Einzelnummer 10 Pfennige
Seiten.
Banſchen
ſotzungen,
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Tat
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 226
Freitag, den 17. Auguſt 1934.
196. Jahrgang
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Zamburg in (rwartung des Führers
Die Hanſeſtadt rüſter zum Empfang des Führers. — Das Programm des Staalsbeſuches.
Vorfreude in Hamburg.
DNB. Hamburg, 16. Auguſt.
Die Nachricht, daß der Führer der Freien und Hanſeſtadt
burg einen offiziellen Beſuch abſtatten und von hier, dem
iallstor Deutſchlands zur ganzen Welt, ſeine große Rede an
Xdeutſche Volk halten werde,
ein gewaltiges und freudi=
Echo gefunden. Eine fieber=
Unruhe hat die ſonſt ſo
len” Hamburger und nicht
ger das Hamburger
Hin=
nd und die Nachbarſchaft
iffen. Der Staatsbeſuch un=
Führers iſt das ausſchließ=
Geſprächsthema geworden,
die Fernſprecher bei den
irden, den Parteiſtellen und
Zeitungen kommen nicht
zur Ruhe. Ueberall wird
den Einzelheiten des
Pro=
ims, nach den
Durchfahrts=
en, nach der Wohnung des
eers in Hamburg, nach den
n Plätzen beim Empfang
Rathaus und der großen
am Abend gefragt. Alle
en den Führer hören. Das
ine Aufgabe, die ſich dann
der ſegensreichen Erfindung
Rundfunks und der freudi=
Bereitwilligkeit aller
Rund=
jeſitzer zum
Gemeinſchafts=
ang leicht bewerkſtelligen
Alle wollen auch den
Füh=
ſehen. Das iſt auch ein
lem, das für eine Stadt
mehr als 1½ Millionen
oohner trotz der herrlichen,
en Straßen und der ſchönen
Uſe nicht leicht zu löſen ſein
Bereits am Mittwoch
den die organiſatoriſchen
vereitungen begonnen. 24
iden ſpäter waren ſchon
ende fleißige Hände dabei,
Stadtbild einen feierlichen
würdigen Rahmen zu geben.
allem in den Stadtteilen
zborſtel, Eppendorf, Harveſtehude, Rotherbaum, die der
Füh=
nach ſeiner Ankunft im Flughafen Fuhlsbüttel auf dem Wege
ie Innenſtadt berühren wird, herrſcht Hochbetrieb.
Fahnen=
en werden aufgeſtellt, Girlanden geſpannt, Transparente
ge=
n. friſches Grün an Türen und Fenſtern angebracht. In den
lagen der großen und kleinen Geſchäfte erſcheinen Bilder,
ken und Plaketten des Führers, umrahmt von Fahnen,
um=
izt mit Grün und Blumen.
Von allen Plakakſäulen leuchket das Bild
des Reichskanzlers
ſeiner einfachen Uniform, ſowie es das deutſche Volk, das ihm
aü0ig und vertrausvoll folgt, in ſeinem Herzen trägt. Hamburg
er iſt freudig und ſtolz zugleich, denn es wird in wenigen Stun=
* den Führer in ſeinen Mauern haben.
Auf dem Adolf=Hitler=Platz vor dem Rathaus, das gleichfalls
m außen und innen einen feſtlichen Schmuck erhält werden
en den Fahnenmaſten auch Platzlautſprecher aufgeſtellt, die
malig in Hamburg Verwendung finden, und auf dem von
en ſtattlichen Gebäuden umgebenen Platz einwandfreie
Ver=
wigung ermöglichen und die Worte des Führers auch in die
be=
arten Straßenzüge, den Alten Wall, den Plan, die Möncke=
3ſtraße tragen ſollen. Den gleichen farbenfrohen Schmuck
zei=
bereits die ſieben anderen großen Plätze Hamburgs, auf denen
ertragungen ſtattfinden. Ein beſonderes feſtliches Bild aber
O endlich der Hafen bieten, den der Führer auf einer
Rund=
beſuchen wird. Auf allen Schiffen iſt am heutigen Donners=
Großreinemachen. An den Lagerhäuſern ſteigen die Fahnen
werden große Hakenkreuze angebracht, Girlanden gezogen, die
e mit Grün eingefaßt. Von den Gebäuden der Innenſtadt iſt
Tehmlich die Univerſität außerordentlich ſtilvoll geſchmückt. Aber
der Hauptbahnhof, in deſſen Durchgängen Girlanden mit
Hlampen angebracht ſind, macht jeden Ankommenden ſofort auf
leſtliche Ereignis, das der Hanſeſtadt bevorſteht, aufmerkſam.
Anbetracht dieſer Vorbereitungsarbeit ſind die für
Donners=
angeſetzten Wahlkundgebungen im Stadtgebiet Hamburg ab=
A1 während ſie im Landgebiet durchgeführt werden.
Die Büros der Staatsbehörden Hamburgs ſind am Tage des
alsbeſuches geſchloſſen, ebenſo auch die Wertpapierbörſe, wäh=
2 die Banken und zahlreiche Firmen wie an Samstagen um
Mittagszeit ſchließen. Die Gewerbekammer hat ein entſpre=
Ides Erſuchen an ihre Mitglieder gerichtet.
Der Führer krifft um 13 Uhr auf dem Flugplah
in Fuhlsbütkel ein.
der der Empfangshalle ſtrahlt ein rieſiges Hakenkreuz, die
2nenmaſten ſind mit Girlanden verbunden, und vom Flug=
En an zieht ſich ein Meer von Fahnen bis in die Stadt. Auf
T Flughafen nehmen die Ehrenabordnungen der Reichsmarine,
nationalen Verbände, ſowie eine Ehrenhundertſchaft der Lan=
Solizei mit Fahnen, Muſik und Spielmannszug Aufſtellung.
der Spalierbildung beteiligen ſich ſelbſtverſtändlich alle Glie=
derungen der Partei, aber auch die nationalen Verbände, die
Turn= und Sportgemeinde Hamburg, die Schulen uſw. Nach
Ab=
ſchreiten der Front fährt der Führer zum Rathaus, wo der
feier=
liche Empfang durch den Senat der Freien und Hanſeſtadt
Ham=
burg ſtattfinden wird.
Um 17 Uhr fährt der Führer vom Rathaus zur Beſichtigung
der hamburgiſchen Hafenanlagen. Für die Zeit von 18—20 Uhr
Der Tag von Poksdam. — Ein hiſtoriſcher Augenblick.
ſind eine Reihe von Empfängen im Hotel Atlantik vorgeſehen.
An die Hamburger Bevölkerung iſt daher das Erſuchen gerichtet
worden, in dieſer Zeit, in der der Führer durch die Wahrnehmung
der Regierungsgeſchäfte in Anſpruch genommen iſt, vor dem Hotel
und in den umliegenden Straßen Ruhe zu bewahren und
keiner=
lei Anſammlungen vorzunehmen, da der Reichskanzler den
Wün=
ſchen, ſich zu zeigen, nicht nachkommen könne.
Um 20,30 Uhr ſpricht der Führer vom
Rakhaus=
ſaal über alle deutſchen und viele ausländiſchen
Sender zum deutſchen Volk.
Nach Beendigung der Rundfunkrede wird er nach einer
Ankün=
digung der Gauleitung noch vom Balkon des Rathauſes zu den
verſammelten Maſſen das Wort nehmen. Für den Abend hat
Hamburg noch eine beſondere Ueberraſchung vorbereitet: Eine
feſt=
liche Illumination der ganzen Stadt. Es bedarf keiner
Be=
tonung, daß vom Adolf=Hitler=Platz aus, der einen wundervollen
Durchblick auf die ſo reizvolle Binnenalſter geſtattet, dieſe
Fenſter=
illumination ein prachtvolles Bild geben wird. So hat das
ſchöne Hamburg alles getan, ſich zum Empfang des
Reichs=
kanzlers zu ſchmücken. Es weiß die hohe Ehre, daß der Führer
gerade von hier aus ſprechen wird, wohl zu ſchätzen. Schon jetzt,
wo die Vorbereitungen erſt begonnen haben und lange noch nicht
vollendet ſind, ſpürt man, daß Hamburgs ganze Bevölkerung,
vom Hohen Senat herab bis zum einfachſten Arbeiter, ſich
ge=
ſchworen hat, dem Führer einen Empfang zu bereiten, wie er,
um mit einer Hamburger Zeitung zu ſprechen, „wohl noch nie
einem Menſchen in unſerer Stadt zuteil geworden iſt”.
Ganz Deutſchland hört die Rede des Führers.
Die Reichspropagandaleitung gibt bekannt:
Der Führer ſpricht am Freitag, den 17. Auguſt, abends 8.30
Uhr bis 10 Uhr, vom Hamburger Rathaus über alle deutſchen
Sender.
Dieſe große Rede wird vom ganzen, deutſchen Volk gehört,
Die Organiſationen der NSDAP. haben dafür in weiteſtem
Um=
fang Gemeinſchaftsempfang vorbereitet. Näheres iſt durch die
jeweilige örtliche Preſſe zu erfahren.
Volksgenoſſen und Volksgenoſſinnen!
Es darf am Freitag abend in Deutſchland niemanden geben,
der die Rede des Führers nicht hört.
Neben den großen gemeinſamen Kundgebungen ſollen ſich
die=
jenigen, die nicht daran teilnehmen können, zum
gemeinſchaft=
lichen Empfang in den Wohnungen verſammeln.
Volksgenoſſen ohne Rundfunk ſollen von ſolchen, die
Rund=
funk beſitzen, eingeladen werden, mit ihnen zuſammen die Rede
des Führers zu hören.
Die Kundgebungen auf öffentlichen Plätzen, die die Rede des
Führers übertragen, müſſen gewaltige Demonſtrationen der
Ein=
heit und des Vertrauens des deutſchen Volkes zu Adolf Hitler
werden.
Reichspropagandgleitung der NSDAP.
Fahnen heraus!
Alle öffenklichen Gebäude flaggen ebenfalls
vom 17. bis 19. Auguſt.
DNB. Berlin, 16. Auguſt.
Die Reichspropagandaleitung gibt bekannt: Am Freitag,
dem 17. Auguſt, ſpricht der Führer zum deutſchen Volk. Am
Sonntag legt das deutſche Volk durch ein einſtimmiges „Ja”
ſein Treuebekenntnis zum Führer und Volkskanzler ab. Dieſe
Tage ſollen Feſttage der Nation ſein. Deshalb geht an die
Geſamtbevölkerung der Ruf:
Heraus mit den Fahnen!
Vom 17. bis 19. Auguſt wehen in Stadt und Land die
Banner der Nation.
Von allen Fenſtern und Türmen ſollen die Siegeszeichen des
erwachten Deutſchlands grüßen. Sie ſollen der Welt zeigen, daß
die deutſche Nation und ihr Führer eins ſind.
gez. Dr. Goebbels,
Reichspropagandaleiter der NSDAP.
Das deutſche Volk bekennt ſich am 19. Auguſt geſchloſſen und
freudig zu ſeinem Führer und Reichskanzler Adolf Hitler. Aus
dieſem Anlaß flaggen auf Anordnung der Reichsregierung von
Freitag, den 17., bis einſchließlich Sonntag, den 19. Auguſt,
ſämt=
liche Gebäude des Reiches, der Länder, der Gemeinden, der
Kör=
perſchaften des öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen.
Dieſe Anordnung wird hiermit den Behörden amtlich mit dem
Hinzufügen bekannt gegeben, daß eine ſchriftliche Mitteilung der
Anordnung an ſie nicht ergeht.
Hiklers kulkturelle Sendung.
„Niemals kann man die Kunſt vom Menſchen trennen”, ſagte
der Führer in ſeiner großen Rede auf dem Reichsparteitag am
1. September in Nürnberg. „Das Schlagwort, das gerade
inter=
national ſei, iſt hohl und dumm. Wenn man ſchon andere
Sek=
tionen des Lebens noch irgendwie durch Erziehung angelernt
er=
halten kann, zur Kunſt muß man geboren ſein, d. h. die
außer aller Erziehung liegende grundſätzliche Veranlagung und
damit Eignung iſt von entſcheidender Bedeutung. Dieſe
Veran=
lagung aber iſt ein Beſtandteil einer Erbmaſſe.”
Als Adolf Hitler dieſe Worte vor etwa einem Jahr ausſprach,
bedeuteten ſie ſchon kein Programm mehr, das in einer Zukunft zu
verwirklichen ſei, ſondern es waren ihre Folgerungen
bereitsprak=
tiſch erfüllt und in die Tat umgeſetzt worden. Während in den
vergangenen 14 Jahren das kulturelle Leben der Nation von dem
Schickſal der Regierungen und dem Mantel der Parteien und
Parlamente nicht berührt worden war, weil Politik in zwei
ge=
ſonderten Bahnen verliefen, bemächtigte ſich der
Nationalſozialis=
mus in der Tatkraft ſeines friſchen Anſturms des geſamten
poli=
tiſchen und kulturellen Daſeins, um es nach ſeinen Geſetzen
umzu=
wandeln und neuzugeſtalten. Wir haben es erlebt, wie damals die
Berliner Bühnenkonzerne, deren Fremdländerei und
Geſchäfts=
methoden für das ganze Reich maßgebend geworden waren, über
Nacht dahinſtürzten, wie das deutſche Schrifttum, das von
art=
fremden Literaten beherrſcht wurde, von ſolchen Einflüſſen
geſäu=
bert wurde, wie das geſamte Gebiet der Kunſt, des
gei=
ſtigen Lebens und der Erziehung auf allen Schulen
und Hochſchulen ſogleich von dem Geiſt des neuen
natio=
nalen Lebens durchdrungen worden iſt.
Unerfreuliche und beſchämende Erſcheinungen beherrſchten
da=
mals das Schrifttum. Eine Aſphaltliteratur von internationalen
Kaffeehausſchreibern überwucherte den deutſchen Beſtand. Eine
Literatur, die ſich vom deutſchen Weſen, von der Art des deutſchen
Menſchen und ſeiner Landſchaft weit entfernt hatte. Der
Spiel=
plan der Bühnen wurde von ſeichten und ſchlüpfrigen Komödien
beſtimmt. Ebenſo troſtlos lagen die Verhältniſſe bei der
Film=
induſtrie. Allen dieſen Gebieten, dem Theater, dem
Rund=
funk, dem Film, wies der Wille des Führers den
Weg zum deutſchen Weſen. Ihnen allen ſtellte
er das neue Thema: Den ringenden heldiſchen
Menſchen im Kampf und Widerſtand gegen das
große Schickſal. „Nur wenige Gottbegnadete”, ſagte Adolf
Hitler vor einem Jahre in Nürnberg, „hat in allen Zeiten die
Vorſehung die Miſſion aufgegeben, wirklich unſterblich Neues zu
geſtalten. Damit ſind dieſe aber die Wegweiſer für eine lange
Zu=
kunft, und es gehört mit zur Erziehung einer Nation, den
Men=
ſchen vor dieſen Großen die nötige Ehrfurcht beizubringen. Denn
ſie ſind Fleiſchwerdung der höchſten Werte eines Volkes.” — Auch
dieſe Erziehung zur Ehrfurcht iſt durch den Willen des
Führers begonnen worden und geht weiter. Während das
kul=
turelle Daſein des Volkes bisher ohne Unterbau geblieben war
und von allen zufälligen Winden bewegt gleichſam im leeren
Raum ſchwebte, iſt es unter der Leitung des Führers wieder in
ſeinem organiſchen Untergrund verankert und mit ſeinen Quellen
verbunden worden. Auf den Gebieten der Wiſſenſchaft, der
Volks=
tumskunde, der Raſſenforſchung, der Kulturgeſchichte, überall
ſtei=
gen wir wieder zu den Anfängen und Gründen volklichen Daſeins
hinab. Vergangene Epochen unſerer Geſchichte erſcheinen in neuem
Licht, vergeſſene Leiſtungen und Menſchen ſtehen neu vor uns auf.
Der rückwärts gerichtete Blick, der bisher haltlos und zerſtreut
war, iſt wieder auf die nationale und deutſche Entwicklung
ge=
richtet worden.
Zu ſolcher ideeller Bereicherung die tatſächliche Förderung
wie ſtaatliche Aufträge, Auszeichnungen, Ermunderungen und
Preiſe, neue und eigenartige Methoden der Werbung und
För=
derung für Bücher und Kunſtwerke. Wie ſich Adolf Hitler zur
deutſchen Kunſt bekennt, wie er ſeine Verheißungen verwirklicht,
ſo möge die Schar, der deutſchen Kunſtſchaffenden zum neuen
Führer ſtehen.
Seite 2 — Nr. 226
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Rückſendung von Skimmſcheinen
nach der Wahl.
DNB. Berlin, 16. Auguſt.
Der Reichsminiſter des Innern hat die Landesregierungen
er=
ſucht, die Gemeindebehörden anzuweiſen, die am Abſtimmungstage
vor dem Wahlvorſtand ordnungsmäßig abgegebenen Stimmſcheine
bis zum 22. Auguſt an die Gemeindebehörden des Ausſtellungsortes
zu überſenden.
Diejenigen Wahlberechtigten, die von ihren Stimmſcheinen aus
irgendwelchen Gründen keinen Gebrauch gemacht haben, werden in
ihrem eigenen Intereſſe aufgefordert, die nicht benutzten
Stimm=
ſcheine bis zum gleichen Zeitpunkt an die Gemeindebehörden des
Ausſtellungsortes zurückzuſenden.
Aufruf des Reichsbiſchofs.
Kundgebung der Evangeliſchen Kirche zur Abſkimmung
am 19. Auguſt.
Der Reichsbiſchof und der Rechtswalter der Deutſchen
Evan=
geliſchen Kirche, Miniſterialdirektor Jäger, haben folgenden
Aufruf erlaſſen:
Am 19. 8. 1934 iſt das deutſche Volk zur Entſcheidung
aufgerufen. Aus Not und Verzweiflung hat unſer Führer und
Kanzler das deutſche Volk zu ſeiner völkiſchen Beſtimmung
zurückgeführt. Unſer Volk ſteht mit feſter Zuverſicht im Anfang
eines neuen Lebensabſchnitts. Wir alle ſind die lebenden Zeugen
dieſer gewaltigen Wandlung, die wir als die gnädige Fügung
der Vorſehung betrachten. Solch ſichtbares Walten göttlicher
Fügung mit unſerem Volke verpflichtet zu ganzer Hingabe und
ganzem Vertrauen. „Die Freiheit und das Himmelreich
gewin=
nen keine Halben”. Unſer Führer braucht für das rieſengroße
Werk des friedlichen Aufbaues das ungeteilte Vertrauen des
ganzen Volkes.
Nach dem Heimgang des geliebten Vaters des Vaterlandes
bleibt der Führer, der uns als Verheißung und Inbegriff
unſerer völkiſchen Sehnſucht aus göttlichem Willen als der
Geſtalter des deutſchen Lebens geſchenkt iſt. In ſteter Treue
umgibt die evangeliſche Kirche Führer und Volk mit ihren
Ge=
beten. Aber ſie ruft auch auf zu verantwortungsbewußtem
Handeln, wie es der 19. Auguſt fordert. Der Führer hat, indem
er den Kampf gegen die volksfeindlichen Mächte führte, ſeine
ſtarke Hand auch über die evangeliſche Kirche gehalten. Dadurch
iſt der deutſchen evangeliſchen Kirche, die in der zu Ende
ge=
gangenen Epoche eine Kette ſchwerer Heimſuchungen erlebt hat,
die Möglichkeit zurückgegeben, ſich ihrem Weſen gemäß als
Glied des Volksganzen zu entfalten. Am 19. Auguſt werden
deshalb Volk und evangeliſche Kirche in Vertrauen und Treue
dem Führer ihr Ja ſagen. Die kirchlichen Führer ſind
verpflich=
tet, dieſe Kundgebung mahnend rechtzeitig zur Kenntnis aller
evangeliſchen Volksgenoſſen zu bringen.
Aufruf des Landesbiſchofs der evangeliſchen
Landes=
kirche Naſſau=Heſſen zum 19. Auguſt.
Zum zweiten Male im Dritten Reich wird das deutſche Volk
aufgefordert, ſein Ja=Wort zu geben zu einem Entſchluß und
Tun des Führers.
Deutſches Volkstum und evangeliſches Chriſtentum ſind ſeit
den Tagen der Reformation beſonders eng verbunden. Dieſe
geſchichtliche Tatſache gibt mir allein ſchon das Recht, die
evan=
geliſchen Gemeinden meiner Landeskirche zu einem geſchloſſenen
freudigen „Ja” am nächſten Sonntag aufzurufen.
Unter Gottes gnädiger Vorſehung iſt Adolf Hitler uns zum
Führer geſchenkt. Staatsmänniſcher Weitblick und nie verſagende
Treue und Liebe zum deutſchen Volk ſind in dieſem Leben zu
einer unlösbaren Einheit verbunden und erprobt.
Noch iſt die Trauer über den Heimgang des
Generalfeld=
marſchalls in unſeren Herzen nicht verklungen. Sie wandle ſich
bei uns am Sonntag zur dankbaren Tat als erſte Erfüllung
des Teſtamentes des Verewigten!
Ein Reich — ein Vok — ein Führer — ein Ja!
Der Landesbiſchof:
i. V. gez. Walther, Oberlandeskirchenrat.
Mahnung Hindenburgs.
Ich danke der Vorſehung, daß ſie mich an meinem Lebensabend
die Stunde der Wiedererſtarkung hat erleben laſſen.
(Hindenburgs Politiſches Teſtament.)
* Rongren um Nonigeniraylen.
Zum Internationalen Radiologenkongreß in Zürich.
Von Ernſt Lauven.
Es iſt heute ganz beſonders in der Medizin ſchon gang und
gäbe geworden, daß der Röntgenapparat in allen ſchwierigen
Fällen der Behandlung eingeſetzt wird, um durch Aufſpürung des
Uebels das rechte Heilmittel zu finden. Seit der Entdeckung der
*=Strahlen durch Profeſſor Dr. Röntgen in Würzburg im Jahre
1895 hat die Technik dieſer Strahlen eine derart unaufhaltſame
und ſtetige Entwicklung gezeigt, daß dieſe junge Wiſſenſchaft
längſt ſchon weit über den Kreis der Fachgelehrten hinaus das
größte Intereſſe beanſprucht. Angeſichts der großartigen, ſonſt
nie zu erhoffenden Erfolge, die uns die Röntgenſtrahlentechnik
beſcherte, wird von den Wiſſenſchaftlern Hand in Hand mit den
Technikern gemeinſam daran gearbeitet, immer weitere
Anwen=
dungsgebiete zu finden, immer neue Möglichkeiten aufzuſpüren,
um den Triumphzug der X=Strahlen zu vervollſtändigen. Längſt
ſchon ſind die an dieſer Technik beſonders intereſſierten
Fach=
gelehrten übereingekommen, im Intereſſe der Pflege ihrer neuen
Wiſſenſchaft gegenſeitig ihre Erfahrungen auszutauſchen, mit der
Induſtrie zuſammen Wünſche zu beraten, die aus der täglichen
Praxis heraus laut werden, neue Wege zu ſuchen, um auch hinter
die Geheimniſſe der Materie zu kommen, die uns bisher noch
ver=
ſchloſſen geblieben ſind. Deswegen tritt alle drei Jahre der
In=
ternationale Radiologenkongreß zuſammen. Dieſer vierte Kongreß,
der in Zürich abgehalten wurde, iſt der Sammelpunkt von
Fach=
männern aus achtundvierzig Nationen geworden; ſie kamen
zu=
ſammen, um ihre Erfahrungen, ihre Forſchungen und
Studien=
ergebniſſe auszutauſchen, und ſich gegenſeitig zu neuem Schaffen
anzuregen.
Mit dieſem Kongreß war eine Ausſtellung in dem Züricher
Kunſtgewerbehaus verbunden, auf der neue Konſtruktionen und
Erzeugniſſe der immer noch recht koſtbaren Röntgenröhren, der
Röntgenapparaturen und der Meßinſtrumente zu finden waren.
Aus aller Herren Länder kam die einſchlägige Induſtrie mit ihren
Neuigkeiten, um ſie den Wiſſenſchaftlern zur Prüfung vorzulegen.
Hier iſt Gelegenheit, Vergleiche über die Leiſtungen der einzelnen
Länder auf dem Gebiete der Radiologie, der Elektromedizin und
der chemiſch=photographiſchen Induſtrie anzuſtellen.
Um es vorwegzunehmen: die deutſche Induſtrie ſchneidet mit
ihren Leiſtungen bei einer Prüfung und Wertung der einzelnen
Ausſtellungsobjekte ausgezeichnet ab. Es laſſen ſich hier nicht
Vom Tage.
In Auswirkung des Geſetzes über Gewährung von
Straffrei=
heit vom 7. Auguſt dieſes Jahres, das aus Anlaß der
Vereini=
gung des Amtes des Reichspräſidenten mit dem des Führers und
deutſchen Reichskanzlers von der Reichsregierung beſchloſſen wurde
und das am 10. 8. 34 in Kraft trat wurden allein im Bezirk
Groß=Berlin bisher über tauſend Häftlinge auf freien Fuß geſetzt.
Mit weiteren Haftentlaſſungen iſt in den nachſten Tagen laufend
zu rechnen.
In Sulzbach, wo erſt kürzlich auf den Organiſationsleiter der
Deutſchen Front ein Revolveranſchlag verübt worden war,
ereig=
nete ſich in der Nacht zum Donnerstag eine heftige Schießerei. 20
bis 25 Mann einer kommuniſtiſchen Klebekolonne rotteten ſich
zu=
ſammen und eröffnete auf 4 Sulzbacher Bürger, die ſie in ihrem
Treiben ſtörten, lebhaftes Revolverfeuer. Als Landjäger in Sicht
kamen, flüchteten die Kommuniſten. Vier von ihnen konnten
ge=
ſtellt werden.
Zwiſchen einer bedeutenden Gruppe norwegiſcher
Walfiſch=
fänger und dem Reichsernährungsminiſterium iſt ein
Lieferungs=
vertrag im Betrage von 1½ Millionen Pfund Sterling
abge=
ſchloſſen worden, wonach die norwegiſche Gruppe ſich verpflichtet,
150 000 Tonnen Tran zu liefern. Das Abkommen iſt von der
Be=
dingung abhängig, daß ein beſonderes Verrechnungsabkommen
erreicht wird.
Das Wiener Bundeskanzleramt hat die in Saarbrücken
er=
ſcheinende Zeitung „Deutſche Front” auf die Dauer eines Jahres
in Oeſterreich verboten.
Die Wiener Polizeidirektion hat die ſogenannten Deutſchen
Studentenheime in der Gentzgaſſe, in der Wurlitzer=Gaſſe und in
der Porzellangaſſe behördlich geſperrt und aufgelöſt. Die
Studen=
tenheime dürfen im Herbſt keinerlei Tätigkeit mehr entfalten und
keine Studenten mehr beherbergen. Die Verfügung wird damit
begründet, daß in dieſen Studentenheimen nationalſozialiſtiſche
Propaganda betrieben worden ſei.
Die franzöſiſche und die britiſche Regierung ſind
übereingekom=
men, daß die öſterreichiſche Armee für ein weiteres Jahr eine
Stärke von 30000 Mann behalten darf. Noten mit
entſprechen=
dem Inhalt werden binnen kurzem nach Wien geſandt werden. Dem
Vernehmen nach dürfte auch die italieniſche Regierung den gleichen
Schritt tun.
Die Pariſer Blätter bringen ſpaltenlange Auszüge aus dem am
Mittwoch veröffentlichten politiſchen Teſtament des verſtorbenen
Reichspräſidenten von Hindenburg. Im allgemeinen wird dieſes
Teſtament als eine Stärkung der Poſition Hitlers bewertet, und
man bringt daher die jetzt erfolgte Veröffentlichung mit den
Vor=
bereitungen zur Volksabſtimmung vom 19. Auguſt in
Zuſammen=
hang.
