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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 208
Montag, den 30. Juli 1934.
196. Jahrgang
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Pas öſterreichiſche Problem.
teinigkeit unker den Mächken. — London und Paris für Einberufung des Völkerbundes. — Jialien fordert
Taken. — Franzöſiſches Mißkrauen gegenüber Italien.
„Unabhängigkeik?”
EP. Paris, 29. Juli.
Zwölf Stunden nach der Beiſetzung des Bundeskanzlers
Doll=
beginnen die Blätter ſich ernſtlich mit der Frage zu
beſchäf=
en, auf welche Weiſe die Unabhängigkeit Oeſterreichs
künftig=
aufrecht erhalten werden kann. Es hat ſich nämlich
heraus=
tellt, daß die drei Garanten der
öſterreichi=
en Unabhängigkeit: England, Frankreich und
alien über den einzuſchlagenden Weg nicht
nz einig ſind.
Der „Excelſior” faßt die Lage folgendermaßen zuſammen:
Indon wartet ab, nachdem es ſich für eine Einberufung des
ilkerbundes eingeſetzt hat. Rom ſcheint nicht mehr zu einem
hritt der drei Großmächte bereit zu ſein; es fordert Taten,
er keine Worte. Paris iſt im Stadium der Verhandlungen
die engliſche Anregung auf Einberufung des Völkerbundes
veſen und verhält ſich jetzt genau wie London, d. h.
ab=
irtend. In den drei Hauptſtädten warte man darauf, bis ein
rrain für eine gemeinſame Aktion gefunden ſei, ehe man eine
re Haltung einnehme. Von der Entwicklung der gegenwärtigen
rhandlungen unter den Kanzleien der drei Großmächte hänge
ſe Haltung ab.
Gefährliche Beſchüher.
Einige andere Blätter werfen Italien ſeine frühere Haltung
r. Es habe mit Deutſchland manövrieren wollen, anſtatt ſich
it der Kleinen Entente zu einigen. Wenn man auch zwiſchen
n Zeilen, Frankreichs Genugtuung über die
Ent=
em dung zwiſchen Berlin und Rom merkt, ſo kommt
r doch gleichzeitig auch ein ſtarkes Mißtrauen gegenüber
alien zum Ausdruck.
Der ſozialiſtiſche „Populaire” erklärt, die Unabhängigkeit
ſterreichs habe viele Schützer, aber dieſe Schützer ſeien eine
t ebenſo große Gefahr wie die Gefahr, gegen die ſie
Oeſter=
ch ſchützen wollen. Der nationaliſtiſche „Jour” meint, die
achſamkeit Italiens habe viel dazu beigetragen um die
mittelbare Gefahr zu beſeitigen. Aber die Gefahr einer
nſeitigen Intervention ſei jedermann klar. Das
ſetit Journal” erklärt: In Wirklichkeit verſucht Italien, ſeinen
türlichen Platz zwiſchen Frankreich und England einzunehmen.
rfür ſind aber zwei Vorbedingungen erforderlich: Erſtens,
6 Italien eine beſſere Haltung gegenüber den Freunden
ankreichs einnimmt, und zweitens, daß Frankreich und
Eng=
nd eine feſte, aktive und ſchnelle Politik in der Unterdrückung
1r deutſchen Abſichten in Oeſterreich führen.
England über die mitieleuropäiſche Spannung
beunruhigk.
EP. London, 29. Juli.
Die Beunruhigung, mit der man in engliſchen
poli=
ſchen Kreiſen die durch die Ereigniſſe in Oeſterreich ausgelöſte
itteleuropäiſche Spannung beobachtet, hat ſich noch
icht gelegt. Im Gegenteil werden die Beſorgniſſe durch
te Nachrichten, die über den ununterbrochenen
tufmarſch italieniſcher und auch jugoſlawiſcher
kuppen an den öſterreichiſchen Grenzen und ganz
ſeſonders über die von der italieniſchen Preſſe
legen Deutſchland erhobenen maßloſen
Anſchul=
igungen hier vorliegen, wachgehalten.
Unange=
ehm berührt iſt man in London, wo die Ernennung des
Vize=
anzlers v. Papen zum Sondergeſandten in Wien als eine Ver=
Ihnungsgeſte des Reichskanzlers Hitler gewürdigt und begrüßt
dorden war, auch von der Verzögerung des Agrements. Aus
die=
en Umſtänden erklärt es ſich, daß auch heute wieder faſt die
leſamte Preſſe von jeder fremden
Interven=
lon, vor allem aber von einer Beteiligung
Eng=
ands an einer etwaigen Aktion in Oeſterreich
brät.
Man erklärt hier, wie die „Sunday Times” darlegt, ſolange
Ve öſterreichiſche Unabhängigkeit nicht tatſächlich bedroht ſei,
wo=
ur bisher keine Anzeichen vorlägen, beſtehe zu irgendeinem
Ein=
lreifen der Nachbarn Oeſterreichs um ſo weniger Anlaß, als die
eutſche Regierung ihren entſchiedenen Wunſch bewieſen habe, eine
Serſöhnung und ein freundnachbarliches Verhältnis mit
Oeſter=
eich herbeizuführen. Der Aufmarſch ſtarker
Streit=
käfte an der Grenze ſei eine ausreichende Demonſtration
es Willens der italieniſchen Regierung, die öſterreichiſche
Un=
bhängigkeit zu wahren. Vorſicht und Klugheit geböten, dieſe
1 kuppen in einer jede Provokation ausſchließende Entfernung von
er öſterreichiſchen und der jugoſlawiſchen Grenze zu halten.
Der engliſche Kriegsminiſter Lord Hailſham ſuchte in einer
or engliſchen Kriegsteilnehmern gehaltenen Rede die ängſtliche
Leffentlichkeit zu beruhigen. Er erklärte, gegenwärtig herrſche
in Gefühl der Unſicherheit und Unruhe in Europa. Vielfach ſei
ie Befürchtung zum Ausdruck gekommen, daß ſich die Ereigniſſe
or 20 Jahren wiederholen könnten. Aber dieſe Befürchtungen
eien durchaus unbegründet.
Im übrigen richtet ein großer Teil der engliſchen Preſſe
wei=
erhin Angriffe auf Deutſchland, indem man wenigſtens die
mora=
iſche Mitſchuld Deutſchlands an den Wiener Ereigniſſen ohne
beiteres annimmt, und mit Genugtuung werden die ſcharfen
Aeußerungen der italieniſchen Preſſe gegenüber Deutſchland
ingeführt.
Die italieniſche Preſſe hat ſich wegen der Wiener Ereigniſſe
Immer noch nicht beruhigt und führt eher eine womöglich noch
ſchärfere Sprache gegen Deutſchland als bisher, wobei die Blätter
die ganze Schuld für die Vorkommniſſe in Oeſterreich auch
weiter=
hin Deutſchland zuſchieben zu müſſen glauben.
Neue Regierung in Wien.
Schuſchnigg Bundeskanzler. — Skarhemberg
bleibt Bizekanzler.
DNB. Wien, 30. Juli.
Die neue öſterreichiſche
Bundesregierung iſt nach
einer mehrſtündigen
Mini=
ſterbeſprechung, die bis 1 Uhr
f nachts dauerte, gebildet
wor=
den. Zum Bundeskanzler
wurde der bisherige
Unter=
richtsminiſter Dr. Schuſchnigg
ernannt. Vizekanzler bleibt
Fürſt Starhemberg. Die
weitere Zuſammenſetzung des
Kabinetts wird noch im
Laufe der nächſten Stunden
bekanntgegeben werden.
Erhöhle
Polizeibereit=
ſchaft in Wien.
In Wien iſt am Sonntag
erhöhte Polizeibereitſchaft
an=
geordnet worden. An allen
wichtigen Straßenkreuzungen
Schuſchnigg.
in der Innenſtadt und auch
in den äußeren Bezirken wurden Polizeipoſten
auf=
geſtellt. Vor der Polizeidirektion wurden einige
Maſchinen=
gewehre zur Aufſtellung gebracht. Ueberfall=Kraftwagen
durch=
fahren die Stadt, und man ſieht Truppentransporte.
Welchen Zweck dieſe Maßnahmen haben, war bisher nicht in
Erfahrung zu bringen. Es iſt möglich, daß ſie mit Gerüchten von
beabſichtigten Aktionen der Aufſtändiſchen zuſammenhängen, die
noch in dieſer Nacht ſtattfinden ſollen.
Die Opfer des Aufſtandes.
In der Nacht zum Sonntag wurde eine amtliche Verluſtliſte
für alle Formationen der Regierungstruppen veröffentlicht. Danach
betrugen die Verluſte auf ſeiten der Regierung insgeſamt 78 Tote
und 165 Verwundete. Die ſtärkſten Verluſte weiſt das freiwillige
Schutzkorps aus, das 48 Tote und 37 Verwundete zu beklagen hat.
Das Bundesheer meldet 18 Tote und 37 Verwundete, die
Gendar=
merie 10 Tote und 20 Verwundete und die Wiener Polizei 2 Tote
und 5 Verwundete.
Nach privaten Meldungen ſollen ſich die Verluſte der
Aufſtän=
diſchen auf annähernd 200 Tote beziffern. Eine Ueberprüfung
die=
ſer Meldung iſt natürlich nicht möglich.
Leſterreichiſche Blüchklinge überſchreiten
die jugoflawiſche Grenze.
EP. Belgrad, 29. Juli.
Heute nacht um 2 Uhr wurden 550 öſterreichiſche Aufſtändiſche,
welche die jugoſlawiſche Grenze überſchritten hatten, nach
Waras=
din gebracht, wo ſie vorläufig in gemeinſamen Unterkünften
ver=
bleiben werden. Der freie Verkehr in der Stadt iſt ihnen geſtattet.
Der größte Teil der Flüchtlinge ſtammt aus dem Lavant=Tal.
Die Flüchtlinge erzählen, daß der Aufſtand nicht einheitlich
organiſiert geweſen ſei. Während in Wien die Aufſtändiſchen am
25. Juli, um 1 Uhr mittags losgeſchlagen hätten, ſei in Kärnten
der Befehl zum Kampf erſt am 26. Juli, nachmittags, erteilt
worden.
Vom Tage.
Am Sonntag ſtand Döberitz im Zeichen, der alten Garde=
Regimenter. In einer ſchlichten Feier wurden hier 30
Gedenk=
tafeln der Garde=Regimenter enthüllt. Die einfachen,
eindrucks=
vollen Tafeln ſind in der alten Dorfkirche an den Wänden
ange=
bracht und tragen den Namen des Regiments mit ſeinem
Wahl=
ſpruch und ſeinem Gardezeichen.
Die Nachricht von dem Abſchluß des deutſch=franzöſiſchen
Ab=
kommens iſt in der franzöſiſchen Oeffentlichkeit und in
Wirtſchafts=
kreiſen mit Genugtuung aufgenommen worden.
Zu der Meldung der Chicago Tribune” (Pariſer Ausgabe),
wonach eine Delegation öſterreichiſcher Monarchiſten unter
Billi=
gung des Fürſten Starhemberg nach Steenockerzeel unterwegs ſei,
um dem Erzherzog Otto die öſterreichiſche Krone anzubieten, wird
von Wiener informierter Seite erklärt, daß es ſich hierbei um eine
„jeder Grundlage entbehrende lächerliche Inſinuation” handle.
Der franzöſiſche Außenminiſter Barthou empfing am
Sams=
tag abend den ſüdſlawiſchen Geſandten.
Der ſtellvertretende ſowjetruſſiſche Außenkommiſſar Kreſtinſki
hat den italieniſchen Botſchafter Graf Attolico empfangen.
Die Beſprechungen zwiſchen dem ſowietruſſiſchen
Außenkom=
miſſar Litwinow und dem eſtniſchen Außenminiſter Seliamaa
wurden am Sonntag wieder aufgenommen. Die Verhandlungen
beziehen ſich auf die Fragen des Oſtpaktes und der Sicherheit der
Unabhängigkeit der baltiſchen Länder.
Das ſowjetruſſiſche Gericht in Leningrad verurteilte vier
Lei=
ter der Getreidev rſorgung des Leningrader Gebiets zum Tode
durch Erſchießen wegen Diebſtahls von Getreide. Die Todesurteile
wurden bereits vollſtreckt.
*
Rinkelens Geheimnis.
Enkhebung Rinkelens
vom römiſchen Geſandkenpoſken.
Starhemberg hat für die allernächſte Zeit eine genaue
Dar=
ſtellung der Ereigniſſe vom 25. Juli in Ausſicht geſtellt,
gleich=
zeitig aber die öſterreichiſche Bevölkerung vor der
Gerüchte=
macherei gewarnt. Zur ſelben Stunde etwa iſt jedoch die
Enthebung Rintelens von ſeinem römiſchen
Geſandtenpoſten beſchloſſen und bekanntgegeben worden,
womit ſelbſtverſtändlich nicht nur in Oeſterreich, ſondern auch
außerhalb, der öſterreichiſchen Grenzen das Rätſelraten einen
neuen Auftrieb erhalten hat. Denn dunkel und geheimnisvoll
iſt die Rolle des Geſandten, der zwei Tage vor dem
Putſch=
verſuch von Rom nach Wien kam, der nach der Beſetzung des
Rundfunkhauſes zum Bundeskanzler ausgerufen und alsbald
verhaftet wurde, dann angeblich in der Sicherheitsverwahrung
mit ſeinem Revolver einen Selbſtmordverſuch unternahm,
wenige Stunden ſpäter als tot gemeldet wurde, was man
als=
bald widerrufen mußte.
Rintelen, ein Parteifreund von Dollfuß, alſo ein Chriſtlich=
Sozialer, iſt ſeinerzeit nach Rom abgeſchoben worden, weil er
dem ermordeten Bundeskanzler unbequem wurde, d. h. er muß
ſehr offenſichtlich nach der Macht geſtrebt haben, ſo offinſichtlich,
daß Dr. Dollfuß ihn auf die ſchicklichſte Art außer Land brachte.
Nun iſt vom Augenblick des Handſtreichs auf das
Bundes=
kanzleramt und das Ravag=Gebäude an mit gleichbleibender
Hartnäckigkeit behauptet worden, daß der Aufſtand ein Werk
der Nationalſozialiſten ſei. Daß die
Nationalſozia=
liſten zu den Waffen greifen, damit der
Chriſt=
lich=Soziale Rintelen, Mitglied der Partei,
die die Narionalſozialiſten bis aufs Meſſer
be=
kämpft, Bundeskanzler wird, glaubt doch wohl
im Ernſt kein Menſch. Zudem fehlt bis heute jeder
Be=
weis dafür, daß die 144 Aufſtändiſchen die in das
Bundes=
kanzleramt eingedrungen waren, Nationalſozialiſten ſind. Wären
ſie es, dann würde ein Fürſt Starhemberg ganz gewiß keinen
Augenblick zögern, das mit voller Lungenſtärke durch den
Wiener Sender bekannt geben zu laſſen.
Warum iſt nun Rintelen ſeines
Geſandten=
poſtens enthoben worden? Sollte er doch gegen
Doll=
fuß geputſcht haben? Möglich, denn wo bildeten ſich ſofort die
ſtärkſten Widerſtandsneſter? Wo traten Bewaffnete auf? Wo
mußte das Bundesheer mit Geſchützen den Widerſtand brechen?
In der Steiermark. Das iſt aber der politiſche
Machtbereich Rintelens. Der Gedanke liegt alſo nahe,
daß von Steiermark aus unter gleichzeitiger Ausſchaltung der
Wiener Regierung die Aufſtandswelle über ganz Oeſterreich
hinweggehen ſollte. Auf das benachbarte und mit der Steiermark
eng verbundene Kärnten hat ſie auch übergegriffen. Aber wo
bleibt der Beweis dafür, daß dieſer Aufſtand von
National=
ſozialiſten entfacht worden iſt? Die Wiener Regierung hat ſich
bisher amtlich darüber ausgeſchwiegen. Sagte nicht vor einigen
Tagen ein tſchechiſches Blatt, daß die Ereigniſſe des
25. Juli nichts anderes als die Kämpfe von
Männern des gleichen Lagers wären? Dieſes Prager
Blatt hat unzweifelhaft den Nagel auf den Kopf getroffen.
Schwerhörige Garankiemächke.
Die Regierungen Englands, Frankreichs, Italiens und
Ja=
pans ſind in den letzten Jahren wiederholt auf das Verhalten
Litauens im Memelgebiet aufmerkſam gemacht worden. In der
letzten Zeit iſt ihnen von der Reichsregierung eine Fülle von
Material zugeſtellt worden, das eigentlich ſchon zu einem
Bruch=
teil hätte genügen müſſen, um ſie zu veranlaſſen, in Kowno
ern=
ſteſte Vorſtellungen zu erheben. Statt deſſen haben ſie eine
Vertragsverletzung nach der anderen ſtillſchweigend
hingenommen. Sie haben ſich allen öffentlichen Aufforderungen
gegenüber, ihren Pflichten als Bürgen der Memelkonvention
nachzukommen, ſchwerhörig gezeigt. Inzwiſchen iſt die Not der
Memelländer aufs höchſte geſtiegen.
Mit einer geradezu unbeſchreiblichen Rückſichtsloſigkeit hat
Litauen die memelländiſche Selbſtverwaltung beſeitigt, hat
jedoch den Landtag als Einrichtung beſtehen laſſen, weil es ſich
mit dem Plan trägt, ſich vom Parlament aus die Legalität
ſei=
nes Vorgehens beſcheinigen zu laſſen. Aber der Traum, das
Memelparlament zu litauiſieren, hat ſich ſo leicht nicht erfüllen
laſſen. Der Landtag hat darüber zu beſtimmen,
ob das Memeldirektorium, das jetzt aus
Litauern beſteht, das Vertrauen des Landes
beſitzt oder nicht. Da bei der eindeutigen deutſchen
Mehr=
heit des Landtages das niemals möglich war, hat man zunächſt
mit Hilfe des ſogenannten Staatsſchutzgeſetzes einer großen
deut=
ſchen politiſchen Partei ein Ende bereitet. Eine ganze
Reihe von Abgeordneten verloren ihre
Man=
date. Allzuviel memelländiſche Vertreter bleiben nicht übrig.
Man ließ nun den Landtag zuſammentreten, um gleichzeitig
darauf hinzuweiſen, daß die von der Geſchäftsordnung
vorgeſchrie=
bene Mindeſtzahl von Abgeordneten nicht anweſend ſei. Man
hatte ſo eine willkommene Handhabe geſchaffen, um den
Land=
tag als beſchlußunfähig einſtweilen nach Hauſe zu ſchicken.
Damit iſt das Memelſtatut erneut gebrochen und
das Recht der Memelländer ebenſo wie die
Memelkonvention wiederum mit Füßen
getre=
ten worden. Und das alles, obwohl vier Großmächte die
Ver=
pflichtung übernommen hatten, darüber zu wachen, daß die
Memelländer im Rahmen des litauiſchen Staates ein Eigenleben
mit eigener Verwaltung, eigenem Landtag und eigener Führung
führen dürfen. Die Memelkonvention exiſtiert zwar
noch, ſie iſt jedoch nur ein Fetzen Papier. Der Vertrag
ſelbſt hat durch das Verhalten der Signatarmächte
jeden Wert verloren. Es ſei denn, daß die Regierungen
in Rom, London, Paris und Tokio nun endlich daran gehen, im
Memelgebiet wieder vertragsmäßige Zuſtände herzuſtellen, um
der litauiſchen Diktatur= und Willkürherrſchaft ein Ende zu
be=
reiten. Wir fordern die Garantiemächte erneut auf, ſich
auf ihre Pflichten zu beſinnen, haben ſie doch ohnehin ſchon
als Garantiemächte eine ſtarke Preſtigeeinbuße zu
verzeichnen.
Seite 2 — Nr. 208
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 30. Juli 1934.
Landesbibliothek.
Neuerwerbungen der Landesbibliothek (Auswahl), vom 30.
Juli an auf 14 Tage zur Anſicht im Leſeſaal aufgeſtellt:
1. Anton Antweiler: Unendlich. Freiburg i. Br. Herder.
1934. 34/141. 2. Hans Asmuſſen: Die Seelſorge. München
1934. 34/240. 3. Eduard Beninger: Die Germanenzeit in
Niederöſterreich. Wien 1934. 34/241. 4. Bismarck in Briefen
von Zeitgenoſſen. Berlin u. Leipzig 1934. 34/337. 5. Erich Czech=
Jochberg: Caeſaren. Leipzig 1934. 34/275. 6. Karl
Born=
häuſer, Studien zur Apoſtelgeſchichte. Gütersloh 1934. 34/242.
7. Ulrich Dähnert: Die Erkenntnislehre des Albertus
Mag=
nus. Leipzig 1934. 34/106. 8. Max Diez: Sprechen, Denken und
Erkennen. Berlin u. Leipzig 1934. 34/146. 9. Hans von der
Gabelentz: Wartburgſchickſal. Hamburg 1934. 34/485.
10. Paul Häberlin: Das Weſen der Philoſophie. München
1934. 34/270. 11. Fritz Hellwig: Der Kampf um die Saar
1860—1870. Leipzig 1934. 34/179. 12. Karl Hoede: Deutſche
Rolande. Magdeburg 1934. 34/88. 13. Ernſt Jſay;
Internatio=
nales Finanzrecht. Stuttgart u. Berlin 1934. 34/238. 14.
Poli=
tiſche Jugend. Oldenburg i. O. 1934. 34/403. 15. Otto Karrer:
Das Religiöſe in der Menſchheit und das Chriſtentum.
Frei=
burg i. Br. 1934. 34/65. 16. Erich Koch: Aufbau im Oſten.
Breslau 1934, 34/85. 17. Hugo Kreß: Lehrbuch des Beſonderen
Schuldrechts. München und Berlin 1934. 34/415. 18. Kurt Lück:
Deutſche Aufbaukräfte in der Entwicklung Polens. Plauen i. V.
1934. 34/446. 19. Rocco Morretta: Wie ſieht der Krieg von
morgen aus? Berlin 1934. 34/171. 20. Joſef Nadler: Das
ſtammhafte Gefüge des Deutſchen Volkes. München 1934. 34/142.
21. Robert Oberhauſer; Kampf der Weſtmark. Neuſtadt 1934.
34/401. 22. Karl Schreitter=Schwarzenfeld: Die
Sudetendeutſchen in ihrer geſellſchaftlichen Schichtung. Prag 1934.
34/98. 23. Rudolf Schricker: Rotmord über München. Berlin
1934. 34/428. 24. Paul Seelhoff: Die deutſche Schule.
Det=
mold 1934. 34 A 46. 25. Paul Wentzcke: Der Freiheit entgegen!
Berlin 1934. 34/94. 26. Otto Wille: Die Frau, die Hüterin der
Zukunft. Leipzig 1933. 34/194.
Vormerkungen werden im Leſeſaal entgegengenommen.
Verleihbar ab 13. Auguſt 1934.
Das deutſche Radfahrwege-Reß.
