Einzelnummer 10 Pfennigé
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 236 Sonntag, den 16. September 1934.
196. Jahrgang
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Wochenbilanz des Völkerbundes.
* Kampf um den Einkrikk der Ruſſen vor dem Abſchluß. — Polens Kündigung des Minderheitenſchuhes.
Deſterreichs „Neukraliſierung” in Wehen. — Verſchärfung der jugoſlawiſch=ikalieniſchen Spannung.
Die Beſtürzung wird aber doch nicht verhüllt. Allerdings ließ
Plomätiſcher wierwarr am Genſer Zee Polens Haltung in der Vergangenheit die Zurückweiſung der in=
* Die Genfer Tagung des Völkerbundes ſollte nach dem Willen
r maßgebenden Weſtmächte die Neuorientierung des
euro=
gesl liſchen Raumes einleiten und durch den Zutritt, Rußlands das
auch auf 2 ung auf die unfreundliche Haltung, die in der letzten Zeit die
bei en
igoſlawiſche Preſſe Italien gegenüber eingenommen habe. Der
S I0 Litz iſt dabei, daß nun wieder die italieniſche Bevölkerung davon
aus ohne
hl. Annah ollkommen überraſcht iſt, denn die italieniſche Preſſe hatte bis=
Verlangenl er von dieſen Angriffen der Jugoſlawen ſo gut wie keine Notiz
eines Katzl ehmen dürfen, eben, um die diplomatiſche Annäherung nicht zu
Nr. M ören. Schließlich denken wir noch an den unfreundlichen
Bl. mpfang, der eben erſt Marſchall. Balbo in Spalata bereitet
urde. Jedenfalls kommt dieſe plötzliche Schwenkung Muſſolinis
moch lit der neuen ſcharfen Drehung gegen Jugoſlawien ziemlich über=
MMüA aſchend. Vielleicht geht es zu weit, hieraus eine italieniſche
lursänderung abzuleiten, ſehr viel näher liegt es, in ihr nur
ien i. en Ausfluß der Unſicherheit zu ſehen, die über der ganzen
ita=
rüng. eniſchen Politik lagert, ſeit Muſſolini den Kurs des Ausgleichs
ickſtraße
mric it Frankreich unternommen hat.
mponierte Anſehen des Völkerbundes wiederherſtellen, um die
Fefahren zu beſchwören, die aus dem Fernbleiben der
Vereinig=
n Staaten und dem Ausſcheiden Japans und Deutſchlands für
n Beſtand der Genfer Einrichtung als Folge ihrer rein
negati=
hiehef n Politik entſtehen mußten. Bisher iſt aber von einer ſolchen
onſolidierung nichts zu merken, eher das Gegenteil.
Der Kampf um den Eintritt Rußlands iſt wohl ſo gut wie
9Bfgeſchloſſen, aber der Einzug der Abgeſandten der
Kommuniſti=
ſen Partei Moskaus hat ſich doch unter ſolchen Schwierigkeiten
illzogen, daß zunächſt die Verärgerung größer iſt als die Freude.
klöllem übrigen aber gehen die Dinge ſo erſtaunlich durcheinander,
Fel, 20f iß nachgerade kaum ein Menſch ſich mehr zurechtfindet.
ungen. 1. Der ſchwere Angriff Polens auf den Minderheitenſchutz iſt
indeſtens in ſeiner Wirkung gegen Frankreich gerichtet und
inn in ſeiner Fortſetzung eine Art Palaſtrevolution der Kleinen
gen die Großen einleiten. Jedenfalls ſind die Stimmen aus
olen alles andere als nachgiebig, wie das die Vertreter der
roßmächte mit ihren Freitag=Reden erreichen wollten.
Die „Neutraliſierung” Oeſterreichs liegt in ſchweren Wehen
L,
Hintergrund, ohne daß ſich vorläufig aus den einander
wider=
rechenden Einzelmitteilungen der Intereſſierten ein klares Bild
— winnen läßt,
Die Verſtändigung zwiſchen Italien und Frankreich aber er=
BELI bt an der Donau Möglichkeiten einer Annäherung zwiſchen
Ita=
en und der Kleinen Entente, wenn auch nur aus der
gegen=
itigen Angſt heraus, daß durch die Aufrollung des öſterreichi=
31. ſen Problems die Gegenſätze unüberbrückbar würden. Die
leine Entente iſt ſogar ſchon ſoweit gegangen, in einer
öffent=
chen Erklärung ihre Befriedigung über die Annäherung
zwi=
ahl hen Frankreich und Italien feſtzuſtellen und daran die Hoffnung
mogelſe uf engere Beziehungen zwiſchen Italien und der Kleinen
ntente zu knüpfen, „die von jenen Geſichtspunkten aus wün=
Beratung henswert ſeien”. Hier ſcheint alſo etwas Neues im Werden.
Zur gleichen Stunde aber, wo die Kleine Entente dieſen
Be=
hluß faßte, erließ, wie ſchon mitgeteilt, der Duce den Befehl,
ſonach die italieniſche Delegation, die zur Tagung der
Inter=
chin
ationalen Konferenz nach Belgrad bereits bis Venedig gereiſt
eu, Rſ.11 ar, ſofort zurückzukehren habe, unter der ausdrücklichen Beru=
an
eigangen.
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Skändiger Raksſik zuerkannk.
EP. Genf, 15. September.
Am heutigen Samstag fand keine Vollverſammlung des
fgeforß Völkerbundes ſtatt. Es tagten lediglich einige Ausſchüſſe, deren
nd längſt (rbeiten kein beſonderes Intereſſe boten. Die Einladung an die
bei 7 kuſſen iſt heute mittag von 33 Mitgliedsſtaaten des
Völkerbun=
mbergkl es unterzeichnet und an Litwinow übermittelt worden.
Nach=
gskuleſt) em die ruſſiſche Antwort eingetroffen war, hat ſich der
Völker=
undsrat heute abend zu einer Geheimſitzung verſammelt. Nach
öchluß der Geheimſitzung teilte der franzöſiſche Außenminiſter
Zarthou mit, daß ſich der Rat mit drei Texten beſchäftigt habe;
Wie
ußerdem habe der Rat einen tatſächlichen Beſchluß gefaßt, bei
/½ em ſich drei Mitglieder der Stimme enthalten hätten.
Zu dieſer Erklärung Barthous erfährt man, daß es ſich bei
VI
Seröis ſen drei Texten um die Einladung der Mitglieder der
Völker=
ſundsverſammlung an Rußland, um ein Telegramm der vier
Aaoe
gees kandinaviſchen Länder an Moskau, ſowie um die ruſſiſche
Ant=
nder
g.mh.Kvort auf die Einladung handelt.
Der tatſächliche Beſchluß, den der Völkerbundsrat heute abend
y.k00 *
tig Dauns jefaßt hat, beſteht darin, daß er den ſtändigen ruſſiſchen Ratsſitz
394. jeſchaffen hat. Die drei Staaten Argentinien, Portugal und
Pa=
iama haben ſich der Stimme hierbei enthalten, womit die
Ein=
timmigkeit im Rat gewahrt wurde.
Am Montag wird die Völkerbundsverſammlung mit der
ruſſi=
ſchen Kandidatur befaßt werden und am Dienstag oder Mittwoch
die Aufnahme der Ruſſen in den Völkerbund ſtattfinden.
*
Eine Schlappe des Qugi d Orſay.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 15. September.
Der polniſche Vorſtoß in Genf hat hier einen äußerſt
pein=
lichen Eindruck hervorgerufen; die Stimmung in Paris iſt noch
Diel ſchlimmer, als man offen zugibt — man möchte nämlich das
anzöſiſch=polniſche Verhältnis nicht weiter belaſten.
ternationalen Kontrolle in den Minderheitenfragen vorausahnen.
Hat doch Warſchau immer die Forderung vertreten, daß ein für
alle Mächte gültiges Minderheitenrecht geſchaffen werden ſoll.
Auch war vorauszuſehen, daß Polen den Einzug Rußlands in Genf
nicht abwarten kann, ohne die eigene Poſition im voraus zu
feſti=
gen. Hier in Paris beklagt man aber, daß Polen ohne ſich vorher
mit Frankreich ins Einverſtändnis zu ſetzen, vorging und einen
internationalen Vertrag einſeitig kündigte. Darüber hinaus hat
die franzöſiſche Außenpolitik in Genf vor aller Oeffentlichkeit von
polniſcher Seite einen ſchweren Schlag erhalten, und zwar in einem
beſonders heiklen Augenblick.
Dem Weſen nach wird Polens Vorgehen von vielen Seiten
als verſtändlich angeſehen. Frankreich hat jedoch in den
Minderheitenfragen immer nur eine Störung
geſehen. Aber im Augenblick kommt es nicht auf
die Minderheiten an.
Den Friedensverträgen und dem
Völker=
bung wurde ein ſchwerer Schlag verſetzt. Es iſt
voll=
kommen eitel, den juriſtiſchen Teil der Probleme zu unterſuchen;
Europa wurde nach dem Weltkrieg in eine unhaltbare Situation
hineingezwängt. Da jede Entwicklungs= und
Revi=
ſionsmöglichkeit — die ja ſelbſt inden Verträgen
vorgeſehen war — von Frankreich ſyſtematiſch
hintertrieben wurde, geht die Entwicklung
ſprunghaft vor, ohne Rückſicht auf die
geſchrie=
benen Texte.
In Pariſer politiſchen Kreiſen denkt man im Augenblick
aller=
dings nicht an dieſe prinzipiellen Erwägungen. Man denkt nur
daran, daß das, was in Genf geſchah, bereits einer
außenpoliti=
ſchen Niederlage für Frankreich gleichkommt, daß Barthous
Außen=
politik zu Folgen führt, die man nicht überblicken kann.
Der Oſtpakt iſt geſcheitert, der Völkerbund hat eine
Ernied=
rigung erlitten, die von einigen franzöſiſchen Blättern an
Bedeu=
tung mit dem Austritt Deutſchlands gleichgeſetzt wird. Das ſind
keine Ergebniſſe, auf die man am Quai dOrſay ſtolz ſein kann.
Die franzöſiſche öffentliche Meinung iſt zu gut diſzipliniert, um
dies auszuſprechen. Aber man gibt ſich darüber Rechenſchaft.
Barthous Politik ruiniert das franzöſiſche
Bündnisſyſtem und erſchüttert die Grundlagen
des Völkerbundes. Was dafür eingetauſcht wird,
iſt mehr als zweifelhaft. Es ginge noch, wenn er nicht
die Befeſtigung der Bündnispolitik und die Erhaltung des
Status quo in Europa in ſeinem Programm aufgeführt hätte. Es
iſt charakteriſtiſch, daß die Rechtsparteien, die ihn immer
unter=
ſtützten, ſich darüber noch aufgeregter zeigen als die linksſtehende
Oppoſition.
* Wüſte Deukſchenhehe der Likauer.
Beſtellie Arbeik zur Anwendung rückſichlsloſer
Biukalikäk gegen die Memeldeukſchen.
Wir haben bereits mitgeteilt, daß die litauiſchen Vorpoſten
im Memelgebiet auch die letzten Hemmungen verloren haben
im Terror gegen die unerwünſchten Memelländer, Sie ſteuern
mit vollen Segeln auf deren Vernichtung los und wollen die
deutſche Bevölkerung des geraubten Memelgebietes in die Knie
zwingen. Mit welch verabſcheuungswürdigen Mitteln dabei zu
Werke gegangen wird, zeigt der geſtern ſchon ſkizzierte Vorgang.
Eine Blumenanlage vor einem litauiſchen Freiheitsdenkmal iſt
kürzlich von unbekannter Hand beſchädigt worden. Nun ſetzt
eine konzentriſche Hetze gegen das Deutſchtum
ein, die ſich bis zur Aufpeitſchung der
niedrig=
ſten Inſtinkte ſteigert. In einer von Litauern
abgehal=
tenen Verſammlung wurde mit geradezu blutrünſtigen
Aus=
drücken das Litauertum gegen die Memelländer aufgeputſcht.
Von dieſer maßloſen Verhetzung bis zu
Gewali=
akten iſt kein weiter Weg. Wir haben in der
Vergangen=
heit genug Erfahrungen ſammeln können, um zu wiſſen, was
es bedeutet, wenn man in dieſer Weiſe verfährt und
Ausſchrei=
tungen aller Art den Boden ebnet.
Die Memelländer, aber müſſen ſich das alles
gefallen laſſen, obwohl ihnen feierliche
Zu=
ſicherungen durch vier Großmächte gegeben
wor=
den ſind, daß man ſie ſchützen werde. Aber von
dieſen Verſprechen wollen die Garantiemächte der
Memelkonven=
tion, nichts wiſſen, obwohl England, Frankreich und
Italien eben erſt in Genf die Polen an die „Heiligkeit
der Verträge und der gegebenen Unterſchriften”
erinnert haben. Sie laſſen den Dingen freien Lauf und
werden ſich über die Folgen dieſer Politik nicht zu wundern
brauchen.
Da die Litauer aber keinen Anlaß finden, um gegen die
lohale Bevölkerung im Memelgebiet ſtichhaltige Anklagen
er=
heben zu können, mußte ein „Unbekannter” ein Blumenbeet vor
einem litauiſchen Denkmal zerſtören. Das war der Anlaß, daß
man zwei Memelländer Bürger ins Gefängnis warf, um ſo
die Aufreizung zur nackten Brutalität einigermaßen bemänteln
zu können. Alles echt litauiſch!
Die amerikaniſchen Transporkarbeiker ſollen helfen.
Der Streikausſchuß der Textilarbeiter hat den
Transport=
arbeitern in den Vereinigten Staaten Weiſung erteilt, keinerlei
Textilwaren mehr zu verladen oder zum Verſand zu bringen.
Auf dieſe Weiſe hofft man, die Arbeit in den noch geöffneten
Fabriken lahmzulegen und die Einfuhr von Textilwaren aus
dem Ausland zu verhindern.
*Die Woche.
Ein einheitlicher Wille regiert in Deutſchland; die
Nürn=
berger Tage haben es zu großartigem Ausdruck gebracht. Es
waren nicht nur Feierſtunden für die Beteiligten, ſondern es
war eine grandioſe Kundgebung für die ganze Welt, eine
Kund=
gebung nationalen Willens, nationaler Entſchloſſenheit. Und
darin liegt in erſter Linie die politiſche Bedeutung des
Nürnberger Parteitages von 1934, in einem Augenblick, in dem
die großen Schickſalsfragen des deutſchen Volkes aufgerollt, in
dem in den diplomatiſchen Kanzleien der Großmächte über das
zukünftige Schickſal unſeres Erdteils verhandelt und geſtritten
wird. Wir haben in trüben Jahren nur zu oft erfahren, was
es für ein Volk bedeutet, wenn in den Monaten der
Entſchei=
dung innere Geſchloſſenheit und tatkräftige Führung fehlt. Wir
haben den ſeeliſchen Zuſammenbruch unſeres Volkes im Jahre
1918 erlebt, wir haben es in den darauffolgenden Jahren mehr
wie einmal erleben müſſen, daß im entſcheidenden Augenblick
jene innere Geſchloſſenheit fehlte, welche die Vorausſetzung iſt
für jedes tatkräftige Handeln. Geſchaffen iſt jetzt dieſe
Voraus=
ſetzung. Hinter dem Führer ſteht das geſamte deutſche Voik,
mit ihm entſchloſſen zum Einſatz für die Lebensintereſſen des
Reiches. Daß dem ſo iſt, wir können es gar nicht hoch genug
einſchätzen, bei dem ſchweren Ernſt der Lage, in der ſich die
euro=
päiſche Welt befindet. Ueber dieſen Ernſt gibt ſich niemand
Illuſionen hin. Politiſche und wirtſchaftliche Fragen erſter
Ord=
nung, die alle Völker unſeres Erdteils berühren, ſind ungelöſt,
ſcheinen im Augenblick, da im Glaspalaſt zu Genf der
Völker=
bund wieder einmal tagt, ihrer Löſung ferner zu ſein, denn je.
Es war das offenſichtliche Bemühen der franzöſiſchen
Diplomatie, das durch den Austritt Japans und Deutſchlands
ſchwer lädierte Anſehen der zu Verſailles geſchaffenen Inſtitution,
gelegentlich der diesmaligen Tagung im neuen Glanze erſtehen
zu laſſen. Der Eintritt der Sowjets ſoll den Austritt des
Deutſchen Reiches wieder ausgleichen, er ſollte nach der
Auf=
faſſung des Quai dOrſay Frankreichs Stellung in Genf
aber=
mals verſtärken, er ſollte auch den brüchig gewordenen Ring um
Deutſchland wieder ſchließen. Gewiß, man wird die
Ehrenpfor=
ten, die man für den Einzug der Bolſchewiſten bereits errichret,
nicht wieder abzureißen brauchen. Man darf wohl damit rechnen,
daß Herr Litwinow ſchon in Kürze in den Genfer Völkerbund
einziehen wird, den Völkerbund, den einſt Lenin die
Raub=
organiſation der kapitaliſtiſchen Mächte nannte. Man iſt in
Moskau anpaſſungsfähiger, geſchmeidiger hinſichtlich der
politi=
ſchen Methoden geworden. Wenn man glaubt, dem unverrückbar
feſtſtehenden Ziel des Bolſchewismus dadurch näher zu kommen,
tritt man eben auch unbedenklich in den Völkerbund ein und
man kann das um ſo eher, als ja die Moskauer Machthaber,
ſchon mehr wie einmal, der Welt verkündet haben, daß ſie ſich
durch Verträge mit kapitaliſtiſchen Staaten immer nur ſo lange
gebunden fühlen, als es ihnen paßt. Das große Schauſtück Herrn
Barthous, der Einzug der Sowjets in den Völkerbund, wird
alſo über die Bühne gehen. Aber in den Freudenbecher ſind doch
einige Wermutstropfen ſchon jetzt gefallen. Der polniſche
Vor=
ſtoß in der Frage des Minderheitenſchutzes kam ſo überraſchend,
daß er nicht nur eine allgemeine Verblüffung, ſondern deutlich
ſpürbar auch ziemliches Entſetzen bei den
Völkerbundsdele=
gationen einiger Mächte auslöſte.
Am gleichen Tage wie das Verſailler Diktat wurde einſt
auch der Vertrag zum Schutze der Minderheiten unterzeichnet,
der durch die ungeheuerlichen Grenzziehungen in Oſt= und
Südoſt=Europa zwar zu einer moraliſchen Notwendigkeit
gewor=
den war, der aber z. T. ſehr wenig durchdacht zum anderen
Teil dadurch, daß ſich die Großmächte in der Hauptſache von
vornherein ſelbſt ausſchalteten, zu einer Farce wurde. Die
da=
mals in Paris verſammelten Staatsmänner der Siegermächte
hatten wohl ſelbſt das Gefühl, daß die mit dem Vertrag zum
Schutze der Minderheit aufgerichtete Kuliſſe etwas durchſichtig
wäre und ſo übertrug man dem neu geſchaffenen Völkerbund die
Garantie des Minderheiten=Schutzvertrages, und der Völkerbund
ſelbſt ſchuf ſich bald einen beſonderen Apparat in deſſen
Mittel=
punkt das ſogenannte Dreierkomitee ſteht. Allen
Vertragsteil=
nehmern wurde die Pflicht auferlegt, „die Rechte der völkiſchen,
ſprachlichen und religiöſen Minderheiten” zu wahren. Als
be=
ſonderes Merkmal der Minderheit ſollte Abſtimmung, Sitte,
Bräuche, Sprache und beſondere Eigenarten des Volkstums
gel=
ten. Alle Angehörigen der Minderheiten ſind auf Grund des
Schutzvertrages den Bürgern des Gaſtſtaates in jeder Beziehung
gleichgeſtellt. Ausdrücklich wurde damals von den alliierten
Hauptmächten feſtgeſtellt, daß die weſentliche Neuerung
gegen=
über der Vergangenheit darin liege, daß von nun an die
Minderheitenbeſtimmungen unter die internationale Garantie
des Völkerbundes geſtellt würden. Ausdrücklich erkannten ſie als
ihre unabweisbare Verpflichtung an, in dauerhafteſter und
feier=
lichſter Form die Garantie für die weſentlichſten Rechte
ſicher=
zuſtellen, die den Bewohnern der abgetretenen Gebiete den
not=
wendigen Schutz zu Teil werden laſſen. Der ſogenannte
Titoni=
bericht des Jahres 1920 legte den Beſchluß feſt, durch den der
Völkerbund die Garantie für die Minderheitenverträge
über=
nahm und feierlich wurde feſtgeſtellt, daß es der Zweck der
Garantie ſei, die Beſtimmungen der Verträge unantaſtbar zu
machen und ihre dauerhafte Ausführung ſicherzuſtellen. Wir
haben in Deutſchland im Laufe der Jahre uns nur zu oft mir
der praktiſchen Auslegung des Minderheiten=Schutzvertrages bei
verſchiedenen Völkern befaſſen müſſen. Immerhin war,
wenig=
ſtens theoretiſch, dieſer Vertrag ein Ergänzungsſtück zu den
Be=
ſtimmungen des Verſailler Vertrages über die territorialen
Fragen im Oſten. Die wenigen geſchichtlichen Erinnerungen
illuſtrieren am deutlichſten die Bedeutung des jetzigen Schrittes
Polens. Außer Zweifel ſteht, daß er in unmittelbarem
Zuſam=
menhang ſteht mit der Haltung Rußlands den auf dem Gebiet
der Sowjets lebenden Minderheiten gegenüber, desſelben
Ruß=
land, das jetzt in den Völkerbund aufgenommen werden ſoll.
Es ſteht im Augenblick noch nicht feſt, wie die
Verlegenheits=
löſung ausſehen wird, um die man ſich z. Zt. in Genf emſig
bemüht. Weſentlich iſt und bleibt, daß ſich auch bei dieſer
Ge=
legenheit wieder einmal die ganze Hilfloſigkeit des Genfer
Bundes den großen politiſchen Problemen der Gegenwart
gegen=
über in bengaliſcher Beleuchtung gezeigt hat. Als der
Völker=
bund gegründet wurde, gab es Phantaſten, die glaubten, daß er
ein Inſtrument des Völkerfriedens werden könnte. Die Väter
Seite 2 — Nr. 256
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 16. September 1934
des Gedankens ſahen die Dinge weſentlich nüchterner. Für den
greiſen Tiger Clemenceau und ſeine Freunde war die societé
des Nations vom erſten Augenblick an nur ein machtpolitiſches
Inſtrument, das den ſogenannten Siegermächten die Früchte
hres Sieges für alle Zeiten garantieren ſollte. Ueber ein
Jahr=
zehnt war denn auch der Völkerbund ein gefügiges Werkzeug der
franzöſiſchen Politik, zum mindeſten in allen europäiſchen
Fra=
gen. Allzu häuſiger Gebrauch hat auch dieſes Inſtrument
all=
mählich abgenützt. Je mehr ſich die Zeiten änderten, um ſo öfter
trat, trotz allen diplomatiſchen Geſchickes, das völlige Verſagen
in allen großen Fragen in Erſcheinung. Als man ſich nach
langem Hin und Her in der oſtaſiatiſchen Frage ſchließlich zu
einer matten Entſchließung aufraffte, kehrten die Japaner dem
Völkerbund den Rücken und kümmerten ſich nicht weiter um
ihn. Als am 14. Oktober 1933 das deutſche Reich aus den
Ver=
handlungen der Rüſtungskonferenz die Folgen zog, und
Ab=
rüſtungskonferenz und Völkerbund verließ, verlor die Genfer
Einrichtung den letzten Reſt von Anſehen, den ſie vielleicht noch
hier und da in der Welt beſaß. Der Einzug der Bolſchewiken
unter franzöſiſchen Jubelfanfaren ſoll neuen Glanz über Genf
ausgießen. Auch die geſchickteſte Regie vermag nicht ganz das
lebhafte Unbehagen zu verdecken, das in faſt allen Ländern der
abendländiſchen Ziviliſation bei dieſem Schauſpiel entſtanden iſt.
Wir haben in Deutſchland wahrlich keine Veranlaſſung, uns
über Preſtigefragen des Völkerbundes den Kopf zu zerbrechen. Für
uns ſind lediglich die Ziele von Bedeutung, die Herr Barthou
mit ſeinen Regiekunſtſtücken verfolgt. Und wenn man den
Ein=
druck gewinnt, daß all das tätige Getriebe in den Kanzleien
der europäiſchen Diplomatie ganz gewiß nicht geeignet iſt, uns
einer Löſung der ſchwierigen politiſchen und wirtſchaftlichen
Fragen, die unſeren Erdteil nicht zur Ruhe kommen laſſen,
auch nicht einen Schritt näher bringt, ſo kann das vom
deut=
ſchen Standpunkt aus nur auf das Tiefſte bedauert werden.
„Auch heute und vor Ihnen, meine Herren Vertreter der fremden
Staaten, erkläre ich, daß es das unverrückbare Ziel meiner
Politik iſt, Deutſchland zu einem feſten Hort des Friedens zu
machen. Nicht Macht und Gewalt ſollen die Beziehungen unter
den Völkern beſtimmen, ſondern der Geiſt der Gleichberechtigung,
ſowie die Achtung vor der Arbeit und Leiſtung eines jeden
anderen Volkes.‟ Dieſe Worte, die der Führer des deutſchen
Volkes bei dem feierlichen Empfang des diplomatiſchen Korps
am Mittwoch den in Berlin beglaubigten Botſchaftern und
Ge=
ſandten der fremden Mächte zurief, ſind ein Bekenntnis und
eine Mahnung. Möge dieſe Mahnung in der ganzen Welt richtig
verſtanden werden!
M.
Die Machenſchaften
Ur Amerkäntſchen Kaftangsägenten
gegen ein Waffenausfuhrverbok.
DNB. Waſhington, 15. September.
In der weiteren Verhandlung des Unterſuchungsausſchuſſes
für die Rüſtungsinduſtrie kamen die Machenſchaften von Agenten
zur Sprache, die gegen ein Waffenausfuhrverbot gerichtet waren.
So ergab ein Verhör, daß ein Agent der Dupont=Nemours C.
vorgeſchlagen hatte, ein Offizier der Landſtreitkräfte möge mit
Staatsſekretär Hull eine Entſchließung beſprechen, die zu der
gegenwärtig ſtattfindenden Unterſuchung in der Rüſtungsinduſtrie
führen ſollte. Ins Protokoll aufgenommene Berichte eines
Agen=
ten von Dupont behandelten Geſpräche, die dieſer mit einem
Marinebeamten über eine Entſchließung zugunſten eines
Waffen=
ausfuhrverbotes geführt hatte. Aus dieſen Berichten geht auch
hervor, daß der Agent bemüht war, eine Oppoſition im
Repräſen=
tantenhauſe gegen das Waffenausfuhrverbot zuſtande zu bringen.
In einem im Jahre 1932 geſchriebenen Brief teilt der Agent
Du=
ponts einem Freunde mit, er glaube, daß kein Grund zu einer
Beunruhigung bezüglich eines Waffenausfuhrverbotes beſtünde.
Bei der erwähnten Entſchließung zugunſten eines
Waffenausfuhr=
verbotes handelt es ſich offenbar um eine von Senator Borah auf
Erſuchen des Präſidenten Hoover eingebrachte Entſchließung.
Während der weiteren Verhandlung kam es zu einem
leb=
haften Wortgefecht zwiſchen Senator Bone und Irenée Dupont.
Letzterer erklärte, eine Verſtaatlichung der Rüſtungsinduſtrien
wüirde ein großer Fehler ſein, da ſie dann nicht ſo leiſtungsfähig
ſein würden. Bone widerſprach dieſer Auffaſſung. Er erklärte:
Anſcheinend glauben Sie, die Duponts hätten verhindert, daß die
Vereinigten Staaten zu einer deutſchen Provinz wurden. Dupont
entgegnete: Ich glaube, wir hatten viel damit zu tun. Hätten wir
nicht nach Frankreich Pulver geſchickt, ſo wäre Frankreich beſiegt
worden und Deutſchland hätte auch England erobert. Auch dann
aber wäre der Kaiſer mit ſeinem Weltmachttraum (!) nicht ſtehen
geblieben. Senator Clark bemerkte, der Beitrag der Duponts zum
Weltkrieg ſei nicht auf einer patriotiſchen Grundlage erfolgt.
Irenée Dupont ſprang erregt auf und behauptete, daß die großen
Gewinne der Firma nicht aus den Vereinigten Staaten ſelbſt
ſtammten, ſondern ſchon vor dem Eintritt Amerikas in den
Welt=
krieg aus Europa gekommen ſeien.
* Der graue Star.
Eine kürzlich eingegangene Anfrage aus unſerem Leſerkreis
weiſt uns auf die von erfahrenen Aerzten oft beſtätigte Tatſache
hin, daß viele ältere Menſchen in der bangen Sorge leben, ſie
könnten am grauen Star erkranken und erblinden. Dieſe Sorge
iſt in vielen Fällen unbegründet. Sie entſteht, wenn Altersſtar
in der Familie aufgetreten iſt, oder wenn Bekannte an dieſem
Augenleiden erkrankt ſind. Da vom 45. Lebensjahr an die
Elaſtizität der Augenlinſe nachläßt, und man zum Leſen eine
Brille braucht, die alle fünf Jahre durch ſtärkere Gläſer erſetzt
werden muß, taucht die Vorſtellung auf, die Augen ſeien
ſchwä=
cher geworden. Oft treten auch nervöſe Beſchwerden auf, die
das Sehen etwas beeinträchtigen. In ſolchen Fällen iſt es
natürlich unbedingt richtig, zum Augenarzt zu gehen und die
Augen unterſuchen zu laſſen. Der Arzt wird dann gelegentlich
in der Linſe einige kleine, ſtrichförmige Trübungen finden. Sie
beeinträchtigen aber das Sehvermögen zunächſt gar nicht, doch
ſtellen ſie ſchon die allererſten Anfänge einer Starbildung dar.
Es fragt ſich nun, ob die Trübung langſame oder ſchnellere
Fortſchritte macht. In der Regel iſt die Entwicklung der
Trü=
bung ſo überaus langſam, daß überhaupt keine weſentliche
Be=
einträchtigung des Sehvermögens auftritt. Die meiſten Menſchen
toerden gar nicht ſo alt, um eine volle Linſentrübung zu
er=
leben. Wie im höheren Alter die Haut ihre Elaſtizität verliert,
zu ſchrumpfen beginnt und ſich in Falten legt, ſo ändert ſich auch
das Gewebe der Augenlinſe. Die Linſe iſt nun das einzige Organ
im menſchlichen Körper, das durchſichtig iſt. Altert ſie frühzeitig,
ſo verändert ſie nicht nur ihre Form, ſondern ſie wird auch trüber.
Der graue Star iſt alſo eine Alterskrankheit, die beim einen
früher beim anderen ſpäter auftreten kann, in den meiſten Fällen
aber überhaupt nicht erlebt wird, weil der übrige Körper ſchon
früher anderen Altersvorgängen erlegen iſt.
Linſentrübungen können auch durch äußere Einwirkungen
ent=
ſtehen, ſo durch ſchwere Verletzungen und gewiſſe
Dauerſchädigun=
gen des Auges, deren Verhütung durch beſondere Maßnahmen auf
dem Gebiet der Gewerbehygiene angeſtrebt und auch mit gutem
Erfolg durchgeführt wird. Es kommen aber auch Formen des
grauen Stars in früher Jugend vor, die zum Teil auf krankhafte
Erbanlage zurückgeführt werden müſſen. Hier kann das Geſetz zur
Verhütung erbkranken Nachwuchſes einſetzen. Wenn man aber vom
grauen Star ſpricht, ſo meint man faſt immer den Altersſtar, und
dieſer läßt ſich ebenſo wenig durch beſondere Lebensweiſe oder
an=
dere Maßnahmen verhüten wie andere Alterserſcheinungen. Es
werden allerdings einige Heilmittel und Heilverfahren empfoh=
Vom Tage.
Außenminiſter Sir John Simon iſt auf dem Luftwege aus
Genf zurückgekehrt. Es wird angenommen, daß er nunmehr in
England bleiben und die Führung der Delegation in Genf dem
Lordſiegelbewahrer Eden überlaſſen wird.
Der Chef des franzöſiſchen Generalſtabes, General Gamelin,
begab ſich nach Prag, um an den großen tſchechoſlowakiſchen
Herbſtmanövern teilzunehmen.
Nach einer römiſchen Meldung der franzöſiſchen Agentur
Radio ſoll die Reiſe des franzöſiſchen Außenminiſters Barthou
nach Rom endgültig auf den 15. Oktober feſtgeſetzt worden ſein.
Vor der beabſichtigten Wiederfreigabe des wegen
General=
ſtreiks geſchloſſenen ſozialdemokratiſchen Madrider Volkshauſes
nahm die Polizei eine Hausſuchung vor, bei der große
Waffen=
funde gemacht worden. Preſſemeldungen zufolge wurden Hunderte
von Bomben, Handgranaten und Maſchinenpiſtolen beſchlagnahmt.
Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen.
Der franzöſiſche Botſchafter in Tokio hatte eine Unterredung
mit Außenminiſter Hirota, in deren Verlauf der von Frankreich
seplante Nordoſtpakt erörtert wurde. Der franzöſiſche Botſchafter
hat dem japaniſchen Außenminiſter beruhigende Erklärungen über
die Ziele dieſes Paktes abgegeben, der keineswegs gegen Japan
gerichtet ſei.
Großes Aufſehen hat in amerikaniſchen politiſchen Kreiſen die
Anklageerhebung gegen den Sohn des bekannten Bankiers
Harri=
man, A. Harriman, und gegen 10 Direktoren der
zuſammengebro=
chenen „New York Title and Mortgage Cy” hervorgerufen. Den
Angeklagten wird zur Laſt gelegt, vor dem Zuſammenbruch der
Geſellſchaft falſche Angaben über die Geſchäftslage in den
Pro=
pekten gemacht zu haben, um daraus an der Börſe Kapital zu
ſchlagen. Harriman iſt ein bekannter Bankier und eine
einfluß=
reiche Perſönlichkeit in der NRA.
Im Zuſammenhang mit dem Rücktritt des Kriegsminiſters
Granados gehen Gerüchte um, wonach die geſamte Regierung
Kubas zurückzutreten beabſichtige.
Die ſiameſiſche Regierung iſt zurückgetreten. Anlaß zu dem
Rücktritt gab die Ablehnung der internationalen Vereinbarungen
über die Kontrolle der Rohgummi=Erzeugung durch das
Par=
lament.
Die Bundesparlamentswahlen in Auſtralien ſind ohne
Zwi=
ſchenfall verlaufen. Infolge der allgemeinen Intereſſeloſigkeit,
verbunden mit ſchlechtem Wetter, und die weiter um ſich
grei=
fende Influenza=Epidemie iſt die Wahlbeteiligung ſehr viel
ſchwä=
cher geweſen als bei den letzten Wahlen. Abſchließende Ergebniſſe
ſind vor Montag nicht zu erwarten. Nach den bisher
eingelaufe=
nen Teilergebniſſen dürften die Wahlen jedoch mit einem Sieg
der Bundesregierung geendet haben.
Die älteſte Zeitung der Welt, das chineſiſche Blatt „Peking
Boa”, ſtellt ihr Erſcheinen ein. Sie wurde im Jahre 339 n. Chr.
von dem Chineſen Sukung zum erſtenmal auf ſechs Seiten gelber
Seide gedruckt und erſchien ſeit 1800 als Tageszeitung und taufte
ſich nach zahlreichen Vorboten in „King Boa” um. Die Zeitung
iſt alſo 1535 Jahre alt geworden.
Peinliche Enkhüllungen ſollen vermieden werden.
Der Rüſtungsausſchuß beſchloß, die Unterſuchung über die
pax=
teipolitiſche Tätigkeit der Firma Dupont u. Co. bis nach den
Herbſtwahlen zu verſchieben, weil die Enthüllungen über die
Bei=
ſteuerung von Wahlgeldern durch Dupont u. Co. an die Parteien
den gegenwärtigen Wahlkandidaten peinlich ſein könnten,
Sena=
tor Nye erklärte, daß Dupont vielleicht im Spätherbſt weiter
ver=
nommen würde. Am Montag ſoll mit dem Verhör der United Air
Craft and Transport Company begonnen werden.
Verlängerung der Zinsſenkung
für landwirkſchaftliche Hypokheken.
DNB. Berlin, 15. September.
Die Zinſen der landwirtſchaftlichen Hypotheken und
Grund=
ſchulden ſind durch Verordnung vom 27. September 1932 auf die
Dauer von zwei Jahren um 2 v. H. geſenkt. Der zweijährige
Zeitraum, für den die Zinsſenkung erfolgt iſt, würde am 30.
Sep=
tember 1934 ablaufen. Die Reichsregierung wird jedoch die
Zins=
ſenkung für ein weiteres Jahr, nämlich bis zum 30.
Sep=
tember 1935, verlängern. Die Zinsſenkung erfolgt,
ohne daß zu dem Kapitalbetrag der Forderung eine
Zuſatzforde=
rung in Höhe der Zinskürzung (Zuſatzhypothek) hinzutritt.
Die Notwendigkeit, das Entſchuldungsverfahren zu
beantra=
gen, beſteht angeſichts der Neuregelung für alle die Bauern und
Landwirte nicht mehr, die ſich damit lediglich die Fortdauer der
bisherigen Zinsſenkung ihrer Realſchulden für die Zukunft ſichern
wollten, zumal im Geſetz Vorkehrung getroffen iſt, daß die
Schuld=
ner ſich dieſe Zinsſenkung auch über den 30. September 1935
hinaus ſpäter noch ſichern können.
len, um eine beginnende Linſentrübung aufzuhalten und ſo den
Zeitpunkt der Erblindung hinauszuſchieben. Die Wirkung dieſer
Mittel iſt aber recht ſchwer zu beurteilen, da, wie ſchon geſagt,
eine beginnende Linſentrübung ſehr oft auch ohne beſondere
Be=
handlung zum Stehen kommt und nicht zur vollen Entwicklung
eines grauen Stars führt.
Beginnt aber wirklich die Sehkraft infolge zunehmender
Lin=
ſentrübung nachzulaſſen, iſt alſo die Bildung des grauen Stars
unvermeidlich, ſo braucht man keineswegs zu verzweifeln. Der
graue Star iſt heilbar, d. h. der Augenarzt kann die getrübte
Linſe entfernen und wieder eine klare, durchſichtige Pupille
ſchaf=
fen. Mit Hilfe einer Starbrille kann dann wieder gut geſehen
werden. Man kann leſen, ſich überall zurechtfinden und in den
mei=
ſten Fällen auch ſeinen Beruf wieder voll aufnehmen. Die
Opera=
tion des grauen Stars, die die Menſchheit dem großen Augenarzt
Albrecht von Graefe verdankt, iſt der ſchönſte und dankbarſte
Ein=
griff, den die Hand des Arztes auszuüben vermag. Dabei iſt die
Operation abſolut ſchmerzlos und ungefährlich. Von geſchickter
Hand ausgeführt, gelingt ſie ſo gut wie immer, wenn nur der
Kranke ſich ruhig verhält und ein bißchen Geduld aufzubringen
vermag. Es wird danach faſt die Sehkraft wiedererlangt, die
vor=
her vorhanden war. Natürlich muß das Auge ſonſt geſund ſein.
Bei kleinen Trübungen der Hornhaut, die von früheren
Krank=
heiten herrühren, bleibt zwar die dadurch bedingte Sehſtörung
be=
ſtehen, aber der Gewinn an Sehvermögen iſt doch meiſt recht
er=
heblich. Bei der Entfernung der Linſe bleiben manchmal kleine
Reſte zurück, die ſich weiter trüben und dann den ſogenannten
Nachſtar bilden. Er läßt ſich aber durch einen leichteren Eingriff
beſeitigen. Der Grundſatz, der ja bei vielen anderen Krankheiten
ſo wichtig iſt, nämlich, ſo früh als möglich einzugreifen, iſt beim
Altersſtar in der Regel nicht gültig. Die meiſten Augenärzte
war=
ten eine beſtimmte Reifung der Linſentrübung ab, ehe ſie an die
Entfernung gehen. Man muß es ſchon der Erfahrung ſeines Arztes
überlaſſen, zu beſtimmen, wann die Operation vorgenommen
wer=
den ſoll. Es iſt natürlich läſtig, eine Zeit lang ſich mit einem ſtark
verminderten Sehvermögen durchzuhelfen, aber gewöhnlich iſt es
doch ſo, daß die Starbildung auf dem einen Auge langſamere
Fortſchritte macht als auf dem anderen. So perfügen die Kranken
meiſt immer noch über ein gewiſſes Sehvermögen, bis die ſtärker
getrübte Linſe entfernt werden kann.
Wer alſo am grauen Star leidet, ſollte nicht verzagen, denn
er braucht nicht dauernd blind zu werden. In den allermeiſten
Fällen kann ihm geholfen werden. Es gibt jedenfalls kein
Augen=
leiden, das zur Erblindung führt, bei dem ſo wirkſam eingegriffen
werden kann wie beim grauen Star, und der Gedanke an die
vie=
len unglücklichen Menſchen, denen die Kunſt des Arztes weder
durch Heilmittel, noch durch Operation zu helfen vermag, ſollte
Franzoſiiche „Arodemooitntacang.
Einberufung einer Reſerviſten=Diviſion.
EP. Paris, 15. September.
Ein militäriſches Experiment von bedeutender
Tragwei=
wird in dieſen Tagen in Frankreich gemacht werden. Die nu
in Kriegszeiten vorgeſehene 41. Diviſion wird für vierzeh
Tage nach Mourmelon einberufen werden. Sämtliche dieſ
Diviſion im Kriegsfall zugeteilten Reſerviſten haben Marſe
befehl erhalten, genau wie im Fall einer allgemeinen Mobi
machung. Die Manöverperiode beträgt unter dieſen Umſtände
ausnahmsweiſe für alle Truppenteile dieſer Diviſion nur bie
zehn Tage, anſtatt der üblichen drei Wochen. Dieſe Uebunge
denen eine Reihe von Mitgliedern des Großen Generalſtabe
beiwohnen werden, ſollen Aufſchluß geben über die Güte de
franzöſiſchen Wehrſyſtems der bewaffneten Nation.
v...
Beurlaubungen aus den öſterreichiſchenAnhalkelager
EP. Wien, 15. September.