In der engliſchen Preſſe wird die Bedeutung des Teſtamentes
für die Volksabſtimmung vom kommenden Sonntag unterſtrichen
und betont, daß damit der verſtorbene Reichspräſident ſeine
Stimme für Hitler abgegeben habe.
Der Gouverneur des amerikaniſchen Federal Reſerve Board,
Eugen Black, hat ſein Amt niedergelegt. Er teilte mit, daß
Prä=
ſident Rooſevelt ſeinen Rücktritt angenommen habe und daß er
ſeinen früheren Poſten als Gouverneur der Federal Reſerve Bank
von Atlanta wieder aufnehmen werde.
Die letzte Abteilung amerikaniſcher Marine=Infanterie hat
am Mittwoch Haiti verlaſſen. Damit iſt die amerikaniſche
Be=
ſetzung, die am 1. Juli 1915 begonnen hatte, zu Ende. Zum
vier=
ten Male hat Haiti, das früher ſchon von den Spaniern,
Eng=
ländern und Franzoſen beſetzt worden war, ſeine Freiheit
wieder=
erlangt.
DuſdnnsstekteRete Zwdiſchen balowin
und Lebrun.
Baldwin erhälk Anſchauungsunkerricht.
Miniſter Baldwin, der als Stellvertreter Macdonalds die
Ge=
ſchäfte des engliſchen Miniſterpräſidenten führt, muß, das war
da=
mals ſchon vorgeſehen, einen längeren Badeaufenthalt nehmen,
der ihn ſelbſtverſtändlich nach Frankreich führt, und es iſt ebenſo
ſelbſtverſtändlich, daß die Franzoſen auch dieſe Gelegenheit wieder
benutzen, um ihren engliſchen Freunden vor Augen zu führen, wie
wertvoll Frankreich als Bundesgenoſſe iſt. Man hat Herrn
Bald=
win dringend nahegelegt, ſeine Reiſen, die er im Kraftwagen
zu=
rücklegt, möglichſt an der lothringiſchen Grenze entlangzuführen.
Jedenfalls iſt, wie ſogar engliſche Zeitungen zugeben, dafür
ge=
ſorgt, daß er immer auf ſtrategiſchen Straßen fährt, die für
Mil=
lionen angelegt worden ſind. Er wird auch auf dieſe Weiſe ſelbſt
davon überzeugen können, wie ſtark die militäriſche Grenzſperre
gegen Deutſchland iſt, wobei es nur eine verſehentlich eingefloſſene
Unfreundlichkeit gegen Italien iſt, wenn hinzugefügt wird, daß die
franzöſiſch=italieniſche Weiſe undurchdringlich gemacht worden iſt.
Herrn Baldwin wird auch begreiflich gemacht, daß er nur den
be=
ſcheidenſten Wunſch auszuſprechen braucht, und daß ihm dann
ſo=
fort alle Einzelheiten der unterirdiſchen franzöſiſchen Feſtungen
vorgeführt werden. Rein zufällig iſt auch der franzöſiſche
Staats=
präſident Lebrun im lothringiſchen Grenzgebiet, und es würde
nicht überraſchen, wenn die beiden Autos, ebenſo zufällig ſich
irgendwo für kürzere oder längere Zeit begegneten.
alle Einzelheiten aufzählen; die intereſſieren ja auch die
Allge=
meinheit weniger als den Fachgelehrten. Für das Publikum iſt
es von beſonderer Wichtigkeit zu wiſſen, daß unter Einſatz der
modernſten Apparaturen heute Möglichkeiten ſich bieten, den
er=
krankten menſchlichen Körper zu heilen, die noch bis vor kurzem
ganz unmöglich erſchienen. Deutſche Firmen haben beiſpielsweiſe
zur Erreichung der Höchſtleiſtung aus den Röntgenröhren für die
Zwecke der Diagnoſtik eine ſinnreiche Konſtruktion des
Röhren=
innern gefunden, die, aufgebaut auf der Anwendung von
Dreh=
anodenröhren, eine bis zu zwölfmal höhere Leiſtungsfähigkeit
aufweiſen, als ſie mit den bisher üblichen Röhren mit ſtehender
Anode erzielt werden konnten. Auch die Forderung nach
Höchſt=
ſpannungsſchutz iſt nunmehr von der konſtruktiven Seite her
voll=
auf erfüllt worden. Daher iſt es jetzt möglich, auch Apparaturen
herzuſtellen, die bisher, weil ſie nicht den in einigen Ländern
geſetzlich geforderten Hochſpannungsſchutz beſaßen, nicht zur
An=
wendung kommen durften. So ſieht man auf dieſer Ausſtellung
zum erſten Male das „Röntgen=Ei” und die „Röntgen=Kugel”.
In der Röntgentherapie bietet ſich ein anſchauliches Bild
mit dem klar zu erkennenden Ziel, die Röntgentherapie nunmehr
der Radiumtherapie zur Heilung des Krebſes anzugleichen. Dieſe
Geißel, die noch immer auf uns laſtet, kann wirkſam bekämpft
werden durch die Erfindung eines deutſchen Röntgenologen.
Pro=
feſſor Dr. Chaoul aus Berlin iſt es gelungen, die Krebsheilerfolge
nach einer von ihm angegebenen Methode, die ſich der
Röntgen=
ſtrahlen bedient, denen mit der Radiumtherapie erzielten nicht
nur vollkommen anzugleichen, ſondern — ein ſehr lehrreicher
Film, der auf dem Kongreß vorgeführt wurde, zeigte das — ſie
mit ſeiner bereits ſeit mehreren Jahren angewandten Methode
zu überflügeln.
Röntgenapparate wurden bisher ſchon auf bewährte Weiſe
von mehreren deutſchen Fachfirmen erbaut. Dieſe
Unternehmun=
gen haben es in den letzten drei Jahren verſtanden, eine ganze
Reihe überaus bedeutſamer Neuerungen zu konſtruieren und
ein=
zuführen. So findet man ein Durchleuchtungsgerät, welches durch
Motorantrieb die Drehung des Patienten ebenſo wie die des
unterſuchenden Arztes nach allen Richtungen geſtattet. Es iſt bei
der Unterſuchung fortan möglich, daß durch dies Gerät Patient
und Arzt zugleich ſeitlich oder auf dem Kopfe ſtehen oder aufrecht
ſtehen können, ganz wie es der Unterſuchungszweck während der
Durchleuchtung erfordert. Sehr beachtlich iſt eine andere
Neu=
konſtruktion, die aus Berlin kommt und die mit Recht die
Auf=
merkſamkeit der Ausſtellungsbeſucher beanſprucht. In einer
über=
ſichtlichen Anordnung wird an Hand von Röntgenbildern, die in
der Chirurgiſchen Univerſitätsklinik der Charité=Berlin angefer=
Freitag, 17. Auguſt 1934
Um dus Schttfat
der Noromaudicherttweit Bähn.
Sowietrufſiſche Warnung.
DNB. Charbin, 16. Auguf=
In politiſchen Kreiſen erregt eine Rede großes Auffſek
die der ſowjetruſſiſche Vizedirektor der Nordmandſchuriſe
Bahn vor den Angeſtellten der Bahn hielt. Er erklärte
Sowjetunion ſei nicht damit einverſtanden, die Bahn billig
verkaufen. Falls Japan oder die Mandſchurei verſuchen foll
die Bahn wegzunehmen, ſo würde die vollkommen gerüt
Sowjetunion die Bahn militäriſch beſchützen, wobei die 6
leiſtung eines dritten Landes ſicher ſei.
Ruſſiſche Meldungen, wonach Japan plane, die Oſtchinefi
Bahn zu beſchlagnahmen und in der geſamten Bahnzone
Kriegszuſtand zu erklären, werden vom japaniſchen Ausp
tigen Amt dementiert. Andererſeits wird jedoch in politit
Krciſen ganz offen zugegeben, daß die japaniſch=ruſſiſche e
nung im Wachſen iſt und ein Teil der Preſſe führt eine
ſcharfe Sprache gegen Rußland.
* Die ſeit Monaten zwiſchen Rußland und Japan in 3
geführten Verhandlungen über den Verkauf der oſtchineſiſ
Bahn ſind jetzt endgültig in die Luft geflogen. Rußland
nominell noch Beſitzer der Bahn. Zu ſagen aber haben die Ry
in der Verwaltung gar nichts mehr, und die Japaner haben
ſen Tatbeſtand benutzen wollen, um angeblich für den ne
Staat Mandſchukuo die ganze Bahn für ein Butterbrot
Ruſſen abzukaufen. Dieſer Vorſchlag iſt aber jetzt von Mo
abgelehnt worden, nicht ohne einiges bengaliſches Feuerr
Die Ruſſen haben einen Bericht veröffentlichen laſſen, wori
behaupten, daß die oſtchineſiſche Bahn unter einer wahren
Te=
herrſchaft mandſchukuoiſcher Banditen ſtehe, Seit dem 1.
Ja=
ſeien 46 Perſonen, darunter 9 Eiſenbahnbeamte, ermordet
über 100 verwundet worden. Dazu zahlloſe Beraubungen
Eiſenbahnangeſtellten, 9 zerſtörte Brücken, 16 Eiſenbahnung
faſt 100 bewaffnete Ueberfälle auf Stationsgebäude, Br.
ſtiftungen und Verhaftungen ruſſiſcher Staatsangehöriger.
Angaben ſind vermutlich richtig, nur daß die Ruſſen kaum
Möglichkeit haben, daran etwas zu ändern, wenn ſie nicht
ſchloſſen ſind, die Grenze zu überſchreiten und ſich gewaltſat
den Beſitz ihres Vermögensobjektes zu ſetzen. Die Tonart
Moskauer Preſſe klingt zwar energiſch, aber ſoweit werde
nicht gehen wollen, zumal da die Japaner, die am längeren
des Hebels ſitzen, eine betonte Ruhe an den Tag legen, um e
ſchon dadurch die Ruſſen ins Unrecht zu ſetzen. Für alle
haben ſie ja auch den mildtätigen Helfer Staat Mandſch
der nun, nachdem die Verhandlungen geſcheitert ſind, ſich
endgültig in den Beſitz der Bahn ſetzen und unter dem
Vor=
techniſcher Reformen die letzten ruſſiſchen Einflüſſe beſei
wird. Für die Ruſſen eine ſehr peinliche Konſequenz, und
eigentlich unvermeidlich, daß aus dieſer Entwickl
heraus eine neue Verſchärfung der politiſ
Gegenſätze im Fernen Oſten entſteht. Wir würden
nicht wundern, wenn in den nächſten Tagen oder Wochen be
Alarmgerüchte kämen, die bis zu einer Drohung mit den
ginn kriegeriſcher Handlungen gehen.
Verſchärfke innerpolikiſche Lage inJel
Anſchläge auf die Telephonleikungen.
EP. Dublin, 16. Au
Die durch die blutigen Zuſammenſtöße in Cork, wo
läßlich einer Vieh=Zwangsverſteigerung mehrere Tote
Verletzte gab, entſtandene Spannung im iriſchen Fr
wurde am Dienstag durch das ſyſtematiſche Zerſchneide
Telephondrähten noch weiter geſteigert. Etwa 100 Tele
inien wurden von unbekannten Tätern zur gleichen Zeit
ſchnitten und damit der Telephonverkehr in ganz Irlanl
auch zwiſchen Irland und England völlig lahmgelegt. (
zeitig wurde der Verſuch gemacht, das in der Nähe
de=
gierungsviertel gelegene Poſtamt in Brand zu ſtecken.
kannte Täter warfen benzingetränkte Lappen in den Brie
des Poſtbüros von St. Stephens Green, in den ſtets
Briefe von Behörden eingeworfen werden. Hunderte von
fen wurden zerſtört, bevor die Feuerwehr den Brand I
Die Begleitumſtände des Begräbniſſes des am
Mont=
ſchoſſenen Bauern zeigen deutlich den politiſchen Charakt
Kundgebung in Cork, die zu einem blutigen Zuſammenſtoß
demonſtrierenden Menge mit der Polizei führte. Der eher
Präſident des iriſchen Freiſtaates, Cosgrave, und der Führ
Blauhemden, General ODuffy, wohnten am Mittwoch de
erdigung des erſchoſſenen Bauern in deſſen Wohnort bei,
„letzte Botſchaft” wurde von Trompetern der Blauhemden=)
geblaſen.
tigt wurden, eine neue Aufnahmetechnik der ſogenannten Rör
ſchnittdarſtellungen gezeigt, die zum erſten Male wirklick
Ergebniſſe in der Praxis aufzuweiſen hat. Mit dieſer M
iſt es ſogar möglich, beliebige Ebenen aus einem lebenden
per heraus zu röntgen, ſo daß z. B. die Gehörſchnecke, ein
ziger, ſonſt gar nicht darſtellbarer Knochen, getrennt von ‟
übrigen Partien des Felſenbeins und der Schädelknochen,
im Bilde dargeſtellt werden kann.
Dem Mediziner und dem Techniker werden von alle S‟
ſtellenden Firmen berechtigte Hoffnungen auf dem Gebie
Elektromedizin, und zwar mit der Anwendung der Ultra /
wellen= und der Kurzwellentherapie, gemacht. Dieſe jüngſt *
rapie mit elektriſchen Wellenlängen, die etwa in jener C7”
ordnung arbeiten, wie ſie vom Rundfunk her bekannt ſi
ſtatten eine therapeutiſch wirkſame Beeinfluſſung des erk:
Gewebes.
Auf dem Gebiete der photographiſchen Induſtrie ſteht P
räumlich als auch der Qualität nach die deutſche Induſt!!*
ihren Leiſtungen an erſter Stelle. Sie zeigt an einem groß
Bildmaterial die techniſchen Möglichkeiten der Teeinfluſſu 2
Schärfe und des Kontraſtes der Röntgenaufnahme und ſte
mit die deutſche Qualitätsarbeit, die Sorgfalt in der A4
und in der Bearbeitung des Materials erneut eindeutig
Beweis. Eine gute Werbung für Deutſchland, eine Wirt
die Weite bedeutet die Tatſache, daß von den vierzig aus 0
ſchiedenſten europäiſchen Ländern und aus Amerika ausſte
Firmen zwanzig deutſche Unternehmungen vertreten ſind *
exakte Leiſtungen allgemein als führend anerkannt werden.
Induſtrien ſind die rechten Mitarbeiter der deutſchen Fo. —
und Wiſſenſchaft.
Die Teilnehmer an dieſem Radiologenkongreß benutz
Recht jede Pauſe, die in die umfangreiche und überaus 1
Vortragsreihe eingelegt iſt, um die Ausſtellung näher kel
lernen. Gewinn ziehen ſie aus beiden Veranſtaltungen;
dende Menſchheit wird den Nutzen davon haben.
Techniſche Hochſchule Darmſtadt. Rektor und Sei
Techniſchen Hochſchule Darmſtadt haben auf einſtimmigen
der Abteilung für Maſchinenbau Herrn Direktor Cart
Leiter der Gießerei der Heinrich Lanz A.=G in Manng
Anerkennung ſeiner hervorragenden Verdienſte um die *
lung des hochwertigen perlitiſchen Gußeiſens die Würde
Doktor=Ingenieurs Ehrenhalber verliehen.
Herrn Dr.=Ing. Otto Kriſcher zu Darmſtadt wu
venia legendi für das Gebiet „Theoretiſche Wärmelehre
das Gebiet „Heizung und Lüftung” für die Studierenden
hitekturabteilung an der Techniſchen Hochſchule Darmſtadt
Freitag, 17. Auguſt 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 226 — Seite 3
Aapen de Bandesprafident Mias
Papen übermitkelt den Wunſch der Reichsregierung und das lehte Vermächknis des verewigken
Reichs=
präſidenken nach Wiederanbahnung normaler und freundſchaftlicher Beziehungen
zwiſchen Deukſchland und Oeſterreich.
Freundliche Aufnahme Papens.
DNB. Wien, 16. Auguſt.
Amtlich wird mitgeteilt: Der neuernannte deutſche Geſandte
Franz von Papen iſt Donnerstag, um 12 Uhr mittags, in
Beglei=
ung des diplomatiſchen Perſonals der Geſandtſchaft beim
Bundes=
ſräſidenten Miklas erſchienen, um ihm ſein Beglaubigungsſchreiben
u überreichen. Der Geſandte wurde von Kabinettskommiſſär Dr.
Halli feierlich eingeholt. Eine Ehrenkompagnie bereitete bei der
An= und Abfahrt unter den Klängen des Generalmarſches die
Ehrenbezeugung. Bei der Ueberreichung des
Beglaubigungsſchrei=
ſens, die nach Austauſch freundſchaftlicher Anſprachen ſtattfand,
varen Bundesminiſter Dr. Berger=Waldenegg und
Kabinettsdirek=
or Klaſterſky anweſend.
Bei der Ueberreichung des Beglaubigungsſchreibens hielt
Geſandter von Papen
olgende Anſprache:
„Herr Bundespräſident! Vom Herrn deutſchen Reichskanzler
Is außerordentlicher Geſandter, und bevollmächtigter Miniſter
n beſonderer Miſſion nach Wien entſandt, habe ich die Ehre, Ew.
Exzellenz mein Beglaubigungsſchreiben zu überreichen, das
zu=
lleich von der Abberufung meines Herrn Amtsvorgängers
Mit=
eilung macht.
Indem ich das ehrenvolle Amt übernehme, die deutſche
Regie=
ung bei der öſterreichiſchen Regierung zu vertreten, bin ich mir
ker hohen Bedeutung und Verantwortung der Aufgaben bewußt,
ie dieſes Amt gerade unter den gegenwärtigen Verhältniſſen in
ich ſchließt. Es iſt der Wunſch der Reichsregierung und zugleich
as letzte Vermächtnis des verewigten Reichspräſidenten
General=
eldmarſchalls von Hindenburg an mich, daß das leider getrübte
Zerhältnis zwiſchen Deutſchland und Oeſterreich wieder in
nor=
nale und freundſchaftliche Bahnen geleitet werde. Mein
vornehm=
es Beſtreben wird es daher ſein, meine ganze Kraft für die
Ver=
oirklichung dieſes Wunſches einzuſetzen und ſo dazu beizutragen,
aß ſich in unſeren ſtaatlichen Beziehungen die Gefühle der
Freund=
haft wieder herſtellen, wie ſie unſerer tauſendjährigen Stammes=
1nd Kulturgemeinſchaft entſprechen.
„Ich trete an dieſe große Aufgabe voll Zuverſicht heran, weil
h des feſten Glaubens bin, daß die auf Blutsverwandtſchaft und
emeinſamer Geſchichte beruhenden Bande zwiſchen unſeren beiden
ändern unzerſtörbar ſind und weil ferner eine Zuſammenarbeit
uf geiſtigem, ſozialem und wirtſchaftlichem Gebiet für den
euro=
äiſchen Wiederaufbau unerläßlich iſt. Deshalb hege ich die
Hoff=
ung, daß ich bei meiner Tätigkeit auf die hohe Unterſtützung Ew.
xzellenz und die unentbehrliche Mitwirkung der öſterreichiſchen
legierung rechnen kann.”
Auf dieſe Anſprache des Geſandten von Papen antwortete
Bundespräſidenk Miklas:
„Herr Geſandter! Mit Vergnügen nehme ich aus Ihren
Hän=
en das Schreiben entgegen, durch das Sie Se. Exzellenz der Herr
utſche Reichskanzler als außerordentlichen Geſandten und
bevoll=
ächtigten Miniſter des Deutſchen Reiches in Wien beglaubigt.
leichzeitig übernehme ich das Abberufungsſchreiben betr. Ihren
ſorgänger, den Herrn Geſandten Dr. Kurt Rieth.
Mit Genugtuung habe ich Ihren Worten entnommen, daß
w. Exz. in erſter Linie mit der beſonderen Miſſion betraut ſind,
n Sinne Ihres nun in Gott ruhenden großen Reichspräſidenten
eeneralfeldmarſchall von Hindenburg das Verhältnis zwiſchen
ſeſterreich und dem Deutſchen Reich wieder zu einem normalen
u geſtalten. Ich bitte Ew. Exz., die Verſicherung
entgegenzuneh=
ten, daß es auch mein aufrichtiger Wunſch iſt, unſeren Beziehungen
on Staat zu Staat wieder jenen freundſchaftlichen Charakter zu
eben, der den geſchichtlichen Gegebenheiten und Gemeinſamkeiten
n Sprache und Kultur unſerer beiden Staaten entſpricht. In dem
Zeſtreben nach Durchführung dieſer Aufgabe werden Ew. Ecz. bei
iir und der Bundesregierung jederzeit die vollſte Unterſtützung
inden.
In dieſem Zuſammenhang drängt es mich auch, der Hoffnung
ind zuverſichtlichen Erwartung Ausdruck zu verleihen, daß auch auf
birtſchaftlichem Gebiet die zwiſchen unſeren beiden Staaten
be=
tehenden Störungen beſeitigt werden, und daß es uns vergönnt
ein wird, durch wirtſchaftliche Zuſammenarbeit mit den anderen
Ländern Europas zur Ueberwindung der allgemeinen
Wirtſchafts=
riſis und zur Förderung des Wohlſtandes der Völker beizutragen.
Indem ich Ew. Exz. aufrichtig bitte, in dieſem Sinne auf
meine Mitwirkung zu rechnen, heiße ich Sie, Herr Geſandter, in
Oeſterreich willkommen.”
Daran knüpfte ſich eine in herzlichen Worten gehaltene
Unterredung zwiſchen dem Bundespräſidenten und dem Geſandten
von Papen.
Ankrikksbeſuch von Papens im Bundeskanzleraml.
Amtlich wird mitgeteilt: Der neue deutſche Geſandte, Herr
von Papen iſt Donnerstag vormittag in Begleitung des
deut=
ſchen Geſchäftsträgers, Prinzen Erbach, und ſeines Sekretärs
von Tſchirſchky, im Bundeskanzleramt erſchienen, um dem
Gene=
ralſekretär für auswärtige Angelegenheiten, Peter, dem
Bundes=
miniſter für auswärtige Angelegenheiten, Berger=Waldenegg,
und dem Bundeskanzler Dr. Schuſchnigg ſeinen Antrittsbeſuch
abzuſtatten.
Auflöſung der öſterreichiſchen Bauernwehr.
DNB. Wien, 16. Auguſt.
Amtlich wird mitgeteilt: Der Staatsſekretär für
Sicherheits=
weſen hat die Oeſterreichiſche Bauernwehr (früher Grüne Wehr
genannt), und alle ihre Unterverbände aufgelöſt und die
be=
dingungsloſe Entwaffnung angeordnet. Die Oeſterreichiſche
Bauernwehr war die Wehrformation des Landbundes.
Die Vorarbeiten zur „Säuberung” des Deutſchen
Turner=
bundes durch die ſtaatlichen Stellen ſind bereits ſehr weit
ge=
diehen, die Perſon des Staatskommiſſars ſteht bereits feſt. Es
iſt ein Mitglied des Heimatſchutzes, der früher dem Deutſchen
Turnerbund angehörte, jedoch aus dieſem wegen Mangels an
nationaler Geſinnung ausgeſchloſſen wurde. Seine Name wird
vorderhand noch geheim gehalten. Dieſer Staatskommiſſar wird
dann auch alle Gau= Bezirk= und Kreisturnräte durch
Staats=
kommiſſare erſetzen. An Stelle des verbotenen Abzeichens des
Turnerbundes, deſſen Anordnung der vier großen E an das
Hakenkreuz erinnert, wird ein Abzeichen geſchaffen werden, das
die öſterreichiſche Einſtellung der Turnerſchar betonen ſoll. Alle
Turner und Funktionäre, die ſich nicht bedingungslos auf den
Boden des „Oeſterreichertums” ſtellen, werden rückſichtslos
aus=
geſchloſſen.
Der Lieblingskraum des Herrn Knos.
Der Präſident der Saarkommiſſion Knox iſt in Genf mit
ſeinen Sehnſüchten nach einer internationalen Polizei
nicht überall auf Gegenliebe geſtoßen. Man weiß ja, daß er
dieſes Ziel ſeit langem angeſtrebt hat. Der Rat hatte auch
die äußerſte Möglichkeit einer ſolchen Löſung ins Auge gefaßt.
Niemand hat aber daran gedacht, daß Herr Knox, der ja doch
ſchließlich Vorſitzender einer unparteiiſchen Regierungsbehörde
ſein ſoll, ſo einſeitig gegen die Deutſchen Partei nehmen würde.
Der Brief, den er an den Generalſekretär des
Völkerbundes gerichtet hat, iſt eigentlich eine einzige Anklage
gegen die Deutſchen, aber deshalb ſehr viel mehr eine
An=
klage gegen ihn ſelbſt, eben weil die Vorwürfe, die er
erhebt, nicht begründet ſind, und auch die Genfer Kreiſe ſeine
Beweisführung in keiner Weiſe als ſtichhaltig
anſchen. Schließlich hat man in Genf mehr Verſtändnis dafür,
daß jetzt noch fünf Monate bis zur Abſtimmung vorliegen, und
daß deshalb wenigſtens beſtimmte
Mindeſtforde=
rungen des nationalbewußten Deutſchtums
erfüllt werden müſſen.
Man denkt auch mit einiger Sorge an dieſe
merkwür=
dige Polizeitruppe, die nach Herrn Knox' Wunſch an
der Saar aufmarſchieren ſoll. Herr Knox will ſie ſelbſt
an=
werben, er wünſcht nur eine empfehlende Unterſtützung vom
Völkerbund an die einzelnen Regierungen, bei denen die
Trom=
mel gerührt werden ſoll. Man denkt dabei ans Elſaß, an
Luxemburg, die Tſchechoſlowakei, die Schweiz, vielleicht die
deutſchen Minderheiten in Polen und in den Randſtaaten, an
Dänemark, Italien, Ungarn und Rumänien und endlich an
Oeſterreich. Das kann eine beſſere Fremdenlegion
werden. Das kann aber auch noch etwas ganz anderes werden
und es wäre an ſich ſchon begreiflich, wenn die betreffenden
Länder vornehmlich Oeſterreich keine beſondere Neigung
ver=
ſpüren, ihre Staatsangehörigen in das Fegefeuer dieſes Knox=
Abenteuers hineinzujagen.
Aut Minohen Heiatsiltdte
für die „Skiftung der Opfer der Arbeit”.
DNB. Berlin, 16. Auguſt.
Vor einigen Tagen fand eine Sitzung des Ehrenausſchuſſes
der „Stiftung der Opfer der Arbeit” ſtatt, die am 4. Mai des
vergangenen Jahres durch Adolf Hitler ins Leben gerufen
wurde. An der Sitzung nahmen die Mitglieder des
Ehrenaus=
ſchuſſes, die Staatsräte Walter Schuhmann, Dr. Fritz Thyſſen
und Dr. von Stauß teil.
Der ehrenamtliche Geſchäftsträger, Oberregierungsrat Dr.
Ziegler, vom Reichsminiſterium für Volksaufklärung und
Pro=
paganda, berichtete über den Stand der eingegangenen
Spen=
den. Dieſe haben faſt den Betrag von acht Millionen Mark
erreicht. Dr Ziegler berichtete weiterhin über die anläßlich des
Bergwerksunglücks in Buggingen getroffenen Hilfsmaßnahmen
und die mit „Hilfswerk Buggingen” in Karlsruhe hergeſtellte
Zuſammenarbeit. Aus dieſem Bericht ergab ſich, daß für das
„Hilfswerk Buggingen” ein Betrag von über 400 000 Mark an
Spenden eingegangen iſt, und daß von den zuſtändigen Stellen
alles geſchehen iſt und noch geſchehen wird, um die Exiſtenz
der Hinterbliebenen der in Buggingen verunglückten Kaliarbeiter
ſicherzuſtellen.
