger
Schiedsrichter vorſtand, der beide Mannſchaften
mit ſeiner Leiſtung ganz aus dem Konzept
eba.
brachte.
Kreisklaſſe l.
TSG. 46 — SV. Mörfelden 1:1 (1:0).
SV. Groß=Gerau — Union Wixhauſen 4:1.
SC. Ober=Ramſtadt — SV. Höchſt 1:2.
Groß=Zimmern — VfL. Michelſtadt 2:1.
F. C. Hota — 1. Deutſche Hota Frankfurt.
Zur Austragung des Rückſpiels fährt der
F. C. Hota am Donnerstag, 11. Oktober, nach
Frankfurt. Abfahrt mit Omnibus 14 Uhr
Mercksplatz. Einzeichnungen nehmen die
Kol=
legen an, ſowie das Vereinslokal,
Grafen=
ſtraße 37.
Kreisklaſſe 1 Gruppe 1 Ried.
FV. Hofheim—FC. Bensheim 4:0 (1:0);
Concordia Gernsheim — Alemannia Groß=
Rohrheim 2:1 (0:0;
TSV. Biebesheim—Starkenburg. Heppenheim
4:3 (2:2);
FV. Biblis-Vorwärts Bobſtadt 4:1 (2:0).
In dieſer Gruppe griffen erſtmals Bobſtadt
und Bensheim in die Spiele ein, wobei
Bob=
ſtadt eine ſehr gute Figur abgab, während die
Bergſträßer ſich unerwartet in Hofheim
geſchla=
gen bekennen mußten.
Die alten Rivalen lieferten ſich in
Hof=
heim eine recht gute Partie, die bis zur
Halb=
zeit noch nicht entſchieden war; obwohl
Bens=
heim bis dahin nur mit einem Tor im
Rück=
ſtand lag. Die zahlreichen Zuſchauer erlebten
aber dann in der zweiten Halbzeit ein
glänzen=
des Spiel der Platzelf, die trotz Dezimierung
den Gegner glatt in Schach hielt und noch drei
Treffer erzielte. Die Bensheimer Elf war
er=
ſichtlich deprimiert und kam nach dem Wechſel
einfach nicht mehr richtig ins Spiel.
In Biblis trat Bobſtadt erſtmals in
dieſer Runde auf den Plan und zeigte ſich mit
dieſer neu zuſammengeſtellten Mannſchaft
wirk=
lich von der beſten Seite. Einmal ſtand das
Treffen 2:1, und es fehlte nicht viel, dann hät=
ten die eifrigen Gäſte ſogar den Ausgleich
er=
zielt. Im Endſpurt waren ſie aber den
routi=
nierten Bibliſern nicht mehr gewachſen und
kamen um die Niederlage nicht herum.
Sehr dramatiſch wurde in Biebesheim
gekämpft, wo die ſehr gute Starkenburgia=
Mannſchaft bis zur Pauſe ein 2:2 erzwingen
konnte, aber doch ſchließtich noch knapp das
Nach=
ſehen hatte. Biebesheim war diesmal auf
ſei=
nem kleinen Platz ſehr gefährlich und zeigte
ſich in dem eingelegten Endgalopp ſehr kraftvoll
und intenſiv.
Das vor zahlreichen Zuſchauern ausgetragene
Lokaltreffen in Gernsheim brachte das
erwartete knappe Ergebnis. Auch hier war das
Spiel bis zur Pauſe noch nicht entſchieden. Die
Einheimiſchen gingen nach dem Seitenwechſel
bald 2:0 in Führung, und erſt zwei Minuten
vor Schluß glückte Gr.=Rohrheim das Ehrentor,
Alle Spiele wurden diesmal von den
Schieds=
richtern gut geleitet.
Die Tabelle ſieht folgendermaßen aus:
Handball im Kreis Starkenburg.
Toren in Führung gehen. Wiederum iſt es
Ret=
tig, der für den Ausgleich ſorgte. In der zwei=
Bezirksklaſſe.
ten Spielhälfte arbeiteten die Hintermannſchaf=
Staffel 6: Heppenheim — Viktoria Griesheim
2:9 (0:6).
Staffel 7: Tgde. Sprendlingen — Braunshardt
3:9 (2:5).
Worfelden-Büttelborn 10:2 (5:1).
Merck—Tv. Arheilgen 9:8 (6: 6).
Staffel 8: Reinheim—Groß=Umſtadt 5:4 (2:2).
Lengfeld — König 5:7 (5:3).
Nied.=Ramſtad—Gr.=Zimmern 9:3 (3:1).
Kreisklaſſe I.
Staffel 1: Beſſungen-Vorwärts Langen 6:8
(2:4); TSV.. Langen-Jahn 75 Darmſtadt
5:4 (1:1); 98 Reſ. — Dreieichenhain 6:7
(3:2).
Staffel 2: Groß=Gerau — Walldorf 6:4 (3:2);
Königſtädten — Wallerſtädten (unbekannt);
Mörfelden—Wolfskehlen 18:1 (10:0).
Staffel 3: Bensheim — Birkenau 10:4 (8:2);
Auerbach-—Crumſtadt 17:1 (9:0); Hahn-Zell
10:4 (6:3).
Kreisklaſſe II.
Staffel 1: Erfelden—Tv. Eberſtadt 4:2 (3:2);
Nieder=Modau—Germ. Eberſtadt 6:11 (3:6).
Staffel 2: FV. Sprendlingen—Weiterſtadt 9:3
(5:3); Urberach-Reichsbahn (unbekannt).
Wenn wir kürzlich darauf hinwieſen, daß
Siege bzw. Niederlagen in zahlenmäßig ſchwach
beſetzten Staffeln oft doppelt ſchwer wiegen, ſo
kann es paſſieren, daß ſich leicht erregbare
Spie=
ler hinreißen laſſen. So mußten zwei Beſſunger
vom Feld, anſcheinend, weil es nicht ſo klappte,
wie am Vorſonntag. In Erfelden mußte ein
Eberſtädter Turner zuſehen. In Sprendlingen
beim FV. entgleiſten ſogar drei Weiterſtädter,
während auf dem benachbarten Platz der Tgde.
ein Spieler der Platzelf herausgeſtellt wurde.
Eine kurze Betrachtung der Ergebniſſe gibt
heute ſchon ein ganz ſchönes Bild über die
Spielſtärke. So hat die Griesheimer Viktoria in
Heppenheim ihre tadelloſe Verfaſſung bekundet.
Merck und der TV. Arheilgen halten ſich die
Waage. Als Mitbewerber tritt Braunshardt
ſtark hervor, das uns den hohen Sieg in
Sprend=
lingen meldete. Büttelborn hat ſcheinbar unter
dem Weggang Jungheims ſtark zu leiden, weil
es abermals zweiſtellig wurde. Der Odenwald
macht aus den Ergebniſſen vom Vorſonntag
im=
mer noch ein Geheimnis. Die überraſchend
kräf=
tige Niederlage Groß=Zimmerns findet ihre
Erklärung in der diesmal ſchwach beſetzten Elf.
In der Kreisklaſſe 1 ſcheinen die beiden
Langener Vereine recht ſtark zu ſein, denn
Beſ=
ſungen ſowie Jahn 75 mußten, wenn auch knapp
(Jahn 75), daran glauben. Dreieichenhain bot
als Aufgeſtiegener im 98er Stadion eine
beacht=
liche Leiſtung inſofern, als die 98er Reſerven
mit neuen Spielern durchſetzt waren, die vor
Jahresfriſt einen guten Klang im Lager der
Turner errangen. Im Ried landete Mörfelden
mit einem Bombenreſultat, ſo daß es den
An=
ſchein hat, daß dort eine Elf ſpielt, die nach
allen Seiten — ſpieleriſch ſowie
kameradſchaft=
lich — auf der Höhe iſt. An der Bergſtraße hat
Bensheim ein wichtiges Spiel hoch gewonnen.
Den Vogel aber ſchoß Auerbach ab. Crumſtadt
hat alſo doch nicht die Spieler beiſammen, um
den Aufſtieg zur Kreisklaſſe zu behaupten. Hahn
gewann ebenfalls eindeutig gegen Zell.
In der Kreisklaſſe II ging es etwas hitzig
her. Die Eberſtädter Turner konnten eine
Nie=
derlage nicht ertragen. Dagegen holte der
Bru=
derverein auswärts einen ſchönen Sieg. Was
aber Weiterſtadt in Sprendlingen machte, iſt
ſehr bedauerlich. Zwei Plätzverweiſe wegen
Tätlichkeit ſollten nicht vorkommen.
Tgmde. Beſſungen 1865 — TV. Vorwärts
Langen 6:8 (2:4).
In dem geſtrigen Spiel bot Beſſungen eine
ſchwache Leiſtung, TV. Langen dagegen war mit
einer guten Kampfmannſchaft erſchienen, und
wird noch manchem Verein die Punkte nehmen.
Das Spiel ſelbſt wurde von Anfang bis Ende
mit ſtarkem Tempo durchgeführt, die Vorteile
waren gleichmäßig verteilt, jedoch der ſchnellere
Sturm Langens konnte den Sieg entſcheiden. In
der zweiten Halbzeit wurde das Spiel ſehr hart,
und 2 Mann Beſſungens mußten den Platz
ver=
laſſen. Der Schiedsrichter bot eine ſchwache
Lei=
ſtung.
SV. Merck 1. — TV. Arheilgen 1. 9:8 (6:6).
SV. Merck 2. — TV. Arheilgen 2. 9:1 (5:1).
