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Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 254
Freitag, den 14. September 1934. 196. Jahrgang
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Einſchlag im Genfer Glaspalaſt.
Die Schwierigkeiten des Völkerbundes wachſen käglich. — Der polniſche Außenminiſter Beck kündigt den
inkernakionalen Minderheikenſchuk auf. — Bemühungen um die „Neukzaliſierung” Oeſterreichs.
Genfer Ueberraſchungen.
In Genf jagen ſich die Ueberraſchungen und Senſationen,
eiſt allerdings nur Senſationen für die Völkerbundsfanatiker.
mmerhin, die Wellen einzelner Ereigniſſe gehen doch über den
enfer Kreis hinaus in die große europäiſche Politik und
ver=
ſenen deshalb unſere aufmerkſame Beachtung.
Die Verhandlungen mit den Ruſſen wollen nicht recht
om Fleck, und die „Einigung” über das Eintrittszeremoniell
eſtaltet ſich ziemlich ſchwierig, weil manche Staaten
gegen die Wortführer des Bolſchewismus doch ſtarke
Vorbehalte
Taben. Dazu entrüſten ſich die kleinen Mächte, wie ſchon ſo
lanches Mal, über die Sonderpolitik, die in Hotelzimmern
inter ihrem Rücken getrieben wird und die ſie dann einfach
illigen ſollen. Der iriſche Miniſterpräſident de Valera hat dem
ſchon am Mittwoch unmißverſtändlich Ausdruck verliehen
nd dadurch wird die allgemeine Atmoſphäre gegenüber den
uſſen nicht gerade günſtig beeinflußt. Herr Litwinow ſitzt
nmer noch mit gepackten Koffern in der Umgebung von Genf
nd wartet, bis er die offizielle Einladung bekommt, denn der
mm vorgelegte Text ſeiner Einladungskarte und ſeines
Ver=
flichtungsſcheines hat ihn geſtern doch ſtark verärgert, zumal
ſch in Moskau bereits die Kritiker ſeiner Politik offen zu
Jorte melden.
Da iſt weiter das heikle Problem Oeſterreich. Herr
Schuſchnigg, der neue öſterreichiſche Bundeskanzler, hat zur
allgemeinen Ueberraſchung der Wiener Abordnung und
ihrer nächſten Freunde keine ſehr wohlwollende Aufnahme
gefunden.
Die „Stärke‟ Oeſterreichs iſt immer noch, daß keiner ſeiner
jachbarn dem andern traut und deshalb gehen offenbar die
jeſprechungen über eine Neutraliſierung
Oeſter=
eichs ſeit einiger Zeit ſchon hin und her, die ſich wohl nicht
ſehr gegen Deutſchland, ſondern gegen die Vorliebe
ſtaliens für Oeſterreich und ſeine kürzliche
inmarſchdrohung richtet. Die
jugoſlawiſch=
talieniſche Spannung gerade über Oeſterreich iſt trotz
ler franzöſiſchen Bemühungen noch nicht geringer geworden.
ragt ſich deshalb, ob der Gedanke die Unverletzlichkeit
Oeſter=
eichs durch einen gemeinſamen Vertrag zu ſichern, noch zur
usführung kommt, zumal dieſer politiſche Vertrag ja unter
len Umſtänden nach der wirtſchaftlichen Seite hin in Richtung
er Römiſchen Protokolle” ergänzt werden ſoll. Irgendwie muß
Oeſterreich aus ſeinen finanziellen Schwierigkeiten
heraus=
eholfen werden. Das bedeutet aber Zugeſtändniſſe, die
ſeld koſten, und ſchon die „Römiſchen Protokolle” mit ihren
ugeſtändniſſen an Wien und Budapeſt haben z. B. in der
alieniſchen Wirtſchaft lebhafte Unruhe ausgelöſt.
Alle dieſe Geſprächsthemen ſind aber durch die Erklärung
berſchattet worden, die der polniſche Außenminiſter
eck in der Vollverſammlung ganz überraſchend abgegeben
at — ungefähr mit der Wirkung, als ob er eine Handgranate
uf den Tiſch des Glaspalaſtes deponierte und dann in aller
uhe von draußen her die Exploſion abwartete. Herr Beck, gegen
en die Franzoſen ja ſehr heftig intrigieren, hat erklärt, daß
Polen jede Zuſammenarbeit mit den internationalen
Or=
ganiſationen zur Durchführung des Minderheitenſchutzes
ablehnt,
at alſo rundheraus die Verpflichtungen aufgekündigt, die Polen
urch die Friedensverträge auferlegt worden ſind. Ein
Frontal=
ngriff gegen das Syſtem von Verſailles, der von dieſer Seite
nd in dieſem Augenblick nicht zu erwarten war, der auch in
einen letzten Zielen noch nicht ganz zu erkennen iſt. Was Polen
ſchlich zur Begründung anführte, iſt durchſchlagend. Wenn man
hon einen Minderheitenſchutz ſchafft, dann muß er
gleich=
läßig für alle Länder gelten, dann iſt es undenkbar, daß dieſer
ſchutz willkürlich und ſpeziell für einen Staat gilt und für
en anderen nicht, eine Diskriminierung alſo, die praktiſch die
lleichberechtigung aller Staaten im Völkerbund verneint.
frankreich z. B. hat ja ſtets den Gedanken des
Minderheiten=
hutzes innerhalb ſeiner eigenen Grenzen ſtrikte abgelehnt und
en Ruſſen wollte man das gleiche Zugeſtändnis machen. Polen
atte bereits im vergangenen Jahr den Antrag auf allgemeine
lusdehnung des Minderheitenſchutzes in Genf eingebracht, hat
chaber damit nicht durchſetzen können und deshalb den gleichen
intrag für dieſe Tagung wieder angekündigt. Es wurde
all=
emein angenommen, daß er vom Rat im Zuſammenhang mit
en Verhandlungen, über die Aufnahme Sowjetrußlands in
gendeiner Form anerkannt würde. Das ſcheint nicht geſchehen
u ſein, denn die erſte Vermutung, daß Herr Beck ſeine
Er=
lärung in Uebereinſtimmung mit den Großmächten abgegeben
abe, wird durch das offenſichtliche Erſtaunen und Befremden
ei den Franzoſen widerlegt.
Man kann alſo annehmen, daß auch hier Sand in die
Naſchine gekommen iſt und Polen im Vertrauen auf die Stärke
einer politiſchen Stellung den Augenblick für geeignet hielt, um
ſich von der Hypothek des Minderheitenſchutzes loszuſagen, wenn
S auch klug genug geweſen iſt, hinzuzufügen, daß die
Minder=
ſeiten darunter nicht zu leiden haben würden.
Die Vollverſammlung hat vor Staunen zunächſt einmal die
Oibung geſchloſſen, aber es liegt nahe, daß das polniſche Bei=
Diel Schule macht und auch andere Staaten ſich dieſer Erklärung
unſchließen, wodurch das Genfer Syſtem vollends ins Wanken
Verät. Beſorgte Gemüter in Genf ſprechen bereits von der
Mög=
chkeit des Austritts Polens aus dem Bund der Nationen, aber
Ddzu liegt wohl vorderhand keinerlei Veranlaſſung vor,
Die Zahl der Prüfungen für den Völkerbund
wird durch dieſen polniſchen Vorſtoß in einer ſehr peinlichen
Weiſe fortgeſetzt. Denn noch gelten die Verpflichtungen, die die
Genfer Inſtitutionen im Jahre 1920 eingingen, als ſie die
Garantie für den Minderheitenſchutz übernahmen. Noch ſind die
von den Siegerſtaaten und dem Völkerbund unterzeichneten
Ver=
pflichtungen zugunſten der Minderheiten nicht zerriſſen, es ſei
denn, daß die Herren von Genf die polniſche Aktion mit
Still=
ſchweigen hinnehmen und ſich mit „vollendeten Tatſachen”
ab=
jinden.
Aber in Genf, ſo meinen wir, ſollte man den Völkerbund
nicht vor einer Vertrauenskriſe in die andere taumeln laſſen.
Weſentliche Aufgaben hat er wegen der Querſchüſſe beſtimmter
Mächte nicht löſen können. Jetzt wird auch noch der
Minder=
heitenſchutz zerſchlagen, nur weil man ſich in Genf, obwohl Zeit
genug dazu vorhanden war, nicht aufraffen konnte, die
be=
ſtehenden Verträge auszubauen und alle Völker zu erfaſſen.
Wir haben ſtets den Standpunkt vertreten, daß alle Minderheiten
zu ſchützen ſind und haben von uns aus entſprechende Geſetze in
Deutſchland erlaſſen. Heute ſieht die ganze Welt voll Spannung
nach Genf: will der Völkerbund nicht auch noch das Letzte, was
er an Anſehen oder gar Einfluß beſaß, verwirtſchaften, dann iſt
es jetzt allerhöchſte Zeit, ſeine ganze Autorität in die Wagſchale
zu werfen, um den Minderheitenſchutz, ſoweit er in Verſailles
verankert wurde, zu retten, aber auch ſchleunigſt dafür zu ſorgen,
daß er auf alle Staaten ausgedehnt wird. Soll nicht der Glaube
an internationale und mit ſieben Siegeln verſehene Verträge
endgültig zu Bruch gehen, dann ſollte man in Genf wiſſen, was
zu tun nötig iſt. Auf die Antwort des Völkerbundes ſind wir
mit Recht geſpannt.
Das Ereignis für Genſ.
EP. Genf, 13. September.
Das Ereignis des heutigen Tages war in Genf eine Rede des
polniſchen Außenminiſters Beck zu dem polniſchen Antrag, die
Minderheitenſchutzverpflichtungen auf alle Mitgliedsſtaaten des
Völkerbundes auszudehnen. Beſonders vermerkt wurde die Stelle
in der Rede Becks, wonach ſich die polniſche Regierung verpflichtet
ſehe, bis die Frage der Inkraftſetzung eines allgemeinen
Minder=
heiten=Schutzſyſtems geklärt ſei, vom heutigen Tage ab jede
Mit=
arbeit bei den internationalen Organen, ſoweit ſie die Kontrolle
des Minderheitenſchutzes in Polen betreffen, einzuſtellen. Beck
fügte hinzu, das bedeute nicht, daß die polniſche Regierung eiwas
gegen die Intereſſen ihrer Minderheiten unternehmen wolle. Dieſe
Intereſſen blieben nach wie vor in Polen durch die polniſche
Ge=
ſetzgebung geſchützt. Von offiziöſer polniſcher Seite wird hierzu
erklärt, daß ſich der polniſche Standpunkt nicht auf
Minderheiten=
fälle beziehe, die auf Grund des deutſch=polniſchen Abkommens
von 1922 vor dem Völkerbundsrat gebracht werden. Die gleiche
Ausnahme werde Polen auch bei anderen zweiſeitigen Verträgen,
wie bei dem kürzlich unterzeichneten Danzig=polniſchen Abkommen
über Minderheitenſchutz machen.
Der Generalſekretär der Europäiſchen Nationalitätenkongreſſe
veröffentlicht zu der Erklärung des polniſchen Außenminiſters
eine Stellungnahme, die darauf hinausläuft, daß durch den
pol=
niſchen Schritt an den Rechten und Pflichten des Völkerbundsrats
zur Kontrolle der Einhaltung der Verpflichtungen des
Minderhei=
tenſchutzes aller an dieſen gebundenen Staaten nicht das geringſte
geändert werde.
Der Völkerbund ein „blukleerer Körper”
Zu den Genfer Beſprechungen von Schuſchnigg.
EP. Paris, 13. September.
Die Genfer Korreſpondenten der Pariſer Blätter berichten
ausführlich über die geſtrige Rede des öſterreichiſchen
Bundes=
kanzlers Dr. Schuſchnigg in der Völkerbundsverſammlung und die
privaten Verhandlungen des Bundeskanzlers, die ſich auf eine
Re=
gelung des öſterreichiſchen Problems beziehen. Bemerkenswert ſind
die Einſchränkungen, die Pertinax im „Echo de Paris” an den
günſtigen Kritiken für Schuſchnigg macht. Pertinax fragt, warum
Schuſchnigg es ſich zur Pflicht mache, vom Völkerbund eine
Billi=
gung des fasciſtenähnlichen Regimes zu verlangen das Oeſterreich
ſich auf Anraten Muſſolinis gegeben habe. Die Verſammlung ſei ſich
voll bewußt geweſen, daß vor ihr ein ſchüchternes Phantom ſtehe.
Daher der magere Beifall für den Nachruf auf Dollfuß. Der
Völ=
kerbund ſei heute ein blutleerer Körper. Er beſtehe nur noch als
Embryo einer antideutſchen Koalition. Aber dieſe Koalition werde
nicht ohne große Schwierigkeiten gebildet werden können.
Ueber die Verhandlungen zwiſchen Barthou und Schuſchnigg
weiß der „Petit Pariſien” u. a. zu berichten, dieſe Beſprechung
habe ſich um die Oeſterreich zu gebenden Garantien gedreht. Man
ſuche zur Verſtärkung der Erklärung der drei Großmächte
Frank=
reich, England und Italien vom Februar dieſes Jahres den Kreis
der Garantien der öſterreichiſchen Unabhängigkeit zu vergrößern,
und zwar im Rahmen einer den Staaten offenſtehenden
Konven=
tion, an der möglichſt auch Deutſchland ſich beteiligen ſollte.
Auch die finanzielle Lage Oeſterreichs müſſe prompt erleichtert
werden. Vor allem wolle Wien die ſchnelle
Kon=
vertierung der internationalen Anleihen, und
friſche Gelder. Auf dem Gebiet der Wirtſchaft wünſche
Oeſter=
reich ebenfalls wirkſamere Maßnahmen.
Zauft und Mephinto im vonduraum.
Von
André v. Kun.
Der Nordeuropäer hat, nicht zuletzt in ſeiner deutſchen
Prägung, das ewig Suchende und Forſchend=Schöpferiſche der
germaniſchen Mythe in ſeinem Weſen bewahrt. Wotan opferte
eines ſeiner ſtrahlenden Augen, um die Zukunft der Aſen zu
erfahren; Fauſt ſtieg zu den Müttern herab, um die Schönheit,
den Weg zu ihr, finden zu können; Cimbern und Teutonen,
Wikinger und Goten durchzogen die Kontinente und durchfuhren
das Weltmeer, um Neuland zu finden, ſich dort niederzulaſſen
und zu arbeiten, zu ſäen und zu ernten. Keine Abenteuer um
des Abenteuers willen, ſondern Romantik und Phantaſie mit
Zweck und Ziel. Das haben weder die träumeriſchen Slawen
noch die verſtandesſüchtigen Romanen jemals voll begreifen
können, und hierin liegt vielleicht eine der vielen europäiſchen
Tragödien der Geſchichte — und der Gegenwart begründet.
Man hat immer nur Mephiſto, den Verſtand, niemals aber
Fauſt, die Vernunft, erfaſſen können, betrachtete das
Völker=
geſchehen lediglich durch den byzantiniſchen Corpus juris, weil
der Schlüſſel fehlte, mit dem Mephiſto das Tor zur Götterwelr
nicht zu öffnen vermochte. Jener Schlüſſel, den Fauſt ergriff,
in deſſen Hand er in herrlichſtem Lichte erſtrahlte, die
Phan=
taſte!
Nur ein Volk im Herzen unſeres Erdteils, raſſiſch
ver=
einſamt und von Feinden umgeben, das in tauſendjährigem
Kampfe immer wieder den nach unendlich mühſeligem Wandern
gefundenen Boden verteidigen mußte, hat bisher den nordiſchen
Menſchen, insbeſondere aber den Deutſchen verſtehen können:
die Magyaren. Auch ſie ließen ſich von Romantik und Phantaſie
leiten, folgten den ſagenhaften weißen Hirſchen durch die Steppen
Aſiens und des europäiſchen Rußlands, überſtiegen die
Kar=
pathen, bis ſich vor ihren Augen die Tiefebene des Donautals
ausbreitete, in dem ſie ihre Pferde weiden ließen, wo ſie das
Land urbar machten und ſchließlich einen Kulturſtaat erſter
Ordnung ſchufen mit blühender Wirtſchaft Wiſſenſchaft und
Kunſt. Das Wandern war zu Ende, wie bei Fauſt, als er den
Augenblick verweilen hieß, da er Neuland ſchuf und durch den
Sieg ſeines göttlichen Ethos den unſauberen Handel Mephiſtos
zuſchanden machte.
Es iſt alſo kein Zufall, daß Ungarn immer wieder den
Weg zur deutſchen Kulturgemeinſchaft ſuchte und fand. Es hätte
ja ebenſo gut den Anſchluß an die benachbarten Slawen ſuchen
können, wodurch vieles dem Staatenbild Europas von heute
ſicher=
lich ganz andere Züge aufgezwungen hätte. Die Geſchichtsſchreibung
hat immer wieder den Fehler gemacht, bei ihren Darſtellungen
nicht die Seelen der Völker in Betracht zu ziehen, nicht ihr
innerſtes Fühlen, das dem Wollen vorausgeht. Als die
Magya=
ren im Süden des Reiches gegen die Ottonen ſtürmten, kannten
ſie die Deutſchen noch nicht. Als ſich die Edelleute des Landes
der Stephanskrone für Maria Thereſia und ihren Kampf gegen
den Preußenkönig begeiſterten, jubelten ſie ſchließlich einer
deut=
ſchen Kaiſerin zu. 1870 aber verhallten die Stimmen, die „Rache
für Sadowa” ſchrien, in Ungarn ungehört, und im
entſcheiden=
den Ringen des Weltkrieges ſtand der Magyare neben dem
Nibelung.
Mephiſto hat ſich immer wieder gemeldet. Auch in der
Nach=
kriegszeit. Bald redete er in franzöſiſcher, bald in ſlawiſcher,
bald in rumäniſcher Sprache. Man wies ihn jedesmal wieder
in die Schranken. „Kredite” lockte der Verſtand, „vielleicht ſogar
ein wenig Reviſion”. Vergebens! Die Vernunft gebot das
Weiterſchreiten auf dem althergebrachten Wege. Der ungariſche
Forſcher, der Künſtler, der Bauer und Induſtrieherr, ſie alle
blickten nach Deutſchland, dem unverſtandenen, das ſo
unver=
ſtanden war in der Welt wie ſie ſelbſt in ihrer völkiſchen
Ein=
ſamkeit, durch Tauſende von Kilometern von ihren nächſten
raſſi=
ſchen Verwandten getrennt, die am finniſchen Golf und jenſeits
des Ural wohnen.
In dieſen Wochen weilte Oeſterreichs neuer Kanzler in der
ungariſchen Stadt Szegedin bei der Feſt= und
Freilichtauffüh=
rung der Madachſchen „Tragödie des Menſchen”, die man mit
Recht den „ungariſchen Fauſt” nannte. Ein Bild des durch die
Aeonen irrenden Menſchen ſein ewiges Suchen ſein nimmer
endender Schickſalskampf. Magyariſch bis ins Mark und doch
deutſch im Empfinden, von dem ein gleicher Klang in Walhallas
Götterſagen klingt.
Hier wie dort ein Schickſalsglaube, der aber durchaus nicht
fataliſtiſch im orientaliſchen Sinne iſt, ſondern durch und durch
ſchöpferiſch. Kein quietiſtiſcher oder fataliſtiſcher Schickſalsglaube,
wie ein moderner deutſcher Erklärer der nordiſchen Mythe ſagt,
ſondern die bewußte und aktive Gleichſetzung mit dem, was
geſchehen ſoll, die Hineinnahme des Willens des Schickſals in
den eigenen Willen, ſo daß ſich eine tiefe Einheit von Menſch
und Schickſal ergibt.
Es war ein Zufall daß Oeſterreichs Kanzler gerade den
ungariſchen Fauſt ſah. Wir wiſſen leider nur, daß ihm die
Auf=
führung und die Darſtellung gut gefallen haben Wir ſagen
das, weil Fauſt und Mephiſto heute im Donauraum einen
gewaltigen Kampf um die Seelen der Menſchen führen. Durch
die Herzen der in öſterreichiſchen Grenzen lebenden Deutſchen
ſpricht Fauſt, er läßt ſich auch im maghariſchen Volke
verneh=
men. Mephiſto aber ſpricht mit tauſend anderen Zungen.
Ver=
ſtand, auf naheliegenden Vorteil gerichtet, Vernunft, mit dem
Blick auf Kommendes. Mephiſto, der Taktiker, ſteht gegen Fauſt,
den Strategen.
Es iſt ein taktiſcher Vorteil, einen Freihafen im nahen
Mittelmeer zu erhalten. Es mag verlockend ſein, mit einigen
unbedeutenden Erdklumpen jenſeits der Diktatgrenze von
Trianon abgefunden zu werden. Verlockend auch, bares Geld auf
den Tiſch gezählt zu erhalten, mit dem man dringende Schulden
bezahlen kann. Mephiſto vermag ſchon etwas, er, der Herr und
Meiſter der Hexenküche! Aber führt nicht der einzige organiſche
Weg von Deutſchland über das Donautal nach dem Oſten?
Iſt es nicht auf die Dauer nur möglich, durch erarbeitetes Gut
zu Wohlſtand zu gelangen, zu Beſitz und Eigentum? — Reißt
man durch leichtſinnig hereingekommene Kredite nicht gleich geue
Löcher auf, wo man nur ein einziges, und auch das vielleicht
nur notdürftig geſtopft hat? — Müſſen Ungarn und Deutſche
in einer ſlawiſchen Föderation auf die Dauer nicht völlig
zu=
grunde gehen? — Die Vernunft, die ſich durch Naturgefühl
leiten läßt, ſtellt peinliche Fragen. Auf und ab läuft Schickſal
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im Völkergeſchehen, aber der Menſch muß die Kraft haben, den
Willen dieſes Schickſals in den eigenen Willen hineinzunehmen.
Der Fenriswolf verſchlingt Sonne und Mond, die Eſche
Yggdraſil erbebt bis zu ihren Wurzeln, aus dem Meer ſteigt die
Midgardſchlange, aus Hel und Muspell kommen Rieſen und
Dämonen. Baldur iſt tot, aber die Götter bewähren ſich, die
Gewißheit lebt, daß aus dem Elend ein Weg ins Freie führt,
daß nach dem Winter der Frühling kommt. Auf ihn hoffen
im Donautal Deutſche und Magyaren
Nicht allein Emmerich Madach hat in ſeiner „Tragödie des
Menſchen” die Mächte des Schickſals geſchildert, Abbild des
tragiſchen Ringens ſeines Volkes in einer feindlichen Welt. IIn
„Nikolaus Toldi” hat Johann Arany das Symbol ebenfalls
ge=
funden. Wäre die magyariſche Sprache nicht ebenſo vereinſamt in
Europa wie ihre Träger ſelbſt, der ſeeliſche Zuſammenklang
zwiſchen Germanien und Turan würde ſich in gewaltigſter
Weiſe offenbaren. Fauſt und Mephiſto haben in mancherlei
Geſtalt die Welt durchwandert. Man trifft ſie auch in ungariſcher
Hirtentracht in der Puſzta im Angeſicht der Fata Morgana von
Hortobagy.
Die ungariſche Mythe verliert ſich leider im Nebel der
Vorzeit. Vom urſprünglichen Feenglauben ſind nur noch
küm=
merliche Reſte überliefert. Aus ihnen erfahren wir, wie eine
dieſer Feen einem armen Magyaren zwei von ihren langen
blonden Haaren ſchenkte, die dieſer auf ein Holz ſpannte und
ihnen köſtliche Melodien entlockte. So wurde die Geige geboren
mit einer lachenden und einer weinenden Saite, noch heute
ent=
halten in dem Worte: ſchluchzend jubelt der Magyare, Freud
und Leid ſind in ſeiner Seele, die dem Gefühl lebt und ſich
von ihm leiten läßt, im ſicheren Bewußtſein, daß die Bewährung
im Unglück und ſei es noch ſo groß, die Wiederkehr einer neuen,
ſchöneren Zeit verheißt.
Diplomatie und Weltpreſſe betrachten auch die Geſchehniſſe
im Donauraum durch die Brille des Mephiſtopheles. Sie mögen
ſich der Mühe unterziehen, in der Seele der Völker zu leſen,
in ihrem Glauben, der nicht nur Berge zu verſetzen vermag,
ſondern auch fähig iſt, ſelbſt genialſte politiſche und händleriſche
Spitzfindigkeiten zu vereiteln, indem er ſie überdauert.
Gegen=
wärtig kämpfen noch Fauſt und Mephiſto im Donauraum.
Ueber den endlichen Sieg kann man heute noch ſtreiten, morgen
nicht mehr!
Kritik der Londoner Preſſe
an der engliſchen Völkerbunds=Politik.
EP. London, 13. September.
Die Entwicklung der internationalen Verhandlungen in Genf
wird von der engliſchen Preſſe ſehr ruhig aufgenommen. Man iſt
ſich vollkommen darüber klar, daß der Völkerbund durch die
Ver=
ſuche, Sowjetrußland zu ködern, in eine ſchwere Kriſe geraten iſt.
Aber man gibt ſich auch darüber keinem Zweifel hin, daß die
Er=
eigniſſe in Genf nur die Auswirkung eines bereits beſtehenden
ungeſunden Zuſtandes ſind. So kommt auch in einigen
Kommen=
taren neben einer leiſen Schadenfreude die Befriedigung darüber
zum Ausdruck, daß die Genfer Unmöglichkeiten endlich vor aller
Welt aufgezeigt worden ſeien.
Unter den Blättern findet ſich jedenfalls keines, das die
ein=
deutige Entwicklung der Dinge in Genf nicht begrüßt. Der ſchärfſte
Kommentar findet ſich in dem für eine Iſolierungspolitik
eintre=
tenden „Evening Standard”, der daran erinnert, daß bei dem
er=
ſten Zuſammentritt des Völkerbundes im Jahre 1920 die engliſche
Delegation ſich in der engliſchen Kirche in Genf verſammelte und
dort eine Predigt des Erzbiſchofs von Canterbury anhörte, in der
dieſer die Delegierten daran erinnerte, daß ſie verpflichtet ſeien,
die Grundſätze des chriſtlichen Glaubens aufrecht zu erhalten. Und
nun, ſo fährt das Blatt fort, bemühe ſich ein engliſcher
Staats=
mann nach Kräften, einem Staat, der allen chriſtlichen Grundſätzen
feindlich gegenüberſteht, den Weg in den Völkerbund zu bahnen,
nur weil dieſer Staat eine Rückendeckung gegen Japan ſuche. „Es
iſt ſehr ungewöhnlich, daß ein engliſcher Staatsmann ſich vor
Eifer überſchlägt, um Rußlands Wünſche zu erfüllen. Wenn
Mit=
glieder des engliſchen Kabinetts durchaus ihre diplomatiſchen
Künſte zeigen müſſen, ſollten ſie verſuchen, den zwiſchen der
eng=
liſchen und iriſchen Regierung entſtandenen Bruch zu heilen.”
Die Erklärungen des polniſchen Außenminiſters Beck, daß
Polen die Erweiterung der Verpflichtungen über den
Minder=
heitenſchutz auf alle Mächte, alſo auch auf die europäiſchen
Großmächte, verlange und bis zur Erfüllung dieſer Forderung
in den Minderheiten=Organiſationen nicht mehr mitarbeiten
wolle, hat auch in Pariſer politiſchen Kreiſen wie eine Bombe
eingeſchlagen. Der Vorſtoß des polniſchen Außenminiſters kam
hier vollkommen überraſchend. Natürlich iſt dieſe Rede Becks in
Paris wenig freundlich aufgenommen worden, und man
befürch=
tet bereits ungeheure Schwierigkeiten, welche die Forderung der
Polen nach hieſiger Anſicht heraufbeſchwören werden.
Heintich d. Aeeitſchte.
Zu ſeinem 100. Geburtstag am 15. September.
Von Paul Wittko.
Heinrich b. Treitſchle
iſt der Percy
Heiß=
ſporn unter den
deut=
ſchen
Geſchichtsſchrei=
bern. Aus einer alten
ſächſiſchen
Offiziers=
familie ſtammend, als
Sohn eines
General=
leutnants in Dresden
zur Welt gekommen,
war ihm von früh auf
der kantige Ton des
norddeutſchen Militärs
eigen. Sein Leben lang
hat er unter einem
kör=
perlichen Gebrechen
ge=
litten und darum in ſich
ſelbſt zurückgezogen.
Schon den Achtjährigen
befiel infolge einer
Drüſenentzündung ein
ſchweres Ohrenleiden,
das ſchließlich zu
völ=
liger Taubheit führte.
Heinrich v. Treitſchke.
Dadurch war ſeiner
nach heldiſchem Leben
trachtenden Kämpferſeele zu ſeinem großen Kummer die
mili=
täriſche Laufbahn verſperrt, ihm, dem, wie er ſpäter ſagte, „gar
kein politiſcher Idealismus möglich war ohne den Idealismus
des Krieges‟. Die Begebenheiten des Jahres 1848/49 und die
damit verbundenen Enttäuſchungen wurden für ihn
ausſchlag=
gebend. Der hochbefähigte vierzehnjährige Knabe verfolgte die
Ereigniſſe mit reger Aufmerkſamkeit und ſo geſchwindem wie
ſcharfem Urteil, und ſie gaben ihm bereits den Gedanken ſeines
Lebens ein, daß die Einigung Deutſchlands durch Preußen
ge=
ſchehen müſſe. Er ſtudierte dann namentlich in Bonn, ſpäter
in Leipzig, Tübingen und Heidelberg. Sein geliebteſter Lehrer
war Dahlmann. Durch ihn erhoben ſich Treitſchkes Strebungen
aus Einfällen und Eindrücken zu ſicherer Staatsbewußtheit.
