Darmstädter Tagblatt 1934


25. August 1934

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Einzelnummer 10 Pfennigs

Nr
9
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9
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A
Tat
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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31. Auguſf 2. Reichsmark und 20 Pfennig Ab=
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 234
Samstag, den 25. Auguſt 1934.
196. Jahrgang

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Saar und Reich ſind eins.
Kampf des Saardeukſchkums eine Ehrenfrage des geſamken deutſchen Volkes. Am 26. Auguſt beweiſt
das deutſche Volk ſeine Verbundenheik mit dem Saarland aufs neue.
men und mit den übrigen Gäſten im Anſchluß an die Aus=
ſtellungseröffnung
zur Saarkundgebung nach Ehrenbreitſtein
Vom Niederwalddenkmal zum
fahren. Die Eröffnungsanſprache hält nach einer Begrüßung
durch den Landesleiter der Deutſchen Front im Saargebiet
Ehrenbreitſtein.
Pirro Reichsminiſter Dr. Goebbels. Die Feier wird umraymt

ei
ſte
wi

Der Bund der Saarvereine ruft zu einer neuen gewaltigen
fekundgebung für die Deutſcherhaltung des Saargebietes am
ind 26. Auguſt in Koblenz=Ehrenbreitſtein auf. Dieſe
gebung ſteht in engſtem und innigſten Zuſammenhang mit
vorjährigen Kundgebung des Bundes der Saarvereine am
erwalddenkmal. Damals fand ſich am 27. Auguſt Saarvolk
Reichsdeutſchland in unlöslicher Verbundenheit und un=
itterlicher
Treue zuſammen, um aufs Neue Zeugnis abzu=
von
dem reindeutſchen Charakter des Saargebiets.
in dem Aufruf, den der Führer des Bundes, Staatsrat
Bauleiter Guſtav Simon, vor der großen Kundgebung und
agung des Bundes erließ, ſtanden die aufrüttelnden und
inglichſten Sätze: Der diesjährige Tag der Saardeutſchen
im Zeichen des wiedererwachten Deutſchland. Vom Nieder=
denkmal
am Rhein werden dem deutſchen Saarvolk zu
7 die ſiegreichen Fahnen des Dritten Reiches wehen. Sie
i ein Bekenntnis fordern zu der Bewegung Adolf Hitlers,
eute Deutſchland iſt. Dieſes Bekenntnis abzulegen werden
tauſende von Saardeutſchen nach Rüdesheim kommen und
achthunderttauſend deutſche Blutsgenoſſen in der Saar=
den
Schwur der Treue ablegen
die große Saarkundgebung am Niederwalddenkmal war ein
ſpunkt in der großen Reihe der bisher alljährlich veran=
en
Saarkundgebungen. Inzwiſchen iſt der Termin für die
abſtimmung an der Saar auf den 13. Januar n. J. vom
rbund feſtgeſetzt. Noch eindringlicher als im letz=
Jahre ergeht der Ruf an das geſamte
ſche Volk, ſich wieder an hiſtoriſcher Stätte
oblenz=Ehrenbreitſtein zu ſammeln, um
ekunden, daß Saar und Reich eins ſind. Mit
heißt es in dem Aufruf, den der Führer des Bundes der
vereine zur Kundgebung auf dem Ehrenbreitſtein ergehen
Der Kampf des Saardeutſchtums iſt uns im Reich heilige
lichtung, eine Ehrenfrage des geſamten deutſchen Vol=
Dort, wo die Moſel die Fluten der deutſchen Saar dem
ſalsſtrom der deutſchen Weſtmark, dem Rhein, zubringt,
i wir am 26. Auguſt uns zuſammenfinden und als Deutſche
Uen Gauen unſeres Reiches gemeinſam mit den Bründern
öaar in einer einzigartigen Willenskundgebung dem rin=
n
Volksteile an Deutſchlands blutender Weſtgrenze die
des Dritten Reiches beweiſen‟. Die Saarſache iſt nicht
eine Angelegenheit der Saarländer und des Bundes der
vereine, ſondern ſie iſt heute die Sache des geſamten deut=
Volkes. An das deutſche Volk ergeht der Ruf, am 26.
t ſeine Verbundenheit mit dem Saarlande aufs neue zu
den und Treue mit Treue zu vergelten.
leßten Vorbereikungen zur Saarkundgebung.
ie Vorbereitungen für die große Saartreuekundgebung am
gen Sonntag laſſen erkennen, daß alles Notwendige zum
arſch der rieſigen Menſchenmaſſen geſchehen iſt, ſo daß die
igsloſe Abwicklung der Kundgebung gewährleiſtet iſt. Mit
Eintreffen der Sonderzüge aus dem Reich hat ſich das
bild ſtark belebt.
ſer Bahnhofsvorplatz in Koblenz, als einer der Hauptver=
ſunkte
der Kundgebungstage, hat ein feſtliches Gepräge
en. Schon grüßen in allen Straßen die Fahnen des
n Reiches zum freudigen Willkommen. Die ganze Stadt
In ihrem feſtlichen Gewand jedem Volksgenoſſen von der
bezeugen, daß er in Koblenz mit offenen Armen empfan=
nd
ihm brüderliche Gaſtfreundſchaft gewährt wird. Von
Maſten flattern die Hakenkreuzfahnen auf den Rhein=
Noſelbrücken. Ein Rieſenſchild am Deutſchen Eck verkün=
ie
Mahnung zur Einigkeit und Treue. Die
genoſſen aus allen deutſchen Gauen, die ſchon in Koblenz
roffen ſind, tragen eine hohe Begeiſterung und Freude
rzen, ihren Brüdern und Schweſtern von der Saar per=
ihre
Treue bekunden zu können. Die Erneuerungs=
2e der deutſchen Volksverbundenheit wird
em gemeinſamen machtvollen Bekenntnis der Treue zum
r Adolf Hitler ausklingen.
tündlich bringen die großen Rheindampfer neue Gäſte.
in der alten Feſtungsſtadt zu Füßen des trutzigen Ehren=
ein
regen ſich tauſend fleißige Hände, um alles zur
hen Begrüßung der Saarländer und aller Kundgebungs=
imer
aus dem Reich fertigzuſtellen.
Sminiſter Dr. Goebbels eröffnet die Ausſtellung
Deulſche Saar in Köln.
te Ausſtellung Deutſche Saar Köln 1934 wird am Sonn=
em
26. Auguſt, vormittags 10 Uhr, mit einer Feier in der
geſchmückten großen Meſſehalle eröffnet. An ihr nehmen
eder der Reichsregierung, leitende Perſönlichkeiten der
Staats= und Kommunalbehörden, Reichsleiter der
AP. ſowie Vertreter der in= und ausländiſchen Preſſe
ferner wird aus dem Saargebiet eine große Zahl Ver=
aller
Behörden und Wirtſchaftsgruppen nach Köln kom=

von Chorvorträgen des Kölner Männergeſangvereins (unter
Leitung von Prof. Dr. Trunk) und Orgelſpiel von Prof.
Bachem. Sie wird über alle deutſchen Sender übertragen.

Jeder kauft die Saar=Plakekke!
Zur Saartreuekundgebung in Koblenz hat der Führer eine
Saar=Plakette erwählt, die in ihrer künſtleriſchen Formgebung
vielfaches Symbol der Verbundenheit des Reiches mit der deut=
ſchen
Saar darſtellt. Zwei Hände einigen ſich in feſtem Druck
das Reich und das Saargekiet. Beide ſind treu vereint in den
Schwur des Reiches und vor allem der Saardeutſchen: Deutſch
iſt die Saar. Und auf einem Ehrenmal, das dort gleichſam
für die vielen in Treue gefallenen Kämpfer an der Saar errichtet
iſt, ſteht der Wahlſpruch dieſer Helden: Des Deutſchen Ehre iſt die
Treue! Der toten und der lebenden Kämpfer an der deutſchen
Saar gedenkt ſo das neue Reich, deſſen Symbol über allem
ſchwebt. In dieſem Sinne innerer Verbundenheit werden alle
Deutſchen am 26. Auguſt und bis zum Abſtimmungstag die Saar=
plaketten
tragen. Wer ſie trägt, trägt ſie für die deutſchen Brüder
an der Saar, denen das Tragen im Saarland verboten wurde.

Aufruf
zur Anmeldung für die Bolksabſkimmung
im Saargebief.
Die Regierungskommiſſion des Saargebietes hat am 8. Juli
1934 die Vorſchriften über die Aufſtellung der Stimmliſten für
die Volksabſtimmung im Saargebiet am 13. Januar 1935 erlaſſen.
Weiterhin hat die Volksabſtimmungskommiſſion des Völkerbundes
am 20. Juli 1934 eine Bekanntmachung veröffentlicht, die nähere
Vorſchriften über die Abſtimmungsberechtigung und über die An=
meldung
der Stimmberechtigten zur Aufnahme in die Stimm=
liſten
enthält.
Hiernach müſſen Stimmberechtigte, die außerhalb des Saar=
gebiets
wohnen, einen beſonderen Antrag auf Eintragung in die
Stimmliſten ſtellen. Wer nicht in die Stimmliſten eingetragen
iſt, kann ſein Stimmrecht nicht ausüben. Es liegt daher im eige=
nen
Intereſſe aller im Reich wohnenden Stimmberechtigten, die=
ſen
Antrag mit tunlichſter Beſchleunigung einzureichen.
Die Ankragsfriſt läufk mit dem 31. Auguft 1934 ab.
Der Antrag, der an den Gemeindeausſchuß des Bezirkes
gerichtet iſt, in dem der Abſtimmungsberechtigte am 28. Juni 1919
die Einwohnereigenſchaft hatte, muß folgende Angaben
enthalten:
1. Die Namen, Vornamen, das Geburtsdatum, den Geburts=
ort
und den Beruf des Antragſtellers (im Falle einer Berufs=
änderung
denjenigen, den er am 28. Juni 1919 ausübte), ſowie
die Vornamen ſeines Vaters und ferner, falls es ſich um eine ver=
heiratete
Frau handelt, die Namen und Vornamen ihres Ehe=
mannes
(im Falle einer Veränderung des Familienſtandes nach
dem 28. Juni 1919 den Familiennamen, den ſie an dieſem Zeit=
punkt
trug).
2. Die Gemeinde, in der er die Einwohnereigenſchaft am 28.
Juni 1919 hatte.
3. Den gewöhnlichen Aufenthalt zur Zeit des Antrages.
4. Die Anſchrift im Saargebiet, an die Mitteilungen zu rich=
ten
ſind.
Die vorhandenen Beweisſtücke für die Einwohnereigenſchaft
im Saargebiet ſind dem Antrag beizufügen. Befinden ſich ſolche
Beweisſtücke nicht in den Händen des Antragſtellers, ſo iſt in dem
Antrag anzugeben, bei welcher Stelle des Saargebietes dieſe Un=
terlagen
erhältlich ſind.
Sämtliche Abſtimmungsberechtigten im Reich werden hiermit
aufgefordert ihren Antrag auf Eintragung in die
Stimmliſten bis ſpäteſtens 30. Auguſt 1934 an
den zuſtändigen Gemeindeausſchuß im Saarge=
biet
gelangen zu laſſen. Zur Aufklärung über alle bei der An=
meldung
zu berückſichtigenden Geſichtspunkte ſtehen den Stimm=
berechtigten
die Saarmeldeſtellen ihres jetzigen Wohnorts (das
Einwohnermeldeamt, in den Städten die zuſtändigen Polizei=
reviere
) ſowie die Geſchäftsſtellen des Bundes der Saarvereine
in Berlin befindet ſich dieſe SW. 11. Streſemann=Straße 42,
zur Verfügung. Es wird jedem Abſtimmungsberechtigten drin=
gend
empfohlen, vor Abſendung ſeiner Anmeldung die vorgenann=
ten
Stellen zum Zwecke der Beratung in Anſpruch zu nehmen.

Rooſevelt wieder an der Arbeik.
Von unſerem Berichterſtatter.
He. New York, Mitte Auguſt 1934.
Nach faſt ſiebenwöchiger Abweſenheit iſt der amerikaniſche
Präſident Rooſevelt nach Waſhington zurückgekehrt; von einem
Urlaub, der überaus ereignisreich war wenn auch weniger
für den Präſidenten ſelbſt. Rooſevelt hat ſich, entgegen den
vielfach gehegten Erwartungen, in ſeiner Erholung nicht ſtören
laſſen, und weder die Hiobsbotſchaften über den Generalſtreik
in San Francisco, noch die Berichte über die kataſtrophale
Dürre haben ihn bewegen können, vorzeitig zurückzukehren. Und
das wohl mit gutem Recht. Denn der gefahrdrohende Streik in
San Francisco konnte ſchließlich ohne ſein Eingreifen beigelegt
werden, und das einzige durchgreifende Mittel gegen die Dürre:
Regen, hätte ja auch Rooſevelt nicht herbeizaubern können. Das
einzige, was hier mit menſchlichen Mitteln zu erreichen war,
die Unterſtützung der notleidenden Farmer, ging auch ohne ihn
vor ſich. Dafür hatte er ja auch ſchon vor Antritt ſeines Ur=
laubs
geſorgt. Daß das amerikaniſche Volk aber ſeinem Präſi=
denten
die Ferien gegönnt hat, geht am klarſten aus dem Ver=
halten
bei der Rückkehr Rooſevelts hervor: Seine Rückfahrt
durch die ganze Breite des Kontinents glich einer einzigen
großen Triumphfahrt. Rooſevelt iſt zweifellos ſo populär wie
ſe und je größer die Not geworden iſt, um ſo befeſtigter ſind
offenbar die Hoffnungen der überwältigenden Mehrheit der
Amerikaner auf ihn.
Wenn jetzt überall in den Vereinigten Staaten der Wahl=
kampf
für die November=Wahlen eingeſetzt hat, bei denen ein
Drittel des Kongreſſes neugewählt wird, ſo kann man bereits
vorausſagen, wie die Dinge ſich geſtalten werden. Schon heute
iſt ſo gut wie ſicher, daß die Partei Rooſevelts, die Demokra=
ten
, einen überwältigenden Sieg an ihre Fahnen heften werden.
Der erſte Wahlkampf unter der Rooſevelt=Verwaltung iſt in
ſeinem Ausgang alſo kaum ungewiß; es hat niemand auch nur
eine Chance, den Kampf gegen den Präſidenten zu gewinnen.
Nur eines iſt noch nicht vorauszuſehen, ob die radikalen oder
die konſervativen Kräfte der Rooſevelt=Partei ſelbſt die größeren
Ausſichten haben, d. h. alſo, ob z. B. etwa der inflationiſtiſche
Flügel im nächſten Kongreß ſtärker ſein wird als bisher ...
Das wird weitgehend davon abhängen, wie ſich die künftige
Wirtſchaftspolitik Rooſevelts geſtalten und welche Erfolge er
bis zum Winter aufzuweiſen haben wird, oder doch zumindeſt,
welchen Eindruck ſeine Maßnahmen auf die Bevölkerung machen.
Ju klarer Vorausſicht, wieviel hiervon abhängt, hat Rooſevelt
daher zunächſt einmal auf das deutlichſte erklärt, daß er an ſeiner
bisherigen Linie feſtzuhaltoi gedenke. Der New Deal bleibt nach
wie vor die Richtſchnur ſeiner Politik. Er denkt nicht daran,
die Wirtſchaftsbelebung, die Politik der Recovery wie man
hier ſagt (Erholung), der Privatinitiative etwa dadurch zu über=
laſſen
, daß er das Profitmachen wieder zuläßt oder anregt; ir
ſteht nach wie vor auf dem Standpunkt, daß der Staat die
Wirtſchaft zum Gemeinwohl aller zu lenken hat, und daß nie
wieder ein Zuſtand eintreten dürfe, in dem Peter des Pauls
Feind iſt. Das iſt ſo erklärt Rooſevelt, ein für allemal vor=
bei
und wird nie wiederkommen! Und das heißt eben auch,
daß das große ſtaatsſozialiſtiſche Experiment das Rooſevelt
durchführt, unter allen Umſtänden und wahrſcheinlich ſogar
in ſehr verſtärktem Ausmaße fortgeſetzt werden ſoll. Der
Liberalismus hat damit ſeine letzte Schlacht verloren.
Allerdings wird man nicht verkennen dürfen, daß die
Nooſevelt geſtellte Aufgabe unerhört ſchwer iſt. Man braucht da
z. B. nur an die Fragen zu denken, die durch die Mißernte
hervorgerufen worden ſind, die bekanntlich in Amerika viel
ſchlimmer ausgefallen iſt, als ſonſt in der Welr. Man braucht
ſich ja nur klar zu machen, daß auf 60 v. H. der amerikaniſchen
Anbaufläche kaum die Ausſaat hereingekommen iſt, und daß
über 26 Millionen Menſchen durch dieſe Kataſtrophe an den
Bettelſtab gebracht wurden und daher wenigſtens für die Dauer
eines Jahres unterſtützt werden müſſen. Manche Gebiete, fo
groß wie deutſche Provinzen, müſſen völlig geräumt werden,
710 Millionen Stück Rindvieh haben abgeſchlachtet werden
müſſen, weil für ſie kein Futter vorhanden war. Der Kongreß
hat 525 Millionen Dollar an Unterſtützungsgeldern bewilligt,
die aber bereits in den erſten ſechs Wochen der Hilfeleiſtung
durch die Regierung aufgebraucht ſind, ſo daß weitere Summen,
man ſchätzt zwei Milliarden Dollar, notwendig ſein werden um
den Leuten bis zur nächſten Ernte durchzuhelfen. Ein Glück
für Amerika, daß es ſo ungeheure Ueberſchüſſe aus dem ver=
gangenen
Jahr zu lagern hat, ſo daß es wenigſtens keine
Hungersnot geben wird das Ausmaß des Elends wäre ſonſt
nicht abzuſchätzen!
Es iſt daher verſtändlich, warum Rooſevelt als erſte Maß=
nahme
nach ſeiner Heimkehr das Silbergeſetz in Kraft geſetzt hat,
das es ihm vor allem geſtatten wird, den Staatskredit in un=
geheurem
Maße auszuweiten und ſich die Gelder zu beſchaffen,
die er benötigt, um eine ſolche Kataſtrophe zu bekämpfen. Es
geht eben darum, unter allen Umſtänden und mit allen Mitteln
die Gelder für den Staat zu beſchaffen, die dieſer braucht, um
das Schlimmſte abzuwenden. Wobei allerdings hervorgehoben
werden muß, daß es ſich hier durchaus noch nicht um eine neue
Dollarabwertung handelt, ſondern lediglich um eine interne
Verbreiterung der Grundlage, auf der Noten ausgegeben wer=
den
können, alſo um eine Art Grundlage für die Aufnahme
weiterer Anleihen. Denn in einer ſolchen Zeit braucht eben auch
in Amerika der Staat Geld und nochmals Geld.
Das wird im übrigen noch deutlicher, wenn man ſich klar
macht, daß neben dieſer direkten Unterſtützung der Bedürftigen
ja noch das Rieſenarbeitsbeſchaffungsprogramm läuft, das eine
möglichſt große Zahl von Arbeitern in Lohn und Brot bringen
ſoll. Die Wiederbelebung der Wirtſchaft, die ſich in der Steige=
rung
der Produktionsziffern der einzelnen Werke ausſpricht
von 55 auf 77 Prozent Kapazität hat ja noch nicht ausge=
reicht
, um eine ſtärkere Verminderung der Arbeitsloſigkeit in

Aarkanider,MteiderGau
Mumoolwagaft.

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Seite 2 Nr. 234

Amerika herbeizuführen. Die Zahl der Arbeitsloſen in USA
beträgt vielmehr und daran mag man in der Heimat er=
meſſen
, wie groß die Leiſtung Adolf Hitlers iſt auch nach
den amtlichen Statiſtiken über neun Millionen, während die
Gegner behaupten, es ſeien noch über zehn? Eine Ziffer, die,
nebenbei geſagt, erklärt, warum die Unzufriedenheit mancher
Teile der Arbeiterſchaft ſo groß iſt, und warum die Streiks in
USA einen ſo gefährlichen Charakter anzunehmen drohen.
Gegen dieſes Uebel hilft nach Meinung Rooſevelts nur ein
ganz großes Arbeitsbeſchaffungsprogramm. Und man kann nicht
leugnen, daß das, was Rooſevelt plant, beiſpiellos iſt, nicht
nur für die Geſchichte der Vereinigten Staaten. So will er einen
Waldgürtel von 1000 Meilen Länge und 100 Meilen Tiefe neu
aufforſten laſſen; will er Rieſenſtaudämme bauen, die das Ent=
wäſſerungsſyſtem
der großen Störme des Landes wie z. B.
des Miſſiſſippi, völlig neu ſchaffen, die zugleich Waſſerreſervoire,
neue Verkehrsſtraßen und neue Kraftwerke darſtellen; ſo will er
ganze Städte mit Hilfe ſeines Häuſergeſetzes neubauen laſſen.
Projekte, die allerdings viele Jahre zu ihrer Verwirklichung
und Milliarden zu ihrer Durchführung benötigen, aber eben
auch Millionen Menſchen wieder Arbeit und Brot beſchaffen
werden. Wobei aber das wichtigſte iſt, daß dieſe Rieſenſummen
nicht wie früher in die Hände einiger weniger Großkapitaliſten
fallen ſollen, ſondern daß es der Staat iſt, der hier zum größ=
ten
Unternehmer Amerikas gemacht, die Möglichkeit erhält, mög=
lichſt
viel Nutzen für die Allgemeinheit aus all dieſen Maßnah=
men
herauszuholen.
Gerade das aber macht auch, ſo ſehr einzelne Kreiſe in
Amerika den Kopf ſchütteln mögen, Rooſevelt bei den Maſſen ſo
beliebt. Sie haben das Vertrauen, daß ſie in ihrem Präſidenten
einen Mann beſitzen, der für ſie ſorgt und in den Zeiten der
Not für eine gerechte Verteilung der Laſten auf jedermanns
Schultern ſorgt. Ein Faktor, der ſo wichtig iſt, daß man faſt
zu glauben vermöchte, er ſei wichtiger, als die Sorgen, die der
kommende Winter Amerika zweifellos beſcheren wird!

zum Ehrenkag von Ehrenbreiiſtein.
DNB. Saarbrücken, 24. Auguſt.
Der Landesleiter der Deutſchen Front, Pirro, hat an die
Saarbevölkerung folgenden Aufruf zum Ehrentag von
Ehrenbreitſtein erlaſſen:
Wir kommen zum Führer; der Führer kommt zu uns!
Und wir ſind glücklich! Der Tag von Ehrenbreitſtein wird in
der Geſchichte der Saar ewig ein beſonderes Ruhmesblatt ein=
nehmen
, denn es iſt ein Tag der gewaltigſten Demonſtration
der Treue, des Glaubens und der Liebe zum Führer und unſe=
rem
Vaterland! Das Erlebnis von Ehrenbreitſtein, das ſeine
Krönung durch die Anweſenheit des Führers erhält, gibt uns
allen erneut Kraft und Mut, die letzten Monate der Trennung
und des Kampfes in ungebrochener Energie und äußerſter
Difziplin zu tragen. Wir wiſſen heute noch nicht, was uns die
nächſten Monate bringen werden, aber das eine wiſſen wir be=
ſtimmt
, daß ſie uns der endlichen Freiheit entgegenführen. Wir
glauben an unſer ewiges Deutſchland!
Vorbereikungen der ſaarländiſchen Koblenz=Fahrer.
Das Saargebiet ſtand bereits am Freitag völlig im Zeichen
der großen Saarkundgebung vom Ehrenbreitſtein. Die gemeinſame
Vorfreude auf das große Ereignis einigt alle Bevölkerungsſchich=
ten
und Berufskreiſe. Ueberall herrſcht eine gehobene Feierſtim=
mung
. Man trifft Vorbereitungen für die Reiſe, deckt ſich mit
Proviant ein, überlegt, wie man am beſten für die Nächte im
Eiſenbahnabteil oder im Maſſenlager Vorſorge treffen kann. Bei
den mit der Durchführung des Maſſentransportes der Saarländer
nach dem Ehrenbreitſtein betrauten Stellen herrſcht ſeit Tagen
fieberhafte Tätigkeit. Man drängt ſich an den Ausgabeſtellen der
Fahrkarten für die 127 Sonderzüge.
Urlaubsreiſende aus dem Saargebiet!
Die Saarländer, welche zur Zeit auf Reiſen ſind, und
deren jetziger Wohnſitz im Saargebiet ſich nicht mehr in der
gleichen Stadt oder derſelben Bürgermeiſterei befindet wie am
28. 6. 1919, dürfen nicht vergeſſen, zweckmäßigerweiſe für die
Volksabſtimmung im Saargebiet einen ſchriftlichen Antrag auf
Eintragung in die Liſte der Abſtimmungsberechtigten beim
Gemeindeausſchuß des Bezirkes im Saargebiet zu ſtellen, an
welchem ſie am 28. 6. 1919 ihren Wohnſitz hatten. Der Antrag
muß vor dem 1. 9. 1934 bei dem Gemeindeausſchuß eingegangen
ſein. Formulare zur Antragſtellung ſind bei den Einwohner=
meldeämtern
der Polizeiverwaltung und den Saarvereinen zu
erhalten.

*
Zorndorf und die Königswette

Eine Geſchichte zur Erinnerung an den Tag von Zorndorf
(25. Auguſt).
Von Oskar G. Foerſter.
Auf der ſandigen Anhöhe weſtlich des Zorndorfer Tannen=
wäldchens
hielt König Friedrich mit ſeinem Stabe. Der Kanonen=
donner
, das Geknatter der Musketen und das Kampfgeſchrei
der Stürmenden drangen lärmend herauf. Die Schlacht ſtand.
Adjutanten ſprengten auf zitternden, ſchweißbedeckten Gäu=
len
heran und empfingen Befehle. Unten, wo das breite Fluß=
band
in der Sonne aufglänzte, begann plötzlich eine ungeheure
Staubſvolke emporzuwirbeln und vorwärtszutreiben. Die
ruſſiſche Kavallerie griff in die Schlacht ein. Jetzt hatte ſie die
Reihen des preußiſchen Fußvolks erreicht, das unerſchüttert
gegen eine doppelte Uebermacht geſtanden, und umhüllte ſie mit
dichten und undurchdringlichen Staubſchwaden. Friedrich hob
ſich im Steigbügel, ſeine Augen ſpähten angeſtrengt.
Da! Was war das . . .? Die Preußen wichen ! flohen,
auseinandergeſprengt von der Wucht des wilden Reiterangriffs!
Und hinter ihnen dröhnten die Hufe der 5000 Ruſſengäule, zer=
riſſen
unaufhaltſam die Formationen der preußiſchen Infanterie
und ſchlugen breite Breſchen in die lebenden Mauern der
Reſerve.
Sehdlitz ſoll avancieren! ſchrie der König, und der Ordon=
nanzoffizier
jagte den Hügel hinunter, dem Wäldchen zu hinter
dem die Seydlitzſche Reiterei ſtand. Der Lärm der Schlacht
drang immer näher. Ruſſiſches Fußvolk ſtürmte hinter der
ſiegreichen Kavallerie vorwärts und gewann ſichtlich an Boden.
Erneut gerieten die Regimenter Friedrichs, nachdem ſie ſich
kaum geſammelt, ins Wanken .. .
Da brauſte es hinter dem Walde hervor, Lanzenſpitzen
und Säbel blinkten im Sonnenſchein, Trompeten ſchmetterten,
un im ſauſenden Ritt ging’s vorbei an dem Hügel Friedrichs,
in tadelloſer Ordnung wie auf dem Potsdamer Exzerzierplatz:
Preußens Reiterregimenter unter Seydlitz, dem Helden von
Noßbach.
Schon waren ſie am Feind. Die Staubwolken wurden dich=
ter
und breiter, das Klirren der Waffen und das Geſchrei
der Kämpfenden wilder und lauter. Aber nun. . eine friſche
Brife trieb die Wolken nach Süden ab nun lag das Schlac i=
ſeld
unverhüllt und klar vor Friedrichs Blick. Seydlitz und ſeine
Reiter jagten hinter fliehenden Ruſſen her, die feindliche

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Vom Tage.
Das Reichsgeſetzblatt veröffentlicht in ſeiner Nummer vom
22. Auguſt den Wortlaut für die Urkunde, die zuſammen mit dem
Ehrenkreuz Frontkämpfern verliehen wird. Die Urkunde trägt
als Kopf die Worte: Im Namen des Führers und Reichskanz=
lers‟
. Dann folgt das Wort Dem hierauf wird der Name
eingeſetzt, und der Text geht weiter: iſt auf Grund der Verord=
nung
vom 13. Juli 1934 zur Erinnerung an den Weltkrieg 1914
1918 das von dem Reichspräſidenten Generalfeldmarſchall von
Hindenburg geſtiftete Ehrenkreuz für Frontkämpfer verliehen
worden.
Am kommenden Mittwoch, von 20.3520.45 Uhr, wird der
Reichsjugendführer Baldur von Schirach im Namen der Stunde
der jungen Nation über alle deutſchen Sender zu den Eltern
unſerer Hitlerjungen und =mädel ſprechen. Der Abteilungsleiter
Rundfunk der Reichsjugendführung, Bezirksführer Cerff, hat für
die geſamte Hitlerjugend Gemeinſchaftsempfang angeordnet.
Die Ausgabe der Londoner Times vom 23. Auguſt 1934 iſt
beſchlagnahmt und eingezogen worden, weil ſie in einem längeren
Bericht eines Korreſpondenten in Deutſchland über die Konzen=
trationslager
in Deutſchland eine Reihe von alten, offenbar aus
der Emigrantenpreſſe geſchöpften üblen Greuelmärchen aufwärmt.
Generalſtaatskommiſſar Fey hat ſich geſtern auf eine Inſpek=
tionsreiſe
nach Kärnten begeben. Der Aufenthalt in Kärnten
hängt mit den Maßnahmen zuſammen, die das Generalkommiſ=
ſariat
zur Bekämpfung der ſtaatsfeindlichen Tätigkeit in der Pri=
vatwirtſchaft
zu treffen beabſichtigt.
Das Mitglied des Pariſer Gemeinderats Maſſard wirbt ſeit
langem für die Schaffung einer weiblichen Polizei in Paris nach
dem Vorbild Englands. Der Pariſer Polizeipräfekt ſteht der
Anregung nicht ablehnend gegenüber, erklärt jedoch, daß die Stadt
Paris vorläufig keinerlei Mittel für dieſen Zweck aufbringen
könne.
In der Nacht zum Freitag kam es in Rio de Janeiro nach
Abſchluß eines marxiſtiſchen Antikriegskongreſſes zu blutigen Zu=
ſammenſtößen
zwiſchen Demonſtranten und Polizeibeamten. Zwei
Perſonen wurden getötet, während etwa 20 verletzt wurden.
Neugliederung des gewerblichen
Genoſſenſchaftsweſens.
Vom Gaupreſſeamt wird mitgeteilt:
Am 6. Auguſt 1934 fand beim Reichsſtand des Deutſchen Hand=
werks
eine Beſprechung mit den maßgebenden Vertretern der Zen=
tralſtelle
der Handwerker=Genoſſenſchaften ſtatt, in der die Frage
der Neugliederung des gewerblichen Genoſſenſchaftsweſens erörtert
wurde. Es wurde bekannt gegeben, daß der Reichsſtand des Deut=
ſchen
Handwerks im Zuge der Neugliederung ſeinem Genoſſen=
ſchaftsreferat
einen organiſatoriſchen Unterbau geben wird. Die
Handwerks=Genoſſenſchaften werden zu einer Hauptgruppe
Genoſſenſchaften beim Reichsſtand des deutſchen
Handwerks zuſammengefaßt. Unter Führung dieſer Stelle
wird auch die geſetzliche Reviſion vorgenommen werden. Die
Hauptgruppe zerfällt in drei Abteilungen: Warenge=
noſſenſchaften
, Baugenoſſenſchaften und Liefe=
rungsgenoſſenſchaften
. Die mit Waren handelnden Ge=
noſſenſchaften
bilden gleichzeitig eine ſelbſtändige Untergruppe
beim Reichsführer des Handwerks mit Ausnahme der Einkaufs=
genoſſenſchaften
der Bäcker, Fleiſcher und Konditoren, für welche
die Querverbindung zum Reichsnährſtand hergeſtellt wird.
Die Führung der Hauptgruppe Genoſſenſchaften beim Reichs=
ſtand
des Deutſchen Handwerks wird der Reichshandwerksführer
übernehmen. Die wirtſchaftspolitiſche Betreuung wird dem Ge=
noſſenſchaftsreferat
des Reichsſtandes übertragen werden, das be=
reits
bei den Vorgängern des Reichsſtandes Reichsverband des
Deutſchen Handwerks und Gewerbekammer beſtanden hat.
Es wird ferner ein Führerrat gebildet werden, deſſen Zuſammen=
ſetzung
der Reichshandwerksführer noch beſtimmen wird. Ziel der
Neugliederung iſt einerſeits die Intenſivierung der Reviſion da=
durch
, daß die Reviſoren ſtändig die gleichen Fachgruppen revi=
dieren
.
Für die Genoſſenſchaften des Handels und die Kreditgenoſſen=
ſchaften
erfolgt die Regelung durch die entſprechenden Hauptgrup=
pen
der Wirtſchaft.
Borbereikung der Reiſe Barkhous nach Rom.
Der franzöſiſche Botſchafter in Rom. de Chambrun, iſt von
ſeinem in Frankreich verbrachten Urlaub am Donnerstag auf
ſeinen Poſten zurückgekehrt. Der römiſche Berichterſtatter des
Matin nimmt an, daß nunmehr die diplomatiſchen italieniſch=
franzöſiſchen
Verhandlungen zur Vorbereitung der Reiſe Bar=
thous
nach Rom beginnen werden, die für Ende Oktober vor=
geſehen
ſei.