Der Deutſche Radfahrer=Verband hatte zu einer Sitzung in
das Haus der Deutſchen Preſſe in Berlin eingeladen, um das
Thema des Ausbaus eines großen deutſchen Radfahr=Wegenetzes
von berufener Seite behandeln zu laſſen. Die Frage eines
Wege=
netzes für den Radfahrer iſt von ganz großer Bedeutung. Der
Radfahrer=Verband hat darum auch eine Sonderabteilung „
Rad=
fahr=Wegebau” ins Leben gerufen, die inzwiſchen von amtlicher
Seite als einzige autoriſierte Stelle für den Radfahr=Wegebau
anerkannt worden iſt. Am Sitz der einzelnen
Verwaltungsbehör=
den werden Beauftragte dieſer Abteilung eingeſetzt werden. Durch
dieſe Stellen gehen dann die Verhandlungen mit den Behörden
und ſonſt beteiligten Dienſtſtellen. Gelegentlich dieſes Vortrages
wurden auch die Zahlen bekannt, wie ſie zwar amtlich nicht
re=
giſtriert ſind, aber auf Grund der Produktion annähernd ermittelt
werden können. So haben wir in Deutſchland rund 15 Millionen
Radfahrer. In einzelnen Städten beträgt der Anteil der
Rad=
fahrer am Geſamtſtraßenverkehr bis zu 65 Prozent. Auf ein Auto
kommen umgerechnet heute in Deutſchland etwa 20 Fahrräder und
1 Motorrad. Dazu erhöhen ſich dieſe Zahlen laufend, ſo daß die
Frage der Radfahrwege immer dringender wird, nicht zuletzt aus
Gründen der allgemeinen Verkehrsſicherheit. Auch von ſeiten des
Generalinſpekteurs, für das deutſche Straßenweſen wird dieſer
Frage eine eigene Bedeutung zuerkannt, und ſo wurde bereits
für dieſe Zwecke die Summe von 1 Million Mark bereitgeſtellt
Welcher Weg einmal für die Finanzierung des Radfahr=
Wege=
netzes eingeſchlagen wird, ſteht noch aus. Es gibt da verſchiedene
Möglichkeiten. Es kann aus den Mitteln der eigenen Landes=
und Provinzialſelbſtverwaltungen gebaut werden, aber auch aus
Mitteln der Reichsanſtalt für Arbeitsloſenverſicherung, aus
Mit=
teln der Wege=Unterhaltungspflichtigen oder aus Mitteln, die
durch Selbſthilfe=Organiſation aufgebracht werden. Für den
letz=
ten Fall wird der Deutſche Radfahrer=Verband Träger der Aktion
werden, indem er den Abſatz der Steuerrohrringe in finanzieller
und ideeller Hinſicht zur Durchführung bringt. Der Abſatz dieſer
Ringe wird alſo eine freiwillige Abgabe zum Zwecke dieſes
be=
ſonderen Wegebaues darſtellen. Auch größere Verbände und
Or=
ganiſationen ſollen in dieſe Aktion eingeſchaltet werden. Ein
Sonderausſchuß der Abteilung „Radfahrwegebau” wird die
Selbſt=
hilfeaktion des deutſchen Radfahrers in die Wege leiten und
or=
ganiſieren. Zu den Förderern dieſes Ausſchuſſes zählt auch das
Propagandaminiſterium und das Verkehrsminiſterium, weiter der
Generalinſpektor für das deutſche Straßenweſen, die
Reichsbe=
triebsgruppe der Deutſchen Arbeitsfront, der Verein Deutſcher
Fahrradinduſtrieller, der Verband der Fahrradteile=Fabrikanten,
der Reichsverband des Mechaniker=Verbandes und ſchließlich der
Deutſche Radfahrer=Verband. Das Netz der Radfahrwege ſoll auch
auf die Generalſtabskarten aufgenommen werden. Bei der Anlage
der Wege wird auch beſonders auf die Berührung landſchaftlich
hervorragender Punkte und der hauptſächlichſten Ausflugsgebiete
geachtet werden. Mit den erforderlichen Vorarbeiten wird ohne
weiteren Aufſchub nun begonnen werden.
Oas Tat
Sindenfels.
Mach der veittonntag oche Regen.
Ein wirklicher, ſchöner Feſtſonntag! Golden überſtrahlt von
herrlichem Sonnenſchein, blendend weiße Wolkengebilde am
licht=
blauen Himmel! — Früh um 6 Uhr ſchon werden die
Linden=
felſer aus dem Schlaf geweckt. Trommelwirbel und Muſik
durch=
zieht zum Weckruf die Straßen, und von der Burg herab
don=
nern Böllerſchüſſe rollend übers Tal und brechen ihren Widerhall
an den umliegenden Höhen. — In den Kirchen beider
Bekennt=
niſſe fanden Gottesdienſte ſtatt, die ſtark beſucht waren. Vom
frühen Vormittag ab ſchon ſah man Gruppen, Erwachſene und
Kinder, bis herab zum Dreikäſehoch, in hübſchen und originellen
Volkstrachten das Straßenbild beleben.
Das nämlich iſt die wertvolle Hauptſache beim Lindenfelſer
Burgfeſt, die Pflege der ländlichen Volkstrachten. Nicht nur, weil
die in Tracht Erſcheinenden freien Eintritt zum Burghof haben,
die Lindenfelſer pflegen ſeit Jahren gute und ſchöne alte
Volks=
bräuche. Dazu gehören in erſter Linie Trachten und
Volks=
lieder. Sie gaben dem großen
Zeſtzug,
der die äußere Krönung des Burgfeſtes bildet, das Signum. Kurz
nach 1 Uhr ſtellte ſich der Feſtzug im Oha=Viertel auf. Der
Zu=
ſtrom der Beſucher von außerhalb ſcheint ſtärker wie ſeit Jahren.
Die Straßen, beſonders die zur Burg, ſind lange vor Abmarſch
dicht von Zuſchauern umſäumt. Alle Parkplätze ſind überfüllt.
Um 2 Uhr erklingt Muſik. Der Zug ſetzt ſich in Bewegung. Alles
ſucht ſchnell einen erhöhten Platz zu ergattern. Da iſt die Spitze
des Zuges ſchon heran. Vorneweg eine Gruppe Reiter, wie alle,
in Tracht. Dann ein großer repräſentativer Feſtwagen der Stadt
Lindenfels mit Wappen, Fahne und Stadttor. Davor die
wür=
digen Ratsherren. Der Fahnengruppe und den Muſikkapellen
folgte der Feſtausſchuß, ebenfalls in Odenwälder Tracht, und der
Jäger aus Kurpfalz mit einer Gruppe Schützen beſchloß die erſte
Abteilung die „ländlich =hiſtoriſche Miſchung.
Dann kam als zweite Abteilung — und als ſchönſte „das
heimiſche Volkslied”. Fünf Feſtwagen und ebenſoviele
Gruppen. Zunächſt „Sitzt ein ſchöner Vogel im Tannenwald”.
Ein reichgeſchmückter Wagen, ein buntbebänderter kleiner
Tan=
nenwald, in dem Burſchen und Mädel heiter und unermüdlich
ſangen. Dann eine Gruppe mit älteren Trachten, namentlich
Mädchen und Frauen, aber auch Paare. Der nächſte Feſtwagen
war noch mehr auf heiteren Ton geſtimmt. Eine künſtliche Scheuer
verkörperte das alte Odenwälder Lied „Un alleweil rappelts
Scheierdor”. Eine Fußgruppe wandernder Handwerksgruppen
Couleur mit Felleiſen und Knotenſtock verkörperte das alte Wan
lied „Ouh, wann ich Geld genunk hätt”. Dann ein beſonders
ner und origineller Wagen „Wiegenlied‟. Eine ganze Familie
ſchönem Sonntagsſtaat, Vater, Mutter und Kinder bis
Säugling in der hübſchen, buntbemalten, ewig ſchaukelnden M.
Ein idylliſches Familienbild, dem eine große Gruppe Kinde
Tracht bis herab zu den Hoſenmätzchen folgte. Ein Lindenbe
mit bunten Bändern geſchmückt, ſollte „Es ſteht ein Baum
Odenwald” verkörpern Ausgelaſſen=angeheiterte, ausgemuf
Bauernburſchen, die „Louſer” bildeten die letzte Fußgruppe.
Wagen „Das Gaaſelied” mit einem rieſigen weißen Ziegen
geſchmückt mit Blumen und bunten Bändern, bildete den Sch
Durch die Bensheimer, Gumpener=Kreuz=Straße bewegte
der Zug zum Kuhſchwanzeck, dann wieder zurück und zur B
wo ein
Volksfeſt
den Sonntag=Nachmittag ausfüllte und auch den Abend beſch
Es wurde viel geboten. In der Mitte des Burghofes, unter
Linde, war das Tanzpodium errichtet, das ſtark frequent
wurde. Hier wurden auch die ſchönen Volkstänze und Rei
aufgeführt, zu denen ſich junge Mädel und Burſchen zur 2
fügung geſtellt hatten. Alles war gut einſtudiert und zeugte
von, daß Sinn und Verſtändnis für die Pflege des Volkstümlie
und Heimatlichen, wertvolles Volksgut erneut aufging und
fentlich nicht mehr verloren geht. Eine Heimbühne
ihren Muſentempel im dunklen Burgverlies aufgeſchlagen ha
wo es ſchön kühl war, gab unentwegt Prſtellungen. Es wu
das Volksſtück mit Geſang „Der Preisgockel” aufgeführt.
Bauerntheater war mehrfach ausverkauft. — Auch Verkaufs=
Erfriſchungsſtände wurden ſtark frequentiert. Beſonders Od
wälder Elfenbeinſchnitzerei war ſtark begehrt. Manche S
Braut trug ſtolz und freudig ein Halskettlein oder Armband,
guter Handarbeit hergeſtellt und für ländliche Handwerksku
zeugend, mit heim. — Anſonſten gab’s — Durſt von Tanz
Geſang und Schmaus. Und dazu waren Wein=, Bier= und Mi
ralwaſſerzelte und Verkaufsſtände vorhanden. Jede Ecke und
Mauerniſche der Burgruine war ausgenutzt. Es war zeitw
kein Platz zu haben. Fröhliche Stimmung überall und bis z
Schluß. — Selbſtverſtändlich nahmen alle am Burgfeſt 1
Auch die offiziellen Perſönlichkeiten bis hinauf zum Herrn Kre
direktor nahmen an der allgemeinen Feſtfreude teil. —
Billiger Sonderzug an die Nordſee.
An die Nordſee fährt die Reichsbahndirektion Mainz mit
einem Sonderzug eine ganze Woche! Um dieſe Freude weiteſten
Kreiſen zu ermöglichen, wird die größtmöglichſte
Fahrpreisermäßi=
gung gewährt. Die Fahrt beginnt am 18. Auguſt in Darmſtadt
und führt über Mainz. Wiesbaden, Rüdesheim. Niederlahnſtein,
Köln, Münſter i. Weſtf., Osnabrück zunächſt nach Bremen. Dieſer
alten Hanſaſtadt iſt der Abend des Samstag und der Sonntag
ge=
widmet. Am Montag, den 20. Auguſt, geht’s in der Frühe nach
Bremerhaven und nach Beſichtigung eines Ozeanrieſen mit einem
Sonderdampfer nach Norderney. Für Donnerstag, den 23. Auguſt,
iſt die Seefahrt von Norderney über Helgoland nach Hamburg
vorgeſehen. In Helgoland ſelbſt wird einige Stunden Aufenthalt
genommen, wobei Gelegenheit zur eingehenden Beſichtigung dieſer
Felſeninſel gegeben wird. Für Hamburg ſelbſt iſt die Zeit vom
23., abends. bis zum 25. Auguſt, morgens. vorgeſehen. Die
Rück=
fahrt wird am 25. Auguſt über Hannover, Kaſſel ausgeführt. Dieſe
Gelegenheit wird ſicher gern von allen Freunden der Nordſee
be=
nutzt werden, zumal Hin= und Rückfahrt raſch vor ſich gehen, und
der Verpflegungswagen der Mitropa alle Anſprüche auf
Verpfle=
gung befriedigt. In den nächſten Tagen erſcheint ein
ausführ=
liches Programm.
Männergeſangverein Concordia, Darmſtadt. Heute abend
20.30 Uhr ſingt der MGV. Concordia auf dem Riegerplatz nach
folgendem Programm: 1. Germanias erſter Sieg v. Zerlett,
2. ½s Herz v. Silcher, 3. Roſenſtock holderblüht v. Silcher, 4. Die
drei Röſelein v. Silcher, 5. Untreue v. Silcher, 6. Jägers
Ab=
ſchied v. Mendelsſohn=Bartholdy, 7. Singer und Organiſt v.
Men=
delsſohn, 8. Deutſchen Liedes Sendung v. Simmermacher.
Verwalkungsgerichtshof.
p. Klage des Kaiſers Kaffee=Geſchäft
Michelſtadt gegen einen Polizeibefehl. Das Kre
amt Erbach hatte, wie anläßlich der Verhandlung vor dem P
vinzialausſchuſſe berichtet, der Firma die Auflage gemacht, ein n
Anſicht des Denkmalpflegers für das Stadtbild und das landſche
liche Bild mißſtändiges Firmenſchild zu entfernen. Gegen das
Klage der Firma abweiſende Urteil iſt von dieſer Berufung v
folgt. Der Polizeibefehl ſtützt ſich auf eine Polizeiverordnung
Regelung des Reklameweſens. Die Firma hält die dunkelr
Glasbeſchilderung nicht für mißſtändig, während der Denkm
pfleger die Anſicht vertritt, das Schild bringe einen Mißton
das altertümliche Bild der Stadt. Das von der Klägerin in
Verhandlung erſter Inſtanz vorgelegte Lichtbild zeigt einen ge
modernen Ton der Beſchilderung, wie die Gründe des angeſo
tenen Urteils dartun. Der Vertreter der Fixma betont,
dasne=
weinrote Schild bedeute gegenüber dem ſeitherigen gelben einhe
deutende Verbeſſerung; der Denkmalpfleger habe die Anlag,
einer Zeit geſehen, als man gerade daran geweſen ſei, das Sch
anzubringen. Der Polizeibefehl iſt dem Michelſtädter Geſchäft
22. Dezember 1933, das die Klage ankündigende Telegramm d
Kreisamt erſt am 30. Dezember — alſo nach Ablauf der e
wöchigen Friſt — zugegangen. Der Vertreter der Firma führt de
aus, der Polizeibefehl hätte der Zentrale in Vierſen zugeſte
werden müſſen. Der Vertreter des Staatsintereſſes verneint, d
die Klage friſtgemäß erhoben ſei, der Polizeibefehl ſei der V
käuferin der Filiale nach den hier einſchlagenden Vorſchriften
Zivilprozeßordnung ordnungsmäßig zugeſtellt worden und
Klage ſei aus formellen Gründen abzuweiſen, eine Zuſtellung
der Zentrale ſei nicht erforderlich geweſen. Auf die ſachlichen Ar
führungen ſei hiernach nicht weiter einzugehen.
Das Gericht beſchloß nach längerer Beratung, die ſachlich
Ausführungen des Vertreters des Staatsintereſſes entgegenzunt
men. Letzterer verweiſt auf ein Miniſterialausſchreiben vom M
1930, das die Kreisämter veranlaßt, Polizeiverordnungen geg
die Verſchandelung des Landſchaftsbildes, aber auch weitergehen
Beſtimmungen auf Grund des Denkmalſchutzgeſetzes und der Pr
vinzialordnung zu erlaſſen. Die Beſchilderung ſei nach den Ar
führungen des Denkmalpflegers und des Provinzialausſchußurte
mißſtändig: § 1 der Baupolizeiordnung für Michelſtadt verbie
derartige Schilder. In ſachlicher Hinſicht wird die Entſcheidung
das Ermeſſen des Gerichts geſtellt. Das Urteil hebt de
Erkenntnis des Provinzialausſchuſſes und de
Polizeibefehl auf.
der Zroansigfägrige.
Zwiſchen den Schüſſen von Serajewo und dem Beginn
des Weltenbrandes liegt der Tag ſeiner Geburt. Ueber den
früchteſchweren Feldern des Sommers 1914 brütet Juliglut. In
die Stille, die allen Ernteſtunden des Lebens, dem letzten
Reifen alles Lebendigen vorausgeht, zittert die Angſt vor
drohend wachſendem Unheil. Und dem Kinde überträgt ſich, als
Hemmung der erſten Lebensäußerungen die qualvolle
Span=
nung, die über den letzten Julitagen liegt und in der die
ſtrah=
lende Mutterfreude zu erſticken droht.
Bald ſchlägi das Gewaltige, das ſich draußen vollzieht, ſeine
Wellen ins perſönliche Leben, gliedert das Einzelſchickſal ein
in die Volksgemeinſchaft. Den Mann zieht über die junge
Vaterwürde hinweg das dunkle Geheimnis der nahen Zukunft
in ihren Bann. Ihm ſtrafft ſich Körper und Seele der
ſolda=
tiſchen Pflicht entgegen. Die junge Mutter aber flüchtet die
Erſchütterung der ſchweren Tage in heimliche Zwieſprache mit
ihrem Kinde, das aus dem Dämmer ſeiner Lebensfrühe ins
harte Licht des Tages blinzelt. Sein erſtes Feſt iſt, geſättigt
von Stolz und Leid, zugleich die Abſchiedsfeier für den Vater,
der am Tage danach ins Feld rückt.
Erregung, Spannung, Sorge, alles was die Mutter nicht
meiſtern kann an Uebermaß der Gefühle, wirkt ſich mit der
Muttermilch aus an dem jungen Weſen. Wochen hindurch
ſchwankt es zwiſchen Sein und Nichtſein, bis das Leben ſiegt. —
„Bübchen, hörſt du, wie die Glocken klingen. Das bedeutet Sieg,
Sieg. Wenn du ein Mann biſt, wirſt du ſtolz ſein auf das,
was dein Vater mit erringen half.” — „Bübchen, ſpürſt du die
Sorge? — Seit 10 Tagen keine Nachricht vom Vater, keine
Siegesbotſchaft aus dem Felde.” — „Bübchen, wie der
Winter=
ſturm ums Haus heult. Auf Rußlands weiten Schneefeldern
liegen deutſche Männer und halten Wacht in eiſiger Kälte. Du
liegſt warm gehütet im Mutterſchoß. Tauſende von Müttern
haben ſchon ihr Liebſtes in den Tod gegeben. Bald aber wird
Sieg und Frieden kommen.”
Doch immer noch tobt der Krieg, als Kriegskind ſchon die
erſten ſchwankenden Schritte tut. Und als die Zunge fähig iſt,
die erſten klaren Laute zu bilden, da ſind es Kriegsworte, die
ſich formen: Soldaten und Kanonen, Flinte und Säbel. Und
die Sprechfreude erhöht ſich in nimmermüdendem Spiel an
zungenbrecheriſchen Schlachtorten: Tutrakan und Petrikau. Und
bald ſpielt er „Krieg” mit allem, was ſich ihm an Spielzeug
bietet, baut Schützengräben und Zeltlager, formt in ſeliger
Kinderfreude jede Nachricht, die auf den Straßen ausgerufen
wird, in weit angelegte Spiele um, die ſelbſt die Träume
füllen.
Kriegskind wird bald auch Kriegsopfer. Das Viertelliter
Milch, das der Staat ihm zubilligt, will nicht reichen für die
ſich dehnende Kraft. Es iſt tiefer Kummer für Mutter und
Kind, wenn der Bittgang mit der Milchkanne auf nahe Dörfer
vergeblich iſt. Der Kriegsjunge weiß bald die Kriegsmarmelade
von der ach ſo ſeltenen Freudenmarmelade zu unterſcheiden. Er
ſpricht ſachverſtändig von „Sacharin” und von „Rübenarten”
und als er kaum richtig laufen kann, da geht er eifrig mit auf
die Suche nach Wildwuchstee und Wieſenſalat.
Die einzige klare Erinnerung, die ihm geblieben iſt an die
vier Kriegsjahre ſeines frühen Lebens, das ſind die „
Bomben=
nächte”, wenn er aus tiefem Schlaf geweckt in Mutters Arm im
engen Kellerverlies die Spannung der Erwachſenen ſpürte,
von ſich aus aber nur das Intereſſe hatte, ob man die Bomben
auch eſſen könne. Ueber dem erwachenden Denken des Jungen,
dem Soldatenſieg das Höchſte iſt, liegt dumpf laſtend der
Ein=
druck von heimkehrenden Truppen, die nach unerhörten Siegen
beſiegt und verraten durch die Stadt marſchieren. Und die
Mutter verſagt in bitterem Schmerz, wenn aus zähem
Kinder=
grübeln heraus Fragen über Fragen Antwort heiſchen nach
dem Sinn der Zeit. Dem frühreifen Lebensernſt des
Fünfjäh=
rigen hat ſich tief die Erinnerung eingebrannt, daß der Sommer
1919 unauslöſchliche Schmach über Deutſchland brachte.
Die erſten Schuljahre ſtehen dann unter dem Zeichen der
Entwertung aller Werte. Man lebt im Banne des Dollars und
der Nullen und weiß mit 8 Jahren genau, daß ein Groſchen
mehr wert iſt als eine Milliarde. Aus den Augen des
Neun=
jährigen ſprüht ſchon der Zorn gegen die Feinde, die von
innen und außen das deutſche Volk zum Sterben bringen
wollen. Und als das Wort „völkiſch” wie eine erlöſende
Bot=
ſchaft hineinklingt in die zerriſſene deutſche Welt, da ſteht der
10jährige, früh geſtrafft in Haltung und Zügen, in der Front
einer dieſer Jugendbünde in denen heimliches Feuer lodert
und in denen Jungenswille ſtahlhart geſchmiedet wird. Und die
Mutter bleibt ernſt, wenn ihr Junge, der doch noch ein Kind
iſt, ſich deſſen rühmt, wie alle deutſche Schmach ausgelöſcht
würde, wenn ſie, die Jungen, einmal Männer wären.
Weil aber viele der Alten müde geworden ſind in
hoff=
nungsloſem Leid, da wächſt der Kampf der Generationen: Lehrer
und Schüler, Väter und Söhne ſtehen gegenginander. Dort
und im Mittelpunkte aller Hoffnung ein heißumſtrittener vie
geſchmähter Name. — Nein, eine unbeſchwerte, heiter und leit
die Tage genießende Jugend iſt das nicht. — Es kommt d
Mutter oft ein tiefes Erſchrecken an über die revolutionäre
Gedanken des 15=Jährigen, die um Volk und Staat, um Go
und Welt kreiſen und mit ſelbſtſicherem Vertrauen neue
Bi=
dungen und neue Autoritäten an Stelle der alten ſetzen. Un
die Mutter fühlt in Größe und Tragik den Kämpfergeiſt, d
aus der Not der Zeit erwächſt. Kriegskinder ſind ſie heute noc
auch die 17jährigen.
Sie üben harte Zucht in den eigenen Reihen. In fre
williger Gebundenheit wollen ſie beides lernen, Führen un
Gehorchen. Und wie über der zunehmenden Zerſetzung d
ältere Generation verzagen will, glüht im Herzen des 18=Jährige
die Gewißheit von der nahen Umgeſtaltung aller Dinge. W.
ſie dann kommt, wie der Name, der den Jungen glückverheißen
in der Seele brennt, hell über Deutſchland ſtrahlt, da hat da
Leben einen neuen Sinn bekommen und einen hellen Glanz.
Der 20=Jährige aber kennt kein Erfülltſein, kein ſattes Sid
begnügen. Hineingeboren in eine Zeit der Weltenwende,
Kriegsgeſchrei und Völkerringen, bleibt ihm die Unraſt im Blu
die revolutionäre Seele. Mit heißem Herzen haßt er, was ſſt
mit Halbheit zufrieden gibt, was den neuen Geiſt in alt
Schläuche füllen will. Daß Deutſchland in neuer Größe un
Herrlichkeit erblühe, dafür iſt ihm kein Einſatz, kein Opfer z.
groß.