Es wurde ſodann über die eingegangenen Geſuche
be=
ſchloſſen. Von 2 124 Anträgen, die von dem Büro der Stiftung
vorbereitet waren, wurden 1692 mit einer Unterſtützung
be=
dacht, während bei 432 Geſuchen auf Grund der vorgenommenen
Prüfung der Verhältniſſe eine dringende Notlage ſich nicht
ir=
gab. Bei 1058 Geſuchen wurde eine monatliche Unterſtützung
für ein ganzes Jahr in Höhe von 410860 Mark, bei 634
Ge=
ſuchen eine einmalige Unterſtützung im Geſamtbetrage von 77 295
Mark vom Ehrenausſchuß bewilligt. Es gelangte damit alſo ein
Geſamtbetrag von beinahe einer halben Million Mark zur
Verteilung. Die geſamten von der Stiftung ſeit ihrem Beſtehen
erfolgten Bewilligungen erreichen damit eine Summe von rund
1½ Millionen Mark.
Der Leidensweg der Memelländer.
Neuer likauiſcher Vorſtoß gegen die Beamkenſchaft
des Memelgebiels.
Das Direktorium des Memelgebietes hat angeordnet, daß
allen Angeſtellten der autonomen öffentlichen Einrichtungen, der
Selbſtverwaltungen und der öffentlich=rechtlichen Körperſchaften
bis zum 15. Auguſt ds. Js der Dienſt gekündigt ſein muß.
Den Landräten wurde befohlen, auch die Angeſtellten des
Krei=
ſes im Namen des Direktoriums zu kündigen.
Die Kündigungen ſollen wie es in dem Beſchluß des
Direktorium heißt den Zweck haben, die Entlohnung und die
Zahl der Angeſtellten nachzuprüfen und wenn notwendig zu
verkleinern. Außerdem ſollen die Angeſtellten, welche der
litau=
iſchen Sprache nicht mächtig ſind, „antiſtaatlichen” Parteien
angehörten, oder „ſtaatsfeindlich” ſich betätigten, endgültig aus
dem Dienſt ausſcheiden.
In Wirklichkeit handelt es ſich wieder um einen Verſuch,
möglichſt alle Deutſchen aus den Amtsſtellen des Memelgebietes
zu entfernen. Die drei Parteien, die in dem Erlaß gemeint ſind,
wurden ja erſt nachträglich als ſtaatsfeindlich bezeichnet. Ihnen
anzugehören, ſtellte keine illegale Handlung dar. Infolgedeſſen
hat dieſen Parteien ja die Mehrzahl der Memeldeutſchen
an=
gehört. Wo aber dieſer Vorgang doch nicht herhalten kann, will
man jetzt anſcheinend die betreffenden deutſchen
Behörden=
angeſtellten über die Sprachenprüfung ſtraucheln laſſen. Eine
Norm zur Beurteilung der litauiſchen Sprachkenntniſſe gibt es
borläufig nicht. Es kann daher jedem vorgeworfen werden, daß
er die litauiſche Sprache nicht beherrſche.
* Schlag auf Schlag folgen jetzt im Memelgebiet die
Ge=
waltmaßnahmen der Litauer. Das neue Direktorium hat
an=
geordnet, daß alle Angeſtellten der öffentlichen Körperſchaften
bis zum 15. Auguſt gekündigt ſein mußten. Angeblich, um ihre
Beſoldung und Arbeitsleiſtung nachzuprüfen, tatſächlich aber iſt
der einzige Sinn dieſer Anordnung, alle Deutſchen aus den
Amtsſtellen des Memelgebietes zu entfernen. Die
Signatar=
mächte aber hüllen ſich nach wie vor in Stillſchweigen und
ſehen zu, wie mit ihren Verſprechungen Schindluder getrieben
wird. Sie kümmern ſich nicht darum, wie in Widerſpruch zu
beſiegelten Verträgen die Deutſchen im Memelland entrechtet
und die wenigen Litauer zu Herren des Memelgebietes werden.
Wie Agencia Stefani mitteilt, ſind Diviſionen, die nach den
Ereigniſſen vom 25. 7. 34 als Vorſichtsmaßnahme an der Nord=
und Nordoſt=Grenze konzentriert worden waren, in ihre
Heimat=
garniſonen zurückbefohlen worden. Die Zurückbewegung iſt
be=
reits im Gange.
Die „Deutſche Schule” in Akhen.
Ein Zeugnis deutſch=griechiſcher Verbundenheit.
Von Herbert Kemlein (Athen).
In einer Zeit, in der ſich ſo viele Elemente im
Haß gegen uns verbanden, heben ſich die herzlichen
kulturellen Beziehungen zwiſchen Deutſchland und
Griechenland beſonders wohltuend ab. Eine der
wichtigſten kulturellen Brücken iſt die Deurſche
Schule in Athen, die in dieſem Jahr ihr
hundert=
jähriges Beſtehen feiern und gerade in letzter Zeit
einen beſonderen Aufſchwung verzeichnen konnte.
Die „Deutſche Schule” in Athen, wie ſie heute daſteht, hat
ich erſt nach dem Weltkriege zu der Größe entwickelt, die ſie
lerte emporhebt über die anderen Schulen fremder
Nationali=
at in Griechenland. Doch ſind Idee und auch Inſtitution
er=
eblich älter, konnte doch die „Deutſche Schule” in dieſem Jahr
ereits ihr hundertjähriges Beſtehen feiern.
Gegen Ende April des Jahres 1834 wurde in Nauplia, der
amaligen Reſidenz König Ottos, die erſte deutſche Schule
egründet, der jedoch kein langes Leben beſchieden war, wie
Lc ihre Nachfolgerin ſich nicht länger als etwa ein Dutzend
Jähre halten konnte. Doch war hierdurch der Grundſtein ge=
Eſt. Die Saat mußte nur ſorgfältiger gehütet und gepflegt
derden, um Früchte tragen zu können. Erſt mit Wilhelm
*Orbfeld kam der Mann in die deutſche Kolonie, der jene
üheirrbar vorwärtstreibende Kraft beſaß, die der Schule
bis=
er gefehlt hatte. Die Arbeit begann mit elf Kindern im Jahre
2a und ſchon zwanzig Jahre ſpäter war die Zahl der Schüler
U hundertachtundreißig geſtiegen. Zwei eigene Häuſer ſtanden
UI eigenem Grundſtück, gerade als das Intereſſe ſeinen Höhe=
Mätt erreichte, als die ſchwellende Knoſpe die Hülle ſprengte,
4a zur vollen Blüte entfalten wollte, zwangen die ſogenannten
Sbusſtagten Griechenlands zur Schließung der Schule. Ob=
DoA das Land neutral war, obwohl der Krieg in ſeiner
furcht=
aü berheerenden Gewalt nur ſchwache Wellen ans griechiſche
ſade ſpülte, brach er dieſe junge Pflanze, die ſich zum ſtarken
Baum entwickeln wollte.
Doch war damit die Lebenskraft nicht mehr endgültig zu
Zerſtören. Als im Jahre 1927 die Tore wieder geöffnet wurden,
TIomten ſofort hundertundſieben Schüler zu den Deutſchen, und
Die außerordentlich raſch wachſende Zahl zwang zur Errichtung
Sihes neuen Schulhauſes, da der „Dörpfeld=Bau” zur
Auf=
nohne der jungen Menſchen nicht mehr ausreichte. Es erſtand
ſo neben dem alten Haus ein modernes, ſchönes Gebäude, ein
Schulhaus, das mit hellen, luftigen Klaſſenzimmern und
Hal=
len, Terraſſen, Arbeits= und Sammlungsräumen, Spiel= und
Speiſezimmern allen Anforderungen entſprach und den Schülern
eine Arbeitsſtätte bot, an der jegliche Mühe zur Luſt werden
mußte. Und der Lehrkörper der aus den allerbeſten jungen
Kräften ſich zuſammenſetzt, ſowohl deutſcher als griechiſcher
Nationalität, ſorgte dafür, daß man bald überall von der
Qualität der „Deutſchen Schule” überzeugt ſein mußte.
Der Erfolg blieb denn auch nicht aus. 1930 beſuchten
drei=
hundertneunzig Knaben und Mädchen aller in Athen lebenden
Nationalitäten die Schule, als das neuerlaſſene Schulgeſetz
vor=
ſchrieb, daß griechiſche Kinder nicht vor Abſolvierung der erſten
ſechs Jahre an einer griechiſchen Anſtalt eine ausländiſche
Schule beſuchen dürften. Die Schülerzahl ſank dadurch plötzlich
auf hundertſiebzig zurück. Heute aber iſt ſie bereits wieder auf
etwa zweihundertfünfzig geſtiegen und wird ſtändig größer.
Neben der eigentlichen Schule beſtehen noch Kurſe für
Er=
wachſene, an denen faſt dreihundert Griechen ſich beteiligen, die
die deutſche Sprache lernen und damit deutſches Fühlen und
Denken.
Die „Deutſche Schule” in Athen iſt heute hauptſächlich eine
Schule für griechiſche Kinder. Hier wird ihnen aber deutſche
Kultur vermittelt, ausgehend von der Geſchichte des eigenen
Volkes und Landes, deſſen Erben, wie ſich der Außenminiſter
Maximos mir gegenüber einmal äußerte, das deutſche Volk
geworden iſt. Sie erhalten hier ſoviel an deutſchem Geiſt,
deut=
ſcher Weſensart und Weltanſchauung mit auf den Lebensweg,
daß ſie unbedingt Hochachtung haben vor allem, was Deutſch
heißt. Und den deutſchen Kindern geht es ebenſo mit allem,
was das Land und Volk betrifft, das ſie gaſtlich aufnimmt. Es
iſt kulturpolitiſche Arbeit größten Ausmaßes, die hier geleiſtet
wird Werbung größter Wirkſamkeit. Und am Frieden zwiſchen
den Völkern Griechenlands und Deutſchlands kann nichts
beſſe=
res getan werden, als daß der Jugend dieſer Völker
vor=
einander Hochachtung eingeflößt wird, ſo daß die „Deutſche
Schule” allen ein Vorbild iſt deutſcher Arbeit, deutſchen Weſens
und deutſcher Kultur.
Friede H. Kraze: Land im Schatten. C. Bertelsmann.
Grenzland im Oſten in den Fängen des polniſchen Adlers!
Land im Schatten! Deutſchlands mütterlich wärmende Sonne iſt
dir untergegangen. Und doch lieben deine Menſchen die dunkle
Heimaterde mit allen Faſern ihres Herzens. Sie litten Not und
Verfolgung um dich, und vielen wurde deine Scholle zur ewig
ver=
lorenen Heimat, Friede H. Kraze, ſelbſt eng dem Grenzlanddeutſch=
tum verbunden, hat in dieſem Roman einen gewaltigen Stoff
ge=
meiſtert. Die Zeit der Grenzkämpfe 1919, dann planvolle
Be=
drückung, Enteignung; ausgewieſen die deutſchen Familien
ſchika=
niert von kleinlichen Patrioten. Terror, der auch vor
Kirchen=
türen nicht halt macht, eine ſchießwütige Soldateska — welche
Fülle ſpannenden Geſchehens. Ernſt und ſchwer, gleich wie
blei=
grauer Schneehimmel über weſtpreußiſcher Ebene drückt das
Ge=
ſchehen auf den Leſer. Unerbittlich rollt das deutſche Schickſal
da=
hin wie der Weichſelſtrom. Aber die gewaltige, tiefreligiöſe
Dar=
ſtellungskraft der Dichterin läutert das Dunkle, Dumpfe,
Unver=
ſtandene dieſes Schickſals.
Dr. E. Kramer: Geſchlechtsentſtehung und willkürliche
Ge=
ſchlechtsbeſtimmung. Bong u. Co., 3,50 RM. Erſt die
Wiſſen=
ſchaft der jüngſten Zeit deckte die geſchlechtsentſcheidenden
Fakto=
ren auf. Tauſendfach geſichert iſt die Erkenntnis; es gibt nur
einerlei Eier, dagegen 2 Sorten im Bau verſchiedener und ſtets
in gleicher Zahl auftretender Samenzellen. Bei der Feſtlegung
des Geſchlechts iſt noch ein zweiter, ein auswählender Faktor
wirk=
ſam. Prof. Unterberger entdeckte zufällig in unſeren Tagen die
chemiſche Natur dieſes Einfluſſes. Sie geſtattet auf einfachſte
Weiſe vorübergehend die natürlichen Verhältniſſe zu ſchaffen,
die eben dort vorliegen, wo aus einer Ehe nur Kinder gleichen
Geſchlechts hervorgehen. Der praktiſche Erfolg gab Unterberger
recht. Dennoch fordert die Wiſſenſchaft eine erakte Nachprüfung,
beſonders nach der chemiſchen Seite hin. Dieſe bildet den Kern
der vorliegenden Arbeit. Die neuen Erkenntniſſe eröffnen
zu=
gleich Ausblicke in bevölkerungspolitiſcher Hinſicht, die von hoher
Tragweite für den Staat ſind.
Luftrecht für Motor und Segelflieger. Von Dr. jur. Karl Ferd.
Reuß. Mit Anhang: Geſetzestexte, 152 S. 82 kart. 2,80 RM.
Verlag Klaſing u. Cie. G. m. b. H., Berlin W. 9, Potsdamer
Straße 139.
Der angehende Flugzeugführer, der ſich vor ſchriftliche und
mündliche Prüfung geſtellt ſieht, muß den Stoff des neuen
Luft=
rechts gründlich beherrſchen. Dazu bedarf er der Vorbereitung
auf dem Rechtsboden, dieſe ſoll ihm das Compendium des
Verfaſ=
ſers erleichtern.
Nach einer methodiſchen Einführung in das Luftrecht werden
in gemeinverſtändlicher Weiſe erläutert: Luftraum, Luftfahrzeug,
Luftfahrer, Flughafen, Verkehrsvorſchriften, Haftpflicht,
Ausbil=
dung von Luftfahrern, Luftfahrtunternehmen, =Veranſtaltungen,
Grenzüberflug, Beſchwerde, Strafbeſtimmungen,
Sonderbeſtim=
mungen für den Segelflug.
Intereſſant iſt, daß auch die Frage der Haftung für
Flur=
ſchaden durch herbeigeeilte Dritte behandelt iſt. Der Verfaſſer
hält dafür daß der Flugzeughalter nach 8 840 BGB. für den
geſamten Schaden haftet, aber einen Erſtattungsanſpruch gegen
die Dritten ſeinerſeits geltend zu machen in der Lage iſt.
Alles in allem erſcheint die Arbeit als ein gutes Rüſtzeug
Juſtizrat Lindt=Darmſtadt.
für den Prüfling.
Seite 4 — Nr. 226
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 17. Auguſt 1934
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Freitag, 17. Auguſt 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſiadt, den 17. Auguſt 1934
Aufruf!
Bei der Abſtimmung am 19. Auguſt geht es um die
Siche=
ng der Zukunft unſeres Volkes. Wir müſſen unſerer Jugend
ren geordneten Staat mit Entwicklungsmöglichkeiten für die
kunft hinterlaſſen. Es ſoll nicht ſein, daß die kommende
Ge=
ration ſich noch einmal mit der gleichen Not und dem gleichen
hickſal herumſchlägt wie wir.
Darum erwarte ich, daß Stadt und Kreis Darmſtadt
ihre Pflicht tun.
„ Es iſt notwendig, daß die Treue von Stadt und Kreis
Darm=
dt im Schickſalskampf des deutſchen Volkes ihren ſichtbaren
„sdruck findet.
Darum:
Vorwärts mit Adolf Hitler durch Nationalſozialismus
zur deutſchen Einheit und Einigkeit.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1934.
Wamboldt,
Kreisleiter und kommiſſ. Oberbürgermeiſter.
Aufeuf! — Bahnen heraus!
Am 17. Auguſt, abends 20.30 Uhr, hört Darmſtadt die
Ueber=
gung der Führerrede aus Hamburg auf dem Paradeplatz.
Am 19. Auguſt bekennt ſich Darmſtadt zu Führer und Volk.
Zum Zeichen der Schickſalsverbundenheit der ſchaffenden
utſchen aller Berufe
die Fahnen heraus!
Vom 17. bis 19. Auguſt kein Haus ohne die
Bekenntnis=
nen der Volksverbundenheit.
Es lebe das deutſche Volk.
Es lebe der Führer Adolf Hitler.
Darmſtadt, den 17. Auguſt 1934.
Wamboldt,
Kreisleiter und kommiſſ. Oberbürgermeiſter.
Der Reichsſtakthalter in Heſſen:
Perſonalmeldungen. Der Polizeikommiſſar a. D. Heinrich
nnſtiel in Mainz wurde unter Aufhebung ſeiner nach 8 4
olgten Entlaſſung auf Grund des 8 5 des BGB. in eine
Polizei=
imiſſarſtelle bei der Polizeidirektion Mainz verſetzt. — Die
ge=
ß § 4 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des
Berufsbeamten=
is unterm 28. Mai 1933 ausgeſprochene Dienſtentlaſſung des
lizeioberwachtmeiſters Johann Brack in Darmſtadt wurde
erm 4. Auguſt 1934 wieder aufgehoben.
Bekannkmachungen des Perſonglamkes.
Ernannt wurde am 29. Juli 1934 der Schulamtsanwärter Erich
bel aus Mainz zum Lehrer an der Volksſchule zu Eſſenheim,
is Mainz, mit Wirkung vom 1. Juni 1934 an.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 226 — Seite 5
Aufruf an den heſſiſchen Einzelhandel!
Am kommenden Sonntag wird das deutſche Volk darüber
ab=
ſtimmen, ob die Rechte und Pflichten des deutſchen Reichskanzlers
mit denen des deutſchen Reichspräſidenten zuſammengelegt werden
ſollen.
entſchiedenen „Ja” eine ſelbſtverſtändliche Pflicht!
der Retter aus Not und Elend geweſen. Er wird das deutſche Volk Dingen dem theologiſchen, gewidmet hat. Als Sohn des dama=
und damit auch die deutſche Wirtſchaft einer neuen Blüte
entgegen=
kanzler Adolf Hitler hat gezeigt daß ſyſtematiſch Schritt um Schritt iſt er am 18. Auguſt 1874 geboren. Durch die Verſetzung des
Die unter dem Führer erlaſſenen Geſetze führen ganz zielklar dazu,
der Hand unſeres gottbegnadeten Führers iſt auch für den
Ein=
zelhandel die beſte Gewähr für den Wiederaufbau der deutſchen zum Repetenten bei der theologiſchen Fakultät in Gießen —
Wirtſchaft und die Geſundung unſeres deutſchen Volkes.
handel nur eine Loſung:
Dem Führer unſer einſtimmiges „Ja”.
Heil Hitler!
Der Landesverbandsführer:
gez.: Franz Stabel.
Hunderttauſender fällt nach Berlin und Schleswig=Holſtein.
Zu Beginn der heutigen Nachmittagsziehung der Preußiſch=
Süd=
deutſchen Klaſſenlotterie fiel auf die Nummer 386 899 ein Gewinn
von 100 000 RM. Das Los wird in der erſten Abteilung in
Achtelloſen in Schleswig=Holſtein, in der zweiten Abteilung
eben=
falls in Achtelloſen in Berlin geſpielt.
— Verkehrsunfall. Geſtern nachmittag verunglückte auf der
Straße nach Griesheim ein Perſonenwagen an der Stelle, an der
die Kanaliſationsarbeiten ausgeführt werden. Der Fahrer hatte
anſcheinend die Gewalt über das Fahrzeug verloren. Nach
eini=
gen wilden Kurven überſchlug ſich der Wagen, der Fahrer wurde
herausgeſchleudert. Im ſelben Moment ſtand das Auto in hellen
Flammen, jeder Löſchverſuch war vergebens. Der Fahrer iſt ohne
jeden Schaden davon gekommen.
Mol. D. N. C. C. beket.
Zum 60. Geburkskag.
Hier gilt es, kurz der Verdienſte zu gedenken, die ſich der
Jubilar durch ſeine eifrige, ſelbſtloſe Tätigkeit ſeit 10 Jahren
Für den geſamten Einzelhandel iſt die Abſtimmung mit einem auch im öffentlichen Leben unſerer Stadt erworben hat. Er
ſtammt aus einer alten oberheſſiſchen Bauernfamilie, die ſchon
Hitler iſt für den Einzelhandel wie für das ganze deutſche Volk; ſeit Ende des 18. Jahrhunderts ſich gelehrten Berufen, vor allen
führen. Die kurze Zeit der Regierungsführung unter dem Volks= ligen Lehrers an der Realſchule zu Michelſtadt Theophil Becker
an dem Wiederaufbau des deutſchen Einzelhandels gearbeitet wird. Vaters wurde Darmſtadt die Stätte ſeiner Jugend. Nach ſeiner
Studienzeit, in der er ſich in Berlin, Greifswald und Gießen der
daß im neuen Reich der deutſche ehrbare Kaufmann wieder zur Theologie und Geſchichte zuwandte, trat er in den Pfarrdienſt,
Geltung kommt. Die Vereinigung der geſamten Reichsführung in Nacheinander wurden Zwingenberg. Alsfeld und dann — nach
einer anderthalbjährigen Unterbrechung durch ſeine Berufung
wiederum Alsfeld ſeine Wirkungsſtätten. 1914 trat er in den
Deshalb gibt es am Sonntag für den Einzel= Schuldienſt ein und wurde nach 10jähriger Tätigkeit an der
Offenbacher Oberrealſchule am Stadthaus 1924 Studienrat an
der Ludwigs=Oberrealſchule zu Darmſtadt. Den Krieg hat er
größtenteils als Lazarettpfarrer oder in Sanitätsformationen
mitgemacht.
Schon früh hat er ſich geſchichtlicher Forſchung gewidmet.
Kürnbach, wo er ſich ſeine Lebensgefährtin, die Tochter des
Hof=
apothekers Franz Groß, erwählte, iſt auch ſeine erſte geſchichtliche
Liebe („Das Kondominat zu Kürnbach bis 1598‟) Durch dieſe
Arbeit erwarb er ſich den philoſophiſchen Doktor der Gießener
Uni=
verſität. Dann haben ihm die von F. Herrmann begründeten
Alsfelder Geſchichtsblätter beſondere Förderung zu verdanken. Er
war es auch, der einſt das Stadtarchiv dort geordnet und durch
Veröffentlichung der Alsfelder Bürgerliſten einen beſonders
wert=
vollen Beitrag zur Geſchichte dieſer Stadt geliefert hat. Seine
wiſſenſchaftliche Bedeutung liegt aber in der Hauptſache auf
ſei=
nen Forſchungen, zu denen er im Riedeſelſchen Archiv angeregt
wurde. Was er hier erarbeitet hat, liegt nur z. T. in den drei
bisher veröffentlichen Bänden der „Riedſel zu Eiſenbach” vor.
Weitere Bände, die ſich inſonderheit auf die reichen Schätze der
Korreſpondenzen ſtützen, warten dringend auf die Herausgabe.
Unter den Werken über einzelne Familien des höheren Adels
un=
ſerer Gegend ſteht dieſe Darſtellung einzig da.
In Anerkennung ſeiner Verdienſte um die hiſtoriſche
Wiſſen=
ſchaft haben ihn ſowohl die Hiſtoriſche Kommiſion für Heſſen und
Waldeck wie auch die für den Volksſtaat Heſſen zu ihrem
Mit=
glied ernannt. Seit 1924 iſt er auch Schriftführer des
Hiſtori=
ſchen Vereins für Heſſen und damit zugleich Herausgeber des
Ar=
chivs für Heſſiſche Geſchichte und Altertumskunde und der Beiträge
zur Heſſiſchen Kirchengeſchichte. Aber damit erſchöpft ſich nicht
ſeine Arbeit für den Verein. Er iſt zu einem großen Teil
ver=
antwortlich für die Geſtaltung des Vereinslebens überhaupt. Es
genügt, an ſeine erfolgreiche Tätigkeit bei der Veranſtaltung von
Ausflügen des Vereins zu erinnern.
Auf kirchlichem Gebiet verdient vor allem ſein Wirken für
den Evangeliſchen Kirchengeſangverein für Deutſchland
hervorge=
hoben zu werden. Er ſetzt damit die verdienſtvolle Tätigkeit
ſei=
nes Vaters, eines Mitbegründers dieſes Vereins, fort. Für dieſe
wie auch ſonſtige Verdienſte um die Evangeliſche Kirche hat ihn
die Gießener Theologiſche Fakultät zum Auguſtana=Jubiläum 1930
ehrenhalber zum Doktor ernannt.
Dem Jubilax wünſchen wir eine lange geſegnete Tätigkeit
im Dienſte der Oeffentlichkeit, der Schule, die ihm ſo ſehr ans
Herz gewachſen iſt, in den kirchlichen und ſonſtigen Vereinen wie
in ſeinen geſchichtlichen Studien. Durch raſtloſes Wirken für
ſeine Mitmenſchen allein kann dieſer aufrechte deutſche Mann ſein
Leben voll ausleben.
F. Ky.
Evangeliſch=Eirchliche Dienſtnachrichken.
IP. Uebertragen wurden dem Pfarrer Siegfried Werner=
Erzhauſen die 2.Pfarrſtelle zu Lampertheim mit dem Wohnſitz
Viernheim, Dekanat Zwingenberg, mit Wirkung vom 15. Aug.
4:, dem Pfarrer Fritz Creter zu Dreieichenhain eine
Pfarr=
e an der Dreikönigsgemeinde zu Frankfurt a. M.=Weſt, mit
rkung vom 15. September 1934, und dem Pfarrer Hans
Iler in Kroppach die erſte Pfarrſtelle an der
Kreuzkirchen=
jeinde zu Wiesbaden, Dekanat Wiesbaden, mit Wirkung vom
September 1934.
Ernannt wurden Pfarrverwalter Adolf Galgan zu Erbach
2. zum Pfarrverwalter der Pfarrſtelle in Schlierbach Dekanat
Jach; Pfarrverwalter Günther Flechſenhaar zu Ulfa zum
irrverwalter der Jugend= und Wohlfahrtspfarrſtelle zu Mainz;
ſanat Mainz; „Pfarrverwalter Hermann Heck zu Crumbach
7 Pfarrverwalter der 1. Pfarrſtelle zu Friedberg, Dekanat
Fried=
g: Pfarrvikar Walter Spehr zu Wiesbaden zum
Pfarrver=
lter der Pfarrſtelle zu Crumbach, Dekanat Gladenbach.
In den Ruheſtand verſetzt wurden mit Wirkung vom 1. Sept.
4: Prälat D. Dr. Dr. Wilhelm Diehl zu Darmſtadt,
Vizeprä=
ent Dr. Georg Dahlem zu Darmſtadt und Superintendent
erkirchenrat D. Karl Wagner zu Gießen.
Willkommen!
Darmſtadt, das anläßlich der Rede des Führers im
Fahnen=
muck prangt, begrüßt heute jugendliche Gäſte in ſeinen Mauern.
ie ſchon geſtern mitgeteilt wurde, treffen 250 Kinder aus den
feiſen Gelnhauſen, Gießen, St. Goarshauſen und Schotten hier
n, um ſich für einige Wochen bei uns zu erholen. Möchten die
leinen eine recht freundliche Aufnahme bei der Bevölkerung
nd ihren Pflegeltern finden, damit ſie ſich ſtets mit Freude an
e Ferientage in Darmſtadt erinnern werden. Die Ortsgruppen
* NS. Volkswohlfahrt beſorgen die Unterbringung der Kinder
die Pflegeſtellen.
Kreisamtsleitung des Amtes für Volkswohlfahrt.
Eine Ford=Kraftwagen=Kolonne hatte geſtern vor dem
tel „Zur Traube” Aufſtellung genommen. Es waren mehrere
lkswagen bequeme 4=Sitzer=Limouſinen mit ſchnittigen
Karoſſe=
n. 4/21 PS. zu ſehen, die von den Intereſſenten ſehr beachtet
rden. Ein Wagen war mit einem Anhänger, der 4 Zentner
aglaſt faßt, gekuppelt. Weiter befanden ſich auf dem
Auf=
lungsplatz größere Wagen in verſchiedenen Ausführungen, Typ
einland (50 PS), die äußerlich von eleganter Farbe und raſſi=
Form, innerlich außerordentlich bequem eingerichtet waren.
kombinierter, zweckdienlicher Liefer= und Perſonenwagen und
hrere Lieferwagen, die ein Faſſungsvermögen von 0,5—4,5 To.
wieſen, ergänzten die Ford=Wagen=Kolonne.
