Einzelnummer 10 Pfennige
D4
a
P
D
W
Tatz
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
Dei wöchentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. Junſ
bis 30. Juni 2.— Reichsmark und 20 Pfennig
Ab=
tragegebühr, abgeholt 2.— Reichsmark, durch die
Agenturen 2.20 Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
im Juni ohne Beſtellgeld monatlich 2.40 Reichsmark.
Nichterſcheinen einzelner Nummern infolge höherer
Gewalt berechtigt den Bezieher nicht zur Kürzung des
Bezugspreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkelt für uns.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iUuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſiattet.
Nummer 127
Freitag, den 29. Juni 1934.
196. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Die 22 mm breite Zeile im Anzeigenteil, 1 mm hoch,
7 pfennig. Die 92 mm breite Zeile im Textteil 1 mm
hoch 100 Pfennig. Platzaufſchlag (nach vorheriger
Ver=
einbarung) für Placierung unter Text oder an
be=
fimmter Stelle 25% Rabatt nach Staffel C. Privatanzeigen
ſeinſpaltig) das feit gedruckte Ueberſchriftzwort 20 Pfg.,
jedes weitere Worf 8 Pfennig. Familen= Anzeigen
die 22 mm breite Zeile 1 mm hoch 6 Pfennig.
Poſtſcheckkonto: Frankfurt a. M. 1301. Bankkonto=
DD. Bank und Darmſtädter und Nationalbant.
Aapenhander tar nor.
Eine Warnung an die Mächke. — Einſchränkung der Einfuhr, Umſtellung der Wirtſchaft, Erſchließung eigener
neuer Rohſkoffe bei weikerer Verſtändnisloſigkeit der Mächte gegenüber der deutſchen Noklage.
Bizekanzler v. Papen
Tagung der deutſchen
Außenhandels=
erklärte u. a.: Namens des Führers, der zu ſeinem
außerordent=
lichen Bedauern heute nicht hier anweſend ſein kann, heiße ich Sie
Laliern.
DNB. Berlin, 28. Juni.
Die vom Deutſchen Induſtrie= und Handelstag einberufene
Tagung der deurſchen Handelskammern und wirtſchaftlichen
Ver=
einigungen im Auslande wurde am Donnerstag im Preußenhaus
Durch Präſident Dr. von Rentelen feierlich eröffnet.
Präſident Dr. von Rentelen führte in ſeiner
Eröffnungs=
enſprache u. a. aus:
Der Deutſche Induſtrie= und Handelstag hat es als eine der
wichtigſten Aufgaben der Gegenwart angeſehen, eine Tagung der
Heutſchen Auslandshandelskammern einzuberufen, um den aus=
Tandsdeutſchen Wirtſchaftskreiſen und den mit ihnen befreundeten
Bereiſen der Gaſtſtaaten Gelegenheit zu geben, ſich mit dem neuen
Deutſchland vertraut zu machen.
Die Heimat und das Auslandsdeutſchtum ſind auf Gedeih und
Berderb miteinander verbunden. Ebenſo wie die Induſtrie= und
Sandelskammern im Reich gemeinnützige Inſtitutionen im Sinne
der Grundſätze des Nationalſozialismus ſind, ſo ſind auch die
deut=
ſchen Auslandskammern als Organiſationen zur Förderung des
Eemeinnutzes zu betrachten. Die Verbindungen im Rahmen der
Tätigkeit der Auslandskammern ſind im hohen Maße geeignet, das
egenſeitige Verſtändnis zwiſchen uns und den anderen Nationen
u fördern, das auf dem Grundſatz gegenſeitiger Achtung der
Völ=
ſeer und ihrer Eigenart beruhen muß. Die deutſchen
Auslands=
bandelskammern haben in dieſem Sinne in den vergangenen
Jah=
hen große und wertvolle Arbeit geleiſtet.
Hierauf ergriff
Reichswirkſchaftsminiſter Dr. Schmitk
tas Wort, der nach einem Hinweis auf die große, bedeutſame
Aufgabe, unſere gerade in der heutigen Zeit ſo erſchwerten, ja
ge=
ſährdeten Auslandsbeziehungen nicht abreißen zu laſſen, ſondern
miit aller Willenskraft aufrecht zu erhalten und zu erſchließen zu
ſu chen, glaubt, daß die Schwierigkeiten der Writſchaft, vor allen
Dingen der Weltwirtſchaft, von ſich aus überwunden werden
könn=
ten, denn ſie beruhen nicht auf dem Verſagen wirtſchaftlicher
Fak=
joren, ſondern auf den Vorausſetzungen der politiſch beeinflußten
Finanzpolitik der Kriegs= und Nachkriegsjahre. Die
internationa=
len Anleihen der Kriegszeit haben den Schuldnerſtaaten ungeheure
Kapital= und Zinſenlaſten aufgebürdet; die Deutſchland
auferleg=
ten Reparationen konnten nur aus der Subſtanz und mit Hilfe
tusländiſcher Anleihen geleiſtet werden, was zu einer Ausblutung
der deutſchen Wirtſchaft und zu einer unerträglichen Schulden=
und Zinſenlaſt für Reich und Wirtſchaft führte. Ganz beſonders
tichtete ſich die Aufmerkſamkeit der Gläubiger auf die Frage, wie
ſie ihre Forderungen eintreiben könnten. Und man ſchien die doch
ſo einfache Tatſache zu vergeſſen, daß ein Schuldner, um zahlen zu
lönnen, Leben und arbeiten muß. Und man überſah auch, daß
es zu keinem guken Ende führen kann, wenn man
einen Schuldner ſo auspreßk, daß er als
Verbraucher und als Käufer ausfällt.
Wir haben auf die Aufrechterhaltung unſerer
Handelsbeziehungen zum Auslande größten Wert
telegt und wünſchen nichts mehr als die Wiederherſtellung des
ſreien, ungehinderten Welthandels. Dieſe Frage kann
iber nicht einſeitig gelöſtwerden.
Sollten wir es aber nicht erreichen können, durch Ausweitung
unſeres Außenhandels uns die Lebensnotwendigkeiten zu ſichern,
)ann wird das deutſche Volk die Kraft haben, durch Einſchränkung
der Einfuhr, durch Umſtellungen der Wirtſchaft, durch Erſchließung
eigener neuer Rohſtoffe ſein Wirtſchaftsleben aufrecht zu erhalten.
Wir wünſchen dieſe Entwicklung nicht, aber ſie würde eine weitere
Schrumpfung der Weltwirtſchaft bedeuten. Wird uns aber kein
enderer Ausweg gelaſſen, ſo wird das deutſche Volk dieſe
ſchwie=
täge Aufgabe ebenſo erfüllen, wie es der Arbeitsloſigkeit zu Leibe
erückt iſt: Einig, zäh, feſt geſchloſſen hinter ſeinem Führer Adolf
bitler.
Sodann ergriff
Reichsarbeitsminiſter Seldke
das Wort. Er führte u. a. aus:
Die Belebung der Wirtſchaft ſtellt uns, je mehr ſie
fort=
ſchreitet, vor ein neues und nicht einfaches
Pro=
blem, von deſſen Löſung jedoch der endgültige
Erfolg der Arbeitsbeſchaffung der
Reichsregie=
itung abhängt, nämlich vor das Problem der Aus=
Uhr. Auch die Ausfuhrförderung muß
unerläß=
licher Beſtandteil jeder planmäßigen
Arbeits=
beſchaffungspolitik ſein. Die Förderung des
Ex=
torts iſt deshalb für die nächſte Zeit eine der
drin=
endſten Aufgaben der Regierung und der
deut=
ſchen Wirtſchaft.
Für die zukünftige Entwicklung der deutſchen Induſtrie wird
die Förderung der deutſchen Qualitätsarbeit
fine ganz beſonders wichtige Rolle ſpielen.
Bei einem Tee=Empfang am Nachmittag hieß der Präſident
des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages, Dr. v. Rentelen, die
Säſte willkommen und erteilte hierauf dem Vizekanzler v. Papen
das Wort.
in der Reichshauptſtadt herzlich willkommen. Der heutige Tag
weckt bittere Erinnerungen. An dieſen Tag erinnern heißt auf
jenes Störungszentrum der weltpolitiſchen und
weltwirtſchaft=
lichen Beziehungen der Völker hinweiſen, das bis auf die heutige
Stunde ſeine verderblichen Wirkungen ausſtrahlt, denen kein Land
ſich hat entziehen können und die abzumildern oder gänzlich zu
beſeitigen das leider fruchtloſe Bemühen von 15 Jahren geweſen iſt.
Heute gilt es für jedes Volk, unter dem Einſatz aller ſeiner
geiſtigen und materiellen Kräfte einen neuen feſten Ausgangspunkt
ſeines nationalen Lebens zu finden. Das gilt für kein Volk ſo
zwingend und unerbittlich, wie gerade für das deu ſche.
Wenn es nicht gelingt, dieſem 65=Millionen=Volk im Herzen
Europas einen neuen und ſicheren wirtſchaftlichen Aufſtieg,
poli=
tiſche Gleichberechtigung im Rahmen der Völker zu verſchaffen,
dann glaube ich, iſt das Schickſal dieſes Kontinents
unwiderruflich beſiegelt.
Das deutſche Volk bemüht ſich, in einem Umbruch ohnegleichen,
die geiſtige und politiſche Einheit der Nation
wiederherzuſtellen, und damit die Vorausſetzung zu ſchaffen
für den
Kampf um ſeinen Platz in Europa und der Belk.
Es iſt erſtaunlich, wenn bei einem Geſchehen von ſolchem
hiſtoriſchen Ausmaß ſich Verſchiedenheiten der Auffaſſung
über Tempo oder Methodik, über den beſten oder ſchnellſten Weg zum
Ziel zeigen? Das Ausland hat gerade in den letzten Wochen die
innenpolitiſchen Auseinanderſetzungen Deutſchlands mit erhöhter
Aufmerkſamkeit verfolgt und aus ihnen vielfach falſche Schlüſſe
gezogen, die manchmal auf Böswilligkeit, meiſt aber auf
Unkennt=
nis und Mißverſtändnis der tatſächlichen Lage ſchließen laſſen.
Daher möchte ich gerade in Ihrem Kreiſe auf eines hinweiſen:
kein Zweifel beſteht im deutſchen Volkland, daß der Kanzler und
Führer das Werk der geiſtigen und materiellen Wiedergeburt der
Nation ſiegreich zu Ende führen wird, daß das ganze und
unge=
ſchmälerte Vertrauen der Nation ihm gehört. Jede Spekulation
des Auslandes auf innerdeutſche Zwiſtigkeiten könnten nur zu
einer falſchen Politik Deutſchland gegenüber verleiten und müßten
auf dieſe Weiſe die Geſundung Europas verhängnisvoll
verlang=
ſamen.
Es iſt nicht erſtaunlich, was in dem gewaltigen Prozeß des
geiſtigen Umbruchs der geſamten abendländiſchen Welt die
alten=
ewig=geſtrigen Kräfte gegen das neue ankämpfen. Bei dieſem
Zuſtand der Dinge ein einwandfreies Bild der deutſchen Lage
zu gewinnen, vermag kein noch ſo gut geſchriebener
Zeitungs=
artikel zu vermitteln. Deshalb begrüßt der Führer ganz
beſon=
ders Ihre Anweſenheit in Berlin, damit Sie mit eigenen
Augen ſehen, wie heroiſch dieſes deutſche Volk ſeine ſchier
un=
faßbare Lebenskraft daranſetzt, aus den Feſſeln dieſes
augen=
blicklichen Krieges, aus der Wirrnis chaotiſcher Nachkriegsjahre
ſich zu löſen, ſein unvergängliches Lebensrecht geltend zu machen
und nach eigenen Ideen ſich ein neues Heim aufzubauen.
Der Präſident des Deutſchen Induſtrie= und Handelstags,
Dr. von Renteln, ſchloß die Tagung mit einem zündenden
Aufruf. Das deutſche Volk ſtehe gegenwärtig in einer
entſchei=
denden Phaſe ſeines Daſeins. Es komme darauf an, zu zeigen,
daß die große Zeit bei den deutſchen Menſchen die Bereitſchaft
findet, den ſich ſtellenden Aufgaben gerecht zu werden, damit es
in der Zukunft nicht heißen kann, daß die Schickſalsſtunde
Deutſch=
lands ein ſchwaches Geſchlecht vorfand. Deutſchlands Miſſion in
der Gegenwart werde nicht nur ihm allein, ſondern der
Wohl=
fahrt, dem Frieden und der Aufwärtsentwicklung der ganzen
Welt dienen.
Reichsminiſter Rudolf Heß.
der nach ihm das Wort ergriff, führte u. a. aus:
Zur Außenpolitik unſerer Wirtſchaft kommt heute ein neues
Angriffsziel: Unſere Weltanſchauung. Und deshalb iſt der Kampf
beſonders hart. Die übrige Welt fühlt, daß aus Deutſchland
her=
aus eine neue Weltanſchauung geboren wurde, die an den
Funda=
menten des geſamten Denkens unſerer Zeit rüttelt.
Die Welt fühlt, daß dieſe Weltanſchauung ſo ſtark in unſerer
Zeit verwurzelt, zugleich aber in Naturgeſetzen von ſo allgemeiner
Gültigkeit fußt, daß die Gefahr eines Ueberſpringens wohl
ge=
geben ſein könnte.
Tatſächlich ſind allerorts dem Nationalſozialismus oder dem
Fascismus verwandte Bewegungen bereits entſtanden. Sie ſind
entſtanden ohne das geringſte aktive Zutun Deutſchlands oder
etwa ſeiner nationalſozialiſtiſchen Vertretungen im Ausland, die
im Gegenteil, wie Sie wiſſen, den ſtrikten Befehl haben, ſich aus
den inneren Verhältniſſen ihrer Gaſtſtaaten fernzuhalten. Um ſo
mehr kann und muß Deutſchland aber auch erwarten, daß auch die
Umwelt ſich frei hält von jedem Verſuch, ſich in die inneren
Ver=
hältniſſe Deutſchlands einzumiſchen oder auf die Entwicklung in
Deutſchland Einfluß zu nehmen.
Als einen ſolchen Verſuch, der insbeſondere auch mit den einſt
ſo laut verkündeten Grundſätzen des Selbſtbeſtimmungsrechtes und
der Freiheit der Nationen in ſchroffem Widerſpruch ſteht, ſehen
wir den Boykott deutſcher Waren im Auslande an: denn dieſer
Boykott ſoll doch einen Druck ausüben, daß wir unſere inneren
Verhältniſſe nach dem Willen des Auslandes regeln, entgegen dem
eigenen Wollen. Weite Kreiſe im Auslande haben im übrigen
bereits erkannt, daß
(Fortſetzung auf Seite 2, erſte Spalte.)
Zerſtörung und Wiederherſtellung
des Meollg.
Von
Dr. Carl Wellthor.
Die britiſche Note vom 21. Juni atmet eine
Selbſtgerechtig=
keit, als habe Großbritannien ſeinen eigenen Gläubigern
gegen=
über ſtets nach Inhalt und Form untadelig gehandelt. Dabei
waren genau 6 Tage vergangen, ſeit Großbritannien die 91,4
Millionen Dollars ſchuldig blieb, die es im Geddes=Mellon=
Ver=
trag vom 19. Juni 1923 zu zahlen feierlich zugeſagt hatte. Oder
will man in London behaupten, Deutſchland falle in der zweiten
Hälfte 1934 die Zahlung von 45 Millionen Mark in Gold und
Deviſen leichter als dem engliſchen Staat am 15. Juni 1934
die Zahlung von etwa 90 Millionen Papierdollars? Die
Re=
gierung Macdonald verleugnet den Grund der
Gleichberech=
tigung, wenn es bei Deutſchland ernſte Bedenken für die
Fort=
ſetzung der Schuldenüberweiſungen nicht gelten läßt, aber ſich
nicht einmal Mühe gibt, ſeine eigene Zahlungsunwilligkeit zu
begründen.
In dieſen Tagen wird der Verſuch unternommen werden,
eine Entwicklung aufzuhalten, die mit einem Waren=Clearing
Großbritanniens gegen Deutſchland unfehlbar ihren Lauf
neh=
men würde. Aber abgeſehen davon, wie die Verhandlungen
ausgehen werden, — daß die britiſche Regierung behauptet,
Deutſchland habe durch die Verhängung des ſechsmonatigen
Transfermoratoriums ſich ſelbſt ſeinen Kredit zerſtört, iſt ſo
un=
geheuerlich, daß wir uns dagegen mit allen Mitteln zur Wehr
ſetzen müſſen. Wenn es ſich hierbei nur um ein im Unmut
ge=
ſprochenes Wort eines Staatsmannes handelt, könnte man
darüber mit einem kurzen Proteft zur Tagesordnung übergehen,
Da aber die britiſche Note eingangs ausdrücklich hervorhebt,
„Seiner Majeſtät Regierung habe die deutſche Note vom 15.
Juni ſorgfältig geleſen”, iſt ein falſcher Zungenſchlag nicht
an=
zunehmen.
Es kann gar nicht eindringlich genug darauf hingewieſen
werden, daß der Entſchluß der Reichsregierung und der
Reichs=
bank vom 15. Juni das letzte Glied einer langen Kette iſt, die
ſich bis in die allererſte Nachkriegszeit zurückverfolgen läßt.
Aber beginnen wir mit dem Jahre 1924, als Deutſchland die
Wiederherſtellung ſeiner Währung durchſetzte und mit ſeinen
früheren Gegnern das erſte Reparationsabkommen ſchloß. Lag es
etwa auf der Londoner Konferenz vom Juli/Auguſt 1924 im
Belieben der Reichsregierung, die zur Mobiliſierung von
Repa=
rationskapital vorgeſchlagene Dawes=Anleihe deswegen
abzu=
lehnen, weil die Abwicklung dieſer Verpflichtung zweifelhaft
erſchien? Für die Schuld an Amerika, die England ſich ein Jahr
zuvor zu verzinſen und zu tilgen verpflichtet hatte, waren dem
Schuldnerlande die entſprechenden Werte zugefloſſen, während
die Dawes= und ſpäter auch die Young=Anleihe, — wie
über=
haupt die geſamten Reparationsverpflichtungen —
gegenwert=
loſe Tribute geweſen ſind!
Seit Beendigung des Weltkrieges hat man ſich über den
Grad der deutſchen Zahlungs= und Ueberweiſungsfähigkeit ſowie
über die Höhe des deutſchen Kredits Illuſionen gemacht.
Hier=
von bilden auch die meiſten britiſchen Staatsmänner keine
Aus=
nahme. Sie haben ſich zuſammen mit ihren franzöſiſchen Kollegen
an Zahlenorgien berauſcht, denen nüchterne Rechner nie hätten
erliegen dürfen. Sie haben das erſte Mal in der zunehmenden
deutſchen Inflation ihre Felle davonſchwimmen ſehen. Aber ſie
haben aus den Erfahrungen nicht gelernt! Als Deutſchland zu
ſtabilen Währungsverhältniſſen zurückgefunden hatte, haben ſie
es mit angeſehen und ſogar unterſtützt, daß Deutſchland Jahre
lang mit geliehenem Geld ſein Zahlungsprogramm abwickelte
und die fälligen Deviſen transferierten. Sie haben mitgewirkt,
daß vertrauensvolle Sparer ſich in Werten engagierten, die aus
dem Bruch eines feierlichen Verſprechens („ein Frieden ohne
Annektionen und Kontributionen”) entſtanden ſind, und deren
Annuität bei dem handelspolitiſchen Egoismus der
Gläubiger=
länder auf die Dauer verdient werden konnte.
Wenn deutſcherſeits gegen die Tragbarkeit der
Reparations=
laſten Bedenken, erhoben wurden, ſcholl es im Chor zurück:
„Zahlungsunwillig”. Erſt als die ausländiſchen Kredite ein
gewiſſes Maß erreicht hatten, wurden die Geldgeber
zurück=
haltend. Da die inländiſche Kapitalbildung in Deutſchland auch
nicht im entfernteſten ausreichte, um auch nur den
wirtſchaft=
lichen Apparat in Gang zu ſetzen, führte die Stockung der
Kapi=
talzufuhr zu einer unerhörten Lähmung der deutſchen Erzeugung.
Kein Land der Erde hat eine ſo gewaltige Arbeitsloſigkeit
er=
fahren wie Deutſchland um die Wende 1932/33, als die
Ar=
beitsloſenzahl faſt 7 Millionen erreichte und nahezu jeden dritten
erwerbsfähigen Deutſchen zum öffentlichen Rentner machte. Was
haben Großbritannien und andere Gläubigerländer, die heute
uns gegenüber auf dem hohen Pferde der Moral ſitzen, damals
getan, um uns zahlungs= und überweiſungsfähig zu machen?
Nichts! So blieb der Regierung Hitler kein anderer Weg als
eine umfangreiche Arbeitsbeſchaffung unter Einſatz der
verfüg=
baren Deviſen= und Goldreſerve für die Rohſtoffbeſchaffung.
Wir zweifeln nicht daran, daß in den britiſchen Miniſterien
wirtſchaftlich geſchulte Köpfe ſitzen. Aber wir dürfen vielleicht
doch in aller Beſcheidenheit anfragen, was es bedeuten ſoll, wenn
es in der britiſchen Note vom 21. Juni heißt: „Der Zinsſatz,
über den die deutſche Note Klage führt, entſpricht dem deutſchen
Kredit bei Begebung der Anleihen und kann nur geändert
wer=
den, wenn Deutſchland ſeinen Kredit ſo hebt, daß ein
Kon=
verſionsangebot ſür die Gläubiger annehmbar wird‟. — Die
deutſche Literatur enthält eine Münchhauſen=Anekdote, derzufolge
ſich der Lügenbaron ſelbſt bei ſeinem Schopfe aus einem Sumpf
herauszog, in den er geraten war. Im erwähnten Satz der
britiſchen Note wird kaltblütig angenommen. Deutſchland habe
bei 10,3 Milliarden Mark gegenwertloſer Zahlungen ſo erſtarken
können, daß es den inneren Wert der Dawes=Anleihe etwa um
75 Prozent heben und dann für eine vierprozentige Verzinſung
den Pariſtand wiederherſtellen konnte. Richtig iſt dagegen, daß
uns die hohen Zinſen einen unerträglich großen Teil unſerer
Wirtſchaftserträge aufgefreſſen haben und um der Vernunft und
der Gerechtigkeit willen bereits vor vielen Jahren hätten
herab=
geſetzt werden müſſen. Das und kein anderer wäre der
ausſichts=
reiche Weg nach dem Ziel geweſen, daß die von ſo vielen
priva=
ten ausländiſchen Sparern erworbenen Reparationswerte zum
Pariſtand aufgeſtiegen, dort verblieben und in ihrem Zinsertrag
verharrt wären.
Die britiſche Note ergeht ſich in langen Ausführungen über
ungerechtfertigte Deviſenverwendung Deutſchlands. Sie
behaup=
tet, daß Deutſchland im Ausland für 767 Millionen Mark
Schuldverſchreibungen zurückgekauft habe. Die Berliner
Gläu=
bigerkonferenz vom April/Mai 1934 hat erklärt, daß der Rückkauf
von Auslandsbonds oder =Schulden zum Zweck des zuſätzlichen
Deviſenerwerbs im Zuſatzausfuhrverfahren ſtatthaft iſt. Weiter
wird uns vorgerechnet, wie entgegenkommend Großbritannien
die deutſche Ausfuhr behandelt habe. Die britiſche Note
er=
wähnt, daß im Haushaltjahr 1933/34 die deutſche Handelsbilanz
gegenüber dem britiſchen Mutterland um 15,4 Millionen Pfund
aktiv geweſen ſei, daß der Ueberſchuß gegenüber dem Vorjahre
um 1,5 Millionen Pfund höher geweſen ſei, alſo eine ſteigende
Tendenz zeige. Sie ſtellt Betrachtungen darüber an, in welchem
Umfang die von Deutſchland nicht befriedigten britiſchen
Gläu=
biger aus dieſem Ueberſchuß der Handelsbilanz befriedigt werden
könnten. Es läßt aber mit keiner Silbe die Tatſache durchblicken,
daß der deutſche Aktivſaldo zum Paſſivſaldo wird, wenn man
den Warenaustauſch Deutſchlands mit ſämtlichen Gliedern des
britiſchen Wirtſchaftsreichs betrachtet. Auf der Konferenz zu
Ottawa, als die Vertreter des Mutterlandes den Abgeſandten
der Dominien und Kolonien die Vorteile eines gemeinſamen
wirtſchaftspolitiſchen Vorgehens im geſamten Imperium
vorrech=
neten, wäre eine ſolche kaltblütige Mißachtung der Intereſſen der
Dominien und Kolonien nicht denkbar geweſen.
Faſſen wir zuſammen: Es iſt ein ſtarkes Stück, Deutſchland
die Zerſtörung ſeines eigenen Kredits zu Laſt zu legen. Aber
wichtiger als die überflüſſigerweiſe von der britiſchen Note
auf=
geworfene Schuldfrage iſt das Problem, wie Deutſchlands Kredit
zum Nutzen aller wiederhergeſtellt werden kann. Das halbjährige
Transfermoratorium, das Deutſchland für ſämtliche mittel= und
langfriſtige Schulden in Anſpruch genommen hat, braucht nicht
zur Zerſtörung der Gläubigerforderung zu führen, wenn alle
Beteiligten ſich des Ernſtes der Lage bewußt ſind und ſich zu
Opfern entſchließen. Allerdings dürfen verantwortliche
Staats=
männer nicht mehr von der „Zerſtörung des deutſchen Kredits”,
ſprechen, wie es das Kabinett Macdonald in ſeiner Note getan
hat. Kredit iſt ſo empfindſam, daß er auch nicht in einer
Auf=
wallung des Unmuts ohne Schaden totgeſagt werden kann! Die
Entlaſtung Deutſchlands von allen Deviſenverpflichtungen
min=
deſtens für einige Monate erſcheint allerdings unvermeidlich.
Aber in dieſer Zeit kann durch Anpaſſung der Annuitäten an
die tatſächliche dauernde Leiſtungsfähigkeit Deutſchlands und
durch Gewährung handelspolitiſcher Erleichterungen ein neuer
Anlauf genommen werden, der Deutſchland aus der
gegenwär=
tigen Sackgaſſe hinausführt. Vorbedingung iſt allerdings, daß
alle Länder von ſo zweifelhaften Aktionen wie Waren=Clearing
gegen Deutſchland abſehen.
der Boykokk eine zweiſchneidige Waffe
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
iſt, und daß die ausländiſchen Juden, die Gaſtfreundſchaft
ge=
nießen, ſie in eine Lage hineinbringen, die der Wirtſchaft des
Gaſtlandes ſchwerſten Schaden zufügen kann.
Wix, das natkonalſozialiſtiſche Deutſchland, hatten die
Ab=
ſicht und haben ſie immer wieder betont, einen regen
Güteraus=
tauſch mit anderen Völkern zu pflegen, nicht zuletzt, weil dies ein
Weg iſt zum gegenſeitigen Verſtändnis und damit zum Frieden.
Wir wollen durchaus nicht eine Autarkie anſtreben.
Ein erfolgreicher Boykott jedoch würde uns zwingen, alles zu
kun, um uns ſoweit als möglich vom Auslande unabhängig zu
machen. Was bliebe uns denn anders übrig, wenn das Ausland
uns die Möglichkeit nähme, die Mittel zu beſchaffen, um draußen
einzukaufen, und das dürfte das Ausland wiſſen: Wenn wir
wirk=
lich uns entſchließen, uns vom Ausland unabhängig zu machen,
dann tun wir es mit der Entſchloſſenheit, die Deutſchland von
je=
her auszeichnet, wenn es ſich in den Grundlagen ſeiner Exiſtenz
bedroht fühlt.
Auf die Dauer wird der Nachteil für das deutſche Volk
ge=
ringer als für eine große Zahl fremder Staaten, die weſentlich
auf den Abſatz von Rohſtoffen nach Deutſchland angewieſen ſind.
Und ich betone nochmals: Wir wünſchen die damit verbundene
Verſchärfung der wirtſchaftlichen Weltkriſe nicht, ſo wenig wie
das Elend und den Hunger, der in den betroffenen Staaten
Hand in Hand geht und den Boden bereitet zu einer
Bolſche=
wiſierung. Aber noch weniger iſt das deutſche Volk gewillt, die
Boykottmaßnahmen des Auslandes ohne Gegenwehr
hinzuneh=
men und ſich etwa den Verzicht darauf abpreſſen zu laſſen, ſich
ſein eigenes Haus ſo einzurichten, wie es 95 Prozent des
deut=
ſchen Volkes wünſchen und für notwendig halten. Sie können
draußen berichten: Das Deutſchland Adolf Hitlers ſteht
un=
erſchütterlich.
Reichsminiſter Rudolf Heß ſchloß mit einem begeiſtert
auf=
genommenen Siegheil auf den Führer und die Bewegung.
Vom Tage.
Reichskanzler Adolf Hitler ſtattete am Donnerstag nachmittag
in Begleitung ſeines Adjutanten, Obergruppenführer Brückner,
des Reichspreſſechefs Dr. Dietrich und des Oberführers Schaub
den Eſſener Kruppwerken einen Beſuch ab.
Zu einer erhebenden Feier menſchlicher Anteilnahme, der
Ka=
meradſchaft und der Treue wurde die Trauung des Gauleiters
Staatsrats Terboven in der altehrwürdigen Münſterkirche in
Eſſen, an der wiederum der Führer und Miniſterpräſident Göring
teilnahmen. Unter den Hochzeitsgäſten ſah man viele alte
Mit=
kämpfer des Gauleiters, die Spitzen der Behörden und die Führer
der Parteiorganiſationen und =formationen aus dem ganzen
Gau=
gebiet.
In der nächſten Ausgabe des Reichsgeſetzblattes wird ein
drittes Geſetz zur Aenderung des Geſetzes über Pächterſchutz
ver=
öffentlicht werden. Durch dieſes neue Geſetz wird der beſtehende,
aber zum 30. Juni 1934 ablaufende Pächterſchutz bis zum 30. Juni
1935 verlängert.
Im dritten Hecklinger Mordprozeß in Deſſau wegen der
Er=
mordung des SA.=Mannes Cieslick beantragte der Staatsanwalt
nach 15tägiger Verhandlung vor dem Schwurgericht am
Donners=
tag gegen ſämtliche 11 Angeklagten die Todesſtrafe.
Zum polniſchen Innenminiſter iſt der kommiſſariſche
Präſi=
dent von Warſchau und frühere Wojwode von Bialyſtok,
Koscial=
kowſki, ernannt worden. Zum Landwirtſchaftsminiſter wurde der
Kurator des Lyzeums von Krzemieniec, Poniatowſki, beſtellt.
In engliſchen Unterhaus wurde die Clearing=Vorlage mit
der Abänderung des Oberhauſes am Donnerstag abend
angenom=
men. Nachdem der Geſetzesvorſchlag die königliche Zuſtimmung
erhalten hatte, wurde er Geſetz.
Der neue engliſche Botſchafter in Tokio, Clive, wurde geſtern
zur Ueberreichung ſeines Beglaubigungsſchreibens vom japaniſchen
Kaiſer in Audienz empfangen.
Wieder Sprengſtoffanſchläge im ganzen Bundesgebiet
Nachdem zur Abwechſelung am letzten Sonntag Oeſterreich
von Sprengſtoffanſchlägen ziemlich freigeblieben iſt, haben ſich die
Anſchläge mit Beginn der neuen Woche
wieder=
um beängſtigend angehäuft. Am Mittwoch iſt es zu einer
Fülle von Attentaten im ganzen Bundesgebiet
gekommen. Ueberall ſind Höllenmaſchinen losgelaſſen, überall ſind
Dynamitpatronen geworfen worden. Zahlloſe Eiſenbahnanlagen,
Fernſprechkabel und Waſſerleitungen ſind durch die
Sprengſtoff=
attentate unterbrochen worden.
Von Wien aus wird mit Hilfe einer ſehr ſtrengen
Beaufſich=
tigung der Preſſe dafür geſorgt, daß der öſtererreichiſche
Zeitungs=
leſer nur das allernotwendigſte über dieſe Anſchläge erfährt, alſo
das, was ſich beim beſten Willen nicht verheimlichen läßt, oder
was nach Anſicht der Wiener Behörden geeignet ſein könnte, die
Nationalſozialiſten anzuprangern. Trotzdem weiß die öterreichiſche
Bevölkerung ſehr genau, was für Ereigniſſe ſich täglich abſpielen,
Wie ein Lauffeuer pflanzen ſie ſich über das ganze Bundesgebiet.
Bisher haben die öſterreichiſchen Sicherheitsbehörden ſo gut
wie keine Attentäter faſſen können. Das läßt darauf ſchließen, daß
die Sprengſtoffanſchläge von Verſchwörern ausgehen, die nicht nur
ſehr geſchickt arbeiten, ſondern auch über die Bewegungen bei der
Polizei, über den Standort der einzelnen Wachtpoſten und anderes
Wiſſenswertes ſehr genau orientiert ſind, ſo daß die Bombenleger
und Patronenwerfer faſt regelmäßig unerkannt entkommen
kön=
nen. Daß man von Wien aus die Nationalſozialiſten mit dieſen
Attentaten belaſten will, kann nicht mehr aufregen, nachdem man
weiß, daß die Regierung Dollfuß im Nationalſozialismus den
größten Gegner ſieht und ſeine Macht höher einſchätzt als die aller
anderen politiſchen Bewegungen in Oeſterreich zuſammen.
Von Zeit zu Zeit kann man aber doch nicht verſchweigen, daß
die Sprengſtoffanſchläge auf diejenigen zurückgehen, mit denen
man in den erſten Februartagen die Klingen kreuzte und deren
Hochburgen erſt nach mehrtägiger artilleriſtiſcher Beſchießung
ge=
nommen werden konnten. Auch verſchiedene Sprengſtoffprozeſſe
in der letzten Zeit haben hinreichend Aufklärung darüber
ge=
bracht, daß die Attentäter im marxiſtiſchen Lager zu ſuchen ſind,
daß Sozialdemokraten und Kommuniſten immer wieder
Spreng=
ſtoffdiebſtähle unternehmen und die Beute den Attentätern
ge=
ſchickt zuleiten. Dennoch entläßt die Regierung Dollfuß immer
mehr Marxiſten aus den Konzentrationslagern und Gefängniſſen,
während ſie umgekehrt jeden der ſich zur nationalen Rechten zählt
und zum gegenwärtigen Syſtem Dollfuß in Oppoſition ſteht, aufs
ſchärfſte beſtrafen läßt.
