Kinzelnummer s10, Mfennigt
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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bis 30. September 2.— Reichsmark und 20
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 257
Montag, den 17. September 1934. 196. Jahrgang
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Das Winterhilfswerk wird vorbereitet.
Reichsminiſter Dr. Goebbels vor 30 000 Berliner SA-Männern über die Aufgaden im kommenden Winker.
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ſchen!
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Tel. 3673,
RM.
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Kein Deutfcher wird hungern und frieren
DNB. Berlin, 16. September.
Am Sonntag vormittag fand auf dem Tempelhofer Feld
ein Appell der Reſervebrigade, der Motorbrigade, der
Marine=
brigade und der Reiter=Standarte 28 der SA.=Gruppe Berlin=
Brandenburg ſtatt. Nach einer Anſprache des
Obergruppen=
führers von Jagow hielt Reichsminiſter Dr. Goebbels
eine Rede, in der er u. a. ausführte:
Noch einmal ſchüttet in dieſen Tagen ein beginnender Herbſt
ſeine verſchwenderiſche Fülle über das deutſche Land aus. Aber
dieſe Tage einer ſpäten Sommerherrlichkeit ſind gezählt und
ein grauer kalter Winter ſteht vor der Tür. Wir ſind nicht von
der Art jener früheren „Staatsmänner”, die, wenn ein ſchwerer
Winter zu erwarten ſtand, nichts anderes zu ſagen wußten,
als daß dieſer Winter eben ſchwer würde. Wir bereiten uns
auf Gefahren und Schwierigkeiten vor, und wenn der Winter
hart wird, ſo ſoll er uns gewappnet finden.
Schon iſt die ganze Bewegung in fieberhafter Tätigkeit, um
das Winterhilfswerk vorzubereiten. Millionen Hände regen ſich,
um die Organiſation dieſes grandioſen Hilfswerks bereitzuſtellen
im Zeichen des Sozialismus der Tat. Wieder wie im
ver=
gangenen Jahre werden wir vor die Nation hintreten mit dem
kategoriſchen Imperativ: Auch im kommenden Winter wird
keiner hungern, keiner frieren und keiner Not zu leiden brauchen!
Wollt Ihr, SA.=Männer, mich angeſichts dieſer großen
Ver=
pflichtung noch fragen, was denn Eure Aufgabe ſei? Nach Eurer
Aufgabe konntet Ihr nur fragen in einer Zeit, da eine
gewiſſen=
loſe Führerclique Euch Eure Aufgaben genommen hatte. In der
Zeit, da wir gemeinſam kämpften, gemeinſam in den
Saal=
ſchlachten ſtanden, da wir gemeinſam in den Straßen
demon=
ſtrierten, gemeinſam hinter den Fahnen unſerer Revolution
marſchierten, gemeinſam den Terror brachen, da wir gemeinſam
die Revölution durchführten, gemeinſam auf den Zinnen des
Staates die Zeichen unſerer Erhebung hochzogen, da wir
ge=
meinſam den Marxismus niederſchlugen und die Reaktion zu
Paaren trieben, da, Kameraden, habt Ihr nicht nach Eurer
Auf=
gabe gefragt, da habt Ihr ſie erfüllt. Und glaubt Ihr denn, nur
die Vergangenheit habe Aufgaben gehabt, die Gegenwart aber
und die Zukunft haben deren keine mehr? Jede Zeit hat ihre
Aufgaben, und jede Zeit hat auch ihre Männer, die die
Auf=
gaben löſen. Nur der hat keine Aufgaben, der ſich ſelbſt von
den Aufgaben der Zeit losſpricht. Er wird ſehr bald vom
Rhythmus der Zeit ausgeſchieden, und ſein ſchreckliches Los iſt
es dann, nicht mehr vor der Zeit zu marſchieren, ſondern hinter
ihr herzulaufen. Alles andere aber könnte man von unſerer
alten SA. erwarten, nur das nicht.
Komme mir alſo niemand und frage: Was ſoll ich tun?
Ich könnte ihm nur antworten: Das ganze Land liegt voll von
Problemen. Aufgaben gibt es zu löſen, wie ſie niemals in
unſerer Geſchichte einer Generation geſtellt worden ſind. Und
da fragſt Du: Was ſoll ich tun? Hand anlegen! Arbeiten,
mit=
helfen, nicht reſignieren, nicht müde werden! Dich einreihen in
die Front der kämpfenden Bewegung, das Banner tragen, das
Banner feſthalten, eine leuchtende Flamme unſeres Glaubens
ſein, das iſt Deine Pflicht, das iſt Deine Aufgabe.
Viele gibt es, denen es eine Freude bereiten würde, wenn
wir im Lande Schwierigkeiten bekämen. Es iſt der ganze Troß
von Emigranten, die, als unſere Revolution über das Land
hereinbrach, bei Nacht und Nebel über die Grenze gingen und
nun glauben, im ſicheren Port des Auslandes auf unſer Ende
warten zu können. Eitle Träumer und Phantaſten, die das
an=
nehmen. Wir haben die Macht, und wir werden die Macht
behalten. Wir werden ſie einſetzen zum Segen unſeres Volkes
und werden ſelbſt ihre getreuen Wächter ſein. Ihr aber, SA.=
Männer, ſollt Eure Aufgabe wieder anfaſſen. Ihr werdet ſie
wie in der Vergangenheit erfüllen in Treue, Ergebenheit uno
unverbrüchlicher Gefolgſchaft zum Führer. Mit Stolz ſchaut
heute das ganze Land auf unſere Fahnen. Es ſind die Zeichen
unſeres Trotzes, unſerer Ausdauer, unſerer Arbeit und unſerer
Beſtändigkeit. Mag kommen was will, wir ſtehen und fechten.
Keine Schwierigkeit iſt groß genug, um uns zur Kapitulation
zu zwingen. Keine Not wird uns in die Knie werfen, keine
Sorge uns mutlos machen können. Im Kampfe ſind wir
ge=
worden, im Kampfe werden wir beſtehen. Im Kampfe müſſen
wir leben bis zum letzten Atemzuge.
Dr. Goebbels ſchloß mit einem dreifachen Sieg=Heil auf
Führer und Bewegung, das von den 30 000 SA.=Männern
donnernd aufgenommen wurde.
zöſiſch=
40
z0
DNB. Paris, 16. September.
Ueber die Hintergründe der Bemühungen Frankreichs um
die Aufnahme Rußlands gibt der in Genf weilende Außen=
Politiker des „Echo de Paris” Aufſchluß. Eine Stelle der
Ant=
wort Litwinows gehe Frankreich ganz beſonders an, denn ſie
beziehe ſich auf die Sicherheitsfrage. Der Volkskommiſſar wünſche
Wänderungen zur Harmoniſierung des Völkerbundspaktes mit
Dem Briand=Kellogg=Pakt. Hier nun dürfe man kein
Mißver=
landnis begehen. Die Staaten, die bisher etwas ähnliches
ge=
wollt hätten, ſeien in der Hauptſache darauf aus geweſen, dem
Zolkerbundspakt jede Sanktionsmöglichkeit gegen den Angreifer
31 nehmen. Litwinow dagegen fordere eine Aenderung in eni=
Ngengeſetzter Richtung. Deshalb vertrete er hinſichtlich der
Sicherheit eine ähnliche Theſe wie Frankreich. Das ſei der
Skund, warum die franzöſiſche Delegation alles getan habe, um
Ne Sowjets in den Völkerbund hineinzubringen. (Aus dieſem
Lrunde wird beiſpielsweiſe auch von „Oeupre” die Aufnahme
D Sowjets als Sieg Frankreichs über Deutſchland gefeiert.)
Nun bleibe die Harmoniſierung des Briand=Kellogg=Paktes
mit dem Völkerbundspakt ein Mythos. In Genf glaube man,
ſeitdem ſich die Aera Briand verflüchtigt habe, nicht mehr daran.
Was aber zu verwirklichen ſei, ſeien regionale Beiſtandspakte
gegen den Angreifer, die im Grunde genommen einem
Defenſiv=
bündnis entſprächen. Rußland begebe ſich nach Genf, um ein
Defenſivbündnis dieſer Art abzuſchließen. Es erwarte jetzt, daß
die Franzoſen ihr Verſprechen einlöſen. Das bedeute der Satz
des Telegramms Litwinows, in dem der Völkerbundspakt und
der Briand=Pakt erwähnt würden. Somit komme man wieder
auf die brennende Frage des ſogenannten Nordoſtpaktes hinaus.
So lägen die Dinge. Die franzöſiſche Diplomatie habe ſich hier
auf ein ziemlich gefährliches Unternehmen eingelaſſen.
„Die Kriſe des franzöſiſch=polniſchen Bündniſſes”.
Die von Polen aufgeworfene Minderheitenfragen und die
Antwort des engliſchen, italieniſchen und franzöſiſchen
Außen=
miniſters veranlaſſen die Blätter zu längeren Erörterungen, in
denen ſie die Anſichten der drei Ve treter der Großmächte
unter=
ſtreichen. Nur die Ausführungen Aloiſis werden hier und da
mit Zurückhaltung aufgenommen, da er es nicht verſäumt hatte,
auf die Notwendigkeit der Reviſion gewiſſer territorialer
Klau=
ſeln hinzuweiſen. Vom moraliſchen Standpunkt aus, ſo ſchreibt
Pertinax, ſeien die Ausführungen unangebracht, vom
pſycholo=
giſchen Standpunkt aus ſeien ſie das Zeichen einer erſten
revi=
ſioniſtiſchen Erklärung, die der Vertreter eines großen Landes
vor der Tribüne des Völkerbundes abgegeben habe. Im übrigen
iſt er der Anſicht, daß der pölniſche Außenminiſter trotz der drei
Erklärungen eine der nächſten Gelegenheiten benutzen werde, um
ſagen, daß Polen den von ihm vertretenen Standpunkt
voll=
inhaltlich aufrecht erhälte. Auf der anderen Seite hält man es
für wahrſcheinlich, daß die Angelegenheit nochmals vom
Völker=
bundsrat oder gar vor dem Haager Schiedsgerichtshof behandelt
werden wird.
Das Echo de Paris” glaubt zu wiſſen, daß auf einer der
nächſten Sitzungen ein Mitglied des Völkerbundsrates von
Beck Aufklärung über die polniſchen Abſichten fordern werve.
Solange dieſe Frage nicht völlig geklärt ſei, ſchreibt Pertinax,
müſſe man den Völkerbund und das franzöſiſch=polniſche
Bünd=
nis als in der Kriſe befindlich betrachten. Der polniſche
Außen=
miniſter habe ſich ſeit mehreren Monaten gegenüber dem
Völker=
bund und gegenüber Frankreich durch eine unzweideutige
Hal=
tung hervorgetan. Um das Vertrauen beider Teile wieder zu
gewinnen, werde man von ihm Sicherungen fordern müſſen.
Sollte er aber im bisherigen Sinn fortſetzen, ſo werde das
not=
gedrungen dazu führen, daß er ſich ſowohl abſeits vom
Völker=
bund als auch abſeits von dem franzöſiſch=polniſchen Bündnis
ſtellt.
Regierungsmaßnahren
an den öſterreichiſchen Hochſchulen.
DNB. Wien, 16. September.
Wie amtlich mitgeteilt, iſt die Entſcheidung des
Bundes=
miniſteriums für Unterricht über die ihm zur Beſtätigung
vor=
gelegten Ergebniſſe der Wahlen der Rektoren, Dekane und
ſon=
ſtigen akademiſchen Funktionäre für das Studienjahr 1934/35
nunmehr erfolgt. Wegen Verſagens dieſer Beſtätigung wird an
der rechts= und ſtaatswiſſenſchaftlichen Fakultät ſowie an der
philoſophiſchen Fakultät in Graz eine neuerliche Dekanswahl.
ſtattzufinden haben. Die Verweigerung der Beſtätigung erfolgte,
weil die gewählten Funktionäre nicht Mitglied der
Vater=
ländiſchen Front ſind. Ueber die Perſon des künftigen Rektors
der Univerſität Innsbruck iſt noch keine Entſcheidung gefallen.
Eine Erneuerung des Wahlganges iſt zu gewärtigen. An der
Hochſchule für Bodenkultur in Wien, an der Techniſchen
Hoch=
ſchule in Graz und an der Montaniſtiſchen Hochſchule in Leoben
werden ſolche Wahlen erſt nach Abſchluß der im Zuge
befind=
lichen Neuordnung der Hochſchulen ſtattfinden.
Der Bundesminiſter für Unterricht hat mehrere
Hochſchul=
profeſſoren in den dauernden Ruheſtand verſetzt. Von dieſer
Verfügung wurden in Wien nachfolgende Hochſchullehrer
be=
troffen: der bekannte Profeſſor der Paläontologie Dr. Othenio
Abel, der Profeſſor für altſemitiſche Philologie Dr. Viktor
Chriſtian, der Philoſoph Dr. Heinrich Gomperz, der bekannte
Rechtslehrer Dr. Karl Gottfried Hugelmann (Prof. Hugelmann
wurde nach dem 25. Juli verhaftet und befand ſich längere Zeit
in polizeilichem Gewahrſam) und der Profeſſor für Geographie
Dr. Friedrich Machatſchek. An der Univerätät Graz wurden der
Rechtslehrer Dr. Arnold Pöſchl, an der Univerſität Innsbruck
der Profeſſor der Geographie Dr. Friedrich Metz ſowie der
außerordentliche Profeſſor der mediziniſchen Röntgenologie Dr.
Konrad Staunig in den Ruheſtand verſetzt. Wie die „Politiſche
Korreſpondenz” weiter mitteilt, werden in der nächſten Zeit
noch zahlreiche ſolche Penſionierungen ſtattfinden.
Der belgiſche Bergarbeikerſtreik vermieden.
DNB. Brüſſel, 16. September.
Zwiſchen der Regierung und den Zechen iſt nach langwierigen
Verhandlungen eine Einigung erzielt worden. Die Zechen ziehen
ihren Beſchluß, ab Montag eine Lohnverminderung von 5. v. H.
durchzuführen, zurück. Die Regierung verpflichtet ſich dafür, den
Zechen eine zeitweilige Kompenſation zu ſchaffen. Während
die=
ſes Zeitraumes werden die Zechen die Verhandlungen mit der
Arbeiterſchaft über die Lohnfrage wieder aufnehmen.
Die Rede des Führers der NRA., General Johnſon, in der
er den Ausſtand der amerikaniſchen Textilarbeiter als eine von
Kommuniſten und Sozialiſten pr. jagierte politiſche Kundgebung
bezeichnete, iſt in den Kreiſen der ſtreikenden Textilarbeiter ſehr
ungünſtig aufgenommen worden. Die Führer der Streikbewegung
haben Johnſon erwidert, daß ſie ſeine Abſetzung vom Poſten der
Führung der NRA. fordern werden.
Die Frankfurker Meſſe eröffnel.
LPD. Frankfurt, 16. September.
Die Frankfurter Meſſe, die bedeutendſte des Rhein=Main=
Gebietes wurde heute vormittag in Gegenwart zahlreicher
Be=
hördenvertreter und Vertreter der Wirtſchaftsorganiſationen auf
dem Frankfurter Meſſegelände mit einer großen Kundgebung
des Rhein=Mainiſchen Einzelhandels eröffnet.
Den weiteſten Raum in der Frankfurter Meſſe vom 16. bis
19. September nimmt die Möbelmeſſe ein. Hier iſt nicht nur
die Beſchickung außerordentlich gut, auch die Umſätze und der
Bedarf waren am erſten Meſſetag in allen Zweigen der
Möbel=
induſtrie recht gut. Die Fabrikanten müſſen ſogar für ihre
Lieferung einige Wochen Zeit, teilweiſe bis zum Dezember,
ver=
langen. Bei einem Gang durch die Möbelmeſſe wird die
Ge=
ſchmackswandlung deutlich. Die Fabrikanten müſſen
ſich dem Publikumsempfinden, das heute wieder mehr das
Praktiſche, Wohnliche bevorzugt anpaſſen. So ſieh:
man überall reichlich Verzierungen, gemaltes Glas an den
Scheiben. Bei Polſtermöbeln bunte Webarten und Ueberzüge.
Iſt auch die Auffaſſung über dieſe Stilwandlung vom kantigen,
einfachen zu etwas abgerundeteren, rundlichen Formen mit
Schnörkeln nicht ganz einheitlich, ſo überwiegt tatſächlich
zu=
nächſt der Anſatz zu Verzierungen.
Das Geſchäft in Küchenmöbeln war ausgezeichnet. Auch
Herrenzimmer und Schlafzimmer hatten guten Abſatz.
Klein=
möbel und die übrigen Fabrikate der Zulieferinduſtrie waren in
reichlichem Umfang vorhanden und konnten ſich über flotten
Ab=
ſatz nicht beklagen. Bemerkenswert iſt die Tatſache, daß hier vor
allem aus dem Saargebiet ſchon rege Nachfrage vorhanden war.
Man will nach der Rückgliederung die Marktfähigkeit eingehend
kennengelernt und geſichert haben.
Weſentlich geringer iſt die Beſchickung und auch der Beſuch
in den anderen Abteilungen der Meſſe. In Textilien war
das Geſchäft entſprechend der Geſamtlage dieſer Branche ruhiger.
Die Ausſteller waren angeſichts der Zeit mit dem Umſatz und
der Beſucherzahl zufrieden. Recht groß waren die Umſätze in
Berufsbekleidung dagegen fehlten in Herren= und
Damenkonfektion die Ausſteller zumeiſt. Taſchentücher, Krawatten,
Plauener Spitzen fanden gute Nachfrage.
Die Spielwaren=Abteilung hatte zum Saiſongeſchäft
für Herbſt und Weihnachten ſchon gerüſtet; die Umſätze liegen
etwas höher als im vorigen Jahre. Vertreter waren Celluloid=
und Stoffpuppen aus Sonneberg, reichlich ſortiert in
beweg=
lichen und ſteifen Puppen. Aufziehfiguren, mechaniſches
Spiel=
zeug, Holzfiguren waren in gleichem Maße verlangt. Vor allem
aber war der Abſatz in hiſtoriſchen und neuzeitlichen
Zinn=
figuren gut. Die Aufträge waren insgeſamt reichlich, teilten ſich
aber zumeiſt in Kleinaufträge.
Reichhaltig war die Schau in Haus= und
Küchen=
geräten, die aus dem ganzen Reich durch Ausſteller vertreten
war. Hier war in erſter Linie alles das vertreten, was die
täg=
liche Arbeit der Hausfrauen in der Küche, ſei es beim Kochen,
ſei es beim Reinigen, ſei es bei der übrigen Arbeit im Hauſe
erleichtert. Bedarf ſcheint in den meiſten Artikeln vorhanden.
zu ſein; die Umſätze waren am erſten Meſſetage zufriedenſtellend.
Schweres Unwekter über Mginz.
LPD. Mainz, 16. September.
Heute nachmittag gegen 2 Uhr, als gerade der Feſtzug des
VDA. antreten ſollte, ging über Mainz ein ſchwere Wolkenbruch,
verbunden mit Gewitter und Hagelſchlag, nieder. Die
Waſſer=
maſſen verbreiteten ſich ſo raſend und in ſo enormen Mengen,
daß es an zahlreichen Stellen zu Ueberſchwemmungen kam. Die
Feuerwehr wurde in 40 Fällen alarmiert. Einmal galt es
Kel=
ler auszupumpen, dann wieder mußten entwurzelte Bäume, die
ſich quer über die Straße gelegt hatten, entfernt werden. Auf
der Hochheimer Landſtraße war eine den Verkehr gefährdende
Verſchlammung eingetreten. Das Unwetter dauerte etwa eine
halbe Stunde. Die ſämtlichen beruflichen und freiwilligen Helfer
waren bis in die Nacht hinein mit den Aufräumungsarbeiten
beſchäftigt.
Vom Tage.
Den Höhepunkt der Rheiniſchen Grenzlandſchau in Bad
Kreuz=
nach bildete am Sonntag mittag die Kundgebung der 50 000
rhei=
niſchen, bayriſchen, heſſiſchen und ſaarländiſchen Bauern vor dem
Reichsbauernführer Darré.
Bei der Weihe von 27 Hitlerjugendbannfahnen an der
Feld=
herrnhalle zu München ſprach der Reichsjugendführer Baldur von
Schirach.
Die Bürgermeiſter von 13 Gemeinden in der Umgebung von
Lyon drohten mit ihrem Rücktritt, weil die Gemeinden, die ſie
verwalten, den Ausgaben für die Arbeitsloſenunterſtützung nicht
mehr gerecht werden können.
Einer der hervorragendſten Führer des Republikaniſchen
Schutzbundes, General Schneller, wurde gegen Ehrenwort auf
freien Fuß geſetzt. Er befand ſich ſeit dem 12. Februar in Haft.
General Schneller, der ſeinen Titel noch von der alten
öſterreichi=
ſchen Armee her hat, gehörte dem ſogenannten „Generalſtab” des
Republikaniſchen Schutzbundes an.
Die griechiſche Prinzeſſin Marina, die Braut des Prinzen
Georg von England, iſt, aus Paris kommend, in London
einge=
troffen. Sie wurde von Prinz Georg auf dem Bahnhof begrüßt.
Eine zahlreiche Menſchenmenge brachte dem Brautpaar lebhafte
Opationen dar, das nach Schottland weiterfährt, um das
Königs=
paar zu begrüßen.
Aus Jefferſon City (Tenneſſee) wird das ſeltene Ereignis
ge=
meldet, daß ein elfjähriges Mädchen einem 7½ Pfund ſchweren
Söhuchen das Leben geſchenkt hat. Mutter und Kind ſind wohlauf.
Der Vater iſt ein 14jähriger Junge.
Die Hoffnungen der auſtraliſchen Regierungspartei, daß ſie in
den Bundes=Parlamentswahlen eine abſolute Mehrheit erhalten
würde, haben ſich nicht verwirklicht. Von den insgeſamt 74 Sitzen
im auſtraliſchen Unterhaus hat ſie nur 28 erhalten, und ſelbſt wenn
die noch ausſtehenden acht Sitze ſämtlich ihr zufallen würden, was
zweifelbaft erſcheint, iſt eine Mehrheit ausgeſchloſſen. Die
Regie=
rung wird ſich daher auf die Vereinigte Landwirtſchaftliche
Par=
tei, die bisher 14 Sitze erhalten hat, ſtützen müſſen. Die beiden
Arbeiterparteien haben bisher zuſammen 24 Sitze erhalten.