— Storchenzug über Darmſtadt. Geſtern früh kurz nach 11
näherten ſich aus öſtlicher Richtung 17 Störche dem
Weich=
der Stadt in ſehr großer Höhe. Am Großen Woog zogen ſie
Zeitlang ihre wunderbaren Schleifen, ſcheinbar durch das
er angelockt. Nach einiger Zeit ſetzten ſie dann ihren Flug
Süden weiter fort. Für jeden Vogelfreund war es ein herr=
* Anblick, dieſe Flugkünſtler zu bewundern.
Der Führer
witd am Freitag, den 17. Augaſt, abds.
8,30 Uhr, einen lehten Appell
perſön=
lich an das deutſche Volk richken. In
Darmſtadt wird dieſe Anſprache des
Führers in einem gemeinſamen Empfang
auf dem Paradeplak überkragen.
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3.
[ ← ][ ][ → ]Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 6 — Nr. 226
*Graphiſche Arbeiter im deutſchen Danzig.
Tagung der Reichsbekriebsgemeinſchaft
Mi
zBind.
Nach dem Bericht eines Darmſtädter Teilnehmers.
Für alle, die an der Danziger Tagung der
Reichsbetriebs=
gemeinſchaft Druck teilgenommen haben, werden dieſe Tage ein
Erlebnis ſein, das eine bleibende Erinnerung für ſie bildet!
Am Donnerstag. 9. Auguſt, ſetzte ſich mittags der „Gra. VII”
von Darmſtadt aus in Bewegung, der ungefähr 1000 graphiſche
Arbeiter aus Südweſtdeutſchland nach Danzig bringen ſollte. Ueber
Gießen, Kaſſel, Magdeburg und Berlin ging die Fahrt, und
end=
lich durch den polniſchen Korridor.
Der Empfang in Danzig, das nach einer 22ſtündigen Fahrt
am Freitag um 12 Uhr erreicht wurde, geſtaltete ſich zu einem
eindrucksvollen Erlebnis. Von den Klängen der SS.=Kapelle 36
begrüßt, hielten die Teilnehmer ihren Einzug in die Stadt, die ein
einziges Meer von wogenden Fahnen und grünem
Girlanden=
ſchmuck war. Ueberall jubelte man den Teilnehmern aus dem
Reiche ſtürmiſch zu. Trotzdem man nicht mit einer ſo großen Zahl
von Gäſten gerechnet hatte — es waren mehr als 20 000 — machte
doch die Unterbringung keine Schwierigkeiten, bald hatte jeder
ſein Quartier gefunden. Rührend waren die Bemühungen der
Danziger Wirtsleute, ihren Gäſten etwas Gutes aufzutiſchen und
der Freude Ausdruck zu geben, daß man im Reich Danzig nicht
vergeſſen hatte.
Noch am ſelben Abend fand neben einer Kundgebung
der graphiſchen Jugend auf dem Langen Markt, im
Artushof eine Begrüßung der Ehrengäſte durch den
Se=
nat der Freien Stadt Danzig ſtatt. Ein Fackelzug der Graphiſchen
Jugend bildete den Abſchluß dieſes erſten Tages.
Der zweite Tag, Samstag, gehörte vor allem den
Amts=
waltertagungen der Reichsbetriebsgemeinſchaft Druck. Jede
Fachſchaft tagte in einem beſonderen Lokal. Beſonders
bedeu=
tungsvoll waren die Ausführungen die
Reichsbetriebsgemein=
ſchaftsleiter Pg. Coler an die im „Volkstag” verſammelten
Preſſe= und Bildungswalter richtete. Er richtete einen
eindring=
lichen Appell zur Zuſammenarbeit ſowohl an die Betriebsführer
und Gefolgſchaften, als auch an die einzelnen Fachſchaften
unter=
einander. Eine lebhafte Ausſprache ſchloß ſich an die Reden an.
Nach der Eröffnung der Ausſtellung „Kunſt und Können”
war dann der Nachmittag frei und wurde von den Teilnehmern
dazu benutzt, um Danzig in ſeiner ganzen Schönheit erſt einmal
richtig kennenzulernen. Dieſe ehrwürdige, alte Hanſeſtadt, die ein
echt deutſches Gepräge zeigt, iſt ja ein wahrer Schatzkaſten von
hiſtoriſchen Sehenswürdigkeiten und maleriſchen Winkeln. Die
Marien= und Katharinenkirche, das Rathaus, das Krantor und
Milchkannentor wurden beſichtigt, und dann ging es hinaus an
den Strand von Zoppot und Heubude. Für die vielen, die das
Meer noch gar nicht kannten, ein ganz neues Erlebnis — ebenſo
wie eine Promenadenfahrt mit den Dampfern „Rugard” und
„Frigga”. Mancherlei wurde den Teilnehmern in Zoppot noch
geboten: im Pavillon des Kurhauſes ſang ein Geſangverein und
in dem Becken der Leuchtfontäne tanzte Frl. Page einen
reizen=
den Wiener Walzer. Den Höhepunkt der Darbietungen aber
bil=
dete das große Schlachtenfeuerwerk, das von drei Dampfern aus
abgebrannt wurde. Da wimmelte der Strand und der Steg nur
ſo von Menſchen, und als zuletzt das Profil des Führers am
nächt=
lichen Himmel erſchien, wollte der Beifall kein Ende nehmen.
Am Sonntag morgen fand dann im Albert=Forſter=
Stadion die gewaltige Kundgebung für die Berufs=
und Volksgemeinſchaft ſtatt. Schon vom frühen Morgen
an, zogen die Kolonnen der graphiſchen Arbeiter geführt von
Muſikkapellen und Ehrenſtürmen der SA., SS., HJ. und
Abtei=
lungen der NSBO., durch die Straßen Danzigs, überall mit Jubel
begrüßt von der Bevölkerung, die in dichten Reihen den Weg
ſäumte. Beſondere Freude erregten die Trachtengruppen der
bayeriſchen. Schwarzwälder, heſſiſchen, Thüringer Teilnehmer. Nach
dem überaus eindrucksvollen Einmarſch der Fahnen ins Stadion
eröffnete der Bezirkswalter der Reichsbetriebsgemeinſchaft Druck,
Pg. Radtke die Kundgebung. Dann überreichte der Senator
für Volksaufklärung und Propaganda. Pg. Batzer, als
Erin=
nerungszeichen an dieſe denkwürdige Tagung dem
Reichsbetriebs=
gemeinſchaftsleiter Pg. Coler eine Tiſchfahne mit dem Danziger
Wappen. Anſchließend nahm Pg. Coler das Wort zu einer
großangelegten Rede, in der er Wollen und Wirken der
Reichs=
betriebsgemeinſchaft Druck unter nationalſozialiſtiſcher Führuns
darlegte. Durch eine Minute ehrfürchtigen Schweigens grüßten
dann alle Verſammelten den verſtorbenen Reichspräſidenten
Den Nachmittag füllte eine Hafenrundfahrt aus, die die
Teil=
nehmer an den alten Schuppen, Speichern und Docks vorbei zur
Mole brachte, wo dann gewendet wurde. Am Abend hielten die
einzelnen Landesgruppen gemütliche Heimatabende ab — die
vie=
len aber, die in den überfüllten Lokalen keinen Platz fanden, zogen
hinaus zum „Dominik”, wo fröhliches Meſſetreiben herrſchte, oder
erprobten im „Lachs” die Güte des Danziger Goldwaſſers. — Die
graphiſche Jugend hatte ihre Abſchlußfeier im Gutenberghain und
im Artushof wartete die Büchergilde Gutenberg mit einer
wohl=
gelungenen Veranſtaltung „Arbeiter und Dichtung” auf.
Schwer fiel der Abſchied am Montag morgen. Nachdem man
noch raſch einige Andenken. Bernſteinſchmuck und dergleichen —
gekauft hatte, ſetzte ſich um 12.05 Uhr unter herzlichem
Abſchied=
nehmen von der Bevölkerung der Zug zur Rückfahrt in Bewegung.
„Grüßt unſere deutſchen Brüder und Schweſtern im Reich!”
„Wir halten hier treudeutſche Wacht, vergeßt uns nicht!” ſo rief
es immer wieder von allen Seiten, und dieſe Worte nahmen die
Teilnehmer als letzten Eindruck von der bedeutungsvollen Tagung
mit nach Hauſe.
Aus der NSSAP.
NSLB. Darmſtadt=Stadt und Land.
Mittwoch, den 22. d. M., nachmittags 15 Uhr, findet im
Saal=
bau eine amtliche Konferenz aller dem Kreis= und Stadtſchulamt
unterſtehenden Lehrperſonen im Rahmen des NSOB. ſtatt.
Red=
ner: Prof. Dr. Spilger und Schulrat Born.
NSDAP., Ortsgruppe Beſſungen.
Wegunfähige Volksgenoſſen, die am Sonntag, den 19. Auguſt,
ihrer Wahlpflicht genügen, werden mit Unterſtützung von
Kran=
kenpflegern zu ihrem Wahllokal gebracht. Volksgenoſſen, die im
Bereich der Ortsgruppe Beſſungen wohnen, können täglich von 10
bis 12 und von 15 bis 18 Uhr ihre Meldungen auf dem Geſchäfts=
Zimmer der Ortsgruppe Beſſungen, Eſchollbrücker Straße 18,
ab=
geben bzw. in den Briefkaſten der Ortsgruppe einlegen.
Ortsgruppe Schloßgarten. — Wahldienſt. Wahlbüro.
Nicht wegfähige Volksgenoſſen, transportfähige Kranke, Kriegs=
und Unfallbeſchädigte werden mit Unterſtützung von Sanitätern
zu ihren Abſtimmungslokalen gefahren Volksgenoſſen, die im
Be=
reich der Ortsgruppe Schloßgarten wohnen, melden Anſchrift und
Zeit, zu der ſie geholt werden wollen, an die Wahlbüros:
für die Stimmbezirke 13. 14: Wirtſchaft Nagel,
Lautenſchlä=
gerſtraße, Fernruf 871;
für die Stimmbezirke 10, 11. 12: Geſchäftsſtelle der
Orts=
gruppe, Emilſtraße 10 (Kyritzſchule), Fernruf 2541.
Am Abſtimmungstag, 19. d. M., ſind die Dienſtſtunden von
8—17 Uhr durchgehend.
Reichsparteitag 1934.
Sämtliche gemeldeten Teilnehmer werden hierdurch
aufgefor=
dert das Fahrgeld in Höhe von 4,80 RM. am Freitag, den 17.
d. M., oder ſpäteſtens am Dienstag, den 21. d. M., in der Zeit von
18—19 Uhr. auf der Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe. Emilſtraße 10,
zu entrichten.
Uebertragung der Führerrede.
Auch am Freitag, den 17. Auguſt 1934, treten die Politiſchen
Leiter der Ortsgruppen 1—9 Darmſtadt=Stadt vollzählig auf dem
Paradeplatz, und zwar um 20 Uhr an.
NSD. Aerztebund, Kreis Darmſtadt.
Die Pflichtverſammlung für Auguſt fällt aus, da die meiſten
Kollegen durch die Wahlarbeit oder durch Urlaub am Erſcheinen
verhindert ſind.
Die nächſte Pflichtverſammlung findet ſtatt: am 20.
Septem=
ber, abends 8.30 Uhr, im Reſtaurant Sitte.
gez.: Dr. Stroh. Kreisamtsleiter des NSD. Aerztebundes,
Kreis Darmſtadt.
Deutſches Jungvolk.
Jungbann 1/115 Flandern.
Samstag, 18. Auguſt, tritt der geſamte Jungbann
fähnlein=
weiſe um 8 Uhr vormittags an der Feſthalle an. Es wird darauf
aufmerkſam gemacht, daß Dienſt am Staatsjugendtag nur in
Krank=
heitsfällen unter Einſchickung eines ärztlichen Atteſtes verſäumt
werden darf. Andere Entſchuldigungsgründe ziehen unter keinen
Umſtänden.
Siebert.
Keine Wahlkarken mehr!
In einigen Teilen des Reiches war es üblich die
Stimm=
berechtigten durch beſondere Karten über ihren Eintrag in die
Stimmliſten zu benachrichtigen. Dieſe ſogenannten „Wahl=Karten”
dienten dann am Abſtimmungstag gleichzeitig als Ausweis.
Wegen der außergewöhnlich kurzen Wahlvorbereitungszeit
wer=
den die Gemeindebehörden diesmal im allgemeinen keine
beſonde=
ren Benachrichtigungskarten ausfertigen.
Es iſt ſelbſtverſtändlich, daß jeder Stimmberechtigte auch ohne
eine ſolche Karte ſeine Stimme abgeben kann, da die Karte
keinerlei Einfluß auf die Stimmberechtigung hat.
Der Abſtimmungsvorſtand kann aber von den Abſtimmenden
eine Legitimation verlangen. Es wird daher dringend
empfoh=
len, zur Abſtimmung irgendein Ausweispapier mitzubringen, ſei
es ein Reiſepaß, die Geburts= oder Heiratsurkunde oder ein
ſon=
ſtiger Perſonalausweis; dies gilt auch für Inhaber von
Stimm=
ſcheinen.
Jugend fkellk aus
und zeigk, daß ſie ſich ihrer hohen Aufgabe
bewußt iſſ. Auf zur Ausſtellung „Kampf und
Sieg der HJ.” Frankfurker Meſſegeſände vom
19. 8. bis 5. 9.
Aus den Darmſtädker Lichtſpiel=Theakern.
Helia: „Die Privatſekretärin heiratet.”
Der hübſche und liebenswürdige Film von der
Privatſekre=
tärin, wenn wir uns recht erinnern, ein deutſcher Film, bekannt
geworden beſonders durch den Schlager „Ich bin ja heut, ſo
glück=
lich”, hat eine franzöſiſche Fortſetzung erfahren. Pathé Cinema hat
unter der Spielleitung von René Pujol den Film „Die
Privat=
ſekretärin heiratet”, gedreht. Das anfänglich ſehr große Glück der
Privatſekretärin erhält einen ſtarken Rückſchlag, da ihr Chef und
Gatte, der Bankier Derval, auf der Hochzeitsreiſe die Nachricht
erhält, daß er pleite iſt, daß ſeine ſchöne Segeljacht und all die
ſchönen Geſellſchaftskleider, die er ſeiner jungen Frau geſchenkt
hat, und all ihr ſchöner Schmuck gepfändet ſind. Das junge
Ehe=
paar hochſtapelt ſich dann durch bis Paris, nicht ohne vorher
Gaſt=
ſpielrollen im Gefängnis zu geben. Die Ehe geht dann, unter dem
Druck der Not und durch unbegründete Eiferſucht des Ehegatten
und Chefs vorübergehend in die Brüche. Der Bankier gründet
eine neue Exiſtenz in London. Die geehelichte Privatſekretärin
findet eine Stellung in Paris, die es ihr ermöglicht, ohne Wiſſen
des Gatten, dieſem den Aufſtieg zu erleichtern. Der Bankdiener
Ju=
lius, dargeſtellt von Armand Bernard, einem franzöſiſchen
Siegfried Arno, ſpielt als Dritter im Bunde die Hauptrolle in
dem Auf und Ab des Eheglücks, und ſchließlich endet die
Tragi=
komödie in einem netten happy end. Die Handlung iſt flüſſig, die
Bilder laſſen hin und wieder zu wünſchen übrig, der Schlager „Ich
bin ja heut” ſo glücklich” überſtrahlt auch dieſen Film vom
ver=
wirklichten Traum der Privatſekretärin.
AA
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel, Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 17. Augaſt
5.45: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 5.50 u. 6.15: Gymnaſtik.
6.40; Zeit, Meldungen. — 6.50: Wetter — 6.55: Stuüttgart:
Frühkonzert auf Schallplatten. — 7.25: München: Bunte
Kon=
zertſtunde. — 8.10: Waſſerſtand, Wetter. — 8.15: Stuttgart:
Gymnaſtik. — 9.25: Nur Freiburg: Werbekonzert. — 9.45: Nur
Freiburg: Eigene Sendung. — 10.0: Nachr. — 11.00: Vom
Deutſchlandſender: Reichsſendung: Eröffnung der Funkausſtellung.
12.30: Stuttgart: Kapelle Willt Bera. — 13.00: Zait, Saardienſt,
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Freitag, 17. Auguſt
5.45: Hamburg: Wetter — 5.50: Nachr. — 6.00: Berlin:
Gymnaſtik.
6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Kiel: Kieler
Or=
cheſtergemeinſchaft. Ltg.: Hans Doering. — In einer Pauſe
gegen 7.00: Nachr. — 8.00; Sperrzeit. — 8.45:
Leibes=
übung für die Frau. — 9.00: Volksliedſingen — 9.40: Tont
Schwabe: Ein Auftrag. — 10.00: Nachr. — 10.10: Von
deut=
ſcher Arbeit: Alfred Krupp. Werk und Vermächtns. — 11.00=
Reichsſendung: Eröffnung der Funkausſtellung.
12.30: Deutſche Lieder. (Schallpl.).
12.55: Zeitzeichen.
Gemeinſchaftsprogramm aller deutſchen Sender
am 17. Auguſt.
Die Reichsſendeleitung teilt mit: Bei Gelegenheit des
Staats=
beſuches, den der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler am
Frei=
tag, 17. Auguſt, der Freien und Hanſeſtadt Hamburg abſtattet,
werden alle deutſchen Sender von mittags 13 Uhr bis abends 23
Uhr Gemeinſchaftsprogramm von Hamburg ſenden. Das
Pro=
gramm ſieht vor: Funkbericht von der Ankunft des Führers in
Hamburg und Uebertragung ſeines Eintreffens im Rathaus.
Nachmittags wird das Mikrophon durch den Hamburger Hafen
wandern. Zwiſchendurch gibt es Unterhaltungsmuſik aller Art,
die in den ſpäteren Nachmittagsſtunden fortgeſetzt wird mit einem
Rundgang durch bekannte Stätten in der Umgebung Hamburgs.
Innerhalb dieſer bunten Ausflüge bietet ſich die Gelegenheit, den
Hörern auch einige Bilder aus dem Leben des neuen Hamburg
zu zeigen. Abends um 20.15 Uhr erfolgt dann der Funkbericht
und die Uebertragung der Führerrede aus dem großen Saale
des Hamburger Rathauſes mit deren Ende gegen 22,30 Uhr zu
rechnen iſt. Von da ab bleiben die Sender weiter
zuſammen=
geſchloſſen, ſchalten auf Berlin, von wo aus der Tag in Marſch=
und Tanzmuſik ausklingt. Mit weiteren beſchwingten Weiſen
endet das Tagesprogramm dann um 1 Uhr nachts.
Vereins= und lokale Veranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
— Vereinigung früherer Leibgardiſten.
Sams=
tag, den 18. Auguſt: Abendſpaziergang. Endziel Heiliges Kreuz
(Anloy=Feier). Abmarſch 6 Uhr am Tempel, Roßdörfer Straße
(Botaniſcher Garten).
Freitag, 17. Auguſt 1934
Aus Heſſen.
Reichsſtatkhalker Gauleiter Sprenger
Hoet Mie Bottsaufaimmäng.
Machkvole Kundgebung der Opel=Gefolgſchaft
zum Führer.
Rüſſelsheim, 16. Aug. Die Opelſtadt ſtand heute im Zeig
des Beſuches des Reichsſtatthalters Gauleiters Sprenger der
Nachmittag im Fabrikhof der Opelwerke zur Gefolgſchaft ſpr.
In den Straßen, die der Wagen des Reichsſtatthalters paſſie
hatten SA. SS., Pionier=, Flieger= und Marineſtürme, NSK
NSBO. PO. und HJ. mit ihren Fahnen Aufſtellung genomn
Beim Eintreffen im Fabrikhof wurde Reichsſtatthalter Spren
von dem Kreisbetriebszellenobmann Krauß und dem Betrie
führer Dr. Fleiſcher der Opelwerke begrüßt. Im Fabrikhof hat
ſich etwa 15 000 Werksangehörige der Opelwerke verſammelt,
aus dem Munde des Reichsſtatthalters einen letzten Appell
der Volksabſtimmung zu hören. In großen Transparenten
ha=
einzelne Abteilungen den Dank an den Führer für die Beſeitig
der Arbeitsloſigkeit zum Ausdruck gebracht. Reichsſtattha
Sprenger führte in ſeiner Rede u. a. aus:
Adolf Hitler hat die deutſche Volksgemeinſchaft geſchaffen
ſo die jahrtauſende alte Sehnſucht des deutſchen Volkes zur
werden laſſen. Als Hitler nach dem Zuſammenbruch den Entſo
faßte, Deutſchland zu retten, begann für ihn ein ſteiniger.
auch aufwärts führender Weg. Ihn ſchreckte kein Hindernis
ſeinem Wege zum Ziel. So kam der 30. Januar 1933 und mit
der Aufbau auf allen Gebieten. Ueberall in der Wirtſchaft
gann es ſich zu regen, und niemand hat eindrucksvoller dieſen
ſtieg erlebt als die Werksangehörigen dieſer großen Kraftwa
fabrik Deutſchlands. Zählten doch die Opelwerke bei der M.
übernahme Adolf Hitlers 6000 Werksangehörieg, und heute
das Dreifache in Arbeit. Gerade die Kraftwageninduſtrie ha
Deutſchland den bedeutendſten Aufſtieg genommen dank der 9
nahmen der Regierung Adolf Hitlers auf ſteuerlichem Geb
Wer offenen Auges durch die Welt geht, ſieht, wie überall auf
Straßen bei dem Bau der Autobahnen ſich die Hände regen.
ſes alles ſtellt aber nur erſt den erſten Schritt des deutſchen V.
auf ſeinem Wege zum Aufſtieg dar. Die Regierung wird un
wegt danach ſtreben, daß auch die letzten Volksgenoſſen in A
gebracht werden.
Innerpolitiſch bedürfte es keiner Volksabſtimmung am
Auguſt. Dieſe Volksabſtimmung hat ungeheure Bedeutung
ſichts der Haltung des Auslandes. Die ganze Welt ſchaut auf
Wir wollen ihr einmütig am Sonntag beweiſen, daß die 3
vorüber ſind, in denen ausländiſche Einflüſſe ſich in Deutſch
geltend machen konnten. Wir ſind gewillt, mit dem Ausland
friedlichen Wettbewerb zu leben, aber wir ſind auch gewillt,
es ſein muß, uns unabhängig vom Auslande zu machen.
Wir wollen am 19. Auguſt dem Führer zeigen, daß wir i
ſchloſſener Gefolgſchaft hinter ihm ſtehen. Wir wollen ihm
Treue und Dankbarkeit die Kraft und das Vertrauen geben
er den Weg findet zu neuen unerhörten Taten.
Der Reichsſtatthalter ſchloß ſeine von tiefer Ueberzeugt
kraft getragenen Ausführungen mit den Worten: „Der ganze
ſoll am Sonntag ein einziger Aufſchrei ſein: Ein Ja für
Hitler.”
Ein dreifaches Sieg=Heil auf den Führer und das Horſt=A
Lied ſchloſſen die erhebende Kundgebung.
Dg. Arheilgen, 16. Aug. Geſangverein „Frohſ;
Im „Löwen hielt der Verein geſtern abend eine Verſamt
ab, in der Vereinsführer Völger zunächſt dem verſtor
Reichspräſidenten Generalfeldmarſchall von Hindenburg
ehrenvollen Nachruf widmete, während ſich die Mitglieder
Zeichen des Gedenkens von ihren Sitzen erhoben. Anſchl
wurden die für die nächſte Zeit geplanten Vereinsveranſtalt
durchgeſprochen. Am Samstag, den 25. Auguſt, findet d
jährliche Gründungsfeier ſtatt, des weiteren am Sonntag, d
September, ein Liedertag, an dem auch mehrere auswärtig
eine teilnehmen werden. Für den Spätherbſt iſt ein Th
abend vorgeſehen. Der weitere Verlauf der
Verſammlun=
der Regelung interner Vereinsangelegenheiten. — Le
Appell. Im Löwenſaale veranſtaltet am Freitag aben
hieſige Ortsgruppe der NSDAP. anläßlich der ſonntär
Volksabſtimmung eine Kundgebung, zu der die geſamte Ei
nerſchaft eingeladen iſt. Im Mittelpunkt des Abends ſte
Uebertragung der großen Rede des Führers, zu welchem
ein Großlautſprecher aufgeſtellt wird. Die Arheilger Geſa
eine werden mit einem Maſſenchor und die Feuerwehrkapel
Muſikſtücken die Uebertragung umrahmen. — Die Bevöl /
wird aufgefordert, anläßlich der Abſtimmung ihre Häuſe
Freitag bis Sonntag zu beflaggen.
Griesheim, 16. Aug. Gemeinderatsbericht.
Grund des Geſetzes über die Ernennung der Bürgermeiſte
rufsbürgermeiſter und Beigeordneten in den Landgemeinde
28. November 1933 iſt durch Entſchließung des Staatsmi
vom 29. Juli 1934 Wilhelm Nothnagel 7, von hier auf die
von 6 Jahren zum Beigeordneten der Gemeinde Grieshe
nannt worden. Der ſeitherige kommiſſariſche Beigeordnete
rer Jakob Schrauth, wurde, da er dieſes Amt als Beamte
führen darf, abberufen. Für ſeine geleiſtete Tätigkeit wun
durch den Vorſitzenden der Dank der Gemeinde ausgeſp
Hierauf wurde Beigeordneter Nothnagel vereidigt.
Jaud aus Darmſtadt hat um die Erlaubnis zum Betrieh
Schankwirtſchaft im Hauſe Beſſunger Straße 185 nachgeſuch
Bedürfnisfrage wurde bejaht. — Dem Metzgermeiſter
Stumpf wurde der Anſchluß ſeiner Hofreite an den Ortskau
die ſich in ſeiner Hofreite ergebenden Abwäſſer, mit Aus
der Dunggrube und des Aborts, geſtattet. — Dem Gemel
wurde eine Verfügung des Kreisamts Darmſtadt vom 4. 4
1934 betr. Zahlung der Gemeindeſteuern und der übrige
meindegefälle zur Kenntnis gebracht, desgleichen eine Ein kil
zur 1100=Jahr=Feier der Stadt Langen. — Oeffen O”
Impfung. Samstag, den 18. Auguſt, vormittags 8.3 Pb
findet im Schulhaus neben der Bürgermeiſterei die öff iche
Impfung der 1933 geborenen Kinder ſowie der noch niB‟
impften Kinder aus früheren Jahren ſtatt. Die Nachſch De=
Geimpften iſt auf Samstag, den 25. Auguſt, vormittags 8.” Eu
in demſelben Schulhaus anberaumt.
Ar. Eberſtadt, 16. Auguſt. Kundgebung. Heute Hi
nerstag abend, fand in der Turnhalle eine außerordentlich be
ſuchte Kundgebung für die am Sonntag ſtattfindende Volks T.M
mung ſtatt, von der wir in der Samstagnummer eingehend ſi0 werden. Freitag abend 8 Uhr findet auf dem Marktpl. 70
öffentliche Kundgebung ſtatt, bei der die Rede des Führe 220
Reichskanzlers in Hamburg durch Lautſprecher übertragen O.