Aus dem Boden der Familientradition geriſſen, mißvergnügt,
durch den Zwang als ein körperlich benachteiligter Spielball des
Geſchickes ein „Büchermenſch” zu werden, zu dem et „nicht
tauge”, focht der Zwanzigjährige ſeine inneren Kämpfe in
hoch=
ſinnigen, aber weitſchweifigen gereimten „Studien” ſeiner felbſt
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Von zuſtändiger deutſcher Stelle in Wien wird erklärt, daß
die Meldungen von einer Aenderung des Planes, wonach Freiherr
von Papen Ende September nach Wien zurückkehren wird, aus
der Luft gegriffen ſind.
Reichsſtatthalter Sauckel wurde zum SS.=Gruppenführer
er=
nannt.
Wie wir erfahren, iſt der Pater Dörr, der am 26. Auguſt in
Sulzbach auf der Separatiſtenkundgebung eine Rede für den
Sta=
tus quo gehalten hat, von ſeinen Oberen abberufen worden. Er
hat das Saargebiet bereits verlaſſen.
Die Pariſer Preſſe bringt den Empfang des Diplomatiſchen
Korps in Berlin an erſter Stelle und gibt die Anſprachen des
Apoſtoliſchen Nuntius und des Führers ſehr ausführlich wieder.
Beſonderer Nachdruck wird auf die neue Erklärung Hitlers über
den Friedenswillen Deutſchlands gelegt.
Muſſolini hat den Außenminiſter des arabiſchen Königreichs
Saudania. Fuad Hamza, empfangen und ſich mit ihm, wie es in
der amtlichen Mitteilung heißt, über Fragen unterhalten, welche
die freundſchaftlichen Beziehungen der beiden Länder intereſſieren.
Die extremiſtiſchen linksgerichteten ſpaniſchen Organiſationen
ſozialiſtiſcher und kommuniſtiſcher Richtung haben ſich zu einer
gemeinſamen Arbeiter=Front zuſammengeſchloſſen. Die
anarchiſti=
ſchen Syndikate ſind der neuen Organiſation jedoch ferngeblieben.
Andererſeits haben ſich die Radikaldemokratiſche und die
Radikal=
ſozialiſtiſche Partei vereinigt und den Namen „Republikaniſche
Union” angenommen.
Drei Bengalen, die unter der Anklage eines verſuchten
Mord=
anſchlags auf den Gouverneur von Bengalen, Anderſon, in
Dar=
jeeling vor Gericht ſtanden, wurden zum Tode verurteilt.
Im Zuſammenhang mit den Rüſtungsverhören berichtet „New
York Herald”, daß die Fabrik Northrop Company in dieſen Tagen
22 Bombenflugzeuge neueſten Typs für China fertiggeſtellt habe.
Die Flugzeuge, die eine Stundengeſchwindigkeit von faſt 400 Km.
entwickelten, ſeien imſtande, mit einer Bombenladung von 500 Kg.
von Schanghai nach Tokio zu fliegen und ohne
Brennſtoffergän=
zung an ihren Ausgangspunkt zurückzukehren.
Das amerikaniſche Marineminiſterium hat ſeine Zuſtimmung
zum Bau von 500 Marineflugzeugen im Jahre 1935 gegeben. Die
Hälfte dieſer neuen Flugzeuge iſt dazu beſtimmt, die bereits
ver=
alteten, aber gegenwärtig noch im Dienſt befindlichen Flugzeuge
zu erſetzen.
Die Regierung von San Domingo hat ſich geweigert, den
ehe=
maligen Präſidenten der kubaniſchen Republik. General Machado,
auszuliefern, wie dies die kubaniſche Regierung gefordert hatte.
Heuticher eritevantiag 1934
Sonntag, den 30. Sepkember.
Erſte Bekanntmachung.
Die Richtlinien für den Deutſchen Erntedanktag 1934 werden
Anfang der kommenden Woche in der geſamten Preſſe
bekannt=
gegeben.
Für den Gau iſt der Gaupropagandaleiter, für die Kreiſe ſind
die Kreispropagandaleiter mit der Durchführung beauftragt. Das
Programm wird in enger Zuſammenarbeit mit den Bauernführern
ſowie den Kreiswarten der NSG. „Kraft durch Freude”
durchge=
führt. Selbſtändige Feiern und Unternehmungen irgendwelcher
Art, die nicht den kommenden Richtlinien entſprechen und nicht
von den zuſtändigen Propagandaleitern der NSDAP. genehmigt
ſind, dürfen nicht ſtattfinden.
(gez.) Müller=Scheld,
Gaupropagandaleiter und Leiter der Landesſtelle Heſſen=Naſſau
des Reichsminiſteriums für Volksaufklärung und Propaganda,
Beſuch des Führers
beim Doyen des diplomaliſchen Korps.
DNB. Berlin, 13. September.
In Erwiderung des geſtrigen Beſuches des diplomatiſchen
Korps ſtattete der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler heute
mittag um 12 Uhr dem Doyen der in Berlin beglaubigten
fremden Vertreter, dem Apoſtoliſchen Nuntius Monſignore
Orſenigo, in der Nuntiatur in der Rauchſtraße einen
Gegen=
beſuch ab: der Führer war hierbei von dem Staatsſekretär der
Präſidialkanzlei Dr. Meißner und ſeinem perſönlichen
Adjutan=
ten Gruppenführer Brückner begleitet.
und in „Vaterländiſchen Gedichten” aus. Sie erwieſen, daß er,
den die Natur mit einem wuchtigen Körper, mächtigen Haupte
und kräftigem Nacken ausgeſtattet hatte — alſo zu einem
Tat=
menſchen auserſehen zu haben ſchien — zu dichteriſchen Taten
nicht gerüſtet war. So ließ er ſich denn 1858 an der Univerſität
Leipzig mit einer Schrift über „Die Geſellſchaftswiſſenſchaft”
als Dozent nieder. 1863 ging er als außerordentlicher Profeſſor
nach Freiburg, wo er ein paar Jahre voll inneren Blühens und
erfreuender Fruchtbarkeit verbrachte. Ein Redner von göttlicher
Getriebenheit, dem die Worte von friſcher Ausdruckskraft
Be=
freiung der innerſten Seele waren, ward er zum hingeriſſenen
und hinreißenden Heilsboten der Einigung Deutſchlands durch
Preußen, ſelbſt auf „revolutionärem Wege‟. Die Vertreibung der
Fürſtenhäuſer, Eingliederung ihrer Länder in Preußen, ſo
lautete „rund und nett” ſeine Loſung.
Natürlich mißfiel das damals in Baden erheblich, und ſo
übernahm er in Berlin die Leitung der von Max Duncker 1858
gegründeten „Preußiſchen Jahrbücher” und trieb die Vorſtudien
zu ſeinem ſpäter in zwanzig Jahren entſtehenden Hauptwerke,
der „Deutſchen Geſchichte im 19. Jahrhundert” 1866 ging er als
ordentlicher Profeſſor nach Kiel, dann nach Heidelberg und im
Alter von vierzig Jahren nach Berlin. Dort begann er 1879
die Veröffentlichung ſeines großen Werkes, das nicht nur
wiſſen=
ſchaftlich und künſtleriſch zu werten iſt. In ſeiner klaren, lichten
Schönheit gedieh es als achtunggebietende Kraftquelle zu hoher
politiſcher Bedeutung. Wiſſenſchaftlich iſt es das Ergebnis
ver=
ſtandeskühler und charakterfeſter Forſchung, die Treitſchke
ver=
graben in Akten= und Druckſchriftenberge trieb, und die ihn zu
lichtvoller Veranſchaulichung und Deutung und Ereigniſſen und
Perſönlichkeiten wie zu damals unerwarteten, aber
ſchlag=
kräftigen Einſichten führten Künſtleriſch iſt es in ſeiner
Form=
vollendetheit, der Erlebnis= und Bildkraft der Sprache, dem
Ariſtokratismus des Stils, in der Eigenſicht der Gedanken und
Ausdrücke kaum übertroffen worden.
Im Jahre 1894 konnte Treitſchke den fünften Band ſeines
Werkes abſchließen. Zwei Jahre danach riß ihn der Tod von
der Arbeit. Als Univerſitätslehrer von zahlreicher Zuhörerſchaft
hochverehrt, hat Treitſchke, der als Gehörloſer mit dröhnender
Stimme und gewiſſermaßen ohne Interpunktion ſprach, zur
Ver=
breitung politiſcher Bildung in Studentenkreiſen bedeutſam
bei=
getragen und mit ſeinen Schriften an der Erziehung und dem
Ausbau zu gereiftem Volkscharakter unabläſſig gewirkt.
Treitſchkes geiſtiges Gepräge begegnet ſich greifbar mit dem
Weſen der Gegenwart. Daß das Verſtändnis für das gewaltige
Ethos, das im pflichttreuen Preußentum wirkſam iſt, in
All=
deutſchland allmählich Wurzel faßte, iſt ihm mitzuverdanken.
Eindringlich hat er die Bedeutung überragender Führerkräfte
gewürdigt, feuereifrige Tatenluſt geprieſen und immer darauf
hingewieſen, daß unbeirrt zielgeſchärfte Entſchloſſenheit ertüchtigt
und die Aufwärtsentwicklung fördert, wie ſie von dem heutigen
Freitag, 14. September 1934
Das Clearing=Berfahren funkkionierk.
EP. Paris, 13. September
Die „Journée Induſtrielle” bringt zum Ausdruck, daß
franzöſiſchen Wirtſchaftsintereſſen durch die neue deutſche De
ſenverordnung nicht geſchädigt ſind, da die Intereſſen
franzöſiſchen Handels mit Deutſchland durch das beſteher
Clearing=Verfahren genügend geſchützt ſeien. Das Blatt ſchre
zu der neuen deutſchen Deviſenverordnung u. a., auf jeden 7
könne man durch den Text der neuen Verordnung in gewiſſ
Maß beruhigt ſein, zumal was die Dauer des Vertrags
treffe. Hinſichtlich der Frage der Regelung der Deviſenanfor
rungen der deutſchen Importeure ſcheine für die franzöſit
Ausfuhr nach Deutſchland gegenwärtig kein großes Riſilo
beſtehen, denn die Lage des deutſch=franzöſiſchen Clearing=V
fahrens ſei gegenwärtig durchaus geſund.
Friſtverlängerung für die Anmeldung
zum Reichsnährſtand.
DNB. Berlin, 13. September.
Amtlich wird bekanntgegeben, daß die Friſt zut Anmeld!
der Betriebe des Landhandels und der Be= und
Verarbe=
landwirtſchaftlicher Erzeugniſſe zum Reichsnährſtand, die
15. September ablaufen würde, bis zum 30. September 1
verlängert worden iſt.
gegenüber polniſchen und deutſchen Europafliegen
DNB. Rom, 13. Septembe=
Der polniſche Flieger Skrzypinſki, der am Europaflug t
nimmt, berichtete dem hieſigen Vertreter der „Gazeta Polſka”,
er von franzöſiſchen Gendarmen feſtgenommen worden ſei, als
n der Nähe von Bayonne infolge Nebels notlanden mußte.
Gendarmen hätten ihn, trotzdem er ſich ausweiſen konnte, z.
Stunden lang unter der Beſchuldigung des Schmuggels feſtgel
ten, bis der Gendarmeriechef in Bordeaux telefoniſch ſeine F
laſſung veranlaßt hätte.
Wie der Berichterſtatter des genannten Blattes erfährt, ha
die deutſchen Flieger Morzik, Oſterkamp und Hubrich dieſelben
angenehmen Erfahrungen mit franzöſiſchen Gendarmen mae
müſſen. Der Flieger Morzik ſei in der Nähe von Algier 6 St
den lang von franzöſiſchen Gendarmen feſtgehalten worden.
Keine franzöſiſchen Kredike für die Ruſſen?
EP. Paris, 13. Septembe
Das „Journal” erinnert heute in ironiſcher Weiſe an
Verſuche des Präſidenten (Rooſevelt, mit Sowjetrußland
Wirtſchaftsbeziehungen herzuſtellen. Dieſe Verſuche ſeien an
ruſſiſchen Forderung nach ſofortiger Gewährung eines Hund
millionen=Kredits geſcheitert, weil die Ruſſen von der Regel.
der Vorkriegsſchulden an die Vereinigten Staaten nichts wi
wollten. Das „Journal” ſchließt daraus, daß die Vereini=
Staaten ſich weigerten, Moskau Kredite zu gewähren, und
den „Nachnahmern”, die mit Rußland engſte Freundſchaft
ten wollten, den Rat, vorſichtig zu ſein. — Finanzmini
Germain=Martin hat übrigens erſt geſtern wieder franzöſiſe
Journaliſten erklärt, daß von der Gewährung einer Anleihen
Rußland nicht die Rede ſein könne.
Marriſtiſcher Revolukionsplan in Spanien aufgedi tlen
DNB. Madrid, 13. Septembe
Die Morgenzeitungen vom Donnerstag bringen in gre ndsſte
alarmierenden Ueberſchriften die Meldung, daß es der Po eim
gelungen ſei, im Zuſammenhang mit der am Mittwoch bericht
Waffenſchmuggel=Affäre einem großangelegten umfaſſenden
volutionsplan der Marxiſten auf die Spur zu kommen. Der holen
nenminiſter habe erklärt, die Regierung könne zunächſt die ihr eslen
kannten Einzelheiten noch nicht der Oeffentlichkeit übergeben, mſſeräu
die Unterſuchungen nicht zu erſchweren, die der für ganz Spar /mt
eingeſetzte Sonderrichter zu führen habe; er werde aber bin im ein
kurzem mit völliger Offenheit alle Zuſammenhänge darlegen.
dund
mliuar
e4Nen
Geſchlecht erſtrebt wird. Kleinſtaaterei erſchien ihm als Urſ he
der Verkümmerung deutſchen Weſens. Nur vom großen, geeinm
deutſchen Staat verſprach er ſich die Vollführung der etl ch
größten Obliegenheiten und die Herausbildung des deutſ im
Weſens in ſelbſtändiger, raſſiger, hochſtehender Beſonderheit.
Treitſchkes Werke gelten uns in ihrer Geſamtanſchauung un im
ihrer Sprache neben Bismarcks „Gedanken und Erinnerung !”
als vornehmſter Spiegel der geiſtigen und ſtaatlichen Leitlitim
jener Zeit, in der der Kampf um die deutſche Einheit erf
g=
gekrönt und ruhmvoll anhob.
Heinrich von Treitſchke: Deutſche Geſchichte im neunzehnten J
hundert. Zuſammengeſtellt und herausgegeben von Dr. H
rich Heffter. 2 Bände. 1124 Seiten. Mit 26 zeitgen
ſi=
ſchen Abbildungen. (Alfred Kröner Verlag, Leipzig.)
Das glänzende Geſchichtswerk, die hinreißende. Darſtel ig
deutſcher Geſchichte ſeit den Tagen des großen Friedrich bi= zu
Bismarck hin in vollgültiger Geſtalt auf knappem Raume zu
ten, unternimmt zum erſten Male die vorliegende Ausgabe, ſit
Deutſchen beſitzen kein Buch über unſere Geſchichte von glei m
Glanz, gleicher Weite der Erkenntnis, gleicher Bewegtheit,
r=
bigkeit und Geſtaltenfülle, kein Buch großer Hiſtorie von glei im
darſtelleriſchen Reiz, kein Buch von gleicher Gabe politiſch de en
und Deutſchland lieben zu lehren. Die Geſchichte des Staates,
ſi=
ner Kriege und inneren Erneuerung hat ſich mit der Geſch ſte
deutſcher Stämme und Landſchaften, deutſcher Kultur, K ſt,
Literatur, Wiſſenſchaft und Geſelligkeit zu einem unvergleichl en
Geſamtbilde deutſchen Lebens durchdrungen. Da Treitſ es
Werk bisher nur in einer umfangreichen Geſamtausgabe un in
ziemlich willkürlichen Auswahlen „ſchönſter Kapitel”, vorha en
war, zwiſchen denen der Zuſammenhang fehlte, wurde es
viel genannt, aber nur wenige kannten dies einzigartige ich
vertiefter vaterländiſcher Bildung wirklich. Die Krönerſche
gabe gibt das große Werk nun unentſtellt dem deutſchen Vke
allen, die das heutige Deutſchland in ſeiner Vielſeitigkeit
ſtehen, die aus unſerer Vergangenheit für unſere Gegenwart
nen wollen.
Die Mediziniſche Fakultat der Univerſität Gießen v
ſtaltet in der Woche vom 14. Oktober bis 20. Oktober 1934
Fortbildungskurſus für praktiſche Aerzte.
Hauptthemen ſind aufgeſtellt: Fürſorge für Mutter und
ſowie Pathologie und Therapie des täglichen Lebens Vortrag
ſind die Direktoren der Kliniken und Inſtitute der Univera
Außerdem findet am Mittwoch, den 17. Oktober, ein Ausflug ich.
Bad=Nauheim ſtatt mit Vorträgen im Balneologiſchen Uni
täts=Inſtitut und im Kerckhoff=Inſtitut, Beſichtigung der 2
einrichtungen uſw. Proſpekte und Auskunft durch Profeſſor C re
Herzog Pathologiſches Inſtitut Gießen, Klinikſtraße 32
Im Anſchluß an den Fortbildungskurſus findet am 20. un
Oktober die 57. Tagung der Südweſtdeutſchen Pſychiater in
ßen ſtatt, auf der neuzeitliche völkiſche und gerichtlich=pſychiat
Probleme behandelt werden. Die Kursteilnehmer ſind dazu
geladen.
Freitag, 14. September 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
enne Mwort ves keihsaggeniiitſterg.
Reichsaußenminiſter v. Neurath
zur Friedensſicherung.
Der Führer Träger des „Deutſchen Ringes”.
DNB. Stuttgart, 13. September.
Einen Höhepunkt der Veranſtaltungen im Rahmen der „
Stutt=
garter Feſtwoche” bildete die feierliche Eröffnung der
Jahres=
hauptverſammlung des Deutſchen Auslandsinſtituts im großen
Saal des Hauſes des Deutſchtums. Der Vorſitzende,
Oberbürger=
meiſter Strölin, eröffnete die Hauptverſammlung mit einer
An=
ſprache, in der ſein beſonderer Gruß den Vertretern der Reichs=
und Landesbehörden galt. Dr. Strölin teilte mit, er habe an den
Führer und Reichskanzler Adolf Hitler die Bitte gerichtet, die
höchſte Auszeichnung des Deutſchen Auslandsinſtituts, den „
Deut=
ſchen Ring”, der einſt dem verewigten Reichspräſidenten verliehen
war, entgegenzunehmen und fortan ſelbſt zu tragen. Unter dem
Beifall der Verſammlung gab er bekannt, daß der Führer und
Reichskanzler, der in ſeinem Lebensgang ſelbſt aufs ſtärkſte mit
dem Auslandsdeutſchtum verbunden iſt, ſich bereit erklärt habe,
den „Deutſchen Ring” des Inſtituts anzunehmen.
Nach einer Reihe von Begrüßungs= und Glückwunſchanſprachen
erklärte der Reichsaußenminiſter u. a.: Die beſonderen Methoden
der Friedensſicherung, wie ſie gerade jetzt von gewiſſen
Regierun=
gen empfohlen und verſucht werden, können wir freilich nicht
gut=
heißen. Gerade weil wir den Frieden wollen, können wir nicht
komplizierten und bedenklichen Vertragsſyſtemen zuſtimmen, die
aus machtpolitiſchen Tendenzen geboren, nur den Krieg gegen den
Krieg vorbereiten wollen, und nach unſerer Anſicht nicht zur
Ent=
ſpannung der Lage beitragen.
Hiegeit
Was wir wünſchen und anſtreben, iſt die aufrichtige
Verſtändi=
gung von Staat zu Staat, ohne Bündniſſe und Bündnisgruppen,
die offene Ausſprache über entgegenſtehende Intereſſen und den
Vergleich ſolcher Intereſſen auf der Grundlage gegenſeitiger
Ach=
tung und der Gleichberechtigung.
Wenn wir heute die große Idee des deutſchen Volkstums
fei=
ern, richten ſich unſere Gedanken von ſelbſt auf die Frage, die jetzt
in beſonderem Maße das ganze deutſche Volk bewegt und in naher
Zeit zur Entſcheidung kommen wird:
Die Saarfrage.
Künſtlich durch den Verſailler Vertrag geſchaffen, hat ſie 15 Jahre
kerndeutſche Volksgenoſſen äußerlich von uns getrennt und zugleich
die politiſchen Beziehungen zu unſerem weſtlichen Nachbarn
be=
laſtet. Der bevorſtehenden Neuordnung dieſes Zuſtandes ſehen wir
mit ruhiger Zuverſicht entgegen, iſt doch die Entſcheidung in die
Hände der Bevölkerung ſelbſt gelegt, die am 13. Januar die
ein=
fache Tatſache bekunden wird, daß ſie deutſch iſt.
Gewiß wird es noch eine Reihe von Fragen im
Zuſammen=
hang mit der Beendigung des gegenwärtigen Saar=Regimes zu
regeln geben. Aber es ſind techniſche Fragen, die das politiſche
ſeiſe an Grundproblem und deſſen Löſung nicht berühren und zu
Schwie=
ßland gu eigkeiten ſchon deshalb nicht führen dürfen, weil der Vertrag
ien an) ſelbſt die klaren Richtlinien für die Regelung enthält. Auf Grund
es Hundd der Abſtimmung unſerer treudeutſchen Saarbevölkerung und in
Ausführung der vertraglichen Beſtimmungen wird zu Beginn des
nächſten Jahres das Saargebiet ohne Beſchränkungen der deutſchen
Souveränität, für die der Vertrag keine Handhabe bietet, mit dem
Vaterlande endlich wieder vereinigt werden.
* Der Rakkenfänger von Paris.
eben
legen.
8 Urſd
geeinl
fer ethl
deutſgh
heit.
Mit den gefälſchten Unterſchriften von 150 000 Saarfranzoſen
hatte Clemenceau den Anſpruch Frankreichs auf die Saar
begrün=
det und zuletzt auch gegen den Widerſtand ſeiner Bundesgenoſſen
wenigſtens die Unterſtellung des Saargebiets unter den
Völker=
bund mit gleichzeitiger Auslieferung der Kohlengruben an
Frank=
reich durchgeſetzt. Lange hat dieſes Märchen nicht gehalten. Aber
es ſteht immer noch in den Akten, und eigentlich müßten ja, wenn
am 13. Januar die Abſtimmung ſtattfindet, mindeſtens 150 000
Saarländer für Frankreich ſtimmen. Daran glaubt in Paris kein
Menſch. Deshalb hat die franzöſiſche Politik zu dem
verzweifel=
ten Mittel gegriffen, ein geheimnisvolles Maſſenſterben unter
den Saarfranzoſen ausbrechen zu laſſen, um ſie dadurch möglichſt
geräuſchlos aus der Welt zu ſchaffen. Heute ſind es nur noch
15 000, in wenigen Wochen werden auch die nicht mehr vorhanden
ſein. Denn die Hoffnung, daß auch nur ein Prozent der
Ab=
ſtimmungsberechtigten für Frankreich ſtimmen könnte, iſt längſt
*
Sepkember=Anekdoken.
Von Walter Meckauer.
Der höchſte Erfolg.
14. September: Der Geograph und Naturforſcher Alexander
von Humboldt ſtarb vor 75 Jahren.
Er wurde vor 165 Jahren in Berlin
ge=
boren.
In ſeinem langen reichen Leben hatte Alexander von
Hum=
boldt, einer der größten Gelehrten Deutſchlands, der neben
ſeinem Bruder Wilhelm v. Humboldt in die Kultur= und
Geiſtesgeſchichte der Menſchheit eingegangen iſt, auf vielen
Wiſſensgebieten Bedeutendes geleiſtet.
Einſtmals befand ſich der Gelehrte, der Vater des „Kosmos”
auf Reiſen und er machte in der Poſtkutſche die Bekanntſchaft
eines neugebackenen Magiſters der Botanik. Er unterhielt ſich
mit ihm eine Weile über die Flora Südamerikas, und der
Magiſter rühmte mit ziemlichem Unverſtändnis Humboldts
epochemachende „Pflanzenmorphologie‟. Dann ſprachen ſie von
den Klimaforſchungen des Gelehrten, und als die Poſtkutſche in
Halle einfuhr, war der Magiſter, der anfangs recht ſchüchtern
ge=
weſen war, im Geſpräch mit dem großen Manne ſo warm
ge=
worden, daß er etwas vorlaut ausrief:
„Wieviele Erfolge! Wie klein und anfängerhaft fühle ich
mich dagegen! Aber ſagen Sie mir, Herr von Humboldt, welches
war eigentlich Ihr höchſter Erfolg?”
Humboldt, der dieſe Art laienhafter Vergleiche von Erfolgen
nicht leiden mochte, ſondern der Ueberzeugung war, daß jeder
Erfolg ſeinen Wert in ſich ſelbſt trägt, und es vor allem dem
Wiſſenſchaftler nicht anſteht, hier eine auf anderem Gebiete wohl
berechtigte höhere oder tiefere Wertſkala anzulegen, hüllte ſich
zuerſt verſtimmt in Schweigen. Aber kurz, ehe der Wagen vor
der Ausſpannung hielt, ſagte er ernſt:
„Sie wollen wiſſen, Herr Magiſter, welches mein höchſter
Erfolg war? Nun, ich will es Ihnen verraten: meine Beſteigung
des Chimboraſſo im Jahre 1804.”
„Wieſo dieſe?” fragte der Magiſter neugierig.
„Weil dieſer Erfolg mich 6310 Meter über den Meeresſpiegel
emporführte, und Sie mich nach dem höchſten Erfolg gefragt
haben, ich ihn alſo meſſen mußte.”
Raſch ſtieg er aus der Kutſche, und der gute Magiſter ſah
ein, daß man mit hohen Geiſtern nicht über das Maß der Höhe
ſprechen durfte.
abgeſchrieben, und die franzöſiſche Regierung iſt entſchloſſen, um
ſich einer Blamage der Zählung der franzöſiſchen Stimmen nicht
auszuſetzen, die Parole auszugeben, daß ihre Anhänger für die
Erhaltung des Status quo das eigentliche Ziel der franzöſiſchen
Politik, ſtimmen ſollen. Wäre in der europäiſchen Diplomatie
noch ſo etwas wie ein klarer Blick für die einfachſten
Zuſammen=
hänge, dann müßte allein ſchon die Geſchichte von dieſen 150 000
Verſchwundenen genügen, um die ganze franzöſiſche Saarpolitik
hoffnungslos zu kompromittieren. Darauf allein hin ſchon müßte
der Völkerbund, um das Unrecht, das fünfzehn Jahre lang durch
an den Saardeutſchen geſchehen iſt, wieder gut zu machen, ſich
allen franzöſiſchen Wünſchen gegenüber ablehnend verhalten. Denn
Frankreich hat den Völkerbund in dieſes Abenteuer hineingehetzt,
Frankreich hat die moraliſche Verantwortung für die nationale
Vergewaltigung, die an der Saar betrieben wurde.
Aber eben weil es Frankreich iſt, wird in Genf über ſolche
kleinen Verſehen der Mantel der Vergeſſenheit gedeckt, und nicht
nur in Genf allein. Herr Barthou hat dem Rat eine Denkſchrift
zugehen laſſen, in der Frankreichs neue Politik dem Saarland
gegenüber entwickelt wird, eine Denkſchrift, die eine völlige
Schwenkung der bisherigen franzöſiſchen Politik einleiten ſoll und
die deswegen allein ſchon von der engliſchen Preſſe als das
Muſter ſtaatsmänniſcher Weisheit geprieſen wird. Wir können
dieſe Einſchätzung nicht ganz teilen, haben im Gegenteil den
Ein=
druck, daß die Methoden, die hier angewandt werden, reichlich
plump ſind. Denn was in den fünfzehn Jahren an den
Saar=
ländern geſündigt wurde das kann in acht Tagen nicht
ver=
geſſen gemacht werden. Jedermann weiß, daß die Franzoſen ſich
mit der Hoffnung trugen, die Saar wirtſchaftlich zu annektieren,
jeder weiß, daß ſie dann unter dem Schutz der Beauftragten des
Völkerbundes eine brutale Politik der nationalen
Vergewalti=
gung trieben, um dadurch den Saardeutſchen das Rückgrat zu
bre=
chen und bei der Abſtimmung wenigſtens einen Teil des Landes
für ſich zu gewinnen. Nachdem auch dieſer Verſuch mißglückt iſt,
ſehen ſie die einzige Rettung in der Aufrechterhaltung des
gegen=
wärtigen Zuſtandes, einmal, um Deutſchland nicht zur Ruhe
kom=
men zu laſſen, dann aber auch, um das Saargebiet weiterhin als
politiſches und wirtſchaftliches Fauſtpfand mißbrauchen zu können.
Der Saarſtaat, formell unter dem Schutze des Völkerbundes,
tat=
ſächlich aber in der Hand Frankreichs, iſt das Ziel, das die
fran=
zöſiſche Politik jetzt verfolgt; und das ſie ſich auch einiges koſten
laſſen will.
Denn Herr Barthou iſt plötzlich in Geberlaune. Er gibt zu
verſtehen, daß Frankreich bereit wäre, dieſem Saarſtaat als
Patengeſchenk einen Teil der Gruben zu überlaſſen, die ja ſonſt
Deutſchland zurückkaufen muß. Wer aber die Dinge näher kennt,
weiß, daß mit dieſem Geſchenk nicht allzu viel Staat zu machen
iſt. Denn die franzöſiſche Verwaltung hat durch Raubbau die
Gruben ſo heruntergewirtſchaftet, daß ſie Zuſchußbetriebe ſind.