Seite 2 — Nr. 257
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſiadt, den 17. September 1934.
Staaksminiſter Jung 50 Jahre alk.
Der heſſiſche Staatsminiſter Phil. Wilh. Jung konnte
geſtern ſeinen 50. Geburtstag begehen. Vor etwa einem Jahr
wurde er von Reichsſtatthalter Sprenger an die Spitze der
heſſiſchen Verwaltung berufen, die er durch Einführung des
Einminiſterſyſtems und eine klare Aufteilung der Reſſorts in
der Zentrale im Verfolg einer konſequenten Sparpolitik weſentlich
vereinfacht hat. Mit Energie wurde auch durch ein umfangreiches
Arbeitsprogramm die Erwerbsloſigkeit zurückgedrängt, wie vor
allem die Arbeiten im Ried beweiſen. — Jung iſt rheinheſſiſcher
Lehrerſohn und war Rechtsanwalt in Worms wo er ſeit 1926
dem Stadtrat als Nationalſozialiſt angehörte, ſeit 1931 Mitglied
des heſſiſchen Landtags, deſſen Präſident er zuletzt war. Im
Krieg ſtand Jung vier Jahre lang als wiederholt
ausgezeich=
neter Artillerieoffizier an der Front. Sympathiſch berührt die
perſönliche Schlichtheit dieſes Mannes, der im Dienſt ein
unermüdlicher Arbeiter iſt, und die ſtrikte Ablehnung leerer
geſellſchaftlicher Repräſentation.
Zur Winkerbildungsarbeit der Deutſchen
Angeſtellktenſchaft.
Die zweite allgemeine Mitarbeiterbeſprechung der für die
Geſtaltung der Winterbildungsarbeit der Deutſchen
Angeſtellten=
ſchaft verantwortlichen Berufserziehungsobmänner= und Warte
zeigte, in welch erfreulichem Maße bereits die Vorarbeiten zu
die=
ſem großen Bildungswerk zu Ende gebracht ſind.
Einleitend wies der Leiter der Deutſchen Angeſtelllenſchaft
Darmſtadt. Pg. Heilmann, auf den ſchweren Verluſt hin, den
ſeit der letzten Sitzung das deutſche Volk durch den Tod ſeines
unvergeßlichen Reichspräſidenten und Generalfeldmarſchalls, Paul
von Hindenburg, erlitten hat, zu deſſen Ehre und Gedächtnis ſich
die anweſenden Mitarbeiter von ihren Sitzen erhoben. Wie der
Mahnruf des großen Toten an ſein Volk geweſen iſt „Seid einig!”,
ſo muß auch jeder bemüht ſein, in ſeinem Sinne und im Sinne
unſeres Führers und Kanzlers Adolf Hitler wahre
Gemeinſchafts=
arbeit zu leiſten, allein darauf bedacht, das Wohl der
Allgemein=
heit zu fördern und ſo mitzuhelfen am Wiederaufbau des deutſchen
Volkes. Auch die Berufserziehungsarbeit, deren ungeheure
Bedeu=
tung für das allgemeine Leiſtungsniveau von jedem in ihrer
gan=
zen Wichtigkeit und Tragweite erkannt werden muß, ſteht unter
dem Gedanken einer wirklichen Gemeinſchaftsarbeit im Sinne und
in der Weltanſchauung des Nationalſozialismus.
Im geſchäftlichen Teil folgte ſodann die genaue Durchſprache
der Pläne der einzelnen Fachgruppen, die eine erfreuliche
Viel=
ſeitigkeit aufweiſen, ſo daß jedem Berufskameraden die
Möglich=
keit gegeben iſt, ſein Wiſſen und Können in beruflich=fachlicher
Be=
ziehung zu vervollkommnen und aufzufriſchen. Eine beſondere
Be=
rufsberatungsſtelle wird außerdem in der Deutſchen
Angeſtellten=
ſchaft eingerichtet, die jedem bei der Einrichtung ſeines
Berufs=
bildungsplanes mit ſachgemäßem Rat zur Seite ſteht. Auch rein
techniſche Schwierigkeiten, wie Raumfrage uſw., ſind bereits gelöſt,
ſo daß die Winterbildungsarbeit. Mitte Oktober ihren Anfang
nehmen kann.
Schirmherr dieſes Werkes iſt der Oberbürgermeiſter der Stadt
Darmſtadt. Pg. Wamboldt.
Ferner gehören der Schirmherrſchaft als Mitglieder an: SA.=
Brigadeführer Freiherr von Lindenfels, Darmſtadt.
Kreispreſſe=
wart der NSDAP. und Staatspreſſechef Reg.=Rat Pg. Dr. Mahr,
Darmſtadt. Kreisſchulungsleiter Pg. Borchert, Darmſtadt.
Kreis=
leiter des NSLB. Oberſtudiendirektor Pg. Dr. Maſer, Darmſtadt.
Sozialrefernt im Bann 115 der HJ., Fritz Kratz Darmſtadt,
Kreisbetriebszellenobmann, und Kreiswalter der DAF., Richard
Zachow. Darmſtadt. Für die Handels= und Berufsſchule Direktor
Dr. Zeiger, Darmſtadt. Für die Induſtrie= und Handelskammer
Direktor Friedrich May, Darmſtadt.
Außer den rein fachlichen Kurſen, Lehrgängen und
Arbeits=
gemeinſchaften werden Vorträge von allgemeinem Intereſſe den
Berufskameraden in den verſchiedenen Fachgruppen Gelegenheit
geben, untereinander Fühlung zu gewinnen, ſich kennen und von=
und miteinander zu lernen.
Die Beſprechung der Pläne fand die regſte Teilnahme aller
Mitarbeiter, ebenſo auch die Vorſchläge zu wirkſamer Werbung und
Gewinnung jedes einzelnen Berufskameraden für das
Bildungs=
werk.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Ueber unſeren Landsmann
Rudi Wünzer, erſten Baſſiſten an den Wuppertaler Bühnen,
ſchreiben die dortigen Zeitungen anläßlich zweier Werbeabende in
Elberfeld und Barmen: „Die darauf folgende Arie. Ach. öffnet
eure Augen” aus „Figaros Hochzeit” war unzweifelhaft die beſte
Leiſtung des Abends. Mit dem neuen Baſſiſten Rudolf Wünzer
ſcheinen die Wuppertaler Bühnen tatſächlich einen guten Fang
ge=
tan zu haben. Der umfangreiche Baß hat bei aller Kraft eine faſt
Inriſche Weichheit und Wärme. Daß das Publikum ſeine Leiſtung
zu ſchätzen wußte, bewies der überaus reiche Beifall, der den
Sänger immer wieder herausrief.” — „Von den künſtleriſchen
Darbietungen ſei noch beſonders hervorgehoben die geradezu
wun=
dervoll mozartiſche Wiedergabe der Arie „Ach, öffnet eure Augen”
aus dem „Figaro” durch den ausgezeichneten neuen Baſſiſten Rudi
Wünzer.”
efſiſches Landestheater Darmſtadt.
Kroßes Haus. Dienstag,18. September Anfang 19.30. Ende nach 22 Uhr.
1. Sonderveranſtaltung zu Gunſten des Winterhilfswerkes
Das Land des Lächelns. Pr 0 50—2.00 Mk. Donnerstag,
2 . September 19.30—22.30 Uhr.
Deutſche Bühne K1
Hoffmanns Erzählungen Pr. 0.70—5.50 Mk.
In Vorbereitung: Der Bettelſtudent und Der Poſtillon von Lonjumeau
Eröffnung des Kleinen Hanſes am Dienstag, den 2. Oktober
mit „Kabale und Liebe‟
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 17. September 19 1
Tag des deutſchen Volkstums
O
Darmſtadk feiert das Feſt der deutſchen Schule. — Feftzug der V9A.=Jugend.
Die große Kundgebung im Stadion.
2000 Mikwirkende im Hochſchulſtadion.
Erkenntnis zu der kulturellen Einheit und Geſchloſſenheit
unſeres Volkes und der unlöslichen Verbundenheit mit den
deut=
ſchen Brüdern und Schweſtern, die jenſeits unſerer Grenzen um
ihr Volkstum kämpfen, — das war der Sinn des geſtrigen Tages,
der in allen Teilen des Reiches, in Stadt und Land feierlich
begangen wurde. Auch Darm=
land in unverbrüchlicher Treue zu ihnen ſteht. Dieſer Ged ſke
ſoll ſie in ihrem Kampfe ſtärken. Die Jugend iſt vor allem
ſe=
rufen, über alles Trennende hinweg Brücken zu denen da dra en
zu ſchlagen, Träger des volksdeutſchen Gedankens zu ſein. im
Dienſt dieſes Gedankens kennen wir nur eins: Deutſchleſd,
und nichts als Deutſchland
Das gemeinſam geſungene Saarlied leitete anſchließend
zu der Anſprache von
ſtadt zeigte ein beſonders
feſt=
liches Geſicht am geſtrigen
Tage. Die Häuſer waren reich
beflaggt, alle Straßenbahnen
fuhren mit Fähnchen geſchmückt.
und vom Monument herab
wehten neben den Fahnen des
Deutſchen Reiches, die blauen
Wimpel des VDA.
Kurz nach 13 Uhr ſetzte ſich
vom Steubenplatz aus der
lange Feſtzug der
Mitwirken=
den am Feſtſpiel und der
übri=
gen VDA.=Jugend der
Darm=
ſtädter Schulen — es mochten
etwa 2000 Kinder ſein — in
Bewegung, geführt vom
Muſik=
zug der Standaxte 115 unter
Muſikzugführer Schlupp. Den
zahlreichen Darmſtädter
Bür=
gern, die die Straßen ſäumten,
bot der Zug, deſſen Leitung in
Händen von Studienaſſeſſor
Brückner lag, ein ſchönes,
farbenfrohes Bild. Hinter dem
Muſikzug folgten die
zahlrei=
chen bunten Wimpel der VDA.=
Gruppen an den Darmſtädter
Schulen, dann die Städtekinder,
deren Koſtüme in leuchtenden
Farben die Wappen der Städte
zeigten, die ſie vertraten. Da
ſah man das Münchener Kindl
und das Mainzer Rad,
Ber=
lin, Köln, Königsbeig waren
u. a. vertreten, und natürlich
fehlte auch eine Darmſtädter
Gruppe nicht. Die Entwürfe
zu dieſen wie überhaupt zu
ſämtlichen Koſtümen des Feſtſpiels ſtammten von Annelieſe
Reichmann, ihre Ausführung hatte die Frauengruppe des
VDA. unter Leitung von Frau Sabine Koepke übernommen.
keine kleine Aufgabe bei etwa 1500 Koſtümen! Die
Wappenſchil=
der aber, die die Städtekinder mit ſich führten, waren von ihnen
ſelbſt im Schulunterricht angefertigt; beſonders ſchön war auch die
Idee, das Wappen des Städtchens Braunau, des Geburtsortes
unſeres Führers, im Zuge mitzuführen. An dieſe Städtegruppen
ſchloſſen ſich die Feſtſpielteilnehmer in ihren bunten Wämſen an,
deren Farben (blau, gelb. grün und rot) im Feſtſpiel ſymboliſche
Bedeutung gewannen. Die Kapelle des Gymnaſiums, Turner
und Turnerinnen, die Ausführenden der Körperſchule und VDA.=
Jugend der Darmſtädter Schulen beſchloſſen den Zug, der ſich durch
die Rhein=, Peter=Gemeinder=, Heinrichs= und Nieder=Ramſtädter=
Straße zum Stadion bewegte.
Dort hatte ſich unterdeſſen trotz des zunächſt etwas unſicher
ſcheinenden Wetters das weite Rund dicht mit Menſchen gefüllt,
und es iſt ſichereher zu niedrig als zu hoch gegriffen, wenn man die
Zahl der erwachſenen Beſucher auf 4000 ſchätzt. Ein ſchöner
Be=
weis dafür, daß die Darmſtädter Bevölkerung an dieſem Tag des
deutſchen Volkstums wirklich lebhaften Anteil nahm!
Marſchklänge des Muſikzuges der Standarte 115, der unter
Leitung von Muſikzugführer Schlupp die muſikaliſche
Umrah=
mung des Feſtprogrammes übernommen hatte, bildeten den
Auf=
takt zu der eindrucksvollen Kundgebung, deren Geſamtleitung in
Händen von Prof. Luſt und Frau Sabine Koepke lag. Dem
Grundgedanken dieſer Kundgebung gab gleich der erſte Sprechchor
(Darmſtädter Knabenſchulen unter Leitung von Oberſtudienrat
Dr. Türk) Ausdruck: Ueber alle Grenzen hinweg ſind wir mit
unſeren deutſchen Brüdern und Schweſtern verbunden! Nachdem
die Städtekinder in die Arena einmarſchiert und mit ihren
Wap=
pen und Fahnen Aufſtellung genommen hatten, ergriff der
Lan=
desleiter des VDA., Oberſtudiendirektor Dr. Leip vom Heſſiſchen
Kultusminiſterium, das Wort. Nach einer Begrüßung der
Ver=
treter des Staates und der Stadt der Abordnungen der Partei
und ihrer Formationen, namentlich Pater Sonntags als
Vor=
kämpfer des volksdeutſchen Gedankens, führte
Dr. Leip
u. a. folgendes aus:
Noch in den Tagen des deutſchen Kaiſerreiches kreiſte das
Denken um binnenſtaatliche Begriffe, zerfloſſen Dinge wie Volk,
Staat, Nation zu gänzlicher Unklarheit. Es kam nach jenem
dunk=
len November 1918 die kosmopolitiſche Weimarer Republik, die
ebenfalls keinen Raum bot zu freier Entfaltung volksdeutſcher
Belange. Aber zwiſchen dieſen beiden Formen ſtaatlichen Lebens
unſeres Volkes liegt das gewaltige Erleben des Weltkrieges, jene
Zeit, die alle deutſchen Menſchen in einer Front vereinigte.
Viel=
leicht iſt es mit dadurch zu verſtehen, daß trotz der Weimarer
Re=
publik volksdeutſches Erlebnis in der Nachkriegszeit anhub und
mit drängender Gewalt immer mehr Raum beanſpruchte.
Die mit allen Schwächen behaftet geweſene Weimarer Zeit iſt
ſeit dem 30. Januar 1933 abgelöſt durch den kraftvollen Aufbruch
der Nation im Zeichen des Nationalſozialismus. Seitdem hat es
jeder, der guten Willens iſt in Deutſchland, begriffen, inſonderheit
iſt es der Jugend klar, daß deutſches Volkstum nicht etwas
Aeußer=
liches, noch etwas Veräußerbares iſt, ſondern daß Volkstum Sache
des Blutes, Angelegenheit des Glaubens iſt. Und früher noch als
wir Reichsdeutſche haben es unſere Brüder und Schweſtern
jen=
ſeits der Grenzen immer gewußt.
So wie einſt tobt der Kampf um die Erhaltung deutſchen
Volkstums draußen auch heute noch.
Allein, trotz der großen Not, denen deutſche Menſchen draußen
im Ausland ausgeſetzt ſind, erhebt uns Deutſche im Reich die
be=
glückende Gewißheit, zu ſpüren, daß ſie ihren deutſchen Glauben
feſt im Herzen tragen, ja ihn um ſo feſter halten, je größer die
Gefahren ſind. Und das darfſt du, deutſche Jugend, nie vergeſſen.
Neben dem berechtigten heiligen Stolze, mit dem du auf deine
Schweſtern und Brüder da draußen zu ſchauen vermagſt, ſollſt du
aber auch immerfort deine heilige Verpflichtung fühlen,
mitzuhel=
fen, um ihnen den Kampf zu erleichtern.
Der Herr Gauleiter, Reichsſtatthalter Sprenger, hat in
Mainz durch ſeinen Vertreter, Herrn Reg.=Rat Rainer,
hin=
weiſen laſſen auf die Tatſache, daß die Arbeit des VDA. in
unſe=
rem Gau auf großer Tradition beruhe: 1846 wurde in Frankfurt
auf einem Germaniſtenkongreß der „Verein zur Erhaltung der
deutſchen Nationalität der Auslandsdeutſchen in Sprache. Sitte
und Lebensart” gegründet. Dich dieſer großen Ueberlieferung
wür=
dig zu erweiſen durch raſtloſe Mitarbeit an der Löſung der uns
allen geſtellten Aufgabe ſei deine heilige Pflicht!
Nach einem eindrucksvollen Maſſenchor (Darmſtädter Schulen
unter Leitung von Lehrer Landzettel), der ein kräftiges Lied
aus dem 16. Jahrhundert ſang, nahm Bürgermeiſter Haug als
Vertreter der Stadt Darmſtadt das Wort. Auch er wandte ſich
ganz beſonders an die deutſche Jugend, die das Glück hat. in dem
neuen Deutſchland aufzuwachſen, in dem es keine Unterſchiede der
Klaſſen und Stände, der Stämme und Landſchaften mehr gibt.
Die Jugend im Reiche muß es ſich aber immer lebendig vor
Augen halten, daß auch außerhalb der Grenzen dieſes
Rei=
ches deutſche Männer und Frauen leben, die um ihr
Volks=
tum bitter zu kämpfen haben und die doch nichts
anderes ſind und ſein wollen als Deutſche.
nen wollen wir die Gewißheit geben, daß ihr Volk und Vater=
Paler Sonnkag,
der in der Bukowina ſeit 30 Jahren einen unermüdlichen Ke
um die Erhaltung deutſchen Volkstums führt. In anſchaul
Weiſe erzählt er von dieſen Kämpfen, die beſonders um
Erhaltung der deutſchen Schulen gehen. Heute müſſen die Ki
der 80 000 Deutſchen, die dort in den Karpathen zerſtreut 1e
in Schulen gehen, in denen die deutſche Sprache verboten
trotzdem dieſe Kinder alle gute deutſche Namen tragen.
dringlich wußte Pater Sonntag der Jugend den Wert
Mutterſprache vor Augen zu halten. Er brachte
deutſche Grüße von den Bukowina=Deutſchen und betonte die
ſonders enge Verbindung, die zwiſchen dem Landesverband
H=
des VDA. und gerade dieſem Teil der Auslandsdeutſchen be
Seine Rede ſchloß mit einem Appell an die Jugend, den deut
Brüdern und Schweſtern jenſeits der Grenzen die Treue zu ha
Im Anſchluß an Pater Sonntags Worte ſang der Chor B.
nerns „Deutſchland heiliger Name”, und nun folgten unter
tung von Turner Strauch ſehr hübſche tänzeriſche Darbietu
der Darmſtädter Turnerinnen, die großen Beifall fanden, el
wie die nachfolgende Körperſchule der Knaben, die Studienaſſ
Dittmann leitete. Die luſtigen Uebungen wie Radfal
Karuſſellfahren und Reiterkämpfe machten den jungen
Au=
renden ebenſoviel Spaß wie den Zuſchauern. Tadelloſe, ſe
dige Leiſtungen zeigten dann Mitglieder der Turn= und S.
gemeinde 1846, geführt von Turner Karn, am Sprungtiſch
ſer
die
en
Uh=
eiln
Den Höhepunkt der Kundgebung
bildete das Bewegungsfeſtſpiel „Volk will zu Volk”, ſas
von über 2000 Jungen und Mädels aus Darmſtädter Schulen
un=
ter Leitung von Intendanzrat Baumeiſter und Studienaſ ſor)
Lotz aufgeführt wurde. Eine gewaltige Vorarbeit muß hie
ge=
leiſtet worden ſein, bis alles ſo tadellos klappte, wie das ge irn
der Fall war! Von einem Sprecher (R. Münch, Ludr gs
Oberrealſchule) und einem Sprechchor begleitet, entwickelte ſich
das Spiel in dem weiten grünen Rund der Arena. Da marſe ere.
ten die deutſchen Städte ein und die leuchtend bunten Gru ſen
der Kinder, die die abgetrennten Gebiete ſymboliſierten, die Lrueſ.
Linie der Grenzkinder ſchloß ſich herum. Dann ſtürmte u ten
dumpfen Böllerſchüſſen die Schar der roten Feindkinder he ſeiſt
die in die Grenzen eindrang, Gebiete abtrennte, die blaue G nzt
linie verſchob. Die Fahnen ſenken ſich, während das Lied bmſt
guten Kameraden an die entriſſenen Brüder jenſeits der Gre ſen
erinnert. Bis dann in einem mächtigen Aufſchwung der (
xe=
cher mahnt:
Flieg aus, du Atem! Spring weiter, du Quell!
Und ſag es drüben den Brüdern all:
Ein Volk! Ein Reich! Deutſchland zur Stell!!
Da eilen von der Mitte des Platzes her ſtrahlenförmig nach len
Seiten die blauen Bandläufer, Sinnbild des VDA., und
er=
ſchreiten die Grenzen. Die Hakenkreuzfahne, die Fahne des rſen
Deutſchland, ſteigt am Maſt hoch und wird gemeinſam mit ſem
Horſt=Weſſel=Lied gegrüßt! Chor und Sprecher aber vereinge
ſich zu dem Schwur:
„Und ſind wir zerriſſen und ſind wir zerſpellt,
Deutſch iſt das Land von der Etſch bis zum Belt!
Deutſch iſt das Land von der Memel zur Maas!
Und flackert und wabert rings tödlicher Haß,
Blüt hält zu Blut trotz Grenze und Wall!
Volk will zu Volk! Deutſch überall!”
Das Deutſchlandlied, von allen — Zuſchauern und Spieler
gemeinſam geſungen, gab dem Feſtſpiel einen machtvollen us
klang, und alle Anweſenden ſtimmten begeiſtert in das Sieg ſeil
ein, das Dr. Leip dann zum Abſchluß der Kundgebung au das
deutſche Vaterland und ſeinen Führer ausbrachte.
A.