Der Zwiſchenfall in Graz, wo es zu Zuſammenſtößen zwiſchen
Angehörigen des Bundesheeres und der Heimwehr gekommen iſt,
darf allerdings nicht überſchätzt werden. Es handelt ſich
ledig=
lich um die Folge einer Schlägerei. Wenn Angehörige des
Bun=
desheeres in Graz aufmarſchieren, um die ihnen angetane
Schmach zu rächen, ſo iſt das allerdings ein Beweis für den Grad
der Spannung zwiſchen den beiden Sicherheitsfaktoren
Oeſter=
reichs.
I Jan eein Ma dienft.
Gruppenführer Ernſt zum SA-=Urlaub.
DNB. Berlin, 28. Juni.
Der Führer der Obergruppe 3, Berlin, Gruppenführer Karx
Ernſt, veröffentlicht folgende Anordnung:
Der Stabschef hat für den Monat Juli die geſamte SA. zu=u
Erholung beurlaubt. Der Schulferienmonat ſoll den SA.=
Manu=
bei ſeiner Familie, ſeiner Frau und ſeinen Kindern finden. Soo
mit ſind etwaige Klagen über Beanſpruchung und „zu viel Dienſt.;
uſw.” behoben. Um dieſe beabſichtigte Situation um jeden Prei=;
auch gegen ſolche, die ſich ihren Angehörigen entziehen wollem
durchzuſetzen, habe ich meinen Formationsführern das Anſetzer,
jeglichen Dienſtes unterſagt. So auch die Abhaltung von Feſter,
und geſelligen Veranſtaltungen, die durch Propagierung uniu
Kartenvertrieb die Zeit der SA.=Männer beanſpruchen.
Um ferner den SA.=Mann zum wirklichen Privatmann in
dieſem Urlaubsmonat werden zu laſſen, iſt der Befreiung vom
Dienſt jeglicher Art ein Uniformverbot gefolgt. Da der SA.,
Mann ſchon im Alltag und Erwerbsleben keinen
Dienſtanzu=
tragen darf, entfällt auch jede Begründung für das Tragen in:
der Urlaubszeit. Der SA.=Dienſtanzug iſt ein Ehrenkleid un=u
kein x=beliebiges Kleidungsſtück. Uniformträger im Juli haber
beſondere Ausweiſe („Urlaubsmonat”) zu führen. Ich bitte, währ
rend des Monats Juli auch von überflüſſigen Zuſchriften, dem
ſogen. „Papierkrieg” abzuſehen. Eingehende Schriftſtücke erhalll
ten den Stempel „Urlaubsmonat” und werden ab 1. Auguſt 193.7
aufarbeitend erledigt.
Eine Erklärung der Oberſten 5A-Führung.
DNB. Berlin, 28. Juni.
Das Preſſeamt der Oberſten SA.=Führung teilt mit:
Die Notwendigkeit, die Wahrheit über die Bluttat von Quetzin!
und deren Hintergründe amtlich zu bringen, ſind nunmeh
dazu amtlich erhärtete Tatſachen feſtzuſtellen. Die Erhebungen,
der pommerſchen Staatspolizeiſtellen und der Staatsanwaltſchaff
haben folgendes ergeben: Der NSDFB.=Mann Kummerow, dern
die ſchon gemeldete Bluttat an dem SA.=Sturmführer Moltzahrn
verübte, hat bereits vor ihrer Begehung gegen die SA. und ihrern
örtlichen Führer, Sturmführer Moltzahn, gewühlt und gehetzt. Ern
machte bei der beſagten Sonnwendfeier, während der Feuerrede
des Sturmführers Moltzahn Bemerkungen zu anderen Perſonen uns.
ſtörte dadurch die feierliche Handlung. Von Moltzahn
hinterhe=
zur Rede geſtellt, äußerte er: „Schlechter als du und deine SA
iſt keiner.‟ Dabei verſuchte er, mit ſeinem Eichenſtock zu ſchlagem
Moltzahn lediglich, ihm denſelben zu entwinden. Es iſt alſo nich/
wahr, daß die Tat einen perſönlichen Anlaß hatte. Wahr iſt nach
den obigen Feſtſtellungen vielmehr, daß er politiſch war. Danm
entriß Kummerow den SA.=Dolch ſeinem Träger Moltzahn uns
ſtach auf ihn ein. Moltzahn war ſchwer verletzt. — So wahr wie
dieſe Tatſache iſt ferner, Kummerows zyniſcher Ausruf nach
Be=
gehung ſeiner Untat: „Hätte ich dir doch eine durch die
Kar=
taune gegeben.”
Endlich und hauptſächlich iſt es nicht wahr, daß ſich der
NSDFB. vor der Tat im allgemeinen ſo wie ein Teil der natio
nalſozialiſtiſchen Bewegung, beſonders aber in Pommern
verhal=
ten hätte. Wahr iſt vielmehr, daß er den aus der SA. ausge.
ſtoßenen, von der Staatspolizei drei Wochen lang verhafteten und
dann freigelaſſenen Rohleder ſofort als Führer in Pommern
ein=
ſetzte. Die Feſtſtellungen der Staatsbehörden erweiſen, daß erſti
dadurch die verführten Angehörigen des Bundes, und unter ihnem
der Täter Kummerow, den Auftrieb erhielten, der das
Ver=
brechen von Quetzin möglich machte.
Der Verſuch, die Hintergründe der Untat in Widerſpruch zuu
amtlich feſtgeſtellten Tatſachen, die ſie als politiſch ausweiſen, im
ſolche perſönlicher Art umzufälſchen, bedeutet nichts anderes,
als=
die Flucht vor der politiſchen Wirkung einer politiſchen Urſache.”
Dieſer Verſuch iſt nur ein Glied in der Reihe von Verfehlungem
gegen diejenigen Verpflichtungen, welche der NSDFB. bei ſeinen.
Gründung übernommen hatte. Die politiſchen Folgen dieſer poli=”
tiſchen Tat können alſo weder von den an ihr Beteiligten, noch
von den für ſie Verantwortlichen abgewälzt werden.
Der Gouverneur des Memelgebietes hat geſtern den Landes=”
präſidenten Dr. Schreiber ſeines Amtes enthoben mit der Begrüns”
dung, daß er in ſeiner Eigenſchaft als Landespräſident eine anti=)
ſtaatliche nationalſozialiſtiſche Bewegung im Memelgebiet, die das
Ziel verfolge, das Memelgebiet von Litauen abzutrennen,
unter=
ſtützt habe.
Anläßlich einer Streikkundgebung der Straßenbahner in
Mil-
waukee kam es zu ſchweren Ausſchreitungen und blutigenn
Kämpfen. 20 Perſonen, darunter 7 Poliziſten, mußten mit ſchwer
ren Verletzungen ins Krankenhaus geſchafft werden. 5 Straßen=”
bahnwagen wurden vollkommen zertrümmert, zahlreiche andere
ſchwer beſchädigt. Der geſamte Straßenbahnverkehr iſt lahmgelegt.
58 Perſonen wurden verhaftet.
Frühjahrs-Ausfkellung
Barmftadt 1934.
Von Wilhelm Michel.
(Schluß.)
Einen feſſelnden Stoff zur Nachprüfung deſſen, was man
„perſönliche Auffaſſung” beim Bildnis nennt, liefern die
ver=
ſchiedenen Hitler=Köpfe, die die Ausſtellung in ihrer
bild=
haueriſchen Abteilung zeigt.
Heinrich Jobſt ſtrebt den Dargeſtellten als den
Volks=
führer ins Ruhig=Gültige und Denkmalhafte zu rücken. Jobſt
hat ein ungemein ſcharfes Auge, ſeine Hand beſitzt den
ange=
borenen bildhaueriſchen Formverſtand. Aber er nutzt das hier,
nicht um den Kopf in ſeiner privaten, ſondern um ihn in ſeiner
Allgemein=Bedeutung vorzutragen. Er ringt darum, von
ver=
ſtandenen Formen aus zu einem klaren architektoniſchen Aufbau
dieſer Züge aufzuſteigen, und gibt dem Ganzen eine geiſtige
Bearbeitung, die einen klaſſiziſtiſchen Sinn mit ſich führt. Es
iſt weniger die Begegnung des Nur=Künſtlers mit ſeinem Modell
als die Begegnung des Staatsbürgers mit dem politiſchen
Führer. Staatsgefühl und repräſentative Geſtaltung haben das
maßgebende Wort.
Bei Ferdinand Liebermann dringt eine durchaus
pribate Auffaſſung vor. Ein Zwang in der Natur des Künſtlers
führt dazu, daß die Formen des Geſichts knapp faſt zierlich
und klein werden. Ein geiſtreicher, literariſcher Kopf ſteht vor
uns: mehr ein Mann der Studierſtube als der toſenden
Mil=
lionenverſammlungen; ſelbſt Züge von Eleganz miſchen ſich
hinein und wenden den Sinn des Kopfes in eine Richtung, wo
der willensharte Staatsmann und der wortgewaltige Redner
faſt verſchwinden. Daß es ſich hier um eine Stiliſierung handelt,
die ausſchließlich Sache des Künſtlers iſt, weiſen die übrigen
Arbeiten Liebermanns aus: ein Mädchenkopf in ſanften, kleinen,
gehauchten Formen, kindlich zart und leiſe ſchwermütig, und die
Bronze=Statuette einer Tänzerin, ſehr anmutig in Körper= und
Gewand=Bewegung, eine reizvolle, ſenſible Linie im Ganzen
die in ihrer zarten Schwärmerei an die Linie engliſcher
Präraf=
faeliten erinnert.
Dann iſt da der Hitler=Kopf von Hedwig Maria Ley, dem
der Ruf vorausgeht, das beſte plaſtiſche Bildnis des Führers
zu ſein. Man iſt geneigt, dieſem Urteil zuzuſtimmen. Man
glaubt auch zu ſehen, daß dieſe Arbeit, wie erzählt wird, als
einzige ihrer Art auf eingehenden Studien am Modell ſelbſt
beruht. Denn ſie iſt von außerordentlicher Eindringlichkeit. Sie
zeigt jene innere Triebkraft der Formen, jenen nachdrücklichen,
überzeugter Vortrag, der nur aus unmittelbarer, und zwar tief
verehrender Begegnung mit der Naturwirklichkeit geſpeiſt ſein
kann. Hier hat ſich wahrhaft ein ganzes Menſchenweſen mit
faſt anbetender Willigkeit und genaueſter Treue im Werk
ein=
geſetzt. Deutlich iſt zu beobachten, wie alle Formen zur Größe,
zur bedeutenden Entfaltung drängen, und unvermerkt laden
ſie ſich dabei mit einem geiſtigen Etwas, das zu einer nahezu
myſtiſchen Geſamtprägung des Kopfes führt „Hier erſcheint
weniger der Staatsmann (alſo der von der Volksöffentlichkeit
aus erblickte Führer) als der große Einzelmenſch in der
Ge=
triebenheit von ſeiner Idee und in der alleinigen
Verant=
wortung vor ihr. Das Bildnis von Hedwig Maria Ley iſt ein
gutes Beiſpiel dafür, wie eine Frau den „Helden” ſieht: Mit
dem Blick für das, was einmalig und als Geheimnis in ihm
lebt; Perſönlichkeit in ihrer Anbindung an die im Innern
glühende Schöpferkraft. Dieſes Bildnis, ausgeſprochen weiblich
empfunden, kann als bis jetzt beſter Ausdruck der
leidenſchaft=
lichen Gefühle gelten, die ſich dem Führer zukehren, während
Jobſts Bildnis in ſeiner männlich=kühleren Temperatur mehr
zur bewußten politiſchen Würdigung der Perſon gehört.
Man ſoll Unterſchiede, wie ſie hier beſprochen wurden,
namentlich auch Laien (bei Führungen etwa) deutlich zu machen
ſuchen; ſie können das Verſtändnis für das Beſondere
bild=
haueriſcher Formfindung weſentlich fördern.
Was im übrigen die plaſtiſche Abteilung anlangt, ſo iſt es
der Ausſtellung zum Lob zu rechnen, daß ſie die Bildhauerei
ſo ausgiebig berückſichtigt hat. Es ſind einige Arbeiten, in denen
deutſche Kunſtgeſinnung unſerer Zeit einen vollwertigen
Aus=
druck gefunden hat, hervorzuheben. Da iſt Ulfert Janßens
Bronzekopf eines norwegiſchen Bauern aus Telemarken mit
ſeinem mutigen, nüchternen Realismus, der ſich knapp und
genau ausdrückt und doch wunderbar dichteriſch ein ganzes
Menſchenweſen zu faſſen weiß. Hans Defregger bringt eine
Bronzebüſte des berühmten Vaters, die den Wert einer
novel=
liſtiſch reizvollen „Erzählung” über den alten Meiſter hat und
ihn dabei treu und menſchlich ſchildert. Bernhard Bleeker
modelliert den Kopf eines alten Mannes; die Hand zeigt ſich
gleichſam zögernd mit vielen Einzelheiten beſchäftigt, mit
Fal=
ten, Schläfenadern, Hautſchlaffheiten; langſam und ſaumſelig
kommt das alles daher, aber überall ſchlägt ein tiefes Gefühl
für das Ganze durch; es iſt ein Naturalismus mit edelſten
geiſtigen Hintergründen.
Eine ſchöne klare Arbeit iſt auch Hugo Lederers Richard=
Strauß=Kopf, ganz aus einem Guß, ſchwungvoll und doch
be=
ſonnen, ſehr ſchön flüſſig in den Formen, die ſich mit ſicherer
Beredtſamkeit vortragen. Aber von dieſer geſchloſſenen,
ein=
drucksſtarken Leiſtung heben ſich andere Arbeiten Lederers ſehr
ungünſtig ab. Man möchte glauben, daß zwiſchen ihnen unE
dem Strauß=Kopf lange Zeiten liegen müſſen. Der
überlebens=
große „Bergmann” bleibt auf dem Wege zur angeſtrebtenn
Monumentalität in einer leeren Verkrampftheit ſtecken; trocken!
und empfindungslos iſt die Bewegung, der römiſch=ſlawiſche
Kopf mit ſeinem bösartig verdroſſenen Ausdruck ſpricht
nichts=
im Beſchauer an. Auf ein „Erlebnis” geht, wie der Katalos4
ſagt, die Gipsgruppe „Anna Pawlowna, ein Reh fütternd” zus
rück — aber was man zu ſehen bekommt, führt das Motiv der
ſpitzen Stütze und des hochgelegten Schwerpunkts nur au
äußerliche und manirierte Weiſe durch, ohne jeden plaſtiſchen Reizä
Auch ſonſt wird in der plaſtiſchen Abteilung merkbar, dark
das in einem unerlaubten Sinn Seelenloſe und bloß handferiic
Gekonnte nicht ſcharf genug ausgeſondert wurde. Es drängt ſial
im Gegenteil ſo weit vor, daß der bildhaueriſchen Abteilung
die=
ſelben grundſätzlichen Bedenken entgegengehalten werden muſſerl
wie der Malerei. Geſchickte Nutznießer einer gewiſſen Münchner
Tradition wie A. Cipri Bermann dürfen gerade in dieſenn
Augenblick der deutſchen Kunſt nicht als führend oder auan
nur „orientierend” vorgerückt werden. Da werden plaſtiſche Auſ:
gaben mit einem zuverläſſigen Können „erledigt”, da hält ſiahl
alles im Rahmen eines gewiſſen „Geſchmacks”, aber die
ſchöpferiſche, ich möchte noch lieber ſagen: die ſchafferiſche
Eile-
ſtellung iſt dahin und mit ihr die koſtbare Fähigkeit, vor jedet
neuen Aufgabe wieder auf eine jedem wahren Künſtler bekannte
Art „zum Schüler zu werden”. Bei Hermann Hahn ſpürt
mal=
wenigſtens das Streben, aus einer bereits ausgebildeten „Hame.
ſchrift” wieder in geſtalteriſches Neuland vorzuſtoßen; das E"
den Mann. Aber Th. Georgii, Georg
Hengſtenbert=
man tut ihnen und der deutſchen Kunſt wohl nicht Unrecht
wenn man der Meinung iſt, daß ſie uns nichts Weſentliches
mehr zu ſagen haben. Auch Fritz Behn — der vor eiliche
Jahren in einer Kollektivſchau des Münchener Glaspalaſtes Eil
drucksvoll mit Tierplaſtiken hervortrat — wird mit der kantis”
kunſtgewerblichen Stiliſierung ſeines Spengler=Kopfes und ."
der bloß noch flüſſigen, inhaltsarmen Suada ſeines „Schreile.”
den Mädchens” nicht als berufener Vertreter des Lebendlbe‟
in deutſcher Bildhauerkunſt gelten können.
In der graphiſchen Abteilung nimmt Heinrich WolII
(Königsberg) einen ziemlich breiten Raum ein; Vertreter eile”
erſtaunlichen zeichneriſchen Handfertigkeit, die man in iNrcu”
ſicheren Können und in der überlegenen Handhabung Aur”
Radiertechniken ehren muß, ohne daß man deshalb zu Uhrt
ſehen braucht, daß ſie in einer auffallend empfindungsſtärke.
Weiſe charakteriſiert, und daß ſie von der ganzen neuen Wkti
die wir durchlebt und durchlitten haben, nicht angerührt
Zwei ausgezeichnste Blätter ſind Paul Bürcks „Knabentor
(Kohle) und K. Fragcis Bantzers feinbeſeelte Studie „Mull”.
hin
er den
hrer
zirken.
Die Eng
dierenden
geladen, Re
Militärflugſchau
der chliche 2in
eſt mit dem Fr.
atgefunden 90
Staatsſetre
derry, im O
lands zur 2
ſtreitträfte
Preſſe wird offe
Luftparität
meinen, daß En
wie Frankreich
beſitzt, ſcheidet b
nilitäriſche
und Frankre
Rußland ver!
ſich dieſe Tä
Engländer ſich a
ung wieder ein
ſelbſt einen Rü
underen größer
Der Mitteil
liſchen Oberhat
Angleichun
waffe in vo
ſtärkſte Bedeutt
ſtätigung der
Gleichzeitig dri
daß Lord Lont
Verſtärkung de
Daily Tele
miniſters, das
vorzulegen, wir
erwartet, daß
tigen Erhöhun
Zeitpunkt das
Zweifel ſind
punkte, nämli
iſt, die Abrüf
diſchen Luftſtr
zweitens, daf
ſtreitkräfte m
Englands liet
Die Time
als „enttäuſche
eines „Luftloca
ſammenarbeit
ſehen würde.
Luftflotten vo
Staat einge
einer konkurri
werden. Auße
bention gee
D
zer 5
ſchloſſ
u re
Ablau
Freitag, 29. Juni 1934
Reiſende Milikärs.
Milikäriſche Zuſammenarbeit zwiſchen England,
Frankreich und Rußland.
Die Rundreiſen hoher und höchſter Militärs in Europa haben
in den letzten Wochen eine Ausdehnung angenommen, die geeignet
iſt, allen Freunden des Friedens ernſte Sorge zu bereiten. Eine
gewiſſe Parallelität mit der Vorkriegszeit iſt unverkennbar.
Da=
mals waren es die Generalſtabschefs, die kreuz und quer durch
Europa reiſten, um das Werk der Diplomaten nach der
militäri=
ſchen Seite hin auszufüllen. Heute reiſen Diplomaten und
Mili=
tärs über den Kontinent. Aber alles, was man über das Ziel
ihrer Beſuche vernimmt, iſt gerade nicht geeignet, beruhigend zu
wirken.
Die Engländer haben jetzt den
Oberſtkomman=
dierenden der ruſſiſchen Flugſtreitkräfte
ein=
geladen, nach London zu kommen. Als Vorwand wird
Militärflugſchau genommen. Wahrſcheinlich iſt jedoch, daß auch
hier ähnliche Unterhaltungen geführt werden ſollen, wie ſie eben
erſt mit dem Franzoſen Weygand, dem Generalſtabschef aus Paris,
ſtattgefunden haben. Nebenher läuft die Mitteilung des
Staatsſekretärs für Luftfahrt, Lord
London=
derry, im Oberhaus, wonach die Aufrüſtung
Eng=
lands zur Luft durch eine Vermehrung der
See=
ſtreitkräfte ergänzt werden ſoll. In der engliſchen
Preſſe wird offen ausgeſprochen, daß Großbritannien die
Luftparitätherſtellen will. Man kann alſo damit nur
meinen, daß England ſich ebenſoviel Luftſtreitkräfte zulegen will,
wie Frankreich ſie beſitzt. Deutſchland, das eine Luftwaffe nicht
beſitzt, ſcheidet bei derartigen Ueberlegungen aus. Dennoch iſt die
militäriſche Zuſammenarbeit zwiſchen England
und Frankreich unddarüber hinaus auch jetzt mit
Rußland verdächtig. Die Frage liegt nahe, gegen wen
ſich dieſe Tätigkeit richtet. Es kann auch ſein, daß die
Engländer ſich auf eine an die Vorkriegszeit erinnernde
Gruppie=
rung wieder einlaſſen, um im Rahmen dieſer Zuſammenavbeit ſich
ſelbſt einen Rüſtungsſtand zu ſichern, damit ſie nicht von einer
anderen größeren Militärmacht Europas überflügelt werden.
Ein „Luftlocarno”?
DNB. London, 28. Juni.
Der Mitteilung des engliſchen Luftfahrtminiſters im
eng=
liſchen Oberhaus, daß die Vorbereitungen für die
Angleichung der Stärke der engliſchen
Luft=
waffe in vollem Gange ſind, wird von der ganzen Preſſe
ſtärkſte Bedeutung beigemeſſen. Sie wird als endgültige
Be=
ſtätigung der engliſchen Aufrüſtung in der Luft angeſehen.
Gleichzeitig drücken die Blätter ihre Enttäuſchung darüber aus,
daß Lord Londonderry noch keine endgültigen Zahlen über die
Verſtärkung der Luftſtreitkräfte mitgeteilt hat.
Daily Telegraph ſchreibt: Das Unvermögen des
Luftfahrt=
miniſters, das Luftprogramm der engliſchen Regierung genau
vorzulegen, wird allgemein Enttäuſchung hervorrufen. Man hatte
erwartet, daß der Miniſter klar mitteilen werde, welche
ſofor=
tigen Erhöhungen der Luftſtreitkräſte beſchloſſen und zu welchem
Zeitpunkt das Programm in Angriff genommen werde. Ohne
Zweifel ſind die Miniſter völlig einig über die zwei
Haupt=
punkte, nämlich erſtens, daß keine Hoffnung mehr vorhanden
iſt, die Abrüſtungskonferenz zu einer Herabſetzung der
auslän=
diſchen Luftſtreitkräfte auf den britiſchen Stand zu bringen und
zweitens, daß England nur mit völliger Gleichheit ſeiner
Luft=
ſtreitkräfte mit derjenigen irgendeiner in „ſchlagender Nähe‟
Englands liegenden Macht zufrieden ſein könnte.
Die Times bezeichnet die Erklärung des Luftfahrtminiſters
als „enttäuſchend negativ” und wiederholt dann den Vorſchlag
eines „Luftlocarno” bzw. einer Luftkonvention, die eine
Zu=
ſammenarbeit der Luftſtreitkräfte gegen einen Angreiferſtaat
vor=
ſehen würde. Das „Luftlocarno” würde dahin gehen, daß die
Luftflotten von vier Staaten gegen den friedensbrechenden
Staat eingeſetzt würden. Hierdurch würde die Notwendigkeit
einer konkurrierenden Luftaufrüſtung weitgehend modifiziert
werden. Außerdem würde es den erſten Schritt zu einer
Kon=
vention gegen die Luftbombardierungen darſtellen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 177 — Seite 3
Im ſaarländiſchen Landesrat wurde am Donnerstag die von
der Regierungskommiſſion vorgelegte Amneſtievorlage von allen
Fraktionen angenommen, wenn ſie auch auf keiner Seite reſtloſe
Anerkennung fand.
Die Mitglieder des Saarabſtimmungsausſchuſſes, der
Schwei=
zer Heury, der Holländer de Jongh und der Schwede Rhode.
be=
ſchloſſen, die Frage des Vorſitzes des Abſtimmungsausſchuſſes ſo
zu regeln, daß der Vorſitz zwiſchen den einzelnen Mitgliedern nach
Ablauf von je zwei bis drei Monaten wechſelt. Die Mitglieder des
Ausſchuſſes werden ihre Tätigkeit in Saarbrücken offiziell am
Montag, den 2. Juli, aufnehmen.
Der Rengator ſae Sienettefolm=gian.
kleinen Gewerbetreibenden, Handwerker oder dgl., geſtaltet ſich
das Bild der Einkommenbeſteuerung dem vorliegenden Entwurf
Erhöhung der Kinderermäßigung
gemäß wie folgt:
in der neuen Einkommenſteuer.
Für jedes zum Haushalt des Steuerpflichtigen zählende
minderjährige Kind durften bei den veranlagten
Einkommen=
ſteuerpflichtigen bisher je 8 vom Hundert des über 720
Reichs=
mark hinausgehenden Einkommens vom Einkommen abgezogen
werden, jedoch höchſtens 600 Reichsmark für jedes minderjährige
Kind, insgeſamt nicht mehr als 8000 Reichsmark. Bei
Lohn=
ſteuerpflichtigen wurden für jedes Kind 10 vom Hundert Abzug
gewährt, jedoch höchſtens 800 Reichsmark für jedes Kind.
Der Entwurf des neuen Einkommenſteuergeſetzes ſieht eine
Ermäßigung des Einkommens vor um:
15 vom Hundert des Einkommens für ein Kind,
35 „
„ zwei Kinder,
60 „
„ drei Kinder,
90 „
vier Kinder,
100 „
fünf Kinder.
An Stelle der Höchſtgrenze von bisher 600 Reichsmark für
jedes Kind treten im Entwurf des neuen
Einkommenſteuer=
geſetzes die folgenden Höchſtgrenzen:
1 200 Reichsmark für ein Kind,
2800
„ zwei Kinder,
4800
„ drei Kinder,
7 200
vier Kinder,
10000
„ fünf Kinder,
Erhöhung um weitere je 3 000 Reichsmark für
jedes folgende Kind.
Auch die Mindeſtſätze der Kinderermäßigung ſind erhöht
worden. Im Entwurf des neuen Einkommenſteuergeſetzes ſind
die folgenden Mindeſtſätze vorgeſehen:
240 RM. für ein Kind,
540 RM. für zwei Kinder,
960 RM. für drei Kinder,
1 440 RM. für vier Kinder,
das volle Einkommen für fünf Kinder wenn
das volle Einkommen 10000 RM. nicht
überſteigt.
Die Kinderermäßigung wird im Gegenſatz zum bisherigen
Einkommenſteuergeſetz dem Entwurf des neuen
Einkommen=
ſteuergeſetzes gemäß auch für volljährige Kinder gewährt,
ſo=
lange ſie zum Haushalt des Steuerpflichtigen gehören, auf
Koſten des Steuerpflichtigen für einen Beruf ausgebildet
wer=
den und das fünfundzwanzigſte Lebensjahr nicht vollendet
haben.
In die neue Einkommenſteuer ſind auch die Bürgerſteuer, die
Kriſenſteuer der Veranlagten und der Einkommenſteuerzuſchlag
der Empfänger von mehr als 8000 Reichsmark
Jahreseinkom=
men hineingearbeitet.
Infolge der Ermäßigung des Tarifs und der Erhöhung der
Kinderermäßigung bleiben
die verheirakeken Lohnempfänger mit Kindern
einkommensbeſtenerungsfrei,
alſo frei von Einkommenſteuer einſchließlich Bürgerſteuer,
bei einem Kind, wenn ihr Arbeitslohn 100 Reichsmark
monatlich nicht überſteigt,
bei zwei Kindern, wenn ihr Einkommen 125 Reichsmark
monatlich nicht überſteigt.
bei drei Kindern, wenn ihr Einkommen 175 Reichsmark
monatlich nicht überſteigt,
bei vier Kindern, wenn ihr Einkommen 275 Reichsmark
monatlich nicht überſteigt,
bei fünf Kindern, wenn ihr Einkommen 850 Reichsmark
monatlich nicht überſteigt,
Einem Angeſtellten mit 300 Reichsmark
Monats=
gehalt und vier Kindern ſind bisher monatlich 7 Reichsmark
Lohnſteuer und Bürgerſteuer einbehalten worden. Dem Entwurf
des neuen Einkommenſteuergeſetzes gemäß ſoll dieſer Angeſtellte
ſteuerfrei ſein, er wird alſo von ſeinem Lohn 7 Reichsmark
monatlich mehr ausgezahlt erhalten. Einem Angeſtellten mit 750
Reichsmark Monatsgehalt und fünf Kindern ſind bisher
monat=
lich 28 Reichsmark einbehalten worden. Dem Entwurf des
neuen Einkommenſteuergeſetzes gemäß iſt dieſer Angeſtellte
lohn=
ſteuerfrei. Ihm werden monatlich 28 Reichsmark von ſeinem
Gehalt mehr ausgezahlt.
Bei einem veranlagten Steuerpflichtigen mit
5000 Reichsmark Jahreseinkommen, alſo bei einem
460 RM. neu
400 RM. mit einem Kind 424 340 mit zwei Kindern 388 260 mit drei Kindern 352 160 mit vier Kindern 316 40 mit fünf Kindern 256 v 0 „
Der Entwurf des neuen Einkommenſteuergeſetzes ſieht, wie
wir ſehen, eine
weſenkliche Enklaſtung der kinderreichen
Fami=
lienväter, insbeſondere der kleinen und
mitt=
leren Einkommensempfänger,
vor. Durch dieſe weſentliche Entlaſtung der Kinderreichen wird
nicht nur der Familiengedanke und der bevölkerungspolitiſche
Gedanke gefördert, ſondern gleichzeitig dem Gedanken der
Ver=
minderung der Arbeitsloſigkeit gedient Es wird für den
Ver=
brauch des kleinen und mittleren Einkommensempfängers mit
großer Kinderzahl ſehr viel ausmachen, wenn ihm in Zukunft
von ſeinem Einkommen ein größerer Betrag als bisher zur
Beſtreitung der Lebensbedürfniſſe ſeiner Familie belaſſen wird.
Der Ausfall an Einkommenſteuer wird zum großen Teil
aus=
geglichen durch das Weniger des Finanzbedarfs der
Arbeits=
loſenhilfe und das Mehr an Steuern und Abgaben, die ſich in
Auswirkung des erhöhten Verbrauchs der Geſamtheit aller
klei=
nen und mittleren Einkommensempfänger ergeben. Daß in
der Steuergeſetzgebung mehr als bisher auf das Vorhandenſein
von Kindern Rückſicht genommen wird, iſt einer der
elementar=
ſten Grundſätze nationalſozialiſtiſcher Steuerpolitik. Es wird
dadurch dem bevölkerungspolitiſchen Gedanken, der ſozialen
Bil=
ligkeit und auch volkswirtſchaftlichen Geſichtspunkten entſprochen.
Die bisherigen Geſetzgeber, das muß ich offen ausſprechen,
haben weder für Bevölkerungspolitik, noch für ſoziale Billigkeit,
noch für volkswirtſchaftliche Folgerichtigkeit viel übrig gehabt.
Freibekrag für Kinder bei der neuen Vermögensſteuer
Im bisherigen Vermögenſteuergeſetz war eine allgemeine
Beſteuerungsgrenze von 20 000 Reichsmark vorgeſehen.
Ueber=
ſtieg das Vermögen 20000 Reichsmark, ſo war es voll
vei=
mögensſteuerpflichtig, ohne Rückſicht auf die Zahl der
vorhan=
denen Kinder.
Der Entwurf des neuen Vermögensſteuergeſetzes ſieht nicht
eine Beſteuerungsgrenze, ſondern einen Steuerfreibetrag vor.
Dieſer beträgt je 10 000 Reichsmark für Mann, Frau und jedes
nicht ſelbſtändig zur Vermögensſteuer veranlagte minderjährige
Kind. Ein Familienvater von drei Kindern kann demnach ein
Vermögen bis zu 50 000 Reichsmark beſitzen, ohne
vermögen=
ſteuerpflichtig zu ſein. Würde das Vermögen dieſes gleichen
Familienvaters nicht 50 000, ſondern 60 000 Reichsmark betragen,
ſo würde er nicht, wie bisher, mit 60 000, ſondern nur mit
10 000 Reichsmark vermögenſteuerpflichtig ſein. Die von ihm zu
zahlende Vermögenſteuer würde infolgedeſſen nicht mehr 300
Reichsmark ſondern nur noch 50 Reichsmark jährlich, alſo nur
noch ein Sechſtel der bisherigen Belaſtung, betragen.
Ein Ehepaar mit vier Kindern bleibt mit 60 000
Reichs=
mark, ein Steuerpflichtiger mit fünf Kindern mit 70 000
Reichs=
mark vermögenſteuerfrei.
Durch dieſe Hineinarbeitung des bevölkerungspolitiſchen
Gedankens auch in die Vermögenſteuer wird der Sparſinn des
Familienvaters für ſeine Kinder gefördert. Der
Familien=
vater wird hinſichtlich dieſes Vermögens, ſoweit es den im
Geſetz vorgeſchriebenen Rahmen nicht überſteigt, von der
Ver=
mögenſteuer verſchont. Er wird in der Regel einen der
bis=
herigen Vermögenſteuer entſprechenden Betrag mehr aufwenden
zur Beſtreitung der Lebensbedürfniſſe ſeiner Familie oder zur
Erhöhung des Sparguthabens, das er auf dem Wege über die
Sparkaſſe der deutſchen Volkswirtſchaft zur Verfügung ſtellt.
Freibekrag für Kinder auch bei der Erbſchaftſteuer.
Auch im Entwurf des neuen Erbſchaftſteuergeſetzes iſt der
bevölkerungspolitiſche Gedanke zur Verwirklichung gekommen.
Im bisherigen Erbſchaftsſteuergeſetz galt für Kinder und für
Enkel eine Beſteuerungsgrenze von 5000 Reichsmark. Ueberſtieg
der Erbanfall dieſe Grenze, ſo war er voll
erbſchaftſteuerpflich=
tig. Der Entwurf des neuen Erbſchaftſteuergeſetzes ſieht für
und Kind”. Wie zart und gebärdenlos ſteigt da aus einer
treuen Bemühung um das Wirkliche der Erſcheinung das Lied
von der Mutterliebe auf!
Im übrigen iſt dieſe zeichneriſche Abteilung die am
wenig=
ſten durchorganiſierte der Ausſtellung. Vielleicht fehlte es an
Raum. Der Stoff macht in der Zufälligkeit und Dürftigkeit der
Auswahl, in der unzweckmäßigen Anordnung keinen guten
Ein=
druck. Kubin mit zwei, drei Steindrucken, die Simpliziſſimus=
Graphik mit einigen willkürlichen Proben vorzuführen, das geht
heute wohl nicht mehr an. Wir ſind durch die
Ausſtellungs=
technik der Muſeen und ſonſtiger wiſſenſchaftlich geleiteter
Kunſt=
inſtitute an ein bedeutend weitergehendes Durcharbeiten ſolcher
Ausſtellungsaufgaben gewöhnt.