Blättermeldungen zufolge hat der Sicherheitskommiſſar
Steiermark verfügt, daß eine große Anzahl von Nationalſozialiſte
die ſich als „minderbeteiligt” an den Vorgängen des 25. Juli
Anhaltelagern befinden, aus dieſen beurlaubt werden. Es hande
ſich vorwiegend um Perſonen aus den Kreiſen der Landwirtſcha
denen offenbar im Zuſammenhang mit den Erntearbeiten ei
Tätigkeit in den Betrieben ermöglicht werden ſolle. Die Beu
laubungen erfolgten gegen Unterzeichnung eines Reverſes.
c"
Kein „Braunbuu, „ ſondern eine „Broſchüre‟.
EP. Wien, 15. September.
Im Rahmen eines Rundfunkvortrages wandte ſich heute
Bundeskommiſſar für den Heimatdienſt, Oberſt Adam, geg
verſchiedene in der auswärtigen Preſſe über Oeſterreich verbr.
tete Gerüchte und teilte u. a. mit, daß die Meldungen über 2
bevorſtehende Publikation eines Braunbuches über die Erei
niſſe vom 25. Juli nicht zutreffen. Von der in
Ausarbeitu=
befindlichen Broſchüre, die übrigens nicht den Titel ein
Braunbuches, ſondern nur die beſcheidene Bezeichnung „Beiträ
zur Vorgeſchichte und zur Geſchichte der Juli=Revolte”, führ
werde, ſei erſt ein Abſchnitt bis auf einige Ergänzungen ur
ein zweiter Abſchnitt im Rohentwurf fertiggeſtellt. An zu
weiteren Abſchnitten werde noch von verſchiedenen Stellen
arbeitet. Vor Ende dieſes Monats werde man mit der By
ſchüre wohl nicht herauskommen können. Dabei ſei nicht an ei
Veröffentlichung von Dokumenten nach Art der Faxbbücher
denken, weil dazu etliche ſtarke Bände notwendig wären, ſonde
nur an dokumentierte Beiträge zu einer ſolchen Geſchichte.
Der Einfluß der japaniſchen Armee
IN Mdnoſchurud wiro verſkartt.
EP. Tokio, 15. September
Nach langen Verhandlungen zwiſchen dem Außenamt, d
Kriegs= und dem Kolonialminiſterium iſt eine Vereinbaru
über die Vereinheitlichung der japaniſchen Vertretungen
Mandſchukuo zuſtande gekommen. Die Neuregelung bringt wi
tige Zugeſtändniſſe an die Armee mit ſich, die in Zukunft pr.
tiſch Mandſchukuo allein regieren wird. Sie beſtimmt im
zelnen, daß ſämtliche japaniſchen Konſuln, Gerichts=, Poli=
und anderen japaniſchen Behörden in der Mandſchurei d
japaniſchen Botſchafter unterſtehen und daß dieſer mit dem
weiligen japaniſchen Oberſtkommandierenden in der Mandſchu
und Korea identiſch ſein muß. Der Botſchafter, dem ein Zi=
Adminiſtrator untergeordnet iſt, unterſteht nominell dem Auß
amt; in Wirklichkeit dürfte er aber ſeine Weiſungen ausſchli
lich vom Kriegsminiſterium erhalten. Dieſe Neuregelung w
mit der Zuſpitzung der Lage im Fernen Oſten begründet.
Japan will den Flokkenverkrag kündigen.
DNB. Tokio, 15. September
In der Flottenfrage iſt jetzt eine vorläufige Entſcheidr
gefallen. Die einheitliche Auffaſſung des Kabinetts geht dal
daß der Flottenpakt gekündigt werden muß, da er den Friel
bedrohe. Die neuen poſitiven Vorſchläge Japans gehen dak
die Gleichberechtigung in der Schaffung nationaler Sicherl
und die Begrenzung der Geſamttonnage ſowie die Abſchafft
der ſchweren Angriffswaffen zu erreichen.
* Einen Film erzahlen.
dem Starkranken, der die bunte Welt nicht mehr ſo klar zu
ſchauen vermag, Mut und Zuverſicht geben und ihn mit Dankk
keit erfüllen, denn er darf wohlbegründete Hoffnung auf Geneſ=
Dr. G. Kaufmanz
hegen.
Von Frank Leberecht.
Ein Freund der Paradoxe ſagte einmal, die Fabel eines gu
Films müſſe ſo einfach ſein, daß man ſie auf der Rückſeite ei
Briefmarke erzählen könne. Ich fand das übertrieben. Wir ha
uns dann als Höchſtmaß auf die Rückſeite einer Anſichtspoſtke
geeinigt. Der Verſuch, die Meiſterwerke der Filmkunſt dieſem
terium zu unterwerfen, brachte überaſchende Beſtätigungen.
kann daher nur jedem ſcharfſinnigen Filmbeobachter, ja ſogar
Leiter äſthetiſcher Proſeminare zur Nachahmung empfol
werden.
Allerdings lief unſer Verſuch nicht programmäßig aus. Mſu
Partner hatte nämlich das Pech, einen Film zu erwähnen, der
nicht kannte, und geriet, als er ihn mir beſchreiben wollte, ſo
Erzählen, daß er eine Stunde dabei blieb. Er war ſozuſagen
eine andere Ebene geraten, aus der geiſtigen Spannung der F
in die mimiſche der Darſtellung und ſchließlich in die graph ſe
des Bildablaufs. Da es aber um einen meiſterhaften Film aß,
war dieſer Bildablauf ſo fugiſch komponiert, daß die Phantaſie /s
Nacherzählenden längſt nicht folgen konnte und das unmög heſſe
Wettrennen aufgab. Mit Recht, denn es war ein Unterfaymin
ähnlich dem, als wolle einer den Inhalt einer Partitur mit Ax= )
ten wiedergeben.
Wer ein vergleichbares Erlebnis hatte, wird das beſtätiſi.
Vielleicht hat er bei einer Filmerzählung den Eindruck gehabt, iß
die Vorgänge von einer merkwürdigen Verworrenheit ſeien, u in .
er überhaupt einen Eindruck hatte, denn der unglückliche Erzä er
wird kaum eine fließende Rede zuſtande bringen; er wird ſich
ſi=
ausgeſetzt in die Rede fallen, um zu ergänzen, zu erklären, ſe
Reihenfolge der Geſchehniſſe zu ordnen. Meiſt hat er wid ge
Handlungselemente vorauszuſchicken vergeſſen oder er unter
G=
wiederauftauchender Elemente rechtzeitig Erwähnung zu
Kurzum, er haſpelt ein Garn ab, das völlig unüberſichtlich iſt
dauernd reißt. Aber was für ein ungleiches Garn iſt es auch! ſr
Erzähler, der Worte für Bilderbogen ſetzt, mißhandelt bei ſe
mühſeligen Umſchreibungen die einfachſten Proportionen.
Vorgang, der im Film blitzſchnell erfaßt wird, weil er nur
iſt, ſchwillt in der Rede zum Umfange eines Strickes an, wäh
ein durchlaufender, handfeſter, handlungsführender Faden
hauchdünnem Schatten ſchrumpft.
Uher
Oie
e Auf
auir de
* Im Schatken des Nordoſtpakkes.
Ein baltiſcher Skaakenbund?
wehſe) Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter,
v. K. Riga, Mitte September.
Der am 29. Auguſt in Riga paraphierte „Vertrag über das
Verzei ivernehmen und die Zuſammenarbeit der baltiſchen Staaten”
iche dieſ W gt im franzöſiſchen Urtext die Bezeichnung „Treité dentente
e7 Markt W de collaboration . . ." und wird daher von einer Reihe von
ittern der baltiſchen Staaten als „Entente=Vertrag”
be=
hnet. Dadurch ſoll offenbar zum Ausdruck gebracht werden,
*Mſtählnk ; der Rigaer Vertrag eine Art „Baltiſchen Staatenbunde
ſchen Lettland, Litauen und Eſtland geſchaffen habe. Dieſe
Uebunz,V verſchriften der Blätter eilen jedoch, wie eine nähere Prüfung
Ergebniſſes der Rigaer Verhandlungen zeigt, den Tat=
Silſahs en voraus. Zwar wird der Vertrag als Vorſtufe zu einem
Duie deh tiſchen Staatenbund der Zukunft angeſehen werden müſſen,
och nur eben als Vorſtufe. Mit Recht weiſt das neue, führen=
Kreiſen der Politik Lettlands naheſtehende, Rigaer Blatt
its” („Der Morgen”) darauf hin, daß der abgeſchloſſene Ver=
Meigi g ſich nur auf eine politiſch=diplomatiſche Zuſammenarbei
drei baltiſchen Staaten bezieht. Ein militäriſches Bündnis
drei Staaten ſei folange nicht möglich, als einer der
be=
i har I igten Staaten (gemeint iſt natürlich Litauen) ſeine
Grenz=
felegenheiten als nicht endgültig geregelt anſehe. Selbſt im
(e, daß einer der vertragſchließenden Staaten einem
An=
von dritter Seite unterliegen würde, komme auf Grund
jetzt in Genf unterzeichneten Vertrages lediglich eine politiſche
En e/diplomatiſche Unterſtützung, aber keine militäriſche Hilfe in
nge.
Damit iſt der Rigaer Vertrag, der in der Preſſe der
bal=
hen Staaten eine außerordentlich freundliche Aufnahme
ge=
iden hat, deutlich als rein politiſcher Vertrag über die
außen=
itiſche Zuſammenarbeit der drei baltiſchen Staaten
gekenn=
ember chnet. Und die Kommentare der Blätter, die von einem durch
heute : Rigaer Vertrag herbeigeführten „Baltiſchen Staatenbund”
achen, ſind irregeführt.
im, geig
Die Vorgeſchichte des Rigaer Vertrages iſt charakteriſtiſch.
h verbre
ſich Litauen durch ſeine Außenpolitik in eine immer ſtärkere
Wder Nolierung hineinmanövriert hatte, hielt es im Frühjahr dieſes
De Ereſſ hres den Zeitpunkt für gekommen, den ſeit über 10 Jahren
SArbeitly ederholten Aufforderungen Lettlands und Eſtlands zu
ent=
eſtel einf echen und mit einer in Riga und Reval gleichzeitig
über=
g.,Beiträſſ chten Denkſchrift über die Zuſammenarbeit der baltiſchen
Ulte” führt aaten hervorzutreten. Es folgte im Juli d. J. die Konferenz
jungen un Kowno, die aber zu keinem greifbaren Ergebnis führte, weil
An zwi ſich herausſtellte, daß Litauen mit ſeinen ungeregelten
Wilna=
d Memelfragen von den beiden anderen Staaten eine volle
ſtellen
terſtützung der litauiſchen Auffaſſung verlangte. Dieſer
For=
der Br
rung Litauens konnten Eſtland und Lettland natürlich nicht
Meltſprechen und ſo ging die Kownoer Konferenz ergebnislos
ſcher / Ende. Auch eine auf litauiſche Anregung zu Mitte Auguſt
ſonden rgeſehene Tagung in Reval, die die Kownoer Verhandlungen
itſetzen ſollte, mußte vertagt werden. Denn die diplomatiſche
brarbeit hatte gezeigt, daß die litauiſchen Wünſche mit dem
rechtigten Intereſſe der beiden anderen Staaten, nicht in
auiſche Spezialfragen hineingezogen zu werden, noch nicht
Einklang zu bringen waren. Erſt als ſich die
Löſungs=
öglichkeit zeigte, ſog. „ſpezifiſche Fragen”, die nur einen der
teiligten Staaten angehen, aus dem Vertragswerk
auszu=
ließen, hatte es wieder Sinn, zu einer Tagung
zuſämmen=
treten. Am Rigaer Verhandlungstiſch gelang es dann, einen
Aber,
ertrag zu paraphieren, der dieſe „ſpezifiſchen Fragen” der
izelnen Staaten ausdrücklich von den gemeinſam baltiſchen
Leptenber
iwzialt
S hand
irtſch
cagen abſonderte. Damit wurde eine Einigung über die
außen=
litiſche Zuſammenarbeit in allen die drei baltiſchen Staaten
meinſam intereſſierenden Komplexe möglich gemacht.
Der Rigaer Vertrag wird von den verantwortlichen Leitern
Außenpolitik der drei baltiſchen Staaten als großer Erfolg
wertet. Bezeichnenderweiſe ging in einer Preſſeerklärung der
ertreter Litauens, Direktor Urbſchys, am weiteſten, indem er
n Rigaer Vertrag mit dem Vertragsnetz verglich und
gleich=
tzte, das die Staaten der ſog. „Kleinen Entente” verbindet,
n der Preſſe Lettlands wurde in den letzten Tagen wieder=
Ut darauf hingewieſen, daß durch ein Bündnis ſich das
ezifiſche Gewicht der drei baltiſchen Staaten nicht nach den
eſetzen der arithmetiſchen, ſondern der geometriſchen Reihe
ben würde, und ſich in dieſem Sinn tatſächlich durch den
igaer Vertrag gehoben habe. Die durchaus weitſichtige
Er=
nntnis des lettiſchen Außenminiſters Meierowiz, daß ein
ündnis zwiſchen den baltiſchen Staaten niemals eine
ein=
che Summierung ihrer Kräfte bedeutet, ſondern unter
Um=
du inden weit mehr, iſt ohne Frage der wichtigſte Geſichtspunkt
ſahl ir die verantwortlichen Leiter der Außenpolitik Lettlands und
ſel ſtlands beim Abſchluß dieſes Rigaer Vertrages geweſen. Man
Ifft in der großen Politik, die in Geſtalt des von
Sowjet=
eM ißland und Frankreich betriebenen Nordoſtpaktes gerade jetzt
ich die Geſchicke der baltiſchen Staaten berührt durch einen
uſammenſchluß eine größere Bedeutung zu erlangen. Man
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
hofft, nicht wie im Frühjahr dieſes Jahres rein als Objekt der
Politik der Großmächte behandelt zu werden, als
Sowjetruß=
land ohne in den baltiſchen Hauptſtädten zu ſondieren, einfach
über deren Köpfe hinweg, ſich für die „Sicherheit” dieſer
Staaten zu „ſorgen” begann. Man hegt die Hoffnung, jetzt
mehr als Subjekt der Politik auftreten zu können: „Schon bei
den jetzigen Genfer Verhandlungen werden die baltiſchen
Staaten in voller Uebereinſtimmung hervortreten”, erklärte der
Nr. 256 — Seite 3
Generalſekretär des lettländiſchen Außenminiſteriums, Munters,
auch bereits, um die Bedeutung des Rigaer Vertrages zu
ver=
deutlichen. Man geht daher nicht fehl in der Annahme, daß
der Rigaer Vertrag im gewiſſen Sinne „im Schatten des
Nord=
oſtpaktes” zuſtandegekommen iſt. Da der Rigaer Vertrag jedoch
noch kein Bündnis, ſondern erſt die Vorſtufe zu einem
Bal=
tiſchen Staatenbund darſtellt, wird er ſeine wirkliche Bedeutung
erſt in der praktiſchen Auswirkung.
1
„Wenn zwei dasſelbe tun...
* Sie wiſſen nichk, was ſie wollen.
Die engliſche Preſſe hat ſich in den letzten Monaten, ſoweit
ſie ſich mit der deutſchen Deviſenlage, den
Stillhalteverhand=
lungen und dem Transferproblem beſchäftigte, durch mehr als
unſachliche Haltung ausgezeichnet. Vernunftgründe ſind für ſie
in dieſer Richtung nicht maßgebend, obwohl die britiſche
Regie=
rung dem großen amerikaniſchen Gläubiger gegenüber genau
denſelben Standpunkt eingenommen, den Deutſchland als
Schuld=
ner England gegenüber vertrat. Nun aber ſoll für uns nicht
gelten, was die Engländer für ſich als ſelbſtverſtändlich und
widerſpruchslos beanſpruchen.
Jetzt beſchäftigt ſich die Londoner Preſſe ſehr eingehend
mit der deutſchen Wirtſchafts= und Handelspolitik. Auch bei
dieſer Gelegenheit ergibt ſich von neuem, daß man mit einem
objektiven Urteil in England nicht rechnen kann, ja die
Betrach=
tung des diplomatiſchen Korreſpondenten des „Daily Telegraph”,
der in jüngſter Zeit ſehr deutſchfeindlich ſchreibt, zeigt ſogar,
daß man jenſeits des Kanals überhaupt nicht mehr weiß, was
man eigentlich will. Da wird in einem Satz lebhaft Klage
ge=
führt, daß der „Schacht=Plan” die deutſch=engliſchen
Handels=
vereinbarungen zerſchneide, im andern Satz wird dann wieder
feſtgeſtellt, daß es gar keinen Zweck habe, erneut Verhandlungen
mit Deutſchland anzubahnen, weil Deutſchland auf dem
Welt=
markt nicht mehr konkurrenzfähig ſei. Wenn dem ſo wäre, dann
brauchte man ſich eigentlich gar nicht über den neuen Schacht=
Plan aufzuregen, ſondern könnte froh ſein, daß man dadurch
von den deutſchen Erzeugniſſen künftig unbehelligt und verſchont
bleibt. Aber aus dieſer Behauptung ſpricht auch eine böſe
Ab=
ſicht: man will den Eindruck erwecken, als ob wir am Ende
unſerer Kräfte wären, gibt jedoch im gleichen Atemzug wieder
zu, daß der engliſche Handel durchaus an Vereinbarungen mit
Deutſchland intereſſiert ſei und daß Großbritannien verſuchen
müſſe, ſeinen Exporteuren einen angemeſſenen Anteil am Abſatz
in Deutſchland zu ſichern.
Dieſes konfuſe Hin und Her läßt ſich nur aus der ganzen
Zwieſpältigkeit der Engländer gegenüber unſerem Deviſen= und
Transferproblem erklären. Würde man ſich an der Themſe
end=
lich von jeder Voreingenommenheit freimachen und ſich in die
Lage Deutſchlands hineinverſetzen, dann würde man ohne
wei=
teres verſtehen, warum Deutſchland genötigt iſt, nur ſoviel
Waren einzuführen, als es bezahlen, alſo Deviſen durch ſeinen
Export herbeiſchaffen kann. Leider wird uns das Beſtreben,
unſerer Geſamtſituation Rechnung zu tragen und die deutſche
Wirtſchaft auch im Intereſſe der Gläubiger leiſtungsfähig zu
erhalten, als böswilliger Verſuch ausgelegt „nur ſoviel Deviſen
hereinzuholen als für den Ankauf von Rohſtoffen nötig ſind,
damit kein Ueberſchuß entſteht, um die Gläubiger zufrieden
ſtellen zu müſſen.‟ Das iſt allerdings eine Unterſtellung, die
nur aus Böswilligkeit geboren iſt, denn die Führer Deutſchlands
haben ſtets erklärt, daß wir ehrliche Kaufleute ſein wollen, und
die abgeſchloſſenen Abkommen mit anderen Ländern beſtätigen
ebenfalls unſeren guten und ehrlichen Willen, die deutſche
Wirt=
ſchaft leiſtungsfähig zu halten —, denn nur ſo können berechtigte
Anſprüche des Auslandes erfüllt werden, nicht aber durch
Er=
richtung neuer „Chineſiſcher Mauern” von Zöllen,
Diskrimi=
nierungen oder auch von den ſkizzierten propagandiſtiſch
zwei=
ſchneidiger Verdächtigungen.
Deukſch=engliſche Wirkſchaftsverhandlungen in Berlin
DNB. London, 15. September.
Amtlich wird gemeldet: Die britiſche und die deutſche
Re=
gierung haben vereinbart, daß eine Abordnung, die von Sir
Frederik Leith=Roß, dem Haupwirtſchaftsberater der engliſchen
Regierung, geführt wird, ſofort nach Berlin abreiſt, um
Ver=
handlungen über die wirtſchaftlichen und finanziellen
Beziehun=
gen der beiden Länder zu beginnen, die durch die neuen
deut=
ſchen Maßnahmen der Einfuhrkontrolle und der Verfügung über
Auslandsdeviſen berührt werden,
Die Nachricht von der Entſendung der engliſchen
Abord=
nung nach Berlin findet in der engliſchen Preſſe ſehr ſtarke
Beachtung. Es wird gemeldet, daß die britiſche Abordnung am
Montag abreiſen wird. Es werden ihr Sir Frederick Leith=Roß,
der Beamte des Handelsamtes Hill, deſſen Sondergebiet die
Handelsbeziehungen und Handelsverträge ſind, und der finan=
zielle Berater der britiſchen Botſchaft in Berlin Pinſet
ange=
hören. Die Entſendung wird als Zeichen dafür erklärt, wie
ernſt die Entwicklung der Handels= und Finanzbeziehungen
zwiſchen Deutſchland und England geworden ſei. Als die beiden
Hauptgegenſtände der Erörterungen werden die neue deutſche
Politik der Einfuhrkontrolle und die Frage der deutſchen
Be=
zahlung von gelieferten britiſchen Waren bezeichnet. Die britiſche
Regierung ſoll bisher noch keine näheren Mitteilungen über die
neue deutſche Politik beſitzen, und die britiſche Abordnung dürfte
die Verhandlungen daher mit dem Erſuchen nach Aufklärung
in dieſer Beziehung beginnen. — „Financial News” ſchreibt, der
urſprüngliche Eindruck, daß Dr. Schacht mit ſeiner neuen Politik
der Einfuhrkontrolle das deutſch=engliſche Deviſenabkommen
ab=
ſichtlich zerſtört, ſcheine ſich nicht zu beſtätigen. Denn auf die
Ankündigung der neuen Politik ſei unmittelbar eine Einladung
zur Entſendung einer britiſchen Abordnung gefolgt.
Das DNB. erfährt hierzu, daß die Verhandlungen
voraus=
ſichtlich zerſtört habe, ſcheine ſich nicht zu beſtätigen. Denn auf die
An der obigen engliſchen Meldung iſt im übrigen ein Punkt
richtigzuſtellen. Es iſt dort von einer neuen Politik der
Ein=
fuhrkontrolle die Rede. Die neuen deutſchen Maßnahmen haben
mit Einfuhrkontrolle nichts zu tun. Die Einfuhr bleibt an ſich
unberührt. Durch die neuen deutſchen Maßnahmen wird nur
das jetzige Syſtem der nachträglichen Deviſenrepartierung durch
ein Syſtem der vorherigen Deviſenzuteilung erſetzt. Die
Im=
porteure werden dadurch in die Lage geſetzt, vor der Einfuhr zu
wiſſen, ob ſie auf Deviſenzuteilung rechnen können oder nicht.
Durch dieſe Neuregelung ſoll gerade den Beſchwerden des
Aus=
landes, beſonders Englands, vorgebeugt werden, daß
Deutſch=
land Waren einführe, die aber infolge Deviſenmangels nicht
bezahl” werden könnten.
*
Das zum 15. September gekündigte deutſch=italieniſche
Zah=
lungsabkommen iſt heute bis zum 30. September 1934 verlängert
worden.
Die Anrufung des Treuhänders
durch den Berkrauensrak.
DNB. Berlin, 15. September.
In manchen Kreiſen der Führer der Betriebe und der
Ge=
folgſchaften ſcheint noch eine gewiſſe Unklarheit über den Weg
zu beſtehen, auf dem Beſchwerden der Vertrauensmänner an den
zuſtändigen Treuhänder der Arbeit bzw. ſeine Beauftragten
heranzubringen ſind. Es muß daher erneut darauf hingewieſen
werden, daß Vertrauensräte ſich entſprechend dem Sinn des
Geſetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit unmittelbar ohne
Einſchaltung von Zwiſcheninſtanzen an den Treuhänder zu
wenden haben, ebenſo wie der Treuhänder ſelbſt auch den
un=
mittelbaren Verkehr mit den Betrieben und Vertrauensleuten
pflegt. Im einzelnen wird auf die Zweite Verordnung zur
Durchführung des Geſetzes zur Ordnung der nationalen Arbeit
vom 10. März 1934 hingewieſen, in der im Paragraph 15 die
Form der Beſchwerde geregelt iſt. Danach iſt eine Anrufung
des Treuhänders der Arbeit gegen Entſcheidungen des Führers
des Betriebes über die Geſtaltung der allgemeinen
Arbeits=
bedingungen, insbeſondere der Betriebsordnung, erſt dann
zu=
läſſig, nachdem die Beſchwerdepunkte vorher im Vertrauensrat
unter Leitung des Führers des Betriebes erörtert worden ſind.
Kann der Führer des Betriebes den Wünſchen der
Beſchwerde=
führer nicht Rechnung tragen, ſo hat er die Gründe, die ihn
für die Aufrechterhaltung ſeiner Anordnung beſtimmen, dem
Vertrauensrat darzulegen. Er hat ſodann feſtzuſtellen, ob die
Mehrheit der anweſenden Mitglieder des Vertrauensrates die
Anrufung des Treuhänders der Arbeit wünſcht. Ergibt ſich eine
Mehrheit des Vertrauensrates für die Anrufung des
Treu=
händers der Arbeit, ſo können die Beſchwerdeführer nunmehr
ihre ſchriftlich zu begründende Beſchwerde dem Führer des
Ve=
triebes einreichen, der ſie binnen drei Tagen, möglichſt aber
unmittelbar dem Treuhänder der Arbeit weiterzugeben hat. Der
Führer des Betriebes kann dabei zu den einzelnen
Beſchwerde=
punkten von ſich aus Stellung nehmen.
Geneſu
ankbl Unterhaltungen dieſer Art pflegen meiſt ſo zu enden, daß der
rzähler, der uns von der Güte eines Films zu überzeugen ſucht,
anyh in immer engere Details verliert, während wir ſchließlich der
inzen Sache mit immer größerem Kopfſchütteln gegenüberſtehen.
ei Filmen komiſchen Einſchlages hat das ſchon zu den köſtlichſten
zenen geführt, vor allem, wenn zwei Beſucher eines ſolchen Films
nem dritten Nicht=Beſucher eine gemeinſame Schilderung geben
ollen. Man ſieht dann zwei Leute, die in der gegenſeitigen
Er=
inerung an beſtimmte Epiſoden („Wie er dann als ſpaniſche
eines 99 änzerin auftritt
und das Geſicht, zum Brüllen”) von
er=
kſeite el euerten Lachreizen überfallen werden, während der dritte mit
Wir Mk eſpanntem, ernſtem Geſicht auf den Augenblick ſeiner eigenen
htspoſic werchfellerſchütterung wartet. Aber er wartet vergebens. Statt
dieſem Y achen zu können, wird er zuſehends ernſter und gewöhnlich denkt
igen. r: Was für alberne Menſchen dieſe beiden! Ueber derart
verwor=
ſogar enes Zeug zu lachen! Dieſen Film werde ich mir gewiß nicht
an=
hpie) hen. — Wem je auf ſolche Weiſe ein Film verleidet wurde, der
ſird ſchwerlich zu bewegen ſein, jemandem und ſei es ſeinem
eſten Freunde — gerade ihm — ſeinen Film zu erzählen.
Indeſſen ging es hier nur um mündlichen Bericht, bei dem
onfall und Geſtik des Erzählers noch manches Unſagbare ergänzt
nd der gerade wegen ſeiner Geſprächsform alle Zeichen der
Un=
erbindlichkeit trägt. Weh aber, wenn der Erzähler die
Schrift=
orm wählen muß! Da begibt er ſich auf den Boden einer
Mittei=
lafel ungsweiſe, die ihre unangenehmen logiſchen Sprachgeſetze hat, da
iuß er einen Kontrapunkt von Graphik, Ton und Bewegung
um=
nmoe ormen in ein peinliches Gefüge von Haupt= und Nebenſätzen, die
7 ſach Satzgegenſtand und =ausſage verlangen und die die
modifizie=
mi. ende Vielfalt des Bildauflaufs in die ſtarre Form adverbialer
Seſtimmungen preſſen. Die Folge ſolcher Gewalttätigkeiten iſt ein
ſtätg ſrammatiſch organiſiertes Geſtammele, zu dem ſämtliche
Um=
habl. kands= und Bindewörter der Zeit herhalten müſſen, wie während
o kun, indeſſen, ehe ſie aber, inzwiſchen, da, wie er noch, plötzlich
Erzal angſam in ſeine Arme. — In illuſtrierten Programmheften findet
ſich nan noch ſolche Erzählerübungen, die wohl von der Anſage der
er=
ſen Stummfilmzeit übrig geblieben ſein mögen und einen ſinnlos
bewordenen Brauch fortführen. Haben ſie die Abſicht, zum Beſuche
inteli eines Films zu verlocken, oder wollen ſie dem Beſucher ſagen, was
Er eigentlich geſehen hat? Da dieſe Inhaltsangaben das
Poſt=
kartenmaß weit überſteigen und den Ehrgeiz haben, die ganze
Dandlung laufend zu verfolgen, bleiben ſie meiſt in einer
Aufzäh=
lung von Situationen ſtecken, die einem phantaſiebegabten Leſer
uls filmiſche Möglichkeit erſcheinen mögen oder dem Zuſchauer
Linterher die Erinnerung an gehabte Freuden erleichtern. Ein
Zuer Film hat ſolche Hinweiſe nicht nötig, denn er macht das
e 1 Notwendige aus ſich ſelbſt heraus ſichtbar. Und auf das Sehen
kommt es einzig an. — Gelegentlich mag es wohl vorkommen, daß
wir eine Inhaltsbeſchreibung leſen und erſt ganz zum Schluß
daran erinnert werden, dieſen Film ſchon geſehen zu haben; ſo
fremd erſchien er uns in der Erzählung. Und was machte uns
er=
innern? Oft nur ein Bild, ein einziges Bild.
* 4
Zwor Komtäne ader de Beiferlage.
Die Anfänge deutſcher Kolonialpolitik zu Beginn des 16.
Jahrhunderts durch die überſeeiſchen Unternehmungen der
Wel=
ſer ſind ein wichtiges und bisher wenig bekanntes Kapitel
deutſcher Geſchichte. Unſere Leſer werden ſich des ausführlichen
Aufſatzes von Guſtav Diumar erinnern, den wir vor einiger
Zeit (Gegenwart v. 10. Juni 34) über dieſen Beginn der
deut=
ſchen Kolonialgeſchichte veröffentlicht haben. Inzwiſchen ſind
zwei Romane erſchienen, die von den Entdeckungszügen erzählen,
die im Auftrag der Welſer damals ins Innere des
ſüdamerika=
niſchen Feſtlandes unternommen worden ſind.
Bruno Brehms Roman „Die ſchrecklichen Pferde‟
(Paul=Neff=Verlag, Berlin) behandelt die Expedition unter
Dal=
finger. Dalfinger oder, wie er eigentlich heißt, Ambroſius Ehinger,
war 1529 als Statthalter der Welſer nach Venezuela gekommen.
Im Herbſt 1531 machte er ſich mit einer Schar goldgieriger und
abenteuerluſtiger Männer auf, um das ſagenhafte Goldland,
das Dorado am Oberlauf des Magdalenenſtroms, zu erobern.
Nachdem es ihnen anfänglich ziemlich leicht gelang, den
India=
nern ihr Gold abzunehmen, wuchſen ſpäter die Schwierigkeiten,
die ihnen das Klima und der Marſch durch Urwald, Gebirge,
Steppe und durch das Gebiet feindlicher Indianerſtämme
be=
reitete, ins Ungemeſſene. Die kleine Abordnung, die die erſte
Beute nach Maracaibo zurück bringen ſollte, ging im Urwald
elendiglich zugrunde bis auf einen einzigen Mann, der ſpäter
als Halbwilder unter Indianern, bei denen er freundliche
Auf=
nahme gefunden hatte von den Spaniern entdeckt wurde. Auch
von den anderen Teilnehmern der Expedition bezahlten viele
ihre Unternehmungsluſt mit dem Leben, Dalfinger ſelbſt ſtarb
unterwegs, verwundet durch einen giftigen Indianerpfeil. Die
übrigen kehrten mit einer immer noch recht beträchtlichen
Aus=
beute zwei Jahre nach dem Aufbruch nach Maracaibo zurück.
Mit großer Geſtaltungskraft und mit glühender Phantaſie
hat Brehm das Schickſal dieſer Expedition erzählt. Neben den
Menſchen hat er die Pferde zu Trägern der Handlung und zu
den eigentlichen Helden gemacht — die Pferde, vor deren
fremd=
artiger Erſcheinung die Indianer ſich fürchteten, wenn jene mit
donnernden Hufen, klirrenden Schellen, wehenden Mähnen auf
ſie zugeſtürmt kamen. So frei und kraftvoll Brehms
Erzähler=
kunſt ſich hierbei entfaltet, ſo läßt er doch die geſchichtlichen
Vorgänge, ſoweit ſie eben überliefert ſind, unverändert,
wäh=
rend Ernſt F. Löhndorff in ſeinem Roman „Trommle,
Piet!” (Carl=Schünemann=Verlag, Bremen) ſich vielfach in
unnötiger Weiſe über die geſchichtlichen Tatſachen hinwegſetzt.
Man wird es ihm gewiß nicht verübeln, daß er in ſeiner
Fabu=
lierfreude nicht dauernd an geſchichtliche Treue denkt, der
Spiel=
raum iſt ja auch groß genug, aber warum es nötig war, zwei
verſchiedene Züge, den zweiten Federmanns und den letzten
unter Philipp von Hutten zuſammenzuwerfen, iſt um ſo weniger
einzuſehen, als Federmann, der gegenüber den Welſern ein
ränkevolles Spiel trieb, nicht die unhiſtoriſche Ehrenrettung
ver=
dient hat, die ihm hier zuteil wird.
Dagegen muß unterſtrichen werden, daß Löhndorff mit
außerordentlich bunten Farben zu ſchildern verſteht. Seine
Dar=
ſtellung, die bis ins Kleinſte lebendig und anſchaulich iſt, merlt
man an, daß er den Schauplatz ſelbſt kennt und auch das
Zeit=
kolorit hat er gut wiedergegeben. Es gibt bei ihm Szenen von
ſolch kräftiger Realiſtik und handfeſter Erfindungsgabe, daß
man ſie nicht ſo leicht wieder vergißt. Der ſtoffhungrige,
aben=
teuerfreudige Leſer wird bei ihm voll auf ſeine Koſten kommen
dem literariſch Anſpruchsvollen wird Brehms geſammelte
Darſtellung und künſtleriſche Sprache mehr geben.
Dr. N.
„Der Deutſche Jäger”, 56. Jahrgang. (F. C. Mayer=Verlag,
München. Monatlich 1,50 RM.)
Im Auguſt begann im allgemeinen das Weidwerk auf den
Rothirſch, auch auf den Damhirſch und in Bayern die Jagd auf
Gams. Auch die Hühnerjagd und die Jagd auf Enten iſt
auf=
gegangen. Dementſprechend waren auch die 5 Auguſt=Nummern
des „Deutſchen Jägers” redigiert. Als beſonders beachtenswert
können wir die nachfolgenden Artikel hervorheben: „Die
Spür=
bahn und ihre Bedeutung in der Feiſtzeit” von A. Uſinger, „Eine nicht
einfache Nachſuche” von Hans Elven=Uerdingen, „Der Feiſthirſch”
von Forſtmeiſter Graſer=Steinach, „Sind die ſchußfeſten Hirſche
und Böcke taub?” von E. Joachim, fürſtlicher Forſtmeiſter, „
Ver=
ſchiedene Arten, Abarten und Raſſen unſerer Waldhühner” von
Egon von Kapherr, „Das Waldgeſpenſt” von Forſtverwalter i. R.
Franz Belani, „Entenzug und Enteneinfall” von G. von dem
Hagen” „Hühnerjagd einſt und jetzt” von Hermann Götze, „
En=
tentreibjagd” von O. V. von Watzdorf, und nicht unerwähnt
möchten wir die hochintereſſante Arbeit von Forſtmeiſter Frieß
Vom Dachs” laſſen. Eine Reihe von weiteren intereſſanten
Jagdſchilderungen erhöhen den Reiz dieſer überaus intereſſanten
Ausgaben, die in der bekannten hochkünſtleriſchen Art von den
bedeutendſten Jagdmalern illuſtriert ſind.
Seite 4 — Nr. 256
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 16. September 1934
Vet
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Anteilnahme,
die wir bei dem Heimgang unſeres guten,
un=
vergeßlichen Sohnes und Bruders
Ernſt Ludwig
von allen Seiten in ſo reichem Maße
enigegen=
nehmen durften, insbeſondere für die troſtreichen
Worte des Herrn Landeskirchenrates D. Waitz,
für die überaus reichen und ehrenden Kranz=
und Blumenſpenden und die zahlreiche
Be=
gleitung zu ſeiner letzten Ruheſtätte ſagen wir
auf dieſem Wege unſeren innigſten Dank, da es
uns im Einzelnen nicht möglich iſt.
Familie Leonhard Ludwig.
Darmſtadt, den 15. September 1934.
Mollerſtraße 25
(9726
Dankſagung.
Statt Karten.
Todes=Anzeige.
Am Freitag nachm.
ent=
ſchlief nach kurz., ſchweren
Leiden mein lieber Mann,
unſer Vater,
Schwieger=
vater und Großvater
Johannes Schmidt
In tiefer Trauer:
Rofa Schmidtu. Kinder.
Was die
Funk-
Ausstellung
brachte
zeigt Ihnen 8948a
Darmſtadt, 16. Sept. 1934,
Exerzierplatz B. 2.
Die Beerdigung findet
Montag nachm.3½ Uhr auf
dem Waldfriedhof ſtatt.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher
An=
teilnahme und die reichen Kranz= und
Blumen=
ſpenden beim Heimgange unſeres liebenVaters
ſagen wir unſeren tiefgefühlten Dank.
Be=
ſonderen Dank Herrn Pfarrer Behringer für
ſeine troſtreichen Worte, ſowie Herrn Oberſt
a. D. Lancelle, ſtellv. Vorſ, vom Bund der
Elſaß=Lothr. im Reich, für den warmen
Nach=
ruf, und den Schweſtern der Martinsgemeinde
für ihre liebevolle Hilfe.
Ed. Maxeiner und Frau.
Darmſtadt, den 15. September 1934.
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Aus der Landeshauptſtadt
Darmſitadt, den 16. September 1934.
den Junggärknern zum Gruß!
Namens der Landeshauptſtadt Darmſtadt heiße ich die
Jung=
järtner von Heſſen und Heſſen=Naſſau auf das herzlichſte
will=
ommen.
Darmſtadt, die Landeshauptſtadt Heſſens, rühmt ſich mit Recht,
ſie Garten= und Kunſtſtadt des Rhein=Main=Gebietes zu ſein. Ich
ſabe den Wunſch, daß es den Junggärtnern gut gefallen möge und
hnen an Hand der Blumenſchau Gelegenheit gegeben iſt, auch
be=
uflich ſich weiterzubilden.
Dem Junggärtnerverein „Feronia” aber wünſche ich zu ſeinem
0. Geburtstage alles Gute und verbinde damit den Dank, den er
ür die Herrichtung der Blumenſchau und die Durchführung dieſer
Cagung verdient.
Heil Hitler!
Wamboldt, Oberbürgermeiſter.
Lehter Aufruf an die Säumigen!
Die Entwicklung des deutſchen Volkstums muß ſich auf ein
5elbſtbewußtſein gründen, das erwächſt aus den richtig erkannten
ſielen deutſchen Menſchentums. Wir müſſen uns unſerer
Pflich=
en nicht nur den Lebenden gegenüber, ſondern auch den
künf=
igen Geſchlechtern gegenüber bewußt werden. In dieſen Tagen
darb die NS.=Volkswohlfahrt erneut um den deutſchen Mann
nd die deutſche Frau, indem ſie die Mitgliedſchaft jedes
Deut=
hen öffentlich forderte.
Die deutſche Seele iſt es, um die heute das große Ringen der
änftigen Geſtaltung geht. Wenn früher der Kampf in der
Oppo=
tion als weſentlichſtes Kennzeichen die Bereitſchaft einer zunächſt
leinen Gruppe ſpäter einer rieſigen Volksverbundenheit, die
pferbereitſchaft zeigte, ſo hat die NSV. zu einem erheblichen
eil dieſe heilige Ueberlieferung der Vergangenheit
übernom=
ren. Wer damals ohne Lohn, nur um des Glaubens willen für die
Zewegung kämpfte, wußte nicht, wie die Zukunft ſich ihm geſtalten
dürde. Wer aber heute für den Aufbau der Nation kämpft und
n der NSV. die Möglichkeit ſucht, an dem großen
Geſtaltungs=
villen unſerer Zeit teilzunehmen, weiß im voraus, daß dieſer
finſatz immer nur vorwärts führen kann.
Es gibt auch heute noch Volksgenoſſen, die, wie in den Tagen
es Kampfes um die Macht, niemals für die Bewegung gearbeitet
aben und glaubten, daß die Geldſpende allein ausreichen würde,
m die Sympathie für die Bewegung öffentlich zu bezeugen. Wer
ieſe Einſtellung beſitzt, wird eines Tages feſtſtellen müſſen, daß
r ſich um ſo viel von dem geſunden Kern des Volkes entfernt
aaben wird, als er die Gelegenheit verabſäumte, mit dem Volk
u entbehren und in dem Volk für das Volk tätig zu ſein. Die
(S.=Volkswohlfahrt iſt die beſte Arbeitsgemeinſchaft, die ſich dort
hre Aufgaben ſucht, wo der erſte Grundſatz nationalſozialiſtiſcher
Bekenutnistreue abgelegt werden muß, bei den Bedürftigen im
ſeutſchen Volke. Es wird die Zeit kommen, wo unſere Kinder
ſor uns Eltern hintreten werden, um uns zu fragen, welchen
An=
eil wir an der Geſtaltung des Dritten Reiches gehabt haben.
Wo das Tätigkeitsfeld gefunden wird, muß jedem
Einzelnen überlaſſen bleiben, aber die Tatſache beſteht, daß der
reiwillige Charakter aller Aufbauarbeit ſchon um deſſentwillen
ewahrt werden wird, weil nur eine freiwillige Mitarbeit den
Zeweis der Anerkenntnis nationalſozialiſtiſcher Gedankenführung
dietet. „Je mehr Köpfe und Hände ſich einſchalten in die Arbeit
der Nc
V., um ſo weniger Arbeit und um ſo weniger Mithilfe
wird von dem Einzelnen gefordert werden brauchen.
