Darmstädter Tagblatt 1934


20. Juli 1934

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Einzelnummer 10 Pfennige


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Wöchentliche iluſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 198

Freitag, den 20. Juli 1934.

196. Jahrgang

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tren

Franzöſiſche Regierungskriſe in Sicht.
ſchärfung der polikiſchen Gegenſähzlichkeiken zwiſchen den Radikalſozialiſten und den Rechtsparkeien.
Möglichkeiten für die Regierung Doumergue: Rückrikk, Kammerauflöſung oder aukorikäres Regime.

Tardieu.

Auswirkungen des Staviſky=Skandals.
Der Staviſky=Skandal, der ſchon
einmal eine Regierungskriſe
ausgelöſt, ja ſogar die Pariſer
Bevölkerung auf die Barrikaden
getrieben hatte, droht wiederum
ein Kabinett zum Auffliegen zu
bringen, und zwar diesmal die
Regierung des innerpolitiſchen
Burgfriedens und der allgemei=
nen
Säuberungsaktion, die nach
den blutigen Februar= Ereigniſ=
ſen
durch Doumergue gebildet
wurde, um die verlorengegan=
gene
öffentliche Moral wieder=
herzuſtellen
. Doumergue hat
ſeine Regierung um alle Klip=
pen
und Gefahren geſchickt
herumgeführt, ſah ſich allerdings
mehr als einmal vor ungewöhn=
liche
Schwierigkeiten geſtellt, die
ſeine ganze diplomatiſche und
parlamentariſche Geſchicklichkeit
in Anſpruch nahmen. Dennoch
ſcheint auch ſeine Regierung dem
Tode geweiht, und zwar in dem
genblick, wo er aufatmend die Kammerdeputierten in die Ferien
ren ſah. Nicht alle hatten den durchgluteten Pariſer Boden
laſſen. Die Mitglieder des Ausſchuſſes zur Unterſuchung des
wiſtky=Skandals waren geblieben, um genau ſo wie in den
chen und Monaten zuvor die Zeugen zu vernehmen, ſich
mſeitig Beleidigungen an den Kopf zu werfen, Akten zu
zen, aber nichts zu tun, um Licht in das Dunkel dieſer
ieberaffäre zu bringen.
Doch im Hintergrunde dieſes Skandals ſchwelten langſam
politiſchen Gegenſätzlichkeiten zwiſchen den Radikalſozialiſten
den Rechtsparteien weiter, obwohl beide in der Regierung
nationalen Einigung und des Burgfriedens vertreten ſind.
lleicht wären dieſe Gegenſätzlichkeiten geſchwunden, wenn
tChautemps, der Vorſitzende, der radikalſozialiſtiſchen Partei.
t immer wieder in den Mittelpunkt von Angriffen und An=
ſen
gerückt worden wäre, und wenn nicht von radikal=
aliſtiſcher
Seite ein Scheck, den man Tardieu zuzuſchieben
ſuchte, zur politiſchen Waffe geworden wäre. Jetzt iſt es zur
loſion gekommen. Tardieu ſollte ſich wegen dieſes Schecks
dem Ausſchuß verantworten. Tardieu drehte jedoch den
ieß um und fuhr ſchwerſtes Geſchütz gegen Chautemps auf,
ier kurz und bündig vorwarf, daß er alle Einzelheiten des
wviſky=Skandals gekannt habe, und daß er ſie als Miniſter
Miniſterpräſident in der Vergangenheit vertuſcht habe.
Damit war an die Radikalſozialiſten auch die Kriegs=
lärung
ergangen, die nunmehr damit drohen, einen außer=
entlichen
Parteitag einzuberufen und ihren Vertreter im
binett, Herriot, herauszunehmen. Machen ſie ihre Drohung
hr und daran wird allgemein nicht gezweifelt , dann
die Regierung Doumergue einen vielleicht tödlichen Stoß
halten. Sie wird dann, wenn die Radikalſozialiſten abſchwen=
zu
einer Minderheitsregierung, ſo daß ſie nunmehr vor
* Frage ſtehen dürfte, ob ſie abtreten oder die Kammer auf=
ſen
oder zum autoritären Regime hinüberwechſeln ſoll.
Mnien aund Gulens ur den Sadfift zusfau.
Paris, 19. Juli.
Tardieu, der bei ſeiner Vernehmung vor dem parlamentari=
en
Unterſuchungsausſchuß der Staviſky=Affäre ſchwere Chau=
nps
belaſtende Ausſagen gemacht hatte, wurde Mitwoch nacht
gutemps gegenübergeſtellt.
Die Gegenüberſtellung ſoll einen ſehr ſtürmiſchen Verlauf ge=
mmen
haben, ohne jedoch ein poſitives Ergebnis zu zeitigen.
I die Frage eines Ausſchußmitgliedes, ob er Beweiſe dafür er=
ngen
könne, daß der Polizeiinſpektor Bonny bei der Hinter=
hung
und Fälſchung von Staviſky=Schecks nur das ausführende
gan im Auftrage des vormaligen Miniſterpräſidenten Chau=
aps
geweſen ſei, hat Tardieu nicht geantwortet, ſondern ſich auf
Erklärung beſchränkt, er habe keine Beweiſe beizubringen,
dern Zeugen, die ſolche beſchaffen könnten. Tardieu lehnte es
5drücklich ab, ſich auf eine direkte Anklage gegen Chautemps
Zulegen, obwohl Chautemps ihn der Verleumdung bezichtigte,
die er die Beweiſe ſchuldig bliebe.
Der Ernf der Lage und der möglichen polikiſchen
Solgen ergibt ſich aus folgenden Erklärungen
Chaukemps:
ſie Ausſagen Tardieus ſind ernſt, ebenſo vom politiſchen wie
m moraliſchen Geſichtspunkt aus. Ich nehme zur Kenntnis, daß
Regierungsmitglied die Verantwortung für den Bruch des
irgfriedens übernimmt. Während ich mich bemühte, ſelbſt um
n Preis gewiſſer Zugeſtändniſſe hinſichtlich unſerer Lehre die
*Vierung zu verteidigen, bereitet ſich eines ihrer Mitglieder
xauf vor, den Führer der Regierungsmehrheit mit dem Ziele
entehren, die Regierung der nationalen Einigung zu treffen,
nen Bruch des Burgfriedens herbeizuführen und auf
eſe Weiſe die Auflöſung der Kammer zu erzwingen. Die
utigen Ausſagen können als Auftakt der Wahlkam=
agne
angeſehen werden.

Die Pariſer Preſſe ſteht im Zeichen
der Ausſagen Tardieus,
deren innerpolitiſche Bedeutung kein Blatt beſtreitet. Während
die Rechtspreſſe ihre Genugtuung über die Angriffe Tardieus
nicht verhehlt und von einem überzeugenden Sieg Tardieus ſpricht,
laſſen die linksſtehenden Organe ihrer Empörung freien Lauf.
Oeuvre nennt die Ausſagen des ehemaligen Miniſterpräſi=
denten
eine Unverſchämtheit. Das Blatt verzeichnet das Gerücht,
daß der radikalſozialiſtiſche Parteivorſtand ſofort nach der Rück=
kehr
Herriots aus Genf den Vollzugsausſchuß der Partei einbe=
rufen
werde, um die radikalſozialiſtiſchen Mitglieder aus der Re=
gierung
zurückzuziehen. Der auf Donnerstag einberufene Partei=
vorſtand
der Radikalſozialiſten werde ſich bereits mit dem Bruch
des Burgfriedens befaſſen. Nach der Auffaſſung einiger Mitglie=
der
des Staviſky=Ausſchuſſes, ſo ſchreibt das Blatt weiter, müßte
der Juſtizminiſter Chéron zitiert werden, da Tardieu unmöglich
die Verantwortung für eine derartige Politik übernommen haben
könnte, ohne die anderen Kabinettsmitglieder, bei Chéron ange=
fangen
, befragt zu haben.
Die kommuniſtiſche Humanité ſchreibt: Der Provokateur
Tardieu ruft zur Sammlung der fasciſtiſchen Kräfte auf. Wir
fragen, ob die Radikalſozialiſten in der Regierung bleiben wer=
den
. Dieſe Frage wird auch von anderen Blättern geſtellt.
Kommuniſtiſche Wühlarbeik in USA.
Aufdeckung weitgehender Streikpläne
in San Franzisko.
DNB. San Franzisko, 19. Juli.
Der Generalſtreik geht in einem allgemeinen Durcheinander
ſeinem Ende entgegen. Von allen Seiten wird der Zuſammen=
bruch
der Streikbewegung beſtätigt, ein Ergebnis, das haupt=
ſächlich
auf den energiſchen Selbſtſchutz der Bevöl=
kerung
zurückzuführen iſt, durch den die Nahrungsmittel=
zufuhr
mit Waffengewalt geſichert wurde. Einige Zuſammen=
ſtöße
, die ſich in Seattle und Spokane ereigneten ſind haupt=
ſächlich
auf kommuniſtiſche Anſtiftung zurückzuführen.
Das bei den in den letzten Tagen verhafteten Streikführern
beſchlagnahmte Material ergibt, daß die Kommuniſten bereits
ſeit Jahresfriſt einen allgemeinen Streik in ſämtlichen Hafen=
ſtädten
der Vereinigten Staaten planten. Als Ergebnis der
Aufdeckung dieſer Pläne werden Maſſenverſchickungen erwartet.
Insgeſamt 300 Berhafkungen.
Im Verlaufe der polizeilichen Maßnahmen gegen die
Standquartiere der kommuniſtiſchen Streikhetzer wurden in
San Franzisko insgeſamt 300 Perſonen verhaftet.
Der linksradikale Flügel der Streikenden hat am Donners=
tag
eine neue Niederlage erlitten. Der Streikausſchuß hat in
nochmaliger Abſtimmung mit großer Mehrheit beſtätigt, daß
alle wichtigen Fragen einem Schiedsgericht
unterbreitet werden ſollen.
Vor dem Ende des Generalſtreiks.
Der Generalſtreik neigt ſich mehr und mehr ſeinem Ende zu.
Man hat die Hoffnung, daß er ſpäteſtens in zwei Tagen voll=
ſtändig
zuſammengebrochen ſein wird. Die Bevölkerung trifft be=
reits
Vorbereitungen zur Wiederaufnahme des normalen Ge=
ſchäftslebens
.
Gegen die Zulaſſung ausländiſcher Kommu=
niſten
, die für den Ausbruch des Generalſtreiks verantwortlich
gemacht werden, ſoll ſcharf vorgegangen werden. Der Gouverneur
von Kalifornien ſandte an den Präſidenten Rooſevelt ein Tele=
gramm
, in dem die Ausweiſung aller an Streikun=
ruhen
beteiligten Kommuniſten gefordert wird.
Gleichzeitig hat der Arbeitsminiſter Miß Perkins die Erklärung
abgegeben, wonach künftig Ausländer, die ſich kommuniſtiſch be=
tätigen
, abgeſchoben werden ſollen.
Die Verluſte, die die Bevölkerung von San Francisco
allein durch den ſeit 72 Tagen andauernden Ausſtand der Hafen=
arbeiter
erlitten hat, werden auf über 60 Millionen Dol=
lar
geſchätzt.
In Seattle im Staat Waſhington ſtürmten etwa 1500 Strei=
kende
zwei Hafenkais, auf denen nicht organiſierte Arbeiter mit
dem Löſchen von Schiffen beſchäftigt waren. Es kam zu Zuſam=
menſtößen
, bei denen 20 Perſonen verletzt wurden.
Japaniſch=amerikaniſche Blokkenvorbeſprechungen.
DNB. London, 19. Juli.
Reuter erfährt aus japaniſchen Kreiſen Waſhingtons, daß
im Auguſt japaniſche Vertreter nach Waſhington kommen wer=
den
, um nichtformelle Vorbeſprechungen für die Flottenkonferenz
von 1935 durchzuführen. In dieſen Erörterungen werde ſich
Japan u. a. bemühen, eine neue Verſtändigung über
die gegenſeitigen Ziele im Stillen Ozean zu=
ſtande
zubringen, eine Verſtändigung, die ſpäter auf Eng=
land
ausgedehnt werden ſoll. Ferner würden die
Japaner ihre Forderung nach Aenderung des Flot=
tenverhältniſſes
und einen neuen Plan für einen
japaniſch=amerikaniſchen Nichtangriffsvertrag
vorbringen.

Aukorikär regierkes Letkland.
Von unſerem Berichterſtatter.
(W. G.) Riga, Mitte Juli.
Niemand, der heute durch die Straßen der alten Hanſaſtadt
Riga geht, wird ſich deſſen bewußt werden, daß er die Hauptſtadt
eines Landes vor ſich hat, in dem Kriegszuſtand herrſcht. Kriegs=
zuſtand
das heißt: viel Militär, Polizei in ſtändiger Alarm=
bereitſchaft
, Standrecht, gedämpfte Erregung in allen Kreiſen.
Nichts von all dem in Riga; die große Säuberungsaktion, die
dem Umſturz vom 15. Mai folgte iſt ſo ſchnell und reibungslos
vor ſich gegangen, daß der auf 6 Monate verhängte Kriegszuſtand
ſo gut wie gar keine Bedeutung hat. Die Militärpatrouillen ſind
ſchon nach einigen Tagen verſchwunden, verſchwunden ſind die
Maſchinengewehre vor den Staatsgebäuden, die Poliziſten in
Stahlhelm, die ſchwer bewaffneten Selbſtſchutz=Kolonnen, jene
dem lettländiſchen Staatsführer Ulmanis bedingungslos er=
gebenen
Bauern, die ihr Waffenrecht noch aus den Freiheits=
kriegen
gegen die Bolſchewiken erhalten haben und nun aus allen
Teilen des Landes nach Riga gekommen waren, um die Sozial=
demokratie
dieſer einzigen großen Induſtrieſtadt niederzuhalten.
Sie brauchten alle nicht in Aktion zu treten die Soldaten
und Maſchinengewehre und wehrhaften Bauern ..."
Der demokratiſche Parlamentarismus, hatte ſich in Lett=
land
, wo er 15 Jahre lang wahre Orgien feiern konnte, ſo gründ=
lich
überlebt, daß der Uebergang zur autoritären Staatsführung
hier nicht die geringſten Komplikationen aufwies. Man fragt ſich
heute: wo ſtecken denn die Marxiſten, die ſtärkſte Partei des Par=
laments
(22 Sitze), wo ſtecken die ganzen jahrelang verhetzten
und für den Bürgerkrieg geſchulten roten Maſſen? Wäre wenig=
ſtens
(ſo unerwünſcht dies im Intereſſe des Landes auch geweſen
wäre) ein Schuß gefallen, hätte es eine einzige Arbeitsnieder=
legung
zum Zeichen des Proteſtes gegeben, ſo könnte man auch
heute noch glauben, daß hier einſt die Gedanken Marx zu Hauſe
waren. So aber bleibt nur ein Schluß; wie hohl, muß dieſe
Lehre ſein, daß das Volk in wenigen Tagen bereit iſt, ſie zu ver=
geſſen
, daß es, ohne einen Finger zu rühren, dem Zuſammenbruch
des Klaſſenſtaates zuſieht und ſchon nach einigen Wochen dem
Führer des Landes, der auf einer gerade entgegengeſetzten Ideo=
logie
fußt, auf ſeinen Fahrten durch Dörfer und Städte zujubelt!
Die Minderheiten des Landes freilich ſehen ſich einer
neuen Konſtellation gegenüber, und ſie fragten ſich in dieſen
Tagen einer radikalen Umgeſtaltung des Staates, wie ihre künf=
tige
Stellung ſein würde. Nicht zu vergeſſen: mehr als 20 Pro=
zent
der lettländiſchen Bevölkerung ſind Nichtletten (darunter faſt
80 000 Deutſche), und je entſchiedener im lettiſchen Lager die
Rückkehr zum abſolut=lettiſchen Staat gefordert wurde, der durch
die Parteiwirtſchaft der 15 parlamentariſchen Jahre zerſtört
worden ſei, deſto näher lag die Vermutung, daß die Minderheiten
nichts zu lachen haben würden.
Indeſſen: Herr Ulmanis, der heute die Zügel feſt in der
Hand hält, iſt ein umſichtiger und ruhiger Mann. Wie er es im
richtigen Augenblick verſtanden hat, das rote Geſpenſt aus dem
Lande zu verſcheuchen, ſo verſteht er es auch, die Elemente nie=
derzuhalten
, die national und chauviniſtiſch verwechſeln möch=
ten
. Aus ſeinen Erklärungen ging von vornherein eindeutig
hervor, daß die ſtaatlich geſinnten Angehörigen eines anderen
Volkstums nichts zu fürchten haben, daß er auf die Mitarbeit
eines jeden anſtändig geſinnten, ehrlich arbeitswilligen Menſchen,
der geſonnen iſt, das lettiſche Empfinden zu reſpektieren, Wert
legt. So haben denn auch die Deutſchen des Landes, die an den
Geſtaden der Oſtſee ſeit jeher eine wichtige hiſtoriſche Rolle ge=
ſpielt
haben, als erſte den Weg zum neuen Staat gefunden, der
ihnen auch weltanſchaulich weſensverwandter iſt als der
Parteiſtaat von geſtern. Das lettländiſche Deutſchtum hat ſich
reſtlos in den Dienſt des Staatsführers geſtellt, und Ulmanis, der
als deutſchfreundlich gilt und erſt im vergangenen Winter von
einer ausgedehnten Studienreiſe durch Deutſchland zurückgekehrt
iſt, wird ſicherlich alles zu vermeiden wiſſen, was die bodenver=
wurzelten
Deutſch=Balten irgendwie vor den Kopf ſtoßen könnte.
Das neue Schulgeſetz bricht allerdings recht gründlich
mit den Traditionen des alten Minderheitenrechts, das in Genf
ſo oft und meiſtens ſo erfolglos verfochten wurde, wenn ſich
irgendein Staat um dieſe papiernen Beſtimmungen nicht küm=
mern
wollte. Ulmanis hat in bezug auf die Neuregelung der
Minderheiten=Schulautonomie geſagt: Wir werden eine neue
Schule haben, und für die wird es nur eine Richtlinie geben:
Lettland, Lettland, Lettland! Die autonomen Bildungsämter
werden aufgehoben, an ihre Stelle treten Bevollmäch=
tigte
, die nach dem Führerprinzip die Schulen der einzelnen
Minderheiten leiten werden. Auch werden die Regierungs= Sub=
ſidien
nicht mehr nach der Zahl der beſtehenden Schulen, ſondern
nach der Zahl der Schüler prozentual erteilt werden. Dieſe Neu=
beſtimmung
trifft das deutſche Schulweſen kaum, um ſo mehr aber
das jüdiſche und ruſſiſche, denn es gibt in Lettland eine Provinz
Lettgallen in der es in jedem Städtchen mehrere
ruſſiſche und jüdiſche Gymnaſien gibt, mit oft nicht mehr als je
100 Schülern.
Schmerzlicher könnte ſich die neue Sprachbeſtimmung auswir=
ken
, die den alten Ehrenplatz, den das Deutſche in Lettland ein=
nahm
, liquidieren ſoll. So werden die lettiſchen Filme keine
andersſprachigen Texte mehr aufweiſen, und auch die Straßen=
ſchilder
ſollen einheitlich lettiſch gehalten ſein In deutſchen
Kreiſen iſt man jedoch der Anſicht, daß es ſich um eine Ueber=
gangserſcheinung
handelt, die außerdem auch lediglich eine Ober=
flächenwirkung
hat
So wie die erſte autoritäre Regierung Lettlands bemüht iſt,
nach innen hin möglichſt ausgleichend tätig zu ſein und die let=
tiſche
nationale Erneuerung mit den Lebensrechten der Minder=
heiten
in Einklang zu bringen, ſo verſpricht ſie auch nach außen
eine ruhige Ausſtrahlung. Die Zeiten, in denen man in Lettland
gegen irgendeinen Nachbarſtaat, aus kleinlich egoiſtiſchem Haß
hetzen konnte, ſind, wie ein Blick in die tägliche Preſſe lehrt, end=
gültig
vorüber. Das Geſchrei von der deutſchen Expanſion iſt
verſtummt. Heute ſtellen die Neueſten Nachrichten, das größte
lettiſche Blatt mit einer für das kleine Land unerhörten Auflage
von 162 000, feſt, daß Lettland keine Veranlaſſung habe, ſich kopf=
über
in irgendein internationales Paktſyſtem zu ſtürzen, denn
Lettland ſehe keine äußeren Feinde, die ſein Territorium be=
drohen
würden.
Natürlich macht aber Frankreich gewiß nur allzu deutliche
Anſtrengungen, auch die baltiſchen Staaten in ſeinen, durch Bar=

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Seite 2 Nr. 198

thou proklamierten Sicherheitsgürtel hineinzuziehen, und der
kürzliche Beſuch Jules Sauerweins wird ebenfalls in die=
ſer
Richtung gedeutet werden müſſen. Es gibt auch in lettiſchen
Kreiſen eine Meinungsgruppe, die für eine franzöſiſche Orien=
tierung
eintritt. Ihr Einfluß auf die Regierung ſcheint aber
nicht bemerkenswert zu ſein.
Die kühle Stellung Polens dürfte weiter die vorläufig herr=
ſchende
Tendenz einer ſachlichen Neutralität und wohlwollenden
Einſtellung zu einer Sicherung des europäiſchen Friedens unter
Einbeziehung ſämtlicher Staaten und unter Ableh=
nung
des Sanktionsprinzips, ſtärken.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 20. Juli 193

Einführung eines Landhelferbriefes
für mindeſtens ſechs Monake Arbeik als Landhelfer.

DNB. Berlin, 19. Juli.
Dem Appell der nationalſozialiſtiſchen Reichsregierung an
die arbeitsloſe Jugend, ſich dem Lande zur Verfügung zu ſtellen
und dem deutſchen Bauer und Siedler bei der Feldbeſtellung
und der Ernte als Landhelfer Dienſte zu leiſten, ſind ſeit dem
Frühjahr 1933 Hunderttauſende von Jugendlichen gefolgt,
trotzdem ſchwere und ungewohnte Arbeit von ihnen erwartet
wurde. Als Nachweis ihrer Tätigleit und zugleich als An=
erkennung
wird den Landhelfern künftig ein Landhelferbrief
vom Präſidenten der Reichsanſtalt für Arbeitsvermittlung und
Arbeitsloſenverſicherung ausgeſtellt werden. Den Landhelfer=
brief
erhalten Jugendliche, die mindeſtens ſechs Monate
als Landhelfer beim Bauern gearbeitet haben. Er
iſt bei allen Bewerbungen um einen Arbeits=
platz
beſonders in der Landwirtſchaft bei der Anmeldung
für Landwirtſchaftliche Schulen bei der Bewerbung um
Siedlerſtellen und bei ähnlichen Anläſſen vor=
zulegen
. Auf ſeiner Vorderſeite trägt er das Symbol der
Landhilfe; ein Aehrenbündel, zuſammengehalten durch ein Haken=
kreuz
und eingerahmt von den Buchſtaben L und H. Es iſt
in Ausſicht genommen, den Landhelfern dieſes Symbol auch
in der Form einer Plakette als Bewährungsabzeichen zu ver=
leihen
.
Rückkrikt des Führers der Reichsſchaft

der Skudierenden.

Der Führer der Reichsſchaft der Studierenden an den
deutſchen Hoch= und Fachſchulen Dr.=Ing. Staebel, ſowie der
kommiſſariſche Führer der Deutſchen Studentenſchaft, Diplom=
ingenieur
Zäringer ſind von ihren Aemtern zurückgetreten. Der
Reichsminiſter für Wiſſenſchaft, Erziehung und Volksbildung
hat an Stelle Dr. Staebels den früheren Leiter des Amtes
für Arbeitsdienſt der deutſchen Studentenſchaft cand, rer. pol,
et hiſt. Andreas Feickert, zum Reichsſchaftsführer ernannt,
Andreas Feickert übernimmt zugleich das Amt des Führers der
deutſchen Studentenſchaft.

Das evangeliſche Einigungswerk.
Reichsbiſchof Dr. Müller berichket dem Reichskanzler.

DNB. Berlin, 19. Juli.
Reichskanzler Adolf Hitler empfing am Mittwoch den
Reichsbiſchof Ludwig Müller und den Rechtswalter der Evan=
geliſchen
Kirche, Auguſt Jäger. Der Reichsbiſchof berichtete
über die Lage der Deutſchen Evangeliſchen Kirche und das
ſtetige Vorwärtsſchreiten des großen evangeliſchen Einigungs=
werkes
,
Von den 28 zerſplitterten Landeskirchen, die in Deutſchland
zur Zeit der Machtübernahme vorhanden waren, ſind bisher
bereits 22 in der evangeliſchen Reichskirche aufgegangen, bei drei
weiteren Kirchen iſt die Eingliederung in vollem Gange, während
nur ein Reſt von drei Kirchen verbleibt, bei denen die Schwie=
rigkeiten
als noch nicht überwunden angeſehen werden können.
Das ſtetige Vorwärtsſchreiten des großen evangeliſchen
Einigungswerkes wird, wie der Reichsbiſchof auf eindrucksvolle
Weiſe belegen konnte, gerade von den breiten Maſſen des
Kirchenvolkes getragen, die durch ihr freudiges Bekenntnis zur
deutſchen Einheit auch auf kirchlichem Gebiete die mannig=
faltigen
Schwierigkeiten der Entwicklung überwinden hilft.
Reichskanzler Adolf Hitler erklärte ſeine Befriedigung mit
dem Fortſchritt des Einigungswerkes und der zeitgemäßen
Neuordnung, zumal hiermit die zunehmende Befriedung des
kirchlichen Lebens marſchiere.

Reichskanzler Adolf Hitler hat dem Herzog Karl Eduard von
Sachſen=Koburg und Gotha in einem Telegramm herzliche Glück=
und Segenswünſche zur Vollendung des 50. Lebensjahres über=
ſandt
.

Feſt des Volkes und der Jugend!

Die Bedeutung der Deutſchen Kampfſpiele 1934.
Von Werner Bekmann.

In wenigen Wochen werden die Deutſchen Kampfſpiele‟
ihre vierte Wiederholung erfahren. Nürnberg, dieſe herrliche
deutſche Stadt, wird in der Woche vom 23.29. Juli Turner
und Sportler aus allen deutſchen Gauen beherbergen und
darüber hinaus viele Tauſende Volksgenoſſen aus dem Reiche
und deutſchen Sprach= und Kulturgebieten außerhalb des Reichs
in ihren Mauern ſehen. Ungezählte Tauſende werden in Son=
derzügen
während der Tage der Kampfſpiele nach Nürnberg
fahren, um dieſe größte und umfaſſendſte Veranſtaltung auf dem
Gebiete der Leibeserziehung, das nationale Olympia des
deutſchen Volkes, aus unmittelbarer Nähe zu erleben.
Um die tiefe Bedeutung dieſes Feſtes eines ganzen Volkes
zu verſtehen und recht zu würdigen, um ſich überhaupt einmal
des ungeheuren Wandels gerade auf dem Gebiete der körper=
lichen
Erziehung innerhalb des Kulturwillens unſeres Volkes
bewußt zu werden, iſt es notwendig, einmal den Blick zurück=
ſchweifen
zu laſſen. Diejenigen, die dieſen Wandel kämpferiſch
durchlebt haben, werden mit einem gelaſſenen Kopfnicken feſt=
ſtellen
daß ihre Arbeit nach langen Mühen überreiche Früchte
getragen hat und alle diejenigen, für die Turnen und Sport
ſozuſagen eine harmloſe, aber reichlich anſtrengende Spielerei
war, ſind heute eines Beſſeren belehrt worden. Sie mußten er=
kennen
, welch wertvoller Aktippoſten Turnen und Sport ſowohl
als körperliche Tätigkeit als auch geiſtige Erſcheinungsform
innerhalb des Kulturlebens des deutſchen Volkes darſtellen.
Die Zeit vor dem Kriege kann man aus dieſen Betrachtun=
gen
ausſchalten. Sie war zu ſehr von Geſetzen bedingt, für die
dem Jüngeren unter uns die Vorausſetzungen des wahren
Verſtändniſſes fehlen. Aber ſo viel ſei geſagt, daß die Turner
zwar einen klar abgegrenzten und in ſich organiſch gegliederten
Bereich einnahmen, in dem die Fahne der engen Verbunden=
heit
mit Volk und Vaterland hochgehalten wurde, daß die
Sportler damals aber noch um Dinge kämpften, die heute
Selbſtverſtändlichkeiten ſind. Wer kann ſich etwa noch erinnern,
mit welchen Augen damals Skiſportler oder gar Fußballſpieler
oder noch ſchlimmer! Boxer angeſehen wurden, oder wie
es um die Volkstümlichkeit anderer Raſenſpiele ſtand, vom
Tennis ganz zu ſchweigen. Das Gefühl des Gemeinſamen und
großen Ganzen, der gleichen Marſchrichtung bei noch ſo ver=
ſchiedenen
Vorzeichen, war nirgends vorhanden.
Nach dem Weltkriege ſetzte dann in atemloſem Tempo eine
Entwicklung ein, die zum Teil aus der während der Kriegs=

Das öſterreichiſche Pulverfaß.

Neuauflage des Dollfuß=Terrors. Die Blutgeſekze in Kraft. Weiße Wadenſtrümpfe ſtaaksgefährlie
Menſcheniagd in Wien.

Der Henker an die Fronk.