Mögen ſich andere begnügen — der Zwanzigjährige iſt de
Treibende, der Drängende. Er fordert zum äußeren Sieg da.
neue Volksgefühl, den Umbruch der Lebensformen. Aus de
harten vom Krieg überſchatteten Kindheit wächſt dieſer Wille
Und die Mutter? — Sie wartet und ſie glaubt und ſie weiß
daß in den ungebärdigen Seelen der Jungen des Führer=
HP=0.
treueſte Gefolgſchaft iſt.
die im Vergangenen und Gegenwärtigen gebundene
Vorſtel=
lungswelt, hier der vorausſetzungsloſe Wille zu neuen Formen,
Joſef Magnus Wehner: „Sieben vor Verdun”. Ein Kriegsroman !
Volksausgabe. RM. 3,60. Albert Langen=Georg Müller.)
Wehners Buch Sieben vor Verdun” iſt nicht nur eins de
wahrſten und erſchütterndſten Zeugniſſe des heroiſchen deutſche!
Ringens im Weſten, ſondern auch eines der Sinnbilder, die rich
tunggebend und vorwärtsführend über unſeren Tagen ſtehen. In
Jahre 1930 erhielt der Dichter für dieſes Buch den Münchene!
Dichterpreis. — Nun erſcheint zur rechten Stunde, wie uns dunkk
die Volksausgabe, denn ſie wird dazu beitragen, daß dieſes
„Kriegsbuch des Dichters” in die weiteſten Kreiſe dringt und
fortan in unſerem ganzen Volke lebendig bleibt als Vermächtnis
der Toten des Weltkrieges für alle nachfolgenden Generationeil.
Montag, 30. Juli 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 208
öpannende Endkämpfe und Entſcheidungen. —
ihre Einigkeit, haben den Zuſammenſchluß
der Ausklang in Nürnberg.
Ein eindrucksvoller Abſchluß.
Die 4. Deutſchen Kampfſpiele in Nürnberg
rlebten am Sonntag einen eindrucksvollen
böhepunkt und Abſchluß. Am Vormittag
fan=
en noch einige Wettbewerbe ſtatt, ſo ſuchten
ie Schützen in der Werderau und in
Erlen=
egen ihre letzten Meiſter, auf dem
Dutzend=
eich wurde die Meiſterſchaft im Kanupolo
ntſchieden und auf dem ASN.=Platze ſpielten
ie Gaue Niederrhein und Nordmark um den
ritten Platz im Fußball=Turnier.
Am Nachmittag fand die Haupt= und
Schlußveranſtaltung im Stadion ſtatt. Schon
rühzeitig ſetzte der Anmarſch der Maſſen ein.
Das Wetter war dem Schlußtage beſonders
günſtig, die Sonne beſchien ein herrliches,
nheſchreibliches Bild. Mehr als 50 000
Zu=
hauer fanden ſich ſchon lange vor Beginn der
Lettkämpfe ein. Unter den Ehrengäſten
be=
anden ſich neben dem Reichsſportführer
on Tſchammer und Oſten
Franken=
ührer Julius Streicher, der Nürnberger
berbürgermeiſter Liebel Generalmajor
frhr. v. Dalwigk und zahlreiche höhere
führer von Polizei, Reichsheer, SA. und SS.
die Veranſtalter hatten für den Schlußtag ein
echt hübſches Programm zuſammengeſtellt. Im
Nittelpunkt des Nachmittags ſtanden die
Neiſterſchaften der Staffelläufe, bei denen ſich
n den meiſten Fällen die Titelverteidiger
durch=
etzten, das Endſpiel um den Fußball=
Kampf=
vielpokal, das der Gau Südweſt mit 5:3 (4:1)
iber den Gau Bayern gewann, und zwei
Wett=
ſewerbe der Reiter, im Vordergrund das große
ſagdſpringen, das mit einem Siege von
Ritt=
neiſter Momm auf Baccarat endete. Damit
varen die Sportwettbewerbe beendet.
Die Sieger kommen ..."
Der Zuſchauer bemächtigte ſich nun eine
ungeheure Spannung. Marſchmuſik ertönte und
zunächſt marſchierten durch die Tore unter den
Tribünen die Badiſche Landespolizei, die
Marine=Schule Flensburg=Mürwick und die
Deutſche Hochſchule für Leibesübungen Berlin
in den Innenraum. Durch das Marathontor
kamen dann die Fahnenträger und dann, in
ſchier endloſer Reihe, die vielen Sieger im
ſchlichten Eichenkranz, dem ſchlichten Preis für
große und ſchwerſte Leiſtung. Faſt unendlich
war der Zug der Reiter. Wie bei der
Er=
öffnung am Dienstag ſah man noch einmal die
Fünfkämpfer, Leichtathleten Fußballer,
Schwer=
athleten, Ruderer, Boxer, Turner und alle die
bielen anderen Sportler, zum Schluß die
Reiter, diesmal aber nur die Sieger der
ein=
zelnen Wettbewerbe. Begeiſtert begrüßten die
Zuſchauer jede Gruppe. Des Rufens und
Tücherſchwenkens war kein Ende. Vor der
Haupttribüne nahmen die Sieger Aufſtellung
und nun war der größte, der erhebenſte
Moment gekommen. Zehntauſende erlebten an
Ort und Stelle dieſen unvergleichlichen und
weihevollen Schlußakt, Hunderttauſende erlebten
die Feierſtunde im ganzen deutſchen
Vater=
land am Rundfunk.
Der Reichsſporkführer ſprichk.
Atemloſe Stille herrſchte, als der
Reichs=
ſportführer ans Mikrophon trat. Er feierte in
einer kurzen Anſprache die Sieger und
Siege=
rinnen und verlas dann den Wortlaut eines
an Adolf Hitler gerichteten Telegrammes, das
ein Treuegelöbnis zum Führer und Vaterland
enthielt. Mit einem dreifachen Sieg=Heil, in
das die Maſſen begeiſtert einſtimmten, hatte
die Feier ihr Ende erreicht. Machtvoll ſtiegen
das Lied der Deutſchen und das Kampfli=d
Horſt Weſſels zum Himmel empor. Das „Feſt
der Deutſchen” war beendet. Langſam leerte
ſich das Stadion. Die Zehntauſende trugen
eine ewige Erinnerung an einen großen Tag
im Herzen. Das Spiel iſt aus.
dieſes Tages bemerkenswerte Ergebniſſe zu
ver=
wurden feſtgeſtellt. Den einzigen Rekord erzielte war, ſchnitt die Polizei am beſten ab.
bei den Frauen die Berlinerin Engelhardt,
die die 80 Meter Hürden in der hervorragenden
Zeit von 11,8 Sekunden zurücklegte. Aber auch
können ſich durchaus ſehen laſſen.
ecker=Stuttgart (1:55,1) und dem Hamburger 6:4 ab.
König (1:56). In Abweſenheit von Borchmeyer
holte ſich der Hamburger Schein die 200 Mtr.
in der für die weiche Bahn recht guten Zeit von
gekommenen Fuldaer Pontow (22,2)
Hornber=
der Frankfurter Metzner, der Meiſter des
Jahres 1932, ſeinen Titel zurück. Er ſiegte in der SSV. Regensburg.
48,4 Sek. vor Hamann=Berlin (49,4), Single=
Voigt=Berlin (50,5). Einen neuen Meiſter gab
Mülheim gewann in der nur mäßigen Zeit von
4:00,1 vor dem Stuttgarter Paul (4:01,2),
Hannover. Der Zehnkampf war natürlich
rekordmannes Hansheinrich Sievert=
Eims=
überbot aber mit dieſer Leiſtung noch den alten nicht 7,63, ſondern 7,53 Meter.
Rekord des Amerikaners Bauſch. Eberle=Berlin
(7658,60), Huber=Berlin (7460,45) kamen auf
den nächſten Plätzen ein. Erwähnenswert iſt
hierbei, daß 14 Athleten über 6000 Punkte
er=
ſichere Angelegenheit des Altonaer Scheele, rekorde beſtätigt:
Syring=Wittenberg gewann die 5000 Meter
den Marathonlauf holte ſich der Berliner Brauch
in 2:36,12 vor Gerhard=Berlin und Zoller=
Mün=
chen. Neuer Titelträger im Steinſtoßen wurde
Blask=Königsberg, mit 10,87 Meter, und im
Dreiſprung erreichte Gottlieb=Landau 14,12
Meter. Bicker=Limmer ſetzte ſich überraſchend im
den (deutſcher Rekord eingeſtellt).
Weißenſee wurde Waſſerball=Meiſter.
ſceie ſch Wiſene W vicder den Tiaef Due
den Magdeburger Hellenen. Im entſcheidenden
Kampfe beſiegten die Weißenſeer die
Magdebur=
ger knapp mit 2:1 Toren, nachdem ſie vorher
ſchon Magdeburg 96, allerdings erſt nach
zwei=
maliger Verlängerung, mit 6:4 geſchlagen
hatten.
Sieger im Modernen Fünfkampf
der zwar in der am Samstag ausgetragenen ſpiele, die mit dem Haupt= und Schlußtage
war der Samstag. Es ſind von den Ereigniſſen letzten Prüfung, dem 4=Kilometer=Geländelauf, einen machtvollen Ausklang erlebten. Dieſer
nur 19. werden konnte, dafür aber im Fechten Schlußtag war einer der ſchönſten der ganzen
zeichnen. Bei durchweg ſchönem Wetter ermit= und Schwimmen mit zwei zweiten Plätzen auf= Kampfſpiele und iſt nur mit der
Eröffnungs=
telten die Leichtathleten von den frühen Mor= gewartet hatte. Den zweiten Platz im Geſamt= feier vom Dienstag zu vergleichen. Mehr als
genſtunden an bis in die ſpäten Abendſtunden ergebnis holte ſich Oblt. Radtke vom Inf=Rgt. 2 50 000 Zuſchauer bevölkerten das gewaltige
ihre Meiſter, und die große Zahl der in der mit 53 Punkten vor Lt. Mierſch (Polizei Ber= Rund des Nürnberger Stadions, ſie erlebten
Hauptkampfbahn des Stadions anweſenden Zu= lin) mit 54 Punkten. Der Sieger, Oblt. Hand= noch einmal ein buntes Sportprogramm,
ſpan=
ſchauer verfolgte alle Ereigniſſe mit größtem rick, hatte 45 Punkte aufzuweiſen. Im 4=Kilo= nende Kämpfe und Entſcheidungen und mit der
Intereſſe. 19 neue Meiſter in der Leichtathletik meter=Geländelauf, deſſen Strecke ſehr ſchwer Siegerehrung einen Ausklang, der lange im Ge=
Zwei Tennis=Meiſter ermittelt.
die übrigen Leiſtungen in allen Diſziplinen, war man am Samstag ebenfalls nicht untätig. Leiſtungen in den einzelnen Sportarten zu ver=
In beſonders rühmlichem Maße iſt die neuer= ſchieden, und zwar die im Damen=Einzel und im ſchen Leibesübungen feſtzuſtellen. Daß die
Deut=
liche fabelhafte Leiſtung des 34jährigen Stetti= Herren=Doppel. Im Damen=Einzel ſchlug Eilly ſchen Kampfſpiele aber das größte Sportfeſt
ners Dr. Otto Peltzer zu erwähnen. Nach Auſſem die Münchnerin Irmgard Roſt in zwei Deutſchlands waren, darüber beſteht auch heute
einer faſt unbeſchreiblichen Energieleiſtung ge= Sätzen ſicher mit 6:3, 6:4, und im Herren=Dop= kein Zweifel. Eine Hochflut von ſportlichen
wann Peltzer den 800=Meter=Lauf in der für pel fertigte unſer Nachwuchspaar Henkel II= Ereigniſſen wurde täglich abgewickelt. Im
ſeine Jahre ganz hervorragenden Zeit von 1:54 Denker die Gebrüder v. Cramm in fünf Sätzen. Nürnberger Stadion, im Luitpoldſaal, im Tier=
Minuten vor dem Studenten=Weltmeiſter Deß= nach 1½ſtündigem Kampf mit 6:4, 2:6, 6:3, 5:7, gartenſaal, im Dutzendteich und Pulverſee, auf
Weitere Entſcheidungen.
München 1860 mit 5285 Pfund vor Hörde mit zum ernſten Wettkampf. Mehr als die doppelte
21,9 Sek. vor dem überraſchend ſtark nach vorn 5175 Pfund und VCfL. Erfurt mit 4770 Pfund. Zahl von Wettbewerbern ſtand bei dieſen
Spie=
ger=Pirmaſens (22,3) und dem Frankfurter. Die Tauziehmeiſterſchaften holten ſich im Leicht= len im Gegenſatz zu den Vorgängern in Bres=
Geerling (22,4). Ueber 400 Meter holte ſich falls der SV. Grunbach und im Schwergewicht alle die Sportler, die auf Grund der örtlichen
Eßlingen (495) und dem Vorjahresmeiſter 207 Punkten vor Düſſeldorf 98, und bei den auf dem Starnberger See und in Potsdam
be=
es auch über 1500 Meter. Schaumburg= Herren an Magdeburg 96 mit 91 Punkten vor ſchäftigt. Ueberall galt es, deutſche Kampfſpiel=
Hellas Magdeburg mit 70 Punkten.
Stadler=Freiburg, Eitel=Eßlingen, Runzler= Offenbach ſeinen Meiſtertitel erfolgreich. Zwei= nie im Mittelpunkt des öffentlichen Lebens wie
Hannover und dem Titelverteidiger Kaufmann= ter wurde Jörger=Hermannia Frankfurt vor dieſe Nürnberger Spiele mit ihren Rieſenfel=
Wahl=TV. 1860 Frankfurt, Roſenbauer=Frank= dern in allen Sportarten.
Reichsſportführer betont: „Sportler und Turner haben
nationalſozialiſtiſchen Turn= und Sportbewegung
usdruck gebracht”
Zür eilige Leſer!
Zten Kampftage.
Rund um den Spork des Sonnkags.
Die Sportereigniſſe des Sonntags ſtanden
wurde Oberleutnant Handrick vom Inf.=Rgt. 10, im Schatten der 4. Deutſchen
Kampf=
dächtnis haften wird. Die große Heerſchau der
deutſchen Turner und Sportler, die Spiele mit
den 8000 Teilnehmern ſind zu Ende. Es wird
Beim Kampfſpiel=Tennisturnier in München die Aufgabe der kommenden Wochen ſein, die
Es wurden ſogar ſchon zwei Meiſterſchaften ent= gleichen, abzuwägen und den Stand der
deut=
der Zeppelinwieſe, in der Werderau und in
Erlenſtegen, überall tummelten ſich deutſche
Mannſchaftsmeiſter im Gewichtheben wurde Turner und Sportler, frohe deutſche Jugend,
gewicht SV. Grunbach, im Mittelgewicht eben= lau, Köln und Berlin auf dem Programm. Und
Verhältniſſe ihre Wettbewerbe in Nürnberg
Die Vereinsmeiſterſchaft im Schwimmen fiel, ſelbſt nicht durchführen konnten, waren an
an=
bei den Damen an Nire Charlottenburg mit deren Orten, ſo in München, Kiel, Mainz, Halle,
meiſter zu ermitteln. So ſtand eine Rieſenver=
Im Säbel=Einzelfechten verteidigte Heim= anſtaltung in den deutſchen Leibesübungen noch
Die Kampfſpiel=Pokalmeiſterſchaft im
Fuß=
nur die Angelegenheit eines Mannes, des Welt= furt Eiſenecker=Frankfurt und Adam=Wiesbaden.
ball holte ſich der Gau Südweſt, der im Endſpiel
den Gau Bayern mit 5:3 (4:1) Toren beſiegte.
büttel. Der Norddeutſche brachte es infolge einer Der Kampfſpielſieger und Deutſche Meiſter Im Kampf um den dritten Platz blieb Nieder=
Magenverſtimmung „nur” auf 8498,68 Punkte, im Weitſprung, Long=Leipzig, bewältigte rhein über Nordmark mit 4:0 (2:0) erfolgreich.
Vor 50 000 Zuſchauern im Nürnberger Stadion
wurden auch die Staffel=Meiſterſchaften
entſchie=
den, die folgende neue Titelträger brachten:
Drei beſtätigke Frauenrekorde.
4 mal 100 Meter: Preußen Krefeld, 4 mal 400
Der Wettkampfausſchuß des DLV. hat nach Meter: Hamburger Sportverein, Gauſtaffel
reichten. Die 400 Meter Hürden waren eine Prüfung der Unterlagen folgende drei Frauen= über 25 mal ½ Runde: Gau Sachſen; Frauen;
4 mal 100 Meter: Siemens Berlin; 4 mal 1500
der in 54,1 vor Kopp=Wiesbaden gewann. 200 Meter: Käte Kraus=Dresdener SC. 24,6 Mtr. (Männer); Stuttg. Kickers. Im Münchener
(aufgeſtellt am 1. Juli in Dresden);
Tennis=Stadion am Aumeiſter ſicherte ſich Gottfr.
in 15:17,1 vor Göhrt=Berlin und Schüller=Köln, 80 Meter Hürden: Engelhard=Siemens Berlin v. Cramm die Meiſterſchaft im Herren=Einzel
11,9 (aufgeſt. am 28. Juli in Nürnberg); durch einen 6:0, 6:4, 5:7, 6:3=Sieg über Hen=
4 mal 100 Meter=Länderſtaffel: Albus=Bre= kel II. Frl. Auſſem/Denker gewannen den Titel
men, Krauß=Dresden, Dollinger=Nürnberg, im Gemiſchten Doppel, und im Damen=Doppel
Döffeld=Berlin 47,5 (aufgeſt. in Lennep).
blieben, Frau Ledig/Frau Schomburgk erfolg==
50 Meter Freiſtil=Schwimmen für AH.
reich.
Bei den Deutſchen Kampfſpielen in Nürn=
In Halle fanden am Sonntag die deutſchen
Schleuderballwerfen durch, im Hochſprung kam berg traten am Samstag auch die Alten Herren Bahnmeiſterſchaften der Rad=Amateure ſtatt, die
Ladewig=Berlin mit 1,90 Meter zum Siege vor im Schwimmer=Lager in Erſcheinung. Dabei gleichzeitig als Kampfſpiel=Wettbewerbe galten
Machtens=Kiel mit 1,86 Meter. Weimann=Leip= hatte die „alte‟ Garde Gelegenheit, ihr Können und nur wegen ſchlechten Wetters verſchoben
zig legte ſchließlich auf das Speerwerfen mit unter Beweis zu ſtellen und die Zuſchauer von worden waren und ſo, mit dem Schlußtag in
einer Leiſtung von 68,36 Meter Beſchlag. Die der immer noch großen Leiſtungsfähigkeit zu Nürnberg zuſammenfielen, wo eigentlich ſchon
neuen Meiſter bei den Frauen ſind: 80 Meter überzeugen. Beim jüngſten Jahrgang (32 Jahre) die Sieger an der Schlußfeier teilnehmen ſoll=
Hürden: Engelhard=Berlin 11,8 (neuer Rekord), ſiegte der Münchener Schmidt in 30 Sekunden ten. Toni Merkens, dieſer unvergleichlich zähe
Kugelſtoßen: Mauermeyer=München 13,/40 Mtr., vor Bähre=Hannover (30,4) und Skamper=Köln, Kölner Burſche, holte ſich zwei Meiſtertitel. Er
Fünfkampf: Giſela Mauermeyer=München 335 (30,9); beim Jahrgang über 40 Jahre war gewann die Titel über 1 und 25 Kilometer,
Punkte, Weitſprung: Bauſchulte=Osnabrück 5,68 Böck=Augsburg in 32,9 Sek. vor Ziegler=Karls= und im Zweiſitzerfahren kamen Lindemann/Ihbe
Meter, Speerwerfen: Krüger=Dresden 43,48 ruhe (33,2) und Richter=Canſtatt (33,4) erfolg= (Dortmund=Leipzig) zum Meiſterſchaftserfolge.
Meter, 200 Meter: Kraus=Dresden 24,6 Sekun= reich. Eine weit beſſere Zeit ſchwamm bei den
Das Hockenheimer Motorradrennen, einige
über 45=Jährigen Gubener (Magdeburg 96) mit Pferderennen, der diesmal ſo erfolgreiche Wett=
31,9 Sek. heraus. Zweiter wurde hier Schnee= ſtreit der deutſchen Segelflieger auf der
Waſſer=
fuß=Stuttgart mit 33,4 Sek. vor Ohlwein=Glad= kuppe bildeten die übrigen wichtigſten Veran=
Im Waſſerball wurde am Samstag der neue beck (36,0). In der Senioren=Klaſſe dieſes Wett= ſtaltungen dieſes Sportſonntags.
del=Berlin in 379 Sek. den Sieg vor dem
Stock=
holmer Olympia=Sieger Mahliſch=Berlin (41,2).
Die beſten Muſter=Riegen.
Nach Abwicklung der Vorkämpfe im
Freiſtil=
ringen wurden am Sams ag die Wettbewerbe
der Muſter=Riegen (mit Rundgewichten) durch
einen prachtvollen Aufmarſch der 300 beteiligt
Athleten eingeleitet. Die Riegen=
Wettbewe=
erbrachten folgende Ergebniſſe:
Neulings=Klaſſe 1. AV. Bonn (Siegfried), 3
Punkte; 2. Eiche Spießen (Saar), 374 Pl
Nr. 208
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Unterſtufe: 1. StRC. Bergen, 418 P.; 2. Sppgg.
Rommelshauſen, 416 Punkte.
Mittelſtufe: 1. AK. Germania Heidelberg=
Zie=
gelhauſen, 412 Punkte; 2. TuSV.
Strümpfel=
bach, 399 Punkte.
Oberſtufe: 1. Spartania Eichlingen, 344 Punkte.
der Ausklang der Leichkakhlekik
am Sonnkag.
Die Meiſterſchaften in den Staffeln.
Staffelkämpfe ſind immer ein beſonderes
Kernſtück leichtathletiſcher Wettbewerbe. Es
war daher ein ſehr glücklicher Gedanke, die
Entſcheidungen in den deutſchen
Staffel=
meiſterſchaften 1934 mit der
Schlußveranſtal=
tung der 4. Deutſchen Kampfſpiele zu
ver=
binden. Die raſſigen und ſpannenden Kämpfe
mit ihren zum Teil ſehr knappen
Entſchei=
dungen wurden ſo vor einer Zuſchauermenge
ausgetragen, wie ſie äußer bei den Olympiſchen
Spielen Staffelläufe wohl noch nie
aufzu=
weiſen hatten.
In allen drei Staffeln der Männer konnten
ſich die vorjährigen Meiſter erfolgreich
durch=
ſetzen und nur bei den Frauen gab es einen
neuen Titelträger. Ueber 4X100 Meter kam
Preußen Krefeld erneut zur
Meiſter=
ſchaft. Mit der Mannſchaft Heidhoff, Küſters,
Haffmann, Hendrix, ſiegten die Krefelder in
41,9 vor den beiden deutſchen Altmeiſtern Ein=
Ntracht Frankfurt (42,2) und SC.
Charlotten=
burg (42,3). Die Mannſchaften waren ziemlich
gleichwertig, die beſſere Stabübergabe gab den
Ausſchlag. Ueber 4X400 Meter kam der
Ham=
burger Sport=Verein ebenfalls wieder
zur Meiſterſchaft. Seine ſchärfſten Konkurrenten
waren der DSC. Berlin und der ASV. Köln.