Wenn wir in der Vorſchau darauf
hindeu=
teten, daß der Ausgang des Spieles völlig offen
ſei, ſo haben wir recht behalten. Nur ganz knapp
mußten ſich die Arheilger Spieler geſchlagen
be=
kennen. Wenn man am Anfang des Spieles
glaubte, es würde Merck leicht fallen, die Punkte
mit nach Hauſe zu nehmen, ſo wurde man im
Laufe des Kampfes eines Beſſeren belehrt. Die
Gaſtgeber kämpften von vornherein mit großer
Energie und lagen bereits in den erſten 5
Mi=
nuten durch Schuchmann, Stein und Rettig 3:0
in Führung. Götz konnte einen Gegentreffer
er=
zielen, aber Rettig ſtellte die alte Tordifferenz
wieder her. Nun kam Arheilgen ſchön ins Spiel,
und konnte in ganz kurzen Abſtänden mit 6:5
ten ſicherer. Es wurde den Stürmern das
Schie=
ßen ſchwer gemacht. Lange wogte der Kampf
hin und her, bis Stein Merck in Führung
brachte. Doch die Turner fielen wieder ein. Stein
bringt Merck durch Strafwurf nochmals in
Füh=
rung, Braun ſorgt für Remis. Kurz vor Schluß
des Spieles konnte Rettig durch Strafwurf das
ſiegbringende Tor erzielen.
Arheilgen, welches heute wieder mit ſeinen
alten Kämpfern antrat, führte einen ſehr
ſchö=
nen, flüſſigen Handball vor.
Auch die Merckelf zeigte geſtern wieder ein
ſchönes Zuſammenſpiel. Allerdings merkte man
im Sturm das Fehlen von Buß.
Das Spiel ſtand unter Leitung des
Schieds=
richters Rückert=Nieder=Ramſtadt, mit deſſen
Entſcheidungen man zufrieden ſein konnte.
2. Mſch. 9:1, Jgd. unterlag 4:5 in Ober=
Ram=
ſtadt, auch die Schüler 1:4 beim dortigen TV.
Tgde. Sprendlingen — Braunshardt 3:9 (2:5).
Zu dieſem Spiele hörten wir von
Brauns=
hardt, daß ſeine Elf vollzählig beiſammen war,
wodurch die alte Durchſchlagskraft
wiedergewon=
nen war. Die Führung wurde mit 2:0 erzielt.
Sprendlingen war manchmal auch recht
gefähr=
lich. Doch vor der Pauſe mußte ein Spieler der
Platzelf vom Felde, ſo daß es Braunshardt dann
leichter hatte, 9:3 zu ſiegen. Die Reſerven
ſpiel=
ten 9:2 für Br.
Worfelden — Büttelborn 10:2 (5:1).
Die Platzelf diesmal vollzählig — am
Vor=
ſonntag in Braunshardt waren 2 Spieler erſetzt
geweſen —, bot eine recht gute Leiſtung. Der
Sieg fiel nicht ſo ſchwer, denn Büttelborn kam
nicht in Fahrt. Trotzdem ſei den Gäſten geſagt,
daß Anzeichen für Beſſerung erkennbar waren.
Nieder=Ramſtadt — Groß=Zimmern 9:3 (3:1).
Die Einführung Nieder=Ramſtadts in die
Bezirksklaſſe hat nach der Niederlage im erſten
Spiele durch den geſtrigen Sieg über Groß=
Zimmern begreiflichen Jubel ausgelöſt.
Umſtel=
lungen in der Abwehr waren von Vorteil. Es
hieß nacheinander 1:0, 2:1, 3:1, Pauſe, 4:2, 8:2
und 9:3. In der Kritik kommt die Abwehr gut
weg. Auffällig iſt, daß die beiden Außen faſt
alle Tore ſchoſſen. Die Sturmmitte verſagte. Von
Gr.=3. wird die Leiſtung Nieder=Ramſtadts
an=
erkannt und der Sieg als verdient bezeichnet.
Für den Eingeweihten ſei die Niederlage nicht
überraſchend, denn Groß=Zimmern hat Bürger
und Preſch an die Polizei (nicht Darmſtadt)
ver=
loren. Zu allem Unglück mußte der flinke
Bux=
baum und dann Wiedekind erſetzt werden. Ohl=
46 leitete ſehr gut.
Auerbach — Crumſtadt 17:1 (9:0).
Die Gäſte wollen in der höheren Klaſſe nicht
warm werden. Allerdings trafen ſie Auerbach
in Hochform an, bei dem der Sturm ganz
un=
heimlich ſchoß. Der Rechtsaußen allein traf 10
Mal. Die Abwehr war weniger beſchäftigt.
Rückte Crumſtadt heran, ſo verlor es meiſtens
in der Abwehr den Ball. Reſerven 9:4 (4:2)
ebenfalls für Auerbach.
Fv. Sprendlingen — Weiterſtadt 9:3 (5:3).
Anfänglich ſah das Spiel gar nicht nach einer
Kataſtrophe aus. Die Platzelf erzielte das erſte
Tor. Die Gäſte kamen auch zu Wort. Mit 5:3
ging es in die Pauſe. Einige Gäſteſpieler
wur=
den aufſäſſig, indem einer den Schiri, Michel=
Polizei, beleidigte, was ihm Platzverweis
ein=
trug. Zwei andere Spieler begingen ſogar
Tät=
lichkeiten. Sie mußten folgen. Ein unſchöner
Ausklang, woran der Schiri keine Schuld trug,
wie Sprendlingen ausſagte. Jugend —
Mörfel=
den 1:4, b=Jugend 3:2 und die Schüler 0:0.
Gau Südweſt ſiegk in Göppingen 18:10
Nach dem 11:11 vom Samstag in Eßlingen
trat die Handball=Gauelf des Gaues Südweſt
am Sonntag vor 2500 Zuſchauern in Göppingen
zum zweiten Spiele gegen den Gau
Württem=
berg an. Da am Sonntag der Herrnsheimer
Em=
bach mitwirkte, bekam der Sturm der Südweſt=
Elf größere Durchſchlagskraft und er landete
einen klaren, auch in dieſer Höhe verdienten
Sieg. Die Umſtellung der Württemberger
be=
währte ſich nicht, der Altenſtädter Jäger konnte
den fehlenden Ulmer Dietz nicht erſetzen. Beim
Gau Südweſt war außer Embach noch der
Darmſtädter Avemarie neu eingeſtellt,
der ſich gleichfalls bewährte. Bis zum Stande
von 4:4 war der Kampf noch verteilt. Dann
wurden die Vertreter des Gaues Südweſt ſtark
überlegen und durch Embach (2), Seeberger (2)
und Pabsdorf fielen bis zur Pauſe noch fünf
Treffer, während die Schwaben leer ausgingen.
Mit 9:4 wurden die Seiten gewechſelt. Die
Süd=
weſt=Stürmer ſchoſſen auch im zweiten Teil
wie=
der neun Treffer, an dieſen Erfolgen waren in
erſter Linie wieder Embach, Randl, Seeberger
und Avemarie beteiligt. Die Schwaben waren
zwar noch ſechsmal erfolgreich. Den klaren, auch
in dieſer Höhe berechtigten Sieg des Gaues
Süd=
veſt konnten ſie aber nicht verhindern,
Mar=
quardt=Eßlingen leitete den Kampf
ausge=
zeichnet.
Nr. 287
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sefnde ſad dg Leidekadangen e
Heute Beginn derWerbewoche
Heute abend wird in Darmſtadt die
Werbe=
woche für die Leibesübung der Frau eröffnet.
Dieſe Werbewoche, iſt voll und ganz auf die
praktiſche Arbeit eingeſtellt und deshalb ſoll
jeder feſtliche Rahmen zur Eröffnung fehlen.
Die Arbeit beginnt pünktlich um 6 Uhr mit
dem Turnen der weiblichen Jugend.
In der Woogsturnhalle turnt die TSG. 46,
in der Turnhalle Lagerhausſtraße 5 der
Turner=
bund „Jahn” und der Reichsbahn=TSV.,
in der Beſſunger Turnhalle die Turngemeinde
Beſſungen 1865.
Um 8 Uhr abends halten drei Darmſtädter
Frauenärzte gleichzeitig in drei Darmſtädter
Turnhallen Vorträge über den Wert der
Leibes=
übung der Frau, und zwar ſprechen:
Frau Dr. med. Dörr=Aſal in der Turnhalle
der Eleonorenſchule,
Herr Dr. med. Schimmel in der
Woogs=
turnhalle und
Herr Dr. med. Klaus Hoffmann in der
Turnhalle in Beſſungen.
Die Vorträge dauern eine halbe Stunde.
An=
ſchließend beginnt in den genannten Turnhallen
das Frauenturnen. Es beteiligen ſich an
den „Vorführungen: Die Darmſtädter
Turn= und Sportgemeine 1846 in der
Woogsturnhalle, die Turngemeinde 1865
in der Beſſunger Turnhalle ſowie der
Turner=
bund „Jahn” gemeinſam mit dem
Reichs=
bahn=TSV. in der Turnhalle der
Eleonoren=
ſchule.
Abends um 10.30 Uhr ſpricht ferner Frau
Dr. Auguſte Hoffmann vom
Deutſchland=
ſender aus über die Werbewoche.
Der Eintritt iſt zu allen
Veran=
ſtaltungen frei. Das für die Werbewoche
geſchaffene Abzeichen ſowie die Werbezeitung,
die übrigens eine ganz hervorragende
Auf=
machung aufweiſt, wird von den Vereinen des
Reichsbundes für Leibesübungen zum
Selbſt=
koſtenpreis von 10 Pfg. bzw. 15 Pfg. abgeſetzt.
Es wird erwartet, daß jede Turnerin und
Sport=
lerin in der kommenden Woche das
Werbe=
abzeichen trägt. Auf die Werbeplakate wird
hier=
bei beſonders aufmerkſam gemacht.
Das weitere Programm.
Dienstag, 8,30 Uhr: Radfahren,
Fechten, Tennis in der Woogsturnhalle.