Wenn die NS.=Volkswohlfahrt heute die vom Führer
einge=
etzte parteiamtliche Stelle für die ſozialen Aufgaben darſtellt,
ann kann der Führer erwarten, daß dieſe Arbeit unterſtützt wird.
llles, was jetzt von der NSV. begonnen wird, iſt Dienſt an der
Jolksgemeinſchaft. Die Arbeit des Mitgliedes der NS.=
Volks=
vohlfahrt iſt das perſönliche allmähliche Vertrautwerden mit den
u löſenden Fragen auf dem Gebiete der geſamten. Wohlfahrt
ind die Werbung von Mund zu Mund um Anerkennung und
Verſtändnis in allen Kreiſen für die durchzuführenden großen
Aufgaben.
Der größte Teil der Volksgenoſſen hat ſich bereits ſeit
länge=
er Zeit in die Reihen der Kämpfer des deutſchen Sozialismus
jeſtellt.
Bleibe du nicht abſeits, ſondern hilf uns mit aufbauen
das große nationalſozialiſtiſche Dritte Reich!
Abreiſe von Ferienkindern.
Die aus den Kreiſen St. Goarshauſen, Gelnhauſen, Schotten
und Gießen bei uns untergebrachten 250 Ferienkinder verlaſſen
im Montag, den 17. September, vormittags, Darmſtadt, um
kräf=
ig und neugeſtärkt wieder in ihre Heimat zurückzukehren.
Die Kinder treffen vormittags 8.45 Uhr in dem Hofe
ſer Kreisamtsleitung des Amtes für Volkswohlfahrt,
Wilhel=
ninenſtraße 34, ein, von wo aus ſie unter
Vorantritt der Kapelle
des Freiwilligen Arbeitsdienſtes der NSDAP. zum Bahnhof
ge=
eitet werden. Ein Teil der Kinder wird von der NS.
Frauen=
chaft im Rummelbräugarten vor ihrer Abfahrt nochmals
ver=
flegt.
Heſſiſches Landesmuſeum, Ausſtellung „Deutſche
Landſchafts=
nalerei in 2 Jahrhunderten”. Die Ausſtellung, die bis jetzt von
und 15 000 Perſonen beſichtigt wurde, iſt heute, Sonntag, den
16. September 1934, von 10—13 Uhr zum letzten Mal geöffnet.
— Evangeliſche Schloßgemeinde. Es ſei nochmals auf den
Hemeindeausflug nach dem Einſiedel hingewieſen, der am
heutigen Sonntag ſtattfindet. Eine ſtarke Beteiligung der Gemeinde
vird erwartet.
Heſſiſches Landestheater Darmſtadt.
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(ed
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1e0
16. September Anfang 18, Ende 23 Uhr. B 1.
die Meiſterſinger von Nürnberg. Pr. 0.70——5.50 Mk. Dienstag,
18. September Anfang 19.80, Ende nach 22 Uhr.
1. Sonderveranſtaltung zu Gunſten des Winterhilfswerkes
Das Land des Lächelns. Pr. 0.50—2.00 Mk. donnerstag,
20. September 19.30—22.30 Uhr
Deutſche Bühne 81.
Hoffmanns Erzählungen. Pr. 0.70—5.50 Mk. In Vorbereitung: Der Bettelſtudent und Der Poſtillon von Lonjumean
Eröffnung des Kleinen Hauſes am Dienstag, den 2. Oktober
mit „Kabale und Liebe‟
Helft deutſcher Schale in fremdem Land,
Schenkk euren Brüdern Herz und Hand!
Alle Bewohner Darmſtadts gehen beute
Zum Zeſt der deutſchen Schule
im Hochſchul=Stadion!
Die große Blumenſchau im Orangeriegarten
Zeieenche uroffnang.
** Die Blumenſchau im Orangeriegarten iſt fertiggeſtellt,
alles prangt, blüht und grünt, herrliche Blumen= und
Grünan=
lagen ſind entſtanden und fanden bereits geſtern am
Eröffnungs=
tage die ungeteilte Bewunderung der zahlreichen Beſucher. Die
Darmſtädter Gärtner und der Gärtnerfachverein Feronia,
Darm=
ſtadt, der ſeine 50jährige Jubelfeier begeht, haben gewetteifert
in der geſchmackvollen Ausgeſtaltung des Orangeriegartens.
Bei herrlichem Sonnenſchein, im Beiſein einer großen Reihe
geladener Ehrengäſte wurde geſtern vormittag im feſtlich
ge=
ſchmückten Reſtaurationsſaal des Orangeriehauſes die Blumenſchau
eröffnet. Eine Abteilung des Muſikzuges der Standarte 115 unter
Leitung des Muſikzugführers Schlupp brachte die Ouvertüre
zur Oper „Egmont” von Beethoven zu Gehör.
Der Leiter der Kreisgruppe Gartenbau, R. Schuck. hieß alle
Gäſte herzlich willkommen. Der ſtarke Beſuch beweiſe, wie groß
das Intereſſe für den Gärtnerberuf noch ſei. Zwar fehlen vielfach
die nötigen Mittel zur Anſchaffung von Blumen uſw. Aber die
Gartenkultur trägt doch dazu bei, das Leben der Menſchen zu
be=
reichern. Man habe die Schau in dieſem Jahre etwas großzügiger
aufgezogen, weil das Junggärtnertreffen gleichzeitig hier
ſtatt=
finde. Zum erſtenmal hat man auch mit den Junggärtnern
ge=
meinſam dieſe Schau veranſtaltet. Und dieſe gemeinſame
Zuſam=
menarbeit wolle man auch in Zukunft pflegen. Er hoffe, daß die
Schau weiter großes Intereſſe finde.
Als Vereinsleiter des Gärtnerfachvereins Feronia hieß
Kreis=
gärtnerführer Günedler alle Anweſenden auf der Blumen=
und Früchteſchau herzlich willkommen. Den Berufskameraden
drückte er herzlichen Dank für die geleiſtete ſchwere Arbeit aus.
Freizeit und teilweiſe Nachtruhe mußte geopfert werden, um das
Werk zu vollenden. Leider ſei die volkswirtſchaftliche Bedeutung
des Verbrauchs deutſcher Gartenbauerzeugniſſe noch nicht
Gemein=
gut geworden. Immer noch fließen Millionen ins Ausland und
doch gibt es gerade dort Hetzer, die das neue Deutſchland
herab=
ſetzen wollen. Sollte uns der Führer aufrufen zur Sicherſtellung
der Ernährung des Volkes, ſo werden wir ihm folgen und in
einer geſchloſſenen Front das unſere tun. Den deutſchen
Garten=
bauerzeugniſſen müſſen wir ſtets den Vorzug geben Beſonderen
Dank ſpreche er dem Schirmherrn der Schau. Oberbürgermeiſter
Wamboldt, aus für ſeine Unterſtützung. Möge ein Ruf der
Gärt=
ner an die Darmſtädter, ihre Gärten zu geeigneter Zeit herrichten
zu laſſen, nicht unverhallt bleiben. Als Darmſtadts Gärtner werden
wir dafür ſorgen, daß wir in der Gartenkultur nicht zurückſtehen
gegen andere Städte. Heil Hitler!
Der Landesobmann für Gartenbau, Pg. Trug, hielt dann
eine Anſprache. Zunächſt begrüßte er im Namen des Herrn
Lan=
desbauernführers Dr. Wagner den Jubelverein Feronia
Darmſtadt, jetzt Junggärtnergruppe, zu ſeinem Jubelfeſt und zur
Blumenſchau. Weiter übermittelte er in ſeiner Eigenſchaft als
Landesfachwart für Gartenbau und Gebietsbeauftragter für den
Abſatz von Gartenbauerzeugniſſen die beſten Grüße und
Glück=
wünſche im Namen des Heſſen=Naſſauiſchen Gartenbaues und
führte dann u. a. aus: Der Verein, der heute und morgen den
50. Jubeltag feiert, iſt heute in die Arbeitsgemeinſchaft Deutſcher
Junggärtner eingegliedert, und dieſer Verband wiederum laut
Anordnung des Reichsbauernführers in den Reichsnährſtand.
Man ſieht, daß in Darmſtadts Gärtnerkreiſen ſchon vor 50
Jahren das Bedürfnis vorhanden war, ſich zuſammenzuſchließen
zur Pflege von Kameradſchaft, beruflichem Wiſſen und Können.
Manche heute ſchon grau gewordene und vom Schickſal in alle
Welt zerſtreute Berufskameraden werden ſich noch gerne
zurück=
erinnern an die in der Feronia verlebten Stunden und werden
dankbar ſein für das hier Gelernte.
Nach echter Gärtnerart wurde das Jubelfeſt mit einer
Blu=
menſchau verbunden, die ſich vor uns in ſeltener Pracht
ausbrei=
tet. Der Darmſtädter Gartenbau zeigt hier wieder einmal, wie
ſchon früher, ſeine Leiſtungen, die ſich in dem Wettſtreit
inner=
halb unſeres Berufes ſehen laſſen können.
Möge die Schau, die von jedem einzelnen Ausſteller zum Teil
große Opfer forderte, dazu beitragen, ihnen, ihr Darmſtädter
Gartenbauern, den Kampf um die Erhaltung eurer Exiſtenz
er=
räglicher zu geſtalten. Ich hege dieſe Hoffnung, weil bei dieſer
Schau unſere Darmſtädter ſehen, daß der heimiſche Gartenbauer
abſolut in der Lage iſt, den größten Teil der Bedürfniſſe an
gartenbaulichen Produkten zu befriedigen und es ſomit nicht nötig
iſt, Auslandsware zu kaufen. Damit, Volksgenoſſen, erfüllen Sie
eine vaterländiſche Tat und unterſtützen das große Aufbauwerk
unſeres Führers. Ein Volk, welches ſich nicht von den
Erzeug=
niſſen ſeiner eigenen Scholle ernähren kann, iſt kein freies Volk,
denn es befindet ſich ernährungspolitiſch in Abhängigkeit von dem
Staat, der der Lieferer ſeiner lebensnotwendigen Nahrungsmittel
iſt. Die Werte, die der deutſche Gartenbau im Jahr zurzeit
er=
zeugt, betragen zurzeit noch 1 Milliarde RM. Daraus mag man
die Bedeutung des deutſchen Gartenbaues ermeſſen. Deutſchland
führte in den letzten Jahren jährlich für mehrere hundert
Millio=
nen Reichsmark gartenbauliche Erzeugniſſe ein. Man wird ſagen,
dies iſt ein Beweis dafür, daß der heimiſche Gartenbau nicht in
der Lage iſt, die Bedürfniſſe des deutſchen Volkes zu befriedigen.
Wir ſind doch meines Wiſſens durch den Krieg, Inflation
und Pumpwirtſchaft ein armes Volk geworden. Es paßt
be=
ſtimmt nicht in den Rahmen der agrarpolitiſchen
Wirtſchaftsfüh=
rung unſeres heutigen Staates, daß wir Auslandsobſt, Gemüſe
und Blumen kaufen, wenn wir zur gleichen Zeit die deutſche
Ware einfach nicht abzuſetzen iſt. Es erſcheint einem einfach als
ein Verbrechen, wenn gutes deutſches Obſt zum Teil nicht die
Ernte= und Transportkoſten deckt, ja große Mengen dieſerhalb
ver=
derben müſſen, zur gleichen Zeit täglich Dutzende, von Waggons
Aus=
landstrauben, Pfirſiche uſw. verkauft werden. Wir haben in
die=
ſem Jahr ein Obſt in einer Qualität, wie es uns das Ausland
einfach nicht liefern kann. Es liegt im Zuge der agrarpolitiſchen
Wirtſchaftsführung unſeres Staates, in dieſe widerſinnigen und
liberaliſtiſchen Gepflogenheiten des Marktes Ordnung zu
brin=
gen, wie es ſchon mit der Getreide=, Milch= und
Eierbewirtſchaf=
tung geſchehen iſt.
— Martinsgemeinde. Heute Sonntag abend kommt in dem
Gemeindehaus, Liebfrauenſtraße, als Nachfeier zum
Landes=
jugendſonntag und als Vorfeier zum Bibeljubiläum, von
unſe=
rer Gemeindejugend dargeſtellt, Riethmüllers „Sein Wort bleibt”
zur Aufführung. Dazu ſind alle Gemeindeglieder herzlich
einge=
laden. Der Eintritt iſt frei. — Am kommenden Mittwoch gedenkt
unſer Frauenverein ſeinen Herbſtausflug zu machen, an dem
alle Mitglieder teilnehmen können. Die Teilnehmer treffen ſich
nach vorheriger Anmeldung bei den Pfarrern oder Helferinnen
um 2 Uhr am Oſtbahnhof, um von da nach Traiſa (Gaſthaus
Walter) zu wandern. — Am 1. Oktober tritt nach 32jähriger
Tätigkeit in der Martinsgemeinde Landeskirchenrat a. D.
Pfar=
rer D. Waitz in den Ruheſtand. Eine ſchlichte Abſchiedsfeier
findet am Sonntag, dem 30. Sept., abends, im Gemeindehaus
ſtatt. Nach Möglichkeit haben die Gemeindeglieder Zutritt. Es
beſteht jedoch bei vielen Gemeindegliedern der Wunſch, dem
ſchei=
denden Pfarrer in irgendeiner Weiſe ein Andenken zu geben.
Das ſoll in der Weiſe geſchehen, daß alle
Gemeindeglie=
der ſich in bereitliegende Liſten zum Abſchied
mit Namensunterſchrift eintragen. Dabei wird
eine geſchloſſene Büchſe aufgeſtellt, in die jeder nach
Ver=
mögen eine Gabe einwerfen ſoll. Die Geſamtſumme wird als
Beitrag zur D.=Waitz=Stiftung mit den Namensunterſchriften bei
der Abſchiedsfeier überreicht. Die Stiftung ſoll bekanntlich zur
Ausſchmückung der zu erbauenden zweiten Kirche im
Martins=
viertel Verwendung finden. Die Liſten liegen in der kommenden
Woche jeden Abend von 5 bis 7 Uhr im Gemeindehaus,
Lieb=
frauenſtraße, und im Martinsſtift, Müllerſtraße, für jedermann
offen.
Wenn ſich der nationalſozialiſtiſche Staat für einen gerechten
Lohn der Arbeitnehmer durch Tarif einſetzt, ſo nicht minder für
einen gerechten Preis der Erzeugniſſe. Ich bin mir klar
dar=
über, daß eine Ordnung zur Marktregelung jahrelange Arbeit
erfordert.
Der Erzeuger von landwirtſchaftlichen und gärtneriſchen
Pro=
dukten hat dem Volk gegenüber die Pflicht, es mit den nötigen
Lebensmitteln zu verſorgen, und zwar zu gerechten Preiſen.
Zwi=
ſchen Erzeuger und Verbraucher ſteht der Handel. Dieſer hat
wiederum die Pflicht, eine geordnete Verteilung der Ware
vorzu=
nehmen plus gerechtem Aufſchlag zum Erzeugerpreis. Somit
wird der Handel zum Treuhänder deutſcher Ware.
Um dieſe Arbeit zu ermöglichen, wurde es nötig, daß die
Verteilung der Ware von einer der Wirtſchaft übergeordneten
Stelle, dem Staate, beaufſichtigt wird. Zu dieſem Zweck wurde
auch der Reichsbeauftragte für Abſatz von Gartenbauerzeugniſſen
ernannt, welcher wiederum durch Gebietsbeauftragte unterſtützt
wird.
Wenn durch die Einfuhr gartenbaulicher Erzeugniſſe aus
kli=
matiſch günſtiger gelegenen Ländern der deutſche Gartenbau einen
ſtarken Kampf um die Erhaltung ſeiner Exiſtenz führt, ſo wird
dieſer noch dadurch geſteigert, daß durch die Schaffung von
Klein=
gärten ein großer Teil der Konſumenten vom Markt herausfällt.
Es wird uns von unſeren Gärtnern immer vorgeworfen, daß wir
hierin nichts unternehmen. Wir würden dem Volke und dem
Staat einen ſchlechten Dienſt erweiſen, würden wir nicht den
Kleingartenbau ſtützen und fördern. Nach der Theſe unſeres
Reichsbauernführers W. Darré von Blut und Boden” iſt es der
Wille unſerer Regierung, den Menſchen, der ſich in den letzten
1000 Jahren in immer ſteigendem Maße von der Scholle loslöſte,
wieder mit dem Boden zu verbinden. Die Selbſtverſorgung von
Obſt und Gemüſe wird ſich daher in immer ſteigendem Maße
be=
merkbar machen.
„Ich weiß, daß ein großer Teil unſerer Gartenbaubetriebe
da=
durch Not leidet und ſo ſie in ihrem Beruf keine ganzen Kerle ſind,
zur Aufgabe gezwungen ſein werden. Aber das Schickſal
eines Volkes geht über das Einzelſchickſal. Es
iſt daher unſere Aufgabe, für die auf der einen Seite
freiwer=
denden Arbeitskräfte andere zu erſchließen. Es war uns dieſes
zum Teil möglich durch Abbau von Regiebetrieben einiger
Städte, welches ſich zur Zufriedenheit aller auswirkte, und es
wird weiter unſere Aufgabe ſein, auf die Städte einzuwirken, bei
denen noch Regiebetriebe unterhalten werden, um deren private
Arbeiten dem freien Beruf überzuführen.
Auch möchte ich die Stadtverwaltungen bitten, daß ſie uns
unterſtützen in dem Beſtreben, daß die früher ſo ſchönen Gärten
und Vorgärten, die in den letzten 10 Jahren zum großen Teil
verwilderten, wieder in Ordnung gebracht werden. Es iſt dieſes
durch Wettbewerb möglich, aber auch im Notfalle durch eine
baupolizeiliche Verordnung.
Große Zeiten erfordern von jedem einzelnen
Ueberdurch=
ſchnittsleiſtungen. So wollen wir freudig die erhöhten
Leiſtun=
gen auf uns nehmen in dem Glauben an unſeren großen Führer
und die Heiligkeit unſerer Sache.
Der deutſche Gartenbau wird und muß, wenn er der heutigen
Zeit gerecht werden will, ſeine ganze reſtliche Kraft
zuſammen=
nehmen, um bei ſeinen deutſchen Volksbrüdern für ſeine auf
deutſcher Scholle mit viel Liebe und Fleiß herangezogenen
Erzeug=
niſſe zu werben. Wir fordern nichts von unſerer heutigen
Regie=
rung, weil wir in unſere Führung unbedingtes Vertrauen haben
und wiſſen, daß ſie alles einſetzt zur Rettung des deutſchen Volkes
und ſomit auch unſeres ſo ſehr darniederliegenden Berufsſtandes.
Aber mitarbeiten wollen wir an dem Aufbau des
nationalſozia=
liſtiſchen Staates, und dieſes erblicken wir in unſerer Arbeit und
Pflichterfüllung, aber auch in der Werbung für unſere deutſche
Arbeit. Heil Hitler!
Bürgermeiſter Haug betonte, daß die Stadt Darmſtadt vom
erſten Tag an den Gedanken der Veranſtaltung einer
Blumen=
ſchau begrüßt habe und er übermittele vor allem die Grüße und
Wünſche des Schirmherrn der Schau, des Herrn
Oberbürger=
meiſters Wamboldt. Gerade Darmſtadt ſei im Kranz der Städte
mit ſeiner Blumenſchau vorbildlich, und die Stadtverwaltung
ſpreche den Veranſtaltern ihren beſonderen Dank aus für die
vor=
bildliche Arbeit, die geleiſtet wurde. Als Gauamtsleiter des
Am=
tes für Volkswohlfahrt danke er noch beſonders, daß dieſe Schau
ihren Reinertrag dem Amt für Volkswohlfahrt zukommen läßt.
Damit iſt die Verbindung dieſer Schau mit dem praktiſchen
Sozia=
lismus unter Beweis geſtellt. Sie hilft damit zu ihrem Teil die
Not in Deutſchland zu mildern. Mit den beſten Wünſchen eröffnete
er die Schau, die bei lachendem Sonnenſchein echtem Hitler=
Wetter, ihre Pforten öffne und lachende, frohe Menſchen ſehe.
Nach dem Badenweiler Marſch, der den Eröffnungsakt
be=
ſchloß, fand unter Führung des Leiters der Kreisgruppe
Garten=
bau. R. Schück, und des Kreisgärtnerführers Günedler und
des Gartenarchitekten Hilsdorf, in deſſen Händen die techniſche
Leitung der großzügigen Schau liegt, eine eingehende Beſichtigung
all der gärtneriſchen Schönheiten und Wunder ſtatt.
Im Rahmen der großen Blumenſchau der Darmſtädter
Gärt=
nerſchaft veranſtaltet die NS.=Frauenſchaft am Dienstag, den 17.
September, nachmittags im Orangeriegarten ein
Großes Kinderfeſt
für die geſamte Darmſtädter Schuljugend. Das reichhaltige
Pro=
gramm wird unſeren Kleinen viele Ueberraſchungen und Freude
bringen.
Neben einer Rutſchbahn, einer Schießbude, einem
Kaſperltheater und vielen anderen Buden iſt Gelegenheit
gegeben, auf kleinen Eſelfuhrwerken eine Spazierfahrt
zu unternehmen. Die Sieger in den einzelnen Wettſpielen
erhal=
ten kleine Preiſe.
Auch für das leibliche Wohl der kleinen Heiner wird die NS.=
Frauenſchaft beſtens ſorgen.
Die Loſung für den Dienstag nachmittag kann daher nur
lauten:
Auf zu dem Kinderfeſt der NS.= Frauenſchaft zugunſten der
NS.=Volkswohlfahrt.
Erſte Hilfeleiſtung.
Die Kreisamtsleitung des Amtes für Volkswohlfahrt teilt
mit: In den erſten Tagen dieſer Woche werden die
Unfallver=
hütungstafeln in den hieſigen Häuſern zum Aushang gebracht.
Wir machen darauf aufmerkſam, daß es Pflicht eines jeden
Haus=
beſitzers iſt, dafür beſorgt zu ſein, daß dieſe Tafeln auch in jedem
Hauſe zum Aushang kommen.
Hausbeſitzer, die verſehentlich mit der Belieferung vergeſſen
werden ſollten, werden gebeten, ſich bei der zuſtändigen
Orts=
gruppe der NS. Volkswohlfahrt um eine ſolche Tafel zu bemühen.
Die Tafeln koſten pro Stück 10 Pfe
Der Betrag wird von
den mit der Verteilung beauftragten SA.=Leuten erhoben.
— Evangeliſche Stadtmiſſion E. V. Es wird noch einmal
darauf hingewieſen, daß am heutigen Sonntag nachmittag um
3.30 Uhr im großen Stadtmiſſionsſaal eine Bibelwoche beginnt,
die durch Herrn Pfarrer Grünewald aus Dinglingen in Baden
gehalten wird. Die heutige Stunde iſt als
Eröffnungsverſamm=
lung gedacht. Von Montag bis einſchließlich Samstag dieſer
Woche findet je eine Verſammlung ſtatt, und zwar abends um
8.30 Uhr. Die Teilnahme an dieſem Bibelkurſus iſt frei für
jedermann.
— Billige Tage im Tiergarten Frankfurt a. M. An jedem
1. Sonntag im Monat bis 1 Uhr und an jedem 3. Sonntag
wäh=
rend des ganzen Tages, alſo am 16. September ſind die
Eintritts=
preiſe in den Tiergarten um 50 Prozent verbilligt.
„Beite 6 — Nr. 256
armſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 16. September 1934
He
BuRaUS!
* Die Aepfel der Erkennknis.
Sie kamen von zwei Seiten; eine Eva, ſchlank und friſch, mit
zwei ſchweren, dunkelblonden Zöpfen, das ganze anmutige Ding
etwa 12 bis 13 Jahre, und ein Adam, ſtrammer Burſch von 14, das
Haar ein bißchen wirr und einen kleinen mürriſchen Zug im
Ge=
ſicht, aber geſund und feſt — und jedes der beiden jungen
Men=
ſchenkinder zog eines jener Wägelchen hinter ſich her, die aus einem
Kinderwagengeſtell mit aufmontierter Perſilkiſte beſtehen und in
denen man die goldenen Aepfel der Straße ſammelt.
Der „goldene Apfel des Dunges” iſt nun allerdings faſt zu einer
Seltenheit geworden, und ſo iſt es nicht verwunderlich, daß die
beiden jugendlichen Sammler mit Eifer und Entdeckerfreude auf
einen anſehnlichen, friſch abgelegten Haufen dieſer Spezies
los=
eilten, der etwa in Weges Mitte zwiſchen ihnen dampfte. Ein jedes
hatte im andern ſofort die Konkurrenz erkannt, ein jedes beeilte
ſich, ein jedes fiel in Trab. Und die Aepfel lockten.
Nun aber geſchah das Ueberraſchende: der Bub, der den Sieg
im Wettlauf davongetragen hatte verweilte untätig vor dem
Fund, in ſeinen Augen war jener Triumph, den Ueberlegenheit und
Stolz dem Sieger verleihen, und es ſchien, als verweile er nur,
um ſeinen Triumph auszukoſten. — Die werdende Jungfrau
da=
gegen blieb erhitzt zwei Schritte vor ihm ſtehen, ſie ſah ihn
hilf=
los an, und wenn nicht alles täuſchte, ſo konnte es nur noch
Sekun=
den dauern, bis ihre Augen vor Leid und Enttäuſchung überliefen.
Und Blick ging in Blick, Triumph wandelte ſich in Mitgefühl
oder Gott weiß was (wahrſcheinlich mehr „Gott weiß was”, als
Mitgefühl!): Adam trat zurück, verzichtete auf ſeine rechtmäßige
Beute und lud die Jungfrau ein, mit Schipp und Kratzer herzhaft
zuzugreifen. Und ſieh da: plötzlich ſtrahlten zwei Geſichter; das
Mädchen kam näher warf einen umfaſſenden, ſehr liebevollen Blick
auf die herrlichen Aepfel, griff zur Schippe und ſcharrte die Hälfte
zuſammen, die ſie mit dankbarem Augenaufſchlag auf des „Gegners”
Wagen warf. Der aber, der Herr und Sieger, bückte ſich raſch und
lud die andere Hälfte auf den Karren Evas.
Ich beobachtete ſie, wie ſie noch eine Weile beiſammen ſtanden
und ſchwatzten und lachten, und freute mich — mir blieb ja nur die
Rolle der teufliſchen Schlange —, daß ſie natürlich beide keine
Ah=
nung davon hatten, wie ſie hier mitten auf der Straße, die alten,
hiſtoriſchen, weltberühmten „Aepfel der Erkenntnis” gefunden
hatten.
Das Trippel’ſche Land=Waſſer=Auko
im Woog.
Erfolgreiche Berſuchsfahrken des Darmſtädker
F
Erfinders.
Geſtern nachmittag erlebten die Badebeſucher des Großen
Woogs, die das prächtige Spätſommerwetter zahlreich an den
Badeſtrand gelockt hatte, eine nie dageweſene Senſation. Ein
Automobil. Typ eines Rennwagens, kam im 100=Kilometer=Tempo
herangebrauſt und fuhr zum Schrecken aller Zuſchauer ins Waſſer.
Aber die Aufregung war umſonſt geweſen. Das Ding ſchwamm
wie ein Motorboot auf dem Waſſer dahin und landete wieder
nach einigen Rundfahrten wohlbehalten am Ufer, wo ſich
inzwi=
ſchen eine große Menſchenmenge angeſammelt hatte,
Jetzt wurde klar, daß es ſich um keinen Zufall, ſondern um
einen vorbereiteten und wohlgelungenen Verſuch handelte. Ein
Kraftfahrzeug ſollte hier vorgeführt werden, das gleich, ob zu
Waſſer oder zu Lande, ſeinen Zweck voll erfüllte.
Der Leiter der Miniſterialabteilung für Hoch= und
Tiefbau=
weſen, Oberbaurat Münkler als Vertreter des
Staatsminiſte=
riums, der Vertreter der Polizeidirektion, Polizeiinſpektor
Schaub u. a. hatten ſich eingefunden, um dieſes intereſſante
Fahr=
zeug zu begutachten. Selbſt ein Filmoperateur hielt die
Verſuchs=
fahrten für alle Zeiten feſt.
Hatte man anfangs die Sache mit etwas mißtrauiſchem Auge
angeſehen, ſo wollte nach dem erſten und vollen Erfolg jeder an
dem Genuß einer Rundfahrt über die Waſſerfläche teilhaben.
Kei=
ner der Geladenen, darunter eine junge Dame, ließ ſich den Genuß
entgehen, einmal mit dem Auto auf dem Woog herumzugondeln.
Intereſſant war dabei zu bemerken, daß ſelbſt eine Belaſtung durch
wohlbeleibte Herren der Sicherheit des Fahrzeuges keinen Eintrag
tat. Allgemein wurde der Eindruck gewonnen, daß dieſes
Fahr=
zeug, gleich auf dem Trockenen oder im feuchten Element,
unbe=
dingte Sicherheit bietet.
Der junge Erfinder, Oberſturmführer Hans
Trippel. von der Brigade 50, kann ſtolz auf ſeine Leiſtung ſein.
Das von ihm unter der Mitarbeit der Firmen Roth (
Karoſſerie=
arbeiten) und Lebert (DKW.=Kundendienſt) gebaute
Kraftfahr=
zeug entſpricht voll und ganz ſeinen Anforderungen. Auch als
Rennwagen hat dieſe Neukonſtruktion bereits — ihre Feuertaufe
hinter ſich. Oberſturmführer Trippel hat ſich mit ſeinem
Fahr=
zeug mit großem Erfolg an dem „
Weſtmarkren=
nen 1934” auf dem Nürburgring beteiligt. Durch
ſeine, infolge der Bauarbeit, hohe Geſchwindigkeit iſt der Wagen
jedem Rennfahrzeug ſeiner Klaſſe ebenbürtig. Auch auf dem
Waſ=
ſer zeichnet es ſich durch ſeine Geſchwindigkeit aus. Bei einer
Schleppfahrt zeigte es ſich, daß der Wagen noch über recht
bedeu=
tende Kraftreſerven verfügt und geeignet iſt, im Notfall einen
Laſtkahn jederzeit ins Schlepptau zu nehmen, ohne ſeine
Geſchwin=
digkeit zu vermindern. Auch fiel die elegante Art der Landung
auf, die durch den Vorderradantrieb bedingt iſt und ſich mit dem
allgemein üblichen Hinterachsantrieb nie erreichen läßt. Auch mit
der Kühlung iſt man ganz neue Wege gegangen, deren Eignung
die Vorführungen unter Beweis geſtellt haben. Alle bisherigen
Verſuche, ein brauchbares Land= und Waſſer=Kraftfahrzeug zu
bauen, ſind durch dieſe Konſtruktion, die keinerlei Hilfsmittel, wie
zum Beiſpiel Schwimmer und Schaufeln, im Waſſer benötigt, oder
vor dem Inswaſſergehen längerer Vorbereitungen und
Abänderun=
gen bedarf, überholt.
Im Laufe der Woche wird die Bevölkerung Darmſtadts wohl
noch Gelegenheit haben, dieſes intereſſante Fahrzeug zu Waſſer
und zu Lande, das die Anerkennung der Fachkreiſe und der Preſſe
bereits gefunden hat, auf dem Großen Woog zu bewundern. =üt=
Aus den Darmſtädter Lichtſpiel=Theatern.
Palaſt: Bankkrach in Amerika.
Der Regiſſeur dieſes Films braucht ziemliche lange Zeit. bis
er auf das eigentliche Thema, den Bankraub, mit
darauffolgen=
dem Sturm auf die Schalter kommt. Zu Anfang des Films wird
ſehr wenig gehandelt und deſto mehr geredet, und letzteres
ge=
ſchieht auch noch in einem Tempo, daß es ſchwer iſt, zu folgen.
Wenn aber erſt einmal die Sache ins Rollen gekommen iſt, der
Raub ausgeführt iſt und die erſten Gerüchte ins Publikum
drin=
gen, dann zeigt es ſich, daß der Regiſſeur ein ganz tüchtiger
Burſche iſt. Er verſteht es. die raſende Verbreitung der
Meldun=
gen und Falſchmeldungen von Mund zu Mund und durchs
Tele=
phon einzufangen und dann das Anwachſen der Menſchenlawine
vor dem Bankhaus”ggeſtiv auf die Leinwand zu bringen. Ein
tüchtiger Kameramann, der immer neue Typen aus dieſem
Menſchenknäuel vor die Linſe nimmt, trägt viel zu der
Wirkſam=
keit dieſer Szenen bei. Auch die ganz „private” Handlung, die
neben dieſen geſchäftlichen Affären herläuft und darin verwickelt
iſt, wird von dem Tempo mitgeriſſen. Unter den Darſtellern
die durchweg gut ſind, bleibt vor allem die ſympathiſche Figur
des Bankiers im Gedächtnis, der erfreulicherweiſe nicht ſo
ſchablo=
nenhaft wie die meiſten amerikaniſchen Filmgeſtalten iſt. —a
* Autozuſammenſtoß. Geſtern abend ereignete ſich Ecke Beck=
und Roßdörfer Straße ein Verkehrsunfall dadurch, daß ein aus
der Beckſtraße kommender Perſonenwagen mit einem anderen
von Roßdorf kommenden Auto zuſammenſtieß. Glücklicherweiſe
war der Anprall nicht ſo heftig, ſo daß keine ſchweren
Verletzun=
gen der Autoinſaſſen feſtgeſtellt wurden. Eine Perſon erlitt
leichtere Verletzungen. Die beiden Wagen wurden beſchädigt. Die
Schuldfrage iſt noch nicht geklärt.
Heute Tag des deutſchen Polkstums.
Feſt der deutſchen Schule.
Der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß, hat folgende,
bereits im Rundfunk bekanntgegebene Verfügung erlaſſen:
„Der am 16. 9. 1934 vom Volksbund für das Deutſchtum
im Ausland durchzuführende „Tag des deutſchen Volkstums”
iſt von allen Gliederungen der Partei, einſchl.
SA., SS. und HJ. nach Kräften zu unterſtützen.
München, 5. 9. 1934.
gez. Rudolf Heß.
Damit hat die Reichsregierung und Partei erneut allen
Volksgenoſſen die Teilnahme am Tag des
deut=
ſchen Volkstums zur Pflicht gemacht. Wie überall in
deutſchen Landen, ſo muß auch in Darmſtadt die
große Kundgebung im Hochſchulſtadion
ein überwältigendes Bekenntnis zur unlöslichen
Ver=
bundenheit aller Deutſchen werden. Die Veranſtaltung
im Hochſchulſtadion, das durch ſeine herrliche Lage im deutſchen
Walde einen herrlichen Rahmen für die Feier abgeben wird,
be=
ginnt pünktlich um 2.30 Uhr nachmittags.
Jeder Teilnehmer erwirbt draußen auf dem Feſtplatz das
ſchmucke Feſtabzeichen, um ſich auch äußerlich zur
Gemein=
ſchaft aller Deutſchen zu bekennen; Programmhefte
ebenfalls auf dem Feſtplatz. Die Hauptprobe am Freitag hat
ge=
zeigt, daß ein glatter Verlauf der ganzen Veranſtaltung
ſicherge=
ſtellt iſt. — Die Mitwirkenden am Feſtſpiel und die übrige V.D.A.=
Jugend aller Darmſtädter Schulen aber treten um 1 Uhr auf dem
Steubenplatz zum
Feſtzug der 5000
an. Die Spieler (Buntkinder, Grenzkinder, Bandläufer, Herolde
uſw.) legen ihre farbenbunte Spielkleidung an. Der Feſtzug, der
unter der Leitung von Studienaſſeſſor Brückner ſteht, nimmt
Preisausſchreiben und Feuerſchuß!
Für das anläßlich der Feuerſchutzwoche vom 17. bis 23.
Sep=
tember 1934 von der Oberſten Leitung der PO., Amt für
Volks=
wohlfahrt, „Schadenverhütung”, herausgegebene Preisausſchreiben
ſind Geldpreiſe in Höhe von 5000.— RM. ausgeſetzt. Bei dieſer
Aufgabe kommt es darauf an, daß von 12 Bilddarſtellungen
die=
jenigen zu durchſtreichen ſind, aus denen eine Außerachtlaſſung des
Brandverhütungsgedankens zu erſehen iſt. Es handelt ſich alſo nur
darum, richtig zu beobachten. Doch iſt es hiermit allein nicht
ge=
tan, denn jeder, der ſich an dieſem Preisausſchreiben beteiligt, hat
die Löſung in der Feuerwache abzugeben, wo er im Falle eines
Brandes in ſeiner Wohnung Meldung erſtatten muß.
Während der Feuerſchutzwoche werden an den Feuermeldern
Hinweiſe angebracht ſein, wo die Feuermeldung zu erſtaiten iſt.
Es heißt alſo ſich genau zu informieren, wo der zuſtändige
Feuer=
melder aufzufinden iſt. Meldungen, die verkehrt abgegeben
wer=
den, ſcheiden von vornherein aus dem Wettbewerb aus.
5000. —RM. ſind die Belohnung dafür, daß jeder Volksgenoſſe
ſich für die Lage ſeines Feuermelders intereſſiert und damit ſchon
praktiſche Arbeit an der Brandverhütung leiſtet.
Vorbeugen iſt die wichtigſte Aufgabe und Vorbeugen iſt der
erſte Schritt zur Verhütung!
Die Broſchüre „Brandſchaden iſt Landſchaden”, die von der
Oberſten Leitung der P. O., Amt für Volkswohlfahrt, „
Schaden=
verhütung” herausgegeben wurde, koſtet 20 Pfg. Sie enthält die
genauen Bedingungen, und jeder, der dieſe Broſchüre bezieht, findet
hierin den Beteiligungsſchein für das große Preisausſchreiben von
5000.—
7M.!
e
Drers
Auisſchreiben!
Ket
Eg ailt eine Auß zu knacken!
Eine Nuß, deren Schale nicht allzu hart iſt. Wer gute
Zähne hat, möge ſich heranwagen. Die Aufgabe, die
geſtellt wird, iſt leicht. Von 12 Bildern ſind diejenigen zu
durchſtreichen, aus deren Bildinhalt eine
Außeracht=
laſſung des Brandverhütungsgedankens
zu erſehen iſt. Wer alſo richtig denken kann, hat den Preis
in der Taſche. Aber wohlgemerkt, richtig denken! Es gibt
viele Kleinigkeiten, über die man ſehr leicht ſtolpern kann.
Heran an die Aufgabe!
Aber nicht allein die richtige Löſung entſcheidet, ſondern
die Abgabe der Löſungen an die rechte Stelle, und zwar
dort, wo man im Falle eines Brandes in ſeiner Wohnung
Feuermeldung erſtatten würde. Alſo unterrichte ſich jeder
darüber, wo ſich ſein Feuermelder befindet. Wer Näheres
über dieſes Preisausſchreiben erfahren will, erhält
Aus=
kunft darüber in der von der Oberſten Leitung der P. O.,
Amt für Volkswohlfahrt — Schadenverhütung —
heraus=
gegebenen Broſchüre „Brandſchaden iſt Landſchaden”,
die während der Feuerſchutzwoche durch Feuerwehrleute
und die Organiſationen der N. S. Volkswohlfahrt zum
Preiſe von 20 Pfennig vertrieben wirt!
5000 RM. ſind zu vergeben!
Mut gefaßt und heran an die Löſung der Aufgabe!
folgenden Weg: Steubenplatz, Rheinſtraße. Adolf=Hitler=Platz
Peter=Gemeinder=Straße, Wilhelminenſtraße, Heinrichsſtraße, Nie
der=Ramſtädter Straße, Stadion.
Zugordnung: 1. Muſikzug Standarte 115; 2. SA
Ehrenſturm; 3. Fahnen= und Wimpelabordnungen; 4. V.D.A.
Gruppen; 5. Herolde; 6 Städtekinder; 7. Muſikzug der Motor
ſtandarte 50; 8. Blaukinder; 9. Orangekinder; 10. Grünkinder
11. Gelbkinder; 12. Rotkinder; 13. Kapelle des Gymnaſiums
14. Turner und Turnerinnen; 15. Körperſchule. Spitze des Zuges
Rheinſtraße; Ende Friedrichſtraße. Die Zugteilnehmer ſtellen ſig
pünktlich um 13 Uhr auf dem Steubenplatz, an den durch Schilde
gekennzeichneten Plätzen, auf. Nach dem Eintreffen des Zuges i=
Stadion begeben ſich die Mitwirkenden ſofort auf die ihnen be
kannten Verſammlungsplätze.
Von 11 bis 12 Uhr findet vor dem Landestheate
ein Standkonzert ſtatt. Es ſpielt der Muſikzug de
Techniſchen Nothilfe, unter der Leitung des ſtaatlicher
Kammervirtuoſen L. Kümmel (Muſikzugführer) folgende=
Programm: 1. Feſthymnus, Silcher; 2. Badenweiler Marſch
Fürſt; 3. Ouvertüre Kreutzer; 4. „Wach auf!” aus „Meiſter
ſinger” Wagner: 5 Rheinlieder=Walzer, Kümmel; 6. Der
Jäge=
aus Kurpfalz, Marſch. Rode.
Darmſtadts Bevölkerung aber wird nochmals aufgefordert, en
ſprechend dem Erlaß des Herrn Oberbürgermeiſters durch
Flaggen der Häuſer ihrer Anteilnahme am „Tag des
deut=
ſchen Volkstums” ſichtbaren Ausdruck zu verleihen.
Pflicht eines jeden volksbewußten Volksgenoſſen iſtes ferner, ſie
durch den Beſuch der Kundgebung im Hochſchulſtadion einzureihen
in die volksdeutſche Front. Drum ergeht der letzte Appell an
Darmſtadts Bevölkerung:
Erſcheint in Maſſen!
Die Darmſtädter Veranſtaltung darf hinter den anderen Ver
anſtaltungen im Reiche nicht zurückſtehen!
Dr. Götz.