Der öſterreichiſche Bundeskanzler Dollfuß iſt mit Blindheit
geſchlagen. Er glaubt noch immer durch die Anwendung
roheſter Gewaltmittel das öſterreichiſche Volk auf die Knie
zwingen zu können. Mit ſeinen tödlichkranken Geſetzen hat er
jetzt den Henker an die Front des inneren Kriegsſchauplatzes
geſchickt, der noch ſchlimmer wüten ſoll als die verrohten Ge=
folgsleute
des Fürſten Starhemberg.
Oeſterreich läßt ſich heute mit einem Pulverfaß vergleichen,
das jeden Augenblick in die Luft fliegen kann. Die ganze
Atmoſphäre iſt auf das höchſte angeſpannt. Das ganze öſter=
reichiſche
Volk, gleichgültig, wie es politiſch untergeteilt iſt, hat
ſich in einmütiger Ablehnung der Dollfuß=Methoden zuſammen=
gefunden
. Schrecklich iſt es mit anſehen zu müſſen, wie ein
einzelner Mann mit einer kleinen Schar Verblendeter und Ehr=
geizlingen
die angeblich von Gott kommende Herrſchaft auf=
recht
zu erhalten ſucht. Wenn Dollfuß geglaubt hat, mit ſeinen
Blutgeſetzen, das öſterreichiſche Volk einſchüchtern zu können,
dann hat er ſich getäuſcht. Es hat in der letzten Zeit ſo unend=
lich
viel leidvolles ertragen, daß es auch die Neuauflage des
Dollfußterrors zu ertragen wiſſen wird.
Lange kann dieſer Zuſtand allerdings nicht mehr andauern,
denn auch diejenigen, die von Berufs wegen verpflichtet ſind,
den Geſetzen Achtung zu verſchaffen, verſagen. Sie bringen nicht
mehr die Nervenkraft auf, um jeden Oeſterreicher, der den deut=
ſchen
Gruß anwendet, ſofort ins Zuchthaus zu ſchaffen. Aber
Herr Dollfuß beſitzt vorläufig noch Kreaturen genug, um
Nationalſozialiſten abzuſchießen und Menſchenjagden veran=
ſtalten
zu laſſen. Ein blindwütiger, hemmungsloſer Kampf
gegen das nationalſozialiſtiſche Oeſterreich ſoll die Periode des
Schreckens ins unermeßliche ſteigern. Doch zur gleichen Zeit,
da die Wiener Regierung das Todesſtrafgeſetz in Kraft treten
ließ, explodierten an vielen Stellen Oeſterreichs von neuem
Sprengkörper, die, wenn ſie auch von den ſozialiſtiſchen Schutz=
bündlern
geworfen werden, doch alle Welt auf die Qualen
aufmerkſam machen, die das öſterreichiſche Volk zu ertragen hat,
Was ſich heute in den deutſchen Gauen zu beiden Seiten der
Donau abſpielt, übertrifft noch die ſchlimmſten Zeitabſchnitte
der napoleoniſchen Herrſchaft.

entlaſſen worden. Turner wurde auch ſeinerzeit von Heimn
leuten überfallen und verprügelt.
In Luſtenau (Vorarlberg) wurde um Mitternacht ein Sp=
körper
in der Turnhalle des Vaterländiſchen Turnerbundes
Exploſion gebracht. Es wurde ein Sachſchaden von etwa
Schillingen verurſacht. In der ganzen Umgebung ſind die
ſterſcheiben eingedrückt worden.
In Wien wurde im 2. Bezirk eine öffentliche Fernſprec
in Brand geſetzt.
Auf der Südbahnſtrecke bei Edlach (Steiermark) wurde in
Nacht ein Sprengſtoffanſchlag verübt, der einigen Sachſchaden
urſachte. Ferner iſt im Laufe der Nacht in der Nähe von Bre
(Vorarlberg) ein Sprengſtoffanſchlag auf die Bahn verübt wo
Bei dem am Mittwoch verübten Sprengſtoffanſchlag au
Reitſchule im 3. Wiener Bezirk, in der Sicherheitsmannſch
untergebracht ſind, wurde eine Perſon ſchwer, eine andere
verletzt. Nach der polizeilichen Mitteilung werden die beiden
letzten als die Täter angeſehen. Der Schwerverletzte wurde
Spital gebracht, der andere verhaftet.
Es ſteht ſomit eine Reihe von neuen Standgerichtsverl
lungen bevor, die ſämtlich auf Grund der von der Regierung
ausnahmslos verhängten Todesſtrafe behandelt werden.

Japaniſcher Prokeſt in Moskau.

DNB. Tokio, 19. Jr
Der japaniſche Außenminiſter Hirota hat den japaniſchen
ſchafter in Moskau Ota beauftragt, zu proteſtieren wegen des
griffs auf den mandſchuriſchen Dampfer Pukow auf dem
gari=Amur durch ruſſiſche Artillerie und wegen des Photogra
rens der mandſchuriſchen Befeſtigungen durch ein ruſſiſches
tärflugzeug. Die japaniſche Regierung verlangt, daß die So
regierung Maßnahmen ergreife, damit ſich derartige Zwiſcher
nicht mehr ereigneten.

Mandſchukuo erhebt Einſpruch gegen die ruſſiſ
Truppenzuſammenziehungen.

200 Leute mit weißen Wadenſtrümpfen verhaftef.

DNB. Wien, 19. Juli.
Es beſtätigt ſich, daß am Mittwoch von der Polizei eine
förmliche Jagd auf Leute gemacht wurde, die nach der hier
ſehr beliebten tiroler Art in weißen Wollſtrümpfen gehen. Man
fah, wie die Verhafteten gruppenweiſe in die Polizei=
kommiſſariate
abtransportiert wurden. Die Polizei hat an ſämt=
liche
amtlichen Stellen die Weiſung erteilt, alle Perſonen, die
zu der landesüblichen, im Sommer viel getragenen Tiroler
Kleidung kurze weiße Wadenſtrümpfe tragen, unverzüglich zu
verhaften, ſie zu durchſuchen und Hausſuchungen bei ihnen vor=
zunehmen
. Falls dieſe Perſonen ſich als nationalſozialiſtiſch
verdächtig erweiſen, ſollen ſie ſofort beſtraft werden, falls ſie
polizeilich nicht vorbeſtraft ſind, ſollen ſie mit einer polizei=
lichen
Strafe belegt werden. Die Anweiſung der Polizei ſoll
darauf zurückgehen, daß die weißen Wadenſtrümpfe in den
nationalſozialiſtiſchen Verbänden, befonders in den Jugend=
gruppen
, in einem derartigen Ausmaß üblich ſeien, daß das
Tragen von weißen Wadenſtrümpfen als ein Parteiabzeichen
angeſehen werden könne. Im Verlauf der von der Regierung
eingeleiteten Aktion ſind insgeſamt über 200 Leute verhaftet
worden. Alle diejenigen, die im Verdacht eines Zuſammen=
hangs
mit der Nationalſozialiſtiſchen Partei ſtehen, wurden
ſofort zu mehrwöchigem Polizeiarreſt verurteilt.

Die mandſchuriſche Regierung hat die japaniſche Regie
auf Grund, des mandſchuriſch=japaniſchen Militärabkommen
beten, wegen der Truppenzuſammenziehungen und Befeſtigt)
bei Plagoweſchtſchensk in Moskau vorſtellig zu werden und
zeitig darauf hinzuweiſen, daß in der letzten Zeit, neue ſo
ruſſiſche Flugſtaffeln eingetroffen ſeien, die großes Intereſſ
photographiſche Aufnahmen der mandſchuriſchen Befeſtigr
zeigten.

Vom Tage.

Zahlreiche neue Sprengſtoffanſchläge.

Trotz des Inkrafttretens des ſtrengen Sprengſtoffgeſetzes haben
ſich in allen Teilen Oeſterreichs wieder zahlreiche Sprengſtoff=
anſchläge
ereignet. Donnerstag früh um 3 Uhr wurde in der Berg=
ſtation
Hafelekar der Nordkettenbahn bei Innsbruck ein Spreng=
körper
entzündet, wodurch das Hallendach beſchädigt wurde. Der
Verkehr auf der Bahn iſt jedoch nicht unterbrochen. Die Exploſion
war ſo heftig, daß die Bewohner Innsbrucks aus dem Schlafe ge=
weckt
wurden. Bekanntlich ſind der Leiter und Erbauer der Nord=
kettenbahn
, Ingenieur Turner, und mehrere Angeſtellte der Nord=
kettenbahn
vor kurzem wegen Verdachts nationaler Geſinnung

Zur Behebung von Zweifeln wird darauf hingewieſen
Tarifordnungen erſt rechtswirkſam werden, wenn ſie im R
arbeitsblatt bekanntgemacht worden ſind. Dieſe rechtsbegrü
Bedeutung der Bekanntmachung im Reichsarbeitsblatt kann
irgendwelche Veröffentlichung in Zeitungen oder Mitteil
blättern nicht erſetzt werden.
Das Artillerie=Schulboot Fuchs unter dem Kommand
Oberleutnants zur See Beck iſt auf Anordnung der Reichsme
leitung am Donnerstag in Bremerhapen eingetroffen, um
tagvormittag an den Tauffeierlichkeiten des neuen Urlauber
Der Deutſche teilzunehmen. Das Kommando des Arti
Schulbootes beabſichtigt, nach den Tauffeierlichkeiten dem
Urlauberſchiff ein kurzes Geleit in See zu geben.
Nach viertägiger Verhandlung wurden Donnerstag im
felder Schwurgerichtsſaal vom Strafſenat des Oberlandesge
Hamm i. Weſtf. 49 Angehörige der ehemaligen KPD. zu Ge
nisſtrafen von 1 2 Jahren verurteilt. Drei Angeklagte w
in eine Zuchthausſtrafe von 2 Jahren genommen. Sechs w
Angeklagte wurden freigeſprochen. Die Verurteilung er
wegen Vorbereitung zum Landesverrat und Zuwiderhandl
gegen die Verordnung des Herrn Reichspräſidenten vom 1
1933 (Anfertigung und Verbreitung verbotener Druckſchri
Der König und die Königin von Siam ſind Donnerstag
mittag, von Stuttgart kommend, in Heidelberg eingetroffer
haben im Europäiſchen Hof Wohnung genommen. Ihr. 9
halt in Heidelberg wird etwa zwei Tage dauern.
Die liberale japaniſche Partei Seijukai hat neun Mitg!
die Poſten im Kabinett Okada angenommen haben, ausgeſch
Man macht dem Kabinett den Vorwurf, daß es durch das
bot von Poſten an dieſe Mitglieder eine Spaltung der 2
verſucht habe.

jahre zurückgedrängten Vitalität, aus den plötzlich hervor=
brechenden
Sturzfluten eines Lebenswillens einer Daſeins=
bejahung
, aber auch durch das grundſätzlich Neue, das ſich auf
allen Gebieten menſchlicher Daſeinsformen anbahnte, zu ver=
ſtehen
war. Der Sport nahm einen ungeheuren Aufſchwung,
der Begriff des Turnens erfuhr eine Erweiterung nach der
Seite natürlicher und gelockerter Uebungsformen hin, ohne daß
die turneriſche Grundidee Schaden litt. Aber dieſer plötzliche
Aufſtieg, dieſes Erſtarken des Gedankens, den Körper zu ſtählen,
Kraft und Mut durch Turnen und Sport zu erproben, barg
Gefahren nicht ſo ſehr körperlicher als gerade geiſtiger und
ſeeliſcher Natur in ſich. Da war kein Band mehr zum Einzelnen,
das durch gemeinſame geiſtige Haltung, durch ein Verſtehen
über alle individuellen Unterſchiede hinweg jeden Turner und
jeden Sportler feſter aneinanderknüpfte. Da war auch plötzlich
nicht mehr jenes Gemeinſame, das bei den Turnern ſtets hoch
gehalten wurde, jene Einheit von Sitte und altüberliefertem
Brauch, die zur klaren Quelle des Volktums führte und ſo die
geiſtige Ebene ſchaffte, die Turnen und Sport haben müſſen,
ſollen ſie nicht Senſation und Nervenkitzel werden. Nein, da
war plötzlich eine große Maſſe von Sportlern, ein anonymer
Haufen, über dem hoch der Spitzenkönner, der Star, die Kanone‟
mit dem Vereinsrekördchen, oder der Uebermenſch mit dem
Weltrekord ſtand; ohne Beziehungen zu den Durchſchnittsſport=
lern
, ohne Bindungen, ohne geiſtige Verpflichtungen. Wir
wiſſen ſehr wohl, daß ſolche Darſtellungen mit Notwendigkeit
ein wenig einſeitig übertreiben zum Zwecke der Deutlichkeit.
Wir wiſſen auch, daß es Ausnahmen gab, erfreuliche und vor=
bildliche
Ausnahmen. Aber es iſt nicht zu leugnen und das
weiß jeder, der noch vor wenigen Jahren aktiv im Sportleben
ſtand , daß da ein falſches Streben war, das die Leiſtung,
die nur wenigen kraft beſonderer Veranlagung möglich war,
die Höchſtleiſtung alſo, in ein Verhältnis zur Durchſchnitts=
leiſtung
ſtellte, das mit Notwendigkeit zu ſchlimmen Auswüchſen
führen mußte. Das Können, das an und für ſich geſunde Lei=
ſtungsprinzip
wurde aus dem Organismus der, wie alles
Lebende, eine vielfältig geſtufte und in ſich geordnete Gliede=
rung
hat, losgelöſt und in einer Weiſe bevorzugt, die zwangs=
läufig
Entartungserſcheinungen zur Folge haben mußte. Aus
der geſunden Leiſtung, aus dem Willen, ſeinem Körper das
Höchſte abzuverlangen, wurde Artiſtik und ödes Spezialiſtentum
mit all ſeinen häßlichen Begleiterſcheinungen. Auf der anderen
Seite ſtand die geſtaltloſe Maſſe, einer wahren Führung be=
raubt
, einer lebensvollen Schichtung bar. Es gab einige wenige,
die abſeits ſtanden und den ſeelenloſen Betrieb durchſchauten.
Ihre Stimme drang nicht durch.
Es ſei hier das Urteil eines Mannes angeführt, das in
ſchöner Knappheit und Klarheit dieſe Situation mit ihren tiefen

Schatten und ſich ſchwach andeutenden Lichtſeiten kennze
Der Heidelberger Philoſoph Karl Jaſpers ſagt in dem 9
Sport ſeines 1931 als 1000. Band der Sammlung G
erſchienen Büchleins Die geiſtige Situation der Zeit:
durch ſolche Maſſeninſtinkte aus dem Sport wird, macht
die Erſcheinung des modernen Menſchen im Sport keines
begreiflich. Ueber den Sportbetrieb und ſeine Organi
hinaus, in welcher der in die Arbeitsmechanismen gezwu
Menſch nur ein Aequivalent unmittelbaren Eigendaſeins
iſt in dieſer Bewegung doch eine Großartigkeit fühlbar.
iſt nicht nur Spiel und Rekord, ſondern wie Aufſchwung
Aufraffen. Er iſt heute wie eine Forderung an jeden.
das durch Raffinement übertünchte Daſein vertraut ſich in
der Natürlichkeit des Impulſes. Man vergleicht woh
Sport des heutigen Menſchen mit dem der Antike. D
war er wie eine indirekte Mitteilung des außerorden:
Menſchen in ſeiner göttlichen Herkunft; davon iſt nicht me
Rede. Auch die heutigen Menſchen zwar wollen wiel
irgendwie ſich darſtellen und Sport wird Weltanſchauung
wehrt ſich gegen Verkrampfung und möchte etwas,
transzendent bezogene Subſtanz jedoch fehlt. Dennoch i
ein Ungewolltes, wenn auch ohne gemeinſchaftlichen Gehalt,
Aufſchwung da wie zum Troſte der ſteinernen Gegent
In dieſen Worten iſt bereits das andeutungsweiſe v!
genommen, was heute blühende Wirklichkeit iſt. Denn he
jene transzendent bezogene Subſtanz wieder vorhande
gemeinſchaftliche Gehalt wieder gegeben durch die Neuor
unſerer geſamten Daſeinsform durch den Nationalſoziali
Für die deutſche Leibeserziehung in ihrem umfaſſender
durch das Wort Erziehung auf das Geiſtige bezogenen
iſt wieder die feſte Grundlage gegeben, die das Volkhafte
einbezieht in den Kreis aller körperlichen Erziehungsarbei
das Geiſtige und Kulturelle. Nicht mehr neben= und
einander wird gearbeitet, ſondern mit= und füreinander
Gedanke der körperlichen Ertüchtigung iſt nicht mehr zu tr
von der Erziehung des Charakters, der Schulung des A
und der Förderung aller derer Eigenſchaften, die für den 1
deutſchen Menſchen heute richtungweiſend ſind: Diſ;
Pflichtgefühl Kameradſchaftsgeiſt, Hilfsbereitſchaft und
Wille zum Einfatz. Nicht die Leiſtung an ſich gilt, ſonde
Leiſtung in bezug auf die Geſamtperſönlichkeit und
wiederum hat nur Geltung durch freiwillige Einordnung
Gemeinſchaft, durch das Maß der Zucht, das ſie verkörpei
In dieſem Geiſte, dem Geiſte der Verantwortung un
Wiſſens um eine herrliche Aufgabe, fährt die deutſche O
nach Nürnberg, um im Wettkampf und im Spiel zu ben
daß jener Dreiklang: Körper Geiſt Nation! zu
lebendigen Einheit verſchmolzen iſt, einer Einheit, die wa

[ ][  ][ ]

Freitag, 20. Juli 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 198 Seite 5

Englands Aufrüſtung zur Luft.
Baldwin macht ſich die deuſſche Theſe das Rechk auf die Landesverkeidigung zu eigen.
Die Auhanwendung für Deukſchland unausbleiblich und unaufſchiebbar.

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Nakionale Inkereſſen.
Das britiſche Kabinett hat am Mittwoch das Programm
ir die Luftaufrüſtung angenommen. 24 Stunden ſpäter hat der
ellvertretende Miniſterpäſident Baldwin im Unterhaus
ne kurze Erklärung über den Kabinettsbeſchluß
bgegeben. Daraus iſt hervorzuheben, daß England die
onſequenzen aus der derzeitigen Situation
n Europa, wie ſie ſich aus dem Verſagen aller
brüſtungsbeſtrebungen ergeben hat, ziehen
ird. England leidet Mangel in der Ausrüſtung in den Vor=
iten
. Es will die Maßnahmen nicht länger verzögern, die im
aufe der nächſten Jahre unſere Luftausrüſtung wie ſich
ſaldwin ausdrückt auf einen Stand bringen wird, der
ahe an den unſeres nächſten Nachbarn heranreicht‟. Damit
at Baldwin klar zum Ausdruck gebracht, daß
der Grad der britiſchen Aufrüſtung durch den
franzöſiſchen Rüſtungsſtand reguliert wird.
Zenn er Frankreich nicht gemeint hätte, dann hätte er ſich
anz beſtimmt nicht geniert, das Land, das er meint, beim
chtigen Namen zu nennen. In den letzten Wochen hat die
ritiſch=franzöſiſche Propaganda im Anſchluß an die Reiſe der
fropagandachefs immer wieder davon geſprochen, daß die Auf=
iſtungspläne
Englands ihre Urſache in der deutſchen Luft=
iſtung
hätten. Wir haben ſchon damals auf den Irrſinn dieſer
ſehauptung aufmerkſam gemacht und immer wieder darauf
tingewieſen, daß die engliſche Luftrüſtungspläne
ediglich durch die militäriſche Stärke des
ranzöſiſchen Nachbarn bedingt ſind, wie auch die
eſamte engliſche Propaganda für die Aufrüſtung immer wieder
urchblicken ließ, daß das geſamte britiſche Inſel=
eich
jederzeit von franzöſiſchen Bomben=
eſchwadern
heimgeſucht werden kann. Beſonders
eutlich iſt die engliſche Fachpreſſe geweſen, die niemals ein
latt vor, den Mund nahm. Baldwin hat jetzt mit ſeinen
genen Worten
das Lügengewebe zerriſſen, wonach Deutſchland
ür die europäiſche Aufrüſtung verankworklich ſei.
aldwin hat die Frage offen gelaſſen, ob an eine weitere Auf=
iſtung
gedacht ſei, hat aber zugegeben, daß das vom eng=
ſchen
Kabinett angenommene Programm elaſtiſch bleiben ſoll.
ie Zahl der heimiſchen Geſchwader ſoll von 42 auf 75 erhöht
erden. Acht Geſchwader werden für den Außendienſt ver=
endet
werden. Schon vor einigen Tagen wurde in der eng=
rechtsheub
ſchen Preſſe der Verſuch gemacht, mit Hilfe von zahlenmäßigen
sblatt kan A ugaben das Publikum auf die Neubauten vorzubereiten. Es
bder Mitti / ird davon geſprochen, daß England mit ſeinen Reſerven nur
9134 Flugzeuge beſitze, und daß davon 950 unmittelbar verfüg=
Komman ir wären, während Frankreich von ſeinen 3000 Flugzeugen
er Reichsn fort 1650 einſetzen könnte. Bisher iſt in der Oeffentlichkeit
foffen, um A it weſentlich höheren Ziffern operiert worden, ſoweit nament=
h
. Frankreich in Frage kommt, deſſen Stärke auf 5000 Flug=
des
Artß uge geſchätzt wird. Die Engländer ſcheinen aber hier an ganz
eiten dem / ſtimmte Typen, alſo an die modernſten Flugzeuge zu denken,
ährend ſie die ſchon veralteten Maſchinen nicht mehr für
Il nehmen. In ihrer Preſſe iſt übrigens auch mitgeteilt
orden, daß 12 bis 15 neue Flugplätze, namentlich im Süden
KBD. 3 Unglands, angelegt werden ſollen. Ein Beweis dafür, daß
die Luftaufrüſtung ihre Spike gegen Frankreich
richtei
id daß gleichzeitig die Rekrutierung für die Luftflotte mit ver=
troſſ
! ppeltem Tempo fortgeſetzt werden ſoll. Die Unterhausdebatte
ird über die weiteren Abſichten der britiſchen Regierung noch
larheit bringen. Baldwin hat im Unterhaus und Lord London=
rry
im Oberhaus lediglich über die Luftflotte geſprochen. Dabei
aber nicht erwähnt worden, wie ſtark die Marine=
iegerei
noch ausgebaut werden ſoll. Auch hierüber
it ſich die engliſche Preſſe ſchon eingehend geäußert. Sie konnte
itteilen, daß man etwa eine gleich große Zahl von

Marineflugzeugen bauen würde, wie ſie für die
Heeresfliegerei in Ausſicht genommen iſt. Weiter
war bereits die Rede davon, daß auch die engliſche Ter=
ritorialarmee
, alſo die britiſche Landwehr, eine
eigene Luftflotte erhalten ſoll. Die Aufrüſtungspläne
gehen ſehr weit. Was wir jetzt von Baldwin gehört haben, iſt nur
ein Bruchſtück. Ueber die engliſche Flotte iſt noch gar nicht ge=
ſprochen
worden. Auch die engliſche Marine wird mit Aufrüſtungs=
vorſchlägen
kommen. Von einem Neubauprogramm, das 20 bis 30
Kreuzer und mehrere Großkampfſchiffe umfaſſen ſoll, war bereits
die Rede. Angeblich ſoll dieſes Programm bei den Londoner Flot=
tenbeſprechungen
dem amerikaniſchen Delegierten Norman Davis
überreicht worden ſein.
Baldwin hat in ſeiner Unterhausrede beſonderes Gewicht auf
die Feſtſtellung gelegt, daß ſich die Londoner Regierung ſehr inten=
ſiv
mit der Reichsverteidigung und allen damit zuſammenhängen=
den
Problemen beſchäftigt habe, und daß die Prüfung ſich über
einen Zeitraum von mehreren. Monaten erſtreckt hätte. Er hat
hinzugefügt, daß man auch künftig die britiſche Verteidi=
gungslage
aufmerkſam beobachten werde. Damit hat
Baldwin ein Thema angeſchnitten, das von
deutſcher Seite immer wieder in den Vorder=
grund
geſchoben worden iſt: Das Recht auf die
Landesverteidigung und das Recht, dieſe Ver=
teidigung
ſo zu geſtalten, wie ſie die nationale
Sicherheit erheiſcht. Es wird niemand aufſtehen und be=
haupten
wollen, daß England die Zahl ſeiner Heeresflugzeuge ver=
doppelt
, um nun irgendeinen Staat angreifen zu wollen. Aus=
ſchließlich
das Bedürfnis, gegen Ueberraſchungen geſchützt zu ſein,
hat bei der Abfaſſung des engliſchen Verteidigungsprogramms
Pate geſtanden. Glaubt England, das verhältnismäßig gut be=
waffnet
iſt, ſeinen Rüſtungsſtand erhöhen zu müſſen, dann hat
doch
Deukſchland wegen ſeiner unglücklichen geogra=
phiſchen
Lage erft recht alle Beranlaſſung, ſeine
Sicherheit ſo auszubauen,
daß man von einem echten und in der Stunde der Gefahr auch
brauchbaren Grenzſchutz ſprechen kann. Mit Gründen der Vernunft
und mit einer Darlegung der militäriſchen Ungleichheit haben wir
die anderen Staaten bis heute nicht von der Notwendigkeit,
Deutſchland das Recht der militäriſchen Gleichberechtigung einzu=
räumen
, überzeugen können. Die Verhandlungen um den Oſtpakt
werden uns noch einmal bei dem Verſuch ſehen, um die militäriſche
Gleichberechtigung zu ringen. Aber unſere nationalen Intereſſen
ſind doch ſo erheblich, daß ſie auf das ſchwerſte in Mitleidenſchaft
gezogen werden, wenn wir durch weiteres Debattieren mit der
Gegenſeite Zeit verlieren und damit den anderen einen Zeitge=
winn
zu noch ſtärkerer Erhöhung ihrer Rüſtungen einräumen.
Baldwins Unkerhauserklärung.
Die Begründung für die Berſtärkung, der engliſchen
Luftſtreitkräfte.
DNB. London, 19. Juli.
Baldwin gab am Donnerstag im engliſchen Unterhaus ſeine
mit größter Spannung erwartete Erklärung über die Politik der
britiſchen Regierung in der Frage der Luftrüſtungen ab. Er er=
klärte
u. a.: Seit dem Kriege haben aufeinander folgende Regie=
rungen
Englands aktiv eine Politik internationaler Abrüſtung
verfolgt. In unſeren Bemühungen, dieſe Politik ſowohl durch
unſer Beiſpiel, als auch durch die von uns gegebenen Richtlinien
zu fördern, haben wir unſere eigenen Rüſtungen bis zu einem ge=
fährlich
niedrigen Stand herabgeſetzt in der Hoffnung, daß die an=
deren
unſerer Führung folgen würden. Aber die Abrüſtungsver=
handlungen
ſind mehr in die Länge gezogen worden, als irgend
jemand erwartete. Der vorbereitende Ausſchuß arbeitete von 1926
bis Dezember 1930 einſchließlich. Die Abrüſtungskonferenz wurde
am 2. Februar 1932 eröffnet und hat ihre Arbeiten ſeit dieſer
Zeit fortgeführt. Während dieſer achteinhalb Jahre ſind von Zeit
zu Zeit in vielen Kreiſen Befürchtungen über die zunehmende
Häufung von Mängeln in unſerer Verteidigung entſtanden, ins=

beſondere angeſichts der erhöhten Ausgaben für Rüſtungen in vie=
len
anderen Ländern. Die Politik der Regierung iſt weiterhin
eine Politik internationaler Abrüſtung, und wir haben keines=
wegs
die Hoffnung auf Rüſtungsbeſchränkung aufgegeben. Wie
in der Debatte vom 13. Juli erwähnt, unternehmen wir ſogar jetzt
neue Anſtrengungen, um über den toten Punkt, der tatſächlich jetzt
in Genf beſteht, hinwegzukommen. Leider können wir jedoch an=
geſichts
der gemachten Erfahrungen nicht mit einem belangreichen
Ergebnis rechnen, und wir haben daher angeſichts unſerer Ver=
pflichtungen
auf Grund der Völkerbundsſatzung und des Locarno=
vertrages
, der zahlreichen Anzeichen von Unruhe in Europa und
anderswo, ſowie der Tatſache, daß andere Regierungen nicht un=
ſerem
Beiſpiel durch entſprechende Herabſetzungen gefolgt ſind,
ſeit einiger Zeit empfunden, daß die Zeit gekommen iſt, wo die
Möglichkeit, unſere Rüſtungen auf ihrem augenblicklichen, tiefen
Stand zu halten, mangels entſprechender Verminderungen von
ſeiten anderer Mächte neu geprüft werden muß. Dies iſt eine
Lage, die, wie meiner Anſicht nach die Führer aller Parteien
vorausgeſehen haben, früher oder ſpäter kommen mußte.
Im Lichte dieſer Erwägungen hat die Regierung ſeit einigen
Monaten
die geſante Frage der Reichsverkeidigung und
die Rolle, die die drei Verkeidigungsdienſte
dabei ſpielen müſſen, geprüft.
Es iſt heute nicht nötig, eine vollſtändige Darſtellung unſerer
Nachforſchungen oder der ins einzelne gehenden Schlüſſe, zu denen
wir gelangt ſind, zu geben. Die Mängel, die behoben werden
müſſen, ſind zum großen Teil Mängel in der Ausrüſtung und den
Vorräten, die ſich, wie ich in meiner Rede am 21. März erwähnt
habe, infolge der Knappheit der Mittel und der Erörterungen
über die Abrüſtung gezeigt haben. In dieſer Hinſicht werden ſich
die Ergebniſſe unſerer Nachforſchungen in den Voranſchlägen für
die künftigen Jahre widerſpiegeln.
Soweit die königlichen Luftſtreitkräfte in Betracht kommen,
iſt die Lage jedoch ziemlich anderartig. Hier handelt es ſich um
die Notwendigkeit der Weiterentwicklung, die immer wieder ver=
ſchoben
worden iſt, und außerdem um die Notwendigkeit, Mängel
auszumerzen.
Wir ſind zum Schluß gekommen, daß wir nicht länger
Maßnahmen verzögern können, die im Laufe der
nächſten Jahre
unſere Luftſtreitkräfte auf einen Stand bringen
werden, der näher an den unſerer nächſten
Nachbarn heranreicht.
Außerdem ſind im Falle der königlichen Luftſtreitkräfte be=
ſondere
Zuſagen gegeben worden, daß eine Mitteilung vor Ende
der augenblicklichen Unterhaustagung abgegeben werde.
Bevor ich zu dem Programm komme, das wir anzunehmen
beſchloſſen haben, möchte ich betonen, daß zahlreiche Tatſachen, die
unſeren Beſchluß veranlaßt haben, ſich weiterhin in Fluß befinden
und Veränderungen unterworfen ſind. Infolgedeſſen wird unſere
Verteidigungslage ſtändig geprüft werden müſſen, und wir be=
halten
uns das Recht vor, das Programm im Lichte neuer Tat=
ſachen
, die entſtehen können, abzuändern oder anzupaſſen. Vor=
behaltlich
dieſer Bedingung haben wir
ein Programm beſchloſſen, das das augenblick=
liche
Jahr und die darauffolgenden vier Jahre
umfahk,
und bei den britiſchen Luftſtreitkräften beſtehen wird aus 41
neuen Geſchwadern, einſchließlich der, die bereits im Programm
von 1934 mitgeteilt worden ſind. Von dieſen 41 Geſchwadern
werden 33 dem Heimatſchutz zugewieſen werden. Dadurch werden
die vorhandenen 42 Geſchwader im Innern auf eine Geſamtzahl
von 75 Geſchwadern erhöht werden
Die übrigen Geſchwader ſind für den Dienſt im Marineflug=
weſen
oder im Auslande beſtimmt. Die Schnelligkeit, in der die=
ſes
Programm innerhalb der fünf Jahre durchgeführt werden
kann, muß von verſchiedenen Erwägungen einſchließlich ſolchen
finanzieller Art abhängen. Wir hoffen jedoch, daß in keinem der
jeweiligen Jahre eine erhebliche Erhöhung der Voranſchläge er=
folgt
.
Im Oberhaus gab der Staatsſekretär für Flugweſen, Lord
Londonderry, eine entſprechende Erklärung ab.
Wie verlautet, iſt die türkiſche Regierung damit einverſtan=
den
, daß ſich engliſche Vertreter mit türkiſchen Organen an der
Unterſuchung des Zwiſchenfalles von Samos beteiligen.
Der rumäniſche Miniſterpräſident Tatarescu hat vor ſeiner
Rückkehr nach Bukareſt dem franzöſiſchen Finanzminiſter Germain=
Martin im Namen des rumäniſchen Königs das Großkreuz des
Sternenordens überreicht.