G. Ober=Ramſtadt, 15. Aug. Zur Volksabſtimmung a. Oil.
menden Sonntag, iſt die Gemeinde Ober=Ramſtadt, wie He
wieder in drei Abſtimmungsbezirke eingeteilt. Die Abſtim T9
lokale befinden ſich in den unteren Sälen des neuen un 4e
Rathauſes und im Schulhaus, Darmſtädter Straße 60. Abg EI0
wird, nicht wie urſprünglich angenommen, in der Zeit v. *—
Uhr, ſondern von 8 Uhr vorm. bis 6 Uhr nachm
gehend. Die Zahl der hier Abſtimmungsberechtigten beträ. O
Roßdorf, 16. Aug. Das am kommenden Samstag und i,
tag ſtattfindende 1. Kreisfeſt und 30jährige Jubelfeſt w..
folge der Landestrauer auf den 18. und 19. Auguſt verleg:
die Verlegung um 8 Tage war es dem Saarverein nicht
dem Feſte beizuwohnen, was der Verein tief bedauerte
dieſem Grunde wurde das Saartreffen auf September
und das Feſt beginnt erſt mit dem am Samstag abend ſtat
den Fackelzug. Die Vorarbeiten ſind nun beendet, und w
Wettergott dem feſtgebenden Verein gnädig iſt, verſpr!
Feſt, zumal es das 1. Kreisfeſt iſt, einen günſtigen Vei
nehmen. Der Sonntag vormittag ſteht im Zeichen des
ebenſo ein Teil des Nachmittags. Ein mittags ſtattfi
Feſtzug gibt dem Feſt ein würdiges Gepräge. Herr Bü!
ſter Nikolay, ein beliebter Sportsmann, hat ſich in den Di
Sache geſtellt und den Auftakt zum Feſte am Samsta!
übernommen; ebenſo hat ſich Herr Pfarrer Berck bereit
am Sonntag die Feſtrede auf dem Sportplatz zu übernehm
wird alſo jeder Teilnehmer in jeder Hinſicht auf ſeine
komen. Auch wird Sorge getragen werden, daß am
jeder auswärtige Sportsmann ſeine Pflicht tut und ſich zu.
urne begibt.
eitag, 17. Auguſt 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 226 — Seite 7
it dem Aus
auch
u mache
igen, dei
woll
die Spargelernke in Heſſen.
Die 1934er Spargelernte im Volksſtaat Heſſen betrug nach
Statiſtik des Heſſiſchen Landesſtatiſtiſchen Amtes 88 600
elzentner. Sie macht damit faſt 22 Provzent der geſamten
hen Spargelernte überhaupt aus. Der durchſchnittliche
Ernte=
von 1 Hektar belief ſich in Heſſen auf 33,4 Doppelzentner,
üiber nur 27,4 Doppelzentner im Reichsdurchſchnitt; die
deutſchen Erzeugergebiete haben fühlbar niedrigere
erträge pro Hektar als Heſſen und ſeine Nachbargebiete. Die
e Geſamternte verteilt ſich zu beinahe gleichgroßen Teilen
e beiden Provinzen Starkenburg und Rheinheſſen. Nach der
ihrer Spargelanbaufläche ergibt ſich für die heſſiſchen
folgende Reihenfolge: Bingen 772 Hektar. Main z 479
Groß=Gerau 399 Hektar, Bensheim 286 Hektar,
nſtadt 265, Dieburg 211. und Worms 121 Hektar.
n übrigen Kreiſen bleibt die Spargelanbaufläche jeweils
100 Hektar zurück. Um die Statiſtik der Spargelernte
ein=
rei durchführen zu können, mußte die amtliche
Anbauflächen=
ng für jede Gemeinde, die nicht im Ertrag ſtehende
Anbau=
geſondert erfragen. Bei Auswertung dieſer Ergebniſſe hat
zeigt, daß in dem Kreis Dieburg und im ſüdlichen Ried
Bensheim) der Spargelanbau in den letzten
en beſonders ſtark ausgedehnt worden iſt; dort
nämlich 21 bzw. 18 Prozent der geſamten
Spargelanbau=
noch nicht im Ertrag, während es im Landesdurchſchnitt
wa 9 Prozent ſind.
Reichelsheim, 16. Auguſt. Geſtern fand hier ein gut be=
Ferkelmarkt ſtatt. Die Erzeuger hatten ihre Ware gleich
tzt, aber auch die Händler konnten noch gut verkaufen
Beſon=
paren viele Kaufliebhaber für größere Läufer da, aber
lei=
aren von dieſen Tieren keine aufgetrieben. Hoffentlich
kön=
je Käufer bei dem am 29. Auguſt ſtattfindenden Markt
be=
ſt werden. Bezahlt wurden für vier bis acht Wochen alte
18 bis 24 RM.
Michelſtadt, 16. Aug. Hundertjahrfeier der
Ober=
ſchule Michelſtadt. Mit Rückſicht auf den
Reichspartei=
id den Tag des Deutſchen Volkstums wird die
Hundertjahr=
der Oberrealſchule Michelſtadt verlegt. Sie findet nunmehr
. und 29. September ſtatt. Dieſer Zeitpunkt entſpricht
em Wunſch einer großen Anzahl ehemaliger Schüler, da der
ptember auf den Michaelstag fällt, der in einem großen
es Odenwaldes als Feiertag gilt. Auch beginnen mit dieſem
ie Herbſtferien, ſo daß der gewählte Termin ziemlich günſtig
Die eigentliche Feſtfolge erfährt keine weſentliche Aenderung.
nun die Vorarbeiten möglichſt bald zum Abſchluß zu
brin=
rgeht an alle ehemaligen Schüler die dringende Bitte, ihre
ſo bald als irgend möglich Herrn Stud.=Rat Dr. Gieße,
ſtadt, Oberer Hammer, zu übermitteln. Anmeldungen zur
ligung ehemaliger Schüler und Freunde der Oberrealſchule
entgegen: Herr Kammerdirektor a. D. Heinrich Müller,
Ttadt. Wilhelm=Gläſſing=Straße 37.
Erbach, 15. Aug. Kinder=Landverſchickung. Geſtern
Ttag kehrten die in unſerem Bezirke mehrere Wochen zur
ging weilenden Kinder aus Wiesbaden wieder in ihre
Hei=
truck. Sie fanden hier nicht nur beſte Erholung, ſondern
en auch innige Freundſchaftsbande mit ihren gaſtlichen
eltern und vielen Jugendgenoſſen. Die Ortsgruppenleitung
S.=Volkswohlfahrt bittet erneut alle Amts= und
Dienſtſtellen=
ide, alle Führer der Vereine und die Partei mit ihren
Un=
derungen dahin wirken zu wollen, daß auch für den Herbſt
eine Anzahl Pflegeſtellen für erholungsbedürftige
Stadt=
zur Verfügung geſtellt werden. — Motorradunfälle.
Tage ſtieß ein in ein Gehöft einbiegender Motorradfahrer
nem die Straße entlang kommenden Fahrer ſo heftig
zu=
n, daß die beiden dabei Verunglückten in das hieſige Kreis=
Aihaus überführt werden mußten. — Geſtern prallte nun
um ein aus einer Nebenſtraße in die Hauptſtraße fahrender
radfahrer auf ein gerade daherkommendes Auto. Auch hier
der an Arm und Knie nicht unerheblich verletzte
Motorrad=
ſtliche Hilfe in Anſpruch nehmen.
E. Birkenau, 13. Auguſt. Unglücksfall. Geſtern
nach=
ereignete ſich auf der Provinzialſtraße zwiſchen Birkenau
eiſen, in der Kurve vor Reiſen, ein Unfall, der einige
Ver=
orderte. Ein aus Richtung Birkenau kommender
Motorrad=
mit Begleiter fuhr in der Kurve in ſcharfer Fahrt eine von
kommende Radfahrerin an, welche zu Boden geriſſen
Das Motorrad kam ins Schleudern, und Fahrer wie
Bei=
wurden herabgeſchleudert. Das Mädel aus Reiſen erlitt
jungen am Fuß, Bein und an den Händen, ſowie im Ge=
Der Motorradfahrer erlitt eine leichte Gehirnerſchütterung,
nd der Mitfahrer ebenfalls Verletzungen davontrug. Die
serletzten wurden in das Städtiſche Krankenhaus Weinheim
Uht.
1400 Jahre Langen
In der Zeit vom 1. bis 9.
Sep=
tember 1934 begeht Langen das Feſt
ſeines 1100jährigen Beſtehens. Eine
wechſelvolle vom Schickſal reich
ge=
zeichnete Vergangenheit liegt über
dieſem Ort, und die Reſte der alten
Stadtmauer und der alten
Befeſti=
gungstürme reden eine imponierende
Sprache und geben ein recht
anſchau=
liches Bild von der ehemaligen
Wehr=
haftigkeit Langens.
Wenn nun in dieſer Feſtwoche die
Geſchehniſſe der vergangenen 1100
Jahre den Teilnehmern vor Augen
geführt werden ſollen, ſo dürfte dies
wohl am eindringlichſten durch das
hiſtoriſche Feſtſpiel geſchehen, das die
Stadt Langen eigens für dieſe
ſel=
tene Feier in Auftrag gegeben hat.
Es ſtammt aus der Feder von
Ger=
hard Schwarz, deſſen Schauſpiel
„Ekkehard” erſt kürzlich auf der
Frei=
lichtbühne Dreieichenhain mit
gro=
ßem Erfolge aufgeführt wurde. Dem
Autor kam es vor allen Dingen
dar=
auf an, die großen hiſtoriſchen
Er=
eigniſſe in knapp geformten Szenen
wiederzugeben und ſo dem Zuſchauer
die ſtetige Entwicklung und hiſtoriſche
Bedeutung Langens recht ſinnfällig
zu machen.
Die Chronik Langens weiſt auf
manche Begebenheiten hin, die ſich
innerhalb der Mauern dieſer Stadt zugetragen haben. Kaiſer
Ludwig der Bayer und ſpäter der Schwedenkönig Guſtav Adolf
verweilten hier, und die Geſchichte dieſer längſt vergangenen Zeit
bietet ein buntes, wechſelvolles Bild. Gar manche Parallelen
ſind aufſpürbar zwiſchen jenen heroiſchen Tagen der Vergangen=
heit und den kampferfüllten Jahren unſeres Jahrhunderts. Alle
dieſe Dinge finden ihren Niederſchlag in dem Feſtſpiel, das den
Auftakt und Höhepunkt der Feſttage bilden ſoll.
Die Stadt Langen rechnet mit einem regen Beſuche dieſer für
ganz Deutſchland ſeltenen Feier.
Cf. Birkenau, 13. Aug. Verſammlung der NSDAP.
zur Volksbefragung. Zur Volksbefragung am nächſten
Sonntag, den 19. Auguſt, fand geſtern abend in Nieder=
Liebers=
bach eine öffentliche Verſammlung ſtatt. Es ſprach Bürgermeiſter
Stephan=Gorxheim, der es ſehr gut verſtand, in klarer Weiſe auf
die Bedeutung dieſer Volksbefragung hinzuweiſen. Der Beſuch
der Verſammlung war gut.
Fa. Alsbach a. d. B., 16. Auguſt. Dienstag abend fand hier
im Gaſthaus „Zur Sonne” eine Verſammlung der Leiter der
Par=
teiorganiſationen ſowie der Vereinsvorſtände ſtatt, wobei
Kreis=
leiter Brückmann, Bensheim ſowie Kreispropagandaleiter
Hilde=
brandt Anſprachen hielten. Sie wieſen auf die Bedeutung der
be=
vorſtehenden Wahl hin und ermahnten die Anweſenden hierbei,
reſtlos ihre Pflicht zu erfüllen.
Dp. Zwingenberg, 16. Auguſt. Unglücksfall. Herr
Wil=
helm Vöglein von Zwingenberg, welcher ſich mit ſeinem Motorrad
bei Weinheim befand, erlitt durch einen Zuſammenſtoß mit einem
Auto eine ſchwere Gehirnerſchütterung, welche einige Stunden
Be=
wußtloſigkeit zur Folge hatte. Der auf dem Sozius mitfahrende
bei Herrn Vöglein beſchäftigte Bäcker Georg Knaup erlitt einen
Knieſcheibenbruch.
Em. Heppenheim a. d. B., 14. Aug. Die Frankfurter
Ferienkinder haben Heppenheim und den Odenwald wieder
verlaſſen und ſind mit bedeutender Zunahme des Körpergewichts,
wie auch des Gepäcks, in ihre Heimat zurückgekehrt. — Unfall.
Auf dem Neubau der Bezirksſparkaſſe ſtürzte der Maurer Franz
Roth junior ſo unglücklich, daß er mit ſchweren Verletzungen in
das ſtädtiſche Krankenhaus gebracht werden mußte. — Auf einem
Familienabend im kath. Vereinshaus hielt
Kapu=
zinerpater Mathias Nack aus Detroit (Michigan. Amerika), ein
gebürtiger Heppenheimer, einen Vortrag über die politiſchen,
wirt=
ſchaftlichen und ſozialen Verhältniſſe in Amerika. Er beleuchtete
u. a. auch die Lage des amerikaniſchen Arbeiters, die im
Verhält=
nis zur Lage des deutſchen Arbeiters geradezu troſtlos ſei. Pater
Mathias wies im Gegenſatz hierzu auf unſer Vaterland hin. in
dem zu leben man Gott danken könne. — Zu Ehren des
heimge=
gangenen Reichspräſidenten und Generalfeldmarſchalls von
Hin=
denburg fand am Sonntag in der kath. Kirche anſchließend an das
Große Gebet eine Gedachtnisandacht ſtatt, in der Herr
Pfarrer Eckſtein dem großen Toten einen ergreifenden Nachruf
widmete und das Hirtenſchreiben zur Verleſung brachte, in dem die
Treue des Verewigten gegen Volk und Vaterland, wie auch ſeinem
Gott gegenüber gewürdigt wurde.
t. Gernsheim, 14. Aug. Trauerfeier. Am vorgeſtrigen
Nachmittag fand in der kath. Kirche zu Ehren des verſtorbenen
Reichspräſidenten und Generalfeldmarſchalls v. Hindenburg eine
erhebende Trauerfeier ſtatt, woran die ganze Gemeinde teilnahm.
Das große Gotteshaus war dicht gefüllt. Pfarrer Hillenbrand
ver=
las einen Brief des Hochw. Herrn Biſchofs von Mainz, worin zur
Ehrfurcht und Dankbarkeit für den großen Verſtorbenen
aufgefor=
dert wurde. Auch in ſeiner größten Würde iſt er ſchlicht und
ein=
fach geblieben. Sodann wurden einige Gebete geſprochen. Der
Kirchenchor „Cäcilia” umrahmte die Feier mit Trauergeſängen.
Der wuchtige Altar war mit Trauerflor umrahmt. — Im
Darm=
ſtädter Hof fand eine Verſammlung der NSDAP. ſtatt.
Hierbei war ein guter Beſuch zu verzeichnen. Ortsgruppenleiter
Baum von Wiesbaden kam in ſeinem Referat auf die bevorſtehende
Wahl zu ſprechen. In überzeugenden Worten legte er die Gründe
dar, die für eine Volksbefragung maßgebend ſind, forderte alle
auf, reſtlos am Sonntag bei der Abſtimmung ihre Verpflichtung
zu tun, denn nur ein einig Volk von Brüdern mit dem Führer
und Reichskanzler an der Spitze macht uns ſtark. — Wegen der
ſonntäglichen Volksabſtimmung wurde die „GernſemerKerb”
auf Sonntag und Montag, den 2. und 3. September, verlegt.
Bm. Hofheim (Ried), 16. Aug. Verſchiedenes. Im
Gar=
ten des hieſigen Oberbahnhofsvorſtehers ſteht in gutem Wuchs ein
junges Feigenbäumchen, von dem dieſer Tage die erſten reifen
Früchte geerntet werden konnten. — Wilhelm Höfle begeht am
20. Auguſt ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum in der Lederfabrik
C. Heil, Worms.
Offenbach, 16. Aug. Schwerer Motorradunfall.
Geſtern abend kurz vor 20 Uhr ereignete ſich auf der
Mühlhei=
mer Landſtraße ein ſchwerer Motorradunfall. Ein
Motorrad=
fahrer, der aus Richtung Offenbach kam, und ein weiterer, der
von Mühlheim her fuhr, ſtießen aus bisher ungeklärter Urſache
zuſammen. Beide trugen ſchwere Verletzungen davon. Der
Mühl=
heimer Fahrer hat außer einem ſchweren Schädelbruch auch noch
ſonſtige ſchwere Verletzungen. Der andere Fahrer, der aus
Geln=
hauſen ſtammt, hat einen Bruch des linken Ober= und
Unter=
ſchenkels erlitten. Beide Verunglückten wurden in bedenklichem
Zuſtand in das Offenbacher Städtiſche Krankenhaus überführt.
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Seite 8 — Nr. 226
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 17. Auguſt 1934
Reich und Ausland.
Neun Verlette
bei einem Kraftwagen-Anfal.
Der Wagenführer am Steuer eingeſchlafen.
Torgau. Ein Lieferwagen, der täglich
16 Arbeiter von Annaburg nach Belgern zur
Ar=
beit fährt, fuhr Donnerstag morgen in einer
Kurve am Brückenkopf gegen einen Stein, ſtreifte
einen Baum und ſtürzte dann in den
Straßen=
graben. Neun Perſonen wurden verletzt, von
denen vier mit ſehr ſchweren Verletzungen ins
Torgauer Krankenhaus eingelieſert werden
muß=
ten. Der Wagenführer, der bereits eine Nachtfahrt
hinter ſich hatte, ſoll vor Uebermüdung am Steuer
eingeſchlafen ſein.
Wieder ein ſchweres Verkehrsunglück”
auf ungeſchühtem Bahnübergang.
Huſum. Nachdem ſich erſt am Montag auf
einem ungeſchützten Bahnübergang der Strecke
Huſum—Flensburg ein ſchweres Verkehrsunglück
ereignet hatte, iſt wieder ein ebenſo folgenſchwerer
Unfall auf derſelben Strecke zu verzeichnen. Auf
einem ſchrankenloſen Bahnübergang in der Nähe
von Huſum wurde am Mittwoch ein mit fünf
Perſonen beſetzter Kraftwagen aus Kiel beim
Ueberqueren der Gleiſe von einem aus
Flens=
burg kommenden Perſonenzug erfaßt und etwa
125 Meter weit geſchleift. Das Auto wurde
völ=
lig zertrümmert. Von den Inſaſſen, die alle in
Kiel wohnhaft ſind, konnte Fräulein Dora Frank
nur als Tote aus den Trümmern geborgen
wer=
den. Ihr Bräutigam erlitt außer leichteren
Ver=
letzungen einen ſchweren Nervenſchock. Der Lenker
des Wagens trug eine ſchwere Rückenverletzung
davon und ſeine Frau eine Oberſchenkelverletzung.
Die fünfte Inſaſſin erlitt eine ſchwere
Bauchver=
letzung. Nach Ausſage des Heizers iſt der
Kraft=
wagen in voller Fahrt in den Pevſonenzug
hin=
eingefahren. Vor dem Bahnübergang ſind die
vorſchriftsmäßigen Warntafeln angebracht.
Die 12. Ordentliche Hauptverſammlung
der Hafenbautechniſchen Geſellſchaft, Hamburg,
deren Abhaltung in Frankfurt a. M. im Jahre
1933 auf dieſes Jahr verſchoben werden mußte,
findet nunmehr in der Zeit vom 6. bis 9.
Sep=
tember in Frankfurt a. M. — Aſchaffenburg
ſtatt. Am 6, September werden Vorträge von
Fachmännern gehalten. Die an den folgenden
Ta=
gen vorgeſehenen Beſichtigungen erſtrecken ſich auf
die Hafenanlagen Frankfurt a. M. und die
An=
lagen Griesheim (Aufbauſtellen der
Reichsauto=
bahnbrücke) und Eddersheim, ſowie am
Sams=
tag, den 8. September, findet ein Ausflug nach
Aſchaffenburg ſtatt, zur Beſichtigung von in
Aus=
führung begriffenen Bauwerken der Rhein=Main=
Donau=A.=G. Für Sonntag, den 9. September,
ſind Beſichtigungen von Bauwerken am Rhein=
Neckar=Kanal in der Umgebung von Heidelberg
vorgeſehen.
Ein eigenartiger Autounfall.
Kirn (Nahe). Auf einer Autofahrt von
Ober=
ſtein nach Kirn iſt ein hieſiges junges Mädchen
durch Unvorſichtigkeit ums Leben gekommen. Es
lehnte ſich während der Fahrt ſtark aus dem
Fen=
ſter des Kraftwagens. Beim Ausweichen vor
einem entgegenkommenden Auto wurde das
Mädchen am Kopf von einem Baum getroffen.
Die Verletzung war ſo ſchwer, daß der Tod
als=
bald eintrat.
Bei der Erholungsfahrt in den Tod.
Koblenz. Ein furchtbares Unglück ſtieß
einem jungen Mann aus Bochum zu, der mit
ſei=
nem Freunde eine Radtour nach dem Hunsrück
unternahm. Beide paſſierten am Dienstag
nach=
mittag die Schlageterſtraße in Koblenz. Kurz
vor der Einmündung in die Andernacher Straße
ſtieß der Radfahrer aus Bochum mit einem
Laſt=
zug zuſammen. Der junge Mann wurde unter den
Kraftwagen geſchleudert und war ſofort tot. Wen
die Schuld an dieſem Unfall trifft, konnte noch
nicht geklärt werden.
Europameiſter im Kunſtſpringen
Der Reichswehrſoldat Lco Eſſer,
der hier bei der Ausführung eines Salto gezeigt
wird, wurde bei den in Magdeburg ausgetragener
Meiſterſchaften Europameiſter im Kunſtſpringen
Das Eigenkum der Deutſchen Epan=
Kirche
in Kgiro zurückgegeben.
Das Diakoniſſenhoſpital in Kairo,
das wie die anderen Gebäude der deutſchen evangeliſchen Gemeinde — Kirche, Pfarrhaus und
Schule — während des Krieges beſchlagnahmt wurde, iſt nach mehr als 10jährigen Verhandlungen
jetzt mit dem übrigen Eigentum der Gemeinde zurückgegeben worden.
Vorbereikungen zur Großen Deutſchen Funkausftellung.
In der Berliner Funkausſtellung, die am 17. Auguſt eröffnet wird, wird man die Herſtellung des
Volksempfängers am laufenden Bande ſehen können. Wie unſer Bild zeigt, ſind die Vorbereitungen
ſchon jetzt ſo weit gediehen, daß die Fabrikation des Volksempfängers in einer der
Ausſtellungs=
hallen jederzeit aufgenommen werden kann.
Zum 65. Geburkskag des Grafen
Revenklow.
Ernſt Graf zu Reventlow,
der bekannte nationalſozialiſtiſche Schriftſteller
und Politiker, der Herausgeber der Wochenſchrift
„Der Reichswart”, wird am 18. Auguſt 1934
65 Jahre alt.
Todesurteil im Mordprozeß Gueckel.
Lüneburg. In dem Prozeß wegen der
Er=
mordung des Maſchiniſten Bruno Gueckel in
Mun=
ſterlager, im Oktober v. J., fällte das Lüneburger
Schwurgericht, das ſeit Wochen in Munſter
ver=
handelt, am Donnerstag mittag das Urteil. Die
beiden Angeklagten Adolf Schröder und Thea
Gueckel wurden für ſchuldig erklärt und wegen
gemeinſchaftlichen Mordes zum Tode verurteilt.
Bananen in Brüſſel.
Brüſſel. Der außerordentlich heiße
Som=
mer hat bewirkt, daß in Brüſſel eine
Bananen=
ſtaude, die in einem Garten unter freiem
Him=
mel wächſt, Früchte trägt, ein Fall, der bis jetzt
wohl kau, in Mittel= und Weſteuropa
vorgekom=
men
Der Trainer
der deutſchen Olympia=Reiter.
Der bekannte Berliner Dreſſurreiter Lörke
iſt vom Deutſchen Olympiadekomitee für Reiterei
verpflichtet worden, die weitere Ausbildung der
Reiter und Pferde, die für die Teilnahme an der
Olympiade 1936 in Betracht kommen, zu
über=
nehmen.
Die toten Bergleute von Enſisheim
zu Grabe getragen.
Paris. Am Donnerstag vormittag ſind die
in dem Bergwerk von Enſisheim ums Leben
ge=
kommenen Bergarbeiter zu Grabe getragen
wor=
den. Seit Mittwoch nachmittag brennt das Feuer
in dem Stollen mit erneuter Wucht. Man hat alle
Hoffnung aufgegeben, die noch im Stollen
zurück=
gebliebenen vier Leichen bergen zu können.
Steriliſierung von Erbkranken in Finnland.
Helſingfors. Die finniſche Regierung
er=
wägt die Steriliſierung aller Erbkranken. Dr.
Bruno Honaſalo, einer der führenden
Raſſenfor=
ſcher Finnlands, der die deutſche Geſetzgebung auf
dieſem Gebiete eingehend ſtudiert hat, iſt mit der
Ausarbeitung eines Geſetzentwurfes betraut
wor=
den.
Schweres Bergunglück am Makkerhor
Vier Tote.
Zermatt (Schweiz). Am Matterhorn
eignete ſich am Mittwoch ein ſchweres Be
unglück, bei dem vier Italiener ums Leben
men. Sieben Touriſten, alles Italiener, wa
am Dienstag von Breuil am Val Tournanche g
gebrochen und ſuchten am Mittwoch in zwei Gr.
pen von drei und vier Mann von der Südſe
her das Matterhorn zu beſteigen. Von der Drei
gruppe wurde unterwegs einer von Unwoblſ
befallen und löſte ſich vom Seil ab, um zurüg
bleiben. Plötzlich kamen die beiden anderen ?
nehmer ins Rutſchen und ſtürzten etwa 500
ter tief ab. Sie waren ſofort tot. Die Nachr
von dem Unglück wurde von den Ueberleben
dieſer Grupe ins Tal gebracht. Indeſſen hatte
Vierergruppe den Gipfel am ſpäten Mitty
abend erreicht und ſchickte ſich an, in der Nähe
Gipfels zu übernachten. Die herrſchende K.
ſetzte aber den Bergſteigern ſo zu, daß zwei
ihnen erfroren. Die beiden anderen konnten
bis zur Matterhornhütte ſchleppen. Die Nau
der vier Toten konnten noch nicht feſtgeſt
werden.
Rumäniſche Stadt von einer Räuberbande
ausgeplündert.
Bukareſt. Das Städtchen Stephaneſto,
der Moldau, wurde in der Nacht zum Donn
tag von der Bande des berüchtigten Räuberha
nanns Koroju beſetzt. Die Räuber hatten zu
noch ein Landgut in der Nähe des Städtck
beraubt und ſämtliche Pferde aus dem Stall
genommen. Der erſte Beſuch galt der Polizei,
ſämtliche Beamte gefangen genommen und g
ſelt wurden. Einer der Wachleute, der ſich wi
ſetzen wollte, wurde tödlich verletzt. Die Rä
verteilten, ſich ſodann in mehrere Gruppen.
gleichzeitig in die Wohnung nur der reid
Leute eindrangen und ihnen unter Te
drohungen Geld und Schmuck abnahmen.
Weinhändler, der Widerſtand leiſten wo
wurde ſchwer verprügelt. Insgeſamt wurden
Häuſer geplündert.
Brauereidirektor von Banditen entführt.
London (Ontario). Der Generaldire
der Labatt=Brauerei, John Labatt, iſt wäh
einer Autofahrt von Sarnia nach London
tario) von Verbrechern entführt worden.
Räuber überſandten nach der Tat der Far
Labatts ein Schreiben, in dem ſie ein Löſe
von 150 000 Dollar innerhalb 24 Stunden fo
ten. Sie drohten, ihr Opfer zu töten, falls
Polizei benachrichtigt wurde. Der Bruder
batts erhielt von den Banditen eine Anwei
das geforderte Geld in Toronto von der
abzuheben und dort weitere Nachricht abzu
ten. Der Bruder Labatts hat ſich bereits
Toronto begeben, um die Forderung der Rä
zu erfüllen.