Oepheum: „Grigri”
Von dem Erfolg, den Linckes Operette bei ihrer
Neuauffüh=
rung im Orpheum hatte, berichteten wir ſchon kurz in der vorigen
Nummer. — Die Handlung des Stückes, das teils im dunkelſten
Afrika, teils in Paris ſpielt, ſoll hier nicht zu ſcharf unterſucht
werden. Sie iſt jedenfalls reich an Situationen, deren Komil
unwiderſtehlich iſt, und führt ein paar Typen — wie den König
Magawewe, die energiſche Madame Brocard und den mit allen
Waſſern gewaſchenen Gauner Toire — ins Treffen, die nie ihre
Wirkung verfehlen. Dazu kommt Linckes Muſik die eine ſehr
hübſche und gefällige Miſchung von weichen, einſchmeichelnden
Melodien und ſchmiſſigen, mitreißenden Rhythmen darſtellt. Dieſe
Muſik zündete von der erſten Note an. Beppo Geiger an
Dirigentenpult zuſammen mit dem temperamentvoll
muſizieren=
den Orcheſter gaben der Sache Schwung. Schon nach der ſehr
ſchmiſſig hingelegten Ouvertüre gab es den erſten lebhaften
Bei=
fall. Auch die Chöre und Enſembles, die in dieſer Operette
ver=
hältnismäßig häufig ſind, klappten vorzüglich. Die Spielleitung
Guſtav Bertrams hatte dafür Sorge getragen, daß ſich die
Handlung flott abwickelte. Daneben, oder vielmehr im
Haupt=
beruf. waltete Bertram mit Miniaturkrone und einſchüchternd
ſchwarzer Hautfarbe ſeines Amtes als König Magawewe. Daf
er dieſen Wüſtenſohn ſchon über 400mal auf die Bühne geſtellt
hat, tut der Friſche ſeiner Darſtellung in keiner Weiſe Abbruch
und man glaubt gern dem Komponiſten Lincke, der einmal ge
äußert hat, Bertram ſei der beſte Vertreter dieſer Rolle!
Stimm=
lich und darſtelleriſch ausgezeichnet war neben ihm Marga Peter
in der Titelrolle als Prinzeſſin Grigri, unerklärlich blond, zierlich
und europäiſch neben ihrem mächtigen Papa. Ihren ungetreuen
Ehemann, den franzöſiſchen Konſul, ſpielte und ſang Hans
Schneider ſehr gut, auch in den verzweifeltſten Situationer
liebenswürdig und „ſcharmant”, Fritz Ripert als ſein Diener
Pantoufle — eine jüngere Ausgabe ſeines Herrn! Das
dazu=
gehörige Kammerkätzchen, nach Bedarf ſpröde und zärtlich, war
Anny Delp, kapriziös im Spiel und ſtimmlich auf der Höhe,
Eine furioſe Schwiegermutter brachte Mizzi Rauſchenberg
auf die Bühne, ihr erſtes Zuſammentreffen mit Magawewe ſtellte
einen der komiſchen Höhepunkte des Abends dar. Kurt
Egen=
dorf hatte für die Rolle des vielſeitigen Poivre die nötige
Beweglichkeit in Spiel und Mimik und war namentlich in ſeiner
ſelbſtbewußten Poſen köſtlich. In kleineren Rollen ſind noch Anni
Born als Jeanne Brocard und W. Sprenger als Varieté=
Regiſſeur zu nennen, die ebenſo wie alle übrigen Darſteller, die
afrikaniſchen Eingeborenen. Girls und Hochzeitsgäſte, mit großer
Spielfreude dabei waren. Der Beifall, der manche Nummer ein
zweites und drittes Mal verlangte, bewies den Erfolg der
Auf=
führung.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag
den 16. September 1934, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung
bereit: Dr. med. Hammer, Karlsſtraße 95, Telephon 632: Dr
med. Reuß, Viktoriaſtraße 41, Telephon 2522; Dr. med. Sachs
Hügelſtraße 41, Telephon 726.
Sonntags= und Nachtdienſt in den Apotheken Darmſtadts. Es
verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich anſchließenden
Woche vom 16. bis 23. September den Nachtdienſt: die
Apo=
theke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die Ein
hornapotheke, Kirchſtraße 10½. Der Nachtdienſt wechſel
am Samstag abend, ſo daß die Apotheke, welche den Sonntags
dienſt hat, ſchon in der vorhergehenden Nacht den
Nachtdienſ=
verſieht.
Vereins= und lokale Beranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Gasvortrag am Donnerstag, dem 20. Sept
Nach kurzer Unterbrechung während der Reiſezeit ſetzt das
Gas=
werk ſeine mit regem Intereſſe aufgenommenen
Donners=
tags=Vorträge wieder fort. Die kluge Hausfrau weiß
ſehr wohl, daß ſie, wenn ſie ihren Haushalt wirtſchaftlich führen
will, ſich mit den neuen Gasgeräten und Kochmethoden
vertrau=
machen muß. Neue Gasherde geſtatten durch ihre
feine Regulierungsmöglichkeit die Zuberei
tung von Speiſen jeder Art raſch u. billig. Kochen
Backen, Braten und Steriliſieren geſchieht am ſchnellſten und
ſau=
berſten nur auf dem Gasherd. Seine raſche und ſauber
Arbeitsweiſe hat neben vielen anderen Vorteile ſeine un
bedingte Vormachtſtellung geſichert. Anläßlich des
näch=
ſten Vortrages, der am Donnerstag, dem 20. Sept., im
Ausſtel=
lungsraum des Gaswerks. Eliſabethenſtraße 25½, ſtattfindet,
wo=
bei die Zubereitung von Wild und Geflügel praktiſch vorgeführr
wird, wird aber nicht nur über den Gasherd, ſondern auch über
alle ſonſtigen für den Haushalt in Frage kommenden Hausgeräte
ausführlich geſprochen werden. Ein Beſuch des Vortrages wird
deshalb beſtens empfohlen. Eintrittskarten ſind dort koſten
erhältlich.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: Ein Unſichtbarer geht durch die Stadt
Städt. Maſchinenbauſchulen Darmſtadt (Höhere
Maſchinen=
bauſchule, Maſchinenbauſchule). Beginn des Winterhalbjahres am
Montag, dem 8 Okt. 1934. Anmeldungen und Auskünfte bei
Direktion der Schule, Darmſtadt, Landgraf=Philipp=Anlage 6. (
winkt allen Vorwärtsſtrebenden! Wir helfen Ihnen zum Erfolg
durch gründliche Ausbildung Ihrer perſönlichen Fähigkeiten, durck
Feſtigung Ihres Willens und Ihres Charakters. Es iſt unſer Ziel
aus Ihnen eine geſchloſſene, harmoniſche Perſönlichkeit zu formen
die ſich, eng verbunden mit dem Volksganzen, eine führende
Stel=
lung zu erringen weiß. Tauſende von begeiſterten
Anerkennun=
gen aus allen Berufsſchichten! Koſtenloſe Auskunft: Siemens=
Studien=Geſellſchaft für pſychologiſche Wiſſenſchaften (gegr. 1904)
(I.968e
Homburg v. d. H. 118, Siemenshaus.
Sonntag, 16. September 1934
Aus der NSDAP.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 256 — Seite 7
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Ver.
NS.=Lehrerbund. Gau Heſſen=Naſſau.
Am Mittwoch, den 19. September 1934, 15.15 bis
Uhr, ſpricht im Rahmen des Schulungslehrganges für
Raſſen=
d Vererbungsfragen vom 17. bis 22. September in Mainz,
Zita=
le, Pg. Miniſterialrat Dr. Benſe=Berlin über: Raſſe und
Er=
hung. — Ort: Hörſaal des Pädagogiſchen Inſtituts Mainz.
Die Mitglieder des NS.=Lehrerbundes werden erſucht,
hier=
weitmöglichſt Gebrauch zu machen.
Der Gauobmann: Ringshauſen.
z. Lehrerbund. Kreis Darmſtadt.
Fachgruppe ,Zeichnen und Kunſt”. Am Mittwoch,
September, 16 Uhr, findet im oberen Zeichenſaal des
Real=
nnaſiums die nächſte Verſammlung ſtatt. Auch die Amtsgenoſſen
Darmſtadt=Land werden hiermit eingeladen.
Arbeitsgemeinſchaft
„Mädchen=Erziehung”.
echniſche Fächer) Nächſte Arbeitsſitzung am Mittwoch, den
September, 17 Uhr, in der Eleonorenſchule, Thema: Die
fgaben der Hauswirtſchaftslehrerin im nationalſozialiſtiſchen
rat”
Fachſchaft II (Höhere Schule) Am Mittwoch, den
September, 20.15 Uhr. findet im großen Saal der „Krone” eine
chſchaftstagung ſtatt. Studienrat Troß ſpricht über „
Geſchichts=
erricht im nationalſozialiſtiſchen Geiſte.” Erſcheinen aller
Mit=
eder iſt Pflicht!
Aus den Verordnungen im NSDFB. (Stahlhelm).
Fkp. Den ehemaligen Angehörigen des Bundes „Reichsflagge‟,
ſich ſeinerzeit mit dieſem dem Stahlhelm, BdF. angeſchloſſen
ten und ihm ununterbrochen angehörten, auch heute noch dem
DFB. (Stahlhelm), wird nach einer neueren Anordnung des
ndesführers, Reichsarbeitsminiſter Franz Seldte, die Dienſtzeit
der „Reichsflagge für die Verleihung des Ehrenabzeichens „Alte
rde” angerechnet. Wer alſo z. B. 1922 in die Reichsflagge”
ein=
reten iſt, hat das Anrecht auf das Ehrenabzeichen „Alte Garde‟
2. Sollten in Einzelfällen früher andere Beſcheide gegeben
wor=
ſein, ſo können die davon betroffenen Kameraden des NSDFB.
tahlhelm) neue Anträge ſtellen.
5G. „Kraft durch Freude‟, Darmſtadt, Rheinſtr. 21.
Sprechſtunden. Wir nehmen wiederholt Veranlaſſung,
genaue Einhaltung unſerer Sprechſtunden vormittags von 10
12 Uhr und nachmittags von 3.30 bis 5 Uhr zu bitten. Die
füllung unſerer Arbeiten techniſcher und organiſatoriſcher Art
ſchen uns die Beſchränkung des Publikumsverkehrs zu
unum=
nglicher Bedingung. Heil Hitler!
Malcomes, Kreiswart „Kraft durch Freude‟.
Fronkämpferfahrt nach Ungarn.
Freundſchaftsbeſuch bei den ungariſchen Kameraden.
Auf herzliche Einladung des Ungariſchen Frontkämpferbundes
ranſtaltet der NS. Deutſche Frontkämpferbund
stahlhelm) eine offizielle Freundſchaftsreiſe nach Ungarn
ſegentlich des Frontkämpfertages in der erſten Woche des Okto=
An der ſiebentägigen Reiſe werden Bundesangehörige deren
milienangehörige und Freunde und Mitglieder des
Stahlhelm=
auenbundes teilnehmen. Auch aus unſerem Gau
Starken=
rg werden Kameraden an dieſer Fahrt teilnehmen.
Das Ungariſche Fremdenverkehrsbüro als amtliche Vertreterin
Königlich Ungariſchen Landesfremdenverkehr=Senates hat die
uchführung der Reiſe in Händen, ſo daß volle Gewähr gegeben
daß die Reiſe einwandfrei und zu vollſter Zufriedenheit aller
ilnehmer durchgeführt wird.
Zur Zeit der Stahlhelmſonderfahrt hat Ungarn außer dem
ontkämpfertag ein großes Ereignis zu verzeichnen, die Woche der
tionalen Arbeit, die ſämtliche ſchaffenden Kräfte Ungarns in
wegung bringt, und außerdem durch grandioſe Trachtenfeſtzüge
vergeßliche Eindrücke bietet. Außerdem wird in dieſer Zeit eine
oß angelegte landwirtſchaftliche Ausſtellung ſtattfinden.
Der Tag der Abfahrt iſt der 2. Oktober, die Reiſe geht nach
udapeſt, wo ein feierlicher Empfang durch den Frontkämpferbund
vie durch die ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden ſtattfindet. Vom
bis 7. Oktober werden ſich die Teilnehmer in Budapeſt aufhal=
„Sie werden dem Frontkämpfertag und den Feierlichkeiten
d Ausſtellungen der großen nationalen Arbeitswoche beiwohnen.
irner iſt bei gutem Wetter eine Dampferfahrt auf der Donau zu
n ſtaatlichen Weinkellereien vorgeſehen und eine echt ungariſche
ſtvorſtellung in der Kgl. Ungariſchen Feſtoper zu Ehren der
utſchen Gäſte. Unter ſachkundiger Führung werden die
Sehens=
ürdigkeiten der Stadt und die Margareteninſel beſucht, auch iſt
elegenheit zu Ausflügen nach dem Schwaben= und Johannisberg.
it den ungariſchen Frontkämpfern werden geſellige
Zuſammen=
nſte ſtattfinden. Am 8. Oktober wird die Rückreiſe angetreten.
Für unbemittelte Angehörige des NS. Deutſchen
Front=
mpferbundes (Stahlhelm) hat der Kgl. Ungariſche
Frontkämpfer=
ind durch das Kgl. Ungariſche Honved=Miniſterium freie
Unter=
nft zugeſichert.
Die Angehörigen des NS. Deutſchen Frontkämpferbundes
skahlhelm) ſollen auf Wunſch der ungariſchen Kameraden
Uni=
rm mitnehmen, damit ein einheitlicher Aufmarſch in Budapeſt
öglich iſt.
„Ungleiches Recht!”
Wenn im Leben der Völker der Begriff „Recht” erſt durch die
uſchneidung auf den Zweck Gültigkeit bekommen ſoll, dann wird
mit eine der Grundlagen des Weltfriedens immer geſtört ſein.
Als Deutſchland nach dem Verſailler Friedensvertrag ſeinen
ampf um die wenigen ihm zugeſtandenen Rechte wagte, mußte es
leben, daß Recht und Gerechtigkeit in der Auslegung nur Mittel
m Zweck war bis die Welt nicht anders konnte, als Deutſchlands
nſpruch auf Recht anzuerkennen, ohne es in die Tat umzuſetzen,
Solange Deutſchland nicht das gleiche Recht zuerkannt wird,
ie allen anderen Völkern der Welt und wie den anderen
Ver=
agsmächten wird Deutſchlands Kampf um dieſes gleiche Recht
nermüdlich, aber auch unerbittlich ſein. So hat Deutſchlands
liegerei einen gewaltigen Anteil an dieſem Kampf. Deutſchlands
liegerei iſt heute noch unter dem Zwange von Verſailles, Paris
nd London in ſeiner Entwicklung gehemmt, obwohl überall in
er Welt anerkannt wird, daß die Fliegerei des Volkes
Grad=
eſſer für ſeine Entwicklung iſt.
Deutſcher Volksgenoſſe! Begreife, was Verſailles für die
Flie=
erei des deutſchen Volkes bedeuten ſollte. Das hochentwickelte
eutſche Volk hat heute noch eine unbedeutende Fliegerei. Deshalb
luß es, ſolange der Staat die Fliegerei nicht unterhalten darf, eine
einer erſten Aufgaben ſein, ihr und damit deinem Volke zu dem
um gebührenden Platz zu verhelfen.
Werde Mitglied im Deutſchen Luftſport=Verband!
Anmeldung bei der Fliegerortsgruppe Darmſtadt,
Darm=
adt, Gutenbergſtraße 26, Fernruf 4321.
Rückfahrkarten. Vom 22. bis 23. September d. J. findet
Alzey das 2. große Winzerfeſt ſtatt. Aus dieſem Anlaß
wer=
en von allen Bahnhöfen im Umkreis von 50 Km. um Alzey
ſonntagsrückfahrkarten (auch Blanko) nach Alzey mit folgender
ſeltungsdauer ausgegeben; zur Hinfahrt von Samstag, den
2. 9., 12 Uhr, bis Sonntag, den 23. 9., zur Rückfahrt von
damstag, den 22. 9., 12 Uhr bis Montag, den 24. 9.. 12 Uhr
ſpäteſter Antritt der Rückfahrt). Darüber hinaus werden von
en Bahnhöfen im gleichen Umkreis am Montag, dem 24. 9., und
m Dienstag, dem 25. 9., Sonntagsrückfahrkarten mit eintägiger
deltungsdauer von 0—24 Uhr nach Alzey ausgegeben.
*6. Bergſträßer Winzerfeſt in Bensheim.
15. bis 18. und 22. bis 23. Sepkember.
Nie dageweſene Beſucherzahl. — 1500 Trachken.— Ein Sonderzug mit Trachkengruppen aus dem Schwarzwald
Die Eröffnung.
Bensheim trägt reichſten Feſtſchmuck. In die Straßen ergießt
ſich ſchon in den erſten Mittagsſtunden eine Völkerwanderung. In
den Straßen Muſik und Trommelwirbel. Trachten in herrlicher
Buntheit und die phantaſtiſchen Uniformen beleben das
Straßen=
bild. Bensheim feiert das Bergſträßer Winzerfeſt zum 6. Male
und in einem Umfang, daß alle früheren Jahre weit in den
Schat=
ten geſtellt werden. Man iſt gerüſtet! Und der Beſucher ſoweit
er nicht mit Glücksgütern geſegnet, hat den ſtillen Wunſch:
„Hätt ich das Geld, das hier in dem guten
Berg=
ſträßer Wein in dieſen Tagen angelegt wird!
Das Winzerdorf auf dem Marktplatz, vor dem Rathaus,
hat, wie alljährlich ein neues Kleid angelegt. Umrahmt von
dunk=
lem Tannengrün präſentiert ſich die Außen= und Innenmalerei der
Weinbuden anmutig und ſtimmungsvoll. Hier wird das
Berg=
ſträßer Winzerfeſt feierlich eröffnet. Auf dem großen gedeckten
Tanzboden konzertiert fleißig die Feuerwehr=Kapelle unter
Kapell=
meiſter Lulei. Vor dem Rathaus verſammeln ſich ſchon die
Ehrengäſte. Neben dem Kreisdirektor Dr. Meiſel viele
Par=
teiführer und Funktionäre aus Bensheim und Umgegend und aus
Darmſtadt. Dazu Arbeitsdienſt, NSDFB. und hiſtoriſche
Bür=
gerwehruniformen aus Bensheim, aus Württemberg und Baden.
Geradezu herrliches Wetter verſpricht für den Verlauf des Feſtes
das Allerbeſte. Die Geſichter ſtrahlen.
Gegen 343 Uhr marſchiert die hiſtoriſche Bürgerwehr Bensheim
unter dumpfem Trommelwirbel an und nimmt ſpäter vor dem
Rat=
haus Paradeaufſtellung. Die Winzerfahne geht am hohen,
alle anderen überragenden Maſte hoch und kündet den Beginn des
feierlichen Eröffnungsaktes.
Der Feſtakt wird eingeleitet mit Chorgeſang. Unter Leitung
von Muſikdirektor Döbert ſang — ſehr ſchön rein und
tempera=
mentvoll — die Chorgemeinſchaft Bensheim den Sängergruß:
„Mein Heſſenland, du Songeshort” und „Deutſchland heilger
Name!‟ Dann trat
Bürgermeiſter, Kreisleiter Brückmann
ans Rednerpult, um im Auftrage der Stadt Bensheim die
Er=
ſchienenen herzlichſt willkommen zu heißen. Er betonte, daß nach
den Vorbereitungen das Bensheimer 6. Winzerfeſt alle
vorange=
gangenen weit übertreffen wird. Die gewaltige Arbeit dieſer
Vor=
bereitungen iſt beſonders dem Verkehrsverein Bensheim und
ſei=
nem Führer, Beigeordneten Stoll, zu danken. Wenn man die
Frage aufwerfen hört, fährt der Bürgermeiſter fort, warum
im=
mer wieder Feſte feiern?, ſo iſt darauf zu erwidern, daß wir
Natio=
nalſozialiſten wiſſen, daß es uns nach den langen, ſchweren
Kämpfen erlaubt iſt, auch einmal luſtig zu ſein. Darum wollen
wir jedes Jahr zur Eröffnung des Herbſtes an der Bergſtraße
un=
ſer Winzerfeſt feiern. Sein Name iſt in den Jahren ſchon weit
über die Grenzen Heſſens hinaus gedrungen, ſo daß es heute wohl
allen Bensheimern klar iſt, daß das Feſt für alle Zeiten erhalten
bleiben muß, zum Wohle der ganzen Bergſtraße. Schließlich iſt ja
auch das ein Stück Aufbquarbeit. Wenn Geld in Umlauf geſetzt
wird, dient das irgendwie der Wirtſchaft. — Wir wollen das Feſt
nicht eröffnen, ohne uns daran zu erinnern, daß an der Spitze des
Staates Adolf Hitler ſteht, dem wir letzten Endes auch die
Möglich=
keit dieſes Feſtes danken. Wir gedenken des Führers mit dem
Rufe: Unſerem Führer Adolf Hitler ein
drei=
faches Sieg=Heil
Das Horſt=Weſſel=Lied folgte dem Sieg Heil. Dann ſprach
Beigeordneter Stoll.
der erſte Vorſitzende des Kur= und Verkehrsvereins Bensheim:
Wenn ich von dieſer Stelle aus zum ſechſten Male im Auftrag
des Kur= und Verkehrsvereins Bensheim das Bergſträßer
Winzer=
feſt in Bensheim eröffne, ſo muß ich dem Schickſal danken, daß es
uns gelungen iſt, dieſes Feſt in ſeiner urſprünglichen Form, trotz
mancher Gefährniſſe, ohne Unterbrechung bis zum heutigen Tage
herübergerettet zu haben. In einer Zeit wirtſchaftlichen
Tiefſtan=
des, moraliſchen Zerfalles, politiſcher Zerſplitterung und perſön=
licher Gehäſſigkeiten wurde es in die Welt geſetzt. Sein Zweck war
von Anfang an der, durch die Hebung des Bergſträßer Weinbaues
unſerem Bergſträßer Wein einen Weg in die weite Welt zu
bah=
nen; zugleich aber auch durch den Zuſtrom aus der engeren und
weiteren Umgebung Bensheim und die übrigen Städte an der
Bergſtraße verkehrspolitiſch in den Vordergrund zu rücken und
da=
mit wirtſchaftlich zu heben. Dabei ſollte ſein ethiſcher Zweck
beſon=
ders hervortreten, nämlich die Erziehung zur wahren
Volksge=
meinſchaft, bei der der Menſch dem Menſchen nähergebracht wird.
ohne Unterſchied ſeiner Lebensverhältniſſe, ſeines Standes und
ſei=
nes Geldbeutels, Das geht aus der Gründungsurkunde, die im
Jahr 1929 niedergelegt wurde, hervor und blieb unſer Ziel und
unſer Beſtreben bis auf den heutigen Tag. Mußten auch in der
Zeit des innenpolitiſchen Zerfalles aus praktiſchen Geſichtspunkten
heraus Zugeſtändniſſe gemacht werden, ſo wäre dies nie geſchehen.
wenn der große Geſichtspunkt dabei zu Schaden gekommen wäre.
Heute, wo das deutſche Volk einig und geeint hinter dem Führer
ſteht, drohen dem damals geſteckten Ziele keine Gefahren mehr.
Dadurch, daß durch die Anweſenheit des Herrn Reichsſtatthalters
und Gauleiters, des Herrn Staatsminiſters und der übrigen
Füh=
rer der nationalſozialiſtiſchen Organiſationen und Verbände im
vorigen Jahre dieſes unſer Bergſträßer Winzerfeſt behördlich
an=
erkannt und gewürdigt wurde, iſt das Feſt heute eine
national=
ſozialiſtiſche Angelegenheit geworden. Dies gibt ſich nicht nur
äußerlich kund, ſondern auch durch das gemeinſame Streben und
die bereitwillige Mitarbeit aller. Heute weiß jeder Bergſträßer,
daß dieſes Feſt zum Gemeingut aller geworden iſt und daß die
Arbeit und die Opfer, die gebracht werden mußten, dem Streben
gelten, einen Bauſtein zu liefern an dem inneren und äußeren
Aufbau unſeres Volkes und unſeres Vaterlandes.
Die Feſtleitung hatte ſich von jeher die Aufgabe geſtellt, dem
Wein und dem luſtigen Treiben nicht allein das Wort zu reden,
ſondern auch den kulturellen Gedanken nicht außer Acht zu laſſen.
In dieſem Beſtreben wurde auf die mit dem Winzerfeſt
verbunde=
nen Feſtzüge beſonderes Augenmerk gerichtet. Ein einheitlicher
Gedanke bildete ihre Richtſchnur. Wenn wir in dieſem Jahre ein
Trachtentreffen mit dem Winzerfeſt verbanden, ſo geſchah dies, um
dem Volkstum und der Heimat zu dienen. Unter dem Protektorgt
des Landſchaftsführers im Reichsbund „Volkstum und Heimat”
Herrn Miniſterialrat Ringshauſen, werden in dieſem Jahre ſich
vier verſchiedene Trachtentypen in Bensheim treffen: Oberheſſen,
der Odenwald, der Schwarzwald, ſowie deutſche Gebirgstrachten.
Vom Bodenſee bis zum Vogelsberg und der Rhön, von
Kaiſers=
lautern bis ins Schwabenland hinein werden Trachtenträger und
Trachtenträgerinnen in die Mauern der Stadt einziehen. Auch die
militäriſchen Trachten vergangener Zeiten, die ſich in den
Bürger=
wehren Badens, Bayerns und Württembergs erhalten haben,
werden zum Gegenbeſuche bei der hiſtoriſchen Bürgerwehr
Bens=
heim, der einzigen in Heſſen beſtehenden Bürgerwehr, in unſerer
Stadt weilen. Die Bergſtraße wird in dieſen Tagen ein Bild
ſchauen, wie ſie es noch nie zu ſehen bekam, denn die Volkstrachten
ſowohl, wie die militäriſchen Trachten, die hier gezeigt werden,
haben nichts mit Maskerade zu tun. Sie ſind ererbtes Volksgut,
werden zum größten Teil noch täglich, zum anderen Teil noch bei
feſtlichen Anläſſen ernſter Art getragen. Wenn wir ſie daher alle
auf das herzlichſte begrüßen und für ihr Erſcheinen danken, dann
können ſie ſicher ſein, daß wir uns bewußt ſind, welche Bedeutung
ſie für die Wiederbelebung deutſchen Brauchtums und deutſchen
Volkstums haben.
In dieſem Zeichen echt deutſchen Fühlens und Denkens
er=
öffne ich hiermit das ſechſte Bergſträßer Winzerfeſt in Bensheim.
Die Bürgerwehr präſentierte und löſte (nach einigen
vergeb=
lichen Verſuchen) eine Salve. Damit war der Feſtakt beendet. Eine
inzwiſchen eingezogene Trachtengruppe wurde durch Bürgermeiſter
Brückmann herzlichſt begrüßt. —
Der Nachmittag und Abend war ausgefüllt mit Konzert und
Tanz, mit Volksfeſt im Vergnügungspark. Faßrollen und anderen
in den Rahmen paſſenden Unterhaltungen, für die Küfer Georg
Herrmann verantwortlich zeichnete.
In der Turnhalle, die zu einer bayeriſchen Bierhalle
umge=
wandelt war, war Stimmungsmuſik mit humoriſtiſchen Einlagen.
und überall — Tanz.
M. St.
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 15. Sept. Schon wieder zwei
Ver=
kehrsunfälle. In der vergangenen Nacht um 4.45 Uhr
er=
eignete ſich in der Darmſtädter Straße bei der Jahnſtraße
wie=
derum ein Verkehrsunfall, der glücklicherweiſe noch glimpflich
verlief. Ein 26jähriger Mann aus Pfungſtadt, der von zu Hauſe
kam und ſich nach ſeiner Arbeitsſtelle auf der Autobahn begeben
wollte, wurde von einem nachkommenden Laſtkraftwagen der
Frankfurter Adlerwerke auf unverſtändliche Weiſe von hinten
angefahren und zu Boden geſchleudert. Während das Fahrrad
vollſtändig demoliert wurde, trug der Radfahrer eine Verletzung
der linken Hand, des rechten Armes und einen Bluterguß im
Oberſchenkel davon. Der Verletzte wurde ſofort von Herrn Dr.
Volz in ärztliche Behandlung genommen. Die Gendarmerie iſt
mit der Klärung der Schuldfrage beſchäftigt. — Mittags kurz
nach 1 Uhr verunglückte an der Frankfurter Straße ein
Motor=
radfahrer, der von der Dieburger= in die Frankfurter Straße
ein=
biegen wollte und hierbei in der Kurve zu weit ausholte, ſo daß
er auf die linke Straßenſeite kam. Er rannte gegen ein
entgegen=
kommendes Perſonenauto und erlitt dabei einen Beinbruch ſowie
verſchiedene Hautabſchürfungen. Nach Anlegung eines
Notver=
bandes durch einen herbeigerufenen Arzt wurde der Verunglückte
mit dem Sanitätsauto nach dem Darmſtädter Krankenhaus
ver=
bracht. — Erfolgreiche SA.=Reiter. Die hieſige
Rei=
terſchar 8 nahm an dem Reit= und Fahrturnier in Neu=Iſenburg
teil und konnte bei ſtarker Konkurrenz mit ihren vorzüglichen
Leiſtungen im Abteilungsreiten den 1. Platz belegen; außerdem
wurden in den verſchiedenen Diſziplinen zahlreiche gute Plätze
erzielt. — Samstag abend traf in Arheilgen, der Reiterſturm
4/50 Starkenburg in Stärke von 100 Mann ein. Die Reiter
kamen über Meſſel aus dem vorderen Odenwald und wurden für
eine Nacht hier einquartiert. Am Sonntag morgen werden ſie
ihren Ritt fortſetzen. Die hieſigen Reiter empfingen ihre
Kame=
raden mit Muſik an der früheren Balzerpumpe. Nach einem
Umzuge begaben ſich die Gäſte in ihre Quartiere. — Zum „Tag
des deutſchen Volkstums” findet am Sonntag abend in
der Turnhalle des Turnvereins eine Feier ſtatt, bei der neben
Lieder= und Tanzdarbietungen der Schülerinnen und Schüler ein
ehemaliger Auslandsdeutſcher in einem Vortrag über die Sorgen
und Nöte des Auslandsdeutſchtums ſprechen wird. Als Abſchluß
bringt die Arheilger Spielſchar das Spiel „Volk ohne Heimat”
zur Aufführung.
— Nieder=Beerbach, 14. Sept. Ueber das aktuelle Thema
„Gärungsloſe Früchteverwertung” ſprach in der Verſammlung des
Obſt= und Gartenbauvereins der Führer des Vereins, Herr Lehrer
Jourdan. Es wurde beſchloſſen, einen Steriliſationsapparat auf
Koſten des Vereins anzuſchaffen, von dem dann jedes
Vereinsmit=
glied Gebrauch machen kann.
Ar. Eberſtadt. 15. Sept. Feuerſchutzprobe. Im Laufe
der kommenden Woche werden die von der NSV. beſtimmten und
mit Ausweiſen verſehenen Boden= und Kellervatrouillen, in den
Haushaltungen erſcheinen, um die bei der Entrümpelung
entbehr=
lich gewordenen Gegenſtände abzuholen. — Außerdem findet am
Sonntag, den 23. September, nachmittags, ein Umzug der
geſam=
ten Freiwilligen Feuerwehr, mit Geräten und entſprechenden
Schildern, die auf den Feuerſchutz hinweiſen, ſtatt, wobei ſich die
Freiwillige Sanitätskolonne vom Roten Kreuz ebenfalls beteiligt.
Desgleichen ſind noch Filmporträge vorgeſehen.
G. Ober=Ramſtadt, 15. Sept. Ferienkinder reiſen
ab. Von den hier untergebrachten Ferienkindern verlaſſen am
Montag, den 17. September, 11 Ober=Ramſtadt, um nach Ablauf
der Kurzeit wieder in ihre Heimat. Gießen, zurückzukehren.
Da=
bei iſt die erfreuliche Tatſache feſtzuſtellen, daß ſich nach ärztlicher
Unterſuchung ſämtliche Kinder gut erholt haben. Alle haben ſie
weſentliche Gewichtszunahmen zu verzeichnen, ſogar bis zu 13
Pfund, ein Beweis dafür, daß es ihre hieſigen Gaſtgeber ihnen an
nichts fehlen ließen.
Lindenfels, 15. Sept. Vorige Woche fand ſich die Gefolgſchaft
der Firma Kreuzer u. Böhringer zu einem gemeinſamen
Familien=
abend zuſammen. Was der Führer immer und immer wieder
be=
tont: lernt euch gegenſeitig verſtehen und fühlen, daß ihr
zuſam=
mengehört. auf Verderb oder Gedeihen untrennbar verbunden
ſeid; das brachte dieſer Familienabend harmoniſch zum Ausdruck.
Mit kernigen Worten begrüßte der Betriebsführer Ludwig
Böh=
ringer die erſchienenen Volksgenoſſen ſeiner Gefolgſchaft als
Kameraden der Arbeit und entbot auch den erſchienenen Gäſten
herzlichen Willkomm. Seine Ausführungen gipfelten in den
Wor=
ten, was bei harter Arbeit ſich zur Gemeinſchaft zuſammenfindet,
ſoll auch bei frohen Feſten in Stunden freudiger Erholung ſich
nicht ſcheiden. Darum ſei es Ehrenpflicht eines jeden deutſchen
Volksgenoſſen, in ſolchen Stunden der Gehobenheit auch des
größ=
ten deutſchen Arbeiters, unſeres Führers, nicht zu vergeſſen. —
Anſchließend begann der gemütliche, der Unterhaltung gewidmete
Teil. Die oberbayeriſche Theatergruppe Stegmaier=München
brachte einen luſtigen dreiaktigen Bauernſchwank zur Aufführung.
Vertrauensrat H. Rößler dankte namens der Gefolgſchaft der
Betriebsleitung in warmen Worten für den ſchönen Abend.
An=
ſchließend, unter den ſchneidigen Märſchen und Tänzen der
Stim=
mungskapelle Höbel, ein echt Odenwälder Abend mit Tanz und
Geſang. Die altodenwälder Tänze, Dreher, Schnicker uſw. zeigten
die Verbundenheit mit den alten Sitten. So hat es die
Betriebs=
leitung verſtanden, durch echte Kameradſchaft, durch Betonung
der Volksgemeinſchaft frohe Augen und dankbare Herzen zu
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 16. September 1934
Bückeberg 1934.
Der gewaltige (rntedanktag am 30. September 1934
Es war der 30. September 1933! Ueber g
K
dem Bückeberg am Nordhange des
Weſer=
gebirges wallten in der Frühe des Tages
noch trübe Herbſtnebel. Auf der Hochfläche
des Berges ſtand eine ganze Stadt rieſen=
großer Zelte. Scharf ausgerichtet lagen ſie
G
an der viele hundert Meter langen Lager=
A
*
—
ſtraße. Während der ganzen Nacht hatte
*
—
hier ein unruhiges Leben und Treiben ge=
—
—
herrſcht: Von nah und fern rollte Laſt=
FIIa.
—
—
wagen auf Laſtwagen heran, mit SA.,
Eeetet e
*
Schein der Fackeln zogen die Kolonnen in
Taf
die Zelte. Aus ganz Deutſchland kamen die
Stürme, um an dem großen Staatsakt des
Erntedankfeſtes auf dem Bückeberg
teilzu=
nehmen, an der erſten gewaltigen
Demon=
ſtration des deutſchen Bauerntums nach
dem Siege Adolf Hitlers.
Als um 5 Uhr morgens die Sonne den
Nebel zerteilte und die
Abſperrungsmann=
ſchaften ihre Plätze bezogen, kamen auch
bereits die erſten Teilnehmer der
Kund=
gebung, die am Nachmittag beginnen
ſollte. Höher ſtieg die Sonne und immer
mehr füllten ſich die gewaltigen Flächen
des Berges mit dem unerſchöpflichen
Strom der Menſchen aus allen Gauen
Deutſchlands. Es wurde ein gewaltiger
Tag. Ein Bekenntnis des deutſchen
Bau=
erntums zum Führer und zum deutſchen
Volk von unerhörter Kraft. Das ganze
Bild eines großen Staatsaktes entwickelte
ſich: Bauernabordnungen von überall her
marſchierten auf, Formationen aller Art,
Reichswehr und ein ungeheurer Wald von
Fahnen. Als am ſpäten Nachmittag die
diplomatiſchen Vertreter des Auslandes
erſchienen, war der ganze Bückeberg ein
wogendes Meer Hunderttauſender von
Menſchen.
Dann ſprach der Führer! Und gewaltig
wie ſeine Rede war auch der Ausklang
die=
ſer Kundgebung, als bereits die Nacht
dunkelte und zahlloſe Scheinwerfer und
Fackeln das Rieſenfeld mit einem
fanta=
ſtiſchen Schein erleuchtete. — Das war im
erſten Jahr des nationalſozialiſtiſchen
Deutſchlands.
Am 30. September 1934 wird dieſer
gewaltige Tag auf dem Bückeberg ſeine
Wiederholung finden.
Der feierliche Staatsakt ſoll wiederum
eine einzigartige Demonſtration des deut=
Auf
ſchen Bauerntums werden, eine
Kund=
gebung ſeines feſten Willens; dem Führer
ein treuer Gefolgsmann auf ſeinem Wege zu ſein. Deshalb iſt
es die Pflicht des deutſchen Bauern, alles zu verſuchen, um
zum Bückeberg!
dieſen Tag mitzuerleben. Das Erntedankfeſt am 30. September
auf dem Bückeberg iſt der Tag des deutſchen Bauern.
Vorläufig beſchränkter Verkauf von Winkeräpfeln.
In Ergänzung einer früheren Anordnung über „
Verkaufs=
verbot von Winteräpfeln” ſind nachſtehend diejenigen Apfelſorten
angegeben, die von dem Gebietsbeauftragten für den Gau Heſſen=
Naſſau bis auf weiteres vom Verkauf auf Wochenmärkten, in
Ladengeſchäften und im Straßenverkauf ausgeſchloſſen ſind.
Die Sorten ſind folgende: Ananas Renette, Aderleber
Cal=
vill und andere Calville, von Blenheim, Renette von Perlepſch,
Schöner von Boskoop, Baumanns Renette. Brauner Matapfel und
andere Matäpfel. Cox Orangen=Renette und ähnliche
Goldrenet=
ten, Coulons Renette, Champagner=Renette. Danziger Kantapfel
und ähnliche Sorten, graue Herbſtrenette und alle grauen
Renet=
ten, Großer Rheiniſcher Bohnapfel, Gelber Richard, Gelber
Belle=
fleur, Geflammter Kardinal. Große Kaſſeler Renette, Miniſter
von Hammerſtein, Herrenapfel, Kanade=Renette, Kaiſer
Alexan=
der, Bismarckapfel und ähnliche, Kaiſer Wilhelm, Landsberger
Renette, Lothringer Rambour und ähnliche, Geheimrat von
Oldenburg, Ontarioapfel. Peasgood Gold Renette, Schöner von
Pontoiſe Prinzenapfel, und ähnliche Sorten, Ribſton Pepping,
Rheiniſcher Winterrambour, Roter Eiſerapfel. Roter Bellefleur,
Weißapfel und ähnliche lokale Wirtſchaftsſorten.
Ferner wird darauf aufmerkſam gemacht, daß alle
Ueber=
wachungsſtellen Auftrag haben, bezüglich der Birnen darauf zu
achten, ob dieſelben nicht vorzeitig gepflückt ſind, da verhindert
werden muß, haltbare Herbſt= und Winterbirnen ſchon jetzt zum
Angebot zu bringen. Von der generellen Anordnung von
Pflück=
terminen wird abgeſehen, aber die Einhaltung von Pflückzeiten,
welche ſeitens einiger Obſtbauinſpektionen feſtgelegt wurden, zur
Pflicht gemacht.
Cp. Eſchollbrücken, 13. Sept. Errichtung einer
Waſ=
ſerleitung. Der Gemeinderat hat dem Vertrag mit der Stadt
Darmſtadt zwecks Erbauung einer Waſſerleitung zugeſtimmt. Die
Arbeiten ſollen ſo bald wie möglich aufgenommen werden.
Kirchendiener Philipp Zimbrich iſt nach 40jähriger Dienſtzeit
in den Ruheſtand getreten. Mit der Ausübung ſeines Dienſtes
iſt bis auf weiteres Friedrich Keller beauftragt.
— Gernsheim, 14. April. Waſſerſtand des Rheins am
13. September 1,47 Meter. am 14. April 1.55 Meter.
Be. Dornheim, 14. Sept. Unter großer Beteiligung der
Ge=
meinde und ſämtlicher Formationen der NSDAP. trug man
geſtern den am Sonntag durch einen Verkehrsunfall ſo tragiſch
ums Leben gekommenen SA.=Mann Heinrich Krumb zu Grabe.
Der Trauerzug wurde von der SA.=Standartenkapelle begleitet. Es
wurden am Grabe Kränze durch Sturmbannführer Pg. Bormet,
Oberſturmführer Pg. Schiemer für den Sturm 10/13. Pg. Lehrer
Michel für die Ne
AP.. Pg. Roth für NSBO.. Pg. Liebermann,
Opelbelegſchaft und Pg. Kolb (Firma Adam Opel A.=G.)
nieder=
gelegt. Der BDM. ließ durch zwei Mädchen Blumen niederlegen.
Die Schulkameraden legten ebenfalls einen Kranz nieder, ebenſo
die Hitlerjugend.
Be. Nauheim, 14. Sept. Gemeinderat. Vor Eintritt in
die Tagesordnung gedachte man des verſtorbenen
Reichspräſiden=
ten und Generalfeldmarſchalls von Hindenburg, ſowie der
verſtor=
benen Gemeindebeamten Faſelwärter Schad und Schuldiener
Bajus. Der Gemeinderat genehmigte eine Vorrangsräumung, weil
die Gemeinde mit ihrem Darlehen nicht genügend geſichert iſt und
mit der Genehmigung der Arbeitsbeſchaffung gedient iſt. — Die
Gemeinderechnung des Rj. 1932/33 wurde genehmigt und zur
end=
gültigen Prüfung an die Oberrechnungskammer weitergegeben. —
Verlängerung der Friſt zur Anmeldung der Bekrief
des Landhandels bis zum 30. Hepkember.
Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Friſt zur Anmeldu
der Betriebe des Landhandels und der Be= und Verarbeiter lar
wirtſchaftlicher Erzeugniſſe zum Reichsnährſtand, die am 15. Se
tember ablaufen würde, bis zum 30. September verlängert wo
den iſt.
Ex. Bobſtadt, 15. Sept. Bauernverſammlung. Ei
ſehr gut beſuchte Bauernverſammlung fand am Mittwoch abe
im Gaſthaus „Zum Bahnhof” ſtatt. Herr Bürgermeiſter Dinge
als Ortsfachberater hielt dabei eine Anſprache über die Arbeit
der Feldbereinigung im kommenden Winter, über die diesjähri
Gurkenernte ſowie über das Reichserbhofgeſetz und den Reick
nährſtand. Beſonderes Intereſſe erweckte bei der Landwirtſche
die Schaffung von rund 70 Morgen Wieſengelände. Für 22 Jal
wird dieſes Wieſengelände pachtweiſe den Landwirten überlaſſe
um dann gänzlich als Eigentum in deren Beſitz überzugehen.