1

er Nürnberger Kampfſpieltage machtvollen und überzeugenden
usdruck finden ſoll. Die erſten deutſchen Kampfſpiele im neuen
ſeutſchland, für die ſeit Monaten in Nürnberg umfangreiche
orbereitungen getroffen werden und die in der herrlichen An=
age
des Nürnberger Stadions ſtattfinden, ſollen ein Hochfeſt
ees deutſchen Sports werden. Darüber hinaus aber ſollen ſie
Zeugnis ablegen von der untrennbaren Verbundenheit der deut=
chen
Turner und Sportler mit dem heutigen Deutſchland. Die
jeſten aus allen deutſchen Gauen werden in 24 Hauptſporr=
kten
um den Titel eines Deutſchen Kampfſpielmeiſters ringen,
2 von ihnen werden gleichzeitig als Deutſche Meiſterſchaft
urchgeführt. Die Deutſche Reichsbahn hat ſich in weiteſtgehen=
er
Form in den Dienſt dieſes Reichsfeſtes geſtellt, für das der
reiſe Reichspräſident die Schirmherrſchaft übernommen hat.
ürnberg ſelbſt iſt bereit, die Gäſte in ſeinen ſo viele herrliche
ulturſchätze und geſchichtliche Erinnerungen bergenden Mauern
empfangen. Die Deutſchen Kampfſriele, das Feſt des deut=
hen
Volkes und der deutſchen Jugend erwarten Dich!

Der Schwerkkanz.

(afp) Zu den älteſten Tänzen bei den großen Opferfeſten
r alten Deutſchen gehörte in Norddeutſchland, Heſſen,
cleſien und auch in Schweden der ſogenannte
Schwertertanz,
Alten Berichten nach wurde er in Dithmarſchen noch im
3. Jahrhundert von den jungen Bauernſöhnen vor=
führt
. In Norddeutſchland wohnten trutzige ſtolze Bauern=
eſchlechter
, die manche Fehde beſtanden hatten. Und ihre Tänze
nd Tanzlieder bildeten Balladen, die die Heldentaten ihrer
äter verherrlichten, ſo ſangen die Färoerer Fiſcher zum Tanz
18 Siegfriedslied und die Holſteiner das Lied vom herrlichen
iege bei Hemmingſtede De König wol to Hertogen ſprak:
ch, Broder, hart eleve Broder.
Es iſt anzunehmen, daß der Schwerttanz urſprünglich mit
en alten Frühlingsgebräuchen der Deutſchen in Zu=
immenhang
ſtand; er iſt eine Art Kampfſpiel: eine Perſon des
biels wird getötet, eine andere geht als Sieger hervor. Sicher
t es der vornehmſte und älteſte Tanz, der nur von freien,
nglaublich gewandten Burſchen getanzt werden durfte.
Die Tänzer trugen weiße Hemden und waren mit bunten
ländern geſchmückt, an den Knien hing eine Schelle, auch dies
ißt darauf ſchließen, daß das Erwecken der Natur, der ſchlafen=
en
Halme und Gräſer durch klingeln der Schellen bezweckt
derden ſollte. Später wurde der Schwerttanz bei Hofe und auch
ei andern bäuerlichen Feſtlichkeiten vorgeführt. Nur der Vor=

tänzer und der Tänzer des Mittelpunktes tanzten mit bedecktem
Kopfe, damit die andern ſie nicht aus den Augen verlieren
konnten und ſich ſo nach ihnen zu richten vermochten.
Der Vortänzer leitete den Tanz mit einem Vorſpruch an
die anweſenden Gäſte ein und warnte zugleich die Zuſchauer,
ſich vor den ſcharfen Schwertern zu hüten.
Dumpf dröhnte die Trommel, der Tanz begann mit großer
Schnelligkeit, Gewandtheit und Munterkeit. Bald führte der
Vortänzer ſeine Mannen in die Runde, bald flink durcheinander,
dann wieder ſprangen ſie mitſammen behende über die Schwerter
oder vereinigten die Klingen zu ſymboliſchen Figuren; den
Höhepunkt erreichte der Tanz, wenn der Vortänzer, der ſo=
genannte
König, auf die durch Kreuzen der Klingen gebildete
Roſe ſprang und von dort herab eine Rede hielt. In manchen
Gegenden Deutſchlands forderte oft auch der Vortänzer die
einzelnen Burſchen auf, unter Abſingen eines Spruches takt=
mäßig
beſonders ſchwierige Sprünge auszuführen.
Eliſabeth Kerſten.
Verleihung des Villa=Romana=Preiſes.
DNB Berlin. Der diesjährige Villa Romana=Preis iſt
dem Maler Otto Freytag, einem Schüler von Lovis Corinth
und Ulrich Huebner, zuerteilt worden. Der Preis beſteht in der
Gewährung freier Wohnung mit Atelier in der in Florenz in der
Nähe der Porta Romana befindlichen Villa Romana für die
Dauer eines Jahres ſowie in einem Barpreis von 3000 RM.
Ferner wird die Villa Romana e. V. ihren Mitgliedern künftig
eine Jahresgabe, beſtehend in einer handſignierten Graphik ge=
währen
und außerdem von dem jeweiligen Preisträger ein Ori=
ginal
=Kunſtwerk erwerben und zur Verloſung innerhalb des Krei=
ſes
ihrer Mitglieder bringen. Die Geſchäftsſtelle befindet ſich in
Berlin W. 8, Mauerſtraße 39.
* Berufung. Der Aufſichtsrat der Siemens=Schuckert=Werke
A.=G., Berlin=Siemensſtadt, hat beſchloſſen, den Vorſitzenden des
Vorſtandes der Oeſterreichiſchen Siemens=Schuckertwerke. Wien,
Herrn Direktor Ing. Georg Nikolaus Reinhart, in
den Vorſtand der Siemens=Schuckertwerke A.=G., Berlin, zu be=
rufen
. Herr Direktor Reinhart hat ſeine Studien an der Darm=
ſtädter
Techniſchen Hochſchule ſeinerzeit mit Ableiſtung des Diplom=
Ingenieur=Examens beendet und iſt Angehöriger des Corps
Obotritia.
Italieniſche Auszeichnung Frankfurter Profeſſoren. Der
ordentliche Profeſſor der Inneren Medizin an der Frankfurter
Univerſität, Dr. med. Franz Volhard, iſt von der Academin
medico=fiſica fiorentina in Florenz zum korreſpondierenden Mit=
glied
ernannt worden. Die gleiche Auszeichnung wurde dem nicht=

beamteten außerordentlichen Profeſſor der Inneren Medizin Dr.
med. et phil. Erwin Becher zuteil. Prof. Franz Volhard ent=
ſtammt
einer alten Darmſtädter Familie.

Aus der Welk der ſchönen Wohnräume.
Wohnfragen werden von Tag zu Tag für uns wichtiger.
Hunderttauſende neuer Haushaltungen ſind in den letzten Mona=
ten
gegründet worden, und dieſe Entwicklung wird noch lange in
flottem Tempo weitergehen. Eine einzigartige Beratung für die
Raumgeſtaltung jeder modernen Wohnung ſtellt die bekannte
Kunſtzeitſchrift Innen=Dekoration dar. Wir finden im ſoeben
erſchienenen Juliheft wieder Anregungen in Fülle: Ein eng=
liſches
Landhaus von F. G. Thomas vereinigt alle Reize des
überlieferungstreuen engliſchen Landwohnbaues mit denen der
modernen Raumbehandlung und wertvollen Kunſthandwerks. Die
Einwohnräume für eine Frau und einen Mann (von Julius
Rücker) zeigen, wie ſolche Raumlöſungen hoch über das Behelfs=
mäßige
erhoben und dem beſten Wohnſtil der Zeit angeglichen
werden können. Wir ſehen vortreffliche Einzelformen an Seſſeln.
an Betten (auch Himmelbetten); eine Wohnung von Rolf Diſtel
geht neuartige Wege der Geſtaltung: Schweizer Architekten zei=
gen
gemütliche Kaminplätze und ein Damenſchlafzimmer mit
Wandmalerei; Franz Singer bringt eine Behelfslöſung, die einen
einfenſtrigen Raum in der erſtaunlichſten. Weiſe verwendbar
macht. Den Schluß bildet ein Ausſchnitt aus dem Hauptraum
der Düſſeldorfer, Ausſtellung Der Kampf der NSDAP‟. So
leiſtet dieſes Juliheft der Innendekoration, nützliche,
zeitgemäße Arbeit mit dem Blick auf das, was praktiſch und ſchön
zugleich iſt. (Alexander Koch, Stuttgart.)
Deutſche Sportflugzeuge. Mehr als hundert deutſche Sport=
flugzeuge
der verſchiedenen Firmen und Typen haben bei dem
Deutſchlandflug 1934 rund 5000 Kilometer über deutſches Land
zurückgelegt und einen Beweis für das ausgezeichnete Material
und das hervorragende Können unſerer Sportflieger geliefert
Das neueſte Heft der Deutſchen Flugilluſtrierten
bringt diesmal eine Typenſchau der verſchiedenen Maſchinen von
Klemm, Focke=Wulf, Heinkel, B. F.W., Junkers, Gerner und Bücker
mit Zeichnungen und Leiſtungsangaben der einzelnen Baumuſter.
Wer ſich für Fallſchirmabſprünge intereſſiert, findet in dem bebil=
derten
Bericht Fallſchirmabſpringen keine Senſation, konkrete
Angaben über die Koſten einer Ausbildung zum Fallſchirm=
Piloten. Für den Segelflieger iſt der Rückblick 19191934
Rhönwettbewerbe und der Artikel Es wird weitergeflogen von
Belang. Herrliche Luftaufnahmen von ſchönen deutſchen Burgen
und Schlöſſern enthält die Erzählung Der Burggraf und ſein
Pilot, zahlreiche bisher noch unveröffentlichte Aufnahmen aus
der Arktis der Amundſen=Artikel Land ohne Nacht. Eine
Bilderſchau vom Royal Airforce Display 1934 in Hendon ver=
vollſtändigt
den Inhalt des neuen Heftes der Zeitſchrift Deutſche
Flugilluſtrierte‟.

[ ][  ][ ]

Zwei junge orts=
fremde
Freunde
ſchaft zweier net=
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den
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 20. Juli 1934

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Stuttgart; Frühkonzert (Schallpl.). 8.15: Waſſerſtand, Wet=
ter
. 8.20: Stuttgart: Gymnaſtik. 9.25: Nur Frei=
burg
: Werbekonzert. 9.45: Nur Freiburg: Eigene Sendung.
10.00: Nachr. 11.00: Werbekonzert. 11.40: Meldungen.
11.50: Sozialdienſt.
12.00; Baden=Baden: Sinfonie= und Kurorcheſter Baden=Baden.
Dir.: Asmus. 13.00: Zeit, Saardienſt. Anſchl.: Nachr.
13.10: Nachr. 13.20: Schallplatten: Tonfilmſchlager.
Dazw. (13.50); Zeit, Nachr. 14.30: Nur Freiburg: Nachr.
14.40: Srunde der Frau: Die Frauen der Romankik. 15.30:
Wetter. 15.35: Wirtſchaftsbericht. 15.50: Zeit, Wird=
ſchaftsmeldungen
.
16.00: Stuttgart: Funkorcheſter. Ltg.: Senfert. 17.30: Freiburg:
Univ.=Prof. Dr. Günther: Das Pferd im deutſchen Volkstum.
17.45: Kleine Stücke für Flöte und Klavter. 18.00: Freiburg:
Stunde der Jugend: Sechs Primaner vom Oberrhein erzählen
vom Leben außerhalb der Schule, 18.25: Die Kräuferlieſ!
beſucht uns im Rundfunk. 18.45: Meldungen. 18.50;
Virtuoſe Violinmuſik.
A9.10: Von Weinberg und Acker. Bilder vom rheinheſſiſchen Leben.
19.45: Berlin: Reichsſendung; Politiſcher Kurzbericht. 20.00:
Berlin: Nachr. 20.15: Vom Deutſchlandſender: Reichsſen=
dung
: Stunde der Nation: Orcheſterkonzert. 21.00: Hurra das
Leben! Hörſpiel um Liliencron zu ſeinem 25. Todestage.
22.20: Zeit, Nachr. 22.35: Nachr., Wetter Sport.
22.45: Kleine Unterhaltung. 23.00; Von Wolfram von
Eſchenbach zu Nietzſche. Bekenntniſſe 2. Hörfolge. 24.00;
Schallplatten: Klaſſiſche Weihe,
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Deutſchlandſender: Freitag, 20. Juli
5.45: Hamburg: Wetter. 5.50: Nachrichten. 6.00: Berlins
Gymnaſtik. 6.15: Tagesſpruch. 6.20: Kiel: Kieler Orcheſter=
gemeinſchaft
. Ltg.: Doering. In einer Pauſe, gegen 7.00: Nachr.
8.00: Sperrzeit.
8.45: Leibesübung für die Frau. 9.00:
Funkſtille. 9.40: Franz Ernſt Bochum: Geſchichten aus meiner
Lausbubenzeit. 10.00: Nachrichten. 10.50: Spielturnen im
Kindergarten. 11.15: Seewetterbericht. 11.30: W. Mittel=
holzer
: Mein Abeſſinien=Flug. 11.55: Wetter.
12.00: Geſang und Tanz (Schallplatten). 12.55: Zeitzeichen.
13.00: Deutſcher Zauberwald (Schallplatten). Anſchl.: Wetter.
13.45: Nachrichten. 14.00: Sperrzeit. 14.45: Glückwünſche
und Programmhinweiſe. 15.00; Wetter, Börſe. 15.15:
Fürs deutſche Mädel: BdM ſingt und muſiziert!
16.00: Stuttgart: Das Funkorcheſter. Ltg.: Seyfert. 17.30: Zeit=
funk
. 17.50: Jungvolk, hör zu! Iſt etwa Wetterkunde nicht
intereſſant? 18.20: Violinſonaten: Brahms, Beethoven.
18.55: Das Gedicht. Anſchl.: Wetter.
19.00: Frankfurt: Mainiſche Heerſtraße (Aufn.). 19.40: Fregatten=
kapitän
v. Engerndorf; Von d. Weltreiſe d. Kreuzers Karlsruhe,
20.00: Kernſpruch. Kurznachrichten. 20.15: Rchsſdg. Stunde d.
Nation: Orcheſterkonzert. 21.00: München: Himalaya. Woh=
nung
der Götter im Schnee. Ein Funkepos. 22.00: Politiſcher
Kurzbericht. 22.15: Wetter, Nachr., Sport. 22.30: Admi=
ral
v. Trotha: Reichsbund deutſcher Seegeltung. 22.45: See=
wetterbericht
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Handtuch wurde bei einer Verſammlung eines
Hausfrauen=Vereins mit einem Ende in eine Wanne
mit gewöhnlichem Einweichwaſſer gehängt und mit
dem anderen in einen Bottich mit Burnus=Waſſer.
Schon nach 1520 Minuten wurde das Burnus=
Waſſer grau, während das gewöhnliche Einweich=
waſſer
noch vollſtändig klar ausſah. Alle Anweſen=
den
waren über dieſe ſchnelle und gute Wirkung
überraſcht. Noch überraſchter wären ſie aber ge=
weſen
, hätten ſie den Verſuch zu Hauſe in ihrer
Waſchküche gemacht.
Weichen Sie einen Teil Ihrer Wäſche wie bisher,
den anderen Teil mit Burnus ein. Das Burnus=
Einweichwaſſer wird am nächſten Morgen ſo dunkel
ſein, daß jede Hausfrau ſich ſelbſt ſagt: Nun iſt
kaum noch Nachwaſchen nötig, und zum Fertig=
kochen
genügt!/, Stunde. Die meiſten Hausfrauen
ſagen dann noch: Schade, daß ich von Burnus nicht
ſchon früher erfahren habe!"
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Darmſiadt, den 20. Juli 1934

Miniſteriglabkeilung für Bildungsweſen.
Kulkus, Kunſt und volkskum.
Erledigt ſind: im Kreis Oppenheim: eine Lehrerſtelle für
en evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in Gau= Wein=
im
; eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an der
Iksſchule in Ober=Hilbersheim: Dienſtwohnungen ſind
ehanden und ſofort beziehbar; im Kreis Alzey: die Lehrerſtelle
einen evangeliſchen Lehrer an der Volksſchule in Wahl=
im
. Die Dienſtwohnung iſt neu hergerichtet; im Kreis
jedberg: eine Schulſtelle für einen katholiſchen Lehrer an der
iksſchule in Rockenberg; Dienſtwohnung iſt vorhanden und
ort beziehbar. Meldungen von Anwärtern, die nicht minde=
s
8 Jahre die Prüfung abgelegt und eine Anwärterdienſtzeit
mindeſtens 5 Jahren zurückgelegt haben, ſind zwecklos.
stpa. Ausfallende Sprechſtunden. Am Samstag, den 21. Juli
4, fallen die Sprechſtunden bei der Miniſterialabteilung für Bil=
igsweſen
. Kultus, Kunſt und Volkstum aus. In der Zeit
n 18. Juli bis 11. Auguſt 1934 fallen die Sprechſtunden des
ters des Perſonalamtes des Heſſiſchen Staatsminiſteriums,
rwaltungsdirektor Löwer, aus.
Engliſcher Beſuch in Darmſtadt.
Engliſche Reiſegeſellſchaft von etwa 30 Damen und Herren,
tglieder von engliſchen Rotary=Clubs aus den verſchiedenſten
ilen Englands, die zurzeit durch ganz Süddeutſchland reiſt, um
Verhältniſſe in Deutſchland kennen zu lernen, war dieſer Tage
dem Darmſtädter Club zu Gaſt.
Man hielt zunächſt gemeinſchaftlich Mittagstafel im Hotel
Traube. Der Präſident des Darmſtädter Clubs begrüßte die
ſte und wies in ſeiner Begrüßungsanſprache insbeſondere dar=
hin
, daß die Verhältniſſe in Deutſchland völlig konſolidiert
z geſichert ſeien, daß es der Energie und Tatkraft der deutſchen
gierung gelungen ſei, eine Löſung der Arbeiterfrage zu finden.
den Klaſſenunterſchieden in Deutſchland ein Ende bereitet
ſe. Deutſchland habe Europa einen unſchätzbaren Dienſt gelei=
indem
es die Gefahr des Bolſchewismus in ſich überwunden
damit deſſen Stoßkraft auch gegenüber den übrigen euro=
ſchen
Mächten entſcheidend geſchwacht habe. Von dem Herrn
erbürgermeiſter der Stadt Darmſtadt waren ſchriftliche Grüße
die engliſchen Gäſte eingegangen. In verſchiedenen Anſprachen
; den Reihen der engliſchen Gäſte kam deren Befriedigung über
Geſehene und Gehörte zum Ausdruck. Freimütig wurde aus=
prochen
, daß man guten Willens gekommen ſei, um die Lage in
utſchland kennen zu lernen, und daß viel Mißverſtändnis und
I Mißtrauen durch die verſchiedenen Ausſprachen geſchwunden
) beſeitigt ſei.
Anſchließend wurden mit den engliſchen Gäſten die Arbeiten
der Autobahn bei Griesheim beſichtigt und dann eine Fahrt
rch die Stadt gemacht. Die Gäſte waren entzückt von der Schön=
tunſerer
Vaterſtadt, insbeſondere den gepflegten und eine feine
uhnkultur verratenden Wohnvierteln auf der Künſtlerkolonie
im Tintenviertel.
Ein anſchließender Ausflug in den Odenwald nach Schloß
htenberg, wo auf der Terraſſe des Schloſſes der Tee eingenom=
n
wurde, brachte den Gäſten völlig die Ueberzeugung von dem
onderen Rang, den Darmſtadt nach Baukunſt und Umgebung
Wohnſtadt unter den deutſchen Mittelſtädten einnimmt.
Man ſchied gegen Abend unter der aufrichtigen Verſicherung
Gäſte, daß das Geſehene und Gehörte ſie aufs glücklichſte be=
druckt
habe, und daß ſie von dieſen klärenden Eindrücken in
er Heimat, den verſchiedenſten engliſchen Provinzſtädten, be=
ſten
würden.

Schüht die Jugend vor Unfalgefahren!
Wie ſich aus den Statiſtiken der verſchiedenen Berufsgenoſſen=
ften
ergibt, iſt die Jugend den Unfallgefahren im beſonderen
iße ausgeſetzt. Im Jahre 1932 wurden 3180 Unfälle bei Jugend=
en
unter 18 Jahren erſtmalig entſchädigt; das bedeutet, daß es
fälle ſchwererer Art ſind, die zu einer Beeinträchtigung der
ſtungsfähigkeit geführt haben. Allein in Betrieben verunglückten
Jugendliche unter 18 Jahren tödlich. Nach einer Aufſtellung
nordöſtlichen Eiſen= und Stahlberufsgenoſſenſchaft entfiel auf
Gruppe der Lehrlinge und Arbeitsburſchen mit 2924 der größte
ozentſatz aller Unfälle. Nach Altersgruppen verteilt betrug die
hl der gemeldeten Unfälle bei jungen Menſchen zwiſchen 14 und
Jahren 3270. 40 Prozent aber in dieſen Betrieben gemeldeten
fälle betrafen Jugendliche. Noch eindringlicher beweiſt die Be=
iftigungsdauer
der Verletzten, daß der neu in den Betrieb Ein=
retene
beſonders gefährdet iſt. Dieſe Zahlen, ſo führt Gewerbe=
Dr. Vaje im Reichsarbeitsblatt aus, rufen alle Verantwort=
ſen
und Geſunden zu erhöhtem Kampfeseifer auf. Schulen. Be=
s
= und Fachſchulen, Lehrherren, Meiſter und Vorarbeiter müſſen
t vereinten Kräften arbeiten, um die Zahl von Unfällen der
gendlichen auf das unvermeidliche Maß zu beſchränken. Zur Er=
itung
des wichtigſten Gutes unſerer Nation, der Jugend, dürfen
ne Mühe und kein Eifer zu gering ſein.
Gedächtnisſchau Leo Kayſer. Die derzeitige Veranſtaltung
der Kunſthalle am Rheintor hat ganz beſonderen Anklang ge=
iden
und erfreut ſich eines ſehr guten Beſuches Nachdem der
inſtverein für ſeine Weihnachtsverloſung die ſchönen Blätter
audenbacher Kirche. An der Seewieſe bei Friedberg, Boll=
erk
bei Ochſenfurt Wartburg von Oſten., Blick ins Land,
auf der Landſtraße‟. Heinbuchen, Vorfrühling am Bach er=
orben
hat, ſind auch eine Reihe von Arbeiten von privater Seite
igekauft worden. Es ſind dies: Dorf im Odenwald, In Zwin=
nberg
. Caſtell am Gardaſee‟, Adolfsturm in Friedberg und
rühling‟. Es ſteht zu hoffen, daß ſich bei der anſprechenden, gut
utſchen Art der ausgeſtellten Nachlaßwerke und ihren ſehr er=
winglichen
Preiſen noch zahlreiche weitere Verkäufe ergeben
den. Es ſei darauf hingewieſen, daß bei der großen Zahl der
ikerlaſſenen Arbeiten nur ein Teil derſelben zur Ausſtellung ge=
icht
werden konnte. Nunmehr ſind etwa 50 ſeither ausgeſtellte
ſoierungen durch andere Blätter erſetzt worden. Hierunter be=
den
ſich namentlich die geſchmackvollen Motive Am Mühlteich.
m Fürſtenlager. Im Burggarten (Friedberg) Wartburg
m Katzenſprung. Alte Stadt am Waſſer Oppenheimer
kharinenkirche u. a. m. Da die Gedächtnisſchau vorausſichtlich
r noch bis einſchließlich Sonntag. den 22. d. M., geöffnet
wird den Kunſtfreunden, die deren Beſuch bisher verſäumt
den, dringend empfohlen, ihn noch raſch nachzuholen.
Freilichtſpiele in Dreieichenhain. Am kommenden Samstag,
1 21. Juli, 20.30 Uhr, iſt die letzte Abendvorſtellung des Frei=
ſtſpieles
Ekkehard. Auch diesmal hat die Reichsbahn für die
ckfahrt einen Sonderzug eingelegt, ſo daß jedem auswärtigen
ſucher Gelegenheit gegeben iſt, das Freilichtſpiel, zu beſuchen.
1 Sonntag, den 22. Juli. 17 Uhr, findet eine Sonderveranſtal=
1ig für die NS. Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟, Groß=Frank=
T, ſtatt. Es wäre zu wünſchen, daß dieſe beiden letzten Veran=
ltungen
ſich würdig an die vorhergehenden anreihen.

Aufbewahren!