Was heißt hier: Solcher Ausſtellungsaufgaben? — Ich
meine damit: Ausſtelleriſche Geſtaltung von geiſtesgeſchichtlichen
Rückverbindungen und Abläufen, auch von normativen
Begriffs=
erhärtungen, wie ſie dieſer Ausſtellung vorſchwebte in ihrem
Streben nach dem Deutſchen in der Kunſt. Es iſt mir bei
jedesmaligem Durchwandern der Säle klarer geworden, daß die
Ausſtellung im Grunde ein ſehr richtiges und wichtiges Ziel
geſichtet hat. Es war im Eigentlichen ihre Aufgabe, Werke der
letzten zwei, drei Jahrzehnte zu zeigen, in denen ſich eine Linie
deutſcher, weltgläubiger und weltgeſtaltender Kunſt von geſtern
zu einer tragfähigen deutſchen Kunſt von morgen abgezeichnet
hätte. Und dies unabhängig davon, ob die Meiſter noch leben
oder nicht, denn das ſpielt bei dieſer tiefgreifenden Wende
keine Rolle. Dieſe Linie konnte mitten durch Problematik, durch
Aufwühlung und Verwilderung führen, wie ein Damm durchs
Moor. Eine ſolche Schau hätte das große Widerſpiel zu
Wicherts Frankfurter Ausſtellung „Vom Abbild zum Sinnbild”
werden können; ſie hätte heißen können „Deutſche Weltſchau im
Getümmel, ein Rückblick und eine Hoffnung”. Sie hätte ohne
Scheu vor irgendeiner Kunſtweiſe zu zeigen gehabt, wie mitten
durch ſchwere und wahrlich nicht von den Künſtlern erfundene
Zeitſtörungen ein deutſches Wiſſen um eine menſchengeſtaltige
Welt hinſchritt. Sie hätte Künſtlern und Kunſtgenoſſen die
Rückverbindung zum Geſtern, zugleich die Beziehung zum Heute
und das organiſche Weitergehen zum Morgen zu zeigen gehabt.
Und ſie hätte das zu leiſten gehabt in voller geiſtiger Freiheit
gegenüber den verklungenen Schlagworten und
Richtungs=
kämpfen. Ein Slevogt, ein Kalckreuth ſtehen in
Zuſammen=
hängen, die geſchichtlich vielleicht an Franzöſiſches anknüpfen;
aber vom einen gibt es Landſchaften, in denen echteſte romantiſche
Inhalte zugegen ſind, und vom andern Kinderbildniſſe, die faſt
die Linie eines Runge weiterführen. Das Deutſche im Weſen,
das Völkiſche, wie es ſiegt über Bewußtes und Angeflogenes,
wäre da hervorzuheben geweſen. Darmſtadt hätte damit eine
Ausſtellung gezeigt, die einen Weg angegeben und der deutſchen
Kunſt einen unſchätzbaren Dienſt erwieſen hätte.
Muß dies ein „Wenn” und ein „Hätte” bleiben? Sollte
Darmſtadt, nachdem es vorerſt einmal den Blick für dieſe
Auf=
gabe geſchärft hat, nicht imſtande ſein, ſie in ihrem vollen
Sinn durchzuführen?
Es iſt kein Zweifel, daß dieſe Ausſtellung — die in
Kunſt=
werken lebendige Geiſtesgeſchichte und lebendigen
Geſtaltungs=
anruf zu leiſten hat — einmal gemacht werden wird. Warum
nicht von Darmſtadt, dem im werdenden rheinfränkiſchen Gau
eine ſo wichtige Stelle offenſteht? Es handelt ſich nur darum,
als Erſter den Mut, den Weitblick und die Dienſtfreude für
dieſe ſchöne Arbeit aufzubringen.
Ein Planeläriant odr 230 Jühten.
Geſtirnbewegung mit Handbetrieb.
Wir beſitzen Nachrichten aus dem Altertum über
Himmels=
globen des Hipparch, und auch von Archimedes wiſſen wir, daß er
eine durch hydrauliſchen Mechanismus in Drehung zu ſetzende
Himmelskugel geſchaffen hat. Im Mittelalter gab es überall dort,
wo die Aſtronomie der Araber gelehrt wurde, für den Unterricht
größere oder kleinere Himmelsgloben. Ein perſiſcher Schah im
12. Jahhundert ſoll einen Himmelsglobus in Form einer gläſernen
Kugel beſeſſen haben in deren Innern ein bis zwei Perſonen Platz
finden konnten, und die dann in Drehung verſetzt wurde. Im
17. Jahrhundert begegnen wir Verſuchen, die Himmelskugel
darzu=
ſtellen, beſonders in Deutſchland, wo Gottfried Bartſch, ein
Verwandter Johann Keplers, um 1670, und ein Augsburger
Mechaniker, namens Treffler, etwa 1683, Himmelsgloben bauten,
über deren Schickſal nichts überliefert iſt. Sehr berühmt war der
Venetianer Coronelli, der 1683 vom Kardinal d’Eſtrées den
Auftrag erielt, für den König Louis XIV. zwei Rieſengloben zu
bauen, eine Erd= und eine Himmelskugel. Dieſe wurden 1704 im
Luftſchloß Marly aufgeſtellt; ihr Mechanismus ſoll ſo vorzüglich
geweſen ſein, daß ein Fingerdruck hinreichte, ſie in Umdrehung zu
ſetzen. Alle dieſe Himmelsgloben aber waren nur auf ihre
Außen=
fläche zu betrachten. Sie konnten daher auch nicht die Illuſion des
Auf= und Niedergangs der Geſtirne ſchaffen. Es war jedoch ſchon
vorher einem deutſchen Gelehrten eingefallen, eine Kugel zu
bauen, die den Sternenhimmel an ihrer Innenwölbung
dar=
ſtellte, und die als Vorläufer unſerer modernen Planetarien
gel=
ten darf. Am Hofe des Herzogs Friedrich III. von Holſtein,
Gottorp, lebte ſeit 1633 als Bibliothekar und Antiquarius Adam
Olearius. Dieſer war um 1600 zu Aſchersleben geboren. Er
ſtudierte zu Leipzig, war dort Aſſeſſor der philoſophiſchen Fakultät
und trat 1633 in die Dienſte des Herzogs von Holſtein. Olearius
wurde als Sekretär der erſten vom Herzog zur Anknüpfung von
direkten Handelsbeziehungen mit Perſien an den Zaren Michael
Feodorowitſch und den Schah geſchickten Geſandtſchaft zugewieſen.
1635 zurückgekehrt, ſchloß er ſich der zweiten Hauptexpedition an,
an der auch Paul Fleming teilnahm. Obwohl er nicht Führer
dieſer Geſandtſchaft war, ſind deren letzten Endes doch
befriedigen=
der Ausgang und ihre Bedeutung für die Erweiterung der
geographiſchen und naturwiſſenſchaftlichen Kenntniſſe jener Zeit
ihm zu verdanken. Olearius blieb auch nach der Rückkehr 1639 in
den Dienſten des Herzogs. 1647 veröffentlichte er ſeine „Offt
be=
gehrte Beſchreibung der Newen Orientaliſchen Reiſe, ſo durch
Ge=
legenheit einer holſteiniſchen Legation an den König in Perſien
geſchehen”, eine in wiſſenſchaftlicher wie ſchriftſtelleriſcher Hinſicht
für jene Zeit muſtergültige Leiſtung. Olearius, der ſeit 1651 auch
Mitglied der „Fruchtbringenden Geſellſchaft” unter dem Namen
„Der Vielbemühte” war, führte bis zu ſeinem Tode 1672 in
Got=
torp das Leben eines vielſeitigen angeſehenen Gelehrten, das ihm
die Beinamen „Holſteiniſcher Plinius” und „
Gottor=
fiſcher Ulyſſes” brachte.
Es iſt wahrſcheinlich, daß die Erzählung von dem oben
er=
wähnten gläſernen Himmelsglobus deren er auch in ſeiner
Reiſe=
beſchreibung gedenkt, Olearius die Anregung gegeben hat, dem
Herzog Friedrich den Bau der beiden großen Globen aus Kupfer
vorzuſchlagen. Von dieſen beiden „Automato=Aſtronomica=
Cosmo=
graphia” war einer, der Erd= und Himmelskugel zugleich
dar=
ſtellte, um die elf Fuß lange Achſe drehbar; der andere bedeutend
kleinere gewährte ein Bild des kopernikaniſchen Planetenſyſtems=
Stengleins Kommentar zu den ſtrafrechtlichen Nebengeſetzen des
Deutſchen Reiches. Fünfte, vollſtändig neubearbeitete Auflage
von Oberreichsanwalt a. D., Prof. Dr. Ebermayer,
Reichs=
gerichtsrat a. D. Conrad †, Reichsanwalt Dr.
Feiſenber=
ger, Oberſtaatsanwalt Floegel, Reichsanwalt Dr.
Schneidewin und Reichsgerichtsrat Dr. Schwarz.
Er=
gänzungsband 1933. 413 Seiten. Verlag von Otto Liebmann,
Berlin W. 57. Preis gebunden 20 RM., für Abonnenten der
„Deutſchen Juriſtenzeitung” nur 18 RM. Herabgeſetzter Preis
für das jetzt dreibändige vollſtändige Werk nur noch 110 RM.,
für Abonnenten der „Deutſchen Juriſtenzeitung” nur 100 RM.
Mit dem auf den Stand von Geſetzgebung, Rechtſprechung und
Schrifttum von Ende März 1933 gebrachten Ergänzungsband des
Stenglein” liegt die 5. Auflage dieſes bekannten Kommentars
abge=
ſchloſſen vor. Unter den neuen, ſachgemäß und von berufener Seite
erläuterten Geſetzen ſei beſonders verwieſen auf: Opiumgeſetz,
Milchgeſetz, Weingeſe” und das Geſetz gegen Maffenmißbrauch,
Eine ausgedehnte Bearbeitung hat insbeſondere die
Kraftfahr=
zeugverordnung vom 10. Mai 1932 gefunden.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 29. Juni 1934
Kinder einen Freibetrag von 30 000 Reichsmark und für Enkel
einen Freibetrag von 10 000 Reichsmark vor. Ein Erbanfall ſoll
bis zur Höhe des Freibetrages in jedem Fall ſteuerfrei ſein. Der
Erbe ſoll nur mit dem Betrag, um den der Erbanfall den
Frei=
betrag überſteigt, zur Erbſchaftſteuer herangezogen werden. Der
über den Freibetrag hinausgehende Betrag wird zum
bisheri=
gen Erbſchaftſteuerſatz herangezogen.
Die Einführung eines Freibetrags für Kinder und Enkel
iſt dringend erforderlich. Es iſt bisher die Zahl der Fälle nicht
ſelten geweſen, in denen die Söhne oder die Töchter im Fall
eines Erbanfalls von einigen zehntauſend Reichsmark in Geſtalt
von Grundbeſitz oder dgl, jahrelang ihre Not hatten, um die
aus dem Erbanfall ſich ergebende Erbſchaftſteuer aufzubringen,
die in bar beſchafft werden mußte, obwohl der Anfall nicht in
Bargeld beſtand. Der Erbanfall wurde infolge der zu
entrich=
tenden Erbſchaftſteuer in manchen Fällen zur finanziellen
Be=
drängnis. Dieſem Zuſtand wird im Entwurf des neuen
Erb=
ſchaftſteuergeſetzes ein Ende bereitet.
Beſeitigung des Arbeitsloſenverſicherungsbeitrags
bei großer Kinderzahl.
Seit 1. April 1934 ſind alle Steuerpflichtigen mit drei und
mehr Kindern bereits von der Abgabe zur Arbeitsloſenhilfe
befreit. Entwickelt ſich die Zahl der Arbeitsloſen weiter nach
unten und die Zahl der Beſchäftigten, die
Arbeitsloſenverſiche=
rungsbeiträge zu entrichten haben, weiter nach oben, ſo wird,
glaube ich, im Frühjahr 1935 an eine Senkung des
Arbeitsloſenverſicherungsbeitrags gedacht
werden können. Es wird nicht zu empfehlen ſein, den
Arbeits=
loſenverſicherungsbeitrag, der heute 6½ vom Hundert des rohen
Lohns beträgt, um einen beſtimmten Teil allgemein zu
er=
mäßigen, ſondern es wird zu empfehlen ſein, damit zu
begin=
nen, die Arbeitnehmer mit großer Kinderzahl vom
Arbeits=
loſenverſicherungsbeitrag ganz freizuſtellen, erſt vielleicht alle
Arbeitnehmer mit drei und mehr Kindern, dann diejenigen mit
zwei Kindern und dann diejenigen mit einem Kind. Solange
nicht die Arbeitnehmer, die Kinder zu unterhalten haben, vom
Arbeitsloſenverſicherungsbeitrag reſtlos befreit ſind, wird der
Beitrag von den kinderlos Verheirateten und den Ledigen noch
in voller Höhe zu erheben ſein.
Die Befreiung der Kinderreichen vom
Ar=
beitsloſenverſicherungsbeitrag, die hoffentlich, im
kommenden Frühjahr vorgenommen werden kann, wird
ebenſo wie die Befreiung von der Abgabe zur
Arbeitsloſen=
hilfe und die Senkung der Lohnſteuer im Ergebnis einer
Er=
höhung des Lohns und damit der Kaufkraft gleichkommen. Die
Spanne zwiſchen dem rohen Lohn und dem reinen Lohn wird
kleiner werden, der Lohnempfänger wird von ſeinem Lohn
mehr ausbezahlt erhalten als bisher, es wird ihm zur
Be=
ſtreitung der Lebensbedürfniſſe für ſich und ſeine Familie ein
größerer Betrag zur Verfügung ſtehen als bisher.
IV.
Das Zührerprinzip in der Skeuer=
Aereägebang.
Bekonung des Werkes der Perſönlichkeit
und der perſönlichen Verankworkung.
Nach nationalſozialiſtiſcher Wirtſchaftsauffaſſung ſoll auch in
der Wirtſchaft die Perſönlichkeit wieder mehr zur Geltung kom=
men. Die Inhaber eines gewerblichen Unternehmens — die an
einem Unternehmen Beteiligten — ſollen der Gefolgſchaft des
Be=
triebs und der Oeffentlichkeit möglichſt bekannt ſein, und es ſoli
möglichſt mindeſtens eine natürliche Perſon vorhanden ſein, die
uneingeſchränkt — das heißt mit ihrem ganzen Vermögen, mit
ihrer ganzen Perſon, perſönlich — als für das Unternehmen
ver=
antwortlich in Erſcheinung tritt und für die Verbindlichkeiten des
Unternehmens haftet. Dem Zug dieſer neuen Auffaſſung folgend,
will die Reichsregierung Kapitalgeſellſchaften zur
Umwand=
lung in Perſonalgeſellſchaften und in Einzelunternehmen dadurch
anregen, daß ſie die Ueberleitung in die neue Unternehmungsform
handelsrechtlich und ſteuerrechtlich erleichtert.
Im Reichsfinanzminiſterium iſt der Entwurf eines Geſetzes
fertiggeſtellt, wonach durchgreifende
Skeuervergünſtigungen bei der Amwandlung
und bei der Auflöſung von Kapikalgeſellſchaften
gewährt werden. Die Steuererleichterungen ſollen zunächſt den
Geſellſchaften zugute kommen, die auf Grund der vom
Reichs=
miniſter der Juſtiz vorgeſehenen Vorſchriften umwandeln. Sie
ſollen darüber hinaus auch auf diejenigen Fälle ausgedehnt
wer=
den, in denen ſich Geſellſchaften auflöſen und ihr Vermögen im
Wege der Liquidation auf die Geſellſchafter oder den alleinigen
Geſellſchafter übertragen.
Der Geſetzentwurf ſieht vor, daß Erleichterungen bei allen
den=
jenigen Steuern gewährt werden, die für die Umwandlung oder
Auflöſung von Kapitalgeſellſchaften in nennenswerter Weiſe ins
Gewicht fallen können. Da ſind auf dem Gebiet der
Verkehrs=
ſteuern die Geſellſchaftsſteuer, die Grunderwerbsſteuer, die
Wert=
zuwachsſteuer, die Gewerbeanſchaffungsſteuer und die Umſatzſteuer.
Auf die Erhebung aller dieſer Steuern wird, ſoweit ſie bei der
Umwandlung oder Auflöſung anfallen, möglichſt ganz zu verzichten
ſein, und auf dem Gebiet der Beſitzſteuern die Körperſchaftsſteuer,
die Einkommenſteuer und die Gewerbeſteuer (für dieſe wird eine
weſentliche Ermäßigung gewährt werden müſſen).
Die Abneigung gegen Zwerg=Aktiengeſellſchaften und Zwerg=
Geſellſchaften GmbH. ſoll auch dadurch geſteigert werden, daß im
Entwurf des neuen Vermögensſteuergeſetzes und im Entwurf des
neuen Körperſchaftsſteuergeſetzes Mindeſtbeſteuerungen für
Aktien=
geſellſchaften und für Geſellſchaften mbH. vorgeſehen ſind, und daß
die eine oder andere Vergünſtigung, die für ſolche Zwerg=
Kapital=
geſellſchaften bisher vorgeſehen war, beſeitigt wird.
Schachkelprivileg bei Kapitalgeſelſchaften.
Was die Herbeiführung klarer Beteiligungsverhältniſſe und
Verantwortungsverhältniſſe in der deutſchen Wirtſchaft anlangt,
ſo wird im Rahmen der Steuerreform=Arbeiten auch zu prüfen
ſein, ob das ſogenannte Schachtelprivileg beibehalten werden
kann, und wenn ja, ob im bisherigen Ausmaß oder eingeſchränkt.
Durch bisheriges Recht iſt die Verſchachtelung von Geſellſchaften
außerordentlich angeregt worden. Dieſes Schachtelprivileg iſt
oft mißbraucht worden. Die tatſächliche wirtſchaftliche und
finan=
zielle Lage der Beteiligten wird durch das bisherige Recht in
ſehr bedenklicher Weiſe verſchleiert.
Um zu klaren Beteiligungs= und
Verantwortungsverhält=
niſſen in der Wirtſchaft zu kommen, muß angeſtrebt werden, das
Schachtelprivileg allmählich zu beſeitigen. Wir werden dieſe
Frage ſehr eingehend im Finanz= und Steuerrechtsausſchuß der
Akademie für Deutſches Recht erörtern.
Aas leie eimommennehergeieh.
Senkung des Tatifs der Einkommenſteuer.
Der Entwurf des neuen Einkommenſteuergeſetzes unterſcheidet
ſich von der bisherigen Einkommenſteuer im weſentlichen in der
Geſtaltung des Tarifs, der Kinderermäßigung und der
Bewer=
tungs= und Gewinnvermittlungsvorſchriften.
Der bisherige Tarif begann mit 10 vom Hundert und reichte
bis 40 vom Hundert. Dahinzu kamen die Kriſenſteuer der
Ver=
anlagten und der Zuſchlag zur Einkommenſteuer für die
Ein=
kommen von mehr als 8000 Reichsmark. Dadurch erhöhte ſich
der Tarif von 10 bis 40 auf rund 10½ bis 46 vom Hundert. Die
Gemeinden erheben außerdem eine Bürgerſteuer. Dieſe iſt nach
der Höhe des Einkommens geſtaffelt. Der Grundtarif beträgt 3
bis 2000 Reichsmark. Die Sätze des Grundtarifs dürfen beliebig
vervielfacht werden. Durch die Bürgerſteuer erhöht ſich der
Tarif auf rund 12 bis rund 50 vom Hundert.
Der neue Tarif
Bürgerſteuer abgelöft
worden iſt durch entſprechende Geſtaltung des Tarifs der neuen
Einkommenſteuer. Wir werden dabei auch die Frage des Erſatzes
der Gemeinden aus dem Aufkommen an Einkommenſteuer zu
be=
handeln haben. Es wird für die Uebergangszeit wahrſcheinlich
nichts anderes möglich ſein, als den Gemeinden aus dem
Auf=
kommen an Einkommenſteuer den Betrag als Erſatz der
Bürger=
ſteuer zu überweiſen, den ſie während des Vorhandenſeins der
Bürgerſteuer an Bürgerſteueraufkommen erzielt haben.
Ata
eanz
Statt beſonderen Dankes.
Statt Karten.
Für die zahlreichen und wohltuenden Beweiſe
herzlicher Anteilnahme die uns bei dem
ſchmerzlichen Verluſt unſeres teuren
Ent=
ſchlafenen
Nach langem Leiden verſchied heute früh
unſer guter Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Urgroßvater, Bruder, Schwager
und Onkel
Peter Luft
Joh. Martin Friedrich
Bürgermeiſter i. R.
im 80, Lebensjahre,
Für die Hinterbliebenen:
Schreinermeiſter Fritz Friedrich
Marie Kochendörfer, geb. Friedrich
Eliſabethe Möller, geb. Friedrich
Oberſchulrat a. D. Karl Friedrich
Lehrer Adam Friedrich
Eliſabethe Friedrich, geb. Friedrich
Dorothea Becker, geb. Friedrich
und Familien.
Brensbach i. Odw., Darmſtadt, Mainz,
Egelsbach, den 28. Juni 1934,
Die Beerdigung findet Samstag, den
30, Juni, 15 Uhr ſtatt. (7091
durch Wort, Schrift, Blumenſpenden und
ehrendes Geleit entgegengebracht worden
ſind, ſagen wir herzlichſten Dank. Beſonders
danken wir Herrn Pfarrer Dr. Bergér für
die troſtreichen Worte, den Vertretern der
Firma Carl Schenck und der Berufsgruppe
der Werkmeiſter für den ehrenden Nachruf
und die Kranzniederlegung ſowie Herrn
Dr. med. Erb für ſeine ſtete Hilfsbereitſchaft.
Im Namen aller Hinterbliebenen:
Johanna Luft Witwe.
Darmſtadt, den 28. Juni 1934. (7107
TADS
Jaschen
Rieſen-Auswahl in
mod. Stoffen von 1-*
Kelme
erſtkl. Ausführg.
.60
von
Maſſiv goldenes Glieder=
mit Rubin und zwei
Armband Verlen im Laufe des
Dienstag verloren. — Abzugeben
gegen gute Belohnung im
Fund=
büro, Hügelſtraße. Vor Ankauf
wird gewarnt.
(7122
Nachruf.
Im vollendeten 81. Lebensjahre verſchied
am 8, ds. Mts, unſer früherer Mitarbeiter
Dr. CarlKrauch
ANUA
Chemiker und Betriebsleiter.
Über 37 Jahre hat der Verſtorbene ſeine
wertvolle Kraft der Firma zur Verfügung
geſtellt und ſich ſowohl auf
wiſſenſchaft=
lichem als auch fabrikatoriſchem Gebiete
große Verdienſte erworben.
Im Oktober 1919 wurde er in
Aner=
kennung ſeines langjährigen erfolgreichen
Wirkens in den wohlverdienten
Ruhe=
ſtand verſetzt.
Wir verlieren in dem Verſtorbenen einen
wegen ſeiner fachlichen Kenntniſſe und
reichen Erfahrungen ſowie auch ſeiner
perſönlichen Eigenſchaften allſeits
ge=
ſchätzten Mitarbeiter, dem wir ein ehrendes
Andenken bewahren werden.
(7113
Darmſtadt, den 28. Juni 1934.
Betriebsführung und Gefolgſchaft der Firma
E. Merck.
der moderne Stromlinien-
Wagen, 4sitzig, Rm. 1680.—
neu eingetroffen
Wäller& Ober
Rheinstraße 39
für Wein=,
Liköre=,
Tabak=
waren=Geſchäft
alsbald geſucht.
Kaution
erfor=
derlich. Ang. mit
Gehaltsanſpr. u.
D. 100 Geſchſt.
Dauerwellen
von
(135a
Weißmann, Schulſtr. 3
Guker Kaffee
ein Genuß —
Pfund 1.10,
Pfund 1.30,
Mokkamiſchung
1.50. (a
.Schellhaas
Karlſtraße 50,
eig. Röſterei.
Nurch Wundtauten, Schweld-Fuß
Gerlachs Gehwol-Präseruatlu-Hrem
verhütet Wundlaufen, beseitigt Fuß.
schweiß und Schweißgeruch. Als Fuß.
krem seit 50 Jahren bewährt.
für RM 0.45. 0.63, 0.50
Woog, 28. Juni.
Waſſerhöhe an
Pegel 3,64 Mtr.,
Luftwärme 21
Celſius,
Waſſer=
wärme vormitt.
7 Uhr 232 Celſ
Woogspolizei=
Wache.
Tapezierarbeit
wird beſtens u
billigſt ausgef.
Ad. Krug,
Stiftſtraße 9.
Teilnehmer geſ
z. Mitbenutzung
elegant. 6=Sitz.=
Kraftwagens für
d. Sommer. Ang
unter D. 105 an
die Gſchſt. erb. (e
Oe
Weiblich.
Tücht., gewandte
Vei=
kaufeer!
Tüchtiges (c
Haus=
M
en
bei gutem Lohn
ofork geſuch
Saalbauſtr. 76, I
nur Elisabethenstraße 9
Gc
Servierfräulein
ſofort geſ. Benz.
Langgaſſe 28.
Jung. Mädchen
in 2=Perſonen=
Haushalt
halb=
tagsweiſe u. zur
Wäſche geſucht;
evtl. 3mal woch.
Näh. Geſchäftsſt.
Mädchen.
24 Jahre alt, i.
Haush. durchaus
erfahren, ſucht
Stellg.
tags=
über oder bis n.
dem Spülen. —
Ang. D. 102 Gſch
Spülfrau,
ſauber, flink,
für nachmittags
geſ. Konditore
Schwarz,
Ludwigsplatz 4.
—
Männlich.
Friſeurgehilfe
(jung) ſofort
ge=
ſucht. — Gorr
Grß. Ochſeng. 20
Kaußen
in allen Farben
28
von
Boots=
Schuhe, sehr
haltbar .. . von T.99
Kautole
gegen
Sonnen-
brand .. . . . von T.23
nur gute Oualitäten
TAANM
Ver iſt bereit,
geg. kl. Vergüt.
mir Steuer=
Er=
klärungen etc. u.
etwas
Buchfüh=
rung zu
über=
wachen? Ang. u.
D. 91 Geſchſt.
Schuljunge,
kräftig, für
Be=
ſorgung der
Ge=
ſchäftsausgänge
ſofort geſucht.
A. Hufnagel,
Pet.=Gemeinder=
Straße, an der
Eliſabethenſtr.
Matontder
deagiilsäbſcheiften
uſw. ſind für den Einſender wertvoll
u. werden in vielen Fällen dringend
benötigt. Unſere Auftraggeber
wer=
den daher gebeten, Bewerbungs=
Unterlagen ſeweils ſchnellſtens
zurück=
zuſenden.
Auf Chiffre=Anzeigen keine
Original=
zeugniſſe einſenden.
Egal ob
Spork-
oder
Straßenkleidung
die von Stegmüller ist immer
richtig, denn sie imponiert allen
durch ihre guten Eigenschaften
und ihre kleinen Preise!
49.— 34.— und 3-teilig
25.75 19.50 Sakko-Anzüge
69.— 49.— 36.— 23.75 Sport-Hosen
10.75 7.50 4.50 2.95 Sommer-Hosen
14.50 9.75 5.75 2.95 Sommer-Joppen
8.50 5.75 3.90 1.95 Lüster- und Tussor-Joppen
14.50 9.50 6.50 3.95 Regen-Mäntel in vielen Farben
19.50 13.50 9.75 6.90
ſoll mit nur 8 vom Hundert beginnen und bis 35 vom Hundert
reichen mit der Maßgabe, daß die Steuer in keinem Fall mehr
als ein Drittel des Einkommens betragen darf. Die
Kriſen=
ſteuer der Veranlagten, der Zuſchlag zur
Ein=
kommenſteuer für die Einkommen von mehr als
achttauſend Reichsmark, und die gemeindliche
Bürgerſteuer werden aufgehoben. Die Sätze der
Ein=
kommensbeſteuerung betrugen bisher 12 bis rund 50 vom
Hun=
dert. Sie ſollen dem Entwurf des neuen Einkommenſteuergeſetzes
gemäß nur 8 bis 33½½ vom Hundert betragen. Die bisherige
Eheſtandshilfe wird abgelöſt durch einen feſten
Zuſchlag zur Einkommenſteuer der Ledigen.
In Anbetracht des Fortfalls der Bürgerſteuer iſt eine kleine
Ermäßigung des ſteuerfreien Einkommensteils vorgeſehen,
Außer=
dem ſoll der ſteuerfreie Einkommensteil nicht mehr für
Einkom=
men bis zu 10 000, ſondern nur noch für ſolche bis zu 3600
Reichs=
mark gewährt werden. Dieſe Herabſetzung des ſteuerfreien
Ein=
kommensteils und der Grenze für die Anwendung des ſteuerfreien
Einkommensteils wird jedoch in den meiſten Fällen mehr als
ausge=
glichen durch die Ermäßigung des Tarifs. Außerdem Erhöhung
der Kinderermäßigung. Bei den meiſten Verheirateten mit zwei
Kindern und bei allen Verheirateten mit drei oder mehr
Kin=
dern wird die Einkommensbeſteuerung (Einkommenſteuer und
Bürgerſteuer) nach dem neuen Einkommenſteuergeſetz weſentlich
niedriger ſein als bisher, insbeſondere dort, wo bisher eine hohe
Bürgerſteuer erhoben worden iſt. Bis zu einer ſehr anſehnlichen
Einkommenshöhe ſind die kinderreichen
Einkommenſteuerpflichti=
gen vollkommen einkommenſteuerfrei.
Wir werden uns im Finanz= und Steuerrechtsausſchuß der
Akademie für Deutſches Recht mit der Frage der
Belaſtungsver=
ſchiebung befaſſen müſſen, die ſich daraus ergeben kann, daß die
bisherige verſchieden hohe
Ernannt wurt
der Sao0tst
ſitung vom L.
utsgericht Darhl
In den Ruheſt
tor beim Am
rri
r. u
n treue
deten Opferſin
Aufgabe der 3
hat der Recht=
ne Zulaſſung zut
zu aufgegeben.
—Arbeitsjubi
echacherſtrabe 21.
zſt bei, der Fir
achgeſchätzte Jubil.
fim zu dieſem ſelter
us ſeinem großen
— Jubiläum de
dieſen Tagen kan
heilweiſe auf eine
liten. Als im A
Männer und Frau
Aaturheillehre verl
Aufſtieg dieſe neh.
in den Dörfern ſcho
Luftbäder ausgen:
Vorkämpfer ſich u
Opfern behaupten
von welch großer
gemäße Lebens= u
hundert Familien
die hohen Ziele 2
entſchloſſen. aus
gern Darmſtadts
Samstag abend r
kag nachmittag be
wieſenweg hierzu
Beſuch der beiden
— Treuer Mie
meiſter Daniel A
wo Herr Mayer
zeugt dies von
Vermieter.
— Verkehrs=V
findet abends 19.
Haues die Gener
tatt. Sie wird
chließen. Aus
ünktlich erſe
tänden beſe
ammlung ſprich=
Verſchönerung
durgermeiſter
17
im
Senices Land
dier
Freitag, 29. Juni 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſiadt, den 29. Juni 1934
Miniſterialabkeilung für Bildungsweſen,
Kulkus, Kunſt und Volkskum.
Erledigt iſt eine Lehrerſtelle für einen evangeliſchen Lehrer an
ger Volksſchule in Ober=Hilbersheim, Kreis Oppenheim.
Dienſt=
wohnung wird in Kürze frei. Meldungen von Anwärtern, die
nicht mindeſtens 8 Jahre die Prüfung abgelegt und eine
Anwär=
erdienſtzeit von mindeſtens 5 Jahren zurückgelegt haben, ſind
wecklos.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurde am 5. Juni 1934 der Juſtizoberwachtmeiſter
bei der Staatsanwaltſchaft in Darmſtadt Karl Köhler, mit
Wirkung vom 1. Juni 1934, zum Juſtizoberwachtmeiſter bei dem
Umtsgericht Darmſtadt.
In den Ruheſtand verſetzt wurde am 12. Mai 1934 der
Juſtiz=
mſpektor beim Amtsgericht Pfeddersheim Jakob Niſchwitz durch
Urkunde des Herrn Staatsminiſters, auf Nachſuchen, mit Wirkung
vom 1. Oktober, unter Anerkennung ſeiner dem Staate geleiſteten
langjährigen treuen Dienſte und des im nationalen Intereſſe
be=
jundeten Opferſinns, mit dem geſetzlichen Ruhegehalt.
Aufgabe der Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft „Am 4. April
1934 hat der Rechtsanwalt Joſef Goedecker in Offenbach a. M.
ſeine Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft bei dem Amtsgericht Groß=
Gerau aufgegeben.
— Arbeitsjubiläum. Am 30. Juni kann Herr Jean Metz,
Erbacherſtraße 51, auf eine 50jährige ununterbrochene
Tätig=
keit bei, der Firma Herz Hachenburger Sohn zurückblicken. Der
bochgeſchätzte Jubilar iſt heute noch unermüdlich tätig und werden
ihm zu dieſem ſeltenen Ehrentage ſicherlich zahlreiche Glückwünſche
aus ſeinem großen Freundeskreis zugehen.
— Jubiläum des Vereins für naturgemäße Lebensweiſe. In
dieſen Tagen kann der Verein für naturgemäße Lebens= und
Heilweiſe auf eine 50jährige Tätigkeit in unſerer Stadt
zurück=
blicken. Als im Anfang der achtziger Jahre einige ideal geſinnte
Männer und Frauen ſich zuſammenfanden und die Gedanken der
Naturheillehre verbreiteten, ahnte niemand, welchen gewaltigen
Aufſtieg dieſe nehmen würde. Heute, da in jeder Stadt, ſelbſt
in den Dörfern ſchon, jedes Plätzchen für Schwimm= Strand= und
Luftbäder ausgenützt wird, iſt es kaum verſtändlich, daß dieſe
Vorkämpfer ſich unter ſchweren perſönlichen und finanziellen
Opfern behaupten mußten. Nun aber, da einmal erkannt iſt,
von welch großer Bedeutung für die Volksgeſundheit eine
natur=
gemäße Lebens= und Heilweiſe iſt, gehören dem Verein einige
hundert Familien an. Um aber immer noch weitere Kreiſe über
die hohen Ziele derſelben zu unterrichten, hat ſich der Vorſtand
entſchloſſen, aus Anlaß ſeiner goldenen Jubelfeier den
Mitbür=
gern Darmſtadts einen Einblick in ſeine Arbeit zu geben. Am
Samstag abend wird bei der Feier im Saalbau und am
Sonn=
tag nachmittag bei der Beſichtigung des Luftbades am
Licht=
wieſenweg hierzu Gelegenheit gegeben und bitten wir um regen
Beſuch der beiden Veranſtaltungen.