Es ſind beteiligt: Darmſtädter Radfahrerverein,
Fechtklub, TSG. 46, Turngemeinde Beſſungen,
Tennis= und Eisklub.
Mittwoch, 7.30—8,30 Uhr: Schwimmen
im Städt. Hallenbad. Es beteiligen ſich: alle
Schwimmſport treibenden Vereine Darmſtadts.
8.30—10,30 Uhr: Gymnaſtikverbände
(Loheland, Bode, Menſendieck, Laban) in der
Woogsturnhalle.
Donnerstag, 8,30—10 Uhr: Tag der
Turnerinnen. Es ſind beteiligt: TSG.
46 in der Woogsturnhalle, Tgde. Beſſungen in
der Beſſunger Turnhalle, Turnerbund „Jahn”
und Reichsbahn=TSG. in der Turnhalle der
Eleonorenſchule.
Freitag, 8.30 Uhr: Tag der
Leicht=
athletik in der Woogsturnhalle. Es
betei=
ligen ſich: alle Leichtathletik treibenden Vereine
Darmſtadts.
Samstag, 8,30 Uhr: Gymnaſtik—
Turnen — Tanz. Feſtabend zum Abſchluß
der Werbewoche in der Otto=Berndt=Halle.
Der Eintritt iſt zu allen Veranſtaltungen,
mit Ausnahme des Abſchlußabends in der Otto=
Berndt=Halle, frei.
Jahn 1875 Darmſtadk.
Im Rahmen der Reichswerbewoche „Geſunde
Frauen durch Leibesübungen” zeigt der
Turner=
bund „Jahn” 1875 heute abend 8½ Uhr
in der Turnhalle der Eleonorenſchule,
Lager=
hausſtraße 5, das „Turnen der Frau‟. Es ſpricht
daſelbſt Frau Dr. Dörr=Aſal über „Turnen
und Sport der Frau”. Schon jahrelang ſteht die
Rednerin ſelbſt in den Reihen der turnenden
Frauen, und ſo hört man denn aus berufenem
Munde, wie ſegensreich ſich die Leibesübungen,
in ihrem dem weiblichen Geſchlechte angepaßten
Formen, auswirken. Der Zutritt iſt frei
und jedermann geſtattet. Der zweite Turnabend,
der dem Turnen der Turnerin vorbehalten iſt,
findet ſtatt am Donnerstag, abends 8½ Uhr,
ebenfalls in der Turnhalle der Eleonorenſchule,
Lagerhausſtraße 5; er ſteht unter der Leitung
der Turn= und Sportlehrerin Otti Langsdorf.
Reichsbahn TsD. Darmſtadk.
Alle Schülerinnen beteiligen ſich am
heutigen Montag, 8. Oktober, um 18 Uhr an
dem Schülerinnenturnen in der Eleonorenſchule.
Die Turnerinnen treffen ſich um 19.45 Uhr
vor der Schule zur Teilnahme an dem Vortrag
der Frau Dr. Aſal. Turnanzug iſt
mitzubrin=
gen. Die Veranſtaltungen werden gemeinſam
mit dem Turnerbund Jahn abgehalten.
Handball: Urberach-Reichsbahn 11:9.
Fußball: Reichsb.—T. u. SG. Erzhauſen 4:4.
Gaumeiſterſchaften im Ringen.
Polizei Darmſtadt — Eckenheim 8:10.
Der erſte Verbandskampf, den die Polizei am
Sonntag vormittag austrug, ging mit dieſem
Reſultat verloren. Eckenheim hatte inſofern
Glück, als ein Kampfleiter zur Stelle war, der
abſolut den Anforderungen nicht gewachſen war.
Zu den Kämpfen
iſt folgendes zu ſagen: Bantam: Schnauber=P.—
Siegler=E. Schnauber hoher Punktſieger. —
Feder: Becker=P.—Schwickert=E. In der zehnten
Minute muß Becker Sieg und Punkte dem Gaſt
durch einen Hammerlock überlaſſen. — Leicht:
Liſt=P.—Stöckel=E. Ausgeglichener Standkampf.
In der ausgeloſten Bodenrunde erzielt Stöckel
einige Wertungen, denen Liſt nur 2
entgegen=
ſetzen konnte. Bei Schluß des Kampfes iſt Stöckel
knapper Sieger. Welter: Keutzer=P.—Schmidt=
E. Keutzer ſtand in dieſem Treffen auf
verlore=
nem Poſten gegen den erfahrenen Schmidt.
Ob=
wohl er ſich anfangs ſehr gut hielt, mußte er ſich
in der 10. Minute durch Armhebel beſiegt
er=
klären. — Mittel: Lang=P.—Weider=E. Auch
dieſer Kampf ging über die Zeit. Lang müßte
ſich für die Zukunft taktiſcher einſtellen. Das
beſte Beiſpiel gab ihm hierfür ſein Gegner und
Punktſieger Weider. — Halbſchwer: Lißfeld=P.
gegen Kuhlmann=E. Lißfeld erzielte einen
Blitz=
ſieg innerhalb einer Minute durch ſeitlichen
Ausheber. — Schwergewicht: Siebert=P.—
Schrö=
der=E. Auch dieſer Kampf dauerte nur 2 Min.
Sieger wurde Siebert durch Armhebel.
Es ſei noch bemerkt, daß Deutſchmeiſter
Sie=
bert am Samstag einer Einladung nach
Frankfurt Folge leiſtete. Siebert war aber
nicht in der Verfaſſung, um bei dieſem Turnier
in Erſcheinung treten zu können. Am Start
waren u. a.: Hornfiſcher=Nürnberg, Bräun=
Oberſtein und Lächler=Stuttgart. Im 1. Kampf
Lächler—Siebert brachte L. 220 Pfund auf die
Waage, Siebert 173 Pfund, und ſchon zeigte es
ſich, daß die große Pauſe Siebert mitgeſpielt
hat. Arbeitsſieger Lächler. Im zweiten Kampf
gegen Bräun=Oberſtein gab Siebert auf.
Vorwärks 05 Groß=Zimmern-
Darmſtadt 1910 10:9.
Im Gegenſatz zu Vorgängen im
Zuſchauer=
raum ſtanden die Ereigniſſe auf der Matte Die
beiden Mannſchaften waren ſich völlig
gleich=
wertig und kämpften hart aber fair um den
End=
erfolg. Dieſer hätte den Darmſtädtern aber ſo
ſicher ſein können, wenn die Kampfleitung in einer
feſteren Hand geruht hätte.
Vor der Hauptbegegnung trafen ſich die
Ju=
gendmannſchaften beider Vereine, die ſich
nach ſchönen Kämpfen mit 9:9
unentſchie=
den trennten.
Die Ergebniſſe.
Bantam: Poth (Gr.=3.) — Gg. Schnauber
(D.) 2:0. Die erſten 6 Min, gibt es
ausgegliche=
ner Standkampf. In den Bodenrunden geht P.
mit einer kleineren Wertung in Führung. Sch.
gleicht poſtwendend aus, wird aber bei Durch=
führung ſeines Griffes am Mattenrand von
einem Zuſchauer behindert. Der Schiri
unter=
nimmt nichts dagegen, ſondern erklärt bei Schluß
den Platzringer zum Punktſieger. — Feder:
Wörtge (Gr.=3.)—Borowſki (D.) 2:3. Bei dieſem
Gang merkt man dem Darmſtädter an, daß er
unausgeruht, infolge beruflicher Ueberlaſtung,
nicht ſo ganz in Form iſt. Trotzdem iſt er ſeinem
jungen und zähen Partner gegenüber ſtets im
Vorteil und beſiegt ihn nach heftiger Gegenwehr
in der 13. Minute entſcheidend. — Leicht: Joh.
Ohl (Gr. 3.) — Kohlbacher (D.) 5:3. Kohlbacher,
der ſchon immer gegen Ohl einen ſchönen Kampf
lieferte, zeigte diesmal wenig und wird von dem
Vorwärtsmann in 1 Minute beſiegt. — Welter:
Steinbeck (Gr.=3.) — Daum (D.) 5:6. Hier gibt
es einen äußerſt lebhaften Kampf, bei dem der
Darmſtädter ſich durch die ungeſtüme Ringweiſe
ſeines Gegenübers etwas bluffen läßt. In der
6. Minute klappt D. eine Soubleſſe, und um den
Platzringer iſts geſchehen. — Mittel: Reinhard
(Gr.=3.) — Joh. Zapf 7:6. Bis zur 6. Minute
kann keiner der Ringer etwas Zählbares
errei=
chen. Auch die erſte Bodenrunde ergibt für 3.
nichts. Die zweite kann R. durch eine kleine
Wer=
tung für ſich buchen, bei dieſem bleibt es bis
Schluß, und Reinhardt wird knapper Punktſieger.
— Halbſchwer: Danz (Gr.=3.) — Veith (D.) 10:6.
Auch Veith iſt durch berufliche Ueberanſtrengung
ſehr gehandicapt. Danz reißt die Initiative an
ſich und ſiegt durch Hüftſchwung in der 7. Min.
— Schwer: Bernhardt (Gr.=3.) — Zimmermann
(D.) 10:9. An dieſen Ausgang hatte wohl
nie=
mand gedacht. B., dem alten Routinier, traute
man einen erfolgreichen Widerſtand gegen den
Darmſtädter noch zu. Es kam umgekehrt. Nach
6 Min. Standkampf landet er auf den Schultern.
Am kommenden Samstag, den 13.
Ok=
tober, abends 8.30 Uhr, erwartet Darmſtadt 1910
in der Turnhalle, Soderſtraße 30, die
Gau=
meiſtermannſchaft der Athl.=SVgg
1888 Mainz zum fälligen Verbandskampf.
Athl. SVgg. 88 Mainz —
gSK. 04 Mainz=Weiſenau 15:3.