Das Reichsgeſetz gegen Waldverwüſtung

Ausſchneiden!

das für alle nichtſtaatlichen Waldungen gilt, ver=
bietet
zur Erhaltung des Waldes und zur Sicherung des für die
Volkswirtſchaft alljahrlich notwendigen Holzes (§ 2 Abſ. 1)
2) die Abholzung hiebunreifer Nadelhochwaldbeſtände; 5) in
Waldungen von über 10 bis 50 Hektar die Abholzung von mehr
als einem Zwanzigſtel, in ſolchen von über 50 bis 100 Hektar
die Abholzung von mehr als einem Dreißigſtel, und in ſolchen
von über 100 Hektar die Abholzung vonmehr als einem Vierzig=
ſtel
der zu einer Betriebseinheit gehörenden Hochwaldfläche ( Holz=
bodenfläche
). Als hiebunreif gelten Nadelhochwaldbeſtände von
noch nicht 50 Jahren. Als Abholzung erachtet das Geſetz auch
Eingriffe in einen Baumbeſtand, die ſeine Beſtockung auf weniger
als die Hälfte des normalen Vollbeſtandes der betreffenden Holz=
art
bei gleichem Alter und gleicher Standortklaſſe herabſetzen
(§ 2 Abſ. 2).
Zweifel darüber, ob ein Beſtand hiebreif iſt oder eine Durch=
ferſtung
einen ſolchen Eingriff darſtellen würde, entſcheidet vor
Ausführung des Hiebes in Heſſen die obere Forſtbehörde nach
Verordnung vom 24. Mai 1934, in Kraft ſeit 5. Juni 1934.
Vorſätzliche Zuwiderhandlung gegen das in § 2 Abſ. 1 ent=
haltene
Verbot zieht Gefängnis bis zu einem Jahr und Geld=
ſtrafe
oder eine dieſer Strafen nach ſich, fahrläſſige Begehung der
Tat verwirkt nur Geldſtrafe. Die Strafverfolgung tritt nur auf
Antrag der oberen Forſtbehörde ein, Rücknahme des Antrags iſt
zuläſſig. Neben der Strafe kann auf Einziehung des verbots=
widrig
geſchlagenen Holzes erkannt werden, auch wenn
es dem Verurteilten nicht gehört; es iſt auf Einziehung. zu er=
kennen
, wenn der Eigentümer des Holzes oder der Verfugungs=
berechtigte
ſich durch Flucht ins Ausland der Beſtrafung ent=
zogen
hat.
Das eingezogene Holz iſt durch das ſtaatliche Forſtamt beſt=
möglichſt
zu verwerten, der Erlös iſt zur Deckung der Verwer=
tungs
= und Wiederaufforſtungskoſten zu verwenden, ein verblei=
bender
Reſt fließt zur Staatskaſſe.
Nach § 5 des Geſetzes iſt der verbotswidrig abgetriebene
Wald auf Koſten des Eigentümers oder des ſonſt Verfügungs=
berechtigten
binnen zwei Jahren nach forſtlichen Grundſätzen wie=
der
aufzuforſten. (Friſtverlängerung bis zu 4 Jahren möglich.)
Die Wiederaufforſtung wird gegebenenfalls durch polizeilichen
Zwang durchgeführt, der zu dieſem Zweck erforderliche Geld=
betrag
iſt zu hinterlegen oder anderweit ſicherzuſtellen.
Maßgebend iſt das Heſſiſche Geſetz über die Forſtverwaltung
vom 16. November 1923 und die Ausführungsverordnung dazu
vom 26. April 1928 (Reg.Bl. Nr. 11 vom 8. Juni 1928).
Bei Feſtſetzung der Aufforſtung iſt auf die wirtſchaftliche
Lage des Eigentümers, ſowie die Größe und Bodenbeſchaffenheit
der aufzuforſtenden Fläche hinreichend Rückſicht zu nehmen. Wird
die Wiederaufforſtung nicht friſtgemäß oder nicht in einer den
örtlichen Verhältniſſen entſprechenden Weiſe durchgeführt, ſo iſt
dem Eigentümer (Nutzungsberechtigten) die Wiederaufforſtung
von der oberen Forſtbehörde in beſtimmter Weiſe vorzuſchreiben.
Für die Hiebreife ungleichartiger Beſtände iſt das Durch=
ſchnittsalter
maßgebend. Zu Nadelhochwaldbeſtänden zählen auch
Miſchbeſtände, die zu mehr als 70 Prozent mit Nadelholz beſtockt
ſind.

Darmſtädter! Deine Ausſtellung rufk!
Darmſtadt hat keine Veranlaſſung, ſich hinter andere Städte
zu verſtecken. Noch immer ſtritt unſere ſchöne Stadt in vorderſter
Linie, wenn es um allgemeingültige Dinge ging. Die Kunſt hatte
auch in ſchlimmen Zeiten hier eine Bleibe. Sie gedieh vielleicht
in der ruhigen Gelaſſenheit einer Regierungsſtadt beſſer, als im
lauten Trubel von Weltſtädten? .
Die Deutſche Frühjahrsausſtellung, Darmſtadt
1934. in den Ausſtellungsräumen der Künſtlerkolonie iſt
ein einziger, leuchtender Beweis für die Unbeſiegbarkeit deutſchen
künſtleriſchen Wollens und Könnens.
Künſtausſtellungen pflegen keinen rieſigen Beſucherzulauf zu
haben. Aber wie ſehr ſich doch die Maſſe nach echter Kunſt
ſehnte, erſieht man aus dem Beſuch der Darmſtädter Ausſtellung.
Die Zahl der Beſucher überſteigt ſchon heute die geſchätzte Zahl
um mehr als das Doppelte und marſchiert ſtark auf das zehnte
Tauſend zu!!!
Es iſt übrigens ein neues Bild ausgeſtellt. Der früher in
Darmſtadt lebende Profeſſor Kempin zeigt ein lebensgro=
ßes
Bild des Kapellmeiſters Zwißler. Eine Reihe von Bildern
ſcheiden in nächſter Zeit aus, da ſie zu ihren Beſitzern zurück
müſſen.
Deswegen iſt der Beſuch der Kunſtausſtellung auf das drin=
gendſte
anzuraten. Wir haben nun einmal in Darmſtadt
eine Ausſtellung, die ſich würdig neben diejenigen in München
und Düſſeldorf reiht. Darmſtadt hat ſich in kürzeſter
Friſt wieder energiſch nach vorne geſchoben. Es iſt Sache
der ganzen Bevölkerung, dieſer Tatſache nun auch das notwendige
Gepräge durch weiter zahlreichen Beſuch zu geben!

HirnbeerenvFrühbirnen/Brombeeren

Darf man Enteneier bei der Speiſeeisherſtellung verwenden?
Das Reichsgeſundheitsamt weiſt darauf hin, daß Enteneier des
öfteren Träger von Krankheitserregern ſeien. Enteneier ſollten
deshalb nur in gekochtem Zuſtand genoſſen werden. Vor der Ver=
wendung
von Enteneiern bei der Herſtellung oder Zubereitung von
Speiſeeis müſſe gewarnt werden.

Der Zeitraum, innerhalb deſſen nicht mehr als ein beſtimm=
ter
Hundertteil der zu einer Betriebseinheit gehörigen Hochwald=
fläche
abgetrieben werden darf, iſt das Forſtwirtſchaftsjahr ( lau=
fend
vom 1. Oktober bis 30. September des folgenden Jahres,
ſoweit nicht die Betriebsbuchführung für einen anderen Zeitraum
eingerichtet iſt).
Betriebseinheit iſt der Waldbeſitz oder der Teil desſelben,
der nach einheitlichem Betriebsplan bewirtſchaftet wird. Beſteht
kein Betriebsplan, ſo gilt der ganze Waldbeſitz oder der Teil des=
ſelben
, für den nach ſeiner räumlichen Lage die Bewirtſchaftung
nach einem einheitlichen Betriebsplan forſtwirtſchaftlich möglich
iſt als Betriebseinheit. Bei Waldgenoſſenſchaften gilt ein nach
einheitlichem Betriebsplan bewirtſchafteter Genoſſenſchaftswald
als Betriebseinheit.
Durchforſtungen und ſonſtige Eingriffe, die mehr als 50 Pro=
zent
des normalen Vollbeſtandes (der Holzvorrat, den die Er=
tragstafel
auswirft) bei gleichem Alter und gleicher Standort=
klaſſe
entnehmen, werden wie Abholzungen behandelt und ſind
verboten:
a) in allen Nadelhochwaldbeſtänden unter 50 Jahren;
0) bei Waldbeſitzgrößen über 10 Hektar auf größerem Flächen=
ſatz
der Hochwaldfläche wie im Geſetz angegeben.
Der Abnutzung darf neuer Hieb erſt folgen, wenn die Auf=
forſtung
der früheren Schlagflächen durchgeführt und geſichert
iſt. Bei Naturverjüngungen gilt als verjüngt nur der Flächen=
anteil
, auf dem ausreichender Jungwuchs vorhanden und ge=
ſichert
iſt.
Befreiung von § 2 Abſ. 1 des Geſetzes (ſ. oben!) kann auf
Antrag erfolgen, wenn die vorzunehmende Handlung nicht gegen
den Grundſatz nachhaltiger und pfleglicher Bewirtſchaftung ver=
ſtößt
.
Ausnahmen ſind weiter zugelaſſen:
1. Für Holzbeſtände die durch Naturereigniſſe (Windbruch,
Waldbrand. Inſektenfraß uſw.) oder durch Einwirkung an=
derer
Art vernichtet oder ſo beſchädigt ſind, daß ihre Nutzung
wirtſchaftlich geboten oder aus Forſtſchutzgründen notwen=
dig
iſt:
2. für ſolche Beſtände, die aus ungeeignetem Saatgut erwachſen
oder aus ſonſtigen Urſachen in ihrer Wuchsleiſtung ſo min=
derwertig
ſind, daß ihr Abtrieb gerechtfertigt iſt;
3. für ſolche, die zum Zweck des Uebergangs zu anderer Be=
triebs
= oder Nutzungsart oder zur Schaffung von Siedlungen
abgetrieben werden ſollen;
4. für ſolche, die wegen Verwendung des Grundſtücks im öffent=
lichen
Intereſſe abgetrieben werden müſſen:
5. wenn die Ueberſchreitung der zuläſſigen Abtriebsfläche nach
dem Entſchuldungsplan der Entſchuldungsſtelle zur Erhal=
tung
oder Entſchuldung des Beſitzes notwendig und nach An=
ſicht
des Landesbauernpräſidenten eine andere wirtſchaftlich
vertretbare Möglichkeit zur Erreichung dieſes Zweckes nicht
gegeben iſt. Gleiches gilt, wenn ſich der Waldbeſitzer in
einer beſonderen, von ihm nicht verſchuldeten Notlage be=
findet
.
p.

Kleine Motke.

Ich will dich ſo nennen. Welchen Namen dir die Gelehrten
gegeben haben, weiß ich nicht, das iſt ja auch gleichgültig. Sie
haben ſich Mühe gegeben, dich genau einzureihen in jene Art und
Gattung, die dir vielleicht zukommt. Aber mit deinem Leben
und mit deinem Sterben hat das gar nichts zu tun.
In den ſtillen Abendſtunden kamſt du zu mir, durch das offene
Fenſter, angelockt durch die Lampe. Dieſes Licht iſt ſo traulich
für mich, ſo weich ſchmiegt es ſich um die Dinge, die mir lieb ſind,
und ſelbſt die Schatten ſcheint es zärtlich zu umſchmeicheln. Dir
aber, kleine Motte, wurde es zum Verhängnis. Du ſtarrteſt nur
immer zu der glühenden Kugel empor, ſtießeſt dich wund an dem
glühenden Glas, deine Fühler verbrannten, daß du dich ſchmerz=
voll
krümmteſt. Immer größer aber wurde deine Qual, je öfters
du zu der hellen Kugel emporflogſt. Du haſt dem Lichte vertraut,
aber es hat dir das Vertrauen nicht gelohnt. Du hätteſt dieſes
Lichtes teilhaftig werden können, denn rings um die heiße
Flamme iſt weiche Seide und wohlige Wärme; viel Platz war
da für dich, um dich des Lichtes zu freuen und deines Daſeins
froh zu werden. Du aber haſt nur die helle Flamme des Licht=
bogens
geſehen, warſt ihm verfallen und büßteſt nun dein Licht=
ſehnen
mit der Qual der verſengten Fühler und des geſchundenen.
Leibes.
So ſehe ich dich vor mir liegen in der lautloſen nächtlichen
Stunde, ſehe deinen ſchlanken Leib und die zarten Glieder, fühlte
noch das Leben, das ſoeben noch in dir war, das ſo viel Sehnen
nach dem ſtrahlenden Lichte gab und das doch dein Verhängnis
wurde. Und ich löſchte das Licht, blickte lange hinaus zum dunk=
len
Himmel, der ſich in farbloſer Unendlichkeit über mir ſpannte,
und ſann dem Schickſal nach, das auch den Menſchen ergreift,
den Menſchen ängſtigt und durch ewig ungeſtilltes Sehnen in
Not zwingt, die der deinen, kleine Motte, gar nicht ſo unähn=
lich
iſt.
Bildtelegraphie im Reiſeverkehr. Die Bildtelegraphie hat
ſich im Laufe von faſt 7 Jahren, ſeit ihrer Einführung bei der
Deutſchen Reichspoſt, in anſehnlichem Maße entwickelt. Es wurde
nicht nur das Bildtelegraphennetz beträchtlich erweitert, ſondern
auch die Güte der Bildübertragungen wurde inzwiſchen weſentlich
verbeſſert, ſo daß heute das Original von der telegraphiſchen
Uebertragung kaum zu unterſcheiden iſt. Die Bildtelegraphie er=
freut
ſich in weiteſten Kreiſen großer Beliebtheit: Die Zeitungen
bereichern ihre Ausgaben durch die Aufnahme von Bildtelegram=
men
, um den Leſern die an den entfernteſten Orten ſich abſpielen=
den
Ereigniſſe mit der Schnelligkeit eines Telegramms bildlich
vor Augen zu führen. Geſchäftsleute bedienen ſich der Bildtelegra=
phie
zu Werbezwecken, um eine größere Werbewirkung zu erzielen.
Im Familien= und Freundeskreis erfreuen die zu feierlichen An=
läſſen
übermittelten Bildtelegramme den Empfänger, der das
Bild und die Glückwünſche oder Grüße des Abſenders in deſſen
eigenen Schriftzügen erhält. Aber auch die Reiſezeit, die jetzt
in voller Blüte ſteht, wird manchem ein willkommener Anlaß ſein,
eigene Landſchafts= oder Perſonenaufnahmen bildtelegraphiſch an
Freunde und Bekannte zu verſenden. Der Preis für ein Bildtele=
gramm
von 100 Quadratzentimeter Größe ſtellt ſich im innerdeut=
ſchen
Bildtelegraphenverkehr auf nur 4 RM. Bildtelegramme kön=
nen
bei allen Poſt= und Telegraphenanſtalten der Deutſchen
Reichspoſt aufgeliefert und nach allen Orten in Deutſchland und
in ganz Europa geſandt werden.

Brieſkaſſen.

Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsqultiung beizufägen. Anenyme Anfragen wirden
nicht beantwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkelt.
Frau H., hier. Ihre Frage zu 1 iſt ſchwer zu beantworten. Es
kommt auf die Auffaſſung und evtl. Vorbildung in toten Sprachen
an. Im allgemeinen ſind die romaniſchen Sprachen leichter zu er=
lernen
. Die deutſche Sprache gilt als eine der ſchwerſt erlernbaren.
Zu 2.: Die Frage iſt genau nicht zu beantworten, da in Aſien und
Afrika Hunderte von verſchiedenen Sprachen geſprochen werden.

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[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 198

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 20. Juli 193

Amtliche Bekanntmachung der Reichspreſſekammer.
In Ergänzung meiner Anordnung über die Anmeldepflicht
zur Fachſchaft des deutſchen Zeitungs= und Zeitſchriften= Einzel=
handels
beſtimme ich auf Grund des § 4 der 1. Verordnung zur
Durchführung des Reichskulturkammergeſetzes vom 1. November
1933, RGBl. I, S. 797. ff. in Verbindung mit der 2. Verordnung
zur Durchführung des Reichskulturkammergeſetzes vom 9. Novem=
ber
1933, RGBl. I, S. 969. folgendes:
Bis zum 31. Juli 1934 haben ſich alle Perſonen und Firmen,
die den Einzelhandel mit Zeitſchriften und Zeitungen betreiben,
bei der Fachſchaft des deutſchen Zeitungs= und Zeitſchriften=
Einzelhandels, Frankfurt a. M., Bürgerſtraße 911, als Mit=
glieder
anzumelden. Dieſe Anmeldepflicht umfaßt nicht nur die
Inhaber von Kiosken und ſonſtigen feſten Standplätzen ſondern
auch alle ambulanten Zeitungs= und Zeitſchriften=Einzelhändler,
ſofern dieſe nicht in einem feſten Anſtellungsverhältnis ſtehen.
Ich weiſe darauf hin, daß die Mitgliedſchaft bei der Fach=
ſchaft
des deutſchen Zeitungs= und Zeitſchriften=Einzelhandels
Vorausſetzung für die weitere Berufstatigkeit iſt.
Berlin, den 9. Juli 1934.
Der Präſident der Reichspreſſekammer.
Im Auftrag: gez. Dr. Richter.
Tagung des Sozialen Amtes des Gebietes Heſſen=Naſſau.
In den letzten Wochen fanden ſeitens des Sozialamtes faſt
Sonntag für Sonntag in den einzelnen Oberbannen Tagungen
ſtatt, zu denen ſämtliche Leiter der Abteilung III (Sozialamt)
der Banne, die Sozialreferenten der Jungbanne, der Unter=
banne
und Stämme, die Sozialreferentinnen der Untergaue und
Ringe des BDM., ſowie die Rechtsreferenten der Banne zu=
gegen
waren. Um eine einheitliche Aufbauarbeit zu erreichen
und die Gewähr dafür zu erhalten, daß die Fragen des Sozialen
Amtes innerhalb der Hitler=Jugend, des BDM. und des Jung=
volks
gleichmäßig in Angriff genommen werden, wurden am
Sonntag, dem 15. Juli 1934, die Leiter der Abteilung III, die
Aerzte und die Rechtsreferenten ſämtlicher Banne des Gebiets
Heſſen=Naſſau zu einer Tagung im Sitzungsſaal der Gebietsfüh=
rung
zuſammengerufen. Da ſie die Verantwortung tragen für
die Arbeit der HJ., des Jungvolks und des BDM. in den un=
teren
Einheiten, wurde mit ihnen die geſamte Arbeit des So=
zialen
Amtes beſprochen, um die bis jetzt erreichten Erfolge noch
weſentlich zu ſteigern. Sämtliche Referenten des Gebietes waren
anweſend, ſo daß alle offenen Fragen beantwortet werden konn=
ten
. Am Nachmittag erſchien auch der Leiter des Sozialen Amtes
des Obergebietes Weſt und erläuterte in ſeinem Vortrag neue
Aufgabengebiete der ſozialen Arbeit. Die Tagung, die von mor=
gens
10 Uhr bis gegen 6 Uhr abends dauerte, gab den über 60
Teilnehmern wertvolle Anregungen und genaue Richtlinien.
Neue Wege der deutſchen Kriegsopferverſorgung.
NSK. Das von der NSKOV. herausgegebene Sonderheft
Neue Wege der deutſchen Kriegsopferverſor=
gung
iſt erſchienen.
Es enthält alle weſentlichen neuen Geſetzesbeſtimmungen und
Erlaſſe, die ſich mit der wiedergewonnenen Ehre und dem Recht
der alten deutſchen Soldaten und Kriegsopfer befaſſen. Eingeleitet
wird das Heft durch einen grundlegenden Aufſatz des Reichskriegs=
opferführers
Pg. Oberlindober über Die Neuordnung
der Reichsverſorgung.
Dann folgen die neuen Geſetzesbeſtimmungen uſw.:
1. Geſetz über Aenderungen auf dem Gebiet der Reichsverſorgung
vom 3. 7. 34 mit Begründung und Ausführungsbeſtimmungen;
2. Fünftes Geſetz zur Aenderung des Geſetzes über das Verfahren
in Verſorgungsſachen vom 3. 7. 34 mit Begründung, Verord=
nung
und Ausführungsbeſtimmungen;
3. Zuſatzrentenordnung (3O.);
4. Vierter Erlaß über Mehrleiſtungen ia der Reichsverſorgung;
5. Erlaß des Reichsminiſters der Finanzen vom 9. 7. 34 über
Steuerabzug vom Arbeitslohn uſw.;
8. Verordnung des Reichspräſidenten über die Stiftung eines
Ehrenkreuzes vom 13. 7. 34 nebſt Durchführungsverordnung.
Im Zuge der Neuordnung und Vereinfachung der
Verſorgungsgeſetzgebung wird die NSKOV auch künftig die Be=
ſtimmungen
fortlaufend herausgeben, ſo daß die Beſchaffung ander=
weitiger
Geſetzestexte und Kommentare für die NSKOV. nicht er=
forderlich
iſt. Soweit im einzelnen Verſorgungs= uſw. Falle be=
ſondere
Fragen zu klären ſind, erfolgt die Klärung durch die
NSKOV. im Benehmen mit den zuſtandigen Dienſtſtellen un=
mittelbar
.
Das Sonderheft 32 Seiten iſt zum Preiſe von
10 Pf. durch die Ortsgruppen der NSKOV. zu beziehen.
Die Sprechſtunden des Kontrollamts für Arbeitsbeſchaffung
finden Dienstags und Freitags von 912 Uhr ſtatt. Eine Ab=
fertigung
der Volksgenoſſen außer dieſer Zeit wird nicht vorge=
nommen
.
Der Gau=Perſonalamtsleiter.
Der Gauleiter hat berufen bzw. beſtätigt wurden:
1. Pg. Dr. Behrens, Frankfurt a. M., als Amtsleiter für
das Amt für Volksgeſundheit in ſeiner Eigenſchaft als Gau=
obmann
des NS. Deutſchen Aerztebundes. 2. Pg. Dr. Kranz.
Gießen, als Gaubeauftragter für das Amt für Raſſenpolitik ( Auf=
klärungsamt
), ſowie für die Abteilung Erbgeſundheit und Raſſen=
pflege
. 3. Pg. Amtsleiter Bickendorf für die Abteilung für
kulturellen Frieden. 4 Pg. Kurt Daum als Gaureferenten für
Kolonialfragen im Amt für Politik. 5. Pg. David Müller
iſt von der Dienſtleiſtung innerhalb der Propagandaabteilung
entbunden und als Gauinſpekteur berufen. 6. Pg. Georg Fr.
Eiſentraud als ſtellvertretender Gaupropagandaleiter mit
Uebernahme der Abteilung Aktive Propaganda und für Fragen
der Politiſchen Propaganda. 7. Pg. A. van Roſſum als kom=
miſſariſcher
Amtsleiter des Amtes für Technik und Leiter des
NS. Bundes Deutſcher Techniker. 8. Pg. Karl Franz Diehl als
Stellvertreter für das Amt für Technik und dem NSBDT. 9. Pg.
Alois Hildmann als Leiter der Gaufilmſtelle, nachdem Pg.
Frank Henſel als Leiter der aufgelöſten Landesfilmſtelle nach
Berlin berufen 10. Pg. Dr. Karl Schilling als Kreisleiter
für den Kreis Alzey. 11. Pg. Joſef Schimmel als kommiſſari=
ſcher
Kreisleiter für den Kreis Dillenburg.
Als Ortsgruppenleiter:
1. Kreis Limburg: Dr. Ernſt Lawaczeck für Camberg.
2. Kreis Obertaunus: Oskar Körkel für Friedrichsdorf.
3. Kreis Worms: 1 Eduard Born für Worms=Weſt, 2. Emil
Deforth für Dittelsheim, 3. Karl Winter für Monsheim,
4. Willi Wendel 2. für Mörſtadt, 5. Adam Widder für Eich,
6. Ludwig Scherner für Dalsheim, 7. Hch. Scheerer für
Mettenheim, 8. Jakob Forrer 2. für Hamm.
4. Kreis Friedberg: 1. Fritz Schneider in Butzbach, 2. Karl
Werner 3, für Fauerbach v. d. H. 3. Karl Bernhard für
Nieder=Wöllſtadt, 4. Amandus Dengler für Rockenberg, 5. Lud=
wig
Lang für Kaichen, 6. Wilh. Dehler für Holzhauſen,
7. Hugo Franke für Dortelweil, 9. Heinr. Diez für Aſſenheim,
5. Kreis Unter=Weſterwald: Joſef Metternich für Hunds=
angen
.
8. Kreis Bensheim: Franz Knapp für Bensheim.
7. Kreis Bingen: Ernſt Link 2. für Oberhilbersheim.
NS. Deutſcher Aerztebund, Kreis Darmſtadt.
Die Pflichtverſammlung des NS. Deutſchen Aerztebundes,
Kreis Darmſtadt, im Juli fällt aus. Die nachſte Verſammlung
findet ſtatt am 16. Auguſt 1934, abends 8.30 Uhr, im Saale des
Reſtaurants Sitte. Karlſtraße.
NS. Gemeinſchaft Kraft durch Freude‟
NS. Hago.
Am Sonntag, den 22. Juli 1934, abends 8 Uhr, findet im
Orpheum eine Theatervorſtellung ſtatt. Gegeben wird Der
liebe Auguſtin, Karten können zum Preiſe von 50 Pfg. bei den
Ortsgruppen=Amtsleitern, Zeitungskiosk am Verkehrsbüro ſowie
Geſchäftsſtelle (Neckarſtraße 3) abgeholt werden.
BNSDJ., Gruppe Referendare und Aſſeſſoren.
Am Freitag, den 3. Auguſt 1934, 14 Uhr ſpricht im Sitzungs=
ſaaal
der Zivilkammer II Referendar Altendorff über Intellek=
tualismus
. Ich erwarte vollzähliges Erſcheinen.
(gez.) Referendar Schmeel.

Aus den Darmſtädker Lichtſpiel=Theakern.
Union=Theater.
Polizei=Akte 909.
Der Fall Tokeramo das iſt der Untertitel des Krimi=
nal
=Senſationsfilms Polizeiakte 909 iſt eine Umdichtung des
bekannten Bühnenſtuckes Taifun, das vor Jahren kurze Zeit
die deutſchen Bühnen beherrſchte. Theaterſtück und Film laſſen
einen intereſſanten Blick werfen in die ewig geheimnisvolle Welt
der Aſiaten, inſonderheit der Japaner, die in allen ziviliſierten
Ländern alles tun was erlaubt und verboten iſt, die Spionage
treiben und vor Diebſtahl und Mord nicht zurückſchrecken, wenn
es im Dienſt ihres Vaterlandes ihres Volkes geſchieht. Der
Film iſt ſtärker als das Bühnenſtück, das heute ja wohl der Ver=
geſſenheit
anheimgefallen iſt. Er iſt überhaupt einer der beſten
Filme dieſer Art geworden, obwohl es zunächſt befremdend an=
mutet
, daß die Handlung in Paris ſpielt und daß wenigſtens
einige echte. Japaner mitſpielen und alle ein tadelloſes Deutſch
ſprechen. Einer der größten Vorzüge des Films iſt der Wegfall
der Begleitmuſik, die ſonſt vielfach gute Filme, weil ſie unmöglich
an den unmöglichſten Stellen einſetzt, ſtört. Dann aber auch der
durch ſeine Knappheit unglaublich packende Dialog und die ganz

Der Detektiv auf der Fährte
Ciane Haid und Viktor de Kowa im neuen Terra-Film
Polizei-Akte 909
ausgezeichnete ſchauſpieleriſche Leiſtung aller in tragenden Rollen
Mitwirkenden. Beſonders die Szenen, die in der Wohnung des
Dr. Tokeramo ſpielen, verbreiten eine geheimnisvolle, anziehende
Atmoſphäre der Spannung, obwohl oder gerade weil wenig Dra=
matiſches
geſchieht. Das Dramatiſche ſelbſt iſt auf wenige ſehr
eindrucksvolle Szenen beſchrankt. Es gipfelt in der vorbildlich
von der Regie auf äußerſte Knappheit und Prägnanz beſchränk=
ten
ungemein wirkungsvollen Gerichtsſzene, die ſchließlich die
Löſung des tragiſchen Konfliktes bringt, in dem ähnlich wie im
Bühnenwerk, ein Japaner für den anderen Blutſchuld auf ſich
nimmt und zu dieſem Opfer auch dann noch feſt entſchloſſen iſt,
als es ums Leben geht. Victor de Kowa ſpielt ſympathiſch
den Kriminaliſten, Liane Haid, ſchlank und elegant wie immer,
iſt ihm ebenbürtige Partnerin und kriminaliſtiſches Werkzeug.
Hervorragend verkörpert Inkiſchinoff den Dr. Tokeramo.
Ein Film, den man ſich nicht entgehen laſſen ſoll, in dem ſom=
merlichen
Programm eine wirklich hervorragende Leiſtung.
Das Beiprogramm, ebenfalls ſehr reichhaltig, bringt neben
der Wochenſchau, die u. a. den Führer kurz nach den Ereigniſſen
des 30. Juni in Berlin zeigt, ferner den Stapellauf des Panzer=
kreuzers
Admiral von Spee einen intereſſanten Kulturfilm
aus Bozen, die Liſztſche Rhapſodie vom Philharmoniſchen Or=
cheſter
Paris geſpielt, glänzend in der Wiedergabe, u. a. m. AA
Belida.
Pappi. Ein Film, dem man nur Gutes nachſagen kann
und den jeder mit wirklicher Freude anſehen wird. Schon die
Nachmittagsvorſtellung war ungewöhnlich gut beſetzt, ſei es nun,
daß Arthur Maria Rabenalt der die Regie führt, und
Joſeph Sieber noch viele Freunde aus ihrer Darmſtädter Zeit
haben, ſei es daß die Kunde von der begeiſterten Anerkennung
in anderen Städten dem Film vorausging Von ſeinen vielen
Vorzügen wollen wir zunächſt einen hervorheben, um die Beden=
ken
zu zerſtreuen, die ſich leicht an den Titel Pappi heften kön=
nen
: Der Film iſt der Gelegenheit zu Rührſeligkeit und Sen=
timentalitär
, die durch die Handlung nahegelegt war, überall aus=

gewichen und hat ſtatt deſſen, auch wo er gemütvoll iſt, ſich eines
friſchen, realiſtiſchen Tons bedient, der in vorteilhaftem Gegenſatz
ſteht zu jener peinlichen Art, auf die Tranendruſen zu drücken,
die zumal im amerikaniſchen Film beliebt iſt.
Das iſt um ſo erſtaunlicher und lobenswerter, als die Hand=
lung
, wie geſagt, die Gefahr, in unechte Gefühle abzugleiten,
nahelegt: Ein Waiſenkind von 6 oder 7 Jahren, deſſen Eltern,
ein Artiſtenpaar, tödlich verunglückt ſind, landet, weil niemand
anders es aufnehmen will, bei ſeinem ebenſo jugendlichen wie
unbemittelten Onkel (Victor de Kowa), der ſich ſeiner anfangs
durchaus nicht begeiſtert, aber immer von ſeinem guten Herzen
beherrſcht, auf die rührendſte Weiſe annimmt. Die Kleine, die
von dem entzückend begabten Filmkind Petra Unkel ſo dar=
zeſtellt
wird, daß alle Zuſchauer ſich ſofort in ſie verlieben er=
nennt
den luſtigen Onkel alsbald zu ihrem Pappi, und dieſer
fügt ſich denn auch mit gutem Humor in ſeine gar nicht einfache
Rolle. Das Spiel zwiſchen den beiden iſt das eigentliche Kern=
ſtück
der Handlung, in die dann noch die nötige Spannung kommt,
als ſich plötzlich alle möglichen Menſchen um das Kind reißen,
Vermögen hinter=