Kavallerie war zerſtreut, die Infanterie floh vor dem furcht=
baren
Anſturm der preußiſchen Schwadronen.
Noch war die Schlacht nicht beendet, aber ihr Ausgang
gewiß. Seydlitz und ſeine Reiter hatten den Sieg erkämpft.
Friedrich atmete tief auf. Dort unten, in den vorderſten Linien,
kämpften ſeine Gardereiter. Zum zweiten Male in die=
ſem
Feldzug brachten ſie heute den Sieg.
75 Jahre ſpäter. Im Lager von Kaliſch manövrierten im
September 1833 preußiſche und ruſſiſche Truppen unter der
Führung ihrer Herrſcher. König Friedrich Wilhelm III. und
Zar Nikolaus ſaßen abends an der kaiſerlichen Tafel zuſammen
und plauderten über die Ausbildung ihrer Truppen. Im Ver=
laufe
des Geſprächs tauchte die Frage auf, ob eine Koſaken=
batterie
oder eine preußiſche reitende Batterie ſchneller wäre.
Nach einigen harmloſen Streitereien kam ſchließlich eine Wette
zuſtande. Eine preußiſche und eine Koſakenbatterie ſollten neben=
einander
eine Strecke von 3000 Schritt zurücklegen, dann ab=
protzen
und feuern. Die Batterie, die den erſten Schuß abgäbe,
ſollte Siegerin ſein.
Am folgenden Tage ließ Hauptmann Perle die Batterie
der 2. Preußiſchen reitenden Gardekompagnie antreten Er
teilte ſeinen Leuten die Wette der beiden Fürſten mit und
ſchloß mit den Worten: Kerls, ihr ſeid von Seiner Majeſtät
auserſehen, das Wettreiten auszuführen. Macht unſerem Regiment
leine Schande! Denkt daran, daß Euer Regiment einſt unter
Seydlitz ſchon einmal die Ruſſen beſiegte! Und nun zeigt, was
ihr könnt!
Auf das gegebene Zeichen fuhren die preußiſche und die
Koſakenbatterie ab. Sie mußten quer über die Beete von Aeckern
fahren, eine Leiſtung, die ſtärkſte Anforderungen an Pferde
und Fahrer ſtellt. Während die Koſaken gleich in Karriere
losfuhren ließ Perle antraben, und erſt, als die Pferde im
gleichmäßigen Zuge waren, Galopp und Marſch=Marſch blaſen.
Bald hatten die Preußen die Koſaken überholt, abgeprotzt und
ſchon einmal durchgefeuert, ehe der erſte Schuß der Koſaken=
batterie
fiel.
Am Abend ſtand die ſiegreiche Batterie beim Appell. Der
ruſſiſche General Sumarokow erſchien, um ihr im Auftrage des
Zaren ſeine Anerkennung auszuſprechen. Als er geendet hatte,
trat plötzlich der Batterietrompeter Yorth vor und ſagte: Aber
Exzellenz, wie haben Sie ſich auch nur mit den Gardereitern
einlaſſen können! Da müſſen Sie immer unterliegen!
Sprachloſes Entſetzen. Hauptmann Perle iſt faſſungslos
über die unerhörte Taktloſigkeit. Das kann ihn ſeine Stellung
koſten.

Samstag, 25. Auguſt 19.

Nürnberg rüſter zum Reichsparkeita
Unangemeldeie Parkeitagbeſucher können weder
Quarkier noch auf Berpflegung rechnen.
Nürnberg, 24. Augu
Nürnberg, die alte Neris, rüſtet wieder zur großen Heer
der nationalſozialiſtiſchen Bewegung, zum Reichsparteitag
Schon ſtehen überall die weißen Fahnenmaſten, ſchon beginnt
Grün heranzufahren. Auf dem Adolf=Hitler=Platz, auf dem
Märkte bereits geſperrt ſind, ſieht man wiederum die Trih=
entſtehen
. Die alten Häuſer Nürnbergs, die ſchon im vo=
Jahr zu einem großen Teil in ihrer mittelalterlichen Schö=
wiederhergeſtellt
worden waren, haben noch feſtlichere Kl
angelegt als im vorigen Jahr. Die Nürnberger Burg hat
nach Bildern und Plänen aus dem 15. Jahrhundert in
alten Form wiederhergeſtellt.
Der Parteitag dauert im Jahre 1934 zwei Tage länge=
im
Jahre 1933, denn es ſind nunmehr zum erſtenmal auck
nationalſozialiſtiſche Arbeitsdienſt und die Reichswehr bete
So ſind naturgemäß damit auch die Aufgaben, die der Or
ſationsleitung geſtellt ſind, entſprechend gewachſen. Man
das allein daraus erkennen, daß in dieſem Jahre 516 Sonde
in Nürnberg ankommen und auch wieder abgefertigt w
müſſen. Das ſind allein 70 v. H. mehr als im Jahre 1933.
Im ganzen nehmen am Reichsparteitag 1934 teil: 18
politiſche Leiter, 88 000 SA.=Männer, 12 000 SS.=Männer
am Vorbeimarſch teilnehmen, 9000 SS.=Männer zur Abſper
60 000 Hitlerjungen, 50 000 Mann Arbeitsdienſt, 120000
Parteigenoſſen und Parteigenoſſinnen.
Dieſer Andrang ſtellt gerade in bezug auf den Verkehr
beſondere Aufgaben. In der Innenſtadt wird man, wie im
jahre, den Verkehr ſtillegen. Dagegen werden die Nürnh
Straßenbahnen den Hauptverkehr auf den Außenſtrecken b
tigen. Nürnberg wird für den Kraftwagenver
vollkommen geſpert, nur Wagen der Organiſationsle
mit beſonderen Ausweiſen dürfen verkehren. Alle übrigen 9
werden an der Stadtgrenze auf Parkplätze geleitet. Insg
ſind Parkplätze für 50 000 Wagen vorbereitet wo
Von den Parkplätzen aus beſteht Autobus= und Straßen
Pendelverkehr nach Nürnberg hinein.
Die Hitlerjugend wird wiederum auf den Ru
wieſen in einem großen Zeltlager untergebracht
ein kleiner Teil wird in der Regensburger Straße ein Feld
beziehen. Während die SA. im vorigen Jahre auf eine
von Zeltlagern verteilt war, bezieht ſie in dieſem Jahre ein
ßes geſchloſſenes Zeltlager zwiſchen Langwaſſer und Alten
Ebenſo wird die SS. geſchloſſen in einem Zeltlager untergel
während für die Unterbringung der politiſchen Leiter alle
lichkeiten ausgeſchöpft werden.
Die Verpflegung dieſer Menſchenmaſſen iſt ebenfalls b.
bis ins kleinſte organiſiert. Naturgemäß mußte aus hygien
Gründen der Verkauf leicht verderblicher Lebensmittel unt
werden. So darf weder Friſchobſt, noch Speiſeeis verkauft w
Es gibt weder Obſtfruchtſäfte noch Rohmilch. Milch dar
ebenſo wie Milchkakao und andere Milchgetränke in ſteriliſi
Zuſtande abgegeben werden. Fleiſch und Wurſtwaren, auch
nannte warme Würſtchen, müſſen mindeſtens 48 Stunden
chert und mit Knoblauch durchſetzt ſein. Liebhaber von S
ſahne werden ebenfalls nicht auf ihre Koſten kommen.
Den Verkaufsſtänden ſind umfangreiche hygieniſche Vor
ten auferlegt worden, um Zwiſchenfälle jeglicher Art unm
zu machen.
Es kann an dieſer Stelle bereits geſagt werden, daß
der unangemeldet nach Nürnberg kommt, weder auf Qu
noch auf Verpflegung rechnen kann. Alle in Nürnberg v.
denen Quartiere ſind reſtlos von der Organiſationsleitun
faßt worden. Aus dieſem Grunde hat auch die Reichsju
führung z. B. an alle ihre Gliederungen ein ſtrenges 2
erlaſſen, während des Parteitages Nürnberg zu beſuche
außer den im Feldlager zuſammengeſchloſſenen 60 000
jungen kein Jugendlicher auf Unterkunft rechnen darf. We=
obdachlos
auf der Straße herumſtreift, hat unter Umſtände
Feſtnahme zu rechnen.
Um die Menſchenmaſſen überhaupt unterbringen zu k!
wird z. B. der Arbeitsdienſt bereits wieder abtranspo
während die politiſchen Leiter ankommen und die Hitlerj
fährt ſchon wieder ab während SA und SS antransp=
werden
. Es werden ſich alſo nicht alle 450 000 Menſchen zu
in Nürnberg befinden,
Nürnberg arbeitet, um ſich noch ſchöner und herrlich
4. September zu zeigen, wenn die Glocken von St. Loren
St. Sebaldus über die hohen Giebeldächer hallen und den
ten Volkstag des nationalſozialiſtiſchen Deutſchland einl

Aber der ruſſiſche General hat ſich gefaßt. Freilich
wortet er, wenn ein ſolcher Geiſt in der Truppe herrich
ſelbſt der Trompeter davon beſeelt iſt, muß ſie Außeſul
liches leiſten können Und ſich an Yorth wendend: Hier,
Sohn, nimm dies für dein ſtolzes Wort! Damit drü
dem Trompeter 5 Dukaten in die Hand.
Aber Diſziplin muß ſein. Darum erhielt der Trol
außer den 5 Dukaten von ſeinem Hauptmann drei Tage
wegen unbefugten Sprechens vor der Front.
Der Preis der von Friedrich Wilhelm gewonnenen
aber kam kurze Zeit darauf in Berlin an. Er beſtand aus
ganzen ruſſiſchen Batterie von 8½=pfündigen Haubitzen !
prächtigen Pferden. Die ruſſiſchen Kanonen wurden lang
bei Paraden mitgeführt. Heute ſtehen ſie im Zeugha=
Berlin.
*
Das Geheimnis der Erkernſteine
Um die chriſtliche und germaniſche Ueberlieſe.
eines uralien Kulkmals.
Von Hugo Brühl.
Am Süoſtende des Teutoburger Waldes ſtehen dreizeh!
Sandfelſen. Vier von ihnen ſind höher als alle anderen. S
über 20 Meter hoch, der höchſte von ihnen ſogar 23 Melek=
nennt
dieſe Steine die Externſteine, ohne daß man die 2
dieſer Bezeichnung bis heute hätte genau feſtſtellen und *
können. Um dieſe Steine iſt ſeit einigen Jahrzehnten ein.
artiger, gerade in unſerer Zeit mit bemerkenswerten Arbi
wieder aufgenommener Streit entbrannt, der wohl ſa
nicht zum Abſchluß kommen wird, ſoweit überhaupt ein
tiger Sieg der einen oder der anderen Anſicht hier moß=
ſcheint
.
Die Externſteine, wie ſie ſich heute äußerlich darbiele
ein altchriſtliches Heiligtum. Zahlreiche Bildwerke, d. 9 enthalten Darſtellungen der Kreuzigung des Hekt‟
weiß ferner, daß die Externſteine im erſten und zweilk
hundert des zweiten Jahrtauſends eine Wallfahrtsſtatle
und damals in der Obhut des Benediktinerkloſters 4
waren.
Daß aber die Externſteine eine bedeutend ältere kultic
gangenheit haben müßten, als das erſte Jahrtauſend Na.
Geburt, iſt ſchon von zahlreichen Gelehrten des vorigen. 2e
derts behauptet und einleuchtend begründet worden. Anc
war bekanntlich dieſer Meinung.

[ ][  ][ ]

amstag, 25. Auguſt 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

ad

Sturmzeichen im Fernen Oſten.
irſe Prokeſtnoke des Rälebundes gegen die Verhaftung von ruſſiſchen Beamken der oſtichineſiſchen Bahn.
Zuſammenziehung japaniſcher Kriegsſchiffe in Dairen. 70 japaniſche Bombenflugzeuge
nach Charbin unkerwegs.
wird hier mit der neuerlichen geſpannten Lage an der mandſchu=
eneg
siorchen Kamtand and Japan riſch=ſowjetruſiſchen Grenze in Zuſammenhang gebracht.



1

11
1
!

e
9
14
O

EP. Tokio, 24. Auguſt.
eine in ſehr ſcharfer Sprache gehaltene Proteſtnote gegen
Naſſenverhaftungen ſowjetruſſiſcher Angeſtellter der Chine=
Oſtbahn iſt vom Sowjetbotſchafter in Tokio, Jurenew,
uswärtigen Amt überreicht worden. Die Note macht Japan
Mandſchukuo gemeinſchaftlich für dieſe Verhaftungen ver=
prtlich
und ſpricht dabei von vorſätzlichen Verletzungen der
ieften Rechte der Räterepublik. Weiter proteſtiert Sowjet=
nd
gegen die vom japaniſchen Kriegsminiſterium aufge=
lächerliche
Behauptung, daß offizielle Sowjetſtellen und
ärkommandos in Oſtſibirien Sabotageakte gegen die Chine=
Oſtbahn organiſiert hätten. Die erneute Tätigkeit der
3iten in der Nordmandſchurei ſei vielmehr, ſo wird in der
weiter ausgeführt, die üble Folge der von gewiſſen japa=
n
Kreifen genährten aggreſſiven Pläne. Die japaniſche Re=
ig
, ſo ſchließt die Note, ſollte begreifen, daß die von ihrem
3miniſterium abgegebenen Erklärungen, verbunden mit den
niſſen in der Mandſchurei die aggreſſive Einſtellung ge=
japaniſcher
Kreiſe dokumentieren und die Sowjet=
ung
glaube, daß die japaniſche Regierung aus dieſer Tat=
die
nötigen Schluffolgerungen ziehen werde.
Die Spannung zwiſchen Rußland und Japan, die nach
lbbruch oder mindeſtens nach der Unterbrechung der Ver=
ungen
über den Verkauf der oſtchineſiſchen Bahn ſchon
+ zugenommen hat, iſt jetzt in ein neues gefährliches Sta=
1 getreten. Die Moskauer Regierung hat ſich entſchloſſen,
kio eine ſehr ſcharfe Note zu überreichen. Sie beſchwert
trüber, daß alle leitenden ruſſiſchen Beamten der oſtchine=
Bahn verhaftet worden ſind unter der Beſchuldigung,
e Ueberfälle auf japaniſche Militärmiſſionen organiſiert
Sie weiſt dieſe Beſchuldigungen entſchieden zurück und
vifder Gegenſeite offen die Abſicht vor, die Verkaufsverhand=
über
die Bahn zu ſabotieren.
Tie Note iſt in der Form noch kein Ultimatum, ſie be=
ſich
damit, zunächſt einen Proteſt auszuſprechen und da=
ie
Hoffnung zu knüpfen, daß die japaniſche Regierung
ntſprechende Schlüſſe daraus ziehen werde. Aber ſie er=
leichzeitig
den Vorwurf, daß die Bahnkataſtrophen und
berfälle mittelbar von den Vertrauensmännern des japa=
Kriegsminiſteriums organiſiert worden ſind, Vorwürfe
die eigentlich die Grenzen des diplomatiſch Zuläſſigen
iberſchreiten. Die notwendige Folge muß eigentlich eine
ereizte Antwort aus Tokio ſein. Denn der Ton, wie ihn
u jetzt angeſchlagen hat, führt eigentlich mitten in einen
rieg hinein. Bei der ungeheuren Spannung, die ſich ohne=
yon
im Fernen Oſten angeſammelt hat, kann unter Um=
i
ſchon ein Funke genügen, um das ganze Pulverfaß
Luft zu ſprengen. Aber wir hoffen vorläufig noch, daß
durch einen ſolchen Notenkrieg ein Ventil geſchaffen
i ſoll, um die allgemeine Spannung zu verringern.
niſche Erregung über die ſowiekruſſiſche Roke.
DNB. Tokio, 24. Auguſt.
e geſamte japaniſche Preſſe iſt über den Ton der ſowjet=
ſen
Note ſehr erregt und erklärt, der Inhalt dieſer Note
Beweis für die Verſuche, die Verantwortung für die
Ereigniſſe an der chineſiſchen Oſtbahn auf mandſchuriſche
paniſche amtliche Stellen abzuwälzen. Die Beweggründe
e ſowjetruſſiſche Note würden von den amtlichen japa=
Stellen eingehend geprüft werden. Die Blätter ſind ſich
r einig, daß die japaniſche Antwortnote nicht weniger
gehalten ſein dürfe als die ſowjetruſſiſche Note.
Alarmnachrichken aus Schanghai.
DNB. Schanghai, 24. Aug.
ich hier eingelaufenen, allerdings unbeſtätigten Berichten
apan die Abſicht haben, 30 Kriegsſchiffe nach Dairen und
nbenflugzeuge nach Charbin zu entſenden. Die Maßnahme

Von der hieſigen japaniſchen Geſandtſchaft wird die beabſich=
tigte
Entſendung der Kriegsſchiffe und Bombenflugzeuge nicht in
Abrede geſtellt, jedoch dahingehend abgeſchwächt, daß es ſich mög=
licherweiſe
um Maßnahmen im Rahmen der bevorſtehenden kom=
binierten
Land=, Luft= und Seemanöver handele, die im Raume
DairenSchanhaikwan ſtattfinden ſollen. Weder Rußland noch
Japan ſeien zum Kriege bereit.
Ein weiterer, ebenfalls noch unbeſtätigter Bericht beſagt, daß
das amerikaniſche Flaggſchiff Auguſta mit zwei Zerſtörern auf
einen plötzlichen Befehl hin von Tſingtau nach Dairen in See
gegangen ſei.

Kolonialer Kuhhandel mit Ikalien.

Die Verhandlungen im italieniſch=franzöſiſch=engliſchen Drei=
eck
über die Belohnung, die Italien für ſein Einſchwenken in die
franzöſiſche Front und die ſcharfe Tonart gegen Deutſchland er=
halten
ſoll, ſcheinen eingefroren zu ſein. Denn, gewiß nicht ohne
von der römiſchen Rgierung inſpiriert worden zu ſein, hat der
Berichterſtatter des Journal des Debats ſeinem Blatt einen
Aufteilungsplan für Afrika telegraphiert, aus dem die italieni=
ſchen
Wünſche lugen. Es iſt bezeichnend, daß die Pariſer Schrift=
leitung
des Blattes ſehr ſüß=ſaure Bemerkungen zu den Vorſchlä=
gen
macht und ganz offen fordert, daß Italien, wenn es etwas er=
handeln
wolle, ſich noch mehr als bisher der franzöſiſchen Politik
verſchreiben wolle. Dieſe eiſige Miene iſt um ſo bezeichnender, als
gerade jetzt die italieniſche Preſſe mit einem großen Schwall von
Worten die völlige Unbeeinflußbarkeit und Selbſtändigkeit der
italieniſchen Politik in die Welt hinauspoſaunt
An und für ſich hat Italen einen Anſpruch auf koloniale Kom=
penſationen
, die ihm Frankreich und England in dem geheimen
Protokoll vom 26. April 1915 zuſagten, und zwar nach Art. 13
für den Fall, daß England und Frankreich in Afrika ihren Kolo=
nialbeſitz
erweitern. Mit dieſem Geheimvertrag brach Italien be=
kanntlich
dem Dreibund die Treue. Nach langem Zögern hat zuerſt
England eine Grenzregulierung von Tripolitannien nach der
ägyptiſchen Seite hin zugeſtanden und geſtattet, daß Italien
die Oaſe Kufra beſetzen darf, den Hauptort der fanatiſchen Se=
nuſſi
, die ſeit 1911 die italieniſche Eroberung Tripolis immer wie=
der
beunruhigten. Italien forderte ferner von Frankreich die Auf=
hebung
aller Ausnahmerechte gegenüber den im franzöſiſchen Tu=
nis
, das 1881 Frankreich den Italienern vor der Naſe weggenom=
men
hatte, lebenden rund 90 000 Italienern und eine Grenzregu=
lierung
im Süden Lybiens, alſo die Ueberweiſung von Tibeſti.
Damit war Frankreich einverſtanden. Aber die Erreichung des
Tſchadſees iſt damit nicht erfolgt. Nun verlangt Italien durch das
römiſche Sprachrohr nicht mehr und nicht weniger als die Ober=
hoheit
über Abeſſinien. Seit 1896 bei Adua die Abeſſinier den
Italienern eine ſchmachvolle Niederlage bereiteten, iſt die Unab=
hängigkeit
Abeſſiniens im Vertrag von Adis Adeba durch Frank=
reich
, England und Italien anerkannt worden. Abeſſinien iſt Mit=
glied
des Völkerbundes und es wäre nicht unmöglich, daß es im
Völkerbund anfragte, wieſo die Großmächte, Frankreich, England
und Italien über die Ungbhängigkeit eines Völkerbundsſtaates
kuhhandelten, ohne ſich mit der abeſſiniſchen Regierung direkt in
Verbindung zu ſetzen.
Begründet wird der italieniſche Anſpruch damit, man müſſe
den japaniſchen Einfluß in Abeſſinien abdroſſeln. Die Meldungen,
Japan habe große Konzeſſionen Abeſſiniens erworben und beab=
ſichtigte
, gewaltige Baumwollplandagen anzulegen, ſind ebenſo
dementiert worden, wie die Gerüchte von einer Heirat zwiſchen
einem japaniſchen Prinzen und einer abeſſiniſchen Prinzeſſin.
Zudem hat Abeſſinien keinen direkten Zugang zum Meere, ſo daß
alſo eine japaniſche Aus= und Einfuhr nicht ungefährdet vor ſich
gehen könnte. Es iſt nun intereſſant, daß Frankreich und anſchei=
nend
auch England, ſeelenruhig zuſehen würden, wie Italien mit
der heißen abeſſiniſchen Kaſtanie fertig wird, ohne ſich dabei noch
einmal gründlichſt die Finger zu verbrennen. Jedenfalls iſt dieſer
kleinliche Kuhhandel bezeichnend für die Art, mit der Italien und
die beiden beteiligten Mächte über Verträge denken, während ſie
ſich ſelbſt als Hüter der Vertragstreue ausgeben.

er:

hEl
*
hirn
hr.-1

in
tigg
heut
dies

ſolNe

eilich war aus der Frühzeit der Externſteine gar nichts
eres bekannt, man bewegte ſich ganz auf dem Gebiet der
ißungen und Annahmen. Einigermaßen genau zurückver=
waren
die Externſteine eben nur bis in die frühchriſtliche
neueſter Zeit hat ſich beſonders Direktor Teudt aus Det=
im
die altgermaniſche Vergangenheit der Externſteine be=
Nach ſeiner, mit wiſſenſchaftlichem Ernſt, tiefer Liebe zu
Volkstum und großer Ueberzeugung vorgetragenen Auf=
ſtellten
die Externſteine das größte und wichtigſte Heilig=
r
alten Sachſen dar, bevor Karl der Große in ihr Land ein=
dier
ſoll ſich beſonders die Irminſul, die Teudt als Welt=
eutet
, befunden haben. Und was man ſchon vor Teudt an=
en
geneigt war: hier ſoll überhaupt ein Mittelpunkt des
raniſchen Geſtirnkultes geweſen ſein.
nes der wichtigſten Argumente Teudts und ſeiner Anhänger
t ſich in der großen Skulptur der Kreuzabnahme: hier
tan ſehen, daß Nikodemus, der bei der Kreuzabnahme des
1s hilft, auf einem ſeltſamen Gegenſtand ſteht, den man
iehr erkennen kann. Teudt und ſeine Freunde meinen gleich
daß es ſich hier um die geknickte Irminſul handelt, woraus
linge, daß der Künſtler, der dieſes uralte Bildwerk ſchuf,
um die alte Bedeutung der Externſteine gewußt haben
gen dieſe Deutungen wenden ſich naheliegenderweiſe beſon=
rtholiſche
Kreiſe, zuletzt und am umfaſſendſten Profeſſor
tus Paderborn. Profeſſor Fuchs leugnet durchaus nicht die
9keit, daß die Externſteine in der vorchriſtlichen Zeit dem
hen Kult gedient haben, er behauptet bloß mit aller Ent=
heit
und nicht ohne gute hiſtoriſche Belege, daß die Extern=
in
ihrer heutigen Geſtalt, und zwar in ihrer Geſamtheit,
iſtliches und kein heidniſches Denkmal ſeien. Benediktiner
es im elften Jahrhundert errichtet und mit Bildwerken
en laſſen, ebenſo rührt von ihnen die Höhlenkapelle.
an muß zum Kern dieſer ganzen Streitfrage vorſtoßen, um
der ganzen Leidenſchaftlichkeit, mit der er geführt wird,
n zu können. Was iſt wichtiger, die Erhaltung dieſes alt=
gen
Denkmals oder die Wiederherſtellung der Externſteine
r vermutlichen altgermaniſchen Geſtalt. Es ſoll beabſich=
n
, die Externſteine in ihrer urſprünglichen Geſtalt wieder=
Ilen. Wenn ſichere und völlig zuverläſſige Fingerzeige für
rſprüngliche Geſtalt vorhanden ſind ob ſie es ſind, iſt
Del e Streitfrage dann könnte die Wiederherſtellung eines
einzigartigen germaniſchen Heiligtums vielleicht befür=
De werden. Beſtehen aber nur, wenn auch noch ſo begründete
Iel tungen, dann müßte man wohl jenen Kreiſen recht geben,
Meinung ſind, daß auch die heutigen Externſteine in ihrer
Geſtalt ein wertvolles und verehrungswürdiges Denk=
rd
.

Verleihung des Frankfurker Goefhepreiſes
an Hans Pfikner.
LPD. Frankfurt. Der Goethepreis der Stadt Frank=
furt
, der im vorigen Jahre an den Dichter Hermann Stehr ge=
fallen
iſt, wird am Dienstag, 28. Auguſt, in Frankfurt an den
Komponiſten Hans Pfitzner verliehen werden. Am Abend des
Tages findet im Opernhaus in Anweſenheit des Künſtlers eine
Aufführung ſeiner muſikaliſchen Legende Paleſtrina ſtatt.

Die Rückgliederung der Saar. Wirtſchaftliche Hoffnungen und
Notwendigkeiten. Von Karl Buſemann. Mit einem Be=
kenntnis
zur Heimat von Johannes Kirſchweng. 56 Seiten
kart. 1. Mk. Societäts=Verlag Frankfurt a. M. 1934.
Die wirtſchaftliche Rückgliederung des Saargebiets zum Deut=
ſchen
Reich bringt eine Fülle von Aufgaben mit ſich. Es ſind im
Reich und an der Saar Hoffnungen und Notwendigkeiten, Wünſche
und Erwägungen zu verzeichnen, und wenn auch die Entſcheidung
bei den für die Wirtſchaftsführung des Reiches verantwortlichen
Stellen liegt, ſo ſcheint es doch jetzt ſchon für uns Deutſche an der
Zeit, die mit der wirtſchaftlichen Rückgliederung an der Saar zu=
ſammenhängenden
Fragen zu überdenken, vorzubereiten und ſich
zur Tat zu rüſten. Hiervon handelt die ſoeben im Societäts=
Verlag Frankfurt a. M. erſchienene Broſchüre von Karl Buſe=
mann
Die Rückgliederung der Saar
Die Schilderungen beginnen mit der notwendigen Erneue=
rung
der Kohlengruben, die unter den Raubbau=Methoden der
franzöſiſchen Grubenverwaltung gelitten haben. Es wird gezeigt,
daß das natürliche Abſatzgebiet für die Saarkohle künftig, wie
auch vor dem Kriege ſchon, Süddeutſchland ſein muß, daß aber
auch Frankreich auf einen Teil der Saarkohle angewieſen iſt. Es
werden Möglichkeiten aufgezeigt, wie auf der Saarkohle künftig
eine Energiewirtſchaft erſtehen kann, die mit der Fernkraft= und
Ferngasverſorgung des Deutſchen Reiches in Gemeinſchaft arbei=
tet
. Die Frage wird unterſucht, inwieweit eine Drohung mit der
Minette=Sperre für die Eiſenhütten der Saar von ernſthaften
Folgen ſein könnte und welche Druckmittel Deutſchland zur Ver=
fügung
ſtehen, um dem heutigen Abſatz des Saareiſens auf dem
franzöſiſchen Markt auch nach der Rückgliederung Raum zu ſchaf=
fen
. Für die weiterverarbeitende Induſtrie des Saargebiets wird
der Wunſch nach vermehrter Auftragserteilung aus dem Reich
begründet. Die künftigen Abſatzfragen der Glas= und feinkera=
miſchen
Induſtrie des Saargebiets beſchließen die Reihe der
Schlüſſelinduſtrien, für die die Saar vom Reich Verſtändnis er=
wartet
.
Aber auch der gewerbliche Mittelſtand an der Saar hat ſeine
beſondern Rückgliederungsſorgen. Zehntauſende von ſaarländiſchen
Arbeitsloſen erwarten von der Rückgliederung ihre Wiederein=
ſtellung
, wobei der Nebenerwerbsſiedlung der Induſtriearbeiter=
ſchaft
gedacht wird, die gerade an der Saar aus einer bewährten
Vergangenheit heraus gute Ausſichten bietet. Daß die Saar in
ihrem Nahrungsmittelverbrauch auf Zufuhren von außerhalb an=
gewieſen
iſt und daß hier die Saarlandwirtſchaft ſowie die bäuer=