Hamburg führte beim zweiten Wechſel ſicher
und lief den Sieg in 3:22,2 Minuten nach
Hauſe. Schließlich konnten noch die
Stutt=
garter Kickers ihren vorjährigen Sieg in
der 4X1500=Meter=Staffel wiederholen. Sie
lagen ſchon beim zweiten Mann in Führung,
Deſſecker vergrößerte die Führung und der
Hamburger König konnte gegen den mit 40
Meter Vorſprung abgehenden Paul nur etwas
Boden gutmachen, der Sieg der Kickers in
16:44,4 war nicht zu gefährden. Der Hamburger
AC. wurde vor Polizei Berlin Zweiter. Bei
den Frauen gab es einen neuen Meiſter mit
Siemens Berlin. Die
Reichshaupt=
ſtädterinnen ſiegten in 50,1 mit dichtem
Ab=
ſtand vor den Spfr. Bremen und dem
vor=
jährigen Meiſter Eintracht Frankfurt. In der
Pauſe des Fußballſpieles wurde die 25 mal
Halbrundenſtaffel der Gaumannſchaften
ge=
laufen. Unter 12 Mannſchaften ſiegte der Gau
Sachſen vor Bayern und Brandenburg.
Die Tennisſpieler.
v. Cramm Tennis=Kampfſpielmeiſter.
Im Münchener Tennisſtadion ermittelten
die Tennisſpieler am Aumeiſter am Sonntag
im Beiſein von etwa 2000 Zuſchauern ihre
Meiſter im Herreneinzel, Gemiſchten Doppel
und Damendoppel. Im Herreneinzel holte ſich
erwartungsgemäß Gottfried v. Cramm den
Titel durch einen 6:0 6:4, 5:7, 6:3=Sieg über
den Nachwuchsſpieler Henkel 2. Cilly Außem/
Henkel 2. waren anſchließend im Gemiſchten
Doppel über das Ehepaar Schomburgk in zwei
Sätzen glatt mit 7:5 6:0 erfolgreich. Da im
Damendoppel das Favoritenpaar Frl. Außem/
Frl. Horn wegen Verletzung von Frl. Horn
zurückziehen mußte, ſtanden ſich im Endſpiel
Frau Ledig/Frau Schomburgk und Frau Kobe)
Frl. Morczeck gegenüber. Frau Ledig/Frau
Schomburgk erwieſen ſich einwandfrei als die
beſſeren und ſiegten ſehr ſicher mit 6:0, 6:2.
Die nenen Meiſter im Ringen.
konnten trotz der gewaltigen Fülle von
Vor=
kämpfen noch am Samstag abend ermittelt
werden. Die Meiſter im griechiſch=römiſchen
Stil heißen: Bantamgewicht: Möchel=Köln,
Federgew.: Hering=München, Leichtgew.: Ehrl=
München, Weltergew.: Schäfer=Schifferſtadt,
Mittelgew.: Neuhaus=Eſſen, Halbſchwergew.:
Sievert=Darmſtadt, Schwergew.: Hornfiſcher=
Nürnberg. Im Freiſtilringen ſetzten ſich vom
Bantamgewicht aufwärts folgende Ringer durch:
Fiſcher=Zweibrücken, Wittwer=Dresden
Sper=
ling=Dortmund, Lehner=Nürnberg, Földeak=
Hamburg, Audaſch=Köln und Hüller=Köln.
brachte im Herren=Kunſtlauf der Nürnberger
Schmitz die Meiſterſchaft an ſich, während bei
den Damen die Titelverteidigerin Leni Haas=
Nürnberg durch die junge Stuttgarterin Paula
Renner entthront wurde. Im Paarlaufen
hatten Haas/Pfiſterer keine Konkurrenten zu
fürchten. Die Meiſterſchaft im Rollſchuh=Hockey
ſicherte ſich der Stuttgarter Schlittſchuh= und
Roll=Sportverein durch einen 7:5=Sieg über
den Nürnberger Roll=Sport= und Eislauf=Club.
Die Eniſcheidung im Kanupolo.
geſtaltete ſich zu einem Erfolg für Wanderfalke
Eſſen, der vor einer rieſigen Zuſchauermenge
auf dem Nürnberger Dutzendteich im Endſpiel
gegen den Alſter HC. Hamburg mit 6:2
ſieg=
reich bleiben konnte. In den Vorſpielen hatten
Wanderfalke Eſſen gegen den Verein Märkiſcher
Kanufahrer Berlin mit 13:0 und Alſter HC.
Hamburg gegen den Kanu=Club Saarbrücken
mit 4:0 gewonnen.
In Erlenſtegen
ermittelten die Schützen am Sonntag morgen
ihren neuen Meiſter. Es ſind dies:
Klein=
kaliberſchießen, Einzelkampf mit offenem
Viſier, 17—21 Jahre: Leſſig=Freiberg/
Sachſen; 22—35 Jahre: Lorenz=Wolfenbüttel;
iber 35 Jahre: Martin=Bonn. Mit beliebigem
Viſier 17—21 Jahre: Steigelmann=Nürnbecg;
22—35 Jahre: Zimmermann=Berlin; über
35 Jahre: Olszok=Leob=Berlin. Mit Diopter
(Olympiabedingung): Spoerer=Zella=Mehlis.
Scheiben=Piſtolenſchießen: Krempel=Hannover,
Deutſche Schützenmeiſterſchaft im Dreikampf:
Spyerer=Zella=Mehlis.
Südweft
Kampf Zußball Sieger.
Bayern verliert mit 3:5 (1:4).
Der große Fußballendkampf um den
Kampf=
ſpiel=Pokal zwiſchen den Gauen Südweſt und
Bayern hatte in Nürnberg das erwartete
In=
tereſſe voll und ganz gefunden. 50 000 Zuſchauer
umſäumten den Platz des Nürnberger Stadions,
als der Berliner Schiedsrichter Birlem das
Zei=
chen zum Anſtoß gab. Unter den zahlreichen
Ehrengäſten bemerkte man u. a. auch den
Reichs=
ſportführer, den Frankenführer Streicher und
den Oberbürgermeiſter der Stadt Nürnberg,
Liebel. Vor dem Spiel gab es ein kleines
In=
termezzo, da beide Mannſchaften mit blauweißen
Trikots antraten. Obwohl die Zuſchauer
pro=
teſtierten und eine Aenderung der Spielkleidung
verlangten, wurde der Kampf begonnen. Erſt
in der ſiebenten Minute wechſelten dann die
Südweſtdeutſchen ihre Jackhen.
Die beiden Mannſchaften waren faſt mit den
gleichen Aufſtellungen wie bei der
Vorſchluß=
runde angetreten, nur Bayern hatte ſtatt
Mun=
kert in der Verteidigung den Münchener Wendl
eingeſtellt. Dieſe Maßnahme erwies ſich aber
nicht als beſonders glücklich, da ſich Popp und
Wendl lange Zeit nicht verſtanden und dadurch
auch den Torwart Köhl ſo unſicher machten, daß
dieſer einige haltbare Tore durchließ, Bayern
brauchte nämlich bei Halbzeit durchaus nicht mit
1:4 Toren im Rückſtand zu liegen. Die Chancen
waren bis dahin gleichverteilt, und nur das
ſchlechte Schießen der Bayernſtürmer und das
glatte Verſagen Köhls ließen den Gau Südweſt
den 4:1=Vorſprung erringen. Südweſt hat aber
den Kampf vollkommen verdient gewonnen. Die
Mannſchaft zeigte das weitaus beſſere Spiel und
gab auch den Kampf in der zweiten Halbzeit
nicht verloren, als Tiefel und Konrad verletzt
ausgeſchieden waren. Bei Südweſt klappte es in
der Hintermannſchaft ganz ausgezeichnet, auch
die Läuferreihe erfüllte alle Erwartungen. Sie
war mindeſtens um eine Klaſſe beſſer als die
der Bayern, in der nur Streb. ganz auf dem
Poſten war. Im Sturm überraſchte bei Südweſt
beſonders der Frankfurter Möbs, der ſich
aus=
gezeichnet mit Conen und Fath verſtand. Auch
als Möbs in die Läuferreihe zurückging, ließ er
keine Lücke offen. Conen war als Mittelſtürmer
wieder ganz ausgezeichnet. Der rechte Flügel
Schulmeyer=Grebe fiel gegen die Leiſtungen der
drei anderen Stürmer etwas ab. Im Sturm
der Bayern ſtachen Lehner und Eiberger hervor.
Schmitt und Friedel ließen vor allem das
Schuß=
vermögen vermiſſen und Kund war zu wenig
beſchäftigt.
Wie die Tore fielen:
In der 11. Minute ging Fath allein durch
und ſchoß unhaltbar, zum Führungstreffer für
Südweſt ein. Conen erhöhte in der 15. und 17.
Minute unter gütiger Mitwirkung von Köhl
auf 3:0 und ließ in der 25. Minute, auch den
vierten Südweſt=Treffer folgen. Erſt in der 35.
Minute kam Bayern zu ſeinem erſten Erfolg.
Lehner gab, eine ſchöne Flanke, die Eiberger
unhaltbar verwandelte. Vorher hatte Oehm
einen von Gramlich verſchuldeten Elfmeter
ver=
geben. Müller im Südweſttor hielt den
placier=
ten Schuß in hervorragender Manier. Nach der
Pauſe verbeſſerten die Bayern durch Eiberger
zunächſt auf 4:2. Fath ſtellte aber bald die alte
Differenz mit einem fünften Tor wieder her.
In der reſtlichen Spielzeit war Bayern
über=
legen, da Südweſt meiſt nur neun Mann im Feld
hatte. Es reichte aber nur zu einem dritten Tor,
das Friedel auf ſein Konto brachte.
Der Berliner Schiedsrichter Birlem konnte
genügen. Hie und da war er etwas zu
groß=
zügig.
Auf Veranlaſſung des Reichsſportführers fand
am Sonntag vormittag auf dem ASN.=Platz in
Herrenhütte ein Spiel der in den
Vorſchlußrun=
denkämpfen am Mittwoch und Donnerstag
unterlegenen Mannſchaften der Gaue
Nieder=
rhein und Nordmark ſtatt, bei dem die
Erwerbs=
loſen freien Eintritt hatten. Bei Beginn des
Kampfes umſäumten rund 5000 Zuſchauer das
Spielfeld. Die Mannſchaft des Gaues
Nieder=
rhein errang einen verdienten und ſicheren 4:0
(2:0)=Sieg, wobei allerdings bemerkt werden
muß, daß beim Gau Nordmark von der
eigent=
lichen Pokalmannſchaft nur der Mittelläufer
Thiele, der linke Läufer Gloede, der
Rechts=
außen Rhode, und der linke Flügel Dörfel 2.=
Werwitzke eingeſetzt waren. Die übrigen
Spie=
ler waren erſetzt, außerdem hatte man ſich von
der Spielvereinigung Fürth den Verteidiger
Förſter und den Mittelſtürmer Becher „geborgt”
Der Gau Niederrhein dagegen ſpielte in ſtärkſter
Aufſtellung. Lediglich Buchloh ließ ſich durch
den Oberhauſener Jüriſſen vertreten und für
den Läufer Stephan (Schwarzweiß Eſſen) ſpielte
der Düſſeldorfer Mehl.
Von der Niederrhein=Mannſchaft, die den
Kampf ſtets diktierte, konnte beſonders wieder
die Verteidigung Janes=Buſch überzeugen.
Mün=
zenberg in der Läuferreihe und Kobierſki im
Sturm ſtachen weiter hervor. Die übrigen Leute
erfüllten ihr Penſum, ohne gerade zu
über=
ragenden Leiſtungen aufzulaufen. Die
Mann=
ſchaft der Nordmark kam nur zu gelegentlichen
Durchbrüchen, die aber zu keinem Erfolg
führ=
ten, da die Stürmer ſehr unſicher im Schießen
waren. Die beſten Leute der Nordmark waren
der Mittelläufer Thiele, der Außenläufer Glöde
ſowie Dörfel 2. und Werwitzke.
Mit 4:0 haben ſchließlich die Rheinländer
einen durchaus verdienten Sieg errungen und
ſich damit den dritten Platz im Wettbewerb um
den Kampfſpiel=Fußball=Pokal geſichert.
Schiedsrichter war der Nürnberger Hauger,
der ſeine Sache tadellos machte. Die beiden
Bayern Zweiter vor Brandenburg und
Nieder=
ſachſen.
In der Pauſe des Fußballſpieles wurde die
Gauſtaffel über 25mal eine halbeRunde
gelaufen. Zwölf Gaue traten zu dieſem
Wett=
bewerb an, der einen unerhört ſpannenden
Ver=
lauf nahm. Die 300 Teilnehmer marſchierten
zunächſt geſchloſſen in den Innenraum, wo ſie
den Zuſchauern den deutſchen Gruß entboten.
Dann begann der Kampf, der zunächſt den Gau
Nordmark in Führung ſah. Unter der ſtarken
Anfeuerung der Zuſchauer ſetzte ſich dann
Bay=
ern an die Spitze und behielt dieſe bis zum 19.
Wechſel bei. Vorübergehend kamen nun die
Sachſen in den Vordergrund, aber bald ſetzte
ſich Bayern wieder an die Spitze. Die Sachſen
ließen aber nicht locker und kamen wieder nach
vorn. Aus dem Hinterfelde war inzwiſchen auch
Brandenburg aufgetaucht. Die
Reichshaupt=
ſtädter ſetzten ſich hinter den führenden Sachſen
an die zweite Stelle. Die Entſcheidung fiel
dann auf den letzten Strecken. Sachſen war
nicht mehr zu verdrängen, während ſich die
Bayern durch ihre letzten Läufer noch den
zwei=
ten Platz vor den Berlinern ſicherten. Sachſen
ſiegte in der recht achtbaren Zeit von 10:12
Mi=
nuten vor Bayern mit 10:12,2 und
Branden=
burg mit 10:12,5. Die übrigen Mannſchaften
kamen mit faſt ſechs Sekunden Rückſtand ins
Ziel.
Abſchluß des Reitkurniers.
Im Anſchluß an den Fußballkampf wurden
die reſtlichen Reitwettbewerbe ausgetragen. Die
Dreſſurprüfung der Klaſſe S war dem
Trakeh=
ner Fels unter Rittmeiſter Gerhardt nicht zu
nehmen. Die ſilberne Schleife holte ſich
Hi=
dalgo unter Hptm. Viebig. Germane, ebenfalls
unter Rittm. Gerhardt, belegte den 3. Platz vor
Gimpel.
Für das abſchließende Jgdſpringen der
ſchwer=
ſten Klaſſe Sa hatten ſich bei den Vorprüfungen
am Samstag noch elf Bewerber herausgeſchält.
Den etwa 700 Meter langen Kurs mit ſeinen
16 bis zu 1,50 Meter hohen Hinderniſſen
er=
ledigten nur Rittm. Momm mit
Bacca=
rat und Oblt. K. Haſſe mit Poſidonius
fehler=
frei. Beim Stechen um den Sieg wurden nur
fünf Hinderniſſe überſprungen. Dabei wurde
die Mauer, der Hoch=Weitſprung und der
gegen=
überliegende dreifache Sprung erhöht.
Bacca=
rat kam aber fehlerfrei über den Parcours,
während Poſidonius vier Fehler machte. Der
Sieg von Rittm. Momm wurde mit
begeiſter=
tem Jubel aufgenommen, aber auch die übrigen
Teilnehmer durften einen Sonderbeifall
quit=
tieren. Den dritten Platz belegte Baron IV
unter Oberlt. Brandt mit vier Fehlern 99 Sek.
vor Alraune unter Uwchtmſtr. Pörſchke mit
4 F. 99,2 Sek. und Thorra unter Oblt. Brandt
mit 4 F. 101 Sek.
Die große Serenade
im Nürnberger Skadion.
Als ſich am Samstag die Dämmerung über
die Kampffelder im Nürnberger Stadion legte,
ſammelten ſich die Zuſchauer in großen Scharen
auf der Zeppelin=Wieſe des Stadions, um der
Rieſen=Serenade mit dem Zapfenſtreich
beizu=
wohnen. An dieſer Veranſtaltung, die den
wuchtigen Abſchluß der ſamstäglichen ſportlichen
Veranſtaltung brachte, beteiligten ſich nicht
weniger als 1000 Mann der Reichswehr. Nach
einer erleſenen Folge von Muſikſtücken geſpielt
von 12 Militär=Kapellen unter der Leitung des
Heeresmuſik=Inſpizienten Prof. Schmidt=Berlin,
ertönte nach dem Badenweiler Marſch das
Kom=
mando zum Zapfenſtreich, der mit dem
Deutſch=
land= und Horſt=Weſſel=Lied, daß die Tauſende
von Zuſchauern begeiſtert mitſangen, endete.
Eindrucksvoll wie dieſes nächtliche Konzert war
auch der Parademarſch der Truppen vor dem
Standort=Aelteſten, der ſich mit dem
Offizier=
korps der Reichswehr eingefunden hatte.
Da=
neben ſah man u. a. Frankenführer Julius
Streicher und mehrere SA.=Führer, darunter
den Führer des deutſchen Kraftfahrſports,
Ober=
gruppenführer Hühnlein.
Ein bezirksoffenes Wettſchwimmen des
Main=
zer Schwimmvereins 05 im alten Winterhafen
war mit rund 400 Schwimmern und
Schwim=
merinnen gut beſetzt. Dank günſtiger
Vorbe=
dingungen und guter Abwicklung gab es gute
Leiſtungen.
Ergebniſſe.
3X100 Meter Bruſtſtaffel, Herren: Klaſſe 2 a:
1. Sparta Frankfurt, 4:38,9; Klaſſe 2 b: 1.
Wies=
baden 11, 4:37,5.
Lagenſtaffel, 100, 200, 100 Meter: Klaſſe 2b:
1. Turngem. Höchſt, 6:12,2; Klaſſe 3: 1. Sparta
Frankfurt, 6:28.
Kraulſtaffel, 3 X100 Meter: Klaſſe 2b:
1. TG. Höchſt, 3:55,4; Klaſſe 3: 1. Sparta
Frankfurt 4:07.
Bruſtſtaffel, 3X100 Meter, Damen, Klaſſe 2:
Sparta Frankfurt, 6:19,8.
200 Meter Bruſt, Herren, Klaſſe 2 a: 1.
Grü=
nert, Wiesbaden 11, 3:10; Klaſſe 2b: 1.
Fi=
ſcher, Poſeidon Worms, 3:22.
100 Meter Kraul, Herren, Klaſſe 2 a: 1.
Kir=
cher, Wiesbaden 11, 1:10; Klaſſe 2b: Berthold,
Wiesbaden 11, 1:10,8.
100 Meter Bruſt, Damen, Klaſſe 2: 1. Lenz,
Sparta, Frankfurt, 1:46,1.
100 Meter Kraul, Damen, Klaſſe 2: 1.
Diel=
mann, Sparta Frankfurt, 1:39,5.
Waſſerball: /Heſſen Worms — Komb.
Mann=
ſchaft 6:3.
Montag, 30. Juli 193
Decker gewinnt den 3. Lauf.
Dieſe weit in den Odenwald über Linden
führende bergige Strecke gibt den Fahrern
harte Nuß zu knacken.
Es waren auch nur fünf, die den Mut
brachten, an dieſe harte Aufgabe heranzuge
und die 83 Klm. über teilweiſe im Bau beff
liche Straßen als 3. Wertung in der
Klub=
ſterſchaft hinter ſich zu bringen.
Aus dem Rennverlauf:
Bis kurz vor Gadernheim bleibt das
geſchloſſen. Volk hat hier anſcheinend ei
Schwächeanfall und fällt ab, ſchließt aber bei
Talfahrt wieder auf, kann aber infolge zu ni
riger Ueberſetzung auf der Geraden nicht m.
mitkommen. In Lindenfels werden gerade gr
Vorbereitungen für das Burgfeſt getroffen.
hier iſt es Wittig, der infolge Reifendefektsv
Rade ſteigen muß. Im Alleingang muß er
zweite Hälfte fahren, denn die Spitzengru
Decker, Seip und Gerhardt läßt es nicht me
zu einem Aufſchließen kommen. Schade
Endkampf wäre um vieles intereſſanter gew
den. Decker, der beſtimmt das Zeug in ſich h
eine Entſcheidung ſchon vorher zu erzwing
verläßt ſich auf den Endſpurt, der ihm, we
auch knapp, einwandfreier Sieger werden 16
Damit iſt er wieder an die Spitze der Tabe
gerückt, die nunmehr folgendes Ausſehen h
Decker 16 Punkte, Wittig 13 P., Gerhau
12 P., Seip 11 P., Lichtenfels 4 P., Volk 2
Bretzel 2 P.
Zeit: 1. Decker 2.28,40 Std., 2. Gerhardt 2.3,
Std., 3. Seip 2.28,42 Std., 4. Volk 2.30,05 6
(10 Min. Vorgabe), 5. Wittig 2.34,05 Std.
Auch die Jugend entſcheidet ihren 4. La
auf der um 33 /Klm. gekürzten Strecke im Er
ſpurt, den Krüger vor Eckerl für ſich entſcheid
Zeit: (50 Klm.) 1. Krüger 1.30 Std., 2. Ecke
1.30,01 Std., 3. Lang 2.03,42 Std.
Stand der Jugend=Klubmeiſterſchaft: Krüg
13 Punkte, Lang 9 P., Eckerl 6 P., Kornmeſ
3 P., Rentrop 3 P.
Jahn 1875 Darmſtadt — Jugendtag
und Omnibusfahrt.
Auf den Landheim=Aufenthalt am 4. und
Auguſt der Schuljugend weiſen wir nochma
hin. Verſäume es kein Jugendlicher, ſich a
Mittwoch, den 1. Auguſt, zwiſchen 6 und 7 U
im Turnhaus zu melden. Die geſamten Ve
pflegungskoſten übernimmt der Verein, nur e
Zuſchuß zur Autofahrt hat der Teilnehmer
zahlen. — Ferner findet die Omnibusfahrt f.
Eltern und Vereinsmitglieder am Sonntag, d
5. Auguſt, ſtatt. Abfahrt um 8 Uhr Turnhau
in Richtung Ober=Ramſtadt-Hahn-—Lengfeld
Groß=Umſtadt. Es ſind noch Plätze frei, Ei
zeichnungsliſte im Turnhaus.
Rennen zu Karlshorſt.
1. Eichwald=Jagdrennen, Klaſſe B. Ehrenprei
und 1200 RM., 3000 Meter: 1. Stall Miron
Gaufeier (Michaels); 2. Pucelle. Toto; 1
1½ Lg. Ferner: Verführerin.
2. Calvello=Hürdenrenen, 2400 Mk., 3000 Mtr
1. H. Winkelmanns Eilhard (Florian)
2. Jambus; 3. Rivale. Toto: 27: Pl.: 17,1.
4—1½ Lg. Ferner: Karfunkel, Dominikane
Freiin.
3. Skarabae=Hürdenrennen, Dreijährige, 280
RM., 2600 Meter: 1. v. Livonius” Reiſetaſch
(Hauſer); 2. Orphée; 3. Rio. Toto: 56
Pl.: 24, 81, 18. 2½—1½ Lg. Ferner: Bittet
nis, Violine, Cortina, Jawort, Gebersber.
Conte, Mondländer.
4. Präſidenten=Preis, Ausgleich 2. Jagdrennei
Ehrenpreis und 4500 RM., 3500 Meter: 1. 2
de Nully=Browns Osram (Wolff); 2. Ypſ.
lanti; 3. Wiſa Fonſpertius. Toto: 59: Pl.
30, 23. 4—2 Lg. Ferner: Courtiſane, Fu, A
Raſchid.
5. Traum=Jagdrennen, Dreijährige, 2400. RM.
3000 Meter: 1. Stall Neuhauſens Wendel
gard (Müſchen) 2. Hans von Kienbaum
3. Ramsau. Toto: 27: Pl.: 16, 17 3 Lg.—A
Ferner: Wolgalied, Walmery, Vinſepeter.
6. Torero=Flachrennen, 2200 RM., 1200 Meter
1. Geſt. Mydlinghovens Jahrhundert (Streit)
2. Meiſterſchütz; 3. Perlſtab. Toto: 17: Pl.
13. 16. 20. 2—3 Lg. Ferner: Roſegger, Par
ſenn, Tranſit, Griſcha.