Hinweis. Die Bürgermeiſterei weiſt darauf hin, daß die Li
der Schöffen und Geſchworenen auf der Bürgermeiſterei acht Ta
lang zur Einſicht offen liegt.
Ex. Groß=Rohrheim, 15. Sept. Inſpektion. Die Inſpekti
der Freiwilligen und Pflichtfeuerwehr fand in Anweſenheit d
Kreisfeuerwehrinſpektors Bräunig aus Bensheim ſtatt, und I
derſelbe die guten Leiſtungen der Wehr in einer kurzen Anſprae
beſonders hervor. — Verpflichtung. Zum kommiſſariſch
Bürgermeiſter der Gemeinde Groß=Rohrheim wurde Herr Fr
Olf vom Heſſ. Kreisamt Bensheim verpflichtet. — Reich
feuerſchutzwoche. Aus Anlaß der Reichsfeuerſchutzwoche ve
anſtaltet die hieſige Freiwillige Feuerwehr am kommenden Mo
tag abend einen Umzug durch ſämtliche Ortsſtraßen, dem eine kur
Gedenkfeier am Ehrenmal folgt. Anſchließend findet ein Bele
rungsvortrag in der Turnhalle ſtatt.
Eb. Dietzenbach, 15. Sept. Scheunenbrand. Aus unk
kannten Gründen brach in dem Anweſen des Landwirts Eckert e
Scheunenbrand aus, dem die Erntevorräte zum Opfer fielen. Ar
verbrannten einige landwirtſchaftliche Maſchinen mit. Erſt ne
anſtrengenden Bekämpfungs= und Löſcharbeiten gelang es 4
Feuerwehr, Herr des Schadenfeuers zu werden.
Aus Rheinheſſen.
Ab. Worms, 15. Sept. Funde aus dem 3. Jahrhu.
dert. Bei Ausſchachtungsarbeiten wurden hier mehrere römiſ
Dachziegel und Bruchſtücke von römiſchen Schalen gefunden. 1.
Dachziegel ſind größeren Formates und zeigen genau, wie die v.
ſchiedenen Bruchſtücke, Verzierungen in Kerbſchnitt= und Barboti=
Technik. Faſt ganz erhalten iſt eine Sigillataſchale mit ein
Durchmeſſer von 20 Zentimeter und einer Höhe von 5 Zentimet
Es ſoll ſich um Funde aus dem dritten Jahrhundert nach Chri
handeln.
—
Laubenheim. 14. Sept. Schwerer Unfall im
Wei=
berg. Geſtern vormittag gegen 8 Uhr fuhren drei Landwirte a
Hechtsheim mit einem Fuhrwerk zum Traubenleſen in die hieſ
Gemarkung. Als der eine davon vom Wagen ſprang, um
Bremſen zu ſchließen, ſcheuten die Pferde und gingen durch. 1
beiden auf dem Wagen ſitzenden Männer wurden heruntergew.
fen und überfahren. Die ſcheu gewordenen Pferde kamen ſchließ!
im Waſſerſchutzgraben zum Stehen. Die beiden Verletzten, ein
und ein 60jähriger Landwirt, wurden in das Städtiſche Kranke
haus nach Mainz gebracht, wo bei dem jüngeren eine Kopfv.
letzung und Gehirnerſchütterung, bei dem älteren ein Bruch
Wirbelſäule und mehrere Rippenbrüche feſtgeſtellt wurden.
Großfeuer beim Dreſchen. — Ein ganzes Anweſe
eingeäſcherk.
— Büdingen, 15. Sept. In dem Kreisort Hitzkirchen ger
geſtern nachmittag auf dem Hofe des Schmiedemeiſters Zahn be
Dreſchen Stroh in Brand. Das Feuer breitete ſich mit raſen!
Geſchwindigkeit aus und ſetzte zunächſt einen Bulldogg, der
Dreſchmaſchine antrieb, in Brand. Kurz darauf griff das Fet
auch auf die Scheune über, die mit Erntevorräten gefüllt w
Auch die darin befindlichen Maſchinen mit der Dreſchmaſch
wurden ebenſo wie auch die Stallungen und das Wohnhaus
Raub der Flammen. Das ganze Gehöft wurde zerſtört.
Von dem Hab und Gut des Schmiedmeiſters Zahn wurde
gut wie nichts gerettet. Das Kleinvieh und auch ein Stück Gr.
vieh kamen in den Flammen um. Außerdem vernichtete das
Fe=
auch die mit Erntevorräten gefüllte Scheune und die Stallung
des anliegenden Anweſens der Landwirtswitwe Schmidt völ.
Der Schaden iſt ſehr groß, aber durch Verſicherung gedeckt. Die
ſachen des Brandes konnten noch nicht ermittelt werden.
LPD. Gießen, 15. Sept. Diamantene Hochzeit.
Landwirt Heinrich Münch 3. und ſeine Frau Kath., geb. D‟
im Kreisort Harbach, konnten in ſeltener geiſtiger uned körp
licher Friſche im Kreiſe einer zahlreichen Familie das Feſt
Diamantenen Hochzeit feiern.
LPD. Lauterbach, 14. Sept. Großzügiger Ausbau d
Lauterbacher Künſtlerheims und Heimatmuſeur
Geſtern iſt hier zur Organiſation des ſeit einiger Zeit geplant
weſenen Künſtlerheims ein Verein gegründet worden, der
Bezeichnung „Hans Konrad Riedeſel=Heim e. V., Lauterbach/Heſſe
führt. Wie aus den Satzungen hervorgeht, iſt es Zweck des A
eins, begabten Künſtlern und Kunſthandwerkern in dieſem He
Unterkunft zu geben, das alte bodenſtändige Handwerk anzure=
und die Möglichkeit zu geben, das altüberlieferte Lauterbae
Kunſthandwerk wieder zur Blüte zu bringen. Eine Kommiſſ
übernimmt die Aufgabe, nach ſachlichen Geſichtspunkten die Kü
ler und Handwerker unter den Bewerbern für eine Stelle im He
auszuſuchen. Dieſe finden in dem Heim koſtenlos Unterkunft
werden im übrigen unter günſtigen Bedingungen, in der *
verpflegt. Das Heim bietet Gelegenheit zu entſprechender
tätigung durch ſeine Räumlichkeiten im Hochhaus und ſteht
enger Verbindung mit dem Lauterbacher Heimatmuſeum, das
Teilnehmern zu Studien und auch zu praktiſchem Schaffen zur 2
fügung ſteht. So wird u. a. ein Webraum und eine kleine
Töp=
werkſtatt eingerichtet. Während das Hochhaus im oberen Geſe
die Räumlichkeiten des eigentlichen Künſtlerheims birgt, iſt n
mehr der erſte Stock des alten Schloſſes der Freiherrn Ried
ganz dem Lauterbacher Heimatmuſeum zur Verfügung geſt
worden. Das Muſeum, das ſich bisher mit fünf Räumen beg
gen mußte, wird damit künftig in 18 Räumen Unterkunft fin
und zu einem der ſchönſten Heimatmuſeen in Oberheſſen ausgeb
werden. Mehrere ſtilechte Zimmer will man einrichten und auf
dem ein Forſtmuſeum angliedern. Die Arbeiten ſind bereits
vollem Gange.
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Darmſtädter Tagblat / Heſſche Neueſte Nachrichten
Nr. 256 — Seite 9.
Noch vor hundert Jahren brachte der Poſtreiter
oder die Fahrpoſt die „neue Zehfung”, freudig begrüßt von Jung und Alt, zu den Genigen
Orfen mit, die an der „Poſtroute” lagen. Und dieſe Zeitungen kamen damals nicht täglich
heraus, ſie wurden mit der Hand geſchrieben, geſetzt, gedruckf. Man kann in der
Ge=
ſchichte der Poſt von unſerem großen Generaſpoſtmeiſter von Stephan, dem Schöpfer
des Weſipoſtvereins, leſen, wie langſam im Grunde der Vertrieb der Zeitungen ſelbſt nach
1870 noch vor ſich ging. Wie ſtolz war er auf die Entwicklung ſeines „Poſt=Zeitungsamtes”!
Wenn dieſer weitvorausſchauende, aus Kleinem zu Großem erwachſene Mann, hätte erſeben
fönnen, wie ſich in unſeren Tagen des Aufbruchs die Technif der Zeitungsherſtellung und des
Vertriebes entwickeſt hat, er würde ſelbſt über die Ziffern lächeln, die ihm ſchon groß erſchienen.
Denn die Technik hat den Schriftleitungen für das Nachrichfenweſen den Funkdienſt,
den Druckern für das Seten und Drucken die ſchnellarbeitende Setzmaſchine und
Druck=
maſchinen bis zur Schnelläufer=Rotationsmaſchine mit faſt irrſinnigen Leiſtungsziffern
(30 000 Exemplare in der Stunde) zur Verfügung geſtellt. Und der Vertrieb?
Schneſſ=
fahrende Züge, Triebwagen, Autos, Blitzflugzeuge, Flugzeugſtützpunkte auf hoher See und
der Fernzeppelin ... immer neue Möglichkeiten ſtellen die Tageszeitungen zugunſten ihrer
Leſerſchaff, zugunſten der Schnelſigkeit, Zuverläſſigkeit und Streuwirkung in ihren Dienſt.
Obendrein folgen ſie dem ſtarken Auftrieb der neuen großen Führung mit dem Wilſen
zur vollen Leiſtung im Gefüge des neuen Werdens. Auch das hat Stephan, der urwüchſige
Mann aus dem Volke, bei aller Sehergabe nicht ahnen können; und doch war ihm flar, was
jetzt in unſerem nationglen und ſozialiſtiſchen Volksſtaat zu ganzer Wahrheit geworden iſt:
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Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, 9
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten:MarStreeſe; für den Schlußdienſt: J. V.,
Böhmann; für den Haudel: Dr. C. 6. Quetſch; für den Sport: Karl Böhme
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſ
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 16. September 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
E
F
E
K
E et
Berlin ehek Heinrich von Treitſchke.
(o
108
Beid
Fmsia
2,Tel.z
(nläßlich des 100. Geburtstages des großen Hiſtorikers Heinrich von Treitſchke hat die Stadt Berlin
eiſtf
m Hauſe Graf=Spee=Straße 26 (früher Hohenzollernſtraße 13), in dem er am 28. April 1896 die
eich
Augen für immer ſchloß, eine Gedenktafel anbringen laſſen.
ſtr. 2
Nakional-Denkmal.
iut Ein Aufruf für das Richard=Wagner=
2
Leipzig. Der Vorſtand des Richard=
Wag=
er=Denkmal=Vereins in Leipzig hat einen Auf=
Dyal uf erlaſſen, in dem es u. a. heißt: Nachdem unſer
20004 führer Adolf Hitler den Grundſtein zum Richard=
2l Pagner=Denkmal gelegt hat, iſt die Errichtung
G Fes Denkmals eine beſchloſſene Sache. Das Denk=
Größl
(Geſieß nal, das am Geburtsort Richard Wagners, in
Leipzig, errichtet wird, ſoll jedoch nicht nur ein
denkmal ſchlechthin ſein, der Führer ſelbſt hat es
um Richard=Wagner=Nationaldenkmal des
deut=
chen Volkes erklärt. Neben anderen großen
Wer=
en, ſoll gerade dieſes Denkmal den gewaltigen
üdlg äulturwillen des nationalſozialiſtiſchen Staates
roß ller Welt gegenüber zum Ausdruck bringen. Nach
rig ſem Entwurf des Stuttgarter Bildhauers Emil
kan dipp ſoll das Denkmal eines der ſchönſten in
deutſchland werden. Wenn dieſes Denkmal aber
birklich ein Nationaldenkmal des deutſchen Vol=
Ufles ſein ſoll, dann müſſen auch alle Deutſchen zu
äfe hrem Teil an ſeiner Errichtung mit beitragen.
. 131 durch freiwillige Spenden müſſen die Mittel, die
um Bau des Denkmals notwendig ſind,
aufge=
xacht werden. Die Stadt Leipzig will und ſoll
dil lit beſtem Beiſpiel vorangehen. Unſer Ruf
er=
uht an alle Deutſchen und an alle Verehrer
ſichard Wagners in der Welt. Kein Deutſcher
derrf
oll ſich von dieſer Sammlung ausſchließen!
Je=
ſchwſ er gebe, was in ſeinen Kräften ſteht. Auch die
hriul ſeringſten Beiträge ſind willkommen, ſie zeigen
erade, daß breiteſte Schichten des Volkes
betei=
imeſ
igt ſind. Ueber jede Gabe wird öffentlich
fort=
aufend Rechnung gelegt. Der Aufruf iſt u. a. auch
ſon den Reichsminiſtern Dr. Goebbels, Rudolf
deß und Ruſt unterzeichnet worden.
Beim Ausſteigen aus der Straßenbahn
Zum 25jähr. Jubiläum des Blugplatzes Berlin=Johannisthal.
der am 26. September 1909 als erſter deutſcher Flugplatz eröffnet wurde: Ein Blick in das
Johannis=
thaler Flug=Muſeum, das bald nach der Gründung des Flugplatzes geſchaffen wurde und damals
als große Sehenswürdigkeit galt.
Reich und Ausland
vom Auto überfahren.
Frankfurt a. M. Am Freitag abend
ge=
ſen 20 Uhr wurde eine Frau beim Ausſteigen aus
er Straßenbahn in der Offenbacher Landſtraße
on einem Perſonenauto angefahren und zu
Bo=
en geworfen. Die Frau mußte mit ſchweren
Verletzungen ins Krankenhaus übergeführt
wer=
en. Der Führer des Autos wurde ins
Polizei=
efängnis eingeliefert.
Ein Geſchenk des Meeres an Japan.
Z
T
—
rkutsk.
Wladiwostok
A Mukden s
Jeking
Licht öſtlich der Inſel Alaid, der nördlichſten
Inſel der japaniſchen Kurilen, iſt vor 5 Monaten
eine Inſel aufgetaucht, die ſeither zu einer Größe
Don 900 Meter Durchmeſſer und 120 Meter Höhe
ungewachſen iſt. Die Inſel, die vulkaniſchen
Ur=
rungs iſt, bildet einen natürlichen Hafen von
Alaid.
Zur Deutſchen Zeuerſchukwoche.
die vom 17. bis 23. September im ganzen Reich von der Oberſten Leitung der PO., dem Amt für
Volkswohlfahrt und dem Deutſchen Feuerwehr=Verband durchgeführt wird.
Der Deutſche Sängertag 1934 in Trier.
Trier. Das große Saar=Sängerfeſt in Trier
erlebte am Freitag vormittag mit der Tagung
des Deutſchen Sängerbundes, die, wie das
Gau=
feſt, infolge des Verbotes der
Regierungskommiſ=
ſion von Saarbrücken nach Trier verlegt werder
mußte, einen bedeutſamen Auftakt. Mehrere
hun=
dert Tagungsgäſte hatten ſich am Freitag im
großen Feſtſaal „Treviris” eingefunden.
Sämt=
liche 23 Gaue des Deutſchen Sängerbundes waren
vertreten.
Nach muſikaliſchen Darbietungen und der
Er=
öffnungsanſprache des Bundesführers,
Oberbür=
germeiſter Meiſter, Herne, hieß der Führer des
Gaues Moſel — Nahe — Saar, Stadtſchulrat Dr.
Bongard, Saarbrücken, die Gäſte in der
Weſt=
mark des Reiches willkommen. Dann gab Dr.
Walter Leib, Berlin, Anregungen zu
reichs=
politiſcher Geiſteshaltung aus dem
Grenzland=
ſchickſal. Die Reichsidee, die Sehnſucht aller
wahr=
haft Deutſchen, habe immer im Vordergrund bei
allen Deutſchtumsbeſtrebungen von den
Grenzge=
bieten her geſtanden. Als ſtärkſter Träger dieſer
Deutſchtumsbeſtrebungen habe ſich das Lied
er=
wieſen, daß man zwar verbieten, aber nicht
unter=
drücken könne. Aus dem Grenzlandſchickſal eines
Mannes, Adolf Hitler, ſei nunmehr Deutſchlands
Erneuerung geformt worden.
Der Vertreter der Reichsleitung des Bundes
„Volkstum und Heimat”, von Peinen
Ber=
lin, ſchilderte nach einem geſchichtlichen Rückblick
die Entwicklung des Verbandes für die
Volks=
tumsarbeit, der dazu berufen ſei, alle Laien=
Kul=
turgeſchichte zuſammenzufaſſen und für das
ge=
ſamte Volk wirkſam einzuſetzen. Auch der Deutſche
Sängerbund ſei in dieſe Laien=Kulturbewegung
eingegliedert, die von ihm völlige Abkehr vom
Vereinsunweſen und Annäherung an die deutſche
Volkstumsarbeit fordere. Anſchließend ſprach der
ſtellvertretende Führer des Deutſchen
Sänger=
bundes, Dr. Bongard, Saarbrücken. In der
Vergangenheit habe man die Form des Chor=
geſanges veräußerlicht. Jetzt habe man eine
ſtrenge Umkehr herbeigeführt. Zu den Gegen
wartsfragen der Sängerbewegung ſtellte Dr.
Bongard feſt, das Konzert eines Männerchors
könne in Zukunft nichts anderes ſein, als ein
Bekenntnis zur Gemeinſchaft.
Der Geſchäftsbericht weiſt in etwa 22000
Ver=
einen rund 820 000 Mitglieder aus. Die durch
die unerfreuliche Geſchäftsführung der ver
gangenen Jahre zerrüttete Finanzlage iſt in den
beiden letzten Jahren wieder vollkommen
geſun=
det. Dem früheren Präſidenten des Deutſchen
Sängerbundes, Brauner, und dem jetzigen Führer
wurde Entlaſtung erteilt und die
Rechnungsprü=
fer neu beſtätigt.
Deviſenſchieber feſtgenommen.
Berlin. Der Zollfahndungsſtelle Berlin
ge=
lang am Freitag ein guter Fang. Sie konnten
nachts gegen 22.30 Uhr, vor dem Bahnhof
Fried=
richſtraße, zwei Leute feſtnehmen, die im Auf
trag einer organiſierten Kolonne Geldbeträge in
das Ausland bringen wollten. Der Leiter dieſer
Kolonne ſteckt in Kattowitz und iſt der ſeit langem
geſuchte, geflüchtete Jude Hirſch Gerſtner, der
Hintermann, für die großen Deviſenſchiebungen
des Einhornkonzerns im Jahre 1932 in Berlin
Gerſtner hat nun eine Kolonne organiſiert, die
Gelder von Juden aus Deutſchland nach dem
Aus=
land bringt. Die beiden Freitag abend Feſtge
nommenen hatten, in einer Aktentaſche verpackt,
einen rieſigen Geldbetrag bei ſich. Die Schieber,
die bereits den ganzen Tag über von Beamten
der Zollfahndungsſtelle beobachtet und verfolgt
worden waren, wollten den Zug um 23.45 nach
Kattowitz benutzen. Ein Berliner, Konzeſſionär,
der gleichfalls in die Angelegenheit verwickelt iſt,
wurde Samstag früh feſtgenommen. Von
Beam=
ten der Zollfahndungsſtelle Berlin konnten
fer=
ner in den letzten Tagen nicht weniger als
vier=
zehn lettiſche Juden, die Regiſtermarkſchiebungen
vorgenommen haben, feſtgenommen werden.
Rieſiger Dachſtuhlbrand
im Berliner Berwalkungsgebäude der
Vickoria=Fenerverſicherung.
Berlin. In dem großen
Verwaltungs=
gebäude der Victoria=Verſicherung in der
Linden=
ſtraße brach Samstag mittag, gegen 11.30 Uhr,
ein gewaltiger Dachſtuhlbrand aus, der ſich ſehr
ſchnell über die ganze Länge der Hauptfront, etwa
70 Meter, und in einer Tiefe von 15 Metern
aus=
dehnte. Zur Bekämpfung des Feuers wurden
zu=
nächſt fünf Züge der Feuerwehr alarmiert, zu
denen alsbald noch ein ſechſter kam. Der Angriff
der Feuerwehr erfolgte ſowohl von der
Linden=
ſtraße, als auch vom Hof des Gebäudes aus. Die
Löſchmannſchaften gingen über fünf mechaniſche
Leitern gegen den Brand vor. Es mußten große
Luken in das Dach geſchlagen werden, um dem
beißenden Qualm Abzug zu verſchaffen und an
den Brandherd heranzukommen. Auch vom Hof
aus wurde auf die gleiche Art der Angriff gegen
das entfeſſelte Element vorgetragen. Aus el
Rohren wurde Waſſer gegeben. Die Bemühungen
der Wehr, den Brand einzudämmen, waren in
der erſten Viertelſtunde ziemlich erfolglos, da ſich
bis dahin das Feuer an dem trockenen Gebälk und
dem auf dem Dachboden lagernden Aktenmaterial
ſoweit durchgefreſſen hatte, daß die hellen
Flam=
men aus dem Dach herausſchlugen.
Oberbrand=
direktor Dr. Wagner übernahm perſönlich die
Leitung der Brandbekämpfung. Sechs
Feuerwehr=
leute erlitten mehr oder weniger ſchwere
Rauch=
vergiftungen und mußten ins Krankenhaus
ge=
bracht werden. Gegen 13 Uhr war es der
ange=
ſtrengten Arbeit der Wehr gelungen, das Feuer
einzukreiſen. Von der Lindenſtraße aus verfolgte
eine große Menſchenmenge die Entwicklung des
Brandes.
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm
an der Brandſtätte.
Gegen 13.30 Uhr wurden die Feuerwehrzüge
zurückgenommen und durch neue Kräfte erſetzt.
Das Feuer war um dieſe Zeit zwar in ſeiner
Aus=
dehnung niedergekämpft, doch ſtellten ſich den
Auf=
räumungsarbeiten außerordentliche
Schwierigkei=
ten entgegen, da das Dachgeſchoß mit unzähligen
zuſammengeballten Akten angefüllt war, die nach
Möglichkeit, nicht in den Hof geworfen werden
ſollten. Ziegel und dicke Balken praſſelten in
un=
aufhörlicher Folge auf das Steinpflaſter herunter
Immer wieder ſchoſſen aus den freigelegten
Stel=
len Rauchwolken empor. Um 15 Uhr erſchien
Oberbürgermeiſter Dr. Sahm an der Brandſtätte
und ließ ſich von Branddirektor Lange über die
Lage berichten. Die Aufrämungsarbeiten
dürf=
ten die ganzen Nachmittagsſtunden in Anſpruch
nehmen. Der Betonfußboden des Daches hat den
rieſigen Waſſermaſſen ſtandgehalten, ſo daß das
darunterliegende Geſchoß nicht in Mitleidenſchaft
gezogen wurde. Der geſamte Wagen= und
Auto=
verkehr mußte umgeleitet werden.
Die Rheiniſche Grenzlandſchau.
Bad Kreuznach. Die Rheiniſche
Grenz=
landſchau „Bauernkultur und Bauernrecht”, in
Bad Kreuznach, das große Ereignis für den
rhein=
mainiſchen Wirtſchaftsbezirk, hat am Samstag.
morgen ihre Tore geöffnet. Vor der offiziellen
Eröffnung hatte die Ausſtellungsleitung, die
Preſſe zu einer Vorbeſichtigung geladen, um ihr
ein erſtes Geſamtbild von dem Ausmaß und dem
Inhalt der großen Schau zu geben. Der
Kreis=
bauernführer des Kreiſes Kreuznach, Matthes,
be=
grüßte die zahlreich erſchienenen Preſſevertreter.
Anſchließend erfolgte ein Rundgang durch das
Schaugelände, das einen geradezu idealen
Aus=
ſtellungsplatz darſtellt und in ſeiner Anordnung
und Gliederung vollkommene Ueberſichtlichkeit
geſtattet.
Fenſterſturz eines Gelehrten in Chicago.
Chicago. Der in Amerika weit bekannte
Forſcher, Schriftſteller und Anthropologe Dr.
Ber=
thold Laufer ſtürzte oder ſprang aus einem
Hotel=
fenſter im 8. Stockwerk auf das Dach der
Hotel=
vorhalle. Er wurde tot aufgefunden. Laufer
wurde 1874 in Köln a. Rh. geboren und hat
mehrere deutſche Univerſitäten beſucht.
Seite 12 — Nr. 256
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 16. September 1934
Spott. Ohiel und Tunneit
Zernfahrk Baſel-Kleve geſtarkel.
Der Schweizer Suter gewann die 1. Etappe. — Die 6 Deutſchen:
Wierz. Weiß. Balzer. Hauswald, Hupfeld und Kranzer auf den
folgenden Plätzen.
Die großen Hoffnungen, die die deutſche Radſportgemeinde
auf ihre Amateur=Mannſchaft bei der längſten ſtraßenſportlichen
Prüfung Deurſchlands, der Fernfahrt Baſel—Kleve, geſetzt hatte,
ſind bereits auf dem erſten, allerdings verhältnismäßig leichten
Wege von Baſel nach Rüſſelsheim in Erfüllung gegangen. Sieger
des 359 Kilometer langen erſten Abſchnittes wurde zwar der
Schweizer Otto Suter, aber hinter dieſem kamen nicht weniger
als ſechs Deutſche, und zwar: Wierz, Weiß, Balzer, Hauswald,
Hupfeld und Kranzer auf die folgenden Plätze. Die deutſchen
Fah=
rer haben ſich — ebenſo wie vor einigen Wochen bei Berlin—
War=
ſchau — bereits einen Vorſprung von über eineinhalb Stunden
geſichert und liegen unangefochten an der Spitze vor Schweiz und
Belgien. Dabei muß noch geſagt werden, daß unſere Fahrer vom
Pech nicht verſchont blieben. So ſtürzte der deutſche
Straßen=
meiſter Sebaſtian Krückl=München, dem man große Chancen
ein=
geräumt hatte, in Bensheim ſchwer und verlor den Anſchluß.
Reichsſportführer von Tſchammer=Oſten beglückwünſchte in
Rüſſels=
heim den ſiegreichen Schweizer und Dr. Fritz Opel hängte ihm
den Siegeskranz um.
In Darmſtadt
hatten ſich auf den Durchfahrtsſtraßen zahlreiche Zuſchauer
einge=
funden, beſonders ſtark war natürlich die Jugend vertreten, die
beim pünktlichen Eintreffen der Spitzengruppe von 8 Mann
darunter 5 Deutſchen — einen lebhaften Empfang bereitete.
Aber auch die kurz darauf paſſierenden „Soliſten”, Vicquery=
Schweiz, Scheller=Bielefeld, Andre=Belgien. Staub=Schweiz und
die ſpäter mit Abſtand folgende Mittelgrunpe wurden, jeweils
mit lebhafter Anerkennung begrüßt. Die Streckenſicherung war
von den Mitgliedern der beiden Darmſtädter Radſportvereine
— Radfahrerverein und Radſportclub — geſtellt und funktionierte
in Zuſammenwirkung mit den Verkehrspoſten der Polizei
ein=
wandfrei.
Unſere Vorausſage
für den Ausgang der nachſtehenden Spiele iſt auf Grund der bisher
bekannten letzten Leiſtungen aufgebaut. Nachdem am Vorſonntag
unſere Fußballfreunde ſelbſt mit wechſelndem Glück getipt, wollen
wir noch einmal ſehen, wie die Mannſchaften unſere Anſichten
über den Haufen werden oder beſtätigen (was natürlich am
ſchön=
ſten wäre).
Frankfurt — Baſel: Sieger Frankfurt.
Phönix Ludwigsh. — Bor. Neunkirchen: Sieger Ludwigsh.
Wormatia — Pirmaſens: Sieger Worm.
Kaiſerslautern — Union Niederrad: Sieger Kaiſerslautern.
Sportfr. Saarbrücken — Saar Saarbrücken: Unentſchieden.
Walldorf — Al./Ol. Worms: Sieger Walldorf.
Ol. Lorſch — 98 Darmſtadt: Sieger Lorſch.
Egelsbach — Pfungſtadt: Sieger Egelsbach.
Dieburg — Arheilgen: Sieger Dieburg.
Urberach — Bürſtadt: Unentſchieden.
Weiterſtadt
Wixhauſen: Sieger Wixhauſen.
„O
Eberſtadt —
G. 46 Darmſtadt: Unentſchieden,
Groß=Gerau — Mörfelden: Sieger Mörfelden.
75 Darmſtadt — Viktoria Griesheim: Unentſchieden.
Ober=Ramſtadt — Michelſtadt: Sieger Ober=Ramſtadt.
Höchſt
Groß=Zimmern: Sieger Höchſt.
Babenhauſen — Roßdorf: Sieger Roßdorf.
Meſſel — Dudenhofen: Sieger Meſſel.
Gernsheim — Bobſtadt: Sieger Gernsheim.
Groß=Rohrheim — Biebesheim: Sieger Groß=Rohrheim.
Biblis — Heppenheim: Sieger Biblis.
Reichsbahn-T5V. Darmſtadk.
Nachdem die erſten Termine der Fußball=Pflichtſpiele
ver=
öffentlicht ſind, werden hiermit alle Spieler der Abteilung und
ſolche Mitglieder, die ſich in dieſem Jahre auch im Fußball
be=
tätigen wollen, zu einer Abt.=Verſammlung am
kom=
menden Dienstag, dem 18. d. M., abends 8 Uhr, im
Verſammlungsraum auf dem Sportplatz eingeladen. Dieienigen
Mitglieder die unentſchuldigt fehlen, haben keine Berückſichtigung
in irgendeiner Mannſchaft zu erwarten. Beſonders wichtig iſt
das Erſcheinen aller Spieler, die für die 2. Mannſchaft in Frage
kommen.
F.
TSG. 46 (Schülerabteilung).
Die 2. Schüler ſpielen heute vormittag 9 Uhr auf dem
Sta=
dion gegen SV. 98.
Die 1. Schüler fahren nach Eberſtadt und ſpielen vor den
aktiven Mannſchaften um 1.15 Uhr auf dem Uebungsfeld der
Germania.
Handball.
SV. Merck Darmſtadt—TV. Reinheim.
Zu Rückſpielen treffen ſich beide Vereine am Sonntag
nach=
mittag um 1.30 bzw. 2.30 Uhr auf dem Platze in der Maulbeer=
Allee. Das Vorſpiel wurde von Merck knapp gewonnen. Beide
Vereine verfügen über ein gutes Spielermaterial, ſo daß
ſpan=
nende Kämpfe zu erwarten ſind.
TSG. 46 Darmſtadt.
Die Abfahrt des Omnibuſſes nach Wiesbaden zu den
Ent=
ſcheidungsſpielen iſt auf 1.30 Uhr feſtgeſetzt. Sammelpunkt wieder
Paradeplatz. Wir bitten die Teilnehmer ſich pünktlich am
Omni=
bus — in dem noch 1 Platz frei iſt — einzufinden. Der 2. Wagen
fällt aus.
„Roroi
Mera-vereinsmeiſterſchaften.
Am Sonntag trug der Merck=Sportverein ſeine diesjährigen
Vereinsmeiſterſchaften aus. Neben den Leichtathleten waren
auch die Fuß= und Handballer erſchienen, um mit den erſteren um
den Vereinsmeiſter in den verſchiedenen Konkurrenzen zu kämpfen.
Bei zahlreicher Beteiligung wurden an 24 Konkurrenzen
aus=
getragen, und da das Wetter auch gut war, kamen die Zuſchauer
ebenfalls auf ihre Koſten. Dadurch, daß viele Teilnehmer
durch=
weg 10 von den 24 Konkurrenzen beſtritten, wurde die
Ab=
wicklung etwas in die Länge gezogen, doch war das igut
arbei=
tende Kampfgericht auch dieſem Umſtand gewachſen, und ſchon um
12.30 Uhr konnten nachſtehende Ergebniſſe gezeitigt werden. Im
Laufe dieſer und nächſter Woche wird noch ein Zwölfkampf
aus=
getragen, der für alle Teilnehmer offen iſt.
Die Ergebniſſe.
Dreikampf AH. (32—36 Jahre): 1. Hohl, 1420,55 Punkte;
2. Karg. 913.45 P. Dreikampf AH. (über 36 Jahre): 1.
Kalt=
waſſer, 573 Punkte. Dreikampf Damen: 1. Swiderſky, 2.
Bach=
mann. Läufe: 100 Meter: 1. Steitz. 12,0 Sek.”
Franz
Menger, 12,2. 200 Meter: 1. Steitz, 23,7 Sek.: 2 Hohl 23,7 Sek.
400 Meter: 1. Steitz, 57,5 Sek. 800 Meter: 1. Hohl, 2:18 Min.;
28,8 Min. 1000 Meter: 1. Herm. Menger,
„Friedel Menger, 2:28
22 Min.; 2. Friedel Menger, 3:23,3 Min. 3000 Meter: 1.
Mertz, 11:31,4 Min.;
2 Kögel, 11:39,1 Min. 7500 Meter:
z.
Waffenſchmidt, 28:31 Min.; 2. Friedel Menger, 29:25 Min.
1500 Meter: 1. Friedel Menger, 5:10.9 Min. 2. Franz Menger,
(in. 1500 Meter Gehen: 1. Kögel, 7:31 Min 2. Langen=
5:24 9
dorf, 7:33 Min. Steinſtoßen: 1. Langendorf. 6. 18 Mtr.: 2. Heiſch,
6.13 Meter, Kugelſtoßen: 1. Marquardt, 9,49 Meter: 2.
Langen=
dorf, 9,31 Meter. Hantelwurf: 1. Stuckert, 13,20 Meter; 2.
Lan=
gendorf, 11.58 Meter. Speerwurf: 1. Langendorf, 32,20 Meter;
2. Scior, 31,60 Meter, Keulenwurf: 1. Rettig. 54,07 Meter;
2. Langendorf, 53,00 Meter. Schleuderball: 1. Marquardt, 41,48
Meter; 2. Heiſch. 37,53 Meter. Diskus: 1. Stuckert, 27,45 Mtr.;
2. Scior, 25,45 Meter. Handballweitwurf: 1. Rettig, 44,00 Mtr.;
5.
Brücher, 38 45 Meter. Fußballweitſtoß: 1 Kara, 43,40 Meter:
Ley, 42,10 Meter. Hochſprung: 1. Steitz, 1 525 Meter: 2. Franz
Menger, 1,45 Meter Weitſprung: 1. Steitz, 573 Meter;
0 Marquardt, 5,44 Meter. Dreiſprung: 1. Steitz, 11.,00/Meteri
2. Langendorf, 10,66 Meter.
Staatliches Jurn= und Sportamt
Die Turn= und Sporlpflicht der Beamten pp.
Bei dem Staatlichei Turn= und Sportamt liegen zahlreiche
Anträge vor, und zwar:
1. Von Vereinen, die als „Sportverein” im Sinne der
Ausführungsbeſtimmungen zur Turn= und Sportpflicht der
Beamten anerkannt werden ſollen, und
2. von Beamten, die aus geſundheitlichen und beruflichen
Gründen von dem Eintritt in einen Turn= oder Sportverein
entbunden zu werden wünſchen.
Hierzu nehme ich wie folgt Stellung
Soweit Beamte aus beruflichen oder geſundheitlichen
Grün=
den nicht in der Lage ſind, aktiv Leibesübung zu treiben, ſo
wird erwartet, daß ſie als Feſtbeſoldete wenigſtens unterſtützende
Mitglieder eines Turn= oder Sportvereins werden, wenn ſie
hierzu finanziell in der Lage ſind. Es wird dies als eine
natio=
nale Notwendigkeit angeſehen, da die Beitragszahlung zu einem
ſolchen Verein die körperliche Erziehung und
Er=
tüchtigung der Jugend fördert. Hierdurch finden alſo
auch diejenigen Beamten Gelegenheit zur Unterſtützung der Turn=
und Sportſache, die nicht wiſſen, für welche Gebiete der
Leibes=
übungen ſie ſich intereſſieren ſollen.
Die Turn= und Sportpflicht der Beamten ſoll ſomit neben der
Erhaltung der eigenen Geſundheit im gleichen Maße der
geſund=
heitlichen Erziehung und Erhaltung der Jugend dienen, und
des=
wegen ſollen die Beamten auf Grund der in Heſſen eingeführten
Turn= und Sportpflicht in diejenigen Vereine eintreten, die ſich
in ausgiebigſter und umfangreichſter Weiſe ſelbſt mit der
Jugend=
ertüchtigung und Jugenderziehung befaſſen, bzw. ihre Anlagen
und Geräte in uneigennütziger Weiſe der Hitlerjugend und der
A. zur Verfügung ſtellen.
Wie im politiſchen, kulturellen, wirtſchaftlichen und ſozialen
Leben des heutigen Deutſchlands alle Kräfte des Volkes erfaßt
werden, um nutzbringende Arbeit für das große Ganze zu leiſten,
ſo iſt dies auch in der Turn= und Sportbewegung notwendig.
Dieſe Kräfte müſſen aber in erſter Linie dort eingeſetzt werden,
wo ſie für die Zukunft der Nation die wertvollſte Arbeit leiſten,
Das iſt die Geſunderhaltung und Ertüchtigung unſerer Jugend.
Wenn ſich die Beamten und Vereine von dieſem Gedanken
tragen laſſen, dann iſt jede Rückfrage unnötig.
gez. Löwer,
Leiter des Staatlichen Turn= und Sportamtes.
Tig=
Hie Beulſchrang Miege larnt
am nächſten Sonnkag, 15 Uhr, in der Darmftädker
Felle.
Wer iſt die Deutſchland=Riege, ſo wird ſich
man=
cher Laie fragen, wenn er in der kommenden Woche auf allen
Plakattafeln dieſen Namen in grell=roter Farbe zu leſen bekommt.
Dieſe Frage ſoll ihm hier beantwortet werden:
Die Deutſchland=Riege vertritt unſere Farben bei
allen Wettkämpfen mit ausländiſchen Nationen.
Die Deutſchland=Riege iſt ſomit die beſte
Turnmann=
ſchaft, die zurzeit die Deutſche Turnerſchaft aufzuweiſen hat.
Die Deutſchland=Riege ſetzt ſich aus den beſten
deut=
ſchen Turnern zuſammen, die bereits mehrfach erſter Sieger
wur=
den und ſich auf den Kampfſpielen in Nürnberg auszeichneten.
Die Deutſchland=Riege iſt die Turnmannſchaft, die
zur Zeit Sonntag für Sonntag in mehreren Großſtädten
Deutſch=
lands (Wiesbaden Bremen Hamburg uſw) Gaſtſpiele gibt, um
mit den Spitzenleiſtungen des deutſchen Geräteturnens für die
Turnſache zu werben.
Dieſe Deutſchland=Riege ſtartet am kommenden Sonntag,
nachmittags um 3 Uhr, in der Feſthalle zu Darmſtadt im Rahmen
eines größeren Turn= und Sportprogramms.
Es bedeutet für uns eine beſondere Ehre, daß Darmſtadt zu
den wenigen Städten zählt welche dieſe Meiſtermannſchaft in
E
Es bedeutet für uns
ihren gaſtlichen Mauern aufnehmen darf.
aber auch eine ſeltene Gelegenheit, dieſe Mannſchaft bei ihren
Gipfelleiſtungen zu ſehen.
Wenn alte Turner, welche die Mannſchaft vor kurzem ſahen,
überzeugend erklären, daß die Leiſtungen derſelben alles
Bis=
herige übertreffen, dann beweiſt das, was hier unſerem Auge
ge=
boten wird.
Wir werden noch nähere Einzelheiten über die Mannſchaft
veröffentlichen.
Schon jetzt ſei darauf hingewieſen, daß der Eintrittspreis
volkstümlich gehalten iſt, ſo daß jeder Volksgenoſſe ſich den Beſuch
geſtatten kann. Die Preiſe werden von 30 Pf. bis 1,50 RM.
feſtgeſetzt.
Vorverkaufsſtellen wurden eingerichtet beim
Sporthaus Abelmann, Rheinſtraße, Zigarrenhaus Hartmann,
Grafenſtraße 20. Parfümerie Müller am Weißen Turm, ſowie in
der Woogsturnhalle und auf der Woogswieſe.
An der Tageskaſſe wird auf die Karten ein Aufgeld erhoben.
Achlung, Schwimmer!
Der Leiter der Darmſtädter Schwimmvereine bzw. die Leiter
der Schwimmabteilungen der Turn= und Sportvereine, ſowie die
Beauftragten der Techniſchen Hochſchule, der Pionier=SA. und der
Motor=SA. 50 für den Uebungsbetrieb im Darmſtädter Hallenbad
werden hiermit aufgefordert, ſich am Mittwoch, 19. September,
20,30 Uhr. zu einer Sitzung in der Woogsturnhalle (Blaues
Zim=
mer) zwecks Entgegennahme des endgültigen Uebungsplanes für
das Darmſtädter Hallenbad im Winter 1934/35 und zur
Beſpre=
chung weiterer Fragen einzufinden. Eine beſondere Einladung
er=
geht nicht mehr.
Reichslund für Leibesübungen. Ortsgruppe Darmſtadt.
(gez.) Löwer.
Reichsſporktag des B.9.M.
Am 23. Sepkember Gauſporkkag in Darmſtadk.
Am 23. September werden 7000 BDM.=Mädel durch
Darm=
ſtadt marſchieren. Aus dem ganzen Gau Starkenburg, aus dem
Odenwald, aus dem Rodgau, aus dem Ried. aus Rheinheſſen
kommen ſie, um in einer großen Gauſportveranſtaltung das
ſport=
liche Wollen des BDM. zu zeigen. Sonntag mittag um
3 Uhr marſchieren die Mädel im Hochſchulſtadion auf,
viele Tauſende ſollen das miterleben, ſollen kommen und ſehen!
Der BDM. treibt Sport, um geſunde, kräftige Glieder der
Volksgemeinſchaft zu erziehen. Und deshalb geht es dich,
Volks=
genoſſe, an, dieſe Arbeit kennen zu lernen, und deshalb kommſt
du am 23. September ins Hochſchulſtadion! 500 Mädel zeigen
Körperſchule andere Bodenturnen Mädel und Jungmädelſpielen.