NS. Kulturgemeinde (Deutſche Bühne). Wir machen u
Mitglieder darauf aufmerkſam, daß alle Mitteilungen kü
unter den „Parteiamtlichen Bekanntmachungen” erſcheinen.
erſte Vorſtellung der Miete K findet bereits am Donne fat
ſtatt; wir erinnern an die Abholung der rückſtändigen
Let=
karten.
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 15. ep
tember 1934. Die Preiſe verſtehen ſich in Pfg. pro Pfund zu
Stück. Gemüſe: Gelbe Rüben 6—8, Rote Rüben 8—10, p
nat 10—12, Römiſchkohl 10. Rotkraut 10—12, Weißkraut
Wirſing 8—10, Stangenbohnen 15—20, Buſchbohnen 1(
Wachsbohnen 25—30, Erbſen 25—30, Zwiebeln 10, Knoblau
Tomaten 4—8, Endivienſalat 6—10, Kopfſalat 8—12, Sala ur
ken 5—20 Einmachgurken 50—100, Blumenkokl 15—80 Ret
bis 10, Meerrettich 60 und 70. Kartoffeln: Frühkarto
4½—5. Obſt: Pfirſiche 6—25, Brombeeren 25, Preißelbeer
bis 28, Tafeläpfel 10—18, Wirtſchaftsäpfel 5—10, Falläpfel
Tafelbirnen 10—18, Wirtſchaftsbirnen 5—10, Zwetſchen
Quitten 12. Trauben 20—30. Nüſſe 25—30, Zitronen 7—
nanen 35. Eßwaren: Süßrahmbutter 160, Landbutter
Weichkäſe 20—25, Handkäſe 4—12, friſche Eier 11—13. 9
und Geflügel. Feldhühner 80—120. Gänſe 90. Hühne
bis 80, Enten 50—110, Tauben 50 und 60, Hahnen 90—100,
genfleiſch 50. Fleiſchwaren: friſches Rindfleiſch 56,
fleiſch 70, Schweinefleiſch 90, Hackfleiſch 64.
Montag, 17. September 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 257
M(uropa nicht zu ſchiagen.
Leichtathletik=Duell um die europäiſche Führung ſiegen unſere Athleten 106½:96½ über Finnland.
Bewundernswerter Kampfgeiſt unſerer Abordnung gegen Suomis Elite gab den Ausſchlag.
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verboten!
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vom. 1, I
10:
19 Punkke voraus!
Der herrlichſte Sieg unſerer Länder=
Uanfe.
Bei den erſten leichtathletiſchen
Europameiſter=
chaften in Turin wurde die Frage nach der
ieſten europäiſchen Leichtathletik=Nation nicht
inwandfrei geklärt. Deutſchland und Finnland
rreichten die gleiche Zahl von Punkten und nur
die höhere Siegerzahl gab den Ausſchlag für den
ichen 79 bewinn der Länderwertung. Es traf ſich
wunder=
ders um dar, daß gerade eine Woche nach den Turiner
ſſen die Ki1 Kämpfen nun auch die Frage, welche der beiden
ßerſtreut 1e Nationen die wirklich Beſte auf dem Gebiete der
Leichtathletik iſt, endgültig geklärt werden
tragen, tonnte. Im Berliner Poſtſtadion iſt am Wochen=
Wekt nde in einer zweitägigen Veranſtaltung
be=
vieſen worden, daß Deutſchlands Leichtathleten
ſie die tärker ſind als die Finnen und erſt damit hat
ſie Reihenfolge der Nationen bei den Europa=
10 neiſterſchaften in Turin ihre Beſtätigung
ge=
al unden.
Die Theoretiker rechneten in der letzten Woche
r jiele Ergebniſſe aus, man kam auch auf Grund
darbietun der Papierform zu einem deutſchen Sieg. Als
den, El ber bekannt wurde, daß die deutſche Mannſchaft
die Nadah uf verſchiedenen Punkten eine abſchwächende
Imbeſetzung erfahren mußte, und als noch am
Kampftage ſelbſt einige unſerer nominierten
eſten Vertreter nicht antraten, wird wohl
nie=
nand ſeinen Tip aufrechterhalten haben. Daß
ie Deutſchen dennoch gewannen und daß auch
ſie „Erſatzleute” das in ſie geſetzte Vertrauen
echtfertigten, das erſt gibt dem deutſchen Sieg
eine große Bedeutung. Deutſchland hat geſiegt,
ſeſiegt mit zehn Punkten Vorſprung:
Deutſch=
and iſt die beſte Leichtathletik=Nation Europas.
in einem ſchweren wochenlangen Ringen hat die
eutſche Leichtathletik ihr Können bewieſen. Dem
Zampf gegen die Schweiz folgte die knappe
Nie=
erlage gegen Schweden, der glänzende Erfolg
ſei den Europameiſterſchaften und nun noch der
blanzſieg gegen Finnland. Die Finnen haben in
hren Preſſe=Vorſchauen bewundert, daß
Deutſch=
ands Leichtathleten es fertig bringen, ſich
bochenlang in Hochform zu halten. Auch ganz
deutſchland bewundert ſeine Leichtathleten,
eren Erfolge ſich würdig den zahlreichen
Erfol=
ſen in den anderen Sportgebieten anſchließen.
Erſter Tag.— 15989 Zuſchauer
in Berliner Poſtſtadion.
Der erſte Tag des erſten Leichtathletik=
Län=
ſerkampfes zwiſchen Deutſchland und Finnland
im Samstag war von herrlichſtem
Spätſommer=
vetter begünſtigt. Die Anlage präſentierte ſich
in einem prachtvollen Gewande. Rings um die
Ränge wehten die Fahnen und um den ſatten,
zrünen Raſen zog ſich die rote Decke der
Lauf=
bahn, die allerdings noch die nötige Feſtigkeit
dermiſſen ließ. Die ſchwarz beſtreuten Wurf=
und Srunganlagen hoben ſich wirkungsvoll aus
dem Geſamtbild der Anlage hervor. Am erſten
Tage hatten ſich etwa 150 00 Zuſchauer
ein=
gefunden. — In den neun Wettbewerben des
erſten Tages trafen die Vorausſagen meiſtens
en u ein. Deutſchland hatte ſich eine Führung von
92½: 43½ Punkten geſichert und damit faſt
ſo=
gar etwas beſſer, als erwartet, abgeſchnitten.
Die beiden erſten Plätze im Kugelſtoßen und der
zweite Platz im Hochſprung ſind ebenſo
ange=
nehme Ueberraſchungen wie der deutſche
Doppel=
ſieg im 110=Meter=Hürdenlaufen, und beſonders
erfreulich iſt noch, daß die 400 Meter auch in
Anweſenheit von Europameiſter Metzner an
Deutſchland fielen. Die finniſchen Doppelſiege
im Speerwerfen und 5000=Meter=Lauf trafen
ſoc ebenſo ſicher ein wie der deutſche Sieg in der
4X100=Meter=Staffel und der Doppelſieg über
200 Meter. Nicht ganz erwartet kommt, daß ſich
ein Finne im Weitſprung an die erſte Stelle
ſetzte. Wir können jedenfalls mit dem Erfolg
des erſten Tages zufrieden ſein.
Die Ergebniſſe.
D. — Deutſchland; F. — Finnland.)
200 Meter: 1. Borchmeyer=D. 22,6 Sek., 2.
Hornbeger=D. 23,1 Sek. 3. Strandvall=F. 23,6
Sek. 4. Virtanen=F. 23,7 Sek. — 110 Meter
bürden: 1. Wegner=D. 150 Sek, 2. Welſcher=D.
15,2 Sek., 3. Sjöſtedt=F. 15,3 Sek., 4. Nora=F.
15,6 Sek. — 400 Meter: 1. Hamann=D. 49,2 Sek.,
2. Voigt=D. 49,2 Sek. (Bruſtbreite zurück), 3.
Mäkinen=F. 50,7 Sek., 4. A. Järvinen=F. 51,3
Sek. — Kugelſtoßen: 1. Wöllke=D. 15,39 m. 2.
Schröder=D. 14,56 m, 3. Alarotu=F. 14.47 m, 4.
Kuntſi=F. 14.38 m. — Hochſprung: 1. Kotkas=F.
2,00 m. 2. Weinkötz=D. 1,97 m, 3. Martens=D.
und Peräſalo=F. je 1,90 m. — Speerwurf: 1.
Matti Järvinen=F. 74,59 m. 2. Sippala=F. 68,65
m. 3. Weinmann=D. 63.28 m, 4. Stöck=D. 62,71 m.
— 5000 Meter: 1. Virtanen=F. 14:56,2 Min.,
2. Jſohollo=F. 14:56,4 Min., 3. Syring=D. 15:20,6
Min, 4. Dompert=D., 16:43,0 Min. —
Weit=
ſprung: 1. Tolamo=F. 7,51 m (finn. Rekord), 2.
Long=D. 7,40 m, 3. Leichum=D. 7.37 m, 4. Laine=F.
7.09 m. — 48100 Meter: 1. Deutſchland (Schein,
Gillmeiſter, Hornberger, Borchmeyer) 42,0 Sek.,
2. Finnland (Virtanen, Sjöſtedt, Strandvall,
Nora) 43,8 Sek.
25 000 Zuſchauer am Honnkag
iu belier Joſſcdlane.
Dem zweiten Tag des großen Berliner
Kamp=
fes war wieder beſtes Wetter beſchieden. Als die
Kämpfe begannen, hatten ſich 25 000 Zuſchauer
im Berliner Poſtſtadion eingefunden. Unter den
Ehrengäſten bemerkte man den
ameri=
kaniſchen Sportpräſidenten Avery
Brundage neben den Führern der deutſchen
und finniſchen Verbände. Auch der finniſche
Ge=
ſandte Exz. Wuorimag, der ſchon am
Sams=
tag Gaſt war, wohnte den Kämpfen wieder bei.
Außerdem bemerkte man u. a. Staatsſekretär
Ohneſorge vom Reichspoſtminiſterium, Min=
Rat Dr. Metzner, Oberreg.=Rat Ritter von
Lex, Oberreg.=Rat, Dr. Mallow,
General=
major von Reichenau, Generalmajgr von
Witzleben, Pol.=General Wecke,
Obergrup=
penführer Krüger und San=Gruppenführer
Dr. Ketterer.
Unter Vorantritt der Fahnen hielten die
Mannſchaften ihren Einzug. Nach der
Aufſtel=
lung vor der Haupttribüne tauſchten die
Mann=
ſchaftsführer Hansheinrich Sievert und der
Finne Pörhölä die Wimpel aus. Dann
er=
klangen die Nationalhymnen beider Länder, das
Publikum entbot ſtehend den deutſchen Gruß und
die kurze, aber eindrucksvolle und würdige
Zere=
monie war beendet. Die Aktiven hatten das
Wort. Nach dem Abmarſch beider Mannſchaften
betraten die 800=Meter=Läufer zum erſten
Wett=
bewerb des Tages die Bahn.
Rund um die 10 Weltbewerbe.
Deſſecker ſiegt über 800 Meter.
Mit einem deutſchen Siege begann der
zweite Tag. Die erſten 400 Meter liefen die
beiden Deutſchen, Studentenweltmeiſter
Deſ=
ſeckereStuttgart und der Wittenberyer
Mertens, in ſcharfem Tempo zu Beginn der
zweiten Runde lag das Feld aber wieder
zu=
ſammen. Der entſcheidende Endkampf wurde
auf der letzten Geraden geliefert. Deſſecker
kämpfte ſich bis ins Ziel durch und gewann
in der angeſichts der ſchweren Bahn
ausge=
zeichneten Zeit von 1:54,8. Der alte finniſche
Olympiaſieger Larva, der anfangs gebummelt
hatte, ſpielte alle ſeine Reſerven aus, es
ge=
lang ihm aber nur, den Wittenberger Mertens
um Bruſtbreite zu ſchlagen. Kurkela endete
weit abgeſchlagen als Letzter.
Deutſcher Sieg im Diskuswerfen.
Das Diskuswerfen fand unter der größten
Aufmerkſamkeit der Zuſchauer ſtatt. Die
beiden Finnen begannen gleich mit Würfen
über 45 Meter, während Sievert und der für
Meyer eingeſtellte Reichswehrſoldat Fritſch
knapp dahinter blieben. Sievert kam zur
größten Aufregung der Zuſchauer nicht in
Schwung und erſt mit ſeinem letzten Wurf
bewältigte er 45,78 Meter, die zum Siege
reichten. Mit 45,36 und 4524 Meter kamen
die beiden Finnen Lampinen und Kentä auf
die nächſten Plätze, während Fritſch mit
4302 Meter Letzter wurde. Deutſchland führte
nach dieſem Wettbewerb mit 13 Punkten
Vor=
ſprung.
Finniſcher Doppelſieg im Dreiſprung.
Der Dreiſprung ergab den erwarteten
Doppelſieg der Finnen, mit dem der deutſche
Vorſprung auf acht Punkte zuſammenſchmolz.
Die beiden deutſchen Vertreter ſprangen gute
Weiten, für einen der erſten beiden Plätze
kamen ſie aber nicht in Frage. Rajaſaari
ſprang als Sieger 14,73 Meter, während ſein
Landsmann Pöyry auf 14,16 Meter kam. Mit
13,89 Meter konnte Lamboy den deutſchen
Altmeiſter Sälzer, der nur 13,74 Meter
er=
reichte, übertrumpfen.
Scheele und Erwin Wegner Doppelſieger
über 400=Meter=Hürden.
Aber ſchon im nächſten Wettbewerb wurde
der alte Vorſprung von 13 Punkten wieder
herausgeholt. Im 400=Meter=
Hürden=
laufen rechtfertigte Europameiſter Scheele
das in ihn geſetzte Vertrauen. Er ſiegte ſicher
in 54,8 Sekunden und auch Erwin Wegner
konnte ſich mit 55,2 noch vor den Finnen
placieren. Järvinen lag auf der Innenbah.i
zunächſt beſſer, er ſtreifte aber bei der dritten
Hürde die Latte und verlor ſo koſtbaren
Bo=
den. Auf den letzten 100 Meter ſtand Scheeles
Sieg nicht mehr in Frage und auch Wegner
konnte ſich durchſetzen.
Finnenſiege über 1500=Meter.
Im 1500=Meter=Lauf mußte Deutſchland
ſo=
wohl Schaumburg als auch den Stuttgarte
Paul erſetzen und ſchließlich ſtartete auch der
ſpäter nominierte Shring nicht. Sein
Vereins=
kamerad Böttcher und der Freiburger
Stadler vertraten die deutſchen Farben.
Beide lagen noch in der letzten Runde vor den
beiden Finnen, dem kräftigen Endſpurt der
Nordländer war aber keiner der Deutſchen
ge=
wachſen. Es gab aber eine ſelten knappe
An=
kunft, denn alle vier Läufer lagen nur 2 Meter
voneinander Lauri Virtanen gewann in
4:00,6 vor Mattilainen in 4:009.
Bött=
cher benötigte 4:01,2, Stadler brauchte die
gleiche Zeit. Deutſchland führte nach dieſem
Wettbewerb mit 79½:71½ Punkten.
Gillmeiſter vor Borchmeyer.
Ausgeglichen wurde das Manko des 1500=
Meter=Laufes wieder über 100 Meter. Es
kam hier zu dem erwarteten deutſchen
Doppel=
ſieg, nur mit dem Unterſchied, daß der für
Hornberger eingeſetzte Gillmeiſter vor
Borchmeher den erſten Platz belegte. Der
Bommer gewann glatt in 10,8, während
Borch=
meher Mühe hatte, mit 10,9 vor Paul Virtanen
(110) Zweiter zu werden. Strandvall, der für
Sjöſtedt lief, kam nie vom letzten Platz weg
und benötigte 11,2 Sekunden.
Finniſches Pech im Stabhochſprung.
Im Stabhochſprung hatten die Finnen Pech,
da ihr Rekordmann Lindroth ſeit drei Tagen
krank im Bette lag. Er machte nur einen Sprung
über 3 Meter, um wenigſtens einen Punkt für
ſein Land zu retten; ein hervorragendes
Bei=
ſpiel von Einſatzbereitſchaft und ſportlichem
Ehr=
geiz. Deutſchland kam ſo leichter als erwartet, zu
ſeinen acht Punkten. Guſtav, Wegener
überragte alle ſeine Mitbewerber mit einem
Sprung von 3,95 Meter. Erſt mit 25 Zentimeter
Rückſtand konnte der ehemalige DT.=Meiſter
Müller mit 3,70 Meter den zweiten Platz
er=
ringen, allerdings begnügte ſich der
Württem=
berger mit dieſem Sprung, da der Finne Veſanen
mit 3,60 Meter aufhörte. Mit dieſem
Wettbe=
werb führte Deutſchland mit 18 Punkten und
damit war der Sieg ſichergeſtellt.
Salminen und Askola über 10 000 Meter an der
Spitze.
Die lange Strecke wurde eine ſichere Beute
der Finnen. Schon nach 1500 Metern, die in
4:35 gelaufen wurden, waren die beiden Finnen
Salminen und Askola allein in Front.
Sie vergrößerten dauernd ihren Vorſprung,
lie=
fen die 3000 Meter in 9:11. Kohn lag hier 70
Meter zurück. Auf halber Strecke (15:20) hatte
ſich Kohn von Kloos freigemacht, er folgte den
Finnen in 15:44. Die deutſche Meile liefen die
beiden ſich dauernd, abwechſelnden Finnen in
23,:59 und damit waren ſie eine halbe Runde vor
Kohn. Der Berliner konnte auf der letzten
Runde den Abſtand etwas verringern, und im
Ziel lag er 180 Meter zurück. In leichtem Stil
ſiegte Salminen in 32:15,8 vor Askola
mit 32:162. Kohn wurde in 32:47,4 vor Kloos
(33:17,8) Dritter, 98½,85½ betrug nach dieſem
Wettbewerb, der deutſche, nicht mehr
aufzu=
holende Vorſprung.
Dm
Finnlands Doppelſieg im Hammerwerfen.
Verringert wurde dieſer Vorſprung
aller=
dings noch im Hammerwerfen, das den
erwarte=
ten finniſchen Doppelſieg ergab. Der deutſche
Rekordmann Seeger übertraf zwar die beſtehende
deutſche Höchſtleiſtung mit 47.45 Metern, er blieb
aber hinter ſeinem neuen Rekord zurück, den er
in Stockholm aufgeſtellt hatte und der noch nicht
anerkannt iſt. Mit nur drei Zentimetern belegte
Seeger hinter dem Zweiten Finnen den dritten
Platz, während Europameiſter Pörhölä mit
51,68 Metern zum Siege kam. Der deutſche
Mei=
ſter Becker=Saarbrücken kam nicht über 44,08
Meter hinaus.
Abſchluß: deutſcher Staffelſieg über 4mal 400.
Der Ausgang der 4mal 400=Meter=
Staffel war ſchon „bedutungslos”, da
Deutſch=
land nach dem Hammerwerfen mit 101½ :93½
Punkten führte, ein Stand, der bei der 5:3=
Wer=
tung auch bei einem finniſchen Staffelſieg nicht
aufgeholt werden konnte. Deutſchland gewann
aber die Staffel ſicher und ſtellte ſo den
Vor=
ſprung von zehn Punkten her. Mit 70 Metern
Vorſprung ſiegte die deutſche Staffel in 3:19,5,
während die Finnen 3:27,6 benötigten.
Ha=
mann holte als Erſter ſchon 25 Meter
Vor=
ſprung gegen Strandvall heraus. Pöſchke, der
für Metzner lief, vergrößerte dieſen Vorſprung
gegen Nora, der anſtelle von Aki Järvinen
ſtar=
tete, auf gut 40 Meter. Scheele legte gegen
Mäkinen noch weitere 20 Meter hinzu und
Voigt konnte die Staffel unbedrängt unter
dem Jubel der Zuſchauer gegen Tolamo nach
Hauſe laufen.
Polen ſiegt im Europaflug.
Bajan ſchnellſter und Geſamtſieger
des Wettbewerbs.
Mit der Durchführung des
Geſchwindigkeits=
fluges auf einer 297 Klm, langen Rundſtrecke
wurde der Europa=Rundflug zu Ende geführt,
Als Sieger des überaus ſchwierigen
Wettbe=
werbs ging der Pole Bajan hervor, der
nach iner Flugzeit von 1:12:30 Stunden das
Ziel erreichte und damit eine
Durchſchnittsge=
ſchwindigkeit von 255 Kilometern erzielte.
Plonczynſki war ebenſo ſchnell wie er, während
Seidemann nur 243 Stkm. aus ſeiner
Ma=
ſchine herau=holen konnte. Das vorläufige
Endergebnis ergibt folgendes Bild:
1. Bajan=Polen 255 Stkm. — 45 Punkte,
Ge=
ſamtpunktzahl 1896.
2. Plonczynſki=Polen 255 Stkm. — 45 Punkte,
Geſamtpunktzahl 1866.
3. Seidemann=Deutſchland 243 Stkm.
33 P.nkte, Geſamtpunktzahl 1846.
4. Ambruz=Tſchechei 237 Stkm. — 27 Punkte,
Geſamtpunktzahl 1822,
Nr. 257
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 17. September 19
Nur 4 Spiele im Gau Südweſt
Gauliga=Spiele in Süddeutſchland.
Gau Südweſt: Sportfreunde Saarbrücken —
Saar 05 Saarbrücken 0:2, Phönix
Ludwigs=
hafen — Boruſſia Neunkirchen 3:2, 1. FC.
Kaiſerslautern — Union Niederrad 0:1,
Wormatia Worms — FK. Pirmaſens 1:3.
Gau Baden: FC. Mannheim 08 — SV.
Wald=
hof (Sa.) 0:4, 1. FC. Pforzheim — VfL.
Neckarau 2:2, Phönix Karlsruhe —
Freibur=
ger FC. 1:2, VfR. Mannheim — VfB.
Mühl=
burg 4:4.
Gau Württemberg: Stuttgarter Kickers — SSV.
Ulm 5:3, Sportfreunde Stuttgart — Union
Böckingen 4:2, Sportfr. Eßlingen — SV.
Feuerbach 1:1, Ulmer FV. 94 — VfB.