7. Cyklop=Jagdrennen, Ausgleich 4, 2000 RM.
3000 Meter: 1. H. v. Herders Els (Ahr)
Toto: 17: Pl.: 18. Ferner: Viſier, Lord
major, Frechdachs. Nur ein Pferd ging durd
das Ziel.
8. Janitor=Flachrennen. Ausgl. 3. Dreij. 220
Mk., 2400 Meter: 1. R. v. Skrbenſkys Vogel
weid (Zimmermann); 2. Portepée; 3.
Patro=
klus. Toto: 24; Pl.: 15, 34. K.—2 Lg.
Fer=
ner: Scolaro, Sonnenburg, Ninon.
Siegdoppelwette: Reiſetaſche — Jahrhundert
118:10.
Sieger der Tour de France wurde
der Franzoſe Antonin Magne, der das „Gelbe
Trikot” des Führenden von der dritten bis zul
letzten Etappe erfolgreich verteidigte. Die letzte
Etappe führte am Sonntag von Caen über 221
Klm, nach Paris und wurde von dem Belgier
S. Maes vor Lapebie, Stöpel, Verwaecke,
Spei=
cher und Geyer gewonnen. Im Geſamtergebnis
belegte Geyer als beſter Deutſcher den ſiebenten
Platz, Stöpel den 21. und Kutſchbach und Riſch
den 37. und 38. Platz. Im Klaſſement der
Na=
tionen wurde Deutſchland Vierter hinter
Frank=
reich, Belgien und Schweiz/Spanien.
Den „Großen Straßenpreis von
Hannover”, gewann bei den Berufsfahrern
Gerhard Huſchke vor Altenburger, Remold und
Ebeling. Bei den Amateuren verwies Wiekö=
Düſſeldorf Scheller=Bielefeld und Wendel=
Schweinfurt auf die Plätze.
Badiſcher Waſſerball=Meiſter
wurde wieder der Karlsruher SV. 99, der ſeinen
Titel bei einem in Wiesloch ausgetragenen Lur”
nier erfolgreich verteidigte.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 30. Juli 1934
Nr. 208
AohmgiatitieſtbelsttelerLoTgamſäpifſeidii.
am 29. und 30. Zuli in Griesheim bei Darmſtadt.
Ueberaus ſtarke Beteiligung mit 528 Meldungen. — 40 Prozent (225) mehr Teilnehmer gegen das
zorjahr. — Den Löwenanteil der erſten Siege mit 20 von 44 im Einzelkampf holte ſich die TSG. 1846
Darmſtadt. — Die erſten Siege der Mehrkämpfe werden größtenteils von Landvereinen gewonnen.
ten oder in der Werkſtatt ſchafften mit faſt un= Tgſ. Rüſſelsheim, 56½ P., 2. Sieg; 3. Heinrich wärts Langen, 2:21,6, 3. Sieg; 4. F.A.D. 254/I.
heimlichen Kräften. Ein zweites ſchwarzes Bild Kindinger. Tam. Beſſungen, 54 P. 3. Sieg; Griesheim, 2:24,2, 4. Sieg.
Hervorragende Leiſtungen.
des Zuſammenbruchs 1918, als Deutſchland am
Aus der Vorgeſchichte
des Tafchunfeliek.
Freudeſtrahlend ſtellte Sportwart
Schneider=
orwärts Langen das überaus günſtige
Melde=
gebnis feſt. Aber erſt am Freitag konnte er
e Griesheimer Turner von dieſer
Ueber=
aſchung benachrichtigen. Nur wer eingeweiht
t, weiß, welche Fülle von Vorbereitungen es
edeutet, wenn man erſt am Vortage die ſtarke
ſeteiligung erfährt. Aber die Griesheimer
urner haben es geſchafft, wobei ihnen der
roße Platz mit ſeinen ſchönen Einrichtungen
urtrefflich zu Hilfe kam. Wohl kaum ein
an=
rer Verein wäre dazu in der Lage geweſen.
ewegt und freudig zugleich erklärte mir
Turn=
uder Kunz, der Führer der Griesheimer
Tur=
rſchaft auf welche Weiſe ſeine Turner das
oße Werk der Organiſation vollbracht haben.
lugendherberge, Arbeitsdienſtlager und zwei
oße Säle im Städtchen boten neben den
vie=
n Einzelquartieren die Unterkunft für die
acht.
Die Beieiligung.
Erſtmals wirkten Turner, Sportler,
Arbeits=
enſt und Hitler=Jugend zuſammen mit.
Selbſt=
rſtändlich ſtellte die TSG. 1846 Darmſtadt die
1eiſten Teilnehmer mit 54. Es folgten
Vik=
ria Griesheim, Tv. Pfungſtadt und Tgſ.
Rüſ=
sheim mit je 30 Teilnehmern. Für ſtarke
eteiligung ſind ferner noch zu nennen:
Eber=
dt mit 27. Vorwärts Langen mit 20,
Raun=
im mit 18, Tſchft. Griesheim und Mörfelden
it 16 Teilnehmern. Ferner iſt
bemerkens=
ert, daß Vereine wie Trebur, Raunheim und
dere auf volksſportlichem Gebiete einen
ſtar=
n Aufſchwung zu verzeichnen haben. Im
Ver=
eich zu ähnlichen Veranſtaltungen ſind, die
eiſtungen als ſehr gut zu bezeichnen,
wo=
zi man berückſichtigen muß, daß der ſcharfe
eſtwind für die Konkurrenzen im Lauf,
tung und Keulenwurf ſich als hindernd ſehr
merkbar machte.
Der Beginn am Samstag wurde mit einer
lichten Feier eingeleitet. Turner Kunz ſprach
arm empfundene Worte der Begrüßung und
1 5 zum Zeichen marſchierender
Volksgemein=
aft zwiſchen Turnern und Sportlern die
agge des Dritten Reiches und die
Turner=
hne zugleich hiſſen. Und ſchon marſchierten
e Riegen an ihre Kampfplätze ab. Es iſt
s Verdienſt des Veranſtalters, daß er kein
leckchen auf ſeinem Platze unausgenützt liegen
eß. Begonnen kurz nach 5 Uhr, lugten 2½
tunden ſpäter die Strahlen der ſinkenden
onne durch die abendlichen Wolken und die
ehrkämpfe waren reſtlos abgeſchloſſen.
Der Sonnkag=Bormitkag.
Wiederum traten die Wettkämpfer zu einer
Uichten Feier an. Dietwart Gorr gedachte
2s Tages zum Kriegsausbruch vor 20 Jahren.
amals zogen die beſten Kräfte des
Vaterlan=
es mit heiligem Feuer im Herzen hinaus, um
ie Heimat zu beſchirmen. Und deshalb wurde
eben den Fahnen des Vortages auch die
ahne hochgezogen, unter der unſere Jugend
amals marſchierte. Das Lied „Ein Ruf iſt
er=
ungen”, dann „Turner auf zum Streite”, und
nit ihm ging es in die Bahn zum friedlichen
Vettkampf. Bereits am Vormittag fielen ſchon
Entſcheidungen. Die großen Konkurrenzen
ſoll=
en aber dem
Nachmittag
orbehalten bleiben. Geſchützt unter dem
über=
achten Handballtor ſaß Eichner=Vorwärts
langen am Mikrophon und verkündete jeweils
en Beginn der Kämpfe. Wenn auch die
Zu=
hauer in großer Runde das Kampffeld
um=
äumten, ſo konnte ſie Eichner vermittels der
autſprecheranlage ſtets auf dem Laufenden
alten, und es iſt ganz begreiflich, daß
aufmun=
ernde Zurufe und Schreie der Begeiſterung
ber den weiten Platz ſchallten.
Wer einen Blick in den Arbeitsraum des
Be=
echnungsausſchuſſes tun konnte, ſah, mit
wel=
dem Feuereifer dort geſchafft wurde, um die
jiegerverkündigung zu beſchleunigen.
Tſchft. Griesheim und Tv. Pfungſtadt
zeig=
en zuvor noch ein Werbeſpiel im Fauſtball,
as beſondere Erwähnung verdient. Kenntnis
er Spielregeln bedingt überall das Intereſſe.
Ind ſo war es auch hier wieder der Sprecher
m Mikrophon — Eichner —, der den Verlauf,
ie guten und toten Bälle erklärte.
Pfung=
adt, als führender Verein auf dem Gebiete
es Fauſtballs, ſiegte natürlich mit 64:31
31:14), und im zweiten Spiele 42:20 (28:11),
lber auch die Griesheimer können ſtolz darauf
ein, dem Altmeiſter auch eine ſchöne Zahl an
Fehlbällen beigebracht zu haben.
Punkt 6 Uhr waren die Berechner fertig zur
Boden lag, blutend aus tauſend Wunden,
aus=
geliefert fremder Willkür, die ſich im
Schand=
vertrag von Verſailles verewigte. Und dennoch
rührten ſich allerorts im Volke die guten Kräfte.
Der Geiſt eines Schlageter fand Widerhall.
Aber erſt 1933 ging uns ein Stern von Süden
auf. als Adolf Hitler mit kräftigen
Hammer=
ſchlägen das Tor zum Dritten Reich ſprengte.
Alle Werke ſind noch nicht vollbracht. Alle Kräfte
müſſen eingeſetzt werden. Und hier findet ſich
der Jungborn im deutſchen Turnen unter der
Führung von Tſchammer=Oſten. Alle Gebiete
werden gepflegt. Wenn wir der Toten nicht
nur in Trauer allein gedenken, ſondern Kraft
ſchöpfen, ſo ſind ſie für uns nicht tot, wenn wir
in ihrem Geiſte weiterleben. Darum ſenkt die
Fahnen, beugt die Häupter reichet euch die
Hände im Gedenken an jene Hügel fern der
Heimat. Tief im Herzen erglühe uns eine
Flamme. Ergreifend klang das Lied vom guten
Kameraden. Aber die Turnerſchaft lebt, und
darum hoch die Fahne mit Mut und Kraft aufs
neue. So wollen wir es geloben, und dann
kann Deutſchland niemals untergehen!
Kreisführer Rokh:
Siegerverkündung.
Dietwart Gorr hielt eine markante
An=
prache. Die Wende des Juli=Auguſt zwingt
ins zu einem Rückblick auf das Jahr 1914, wo
der Geiſt, der das graue Heer beſeelte, nichts
rachſtand dem Heldenmut der Väter und
Müt=
er, die das Haus betreuten, die Aecker beſtell=
Ich freue mich beſonders, neben unſeren alten
Kämpfern liebe Gäſte zu ſehen. Wir wollen
hoffen, daß die Scheidewände ſinken. Ihr
Ju=
gend wollte keine Trennung, keine Unterſchiede,
ſondern daß die Mauern vollſtändig fallen. Ein
Fühlen, ein Streben, um Tüchtiges zu leiſten.
Ihr habt heute über euch ſelbſt geſiegt, denn
die Zwieſpältigkeit iſt gefallen. Im Ausblick
auf den großen Sieg der Einigung im nächſten
Jahre gedenken wir des großen Führers. Sieg=
Heil!
Anſchließend die Siegerverkündung, der wir
folgende Siegerliſten auszugsweiſe entnehmen:
Die Ergebniſſe des 1. Bolkskurnfeſtes
des Kreiſes 18 (9armſtadt) am 29.
und 30. Juli 1934 in Griesheim b. 9.
Wir veröffentlichen aus der Liſte jeweils die
vier erſten Sieger.
A. Mehrkämpfe.
1. Turnerinnen=Oberſtufe (Vierkampf), 7
Teil=
nehmer. 7 Sieger: 1 Dina Wannemacher, Tbd.
Jahn Darmſtadt, 82 Punkte 1. Sieg: 2. Grete
Dinkelmann, T.= u. Spom. Ober=Ramſtadt 79½
Punkte, 2. Sieg; 3. Henny Schömer, 46
Darm=
ſtadt, 78 P., 3. Sieg; 4. Maria Schade, 46
Darm=
ſtadt, 72½ P., 4. Sieg.
2. Turnerinnen=Mittelſtufe (Vierkampf), 17
Teilnehmer, 11 Sieger: 1. Kätha Mauer, T.=Sp.
Raunheim. 72½ P., 1. Sieg: 2. Hilde
Trumpf=
heller, 46 Darmſtadt, 71½ P. 2. Sieg; 3. Dina
Preiß, T. Spp. Raunheim, 69 P., 3. Sieg; 4.
Irm=
gard Wagenführ, 46 Darmſtadt, 66½ P., 4. Sieg.
3. Turnerinnen=Unterſtufe (Dreikampf), 43
Teilnehmer, 24 Sieger: 1. Eliſabeth Spieß, 46
Darmſtadt, 66 P., 1. Sieg; 2. Kätha Kolb, T. Sp.
Langen, 56½ P., 2. Sieg; 3. Edith
Puttkam=
mer, 46 Darmſt., 55½ P., 3. Sieg: 4. Lina
Schang, Tgm. Beſſungen, 55 P., 4. Sieg.
4. Turner=Oberſtufe (Siebenkampf), 21
Teil=
nehmer, 8 Sieger: 1. Fritz Simon, Tv. Trebur,
128 P., 1. Sieg; 2. Hans Dolland, Tgeſ.
Wall=
dorf, 112½ P., 2. Sieg: 3. Jakob Seng, Tv.
Kelſterbach, 110½ P., 3. Sieg; 4. Hermann
Huf=
nagel, Tv. Nieder=Ramſtadt, 109 P., 4. Sieg.
5. Turner, Mittelſtufe, (Fünfkampf), 42
Teil=
nehmer, 28 Sieger: 1. Wilhelm Müller, Viktoria
Griesheim, 93½ P., 1. Sieg; 2. Jakob
Geng=
nagel, Tv. Erfelden, 85 P., 2. Sieg; 3. Gg.
Löhr. Tv. Heppenheim, 84½ P., 3. Sieg; 4. Karl
Schick, Tſchft. Griesheim, 83½ P., 4. Sieg;
5. Ferdinand Schupp, 46 Darmſtadt, 83½ P.,
4. Sieg.
6. Turner, Unterſtufe (Vierkampf), 101
Teil=
nehmer, 89 Sieger: 1. Phil. Neumann, T. Spode.
Worfelden, 74 P., 1. Sieg; 2. Fritz Holl,
Reichs=
bahn Darmſtadt, 74 P., 1. Sieg: 3. Hch.
Schyd=
lowſky, Tgde. Weiterſtadt, 73 P., 2. Sieg;
4. Chriſt. Hammann. Tv. Erfelden, 72½ P.
3. Sieg.
7. Altersturner (33 bis 39 Jahre),
Drei=
kampf), 17 Teilnehmer, 9 Sieger: 1. Hch. Höhl,
Viktoria Griesheim, 60 P., 1. Sieg: 2.
Guthan=
din. Tv. Dieburg. 50 P., 2. Sieg; 3. Willi Frick,
Tgſ. Walldorf, 47 P., 3. Sieg; 4. Georg Ritter,
Vikt. Griesheim, 47 P, 3. Sieg.
8. Altersturner (40 Jahre und älter),
Drei=
kampf, 13 Teilnehmer, 9 Sieger: 1. Georg
Hof=
mann, Tam. Beſſungen, 60 P. 1. Sieg; 2. Joſef
Remſpecher, Tv. Dieburg, 58 P., 2. Sieg; 3. Fritz
Müller, T.Sp. 46 Darmſtadt, 54 P. 3. Sieg;
4. Karl Kreider, Tv. Mörfelden, 52 P. 4. Sieg.
9. Jugend, I. (15 bis 16 Jahr), Dreikampf,
51 Teilnehmer, 21 Sieger: 1. Heinrich Maul,
Tam. Beſſungen, 59 P., 1. Sieg: 2. Konrad
Gimbel. 46 Darmſt, 54 P. 2. Sieg; 3. Georg
Geyer, Tv. Nauheim. 50 ½ P. 3. Sieg; 4. Willi
Wolf. Tv. Nieder=Modau, 50½ P., 3. Sieg;
5. Walter Cohrum, Reichsb. Darmſtadt, 50 P.,
4. Sieg.
10. Jugend II. (17 bis 18 Jahre), Dreikampf,
46 Teilnehmer, 24 Sieger: 1. Peter Fiſcher, Tgſ.
Ober=Ramſtadt, 64 P., 1. Sieg; 2. Guſtav Heil,
4. Georg Scherer, Tv. Kelſterbach, 52 P., 4. Sieg.
B. Einzelkämpfe.
I. Turnerinnen, Oberſtufe: 1. 100=Meter=
Lauf: 1. Henny Schömer, 46 Darmſtadt. 13,8
Sek., 1. Sieg: 2. Dina Wannemacher, Tbd. Jahn,
14,2 Sek., 2. Sieg; 3. Lieſel Schäfer, 46 Darmſt.,
14 Sek, Handbr. zurück, 3. Sieg; 4. Gretel
Din=
kelmann, T Spgm. Ober=Ramſtadt, 14,6 Sek.,
3. Sieg. — 2. Weitſprung: 1. Gretel
Din=
kelmann, T.Sp. Ober=Ramſtadt, 4,86 Meter, 1.
Sieg; 2. Dina Wannemacher, Tbd. Jahn,
Darmſtadt, 4,62 Meter, 2. Sieg; 3. Henni
Schö=
mer, 46 Darmſt., 4,62 Meter, 3. Sieg. — 3.
Hoch=
ſprung: 1. Henni Schömer, 46 Darmſtadt,
1,35 Meter, 1. Sieg: 2. Käthe Mauer, T. Sp.
Naunheim, 1,35 Meter, 2. Sieg: 3. Dina
Wan=
nemacher, 46 Darmſtadt, 1,35 Meter, 3. Sieg —
4. Kugelſtoßen: 1. Hilde Trumpfheller,
46 Darmſtadt, 10,00 Meter, 1. Sieg; 2. Lina
Itzel, T.Sp. Raunheim, 9,28 Meter, 2. Sieg;
3. Suſanne Hofmann, Tv. Pfungſtadt, 8,78
Me=
ter, 3. Sieg. — 5. 4 X 100 Meter: 1.
Turn=
u. Sportverein 1846 Darmſtadt 56,5 Sek. 1. Sieg;
2. Turnverein Vorwärts Langen, 61,6 Sekunden,
2. Sieg.
II. Turnerinnen, Unterſtufe. 100=Meter=
Lauf: 1. Eliſabethe Spieß, 46 Darmſtadt, 13,8
Sek, 1. Sieg; 2. Lina Schanz, Tgm. Beſſungen,
14,3 Sek., 2. Sieg; 3. Kätha Beckmann, Tv.
Crumſtadt, 14.2 Sek., 3. Sieg; 4. Irmgard
Wa=
genführ 46 Darmſtadt, 15,0 Sek 4. Sieg.
Weitſprung: 1. Eliſabeth Spieß, 46 Darmſt.,
4,45 Meter, 1. Sieg; 2. Kätha Kolb, T.Sp.
Langen, 4,40 Meter, 2. Sieg; 3. Lina Schanz,
Tgm. Beſſungen, 4,25 Meter, 3. Sieg. — 3
Hoch=
ſprung: 1. Hilde Machenheimer, 46 Darmſt.,
1,25 Meter, 1. Sieg; 2. Lotte Fitz, 46 Darmſt.,
1,25 Meter, 2. Sieg; 3. Gretel Poſeiner, Tſchft.
Griesheim, 1,25 Meter, 3. Sieg. — 4 X 100
Meter: 1. Turn= und Sportgem. 1846
Darm=
ſtadt. 58,7 Sek. 1. Sieg; 2. Turngem. Beſſungen,
60,03 Sek. 2. Sieg; 3. Turngeſellſchaft
Rüſſels=
heim, 63 Sek, 3. Sieg; 4. Turnverein Vorwärts
Langen 65,3 Sek., 4. Sieg.
III. Turner, Oberſtufe. 1. 100=Meter=
Lauf: 1. Göriſch, 46 Darmſtadt, 11,2 Sekund.,
1. Sieg; 2. Wilhelm Hippler, Vorw. Langen,
11,5 Sek., 2. Sieg; 3. Aug. Fricke, 46 Darmſt.,
11,8 Sek., 3. Sieg; 4. Artur Fiſcher, 46
Darm=
ſtadt, 12,2 Sek., 4. Sieg. — 2. 400=Meter=
Lauf: 1. Willi Avemarie, 46 Darmſtadt, 55
Sek, 1. Sieg: 2. Heinrich Eiſenhauer, 46
Darm=
ſtadt, 56,4 Sek., 2. Sieg; 3. Georg Leuthner,
Tv. Rüſſelsheim, 58,2 Sek., 3. Sieg. — 3. 1500=
Meter=Lauf: 1. Fritz Schmitz, T.Spgm.
Raunheim, 4:20,4, 1. Sieg; 2. Heinrich
For=
noff, 46 Darmſtadt, 4:25, 2. Sieg; 3. Fritz Roß,
Tv. Arheilgen, 4:33,4, 3. Sieg; 4. Franz Eckert,
T.Spp. Arheilgen, 4.:35,51, 4. Sieg. — 4. 500=
Meter=Lauf: 1. Fritz Schmitz, T.Spp.
Raunheim, 16:14,4, 1. Sieg; 2. Heinrich
For=
noff, 46 Darmſtadt, 16:17,6, 2. Sieg; 3. Fritz
Roß, Tv. Arheilgen, 17:51,5, 3. Sieg.
5. Weitſprung: 1. Heinrich Göriſch. 46
Darmſt. 6,32 Meter, 1 Sieg; 2. Jakob Seng,
Tu. Kelſterbach, 6,10 Meter, 2. Sieg; 3. Fritz
Rohn, Tv. Kelſterbach, 5,86 Meter, 3. Sieg. —
6. Hochſprung: 1. Helmut Wenner. Vorw.
Langen, 1,65 Meter, 1. Sieg; 2. Hans Dolland,
Tgſ. Walldorf, 1,65 Meter, 2. Sieg. — 7.
Stab=
hochſprung: 1. Ludwig Hardt, Tv.
Kelſter=
bach, 3,30 Meter, 1. Sieg; 2. Fritz Scheidel. Tv.
Mörfelden, 3,20 Meter, 2. Sieg; 3. Fritz
Berg=
hammer, Tgſ. Rüſſelsheim, 3,10 Meter 3. Sieg:
4. Philipp Schneider, Reichsb. Darmſtadt, 3,10
Meter, 4. Sieg — 8. Kugelſtoßen: 1. Fritz
Simon, Tv. Trebur 12,31 Meter, 1. Sieg;
2. Grünig, Tv. Pfungſtadt, 11.42 Meter, 2. Sieg;
3. Jakob Steuerwald, Tgſ. Rüſſelsheim. 11,35
Meter, 3. Sieg; 4. Hurzelmeier, 46 Darmſtadt,
11,27 Meter, 4. Sieg. — 9. Steinſtoßen:
1. Huzelmeier, 46 Darmſt., 8,18 Meter, 1. Sieg;
2. Philipp Knaup, Tv. Groß=Hauſen, 8,00 Met.,
2. Sieg: 3. Otto Wirthmüller, Tv. Arheilgen,
7,60 Meter, 3. Sieg. — 10. Speerwerfen:
1. Fritz Simon, Tv. Trebur, 49,48 Meter, 1.
Sieg; 2. Hermann Hufnagel, Tv. Nieder=
Ram=
ſtadt, 4586 Meter, 2. Sieg; 3. Fritz Holl,
Reichsb. Darmſt, 44,91 Meter, 3. Sieg; 4.
An=
ton Koob, Vikt. Griesheim, 44,70 Met., 4. Sieg.