Dieſes Riſiko würde Frankreich gewiß ſehr gern von ſeinen
Schul=
tern abwälzen, um ſich nur die rentablen Gruben noch
zurückzu=
behalten. Derartige Morgengaben will Herr Barthou über die
Saarländer ausſchütten, wenn ſie nur bereit ſind, in der
Abſtim=
mung nicht für Deutſchland zu ſtimmen. Aber gerade die Saar=
j-Obergerichts.
Mikglieder des
Der Präſident des Genfer Gerichtshofes, Louis Goudet (links),
und der Präſident des Genfer Appellationsgerichtes, Jean
Mo=
retti, wurden vom Präſidenten des Völkerbundsrates ins
Abſtim=
mungs=Obergericht für die kommende Saarabſtimmung berufen.
„Egmonk” im Heſſiſchen Landestheaker Darmſtadk.
Eine packende Aufnahme von der „Egmont”=Aufführung, mit
der das Heſſiſche Landestheater Darmſtadt ſeine 125. Spielzeit im
Schauſpiel eröffnete. Unter der Spielleitung von
Generalinten=
dant Franz Everth fand Goethes Trauerſpiel durch das ſtark
erneuerte Enſemble des Heſſiſchen Landestheaters eine
hervor=
ragende Darſtellung, die bei Publikum und Preſſe weit über
Darmſtadt hinaus begeiſterten Widerhall gefunden hat. Unſer
Bild zeigt Jochen Poelzig (Graf Egmont) und Ruth Trumpp
(Klärchen) in ihrer großen Szene im 3. Akt. (Nächſte
Auffüh=
rungen von „Egmont” im Heſſiſchen Landestheater: 15., 21., 29.
September und 3. Oktober.)
Aufnahme: Lucie Gieſſinger, Darmſtadt.
Nr. 254 — Seite 3
länder haben das Gefühl, daß er damit etwas ſpät kommt.
Anderthalb Jahrzehnte hatten die Franzoſen Zeit und
Gelegen=
heit, moraliſche Eroberungen zu machen. Sie haben das
Gegen=
teil erreicht und dürfen ſich heute nicht wundern, wenn jedermann
über ihre plötzlichen Verſprechungen lacht, zumal, da ja auch ein
Blick über die lothringiſche Grenze nach Elſaß=Lothringen hinein
zeigt, wie Frankreich ſich den Schutz einer nationalen Minderheit
praktiſch vorſtellt.
Kaum notwendig, zu ſagen, daß Herr Barthou im
Völker=
bund mit ſeiner Denkſchrift liebevolles Verſtändnis gefunden hat,
jedenfalls inſoweit, als ſie zunächſt einmal zur weiteren
Bearbei=
tung dem Dreier=Ausſchuß überwieſen worden iſt. Wir warten
in aller Ruhe ab, was dabei herauskommt. Denn ſchließlich läßt
ſich ohne Verhandlungen mit Deutſchland nichts anfangen. Denn
der juriſtiſche Tatbeſtand, wie er ſich aus dem Verſailler Vertrag
ergibt, iſt ja klar. Die Aufgabe des Völkerbundes beſchränkt ſich auf
die Vorbereitung der Abſtimmung. Und auch ſeine Rechte nach
der Abſtimmung ſind genau umgrenzt. Wenn Herr Barthou
plötz=
lich juriſtiſche Schwierigkeiten auftauchen ſieht, ſo können wir
daran nichts ändern. Denn wir haben ja, weiß Gott, den
Ver=
ſailler Vertrag nicht gemacht. Wir dürfen aber jetzt wohl
ver=
langen, daß er nicht plötzlich geändert wird, nur weil die
Fran=
zoſen ihre Intereſſen nicht hinreichend gewahrt ſehen. Wir ſind
auch darüber hinaus der Auffaſſung, daß es keinen Zweck hat, jetzt
bereits die verſchiedenen Möglichkeiten durchzukonſtruieren, die
ſich nach dem 13. Januar ergeben können. Denn der 13. Januar
wird eine ſo überzeugende Mehrheit für Deutſchland ergeben, daß
ſich damit alles von ſelbſt erübrigt.
DNB. London, 13. September.
„Daily Telegraph” zufolge hat der polniſche Außenminiſter
Oberſt Beck der britiſchen Regierung durch den
Lordſiegelbewah=
rer Eden mitgeteilt, daß Polen endgültig beſchloſſen habe, ſich
nicht an dem Oſtpakt zu beteiligen.
Der amerikaniſche Texkil=
Schlichkungs=
ausſchuß gibk ſeine Bemühungen auf.
DNB. Waſhington, 13. September.
Der Schlichtungsausſchuß hat ſeine Bemühungen um einen
Schiedsſpruch im Textilarbeiterſtreik aufgegeben. Der Ausſchuß
gibt folgende Verlautbarung aus: „Trotz zweitägiger Bemühungen
waren wir außerſtande, von den Arbeitgebern die Zuſtimmung
zur grundſätzlichen Annahme einer ſchiedsgerichtlichen Entſcheidung
oder einer ähnlichen Maßnahme zu erlangen. Wir bedauern dies
tief, glauben aber, daß es möglich iſt, andere Wege zu finden, die
zu einer ſchnellen, wirkſamen und gerechten Regelung führen
können.”
Rieſiger Kriegsgewinn
des führenden amerikaniſchen Chemiekonzerns.
Der Unterſuchungsausſchuß über die Rüſtungsinduſtrie
be=
ſchäftigte ſich weiter mit dem führenden Chemiekonzern Dupont.
Es ergab ſich, daß Dupont von 1914 bis 1918 für 1245
Mil=
lionen Dollars Kriegsaufträge ausführte, heute u. a. den vierten
Teil der General Motors kontrolliert und nach Kriegsende
Teil=
haber der Chemical Foundation wurde, die die beſchlagnahmten
deutſchen Chemiepatente ausbeutete. Dupont zahlte im Jahre
1916 100 v. H., 1917 51 v. H. und 1918 26 v. H. Dividende.
Verbok reichsdeutſcher Zeikungen in Oeſterreich
verlängert.
DNB. Wien, 13. September.
Amtlich wird mitgeteilt: Das Bundeskanzleramt hat das
ſeinerzeit verfügte Verbot der Verbreitung aller im Deutſchen
Reich erſcheinenden Tageszeitungen und gewiſſer Zeitſchriften
für den Zeitraum von drei Monaten (Endtag 16. Dezember
1934) verlängert. Die für beſtimmte Zeitungen für eine längere
Zeitdauer verfügten Verbote werden hiervon nicht berührt.
Die Entwaffnung aller Angehörigen von verbotenen Parteien
wird in dem heute erſcheinenden Bundesgeſetzblatt durch ein
eige=
nes Bundesverfaſſungs=Geſetz verfügt. Danach dürfen Perſonen,
die ſich an einem der Umſturzverſuche im Februar oder Juli dieſes
Jahres beteiligt haben, ſowie Angehörige von Parteien, denen
jede Betätigung in Oeſterreich verboten iſt, und ihre
Brachial=
formatkonen Waffen und Munition weder beſitzen, noch tragen.
Uebertretungen werden mit Geldſtrafen bis zu 20000 Schilling
oder mit Arreſt bis zu einem Jahre beſtraft.
* Frit Hegenbark.
Fritz Hegenbart, der ausgezeichnete Bildkünſtler, begeht am
15. September in München den 70. Geburtstag in köſtlicher
kör=
perlicher und geiſtiger Friſche. In Salzburg kam er zur Welt
und wuchs in Prag auf, wo ſein Vater Profeſſor am
Konſer=
vatorium war, ging aber ſchon in jungen Jahren nach
Mün=
chen und wurde ein Schüler von Profeſſor Frank Kirchbach. Er
lehrte dann einige Zeit am Künſtlerinnenverein und wurde
1907 vom Großherzog Ernſt Ludwig nach
Darm=
ſtadt berufen. Der große Architekt Meſſel ſchätzte ſeine ſcharf
ausgeprägte Ausdruckskraft in der Geſtaltung wuchtiger
menſch=
licher Körper von blühendem Fleiſch und feſten Knochen und
zog ihn zur Ausſchmückung von Bauwerken heran. Doch dieſer
Baukünſtler ſtarb zu früh, ſo daß eine längere Zuſammenarbeit
mit ihm leider ausblieb. Immer hat Hegenbart in Deſſau,
Bremen und Agram (Zagreb), Erhebliches auf dieſem Gebiete
leiſten können.
Hegenbart hat ſich dann auch als ſtreng formender
Holz=
plaſtiker, auf allen Gebieten der graphiſchen Technik und als
geiſtvoller maleriſcher Filmausgeſtalter von hoher Intenſität der
Anſchauung und höchſt perſönlicher Schwerkraft bewährt. Seine
Sommernachtstraum”= und „Pentheſilea”=Blätter zeugen für
ſeine leidenſchaftsvolle Kunſt innerſter Beſeelung.
Radierungen von ihm beſitzen u. a. die Graphiſche
Samm=
lung in München, die Hofbibliothek in Wien, die Moderne
Galerie in Prag und die Kupferſtichſammlungen in Berlin,
Darmſtadt, Mainz und Budapeſt.
— Hindenburgs tönendes Vermächtnis. Der verſtorbene
Gene=
ralfeldmarſchall hatte Anfang dieſes Jahres einen Aufruf an die
deutſche Wehrmacht für Schallplatten geſprochen, die den tönenden
Büchern des Reichsheeres und der Reichsmarine „In gleichem
Schritt und Tritt” und „Stolz weht die Flagge” beigegeben ſind
und deſſen Aufnahme damals von der Kultur=Abteilung der Carl
Lindſtröm AG. im Arbeitszimmer des Reichspräſidenten gemacht
wurde. Dieſer Aufruf Hindenburgs, der heute eine erhöhte
Be=
deutung für das geſamte deutſche Volk hat, lautet: „Die deutſche
Wehrmacht trägt auf ihren Schultern das verpflichtende Erbe einer
ruhmreichen Vergangenheit. Der Geiſt, der Deutſchland einſt zu
ſtolzer Größe emporführte, weiſt ihr auch heute klar und ſicher den
Weg. Nicht Zahlen allein entſcheiden. Letzthin iſt es immer der
unbeugſame Wille, der das Schickſal der Völker und Staaten
ge=
ſtaltet. Feſtgefügt in Treue und Gehorſam ſind Reichsheer und
Reichsmarine das Sinnbild des Wehrwillens unſerer Nation.
Möge die Wehrmacht ihren Weg immer kraftvoll und in Ehren
gehen als Bürge einer ſtarken deutſchen Zukunft.”
Seite 4 — Nr. 254
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Fre
September 1934
Todes=Anzeige.
Gott der Allmächtige hat heute morgen
meine treubeſorgte Frau, unſere
herzens=
gute Schweſter, Schwägerin und Tante
Eliſabethe Ruths
geb. Simon
nach kurzem Leiden infolge eines
Herz=
ſchlages im 63. Lebensjahre zu ſich in die
Ewigkeit abgerufen.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Wilhelm Ruths.
Darmſtadi, den 13. September 1934.
Gardiſtenſtr. 2
Die Beerdigung findet am Samstag
nachmittag um 3. Uhr auf dem Friedhof
an der Nieder=Ramſtädterſtr., ſtatt. (9596
Statt Karten.
Heute früh entſchlief nach kurzer
Krankheit unſere liebe Tante
Sofie Ewald
im Alter von 74 Jahren.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 33. Sept. 1934.
Lucasweg 17.
Beiſetzung: Samstag, den 15. Gept. 1934,
nachm. 53½ Uhr, auf dem alten Friedhof.
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Heute ſiarb plötzlich und unerwartet infolge
eines Herzſchlages meine innigſtgeliebte
Fran und treue Tebensgefährtin, meine liebe
Tochier, Schweſter, Schwägerin und Tante
Frau Berta Hutter
geb. Schmitt
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Willy Hutter.
Darmſtadt, den 12. September 1934.
Riedeſelſtr. 17.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Dankſagung.
Innigen Dank für, die warme Teilnahme
und die vielen Kranz= und Blumenſpenden
beim Heimgang unſerer lieben Mutter
Frau Eliſabeth Peith
geb. Schad
Witwe des Eiſenbahn=Oberfekretärs Wilh. Peith.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt (Kaſinoſtr. 13), Stuttgart,
Nau=
heim, Dortmund, den 12. Sept. 1934.
*
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[ ← ][ ][ → ]Freitag, 14. September 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 254 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 14. September 1934
Flaggen heraus!
9000 Barmſtäulet Sungent und Madel dei dei Arove.
Wie im ganzen Reich, wird auch in Darmſtadt am
kommen=
den Sonntag, dem 16. September, der Tag des deutſchen
Volks=
tums als Feſt der deutſchen Schule begangen. Aus dieſem Anlaß
werden die behördlichen Gebäude Flaggenſchmuck anlegen. Ich
richte an die Bevölkerung Darmſtadts den Appell, auch ihrerſeits
durch reiche Beflaggung der Häuſer die Verbundenheit mit der
Sache des deutſchen Volkstums zu bekunden.
Darmſtadt, den 13. September 1934.
In Vertretung des Oberbürgermeiſters:
Haug, Bürgermeiſter.
Die Sprechſtunden des Herrn Oberbürgermeiſters fallen
am 14., 18. und 21. September 1934 aus.
Die Blumenſchau im Orangeriegarken.
Die Ausſtellung im Aufbau.
** Die Blumenſchau im Orangeriegarten vom 15.—18.
Sep=
tember, zu deren Beſuch die geſchmackvolle „Viſitenkarte” auf dem
Adolf=Hitler=Platz einlädt, ſcheint alle hochgeſpannten
Erwartun=
gen noch zu übertreffen. Hundert fleißige Hände ſind an der
Ar=
beit, etwas ganz Beſonderes zu bieten und ſo das 50jährige
Ju=
biläum des Gärtner=Fachvereins „Feronia‟ Darmſtadt möglichſt
würdig und eindrucksvoll zu geſtalten. Auf dem Gebiete des
Blu=
men= und Pflanzenbaues, in gartenarchitektoniſcher Anlage wird
ganz Neues. Farbenprächtiges geboten werden. Der Gärtner=
Fachverein „Feronia” und die Kreisgruppe für Gartenbau
Darm=
ſtadt bereitet eine Schau vor, die vor dem kunſtſinnigen und
blumenfreudigen Darmſtädter Publikum wohl beſtehen kann. Alle
Gärtner Betriebsführer und Gefolgſchaft, wollen mit dieſer Schau
für einheimiſche Erzeugniſſe werben und ſo gleichzeitig auf
zweierlei Wegen mitkämpfen gegen Arbeitsloſigkeit, Hunger und
Kälte denn der zu erwartende Reinertrag der Veranſtaltung ſoll
der NS.=Volkswohlfahrt zufließen.
Der Hauptteil des Gartens vor dem Orangeriehaus, in dem
verſtärkter Reſtaurationsbetrieb während der Tage der Schau
ſein wird, iſt gärtneriſch vollſtändig angelegt worden mit
Blu=
men und grünen Pflanzen. Vor dem Orangeriehaus iſt eine
Gartenreſtauration geſchmackvoll hergerichtet. — In der Weſthalle
hat die Kreisgruppe Darmſtadt der ſelbſtändigen Gärtner, deren
Leitung Kreisgruppenleiter Schuck inne hat, ausgeſtellt. In der
Halle ſelbſt wird deutſches Obſt und Gemüſe beſter Qualität zur
Schau geſtellt, während der Garten vor der Halle prachtvoll von
den Gärtnern gemeinſam angelegt wurde, Keramiſche
Garten=
figuren zieren die Anlagen. Mit einer großen alvinen
Sonder=
anlage ſchließt die Staudengärtnerei Kayſer u. Seibert=Roßdorf
dieſen Garten ab. Dieſe alpine Anlage will immer weitere
Kreiſe mit dieſem dankbaren Pflanzenmaterial bekannt machen.
Auch ſollte gezeigt werden, daß ein Alpinum deſſen
Hauptblüte=
zeit in das Frühjahr fällt, im Herbſt ſehr ſchön ausſieht durch
die mannigfachen Formen und Farben der Belaubung.
An alpinen Stauden kamen zur Verwendung: Das echte
Alpenveilchen, eine große Auswahl von Steinbrech= und
Fett=
hennengewächſen Ehrenpreis, Silberwurz, Sommeraſtern in
ver=
ſchiedenen, leuchtenden Farben, Mannsſchild, Schafgarbenarten,
„Lerchenſporn, Zwergritterſporne, Felſennelken. Leberbalſam,
Hartheu Schleifenblume, großblumige Nachtkerzen, Leinkraut.
Bergminze, geflecktes Lungenkraut, Thymian Hornveilchen
Horn=
kraut, verſchiedene Formen des Hauslauchs (Dachwurz) und vieles
andere Schöne, was unmöglich alles namentlich aufgeführt
wer=
den kann. Die Anlage wird durch Zwiſchenpflanzung von
alpi=
nen Gehölzen und Nadelhölzern noch abwechſelungsreicher
geſtal=
tet. An Gehölzen kamen zur Verwendung: Pfennigſtrauch (
Poten=
tilla) in verſchiedenen Sorten, Zwergſpiraea, verſchiedene
Zwerg=
berberitzen, Heckenkirſchen, Zwergmiſpel. Feuerdorn. Stechginſter
u. a. An alpinen Nadelhölzern wurden verwendet: Zwergkiefern
(Latſchen des Hochgebirges) in verſchiedenen Sorten,
Zwergfich=
ten in Sorten, ſowie kriechende Juniperus=Arten (Sadebaum).
Als Hintergrund dient eine Anpflanzung von verſchiedenen
ſchö=
nen Koniferen (Nadelhölzern) in größeren Exemplaren. Es ſeien
genannt: Deutſche Edeltanne. Douglasfichten öſterreichiſche
Schwarzkiefer, Weymoutskiefern und anderes Das Mittelſtück
ziert ein prächtiges Exemplar der Trauerfichte: Picea excelsa
inversa pendula.
Vor dieſem abgeſchloſſenen Garten werden noch grüne
Girlan=
den gebunden, um der Halle feſtlichen Schmuck zu geben, an den
Längsmauern ſind ganze Baumſchulen entſtanden, die
Baumſchul=
firmen der Kreiſe Dieburg, Erbach, Darmſtadt gepflanzt haben.
In und vor der Oſthalle wird ebenfalls noch tüchtig gearbeitet.
um Halle und Garten in ein gärtneriſches Schmuckkäſtchen zu
ver=
wandeln. Hier hat vor allem der Gärtner=Fachverein „Feronia”
Darmſtadt unter Leitung des Kreisjunggärtner=Führers Günedler
ausgeſtellt. Im Eingang der Halle wird ein Ehrenraum
geſchaf=
fen, in deſſen Mitte zwiſchen 200jährigen Eugenien Blumen und
friſchem Grün das Bid des Führers angebracht wird. Symboliſche
gärtneriſche Aufbauten befinden ſich hier. Ein im ſchmucken Grün
eingerahmtes Kirchentor ſteht z. B. unter der Parole „Mutter und
Kind‟. Die Halle verſpricht ganz beſondere Ueberraſchungen zu
bringen. Im Garten vor der Halle iſt u. a. ein Blumenwappen
des Jubelvereins „Feronia” eingerahmt von der Zahl „50”
ent=
ſtanden. Freudige Farben= und Blumenpracht leuchtet ſchon heute
beim Entſtehen dieſer ſehenswerten Schau. Selbſtverſtändlich fehlt
auch eine reiche Schau von Schnittblumen und Topfpflanzen nicht,
der Garten wird abgeſchloſſen von einer Anlage der
Friedhof=
gärtner.
Dieſer kurze Ueberblick über eine entſtehende Großblumenſchau
zeigt, was die Beſucher ſehen werden, wenn ſie in den Tagen des
15. bis 18. September ihre Schritte in den Orangeriegarten
len=
ken werden.
Die Blumenſchau der Darmſtädter Gärtnerſchaft findet
vom 15.—18. September im Orangeriegarten ſtatt. Die Gärtner,
die dort mit großer Sorgfalt und Liebe ihre ganze Kunſt
entfal=
tet haben, ſtellen ihre Arbeit und Kraft in den Dienſt der NS.=
Volkswohlfahrt. Da der Reinertrag zur Linderung der
Not Verwendung finden ſoll, wird es jedermann eine beſondere
Genugtuung bereiten, durch den Beſuch dieſer Ausſtellung dabei
mitgeholfen zu haben. Darmſtädter, beſucht die
Aus=
ſtellung Eurer Gärtnerſchaft! Das Feſtbuch, welches
intereſſante Worte über die Stadt und ihre Gärten enthält, iſt in
dem Verkehrsbüro auf dem Ernſt=Ludwigs=Platz erhältlich.
Keſſiſches Landestheater Darmſtadt.
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Anfang 19.3), Ende 23 Uhr. E 1.
Preiſe 0.50—4.50 Mk.
15. September /Egmont.
Sonntag,
Anfang 18, Ende 23 Uhr. B 1.
16. September die Meiſterſinger von Nürnberg. Pr. 0.70—5.50 Mk.
In Vorbereitung: Ein Volksfeind, Hoffmanns Erzählungen.
Landestheater. Nachdem die Operette „Das Land des
Lächelns” vor 2 Tagen mit größtem Erfolg im hieſigen
Landes=
theater zur Aufführung gekommen iſt, findet zugunſten des
Win=
terhilfswerkes des deutſchen Volkes 1934/35 eine Wiederholung
am Dienstag, dem 18. September, abends, im Großen Hauſe
ſtatt. Da der Erlös aus dieſer Veranſtaltung den Notleidenden
unſeres Volkes zugute kommt, ſind beſonders volkstümliche
Ein=
trittspreiſe zugrunde gelegt, ſo daß ein zahlreicher Beſuch zu
er=
warten iſt. Die Karten ſind ſchon jetzt durch die Ortsgruppen
der NS.=Volkswohlfahrt als auch an der Kaſſe des Landestheaters
erhältlich. Volksgenoſſen tragt durch den Beſuch dieſer
Vor=
ſtellung dazu bei, die Not des kommenden Winters zu lindern.
Zum Beſt der deutſchen Schule
am kommenden Sonnkag.
Darmſtadt rückt immer mehr in das Zeichen des blauen
Wim=
pels. Am kommenden Sonntag, nachmittags 2.30 Uhr, wird, wie
in ganz Deutſchland, ſo auch in unſerer Stadt das Feſt der
deutſchen Schule gefeiert. Die Jugend eines großen Volkes
ſoll ſich nach dem Willen der Reichsregierung an dieſem Tag
ein=
mütig zuſammenfinden in Stadt und Dorf. zuſammen mit den
Er=
wachſenen, zum Bekenntnis für die kulturelle Einheit und
Ge=
ſchloſſenheit unſeres Hundertmillionenvolkes, zum Zeichen der
un=
löslichen geiſtigen Verbundenheit mit den vielen Millionen
deut=
ſcher Brüder und Schweſtern, die außerhalb der Grenzen unſeres
Reiches für ihr Volkstum kämpfen und leiden Dieſes
Treue=
bekenntnis desganzen Volkes im Reiche iſtnötig,
um denen da draußen die Kraft zu geben, in ihrem ſchweren
Ringen um die Erhaltung ihres Innerſten. Ureigenſten, ihres
Deutſchtums. Voll gläubigen Vertrauens blicken die
Außendeut=
ſchen auf die Deutſchen im Reich die durch Blut und Raſſe mit
ihnen verbunden in zäher Verbiſſenheit und ſieghafter
Zukunft=
hoffnung den Marſch nach vorwärts und aufwärts angetreten
haben.
Das äußere Bild Darmſtadts wird in ſtets
ſteigen=
dem Maße vom Feſt der deutſchen Schule beherrſcht: An Tafeln
und Säulen, in Läden und Geſchäften werben die ſchmucken
Pla=
kate, von dem heimiſchen Künſtler Pfeil entworfen, für den
Tag des Volkstums. Sprechchöre auf Autobuſſen laden
ein=
dringlich zum Feſt der deutſchen Schule, unſere
Buchhand=
lungen haben zum größten Teil eine Schau einſchlägigen
Schrift=
tums ausgeſtellt. Der Adolf=Hitler=Platz und der „Lange Ludwig”
werden zum Sonntag entſprechenden Feſtſchmuck erhalten, die
Schulen und viele Häuſer unſerer Bürger durch wehende Fahnen
ihre Teilnahme am Tag des deutſchen Volkstums bekunden. An
den Nachmittagen aber ziehen bereits jetzt die Scharen der Schüler
und Schülerinnen mit frohem Lied, zum Teil ſchon in den
Gewän=
dern des Feſtſpiels, hinaus zum Hochſchulſtadion, zur Probe
ihres Feſtes.
Und draußen, inmitten des ſpätſommerlichen Waldes, auf
ſattgrünem Wieſenplan, welch ein Gewimmel! Alle Nummern des
auf Maſſenwirkung eingeſtellten Programms gilt es ſorgfältigſt
zu proben. Die Eltern und Freunde der Jugend ſollen ſtaunen!
Alle, namentlich aber die Jüngſten, ſind unter der Oberleitung
von Profeſſor Luſt mit Begeiſterung und Feuer an der Arbeit.
Lehrer Landzettel läßt ſeine 800 jugendlichen Sänger und
Sängerinnen die vorgeſehenen Lieder üben. „Wach auf, du
deut=
ſches Land” und „Deutſchland, o heiliger Name” ſind das
Bekennt=
nis dieſer jugendlichen Sänger aus allen Darmſtädter Schulen.
Unter der Leitung von Studienaſſeſſor Dittmann üben 500
Knaben im Alter von 12 bis 15 Jahren die von den Darmſtädter
Turnlehrern unter der Führung von Studienrat Wermbter
vorbereitete Körperſchule. Es handelt ſich dabei um eine
Körperſchule in natürlichen Bewegungsformen. Im Gegenſatz zu
dem ſtiliſierten, formgebundenen Freiübungsturnen früherer Zeiten
wird hierbei der Hauptwert gelegt auf luſtbetonte Bewegung und
freudvolles Erleben. — Oberſtudienrat Dr. Türk exerziert mit
Kannausfehangaaf der Matgnsenhohe
Der Beſuch der Kunſtausſtellung auf der Mathildenhöhe
hat ſich im Monat Auguſt trotz der Ferien beträchtlich erhöht.
Ein ſicherer Beweis dafür, daß die dort gebotene Kunſt dem
Willen des Volkes mehr entſpricht, als diejenige einer für immer
verſunkenen Epoche. Es wurden in der letzten Zeit folgende
Ver=
käufe getätigt: 2 Kupferſtiche von O. Schreiner Berlin; Hochwald,
Radierung von Seek, Königsberg; Verklingender Tag, Radierung
von Staeger München: Bei Oettingen, Radierung von Terſtegen.
München; Schwarzwaldtal. Radierung von Traub. München;
Blumenwieſe, Radierung von Wilm, München; eine
Steinzeich=
nung von Wolf, Königsberg; Odenwaldlandſchaft, Paſtell von
Lippmann, Lichtenberg; Waldkauz, Oelbild von Lang, Stuttgart;
Heidelandſchaft Oelbild von Barth, Darmſtadt; Adolf=Hitler=
Büſte, von Jobſt Darmſtadt; Rechberg bei Hohenſtaufen,
Radie=
rung von Hollenberg, Stuttgart; Rotkäppchen mit Wolf. Oelbild
von Jariſch, Mühlhauſen; Ruine Brandenburg, Radierung von
Kaiſer, Darmſtadt; Paradies, Radierung von Kolb. Leipzig;
Motiv bei Homberg. Oelbild von Kröh Darmſtadt; zwei
Kupfer=
ſtiche von Schreiner, Berlin; Hochwald, Radierung von Seek,
Königsberg; „Verklingender Tag, Radierung von Staeger,
München.
Es iſt die Pflicht jedes Darmſtädters die Ausſtellungen, die
auf der denkwürdigen Stätte der Mathildenhöhe ſtattfinden, zu
beſuchen. Da die Ausſtellung nur noch 3 Wochen dauert erſcheint
es an der Zeit, nochmals dieſen Appell an die Bevölkerung zu
richten.
Einweihung des neu hergerichketenMuſikvereinsſaals
Im Anſchluß an die erſte Chorprobe fand eine Feier zur
Einweihung des neu hergerichteten Muſikvereinsſaales im
Ver=
einshaus ſtatt. Nach einer kurzen Anſprache des Vorſitzenden,
Buchhändler Kleinſchmidt, die für die idealen Ziele des
Vereins warb, ſpielte das Anni=Delp=Quartett die
er=
greifenden Variationen zum Deutſchlandlied aus Haydns
Kaiſer=
quartett; dann trug Erwin Born zwei Sätze aus der E=Moll=
Klavierſonate von Brahms meiſterhaft im Ausdruck und mit
techniſcher Vollendung vor. Mit dem B=Dur=Quartett von Haydn,
das die Damen Anni Delp und Lili Hickler, die Herren
Carl Cauer und Auguſt Weber in idealem Zuſammenſpiel
zum Vortrag brachten, ſchloß die Weiheſtunde, die bei der
zahl=
reichen Zuhörerſchaft tiefen Eindruck hinterließ. In fröhlichem
Zuſammenſein, gekrönt durch ein von Julius Harres verfaßtes
und vorgetragenes Gedicht über Ereigniſſe und Geſtalten, die den
nun neu hergerichteten Saal ſeit ſeinem Beſtehen (1907)
erfüll=
ten, hielten die Mitglieder und Freunde des Vereins noch viele
Stunden ſtand.
Aus den Darmſtädter Lichtſpiel=Theakern.
Union: Charleys Tante.