Nr. 234 Seite 3

Ous Rütfer voil Aizzu.
Der kurze Beſuch des öſterreichiſchen Bundeskanzlers
Schuſchnigg an der Riviera gleicht in manchen Einzelheiten
einem etwas kitſchigen Kolportageroman. Daß Herr Schuſch=
nigg
nicht zu ſeiner Erholung den weiten Weg
gemacht hat, iſt ziemlich einleuchtend. Irgend etwas
muß er auf franzöſiſchem Boden gewollt haben. Die franzöſiſche
Preſſe hatte alſo ein Maſſenaufgebot von Reportern organiſiert,
um hinter dieſes Geheimnis zu kommen. Aber das iſt ihr nicht
gelungen. Mit einer Geſchicklichkeit, die ſelbſt einem Sherlok
Holmes Ehre gemacht hätte, hat Herr Schuſchnigg ſich gerade in
den entſcheidenden Stunden unſichtbar zu machen verſtanden.
Er verließ in den frühen Morgenſtunden des Donnerstag in
einem Auto Nizza. Die Journaliſten wußten nicht, daß er ein
Frühaufſteher iſt, und als ſie ſich um 10 Uhr vormittags glück=
lich
vor der Villa Schuſchniggs poſtierten mußten ſie zu ihrer
großen Ueberraſchung erfahren, daß der Vogel ſchon ausgeflo=
ger
war. Nun begann ein großes Rennen und Jagen. Schuſch=
nigg
hatte aber inzwiſchen ſchon längſt mitten auf der Land=
ſtraße
ſeinen Wagen gewechſelt und war dann plötzlich wie vom
Erdboden verſchwunden. Wohin, Das weiß bis zur Stunde
noch niemand. Neuerdings wird aber angenommen, daß er den
Verſuch machen wollte, die öſterreichiſchen Geld=
ſchwierigkeiten
durch eine neue franzöſiſche
Anleihe zu beheben. Inzwiſchen iſt er aber wieder in das
Scheinwerferlicht der franzöſiſchen Preſſe zurückgekehrt, die ſich
bis jetzt vergebens bemüht, das Rätſel von Nizza Schuſchnigg
hat inzwiſchen bereits die Rückreiſe nach Wien angetreten
zu löfen.
Neue öſterreichiſche Anleihe
in Höhe von 200 Millionen Schilling?
Die Agence Economique et Financiere will wiſſen, daß die
jüngſten Vorgänge in Oeſterreich, die die Beibehaltung der ver=
ſtärkten
Armee und der Gendarmerie=Streitkräfte erforderlich ge=
macht
hätten, das öſterreichiſche Budget vorausſichtlich mit 200
Millionen Schilling Mehrausgaben belaſten würden. Da dieſer
Fehlbetrag nicht von Oeſterreich aufgebracht werden könne, werde
die öſterreichiſche Regierung an die finanzielle Mitwirkung der
Großmächte zur Aufrechterhaltung der Ordnung in Mitteleuropa
appellieren und dem Finanzkomitee, das ſich höchſt=wahrſcheinlich
ſchon mit der Konvertierung der öſterreichiſchen Anleihe von 1924
zu beſchäftigen haben werde, die Gewährung einer neuen Anleihe
von 200 Millionen Schilling zu niedrigem Zinsſatz vorſchlagen.
Skändige ſtagtliche Sicherheitskruppe
aus Schukkorpsbeſtänden in Oeſterreich?
Wie die Neue Freie Preſſe meldet, wurde den Signatar=
mächten
des Vertrages von St. Germain ein Plan zur Bildung
einer ſtändigen ſtaatlichen Sicherheitstruppe aus den Beſtänden des
heutigen Schutzkorps unterbreitet. Ueber die beabſichtigte Mann=
ſchaftsſtärke
dieſer ſtändigen Schutzkorpsformation iſt noch nichts
bekannt. Abgeſehen von dieſem ſtändigen Schutzkorps würde natür=
lich
die Organiſation des Freiwilligen Schutzkorps weiter beſtehen
bleiben, aus dem, wie bisher, im Bedarfsfalle ſofort Hilfstruppen
geſchöpft werden können.
Neue Milikärgerichtsurkeile in Oeſterreich.
Das Wiener Militärgericht verurteilte heute 22 Teilnehmer
an der Aufſtandsbewegung im Burgenland wegen Aufruhrs und
ſchwerer Körperverletzung zu 115 Jahren ſchweren Kerkers.
Von den 15 Angeklagten aus Sinabelkirchen in Steiermark, die
ſich wegen Teilnahme an dem Juli=Aufſtand vor dem Grazer
Militärgericht zu verantworten hatten, wurden 14 zu 17 Jahren
ſchweren Kerkers verurteilt; einer wurde freigeſprochen.
Vor dem Linzer Militärgericht begann heute ein Mord= und
Hochverratsprozeß gegen ſieben Aufrührer, die in der Nacht zum
27. Juli an dem Aufſtand in und bei Gmunden teilgenommen
hatten, bei welchem ein Gendarm getötet worden war.
In Leoben haben ſich vor dem Militärgericht heute 16 Auf=
rührer
von St. Gallen im Ennstal zu verantworten, wo ein Gen=
darm
und zwei Schutzkorpsmänner getötet worden ſind.
Im Verlauf der Unterſuchung über die Zuſammenhänge des
Juli=Aufſtands iſt der frühere Abgeordnete des Landbundes, Karl
Dewaty, polizeilich vernommen und verhaftet worden. Der
frühere Sekretär des parlamentariſchen Klubs des Landbundes,
Karl Pogrzebasz, der geſtern von der Polizei einem mehrſtündi=
gen
Verhör unterzogen war, hat ſich in der Nacht in ſeiner Woh=
nung
mit Veronal vergiftet und iſt heute im Krankenhaus ge=
ſtorben
. Der dem Landbund angehörende frühere Vizekanzler
Ingenieur Winkler hält ſich ſchon ſeit einiger Zeit in Böhmen
auf, wo er geboren iſt.

lichen Randgebiete, die ſich um das Saarbecken lagern, nach der
Rückgliederung auf=vermehrten Abſatz rechnen dürfen, wird eben=
falls
vermerkt.
Schließlich wird in großen Zügen ein Arbeitsbeſchaffungs=
programm
für die Saar entwickelt, das bis zur Rückgliederung
möglichſt ſpatenfertig ſein ſoll, und es wird das Für und Wider
eines Saar=Pfalz=Kanals, der die Saar mit dem Rhein verbinden
ſoll, im einzelnen beleuchtet. Zum Schluß wird die Frage der
wirtſchaftlichen Rückgliederung der Saar in den größeren Zu=
ſammenhang
der deutſch=franzöſiſchen Wirtſchaftsbeziehungen ge=
ſtellt
, für deren Bereinigung und Wiederaufbau die Saar mit
ihrer Produktions= Handels= und Kapitalsverflechtung nach Oſten
und Weſten die beſten Anſatzpunkte bietet. Wenn auch die poli=
tiſchen
Anſprüche Deutſchlands an die Saar jenſeits aller Dis=
kuſſionen
ſtehen, ſo iſt Deutſchland doch bereit, mit Frankreich
über ein gedeihliches Zuſammenleben zu ſprechen.
Den ſachlichen Ausführungen über die wirtſchaftlichen Hoff=
nungen
und Notwendigkeiten, die ſich bei der Rückgliederung der
Saar ergeben, iſt ein Bekenntnis zur Heimat des Saarländers
Johannes Kirſchweng vorangeſtellt, in dem verſucht wird die
geographiſche und kulturelle Lage und Verflechtung des Saar=
gebiets
deutlich zu machen.

Dichterbuch‟. Deutſcher Glaube, deutſches Sehnen, deutſches Füh=
len
in Oeſterreich. Herausgegeben und eingeleitet von Max
Morold. (Adolf Luſer Verlag.)
Das Intereſſe an dieſer Neuerſcheinung wird erklärlich, wenn
man die Bedeutung, die dieſem Dichterbuch zukommt, kennt:
Einmal iſt es ein vortreffliches Sammelwerk beſten zeitgenöſſiſchen
Schrifttums, in ſeiner kritiſchen Auswahl ein getreues Spiegel=
bild
geiſtigen Lebens in O=ſterreich und ſchließlich in ſeiner Ge=
ſamtheit
eine praktiſche Literaturgeſchichte ganz neuen Stils von
unerhörter Lebendigkeit. 65 deutſchöſterreichiſche Dichter ſind hier
zumeiſt mit ſelbſtändigen Beiträgen vertreten. Eine knappe Bio=
graphie
ſowie eine kritiſche Würdigung des Schaffens der einzel=
nen
Dichter machen dieſes Novellenbuch zugleich zu einem unent=
behrlichen
Nachſchlagewerk für jeden literariſch Intereſſierten.

Vom Vater hab ich die Statur . . . (Deutſche Klaſſiker übe=
die
Raſſenfrage.) Jedermann kennt die berühmten Verſe von
Goethe, in denen er ſich ſelbſt ſo köſtlich ſchildert und gewiſſer
maßen als Produkt ererbter Eigenſchaften hinſtellt. Sie bewei
ſen, wie tief Goethe über das Rätſel der Vererbung nachgedack
und wie klar er bereits in dieſen Dingen geſehen hat. In einen
anderen, nicht weniger berühmten Gedicht kennzeichnet er das
Schickſalhafte, das über Völkern und Raſſen ſo gut wie über den
Einzelnen ſchwebt. Wir ſind zwar gewöhnt, Goethe als einen
beſonders modern denkenden und empfindenden Dichter uns vor
zuſtellen, ſo daß es uns nicht verwundert, gerade bei ihm ſolche
Worte und Gedanken zu finden; aber wie uns eine kleine, in
J. F. Lehmanns Verlag, München, erſcheinende Schrift Profeſſor
Ludwig Schemanns: Deutſche Klaſſiker über die
Raſſenfrage (kart. Mk. 1.50) aufklärt, gibt es keinen deut
ſchen Klaſſiker, der nicht auch ſeinen Beitrag zur Entwicklung
und zur Löſung der Raſſenfragen beigeſteuert hätte. Dieſe Schrift
iſt eine Auswahl aus dem großen Werke des bekannten Gobineau=
Forſchers: Die Naſſenfrage im Schrifttum der Neuzeit.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 234

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

WadsAstdndarhä

Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter
zeigen hocherfreut an
Finanzrat Dr. Acker
und Frau Maria, geb. Hiemenz

Darmstadt, den 22. August 1934
im Geißensee Nr. 11, z. Zt. Marienhospital

Statt Karten

Ihre bermählung geben bekannt:
Diplom=Kaufmann
Dr. hans Roth und Frau Maria
geb. Schulte Umberg
Darmſtadt
Gelſenkirchen-Buer
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Rm Markenwald 3

Statt Harten
Ihre vermählung geben bekannt
Amtsgerichtsrat Kurt Detzberger
Gudrun Betzberger, geb. wetzlich
Darmstadt
Kleve, Reichsbank
Kleve, den 25. Rugust 1934
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, am
21. ds. Mis, unſere liebe Tante u. Großtante
Frau
Oüflhne Buphee Beirotratn.
Witwe, geb. Zeh
nach langem ſchwerem, mit großer Geduld
ertragenem Leiden im geſegneten Alter von
80 Jahren zu ſich in die Ewigkeit zu rufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, Pfungſiadt, Büttelborn,
den 25. Auguſt 1934.
Die Beiſetzung hat auf Wunſch der Ver=
ſtorbenen
in der Stille ſtattgefunden.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.

Wein=Werbetag
25. /26. Auguſt

Im Ausſchank

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Unſere liebe Mutter, Schwiegermutter und
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geb. Diebl
iſt am 21. Auguſi im 83. Lebensjahre ſanft
entſchlafen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Elſe Diefenthäler.
Darmſtadt, den 24. Auguſt 1934.
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Die Beerdigung hat heute in der Stille
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tik. 6.40: Zeit, Meldungen. 6.50: Wetter.
Schallplatten: Ach wie iſt das Leben ſchön! 8.10: W
9.30;
tand, Wetter. 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik.
hul
rier: Werbekonzert. 10.00: Nachr. 10.10
eimat von draußen geſehen. 11.00: Werbeiun
11.40: Meldungen. 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Schallplatten: Rund um den Steffel! 13.00 Nid
Saardienſt, Nachr. 13.10: Nachr. aus dem Sendebei
13.50: Zeit,
13.20: Schallplatten: Mag=Hinkel!
14.00: Stuttgart: Schallplatten: Laß dir Zeit! 14.30: R9
liches Wochenend! Hans Pott: Zwei Sträuße. 15.10: ein.
gart: Lernt morſen! 15.30: Wetter. 15.40: Quer 9al
die Wirtſchaft.
16.00; Wiesbaden: Nachmittagskonzert. 18.00: Stimme
enze. 18.20: Wochenſchau. 18.35: Stegreifſendung=
530: Zeit, Wetter.
19.00: Konſervenmuſik friſch ausgeweckt. (Neue fröhliche Schl
platten.) 20.00: Zeit, Nachr. 20 05: Saarländiſche 4
ſchau. 20.15: Berlin: Doppelkonzert der vereinigten Orce
der Reichsſender Berlin und Frankfurt. Ltg.: O. Frichoel
und H. Rosbaud. 22.20: Zeit, Nachr. 22.35: Stuttgd
Du mußt wiſſen. 22.45: Nachr., Wetter, Sport. 42
60 bunte Minuten. 24.00: Stuttgart: Nachtmuſit.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Deutſchlandſender: Sonnabend, 25. Auguſt
5.45: Hamburg: Wetter. 5.50: Nachr. 6.00: Berlin; Gi.
naſtik. 6.15: Tagesſpruch. 6.20: Danzig: Kapel
Landespolizei. Ltg.: Muſildirektor Stieberitz. In einel P.
gen 7.00: Nachr. 8.00: Sperrzeit. 8.45: Pa
ng für die Frau. 9.00: Funkſtille. 9.40: Sport
00: Nachr. 10.10: Kinderfunkſpiele: Gänſehrii.
unnen. 10.55: Fröhlicher Kindergarten. 11.12:
wetterbericht. 11.30: Waldemar Auguſtini: Peter N
lücklicher Traum. 11.45: Die Wiſſenſchaft meldet. Pkoſ=
Thießen: Erdkunde im neuen Reich. 11.55: Weilet=
12.00: Reichswehr=Konzert aus dem Garten der Funkausſtein 15
Anſchl.: Wetter. Dazw. 12.55: Zeitzeichen.
Nachr. 14.00: Sperrzeit. 14.45: Glückwünſche Ane
grammhinweiſe. 15.00: Wetter. 15.05: K. E. *
Wirtſchaftswochenſchau. 15.20: Aus dem Funkturſſot
Kindergarten kommt zur Funkausſtellung. 1000 Kinder .
17.50: Starr der Saartreueſtaffel am Luftſchiff Graf der
in Friedrichshafen. 18.00: Sportwochenſchau.
Arbeitskamerad, du biſt gemeint! 18.40: Der deutſche. 2
funk bringt.
18.50: Laßt Blumen ſprechen. Luſtige Zwiegeſpräche mit 80
20.00: Kernſpruch; anſchl.: Wetter und Kurenächr.
Aus dem Seeſchlößchen Pichelsberge: Je länger ie ſel.
Das
22.00: Wetter= Tages= und Sporinachr. 2
München: A. Heilmeyer: Das Haus der deutſchen Kunſ. s
22.45: Seewetterbericht. 23.00: Hamburg: Tanz i. *
denſchein. Kapelle Herderr Heinemann.

[ ][  ][ ]

ſamstag, 25. Auguſt 1934
lus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 25 Auguſt 1934
90 Jahre Ludwigs=Monumenk.
Wenn der lange Ludwig es nicht für unter ſeiner Würde
e, dann würde er heute ſicher auf ſeinem hohen und luftigen
vergnügt ſchmunzeln, denn heute begeht er in aller Stille
ſermaßen ein Jubiläum. Neunzig Jahre ſind nun ſchon
ingen, ſeit man am 25. Auguſt des Jahres 1844 feierlich die
üllung des Ludewigs=Monuments beging, durch das
ſte Wetter begünſtigt wie die ſtaubigen Blätter des Archivs
elden wiſſen. Das müſſen damals feſtliche Tage für Darm=
geweſen
ſein, denn die Großherzöglich Heſſiſche Zeitung
ſich nicht genug daran tun, darüber zu berichten und braucht
zwei Seiten, um alle die Veranſtaltungen und alle die wich=
und berühmten Perſönlichkeiten, die daran teilnahmen, auf=
len
. Da gab es am Vorabend der Enthüllung einen großen
lzug, an dem feierlichen Tag ſelbſt aber einen Feſtzug, an
Militär und Geiſtlichkeit, Beamtenſchaft, Zünfte und Ge=
der Bauernſtand, Knaben= und Mädchenſchulen teilnah=
Den Höhepunkt bildete dann der Augenblick, wo in An=
heit
der höchſten Herrſchaften, unter Glockenläuten und Ab=
n
von 101 Kanonenſchüſſen die Hülle vom Monument fiel.
em genießt Herr Ludewig den ſchönen Blick über ſeine treue
enz Darmſtadt, die ſich unter ſeiner Regentſchaft ſo glücklich
ckelt hatte und nach dem Zeugnis eines Zeitgenoſſen
inem Mittelpunkt deutſcher Geiſtestätigkeit geworden war.
ſaut über die Stadt hinweg zum Rhein und Main, zu den
i des Odenwalds und Taunus, und die vielen Beſucher, die

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 234 Seite 5

U

tufen der Wendeltreppe nicht ſcheuen, freuen ſich mit ihm
m weiten Rundblick. Zu ſeinen Füßen aber kribbelt und
elt der Verkehr, deſſen Tempo ſeit den Tagen der Denkmals=
illung
allerdings in einem Maße zugenommen hat, daß es
Ludewig auf ſeinem hohen Standplatz ſicher manchmal angſt
jange wird. Denn die Zeit der Equipagen und Kutſcher=
i
, an die er gewohnt war, iſt vorbei, und was jetzt da unten
Zimmeln und Tuten vorbeiſauſt, das braucht nicht einmal
Pferde, um ſich fortzubewegen und kommt doch ſchneller von
etelle, als wenn die Herren früher viere lang fuhren. Und
die nſaſſen nehmen ſich kaum einmal Zeit, im Vorbeifahren zu
ſe: Standbild hinaufzublicken. Aber es ſcheint nur ſo, als ob
dis armſtädter für ihren langen Ludwig nichts mehr übrig
, in Wirklichkeit iſt er mehr als jedes andere Baudenk=
maer
Stadt das Wahrzeichen Darmſtadts geworden, das jeder
no o kleine Knirps kennt, an dem ſich jeder Fremde orientiert
urr uf das jeder echte Heiner ſtolz iſt.

Verkauf einer Saar=Plakekte.
Das Staatspreſſeamt teilt mit:
er Herr Reichsſchatzmeiſter der Nationalſozialiſtiſchen Deut=
ſchs
Arbeiterpartei hat namens des Stellvertreters des Führers
un n Einvernehmen mit dem Herrn Reichsminiſter der Finan=
zern
Verkauf einer Saarplakette aus Anlaß der am 26. Auguſt
m ganzen Reich ſtattfindenden Führer=Saarkundgebung ge=
1gt.
ie Saarplakette darf jedoch nur an einem Tage, und zwar
Auguſt 1934, auf öffentlichen Straßen, Plätzen und in den
ekumen vertrieben werden.

411

Bekannkmachungen des Perſonglamkes.
nannt wurden: der Kanzleiaſſiſtent auf Probe Verſorgungs=
ter
Georg Wolf zu Vilbel, durch Urkunde des Herrn
zminiſters vom 4. Mai 1934 unter Berufung in das Be=
verhältnis
mit Wirkung vom 1. März 1934 zum Kanzlei=
ten
beimAmtsgericht Vilbel; die Gendarmeriehauptwachtmei=
Pr. Rudolf Hainer in Dieburg, Ernſt Schmidt in Beer=
unter
Berufung in das Beamtenverhältnis mit Wirkung
1. Auguſt bzw. 1. Juli 1934 zu Gendarmeriehauptwacht=
n
.
den Ruheſtand verſetzt wurde; am 10. Auguſt 1934 der
ſſungsrat Karl Müller in Gießen auf ſeinen Antrag
Anerkennung ſeiner dem Staate geleiſteten treuen Dienſte
ſirkung vom 1. September 1934.
eſtellt wurden am 15. Auguſt 1934 zu kommiſſari=
Bürgermeiſtern: Georg Fleck in Rai=Breitenbach,
Erbach, Guſtav Hofmann in Renzendorf, Kreis Alsfeld,
ich Deines in Daubringen, Kreis Gießen; zu kommiſ=
hen
Beigeordneten: Adam Stein in Daubringen,
Gießen, Heinrich Schmidt 4. in Lauter, Kreis Gießen,
Löchel in Weitershain, Kreis Gießen, Karl Kunz in
im v. d. H.
Darmſtädker Lichtbilder!
i den Abendſtunden zwiſchen 5 und 7 Uhr ſoll man die
Lichtbilder machen können! Dies iſt wichtig für alle die=
i
, die ſich an dem Wettbewerb beteiligen wollen. Es iſt
Aufnahme aus Darmſtadt erwünſcht, wenn ſie
eſtens 6 X 9 Zentimeter höchſtens 13 X 18
imeter groß iſt (auch Vergrößerungen auf dieſe For=
ind
zugelaſſen), außerdem in ſchwarz=weiß gehalten iſt
s zum 15. Oktober 1934 an das ſtädtiſche Ver=
zamt
, Darmſtadt, Stadthaus, Rheinſtraße 1618, einge=
wurde
. Bis zu 10 Aufnahmen kann jedermann einreichen!
igekaufte Aufnahme wird mit 5 RM. bezahlt. (Siehe Aus=
ung
und Bedingungen in den Tageszeitungen und den Mit=
tsblättern
der Heag und des ſtädtiſchen Gaswerks.)

Induſtrie= und Handelskammern, ihre Zweigſtellen und
ich=rechtlichen Zuſammenſchlüſſe werden nach dem Führer=
eleitet
; Vorſitzenden und Stellvertreter ernennt der Reichs=
aftsminiſter
und beruft ſie ab. Vorſitzender und ſein Stell=
er
bilden den Vorſtand der Kammer, dem ein Beirat
ite ſteht deſſen Mitglieder der Vorſitzende beruft und der
virtſchaftsminiſter beſtätigt. Entgegenſtehende Landes=
treten
außer Kraft.
Feuerſchalen werden entzündet. Am 29. Auguſt jährt ſich
). Male der Tag des Gefechts bei Brandeville, in welchem
ſſiſchen Garde= und Leib=Dragoner die Feuertaufe erhiel=
Die beiden Dragoner=Regimenter griffen damals an Zahl
ch überlegene franzöſiſche Infanterie, die zur abziehenden
ng der Feſtung Montmedy gehörte, an, verlegten ihr den
iber die Maas bei Dun. Ueber 700 Gefangene war die
beute der Roten und Weißen Dragoner. Der Gegner,
inzöſiſche Infanterie=Regiment 165, war nahezu aufgerie=
der
auch die eigenen Verluſte waren ſchwer. Zur Ehrung
efallenen wird am Mittwoch, den 29. Auguſt, 8.30 Uhr
die Feuerſchale des Denkmals der beiden Großh. Heſſi=
Dragoner=Regimenter 23 und 24 entzündet.

Empfang der Saarkreue=Staffel
heute nachmitkag 1.40 Uhr auf der Woogswieſe!
An alle ſtaatlichen und ſtädtiſchen Behörden, ſowie an die Leiter
aller Körperſchaften und Vereine.
Heute nachmittag um 1.40 Uhr trifft die Staffel Nr. 4 in
Darmſtadt ein, die vom Haus des Führers in Berchtesgaden aus=
ging
und ihr Ziel am Sonntag am Ehrenbreitſtein findet.
Dieſer Staffel wird am Adolf=Hitler=Stein auf der Woogs=
wieſe
am Oſtbahnhof während einer Pauſe von 10 Minuten von
Stadt und Staat eine Urkunde überreicht werden, die der Führer
am Ehrenbreitſtein erhält. Um dieſem Akt einen feirlichen Rahmen
zu geben, werden alle Körperſchaften. SA., SS., HJ.. BdM. uſw.
ſowie alle Darmſtädter Turn= und Sportvereine Ehrenabordnun=
gen
mit Fahnen entſenden. Zu dieſer Feier iſt die Bevölkerung
herzlichſt eingeladen. Die Vorſtände der ſtädtiſchen und ſtaatlichen
Büros werden gebeten, ihren Beamten zur Teilnahme an der
Feier rechtzeitig frei zu geben, ſoweit dies dienſtlich möglich iſt.
Von 1.30 Uhr an wird die Kapelle der Heſſ. Landespolizei
unter Leitung von Obermuſikmeiſter Buslau konzertieren. Da
die Staffe! 10 Minuten früher erwartet wird, ſo müſſen ſich die
Fahnenabordnungen bereits um 1,25 Uhr auf der Woogswieſe
einfinden.
(gez.) Löwer,
Unterbeauftragter des Reichsſportführers.
Das große Sommernachtsfeſt im Woog
mit Brillank=Zeuerwerk.
Pünktlich um 7.30 Uhr heute abend wird der Starter das Zei=
chen
zum Aufmarſch der Schwimmer und zur Auffahrt der Paddler
geben. (Von 77,30 Uhr konzertiert die verſtärkte Kapelle der
Heſſ. Landespolizei.) Mit dieſem Zeichen beginnt das große
Sommernachtsfeſt, das alsdann ununterbrochen 3 Stunden lang
mit einem bunten und neuartigen Programm die Tauſenden von
Zuſchauer unterhalten wird, die den Woog an ſeinen beiden Ufern
umſäumen.
Die Vorarbeiten ſind nunmehr beendet. Geſtern abend wurde
die Beleuchtung des Woogs und der Woogsinſel ausprobiert und
der Tanz der Nixen und Elfen auf dem Rieſenfloß geprobt. Feen=
haft
lag der alte Woog in dieſer zauberhaften Beleuchtung da und
zahlreiche Zuſchauer, angelockt durch leichtbeſchwingte Muſik der
Kapelle Buslau, umſäumten das Ufer. Der alte Waſſergott Nep=
tun
iſt bereits auf ſeinem königlichen Waſſerwagen hierher
unterwegs, um das Volk der Schwimmer heute abend perſönlich
begrüßen zu können. Ebenſo hat die Negermannſchaft aus Bam=
bambulla
ſchon telegraphiſch ihre Ankunft angezeigt und Grüße
übermittelt. Da im Vorverkauf bereits mehr Plätze angefordert
wurden, als erwartet werden konnte, ſo mußten insbeſondere die
numerierten Plätze vermehrt werden. Leider ſind die Veranſtal=
ter
hier an die Raumverhältniſſe gebunden.
Kinder bis zu 14 Jahren zahlen in Begleitung ihrer Eltern
auf den Stehplätzen keinen Eintritt.
Vorverkaufsſtellen ſind ab heute nur noch bei: Par=
fümerie
Müller, am Weißen Turm. und Zigarrenhaus Hartmann,
Grafenſtr. 20.
Die Schwimmbahn des Wooas iſt durch zahlreiche Scheinwer=
fer
taghell erleuchtet, ſo daß auch der erſte Teil des Programms
bereits noch bei Eintritt der Dunkelheit abgewickelt werden kann.
Sollte es wider Erwarten heute abend regnen, ſo wird das
Sommernachtsfeſt am Sonntag abend ſtattfinden. Näheres wird
alsdann heute abend und morgen durch den Rundfunk bekannt=
gegeben
.
Flaggen heraus!
am kommenden Sonntag zum Feſtzug der Turner und Sportler.
Den geſtrigen Aufruf des Unterbeauftragten des Reichsſport=
führers
unterſtütze ich auf das Wärmſte und bitte auch meiner=
ſeits
die Anwohner der in Betracht kommenden Straßen, im Hin=
blick
auf die Bedeutung der Turn= und Sportſache für unſer ge=
ſamtes
Volksleben ihre Häuſer recht reichlich mit Fahnenſchmuck
zu verſehen.
(gez.) Wamboldt
Kommiſſ. Oberbürgermeiſter und Kreisleiter.
Dautrnnsgebang ai 20. Angaft 1994.
Am Sonntag, den 26. Auguſt, um 14.45 Uhr, findet auf dem
Paradeplatz eine öffentliche Uebertragung der Rede des Führers
anläßlich der Saarkundgebung von Koblenz ſtatt. Die Bevöl=
kerung
Darmſtadts wird hierdurch eingeladen, ſich zu dieſer Ueber=
tragung
einzufinden. Die Feierlichkeiten aus Koblenz werden
außerdem noch gleichzeitig auf der Woogswieſe durch das Sport=
amt
übertragen, ſo daß auch dort Gelegenheit iſt, die Rede des
Führers zu hören.

Verwendung der deutſchen Schriff.
Die Deutſche Reichspoſt iſt von jeher beſtrebt geweſen, die
deutſche Schrift als hohes Kulturgut des deutſchen Volkes zu
ſchützen und zu pflegen. Im nationalſozialiſtiſchen Staat hat, wie
der Reichspoſtminiſter in einer Anordnung ausführt, dieſe Auf=
gabe
erhöhte Bedeutung gewonnen. Es müſſe ſelbſtverſtändliches
Beſtreben aller Amtsſtellen ſein, die deutſche Schrift überall da
anzuwenden, wo nicht wirklich zwingende Gründe die Benutzung
der lateiniſchen Schrift erforderten. Zu den Fällen, in denen die
lateiniſche Schrift ausnahmsweiſe noch angewendet werden darf,
gehören u. a.: Schreiben in einer fremden und zum Teil auch
Schreiben in deutſcher Sprache an ausländiſche Poſt= und Tele=
graphenverwaltungen
, Veröffentlichungen, die für das Ausland
beſtimmt ſind, aus betrieblichen Gründen auch die Inſchrift der
Dienſtſtempel, Dienſtſiegel und Aufgabeſtempel, die Buchſtaben der
Telegraphenapparate, die Aufgabezettel für Einſchreib= und Wert=
ſendungen
und für gewöhnliche Pakete, die amtlichen Fernſprech=
bücher
, gewiſſe amtliche Abkürzungen. (Bemerkenswert iſt aller=
dings
daß das Manuſkript dieſer Mitteilung in lateiniſcher
Schrift verſandt wurde.)

Baldur von Schirach ſpricht.
am 1./2. September am Tag der 100
in Frankfurk a. Main.