— Treuer Mieter ! Seit 25 Jahren wohnt Herr
Schuhmacher=
meiſter Daniel Mayer mit Familie im Hauſe Viktoriaſtr. 100,
wo Herr Mayer ſchon ſeit 30 Jahren ſein Handwerk betreibt. Es
zeugt dies von dem guten Einvernehmen zwiſchen Mieter und
Vermieter.
— Verkehrs=Verein Darmſtadt. Am Freitag dem 6. Julf,
findet abends 19.30 Uhr im großen Saale des Städtiſchen
Saal=
baues die General=Mitgliederverſammlung des Verkehrs=Vereins
ſtatt. Sie wird über Namens= und Satzungsänderungen
be=
ſchließen. Aus dieſem Grunde iſt es wichtig, daß alle Mitglieder
pünktlich erſcheinen. Die Verſammlung iſt unter allen
Um=
ſtänden beſchlußfähig. Anſchließend an dieſe
Vereinsver=
ſammlung ſpricht um 20.30 Uhr der Führer des Verkehrs= und
Verſchönerungs=Vereins Darmſtadt und Umgebung e. V.
Ober=
bürgermeiſter Wamboldt, in einer öffentlichen
Kund=
gebung über das jeden Darmſtädter intereſſierende Thema:
„Was wird aus Darmſtadt werden?‟ Der Beſuch
die=
ſer Kundgebung iſt Pflicht jedes heimatbewußten Darmſtädters.
Der Eintritt iſt frei. Ort: Großer Saal des Städt. Saalbaues.
Die Neue Heſſiſche Beamten=Sterbekaſſe zu Darmſtadt hielt
am 24. Juni im Hotel „Bayeriſcher Hof” in Gießen ihre 10.
Mit=
gliederverſammlung ab. Nach Erläuterung des Jahresberichts,
der Gewinn= und Verluſtrechnung ſowie der Bilanz hat die
Mit=
gliederverſammlung beſchloſſen, 40 Prozent Dividende
auszuſchüt=
ten, ſo daß unter Berückſichtigung einer rechnungsmäßigen
Prä=
mienreſerve von 445 154,— RM. die Gewinnreſerve, die in 1934
übergehen wird, 60 588.— RM. beträgt. Der Vorſtand wurde
ein=
ſtimmig wiedergewählt. Er beſteht aus den Herren:
Miniſterial=
rat i. R. Braun. Darmſtadt, 1. Vorſitzender, Oberfinanzrat
Lucius, Darmſtadt, 2 Vorſitzender: Direktor Burk,
Darm=
ſtadt, Staatsförſter Klipſtein, Darmſtadt, Profeſſor Richter,
Offenbach, Oberregierungsrat Schneider. Darmſtadt,
Vermeſ=
ſungsrat Treuſch. Darmſtadt, Stadtkaſſedirektor Vogel,
Mainz, Beiſitzer. Die Einrichtung, Fundierung und Entwicklung
der Neuen Heſſiſchen Beamten=Sterbekaſſe zeigt, daß ſie ein
hoch=
wertiges Gemeingut der heſſiſchen Beamten iſt.
— Botaniſcher Garten (Roßdörfer Straße 140. Eingang zum
Waldtor). Heute Freitag abend werden wieder die Königin
der Nacht (Cereus grandiflorus), ſowie die ihr ähnliche
Prin=
zeſſin der Nacht (Cereus nveticalus) ihre Rieſenblüten
entfalten. Aus dieſem Anlaß werden die
Gewächshäu=
ſer von 8 bis 10 Uhr abends geöffnet ſein. Eingang
zum Waldtor.
Heſſiſches Landestheater.
Meiſte Hfe
Freitag
29. Juni
Anf. 191 Ende gegen 22 Uhr. D 26, dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 951—1200.
Preiſe 0.70—5.50
Sein Schatten.
ſamstag
30. Juni
Anf. 19‟ Ende nach 22 Uhr. D. Bühne K 20
Abſchiedsvorſtellung für Suſanne Heilmann,
Dr. Heinrich Allmeroth, Johannes Drath
Preiſe 0.70—5.50
Rigoletto.
onntag
1. Juli
Anf. 19½, Ende gegen 22 Uhr. E 28, dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 1201—1300.
Preiſe 0.70 — 5.50
Sein Schatten.
Heſſiſches Landestheater. Die Auerbacher
Freilicht=
eſtſpiele werden morgen mit einer nächtlichen Aufführung
dn Forſter=Burggrafs Freiheitsſchauſpiel. Alle gegen einen —
er für alle” für dieſes Jahr geſchloſſen. Die Vorſtellung beginnt
n9 Uhr und wird, wie die Nachtaufführung am letzten Samstag,
läßlich der Sonnwendfeier noch einmal die inzwiſchen viel
ge=
erten Darſteller des Heſſiſchen Landestheaters und eine
Stati=
kie von mehr als 700 Perſonen in das „Fürſtenlager” bringen,
5 durch Scheinwerferanlagen und Fackeln für die
Nachtvorſtel=
ng erleuchtet wird.
Oihung des Sinokals.
** Geſtern abend fand eine Stadtratsſitzung ſtatt, die mit
einer Kundgebung des Oberbürgermeiſters Wamboldt anläßlich
des Tages von Verſailles eröffnet wurde. In der Erklärung des
Herrn Oberbürgermeiſters heißt es, daß der Stadtrat an einem
der ſchwärzeſten Tage der deutſchen Geſchichte verſammelt iſt. Vor
15 Jahren wurde uns das Verſailler Diktat aufgezwungen, das
den Weltkrieg beendete und zur Folge hatte, daß das deutſche Volk
dazu kam, daß es zu ſo außerordentlichen Maßnahmen ſchreiten
mußte, wie es die Revolution im vorigen Jahre war. Das deutſche
Volk in allen Schichten, Ständen, Berufen, Religionsklaſſen hat
gelitten und leidet noch. Dieſe Not, die durch das Verſailler
Dik=
tat und ſeine politiſchen Folgen kam, kann nur dadurch behoben
werden, daß das Volk in ſeiner Geſamtheit zuſammenſteht, daß
wir uns finden und gewillt ſind, das furchtbare Los zu
überwin=
den. Der Stadtrat kam der Bitte des Herrn Oberbürgermeiſters
nach, ſich von den Sitzen zu erheben und damit zu bekunden, daß
wir gewillt ſind, zuſammenzuſtehen und unter nationaler Führung
die Not der Zeit zu überwinden.
Nach dieſer Kundgebung trat man in die Tagesordnung ein.
Auf der Tagesordnung ſtand der Abſchluß der Stadtkaſſe und der
ſtädtiſchen Nebenkaſſen. Den Vorſitz führte während der
Behand=
lung dieſes Punktes Stadtrat Abt. — Stadtrat Rechnungsrat
Schneider erſtattete den Bericht. Der Verwaltungsbericht gibt
eine genaue Ueberſicht über den Stand der Kaſſe. Die Abrechnung
weiſt einen Fehlbetrag der Stadtkaſſe ſür die Verwaltung in Höhe
von 1 700 388.16 RM. aus. Es wird beantragt: dieſen Betrag aus
Vermögensmitteln des Rechnungsjahres 1932 zu entnehmen. Für
das Vermögen ergibt ſich ein Vermögensfehlbetrag von 776 176,48
RM. Es wird beantragt, dieſen Fehlbetrag durch
Vermögensmit=
tel des Rechnungsjahres 1933 zu decken. Zu den uneinbringlichen
und erlaſſenen bzw. niedergeſchlagenen Poſten iſt zu bemeiken:
Nach den gerrüften Verzeichniſſen betragen die uneinbringlichen
und erlaſſenen bzw. niedergeſchlagenen Poſten: 1. für die
Verwal=
tung 505 315,90 RM., (unter den uneinbringlichen und erlaſſenen
bzw. niedergeſchlagenen Poſten ſind 10 140,68 RM. + 3 379.35
RM. — 13 520,03 RM. Provinzial= bzw. Kreisanteile an der
Grund=, Sonder= und Gewerbeſteuer 1932 und an den liquidierten
Steuern 1931 ſowie 4 201,19 RM. Staatsanteile an der
Hunde=
ſteuer enthalten.) 2. Für das Vermögen —— RM., zuſammen
505 315.90 RM. Genehmigung zur Niederſchlagung und
ausgäb=
lichen Verrechnung von 505 315,90 RM. wird beantragt.
Liqui=
dierte Ausſtände betragen 955 707,94 RM. Genehmigung zur
Li=
quidation vorſtehender Beträge wird beantragt.
Die im Rechnungsjahr 1932 unerſetzt gebliebenen Vorlagen
bei der Stadtkaſſe betragen lt. beſonderer Nachweiſung nebſt
Er=
läuterung 16 073,57 RM. Es wird Genehmigung zur Uebertragung
dieſer Vorlagen in das Rechnungsjahr 1933 beantragt.
Kreditübertragungen: Für die Verwaltung: Für
die in beſonderer Zuſammenſtellung nachgewieſenen Leiſtungen und
Arbeiten, die in 1932 nicht oder nicht vollſtändig zur Ausführung
kamen, wird Uebertragung der Kredite von 1 248 191,40 RM. in
das Rechnungsjahr 1933 hiermit beantragt. Für das Vermögen:
Die Uebertragung der in beſonderem Verzeichniſſe
zuſammen=
geſtellten Kredite von 5 250,03 RM. wird beantragt.
Unter Kreditergänzungen iſt ein Fehlbetrag von
1 700 388,16 RM., der aus Vermögensmitteln zu decken iſt.
Weiter wird der Abſchluß der ſtädtiſchen Betriebskaſſe
vor=
gelegt, wobei zu bemerken iſt, daß beim Gas= und Waſſerwerk ein
Ueberſchuß zu verzeichnen. beim Hallenſchwimmbad und der Feuer=
und Rettungswache ein Zuſchuß zu leiſten iſt. Es wird beantragt,
dem Abſchluß der Betriebskaſſe zuzuſtimmen. Der Abſchluß für die
Wohnungsbaukaſſe weiſt für die Verwaltung und für das
Ver=
mögen einen Fehlbetrag aus. Der Fehlbetrag ſoll durch Entnahme
aus dem Vermögen des Rechnungsjahres 1932 und 1933 gedeckt
werden. Weiter betragen nach den geprüften Verzeichniſſen: die
Liquidationspoſten für die Verwaltung 98 045,35 RM. und für
das Vermögen 64 165,73 RM., zuſammen 162 211,08 RM., die
un=
einbringlichen und erlaſſenen bzw. niedergeſchlagenen Poſten
32 025,67 RM., die unerſetzten Vorlagen 33 307,66 RM. Es wird
beantragt: 1. Genehmigung zur Liquidation vorgenannter
Aus=
ſtände, 2. Genehmigung zur Niederſchlagung und ausgäblichen
Verrechnung der uneinbringlichen uſw. Poſten. 3. Genehmigung
zur Uebertragung der unerſetzten Vorlagen in das Rechnungsjahr
1933.
Den Anträgen der Verwaltung wird debattelos zugeſtimmt
und damit die öffentliche Sitzung durch Oberbürgermeiſter
Wam=
boldt geſchloſſen.
Deulſcher Weltrekord im Segelſlung.
Juriſten im Drikken Reich.
Fiſcher, Darmſtadt,
der mit ſeinem Leichtſegelflugzeug „Windſpiel” einen
Flug vom Griesheim nach Montmedy in Frankreich
ausgeführt und dabei eine Strecke von 240 Km.
zurück=
gelegt hat. Dieſe glänzende Leiſtung, mit der der
offi=
zielle Streckenrekord für Segelflugzeuge um 20 Km.
überboten wurde, iſt jetzt bei der Oberſten
Luftſport=
kommiſſion in Paris als Weltrekord angemeldet worden.
Rheinland-Limousine
ROld nur noch RM.: 3900.—
sofort lieferbar durch Fr. Rinner, Rheinstr. 30. (5489a
Bedarf an Freiwilligen für den Dienſt in der Reichsmarine.
Die Schiffsſtammdiviſion der Nordſee in Wilhelmshaven hat den
Bedarf an geeigneten Freiwilligen für den Dienſt in der
Reichs=
marine für den Bereich der Marineſtation der Nordſee
auszuſich=
ten und einzuſtellen. Es beſteht neben allen anderen Berufen
hauptſächlich Bedarf an Bewerbern mit techniſcher
Berufsausbil=
dung. Erwünſcht ſind Bewerber, die eine dreijährige Lehrzeit als
Maſchinenſchloſſer, Motorenſchloſſer, Schloſſer, Maſchinenbauer,
Metalldreher, Keſſelſchmied. Schmied. Kupferſchmied, Klempner,
Mechaniker und Elektriker oder in einem ähnlichen Handwerk
nach=
weiſen. Das vorgeſchriebene Lebensalter für die Einſtellung liegt
zwiſchen dem vollendeten 17 und 21. Lebensjahr. Bei Einreichung
des Geſuches darf das 20. Lebensjahr nicht überſchritten ſein.
Ge=
ſuche um Einſtellung im Bereich der Marineſtation der Nordſee
ſind zu richten an die Schiffsſtammdiviſion der Nordſee (
Ein=
ſtellung) in Wilhelmshaven. Dem Geſuch iſt ein ausführlicher,
ſelbſtgeſchriebener Lebenslauf beizufügen.
Das „Deutſche Recht”, das Zentralorgan des BNSDJ. teilt
in Heft 12 mit: Der Reichspräſident hat auf Vorſchlag des
Reichs=
kanzlers den preußiſchen Juſtizminiſter Pg. Kerrl zum
Reichs=
miniſter ohne Geſchäftsbereich ernannt. Von ſeinem Amte als
preußiſcher Juſtizminiſter wurde Miniſter Kerrl entbunden;
gleichzeitig hat der Reichskanzler den Reichsminiſter der Juſtiz
Dr. h c. Gürtner mit der Wahrnehmung der Geſchäfte des
preußiſchen Juſtizminiſters beauftragt.
Die ganze Deutſche Rechtsfront wird die Ehrung, die dem
Parteigenoſſen Kerrl, dem verdienten alten Mitkämpfer der
Be=
wegung, durch die Einberufung in das Reichskabinett zuteil
ge=
worden iſt wärmſtens begrüßen. Mit ſtarker Hand hat Miniſter
Kerrl in Preußen im Laufe eines Jahres nicht nur wieder eine
geſunde Juſtizverwaltung geſchaffen, ſondern darüber hinaus
durch eine Vielfalt von Maßnahmen und Geſetzen den
National=
ſozialismus in ſeinem Verwaltungsbereich weitgehend in die Tat
umgeſetzt. Wenn ihm nunmehr im Reichskabinett beſondere
Auf=
gaben geſtellt ſind, ſo wird er dieſe ſicher mit derſelben Energie
und Zielbewußtheit in Angriff nehmen, wobei der Hoffnung
Ausdruck gegeben werden ſoll, daß er auch künftig wie bisher
ſeine Kräfte der Rechtsgeſtaltung zuwenden werde; wofür ja
ſo=
gar ſeine Stellung im Reichskabinett wie auch als Stellvertreter
des Reichsführers des BNSDJ. bürgt.
Die Wahrnehmung der Geſchäfte des preußiſchen
Juſtizmini=
ſters iſt dem Reichsjuſtizminiſter übertragen worden. Dieſe
Ver=
bindung der Reichsjuſtizverwaltung mit der Juſtizverwaltung des
größten deutſchen Landes hat ihre ganz beſonderen ſachlichen
Vor=
züge." Unter der ausgezeichneten fachlichen Leitung des
Reichs=
juſtizminiſters Dr. Gürtner wird ſich Schritt für Schritt die im
Intereſſe der Reichseinheit notwendige Angleichung vollziehen.
Gleichzeitig aber wird die Deutſche Rechtsfront als
Vertrete=
rin der Rechtsidee des Nationalſozialismus unter dem „
Reichs=
juriſtenführer und Reichsjuſtizkommiſſar Dr. Frank weiterhin
mit allen Kräften die Erneuerung des deutſchen Rechts vorwärts
treiben. Die kämpferiſche Aufgabe, die ihr geſtellt iſt, bleibt
un=
geachtet der Veränderungen in der Juſtizverwaltung beſtehen.
Die Schaffung eines neuen Juriſtentyps und die Durchſetzung
nationalſozialiſtiſchen Rechtswollens auf allen Gebieten des
völ=
kiſchen Lebens, wie ſie der Reichsjuriſtenführer auf der
Jahres=
tagung der Deutſchen Rechtsfront in Hamburg als die
Haupt=
aufgabe des nächſten Jahres herausſtellte, ſind das nächſte Ziel
des NS.=Juriſten, deſſen Erringung von jedem Mitkämpfer
gan=
zen Einſatz zum Wohle der deutſchen Volksgemeinſchaft erfordern
wird.
— Beſchränkung der Deviſenzuteilung für Auswanderer Die
Reichsſtelle für Deviſenbewirtſchaftung hat durch Runderlaß an
ſämtliche Deviſenſtellen den bisher geltenden Höchſtbetrag der
Barzuteilung für Auswanderer von 10 000 Reichsmark auf 2000
Reichsmark herabgeſetzt. Bereits erteilte verbindliche Zuſagen
für Beträge, die über 2000 Reichsmark hinausgehen, ſind
auf=
rechterhalten worden. Die Beſtimmungen für die Genehmigung
des für die Einwanderer nach Paläſtina erforderlichen
Vorzeige=
geldes, ſowie das der Förderung der Ausfuhr von deutſchen
Waren nach Paläſtina in Verbindung mit der Auswanderung
dienende ſogenannte Paläſtina=Abkommen bleiben unberührt.
El. Zur Pflege der Augen. Beim Leſen und Schreiben ſoll
man auf die Haltung achten, denn die Entfernung von den
Augen zum Geſchriebenen ſoll mindeſtens 30 Zentimeter
betra=
gen. Beſonderes Augenmerk iſt der Beleuchtung zu widmen.
Dieſe darf nicht grell ſein, ſoll aber hell ſein. Zwielicht iſt zum
Arbeiten gefährlich, auch ſoll das Licht von links kommen, da die
rechte Hand beim Schreiben oder Nähen Schatten wirft. Sind
die Augen überanſtrengt, dann ſchaue man ins Grüne. Das
bringt wohltuende Erholung. Auch die kleinſten Verletzungen der
Augen nehme man nicht leicht und gehe beizeiten zum Arzt.
Wenn In Frankkurt
dann
Rebstock, Braubachstraße 19
— Aufhebung einer Straßenſperre. Die Kanalbauarbeiten
am Steinbergweg ſind beendet. Die am 13. April 1934
ange=
ordnete Sperre iſt aufgehoben.
Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
— Verlegung der Katzenausſtellung auf den
Herbſt. Wegen der großen Hitze findet die kürzlich angekündigte
Ausſtellung erſt im September ſtatt.
— Verein der Pioniere und Verkehrstruppen.
Die Teilnehmer am Pioniertag in Heidelberg im Auguſt melden
ſich umgehend bei ihren Gruppenführern oder bei den
Vorſtands=
mitgliedern. Es wird um möglichſt zahlreiche Beteiligung
gebe=
ten, damit zuſammen mit den Brudervereinen die für einen
Son=
derzug erforderliche Zahl zuſammenkommt. Die Teilnehmerzahl
muß baldigſt dem Landesverband gemeldet werden. / — Abfahrt
zur Wiederſehensfeier der 25er Pioniere in Mainz am Samstag,
30. Juni, 18.34 Uhr, oder Sonntag, 7,53 Uhr (Sonntagskarte).
Feſtzugsbilder vom Soldatentag bei Kartharius, Schulßraße,
ab=
holen.
Frafser Wset Lihtee!
wird als Edelmaterial
durch verlötete
Melall-
hülse vor allen äußeren
Eintlüssen geschützt
„Gut Holz” sagen die Kegler, „Gut Wind” die Segler und „Gut Licht” die
Photo-
freunde zur Begrüßung. Aber es wird nicht mehr lange dauern, dann wird kein
Lichtbildner mehr wissen, warum man sich eigentlich „gutes Licht” wünscht ?
Denn mit „Panatomic”, dem panchromatischen Feinkornfilm der Kodak AG., ist
doch jedes Licht, jede Beleuchtung gut! Sonne ist ihm so lieb wie Regen — jo der
Regen ist jetzt erwünscht, denn er lietert manch’ interessantes Motiv, das erst
durch „Panatomic” zum guten Bilde wird. Und abends in der Dämmerung, später
noch bei künstlichem Licht, verhilit „Panatomic” zu Aufnahmen, die mit
Ortho-
film nie möglich sind. Völlige Farbtonrichtigkeit, restlose Lichthoffreiheit und das
ATTOhlne
überaus feine Korn sorgen dafür, daß jedes Photo zum kleinen Kunstwerk wird,
für jedes Wetter, jedes Licht, jede Stimmung
das alle bewungern.
„Panatomle” ist ein Erzeugnis der Kodak 46.
KODAK AG., BERLIN SWSS FABRIkEN INSrUTTGART UND KöPENICA
Seite 6 — Nr. 177
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 29. Juni 1934
Aus der NSDAP.
Der Reichspropagandaleiter.
NSK. Der Reichspropagandaleiter der NSDAP. gibt bekannt:
Der Kampf gegen die Nörgler und Miesmacher nimmt mit
dem 30. Juni ſein Ende. Er hat in ſeiner zweimonatigen Dauer
eine unerhörte, weit über das normale Maß hinausgehende
Be=
anſpruchung unſerer Reichs= und Gauredner notwendig gemacht.
Um ihnen die für die Herbſt= und Winteranforderungen
notwen=
dige Ausſpannung zu geben, ordne ich hiermit für den geſamten
Monat Juli entſprechend dem SA.=Urlaub und der Anweiſung
des Stabsleiters der PO.. betreffend Urlaub für die Politiſchen
Leiter, ſowie Amtswalter der angeſchloſſenen Verbände und der
Gemeinſchaft „Kraft durch Freude” für alle Reichs= und
Gau=
redner Urlaub an.
Berlin, 26. Juni.
gez. Dr. Goebbels, Reichspropagandaleiter.
Tagung der Politiſchen Leiter.
Am 9. Juli 1934 findet eine Tagung ſämtlicher Politiſcher
Leiter des Gaues Heſſen=Naſſau ſtatt, und zwar:
in Frankfurt a. M., Stadion, für die Kreiſe:
Frankfurt a. M., Hanau, Offenbach, Dieburg, Obertaunus,
Friedberg, Schotten, Gießen, Alsfeld, Lauterbach. Schlüchtern,
Gelnhauſen, Büdingen. Erbach, Heppenheim, Bensheim, Main=
Taunus, Untertaunus;
in Bingen a. Rh. für die Kreiſe:
Alzey, Bingen, Darmſtadt, Groß=Gerau, Mainz, Oppenheim,
Rheingau, St. Goarshauſen, Wiesbaden, Worms;
in Limburg a d. Lahn für die Kreiſe:
Biedenkopf, Dillenburg, Limburg, Oberlahn, Oberweſterwald,
Unterlahn, Unterweſterwald, Uſingen. Weſterburg, Wetzlar.
Sonderzüge uſw. ſind vom Organiſationsamt beantragt. An
dieſer Tagung haben ſämtliche Politiſchen Leiter der PO., ſowie
der Gliederungen: NSBO., NS. Hago, Amt für Erzieher, Amt
für Beamte, Amt für Kriegsopfer, Amt für Volkswohlfahrt, Amt
für Agrarpol. Apparat, Amt der Rechtsabt., Amt für Technik,
Amt für Kommunalpolitik. Gau= und Kreisredner uſw.
teilzu=
nehmen.
Diejenigen Politiſchen Leiter, welche nicht teilnehmen
kön=
nen, ſind dem Gau=Organiſationsamt mit Angabe des Grundes
namentlich zu melden. Die Kreisleiter melden ſofort die Anzahl
der an der Tagung teilnehmenden, und zum 5. Juli der
nicht=
teilnehmenden Politiſchen Leiter.
Tagesprogramm wird noch bekannt gegeben.
Der Kreisſchulungskurſus in Wetzlar an der Lahn fällt aus.
Sämtliche Kreisſchulungsleiter des Gaues Heſſen=Naſſau haben
pflichtgemäß am Zentralſchulungskurſus in Frankfurt a. M.
teil=
zunehmen. (50 Prozent Fahrpreisermäßigung.) Die
Schulungs=
obmänner der einzelnen Ortsgruppen ſind hierzu dringendſt
ein=
geladen. Die Schulungsobmänner des Kreiſes Frankfurt a. M.
haben ebenfalls pflichtgemäß teilzunehmen.
Ordnung für Führerbeſuche.
Eine Verfügung Brückner.
Der Adjutant des Führers, Wilhelm Brückner, teilt mit:
Der Aufmarſch in Gera hat gezeigt, daß die ſeinerzeit
er=
gangenen Anordnungen des Führers bei Auf= und
Vorbei=
märſchen nicht beachtet werden:
1. Es wird immer wieder verſäumt, vor dem Beſuch des
Führers darauf hinzuweiſen, daß das Werfen mit Blumen
ver=
boten iſt, und daß alle SS.=, SA.= und Parteidienſtſtellen durch
Preſſe und Radio dies der Bevölkerung vorher bekannt geben
müſſen.
2. Das Erbitten von Autogrammen bei ſolchen Aufmärſchen
iſt unter allen Umſtänden zu unterlaſſen.
3. Bei Theaterbeſuchen iſt darauf hinzuweiſen, daß Opationen
während der Pauſen nicht im Sinne des Führers liegen.
4. Bei den Fahrten zu Aufmärſchen, ins Theater uſw. ſind
die Zuſchauer darauf aufmerkſam zu machen, daß ſie die
Abſper=
rungslinie einhalten, nicht vom Bürgerſteig heruntergehen, da
ſonſt Gefahr beſteht, daß Kinder durch das entſtehende Gedränge
unter die Wagen kommen.
5. Wenn der Kanzler Staatsbeſuche oder Dienſtreiſen in die
Länder macht, iſt es unſtatthaft, daß von anderer Seite die
feſt=
geſetzte Veranſtaltungsordnung durch eigenmächtige Beſuche
durch=
brochen wird.
6. Vorbeimärſche uſw. ſind unter allen Umſtänden vorher an=
Ri
Im Monat Juli fallen ſämtliche Generalmitgliederappelle,
öffentliche Verſammlungen und Amtswalterſchulungsabende der
Politiſchen Organiſationen aus. Eine Ausnahme bildet der
Vor=
trag des Prof. Dr. Grimm am 24. Juli im Städtiſchen Saalbau,
Kreisfunkwart.
Zur Funkausſtellung in Berlin vom 17. bis 26. Auguſt.
ſoll für die Kreiſe Darmſtadt. Dieburg, Bensheim und
Heppen=
heim uſw. ein Sonderzug gebildet werden, an dem alle
Volks=
genoſſen ſich beteiligen können.
Abfahrt von Darmſtadt iſt für den 17. Auguſt, und Rückfahrt
für den 20. Auguſt, abends, vorgeſehen.
Der Fahrpreis beträgt zuſammen etwa 11 Mark. Außerdem
haben die Fahrtteilnehmer in Berlin für Beſichtigungen und
Quartiere noch große Vergünſtigungen. Fahrtanmeldungen und
Vorſchläge ſind ſofort an die Kreisrundfunberatungsſtelle
Luiſen=
ſtraße 34, wo noch weitere Auskunft erteilt wird, zu richten.
Ortsgruppe Gutenberg.
Am Freitag, dem 29. Juni 1934, abends 8.30 Uhr, findet im
Saale der Reſtauration Fay, Alexanderſtraße 23 ein
Zellen=
ſchulungsabend für die Zellen V bis 1X ſtatt. Das Erſcheinen
der im Bereich der betreffenden Zellen wohnenden Parteigenoſſen
iſt unbedingte Pflicht. Die Einladungskarten ſind mit Namen
verſehen am Saaleingang abzugeben. Die Angehörigen der
Frauenſchaft, der anderen Nebenorganiſationen, ſowie Gäſte ſind
eingeladen.
SA. der NSDAP., Standarte 115.
Am Freitag, dem 29. Juni, um 20.30 Uhr, findet im
Saal=
bau eine Feierſtunde „Dietrich Eckart zum Gedächtnis”, ſtatt,
unter „Mitwirkung des Delp=Hickler=Cauer=Weber=Quartetts,
Muſikzug der Standarte und Joſef Keim vom Landestheater.
Der Geſamtertrag dient zur Unterſtützung von Familien
be=
dürftiger SA.=Männer. Vorverkauf im Hauſe der Standarte,
Kirchſtraße 9, neben der Stadtkirche. Eintrittskarten zu 0,50,
1.00 und 2,00 RM.
Amt für Volkswohlfahrt, Ortsgruppe Steinberg.
Wir bitten alle Gartenbeſitzer und Mitglieder der NSV.,
uns zum Einkochen für den kommenden Winter Obſt zur
Ver=
fügung ſtellen zu wollen.
Gefl. Anerbieten ſind an unſere Geſchäftsſtelle,
Heinrich=
ſtraße 101. erwünſcht
Amt für Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Rheintor.
Zur Verſorgung der Hilfsbedürftigen mit Gelee, Marmelade
uſw. im kommenden Winter bitten wir die Gartenbeſitzer, uns
Beeren oder ſonſtiges Obſt zur Verfügung zu ſtellen.
Zuſagen an unſere Geſchäftsſtelle. Rheinſtraße 62 (früher
Bauernkammer), erbeten.
NS. Lehrerbund, Kreis Darmſtadt (Stadt und Land).
Wahlgruppe Mädchenerziehung (techn.): Arbeitsſitzung
am Freitag, den 29. Juni, 17 Uhr, in der Eleonorenſchule im
Chemieſaal (Lagerhausſtraße 1). Es findet ein Vortrag „Die
germaniſche Kleidung” ſtatt.
Wahlgruppe evang. Religionsunterricht:
Arbeits=
ſitzung am Samstag, den 30. Juni, 15 Uhr im „Feierabendſaal”,
Stiftsſtraße. Thema: „Das Kirchenjahr als Lebensordnung und
Jahresrhythmus in ſeiner Bedeutung für den
Religionsunter=
richt”
N. S. Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt. Heute.
Freitag, den 29. 6. 34, abends 8 Uhr, ſtattfindende
Mitglieder=
verſammlung im Rummelbräu, Rheinſtraße, laden wir hiermit
unſere Kameraden und Kameradenfrauen nochmals ein. Als
Red=
ner haben wir einen kriegsbeſchädigten Kameraden, Pg. Dr.
Stroh, Ober=Ramſtadt, gewonnen. Erſcheinen der Kameraden und
Kameradenfrauen iſt Pflicht. Gäſte können eingeführt werden.
Perſammlung der Organiſationsführer und
Ober=
meiſter des Handwerkes.
* Der Präſident der Heſſiſchen Handwerkskammer Müller
hatte die Organiſationsführer und Obermeiſter, zu einer
Ver=
ſammlung in die Woogsturnhalle einberufen, in der er über das
Thema „Politiſcher Sozialismus in der
Wirt=
ſchaft” referierte. Nach herzlicher Begrüßung auch aller Gäſte
ſprach er zunächſt vom gebundenen Kapitalismus und vom
ſtän=
diſchen Marxismus. In offenen Worten geißelte er gewiſſe Dinge
und eine gewiſſe Sorte Menſchen, die den Geiſt der Zeit nicht
begriffen haben.
Wer heute von einer zweiten Revolution ſpreche, ſo erklärte
er, hat die erſte nicht erfaßt, denn die erſte Revolution gehe ſo
lange, bis das Ziel erreicht iſt. Die Marſchrichtung beſtimme
allein der Führer Adolf Hitler, ſonſt niemand. Nur wer im
Kampfe für die Idee Adolf Hitllers groß geworden iſt, trifft das,
was der Führer will. Wenn uns heute alle Kreiſe verſtehen
wür=
den, wüßten wir, daß wir es falſch machen; ſo, da uns nicht alle
verſtehen, wiſſen wir, daß wir es richtig machen. Redner
erin=
nerte an jene Typen, die man namentlich in den Zeiten der
Gleichſchaltung kennen gelernt habe. Er zeichnete jene „
Wühl=
mäuſe”, die die Aufbauarbeit ſtören wollen, und wandte ſich ſcharf
gegen die Reaktionäre.
Nur Menſchen mit Idealismus und Heroismus dürfen als
Unbekannte vor die Maſſe gehen und fordern. Die
Nationalſozia=
liſten verkörpern kein Syſtem, auch kein Parteienſyſtem. Die
Totalität der Führung iſt maßgebend, der Wille ſoll für das Volk,
nicht für eine Partei eingeſetzt werden. Früher ſchimpfte man
gegen den Führer Adolf Hitler, heute ſchimpft man gegen die
Kleinen, um den Führer zu iſolieren. Aber die Anhänger des
Führers laſſen ſich nicht beeinfluſſen.
Wahre Leiſtung ſetzt ſich von ſelbſt durch ohne Protektion. Die
Innungsführer haben als ſolche beſondere Verpflichtungen. Mit
der Führung im heſſiſchen Handwerk ſei er zufrieden. Das könne
er ſagen, ohne zu loben. Den Sieg bringt uns das Vorleben
unſeres Führers Adolf Hitler. Es iſt nicht nötig, daß jeder etwas
tut, nur um „glänzen” zu können. Der Papierkrieg, der Kampf
gegen die Stände, darf nicht wieder kommen.
Weiter wandte ſich Präſident Müller gegen den „
Standes=
dünkel”, der heute immer noch exiſtiert. So gut wie ein Politiker
von ſeinem Amt ſcheiden muß, wenn er es nicht verſteht, ſo muß
auch ein Wirtſchaftsführer verſchwinden, wenn er die Führung der
Wirtſchaft, des Betriebes nicht verſteht. Betriebsgemeinſchaft und
Betriebsführung ſind für viele Menſchen nur Schlagwörter
ge=
worden. Die Wertgewinnungsgemeinſchaft wird aber das Ziel
ſein. Der Begriff des politiſchen Sozialismus iſt der, daß jedem
Arbeit und der gebührende Lohn dafür gewährt wird — Die
Politik muß zuerſt errungen werden, dann habe man die
Wirt=
ſchaft von ſelbſt. Die Wirtſchaft würde aber nicht von heute auf
morgen nationalſozialiſtiſch; ſie werde es dann, wenn die
Men=
ſchen von Herzen aus Nationalſozialiſten ſind. In der Wirtſchaft
habe vor allem die Politik zu ſprechen. Wer verſucht, in die
Wirtſchaft marxiſtiſche Tendenzen hineinzutragen, ſei genau ſo
Materialiſt wie früher. Nicht Tarifverträge und
Wirtſchaftskapi=
täne ſeien das Primäre, ſondern der Volkswille.