Monaksverſammlung
der Tade. Beſſungen.
In Beſſungen wird wieder Zußball
gelelfe
Die am Samstag abgehaltene
Monatsver=
ſammlung war gut beſucht. Zahlreich waren
be=
ſonders die älteren Mitglieder erſchienen.
Diet=
wart Krüger eröffnete die Monatsverſammlung
und begrüßte die erſtmals im Kreiſe der
Turn=
gemeinde anweſenden Mitglieder des
früheren FC. Union, die ſich nun durch
den Gedanken, an dem großen Werk der
Gemein=
ſchaft zum Wohle unſeres Vaterlandes mit
auf=
bauen zu wollen, getragen fühlen. Vereinsführer
Turnbruder Hering nahm alsdann die
Einfüh=
rung der Mitglieder des früheren FC. Union in
die Reihen der Turngemeinde vor. Er ſtreifte in
kurzen Zügen die durch den Vertreter des FC.
Union geführten Verhandlungen mit der
Turn=
gemeinde. Turner Dechert dankte dem Führer
für die freundliche Aufnahme ſeiner Getreuen
und wünſchte, daß nunmehr der Fußball in dem
ſüdlichen Stadtteil wieder aufblühe.
Anſchließend erhoben ſich die Anweſenden, um
in aller Stille eines Mannes zu gedenken, der in
der großen Gemeinſchaft der Turner einſt hohe
und höchſte Aemter bekleidete. Das Gedenken
war dem am 18. September verſtorbenen
frühe=
ren Vorſitzenden der Deutſchen Turnerſchaft,
Pro=
feſſor Dr. Oskar Berger gewidmet.
Nunmehr ehrten Dietwart und
Vereins=
führer unſeren alten Turner Fritz Speyer,
der am 18. September in geiſtiger und
körper=
licher Friſche ſeinen 75. Geburtstag begehen
konnte. Humorvoll vernahm Turnbruder Speyer
die Worte vorgenannter und gab darauf einen
kurzen Lebenslauf ſeines turneriſchen Lebens
wieder.
Zum Schluſſe der Verſammlung wurde
eben=
falls ein alter Turner durch Ueberreichung der
goldenen Ehrennadel des Vereins geehrt. Es
war dies unſer lieber Turnbruder Heinrich
Wenderoth, der in dieſem Jahre die
Turn=
gemeinde durch wertvolle Gemälde unſerer
Füh=
rer Jahn, Hindenburg und Hitler bereicherte.
Dieſe drei Gemälde ſind zur Zeit in dem Ver=
einshaus zur Anſicht aufgehängt. Mit dem Liede
„O Deutſchland hoch in Ehren” wurde die
Ver=
ſammlung geſchloſſen.
TV. Pfungſtadt hält Ablurnen.
Bereits am Donnerstag ſtarteten die
Schwim=
mer und Schwimmerinnen. Diesmal ohne
Meß=
latte und Stoppuhr. Aber es paßte gut in den
bei der Schwimmwoche aufgeſtellten Plan. Es
wurde geworben. Darin gipfelten die Worte des
Vorſitzenden Grünig: „Seht ſie, unſere
jugend=
lichen Waſſerfreunde, wie aus ihnen die
Geſund=
heit ſtrotzt. Ahmt nach, indem auch Ihr
ſchwim=
men oder üben geht.” Schwimmwart Riehl
be=
ginnt jetzt mit einem Kurſus zur Lebensrettung.
Zum Sonntagsprogramm lachte die
herbſt=
liche Sonne. Die Aktiven beiderlei Geſchlechts
beſtritten den Vormittag, und weil es ein
ſport=
armer Sonntag für Pfungſtadt war, ſo fanden
ſich ſtets Zuſchauer ein. Der Nachmittag gehörte
der Jugend und den Kindern. Die
Einzelkämp=
fer feſſelten durch ihre Leiſtungen. Wir nennen
einige: Gräff 59,50 Meter Keulenwurf, Grünig
11,35 Meter Kugelſtoß und 290 Stabhoch.
Fer=
ner leiſteten Ad. Hammann (Aeltere) und
Grü=
ner (Jugend) alle Uebungen voll. Schön wie
das Wetter und der Verlauf, ſo gemütlich wurde
es am Abend bei der Preisverteilung und einem
Tänzchen.
von Cram ſchlägt Nüßlein.
Das mit größter Spannung erwartete
Zu=
ſammentreffen der beiden beſten deutſchen
Ten=
nisſpieler, Gottfried von Cramm und Hans
Nüßlein, ging am Sonntag auf den Berliner
Rotweiß=Plätzen am Hundekehlenſee im Beiſein
einer überaus zahlreichen Menſchenmenge vor
ſich. Was viele nicht für möglich gehalten haben,
trat ein. Der deutſche Amateurmeiſter und
Welt=
rangliſten=Dritte Gottfried von Cramm ſchlug
den Weltmeiſter der Berufsſpieler in vier Sätzen
überraſchend ſicher und glatt. 577, 6:3, 6:3, 6:1
war das Ergebnis. Von Cramm gewann den
Kampf dank ſeines beſſeren Aufſchlags und
ſei=
nes ſicheren Spiels.
Der Kampf begann mit dem Aufſchlag von
Cramms, den der deutſche Meiſter gewinnen und
ſo das erſte Spiel für ſich entſcheiden konnte.
Nüßlein ſpielte ruhig, überlegen und ſehr
ſelbſt=
ſicher. Bis 3:3 konnte jeder der beiden Spieler
ſeine Aufſchläge für ſich gewinnen. Dann mußte
von Cramm ſeinen Aufſchlag abgeben, ſo daß
es 4:3 für Nüßlein ſtand. Da die beiden
Kämp=
fer keinen ihrer Aufſchläge mehr verloren, brachte
Nüßlein den erſten Satz mit 7:5 an ſich. Im
zweiten Satz beherrſchte von Cramm vom erſten
Ball weg ſofort das Feld. Er zog bis auf 3:0
davon, indem er ſeinen beſſeren Aufſchlag
ge=
ſchickt ausnützte. Die Zuſchauer bekamen nun ein
herrliches Tennis zu ſehen, das ſie zu wahren
Beifallsſtürmen hinriß. Nüßlein holte auf 2:4
und 3:4 auf, konnte aber den ſicheren Satzſieg
von Cramms mit 6:3 nicht verhindern. Auch im
dritten Satz blieb von Cramm weiter deutlich
überlegen. Das erſte Spiel verlor er allerdings,
um aber dann fünf hintereinander zu machen.
Erſt bei 5:1 konnte ſich Nüßlein wieder
einiger=
maßen bemerkbar machen. Der Nürnberger buchte
nach langem Grundlinienduell noch zwei Spiele
für ſich, bis von Cramm der Satzball gelang.
Dritter Satz 6:3 für von Cramm.
Nach der Pauſe wurde von Cramms
Ueber=
legenheit noch deutlicher. Nüßlein hatte ſein
ganzes Selbſtvertrauen verloren und war ganz
in die Verteidigung zurückgedrängt, von Cramm
ſpielte bedeutend ideenreicher und jagte Nüßlein
von einer Ecke in die andere. Erſt bei 5:0 gegen
ſich konnte der Weltmeiſter ein Spiel machen.
Schon das nächſte brachte aber dann die
Ent=
ſcheidung. Mit einem wundervollen
Schmetter=
ball gewann Gottfried von Cramm das
ſenſatio=
nellſte deutſche Tennismatch dieſes Jahres.
Der jubelnde Beifall der Zuſchauer galt in
erſter Linie natürlich dem glückſtrahlenden
Sie=
ger, aber auch Nüßlein wurde nicht vergeſſen.
Im Doppel ſiegten Cramm/Henkel 6:4, 6:4,
6:2 über Nüßlein/Meſſerſchmidt.
Radfahrer-Verein Darmſtadt
Mit einer intereſſanten Veranſtaltung
eröff=
nete der Radfahrer=Verein Darmſtadt am
Sonn=
tag ſein diesjähriges Winterprogramm in Form
einer Orientierungsfahrt nach unbekannten
Zie=
len. Die zahlreich erſchienenen Teilnehmer
wur=
den gegen 9 Uhr morgens in halbminutigen
Abſtänden auf die Reiſe geſchickt. Zunächſt ging
es zur Ludwigsbuche. Hier wurde das nächſte
Ziel — die Dianaburg — bekanntgegeben.
Wei=
ter führte das Ziel zur Bismarckeiche, dann zur
Darmquelle und endete am Oſtbahnhof (
Reſtau=
rant Ripper). Als Erſter erreichte das Ziel
Viktor Rauſchler in 1 Stunde 16 Min. 30 Sek.,
während die anderen Teilnehmer in größeren
und kleineren Zwiſchenräumen folgten. Von der
Jugendabteilung ging als Erſte Elly Weber in
1 Stunde 44 Min, durchs Ziel. Die Fahrt hat
bei allen Beteiligten große Befriedigung
er=
weckt und wird auf allſeitigen Wunſch noch
öfters mit anderen Zielen wiederholt werden.
Derartige Veranſtaltungen haben ohne Zweifel
hohen erzieheriſchen Wert und ſind geeignet, die
Kenntniſſe von den Schönheiten unſerer
herr=
lichen Wälder noch weiter zu vertiefen.
Der Radfahrer=Verein Darmſtadt hat für
ſeine Wanderfahrten eine Neuerung dadurch
geſchaffen, daß auch während der
Winter=
monate ein Fahrtenprogramm,
ſo=
weit es die Witterung zuläßt, durchgeführt
wird, ſo daß das Wanderfahren, im Gegenſatz
zu früher, während des Winters keine
Unter=
brechung erfährt. Um neben den ſportlichen auch
die wirtſchaftlichen Vo teile, welche die
Mit=
gliedſchaft beim Radfahrer=Verein Darmſtadt
bietet, wie Haftpflicht= und Unfallverſicherung,
zollfreier Grenzübertritt nach dem Auslande
uſw., weiteren Kreiſen zugängig zu machen,
brauchen neueintretende Mitglieder des Vereins
beim Eintritt keinen Verbandsbeitrag mehr zu
zuhlen; vielmehr wird derſelbe aus der
Ver=
einskaſſe beſtritten.