Die Kauſiſtaut Burmftäor.
Trotz aller Propaganda hat es ſich ſcheinbar in unſerer Stadt
immer noch nicht herumgeſprochen, daß wir hier in Darmſtadt
zurzeit auf der Künſtlerkolonie eine Kunſtausſtellung haben, die
denjenigen von München und Düſſeldorf ohne wei=
teres
zur Seite geſtellt werden k ann! Sie iſt vom
erſten bis zum letzten Bilde, von der erſten bis zur letzten Plaſtik
ein einziges, freudiges Bekenntnis zur deutſchen Kunſt. Sie ſpurt
mit einem ſicheren Inſtinkt diejenigen Quellen deutſchen Kunſt=
empfindens
auf, die jahrelang im doktrinären Streit der Mei=
nungen
verſiegt waren oder böswillig verſchüttet worden.
Der Beſuch der Ausſtellung lag auch im Monat Juli erfreu=
licherweiſe
beinahe um das doppelte höher, als erwartet. Beſon=
ders
ſtark machte ſich der Beſuch von Fremden darunter zahlrei=
chen
Ausländern, bemerkbar, die alle lobend dieſe Deutſche Aus=
ſtellung
anerkannten. Es iſt u a. bemerkenswert, daß der Kata=
log
zur Ausſtellung nebenbei eine wertvolle kulturhiſtoriſche Er=
innerung
. zwei Monate vor Schluß ſchon nahezu ausverkauft iſt.
Die Verkäufe in der Ausſtellung ſind im Monat Juli außer=
gewöhnlich
zahlreich geweſen; auch der Reichsſtatthalter und die
Stadt Darmſtadt haben Käufe getätigt. Nachdem das Publikum
anfänglich etwas zurückhaltend war, hat es nun aber Vertrauen
gefaßt und erwirbt gerne Gemälde, Zeichnungen, Radierungen,
Plaſtiken uſw.
Es gibt immer noch Darmſtädter, welche nicht in der Aus=
ſtellung
waren! Allmählich wird es Zeit, ſich die Kunſtſchau auf
der Künſtlerkolonie anzuſehen! In den meiſten Fällen iſt es doch
nur Bequemlichkeit die den Weg auf die Mathildenhöhe ſcheut.
Denn mangelndes Intereſſe kann man wohl bei einer für die bil=
dende
Kunſt des neuen Deutſchlands ſo entſcheidenden Ausſtellung
gerade in der Kunſtſtadt Darmſtadt nicht annehmen!
Darmſtädter! Der Oberbürgermeiſter hat geſagt:
Darmſtadt wird das werden, was ſeine Bürger aus ihm
machen und
Es iſt notwendig, daß alle Veranſtaltungen in Darmſtadt
den notwendigen Widerhall in der Bevölkerung finden.
Denkt an dieſe Worte und beſucht die Kunſtausſtellung auf
der Mathildenhöhe.
Ausgeleicleres Meideergeons
für das große Darmſtädter Reit- und Fahrkurnier
am 1. und 2. Hepkember.
Am Dienstag dieſer Woche war der Meldeſchluß für das dies=
jährige
Reit= und Fahrturnier in Darmſtadt. Das Meldeergeb=
nis
hat alle Erwartungen übertroffen und ein ganz ausgezeichne=
tes
Ergebnis gebracht. In den Eignungsprüfungen wird beſon=
ders
erleſenes Pferdematerial herausgebracht. Der Turnierſtall
Friedrichshof des Prinzen von Heſſen iſt hier mit edlem Trakehner
Pferdematerial vertreten. Außerdem haben u. a. genannt: Ober=
leutnant
von Salvati, Stall Nette=Frankfurt a. M., Haupt=
mann
a. D. Rettig uſw.
Als beſondere Senſation wird Darmſtadt zum erſten
Male ſeit dem Kriege und der Beſatzungszeit deutſche
Reichswehrreiter begrüßen können. Sogar aus Schwerin
in Mecklenburg beteiligt ſich das Artillerie=Regiment II mit eini=
gen
Pferden, welche vom Turnier in Bad Elſter am kommenden
Sonntag nach Darmſtadt gleich weiter gehen ſollen. Durch das
Eingreifen der bekannten Reichswehroffiziere Oberleutnant
von Salvati, Oberleutnant Neckelmann und Oberleut=

nant Hoffmann wird beſonders die Jagdſpringkonkurrenz eine
ſehr intereſſante Note erhalten. Beſonders im Preis der Stadt
Darmſtadt im ſchweren Springen um einen Preis von 300 RM.,
wird nur erſtklaſſiges Pferde= und Reitermaterial beſtehen kön=
nen
. An dem Jagdſpringen ſind außerdem beteiligt: Stall Weiß=
Wiesbaden, verſchiedene Pferde aus Frankfurt a. M., Bad Soden
im Taunus und Ludwigshafen. Großartige Leiſtungen werden
auf dem Darmſtädter Turnier in den Dreſſurprüfungen
geboten werden. Sogar auf internationalen Turnie=
ren
erprobte Pferde werden erſcheinen, u a. Stall Fried=
richshof
mit dem bekannten Schimmel Kavalier und dem präch=
tigen
Tantris, ſowie Frau Gömöri=Frankfurt a. M. mit ihrem
bildſchönen, durch ſeinen entzückenden Gang begeiſternden Laus=
bub

Auch die Fahrkonkurrenzen und die Jugendreiterprüfungen
haben eine gute Beſetzung gefunden; nicht zuletzt aber die Viel=
ſeitigkeitsprüfung
der SA.=Reiterſtürme. In dieſem Mehrkampf
werden insgeſamt 1214 Mannſchaften zu je 8 Reitern ihre
Kräfte meſſen.
Alles in allem ſteht für das diesjährige Turnier, insbeſon=
dere
für den als Tag des Pferdes propagierten Sonntag, den
2. September 1934, ganz großartiger Pferdeſport in Ausſicht. Der
Vorverkauf zu verbilligten Preiſen wird bereits am Montag,
dem 27. Auguſt, an den einſchlägigen Stellen in Darmſtadt er=
öffnet
werden.
Die ſtädkiſchen Fuhrhalker auf dem Reikkurnier.
Im Rahmen des diesjährigen Großen Darmſtädter Reit= und
Fahrturniers iſt als beſonderer Wettbewerb von der Turnierlei=
tung
dankenswerterweiſe der Preis der Städtiſchen Fuhrhalter
ausgeſchrieben worden. Beim letztjährigen Tag des Pferdes fand
die große Städtiſche Geſpannparade durch eine Beteiligung von
über 100 Fahrzeugen eine glänzende Beteiligung und brachte der
letztjährigen Veranſtaltung (1933) durch die prächtigen Geſpanne
einen ſehr großen Erfolg. Der diesjährige Preis der Städtiſchen
Fuhrhalter kann natürlich die letztjährige große Parade nicht er=
ſetzen
und iſt mehr als Geſpannprüfung auf dem Turnier=
platz
gedacht. Dieſer Wettbewerb iſt ausgeſchrieben worden für
Einſpänner und für Zweiſpänner getrennt. Gewertet
wird Güte, Gang und Pflegezuſtand des Pferdematerials, An=
ſpannung
, Gefahrenſein und Originalität des Geſpannes, auch
Reklamewirkung des Geſamtbildes. Die Geſpanne ſind zu zeigen
in leichterem Geſchäftsfuhrwerk. Bei der großen Zahl guter
Pferde, welche ſich in ſtädtiſch=gewerblichen Kreiſen Darmſtadts be=
finden
, werden die Beſitzer ſicherlich gerne Gelegenheit nehmen,
ihr gutes Pferdematerial auf dem Turnierplatz hinter der Feſt=
halle
wieder einmal öffentlich zu zeigen, um ſo mehr, als auch eine
gute Reklamewirkung mit dem Vorfahren der Geſchäftsfuhrwerke
erzielt wird. Anmeldung zum Preis der ſtädtiſchen Fuhrhalter,
ſind umgehend einzureichen ſpäteſtens bis Montag, den 27. 8.
34. bei Gg. Schmunck, Darmſtadt, Mollerſtr. 1. Für dieſe Fahr=
konkurrenz
ſteht übrigens eine Anzahl ſchöner Ehrenpreiſe zur
Verfügung.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 234

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 25. Auguſt 1934

Aus der NSDAP.

Der Gauleiter.
Der Gaupropagandaleiter. Gaufilmſtelle.
Kreisfilmwarte, Achtung!
Betr.: Normal=Tonfilmtermin ab 4. September 1934.
Schmal=Film=Termin ab 1. September 1934.
Die Kreisfilmwarte haben die mit Schreiben vom 17. Auguſt
1934 verlangten Termin=Meldungen unverzüglich aufzu=
geben
. Letzter Termin 27. Auguſt.
Der Gauwirtſchaftsberater.
Am Samstag, dem 25. d. M., findet pünktlich ab 15 Uhr in
Frankfurt a. M. im Reſtaurant Zum Storch. Saalgaſſe 1 (am
Dom), eine Axbeitstagung ſämtlicher Kreiswirtſchaftsberater des
Gaues ſtatt. Teilnahme iſt Pflicht.
Der Gauſchulungsleiter.
Der erſte Zentral=Schulungskurſus nach den Ferien findet
am Samstag, dem 24. Auguſt 1934, nachmittags 16 Uhr, im
Stadtverordneten=Sitzungsſaal im Römer ſtatt.
Neben den Kreisſchulungsleitern und Schulungs=Obmännern
der PO. haben auch die Schulungs=Obmänner der NSBO. und
der weiteren Nebengliederungen zu erſcheinen.
Der Kreisleiter.
NS. Frauenſchaft, Ortsgruppe Maintor.

NS. Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Sonntag den 26 d. M. findet ein Spaziergang des
Stützpunkt II, Beſſungen, ſtatt. Einkehr bei Gaſtwirt Knapp Nie=
der
=Ramſtadt. Treffpunkt: Ecke Landskron= und Ludwigshöhſtraße
um 2 Uhr nachmittags. Es wird gebeten, daß ſich die Kameraden
und Kameradenfrauen zahlreich an dem Spaziergang beteiligen.
Wie die Reichsmuſikkammer mitteilt, werden durch die am
25. und 26. Auguſt ſtattfindenden Wein=Werbetage deutſche
Berufsmuſiker durch das Gaſtſtättengewerbe, welches in erſter
Linie dazu berufen iſt, die für die Wein=Werbetage, geſtellten
Aufgaben durchzuführen, Beſchäftigung finden. Die Stagma
(ſtaatlich genehmigte Geſellſchaft zur Verwertung muſikaliſcher
Urheberrechte) hat ſich zur Unterſtützung dieſer Beſtrebungen be=
reit
erklärt, für an dieſen beiden Tagen mehr zu beſchäftigende
Berufsmuſiker keine Aufſchläge für Muſiktantiemen zu be=
rechnen
und außerdem denjenigen Betrieben, die in keinem Ver=
tragsverhältnis
mit der Stagma ſtehen, jedoch anläßlich der Wein=
Werbetage Kapellen beſchäftigen wollen, die Genehmigung hierzu
ohne beſondere Berechnung zu erteilen.
Beſtehende Pauſchalverträge werden durch dieſe Regelung
nicht berührt. Die Gauverwalter der Stagma, ſowie des Reichs=
einheitsverbandes
des deutſchen Gaſtſtättengewerbes ſind von der
getroffenen Maßnahme bereits verſtändigt.
Berlin, den 21. Auguſt 1934.
Der Präſident der Reichsmuſikkammer.
Im Auftvag: (gez.) Ihlert.

Freizeikgeſtalkung im Arbeiksdienfk.
** Der Arbeitsgau 25 Heſſen=Süd veranſtltete geſtern abend im
Kleinen Haus des Heſſiſchen Landestheaters erſtmalig eine Vor=
führung
Freizeitgeſtaltung im Arbeitsdienſt‟. Dieſe Veranſtal=
tung
ſollte bezwecken, die breitere Volksgemeinſchaft mit dem Sinn
und Zweck der Freizeitgeſtaltung im Arbeitsdienſt bekannt zu
machen und damit allen Volksgenoſſen die Möglichkeit zu geben,
das Weſen und vor allen Dingen die Seele des Arbeitsdienſtes zu
erkennen. Es war erfreulich, daß der Beſuch dieſer erſten Vorfüh=
rung
, die auch den Amtswaltern der Bewegung, die SA., SS. und
Hitlerjugendführern und den Vertretern der Behördenſtellen die
Ziele der Freizeitgeſtaltung vertraut machte, ſo ſtark beſucht war.
Die Vortragsfolge war außerordentlich ſorgfältig zuſammengeſtellt
und die Darbietungen ausgezeichnet. Es iſt notwendig, daß eine
ſinnvolle Freizeitgeſtaltung als Erholungsſtunde neben den Haupt=
aufgaben
des Arbeitsdienſtes, der körperlichen und geiſtigen Er=
tüchtigung
gepflegt wird, um den neuen deutſchen Menſchen, ſo wie
ihn der Führer will, zu formen.
*
Während der Vortagsfolge nahm Gauunterrichtsleiter Dr.
Bretz Gelegenheit, auf die Bedeutung des Abends in kurzer An=
ſprache
Bezug zu nehmen. Der Abend ſoll zeigen, wie unſere
Jugend im deutſchen Arbeitsdienſt ihre Zeit wertet. Die Freizeit=
geſtaltung
iſt für viele noch ein leerer Begriff und doch bedeutet
dieſer Begriff die Verwertung derjenigen Zeit, die der Beruf und
Dienſt übrig läßt, aber im Geiſte des Dritten Reiches, und im
Sinne des Führers Adolf Hitler.
*
Die muſikaliſche Umrahmung des Abends hatte eine tadellos
eingeſpielte Arbeitsdienſtkapelle, unter der ſtraffen Leitung des
Obermuſikmeiſters Hofmeier übernommen, die u. a. einen von
einem Arbeit,sdienſtkameraden komponierten flotten Marſch ſpielte.
Ein altgermaniſcher figurenreicher Tanz, der ſehr wirkungs=
voll
von zehn Arbeitsdienſtmännern ausgeführt wurde, fand leb=
hafte
Anerkennung. Sinnig und eindrucksvoll war der Sprech=
chor
: Deutſchlands Erhebung, der in knappen Worten das ge=
waltige
Geſchehen unſerer Tage, das Einigwerden der zuvor zer=
klüfteten
Arbeiterſchaft andeutete. Mit einem impoſanten Bild,
der Arbeitsdienſt im Dritten Reich, und dem Treuegelöbnis auf
den Führer klang dieſer Sprechchor aus. In einem weiteren
Sprechchor. Wir im Arbeitsdienſt wurde der Aufgabenkreis des
Arbeitsdienſtes klar umriſſen. Begeiſterung und inneres Erleben
ſprach aus den Worten der jungen von Kraft ſtrotzenden Arbeits=
dienſtmänner
. Nach einem klaſſiſchen Muſikvortrag wurde ein
Einblick in die Gymnaſtik und das ſportliche Können des Ar=
beitsdienſtes
gewonnen. Außerordentlich ſchwierige und exakt
durchgeführte turneriſche und gymnaſtiſche Uebungen zeigten, daß
beim Arbeitsdienſt die Durchſchulung des Körpers in hohem Maße
gepflegt wird.
Den Abſchluß und Höhepunkt des Abends bildete ein erheben=
des
und ergreifendes Totengedenkſpiel Langemark, das unſeren
Kameraden und der gefallenen deutſchen Heldenjugend gewidmet
war, die für Deutſchlands Ehre ihr Letztes, ihr Leben, gaben. Die
Laiendarſteller hatten ſich ſo ſehr in ihre Rollen hineingelebt, daß
ſie voll Begeiſterung und innerer Anteilnahme dieſes gewaltige
Erleben den Zuſchauern vermitteln konnten.
Ein prächtiges Bild bot die geſamte auf der Bühne aufgeſtellte
Arbeitsdienſtkapelle, die zum Abſchluß den Großen Zapfenſtreich
ſpielte, der mit dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied ausklang.
Die Veranſtaltung hinterließ auf alle Beſucher tiefe Eindrücke.
Marktdienſt
der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau

Obſft:

Heute beſonders zu empfehlen:

Gute Backäpfel
Vorzügliche = und Einmachbirnen
Süße Mirabellen
Vollſaftige Pfirſiche
Süße Reineclauden
Süße Zwetſchen
Gemüſe:
Zarte Stangenbohnen zum Einmachen
Beſte Salat= und Einmachgurken
Schöne Karotten
Tomaten in hervorragenderGüte u. Sortierung
Deutſche eßt Deutſch!

Zur Eröffnungder Ausſtellung, Deutſche Saar Köln193=

E Saarland iſt deutſches Land. Lüge trennte dieſes ſeit
über einem Jahrtauſend deutſche Land vom Mutterlande: die
Lüge von den 150 000 Saarfranzoſen, die den Widerſtand des
Präſidenten Wilſon gegen die unrechtmäßige Abtrennung brach.
Dieſe Lüge wurde als Lüge entlarvt das Unrecht blieb!
Lüge ſchuf Gewalt. Gewalt gegen Deutſchland, Gewalt
gegen das deutſche Saarland. Gewalt über die rein deutſche Be=
völkerung
. Und Gewalt geht vor Recht!
Lüge ſchuf Verrat! Ein paar deutſche Landesverräter
ſuchen die wahre Geſinnung der Deutſchen an der Saar in den
Augen der Welt zu verdächtigen. Das Saarvolk gab ſelbſt die
Antwort: rund 94 Prozent aller wahlberechtigten Saarländer
haben ſich in der Deutſchen Front zuſammengeſchloſſen. Das
deutſche Saarvolk will den 13. Januar 1935 zum Ehrentag der
deutſchen Saar erheben: dieſer Tag wird die endgültige Rückkehr
des Saarlandes zu Deutſchland beſiegeln.
Die große Ausſtellung Deutſche Saar Köln 1934, die am
kommenden Sonntag ihre Pforten öffnet, hat die Aufgabe, die
unzertrennliche Verbundenheit von Saar und Reich in tauſend
Einzelheiten zum Ausdruck zu bringen und darüber hinaus allen
Beſuchern einmal vor Augen zu führen, was es heißt, gegen Lüge
und Verrat, gegen Terror und Niedertracht Deutſchland zu vertei=
digen
. Auf die Zähne beißen ſich zu Unbeſonnenheiten nicht hin=
reißen
laſſen das iſt angeſichts ſolcher Tatſachen oft ſchwerer als
offener Kampf.
Wir alle in Deutſchland ſchauen ſtolz auf die deutſchen Brüder
an der Saar. Wir wollen mit ihnen einſtehen im Kampf für das
ewige Deutſchland, und ihre Rückkehr ins Vaterland ſoll uns
allen ein Feſttag ſein, ein Tag, der in Wahrheit die lebendige

Kraft des ewigen Deutſchland vor der Welt erneut offenbar we
den läßt. Denn: Recht beſiegt Gewalt!
Die Eröffnungsfeier. Reichsminiſter Dr. Goebbels ſpricht
Die Ausſtellung Deutſche Saar Köln 1934 wird am Son
tag, 26. Auguſt, vormittags 10 Uhr, mit einer beſonderen Fe
in der feſtlich geſchmückten großen Meſſehalle eröffnet. Ar
nehmen Mitglieder der Reichsregierung; leitende Perſönlichkeit
der Reichs= Staats= und Kommunalbehörden, Reichsleiter
NSDAP. ſowie Vertreter der in= und ausländiſchen Preſſe te
Ferner wird aus dem Saargebiet eine große Zahl Vertret
aller Behörden und Wirtſchaftsgruppen nach Köln kommen
mit den übrigen Gäſten im Anſchluß an die Ausſtellungseröffnn
zur Saar=Treuekundgebung nach Ehrenbreitſtein fahren. Die
öffnungsanſprache hält nach einer Begrüßung durch den Lande
leiter der Deutſchen Front im Saargebiet. Pirro, Reichsminie
Dr. Goebbels. Die Feier wird umrahmt von Chorvorträg
des Kölner Männergeſangvereins (unter Leitung von Profe
Trunk) und Orgelſpiel von Profeſſor Bachem. Sie wird ük
alle deutſchen Sender übertragen.
Oeffnungszeiten und Eintrittspreis.
Die Ausſtellung Deutſche Saar Köln 1934 dauert bis
30. September. Sie iſt an allen Tagen geöffnet von 919 1
Der Eintrittspreis beträgt 50 Pf. Bis zum 2. September bere
tigt die Eintrittskarte auch zum Beſuch der Deutſchen Koloni
Ausſtellung im Staatenhaus. Bei Gruppenbeſuch (von 10 Per
nen an) ermäßigt ſich der Eintrittspreis auf 30 Pf.

Tag des deutſchen Weines
am 25. und 26. Auguſt 1934.
Samstag und Sonntag wird überall in Deutſchland der Tag
des deutſchen Weines feſtlich begangen. Alle Bevölkerungs= und
Wirtſchaftskreiſe, die ſich um die Erzeugung und den Vertrieb des
Weines zu kümmern haben, treffen umfangreiche Vorbereitungen
für das Gelingen der Werbung und des Feſtes. Die Darmſtädter
Gaſtſtätten werden an dem Weintage nicht zurückſtehen. Ueberall
in den Gaſtſtätten iſt Muſik und Tanz und der Wein wird den

BeutſcherWDein
aus deutſchen Gauen
F0cufschcK wEiNfAG 25-26 auc. 1954

Zür die Wein=Werbekage,
die am 25. und 26. Auguſt im ganzen Reich veranſtaltet
werden, wurde dieſes Plakat geſchaffen.
Volksgenoſſen zu einem beſonders verbilligten Preiſe von 25 Pfen=
nigen
abgegeben. Der Gaſt erhält ſogar einen Weinbecher gratis
und kann ihn als Erinnerungsſtück aufbewahren, da man in
Deutſchland den erſten Weintag feierte. Durch den billigen Wein=
preis
iſt es auch den minderbemittelten Volksgenoſſen möglich,
ein Glas Wein zu trinken.
Erſter deutſcher Weintag! Der iſt notwendig, um dem Volke
die Vorzüge des deutſchen Weines zu zeigen und es erkennen zu
laſſen, welch’ herrliche Gaben uns die deutſche Erde ſchenkt. Es
muß aber auch von der geſamten Bevölkerung erwartet werden,
daß ſie dieſe Ziele voll und ganz unterſtützt und an den Tagen
des deutſchen Weines die Gaſtſtätten aufſucht deutſchen Wein
trinkt und dem Wein neue Dauerfreunde zuführt.
Auch die Reichsſendeleitung wird ſich an dieſer Werbung be=
teiligen
, indem ſie ein, ganz auf den Wein zugeſchnittenes Pro=
gramm
auf alle deutſchen Sender übertragen läßt,

Der Polizeibericht.

Achtung! Gute Belohnung. In der Nacht vom 21. auf 22.
Auguſt 1934 wurde die Erkerſcheibe des Fahrradhauſes Orio in
der Karlsſtraße mittels eines dicken Steines zertrümmert. Der
Stein wurde mit nicht allzuſtarker Wucht geſchleudert, da er an
der Bruchſtelle in der Scheibe ſtecken blieb Soweit feſtſteht wurde
die Tat um die 4. Std. ausgeführt. Als Täter wird ein Radfahrer
vermutet, der um die genannte Zeit mit ſeinem Fahrrad in der
Richtung Marktplatz fuhr. Perſonen, die ſachdienliche An=
gaben
machen können, werden erſucht, ſich auf Zimmer 13 der
Kriminalpolizei, Hügelſtraße 31/33, zu melden. Hohe Belohnung
iſt zugeſichert.
Verkehrsunfall Ecke der Hügel= und Peter=Gemeinder=Straße.
Am 22. Auguſt 1934 fuhr in den Nachmittagsſtunden ein Motor=
radfahrer
mit ſeinem Fahrzeug durch die Peter=Gemeinder=Str.
Ecke der Hügelſtraße verlor er die Herrſchaft über das Fahrzeug
und fuhr auf die nordöſtliche Bürgerſteigkante auf, ſo daß er mit
ſeinem Fahrzeug umkippte. Hierbei riß er zwei des Weges kom=
mende
Damen um, die leichten Schaden nahmen.
Verkehrsunfall auf der Griesheimer Chauſſee. Am 23. Aug.
1934 gegen 17.30 Uhr kam es an der Straßenkreuzung Gries=
heimer
Chauſſee und Griesheimer Lager (Cafs Kunz) zu einem
Zuſammenſtoß zwiſchen dem Perſonenkraftwagen, Kennzeichen VR
19518 und dem Motorrad V9 8911, der leicht ernſtere Folgen
nach ſich ziehen konnte. Beide Fahrzeuge wurden leicht beſchädigt.
Der Führer des Motorrades mußte ärztliche Hilfe in Anſpruch
nehmen. Der Zuſammenſtoß iſt darauf zurückzuführen, daß nicht
die rechte Seite der Fahrbahn eingehalten wurde.
Wer hat Wahrnehmungen gemacht? Am Mittwoch, den
15. Auguſt, gegen 18.30 Uhr, wurde an der Eſchollbrücker Str.
in der Nähe der Autobahn (Braunshardter Hausſchneiſe) eine
Frau von einem unbekannten Mann in unſittlicher Weiſe be=
läſtigt
. Beſchreibung der fraglichen Perſon; etwa 40 Jahre alt,
zirka 1,70 Meter groß, ſchlanke Geſtalt, ſchwarzes Haar, bekleidet
mit hellgrauer Jacke, ſchwarzer Hoſe und eremefarbigem Polo=
hemd
. Der Täter führte ein Fahrrad bei ſich. Sachdienliche An=
gaben
werden bei dem hieſigen Landeskriminalpolizeiamt ent=
gegengenommen
.
D Vermißt wird ſeit dem 23. Auguſt 1934 die Ehefrau Fanni
Eiſenhardt, 58 Jahre alt, zuletzt wohnhaft in Darmſtadt. Be=
ſchreibung
: zirka 1,60 Meter groß, ſchlanke Geſtalt, ovales
Geſicht, braune Augen, dunkelblonde Augenbrauen, ſchwarzgefärb=
ter
Bubikopf, Stülpnaſe, ſchadhafte Zähne. Bekleidung:
rotes Kleid, grauer Mantel, braune Halbſchuhe, ſchwarzer Stroh=
hut
. Sie führt eine braune Handtaſche bei ſich. Wo wurde Frau
Eiſenhardt zuletzt geſehen? Sachdienliche Mitteilung nimmt das
Landeskriminalpolizeiamt entgegen.

Aus den Darmſtädter Lichtſpiel=Thealern.
Union=Theater: Die Cſardasfürſtin.
Endlich iſt die Cſardasfürſtin, die Filmoperette,t
der ſchon vor und während ihrer Herſtellung mehr geſprochen u
geſchrieben wurde, als von irgendeinem anderen Film auch
uns gekommen. Und, wie überall, hat ſie auch hier durchſchlag
den Erfolg zu verzeichnen. Das macht wohl, man hat aus
Operette, unter völligem Verzicht auf ihre Kopierung, eine
gezeichnete temperamentvolle Muſik, Geſang und Tanz erfül
Filmoperette geſtaltet. Man hat ſich die beſten Künſtler
Films und der Operette, hervorragende Muſiker dazu verſch=
ben
und hat den Vorwurf der Handlung durch eine Fülle ka
doſkopartig wechſelnder prachtvoller Bilder verlebendigt. Es
eigentlich von der Operette nicht viel übrig geblieben, als
Titel und die Perſonennamen und ſelbſtverſtändlich die Melod
und Schlager. Sie iſt im Film angefüllt mit ſprudelnder La=
und Heiterkeit, mit Lachen und viel Sekt. Die Tränen, die ſel
verſtändlich auch vergoſſen werden, gehen immer wieder unter
Perlen des Schampus. So iſt eine ungemein prickelnde, un=

Ein kleiner Zvlinderbewohner
Szene aus dem Ufa-Tenflm Csardasfürstin
(Herstellungsgruppe Max Pfeiffer, Spielleitung Georg Jak0
haltende Filmoperette entſtanden, die wohl geeignet iſt, den gro
Alltag für Stunden vergeſſen zu machen. Was den Film a.
nehm unterſcheidet von ähnlichen Vorgängern iſt die Tatſache,
überall, auch in gewagten Szenen, Takt und Delikateſſe gew
bleiben, daß die Fröhlichkeit nie in Ausgelaſſenheit ausartet,
ſo glänzend geſpielt wird, als glaube man den Menſchen
Handlung, daß ſie ſo und nicht anders leben können und braue
Selbſt die Lebemänner der ungariſchen und öſterreichiſchen Ar
kratie bleiben vornehm und ariſtokratiſch.
Marta Eggerth verkörpert die Sylva Varescu mit
ganzen Charme ihrer zierlich=temperamentvollen Perſönlich
Wie dieſe Künſtlerin die Chanſonette, die Cſardasfürſtin au
zeichnet ſpielt, tanzt und ſingt, wie ſie dabei doch in jeder
tuation Dame bleibt, das iſt eine künſtleriſche Meiſterleiſtu
Paul Kemp als Boni, Paul Hörbiger als Feri von Kuet
Hans Junkermann, der Kommandeur, Friedrich Un
und Ida Wüſt das fürſtliche Ehepaar Weylersheim 10
allem Hans Söhnker, der bildhübſche und ſchneidigt Pr
Edwin, glänzender Sänger und temperamentvoller Liechol
bilden im übrigen das Enſemble, deſſen Zuſammenſpiel in.
ſtraffen Spielleitung von Georg Jacoby von muſtergült
Geſchloſſenheit iſt.
Wochendienſtplan der Techniſchen Nokhilſe.
Samstag, den 25. Auguſt: 13 Uhr: Antreten der Abordnung
die Saartreueſtaffel am Hallenſchwimmbad 1430
Antreten der Abordnung zur Fahrt nach Worms. Ecke
denreich= und Fuhrſtraße.
Sonntag, den 26. Auguſt: 8.45 Uhr: Abteilung G. u. L, 3
2 und 3 im Marſtall zur Uebung bei Firma Merck.
Uhr: Antreten der Abordnung mit Spielmannszug
Kapellplatz.
Montag, den 27. Auguſt: 20 Uhr: Antreten des Spielmanns4
20.30 Uhr: Einzelprobe des Muſikzuges.
Dienstag, den 28. Auguſt: 19.30 Uhr: Antreten der Abte
Techn. Dienſt. 19.45 Uhr: Antreten der Abteilung
L., Zug 1, 2 und 3.
Donnerstag, den 30. Auguſt: 18.30 Uhr: Führerbeſprechug
19.30 Uhr: Abteilung Techn. Dienſt. 19.45 Uhr:
lung G. u. L., Zug 1. 2 und 3. 20 Uhr: Spielman:
20.30 Uhr: Geſamtprobe des Muſikzuges,
Freitag, den 31. Auguſt: 19.30 Uhr: Antreten des Inſtandſetz
dienſtes.
Sonntag, den 2. September: 7.30 Uhr: Antreten der Abte
Techn. Dienſt.
Vereins= und lokale Beranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Vereinigung früherer Leibgardiſten. Di
meraden der Wanderabteilung (ohne Damen) treten zum 2.
umzug am Sonntag um 13 Uhr im Wanderanzug (ohne Sto
ohne Ruckſack) vor der Krone an.
Gartenbau=Verein Darmſtadt Einladun!
Kleingartenbeſichtigung am Sonntag, den 26. Auguſt, 2
Treffpunkt: Kreuzungsſtelle Kranichſteiner= und Schlageter
Städt. Saalbau Sonntag, den 26. Auguſt, abends
zum Tag des deutſchen Weins, Winzerfeſt bei Konzert und
in den feſtlich dekorierten Räumen. Siehe morgige Anzeige=
Auch in Jugenheim findet dieſes Jahr ein Wind
ſtatt, und zwar im Feſtſaal und den anſchließenden Räun.
Hotel Goldene Krone‟. Es werden in den einzelnen Wine
fern nur naturreine Weine der Heſſiſchen Staatl. Weind
mäne ausgeſchenkt. Für allerlei Volksbeluſtigungen iſt 4.
Näheres ſiehe Inſerat.