Sperrungen in Arheilgen und Eberſtadk.
Auf Grund des Artikels 65 des Geſetzes, betr. die Inn
Verwaltung und die Vertretung der Kreiſe und Propinzen ſo
der Verordnung über Vermögensſtrafen und Bußen vom 6.
1924 (RGBl. I. S. 44) werden hiermit nachſtehende Anordnun
getroffen:
1. Am Sonntag, den 22. Juli, iſt die D=Straße Frankfur
Darmſtadt-Bensheim in ihren die Ortſchaften und Gen
kungen Arheilgen und Eberſtadt durchſchneidenden Teilen
nerhalb und außerhalb der Ortſchaften von 1 Uhr früh
20 Uhr abends für jeden Fahrverkehr geſperrt.
Das Verbot gilt ſowohl für das Befahren in der N.
Süd=Richtung als auch umgekehrt. Es gilt auch für R
fahrer.
2. Der Fußgängerverkehr iſt in Arheilgen auch auf dem
ſteig der Reitbahn und in Eberſtadt auf den Fußſteigen
Darmſtädter Straße und Heidelberger Straße zwiſchen Sch
nenſtraße und Schloßſtraße geſperrt. Auf dieſer Fußſteigſty
iſt nur der notwendigſte Verkehr der Anwohner geſtattet.
Das Aufſtellen von Zuſchauern in der Nähe von Kur
unüberſichtlichen oder gefährlichen Stellen iſt verboten.
3. Das Ueberqueren der unter 1. genannten Straße in
Oſt=Weſt=Richtung und umgekehrt iſt in der Sperrzeit
Fußgänger an den in Ziffer 4 genannten Ueberſchleuſur
ſtellen nur in den dringendſten Fällen geſtattet.
4. Ueberſchleuſungsſtellen ſind:
a) in Arheilgen an der Kreuzung der Weiterſtädter Sty
und Dieburger Straße mit der Rennſtrecke (Reitbahn)
b) in Eberſtadt an der Kreuzung der Neuen Schwanenſty
mit der Rennſtrecke.
5. Die Ueberſchleuſungsſtellen werden von Polizei und
(Schleuſenwachen), die übrigen Strecken innerhalb und au
halb der Ortſchaften von Polizei und SA. überwacht. De
Anordnungen iſt unbedingt Folge zu leiſten.
6. Haustiere einſchließlich Federvieh ſind während der unte
genannten Zeit einzuſperren oder ſo in Verwahrung zu 1
men, daß eine Gefährdung der Rennſtrecke ausgeſchloſſen
7. Zuwiderhandlungen werden mit Geldſtrafe bis zu 15
RM. beſtraft.
Darmſtadt, den 19. Juli 1934.
Kreisamt Darmſtad
J. V.: Blumers.
Skudienwochen der Deutſchen Angeſtelkenſchaft
Vier Wochen nach England, Frankreich und Spanien!
Viele Angeſtellte haben den Wunſch, ins Ausland zu ge
um dort ihre bereits erworbenen Fremdſprachenkenntniſſe au
friſchen und zu vervollkommnen. Vielfach kommen dieſe Pläne
Scheitern, weil es an Zeit und an Geld für ein Viertel=
Halbjahres=Studium in den Sprachenſchulen der Deutſchen A=
ſtelltenſchaft
fehlt.
Um auch den Berufskameraden, die nur wenig Zeit zur !
fügung haben, Gelegenheit zu einem Auslandsſtudium zu ge
führt das Hauptamt für Berufserziehung der Deutſchen Angeſ
tenſchaft künftig in London, Paris und Barcelona ne
den regelmäßig laufenden Sprachlehrgängen auch Studi
wochen durch. Als Unterrichtszeit ſind vier Wochen vorgeſe
Dieſe Kurz=Lehrgänge ſind im Aufbau und in der Lehrplange
tung neu. Vorträge Beſichtigungen, in Verbindung mit e
arbeitsgemeinſchaftlichen Unterrichtsform gewährleiſten den
folg dieſer Schulung in der verhältnismäßig kurzen Zeit.
Vorausſetzung für das Studium iſt, darauf ſei beſonders
gewieſen, daß alle Teilnehmer die Sprache des betreffenden
des bereits ſoweit beherrſchen müſſen, daß ſie jederzeit dem Ur
richt folgen können. Für Teilnehmer mit nur geringen Vorke
niſſen iſt der Beſuch zwecklos.
Der Unterricht weiſt folgende Gliederung auf:
Wiederholung der Sprachlehre Die Sprache und
Schwierigkeiten Die Ausbildung des Kaufmanns in dem
treffenden Lande Handelsbriefwechſel Markt= und Bör
berichte Politiſche Wirtſchafts= und Kulturgeſchichte
Wirtſchaftsleben der betreffenden Nation.
Einmal in jeder Woche wird eine Sehenswürdigkeit der
treffenden Stadt beſichtigt.
Durch die Teilnahme an dieſen Lehrgängen wird folger
erreicht: Auffriſchung und Vertiefung der vorhandenen Spr
kenntniſſe, Einblick in das Wirtſchaftsleben und in die beſond
Eigenheiten des Landes. Dieſe geſammelten Erfahrungen bi
eine gute Grundlage zur praktiſchen Arbeit im Beruf.
Die Teilnehmer wohnen bei engliſchen, franzöſiſchen oder
niſchen Familien oder in Penſionen. Die Aufenthaltskoſten
trotz der kurzen Zeit recht niedrig. So benötigt der Teilnel
beiſpielsweiſe für London zirka 130 RM., einſchließlich Ue
nachtung, Wohnung, voller Verpflegung und Unterrichtsgebül
für Paris zirka 170 RM., einſchließlich Uebernachtung, 2
nung, voller Verpflegung und Unterrichtsgebühren und für B
celona zirka 120 RM., ebenfalls einſchließlich Uebernacht
Wohnung, voller Verpflegung und Unterrichtsgebühren.
Der Unterricht beginnt einheitlich in allen drei Schulen (!
don. Paris und Barcelona) am 14. Auguſt 1934.
Weitere Einzelheiten gibt das Hauptamt für Berufserziel
der Deutſchen Angeſtelltenſchaft, Berlin W. 57, Potsdamer=Str
bekannt.

/

fällt. Auch das iſt alles ſehr nett gemacht, wie überhaupt. A.
M. Rabenalt ein ungeteiltes Lob verdient für die lebendige,
einfallsreiche Regie, die zum Erfolg des Films nicht wenig bei=
*
trägt.

(Kile tut not, wenn man durch den Kauf von Arbeitsbeſchaffu
E Loſen beweiſen will, daß man als pflichtbewußter Volksgei
eine der vordringlichſten deutſchen Aufgaben mit hat erfu
helfen. Am 21. und 22. Juli findet die Ziehung ſtatt. Die
Volksempfinden entſprechend verteilten Treffer verſprechen au
ordentliche Gewinnausſichten.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 20. Juli 1934

Aus Heſſen.
Die Milchmarkkregelung.
Von G. Füllgruss, Berlin=Pankow, Wollankſtr. 79/80.
Ein beſonderes Kapitel in der Landwirtſchaft iſt bis vor
hresfriſt die Milchwirtſchaft geweſen. Dauernd war ſie den
angenehmſten Preisſchwankungen unterworfen, ſo daß der
nuer aus ihrem Erlös kaum noch die notwendigſten Unkoſten
ken konnte. In den Großſtädten wurden die Preiſe bis aufs
ßerſte herabgedrückt, und die Herſtellung von Butter rentiert
infolge der Einfuhr ausländiſcher Butter kaum noch. Die
rteilung der Milch im Reiche war in vielen Fällen ſo unprak=
chwie
nur möglich. Die Großſtädte bezogen ihre Milch z. B
ht aus der nächſten Umgebung, ſondern von weit her, ſo daß
Bauern in der Nähe der Großſtadt ihre Milch nicht los wur=
a
und ſie verarbeiten mußten.
Hier mußte Abhilfe geſchaffen werden. Sie geſchah einmal
rch die Regelung der Einfuhr aus dem Auslande, zum ande=
i
aber durch die des Inlandabſatzes. Die Regierung kontin=
atierte
die Einfuhr, und dieſe Mengen wurden auf die einzel=
n
Monate entſprechend verteilt. Bezüglich des Inlandabſatzes
irde den Bauern verboten reſp. Einſchränkung auferlegt, Trink=
lch
ſelbſt auf den Markt zu bringen, ebenſo Landbutter ſelbſt
rzuſtellen. Sie müſſen jetzt die Milch ihnen zugewieſenen Mol=
eien
abliefern. Von dort aus wird ſie nach Maßgabe der
arktverbände verteilt, das ſind die Milchverſorgungs= und die
ilchwirtſchaftsverbände oder die Spitzenorganiſation der Deut=
en
Milchwirtſchaftsvereinigung.
Der Erfolg dieſer Maßnahmen iſt nicht ausgeblieben. Der
utſche Bauer erhält heute durch den Feſtpreis der Butter eine
gemeſſene Entſchädigung für ſeine Mühe und Aufwendungen,
i der Trinkmilch iſt die Verteilerſpanne durch die neue Markt=
zelung
wenigſtens um 23 Pf. herabgeſetzt worden zugunſten
s Erzeugers. Die Mlchpreiſe ſind für längere Zeiträume feſt=
ſetzt
worden, wodurch es dem Bauern möglich geworden iſt,
ne Erzeugung der ſtetigen Preisentwicklung anzupaſſen. Daß
ie bedeutende Beſſerung der ganzen Lage eingetreten iſt, er=
It daraus, daß die meiſten Milcherzeuger heute 23 Pf. pro
ter mehr erhalten als vordem, wobei beſonders hervorzuheben
daß dadurch der Verkaufspreis nicht erhöht zu werden
auchte
Welches iſt nun das Ziel, das die neue Marktregelung auf
m Gebiete der Milcherzeugung erſtrebt? Sie will dem Bauern
ien entſprechenden Milchpreis auf weite Sicht garantieren. Des=
lb
iſt es auch erforderlich, daß die durch die Marktregelung
tgeſetzten Pflichten genaueſtens befolgt werden, wenn nicht die
e liberaliſtiſche Abſatzgeſtaltung wieder einreißen ſoll, an der
das Bauerntum faſt zugrunde gegangen war. Der Milch=
eis
ſpielt bekanntlich in der Wirtſchaft des Bauern eine große
ille, und deshalb iſt die Möglichkeit, infolge des Feſtpreiſes auf
ige Sicht kalkulieren zu können, für ihn von großem Wert.
is dieſem Grunde wird auch jeder einſichtige Bauer gern die
inen Pflichten, die ſich aus der Neuregelung des Milchmarktes
geben, auf ſich nehmen.
Wenn man bedenkt, welch große Umwälzung die neue Markt=
gelung
hervorgerufen hat, ſo iſt es ſtaunenswert, daß ſchon heute
lig befriedigende Reſultate vorliegen. Der Verbraucher
aucht, wie ſchon oben geſagt, keinen höheren Milchpreis zu zah=
als
bisher. Dadurch, daß der Weg vom Erzeuger zum Ver=
nucher
umgeſtaltet worden iſt, kann der Erzeuger 23 Pf. pro
ter mehr erhalten. Es wird außerdem darauf hingearbeitet,
ß die Milchpreiſe in den verſchiedenen Bezirken nach Möglich=
t
einander angeglichen werden. Feſtſtehende Tatſache iſt jeden=
ls
, daß einerſeits die Einnahmen des Bauern aus dem Milch=
rkauf
ſich merklich erhöht haben, andererſeits aber der Ver=
nucher
dadurch nicht belaſtet worden iſt.
Natürlich läßt ſich nicht mit einem Male alles hundertpro=
itig
umſtellen. Es bleiben auch hier noh einige Mängel zu be=
tigen
. Auch ſie werden verſchwinden, und Erzeuger, Händler
d Verbraucher werden bald erkennen, daß mit der bekannten
tionalſozialiſtiſchen Zähigkeit auch auf dieſem Gebiete das be=
anene
Werk bis zum Ende durchgeführt wird; denn es gilt ja
5 Wohl der Volksgemeinſchaft, deren Leitſpruch immer und
rall heißt:
Gemeinnutz geht vor Eigennutz.
Gefs.

Dg. Arheilgen. 19. Juli. Seinen Verletzungen er=
gen
. Der geſtern nachmittag hier bei dem von uns gemel=
in
Verkehrsunfall verunglückte 30jährige Juſtus Stork von
r iſt kurz nach ſeiner Einlieferung ins Krankenhaus ſeinen
veren Verletzungen erlegen. Der Verunglückte, der ein recht=
ffener
junger Menſch war, hinterläßt Frau und Kind. Der
glücksfall iſt auf ein Zuſammentreffen unglücklicher Umſtände
ückzuführen. Der Radfahrer blieb mit ſeinem Rade in den
ienen ſtecken und ſtürzte nach links unter den im gleichen
genblick überholenden Laſtkraftwagen, ſo daß er von den rech=
Hinterrädern des Wagens überfahren wurde. Es war dies
zweite Verkehrsunfall mit tödlichem Ausgang in dieſer
Re
LPD. Weiterſtadt, 19. Juli. Ehemaliger marxiſti=
er
Bürgermeiſter in Schutzhaft genommen. Der
längerer Zeit ſteckbrieflich verfolgte ehemalige marxiſtiſche
rgermeiſter Zeitz aus Fürth i. Odw. wurde geſtern hier ver=
ſtet
. Zeitz wird Unterſchlagung während ſeiner Amtstätigkeit,
igrantenhetze im Saargebiet und Verächtlichmachung der
ichsregierung vorgeworfen. Er hielt ſich nur kurze Zeit in
terſtadt auf, wurde dabei aber erkannt und in Schutzhaft ge=
mmen
.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 19. Juli. Ernteergebniſſe. Nach=
nnunmehr
die Ernte in vollem Gange iſt, liegen auch die erſten
nteergebniſſe vor. Sie ſind weit beſſer, als man allgemein zu=
ge
des anhaltend trockenen Wetters erwarten durfte. Inſon=
heit
das Korn iſt von guter Qualität. Die übrigen Getreide=
ten
liefern zwar keine Vollernte, immerhin iſt der Körnerertrag
ſch ſo daß von einer guten Mittelernte geſprochen werden
. Weizen iſt etwas dünn, iſt dafür aber in der Qualität um
beſſer. Stroh bleibt allerdings mengenmäßig hinter dem Er=
18 der Vorjahre erheblich zurück. Soweit ſich bis jetzt die Ent=
klung
der Kartoffelernte beurteilen läßt, kann man feſtſtellen,
8 die Frühkartoffeln keinen guten Ertrag liefern. Dieſen konn=
die
in den letzten Tagen niedergegangenen Regenfälle nicht
hr viel nützen. Die Spätkartoffeln ſcheinen ſich aber gut erholt
haben, ſo daß man allgemein auch hier mit einer guten Ernte
nen kann. Das Sprichwort Die Sonne hat noch keinen Bauer
n Land hinausgeſcheint ſcheint ſich auch hier zu bewahrheiten,
in jedenfalls hatte anhaltendes Regenwetter größeren Schaden
gerichtet, als langanhaltender Sonnenſchein.
C Ober=Ramſtadt, 19. Juli. Kurzſchrift Die Ortsgruppe
er=Ramſtadt der Deutſchen Stenographenſchaft, die die jüngſte
Kreisgebietes iſt, hält augenblicklich zwei Anfängerkurſe ab,
denen ſich nicht weniger als 30 Anfänger beteiligen; ein Be=
5, welch großes Intereſſe man der Kurzſchriftſache auch hier in
er=Ramſtadt entgegenbringt.
Ez. Reinheim, 19. Juli. Aus dem Gemeinderat. Als
es beſchließt der Rat, entſprechend dem Vorgehen des Reiches
) der Länder, auch dann noch einen Billigkeitserlaß rückſtändi=
Gemeindeſteuern eintreten zu laſſen, wenn die Inſtandſetzungs=
eiten
erſt mit dem 31. März 1935 beendigt ſind. Weiter wurde
hloſſen, die kommunalen Gewerbeſteuern für 1934 bei Nach=
s
weſentlicher Minderung des Gewerbeertrages und des Ge=
bebapitals
entſprechend herabzuſetzen. Grundſtücke und Gebäude.
keinen anderen Zwecken als ſolchen der NSDAP. und ihren
ederungen dienen, ſind ab 1. 4. 33 grundſteuerfrei. Ein früher
ißter Beſchluß, eine Filialſteuer in Höhe von 100 Prozent zu
ben, wird aufgehoben, und die Erhebung einer Filialſteuer
200 Prozent beſchloſſen. Als Gebühr für Feuerviſitation wird
Höchſtſatz von 5 RM. pro Tag angenommen. Das Wartegeld
Hebammen wird auf der ſeitherigen Höhe belaſſen. Der Wald=
tſchaftsplan
für 1935 wird vorgetragen und genehmigt. Der
rgermeiſter wird ermächtigt, dem Rittmeiſter a. D. Max von
llich für das von ihm zur Bahnverlegung zu erwerbende Ge=
de
4050 Pfg. pro Quadratmeter anzubieten. Zwecks Ver=
ung
der Gemeindekaſſe in das Rathaus ſoll die im erſten Stock
Nathauſes befindliche Lehrerdienſtwohnung geräumt werden.
e nicht zu Dienſträumen zur Verwendung kommenden Räume
er Wohnung werden dem Joh. Lutz als Wohnung vermietet,
auch die Stelle eines Hausmeiſters übernimmt. Als Vertreter
Gemeinde in der Generalverſammlung der Bezirksſparkaſſe
nheim wird für den ausgeſchiedenen Rat Waſenmüller Rat
cher beſtimmt. Schließlich wird noch beſchloſſen, das Gemeinde=
15 (Ortsmuſeum) verputzen und im Amtsgerichtsgebäude vier
enſträume inſtandſetzen zu laſſen.

Nr. 198 Seite 7
Tshtatent Aa deiel weerr

Dankes Zahn=Komödie.
(0) Rom. Die Göttliche Komödie, die hundert großarti=
gen
viſionären Geſänge, in denen Dante Alighieri ſeine Leſer zur
Anſchauung des dreieinigen Gottes leitete, dürfte allgemein be=
ſannt
ſein. Das Werk eines Nachkommen, oder wenigſtens
eines Namensvetters des größten italieniſchen Dichters, beſteht,
im kraſſen Gegenſatz zu den hundert Geſängen aus zwei=
unddreißig
geſunden Zähnen!
Signor Dante Bettarini, ein Römer, wollte eben ebenſo
berühmt werden wie ſein Ahn= bzw. Namensherr Dante Alighieri.
Er ging zu dieſem Zwecke mit ſeinen Freunden eine gewiß ein=
zigartige
Wette ein: Er werde einen Fiat=Wagen, beſetzt mit
zwölf Perſonen Lebendgewicht ohne fremde Hilfe in Bewegung
ſetzen. Nicht etwa am Steuerrad ſitzend, ſondern regelrecht an=
geſchirrt
. Geſagt, getan: Zwölf Männer nahmen im Auto Platz,
der Zahnvirtuoſe Dante ſpannte ſich mittels eines dicken Strickes,
deſſen Ende er zwiſchen den Zähnen befeſtigte, vor und hielt,
was er verſprach. Er beförderte die anſehnliche Laſt etwa 300
Meter, ohne daß er ſeinen Zähnen Abbruch getan hätte. Nach
der 300 Meter langen Kraftprobe auf flacher Landſtraße gelang
es dem Zahnrekorder ſogar, das ſonderbare Geſpann bergauf zu
ziehen. Er legte weitere 300 Meter zurück und erreichte damit,
ganz unabhängig von der gewonnenen Wette, was er wollte:
Alle Zeitungen ſchrieben ellenlange Berichte über das Meiſter=
ſtück
. Signor Alighieri wurde dereinſt in die Verbannung ge=
ſchickt
, aber Signor Bettarini jubelt die Menge zu ...
London und die Pariſer Hunde.
() London. Der eingeborene Londoner iſt ſchon immer
ein Künſtler darin geweſen, ſich als Fußgänger ſelbſt an den
gefährlichſten Verkehrspunkten durch den dichteſten Wagenſtrom
zu ſchlängeln. Dennoch haben die Verkehrsunfälle im Londoner
Stadtinnern in den letzten Jahren beträchtlich zugenommen.
Aehnlich ihren Kolleginnen in den Hauptſtädten des Feſtlandes,
hat die Londoner Verkehrspolizei den Fußgängerverkehr kürzlich
durch genaue Beſtimmungen neu geregelt. Sie traten vor eini=
gen
Tagen in Kraft, aber man kann kaum behaupten, daß die
Londoner von ihnen begeiſtert ſind. Auch in ihren Unſitten ſind
die Engländer äußerſt konſervativ, und ſelbſt die für die Ueber=
tretungen
der Beſtimmungen feſtgeſetzte Strafe von 5 Schillingen
hält viele nicht davon ab, nach eigenem Geſchmack den Fahrdamm
zu überqueren.
Die Londoner Verkehrspolizei hat ſich daher noch einmal mit
einem Appell an die Diſziplin der Londoner gewandt. Unvor=
ſichtigerweiſe
hat ſie dabei aber einen kleinen Lapſus begangen,
der nun von den entrüſteten Londonern leidenſchaftlich zurück=
gewieſen
wird. Sie hat nämlich den Londonern die Pariſer
Hunde als glänzendes Beiſpiel für Verkehrsdiſziplin vorgeſtellt.
In Paris, behauptete ſie, ſind die Fußgänger=Vorſchriften allen
ſo in Fleiſch und Blut übergegangen, daß ſelbſt die Hunde am
Rande des Bürgerſteiges anhalten, wenn die Verkehrsampel
Sperre anzeigt
Mit Hunden auf eine Stufe geſtellt zu werden, ſelbſt im wei=
leſten
Sinne das kann ein empfindlicher Engländer nun ein=
mal
nicht vertragen
Taizaki lebt nur von Bier allein.
(r) Hokkaido. Die Kaiſerliche Univerſität in Hokkaido
hat kürzlich mit dem japaniſchen Kaufmann Suſumu Taizaki
einen Vertrag geſchloſſen, wonach er nach ſeinem Tode dieſer
Univerſität ſeinen Leichnam hinterläßt. 20000 Mark (nach
unſerem Gelde umgerechnet) hat man ihm bereits Vorſchuß
gezahlt. Taizaki konnte das Geld gerade gut gebrauchen, denn
er hatte für ſeinen intereſſanten Körper ſoeben ſeine letzten
Erſparniſſe in Bier angelegt. Jawohl, in Bier und in nichts
anderem. Denn nur von Bier lebt Taizaki",
Vor acht Jahren hatten ſie ihn aufgegeben, wegen irgend=
einer
ſchweren Magengeſchichte. Sterben ſollte er. Was er noch
möge? Eine Flaſche Bier! Er trank und noch eine und noch
eine und wurde geſund davon. Da er feſte Nahrung nicht
verträgt, trinkt er ſeitdem nur noch Bier.
Man hat ausgerechnet, daß er in dieſen acht Jahren faſt
genau 20 000 Flaſchen Bier hinter ſeinen Kimono gegoſſen hat.
Und bei dem Vorſchuß wird er noch manches Fläſchchen
hinterher ſchicken. Aber nie etwas anderes, nur immer Bier.
Wenn Taizaki nicht davon lebte müßte es ihm eigentlich
allmählich über werden.
Ein unermüdlicher Schakſucher.
(th) New York. Die Mannſchaft der ſoeben zurückgekehrten
Forſchungsjacht des Millionärs Lewis berichtet von einem ſelt=
ſamen
Zwiſchenfall, den ſie an der Cocosinſel erlebt hat: An dem
felſigen Strand dieſer altberühmten Schatzinſel ſtand ein verwahr=
loſter
Menſch, der Zeichen gab, um an Bord genommen zu werden.

Helft Arbeit ſchaffen!

Das von der NSDAP. vor dem Altonaer Hauptbahnhof errichtete
Symbol der Arbeit; Rieſige Schwungräder treiben zwei Häm=
mer
, die auf einen Amboß ſchlagen und ſo die Aufmerkſamkeit
aller Paſſanten auf ſich lenken, um einen jeden zu mahnen, daß er
nach Kräften an der Beſchaffung neuer Arbeit mithelfen möge.

Zunächſt glaubte man, ein Irrer treibe ſich auf der Inſel um=
her
. Aber dann ergab ſich, daß es ſich um einen geiſtig ſehr ge=
ſunden
Goldſucher handelte, dem aber die Lebensmittel ausgegan=
gen
waren und der deshalb nicht weiter nach den Schätzen ſuchen
konnte, die einſt von Piraten hier verborgen worden ſein ſollten.
Der Mann war ein gewiſſer Coocknell, der der Erforſchung dieſer
Schätze bereits ſein halbes Leben gewidmet hat. Er hat, wie er
verſichert, die Schätze wenigſtens teilweiſe auch geſehen: 12
Millionen Pfund Sterling ſollen ſie wert ſein. Aber zu bergen
vermochte er ſie bisher nicht. Nun iſt er nach England unterwegs,
um im Herbſt wieder nach der Cocosinſel auszuziehen. Dann aber
will er das Gold und die Juwelen wirklich bergen, die hier im
Boden an bislang noch unbekannter Stelle ſchlummern ſollen.
Ein Königsthron kehrk heim!
(ku) Colombo. In Kandy iſt man dabei, in einem der
alten Tempel einen Ehrenplatz herzurichten, denn ein großes Er=
eignis
ſteht Ceylon bevor: Der Königsthron kehrt heim. Es iſt
mehr als hundert Jahre her, ſeit man den Thron der Könige von
Kandy von Ceylon entführte und nach England brachte, wo er
bisher im Windſor=Schloß aufbewahrt wurde.
Wenn hohe Singhaleſen, in denen die Erinnerung an die
große Vergangenheit ihrer Inſel fortlebt, nach England kamen,
ſuchten ſie dieſes Schloß auf, um einige Sekunden ſtill am Fuße
des Thrones zu ſinnen, auf dem einſt die beſten Regenten Ceylons
ſaßen. Der engliſche König, der vor einigen Wochen das Schloß
beſuchte, wurde auf dieſe Tatſache von einem Aufſeher aufmerkſam
gemacht. Da entſchloß er ſich zu einer nicht nur ſymboliſchen Geſte.
Ceylon wird alſo den Thron der Könige von Kandy zurückerhal=
ten
. Der Herzog von Glouceſter hat ſowieſo einen Beſuch der Inſel
auf ſeinem Programm ſtehen für dieſes Jahr. Er wird dann den
Thron mit hinübernehmen.
Der Thron von Kandy war einſt ebenſo berühmt, wie der
Heilige Zahn von Kandy, von dem man ſagt, daß er ein Zahn des
Buddahs geweſen ſei. Zwar behauptet man, die Portugieſen hät=
ten
den Zahn geraubt. Aber die ſinghaleſiſchen Buddhiſtenprieſter
verſichern, daß der Zahn noch da ſei, verborgen in einem Tempel
im Innern des Landes, um ihn neuen Zugriffen zu entziehen.
Doch mehr als von dem Zahn ſpricht man heute von dem Thron,
der in dieſen Wochen heimfindet zu dem Platz, an dem er in
Ceylons großen Tagen ſtand.

Le. Groß=Umſtadt, 19. Juli. Geſtern wurde der im 62. Lebens=
jahre
verſtorbene, allgemein geachtete SchreinermeiſterHeinrich Lang
von hier unter großer Beteiligung der Einwohnerſchaft, ſowie
hieſiger und benachbarter Berufskollegen. zu Grabe getragen. Die
Freiwillige Feuerwehr, deren langjähriges und verdienſtvolles
Mitglied der Verſtorbene war eröffnete den Leichenzug mit
Trauermuſik. Nach einer eindrucksvollen, erhebenden Grabrede des
Herrn Pfarrer Hartmann wurden vom Landesverband ſowie der
Innung, der Handwerkskammer, den Berufskollegen, der Feuer=
wehr
, ſowie den Altersgenoſſen, Kränze mit ehrenden Anſprachen
am Grabe niedergelegt. Schreinermeiſter Lang war auch als Obſt=
baum
= und Roſenzüchter in weiten Kreiſen bekannt.

Alleinhersteller: Günther & Haußner A.-G., Chemnitz 16 8

Cf. Birkenau, 19. Juli. In die Heimat zurückgekehrt.
Nach fünfjähriger Dienſtzeit in der Fremdenlegion iſt der Sohn
eines hieſigen Einwohners wieder in die Heimat zurückgekehrt.
Der junge Mennſch iſt froh, wieder in der Heimat zu ſein. Der
Dienſt in der Legion iſt hart und mit großen Strapazen verbun=
den
, wozu eine nicht menſchenwürdige Behandlung kommt. Nach
all dem Greulichen, was in der Fremdenlegion über Deutſchland
verbreitet wurde, war der Heimgekehrte über die vortreffliche
Ordnung und Ruhe, die er in ſeinem Vaterlande antraf, über=
raſcht
.
Bb. Bensheim, 19. Juli. Infolge der reichen Obſternte
und der damit zuſammenhängenden Notwendigkeit einer Steige=
rung
der Abſatzmöglichkeit hat der hieſige Obſtgroßmarkt
täglich eine dreimalige Marktzeit eingeführt. Der erſte Markt
beginnt um 10 Uhr vormittags, er dient ſpeziell einem Waggon=
verſand
, der 2. Markt folgt um 12.30 Uhr; ein dritter gibt dann
abends 7 Uhr Gelegenheit, das am Nachmittag gebrochene Obſt
ſofort noch abſetzen und verladen zu können, ſo daß es bereits auf
den Früymärkten der Großſtädte zum Verkauf gelangt und dem
Verbraucher alsdann zugeführt werden kann.