Stuttgart 1:0
Gau Bayern: SVgg. Fürth — FC. Schweinfurt
05 0:0, ASV. Nürnberg — Bayern
Mün=
chen 3:0, Wacker München — 1860 München
1:1, Schwaben Augsburg — SVgg. Weiden
1:2. Jahn Regensburg — 1. FC. Nürnberg
0:2.
Gau Nordheſſen: 1. FC. Hanau 93 — VfB.
Fried=
berg verlegt, Germania Fulda — Sport
Kaſ=
ſel 3:0, Heſſen Hersfeld — Boruſſia Fulda
0:3.
Gau Mittelrhein: Kölner CfR. — Kölner SC.
99 4:0, Mülheimer SV. Köln — Eintracht
Trier 2:1, Blauweiß Siegel=Köln — 1. FC.
Idar 1:1, Bonner FV. — VfR. Köln 2:3,
Weſtmark Trier — SVgg. Köln=Sülz 07 1:3.
Städteſpiele: In Frankfurt: Frankfurt —
Baſel 4:1 (2:1), „Alte Herren” Frankfurt —
Offenbach=Hanau 6:6.
Sonſtige Spiele: Kurheſſen Kaſſel — Kaſſel 03
1:7, VfR. Pforzheim — Amic. Viernheim
(bad. Pokalſp.) 0:2, Kickers Offenbach
Germania 94 Frankfurt 4:3.
Fußball im Reich.
Gau Oſtpreußen: VfB. Königsberg — Raſp.
Preußen Königsberg 1:1, Gedania Danzig
— Preußen Danzig 2:1.
Gau Pommern: Weſt: Greifswalder SC. —
Stettiner SC. 1:4, VfB. Stettin — Komet
Stettin —, Oſt: Hertha Schneidemühl —
Viktoria Stolp 2:0, Germ. Stolp — Sturm
Lauenburg 10:1, Hubertus Kolberg —
Preu=
ßen Köslin 2:0.
Gau Brandenburg: Viktoria 89 — Minerva 93
5:0, Union Oberſchöneweide — Hertha=BSC.
1:6, Berliner SV. 92 — Blauweiß 2:0, VfB.
Pankow — Tennis Boruſſia 5:2, Polizei=SV.
— 1. FC. Guben 5:3.
Gau Schleſien: In Kattowitz: Oſtoberſchleſien —
Schleſien 0:2, Deichſel Hindenburg —
Schle=
ſien Haynau 3:1, Hertha Breslau —
Vor=
wärts Breslau —, Preußen Hindenburg —
Ratibor 03 1:1.
Gau Mitte: Wacker Halle — Sportfr. Halle 3:0,
Viktoria 96 — Krick.=Vikt. Magdeburg 2:3,
SV. 99 Merſeburg — VfL. Bitterfeld 2:0,
SV. 08 Steinach — 1. SV. Jena —
Gau Sachſen: Guts Muts Dresden — Fortung
Leipzig 4:1, Sportfr. 01 Dresden — VfB.
Leipzig 2:0. Wacker Leipzig — Dresdener
SC. 0:4, Polizei Chemnitz — SV. Planitz
8:2. SuBC. Plauen — VfB. Glauchau 6:1.
Gau Nordmark: Hamburger SV. — Polizei
Hamburg 2:0, Altona 93 — Union Altona
2:2, Boruſſia Kiel — Eimsbüttel Hamburg
0:2.
Gau Niederſachſen: Hannover 96 — Viktoria
Wilhelmsburg 5:2, Komet Bremen —
Ar=
minia Hannover 3:0, Boruſſia Harburg
SV. 1911 Algermiſſen 0:1, SV. 06
Hildes=
heim — Werder Bremen 3:6.
Gau Weſtfalen: Preußen Münſter — FC.
Schalke 04 1:1. SVgg. Herteb — SV.
Hön=
trop 0:0, Germania Bochum — SuS. Hüſten
09 5:2, (Geſ.=Sp.) Weſtf. Herne — Viktoria
Recklinghauſen 2:2.
Gau Niederrhein: VfL. Benrath — Boruſſia
Gladbach 1:2, Rheydter SV. — Fort.
Düſſel=
dorf 1:1, Preußen Krefeld — Rotweiß
Ober=
hauſen 1:0. Hamborn 07 — Schwarzweiß
Eſſen 3:1, FV. Duisburg 08 — TSV.
Duis=
burg 99 1:1.
Die Fußballer kämpften in allen ſüd= und
ſüdweſtdeutſchen Gauen in faſt voller Beſetzung.
Im Gau Südweſt brachte der Neuling Union
Niederrad das Kunſtſtück fertig, den 1. FC.
Kai=
ſerslautern auf dem „Betzenberg” mit 1:0
ab=
zufertigen und ſich damit weiter
verluſtpunkt=
los zu halten. Phönix Ludwigshafen ſchlug im
dritten Spiel auf ſeinem Platz Boruſſia
Neun=
kirchen mit 3:2 und führt nun die Tabelle mit
6:0 Punkten an. Eine Ueberraſchung bedeutet
die Heimniederlage von Wormatia Worms mit
1:3 gegen den FK. Pirmaſens.
FC. Kaiſerslaukern — Union Niederrad
0:1 (0:0).
Vor 2000 Zuſchauern mußte in einem harten
Kampf der FC. Kaiſerslautern dem Liganeuling
einen Sieg überlaſſen. Dieſer Sieg fiel recht
knapp aus und war auch, gemeſſen am
Spielver=
lauf, glücklich. Immerhin muß man ihn doch als
verdient bezeichnen, denn ſchließlich verſtanden
es die Pfälzer nicht, aus ihrer teilweiſe
über=
legenen Spielweiſe einen Vorteil zu ziehen. Das
Eckballverhältnis ſtand 13:3 für Kaiſerslautern,
die ausgezeichnete Hintermannſchaft der
Frank=
furter ließ aber keinen Treffer zu. Der
entſchei=
dende Treffer der Niederräder fiel in der 3. Mi=
nute nach Halbzeit durch einen wuchtigen Schuß
des Halbrechten Pflug. Kurz vor Ende vergab
Kaiſerslautern auch noch die Möglichkeit des
Ausgleichs in Geſtalt eines Elfmeters. Bei den
Pfälzern war die Abwehr ebenfalls recht gut,
der Sturm war körperlich zu ſchwach, um ſich zur
Geltung bringen zu können. Der Neuling hat
einen ausgezeichneten Eindruck hinterlaſſen und
man wird im weiteren Verlauf der Spiele noch
mit den Niederrädern zu rechnen haben.
Schieds=
richter Eckel=Vogelbach war dem Kampf
ge=
wachſen.
Sporkfrde. — 05 Saarbrücken 0:2 (0:0).
ein ſchönes und abwechſelungsreiches Spiel. In
der erſten Halbzeit waren die Sportfreunde
ton=
angebend. Sie waren eine halbe Stunde lang
ſtark überlegen. Ihr Sturm arbeitete auch eine
Reihe ſchöner Gelegenheiten heraus, doch gelang
es nicht, die gute Verteidigung und den
Tor=
hüter von „05” zu ſchlagen. Die zweite Halbzeit
war ausgeglichener. Nun ſetzte ſich das beſſere
Stehvermögen der Saar=Elf durch. In der 10.
Minute fiel im Anſchluß an einen Strafſtoß
durch Zache der erſte Treffer, durch den die
Sportfreunde=Elf ſehr deprimiert war und an
Zuſammenhang verlor. In der 37. Minute ſtellte
Saar 05 durch den Halblinken Deutſch den Sieg
ſicher. Bei der Sieger=Elf war Deckung und
Ab=
wehr am beſten. Der Sturm war zeitweiſe recht
ſchwach und hatte eigentlich nur die beiden
Chan=
cen, die auch verwertet wurden. Auch bei dem
Gegner war die Hintermannſchaft der beſte Teil.
Der Sturm war hier beſſer als beim Sieger, er
ſpielte aber zu aufgeregt. Schiedsrichter Fink=
Seckbach leitete den Kampf ausgezeichnet.
Wormakia Worms — FK. Pirmaſens
1:3 (1:2).
Das um eine Stunde verlegte Wormſer
Treffen ergab einen verdienten Sieg der
Pirma=
ſenſer, deren Spiel reifer war als das der
Gaſt=
geber. Die Pfälzer waren in der erſten Halbzeit
beſonders gut und ſie legten in der 3. und 22.,
Minute durch Johanneſſen zwei Treffer vor. Erſt
durch einen von Gölz in der 24. Minute
ver=
wandelten Elfmeter kam Worms zum
Gegen=
treffer. Nach der Pauſe ſtrengten ſich die
Worm=
ſer mächtig an, um den Ausgleich zu erringen.
Der Sturm war aber zu aufgeregt, um ſeine
Chancen zu verwerten, außerdem war auch die
Hintermannſchaft der Gäſte ſehr auf der Hut.
In der 37. Minute ſchloß der Halbrechte Brill
einen ſchönen Alleingang mit einem dritten
Treffer ab, der den Endſtand des Spieles ergab.
Das intereſſante und keilweiſe recht aufgeregte
Treffen hatte in Multer=Landau einen ſehr
guten Leiter gefunden.
Außer dem Bombenſieg der Hofheimer in
Klein=Hauſen gab es allgemein die erwarteten
Reſultate, die wie folgt lauten:
SVgg. Klein=Hauſen
FV. Hofheim 1:10 (0:4),
Alemannia Groß=Rohrheim —
TSV. Biebesheim 4:2 (2:2),
FV. Biblis — Starkenburgia
Heppenheim 1:0 (0:0).
Konk. Gernsheim — Vorwärts Bobſtadt ausgef.
Es ſah zuerſt gar nicht ſo aus, als ſollten
die Hofheimer
gleich in ihrem erſten Auswärtsſpiel einen
der=
artigen Bombenſieg bei dem Neuling landen.
zumal Klein=Hauſen von dem ſehr guten Schiri
Lautz=Pfungſtadt in den erſten Minuten bereits
einen Foul=Elfmeter zugeſprochen erhielt, der
aber knapp verſchoſſen wurde. Nach
viertelſtün=
diger Spielzeit drängen, die Hofheimer ihre
Gaſtgeber mächtig zurück und ſpielen ihn
ſyſte=
matiſch torreif. So erzielten ſie bis zur Pauſe
4 Treffer, erſt nach dem 9. Tor kamen die
Platz=
beſitzer zum Ehrentreffer.
Die Biebesheimer
ſchlugen ſich in Groß=Rohrheim recht wacker und
erzielten außer dem ausgeglichenen
Halbzeit=
ſtand auch das erſte Tor. Im Endſpurt zogen
ſie allerdings gegen die gut disponierten Groß=
Rohrheimer den Kürzeren. Das ſehr ſchöne
Spiel war gut beſucht.
Die Bibliſer Elf
konnte nur mit Mühe und Not dieſen knappen
Sieg erringen. Die ſpielſtarken Heppenheimer
hatten vor allem einen ausgezeichneten
Tor=
mann, der erſt kurz vor Spielende ein einziges
Mal hinter ſich greifen mußte. Die 200
Zu=
ſchauer ſahen hier einen energiſchen, aber
im=
mer fairen und gut geleiteten Kampf.
Das Spiel in Gernsheim wurde von
Bob=
ſtadt abgeblaſen, es muß aber gewertet werden,
denn die Behörde hatte es regelrecht angeſetzt.
Die Bobſtädter traten nicht an, weil ſie
angeb=
lich keine richtige und vollſtändige Mannſchaft
zuſammen hatten, denn ihre Hauptwaffe
Land=
graf, der immer noch geſperrte ehemalige Al/Ol.=
Spieler, kann noch immer nicht dabei ſein. Die
Behörde wird zweifellos hier das letzte Wort
A, II.
haben.
Olympia Lorſch — SV. 98 Darmſtadt 1:1 (1:1),
Haſſia Dieburg — SVgg. Arheilgen 0:0,
Urberach — VfR. Bürſtadt 0:2 (0:1),
Walldorf — Al/Ol. Worms 2:1 (0:1),
Egelsbach — Germania Pfungſtadt 4:1.
Der zweite Spieltag der Bezirksklaſſe
Süd=
heſſen ſah Polizei und Pfiffligheim
unbeſchäf=
tigt.
Der zweite Darmſtädter Vertreter fuhr ſchon
entmutigt nach Lorſch, denn er mußte 4 Mann
der erſten Garnitur erſetzen, aber die bunte
Mannſchaft ging mit dem „Mute der
Ver=
zweiflung” ins Gefecht und erzielte ein
verdien=
tes Unentſchieden mit einem wertvollen Punkt.
In Dieburg war der Arheilger Sturm
hilf=
los wie am Vorſonntag und brachte nicht
ein=
mal ein einziges Tor fertig, ſelbſt einen
Elf=
meter jagte man ins „Grüne” ſtatt ins
„Schwarze‟. Dieburg war nach der Pauſe ſtark
im Vorteil, aber Arheilgens Hintermannſchaft
machte alle Chancen zunichte.
Hart ging es in Urberach her, wo die
Platz=
elf, wie erwartet, einen ſtarken Gegner abgab,
aber die Raſenſpieler hatten das Glück zur
Seite — Urberach verlor einen Mann
Verletzung und zwei Punkte.
her ſogar 0:1 im Nachteil gelegen hatte. or= Egelsbach blieb, wie erwartet, gegen die Pfungſtädter Germanen ſiegreich, die ſich mn= falls auf dem kleinen Platz der Egelsb
nicht entwickeln konnten.
Die Tabelle nach dem 16. September ſer 03 Egelsbach 2 2— Viktoria Walldorf 2 1 — 1 4: VfR. Bürſtadt 2 1 — 1 4: 04 Arheilgen 2 1 — 1 1 Normannia Pfiffligheim — 10
1 1 Germania Pfungſtadt 2 1 1 — 4: Olympia Lorſch 2
1 1 2. 98 Darmſtadt 2
1 Haſſia Dieburg Al/Ol. Worms Viktoria Urberach Polizei Darmſtadt
Sp. 98 Darmſtadk 1:1 41:1).
Bangen Herzens fuhren die Darmſtädter
„Lilien” nach Lorſch, denn ſie mußten in letzter
Minute vier ihrer beſten Spieler erſetzen;
Orlemann, Staigmiller, Frey waren beruflich
verhindert und Mahr iſt erkrankt. Wider
Er=
warten ſchlugen aber die „Reſerviſten” recht
gut ein, ſo daß die Mannſchaft etappenweiſe
wie ein geſchloſſenes Ganzes wirkte. Die
Lorſcher haben ſeit dem Weggang des
Tor=
hüters Drays keine überdurchſchnittliche
Lei=
ſtung mehr zuſtande gebracht und ſind in ihren
rein fußballeriſchen Leiſtungen ſehr
zurück=
gegangen, dafür ſind ſie aber um ſo härter
geworden.
Die Mannſchaften ſtanden:
Darmſtadt: Müller 1.: Sänger, Kugel;
Müller 2., Schnägelberger, Bärenz;
Würten=
berger, Eßlinger, Seifert, Geher, Kolberg.
Lorſch: Gärtner; Schmidt 2., Degen;
Adrian, Lorbächer, Metz; Angert 1., Angert 2.,
Schmidt 1., Rothenheber, Herd.
Das Spiel
ſieht zunächſt die Darmſtädter dauernd im
Angriff. Torchancen werden noch und noch
herausgearbeitet, doch Torpfoſten und
Auf=
regung einzelner Stürmer zerſtören vorerſt
alles Ausſichtsreiche. Gegen Mitte der
Halb=
zeit aber nimmt Seifert eine feine Flanke
Würtenbergers auf und erzielt mit
Bomben=
ſchuß die Führung. Immer wieder
bran=
den blaue Angriffe aufs Lorſcher Tor, aber
die Stürmer bringen einfach nichts Zählbares
zuwege. Die Lorſcher wittern jetzt auch günſtigen
Wind und erzielen auch tatſächlich bei einem
ihrer wenigen Angriffe durch Unachtſamkeit ſer
Gäſte=Hintermannſchaft den Ausglech.
Rothenheber war der Schütze. In der zwe en
Hälfte war das Spiel total ausgeglichen, der
Darmſtädter Sturm verzettelte durch
zimer=
liches Spiel wieder viele gut eingele te
Aktionen, doch auf der anderen Seite ſieh es
in dieſer Beziehung auch nicht roſiger 13.
Am Schluß gab es noch ein kleines
Jier=
mezzo mit dem Schiedsrichter, da einige
je=
ſonders Eifrige der Anſicht waren, das Siel
wäre zu früh beendet worden.
Zur Kritik.
Die Lorſcher haben in dem Verteid ſer
Degen einen Prellbock, der ſich jedoch
u=
ſammen mit dem Mittelſtürmer Schmidt e ſer
fairen Spielweiſe befleißigen dürfte.
Miel=
läufer Lohrbacher 2. iſt nur ein Schatten ſe es
Bruders, der immer der große Stratege ſe ſer
Elf war. Im Sturm iſt nur der Linksau en
Herd gefährlich.
Die Darmſtädter Hintermannſ iſ:
ſtand heute wieder eiſern. Sänger bot
Verletzung eine gute Partie. Die 3 Läufer
ledigten ein ungeheueres Penſum mit
Geſchick. Auch der alte Kämpe Heinr. Bä 1z
war ſtets da. Im Sturm war der Li 8 Kolberg der einzige Mann, der ein hl
auf eigene Fauſt losging. Seifert war hhie
wieder einmal angriffsluſtig und in beſſer
Form wie in Egelsbach.
Leonhardt=Sprendlingen gab ſich Is
Schiedsrichter zwar redlichſte Mühe, ſch
waren ſeine Leiſtungen nur teilweiſe einwe
d=
frei.
Die Reſerven von 98 hielten den Nachw.9s
von Lorſch mit 5:0 ſicher im Schach.
SV 98 5. Mannſchaft — 2. Roßdorf
—re-
Nach einem kurz vor dem Spielbeginn
niedergegangenen Gewitterregen, der für etwas
Abkühlung ſorgte, ſtanden ſich beide
Mann=
ſchaften unter der nicht immer befriedigenden
Leitung des Schiedsrichter Day, Klein=
Stein=
heim, wie folgt gegenüber:
Dieburg: Gruber; Fach 3., Schmidt;
Blank 1., Fach 1., Würz; Steinmetz, Blank 2.,
Fach 2., Schmidt, Diehl.
Arheilgen: Körber; Barnewald, Traſer;
Reitz, Becker, Weſp; Schmidt, Schwerdt, Bauer,
Rückerich, Treuſch.
Vorweg ſei geſagt, daß beide
Mann=
ſchaften keine beſondere Leiſtungen
aufbrach=
ten, nur in der erſten Viertelſtunde hatte es
den Anſchein, als ob Arheilgen heute einmal
das im Training gelernte auszuwerten
ver=
ſtehe. Der Ball wanderte ſchön flach von Mann
zu Mann, und mit etwas mehr Einſatz der
Innenſtürmer hätte gleich ſchon in den erſten
Spielminuten ein Vorteil erreicht werden
können. Allmählich kam jedoch auch Dieburg
in Schwung, ſo daß der Kampf offener
ge=
ſtaltet wurde. In der erſten Spielhälfte waren
ſich beide Mannſchaften ebenbürtig, während
jedoch in der 2. Halbzeit die Kampfkraft der
Arheilger rapid nachließ und Dieburg
voll=
kommen das Spielfeld beherrſchte. Die
Mann=
ſchaft ſpielte mit einem lobenswerten Eifer.
verſtand es aber nicht, die in ſo zahlreichem
Maße herausgearbeiteten Torchancen zu
ver=
werten. Es war auch großes Pech dabei,
denn manchmal ſah es ſtark nach „Tor” aus,
aber mit unglaublichem Glück konnte immer
noch ein Arheilger die Situation retten. Die
von Arheilgern fabrizierten 10 Eckbälle in der
zweiten Halbzeit zeugen von dieſer
drücken=
den Ueberlegenheit. Arheilgen hatte noch die
Chance, beide Punkte mitzunehmen; denn
8 Minuten vor Schluß wurde Treuſch bei
einem der wenigen Vorſtöße, die Arhei er
in der 2. Halbzeit unternommen hatte, m
Strafraum unfair gelegt. Den Elfmelr
verſchoß jedoch Reitz, der in den „Sad‟
trat, ſo daß der Ball leicht ins Aus ro fe.
Recht lebhaft
ging es außerhalb des Spielfeldes zu, nur ſit
Mühe konnte bei einem Zuſammenprall Wßz=
Bauer größeres Unheil vermieden werden
In der erſten Viertelſtunde war Arhei en
tonangebend, die Stürmer lagen dauernd mi
Angriff, jedoch wurde mit dem Schuß zu li ge
gezögert. Ein von Fach im Strafraum
ſr=
urſachtes Handſpiel hatte der Schiedsrie er
nicht geahndet, dann kommt Dieburg ins S el,
das auf den Linksaußen zugeſchnitten ſt,
deſſen gefährliche Flanke am Arheilger Keen
vorbeiſtreicht. Arheilgen liegt wieder im
n=
griff; ein Strafſtoß von Rückerich prallt im
der Verteidigung ab. Gleich darauf er elt
Arheilgen die 1. Ecke, die aber zu weit ſs
Feld geſchickt wurde. Ein von Bauer getret ſer
Strafſtoß wird gleichfalls von der Verteidignig
abgewehrt. Allmählich kommt Dieburg nhr
auf, beſonders Diehl wartet mit gefährli en
Flanken auf. Ein Strafſtoß für Dieburg trd
über die Latte gejagt. Jetzt ſtehen die
ſr=
heilger wieder vor Grubers Gehäuſe; ein on
Bauer geſchoſſener Strafſtoß wird gewert.
Wieder gibt Diehl zwei ſchöne Flanken heim,
und Körber im Arheilger Tor hat Mühe, i ſer
Herr zu werden. Die Angriffe der Gaſtg er
werden immer forſcher, und die gegner he
Verteidigung hat jetzt alle Hände voll zu
das Tor rein zu halten. Das Ende der e en
Halbzeit naht heran, die Gäſte greifen
en=
falls wieder in das Spiel ein, Rückerich ſch ßt
flach und mit Mühe kann Gruber den ill
gerade noch erwiſchen. Ein ſchöner Schuß in
Bauer geht knapp am Pfoſten vorbei, ſe
Dieburger verſuchen noch einmal dem Eel
eine Wendung zu geben, der Vorſtoß e et
jedoch ebenfalls im Aus. Noch ein kurzes
plänkel und
torlos geht es in die Pauſe.