—11. Diskuswurf: 1. Fritz Simon, Tv.
Trebur, 37,75 Meter, 1. Sieg: 2. Johannes
Deißroth, 46 Darmſtadt, 33,57 Meter, 2. Sieg;
3. Wilh. Müller, Vikt. Griesheim, 33,05 Meter,
3. Sieg; 4. Jakob Steuerwald, Tgſ.
Rüſſels=
heim. 32,35 Meter, 4. Sieg. —
Schleuder=
ball: 1. Helmut Werner, Vorw. Langen, 56,10
Meter, 1. Sieg; 2. Grünig, Tv. Pfungſtadt,
55,85 Meter, 2. Sieg; 3. Wilhelm Müller, Vikt.
Griesheim, 51,82 Meter, 3. Sieg. — 4 X 100=
Meter=Stafellauf: 1. Turn= u.
Sport=
verein 1846 Darmſtadt, 47.4 Sekund., 1. Sieg;
2. Turngeſ. Rüſſelsheim, 47,8 Sekund., 2. Sieg;
3. Tv. Vorwärts Langen, 47,8 Sek, 3. Sieg;
4. Tv. Rüſſelsheim, 48 2 Sekund, 4. Sieg. —
3 X 1000=Meter=Staffel: 1. Turn= u.
Sportgem. 1846 Darmſtadt, 8:57,6 Sek., 1. Sieg;
2. Turn= u. Sportgem. Worfelden, 9:12,3 Sek.,
2. Sieg; 3. Turngem. Beſſungen, 9:17,3 Sek.,
3. Sieg. — 15. Schwedenſtaffel: 1.
Turn=
u. Sportgem. 1846 Darmſtadt. 2:13,3, 1. Sieg;
2. Tv. Rüſſelsheim, 2:19,0, 2. Sieg; 3. Tv. Vor=
IV. Turner, Mittelſtufe. 1. 100=Meter=
Lauf: 1. Ernſt Willnow, Tgſ. Rüſſelsheim,
118, 1. Sieg; 2. Ferdinand Breitheck, Tſchft.
Griesheim, 12, 2. Sieg; 3. Fritz Schomann,
Vorwärts Langen, 12, Handbr. zurück, 3. Sieg;
4. Hans Schwäbl, Tgſ. Rüſſelsheim, 12,3, 4. Sieg.
— 2. 3000=Meter=Lauf: 1. Mahr, Tv.
Arheilgen, 9:48,6, 1. Sieg; 2. Georg König, 46
Darmſtadt, 10:04, 2. Sieg; 3. Otto Schneider,
46 Darmſtadt, 10:12,5, 3. Sieg; 4. Ludwig
Beck=
mann, Tam. Beſſungen, 4. Sieg. — 3.
Hoch=
ſprung: 1. Georg Brecht, Tgſ. Eberſtadt, 1,65
Meter, 1. Sieg; 2. Phil. Schneider, Reichsbahn
Darmſtadt, 1.60 Meter, 2. Sieg; 3. Ferdinand
Breithecker, Tſchft. Griesheim, 160 Meter, 3.
Sieg. — Weitſprung: 1. Phil. Schneider,
Reichsb. Darmſtadt, 6,08 Meter, 1. Sieg; 2. Hch.
Höhl, Vikt, Griesheim, 600 Meter, 2. Sieg;
3. Gg. Neider, 46 Darmſtadt, 5,95 Meter, 3.
Sieg; 4. Auguſt Fricke, 46 Darmſtadt, 5,74
Me=
ter, 4. Sieg. — 5. Kugelſtoßen: 1. Ferd.
Breithecker, Tſchft. Griesheim. 11.29 Meter, 1.
Sieg; 2. Willi Rudert, T.Sp. Langen, 11.26
Meter, 2. Sieg; 3. Johannes Einſiedel, Tv.
Königſtädten, 11.18 Meter, 3. Sieg; 4. Helmut
Werner, Vorw. Langen, 10.90 Meter, 4. Sieg. —
6. 4 X 100=Meter=Staffel: 1.
Turn=
u. Sportgem. 1846 Darmſtadt, 47,8 Sek., 1. Sieg;
2. Tſchft. Griesheim, 48.4 Sek, 2. Sieg; 3. Vikt.
Griesheim, 50 Sek, 3. Sieg.
V. Turner, Unterſtufe. 1 100=Meter=
Lauf: 1. Georg Neider, 46 Darmſt., 11,8 Sek.,
1. Sieg: 2. Joh. Einſiedel, Tv. Königſtädten,
11,9 Sek. 2. Sieg; 3. Gg. Göriſch, Tgſ. Ober=
Ramſtadt, 12,2 Sek, 3. Sieg; 4. Helmut
Thie=
rolf, 46 Darmſtadt, 12/4 Sek., 4. Sieg.
2 200=Meter=Lauf: 1. Ferd. Schupp, 46
Darmſtadt, 25 Sek, 1. Sieg; 2. Hans Gerbig,
Tv. Rüſſelsheim, 25,2 Sek., 2. Sieg; 3. Rüth,
Tv. Dieburg, 25,8 Sek., 3. Sieg; 4. Helmut
Thierolf, 46 Darmſtadt, 26,3 Sek, 4. Sieg. —
3. 1000=Meter=Lauf: 1. Engelhard
Zu=
lauf, 46 Darmſtadt, 2:57,7, 1. Sieg. — 2. Adam
Baſel, Tſchft. Griesheim, 2:57,8, 2. Sieg;
3. Konr. Jung, T. Spp. Meſſel. 3:00 5, 3. Sieg;
4. Heinr. Scherer, Tgſ. Rüſſelsheim, 3:02,3,
4. Sieg. — 4. Hochſprung: 1. Hugo Winter,
F. A.D. Griesheim 254/1, 1,60 Meter, 1. Sieg;
2. Wolf, 46 Darmſtadt. 1,55 Meter, 2. Sieg;
3. Ludwig Hebermehl, Tv. Crumſtadt, 1,50
Me=
ter, 3. Sieg. — 5. Weitſprung: 1. Heinrich
Klink, T. Spp. Worfelden, 5,76 Meter, 1. Sieg;
2. Karl Luppe, Tgſ. Rüſſelsheim, 5,73 Meter,
2. Sieg; 3. Leo Wolf, 46 Darmſtadt, 5,63
Me=
ter. 3. Sieg. — 6. 4X100=Meter=
Staf=
fel: 1. Tgſ. Ober=Ramſtadt, 49,2 Sek., 1. Sieg;
2. Turn= u. Sportgem. 46 Darmſtadt, 49,5 Sek.,
2. Sieg; 3. F.A.D. Griesheim, 498 Sek, 3.
Sieg; 4. Tv. Mörfelden, 51 Sek, 4. Sieg.
UI. Jugend. 1. 100=Meter=Lauf:
1. Guſt. Heil, Tgſ. Rüſſelsheim, 11,9 Sek. 1.
Sieg: 2. Peter Fiſcher, Tgſ. Ober=Ramſtadt,
12 Sek., 2. Sieg; 3. Erwin Johl, 46 Darmſt.,
12,1 Sek., 3. Sieg; 4. Heinr. Hormel,
Mör=
felden, 12,5 Sek., 4. Sieg. — 2. 1000=Meter=
Lauf: 1. Karl Walter. Tam. Beſſungen, 2:58,8,
1. Sieg; 2. Stay, 46 Darmſtadt, 3:8,2, 2. Sieg;
3. Johann Wolf, Tgſ. Rüſſelsheim, 3:9,5. 3.
Sieg. — 3. Weitſprung: 1. Heinr.
Hor=
mel. Tv. Mörfelden. 5,91 Meter, 1. Sieg;
2. Guſt. Heil, Tgſ. Rüſſelsheim 5,82 Meter,
2. Sieg; 3. Erwin Johl, 46 Darmſtadt. 5,70
Meter, 3. Sieg; 4. Wilhelm Walter, 46
Darm=
ſtadt, 5, 20 Meter, 4. Sieg. — 4. Hochſprung:
1. Guſtav Heil, Tgſ. Rüſſelsheim, 1,55 Meter,
1. Sieg; 2. Peter Fiſcher, Tgſ. Ober=Ramſtadt,
1,50 Meter, 2. Sieg; 3. H. Wilhard, Tv.
Dorn=
heim, 1,50 Meter, 3. Sieg.; 4. O. Lenz T.Spp.
Langen, 1,40 Meter, 4. Sieg. — 5.
Kugel=
ſtoßen 1. Heinr Kindinger, Tgm. Beſſungen,
12,03 Meter, 1. Sieg; 2. Peter Fiſcher, Tgſ.
Ober=Ramſtadt 11,70 Meter, 2. Sieg; 3. Karl
Schmitt, Tv. Mörfelden, 11,66 Meter, 3. Sieg;
4. Wilhelm Walter, Reichsb. Darmſtadt, 11.25
Meter, 4. Sieg. — 6. 4X100=Meter=
Staffel: 1. Turn= u. Sportgem. 46
Darm=
ſtadt, 51,3 Sek., 1. Sieg; 2. Vorwärts Langen,
51,9 Sek., 2. Sieg.
Großer Aukopreis von Belgien.
Dreyfuß=Frankreich ſiegt auf Bugatti.
Infolge des Ausfalls der deutſchen Wagen
fanden ſich am Start des Großen Autopreiſes
von Belgien am Sonntag nur noch ſieben Wagen
ein. Das Rennen, das auf einer 594,460 Klm.
langen Strecke ausgefahren wurde, nahm einen
äußerſt bewegten Verlauf. Nach einer Fahrzeit
von 4:15:03,8 (139,861 Stdklm.) paſſierte
Drey=
fuß=Frankreich (Bugatti), das Ziel als Erſter.
2. Brivio=Italien (Bugatti) 4:16,57,8 (138,827
Stdklm.), 3. Sommer=Frankreich (Bugatti)
4:18:25,6 (134,590 Stdklm.), 4. Benoiſt=
Frank=
reich (Bugati) 37 Runden in 4:10:308 (126665
Stdklm.), 5. Montier=Ford 36 R. in 4:23:22.
Toni Merkens=Köln gewann in Halle
die deutſchen Amateur=Bahnmeiſterſchaften über
1 und 25 Klm. Meiſter im Zweiſitzerfahren
wur=
dem Ihbe=LeipziglLindemann=Dortmund. Toni
Merkens kam anſchließend in der 25 Klm.=
Mei=
ſterſchaft zu einem weiteren Meiſtertitel. Er
ge=
wara nach einer Fahrzeit von 34:55,2 Minuten
überlegen mit 26 Punkten.
Nr. 208
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Montag, 30. Juli 1934
Erſter Kongreß
des Reichsbundes für Leibesübungen.
Zuſammenarbeit mit SA., HJ. und Arbeitsdienſt. — Das organiſakoriſche Grundgeſetz des Reichsbundes.
Fachämter an Stelle der Verbände.
zu ſein. Eine weſentliche und für die Durchführung der allg
meinen Aufgaben des Reichsbundes entſcheidende Frage iſt d.
Feſtlegung und Neugeſtaltung des Beauftragtenſyſtems.
Der Beauftragte des Reichsſportführers iſt nicht allein zu
ſtändig für die allgemeinen Aufgaben des Reichsbundes in ſeine=
Gau, ſondern er hat darüber hinaus die Intereſſen für ſein G.
biet zu wahren, die den Reichsſportführer an die bereits
erwöh=
ten Organiſationen des Staates und der Partei binden.
Die erzieheriſche Arbeit des Reichsbundes ſei
ihrem höchſten Ziele:
Unterſtützung der Raſſekraft, der Volkskraft und der
Volks=
tumspflege und der Bundeskraft, die die organiſatoriſche
und für ein gemeinſames Handeln und gemeinſames Leben
notwendige politiſche Geſtaltung vermittelt.
Grundlegende Rede
des Reichsſporkführers.
Reichsſportführer von Tſchammer und Oſten ſprach in
Nürn=
berg auf dem Erſten Kongreß des Deutſchen Reichsbundes für
Leibesübungen über Weg und Ziel des deutſchen
Sports. Dabei machte der Reichsſportführer richtunggebende
Ausführungen für die zukünftige Entwicklung und Neugeſtaltung
der deutſchen Leibesübungen.
Der Reichsſportführer ging davon aus, daß die Leibesübungen
immer im Zuſammenhang mit den Anſchauungen der Zeiten
ge=
ſehen werden müßten, daß ſie nicht bezuglos im Geſchehen der
Zeit, ſondern immer als Ausdruck der Haltung einer Zeit zu
gel=
ten hätten. Für den neuen Staat ſei die
nationalſozia=
liſtiſche Haltung als Grundlage für die Zielſetzung
und die Wegrichtung der deutſchen Leibesübungen einzuſetzen.
Zu erſtenmal ſei in der Geſchichte Deutſchlands eine
einheit=
liche Auffaſſung vom Sinn und Aufbau der deutſchen
Leibes=
übunden möglich und Pflicht. Die Löſung dieſes von der
Ge=
ſchichte aufgegebenen Auftrags ſei durch die verworrene Lage im
Augenblick der Machtergreifung des Nationalſozialismus erſchwert
geweſen, denn die Lage im Januar 1933 auf dem Gebiete der
Leibesübungen ſei das Ergebnis der Geſchichte der letzten 150
Jahre.
Die Erkenntnis des Führers ſei ein geſchichtlich
wichtiger Akt, daß die Leibesübungen nicht durch den bloßen
Sach=
verſtand, ſondern von einem politiſchen, ſoldatiſchen Führer
auf=
gebaut werden müſſen. Der Reichsſportführer ſei höchſte Inſtanz
der ſtaatspolitiſchen Verantwortlichkeit für die deutſche
Leibes=
erziehung. Dies habe der Führer in zwei wichtigen Erlaſſen vom
14. Dezember 1933 und vom 27. Juli 1934 zum Ausdruck gebracht.
Die erſte Aufgabe des Reichsſportführers
ſei, ſtaatspolitiſch geſprochen, geweſen, die Machtverantwortung
und Führung in einer Hand zu vereinigen, die zweite müſſe aber
nunmehr die Erziehung zu neuen Anſchauungen und zu neuem
Leben in den Leibesübungen ſein. Die Stiftung einer neuen
Ord=
nung in den Leibesübungen ſtünde erſt am Anfang. Der endgültige
Abſchluß ſei erſt mit der Erziehung der heranwachſenden
Genera=
tion zu erwarten.
Darauf entwickelte der Reichsſportführer in großen Zügen die
Geſchichte der pädagogiſch=politiſchen
Anſchau=
ung auf dem Gebiet der Leibesübungen in den letzten 150 Jahren.
Er ſtellte die rationaliſtiſche Auffaſſung Gutsmuths der
erzieheriſch=
politiſchen Jahns gegenüber, führte über den erſten Unterlegenen
des Syſtems, Eiſelen, zu Spieß und von da über die drei Wege
des Turnens, des Sports und der Gymnaſtik zu der noch bis vor
einem Jahre politiſch verworrenen Lage der Gegenwart.
Die Frage der autoritativen Führung ſei durch den
Reichs=
ſportführerring gelöſt.
Die zweite Aufgabe der Erziehung zu neuen
Anſchau=
ungen ſei aber erſt möglich, wenn die geſamten Verbände im
Reichsbund für Leibesübungen zuſammengefaßt ſeien. Erſt dann
ſei es möglich, klare und eindeutige Beziehungen zu den
ent=
ſprechenden Organiſationen des Staates und der Partei zu
ſchaffen.
Um die Vorausſetzungen für die gewünſchte Zuſammenarbeit
herzuſtellen ſei für die nächſte Zeit eine Vereinbarung
mit dem Reichsminiſter für Erziehung, Wiſſenſchaft und
Volksbildung zu erwarten.
Mit Staatsſekretär Hierl wurde vereinbart, daß ein
Refe=
rent im Stab des Reichsſportführers die Verbindung zum
Arbeitsdienſt herſtellt und dieſe Beziehungen beſonders
pflegt.
Der neue Chef des Stabes, Lutze, habe den Reichsſportführer
in ſeiner Eigenſchaft als Gruppenführer der SA. zum
Sport=
referenten der Oberſten SA.=Führung
vorge=
ſchlagen.
Die wohl wichtigſte Vereinbarung der letzten Tage ſei die,
die zwiſchen dem Reichsjugendführer und dem
Reichsſportführer getroffen wurde.
Auf Grund der Erlaſſe des Führers wird der
Reichsſport=
führer an der Durchführung der Leibesübungen, als eines
weſentlichen Teiles der Geſamterziehung der Hitler=Jugend,
maßgeblich beteiligt und gehört.
Zu dieſem Zweck beſtellt der Reichsſportführer im
Einverneh=
men mit dem Reichsjugendführer einen Vertrauensmann, der zur
Abteilung E der Reichsjugendführung tritt. Der Reichsſportführer
vertritt den Standpunkt, daß die Jugendlichen des
Reichsbundes Mitglieder der HJ. ſein müſſen.
Neu=
aufnahme von Jugendlichen in die Vereine des Reichsbundes für
Leibesübungen wird von der Mitgliedſchaft bei der H. J.
ab=
hängig gemacht.
Die Grundſchulung in den Leibesübungen der HJ. wird in
engſter Zuſammenarbeit mit dem Reichsſportführer durchgeführt.
Befreiungen vom HJ.=Ausbildungsdienſt werden nur gewährt für
beſonders leiſtungsfähig veranlagte Mitglieder auf Anforderung
des Reichsſportführers. Die von der HJ. eingegliederten Vereine
des Reichsbundes für Leibesübungen bleiben weiterhin Mitglied
der zugehörigen Turn= und Sportvereine. Die HJ. verzichtet
grundſätzlich auf Reihenſpiele und Meiſterſchaftskämpfe.
Aus=
nahmen bedürfen beſonderer Vereinbarung mit dem
Reichsſport=
führer.
Zur weiteren Unterſtützung der Vereinheitlichung der
Lei=
besübungen im ganzen deutſchen Volk und im Hinblick auf die
außenpolitiſchen Aufgaben des deutſchen Sports hält der
Reichs=
jugendführer
die Mitgliedſchaft der HJ. in den Vereinen des Reichsbundes
für erwünſcht.
Schließlich iſt der Reichsſportführer mit dem Stellvertreter des
Führers, Reichsminiſter Heß, übereingekommen, auf dem Gebiete
der Dietarbeit mit den Organiſationen der Partei poſitiv
zuſam=
menzuarbeiten.
Alle dieſe bisher getroffenen Vereinbarungen bedeuten einen
fruchtbaren Aufſtieg des Reichsbundes für Leibesübungen und
ſeinen Ausdruck der politiſchen Anerkennung durch
Partei und Staat, daß in Deutſchland eine freie
In=
ſtitution der Leibesübungen beſtehen müſſe. Der
Reichsbund müſſe daher für die Zukunft nicht nur eine geduldete
Organiſation, ſondern
ein weſentliches Stück der deutſchen Erziehungsarbeit
überhaupt ſein.
Die Geſtaltung des Reichsbundes
umriß der Reichsſportführer in großen Zügen. Der Reichsbund
für Leibesübungen iſt demnach die Vereinigung aller
deutſchen Leibesübungen treibenden Vereine.
Führer des Reichsbundes für Leibesübungen iſt der
Reichsſport=
führer. Die Aufgabe, die er den Vereinen ſtellt, iſt die
leib=
liche und ſeeliſche Erziehung der in den Vereinen
zu=
ſammengeſchloſſenen Deutſchen zu nationalſozialiſtiſcher Haltung
durch die Pflege der Leibesübungen.
Dem Reichsbund ſind allgemeine Aufgaben geſtellt.
Am Anfang ſteht die allgemeine Ausbildung, die ſich in eine
leib=
liche Grundausbildung, Geländeſport=Arbeitsgemeinſchaften (SA.=
Sportabzeichen) und eine weltanſchauliche Erziehung (Dietweſen)
gliedert. Für dieſe Arbeit aus dem Kernſtück der geſamten
er=
zieheriſchen Leiſtungen des Reichsbundes werden den deutſchen
Turnern beſondere Funktionen erteilt werden.
Preſſe= und Werbeweſen, Wirtſchafts= und Finanzweſen,
Ver=
ſicherungsweſen und Rechtsberatung ſind Angelegenheiten des
Reichsbundes, ebenſo der Verkehr mit Reichsbehörden und deren
Organiſationen.
Unter den allgemeinen Veranſtaltungen, die der Reichsbund
in periodiſcher Folge durchführen wird, ſtehen die Deutſchen
Kampfſpiele an erſter Stelle. Sie ſollen ſich immer mehr zu
Volks=
feſten entwickeln, wie es früher die Deutſchen Turnfeſte geweſen
ſind.
Für die Durchführung aller fachlichen und techniſchen
Auf=
gaben errichtet der Reichsſportführer Aemter, die ſich nach der
fachtechniſchen Art, der im Reichsbund betriebenen Formen der
Leibesübungen richten. Für jedes dieſer Aemter ernennt der
Reichsſportführer einen Leiter, der für die Geſchäftsführung
ſei=
nes Amtes verantwortlich iſt. Die beſtehende
Gauein=
teilung wird übernommen. In jedem Gau wird ein
Gauamt des Reichsbundes für Leibesübungen errichtet,
deſſen Aufgaben den allgemeinen Aufgaben des Reichsbundes
entſprechen. Die weitere Unterteilung der Gaue wird nach
be=
ſtehenden Bedürfniſſen geregelt. In Städten mit mehreren Turn=
und Sportvereinen wird eine Ortsgruppe des
Reichs=
bundes errichtet, die keine fachlichen Aufgaben zu leiſten hat,
ſondern im Bereich ihres Ortsgebietes die Gemeinſchaftsarbeit
untereinander fördert und die Intereſſen der örtlichen Turn= und
Sportbewegung der zuſtändigen Ortsgemeinde gegenüber vertritt.
Nach der Bekanntgabe, des organiſatoriſchen Grundgeſetzes
ſprach der Reichsſportführer über die beſondere Aufgabe
des Reichsbundes für Leibesübungen, nicht allein
organi=
ſatoriſche und autoritative Spitze, ſondern erzieheriſche Inſtitution
Dieſe drei Ausprägungen des Kraftbegriffs haben unter alle
Umſtänden das gemeinſame Fundament, der Erziehung in de
ſpeziellen Form der Leibesübung zu ſein.
Das ſoll die erſte Aufgabe und beſondere Sorge des
Reich=
ſportführers ſein:
den Reichsbund für Leibesübungen zu einer verſchworenen
Gemeinſchaft von Männern und Frauen zu machen, die in
der Einſatzbereitſchaft für den nationalſozialiſtiſchen Staat
ihre höchſte Ehre ſieht.
Der 6. Tag
de9 1o. Nhon Segelſtagwerlgewberbs.