Heppenheim a. d. B., 19. Juli. Infolge der am Sonntag bei
der großen Deutſchlandfahrt notwendigen Verkehrseinſchränkungen.
können die Bergſträßer Feſtſpiele am Wochenende nur mit einer
Aufführung, und zwar am Samstag abend 8 Uhr, aufwarten. An
dieſer Vorſtellung können die aus dem Odenwald und dem Ried
zuſammengezogenen Abſperrformationen zu einem verbilligten
Eintrittspreis teilnehmen, da zwiſchen Schluß des Freilichtſpieles
bis zum Antreten faſt zwei Stunden liegen. Die beiden letzt=
ſonntäglichen
Veranſtaltungen hatten ebenfalls überfüllte Tri=
bünen
gebracht. Nachmittags war der B.d.M. des Kreiſes mit
600 Teilnehmern erſchienen und füllte mit den übrigen Fremden
die große Runde um den Marktbrunnen vor dem hiſtoriſchen Rat=
haus
. Abends waren ebenfalls ſämtliche Plätze ausverkauft. Unter
den Gäſten befand ſich der Heſſiſche Staatsminiſter, Pg. Jung, mit
ſeiner Familie. Staatsminiſter Jung ſprach ſich hochbefriedigt
über den Inhalt des Holzamerſchen Stückes und über die brillante
Regie und die Spielweiſe der mehr als 300 Laienſpieler aus. Die
letzten Veranſtaltungen finden beſtimmt am Sonntag, den 29. Juli.
nachmittags und abends, ſtatt.

Cp. Nieder=Roden, 19. Juli. Hohes Alter. Landwirt
Chriſtian Weiland 8, konnte heute ſeinen 82. Geburtstag be
gehen.
Eb. Heuſenſtamm, 19. Juli. Errichtung eines Ge=
meindebades
. Die Gemeinde errichtet am Bieberbach in de
Nähe des Heegwaldes ein Freibad. Die Vorarbeiten ſind bereits
ſoweit vorgeſchritten, daß ſchon in Kürze mit der Errichtung des
Bades begonnen werden kann.

jeweils morgens 5.30 Uhr.

Gernsheim, 19. Juli. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 18. d. M.: 0,03 Meter, am 19. d. M.: 0,19 Meter,

Hirſchhorn, 19. Juli. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 18. d. M.: 1,52 Meter, am 19. d. M.: 1,54 Meter
jeweils morgens 5.30 Uhr.

Aus Rheinheſſen.

Ah. Mainz, 19. Juli. Vom Rheingoldzug getötet
Auf der Eiſenbahnſtrecke bei Budenheim wurde der Bahnarbeite
S. Schmelzer aus Heidesheim von dem nach Mainz fahrenden
Rheingoldzug erfaßt und bis zur Unkenntlichkeit zermalmt. Der
Tod muß auf der Stelle eingetreten ſein. Schmelzer war von ſei=
nem
Rottenführer auf einen Dienſtgang geſchickt worden, dabei
ging er auf den Schienen, anſtatt, wie befohlen, auf der Landſtraße

[ ][  ][ ]

Seite 8 Nr. 198

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Freitag, 20. Juli 1934

Schwere Gewitker und Wolkenbrich
in England.
London. Ueber ganz England entluden
am Mittwoch abend ſchwere Gewitter mit W.
kenbrüchen. Drei Perſonen wurden durch B!
ſchlag getötet und über 30 Perſonen erlitten V
letzungen. In vielen Ortſchaften kam es zu groſ
Ueberſchwemmungen. Angeſichts der langen Dür
periode wird der Regen in ganz England begrü
Auf der in privatem Beſitz befindlichen Ir
Brownsea bei Poole Harbour iſt ein rieſie
Buſchfeuer ausgebrochen, das bereits einen T
der Inſel verwüſtet und zwölf Häuſer zerſtört h
Die Flammen werden von Truppen, Polizei 1
Arbeiterſchaft bekämpft. Die Inſel iſt als Sch
gebiet für Vögel und Tiere berühmt, von der
Hunderte in dem Brand ums Leben gekomn
ſind.

Hihewelle in der Türkei.
Iſtanbul. Auch die Türkei wird zurzeit:
einer Hitzewelle heimgeſucht, die im ganzen Lau
ungewöhnlich hohe Temperaturen mit ſich brack
In Adana in Südanatolien wurden 41 Grad C
ſius gemeſſen, in Ankara 37 Grad Celſius, we
rend Iſtanbul nur 33 Grad Celſius zu verzei
nen hat. Es ereigneten ſich zahlreiche Todesfé
durch Hitzſchlag, ſo vor allem in Smyrna. Für
Beamten iſt eine halbtägige Arbeitszeit ein
führt worden, die am frühen Morgen begit
und vor der größten Mittagshitze beendet iſt.
der Gegend von Eſchkiſchehir wütet ſeit zwei
gen ein großer Waldbrand.

Ein Geiſterſchiff.
Ein ſeltſames Geſchehnis bei Bergungsarbeite,
in Scapa Flow.
London. Ein ſeltſames Geſchehnis wird e
Scapa Flow gemeldet. Dort finden augenblick=
Bergungsarbeiten an dem früheren deutſd
Schlachtſchiff Bayern ſtatt, eines der Schi
das dort im Jahre 1919 von ſeiner Mannſch
verſenkt wurde. Die Bayern erhob, ſich
Mittwoch plötzlich zum größten Erſtaunen
Bergungsarbeiter vom Grunde der See, ſtieg et
120 Fuß bis zur Oberfläche, ſchwamm etwa e
halbe Stunde und ſank dann wieder auf
Grund.

Autounfall auf der Straße nach Grinzing.
Einer der bekannteſten nationalſozialiſtiſcher
Journaliſten Oeſterreichs getötet.
Wien. Bei dem Verſuch, einen anderen Kre
wagen zu überholen, fuhr am Mittwoch auf
Straße nach Grinzing ein däniſcher Staatsan
höriger mit ſeinem Kraftwagen in einen St
ßenbahnwagen hinein. Von den Inſaſſen
däniſchen Kraftwagens wurde der bekannte na=
nalſozialiſtiſche
öſterreichiſche Journaliſt Dr. St
tana getötet. Drei Inſaſſen wurden ſchwer 1
letzt. Auch der Führer des Straßenbahnwag
trug ſchwere Verletzungen davon. Der Wagen,
der Däne überholen wollte, wurde von dem frü
ren König von Spanien Alfons gelenkt. In
Begleitung Alfons befanden ſich ſeine Kinder
fant Don Juan und Prinzeſſin Marie Chriſt
Der Wagen des früheren ſpaniſchen Königs wu
leicht beſchädigt.
13 Schwerverbrecher aus dem Zuchthaus von Ko
ausgebrochen.
Athen. Aus dem Zuchthaus von Korfu
durch einen unterirdiſchen Gang 13 Schwerr=
brecher
ausgebrochen, die in der Nähe des al
Korfu=Beſuchern bekannten Platzes Kanonie
Barke ſtahlen und mit dieſer auf das offene M
hinausſegelten. Die ſie daran hindern wollen
Arbeiter wurden mit Meſſern bedroht. Von
Geflüchteten fehlt jede Spur. Die Bevölker
von Korfu iſt durch dieſe Gruppenflucht
Schwerverbrechern ſehr beunruhigt.
Straßenlärm übertönt die Pariſer Luftſchutzſire
Paris. Am Mittwoch wurde, wie angel
digt, der erſte Verſuch mit den Sirenen geme
durch die die Bevölkerung vor drohenden Luft
griffen gewarnt werden ſoll. Die Verſuche ha
ſich als ziemlich wirkungslos herausgeſtellt.
Straßenlärm übertönte das Sirenengeheul .
Es wurde beſchloſſen, die Lautſtärke der Sire
zu erhöhen und die Verſuche demnächſt zu wie
holen.
Tribüneneinſturz bei einem Militärkonzert
25 Schwerverletzte.
Czernowitz. Während des Konzertes ei
300 Mann ſtarken Militärkapelle, die nach i!
Rückkehr von einem Auslandsgaſtſpiel in Cze=
witz
auftrat, ſtürzte plötzlich eine vollbeſetzte
ſchauertribüne ein. Etwa 100 Perſonen wur
verletzt. 25 Perſonen mußten ſofort mit
ſchweren Verletzungen ins Krankenhaus gebr
werden. Der Unfall rief eine unbeſchreibliche
nik hervor.
Weltflug fünf amerikaniſcher Flieger.
Chicago. Fünf amerikaniſche Flieger tre
am Donnerstag einen Flug um die Welt an
ſtiegen mit ihrem Sikorſky=Waſſerflugzeug
erſten Etappe nach New York auf. Am Dien
wird der Flug von New York nach den Bermt
fortgeſetzt. Als Landeplätze ſind bis jetzt noch
Azoren, Paris, Berlin und Moskau vorgeſe

Ueberſchwemmungsnok und Bandift
plage in der Mandſchurei.
Mukden. Im nordmandſchuriſchen Ue
ſchwemmungsgebiet ſteigt das Waſſer immer
an. Bereits jetzt rechnet man damit, daß 40 r
der Ernte vernichtet iſt. Die verzweifelten
dem Hungertode nahen Bauern ſchließen ſich
und mehr den Räuberbanden an, die allentha
eine verſtärkte Tätigkeit entfalten und Eiſenbe
züge, Autobuſſe, Dörfer und ſogar Städte u
fallen. Neuerdings kam es auch in der
lichen Mandſchurei und beſonders in der Pro
Jehol zu heftigen Wolkenbrüchen, die ausgede
Ueberſchwemmungen hervorriefen. Ganze D0
wurden von den Fluten fortgeſpült. Hunderte
Menſchen ſind ertrunken.

Der Arbeitsdienſt vor dem Führer.

Adolf Hitler verabſchiedet im Hofe der Reichskanzlei den dritten Lehrgang der Reichsführerſchule
Potsdam des deutſchen Arbeitsdienſtes.
Hinter dem Führer von links: Staatsſekretär Hierl, der Reichsleiter des deutſchen Arbeitsdienſtes:
der Adjutant des Frührers, Gruppenführer Brückner; der Leiter der Schule, Gauarbeitsführer
Lancelle.
Die erſte Aufnahme von der Ueberſch
95=

Kakaſtrophe in Polen.

Die überflutete Stadt Wojnicz am Dunajec.
Ein verhältnismäßig harmloſes Bild von der furchtbaren Hochwaſſer=Kataſtrophe, die das ſüdpol=
niſche
Karpathen=Vorland betroffen hat, Städte, Dörfer und Gehöfte überflutet.

Reich und Ausland.
Schweres Bergwerksunglück
in Oberbayern.
München. Wie der Betriebsführer der Ge=
werkſchaft
Marienſtein bei Schaftlach meldet,
verunglückten vorgeſtern nachmittag drei Berg=
leute
tödlich. Der Unfall ereignete ſich in einem
ſenkrechten Aufbruch in etwa 30 Meter Höhe durch
plötzlichen Ausbruch von Gaſen, deren Beſchaffen=
heit
noch geklärt werden muß. Als die zwei an der
Unfallſtelle beſchäftigten Leute zur üblichen Pauſe
nicht heruntergeſtiegen waren, ſtieg ein dritter
Bergmann in den Aufbruch hinauf, um nachzu=
ſehen
, was los iſt. In einigen Metern Höhe wurde
er bewußtlos und ſtürzte leicht verletzt ab. Darauf=
hin
ſtieg ein weiterer Kamerad hoch und kehrte
nicht mehr zurück. Die in der Nähe beſchäftigten
Leute alarmieten die Rettungsmannſchaft, der es
nach ſtundenlanger mühevoller Arbeit gelungen
iſt, die verunglückten drei Bergleute, bei denen
Wiederbelebungsverſuche erfolglos waren, zu ber=
gen
. Bei den überaus ſchwierigen Rettungsarbei=
ten
das Unglück ereignete ſich auf der 600= Me=
ter
=Sohle erlitten ein Rettungsmann eine
ſchwere und mehrere Rettungsmänner leichte Gas=
vergiftungen
. Die bergbehördliche Unterſuchung
wurde ſofort eingeleitet.

Den Baker um 3100 RM. beſtohlen.

Limburg. Ein im benachbarten Elz woh=
nender
penſionierter Beamter hatte ſich im Laufe
der Jahre ein Vermögen von 3160 RM. erſpart
und auf der Sparkaſſe angelegt. Da der Mann das
Geld für notwendieg Anſchaffungen in ſeinem
Haushalt benötigte, hob er es ab und verwahrte
es in ſeiner Wohnung. Hiervon hatte der 20jähr.
Sohn Kenntnis erhalten und mit einem gleich=
altrigen
Freunde beraten, wie ſie ſich in den Be=
ſitz
des Geldbetrages ſetzen, und was ſie damit an=
fangen
könnten. Der Sohn entwendete das Geld
dem Vater und vergrub es im Felde. Die beiden
Freunde hatten verabredet, mit dem Gelde ins
Ausland zu flüchten, um ſich dort als Anſiedler
niederzulaſſen. Die Eltern hatten indeſſen das
Verſchwinden des Geldbetrags bemerkt und An=
zeige
erſtattet. Der Sohn und deſſen Freund wur=
den
von der Polizei als Diebe ermittelt und nach
ihrer Vernehmung dem hieſigen Gerichtsgefängnis
zugeführt. Bisher konnten nur 200 RM. von dem
entwendeten Betrag aufgefunden werden.

Urteil im Prozeß wegen des Pforzheimer
Eiſenbahnunglücks.
Karlsruhe. In dem Prozeß gegen die An=
geklagten
Brand und Augenſtein wurde folgendes
Urteil gefällt: Beide werden wegen fahrläſſiger
Tötung nach § 222 Ziffer 2 und wegen fahrläſſiger
Körperverletzung nach § 230 je in rechtlichem Zu=
ammentreffen
mit fahrläſſiger Transportgefähr=
dung
nach § 316 Ziffer 2 zu einer Gefängnisſtrafe
von je acht Monaten verurteilt, auf die ſieben
Wochen Unterſuchungshaft angerechnet werden.
Die Angeklagten haben die Koſten zu tragen. Die
Haftbefehle werden aufgehoben.
Huſavarna hat eine Pechſträhne.
Köln. Ein eigenartiger Unfall ereignete ſich
am Mittwoch in der Nähe des holländiſchen Ortes
Harderwyk auf der Landſtraße nach Nunſpeet. Ein
Laſtkraftwagen der bekannten ſchwediſchen Mo=
torenfabrik
Huſavarna, der ſieben Rennmaſchinen
geladen hatte und auf dem ſich der bekannte ſchwe=
diſche
Rennfahrer Sundquiſt mit zwei Begleitern
befand, geriet plötzlich aus noch unaufgeklärter
Urſache in Bxand. Der Wagen brannte mit ſeinem
koſtſpieligen Inhalt, der aus den ſieben Renn=
maſchinen
und einer Tonne Reſerveteilen beſtand,
vollſtändig aus. Der Rennfahrer Sundquiſt konnte
ſich mit den beiden Begleitern im letzten Augen=
blick
in Sicherheit bringen. Unter den Rädern, die
bereits im Großen Preis von Belgien, wo ſie von
Huſqvarna=Vertretern gefahren worden waren,
großes Pech hatten, befand ſich auch die Maſchine
des bei dem Rennen ums Leben gekommenen hol=
ländiſchen
Rennfahrers van der Pluym. Die Hitze,
die der brennende Wagen ausſtrahlte, und die in
der Hauptſache durch das Zerſpringen mehrerer
Sauerſtoffzylinder verurſacht wurde, war ſo ge=
waltig
, daß bis auf 200 Meter Entfernung in
allen Bauernhöfen die Fenſterſcheiben zerſprangen.
Auch mußten eilige Vorkehrungen getroffen wer=
den
, um ein Uebergreifen des Brandes auf die
umliegenden Häuſer und Heuſchober zu verhüten.

Hohe Ehrung für Adolf Brütk.

Der bekannte Bildhauer Profeſſor Adolf Brütt,
dem auf Vorſchlag der Preußiſchen Akademie der
Künſte durch den Kultusminiſter Ruſt ein Ehren=
ſold
von 2000 RM. auf die Dauer von fünf Jahren
bewilligt wurde.

100 Perſonen in Weſtgalizien ertrunken.
Warſchau. Unter dem Protektorat des
Staatspräſidenten Moscicki und des Marſchalls
Pilſudſki hat ſich in Warſchau ein zentrales Hilfs=
komitee
für das durch die Ueberſchwemmung heim=
geſuchte
Gebiet Polens gebildet, das am Mitt=
woch
unter dem Vorſitz des Finanzminiſters, Prof.
Zawadzki, zuſammentrat.
Unterſtaatsſekretär Korſak vom Innenminiſte=
rium
berichtete über den Zuſtand in den gefähr=
deten
Wojewodſchaften. Der Umfang der Kata=
ſtrophe
laſſe ſich vorerſt noch gar nicht abſehen, da
die Ueberſchwemmung fortſchreite. In der Woje=
wodſchaft
Krakau ſeien 15 und in der Wojewod=

Hannover. Nach den zahlreichen Moorbrän=
den
, die in der letzten Zeit die Umgebung Han=
novers
heimſuchten, wird jetzt aus dem Kreis
Neuſtadt am Rübenberge ein Rieſenbrand ge=
meldet
. Dort ſind in der Gegend von Wunſtorf an
mehreren Stellen Moorbrände ausgebrochen, die
auch auf den Hochwald zwiſchen Wunſtorf und
Neuſtadt übergriffen. Es brennt zurzeit in einer
Ausdehnung von etwa 3 Kilometer. Außer 250
Mann Reichswehr wurden Kräfte des Freiwilligen
Arbeitsdienſtes, der freiwilligen Feuerwehr und
der Techniſchen Nothilfe aus Hannover eingeſetzt.
Insgeſamt ſind rund 1000 Mann bei der Löſch=
arbeit
tätig. Der Brand erſtreckt ſich auf ein Ge=
lände
von über tauſend Morgen.
Dyesden. In dem im Gottleubatal gelege=
nen
Zweigwerk der Oſthuſhenrichwerke in Hei=
denau
, in dem in erſter Linie Pappen hergeſtellt

ſchaft Lemberg 4 Kreisbezirke beſonders ſtark
heimgeſucht.
Weitere Anliegerortſchaften an der Weichſel
ſtänden, da der Fluß dauernd ſteige, in Gefahr.
Die Zahl der ertrunkenen Perſonen betrage etwa
100. Der Materialſchaden ſei umſo erheblicher,
als die Ernte in vollem Gange war. Die Ueber=
ſchwemmung
erſtrecke ſich bis jetzt auf ein Gebiet
mit etwa 2 Millionen Menſchen, die ihr ganzes
Hab und Gut verloren hätten.
Die Stadt Krakau wird weiter geräumt, da
der Waſſerſtand der Weichſel bereits 5 Meter den
Normalſtand überſteigt und den Höhepunkt wahr=
ſcheinlich
erſt Donnerstag früh erreichen wird.

willigen Arbeitsdienſtes an die Brandſtelle ge=
rufen
und bei den Löſcharbeiten eingeſetzt.
In der zweiten Nachmittagsſtunde waren ſämt=
liche
Fabrikgebäude bis auf die Grundmauern
niedergebrannt.
Die in der Nähe ſtehenden Baulichkeiten konn=
ten
vor einem Uebergreifen des Feuers bewahrt
werden. Dagegen iſt das die Fabrik umgebende
Wald= und Buſchgelände in Mitleidenſchaft ge=
zogen
worden.
Außer den Gebäuden wurden große Holzvor=
räte
, die ſich auf Tauſende von Kubikmetern be=
ziffern
, vernichtet.
Der Schaden dürfet ſich auf rund 1 Million
RM. belaufen. Das Werk beſchäftigt etwa 130 Ar=
beiter
. Man vermutet, daß das Feuer durch Selbſt=
entzündung
entſtanden iſt. Die übrigen Werke des
Unternehmens erleiden durch den Brand keine Be=
einträchtigung
.

Neue Brand=Kataſtrophen.
Ueber 1000 Morgen Moor und Wald bei Hannover in Flammen. Großſeuer
in einer Pappenfabrik bei Dresden. 1 Million Reichsmark Schaden.
werden, brach am Donnerstag früh ein Brand
aus, der mit raſender Schnelligkeit um ſich griff
Folgen der abnormen
und ſich in kurzer Zeit auf die ganze Fabrik aus=
breitete
. Außer den Feuerwehren von Heidenau
und Pirna wurden auch die Fabrikwehren der
Trockenheil.
ganzen Umgebung ſowie Abteilungen des Frei=

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 198 Seite 9

umm

ch Grinzing
ſozialiſtiſcher
getötet.
anderen K

s von
Lano

Von Beetfeiden iamr Herchhorn.

Vom Bahnhof Hetzbach, der an jedem Montag fröhliche
end unſeres Realgymnaſiums nach ihrem hochgelegenen, muſter=
eingerichteten
Landheim Etzean entſendet, bringt mich das
nchen, das in ſeinem Abteil noch einen leibhaftigen Ofen hat,
der Stadt Beerfelden. Ich habe keine Zeit, die bekannte
te des Galgens zu beſuchen, jenes ſegensreichen Inſtru=
tes
der Juſtiz, das wir in Zeiten der Schieber und Schnorrer
erzlich vermißt haben, ſondern ich gehe zum Urſprung einer
Quellbäche der Mümling, der Hetzbach genannt wird. Man=
ſtarke
Strom könnte lachen, wenn er eine ſo üppige Wiege
e. Die Quelle in Beerfelden iſt ſo ſtark, daß ſie ſofort 12 Brun=
öhren
kräftig ſpeiſt. In dem alten Bauernort (Bawrfelden),
Ludwig der Bayer zwei Jahre vor Darmſtadt das Stadtrecht
ieh, freue ich mich der neu verputzten, ſtattlichen Häuſer und
ite durch die Sprengergaſſe am Amtsgericht vorbei nach dem
denmal, das an der Abzweigung der nach Rothenberg und
nach dem Finkenbachtal führenden Straße liegt, von grünen
agen umgeben. Ein mächtiger Felsblock, auf einen Sandſtein=
gehoben
, von dem Eiſernen Kreuz gekrönt, ſoll das zähe Be=
en
unſerer Helden ehren. Ein Fußpfad, der die Landſtraße
chtet, führt mich weiter, bald geſtattet er einen zur Rechten,
zur Linken weiten Blick in die waldgekrönten Bogen unſerer
en, bald läßt er mich in die Kühle des Waldes verſinken.
)en und Tannen beherrſchen die ſiedlungsarme Gegend. Ein
her Wind ſchlägt der Sonne ein Schnippchen.
Nach kurzem Gang durch freies Feld läßt mich der langge=
ne
Luftkurort Rothenberg 80 Meter ſteigen. Der Name
nert daran, daß auch hier, wie an vielen Stellen unſeres
erlandes, Siedlungs= und Anbauflächen durch Roden des Wal=
gewonnen
wurden. Die große Ueberraſchung des Weitermar=
iſt
der an einer Waldecke ſich darbietende Neckarblick. Die=
wunderbare
Bild hält den Wanderer lange feſt. Der liebliche
ß, heute mit ſpiegelglatter, glänzender Fläche, drängt ein gro=
S auf mich zu, an ſeine Seiten lehnen ſich weite Wieſen, die
eigend den waldgeſchmückten Höhen zuſtreben. Dann kommen
langen Wegſchlangen, die mich zur Burg des erſehnten Neckar=
ſchens
hinabſchrauben.
In Hirſchhorn vermählt ſich der Reiz ſchöner Landſchaft
reicher Fülle geſchichtlicher Erinnerungen. Wer vom ſchaukeln=
Kahn den Blick aufwärts richtet, iſt noch beſſer daran, als der
derer, der von der Burg nach der alten Stadt hinabſchaut,
gar nicht daran gedacht hat, daß einmal in ihrer ſchmalen
ptſtraße das dreiſte Auto den friedlichen Bürger an die Wand
en könnte. Die Burganlage, eine Arbeit von Geſchlechtern,
in Trümmern ein Bild der Stärke und Wucht, auf die Ter=
n
des Schloßbergs geſchichtet, zerfällt in drei Teile. Mein
führt mich zunächſt in die obere Burg mit dem alles über=
nden
, in den Himmel ſtechenden Wartturm. Der am beſten er=
ene
Teil der großen Anlage iſt ein ſtattlicher Renaiſſancebau
geſchnörkelten Giebeln und traulichem Erker. Ich beſichtige die
gbeinſche Sammlung, die hier oben untergebracht iſt. Ich muß
ehen, mich intereſſieren bei der Führung mehr die Nachrichten
den ſeltſamen Sammler und die ſchönen Blicke aus den Fen=
als
die Sammlung ſelbſt, die alles Mögliche zuſammenträgt
dem Siruptopf, mit deſſen Inhalt der verhaftete Theologe
wig Sand ſeinen Huſten heilen wollte, bis zu der Marmor=
I, auf der Gott dafür gedankt wird, daß er Anno 1586 reich
arm, Fürſten und Bettlern, durch Franz Drake die Kartoffeln
henkt hat. Karl Langbein, geſtorben 1881, war der Gaſtwirt

Wanderung nach Hirſchhorn am Reckar.
Sonntagskarte Hetzbach. Fahrpreis
verepget ab Oſtbahnhof 2,90 RM. Fahrt mit
der Odenwaldbahn nach Hetzbach. Von
hier mit der Nebenbahn oder zu Fuß
Beeßvechen nach Beerfelden (420 Meter, Mümling=
quellen
, Kirche, Galgen). Durch das
Städtchen zur Beerfelder Höhe mit
ſchönem Fernblick. Zeichen + blau nach
2 Stunden Rothenberg (420 Meter),
im Ort links, ſpäter rechts in ſüdweſt=
licher
Richtung, Kortelshütte bleibt
rechts, durch Wald zum Neckarblick.
NorneNBé R6
von hier ſteil ab nach 4 Stunden
Schloß und Stadt Hirſchhorn. (Ulfen=
und Finkenbachtal, Schloß, Karmeliter=
kirche
, Stadtmauer, Neckarſtauſtufe,
ſeBERBge Ersheimer Kapelle mit Friedhof und
Elendſtein von 1393 auf der anderen
Neckarſeite). Rückfahrt über
Eberbach. Einfache Karte bis Hetzbach
(Ainschtennt
löſen. Fahrpreis 1,30 RM.

zum Ochſen in Hirſchhorn, bekannt als Tier= und Pflanzenfreund
und als Sammler. Nach ihm wurde das Gaſthaus zum Naturali=
ſten
umgetauft. Alte Heidelberger Studenten wiſſen noch man=
cherlei
von dieſem eigenartigen Kauz und ſeinen Schweſtern zu
erzählen. Viel wertvoller als ein Verweilen bei der Langbein=
Sammlung iſt eine ſtille Einkehr in der Schloßkapelle, in der wert=
volle
Fresken des 13. Jahrhunderts, die eine pietätloſe Hülle ver=
ſchandelte
, wieder freigelegt ſind. Der Abſtieg führt zur unteren
Burg. Die Aufmerkſamkeit feſſeln die durch einen Wehrgang ver=
bundenen
ungleichen Turmbrüder, der eine rund, der andere vier=
eckig
, beide feindwehrende, kecke Geſellen. Durch einen efeu=
umrankten
Torbau gelange iſt zu der Vorburg.
Die Edlen von Hirſchhorn, einſt Mainziſche Lehnsleute, waren
um 1360, zu einer Zeit, in der viele ihrer Standesgenoſſen um ein
Wams bettelten und ſtahlen, erſtaunlich reich; manchem Kaiſer,
der in der Klemme war, haben ſie aus ihrer Taſche ausgeholfen.
Von König Wenzel erwirkten ſie das Recht, das an den Fuß des
Berges gelehnte Dörfchen mit Mauern und Türmen zu umgeben.
Burgbefeſtigung und Dorfſchutz wurden ſo zu einer geſchloſſenen
wehrhaften Anlage. Schon 1396 erhielt Hirſchhorn Stadtrecht. Mit
zu den erſten Bekennern des neuen Glaubens gehörten die Ritter
Georg II. und Engelhard IV. Aus dem berühmten Rittergeſchlecht
ragt hervor, Hans X., klein an Land, groß an Verſtand, ein den
Zeitgenoſſen weit voraneilender Geiſt, ein vorbildlicher Geſetz=
geber
, ein Reformator auf allen Gebieten. Der letzte dieſer reiſi=
gen
Recken war der heißblütige Friedrich von Hirſchhorn, der 1600
im Zweikampf den letzten Ritter von Handſchuhsheim erſtach und
in der Kilianskirche zu Heilbronn ſein Grab fand. Nach ſeinem
Tod fiel Hirſchhorn wieder an Kurmainz, damit kehrte der alte
Glaube zurück, und dem Meßopfer öffnete ſich wieder die ſchöne
gotiſche Kirche des Karmeliterkloſters. In dieſem zur
Sühne für eine Jähzornstat errichteten Gotteshaus, und der ange=
bauten
St. Annakapelle feſſeln uns neben gotiſchen Malereien die
Grabdenkmäler der Hirſchhorner Ritter, eine in Stein geſchrie=
bene
Familiengeſchichte.
In dem ſchönen, heſſiſchen Städtchen, das mit ſeinen alten,
bunten Häuſern, mit Türmen und Mauern, mit Zeugniſſen gedie=
gener
Handwerkskunſt auf Schritt und Tritt in eine ſtolze Ver=

gangenheit weiſt, trat man dem Eindringen neuzeitlicher Zweck=
bauten
mit ſtarken Bedenken entgegen. Aber die Neckar=Stau
ſtufe hat dieſe Befürchtungen zerſtreut. Die Technik hat doch
Bauformen gefunden, die das Landſchaftsbild nicht verſchandeln.
Oberhalb Hirſchhorns zwingt der Vorſprung des Hungerbergs
den Neckar zu einem großen Bogen. Die ſo entſtehende Halbinſel
trug ſchon im 8. Jahrhundert das Dorf Ersheim. Die ſtattliche
Siedlung, von Ueberſchwemmungen bedroht, wurde kleiner und
kleiner. Das geſchützter liegende Hirſchhorn lockte die Gefährdeten.
Ein paar Ziegelbrenner ſind die letzten, die aushalten. An die Ver=
gangenheit
erinnern die Ersheimer Kapelle und der Friedhof mit
dem Elendſtein, einer ſchön gearbeiteten gotiſchen Säule, die
einen kleinen, durch ein Glasfenſter geſchloſſenen Raum zum An=
bringen
eines Lichtes enthält. Soll dieſes Licht, das alle Finſter=
nis
bannt, ſchützen vor den Geiſtern, die in dieſem Grunde ihr
Weſen treiben? Geheimnisvolle Schauer lagern über dem Geiſter=
gottesdienſt
zu Ersheim in der Allerſeelennacht. Wer möchte in
mitternächtiger Stunde dem großen, ſchwarzen Hund begegnen, der
den verborgenen Schatz der Ersheimer Kirche bewacht und den
Schlüſſel zu der eiſernen Goldkiſte in ſeinem Maul trägt? Wer
möchte etwas zu tun haben mit dem Ritter Lindenſchmitt, dem
Miſſetäter, der unſtet umherreiten muß mit kohlrabenſchwarzem
Roß, ſein abgeſchlagenes Haupt unterm Arm tragend?
Doch was wäre Hirſchhorn ohne den Neckar, den Vater des
Fremdenverkehrs, den nie verſagenden Bringer von Leben, Glanz
und Freude, den Freund der Plantſcher, Schwimmer, Paddler,
Ruderer und Bordbummler? Laute Fröhlichkeit ſchallt mir ent=
gegen
von dem kleinen Dampfer, der Heilbronn mit Heidelberg
verbindet. Aber der friedliche Fluß hat auch ſeine Launen und
Tücken. Alte Bücher erzählen von dem Zwinger Loch, einem
gefährlichen Strudel im Neckar, und einer anderen notbringenden
Stelle unterhalb Hirſchhorns, der Spielmannsfurt. Dieſer
Name erinnert an die fünf Muſikanten, die von der Hochzeitz
Friedrichs von Hirſchhorn und der Urſula von Sternfels heimkeh=
rend
, im den Grund gezogen wurden, als ſie gerade ein heiteres
Stücklein angeſtimmt hatten.
Die Erlebniſſe meines beglückenden Wandertages weihe ich,
indem ich noch einmal den Neckartalroman des badiſchen Dichters
Mdolf Schmitthonner leſe Das deutſche Herz=
und von dem Heidelberger Stadtpfarrer, der ſich in ſeiner Er=
zählerkunſt
ſtolz neben Wilhelm Raabe ſtellen darf, laſſe ich mich
noch einmal nach Hirſchhorn führen.
E. K.