Wirtſchaftspolitik hat auch nichts mit kaufmänniſcher
Tätig=
keit zu tun. Kaufmann ſein und Wirtſchaftspolitiker, ſind zwei
Begriffe und haben nichts gemein. Unſer Kapital iſt der
deutſche Menſch und der deutſche Boden. Der
frü=
here liberale Wirtſchaftsbegriff iſt der Kapitalismus. Der
Be=
griff „Geld iſt Macht!” muß gebrochen werden; der Menſch muß
vor das Geld geſtellt werden.
Vom völkiſchen Daſein aus wird die Wirtſchaft beſtimmt. Wer
heute nicht für die große Idee iſt, iſt gegen ſie. Das vornehmſte
Geſetz, das zu beachten iſt, iſt das Lebensrecht des einzelnen
Volks=
genoſſen. Der Reiche braucht vor dem Armen nicht geſchützt zu
werden, wohl aber der Arme vor dem Reichen, weil er von jenem
ausgenützt werden kann. Heute darf niemand glauben, mehr zu
ſein wie ſein Volksgenoſſe. Auch für die Handwerksführer, auch
für die Induſtrie gilt dies. Zur Entwicklung des Außenhandels
ſei geſagt, daß wir uns nicht abhängig machen laſſen vom
Aus=
land. Das Ausland hat nicht zu beſtimmen, was und wie wir
in Deutſchland=arbeiten. Das hieße in die alten Fehler verfallen.
Redner ſtreifte dann die Frage der Notwendigkeit des
Han=
dels. Handel iſt nötig; Spekulationsgewinn und überſpitzter
Rabattgewinn aber iſt unnationalſozialiſtiſch. Schaffen wir die
übergroßen Rabatte ab, dann kommt eine geſündere Kalkulation.
Auch jener Punkt wird bereinigt werden. Dieſe Dinge, die
Ueber=
forderungen der Größeren, müſſen abgeſtellt werden. Die
Gefähr=
lichen der Wirtſchaft ſind die Leute, die ſtets ehmen, aber nie
geben wollen. Wie das Handwerk in ſeinen Reihen putzen muß,
ſo möge auch der Handel und die Induſtrie vutzen. Das
Hand=
werksgeſetz iſt nur der Rahmen, den Inhalt muß das Handwerk
ſelbſt geben. Profitwirtſchaft, Bedarfsdeckungswirtſchaft kann nicht
helfen, allein die Arbeit ſchafft die Wirtſchaft. Arbeitsbeſchaffung
iſt Anerkennung des Lebens. Innerhalb der Innungen dürfe man
ſich nicht mit religiöſen Dingen beſchäftigen.
Politik heißt vorſchauen. Wer die Dinge nicht im voraus
erkennt, iſt kein Führer. Zur Konfeſſionsfrage ſei zu bemerken;
Für den politiſchen Soldaten komme zuerſt die Arbeit und dann das
Lebet, und nicht umgekehrt. Wenn ein Volk arbeitet, wird es
noch immer vom Schöpfer belohnt. Der Pazifismus wandte ſich
nur an die Schwachen; wir wenden uns aber nur an die Starken,
So werden auch die Unfähigen zerrieben, die eine Belaſtung für
die Allgemeinheit bedeuten. Wir verwahren uns auch dagegen.
daß etwa Banken, die früher krank waren und heute ſaniert ſind.
die Armen zerreiben wollen. Wie das Herz, wie die Macht ſich
auswirkt, iſt entſcheidend. Das Führerprinzip wird von manchem
falſch aufgefaßt. Die Pflichterfüllung der Geſamtheit gegenüber
iſt maßgebend. Wir haben die Pflicht, dem Führer nachzuleben,
wie er vorgelebt hat. Die Tat muß maßgebend ſein.
Die ſozial vornehmſte Aufgabe iſt die Heranbildung eines
brauchbaren Nachwuchſes. Alle wirtſchaftspolitiſchen Maßnahmen
dürfen nicht allein für die Gegenwart eingeſtellt werden. Redner
wandte ſich dann gegen eine übermäßige Geſetzemacherei. Eine
Organiſation kann keine Genies gebären, wohl aber den Genies
den Weg freimachen. Man möge bedenken: Die Selbſtverwaltung
der Handwerker hat die Partei gebracht!
Zuſammenfaſſend ſei zu ſagen, daß das Ziel noch nicht erreicht
ſei, weil man erſt am Anfang ſtehe. Nach der Schlacht zeige es
ſich, daß die einen die Schlacht geſchlagen haben, andere aber
Beuteſammler” ſein wollen. Wir werden unſere Pflicht der
Ge=
ſamtheit gegenüber tun; wer nicht für uns, iſt gegen uns. Jeder,
auch wenn er kein Parteigenoſſe iſt, ſoll im Herzen echter
Natio=
nalſozialiſt ſein. — Die Stänker und Miesmacher ſind gar nicht
wert, daß man ſich ſo viel um ſie kümmert. Es iſt auch keine
zweite Revolution nötig. Die Revolution marſchiert und wir
marſchieren zur Erreichung des geſteckten Zieles bis zum Letzten
mit ihr. Der arme Volksgenoſſe ſetzt ſich, ohne Materialiſt zu
ſein, hemmungslos mit ſeiner ganzen Perſon für die Geſamtheit
ein. — Nur der Jugend gegenüber haben wir Verpflichtung, denn
die Jugend iſt die Seele des Nationalſozialismus.
Der einzelne Stand iſt ein Nichts die Geſamtheit der Stände
dagegen bildet ein Ganzes. Mögen die Ausführungen den Geiſt
gebracht haben, daß alle Stände ſich miteinander finden! Nur
die Arbeit gibt den Adel. Seine Ausführungen ſollen allen
Stän=
den gelten, denn die Geſamtheit iſt alles. Der Kampf des Führers
muß auch unſer Kampf ſein. So wollen wir gemeinſam kämpfen.
Heil Hitler! — Die Ausführungen wurden mit lebhaftem Beifall
aufgenommen.
Anſchließend an dieſe offizielle Verſammlung gab
Handels=
kammerpräſident Müller den Organiſationsführern und
Ober=
meiſtern noch interne Mitteilungen.
Aus den Darmſtädter Lichtſpiel=Theakern.
Union: „Rivalen der Luft”.
Der Präſident des Deutſchen Luftſportverbandes, Bruno
Loerzer, unter deſſen Protektorat dieſer Film hergeſtellt
wor=
den iſt, ſagt in ſeinem Vorſpruch, der dem Film vorangeht, daß es
vor allem gilt, den Geiſt der deutſchen Flieger des Weltkrieges
in dem jungen Fliegernachwuchs zu pflegen. Zwar kann nicht jeder
Deutſche ein Flieger ſein, aber jeder kann an ſeinem Platz helfen
zum Aufbau der deutſchen Luftfahrt und am Aufbau der
Volks=
gemeinſchaft, in der — gerade wie unter den Fliegern — alle für
einen und einer für alle ſtehen. — Der Film, den Frank
Wys=
bar gedreht hat, iſt ganz dazu angetan, das Intereſſe für die
Segelfliegerei zu wecken. Er bringt wundervolle Bilder von
Phot, Uko
„Eine nasse Landung‟
Hilde Gebühr in einer Szene des Ufa-Tonälms
„Riralen der Luft‟
(Herstellungsgruppe Karl Ritter)
Flügen über Roſſitten und der Rhön, von der Schönheit der
Oſt=
ſeeküſte, zeigt Starts und Landungen von verſchiedenen Typen
von Segelflugzeugen, den Betrieb in den Werkſtätten und das
Leben im Lager von Roſſitten. Der Kameradſchaftsgeiſt unter den
jungen Flugſchülern kommt mehr in dem ganzen luſtigen
Lager=
betrieb als in der eigentlichen Spielhandlung zum Ausdruck, wo
zwei Frauen (Hilde Gebühr und Sybille Schmitz) ernſtliche
Rivalität ſtiften zwiſchen dem Fluglehrer (Claus Clauſen)
und einem Flugſchüler (Wolfgang Siebeneiner). Bei dem
großen Wettbewerb auf der Röhn kommt dieſe Angelegenheit zum
Austrag und endet damit, daß der eine der Rivalen die Frau, um
die es ging, der andere den Preis des Wettbewerbs für ſich
ge=
winnt.
sa=
Glück haben und Glück ſchaffen
beides durch ein Los der driten
Arbeits=
beſchaffungs-Lokkerie!
Der Polizeibericht.
WOCHENEND UND FERIEN
SAMSTASMBENDESSENN FREITASMBENDESSEM EiNE SANZE WOCHE
Bis
Hk Bis
HK SAMSTAS
HONTAS
DiENSTAS
ABEND Bis
FRüNSTück:
— FRUHSTÜCK:
— HONTA6 FRUH
ebe.
un0 HöHERE NACH ANSPRÜCHEN• PROSR:STADTVERKEHRSAMT.
Nein
Mitgli
Lieſes vo
ſeine Entſte
Der Verein
m Kufbäuſerbun
jinen der NS
Poll
fe Nieder=ce
Vermißte Perſon. Seit dem 24 6 1934 wird der Junglehrer
Rolf Schmidthoff, geb. am 2. 10. 1906 zu Wiesbaden,
zu=
letzt wohnhaft in Oberhainbrunn Kreis Erbach, vermißt.
Be=
ſchreibung: Etwa 1,76 bis 1,78 groß, ſehr ſchlanke Geſtalt. ovales,
friſches Geſicht, dunkelblondes, faſt ſchwarzes, links geſcheiteltes
Haar graubraune Augen dunkle Augenbrauen, linkes Ohr etwas
abſtehend, bartlos, vollſtändige Zähne, kleine Hände und Füße,
Schuhnummer 39 Kleidung; dunkler Anzug, braune Schuhe, obne
Kopfbedeckung, Wäſchezeichen, vermutlich in den Taſchentüchern:
Rolf oder R. S. Der Vermißte wurde zuletzt in Neckarhauſen
geſehen. Von hier aus hat er ſich mit einem Kahn über den Neckar
ſetzen laſſen und iſt ſeitdem verſchwunden. Wer kennt ſeinen
Auf=
enthalt und wo wurde er geſehen?. Nachricht an die nächſte Polie
zeiſtelle oder an die Zentralſtelle für Vermißte beim Landeskrimie
nalpolizeiamt Darmſtadt.
Einmietedieb in Darmſtadt. Am Samstag, den 16 Juni 1934,
gegen 17 Uhr, mietete ſich ein Unbekannter, der ſich als Vertreter
der Geſellſchaft „Autoſchutz” ausgab, bei einem in der Zimmer
ſtraße wohnenden Fräulein ein möbliertes Zimmer. Am 20, 6.
erklärte der Unbekannte der Vermieterin gegenüber, daß er erſt
Geld geſchickt bekäme und deshalb ſeine Miete nicht bezahlen könne.
Ferner erwähnte er noch, daß er bei der A.E.G. beſchäftigt
ge=
weſen ſei. Am gleichen Tage verließ der Unbekannte ſeine
Woh=
nung, ohne bis jetzt wieder zurückzukehren. Als die Mieterin kurz
nach dem Weggang des Unbekannten das Zimmer in Ordnung
bringen wollte, machte ſie die Wahrnehmung, daß ſich der Täter
unter Mitnahme einer 10 Zentimeter hohen, runden
mahagoni=
farbigen Weckeruhr mit weißem Zifferblatt, eines
Vorplatzſchlüſ=
ſels und eines Buches, betitelt „Volk ohne Raum”, im
Geſamt=
wert von 15 RM., in betrügeriſcher und diebiſcher Abſicht aus dem
Hauſe entfernt hatte. Den ganzen Umſtänden nach handelt es ſich
um einen reiſenden Einmietebetrüger. Der Mann iſt etwa
50 Jahre alt, 1,70 bis 1,80 Meter groß, hat ſchmales Geſicht,
grau=
meliertes Haar und trägt Brille. Ferner trug er noch einen gut
erhaltenen, hellen, geſtreiften Straßenanzug und ſchwarze Schuhe.
Auch ſtellt er ſich ſchwerhörig und führt eine alte ſchwarze
Akten=
taſche mit ſich. Beim Weggang ließ der Dieb zwei Bücher,
be=
titelt. Harmonie von E. v. Keyſerling” und „Die kleine Tutt und
ihr Liebhaber” (Ullſtein=Buch) in der Wohnung zurück. Vor dem
Schwindler wird gewarnt, desgleichen vor Ankauf des Diebesguts.
Perſonen, die auf die gleiche Weiſe geſchädigt worden ſind werden
gebeten, bei der Kriminalpolizei, Zimmer 12, ſich zu melden.
Schon wieder ein folgenſchwerer Verkehrsunfall. Am 27. Juni
1934, gegen 15 Uhr, ſtieß auf der Straßenkreuzung der Soder= und
Riedlingerſtraße ein Perſonenkraftwagen mit einem Radfahrer z/”
ſammen. Der Radfahrer wurde vom Rade geſchleudert und ſo
ſchwer verletzt, daß er im Stadtkrankenhaus, woſelbſt er Aufnahme
fand, bedenklich darniederliegt.
— Den Tod im Rhein geſucht. Ein Darmſtädter Ingenieur,
der ſeit Samstag von ſeiner Familie vermißt worden war, hal
den Tod im Rhein geſucht und gefunden. Seine Leiche wurde in
der Nähe von Nackenheim aus dem Rhein geländet.
— Warnung vor Zuzug nach Berlin! Es iſt immer noch zu
wenig bekannt, daß nach dem Geſetz zur Regelung des
Arbeits=
einſatzes vom 15. Mai 1934 und der dazu ergangenen Anordnung
für die Stadtgemeinde Berlin vom 17. Mai 1934 (abgedruckt im
Reichsanzeiger Nr. 114 vom 18. Mai 1934) die Arbeitsaufnahme
für Perſonen, die am 18. Mai in der Stadtgemeinde Berlin und
den umliegenden Gemeinden keinen Wohnort hatten, nur mit
Zuſtimmung der zuſtändigen Arbeitsämter erfolgen kann.
Arbeit=
ſuchende werden daher dringend davor gewarnt, ohne
Zuſtim=
mung eines Berliner Arbeitsamtes zur Arbeitsaufnahme nach
Berlin zuzuziehen.
in Am Sonnta
lniſten Röhll (Pul
geugniſen und de
m Kaninchenzücht
Neteranenver
Somtag an dem
9e Fahrt geht
ſl. — NS. Vo
un und Sonntag
Miten des Hilfswe
Ainder aufs Land
im Hinblick auf d
lin Volksgenoſſe
Dochen werden no
M Ortsgruppenar
Nohdorf 28.
Selſorger der hie
Schmidt, der
Ruheſtand lebte.
M03 hier als Pfa
fieitag hier zur
G. Reinheim.
Ueberall ſind fleiß
zur das am 30.
derzurichten. Beſo
nislahn für den
teils wieder beſeiti
Lnzäunung, die
die Bierhallen
frundliches Geſick
ein Tag ſchöne
Groß=Zimmer
unſeres evan
Sonntag eit
hauſes war
verſtorbene
guttesdienſt
wirken werd
Darmſtadt.
einer fomi
die Aufführut
ein Vortrag des
herr Pfarrer Mal
Rirche, worauf ein
Außerdem findet
830 Uhr vormitta
ine Schweſternko
Odenwälder Elfer
k Dieburg, 28.
platz hatte die S.
iren Fahnen Auff
Knauf die Kun
duis Wort erteilte.
Varkommniſſe vo
Bezug auf die alle
Dis alte Syſtem de
Miwirtſchaft wut
Dai vielen die A
teigte der Beifall
den Miesmachern
it verderbliches G
ſtehenden Worten a
wgen ſollten, die
Rncht angemeſſet
Muide ſcharf kritiſie
N. Knauf mit ei
Ne Verſammlung.
L. Groß=Umſt
1ar Schwinmer e
Auauene Reichsſchr
äcrend dieſer Zeit
Mitag durch d
Mider des Turmper
a inter Bealctau
ier Freitwiliger
Auit ins Schwim
Se Lande Kal
Guimnſbort. g
Naungen: 50 M
ELenäuinnen
2 Neter Bruſtſt
6
mens aus
20 Rücken
NR8 der Bei
ukrait
WEi
fiün
aften M
hudt
mub
Freitag, 29. Juni 1934
Aus Heſſen.
E. Wixhauſen, 28. Juni. 60jähriges Jubiläumsfeſt.
m nächſten Samstag, Sonntag und Montag wird unſer Ort im
Zeichen des 60jährigen Jubiläumsfeſtes des hieſigen Krieger= und
sMilitärvereins ſtehen. Zu dem Feſte haben 15 auswärtige
Krie=
wer= und Militärvereine ihre Beteiligung zugeſagt. Im
Mittel=
wunkt der Feierlichkeit ſteht die Weihe der Kyffhäuſer=Bundes=
Fahne. Für die Gefallenen und Verſtorbenen findet am
Krieger=
wenkmal und an der Krieger=Ehrenlinde eine Gedenkfeier ſtatt.
Im Nachfolgenden ſind aus Anlaß des 60jährigen Beſtehens einige
emerkenswerte Vereinsgeſchehniſſe gezeichnet: Auf Anregung des
werſtorbenen Veteranen Jak. Schmidt hatten ſich 26 Teilnehmer
ver Kriege 1848, 1866 und 1870/71 zuſammengetan zur Gründung
eines Veteranenvereins. Von ihnen haben 25 das Zeitliche ge=
Fegnet. Der einzige noch Lebende iſt Herr Peter Dietz, der im
Auguſt d. J. ſeinen 85. Geburtstag begehen kann. Kurze Zeit nach der
Gründung (1874) pflanzte der Verein zu Ehren der Gefallenen
am Trinkbörnchen eine Linde, eine jetzt ſtattliche Linde. 1889
er=
folgte der Zuſammenſchluß des Vereins mit dem ſeinerzeit
ge=
gründeten Militärverein. Großer Wert wurde auf den Brauch
gehalten, daß jeder verſtorbene Veteran einen Grabſtein mit
eiſer=
em Kreuz errichtet bekam. Neun Jahre lang war die
Vereins=
rätigkeit lahmgelegt, durch ein Verbot ſeitens der
Beſatzungs=
behörde. Unter Führung von Herrn Ludwig Melk nahm der
Verein 1928 ſeine Tätigkeit wieder auf. Es konnte eine
Schützen=
abteilung gegründet werden. Am Chauſſeehaus Günther wurde
durch die Mitglieder in mühevoller Arbeit ein Schießſtand
er=
richtet. Dieſes von den Schießſportlern ſehr begrüßte Werk
ver=
dankt ſeine Entſtehung der Tatkraft des Vorſitzenden, Herrn L.
Melk. Der Verein zählt heute über 100 Kameraden. Als Glied
des Kyffhäuſerbundes iſt der hieſige Verein eingereiht in die
For=
mationen der NSDAP. zum Mithelfen am Wiederaufbau des
deutſchen Volkes.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 28. Juni. Kaninchenzuchtver=
ein. Am Sonntag, den 1. Juli I. J., findet im Gaſthaus „Zum
weißen Rößl” (Pullmann) eine Ausſtellung von Kaninchen
Pelz=
erzeugniſſen und dgl. ſtatt. Eine reichliche Beſchichung aus Kreiſen
der Kaninchenzüchter iſt gewährleiſtet. — Krieger= und
Veteranenverein. Der Verein beteiligt ſich am kommenden
Sonntag an dem Jubiläumsfeſt des Kriegervereins Wixhauſen.
Die Fahrt geht per Omnibus. Abfahrt 11,30 Uhr am
Vereins=
lokal. — NS.=Volkswohlfahrt. Die am kommenden
Sams=
tag und Sonntag zur Durchführung gelangende Sammlung zum
Beſten des Hilfswerks „Mutter und Kind” ſteht unter dem Motto:
„Kinder aufs Land‟. Der Ertrag dient der Kinderlandverſchickung.
Im Hinblick auf den guten Zweck ſollte man annehmen, daß ſich
kein Volksgenoſſe ausſchließe, Auch Freipflegeſtellen für einige
Wochen werden noch geſucht. Meldungen nimmt die Geſchäftsſtelle
der Ortsgruppenamtsleitung jederzeit entgegen.
Roßdorf, 28. Juni. Vorgeſtern ſtarb in Gießen ein früherer
Seelſorger der hieſigen evangeliſchen Gemeinde. Pfarrer Hermann
Schmidt, der ſeit einigen Jahren in Dorlar bei Wetzlar im
Ruheſtand lebte. Er war in den ſchweren Jahren von 1915 bis
1923 hier als Pfarrer tätig und wird nach ſeinem Wunſche am
Freitag hier zur letzten Ruhe beſtattet.
Cg. Reinheim. 28. Juni. Turnfeſt=Vorbereitungen.
Ueberall ſind fleißige Hände am Werk, um das Städtchen würdig
für das am 30. Juni, 1. und 2. Juli ſtattfindende Kreisturnfeſt
herzurichten. Beſonders auf dem Sportplatz, der auch als
Hinder=
nisbahn für den Arbeitsdienſt diente ſind die Hindernisanlagen
teils wieder beſeitigt, um ihn als Feſtplatz verwenden zu können.
Umzäunung, die Laufbahnen, die Bühne ſind ſchon vorgerichtet,
die Bierhallen im Entſtehen, wenn noch der Wettergott ein
freundliches Geſicht aufſetzt, wird es für den Verein und die Gäſte
ein Tag ſchöner Erinnerung werden.
Groß=Zimmern, 27. Juni. Anläßlich des 40jährigen Beſtehens
unſeres evangeliſchen Schweſternhauſes findet, am kommenden
Sonntag eine Jubiläumsfeier ſtatt. Der Gründer des
Schweſtern=
bauſes war der bereits vor etlichen Jahren in Groß=Zimmern
verſtorbene Dekan Auguſt Knodt. Die Feier wird durch
Feſt=
gottesdienſt eingeleitet, wobei der Poſaunen= und Kirchenchor
mit=
wirken werden. Die Feſtpredigt hält Herr Direktor Röhricht=
Darmſtadt. Nachmittags findet man ſich im „Lindenſaale” zu
einer familären Feier zuſammen, wo durch die Kleinkinderſchule
die Aufführung eines Feſtſpieles geboten wird. Dem ſchließt ſich
ein Vortrag des Herrn Ortspfarrers Lebrecht an. Abends hält
Herr Pfarrer Matthäus=Offenbach a. M. einen Feſtvortrag in der
Kirche worauf eine Ausſprache der Vertreter der Behörden folgt.
Außerdem findet noch für die Schweſtern im Schweſternhaus um
8.30 Uhr vormittags eine Morgenandacht und um 6 Uhr abends
eine Schweſternkonferenz ſtatt. Als Feſtabzeichen dient ein von
Odenwälder Elfenbeinſchnitzern hergeſtelltes Kreuz.
k. Dieburg, 28. Juni. Maſſenkundgebng. Aufdem
Markt=
platz hatte die SA., HJ., BdM. und der Deutſche Arbeitsdienſt mit
ihren Fahnen Aufſtellung genommen, als Kreisbetriebszellenleiter
Knauf die Kundgebung eröffnete und Pg. Bullmann=Worms
das Wort erteilte. In einer einſtündigen Rede ſchilderte er alle
Vorkommniſſe von 1914—1932 in treffenden Worten und nahm
Bezug auf die alles überragende Perſon des Führers Adolf Hitler.
Das alte Syſtem des Parteihaders und der dadurch entſtandenen
Mißwirtſchaft wurde den Zuhörern deutlich vor Augen geführt.
Daß vielen die Worte wie aus der Seele geſprochen kamen,
be=
zeugte der Beifall während des Vortrags. In ſcharfer Rede wurde
den Miesmachern und Beſſerwiſſern, den konfeſſionellen Hetzern
ihr verderbliches Gebaren gekennzeichnet und in nicht
mißzuver=
behenden Worten angedeutet, was ihnen bevorſteht, wenn ſie es
wagen ſollten, die Maßnahmen der Regierung zu ſabotieren. Auch
der nicht angemeſſene Beſuch der Einwohnerſchaft zur Kundgebung
wurde ſcharf kritiſiert. Nach Dankesworten an den Redner ſchloß
Pa. Knauf mit einem dreifachen „Sieg Heil” auf den Führer
die Verſammlung.
Le. Groß=Umſtadt, 26. Juni. „Jeder Deutſche ein Schwimmer,
jeder Schwimmer ein Retter”. Unter dieſem Motto ſtand die
ab=
gelaufene Reichsſchwimmwoche; im hieſigen Schwimmbad herrſchte
während dieſer Zeit reges Leben. Als Abſchluß fand vorgeſtern
nachmittag durch den hieſigen Schwimmverein — ſämtlich
Mit=
glieder des Turnvereins — ein Schauſchwimmen mit Spielen ſtatt.
— Unter Begleitung einer Abteilung SA.=Leute und
Mannſchaf=
ten der Freiwilligen Sanitätskolonne rückten die Schwimmer mit
Muſik ins Schwimmbad ein. Herr Studienaſſeſſor Krauß hielt
eine kernige Begrüßungsanſprache und forderte eindringlich zum
Schwimmſport auf; es folgten nunmehr die nachſtehenden
Vor=
führungen: 50 Meter Bruſtſchwimmen in Linie, paarweiſes
Sta=
ſettenſchwimmen, Brettkopfſprung, 100 Meter Seitenſchwimmen,
Schwimmens ausgezogen werden mußten; alsdann folgte Bauch=
und Rückenſchwimmen mit Bewegung der Arme, aber ohne
Be=
nutzung der Beine und umgekehrt. Ein ſehr intereſſantes
Waſſer=
ball=Trainingsſpiel, welches mit 5:0 endigte, hat bei allen
Zu=
ſchauern große Freude ausgelöſt. Es erforderte für die
Spielmann=
ſchaft große Kräfteanſtrengung. — Turnbruder Wilhelm Heimer
dankte am Schluſſe allen Zuſchauern für ihr treues Aushalten,
beſonders aber der eifrigen Schwimmannſchaft, der SA. und der
Sanitätskolonne. Die Vorführungen ſtanden ſämtlich unter der
Leitung des Schwimmeiſters Gottfried Ackermann.
El. Eppertshauſen, 28. Juni. Im Alter von 91 Jahren iſt
der im Ruheſtand lebende Förſter Georg Waldmann, Veteran
von 1866 und 1870/71, geſtorben. Ebenfalls ein Altveteran iſt
mit dem älteſten Einwohner von Weiterſtadt, Adam
Krä=
mer, dahingegangen; auch er war 91 Jahre alt — In Dorlar
iſt der evangeliſche Pfarrer i. R. Hermann Schmidt im Alter
von 68 Jahren verſchieden. Er wird in Roßdorf bei Darmſtadt
beigeſetzt.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 177 — Seite 7.
Bergſträßer Sommernächke‟
Heppenheim ruft zur Eröffnung des größten
Sommer=
feſtes der Bergſtraße zu den „Bergſträßer Sommernächten”, die
am Samstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr, mit einem „Bunten
Volksabend” auf dem Graben eröffnet werden. Ein mächtiges
Fachwerkdorf iſt errichtet, in dem das Feſt einen glänzenden
Ver=
lauf nehmen wird. Heppenheim, deſſen Kirchweihe und Faſtnacht
in der ganzen Umgegend berühmt iſt, wird auch dieſem großen
Volksfeſt ſeine bekannte Gemütlichkeit verleihen. Ueberraſchungen
aller Art ſind vorgeſehen. Die „Bergſträßer Sommernächte” in
Heppenheim werden vom 30. Juni bis zum 8. Juli dauern. Aus
Anlaß der „Sommernächte” findet am Sonntag, nachmittags 4½
Uhr, eine Feſtvorſtellung des Freilichtſpiels „Um Stadt und Volk”
von Hans Holzamer auf dem hiſtoriſchen Marktplatz ſtatt.
Hep=
penheim erwartet gerüſtet ſeine Gäſte.
Dk. Waldmichelbach, 25. Juni. Im Rahmen des
Reichs=
jugendtags fanden am Samstag die Wettkämpfe der
Schul=
jugend ſtatt, an denen nahezu 200 Jugendliche teilnahmen. Die
Durchſchnittsleiſtungen waren bedeutend beſſer als in den
Vor=
jahren. In Anſprachen wurde auf die Bedeutung des Tages und
auf den Wert der körperlichen Ertüchtigung hingewieſen. — Am
Abend veranſtaltete die HJ. auf dem Weißkopf eine
Sonnenwend=
feier, an der außer den Sportformationen auch die Bevölkerung
ſich zahlreich beteiligte. Die Feier nahm einen eindrucksvollen
Verlauf.
Es geht um die Zukunft
unſeres Bolkes
Spendet für das Bilfswerk
Mutter und Bind
Cf. Birkenau, 26. Juni. Schwimmen. Als Abſchluß der
Reichsſchwimmwoche, hatte der Turnverein 1886 e. V. Birkenau
allen Beſuchern des Schwimmbades koſtenloſen Eintritt gewährt.
Am Sonntag nachmittag fanden näch vorherigem gemeinſamem
An=
marſch Schwimmwettkämpfe zwiſchen Schwimmern der
verſchie=
denen Formationen der NSDAP. und des Turnvereins ſtatt, die
das Jutereſſe an dieſem volksgeſundheitlich ſo wertvollen Sport
ſicher gefördert haben. — Sonnwendfeuer. Eine
eindrucks=
volle Sonnwendfeier veranſtaltete, am Samstag abend die HJ.
von Birkenau. Nach einem Marſch durch den Ort marſchierte die
HJ. nach eingebrochener Dunkelheit auf dem Tannenbuckel zur
Sonnwendfeier auf. Die Bevölkerung nahm regen Anteil an der
Feier, und in weitem Kreis war der Turnplatz auf dem
Tannen=
buckel gefüllt. Nach Anſprache eines Hitlerjungen wurde mit einem
Feuerſpruch der große Holzſtoß entzündet, Lieder und Sprechchöke
der HJ. umrahmten die Feier. In geſchloſſenem Marſch mit
bren=
nenden Fackeln marſchierte die HJ. dann wieder ab.
Ergiebig
Ahochwertigt
und bekömmlich
Weiten
VEREDELIE
HOLSTEINER
VOLLMILCH
in der rot-weißen Dose
e. Bad=Wimpfen, 27. Juni. Brand. In dem dicht
be=
wachſenen Gehölz der Hälde unterhalb der Kurgartenvilla brach
Feuer aus, das glücklicherweiſe rechtzeitig entdeckt wurde. Eine
ſofort alarmierte Abteilung der Freiwill. Feuerwehr war raſch
zur Stelle und konnte das Feuer, das ſich inzwiſchen auf eine
Fläche von über 60 Quadratmeter ausgedehnt hatte, in kurzer
Zeit löſchen.
Dp. Zwingenberg, 29. Juni. „Kampf gegen
Mies=
macher und Nörgler.” Ueber dieſes Thema ſprach vorgeſtern
Abend, nach einleitenden Worten des Ortsgruppenleiters Dickler,
der Pg. Bruckmann, Bad=Homburg, im vollbeſetzten Adlerſaale.
Der Redner verſtand es ausgezeichnet, das verwerfliche Tun der
ewig Unzufriedenen ins rechte Licht zu ſtellen. Zum Schluſſe gab
der Redner, ein abſtimmungsberechtigter Saarländer, von der
Stimmung in ſeiner Heimat Kenntnis und ließ ſeine trefflichen
Ausführungen in einem Treubekenntnis zu Deutſchland und zu
dem Führer ausklingen. Das Horſt=Weſſel=Lied beendete den
er=
hebenden Abend.
400-Jahr=Zeier der Einführung der Reformakion
in der Wekkerau in Bad=Nauheim.
EPH. Am vergangenen Sonntag ſtand Bad=Nauheim im
Zei=
chen ſeiner Reformationsfeier. Der Johannistag war der Tag,
an dem vom Johannisberg zuerſt durch Wilhelm Wipperfürth vor.
400 Jahren das Evangelium verkündigt wurde. In der hiſtoriſchen
Feſtpredigt am Vormittag ging Pfarrer Knodt auf die Geſchichte
der Johannisberg=Kirche näher ein. Sie wurde von den romfreien
iroſchottiſchen Miſſionaren längſt vor Bonifatius im Jahre 630
ge=
gründet. Von hier aus ging damals ſchon eine chriſtlich=
evange=
liſche Bewegung aus. Der Nachmittag ſah die aus allen Städten
und Dörfern der Wetterau herbeigekommenen Menſchen der
Dan=
keskirche zum Feſtgottesdienſt vereinigt. Zahlreiche Kirchenchöre
wirkten dabei mit. Pfarrer Schäfer=Bad=Nauheim predigte über
Hebr. 13 7, 8: Welche Bedeutung hat Jeſus heute und in der
Zu=
kunft. Anſchließend bewegte ſich ein Feſtzug, gebildet von der
Ju=
gend, den Vereinen mit ihren Fahnen, den Geiſtlichen, den
Be=
hörden und Ehrengäſten, den Vertretern der Schulen, den
Kur=
gäſten, den Frauen= und Männervereinen, den Gliedern der
evan=
geliſchen Gemeinde Bad=Nauheim und der ganzen Umgegend, nach
dem Johannisberg. Hier ſprachen der Propſt von Oberheſſen, Karl
Knodt, und Dekan Vogel Worte eindringlichen evangeliſchen
Be=
kenntniſſes. Mit dem gemeinſamen Choral „Erhalt uns Herr bei
deinem Wort” klang die Feier aus.