[ ][  ][ ]

Aus Heſſen.


ne
ne.
30
U=
30

pk. Pfungſtadt, 24. Aug. Hohes Alter. Bei noch guter
ſtigkeit begeht Frau Luiſe Krauskopf, Sandſtr. 13, am Sanls=
25. Aug., ihren 88. Geburtstag. Erfolgreicher
ndezüchter. Bei der in Offenbach abgehaltenen Schäfer=
ideprüfung
konnte Züchter Chr. Sauerwein mit ſeinem Hunde
ick vom Blaubachtal die Bewertung Sehr gut erzielen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 24. Auguſt. Kirchweihe. Die aus
( des Todes des Herrn Reichspräſidenten in Wegfall gekom=
je
Kirchweihe findet nunmehr am Sonntag, 2. September,
t. Es wird dies wohl die erſte Kirchweihe geben, welche ohne
zuſſell abgehalten werden muß, weil die Platzmieter infolge
erweitiger Verpflichtungen bereits wieder abgezogen ſind. Im
achbarten Waſchenbach findet am kommenden Sonntag
Kirchweihe ſtatt. NS. Volkswohlfahrt. Die hier=
aus
Anlaß der Kinderlandverſchickung untergebrachten
ienkinder werden von der Ortsgruppe des Amtes für Volks=
lfahrt
betreut. Neben der Unterbringung in guten Pflege=
en
wird Vorſorge getroffen werden, daß den Kindern die
hweg alle erſtmals in der hieſigen Gegend ſind, die Sehens=
digkeiten
der Umgegend gezeigt werden.
Noßdorf, 24. Auguſt. Treukundgebung für das
tſche Saargebiet. Läufer des Reichsbundes werden aus
Grenzgauen Deutſchlands Treuebotſchaften an den Führer
z bringen. Unſer Ort wird von einem dieſer Läufe, dem
ptlauf 4, der am Haus des Führers, dem Haus Wachenfels
Berchtesgaden, beginnt, berührt. Um 13.20 Uhr werden die
ner und Sportler Roßdorfs an der Weißmühle den Köcher mit
Urkunde übernehmen und in ſchnellem Lauf bis zum Orts=
ang
nach Darmſtadt bringen. Dort übernehmen Darmſtädter
er die weitere Beförderung. Am Rathaus werden die Fahnen
beteiligten Vereine die Läufer begrüßen.
f. Roßdorf, 24. Auguſt. Ein ſeltener Kunſtgenuß ſteht un=
Einwohnerſchaft für kommenden Sonntag abend bevor. Drei
e Roßdörfer Künſtler werden gemeinſam im Saale des Gaſt=
es
Zur Sonne einen großen Arien= und Lieder=Abend ver=
lten
. Es wirken mit: Heinrich Bernjus (Tenor), Schüler an
Städtiſchen Akademie für Tonkunſt in Darmſtadt; Fritz Felger
iton), Mitglied der Stadttheater München=Gladbach=Rheydt,
Heinrich Koch, Kammermuſiker am Nationaltheater in Wei=
Für die kunſt= und ſangesfreudigen Roßdörfer wird dieſes
tlertrio eine große Anziehungskraft ausüben; vor allem iſt
auf das erſtmalige Auftreten des jungen Tenorſängers H.
jus geſpannt, der hier die erſte Probe ſeines Könnens ab=
k
: ſoll und zeigen wird, was er in ſeiner bisherigen Ausbil=
szeit
gelernt hat. Fritz Felger iſt uns allen als hervorra=
er
Baritonſänger bekannt; er hat auch bereits während des
Jahres ſeines Wirkens an den Stadttheatern München=
bach
=Rheydt erfreuliche Erfolge zu verzeichnen und wird
te Woche wieder dorthin zurückkehren, Kammermuſiker Hein=
Koch, ebenfalls ein Meiſter ſeines Faches, der bereits ſeit
en am Nationaltheater in Weimar tätig iſt, wird die beiden
ſer am Flügel begleiten.
e. Groß=Umſtadt, 24. Auguſt. Der Lehrer Hans Itzel, ge=
g
aus Weiler Zipfen, Kreis Dieburg, welcher drei Jahre an
Auslandsſchule in Philippopel (Bulgarien) ſegensreich ge=
iſt
am letzten Sonntag auf weitere drei Jahre an eine
che Auslandsſchule in Columbia (Südamerika) abgereiſt. Itzel
ne in Sportkreiſen im Rhein=Maingebiet weithin bekannte
beliebte Perſönlichkeit. Er gehörte jahrelang der 1. Hand=
tannſchaft
des Turnvereins Groß=Umſtadt an und hat viel
beigetragen, der Mannſchaft zu manchem Sieg zu verhelfen
Spieler des hieſigen Turnvereins ließen es ſich deshalb auch
nehmen, ihrem Sportkameraden einen würdigen Abſchied zu
ten; ſie verſammelten ſich geſchloſſen am Bahnſteig des hie=
Bahnhofes. Kurz vor Abfahrt des Zuges erſchallte noch ein=
der
deutſche Turnergruß. Sichtlich gerührt nimmt Itzel Ab=
von
ſeinen Freunden, mit dem Gelöbnis, auch weiterhin der
chen Turnerſchaft, und beſonders dem ihm lieb gewordenen
verein Groß=Umſtadt, die Treue zu halten. Ein letztes,
rches Gut Heil und eine glückliche Ueberfahrt auf die
Reiſe wünſchend, rollte der Zug in die Nacht hinaus.
Babenhauſen, 24. Auguſt. Großer Saar= Staffel=
der
D. T. Aus Anlaß der großen Saarkundgebung am
chen Eck bei Koblenz, die kommenden Sonntag in Anweſen=
des
Führers Adolf Hitler ſtattfindet, veranſtaltet die Deutſche
erſchaft bekanntlich einen großen Staffellauf. Mit ſeinem
tlauf 4, der von Berchtesgaden kommt, berühren die Läufer
Samstag um die Mittagszeit auch unſer Kreisgebiet des
waldkreiſes. Der benachbarte Turnverein Schaafheim
an der ehemals bayeriſch=heſſiſchen Landesgrenze mit 15 Tur=
den
Köcher von den bayeriſchen Turnbrudern in Empfang
en, ihn zuerſt den Harreshäuſer Turnern bei Kilometer
übergeben, die ihn dem Tv. Babenhauſen überreichen.
Turnverein 91 beteiligt ſich mit der ſtattlichen Zahl von
iufern. Es folgen dann Sickenhofen mit 13. Schlierbach mit
rgershauſen mit 13, Langſtadt mit 10, desgleichen Harperts=
n
, Altheim und Münſter uſw. Mit der Durchführung und
eneinteilung für den Odenwaldkreis iſt der Unterkreisturn=
Trippel aus Sickenhofen beauftragt. Der Bevölkerung Ba=
uſens
und der Nachbardörfer iſt, da der Lauf um die Mit=
eit
unſere Orte berührt günſtige Gelegenheit gegeben, dem
bekenntnis der Deutſchen Turnerſchaft zur Saar beizu=
en
.
e. Büttelborn, 23. Aug. Der Turnverein 1888 veranſtaltet
ommenden Sonntag ſein Vereinsſportfeſt, verbunden mit
Turnabend, in der Turnhalle. Auf den Ständen des hie=
Kriegervereins wird am 16. Auguſt das Bezirksſchießen des
ks Groß=Gerau abgehalten.
Nachrichten des Standesamis Darmftadk.
ſeſtorbene. Am 18. Auguſt: Mannheimer Emma ledig,
Beruf, 84 Jahre alt, Mathildenplatz 9. Am 19. Auguſt:
ſch. Erika, Tochter von Mälzer, 3 Jahre alt. Pfungſtadt;
krankenhaus. Am 18. Auguſt: Fiſcher, Lorenz, Ingenieur,
37 Jahre alt, Groß=Bieberau; Stadtkrankenhaus. Am
uguſt: Becker. Juliane, geb. Schmidt, Witwe des ſtädt.
ters 80 Jahre alt, Schwanenſtr. 8. Am 18. Auguſt: Stroh,
pp Otto, Ober=Reg.=Rat. Geheimer Fin.=Rat i. R., 71 Jahre
erwitwet, Heinrichſtr. 106. Am 19. Auguſt: Schleuning,
ich, Schloſſer, 66 Jahre alt, verheiratet. Am blauen Stein.
r Marie, geb. Sailer, 67 Jahre alt, Witwe des Weißbin=
liſters
, Ruthsſtr. 18. Am 20. Auguſt: Breidenbach,
Louis, Architekt, 35 Jahre alt verheiratet, Sankt Goar a.
Hermannsſtr. 6. Am 21. Auguſt: Friedmann, Suſanna
a, geb. Zeh. Witwe des Privatiers, 80 Jahre alt, Woogs=
6. Am 20. Auguſt: Koller, Rudolf, Schreinerlehrling,
ihre alt, Ober=Ramſtadt; Eliſabethenſtift. Am 21. Auguſt:
mpf, Sophie geb. Lang, Ehefrau des Metzgermeiſters,
ihre alt, Soderſtraße 48. Diefenthäler, Karoline, geb.
Witwe des Hüttendirektors i. R., 82 Jahre alt Heinrich=
130. Schulz, Anna Marie Louiſe geb. Franz, Witwe des
meiſters, 65 Jahre alt, Beſſunger Str. 74. Am 23. Auguſt:
erbert. Georg, Schneider, 62 Jahre alt, Alexanderſtr. 15.
ſt. Ida Clementine geb. Müller, Witwe des Korrektors,
ihre alt, Wilhelm=Gläſſing=Str. 8.

Kirchliche Nachrichten.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 25. Auguſt.
dtlirche. Abends 8,30 Uhr: Abendandacht.
ſunger Kirche (Betrußgemeinde). Abends 7,30 Uhr: Chriſtenlehre für den Oſt=
Pfarrer Weiß.
tSlirche, Abends 8 Uhr: Wochenſcklußgottesdienſt.
13. Sonntag nach Trinitatis, 26. Auguſt.
In allen Kirchen Kollekte für die evangeliſchen Gemeinden in Oſterreich.)
Otüirche. Vorm. 8 Uhr: Chriſtenlehre für die Lukasgemeinde. Dekan F. Müller.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Dekan F. Müller.
1130 Uhr: Kindergottesdienſt der Reformationsgemeinde. Pfarrer Lauten=
Die Stadtlirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
3 Nordſelte.
Llicvelle. Vorm. 8 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 9 Uhr: Chriſten=
* die Kaplaneigemeinde. Pfarrer Heß. Vorm. 11.,30 Uhr: Kindergottesdienſt der
meinde. Dekan F. Müller. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt. Dekan F. Müller.
pßlirche, Vorm, 8,.15 Uhrr Gottesdienſt zur Einführung derneuen Konfirmanden.
Wintermann.
Linigung zur Abhaltung luth. Gottesdienſie, Vorm. 9.30 Uhr: Beichte
meldung in der Sakriſtei, Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
nahls. Pfarrer Lautenſchläger.
Srunskirche, Vorm, 7 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 8,30
Driſtenlehre für die Letztkonfirmierten der Martinsgemeinde Oſt l in der Kirche;
m Martinsſtiſt; Weſt k und II im Gemeindehaus. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottes=

Erbgeſundheit und Bauernſiedlung.

KVR. Der Raum, der uns Deutſchen zur Anſetzung von Sied=
lern
zur Verfügung ſteht, iſt ausgeſprochen knapp. Wir ſind ein
Volk ohne Raum, mögen wir den deutſchen Oſten auch noch ſo
oft einen Raum ohne Volk nennen. Gewiß, die Dichte der Be=
völkerung
liegt dort noch ganz weſentlich unter der des Reichs=
durchſchnittes
, ſie beträgt nur rund 4050 Menſchen je Quadrat=
kilometer
gegenüber jetzt 138 im Reich. Doch dieſer Unterſchied
iſt durch die ganze Struktur des Landes bedingt. Er iſt niemals
durch Bauernſiedlung allein auch nur annähernd auszugleichen.
Zu dieſem Ausgleich bedarf es vielmehr einer planmäßigen An=
ſetzung
von Induſtrien und Handwerksbetrieben, die allein ge=
eignet
ſind, einer ſo hohen Zahl von Menſchen auf der Flächen=
einheit
Verdienſt und Brot zu geben. Wir ſtreben dieſe Induſtrie=
umſiedlung
auch mit allen Kräften an; der Oſtpreußenplan,
iſt die Grundlage dazu
Das Land allein kann alſo nicht beliebig viele Menſchen auf=
nehmen
. Die Zahl der möglichen Siedler wird ſtets größer ſein
als die Zahl der erreichbaren Siedlerſtellen. Es iſt daher nicht
nur nicht möglich, die Arbeitsloſen aus den Städten herauszu=
ziehen
und auf dem Lande als Bauern anzuſetzen, ſondern es
können noch nicht einmal alle Nachkommen der Landbewohner
Bauernſtellen erhalten. Der Geburtenüberſchuß des Landes iſt
doch noch größer als die Siedlungsmöglichkeit.
Dieſe leicht beweisbare Erkenntnis erlegt uns ganz beſondere
Pflichten auf. Wir müſſen unter den Siedlungsbewerbern ſo=
lange
auswählen, bis wir nur die übrig behalten, denen wir
wirklich auch Siedlerſtellen geben können. Der größte Teil wird
vorerſt leer ausgehen müſſen, weil es die Praxis der Siedlung
noch nicht geſtattet, jährlich mehr Stellen auszulegen
Die Auswahl nun, die wir zwiſchen den vorhandenen Be=
werbern
zu treffen haben, ſteht unter dem Geſichtspunkt der Erb=
geſundheit
. Das Bauerntum iſt der Lebensquell unſeres
Volkes, es liefert uns den Nachſchub geſunder Bevölkerung und
iſt damit der Regenerator in unſerem ſtaatlichen Leben. Von
ſeiner Geſundheit hängt das Schickſal unſeres Landes weitgehend
ab. Daher müſſen wir darauf ſehen, daß die Menſchen, die wir
mit großen Koſten auf unſerem knappen Boden anſetzen, auch
wirklich die Bedingungen erfüllen, die wir vom geſunden Bauern=
tum
erwarten. Unſer Ziel gilt nicht der Erreichung einer Höchſt=
zahl
errichteter Stellen, ſondern wir wollen Bauern anſetzen, die
ſtändig auf dem ihnen gegebenen Boden bleiben können und ſo
einen feſten Volkswall an unſeren Grenzen bilden.
Siedlerauswahl haben wir auch ſchon in früheren Jahren
getrieben. Doch ſie war nicht zwingend und auch nicht amtlich,
Vor allem von den Gedanken: Raſſe und Erbgeſundheit

25jähriges Jubiläum des Kraftſportvereins Fürkh.
Der Kraftſportverein Fürth konnte in dieſem Jahre
auf ſein 25jähriges Beſtehen zurückblicken, und fand aus dieſem
Grunde am 18., 19. und 20. Auguſt das Stiftungsfeſt, ver=
bunden
mit einem Werbefeſte der Turnabteilung, ſtatt. Den Auf=
takt
zu dem Feſt bildete am Samstagabend die Gefallenenehrung
am Kriegerdenkmal, wobei durch den Feſtausſchußvorſitzenden,
Dentiſt Gaß, ein Kranz für die gefallenen Sportkameraden
Lorenz Klos. Peter Fink, Adam Straſſer, Joſef Straſſer, Jean
Berg und Philipp Rhein niedergelegt wurde, nachdem Fräulein
Gaubatz unſere Gefallenen mit einem ſehr ſchön geſprochenen
Prolog geehrt hatte. Anſchließend an die Gefallenenehrung ſetzte
ſich ein Fackelzug durch die Ortsſtraßen zum Vereinslokal in Be=
wegung
. Nach einer kurzen Begrüßung durch den 2. Vereinsführer
Knapp ergriff der Kreisführer der DT., Herr Kohl nach=
dem
der Geſangverein Liederkranz durch einen Chor Wo gen
Himmel Eichen ragen die Feier verſchönerte das Wort zu nika, ſowie verſchiedene Geſangsvorträge umrahmen die An=
einer
kernigen Anſprache. Das Programm, das mit einem Dialog,
geſprochen von den Schülerinnen Zornmüller und Gaubatz:
Wißt ihr, was Deutſchland heißt, eingeleitet wurde, wickelte ſich
zur vollen Zufriedenheit ab. Es wurden hierbei ganz ausge=
zeichnete
Leiſtungen der Kreisriege ſowie der Damenriege Nieder=
Liebersbach und Gorxheim gezeigt. Auch die Leiſtungen des
Turnvereins Krumbach und des Sportvereins Laudenbach ſowie
die übrigen Darbietungen verdienen ein volles Lob, und es war
ſehr bedauerlich, daß von ſeiten der Fürther Bevölkerung dieſer
Veranſtaltung nicht mehr Intereſſe entgegengebracht wurde.
Gegen 12.30 Uhr endete das Programm mit einer Schluß=
anſprache
des Kreisführers Kohl, wobei dieſer nochmals auf die
am nächſten Tage ſtattfindende Wahl aufmerkſam machte und die
ſämtlichen Turnerinnen ſowie Turner aufforderte, ſich geſchloſſen
an dem um 8 Uhr ſtattfindenden gemeinſamen Wahlgang zu be=
teiligen
. Ein dreifaches Sieg=Heil ſowie das Deutſchlandlied be=
endete
die eindrucksvolle Feier.
Der Sonntag brachte mit einem Weckruf, nachdem ſich die
Turnerinnen und Turner an dem Vereinslokal geſammelt hatten,
um gemeinſchaftlich ihre Wahlpflicht zu erledigen, die Fortfüh=
rung
der ſportlichen Wettkämpfe.
Um 2 Uhr ſetzte ſich der Feſtzug durch die Ortsſtraßen in Be=
wegung
, und es ging hinaus auf den Sportplatz. Hier von dem
Feſtausſchußvorſitzenden, Dentiſt Gaß, begrüßt, ergriff nach einem
Prolog, geſprochen von der Schülerin Kath. Malſch, der Kreis=
führer
erneut das Wort, wobei er auf die gute Sache der DT.
hinwies und betonte, daß die DT. geſchloſſen an dem Aufbau des
Dritten Reiches mitarbeite, und die Anweſenden aufforderte mit
ihm unſerem Führer ſowie dem Vaterland ein dreifaches Sieg=
Heil auszurufen.
w
dienſt. Pfarrer Beringer. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt für dieMartinsgemeinde Oſt.
Pfarrer Köhler.
Kapelle des Städt. Alterzheims. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Dr. Bergér.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr; Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heinrich Köhler. Vorm.
11,15 Uhr: Lindergottesdienſt. Pfarrer Heinrich Köhler. Die Fohanneskirche iſt
wochentags von 7,30 bis 7 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang Liebigſtraße.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr: Haupt=
gottesdienſt
. Pfarraſſiſtent Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Eröffnung
des Konfirmandenunterrichts.) Pfarrer Weiß, Vorm, 11,.13 Uhr: Kindergottesdienſt für
beide Bezirke. Pfarrer Weiß.
Die Beſſunger Kirche iſt wochentags von 7 Uhr bis 7 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9 bis 12 Uhr.
Eingang Beſſunger Straße, Hauptportal.
Pauluskirche. Vorm. 8,30 Uhr: Chriſtenlehre für beide Bezirke. Pfarrer A. Müller.
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer i. R. D. Berck. Vorm. 11,15 Uhr: Kinder=
gottesdienſt
. Pfarrer A. Müller.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Stuhienrat D. Grünewald, Vorm,
11.15 Uhr: Kindergottesdienſt.
Donnerstag, 30. Auguſt, abends 8 Uhr: Betſtunde.
Amtshandlungen an Auswärtigen bis zum 31. Auguſt: Pfarrer Lautenſchläger,
Hügelſtraße 28, Fernruf 2033; vom 1. Sept. ab: Pfarrer Wintermann, Alexanderſtraße 1,
Fernruf 2168.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde. Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Montag, 27. Auguſt: Jungenabend Mangold, 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
der Stadtgemeinde. Mittwoch, 29. Aug., abends 8 Uhr: Kirchenchor der Stadtkapelle
gemeinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6), Montag, 27. Aug., abends
8 Uhr: Jungenabend Weſt. Mittwoch, den 29. Auguſt, nachm. 2 Uhr: Handarbeits=
und Strickſchule. Freitag, 31. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchenabend Weſt. Sams= gottesdienſt der Al.
tag, 1. Sept., nachm. 2 Uhr; Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Montag, 27. Aug., abends 8 Uhr; Jungenabend Oſt.
Freitag, 31. Auguſt, abends 8 Uhr: Mädchenabend Oſt.
Saal der gleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 30, Auguſt, abends
s Uhr: Poſaunenchor.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Mittwoch, 29. Aug., nachm.
2 Uhr: Strickſchule, Freitag, 31., Aug., abends 8 Uhr: Ev. Mädchenkreis.
Baul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 27, Aug., abends gottesdienſt. Kollekte für die Innere Miſſion. 10.45 Uhr: Kindergottesdienſt. Nach=
8.30 Uhr: Kirchenchor.
8,15 Uhr: Evang. Jugendwerk, Mädchenkreis. Dienstag, 28. Aug., abends 8,15 Uhr:
Kirchenchorprobe. Donnerstag, 30, Aug., abds. v. 68 Uhr: Poſaunenchor. Frei=
tag
, 31. Aug., abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8,30 Uhr: Kirchenchor.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Dienstag, 28. Aug., abends
8 uhr: Kirchenchor.
nachm. 4 Uhr: Teilnahme am Kinderfeſt der Beſſunger Kinderſchule auf dem Herr=
gottsberg
.
Ev. Lukasgemeinde. Unſer Frauenverein unternimmt am Donnerstag, 30. Aug. Gebetsandacht.
einen Autobusausflug auf den Frankenſtein. Abfahrt 2,30, Kiesſtr. 60. Der Fahrpreis
beträgt 1 RM. Anmeldungen bis zum 28. Auguſt im Pfarramt der Lukasgemeinde.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr:
Lindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Gemeinſchaftsabendmahlsfeier, Pfarrer Köhler.
Bringmann. Dienstag: Frauenbibelſtunde und Blaukreuzſtunde fallen aus. Mitt= aus, wegen Teilnahme an der Phladelphigkonferenz. Mühlſtr. 24.
woch, Philadelphla=Konferenz. Vorm. 9 Uhr, nachm. 3 Uhr und abends 8,30 Uhr.
Die Bibelſtunde am Donnerstag fällt aus. Freitag, abends 8,80 Uhr: Bibelſtunde
in der Beſſunger Mädchenſchule, Herr Neuber, Samstag, abends 6 Uhr: Eiſenbahner=
Vereinigung. Abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr, 24). Sonntag, abends 8 Uhr: Sommerfeſt. vorm. 7.30 Uhr.
Montag, nachm. 5 Uhr: E. C.=Jungſchar für gnaben. Abends 8,80 Uhr: Beteiligung an
dem Männerabend der Stadtmiſſion. Dienstag: Die Verſammlungen fallen aus.
Mittwoch: Beteiligung an der Philadelphia=Konferenz.

wollten die meiſten Inſtanzen gar nichts wiſſen. Nach der Zu=
ſammenfaſſung
der Siedlung iſt auch die Beratung zur Reichs=
ſache
geworden und zwingend vorgeſchrieben. Die zentrale Stelle
in Berlin führt den Namen Reichsſtelle für die Aus=
wahl
deutſcher Bauernſiedler und unterſteht, dem
Reichsnährſtand. Sie ſtellt den bäuerlichen Menſchen ſelbſt in den
Mittelpunkt und zieht in den Kreis der Unterſuchung die geſam=
ten
Angehörigen des Bewerbers ein. Beamtete Aerzte nehmen
die Geſundheitsunterſuchung ſodann vor. Daneben wird ein Frage=
bogen
ausgehändigt, der bis in alle Einzelheiten geht und neben
den höchſt perſönlichen Fragen auch Auskunft über Krankheit und
Todesurſachen von Vorfahren und Verwandten verlangt. Der
Grund iſt die Erkenntnis etwaiger ſogenannter rezeſſiver Erb=
anlagen

Die Zuſammenfaſſung der Prüfung an einer Stelle hat ſich
aus guten Gründen als notwendig erwieſen, weil nur ſo Ein=
heitlichkeit
und beſte Zuſammenarbeit von bäuerlicher und ärzt=
licher
Erfahrung gewährleiſtet iſt. Daneben zeigte ſich eine ganz
erhebliche Verbilligung. Die Reichsſtelle nimmt die Prüfung
nicht als erſte vor, ſondern erhält nur die Bewerber zugewieſen,
die die Landesſtellen nach einer Vorprüfung für geeignet hal=
ten
. Dieſe dienen alſo unter Zuſammenarbeit mit den Kreis=
und Ortsbauernführern als erſter Sieb. Die endgültige Zulaſ=
ſung
erfolgt nur durch die Reichsſtelle.
Wie notwendig die ſtrenge Ausleſe unter den Bewerbern iſt,
zeigt uns ein Blick auf die Gründe, unter denen die Ablehnung
leider ſehr häufig erfolgen muß. Wir leſen dort: Erbliche
Geiſtesſchwäche, erbliche Taubheit, erbliche Erblindungsgefahr,
Tuberkuloſe, Aſthenie, ſämtliche Grade des Schwachſinns, Gemüts=
krankheit
, übermäßiges Alter, dauernde Fehlgeburten uſw. Der=
artige
Bewerbungen können unter keinen Umſtänden Berückſich=
tigung
finden, ſie würden ſich zu Krankheitskeimen im Bauern=
tum
auswachſen und biologiſch zerſetzend wirken.
Nur derjenige darf dagegen ein Stück deutſchen Bodens zur
Nutzung erhalten, der in jedem Falle als tauglich anzuſehen iſt.
Man zieht hier mit Recht die Parallele zum Wehrſtand. Ferner
beſteht die Bedingung, daß die Siedler verheiratet ſind, möglichſt
bereits mehrere Kinder haben oder wenigſtens gewillt ſind, ſolche
in die Welt zu ſetzen. Tauglichkeit in geſundheit=
licher
und erbgeſundheitlicher Beziehung,
Raſſereinheit und Kinderfreudigkeit, das ſind
die Grundſätze, unter denen wir die Neugrün=
dung
von Bauerntum vornehmen. Sie enthalten als
Programm das Geleitwort und zugleich das Ziel, unter das wir
unſere geſamte Bauernpolitik geſtellt haben: Blut und Boden.

Die Wettkämpfe fanden durch ein Handballſpiel, bei dem ſich
der Kreismeiſter Turnverein Nieder=Liebersbach ſowie eine Aus=
wahlmannſchaft
gegenüberſtanden, ihren Abſchluß.
Um 6 Uhr fand die Siegerehrung ſtatt.
Der Montag wurde durch Volksbeluſtigung auf dem Sport=
platz
gefeiert.
Anläßlich des guten Wetters nahm das Feſt einen ſehr ſchönen
Verlauf, und dankt der Verein denjenigen, die durch ihre Unter=
ſtützung
an demſelben mitgeholfen haben.

Ci. Erbach, 24. Auguſt. B. d. M.=Treffen. Am Samstag
und Sonntag iſt hier ein größeres BdM.=Treffen. Die Veran=
ſtaltung
wird am Samstagabend durch eine Feierſtunde im ſtim=
mungsvollen
Schloßhof eingeleitet. Eine Freilicht=Aufführung
von Dornröschen durch Jungmädels aus dem Untergau Oden=
wald
, muſikaliſche Darbietungen auf Klampfe und Mundharmo=
ſprache
der Gauführerin Jungblut=Darmſtadt. Am Sonntagvor=
mittag
werden im Sportpark ſportliche Wettkämpfe ausgetragen,
denen dann am Nachmittag Maſſenfreiübungen und Volkstänze
folgen. Im Rathausſaale zeigt zu gleicher Zeit eine Ausſtellung
in den Heimabenden angefertigte Werkarbeiten ſowie Preſſe=
erzeugniſſe
und Bücher aus der NS.=Bewegung. Aus der
Landwirtſchaft. In der Zeit vom 29. Auguſt bis 12. Sep=
tember
findet in acht verſchiedenen Bezirken unſeres Kreiſes die
diesjährige Hauptkörung der Faſeltiere ſtatt. Dabei werden auch
alle mit der Haltung und Pflege der Tiere zuſammenhängenden
Einrichtungen geprüft. Viehbeſitzer, die Faſeltiere zur Körung
bringen wollen, haben das alsbald dem Vorſitzenden der Kör=
kommiſſion
bei der Hauptabteilung 2, Tierzuchtamt Darmſtadt,
anzuzeigen.
Be. Geinsheim, 24. Aug. Hohes Alter. Ihren 88. Ge=
burtstag
kann Frau Roſine Haupt morgen, 25. d. M., feiern.
Sie iſt die älteſte Einwohnerin hier und iſt noch ſehr rüſtig.
Hirſchhorn, 24. Auguſt Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 23. d. M.: 1,52 Meter, am 24. d. M.: 1,50 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
sw. Offenbach, 24. Auguſt. Eine Frau wird nachts in
den Main geworfen. In der Nacht zum Mittwoch hörte
man plötzlich in der Nähe der Oberrader Schleuſe vom Waſſer her
gellende Hilferufe. Im großen Schleuſenbecken ſah man dann im
Dunkel eine hilferufende Frau langſam auf dem Rücken dahin=
treiben
. Einer der Schleuſenbeamten ſprang ins Waſſer und
brachte die Frau ans Land die, anſcheinend betrunken, nur zu
ſagen wußte: Er hat mich hineingeſchmiſſen. Von einem Beglei=
ter
war jedoch keine Spur zu entdecken, nur ein Männerfahrrad
lag in der Nähe. Man weiß alſo nicht ob der vermutliche Täter
ebenfalls in Waſſer gefallen und ertrunken, oder ob er geflüchtet iſt.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24.
Jeden Donnerstag, abends 8.15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und
vierten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Bemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe. Sprech=
ſtunden
vorm. von 10 bis 12 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 5 bis 6 Uhr. Fern=
ſprecher
4584.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saak 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8 bis 12 Uhr und nachm. von 3 bis
5,30 Uhr, außer Dienstag= und Freitagnachmittag. Fernſpr. 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer 4.
Digkonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17: Martinsſtift, Müllerſtr. 28; Ge=
meindehaus
, Liebfrauenſtr. 6: Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus, Eich=
wieſenſtr
. 8; neben der Pauluskirche, Ohlyſtr.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins, Freiligrathſtr. 8, Fernſpr. 245.
Auswärtige Gemeinden.
Evg. Kirche Griesheim. Sonntag, 25. April. Vorm. 8 Uhr: Chriſtenlehre für die
männliche Jugend, 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt, Kandidat Battenberger. Vorm.
10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 9,30 Uhr: Bibelſtunde, Pfarrer Mangold.
Friedenskirche. Sonntag, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer
Ebgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Hauptgottes=
und Schloßkirche, Freitag, 31, Aug., abends 8 Uhr; Mädchenabend der Kaplanei= dienſt. Prediger Direktor Pfarrer Schneider von den Nieder=Ramſtädter Anſtalten.
Chriſtenlehre fällt aus. Dienstag: Jungmädchenverein. Mittwoch: Kirchenchor.
Evgl. Gemeinde Traiſa, Sonntag, 26. Aug., vorm. 8,45 Uhr: Chriſtenlehre. Vorm.
9,80 Uhr: Gottesdienſt. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. 13 Uhr: Kinder=
Eval, Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt.
Miſſionar Michel von der Baſler Miſſion. (Mitwirkung des Poſaunenchores.) Kollekte.
Vorm. 10,30 Uhr: Miſſionskindergottesdienſt. Montag: Poſaunenchor. Mittwoch:
Bibelſtunde. Donnerstag: Frauenverein, Freitag: Poſaunenchor.
Eogl. Kirche Dieburg. Sonntag, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Eröffnungsgottesdienſt
der Konfirmandenzeit. (Koll.), anſchließend Chriſtenlehre.
Evg. Kirche Roßdorf. Sonntag, den 26. Auguſt vormittags 9.30 Uhr: Haupt=
mittags
3 Uhr: Sommerfeſt der Kleinkinderſchule in Krämers Saal. Mittwoch=
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 27. Aug., abends abend 9 Uhr; Probe des Kirchengeſangvereins Freitagabend: Jungmädchenabend.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evgl. Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag,
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein; Sonntag, 26. Auguſt, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pr. K. Hirtz. Vorm. 10,30 Uhr: Sonn=
tagsſchule
. Abends 8 Uhr 15: Gvangeliſation. Mittwoch: Bibelſtunde füllt aus, wegen
Teilnahme an der Philadelphia=Konferenz, Mühlſtr. 24, Freitag, abends 8,30 Uhr:
Evgl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 26. Aug., vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottes=
dienſt
, Pr. Veihelmann. Vorm. 10,45 Uhr: Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr; Gottesdienſt.
Mittwoch, 8.,80 Uhr: Singſtunde. Donnerstag, 8,30 Uhr: Bibelſtunde.
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtr. 38, Sonntag, vorm. 11 Uhr: Sonntags=
Montag, nachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde, Abends 8,30 Uhr: Männerabend. Herr ſchule, Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pr. Hirtz. Mittwoch, Bibelſtunde fällt

Die Ehriſtengemeinſchaft, Heidelbergerſtr. 14. Während der Sommerwochen wird
die Menſchenweihehandlung nur 14tägig gefeiert. Nächſtmalig am Sonntag, 26. Aug.,
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 26. Aug., vorm
9.15 Uhr: Andacht. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Dienstag, abends
8,15 Uhr: Bibelſtunde.

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 234

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Beginn der Betonierung der Reichsautobahnen
an der Bauſtelle Unterhaching in Bayern. Auf der rechten Seite des Bildes iſt die Einfaſſung
ſichtbar, die die Betondecke auf beiden Seiten begrenzt und gleichzeitig die Schienen für die Beton=
verteiler
und Maſchinenſtampfer bildet.
Kaiſer=Wilhelm=Denkmal und Borufſia=Denkmal
in Memel vergraben.

Das Denkmal Kaiſer Wilhelms I. und das Boruſſia=Denkmal in Memel,
die von Litauern bald, nach ihrem Einfall ins Memelgebiet im Jahre 1923 umgeſtürzt worden
waren und ſeitdem wie unſer Bild zeigt hinter Stacheldraht auf dem Feuerwehrhof lagen,
ſind in den letzten Tagen auf Anordnung des jetzigen litauiſchen Oberbürgermeiſters Simonaitis
vergraben worden.

Schweres Unwekter über Baden=Baden,
dem 9os= und Murgkal.
Baden=Baden. Donnerstag mittag gegen
2.30 Uhr ging über Baden=Baden und dem Oostal
ein furchtbares Unwetter mit Blitzſchlag, Donner
und Sturm nieder. Bedauerlicherweiſe hat das
Unwetter auch ein Toedsopfer gefordert. Vier
Holzarbeiter aus Lichtental ſuchten in einer Hütte
zwiſchen Seelach und Scherrbach Schutz vor dem
Inwetter. Der Blitz ſchlug in die Hütte ein und
tötete den ledigen 29jährigen Heinrich Maier aus
Lichtenthal, der 39jährige verheiratete Johann
Ihle aus Lichtenthal wurde vom Blitzſchlag ge=
lähmt
. Die beiden anderen Holzarbeiter wurden
nur betäubt.
Aus Gernsbach wird noch gemeldet, daß das
Sturm= und Hagelwetter auch über dem Murgtal
niederging. Dort iſt die ganze Obſternte vernichtet.
Auch vom Bühlerhöh=Gebiet werden große Sturm=
ſchäden
gemeldet.

Großſeuer vernichtet bäuerliches
Anweſen.
Wohnhaus, zwei Stallungen und zwei Scheunen
verbrannt. Die geſamte Ernte vernichtet.
Marburg. Aus bisher ungeklärten Urſachen
brach geſtern Nacht in dem Anweſen des Landwirts
Leisge in Reddehauſen bei Marburg ein Groß=
feuer
aus, dem trotz des ſofortigen Eingreifens
der Ortsfeuerwehr, der Wehren der Umgegend und
der Stadt Marburg das Wohnhaus, die beiden je
50 Meter langen Stallungen und die beiden
Scheunen zum Opfer fielen. Aus den Stallungen
konnte nur das Großvieh gerettet werden. Das
Federvieh und die in den Schuppen untergeſtellten
Geräte und landwirtſchaftlichen Maſchinen wurden
ein Raub der Flammen. Ebenſo wurde die ge=
ſamte
Ernte und das Mobiliar des Wohnhauſes
durch den Brand vernichtet.