Darmftädt. Radſporkelubt919
Mit je einer Minute Abſtand ſtarten in der
Reihenfolge Lichtenfels Reibold Lehr
Nun=
geſſer, Beutel, Eckerl, Gerhardt, Krüger, Decker
und Seip. Mit Tempo geht es in die erſte
Runde. Die Erſten verſuchen die Diſtanz zu
halten, während die zuletzt Geſtarteten
mög=
lichſt bald den Anſchluß nach vorn erſtreben.
Die erſte Runde über Darmſtadt, Meſſel,
Eppertshauſen, Münſter, Dieburg,
Odenwald=
brücke (Darmſtadt) bringt auch gleich große
Veränderung in der Reihenfolge. Als erſter
paſſiert Lehr die Brücke, dem 2 Min, ſpäter
ſchon der als Neunter geſtartete Beutel folgt.
In raſcher Folge wird nun, die mit dichten
Zuſchauermengen beſetzte Kontrollſtelle
Oden=
waldbrücke von Decker, Krüger Gerhard,
Nun=
geſſer und Eckerl durchfahren. Für die
Jugend=
fahrer iſt nach dieſer Runde das Rennen
be=
endet, während die Aktiven in die zweite
Nunde: Roßdorf, Gundernhauſen. Dieburg,
Darmſtadt (Odenwaldbrücke) gehen. Seip muß
das Rennen in dieſer Runde aufgeben, eine
alte Knieverletzung macht ſich bei ihm
bemerk=
bar. Auch Lehr prächtig fahrend, hat kurz
vor dem Ziel Beſchwerden und gibt auf.
Un=
angefochten holt Decker Fahrer um Fahrer auf
und wird ſo auch Sieger in dieſem letzten
diesjährigen Klublauf. (Trainingslauf.)
Ergebnis: Schüler (1 Runde): 1. M.
Reibold 1.21 Std. — Junioren: 1. Krüger
2:01.53 Std. (6 Pkt.), 2. Beutel 2:05.10 Std.
(4 Pkt.) 3. Eckerl 2:10,00 Std. (3 Pkt.), 4.
Nungeſſer 2:13.50 Std. (2 Pkt.) 5. Lehr (
auf=
gegeben). — Aktive: 1. Decker 1:57.25 Std.
(5 Pkt.) 2. Gerhardt 2:02.50 Std. (3 Pkt.),
3. Lichtenfels 2:11.05 Std. (2 Pkt.), 4. Fey
(aufgegeben) 1 Pkt.
Stand der Trainingsmeiſterſchaft: (Aktive):
1. Decker 31 Pkt., 2. Seip 20,5 Pkt, 3.
Ger=
hardt 16,5 Pkt. 4. Wittig 16 Pkt., 5.
Lichten=
fels 11 Pkt., 6. Volk 5 Pkt. — Junioren:
1. Krüger 26 Pkt. 2. 16 Pkt., 3. Lang 6 Pkt.,
4. Kornmeſſer 5 Pkt., 5. Beutel 4 Pkt., 6.
Nungeſſer 3 Pkt.
Sb. 98, Tiſchkennis-Abkeilung.
Wenige Tage ſind es her, da man auf allen
Tennisplätzen Darmſtadts die Anhänger des
Freitennis bei der Ausübung dieſes Spieles, die
letzten Sonnentage genießend, ſich tummeln ſehen
konnte; leider haben die wenigen Regentage, die
der Oktober uns gebracht hat, die Spielplätze
be=
reits ſo überſchwemmt, daß wohl kaum mehr
da=
mit gerechnet werden kann, ein geregeltes
Frei=
tennistraining durchzuführen. Ein geeigneter
Sport zur Erhaltung der körperlichen Friſche für
die Uebergangszeit bis zum Beginn des
Winter=
ſports iſt Tiſchtennis. Dem Wunſch älterer
Jahr=
gänge, bei der Ausübung des Sportes mehr
un=
ter ſich zu ſein, möchte der Sportverein 1898
Darmſtadt, der ja noch immer unſer beſter
Tiſch=
tennisklub iſt, in dieſem Jahre gerecht werden,
indem er dieſen Winter die Trainingsſtunden
für die jüngeren Mitglieder, die ſich an
Wett=
kämpfen zu beteiligen denken, trennen wird von
denen für die Senioren, falls ſich eine genügende
Beteiligung ergibt. — Die erſte Trainingsſtunde
des SV. 98 findet heute, Montag, abends 20 Uhr,
im großen Saale des Bürgerhofes,
Eliſabethen=
ſtr. 2, ſtatt. Alle Intereſſenten werden gebeten,
pünktlich zu erſcheinen, da der Abteilungsleiter
gleichzeitig eine Spielerverſammlung einberuft,
die er mit einer Begrüßungsrede über die
ſport=
lichen Ziele des Tiſchtennis eröffnen wird. Gäſte
ſind willkommen.
Der Sportverein 1898 Darmſtadt wird es ſich
wie jedes Jahr angelegen ſein laſſen, in ſeinem
Uebungsbetrieb insbeſondere die ſportliche Note
des Tiſchtennisſpieles herauszukehren. Zu
die=
ſem Zweck ſind bereits verſchiedene
Mannſchafts=
kämpfe mit Vereinen anderer Städte vereinbart,
auch ein größeres Turnier wird dieſen Winter
abgehaiten werden; es beſteht ſogar die leiſe
Hofſnung, daß die ſüddeutſchen Meiſterſchaften
dieſes Jahr in Darmſtadt ſtattfinden werden,
Montag, 8. Oktober 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 278 — Seite 7
Treffen ehemaliger Kriegsgefangener.
. Grundungsfeier des H.e.n.
Ortsgruppe Darmſtadt.
** Im großen, dicht beſetzten, feſtlich geſchmückten Saal des
hummelbräu” fand die 15jährige Gründungsfeier der
Reichs=
meinigung ehem. Kriegsgefangener e. V., Berlin, Ortsgruppe
ſarrmſtadt, ſtatt. Es war ein ſchönes Zeichen echter Kameradſchaft,
ſich ſo viele ehemalige Kriegsgefangene mit ihren
Angehöri=
eingefunden hatten.
Nach dem Einzug der Fahnen unter den Klängen des
Baden=
eller Marſches hielt der Gründer der Ortsgruppe, Kam. Heß,
me Begrüßungsanſprache, in der er nach herzlichem
Willkommen=
u zunächſt der Kameraden gedachte, die in
Kriegsgefangen=
ſüfft ſtarben. Leiſe intonierte die Kapelle das Lied vom guten
lanneraden. Redner erinnerte dann an die am 2. Februar 1919
n überfüllten Saale der Woogsturnhalle erfolgte Gründung
mar „Darmſtädter Ortsgruppe” des damals benannten „
Volks=
undes zum Schutze der deutſchen Kriegs= und Zivilgefangenen,
Berlin”. Allen Anweſenden iſt unſer erſter Kampfruf: „
Her=
mit unſeren Kriegsgefangenen” noch in voller Erinnerung,
n um die Jahreswende 1918/19 durch alle deutſchen Gaue hallte
zum überwältigenden Zuſammenſchluß im Volksbund, unter
eBewußter Führung unſeres allverehrten und noch heutigen
undesführers Frhr., v. Lersner führte, um ſo gegen die
völker=
antswidrige Zurückhaltung deutſcher Kriegs= und
Zivilgefange=
in den Ländern der Entente nachhaltig zu proteſtieren. Er
Ete den Gründern des Volksbundes mit all ſeinen
Unterglie=
nungen für die mühevolle Arbeit, die ſie im Intereſſe der im
enndesland verbliebenen Kameraden leiſteten und führte u. a.
eiſter aus: Ich perſönlich hatte den Vorzug, am
Waffenſtill=
andstage, dem 9. 11 1918, als ſog. „Austauſchgefangener” nach
m. Austauſchlager Konſtanz zurückzukehren, machte da die
Re=
lntion mit all ihren unliebſamen Begleiterſcheinungen mit und
ni auf Anregung unſeres Frhrn. v. Lersner mit an erſter Stelle
chei, für die Herausgabe der deutſchen Kriegsgefangenen zu
mpfen, was ſich in dem darauf gegründeten „Volksbund”
ver=
itklichte. — Redner erinnerte an die Gründung der hieſigen
rssgruppe und dankte ſeinen damaligen fleißigen Mitkämpfern,
n. Damen Frau Mohr und Frau Glaſer, Herrn Pfarrer Marx,
tz in Friedberg beamtet, ſowie Herrn Reichsbahnamtmann
lis (vor kurzem durch Verſetzung in den Ruheſtand von hier
mogen), und noch einigen weiteren Perſönlichkeiten. Es gelang
m. Erſtkämpfern der Bewegung, das geſteckte Ziel zu erreichen
id. die noch gefangenen Kameraden ſo beſchleunigt als nur
mög=
h. aus den feindſtaatlichen Feſſeln zu befreien. — Es gelang
e” allerdings nicht ſo glatt, wie dies anfangs angenommen
urde, und beſonders Frankreich war es, deſſen Widerſtände am
cisten und kaum umſtoßbar waren. — Nach über 15 Jahren
him wir uns nun heute hier friedlich vereint, um dieſer ſo ſehr
miuten Gründungszeit zu gedenken, und die meiſten unter uns
führen erſt bei der Heimkehr nach Monaten und Jahren, wie
i: damals im Vaterlande für ihre Befreiung ſtündlich tätig
anen. In Darmſtadt war die erſte Station auf unbeſetztem
etuiet; wer könnte die Marokkaner gleich hinter der Stadtgrenze
wergeſſen! Und ſo durften wir die glücklichen Heimkehrer mit
nam herzlichen Willkommen grüßen und ihnen unſere heißen
üriſche entgegenbringen. — Zum Schluſſe begrüßte er nochmals
rälichſt die Kameraden des Gaues „Südweſtdeutſchland” von
b=erhalb und hier, die die ſchrecklichſten Zeiten des Erdendaſeins
ita=r fremder Willkürherrſchaft zu durchkoſten hatten. Die
Ver=
eſtaltung ſoll den Beweis kameradſchaftlicher Verbundenheit
er=
in gen und Zeugnis von vollendeter Kameradſchaft ablegen. —
wvünſchte allen Kameraden und Gäſten einen ſchönen Verlauf
SlAbends.