Gleich nach Wiederbeginn, kann Rückerich
ſchöne Gelegenheit nicht ausnutzen, er war
zu langſam. Wie ſchon erwähnt, geſta.
Montag, 17. September 1934
Verteid
jedoch
var Arheil
dauern
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 257
Dieburg das Spiel in dieſer Periode faſt
voll=
kommen überlegen, es wurde aber mit zu
wenig Ueberlegung geſpielt. Arheilgens
Hin=
termannſchaft hat jetzt ein Rieſenpenſum zu
erledigen, Körber im Tor bange Minuten zu
überſtehen, jedoch nach und nach findet er ſeine
Ruhe und holt ſich manchen gefährlichen Ball
aus dem Getümmel. Ab und zu kommen auch
die Gäſte wieder einmal zu einem Gegenſtoß,
Bauer reißt den Sturm mit nach vorn, aber
von ſeinen Nebenleuten fehlt die nötige
Unter=
ſtützung. Den Dieburgern will nichts glücken.
Entweder wird haushoch darüber geſchoſſen,
oder ein Arheilger kann den Ball gerade noch
auf der Torlinie wegbefördern. Dies war
etliche Male der Fall, als der Torhüter einige
ſchwache Minuten hatte. Eckball auf Eckball
wurde erzielt, die immer ſchön vor das Tor
gegeben und mit viel Geſchick abgewehrt
wurden. Ab und zu macht ſich Arheilgen aus
der Umklammerung frei und beinahe hätte
Dieburg das Geſchick ereilt. Wie ſchon
er=
wähnt, wurde der berechtigte Elfmeter
ver=
ſchoſſen. Jetzt fabrizierte Arheilgen beinahe
ein Eigentor; der Ball rollte jedoch am Pfoſten
vorbei, und nach einem kurzen Hin und Her
pfeifft der Schiedsrichter zum Jubel der
Ar=
heilger Schlachtenbummler das Spiel ab.
Kritiſch geſehen
hatte Dieburg ſeine beſten Leute in der
Läuferreihe und Verteidigung. Die
Läufer=
reihe unterſtützte den Sturm gut: Der beſte
Mann im Sturm war der Linksaußen. Der
Tormann hatte keine ſehr ſchwere Arbeit zu
leiſten, was er bekam, hielt er ſicher.
Sei Arheilgen hatte Körber im Tor
viel zu bewältigen, abgeſehen von einigen
Minuten war er ſicher und hütete die
Mann=
ſchaft vor einer Niederlage. Die Verteidigung
war ſtark überlaſtet, hielt aber ebenfalls den
Anſtürmen ſtand. Die Läuferreihe iſt der
ſtärkſte Mannſchaftsteil, allerdings mußte ſie
ſtark verteidigen helfen, und konnte ſich
dem=
gemäß in der zweiten Hälfte dem Aufbau nicht
ſo widmen. Das Schmerzenskind bildete der
Sturm. Der einzige, von dem man noch etwas
ſah, war Bauer. Der Erſatzmann Schmidi,
von den Junioren, iſt für ſolch ſchwere Spiele
noch nicht hart genug.
Die anderen Mannſchaften trennten ſich wie
folgt: 2. Mannſchaften 4:0 für Dieburg;
1. Jugend 2:1 für Dieburg; 1. Schüler 7:1
für Arheilgen.
Handball: Arheilgen — Turn=Athletik=
Verein Eppertshauſen 5:8.
Der Walldörfer Endſpurk
brachke den Sieg.
Vikkaria Walldorf — Al. /9l. Worms
2:1 10:1).
Die junge Al/Ol.=Mannſchaft ſchlug ſich auch
in dieſem zweiten Auswärtsſpiel recht gut, war
aber zu nervös, um den einmal geſicherten
knap=
pen Sieg bis zum Ende zu halten. Vor der
Pauſe erzielte Al/Ol. durch Vogel den erſten
Treffer. Bis kurz vor dem Ende hielten die
Wormſer den knappen Sieg. Eine routinierte
Al/Ol.=Elf hätte beſtimmt auch den Sieg nach
Worms gebracht. Die jungen Leute aus Worms
erlagen aber dem gewaltigen Walldörfer
End=
ſpurt. Sie mußten noch zwei Treffer
hinneh=
men. Ohne Zweifel hat Al/Ol. Worms auch
nach dieſem zweiten Auswärtstreffen bewieſen,
daß mit ihr unbedingt gerechnet werden muß.
Die Wormſer haben am nächſten Sonntag ihr
erſtes Heimſpiel gegen 98 Darmſtadt, und man
iſt im Ried allgemein geſpannt, wie ſie dieſes
Treffen abſolvieren werden.
H. H.
Harter Auftakt in Arberach.
bringen, und wenn ſchon einer durchkommt,
fiſcht ihn der ſichere Torhüter. Endlich gelingt
Vikkoria Arberach-
Birtte Bitftadt V.2 10.1).
Vor zirka 300 Zuſchauern gegen die wieder
mit ganz reſpektablem Können aufwartenden
Bürſtädter geſtaltete ſich der Kampf in
zwei=
facher Hinſicht dramatiſch. Einmal mußte der
Linksaußen Krauß I in der 20. Minute der
zweiten Halbzeit bei einem Echball am Arm
ſchwer verletzt den Platz verlaſſen und den Arzt
aufſuchen. Obendrein verloren die Urberacher
noch die zwei Punkte, obwohl ſie gar nicht
ſchlecht ſpielten. Der Kampf war ſehr hart.
Jung=Dietesheim war als Schiedsrichter nicht
energiſch genug, er hätte mit Platzverweiſen
nicht ſparen ſollen.
Die Mannſchaften ſtellten ſie wie folgt:
Urberach: Gänſſert II; Rink, Braun; Krauß II,
Gänſſert I, Knapp; Krauß I, Groh, Lotz,
Wun=
derlich, Schwarzkopf. Bürſtadt: Gebhardt;
Gotha, Guggemus; Ruh, Schmidt, Stockmann;
Kratz, Ofenloch, Molitor, Hartmann, Günzling.
Die Urberacher waren in den erſten 10
Mi=
nuten tonangebend, konnten aber die
herausge=
ſpielten Gelegenheiten nicht verwerten. In der
12. Minute ſchoß Hartmann gefährlich aufs Tor,
doch Gänſſert konnte den Ball noch ablenken. Es
gab dann für beide Parteien Eckbälle, die nichts
einbrachten. In der 37. Minute ſchoß Kratz aus
ziemlicher Entfernung aufs Tor, der Ball ſprang
überraſchend vom Fuß des Erſatzverteidigers
Braun ins Tor, ohne daß Gänſſert ihn halten
konnte. Obwohl die Urberacher nun energiſch
vorgingen, gelang ihnen aber nicht der
Aus=
gleich, trotzdem ſie etliche Chancen hatten.
Gleich nach der Pauſe, in der 8. Minute, war
Bürſtadt wieder glücklicher, als ein gut
getre=
tener Strafſtoß von Stockmann hoch ins Tor
ging; auch hier war der Hüter machtlos. Der
Kampf wurde nun ſehr hart, aber der
Schieds=
richter ließ es bei meiſt nutzloſen
Verwar=
nungen. Ecken 4:4.
Die Bürſtädter verließen den Platz als
glück=
liche Sieger, aber keineswegs beſſere
Mann=
ſchaft. Man kann Urberach beſtätigen, daß die
Elf bei ihrem Auftakt viel Pech gehabt hat.
II. H.
es dem flinken Gans, durchzukommen und einen
Treffer aufzuholen. Die Erregung bei den
Zu=
ſchauern wird geſteigert, denn jede Minute
kann der Ausgleich fallen. Es dauert jedoch
ge=
raume Zeit, bis derſelbe fällt. In der 80. Min.
ſchießt Vogelmann an die Latte, wo der Ball
abſpringt und Beutel vor die Füße kommt, der
den Reſt ſicher erledigte. Angefeuert durch den
ſtarken Anhang, gehen die 46er zu einem
ener=
giſchen Endſpurt über, doch den Germanen
ge=
lingt es, ihr Heiligtum bis zum Schlußpfiff
reinzuhalten und einen Punkt zu retten.
Vor dem Hauptſpiel ſtanden ſich die Reſerven
gegenüber. Die beſſeren 46er konnten dieſes
eba.
Spiel 2:1 für ſich entſcheiden.
TSG. 46 Jgd. — SC. Ober=Ramſtadt Jgd.
4:0; TSG. 46 Schüler — SV. 98 Darmſtadt
Schüler 2:3: TSG. 46 Schüler — Germania
Eberſtadt Schüler 0:4.
10 Tore als Aufkakt am Ziegelbuſch!
Jahn 1875 — Viktoria Griesheim 6:4 (2:2).
Die 46er haben Pech am Frankenſtein!
Germania Eberſtadt — TSG. 46 Darmſtadt
2:2 (2:0).
Zum erſten Kampf um die Punkte trafen ſich
in Eberſtadt die beiden alten Rivalen. Die
Germanen hatten zu dieſem Spiel alles in der
Mannſchaft, während bei den 46ern ein
Erſatz=
mann im Tor ſtand. Das Spiel war ſchnell und
hart, ohne daß jedoch unfair gekämpft wurde.
Die weitaus beſſere Elf ſtellten die
Darmſtäd=
ter, die gut drei Viertel der Spielzeit für ſich
hatten. Eberſtadt hatte vor der Pauſe gute
Momente, baute aber nach dem Wechſel
voll=
ſtändig ab. Den Punktgewinn haben die
Ger=
manen in erſter Linie der ganz fabelhaften
Lei=
ſtung ihres Torwächters zu verdanken.
Schieds=
richter Zimmermann=Flörsheim leitete das
Treffen vor zirka 400 Zuſchauern aufmerkſam
und korrekt.
Schnell gefunden zeigen beide Mannſchaften
mit dem Beginn recht gute Leiſtungen. Als die
Abwehr der 46er dem Angriff zu weit nachrückt,
gelingt den Germanen bei einem ſchnellen
Vor=
ſoß durch Schimpf überraſchend der
Führungs=
kreffer. Die Darmſtädter kommen etwas aus
dem Konzept, und ſchon kurze Zeit darauf läßt
der Erſatzhüter der 46er einen haltbaren Ball
baſſieren. Mit dieſem Treffer wächſt nun die
Kampfkraft der Darmſtädter, und Eberſtadt
wird vollſtändig in ſeine Hälfte eingeſchnürt.
Lech und famoſe Arbeit des Torhüters bringen
*s fertig, den 46ern bis zum Wechſel jeden
Er=
folg zu verſagen.
Nach der Pauſe dasſelbe Bild. Die 46er
neh=
ſen ihren Gegner in die Zange und laſſen ihn
licht mehr aufkommen. Es erſcheint faſt un=
Noglich, einen Ball zwiſchen der Mauer von
Deinen vor dem Tor der Germanen durchzu=
Wie es die Vorſchau prophezeite: der Kampf
war hart und ſpannend. Jedoch noch in den
Grenzen des Erlaubten.
Das Spiel begann mit einem raſchen
Vor=
ſtoß der Hieſigen. Zwei ſaftige Flanken von
Lo=
renz fing der Griesh. Hüter gut ab. In
flot=
tem Tempo war das Spiel gleichmäßig verteilt.
In der 15. Minute erzielte der Halblinke der
Gäſte bei einem Geplänkel im Strafraum durch
einen wuchtigen Schuß das Führungstor. Bald
darauf gab der Schiri einen beſtimmt nicht
be=
rechtigten Elfmeter für Gr. Die Handlung
for=
derte einen Strafſtoß für 75. Denn Wolf, der
ſich durchaus nicht foul vergangen hatte, war
mehr der Leidtragende als der Gäſteſpieler.
Sehr ſaftig geſchoſſen hielt Lemſter den Elfmeter
in ganz großer Manier. Im Anſchluß daran
er=
zielte Straub nach einem ſchönen Durchbruch
den Ausgleich. Es währte aber nicht lange und
Gr. hatte durch den Halbrechten die Führung
wieder inne. Wolf machte dabei einen,
aller=
dings verzeihlichen Fehler. Gleich danach hatten
die 75er Gelegenheit, auszugleichen. Sie
be=
kamen ebenfalls einen Elfmeter zugeſprochen,
der auch nicht ganz berechtigt war. Lorenz ſchoß
ihn ins Aus. Er machte dies wieder gut durch
einen wundervoll getretenen Eckball, den
Hof=
mann einköpfte. Mit dieſem 2:2 wurden die
Seiten gewechſelt. Nach der Pauſe griffen beide
Parteien wieder forſch an und das Tempo war
das gleiche wie in der 1. Hälfte. Die beſſeren
Nerven und größere Ausdauer der 75er gaben
den Ausſchlag für ihren Sieg. Sie erzielten
noch 4 Tore, während ſich Griesheim mit 2
zu=
frieden geben mußte. In die Tore der 2. Hälfte
teilten ſich Mühlbach, Stenner, Straub und
Hof=
mann.
Alles in allem war es ein Spiel reich an
ſpannenden Momenten und ſehr intereſſant. Die
75er=Mannſchaft verdient ein Geſamtlob. Jeder
gab ſein Beſtes. Das Mitwirken von Lorenz
und Hofmann auf den Flügeln machte ſich
be=
merkbar. Griesheim ſpielte ebenfalls im
ge=
ſamten ſehr gut, die Hauptſtärke lag im Sturm.
Im übrigen iſt dies geſtrige Ergebnis eine
Neuauflage des im vorjährigen Verbands=
Vor=
ſpiel erzielten. — 2. Mannſch. 2:5. Ste.
FC. Union Darmſtadk.
Nach zehnwöchiger Pauſe ſetzte am Sonntag
morgen auf der Rennbahn wieder der
Trai=
ningsbetrieb ein. Es hatten ſich — trotz der
be=
ſtandenen Kriſe — wieder 3 Mannſchaften
ein=
gefunden, die durchweg aus jüngeren Leuten
be=
ſtanden. Es ſpielten gegeneinander eine A=
Mannſchaft gegen eine B=Mannſchaft. Die aus
Junioren beſtehende A=Mannſchaft konnte die
B=M. mit 6:1 Toren ſchlagen, die B=Elf war
aber nicht ſo ſchlecht, als es das Ergebnis
be=
ſagt, außerdem lieferte ſie 2 Eigentore. Am
kommenden Sonntag wird der Spielbetrieb
wie=
der aufgenommen. Es wird um zahlreichen
Be=
ſuch zu dem Training und den
Spielerverſamm=
lungen jeden Mittwoch gebeten.
Unſere Vorausſage
kann nach dieſem Spieltag ſchon zu einem
klei=
nen Rundgang dienen. In der Gauklaſſe ſcheint
Wormatia nach dem Abgang der alten Kanonen
doch etwas ſchwächer zu ſein, als man allgemein
angenommen hatte. Auch der Niederräder Sieg
in Kaiſerslautern verdient Beachtung. Der
knappe Sieg im Saarbrücker Lokalderby iſt nicht
als Ueberraſchung anzuſprechen.
Auch in der Bezirksklaſſe Südheſſen
ſieht man nach dem zweiten Spieltag ſchon
beſ=
ſer. Egelsbach machte dem guten Namen ſeines
Sturms erneut Ehre, und auch das Walldörfer
Ergebnis trifft die Vorausſage. Daß 98 in
Lorſch einen Punkt erringen würde, hatten wir
nicht geglaubt, da die Elf 4 Mann erſetzen
mußte. Die torloſe Begegnung in Dieburg iſt
zwar für die Abwehr eine Anerkennung, das
Gegenteil für die beiderſeitigen Stürmerreihen.
Das Treffen in Urberach ſah in den
Einheimi=
ſchen die beſſere Mannſchaft, doch Bürſtadt hatte
mehr Glück und konnte, nachdem Urberach in
der zweiten Halbzeit ſeinen guten Linksaußen
verloren hatte, als glücklicher Sieger den Platz
verlaſſen.
In der Kreisklaſſe 1 fällt das
Unent=
ſchieden in Ober=Ramſtadt auf, und auch die 10
Tore am Ziegelbuſch hatten wir nicht erwartet.
Im Ried ſind unſere Vorausſagen eingetroffen,
während die übrigen Ergebniſſe zurzeit noch
nicht vorliegen. Immerhin, das Bild der
ein=
zelnen Mannſchaften wird bereits deutlicher.
SC. Ober=Ramſtadt — VfL. Michelſtadt
3:3 (2:2.
In einem hart durchgeführten Treffen, dem
Müller=Griesheim nicht ganz gewachſen war,
wurden die Punkte geteilt. Ober=Ramſtadt
ver=
lor 2 Mann durch Verletzungen, Michelſtadt 1
Mann. Durch das vorher niedergegangene
Ge=
witter ließ der Beſuch zuerſt zu wünſchen übrig,
ſpäterhin hatten ſich doch zirka 300 Zuſchauer
eingefunden. Die 2. Mannſchaften trennten ſich
4:2 für Ober=Ramſtadt.
Viktoria Schaafheim — Roßdorf 3:6 (2:3).
S. Mtrhein=Kanu=Regatta.
der Geſamlwerkung.
Die Weiikämpfe.
die zum 5. Male in Erfelden zwiſchen TSG. 46,
Jungdeutſchland und Kanuklub ausgetragen
wurden, nahmen auch dieſes Mal einen
glän=
zenden Verlauf. Dieſe Wettkämpfe wurden
durch einen ſelten ſchönen Spätſommertag
be=
günſtigt. Bereits die Rennen am Vormittag
fanden ſtarke Beachtung und wurden mit großer
Spannung verfolgt. Zum erſten Male waren
auch die 10er Kanadier an den Kämpfen
be=
teiligt, und zwar waren dieſe in den
Vormit=
tag=Rennen von der Jugend beſetzt. Es war
erfreulich, gerade bei der Jugend — der
Kanadier der TSG. 46 wurde von 14—16 Jungen, die als erſter durchs Ziel
gingen gefahren — dieſen Kampfesmut und
dieſe Ausdauer über eine 600 Meter lange
Strecke zu beobachten.
Nach einer allgemeinen Mittagspauſe
wur=
den die erſten Boote 3,15 Uhr wieder vom
Start gelaſſen, und zwar eröffneten die Damen,
die am Vormittag nicht ſtarten konnten, das
Rennen. Gerade die Beteiligung der Damen,
die durch die lebhaften Zurufe ſeitens der
Zuſchauer immer und immer wieder
ange=
ſpornt wurden, ihr großes Können zu zeigen,
haben ſich tapfer gehalten und ſogar ſehr gute
Zeiten gefahren, die erkennen laſſen, daß auch
dieſer Sport ernſthaft gepflegt und betrieben
wird. Die weiteren Kämpfe im Einer= und
Zweier=Kajak ſowie im Einer=Faltboot wurden
auch hier heiß durchgekämpft.
Eine Kaffee=Pauſe war eingelegt, bei der
die Gäſte durch die aufopfernde Tätigkeit der
Damen reichlich mit Kaffee und Kuchen
be=
wirtet wurden. Die Paddelabteilung der
TSG. 46 hat es verſtanden, ihren
Aufenthalts=
raum nett zu dekorieren und ſo klappte die
Abfütterung in dieſer nur zu kurzen Pauſe
tadellos.
Bei den jetzt noch folgenden Kämpfen
wur=
den die einzelnen Mannſchaften ſeitens der
Vereinsmitglieder angeſpornt, da gerade die
letzten Rennen die Entſcheidung über die
Ge=
ſamtwertung herbeiführen mußten. — Federlin=
Jungdeutſchland war in der
Geſamtpunkt=
wertung der beſte Kämpfer des Tages.
Im Schluß=Rennen waren die drei 10er
Kanadier am Start, und zwar wurde in der
Herrenklaſſe über eine Strecke von 1000 Meter
gefahren. Es war ein ungewohntes und doch
wunderbares Bild, dieſe drei großen Boote
im gleichmäßigen Schlag ſich in voller Fahrr
dem Ziel nähern zu ſehen. Ein kräftiger
End=
ſpurt brachte trotz äußerſter Anſtrengung eine
recht knappe Entſcheidung von nur einer
Boots=
länge von Jungdeutſchland vor TSG. 46.
Die Siegerehrung erfolgte in dem mit den
Symbolen des neuen Reiches geſchmückten
Saale des „Deutſchen Hauſes” in Erfelden
Hierauf ergriff der Führer des DSC.
„Jungdeutſchland” und der Darmſtädter Tura=
und Sportgemeinde 1846, Direktor Löwer
vom ſtaatl. Turn= und Sportamt, das Worn
zu einer kurzen Anſprache. Der Sinn ſeiner
Ausführungen gipfelte darin, daß die Zeiten
endgültig vorbei ſind, in denen der Sport von
jedem Einzelnen nur um des Sportes Willen
betrieben wurde, daß auch die Zeiten der
üblen Vereinsmeierei reſtlos überwunden ſind,
und daß jeder Sport heute nur vom
Stand=
punkt des Volksganzen aus betrachtet werden
muß. Die deutſche Turn= und Sportjugend hat
heute mehr denn je die Pflicht, ihre ganze
Kraft den Intereſſen der Nation
unterzuord=
nen. Direktor Löwer ſchloß ſeine Ausführungen,
indem er desjenigen gedachte, dem wir den
Wiederaufſtieg unſeres lieben Vaterlandes in
erſter Linie zu verdanken haben: unſeren
Führer Adolf Hitler.
Nachſtehend die Ergebniſſe:
Zweier=Faltboote, unbeſchränkt, 1000 Meter:
1. P. Fasler — L. Müller, Jungdeutſchland;
2. O. Sommer — E. Herzig, TSG. 46.
Damen=Einer, 600 Meter: 1. A. Leithäuſer,
TSG. 46: 2. M. Schellhaas, TSG. 46; 3. F.
Lotz, Jungd.
Zweier=Faltboot=Anfänger, 1000 Meter:
1. A. Fasler — A. Hormann, Jungd.; 2. A.
Frietſch — F. Schmitt, TSG. 46: 3. G.