New York. Die am Mittwoch geme
Entführung des Brauereidirektors John L
in London (Ontario) bildet die Senſatiol
Tages. Die geſamte kanadiſche Polizei iſt f1
Suche nach den Entführern Labatts mobil
Zahlreiche Perſonen haben ihre Hilfe für die
forſchungen angeboten. Die in dem Schreibe
Verbrecher erwähnte 24ſtündige Friſt wa
Mittwoch mittag abgelaufen. Labatts B
weilte in einem Hotel in Toronto, vermochte
nicht, mit den Entführern in Verbindung z
ten. Die Familie Labatts hat die Todesdroht
der Banditen völlig ignoriert und nicht nu
kanadiſchen Behörden benachrichtigt, ſondern
um die Mitwirkung des Juſtizamts der Ver
ten Staaten und der Detroiter Polizei erſu
Ein Lebenszeichen des geraubten Brauer=
Direktors.
Toronto (Kanada). Der Bruder de=
Banditen verſchleppten Brauereidirektors L
erhielt am Donnerstag morgen in ſeinem
zwei telephoniſche Anrufe, in denen nach den
den Banditen geforderten Löſegeld von 17
Dollar gefragt wurde. Die Friſt für die 3a
dieſer Summe lief, wie gemeldet, bereits
Mittwoch mittag ab. Die Familie erhiell
dem verſchleppten Millionär eine Mitteilun
genden Inhalts: „Tut, was Ihr könnt um
zu befreien und gehorcht den gegebenen Befel
In London wird nachts nicht mehr gehu
London. Zur Bekämpfung des St1
lärms hat der Londoner Polizeipräſident
ordnet, daß im ganzen Londoner Stadtgebie
Kraftwagen während der Nachtſtunden die
nicht mehr gebrauchen dürfen. Die Veror
tritt vorausſichtlich bereits die nächſten Te
Kraft und wird nach einer Uebergangszei
einer Woche ſtreng durchgeführt werden.
Heftiger Erdſtoß an der ſchottiſchen Küſt
London. Verſchiedene Küſtendiſtrikte (R
lands wurden geſtern morgen von einem ſch.
Erdſtoß heimgeſucht. Das Beben war ſo ſtat )
in einigen Dörfern die Menſchen aus den
geworfen wurden, jedoch ſind Perſonen ni R"
Schaden gekommen, und der angerichtete EC
den iſt unbedeutend.
Furchtbares Fährunglück auf dem Gang
Patna. Bei Darihara kenterte au
Ganges ein Fährboot mit 200 Perſonen an —‟
Die wenigſten konnten ſich retten. Die 30/
Toten wird mit 170 angegeben.
Faſt 1000 Meter unter der Meeresoberi!
Hamilton (Bermuda=Inſeln). Die L
kaniſchen Forſcher Dr. William Beebe un)
Barton, die bereits vor einigen Tagen mi
kugelförmigen Taucherglocke „Bathyſphere
Tiefe von 765 Metern unter der Meer
fläche erreicht hatten, haben jetzt mit ru
Metern einen neuen Tiefenrekord aufgeſt”
Schwere Schäden durch Dürre in US
Waſhington. In einem Ueberblie
die Folgen der Dürre erklärt das Landwirt —
miniſterium, der angerichtete Schaden ſe
ſchwerer, als es jemals ſeit abſehbarer 3
Fall geweſen ſei. Das Miniſterium ſprie
Erwartung aus, daß die meiſten Getreil
bis zum ſpäten Frühling oder bis Anfans
mer 1935 hoch bleiben werden.
eute
erletzt
hrere
nur
fat de
n eine Au
eeitag, 17. Auguſt 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Zewaffnete Verbrecher —waffenloſe Bobbies.
weit geſpannke „perſönliche Freiheit” — Spurlos verſchwunden. — Beikler mit Kundenkarlotheken.
Nun endlich Fronk gegen die Unterwelt.
energiſcher und weniger rückſichtsvoll geſtalten als bisher. Dies
TAndenenlot Kriminarttnr in Entgland um ſo mehr, als ihre eigenen Mitglieder, mehr als je bedroht
Als Edgar Wallace einſt ſeinen Roman „Gangſter in
Lon=
herausgab, wurde das Werk in England mit Spannung und
ſterung geleſen. Man empfand ein angenehmes Gruſeln,
man von den Ueberfällen auf Nachtklubs, Schießereien in
Straßen, geheimnisvollen Morden, den raffinierten Tricks
Beheimbünden las, man las es und ging am nächſten Tage,
mmer, ſeelenruhig mit dem ſtolzen Bewußtſein an die
Ar=
daß in Wirklichkeit Englands Oeffentlichkeit unbehelligt war
dem Gangſter=, Racketeer= und Bettlertum, wie es der gern
ne, aber allzu phantaſiereiche Mr. Edgar Wallace beſchrieb.
— die Kriminalität hat in England, vor allem in London,
bedrohlich anſteigende Entwicklung genommen. „Sollen die
(vermänner Engländer beherrſchen?” „Fegt die Bettler von
britanniens Straßen!” fordern die Zeitungen. Liegen hierin
treibungen? Nüchterne Zahlen geben hierauf Antwort: Nicht
ger als 62 Morde geſchahen im erſten Halbjahr 1934, von
eine ganze Anzahl ungeklärt blieb. Zurzeit ſind wöchentlich
Morde oder Raubüberfälle zu verzeichnen, der letzte
Ueber=
etraf einen Kinogeſchäftsführer in London, der dabei ſchwer
zt wurde. Alle dieſe Kriminalfälle der letzten Zeit
kennzeich=
ine jaußergewöhnliche Brutalität der Ausführung, wie ſie
ngland bisher kaum bekannt war. Insbeſondere die beiden
annten „Koffermorde” von Brighton — beide Male ſand man
zerſtückelte Frauenleiche in einem Koffer — ſind ohne
Vor=
in der neueren Kriminalgeſchichte Englands.
Im ſo größer iſt die Empörung und das Entſetzen der Oeffent=
*! Jedermann weiß, daß die Verbrechenwelle der Polizei
den Kopf zu wachſen droht. Das iſt verſtändlich für den, der
daß die Befugniſſe der engliſchen Polizei ſehr eingeſchränkt
Tängſt nicht ſo ſtark ſind wie die der amerikaniſchen.
ſerhängnisvoll wirkt ſich hier der Geiſt der Habeas=
Corpus=
aus, des engliſchen Grundgeſetzes der perſönlichen Freiheit
inzelnen Bürgers, die einen Haftbefehl nur gar zu oft
illu=
macht. Vor dem geiſtigen Auge jedes noch ſo energiſchen
apferen Beamten von Scotland Yard und der uniformierten
mannſchaft ſteht darum lauernd das Phantom einer „
Frei=
ſeraubung eines engliſchen Bürgers” oder eines „unentſchuld=
Mißgriffes”, der ihm Amt und Zukunft, ja unter
Umſtän=
eicht die Freiheit koſten kann. Das engliſche Publikum war
ſt ſehr feinfühlig und empfindlich gegen derartige „polizei=
Fehlgriffe‟. Das wirkt ſich jetzt verhängnisvoll aus, denn
zmt naturgemäß die Tatkraft der Polizeiorgane, die es nur
i, in ganz unzweifelhaften Fällen mit notwendiger Energie
acken.
lieſe Tatſache hat naturgemäß das Verbrecherweſen begün=
Es haben ſich, eine früher ſo gut wie unbekannte Erſcheinung
igland, Banden gebildet, die in die Räume von Nachtklubs
ngen und dort unter Drohungen frei Eſſen und Trinken, ja
uch Geld von dem Klubinhaber und ſeinen Gäſten erpreſſen.
n früheren Zeiten mieden es die engliſchen Berufsverbrecher
ltig, eine Schußwaffe bei ſich zu führen. Sie wußten, daß
ſeſitz einer ſolchen unweigerlich eine ſchwere
Stvafverſchär=
in Geſtalt einer Anzahl Jahre „Zwangsarbeit” nach ſich
würde. Heute aber wird dieſe „Zurückhaltung” ſehr oft
mehr geübt, und die meiſt nur mit dem berühmten „
Knüp=
ſewaffneten „Bobbies” ſehen ſich nicht ſelten drohenden
Re=
läufen gegenüber. Dieſe Ungleichheit der Bewaffnung macht
erfolgung und Feſtnahme eines Verbrechers oft unmöglich.
ein Wunder, daß immer lauter die Forderung erhoben wird,
5 auch die engliſche Polizei mit Vollmachten gleich denen
europäiſchen und amerikaniſchen Kollegen auszurüſten.
Na=
y wird betont, daß man keineswegs einer Einführung des
en Grades” das Wort reden wolle. Immerhin werden ſich
rbeitsweiſen der engliſchen Polizei in Zukunft wohl etwas
ſcheinen. Erſt vor kurzem iſt ein Detektiv von Scotland Yard bei
einer ſeiner Nachforſchungen ſpurlos verſchwunden. Trotz aller
Bemühungen und Unterſuchungen iſt dieſer Mann, ein erfahrener,
acht Dienſtjahre aufweiſender Kriminalbeamter namens Miles,
nicht wieder aus den Tiefen der Londoner Unterwelt
aufge=
taucht —
Eine beſondere Sorge iſt auch das ſtändige Anwachſen des
Bettlertums, das ſchon eine wahre Plage hauptſächlich des flachen
Landes geworden iſt. Bewegliche Klagen und Berichte erzählen
faſt täglich von Ueberfällen und Beläſtigungen einſamer Frauen
durch falſche Händler und Bettler. Ein Londoner Detektiv, der als
ſtellungsloſer Seemann verkleidet, mit Streichhölzern in den
Bä=
dern und Ferienorten der engliſchen Oſtküſte handelte, machte
da=
bei die erſtaunlichſten Erfahrungen und kam zu dem Reſultat, daß
die meiſten der Bettler und Streichholzverkäufer ein ſehr
beque=
mes und ſogar luxuriöſes Privatleben führen.
Es wurde ferner feſtgeſtellt, daß viele Londoner Bettler ihre
feſten „Kunden” haben, denen ſie ſogar in ihre Ferienorte folgen,
um ihre „Renten” einzukaſſieren. Man fand Liſten, in denen
Be=
rufsbettler die Namen von Perſonen aus allen
Bevölkerungs=
ſchichten mit genauen Einzelheiten notiert hatten. Meiſt handelte
es ſich um Leute, deren Mildtätigkeit bekannt war, und unter
„beſondere Bemerkungen” las man dann noch, ob das betreffende
Opfer für „Kinder” oder für „Tiere” ein beſonderes Intereſſe
habe. Wonach man ſich weidlich richtete.
Niemand wundert ſich darüber, der ſich jemals mit der Technik
des Bettelunweſens befaßt hat, das in allen Ländern dieſelben
Grundzüge aufweiſt. Aber den Engländern iſt es anſcheinend in
der breiten Maſſe doch neu, daß es Orte in London gibt, an denen
man ſich kleine Kinder jeglicher Art zu Bettelzwecken leihen kann.
Selbſtverſtändlich gegen entſprechende „Leihgebühr”.
Aber es gibt auch „Geiſter=Kinder”. Eine bettelnde Frau, die
die Omnibuſſe und Untergrundbahnen heimſuchte, pflegte
bei=
ſpielsweiſe ein krankes Kind auf dem Arm zu tragen und dabei
zu ſtöhnen, ſie hätte zu Hauſe noch ſechs unmündige Kinder. Sie
exiſtierten überhaupt nicht, ebenſowenig wie die Kinder jenes
Mannes, der mit einem Plakat vor dem Bauch herumlief: „Meine
letzte Hoffnung — eine Frau und fünf Kinder.”
Ein bezeichnendes Erlebnis hatte ein engliſcher Hauptmann.
Eine der großen Straßen Londons entlang gehend, erblickte er
einen jammervoll abgeriſſenen Mann an der Seite einer Frau,
der die Tränen über die Wangen liefen; er erkannte zu ſeinem
Schrecken in dem Bettler einen ehemaligen Kameraden von der
Volksſchule. Mitleidigen Herzens ſprach er ihn an. Der Bettler,
ſehr erfreut über dieſes Wiederſehen, bat den Offizier, ihn zu
be=
gleiten. Das Paar führte den Schulfreund zu einer Wohnung in
einem der umliegenden Häuſer, wo die beiden ſich zum
allergröß=
ten Erſtaunen des Militärs in ein ſehr ſauber und gut gekleidetes
Bürgerehepaar verwandelten. Sie fuhren ihren Gaſt mit einem
Auto zu einem ſchön ausgeſtatteten Heim, wo ſie ihn prächtig
be=
wirteten. Und ſpäter ſprach der „Bettler” vertraulich mit ſeinem
Jugendfreund über ſein Gewerbe.
„Wir verdienen mit dem Betteln ſoviel, daß es ſich wirklich
lohnt”, erklärte er ſeelenruhig. „Ich glaube, das kommt
hauptſäch=
lich durch die Tränen, die meine Frau immer dabei vergießt. Sie
iſt eine großartige Schauſpielerin und ſehr wirkungsvoll —
Es iſt erklärlich, daß dieſe und ähnliche Fälle die engliſche
Oeffentlichkeit auf den Plan gerufen haben. Wir, die wir unter
unſerer Regierung den Segen eines energiſchen Kampfes gegen
Unterwelt und Bettlertum täglich empfinden, die wir wiſſen, was
Ordnung und Sicherheit bedeutet, ſind weir davon entfernt,
ſcha=
denfroh auf dieſe Erſcheinungen engliſchen Lebens herabzuſehen.
Wir wünſchen England im Kampf gegen dieſe dunklen Geſtalten
nur vollen Erfolg.
KHRUNG
SEPTENBER
Nachdruck verboten.
Latimer betrat, ohne anzuklopfen, ein kahles Zimmer, in dem
ſe Perſonen anweſend waren: ein heftig geſchminktes
Mäd=
das an einer Schreibmaſchine ſaß, ein alter verſtaubter Mann,
mit einer viel zu großen Schere Notizen aus einer Zeitung
. und ein alter Komödiant, der mit grollender Stimme
e: „Für mich iſt keine Rolle in dem Stück?”
Satimer wendete ſich an die Sekretärin. Die hob den kühlen
„Bitte, melden Sie mich dem Herrn Intendanten”, ſagte
igeduldig.
„Bedaure, mein Herr. Herr Geheimrat iſt beſchäftigt. Iſt
lingend?‟
Es iſt nicht dringend, Fräulein. Ich kann wiederkommen.
ilt nicht.”
Ihr Name, bitte?” erkundigte ſich die Sekretärin.
Latimer.”
„Sie ſind Herr Latimer?” rief die Sekretärin aus und ſah
Tberraſcht an. Der Mann mit der Schere und der alte
Komö=
begannen ebenfalls, ihn intereſſiert zu betrachten.
*S war plötzlich ganz ſtill geworden, und Latimer vermochte
Stille nicht auszulegen. „Warum ſtarren ſie mich ſo
miß=
ſch an?” dachte er, während in Wirklichkeit nur er es war,
die Anweſenden mißtrauiſch muſterte.
Die Sekretärin ſagte: „Herr Geheimrat iſt gerade auf der
Le. Ich werde Sie inzwiſchen dem Dramaturgen, Herrn
Dr Baßberg, melden.”
Im Hintergrund öffnete ſich eine Polſtertür. Doktor
Baß=
erhob ſich hinter einem Haufen von Manuſkripten. Er war
icker junger Mann mit einem leidenden Geſicht, der ſtark nach
erminzpaſtillen roch. „Ich begrüße Sie, werter Freund!”
Ek und riß einen Stapel Manuſkripte zu Boden.
atimer drückte eine laſche, ſeidenweiche Hand und ſetzte ſich.
Lirrt betrachtete er den Raum, der einen verwüſteten
Ein=
machte. Wohin man blickte: Manuſkipte. Ehrgeizige Jüng=
Frauen, die ſich langweilten, Greiſe mit hiſtoriſchen Erinne=
En, romantiſch angehauchte Prokuriſten hatten dieſe
Manu=
ke verfaßt, und Doktor Baßberg mußte ſie alle leſen. In der
dieſer Manuſkripte ſchwamm vielleicht auch Latimers
ruſkript.
Zhrerſt meinen herzlichſten Glückwunſch, werter Freund!”
Delte der Dramaturg und ſtrahlte förmlich Wonne aus. „Ich
awünſche Sie vor allem zu Ihrer Lydia. Dieſe Lydia iſt
eine der prächtigſten Frauen, die in der Literatur anzutreffen
ſind. Die ſcheinen Sie ſich geradezu von Shakeſpeare ausgeliehen
zu haben!“
Er ſaß ſtarr, das Kinn vorgereckt, in einer unterbrochenen
Bewegung. „Mein Stück iſt angenommen?”, fragte er tonlos.
Doktor Baßberg blickte verſchwommen durch die dicken Gläſer
ſei=
ner Brille, und er ſchob ſich zwei neue Pfefferminzpaſtillen in den
Mund. „Ihre Aktſchlüſſe”, fuhr er ſogleich fort, die Frage des
Be=
ſuchers nicht beachtend. „Ihre Aktſchlüſſe ſind zu dürftig! Es geht
nicht an, den Vorhang fallen zu laſſen, wenns dem Autor paßt;
der Vorhang muß dann fallen, wenns dem Publikum paßt, in der
pſychologiſch richtigen Sekunde! Nein, ſo etwas von Aktſchlüſſen,
mein verehrter Freund,” klagte er. „Was meinen Sie wohl, wie
ſelbſt „Die Jungfrau von Orleans” durchgefallen wäre, wenn
Schiller nicht das Talent beſeſſen hätte, gute Aktſchlüſſe zu
ſchrei=
ben. „Johanna geht, und niemals kehrt ſie wieder”, das iſt ein
Aktſchluß!”
„Ich habe gewußt”, daß Ihnen mein Stück mißfallen wird”,
unterbrach ihn Latimer ſchwer enttäuſcht.
Der Dramaturg kicherte vergnügt vor ſich hin: „Unſinn, mein
werter Freund! Nehmen Sies mir nicht krumm, daß ich Ihre
Akt=
ſchlüſſe tadle, ich habe mir erlaubt, dieſe umzuändern. Sie werden
begeiſtert ſein!“
Fiebernd trommelte Latimer mit den Fingern auf den Tiſch.
War denn aus dieſem Mann nichts herauszubekommen? „Bitte,
geben Sie mir endlich Auskunft”, verlangte er energiſch. „Iſt mein
Stück angenommen?”
„Ihr Stück”, ſagte Doktor Baßberg, indem er ſich die Brille
auf die Stirn ſchob und ſo ſeinen Beſucher gleichſam mit zwei
Paar Augen anſah, „Ihr Stück hat mich einfach überrumpelt.
Sehen Sie ſich dieſe tauſend Manuſkripte an, die ſich um mich
häu=
fen: die haben mich abgebrüht, ich bin ein Mann, der ſich nicht
leicht überrumpeln läßt. Ihr Stück hat einen genialen Schmiß.
Der Einfall, die fünf Akte eines Schauſpiels in fünf Jahrhunderten
ſpielen zu laſſen, iſt genial. Und wie iſt dieſer Einfall
durchge=
führt! Eine unerhörte Handlung, die ſich von Jahrhundert zu
Jahrhundert fortſetzt, als läge nicht einmal ein Stündchen
dazwi=
ſchen. In jedem der Jahrhunderte treten die gleichen Figuren
auf, ohne zu altern, ohne ſich zu verändern, mit den gleichen
Sor=
gen beſchäftigt, in die gleiche Handlung verſtrickt. Ich beglück=
Nr. 226 — Seite 9
Gewinnauszug
5. Klaſſe 43. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
7. Ziehungstag
15. Auguſt 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 20000 M. 322975
2 Gewinne zu 10000 M. 226898
6 Gewinne zu 5000 M. 207834 295651 370096
14 Gewinne zu 3000 M. 15466 59977 67919 120559 322050 332175
391922
28 Gewinne zu 2000 M. 61678 59509 97446 130154 163311 170921
172697 191545 223932 282028 286421 296124 328294 373122
26 Gewinne zu 1000 M. 35307 105890 108725 113581 190589
229314 231446 249130 251 182 278233 300564 349270 372359
100 Gewinne zu 600 M. 3391 8486 13660 18722 25790 28684 39181
55003 68443 64587 72499 73481 77269 89123 89607 113448
128994 136471 156282 156551 163069 164489 178374 184172 186865
189639 211411 218529 225960 227144 237181 238162 245698 250751
257124 274362 308438 316611 329886 332361 335178 336673 347116
358742 362239 371428 385500 387262 387396 399219
404 Gewinne zu 300 M. 37 1936 2220 4614 4831 6407 8971 16663
21966 22636 23107 26356 33823 34093 34251 35282 36940 39714
41074 42255 45483 47918 48053 48473 54594 57659 58518 59141
60250 60283 61894 62685 66095 69216 69368 71133 71065 71331
72226 72364 75191 75924 81567 82570 83398 85797 88017 81104.
96607 96241 99842 105660 106858 108356 111808 112462 113008
117046 117655 119103 119894 121135 121584 122885 124492 124574
194971 128858 130409 135702 137544 139855 140581 147474 147872
147881 148284 149658 150921 151791 153647 154206 154513 155815
156202 158016 160285 160481 160897 162385 163944 163967 165259
165698 167527 168446 168165 170624 172437 173282 174361 178197
177576 180486 184205 186443 187336 187351 187379 188883 193678
196658 197160 197842 2024 18 202661 104688 206732 209838 211464
211896 213727 217720 220194 220375 220425 223607 230084 230803
230908 236382 238047 240687 241476 246319 247358 254888 266596
257404 257799 259210 259671 260242 262125 264608 266697 267680
269239 272388 273181 277397 279848 280212 282843 285017 585930
301505 301724 303161 305337 306496 318408 325338 327352 327848
328031 328560 332134 333214 335863 336127 344989 345699 348091
349342 351342 352365 352801 354 169 356033 356592 360272 362143
364777 368903 370663 373061 374183 377898 378828 380067 380626
381700 381743 382011 384211 390116 390231 391146 392444 394559
398266
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 5000 M. 244155
4 Gewinne zu 3000 M. 69629 215023
16 Gewinne zu 2000 M. 10087 178984 234906 235493 288782
Mi i
26 Gewinne zu 1000 M. 3179 42330 51301 150581 200993 223497
294831 328617 332176 354112 370364 374399 376310
76 Gewinne zu 500 M. 9936 10643 29464 42873 70618 108028
109650 116103 138714 143742 144117 145966 1468707 149816 160243
167470 194899 198663 201413 231333 235697 239359 244237 262468
268431 296860 304 131 304638 327369 349160 366083 367942 374084
375153 384593 386631 394854 396271
324 Gewinne zu 300 M. 815 1906 3091 11114 12667 13769 13813
16522 19955 20707 24412 27237 32344 B521ß 35776 39997 40270
41122 41981 43697 45144 45302 48246 49452 50358 50956 68805
62298 65578 65849 69746 69997 71840 74894 75365 76999 77484
80083 86272 99497 100614 101192 102324 102776 108114 110878
114020 114132 114667 114767 119699 119937 122296 124497 124742
195247 127158 128150 130106 130203 132729 145410 145480 145957
146670 154346 158498 159220 159973 163088 163734 165214 167777
168106 173195 174597 178155 177840 181137 181954 182797 183120
191863 192289 192416 193165 196329 197725 198768 205623 206028
211001 216859 217062 724943 228048 230913 232930 233597 241980
242758 244172 244301 244620 244689 244723 247038 250001 254594
256640 258878 259312 260036 260329 267539 270182 278135 281769
583546 290724 298299 299237 301287 303109 304432 307441 307844
309047 309348 310856 310896 314801 317092 323161 323722 327469
327922 333249 334036 334 193 334222 336098 342661 354023 355321
363065 363876 364767 365092 367440 368220 370339 375564 379862
380481 386907 388305 391973 392592 394127 395131 398434
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf bie Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
77506 103802 178516 188352 221403 226879 309249 318737 349558
364826
Im Gewinnrade verblieben: 460 Tagesprämien zu 1000 M.
ferner 2 Gewinne zu 1000000, 2 zu 300000, 2 zu 100000, 2 zu
75000, 4 zu 50000, 6 zu 30000, 8 zu 20000, 32 zu 10000, 154 zu
5000, 300 zu 3000, 726 zu 2000, 1518 zu 1000, 3712 zu 500,
14678 zu 300 M.
wünſche Sie zu dieſem Einfall! Sie wollen damit zeigen, daß die
Probleme der Menſchheit ewig die gleichen bleiben, daß ſich wohl
die Tracht, aber nicht das Individuum verändert und daß zwiſchen
den Menſchen von vorgeſtern und den Menſchen von übermorgen
kein gar ſo großer Unterſchied beſteht. Ich in den Jahrhunderten!
Ein großartiges Schauſpiel!”
Während dieſer Worte war Latimer aufgeſprungen; er hielt
es nicht mehr aus, ruhig auf einem Stuhl zu ſitzen. „Mein Stück
iſt angenommen?”, ſchrie er.
Baßberg kehrte aus den fünf Jahrhunderten zurück und griff
nach neuen Pfefferminzpaſtillen. „Ob Ihr Stück angenommen iſt?
Der Geheimrat hat Ihnen doch geſchrieben!“
„Ich komme von der Reiſe, erhielt den Brief erſt geſtern. Ich
weiß nichts, gar nichts. Iſt mein Stück angenommen?”,
wieder=
holte er mühſam.
„Na, das iſt toll!” ſagte Baßberg und brach in ein ſchallendes
Gelächter aus. „Ihr Stück iſt bereits vor acht Wochen angenommen
worden. Wir ſind ſchon mitten in den Proben. Kommen Sie denn
aus dem Urwald?‟
Hilflos hob Latimer die Arme. Ein mattes Lächeln umſpielte
ſeine Lippen, er ſchluchzte und ſah mit einem leuchtenden Blick in
die Höhe. Ja, er kam wohl aus dem Urwald!
Auf dem verwüſteten Schreibtiſch flackerte ein Blinkſignal auf.
Doktor Baßberg griff nach dem Telephonhörer. „Herr Geheimrat
läßt jetzt bitten”, ſagte er, ſich ergeben verneigend.
Latimer verabſchiedete ſich und lief in das Empfangszimmer
des Intendanten.
Der Intendant ſaß an einem rieſigen Schreibtiſch, der quer in
den Raum geſtellt war. Von einem breiten Fenſter belichtet, ſaß
er ſo ruhig und in einer ſo eleganten Poſe, daß man den Eindruck
erhielt, da ſäße eine Statue, die lebensgroße Statue eines alten
vornehmen Römers, der merkwürdigerweiſe an einer Zigarre ſog.
Der Intendant begann zu lächeln: „Was? Sie ſind der Autor?
Ich habe einen wilden, weißen Philoſophenbart erwartet, auf
die=
ſen weißen Bart hätte ich gewettet. Macht nichts! Bitte, nehmen
Sie Platz!”
Latimer verneigte ſich, nahm Platz. Er war bleich, in ſeinem
Blick lag Fieber. Die Konturen, die er wahrnahm, waren
undeut=
lich und flimmerten. Er hatte Kopfſchmerzen. Kaum konnte er das
Glück, das ihn überrumpelt hatte, ertragen.
„Der hat ja tolle Augen”, dachte der Intendant, ihn mit einem
klugen Blick betrachtend.
Eine ganze Zeitlang ſah er zu, was der Intendant mit der
Zigarre tat; mit Daumen und Zeigefinger führte er ſie an die
Lippen, er hielt ſie mit geſpreizter Hand abſeits von ſeiner Bruſt,
er ſtreifte behutſam die Aſche ab. Wenn man an dem Intendanten
vorüberſah und durch das Fenſter blickte, ſah man in die
Büro=
täume des gegenüberliegenden Hauſes, in denen wohl zwanzig
Stenotypiſtinnen tätig waren.
„Vor acht Wochen bat ich Sie, mich aufzuſuchen”, fuhr der
In=
tendant, ſich weit zurücklehnend, fort. „Ich ſchrieb Ihnen, verſuchte,
Sie telephoniſch zu erreichen, ſetzte mich mit Kreti und Pleti in
Verbindung, um Ihrer habhaft zu werden — vergeblich! Sie
wa=
ren verſchollen! Ich mußte meine Entſchlüſſe ohne Sie treffen, und
ich habe folgendes beſchloſſen: Die Uraufführung Ihres
Schau=
ſpiels findet am 19. September ſtatt. Geſtern haben wir mit den
Proben begonnen.”