Mach dem Vortrag des ergreifenden, von Kamerad
Mink=
verfaßten Melodramas „Hinter dem Stacheldraht” hielt der
tgruppenführer Kamerad Flach die Feſtanſprache, in der er
fDas Wollen und die Ziele der REK. hinwies und die Leiden
ſerer kriegsgefangenen Kameraden beſonders in Frankreich und
tiland ſchilderte. Zehntauſende ehemaliger Kriegsgefangener
ent ihre Heimat nicht wieder, alle hatten in Gefangenſchaft
were Leiden durchzumachen. Redner ſchilderte anſchaulich die
breit der REK. und mahnte am Schluß, in treuer Kameradſchaft
ſamnmenzuſtehen und unſerem Führer und Kanzler Adolf Hitler
heelfen am Aufbau des Vaterlandes. Heil Hitler!
amerad Büttel nahm die Ehrung
verdienſtvol=
r! Mitglieder vor, und zwar wurden ausgezeichnet die
Ka=
lrlrden Heß, Brunken, Döring, Holzſchuh, Reinheimer und
hrnidt.
Im Verlaufe des vorzüglichen Unterhaltungsprogramms
nägte Opernſänger Spira mit ſeinem ausgezeichneten Tenor
rige Geſangsdarbietungen zu Gehör, die lebhaften Beifall
fan=
n. Der Zitherklub Darmſtadt=Beſſungen erfreute die Zuhörer
t mehreren Liedern. Das Programm wurde belebt durch die
rüiglichen Muſikſtücke „Beim Tanzmeiſter”, ein Trio, verfaßt
n Kamerad Minkler, beendete den offiziellen Teil des
heinds, bei der der ſtellvertretende Gauführer des Gaues
Süd=
ſtoeutſchland der REK., Kamerad Schuck, Gelegenheit nahm,
Wäſte und Kameraden herzlich zu begrüßen. — Bei Tanz und
ſellliger Unterhaltung blieb man noch einige Stunden
zuſam=
m Zwiſchendurch wurde gemeinſam das flotte und luſtige von
im erad Lipski=Bad=Nauheim verfaßte Lied geſungen.
Am Sonntag fand bei ſehr ſtarker Beteiligung eine
Tokenehrung auf dem Waldfriedhof
REK.=Ehrenmal ſtatt, wobei der ſtellvertretende Gauführer
FREK., Kamerad Schuck die Gedächtnisrede hielt und auf
eſchweren Leiden der 165 000 in Gefangenſchaft geſtorbenen
Ka=
erladen hinwies. Er führte weiter aus:
4Oft ſtanden wir dabei, wenn in früheren Jahren eine Gefal=
lenen=Ehrung vorgenommen wurde, und waren tief ergriffen, aber
oft mußten wir mit ſchmerzendem Herzen feſtſtellen, daß man
unſere 165 000 vergaß. Aus dieſem Grunde iſt es notwendig,
immer wieder auf unſer Erlebnis und die Opfer hinzuweiſen, nicht
etwa um bedauert zu werden, nein und nochmals nein, wir wollen
nur eins, die Anerkennung unſerer Leiſtung für Volk und
Vater=
land, durch alle Volksgenoſſen.
Liebe Kameraden, die ihr nicht das Glück hattet, die Grenzen
der Heimat wieder überſchreiten zu dürfen, wir rufen euch zu:
Wenn ihr auch nicht unter uns weilt, wir vergeſſen euch nicht,
nur der iſt tot, den man vergißt, und ihr, die ihr mit uns gelitten
habt, ihr ſollt und müßt leben.
Und nun lege ich im Auftrage der Ortsgruppe Darmſtadt der
R.e K. anläßlich ihres 15jährigen Beſtehens dieſen Kranz nieder
(die Fahnen ſenken ſich), dies nicht einer ſchönen Handlung wegen,
ſondern deshalb, weil wir mit allen Faſern unſeres Herzens in
dieſer feierlichen Stunde bei euch ſind. Habt Dank für das, was
ihr geleiſtet habt, für Volk und Heimat.
Am geſtrigen Abend trafen ſich noch zahlreiche Kameraden;
als Abſchluß des Stiftungsfeſtes zu einer gemütlichen
Abſchieds=
ſtunde bei Kam. Biſchof in der Gaſtſtätte zum Handelshof. Alle
Teilnehmer an dem 15. Stiftungsfeſt ſind hoch befriedigt über den
ſchönen und harmoniſchen Verlauf.
15 Jahre Techniſche Nokhilfe.
Jubiläumsfeier der Ortsgruppe Darmſtadi.
Als in den erſten Nachkriegsjahren von gewiſſenloſen
Elemen=
ten der Verſuch gemacht wurde, durch wilde Streiks Unruhe und
Verwirrung zu ſtiften, fanden ſich zu tatkräftiger Abwehr echte
deutſche Männer in der Techniſchen Nothilfe zuſammen. 15 Jahre
ſind ſeitdem ins Land gegangen. Aus dieſem Anlaß finden
gegen=
wärtig in den einzelnen Städten Jubiläumsfeiern der
Ortsgrup=
pen ſtatt, denen ſich am 21. Oktober in Frankfurt eine große
öffentliche Kundgebung der größeren Ortsgruppen Darmſtadt,
Frankfurt, Worms, Hanau, Offenbach, Friedberg, Mainz und
Wiesbaden anſchließen wird.
Die Ortsgruppe Darmſtadt hatte geſtern abend in den
Kon=
kordiaſaal zu ihrer Jubelfeier geladen, zu der ſich Vertreter des
Staatsminiſters, der ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, der
Polizeidirektion, der Feuerwehr, der Hitlerjugend, der
Verbands=
leitung und der benachbarten Ortsgruppen eingefunden hatten.
Nach dem Fahneneinzug unter den Klängen des Badenweiler
Marſches und dem von der „Chorgemeinſchaft Darmſtadt”
geſun=
genen Eröffnungschor „Lied der Arbeit” von Bernd Zeh unter
Leitung des Komponiſten begrüßte Ortsgruppenführer
Koch=
hafen alle Erſchienenen aufs herzlichſte und wies auf die große
Bedeutung und die Aufgaben der Techniſchen Nothilfe hin. Seit
ihrem Beſtehen ſteht ſie unter der Leitung des
Reichsinnenmini=
ſteriums, dem ſie unterſtellt iſt. Sie erhält von ihm ihre
Richt=
linien, wie dies auch nicht anders ſein kann. Bis zum Jahre 1929
wurden die Nothelfer hauptſächlich als „Streikbrecher” bezeichnet,
was für ſie aber einen Ehrennamen bedeutete. Ueberall, wo
lebenswichtige Betriebe und das Gemeinwohl der Bevölkerung in
Gefahr waren, ſprangen ſie ein. Sie waren Heizer,
Lokomotiv=
führer, Bergleute, Hafenarbeiter, ſie ſtanden ihren Mann in den
großen Elektrizitäts=, Gas= und Waſſerwerken, ſie fuhren die
Straßenbahnen, ſie ſorgten in der Landwirtſchaft und in den
grö=
ßeren Lebensmittelbetrieben für die Sicherſtellung der Ernährung
der Bevölkerung, ja ſie betätigten ſich ſogar als Totengräber.
Mancher Nothelfer erlitt dabei im Kampf mit den Streikenden
großen Schaden, viele erlitten Verwundungen, andere wurden zu
Krüppeln, viele haben ſogar den Tod gefunden. Sie ſtarben für
das Vaterland als Helden der Arbeit. Aber nicht nur auf dieſe
Weiſe dienten die Nothelfer Volk und Staat, ſondern ſie
bewähr=
ten ſich auch im Kataſtrophendienſt. Unermeßliche Werte
deut=
ſchen Volksvermögens konnten ſo von ihnen gerettet werden. Die
Leiſtungen der Techniſchen Nothilfe ſind voll anerkannt. Man
hat ihre Arbeit auch im Dritten Reich gewürdigt und ſie
ent=
ſprechend eingereiht. Neue Aufgaben gilt es zu bewältigen. Auch
dieſe wird die Techniſche Nothilfe meiſtern, und zwar um ſo beſſer,
je mehr ſie von den maßgebenden Stellen unterſtützt und
geför=
dert wird. An den Nothelfern ſelbſt wird es nicht fehlen. Sie
ſind zu allen Opfern bereit, wenn es das Vaterland und die
Hei=
mat gilt. Die Anſprache ſchloß mit einem Hoch auf Volk und
Vaterland, worauf das Deutſchlandlied erklang.
Nach einem weiteren Chorvortrag der Chorgemeinſchaft, der
dreiteiligen Liedfolge „Pro Patria” von J. Gatter, und dem
vom Muſikzug geſpielten Vorſpiel zur Oper „Lodoiska” von
Kreu=
tzer ſchloß der erſte Teil bei den Klängen des Liedes vom guten
Kameraden mit einer würdigen Totenehrung in zwei lebenden
Bildern. Im erſten Bild grüßte die Hitlerjugend die Feldgrauen,
während im zweiten Bild Nothelfer, Feldgraue, Hitlerjugend und
Jungvolk ſich vor dem Bild des Führers die Hände zu
gemein=
ſamer Arbeit reichten.