Feder=
lin — A. Orlemann, Jungd.
Einer=Faltboot=Anfänger, unbeſchränkt 1000
Meter: 1. L. Müller Jungd.; 2. K. Scheerer,
TSG. 46: 3. M. Thomas, Jungd.
Zehner=Kanadier, Jugend, 600 Meter: 1. TSG.
46: 2. Jungd.; 3. Kanuklub.
Einer=Faltboot für Anfänger 1000 Meter:
Abteilung 1: 1. G. Federlin, Jungd.: 2. H.
Reukauf, Kanuklub; 3.: B. Engels, Jungd.
Abteilung 2: 1. A. Frietſch, TSG. 46: 2. E.
Vogel, TSG. 46: 3. A. Orlemann, Jungd.
Zweier=Kafak, unbeſchränkt, 1000 Meter:
1. P. Fasler — L. Müller, Jungd.; 2. O.
Sommer — E. Herzig, TSG. 46.
Einer=Faltboot, Jugend, 600 Meter: 1. H.
Gerſtenſchläger, Jungd.; 2. H. K. Zürtz, Jungd.;
3. Ph. Bender, TSG. 46.
Einer=Kajak, Anfänger, 1000 Meter: 1. A.
Fasler, Jungd.; 2. Fr. Huthmann, TSG. 46;
3. G. Federlin, Jungd.
Einer=Kajat, unbeſchränkt 1000 Meter: 1. L.
Müller, Jungd.; 2. P. Fasler, Jungd.; 3. E.
Herzig, TSG. 46.
Zweier=Faltboot für Anfänger, 1000 Meter:
1. A. Frietſch — A. Schmitt, TSG. 46: 2. E.
Vogel — L. Dintelmann, TSG. 46; 3. G.
Federlin — A. Orlemann, Jungd.
Zehner=Kanadier, offen, 1000 Meter:
1. Jungdeutſchland: 2. TSG. 46; 3. Kanuklub.
Die Geſamtwertung beträgt 114 P.
Jung=
deutſchland 96 P. TSG. 46, 6 P. Kanuklub.
Der Schwimmklub Jungdeutſchland erhält
den Wanderpreis der Firma Stegmüller,
Darm=
ſtadt, für die beſte Geſamtleiſtung.
Die Hockey=Freundſchaftsſpiele.
Rotweiß — Poſt=SV. Frankfurt 0:1, Damen
1:0, Frankfurter TV. 60 — Stadt=SV.
Frank=
furt 1:1, Allianz=SV. — Stadt=SV. 2:3, THC.
Wiesbaden — SC. 80 Frankfurt 0:8, Hanauer
THC. — Offenbacher RV. 0:6, TV. Mannheim
— Tgſ. Stuttgart 4:1, HC. Heidelberg — TV.
46 Mannheim 10:1, Damen 0:3, Wiesbadener
TuHC. — Höchſter HC. 3:2, Damen 4:1,
Wies=
badener TuHC. — Eintracht Frankfurt 6:2.
Ringen.
Im erſten Kampf trennten ſich KSV.
Darm=
ſtadt 1910 und Tgde. Dieburg 10:8. Bericht folgt,
Die zweite Etappe der
Radfern=
fahrt Baſel—Cleve gewann der
Bielefel=
der Scheller vor Fuhrmann=Breslau und Wiertz=
Düſſeldorf. Scheller wurde damit Geſamtſieger
der Fahrt. Im Länderklaſſement ſicherte ſich
Deutſchland den erſten Platz vor der Schweiz
und Belgien.
In Dortmund und Köln werden in
dieſem Winter wahrſcheinlich keine Sechstage=
Rennen zur Durchführung gelangen.
70000 Zuſchauer wohnten dem
Schleizer Dreiecks=Rennen bei, bei
dem Roſemeyer=Zſchopau auf DKW. in 1:25:29,1
Std. die Tagesbeſtzeit, für das 155 Klm. lange
Rennen der Lizenzfahrer fuhr. Roſemeyer
er=
reichte dabei einen Stundendurchſchnitt von 110,6
Klm. Leider war auch wieder ein tödlicher
Un=
glücksfall zu verzeichnen. Schanz=Hadersleben
ſtürzte ſo ſchwer, daß er auf dem Transport zum
Krankenhaus verſtarb.
Guſtav Eder, der deutſche Europameiſter
im Weltergewicht, traf in der Berliner
Bock=
brauerei auf den Belgier Camille Desmelt, den
er über zehn Runden ſicher nach Punkten ſchlug,
Die zweite Begegnung zwiſchen Selle
und Kreimes, die am Samstag anläßlich eines
Boxkampfes in Mannheim vor 3000 Zuſchauern
ſtattfand, endete über acht Runden nach guten
Leiſtungen unentſchieden.
Seinen erſten Sieg als Berufsboxer
feierte der finniſche Europameiſter im
Schwer=
gewichtsboxen der Amateure. Gunnar Bärlund,
in Göteborg. Der Finne ſchlug den Engländer
Jeff Wilſon in der erſten Runde k.o.
Dr. Otto Peltzer ging bei einem
Olym=
pia=Sportfeſt in Wanne=Eickel an den Start und
gewann die 800 Meter in 1:56,2 Min.
Wir deutſchen Mädel wollen Kgmeraden ſein!
Gauſporkveranſtalkung am Reichsſporkkag des B2M. in der 9)
am 23. Sepkember d. J., 15 Uhr, im Hochſchulſtadion zu Darmſtadk.
Nr. 257
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
In der lebzlen Aufſtiegsrunde unkerliegt T5G. 46 den Offenbacher Turnern 5:8, während Bingen vom SV. Wiesbaden
Die Gauliga Südweſt
ſetzt ſich nun aus folgenden Vereinen zuſammen:
Polizei Darmſtadt, SV. 98 Darmſtadt, TSV.
Herrusheim, VfR. Schwanheim, SV. Wiesbaden,
Taſ. Offenbach, TV. Frieſenheim, Pfalz
Ludwigs=
hafen, VfR. Kaiſerslautern, TV. Haßloch.
TsG. 46 Darmſtadt 8:5 (6:3).
Die Leute vom Main betraten in etwas
ver=
änderter Aufſtellung das Spielfeld, Streb als
Sturmführer und Hein auf Rechtsaußen, die ja
keine Neulinge im Handball ſind, brachten eine
Verſtärkung der Mannſchaft mit ſich. Ueberhaupt
hatte Offenbach ſich gegen die zwei erſten
Run=
den bedeutend gemacht, die Mannſchaft ſpielte
ſehr gut zuſammen und brachte einen Eifer mit,
der verriet, daß ſie etwas erreichen wollte.
Nicht minder die Darmſtädter, die aber durch
das Fehlen von Meyer ſchon bedrückt das Spiel=
Germania Pfungſtadt — TV. Arheilgen
16:4 (6:3).
Eine Vorbemerkung zu dieſem Privatſpiel iſt
nötig, weil es keinem Handballkenner möglich
erſcheinen mag, daß der TV. Arheilgen, der noch
vor einem halben Jahre Aufſtiegskämpfe zur
Gauklaſſe ausſichtsreich beſtritt, nun eine derart
ſaftige Abfuhr von Pfungſtadt erleiden mußte.
Wer die Arheilger Turner jahrelang kennt,
weiß, daß ihre Stärke in dem Zuſammenhalt der
erprobten alten Spieler beſtand, und dieſe Elf
hatte ſich im letzten Jahre wiederum durchgeſetzt,
bis die jetzigen 46er vor ihnen ihre jetzige
Poſi=
tion erlangten. Die Gäſte=Elf, die heute in
Pfungſtadt antrat, präſentierte lediglich Becker
und Weitzel aus der früheren Elf. Es fehlte
das Verſtändnis, und ſo nahm das Verhängnis
namentlich nach der Pauſe ſeinen Lauf.
Germania begann mit 10 Spielern.
Der Linksaußen Becker traf erſt 10 Minuten
ſpäter ein. Auf ihre Routine pochend, ſetzte die
Platzelf ſofort mit ſtürmiſchen Angriffen ein.
Aber man merkte ſofort, daß der fünfte Mann
fehlte. Doch gelang es Huxhorn, den Torreigen
zu eröffnen. Arheilgen ließ nicht locker, und
Weitzel jagte einen Strafwurf aufs Tor, der
Crößmann über die Finger rutſchte zum billigen
1:1. Beiderſeits wurden die Pfoſten
angeſchoſ=
ſen. Germania wurde nervös. Aber auch der
Ruf: „Becker iſt da!” ließ das Selbſtvertrauen
noch nicht aufkommen. Weitzel erhöhte auf 1:2
für die Gäſte. Endlich fiel nach 20 Minuten
der Ausgleich 2:2 durch unheimlichen Schuß
Meyerhöfers. Gleich riß Germania die
Füh=
rung an ſich durch Huxhorn. Im Gegenſtoß
jagte Becker einen unheimlichen Ball zum 3:3
ins Netz. Bis hierher zur 22. Minute konnte
das Spiel gefallen. Jedoch wie abgeſchnitten die
Leiſtung der Arheilger. Germania lief jetzt zu
beſtechender Form auf und erhöhte bis zur Pauſe
auf 6:3 durch Hch. Crößmann (2) und Huxhorn
(1). Nach Wiederanpfiff kamen die Arheilger
aus ihrem Phlegma überhaupt nicht heraus.
Selbſt eine verſtärkte Abwehr, konnte, es nicht
verhindern, daß die Platz=Elf nacheinander 10
Tore erzielte. Am erfolgreichſten hierbei war
Hch. Crößmann mit fünf Treffern, dann kam
Meyerhöfer mit vier und Huxhorn mit einem
Treffer. Aus dieſer Spielphaſe kann lediglich
das tadelloſe Verſtehen, die Lauftechnik und der
unheimliche Wurf der Germanen hervorgehoben
werden. Arheilgen hatte gar nichts zu beſtellen
und erſt Büttner erzielte faſt mit dem
Schluß=
pfiff noch ein Tor für die Gäſte.
Kritiſch betrachtet
darf Germania nicht gleich, die Flinte ins
Korn werfen, wenn der Gegner Widerpart hält.
Warum klappte es erſt nach 22 Minuten? Der
Reſt der Spielzeit bewies doch, daß Leiſtungen
3:6 geſchlagen wird.
Die bis zu den Schlußſpielen am günſtigſten
ſtehende TSG. 46 Darmſtadt konnte im letzten
Treffen auf dem Wiesbadener Platz
Kleinfeld=
chen ihre Stellung nicht behaupten und muß nun
erleben, daß die geſtern ſiegreichen Tgſ.
Offen=
bach und SV. Wiesbaden in die Gauliga
auf=
rücken.
TSG. 46 hat die ganzen Aufſtiegsſpiele in
einer ſo vertrauenerweckenden Weiſe abſolviert,
daß niemand am Endſieg zweifelte: da verletzte
ſich am Vorſonntag ihr ausgezeichneter Hüter
Meyer mit der Folge eines unentſchiedenen
Spielausganges, der den entſcheidenden Stein
zur abſoluten Klaſſe verloren gehen ließ und die
3. Entſcheidungsrunde veranlaßte. Da ſetzte ſich
der bisherige Gauligiſt Tgeſ. Offenbach mit aller
Kraft ein und konnte auch den ſich tapfer
weh=
renden, aber vom Pech erneut verfolgten
Darm=
ſtädtern mit 8:5 das Nachſehen geben. Damit iſt
die Freude der Darmſtädter Handballfreunde
über den 3. Ligaverein in der Hochburg des
deut=
ſchen Meiſters zerronnen. Die junge Elf von der
Woogswieſe darf gerade jetzt nicht die Flinte ins
Korn werfen, ſondern muß unverdroſſen von
vorne anfangen. — Das Glück im Spiel iſt
lau=
niſch und kann nur durch Ausdauer, techniſches
Können und kameradſchaftlichen Zuſammenhalt
gewandelt werden, Eigenſchaften, die in der Elf
vorhanden ſind.
sö=
Die Tabelle ſieht nach Beendigung der
Auf=
ſtiegsſpiele wie folgt aus:
Spiele Tore Punkte
Tgſ. Offenbach
22:18
SV. Wiesbaden
18:17
TSG. 46 Darmſtadt
20:20
3 16:21
Haſſia Bingen
feld betraten. Was man nicht erwartete, trat ein.
Die Offenbacher warteten mit einer ganz großen
Leiſtung auf, die beſtimmt auch andere Gegner
überfahren hätte. Sie verſtanden es, gleich zu
Beginn und auch ſpäter, das zügige Spiel und
auch die geſchloſſene Leiſtung zu bieten. Ihr Sieg
geht in Ordnung und iſt ehrlich verdient. Bei
46 kann man es ſchon mehr als Pech nennen,
nach dem dornenvollen Weg bis hierher, beim
letzten der Aufſtiegsſpiele, wo von den Spielen
5 gewonnen und nur eines Unentſchieden, das
letzte, entſcheidende, verlieren zu müſſen.
Zum Spiel:
Darmſtadt wählt Anwurf und ſchon liegt der
Halbrechte gut im Schuß, doch unfair wird er
gewehrt, ſo daß Geduldig mit dem Strafwurf
antritt, das Tor wird unverſtändlicher Weiſe
nicht gegeben und der Wurf wiederholt, was
unſerer Anſicht nach eine verkehrte Auslegung
der Vorteilsregel bedeutet. Auch Offenbach
kommt zweimal zum Schuß, aber Senger hält
ſicher. In der 7. Minute erwiſcht Rieker einen
abgewehrten Strafwurf und ſchon liegt die
Füh=
rung bei Offenbach. Ein Fehler der Darmſtädter
Hintermannſchaft. Erſt drei Minuten ſpäter, in
der 10. Minute, fällt durch Witzleb der
Aus=
gleich. Rieker beläßt es nicht bei dem und holt
nach einem fabelhaften Durchreißer erneut die
2:1 Führung, die aber Witzleb nicht ruhen läßt
und Schmitt, gut freigeſpielt, ſchafft den
Aus=
gleich, 2:2. Wenig ſpäter trifft Roſenau
frei=
ſtehend an die Latte. In der 18. Minute wirft
Greiling erneut den Führungstreffer durch
Strafwurf zum 3:2. Eine bedenkliche Lücke klafft
jetzt in der 46er Hintermannſchaft, die Greiling
bald ſpitz hat und im Alleingang ſchafft er das
4:2. Die rechte Seite der Darmſtädter ſetzt ſich
jetzt gut ein, Witzleb kommt frei zum Schuß und
verringert zum 4:3=Stand. In der 25. Minute
kann, Walter von rechts ungehindert einen
Schrägſchuß anbringen, der das 5:3 für
Offen=
bach bringt, Greiling verwandelt einen
Straf=
wurf noch kurz vor dem Halbzeitpfiff zum 6:3.
Es ſoll nicht klappen. Geduldigs Strafwurf hält
der ausgezeichnete Offenbacher Hüter. Sichtlich
bedrückt gehen die Heiner vom Platz.
In der Erwartung, daß in der zweiten Hälfte
die Leute aus der Landeshauptſtadt mehr zeigen,
werden ſehr viele getäuſcht, und beſonders der
Wiesbadener Anhang, der die „Roten Teufel”
ſo herzlich begrüßte. In ganz kurzer Zeit heißt
das Reſultat 8:3. Roſenau als Statiſt kann nicht
mehr viel ausrichten und Witzleb verläßt gleich
zu Beginn das Feld. Avemarie und Arnold
holen nach Gewaltleiſtung bis Schluß je ein
Tor auf, aber 8:5 reicht nicht zum Unentſchieden,
das zum vierten Punkt gereicht hätte. Noch 5
Minuten, und wer weiß, ob Offenbach wieder
die höchſte Klaſſe betreten hätte.
in der Elf ſtecken, die ſelbſt in der Gauklaſſe
Ehre einlegen würden.
Arheilgen erklärte mir, daß es eine
Verlegenheitself war. Die Pflichtſpiele werden
wohl nicht mit allen alten Spielern beſtritten.
Drei Viertel werden aber dabei ſein. Der
heu=
tige Hüter war zu klein. Sein Gegenüber hätte
mindeſtens fünf Tore verhindert.
Schiri Michel=Polizei Darmſtadt leitete
unauffällig, da ſich die Parteien gut vertrugen.
Arheilgen nahm die Niederlage in Achtung der
Leiſtung des Gegners mit Ruhe hin.
Ty.
—TN.
4:3 (3:2).
Intereſſant, wenn man Gelegenheit hat, in
zwei Stunden vier Mannſchaften ſpielen zu
ſehen, die alle einer Klaſſe angehören und große
Vergangenheiten hinter ſich haben. Auf dem
Turnplatz mühten ſich die Beſitzer mit den
Gä=
ſten aus Groß=Zimmern wohl redlich ab, aber
etwas Geſcheites war es nicht. Gewiß es wurde
gerannt, manchmal auch ſchön zugeſpielt, und
das waren die nachfolgenden Tore. Im großen
und ganzen fehlte beiderſeits Syſtem. Wieviele
Bälle wurden falſch abgeſpielt, in leere Räume
oder dem Gegner in die Finger geworfen.
Be=
friedigen konnte nur die Abwehr auf beiden
Seiten.
Bald nach Beginn ging die Platzelf durch
Strafwurf in Führung (Grüner),
Frankenber=
ger erhöhte auf 2:0, und es ſah nach einem
ſiche=
ren Siege der Platzelf aus. Doch beim Gegner
ſchaffte der Mittelläufer Wiedekind
unermüd=
lich. Oft ſtürmte er als ſechſter Mann mit, dann
gab es bange Augenblicke für die Platzelf, und
er ſchoß auch das erſte Gegentor. Bald hatte
Groß=Zimmern gleichgezogen. Einen
zurückpral=
lenden Ball, fauſtete Frankenberger, zum
Füh=
rungstreffer. Lange Zeit verſtrich nach der
Pauſe. Kritiſche Lagen vor beiden Toren immer
wieder geklärt. 10 Minuten vor Schluß
erzwan=
gen die Gäſte nochmals den Gleichſtand mit 3:3.
Aber die Platzelf ſiegte durch Strafwurf
Blu=
menſcheins mit 4:3.
Da die Parteien faſt vollſtändi, mit dieſen
Mannſchaften zu den Pflichtſpielen antreten,
verlohnt ſich
eine kurze Betrachtung.
Die Platzelf, ſeit langem auf der
Aus=
probierung geeigneten Nachwuchſes, dürfte
geſtern zwei Entdeckungen gemacht haben. Die
beiden Außen, Grüner und Haſſenzahl,
verſpre=
chen bei ſtändigem Ueben gut zu werden. Falſch
erſcheint mir, Kramer auf Vorlagen einzuſetzen.
Groß=Zimmern ſteht und fällt mit
ſei=
nem Mittelläufer Wiedekind. Es iſt dies
inſo=
fern ein Manko, als der Elf das Rückgrat fehlt,
wenn er mal ni )t bei der Partie iſt.
Zweck=
mäßig wäre es ſchon, den Sturm als ge hrliche
Funferreihe einzuſpielen.
Rückert (Nieder=Ramſtadt) leitete das Spiel
gut. — Reſerven 6:4 (2:3).
Tbd. Jahn 1875 — 5b. 98 Reſerve
7:6 (3:4).
Geſtern vormittag 11 Uhr ſtanden ſich beide
Mannſchaften in einem Freundſchaftsſpiel
gegen=
über. Die Platzmannſchaft, in neuer Aufſtellung,
konnte, da ſie noch nie zuſammenſpielte, ſich in
der erſten Hälfte nicht ſo recht entfalten. Die
während des Spieles vorgenommene Umſtellung
brachte die einzelnen Sipeler auf ihre richtigen
Plätze. Dieſe Schwächeperiode nützten die 98er
aus, und bis Halbzeit ſtand das Treffen 3:4 für
ſie. Dann nahmen die Platzbeſitzer etwas mehr
das Heft in die Hand. Angriff auf Angriff rollt
vor des Gegners Tor, doch die beſtgemeinten
Schüſſe gehen ins „Aus”. Unter dieſen
Pech=
ſchüſſen hatte beſonders Uhrig zu leiden, und nur
wenige ſeiner Prachtſchüſſe fanden den richtigen
Weg.
Die 98er zeigen, trotz Erſatz, ein etwas
beſſe=
res Spielſyſtem, und dies unter dem Ligaſpieler
Fiedler, der es immer wieder verſtand, ſeinen
Sturm nach vorn zu werfen. Das
Verteidiger=
paar war aber zum größten Teil den Angriffen
gewachſen, wenn auch der Schlußmann etwas
mehr auf dem Poſten hätte ſein müſſen. — Die
75er haben mit dieſem Spiel bewieſen, daß noch
Handball geſpielt werden kann, und mit etwas
mehr. Zuſammenſpiel und der vollſtändigen
Mannſchaft dürfte ſie einen beachtungswerten
Gegner in der Verbandsrunde abgeben. Der
Schiedsrichter gefiel beiderſeitig.
Mercks Sportverein — Turnverein Reinheim
11:9 (5:5).
Merck hatte die ſpielſtarken Turner aus
Reinheim zu Gaſte. Beide Mannſchaften
liefer=
ten ſich einen, ſehr ſpannenden Kampf.
Rein=
heim fand ſich ſofort zuſammen und lagen
be=
reits in der 1. Viertelſtunde mit 4:1 Toren in
Führung Endlich kam auch Merck in Fahrt und
konnte bis zur Pauſe Remis ziehen. In der
2. Spielhälfte war der Kampf völlig
ausgegli=
chen. Merck legte drei Tore vor, doch konnten
die Gäſte gleichziehen und ſelbſt, nochmals in
Führung gehen. Im Endſpurt waren die
Gaſt=
geber noch dreimal erfolgreich.
Bei den Merckern ließ die Hintermannſchaft
zu wünſchen übrig. Läuferreihe und Sturm
konnten hauptſächlich in der 2. Spielhälfte
be=
friedigen. — Die 2. Elf konnte mit 7:4 (4:2)
einen Sieg erringen.
Deutſchland=Riege der 9T.
in Wiesbaden.
In Anweſenheit von Reichsſtatthalter
Spren=
ger und des Reichsſportführers von Tſchammer=
Oſten gab die Deutſchland=Riege der D.T. am
Samstag abend in Wiesbaden ein Gaſtſpiel.