Bb. Auerbach. 25. Juni. Sonnenwendfeier. Bei
herr=
lichſtem Wetter feierten in der vergangenen Nacht beide
Gemein=
den, Bensheim und Auerbach, gemeinſam die Sonnenwende auf
dem Auerbacher Altarberg. Als Auftakt zur Feier und auf
beſon=
dere Veranlaſſung des Herrn Reichsſtatthalters und Gauleiters
Sprenger fand im Fürſtenlager zu Auerbach eine große
Sonder=
aufführung des Freilichtſpieles „Alle gegen Einen — Einer für
Alle” ſtatt, die ſich in einem erheblich erweiterten Ausmaß
ab=
ſpielte und in ihrer Auswirkung unvergleichlich hohen Eindruck
zeitigte, zumal ſie als Nachtvorſtellung vonſtatten ging. Unter be=
deutender Perſonalvermehrung und in Anwendung von
Hunder=
ten von Fackeln und zahlreicher Scheinwerfer rollten die Bilder
des Spieles in ihrer packenden Wirkung vor der
mehrtauſend=
köpfigen Zuſchauermenge ab. Herr Reichsſtatthalter Gauleiter
Sprenger wohnte der Vorſtellung bei und wurde bei ſeinem
Erſcheinen mit brauſendem „Sieg=Heil begrüßt. Infolge der
Ueber=
füllung konnten ſpäter kommende Beſucher kaum noch einen Platz
erhalten. Nach Schluß der Vorſtellung, die mit „Sieg=Heil” und
dem Geſang je einer Strophe des Deutſchland= und des Horſt=
Weſſel=Liedes beendet war, wurde der Weg zum Altarberg zur
Sonnenwendfeier angetreten. Eine tadellos wirkende
Organiſa=
tion hatte für richtige Fackelbeleuchtung der zum Altarberg
füh=
renden Waldwege Sorge getragen. Auf der Wieſe unterhalb des
Altarhäuschens, die von Hunderten von Fackeln phantaſtiſch
be=
leuchtet wurde, flammte alsbald in der erſten Morgenſtunde des
Sonntags, altem germaniſchen Brauche entſprechend, ein mächtiges
Johannisfeuer auf und, von der Hitlerjugend geſprochen, hob ein
weithin ſchallender Sprechchor an, dem das Lied der Hitlerjugend
„Die Fahne flattert uns voran” folgte. Bannführer Dillemuth=
Auerbach wendete ſich in klaren Worten an die Hitlerjugend und
der Ortsgruppenleiter der NSDAP., Pg. Dr. Leib=Auerbach,
brachte in einer eindrucksvollen Rede Sinn und Geſtaltung der
urgermaniſchen nächtlichen Feierſtunde zum Ausdruck. Hoch auf in
den nächtlichen Himmel loderten die Flammen und hob ſich ein
Meer von Funken aus der kniſternden Glut. Der Muſikzug des
Arbeitsdienſtlagers Bensheim, der ſchon vorher den Beginn der
Feier muſikaliſch umrahmt hatte, intonierte ſodann nach dem
ge=
waltig in die Nacht auf den Reichspräſidenten und den Führer
hinausſchallenden „Sieg=Heil” das Niederländiſche Dankgebet,
wor=
auf mit dem Geſang des Deutſchland= und des Horſt=Weſſel=Liedes
die einzigſchöne Feier beendet wurde. Der Abſtieg vollzog ſich in
beſter Ordnung.
Bb. Bensheim, 27. Juni. Kriegsbeſchädigtenfahrt.
Am Sonntag trafen hier vom Bezirk Ludwigshafen a. Rh. nach
einer herrlichen Fahrt durch das Neckartal und den ſüdlichen
Odenwald, über Lindenfels kommend, in 273 Privatautomobilen,
nahezu tauſend Kriegsbeſchädigte ein. Vom Zug 32 der NSKK.
Bensheim waren ihnen 2 Abgeſandte bis Schönberg entgegen
ge=
fahren. Im Hotzel „Deutſches Haus” wurde die Mittagsmahlzeit
eingenommen. Beigeordneter Stoll begrüßte die hier herzlichſt
auf=
genommenen Gäſte im Namen der Stadt und ihrer Verwaltung.
Von der NSKO. war der Bezirksobmann Pg. Wagner=Darmſtadt
erſchienen, der ſeinerſeits die Ludwigshafener Kameraden
be=
grüßte.
Em Heppenheim a. d. B., 27. Juni. Der Tag der
Deut=
ſchen Jugend brachte am Vormittag nach einer Anſprache des
Unterbannführers Schmitt Wettkämpfe der Volksſchule auf dem
Sportplatz am Galgen und der Oberrealſchule im Schulhof und auf
dem Graben. Abends fand ein gemeinſamer Marſch auf die
Starkenburg ſtatt, wo das Sonnenwendfeuer entflammt wurde
und Kreisleiter Dr. Hildebrandt eine eindrucksvolle Rede hielt.
Der Toten des Weltkrieges und der NSDAP. gedachte
Unter=
bannführer Schmitt. — Bergſträßer Feſtſpiele.
Wäh=
rend der Beſuch der Nachmittagsvorſtellung des Freilichtſpiels
„Um Stadt und Volk” von Hans Holzamer unter der großen Hitze
etwas litt, hatte die Abendvorſtellung einen Maſſenbeſuch
aufzu=
weiſen. Die Aufführungen ſtanden auf der gleichen hohen Stufe
wie die vorangegangenen und entfeſſelten am Schluſſe wiederum
Stürme der Begeiſterung. — Einederälteſten
Heppen=
heimerinnen geſtorben. Frau Eva Friedrich, geb.
Wohl=
fahrt, Witwe des Metzgermeiſters Friedrich, verſchied am
Sonn=
tag im 90. Lebensjahr. — IIm benachbarten Kirſchhauſen
wurde das Kirchweihfeſt, das dieſes Jahr eine Woche vorverlegt
worden war, bei ſchönſtem Wetter, aber nur mäßigem Beſuch
gefeiert.
Bm. Hofheim (Ried), 25. Juni. Reichsjugendtag. Mit
Schneid und heller Begeiſterung wurden am Samstag von den
drei oberen Volksſchulklaſſen die Wettkämpfe ausgetragen.
Hin=
ſichtlich der kurzen Uebungszeit ſind die Ergebniſſe gut. — Auch
hieſige Schüler der Wormſer Schulen waren dort erfolgreich. So
wurde z. B. Richard Stix, Gymnaſiumsſchüler, mit 74 Punkten
1. Sieger und weitaus beſter Kämpfer des Tages.
Ex. Nordheim, 28. Juni. Uebergabe des
Pumpwer=
kes. Am Dienstag wurde das Nordheimer Pumpwerk (
Aus=
ſchleuſe) durch das Kulturbauamt Darmſtadt der Gemeinde
be=
triebsfertig übergeben. — Renovierungsarbeiten. Die
hier ausgeführten Pflaſterarbeiten und Generalreparaturen an
der Kirche ſind nunmehr beendet, und wurden die
Vorberei=
tungsarbeiten zur Errichtung des Gefallenen=Ehrenmals, das vor
der Kirche errichtet wird, bereits aufgenommen. Die Einweihung
findet dann am 19. Auguſt d. Is. ſtatt.
Ex. Biebesheim, 26. Juni. Ausdem Gemeinderat. In
der letzten öffentlichen Gemeinderatsſitzung wurde die
Kohlen=
lieferung der Gemeinde den hieſigen Kohlenhändlern übertragen.
— Für die freigewordene Siedlerſtelle hatten ſich 7 Bewerber
ge=
meldet, von denen jedoch nur 2 in Frage kamen.
Neu=Iſenburg, 28. Juni Staatsminiſter Jung in
Neu=Iſenburg. Anläßlich des Franz=Völker=Konzertes, das
wegen der 100jährigen Wiederkehr des Gründungstages des
Ge=
ſangvereins Frohſinn in Neu=Iſenburg ſtattfand ſtattete
Staats=
miniſter Jung der Stadt Neu=Iſenburg einen Beſuch ab. Das
hundertjährige Jubiläum des Geſangvereins Frohſinn nimmt
ſei=
nen Fortgang am Samstag, Sonntag und Montag mit einem
großen Geſangswettſtreit und einem allgemeinen Volksfeſt. Neu=
Iſenburg erwartet zu dieſen Tagen Gäſte aus der geſamten
engeren Heimat.
werden Sie den Werf des für alle SHELL. Kunden eingerichteten SHELL.
Reise-
dienstes erst richtig erkennen. Uber 185 Tourenvorschläge für Tages- und
Wochen-
endfahrten, über 85 Stadtkarten für alle bedeutenden deutschen Städte und
Straßenkarten für alle deutschen Landesteile geben Ihnen jede gewünschte Auskunft.
D
DER VOLLKOMMENE KUNDENDIER
REISE
DiERSt
Dle Ausgabe
der Karten
erfolgt an
den
Tank-
stellen, die
durch ein
SHELL-
Reise-
dienstplokat
kenntlich
ge-
macht sind.
Der Führer beſichtigte die Bauarbeiten an der Deutſchen Alpenſtraße,
die von Lindau nach Berchtesgaden führen wird. — Links vorn: Der Adjutant Adolf Hitlers,
Gruppenführer Brückner.
Das brennende Schloß Bledau,
das bei Cranz in Oſtpreußen liegt. Durch das Feuer wurde das Obergeſchoß und der Dachſtuhl des
Schloſſes, das dem früheren Oberpräſidenten von Oſtpreußen, von Batocki, gehört und von dieſem an
das Königsberger „Krankenhaus der Barmherzigkeit” als Erholungsheim für Diakoniſſen verpachtet
iſt, vernichtet.
Reich und Ausland. der Schauplah der Verkündung der kommenden Skeuerreform
Sperrung der Mainſchiffahrt.
Frankfurt a. M. Das Preußiſche
Waſſer=
bauamt Frankfurt a. M. teilt amtlich mit, daß
anläßlich der am Sonntag, den 1. Juli d. J.
ſtattfindenden Kanu=Regatta der Gemeinſchaft
Groß=Frankfurter Kanu=Vereine die Mainſtrecke
von dem Bootshaus Wirth und Maul bis zur
Wilhelmsbrücke, in der Zeit von 14.30 bis 18.30
Uhr, für die Durchfahrt mit Kleinfahrzeugen und
Flößen geſperrt iſt. Die Großſchiffahrt hat auf
die Veranſtaltung gebührend Rückſicht zu nehmen.
„Graf Zeppelin” nach Buenos Aires geſtartet.
Hamburg. Wie die Deutſche Seewarte
mit=
teilt, iſt das Luftſchiff „Graf Zeppelin” am
Mitt=
woch nach Buenos Aires geſtartet. Um 3.30 Uhr
M. E. 3. befand ſich das Luftſchiff über der
Mün=
dung des Rio de San Francisco, 330 Kilometer
vom Ausgangshafen entfernt.
Leo von Zumbuſch 60 Jahre alte.
München. Der bekannte Dermatologe Leo
v. Zumbuſch beging ſeinen 60. Geburtstag. Geh.=
Rat v. Zumbuſch iſt in Wien geboren und wurde
im Jahre 1913 an die Univerſität München
beru=
fen, wo er mehrmals das Amt eines Rektors
Magnificus bekleidete. Der Neubau der
Derma=
tologiſchen Klinik in München, die zu den beſten
und modernſten ihrer Art in Deutſchland zählt,
iſt weitgehend von den Gelehrten beeinflußt
worden. Leo von Zumbuſch zählt zu den
bedeu=
tendſten Vertretern ſeines Faches in der Welt.
Ein Kind beim Beſteigen eines Schornſteines
abgeſtürzt.
Kaſſel. Ein zehnjähriger Junge wollte
tern. Als er ſich in etwa 7 Meter Höhe befand,
lockerte ſich eines der Steigeiſen, das erſt wenige
Stunden vorher angebracht war, und der Junge
ſtürzte ab. Er erlitt ſo ſchwere Verletzungen, daß
er kurz nach ſeiner Einlieferung in das
Kranken=
haus ſtarb.
Das Urteil im Lahuſen=Nordwolle=Prozeß
beſtätigt.
Leipzig. Das Reichsgericht verwarf am
Donnerstag antragsgemäß die von G. Karl
La=
huſen und Heinz Lahuſen gegen das Urteil des
Landgerichts Bremen vom 29. Dezember 1933
ein=
gelegte Reviſion mit einer für die Strafhöhe
be=
langloſen Maßgabe als unbegründet. Damit ſind
rechtskräftig verurteilt der Angeklagte Karl
La=
huſen wegen Konkursvergehens und
handelsrecht=
licher Untreue zu 5 Jahren Gefängnis und
50 000 RM. Geldſtrafe, ſowie ſein Bruder Heinz
Lahuſen zu 2 Jahren 9 Monaten Gefängnis und
20 000 RM. Geldſtrafe.
Der holländiſche Innenminiſter hat dem
Parlament einen Geſetzentwurf vorgelegt, wonach
die mittlere Ortszeit von Greenwich die geſetzliche
Zeit für Holland bilden ſoll. Zurzeit hat
Hol=
land ſeine eigene Zeit, die natürlich von der der
es umgebenden Länder abweicht. Seit langer
Zeit wünſchten Wiſſenſchaft und Handel
gemein=
ſchaftlich, daß Holland auf dieſen Partikularismus
verzichten ſolle. Die Regierung erachtet außerdem
die Annahme der Zeit von Greenwich für die
Be=
dürfniſſe der Luftſchiffahrt, des Rundfunks und
für den internationalen Austauſch
wiſſenſchaft=
licher Beobachtungen beſonders erwünſcht.
Die Vollſitzung der Akademie für Deutſches Recht in der Aula der Münchener Univerſität,
einen Schornſtein mittels der Steigeiſen, erklet= die anläßlich des einjährigen Beſtehens der Akademie veranſtaltet wurde. Dieſen Anlaß benutzte
Staatsſekretär Reinhardt vom Reichsfinanzminiſterium zur Bekanntgabe der großen
nationalſozia=
liſtiſchen Steuerreform, die ſich in Vorbereitung befindet und größtenteils bereits im Herbſt Geſetz
werden wird.
Ein neuer Pizepräſidenk des Aero=Clubs
Wolfgang von Gronau,
rühmlichſt bekannt durch ſeine über Grönland
aus=
den Vizepräſidenten des Aero=Clubs von
Deutſch=
land ernannt.
Großfeuer in Eſſen.
Eſſen. In der Bottroper Straße brach in der
Zeit eine Ausdehnung von etwa 1500
Quadrat=
meter annahm und bis zum Donnerstag mittag
Feuer war dadurch entſtanden, daß man in dem
Papierſortierungslager des Vereins zur Fürſorge
für Erwerbsbehinderte in gewohnter Weiſe das
den, der durch Verſicherung gedeckt iſt, wird nach den
erſten Schätzungen auf 30 000 bis 40 000 RM.
ver=
anſchlagt. Dank der aufopfernden Tätigkeit der
Feuerwehren blieben die naheliegenden Baracken
unverſehrt.
Das Urteil gegen die Poſträuber von Schlüchtern,
6½ und 5 Jahre Zuchthaus.
Hanau a. M. In der in den ſpäten
Abend=
ſtunden zu Ende gegangenen Strafverhandlung
der Großen Strafkammer Hanau gegen die
bei=
wegen gemeinſchaftlichen ſchweren Raubes
er=
kannte das Gericht gegen Erber auf 6 Jahre
6 Monate Zuchthaus, gegen Schmitt auf 5 Jahre
Zuchthaus und gegen beide Angeklagte auf
Aber=
kennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf die
Dauer von 10 Jahren. Der Staatsanwalt hatte
gegen Erber 8 Jahre und gegen Schmitt 6 Jahre
Zuchthaus beantragt. — Am 1 Februar 1930
er=
folgte auf der Landſtraße bei Hutten (Kreis
Schlüchtern) ein Ueberfall auf einen
Reichspoſt=
kraftwagen. Der Ueberfall erfolgte durch
mas=
kierte Räuber, die mit Schußwaffen verſehen
waren und einen Baumſtamm als Hindernis über
die Straße gelegt hatten. Die Beute betrug etwa
8000 RM. in bar und 50 RM. in Briefmarken.
Die Ermittlungen nach den Tätern waren
zu=
nächſt erfolglos geblieben, bis im Herbſt vorigen
Jahres eine Spur auftauchte, die auf den Kreis
der Täter hinwies, ſo daß nunmehr gegen den Venedig. Beim Transport nicht zu ver=
/40jährigen Karl Erber und den 41jährigen
Jo=
geführten Ozeanflüge, wurde zum geſchäftsführen= hann Schmitt aus Hanau als Täter verhandelt
h=werden konnte. Der Haupttäter, Willi Kropp aus
Hanau, iſt inzwiſchen geſtorben.
* Geſundes Trinkwaſſer.
Nacht zum Donnerstag Feuer aus, das in kurzer und Grundwaſſer, durch natürliche und induſtrielle eine Pulverfabrik in die Luft. Dabei ſind zaht=
Abwäſſer macht es notwendig, daß Trinkwaſſer aus
noch nicht völlig gelöſcht werden konnte. Das die Waſſererfaſſung in landwirtſchaftliche Gegen= ten, daß die Zahl der Opfer noch größer iſt,
Ein=
den oder in ein Gebirge zu verlegen. Ein
Bei=
ſpiel hierfür iſt die Trinkwaſſerverſorgung der zelheiten bleiben abzuwarten.
Stadt Bremen. Sie war ſo ungünſtig, daß man ſich
unverwertbare Altpapier verbrannte. Der Scha= entſchloſſen hat, im Harz ein großes Waſſerwerk
anzulegen, das nach ſeiner Fertigſtellung nicht nur
dieſe weit entfernt liegende Stadt, ſondern auch
verſchiedene andere Städte und Dörfer, die durch
ihre Lage zwiſchen Heide und Moor ungünſtig zur
Waſſerbeſchaffung gelegen ſind, mit Waſſer
ver=
ſorgen kann. Das Harzwaſſer ſoll von ganz
be=
ſonderer Güte ſein, weil es eine geringe Härte
beſitzt. Vor dem Gebrauch wird es in großen
Filteranlagen gereinigt und von ſeiner
Kohlen=
ſäure befreit, die unter Umſtänden aus den
Rohr=
leitungen ſchädliche Beſtandteile löſen könnte.
So=
mit wird das neue Harzwaſſerwerk zur modernſten
den Angeklagten Karl Erber und Johann Schmitt und großzügigſten Einrichtung dieſer Art in
Europa werden.
Zugzuſammenſtoß auf dem Bahnhof Schönebeck.
Halle. Am Mittwoch, gegen 23 Uhr, fuhr
der Eilgüterzug 5196, von Halle nach Magdeburg,
dem aus der Gegenrichtung einfahrenden
Eil=
güterzug 5287 auf dem Bahnhof Schönebeck in die
Flanke. Beide Lokomotiven und vier Wagen des
Zuges 5287 entgleiſten. Der Packwagen und drei
Güterwagen fielen um. Ein mit Vieh beladener
Wagen wurde zertrümmert. Zugführer Rau und
Zugſchaffner März, beide in Halle wohnhaft,
wur=
den leicht verletzt. Die Unterſuchung iſt
ein=
geleitet.
Eine Granate beim Transport explodiert.
Vier Tote, drei Schwerverletzte.
wendender Geſchoſſe, die für induſtrielle Zwecke
gebraucht werden, explodierte am Donnerstag in
Porto di Marghera eine Granate. Vier Arbeiter
wurden getötet, drei ſchwer verletzt.
Kindtaufe im belgiſchen Königshaus.
Brüſſel. Unter großen Feierlichkeiten, an
denen ſich die ganze Bevölkerung beteiligte, wurde
geſtern das dritte Kind des Königspaares, Prinz
Albert von Lüttich, getauft.
Zum Ozeanflug geſtartet.
New York. Die polniſch=amerikaniſchen
Brüder Joe und Ben Adamowitz, die ſchon
mehr=
fach verſucht haben, den Ozean im Flugzeug zu
überqueren, ſind am Donnerstag morgen erneut
nach Harbour Grace (Neufundland) geſtartet, um
von dort ohne Aufenthalt nach Warſchau zu
flie=
gen. Sie werden bis Harbour Grace von dem
Flieger Holger Höiriis begleitet, der im Jahre
1931 auf ſeinem Fluge nach Kopenhagen
denſel=
ben rot=weiß=blauen Eindecker benutzte, mit dem
die Brüder Adamowitz jetzt ihren Flug
angetre=
ten haben.
Schweres Exploſionsunglück
in einer amerikaniſchen Sprengſtoffabrik.
Waſhington. In Olympia, im Staate
Waſhington, ereignete ſich ein ſchweres
Explo=
ſionsunglück in einer Sprengſtoffabrik. Elf
Per=
ſonen wurden getötet, darunter eine Frau und
ein Kind; zahlreiche Perſonen erlitten mehr oder
weniger erhebliche Verletzungen. Fünf Verletzte
mußten in das Krankenhaus übergeführt werden.
Pulverfabrik fliegt in die Luft.
Seattle. In dem etwa 50 Meilen von
Die ſtarke Verunreinigung von Bächen, Flüſſen Seattle entfernten Ort Olympia, im Staate
Waſhington, flog aus bisher unbekannter Urſache
reiche Menſchen ums Leben gekommen. Bisher
immer größeren Entfernungen heranzuholen und wurden elf Leichen geborgen, doch iſt zu befürch=
Frau Karoline Biörſon f.
Die Witwe des norwegiſchen Dichters,
die jetzt, im Alter von 99 Jahren, ihrem Gatten
in den Tod folgte. Sie lebte auf dem Gut
Aule=
ſtad, bei Lillehammer, wo Björnſon eine Reihe
ſeiner Werke geſchaffen hat. Das norwegiſche Volk
brachte der „ungekrönten Königin Norwegens”
außerordentliche Verehrung entgegen, die nicht
nur der Witwe des Nationaldichters ſondern
ebenſo ihrer würdevollen und ehrfurchtheiſchenden
Perſönlichkeit galt.
Freitag, 29. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 177 — Seite 9
Hamburgs Landespolizei
die Tradi
Der Marſch der Hamburger Alten Garde nach
Zu dem Feſtakt waren die Angehörigen der ehemaligen Schutztruppe aufmarſchiert, deren Front
durch Reichsſtatthalter Kauffmann (ganz rechts) und Polizeigeneral Daluege (Zweiter von links)
abgeſchritten wurde.
Die alten Kämpfer der Hamburger SA. auf dem Marſch von ihrer Heimat nach Berlin,
„wo ſie am 29. Juni ihren Einzug durch das Brandenburger Tor halten werden.
Enn Bohſenendrsasſtag in die Sante.
Waſſerverhälkniſſe in Deutſchland und in der Wüſte Aegypkens. — Die Kunſk, den Durſt richkig zu behandeln.
Durſt!
Von Kaſimir Edſchmid.
Als ich in Kairo war, um die Geſchichte des alten
Aegyp=
tens zu ſtudieren, rief mich eines Abends ein in Kairo anſäſſiger
deutſcher Arzt an.
„Wollen Sie drei Tage mit in die Wüſte fahren?”
„Jawohl”, ſagte ich, aber warum?”
„Um friſche Luft zu atmen” lachte der andere. „Nehmen
Sie einen Schlafanzug mit, das genügt.”
Ich wohnte in einem kleinen Haus am Fuß der Pyramiden,
eine halbe Stunde von Kairo entfernt, genau an der Grenze
der Wüſte. Es war im Monat Juni, wo die Hitze Aegypten
überflutet, wo viele Europäer um fünf Uhr morgens ſchon auf
ſind weil der Tag ſo heiß iſt, daß die Hitze zum Arbeiten faſt
unfähig macht, wo weiterhin viele Europäer, um geiſtig
arbei=
ſen zu können, ſich ſtundenlang in ein kühlendes Bad ſetzen, und
wo jedermann ſehnſüchtig den Abend erwartet, der um ſechs
Uhr beginnt, um wieder aufzuatmen und richtig leben zu
kön=
nen. Unter dieſen Umſtänden erſchien es mir ein wenig
ver=
rückt, in die von greller Sonne beſchienene Wüſte
hinauszu=
fahren. Aber, da deutſche Männer, die im Ausland leben,
ge=
wöhnlich klug und beſonders erfahren und zuverläſſig ſind,
juhr ich aus Intereſſe mit.
„Was iſt denn das?” fragte ich, als der Arzt mit einem
Freund am nächſten Nachmittag in einem alten kleinen deutſchen
Wagen angerollt kam — und deutete auf vier Rieſenkaſten, die
auf den Trittbrettern des Autos angeſchnallt waren.
„Das iſt für den Durſt” ſagte der Doktor Block, „ſteigen
Sie ein! Dies hier iſt mein Freund Kurz. Und da vorn in dem
anderen Wagen ſitzt Herr Plyggers aus Amſterdam mit ſeinen
zwei Söhnen.”
Wir fuhren etwa drei Stunden auf der alten
Karawanen=
ſtraße nach dem roten Meer und bogen dann plötzlich, als es
ſchon dunkel war, in die Wüſte ein. Mit Scheinwerfern quer
durch die Wüſte zu fahren, hat einen beſonderen Reiz. Die
Strahlenbündel ſcheinen bis in die Unendlichkeit zu langen. Die
Wüſte ſelbſt iſt an den meiſten Stellen nicht ſandig, ſondern
liſt ein feſter, flacher Boden, faſt wie ein Parkett, und man
lann ſtundenlang darin ohne Weg und Markierung ſo raſch
fahren wie auf einer gut gemachten Straße.
Schließlich hielten wir und ſchlugen die zwei Zelte auf, die
wir bei uns hatten, ein Feuer wurde angeſteckt und ein Haſe
gebraten, den Kurz unterwegs geſchoſſen hatte, als er im
Licht=
lreis des Scheinwerfers herumſprang. Und dann wurden die
großen Käſten, die auf den Trittbrettern des Autos angeſchnallt
waren, aufgemacht. Sie waren aus Blech und mit dicken
Fils=
hüllen umgeben — und darin befanden ſich Dutzende von
Waſſerflaſchen und auch einige Flaſchen Wein. Und um die
Flaſchen herum war kleingeſchlagenes Eis gehäuft.
„Was richtig Durſt heißt, werden Sie erſt morgen ſehen”
ſagte Block, als er eine Flaſche entkorkte. „Hier iſt es ja jetzt
hübſch kühl geworden. In Kairo iſt es um dieſe Stunde nicht
zum Aushalten.”
Er hatte recht. Seltſamerweiſe kühlt die Wüſte, auf der am
Tage die Sonne glüht, abends ab, während die Sjädte die
Sonnenglut des Tages mit verdoppelter Kraft in die Nacht
ausſtrahlen. Die Wüſte hat in der Nacht aber eine Luft, wie ſie
bei uns im Gebirge iſt. Deshalb fahren viele Einwohner von
Kairo in der heißeſten Zeit nachts mit ihren Autos ein Stück in
die Wüſte hinein, ſchlagen ihr kleines Feldbett auf, machen ein
lleines Zelt darüber auf und ſchlafen erfriſcht und herrlich,
während in der Stickluft der Stadt kaum zu atmen iſt.
So bequem, wie wir gedacht hatten, ſollten wir freilich nicht
zu einem Nachtlager kommen, denn wir hatten in der Nähe
eines der uralten Wachttürme haltgemacht, und, durch das Feuer
angelockt, kamen plötzlich Schlangen angekrochen, die in dem
Turm ihr Lager hatten; und wir mußten noch eine halbe Stunde
in Wüſte hineinfahren, um einen ruhigen Platz zum Schlafen
zu finden.
Am nächſten Morgen fuhren wir, wie mir ſchien, planlos in
der Wüſte herum. Bald aber merkte ich, daß es, wenn auch
ſchwach erkenntlich, überall Spuren gab, Spuren von Tieren
und Spuren von Rädern. An manchen Stellen ſah die Wüſte
ſo aus, wie im Winter eine Schneefläche ausſieht, in welcher ſich
hin und wieder die Spuren von Skiläufern befinden, die
be=
ſtimmte Tourenſtrecken gelaufen ſind. So ähnlich war es auch
hier. Es gab keine Wege in der Wüſte, aber es gab gewiſſe
Zielpunkte, Oaſen und Brunnen, nach denen hin die meiſten,
halb verwiſchten Spuren zogen. Manchmal verließen wir
frei=
lich die Spuren und ſuchten in der unbegrenzten Weite der
Wüſte mit den Ferngläſern nach Antilopen. Mittags ſchlugen
wir ein Sonnenſegel auf. Es beſtand aus vier Latten, über
denen ein weißes Leinwandſtück ausgeſpannt hing. Darunter
verbrachten wir die Zeit der ärgſten Hitze. Die Hitze war ſo
fürchterlich, daß der Sand wie Feuer brannte. An dieſem Morgen
habe ich den ſchlimmſten Durſt meines Lebens ausgeſtanden.
Alles, was ich als Junge in den Büchern geleſen hatte, wo
ge=
ſchildert iſt, wie die Karawanen vor Durſ, halb wahnſinnig
werden und wie die Menſchen verzweifelt herumirren, kam mir
ins Bewußtſein. Das Furchtbare aber war, daß jetzt, wo die
Trinkkaſten aufgemacht wurden, und Waſſer verteilt wurde, alles,
was ich trank, mir den Durſt nicht ſtillte. Es war genau ſo,
als ob die Flüſſigkeit in dem Augenblick, wo man ſie eintrank
auch ſchon durch die Poren der Haut wieder unſichtbar
ver=
dunſtete.
Kurz lachte: „Ich habe geſehen”, ſagte er, „daß Leute
zwanzig Flaſchen Waſſer hintereinander tranken und daß ſie
doch niemals ihren Durſt verloren. Die ewige
Wüſtentrocken=
heit ſaugt alle Feuchtigkeit auf. Sie müſſen wenig trinken und
das Waſſer erſt lange am Gaumen laſſen. Wenn Sie es, kalt,
wie es iſt, in den heißen Magen hinunterſchütten, werden Sie
ſich den Magen ruinieren und — nur noch mehr Durſt empfinden.
Langſam, mein Herr! Sie werden es auch noch lernen. Ihre
Geſundheit!”
„Ihre Geſundheit!” ſagte ich lachend. „Bis heute habe ich
nicht gewußt, was überhaupt Durſt iſt.”
„Jawohl”, meinte der Arzt, „wie gut haben es die Leute
zu Hauſe in Deutſchland! Wenn ſie dort Durſt haben, iſt das
nicht eine Qual, wie wir ſie immer haben, ſondern es iſt ein
angenehmes Gefühl. Herrgott, wenn ich denke, wie wir in
Heidelberg gekneipt haben und an den Neckar gefahren ſind, um
Wein zu trinken . . . was war das ein Spaß!”
„Na”, meinte Kurz, „ich habe auch zu Hauſe ſchon Durſt
gehabt. Beim Bergſteigen kann es einem koloſſal heiß werden,
und es dauert ſtundenlang, bis man einen Brunnen oder eine
Quelle findet.”
„Aber das iſt doch gar nichts”, erwiderte der Arzt, „dann
finden Sie eben Ihre Quelle. In Deutſchland gibt es überall
Quellen. Und wenn Sie ſie finden, dann können Sie ſogar
beruhigt davon trinken, während hier doch jedes Waſſer, das
Sie finden verdächtig und meiſt ungeſund iſt. Trinken Sie zwei
Schluck Nilwaſſer, und Sie ſind ein toter Mann Und die
Waſſerleitungen in den Städten . . . Die Leute in Deutſchland
wiſſen gar nicht”, fügte er wehmütig hinzu, „wie gut ſie es
haben. Sie können alles trinken, ſie können ungeſchältes Obſt
eſſen, ſie können Salat eſſen — während im ganzen Orient alles
das ſchon der halbe Tod iſt.”
Die Holländer hatten ihr Sonnenſegel einen halben
Kilo=
meter von unſerem auf einem kleinen Hügel aufgeſpannt, wo
ſie ebenfalls etwas Wind hatten. Es war ſo heiß, daß wir in
einen Halbſchlaf verfielen.
Ich mußte an Deutſchland denken, wo die Hitze ſo ſelten
iſt und wo das Waſſer ſo gut iſt und wo es ſo leicht zu leben
iſt im Verhältnis zu den unendlichen Gefahren, in denen die
Bewohner der meiſten anderen Länder und Kontinente immer
ſchweben. Ich dachte an den Sommer in Deutſchland, wenn
wirklich einmal die Hitzwelle darübergeht, an die Bahnen, die
dann durch die Erntefelder laufen voll hemsärmeliger Menſchen.
die ſich bei der Ankunft auf den Bahnhöfen auf die
Waſſer=
leitungen ſtürzen. Ich dachte an die Kühe, wenn ſie brüllend
vor Durſt zu ihren Brunnen laufen, ich dachte an die Pferde,
wenn ſie in den Städten lechzend aus ihren Eimern trinken,
ich dachte an die Wanderer, wenn ſie ſich auf den Trunk im
nächſten Rheindorf, in der nächſten Schwarzwaldhütte freuen...
was war doch das für ein angenehmes, herliches Gefühl, durſtig
zu ſein! Alles war voll Reife, voll Segnung, voll Sehnſucht in
der Landſchaft — und niemand kam auf das Gefühl, daß Durſt
etwas Hölliſches, etwas Quälendes, etwas Lebenbedrohendes
ſein könne.
Vor lauter Hitze ſchlief ich ein und wurde erſt wach, als
die Holländer losfuhren. Eine Viertelſtunde ſpäter fuhren auch ſande verſchütteten Ueberreſte der vor 9000 Jahren erbauten
Reſi=
wir los, ſuchten wieder nach Antilopen, ohne ſie zu finden,
und machten abends wieder ein Zeltlager wie am Tage vorher
und freuten uns an der Kühle, die, genau wie in den Bergen,
um unſer Lagerfeuer herum aufſtieg.
Wir ſchliefen, als ob wir in einer Landſchaft ſeien, in der
die Bäche murmelten und die Brunnen die ganze Nacht
hin=
mit trockener Zunge, mit ausgedörrtem Gaumen und einem
entſetzlichen Durſtgefühl.
An dieſem Morgen entdeckten wir auf zehn Kilometer
Ent=
fernung Antilopen und machten Jagd auf ſie, nicht um ſie zu
ſchießen, ſondern um ſie einzuholen und aus der Nähe zu
bewundern.
Antilope kann mit einer Stundengeſchwindigkeit von etwa ſechzig
Kilometer laufen, ein Auto fährt in der Wüſte etwa achtzig.
die Tiere aus dem Wagen heraus zu ſchießen, wäre wenig
weidmänniſch geweſen.
Das holländiſche Auto war einem anderen Trupp Antilopen
nachgefahren und uns abhanden gekommen.
Trotzdem hatte ich ſtundenlang das Gefühl, daß mein Begleiter
in der unendlichen Wüſte nicht wußte, wo er fuhr. Er kam
aber ſchließlich doch auf eine Strecke, wo Spuren waren. Ich
glaube, er fuhr mit jenem unbekannten Sinn, dem folgend auch dings widerſpricht dem eine alte Ueberlieferung, nach der die
die grabiſchen Karawanenführer ihr Ziel finden. Den Mittag Königin von Saba als eine Vorfahrin der Negus von Aethiopien
über raſteten wir wieder unter dem Zelt und tranken das letzte anzuſehen ſei.
Waſſer.
für einen kurzen Augenblick nach dem Trinken Linderung des
Gedenkſtein für den Reformakor Pommerns.
Ein Gedenkſtein für Johannes Buggenhagen,
den Vorkämpfer der Lutherlehre in Pommern, wurde in der Stadt
Treptow a. d. Rega errichtet. Hier hatte im Jahre 1534 der
Pommerſche Landtag die Zulaſſung der Lehre Luthers beſchloſſen
und damit die Rechtsbaſis für die Evangeliſche Kirche in Pommern
geſchaffen.
glücklich, als wir endlich auf zwanzig Kilometer Entfernung die
Spitzen der Pyramiden aus der Wüſte auftauchen ſahen.
„Was wäre wohl geſchehen, wenn wir uns verirrt hätten,
Doktor?” fragte ich den Arzt.