Nun iſt ſie auch im Film verewigt worden, dieſe berühmte
Tante, die mit Perücke und Lorgnon ſchon über ſo viele Bühnen
geiſterte. „Natürlich hat ſie bei der Ueberſetzung in dem Film
einige Veränderungen erlitten, was ihr aber nicht ſchlecht
bekom=
men iſt. Der Film konnte in der Ausmalung einzelner Epiſoden
mehr in die Breite gehen, und was das Bühnenſtück an
Straff=
heit voraus hat, konnte der Film in dem Ausſpinnen komiſcher
Situationen, der Einſchaltung neuer Perſonen, der
Milieuſchilde=
rung wettmachen. R. A. Stemmle hat dieſe Möglichkeit des
Films geſchickt benutzt und damit ein paar urkomiſche neue
Sze=
nen geſchaffen, wie das feierliche Frühſtück von Lord Babberley
und Sohn, die nächtliche Autofahrt der vermeintlichen Tante,
das Bumerangſpiel im Park uſw. Er hat auch die Schauſpieler
gut zu führen verſtanden, und hat vor allem Paul Kemp
— alias Charleys Tante — davor bewahrt, der Gefahr der
Ueber=
treibung, zu der dieſe Rolle verlockt, zu erliegen. Kemp iſt vom
erſten bis zum letzten Moment köſtlich. Seine Donna Lucia iſt
auf einen Ton von Melancholie abgeſtimmt, der ſich erſt unter
den ſtürmiſchen Werbungen der zahlreichen Verehrer aufhellt.
Wie Kemp dieſen Werbungen begegnet, wie er in
unbeobachte=
ten Momenten immer wieder aus der Rolle fällt, wie er durch
eine überaſchende Wendung aber auch die verfahrenſte Situation,
wo die Entdeckung unvermeidlich ſcheint, rettet, — das ruft immer
wieder Lachſtürme im Zuſchauerraum hervor
Um ihn herum gibt es ſo viele urkomiſche Typen, daß man
nicht weiß, wen man zuerſt nennen ſoll: Da ſind die beiden
Hei=
ratskandidaten Max Gübſtorff und Paul Henckels, jeder
in ſeiner Art ausgezeichnet; Henckels holt ſich in der Tanzſzene
mit Donna Lucia Sonderapplaus. Fritz Raſp iſt ein
wunder=
bar verſchrobener Lord. Fritz Odemar ein würdevoller Diener
Braſſet. Die Rolle der echten Tante iſt bei Ida Wüſt natürlich
gut aufgehoben. Sehr nett und friſch auch die Geſellſchaft der
jungen verliebten Leute: Carola Höhn, Jeſſie Vihrog,
Al=
bert Sieven, Eric Ode. — Kein Zweifel, daß Charleys Tante
auch im Film ihren Weg machen wird.
ſeinem Sprechchor, der Maria Kahles erſchütterndes
Bekennt=
nis „Ueber alle Grenzen” zum Vortrag bringen wird. Das größte
Erlebnis aber iſt das farbenbunte
Bewegungsſpiel „Volk will zu Volk”,
das allein über 2000 Mitwirkende zählt. Dieſes Spiel der Jugend
ſoll deutſche Kulturnot im Grenz= und Auslandsdeutſchtum
ſinn=
fällig darſtellen. Auf dem Raſen ſehen wir die alten
Reichs=
grenzen und erkennen die erſchütternden Folgen der durch den
Verſailler Schandfrieden erzwungenen Grenzziehung.
Intendanz=
rat Baumeiſter vom Landestheater leitet die Einſtudierung,
als unermüdlicher Stabschef ſteht ihm Studienaſſeſſor, Lotz zur
Seite. Zahlreiche Lehrer und Lehrerinnen aller Schulgattungen
leiſten wirkſame Hilfe bei dem Einmarſch und den Bewegungen
der Maſſen der Blaukinder, die die Reichsgrenzen bilden, der
Buntkinder in gelb, orange und grün, die die verlorenen Gebiete
darſtellen, und der Rotkinder, die das feindlich anſtürmende fremde
Volkstum verkörpern. Dazu die Bannergruppen der verlorenen
Gebiete, die Städteherolde von 13 deutſchen Städten (darunter
natürlich Darmſtadt), die Bandläufer, die vom ragenden
Mittel=
maſt des Spielfeldes die blauen VDA.=Bände nach den verlorenen
Gebieten ziehen — mächtig ertönt die Stimme des Sprechers
Richard Münch (Ludwigs=Oberrealſchule) und kraftvoll der
Sprechchor, den die Oberprima der gleichen Schule übernommen
hat. Unermüdlich dazwiſchen die Damen der Frauengruppe
des VDA., da und dort noch Koſtümfragen ordnend, letzte Hand
anlegend, beſorgt um Schonung der 1500 in fleißiger Arbeit
gefer=
tigten Koſtüme. Man ſieht Frau Sabine Koepke, die Leiterin
der Frauengruppe, unterſtützt von den nimmermüden Damen
Wieſt, Sartori Vollheim Reichmann und
zahl=
reichen anderen. Aus all dem Eifer und der Geſchäftigkeit
er=
wächſt die Gewißheit, daß es klappen wird und klappen muß.
Auch die Darmſtädter Turner wollen zum Gelingen des
Feſtes helfen: Unter der Leitung von Turner Strauch werden
Turnerinnen leicht beſchwingte Volkstänze vorführen, Turner
Karn zeigt durch ein Sprungtiſchturnen der Turn= und
Sportgemeinde 1846 neue Wege zu Kraft und Freude. Die
Feſt=
muſik ſtellt der Muſikzug der SA.=Standarte 115, unter
Mei=
ſter Schlupps Stabführung
So ſind alle Vorausſetzungen für ein volles Gelingen und
einen wirkungsvollen Geſamtablauf des Feſtes der deutſchen
Schule gegeben.
An Darmſtadts Bevölkerung aber ergeht Aufruf
und Bitte:
Kommt in Maſſen zum Feſt der deutſchen Schule!
Belohnt unſere Jugend für alle Mühen der
Vorbereitung durch einen Maſſenbeſuch; ſie hat
es verdient! Das Feſt beginnt pünktlich um
14.30 Uhr. Kaſſenöffnung ab 13 Uhr. Die
Eintritts=
preiſe ſind ſo gehalten, daß jeder Volksgenoſſe teilnehmen kann.
Es empfiehlt ſich, um Stockungen am Eingang des Stadions zu
vermeiden, die Karten im Vorverkauf (ohne Zuſchlag!) zu
erwer=
ben. Vorverkaufsſtellen bei: Zigarrenhaus Heß. Ecke
Nieder=Ramſtädter= und Hochſtraße; Papierhaus Leuthner am
Weißen Turm; Druckerei Künzel, Beſſunger Straße 59;
Zigar=
ren=Seibert, Frankfurter Straße. Ebenſo können Karten durch
alle Schüler und Schülerinnen bezogen werden.
Dr. Götz.
Kämpfft du darum?
Du lebſt in Sicherheit in einem Reiche der Ordnung.
Haſt dudarum gekämpft?
Du willſt ein Reich der Arbeit und des Wohlſtandes.
Kämpfſt du darum?
Du willſt die Geſundheit deines Volkes.
Kämpfſt du auch darum?
Noch geht die Front im Angriff vor, ſtelle dich in Reih und
Glied, ſei Kämpfer.
Der Kampf um das Wohl und Gedeih des Volkes kennt nur
das Schlachtfeld und keine Etappe, kennt nur Kämpfer und Gegner.
Wo ſtehſt du?
Du ſtehſt in der Mitte. Aber du wirſt dich entſcheiden zum
Kämpfer, zum Kameraden im Kampf für die Geſundheit und
Reinheit deines Volkes.
Du möchteſt den Kampf aus der Ferne ſehen
als der lachende Dritte.
Das Lachen wird aber bald dir vergehen,
Wir ſtellen dich heut in die Mitte.
Wir ſtellen dich zwiſchen Freund und Feind,
beeile nur deine Schritte,
und folge dem Rat, der es gut mit dir meint.
erfülle die fordernde Bitte:
Hinein in die NSV.
„Deukſchland verpflichket ſich ...!"
In der Geſchichte aller Völker der Welt wird der Verſailler
„Friedens”=Vertrag eine unrühmliche Stellung einnehmen, weil
er als Ausgeburt des Haſſes und des Vernichtungswillens dadurch
dem „Frieden” der Welt zu dienen vermeinte, daß er ein großes
für die Welt unentbehrliches Volk auf ewige Zeiten verſklaven
wollte.
Das Paragraphenwerk des Verſailler Schanddiktates iſt ein
einziges „Deutſchland verpflichtet ſich. !” und dieſes deutſche
Volk hat die aufgezwungenen Verpflichtungen ehrlich erfüllt, um
damit ſeinem Willen zum Frieden der Welt Ausdruck zu geben.
Wie gewaltig demgegenüber das Bekenntnis des Deutſchland
unter Adolf Hitler als ebenſo einſeitige Verpflichtung! Damals:
„Deutſchland verpflichtet ſich ...” unter dem Zwang feindlichen
Haſſes. Heute: „Deutſchland verpflichtet ſich zum hingebungsvollen
Dienſt an der Arbeit für den wirklichen Frieden der Welt!”
Nur die Zukunft kann die Entwicklung der Menſchheit
be=
ſtimmen. Schon heute iſt die Erdgebundenheit gelöſt, ſind
Ent=
fernungen unbegrenzt geworden, iſt Fliegerei zum Element der
Zu=
kunft beſtimmt. Wenn je etwas ſittlich hochſtehend genannt
wer=
den kann, dann Deutſchlands Willen zum Frieden, auch als
Ver=
pflichtung, jedoch nur dann, wenn das deutſche Volk als
gleich=
berechtigte Nation unter allen anderen anerkannt iſt.
Fliegen iſt Element der Zukunft und Kampf! Deshalb iſt
eine ſtarke deutſche Fliegerei gleichbedeutend mit dem Fluge
der Menſchheit zu ſeinem höchſten Ziel: dem wahren
Frie=
den. Deutſcher Volksgenoſſe! Nicht Dein Hirn und Deine
Lippen haben hier zu ſprechen, ſondern einzig und allein
Dein Herz. Immer wieder: Hilf der Fliegerei Deines
Volkes!
— Die Sonderveranſtaltung im Orpheum für die Leſer des
Darmſtädter Tagblatts beginnt heute Freitag abend
pünkt=
lich um 8.15 Uhr. Zur Aufführung gelangt die Operette „
Gri=
gri”, Muſik von Paul Lincke. Die Titelrolle ſingt und ſpielt
Marga Peter=Bertram, während Guſtav Bertram in der
Rolle des „Königs Magawewe” eine Glanzleiſtung bieten wird.
— Die heutige Aufführung dürfte vorausſichtlich ausverkauft
wer=
den, ſo daß es ſich empfiehlt, eiligſt Karten ſich am Schalter,
Rheinſtraße, zu beſorgen.
— Bibelwoche in der Stadtmiſſion. Die Mitglieder und
Freunde der Evangeliſchen Stadtmiſſion werden darauf
aufmerk=
ſam gemacht, daß am kommenden Sonntag nachmittag die in
Aus=
ſicht genommene Bibelwoche beginnt. Der in Darmſtadt aus
ſei=
ner früheren Tätigkeit beſtens bekannte Pfarrer Grünewald
aus Dinglingen bei Lahr in Baden wird die einzelnen
Bibel=
abende leiten. Von Montag, den 17. bis einſchließlich Samstag,
den 22. September, wird an jedem Abend im großen
Stadt=
miſſionsſaal ein bibliſcher Vortrag gehalten werden. Das
Ge=
ſamtthema der Bibelwoche lautet: „Die Gerechtigkeit Gottes”.
Die Vortragswoche ſchließt am Sonntag, dem 23. September mit
dem Jahresfeſt der Evangeliſchen Stadtmiſſion. Feſtgottesdienſt
vormittags in der Stadtkirche. Nachfeier im Vereinshaus.
— Jahn 1875 Darmſtadt. Unſere Mitglieder und Freunde
machen wir auf den am Samstag, dem 15 Sept um 8.30 Uhr,
beginnenden Kameradſchafts=Abend im großen Saale des
Turn=
hauſes aufmerkſam. Den muſikaliſchen Teil hat Obermuſikmeiſter
M. Weber übernommen. Konzert, turneriſche Vorführungen,
geſangliche Darbietungen und Tanz werden in ſteter
Abwechſe=
lung keine Langeweile aufkommen laſſen. Der Unkoſtenbeitrag
iſt gering.
Seite 6 — Nr. 254
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 14. September 1934
Aus der NSDAP.
Der Gauleiter.
Der Gau=Schulungsleiter.
Der Zentral=Schulungskurſus findet Samstag, den
15. September 1934, 15 Uhr nachmittags, im
Stadtverordneten=
ſitzungsſaal im Römer zu Frankfurt a. M. ſtatt.
Alle Kreisſchulungsleiter oder deren Stellvertreter ſowie die
Kreisbetriebszellen=Schulungs=Obmänner, die
Schulungsbeauftrag=
ten der Nebengliederungen der Partei und die
Ortsgruppenſchu=
lungsobmänner von Groß=Frankfurt haben zu erſcheinen.
Der Gau=Preſſeamtsleiter,
Alle rückſtändigen Tätigkeitsberichte für Auguſt ſind ſofort,
ſpäteſtens bis 15. d. Mts., einzureichen.
Die NS.=Briefe.
Alle rückſtändigen Zahlungen ſind ſofort auf Poſtſcheckkonto
Frankfurt a M. 8051 zu überweiſen.
Die nächſte, Anfang Oktober, erſcheinende Folge befaßt ſich
mit dem Thema „Aus dem Dienſt, für den Dienſt”.
Mehrbeſtel=
lungen werden in den nächſten Tagen erwartet.
Der Gauleiter macht bekannt:
Ich habe feſtgeſtellt, daß verſchiedene Behörden bei
Ablehnun=
gen von Eingaben oder ſonſtigen unangenehmen Schreiben ſich auf
Anordnungen des Gauleiters beziehen. Keine Behörde hat das
Recht, ſich auf den Gauleiter zu berufen. Ich bitte, mir zukünftig
alle Schreiben zuzuſenden, in denen derartige Ausführungen
ent=
halten ſind.
Der Kreisleiter.
Ortsgruppe Gutenberg.
Am Freitag abend 8.15 Uhr pünktlich, findet im Reſtaurant
Pfeil, Ecke Kranichſteiner= und Wenckſtraße, eine Sitzung der
Poli=
tiſchen Leiter ſtatt.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Schloßgarten.
Die Spenden des Lebensmittel=Opferringes werden nicht wie
bekanntgegeben, am Mittwoch und Donnerstag abgeholt, ſondern
am Montag und Dienstag nächſter Woche.
Deutſche Arbeitsfront — NS. Hago.
Nochmals die Fragebogen: Zur Umorganiſation der
Be=
triebsgruppen in die Deutſche Arbeitsfront iſt die Ausfüllung der
Segenwärtig zur Verteilung gelangenden Fragebogen unbedingt
erforderlich! Wie uns von den damit beauftragten Amtswaltern
berichtet wird, ſtoßen dieſelben in ſehr vielen Fällen auf
Schwie=
rigkeiten. Es fallen Aeußerungen von Mitgliedern, die den Sinn
und Zweck der Deutſchen Arbeitsfront noch nicht erfaßt haben.
Zum Aufbau des Staates können wir Nörgler und Ich=
Menſchen nicht gebrauchen, für ſie iſt in den Reihen der
Volks=
gemeinſchaft kein Platz!
Die Anweiſung des Stabsleiters der PO. Deutſche
Arbeits=
front, Pg. Dr. Ley, iſt nicht zum Vergnügen ergangen, und
Pflicht unſerer Mitglieder iſt es, die Amtswalter bereitwilligſt
zu unterſtützen und ihnen ihre Arbeit nicht zu erſchweren.
Be=
denke jeder, daß außer dieſer enormen Arbeit, welche die
Amts=
walter für die Deutſche Arbeitsfront ehrenamtlich leiſten,
ebenfalls ihr Geſchäft zu verſehen haben!
Dieſe gegebene Tatſache muß jedes Mitglied berückſichtigen
und dafür Sorge tragen, daß die Angelegenheit ſchnellſtens
er=
ledigt wird, denn die Fragebogen ſollen bereits am 15. September
1934 eingeſammelt und abgeliefert werden.
Die Deutſche Arbeitsfront erfüllt keinen Selbſtzweck, ſondern
iſt die Gemeinſchaft, die unſer Führer Adolf Hitler zum Wohle
des geſamten deutſchen Volkes geſchaffen hat. — In dieſem Sinne
darf es nur eines geben, und das heißt, „ſich einzureihen und
mitzuarbeiten”. Heil Hitler!
Kr. NS. Hago=Amtsleitung.
NS.=Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Stützkunkt II, Beſſungen.
Am 15 September 1934, abends 8 Uhr. findet im Lokale
Debus. Nachfolger Unger Ludwigshöhſtraße, eine
Mitglieder=
verſammlung ſtatt. Es iſt Pflicht der Kameraden und
Kameraden=
frauen, zu dieſer Verſammlung zu erſcheinen.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Schon wieder verhandelte die Große Strafkammer
am Mittwoch gegen einen Zuhälter. Der 27jährige Heinrich
D. von hier lebte von dem Geld, das ſeine Frau „verdiente‟. Er
behauptet zwar in der Verhandlung, die gegen ſeinen Wunſch vor
aller Oeffentlichkeit ſtattfand, er habe anfangs überhaupt nichts
von dem Beruf ſeiner Frau gewußt, und ſei, als er es erfahren,
immer dagegen vorgegangen. Die Beweisaufnahme ergibt jedoch,
daß er ſeine Frau in jeder Beziehung unterſtützte, und das
Ge=
richt iſt daher der Auffaſſung, daß hier eine ganz gehörige Strafe
vonnöten ſei, um das Zuhälterneſt hier ein für allemal
auszu=
räuchern und erkennt auf zweieinhalbJahreZuchthaus.
Es werden ihm außerdem die bürgerlichen Ehrenrechte
auf fünf Jahre aberkannt. Der Mann nimmt das
Ur=
teil ohne weiteres an.
Das Bezirksſchöffengericht verurteilt den 25jährigen
Georg B. wegen eines ſchweren und eines verſuchten
Dieb=
ſtahls, im wiederholten Rückfall, und wegen eines Betrugs
zu 2 Jahren und 4 Monaten Zuchthaus. B. war mit
einem Nachſchlüſſel in die Wohnung eines älteren Fräuleins
ein=
gedrungen und hatte dort ein Wertpavier und Schmuck geraubt.
Bei einem zweiten Mal wurde er erwiſcht. Bei einem bekannten
Fahrradhändler hatte er ſich mit der Behauptung, er ſei in Arbeit
und werde von ſeinem Lohn pünktliche Raten zahlen, ein Fahrrad
erſchwindelt. Der Angeklagte iſt ſchon ganz erheblich vorbeſtraft
und das Gericht konnte ihm deswegen mildernde Umſtände nicht
mehr zubilligen. Von Sicherungsverwahrung wird noch einmal
abgeſehen.
Es ſteht dann eine ſauberes Früchtchen, ein knapp 18=
Jähriger, vor dem Richtertiſch. Bruno G. hat mit ſeinen vielen
dummen Streichen ſeinen Eltern ſchon manche Sorge bereitet.
Schon vor etlicher Zeit mußte er das Gymnaſium deshalb
verlaſ=
ſen, und immer wieder muß er ſich an fremdem Gut vergreifen.
In der Schule holte er ſich eines Tages ein Fahrrad, und fuhr
da=
mit nach Erfelden, wo er ſich aus einem Schuppen ein Faltboot
nahm und damit ſpazieren fuhr. Zum Glück wurde er auch erwiſcht.
und es ſtellten ſich noch eine Reihe anderer Sächelchen heraus. So
hatte er in der Schule Mäntel geholt, um ſie anzuziehen, aus dem
Lehrerzimmer hatte er Schulbücher entwendet und ſie verkauft,
von einem Bekannten hatte er mit deſſen Ausweis einen
Wochen=
lohn abgehoben und an die Polizei hatte er einen Brief mit
einem falſchen Namen geſchrieben. Bruno hat 100 Ausreden, will
und will nichts zugeben Man vermutete anfangs, daß er
geiſtes=
krank ſei, und in eine Anſtalt müſſe. Aber die Aerzte ſtellten feſt,
daß er zwar Pſychopath und verwahrloſt ſei, aber keineswegs
un=
verantwortlich. Das Gericht erkennt infolgedeſſen wegen aller
die=
ſer Straftaten auf eine Geſamtſtrafe von einem Jahr
und vier Monaten Gefängnis.
Bereins= und lokale Beranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Muſikverein. Unter Leitung von Chordirektor Wick
findet heute Freitag Herrenprobe, und am Montag, den 17.,
Damenprobe zu den „Jahreszeiten” ſtatt.
Vereinigung ehem 6ler Artilleriſten. Die
Fahnenweihe des Artillerie=Vereins Offenbach findet nunmehr
am Sonntag dem 16. d. M., in der Goetheturnhalle zu
Offen=
bach ſtatt. Wir fahren mit Sonntagskarte ab Hauptbahnhof 3,14
(15,14) Uhr nachmittags. Rege Beteiligung erwünſcht.
Unſer die Deutſchen, wo immer ſie wohnen.
Eins iſt das Volk der hundert Millionen!
Darmſtädker, bekennk euch zu eurem Volk und beſucht
uns seit der drarſchen Schule and 104 9.
Das Siedlungswerk im Gau Heſſen=Naſſau.
Das Heimſtättenamt Heſſen=Naſſau prüft zur Zeit die
Mög=
lichkeit, im Gau Heſſen=Naſſau Siedlerſtellen zu errichten. Zweck
der Siedlung iſt es, dem Arbeiter eine Verbeſſerung ſeiner
Lebens=
haltung zu ermöglichen bzw. ihn widerſtandsfähiger gegen
Kurz=
arbeit oder vorübergehende Erwerbsloſigkeit, d. h. kriſenfeſt zu
machen.
Bei dem herrſchenden Kapitalmangel und bei der großen
An=
zahl von Bewerbern iſt es nicht möglich, überall im Gau Heſſen=
Naſſau ſofort mit dem Bau zu beginnen. Vielmehr werden
zu=
nächſt die Notgebiete berückſichtigt.
Wer für die Siedlung geeignet iſt, ſollte ſich aber ſchon jetzt
beim Heimſtättenamt Heſſen=Naſſau vormerken laſſen.
Siedlungs=
bewerber erhalten koſtenlos den Siedlerfragebogen A, wenn ſie
folgende Bedingungen erfüllen:
1. Geſundheit, deutſche Abſtammung. Alter nicht über 55 Jahre,
tüchtige Frau, geordnetes Familienleben, möglichſt viele
ge=
ſunde Kinder.
2. Erfahrung in Gartenbau und Kleintierzucht.
3. Feſtes Arbeitsverhältnis, Stammarbeiter (auch Kurzarbeiter)
in ſicherer Stellung.
4. Mindeſtens etwa 1000 Mark Bargeld. Je größer das
Eigen=
kapital, deſto ſchneller ſchuldenfreie Eigentümer! Ein Teil
des Kapitals kann durch Selbſthilfearbeit erſetzt werden.
Beſonders Punkt 3 iſt wichtig, denn nur wenn ſich ein
Arbei=
ter in feſter Stellung befindet und damit der pünktliche Eingang
der Zins= und Tilgungsraten garantiert iſt, ſind die großen
Finanzinſtitute bereit, den erforderlichen Kredit zur Verfügung
zu ſtellen. Die Siedlerkredite werden nicht vom Staat, ſondern
vom freien Kapitalmarkt (Banken, Sparkaſſen etc.) aufgebracht,
und müſſen deshalb abſolut geſichert ſein. Es iſt deshalb in der
Regel nicht mehr möglich, Erwerbsloſe anzuſiedeln, vielmehr
müſſen die Siedler über feſtes Einkommen verfügen. Da die
Arbeitsbeſchaffungsmaßnahmen der Regierung fortgeſetzt werden,
iſt mit weiterer Senkung der Erwerbsloſenziffern zu rechnen, ſo
daß auch ein heute noch Erwerbsloſer nicht von der ſpäteren
An=
ſiedlung ausgeſchloſſen iſt, ſofern er auch ſonſt die nötige Eignung
beſitzt. Wichtig iſt, daß der Siedler nur für den eigenen Bedarf
wirtſchaftet. Auf keinen Fall darf er ſeine Erzeugniſſe verkaufen,
denn die Erzeugung für den Markt iſt Sache der Bauern.
Wie wird nun eine ſolche Siedlung ausſehen?
Die Hauptſache iſt nicht etwa das Haus, ſondern der Stall
und der Garten. Das Haus iſt der zehrende Teil der
Siedler=
ſtelle, Stall und Garten dagegen iſt der mehrende Teil.
Der Garten wird von Fachleuten geplant und betreut. Der
Gartenfachmann des Heimſtättenamtes ſorgt dafür, daß von
An=
fang an alle neueſten Erfahrungen zugunſten des Siedlers
aus=
genutzt werden (Lage des Gartens zur Himmelsrichtung,
Schatten=
wirkungen, Verhältnis zwiſchen Obſt=, Gemüſe=, Beeren= und
Futterpflanzen=Anbau, Aufteilung der Bepflanzung, Ziergarten=
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 13. Sept. Feuerſchutzwoche. In der
Zeit von Montag, den 17. September, bis Sonntag, den 23.
Sep=
tember, findet die Feuerſchutzwoche ſtatt. Die Leitung hat die
NS. Volkswohlfahrt übernommen. Zur Durchführung der Woche
wurde ein Ausſchuß gebildet, deſſen Vorſitz der
Ortsgruppenamts=
leiter der NSV., Herr Beigeordneter Zeidler, führt. Beteiligt
ſind die Freiwillige Feuerwehr, die Sanitätskolonne, der
Luft=
ſchutz, die SA. und die Polizei. Da im Rahmen der
Feuerſchutz=
woche Kontrollen durchgeführt werden, wird die Bevölkerung
darauf hingewieſen, ſchon heute ihre Dachböden, Keller= und
ſon=
ſtigen Lagerräume von jeglichem Gerümpel zu ſäubern. Für noch
brauchbare entbehrliche Gegenſtände wie alte Betten,
Kinder=
wagen, Kinderſpielzeug, Kleidungsſtücke uſw. wird die NS.
Volks=
wohlfahrt recht dankbar ſein, da ſie mancherlei Not armer
Volks=
genoſſen damit lindern kann. — Verkehrsunfall. Daß
Kinder auf der Hauptverkehrsſtraße, der Darmſtädter Straße, nicht
vorſichtig genug ſein können, beweiſt ein Verkehrsunfall, der ſich
geſtern morgen ereignete. Ein ſechsjähriger Knabe lief aus
Angſt vor anderen Kindern, die ihm nachſtellten, über die Straße
und in ein gerade vorüberfahrendes Auto. Der Junge trug einen
doppelten Schenkelbruch und Verletzungen, am Kopf davon, die
ſeine ſofortige Verbringung ins Krankenhaus notwendig machten.
Erſt am letzten Freitag war ein vierjähriges Mädchen in der
Darmſtädter Straße in ein Auto gelaufen, das ebenfalls ins
Krankenhaus eingeliefert werden mußte.
J. Griesheim, 13. Sept. Kundgebung am „Tag des
deutſchen Volkstums” im Hofe der Adolf=Hitler=Schule.
Der Träger dieſer Veranſtaltung iſt in ganz Deutſchland der
VDA., Volksbund für das Deutſchtum im Ausland, der ſchon ſeit
Jahrzehnten für den volksdeutſchen Gedanken kämpft. PO. und
Schule rufen die hieſigen Volksgenoſſen auf, ſich als echte
Natio=
nalſozialiſten an der großen Kundgebung zahlreich zu beteiligen.
Maſſenchöre der hieſigen Geſangvereine, Sprechchöre von
Schul=
klaſſen, Anſprachen, gemeinſame Lieder werden ein machtvolles
Bekenntnis zum Tag des deutſchen Volkstums und der deutſchen
Schule ablegen. — Hohes Alter. Seinen 90. Geburtstag
begeht am Freitag (14. September) unſer älteſter Ortsbürger,
Herr Jakob Rotenberger 2., Bahnhofſtraße 11. Herr Rotenberger
befindet ſich trotz ſeines hohen Alters in einer ſelten geiſtigen
und körperlichen Friſche. Wir gratulieren dem ehrwürdigen
Greiſe zu ſeinem Geburtstage und wünſchen ihm weiterhin einen
ſonnigen Lebensabend
Ek. Pfungſtadt, 13. Sept. Goldene Hochzeit. Am
Freitag, den 14. September, begehen die Eheleute Chriſtian Meid
und Eliſabethe, geb. Ruckelshauſen. Hillebergſtr. 13, das ſeltene Feſt
der Goldenen Hochzeit. Der Jubilar iſt 77 und die Jubilarin
69 Jahre alt.
Ar. Eberſtadt, 13. Sept. Rückkehr der
Nürnbergfah=
rer. Nachdem in den vorletzten Tagen verſchiedene Teilnehmer
der NSDAP.=Gliederungen von ihren jeweiligen Tagungen
an=
läßlich des Parteitages in Nürnberg zurückgekehrt waren, trafen
nun auch am Mittwoch abend die letzten 26 Teilnehmer der SA.=
Formation ein. Sie wurden, allgemein begrüßt, von dem
Spiel=
mannszug nach dem Marktplatz geleitet, wo durch ein Sieg=Heil
auf den Führer die Feier endigte. — Die NS.=Hago berief ihre
Mitglieder am Montag zu einer Verſammlung in das Gaſthaus
„Zum Darmſtädter Hof”, woſelbſt der Führer der NS.=Hago
Eber=
ſtadt, Weißbindermeiſter Wilh. Kirſchner, über Entſtehung.