Im zweiten, mehr auf den heiteren Ton geſtimmten
Pro=
grammteil, den der Muſikzug mit Wagners „Einzug der Gäſte‟,
aus „Tannhäuſer” einleitete, kam die Chorgemeinſchaft mit den
zwei ſchlichten Volksliedern „Maientanz” und dem beſonders gut
gefallenden, friſch=fröhlichen „Ein Jäger aus Kurpfalz” zu Gehör.
Als Meiſter auf dem Xylophon erwies ſich Nothelfer E.
Hart=
mann, am Klavier von Herrn Crößmann begleitet. Gute
Lei=
ſtungen zeigten die ausſichtsreichen Tänzerinnen Heddi Jacobi
und Emmi Gutwaſſer in Einzel= und Doppeltänzen. Daß
„Clown Bolli” (Hugo Walkenhorſt) mit ſeinen humoriſtiſchen
Muſikdarbietungen großen Beifall fand, verſteht ſich von ſelbſt.
Nicht minder gefiel die von Nothelfer=Kameraden aufgeführte
Pa=
rodie „Die Bürgſchaft”. Nach einer Schlußanſprache ſchloß der
offizielle Teil mit einem Treuebekenntnis zum Führer. Dann gab
man ſich dem Tanze hin, zu dem der Muſikzug der Ortsgruppe,
der ſich überhaupt unter Leitung des Kammervirtuoſen Louis
Kümmel um die Ausgeſtaltung des Programms ſehr verdient
gemacht hatte, fleißig aufſpielte.
Der Hund im Dienft der Winkerhilfe.
Die Fachgruppe Darmſtadt (Dreſſurvereinigung) für das
Schutz= und Dienſtgebrauchshundweſen im Reichsverband deutſcher
Hundezüchter hatte geſtern ihren großen Tag, deſſen materielles
Erträgnis ſie im Sinne der Volksgemeinſchaft der Winterhilfe zur
Verfügung ſtellte. Zur Werbung für den idealen Gedanken der
Hundezucht und =pflege veranſtaltete man am Vormittag um 11 Uhr
bei klarem Herbſtwetter einen Marſch durch die Straßen
der Stadt. Der Zug wurde eröffnet von einer Kapelle der
Hitlerjugend. Es folgten eine SA.=Abteilung mit Meldehunden
und Polizeihunde, von uwiformierten Beamten geführt. Die
Sa=
nitäter hatten ihre treuen Begleiter ebenſo bei ſich wie die
Seh=
geſtörten. Dann kamen Hundeliebhaber mit allerlei prächtigen
Hundeſorten, ſchlanken Windhunden, Schnauzern und
Foxterrier=
arten uſw. Den Forſtleuten ging ein Wagen voraus, der im
grü=
nen Hag einen Weidmann mit dem Waldhorn zeigte. Dann
führ=
ten die Männer im grünen Rock ihre Hühner= und Vorſtehhunde
und ihre luſtigen Dackel vorbei. Den Abſchluß des
Hundeauf=
marſches bildeten Bernhardiner, Neufundländer und eine ſtarke
Gruppe von Bulldoggen. Wagen, die für den Tierſchutzgedanken
warben mit Beiſpielen für gute und ſchlechte Hundehütten und
Zwinger beendeten in lehrreicher Anſchaulichkeit den Werbemarſch.
Der bunte Zug von Herren und Damen mit ihren treuen und
ſchö=
nen Tieren — ein ungewohnter Anblick — feſſelte zahlreiche
Zu=
ſchauer, die ihre helle Freude an den prächtiagen vierbeinigen
Lieblingen hatten.
Am Nachmittag wurde auf dem Polizeiſportplatz, deſſen
Tri=
büne bis auf den letzten Platz beſetzt war, ein
unterhalt=
ſames Leiſtungsprogramm in drei Stunden
abgewik=
kelt. Nach flotten Märſchen der HJ.=Kapelle marſchierten 28 Hunde
mit ihren Führern, darunter zwei Damen, auf dem Platz zu einem
Hakenkreuz auf. Darauf ſprach Fachſchaftsleiter Jäger über
die vielſeitige Verwendungsfähigkeit des
Hun=
des im Dienſt des Menſchen. Sein Wunſch, die
Hundeſteuer möge ermäßigt werden, fand beim
Pu=
blikum ſtürmiſchen Beifall, in den auch die Hunde mit lautem
Gebell einſtimmten. Herr Jäger endete mit einem Sieg=Heil auf
den Führer, an das ſich der gemeinſame Geſang des Horſt=Weſſel=
Liedes anſchloß. Sehr hübſch waren die
Gehorſamsübun=
gen für alle Hunde; ſie klappten ausgezeichnet. Auch die Sprung=
und Kletterübungen, bei denen ſich der Schäferhund des Herrn
Jöckel hervortat, gefielen ungemein. Vorbildlich waren die
Vor=
führungen von Meldehunden durch die SA. und eines
Sa=
nitätshundes, der zwei „Verletzte” ſofort aufſpürte, ſo daß
ſie von Sanitätern verbunden und weggetragen werden konnten.
Eine heitere Szene „Mutti kommt vom Markt”, wobei der Hund
den Marktkorb tragen ſoll, klappte erſt, als Vati ſich zum
Markt=
gang mitbemühte. Der Schäferhund des Herrn Weitzel bewies
ſeine Erziehung zur Spurreinheit dadurch, daß er unter
verſchie=
denen hingeworfenen Gegenſtänden den einen ſeines Herrn ſofort
herausfand. Die Dogge des Herrn Seng klärte ſicher ein
fingier=
tes Verbrechen auf. Szenen, bei denen die Hunde Mut
und Treue bei Ueberfällen bewieſen, wie: Bewachung
eines Fahrrads, Verfolgung eines Fahrraddiebes, Beläſtigung einer
Frau, Kampf mit zwei Verbrechern, Ueberfall auf Spaziergänger,
Feſtnahme von Kartoffeldieben, Mannarbeit, Autofalle und
Auto=
überfall, bei denen es etwas gewaltſam herging, waren recht
ein=
drucksvoll. Dieſe draſtiſchen Vorführungen, bei denen Verbrecher
flüchteten und ſchoſſen und verfolgende Hunde den Verbrecher
an=
gingen und ihn ſolange feſthielten, bis er kampfunfähig gemacht
oder verhaftet war, fanden den wiederholten reichen Beifall der
Zuſchauermenge, vor allem aber der ſtark vertretenen Jugend.
Die Werbeveranſtaltung der Hundezüchter, die von beſtem
Wetter begünſtigt war, dürfte ihren guten Zweck, in weiteren
Kreiſen der Bevölkerung Verſtändnis für den
Gebrauchshund und ſeine Zucht zuwecken, vollauf
erfüllt haben.
Die Täker feſtgenommen.
Zum Raubmord im Walde bei Hirſchhorn a. N.
Zu dem geſtern veröffentlichten ſchweren Verbrechen, dem
ein Wanderburſche bei Hirſchhorn zum Opfer fiel, wird gemeldet:
Dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt iſt es unter
Mitwir=
kung des gut funktionierenden Nachrichten= und Preſſedienſtes
gelungen, die Täter überraſchenderweiſe am 6. Oktober in der
Nähe der Halteſtelle Hähnlein feſtzunehmen. — Im Hinblick auf
die Unterſuchung können weitere Einzelheiten zur Zeit nicht
mit=
geteilt werden.
* Gerusheim, 6. Oktober Waſſerſtand des Rheins am
Pegel in Gernsheim am 4. Oktober: 0.43 Meter, am 5. Oktober:
0,48 Meter; jeweils 5 Uhr morgens.
Be. Rüſſelsheim, 5 Okt. Hohes Alter. Seinen 89.
Ge=
burtstag konnte am Mittwoch Georg Sebaſtian,
Kriegsteil=
nehmer 1870/71, feiern. Sebaſtian iſt hier in der Gegend eine
bekannte Perſönlichkeit, hat er doch lange Jahre die Mainfähre
bedient. Noch vor drei Jahren konnte man den rüſtigen Alten
bei ſeiner Arbeit finden, und heute finden wir ihn in den
Däm=
merſtunden beim Dämmerſchoppen in der Mainluſt. — Seinen 81.
Geburtstag konnte Karl Huff in der Frankfurter Straße
be=
gehen.
Hauptſchriſtleitung: Nudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten:MaxStreeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann:
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. 1X. 34. 22362. Druck und Verlag; L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Nückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr,
Die heutige Nummer hat 8 Geiten.
Mahnung!
*Die Arbeitgeber werden hiermit aufgefordert,
Weiträge zur Kranken= und
Arbeitsloſenverſiche=
mrfür den Monat September 1934 bei Meidung der
ſtenberechnung bis zum 10. Oktober einzuzahlen.
DDie freiwilligen und unſtändigen Mitglieder
rſioen ebenfalls aufgefordert, die Beiträge für Monat
ipnrember bis zum 10. Oktober zu entrichten. (2a
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Darmſtadt=Stadt.
Domt astiet
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme
ſGeim Heimgang ihrer lieben Entſchlafenen
Frau Frieda Schäfer
(10571
ſoanken
die Eltern und Geſchwiſter.
Tieferſchüttert gebe Verwandten und Bekannten die traurige
Nachricht, von dem plötzlichen Hinſcheiden unſeres
unver=
geßlichen und treubeſorgten Mannes und Vaters
Herrn Karl Kaus
Reniner
In tſefer Trauer:
Marie Kaus, geb. Klein
(10570
Darmſiadt, den 8. Oktober 1934.