Der Tod unter der Straßenbahn.
Frankfurt a. M. Ein ſchwerer Verkehrs=
unfall
ereignete ſich geſtern nachmittag gegen 3.45
Uhr an der Hauptwache auf dem Schillerplatz. Die
etwa 50jährige Frau Maria Meder von hier
wollte vor einem Straßenbahnzug die Gleiſe über=
queren
. Als der Wagenführer Klingelſignale gab,
trat die Frau einen Schritt zurück, ohne dabei das
Herannahen eines zweiten, in entgegengeſetzter
Richtung fahrenden Zuges zu bemerken, von deſſen
Motorwagen die Unglückliche erfaßt und über=
fahren
wurde. Nachdem der Wagen angehoben
worden war, konnte man die Frau nur noch als
Leiche unter den Rädern hervorziehen.
Dreifacher Selbſtmord in Hanau.
Hanau. Eine furchtbare Familientragödie er=
eignete
ſich geſtern Nacht in Hanau. Drei Ange=
hörige
der Familie Labes, und zwar Vater, Mut=
ter
und Tochter, ſetzten ihrem Leben durch Ein=
atmen
von Leuchtgas ein Ende. Die beiden Eltern
ſtanden in den ſechziger Jahren, die Tochter war
18 Jahre alt. In einem hinterlaſſenen Brief iſt
als Grund für die Tat ein unheilbares Leiden be=
zeichnet
, von dem alle drei befallen waren. Eine
zweite Tochter der Familie Labes iſt erſt vor
einigen Tagen geſtorben.
Ausflugsauto vom Güterzug erfaßt.
Königswinter (Rhein). Am Donnerstag
abend ereignete ſich an dem Bahnübergang in Nie=
der
=Dellendorf ein ſchweres Verkehrsunglück. Ein
mit 26 Perſonen, darunter 17 Engländern, beſetz=
ter
Autobus wurde beim Ueberfahren der Bahn=
gleiſe
von einem Güterzug erfaßt und zur Seite
geſchleudert. Der Omnibus wurde faſt vollkommen
zertrümmert. Neun der Inſaſſen, die teils leichtere,
teils ſchwerere Verletzungen davongetragen haben,
ſind in das Krankenhaus nach Ober=Kaſſel ( Sieg=
kreis
) eingeliefert worden. Am ſchwerſten verletzt
iſt der Fahrer des Wagens, der Arm= und Bein=
brüche
davongetragen hat. Lebensgefahr beſteht
aber nicht. Von den ins Krankenhaus eingeliefer=
ten
Verletzten konnten bereits zwei wieder in
ambulante Behandlung entlaſſen werden. Eine
eingehende Unterſuchung zur Klärung der Un=
glücksurſache
iſt eingeleitet. Es ſteht feſt, daß die
Bahnſchranken nicht geſchloſſen waren.

Gräßliches Unglück an einem ungeſchützten
Bahnübergang.
Hannover. Freitag nachmittag wurde auf
einem ungeſchützten Bahnübergang der Strecke
CelleNienhagen ein von Hannover kommender
Kraftwagen von einem Perſonenzug überfahren
und etwa 45 Meter weit mitgeſchleift. Der Kraft=
wagen
iſt verbrannt. Unter den Trümmern wur=
den
zwei verkohlte Leichen gefunden, deren Perso=
nalien
bisher noch nicht feſtgeſtellt werden konnten.
Neuer Führer
des Kleinkaliber=Schießſporkes.

Oberſtleutnant a. D. Billmann
wurde durch den Reichsſportführer mit der kom=
miſſariſchen
Führung des Kleinkaliber= Schieß=
ſportes
betraut.

Der Ueberfall auf die St. Pölkener Hükke
Wien. Donnerstag vormittag iſt auf der 2550
Meter hoch gelegenen St. Pöltener Hütte im Gra=
natſpitzengebiet
der Felber Tauern eine ſtarke
Rettungsexpedition eingetroffen, um die zahlrei=
chen
Schwerverletzten, die Opfer des bereits ge=
meldeten
fürchterlichen Verbrechens geworden ſind,
zu Tal zu bringen. Nach den erſten, allerdings noch
unverbürgten Nachrichten ſollen ſie den zuerſt als
tot gemeldeten Obmann der Sektion St. Pölten
des Deutſchen und Oeſtereichiſchen Alpenvereins
Karl Fürſt noch am Leben getroffen haben. Die
genaue Zahl der Schwerverletzten iſt noch nicht
bekannt. Feſt ſteht, daß der Hüttenwirt und der
Bergführer Friedrich Steinberger durch acht Re=
volverſchüſſe
getroffen worden ſind, ein Beweis
dafür, daß die beiden Mordbuben geradezu ein
Schnellfeuer auf die Hütteninſaſſen eröffnet haben
müſſen. Auch die Verhaftung der beiden Täter,
von denen feſtſteht, daß ſie eine Art Gangſterüber=
fall
auf die Hütte durchgeführt haben, um Beute
zu machen, vollzog ſich ſehr dramatiſch. Eine in der
Hütte bedienſtete Magd lief ſofort nach dem Ueber=
fall
auf dem ſchwierigen Bergpfad, der zum Schutz=
haus
führt, ſo ſchnell zu Tal, daß ſie gegenüber
den flüchtenden Verbrechern einen Vorſprung ge=
winnen
konnte. Ehe dieſe das Salzburger Dorf
Mitterſil erreichten, wurden ſie von Gendarmen
verhaftet. Die Burſchen ſchoſſen auf alle Gäſte, deren
ſie im Schutzhaus anſichtig wurden, ſie liefen noch
den Gäſten und den Bedienſteten, die aus dem
Hauſe flohen, nach und feuerten auf ſie. Die Opfer
des grauenvollen Ueberfalls wurden zu Tal ge=
bracht
. Außer einigen mehr oder minder leicht
verletzten Perſonen ſind vier als ſchwieverletzt zu
bezeichnen, unter ihnen der Obmann der Sektion
St. Pölten des deutſchen und öſterreichiſchen Alpen=
verbandes
, Karl Fürſt, am ſchwerſten. Er hat
einen lebensgefährlichen Bauchſchuß erhalten. Der
Hüttenwirt Friedrich Steinberger wurde tödlich
verletzt.

Waſſereinbruch in die Schleſien=Grube‟
in Kattowitz.
Kattowitz. Auf der Schleſien=Grube er=
eignete
ſich am Donnerstag ein umfangreicher Waſ=
ſereinbruch
. Von der 200=Meter=Sohle drangen
große Waſſermaſſen ein und überſchwemmten ſämt=
liche
Pfeiler und Strecken, ſo daß die Förderung
eingeſtellt werden und die Belegſchaft die Arbeits=
ſtellen
verlaſſen mußte. Das Waſſer ſteigt unauf=
haltſam
weiter. Die Bergleute konnten ſich nur
über die Wetterſtrecke in Sicherheit bringen. Es
ſind alle Maßnahmen getroffen worden, um ein
Erſaufen der Grube zu verhindern.

Neue ruſſiſche Skrakoſphären=Flüge.
Das tragiſche Ende des erſten ruſſiſchen Strato=
ſphärenballons
Oſſoaviachim und ſeiner Inſaſſen
hat die an der Erforſchung der Stratoſphäre inter=
eſſierten
ruſſiſchen Kreiſe nicht abgeſchreckt. In
Leningrad befindet ſich bereits ein zweiter Ballon,
der Oſſoviachim 2 im Bau, der ein Faſſungs=
vermögen
von 30 000 Kubikmeter haben und mit
der klaſſiſchen hermetiſch verſchloſſenen Gondel
ausgerüſtet werden wird. Da der Ballon der ſyſte=
matiſchen
Erforſchung der Stratoſphäre dienen,
alſo nicht nur für einen, ſondern für zahlreiche
Fahrten Verwendung finden ſoll, wird er aus
ganz beſonders widerſtandsfähigem Material her=
geſtellt
. Die Gondel wird mit Spezialinſtrumen=
ten
zum Studium der kosmiſchen Strahlungen,
der meteorologiſchen Erſcheinungen, der Luftzu=
ſammenſetzung
uſw. verſehen ſein. Gleichzeitig
wird die Möglichkeit geprüft, einen Aufſtieg in
die Stratoſphäre in einem Ballon mit offener
Gondel zu unternehmen. Die Ingenieure Tſcher=
towſkoi
und Breſtkin haben zuſammen mit Pro=
feſſor
Popoff eine Art Taucheranzug entworfen,
der einem hohen inneren Luftdruck gewachſen ſein
ſoll, ohne den Luftſchiffer in ſeiner Bewegungs=
freiheit
zu behindern. Gegen Ende Auguſt wird
das erſte Exemplar dieſer Stratoſphärenflieger=
Ausrüſtung fertiggeſtellt werden, die dann in
einem Verſuchsraum und ſpäter in einem Frei=
ballon
ausprobiert werden wird.

50. Aufführung des Jubiläums=Paſſionsſpiels.
Oberammergau. In Oberammergau wurde
am Donnerstag das Jubiläums=Paſſionsſpiel zum
50. Male aufgeführt. Den Aufführungen wohnten
in dieſem Jahre bis jetzt 267 520 Perſonen bei,
darunter über 46 500 Ausländer, meiſt Engländer
und Amerikaner. Bei einer der letzten Aufführun=
gen
war der amerikaniſche V ſchafter in Berlin,
William Dodd, zugegen. Bei der anhaltenden gro=
ßen
Nachfrage ſind auch für den September noch
Hauptſpieltage anberaumt worden. Die Sonntage,
der 2. und 9. September, wurden als freie Spiel=
tage
für die werktätige Bevölkerung von München
und Augsburg beſtimmt.
Flugpoſtdienſt MoskauNew York.
Paris. Nach Meldungen aus Moskau hat
das Volkskommiſſariat für Verkehrsweſen dem
amerikaniſchen Flieger Hutchinſon die Erlaubnis
erteilt, einen Flugdienſt Moskau-New York ein=
zurichten
. Der Luftpoſtverkehr auf dieſer Strecke
ſoll im September beginnen, ſobald Hutchinſon
ſeine Probeflüge mit einer neuen Maſchine abge=
ſchloſſen
hat."

Samstag, 25. Auguſt 1934

Orkan über dem Chiemſee.

Zahlreiche Booke gekenkert. 3 Tofe.
Priem (Chiemſee). Auf der Herreninſel
Chiemſee fand am Donnerstag abend eine or
ginelle Veranſtaltung ſtatt, die Jagd nach der
Seeungeheuer. Eine große Menſchenmenge wo
aus den Uferorten der Inſel gekommen, die me
ſten mit den Chiemſeedampfern, viele Hundert
aber auch in Holz= und Faltbooten. Nachdem
Veranſtaltung einen ſehr humorvollen Verlauf
nommen hatte, ruderten die aus Stock und Pr=
Gekommenen wieder in den See hinaus, obwo
am Himmel bereits eine drohende Wolkenwan
ſtand.
Plötzlich, gegen 11 Uhr, brach ein Orkan vo
ſeltener Stärke los und trieb ein unbarmherzige
Spiel mit Menſchen und Booten. Die meiſte
Ruderer wurden in der Nähe des Schloßkang
zwiſchen Stock und der Herreninſel überraſcht. Na
dem Orkan, der nur wenige Minuten dauerte
ſich ein furchtbares Bild. Zahlreiche Boote.
unter viele Faltboote, trieben kieloben und
Beſatzung auf dem nachtſchwarzen Waſſer. Sowe
bisher feſtſteht, ſind ein Lehrer=Ehepaar und d
Frau eines Arztes ertrunken.
Ueber die Sturmnacht über dem Chiemſee wie
weiter mitgeteilt, daß der Orkan mit ungeheur
Schnelligkeit einſetzte, als ſich etwa 50 Perſone
auf dem Waſſer zwiſchen der Herreninſel ur
Stock befanden. 14 Boote, die von der Herreninſ
nach Stock fuhren, wurden durch den Sturm ſäm
lich wieder nach der Inſel zurückgetrieben. Ib
Fahrgäſte kamen mit dem Schrecken davon. D
Leichen der drei ertrunkenen Perſonen konnt,
noch nicht aufgefunden werden, obwohl ſich au
Privatmotorboote an der Suche beteiligten. We
tere Perſonen werden nicht mehr vermißt.
hat ſich herausgeſtellt, daß die auf dem See he
renlos aufgefundenen Boote zum Teil auch vr
Ufer abgetrieben worden waren. Der Gewitte /
ſturm hat auch ſonſt ſchwere Schäden angericht
Leitungsmaſten wurden umgeriſſen, Licht= u
Telephonleitungen zerbrochen und Obſtgärten v
wüſtet.
Lufkkampf über Brooklyn.
Zwei Chineſen wollten ihre Flugkunſt beweiſe

New York. Zwei Chineſen, die in das Fl Fe
gerkorps ihrer Heimat aufgenommen zu werd’s
wünſchten, wollten ihre Flugkünſte dem am Fr 5.
tag mit dem Lloyddampfer Bremen eintreff; egt ſich 1
den chineſiſchen General Tſchang Fakwei vorführ nun war,
Sie probten deshalb in 700 Meter Höhe ül nuſigen G.
Brooklyn einen Scheinkampf, wobei ſie ſich ſchli acht, denn
lich ſo nahe kamen, daß ein Flugzeug vom P m eſt am
peller des anderen durchſchnitten abſtürzte und je bonnten
Hausdach durſchlug, während das zweite mit rſchloſſen h.
ſchädigtem Motor ein drei Kilometer entfern
Feld zu erreichen vermochte, ſich dann aber üb
ſchlug. Der erſte Flieger ſtarb bald nach dem TF G) A
ſturz, der zweite erlitt einige Verletzungen; 4t hatte ſich
wird außerdem noch ein unangenehmes Nachſ en: Er er
rleben, da Schaukämpfe von Zivilflugzeugen, dchens, da
ausnahmsweiſe geſtattet werden.
ern der Be
4.* Und die
Feiberin
Autobus ſtürzt ins Meer.
rung durd
Paris. Ein ſchreckliches Automobil=Ung! dieſen Ve
wird aus Algier gemeldet. Bei St. Eugene wu Elich, bran
ein die Uferſtraße entlang fahrender Autobus
einem Perſonenkraftwagen angefahren. Der Au ründen ih

bus ſtürzte über einen 15 Meter hohen Abhe Etu ſich n
ins Meer hinunter. Um das Fahrzeug bergen, Fo ſelbſt
können, mußte erſt ein Kran herbeigeſchafft w
den. Neun Fahrgäſte, und zwar vier Europ) fiyvollte,
und fünf Eingeborene, wurden getötet. Die beil
der
Inſaſſen des Perſonenautomobils, eine Frau 1
ihr 12jähriger Sohn, wurden mit lebensgefä
lichen Verletzungen ins Krankenhaus eingelieft
Unpünktlichkeit bewahrt 40 Mädchen
vor dem Tode.
London. In Dudley (Worceſterſhire) wurd
am Donnerstag 40 in einem Kleinwarenhaus
Verkäuferinnen angeſtellte Mädchen durch die d.
pünktlichkeit der Geſchäftsführerin vor dem 194
oder doch wenigſtens vor ſchweren Verlehlſce
bewahrt. Die Geſchäftsführerin hatte ihren In
nibus verpaßt und war daher einige Minuten !P
ter gekommen, während die Mädchen vor dei 9.
ſchloſſenen Tür warteten. Als die Mädchen n.
vor der Tür ſtanden, ſtürzte plötzlich das 9a
Gebäude in ſich zuſammen, und zwar nach
Seite, an der gerade Ausſchachtungsarbeiten
den Ausbau des Warenhauſes im Gange va
Die 30 dort beſchäftigten Arbeiter hatten ger
ihre Frühſtückspauſe und ſind dadurch dem 2
entronnen. Infolgedeſſen wurde niemand ver!

Leni Riefenſtahl dreht den
vom Reichsparteitag.

e Film=Regiſſeurin Leni Riefenſtahl,
öpferin des vorjährigen Reichsparte
Sieg des Glaubens, iſt mit der ge
ſtleriſchen und techniſchen Oberleitun.
fnahme des Filmes beauftragt worde
Reichspe.

[ ][  ][ ]

Samstag, 25. Auguſt 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Tatatont Aad deier weerr

Grabkammer einer Pyramide
eingeſchloſſen.
urchtbares Erlebnis in den Flitterwochen.
große amerikaniſche Mode der Hochzeitsreiſen nach Aegypten.
ſeſuch in der Grabkammer. Der geheimnisvolle Felſen vor
der Tür. Ein grauſiges Gefängnis.
Ein furchtbares Erlebnis in den Flitterwochen hatten nach
ſchen Berichten amerikaniſche Hochzeitsreiſende in den Pyra=
n
zu beſtehen. Sie waren aus New York nach Aegypten ge=
n
. denn ſeit der Entdeckung des Grabes von Tut=ench=amon
is Land des Nils für junge amerikaniſche Ehepaare das Ziel
Sehnſucht. Man muß eine Pyramide beſtiegen haben und
Skarabäus oder ein anderes Glücksamulett mitbringen. Der
Ehegatte Morris Whitmann war eine nüchterne, allen
teuern abgeneigte Natur, und er fuhr zu den Grabſtätten
Pharaonen wie zu irgend einer Attraktion von Coney Js=
Seine Gattin aber, die eine Filmſchauſpielerin vor ihrer
war, hatte romantiſche Sehnſuchten und beſtimmte ihren
a, einer der jahrtauſende alten Grabkammern einen Beſuch
tatten. Da ein Führer nicht vorhanden war, betraten ſie
das finſtere Gemach. Mit Hilfe einer Taſchenlaterne konn=
e
einige verblichene Wandmalereien beſichtigen. Schließlich
ſen ſie in den Gang vor, der in das Innere der Pyramide
. Es konnte ihnen nichts geſchehen, denn die Grabkammer
kein Tor, das geſchloſſen werden konnte, und der rieſige
ein, der vor dem Eingang lag und offenbar in vergangenen
auſenden als Tor für die Grabkammer gedient hatte, war
geheuer ſchwer, daß Menſchenkräfte ihn kaum bewegen konn=
Nachdem das junge Ehepaar den Gang unterſucht hatte, in
ine vieltauſendjährige Geſchichte lebendig zu werden ſchien,
ſie ſich in dem ſchwachen Licht der elektriſchen Taſchen=
laz
wieder nach der Grabkammer zurück, um den Ausgang zu
ge nen. Sie kamen aber in eine völlig dunkle Höhle, aus der
estnen Ausgang gab, und glaubten, daß ſie ſich verirrt hatten.
Si ingen den Weg wieder zurück, fanden aber keinen Neben=
we
der von hier abzweigte und nach der Grabkammer hätte
füli können. Als ſie wieder in die dunkle Höhle zurückgelang=
ter
ellten ſie zu ihrer Beſtürzung an einigen Einzelheiten feſt,
daf; die Grabkammer war, die aber jetzt durch den ungeheuren
Fe ibgeſchloſſen war. Wer dieſen ſchweren Stein bewegen konnte,
wahnen unbegreiflich. Sie ſchrien, aber ihre Stimmen waren
ors en nicht zu hören. Sie ſuchten nach einem Mechanismus,
mi eſſen Hilfe offenbar der Stein in Bewegung geſetzt werden
bon, aber ſie fanden nichts. Stundenlang verharrten ſie in
die entſetzlichen Lage und glaubten nicht mehr an Rettung. Sie
ver en völlig die Kontrolle über die Zeit. Als ſie glaubten,
ſcho56 Stunden in der Grabkammer eingeſchloſſen zu ſein, be=
wei
ſich plötzlich der Stein, und ein Araber erſchien, der er=
ſtay
war hier Menſchen zu finden. So wurden ſie aus ihrem
ara gen Gefängnis befreit. Sie hatten hier 14 Stunden zuge=
bra
denn ſie waren am Nachmittag hineingegangen und wur=
der
iſt am frühen Morgen des nächſten Tages wieder befreit.
Sie nnten bis zu ihrer Abreiſe nicht erfahren, wer den Eingang
ver oſſen hatte.

Peinliche Skellverkrekung.

1) Mailand. Mit einer höchſt merkwürdigen Angelegen=
hei
1 itte ſich kürzlich der Staatsanwalt von Ravenna zu beſchäf=
ige
Er erhielt ein ſehr energiſches Schreiben eines jungen
Eens, das ſich entſchieden dagegen verwahrte, in den Re=
ſte
der Behörden als Diebin und Vorbeſtrafte geführt zu wer=
An Ind die Zeugniſſe, die Maria Mazzanti ſo hieß die Brief=
erin
beifügte, ſchienen auch Beweis genug, daß ihre Em=
durchaus
gerechtfertigt war. Uebereinſtimmend hieß es
Ien Papieren, daß M. M. von dann bis dann treu, redlich,
1 brav und fleißig im Hauſe ſo und ſo gedient habe.
* Eltern der Maria Mazzanti hatten aus wirtſchaftlichen
Griden ihr Kind fortgegeben, als es acht Jahre alt war. Maria
hat3 ſich von dieſer Zeit an als Dienſt= und Kindermädchen ihr
Brc elbſt verdient, ihre Eltern aber hatte ſie ſeitdem nicht wie=
ſershen
. Als ſie nun vor wenigen Wochen ihre Stellung wech=
ſelry
ollte, benötigte ſie ein Leumundszeugnis. Das aber wurde
1t der Begründung verweigert, daß man Schwerverbreche=
Leumundszeugniſſe nicht aushändige. Sie ſei doch zu ins=
acht
Jahren Zuchthaus verurteilt, und die Zeitungen hät=
damals
auch ausführlich über den Fall berichtet.
aria Mazzanti erſtarrte bei dieſer Eröffnung buchſtäblich.
r alle ihr vorgelegten amtlichen Regiſter die gleiche Aus=
faben
, und die Verbrecherin als Tochter des Franco Maz=
nd
ſeiner Frau geboren 1913 es ſtimmte alles ganz ge=
ausgewieſen
war, entſchloß Maria ſich, nach dreizehn Jah=
r
Abweſenheit in ihrem Elternhaus perſönlich vorzuſpre=
m
ſich daſelbſt über die ihr unerklärliche Angelegenheit zu
ieren.
ſch das Geheimnis wurde nun noch verwickelter: Die Eltern
en nämlich erſtaunt und mißtrauiſch, daß ſie doch gar nicht
Mazzanti ſei, dieſe ſei doch zum letzten Male, im Jahre
ei ihnen geweſen, zwei volle Monate lang. Dann aber ſei

ſie vom rechten Wege abgekommen, und heute ſei ſie die ver=
lorene
Tochter, die im Zuchthaus ſitze.
Da wußte ſich denn die wahre Maria keinen anderen Rat
mehr, als an den Staatsanwalt zu ſchreiben. Der aber ſtellte
nach langen Unterſuchungen feſt, daß in dem bekannten Zuchthaus
La Guidecca auf Venedig eine Maria Mazzanti ſaß, die ihre
erheblichen Strafen abbüßte. Dieſe bekannte bei einem Kreuzver=
hör
, daß ſie ſich den Namen Maria Mazzanti ſelbſt zugelegt habe.
In Wirklichkeit heiße ſie Giuſeppina Matulli und ſei vor Jahren
wegen ſchlechter Führung aus dem elterlichen Hauſe verwieſen
worden. Als ſie damals in einem Stift Unterkunft gefunden
habe, ſei ſie wohl infolge einer Verwechſlung als Maria
Mazzanti angeſprochen worden, und dieſen Namen habe ſie dann
einfach beibehalten. Da aber in der gleichen Zeit die wirkliche
Maria von Hauſe fortgeſchickt worden war, was die Leitung des
Stiftes durch eine Rückfrage feſtſtellte, hegte kein Menſch Zweifel
an der falſchen Namensangabe. Die falſche Maria hatte dann
ſpäter ſogar die Frechheit beſeſſen, ſich im Elternhaus Mazzanti
als Tochter vorzuſtellen: auch hier hatte keiner irgendeinen Ver=
dacht
geſchöpft. Und dieſe Stellvertretung war von der falſchen
Maria dann auch beibehalten worden, als ſie mit den Geſetzen in
Konflikt kam.
Die Löſung des Geheimniſſes hat bei allen Beteiligten größte
Ueberraſchung ausgelöſt: Die Eltern Mazzanti haben eine nicht
verlorene Tochter wiedergefunden; die falſche Maria wird einige
Jahre länger auf Giudecca bleiben; und die echte Maria hat ihr
Leumundszeugnis bekommen, wobei ihr guter Ruf bekannter ge=
worden
iſt, als ſie es je hätte erhoffen können.
Gefüllke Anangs.
(a) Amſterdam. Mit dem engliſchen Dampfer Eden=
dale
, der von Singapore kam, landete kürzlich in Tandjong=
Priok, dem Hafen der javaniſchen Hauptſtadt Batavia ein
freundlicher Chineſe, der in ſeinem Gepäck u. a. auch einige
Ananasfrüchte bei ſich trug. Zum perſönlichen Verzehr, wie er
dem Zollbeamten verbindlich lächelnd erklärte. Der Zollbeamte
jedoch ließ ſich als Pflichtmenſch von dieſem Lächeln nicht be=
eindrucken
und beſchlagnahmte die Früchte ungeachtet des Pro=
teſtes
ihres Beſitzers, da die Einfuhr von Südfrüchten nach
Java verboten iſt. Der Chineſe verſchwand zornerfüllt
Der Lagerverwalter, der die vom Zoll beſchlagnahmten
Waren unter ſich hat, empfand einige Tage ſpäter verſtändliches
Bedauern darüber, daß dieſe ſaftigen Früchte verderben ſollten.
Alſo verzehrte er eine und, da ſie ihm hervorragend mundete,
auch eine zweite. Als er jedoch, auf den Geſchmack gekommen,
die dritte anſchnitt, entdeckte er zu ſeiner Ueberraſchung, daß
dieſe Frucht mit merkwürdigen Bleikeilen geſpickt war. Nach=
dem
er dieſe ſämtlich herausgezogen hatte, fand er, daß es ſich
um Matrizen handelte, wie ſie in Prägeſtöcken verwendet
werden. Jede dieſer Matrizen trug einen Buchſtaben, und als
er die zwölf Buchſtaben zuſammenſtellte, erhielt er nach länge=
rem
Zuſammenſetzſpiel den Satz: God Zij Met Ons (Gott
ſei mit uns!). Ein Blick auf einen Reichstaler, die er in
ſeinem Geldbeutel mit ſich führte, belehrte ihn, daß es ſich um
dieſelbe Buchſtabenform handelte, in der der zitierte Spruch in
die holländiſchen Münzen geprägt iſt.
Nun begriff der Beamte, warum der Chineſe ſo darauf
verſeſſen geweſen war, ſeine Ananas, mitnehmen zu dürfen.
Seit über einem Jahre werden die niederländiſchen Kolonien
mit Falſchgeld überſchwemmt, und der freundliche Chinamann
hatte auf dieſem ungewöhnlichen Wege verſucht, die wichtigſten
Beſtandteile eines Fälſcher=Prägeſtockes ins Land zu ſchmuggeln.
Die Polizei iſt ſchon eifrig hinter dem vorläufig verſchwun=
denen
Sohne des Reiches der Mitte her.
Hoch klingl das Lied der braven Frauen.
(Sch.) Rio de Janeiro. Seit mehr als zwei Jahren ſchon
fordert der Petroleumkrieg im Gran Chaco=Gebiet Menſchen=
opfer
, die den Einſatz nicht lohnen. Die Häuptſtützpunkte der beiden
Fronten ſind ſogenannte Forts, die in Wirklichkeit jedoch nichts
anderes ſind, als mit mächtigen Baumſtämmen errichtete, geräu=
mige
Blockhäuſer mit einer entſprechenden Palliſadenumzäunung.
Da der Kampf ſich zum größten Teile in noch jungfräulichem Ur=
waldgebiet
abſpielt, iſt das Niemandsland zwiſchen der bolivi=
aniſchen
und paraguayiſchen Front für europäiſche Begriffe manch=
mal
unverhältnismäßig weit ausgedehnt. Dieſes Vorfeld iſt des=
halb
für Angehörige eines feindlichen Truppenkörpers nicht weni=
ger
gefährlich als ein kleineres Vorfeld in Europa, da dieſe
Zwiſchengebiete fortwährend von ſtarken gegneriſchen Streifen
nach allen Richtungen hin durchzogen werden. Einer deutſchen Frau
blieb es vorbehalten, ſich in einem dieſer ausgedehnten Vorfelder
ein großes Blockhaus errichten zu laſſen, in dem ſie im Dienſte der
Menſchlichkeit ihres Amtes waltet, und zwar als Krankenſchweſter.
Sie hat in dieſem Blockhauſe ein deutſches Feldlazarett einge=
richtet
, in dem Verwundete und Kranke der beiden kriegführenden
Armeen aufgenommen, behandelt und verpflegt werden, unter dem
Schutze der weißen Fahne mit dem roten Kreuze. Von beiden Par=
teien
wurde bisher das Blockhaus ſtets reſpektiert und verſchont,
wußte doch ein jeder, daß von dort keine Gefahr, ſondern höchſtens
erwünſchte Hilfe im Notfalle zu erwarten war.