Fort=
gang und nunmehrige Eingliederung in die Deutſche Arbeitsfront
referierte. Zugleich wurden die Mitglieder ermahnt zur
tatkräf=
tigen Mitarbeit anläßlich der Umgruppierung, um eine glatte
Durchführung zu ermöglichen. —
Kinderlandverſchik=
kung. Um die in den nächſten Wochen im Gau Heſſen der NS.=
Volkswohlfahrt eintreffenden Saarkinder auch in Eberſtadt zum
Teil unterzubringen, bittet die hieſige Ortsgruppe der NSV. um
bereitwillige Zuweiſung von Quartieren.
Eb. Nieder=Beerbach, 13. Sept Auszeichnung von
Feuerwehrleuten. Die Mitglieder der hieſigen
Freiwilli=
gen Feuerwehr Jakob,Fertig, Karl Fiſcher und Georg
Lud=
wig Guſtav Schwinn wurden mit dem Heſſiſchen Feuerwehr=
Ehrenkreuz ausgezeichnet.
anlage, Dünger= und Kompoſtwirtſchaft, Bodenpflege). Die
Gar=
tenfläche ſoll etwa 800 Quadratmeter betragen, doch ſoll der
Sied=
ler die Möglichkeit haben, zuſätzliches Land in der Nähe zu pachten.
Ebenſo wie der Garten erfährt auch die Kleintierhaltung die
beſondere Beachtung des Heimſtättenamtes, zu deſſen Arbeitsſtab
ein Kleintierfachmann gehört. Ebenſowenig wie die
Garten=
erzeugniſſe ſind die Tiere und deren Produkte, für den Verkauf
beſtimmt, mit Ausnahme der evtl. Fellverwertung. Zweck der
Kleintierhaltung iſt die reichlichere Verſorgung der Siedlerfamilie
mit Milch, Fleiſch und Eiern ſowie eine Sicherſtellung der
Garten=
düngung. Das Heimſtättenamt beſtimmt den Umfang der
Tier=
haltung, die Auswahl der Raſſen, die Anlage und den Ausbau
der Stallungen hinſichtlich Größe, Hygiene, Licht, Luft,
Lagerungs=
möglichkeiten für Futtervorräte uſw.
Wird die Siedlung größer, ſo erhält ſie einen Lehrſiedler, der
die Betreuung und Schulung der Siedler übernimmt und ſie mit
Saatgut und Zuchtmaterial verſorgt.
Das Haus wird je nach den Geldmitteln, die der Siedler
auf=
bringen kann, einfacher oder koſtſpieliger ausgeführt werden
kön=
nen. Wenn die Mittel des Siedlers beſchränkt ſind, muß er ſich
mit einem einfachen Bau begnügen. Bei der herrſchenden
Kredit=
not iſt es nicht möglich, irgendwelche Luxusanſprüche zu
finanzie=
ren, vielmehr muß ſich jeder Siedler nach ſeiner Decke ſtrecken.
Im Erdgeſchoß des Siedlerhauſes befindet ſich außer dem
Kleintierſtall eine geräumige Wohnküche, ſowie 2 Zimmer, im
Dachgeſchoß ſind eine oder zwei Kammern, ſowie ein Futterboden
vorgeſehen. Das Haus iſt ganz unterkellert.
Wie die bauliche Planung der nationalſozialiſtiſchen Siedlung
vom Menſchen ausgeht und weitgehend auf die beſonderen
Ver=
hältniſſe der einzelnen Siedlerfamilie einzugehen verſucht, ſo wird
auch die monatliche Belaſtung des Siedlers nicht
höher ſein, als er ohne Einſchränkung ſeines Lebensſtandards
auf=
bringen kann. In der Regel wird der fünfte Teil des
monatlichen Bruttoeinkommens als tragbare Zins=
und Tilgungsrate angenommen.
Zum Schluß noch eine eindringliche Warnung an
alle Siedlungsanwärter: Glaubt nicht, daß das Leben
aufder Siedlung leicht iſt! Wer ſiedeln will, um abends
in ſeinen Blumengarten ſitzen zu können, macht ſich falſche
Vor=
ſtellungen über die Mühe und Arbeit des Siedlerlebens. Wer
jedoch das Zeug dazu hat, mit eigener Kraft und in harter Arbeit
wieder Verbindung zu bekommen mit dem deutſchen Boden, der
ſoll nach dem Willen des Führers einen Teil dieſes Bodens zu
Eigentum bekommen, und der kann auch erwarten, daß es ihm
gelingen wird, die Ernährungsgrundlage und den
Geſundheits=
zuſtand der Familie ſicherzuſtellen und zu beſſern.
Bewerber, welche die oben erwähnten Bedingungen des
Reichsheimſtättenamtes erfüllen, fordern Siedlerfragebogen 4 an
beim Heimſtättenamt Heſſen=Naſſau, Frankfurt a. M.,
Bürger=
ſtraße 69/77.
43. Deuſſcher Wandertag zu Plauen im Bogkland.
Der Reichsverband deutſcher Gebirgs= und
Wandervereine, der heute ſämtliche 50 deutſchen Gebirgs=
und Wandervereine mit über 250 000 Mitgliedern umfaßt, und
der vom Deutſchen Wanderführer, Prof Dr. Werner in
Darm=
ſtadt, geleitet wird, veranſtaltet in den Tagen vom 21. bis 25,
September ſeinen diesjährigen (43.) Wandertag zu Plauen im
Vogtland. Aus allen Gauen des deutſchen Vaterlandes werden
Vertreter nach dem Vogtland eilen zu ernſten Beratungen und zu
freudigem Bekenntnis zum deutſchen Wandergedanken. Die
Wan=
derfreunde aus der Mark und der Heide, von Rhein und Elbe
vom Sauerland und der Schwäbiſchen Alb, von der Saar, und
Pfalz, vom Schwarzwald, Odenwald Vogelsberg, aus Speſſart,
Rhön, Weſterwald, Taunus, aus Frankenland, Fichtelgebirge,
Bayern=, Franken= und Steigerwald, aus Thüringen, Eifel,
Huns=
ruck, aus den Sudeten, dem Rieſengebirge, aus Erzgebirge,
ſäch=
ſiſcher Schweiz und Lauſitz, aus den heſſiſchen Gebirgen, aus dem
Werratal und wo immer ſie auch herkommen mögen, werden mit
den Vertretern der ſächſiſchen Wanderverbände eine geſchloſſene
Front der deutſchen Wanderer bilden.
Gerade im Dritten Reiche Adolf Hitlers kommt den
Wander=
verbänden eine erhöhte Bedeutung zu. Haben ſie doch die Aufgabe
die deutſchen Mittelgebirge durch Anlage und Erhaltung farbiger
Wegbezeichnungen, Herausgabe von Karten, Führern, Erbauung
und Inſtandhaltung von Ausſichtstürmen, Unterkunftshäuſern
Schutzhütten, Raſtplätzen u. dergl. dem Wanderer zu erſchließer
und vor allem die Maſſen unſeres Volkes in beſinnlicher
Wande=
rung hinauszuführen zu dem Urquell der Kraft, in die herrliche
Gottesnatur, damit ſie dort neue Stärke und neuen Mut finder
für den aufreibenden Kampf des Alltags. Darüber hinaus erfüller
die Wandervereine, die dem Amt 20 des Reichsbundes für
Leibesübungen angehören, die hohe nationale Aufgabe
durch Erwandern der Heimat ihre Mitglieder immer wieder zu:
Heimat= und Vaterlandsliebe zu erziehen und die große, wahre
Volksgemeinſchaft in ihren Reihen zu pflegen.
Der Verband vogtländiſcher Gebirgsverein
als feſtgebender Verein hat alle Vorbereitungen getroffen, ſein=
Gäſte würdig zu empfangen. Am 21. September treffen die Ta
gungsteilnehmer in Plauen ein. Zu ernſter Arbeit verſammelt ſie
der 22. September, Sitzungen des Führerrates und der anweſen
den Schriftleiter der Vereinszeitſchriften und Einzelbeſprechunger
füllen den Vormittag aus, am Nachmittag iſt die geſchäftlich
Sitzung mit reicher Tagesordnung und Vorträgen über die
Technik des Wanderns, über Natur= und Heimatſchutz und der
Stand des Jugendherbergswerks. Der Begrüßungsaben!
im „Prater” hat die Form eines Heimatabends und wird
vo=
allem die Muſikfreudigkeit der Vogtländer zeigen. Am 23. Sep
tember wird eine Ausſtellung im Heimatmuſeum eröffnet. die
eine umfaſſende Schau der Schönheiten der deutſchen Mittelgebirg
bringt, danach iſt die öffentliche Hauptverſammlung und
anſchließend eine öffentliche Kundgebung auf dem Alt
markt, zu der die ſächſiſchen Wanderer aufmarſchieren werden. De=
Nachmittag des 23. September iſt einem Ausflug nach Jocketa vor
behalten. Am Montag, den 24. September, ſchließt eine Fahrt mi
Großkraftwagen, unterbrochen durch kürzere Wanderungen, di
Tagung ab und zeigt den Gäſten aus Deutſchland die Schönheiter
des Vogtlandes. Vom 25. September ab beſteht die Möglichkeit zu
Wanderungen in das Erz= und Fichtelgebirge, nach dem Franken
und Thüringerwald, oder zu einem Beſuch der deutſchen Stad
Eger. Es ſteht heute ſchon zu erwarten, daß die ganze Tagnug er
neut Zeugnis ablegen wird für die Sieghaftigkeit und Stärke de
Dr. Götz.
deutſchen Wanderſache.
Er Eppertshauſen, 13. Sept. Schießſtandeinweihung
Der Wunſch des hieſigen Schützenvereins „Tell”, einen eigener
Schießſtand zu beſitzen, iſt nunmehr zur Wirklichkeit geworden
Durch das Entgegenkommen der Forſtbehörde wurde dem Verei,
zur Anlage des Standes im Walde an der Straße nach Hergers
hauſen, unweit des Ortes, geeignetes Gelände zur Verfügun.
geſtellt. Durch die tatkräftige, uneigennützige Mithilfe der Ver
einsmitglieder kam in mehrwöchiger Arbeit eine muſtergültig
Anlage zuſtande. Am vergangenen Sonntag wurde nun de
Schießſtand mit einem Schützenfeſt ſeiner Beſtimmung übergeben
Zahlreiche Vereine der Umgebung beteiligten ſich an dem hierbe
ſtattfindenden Preisſchießen. Am Abend trafen ſich die Vereins
mitglieder in den Räumen der Brauerei Braunwarth zu einen
gemütlichen Beiſammenſein.
Ey. Reinheim, 13. Sept. S A.=Sportprüfungen. Au
dem hieſigen Sportplatz unterzogen ſich am vergangenen Sonnta
60 SA.=Reiter des Reiterſturmes 4/50 der Gruppe Leibesübunger
der Prüfung für das SA.=Sportabzeichen. Die Leiſtungen de
zum Teil untrainierten SA.=Reiter waren recht zufriedenſtellend
beſonders im 3000=Meter=Lauf wurden ſehr gute Zeiten gelaufen
Die Prüfung wurde von den Lehrſcheininhabern Maul (Groß
Umſtadt) und Schmitt (Eppertshauſen) abgenommen.
Cf. Birkenau, 13. Sept. Ferienkinder. Geſtern kamei
wieder eine Anzahl Ferienkinder hier an, die durch den Amtsleite
der NS.=Volkswohlfahrt Ortsgruppe Birkenau, Bürgermeiſte
Adam Jakob, am Bahnhof begrüßt wurden. Zum Empfang warer
noch die Jungmädels vom BdM. aufmarſchiert. Die Kinder, di
aus der Hanauer Gegend ſtammen, ſind zum Teil hier und zun
Teil in den zur Ortsgruppe gehörigen Nachbarorten untergebracht
Fa. Alsbach i. d. B., 13. Sept. Dem hier wohnhaften Metall
former Georg Plößer 4. wurde dieſer Tage von der Deutſcher
Arbeitsfront ein geſchmackvolles Ehrendiplom ausgehändigt, al=
Anerkennung für ſeine 25jährige Zugehörigkeit zum Deutſcher
Metallarbeiterverband.
Hähnlein, 13. Sept. Am letzten Sonntag fand in Hähnlein
83. Jahresfeſt des dortigen Knabenerziehungsheims ſtatt. Wie
ährlich, nahm die Bevölkerung an der Feier einen ſtarken und
igen Anteil. Der Feſtgottesdienſt wurde durch Mitwirkung
Poſaunenchors von Hähnlein ſowie des Knabenchors des
Hei=
verſchönt. Als Feſtprediger ſtellte Direktor Pfarrer
Röh=
ht, der Führer des Landesvereins für Innere Miſſion fur
ſen=Naſſau, die Arbeit der milden Stiftung an den
gefähr=
n Knaben ernſt und eindringlich unter das Wort Gottes.
ſe Arbeit habe zum Ziele: „Daß keines verloren gehe‟. — An
Gottesdienſt ſchloß ſich ein gemeinſamer Kaffee im Heime, wo
Vorſitzende des Vorſtandes der milden Stiftung, Vizepräſident
Dahlem, eine Anſprache hielt. Er ſprach von der großen
antwortung, deren ſich der Vorſtand der Stiftung und die ſonſt
Werke Stehenden für die ihnen anvertrauten Knaben bewußt
i, und bezeichnete als Aufgabe der im Heim geleiſteten
Er=
ung, den Knaben eine Grundlage zu geben, daß ſie im Leben
ehen könnten, rechte Chriſtenmenſchen werden und nicht zuletzt.
als gute Deutſche bewährten. — Im Hofe des Anweſens
fan=
danach Wettkämpfe und Spiele der Jugend mit
Preisver=
ung ſtatt, die durch eine kurze vaterländiſche Anſprache mit
enken an den heimgegangenen Reichspräſidenten von
Hinden=
g und einem Sieg=Heil auf unſeren Führer mit anſchließen=
Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied eingeleitet wurden. —
ganzen Veranſtaltungen nahmen einen ſchönen und
harmoni=
i Verlauf. Als beſondere Gäſte nahmen an dem Feſte teil:
r Dekan Zaubitz vom Dekanat Zwingenberg, Vertreter der
rerſchaft, des Gemeinderats und des Kirchenvorſtandes.
Reichsſchulungswoche der Bezirksjugendleiter
der Reichsbetriebsgemeinſchaft „Druck”.
Offenbach a. M., 12. Sept. Die an der Kunſtgewerbeſchule
inbach a. M. vevanſtaltete Reichsſchulungswoche der
Bezirks=
ndleiter der Reichsbetriebsgemeinſchaft 8 „Druck” fand bei
fer Beteiligung aus dem ganzen Reich durch eine Rheinfahrt
Beſichtigung des Gutenberg=Muſeums in Mainz ihren
Ab=
iß. Bei den unter Leitung des Reichsjugendleiters Andreas
gratz ſtattgefundenen Schulungskurſen ſprachen in Vorträgen
Pgg. Bold, Coler, Kauffmann, Langer, Reißig, Oertel und
gratz=Berlin zu weltanſchaulichen und beruflichen Fragen,
rend die Kunſtgewerbeſchule Offenbach mit ihren Kräften
Pro=
er Dr. Eberhardt, Profeſſor Engel, Profeſſor Meyer und
Gra=
er Hans Kühne die künſtleriſche und handwerkliche Schulung
Hand einer Ausſtellung ihrer Fachklaſſen, ergänzt durch Beſuche
Induſtrieunternehmungen und des Deutſchen Ledermuſeums,
hzuführen hatte.
„Btaune Meſſe — Deukſche Woche” und
„Schwimmende Braune Meſſe‟
in Mainz vom 15. bis 23. September.
land.
Mainz. 12. Sept. Wie bereits mitgeteilt, findet in Mainz in
Stadthalle vom 15. bis 23. September 1934 unter Beteiligung
Mainzer Handwerks des Einzelhandels, der
Landesbauern=
ft mit allen ihren Abteilungen ſowie ferner in Verbindung
der NS.=Frauenſchaft eine „Braune Meſſe — Deutſche Woche‟
I, die, ſoweit aus ihren Vorbereitungsarbeiten erſichtlich iſt,
wirkungsvolle Schau deutſcher Hand= und Geiſtesarbeit zu
den verſpricht. Zu gleicher Zeit wird die „Schwimmende
une Meſſe” in Mainz ankern. Ihr ſieht man im Hinblick auf
ſeither einzig daſtehende Erfolgsfahrt auf dem Rhein mit
be=
erem Intereſſe und verſtändlicher Spannung entgegen.
Da=
ſch, daß den beiden Gemeinſchaftsveranſtaltungen, die vom
In=
rgel it für Deutſche Wirtſchaftspropaganda Landesbezirk II, Köln=
Vitz, veranſtaltet werden, allſeitig weitgehendſte Unterſtützung
il wird, dürften ſie zweifellos zu einem beſonderen Ereignis
Mainz ſich geſtalten.
Em, Heppenheim a. d. B., 13. Sept. Feldbereinigung
iklärungsvortrag. Auf Veranlaſſung der einheimiſchen
ugskommiſſion der Feldbereinigung hielt Herr Vermeſſungs=
Atzbach=Darmſtadt vom Feldbereinigungsamt Starkenburg
en Vortrag über die Abſchätzung der Grundſtücke, ſowie über die
fſtellung der Wunſchzettel für die Zuteilung der neuen
Grund=
ke. Eine rege Ausſprache klärte die letzten Bedenken. Von der
n eckmäßigkeit und Notwendigkeit ſowie der richtigen
Durchfüh=
eᛋ gder Feldbereinigung dürften die Grundſtückseigentümer
nun=
errliche zr überzeugt ſein. — Weinleſe. Die allgemeine Weinleſe in
den Gemarkung beginnt am Dienstag, den 18. September. Sie
erfüllen det drei Wochen früher als letztes Jahr ſtatt. — Zu Grabe
des füt tragen wurde am Sonntag Frau Marie Wiegand, geb. Keß=
Aufgabe! Witwe des vorigen, langjährigen Bürgermeiſters Anton
Wie=
ſjieder zur d. Die Verſtorbene ſtand im 83. Lebensjahr und verbrachte
wahrg en Lebensabend im hieſigen Vinzenzkloſter.
D. Biblis, 11. Sept. Rheiniſcher Ausflug der
Mö=
reine lfabrik Barth. Die bekannte Möbelfabrik Joh. Barth,
ſeine blis, unternahm mit ihrer geſamten Belegſchaft einen
Omnibus=
ſie Ta4 fflug nach Koblenz. Die muntere Reiſegeſellſchaft, in der
Be=
melt ſit ebsführer, Angeſtellter und Arbeiter im Sinne unſerer heutigen
nweſent it im beſten Einverſtändnis ſchöne Stunden in Koblenz und den
ſchungen rlichen Rhein= und Weinſtädtchen verbrachten, beſuchte zum
ftliche luß noch die große Ausſtellung in Rüdesheim, woſelbſt auch die
über die ſbelfabrik Joh. Barth, Biblis, mit ihren Fabrikaten vertre=
und den war.
zabenl Viernheim, 13. Sept. Schwerer Autounfall. Am
ſird voh hen Mittwoch morgen rannte ein Auto, das von dem Sohn des
z, Sen”. Bläß geſteuert wurde und in dem noch drei junge Leute ſaßen,
ſnet. di8 ſen die Mauer der alten Kirche, überſchlug ſich und begrub die
lgebirge ſaſſen unter ſich. Sie wurden mit zum Teil ſchweren
Ver=
ng ung ungen unter dem Auto hervorgeholt und nach Anlegung von
All tverbänden in das Krankenhaus gebracht.
Ex. Bürſtadt, 12. Sept. Pfalzwanderung des
Oden=
j1Idklubs. Die hieſige Ortsgruppe des Odenwaldklubs
unter=
m am Sonntag eine Nachmittagswanderung in die ſonnige
alz mit dem Ziel Bad=Dürkheim, unter Führung von Dentiſt
„tter und Zintel ſowie in Begleitung des Kluborcheſters. Die
ſtglieder verlebten einige gemütliche Stunden. — Die hieſige
eisgruppe veranſtaltete am Sonntag einen Jungflug ab Hün=
1) mit 150 Klm., zu welchem die Kreisgruppe zirka 500 Tjere
etzt hatte. Bei mäßiger Fernſicht und leichtem Südweſtwind
rden die Jungtiere um 12 Uhr geworfen und traf die erſte
eistaube bereits wieder um 2.44 Uhr hier ein, was einer
Flug=
chwindigkeit von zirka 1000 Meter pro Minute entſpricht. Die
rigen Tauben folgten in kurzen Abſtänden, und waren die
aus=
etzten Preiſe bis gegen 3 Uhr bereits vergriffen. Am Abend
ren faſt ſämtliche Tauben zurück und ſind keine Verluſte zu
be=
gen. Der nächſte und zugleich der letzte Flug findet am
kom=
nden Sonntag ab Gerſtungen mit 180 Klm. ſtatt. — Der
Turn=
ein hielt am Sonntag abend in der Turnhalle eine
Mitglieder=
ſammlung ab. die einen guten Beſuch aufwies und der
Vereins=
ſrer, Herr Lehrer Fiſcher zunächſt einen Vortrag über
Hinden=
rg. Vater Jahn und Moltke hielt. Ein weiterer Vortrag über
F deutſchen Geiſt von Potsdam, referiert von Pg. Zintel. folgte
nn. Im weiteren wurde bekanntgegeben, daß im Oktober eine
m milienfeier abgehalten werden ſoll, und wurde gleichzeitig ein
turnen in Ausſicht geſtellt.
e. Bad=Wimpfen, 13. Sept. Zuſammenſtoß. Auf dem Weg
ſeiner Arbeitsſtätte nach Neckarſulm ſtieß der 31 Jahre alte
nſt Neff von hier mit ſeinem Motorrad an der Wehrbrücke des
ckarkanals mit einem Lieferwagen zuſammen. Neff wurde mit
z. nem Rade zur Seite geſchleudert. Schwerverletzt mußte er ins
ankenhaus Neckarſulm gebracht werden. — Dienſtjubi=
Um. Aus Anlaß der Vollendung einer 40jährigen Dienſtzeit
der Führer Adolf Hitler dem Reichsbahnbetriebsaſſiſtenten
inrich Kreß von hier ein Glückwunſch= und
Anerkennungsſchrei=
nüberſandt.
Koutalo Aas daies lerz
Zamilie Dillinger zeigk ſich für Geld.
Von unſerem Korreſpondenten.
G. P. Chicago, im September.
Seit dem Tode von John Dillinger, des berüchtigten Chicagoer
Gangſters und Amerikas „öffentlichen Feindes Nr. 1” ſind bereits
mehr als drei Wochen vergangen, und noch immer machen ſeine
„trauernden Hinterbliebenen” aus dem berühmten Gangſternamen
einen Profit, indem ſie als eine Schautruppe das Land durchreiſen
und ſich für Geld zeigen laſſen. Der Verfaſſer war kürzlich in
Indianapolis bei ſolch einer Vorführung zugegen. Ort der
Hand=
lung iſt das Lyric Theater, das größte Theater der Stadt. Das
Haus iſt ausverkauft. Zuerſt hat man allerhand unbedeutende
Varieté=Nummern über ſich ergehen zu laſſen. Die Ungeduld der
Zuſchauer wächſt von Minute zu Minute. Endlich wird die „
Dil=
linger=Nummer” angezeigt. Auf der Bühne erſcheint der Vater
des verſtorbenen Gangſters, Mr. John Dillinger ſenior, deſſen
Sohn Hubert Dillinger, deſſen Tochter, Mrs. Audrey Hancock, deren
Gatte. Emmet Hancock, und ein Mr. W. C. Gilbert, der ſich als
profeſſioneller Varieté=Anſager vorſtellt und mit viel Geſchick und
echt amerikaniſcher Schnoddrigkeit die ganze „Show” leitet.
Die Vorſtellung wird mit einer Aufklärung über die
Aus=
ſprache des Namens Dillinger eröffnet. Dillinger ſenior, ein bra=
Worte „ever”; vor allem aber, bittet er, möge man das G in der
Mitte nicht wie im Namen George, ſondern weich, wie im Worte
„wing” ausſprechen. Nach dieſer Einleitung fragt der Manager
den von Gram gebeugten Vater, ob er im Leichnam des Gangſters,
der ihm vorgewieſen wurde, in der Tat ſeinen Sohn John
identi=
fiziert hätte. „Ich bin vollkommen ſicher, daß es mein Sohn iſt.
Allmächtiger, ich wünſchte er wäre es nicht.. . . entgegnet Vater
Dillinger mit bitterem Schluchzen. Und die Hälfte der
Zuhörer=
ſchaft, vor allem der weibliche Teil, ſchluchzt ergriffen mit und
greift zu den Taſchentüchern, um ſich die Tränen fortzuwiſchen.
Hiernach erzählen der Vater und die übrigen Mitglieder der
Familie über verſchiedene Streiche und Ausgelaſſenheiten des
Gangſters, die er begangen hat, als er noch ein kleiner Bub war.
Einſtimmig verſichern ſie, daß er „kein ſchlechter Junge” geweſen
wäre: er liebte Vater und Mutter und ging Sonntags brav zur
Kirche; ſpäter ſei er leider unter ſchlechte Einflüſſe gekommen. . .
Ferner berichtet Hubert Dillinger, der Bruder des Gangſters, wie
dieſer noch kurz vor ſeinem Tode ungeniert und dreiſt auf der
Dil=
linger=Farm zu einem kurzen Beſuch erſchienen wäre. Mit ihm
war ein Frauenzimmer, Evelyn Frechette, eine Kreolin, die des
Gangſters letzte Sweetheart geweſen war und ſich nun im
Gefäng=
nis von Chicago befindet. „Wir alle waren ſehr froh, John
wie=
derzuſehen,” erklärte Bruder Hubert, und die übrigen Mitglieder
nicken zuſtimmend mit dem Kopf, „er erſchien eines Tages völlig
unerwartet auf der Farm, riß die Tür auf und brüllte uns allen,
ſo wie man Kinder mit Geſpenſtern ſchreckt, ein komiſches Hu=Hu
entgegen. So war er immer Schon als Junge liebte er immer
Witze zu machen und andere Leute zu erſchrecken..” Mrs. Hancock,
die Schweſter des Gangſters die an dieſem denkwürdigen Tage
etwas ſpäter auf der väterlichen Farm erſchien, ſagt, der Gangſter
hätte ſich wenig darum gekümmert, ob die Farm von der Polizei
überwacht worden wäre oder nicht: „Er lag lang ausgeſtreckt auf
dem Sofa und las ſeelenruhig eine Zeitung. Ich war ſo glücklich,
als ich ihn ſah. Ich habe ihn doch an Mutters ſtatt gepflegt und
auferzogen, ſeit ſeinem ſiebenten Lebensjahre. Und nun werde ich
ihn nie wiederſehen.."
Mrs. Hancock weint laut, und der größte Teil des
Publi=
kums gibt durch beifälliges Murmeln und unterdrücktes
Schluch=
zen zu verſtehen, daß es der Familie Dillinger in ihrem Gram
und Kummer von Herzen mitfühlt. Beim Verlaſſen des Theaters
hört man jedoch die Leute eifrig disputieren und ſtreiten. Die
einen ſind für, die anderen gegen Dillinger. Die einen ſagen,
im Grunde genommen ſei er ein guter Menſch geweſen, er war
weichherzig, liebte Vater und Mutter und ging Sonntags in die
Kirche. Die anderen dagegen zählen die Morde und Schandtaten
auf die er begangen hat, erwähnen ſeine allgemein bekannte
Kaltherzigkeit und Grauſamkeit und nennen ihn einen der
ge=
fährlichſten Verbrecher, den es in den Vereinigten Staaten je
ge=
geben hat. Wer hat nun recht? Es gibt eine Theorie von der
„Wahrheit, die in der Mitte liegt‟. Dieſer Theorie zufolge wäre
— ein gewöhn=
John Dillinger weiter nichts geweſen, als
licher amerikaniſcher Bürger! Oder liegt die Wahrheit vielleicht
doch nicht in der Mitte?
Vom Regen in die Trauſe...
(ns) Trieſt. An der dalmatiniſchen Küſte liegt friedlich
und fruchtbar die Inſel Mljet. Aber ihre Bewohner litien
unter einer entſetzlichen Schlangenplage. Giftſchlangen, wohin
man trat. Kein Fremder getraute ſich ſchließlich mehr auf die
Inſel, und es mußte daher etwas dagegen geſchehen.
Es geſchah auch etwas: Im Regierungsauftrag lief ein
Dampfer aus Afrika die Inſel an. Er lieferte einen winzigen
Käfig ab. Elf kleine Tiere waren darin: Mungos, die
ein=
zigen Lebeweſen, die es mit den Giftſchlangen aufnehmen.
Wirklich — die Schlangenplage ließ nach. Und nach einem
Jahre gab es keine einzige Schlange mehr auf Mljet.
Aber — dafür 50, 100, 1000 und mehr Mungos. Sie
ver=
mehren ſich von Stunde zu Stunde. Mangels Schlangen fallen
ſie nun das Vieh an, freſſen die Feldfrüchte auf und vergreifen
ſich gar an kleinen Kindern. Es iſt eine unglaubliche Geſchichtc.
Was man jetzt auf Mljet ſucht? Ein Tier, das Mungos
frißt . . ."
Er will nachholen ..."
(th) New York. Als dieſer Tage der Direktor des
ameri=
kaniſchen Staatsgefängniſſes in Jefferſon City morgens ſeinen
Dienſt antreten wollte, wurde ihm in dringlichſter Angelegenheit
ein Miſter Arthur Kench gemeldet. Dem Direktor kam es ſo vor,
als habe er einmal einen Mann dieſes Namens irgendwie
kennen=
gelernt, aber er entſann ſich im Augenblick nicht mehr genau. Bis
Herr Kench eintrat: da fiel es ihm wie Schuppen von den Augen,
denn dieſer Herr war vor elf Jahren aus ſeinem Gefängnis
aus=
gebrochen und bis heute von der Polizei nicht wieder gefunden
worden —
Miſter Kench ſtellte ſich freiwillig zur Verbüßung ſeiner
da=
mals unterbrochenen Strafe, deren Reſt noch acht Jahre beträgt.