„Dann wären morgen Flieger aufgeſtiegen”, ſagte er ruhig,
„und das ägyptiſche Kamelreiterkorps hätte ſich in Bewegung
gefetzt. Die hätten uns wahrſcheinlich gefunden; aber dieſe
Ret=
tungsexpedition hätte uns ſehr viel Geld gekoſtet.”
„Vielleicht wären wir auch verdurſtet geweſen, ſagte ich.
„Ausgeſchloſſen”, meinte Kurz lachend, „ſo raſch geht das
nicht.”
Ich ſah ihn etwas bitter an, denn ich hatte Magenſchmerzen.
Durch das viele kalte Waſſer hatte ich mir den Magen ſchwer
erkältet und hatte Monate damit zu tun, ihn wieder in
Ord=
nung zu bringen. Erſt ſpäter, als ich viel in heißen Gegenden
war, lernte ich, den Durſt richtig zu behandeln: nicht kalt und
nicht viel zu trinken. Aber der Wochenend=Ausflug in die
Wüſte ſteht als eines der bitterſten und lehrreichſten Erlebniſſe
in meiner Erinnerung.
Die Reſidenz der Königin von Saba enkdeck?
(a. d.) Rom. Kürzlich hat, mit dem Flugzeug von Paläſtina
kommend, eine Reiſegeſellſchaft die Ewige Stadt berührt, die beim
Ueberfliegen der meſopotamiſchen Tiefebene eine überraſchende
Entdeckung gemacht haben will: Sie behauptet, die vom
Wüſten=
denz der Königin von Saba geſehen zu haben!
Inmitten einer Wüſtengegend, in die wohl bisher kaum ein
Europäer ſeinen Fuß geſetzt hat, wollen die Flieger im Scheine
eines feurigen Sonnenunterganges die Ueberreſte einer grandioſen
Architektur entdeckt haben, die mehrere hundert Quadratmeter
Bo=
den bedeckten — prächtige Säulengänge, Bogen und Kuppeln —
durch rieſelten. Aber am nächſten Morgen erwachte ich wieder und über die der vom Winde bewegte Sand gleichſam wie ein
leichter Schleier dahinzog. Die Flieger, die bei dieſem Anblick
eine ſeltſame Gemütsbewegung ergriff, ließen ſich auf etwa 200
Meter herab und erblickten in der Mitte des Ruinenfeldes einen
prächtigen Tempel, deſſen Höhe ſie auf über 90 Meter ſchätzten.
Aber weder Baum noch Strauch belebte die großartige
Wüſten=
einſamkeit. Um ſo überraſchter waren die Beobachter, als ſie beim
Die beiden Autos faßten den Trupp von zwei Seiten. Eine Weiterfliegen plötzlich bemerkten, daß Gruppen von Beduinen in
der Wüſte auftauchten, die Salven von Flintenſchüſſen auf das
Flugzeug abgaben. Niemand kann wenigſtens an dieſer letzteren
Nach einer langen und aufregenden Fahrerei holten wir ein Tatſache zweifeln, da die rechte Tragfläche des Aeroplans noch
paar Antilopen ein — und es war wunderſchon, die Tiere die Spuren der Einſchläge aufweiſt. Offenbar handelt es ſich bei
neben dem Auto laufen zu ſehen. Mehr wollten wir nicht denn den Schützen um Angehörige eines uralten Nomadenſtammes, der
das Geheimnis der verſchütteten Ruinenſtadt hütet. Sollte ſich hier
der ſagenhafte, in Gold und Edelſteinen ſchimmernde Palaſt der
Königin von Saba erhoben haben, die die Freundin des weiſen
„Macht nichts”, ſagte der Arzt, „die finden den Weg ſchon.” Königs Salomo war? Sollten von hier aus die mit Reichtümern
beladenen Karawanen durch die Wüſte gezogen ſein, die langen
Reihen von Kamelen, Dromedaren und Elephanten des königlichen
Gefolges, von dem die bibliſchen Schriftſteller berichten? Aller=
Es bleibt jedenfalls abzuwarten, was die Altertumswiſſen=
Es hatte auf mich faſt gar keine Wirkung. Ich fühlte nur ſchaft zu dieſer Aufſehen erregenden Entdeckung der engliſchen
Forſchungsreiſenden ſagen wird. Vielleicht wird ſie feſtſtellen
Durſtes. Hernach kam wieder die brennende Qual. Ich war müſſen, daß die geſichtete Märchenſtadt eine Fata Morgana war.
Wanderungen durch Odenwald, Bergſtraße und Neckartal.
Nach dem „Lärnifever”, Obec-Mofſag
und Reichelsheine I. Boro.
Zur Erinnerung an eine prächtige
Odenwald=
wanderung, die Vielen Anſporn zum Nacheifern
ſein wird, geben wir einen Wanderbericht Wilhelm
Kaminſkys wieder.
Früher als ſonſt und ſchöner noch kam der diesjährige
Früh=
ling. Bei wolkenloſem und heiterem Himmel mit ſtrahlendem
Sonnenſchein entſchloß ich mich, an einem der vergangenen
Sonntage, der ſo recht wie zum Wandern beſtellt war, zu einem
Gang ins Grüne. Ich wollte eine mir noch nicht bekannte Gegend
kennen lernen.
Mit einem gleichgeſinnten jüngeren Wanderfreund fuhr ich
morgens rom Oſtbahnhof mit Sonntagskarte Reichelsheim i. O. ab.
In Reinheim warteten wir eine halbe Stunde auf das
„Odenwälder Lieschen”, das uns bis Kirch=Beerfurth brachte.
Hier verließen wir den Zug und gingen etwas rückwärts bis
zum Kaufhaus Harreus. An dieſem vertrauen wir uns rechts dem
Zeichen gelb C (5. L. 8) an und kommen gleich ins Feld, in
5 Min, im Bogen links auf und ab, in 7 Min. im Bogen links
und bald rechts weiter durch einen ſchönen Wieſengrund, dann
wieder geradeaus, nach 10 Min. geht es im Bogen links am
Wald=
rand entlang, bald nimmt uns der Wald wieder auf, an einer
ſchönen Felſengruppe vorbei geht es wieder ins Feld, und in
16 Min, ſind die „Vierſtöck” erreicht. Auf der Anhöhe (362
Me=
ter) befindet ſich die Wirtſchaft „Zum Burgviertel‟. Weitere
Ge=
bäude ſind noch da, darunter eine Sommerfriſche. Bei dem Sohne
des Wirts erkundigte ich mich, woher die Bezeichnung „Vierſtöcke‟
käme. Ich erhielt die Auskunft, daß früher hier oben vier Stöcke
als Wegweiſer geſtanden hätten, da ſich zwei Straßen kreuzen. Es
wäre ein Treffpunkt der Leute aus der Umgegend geweſen. Man
hätte geſagt: Wir kommen an den Vier Stöck zuſammen. Sein
Großvater habe ſich als erſter hier angebaut.
Nach kurzer Raſt und Erfriſchung zogen wir weiter. Beim
Ausgang rechts um das Haus, auf der Fahrſtraße weiter mit dem
Zeichen blau C (H.=L. 9), das kurze Zeit auch noch mit dem
ſeit=
herigen Zeichen zuſammenläuft.
Nun auf prächtigem Höhenweg geradeaus weiter, am
Burg=
berg her. In 12 Min, geht das alte Zeichen links ab. Gleich am
Morsberg (450 Meter) vorbei, immer geradeaus. Nach 30 Min.
wird der „Steinerne Tiſch” erreicht. Hier ein Wegweiſer;
gerade=
aus nach der Wegſcheide, rückwärts nach dem Burgviertel, links
nach Ober=Moſſau, rechts nach Unter=Oſtern. Hier wird das
Zeichen verlaſſen. Achtung! Nach ſeitherigem Gang links
ſpitz=
winklig (erſter Weg links) weiter, in 6. Min. — Achtung! —
rechts ein Durchblick im Wald, hier in kurzer Entfernung der
„Nees=Stein‟. Eine eirunde Sandſteinſäule, 135 Zentimeter hoch.
Die Inſchrift lautet:
Hier ſollte
der Gräfliche
Wildmeiſter
Ernſt Nees
von mehreren
Wilderern erſchoſzen
werden, im Jahre 1836,
wobei er jedoch nur
das linke Auge verlohr.
Von hier wieder in 6 Min. zurück zum „Steinernen Tiſch” und
mit dem alten Zeichen weiter. Hier kommt auch das Zeichen rot
(H.=L. 11) und läuft mit. Immer geradeaus in 20 Min, ein
Schutzhäuschen. Achtung! Hier im Bogen rechts weiter. Der
ſchöne Höhenweg, an dem viele Heidelbeerſträucher wachſen, wird
verlaſſen. In 1 Min. über die Landſtraße Ober=Moſſau—
Reichels=
heim, geradeaus in 13 Min. am „Bildſtein” vorbei, auf
ſchmä=
lerem Wege, in 10 Min. — Achtung! — links weiter, das Zeichen
verlaſſen, in 2 Min. rechts ab, in 2 Min. zum Ausſichtsturm auf
dem „Lärmfeuer” (501 Neter). Bis hier 2 Std. 20 Min. Am
Holzturm ein großes, rechteckiges Schild mit der Aufſchrift:
Ihrig=Turm.
Erbaut im Jahre 1931 vom Odenwaldklub.
Zur Erinnerung an den Gräfl. Erbach=Erbachſchen
Forſtmeiſter Gg. Friedrich Wilhelm Ihrig,
1820—1888, der im Jahre 1885, den erſten
Ausſichts=
turm auf dieſem Platz erſtellt.
Auf 109 Stufen wurde der Turm von uns beſtiegen und die
herrliche Ausſicht bewundert. Nach ſeitheriger Wanderung
gera=
deaus in 1 Min. ein Schild:
Ober=Moſſau ——ss=
Michelſtadt — Miltenberg.
Zeichen: gelb A.
Roter Kandel — Ober=Oſtern —
Stotz — Gumpener Kreuz —
Lindenfels z—
Mit dieſem Zeichen (H.=L. 12) links weiter.
Gleich ein Gedenkſtein, 80 Zentimeter hoch. Im Oval die
Inſchrift:
OMNTA CUM DRO
ET NIHIL. SINE EO.
(Alles mit Gott, und nichts ohne ihn.)
Darunter im Viereck:
23. Dezbr.
1883
am Sockel:
geſtr. f 10. 2. 20.
In 3 Min. — Achtung! — links weiter gleich über einen
Querweg, abwärts, in 3 Min. über einen Querweg im Bogen
rechts, in 4 Min. — Achtung! — links weiter und gleich im
Bogen rechts über eine kleine Brücke, immer geradeaus, in
17 Min. ins Freie abwärts. In 5 Min. links ein Gedenkſtein, ein
Granitfels mit Blechtafel, 140 Zentimeter hoch.
Die Inſchrift lautet:
Hier verschied plötzlich
am 19. 4. 1915
auf der Auerhahnjagd
mein lieber Mann.
Georg Albrecht
Graf zu Erbach=Erbach
hier in 3 Std.
Erika.
In 5 Min. im Bogen links, in 2 Min. in Ober=Moſſau. Bis
Rechts gleich die Brauerei „Zum Hirſchen”, von Schmucker.
Hier wurde Einkehr gehalten und das gute Bier mit
Wohl=
behagen geſchlürft. Hausmachender Schinken mit Bauernbrot
ſchmeckte ganz vorzüglich. Durch einen Zufall wurde mir hier
durch einen am gleichen Tiſch ſitzenden Jagdbeſitzer Aufſchluß über
den Gedenkſtein auf dem „Lärmfeuer” gegeben. Der auf dem
zweiten Gedenkſtein benannte Graf von Erbach=Erbach erhielt auf
dem „Lärmfeuer” die Nachricht von der Geburt ſeines Sohnes
Erasmus.
Nach genügender Raſt wurde nun der Rückweg angetreten.
Auf der vorbeiziehenden Landſtraße ging es nun links
wei=
ter mit dem Zeichen weißer — (H.=L. 4). Der Himmel hatte ſich
inzwiſchen bewölkt, und war es kühl geworden.
In 8 Min. im Bogen rechts weiter, in 13 Min, wird die
Landſtraße verlaſſen, geradeaus im Wald weiter. In 8 Min.
im Bogen rechts, in 2 Min, wieder auf die Landſtraße links, in
6 Min. ſtumpfwinklig rechts weiter im Wald. (In der Nähe das
Schutzhäuschen vom Vormittag.) Die Zeichen rot + und blauſ)
werden hier überquert, über den Querweg in jungem Wald
ab=
wärts, in 7 Min. geradeaus, am Weg links gleich ein
Grenz=
ſtein: II. W. V. 95, hinten 1782, in 6 Min. ſchöner Ausblick,
geradeaus ins Feld, am Waldrand weiter, in 3 Min. der
Kaiſer=
turm in Sicht. Immer geradeaus. in 12 Min, durch Feld und
Wald, in 14 Min. abwärts, in 4 Min. ein einzelſtehendes Haus.
Achtung! Hier rechts ab, gleich über zwei Brücken, in 2 Min,
auf der Landſtraße in Unter=Oſtern. Bis hier 4 Std. 25 Min,
Nach den Schildern ſind wir auf der Landſtraße von Reinheim
nach Ober=Moſſau, 24 Kilometer.
Das ſeitherige Zeichen, das geradeaus geht, wird verlaſſen.
Auf der Landſtraße rechts weiter. In 13 Min, ſind wir am
Ortsende, an einem Bauernhof vorbei endet die Landſtraße in
7 Min. rechtwinklig auf einer anderen Landſtraße. Die Schilder
zeigen an: nach Beerfelden 23 Kilom., nach Waldmichelbach
16 Kilometer, nach Reinheim 16 Kilometer, nach Michelſtadt
18 Kilometer, nach Reichelsheim 1 Kilometer.
Hier links weiter, in 1 Min, über die Eiſenbahn, in 9 Min.
zeigt ein Schild an, daß wir Reichelsheim erreicht haben. In
5 Min, ſind wir am Bahnhof. Bis hier 5 Std.
Nach einer kurzen Einkehr im „Goldenen Engel” deſſen
Be=
ſitzer ein alter Bekannter von mir iſt, wurde die Heimfahrt
an=
getreten.
und Abt
ſpieler der deu
in der Gat Auspg,
ichen deutſchen M
ron vorletzten Son
denunmene erfolgre!
h: ſchnell, und alle (
zir Stein iſt der M
ſen Spieler
ſie 62). Der St1
zun internationale
sder beſte Mittelät
sde geiſerne Vertel
unſt, daß die Kicker
inhüishvelen zu1 P.
inr ileinen Figur eil
Die Mannſchaft del
im goßen Gegner gel
Somnerfriſchen
Gaſtwirtſchaften
Hotels
Ue
der Hrntee
RHEINBFALZI
Bad Dürkheim
stärkstes Arsensolbad Deutschlands, Klimatischer Kurort.
Heilt: Blut-, Hautkranke, Frauen, Basedon,
Rheu=
ma. Licht, Katarrhe, Kinder.
SafalUnGeASeruener
für Verven-, innere und Stoffnechselkranke Rekon-
Falesrenten. — Eisen-Glaubersalzquelle. Park mit
zubtropischer Vegetation.
Arzt: San.-Rat Dr. Hoenes.
M
im herrlichen Wasgau, Waldreiche Umgebung.
Matur-
narche Kochtalsgelle, Fie Uerröse und Blutamne beste
(U Nhm. 3705
Echolungsmöglichkeit.
Moorhad u. Sanalorium, Sielingen „Landstahl
Die Pfälrlsche Rheuma-Heilstätte für Gelenk- u.
Muskel-
rheumatismus, Cicht, lschias, Frauenleiden, Sperielle
Fangomoorkuren. Jahresbetrieb. Aller Komfort.
A
R
E
V
ee
Das schönste
Secwimmmbad
an der Bergstraße ist in Jugenhelm GSsisa
kurhaus Hotel,„,Goldene Krone‟
Großer Park, Zimmer mit fließendem Wasser.
Pension von 4.75 RM ab. Kafkee mit Konditorei.
Schöner Ausflugsort!
Naturſchwimmbad im Stettbacher Jal
(10 Minuten von Jugenheim), Reſtauration, Fremden=
W57u1
zimmer, Wochenende, Auto=Parkplatz.
Samstag und Sonntag Konzert.
Sommerkur
Hervös-Erschöpfte
SpezlalkuranstalfHofheim l. Taunus 5
bei Frankfurt a. M.
Telefon 214 II n. II. Klugse / Ermäßiste Preise
„Fospette durch 8.-R. D. H. Schulze-Tählens-
Verfenarzt
„„.. und die Ferienreise
dieses Jahr nach Oppenau
bad. Schwarzwald
Zum G. maldieses Jahr startet v. 7.-15. Jul
die beliebte Hleimatkahrti. den schön. e050
Schwarzwald. 9 (neun Tage nur Mk. 08—
Autenthaltverlängerung ist möglich.
Kin-
der bis 10 Jahre Ermäßigung. Melden Sie
(F5347
sich umgehend an.
Ausführl. Programm. Auskunft u.
Anmel-
dungnurdurehllord Reisebütroßischer,
Rheinstr. 12½;Hapag-Reisebüro Zaun,
Adolk-Hitler-Platz, Verkehrs-Verein,
Adolk-Hitler-Platz 4, in Mainz bei:
Reisebüro Greif, Tritonplatz 5 (am
Stadttheater) Bernruf 43000.
Weitere Fahrten: 18—26 7., 28. 7.
bis 5. 8., 6.—14. 8. usw.
Orlemann
Bögel Eßlinger
zum Auswechſeln ſtehe
aßen) zur Verfügung.
Die Ver haben
Id beſonders gegen 0
Id wuchſen mit dem
ſulsrher FV (3:1.
eimert. Die Lilien
hders verſuchen, ein
Guchneiden.
Das Stodion am 2
ia ſeinen großen Tag
Iidter Sportanhänge=
Tannſchaften nach hiel
de Eintrittspreiſe ſin
pkaufsſtellen befinde
ſirdld Große Ochſen
idter Straße (Karte
Saſonſt
TSG.
Zum letzten Sp
biuer der 4öer a
11Uhr. an der
bungſtadt. Das
en 4dern am vergat
ſen Vertreter der
un wird mit
thren, ob der Erfſo
Sieſtärke der
Nnnſchaft der Pfu
Arte zu verlieren,
Darmſtadt genüg
diſer Begegnung erſe
Mlung erſcheint. w
ſch am letzten S
Uhr) treffen ſich
heute abend
en Spiel am Arbei!
1übiläumswoche de
1ſtüindet. Das S
in Dienstag ſtatt
It dem Reſultat 4:4
Heute F
Gaſthaus u. Penſ. „Zur Poft”
Rodau bei Lichtenberg i. odw.
(Poſt über Darmſtadt II) ( 70g9
Eigene Metzgerei u. Landwirtſchaft.
Penſionspr. 3.—, Saal. 10 Min. z.
Schwimmbad Lichtenberg. Direkte
Autobusverbindg, ab Adolf=Hitler=
Platz. Tel. 43, Amt
Niedern=
hauſen i. O. Beſ. Joh. Hofferberth.
Höhenluftkurort. F etze
Beſitzer:
Vierstöck 6g. Weber
empfiehlt ſich zur Ausſpannung.
Ruhige Lage direkt a. Wald. Groß.
Saal, und ſchöne Gartenwirtſchaft
Bahnſtation: Kirch=Beerfurth.
Poſt: Pfaffen=Beerfurth. Autobus=
Halteſtelle, Tel. 71. Reichelsheim.
Höhenluftkurort
b. Vielbrunn:, H.
Bremhofl=
von Wald umgeben, ruhige Lage.
Bahnſtation; König i. O. Penſion
„Schöne Ausſicht”. Gute u. reichl.
Verpflg. a. eig. Landwirtſch Penſ=
Preis 3.50. Mod. Zimm., fl. Waſſer,
Bad i. H. Tel, Vielbrunn 16.
Teizs)
Beſ. Foh. Stier.
Beſuchen
Sie Weſchnitz das
Schatzkäſtlein des Odenwaldes. Im
„Erbacher Hof”
finden Sie freundliche Aufnahme
und beſte Verpflegung.
Penſions=
preis 3.50. Proſpekte am Schalter
(F4350
des Tagblattes.
Gaſthaus und Penſion
W Kreis
„Zur Krone‟ Zell Erbach io.
im herrl. Mümling=Tal. Gute u. bill.
Verpfleg, f. Erholungsſuchende und
Ausflügler! Geräum. Säle, Kegelb.,
gr.ſchatt. Gart, Bad i, H8. Tel. König10
Proſpektfrei., Beſ. 0g.hlein. Ir Soo
Fdyll. geleg. Erholungsplätzchen iſt
) direkt am Lei=
Kailbach i. O. ninger Park.
Fürs leibliche Wohl ſorgt die Gaſth.u=Fremdenheim Karlschnetz
Waldeslust” Penſionspr. ab 3.,6
Tel. Nr. 7. (6980) K. Hieronymus.
(am Leininger (
Kailbach i. O. Wildparkl”.
Gaſihof „Zum Hirſch”
Gute Verpfl. a. eig. Landwirtſchaft
zu ℳ 3.30 pro Tag. Bad im Hauſe.
Schöne Gartenlaube. o Tel. Nr. 6.
T697o)
Beſ.: Otto Müller.
Boas-Benſif Fianf
Bahnſtation
Rehbach. Michelſtadt i. B.
Gut bürgerl. Küche. Penſ.=pr. 3.— W6181
bei Eberbach!”
Gaimühle am Neckar
Fordern Sie
bitte Preisange=I—
bot für Anzeigen in dieſ. Beilage!
Zwingenberg a. Neckar
Hotel=Penſion „Schiff=Poſt”.
Herrliche Lage am Fuße des Katzen= Fl. Waſſer, Strandbad. Direkt am Neuzeitl, Fremdenzimmer, fließend.
Elſavatal (Speſſart)
an der Bahnlinie
Hobbach obernb. Heinbuchental
Gaſthausu. Penſion „Zum Engel”
buckels, rings umgeben von Wald. Neckar u. Walde gelegen. Penſions=/Waſſer, mod. Bad im Hauſe. Eigene
Gute und reichliche Verpflegung bei preis 3.50. Poſtagentur im Hauſe lLandwirtſchaft, Jagd und
Forellen=
mäßigen Preiſen. Bad.Telefon 129. Proſpekte am Schalter des „Darmſt., Fiſcherei. Garage, Parkplatz. G.5237
Eberbach (Poſthilfſtelle). (F,8008 Tagbl.”, Beſ.: Georg Leitz, (4689/ Beſ. Emil Weibel. Tel. Eſchau 18.
„Zur Roſe” Wald=Erlenbach
Beſ. Simon Berg.
i. Odenw.
Poſt Heppenheim (Autobushalteſt.).
Volle Penſion 2.,80 Mk.
Eig. Landwirtſch. u. Metzgerei, Féggz
Wirklich gute Erholung
finden
(Poſt und
Sie in Skeinhach Bahn=Stat!
Michelſtadt i O.) in d. Penſion
„Heſſiſcher Hof”. (V6852
Gemütl. Zimmer mit fließendem
Waſſer ;Bek. gute Küche. Penſ=
Preis 3,50 15 Min. z. herrl.
Sta=
dion mit Schwimmbad. Tel. 354
Michelſtadt. Beſ. J. Schlörit.
Pribat=Penſion
Tagdhaus 41rlenbach
Poſt Beerfelden i. Odw.
Erholung=u. Ruheſuchenden beſtens
empfohlen.
Beſ. Scharfe
Tel. 300. Amt Beerfelden. (F4346
Höhenluftkurort Rothenberg
600 m 1. d. M. im heſſ. Odenwald
Gaſthaus u. Penſion,„zum Adler”
Gute bürgerl. Küche. Mod. Zimmer
mit fließ. Waſſer, Zentralheiz., Bad
im Hauſe. Autobus=Verbindg, nach
Hirſchhorn und Beerfelden. (F.6375
Telefon 1. Beſ.: W. Karl Schwinn.
Kauſenmühle.
bei Bensheim. Fernruf 566
Jdylliſch gelegener Ausflugsort!
Fremdenheim. Gaus
Auf Wunſch diät, u. beget. Küche.)
Billigſte Preiſe bei eig. Landwirtſch.
Ddealen Ferienaufenthalt b. vorz. Küche);
zu 3.— u. 3.50 pr. Tag find. Sie in der
Privatpenſion (Billadirekta. Walde)
„Wallauer Mühle”. Mömlingen
mit Blick ins Wieſental e Bade=u.
Schwimmgelegenh. i. Gart. Elegant
einger Zimm. Tel. 25, Amt Obern=
5 burg. Bahnl. Höchſt—Aſchaffenbg.
7 Min. b. Bahnh. Mömlingen, (F6978
Wenn nach Oppenheim?—
Lann kehren Sie in der
gemütlichen
Saladins Straußwiriſchaft
ein.
Denn dort gibt es einen guten Wein.
Am Marktplatz. GFſudt
Waſſerſportler, Schulen uſw.
kommt zum Rhein! Fahrzeuge ſteh.
unt. Sicherheit im Gaſthaus „Zur
Erholung” Kornſand
vorderOppen=
beimer Fähre, 5 Min. v. Strandbad.
Poſt=Halteſtelle. Gartenwirtſchaft.
Verpfleg. u. Uebernachtg. gut u. bill.
Tel. Trebur 07. Beſ.: Joſ. Wehner.
(F7u0)
Waldkatzenbach (Odw.)
500—628 m über dem Meer. FSget
Gaſthof u. Penſ. „ZumKatzenbuckel”
Eig. Metzgerei. Zimmer m. fließ.
Waſſer, Bad, Liegehallen. Tel. 43,
Strümpfelbrunn. Beſ. H. Nuhl.
Wirkliche Erholung finden Sie in!
Waldkatzenbach i. Odenwald
im Gaſihof „Zum Adler”
ſneu hergerichtet.) Volle Penſ. 3.50
Beſ. 3. Köbler, Tel. 44, Strümpfelbrunn.
(F6982)
Wenn ins Neckartal?—
Danninden,Adler” nach
bei
Ziegelhauſen Heidelberg!
Neues Strandbad. Tel. 5737, (.60 0
F439 m
Schriesheimer Hofu. d. M.)
bei Heidelberg.
AbHauptpoſt gegenüber d. Bahnhof
direkte Autobusverbindung bis vor
Sommerfriſche Penſionspreis 3.50.
Eig. Landwirtſch, ſorgtfür ausgez.Verpſleg.
Gr. Saal. Proſp. a. Schalt. d. D. Tgbl.
Felschönauss.— BeſterGg. Jöſt. F. Souo
Aufturgrt Neunelnausauug
landſchaftlich ſchönſter Punkt
in=
mitten romant. Verge und alter
Burgen. Schwimm= u. Luftbad.
Kurhaus Schöne Ausſicht
idealer Erhol.=Aufenth., Terraſſe,
Garten, Trefp. derTouriſtenu. Autos.
proſpeht Tel. Rod aW 39. IT sos
Gaſthaus und
Benſion „Zur Linde‟
a.Nechar.
Um=
über „Eberbach geb. v. herrl.
gegen=
Laub= u. Nadelwäld., Liegew., mod.
ren, Haus behagl. Zim.m.fl. Waſſ,gt.
bürg, Küche. Penſpr. 3.50, Beſ.Gg. Münch
(F6984)
Nockenau bei Eberbach a. N.
Gaſthof und
Penſion — „Zur Traube‟
Direkt am Neckar. Schöner Garten
direktam Strandbad. Schöne
Frem=
denzimmrr mit fließendem Waſſer
Penſionspreis 3.50 Mk. (F6983
Beſ. Karl Schmelzer. Telefon Eberbach ses.
Zwingenberg a. H.
Gaskhaus u. Pension,„Anker”
Schönſte Lage bei beſter Verpfleg.
50 Betten, fl. Waſſer, groß. Saal
u. Terraſſen, Strandbad, Autohalle. /
Penſionspreis v. 3.50 ℳ an. Ruf:
Neckargerach 21. (4687
Beſitzer: A. Holdermann.
bei Inſel Mainau
Litzelſtetten am Bodenſee
Gaſthaus Penſion „Zur Krone‟
Ruhiger Ferienaufenthalt eigener
Badeplatz, Gondeln, 3 Minuten vom
Wald, mäßige Preiſe. Proſpekte
durch Beſitzer,
(F6963
Sommerfriſche
Seigenbrüicken i. Sbeſſt
Hotel „Lindenau”
ſonnige Lage, freundliche
Fremden=
zimmer mit fließ. Waſſer (kalt und
warm), gedeckte Terraſſe, Wald und
Liegewieſe, Penſionspreis 3.80 bis
4.— bei 4 Mahlzeiten. ( 5s3
Telephon 19. Beſitzer: W. Sauer,
BurErholung
nach Klingenberg a.m.
Gaſthof „Goldenes Faß”/
Penſi nspr. 3.50, fl. Waſſer. Ruhige
freie Lagel Spezial.: Klingenberger!
Burgunder, ſtetsfriſche Fiſchel Tovor
Telefon 2.
Beſ. Ad, Spall.
Wirkliche Erholung ſin.
den Sie in der Penſion „Waldluſt
zwiſchen Wald und Main bei
Laudenbach gelegen. Terraſſe und
Liegewieſe mit wunderbarem
Fern=
blick! Sonnige Zimmer. Garage,
T6702) Beſ.: W. Graſſing.
gegenüb. Kloſter
Kleinheubach M. Engeberg
Strandbad — Schloßpark!
„Löwenſteiner Hof”
Führ. Haus a. Platze! Anerk. beſte
Verpflg. Penſionspr. 3.50 b. 4Mahlz.
Beſ.:A. Cosfeld. Tel. 421, AmtMillenberg
(T67os)
„t Penſion Riedmann;
Speſſart Steinbach bei Lohr a. Maln.
Telefon 150, die billigſte, herrlich
gelegene Sommerfriſche zwiſchen
Speſſartbg. und Maintal. (Beſte
Schwimmgelegenheitl. Mod einger.
vorzügl Küche. Penſions=Preis
3.50 Mk. bei 4 Mahlzeiten einſchl.
Bedienung. Proſpekte freit (548
Beſ.: Gg. Riedmann.
(Schwarz-
Heuenvürs mald)
der jährlich an Beliebtheit
zuneh-
mende Luftkurort. Keine Kurtaxe.
Prospekte durch Verkehrs-Verein
Feuus
und alle Reisebüros.
Freitag, 29. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 177 — Seite 11
Dsgad Tolgttt
Neidl
Abt
Gerth Kühnle
Der Gaumeiſter Offenbacher Kickers
aie Botienmintor
morgen, Samstag, 18.45 Uhr.
Die Offenbacher Kickers treten zum morgigen Spiel gegen
ſie 98er in ſtärkſter Aufſtellung an:
Müller
Mathes
Stein
Stüber
Keck Meid Grebe
Von dieſen Spielern haben Grebe, Meid, Keck, Kühnle, Stein,
ſathes und Abt in Auswahl=Spielen mitgeſpielt. Grebe iſt
ſationalſpieler der deutſchen Studentenmannſchaft und
Standard=
dieler der Gau=Auswahlmannſchaft, ſpielte genau wie Abt in der
egreichen deutſchen Mannſchaft gegen Weſtdeutſchland (3:0).
Fer=
er am vorletzten Sonntag in der ſüddeutſchen Mannſchaft gegen
ſaris (5:2). Der Sturm der Kickers pflegt das von England
bernommene erfolgreiche Syſtem der W.=Formation, iſt ſehr,
hr ſchnell, und alle Spieler ſind glänzende Techniker.
Mittel=
fufer Stein iſt der Motor der Mannſchaft, erreicht in den beſten
ſagen internationale Form und gilt neben Hergert=Pirmaſens
is der beſte Mittelläufer im Gau. Die Hintermannſchaft wird
is die „eiſerne Verteidigung” bezeichnet, was ſchon daraus
her=
orgeht, daß die Kickers die wenigſten Minus=Tore in den
Mei=
erſchaftsſpielen zu verzeichnen hatten. Der Torwächter iſt trotz
iner kleinen Figur ein ganz großer Könner.
Die Mannſchaft des Sportvereins tritt in ſtärkſter Beſetzung
em großen Gegner gegenüber:
Bögel
Müller I
Geyer Saenger
Orlemann. Schnägelberger
Frey
Eßlinger Seifert Staigmiller. Hebeiſen
um Auswechſeln ſtehen Müller II (Läufer) und Kalberg (
Rechts=
ußen) zur Verfügung.
Die 98er haben im letzten Jahr gerade gegen techniſch gute
nd beſonders gegen Gauliga=Vereine ihre beſten Spiele geliefert
nd wuchſen mit dem Gegner. Es ſei an die Reſultate gegen
tarlsruher FV. (3:1), Mainz 05 (2:2). SV. Wiesbaden (3:5)
rinnert. Die Lilienträger werden auch gegen die Offenbacher
lickers verſuchen, ein gutes Spiel zu zeigen, um möclichſt günſtig
Gzuſchneiden.
Das Stadion am Böllenfalltor wird alſo am morgigen
Sams=
g ſeinen großen Tag haben. Hoffentlich unterſtützen die
Darm=
ſidter Sportanhänger die Bemühungen des SV. 98, bekannte
Nannſchaften nach hier zu verpflichten, durch einen Maſſenbeſuch.
die Eintrittspreiſe ſind trotz großer Unkoſten nicht erhöht.
Vor=
erkaufsſtellen befinden ſich bei: Sport=Joſt Mackenſenſtraße,
Hut=
erold, Große Ochſengaſſe, und Zigarren=Mengler, Nieder=
Ram=
ſidter Straße (Karten für Mitglieder nur an der Platzkaſſe).
Saiſonſchluß an der Rhein=Allee!
TSG. 46 — Germania 03 Pfungſtadt.
Zum letzten Spiel vor der Sommerpauſe empfangen die
Fuß=
aller der 46er am kommenden Sonntag, vormittags
1 Uhr, an der Rheinallee den Bezirksklaſſenvertreter Germania
fungſtadt. Das Treffen wirkt inſofern ſehr intereſſant, als es
en 46ern am vergangenen Sonntag in Langen gelang, den
dor=
igen Vertreter der Bezirksklaſſe ganz gehörig hineinzulegen, und
jan wird mit dem Abſchneiden der 46er bei dieſem Gegner
er=
chren, ob der Erfolg in Langen ein Zufall war oder ob ſich die
pielſtärke der 46er wirklich derart verbeſſert hat. Ueber die
Nannſchaft der Pfungſtädter Germanen braucht man wohl wenig
Corte zu verlieren, da die Spielſtärke der Mondleute vorwiegend
n Darmſtadt genügend bekannt ſein dürfte. Erwähnenswert zu
ſeſer Begegnung erſcheint, daß Pfungſtadt mit ſeiner beſten
Auf=
ellung erſcheint, während die 46er die gleiche Mannſchaft ſtellen,
ie ſich am letzten Sonntag ſo gut bewährte. — Vorher (Beginn
Uhr) treffen ſich die Reſerven der beiden Vereine.