(Fortſetzung folgt.)
Seite 10 — Nr. 226
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sort.
Ttdo Tltt
Die Woche: Darmſtädter Leibesübungen.
Die Veranſkalkungen der Darmfkädter
Turn= und Werbewoche.
Wie bereits bekannt iſt, ſollte an dieſem Samstag die
Woche der Darmſtädter Leibesübungen beginnen,
die acht Tage lang für die Turn= und Sportſache werben ſoll.
Durch die Wahl am Sonntag war eine Programmverkürzung
notwendig geworden. Die Werbewoche beginnt deshalb erſt am
kommenden Montag und endet mit einer großen Turn= und
Sportveranſtaltung am Sonntag, dem 26. Auguſt 1934, auf der
„Woogswieſe” am Oſtbahnhof.
Am Tage vorher findet im Großen Woog das angekündigte
Sommernachtsfeſt ſtatt.
Die Darmſtädter Turner und Sportler ſtehen noch alle unter
dem Eindruck der Worte, die der Unterbeauftragte des
Reichs=
ſportführers, Verwaltungsdirektor Löwer, in ſeiner bekannten
Rede am vergangenen Dienstag gefunden hatte, und die
richtung=
gebend für die weitere Arbeit der Darmſtädter Turn= und
Sport=
vereine ſein wird. Unter dieſen Eindruck und nach der
nun=
mehrigen gemeinſamen Zuſammenarbeit muß nun auch die
Darm=
ſtädter Woche der Leibesübungen einen ebenſo würdigen Verlauf
nehmen, indem alle Turn= und Sportvereine ſich geſchloſſen an
der Sache beteiligen.
Nachſtehend wird das endgültige Programm der
Woche veröffentlicht. Einzelheiten hierüber erſcheinen noch.
Wenn es infolge der Kürzung auch nicht möglich war, alle
Darm=
ſtädter Leibesübungen zu Worte kommen zu laſſen, ſo wird jedoch
erwartet, daß alle Vereine ſich wenigſtens an dem Aufmarſch am
Sonntag, dem 26. Auguſt, von der Woogsturnhalle zur
Woogs=
wieſe in größter Stärke beteiligen, um damit die Zuſammenarbeit
zu beweiſen. Es ſei hierbei jetzt ſchon darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß auf dem Sportgelände die Rede des Führers von der
Saarkundgebung in Koblenz übertragen wird, ſo daß kein
Teil=
nehmer dieſe Kundgebung verſäumt.
Das Programm:
Montag, den 20. Auguſt: Männer= und Frauenturnen im Zeichen
der Leibesübungen. Beginn 19.30 Uhr.
Dienstag, den 21. Auguſt: Fußball: Sportverein 98 gegen TSG.
46, Beginn 18.30 Uhr.
Mittwoch, den 22. Auguſt, nachmittags: Turnen und Gymnaſtik
der Schülerinnen. Beginn 16 Uhr. — Abends: Volksturnen
und leichtathletiſcher Staffelabend der Darmſtädter Turn=
und Sportvereine, ſowie ſchwerathletiſche Vorführungen.
Be=
ginn 18.30 Uhr.
Donnerstag, den 23. Auguſt: Tag des Schwimmens, Springens
und des Waſſerballſpieles, Beginn 18 Uhr.
Freitag, den 24. Auguſt: Boxen, Fechten, Fauſtball, Hockey, Tennis.
Beginn 18 Uhr.
Samstag, den 25. Auguſt, nachmittags: Turnen und Sport der
Schüler, Beginn 14.30 Uhr. — Abends:
Sommernachts=
feſt im Großen Woog. Beginn 19.30 Uhr,
Sonntag, den 26. Auguſt (Hauptfeſttag). vormittags:
Allge=
meiner Uebungsbetrieb der Jugend. Einweihung eines
Kin=
derſpielplatzes mit Planſchbecken. Zeltlager der Jugend mit
Feldküchenbetrieb. Beginn 9 Uhr. — Nachmittags:
Auf=
marſch der Darmſtädter Turn= und
Sportver=
eine (Näheres ſiehe demnächſt in der Preſſe). Darbietungen
des Radſports. Tänze der Turnerinnen. Sprungtiſchturnen
der Turner. Handball: Polizeiſportverein (Deutſcher
Meiſter) gegen TSG. 46. (In einer Pauſe: Uebertragung der
Führerrede aus Ehrenbreitſtein.) — Abends: Ausklang:
Ge=
mütlicher Tanz in der Woogsturnhalle. Beginn 20.30 Uhr.
Anmerkung: Die Vorführungen finden auf der
Woogs=
wieſe bzw. im Großen Woog ſtatt. Bei ſchlechtem Wetter
iſt Sorge getroffen, unter Programmänderung in die
Turn=
halle am Woogsplatz zu gehen. Ebenſo wird der Tag des
Schwimmens bei Regenwetter in das Städtiſche
Hallen=
bad verlegt.
Auf der Woogswieſe iſt Beleuchtung vorhanden, ſo daß die
Vorführungen auch noch bei Einbruch der Dunkelheit abgewickelt
werden können.
An die Turn= und Sporkvereine Heſſens.
Bekr. Saarkreue-=Skaffel am 20. bis 26. Auguft 1934
Wieder einmal ſteht die deutſche Leibesübung im Dienſt der
Nation. Am 26. Auguſt finden in Koblenz=Ehrenbreitſtein die
große Saar=Treuekundgebung ſtatt, beider auch der
Führer ſprechen wird. Zu dieſer Kundgebung für unſere
Brüder an der Saar wird eine Saartreue=Staffel gelaufen, die
in zehn großen Stafetten von den Grenzen unſeres Reiches ihren
Weg zum Ehrenbreitſtein finden, um dort vor dem Führer und
unſerer ganzen Nation und insbeſondere vor unſeren
Volksgenoſ=
ſen aus dem Saargebiet die Treue der Grenzmarken zu
über=
bringen.
Dieſe Saartreue=Staffel hat nur zwei Vorläufer. Im Jahre
1913 fand anläßlich der Weihe des Völkerſchlachtdenkmals und
der 100=Jahr=Feier der Freiheitskriege ein derartiger
Staffel=
lauf ſtatt, und im Jahre 1925 ging zum Hermannsdenkmal im
Teutoburger Wald der bekannte Hermannslauf.
Immer wieder hat die deutſche Leibesübung bewieſen, daß ſie
es verſteht, ihre Arbeit in den Dienſt der Nation zu ſtellen und
ſo wird ſie auch diesmal ſich reſtlos für das Gelingen der
Saar=
treu=Staffel einſetzen. Die Deutſche Turnerſchaft als die
Körper=
ſchaft, die bereits die obengenannten Staffelläufe vorbildlich
durchführte, hat wiederum von dem Reichsſportführer den
Auf=
trag erhalten, die Organiſation der Saartreue=Staffel zu
über=
nehmen. Das bedeutet aber nicht, daß ſich nur die Turnvereine
an dieſer Staffel zu beteiligen haben, ſondern alle Turn= und
Sportvereine haben ſich mit allen ihren verfügbaren Kräften in
den Dienſt der Sache zu ſtellen. Ich erwarte, daß gerade in Heſſen
die Zuſammenarbeit aller Leibesübungen treibenden Vereine in
vorbildlicher Weiſe vonſtatten geht, um den Erfolg dieſer
Kund=
gebung reſtlos zu ſichern. Ich erwarte ferner, daß alle Behörden
und Körperſchaften dieſer Veranſtaltung jede Unterſtützung
ge=
währen und ihre Bereitwilligkeit gerne zu erkennen geben.
gez. Löwer,
Unterbeauftragter des Reichsſportführers
in Heſſen.
Achkung! An alle leichkakhlekiſchen Fachwarke
der Darmſtädter Turn= und Sportvereine.
Durch Darmſtadt geht am Samstag, dem 25. Auguſt, der
Hauptlauf Nr. 4 der Saartreueſtaffel, die nachmittags zirka 1.45
Uhr in Darmſtadt aus der Richtung Roßdorf eintrifft und über
Groß=Gerau nach Mainz weiterläuft. Die Darmſtädter Turn=
und Sportvereine übernehmen die Strecke vom Beſſunger
Forſt=
haus bis zum Waldfriedhof. Hierzu ſind zirka 200 Läufer
not=
wendig. Zwecks Durchführung der Staffel werden alle
leichtathle=
tiſchen Fachwarte der Darmſtädter Turn= und Sportvereine zu
einer Sitzung heute abend um 7 Uhr in die Woogsturnhalle
(Kneipſaal) gebeten. gez. Löwer.
Sporkabzeichen=Prüfung
für Männer — Frauen — Jugendliche.
Morgen Samstag finder auf dem Stadion am Böllenfalltor
(SV. 98 Darmſtadt) eine Abnahme der Prüfung für den
Er=
werb des Reichsſportabzeichens für Männer und Frauen und des
Reichsjugendabzeichens für Jugendliche und Mädchen ſtatt.
Be=
ginn: 15 Uhr. Leiſtungshefte ſind vorzulegen. Die Teilnehmer
treffen ſich vor dem Umkleidehaus des Platzes. Ausgetragen
werden bei den Herren alle Uebungen (Ausnahme Diskus= und
Speerwerfen), auch der 10 000=Meter=Lauf.
Großkampf auf dem Polizeiſporkplak!
Enkſcheidung der Deutſchen Polizei=Meiſterſchaft
im Fußball.
Landespolizei Heſſen — Landespolizei Hamburg
17.30 Uhr — Polizeiſportplatz.
Endſpiele um eine deutſche Meiſterſchaft ſind die eigentlichen
ſportlichen Höhepunkte im Fußballgeſchehen. Gerade dieſe
Be=
gegnungen entzünden die Begeiſterungsfähigkeit der Zuſchauer.
Dieſe Spiele ſind ſchon deshalb ſehr intereſſant, da in einem
ſol=
chen Kampfe von jedem einzelnen Spieler, der reſtloſe Einſatz
ſeines techniſchen Könnens und ſeines Kampfwillens abverlangt
wird. Gilt es doch die höchſte Siegerpalme zu erringen, die der
deutſche Sport zu vergeben hat. Nicht minder zugkräftig hat ſich
die Meiſterſchaft der Polizei=Fußballer eingebürgert.
Die Vertretungen der Landespolizeien Hamburg und Heſſen
haben ſich in ſchweren Kämpfen, die der Herr Reichsinnenminiſter
Dr. Frick ausgeſchrieben hat, bis zu dieſem Entſcheidungskampf
durchgerungen.
Die beiden Endſpielteilnehmer haben ihre Mannſchaften für
den morgen ſtattfindenden Kampf mit größter Sorgfalt
vorberei=
tet und auserwählt.
Die Landespolizei Hamburg übertrug dem dortigen
Polizeiſportverein ihre Vertretung. Die Hamburger ſind in der
deutſchen Sportgeſchichte kein Unbekannter. Der Verein von der
Waſſerkante iſt, der größte deutſche Sportverein, der mit über
6000 Mitgliedern auf allen Gebieten des Sportes tätig iſt. Neben
den Leichtathleten und Handballern, die ſchon immer in deutſchen
Endkämpfen zu finden waren, ſtehen die Fußballer kaum zurück.
Bereits 10 Jahre gehört die dortige Fußballmannſchaft zu der
er=
ſten norddeutſchen Klaſſe. Schon mehrmals belegten ſie hinter
der bekannten Mannſchaft des Hamburger SV. in den
Verbands=
ſpielen den 2. Platz. Die Elf ſtand mehrere Jahre unter dem
Training des berühmten ungariſchen Fußballehrers Nagi,
wel=
chem Umſtand der Verein auch ſeine hohe Spielkultur
mitver=
dankt. Durch ihre große Spielerfahrung und ihr vorzügliches
techniſches Können gelang es der Hamburger Elf, ſchon immer
den Titel eines Deutſchen Polizei=Fußballmeiſters zu erringen.
Die Hamburger Preſſe erwartet auch dieſes Jahr wieder, daß der
Vertreter des Nordens die Meiſterſchaft an ſeine Fahne heftet.
Insbeſondere erhoffen ſie von ihrer Stürmerreihe große
Lei=
ſtungen, da dieſer Mannſchaftsteil das ſtärkſte Gefüge der Elf iſt.
Auch die Heſſenelf ſtand bereits ſchon zweimal im
End=
ſpiel. Der begehrte Titel wurde ihr immer von dem morgigen
tapferen Geaner ſtreitig gemacht. Die größten Chancen zur
Er=
ringung desſelben hat ſie ohne Zweifel dieſes Jahr. Die
Vertre=
ter Heſſens haben nicht nur den Vorteil des eigenen Platzes
ſon=
dern ſie ſind auch unter der guten Leitung ihres Trainers Keller
zurzeit ſehr gut in Fahrt. Die Heſſenelf wird wahrſcheinlich
durch den wiederhergeſtellten Spieler Doumont eine nicht
unwe=
ſentliche Verſtärkung erhalten.
Bringen die hieſigen Grünen denſelben Geiſt auf, mit dem
ſie vor 8 Tagen die Polizei Berlin mit 4:1 in Grund und Boden
ſpielten, ſo dürfen wir hoffen, daß dieſes Jahr die Polizei=
Fuß=
ballmeiſterſchaft in Darmſtadts Mauern bleibt.
Dem Darmſtädter ſportliebenden Publikum ſteht deshalb ein
ganz beſonderer Genuß bevor. Auch die oberſten Stellen Heſſens
ſchenken dem Spiel größte Aufmerkſamkeit. Vertreter der
heſſi=
ſchen Landesregierung werden vorausſichtlich dem wichtigen
Ent=
ſcheidungsſpiel beiwohnen.
Die Mannſchaftsaufſtellung folgt.
1. Schwerakhlekik=Kreisfeſt
am 18. und 19. Auguſt in Roßdorf.
Kraftſportmeiſterſchaften des Kreiſes Darmſtadt. — Ueberaus
ſtarke Beteiligung mit über 300 Meldungen. — 80 Prozent
mehr Teilnehmer wie im Vorjahre.
Der Kreis Darmſtadt im Deutſchen Schwerathletik=Sport=
Ver=
band 1891 hat ſein erſtes großes Ereignis in dieſem Jahre. Mit
dem 30jährigen Jubiläum des Kraftſportvereins „Deutſche Eiche‟
Roßdorf hat er ſein Kreisfeſt verbunden. Daß er mit dieſer Wahl
recht getan hat, und daß Roßdorf als Feſtort beliebt iſt, zeigt die
Anzahl der Meldungen. Viele der Gemeldeten kommen nicht das
erſte Mal nach dort zum Wettkampf.
Wenn auch die Frage: Wer wird der Beſte ſein?” doch
ab=
hängig ſein wird von der körperlichen und geiſtigen Verfaſſung
des einzelnen Teilnehmers am Kampftage, ſo ſoll doch an Hand
der Meldeliſte verſucht werden, auf dieſe Frage näher
einzu=
gehen. Zunächſt ſei über die Ausſichten der Ringer, die
am Sonntag morgen 8 Uhr ihre Kämpfe beginnen, folgendes
geſagt:
In ſämtlichen Gewichtsklaſſen, die teilweiſe bis 30
Konkur=
renten aufweiſen, dürften äußerſt harte Kämpfe zu erwarten ſein.
Naturgemäß iſt es möglich, einem Kämpfer auf Grund ſeiner
bis=
her gezeigten Leiſtungen beſtimmte Ausſichten einzuräumen, aber
gerade im Ringkampf wirken allerlei Umſtände mit, die nicht
vorauszuſehen ſind, ganz abgeſehen davon, ob nicht der eine oder
andere in einer niedrigeren oder höheren Gewichtsklaſſe ſein Glück
verſucht. Nach den Erfahrungen der letzten Zeit iſt aber
anzu=
nehmen, daß wir die Namen; Borowſki=Darmſtadt (
Dreikampf=
ſpiel=Sieger), Müller=Lampertheim, Herbert=Groß=Zimmern, Ohl=
Dieburg, Schnauber=Darmſtadt, Zapf und Veith=Darmſtadt
be=
ſtimmt in der Spitzengruppe finden.
Bei den Gewichthebern dürften als Anwärter für die
erſten Plätze gelten: Rühl=Darmſtadt. Kleinſchroth=Gammelsbach,
Hirt=Fürth, Schuchmann. Blumenſchein=Darmſtadt: auch die
Namen Veiht und Borowſki werden wiederkehren. Die
Wurf=
übungen bringen ſchon immer Knapp=Fürth, Guttandin=
Die=
burg, Löbig=Dieburg, Reuter=Darmſtadt. Rückerich=Arheilgen und
nicht zuletzt Knauf=Darmſtadt in Front.
Daß Ueberraſchungen nicht ausbleiben, iſt durch den Zugang
neuer Vereine und damit neu auftauchender Kämpfer mit
Be=
ſtimmtheit anzunehmen.
Für den Vorabend verpflichtete die „Deutſche Eiche” Roßdorf
die Sportabteilung des FC. Viktoria St. Ingbert (Saar);
allerdings ſollen dem Verein betr. Ausrciſe Schwierigkeiten in
den Weg gelegt worden ſein. Gegebenenfalls werden andere
Sportkameraden in die Breſche ſpringen, und um 5.30 Uhr wird
das Feſt, das am gleichen Tage um 8.30 Uhr einen Fackelzug der
Vereine vorſieht, programmäßig ſeinen Anfang nehmen. Schon
früh am Sonntag (6 Uhr) beginnen die Vorbereitungen, denen
um 7.30 Uhr ſchlagartig die Wettkämpfe der einzelnen Gruppen
und Klaſſen folgen werden. Nach dem Feſtzug (1 Uhr) werden
auf dem Feſtplatz die Schlußkämpfe zur Abwickelung kommen,
ebenſo die Mannſchaftswettbewerbe. Hier haben ſich die
Muſter=
riege Dieburg (der Sieger des Bezirksfeſtes), ſowie die ebenfalls
gute Riege von Gammelsbach gemeldet.
Das Tauziehen, ſchon immer eine Delikateſſe und die
Senſation der Sportfeſte, wird gleich von 4 Mannſchaften, unter
denen man vielleicht den KSV. Darmſtadt 1910 als Favoriten
be=
zeichnen kann. beſtritten.
Zuſammengenommen dürfte es Roßdorf beſchieden ſein, ſeit
Jahren eines der ſchönſten Kreisfeſte durchzuführen. Wünſchen
wir dem Verein noch, daß der Wettergott ein Einſehen hat und
K.
durch ſchönes Wetter mit zu dem Gelingen beiträgt.
Skimmk alle mit „Ja‟!
Ein Aufruf des Reichsſporkführers.
Die deutſche Turn= und Sportbewegung ſteht ein Jah
nationalſozialiſtiſcher Führung. Sie hat in dieſer Zeit ein
wicklung genommen, die zur Einheit und Geſchloſſenheit
Sie hat Gegenſätze zu überbrücken geſucht und Hindern
überwinden getrachtet, am Eröffnungstage der Deutſchen
ſpiele in Nürnberg wurde dieſes Werk der Einigung
ſchloſſenheit dem ganzen Volke offenbar. Turner und
Reichswehr und Polizei, SA. und SS., HJ. und BDY
ſchierten auf und bekundeten in dieſer gewaltigen Heerſch
ſie zuſammenſtehen und zuſammenarbeiten, das Werk de
gung wird Fortſchritte machen die Geſchloſſenheit der
Turn= und Soprtbewegung wird ihre Früchte tragen. We
heute voller Genugtuung und mit berechtigtem Stolz die
ausſprechen dürfen, ſo ſeien wir uns deſſen bewußt, daß v
Manne zu Dank verpflichtet ſind, der dieſe Entwicklung
machte: Adolf Hitler. Der Führer und Kanzler des d
Volkes ſieht in den Leibesübungen ein wertvolles Kultur
hat den deutſchen Sport unter den Schutz des Staates
Die deutſche Turn= und Sportbewegung kann nicht beſſer
fühle des Dankes und der Treue bekunden, als dadurch.
geſchloſſen am 19. Auguſt zur Wahlurne geht und ihm in
einſtimmigen „Ja” das Vertrauen ausſpricht. Deutſche
und Sportler, tut eure Pflicht.
gez. v. Tſcham
kreken zur Frühwah
Der 19. Auguſt iſt wieder ein Tag, der dem deutſche
gehört, ein Schickſalstag der deutſchen Geſchichte. An dieſ
ſtellt ſich das deutſche Volk der Welt wieder vor in ſeine
nalſozialiſtiſchen Weltanſchauung unter dem Begriff:
Ein Führer, ein Volk, ein Vaterland.
Es iſt kein Zweifel, daß die geſamte deutſche Turn= und
bewegung ſich im gleichen Sinne mit an erſter Stelle ge
hinter unſeren Führer Adolf Hitler ſtellt. Noch ſtehen n
ner und Sportler unter dem Eindruck der Deutſchen Kan
in Nürnberg, die nach jahrelanger Zerſplitterung und
tung des deutſchen Turn= und Sportweſens endlich die
Einheit brachten.
Wir danken dieſe Einheit einzig und allein unſerem
der ſofort nach der Machtergreifung einen Reichsſportfü
nannte, unter deſſen umſichtiger Führung die Neugeſtalt
deutſchen Turn= und Sportbewegung im nationalſozia
Sinne in die Wege geleitet wurde.
Am 19. Auguſt werden wir dieſen Dank durch die
ſtatten. Alle Turner und Sportler wählen deshalb nicht
Führer, ſondern ſie treten als echte deutſche Volksgeno
erſte zur Wahlurne, indem ſie durch eine Frühwahl ihre
erfüllen.
gez. Löwer,
Unterbeauftragter des Reichsſportführers für Heſſe
Jahn 1875 Darmſtadl.
Unſere Mitglieder machen wir auf die am heutigen
ſtattfindende große Rede des Führers aus Hamburg
ſam. Um allen Turnern und Turnerinnen die Gelege
geben, eine einwandfreie Uebertragung zu hören, hat der
führer angeordnet, daß ſich alle Mitglieder, die keinen
Apparat haben, im Turnhaus treffen. Selbſtverſtänd
nen an dieſem Gemeinſchaftsempfang auch alle übrigen M
teilnehmen. — Anſchließend finden noch einige wichtige
mitteilungen ſtatt.
Reichsbahn-Turn= und Sporkverein Darmſt /4
Wegen der Rundfunkanſprache des Herrn Reichskanz
len am Freitag, den 17. d. M., ſämtliche Uebungsſtunden
Mitgliedern, die zu Hauſe kein Funkgerät beſitzen, iſt Ge A
geboten, auf dem Sportplatz am Dornheimerweg die Rex
hören. Ich mache es allen wahlberechtigten Mitgliedern
eins zur Pflicht. am 19. Auguſt ihr Wahlrecht, und zwar
frühzeitig, auszuüben.
Ferner findet am Samstag, den 18. Auguſt 1934, ab
20,30 Uhr, im großen Saale des Rummelbräu. Rheinſtr
Mitgliederverſammlung ſtatt. Vollzähliges Erſcheinen a
ven und inaktiven Mitglieder iſt unbedingte Pflicht.
Der Vereins
Inkernes Klubkurnier des Tennis= und Eis
Darmſtadt.
Auch am 3. Turniertage wurden die Konkurrenzen
gefördert. Es gab durchweg ſpannende Kämpfe und e
ſich, daß ſich die Spielſtärke der einzelnen Spieler und
rinnen ſtark verbeſſert hat. Im Heren=Einzel hat ſich
reits in die Vorſchlußrunde durchgeſpielt. Er ſiegte über
wald nach ſpannendem Kampfe. Auch unſer erſter Junit
Müller hat in dieſem Jahre gute Fortſchritte gemacht, u
ner gewann erſt nach Verluſt des erſten Satzes. Hart zu
hatte Sigwart, um gegen Samesreuther, der ſich in gut
befand, 1:6, 6:1, 6:4 zu gewinnen. Im Damen=Einzel.)i
Graetz über Frau Moeßner und Frl. Ringer gegen Fr.
heller. Im Herren=Doppel ſtehen auf der einen Seite
Sigwart bereits in der Schlußrunde. Sie ſiegten nach
Kampf über Claß/Colin 6:3, 8:6. Im Gemiſchten Dopp f
Frl. Unckel/Kleinlogel. Frl. Ringer/Claß und Frl. Ser:
ner bereits die Vorſchlußrunde erreicht. Das Eheepaa
ſah die Paare Sennewald/Noack und Voltz ſiegreich. Aue
anderen Klaſſen gab es bemerkenswerte Kämpfe, über
noch berichten werden.
Sehr beachtlich iſt der Erfolg des erſt 15jährigen G A/4ſ
der gegen den ſpielſtarken Wöbke nach Kampf mit 3 Sätz
Bei den Europameiſterſchaften der Schwin F!
in Magdeburg endete das Kunſtſpringen der Damen m..
deutſchen Sieg: Die Titelverteidigerin Olga Jentſch 8.0
dan ſiegte mit 74,78 Punkten vor der Engländerin La
11
Frankfurterin Anni Kapp belegte den dritten P —
400=Meter=Crawlſchwimmen der Herren
wartungsgemäß der Franzoſe Jean Taris in 4:55,5 20
Stettiner Nüske belegte hier den fünften Platz=
Arndt kam in die 100=Meter=Rücken=Entſcheidung, währe
Holte ausſchied. Im Waſſerball haben ſich neben Deutſch
Ungarn Schweden und Belgien für die Teilnahme an de
runde qualifiziert. In den Länderwertungen der He‟
Damen ſteht Deutſchland an erſter Stelle.
Welterberichl.
Ueber dem Feſtland hat ſich ein Hochdruckkern entn
deſſen Bereich bei abſinkender Luft der Himmel für
lan=
aufheitert. Die Temperaturen werden ſomit tagsübet
Werte als ſeither erreichen. Bei der herrſchenden A.
wird aber immer noch ozeaniſche Luft heranbefördert, ſ.
neben Frühnebel tagsüber auch Dunſt= und Wolkenbi!
merkbar machen.
Ausſichten für Freitag, den 17. Auguſt: Nach vereinzelk.
nebeln tagsüber aufheiternd, zeitweiſe auch dunſtig
wärmer, vorwiegend trocken.
Ausſichten für Samstag, den 18. Auguſt: Keine weſentlich
rung der Wetterlage.
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Nummer 226
Freitag, 17. Auguſt
erliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Stimmung, die die vorgeſtrige Berliner Börſe mit
Vorliegen einiger ungünſtiger Momente nachteilig
beein=
ßte, hat geſtern wieder einem freundlichen Grundton Platz
ge=
cht. Auf faſt allen Aktienmärkten waren bereits zum erſten
rs leichte Steigerungen feſtzuſtellen, die ſich bald weiter
fort=
ten. Nachdem ſich die Haltloſigkeit von Gerüchten über eine
jebliche Neuregelung für Tauſchoperationen zwiſchen
Aus=
dswerten und Dollarbonds herausgeſtellt hatte, trat bei den
rvon betroffenen Papieren eine weitgehende Erholung ein,
an auch eine ſolche kursmäßig noch nicht überall in Erſcheinung
So gaben Chade=Aktien anfangs noch etwas nach, auch
ati Linoleum eröffneten ¼ Prozent ſchwächer, erholten ſich
r nach dem erſten Kurs auf 67. Aku ſetzten dagegen 1½
Pro=
t höher ein. Lebhafteres Intereſſe machte ſich für einige
zzialwerte bemerkbar, ſo für Goldſchmidt, die 1½ Prozent
ge=
nnen, ſowie Feldmühle, die bei lebhaften Umſätzen im gleichen
smaß gebeſſert waren. Von Montanen fallen Schleſiſche Zink
plus 2½ Prozent auf. Sonſt ſah man an dieſem Markt
igerungen von etwa ¼ bis ¼ Prozent. Auch
Braunkohlen=
tte notierten durchweg bis 1 Prozent höher. JG. Farben waren
ächſt nur um ½ Prozent erholt, zogen aber bald bis auf
½ Prozent an. Im Verlaufe blieben die erzielten
Kursbefe=
ungen auf faſt allen Gebieten erhalten. Reichsbankanteile
ge=
nnen gegen den Anfang ½ Prozent, Farben ¼, Rheinſtahl ½,
ffürel /8, Holzmann ¼ Prozent. Chadeanteile Lit. A—C
ver=
i erneut 3 RM., während Lit. D eine halbe RM. gewannen.