Die Beerdigung fand am Samstag, 6. Oktober, ſtatt und danke ich herzlichſt
für die vielen Beweiſe der Tellnahme an meinem ſchweren Verluſi.
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Seite 8 — Nr. 278
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 8. Oktober 1934
A4
UE
22)
ROMAN VON HANS RABL
Copyright 1934 by Auguſt Scherl G. m. b. H., Berlin.
(Nachdruck verboten.)
„Du arbeiteſt doch auch jetzt!“
„Schlecht, Nelli — ich weiß ſelbſt, wie ſchlecht. Aber das iſt
auch keine Arbeit, das iſt Zeittotſchlagen, das iſt Dreck, in den
ich jeden Tag hineinſteigen muß bis zum Hals — damit nachher
der Herr Manns ordentlich auf mich ſchimpfen kann. Das iſt nicht
das, was ich möchte — und was Marie möchte. Oder vielleicht
hat ſie auch einfach keine Phantaſie, vielleicht kann ſie ſich eben
einfach nicht vorſtellen, was mit mir los iſt — na, an der Naſe
kann man es ja auch niemand anſehen, ob er ein guter Dirigent
iſt oder ein Patzer. Man muß es glauben — das tut ſie nicht.
Oder erleben — aber das läßt ſie mich nicht.”
„Aber wie ſoll ſie denn —
„Du biſt naiv, Nelli, oder tuſt du bloß ſo? Was meinſt du,
wenn Marie Britting=Seydell morgen zu Herrn Manns geht und
ſagt: ,Herr Generalmuſikdirektor, wenn Sie nicht ſo freundlich
ſind, meinem Mann einmal, nur ein einziges Mal, Gelegenheit
zu geben, eine Oper auf die Beine zu ſtellen, von A bis Z, von
der erſten Klavierprobe bis zur Premiere, dann können Sie mich
im nächſten Jahr woanders ſuchen. Ich kann überallhin!“ — Nelli,
ſie iſt ja herrlich, ſie kann ja wirklich überallhin — na ja! Und
alſo: „Ich brauch Sie nicht, Herr Manns, aber Sie mich!” Was
meinſt du, Nelli, daß Herr Manns dann tut? Ja ſagt er — weil
er muß, — Aber ſie tut’s eben nicht. Sie glaubt nicht an mich,
und ſie blamiert ſich nicht gern, das iſt das Ganze, das iſt die
Quinteſſenz. Daß ich darüber — na, das iſt jedenfalls weniger
wichtig.”
Und wenn du nun ein großer Mann würdeſt, wenn man dir
die Möglichkeit gäbe, einer zu werden, dann würdeſt du — na
alſo, dann würdeſt du auch zu Marie anders ſein?”
„Liebe Nelli —” ſagte Seydell nur.
Nelli überlegte. Dann ſagte ſie langkam: „Lieber Eugen —
da dich Marie ſehr liebt — ſonſt wäre ſie ja längſt nicht mehr
bei dir — ſehe ich überhaupt nur eine Möglichkeit, ſie dazu zu
bekommen. Daß ſie fürchtet, deine Liebe zu verlieren.”
Seydell lachte, er antwortete nicht.
„Ich verſtehe — aber, Eugen, Marie fürchtet das nur darum
nicht, weil ſie ſehr mit Recht nicht glaubt, daß ihr deine diverſen
kleinen Mädchen gefährlich werden könnten.”
„Können ſie auch nicht” brummte Seydell.
„Siehſt du — Marie würde vielleicht anders denken und
würde vielleicht doch dazu zu bekommen ſein, für dich bei Manns
zu ſprechen, wenn — na ja, wenn du eine Weile ſo tun würdeſt,
als ob — aber mit einer Frau, mit einer richtigen Frau — nicht
mit kleinen Mädchen. Sie lachte leiſe. „Darum iſt das auch
kein Angebot, guter Eugen — ich zähle nämlich Marie auch zu
den kleinen Mädchen und nicht zu den Frauen.”
„Und wer zählt zu den Frauen?”
„Ich weiß nicht —” Plötzlich ſchoß Nelli ein Gedanke durch
den Kopf. Es ſchien ihr, es ſei ein ſehr guter Gedanke. Vor der
würde Marie Angſt bekommen, die würde andererſeits Marie
niemals mit Seydell ernſthaft betrügen . . . „Vielleicht —
viel=
leicht zählt Grete zu den Frauen”, ſagte Nelli ruhig. Sie ſtand
auf. „Eugen, mein Guter, überleg” dir das alles — es kann nicht
ſo weitergehen mit euch, das muß dir klar ſein — du mußt
ver=
ſuchen, daß etwas geſchieht, das biſt du Marie ſchuldig und dir
auch — alſo —
Sie ging ſchnell hinaus.
Als Nelli wieder in das Muſikzimmer kam, hatte ſich dort
die Lage etwas verändert. Marie und Poſt ſaßen immer noch
zuſammen; ſie ſprachen, ſchleppend zwar, über alles mögliche, ſie
verſuchten ſich mit allerlei Themen über das eine hinwegzuhelfen,
das ihnen beiden am meiſten am Herzen lag — über das Thema
Eugen Seydell, das beide nicht miteinander beſprechen mochten.
Grete, noch aufgerührt von ihrer Unterredung bei der Tonola,
hatte keinen Sinn für eine ſolche Unterhaltung. Und da auch ſie
nicht über das ſprechen konnte, was ſie am meiſten beſchäftigte,
zog ſie es vor, gar nicht zu reden. Sie ſaß allein am anderen
Ende des Zimmers, hatte die Schalltüren des Grammophons
ge=
ſchloſſen und ſpielte ſich, ſo leiſe, daß es die beiden anderen kaum
horten, etwas vor.
Aus dem gleichen, leicht begreiflichen Gefühl für Diskretion
heraus bemühten ſich alle drei, bei Nellis Eintritt nicht allzu
geſpannt zu erſcheinen, obgleich ſie ſich im ſtillen über die lange
Dauer von Nellis Ausbleiben gewundert hatten. Und Nelli machte
durchaus keine Anſtalten, irgend etwas zu erklären; ſie ſetzte ſich
gemütlich zu Poſt und Marie, riß die Unterhaltung an ſich,
er=
zählte, kritiſierte, witzelte — wenn ſie wollte, konnte ſie ja von
hinreißender Liebenswürdigkeit ſein, und jetzt wollte ſie.
Ein=
mal, als ſie zu Grete hinüberlief und ihr mitten in eine
beſon=
ders ſchöne Platte hinein etwas ſagen mußte, beugte ſich Poſt
vor und ſagte leiſe zu Marie: „Ich verſteh” mich ſelbſt nicht—
Marie ſah ihn fragend an.
„Na ja — ich meine — iſt es taktlos, wenn ich ſage, ich hätte
früher nie ſehr viel für Nelli übrig gehabt? Aber ich verſtehl
mich ſelbſt nicht
Marie lachte. „Sie kann ſchon ſehr reizend und ſehr
ſchar=
mant ſein, wenn ſie Luſt hat, die Kleine —
Seydell kam zurück. Er zeigte ein vollkommen ruhiges und
gleichmäßiges Geſicht. Es fiel ihm nicht ſchwer, dieſe Miene zu
bewahren, da die anderen es ihm leicht machten und von ſeinem
Eintritt keine Notiz nahmen. Sie ſprachen weiter, Seydell ſprach
mit, als hätte er das Zimmer nie verlaſſen — dann ging er
hin=
über, ſetzte ſich zu Grete, die ihn mit flüchtigem Nicken bei ihren
Platten begrüßte, und hörte zu.
Grete hatte gerade die Platte eines javaniſchen Gamelang=
Orcheſters aufgelegt. „Schön ſpielen die —”, ſagte Seydell. Grete
nickte, und unwillkürlich entfuhr ihr ein Seufzer. Sie mußte
ge=
rade bei dieſer Platte daran denken, was für ſie auf dem Spiel
ſtand. Das war ja etwas aus ihrer künftigen Branche — wenn
es nicht tollkühn war, dazu „künftig” zu ſagen.
„Warum ſeufzt du ſo?” fragte Seydell und beugte ſich vor.
„Ach —‟ Grete ſchwieg eine Weile und legte eine andere
Platte auf. Dann ſagte ſie: „Ich denke ſo an allerhand — was
klappen ſollte und beſtimmt nicht klappen wird — unberufen —‟
Sie klopfte leicht an den Apparat. So viel Aberglauben hatte ſie
von ihren Schweſtern doch ſchon angenommen.
„Mit Poſt?” fragte Seydell.
„Nein, mit mir
„Oh —‟ Seydell war erſtaunt. „Was ſoll denn bei dir
klap=
pen, Grete? Das verſtehe ich nicht —
„Nein, und das iſt auch ganz gut, Eugen. Es wäre noch beſſer,
du ſagteſt nichts weiter und vergäßeſt, was ich gequatſcht habe,
Einen Rat kannſt du mir ja doch nicht geben.”
„Kann ich wirklich nicht?” Seydell dachte in dieſem
Augen=
blick gar nicht an Nellis Ratſchläge. Er war ehrlich intereſſiert.
Es war neu, dieſe ſelbſtſichere, in ſich geſchloſſene Schwägerin ſo
ſonderbar durcheinander zu finden, neu und intereſſant. „Ich will!
natürlich nicht drängeln, aber vielleicht kann ich doch —
„Ich glaube nicht, Eugen. Es gibt Sachen, die muß man mit 1
ſich ſelbſt ins reine bringen, nicht wahr?”
„O ja —” Jetzt war es Seydell, der leiſe ſeufzte. „Da kanny
ich auch ein bißchen mitreden — na, Schwamm drüber, hat keinen)
Zweck.”
(Fortſetzung folgt.)
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