Nein. Spitzenleiſtungen und Nervenkitzel gibt das nicht, aber
der Dreikampf für Untergaue wird ſpannend! Sprungſtaffel,
Medizinball, Weitſtoßen und Findigkeitsſtaffel ſiehſt du. und an
der luſtigen Geſchicklichkeitsſtaffel für Jungmädchen wirſt du deine
helle Freude haben. Haſt du ſchon Mädel Zelte bauen ſehen?
Nein? Dann komm unbedingt zur Gauſportveranſtaltung am
nächſten Sonntag! Das Programm koſtet nur 20 Pf., hat vier
Seiten und berechtigt zum Eintritt.
u.
Beim 1. Tag des Leichtathletik=Länderkampfes in Berlin ging
Deutſchland mit 52½:43½, alſo mit 9 Punkten vor Finnland in
Führung.
Amerikas Leichtathleten gewannen den Länderkampf
gegen Japan in Tokio im Geſamtergebnis mit 84:75 Punkten. Es
wurde inzwiſchen feſtgeſtellt, daß Ralph Metcalfes neuer 200=Mtr.=
Weltrekord mit 20,2 Sekunden mit ſtarkem Rückenwind aufgeſtellt
wurde, eine Anerkennung wird alſo kaum in Ftage kommen.
Der Reichsdielwark im Rundfunk.
Reichsdietwart Kurt Münch ſpricht am kommen
Dienstag, den 18 September, von 22.35—22.45
im Deutſchlandſender über die Weltanſchauliche u
Volkstumsſchulung der deutſchen Turner u.
Sportler”.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Sonntag, 16. September
6.15: Hamburg: Hafenkonzert, Glocken vom Gr. Michel. Choral
Wenn ich ihn nur habe. — 8.15: Zeit, Nachr., Wetter. — 8.25
Stuttgart: Gymnaſtik. — 8.45: Evangeliſche Morgenfeier.
9.30: Deutſches Schatzkäſtlein. — 1000: Bekenntniſſe zur Zeit
Heinr. Zillich erzählt ſiebenbürgiſche Flauſen.
10.15: Trier
— 11.20: Leipzig: Reichsſendung: Bach=Kantat;
Chorgeſang.
Gott iſt mein König.
12.00: Muſikzug der Standarte 166 Bad Homburg v. d. H. Ltg..
MZF. Lüdecke. — 13.00: Schallpl.: Aus der Läſterſchule ode
Ein getroffener Hund bellt! — 1‟
45: Leipzig: Funkbericht vor
Großen Schleizer Dreiecksrennen. — 14.10: Kaſperlſtunde: Kaſpe
als Briefträger. — 14.35: Leipzig: Große Schleißzer Dreiecksrennen
15.35
Zwiſchenbericht verbunden durch Schallplattenkonzert.
Bericht von der rhein. Grenzlandſchau für Bauernrecht und Bau
ernkultur in Bad Kreuznach.
16 00: Breslau: Schleſ. Gau=Sinfonieorcheſter. Ltg: Mundry. —
— 18.45: Sport.
18.00: Der deutſche Wald, Hörfolge.
19.00: Walter Niemann ſpielt eigene Klaviermuſik. — 19.30.
Berlin: Aus dem Poſtſtadion: Funkbericht vom Leichtathleti
Länderkampf Deutſchland—Finnland. — 20.00: Leichte Kavalleri
Operette in 2 Akten von Suppé. — 22.00: Deutſche June
bauern auf der Ebernburg. Geſpräche. — 22.20: Zeit, Nachr.
22 40: Sport — 23.00
22.30: Nachr., Wetter, Sport.
München: Die Tan=funkkapelle, Ltg.; Bruno Aulich. — 24.0
Stuttgart: Nachtmuſik.
Frankfurt: Montag, 17. September
5.35: Stuttgart: Choral, Zeit Wetter. — 5.50 u. 6.15: Gyn
maſtik.
6.40: Zeit, Meldungen. — 6.50: Wetter. — 6.5
Badenweiler: Kurorcheſter Ltg.: Muſikdirektor Hitzig. — 8.10
Waſſerſtand, Wetter — 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik. — 10.01
10.30: Nur Trier: Eigene Sendung. — 11.00: Werb=
Nachr. 11.30: Melungen. — 11.45: Sozaldtenſt.
konzert.
12 00: Ruſſiſche Muſik auf Schallpl. — 13.00: Zeit, Saardten
Nachr — 13.10: Nachr. — 13.20: Orcheſter Offenbacher
Beruf=
muſiker, Ltg.: Toni Döbert. — Dazw. 13.50: Zeit, Nachr.
14.30: Wirtſchaftsbericht.
— 14.45: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen
14,55: Wetter. —
15.00: Nur Kaſſel: Nachr. — 15.10: Ner
deutſche Dichtung: Max Leitz. — 15.20: Jörg Ritzel: Wo d.4
grüne Strauß winkt! — 15.35: 10 Mi. Schönheitsdienſt. 1
Das Geſicht. — 15.45: Eine Hauswirtſchaftslehrerin erzählt vr.
ihrer Arbeit. Zwiegeſpräch.
16.00: 1. Nachmittagskonzert. — 2. Kleine Stücke für Violine um
Klavier. —
3. Alte Tanzmuſik. — 17.30: Im Banne des Soll
datentums Buchbericht.
— 17.45: Rheinlieder. — 18.00: Stund
der Jugend: Von der Billtalhöhe im Taunus. Hitler=Jugen
im Lager. Ein Funkbericht. (Aufn.).
18.25: Stuttgart
Franzöſiſcher Sprachunterricht. — 18.45: Meldungen. — 18.50
Das deutſche Theater für das deutſche Volk
19,05: Schallplattenkonzert. Räuberpiſtolen, Morſtaten und Ge
— 19.30: Saar=Umſchau. — 19. 45: Das Leben ſprich
ſpenſter.
20,0: Zeit Nachr. — 20.15: Von Leipzig: Reichsſendung
Stunde der Nation: Die Wartburg. Schicklal einer deutſchen Veſt
22.20: Zei
21.00: Unterhaltungskonzert. Ltg.: W. Caſpar.
Nachr — 22 35: Stuttgart: Du mußt wiſſen. — 2.45: Nachr
Wetter, Sport. — 23.00: Tanzkapelle Franz Remner. — 2400
Schallplatten: Komponiſten=Portraits 6. Maurtce Ravel (1875
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Sonntag, 16. September
6.10: Tagesſpruch — 6.15: Hamburger Hafenkonzert. — Glock!
vom Großen Michel — Choral: Wenn ich ihn nur habe.
8 00: Stunde der Scholle.
— 8.55: Deutſche Feierſtunde: V
Glück der Einſamkeit. — 9.35: Funkſtille. — 10.05: Berli
Wetter. — 10.10: Funkſtille. — 10 20: Sperrzeit. — 11.0.
Der Jahresring. Gedichte von Hans Heir. Strätner — 11.1
Seewetterbericht. — 11.30: Reichsſendung: Leipzig: Bachkantat
Gott iſt mein König.
12.00: Glückwünſche. Anſchl.: Köln: Das Gr. Orcheſter — 12.5
Zeitzeichen. — 13.00: Schallplatteneinlage. — 13.10 Fortfetzung
Konzertes aus Köl. — 14.00: Kinderfunkſpiele: Hiſtorie v.
der ſchönen Lau. — 14.45: Eine Viertelſtunde Schach: Ludm
Relſſtab: Endkämpfe der Mannſchaftsmeiſterſchaften. — 15.0
Melodien aus Puccini=Opern auf Schallpl.
16.00: Bremen: Militär=Doppelkonzert. Als Ennlage: Luſtiges a
dem Kaſernenleben — 18.00: Plautermam meint.
— 182
Tag des deutſchen Volkstums. Funkbericht aus dem Stadion Ei
kamp, Berlin. 12000 auslandsdeutſche Kinder ſingen.
18.5
Eins, zwei, drer im Sauſeſchritt. Tanz auf Schallpl.
19 30: Berlin: Funkbericht vom Leichtathletik=Länderkampf zwiſ
Deutſchland und Frmnland. — 20.00; München: Bunter Aben
22.0: Wetter, Nachrichten, Sport.
— 2.35: Rügenwald
münde Weſt 5.:. Wie entſteht der Seewetterbericht. — 22.4
Seewetterbericht. — 23.00: Königsberg: Tankapelle E. Börſch
Deutſchlandſender: Montag, 17. September
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr — 6.00: Berlin: Gm
maſtik.
—6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Hamburg: Trompete
korps der SA.=Reiterſtandarte 12. Ltg.: Muſikzugführer Küſ
In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr. — 8.00: Sperrzeit. —
Leibesübung für die Frau.
— 9.00: Funkſtille. — 9.,: T
Kochs: Weshalb wir unvergorene Obſtſäfte herſtellen. — 10.0
Nachr.
— 10.10: Deutſches Volkstum: Baltiſcher Ader u
deutſche Hanſa auf Vorpoſten.
— 10.50: Körperliche Erz
hung
11.15: Seewetterbericht. — 11.30: Funkſtille.
11.55: Wetter.
12.00: München: Das kI. Funkorcheſter Ltg.: Kloß. — 12.5
Zeitzeichen.
— 13.00: Alt=Berlin im Walzertakt. (Schallpl
Anſchl.: Wetter. — 13.45: Nachr. — 14.00: Sverrzeit. —
Glückwünſche und Programmhinweiſe — 15.00: Wetter, Bör
15.15: Von deutſcher Frauenkunſt: M. Donner: Tiſchſchmuck zu
Erntedankfeſt
15.30: Ständchen (Schallpl.).
16.00: Königsberg: Kleines Funkorcheſter, Ltg.: Eugen Wilck
17.30: Werkſtunde für die Jugend: Anfertigung von verſchiel
nen Zielſcheiben. — 17.50: Aus dem Stadion Eichkamp. Berl
Zum Tag des deutſchen Volkstums ſprechen Reichsmriſter R
und Dr. Hans Steinacher vom Volksbund für das Deukſcht
im Ausland. (Aufn.) — 18.20: Kleine Kammermuſik. Ant
Dvorak: Bagatellen, op. 47. — 18.40: Zeitfunk.
19 10: Das Gedicht; anſchl. Wetter — 19.15: Die Donkoſa:
ſingen auf Schallpl.
19.35: Ein deutſches Mädel aus
Schwabenkolonie in Paläſtima erzählt. — 20.00; Kernpruch; (
ſchließend: „Kurznachr.
20.15: Reichsſendung: Stunde
Nation: Leipzig: Die Wartburg. Schichal einer deutſchen Vel
21 00: W. A. Mozart. Das Große Orcheſter des Deutſchla
ſenders. Dir.: H. G. Görner. Aufn.)
21.20: Wir ſuchen
finden. Szenen aus neuen dramatiſchen Werken — Ernleite
ſpricht der Reichsdramaturg Dr. Schlöſſer. —
22.00: Wette
Tages= u. Sportnachr.
22.35: Dr. Heyk: Olymptaſchulu
der ſtarken Männer. — 22.45: Seewetterbericht. — B.00: Kö
Das kleine Orcheſter, Ltg.: Leo Enloldt. — Als Einlage: T
Sommergaſt. Eine luſtige Szene.
Wekterbericht.
Im Weſten und Nordoſten macht ſich ſtärkere Störungst
ſg=
keit bemerkbar, die zu vereinzeltem Bewölkungsaufzug führt, ne
Umgeſtaltung der Wetterlage tritt erſt langſam ein.
Ausſichten für Sonntag: Nach kühler Nacht, ſtellenweiſe 3b
nebel, tags ſonnig und warm, trocken.
Ausſichten für Montag: Zeitweiſe ſtärker bewölkt mit vereinz et.
Neigung zu Regenſchauern.
Nr.37 16. Leptemder 1234
17
N4
R
S
Ur4
*
Kelſi g Teoen
99
Ba4
Mu..
deſtern und heute — Die große Wandlung, an kleinen Nebenerſcheinungen
beobachtet — Erziehung zum Weſentlichen
„Schönheitskonkurrenz in Bad X.”
prämiierung der ſchlankſten Frauenbeine‟ —
Rekord im Dauertanzen halten die
Part=
n...‟ — wie lange iſt es — zum Glück! —
u, daß wir Derartiges hörten. Wie eine
wigkeit erſcheint uns die ſeither vergangene
215: Gn
—9
Mit
Dremf
Lanfd
1aR
Goc
de Vo
Berlit
1.
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ſtiges
19
—9
7.9.
ſe Er3)
chall.
Fälle keine Nede ſein, zumal all dieſe
wohl=
friſierten, geſchminkten und elegant gekleideten
Figuren durchweg den Städten entſtammten,
während im Neich draußen unbeachtet eine ganz
andere Art wirklich friſcher, unverdorbener
Schönheit blühte.
— Nein, man lehnte den
Nummel um all dieſe
Dinge ab. Aber — man
betrachte doch immer
wie=
der die mancherlei
Auf=
nahmen von Konkurrenzen
und
Preisträgerinnen,
wie ſie wieder und wieder
in den Seitungen und
Seitſchriften zu ſehen
waren. Man war ſogar
ein wenig intereſſiert an
der Frage, welche
Ver=
treterin der Nationen
den „Welt=
Schönheits=
preis davontragen würde.
— Aber heute, wenn wir
unſereblonde,
ge=
ſunde Jugend zum
Sport und Spiel
antreten ſehen, wenn wir
ſie lachend und
ſport=
geſtählt in kraftvoller
Schönheit wandern ſehen,
dann erſcheint es uns
allerdings unfaßlich, daß
es erſt wenige Jahre
zurückliegen ſoll, daß ein
„Sport” von geſtern
Badebetrieb mit Schönheitskonkurrenz.
cimta eit — und liegt doch nur wenige Jahre zu=
51 ck! Wir können uns ihrer kaum noch
er=
ſetzung inern, weil allzuviel Großes, Erſchütterndes
re 14nd Neues inzwiſchen in den Vordergrund trat.
150 Es iſt das neue Deutſchland, das uns heute
ſe zur Mitarbeit aufgerufen hat und alle
räfte in Anſpruch nimmt. Man ſpricht von
gdin Eih heu” und meint im Grunde doch nur das
1ä5leigentliche” Deutſchland. Denn
mt wichl eſensfremd der deutſchen Art, undeutſch und
mier Wben nnatürlich war das, was nun fortfiel. Was
ügewabe rtfallen mußte, weil die geſunde Kraft einer
e Börſcht ation ſich nicht auf die Dauer von einer
be=
hränkten Anzahl von Menſchen, die ihren
per=
rmui 6y nlichen Vorteil im Auge haben, zu Boden
owpete vingen läßt. Was aus langer Unterdrückung
her 2/9 tzt ans Licht ſtieg, ſchöner und kraftvoller
enn je, iſt das Geſunde, das Starke,
odl as Weſentliche! Und alle, denen der
Ade M lufſtieg von Volk und Vaterland am Herzen
ſnstille. 1 egt, tun das Ihre dazu, dieſe Befreiung aller
rſcheinungen vom Unweſentlichen, Ungeſunden
122nd Schwachen zu unterſtützen. Man erkennt
zü4ie Strömungen einer Seit nicht nur an den
ter, Böll roßen Ereigniſſen, ſondern auch an den kleinen
Hichndt kebenerſcheinungen, die oft unbeachtet am
wiat (ande des Geſchehens bleiben. Sie erſcheinen
hied erhältnismäßig bedeutungslo und ihr
Ein=
uß wird auf der anderen Seite häufig und gern
nterſchätzt. Immerhin iſt es der Einfluß, dem
ie meiſten Menſchen doch bis zu einem gewiſſen
Frade unterliegen. — Wie war das
beiſpiels=
leiſe früher mit den
Schönheitskon=
urrenzen?
Jetzt, glücklicherweiſe, iſt nicht mehr davon
ie Nede. Aber damals nahmen ſie doch einen
echt erheblichen Naum ein.
Schönheits=
onkurrenzen in jedem Seebad und Krrort, in
en Hotels, auf Bällen und Feſtlichkeiten —
nd ſchließlich, als Krone der ganzen
Unter=
ſehmung, die Schönheitskonkurrenz der Welt,
ſe zur Wahl einer „Miß Univerſum” führte.
Gewiß, man lehnte das Ganze ab und
er=
lärte es für Unfug. Was war ſchließlich ſchon
ngstck Aavon zu halten? Eine Reihe junger Mädchen
fügft, leß ſich mit Sollſtock und
Meter=
iſe unterſuchen und von einer Jury ab=
Dätzen — die Auswahl dieſer Prüflinge blieb
wiederum den Veranſtaltern überlaſſen. Und
Weihe
Don „Schönheit” konnte in der Mehrzahl der
Sport von heute
Neue deutſche Jugend, geſund an Leib und Seele.
mehr als verkitſchtes Schönheitsideal wider
beſſeres Wiſſen von Cauſenden ſoviel Macht
gewinnen konntel
Denn auch die Idealvorſtellung von
Schön=
heit war ja in dieſer Nichtung beeinflußt
worden!. So wie os der Sehnſuchtstraum vieler
unreifer Bachfiſche war, einmal
Filmſchau=
ſpielerin zu werden oder aus einer
Schönheits=
konkurrenz als Siegerin hervorzugehen, ſo war
es auch der Wunſch mancher Frau, ſich dem
herrſchenden Schönheitsideal anzugleichen. Und
mit größter Begeiſterung ſtürzte man ſich auf
die kosmetiſchen Ratſchläge, denen
man beſondere Wunderkraft zutraute, wenn ſie
„vertraulich” von irgendeinem erfolgreichen
Bühnen= oder Filmſtar angeraten wurden. Da
war von Schlagſahne die Nede, die auf die
Ge=
ſichtshaut aufgetragen und kühlgefächelt werden
mußte, von Eis, Gelbei, Kamillentee,
Katzen=
haaren und Eſig, von heißem und kaltem Oel
und hundert anderen Aeußerlichkeiten. Und
was immer gerade beſonders neu und modern
war, wurde erfreut aufgegriffen. — —
Das Nächſtliegende, ſo ſcheint es, ſah man
da=
mals ebenſowenig wie das Weſentliche: wer
heute unſere weibliche Jugend beobachtet,
er=
kennt ſoviel Schönheit durch Geſundheit und
Unbekümmertheit, durch
ſtraffe Erziehung und
vernünftige
Le=
bensführung, daß
ſchon der Gedanke an
belangloſe
Schönheits=
mittel, unvereinbar mit
der ernſten,
verant=
wortungsbewußten
Le-
bensauffaſſung dieſer
Jugend, lächerlich
er=
ſcheint.
Dieſe Jugend hat zum
Glück wirklich andere
Sorgen. Wenn man ſich
erinnert, daß es einſtmals
einen Ehrgeiz gab, vier
oder ſechs Cage in
un=
unterbrochener Folge zu
tanzen, um ſich dabei
gol=
dene Lorbeeren und den
Nuhm einer
Welt=
rekordtänzerin zu
holen, ſo ſchoint das faſt
unglaublich Unſere Jugend
von heute, feſt verwurzelt mit dem
Heimat=
boden, hat andere Siele und Wünſche. Kein
Muckertum, beileibe nicht, aber der Canz ſieht
bei ihnen anders aus! Mit viel
Einfühlungs=
vermögen werden die alten
Volks=
tänze, ererbtes Kulturgut der Nation, ſtudiert
und erlernt, zur Freude der andern aufgeführt
und gezeigt, um auf dieſe Weiſe langlam wieder
durch die Vermittlung der Jugend Eingang in
das Volk zu finden. — Wie ungünſtig hatte
lſich die Nekordſucht auch auf dem Gebiet des
Sports ausgewirkt! Man jagte nach
Höchſt=
leiſtungen und bewunderte den einzelnen,
wäh=
rend die breite Maſſe, der Senſation abhold,
fern und fremd daneben ſtand. Der Gemein=
oben: „Dauertanz”, mit
artiſtiſchem Vorzeichen, eine
unentbehrliche Nummer der
internationalen
Vergnügungs=
unternehmen.
oben:
„Mädchenduell” — eine „
Sport=
aufnahme” nach dem Geſchmack
der amerikaniſchen Magazine.
links:
Fechtunterricht als Schulfach im
neuen Deutſchland.
ſchaftsgedanke hat auch die Sport=
19
beſtrebungen reformiert. Keine
„Senſationen” mehr, viel beſtaunt
und, vom rein ſportlichen
Stand=
punkt aus geſehen, wertlos, ſondern
geſunde Durcharbeitung der Maſſen,
Breitenarbeit, die zur Erziehung
und Geſundung des ganzen Volkes
führt.
Die „Senſation” als ſolche hat
zum Glück überhaupt an Boden verloren.
Einerlei, ob ſie als Höchſtleiſtung, als
Ueber=
ſteigerung Staunen oder als Kurioſität von
zweifelhaftem Seltenheitswert Aufſehen
er=
regen ſollte
— — die Senſation lag meiſt
auf einer abſeitigen Linie, die mit dem Maßſtab
ernſter Kritik und wirklichen Wertes nicht
ge=
meſſen werden konnte. Und heute, wo Qualität
und ochter Wert, wo ſaubere, ernſthafte Leiſtung
und ſachliche Einſtellung wieder zu Ehren
ge=
langt ſind, iſt für Senſationen dieſer Art kein
Naum mehr.
Sahllos ſind die Beiſpiele, die man für die
Wandlung von geſtern auf heute anführen
könnte, für die dankenswerte Abkehr vom
Kitſch zugunſten des Lebens,
Abkehr vom Aeußerlichen
zu=
gunſten des
Weſent=
lichen. Wenn man erfährt,
daß die
Schönheitskonkur=
renzen jetzt zum erſten Male
in Grönland eingeführt
wur=
den, ſo bleibt nur zu hoffen,
daß der geſunde Inſtinkt eines
Naturvolkes ſehr bald dieſe
„Senſation” ablehnen wird.
In Deutſchland jedenfalls iſt
kein Naum mehr dafür. Ein
geſundes Volk verfügt auch
über einen guten Geſchmack.
rechts: Deutſcher Volkstanz
wird von unſerer Jugend
gepflegt.
Jeder hat erlebt, daß er beim Anblick eines
Herrenhutes in irgendeiner Garderobe mit
Be=
ſtimmtheit zu wiſſen glaubte, daß dies der Hu
eines beſtimmten Bekannten iſt. Jeder hat
er=
lebt, daß er ſeinen eigenen Hut, nachdem er
ge=
reinigt und friſch aufgeplättet worden war, nicht
mehr als ſein Eigentum empfand. Wer ſich eben
einen neuen Hut gekauft hat und ſich im
näch=
ſten Spiegel betrachtet, kommt ſich höchſt
lächer=
lich vor und glaubt auf der Straße von allen
Vorübergehenden angeſchaut und belächelt zu
werden. Keiner der Paſſanten denkt zwar daran
Aber der neue Hut entwickelt bei ſeinem
emp=
findſamen Cräger eine Art ſenſitiven
Be=
ziehungswahns, da er in ſeiner ſtarren
Neuheits=
neutralität die perſönliche Note ſeines Herrn
noch nicht angenommen hat und dieſem daher
als ein infames, lächerliches Unding vorkommt.
Ein altgedienter Hut dagegen hat ſich einem
Cräger gefügt und ſich in Linie und Form ſeiner
Eigenart angepaßt. Dem neuen Hut, der in
einer ſchlichten Gleichform ein unbeſchriebenes
Blatt iſt, gibt ſein Eigentümer nach
perſön=
lichem Geſchmack eine individuelle Form, die
durch die Art zu grüßen, überhaupt mit ihm
umzugehen noch weiter ausgeſtaltet wird. Das
„Geſicht” des Hutes wird ſchließlich ſo
aus=
geprägt, daß ihn ſein Cräger aus einer Neihe
noch ſo ähnlicher Kopfbedeckungen mit
Sicher=
heit herausgreift.
Hut und Charakter iſt keine paradoxe
Gegenüberſtellung. Schon in der WWahl des
neuen Hutes kommt perſönliche Eigenart zum
Ausdruck. Es verrät einen beſtimmten Cyp
ob ein Menſch ſich eine Mütze, einen ſteifen Hut,
einen breitrandigen ſchwarzen oder den üblichen
Herrenhut in ſeinen feinen Variationen
an=
ſchafft. Nicht als ob Cräger des gleichen Hutes
unbedingt gleiche Menſchen ſein müßten. Aber
irgend ein gleicher Sharakterzug ſteckt hinter
der Vorliebe für eine beſtimmte Form der
Kopfbedeckung.
So verrät der in der Mitte eingedellte,
breitrandige ſchwarze Hut Geltungsgefühl oder
Geltungsbedürfnis. Pſychiater, Philoſophen,
Literaten, aber auch Hauberkünſtler tragen
ihn gerne, einerſeits Menſchen, die wirklick
etwas ſind und unbewußt auch in der Wahl des
Hutes ſich von der breiten Maſſe ſondern,
an=
dererſeits ganz problematiſche Naturen, deren
Geltungsſucht es nicht erträgt, zur breiten
Maſſe zu zählen, und im Exzentriſchen
Befrie=
digung ſucht.
Hinter dem ſteifen Hut ſteckt immer ein
„fertiger”, abgeſchloſſener Menſch. Ganz
ver=
ſchiedene geſellſchaftliche Kategorien tragen ihn:
kleine Beamte, Lebemänner oder Großkauf=
Photos: Ufa
leute. Aber immer hat man bei dieſen
Men=
ſchen den Eindruck, daß ſie — ähnlich wie ihr
Hut — in ihrer Form erſtarrt ſind, daß ihr
Drang nach menſchlicher Weiterentfaltung
er=
loſchen und verkümmert iſt, daß ſie an
irgend-
einem Punkt ihrer Entwicklung ſtehen geblieben
ſind, weil ſie am Siel zu ſein glauben.
Der gerade entgegengeſetzte Menſchentyp
trägt die Mutze. Wir finden ſie bei dem, was
der Münchener „Lucki” nennt, beim Strolch,
beim Hafenarbeiter, bei vielen jungen
Bur=
ſchen, aber auch bei einer beſtimmten Kategorie
geiſtiger Menſchen. Das ſind alles Menſchen,
die ſich nicht feſtgelegt haben, die ſich auf gar
nichts Beſtimmtes einlaſſen, die Wandelbaren,
die Unſicheren, die Grenzmenſchen, das
anti=
bürokratiſche Prinzip. Wie ſchön kommt dieſer
Gegenſatz der Menſchenklaſſen äußerlich in der
Form der Kopfbedeckung zum Ausdruck: die
„Melone”, die man nicht eindrücken darf, und
die Mütze, die man in die Caſche ſtecken kann.
Spezielle Mützenformen, die Schirmmütze
nach Kapitänsart, wie ſie Segler, Waſſerſportler
überhaupt, auch Angehörige irgendwelcher
Sport=Clubs tragen, verraten den Menſchen
mit einſeitigen Intereſſen, mit einer
über=
wertigen Idee. Die normale
Wochentags=
beſchäftigung iſt für ſolche Menſchen ein
ver=
haßtes notwendiges Uebel, das ihrem Herzen
ganz fremd iſt. Sie leben für das Weekend.
für den Segelſport, ſie ſprechen nur davon, ſie
leſn nichts, als was ſich darauf bezieht; andere
Intereſſen ſind ihnen fremd, wenn nicht
unver=
ſtändlich.
Schwieriger wird die pſychologiſche Arbeit
erſt bei der allgemein üblichen Form des
Herren=
hutes, bei dem allerdings wieder zahlloſe feine
Variationen möglich ſind. Wer nicht aus dem
Nahmen fallen will, ſich der Geſellſchaft
zuge=
hörig fühlt, trägt den üblichen Hut. Aber da
gibt es Menſchen, die einen Hut kaufen, wie er
in der Auslage ſteht — den Nand
hoch=
geſchlagen, die Krempe vom Verkäufer
hinein=
gelegt —, und die noch nach einem Jahr an
dieſer Grundform nicht gerührt haben. Beim
Grüßen faſſen ſie ganz vorſichtig an. Andere
die ſchon im Hutladen mit wahrem Kampfgeiſt
biegen und an der Form herumdrücken, bis die
wehrloſe Urform ſich ihrem Willen gefügt hat.
Die Einen ſcheue, zurückhaltende Menſchen, von
ſich nicht allzuſehr überzeugt, keine
ausge=
ſprochene Perſönlichkeiten, oder ſtreng korrekt,
oder — in einem höheren menſchlichen Niveau —
unbekümmert um Aeußerlichkeiten. Die Andern
ſich wichtig nehmend, auf ihr Aeußeres bedacht,
etwas eitel und erfolgsſüchtig. Die zahlloſen
feinen Varianten aber zu werten, die Breite
Das Bild
Von Georg Freimuth.
„u=.und nun aber müſſen Sie mir erzählen,
lieber Freund”, ſagt Frau Verena und lehnt ſich
erwartungsvoll in den Korbſeſſel zurück, „Sie
müſſen doch in den beinahe zehn Jahren, die
wir einander nicht geſehen haben, auch allerhand
erlebt haben!
Heinrich Horn ſchaut vor ſich nieder auf den
mit roten und weißen Platten belegten Boden
der Veranda: „Erlebt”, wiederholt er gedehnt—
und dann: „Was ſoll ich erzählen? Sie ſagen
Windhoek” und „Keetmanshoop” wie ich
Potsdam” oder „Leipzig” ſage, — Sie haben
über die grenzenloſen Steppen Südweſtafrikas
hingeblickt, und vor dieſer Weite ſind Ihre
Augen jung geblieben, — Sie können über
Kämpfe gegen wilde Ciere und gegen die Dürre
berichten und von der Pionierarbeit erzählen,
die Sie mit Ihrem Gatten auf Ihrer Farm
ge=
leiſtet haben und die zukünftigen Geſchlechtern
ugute kommt, — aber ich? Och habe gemalt
Porträts, Landſchaften, — habe gute und
ſchlechte Kritiken über mich ergehen laſſen,
das iſt alles. Der Brunnen, von dem Sie
vor=
hin ſo nebenher ſagten, daß Sie ihn am Nande
der Steppe graben ließen, dieſer eine Brunnen
gilt unvergleichlich mehr als alles, was ich in
dieſen zehn Jahren „geleiſtet” habe!”
„Fetzt ſind Sie aber zu beſcheiden!“
„Im Gegenteil! Wiſſen Sie, Frau Verena —
Sie geſtatten mir doch noch dieſe Anrede aus
früheren Seiten? — Wiſſen Sie, ich hatte ſchon
ange den Verdacht, daß ich ein ziemlich
über=
flüſſiger Seitgenoſſe wäre, aber niemals war es
mir ſo klar wie jetzt, da Sie von Ihrem Leben
erzählten. Ja, die großen Meiſter der
Ver=
gangenheit, die etwa Cod und Auferſtehung des
Heilands malten und damit Harte erſchütterien
und Verzweifelte tröſteten, — die wußten, wozu
ſie lebten. Aber wir Heutigen? Ob es ein paar
Stilleben mit Melonen und Hummern, ein paar
Landſchaften mit Waſſerfällen oder Windmühlen
mehr oder weniger gibt, iſt doch wirklich
ſ=
gleichgültig! Und ſehen Sie, dieſer Gedanke
raubt einem natürlich alle Schaffensfreude.
Wozu ſich mit einer Arbeit abmühen, denkt
man, die ſchließlich — überflüſſig iſt...!"
Heinrich Horn ſchweigt mit geſenktem
Ge=
ſicht, Frau Verena betrachtet von der Seite
aufmerkſam ſein ſchmales, müdes Antlitz, dann
beginnt ſie vorſichtig: „Glauben Sie nicht, daß
Sie mit Ihrer Kunſt dieſem oder jenem Freude
und Lebensmut ſchenken könnten?‟ „Das
glaubte ich, als ich jung war, — jetzt nicht
mehr.” „So", ſagte Frau Verena leiſe, „jetzt
nicht mehr . . . Und fährt nach ein paar
Augen=
blicken des Stillſchweigens gedämpft, und an
dem Beſucher vorbei in den Abend
hinaus=
chauend, fort:
„Ich denke jetzt an eine Jarm im
afri=
kaniſchen Buſch: der Mann und die Frau haben
in zäher Arbeit geſchafft, Jahr um Jahr, nun
haben ſie verläßliche ſchwarze Arbeiter, ihre
Herden vermehren ſich, nun können ſie daran
und Linie des Nandes, die Plaſtik der Krempe
das iſt beinahe ſo ſchwierig wie die Deutung des
Formniveaus einer Schrift für den
Grapho=
ſogen. Wer hier weiter beobachtet, der wir?
auch aus den feinſten Variationen der Form
und der Farbe pſychologiſche Schlüſſe ziehen
lernen.
Was iſt aber mit den Menſchen, die ganz
ohne Hut gehen? Entziehen ſie ſich unſerem
pſychologiſchen Scharfblick und ſpotten ſie all
unſerer Cheorien? Wir werden ſehen, wer
hut=
los geht, und zwar nicht nur an ſchönen
Sommertagen, ſondern aus Prinzip:
Wander=
vögel, Vegetarianer, Biochemiker, alle
Ver=
künder neuer Lehren, lokale Propheten,
Flet=
ſcherer, dergleichen Menſchen ziehen es vor,
barhaupt zu gehen. Auch andere, die gekränkt
ſind, wenn ſie dieſe Aufzählung leſen und ſick
eingereiht fühlen. Sie müſſen nicht gekränkt
ſein, ſie können trotzdem wertvolle Menſchen
ſein, wenn ſie auch ſicher ſich ſelbſt etwas zu
wichtig nehmen und alles, was ſie tun und
meinen — ſie haben alle einen Freiheitsdrang,
der ſeine wahre Wurzel hat in Enge,
Gebunden=
heit und Begrenzung, aus der ſie ſich
loszu=
reißen ſuchen durch Ueberwertung einer Sdee,
einer eigenen oder einer, der ſie ſich
an=
ſchließen. Ganz alſo entgehen auch die Hutloſen
nicht unſerem Urteil.
Wer an der Berechtigung einer vom Hut
ausgehenden Cypenlehre zweifelt und ſie für
konſtruiert hält, der verſuche dieſes neuartige
Geſellſchaftsſpiel: kommt er in einen Kreis von
Verschiedene Hüte — verschiedene Charaktere
Menſchen, ſo ſuche er aus den in der
Garderob=
aufgeſtapelten Hüten jedem den ſeinen. Meiſtens
glückt es, und er wird überzeugt ſein.
Dr. V. Hermann.
Elternehrgeiz
und Kinderbegabung
Unter der Fülle von Erziehungsfehlern, die
ſeitens der Eltern oft aus mangelnder Einſicht
und — was nicht geleugnet werden ſoll — in
beſter Abſicht begangen werden, iſt wohl der
elterliche Ehrgeiz zu nennen, der zu
überſpann=
ten Forderungen an das Kind führt, denen es
nicht gewachſen iſt, und es erſcheint einleuchtend.
daß die ſich naturnotwendig einſtellenden
Miß=
erfolge das kindliche Selbſtvertrauen
erſchüt=
tern müſſen und ſeine ſpätere Lebenstüchtigkeit
oft nicht unweſentlich herabſetzen. Jeder
Er=
zieher ſollte ſich vor allem darüber klar werden
was das Kind zum richtigen Gedeihen braucht
und wie ſein Leben dieſen Bedürfniſſen
ent=
ſprechend zu geſtalten iſt, um den berechtigten
Wünſchen des heranwachſenden Menſchen
ge=
recht zu werden.
denken, ihr Wohnhaus freundlich und heimelig
zu geſtalten. Ein Hamburger Freund ſendet
ihnen Möbel, Bücher, vielleicht ein Pian=
und — ja, auch ein paar Bilder: Landſchaften
aus der Heimat, — darunter vielleicht ein
Bauernhaus unter Pappeln. Und nun kann ich
mir denken, daß an ſchweren Cagen — die da
draußen niemals ausbleiben! — daß an ſolchen
Cagen ein Blick auf dieſes Stück Heimat die
beiden mit friſchem Mut erfüllt. Ja, ich könnte
mir ſogar vorſtellen, daß eines Cages de: Mann
fortreiten muß — Hereros haben eine Herde
geraubt oder des Nachbarn Haus
nieder=
gebrannt —, ich kann mir vorſtellen, daß
nun die Frau öfter als ſonſt dieſes Bild
betrachtet, wie man etwa in düſteren
Stun=
den öfters einen Blick in einen Brief wirft.
den ein geliebter Menſch einem geſchrieben hat.
Und dann könnte es geſchehen, daß die
Schwar=
zen draußen im Hof plötzlich anfangen, die Köpfe
zuſammenzuſtecken, und ſich zuflüſtern und ſcheu
umſehen, daß ſie lange nicht mit der Sprache
herauswollen, bis es einem Alten plötzlich
ent=
fährt: „Der Herr kommt nicht zurück — Jſaac,
der ſchwarze Boy des Nachbarn, iſt eben
vor=
übergelaufen —, es hat eine Schießerei mit de
Hereros gegeben, — den Herrn hat es
ge=
troffen . . . Und dann beginnen die Schwarzen
plötzlich zu heulen und ſich die Haare zu raufen.
die Frau aber geht ſtill in das Haus. Nun
könnte ſie ja ſo hoffnungslos und ſo voll
Ver=
zweiflung ſein, daß ſie zur Hausapotheke ginge,
eine ganze Schachtel eines Pulvers in Waſſer
auflöſte und das Glas an den Mund ſetzte.
noch den Erwachſenen in der Entfaltung ſein
Perſönlichkeit nicht unweſentlich hemmt. D
Kind, das aus der Schule herausgenomm
werden mußte, um das nächſte Jahr wieder n
zu beginnen, wird ſich — durch den mißlungen.
Verſuch eingeſchüchtert — unwillkürlich füre
ten, wird von Sweifeln in ſeine
Leiſtungsfäh=
keit bedrängt, die Schüle als einen Ort
Grauens betrachten, und es wird ihm oft
durch Nachhilfeſtunden ü er dieſe Schwieri
keiten hinweggeholfen werden können. Ble
aber ein Kind aus dem eben erwähnten Grur
zurück und muß es die Klaſſe wiederhol
wird gleichfalls ſeine Selbſtſicherheit
unterg=
ben — iſt es doch im nächſten Jahre den Hä.
ſeleien ſeiner Mitſchüler ausgeſetzt, und zu
Schaden verisrenen Selbſtvertrauens komt
nun noch der Spott ſeiner Kameraden, der e
nicht geeignet iſt, ſeine ſeeliſche Entwicklung
fördern.
Andere Eltern wollen wieder frühzeitig
kindliche Spiel einſchränken, wenn nicht üb
haupt einſtellen, und verlangen, beſonders we
es zur Schule geht, daß es ſich vor allem n
ſeinen Büchern beſchäftigen ſoll. Gewiß, le
iſt ja eine an ſich ſehr nützliche
Angelegenh=
aber es darf nicht überſehen werden — a
eine einſeitige. Auch das Schulkind bleibt imn
noch ein Kind, und wenn es nicht ein „verſpie
tes Kind” iſt, welches darüber ſeine Aufgab
vernachläſſigt, ſollte man ihm immer ſeine fre
Seit zu Spielen und ſeinem eigenen Gutdünl
laſſen. Es iſt auch keineswegs günſtig, wer
ſich die Erwachſenen, die Eltern, in die Spi
ihrer Kinder miſchen, ihm ihre eigenen Einfä
und Ideen aufzwingen wollen, ſtatt es frei
währen zu laſſen, denn das Kind greift
einem feinen Inſtinkt ſelbſt nur zu ſolch en Sr
len, die es zu ſeiner Entwicklung benötigt,
außerdem entſpringen ſie einem Cätigkeit
drang, der nicht gehemmt, ſondern nur — und
Beobachtung gewiſſer Grenzen ſelbſtredend
gefördert werden ſollte. Hildegard Hetz
die bekannte Kinderpſychologin, weiſt mit
Ne=
darauf hin, daß nicht jene Kinder im ſpäter.
Leben am meiſten leiſten, die am früheſten
ernſter Arbeit herangezogen wurden, ſonde
im Gegenteil jene, die am längſten und ar
giebigſten ſpielen durften. Aber die Elte
wollen vielfach unbedingt ein „geſcheites
und ſo hat es außer den Schulſtunden no
Privatunterricht über ſich ergehen zu laſ
muß Klavier üben oder das Geigenſpiel erlern=
Sprachſtunden nehmen — Dinge die es in
überwiegenden Sahl der Fälle noch gar
ni=
intereſſieren und von ſeinen kindlichen Spiel
abhalten. Unter dieſen Umſtänden erſcheint
nicht verwunderlich, wenn ſich das Kind inſtir
tiv gegen dieſe Mehrbelaſtung auflehnt,
entweder in die „Nervoſität” flüchtet u
irgendwelche Beſchwerden nervöſer Natur en
wickelt, die ihm ein Ausweichen vor den übe
ſpannten Forderungen geſtatten oder aber
in den günſtigeren Fällen —, daß es ſeine
Pe=
onlichkeit nicht knicken läßt, ſich doch austo
allerdings vielfach am unrechten Ort und un
Vernachläſſigung ſeiner Pflichten
Wieder in anderen Fällen haben Eltern d
Ehrgeiz, ihr Kind zu einem „Muſterkind‟
erziehen; als Krone der Erziehungskunſt e
cheint ihnen das „artige Kind”, das imm
ſchön angezogen ſein muß, daher mit ſeinen K
meraden nicht ſpielen darf, denn die Kleidr
Einen Herzſchlag lang ſieht ſie ihren Mann
im Wüſtenſand liegen, flüſtert: „Gleich ſind n
wieder vereint .. .", da fällt ihr Blick auf
Bild aus der Heimat, auf das Bild mit
Windmügle und den Birken..."
Windmühle und Birken? denkt Heinr
Horn. Vorhin ſagte ſie doch: Bauernhaus un
Pappeln. Er ſchweigt aber und Frau
Ver=
fährt fort:
„Es iſt natürlich ſchwer zu ſagen, was
Frau in dieſem Augenblick denkt: Viellei
fallen ihr ihre Eltern ein, mit denen ſie einn
als Kind in einer ſolchen Landſchaft
ſpäzier=
gegangen iſt; vielleicht weiß ſie plötzlich, daß
hier nicht für ſich allein ſteht, ſondern die
Fleck afrikaniſcher Erde für die in der Hein
feſthalten muß; — vielleicht ſagt ſie auch
leiſe vor ſich hin: „Du ſollſt nicht im Wüſte
ſand liegen bleiben, Liebſt, du ſollſt in
Heimat ruhen, und dort werden ſie mich nel
dich betten! Was immer ſie auch denkt, —
läßt das Glas ſinken. — Und zwei Cage ſpä
bringen Nachbarn ihren Mann, ſchwer vo
wundet, aber nicht hoffnungslos . . .