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Nr. 234 Seite 9

Nach Zeitungsmeldungen nun, war es einem bolivianiſchen
Unteroffizier vorbehalten geweſen, den heiligen Frieden jenes
unter Leitung einer deutſchen Frau ſtehenden Aſyles zu ſtören. Er
machte den Verſuch, mit ſeiner Mannſchaft dieſes Lazareit= Block=
haus
zu beſetzen, um es zu einem Fort auszubauen und dann als
Stützpunkt für weitere Operationen gegen die Paraguayer zu
verwenden. Er hatte jedoch die Rechnung ohne den Wirt, Ver=
zeihung
, Wirtin, gemacht. Die ſcheinbar ſehr energiſche Deutſche
verſuchte zuerſt, den Unteroffizier unter Hinweis auf die Bedeu=
tung
der Rote=Kreuz=Fahne zum Abzug zu bewegen, als dieſer
jedoch auch dann noch immer keine Anſtalten zum Abrücken traf,
bot ihm die Dame vor verſammelter Mannſchaft ... Ohr=
feigen
an. Das übrige Auftreten der Dame muß auf alle Fälle
dann ſo energiſch geweſen ſein, daß der Unteroffizier den beſſeren
Teil der Tapferkeit erwählte und ſich, wenn auch ſchweren Herzens
entſchloß, die eroberte Stellung wieder zu räumen, um für ſeinen
Tatendurſt ein anderes Operationsfeld auszuſuchen.
Seitdem iſt die Ruhe des Lazaretts, in dem unter Leitung der
deutſchen Krankenſchweſter Freund und Feind friedlich nebenein=
ander
liegen und ſo gut es den Verhältniſſen entſprechend geht,
verpflegt und behandelt werden, nicht mehr geſtört worden. Im
Gegenteil, der Ruf dieſer ſich aufopfernden Menſchenfreundin hat=
vielmehr
durch ihr entſchiedenes Auftreten an Klang gewonnen.
Mit nur zwei Europäerinnen, einer weiteren Deutſchen und einer
Engländerin, führt ſie als Lazarettvorſteherin ihre Arbeir im
Dienſte der Menſchlichkeit durch, ohne nach Dank oder Gewinn zu
fragen. Paraguayer aber und Bolivianer ſingen, von Dankbarkeit
für ſoviel Güte erfüllt, gemeinſam das Lied von den drei braven
Frauen im Urwald

Gewinnauszug
5. Klaſſe 43. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten

Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar ſe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II

14. Ziehungstag
23. Auguſt 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
4 Gewinne zu 3000 M. 137102 182443
16 Gewinne zu 2000 M. 241662 263946 298381 311442 314445
314911 325728 363016
36 Gewinne zu 1000 M. 7121 17933 66394 68079 76061 88126
99004 118551 165635 191304 266365 279181 304276 309204 311906
335826 347773 364399
94 Gewinne zu 500 M. 21184 21912 48942 55283 64330 81875
99504 100256 100481 105194 130477 154126 1618516 174370 179414
181274 185342 197460 203540 206 131 215653 230774 232747 234065
236919 245514 271141 275655 276174 279019 291023 309211 319332
321055 322766 324022 325864 325902 335617 349010 353136 357095
360570 362949 376413 377157 396226
374 Gewinne zu 200 M. 641 2379 2400 7231 7291 7454 11243 11261
11956 15393 16989 18398 19083 26273 27877 29081 30445 34803
36237 40151 41259 41330 41846 42768 43237 44405 46104 52695
54193 57396 68580 60048 64402 68021 69063 76956 77858 78321
78689 78881 81217 81286 81439 87343 89201 93239 94250 94549
94873 95263 96812 97113 28613 98865 101338 101524 105874
109469 109611 111683 113371 113990 115778 116892 121311 121967
122152 124969 126517 131012 134626 136348 139482 140402 142801
149898 152641 153204 153576 154123 156253 166586 156600 160954
164319 164796 168628 168902 169443 169866 170306 173311 175001
180748 182388 182976 190206 191078 191246 193207 197328 197739
197917 203766 205725 206916 208630 212320 215848 218765 221180
221252 223290 224463 226960 227390 228166 232464 233140 233236
233934 241607 246915 259411 261795 263305 264150 264918 270490
274654 276366 277692 278252 278348 280079 284281 285438 285801
288662 289680 281131 294698 297113 298486 299642 303356 307098
308176 314869 324837 324895 333392 339819 342561 342578 346031
347640 347814 350656 351425 351735 357116 358276 361689 363030
364499 365344 373838 374056 376457 376649 376731 377598 377764
378832 380360 381169 382474 384977 385711 386184 386563 387276
388350 390048 392872 396696
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 3000 M. 317780
26 Gewinne zu 2000 M. 23278 62076 76097 144225 179993 203169
218681 247649 265031 256396 297220 327001 394885
18 Gewinne zu 1000 M. 382 45435 107121 116078 137041 2019za
229082 271396 295243
72 Gewinne zu 500 M. 18460 36319 50724 75462 95848 100042
118128 138376 154360 157332 165880 165961 175882 186820 192736
198414 220860 225243 228386 236177 268805 261225 264612 302524
302886 312749 319250 342193 342938 369810 373889 374487 376036
377430 390971 397933
272 Gewinne zu 300 M. 2132 2437 6172 6742 17108 18807 21311
21318 22502 23238 24232 26208 31484 40111 45222 47148 49426
51830 64685 65477 66864 57532 67945 60731 61721 63677 64654
68191 68460 71604 78028 81193 82097 85222 94677 99361 99656
108061 112117 118614 120167 126279 126396 133424 134326 134857
141240 141317 145992 147239 161821 151931 155390 156289 167192
157471 160710 162076 166647 168942 169654 170818 171428 173616
176575 185367 190141 192404 195902 196498 199062 200227 203128
204174 207952 213243 219504 221745 222562 225523 230943 236611
237518 237711 245034 246260 247232 254112 2654170 254481 261654
263422 265306 266906 276612 276793 280870 283692 284080 293028
297085 297212 301862 302180 312338 312480 313346 315294 315673
321806 322667 324458 328895 330211 331880 333728 333995 338378
346552 346961 348434 349278 352992 353260 357797 360447 362930
370684 372458 376831 377431 381172 384715 394416 396315 399657
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
4060 68932 76300 111951 116440 221348 222924 232388
244588 394496
Im Gewinnrade verblieben: 320 Tagesprämien zu 1000 M.
ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 4 zu 50000, 2 zu
30000, 6 zu 20000, 24 zu 10000, 120 zu 5000, 208 zu 3000,
486 zu 2000, 1036 zu 1000. 2508 zu 500, 9890 zu 300 M.

Kirchweihe zu Meſſel
Am Sonntag, den 26. und Montag, den 27. Auguſf 1934
O. Ab 3 Uhr Tanz O
Für Speiſen und Getränke iſt beſtens geſorgt.
Spezialität: Hirſch= und Rehbraten. (8885
Es ladet ein Johann Hch. Laumann II.
Ab 1 Uhr Privat=Auto=Verbindung vom Theaterplatz.

KIRCHWEIH
WINZERFEST
Samstag, den 25. August
Sonntag, den 26. August
Montag, den 27. August
Musik Tanz Stlmmung
Allerlei Volksbelustigungen
Aulohus-Verbindg. his 1.30 Uhr nachls nach Darmsladt

[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 234

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 25. Auguſt 1934

S
TSldd Tolltbtt

Die Woche: Darmſtädter Leibesübungen.

* Ein bunkes Programm

brachte die Werbewoche Darmſtädter Leibesübungen am Freitag.

Auf der ſchönen Tennisanlage

der Woogswieſe begannen zunächſt die Werbevorführungen im
weißen Sport, der zahlreiche Freunde angelockt hatte. Wenn auch
kein Kampftennis in ausgeprägter Form geboten wurde, ſo lie=
ferten
ſich die Teilnehmer im Einzel und Doppel doch recht ge=
fällige
Begegnungen mit oft reizvollen Momenten, die wiederholt
verdiente Anerkennung der ſachverſtändigen Zuſchauer hervor=
riefen
. Im Geſamtergebnis ſiegte Tennis= und Eisklub 5:1 gegen
die Vertreter der TSG. 46. Im Herreneinzel trennten ſich Werner=
Schildt 6:1, 6:3: Colin=Bert 6:2, 6:3: Buſch=Schäfer 6:1. 6:1;
v. Harnier=Kabel 6:0, 5:7, 3:6 Kabel rettete ſomit den Ehren=
punkt
gegen die Leute vom Böllenfalltor. Im Doppel unterlagen
Schild/Bert der Kombination Werner/Colin 2:6, 3:6, während
Buſchſv. Harnier ſich anſtrengen mußten, um 6:4, 5:7, 8:6 gegen
Schäfer/Schild die Oberhand zu behalten. In Schaukämpfen ſtan=
den
ſich weiter Frl. Ringer/Frl. Scriba und Claß/Endriß gegen=
über
, die ein ſchönes Tennis im werbenden Sinn vorführten.
Anſchließend traten ſich auf dem Hauptfeld

im Hockey
die 1. Garnitur der TSG. 46 und eine kombinierte Mannſchaft
des JG.=Sportvereins Frankf urt gegenüber. Die tech=
niſch
vorzüglichen ſchnellen Gäſte hatten einige Junioren in ihre
erſte Elf genommen und waren der Platzelf leicht überlegen, was
bei der bekannten Spielſtärke der Frankfurter Chemiſchen nicht
Wunder nimmt. Die Darmſtädter glichen jedoch die beſſere Zuſam=
menarbeit
der Mainſtädter durch vermehrten Eifer und energiſchen
Einſatz Torwart Merkel und rechter Verteidiger Ruther!
aus. Die knappe 2:1(1:1)=Niederlage der Einheimiſchen gegen die
ſtarken Gäſte iſt recht beachtlich, umſomehr, da der Platz durch ſeine
hohe Grasnarbe und leichten Unebenheiten an die Ballbehandlung
erhöhte Anſprüche ſtellt. Die Gäſte, die mit ihren Gaſtgebern vor
dem Spiel Erinnerungswimpel austauſchten, hatten zunächſt mehr
vom Spiel, 46 ging jedoch nach einem plötzlichen Durchbruch
Buttlers in Führung, die nach einigen ſchönen Paraden des hei=
miſchen
Hüters durch Pfeil kurz vor der Pauſe ausgeglichen wurde.
Bald nach dem Wechſel ſtellte Frankfurt durch Steffen ſeinen
knappen Sieg ſicher.
Gemeinſam marſchierten dann

Fauſtballer, Fechter und Boxer

auf den Plan, um Ausſchnitte aus ihrem Uebungsbetrieb bzw.
einige Wettſpiele vorzuführen. Da bei den gemeldeten Fauſt=
ball
=Mannſchaften Reichsbahn nicht antrat, mußte Jahn 75 auf
die Beteiligung verzichten.
Die Hauptſpiele hatten folgende Ergebniſſe: TV. Pfungſtadt
(Gaumeiſter) TSG. 46 22:18, Tgd. Beſſungen TSG. 46 II.
31:28. TV. Pfungſtadt A.H. TSG. 46 A.H. 33:29.
Auf der Laufbahn vor der Tribüne hatten die Fechter ihre
Planchen ausgeſchlagen und zeigten unter Leitung von Fecht=
meiſter
Kaiſer Zweckgymnaſtik, Fechtſchule und anſchließend einige
Freundſchaftstreffen zwiſchen TSG. 46 und dem Darmſtädter
Fechtklub.
Zur Linken hatten die Boxer einen proviſoriſchen Freiluft=
Ring aufgetan. Unter dem Kommando von Boxwart Weckbach
zeigten die Fauſtkämpfer, eine ausgewählte Uebungsfolge ihrer
umfaſſenden Körperausbildung, die auf die Gelenkigkeit, Kraft
der Muskeln und inneren Organe beſonderen Wert legt. Auch
hier folgten als Abſchluß einige Schaukämpfe.
Die Darbietungen wurden von den zahlreich anweſenden Zu=
ſchauern
mehrfach mit lebhafter Anerkennung quittiert.

Heute Samstag mittag haben die Schüler das Wort. Nach=
mittags
um 2.30 Uhr treffen die Schüler des SV. 98 auf
die Schülermannſchaften (1. u. 2.) der TSG. 46 im Fußball=
ſpiel
. Die Pauſen werden von Schülerſtaffeln der Darmſtädter
Turn= und Sportvereine ausgefüllt.

Der Feſtzug der Turner und Sporkler

am Sonnkag nachmittag 1.30 Uhr.

Säule 1: Radfahrer=Vereine. Muſikkorps der Heſſ. Landes=
polizei
mit Spielmannszug, Abordnung der SS., Fechter, Vereins=
fahnen
, Vereinsvorſtände, Turner und Sportler mit langen wei=
ßen
Hoſen.
Säule 2: Spielmannszug der SA., Ehrenſturm der SA., Tur=
ner
und Sportler in kurzen Hoſen
Säule 3: Spielmannszug der Hitlerjugend, Kapelle der Hitler=
jugend
Abordnung der Hitlerjugend, Männliche Turn= und
Sportjugend.
Säule 4: Kapelle Merck, Weibliche Turn= und Sportjugend,
Turnerinnen und Sportlerinnen.
Säule 5: Kapelle Schlupp, Wandervereine.
Säule 6: Kapelle der Techniſchen Nothilfe, Abordnung der
Techniſchen Nothilfe. Inaktive Mitglieder der Turn= und Sport=
vereine
in blauem Anzug.
Säule 7: Arbeitsdienſt.
Der Feſtzug hat ein weit größeres Ausmaß angenommen, als
urſprünglich erwartet wurde. Der Sammelplatz wird daher vom
Woogsplatz auf den Meßplatz verlegt. Die Vereine und Körper=
ſchaften
treten um 1 Uhr an. Dort werden die Vereine von den
Zug= bzw. Säulenleitern in ihre Gruppe eingereiht. Vereinsſchil=
der
können nicht mitgeführt werden. Die Reihenfolge wurde
mit Abſicht in obiger Aufſtellung gewählt, um jede Vereinsmeierei
von vornherein auszuſchalten und die Verbundenheit aller Körper=
ſchaften
im neuen Staat zu beweiſen.
Die Vereinsleiter melden bis 1,05 Uhr dem Leiter des Zuges,
Oberturnwart Biſchoff. die Stärke ihrer Geſamtbeteiligung.
Abmarſch pünktlich um 1.30 Uhr durch folgende Straßen:
Meßplatz Mühlſtraße Soderſtraße, Kapellſtraße, Schulſtraße. Eli=
ſabethenſtraße
Peter=Gemeinder=Straße, Rheinſtraße. Paradeplatz,
Alexanderſtraße, Stiftsſtraße. Landgraf=Georg=Straße. Woogs=
wieſe
.
Wegen der Kürze der Zeit (infolge der Uebertragung der
Führer=Rede auf der Woogswieſe) kann der Feſtzug wie geplant,
nicht durch mehr Straßen der Stadt geführt werden, und muß
auf einen kürzeren Weg beſchränkt werden.
Die Anwohner der Straßen, durch die der Feſtzug führt, wer=
den
nochmals gebeten, reichen Flaggenſchmuck anzulegen.
(Anmerkung: Der Eintrittspreis auf der Woogswieſe beträgt
35 Pfg. für Erwachſene und 20 Pfg. für Jugend und Erwerbsloſe.
Schüler ſind frei, Uniformierte, ſowie Teilnehmer in Turn= und
Sportkleidung, zahlen keinen Eintritt. Inaktive Feſtzugteilnehmer
zahlen vor dem Abmarſch am Meßplatz einen ermäßigten Ein=
trittspreis
von 20 Pfg.)

2as Sonnkaas=Programm auf der Woogswieſe.
Beginn nachmittags 2.30 Uhr.

Uebertragung der Führer=Rede vom Ehrenbreitſtein.
Handball: Polizei Darmſtadt gegen TSG. 46.

Das Programm am Sonntag nachmittag wird zum Höhepunkt
der ganzen Woche der Leibesübungen werden. Nach dem Ein=
marſch
des Feſtzuges iſt folgende Feſtfolge vorgeſehen:
1. Aufmarſch: a) Aktive Turner und Sportler auf dem Raſen,
b) Uniformierte auf der Laufbahn. 2. Anſprache des Leiters des
ſtaatl. Turn= und Sportamtes Verwaltungsdirektor Löwer
3. Uebertragung der Führer=Rede vom Ehrenbreitſtein um 3 Uhr.
4. Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied. 5. Allgemeine Körperſchule.
6. Ehrung des Deutſchen Meiſters und Kampfſpielſiegers Erich

Siebert 7. Reigen der Radfahrer. 8. Rhönradvorführung.
9. Tänze der Turnerinnen. 10. Handballſpiel: Polizei gegen TSG.
46 (1. Halbzeit), 11. Sprungtiſch=Turnen in der Pauſe. 12 Hand=
ballſpiel
: Polizei gegen TSG. 46 (2. Halbzeit). Nach Schluß der
Vorführungen: Rückmarſch aller Feſtzugteilnehmer zum Woogs=
platz
durch folgende Straßen: Landgraf=Georg=Straße, Beckſtraße,
Soderſtraße, Woogsplatz, daſelbſt Auflöſung.
Anmerkung:
1. Sollte die Uebertragung der Führer=Rede zu einer ſpä=
teren
Zeit erfolgen, ſo bedingt dies eine Programmänderung, die
auf dem Feſtplatz ſowie in der morgigen Preſſe noch bekanntge=
geben
wird. Die Lautſprecheranlage ſtellt die Firma Geil.
2 Die Körperſchule wird unvorbereitet durchgeführt.
Sie iſt ſo gehalten, daß alle Teilnehmer, jung und alt, ſich betei=
ligen
können.
3. Die Eintrittspreiſe betragen für Erwachſene 35 Pfg.,
für Jugendliche und Erwerbsloſe 20 Pfg. Kinder bis zu 14 Jah=
ren
ſind frei.
4. Der Verbindungsweg zwiſchen Heidenreichſtraße und Oſt=
bahnhof
ſowie zwiſchen Oſtbahnhof und Botaniſcher Garten ſind
ab 1.30 Uhr geſperrt.
Der Ausklang.

Die Woche der Leibesübungen klingt am Sonntag=
abend
mit einem gemütlichen Beiſammenſein mit Tanz in der
Woogsturnhalle aus. Der Unkoſtenbeitrag hierzu beträgt 35 Pfg.
einſchließlich Tanz. Beginn 8.30 Uhr.
Zu allen Veranſtaltungen hat ſich im Intereſſe der nationalen
Sache die Landespolizeikapelle unter Leitung von Obermuſik=
meiſter
Buslau, in uneigennütziger Weiſe zur Verfügung geſtellt.

Anordnungen der Vereine.

Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde 1846.
Abteilung Raſenſport.

Die Mitglieder der Raſenſportabteilung treffen ſich zum Um=
kleiden
für den Feſtzug am Sonntag vor der Woogsturnhalle,
pünktlich 12.45 Uhr! Aktive im Aufmarſchdreß: Weiße Hoſe, mit
weiße Trikot; Inaktive in möglichſt dunklem Anzug. Eine be=
ſondere
Einladung an die einzelnen Mitglieder ergeht nicht mehr.

TSG. 46 Darmſtadt, Tennisabteilung.

Alle Mitglieder der Tennisabteilung haben am Sonntag zum
Feſtzug anzutreten. Anzug für männliche Mitglieder: weißer Ten=
nisdreß
mit langen Hoſen, Inaktive: blaues Jackett und weiße
Hoſe, weibliche Mitglieder; weißer Sportdreß mit Bluſe oder
weißes Kleid. Tennisſchläger nicht mitbringen. Pünktliche An=
weſenheit
um 13 Uhr Woogsturnhalle iſt Pflicht.

Darmſtädter Schwimmklub Jung=Deutſchland.

An alle Mitglieder!
Zu dem Feſtzug der Turner und Sportler am Sonntag treten
ſämtliche aktiven Mitglieder (Schwimmer, Ruderer, Paddler und
Jugend) in Sportkleidung, Schwimmerinnen in weißen bzw. hel=
len
Kleidern und Inaktive in blauem Anzug (ohne Kopfbedeckung)
ſpäteſtens um 13 Uhr vor der Woogsplatzturnhalle an. Dort iſt
Gelegenheit zum Umkleiden gegeben, ſo daß es ſich empfiehlt, be=
reits
um 12.45 Uhr in der Turnhalle zu ſein. Erſcheinen aller
Mitglieder iſt Pflicht und Ehrenſache.

Jahn 1875 Darmſtadt.

Auf den großen Aufmarſch aller Darmſtädter Turner und
Sportler, der als Abſchluß der Woche Darmſtädter Leibesübun=
gen
am Sonntag, nachmittags 1.30 Uhr ſtattfinden wird weiſen
wir nochmals hin. Alle Mitglieder, ob aktiv oder in=
aktiv
, haben ſich daran zu beteiligen. Die Turner Turnerinnen,
Leichtathleten, Spieler und Jugend im Dreß, alle Inaktiven mög=
lichſt
dunkler Anzug (Turnerinnen weißes oder helles Kleid).
Treffpunkt /41 Uhr pünktlich im Turnhaus. Auf die Be=
kanntmachung
des Verw.=Dir. Löwer in der Donnerstags= Aus=
gabe
machen wir nochmals aufmerkſam
Sportverein Darmſtadt 1898 E. V.
Die Alt=Herren=Abteilung tritt am Sonntag
nachmittag pünktlich 1 Uhr zum Werbemarſch an der Woogsturn=
halle
an. Erſcheinen iſt Ehrenſache. Kleidung: Weiße Hoſe,
weißer Dreß und Schuhe. Umkleidegelegenheit daſelbſt.

Turngemeinde Beſſungen 1865.
Zur heutigen Saar=Treue=Kundgebung auf dem Platze der
Turn= und Sportgemeinde (Woogswieſe) ſteht unſere Fahnenab=
ordnung
um 13.15 Uhr auf der Woogswieſe bereit. Wir erwarten
auch von unſeren Mitgliedern, ſoweit es ihnen die Zeit zuläßt,
bei dieſer Feier anweſend zu ſein. Die Läufer ſtehen pünktlich
12 Uhr in Sportkleidung in der Woogsturnhalle zur Abfahrt zu
ihren Standplätzen bereit.
Am Sonntag treten unſere ſämtlichen Abteilungen um 12 Uhr
vor unſerem Turnhauſe an, zum geſchloſſenen Marſch nach der
Woogsturnhalle. Auch die Schüler und Schülerinnen nehmen
daran teil.
An alle Paddler!

Für die an der Auffahrt im Woog beteiligten Paddler er=
gehen
folgende, genau einzuhaltende Anweiſungen:
Samstag nachmittag ab 4 Uhr Aufſchlagen der Boote auf dem
Sportplatz Woogswieſe‟.
Ab 6 Uhr: Umkleiden auf der Woogswieſe. Dreß: weiße Hoſe,
weißes Trikot; Trainingsanzug für den Lampionreigen. Bis um
7.15 Uhr müſſen ſämtliche Boote zu Waſſer ſein Sämtliche Mann=
ſchaften
der 10er Kanadier ſowie Fahrer und Beifahrer der Pad=
delboote
ſtehen um 6.30 Uhr umgezogen auf der Woogswieſe‟.
Alle freiwilligen Helfer und Mitfahrer werden gebeten, ſich
rechtzeitig zum Bootsaufbau und Transport nach dem Woog zur
Verfügung zu ſtellen, da viele Kameraden durch ihren Beruf erſt
ſpäter antreten können. Zeigt durch die Tat euren Gemeinſchafts=
geiſt
!

Darmſtädter Radſpork-Club 1919.

Einem begründeten Proteſte hat die Vereinsführung ſtatt=
gegeben
und die nochmalige Austragung des vorletzten Laufes an=
geordnet
. Die meiſt flach verlaufene Strecke bei der die größere
Ausdauer den Ausſchlag gibt und die wahrſcheinlich erſt im End=
ſpurt
entſchieden werden dürfte, geht über Arheilgen, Langen,
Sprendlingen, Offenbach, Bieber Seligenſtadt, Babenhauſen, Klee=
ſtadt
, Gr.=Umſtadt, Habitzheim, Spachbrücken, Roßdorf. Darmſtadt.
Die B=Klaſſe=Fahrer (15 Minuten Vorgabe) werden bei dieſem
Lauf mit in der Spitzengruppe zu finden ſein, zumal dieſer Lauf
bereits entſcheidend für den Stand der Klubmeiſterſchaft ſein kann,
denn die Anwärter liegen in der Wertung knapp hintereinander.
Start iſt am Sonntag früh 6.15 Uhr am Oktroihaus Kranich=
ſteiner
Straße. Erwartet werden die Fahrer ab 9 Uhr am
Löwentor (Seitersweg).

Turnkreis 18 Darmſtadt 2.T.

An alle Kinder= und Jugendturnwarte!
Am Montag, den 27. Auguſt. abends 8 Uhr, findet in der
Turnhalle der Turn= und Sportgemeinde 1846 Darmſtadt ( Woogs=
platz
) eine gemeinſame Ausſprache, bei der Gau=Kinderturnwart
und Jugendturnwart Jupp Madert=Saarbrücken an=
weſend
iſt, ſtatt. Madert ſpricht über: 1. Verhältnis zur HJ.,
2. Die zukünftige Geſtaltung unſeres Turnbetriebes.
Die Kreisvereine entſenden ihre Kinder= und Jugendturn=
warte
und ſolche Turner, die das Turnen der 1418=Jährigen
leiten oder leiten ſollen. Gegebenenfalls hat der Männerturn=
wart
ſelbſt zu erſcheinen. Nicht zuletzt dürften die Vereinsführer
ein beſonderes Intereſſe an der Ausſprache haben und wollen hier=
zu
ebenfalls erſcheinen.

Heuke abend 5 Uhr ſpielk der kſchechiſck
Aidtearmeinter an Boltelfantdt

Wenn der Sportverein 98 heute den letzten Appell an

ſublikum richtet, ſich vollzählich zu dem Spiel des einheimiſt
Sportvereins 1898 gegen den tſchechiſchen Amateurmeiſter
Sparta Prag einzufinden, dann hat das doppelten Grund. Erſt

ſoll den Gäſten bewieſen werden, daß das geſamte Darmſtäd
Sportpublikum ihr Erſcheinen begrüßt, da man neben dem ſpe
lichen Kampf auch von ihnen erwartet, daß ſie die völkerverh
dende Miſſion erfüllen, denn gerade der Sport iſt geeignet.
ker einander näher zu bringen. Wir ſind gewiß, daß den 9
gern von ihrem Aufenthalt in Deutſchland Eindrücke anhaf
werden, die vieles Falſche entkräften und verwiſchen, daß
ſich von dem neuen Deutſchland im Ausland noch vorſtellt,

anderen wird ein ſtarker Beſuch erwartet, um den SV. 98, der

Veranſtaltung unter großen Unkoſten aufgezogen hat, für ſe
Mühewaltung zu unterſtützen.
Vor dem pünktlich um 5 Uhr beginnenden Hauptſpiel ſpie
SV. 98 Reſerve gegen 1. Mannſchaft Germania Eberſtadt.
Das Publikum hat alſo die Möglichkeit, noch zeitig das S.
mernachtfeſt am Wog zu beſuchen, das erſt um 7.30 Uhr begir

VfL. MichelſtadtSVgg. Eberbach 5:0.
Die 2. Mannſchaft verlor ihr erſtes Spiel in Eberbach
6:3 und dürfte hier der Ausſchlag zuungunſten Michelſtadts da

zu ſuchen ſein, daß ein Teil der Spieler infolge notwendig gew
dener Umſtellungen auf ungewohnten Poſten zu ſpielen gezw.

gen waren.
Am kommenden Sonntag, dem 26. Auguſt, hat
Elf im Stadion Gelegenheit, zu beweiſen, daß es kein Zufa
erfolg war, und wenn mit dem gleichen Einſatz gekämpft w
dürfte ihr ſowohl der Sieg gegen den Bezirksliga=Verein Fu,
ball=Club 05 Heidelberg als auch die Sympathien
nach ſo langer Pauſe auf ein Spiel wartenden Publikums ſi
ſein.
Sportvereinigung 04 Arheilgen Union Wixhauſen.

Heute, Samstag, den 25. Auguſt 1934. abends (6 Uhr) iſt
FC. Union Wixhauſen Gaſt am Arheilger Mühlchen, Wixhau
iſt zur Zeit in ſehr guter Verfaſſung. Es gelang der Union,
vergangenen Sonntag, trotz Erſatz in der Läuferreihe, dem
jährigen Kreismeiſter und jetzigen Bezirksklaſſenvertreter
deſſen Platze eine Niederlage beizubringen. Wenn daher die
heilger eine Enttäuſchung nicht erleben wollen, müſſen ſie ſehr
der Hut ſein. Es iſt jedenfalls ein ſpannendes und intereſſat
Sviel zu erwarten, welches ſeine Anziehungskraft nicht verfek.
dürfte.

Die Leiter der Zachſchaftsämker
im Reichsbund für Leibesübungen.

Für die 23 Aemter des Deutſchen Reichsbundes für Leil
übungen, denen die fachliche Organiſation und Leitung des de
ſchen Sports obliegt, hat der Reichsſportführer nachfolgende Le
ernannt:
Amt Geräteturnen, Gymnaſtik. Sommerſpiele: Steding
Amt Fußball. Rugby, Kricket: Linnemann. Amt Leicht
letik: von Halt. Amt Handball Herrmann. Amt Schw
men: Hax. Amt Ringen, Gewichtheben, Jiu=Jitſu: Heyl
Amt Boxen: Heyl. Amt Fechten: Casmir. Amt Schie
vorläufig unbeſetzt Amt Hockey: Evers. Amt Ter
Tiſchtennis: Schomburgk Amt Golf: Henkell. Amt 9
ſport: Ohrtmann Amt Rudern: Pauli Amt Kanuſp
Eckert. Amt Segeln: Unfug. Amt Motorjachtſport:
mann Amt Eisſport, Rollſchuhſport: Kleeberg. Amt?
und Schlittenſport: Hachmann. Amt Skilauf: Maier.
Bergſteigen: Bauer. Amt Kegeln: Schluck. Amt Bille
Court.
Die Amtsleiter ſind vom Reichsſportführer aufgefordert,
ihre Mitarbeiter im Reichsamt vorzuſchlagen. Ferner haben
für die Beſetzung der Gauämter Vorſchläge zu machen.

Handball=Liga im Gau Südweſt.

Die Handball=Liga des Gaues Südweſt wird im neuen Sp
jahre nicht mehr, wie im Vorjahre, in zwei Gruppen, ſondern
einer einzigen, zehn Mannſchaften umfaſſenden Spielgruppeſ.
len. Als Teilnehmer dieſer neuen Gauliga ſtehen bisher feſt:
Polizei Darmſtadt, TSV. Herrnsheim, SV.
Darmſtadt, VfR. Schwanheim. TV. Frieſenhe
Pfalz Ludwigshafen, VfR. Kaiſerslautern.
Die reſtlichen drei Teilnehmer werden in 41
ſcheidungsſpielen ermittelt. In der Pfalz deu
ben ſich TV. Oggersheim und TV. Haßloch um ei
Platz in der erſten Klaſſe und die übrigen beiden Teilnehn
werden aus dem Bezirk Main=Heſſen geſtellt. M0
jährigen Aufſtiegsſpiele, TSG. 1846 Darmſtadt, un
Sieger des noch auszutragenden Meiſterſchaftsſpieles 50l

Bingen gegen Wormatia Worms liefern ſich a
9. und 16. September eine einfache Spielrunde aus der dehe
den Erſten in die Gauliga kommen. Dieſe Ausſcheidun
ſpiele werden in Darmſtadt. Schwanheim und Wies)g
ausgetragen.
Die Terminliſte verzeichnet folgende Begegnungen: 2.Se
Darmſtädter Polizeiſportplatz, TSG. 46 SV. Wiesbaden; 9.
in Wiesbaden: TSG. 46 Sieger aus der Begegnung 5
Bingen Wormatia Worms; 16. 9.: in Schwanheim TSG. 4
Tgeſ. Offenbach.
Germania 03 Pfungſtadt.
Nach dem Achtungserfolg gegen Sportverein 98 Darm
empfängt Germanias 1. Handball=Mannſchaft auf eigenem P
den TSV. Eppertshauſen. Eppertshauſen iſt ein alter Hand.
pionier und hat im früheren Südd. Fußball= und Leichtathl
Verband immer ſchöne Erfolge erzielt. Auch in dieſem I
konnte Eppertshauſen in der Kreisklaſſe 1 die Meiſterſchaft
ringen. Dieſes zwingt Germania, ſchon etwas aus ſich hera;
gehen, um als Sieger den Platz verlaſſen zu können.
Vorher trifft Germanias 2. Mannſchaft auf Germania
ſtadt. Eberſtadt, das den Handballſport neu aufgenommen
ſtellt ſchon eine ſtarke Mannſchaft, da ſich in derſelben einige
Handballſpieler befinden.
Weitere Spiele im Fußball: SV. 98 Darmſtadt Jugen
Germania Jugend. SV. Merck Darmſtadt 1. Germanig

Leichkathlekiſche Vereinswektkämpfe

Beim Davispokalkampf Dänemark-Deutſchland ſiegten 1
Vertreter 0:2, und zwar Hankel IIAnker Jacobſen 13:11.b:
und v. CrammEinar Ulrich 6:3 6:1 6:2.

Welterberichl.
Die Witterung erfährt in den letzten Tagen ſehl
Wechſel. Während geſtern noch die nördliche Störung ſalt.
Weſt= und Mitteleuropa erfaßte, hat ſich unter plötzlichen
druckanſtieg heute bereits ein Keil hohen Druckes von Weſte.
bis nach Polen hin entwickelt. Somit trat eine Beſſerun=
Wetterlage ein. Bei vielfach aufheiterndem Himmel wi=
tagsüber
wieder recht warm werden, während nachts die
peraturen ſtärkeren Rückgang erfahren.
Ausſichten für Samstag: Nachts friſch, ſtellenweiſe Frü9!
tagsüber heiter bis leicht wolkig und warm, trocken=
Ausſichten für Sonntag: Fortdauer des freundlichen Späton
wetters.