Aus deutſchen Kurorken und Sommerfriſchen.
Sommerfriſche und Strandbad Kleinheubach a. M.
Kleinheubach im herrlichen Maintal, zwiſchen Speſſart und
Odenwald gelegen bietet mit ſeiner reichen Vegetation und ſeiner
ozonreichen Atmoſphäre vorzügliche Erholung. Das reizvolle
Landſchaftsbild mit dem Engelberg und ſeiner Kloſterkirche
am rechten Mainufer, links der prachtvolle Park des Fürſten zu
Löwenſtein, bieten allein ſchon dem Auge des Beſchauers ſoviel
Eigenartiges und Schönes, daß ſie ihm dauernd in Erinnerung
bleiben werden. Die Sommerfriſche Kleinheubach (131 Meter über
dem Meere gelegen), zählt 1400 Einwohner und iſt wegen ſeiner
zentralen Lage Ausgangspunkt größerer und kleinerer Ausflüge.
Das außergewöhnlich milde Klima macht Kleinheubach bereits
im Frühjahr bis zum Spätherbſt zu einem angenehmen Aufent=
halt
. Sein neueſter Anziehungspunkt iſt das neuangelegte
Strandbad, das ganz beſonders ideal gelegen iſt, und mit ſei=
ner
innigen Verbundenheit mit der Natur, mit dem Blick auf den
weithin bekannten Engelsberg ein Waſſer= und Luft= Kur=
platz
wie ſelten einer.

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[ ][  ][ ]

Seite 10 Nr. 198

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sooct, Spiel und Jucnen

Am die Deutſche Polizei=Zußball=
Meiſterfchaft.
Am Sonntag nachmittag 17 Uhr tritt die heſſiſche Polizeielf
zu ihrem erſten Spiel um die Deutſche Polizei= Fußballmeiſter=
ſchaft
in Darmſtadt an. Gegner der Heſſen iſt die Mannſchaft der
Polizei=Inſpektion Mitte (Magdeburg) Ueber die Spielſtärke
der Gäſte iſt hier wenig bekannt, denn hier tritt den Heſſen nicht
eine Vereinsmannſchaft gegenüber, ſondern eine aus den beſten
Polizeifußballern des

es fiten Fiſf des Stüſchelfeire De Dirc deie Aiſf
weſentlich verſtärkt wurden. Beſonders der Sturm der Heſſenelf
hat durch Um= und Neueinſtellungen an Schlagkraft ſtark ge=
wonnen
. Die Namen der Spieler Schurr, Doumont und
Keck ſind wohl den meiſten Kennern nicht unbekannt. Während
Schurr von Union Böckingen kam, wo er noch aus den letzten
Meiſterſchaftsſpielen in guter Erinnerung iſt, gehörte Doumont
lange Jahre zur Elite der Offenbacher Kickers. Auch Keck, früher
Germania Bieber, iſt in Fußballkreiſen kein Unbekannter. Sein
techniſches Können und ſeine ganz enorme Schußkraft auf beiden
Füßen ſtempeln ihn zu einem Spieler von Format. Neben dieſen
erfahrenen Könnern ſtehen noch Pfeiffer und Göbel, die ja der
einheimiſchen Fußballgemeinde auch nicht unbekannt ſind. Bei
einigermaßen Verſtandnis müßte dieſer Sturm zu ſpielen ver=
ſtehen
. Man wird deshalb auf das erſte Auftreten dieſer Mann=
ſchaft
geſpannt ſein.
Die Meiſterſchaft ſelbſt wird nach dem k.o.=Syſtem ausgetra=
gen
, bei welchem bekanntlich Ueberraſchungen keine Seltenheit
ſind. Die einheimiſche Mannſchaft ſoll aus dieſem Grunde ihren
unbekannten Gegner nicht zu leicht nehmen. Will die Mannſchaft
nicht ſchon gleich an der erſten Hürde ſtraucheln, ſ muß ſie ſchon
von Anbeginn mit dem nötigen Ernſt bei der Sache ſein.
Das Spiel, welches auf dem Polizeiplatze ſtattfindet, bietet
den Fußballfreunden eine angenehme Abwechſlung in der verr=
zeit
und kann nur jedem Anhänger des runden Leders empfohlen
werden.
Der Spork des Sonnkags.
Beginn der Deutſchen Kampfſpiele.
Der 22. Juli bringt den Beginn der 4. Deutſchen Kampf=
ſpiele
mit zahlreichen Veranſtaltungen in Nürnberg ſelbſt und
einigen aus Zweckmäßigkeitsgründen an anderen Orten ſtatt=
findenden
Meiſterſchaftswettkämpfen. Die Mehrzahl der im ſonn=
täglichen
Sportprogramm enthaltenen Wettbemerbe gehören alſo
ſchon zu den Deutſchen Kampfſpielen, die damit einen machtvollen
Auftakt erleben. In Nürnberg ſelbſt werden das Einer=
Streckenfahren der Radfahrer, die erſten Kämpfe
der Fechter und der Waſſerballer neben dem als Auftakt
gedachten Bayeriſchen Landesturnfeſt abgewickelt.
Außerhalb Nürnbergs finden in Halle, die Bahnwettbe=
werbe
der Radfahrer, in Mainz die Wettkämpfe der
Ruderer und auf dem Starnberger See die Langſtrecken=
kämpfe
der Kanufahrer, ſämtlich zugleich als Deutſche
und Kampfſpielmeiſterſchaften, ſtatt. Die hervorſtechendſten ſon=
ſtigen
Ereigniſſe des Sportſonntags ſind die 2000= Kilo=
meter
=Fahrt durch Deutſchland, das Amerikaner=
Sportfeſt in Frankfurt und der 15. Rhön= Segel=
flug
=Wettbewerb auf der Waſſerkuppe.
Das Wochenende bringt einige intereſſante Tennis= Tur=
niere
. In Mannheim treffen die beſten badiſchen Spieler auf
einige gute Kräfte aus Frankreich und der Tſchechoſlowakei, und
in Düſſeldorf ſind ebenfalls ausländiſche Spieler beteiligt.
Ein internationales Turnier geht außerdem noch in Zürich in
Szene. Im Kampf um den Davispokal begegnen ſich die
alte und neue Runde. In Wimbledon liefern ſich Auſtralien
und USA. den Kampf im Interzonenfinal, deſſen Sie=
ger
im Endkampf um den Pokalkampf 1934 auf den Verteidiger
England trifft. Die Ausſcheidungsrunde für 1935 wird mit dem
Kampf Polen Belgien in Warſchau eingeleitet.
Im Pferdeſport iſt das Programm wieder recht um=
fangreich
. Im Mittelpunkt der Rennen in Hoppegarten
ſteht der Lehndorff=Preis, Deutſchlands längſtes über 4000 Meter
führendes Flachrennen. Weitere deutſche Galopprennen bringt
der Sonntag in Düſſeldorf und Bad Kreuznach. Das
Verdener Reitturnier, eines der größten Turniere der
Welt, wird am Sonntag beendet.

Turngemeinde Beſſungen 1865 e.V. Am Sams=
tag
, den 21. Juli, pünktlich um 21 Uhr, findet unſere nächſte Mo=
natsverſammlnug
ſtatt. Das Erſcheinen aller Mitglieder iſt
Pflicht.

Gau= und Kreis=Stromſchwimmen
der Zarnerſchistinmer.
Gernsheim am Rhein iſt wieder am Sonntag, den 22.
Juli, der Schauplatz des zur Ueberlieferung gewordenen
Stromſchwimmens der Turnerſchwimmer. Nicht nur die Lang=

ſtreckenſchwimmer des einheimiſchen Kreiſes treffen ſich dort, ſon=
dern
man hat mit dem Kreisſtromſchwimmen auch gleichzeitig
dasjenige des geſamten Gaues 13 (Südweſtmark) der D.T. mit
zur Ausrichtung übernommen. Die beſte Beſetzung iſt daher durch
den 18 Kreis der bekanntlich unter der ehem. Bezeichnung
Main=Rhein=Gau alljährlich ſeine Stromſchwimmen durchführte,
erfolgt Turn= und Sportgemeinde 1846, Jahn Darmſtadt 1875,
Pfungſtadt, Eberſtadt und nicht zuletzt Arheilgen ſtellen das
größere Aufgebot. Saar und Pfalz iſt gegen das Rhein=Main=
Gebiet weniger gut vertreten. Bei der Durchſicht der Meldeliſten
ſtößt man auf die Namen alter Kämpen, die auch diesmal ſich
gegenſeitig den Rang ſtreitig zu machen verſuchen, und ſo ſoll
die Vorſchau
kurz auf den Verlauf der Kämpfe hinweiſen und die Namen der
zu erwartenden Sieger bringen,
Die Turnerklaſſen.
Bei der Ober= und Mittelſtufe der Turner trifft die
Bezeichnung alte Kämpen in erſter Linie ein, und zwar gehen
in erſterer Repp (Arheilgen), Tangjahr (Jahn Darmſtadt) an
den Start, und dürften dieſe beiden um den Sieg ringen. Der
älteſte Kämpe dürfte Weiß (Jahn Dſtdt) ſein, der mehrfach ſchon
die Siegerlorbeeren im Stromſchwimmen ernten durfte. Sambale
(Mainz) dürfte als ernſter Gegner angeſprochen werden. In der
Mittelſtufe dürfte neben Lohrer (Jahn Dſtdt.) und Weitzel
(Arheilgen) Leonhardt (Jahn Dſtdt.) die beſſeren Ausſichten
haben. Mit 21 Schwimmern in beiden Stufen iſt die Beteiligung
als gut anzuſprechen. Die Unterſtufe ſieht nicht weniger als
50 Teilnehmer auf der Strecke, und der Ausgang des Rennens
iſt offenzuhalten.
Die Turnerinnen,
ebenfalls in Ober=, Mittel= und Unterſtufe eingeteilt,
ſehen in der erſtgenannten zwei Rivalinnen, und zwar Kaſten
(Jahn Dſtdt.) und Klöß (TSG. 1946 Dſtdt.) im Kampfe. In der
Mittelſtufe dürfte, man Reinhardt (Pfungſtadt) an der
Spitze ſehen. Gleich wie bei den Turnern iſt bei der Turnerin=
nen
=Unterſtufe eine Vorausſage nicht gut möglich und erſt
das Paſſieren des Zielbandes dürfte die Siegerin feſtſtellen.
Die Kämpfe der Aelteren ſind gegen die Vorjahre
weit beſſer beſetzt, und dürfte als der Beſte Becker (Mainz)
gelten.
Die Jugend, der ſchwimmeriſche Nachwuchs, iſt ziemlich
gut vertreten, jedoch iſt aus der Reihe der Teilnehmenden nicht
im geringſten der Sieger vorher zu beſtimmen. Die Kämpfe, die
unter der Leitung von Gau= und Kreisſchwimmwart Bingel
(Darmſtadt) ſtehen, verſprechen ſehr ſpannend zu werden, und
der Beſuch des Stromſchwimmens der Turner dürfte nur zu
empfehlen ſein.
Das erſte Volkskurnſeit des Kreiſes 18.
Am 28. und 29. Juli feiert der Kreis 18 des Gaues Südweſt
ſein Kreisvolksturnfeſt in Griesheim bei Darmſtadt. Dazu lädt
die Turnerſchaft Griesheim alle Turn= und Sportfreunde auf das
herzlichſte ein. Maßgebend dafür, daß man wiederum wie im
Vorjahre der Turnerſchaft Griesheim die Vorbereitungen dazu
übertragen hat, war wohl in erſter Linie die Tatſache, daß ſie
eine vorzügliche Sportanlage in wunderbarer Lage beſitzt. Auf
dem Gelände des ehemaligen Barackenlagers, vom Wald rings
umſchloſſen, von breitäſtigen, Schatten ſpendenden Bäumen um=
rauſcht
, dehnt ſich dieſe Turn= und Sportanlage. In treuer,
ſelbſtloſer Arbeit hat ſich die Turnerſchaft Griesheim dieſe Kampf=
bahn
geſchaffen, um die manche Stadt ſie beneiden könnte. In
unmittelbarer Nähe befindet ſich die Halteſtelle Felſenkeller der
Darmſtädter Vorortbahn=Linie 9. Griesheim erwartet zahlreiche
Meldungen. Die Griesheimer betrachten es als eine Ehre, wie=
derum
mit der Durchführung des Kreisvolksturnfeſtes betraut
worden zu ſein, und verſprechen, alles daranzuſetzen, daß es ſich
würdig in die Reihe der früheren Veranſtaltungen einfügt. Des=
halb
ergeht an alle Turn= und Sportfreunde der näheren und
weiteren Umgebung der Ruf: Kommt zum erſten Kreisvolks=
turnfeſt
nach Griesheim!
8000 Teilnehmer wurden zu den Deutſchen Kampſſpielen ge=
meldet
, obwohl ſich die Verbände und die Kampfſpielleitung be=
mühten
, die Teilnehmerziffer nicht allzu hoch werden zu laſſen.

Freitag, 20. Juli 193.
Auflöſung des Ausſchuſſes
für Leibesübungen.
Der Unterbeauftragte des Reichsſportführers. Verw.=Direk
Löwer, hat die hieſige Ortsgruppe des ehemaligen Reichsa
ſchuſſes für Leibesübungen mit ſofortiger Wirkung aufgelöſt.
Ueber die zukünftige Neugliederung und Neugeſtaltung erg
noch beſondere Bekanntmachung. Vorerſt wird Direktor Löwer
Leitung perſönlich übernehmen. Alle Anfragen und Anſchrif
ſind an die Adreſſe: Ohlyſtraße 75 zu richten.
Leichkathlekik.
Drikter Staffelabend der Darmſtädter Leichtakhle
im Hochſchulſtadion.
Vor etwa 600 Zuſchauern wurde am Donnerstag abend
Hochſchulſtadion der dritte Staffelabend der Darmſtädter Lei
athleten ausgetragen. Dadurch, daß kein Mikrophon zur T
fügung ſtand, nahm es einen etwas ſchleppenden Verlauf.
Verzögerung in der Abwicklung gab es auch durch die falſche C
zeichnung der Wechſel bei der 10 mal 100 Meter=Staffel.
Turn= und Sportgemeinde hatte inſofern etwas Pech. als z
ihrer Staffeln das Holz fallen ließen. Im übrigen waren
Kämpfe ſehr intereſſant und die Ergebniſſe entſprechend.
Die Ergebniſſe.
14 mal eine halbe Runde, Schüler: 1. SV. 98 Darmſtedt, 7:
Min.; 2. Merck=SV. Darmſtadt, 7:27,4 Min.
4 mal 100 Meter Jugend: 1. SV. 98 4=Mannſchaft. 3:50,0 M
2. SV. 98 B=Mannſchaft, 4:4,5 Min.; 3. Merck 4=Manuſch
4:38,0 Min.; 4. Merck B=Mannſchaft, 4:51,0 Min.
4=Paarlaufen: 1. Blind=Held, SV. 98, 5445 Meter; 2. H
Leis, SV. 98, 5420 Meter; 3. Creter=Löwel, SV. 98.
Meter: 4. Fornoff=König, TSG. 46, 4590 Meter.
10 mal 100 Meter Aktive: 1. SV. 98. 1:55,4 Min.; 2. TS‟
1:57,1 Min.; 3. ASC., 1:58,0 Min.; 4. Merck, 2:/,: Min.
10 mal ½ Nunde Frauen: 1 TSG. 46 4=Mannſchaft. 2:21,6 M.
2. TSG. 46 B=Mannſchaft, 2:28,6 Min.
2 mal 1. Runde=Staffel: 1. SV. 98, 7:52,0 Min.; 2. TSG.
7:56,0 Min.; 3. ASC., 7:57,0 Min.; 4. Merck, 8:54,0 Min
ASC. Darmſtadt T5G. 46 Darmſtadl.
Dieſer Klubkampf. als Mannſchaftsmehrkampf ausgetra
findet am Sonntag vormittag 9 Uhr auf dem Hochſo
ſtadion ſtatt.
Zum Austrag kommen, folgende Kämpfe: 200 Meter=L
400 Meter=Lauf, 1500 Meter, 5000 Meter, Kugelſtoßen, Hamn
werfen, Hochſprung, Weitſprung, 4 mal 800 Meter=Staffel 4
100 Meter=Staffel. Die gerade in letzter Zeit gezeigten Leiſt !
gen verſprechen ſpannende Kämpfe, und ein Morgenſpazierg
nach dem Hochſchulſtadion dürfte ſich beſtimmt lohnen.
Großer Erfolg des Polizeiſportlers Schneider bei Austragun
der Polizeimeiſterſchaften in der Leichtathletik.
Bei den am 14. und 15. Juli 1934 ausgetragenen Poli
meiſterſchaften in der Leichtathletik in Magdeburg wurde
Polizeiſportler Schneider vom Polizeiſportverein Darmſtadt
ſtärkſter Konkurrenz im beidarmigen Kugelſtoßen Deutſcher P
zeimeiſter mit der Leiſtung von 27,35 Metern. Er ſtieß die Ku
beſtarmig 14,90 Meter, während er mit ſeinem weniger geül
rechten Arm 12,45 Meter erreichte. Somit kam Schneider
ſeinen Leiſtungen ſehr nahe an den von Hirſchfeld gehaltenend
ſchen Rekord heran.
Im beſtarmigen Kugelſtoßen wurde Schneider mit 14,90
tern zweiter deutſcher Polizeimeiſter hinter Wölke=Berlin.
Neuer deutſcher Hochſprung=Rekord.
Weinkötz=Köln überſpringt 1,975 Meter. Amerikaner=Spor
in Düſſeldorf vor nur 3000 Zuſchauern.
Der dritte Deutſchland=Start der ameribaniſchen Leicht
letik=Mannſchaft am Mittwoch abend in Düſſeldorf hat der d
ſchen Leichtathletik einen neuen Rekord gebracht. Der
Weinkötz, der ſchon mehr als einmal den alten Rekord von B=
höfft
(1,94) erreichte und auch überbot, hat nunmehr mit ei
Leiſtung von 1,975 Meter offiziell einen neuen deutſchen Rei
erzielt.

Wetkerbericht.

Ausſichten für Freitag: Teils heiter, teils wolkig, feuchtwa
ſtellenweiſe gewittrige Niederſchläge.
Ausſichten für Samstag: Noch keine durchgreifende Beruhig
der Wetterlage.

We

UBE4

28)

Roman von Wolfheinrich v. d. Mülbe

(Nachdruck verboten)

Harald war ſehr entgegenkommend.
Das kann doch vorkommen, Herr Kapitän, unterbrach er
ihn. Ein übereifriger Detektiv, der noch nicht die nötige Er=
fahrung
hat. Gewiß, es iſt nicht angenehm, aber für uns
Reiſende doch immerhin beruhigender, wenn die Polizei zu
eifrig iſt, als wenn ſie zu nachläſſig wäre. Laſſen Sie uns gar
kein Wor: mehr darüber verlieren.
Während beide das raffiniert gemiſchte Getränk durch ihre
Strohhalme einſogen, dachte Harald: Für den Augenblick iſt
alles gut und ſchön, aber bis zur Landung ſind es noch ein
paar Tage, und wer weiß, was der Querkopf von Borddetektiv
noch alles anſtellt. Es muß etwas Entſcheidendes geſchehen, und
zwar noch heute abend!
17. Kapitel.
Der Bordball.
Am Abend desſelben Tages war Bordball. Alle nahmen
teil, mit Ausnahme Reinhold Fürſts, der erſt ſehr ſpät erſchien.
Bei näherem Nachdenken hatte ſich ſein Verdacht gegen Dr. Lerſe
wieder gefeſtigt; er wußte zu genau, daß ihm beim Anlegen
der Feſſeln kein Irrtum unterlaufen war. Aber er hatte keinen
Zeugen beſſer, man ſprach gar nicht davon.
Er kochte innerlich vor Wut, keinen Beweis zu haben. Nach
der unerfreulichen Auseinanderſetzung mit dem Kapitän war
noch Kulicke, dem nichts entging, zu ihm gekommen, um ihn
mit wohlmeinenden Lehren zu tröſten.
Aber, lieber Herr Kollege hatte der Kriminalkommiſſar
geſagt, wie kann Ihnen ſo etwas paſſieren? Immer ſicher
gehen! Auch vor ſolchen Hereinfällen bewahrt uns unſer wich=
tigſter
Grundſatz nie zu früh zugreifen!"
Es war eher zu ſpät. Er hat Zeit gehabt, alles beiſeite zu
bringen.
Da hatte Kulicke ihm auf die Schulter geklopft und gemeint:
Tröſten Sie ſich. Jeder von uns kann einmal einen Fehler
machen. Es iſt nur Pech, daß Ihr Mißgriff ſo eklatant war.
Das Feſt verlief glänzend, die Stimmung wurde immer

ausgelaſſener. Durch die hellerleuchteten prunkvollen Räume
ſchallten unaufhörlich Muſik und Lachen.
In einem Nebenzimmer, aus dem man die tanzenden Paare
ſehen konnte, ſaß Dr. Lerſe mit Mrs. Winſton und ihren ame=
rikaniſchen
Freunden, zu denen ſich noch andere Mitreiſende ge=
funden
hatten. Auch der Kapitän, der ſich allen Gäſten gleich=
mäßig
zu widmen ſuchte, verbrachte einen Teil des Abends in
dieſem Kreis.
Mrs. Winſton war ſtrahlender Laune. Harald gefiel ihr
immer beſſer. Sie fühlte ſich unwiderſtehlich zu ihm hingezogen.
Daß er verliebt war, war deutlich aber gerade die naive, leiden=
ſchaftliche
und doch beſcheidene Art ſeiner Huldigungen nahm
ſie gefangen, die ſich trotz der überſteigerten internationalen
Umwelt, in der ſie lebte, ihre unbefangene nordiſche Urſprüng=
lichkeit
bewahrt hatte.
Und wie er tanzte! Das ſchöne Paar wirkte, als ob beive
ſeit Jahren zuſammen eingeübt wären. Jemand machte eine
ſchmeichelhafte Bemerkung darüber, und da Kulicke gerade am
Tiſch vorbeiging, fiel Mrs. Winſton das Geſpräch vom Vor=
mittag
ein, und ſie ſagte lachend: Ja, Herr Krüger hat noch
ſchärfere Augen. Der hat uns ſogar als Jugendfreunde erkannt!
Sind Sie das denn? klang eine Frage über den Tiſch.
Aber gleichzeitig ſetzte die Muſik ein. Dr. Lerſe forderte ſie auf,
und ſo blieb ihr flüchtiges Nein ungehört.
Als ſie wieder ſaßen, ſagte der Kapitän zu ihr: Ich freue
mich ſehr, gnädige Frau, daß dieſe Reife, die ſo angenehm für
Sie anfing, Ihnen wenigſtens noch einige vergnügte Stunden
bringt. Wir haben Sie die erſten Tage ſehr bedauert.
Wir waren ſelbſt zu bedauern rief Mr. Walker aus
Boſton, wir haben Mrs. Winſton wenigſtens vier Tage lang
entbehren müſſen.
Das iſt alles vergeſſen, erklärte Mrs. Winſton liebens=
würdig
. Sie haben uns heute einen ſo hübſchen Abend bereitet,
Herr Kapitän, daß ich glaube, dies iſt die ſchönſte Ueberfahrt,
die ich je gemacht habe.
Sie ärgerte ſich ein wenig, daß ſie in dieſem Augenblick den
leuchtenden Blicken Dr. Lerſes begegnete, der neben ihr ſaß.

Während der Kapitän ſich ſchmunzelnd verbeugte, ſe
Harald zu ihr: Für mich iſt es fraglos die ſchönſte Fahrt 1
nes Lebens. Sie hat nur einen Fehler ..
Sie ſah ihn ſragend an.
Sie iſt zu kurz, erklärte er. Wir wollen den Kapi
bitten, den Kurs zu ändern und nach Süden zu fahren,
warme ſonnige Länder, ſtatt wie jetzt hinter dem Abend
der untergehenden Sonne her.
Das klang ſo ſchwermütig, daß es ganz ſentimental wi=
Aber Haralds Gefühlsleben war bei ſeinen vielen Abenteu
ſo ſelten wach geworden, daß es jung geblieben war. Es
ſtark und einfach. Seltſam verſchiedene Charakterzüge lagen
Harald dicht nebeneinander.
Mrs. Winſton lachte ihn aus, und er mußte über ſich ſ
mitlachen.
Haben Sie oft ſo melancholiſche Anwandlungen? fragte
Iſt das denn merkwürdig, wenn ich daran denke, wie
wir ankommen, und nicht weiß, wann und ob ich Sie wie
ſehe?
Sie wurde etwas unſicher.
Sie bleiben ja in New York und werden doch nicht ſo
höflich ſein, mich nicht zu beſuchen.
Wenn ich darf?
Selbſtverſtändlich. Ich werde Ihnen meine Telephonnum
geben. Wo ſteigen Sie ab?
Im. . . Er zögerte einen Augenblick. Im Planta,
er dann merkwürdig hart und mit gerunzelter Stirn.
Gott, wie ernſthaft, meinte ſie luſtig. Sie ſagen das,
hätten Sie einen ſchwerwiegenden Entſchluß damit gefaßt.
Sie konnte allerdings nicht wiſſen, ein wie ſchwerwiegen
Entſchluß hinter ſeinen Worten lag.
Rufen Sie mich jedenfalls erſt an, bat ſie. Es kann n
lich ſein, daß ich gleich nach der Ankunft ein paar Tage nach P
Beach fahren muß. Kennen Sie Florida?
Harald war nachdenklich geworden. In ſeiner Stimm
hatte er an nichts mehr gedacht, als die Gegenwart der ſchö
Frau zu genießen. Dann war das Geſpräch auf die Ankunft
kommen und endlich Mrs. Winſtons Frage nach ſeiner Adr
Einen Augenblick hatte er gekämpft. Sollte er mit der Land
aus ihrem Geſichtskreis verſchwinden? Es war ſinnlos, es r
zu tun. Aber er konnte nicht. Und wollte auch nicht, trotzden
wußte, daß ſeine Leidenſchaft ihn zu den leichtſinnigſten Strei
verleiten würde. Sein Schwinden hier an Bord konnte, wi
ſogar über kurz oder lang entdeckt werden. Dann wußten
Behörden, wer Dr. Lerſe war, und doch mußte er, wenn er
Mrs. Winſton in Verbindung blieb, unter dieſem Namen im
für ſie erreichbar ſein. Seine Antwort bedeutete alſo nicht m.
und nicht weniger als den Willen, der ganzen New Yorker
heimpolizei eine gefährliche Handhabe zu bieten und ihr doch
trotzen.
(Fortſetzung folgt.)