Stetig ſich ſteigernde Zahlenſummen kennzeichneten eine unent
wegte Leiſtungsſteigerung der erſten fünf Wettbewerbstage, und
neben der ſegelfliegeriſchen Elite verſchaffte ſich der ſegelfliegeriſch=
Nachwuchs in glänzender Weiſe Geltung. Idealſtes
Flugwette=
am 5. Wettbewerbstag führte zu einem erneuten Rekordtag in
jeglicher Beziehung, hinter dem der heutige 6. Tag der 15. Rhön
abgeſehen von den beiden geſtrigen Spitzenleiſtungen von Wol
Hirth und Ludwig Hofmann, weder in Anzahl der Starts noch
in Dauer und Geſamtflugſtrecke zurückſteht. Bei kräftigem Nord,
weſtwind ſetzte kurz nach 8 Uhr bereits wieder regſter
Start=
betrieb ein, und bald ſchon bot ſich wieder der herrliche Anblick
von 20 und mehr über dem Waſſerkuppenmaſſiv dahinſchwebenen
Segelflugzeugen, und ringsum entfernten ſich zahlreiche Maſchinen
nach gutem Höhengewinn nach allen Himmelsrichtungen. Beſonders
lebhaft wurde der Startbetrieb nochmals gegen 1 Uhr, und mit
Ausnahme derjenigen Piloten, die auf Dauer fliegen, ging eine
Reihe weiterer Maſchinen zu Segelflügen über, ſo daß der heutige
Tag zu einem Großkampftag aller Wettbewerbsteilnehmer wurde
Von den auf Strecke gegangenen Maſchinen flogen 18 eine Strecke
von 20 bis 50 Kilometer und 10 Maſchinen 50 bis 75 Kilometer
Der Würzburger Enders flog auf der „Würzburg” 95 Kilometer
nach Sonneberg i. Th., Philipp=Berlin auf dem Rhönadlei
„Klettermaxe” 195 Kilometer nach Lichtenau im Erzgebirge, Fritz
Schmidt=Gießen auf dem Rhönbuſſard „Deutſche Saar” 78
Kilo=
meter, bis in die Nähe von Koburg, der Stuttgarter Baur auf
„Fledermaus” 150 Kilometer in die Nähe von Hof i. B., der
Chemnitzer Stäthe mit ſeinem „Condor” 155 Kilometer und
landete auf dem Flugplatz Plauen i. V. der Darmſtädter Utech
erreichte mit einem Flug von 153 Kilometer Neuſtadt a. d. Kulm,
und Peter Riedel=Darmſtadt flog bis Lauenheim i. Th. 100
Kilo=
meter Luftlinie. Hanna Reitſch, die den „Condor” von Dittmar
fliegt, vermochte 105 Kilometer, bis nach Reichenbach
zurück=
zulegen. Erſtmalig flog der Weltrekordler Heini Dittmar=
Schwein=
furt heute den neuen „Fafnir 2” des Deutſchen Forſchungsinſtituts
für Segelflug Darmſtadt, und zur Zeit ſteht eine Landemeldung
des heute morgen um 11 Uhr geſtarteten Piloten noch aus.
Eben=
falls liegt noch keine Landemeldung des um die gleiche Zeit
ge=
ſtarteten Piloten Wigmeyer auf „Präſident” vor. Die endgültige
Wertung des geſtrigen Tages ergab für den Berliner Phäilipp
auf „Klettermaxe” eine Flugdauer von 8 Stunden 15 Minuten,
die heute von dem Leipziger Fritz Carius auf „Alte Leipziger
Garde” gleichfalls erreicht wurde. Beſonders erſtkaunlich ſind die
phyſiſchen Leiſtungen der Flugzeugführer und Startmannſchafl
die allabendlich die Maſchinen immer wieder von den weſt
Streckenflügen zurückholen müſſen und jeden Morgen, wieder m
Start erſcheinen. Als Gäſte weilten heute auf der Waſſerkuppe
im Fliegerlager Reichsſtatthalter Gauleiter Sprenger=
Fran=
furt und der lippiſche Miniſter.
Gauleiter Reichsſtakkhalter Sprenger
bei den Segelfliegern.
Am Samstag weilte Gauleiter Sprenger mit Amtsleitern
des Gaues Heſſen=Naſſau auf der Waſſerkuppe, wo ſich
gegenwär=
tig der große Segelflieger=Wettbewerb 1934 abſpielt. Unter
Füh=
rung des bekannten Altvaters der Rhönfliegerei Urſinus und
des Flieger=Landesgruppenleiters Schedel wurde das Lager
beſichtigt. Der Tag ſtand im Zeichen regſten Flugbetriebs. Der
vom Gauleiter ausgeſetzte namhafte Tagespreis für die höchſte
Flugleiſtung regte den Eifer der kühnen Flieger noch ſtärker an.
Gauleiter Sprenger flog perſönlich in einer vom Flugmeiſter
Mertens geſteuerten Sportmaſchine. Den über 100 am
Wett=
bewerb beteiligten Segelfliegern war die rege Anteilnahme der
NSDAP. eine ſichtliche Freude.
Hockenheimer Rennen.
Skeinbach=Mannheim (nSA.) fährt im 4. Lauf zur Deutſchen
Skraßenmeiſter=
ſchaft der Mokorräder mit 131,7 Stdkm. neuen Streckenrekord.
100000 Zuſchauer am Dreieck
Auf einer der jüngſten deutſchen
Renn=
ſtrecken, dem vor zwei Jahren geſchaffenen
Hockenheimer=Dreieck wurde am
Sonn=
tag der vierte Lauf zur Deutſchen Straßen=
Meiſterſchaft der Krafträder ausgefahren, dem
die deutſchen Motorſportler ein gewaltiges
Intereſſe entgegenbrachten. Dieſes drückte ſich
zunächſt einmal in der Rekordziffer an
Nennungen aus: 138 Lizenz= und 113
Ausweis=
fahrer hatte noch kein Rennen bisher
aufzu=
weiſen. Aber auch das rennbegeiſterte badiſche
Publikum war mit Begeiſterung dabei: 100000
Zuſchauer mögen es geweſen ſein, die ſich rund
um den Kurs poſtierten. Die Unzahl von
Nennungen hatte die Veranſtalter — NSKK.
und DDAC. — gezwungen, den Rennbeginn
auf 8 Uhr vorzuverlegen.
Als Erſte machten ſich die Ausweisfahrer
der Solomaſchinen=Klaſſen bis 250 und bis
350 ccm. auf den Weg. Es wurde durchweg
recht ſorſch gefahren; die herausgeholten guten
Zeiten — trotz manchmal für ſolche
Renn=
anſprüche ungenügend vorbereiteten oder zu
langſamer Maſchinen — legen ein beredtes
Zeugnis davon ab. Verhältnismäßig am
Beſten fuhr der Sieger der kleinſten Klaſſe,
Hänſel=Wiesbaden mit ſeinen 108,6 Stkm., die
ſeine DKW. hergab. Abſolut Schnellſter war
Metzmeier=Ottersweiler auf einer Halbliter=
NSlt. mit 1176 Stkm.
Als die erſten Lizenzfahrer erſchienen, galt
die Frage nach der Klaſſe, welche die ſchnellſte
Zeit herausfahren wird. Nach verſchiedenen
Ausfällen blieben ſchließlich von 24 noch 7
übrig, die bis ans Ziel kamen. Der bisher
noch wenig hervorgetretene Mannheimer NSil.=
Fahrer Steinbach hatte es verſtanden, ſich
rechtzeitig bei dem großen Maſſenſterben die
Spitze zu ſichern mit gleicher Meiſterſchaft
hielt er ſich die Verfolger vom Halſe und
be=
endete nach 1:22:17,1 St. mit 131,7 Stkm. die
Fahrt nicht nur als Sieger, ſondern auch als
neuer Rekordhalter. Die bisherige Beſtleiſtung
Rüttchens=Erkelenz ſtand auf 129,4 Stkm. Sie
wurde übrigens auch von dem Zweiten dieſer
Klaſſ. noch überboten, Mellmann=Neckarſulm.
33 Prozent Ausfälle verzeichnete die ſchwerſte
Kiaſſe, bis 1000 ccm. Von neun geſtarteten
hielten drei durch. Und als Beſter von ihnen
entpuppte ſich Mansfeld=Breslau auf
BMW., der es fertig brachte, ſeinen Pflegern —
er war von einem Sturz bei der 2000=Kilometer=
Fahrt her ans Krankenlager gefeſſelt —
ein=
fach zu entwiſchen. Wohl bandagiert ſchwanz
er ſich in den Sattel und ſiegte mit 121,7 Stkm.
vor ſeinen beiden Markengefährten Röſe=
Düſſel=
dorf und Bouvain=Königsberg.
Mit DKW. belegte ein weiteres deutſches
Fahrikat die drei erſten Plätze einer Klaſſe.
Das; Dreigeſtirn Geiß=Zſchopau, Winkler=
Chemnitz und Winkler=München dominierte in
der 250=cemm.=Klaſſe, deren Sieger es in der
angegebenen Reihenfolge wurde. Geiß ſchaffte
118,7 Stkm. Nur um Sekunden ſtanden ihm
ſeine beiden Kameraden nach.
21 Bewerber der Klaſſe bis 350 cmm ſahen
ſich zu vorzeitigem Aufgeben gezwungen. Nur
10 aus dem ſtattlichen Anfangsfeld ſetzten ſich
durch. Der mit 121,6 Stkm. ſiegende
Godes=
berger Loof hatte dabei in Schanz=
Hedders=
leben einen überraſchend ſchnellen Konkurrenten
gefunden, der nur 0,7 Stkm. langſamer fuhr.
Nach Abſchluß der Konkurrenzen der
Solo=
fahrer erfuhr man auch, daß ſich einige Stürze
ereignet hatten, doch verliefen ſie überall der=
art harmlos, daß keine ernſthafte Verwundung
vorkam.
Am Nachmittag ſtarteten die Krafträder mit
Seitenwagen. Auch bei ihnen war feſtzuſtellen,
daß der Organiſator des Rennens es
vorzüg=
lich verſtand, Pauſen zu vermeiden. Schlag
auf Schlag folgten die Starts. Das trug nicht
wenig zu der zufriedenen Stimmung der
Zu=
ſchauer bei.
Wiederum wurde der Kurs zuerſt für die
Ausweisfahrer freigehalten. Bei ihnen kam in
der kleinen Klaſſe mit Krohmer=Stuttgart der
einzige Fahrer zum Ziel.
Bei den Lizenzfahrern gab es in der Klaſſe
bis 600 cem die weitaus beſte Zeit. Das
Rennen wurde auch überaus temporeich
durch=
geführt, was zahlreiche Motore ſauer werden
ließ. In Schneider=Düſſeldorf ſiegte mit ſicherem
Vorſprung ein Fahrer, der ſich ſchon
ver=
ſchiedentlich erſte Preiſe geſichert hatte. Sein
Sarolea fahrender Namensvetter aus Weßling
belegte den zweiten Platz.
Vier Konkurrenten von ſieben beendeten in
der ſchweren Klaſſe das Rennen. Wehres=
Aachen mußte ſich dabei überraſchend geſchlagen
bekennen und dem 106,8 Stkm. erreichenden
Elberfelder Ehrlenbruch auf Imperia/Jap den
Vortritt laſſen.
Ergebniſſe.
Ausweis=Fahrer.
Krafträder bis 250 ccm (6 Runden — 72,27
Km.; 6 geſtartet 4 am Ziel): 1. Hänſel=
Wies=
baden DKW., 39:50,1 Min — 108,6 Stkm.;
2. Scheel=Frankfurt a M. Herkules=Jap,
44:09 — 98,1 Stkm.; 3. Kern=Darmſtadt, Horer=
Columbus, 46:44,1. Bis 350 ccm (6 Runden —
72,27 Km.; 13 geſtartet, 3 am Ziel): 1. Müller=
Frankfurt a. M., Bücker=Jap, 38:54 Min. —
112,2 Stkm.; 2. Weber=Wiesbaden, Norton,
39:23 — 111,5 Stkm.: 3. Aldinger=Stuttgari,
Imperia=Python, 52:40, 1. Bis 500 ccm (6
Run=
den —72,27 Km.: 18 geſtartet, 11 am Ziel):
1. Metzmeier=Ottersweiler, NSU., 36:52,2 Min.
— 117,6 Stkm.; 2. Backofen=Mannheim, Norton,
36:52,3 — 117,4 Stkm.; 3 Schäfer=Saarbrücken,
Norton, 37:02,3. Bis 1000 ccm (6 Runden —
72,27 Km.; 3 geſtartet, 3 am Ziel): 1. Schaal=
Ludwigsburg, BMW., 40:14,1 Min. — 107,8
Stkm.; 2. Bach=Schaffhauſen/Saar, Harleh=
Davidſon, 40:50,2 — 106,2 Stkm.; 3. Diesbach=
Weinheim, BMW., 45:32,3.
Lizenz=Fahrer.
Krafträder bis 250 ccm (Lauf zur Deutſchen
Straßenmeiſterſchaft über 15 Runden — 180,675
Km.: 21 geſtartet 8am Ziel): 1. Geiß=Zſchopau,
OKW., 1:31:21,2 Std. — 118,7 Stkm:
2. Winkler=Chemnitz, DKW., 1:31:52,/4 — 118
Stkm.; 3. Winkler=München, DKW., 1:38:523.
Bis 350 ccm (Lauf zur Deutſchen
Straßen=
meiſterſchaft über 15 Runden — 180,675 Km.;
31 geſtartet, 10 am Ziel): 1. Loof=Bad
Godes=
berg, Imperia, 1:29:12,3 Std. — 121,6 Stkn.;
2. Schanz=Heddersleben, Imperia, 1:29:364 —
120,9 Stkm.; 3. Petruſchke=Berlin, Rudg:,
1:29:56,3. Bis 500 ccm (Lauf zur Deutſchen
Straßenmeiſterſchaft über 15 Runden — 180,675
Km.; 24 geſtartet, 7 am Ziel): 1. Steinbach=
Mannheim, NSU., 1:22:17,1 Std. — 131,7 Stim.
(neuer Rekord); 2. Mellmann=Neckarſulm. NSll,
1:23:32,4 — 129,8 Stkm.; 3. Rührſchneck=
Nürn=
berg, Norton, 1:24:32,1. Bis 1000 ccm (Lauf
zur Deutſchen Straßenmeiſterſchaft über 15
Runden — 180,675 Km.: 9. geſtartet, 3 am
Ziel): 1. Mansfeld=Breslau, BMW. 1:29:04,3
— 121,7 Sttm.; 2. Röſe=Düſſeldorf, BMW.,
1:30:03,3 — 120,3: 3. Bouvain=Königsberg,
BMW., 1:30:50,3.
Krafträder mit Seitenwagen.
Ausweis=Fahrer (6 Runden — 72,27 Km.)
Bis 600 ccm (3 geſtartet, 1 am Ziel):
1. Krohmer=Stutgart, AJS., 46:45 Min. —
92,8 Stkm. Bis 1000 ccm: (4 geſtartet, 2 um
Ziek): 1. Strohmeier=München, Haberl. Spez,
43:54 — 98,7 Stkm.; 2. Schmitt=Mannheim,
Bücker=Jap, 44:25 — 97,6 Stkm.
Lizenz=Fahrer (10 Runden 120,54 Km.
Bis 600 ccm (14 geſtartet 4 am Ziel);
1. Schneider=Düſſeldorf, NSü. 1:06:32 —
111,9 Stkm.; 2. Schneider=Weßling, Saroleg,
1:07:15: 3. Loof=Godesberg, Imperia, 1:08:30.
Bis 1000 ccm (7 geſtartet, 4 am Ziel): 1.
Ehr=
lenbruch=Elberfeld, Imperia=Jap, 1:07:41 Std.
— 106,8 Stkm.; 2. Wehres=Aachen, Harley=
Davidſon, 1:11:5; 3. Häußler=Kolkwitz, BMW.=
1:13:3.
Montag, 30. Juli 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 208 — Seite 7
Großpferderenntag
Ci. Erbach, 29. Juli.
Erbach hatte heute ſeinen großen Tag. Das deutete nicht nur
er überaus reiche Flaggenſchmuck an, den die alte Odenwälder
reisſtadt zu Ehren ihrer Gäſte, die aus nach und fern zu Fuß,
jad, Kraftwagen oder Bahn zu Tauſenden hierher gekommen
jaren, angelegt hatte, ſondern auch der überaus lebhafte
Ver=
hr., der ſchon lange vor Beginn des Handballwerbeſpiels
zwi=
hen dem Deutſchen Handballmeiſter, dem Polizeiſportverein
ſarmſtadt, und einer Kreisauswahlmannſchaft des Odenwaldes
m Vormittag einſetzte, ſich dann dauernd ſteigerte und mit dem
äberrücken des großen Pferderennens am Nachmittage die
Zu=
angsſtraßen zu dem herrlich angelegten Sportplatz mit einem
nunterbrochenen Zuge von ſportbegeiſterten Menſchen füllte. Eine
jum zu überſehende Menge umſäumte auf den dichtgefüllten
Tri=
ünen und dem weiten Raſen den ſich in beſter Verfaſſung
zeigen=
en Rennplatz, der in den Flaggen des neuen Reiches und dem
ergdezu idealen Sportwetter, das den am vergangenen Montag
on niedergehenden Regenſchauern dem Odenwälder Reiterverein
nd den Budenbeſitzern angerichteten Schaden wieder gutzumachen
ichte, einen gar maleriſchen Anblick gewährt. Zu den ſich aus
llen Bevölkerungsſchichten zuſammenſetzenden Beſuchern geſellten
ch dann noch zu aller Freude die höchſten Regierungsvertreter
es Landes, Herr Reichsſtatthalter Sprenger und Herr Staats=
„iniſter Jung, in deren Gefolge ſich außerdem noch der
Landes=
ührer unſerer Bauernſchaft. Herr Dr. Wagner, und der
Kreis=
eiter der NSDAP., Herr Schwinn=Spreng, befanden. Dem
ußeren Rahmen entſprach aber auch der hohe Stand des
Ren=
tens, das der Ortsgruppenleiter, Herr Wilh. Heim, mit
herz=
ichen Begrüßungsworten an die erſchienenen Feſtteilnehmer und
ſor allem an die Ehrengäſte eröffnete mit einem beſonderen
Dan=
eswort an Herrn Reichsſtatthalter Sprenger und Herrn
Staats=
miniſter Jung, die durch ihr Eintreten es erſt ermöglichten, das
diesjährige Rennen auf ſeinen überragenden Stand zu bringen.
Ein begeiſtert aufgenommenes „Sieg=Heil” auf den Führer gab
den wurdigen Auftakt zu dem nun in ſieben Rennen
ausgetra=
genen Wettkampf. Nach einmütigem Urteil aller Beſucher waren. .
kaum vorher hier ſchon einmal ſo hochſtehende und anſprechende
Leiſtungen zu ſehen wie gerade dieſes Mal. Beſonders
eindrucks=
voll wickelten ſich Rennen III, „Preis der Stadt Erbach” und das
Amazonenrennen am Schluſſe ab. Mit dem deutſchen Gruß und
ſem Horſt=Weſſel=Lied der Muſikkapelle empfangen, rückten die
Teilnehmer am Albest=Leo=Schlageter=Erinnerungsrennen zum
Start, wobei die gewaltige Menge ſtehend eines Augenblicks des
froßen deutſchen Freiheitshelden ehrend und ergriffen gedachte.
Die Rennen ſtanden unter bekannt vorbildlicher Leitung; zu ihrer
eeibungsloſen Abwicklung ſtellte ſich, wie immer, eine Reihe
frei=
villiger Arbeitskräfte freudig zur Verfügung. Den
Ordnungs=
dienſt verſah neben der Polizei eine Abteilung des SA.=Sturms
186: die muſikaliſche Unterhaltung in den Pauſen zwiſchen den
einzelnen Rennen beſtritt in fleißiger und pünktlicher Weiſe die
Standartenkapelle unſeres Bezirkes. Beſonders erfreulich iſt
feſt=
zuſtellen, daß ſich die Rennen ohne Unfälle abwickelten; zwei
50jähriges Skiftungsfeft
des Turnvereins 1884 Zwingenberg.
Dp. Zwingenberg, 29. Juli. Unter reger Teilnahme der
hie=
ſigen Einwohnerſchaft hat geſtern und heute der Turnverein
Zwingenberg (gegründet 1884) ſein 50jähriges Beſtehen gefeiert.
Reicher Flaggenſchmuck zierte das Straßenbild, als ſich um 8 Uhr
die Vereinsmitglieder auf dem Turnplatz zur letzten
Vorberei=
tung und zu einem werbenden Umzug durch die Ortsſtraßen
tra=
fen. Um 9 Uhr fand ein Feſtabend im Saale des Hotels „Zum
Löwen ſtatt, welcher mit einem Vorſpruch auf den feſtgebenden
Verein und auf die edle Turnſache, mit Elan von der Schülerin
Narg. Fath geſprochen, eingeleitet wurde. Sodann begrüßte Herr
Seeger, der Führer des Vereins, die Anweſenden. Sein Gruß galt
beſonders dem Kreisführer der DT., Herrn Roth=Darmſtadt, ſowie
deſſen Stellvertreter, Herrn Hering=Darmſtadt, und all den Alten,
die dem Verein in Treue verbunden ſind. Nach einem Muſikſtück
der Kapelle Rhein wurde der Toten durch Stellung eines
leben=
den Bildes, „Das Ringen und Sterben deutſcher Helden”, gedacht.
Es folgte ein Liedvortrag des Geſangvereins „Sängerkranz . Die
dann folgenden „Vaterländiſchen Gruppen”, welche die
Verſkla=
vung Deutſchlands nach Kriegsende, das Erwachen Deutſchlands
durch die Gründung der nationalſozialiſtiſchen Bewegung, die
Er=
dolchung alles Deutſchfühlenden im marxiſtiſchen Staat und das
kraftvolle Sichfinden aller Schaffenden im neuen geeinten
Vater=
land unter Führung unſeres Volkskanzlers Adolf Hitler
verſinn=
bildlichten, haben ihrem geiſtigen Urheber und dem Turnverein
alle Ehre gemacht. Sie wurden von ſchön geſprochenen Worten
der Turnerin Ilſe Schneider begleitet und erläutert und von der
Kapelle mit dazu paſſenden Weiſen umrahmt. (Der Verein ſoll
zur Wiederholung dieſer Darbietung bereits nach Darmſtadt
ein=
geladen worden ſein.) Anſchließend ergriff der Kreisleiter
Turn=
bruder Roth das Wort zur Feſtanſprache. Er überbrachte
zu=
nächſt die Grüße und Wünſche der Kreisleitung und verlas ein
Glückwunſchſchreiben, welches dem Verein, von dem
Reichsſportführer von Tſchammer und Oſten
zu=
gegangen war. Turnbruder Roth ſchilderte dann den
Werde=
gang des deutſchen Turnens und gab ein kurzes Lebensbild des
Turnvaters Jahn. Voll Freude nahm Turnbruder Roth dann
einige Ehrungen vor. Es erhielten die höchſte Auszeichnung,
den Ehrenbrief der Deutſchen Turnerſchaft, der Mitgründer des
Vereins, langjähriger 1. Vorſitzender und jetziger
Ehrenvorſitzen=
der Turnbruder W. Kiſſel, welcher ſichtlich gerührt dankte und
dem Turnweſen weiterhin Treue verſprach. Den Ehrenbrief des
Vereins erhielt Turnbruder Kalt, ein Mitgründer, der leider
nicht anweſend ſein konnte. Außerdem wurden 12 Mitglieder für
langjährige Mitgliedſchaft durch Ueberreichung von Urkunden
geehrt. Nach einem Muſikſtück begannen die Darbietungen der
Turnerinnen und Turner. Sie zeigten ſämtlich, daß der Verein
auf hoher Leiſtungsſtufe ſteht) Als Gäſte waren drei Turnbrüder
mit ſehr guten Leiſtungen aus Offenbach=Bürgel und ein 60
jäh=
riger Geräteturner, Herr Schuch, ein gebürtiger Zwingenberger,
anweſend. Allerliebſt war die Darbietung der Schülerinnen
W
in Erbach i. Odw.
Stürze, die anfangs ziemlich gefährlich ausſahen, ſtellten ſich zu
allem Glück als harmlos heraus. Die Siegerehrung, die
unmittel=
bar an das Rennen angeſchloſſen und von Herrn Bürgermeiſter
Lenz vorgenommen wurde, brachte den Siegern neben hohen
Geldpreiſen auch künſtleriſch höchſt wertvolle Ehrenpreiſe. Reger
Betrieb herrſchte auch am Totaliſator. Nach dem Rennen war
der Markt derart gut beſucht, daß man ſich nur mit höchſter Mühe
einen Weg bahnen konnte.