Die 4000 Zuſchauer waren nach Schluß der
Ver=
anſtaltung von den Leiſtungen der Turner am
Pferd, Barren und Reck begeiſtert und zollten
minutenlang Beifall. Reichsſportführer von
Tſchammer=Oſten ergriff anſchließend das Wort
zu einer kurzen Rede, in der er zunächſt die
Freude darüber zum Ausdruck brachte, daß er
wieder einmal mit den Kameraden der D.T.
zu=
ſammen ſein könne. Die D.T., ſo führte der
Reichsſportführer aus, der größte und hiſtoriſche
Verband, habe immer den Gedanken der
Ein=
heit und der Zuſammengehörigkeit gepflegt und
gefördert. Das Streben der geſamten deutſchen
Turn= und Sportbewegung galt nicht einer
ge=
wollten oder gar erzwungenen Autorität,
ſon=
dern der Schaffung einer konzentrierten Kraft
auf dem Gebiete der Leibesübungen. Die Zeit
der Turner und Sportler erſter und zweiter
Klaſſe ſei heute überwunden. Ein beſonderer
Gruß des Reichsſportführers galt den
anweſen=
den Brüdern von der Saar. Die deutſche Turn=
und Sportbewegung wolle auch ihrerſeits das
Saargebiet ſportlich ſo ſtark befruchten, daß in
Kürze der geſamte Anſchluß wieder hergeſtellt
ſei.
Einen Favoriten=Sieg brachte das
Oppenheim=Rennen in Hoppegarten. Conteſſina
feierte in dem mit 13 500 Mark ausgeſtatteten
1200=Meter=Rennen einen überlegenen Sieg vor
Sturmvogel und Artiſchocke. Conteſſina wurde
von E. Böhlke geſteuert.
Im Franzöſiſchen St. Leger gab es
ebenfalls einen Favoritenſieg. Brantome
ge=
wann unter C. Bouillon das 200 000=Francs=
Rennen gegen Aſtronomer und Admiral Drake
um eine Halslänge.
Die Tennis=Weltrangliſte des
be=
kannten engliſchen Fachmannes, Wallis Myers,
führt den deutſchen Meiſter G. v. Cramm
eben=
falls auf den dritten Platz auf. Perry und
Crawford ſtehen vor Cramm, nach ihm folgen
Auſtin, Alliſon, Wood, Menzel, Shields, de
Ste=
fani und Bouſſus.
In der erſten engliſchen Fußball=
Liga ſind nach dem bisherigen Verlauf nur
mehr zwei Vereine ungeſchlagen: Arſenal und
Sunderland. Arſenal ſchlug Weſtbromwich
Al=
bion mit 4:3, dagegen büßte Sunderland gegen
Aſton Villa einen Punkt (1:1) ein.
Bei der Holland=Becher=Regatta
ſiegte im Holland=Pokal für Senioren der
Wie=
ner Kopecky vor dem Holländer de Vries. In
den Junioren=Einer=Rennen der A.= und B.=
Klaſſe gab es durch Hoffmann=Mainz bzw. Füth=
Berlin deutſche Siege. Saar=Saarbrücken brachte
den Vierer „Ohne” an ſich.
Montag, 17. September 1934
Leichkathlekikkampf
Sladkmannſchaft Griesheim -
5V. 1898 Darmſtadt 41:51 Punkle.
In Griesheim haben ſich Sportler (SV.
Vik=
toria 06) und Turner (Tſchft.) in der
Leichtath=
letik zu gemeinſamer Tat gefunden, und als
Gegner ihrer Mannſchaft, die die Farben
Gries=
heims zu vertreten hatte, marſchierte am
Sonn=
tag vormittag die Leichtathletikmannſchaft des
SV. 1898 Darmſtadt auf. Nach herzlichen
Be=
grüßungs= und Dankesworten des Vertreters der
beiden Griesheimer Vereine, des Bürgermeiſters
und des Kreisſportwartes, begann dieſer
Mann=
ſchaftskampf bei herrlichem Herbſtwetter mit
dem 100=Meter=Lauf. Die beiden Darmſtädter
Körfer und Samper kamen in totem Rennen in
11,9 Sek. vor Schupp (12,2) und Schaffner
(12,4) durch das Ziel. Das Diskuswerfen
hol=
ten ſich dann Sauerwein und Müller=Grieshein
mit Würfen von 33,80 bzw. 33,29 Meter vor der
Darmſtädtern Krichel (31,93) und Beck (29,50)
Ueber 1500 Meter hatten die beiden Darmſtäd
ter Blind und Haag nichts zu ſchlagen. Sie lie
fen ihr Rennen für ſich in 4:13,2 bzw. 4:18,1
Min, nach Hauſe vor Ritter (4:50) und Som
merkorn. Auch der Hochſprung brachte der
Darmſtädtern einen nicht gerade erwarteter
Doppelſieg durch von Davidſon und Beck, die
beide 1,60 Meter überſprangen. Breithecker und
Sauerwein kamen hier über 1,55 Meter. Die
400 Meter mußten in 2 Läufen zu je 2 Man;
geſtartet werden. Dabei ſchlug Schupp=Gr. in
57 Sek. um Bruſtbreite Creter=98, während
Kreuder=98 in 57,2 Sek. mit Eiſenbach (69 Sek.
nicht zu kämpfen brauchte. Im Kugelſtoßer
überboten ſich die beiden Griesheimer Vertreter
Sauerwein und Breithecker ſelbſt. Sie erzielter
mit 12,17 und 11,40 Meter ihre perſönlicher
Beſtleiſtungen, die genügten, um Martin (11,26
und Koch (11,25) auf die letzten Plätze zu ver
weiſen. Den Doppelſieg im Weitſprung holter!
für Griesheim Schaffner mit 6,17 und Höhl mi=
6,00 Meter vor Delp (5,85) und Martin (5,77)
ſo daß damit nach dem bisherigen Verlauf der
Kämpfe ein Punktgleichſtand von 35:35 Punkter
erzielt wurde. Die 4 mal 100 Meter=Staffell
holten ſich alsdann Körfer, Kreuder, Leichtlein
Glieſche (98) in 47,1 Sek. vor der Griesheimer
Mannſchaft, die in 47,9 Sek. einkam. Im Speer
werfen ging der SV. 98 erneut in Führuns
durch Krichel und Koch, die mit Würfen von 4:
und 43,75 Meter vor Sauerwein (41,60) und
Müller (34,19) ſiegten. Auch die
Schweden=
ſtaffel ergab im Kampf über 400, 300, 200, 100
Meter durch Körfer, Kreuder, Glieſche, Leicht
lein in 2:17,4 Min. für die Lilienträger vo=
Griesheim (2:21,6) den Sieg. Nach der
Ab=
ſchlußſtaffel über 10 mal ½ Runde (1. SV. 9
in 3:49,8) vor Gr. (4 Min.) hatten die Darm
ſtädter mit 51:41 Punkten den Geſamtſieg er
rungen.
Mit einem dreifachen Sieg=Heil auf Führe
und Vaterland klang dieſer ſchöne und in ritter
lichem Geiſt ausgetragene Mannſchaftskamp
aus.
SV. 1898 — TSG. 1846 Darmſtadt im Stadion
am Böllenfalltor!
Die Leichtathleten der beiden Vereine
mar=
ſchieren am kommenden Dienstag und Mittwock
im Stadion am Böllenfalltor zum erſten Klub.
kampf auf. Da der Termin für die Ableguns
der Uebungen für die Deutſche Vereinsmeiſter
ſchaft 1934 auf den 30. September feſtgeſetz
worden iſt, treffen ſich beide Vereine zur Durch
führung dieſer Uebungen, ſo daß dieſer Klub
kampf nach der Tauſendpunktwertung für di
Deutſchen Vereinsmeiſterſchafter
gewertet wird.
Das Programm: Dienstag: Begin;
pünktlich 18 Uhr: 200 Mtr., 1500 Mtr., Hoch
ſprung und abſchließend 4X100 Mtr.=Staffel.
Am Mittwoch, Beginn pünktlich 17.30 Uhr.
Weitſprung, 400 Mtr. Kugelſtoßen, 4X800 Mtr.
Hammerwerfen und die 5000 Mtr.
Beide Vereine werden verſuchen, die in der
bisherigen Klubkämpfen in dieſen Uebungen er
zielten Punktzahlen, zu verbeſſern, und da in
beiden Reihen gute Kämpfer ſtehen, ſollte der
beiden Vereinen das Vorhaben auch gelingen
Den Sieger des Kampfes vorauszuſagen, iſt be
der Art der Wertung ſchwer. Wir ſind, über
zeugt davon, daß wir am Dienstag und Mitt
woch feine und ritterliche Kämpfe im Stadiol
am Böllenfalltor erleben werden. Eintrit
frei.
Vereinsmeiſterſchaften Jahn 1875
Am kommenden Samstag und Sonn’ag
finden die Vereinsmeiſterſchaften im Volks
turnen auf dem Platz am Ziegelbuſch ſtatt
Alle Kämpfe ſind Mehrkämpfe, die in ver
ſchiedene Altersklaſſen geteilt ſind. Die Schüle
und Schülerinnen beſtreiten einen Drei=Kamp
ebenfalls die Turnerinnen, getrennt in Unter
und Oberſtufe. Die Jugend und die beider
Altersklaſſen meſſen ihre Kräfte in einen
Drei=Kampf, während die Turner Unterſtuſ
einen Vier=Kampf auszutragen haben und di
Oberſtufe mit einem Fünf=Kampf den Reige
beſchließt. Es iſt damit einem jeden Mit
glied, gleich ob Turner, Fußballſpieler, Schwim
mer oder Sänger Gelegenheit gegeben, 7
irgendeiner Klaſſe ſich zu beteiligen. Di
Meldungen werden am Sonntag vormittag un
9 Uhr auf dem Platz entgegengenommen. Dei
Siegern wird der ſchlichte Eichenkranz aus
gehändigt.
Die Schülerabteilung trifft ſich an
Dienstag, ab 5 Uhr, auf dem Platz, un
nochmals geſchloſſen für die Jugendkämpfe zu
üben. Das gleiche iſt auch für die Schülerinner
auf den Mittwoch feſtgelegt, ebenfalls al
5 Uhr.
Montag, 17. September 1934
1. Heſſen=Naſſauiſches Junggärtnertreffen.
Feſtakl im Orangeriegarken anläßlich der 5djährigen Jubelſeier des Gärknerfachvereins Feronia Darmſtadt.
Bürgermeiſter Haug übermittelte die herzlichſten Grüße des
Herrn Oberbürgermeiſters und dankte für das, was hier in der
Mdriendeiae der Mobent Bantentchad. Schau geſchaffen wurde, ein Werk, das typiſch deutſch und twviſch
** Anläßlich des 1. Heſſen=Naſſauiſchen Junggärtnertreffens,
das im Rahmen der 50jährigen Jubelfeier des Gärtnerfachvereins
Feronia Darmſtadt und der großen Blumenſchau im
Orangerie=
garten geſtern nachmittag im feſtlich geſchmückten Orangerie=
Re=
ſtaurationsgebäude ſtattfand, wurde zunächſt eine
AUhr
Akademiſche Feier
abgehalten, die von einer Abteilung der Kapelle Schlupp
eröff=
net und muſikaliſch umrahmt wurde. Es hatten ſich ſo viele
Gärt=
ner und Junggärtner mit ihren Angehörigen eingefunden, daß
der Saal bald dicht beſetzt war. Auf allen Tiſchen waren friſche
N
Blumen, Girlanden, die unterbrochen waren von
Blumenarrange=
ments, zogen ſich an den Wänden entlang, und über der Bühne
ni grüßte das Bild des Führers.
Der Kreisjunggärtnerführer Günedler begrüßte
insbeſon=
dere Diplom=Gartenbauinſpektor Dermer von der
Hauptabtei=
lung 2 der Landesbauernkammer, die Herren Seyberth von der
Hauptabteilung 1. Landjugend. Becker=Wiesbaden, Führer der
Heſſen=Naſſauiſchen Junggärtner, Chriſt, Bezirksfachſchaft
Frank=
furt a. M., ferner hieß er alle Gärtner und Junggärtner ſowie
Gäſte herzlich willkommen, die zum 50. Geburtstag des
Gärtner=
fachvereins Feronia und zum erſten Heſſen=Naſſauiſchen
Junggärt=
nertreffen erſchienen ſind. Das heutige Feſt habe ein ganz
be=
ſonderes Gepräge durch die enge Verbindung aller
Gartenbau=
betriebe und Junggärtner und durch die große Blumen= und
Früchteſchau, die eine beſondere Leiſtung in ihrer Art darſtellt.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 257 — Seite 7
Der Gartenbau wurde in den Zeiten des Marxismus an den
Rand des Abgrundes gebracht. In der heutigen Schau wurde
un=
geheure Arbeit geleiſtet. Man wird dem Werk ſeine Anerkennung
nicht verſagen können. Der deutſche Gartenbau hat nach der
Machtübernahme durch Adolf Hitler neue Aufgaben erhalten,
Die Junggärtner erhalten eine Ausbildung, wie es früher nie
der Fall war. Nur geeignete Leute mit Idealismus kommen in
den Gärtnerberuf. An die jüngſten Berufskameraden richte er
den Appell, in der Berufsausbildung ſtets fortzufahren. Man
begrüße es, daß jetzt in Heſſen die Gartenmeiſterſchaftsprüfung
eingeführt wurde. Aber auch an die Kameraden, die die
Meiſter=
prüfung abgelegt haben, gehe der Appell, daß ſie nach
erfolgrei=
cher Meiſterprüfung weiterarbeiten, und daß die Meiſter ihre
früheren Berufskameraden nicht vergeſſen, oder von einem
ge=
wiſſen „Dünkel” erfaßt werden. Zum Schluſſe wünſchte er der
Tagung vollen Erfolg! Der Weg iſt frei. Deutſche Junggärtner
marſchiert. Heil Hitler!
In einer ſtillen Minute wurde dann der gefallenen und ver=
Fſtorbenen Mitglieder des Fachvereins Feronia gedacht. Gefallen
ſind: Heinrich Hof. Albert Knapp. Guſtav Halbritter, Philipp
ter=Staſſel Jährling; verſtorben: Heinrich Leibner, Oskar Brachat Hermann
Henkler, Jakob Gunkel. Ernſt Semler, Friedrich Mülmerſtadt,
Ludwig Bögel. Zu Ehren der Toten erhoben ſich alle von ihren
Sitzen, während die Kapelle leiſe das Lied vom guten Kameraden
ſpielte.
Nach der eindrucksvollen Totenehrung ſprach Diplom=
Garten=
bauinſpektor Dermer. Er übermittelte die Grüße des
Landes=
bauernführers Dr. Wagner und gab ſeiner Freude Ausdruck über
den äußeren Rahmen der Feier, der ſo glänzend, und über den
Beſuch des erſten Junggärtnertreffens, der ſo ſtark iſt. Wer die
Jugend hat hat die Zukunft. Wex alſo für die Zukunft ſorgen
will, muß einen tüchtigen jungen Nachwuchs haben. Das gilt für
alle Berufsſtände. Wir hörten ſchon vor zehn Jahren etwas vom
Junggärtner, ſchon damals wollte man die jungen Gärtner zur
fachlichen Schulung zuſammenſchließen. Man wollte aber nur die
Gärtnerſöhne ſchulen. Wenn die Junggärtnerbewegung in der
Vergangenheit ſich nicht durchſetzen konnte, ſo lag es daran, daß
früher das nötige Verſtändnis für die richtige Erziehung der
ſunggärtner fehlte. Erſt nach der nationalſozialiſtiſchen
Revo=
lution konnte durch berufene Männer berufsſtändiſches
national=
ſozialiſtiſches Geiſtesgut eingeführt werden. Ein geſundes und
feſtes Fundament auch im Gartenberuf wurde geſchaffen. Stets
war der Gedanke: Die Junggärtner müſſen erhalten werden, denn
ſie haben eine große Aufgabe. Der Reichsnährſtand, in den auch
der Junggärtner eingegliedert iſt, hat die Junggärtner nicht
ver=
geſſen, unſere Führer verfolgen die Entwicklung des
Junggärt=
ustanf
nertums mit Intereſſe. Redner ſkizzierte dann in großen Zügen
den Aufbau und die Gliederung des Reichsnährſtandes. — Auch
in der Gärtnerſchulung iſt noch manches zu tun. Die fachliche
Ausbildung ſpielt für den Junggärtner eine wichtige Rolle. Auch
im Gärtnerberuf muß der Betriebsführer und Gefolgsmann
zu=
ſammenſtehen. Die Ausbildung der Junggärtner wird fachlich
mehr und mehr gefördert werden. Alle, die zur Führung berufen
ſind, müſſen auf fachlichem Gebiet ihren Mann ſtehen. In der
Leitung und in der Führung muß öfter gewechſelt werden, um
alle Junggärtner in der Führung zu ſchulen. Die Zeitſchrift „Der
Junggärtner” ſollten alle Junggärtner eifrigſt leſen. Dieſe
Fach=
ſeitſchrift vermittelt allen Gärtnern reiches Wiſſen. Auf dem
Gebiete der fachlichen Schulung wird ein Programm aufgeſtellt
werden, das reſtlos durchgeführt wird. Heute brauchen die
Gärt=
ner nicht mehr ins Ausland zu gehen. In deutſchen Betrieben,
wenn die Junggärtner auch in anderen fremden — nicht nur in
den väterlichen — Betrieben lernen, kann viel gelernt werden.
In „Berufswettkämpfen” im Gartenbau wird die Werk= und
ſach=
ſiche Ausbildung des Nachwuchſes gefördert.
Wenn die Junggärtner helfen ſollen, den Beruf weiter zu
bringen, ſo müſſen ſie in engſtem Zuſammenhang mit dem Garten=
30 Uhr) jaugruppen ſtehen. Das Urteil der Aelteren wird den Jüngeren
800 Mtr.) von Vorteil ſein. Wir kennen im Dritten Reich keine Unterſchiede
nehr. Alle in Frage kommenden Gruppen müſſen ſich gegenſeitig
helfen. Es wird nicht geduldet, daß Zwietracht geſät wird. —
in den In Zukunft muß ſich jeder voll einſetzen, daß ſich die Tätigkeit
gen er3 der Junggärtner weiter entwickelt. Mögen alle Junggärtner aber
da ih dafür Verſtändnis haben, daß die kommenden Aufgaben bis zum
den indgültigen Ziel gewiſſe Zeit brauchen. An alle, beſonders auch
un die Vertreter der Kreisgruppen, richte er den Appell.
mitzu=
urbeiten an der Ausbildung des Gärtners und Junggärtners. Der
Landesbauernführer wird alle Beſtrebungen, die zum Vorteil des
Hartenbaues ſind, unterſtützen. Möge die Ausſtellung und das in
hr Geleiſtete Anſporn für alle ſein, ſtets im Gemeinſamgeiſt das
Können zu zeigen. Möge der Heſſen=Naſſauiſche Gärtner ſtets auf
trit)der Höhe ſtehen, die ihm zuſteht. Heil Hitler!
Im Anſchluß an dieſe Anſprache wurden
uge
Pu
die Ehrungen
vorgenommen. Zu Ehrenmitgliedern des
Gärtnerfachver=
ins Feronia wurden ernannt: Alfred Medicke, Anton Böttger,
Jakob Rathemacher. Wilhelm Wenz. Emil Beckert. Ihnen wurde
das Ehrendiplom und das Bild des Führers überreicht. Weiter
vurde einer Reihe von Mitgliedern als Ehrengabe das Bild des
Führers und des verſtorbenen Reichspräſidenten überreicht.
Für die Geehrten dankte das Ehrenmitglied, Berufskamerad
eutz, der faſt 20 Jahre lang den Verein als erſter Vorſitzender
eitete. Er freute ſich beſonders, alte Berufskameraden
wiederzu=
ehen, alle ſeien ſtolz auf den Gärtnerfachverein Feronia, ſeine
Leiſtung und ſeine Entwicklung.
Für die Frauen des Vereins überreichte Frau Stekly dem
Kreisjunggärtnerführer, Gartenbautechniker Günedler, einen
chönen ſilbernen Pokal.
Im Anſchluß an die Akademiſche Feier fand
die offizielle Feier
tatt, an der u. a. als Ehrengäſte für die Stadt Darmſtadt
Bürger=
meiſter Haug ſowie Kreisbetriebszellenleiter Zachow
teilnah=
men. Der ernſte Teil der Feier wurde eingeleitet mit dem
Baden=
beiler Marſch. Der Geſangverein Frohſinn=Harmonie 1881, der
über ausgezeichnete Sänger verfügt, brachte unter der ſtraffen
Leitung ſeines Dirigenten Simmermacher je einige ſehr gute
Lhöre zu Gehör. Frl. Sproß ſprach einen ſinnigen Prolog. und
Frl. Beh erfreute mit einer Tanzdarbietung. Die Vertreter der
Gäſte und befreundeten Verbände nahmen Gelegenheit, ihre
Derzlichen Glückwünſche auszuſprechen, ſo der Vertreter der
Jung=
härtner Heſſen=Naſſau, Becker, der Leiter der Kreisgruppe
Gar=
kenbau, R. Schuck, der Vertreter der Vereinigung der
Junggärt=
ner und Berufsgärtner Mainz, Riedmann, und der
Junggärt=
vergruppe Worms, Mattern. Vom Reichsführer der Jung=
9ärtner, Noack, war ein Glückwunſchſchreiben eingegangen.
nationalſozialiſtiſch iſt. Von der Arbeit hier braucht man nicht zu
ſprechen, ſie ſpricht für ſich ſelbſt. Er beglückwünſchte den Verein
und die Junggärtner. Alle Arbeit in Deutſchland müßte und muß
ſinnlos ſein, wenn ſie nicht im großen Rahmen geſchieht, in
ſyſte=
matiſchem Denken und Aufbau. Früher fehlte die große Linie, die
einheitliche Straße, auf der ſich alle zuſammenfinden müſſen: die
Arbeiter der Fauſt und der Stirn. Unter der Syntheſe der
Ge=
neinſchaft muß alle Arbeit ſtehen. Dann erkämpfen wir die
Frei=
heit und glückliche Zukunft für unſer Volk und Vaterland. Heil
Hitler!