[ ][  ][ ]

Nummer 198

Freitag, 20. Juli

larml

Wachſende Steuererträge.

ustrag
hletik.

Folgen der Beſſerung der Wirkſchaft.
Je mehr die Aufwärtsbewegung in allen Teilen der Wirt=
jaft
an Breite und Intenſität gewinnt, deſto ſtärker nehmen die
rträge der Steuern zu. Die Reichsſteuern haben in den Monaten
anuar bis März 1934 nach Mitteilung des Inſtituts für Kon=
inkturforſchung
um 5.1 Prozent, im April und Mai zuſammen
n 15,9 Prozent mehr erbracht als im Vorjahre. Dieſe Steige=
ung
hat ſich vollzogen, obwohl ſeit Frühjahr 1933 eine Reihe
ichtiger Steuern aus konjunkturpolitiſchen Gründen ermäßigt
orden ſind. Der Aufſchwung, den die Wirtſchaft ſeit dem Früh=
hr
1933 genommen hat, iſt in erſter Linie ein Erfolg der öffent=
chen
Arbeitsbeſchaffungspolitik. Trotz einer mehr oder weniger
ngen Anlaufsfriſt haben die ſteigenden Mehrerträge bei den
un der Arbeitsbeſchaffung zunächſt beeinflußten Steuern das Ge=
mtergebnis
für das Haushaltsjahr 1933 ſchon ſo weit beſſern
innen daß das geſamte Steueraufkommen gegenüber 1932 um
10 Mill. RM., das ſind 3 Prozent, zugenommen hat. Im April
nd Mai des neuen Haushaltsjahres 1934 haben ſich die Erträge
r mit der Erzeugung und dem Umſchlag der Güter= und Geld=
pitalien
in Verbindung ſtehenden Steuern weiter ſtark erhöht.
egenüber dem entſprechenden Zeitabſchnitt des Vorjahres hat
im Beiſpiel die Umſatzſteuer 25,9 Prozent mehr erbracht, die
ſechſelſteuer 81,4 Prozent und die Güterbeförderungsſteuer 21,1
rozent. Anzeichen der allmählichen Ausdehnung der Nebenwir=
ung
der Arbeitsbeſchaffung und der Verbreiterung des Konjunk=
raufſchwunges
ſind für die beiden letzten Monate feſtzuſtellenden
rtragsſteigerungen der Steuern vom Einkommensbezug und vom
erbrauch. So iſt die Lohnſteuer im April und Mai zuſammen
m 8,8 Mill. RM., d. ſ. 7.2 Prozent, gegenüber den entſprechen=
m
Vorjahrsmonaten, geſtiegen. Das Aufkommen an veranlag=
r
Einkommenſteuer beginnt ſich ebenfalls allmählich, aber ſtetig
beſſern. Es zeigt im April und Mai gegenüber den gleichen
orjahrsmonaten eine Erhöhung um 3,9 Prozent. Typiſche Ver=
rauchsſteuern
, wie Tabak= und Bierſteuer, ſind faſt im ganzen
erlauf des Rechnungsjahres 1933 noch hinter den Vorjahrser=
ägen
zurückgeblieben. Um ſo bemerkenswerter iſt das Anſteigen
uch dieſer Steuern in den letzten beiden Monaten. Im April
nd Mai 1934 hat die Bierſteuer 12,6 Prozent und die Tabak=
euer
5,.1 Prozent mehr erbracht als 1933.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Mindeſtgrenze des Aſchegehalts des Roggenmehles neu feſt=
eſetzt
. Der Vorſtand der Wirtſchaftlichen Vereinigung der Rog=
n
= und Weizenmühlen erläßt folgende Mitteilung an alle deut=
gen
Roggen= und Weizenmühlen: Gemäß Paragraph 75 der
erordnung zur Ordnung der Getreidewirtſchaft vom 14. Juli
134 iſt es den Mühlen verboten, Roggenmehl mit einem Aſche=
halt
von weniger als 0,967 Prozent i. Tr. herzuſtellen, und
par vom 16. Juli 1934 ab. Es dürfen daher von dieſem Zeit=
unkte
an die Roggenmehltypen 610, 700 und 815 nicht mehr her=
iſtellt
werden. Die neue Type wird auf Roggenmehl Type 997
ſtgeſetzt. Die Typenzahl ſtellt den zuläſſigen Mindeſtaſchegehalt
ir, der von den Mühlen grundſätzlich nicht unterſchritten wer=
n
darf. Unter Berückſichtigung beſonderer techniſcher Schwierig=
iten
und ſonſtiger nicht vorauszuſehender Umſtände ſoll jedoch
i Lieferung eines Roggenmehles Type 997 mit niedrigerem
ſchegehalt ein Verſtoß erſt dann vorliegen, wenn der Aſche=
indeſtſatz
von 0,997 i. Tr. um mehr als 3 Prozent vom Aſche=
halt
unterſchritten wird. Jede weitere Unterſchreitung des
ſchegehalts ſtellt einen Verſtoß gegen die Verordnung zur Ord=
ung
der Getreidewirtſchaft vom 14. Juli 1934 dar und wird da=
r
mit Gefängnis und Geldſtrafe oder einer dieſer Strafen belegt.
Anordnung des Reichsbeauftragten zur Regelung des Ab=
tzes
von Frühkartoffeln. Da die Anlieferungen in nicht vor=
keimten
und mittelfrühen Sorten verſtärkt einſetzen, ordnet der
eichsbeauftragte für die Regelung des Abſatzes von Frühkartof=
In an, daß die zweite Größenklaſſe in ſämtlichen Gebieten
it Ausnahme der Wirtſchaftsgebiete Rheinland=Weſtfalen,
annover=Hamburg, Heſſen=Naſſau und Pfalz in Fortfall
mmt. In den genannten Gebieten iſt die zweite Größenklaſſe
ir für den Verbrauch innerhalb des entſprechenden Gebiets zu=
laſſen
. Ein Verſand in andere Gebiete darf nicht erfolgen. Der
reis für die zweite Größenklaſſe darf bis auf 60 Prozent des
ſtgeſetzten Preiſes für die erſte Größenklaſſe feſtgelegt werden.
ie Anordnung tritt am 19. Juli 1934 in Kraft.
Die Rohſtahlgewinnung im deutſchen Zollgebiet betrug im
uni 1934 (26 Arbeitstage) 1003 211 To gegen 989 487 To. im
tai 1934 (24 Arbeitstage). Arbeitstäglich wurden im Juni 34
urchſchnittlich 38 585 To, hergeſtellt, gegen 41 229 To. im Mai
134, d. h. 6.4 Prozent weniger. Im erſten Halbjahr 1934 be=
ug
die Rohſtahlgewinnung im deutſchen Zollgebiet 5 543 041 To.
egen 3 434 449 To. im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die
urchſchnittliche arbeitstägliche Gewinnung betrug im erſten
albjahr 1934: 36 954 To. gegen 23 050 To. im erſten Halbjahr
133, d. h. 60,3 Prozent mehr.
Die Aktiengeſellſchaften verteilen wieder mehr Dividende. Die
usſchüttungen an die Beſitzer der Papiere deutſcher Aktiengeſell=
haften
haben im Jahre 1933 zugenommen. Nach einer Unter=
ſchung
des Bankhauſes Gebr. Arnhold haben von 419 Geſell=
haften
, deren Geſchäftsjahr nach dem 30 September 1933 endete,
43 Geſellſchaften eine Dioidende ausgeſchüttet. Bei Einrechnung
der noch ausſtehenden 45 Geſellſchaften, bei welchen mit keiner
Oindende gerechnet werden kann, ergibt ſich, daß von 464 Unter=
iehmungen
etwa 5253 Prozent Dividende gezahlt haben. 1932
ag der Prozentſatz weſentlich tiefer, nämlich bei ungefähr 40 Pro=
ent
, 91 Geſellſchaften haben, ihre Dividende erhöht bzw. die
ſin dendenzahlung wieder aufgenommen; 45 haben die Zahlung
ingeſtellt bzw. ermäßigt.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 19. Juli. Auftrieb: 147 Kälber.
ſreiſe Kl. a) 3133 Pfg., b) 2830, c) 2427, d) 2023 Pfg.
pitzentiere und geringe Tiere nicht notiert. Es wurden gezählt
iKl. a) 15, b) 40, c) 34 und Kl. d) 50 Stück. Marktverlauf:
hleppend, geräumt.
Mannheimer Viehmarkt vom 19. Juli. Auftrieb: 23 Kälber,
10 Ferkel, 326 Läufer. Preiſe: Kälber nicht notiert. Ferkel bis
Wochen 69, darüber 1418, Läufer 1821 Mk. Marktver=
iuf
: Milchſchweine ſchleppend, Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 19. Juli. Auftrieb: Rinder ins=
2ſamt 58 (gegen 218 am letzten Donnerstagsmarkt), davon 27
chſen, 5 Bullen, 8 Kühe und 18 Färſen; Kälber 1009 (1326),
ammel 63 (41), Schafe 41 (29), Schweine 489 (724). Notiert
urde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber Sonderkl.
ndere a) 4044, b) 3639, c) 2835 d) 1827: Lämmer und
ammel b) 2. Weidemaſthammel 3033, c) mittlere Maſtlämmer
d) geringere Lämmer und Hammel 2025; Schafe f)
ittlere 2428: Schweine b) 4447, 0) 4347, d) 4045, e) 34
S 40. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt blieben
älber unverändert, Hammel in guten Qualitäten gaben 12. in
eringen bis 4 Mark nach. Schweine zogen 12 Mark an. Die
reiſe ſind Marktpreiſe für nüchtern gewogene Tiere und ſchlie=
en
ſämtliche Speſen des Handels ab Stall für Fracht= Markt=
nd
Verkaufskoſten. Umſatzſteuer ſowie den natürlichen Gewichts=
erluſt
ein, müſſen ſich alſo weſentlich über die Stallpreiſe erheben.
Hauptſchriftleitung: J. V.: Max Streeſe.
Verantwortlich für Politik u. Wirtſchaft: J. V. Andreas Bauer; für Feuilleton Reich
nd Ausland und Heiſiſche Nachrichten: Mar Streeſe für den Schlußdienſt: Andreas
Zauer; fürgen Handel: Dr. C. 6.Quetſch: für den Sport: Karl Böhmann; für
Die Ge 7üwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herbert Nette; für den
(zeigenteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt.
2. A. 11. 34. 22377. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.

Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe war wieder allgemein befeſtigt und
etwas lebhafter. Standen in den letzten Tagen Spezialwerte im
Vordergrunde, ſo hatten geſtern Montanwerte bei lebhaftem Ge=
ſchäft
die Führung. Den Anlaß hierzu bot der zuverſichtliche
Konjunkturbericht über die Lage der Montaninduſtrie, auch ſagte
man ſich mit Recht, daß die gute Beſchäftigung der Maſchinen=
und Metallinduſtrie ſchließlich der Montaninduſtrie zugute kom=
men
muß; Montanwerte eröffneten faſt durchweg 1. Proz. höher;
nach den erſten Kurſen wurden Klöckner 2½ und Hoeſch 1¾ Proz.
höher bezahlt. Ver Stahl ſtiegen von 40½ auf 42½ Prozent.
Braunkohlenwerte lagen unregelmäßig; Ilſe gewannen 3, Ein=
tracht
und Niederlauſitzer, verloren je 1½ Prozent. Dagegen ga=
ben
Berlin=Karlsruher Induſtriewerke um 1½ Prozent nach, auch
BMW. waren nur wenig verändert. Farben befeſtigten ſich um
½ Prozent. Conti Gummi war erholt, wobei eine Meldung mit=
ſprach
, daß das Unternehmen geeignete Maßnahmen für die Siche=
rung
der Baumwoll= und Kautſchukbeſchaffung angeſichts der ſtar=
ken
Abrufe auf Kraftfahrzeugreifen vorgeſehen habe. Auf den
Dividendenvorſchlag von 5 Prozent eröffneten El. Lieferungen
2½ Prozent höher. Im Verlaufe machte die Beſchäftigung Fort=
ſchritte
, doch wurde das Geſchäft in zweiter Börſenſtunde etwas
ruhiger. Goldſchmidt waren auf die Weißblech=Konvention bis
2 Prozent höher, Siemens verloren ½ Prozent. Schwartzkopff
konnten auf 105¾ (103) Prozent anziehen.
Die Frankfurter Börſe zeigte eine deutliche Geſchäfts=
belebung
und feſte Tendenz. Zwar blieb das Hauptgeſchäft nur
einigen Spezialgebieten vorbehalten, doch lagen vom Publikum
erſtmals wieder größere Aufträge vor, ſo beſonders in Montan=
und Metallaktien. Neben dieſen Spezialkäufen gab die Auslaſ=
ſung
des Inſtituts für Konjunkturforſchung, das von einer wei=
teren
Belebung der deutſchen Wirtſchaft berichtet, Anregung Be=
achtung
fand ferner der Dividendenvorſchlag bei Elektr. Liefe=
rungen
mit 5 Prozent (i. V. 6 Proz.); die Dividendenermäßigung
iſt alſo im Vergleich mit den ſeither recht peſſimiſtiſchen Erwar=
tungen
der Börſe (Dividendenausfall oder ſtärkere Reduzierung)
recht gering. Die Kurſe lagen überwiegend feſt und im Durch=
ſchnitt
betrugen die Erhöhungen 1 Prozent. Lebhaftes Geſchäft
hatten, wie erwähnt, Montanaktien; hier dürfte der bereits be=
kannte
Bericht der Eiſeninduſtrie nachgewirkt haben; daneben
hält man dieſen Markt für vernachläſſigt, wo beſonders im Revier
eine konjunkturelle Belebung zu verzeichnen wäre. Stärker her=
vortraten
die Stahlvereinswerte, wie Gelſenkirchen, Phönix und
Stahlverein ſelbſt, die bis zu 2 Prozent zunächſt anzogen. Ferner
eröffneten Klöckner 1½, Harpener 1½ Prozent. Mannesmann und
Buderus je 1 Prozent feſter; Metallgeſellſchaft ſetzten ihre Stei=
gerung
um 128 Prozent fort. Farbeninduſtrie lagen ruhig. Nach
Erledigung der Aufträge wurde, das Geſchäft im Verlauf wieder
recht ſtill, und auf Gewinnſicherungen bröckelten die anfangs ſtark
forcierten Bergwerkspapiere meiſt etwas ab. Renten blieben
auch ſpäter ſehr ruhig, Stahlvereinbonds waren um ½ Prozent
erholt. Der Pfandbriefmarkt lag ruhig, aber gut gehalten; teil=
weiſe
ergaben ſich geringfügige Veränderungen nach beiden Seiten.
Auch die Abendbörſe verzeichnete verhältnismäßig feſte
Haltung und hatte auch, beſonders im Vergleich zu den Vortagen,
etwas lebhafteres Geſchäft. Einiges Intereſſe erhielt ſich weiter=
hin
für Montanpapiere, aber auch auf den übrigen Marktgebie=
ten
ergaben ſich gegen den Berliner Schluß noch leichte Erhöhun=
gen
bis ½ Prozent. Sonderbewegungen traten geſtern abend
nicht hervor. Im Verlauf wurde die Umſatztätigkeit wieder recht
klein. Der Rentenmarkt lag ſehr ſtill.

Produkkenmärkke.

Mannheimer Getreidemarkt vom 19. Juli. Weizen. inländ.,
7677 Kilo, frei Mannheim RM. 21,20; desgl. Feſtpreis franko
Vollbahnſtation des Erzeugers per 16. 7.31, 8, W. 15: 19.90,
W. 16: 20,10, W. 17: 20,40 RM., und je 40 Pfg. Ausgleich;
Roggen, ſüdd., Feſtpreis franko Vollbahnſtation des Erzeugers
per 16. 731. 8.: R. 15: 16.,10, R. 16: 16,40, R. 13: 15,70 und
je 40 Pfg. Ausgleich; Hafer per Auguſt: H. 11: 15,10, H. 14:
15,60, H. 17: 15.90; Raps inländ, ab Station 31,00; Futter=
gerſte
per 16. 731. 8.: G. 7: 15,10, G. 8: 15,40. G. 9: 15,60,
G. 11: 15,90: Wintergerſte neue zweizeilig 1820; Mais im
Sack 19,75. Alle übrigen Artikel unverändert. Tendenz ſtetig.

Die Keuoronang der Geireiveweiſchaft!
Im Reichsgeſetzblatt Teil I Nr. 82 wird eine Verordnung
zur Ordnung der Getreidewirtſchaft veröffentlicht. Der erſte Ab=
ſchnitt
behandelt den Zuſammenſchluß der deutſchen Getreidewirt=
ſchaft
und beſtimmt die Einrichtung von 19 Getreidewirtſchafts=
verbänden
, deren Gebiet mit den jeweiligen Landesbauernſchaf=
ten
übereinſtimmt. Dieſen Verbänden gehören alle Betriebe an:
1 die inländiſches Getreide erzeugen, 2. die Getreide bearbeiten
oder Erzeugniſſe hieraus herſtellen, 3. die Getreide oder Erzeug=
niſſe
hieraus verteilen, und 4., die brotherſtellenden Betriebe.
Die Verbände werden untereinander zur Hauptvereinigung der
deutſchen Getreidewirtſchaft zuſammengeſchloſſen und ſind an die
Anweiſungen der Hauptvereinigung gebunden. Die wirtſchaft=
liche
Vereinigung der Roggen= und Weizenmühlen wird der
Hauptvereinigung angeſchloſſen. Die Hauptvereinigung über=
nimmt
am 1. November 1934 die Verantwortung für die deutſche
Getreidewirtſchaft. Die Neueinrichtung und Wiederaufnahme
eines Betriebes bedarf der Genehmigung der Hauptvereinigung.
Im zweiten Abſchnitt wird die Uebergangsregelung bis zum 1.
November 1934 getroffen. Jeder Erzeuger von Weizen und
Roggen mit mehr als 5 Hektar Nutzungsfläche hat bis 31. Okt.
bei Roggen 30 Prozent ſeiner Vorjahrslieferung, bei Weizen 25
Prozent abzuliefern; dabei handelt es ſich um Mindeſtmengen.
Nach dem 31. Oktober verteilt der Reichsernährungsminiſter die
feſtgeſtellte Geſamtmenge auf die einzelnen Zeitabſchnitte und
Getreidewirtſchaftsverbände. Der dritte Abſchnitt der Verord=
nung
regelt die Verkaufspreiſe der Erzeuger für inländiſches Ge=
treide
. Der Erzeuger hat den Preis zu beanſpruchen, der für den
Monat feſtgeſetzt iſt, in deſſen Verlauf die Lieferung zu erfolgen
hat. Der Preis verſteht ſich netto Kaſſe ausſchließlich Sack und
frei Verladeſtelle. Die Zuläſſigkeit von Zuſchlägen und Abſchlä=
gen
iſt durch beſondere Beſtimmungen geregelt. Der Preis für
Gemenge richtet ſich nach dem Miſchungsverhältnis. Für inlän=
diſches
Getreide, zu Saatzwecken, gelten die Feſtpreiſe mit der
Maßgabe, daß ſie um Preiszuſchläge erhöht werden dürfen, die
der Reichsnährſtand feſtſetzt. Der vierte Abſchnitt bezieht ſich auf
die Einkaufspreiſe der Mühlen für inländiſchen Roggen und Wei=
zen
. Danach dürfen Mühlen mit mehr als 10 To. Geſamtleiſtungs=
fähigkeit
und einem Grundkontingent von 1500 bis einſchließlich
3000 To. vom Erzeuger nur kaufen, wenn es vom Landesbauern=
führer
erlaubt worden iſt. Ueberſteigt das Grundkontingent 3000
To., ſo bedarf es außerdem der Zuſtimmung des Reichsbauern=
führers
. Mühlen mit einer Geſamtleiſtungsfähigkeit von 10 To.
und darunter dürfen ohne Erlaubnis vom Erzeuger kaufen. So=
weit
eine Mühle nicht vom Erzeuger kauft, muß ſie einen Aus=
gleichsbetrag
von 4 RM. je To. zahlen. Jede Mühle iſt ver=
pflichtet
, ein ihr von der Reichsſtelle zugehendes Angebot über
den Verkauf von inländiſchen Roggen oder Weizen anzunehmen,
wenn die Reichsſtelle es verlangt. Der fünfte Abſchnitt regelt
die Preisſpanne für inländiſche Futtergerſte und Hafer, der 6.
Abſchnitt die Vermahlung von Weizen: Jede Mühle darf von der
Weizenmenge, die ſie vermahlt, höchſtens 20 Prozent Auslands=
weizen
vermahlen. Weitere Beſtimmungen betreffen die Schaf=
fung
von Schiedsgerichten, Ordnungsſtrafen uſw. Die Verord=
nung
trat am 16. Juli 1934 in Kraft mit Ausnahme der Beſtim=
mungen
über den Zuſammenſchluß, der deutſchen Getreidewirt=
ſchaft
deren Zeitpunkt des Inkrafttretens der Reichsernährungs=
miniſter
beſtimmt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
In der Woche vom 1. Juli bis 7. Juli (6 Arbeitstage) ſind
bei der Deutſchen Reichsbahn=Geſellſchaft 686 663 Güterwagen ge=
ſtellt
worden gegen 703 791 in der Vorwoche (5,9 Arbeitstage)
und 616 277 in der entſprechenden Woche des Vorjahrs (ſechs Ar=
beitstage
). Für den Arbeitstag im Durchſchnitt berechnet lauten
die entſprechenden Zahlen: 114 444, 119 287. 102 713. Nicht recht=
zeitig
geſtellt wurden 440 (654) Güterwagen.
Die Ueberwachungsſtelle für Kautſchuk hat für die Fabriken
von Kraftfahrzeugreifen, Kraftfahrzeugen und Anhängern, ſo=
wie
die Wiederverkäufer von Kraftfahrzeugreifen die Anmeldung
der geſamten Lagerbeſtände in Kraftfahrzeugdecken per 18. Juli
bis ſpäteſtens 30. Juli angeordnet.
Die Verhandlungen über ein internationales Weißblechab=
kommen
ſind abgeſchloſſen worden. Die Vertreter Deutſchlands,
Italiens, Frankreichs Englands und der Vereinigten Staaten
haben heute das Abkommen unterzeichnet, in dem die Quoten
und Preiſe feſtgeſetzt worden ſind.
Der Londoner Golopreis betrug am 19. Juli für eine Unze
Feingold 137 Schill. 10 Pence gleich 87,4552 RM., für 1 Gramm
Feingold demnach 53,1773 Pence gleich 2,81 175 RM.

Berliner Kursbericht
vom 19. Juli 1934

Deviſenmarkt
vom 19. Juli 1934

Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disceonto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Llohd
A. E. G.
Bahr. Motorenw. 11
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanz
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Ni
62.
65.
26.375
30.75
23.625
134.875
64.25
124.
17.75
105.75
132.50
127.

Ka
Elektr. Lieferung
3. 6. Farben
Gelſ. Bergwerke
Gel.f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Soeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Alöcknerwerke
Korsw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bqu=Untn.

Nf
94,25
149.25
62,25
110.25
107.
75.75
62.
123.75
74.25
94,25
66.25
77.875

Weeeue
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali ſ=
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akali .
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt=Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke

M
15.125
39.
163.
22.
42.
123.875
67.
12.
131.25
29.
94.50
81.75
121.75

Aeghpten
Argentinie!
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemar
Danzig.
England
Fſtland.
Finnland
Frankreich
Griechenland
bolland
Fsland

Währung
1äahpt. 2
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 eanad. Doll,
100 Kronen 3
100 Gulden
1 2.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm
100 Gulden
100 iSl. gr.

Geld
13,053
0.811
59.59
0.189
3.047
2.531
56.59
31.72 2
12,675
69.53
5.594
16.50
2.497
169,73
57.34

Brief
13.085
0.518
s8.71
0.184
3.053
2.543
56.71
81.68
12.70s
69.67
5.8os
18.54
2.503
170.07
57.461

Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland.
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowi.
Türkei.
ungarn
Urugnah
Ver, Staaten

Währung Geld‟= Brief 100 Lire I= 1.58 lg 21.62 1 Yen 0.749 0.751 100 Dinar 5.664 5.676 100 Lats 78.17 78,33 100 Kronen 62.69 62,81 100 Schilling 48.45 48,55 100 Escudos 11.49 111.51 100 Kronen 65.34 65.48 100 Franes 8i.,65 21.81 100 Peſetas 34,32 134.38 100 Tſch.=Kr. 10.44 10.46 1 türk. 4 1.391 1.995 100 Pengö 1 Goldpeſo 0.999 1.001 1 Dollar 2.519 2.518

Burmſtädter und Kariondtoant Suriſtaut, Mitlale ber Atesoker Bunz

Frankfurter Kursbericht vom 19. Juli 1934.

Keeee
Gr. IIp. 1934
1938
1936
1937
1938
Gruppe1 ...."
68 Dtſch. Reichsanl.
b.27
6%
6½2Intern,, b.30
6%Baden ..: v.97
6%Bayern b.27
68Heſſen ....b.29
62 Preuß. St. v.28
8% Sachſen ..b.27
6%Thüringen v.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze ........
5% Dt. Reichspoſt
Schätze ........
Dtſch. Anl. Ausl.
* 2, Ablöſung
Neubeſitz)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
...
6%Baden=Baden.
6%Berlin ..b.24
68Darmſtadt . . . .
6%Dresden.. v.26
6FFrankfurt a. M.
Schätze v. 29
b28
69
62Mainz.. ...
68oMannheim v. 27
6MMünchen b. 29
6%Wiesbadenv.28
6%Heſſ. Landesbk.
68 Boldoblig

103.7
1031,
1021.
99.5
97.8
101.4
931,
90.75
91.5
93
91.75
103
92
80.75

9.2

76.5
81.5

86.5
83
89.75
85.5

5½%Heſſ. Landes=
hyp
.=Bk.=Liquid.
49%
Komm. Obl. ..
63 Preuß, Landes=
Pfb.= Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig,
6O Landeskomm.,
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Glbobl.mR. 11
62
R.12
6%Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Liqu.=Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
Ausl. Ser.
Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
6%Berl. Hhp.,Bk.
8:
Lig.=Pfbr.
8BFrf. Hyp.=Bk.,
5½%0 Lig.=Pfbr.
Goldoblig.
6%Frkf. Pfbr.=Bl.
Lig.=Pfr.
5½9
63Mein, Hyp.=Bk.
Lig.=Pfr.
5½2
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
1½% Lig.=Pfbr.
63Rhein. Hyp.=Gk.
5½9
Lig.=Pfr.
Goldoblig.
6% Südd. Boden=
Cred.,Bank
5½,% n Lig.=Pfbr.
62Württ. Hhp.=B.

89.75

92.25
89

81.75
90.25
89.5
89,5

957,
112.5

89.75
88
84.25
89.75
891,
89
90.5
92
81
9G
90
88.25

87Daimler=Benz
6% Dt. Linol.Werke
6%Mainkrw. v.26
6%Mitteld. Stahl
6%SalzmanncCo.
69Ber. Stahlwerke
62 BoigtckHäffner
J. 6. Farben Bonds
5 %Bosn, L. E. B.
L.Inveſt.
5%9
5 %Bulg. Tab., b.02
4½% Oſt. Schätze
42, Oſt. Goldrente
5Lvereinh. Rumän
4½%
42.
48 Türk, Admin..
48 1.Bagdad
49
Bollanl.
4½%üngarn 1913
1914
4½%0
Goldr.
1910
4½Budp.Stadtanl.
4½Liſſabon
42o Stockholm
Abtien.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A.E. 6.
AndregeNorisZahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F.P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen...
Cement Heidelberg
Karſtadt

90.25
96
90.75
92.25

Mee
118
9.5

62.5
23.5
105.5
92.
63
122
67
142
76.7-
1o8.25

Ra Ru
Chem.Werke Albert
Chade (A=C)...
Contin. Gummiw. . 1
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz..."
Dt. Atl. Telegr. ..
Erdöl .......!"
Dt. Gold= u. Silber=
ſcheide
=Anſtalt.
Linoleum ..."
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffé Widm. 1
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
ſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleiche:
Fahr Gebrüder ..
ſ. G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter))
Felt. & Guilleaume
Frankfurter Hof ..
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kahſer...
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke. Füſſen
HarpenerBergbau.
Henninger, Kempfl!
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Gochtief Eſſen ....
Holzmann, Phil.
Flie Bergb,. Stamml
Genüffel

Mefe
74.25
199.5
132
48
113
117.5
2o6
59.75
78
160
32.5
93.75
1110.75
238
40
53
106
149.25
65
61.75
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Seite 12 Nr. 198

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

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