[ ][  ][ ]

Hliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
ie Belebung, die ſchon die vorgeſtrige Berliner Börſe
ichnete, machte geſtern auch auf allen Aktienmärkten wei=
ortſchritte
, wenn auch die Führung nach wie vor Spezial=
en
überlaſſen blieb. Eine beachtliche Erholung erfuhr
ondere der Markt der Montanwerte. Stahlvereinsaktie
Proz, höher. Harpener zogen um ¼, Mansfelder um 1½
it an. Sehr feſt lagen wieder Stolberger Zink, die als
niſcher Rohſtoffproduzent anhaltende Nachfrage verzeichnen
ſtern nochmals 2 Prozent höher ankamen. Der Tage hin=
duz
vernachläſſigte Braunkohlenmarkt hatte ebenfalls erſtmals
eine Belebung aufzuweiſen. Die Führung fiel Rheinbraun
faſt 5 Prozent gewannen, aber auch Niederlauſitzer waren
us 1½ und Eintracht mit plus 1 Prozent gut befeſtigt. Die
ern ſchon recht feſten Kali=Chemie zogen erneut um drei
t an und beeinflußten auch die übrigen Werte das Mark=
nſtig
. Dagegen bleiben von chemiſchen Werten Farben nach
r vernachläſſigt und büßten bei kleinſten Umſätzen ½ Proz.
Ihne nennenswerte Umſätze und zu uneinheitlichen Kurſen
iten Elektrowerte, nur Akkumulatoren waren ſtärker um
½ Prozent verändert. An den übrigen Märkten entwickelte
ißeres Geſchäft bei Maſchinenfabriken= und Brauereiaktien.
tienmärkte blieben auch im Verlaufe weiter freundlich und
eil feſt. Der Rentenmarkt war auf erneut einſetzende An=
fe
faſt durchweg beſſer. Die Führung hatten auch bei dieſer
chen Bewegung wiederum Kommunalobligationen, die bis
ent höher zur Notiz kamen.
eFrankfurter Börſe lag im großen und ganzen ruhig
einige Sonderwerte in ſich weiter feſt. Allerdings liegen
oßwerte nicht einheitlich. Dafür aber gehen die Kursſtei=
en
für zahlreiche mittlere Werte unter Berückſichtigung
nneren Verfaſſung weiter. Beſondere Anregungen für eine
ine Bewegung lagen nicht vor. Farben bei 146¾ be=
4.. Auch die übrigen Chemiewerte faſt unverändert. Mon=
te
zumeiſt etwas feſter, wobei man auf Ausführungen in
ahlvereinsGV. rechnet. Stahlverein ſelbſt um ¼, Rhein=
h
. Proz., Harpener 1 Proz. feſter. Rheinbraun um etwa
ent höher taxiert. Phönix im Verlauf über den Anfangs=
von
¼ um ½ Proz. höher. Mannesmann und Klöckner
ſoen eine Kleinigkeit ab, Buderus bei anhaltend größeren
imi n gut gehalten. Elektrowerte zumeiſt etwas niedriger,
ſo Aila ½, Siemens ¼ Proz. Am Kunſtſeidemarkt Bemberger
hehstet, Aku in Rückbildung der geſtrigen Steigerung 78 Proz.
ſchr er. Schiffahrtswerte eher freundlich, ſo Hapag um ¼,
Nos Lloyd um ¼ Prozent. Von Zellſtoffwerten Aſchaffenbur=
ger
Proz. erholt, Waldhof nur knapp gehalten. Im einzelnen
gewo ſen Verkehrsweſen 2, Junghans 1. Reichsbankanteile ½,
5id Zucker ¼ Proz. Der Rentenmarkt lag zwar noch ruhig,
ſabey was freundlicher. Reichsanleihe, ſo Späte Schuldbücher
und tbeſitz, ½ Proz. erholt. Fremde Werte ruhig. Im wei=
ſtere
ſerlauf verzeichneten Ilſe Bergbau=Aktien eine Steigerung
lauf 2 nach 170 Proz., Ilſe Genüſſe auf 132 (131) bei lebhaften
Umß n. Aku erholten ſich von 62¾ auf 63¾ Proz. Verkehrs=
wie
ſewannen weitere 1 Proz., Geſfürel nochmals ½ Prozent.
Vorx inheitswerten Moenus um 1½ Prozent weiter gebeſſert.
har r Hofbrauaktien höher geſucht. Im Freiverkehr nannte
mrr amag=Meguin 7½ Wayß u. Freytag 75, Growag 60 und
ls erke 39½. Der Pfandbriefmarkt lag bei kleinen Umſätzen
agsmäßig etwas freundlicher, desgleichen Stadtanleihen,
dsrenten ohne nennenswerte Veränderung. Tagesgeld
nt.
ruhige Grundſtimmung des Mittagsverkehrs hielt auch
Abendbörſe an. Der Rentenmarkt behielt ſein ruhi=
sſehen
; verſchiedentlich will man jedoch eine Verlagerung
tereſſes auf Renten beobachten. Im Verlauf blieb das
d etwa erhalten.

Verkehrszunahme bei der Deutſchen Lufkhanſa
im erſten Halbjahr 1934.
Beförderungsergebniſſe der großen Transportunterneh=
ſind
ſtets ein Gradmeſſer für den Verlauf der wirtſchaft=
Zeſamtentwicklung. Der ſtarke Anſtieg der Verkehrsleiſtun=
n
die Deutſche Lufthanſa im erſten Halbjahr 1934 gegen
rjahr verzeichnen kann, darf als ein erfreuliches Zeichen
fortſchreitende Beſſerung der deutſchen Wirtſchaftslage
wtwerden. Im planmäßigen Streckendienſt wurden rd. 4,7
iYen Flug=Klm., d. h. etwa 1 Million 20 Prozent mehr
Vorjahr zurückgelegt. Die Zahl der Fluggäſte hat ſich von
ruf 49 971, d. h. um 57 Prozent, erhöht. Da die Verkehrs=
e
beſonders ſtark auf den zwiſchenſtaatlichen und großen
utſchen Fluglinien in Erſcheinung trat haben die Per=
Im. ſogar um 66 Proz. zugenommen. Zu dieſem beträcht=
Aufſchwung des Perſonenverkehrs hat die im Frühjahr
allen Strecken durchgeführte Beſchleunigung des Flug=
die
durch den Einſatz der geräumigen Junkers Ju. 52 und
itzflugzeuge Junkers Ju. 60 und Heinkel He. 70 ermög=
urde
, erheblich beigetragen. Trotz der Droſſelung des
ſtaatlichen Güteraustauſches konnte der Luftgüterverkehr
as Vorjahr um über 100 000 Kilo 24 Prozent geſteigert
Der Luftpoſtverkehr erbrachte einen 7prozent. Zuwachs
ſas Vorjahr. Das außerordentlich günſtige Ergebnis
gt zu der Hoffnung, daß die Deutſche Lufthanſa auch im
en Jahre dem Ziele der Eigenwirtſchaftlichkeit um einen
hen Schritt näherkommen wird.
Wirkſchaftliche Rundſchau.

oßer Auslandsauftrag für Henſchel u. Sohn AG., Kaſſel.
gegenwärtig ungemein harten Kampf um die Auslands=
hat
die Kaſſeler Lokomotipfirma Henſchel u. Sohn AG.
eſonders erfreulichen Erfolg erzielt. Es iſt der Geſellſchaft,
ßten Lokomotivfabrik Deutſchlands und Europas, gelun=
ufträge
auf drei Stück Hachſige Perſonenzugs= Tenderloko=
mit
Capretti=Ventilſteuerung im Dienſtgewicht von je
für die zum Syſtem der indiſchen Staatsbahn gehörende
Veſtern Ry. in Lahore (Indien) und auf 6 Stück ſchwere
Schnellzugslokomotiven mit 4achſigem Tender für die ſüd=
ſchen
Staatsbahnen hereinzunehmen. Jede dieſer Ma=
die
Lenz=Ventilſteuerung erhalten, hat mit ihrem Tender
riebsgewicht von 168 To. Lokomotiven der gleichen Achſen=
ing
, jedoch etwas leichter, wurden neben anderen Typen
reits vor einigen Jahren an die ſüdafrikaniſchen Bahnen
Eiſchel u. Sohn geliefert.
nſtige Konjunktur in den Eiſengießereien. Die Induſtrie
engießereien (Oefen und Herde) im Lahn=Dillgebiet hat
en Wochen und Monate, die ſonſt Zeiten der Geſchäftsſtille
1t überſtanden. Die Beſchäftigung hat ſich befriedigend
MeIt, der Belegſchaftsſtand konnte erhalten bleiben. Auch die
ie für elektriſches Inſtallationsmaterial in Porzellan und
Eih iſt voll beſchäftigt. Teilweiſe war in letzter Zeit, ver=
durch
die landwirtſchaftlichen Arbeiten, Mangel an weib=
(rbeitskräften vorhanden.
Ein= und Ausfuhr von Lederſchuhwerk im Juli 1934. Im
Mr 34 wurden 6770 Paar Lederſchuhe aller Gewichtsklaſſen
*ört gegenüber 4438 Paar im Juli 1933. Das bedeutet eine
Arl ie der Einfuhr um 52,5 Proz. Gegenüber dem Vormonat
mS 192 Paar iſt im Juli 1934 die Einfuhr um 44,5 Prozent
gangen. Die Ausfuhr von Lederſchuhen im Juli 1934 be=
188 Paar; ſie iſt gegenüber Juli 1933 mit 55 747 Paar
Prozent zurückgegangen. Im Vergleich zu Juni 1934 mit
Paar iſt die Ausfuhr im Juli 34 um 28,5 Proz. geſunken.
1 1934 betrug der Wert der Lederſchuheinfuhr RM. 64 000,
Lederſchuhausfuhr RM. 267 000. Sonach ergab ſich im
34 ein Aktivſaldo von RM. 203 000, gegenüber einem
Ido von RM. 364 000 im Juli 1933 (Rückgang 44 Proz.).

Die erſte HB. des neuen Stahlvereins.
Einſtimmige Genehmigung des Abſchluſſes.
Günſtige Ausſichten.
Die erſte Hauptverſammlung der neuen Vereinigte Stahl=
werke
AG., Düſſeldorf, in der RM. 364,21 Mill. Aktien durch
eine größere Anzahl von Aktionären vertreten waren, verlief im
Gegenſatz zu den Verſammlungen der Geſellſchaft in den früheren
Jahren vollkommen glatt und reibungslos. Unter der Leitung
des AR.=Vorſitzenden Staatsrat Dr. Fritz Thyſſen wurden die
Verwaltungsanträge einſtimmig gutgeheißen. Es wurde beſchloſ=
ſen
, den Reingewinn von RM. 14,87 Millionen vorzutragen. Die
turnusmäßig ausſcheidenden AR.=Mitglieder werden einſtimmig
wiedergewählt. Ferner wurden die vorgeſchlagenen Satzungs=
änderungen
genehmigt, wonach das Geſchäftsjahr der Geſellſchaft
entſprechend den Geſchäftsjahren der Betriebsgeſellſchaften auf die
Zeit vom 1. 1030. 9. verlegt wird. Für die Zeit vom 1. 4.
30. 9. 34 muß deshalb ein Zwiſchengeſchäftsjahr eingeſchaltet wer=
den
. Eine weitere Satzungsänderung ſieht eine größere Bewe=
gungsfreiheit
für die Verwendung des Reingewinns vor. Gen.=
Dir. Dr. Vögler verbreitete ſich im Anſchluß daran über die Aus=
ſichten
des laufenden Geſchäftsjahres. Er wies zunächſt auf die
bereits im Geſchäftsbericht enthaltenen Erzeugungsziffern für die
erſten drei Monate 1934 hin, wonach die Kohlenforderung in die=
ſer
Zeit gegenüber den gleichen Vorjahrsmonaten um 16 Prozent,
die Stahlerzeugung um 60 Prozent und die Lohn= und Gehalts=
ſumme
der Gefolgſchaft um rund 30 Prozent erhöht werden konn=
ten
. In den jetzt abgelaufenen Monaten des neun Geſchäftsjahrs
April bis Juli habe dieſe günſtige Entwicklung angehalten. Bei
der Kohle ſeien zwar gewiſſe Abſatzſchwankungen zu verzeichnen,
die Durchſchnittsentwicklung ſei jedoch günſtig geblieben. In der
Rohſtahlerzeugung ſei eine weitere weſentliche Steigerung ein=
getreten
.
Regelung des Abſahes von Hülſenfrüchken.
Der Reichsernährungsminiſter hat eine Verordnung zur Rege=
lung
des Abſatzes von Hülſenfrüchten erlaſſen, wonach der Reichs=
nährſtand
ermächtigt wird, zur Regelung des Abſatzes von Hül=
ſenfrüchten
: 1. Beſtimmungen über Sortierung, Verpackung,
Kennzeichnung und Verladung von Hülſenfrüchten zu erlaſſen;
2. Beſtimmungen über Abſatz, Bearbeitung und Verarbeitung
von Hülſenfrüchten zu erlaſſen: 3. Maßnahmen für die Ueber=
wachung
der Einhaltung dieſer Beſtimmungen zu treffen; 4. Preiſe
und Preisſpannen für Hülſenfrüchte feſtzuſetzen, und 5. vorzu=
ſchreiben
, daß bei Zuwiderhandlungen gegen eine auf Grund des
Ermächtigungsgeſetzes erlaſſene Anordnung gegen Angehörige des
Reichsnährſtandes Ordnungsſtrafen bis zu RM. 100 je Zentner
der Menge von Hülſenfrüchten, auf die ſich die Zuwiderhandlung
bezieht, feſtgeſetzt werden können. Macht der Reichsnährſtand
von dieſer Ermächtigung Gebrauch, ſo hät er die Anrufung eines
Schiedsgerichts vorzuſehen. Er kann den Geltungsbereich der von
ihm erlaſſenen Anordnungen auf Teile, des Reichsgebietes be=
ſchränken
und auch für einzelne Gebiete verſchiedene Anordnun=
gen
erlaſſen. Hülſenfrüchte im Sinne dieſer Verordnung ſind
Erbſen, Bohnen und Linſen ohne Rückſicht auf den Verwendungs=
zweck
.
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 24. Auguſt. Es notierten
(Großhandels=Einſtandspreiſe je 100 Kilo loko Mainz in RM.):
Weizen Preisgebiet 16: 25,50, Roggen 16,50, Hafer 15,90, Brau=
gerſte
19,7520,75, Induſtriegerſte 1919,50, Malzkeime 15,50
16,00, Weizenkleie fein 11,25, do. grob 11,60, Roggenkleie 12
12,75, Biertreber 16,9017,00 Soyaſchrot 15,80 (Fabrikpreis).
Allgemeintendenz: Das Geſchäft bewegt ſich weiterhin in engen
Grenzen.
Berliner Getreidegroßmarktbericht vom 24. Auguſt. Die Um=
ſätze
hielten ſich weiter in engen Grenzen. Das Angebot war für
die Nachfrage im allgemeinen ausreichend, zumal die Mühlen
mit Rohmaterial zumeiſt verſorgt ſind. Roggen iſt nach Mittel=
deutſchland
weiter abzuſetzen. Am Mehlmarkt erfolgen kleine
Bedarfskäufe in prompter Ware. In Hafer ſind die hochwertigen
Sorten angeſichts der geforderten Aufgelder ſchwer abzuſetzen; für
gewöhnliche Durchſchnittsware beſteht weiter gute Nachfrage des
Konſums. Die Abſatzlage für Braugerſte bleibt unbefriedigend.

Induſtrie- und Handelskammern
unker der Aufſicht des Reichswirtſchaftsminiſters.
Im Einvernehmen mit dem Reichsminiſter des Innern hat
der Reichswirtſchaftsminiſter verordnet, daß die Induſtrie= und
Handelskammern der Aufſicht des Reichswirtſchaftsminiſters
unterſtellt ſind. Die Induſtrie= und Handelskammern, ihre Zweig=
ſtellen
und öffentlich =rechtlichen Zuſammenſchlüſſe werden nach
dem Führergrundſatz geleitet. Der Vorſitzende und ſein Stell=
vertreter
werden vom Reichswirtſchaftsminiſter ernannt und ab=
berufen
. Der Vorſitzende bildet mit ſeinen Stellvertretern den
Vorſtand der Kammer. Zur Beratung und Unterſtützung des
Vorſitzenden und des Vorſtandes wird ein Beirat gebildet, deſſen
Mitglieder von dem Vorſitzenden berufen und vom Reichswirt=
ſchaftsminiſter
beſtätigt werden. Die gleichen Beſtimmungen gel=
ken
ſinngemäß für die erwähnten öffentlich=rechtlichen Zuſammen=
ſchlüſſe
. Dieſe Verordnung iſt mit ihrer Verkündung in Kraft
getreten. Die Landesgeſetze über die Induſtrie= und Handels=
kammern
treten inſoweit außer Kraft, als ſie der Verordnung
entgegenſtehen.
Braſilianiſcher Kaffee gegen deutſches Eiſenbahnmaterial. Der
Hamburger Kaffeemarkt hat ſich in den letzten Tagen ſtärker be=
lebt
. Die Frankf. Ztg. hört hierzu, daß im Einvernehmen mit
dem Banco de Braſil zunächſt 86 000 Sack Kaffee gegen Eiſen=
bahnmaterial
kompenſiert worden ſind. Weiterhin ſei es mög=
lich
, für Importe aus Braſilien auf ein neu errichtetes Konto des
Banco de Braſil bei einer deutſchen Deviſenbank (nicht Reichs=
bank
) Zahlungen zu leiſten, wodurch weitere Abſchlüſſe zuſtande=
kommen
. Die geſamten neuen Käufe dürften vorausſichtlich über
200 000 Sack hinausgehen; das entſpricht etwa einem deutſchen
Monatsbedarf.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Die Preiskennziffer der Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft
Metalltechnik ſtellte ſich am 22. Auguſt 1934 auf 51,0 gegen 51,0
am 15. Aug.. (Durchſchnitt 190913: 100), blieb alſo unverändert.
Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom
22. Aug. folgende Einzelkennziffern errechnet: Kupfer 35,6 (am
15. Aug.): 35,6), Blei 62,5 (62,5), Zink 43,1 (43,1), Zinn 83,9
(83,9), Aluminium 111,1 (111,1), Nickel 92,3 (92,3), Antimon
70,1 (70,4).
Standartenführer J. Schwarz, der bisher mit der Führung
der Geſchäfte des Treuhänders der Arbeit für das Wirtſchafts=
gebiet
Heſſen beauftragt war, iſt jetzt in ſeinem Amte beſtätigt
worden.
Die Manufaktur= und Damenmodewarenfirma K. J. Cahn in
Hanau hat bekanntlich ihren Gläubigern Mitteilung von ihrer
Zahlungseinſtellung unterbreitet und einen außergerichtlichen
Vergleich angeregt, wobei den Warengläubigern 30 Prozent in
Ausſicht geſtellt werden. Der Status gibt die Aktiven mit RM.
73 000, die Paſſiven mit RM. 346 000 an, ſo daß ſich eine Unter=
bilanz
von RM. 273 000 ergibt.
Wie wir erfahren, macht die Bamag Meguin AG., Berlin,
im Sinne der Konzermaufteilung ihr Filialwerk in Butzbach (in
Heſſen) ſelbſtändig. Der Butzbacher Werksbetrieb wird unter der
Firma Butzbacher Werke für Eiſenverarbeitung AG. in Butzbach,
mit RM. 1 Mill, AK., das faſt völlig von der Bamag Meguin
AG. übernommen wird, fortgeführt in den bisherigen Fabrika=
tionszweigen
Schienen= und Schwellenſchweißung, Weichenbau,
Apparate= und Kranenbau uſw.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſiſche Nachrichten: Mar Streeſe;für den Schlußdienſt: Andreas
Vauer; für den Handel: Or. C. H. Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann;
für Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: J. V.: Paul Ziegler, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. V1I. 34. 22394, Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23
Sür unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr,
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

Berliner Kursbericht
vom 24. Auguſt 1934

Oeviſenmarkt
vom 24. Auguft 1934

Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Llohd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl

Vi
65.25
68.
26.
30.
26.385
130.
69.
17.
105.
129.50
125.
115.

Meit eue
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f. elektr. Untern.
Vereinigte Glanzſt.
Harpener Bergbaul
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke.
Koksw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.

Miefe
146.875
60.75
109.25
161.50
108.875
72.
70.75
126.50
76.
93.25
69.
49.125

We
Polyphonwerke
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Ber. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr.Draht
Wanderer=Werke =

80.
39.125
159.50
25.
40.875
126.25
67.
12.125
132.
28.
97.
92.875
126.50

Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemarl
Danzig
England
Eſtland.
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Fland

Währung
Lägypt. 2
1 Pap. Peſo
1od Belga
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
1 2.Sta.
00 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden 1
100 isl. gr.

Geld Brief,

12.915

0.S79 0.882

58.89
0.184
3.047
2.549
55.99
22.02
12.535)
s9.53 6
5.5341
18.50 1
2.497
169.7311
5S.74

12.345

59.01
0.186
2.083
2.555
56.11
82.18
12.5es
69.67
5.546
16.54
2.503
170,07
56. 36

Italien
Japan
Fugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlwal.
Türkei
Ungarn
Uruguay
Ver. Staaten

Mie
100 Dire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schillin=
100 Eseudos
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch. K
t türk, 4.
100 Pengs
1 Goldpeſo
1 Dollar.

GeldBrief

21.60 2
0.745
5.664
79,67 17
62.99
za.95 4
11.39
64.62
81.67
34,32 I=
10.44
1.991
0.Soo
2.777

21.64
0.747
5. 676
79.83
63.11
42.05
11.41
64.74
21.83
34.38
10.48
1.995
1001
2.481

Surmſtädter ans Haricnarbaut Sarmftaut, Millate ber Areloker Sunz
Frankfurter Kursbericht vom 24. Auguſt 1934.

Kene
Gr. IIp. 1934
1935
1936
1937
1938
Gruppe1 ....
68 Dtſch. Reichsanl.
v.25
5½%Intern., b.30
69Baden .. v.27
69Bahern b.27
6%Heſſen. .. . b.29
6% Preuß. St. v. 28
6%Sachſen ..v.27
6%Thüringen v.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze. .....
5% Dk. Reichspoſt
Schätze. .......
Dtſch. Anl. Ausl.
41. Ablöſung
. (Neubeſitz)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
.../ 9.1
69Baden=Baden.
69Berlin ...b.241 81.25
6%Darmſtadt . .
63Dresden. . v.26 76.5
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29 79.5
v.26 79.5
82Mainz. .
6%Mannheim b.27 82.75
6%München v.29
6%Wiesbaden v.2

79.5
78.25
83.5
6%Heſſ. Landesbk. 89.25
6% Goldoblig. 84

103.75
104
1021.
99.5
97.8
101.4
95.5
93.4
93.25
94
91.75
107-
92.75
91.75
101

95

Heſ. Landes.
hyp.=Bk.=Liguid
43%
Komm. Obl.
60 Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G.Pf.
689 Goldobli
6% Landeskomm.,
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
R.12
69Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½%0 m Lig.=Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser,
FAnsl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
6%Berl. Hyp.=Bk.
Lig.=Pfbr
8Frf. Hyp.=Bk.=
5½%0 Lig.=Pfbr.
Goldoblig
6%Frkf. Pfbr.=Bk.
Lig.=Pfr.
83Mein. Hyp.=Bk.
Lig.=Pf.
82 Pfälz. Hyp.=Bk
5½% u Lig.=Pfbr
6%Rhein. Hhp.=Bl
5½% Lig.=Pfr.
Goldoblig
22 Südd, Boden=
Cred.Bank
6½% n Lig.=Pfbr.
5%Württ. Hyp.=B.

90:.
90.5

93
89

gs
90.75
90
90.5

97l.
114
18
89
90.25
89.75
91=
83.25
89.25
83.5
89
86
92
91.75
90.5
90.75
87.25
92.25
3.

Wee
6% Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
8%Mitteld. Stahl
8%Salzmann ECo.
62 Ver. Stahlwerke
6½Voigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
59Bosn. L. E. B
9.Inbeſt.
5 %Bulg. Tab. v. 02
4½%0 Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
42Türk. Admin.,
1.Bagdad
Zollanl.
%üngarn 1913
1914
Goldr.
1910
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon
42Stockholm
Aßtien.
ccumulat., Fabrik
Alg.Kunſtzide Unie
A. E. G.
AndregeNoris Bahn
Aſchaffba. Brauerei
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J.P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.
Cement Heidelberg/=
Karlſtadt

Me
95
30
92.75
82
75.75
122.25
12.5
12.5
11.75
39
27.75
43
8
i=
so

51

173.5
63
28
108
102
67
68.5
143.5
85.25
103.75
127.5

F.0. Chemie, Baſel
Chem.Werke Abert
Chade (A=C)..... .!
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz
Dt. Atl. Teleg
Erdöl
Dt. Gold=u
ſcheide Anſtalt.
Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff e Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft!!
Eſchwe. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
Fahr Gebrüder..
F. G. Farbeninduſtr. 1
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof".
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer:
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh
Hanfverke. Füſſe
HarpenerVergbau.
Henninger, Kempf
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm
Genüſſel

Nie
89.5
209.75
130
4711,
114
115.5
224
58
86
80.5
100.25
125,
47
52.5
107.,5
148.75
41
70I
So
90.75
25
221

40.2
106.5
42
85
105.75
69,5
173.5
132.5

Mee
Kali Chemie"
Aſchersleben.
Klein, Schanzlin ..
Klöcknerwerke ....
Knorr C. H.
Konſerven Braun.
Lahmeyer & Co. ..
Laurahütte.
Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W.
Mainz Akt.=B.
Mannesm.=Röhre
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
Moenus
Motoren Darmſtadt
Neckarwer!
ing.
Oberbedarf
Park=u. Bürgerbräu
Phönix
roba.
Rh. Braunkohlen..!
Elektr. Stamm
Stahlwerke. .
Riebeck Montan,
Noeder, Gebr.
Rütgerswerke..
Salzbetfurth Kali
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske
Neinigerwerke
Süß2. Zucker=A G. *
Thür. Liefer.:Geſ...

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Seite 12 Nr. 234

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Samstag, 25. Auguſt 1931

SEPTEMBER

Während Latimer wartete, ging der Schatten ines Gedon
kens durch ſeinen Kopf. Der franzöſiſche Mädchenname Iſaben
löſte noch eine unklare Vermutung in ihm aus. Es berührte ih
eigenartig, daß er in dieſem wüſten Laden ein Mädchen ang.
troffen hatte, das von der Schundlektüre augenſcheinlich nicht
dorben war. Schon kam ſie zurück: Bitte, kommen Sie
führte ihn durch einen engen Korridor, klinkte eine Tür auf mu
blieb zurück, als er in das Zimmer trat.
Das Zimmer, von ſchlechter Luft erfüllt, war noch nicht a=
geräumt
. Eia Vorhang verdeckte das Fenſter, ſo daß Latimer
in einem Halbdunkel bewegte. Er hatte das Bedürfnis
Fenſter aufzureißen. Auf dem Bett ſaß ein Mann, der ſich
Stiefel anzog. Guten Morgen, Herr Latimer, ſagte der
ohne nur aufzublicken. In ſeiner gebückten Stellung zog
Schnürbänder ſtraff.
Latimer blieb wie angenagelt ſtehen.

21)

Nachdruck verboten.

Sein Verſtand, ſeine Phantaſie befanden ſich in höchſter =
tigkeit
, es arbeitete hinter ſeiner Stirn: mit dieſer Buchhandlung
Kilian ſtand Gralla, ſtand vielleicht auch Madame de Tronje in
irgendeinem Zuſammenhang. Sein Entſchluß, die Buchhandlung
Kilian aufzuſuchen, ſtand ſofort feſt. Alle ſeine Nerven waren
kampfbereit. Er hatte ein Spur gefunden.
In einer Telephonzelle ſchug er das Adreßbuch auf: Richard
Kilian, Buchhändler, Trübenſtraße. Sogleich machte er ſich auf
den Weg, der über den Alexanderplatz führte. Auf dem Alexan=
derplatz
ſtand rieſengroß wie eine Burg das Gebäude des Poli=
zeipräſidiums
. Dort ſtapelten ſich Akten auf dort lag auch eine
Akte Gralla und Genoſſen. Dort ſaß hinter jedem Fenſter ein
Kriminalbeamter, der ſich für Gralla und Genoſſen intereſſierte,
und einer der Genoſſen kam gerade vorüber. Altim wunderte ſich,
wie raſch er das Entſetzen überwunden hatte. Er ſpürte ſogar ein
abenteuerliches Gefühl im Blut, als er in die Trübenſtraße ein=
bog
. Dieſe Straße war wirklich trüb. An den Fenſtern dunkler
Häuſer hockten Männer in Hemsärmeln, die keine Arbeit hatten.
Frauen ſchlürften in Pantoffeln in die billigen Läden der Straße.
In einem anderen Fenſter war ein halbwüchſiges Mädchen zu
ſehen, das nach Paſſanten ausblickte. Die ganze Gegend roch nach
Unrat. Was hatte nur Gralla mit dieſer Gegend zu tun? Jemand
ſchlich vorbei und murmelte: Kaufe alte Anzüge, Herr!
An der nächſten Ecke befand ſich ein Lokal, das ſich hochtra=
bend
und feierlich Trocadero nannte, und ein paar Häuſer wei=
ter
tauchte zwiſchen einer Schlächterei und einem Tabakladen die
Buchhandlung von Richard Kilian auf. Latimer erkannte gleich,

um was für eine Buchhandlung es ſich handelte: eine Leihbücherei,
die Schundlektüre anbot. Ein Schild Zimmer zu vermieten
hing im Fenſter.
Latimer betrat das Geſchäft. Sein Blick fiel auf ein ſehr
junges und hübſches Mädchen, das hinter dem Ladentiſch ſtand
und mit dem Staubwedel über die Bücherreihen in den Regalen
fuhr. Ein ſchwarzhaariger Wuſchelkopf. Augen wie feuchte,
ſchwarze Kirſchen, die etwas ſtarr, ohne zu blinzeln, blickten. Lange
ſeidige Wimpern, ein ſtets erſtaunter Mund wie eine große
Puppe ſah ſie aus, die dank eines komplizierten Mechanismus
lächeln konnte. Sie lächelte wie eine Dame.
Womit kann ich dienen, mein Herr?
Iſt Herr Kilian anweſend? Ich möchte ihn ſprechen.
Wen darf ich melden?
Bitte, ſagen Sie Herrn Kilian, daß mich Herr Gralla zu ihm
ſchickt.
Die Puppe ließ den Staubwedel ſinken und öffnete den Mund,
ſie ſah den Beſucher mehr mit dem erſtaunten Mund als mit den
Augen an. Ihre Bruſt hob und ſenkte ſich heftig. Herr Gralla
ſchickt Sie? fragte ſie erregt.
Ja, Fräulein. Kennen Sie ihn?
Oh . . .", lächelte ſie intim und damenhaft.
Darf ich wiſſen, wer Sie ſind, Fräulein?
Ich heiße Iſabelle, erwiderte ſie. Sie hatte plötzlich heiße
Augen. Bitte, warten Sie einen Augenblick. Ich will Herrn
Kilian benachrichtigen.

Kilian, mit einem Lappen ſeine Stiefel putzend, lachte
Stimmt’s? Kann ich mir doch denken, daß der, den Gralla
mir ſchickt, nur Latimer ſein kann! Pech, daß es Gralla erwit
hat! Schief gegangen! Kann vorkommen. Nehmen Sie
Platz, Herr Latimer!
Ich heiße Altim, Harry Altim, und wie ich vor ein vo
Tagen hieß, iſt meine Sache, entgegnete Jatimer ſchroff
rührte ſich nicht von der Stelle.
Den Lappen wegwerfend, ſtand Kilian auf. Er ging
Fenſter und zog den Drhang zurück. Mit einem Ruck wurde
hell im Zimmer. Wie gebannt ſtarrte Latimer auf den 9
Da ſtand ein Abbild von Gralla, nur kälter, ſchärfer und robr
Ein grob=verzerrter Gralla, der keine Spur von Eleganz
Weltmannst im erkennen ließ. Er trug nur Hemd und Hoſe
hatte wirres Haar. Sie ſind mit Gralla verwandt? fragte
überraſcht.
Gralla iſt mein Bruder. Wußten Sie’s nicht? Man merl
ihm auch nicht an, daß er aus der Trübenſtraße ſtammt. Gro
iſt ein großer Kavalier geworden, ſagte Richard Kilian
Anerkennung. Er hat’s zu etwas gebracht! Nun aber zu Ihr
Altim! Sie haben Glück gehabt und ſind entwiſcht. Ich de
mir, daß Sie zu mir gekommen ſind, um ſich einen Rat zu hol
Den Rat kann ich Ihnen geben! Nicht zum erſtenmal ſchickt
Gralla einen Mann, der von der Bildfläche verſchwinden m
Bei mir ſind Sie richtig!
Eine Zeit lang ſah Latimer zu, wie Kilian vor einem run
Spiegel, den er am Fenſterkreuz befeſtigt hatte, ſein Geſicht
ſeifte und ſich raſierte. Dann fragte er: Sind Sie auch
Madame de Tronje bekannt.

(Fortſetzung folgt.)

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