Nachdem der Kreisjunggärtnerführer den Inhalt der
Huldi=
gungstelegramme an den Führer und Reichskanzler, den
Reichs=
bauernführer und Landesbauernführer bekanntgegeben hatte,
brachte er ein dreifaches „Sieg=Heil” dem Führer aus, in das
be=
geiſtert, eingeſtimmt wurde. Das Horſt=Weſſel=Lied und das
Deutſchlandlied beſchloſſen den erſten Teil der offiziellen Feier.
Der zweite Teil trug humoriſtiſchen Charakter. Der
muſi=
kaliſche Clown „Bolli” (Hugo Walkenhorſt) zeigte ſeine luſtigen
Kunſtſtücke, er bot zum Teil ganz Neues und produzierte ſich vor
allem als hervorragender Muſikkünſtler auf den unglaublichſten
Inſtrumenten. Der Geſangverein Frohſinn=Harmonie brachte noch
einige ſchöne Chöre zum Vortrag. Mit einem Bauerntanz und
zwei luſtigen Einaktern „Hinz und Kunz vor Gericht” und „Die
verhängnisvolle Bank”, bei denen die Darſteller ihr Beſtes gaben,
war die Vortragsfolge beendet. — Bei Tanz und froher
Unterhal=
tung blieb man noch einige vergnügte Stunden zuſammen.
Die Blumenſchau im Orangeriegarten war auch am geſtrigem
Sonntag von beſtem Wetter begünſtigt. Es herrſchte geradezu
Maſſenandrang, es mögen ſchätzungsweiſe 14 000 Perſonen dieſe
wundervolle, ſehenswerte Schau beſucht haben. Ueberall hörte man
nur Worte hoher Anerkennung über das hier Gebotene und viele
Beſucher ſprachen die Abſicht aus die Blumenſchau heute und die
folgenden Tage nochmals aufzuſuchen. Unermüdlich konzertierte
in den Nachmittagsſtunden die Kapelle Weber unter perſönlicher
Leitung des Obermuſikmeiſters Weber und ſorgte ſo für reiche
und gern gehörte Abwechſelung in den Ruhepauſen, die ſich die
Beſucher zwiſchen der Beſichtigung all der verſchwenderiſch
gebote=
nen Blumenpracht gönnten.
Im Rahmen der großen Blumenſchau der Darmſtädter
Gärt=
nerſchaft veranſtaltet die NS.=Frauenſchaft am Dienstag, den 17.
September, nachmittags im Orangeriegarten ein
Großes Kinderfeſt
für die geſamte Darmſtädter Schuljugend. Das reichhaltige
Pro=
gramm wird unſeren Kleinen viele Ueberraſchungen und Freude
bringen. Die Loſung für Dienstag nachmittag:
Auf zu dem Kinderfeſt der NS.= Frauenſchaft zugunſten der
NS.=Volkswohlfahrt.
*6. Bergſträßer Winzerfeſt in Bensbeim.
II.
Der große Trachken Feikzug.
Das Volksfeſt der Beigſtraße.
Auch der zweite, der Hauptfeſttag des Bergſträßer
Winzer=
feſtes, war vom herrlichſten Wetter begünſtigt. Zwar wurde die
wie im Hochſommer ſtrahlende Sonne bald nach Mittag durch
dunkle Wolken, die ſich gewitterdrohend vom Rhein her
zuſammen=
ballten, verdrängt, aber es kam nicht zur Entladung, und die
un=
gezählten Tauſende blieben während des Feſtzuges und auch den
ganzen Sonntag über von bei einem Weinfeſt beſonders
ver=
pönten Naß, das von oben kommt, verſchont. Und der ganze
Verlauf des Hauptfeſttages läßt zur Gewißheit werden, daß das
Bergſträßer Winzerfeſt das Volksfeſt der Bergſtraße wird, ſoweit
es nicht ſchon iſt. Soviel Menſchen können Bensheims alte,
winklige Straßen gar nicht faſſen, wie zum Feſt erſchienen waren.
Und immer noch ſtrömten von allen Seiten zu Beginn des
Feſt=
zuges Tauſende in die Stadt. Zu Fuß und zu Rad und
Motor=
rad und — Auto in langen, langen Kolonnen. Und trotz dieſes
Zuſtroms war auch der Durchgangsverkehr nicht geſperrt. In
geradezu vorbildlicher Organiſation wurde der Verkehr aufrecht
erhalten und ſo geregelt, daß auch nicht die geringſte Stockung
eintrat und — was das wichtigſte iſt, keinerlei ernſter Unfall zu
verzeichnen war. SS. und SA. leiſteten der Berufspolizei
Hilfs=
dienſt. Und die Männer, die das Feſt in langen Wochen
vorberei=
tet haben und ſeine Durchführung meiſterhaft organiſierten, haben
Anrecht auf höchſtes Lob. Das ſind in weſentlichen —
erfah=
rungsgemäß liegt die Hauptarbeit ja immer auf den Schultern
weniger — die Herren Beig. Stoll, Stadtrechner Knapp und
Dipl.=Ing. Schmidt, der zu vielen künſtleriſchen und
dekorati=
ven Dingen Anregung und Entwürfe gab. Ihr ſtärkſtes
Ver=
dienſt war die vorbildliche Ruhe, in der der Trubel beherrſcht
wurde, und die Tatſache, daß ſie — beſcheiden im Hintergrund
blieben, in dem ſchönen Erfolg den beſten Lohn ihrer Mühen
ſehend. —
Schon vom frühen Vormittag an herrſchte reges Leben nicht
nur in den Straßen Bensheims, ſondern in der ganzen Bergſtraße.
Die Tauſende von Trachtenträger und Trägerinnen, die, wie ſchon
mitgeteilt, aus dem Schwarzwald im Sonderzug am Samstag
eingetroffen waren und die gaſtfrei von der Bürgerſchaft
Bens=
heims aufgenommen wurden, belebten die Straßen. Während des
ganzen Vormittags hielt der Zuzug an. Aus dem Odenwald und
aus Baden, Franken uſw. aus Oberheſſen und aus Darmſtadt
kamen Gruppen in den ſchönen heimatlichen Trachten. In
Laſt=
wagen kamen ſie und in Zügen. Alle Geſchäfte der Stadt, die
durch hübſche Dekorationen das Feſtkleid, verſchönern halfen,
waren den Sonntag über geöffnet, und früh ſchon begann der
Betrieb in den Wirtſchaften und auf den Feſtplätzen. Kaum ein
Haus, auch nicht in den winkeligen Altſtadtgäßchen, war ohne
Fahnen=, Girlanden= oder Blumenſchmuck. Ueberall trat deutlich
zutage, daß Bensheim ein ſchönes Feſt, im beſten Sinne
Volks=
feſt feiert.
Um die Stunde des Feſtzugsbeginns waren die Straßen
„ſchwarz vor Menſchen!” Bewundernswert, daß überhaupt noch
„Verkehr” möglich war.
Auf der Terraſſe des Hauſes Guntrum, gegenüber dem
wun=
derſchönen, in dieſem Frühjahr erſt angelegten neuen Kurpark am
Rodenſteiner Hof, nahmen die Ehrengäſte Platz. Miniſterialrat
Ringshauſen war erſchienen, und um ihn verſammelten ſich
mit dem Kreisdirektor und Bürgermeiſter die Vertreter der Stadt,
die Parteifunktionäre und viele andere. Mit nur ½ſtündiger
Verſpätung ſetzte ſich der
Feſtzug
in Bewegung, der im beſten Sinne des Wortes ein
Trachten=
feſtzug wurde. Ueber 1500 Trachtenträgerinnen und =träger
nahmen teil. Durchweg in echten alten Volkstrachten, zum Teil
wertvollſtes Familien=Erbgut, in hiſtoriſchen Uniformen uſw. uſw.
Nur einige wenige Feſtwagen wieſen engſte Beziehungen zum
Winzerfeſt auf. Berittene Polizei und Vorreiter in Tracht
bildeten die Spitze des Zuges. Ihnen folgte der Weinwagen der
Stadt Bensheim, gefolgt von Winzern und Winzerinnen,
ge=
ſchmückt mit Weinlaub und den Zeichen ihres Berufes. Die
Spitzenmuſik ſtellte die Freiwillige Feuerwehr Bensheim.
Die Trachtenträger eröffnete Oberheſſen. In dieſer
ſchö=
nen Gruppe ſah man Marburger, Katzenberger, Schwälmer,
Schlitzer= Hüttenberger=, Watzenborner= und Rhön=Trachten. Ein
buntes, ſchönes Bild. Feſtwagen des Verkehrs= und Kurvereins
Erbach, die Landſchaft Rheinfranken — Naſſau=Heſſen uſw.
folgten. Dann die ſchneidige Bürgerwehr Bensheim. Dem
Muſikzug des NS.=Arbeitsdienſtes Gruppe 255 folgte
die Gruppe Odenwald. An der Spitze der Burgfeſtausſchuß
Lindenfels dann Gruppen des Odenwaldklubs Bensheim und
Reichenbach in Odenwälder Tracht, der ſehr originelle Feſtwagen
„Odenwälder Spinnſtube” aus Zell bei Bensheim den wir ſchon
von Lindenfels her kannten, und dann — ebenfalls ſehr
origi=
nell — Alt=Weinheim. Die Heimatbühne Schönau bei
Heidel=
berg mit Volkstrachten aus dem Steinachtal beſchloſſen dieſe
Gruppe.
Ihr folgte eine zahlenmäßig ſehr ſtarke Gruppe
oberbaye=
riſcher Gebirgstrachten, geführt von der Muſikkapelle
der Oberbayern, die übrigens in der Bierhalle der ſtädt.
Turn=
halle glänzende Stimungsmuſik mit Schuhplatteln uſw. ſchuf. In
der Gebirgstrachtengruppe waren vertreten nach einem ſehr
hüb=
ſchen Feſtwagen des GTEV. „Alpengruß” Mannheim=Neckarſtadt,
auf dem fleißig gejodelt und geſchuhplattelt wurde: Volks= und
GTEV. „Almrauſch‟ Darmſtadt, GTEV. „D Gamskofler”
Frank=
furt, GTEV. „D Holzhacker” Ludwigshafen, Trachtenverein „
Berg=
lerburſchen” Mannheim=Neckarau, Heimat und Volkstrachtenverein
Frankenthal, Volkstrachtenverein „Edelweiß” Pforzheim, Verein
der Bayern. Ludwigsburg, Gebirgstrachtenverein „Almfrieden”
Mannheim=Sandhofen, Gebirgstrachtenverein „D Wendelſtoaner”
Ludwigshafen, Bayernverein „Edelweiß” Mundenheim (Pfalz),
GTEV. Stamm Sindelfingen (bayeriſche und ſchwäbiſche
Volks=
trachten), Landsmannſchaft der Schwaben 1895 Worms, Ulmer,
Ellwanger, Betzinger, Bayernverein Schramberg.
Sehr ſtark an Zahl und reich im Schmuck der Trachten und
beſonders des Kopfputzes war die Gruppe Schwarzwald.
Ge=
führt von eigenem Muſikkorps ebenfalls in Tracht, fielen in
die=
ſer Gruppe beſonders auf: Alt=Villingen, dann
Schwennin=
gen, Troſſingen, die betagte Frauen und Männer entſandt
hatten, die rüſtig, ſtolz und ſtramm im Zuge marſchierten, dann
auch Buchenberg und Weiler Fohrenbühl, die wahre
Kunſtbauten als Kopfſchmuck trugen, und der wundervolle, reiche,
buntfarben bewegte ſtolze Hochzeitszug, den
Langen=
ſchiltach zum Feſtzug ſtellte: Muſikanten,
Hochzeits=
lader, das Brautpaar und die Brauteltern und die
luſtigen, niedlichen, reichgeputzten Schappelmädele.
Im übrigen waren Schwarzwälder vertreten aus Schramberg
Bad Dürkheim. Weilersbach. Gutach (Trachtenmuſikverein), St.
Georgen. Hüfingen (Baar) und Waldkirch, das neben Trachten
auch Miliz in Uniform mit Trommlern geſandt hatte und die
Spitze der letzten Abteilung bildete, der Bürgerwehren und
Schützen In dieſer ſtolzen Gruppe fielen beſonders die
wohl=
beleibten Herren der Tübinger Stadtgarde zu Pferde auf Mit
ſchönen, reichen und kleidſamen Uniformen warteten außer
Wald=
kirch auf: Bürgerwehr Inſel Reichenau im Bodenſee, Bürgerwehr
Säckingen a. Oberrhein, Bürgermiliz Bad Peterstal,
Spielmanns=
zug (mit Volkstrachten), Zell am Harmersbach, Ober= und Unter=
Harmersbach, (Kavallerie, Miliz und Volkstrachten)
Bürger=
miliz Villingen mit Bürger=Kavallerie, Bürgerwehr Karlsruhe
(altbad. Grenadiere, Bürgerwehr, Feuerwehr), Hiſtoriſche
Schützen=
gilde Bretten mit Spielmannszug, Bürgerwehr Ettlingen mit
Muſikkapelle Bürgerwehr Ludwigsburg, Althiſtoriſche Bürgerwehr
Eßlingen, Katholiſche Kirchenmuſik, Stadtgarde Saulgau zu
Pferde.
Der Vorbeimarſch nahm über eine Stunde in Anſpruch. Dann
ergoß ſich der Strom der Teilnehmer und Beſucher in die
ver=
ſchiedenen Lokale und über den Vergnügungspark, der ſich
eigent=
lich über ganz Bensheim erſtreckte. Alles war überfüllt und
über=
all wurde getanzt. Wo nur Muſik erklang und ein Plätzchen
frei war.
Im Winzerdorf war nur mit Mühe Platz zu bekommen. Hier
fanden ſich in erſter Linie im Laufe des Nachmittags wieder die
Trachtenträger zuſammen, und die Trägerinnen waren
be=
gehrte Tanzpartnerinnen auch der ſtädtiſchen Männlichkeit, ſoweit
ſie in der Lage war, in guten ſchönen deutſchen Tänzen ihr
Mädel zu drehen. Der bekannte oberheſſiſche Heimatdichter Heß
aus Leihgeſtern führte hier auf dem Tanzpodium ſeine
oberheſſi=
ſchen Gruppen vor in Geſang, Spiel und Tanz und pries dazu in
eigener Dichtung gutes altes deutſches Volkstum.
Wie der Feſttag ausklang! Ich weiß es nicht.
Wahrſchein=
lich leitete der Ausklang aber über zur Fortſetzung am Montag.
Jedenfalls zeigte der gute Bergſträßer ſeine Wirkung. Stimmung
überall!
M. St.
Der Polizeibericht.
—Wer iſt der Finder? Am Dienstag, dem 4. Sept. 1934,
verlor ein Mädchen in der Rheinſtraße vor der Hauptpoſt eine
Damenſtrickjacke. Der Finder dieſer Jacke wurde von Paſſanten
beobachtet, wie er die Jacke in ſeine Aktentaſche ſteckte. Er wird
darauf aufmerkſam gemacht, die gefundene Jacke ſofort auf dem
Fundbüro der Polizeidirektion abzuliefern, andernfalls ein
Straf=
verfahren gegen ihn eingeleitet werden muß.
Achtung! Reparaturwerkſtätten. Wo wurde Ende Auguſt
1934 ein kleiner, grauer Perſonenkraftwagen, vermutlich Dixi, in
Reparatur gegeben, an dem die Windſchutzſcheibe oder auch die
Lampen zertrümmert waren? Mitteilungen, die vertraulich
be=
handelt werden, erbittet die Kriminalpolizei, Hügelſtr. 31/33,
Zimmer 293.
Der Kohlenfuhrmann, der am 24. Auguſt 1934, gegen 13 Uhr,
mit ſeinem Fuhrwerk 2 leere Kaſtenwagen, mit einem braunen
Pferd beſpannt, durch die Bismarckſtraße nach Richtung
Güter=
bahnhof fuhr wird dringend erſucht, ſich umgehend auf der
Krimi=
nalſpolizei, Hügelſtr. 31/33, Zimmer 29a, zu melden.
Fahrraddiebſtähle in Darmſtadt. Vom 22. bis 24. 8. aus dem
Fahrradſtänder im Vorderhof der Techniſchen Hochſchule,
Alexan=
derſtraße 22, ein Herrenfahrrad, Marke Adler, mit der
Fabrik=
nummer 394 124; am 27. 8 1934 vor dem Hauſe Frankfurter
Straße 19 ein Herrenfahrrad, Marke Preſto, Fabriknummer
un=
bekannt; am 29. 8. 1934, bzw. vom 28 bis 29. 8. 1934 aus dem
Vorkeller des Hauſes Otto=Wolfskehl=Straße 30 ein
Damenfahr=
rad, Marke Opel, mit der Fabriknummer 15 783; am 29. 8. 1934
aus der Gärnerei Vetter in der Weiterſtädter Straße ein
Herren=
fahrrad. Marke und Fabriknummer unbekannt; am 31. 8 1934
aus der Torhalle des Stadthauſes in der Rheinſtraße 18/20 ein
Herrenfahrrad, Marke Viktoria, Fabriknummer 1240942; am
4. 9. 1934 aus dem Hauseingang der Kranichſteiner Straße 59 ein
Damenfahrrad, Marke Romanus. Fabriknummer unbekannt; am
6. 9. 1934 aus dem Hauſe Pankratiusſtraße 44 ein
Herrenfahr=
rad. Marke und Fabriknummer unbekannt; am 6. 9. 1934 vor
dem Hauſe Mühlſtr. 37 ein Herrenfahrrad. Marke Mifa,
Fabrik=
nummer unbekannt; am 7. 9. 1934 vor dem Hauſe Beſſunger
Straße 196 ein Damenfahrrad. Marke Preſto, Fabriknummer
467 258; am 8. 9. 1934 aus dem Hofe des Hauſes Liebigſtraße 61
ein Herrenfahrrad, Marke Bismarck, Fabriknummer 1100) an
deſſen Stelle wurde ein Damenfahrrad, Marke Sirus abgeſtellt;
am 8 9. 1934 vor dem Hauſe Ludwigſtraße 12 ein
Herrenfahr=
rad, Marke Diamant, Fabriknummer 305 802; am 8. 9. 1934 vor
der Hauptpoſt in der Rheinſtraße ein Damenfahrrad, Marke
Mamuth, Fabriknummer 135 953; am 10. 9. 1934 vor dem
Ar=
beitsamt in der Mornewegſtraße 77 ein Herrenfahrrad. Marke
Gütting, Fabriknummer 197 992.
Ab, Alzey (Rhh.), 15. Sept. Tragiſcher Tod. Im
Kreis=
krankenhaus Alzey verſchied Valentin Diehl aus Bechtolsheim an
den Folgen eines tragiſchen Unfalles. Diehl hatte beim Füllen
eines Laſtwagentanks eine brennende Petroleumlampe in
unmit=
telbarer Nähe aufgeſtellt. Die entweichenden Benzindämpfe haben
ſich an der Flammen entzündet, wodurch eine Stichflamme
ent=
ſtand, die Diehl im Geſicht, an den Händen und an den Beinen
ſchwer verletzte. Die Brandwunden führten zu einer
Blutvergif=
tung, die den Tod des Mannes zur Folge hatte.
gg
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Auslaud und Heſſiſche Nachrichten: MarStreeſe; für den Schlußdienſt: J. V., Kark
Böhmann; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport: Karl
Böhmann=
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſümtlich in Darmſtadt=
D. A. V1T. 84. 22415. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
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Am Sonntag, den 16. September 1934,
entſchlief ſanft nach langem, ſchwerem
Leiden unſere treuſorgende und
herzens=
gute Mutter
Frau
Oipl.=Ing. Hermann Cunz
Trude Pieper, geb. Cunz
Elfriede Cunz, geb. Ogenzer
Dr. Hartmann Pieper.
Darmſtadt, Friedrichſtraße 34.
Großtraftwerk Finkenheerd b. Frankfurt/oder.
Das Seelenamt wird am Dienstag, den
18. September, vormittags ½7 Uhr, in
St. Fidelis abgehalten.
Die Einſegnung erfolgt am Dienstag
Nachmittag 3 Uhr in der Kapelle des
Stadtkrankenhauſes.
Die Beiſetzung findet am Mittwoch in
Wiesbaden ſtatt.
Beileidsbeſuche dankend verbeten.
(9747
Während meiner
Abwesen-
heit bls 1.Oktoberwerden
mich vertreten die Herren:
Dr. Otto Gros, Heinrichstr. 49,
Dr. Hammer, Karlsstr. 95,
Dr. Hof, Gervinusstr. 46½,
Dr. Nahm,Heidelbergerstr. 83
Dr. Wagner, Annastr. 3.
Pr. Begen
Wßc
Zurück!
Dr. Koepke
Facharzt für innere
Krankheiten
Todes=Anzeige.
Goit der Allmächtige haf meinen lieben
Mann, unſeren guten Vater, Bruder,
Schwager und Schwiegerſohn
Hermann Schäfer
am Donnerstag, den 13. September,
vor=
mittags 10½ Uhr, im Alter von 56 Jahren
von ſeinem ſchweren, mit großer Geduld
ertragenem Leiden durch einen raſchen Tod
erlöſt.
In tiefer Trauer:
Frau Anna Schäfer Ww. geb. Lutz
und Kinder nebſt Angehörigen.
Darmſtadt, Berlin, den 17. September 1934.
Nieder=Ramſtädterſtr. 50.
Die Beerdigung fand auf Wunſch des Ver=
(9745
ſtorbenen in aller Stille ſkatt.
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Schwachen Männern
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Feierlichkeiten des Reichspräsidenten
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Dankſagung.
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Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
beim Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen
Hermann Schäfer
ſagen wir allen herzlichen Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Kornmann für die
troſtreichen Worte am Grabe, der
Kranlen=
ſchweſter für ihre liebevolle Pflege, der Firma
Röhm 8 Haas für ihre Kranzniederlegung,
ſowie für die zahlreichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden und allen denen, die ihm die letzte
Ehre erwieſen haben.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Frau Anna Schäfer Ww.
und Kinder.