Frau Verena hebt ihre Augen und läch
unbeſchreiblich gütig, da ſie nun fragt: „Es m
nicht gerade ſo geweſen ſein — ich ſprach v
Afrika, weil ich ſo lange dort lebte —, al
könnte etwas Aehnliches nicht wirklich einn
geſchehen ſein, — mit einem Ihrer Bilder
ſchehen ſein, lieber Freund?‟
Heinrich Horn ſchüttelte langſam den Ke
„Sie ſind eine Dichterin, Frau Verena, aber
In dieſem Augenblick öffnet ſich die C
Ver
aue
Ocf
leid
genhei
auf
immg
verſpie
Aufgabe
eine frel
nſtig, wen
die Spie
en Einfäl
*s frei ge
greift
ig
tigkeit
unt
dend
etze
Rech
däterg
ſten
nde.
en
Kin
n no
laſſe
lernef
in d
nia
vdie
könnte darunter leiden — ſittſam darf es nur
mit den Eltern ausgehen, darf keinen Lärm
machen, darf nicht ſtoren —, kurz, es wird zu
einem willenloſen Werkzeug elterlichen
Er=
ziehungswillens herabgedrückt; ſtändige Surufe
wie: „Steh’ doch gerade”, „wie ſitzt du denn
wieder”, „uß nicht ſo langſam”", „wie hältſt du
denn den Löffel”, „tut man denn ſo etwas” und
anderes mehr ſind nur dazu angetan, dem
Kind=
die letzten Neſte von Selbſtändigkeit zu nehmen.
Das Siel wird erreicht: „Ein artiges Kind!”
werden alle ſagen, doch der tiefer Beobachtende
wird hinzufügen: „— aber lebensuntüchtig!” E.
iſt leicht begreiflich, daß ein Kind durch
der=
artige ſtändige Ermahnungen zu einer
automa=
tiſchen Selbſtkontrolle erzogen wird, daß e‟
guch im ſpäteren Leben nie frei und ſelbſtſicher
eine Entſcheidung treffen, ſondern dieſe ſtets
vor einer ganzen Anzahl von Bedenken und
Erwägungen Nevue paſſieren laſſen wird.
Vielfach iſt das „einzige Kind” der Spielbal
ehrgeiziger Wünſche ſeiner Eltern, die bei dem
Aufſcheinen des unbedeutendſten Calents gleich
Großartiges erwarten, ſei es im Seichnen,
Muſik, Geſang oder Verſeſchmieden — gleich
wird, wenn möglich, ein Profeſſor bemüht, der
das „Calent” des Kindes zur Genialität
aus=
bilden ſoll. In den meiſten Fällen ſcheitert der
Verſuch jedoch kläglich, das Kind, das für den
ganzen Genialitätsfimmel nicht viel übrig hat,
ſucht ſich häufig durch die Flucht in die Neuroſe
von den es erdrückenden Forderungen zu retten
hat es dann doch ſtets die Ausrede bei der
Hand: „Ja, wenn ich nicht nervos wäre, könnte
ich ja ſicher Euere Erwartungen erfüllen!”
DDie Eltern, die ihr Kind zuerſt überſchätzten,
ſind nun zutiefſt enttäuſcht und bringen meiſtens
nicht ſoviel Einſicht auf, um ihre Eitelkeit zu
unterdrücken, ſtrafen das Kind plötzlich und
unverdientermaßen mit Mißachtung — kein
Wunder, wenn ſich alle dieſe Momente
ungün=
ſtig auf die kindliche Perſönlichkeitsentfaltung
auswirken.
Man darf von Kindern nie jene Einſicht und
das entſprechende Verhalten verlangen, wie ſie
Erwachſene haben ſollen; man darf aber auch
nur Forderungen ſtellen, zu deren Erfüllung
ſeine Fähigkeiten auf einem beſtimmten Gebiet
ausreichend erſcheinen und die es überſehen
kann.
Fritz Hocke.
Hannelore, Doktor der Philoſophie, hat
Mathem tik ſtudiert, offenbar um die in weiten
Kreiſen verbreitete Anſicht zu widerlegen, daß
Frauen nicht rechnen können.
Dann zählte ſie einfach bis drei — und ſchon
war ſie verheiratet. Mit Hugo.
Hugo war doppelter Doktor: mithin waren
aſſo genügend Doktoren im Haus, Wiſſenſchaft
am laufenden Band für eine kleine Wirtſchaft
im Ausmaß von drei Simmern und einer
Mädchenkoje.
nn
ind
uf
e einl
... der Eimer riecht noch stark nach Farbe, geben
Sie eine Handvoll Heu und Wasser hinein.”
P0
fel
n del
Heinle
auch
nei
Hans Franke, Verenas Gatte, tritt ein. Schmal,
braun, energiſch. Die Freunde, die einander ſe
lange nicht geſehen haben, begrüßen einander
herzlich, der Hausherr öffnet eine dickbauchige
Slaſche, eine Sigarrenkiſte; und bald ſind die
Männer in ein lebhaftes Geſpräch über
all=
gemeine Dinge verwickelt. Frau Verena lehnt
chweigend am Fenſter, da hört ſie ihren Gatten
ſagen: „... ſo ein Geweih haſt du noch nicht
geſehen, das muß ich dir unbedingt zeigen!
Und ehe ſie noch etwas einwenden kann, ſtehen
die beiden Männer an der Cür zum
Neben=
zimmer, Hans Franke öffnet: „Da — ein
Kavitalbock, was?” ſagt er ſtolz.
Heinrich Horn ſieht: Ein ſeltſames Geweih
— eine
daneben aber — daneben ein Bild,
Windmühle, — Birken. . . Der Freund iſt
einem Blick gefolgt: „Ach ſo, dein Bild, das
intereſſiert dich natürlich mehr”, ſagt er
gut=
mutig, „ja, wir bekamen es aus Hamburg und
nahmen es jetzt hierher mit. Meine Frau liebt
*S ſehr.‟ Der Maler wendet ſich halb um, da
Neht Frau Verena — plötzlich erblaßt —, legt
bittend den Singer an den Mund ..."
Eine Viertelſtunde ſpäter läuft ein Mann
durch die Straßen, läuft wie ein Junge, lacht
Und pfeift vor ſich hin und ſtößt da und dort
in Vorübergehende. Und ſie blicken ihm nach.
Kopſſchüttelnd, aber nicht ärgerlich.
„Der hat ſich eben verlobt”, denken ſie,
zder er hat den Haupttreffer gewonnen!“
Denn ſie können ja natürlich nicht wiſſen, daß
em dahinſtürmenden Mann ſoeben ein neues
Leben geſchenkt wurde!
Schade, daß Hannelore nicht zuerſt die
Haus=
wirtſchaft gelernt hatte, denn die hohen
Sif=
fern, mit denen die höhere Mathematik ſich die
Seit vertreibt, ließen ihr die kleinen Summen,
mit denen ſie im Haushalt rechnen mußte, allzu
winzig erſcheinen. Crotzdem war ſie eine
muſter=
gültige Hausfrau. Nicht umſonſt war ſie in
Sachſen geboren.
Das junge Paar hatte viele
Hochzeits=
geſchenke erhalten, lauter ſchöne Sachen, die
man mit Anſtand wieder weiter verſchenken
konnte. Doch auch Wertvolles wurde ihm
über=
reicht. So zum Beiſpiel von Großmutter das
Buch: „Nützliche Winke für die Hausfrau”
Eines Cages kaufte Hannelore einen Eimer
für die Küche. Der Eimer roch, nach friſcher
Eimer Art, recht aufdringlich nach Farbe. Se
individueller einer angeſtrichen iſt, deſto
pene=
tranter macht er ſich bemerkbar. Darauf wurde
er mit H=0 und Na=CO= gewaſchen, was ihn
ſichtbar erfriſchte, aber er roch ſeelenruhig
weiter. Hannelore griff verzweifelt nach den
Nützlichen Winken und ſuchte nach einem
Ne=
zept zur Entfernung des hartnäckigen Geruches.
Bald hatte ſie eines, das wie auf den Kopf
zutraf.
„Neue Eimer haben meiſt einen
Farben=
geruch an ſich, er läßt ſich leicht wegbringen,
wenn man in das Geſchirr eine Hand voll
Heu und Waſſer gibt.”
Doch ein treffliches Buch, Großmutters
Winke=
winkebuch!
Hannelore rief gleich nach der
Wirtſchafts=
aſſiſtentin, einem Mädchen namens Monika, das
zwar drall, aber durchaus nicht vom Lande war
„Monika”, ſagte ſie, „der Eimer riecht
nock=
ſtark nach Farbe, geben Sie eine Handvoll Heu
und Waſſer hinein, das wird den üblen Duft
vertreiben.” Sie ſagte das, als hätte ſie das
chon hundertmal ausprobiert. Sie renommierte
vor dem Mädchen gern mit ihrem Wiſſen aus
dem Schatzkäſtlein, wie einer, der mit ſeiner
Weisheit prunkt, die er jeweils heimlich aus
dem Konverſationslexikon ſchöpft.
„Ober, kann ich bei Ihnen etwas Heu haben?” „Nur
wenn es auf der Speisenkarte steht”, antwortete
gewohnheitsmäßig der Kellner
Monika goß Waſſer in das Gefäß und ſuchte
darauf nach Heu. Aber ſo komplett die
Küch=
anſonſten eingerichtet war, Heu wöllte ſich keines
vorfinden, weder unter den Gewürzen noch unter
den Hüſſenfrüchten, auch nicht unter den
Waſch=
mitteln. Monika lief, was ſie in ſolchen
ver=
zweifelten Fällen immer tat, über die
Straß=
zum Kolonialwarenhändler und ſchäkerte mie
ihm eine halbe Stunde. Heu hatte der Mann
natürlich keines auf Lager, weder offen, noch
in Konſerven. Und auch der Obſtmann, der
Milchwann, der Kohlen= der Gas= und der
Eismann, ebenfalls Schäkerfreunde Monikas,
verfügten über keines. Skandal, da befand man
ſich in einer Großſtadt und nirgends war ein
Büſchel Heu aufzutreiben. Was nützte dann das
trefflichſte Buch, das die erprobteſten
Vat=
ſchläge gab, wenn ihre Ausführung an einer
ſo albernen Frage ſcheiterte.
Hannelore telenhonierte Hugo an. „Ach,
Liebſter, ſei ſo gut und bring mir nach
Büro=
ſchluß doch eine Handvoll Heu mit.”
Nur warten laß mich nicht
Von K. V. Neubert.
Da ich am Park wohne, habe ich hin und
wieder Gelegenheit, Seuge kleiner Nendezvous
zu ſein. Von meinem Fenſter aus erlebe ich die
leiſen Wandlungen in den Beziehungen der
Verabredeten. Ich ſah Menſchen, die ſich zum
erſten Stelldichein trafen und glücklich waren,
wie ſie zuſammen tiefer in den Park gingen ...
Und ich ſah andere, die mit müden Geſichtern
aus dem Park kamen und ſich die Hände
reich=
ten, zum Abſchied . . . Ich ſah Enttäuſchte, die
vergeblich warteten, und Sornige, die zu lange
warten mußten. Es iſt rührend und unſagbar
komiſch zugleich. Es fährt mir noch
nachträg=
lich ein Schreck durch den ganzen Körper, wenn
ich mir vorſtelle, daß mich jemand von
irgend=
einem Fenſter aus hatte beobachten können, wie
ich auf Cutti wartete.
Es gibt nämlich kaum etwas Komiſcheres
als einen ſelbſtbewußten jungen Mann, der auf
ſeine Freundin wartet, und die Viertelſtunden
vergehen, und ſie kommt nicht. Welche Skala
von Empfindungen zeigt ſich auf ſeinem Geſicht,
Sehnſucht, Sorn, Verdruß, Angſt und nicht tot
zu kriegende Hoffnung, auch noch eine halbe
Stunde nach der verabredeten Seit. Und wie er
ſchwankt ob er gehen oder noch warten ſoll.
wie ein zorniger Blick die Straße hinunter und
eine energiſche Handbewegung zur Krawatte
an=
deutet, daß er ſich entſchloſſen hat, mit der Un=
„Gern, mein Schatz” beeilte ſich Hugo zu
agen, wie alle Ehemänner im Anfangsſtadium,
da ſie noch jeden Wunſch ihrer Gattin zu
er=
füllen trächten. Und er brachte gleich beim
Gabelfrühſtück im Ratskeller die Sache vor
„Sie, Ober” rief er, „kann ich bei Ihnen etwas
Heu haben?
„Nur wenn es auf der Speiſekarte ſteht”,
antwortete gewohnheitsmäßig der Kellner,
„ſonſt müßte es friſch gemacht werden.
„Nein”, meinte Hugo, „Heul Verſtehen Sie
nicht, Heu! Die Leibſpeiſe des Nindviehs.
Der Ober ſah den Doktor mit wachſender
Beſorgnis an. Ein Gaſt, der am hellichten
Cage in einem Großſtadtreſtaurant eine Portion
Heu beſtellte, mußte, mit Neſpekt zu ſagen, ein
ausgewachſenes Heupferd ſein.
Hierauf fragte Hugo in einer Drogerie nach.
Die Verkauferin verſuchte erſt ihm Cabletten
für Heubäder anzudrehen, dann ein
Univerſal=
mittel gegen Heuſchnupfen, ſchließlich einen
Ser=
ſtäuber mit Heuduftfüllung, faſt fand der gute
Doktor nicht mehr aus dem Laden heraus. Nun
ließ er ſich ein Adreßbuch geben und mit einer
Futtermittelfirma verbinden. „Hallo”
erkun=
digte er ſich forſch, „könnten Sie mir etwas
Heu abgeben?“
... aber die Droschkenkutscher verfütterten
alle Benzin”
„Soviel Sie wollen”, ſcholl es zurück, „bei
Abnahme von zehn Waggons würde ſich der
Preis —
Hugo hängte raſch den Hörer auf und
ſprang vom Apparat zurück. Er lief auf den
Heumarkt, aber der war ſchon ſeit fünfzig
Jahren außer Betrieb. Schweißgebadet kam er
endlich mit einem Kiſtchen Holzwolle nach Hauſe
in der friſche Pfirſiche verpackt waren. Das
verſöhnte Hannelore, die inziſchen hatte den
Braten anbrennen laſſen, etwas. Sie
unter=
drückte einen Seufzer über den ungeſchickten
Mann und begab ſich am Nachmittag ſelbſt auf
die Suche. Lächerlich, eine Handvoll Heu mußte
doch bei nächſten Droſchkenkutſcher zu haben
ſein!. Aber die Droſchkenkutſcher verfütterten
alle Benzin und es ging ihr nicht beſſer als
ihrem Mann und dem Mädchen, gegen Abend
kam ſie ohne das Gewünſchte nach Hauſe, nur
mit einer neuen ſeidenen Bluſe und einer
ent=
zückenden Mickymaus.
Die drei Doktoren warteten nun den
Sonn=
tag ab, wo ſie ſich hinaus aufs Land, der
klaſ=
ſiſchen Stätte des Heus, begeben wollten. Mit
dem erſten Frühzug fuhren ſie los. Nach langer
Wanderung fanden ſie endlich ein Gehöft, wo
der Hofhund nicht gleich Miene machte, ſie mit
Haut und Haaren aufzufreſſen, und trommelten
den Landmann heraus.
„Hören Sie mal, verehrter Oekonom”, ſprach
ihn Hugo an, „könnten Sie uns nicht eine
Cüt=
voll Heu aus Ihren Vorräten überlaſſen?”
Der Landmann legte die Hand ans Ohr und
ließ ſich fürs erſte die Frage nochmals
wieder=
holen, erkundigte ſich zum zweiten, was eine
Tüte ſei, und da er gehört hatte, daß man
ſicht=
lich Geiſtesgeſtörten zu Willen ſein ſoll, begab
er ſich in die Scheune hinaus und kam mit einem
großen Ballen Heu zurück.
Hugo gab ihm eine Mark dafür, der ganz=
Eimer hatte nur achtzig Pfennige darüber
ge=
koſtet. Man drehte aus dem politiſchen Ceil
des Morgenblattes eine Cüte, ſtopfte ſie voll
der köſtlichen Gabe, an deren Duft die Dichter
ſich nicht genug berauſchen können.
pünktlichen ein für alle Mal Schluß zu machen.
Und wie der zornige Blick dann weicher wird,
der ganze junge Mann milder, heiterer,
ſtrahlen=
der, wenn dann von irgendwo doch noch das
bewußte Perſönchen auftaucht. Nein, mar
macht wirklich eine komiſche Sigur, und der
Himmel mag mich ſchützen, wenn mich eine Frau
jemals länger als fünf. „Minuten warten läßt.
Augenblicklich beobachte ich einen jungen
Mann im Lederolmantel, der ſchon geſtern und
vorgeſtern hier wartete. Vorgeſtern kam ſie
zehn Minuten, geſtern eine Viertelſtunde zu
ſpät und heute ſind es bereits zwanzig Minuten
Sie iſt immer noch nicht da. Und der junge
Mann geht auf und ab. Den Kragen hat er,
cheinbar aus Wut, denn es regnet nicht, di
Sonne ſcheint, hochgeſchlagen, die Hände ſtecken
in den Caſchen, vermutlich geballt. Wozu ſo ein
Lederolmantel doch gut iſt! Der ganze Sorn
der in dieſem jungen Mann ſteckt, kommt darin
ausgezeichnet zur Geltung.
Der junge Mann hat eine Armbanduhr, alle
drei Minuten blickt er darauf, ſchlägt den
Mantelkragen höher, aber noch höher,
male=
riſcher, kriegeriſcher geht es nicht mehr, und die
Hände ſteckt er noch tiefer in die Caſchen.
Ich fürchte für das Mädchen. Er wird ſie,
falls ſie noch kommt, mit einem eiskalten Blick
ſtrafen. In Teinem Herzen iſt beſtimmt eine
Saite geſprungen. So lange läßt wan keinen
ſelbſtbewußten jungen Mann warten, mein
Fräulein.
Mit der zerſprungenen Saite im Herzen geht
der junge Mann immer noch auf und ab. Er
„Könnten Sie uns nicht eine
der koſtbare
Bei der Heimfahrt wur
Schatz im Gepäcknetz des Coupés verſtaut und
beim „Ausſteigen ſelbſtverſtändlich vergeſſen.
Vergebens fragte man dann im Fundbüro
darnach.
Drei Cage wogte hierauf in der
Doktoren=
wohnung der Streit, wer eigentlich die
Cüt=
hatte liegen laſſen. Endlich am vierten trat
plötzlich die Großmutter zur Cüre herein und
entſchied nach Anhörung des Streitfalles: Beidel
Und dann lachte ſie ihr fröhliches, immer noch
junges Lachen, machte ein paar Schritte vor das
Haus, zupfte an der nächſten Naſenfläche etwas
Gras ab, ließ es in der Sonne trocknen — und
fertig war die Handvoll Heu.
Hannelore ſah Hugo an.
Hugo ſah Hannelore an.
Hannelore ſagte nichts.
Hugo ſagte nur: „Cja, es müßte eben zu
jedem Exemplar „Nützliche WWinke für die
Hausfrau” auch eine Großmutter verabfolgt
werden.
Dabei hatte Großmutter nicht mal ein
Gymnaſium abſolviert.
Heinz Scharpf.
Creffende Antwort
In ziemlich ungnädiger Stimmung ward
einmal Kaiſer Leopold II. von einem alter
Soldaten angeredet, der den Monarchen auf
Grund hoher Empfehlungen um Aufbeſſerung
ſeiner Löhnung bat.
„Geht nicht”, ſagte der Kaiſer unwirſch,
„der Finanzbeutel hat ein Loch!
„Mein Kopf hat fünf Löcher, Majeſtät”,
erwiderte der greiſe Krieger mit bitterem
Sar=
kasmus, „und muß noch immer herhalten für
den Dienſt meines Kaiſers!
„Das ändert die Sache allerdings”, ſagte
Leopold nun etwas freundlicher geſtimmt, „die
Löcher müſſen freilich verſtopft werden!“
Die Sulage, die er gewährte, übertraf noch,
die Wünſche des Bittſtellers.
kommt mir vor wie der Dendel einer Uhr.
Nachher ſchlägt es, und das Mädchen kommt
aus dem Kaſten und ruft: Kuckuck! Kückuck!
Und der junge Mann pendelt weiter, weil er
ein wohlaufgezogener junger Mann iſt.
Immerhin ſcheint mit ihm jetzt
Merk=
würdiges vorzugehen. Er ſieht aus, als würde
er gleich überlaufen. Losraſſein. Ich bin
ver=
ſucht, Kuckuck, Kuckuck! hinterherzurufen, aber
ich will den jungen Mann nicht noch mehr
ärgern. Mein ganzes Mitleid gehört ihm.
Sein Sorn iſt übrigens ſchon wieder
ver=
dampft. Vermutlich durch die günſtige
Venti=
lation ſeines Lederolmantels. Nicht, daß
irgend=
wo das bewußte Perſönchen zu ſehen wäre, gar
keine Spur nicht mal ein Nockzipfel, aber ſeine
Liebe hat wieder mal den Sieg davongetragen,
Er hat ſich zu dem heroiſchen Entſchluß
durch=
gerungen, noch eine Viertelſtunde zu warten.
Ich ſehe auf die Uhr. Ich ſehe auf den jungen
Mann. Ich blicke durch das Fenſter auf die
Straße, ob das bewußte Perſönchen irgendwo
auftaucht. Ich erwarte ſie mit derſelben
In=
brunſt, mit derſelben Wut wie der junge Mann.
„Nehmen Sie das nicht ſo tragiſch!” möchte ich
ihm zurufen, zes gibt noch andere,
Pünkt=
lichere ..."
Jetzt geht er. Er hat genug. Er kocht. Er
zerplatzt. Er iſt von Enttäuſchung zermalmt. Er
hat Minderwertigkeitsgefühle. Er geht in das
nächſte Poſtamt und ſchreibt ihr einen Brief,
in dem er um ſofortige Aufklärung bittet.
Vielleicht iſt’s auch ein Abſchiedsbrief.
Unter Dichtern Barchantinnen u. Gladiakoren
Warum iſt die Stadt ausgeſtorben?
Die Straßen ſind verödet, die Häuſer verlaſſen.
Und doch — hier wurde noch eben gearbeitet!
Dort haben die Arbeiter noch das
Bau=
material liegen laſſen. Kalke und Mörtel und
ein Häufchen Sand daneben, um den Hausputz
des Bäckers von der Via dell Abbondanza, der
Straße des Ueberfluſſes, wiederherzuſtellen. Aber
auch das Bäckerhaus, Brotladen und
Back=
ſtube ſtehen leer, obgleich alles zum Verkaufen
und neuem Backen zugerichtet iſt. Nirgends,
weder bei dem Gerber, noch bei dem Weber,
auch in den Walker=Werkſtätten und bei den
Färbern, in den Schenken und Spielhäuſern iſt
ein Menſch zu ſehen.
Aber wo ſind ſie? Sind ſie alle hingegangen,
um ſich die Wahlkandidaten und ihre
Ver=
ſprechungen anzuhören, deren Werbezettel noch
an der Hausfront kleben? Lockte ſie ein Spiel,
ein Gladiatorenaufmarſch, eine Parade der
Legionen oder der Slotte draußen auf der See,
die im Meerbuſen übte, hinaus? Doch was
ſollen dieſe Skelette dort in der kleinen Selle
der Gladiatorenkaſerne? Und warum tragen ſie
Ketten noch um die Ueberreſte der Fußknochen?
Ach, genau ſo fand man das Skelett eines
Mannes, den die ſtürzende Säule mitten auf der
Straße erſchlug. Und ſo noch manche der
Un=
glücklichen, die in der furchtbaren Kataſtrophe
des Jahres 79 zugrunde gegangen ſind, als
Pompeii, Herculanum und Stabige in der
Lava=Aſche des Veſuv erſtickten. Als hätte
Vulcanus, der Gott der Arbeit, deſſen
mäch=
tige Schmiede aus der Eſſe des Verſuv”
unab=
läſſig raucht, plötzlich Feierabend geboten. Einen
Feierabend für immer.
Geflüchtet iſt alles, was flüchten konnte, nach
Neapel hinunter oder, wie der jüngere Plinius,
mit dem Boot auf die Glotte. War Plinius
vielleicht gerade zu Beſuch im Haus des
Menander — wo das Bild des Dichters noch
heute in lebensvollen Farben an einer Wand zu
ſehen iſt —, um dort im Kreiſe der
Bacchan=
tinnen, Blumen im Haar, in feſtlicher, gold= und
purpurverbrämter Cunika die Leckerbiſſen einer
ganzen Welt zu koſten? Der Dichter ließ ſie auf
ſeinem berühmten Cafelſervice auftragen:
Celler und Löffel, Caſſen und Untertaſſen,
Pfannen und Näucherbehälter, alles in allem
115 Stück, und von feinſter Arbeit ſchweren
Silbers, mit ſchönen Relieffiguren. Alles heute
noch ſo prachtvoll, wie kürzlich erſt aus der
Silberſchmiede gekommen. Heute aber ein
Glanz=
ſtück des Neapeler Muſeums.
Man lebte ſo ſchön als Dichter und
Schrift=
ſteller hier über der ſchönſten Bucht der Welt.
Floß einem nicht der Wein gerad aus dem
Cor=
cular, der Craubenkelter, im Landgut des
Mar=
eus Livius Marcellus, dort, oben beim heutigen
Boscoroale, bis ins Haus, der treffliche Wein
des Veſuv? Geſtern noch haben die
Schwert=
fechter, um ſich vorzuſtellen und Wetten auf
ſich abſchließen zu laſſen, eiren Scheinkampf
in=
mitten des offenen Säulenrunds des Periſtuls
hinter dem Speiſeſaal ausgeführt, um morgen
das blutige Kampfſpiel in der Arena zu zeigen.
Doch der Morgen kam nicht mehr. Dazwiſchen
liegt das erſtarrte, tote und ewige Heute des
unglücklichen Pompefi.
Wieviel tauſend Bücher alle Einzelheiten
und Suſammenhänge, das hohe und niedere, das
erhabene und gemeine, das tapfere und feige
Leben von Pompeii auch dargeſtollt haben, von
unſeren Deutſchen Mau und Engelmann bis zu
Bildwerk vor dem Apollo=Cempel in Pompeji
den Franzoſen und Engländern und der jüngſten
glänzenden Darſtellung des ausgrabenden
italie=
niſchen Profeſſors Majuri: — es gehört doch
das Geſicht, der unmittelbare Anblicke Pompeis
mit dazu, um dieſes ergreifende Bild von Freud
und Leid der ausgeſtorbenen Stadt ganz in ſich
aufzunehmen.
Die im bierten Btock
Von Karl Auguſt Weber.
Der Sommer ging ſeinem Ende zu, und die
Sonnenſtrahlen kamen immer ſpäter auf den
engbrüſtigen Balkon, der wie ein
Schwalben=
neſt unter dem Dach des Großſtadthauſes hing.
Die Geranienblätter wurden bereits gelb, und
der wilde Wein, der an einem Bindfaden in
ſpärlichen Nanken der Hauswand zuſtrebte,
zeigte ſchon die rötliche Färbung des nahen
Herbſtes. Wenn nur wenigſtens die Abendſonne
ein wenig länger verweilt hätte, aber Abend
für Abend verließ ſie etwas früher die ſchmale
Straße. Vater Schmidt verfolgte das Jahr um
Jahr mit der Gewiſſenhaftigkeit eines
Wiſſen=
ſchaftlers, obwohl er alles andere als ein ſolcher
war. Vielmehr beſtand ſeine Cätigkeit
eigent=
lich darin, als Hausmeiſter den Mietern des
quadratiſchen Kaſtens, in dem ſie zu zehn Par=
tien wohnten, ein hilfreicher Freund zu ſein.
Außerdem war er noch Botengänger in einem
Geſchäft, und von dort ſtammte auch ſein Name
„Vater Schmidt”. Seine Arbeit lioß viel Seit
zum Denken übrig, welcher Cätigleit er ſich am
liebſten abends auf dem kleinen Balkon
unter=
zog. Es war ſeine größte, vielleicht auch einzige,
Freude, in die untergehende Sonne zu blinzeln
und von Seit zu Seit bedächtig mit dem Kopf
zu nicken. Nur der Gedanke daran, daß die
ſchönen Abendſtunden auf dem Balkon durch
den Herbſt ein zu frühes Ende finden würden,
erfüllte ihn mit etwas Crübſal. Aber mit einer
ſelbſtquäleriſchen Genauigkeit verfolgte er
trotz=
dem Jahr für Jahr dieſes Herannahen des
Herbſtes. „Man muß auch den unangenehmen
ingen ins Auge blicken können”, erklärte er
dann ſeiner Cochter mit der Miene eines
Philoſophen.
Swanzig Jahre waren ſo im Gleichmaß
ver=
laufen, und alle äußeren Erſchütterungen
hat=
ten nicht vermocht, auch nur die geringſte
Aen=
derung in den Lebensgewohnheiten von Vater
Schmidt hervorzurufen. Nur zweimal hatte er
mißbilligend mit dem Kopf gewackelt: Als ſeine
Cochter ihm einen Nadioapparat ins Haus
brachte und als der Seppelin nach Amerika
ſtartete.
In dieſem Jahre aber trat etwas ein, was
Vater Schmidt nicht im mindeſten erregt hätte,
wenn er ein Wiſſenſchaftler geweſen wäre. So
jedoch ſtimmte ihn dies Ereignis im höchſten
Grade bedenklich. Am Abend des
vorangegan=
genen Cages hatte er in ſeiner Seitung geleſen,
daß die Kaſtanien zum zweiten Male begonnen
hätten zu blühen. Und das zu einer Seit, von
der er ſehr genau wußte, daß ſie näher am
Herbſt als am Frühling lag! Sunächſt war er
nicht gewillt, dieſe Meldung zu glauben, als er
lich aber perſönlich von ihrer Nichtigkeit
über=
zeugt hatte, war es für ihn eine ausgemachte
Sache, daß es ſich hier um die übernatürlichen
Vorzeichen eines bedeutenden Ereigniſſes
han=
delte. „Das iſt niſcht gutes, Mariechen, das iſt
niſcht gutes.”
Und an dieſem Abend ſchüttelte er häufig
und bedenklich das graubärtige Haupt.
Marie=
chen war eine gehorſame Cochter, und ſo ſtörte
ſie ihn nicht in ſeinen wichtigen Grübeleien,
ob=
wohl ſie eigentlich eine noch wichtigere Sache
mit ihm zu bereden hatte. Als allerdings die
letzten Sonnenſtrahlen ſchon lange verſchwunden
waren und Vater Schmidt dabei
gewohnheits=
gemäß auf die Uhr geſchaut hatte, machte ſie
ihm doch die Mitteilung: „Vater, die aus dem
vierten Stock wollen ausziehen.” Vater Schmidt
blinzelte und meinte: „Soſo”. Mariechen ſchwieg
eine Weile, um dann wieder das Wort zu
er=
greifen. „Ja, ſie wollen ausziehen. Und der
Franz ſagt. . . ." Mißtrauiſch richtete lich
Vater Schmidt aus ſeinem echten
Peddigrohr=
ſeſſel auf. Die Nachricht, daß der Franz etwas
geſagt hatte, verſtimmte ihn. Nicht, als ob er
den Franz nicht hätte leiden können, aber die
Gedankenverbindung zwiſchen Franz und dem
Auszug war ihm Anlaß genug, mißtrauiſch zu
werden. „Was ſagte denn der Franz”,
erkun=
digte er ſich vorſichtig. Ab. „Mariechen hatte
mit wachſender Beunruhigung Vater Schmidts
erwachtes Mißtrauen beobachtet; darum zog f
es vor, eine Antwort zu umgehen.
Am nächſten Abend kam Vater Schmit
nochmals auf das Chema vom vorigen Cae
zurück. „Es ſtimmt, die vom vierten Stock zie
hen aus. Sogar ſchon nächſte Woche. Und
ſind ſchon neue Mieter da. Ich hab ſie nor
nicht geſehen, aber es ſollen junge ſein.‟ Dies
mal machte das Mariechen: „Soſo”. Und dar
wurde nicht mehr über die Sache gerede
Vater Schmidt beobachtete das
Herankomm=
des Herbſtes und widmete ſeine Gedanken di
Abnahme der Cage. So entging es ihm, de
Mariechen häufiger außer Hauſes war a
früher. Als in den nächſten vierzehn
Cag=
weiter nichts welterſchütterndes paſſierte, dach
er auch nicht weiter daran, daß die Ke
ſtanien zum zweiten Male geblüht hatten. 21
manchmal ſchreckte es ihn noch im Craum näch
licherweile auf. Das Weinlaub wurde imm
röter, und von dem, was Franz ſeinerzeit hat
ſagen wollen, war nicht mehr die Rede. Den
wenn es Vater Schmidt ſchon ſehr zu Herz
ging, daß der Sommer vorübergehen muß,
gab es ihm ſtets noch einen viel tieferen Stie
wenn ſeine Cochter die Anſicht eines ander
Mannes äußerte als die ihres Vaters. Daru
war Mariechen klug und ſchwieg.
Eines Morgens war ein Möbelwagen vor
gefahren; das ſah Vater Schmidt gerade nor
bevor er zur Arbeit ging. Doch hatte er dieſ
Catſache vur untergeordnete Bedeutung beig
meſſen. Was bedeutete ein neuer Mieter
ſch=
gegenüber dem Unglück, daß geſtern die letz
Geranie verblüht war. Als er jedoch aben
nach Hauſe kam, teilte ihm Mariechen m
daß die vom vierten Stock morgen abend ein
mal heraufkommen wollten, um ſich vorzuſte.
len. Vater Schmidt brummte etwas in d.4
Bart, das ebenſo liebenswürdig wie
unlieben=
würdig aufgefaßt werden konnte. Dann ſah
auf die Uhr,
Am nächſten Abend war er aber doch zeit
genug zu Hauſe, denn es war in all den zwanz
Jahren das erſte Mal, daß eine Partie ihr
dem Hausmeiſter, einen Beſuch abſtattete.
war daher auch ſehr wenig erfreut, als um ſi.
ben Uhr der Franz kam, wenn er uch ein
ſchönen Blumenſtock, kleine Aſtern, mitbracht
Als aber um acht Uhr noch kein Menſch kau
fragte er Mariechen nochmals ausdrücklich,
ſie ſich denn auch nicht verhört habe. Da grin
Franz und ſagte: „Aber Vater Schmidt, d
ſind doch ſchon da.” „Wer?” fragte es ve.
ſtändnislos zurück. „Die aus dem viert.
Stock”, grinſte Franz noch mehr. Und zwiſch
zweifelndem Verſtehen und ungläubigem Kop
ſchütteln echote Vater Schmidt tonlos: „O
aus dem vierten Stock.‟ Dann aber durd
ſchaute er die komplizierten Suſammenhän
gänzlich. Er ließ ſich auf einen Stuhl fallen u
ſtöhnte: „Die Kaſtanien!”
Jahre ſpäter noch, als ein Enkelkind de
Vater Schmidt keine Seit mehr ließ, kopfnil
kend in die Abendſonne zu blinzeln, ließ er
ſich nicht ausreden, daß damals die zwei
Kaſtanienblüte ein Wink der Vorſehung an i!
geweſen ſei, mehr auf die neuen Mieter vo
vierten Stock zu achten.
Bers
Küchenzettel vom 17.—23. September 1934.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Sellerieſuppe, Grünkernauflauf,
Tomatentunke.
Dienstag: Geröſtete Grießſuppe, Spinat
mit Ei, Kartoffeln.
Mittwoch: Ribeleſuppe. Hackbraten mit
Roterüben=Salat, Kartoffeln.
Donnerstag: Brotſuppe, Sauerkraut mit
Kümmelkartoffeln.
Freitag: Grüne Bohnenſuppe,
Fiſchkote=
lettes mit Kartoffelſalat.
Samstag: Gemüſeſuppe, Eierkuchen mit
Salat.
Sonntag: Rahmſuppe, Sauerbraten und
Kartoffelklöße, Windbeutel.
Fadennudelpudding. 70 Gramm
Fa=
dennudeln zerbricht man, wäſcht ſie, läßt ſie in
kochendem Waſſer aufwallen und dann auf einem
Sieb abtropfen. Man erhitzt nun 44 Liter Milch
mit 20 Gramm Butter und einer Priſe Salz und
rührt die Fadennudeln ſo lange darin, bis ſich
der Brei vom Gefäß löſt. Hierauf läßt man ihn
abkühlen. Man rührt inzwiſchen 25 Gramm
Butter zu Schaum, gibt 45 Gramm Zucker hinzu,
ferner 2 Eigelb, 20 Gramm geriebene Mandeln
und 1 Eßlöffel Zitronenzucker. Schließlich rührt
man den erkalteten Nudelbrei unter die Maſſe.
Nun gibt man den Schnee der zwei Eiweiß unter
den Teig und tut die Maſſe in die mit Fett
aus=
geſtrichene Form, in der man ſie bei 135 Grad
im Ofen zu guter Farbe backen läßt, was etwa
45 Minuten erfordert.
Reispudding auf engliſche Art.
Man wäſcht 150 Gramm Reis, läßt ihn
ab=
tropfen und tut ihn in eine mit Fett gut
aus=
geſtrichene feuerfeſte Form. Hierauf verquirlt
man drei Achtelliter Milch mit 40 Gr. Zucker,
2 Eiern, 1 Priſe Salz und etwas Vanille= oder
Zitronenzucker und gibt dies über die Körner,
Nun läßt man die Form im Ofen langſam
backen, was etwa anderthalb Stunden erfordert.
Der Pudding wird in der Form zu Tiſch
ge=
geben. Man reicht dazu geſchmortes Obſt.
Feine Peterſilienſuppe. 1 Eßlöffel
Margarine und 1 Eßlöffel Mehl ſchwitze man zu
lichtbrauner Farbe, darauf mit ½—3 Liter
Waſſer oder Fleiſchbrühe aufgefüllt und langſam
kochen gelaſſen, ſchmecke man die Suppe vor dem
Auftragen mit Salz, wenig Muskatnuß und
Tiſchbutter ab und füge noch 2 Eßlöffel
fein=
gewiegte Peterſilie bei, die jedoch nicht
auf=
kochen darf.
Schachnummer 589.
Aufgabe 789.
J. Scheel in Slemdal.
(Chemnitzer Tageblatt, 18. 1. 1925.)
z b d
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Kg1 Dg4 Le3 Sa3 Bb5, d4, e2 (5)k45
Le8 Sb6 Ba4, 46, 47, g3, g6, g7 9).
Aufgabe 790.
A. N. Lebedeff.
(Stratégie, 1933.)
Weiß: Kc2 D76 Lb3 Bb2 (4 Steine).
Schwarz: Ka1 Ta2 Bf2 (3 Steine).
Matt in zwei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 787—788.
787. A. Chicco. 1. Te5—g5! droht. 2. Le5. 1....
S42ze4 (Sd6Fe4, 5d3—e4, Sd6—e4) 2. De1 pbs,
Sxa8, Sx42/4. Gefällige Mattſpiele durch ſchwarze
Selbſt=
feſſelungen und Verſtellung.
788. M. Havel. 1. Da6—h 6! droht 2. Tg14 3. Deik.
1.... Kk12. Te14 Be1D 3. Da64. Das Rückehrſpiel der
weißen Dame iſt entzückend. 1.... Be3 2. Bf2Xe3+t Kd2
3. Tg5—d5F. Nl.: 1.D8a7!
Löſerliſte: Leo Schott in Pfaffen=
Beer=
furth. Hermann Schmidt in Darmſtadt.
Wil=
helm Eiſele in Sandbach i. Odw.,
Kriegsblin=
der am Nil. Oberleutnant a. D. L. Ehrhardt
in Darmſtadt.
Oage
Wir fordern Ihren Kopf!
K5
U
W 27 U 5 Waagerecht: 1 Stadt an der Oder,
8. perſiſche Rohrflöte, 9 bayeriſcher
Schriftſtel=
ler, 10. Erkundigung, 14. Nebenfluß der Aller,
15. Schwimmvogel, 16. Roman von Zola,
unempfindlich, 20. Bekleidungswerkſtätte,
indiſche Münze, 24. lat.: ich, 25. Oper von
Flotow.
Senkrecht: 2. gefrorener Tau, 3.
Körper=
organ, 4. Hühnervogel, 5. italieniſcher Maler †,
allgemein, 7. Aufſehen, 11. Beſtandteil der
Oele, 12. Badeort an der Küſte von Florida,
13. Dreſchboden. 18, weibliche griechiſche
Sagen=
geſtalt, 19. Stadt in Italien, 21. Eile, 22.
wirk=
lich, ſachlich.
Der verwandelte Mai.
Durch Umlegung von zwei Hölzchen wird der
Mai zum quälenden Gaſt.
Carl Deubel.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 36.
Silbenrätſel.
1 Dumping, 2 Utah. 3 Rakete, 4 Choral,
5 Dünkel, 6 Eintagsfliege. 7 Namur. 8 Hotel,
9 Aargau. 10 Iltis, 11 Notariat 12 Eisberg,
13 Rotbuche 14 Krokus 15 Leitha. 16
Auto=
ſtraßen, 17 Nehrung. — Der Vers lautet: „Durch
den Hain erklang heller Luſtgeſang”.
V
Humor des Auslandes.
„Dubekommſt deine Brille erſt zurück, wer
wir abreiſen.”
Der Grund. Egon wird wohl lange
Krankenhaus bleiben.” — „Warum denn? He
du den Arzt geſprochen?” — „Nein, die Kra
kenſchweſter.”
Verkannt. „Das Raſierwaſſer, das Sie m
heute morgen brachten, war aber gar nicht heiſ
neue Badegaſt tadelnd. — „We
bemerkte der
Raſierwaſſer”
2” rief die Wirtin ärgerlich au
„Das war doch der Morgentee!”