Nach ſeiner Flucht betätigte ſich Kench im Alkoholſchmuggel und
verdiente damit ſehr viel Geld. Aber nach der Aufhebung der
Prohibition mußte er, um ſo mehr, als er für Gangſtergeſchäfte
wie Entführungen und dergleichen nicht mehr elaſtiſch genug iſt,
hungern. Die Armut hat ihn nun wieder ins Gefängnis
zurück=
getrieben. „Ich bin froh”, ſagte er dem Direktor, der ihn mit allen
Anzeichen herzlichſter Freude in ſeinen vier Wänden willkommen
hieß, „wieder ein Dach über dem Kopf und die Gewißheit zu
haben, jeden Tag dreimal ordentlich zu eſſen zu bekommen. Acht
Jahre habe ich noch gut, vergeſſen Sie das bitte nicht, Herr
Direk=
tor, und dazu kommen noch zwei Jahre wegen gewaltſamen
Aus=
bruchs — ich bin demnach für die nächſten zehn Jahre
unterge=
bracht —
Maſchinengewehre nur noch gegen Fingerabdrnck
verkäuflich.
(th) New York. Die amerikaniſche Regierung hat ſoeben
eine Novelle zum bisher geltenden Waffengeſetz veröffentlicht, die
ſicherlich von jedem ordnungsliebenden Einwohner des Landes
be=
grüßt werden wird. Es handelt ſich um eine neue
Ausführungs=
beſtimmung für den bisher ſehr weitherzig gehandhabten Verkauf
von — Maſchinengewehren, der Lieblingswaffe der Gangſters, die
ſie ihren „type=writer”, das heißt ihre Schreibmaſchine, nennen
und ohne weiteres in jeder Waffenfabrik erwerben konnten.
Künf=
tig muß der Käufer eines Maſchinengewehres nicht nur eine hohe
Sonderſteuer entrichten, er braucht nicht nur einen Erlaubnisſchein
der Polizeibehörde vorzuweiſen (der allerdings zu fälſchen wäre),
— er muß ſich nun auch gefallen laſſen, daß ein beſonders dazu
ausgebildeter Angeſtellter der Waffenfabrik bzw. des
Waffenhänd=
lers ſeine Fingerabdrücke abnimmt, um ſie dem örtlichen Polizei=
Archiv einzuverleiben. Dieſe Beſtimmung gilt auch für
Maſchinen=
piſtolen und Schalldämpfer für Feuerwaffen. Ob die Herren
Gang=
ſters ſich dadurch werden abſchrecken laſſen?
Japan hälk den Rekord im Ziſcheſſen.
(hk) Tokio. Auf die Tatſache, die meiſten Fiſcheſſer der
Erde zu beherbergen, iſt Japan ſtolz. Immerhin iſt es auch
eine ganz anſehnliche Leiſtung, innerhalb eines Jahres vier
Milliarden Kilo Fiſche von den 14 Milliarden Kilo, die in
dieſer Zeit von der ganzen Welt verzehrt werden, zu vertilgen.
Alle anderen Länder folgen erſt in ſehr weitem Abſtand:
Die Vereinigten Staaten von Amerika mit 1,5 Milliarden Kilo,
Rußland mit 1,4 Milliarden Kilo, England 1,2, Frankreich
nur mit 300 Millionen Kilo. Andorra, die Pyrenäen=Republik
hält dagegen den „Winzigkeitsrekord” mit 15 000 Kilo
jähr=
lichem Fiſchverbrauch.
Eine Stadk ohne Skeuern.
(th) Ponca City. Ponca iſt nicht groß und liegt in
Amerika. Aber es iſt glücklich. Vermutlich glücklicher als irgend
eine Stadt Amerikas. Denn wer in ihr wohnt (und 18.000
Menſchen tun es), der braucht keine Steuern zu zahlen!
Seit 10 Jahren werden dort keine allgemeinen und ſeit
vier Jahren keine Einkommenſteuern mehr erhoben — und
dennoch ſieht die ſtädtiſche Bilanz mehr als vorzüglich aus. Nie
ein Defizit, nie eine Anleihe. Zu allem noch in 13 Jahren
einen Reingewinn von 1,7 Millionen Dollar. Wer möchte dieſe
Stadt nicht glücklich preiſen?
Nun, der Zufall hilf Ponca. Denn auf dem Stadtgebiet
wurden die großen Strom= und Waſſerwerke angelegt, die eine
weite Umgebung verſorgen. Dieſe Umgebung muß an Ponca
die Konzeſſions= oder die direkien Stromgebühren zahlen. Ganz
Pcnca beſtehr alſo beinahe aus Kaſſierern. Die Verträge ſind
langfrkſtig, ſo daß, wenn nicht alle Seen und Flüſſe
aus=
trocknen, auch noch die Nachfahren ſteuerfrei leben dürften.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 14. September
5.45: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 5.50 und 6.15: Gym=
6.40: Zeit, Meldungen. — 6.50: Wetter — 6.56:
naſtik.
Frühkonzert auf Schallpl. — 8.10: Waſſerſtand. Wetter. —
8.15: Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.25: Nur Freiburg:
Werbe=
konzert. — 9.45: Nur Freiburg: Eigene Sendung. — 10.00:
Nachrichten. — 10.45: Praktiſche Ratſchläge für Küche u. Haus.
11.00: Werbekonzert. — 11.30: Meldungen. — 11.45:
Sozial=
dienſt.
12.00: Stuttgart: Bei Suppé zu Gaſt. (Schallpl.). — 13.00: Zeit,
Saardienſt, Nachr. — 13.10: Nachr. — 13.20: Mannheim:
Mittagskonzert. — Dazw. 13.50: Zeit, Nachr. — 14.30:
Wirt=
ſchaftsbericht. — 14.45: Zeit Wirtſchaftsmeldungen. — 14.55:
Wetter. — 15.00: Nur Freiburg: Nachr. — 15.10: Für die
Frau: 1. Kinder=Unarten — Eltern=Irrtümer, — 15.30: 2. Das
Wunder. Eine Familienſzene.
16.00: Nachmittagskonzert; anſchl.: Alte Tanzmuſik. — 17.30:
Nur bei klarem Wetter gibt’s volle Netze. Ueber die Urſache des
Fiſchſterbens in vielen deutſchen Flüſſen in dieſem Sommer.
17.45: Lieder von Franz Schubert, — 18.00: Stunde der
Ju=
gend: Kalbfell und Wappentuch. Von Rittern und Pfeiferkönigen,
Spielgrafen und Trompeterſchöppenſtuhl. — 18.25: Woher kommt
die Sprache der Gauner und Strolche? Zwiegeſpräch. — 18.45:
Meldungen.
18.50: Freiburg: Unterhaltungskonzert des Stadtorcheſters. Ltg.:
Wilh. Franzen. — 19.45: Berlin: Reichsſendung: Politiſcher
Kurzbericht. — 20.00: Berlin: Nachr. — 20.15: Stuttgart:
Reichsſendung: Stunde der Nation: Schwäbiſche Bauernkirchweih.
20.45: Inſtrumental=Kabarett. — 22.20: Zeit, Nachr. — 22.35:
Nachr. Wetter Sport. — 22.40: Sportvorſchau. — 23.00:
Ber=
lin: Mathis, der Maler, Sinfonie von Paul Hindemith. Ltg.3
Dr. Merten. — 23.30: „Pfälzer Mädle werre verſteigert.”
Hei=
tere Hörfolge über ein altes Brauchtum in der Pfalz. — 24.00:
Werke von Robert Schumamn. Ltg.: Hans Rosbaud.
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Freitag, 14. September
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr. — 6.00: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Kiel: Kieler
Orcheſterge=
meinſchaft. Ltg.: Hans Doering. — In einer Pauſe gegen 7.00:
Nachr. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45: Leibesübung für die Frau,
9.00: Volksliedſingen. Alte Volksweiſen. — 9.40: Felix
Riem=
kaſten: Ein Kind lebt in die Welt hinei. — 10.00: Nachr. —
10.10: Von deutſcher Arbeit: Jan Finken, der Landhelfer.
Hör=
ſpiel. — 10.50: Spielturnen im Kindergarken. — 11.15:
See=
wetterbericht — 11.30: Für die Mutter: Anregungen und
An=
fragen aus dem Hörerkreis. — 11.55: Wetter.
12.00: München: Mittagskonzert. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00:
Herbert Ernſt Groh ſingt und Willi Glahe ſpielt auf Schallpl.;
anſchl.: Wetter. — 13.45: Nachr. — 14.00: Sperrzeit.
14.45: Glückwünſche und Programmhinweiſe — 15.00: Wetter u.
Börſe. — 15.15: Balladen und Lieder auf Schallpl. — 15.40:
Paul Eipper: Vom Affen gebiſſen.
16.00: Leipzig: Nachmittagskonzert, Ltg.: Hilmar Weber. — 17.30:
Klimpereien auf Schallpl. — 18.00: Heinrich von Treitſchke.
Zum 100. Geburtstag am 15. September. — 18.30: Muſik aus
der Neuen Welt. Amerikaniſches auf Schallplatten.
19.00: Ruſſiſche italieniſche und ſpaniſche Klaviermuſik. — 19.30:
Preisausſchreiben der Reichsſchrifttumsſtelle: Wer kennt dieſes
Buch? Bekanntgabe der Preisträger vom 22. 8. 34. — 20.00:
Kernſpruch; anſchl.: Wetter und Kurznachr — 20.15:
Reichs=
ſendung: Stuttgart: Stunde der Nation: Schwäbiſche Kirchweih.
20.45: Haydn=Mozart=Konzert. (Aufn.). — 22.00: Wetter=
Ta=
ges= und Sportnachr — 22.30: Los Angeles 1932 — Luzern
1934 — Berlin 1936! Erfahrungen und Ausſichten unſerer
Ru=
derer. — 22.45: Seewetterbericht. — 23.00: Hannover: Das
Niederſächſ. Sinfonieorcheſter. Ltg.: von Soſen.
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Seite 8 — Nr. 254
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Von den Manövern der Anderen.
Der Feldherrnhügel von Valdahon.
Der franzöſiſche Kriegsminiſter, Marſchall Pétain (Mitte links), und die Militärattachés der
frem=
den Staaten bei den Manövern, die die franzöſiſche Armee gegenwärtig bei Valdahon an der Schweizer
Grenze abhält. (Links hinter dem Marſchall der deutſche Militärattaché General Kühlenthal.)
Landung von Tanks an der Oſtküſte Englands.
Ein Bild von den engliſchen Manövern in der Nähe von Hull, denen die Idee einer Land
feindlicher Truppen zugrunde gelegt war.
Reich und Ausland.
Die erſte Teilſtrecke der Reichsaukobahn
geht ihrer Vollendung entgegen.
Frankfurt a. M. Seit dem Tage, an dem
der Führer den Bau der Teilſtrecke Frankfurt—
Darmſtadt — Mannheim — Heidelberg eröffnete,
vor noch nicht einem Jahr, wird in
unermüd=
licher Arbeit an der Vollendung der Strecke
ge=
arbeitet. Dr. Dorpmüller beſichtigte geſtern in
ſeiner Eigenſchaft als Verwaltungsrat und
Gene=
raldirektor der Reichsautobahnen, geführt von
den Direktoren der Autobahnen Hof und
Ru=
dolphi, von dem Sektiosführer der Gezuvor,
Stadtrat Dr. Niemeyer und dem Direktor der
Oberſten Bauleitung Frankfurt, Pückel, die
Bau=
ſtrecke Frankfurt-Darmſtadt-Mannheim-
Hei=
delberg. Die Beſichtigung galt in erſter Linie
den verſchiedenen Bauweiſen der Fahrbahndecke,
die teilweiſe zu Probezwecken bereits ausgeführt
worden iſt. Die Autofahrer des Gaues Frankfurt
werden in abſehbarer Zeit die Teilſtrecke
Frank=
furt — Darmſtadt — Mannheim — Heidelberg der
Autobahnen befahren können. Die Straße Adolf
Hitlers wird in Kürze alle erwarten.
Vollſtreckung eines Todesurteils.
Berlin. Wie der Amtliche Preußiſche
Preſſe=
dienſt mitteilt, iſt Donnerstag früh in Osnabrück
der von dem Schwurgericht in Osnabrück am
21. 3. 1934 wegen Mordes an dem Kutſcher Willi
Brandhorſt zum Tode verurteilte Wilhelm
Vogt=
ſchmidt hingerichtet worden. Der preußiſche
Mi=
niſterpräſident hat von ſeinem
Begnadigungs=
recht keinen Gebrauch gemacht, im Hinblick auf
die Gewiſſenloſigkeit, mit der der Verurteilte,
lediglich um ſich Geld zur Feier des Karnevals
zu verſchaffen, nach kaltblütig ausgeklügeltem
und durchgeführten Plan einen Menſchen
ermor=
det und beraubt hat.
Ein Mädchen ermordet aufgefunden.
München. Die 25jährige Kontoriſtin Bertha
Sauerbeck, die ſeit Sonntag früh vermißt wurde,
iſt jetzt als Leiche in einer Müllgrube
aufgefun=
den worden. Das Mädchen hatte am Samstag Jungen hinein. 16 Jungen wurden teils ſchwer,
ſchaft beigewohnt. Gegen Mitternacht hat es den
Heimweg nach der elterlichen Wohnung in
Mil=
bertshofen, im Norden Münchens, angetreten.
Seitdem wurde es vermißt. Nach der Sachlage
dürfte der Auffindungsort der Leiche nicht der
Tatort des Verbrechens ſein. Neben einigen
Toilettegegenſtänden, wird auch eine
Geldtaſch=
mit etwa 5 RM., die dem Mädchen gehörten,
vermißt. Nach den bisherigen Feſtſtellungen
wur=
den zwei Fußgänger und drei Radfahrer in der ſammen, wobei dem kleineren Wagen das linke
fraglichen Gegend um die Zeit, in der der Mord
geſchehen ſein dürfte, beobachtet.
In den Bergen vermißt.
München. Wie die Landesſtelle Bayern für
das alpine Rettungsweſen mitteilt, iſt der ſeit
längerer Zeit vermißte Werner Winkelmann aus
Karlsruhe am Höllentalferner tot aufgefunden
worden. Er hat anſcheinend den Weg verfehlt
und das Blitzableiterkabel irrtümlich für die
meldet wird, werden der Dipl.=Ing. Karl Soh= ger Hitlerjungen zurzeit noch acht im Hoſpital,
ler aus Wangen und der Student Kanzler aus
mißt. Sie hatten einen Ausflug auf die
Mädel=
gabel unternommen.
Steuerloſes Flugzeug raſt in Zuſchauermenge.
Ein Toter, drei Verletzte
Kattowitz. Auf dem Kattowitzer Flugplatz
ereignete ſich am Mittwoch nachmittag ein
furcht=
bares Unglück. Ein Flugzeug, deſſen Motor zum
Start angeworfen worden war, ſetzte ſich
plötz=
lich aus unbekannten Gründen ohne Steuermann
in Bewegung und raſte auf eine große
Zu=
ſchauermenge zu. Vier Perſonen wurden von
den Fügeln der Maſchine erfaßt, zu Boden
ge=
ſchleudert und verletzt. Sie wurden ſofort ins
Krankenhaus gebracht. Hier erlag der 21 Jahre
alte Eduard Janta aus Kattowitz kurze Zeit
ſpäter ſeinen ſchweren Verletzungen. Eine weitere
Perſon erlitt einen Beinbruch, während die
Ver=
letzungen der beiden anderen Verunglückten
leichter Natur ſind.
Die ausländiſchen Diplomaken beim Führer.
Opferkod eines Bergführers, um ſt
abſtürzenden Kameraden zu reite
Mailand. Wie ſich nachträglich her
ſtellt, waren die beiden vor einigen Tagen
Mys=Kamm im Monte=Roſa=Gebiet abgeſtü=
Mailänder Alpiniſten von dem Bergführer
Alaga, Guiſeppe Chiarra, begleitet, der als
tenwart der Gnifetti=Hütte einer der beſten
ner des Monte=Roſa=Gebietes iſt. Nach den
herigen Feſtſtellungen nimmt man an, daß
Ch=
dem Verſuch zum Opfer gefallen iſt, ſeine be
Begleiter zu retten, als dieſe auf den Eispli
des ſteilen Gipfelkammes ausglitten. Als die
den Bergſteiger über die Nordwand abſtür
hat Chiarra ſich offenbar in der entgegengeſe
Richtung über die Südwand hinuntergeſtürzt
durch ſeinen Sturz den Sturz der beiden and
aufzuhalten, da auf dem glatten Eis keine an
Sicherung möglich war. Das Seil ſcheint 1
geriſſen zu ſein, ſo daß trotz dieſes
Verſuch=
beiden Alpiniſten nach Norden und der 2
führer nach dem Süden abſtürzte. Ein ital
ſcher Bergführer hat an der Unglücksſtelle
tiefen, von dem Seil verurſachten Einſchnit
dem Kamm bemerkt. Von Chjarra ſelbſt k
bisher noch keine Spur gefunden werden.
Der Führer und Reichskanzler bei ſeiner Anſprache an das diplomatiſche Korps und deſſen Sprecher,
den päpſtlichen Nuntius Monſignore Orſenigo (links). — Rechts hinter dem Führer
Reichsaußen=
miniſter Freiherr von Neurath.
Kraftwagen fährk in marſchierende
HJ.-Kolonne.
16 Hamburger Hitler=Jungen verletzt.
Plön. Auf der Eutiner Straße fuhr am
Donnerstag vormittag ein vierſitziger Perſonen=
Kraftwagen in einen Trupp Hamburger
Hitler=
abend einer Tanzunterhaltung in einer Wirt= teils leichter verletzt. Sie wurden dem hieſigen
Johanniter=Hoſpital zugeführt. Zu dem Unglück
erfahren wir noch folgende Einzelheiten: Hinter
der Marſchkolonne der Hamburger HJ. verſuchte
ein größerer Perſonenkraftwagen an den Jungen
vorbeizufahren. Dabei überſah der Wagenführer
jedoch einen ihm in einer Kurve
entgegenkom=
menden kleinen Kraftwagen. Beide Fahrzeuge
ſtießen unmittelbar hinter der Marſchkolonne zu=
Vorderrad abgeriſſen wurde. Der Führer des
großen Wagens verlor die Gewalt über das
Steuer, und der Wagen fuhr mitten in den Trupp
Hitler=Jungen hinein. Ein Teil der Jungen
wurde zu Boden geriſſen, überfahren oder eine
Strecke mitgeſchleift. Aerztliche Hilfe war ſofort
zur Stelle.
Wie wir von der Gebietsführung Nordinark
der HJ erfahren, befinden ſich von den durch das
Wegſicherung gehalten. Wie aus Oberſtdorf ge= Kraftwagenunglück in Plön verletzten Hambur=
und zwar handelt es ſich um 2 Schwerverletzte und
Tannheim in Württemberg ſeit Sonntag ver=/6 Leichtverletzte. Alle übrigen Verunglückten
ha=
ben nur unerhebliche Hautabſchürfungen
davon=
getragen und konnten bereits wieder aus dem
Krankenhaus entlaſſen werden.
Eine neue Inſel für Japan.
Tokio. Japan das ſonſt ſoviel unter der
vulkaniſchen Tätigkeit im dortigen Gebiet zu
lei=
den hat, verdankt neuerdings den Kräften des
Erdinnern eine Erweiterung ſeines Beſitzes um
eine neue Inſel. Sie iſt eine Viertelmeile öſtlich
von der die Nordſpitze der japaniſchen Kurilen
bildenden Inſel Alaid allmählich aus dem Meer
getaucht und hat jetzt den Namen Taketomi
er=
halten. Bei einem Flächendurchmeſſer von etwa
einer halben Meile ragt ſie etwa 100 Meter über
die Meeresoberfläche empor. Vor fünf
Mona=
ten befand ſich an derſelben Stelle nur Waſſer
Trotz des unheimlichen Urſprungs hofft man, auf
ihr einen günſtigen Hafen, für das benachbarte
Alaid gefunden zu haben.
Ueberſchwemmungen
im Lindauer Grenzgebiel.
Lindau. In dieſen Tagen war um
Lindau ein anhaltender, ſtarker Gewitterregen
niedergegangen, ſo daß der Grenzfluß Laiblach
verſchiedentlich über die Ufer trat und weite
Strecken überſchwemmte. Der reißende Fluß
führte Baumſtämme, ganze Gebüſche, junge Tannen
und dergleichen dem Mündungsgebiet zu. Auch aus
dem Allgäu kommen Meldungen über
Hochwaſſer=
gefahr. In der Gemeinde Niederſtaufen wurde
das Sägewerk Elbs am Stauwehr teilweiſe un
terſpült. Ein Stadel geriet in Gefahr, ſo daß die
Feuerwehr ausrücken mußte. An anderen Stellen
wurden Tannen gefällt und ſonſtige
Schutzmaßnah=
men ergriffen.
Rieſige Unwetterſchäden in der Schweiz.
Baſel. Die Schäden, die die ſchweren
Un=
wetter und Hochgebirgs=Gewitter kürzlich
an=
richteten, laſſen ſich erſt jetzt einigermaßen
überſehen. Die Verheerungen reichen über die
ganze Mittel= und Oſtſchweiz, vom Berner
Ober=
land bis an den Bodenſee. Die Schadensſumme
geht in die Millionen Goldfranken. An
verſchie=
denen Orten wurden Brücken fortgeriſſen.
Ueber=
all haben ſofort die Bergungsarbeiten eingeſetzt,
zum Teil unter Verwendung von größeren
Grup=
pen Arbeitsloſer. In einigen Orten ſind die
Schä=
den nach anſtrengender Arbeit behoben worden.
Verſchiedene Ortſchaften waren während des
Un=
wetters längere Zeit von jeder telegraphiſchen und
telephoniſchen Verbindung abgeſchnitten. Das
Un=
wetter hat auch in Bergen eine Reihe Todesopfer
gefordert. Außer den am Galenſtock tödlich
ver=
unglückten drei Baſeler Touriſten werden jetzt am
Gletſcherhorn bei Andermatt zwei Touriſten
ver=
mißt. Im Gebiet des Klauſenpaſſes iſt ein
Tou=
riſt vom Unwetter überraſcht worden und den
aus=
geſtandenen Strapazen erlegen.
Der öſterreichiſche Raubmörder Fleiſcher
hingerichtet.
Wien. Der dreifache Raubmörder vom
Sem=
mering, Johann Fleiſcher, iſt geſtern vom Wiener
Standgericht zum Tode durch den Strang
verur=
teilt worden. Das Urteil wurde um 16.30 Uhr
vollſtreckt. — Fleiſcher hatte bekanntlich ein
junges Mädchen und einige Tage ſpäter ein
Wiener Ausflüglerpaar durch Piſtolenſchüſſe aus
dem Hinterhalt getötet und beraubt. Ein mit
ihm befreundeter Mann namens Spitzler wurde
wegen Verdachts der Mitſchuld an den
Mord=
taten in Deutſchland verhaftet.
Amerikaniſcher Frachtdampfer funkt S.O.(
Salina Cruz (Mexiko). Der amerikat ſe
Frachtdampfer „Hawaiian” der mit 42 A
Beſatzung von Boſton nach Los Angeles u
F=
wegs iſt, funkt S.O.S.=Rufe. Das Schiff bef et
ſich etwa 40 Seemeilen von Salina Cruz ent ſ
im ſinkenden Zuſtande. Urſache der
Havar=
noch unbekannt.
Beginn der Bergungsarbeiten
auf der „Morto Caſtle‟.
New York. Der Dampfer „Mooro C.
war am Mittwoch ſoweit ausgebrannt, daſ
den Bergungsarbeiten und der Suche nach T
opfern begonnen werden konnte. Von den
Vorabend des Unglücks verſtorbenen Kapität
in Galauniform auf dem Bett der Kapi
kajütte aufgebahrt war, waren nur noch e
verkohlte Knochen und die goldenen Knöpf
Uniform übrig, die mit einer Rettungsboj
Land gebracht wurden. Ob es möglich ſein
den im Sande verſinkenden Dampfer abzuſ
pen, iſt zweifelhaft, zumal zahlreiche Stah.
ten durch die Hitze vom Schiffsrumpf abgeſp
worden ſind.
Ein Bildkelegramm
des Führers der „Morto Caſtle
des amerikaniſchen Paſſagierdampfers, bei
Brand rund 170 Menſchen ums Leben ke
Der Erſte Offizier Warms, der nach dem Tol
vermutlich vergifteten Kapitäns das Komn
an Bord der „Morro Caſtle” führte, bei
Vernehmung vor dem Bundesgericht.
Freitag, 14. September 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 25
Sbott,
Saldloldt
Terminliſten
der Kreisklaſſe 2, Gruppe 1-3,
und unkere Mannſchaften Gruppe F-h.
3. 9. 1934:
I. 10. 1934:
Gruppe 1.
Alsbach — Seeheim; Auerbach — Hähnlein.
Fehlheim — Alsbach; Seeheim — Auerbach;
Hähn=
lein — Jugenheim.
M
1. 10. 1934: Jugenheim — Alsbach; Seeheim — Hähnlein;
Auerbach — Fehlheim.
1. 10. 1934: Auerbach — Jugenheim; „Fehlheim — Seeheim;
Alsbach — Hähnlein.
z. 10. 1934: Jugenheim — Seeheim; Hähnlein — Fehlheim;
Alsbach — Auerbach.
1. 11. 1934: Jugenheim — Fehlheim.
Untere Mannſchaften, Gruppe F.
In dieſer Gruppe ſpielt die 4. Mannſchaft von Sportverein 98
armſtadt und die 3. Mannſchaft der Sportvereinigung Arheilgen
it.
ſ. 9. 1934: Alsbach — Sportverein 98, 4., 1.15 Uhr.
10. 1934: Hähnlein — Arheilgen, 3., 1.15 Uhr.
1. 10. 1934: Sportverein 98 — Arheilgen, 10.30 Uhr.
10. 1934: Alsbach — Hähnlein 1.15 Uhr.
. 10. 1934: Sportverein 98 — Hähnlein. 10.30 Uhr; Arheilgen
— Alsbach, 1.15 Uhr.
Gruppe 2.
ſ. 9. 1934: Stockſtadt — Nauheim; Geinsheim — Leeheim;
Büttelborn — Trebur.
10. 1934: Nauheim — Leeheim; Trebur — Geinsheim;
Sp.=V. 98 3. — Büttelborn, 10.30 Uhr:
Dorn=
heim — Stockſtadt.
1. 10. 1934: Geinsheim — Nauheim; Büttelborn — Dornheim;
Sportverein 98 — Trebur, 12.15 Uhr.
1. 10. 1934: Leeheim — Trebur; Nauheim — Dornheim;
Geins=
heim — Büttelborn; Stockſtadt — Sportverein 98.
7. 10. 1934: Trebur — Nauheim; Dornheim — Leeheim;
Büt=
telborn — Stockſtadt; Sp.=V. 98 — Geinsheim,
10.30 Uhr.
1.. 11. 1934: Büttelborn — Nauheim; Sportverein 98 —
Lee=
heim, 10.30 Uhr; Stockſtadt — Geinsheim;
Tre=
bur — Dornheim.
1. 11. 1934: Leeheim — Büttelborn: Nauheim — Sp.=V. 98;
Stockſtadt — Trebur; Geinsheim — Dornheim.
1. 11. 1934: Dornheim — Sportv 98: Leeheim — Stockſtadt.
In dieſer Gruppe ſpielt die 3. Mannſchaft des Sportvereins 98
ißer Konkurrenz mit.
Untere Mannſchaften, Gruppe G.
1. 11. 1934: Stockſtadt — Trebur, 12.15 Uhr.
Gruppe 3.
7. 9. 1934: Hahn — SV. Erzhauſen; TSG. Erzhauſen
Eſchollbrücken; Merck — Reichsbahn; Tgm.
Sprend=
lingen — Gräfenhauſen.
10. 1934: Erzhauſen — Eſchollbrücken; Reichsbahn — TSG.
Erzhauſen; Gräfenhauſen — Merck; Hahn
Sprendlingen.
1. 10. 1934: Eſchollbrücken — Hahn; TSG. Erzhauſen — SV.
Erzhauſen; Sprendlingen — Merck; Gräfenhauſen
— Reichsbahn.
10. 1934: Eſchollbrücken — Reichsbahn; Erzhauſen —
Sprend=
lingen; Merck — TSG. Erzhauſen; Hahn —
Grä=
fenhauſen.
8. 10. 1934: Reichsbahn — Erzhauſen; Sprendlingen —
Eſcholl=
brücken; Merck — Hahn; TSG. Erzhauſen —
Grä=
fenhauſen.
1. 11. 1934: Erzhauſen — Merck: Gräfenhauſen —
Eſcholl=
brücken; Hahn — TSG. Erzhauſen; Reichsbahn —
Sprendlingen.
1. 11. 1934: Eſchollbrücken Merck: Erzhauſen —
Gräfenhau=
ſen; Hahn — Reichsbahn; Sprendlingen — TSG.
Erzhauſen.
Untere Mannſchaften. Gruppe H.
Da Eſchollbrücken und Reichsbahn=TSV. ſich nur mit einer
kannſchaft an den Pflichtſpielen beteiligen, ſpielt an Stelle der
Mannſchaft von Eſchollbrücken die 3 Mannſchaft des FV.
prendlingen, und für die 2. Mannſchaft von Reichsbahn die
Mannſchaft des FC. Egelsbach 03 mit.
. 9. 1934: Hahn — SV. Erzhauſen, 1.15 Uhr; TSG.