Die Ergebniſſe der Halb= und Vollblutrennen.
1. SA.= und SS.=Eröffnungsrennen (Flachrennen für
Halb=
blutpferde): 1. Preis: E. Beckers „Morgenröthe” L.
Schlat=
ter: 2. Preis: Th. Wurſters „Lore, Th. Wurſter jr.
3. Preis: W. Loos „Gitta” Hudelmeier; 4. Preis: W.
Brückmanns „Aſta, W. Brückmann. Toto: 12:10; Platz: 10,
10, 10:10.
2. Preis „Für unſere Saar” 1. Preis: F. Bernatz „
Gene=
raliſſimus”. E. Prieger; 2. Preis; Th. Wurſters
Pela=
doros , L. Schmeer; 3. Preis: J. Fleckenſteins, Adelbert”,
Beſitzer: 4. Preis: Frau A. Kurtzes „Order, Lt. Ocker.
Toto: 22:10; Platz: 12, 16. 16:10.
3. Preis der Stadt Erbach (Hürdenrennen, Klaſſe B). 1. Preis:
O. Lienhards „Selmel”, Beſitzer; 2. Preis: G. Kuntz.
Eichenkrone”, Lt. Klewitz; 3. Preis: L. Schmeers „Fatra",
Beſitzer; 4. Preis: H. Hoffrohnes „Meerteufel”. H.
Hof=
frohne; 5. Preis: Lt. W. Kauperts „Girlande, Beſitzer. Toto:
72:10; Platz: 20, 14, 18:10.
4. Graf=Eberhard=Erinnerungs=Jagdrennen (Halbblutrennen):
1 Preis: E. Beckers „Dompfaff”, Dr. Denker: 2 Preis;
H. L. Münchs „Marſchall”, Lt. Kaupert: 3. Preis: E.
Beckers „Donna”, Lt Klewitz; 4. Preis: Alexander
Erb=
graf zu Erbachs „Jenny Lind” Oblt. Sachenbacher, Toto:
12. 12:10: Platz: 12. 12:10.
5. Albert=Leo=Schlageter=Erinnerungsrennen (Flachrennen,
Klaſſe B): 1. Preis: A Zimmermanns „Miſtinguette‟, E.
Wagner: 2. Preis: A. Feudners „Ausreißer”, H. Fuchs;
3. Preis: J. Fleckſteins „Minos” R. Hauck; 4. Preis: W.
Brückmanns „Aſta” Beſitzer: 5. W. Loß „Gitta”, E.
Hu=
telmeier. Toto: 16:10; Platz: 10, 12:10.
6. Eulbacher Marktpreis (Jagdrennen): 1. Preis: E. u. N.
Mätzigs „Skapa Flow”, L. Schmeer: 2. Preis: H.
Buch=
müllers Georgia” Anderle: 3. Preis; Kavallerieſchule
Hannover „Lockvogel”, Lt. Klewitz; 4. W. Kauperts „
Lau=
deritz”, K. Goldhammer; 5. H. Beckers „Laus, K.
Losmann. Toto: 164:10; Platz: 16. 16. 20:10.
7. Amazonenrenen (nicht öffentlich, gemäß § 29 R.=O.).
1 Ehrenpreis: Frl. Schmidt=Pauli: 2 Ehrenpreis: Frl.
Erna Jgnatzeck: 3. Ehrenpreis; Frau Dr. Denker; 4.
Ehren=
preis: Frl. Perſke: Ehrengabe: Frl. Schläffke;
Ehren=
gabe: Frau Prieger.
Sieg=Doppelwette: „Selmel” — „Skapa Flow” 10:108.
Margarete Fath und Annelieſe Kurz: „Wenn alle Brünnlein
fließen‟. Das Schlußwort ſprach Ehrenvorſitzender Turnbruder
Kiſſel, der das Turnen als Lebensjungborn kennzeichnete und
ſeine Eindrücke auf dem Deutſchen Turnfeſt in Stuttgart ſchilderte.
Während der Pauſen in der Feſtfolge wurden das Deutſchland=
und das Horſt=Weſſel=Lied geſungen.
Der zweite Tag begann um 5 Uhr mit Wecken. Um
6 Uhr fand ein Wettkampf auf dem Feſtplatz, beſtehend aus 100=
Meter=Lauf, Weitſprung, Kugelſtoßen, Speerwerfen, Keulenziel=
und Weitwurf, ſtatt. Um 9.30 Uhr war gemeinſamer Beſuch des
Gottesdienſtes, in welchem auch der Geiſtliche der Bedeutung des
Tages gedachte. Nachmittags bewegte ſich ein ſtattlicher Feſtzug
durch die Ortsſtraßen, an welchem ſich auch andere Vereine
be=
teiligten. Auf dem Feſtplatz unter dem Banner der DT., welches
auf beiden Seiten von Hakenkreuzfahnen flankiert war, hielt
als=
dann der Vereinsführer Seeger eine ſchöne Begrüßungs= und
Feſtanſprache, welche ein Treugelöbnis zur Turnſache, zum
deut=
ſchen Volk und zu ſeiner Führung umſchloß. Die Grüße und
Glückwünſche der Stadt Zwingenberg und der örtlichen Leitung
der NSDAP. überbrachte Ortsgruppenleiter Dickler. Turneriſche,
ſportliche und geſangliche Darbietungen füllten den Nachmittag
aus. Siegerverkündung Es erhielten u. a. den 1. Sieg
Georg Poth, 2. Sieg Georg Schäfer, 3. Sieg Willi Braunsdorf,
4. Sieg Auguſt Schellhaas, 5. Sieg Dieter Schellhaas, 6. Sieg
Reinhold Braunsdorf. — Kinderbeluſtigungen und ein Feſtball
im Saale des Hotels. Zum Löwen” beſchloſſen das herrlich ſchön
verlaufene Vereinsjubiläum.
Dg. Arheilgen, 29. Juli. Siegreiche Arheilger
Turner bei den Deutſchen Kampfſpielen. Auch der
hieſige Turnverein hatte einige ſeiner Aktiven zu den Deutſchen
Kampfſpielen in Nürnberg entſandt, von denen ſich drei mit
recht guten Leiſtungen zu den Siegern zählen konnten. Die
Tur=
nerin Kätha Benz konnte mit 100 Punkten und die Turnerin
Emmy Geiger mit 99 Punkten im Sieben=Kampf erfolgreich ſein,
während, der Turner Heinrich Anthes im Zwölf=Kampf mit
166,5 Punkten, einen ſiegreichen Erfolg für ſich buchen konnte.
Am heutigen Sonntag abend hatte ſich der Turnverein mit
ſei=
nen Jugendlichen und Freunden in der Turnhalle verſammelt,
um den heimkehrenden Siegern einen würdigen Empfang zu
be=
reiten. Am Bahnhof hielt der alte Turnbruder Löſer eine kurze
Anſprache an die Nürnbergfahrer, in der er die
Kampfſpielteil=
nehmer begrüßte und die erzielten Erfolge hervorhob. Nach
Ueberreichung von Blumen an die Sieger ging es unter
Vor=
antritt des Spielmannszuges des Vereins in geſchloſſenem
Fackel=
zuge nach der Turnhalle, wo nach kurzen Anſprachen die
Vereins=
mitglieder im Jahnzimmer mit den Kampfſpielteilnehmern bei
Austauſch der Erlebniſſe und ſonſtiger Unterhaltung einige
ge=
mutliche Stunden verlebten.
Pfungſtadt, 29 Juli. Tv. Pfungſtadt aufden
Kampf=
ſpielen in Nürnberg. Turner Karl Grünig errang im
Fünfkampf den 11. Sieg, Turner Heini Böttiger ging ebenfalls
mit ſchöner Leiſtung als Sieger hervor,
Dp. Fehlheim, 30. Juli. Unſer Ortsbürger Herr Georg
Zöller konnte geſtern in geiſtiger und körperlicher Friſche ſeinen
85. Geburtstag feiern.
Der Strakoſphärenflug der Amerikaner.
Der Ballon 12 000 Meter hoch.
Rapid City. Fünf Stunden nach dem Aufſtieg meldete
der Stratoſphärenballon, daß er eine Höhe von 12000 Mster
erreicht hat. Damit hat der Ballon die Stratoſphäre erreicht.
Die Stratoſphärenflieger müſſen landen.
Die Stratoſphärenflieger haben ihr Ziel nicht erreicht. Um
21,30 Uhr MEZ. mußten ſie bereits den Abſtieg aus einer
Höhe von 15 600 Meter beginnen. Nach einem Funkſpruch hat
die Ballonhülle am unteren Teil zwei Riſſe erhalten, ſo daß
eine Fortſetzung des Fluges nicht mehr ratſam erſchien. Die
letzte Standortmeldung lautet: 20 Meilen öſtlich Northplätte
(Nebraska).
Der amerikaniſche Stratoſphärenballon iſt am Samstag
abend um 23,45 Uhr MEZ. bei einer Farm in der Nähe von
Holdrege (Nebraska) gelandet. Der Ballon fiel in einer Höhe
von etwa 235 Metern in ſich zuſammen, ſo daß die Inſaſſen
genötigt waren, mit ihren Fallſchirmen über Bord zu ſpringen.
Alle drei Ballonflieger kamen unverletzt auf dem Erdboden an.
Der Ballon kandete kurz darauf ebenfalls. Die Gondel blieb
unbeſchädigt und alle Inſtrumente waren unverſehrt.
Der Leiter der Expedition, Major Kepner, erklärte nach der
Landung, daß die Ballonhülle in einer Höhe von etwa 2700
Metern Riſſe bekommen hätte. Einer der Inſaſſen ſei dann auf
die Hülle geklettert und habe verſucht, die Hülle ſo herzurichten,
daß ſie als ein rieſiger Fallſchirm wirken und die Inſaſſen
unverſehrt hinabtragen ſollte.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel, Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Montag, 30. Juli
5.45: Stuttgart: Choral. Zeit, Wetter. — 5.50 u. 6.15: Gymnaſtik.
6.40: Zeit Meldungen. — 6.50: Wetter. — 6.55: Freiburger
Konzertorcheſter. Ltg.: Döhrmann. — 8.10: Waſſerſtand.
Wet=
ter. — 8.15: Stuttgart: Gymnaſtik. — 10.00: Nachr. — 10.30:
Nur Trier: Eigene Sendung. — 11.00: Werbekonzert. — 11.40;
Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Schallplatten. Wie man’s ſingen oder tanzen,
pfeifen oder klimper mag . . . — 13.00: Zeit, Saardienſt.
Nachrichten. — 13.10: Nachr. — 13.20: Karlsruhe: Philharm.
Orcheſter. Ltg.: Zehn. — Dazwiſchen 13.50: Zeit, Nachr. —
14.30: Nur Kaſſel: Nachrichten. — 14.40: Lieder von Knab.
Bückmann, Mouſſorgſky. — 15.30: Wetter. — 15.35:
Wirt=
ſchaftsbericht. — 15.50: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
16.00: Stuttgart: Muſikkorps der Landespolizei. Ltg.: Franz. —
17.30: Dr. Rainer Schlöſſer: Das Schaffen Richard Euringers.
17.45: Kleine Stücke für Violine und Klavier. — 18.00: Stunde
der Jugend: Heinrich der Vogler, — 18.25: Stuttgart:
Franzö=
ſiſch. — 18.45: Meldungen. — 18.50: Das Leben ſpricht. —
Soziales Funkbild.
19.00: Tankſtelle Bremberg. Eine Szenenfolge aus dem hohen
Schwarzwald. — 19.30: Saar=Umſchau. — 19.40: Kaiſerslautern:
Klaviermuſik von Franz Schubert. — 20.00: Zeit Nachr. — 20.15:
Berlin: Reichsſendung: Stunde der Nation; Heinrich Marſchner,
21.00: Für jeden etwas. Eine heitere Mundarten=Unterhaltung,
22.00: Kleine Unterhaltung. — 22.20: Zeit Nachrichten. — 22.35:
Die Hitlerjugend ſpricht. — 22.45: Nachr. Wetter, Sport. —
23.00: Hamburg: Funkorcheſter. Ltg.: Secker. — 24.00:
Nacht=
muſik. Inbrunſt im Herzen.
Deutſchlandſender
Welle 1571.
Deutſchlandſender: Montag, 30. Juli
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachrichten. — 6.00: Berlin=
Gymnaſtik. — 6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Kiel: Kieler
Orcheſter=
gemeinſchaft. Ltg.: Doering. In einer Pauſe gegen 7.00: Nachr.
8.00: Sperrzeit. — 8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00;
Funkſtille. — 9.40: Gertrud Scholtz=Klink: Vom
hauswirtſchaft=
lichen Denken im neuen Staat. — 10.00: Nachr. — 10.10:
Funkſtille. — 11.15: Seewetterbericht. — 11.30: Funkſtille.
11.55: Wetter.
12.00: München: Funkorcheſter. Ltg.: Liſt. — 12.55: Zeitzeichen.
13.00: Robert Gaden und Willi Glahé ſpielen (Schallplatten).
Anſchl.: Wetter. — 13.45: Nachrichten. — 14.00: Sperrzeit.
14.45: Glückwünſche und Programmhinweiſe. — 15.00: Wetter.
Börſe. — 15.15: Für die Frau: Deine Kleidung aus deutſcher
Hand. — 15.40: Werkſtunde für die Jugend: Flugzeugmodellbau.
16.00: Breslau: Funkorcheſter. — 17.00: Bücherſtunde. — 17.15:
Dr. Rauſchenplat: 50 Jahre Hochſeefiſcherei. — 17.35:
Volkstüm=
liches Nachmittagskonzert. Ltg.: Sonntag. — 18.55: Das Gedicht.
Anſchl.: Wetter.
19.00; H. J. Flechtner: Relativitätstheorie widerlegt?
19.10: Lob des Gartens. Hörfolge aus der Wunderwelt der
Blu=
men und Pflanzen. — 20.00: Kernſpruch. Anſchl.: Kurznachr.
20.15: Reichsſendung: Stunde der Nation. Berlin: Heinrich
Marſchner. — 21.00: München: Houſton Stewart Chamberlain.
der Vorkämpfer für eine deutſche Weltanſchauung. — 21.25:
Grützemacher und Pauline. Kate Kühl und Bruno Fritz als
Hof=
muſikanten. — 22.00: Wetter Nachr., Sport. — 22.30: Und
nun 1986! Rückblick auf die Kampfſpiele 19347 — 22.45:
See=
wetterbericht. — 23.00: Köln: Das Weſtdeutſche
Kammer=
orcheſter. Ltg.: Breuer. — Darin: Kleines Zwiſchenſpiel.
Hauptſchriftleitung: J. V.: Max Streeſe.
Verantwortlich für Politik u. Wirtſchaft: J. V.: Andreas Bauer; für Feuilleton. Neich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport: J. V.:Dr. C. H.Quetſch;
für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild u. Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. VI. 34. 22377. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.
Vereinigung früherer
Leibgardiſten Darmſtadt
Am Samstag entſchlief
unſer langjähriges treues
Mitglied, Kamerad (8078
Wilhelm Nickel
Reichsbahnoberinſpektor
Beerdigung Dienstag nachmittag 3 Uhr,
Friedhof Nieder=Ramſtädterſtr. Ich bitte die
Mitglieder dem verſtorbenen Kameraden
durch recht zahlreiche Beteiligung die letzte
Ehre zu erweiſen. Der Vereinsführer.
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Seite 8 — Nr. 208
MOTR
Darmſtädter
gbla
leueſte Nachrichten
38)
„Mr. Fürſt!!” klang es wieder vom Hotel her. Das
Lift=
girl kam eifrig angelaufen.
„Der grauhaarige Herr, wie Sie ihn beſchrieben haben, iſt
nach Ihnen hinausgegangen, und ich glaube nach der anderen
Seite. Ich habe Sie ſo gerufen!“
Fürſt ſtampfte mit dem Fuß. Nun hatte es keinen Zweck
mehr, hinterherzulaufen, ſo gut kannte er jetzt Harald Borch,
um das zu wiſſen!
Harald mußte die Nacht ganz oben in einem Kellnerzimmer
verbringen. Er kannte den Mann von früher, aber ſeit es mit
Harald Borch kritiſch ſtand, merkte er, daß einer nach dem andern
verſuchte, ſich an ihm ſchadlos zu halten. Der Kellner verlangte
die ganze ausgeſetzte Belohnung, fünfhundert Dollar, von ihm.
Harald, der wie die meiſten Hochſtapler ſein bares Vermögen
gern bei ſich trug, mußte ihm wohl oder übel das Verlangte
geben.
Ehe er ſich am frühen Morgen aufmachte, um mit
mehr=
fachem Autowechſel auf Kreuz= und Querfahrten zu Joe
zurück=
zukehren, ſchlug er den Kellner freilich mit einem einzigen
Boxerhieb nieder knebelte ihn und nahm ihm das Geld wieder
ab. Es ſollte ſich doch keiner von dieſen Stümpern einbilden,
von ihm erpreſſen zu können! Noch war er Harald Borch und
Herrſcher unter ſeinesgleichen!
24. Kapitel.
Die Verräterin.
Harald hatte nur einen Gedanken: wie war es möglich, zu
Ingrid Winſton vorzudringen? Daß die Villa bewacht wurde,
ſtand längſt außer Frage. Endlich entſchloß er ſich, den Schmuck
in einen Wertbrief mit Mrs. Winſtons Adreſſe und
abgeſtempel=
ten Briefmarken zu verpacken und als Briefträger hinzugehen.
Dann mußte ſie ſelbſt quittieren, und er übergab den Schmuck
in ihre eigenen Hände. Und zwar ohne daß ſie es ahnte; denn
(Nachdruck verboten)
er mußte ſich auf alle Fälle unkenntlich machen. Dazu war es
beſſer, den Einbruch der Dunkelheit abzuwarten.
Joe fand den Plan kühn, aber gut. Alles Nötige war in
der Zwiſchenzeit zu beſchaffen. Jedoch riet er den Tag zu
benutzen, um die Gegend in Augenſchein zu nehmen. Bei der
Mühe und Sorgfalt, die die Polizei aufwandte, konnte man
nicht wiſſen, wo Fallen geſtellt waren und was für welche.
Joe machte ſich in der Uniform der New Yorker Poliziſten
auf den Weg, einer Verkleidung, die er in ſolchen Fällen
bevor=
zugte, da er in ſeiner Jugend in London Poliziſt war, bis er
ſich auf die andere Seite geſchlagen hatte.
Er kam atemlos und unerwartet ſchnell wieder. Er riß ſich
die Uniform vom Leib und verſteckte ſie.
„Alter Junge”, ſagte er zu Harald, als er, ziemlich dürftig
bekleidet, mit der dicken Stimmelpfeife im Mund vor ihm ſtand,
„den Plan kannſt du aufſtecken. Hinein kommſt du am Ende —
heraus nicht. Es iſt nur ein umſtändlicherer Weg, ſich der Polizei
auszuliefern, als wenn du direkt hingehſt.”
Und er ſchilderte ihm ſo eingehend die Bewachung der Villa
und wie genau jeder Unbekannte, gleichviel wer es ſei,
unter=
ſucht würde, daß Harald ihm rechtgeben mußte.
„Alſo drück dich,, ſchloß Joe, „und zwar ſo bald wie
mög=
ich, ſonſt geht auch das nicht mehr.”
„Verdammt,” murmelte Harald zwiſchen den Zähnen, „und
wenn ich hingehen ſoll, wie ich bin . . . ich will!”
Er grübelte wieder. Es mußte ſich ein Weg finden. Es gab
immer einen! Harald wurde die erzwungene Ruhe des Wartens
täglich unerträglicher, und er fühlte, daß ihn das in Gefahr
brachte, eine Dummheit zu machen.
Zwar hatte er ſich mit Joe die Zeit ſo gut wie möglich
ver=
trieben. Sie hatten zuſammen Gymnaſtik gemacht, und Harald
hatte dem Rieſen manchen feinen Trick gezeigt, der gut zu
ver=
werten war, wenn man mal wieder zu ſeinen alten
Gewohn=
heiten zurückkehrte. Joe konnte nicht genug die Gewandheit und
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Montag, 30. Juli 1934
Stärke dieſer ſchmalen, gelenkigen Hände bewundern. Seine
eigenen groben Tatzen brachten es nie über die Bärenkraft
hin=
aus — wie Harald zum Beiſpiel mit Schlöſſern umzugehen
wußte, war einfach unvergleichlich!
Heute war Harald zu nichts aufgelegt. Er erſann einen
Plan nach dem andern — und verwarf ihn wieder. Er griff zu
den Zeitungen, mit denen ihn Ioe regelmäßig verſorgt hatte.
und die ſich in ſenſationellen Berichten mit ihm beſchäftigten.
Wahrhaftig, in einer Morgennummer ſtand ſchon ſein Auftauchen
im Hotel Planta und ſein „rätſelhaftes Entkommen”.
Rätſel=
haft — wenn die Leute wüßten, wie einfach das war, wenn man
alles vorbereiten konnte und ſeine Leute hatte. Iſa war
natür=
lich in der Notiz nicht erwähnt, die Freundin der „Intimen” ließ
man in Ruhe.
Harald griff zu den älteren Nummern. Seine Flucht von
Florida hatte nicht verborgen bleiben können und großes
Auf=
ſehen erregt. Einige regierungsfeindliche Blätter hatten Mr.
Hardy lebhaft ironiſche Glückwünſche zu dem Erfolg ſeiner
men=
ſchenfreundlichen Bemühungen um das Fortkommen Harald
Borchs dargebracht. Die Witzblätter waren mit Stoff reichlich
verſorgt. Obwohl Baker für keine Ausfrage zu haben geweſen
war, hatten mehrere Reporter die packendſten Schilderungen von
dem Flug in Mr. Hardys Maſchine entworfen. Harald überflog
die Zeilen. Mitten darin las er den Satz: Das Unwetter hat ſich
ſtrichweiſe mit voller Wucht ausgefobt, und die Flieger hatten
das Glück, bloß von den Ausläufern des Sturms erreicht zu
werden. Aber da der Blizzard nach New York gemeldet war
und außerdem ein Motordefekt die Ankunft des Flugzeugs um
viele Stunden verzögerte, glaubte man ſchon, die Reiſenden ſeien
im Schneeſturm verunglückt oder gar umgekommen.
Harald lachte auf.
Das hätte euch ſo paſſen können! Dann brauchtet ihr jetzt
nicht nach mir zu ſuchen.
Er ſchien in Nachdenken zu verſinken, ſaß lange Zeit mit
halbgeſchloſſenen Lidern da und nagte an der Unterlippe.
Joe Ribbers nahm ſeine Füße mit einer ſo jähen Bewegung
vom Tiſch, daß das leere Whiskyglas herunterrollte. Er horchte
— ja, das war das Zeichen.
Als er öffnete, ſtürmte eine ſchicke, blonde, junge Dame an
ihm vorbei und blieb mit roten Wangen und fliegendem Atem
mitten im Zimmer ſtehen. Es war Ellen May, die offiziell von
Maniküre lebte und zu deren Kundſchaft die beſten Kreiſe New
Yorks gehörten.
„Um Gottes willen . , ich glaube, ſie haben mir
nachſpio=
niert . . .” ſtieß ſie hervor.
„Und dann kommſt du her?” fuhr Joe ſie an.
„Ich wußte nicht, wohin . . . und wollte Harald ſagen, daß
heute die Belohnung auf tauſend Dollar erhöht wird.”
(Fortſetzung folgt.)
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