Einfach. Der Paſtor machte einem jung
Mann ſeiner Gemeinde ernſte Vorhaltunge
„Karl,” ſagte er, „ich höre, daß Sie falſche Ho
nungen bei verſchiedenen Mädchen erweckt habe
Wenn das, was mir hinterbracht wird, wahr
dann ſind Sie mit einem Mädchen in unſer
Dorf verlobt, mit einem andern in Neudorf u
mit einem dritten in Lichtenhagen. Wie könn
Karl grin
Sie nur ſo etwas fertig bringen?"
übers ganze Geſicht und ſagte: „Aber He
Paſtor, ich hab doch ein Rad.”
Auch ein Vorzug. Eine Dame ruft entrüſt
dem Friſeur zu: „Ein nettes Haarfärbemitt
das Sie mir verkauft haben! Die Haare fall
„Aber die Far
aus nach dem Gebrauch!”
hält ewig, gnädige Frau!”
Schnelle Arbeit. Bei unſerm Unterricht
Stenographie und Schreibmaſchine legen wir !
ſonderen Wert auf Genauigkeit”, ſagte der
Dir=
tor der Handelsſchule. — „Und wie iſt es n
der Schnelligkeit?” erkundigte ſich der Beſuche
„Da leiſten wir Ausgezeichnetes”, ſagte d
andere ſtolz. „Von den Damen der letzten Klaſ
die wir entließen, haben ſechs innerhalb ein
halben Jahres ihre Chefs geheiratet.”
Druck Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl, für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389— 2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verbote
[ ← ][ ][ → ]m Spiegel der Mode
Die neueſten Entwürfe ſind ſicherlich
inter=
ſſanter als die Modelle, die man bisher zu
hen gewohnt war, was dadurch zu erklären iſt,
aß man während der warmen Jahreszeit für
port und Strapaz möglichſt widerſtandsfähige
Väſche anſchafft, während die kalte Jahreszeit:
je Zeit der Geſelligkeit, der Einladungen und
ſeineh er Theaterbeſuche, alſo der „Kleidung
grö=
eren Stils” iſt, die begreiflicherweiſe auch
ine phantaſievollere Wäſchemode mit ſich
ringt.
abend
Man hat es im Laufe der Jahre erlernt,
hA itſchige Wirkungen auch hier zu vermeiden,
wend en edem „Zuviel” ängſtlich aus dem Wege zu
vorzuſtel ehen und auch eleganter Wäſche einen unge=
48 in da wungenen, „ſelbſtverſtändlichen” Anſtrich zu
unliebens eben.
Früher einmal war Wäſche ein wenig
be=
chtetes Modegebietz, und es wurden von einem
fahre zum anderen eigentlich immer wieder
D9 Zeüſ aſt die gleichen Modelle mit ganz geringen
en zwahi seränderungen gebracht, ſo daß der Begriff
artie ihm Väſche=„Mode” eigentlich kaum geläufig war.
ſtattete. Er. Erſt die allerletzten Jahre brachten den
Is um ſies ewaltigen Umſchwung.
uch eins Mode und Kunſtgewerbe eroberten nun
uch dieſes Feld, und heute iſt man ſchon ſo
mitbrac
Nenſch kan eit, daß die Wäſchemode mit dem Stil der
onſtigen Aufmachung in urſächlichem
Zuſam=
rüchlich, jenhang ſteht.
Da griſ
Das heißt mit anderen Worten: daß eine
ſchmidt, du Node der ſchlanken Konturen auch
ſchmal=
ſte es va eſchnittene Wäſche erfordert, und daß die
m vierte Node weiter Rockpartien ſicherlich auch eine
d wiſche eicher gearbeitete Unterkleidung geſtatten
pürde.
dem Ko. Da die neueſte Mode an den ſchmalen
noS. „M lonturen feſthält, wird auch die Wäſchemode
ber durch en gleichen Richtlinien folgen.
mmenhän)l Dieſes ganze Mode=Kapitel wird heuer
fallen un cherlich nicht kleinlich behandelt und auch
icht flüchtig abgetan; man beabſichtigt ganz
n Gegenteil, in dieſem Zuſammenhang auch
lkind d
ſe Hauskleidung zu erörtern.
Za
kopſnis / Wir werden alſo für die Folge eine Fülle
ließ er vertvoller Anregungen empfangen.
die zweil
Da jede Art von Kleinarbeit größtem
In=
ung an i0 rreſſe begegnet und ſchöne Handarbeiten
Nieter vo llenthalben Aufmerkſamkeit erregen, bedient
ch auch die moderne Wäſche dieſer Effekte
ehr gerne.
„Geſtickte Wäſche” gehört beiſpielsweiſe zu
en durchaus populären Schlagworten.
Man erreicht hier inſoferne vorteilhafte
Wirkungen, als man für geſtickte Wäſcheſtücke
vielfach auch zwei Materialien in
konſtraſtie=
renden Farben zuſammenſtellt.
Sehen wir uns beiſpielsweiſe das in
un=
ſerem dritten Bilde ſkizzierte Stück an. Es
iſt in der Hauptſache ſchwarz, oben und unten
aber roſa „gerahmt” und in dem roſafarbenen
Felde in verſchiedenen Paſtellſchattierungen
beſtickt.
Daß dieſe Arbeit jeder Frau Freude
machen wird, weil ſie auf dieſe Weiſe etwas
wirklich Neuartiges zuſtande bringt, iſt
ſelbſt=
verſtändlich.
Noch einen Schritt weitergehend,
beabſich=
tigt man, auch die Farbe der Wäſche dem
jeweiligen Kleide anzugleichen, alſo
beiſpiels=
weiſe zu einem braunen Modell ſchöne Wäſche
in Braun=Hellblau oder Braun=Roſa zu wählen.
Kontraſte aller Art ſcheinen heuer in der
Wäſchemode von größtem Erfolge begleitet zu
ſein, denn auch bei ſpitzenbeſetzten Modellen
iſt man beſtrebt, verſchiedene Schattierungen
zu kombinieren. Paſtellfarbene Wäſche wird
mit Vorliebe mit naturfarbener Spitze
gekan=
tet, während ſchwarze Wäſche, die wieder ſehr
modern iſt, durch paſtellgetönte (roſa, hellblaue
oder fliederfarbene) Spitzen einen nicht
all=
täglichen Beſatz erhält. (Figur 2.)
Auch von ſchönen Nachthemden, die in
kei=
ner Ausſtattung fehlen dürfen, ſoll heute
ge=
ſprochen werden.
Bekanntlich unterſcheidet man zwei
von=
einander grundverſchiedene Typen: das „
ſach=
liche”, mit Bubenkragen verſehene und in der
Mitte durchgeknöpfte Hemd und das mit einem
Spitzenſattel verſehene, mit dreiviertellangen
Kelchärmeln gearbeitete und mit einer
Sei=
denſchnur zuſammengehaltene Modell, wie wir
es als letzte Skizze zeigen und für
Brautaus=
ſtattungen vorſchlagen.
Der Umſtellung der Mode im allgemeinen,
d. h. dem Zurückgreifen auf den Modeſtil
un=
ſerer Großmütter mag es zuzuſchreiben ſein,
daß man ſich wieder mit der Frage der
Fri=
ſier=Jäckchen befaßt, die ja durch das
nachwachſende Haar wieder aktuell wurden.
Man ſieht ſie ſehr oft und kann feſtſtellen,
daß ſie — über einem langen Nachthemd
ge=
tragen — ein morgendliches Hauskleid
voll=
kommen erſetzen.
Das Friſier= oder Morgen=Jäckchen wird
aus paſtellfarbenem Materiale gearbeitet, iſt
mit breiten Aufſchlägen verſehen und kann
entweder mit Huſarenverſchnürungen in der
Art der Herrenpyjamas oder aber mit einem
breiten Bindegürtel zuſammengehalten ſein.
(Skizze im Vordergrunde.
In das Gebiet der Wäſchemode gehört
ge=
wiß auch das Pyjama. Der „in einem”
ge=
ſchnittene „Schlüpf=Anzug” mit weiten
Beinkleidern und aufgelegten Taſchen, mit
einem Schnürverſchluß in der Mittelbahn (die
farbigen Schnüre können mit Galalithkugeln
oder mit kleinen roten Herzchen aus dem
glei=
chen Materiale beſchwert ſein) und dem
glei=
chen Effekt an den Aermeln gehört zu den
neueſten überaus beifällig aufgenommenen
modiſchen Anregungen.
Wen wir nun noch einen Blick in den
Handſpiegel werfen, um die neueſten
Wäſche=
modelle genauer zu betrachten, werden wir
uns über die unaufdringliche Anmut und
Vielfalt der Ideen, die die herbſtlichen
Ent=
würfe auszeichnen, durchaus einig ſein.
Wie ſoll der neue Herbſt=Mantel ausſehen?
dank der einheitlichen Wirkung ſchon auf den
erſten Blick den „herbſtlichen Stil” erkennen läßt.
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zunde
haltunde.
ſche .
habel
s Sie
nicht i
„We
zerlich 94
Nun iſt es aber wirklich an der Zeit, ſich mit
ieſem Thema ernſtlich zu befaſſen, denn wer
och lange zögert, wird von den kalten Tagen
berraſcht und hat noch den Nachteil, die neue
mhülle bedeutend ſpäter zu beſitzen, als alle
nderen, was ja ſicherlich die Freude an einem
euen Stück weſentlich beeinträchtigt, denn „zu
en erſten zu gehören”, die herbſtlich ausgeſtattet
nd, iſt eine harmloſe Genugtuung, die ſich jede
rau gerne verſchafft . . .
Die Mantelfrage iſt heuer ganz beſonders
ktuell; nicht etwa, weil man in erſter Linie
nmer an die Umhülle denkt und dann erſt die
eſtliche Ausſtattung in Betracht zieht, ſondern
ſeil man ſich diesmal darüber klar iſt, daß die
Nantelmode an einem bedeutſamen Wendepunkt
ehe!
Wie man weiß, war im Vorjahre die
Ten=
enz des „kürzer werdenden” Mantels zu
beob=
chten.
Zuerſt begann man, die Umhülle nur ein ganz
lein wenig, nur beſcheiden und ſehr zögernd um
wei oder drei Fingerbreiten kürzer zu arbeiten
Is das Kleid ... Als man aber ſah, daß dieſe
Nachart Beifall fand, wurde man ſchon
entſchloſ=
iner und zeigte die Abſicht ſchon viel deutlicher,
ndem man ausdrücklich betonte, daß der Rock
m eine Handbreite unter dem Mantel
hervor=
ehen müſſe.
Die Mode entwickelt ſich mitunter
unglaub=
ich raſch, und was heute nur andeutungsweiſe
ezeigt wird, iſt morgen „letzter Schrei”
Dies bewahrheitet ſich auch im vorliegenden
Fall, denn die Mäntel wurden nun noch kürzer
ind reichten, als richtige „Paletot=Jacken” oft
tur mehr bis zum Knie.
Nun hielt man bei der Mode der „
Drei=
ſiertel”=, „Vierfünftel”= und „Siebenachtel”=
Um=
lunen, und es mußte wahrhaftig „modiſche
4lgebra” ſtudiert werden, wenn man ſich hier
urechtfinden wollte!
Die große Frage war nun, ob ſich der kurze
Nantel auch als Herbſtmode Geltung verſchaffen
Dürde.
Viele waren nämlich in die Paletots derart
„Verliebt”, daß ſie davon überhaupt nicht mehr
laſſen wollten.
und trotzdem ſcheint die beſſere Einſicht geſiegt
24 haben, denn letzten Endes mußte man ſich
L9 ſagen, daß der Paletot für den Herbſt und
At kalte Tage nicht das richtige geweſen wäre.
Er deckt das Kleid ſo unvollkommen, daß man
bei ſchlechtem Wetter mit einer derartigen
Um=
hülle keineswegs gut beraten wäre.
Wiewohl heuer eine recht bunte Mode zu
er=
warten iſt und von einem „Herbſt der
Farben=
freude” geſprochen wird, wird man doch an dunk=
Die großen Werkſtätten haben ſich demnach
für den langen Mantel entſchieden, der
lem Material keineswegs achtlos vorübergehen,
weil man ſich ſehr richtig ſagt, daß eine Um=
hülle heutzutage für ſo viele Zwecke brauchbar
ſein müſſe, daß ſie nur bei völlig „neutraler”
Wirkung (die nur durch dunkle Stoffe zu
er=
reichen iſt) als reſtlos praktiſch bezeichnet werden
dürfe.
Immerhin wird man heuer außer Schwarz
(in der Ausſtattung jener, die ſich zwei Mäntel
leiſten können oder einen dunklen Mantel vom
Vorjahre beſitzen) viel Dunkelbraun,
Tiefdunkel=
grün, eventuell auch ein ſattes Weinrot und ein
bei flüchtiger Betrachtung von Schwarz kaum zu
unterſcheidendes dunkel ſchattiertes
Pflaumen=
blau zu ſehen bekommen.
Die neuen Stoffe ſind weich und ſchmiegſam,
was für die ſchlanke Wirkung der Geſtalt
unge=
mein wichtig iſt.
Schöne Verbrämungen beleben das Modebild
und ſind mit ſo viel Sorgfalt, mit ſo viel
Eigen=
art und künſtleriſchem Schwung behandelt, daß
man an ihnen ſeine helle Freude hat!
Ein paar vorbildliche Herbſtmäntel zeigen
wir in unſerer Gruppe.
Für Strapazzwecke braucht man eine aus
in=
ſich=gemuſterten Stoff gearbeitete Umhülle, die
aber doch nicht zu „ſachlich” gehalten ſein darf,
um auch für andere Gelegenheiten herangezogen
werden zu können.
Wir ſchlagen den ganz gerade geſchnittenen,
leicht eingeſchweiften Mantel mit dreifachem
Kugelknopfverſchluß (zweite Skizze) vor, an dem
auch die Kelchmanſchetten und der zackig geführte
„U”=förmige Kragen auffällt, der für die neueſte
Mode charakteriſtiſch iſt.
Ein trotz einfachſter Mittel erſtaunlich
wir=
kungsvoller und ſehr vornehmer Mantel iſt in
unſerem erſten Bilde dargeſtellt.
Der hohe Fellkragen und die Verbrämung
der kaſakartigen Aermel wahren beſten,
kulti=
vierteſten Modeſtil.
Dunkle Umhüllen mit Capes ſind ihres
jugend=
lichen Eindrucks wegen ſehr geſchätzt. Mittels
heller Verbrämungen ſind hier ſehr nette
Kon=
turen=Wirkungen zu erreichen (vorletzte Figur).
Auch helle Mäntel mit dunkler abſchattiertem
Fell ſcheinen allergrößten Beifall zu finden, wie
zum Beiſpiel ſandfarbener Stoff mit
dunkel=
braunem Fell oder hellgraues Material mit
dunkelgrauem Pelzwerk.
Dieſe erfolgreiche Zuſammenſtellung
berück=
ſichtigt unſer letzter Entwurf, der Pelzkragen,
Fellgürtel, unteren Pelzbeſatz und Muff zu
reiz=
vollſter Einheitlichkeit verbindet.
Man merkt alſo, daß ſich die neue
Mantel=
mode von jeder Schablonenwirkung gefliſſentlich
fernhält und ganz neue Wege zu finden weiß.
Willy Ungar.
Nummer 256
TCagblatte
Sonntag, 16. September
Der deutſche Außenhandel im Augaſt.
Rückgang der Einfuhr, Skeigerung der Ausfuhr um 4 Proz.— Stark verminderker Einfuhrüberſchuß im Auguſt
Mie oo Min. AM. uende Handersohanz. Beeiiner and Heantfatiereffehlenvorfe.
Prozent höheren
Die Einfuhr iſt im Auguſt weiter zurückgegangen. Mit
342,5 Mill. RM. war ſie um 6 Prozent geringer als im
Vor=
monat. Der Rückgang entfällt zum weitaus größten Teil auf
Lebensmittel (— 18 Mill. RM.), deren Einfuhr im Vormonat
geſtiegen war. Die Verminderung der Lebensmitteleinfuhr iſt
ebenſo wie ihre Steigerung im Vormonat größtenteils als eine
Saiſonerſcheinung zu betrachten. Die Einfuhr von Rohſtoffen,
die in den Vormonaten unter dem Einfluß der
Einfuhrüber=
wachung bereits ſtark abgenommen hatte, iſt auch im Auguſt
ge=
ſunken, jedoch war die Verminderung (— 2 Prozent)
verhältnis=
mäßig gering. Bei einzelnen Waren, insbeſondere
Textilroh=
ſtoffen, Mineralölen, Holz und Kautſchuk, ergaben ſich zwar noch
vennenswerte Einfuhrrückgänge; ihnen ſtehen aber auf anderen
Warengebieten, vor allem bei Oelfrüchten, Steigerungen
gegen=
über. Die Fertigwareneinfuhr war, der Saiſontendenz
entſpre=
chend, gegenüber dem Vormonat leicht erhöht. An dem Rückgang
der Einfuhr ſind, ſoweit ſich jetzt ſchon feſtſtellen läßt verwiegend
überſeeiſche Länder, insbeſondere die Vereinigten Staaten von
Amerika, Argentinien und Braſilien, beteiligt. Eine Ausnahme
bildet lediglich die Einfuhr aus China (Mandſchurei), die infolge
höherer Sojabohnenbezüge geſtiegen iſt. Die Einfuhr aus den
europäiſchen Ländern weiſt im einzelnen nur geringe
Verände=
rungen auf. Abgenommen hat die Einfuhr vorwiegend aus
Großbritannien und Schweden. Geſtiegen ſind die Warenbezüge
aus der Tſchechoſlowakei und aus Rußland.
Die Ausfuhr iſt von 321 Mill. RM. im Juli auf 334
Mill. RM. im Auguſt, d. h. um etwa 4 Prozent, geſtiegen. Dieſe
Steigerung, an der Nohſtoffe und Fertigwaren in etwa gleichem
Verhältnis beteiligt ſind, entſpricht ungefähr der Erhöhung der
Ausfuhr im Durchſchnitt der Vorjahre. Hierbei iſt allerdings zu
berückſichtigen, daß die Ausfuhr im Juli abweichend von der
Ent=
wicklung in den Vorjahren ſtärker abgenommen hatte. Der
Ab=
ſtand von den Vorjahresziffern hat ſich noch etwas erweitert. Die
Ausfuhr blieb im Auguſt dem Wert nach um faſt ein Fünftel,
wenn man die Preisveränderungen ausſchaltet um rund ein
Sechſtel hinter den Ergebniſſen vom Auguſt 1933 zurück. Die
Steigerung der Ausfuhr im Auguſt entfällt nach den vorläufigen
Feſtſtellungen zum größeren Teil auf überſeeiſche Länder. In
erſter Linie gilt dies für die Vereinigten Staaten, Japan, die
Türkei und Braſilien. Der Europaabſatz hat ſich im ganzen nur
wenig verändert. Im einzelnen war die Entwicklung jedoch ſehr
unterſchiedlich. Nach Frankreich, der Schweiz und den
Niederlan=
den hat die Ausfuhr ſtärker abgenommen. Dieſen Rückgängen
ſtehen Zunahmen in der Ausfuhr nach Schweden, Italien,
Groß=
britannien, Dänemark und Rußland gegenüber
Der Einfuhrüberſchuß hat ſich im Auguſt infolge der
gegenſätzlichen Bewegung von Ein= und Ausfuhr ſtark
vermin=
dert. Er betrug nicht ganz 9 Mill. RM. gegen 41 Mill. RM. im
Juli. Im Auguſt 1933 war die Handelsbilanz noch mit 66 Mill.
RM. aktiv. Im einzelnen ſind, im Außenhandel des Monats
Auguſt folgende Veränderungen hervorzuheben: Der Rückgang der
Lebensmitteleinfuhr ergibt ſich zu einem erheblichen Teil aus der
ſaiſonmäßigen Verminderung der Einfuhr von Küchengewächſen
— 4,3 Mill. RM.) Südfrüchten (— 3,6 Mill. RM.) und
Kar=
toffeln (— 3.5 Mill. RM.). Abgeſehen hiervon, war die
Ein=
fuhr von Kaffee — nach einer Steigerung im Vormonat — um
6,6 Mill. RM., von Kakako um 1,7 Mill. RM. und von Weizen
um 1,6 Mill. RM. vermindert. Dieſen Rückgängen ſteht eine
nennenswerte (jahreszeitlich bedingte) Zunahme nur bei der
Ein=
fuhr von Obſt (+ 5,9 Mill. RM.) gegenüber. In der Gruppe
Rohſtoffe und halbfertige Waren hat die Einfuhr von Wolle um
2,7 Mill. RM., Mineralölen um 2,4 Mill. RM., Bau= und
Nutz=
holz um 2,1 Mill. RM. Baumwolle um 1.4 Mill. RM. und
Kaut=
ſchuk um 1,4 Mill. RM. abgenommen. Dieſe Rückgänge wurden
zu einem erheblichen Teil durch eine Erhöhung der Einfuhr von
Oelfrüchten (+ 6,4 Mill. RM.) ſowie von Rohſeide (+ 1,0 Mill.
RM.) ausgeglichen. Die geringe Steigerung der
Fertigwaren=
einfuhr entfällt im weſentlichen auf Garne. An der Steigerung
der Fertigwarenausfuhr um insgeſamt 11,9 Mill. RM. waren
Textilfertigwaren mit 4,5 Mill. RM., chemiſche und
pharmazeu=
che Erzeugniſſe mit 2,5 Mill. RM., Maſchinen mit 1,9 Mill.
RM. und Papier und Papierwaren mit 1,1 Mill. RM. beteiligt.
Im übrigen hielten ſich die Veränderungen in engen Grenzen.
In der Gruppe Rohſtoffe und halbfertige Waren iſt lediglich eine
Erhöhung der Lieferungen von Kaliſalzen um 1,3 Mill. RM.
hervorzuheben.
Kennziffer der Großhandelspreiſe. Die Kennziffer der
Groß=
handelspreiſe (1913 — 100) ſtellte ſich für den 12. September auf
100,3; ſie iſt gegenüber der Vorwoche (100,5) um 0,2 v. H.
zurück=
gegangen. Die Kennziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrar=
ſtoffe 99,6 (— 0,9 v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren
92,4 (— 0,1 v. H.) und induſtrielle Fertigwaren 116,4 (+ 0,3
v. H.),
Obwohl angeſichts des Wochenſchluſſes das Berliner
Bör=
ſengeſchäft nicht ſehr umfangreich war, hielt die freundliche
Ten=
denz der letzten Tage weiter an. Da die Kuliſſe an den Vortagen
ihre Anſchaffungen auf ein Mindeſtmaß beſchränkt hatte, nahm ſie
geſtern in Anbetracht der vorliegenden Publikumsorders
Ein=
deckungen vor, die ſich ziemlich gleichmäßig auf alle Marktgebiete
erſtreckten. Deſſen ungeachtet war aber doch eine Bevorzugung
einiger Märkte feſtzuſtellen, zu denen insbeſondere Montane
ge=
hörten. Hier gab unzweifelhaft der jüngſte Marktbericht der
Nordweſtgruppe Eiſen und Stahl eine Anregung, in dem eine
befriedigende Entwicklung dieſer Induſtrie und, was mit
beſon=
derer Genugtuung aufgenommen wurde, eine geſteigerte Lieferung
nach dem Ausland vermerkt wird. So waren Mannesmann und
Buderus um je ½ Prozent, Hoeſch um 7 Prozent und Phönix um
58 Prozent gegen den Vortag gebeſſert. Auch Tarifwerte wurden
lebhafter gekauft, wobei man auf den Bericht des Stettiner
Elek=
trizitätswerks über eine weitere Zunahme der Stromabnahme als
ein Symptom für die allgemeine Entwicklung dieſes Gebietes
ver=
wies. HEW beiſpielweiſe gewannen ¼ Prozent, Lieferungen 88
Prozent, Thüringer Gas 2½ Prozent. Eine gute Stütze erhielt
die Allgemeintendenz aber auch durch ausgewieſene Abnahme der
ſchwebenden Schuld des Reiches und verſchiedene günſtige
Be=
richte aus der deutſchen Wirtſchaft. Nach Feſtſetzung der erſten
Kurſe machten, ſich Sonderbewegungen bemerkbar, ſo u. a. in
weiter um 2 Prozent anzogen, in Feldmühle, die zunächſt 1
2½ und dann nochmals um 2 Prozent ſtiegen, und ſchließlich
Maſchinenfabriken, von denen insbeſondere Orenſtein mit ein
faſt 3prozentigen Beſſerung zu erwähnen ſind. Im Verlauf wur
es nach den lebhaften Umſätzen der erſten Stunde etwas ruhig
*
Auch zum Wochenſchluß zeigte die Frankfurter Bö
keine Geſchäftsbelebun,g und das wenige Intereſſe des Pub
kums galt weiterhin nur einigen Spezialpapieren, während
Hauptmärkte infolge der Zurückhaltung der Kuliſſe faſt vollko
men ſtagnierten. Die feſte Haltung einige Spezialwerte ſon
günſtige Lageberichte, ſo aus der Baumwoll=, Eiſen= und Au
mobilinduſtrie, waren es auch, die der Börſe eine freundli
Tendenz gaben. Sehr feſt lagen von Zellſtoffaktien
Aſchaffenb=
ger, die bei ſtarker Nachfrage 2½ Prozent gewannen. Ebenfa
ſtärker geſucht waren Gebr. Junghans mit plus 238 Proze
daneben konnten ſich Hanfwerke Füſſen nach der letzttägie
Schwächeneigung wieder auf 45½ (plus 1½) Prozent befeſtig
Von chemiſchen Werten gewannen Th. Goldſchmidt 1 Proze
während Farbeninduſtrie und Metallgeſellſchaft / bzw. ½ P
zent verloren. Am Elektromarkt ſetzten AEG. ½, Bekula 38 u.
Siemens ½ Prozent höher ein. Gesfürel blieben behauptt
Schuckert gingen um ½ Prozent zurück. Der Montanmarkt brad.
überwiegend Kurserhöhungen von ½—½ Prozent, ſo bei Buder=
Harpener, Mannesmann, Phönix und Laurahütte. Zement
delberg lagen etwas im Angebot und gingen um ca. 1 auf 11
Prozent zurück. Im einzelnen eröffneten A.=G. für Verkeh.
Eu
weſen 1, Nordd. Lloyd ½, Zellſtoff Waldhof auf den Abſchluß !
½8 Prozent höher, wogegen Reichsbank und Weſtdeutſche Kauf!/
neit
je ½ Prozent und Deutſche Linoleum ½ Prozent verloren. T
Rentenmarkt lag freundlich, beſonders Altbeſitz (plus ¼ Proze; / mek
waren beachtet. Im Verlaufe war die Börſe überwiegend
feſt=
das Geſchäft erfuhr allerdings keine nennenswerte Ausdehnu
Berliner Kursbericht
vom 15. September 1934
Deviſenmarkt
vom 15. September 19
Verl. Handels=Geſ.,
Deutſche Banku. /
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Aasgg"
Nordd. Llohyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
ief
72.50
75.—
25.125
28.625
27.625
133.—
138.50
17.125
112.50
130.75
127.—
116.—
Mie eee
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f. elektr. Untern
Vereinigte Glanzſt.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Mice
145.—
60.50
112.—
150—
104.75
75.25
80.—
128.25
78.—
101.50
72.—
54.125
Wee
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Ber. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke.
Naf
18.75
42.25
Aarse
27.75
72.—
13.875
128.50
43.—
102.25
102,75
130.—
Aeghpten
rgentinien
lgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemart
Danzig
ngland
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Fsland
Währung
1 äghpt. 2
1 Pap. Peſo
1o0 Belg
1 Milreis
100 Leva
1 canab. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
1 2.=Stg.
100 eſtl. Kr. le
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulder
100 isl. Kr.
Geld
12.765
0.660
56.545
1941
2.54
g1s2
ass
5.465
18.50
9
58041
Brief
12.793
0.664
5s. 885
0.198
3.053
2.55
S.47.
70.07
5e.1e
stalien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlwa
Türkei.
ungarn
Uruguah
Ver. Staaten
Mie
100 Lire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Eseudos
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch. Kr.
1 türk. 2.
100 Pengö
1 Goldpeſo
1 Dollar.
IdB
Be.
anv Karionarbant Sariftadt, Fihute drr Atescher Buri=
Frankfurter Kursbericht vom 15. September 1934.
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Lig.=Pfbr.
183
Koldoblig
fbr.=Bk.
VFrkf.
Lia=Pfr.
zMein. Hhp. Bk.
53
Lig.=Pfr.
% Pfälz. Hyp.=B
Lig.=P
514%
Reſein. Hoh. B
ſg.=Pfr.
22 Goldoblig.
82 Südd. Boden=
Cred.=Bank ..."
6½% n Lig.=Pfbr.
5%Württ. Hhp.=B.
90.25
91
36
84
84.25
91
80.5
91‟
99.25
117.75
89.5
36.5
R.
31.2
90.75
90.5
93
30
1.55
89.:7
92.55
2
Mi
Dt. Linol. Werke
LMainkrw. b.26
ZMitteld. Stahl
SalzmannECo
„Ver. Stahlwerke
Voigt & Häffner
89
F. G. Farben Bonds
5%Bosn. L. E.B.
„ L.Inbeſt.
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Dite
*9
dſt. 6o
vereinh. Rumän
48
9Türk. Admin..
1.Bagdad
419
Zollanl.
4½ %üngarn 1913
1914
4½% „
Goldr.
2
1910
½Budp.Stadtanl.
M
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38
0
31.25
81
775
121
1.
54
4.25
8
7.4
2.
69.5
53.5
100
180
66.75
112
06.5
69
Rrk
148
88l.
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87I.
131
66
47-I.
116.5
18.25
78
100
153
2o5
51
6o
145
76.25
60.5
112
27.75
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410.5
3.5
4
112
80
1470.25
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N 51 Geſchä
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Mit,
ROMANIVON
ter Bau
Copyright 1934 by Auguſt
*S P.
Dährend
Sie lief zu ihrer kleinen Wohnung hinauf, beendete mit
Ait vollion in paar überſtürzten Handgriffen ihre Haushaltsarbeit — den
e ſt
Abwaſch, den ſie ohnehin haßte, ließ ſie in der Wanne des
A.
du. Abwaſchtiſches ſtehen. Mit ein paar Griffen riß ſie die
Wickel=
nbn chürze, das Unterzeug vom Leib lief ins Bad, drehte die
Frauſe an, pruſtete, ſpuckte, rieb, ſchrubbte und ſang mit ge=
HANS RABL
Scherl G. m. b. H., Berlin.
2)
(Nachdruck verboten.)
chloſſenen Lippen eine aufrühreriſche Melodie dazu. Sie rieb
ich trocken, nahm aus einem kleinen weißen Emailſchränkchen
ine Flaſche Kölniſch Waſſer, die ſchon ſeit langer Zeit in
Ge=
rauch und trotzdem noch halbvoll war, betrachtete ſie kritiſch,
uckte übermütig die Achſeln, ſchüttete freigebig in die hohle
band und rieb ſich von oben bis unten damit ein. Die Hälfte
der ſorgſam gehüteten Flüſſigkeit ging dabei drauf, aber Grete
var es gleicheültig — ihr war jetzt alles gleichgultig.
Immer noch nackt, ſauſte ſie ins Schlafzimmer, riß den
5chrank auf und ſah hinein. Sehr viel war da nicht zu ſehen.
Brete machte ein böſes Geſicht. Sie ſetzte ſich auf die
Bett=
ante, holte einen kleinen Notizblock aus der Nachttiſchlade und
inen kleinen Bleiſtummel und begann, während ihre Augen
mmer wieder vom Papier zum Schrank, vom Schrank zum
Papier wanderten, zu notieren. Obenan ſtand da: Zwei Monate
u zweihundert Reichsmark gleich vierhundert Reichsmark,
Steuern und ſo weiter etwa ſechzig Reichsmark, Eſſen, Fahrten
nd ſo weiter ſechzig Reichmark, Reſt zweihundertachtzig
arft
Keichsmark. Dann kam ein dicker, übermütig hingehauener Strich.
ber 193 Ind endlich ein ſchnelles aufgeregtes Gekritzel: Mantel, zwei
kleider, zwei Paar Schuhe, Hut, Handſchuhe, Taſche, für etwa
1d81 ſundert Reichsmark Wäſche und Strümpfel
Sie ſtand auf, reckte und dehnte ſich, daß alle Gelenke knackten.
Se
Dann zog ſie ſich mit der geübten Schnelligkeit von Frauen an,
ſoor ſenen ein Beruf Pünktlichkeit und Tempo anerzogen hat. Und
643
Sitz und Schmiß nicht hatte, einen Mantel, der eigentlich für die
Jahreszeit noch ein bißchen zu ſchwer war, da machte Grete Poſt
rotzdem kein böſes Geſicht mehr. Nur ab und zu ſtreifte ſie mit
den Blicken den kleinen Zettel, der auf dem Nachttiſch lag und ſie
verheißungsvoll anblinzelte. Als ſie fertig war, und es war ſehr
chnell gegangen, beſah ſie einen Augenblick nachdenklich die
ſchön=
jeſtopfte Zeigefingerſpitze ihres Handſchuhs, eines
Zwirnhand=
chuhs. Dann tippte ſie gerade mit dieſer Fingerſpitze auf den
Zettel, nahm noch einmal den Blei, ſetzte bei dem Wort „Hand=
ſchuhe” feierlich das Wort „Nappa” hinzu, und endlich lief ſie,
ohne der Wohnung noch einen Blick zu ſchenken, zur Tür, verſchloß
ſorgfältig das Sicherheitsſchloß und rannte die Treppen hinunter.
Als ſie ſchon eine Weile im Autobus ſaß, der von Hermsdorf
her den Norden Berlins mit der Nordſüd=Untergrundbahn
ver=
bindet, fiel ihr plötzlich ein, daß ſie etwas vergeſſen hatte: Sie
mutzte doch wohl ihren Mann verſtändigen, daß ſie dieſe Aushilfe
angenommen hatte?
Recht würde es Erwin ja nicht ſein, ganz beſtimmt nicht —
aber ſchließlich, es war ja nur für zwei Monate, und vierhundert
Mark waren vierhundert Mark, und vielleicht war es ihm daher
am Ende doch auch wieder recht. Als ſie an der Seeſtraße den
Autobus verließ, lief ſie raſch in eine Telephonzelle, rief Erwin
an, dann ſtieg ſie zum Schacht der Untergrundbahn hinunter, und
während ſie auf die rote Lederpolſterung eines Wagens ſank,
dachte ſie bereits darüber nach, ob und in welcher Richtung ſich
wohl der Geſchmack des ſchallplattenkaufenden Publikums in der
Zeit verändert haben könnte, während der ſie nun verheiratet und
aus dem Geſchäft heraus war.
*
Erwin Poſt ging zu ſeinem Schalter zurück. Als er am Platz
des Vorſtehers vorbeikam, duckte er ſich unwillkürlich ein wenig,
aber darum wurde er noch lange nicht unſichtbar.
„Herr Poſt”, ſagte Friedrich Schauer, der Bankvorſteher, „Herr
Poſt, brauchen Sie Urlaub?‟
„Urlaub? Wieſo, Herr Schauer?” Poſt ſtotterte faſt und fühlte
ſich ſehr ungemütlich.
„Oh — ich dachte nur — wenn die Herren jetzt, in der
Haupt=
geſchäftszeit, angerufen werden, muß doch ein dringender Grund
vorhanden ſein, nicht wahr? Eine Geburt vielleicht oder ein
Todes=
fall —” Je länger Schauer ſprach, deſto freundlicher wurde ſeine
Stimme. „Darf ich Ihnen denn nun Glück wünſchen, Herr Poſt,
oder muß ich Ihnen kondolieren?”
„Danke, Herr Schauer, weder, noch”, ſagte Poſt und bewahrte
Haltung, während er in der Magengrube ein unangenehmes
Ge=
fühl bekam. Herr Schauer zog die Brauen ganz, ganz hoch.
„Nnnein —?” fragte er, unendlich erſtaunt. „Ich hatte beſtimmt
geglaubt, da der Anruf mitten in der Hauptgeſchäftszeit kam —
ich hatte mich ſchon beſonnen, wer Sie vertreten könnte, Herr
Poſt —
„Danke, nicht nötig, Herr Schauer”, ſagte Poſt noch einmal
und machte eine ſich verabſchiedende Verbeugung. Schauer ſagte
in jenem halblauten Ton, der weiter trägt als Gebrüll, zu Herrn
Nr. 256 — Seite 19
Wienrich, ſeinem Gegenüber und Intimus: „Sagen Sie, Herr
Wienrich, iſt ſo was vorgekommen, als wir jung waren?
„Nein, Herr Schauer”, ſagte Wienrich befliſſen. „Da iſt ſo was
nicht vorgekommen. Aber dieſe jungen Leute —
„Ganz verdorben, ganz verdorben, ohne Geſchäftsintereſſe, ohne
Tüchtigkeit, ohne Initiative — aber Gehaltserhöhung möchten ſie
an jedem Erſten”, brummte Schauer. „Na. man wird ja ſehen, der
Quartalsultimo wird es ja zeigen. Da wird es ſich ja
heraus=
ſtellen. Haben Sie geleſen, Herr Wienrich, daß die Regierung gar
keine Bedenken hat, daß Entlaſſungen aus geſchäftlichen Gründen
vorgenommen werden, ſofern nur der Arbeitsplatz erhalten bleibt?
Na, es gibt ſo viele Bankbeamte, die noch keine Arbeit haben —‟
„Habe geleſen, habe geleſen, Herr Schauer” dienerte Wienrich.
Poſt ſtöhnte. Heiland der Welt —! dachte er. Dann begab er
ſich daran, mit geübten Fingern auf dem Zahlbrett, das eine dicke
alte Marktfrau mit Silbergeld vollgepackt hatte, Ordnung zu
ſchaffen. „Einhundertfünfzehn fünfzig — ſtimmt, Frau Müller.”
Es geht weiter. Man kommt nicht zur Beſinnung. „Achthun=
—
dertdreißig in Noten, fünfundſiebzig in Silber — ſtimmt.”
„Stimmt.” „Siebzehn dreißig — ſtimmt." — „Zwoundfünfzig
achtzig — ſtimmt.” — „Stimmt.” — „Stimmt.‟ Die Finger laufen
ganz allein und ſelbſtändig, über die Zahlbretter, packen die
Bün=
del von Scheinen, laſſen ihre Ecken durchlaufen, faſſen geſpitzt die
Silbertürmchen, die Stücke rieſeln klingend von der rechten in die
linke Hand — immer ein Klang weniger, als es Stücke ſind, das
Ohr paßt ganz von ſelbſt auf den Klang auf, ob er auch rund und
voll iſt — der Kopf iſt inzwiſchen ganz anderswo.
Vierhundert Mark, denkt Erwin Poſt, vierhundert Mark. Das
wäre gerade eine Sommerreiſe, es könnte gerade langen für
vier=
zehn Tage Oſtſee, wenn man nicht zu verſchwenderiſch iſt. Aber es
geht ja nicht. Mit der Garderobe kann man nicht nach
Swine=
münde. Und wenn man ſich was kauft — vor allem Grete muß
manches haben, meine Sachen gehen ja noch — Herrenſachen koſten
viel, aber ſie halten eben auch viel länger — na ja, dann iſt
na=
türlich Swinemünde ſchon auf die Garderobe draufgegangen. Iſt
wieder nichts mit Swinemünde. Man müßte eben aufrücken, man
dürfte nicht immer Kaſſierer bleiben. Aber von den alten
Krüp=
peln geht ja keiner ab. Sterben tut auch keiner. Und wenn man
außerdem ſo einen Vorſteher hat — da kommt jeder andere in der
Filiale eher in Frage als ich! denkt Erwin Poſt erbittert und
ſchmettert hundert Mark Silber auf ein Zahlbrett.
Vierhundert Mark ſind vierhundert Mark, denkt er noch
ein=
mal — aber wer weiß, ob das Ganze gut iſt. Er hat ein
unan=
genehmes Gefühl, einen ſchlechten Geſchmack auf der Zunge. Wenn
Grete jetzt wieder in den ganzen Betrieb von früher hineinrutſcht
vielleicht wäre es beſſer geweſen ohne die vierhundert Mark
und ohne dieſe Aushilfe?
*
Grete Poſt ſaß auf Herrn Kellers Schreibtiſch, genau geſagt,
ſie hockte auf der Kante, der linke Fuß ſtand auf dem Boden und
erhielt ihr die Balance, der rechte wippte rhythmiſch und
gleich=
mäßig hin und her. Jeden Mittag, in der flauen Zeit, hatte ſie
ſo auf Herrn Kellers Schreibtiſch geſeſſen, hatte mit ihm das
Ge=
ſchäft beſprochen, von einer Theater= oder Konzertaufführung
er=
zählt, auch hie und da ein bißchen von perſönlichen Dingen geredet.
Herr Keller hatte zwei Kardinaltugenden: Er konnte zuhören, und
es war vollkommen ſicher, daß er niemals auch nur ein Wort
wei=
tertrug. Man konnte mit ihm reden wie mit einem Beichtvater —
und tatſächlich war Herr Keller auch der Beichtvater des ganzen
Geſchäfts.
(Fortſetzung folgt.)
Einer für alles!
Das iſt ein beſondrer Vorzug unſres heimiſchen
Brennſtoffs, des Union=Briketts: ſeine Eignung
für alle Zwecke. Für raſche, ſtarke Hitze — für
ſtändigen, gleichmäßigen dauerbrand — für
vorübergehendes Heizen — für ganz mildes
Feuerhalten — für alles iſt das Union=Brikett
gleich gut. Im Küchenherd wie im Zimmerofen,
im Badeofen wie unterm Waſchkeſſel! Man
braucht für den ganzen Haushalt nur einen
einzigen Brennſtoff. Und alle dieſe Feuerſtellen,
vorzüglich für Union=Briketts durchgebildet,
bekommt man in jedem guten Fachgeſchäft; ſie
ſind Eenntlich am Union=Prüfzeichen.
Eheſuchende
bevorzug, die d.
Reichs=Verband
deutſch.
Heirats=
vermittler e. V.
angehörend.
Mit=
glied. BüroFrau
H. Schuchmann,
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Stifts=
ſtraße 46. — Bei
Anfragen
Rück=
porto erwünſcht.
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Für Union=Briketts die
ſparſamen Ofen und Herde
mit dem Prüfzeichen:
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den Zentner
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Ludwig Hinkel
Schloßgartenſtr. 49. Fernruf 2815.
29—
„D4.
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