Erz=
hauſen — FV. Sprendlingen 3., 1.15 Uhr: Merck
— Egelsbach, 3., 1.15 Uhr; TSG. Sprendlingen —
Gräfenhauſen, 1.15 Uhr.
10. 1934: Erzhauſen — Sprendlingen. 1.15 Uhr; Egelsbach —
TSG. Erzhauſen, 10.30 Uhr; Gräfenhauſen —
Merck, 1.15 Uhr; Hahn — TG. Sprendlingen,
1.15 Uhr.
. 10. 1934: Sprendlingen — Hahn, 10.30 Uhr: TSG.
Erzhau=
ſen — SV. Erzhauſen, 1.15 Uhr; TG. Sprendlingen
— Merck, 1.15 Uhr; Gräfenhauſen — Egelsbach,
1.15 Uhr.
. 10. 1934: Egelsbach — Erzhauſen. 10.30 Uhr: TG.
Sprend=
lingen — FV. Sprendlingen 1.15 Uhr; Merck —
Hahn; TSG. Erzhauſen — Gräfenhauſen, 1.15 Uhr.
11. 1934: Erzhauſen — Merck, 12.45 Uhr; Gräfenhauſen —
Sprendlingen, 12.45 Uhr: Hahn — TSG.
Erz=
hauſen, 12.45 Uhr; Egelsbach — TG.
Sprend=
lingen, 10.30 Uhr.
. 11. 1934: Sprendlingen — Merck, 10.30 Uhr: Erzhauſen
Gräfenhauſen, 12.45 Uhr; Hahn — Egelsbach, 12.45
Uhr; TG. Sprendlingen — TSG. Erzhauſen
12.45 Uhr.
Sämtliche Spiele finden auf den Plätzen der zuerſt gengnnten
ereine ſtatt und beginnen, wo nichts anderes vermerkt, im
Sep=
mber und Oktober um 3 Uhr, und im November um 2.30 Uhr.
Da nach Möglichkeit allen eingereichten Wünſchen Rechnung
tragen wurde, findet eine Terminänderung nicht mehr ſtatt.
ollte jedoch umſtändehalber eine zeitliche Verlegung erforderlich
in ſo kann dem nur Rechnung getragen werden, wenn Rückporto
Höhe von 0.18 RM. und das Einverſtändnis des Gegners
bei=
fügt iſt. Sämtliche Anfragen in ſpieltechniſcher Natur ſind nur
den Unterzeichneten zu richten und können aber auch nur dann
antwortet werden, wenn ebenfalls Rückporto beigefügt iſt.
„Ich mache gleichzeitig darauf aufmerkſam, daß alle Verſtöße
1f das Schwerſte geahndet werden. Insbeſondere mache ich noch
lrauf aufmerkſam, daß nur diejenigen Spieler ſpielberechtigt
ſd, die im Beſitze eines ordnungsgemäßen Paſſes ſind.
Die Geſtellung der Schiedsrichter erfolgt durch den
Sachbear=
iter für das Schiedsrichterweſen, bzw. durch die
Untergruppen=
iter.
Die Einnahmeteilung fällt in dieſem Jahre für Vereine der
reisklaſſe 2 in Fortfall, dafür hat jedoch der Platzverein die
ge=
inten Schiedsrichterſpeſen zu tragen.
Betr. der Abrechnung über die fünfprozentige Abgabe
ver=
eiſe ich auf die wiederholt erfolgten Bekanntmachungen.
Von nachſtehenden Vereinen fehlt mir noch die Mitteilung
r Farbe der Spielkleidung. Ich erſuche dies umgehend
nachzu=
olen: Gruppe 1: Jugenheim, Seeheim und Auerbach;
ruppe 2: Leeheim und Büttelborn; Gruppe 3:
Reichs=
ahn und SV. Erzhauſen.
Außerdem bitte ich die Vereine Sportverein 98 Arheilgen,
V. Sprendlingen und FC. 03 Egelsbach um Mitteilung der
vielkleidung der an den Pflichtſpielen teilnehmenden
Mann=
haften.
Die letztgenannten Vereine erſuche ich gleichzeitig, dafür Sorge
tragen, daß die Mannſchaften zu den angeſetzten Spielen
vünkt=
ch und mit vollzähliger Mannſchaft antreten. Ein Zurückziehen
Er Mannſchaft während der Spielrunde wird nicht geſtattet.
Heinrich Mayer, Darmſtadt, Beſſunger Str. 196, III.
5V. 98 Darmſtadk.
Zu dem Spiel am kommenden Sonntag in Lorſch fahren 1.
und 2. Mannſchaft ab Hauptbahnhof 12 Uhr.
Der Aufkakt am Ziegelbuſch.
Jahn 1875 — Viktoria Griesheim.
In dieſem einzigen Fußballtreffen am kommenden Sonntag
in Darmſtadt ſtehen ſich zwei alte Bekannte an der
Kranichſteiner=
ſtraße gegenüber. Mit wechſelndem Erfolge lieferten ſich beide ſtets
harte und ſpannende Kämpfe. So wird es auch am Sonntag
wie=
der intereſſant werden, denn jeder wird verſuchen, die erſten
Punkte für ſich einzuheimſen. Die Mannſchaft der 75er hat eine
vollſtändige Umkrempelung erfahren. Semſter; Kahl, Schäfer E.;
Thier, Mühlbach K., Wolf; Lorenz, Steimer, Straub,
Schyd=
lowſki, Hofmann. Der jederzeit beſtändige Schäfer ſteht wieder
in der Verteidigung Lorenz und Hofmann im Sturm. Durch
letz=
tere ſollte die Fünferreihe weſentlich verſtärkt ſein. Der alte
Kämpe Mühlbach wird auf Mittelhalb ſtehen. Es gilt für alle elf.
äußerſten Willen und Einſatz bis zum Letzten aufzubringen denn
nur dann iſt gegen die bekannte, ſpielſtarke Griesheimer Viktoria
etwas zu erreichen. — Spielbeginn: 3,30 Uhr. Vorher um 1.45 Uhr
2. Mannſchaften. Ein Beſuch der Spiele wird ſich lohnen. —
Spiel=
pflichtſitzung: Freitag, abends 8,30 Uhr pünktlich.
SV. Roßdorf — Sppgg. Ueberau 3:2.
Am letzten Sonntag hatte Roßdorf die junge Sppgg 1934
Ueberau zu Gaſt. Beide Mannſchaften lieferten ſich einen
feſſeln=
den Kampf. Bei den Roßdörfern gefiel in erſter Linie das
Zu=
ſammenſpiel. Dadurch hatten die Einheimiſchen in der erſten
Hälfte mehr vom Spiel. Nach dem Wechſel ſtellte jedoch Ueberau
den Sturm um. und ſchon drehte die Gaſtmannſchaft gewaltig auf.
ſo daß Ueberau diesmal nach der angenehmen Seite ſehr
über=
raſchte. Gegen Schluß drängte die junge Gaſtelf immer mehr, ſo
daß der Ausgleich nahe rückte, doch ein heftiger Gewitterregen
ſetzte ein, ſo daß das Spiel 10 Minuten früher abgepfiffen werden
mußte. Die 2. Mannſchaften trennten ſich mit 5:1 für Roßdorf.
SV. 1910 Weiterſtadt — Union Wixhauſen.
Kommenden Sonntag beginnt die Spielſaiſon 1934/35 der
Pflichtſpiele. In der 1. Kreisklaſſe hat es einige Veränderungen
gegeben; einige Vereine ſind aus unſerem Bezirk in einen
ande=
ren gekommen, dafür iſt Wolfskehlen, für Weiterſtadt ein alter
Bekannter, unſerer Gruppe zugeteilt worden, ſo daß es im ganzen
8 Vereine in dieſem Jahre ſind. Gleich das erſte Spiel wird für
die Einheimiſchen eines der ſchwerſten ſein. Der Gegner, Union
Wixhauſen, hat in der letzten Zeit überraſcht durch ſeine Siege.
Man braucht nur an Pfungſtadt, Dreieichenhain uſw. zu erinnern.
Für die Weiterſtädter wird das Spiel ein heißer und ſchwerer
Kampf werden, wenn ſie gegen den ſpielſtarken Gegner gut
ab=
ſchneiden wollen. Nach dem ſchönen Spiel am vergangenen
Sonn=
tag, wo es im Sturm ſo nett geklappt hat, darf man auf den
Ausgang des kommenden Kampfes geſpannt ſein, zumal die
Wei=
terſtädter bei ihrem Trainer manches gelernt haben. Es wird
von den einheimiſchen Spielern erwartet, daß ſie gleich von
An=
fang an in dieſem Jahr die Energie und den Eifer zeigen, den
ſie am Schluß der vergangenen Spielſaiſon aufbrachten, und daß
ſie ſich nicht erſt beſinnen, wenn es zu ſpät iſt. Nach dem Treffen
gegen Union wird man feſtſtellen können, ob die Leiſtung gegen
Merck nur eine vorübergehende war oder ob doch etwas von dem
Training hängen geblieben iſt. Vorher 2 Mannſchaften. Die
Schüler ſpielen um 2 Uhr gegen Merck Schüler. Die Jugend tritt
gegen einen noch nicht feſtſtehenden Gegner um 12.30 Uhr an.
Am Samstag, den 15. September, findet bei Mitglied Hamm
eine Mitgliederverſammlung ſtatt. Der wichtigen Tagesordnung
wegen iſt es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu
er=
ſcheinen.
Die dritte Runde der Handball=Aufſiegsſpiele.
In Wiesbaden: SV. Wiesbaden — Haſſia Bingen, 3,15 Uhr.
TSG. 46 — Tgeſ. Offenbach, 4,15 Uhr.
Die endgültigen Entſcheidungen fallen erſt am dritten
Spiel=
tag in Wiesbaden. Unſer heimiſcher Vertreter hat ſich bis jetzt ſehr
gut geſchlagen, ja er wäre ſchon letzten Sonntag aufgerückt, wenn
er nicht vom Unfall des Torhüters Mayer getroffen worden wäre.
Wie wir erfahren, iſt der Unfall Mayers leider keineswegs leichter
Natur, ſo daß die Mannſchaft die nächſten 8—9 Wochen ohne ihn
auskommen muß. Einen guten Erſatz hat die TSG. 46 ohne
Zwei=
fel in Senger. Man darf alſo mit der nötigen Ruhe die Spiele
in Wiesbaden kommmen laſſen. Wiesbaden und Bingen haben
jetzt noch Chance, die ja eigentlich allen Vieren noch offen ſteht.
Das größte Intereſſe an den Entſcheidungsſpielen bringt erſt die
dritte Runde.
T5G. 46, Raſenſporkabkeilung.
Wir haben uns jetzt doch entſchloſſen, nach Wiesbaden einen
Omnibus laufen zu laſſen. Die vielen Anfragen, die an uns
gingen, und auch das Intereſſe an der dritten Runde werden
wie=
der viele Freunde nach Wiesbaden führen. Im Autobus ſind noch
12 Sitze frei zum Preiſe von 1 40 RM. Die Karten ſind in der
Wirtſchaft der Turnhalle am Woogsplatz zu haben. Außerdem
fährt noch ein verbilligter Wagen mit 1,00 RM. Fahrpreis, den
wir aber nur bei genügender Beteiligung laufen laſſen. Die Liſte
liegt ebenfalls in der Turnhalle offen. Einzeichnungsſchluß am
Samstag abend um 8 Uhr. Der Fahrpreis muß beim Einzeichnen
entrichtet werden. Die Abfahrt der Wagen iſt wieder 1.30 Uhr
am Paradeplatz. Wir bitten um rege Beteiligung zur Fahrt nach
Wiesbaden.
TV. Pfungſtadt — TV. Groß=Zimmern.
Eine Rückſpielverpflichtung führt die Turner Groß=Zimmerns
am Sonntag zu den Pfungſtädter Turnern. Wenn wir uns der
Begegnungen früherer Jahre erinnern, ſo hatten die Pfungſtädter
daheim ſtets den Vorteil. Nun hat aber die Platzelf ihre frühere
Kampfkraft noch nicht ganz wiedererlangt, ſo daß der Ausgang
offenbleiben muß.
Jahn 1875 Darmſtadt — SV. 98 Reſ. Darmſtadt.
Am Sonntag, vorm. um 11 Uhr, findet das Rückſpiel der
Reſerve=Mannſchaft der 98er gegen die erſte Garnitur des Tbd.
Jahn 1875 ſtatt. Die in ſtärkſter Aufſtellung ſpielende Mannſchaft
des Platzvereins wird jedenfalls diesmal den Sieg nicht ſo leicht
verſchenken. Ein Beſuch des Sportplatzes am Ziegelbuſch dürfte
ſich ſchon lohnen.
Ringen.
Kraft=SV. Darmſtadt 1910 — Tgde. Dieburg.
Der Gau 13 im Deutſchen Schwerathletikverband beginnt am
16. September mit ſeinen oberen Mannſchaften die
Verbands=
kampfſaiſon im Ringen. Dieſe Mannſchaften führen die
Bezeich=
nung Gauliga und kämpfen vorläufig in den drei Bezirken
Süd=
heſſen, Saar und Pfalz getrennt um die jeweilige
Bezirksmei=
ſterſchaften. Kraft=SV. Darmſtadt 1910 zählt zum Gauligabezirk
Südheſſen und hat am kommenden Sonntag vormittag 10.30 Uhr
in der Turnhalle Soderſtraße 30 die Mannſchaft der Turngemeinde
Dieburg zum erſten Kampf um die Punkte zu Gaſt. Die
Diebur=
ger ſtellen eine ſehr, ſtarke Mannſchaft, die den Einheimiſchen
gleich beim Auftakt der Vorrunde eine harte Nuß zu knacken gibt.
Von den Platzherren kann man genau dasſelbe berichten, und ſie
werden Sorge dafür tragen, daß die „Pünktchen” in Darmſtadt
immer noch hoch hängen. Bemeſſen nach der ſportlichen Qualität,
kann man keiner Mannſchaft eine beſondere Chance im voraus
einräumen, denn bei Mannſchaftskämpfen im Ringen iſt manches
Ungeahnte zur Wirklichkeit geworden. Das eine iſt jedoch ſicher,
daß beide Gegner mit dem ganzen Aufgebot, ihres Könnens
kämpfen werden, und dieſes Beſtreben muß jeden Freund des
griechiſch=römiſchen Ringens auf ſeine Koſten kommen laſſen. Die
Halle iſt ab 10 Uhr vormittags für die Kampfbeſucher geöffnet.
Aus der Turnerſchaft.
Aufruf des Kreisdietwarkes.
Der Deutſche Erntetag naht, ein Dankesfeſt des
ge=
ſamten deutſchen Volkes. Unter Führung des Reichsbundes für
Heimat und Volkstum rüſtet das ganze Land zum würdigen
Be=
gehen des Feſtes, das ein Ausfluß deutſcher Innerlichkeit ſein ſoll.
Im Sinne eines einheitlichen Ausrichtens der geſamten
Volks=
tumsarbeit iſt die Turnerſchaft in ein enges Treueverhältnis
zum Reichsbund getreten.
Ich rufe nun alle Turn= (und Sport) vereine, insbeſondere
die Dietwarte, zur ſchnellen und willigen Mitarbeit auf. Mit
bodenſtändigen Volkstänzen, einem ungezwungenen,
natür=
lichen Bauernturnen, könnt Ihr Weſentliches zur
Ausge=
ſtaltung des Feſtes beitragen. Auch zu Feſtſpielen ſtellt Eure
beſten Kräfte zur Verfügung!
Bedenkt: Die grundlegende Schrift unſeres Altmeiſters heißt:
„Deutſches Volkstum”!
Der Filmwart des Gaues Süd=Weſt bedenkt den
Turn=
kreis Darmſtadt in der Zeit vom 23. bis 30. (beide Tage
ein=
ſchließlich) mit 8 Filmvorführungen: Am Abend: 1. Lehrfilm
Bodenturnen, 2. Deutſchlands Jugend. 3. Treu unſerem Volke (
ge=
kürzter Turnfeſtfilm). Am Nachmittag für Kinder: 1. Die
Freizeit im Jugendheim Annweiler, 2. Abenteuer des Freiherrn
von Münchhauſen. Zeitdauer: Jedesmal 2 Stunden. Preis:
Abend=
film allein: 15 RM., beide zuſammen: 20 RM.
Wir ſind uns bewußt, daß unſer Turnbetrieb ſeit Jahren in
Umbildung begriffen iſt, in der Richtung: Vom Gekünſtelten hin
zum Natürlichen! — Vom Schaubild zur Körperkultur! — Vom
Starren zum Fließenden! — Der Film des Bodenturnens will uns
entſprechende Fingerzeige geben.
Vereine, die Filme wünſchen, mögen ſich umgehend bei mir
melden, ſpäteſtens bis Montag, dem 17. September.
Nachbarver=
eine zur geſchloſſenen Teilnahme gewinnen! Landorte und =ſtädte
haben den Vorzug.
Zur Einleitung einer planmäßigen Winterarbeit rufe ich
ſämtliche Dietwarte des Kreiſes zu einer Tagung in Darmſtadt
im Turnhauſe Dieburgerſtraße 26 am Sonntag, den 23. d. M., bee
ginnend um 9 Uhr. Auch Jugendwarte ſind willkommen. An die
anweſenden Dietwarte kommt als Gabe der Turnerſchaft die neue
Deutſchkunde herausgegeben vom Reichsdietwart, zur
Ver=
teilung. — Am Nachmittag ſind wir Gäſte der Deutſchlandriege in
der Feſthalle.
Ernſt Gorr, Griesheim b. Dſtdt., Hindenburgſtr. 6.
5. Allrhein=Kurzſtrecken-Regakta am Sonnkag.
Wie bereits bekannt, findet am kommenden Sonntag
die diesjährige Altrhein=Kurzſtrecken=Regatta ſtatt, die in
Erfel=
den auf der Strecke 8,5 Km. bis 7,5 Km. (Pappelreihe bis zum
Bootshaus der Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde 1846)
aus=
getragen wird.
In 13 Wettkämpfen meſſen ſich die Paddler des Kanuklubs,
des Schwimmklubs und der TSG. 46 im edlen Wettſtreit.
Folgende Wettkämpfe ſind vorgeſehen: vormittags
10 Uhr: Rennen Nr. 1: Zweierfaltboot (unbeſchränkt) 1000 Mtr.
(Plakette der Stadt Darmſtadt), Rennen Nr. 2: Damen=Einer,
600 Meter (Ehrengabe), Rennen Nr. 3: Zweierfaltboot für
An=
fänger. 1000 Meter (Preis der Firma Sport=Kolb). Rennen
Nr. 4: Einer=Faltboot (unbeſchränkt), 1000 Meter (Preis der Fa.
Perabo, Fotohaus), Rennen Nr. 5: Zehner=Kanadier für Jugend,
600 Meter (Preis der Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde
1846), Rennen Nr. 6: Einer=Faltboot für Anfänger, 1000 Meter,
(Ehrengabe), Nachmittags 3 Uhr: Rennen Nr. 7: Zweier=
Kajak (unbeſchränkt), 1000 Meter (Preis der Darmſtädter Turn=
und Sportgemeinde 1846). Rennen Nr. 8: Einerfaltboot für
Jugend 600 Meter (Preis des Herrn Bohländer), Rennen Nr. 9:
Einer=Kajak für Anfänger 1000 Meter (Ehrengabe), Rennen
Nr. 10: Einer=Kajak (unbeſchränkt), (Silberpaddel vom Altrhein.
Preis geſtiftet von den Herren Müller und Faßler) Rennen
Nr. 11: Zweierfaltboot für Anfänger, 1000 Meter (Ehrengabe),
Rennen Nr. 12: Einerfaltboot für den „unbekannten Paddler”
1000 Meter, Rennen Nr. 13: Zehner=Kanadier für Herren, 1000
Meter. (Preis des D.S. C. Jungdeutſchland).
Außer den zahlreichen bereits erwähnten Preiſen wird für
die beſte Geſamtleiſtung ein Preis der Firma Stegmüllen
ausgetragen, den derjenige Verein erhält, der die beſte
Geſamt=
leiſtung aufzuweiſen hat, die nach Punkten feſtgeſtellt wird.
Das Amt des Starters hat in freundlicher Weiſe
Gauſport=
wart Krocker=Frankfurt a. M. übernommen, ein alter erprobter
Fachmann auf dem Gebiete des Kanuſports.
Die Rennen ſelbſt verſprechen dieſes Jahr außerordentlich
in=
tereſſant zu werden. Wer die Altrhein=Regatta beſuchen will.
fährt zweckmäßig vormittags 9,10 Uhr oder nachmittags 13.29 Uhr
ab Hauptbahnhof. Abends ſtehen ſtündlich Züge zur Rückfahrt zur
Verfügung. (Sonntagskarte 1 RM.)
Die Preisverteilung nimmt abends 7.30 Uhr im „Deutſchen
Haus” zu Erfelden der Leiter des ſtaatlichen Turn= und
Sport=
amtes und Unterbeauftragte des Reichsſportführers, Direktor
Löwer, vor. Hierzu ſind alle Paddler und ſonſtige Freunde des
Kanuſportes herzlichſt eingeladen.
25C. „Jung=Deutſchland‟ Darmſtadt.
Am Sonntag, den 16. ds. Mts., beteiligt ſich unſere
Renn=
mannſchaft an der 5. Altrhein=Kurzſtrecken=Regatta in Erfelden.
Gemeinſame Abfahrt mit Auto 7.15 Uhr Adolf=Hitler=Platz. Wir
bitten unſere Mitglieder um recht zahlreiche Beteiligung und
Un=
terſtützung unſerer Rennmannſchaft. Meldung zur Teilnahme an
der Autofahrt bis Samstag an Ludwig Müller, Rheinſtraße 334.
Im Rahmen der Nachmittagsrennen findet eine Abnahme zum
Deutſchen Turn= und Sportabzeichen über 1000 Meter Einer=
Faltboot ſtatt. Meldehefte an Ludwig Müller, Rheinſtraße 332,
bis Samstag.
Europa=Flieger in Prag.
Die Donnerstags=Etappe führte die Teilnehmer des Europa=
Rundfluges von Rom aus zunächſt in nördlicher Richtung nach
Rimini. Nach Ueberfliegung des Adriatiſchen Meeres ging es
dann weiter über Agram nach Wien, Brünn und Prag.
Oſter=
kamp flog dabei die Strecke Brünn—Prag mit dem bisher beſten
Stundenmittel von 265 Km. Nach Eintreffen eines Fliegers
wurde ſtets die Nationalhymne des betreffenden Piloten geſpielt,
was dem ganzen Akt eine überaus herzliche Note verlieh.
Kein Solitude=Rennen in dieſem Jahre.
Das vom Gau 13 Württemberg des DDAC. für dieſes Jahr
geplant geweſene Solitude=Rennen fällt aus.
Deutſche Tennisſiege gab es beim internationalen Lido=
Tur=
nier in Venedig. Gottfried von Cramm ſchlug im Herreneinzel
den Italiener Palmieri 6:2, 6:2, 6:3. während Cilly Außem
zu=
ſammen mit der Franzöſin Roſambert im Damendoppel über
Scriven=Valerio 6:2, 6:3 erfolgreich war. Im Herrendoppel
wur=
den die Deutſchen von Cramm und Kleinſchroth von Malfroy=
Sted=
man 6:3, 7:5, 8:6 ausgeſchaltet.
Wetkerbericht.
Das europäiſche Hochdruckgebiet mit der Kurve über Süd=
Skandinavien hat noch an Mächtigkeit zugenommen, ſo daß die
Schönwetterlage anhält.
Ausſichten für Freitag und Samstag: Fortdauer der
ſpätſommer=
lichen Schönwetterlage, tagsüber recht warm, trocken.
Nummer 254
Freitag, 1 4. September
Beiiiner und Kanrfätter efferienobefe.
Die Berliner Börſe war wieder ſehr ſtill und nur wenig
verändert. Die kleinen Kursſchwankungen nach beiden Seiten
hielten ſich etwa die Waage. Die Kuliſſe nahm unter dem
Ein=
druck des Berichts des Konjunkturinſtituts über die unverminderte
Belebung in den Inveſtitionsgüterinduſtrien teilweiſe
Neuanſchaf=
fungen vor. Die Nachrichten über die günſtige Entwicklung im
Maſchinenbau kamen beſonders wieder Orenſtein zugute, die bei
lebhaften Umſätzen erneut ¼ Prozent höher bezahlt wurden.
Auto=
werte waren wenig verändert. Nachrichten, daß der
Kraftwagen=
bau zurzeit bis 91,3 Prozent der Kapazität beſchäftigt iſt, waren
in Publikumskreiſen noch nicht bekannt. Aus dem Rahmen fiel
auch die AEG.=Aktie, die auf den großen ausländiſchen
Turbinen=
auftrag bei recht lebhaften Umſätzen faſt 1 Prozent höher bezahlt
wurde. Im einzelnen waren Montanwerte etwa ½ Prozent
ſchwächer, nur Zinkaktien waren befeſtigt. Braunkohlenaktien
konnten bis auf Ilſe (minus 1¾ Prozent) etwa ½ Prozent
an=
ziehen. Kali= und Chemiewerte lagen ſehr ruhig, Farben
bröckel=
ten um ¼ Prozent ab. Am Markt der Elektrizitätsaktien
über=
wogen unter dem Eindruck des Konjunkturberichts die
Beſſerun=
gen, die ½ Prozent ausmachten. Der Verlauf war, ausgehend
von Montanwerten, etwas freundlicher. Hoeſch konnten ½
Pro=
zent gewinnen, Mansfeld ſtiegen um 1½ Prozent. Von
Zinkwer=
ten waren Schleſiſche Bergbau 2 Prozent und Stolberger Zink 2½
Prozent höher. Orenſtein erhöhten ihren Gewinn auf 1½ Prozent
und Metallgeſellſchaft auf 2 Prozent. Engelhardt Brauerei waren
insgeſamt 2½ Prozent befeſtigt. Polyphon wurden mit 16¼ nach
14½ und Junghans mit 53½ nach 51½ gehandelt. Die übrigen
Märkte waren kaum verändert. Renten lagen nicht einheitlich.
Die in den letzten Tagen geſtiegenen Hypothekenpfandbriefe waren
¼ bis ½ Prozent niedriger. Länderanleihen gewannen ¼ bis
¼ Prozent.
Das Geſchäft an der geſtrigen Frankfurter Börſe be=
Ghränkte ſich faſt ausſchließlich auf wenige Spezialpapiere,
wäh=
rend das Gros der Aktienwerte infolge der nur geringen
Beteili=
gung der Kundſchaft vernachläſſigt blieb. Bei uneinheitlicher
Kursgeſtaltung war die Haltung aber weiterhin widerſtandsfähig,
wozu ein Bericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung, der eine
anhaltende Belebung in der deutſchen Wirtſchaft feſtſtellt, beitrug.
Das Publikumsintereſſe erſtreckte ſich in der Hauptſache auf
ſoge=
nannte „Rohſtoffwerte‟, So waren Zement Heidelberg ſtark
ge=
ſucht und bei Börſenbeginn um 3—5 Prozent höher taxiert.
Da=
neben ſetzten Metallgeſellſchaft ihre Befeſtigung um 1½ Prozent
fort, und auch Th. Goldſchmidt waren wieder 2 Prozent feſter.
Ferner blieben am Kunſtſeidemarkt Aku beachtet (plus ¼
Pro=
zent). Am Elektromarkt zogen AEG. auf Grund des großen
japa=
niſchen Turbinenauftrages größeres Intereſſe auf ſich, und bei
lebhafterem Geſchäft gewannen ſie ³ Prozent. Feſter waren
außerdem Licht u. Kraft mit plus 1½ Prozent, wogegen
Lah=
meyer 1½ Prozent und die meiſten übrigen Werte von ¼ bis ½
Prozent verloren, Siemens zogen ¼ Prozent an. JG. Farben
blieben vernachläſſigt und gaben erneut ½ Prozent nach. Am
Montanmarkt hielten ſich Beſſerungen und Rückgänge im
Aus=
maße von ¼ bis ½ Prozent die Waage. Im Verlaufe blieben die
anfangs ſchon feſten Spezialwerte weiter gefragt. Der
Renten=
markt lag recht ſtill, Altbeſitz ermäßigten ſich auf 96¾ (96,40). Der
Pfandbriefmarkt zeigte bei mäßiger Nachfrage im großen und
ganzen unveränderte Kurſe, auch Stadtanleihen waren meiſt gut
behauptet.
Nachdem im Mittagsſchlußverkehr auf unbeſtätigte Gerüchte,
daß eine ſtärkere ſteuerliche Erfaſſung der Spekulationsgewinne
und die ſogenannte Dreimonatsgrenze auf ſechs oder gar zwölf
Monate ausgedehnt werden ſoll, allgemein Abſchwächungen
ein=
getreten waren, zeigte ſich an der Abendbörſe überwiegend wieder
etwas Kaufneigung der Kuliſſe, da man an dieſes Gerücht,
wenig=
ſtens in abſehbarer Zeit, nicht glaubt. Ohne daß das Geſchäft
eine Belebung erfahren hätte, lagen die Berliner Schlußkurſe doch
meiſt um ¼—½ Prozent erholt.
Geſteigerte Beſchäftigung beim Kraftwagenbau im Juli. Im
Juli iſt gegenüber dem Vormonat laut „
Kraftwagenverkehrswirt=
ſchäft” im Kraftwagenbau die Zahl der beſchäftigten Arbeiter in
Prozenten der Arbeitskapazität von 91,1 auf 91,3 Prozent
ge=
ſtiegen. Die Vergleichsziffer vom Juli 1933 lautet 54,5 Prozent
und vom Juli 1932 ſogar nur 32,3 Prozent. Somit liegt die
Zahl der Arbeiter bereits erheblich über dem Doppelten des
Jah=
res 1932. Bei den Krafträdern, die beſonders ſaiſonempfindlich
ſind, lag der Gipfelpunkt bereits im Juni. Die Zahl der
beſchäf=
tigten Arbeiter iſt von 67,4 Prozent auf 64,0 Prozent im Juli
zurückgegangen. Sie hat ſich damit aber immer noch gegenüber
dem Juli 1932 mit 22,5 Prozent verdreifacht.