W. zogen um 1½ Prozent an. Am Rentenmarkt blieb es
ter freundlich, Pfandbriefe hielten ſich etwa auf
Vortages=
eau. Das gleiche gilt auch für Kommunale. Stadtanleihen
nten meiſt kleine Gewinne verzeichnen. Feſt lagen Frankfur=
Schätze mit plus 1 und Kölner Schätze mit plus 1½ Prozent,
idſch. Goldpfandbriefe waren bei kleinen Umſätzen um ¼
Pro=
ft nach beiden Seiten verandert. Am Markt der Staatsanleihen
ſen 30er Meckl.=Strel. mit plus 1½ Prozent und 27er Baden
plus 1 Prozent die größten Tagesgewinne.
Das politiſche Vermächtnis des verſtorbenen
Reichspräſiden=
hat den an der Frankfurter Börſe beteiligten Kreiſen
in neuen Impuls gegeben. In zunehmendem Umfange kamen
iforders heraus, die dem Kursniveau faſt allgemein einen
trieb verliehen. Hinzu trat, daß ſich die Gerüchte, die in den
en Tagen auf die Auslandswerte drückten und auch deutſche
iere mitzogen, als haltlos erwieſen Ferner wirkte die ge=
Fzigte Aufnahme des deutſch=holländiſchen Zwangsclearings in
land als Beruhigungsfaktor. Die gemeldeten
Arbeiterein=
ungen im Maſchinenbau taten ein übriges. Führend in der
wartsbewegung war der Elektromarkt, hier Elektr.
Liefe=
gen 1½ Prozent, Licht u. Kraft 1½, Gesfürel, AEG. und
ula bis 1 Prozent höher. Montanwerte waren bis ¼
Pro=
erhöht, Harpener plus 1 Prozent, Rheinſtahl gehalten,
Man=
mann knapp behauptet. Eine Sonderbewegung hatten JG.
ben mit minus ½ Prozent, während Scheideanſtalt 1 Prozent
annen. Am Kunſtſeidenmarkt profitierten Aku als
Auslands=
t 128 Prozent, Bemberg mit Pluszeichen auf einen nicht
un=
ſtigen Bericht über die Kunſtſeideninduſtrie. Im
Börſenver=
ſetzte vorübergehend eine leichte Belebung ein, das Geſchäft
ch blieb an allen Märkten auf ein Minimum beſchränkt.
Far=
zogen bis 147½ an, um dann wieder auf 147 bzw. 146¾
zu=
zugehen. Die übrigen Märkte wieſen kaum Veränderungen
und lagen außerordentlich ruhig. Lediglich Reichsbankanteile
iten ihren Anfangsgewinn um ein weiteres halbes Prozent
ſhen. Die Schluß= und Nachbörſe ſtand ganz im Zeichen des
eren Rückgangs der Auslandswerte.
An der Abendbörſe lagen keine neuen Momente vor, die eine
bung des Geſchäftes hätten herbeiführen können. Die
Um=
waren dementſprechend minimal bei wenig veränderten
ſen. Aku kamen wieder auf dem niedrigeren
Mittagsſchluß=
au zur Notiz, Hapag ermäßigten ſich um ¼ Prozent auf 25½
zent, während Zellſtoff Waldhof ½ Prozent gewinnen konn=
Für ausländiſche Werte herrſchte eher ſchwächere Stimmung
Am Rentenmarkt wurden Altbeſitz knapp gehalten genannt,
e Schuldbücher hörte man unverändert.
Durchführung von Ausfuhraufkrägen.
Das Reichswirtſchaftsminiſterium teilt mit: Es darf nicht
nder nehmen, daß die deutſche Deviſenlage manchen
ausländi=
n Konkurrenzfirmen Veranlaſſung gibt, angebliche
Schwierig=
en deutſcher Firmen bei der Durchführung von
Ausfuhrauf=
gen ins Feld zu führen. Da die Aufrechterhaltung und
Er=
iterung der deutſchen Ausfuhr Gegenſtand der Fürſorge der
ichsregierung iſt, ſo hat die Regierung alle Maßnahmen
ge=
ffen, um die pünktliche gute Ausführung von
Auslandsaufträ=
allen anderen Erforderniſſen der deutſchen Wirtſchaft
voran=
tellen. Der Auslandsabſatz der deutſchen Induſtrie beträgt
da 10 Prozent ihrer Geſamtproduktion. Die Menge an
aus=
diſchen Rohſtoffen, die für dieſe Ausfuhr benötigt werden, ſpielt
nnach im Verhältnis zum Geſamtbedarf der deutſchen
Wirt=
aft keine entſcheidende Rolle. Einſchränkungen des Verbrauchs
ausländiſchen Rohſtoffen kommen nur für denjenigen Teil der
utſchen Produktion in Frage, der ſeinen Abſatz auf dem In= A.E. 6.
ndsmarkt findet. Für die Ausfuhr werden deshalb
vorzugs=
eiſe ſowohl in zeitlicher als in qualitativer Hinſicht die
erforder=
cen Rohſtoffe in erſter Linie zur Verfügung geſtellt, und irgend= Bergmann Elektr.
Eiche Zweifel an der prompten und einwandfreien Durchführung Berl. Maſch.=Bau
On Auslandsaufträgen der deutſchen Induſtrie ſind völlig unbe=
Fundet Die Bedürfniſſe der Ausfuhr werden in jeder Beziehung
M inländiſchen Abſatz vorangeſtellt werden.
Zuſahkonkingent für Kleinmühlen.
Die Wirtſchaftliche Vereinigung der Roggen= und
Weizen=
ihlen hat folgendes Rundſchreiben (Kontingente Nr. 2)
er=
ſen
Die frühe Getreideernte in dieſem Jahr hat den kleinen Müh=
I in vielen Gebieten des Reiches bereits im Auguſt ein
ver=
rktes Mahlgeſchäft in Lohn= und Umtauſchmüllerei gebracht. Steuergutſcheine
mit dieſe Mühlen den an ſie geſtellten Anforderungen gerecht
rden können, werden nach folgenden Beſtimmungen für Monat
guſt Zuſatzkontingente gegeben:
1. Für Mühlen, die ihren Kontingentsbeſcheid bereits
erhal=
haben und deren Grundkontingent nicht höher als insgeſamt
19 Tonnen Roggen und Weizen iſt, ein Zuſatzkontingent von 100 6ogDtſch Reichsanl.
Lzent des Verarbeitungskontingentes des Jahres 1933/34.
2. Die Mühlen, die aus beſonderen Gründen ihren Kontin= 51 Intern., v.30
IIsbeſcheid bis jetzt nicht erhalten konnten und deren Tages= 6%Baden ... v.27
ſungsfähigkeit nicht höher als 5 Tonnen iſt, können die mit 8oaHeſſen. , zb.e9
Rundſchreiben vom 31. Juli 1934 freigegebene Auguſtquote 6%Preuß. St, v.28
ppelt vermahlen.
2. Das freigegebene Zuſatzkontingent darf nur zur Lohn= und 6%Thüringen v.27
atauſchmüllerei mit Selbſtverſorgern und Deputatempfängern soo Dt. Reichsbahn
rwendet werden.
* Dieſes Zuſatzkontingent iſt nicht übertragbar.
2 Line Verrechnung des Zuſatzkontingentes auf das nächſt=
Drige Verarbeitungskontingent findet nicht ſtaut. Für alle
Eißen Mühlen bleibt die bekanntgegebene Auguſtquote
unver=
dert beſtehen.
Produktenmärkke.
Berliner Getreidegroßmarkt=Bericht vom 16. Auguſt. Markt= 6o Baden=Baden.
* wenig verändert. Angebotsverhältniſſe etwas unterſchied= 6%Berlin v.24
D. beſonders bei Weizen, der für kurzfriſtige Lieferung verein= KDarmſtadt.
It mehr zum Verkauf geſtellt wird. Die Mühlen nehmen weiter 88Dresden, v.28
4 kleine Bedarfskäufe in Brotgetreide vor; für Weizen treten
ie die neuen Feſtpreiſe in Kraft. Die Nachfrage für rheiniſche 8o
Soung hat ſich nicht belebt. Am Mehlmarkte iſt die Stim= 6%Mainz.. ....
aus auch weiter ruhig. In Hafer zeigt ſich in ſchweren Quali= 6%Mannheim v.27
Sten unter Zugrundelegung der geſtern feſtgeſetzten Aufgelder
4s mehr Verkaufsneigung, dagegen bleibt das Angebot in
eergerſte knapp. Die Forderungen für Induſtrieſorten ſind 68Heſſ. Landesbk.
2der gehalten. Feine Braugerſten liegen etwas ruhiger.
Reich und Länder ſind Eigentümer von Unternehmungen
und Betrieben, die an Bedeutung zum Teil ſogar die größten
privaten Induſtrie= und Handelsgeſellſchaften übertreffen. Nach
„Wirtſchaft und Statiſtik” gab es in 1933 insgeſamt 202 Reichs=
und Landesbetriebe, darunter namentlich Reichsbahn und
Reichs=
poſt, die im Konzern der Viag vereinigten verſchiedenartigſten
Reichsbetriebe, die Elektrizitäts= und Bergwerksgeſellſchaften der
preußiſchen, bayeriſchen und ſächſiſchen Staaten. Ausſchließlich
dem Reich gehörten 58, ausſchließlich den Ländern 55
Geſellſchaf=
ten, während ſich der größte Teil — 95 Geſellſchaften — in
ge=
meinſamem Beſitz von Reich und Ländern befand. Die Schulden
dieſer Geſellſchaften beliefen ſich auf 4½ Mrd. RM., ſie haben in
der Kriſenzeit nur noch wenig zugenommen, insbeſondere konnte
ein weiteres Anſteigen der kurzfriſtigen Schulden vermieden
wer=
den. Die größten Kapitalien ſind in der Verkehrs= und
Verſor=
gungswirtſchaft inveſtiert. Auf Verkehrsbetriebe entfallen 2,66
Mrd. RM. oder mehr als die Hälfte der Schulden, auf
Verſor=
gungsbetriebe ¼ Mrd. RM. oder weitere 16 Prozent. Daneben
ergaben ſich größere Betrage noch für induſtrielle
Unternehmun=
gen (rund 470 Mill. RM.) und für Wohnungs= und
Siedlungs=
geſellſchaften (rund 400 Mill. RM.). Auf Reichsbetriebe
ins=
geſamt treffen 3 Mrd. RM. oder nahezu zwei Drittel aller
Schul=
den. Die Länder, die nicht über derartig große Unternehmungen
wie Reichsbahn und Reichspoſt verfügen, ſind mit ¼ Mrd. RM.
beteiligt (darunter Preußen 0,23 Mrd. RM., Sachſen 0,17 Mrd.
RM.).
Die Boden= und Kommunalkredikinſtikuke im Juni.
Ende Juni ſtellt ſich der Geſamtumlauf an Pfandbriefen,
Kom=
munalobligationen und verwandten Schuldverſchreibungen aller
Boden= und Kommunalkreditinſtitute auf 13 214,8 Mill. RM.
Gegenüber dem Vormonat hat er ſich ſomit erneut um 167 Mill.
RM. erhöht Vom Umſchuldungsverband Deutſcher Gemeinden
ſind weitere 201,1 Mill. RM. Schuldverſchreibungen begeben
wor=
den, ſo daß ihr Umlauf nunmehr 2053,1 Mill. RM. erreicht hat.
Von der Deutſchen Rentenbank ſind weitere 13,4 Mill. RM.
Oſt=
hilfe=Entſchuldungsbriefe begeben worden. Die Deutſche
Central=
bodenkredit A.=G. hat 1.9 Mill. Zentner
Roggenſchuldverſchrei=
bungen in 14,2 Mill. RM. Reichsmarkſchuldverſchreibungen
umge=
tauſcht. Unter Ausſchluß dieſer Sonderbewegungen hat ſich der
Umlauf an Pfandbriefen und Kommunalobligationen um 49,2
Mill. RM. vermindert. An dieſen Rückflüſſen ſind die nach dem
Ausland begebenen Anleihen ſtark beteiligt, ihr Umlauf iſt auf
515,3 Mill. RM. zurückgegangen. Größeren Umfang haben im
Juni auch die Rückflüſſe von Gold= und Liquidationspfandbriefen
angenommen. Namentlich die Hypothekenaktienbanken haben
größere Beträge aus dem Markt genommen. — Im Aktivgeſchäft
der in die Statiſtik einbezogenen Inſtitute hat ſich der
Geſamt=
beſtand an Darlehen bis Ende Juni auf 15 655,7 Mill. RM.
er=
höht. Im laufenden Aktivgeſchäft hat ſich der Darlehensbeſtand
um 49,4 Mill. RM. vermindert, und zwar bei den
landwirtſchaft=
lichen Hypotheken um 12,5 Mill. RM., bei den ſtädtiſchen
Hypo=
theken um 16,4 Mill. RM. und bei den Kommunaldarlehen um
32,3 Mill. RM. Nur die im Zuge der öffentlichen
Arbeitsbeſchaf=
fung gegebenen Darlehen haben ſich erneut erhöht.
Darmſtädter Viehmarkt vom 16. Auguſt. Aufgetrieben waren
162 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 37—39, b) 34—36,
c) 31—33, d) 28—30 Pfg. pro Pfund. Spitzentiere und geringe
Tiere nicht notiert. Es wurden verkauft in der Klaſſe a) 22,
b) 34, c) 42 und d) 22 Stück. Marktverlauf: geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 16. Auguſt. Auftrieb:
Schweine, 5 Schafe, 215 Ferkel und 492 Läufer. Preiſe: Ferkel
bis 6 Wochen 8—12 RM., Ferkel über 6 Wochen 16—22 RM.,
Läufer 23—26 RM., Schafe und Schweine nicht notiert.
Markt=
verlauf: Ferkel und Läufer lebhaft.
Frankfurter Viehmarkt vom 16. Auguſt. Auftrieb: Rinder
74 (am letzten Donnerstagsmarkt 51), davon 50 Ochſen, 1 Färſen;
Kälber 869 (1204); Hammel 87 (51): Schafe 51 (56): Schweine
553 (566). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.:
Kälber a) 46, b) 40—45, c) 35—39, d) 26—34; Lämmer und
Hammel b2) 34—36, c) 30—33: Schafe e) 32, f) 25—28; Schweine
a) 50—53, b) 49—52. c) 48—52, d) 45—50. Marktverlauf:
Käl=
ber, Hammel und Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine
rege, ausverkauft.
Deviſenzukeilungen für den Sepkember 1934.
Das Reichswirtſchaftsminiſterium teilt mit: Auf Grund von
Abſchnitt III Nr. 3 Abſatz 2 der Verordnung zur
Deviſenbewirt=
ſchaftung (Richtlinien für Deviſenbewirtſchaftung) vom 23. 6.
1932 wird angeordnet, daß der Grundbetrag der allgemeinen
Ge=
nehmigungen für die Wareneinfuhr im September 1934 nur bis
zur Höhe von 5 Prozent in Anſpruch genommen, werden darf.
Dasſelbe gilt für den Grundbetrag der Ausländer und
Saar=
ländern erteilten allgemeinen Genehmigungen nach Abſchnitt III
Nr. 5—8 der genannten Richtlinien. Derſelbe Kürzungsſatz iſt
auch bei Erteilung von Einzelgenehmigungen nach Abſchnitt III.
Nr. 4 der Richtlinien anzuwenden. Weiter wird angeordnet, daß
die auf Grund von Feſtſetzungsbeſcheiden zugeteilten
Rembours=
kredite nur bis zu 10 Prozent im September 1934 in Anſpruch
genommen werden dürfen.
Süddeutſche Eiſenbahngeſellſchaft, Darmſtadt. Die
General=
verſammlung genehmigte den dividendenloſen (im Vorjahre 3
Prozent) Abſchluß für 1933 und wählte in den Aufſichtsrat neu
Kreisleiter Freitag ſowie Verlagsdirektor Mueller=Clemm(
Na=
tionalzeitung), beide Eſſen. Wie wir hören, iſt die Entwicklung
im laufenden Jahre günſtiger. Im erſten Halbjahr 1934 beträgt
die Zunahme der Beförderungsziffer bei der Eſſener
Straßen=
bahn 4,3 Prozent, bei der Wiesbadener Straßenbahn 12,7
Pro=
zent, bei den Nebenbahnen, die in Heſſen, Baden und Thüringen
ſind, 4,3 Prozent. Im Güterverkehr ſtiegen bei den Nebenbahnen
die Beförderungsziffern um 14,4 Prozent. Die
Betriebseinnah=
men waren bei der Eſſener und der Wiesbadener Straßenbahn
ungefähr gleich geblieben, während ſie ſich bei den Nebenbahnen
infolge des geſteigerten Güterverkehrs günſtiger entwickelt haben.
Die Verwaltung hofft, daß das laufende Jahr eine günſtigere
Entwicklung bringt als das Vorjahr. Eine Anfrage in der
Ge=
neralverſammlung über die Aufteilung des Kontos Gehälter und
Löhne ſowie über die Höhe der Gehälter des Vorſtandes wegen
Doppelverdienſt uſw. wurde der Beſprechung im Aufſichtsrat
überwieſen.
Die Preiſe für Kartoffeln ab 16. Auguſt 1934. Die im
Rah=
men der Abſatzregelung für Kartoffeln feſtgeſetzten Preiſe, die
nicht unterſchritten werden dürfen, lauten für die Zeit vom 16.
Auguſt 1934, gültig für Speiſekartoffelkäufe beim Erzeuger, bis
auf weiteres: Rheinland 3,10, Weſtfalen 3,10, Hannover=
Ham=
burg 3,00, Kurheſſen 3,30, Schleswig=Holſtein 3,30, Kurmark 3,10,
Provinz Sachſen 3,10, Freiſtaat Sachſen 3,50, Bayern rechts des
Rheins 3.10, Pfalz 3,00, Baden 3,00 Heſſen=Naſſau 3,00,
Württemberg 3.10, Schleſien 3,20, Pommern 3,00, Mecklenburg
3,10, Braunſchweig 3,00, Oldenburg 3,00, Thüringen 3,10,
Oſt=
preußen 2.80. Die vorſtehend genannten Preiſe gelten in RM.
für 50 Kilogramm waggonfrei Vollbahnſtation für die am
ge=
ringſten bewertete Sorte.
Günſtige Geſchäftslage in der Baumwollweberei. Der
Ge=
ſamtverband Deutſcher Baumwollwebereien E. V. berichtet: In
der Geſamtlage der Baumwollweberei iſt im Monat Juli eine
weſentliche Aenderung nicht eingetreten. Die Nachfrage nach
Baumwollgeweben war immer noch rege, wenngleich
unregel=
mäßig. Die Baumwollweberei wird infolge der Auswirkungen
der Faſerſtoffverordnung auf längere Zeit, mit der Ausführung
der vorliegenden Aufträge beſchäftigt ſein. Der Zahlungseingang
war gut. Im Exportgeſchäft konnten trotz größter Anſtrengungen
weitere Erfolge nicht erzielt werden.
Hauptſchriftleitung: J. V.: Max Streeſe.
Verantwortlich für Politik u. Wirtſchaft: J. V.: Andreas Bauer; für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; ſür den Handel: Dr. C.H. Quetſch; für den Sport: J. V.:Dr. C. H. Quetſch;
für Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. VII. 34. 22394. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
Berliner Kursbericht
vom 16. Auguſt 1934
Deviſenmarkt
vom 16. Auguſt 1934
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Lloyd
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Deutſche Erdöl
91.—
64.50
67.50
25.125
29.375
24.50
130.75
66.50
17.125
102.—
129.—
125.—
15.—
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f. elektr. Untern
Vereinigte Glanzſt
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Mee
147.—
62.—
109.875
149.75
106.25
75.875
We
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerk=
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Ber. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
76.
15.25
38.625
155.-
22.375
41.875
119.50
64.875
12.—
132.125
29.625
100.—
89.—
121.25
Aegypten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemark
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
Währung
tägypt. 2
1 Pap. Peſt=
100 Belga
1 Milreis.
100 Leva
canad. Doll.
100 Kronen
00 Gulden
2=Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Ml
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
Zeldl
13.01
0.685
58.32
0.184
3.047
2.5431
55.36
81.74
12.63
39,53
5.574
16.50
2.497
169.73/
57.14
Brie
13.04
0.669
9.04
0.186
3.05:
2.549
56.48
81.90
12.66
69.67
5.586
16.54
2.503
170.0
57.26
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlwak.
Türkei.
Ungarn
Nruguay
Ver. Staaten
Währung
100 Lire
Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
100 Tſch. Kr.
1 türk. 2
100 Pengö
Goldpeſo
Dollar
Geld
21.60
5. 664
79.67
63.44
48.95
1.465
65. 10
81.67
34.32
10.44
1.991
0.999
2.481
Brief
21.64
0.7471 0.749
5. 676
79.83
63.56
49.05
11.485
E5. 24
81.63
24.38
10.46
1.995
1.001
2.495
Rarionatbanr Surihſtaut, Fitläte
Frankfurter Kursbericht vom 16. Auguſt 1934.
„Gr. IIp. 1934
„ 1935
1936
„ „ „ 1937
1938
„Gruppe1 ....
b.27
69Bahern ..b.27
6½Sachſen . . b. 27
Schätze. . . . .. . . .
5% Dt. Reichspoſt
Schätze. .......
Dtſch. Anl. Ausl.
*. Ablöſung
„ „ (Neubeſitz)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. .
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
„ b.26
6%München v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6% „ Goldoblig.
103.65
104
1021,
98.5
97.8
101.4
94
931
93.25
93.25
92
107
92
91
101
100
Ri
78
79
86
76.25
80,
80.5
781
81.25
86.25
82.5
89.25
84
We
hhp.=Bk.=Liguid.
4:161
Komm. Obl.
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf
6% „ Goldoblig
0 Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f
Heſſ. Gldobl. R.11
620
„ R.12
6% Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr. ...
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Lig.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser. I
FAusl. Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz
6%Berl. Hyp.=Bk.
0 Lig.=Pfbr.
% Frrf. Hyp.=Bk.
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
Goldoblig
8%Frf. Pfbr.=Bk.
„ Lig.=Pfr
BMein. Hyp.Bk.
„ Lig.=Pfr.
82 Pfälz. Hhp.=Bl.
9 Lig.=Pfbr.
6%Rhein. Hyp.=Bk.
½20 Lig.=Pfr.
Goldoblig.
D Südd. Boden=
Cred.=Bank
Lig.=Pfbr.
25Württ. ghp.=B.
Ai
G
89
90.25
89.25
90½,
96.5
114
17.75
88.5
90.5
89.75
89.25
83.25
89.5
91‟,
892
90,
92
92
90.5
90.5
87
92
91:
91.,75
Ma
3% Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 2e
2aMitteld. Stahl
6% Salzmann ECo.
6% Ver. Stahlwerke
6% Voigt & Häffner
J. G. Farben Bond=
5%Bosn. L. E. B.
2. Inveſt
5%Bulg. Tab. v. 02
4½‟ Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½/o
%Türk. Admin.
1.Bagdad
Zollanl. .
½ %Ungarn 1913
1914
4½%
Goldr.
1910
42
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon
4% Stockholm
Aktien.
Accumulat.= Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. G.
AndreaeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauere
„ Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J.P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Cement Heidelberg
Karlſtadt
*
5
90
92.5
81
78.5
75
122.25
13.5
13.5
11.5
Ar
7.1
6n
50
169.5
61.5
24.2:
107
94.5
67-,
65.5
146
mä.
104
Kee Ri
Chem. Werke Albert
Chade (A=C)...
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz ....
Dt. Atl. Telegr. . ..
Erdöl
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt.
Linoleum.
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff & Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraf
Eſchwe. Bergwerk.
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleicher
Fahr, Gebrüder
J. 6. Farbeninduſtr. 147
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof ..
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern. /109.5
Goldſchmidt Th. .
Gritzner=Kayſer.
Grün & Bilfinger .1214
Hafenmühle, Frkft.
Hanauer Hofbräuk
Hanfwerke. Füſſen
HarpenerBergbau.
Henninger, Kempf
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm!!
Genüſſel.
Nas
89.25
129.25
66.5
a6
112
213
59.75
82.5
99.5
79.5
163
112:),
41.25
52.5
106.5
41.5
70.5
62
31
27
M
40.5
Ree
05.25
69
171
129
Va 7
Kali Chemie ....
Aſchersleben.
Klein, Schanzlin.
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Knorr C. H... ...
Konſerven Braun.
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Laurahütte ....."
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Mainz Akt.=Br
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Mansfeld. Bergb
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Miag, Mü
Moenus
Motoren Dar=
Neckarwerk 0
Oberbedarf
Park=u. Bi
Phönix Be
Rh. Braunkohl
Elektr. St
Stah
Riebeck Montan
Roeder,
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske
Reinigerwerke
Südd, Zucker=A. G.
Thür. Liefer.=Geſ.. /.
42—
119.75
51.5
au
117
19
69,5
81
65
98
115
48.25
246
98
891,
98
79.2!
39",
181
89.25
96
141.25
Wiee
Ber. Stahlwerke ..
Ver. Ultramarin ..
Voigt & Haeffner
78 Weſtdte. Kaufhof
Weſteregeln Kali
Zellſtoff Waldh
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Vank..
Bk. f. Brauinduſtr.
Baher. Hhp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
Hypothekb
Comm. u. Privatbk.
73.75 Dt. Bank u. Dise
Dt. Eff. u. Wech
Dresdner Bank...
ss.75! Frankf. Bank. . . ..
Hyp.=Bank
Mein. Hyp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Ant. ..
Rhein. Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Württb. Notenba
A.=G. f. Verkehrst
Allg. Lokalb. Kraftt
7% Dt. Reichsb. V
Hapa
Nordd. Llohd.
Südd. Eiſenb.=Ge
Alianz= u. Stutte
Verſicherung
Verein. Verſ.=
Frankona Rück=u. M
Mannh. Verſ
183 Otavi Mi
101.5
Schantung Handels
Je
42
130
22.5
119.25
52.5
g.5
3.
117
56
64
67.5
74.:
154.25
105
59.5
100
66
116.5
112.5
24.5
2.
49.5
204
215
14.5
66
zum Einmac
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Eß= u. Kochä
Alexander
10 Pfd. 1.:
Schellhags,Karlſ
8o schreibt die Berliner Presse.
Aus dem Französischen in
deutscher Sprache.
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Mady Berry, Armand
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Regie: René Pulol.
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keiten in Berlin, Meudeck
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füh-
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des Theaterstücks noch verstärkt; die Spannung der
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Kümmelkäſe o. R, 20% Fett i. T. (Schmelztäſe) 0.10
Camembertkäſe, 45—50% Fett i. T., 80 gr=Schtl. 0.23
.. Pfd. von 1.30 an
Cervelatwurſt
.. . . Pfd. 1.25
Mettwurſt
„. . 1Pfund=Doſe 0.55
Leberwurſt
.. . Pfd. 0.90
Eisbein
Friſche deutſche Eler
Stück 11½, 11. 10½, 9½ und 0.08
Röſtkaffee ¼ Pfd.=Paket weiß 0.70
rot 0.60 gelb 0,55 blau 0.50
la Ochfenfleiſch Pfd. 0.72 Schweinefleiſch Pfd. 0.80
Pfd. v. 0.75 an
Kalbfleiſch
ff. Friſch= und Dauerwurſt, Aufſchnitte.
Bezirks Konſumberein Darmſtadt
G.
b.
m.
Warenabgabe nur an Mitglieder.