Flotter Abſatz in der oberheſſiſchen und mitteldeutſchen
Zigar=
reninduſtrie. Die Zigarrenfabrik Rinn u. Cloos A.=G. in
Heu=
chelheim bei Gießen läßt zurzeit in ihrer Zentralfabrik in
Heu=
chelheim weitere bauliche Erweiterungen vornehmen, ebenſo haben
die Filialbetriebe der Firma in den Kreiſen Gießen und Wetzlar
in letzter Zeit eine erneute Ausdehnung erfahren. Ein weiterer
Ausbau der Betriebe der Firma iſt auch in den Zweigfabriken
in den Kreiſen Marburg, Biedenkopf, Schmalkalden, Thüringen
und Gelnhauſen im Gange. Im Kreiſe Gelnhauſen hat die Firma
Rinn u. Cloos die Zigarrenfabrik Oldenkott in Roth als neue
Zweigfabrik übernommen. Die Firma konnte in den letzten
Mo=
naten die Belegſchaft um 500 Köpfe erhöhen, wodurch die
Geſamt=
zahl der beſchäftigten Angeſtellten und Arbeiter auf über 5000
an=
gewachſen iſt.
Vom Weinmarkt. Die Lage auf dem Weinmarkt zeigte
wei=
terhin keine Aenderung. Es wurde gekauft, was für den
augen=
blicklichen Bedarf notwendig iſt, und im übrigen wartet man das
Herbſtgeſchäft ab bzw. bereitet ſich darauf vor. Die 1933er Weine
koſten in Rheinheſſen 620—1000 RM. und mehr, an der Nahe 600
bis 800 RM. und darüber, im Rheingau 900—1200 RM. und
höher die 1200 Liter. Am Mittelrhein bis 900 RM. und mehr,
in der Rheinpfalz 550—1200—1500 RM. die 1000 Liter, je nach
Ort und Lage. An der Moſel 600—1550 RM. die 960 Liter in
Baden 60—90—140 RM., in Franken 55—80, in Württemberg
70—125 RM. — alles die 100 Liter. Allgemein iſt die
Stim=
mung feſt. Der September bringt in verſchiedenen Gebieten
wie=
der mehrere Weinverſteigerungen.
Eine Erſatzlegierung für Gold. Die Deutſche Gold= und
Sil=
berſcheideanſtalt hat in Zuſammenarbeit mit der Fachgruppe für
Trauringe im Reichsverband der Deutſchen Edelmetall= und
Gold=
wareninduſtrie eine weiße Edelmetallegierung hergeſtellt, die als
hundertprozentiger Erſatz für Gold anzuſehen ſein ſoll. In bezug
auf Dauerhaftigkeit und Unzerſtörbarkeit erreiche dieſer „
Gold=
erſatz” das beſte hochkarätige Gold. Das Metall ſolle in den
Zei=
ten der Gold= und Deviſenknappheit das mangelnde Gold bei
Trauringen. Steinfaſſungen uſw. erſetzen
Zinszahlung der Arbed auf Dollarbaſis. Die Dollarbonds
der Arbed verzeichneten an der vorgeſtrigen Börſe eine
Steige=
rung. Nunmehr wird verſpätet eine Mitteilung der Arbed=
Ver=
waltung folgenden Inhaltes bekannt: Die Vereinigten
Hütten=
werke Burbach=Eich=Duedelingen teilen mit, daß der Zinsſchein der
7prozentigen Dollarobligationen, die am 1. Oktober künftig fällig
ſind, ſowie die ausgeloſten Dollarobligationen, rückzahlbar am
1. Oktober, nur dann auf der Goldbaſis von 36,40 rückzahlbar ſind,
wenn Kupons und Obligationen beim Geſellſchaftsbeſitz in
Luxem=
burg oder einigen luxemburgiſchen Banken vor dem 10. September
hinterlegt werden.
In Braſilien nur noch Kaffee deviſenabgabepflichtig. Die
Deutſche Ueberſeeiſche Bank teilt dem Deutſch=Braſilianiſchen
Han=
belsverband mit, daß laut Kabel ihrer Rio=Filiale vom 10. ds.
Mts. ſeitens der braſilianiſchen Regierung eine Verfügung
er=
laſſen worden iſt, durch welche alle braſilianiſchen Ausfuhrwaren
mit Ausnahme von Kaffee von der Ablieferung der
Ausfuhrdevi=
ſen befreit worden ſind. Die Kaffee=Exporteure müſſen in Zukunft
vro Sack verſchifften Kaffees an den banco do braſil aus dem
Ausfuhrerlös 155 ffrs. oder Gegenwert abliefern. Was die
Lie=
ferungen nach Braſilien angeht, ſo werden vom banco do braſil
für die betreffenden Inkaſſowechſel in Zukunft nur noch 60
Pro=
zent des Deviſenbetrages zum offiziellen Kurs geliefert. Der
reſt=
liche Inkaſſobetrag muß zum Freikurs beſchafft werden.
nein geiehiiches Mermtoriäm
jür Lanserrängshyporgeren!
Mit Ablauf dieſes Jahres werden erhebliche Beträge an
Auf=
wertungshypotheken fällig, da die längſtens bis zum 31. 12. 1934
von den Aufwertungsſtellen gewährten Zahlungsfriſten ablaufen.
Nach dieſem Zeitpunkt beſteht bisher ein geſetzlicher Schutz für die
Fälligkeit von Aufwertungshypotheken nicht. In Fachkreiſen hat
man aber vielfach mit einer Verlängerung der Schutzvorſchriften
gerechnet. Nunmehr teilt der Zentralverband Deutſcher Haus=
und Grundbeſitzervereine e. V. in ſeinem Nachrichtenblatt mit, daß
mit einem weiteren geſetzlichen Moratorium für
Aufwertungs=
hypotheken wohl nicht gerechnet werden könne und die Schuldner
auf eine Einigung mit den Hypothekengläubigern angewieſen ſein
würden, wenn ſie die am 31. 12. 1934 fällig werdenden
Aufwer=
tungshypotheken nicht zurückzahlen können.
Hierbei iſt jedoch darauf hinzuweiſen, daß die privaten
Hypo=
thekenbanken, die Sparkaſſen und, unter beſtimmten
Vorausſetzun=
gen, auch die Verſicherungsunternehmungen ſich bereit erklärt
haben, die Aufwertungshypotheken über den 31. 12. 1934 zu
ver=
längern. Wenn ſich ſomit von ſeiten des organiſierten
Realkre=
dites bei der Abwicklung fällig werdender Aufwertungshypotheken
keine Schwierigkeiten ergeben werden, ſo erſcheint es doch ſehr
zweifelhaft, ob den Hauseigentümern die Regulierung der
zu=
gunſten von privaten Kapitalbeſitzern eingetragenen
Aufwertungs=
hypotheken ohne geſetzliche Hilfe reibungslos möglich ſein wird.
Unveränderke Lage am Saar=Eiſenmarkk.
Die Kriſe auf dem franzöſiſchen Markt dauert an. Auch der
Blechmarkt iſt in Mitleidenſchaft gezogen. Die Annahme, daß ſich
nach Ferienende das Geſchäft beleben werde, hat ſich bis jetzt noch
nicht beſtätigt. An der Saar iſt die Lage unverändert. Das
Aufkommen von Aufträgen aus der Saar iſt bedingt durch
Auf=
träge, die die weiterverarbeitende Eiſeninduſtrie aus dem übrigen
Deutſchland erhält. Die Lage auf dem deutſchen Markt iſt nach
wie vor als günſtig zu bezeichnen. Die Aufträge gehen gut ein.
Für Mittelbleche iſt auch hier das Geſchäft ſchwächer geworden.
Der Ausfuhrmarkt iſt unverändert.
1. Marktbericht des Obſt= und Gemüſegroßmarktes Weinheim
vom 12. September. (Preiſe in Pfg. per Pfund.) Zwetſchen 5
bis 7. Birnen 1. Sorte 5—9, 2. Sorte 2—4, Aepfel 1. Sorte 5—10,
2. Sorte 3—4, Pfirſiche 1. Sorte 6—12, 2. Sorte 2—5,
Stangen=
bohnen 8—12, Buſchbohnen 4—7, Tomaten 1—3, Nüſſe 10—17,
Quitten 3—5. Anfuhr 800 Zentner, Nachfrage gut.
Verſteige=
rungen an jedem Markttag 11 Uhr.
Darmſtädter Viehmarkt vom 13. September. Aufgetrieben
waren 182 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 37—41, b) 33
bis 36, c) 29—32, d) 25—28 Pfg. pro Pfund. Spitzen= und
ge=
ringe Tiere nicht notiert. Es wurden notiert in der Klaſſe a) 21,
b) 35, c) 45, d) 30 Stück. Marktverlauf: ſchleppend, Ueberſtand.
Friedberger Schweinemarkt. Beim geſtrigen Schweinemarkt
wurden folgende Preiſe bezahlt: bis 6 Wochen alte Tiere 7—8
RM., 6—8 Wochen alte 8 bis 10 RM., 8—12 Wochen alte 10 bis
12 RM. Bei lebhaftem Handel verblieb etwas Ueberſtand.
Schweinemarkt in Gießen. Auf dem geſtrigen Schweinemarkt
ſtanden 565 Ferkel und Läuferſchweine zum Verkauf. Bei flottem
Handel wurde der Markt faſt ausverkauft. Es koſteten Ferkel
bis zu 7 Wochen 8—10 RM., 7—10 Wochen alte 12—15 RM.,
Läuferſchweine 18—22 RM. das Stück.
Frankfurter Viehmarkt vom 13. September. Auftrieb:
Rin=
der insgeſamt 131 (gegen 58 am letzten Donnerstagsmarkt),
da=
von 51 Ochſen, 9 Bullen, 30 Kühe und 41 Färſen, Kälber 1187
(1218), Hammel 131 (120), Schafe 87 (72) Schweine 584 (412).
Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber
a) 45—47, b) 37—44, c) 30—36, d) 23—29: Lämmer und Hammel
b2) Weidemaſt 32—34, c) mittlere Maſtlämmer 29—31: Schafe
e) beſte 30—32, f) mittlere 26—29, g) geringe 15—23; Schweine
a) 53, b) 51—53, c) 48—52, d) 46—51, e) 43—47. Im
Preisver=
gleich zum letzten Donnerstagsmarkt gaben Kälber b—d 1 bis
2 RM. und Schafe g) 7 RM. nach, im übrigen blieben die Preiſe
unverändert. Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft; Hammel
und Schafe ruhig, Ueberſtand; Schweine mittelmäßig.
Hranefärier Heroftmeffe.
Guke Beſchickung.
Durch Beſtimmung des Werberates der Deutſchen Wirtſch
wird in Frankfurt alljährlich eine Herbſtmeſſe ſtattfinden könn
Die diesjährige findet vom 16. bis 19. September ſtatt. Sie
im weſentlichen regional aufgezogen. Es werden eine Reihe
Fachſchauen vereinigt. Belegt iſt durch über 400 Ausſtellerfirm
davon 95 Prozent von außerhalb Frankfurts, ein Raum
12000 Quadratmetern. Von den Ausſtellern entfallen 25
zent auf die Rheinprovinz und Weſtfalen, 12 Prozent auf S
deutſchland, 10 Prozent auf Thüringen, 9 Prozent auf Nord=
Oſtdeutſchland, 8 Prozent auf Sachſen und Bayern.
Voran wird die räumlich erweiterte Möbelmeſſe ſtehen,
noch das Untergeſchoß des Hauſes der Moden beanſprucht.
zweite Abteilung ſtellen Haus= und Küchengeräte ſowie Sp
waren, und ſchließlich zeigt die reichhaltige Textilmeſſe eine ü
die letzten Erwartungen hinausgehende Beſchickung. Wie M
direktor Dr. Schnorr erklärte, ſind die Ausſteller aus dem gan
Reiche vertreten, die Meſſe ſtütze ſich auf ein kaufkräftiges Hin,
land. Dieſes Wirtſchaftsgebiet zeigt eine geſunde Miſchung
Landwirtſchaft und induſtriellen Klein=, Mittel= und Großbet
ben. Württemberg, Baden, Heſſen, die Pfalz und die ſudn
lichen Provinzen Preußens ſtellen ein kaufkräftiges Gebiet
Mit der Rückgliederung der Saar iſt eine Erweiterung des
terlandes und die Ausdehnung des regionalen Marktes zu
hoffen.
Vom Holzmarkk.
Von fachmänniſcher Seite wird uns berichtet: Die Devi
verknappung hat zur Abbremſung der Einfuhr vor allem
Nadelroh= und Schnittholz geführt. Am Weichſelmarkt zwiſ
Thorn und Bromberg liegen etwa 50 000 Feſtmeter Rohholz,
ſich im Beſitz polniſcher Holzlieferer befinden, zum
Abſchwim=
bereit. Eine Ausfuhr nach Deutſchland findet nicht ſtatt, wod
den Holzexporteuren in Polen beträchtlicher Schaden entſt
Der polniſche Markt iſt zur Aufnahme dieſes Holzes ebenſowe
in der Lage wie die Werke der früher deutſchen Weichſelni
rung. Und die Sägeinduſtrie in Danzig vermag den Weict
markt in nur geringem Maße, durch Holzankäufe zu entla
So kommt es, daß die Preiſe für polniſches Rohholz weie
Man bemüht ſich auch jetzt wieder auf beiden Seiten, die M
lichkeit zu Kompenſationsgeſchäften zu ſchaffen, und es wird
privaten Stellen verſucht, durch Zuſatzexporte aus Deutſchl
nach Polen die Bahn für den Holzimport zu ebnen. Auf gewi
Teilgebieten des deutſchen Holzmarktes, der ſehr gut zu tun
und überaus befriedigende Erträgniſſe abwirft, z. B. am Star
brettermarkt, hat die Verknappung der Angebote aus erſter H
zugenommen. Es verfügen auch die Einzelhändler über im
hältnis geringe Läger, was den lebhaften Geſchäftsgang in
Holz verbrauchenden Teil der deutſchen Holz= und Möbelinduſ
beweiſt. Die Preiſe für Stammware betragen zurzeit im G
handel ab Oſtpreußen 102—104 RM. je Kubikmeter gegeni
einer Notierung von etwa 93—95 RM. Anfang Juli.
Gek=
werden große Mengen Stammkiefer von Holzhandlungen
Norddeutſchland, aber auch von rheiniſch=weſtfäliſchen Häuſ
die Erſatz für die verknappten Angebote in Oregon=Pine
anderen amerikaniſchen Hölzern ſuchen. Bemerkenswert iſt
Verkauf einer größeren Menge von Brandholz in der Gegend
Waren (Mecklenburg) an eine Aktiengeſellſchaft in Breslau=?
lin, die zur Verwertung ein größeres Sägewerk aufſtellte.
haft iſt die Nachfrage nach Werkſtättenholz.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die Reichsbank nimmt bis auf weiteres keine Zahlungen
das bei ihr errichtete Sonderkonto für die Bank von England
gegen, da die auf dem Konto angeſammelten Beträge die
geſehene Höchſtgrenze von 7 Mill. RM. erreicht haben. So
der Betrag des Sonderkontos bei der Reichsbank unter die 5=M
Grenze ſinkt, wird die Reichsbank wieder Zahlungen auf di
Sonderkonto entgegennehmen.
In der Woche vom 26. Auguſt bis 1. September 1934 (6
beitstage) ſind bei der Deutſchen Reichsbahn 717 770 Güterwe
geſtellt worden gegen 707 350 in der Vorwoche (6 Arbeitst
und 648 720 in der entſprechenden Vorjahreswoche (6 Arbe
tage). Für den Arbeitstag im Durchſchnitt berechnet, lauten
entſprechenden Zahlen 119 628, 117 892, 108 120. Nicht rechtze
geſtellt wurden 252 (334) Güterwagen.
Berliner Kursbericht
vom 13. September 1934
Deviſenmarkt
vom 13. September 19
Berl. Handels=Geſ
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
96.—
72.25
74.50
22.625
28.25
277.n5
133.50
42.75
17.—
111.50
131.—
122.75
116.125
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerte
Geſ.f. elektr. Untern.
Vereinigte Glanzſt.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Lali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn
03.—
146.—
60.25
112.125
153.—
104.50
72.75
80.125
129.25
77.25
100.875
71.50
53. 125
Orenſtein & Koppel,
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerk=
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Ber. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
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Wanderer=Werke
Mee
15.50
42.625
28.—
40.375
129.—
71.—
13.—
127.75
37.75
98.75
01.—
28.—
Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemar‟
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
Währung
ägypt. 2
1 Pap. Peſt
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll
100 Kronen
100 Gulden
1 S=Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk
100 Franken
100 Drachm
100 Gulden
100 isl. Kr.
Held
12.785
0.666
58.545
0.184
3.047
2.553
55.39
81.97
12.405
68.68
5.475
16.50
2.497
169.73
56.14
Brief
12.817
0.670
58.665
0.186
3.05‟
2.55‟
5.51
82.13
12.435
68.82
5.485
16.54
2.503
170.0
56.26
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlwa 1.
Türkei
Ungarn
Uruguay
Ver. Staaten
Währung
100 Lire
Yen
100 Dinar
00 Lats
100 Kronen
00 Schillin
00 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
00 Tſch. Kr.
türk. 2
00 Pengö
1 Goldpeſo
Dollar
Geld?
21.55
0.74
5.714
79.92
32.35
48.95
11.275
33.97
81.67
34.32
10.44
1.991
0.999
2. 481
11, Wlliate der Preboher Sn
Frankfurter Kursbericht vom 13. September 1934.
Kee
„Gr. IIp. 1934
„ 1935
„
193e
„ 1937
1938
„Gruppe! ...."
4½ Dtſch. Reichsan!
69
v.27
5½%Intern., v.30
6%Baden ... v. 27
6%Bahern . . v. 27
6%Heſſen. . . . b. 2‟
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v. 27
6%Thüringen v. 2
6 % Dt. Reichsbahn
Schätze. . . . . . . .
5% Dt. Reichspoſt
Schätze. . . . . . .
Dtſch. Anl. Ausl.
+½½ Ablöſung.
„ „ (Neubeſitz)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ..
69Baden=Baden
6%Berlin .. . b. 24
6%Darmſtadt . . .
6¾Dresden.. v. 26
2 Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
„ v. 26
8SMainz.: ....
6%Mannheim v. 27
6%München v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6BHeſſ. Landesbk.
8% „ Golboblig.
1037,
104.75
102.25
992,
g7ſ,
101.6
95
94.75
93.25
92.75
94.25
93.5
107.
94
92
An
100.05
96‟I.
91l.
Kf
81
81.5
77
Mt
80.75
791
83.5
87.5
90
85.25
5½% Heſ.
Landes=
hyp.=Bk.=Liquid.
4¾% „
Komm. Obl.
6¾ Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6%. „ Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f
Heſſ. Gldobl. R.11
R.12
6%Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
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5½% v Lig.=Obl
Dt. Komm.
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mel=Ablöſ.=Anl.
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Abl. (Neubeſitz!
6%Berl. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
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6%Frkf. Pfbr.=Bk.
5½0 „ Lig.=Pfr
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5½% „ Lig.=Pfr
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Cred.=Bank
5½0 Lig.=Pfbr
26Württ. Hyp.=B
91
Rr6
83.75
91
90.5
90.75
98.5
116.5
18.75
90
91
90.75
90.75
85.25
90.5
91/.
90.5
90.5
93
93.5
90.
90.
89.75
93.25
93.5
92,75
6%Daimler=Bezn
6% Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl
6% Salzmann & Co.
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6% Voigt & Häffne
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5
„ L. Inveſt.
%6 Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
40 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
4‟
4¾Türk. Admin..
O „ 1.Bagdad
Zollanl. .
42ſo
4½%Ungarn 1913
1914
4½%0
Goldr.
1910
49
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon
4½ Stockholm .
Aktien.
Accumulat.- Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. G.
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Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J. P..
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Karlſtadt
121
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277
105
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121.75
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114
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Chem. Werke Alber=
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Faber & Schleicher
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Felt & Guilleaume
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zlſe Bergb. Stamm)
Genüſſe
Maet
87
130.5
65.5
216
58
82.25
92
102.5
116.5
301
49.5
60
113
145‟
55.25
60
27
228
110.5
44
104
42.5
84
11.75
80‟.
170.75
131.5
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Re
712/.
93.5
78.5
73
96.5
46.75
89.75
87.75
42‟,
187.5
95.5
102.5
49
52
137
102.5
Unterfranken .. . . .
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Frankona Rück=u.M/*
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
HRUN0
SEPTEMBER
40)
Nachdruck verboten.
Der Juſtizrat ſah, daß Latimer ihm die Perlenſchnur hinhielt,
und lächelte trüb. Mit ſeinen Fingerſpitzen taſtete er über die
großen ſchwarzen Perlen, allein ohne ſie anzunehmen, und ſein
Lächeln drückte Schmerz aus. Die Stirn aufgeſtützt, betrachtete er
lange den jungen Mann: „Sie müſſen ſelbſt zu Fräulein Henſel
gehen. Wenn ich nicht irre, werden Sie ſogar erwartet. Ich kann
es nicht.
Und Latimer ſpürte, daß etwas geſchehen, daß etwas zerriſſen
war zwiſchen Ly und dieſem Mann. „Ich wollte Sie auch bitten,
mich zum Unterſuchungsrichter zu begleiten, Herr Juſtizrat”, fügte
er leiſe, betroffen hinzu. „Sie verſprachen mir, ſich meiner
an=
ſunehmen.”
„Es geht nicht, Latimer.” Adelen ſah ihn nicht an, ſondern
ließ den ſtrengen Blick unruhig durch den Raum ſchweifen. „Ich
fühle mich nicht ſehr wohl, werde verrreiſen, muß mich erholen.
Es geht nicht, und Sie haben mich auch gar nicht nötig. Sie
haben ja die Perlenkette zurückgeholt — jeder Richter wird Sie
freiſprechen, vielleicht nicht einmal Anklage gegen Sie erheben.
Sie brauchen mich nicht.”
So fuhr Latimer nach Gatow. Er hatte eine ſpätſommerliche
Landſchaft in Erinnerung, aber über dem Acker, im Wald, auf
ucden Feldern riß der Herbſtwind das letzte roſtbraun gefärbte Laub
von den Bäumen. Am Eingang des kleinen Sommerhäuschens
blieb er ſtehen und läutete. Niemand kam, um zu öffnen. Ein
Bewohner der Siedlung, der ihn warten ſah, ſagte ihm, daß
Fräulein Henſel bereits in die Stadt gezogen wäre.
Er wartete bis zum Abend.
Als er das Theater betrat, war der Zuſchauerraum ſchon ver=
Mf dunkelt und der Vorhang rauſchte in die Höhe. Er ſetzte ſich in
oine der letzten Parkettreihen und hatte eine ungeheuere Fläche
huß voll blaß ſchimmernder Geſichter vor ſich, ein mächtiger Glanz brach
von der Bühne hernieder und in dem Glanz bewegten ſich Figuren.
Eine der Figuren war Lydia. Herb war ihr Gang,
licht=
blond blinkend ihr Haar, blau wie Türkis die Augen.
Nach dem zweiten Aktſchluß war es ihm unmöglich, noch
länger zu warten; er verließ den Zuſchauerraum und ging, eine
ſchwere eiſerne Tür öffnend, auf die Bühne. Ein kniſterndes,
geheimnisvolles Dunkel umgab ihn. Schwankende Schatten, die
Kuliſſen rückten, glitten umher. Vom Schnürboden blinkten
Glühbirnen unter Wolken von Staub. Der beſondere Geruch nach
Schminke und Moder nahm ihn gefangen, er ging über die Bühne
wie durch eine Heimat.
Ein Bühnenarbeiter wies ihm den Weg zur Garderobe der
Henſel. Er klopfte an, trat erregt ein, ſah ſich ſelbſt in einem
großen, glänzenden, dreiteiligen Spiegel auftauchen und begann
ſchon unter der Tür zu ſprechen: „Bitte entſchuldigen Sie, Ly, daß
ich ohne Erlaubnis zu Ihnen komme! Es iſt etwas geſchehen.”
Sie hockte vor dem großen Spiegel, der ihr Bild dreimal
zurückwarf, und tupfte mit der Puderquaſte über die gemalten
Wangen. Nun ließ ſie die Puderquaſte ſinken: „Was iſt denn
los, Harry?”
„Denken Sie, ich habe Latimer gefunden!” rief er mit
fiebri=
ger Stimme.
Ihr wirkliches Geſicht und die drei Geſichter im Spiegel waren
ſtarr auf ihn gerichtet. „Wie iſt das möglich, Harry? Wo haben
Sie ihn gefunden?
„In der Trübenſtraße. Er wohnte unter dem übelſten
Ge=
ſindel, in einer engen, armſeligen Kammer.”
„Sprachen Sie mit ihm?”
„Ich ſprach mit ihm, ich ſchloß Freundſchaft mit ihm. Ich habe
nichts mehr gegen ihn, Ly, und ich komme in ſeinem Auftrag.”
Staunend öffneten ſich ihre Lippen. „In ſeinem Auftrag?
wiederholte ſie.
„Ja, Ly. Er beauftragte mich, Ihnen dieſe Perlen zu
über=
bringen . .
Die großen, türkisblauen Augen glänzten ſo plötzlich auf, daß
ihr Blick blendete wie ein Lichtſtrahl. „Ich verſtehe nichts,
nichts.
„Es iſt eine lange Geſchichte, Ly, die Ihnen Latimer ſelbſt
erzählen wird. Ich habe ihn mitgebracht. Er befindet ſich im
Nr. 254 — Seite 11
Theater. Nach der Vorſtellung wird er ſie erwarten, um Ihnen
alles zu erklären.”
Lydia, ihm forſchend in die Augen ſchauend, begann plötzlich
zu lächeln. Er konnte dieſes Lächeln nicht deuten. Es läutete
ſchrill durch die Garderobe. Raſch erhob er ſich. „Ich freue mich,
Latimer zu ſehen, mit ihm zu ſprechen”, ſagte ſie. Sie ſtrich ihm
ſanft über das Haar hin, berührte mit ihren Fingerſpitzen koſend
ſein Geſicht. „Auch Latimers Vater iſt im Theater”, ſagte ſie,
und ihre Augen, mit feinen Strichen umzeichnet, ſchauten ihn noch
durchdringender an.
Er griff ſich an die Kehle. „Latimers Vater? Wiſſen Sie
es genau?” ſtammelte er.
„Ich muß es wohl wiſſen, Harry, denn ich habe den alten
Herrn hin und wieder beſucht, um etwas über Latimer zu
erfah=
ren. Er iſt wieder geneſen, der alte Herr. Und für heute abend
habe ich ihm eine Karte beſorgt. Es drängte ihn ſehr, ſich das
Stück ſeiner Sohnes anzuſehen. Auch der alte Herr wird nach
der Vorſtellung auf mich warten.”
Jählings traten ihm die Tränen in die Augen. Nochmals
läutete die Glocke. „Kommen Sie, Harry” ſagte Lydia. „Der
dritte Akt beginnt. Sehen Sie ſich das Stück einmal von der
Bühne aus an.”
Er ſtand in der erſten Kuliſſe, und es dröhnte hinter ſeiner
Stirn. Zuweilen ſchlug ein einziges Wort an ſein Ohr, das er
einmal geſchrieben hatte und als ſein Wort wiedererkannte;
zu=
weilen ſah er einen Herzſchlag lang Lydia, die ein uraltes und
ewig junges Lächeln auf den Lippen hatte.
Der Vorhang fiel. Beifall rauſchte auf, ſchwoll an, brauſte
jubelnd, einzelne Rufe erſchollen, und der Vorhang fiel und ſtieg,
die Schauſpieler verneigten ſich. Entrückt vernahm Harry den
Sturm des Beifalls, der durch das Theater fegte und ſich nicht
legen wollte. Vom Parkett und von den Rängen her erſchollen
die Rufe heftiger, deutlich konnte er dieſe Rufe unterſcheiden.
„Imer! Imer!” wurde gerufen, ſtürmiſcher noch als am Abend
der Premiere. Wie auf Kommando riefen zwölfhundert
Men=
ſchen: „Imer! Heinrich Imer!“
Er taumelte, wollte zurückweichen, plötzlich aber ſtand Lydia
vor ihm, ſtrahlend, wie er ſie noch nie geſehen, ſtrahlend und
atemlos . . . „Heinrich!” rief ſie und zog ihn mit ſich. Licht ſtürzte
ihm entgegen: umjubelt, umrauſcht ſtand er auf der Bühne, und
das Gebrauſe der Begeiſterung ſchlug über ihm zuſammen.
Latimer war nicht mehr. Heinrich Imer war es, der ſich
verneigte.
Ende.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: J. V.; Kas
Böhmann; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport: Karl Böhmann.
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. VIII. 34. 22415. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
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Seite 12 — Nr. 254
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 14. September 1934
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Beginn: 5.45, 6.00 u. 8.20 Uhr.
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mit Luise Ullrich,
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Ein Lustspielschlager, den man ernst nehmen
muß, gewürzt mit Humor und Liebe, der der
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gibt, ihr bewundernswertes Können zu zeigen.
Beiprogramm:
So ein Theater!
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Samstag, 15. Septbr.
Eröffnung um 11 Uhr im Orangeriegarten.
Die Eröffnungsanſprache hält Bürgermſtr.
und Gauamtsleiter der NSV. Pg. Haug
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