Heute abend 19 Uhr wird die Erſatzmannſchaft der 46er
in Spiel am Arheilger Mühlchen austragen, das im Rahmen der
ubiläumswoche der Sportvereinigung 04 gegen deren Reſerven
attfindet. Das Spiel der 1. Jugend fand bereits am
vergange=
en Dienstag ſtatt und endete nach beiderſeits guten Leiſtungen
nit dem Reſultat 4:4.
SVgg. 94 Prheilgen.
Heute Freitag abend 18 Uhr ſpielt am Arheilger
ſühlchen die 2. Fußballmannſchaft — TSG. 46 Darmſtadt 2.
lnſchließend ſpielen die Alten Herren gegen AH. des SV. 98, den
ſeiſter in der Verbandsrunde.
Kreis 18 (Darmſtadi) der 92.
Die letzte Probe vor dem Kreisturnfeſt.
In allen Turnvereinen des Kreiſes werden jetzt die letzten
ſorbereitungen zu dem am 14. und 15. Juliin Arheilgen
ſattfindenden 1. Kreisturnfeſt getroffen. Die
Kreisfach=
darte der Turner und Turnerinnen berufen daher letztmals vor
em Feſt die Fachleiter und Leiterinnen der Vereine zuſammen,
um den techniſchen Organiſationsplan des Feſtes endgültig
feſt=
uegen. Es treffen ſich in Arheilgen Vorturner und
lurnwarte des Männerturnens am Sonntag,
en 1. Juli, vormittags 9 Uhr, zur
Kreisübungs=
junde.
Leiter und Leiterinnen der
Turnerinnen=
bteilungen beruft die Kreisfachwartin zur
Kreis=
bungsſtunde nach der Turnhalle der Tgde.
Beſ=
ungen ebenfalls, zum 1. Juli, vormitt. 8.30 Uhr, ein.
Es ſollen dieſe Kreisübungsſtunden die letzten vor dem Feſt
ein. Deshalb ergeht der Ruf an alle Vereine: Beſchickt zahlreich
ſieſe beiden Zuſammenkünfte! Näheres über das Kreisturnfeſt
Fahrt ihr daſelbſt.
Jahn 1875 Darmſtadt.
Jugendabteilungen.
Die Turnſchüler, die für die ſportlichen Wettkämpfe der Spv.
ltheilgen gemeldet ſind, treffen ſich beſtimmt in der am Freitag
attfindenden Turnſtunde im Turnhaus. Dort wird bekannt
gege=
en, wann und wo der Abmarſch iſt.
Ferienfreizeit auf dem Landheim bei Groß=Umſtadt.
Wir teilen jetzt den verehrl. Eltern unſerer Schuljugend mit,
aß während der Schulferien im Juli eine Lagerwoche für unſere
ſugend auf dem Landheim ſtattfindet. Rechtzeitige Meldung,
ine Woche vor Schulſchluß, iſt unbedingt notwendig. Auf dem
landheim iſt für gutes Eſſen und angenehme Unterkunft
ge=
argt, ferner ſind die Kinder unter Obhut eines Leiters. Es
önnen auch Jugendliche, die kein Mitglied ſind, in beſchränkter
Inzahl teilnehmen. Meldung in den Freitags=Turnſtunden der
Schüler=Abteilung.
* Handball im Kreis Odenwald.
Ergebniſſe vom 24. Juni 1934:
Reinheim (Kreisbeſter) — Auswahlelf 6:7 (1:4). Groß=
Bie=
ſerau — Merck Darmſtadt 9:14 (2:8). 2. Mannſch. 9:9 (5:5).
Stein=
ſuch — Zell 1. 6:5 (4:2). Kirch=Brombach — Fr.=Crumbach 10:4
5:1), 2. Maunſch 6:4 (4:0). Spachbrücken — Nieder=Klingen 9:4.
Eimd — Gr.=Umſtadt 2. 3:17 (3:7).
*
Marcel Thil, der franzöſiſche Weltmeiſter im
Mittel=
gewichts=Boxen, ſchlug am Mittwoch abend in Paris den
italie=
hiſchen Meiſter Oddone Piazza über zehn Runden ſicher nach
Punkten.
Die Reichs=Schwimmwoche iſt beendel.
Der Kampf gegen die Richtſchwinmer
Mid weleneike.
Die allſeitige Aufklärungsarbeit und die zahlreichen
Veran=
ſtaltungen während der Reichs=Schwimm=Woche in ganz
Deutſch=
land haben in der breiteſten Maſſe der Nichtſchwimmer zweifellos
einen ſtarken Eindruck hinterlaſſen.
Es wird nun Aufgabe derjenigen Stellen ſein, die ſich für die
Durchſetzung der Ziele der Reichs=Schwimm=Woche in den
Orts=
ausſchüſſen zuſammengefunden haben, weiterhin in Fühlung zu
bleiben, um eine planmäßige Ausbildung der Nichtſchwimmer in
den nächſten Monaten zu betreiben. Die Erfahrungen der Reichs=
Schwimm=Woche werden hierbei wertvolle Dienſte leiſten.
Der Leitſatz der Reichs=Schwimm=Woche „Jeder Deutſche ein
Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter” darf in der öffentlichen
Diskuſſion nicht mehr zum Schweigen kommen, ſondern ſich überall
da praktiſch durchſetzen, wo immer auch Fragen der Geſundheit,
der Sicherheit und der Körperertüchtigung behandelt werden.
Die zahlreichen Badeunfälle, die in den letzten Wochen wieder
gemeldet wurden, zeugen davon, daß die Aufklärung an Hand der
Aufklärungsſchrift „Schwimme richtig!” unbedingt verſtärkt
wer=
den muß. Gilt es doch vor allem, die deutſche Jugend reſtlos für
die Schwimmausbildung zu erfaſſen. Die Einführung des
Schwim=
mens als Pflichtfach in den Schulen, die erneut zur Entſcheidung
ſteht, und die Schwimmausbildung im Rahmen der
Erziehungs=
arbeit der Hitler=Jugend müſſen dahin führen, daß in Zukunft
kein Junge und kein Mädel mehr auf ihren Wanderungen der
Gefahr ausgeſetzt ſind, beim Baden zu ertrinken.
Noch liegen ſelbſtverſtändlich nicht aus allen Orten die
Be=
richte über die Durchführung der Reichs=Schwimm=Woche vor, doch
laſſen die erſten Berichte erkennen, wie bedeutſam die Aufgaben
ſind, die in der nächſten Zukunft gelöſt werden müſſen.
Mit bemerkenswertem Weitblick hat, erſt kürzlich der
Direk=
tor im Heſſiſchen Staatsminiſterium, Loewer, zum Ausdruck
ge=
bracht, daß die einmal erreichte Zuſammenarbeit in den
Ortsaus=
ſchüſſen der Reichs=Schwimm=Woche nicht wieder ausſetzen darf.
Er betrachtet die Reichs=Schwimm=Woche nur als
den Auftakt zu einer großen Werbeaktion, die
auch in der Folgezeit anhalten muß. Sowohl die
Aufklärungsarbeit an Hand der Schrift „Schwimme
rich=
tig!”, als auch die planmäßige Durchbildung der
Nichtſchwim=
mer in allen Gliederungen und Organiſationen wird von ihm
fortgeführt werden.
Es wäre dringend zu wünſchen, daß dieſes Vorgehen überall
Nachahmung findet. Wir müſſen in Deutſchland ſo weit kommen,
daß jeder deutſche Mann es als nationale Aufgabe empfindet, die
nicht ſchwimmkundigen Volksgenoſſen zur Schwimmausbildung
an=
zuhalten, und daß jede deutſche Mutter dafür Sorge trägt, ihren
Kindern ſo frühzeitig wie möglich das Schwimmen beizubringen.
Das dann auftretende Bedürfnis nach Schwimmanlagen
wird die zuſtändigen Stellen davon überzeugen, daß auch die Pläne
für den Bau und die Ausgeſtaltung von Schwimmanlagen nicht
mehr in den Akten verſchwinden dürfen.
Die Reichs=Schwimm=Woche ſelbſt, ſo großzügig und
weitaus=
greifend ſie im Sinne einer nationalſozialiſtiſchen
Erziehungs=
arbeit auch durchgeführt wurde, kann uns allein noch nicht zum
Ziele führen, daß Schwimmen Volksbrauch, und ſomit
Allgemein=
gut des deutſchen Volkes wird. Daher muß der Leitſatz
zum Abſchluß der Reichs=Schwimm=Woche lauten:
„Der Angriff auf die Nichtſchwimmer geht weiter!“
Dr. Mehne
Reichsorganiſationsleiter der Reichs=Schwimm=Woche.
Radfahrer organiſierk Euch!
Alle radfahrenden Volksgenoſſen gehören in den
Deutſchen Radfahrer=gerband.
Der deutſche Sport hat eine völlig neue Gliederung erfahren,
der unſeligen Zerſplitterung iſt Halt geboten worden, die neuen
Sportverbände ſtehen auf feſter Grundlage und ſind unter
einheit=
licher Führung dem Reich unterſtellt; denn der Sport iſt heute
nicht mehr eine Angelegenheit privater Sportvereinigungen,
ſon=
dern eine Sache des ganzen Volkes.
In manchen Verbänden iſt die Umſtellung raſch von ſtatten
gegangen. Schwierig jedoch lagen die Verhältniſſe bei den
Rad=
fahrern, bei denen es Dutzende von Verbänden gab, die zwar alle
dasſelbe Ziel vor Augen hatten, aber dennoch völlig verſchiedene
Wege gingen und ſich meiſt gegenſeitig befehdeten. Inzwiſchen
aber ſind alle dieſe Radfahrerverbände, die oft nur beſcheidene
Mitgliederzahlen aufwieſen, aufgelöſt worden, und ſeit dem
1. Oktober v. J. gibt es nur den Deutſchen Radfahrer=Verband.
Der Radſport iſt ein Volksſport, und diejenigen, die ſich des
Fahrrades bedienen, zählen überwiegend zu den Leuten, die über
keinen großen Geldbeutel verfügen. Gewiß fährt ein bedeutender
Prozentſatz Rad, weil es dem Körper zuträglich, weil es eine
vor=
zügliche Leibesübung iſt, die meiſten aber benutzen ihr
Stahlröß=
lein, weil es billig iſt, weil ſie dadurch viel Fahrgeld ſparen
und ſchnell und beauem zu ihrer Arbeitsſtätte kommen.
Die Radfahrer ſind jedoch ein komiſches Völkchen. Sie ſind
zwar mit voller Begeiſterung ihrem Sport ergeben, aber ſie haben
Hemmungen, ſich zu organiſieren. Das war früher ſo, das iſt —
leider — auch heute noch ſo. Iſt es nun Gedankenfaulheit, iſt es
Geiz am falſchen Platze, was ſie hindert, ſich zu organiſieren?
Jedenfalls muß das Radlervölkchen einmal ordentlich
wachgerüt=
telt werden. Es muß wiſſen, daß nur eine große Gemeinſchaft, der
Deutſche Radfahrer=Verband, in ſeiner machtvollen Geſchloſſenheit
die Belange der Radfahrer nachdrücklichſt verfechten kann.
Der DRV. fördert ſelbſtverſtändlich den Rennſport, weil er
weiß, daß Radrennen für ihn ein wichtiges Propagandamittel
ſind; aber er vertritt grundſätzlich die Intereſſen der geſamten
rad=
fahrenden Bevölkerung, er betreut das geſamte Radfahrweſen
einſchließlich der Induſtrie, die ein Rieſenheer von Arbeitern und
Angeſtellten beſchäftigt, er hat alſo auch eine wirtſchaftliche
Auf=
gabe zu erfüllen.
Wie viele von denen, die noch abſeits ſtehen, wiſſen wohl, daß
der Mitgliedsbeitrag im DRV. nur 1,50 RM. .... im Jahr
be=
trägt, daß für die 50 Pfennige Eintrittsgeld Abzeichen und
Steuerrehrring geliefert werden? Die Klugen werden ſich
außer=
dem in den Verſicherungsſchutz des DRV. begeben. Bei
dem immer mehr zunehmenden Verkehr und den damit
verbunde=
nen Gefahren bedeutet ſeine günſtige Verſicherung für den
Rad=
fahrer einen großen Vorteil den Unverſicherten gegenüber.
Wer ſich aber als Rennfahrer betätigen will, muß
einſchließ=
lich Verſicherung und Verbandszeitung im Jahre 8 RM., alſo
ebenfalls einen lächerlich geringen Beitrag, entrichten, und es iſt
ſelbſtverſtändlich, daß dieſe niedrigen Beiträge ſofort weiter
ge=
ſenkt werden, wenn aus der Millionenſchar der noch
Abſeitsſtehen=
den recht viele ſich dem Volksverband der Radfahrer anſchließen.
Auf einen weiteren Vorteil, deſſen die Mitglieder des DRV.
teilhaftig werden, ſei hingewieſen: auf den zollerlagsfreien
Grenz=
übertritt. So mancher Wanderfahrer möchte einmal außerhalb der
deutſchen Grenzen ſein Stahlrößlein tummeln. Beim
Grenzüber=
tritt ſind ſonſt Zollbeträge bis zu 60 RM. zu hinterlegen.
Mit=
glieder des DRV. jedoch erhalten Grenzkarten, die für die
mei=
ſten benachharten Länder nur 50 Rnf. koſten oder Triptyks, für
die ebenfalls nur eine erſchwingliche Gebühr zu entrichten iſt. Und
ſchließlich bietet der DRV. ſeinen Mitgliedern Rechtsſchutz
und gibt ihnen die Möglichkeit, das Radſport=Abzeichen
oder das Radſport=Jugend=Abzeichen zu erwerben.
Jeder radfahrende Volksgenoſſe gehört, ſchon aus eigenen
Intereſſe, in den Einheitsverband der deutſchen Radler. Darum,
ihr Säumigen, ſtärkt die Volksgemeinſchaft der deutſchen
Radfah=
ver, ihr dient damit euch ſelbſt am meiſten! Hinein in den
Deut=
ſchen Radfahrer=Verband, deſſen Gau= und Bezirksgeſchäftsſtellen
jede gewünſchte Auskunft erteilen!
Waſſerball=Sieg der Techn. Hochſchule Darmſtadk.
Offenbach 96 — Techn. Hochſchule Darmſtadt 2:9 (1:5).
Die Waſſerballmannſchaft der Techniſchen Hochſchule
Darm=
ſtadt weilte am Mittwoch in Offenbach, als Gaſt des Schw.=V.
Offenbach 96 und kam in dieſem Spiel dank eifrigen Einſatzes zu
einem wohlverdienten Sieg. Das Zuſammenſpiel war ſchon
er=
heblich beſſer als im kürzlichen Treffen bei den Intern.
Hochſchul=
meiſterſchaften gegen den SC. Jung=Deutſchland. Darmſtadt trat
mit der Mannſchaft: Stiefel: Gerke, Mohr: Schüßler; Zucker,
Köllner. Wolfsholz an. Die Mannſchaft hat für die nächſte Zeit
eine Reihe weiterer Trainingsſpiele abgeſchloſſen, da ſie
beabſich=
tigt, bei den Deutſchen Hochſchulmeiſterſchaften am 14./15. Juli in
Frankfurt a. M. den ſchon ſo oft errungenen Titel eines
Hoch=
ſchulmeiſters im Waſſerball wieder zurückzuholen.
Bereits 24 Fahrer haben für den am 15. Juli auf dem
Nürburgring ſtattfindenden Großen Preis von Deutſchland, für
Automobile gemeldet. Unter den Genannten befinden ſich
ſelbſt=
verſtändlich alle die Fahrer, die am Großen Preis von Frankreich
teilnehmen. Mercedes=Benz will auf dem Nürburgring ſogar
vier Wagen ins Rennen ſchicken.
Europameiſter im Säbel=
Mannſchaftsfech=
ten wurde Ungarn, das in Warſchau durch Verzicht der
Italie=
ner zum Endſiege kam. Deutſchland mußte mit dem vierten Platz
hinter Polen vorliebnehmen.
Auch die Auto=Union konnte bei ihrer erſten
Trai=
ningfahrten auf der Bahn von Linas=Montlhery ausgezeichnete
Zeiten erzielen. Hans Stuck benötigte für die 12,5 Km. lange
Runde 5:17 Min. (141,9 Stdkm.) und war damit nur 5 Sekunden
langſamer als der bisher ſchnellſte Mercedes=Wagen.
Die achte Wiederholung des über 190 Km.
führen=
den Amateur=Straßenrennens um den Großen Straßenpreis des
Saargebiets geht am 15. Juli vor ſich. Die bisher international
ausgeſchriebene Veranſtaltung iſt diesmal nur für deutſche
Ama=
teure offen.
Sir Malcolm Campbell, der engliſche
Weltrekord=
fahrer, hat ſeine für Auguſt in Salt Lake City vorgeſehene
Re=
kordfahrt abgeſagt, da ſein Rennwagen „Blue Bird” bis zu
die=
ſem Zeitpunkt nicht ſtartfertig ſein kann. Campbell will die
Rekordfahrt erſt im Februar 1935 in Daytona Beach unternehmen.
Auchder vierte Tag in Wimbledon brachte deutſche
Siege. Im Herren=Doppel ſiegten Henkel/Denker über de
Bor=
mann Lacroix mit 16:14. 7:5, 4:6, 5:7, 12:10. Im Damen=Einzel
kam Außem über die Engländerin Harvey 6:1, 6:0 eine Runde
weiter
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 29. Junf
5.45: Choral, Zeit, Wetter. — 5.50 und 6.15: Gymnaſtik —
6.40: Zeit. Frühmeldungen. — 6.50: Wetter — 6.55:
Früh=
konzert. (Schallpl.). — 8.15: Waſſerſtand. Wetter. — 8.20:
Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.00: Katholiſche Morgenteier. —
10.00: Nachr. — 11.00: Werbekonzert — 11.40: Programm,
Wirtſchaftsmeldungen, Wetter. — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Mittagskonzert. Muſikzug der SA.=Standarte 167, Kaſſel.
Ltg.: MZF. Schröder. — 13.00: Zeit, Nachr., Saardienſt. —
13.10: Nachr. — 13.20: Ritter vom Pantotfel in Zwwil oder en
„naſſer Abend” Schallpl.) — 13.50: Zeit Nachr. — 14.00:
Das gibt’s nur einmall (Schallpl.). — 14.30: Nur Freiburg:
Nachr. — 14.40: Stunde der Frau: Die Welt im Porzellan.
15.30: Wetter. — 15.40: Wirtſchaftsbericht. — 15.50: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen.
16.00: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Phicharmoniſchen Or=
Geſters. — 17.30: Anonyme Briefe. Dreigeſpräch. — 17.45:
Akkordeon und Bandoneon, geſpielt von Otto Beck. — 18.003
Stunde der Jugend: Vom rechten Volksliedſingen! Eme
nach=
denkliche Stunde. — 18.25: Der Himmel m Jult. Ein
Vrertel=
ſtündchen Aſtrologie. — 18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Programm, Zeit. — 18.50: Griff ins Heute.
19.00: Stuttgart: Unterhaltungskonzert. — 20.00: Berlin:
Reichs=
ſendung: Politiſcher Kurzbericht. — 20.15: Frankfurt:
Reichs=
ſendung: Stunde der Nation: Seelenhandel an der Saar. —
Hörbild aus dem Leben deutſcher Arbeiter an der Saar. —
2100: Tanzmuſik. — 22.00: Acht Frauenchöre von Robert
Schumann. Mit Orcheſterbegleitung von Hans Pfitzner. —
22 00: Zeit, Nachr. — 22,35: Nachr. Wetter, Sport. —
22.45: Kleine Unterhaltung. Ein Mikrophon hat ſich verirrt.
23.00; Unbekannte Lieder aus unſeren Gauen. — 24.00:
Stutt=
gart: Nachtmuſik.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Freitag, 29. Juni
5.45: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. — 5.50:
Wicder=
holung der wichtigſten Abendnochr. — 6.00: Berli:
Gym=
naſtik. — 6.15: Tagesſpruch.
— 6.20: Kiel: Frühkonzert.
In einer Pauſe ſgegen 7.00): Nachr. — 8.00: Sperrzeit. —
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00: Ein Jahr
Volks=
liedſingen. — 9.40: Heinz Ulrich: „Brand”
10.00: Nachr.
10.10: Von deutſcher Arbeit: Vom Werden der deutſchen
Energie=
wirtſchaft. 50 Jahre Stromverſorgung der Reichshauptſtadt.
Hörfolge. — 10.50: Spielturnen im Kindergarten. — 11.15:
Seewekterbericht. — 11.30: Für die Mutter: Allerlei
Prak=
tiſches für die Reiſe. — Ein Tag in einem Kinderheim.
Hör=
bericht (Aufn.)
12.00: Breslau: Mittagskonzert des Stadtorcheſters Bunzlau. Ltg.!
Muſikdir. Arndt. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Wetter.
Anſchl: Aus Verdis „Rigoletto”, Soliſten. Chor und Orcheſter
der Mailänder Scala. (Schallpl.). — 13.45: Nachr. — 1400:
Sperrzeit. — 14 45: Glückwünſche. — 15.00: Wetter, Börſe.
15.15: Träumereien auf der Wurlitzer Orgel. (Schallpl.).
15.35: Fürs deutſche Mädel. Norddeutſche Mädel erzählen
aus ihrer Heimar.
16.00: Königsberg: Aus neuen Operetten. Kleines Funkorcheſter.
Ltg.: Eugen Wilcken. — 17.00: Zeitfunk. — 17.20: Bernſtem
in aller Welt. Ein Aufriß in 4 Hörbildern — 18.00: Amelita
Galli=Curci und Enrico Caruſo ſingen (Schallpl.). — 18.55: Das
Gedicht. — Anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Der Nachmittag eines Fauns. Impreſſionen m Wort und
Muſik. — 19.35: Volkslieder der oberen Saar. — 20.00:
Kernpruch. — Anſchl.: Kurznachr. — 20.15: Frankfurt:
Reichs=
ſendung: Stunde der Nation: Seelenhandel an der Saar.
Ein Hörbild aus dem Leben deutſcher Arbeiter an der Saar.
21.00; SA.=Konzert. Der Muſikzug der 15. SA.=Standarte.
Lig.: MBF. Tugendheim. — 22.00: Politiſcher Kurzbericht.
(Aufn.).
22 10: Wetter=, Tages= und „Sportnachr.
22.30: Heinr. Voß: Frauenweltſpiele. Aufn.). — 2245:
See=
wetterbericht. — 23.00: Profeſſoren der Hochſchule ſpielen zu
Gunſten ihrer Studierenden. Aum.).
Wetterbericht.
Störungsreſte über Mitteleuropa haben am geſtrigen Tage
der Witterung wieder veränderliches Gepräge gegeben und
Nie=
derſchläge teils gewitterhafter Art hervorgerufen. Da der Druck
vom Weſten her erneut kräftig anſteigt, bleibt die Zufuhr
kühle=
rer und feuchter Luft noch beſtehen, ſo daß nach wechſelnder
Be=
wölkung auch vereinzelt noch Schauer auftreten. Bei ſtärkerer
Auswirkung des hohen Druckes dürfte dann für ſpäter wieder
eine Beruhigung der Wetterlage zu erwarten ſein.
Ausſichten für Freitag, den 29. Juni: Wechſelnd bewölkt mit
vorübergehender Aufheiterung, zunächſt etwas kühler, einzelne
Schauer.
Ausſichten für Samstag, den 30. Juni; Fortſchreitende
Beruhi=
gung wahrſcheinlich.
Erfreuliche Kaufkraft=Steigerung.
Kurzarbeik erheblich zurückgegangen. Berliner und Frankfurker Efſekkenbörſe.
Wie aus Erhebungen der Deutſchen Arbeitsfront hervorgeht,
iſt ſeit Anfang dieſes Jahres eine beträchtliche Verringerung der
Kurzarbeit eingetreten. Während Ende Januar von den durch
die Berichterſtattung der Arbeitsfront über die Arbeitszeit
erfaß=
ten Mitgliedern insgeſamt 44,2 Prozent mit einer Arbeitszeit von
mehr als 48 Stunden wöchentlich beſchäftigt waren, ſtieg der
An=
teil der über 48 Stunden Beſchäftigten auf 50,1 Prozent Ende
April des Jahres. Dagegen verminderte ſich die Zahl der unter
40 Stunden wöchentlich Beſchäftigten von 15,7 Prozent Ende
Ja=
nuar auf 11,1 Prozent Ende April 1934. Aus der Entwicklung
dieſer beiden Gruppen der beſchäftigten Arbeiter laſſen ſich
beach=
tenswerte Rückſchlüſſe auf die Kaufentwicklung der Beſchäftigten
ziehen. Ganz allgemein zeigt die Erhebung der Deutſchen
Arbeits=
front über die Arbeitszeitentwicklung zunächſt eine Zunahme der
bezahlten Arbeitszeit und eine entſprechende dadurch eingetretene
Kaufkraftſteigerung. Dieſe iſt vor allem beachtlich bei der Gruppe
der unter 40 Stunden wöchentlich Beſchäftigten, alſo jener
Arbei=
ter, deren Verdienſte infolge der Kurzarbeit von unter 40
Stun=
den erfahrungsgemäß nur wenig über den Einkommenſätzen der
unterſtützten Erwerbsloſen liegen. Gerade die ſtarke
Verminde=
rung dieſer Gruppe, die um etwa 30 Prozent zurückgegangen iſt,
bedeutet eine Kaufkraftſteigerung von beſonderem wirtſchaftlichen
und ſozialen Werte. Denn durch die Kaufkraftſteigerung wird
für den Arbeiter die Möglichkeit geſchaffen, einen über den
direk=
ten Lebensbedarf hinausgehenden zuſätzlichen Bedarf zu decken, ſo
daß alſo hier eine Kaufkraftſteigerung erfolgt, die dem Abſatz
nicht unbedingt lebenswichtiger Erzeugniſſe zugute kommt.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Steigende Ausfuhr beim Holzſchraubenverband. Das
Inlands=
geſchäft innerhalb des Holzſchraubenverbandes hat ſich im erſten
Halojahr 1934 im weſentlichen nicht geändert. Es iſt jedoch eine
ſteigende Tendenz feſtzuſtellen. Gegenüber dem erſten Halbjahr
1933 zeigt die Beſchäftigung eine ſtark fühlbare Beſſerung, die den
Werken eine beſſere Ausnutzung ihrer Produktionsmöglichkeiten
geſtattet. Im Auslandsverkehr machen ſich die bekannten
Schwie=
rigkeiten bemerkbar. Trotzdem konnte die Ausfuhr unter
Zurück=
ſtellung privatwirtſchaftlicher Intereſſen in den letzten beiden
Mo=
naten geſteigert werden.
Ludwig Ganz A.=G. i. L., Mainz. Im Konkurs der Teppich=
Import= und Möbelſtoffgroßhandlung Ludwig Ganz A.=G. Mainz,
werden laut „Textilwoche” die nicht bevorrechtigten Gläubiger,
die mehrere 100 000 RM. zu fordern haben, vorausſichtlich leer
ausgehen, während die bevorrechtigten Gläubiger, deren
Forde=
rungen gleichfalls ſehr hoch ſind, wahrſcheinlich voll befriedigt
werden.
Aus dem Konzern der JG. Farbeninduſtrie. Die mit der JG.
Farbeninduſtrie A.=G. eng verbundene Chemiſch=Pharmazeutiſche
A.=G., Bad Homburg, konnte nach nicht genannten Abſchreibungen
in 1933 einen Reingewinn von 56 314 (73 282) RM. erzielen, zu
dem noch der Vortrag von 27 883 (23 100) RM. tritt. Neben dem
Inlandsabſatz iſt auch der Export weiter geſtiegen. Auf 0,25 Mill.
RM. Aktienkapital ſollen wieder 10 Prozent Dividende verteilt
und dem Wohlfahrtsfonds 25 000 (21 000) RM. zugewieſen
wer=
den. Immobilien ſind mit 0,31 (0,35) Mill. verbucht, Effekten
0 01 (0.05), Bankguthaben 0,03 (0,06). Die Geſellſchaft iſt an der
Eſſigfabrik Citrovin und der Homburger Heilquellen G. m. b. H.
beteiligt. Die Belegſchaft ſtieg auf 180 (158) Mann. Im neuen
Jahre habe ſich der Umſatz nach dem In= und Auslande nicht
un=
günſtig geſtaltet.
Frankreich fürchtet für ſeine Wollinduſtrie. Nach einer
Mel=
dung des Matin aus Lille droht, nachdem bereits England vor
2 Jahren die Ausfuhr gekämmter Wolle aus Nordfrankreich
ver=
boten hat, das deutſche Embargo auf gekämmte Wolle aus
Frank=
reich der Wollinduſtrie von Roubaix und Tourcoing
verhängnis=
voll zu werden. Deutſchland ſei ſtets der größte Abnehmer der
nordfranzöſiſchen Wollinduſtrie geweſen. Es gebe nur eine
Mög=
lichkeit, die Ausfuhr von Wolle nach Deutſchland zu ſichern, die
Schaffung einer obligatoriſchen Kompenſationskaſſe. Wenn die
Verhandlungen, mit Deutſchland keinen Erfolg hätten, würden
15 000 Arbeiter der Wollinduſtrie von Roubaix und Tourcoing auf
der Straße liegen und viele Wollkämmereien zur Stillegung ihrer
Betriebe gezwungen ſein.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Getreidemarkt vom 28. Juni. Weizen inländ.
(76—77 Kilo) fr. Mannh. 21.30—21,40, Feſtpreiſe franko
Vollbahn=
ſtation des Erzeugers per Juni: Bezirk 9 20,10 (
Mühleneinkaufs=
preis 20,50), Bezirk 10 20,30 (20,70), Bezirk 11 20,60 (21,00);
Roggen ſüdd. (71—72 Kilo) frei Mannheim 18,50. Feſtpreiſe
franko Vollbahnſtation des Erzeugers per Juni: Bezirk 8 17.30
(Mühleneinkaufspreis 17,60—17,90), Bezirk. 9 16,60 (18.00—18.20);
Mais im Sack 19,50—19,75, Erdnußkuchen prompt 17.20,
Soya=
ſchrot prompt 16,00, Rapskuchen 14,50, Palmkuchen 15,70
Kokos=
kuchen 17.70, Leinkuchen 17,60. Biertreber mit Sack 15,00—15.50,
Rohmelaſſe 8,50, Preßſtroh Roggen=Weizen 2,60—3,00. Hafer=
Gerſte 2,60—2,80, geb. Stroh Roggen=Weizen 2,20—2,60, Hafer=
Gerſte 2,20—2,40; Weizenmehl Spezial 0 (Type 563);
Feſtpreis=
gebiet 11 29,25, Feſtpreisgebiet 10 29,15, Feſtpreisgebiet 9 29,05,
Feſtpreisgebiet 8 —, Feſtpreisgebiet 7 28,85: Roggenmehl (Type
610): Preisgebiet 9 25,75. Preisgebiet 8 25,25; feine Weizenkleie
mit Sack 11,25. grobe Weizenkleie mit Sack 11,75, Roggenkleie
12,00, Weizenfuttermehl 12,00—12,25 Roggenfuttermehl 12,75,
Weizennachmehl 15,75—16,00, dito 4b 16,75. Tendenz: Mehle
ſtetig. Mühlennachprodukte ſtetig.
Berliner Getreidegroßmarkt=Bericht vom 28. Juni. Im
Ge=
treideverkehr blieb die Umſatztätigkeit ruhig. Die
Angebotsver=
hältniſſe haben ſich nicht verändert. Weizen und Roggen werden
von den Mühlen für den laufenden Bedarf aufgenommen. Die
Preiſe waren im allgemeinen behauptet, jedoch iſt Roggen am
Platze leichter unterzubringen als Weizen. Mehle in
unveränder=
ter Marktlage, die Kaufluſt für Kleie hat nachgelaſſſſen. Das
Offertenmaterial in Hafer war ausreichend, jedoch iſt der Konſum
verſorgt, und Gebote ſind ſchwer erhältlich. Für Gerſte alter
Ernte zu Brauzwecken beſteht nur noch ganz vereinzelt
Deckungs=
nachfrage auf ermäßigter Preisbaſis. Wintergerſte in vierzeiligen
Qualitäten ziemlich behauptet. Weizenexportſcheine liegen
wei=
ter feſt.
Biehmärkke.
Darmſtädter Viehmarkt vom 28 Juni. Aufgetrieben waren
157 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 36—38, b) 32—35,
() 28—31, d) 25—27 Pfg. pro Pfund, Spitzentiere und geringe
Tiere nicht notiert. Es wurden notiert in der Klaſſe a) 19, b) 43,
c) 31 und d) 32 Stück. Marktverlauf ſchleppend, Ueberſtand.
Ferkelmarkt Groß=Gerau am 27. Juni. Auftrieb: 953 Ferkel.
Ferkel koſteten 7—15 RM. pro Stück. Der nächſte Ferkelmarkt
findet am Mittwoch, den 11. Juli 1934, vormittags 8.30 Uhr, auf
dem Marktplatz zu Groß=Gerau ſtatt.
Mannheimer Viehmarkt vom 28. Juni. Auftrieb: 32 Kälber,
5 Schafe, 16 Schweine, 215 Ferkel und 408 Läufer. Preiſe pro
50 Kilogramm Lebendgewicht: Ferkel bis 6 Wochen 9—12 RM.,
dito über 6 Wochen 17—21. RM., Läufer 21—24 RM.
Markt=
verlauf: Ferkel und Läufer ruhig.
Frankfurter Viehmarkt vom 28. Juni. Auftrieb: Rinder
ins=
geſamt 150 gegen 148 am letzten Donnerstagsmarkt, darunter be=
fanden ſich 28 Ochſen, 13 Bullen, 21 Kühe und 28 Färſen:
Käl=
ber 772 (1047), Schafe 40 (45), Schweine 745 (716). Notiert
wurde pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen c) 23—25.
d) 19—22; Kühe c) 18—20, d) 9—14: Färſen c) 25—26, d) 17 bis
23: Kälber a) 42—45, b) 37—41, c) 31—36, d) 20—30; Hammel
b1) 32—34, c) 28—31, d) 25—26; Schweine b) 36—40. c) 35—40.
d) 33—39. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt
waren Kälber und Schweine behauptet, Hammel zogen 1.— RM.
an Marktverlauf: Rinder ruhig, Ueberſtand; Kälber ruhig;
Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine ſchleppend. Ueberſtand.
Bei ſehr ruhigem Geſchäft ſetzte die Berliner Börſe
wieder überwiegend freundlicher ein. Das Geſchäft konzentrierte
ſich in der Hauptſache auf einige Spezialitäten, während an den
übrigen Märkten die Umſätze ſehr gering blieben. Die Kuliſſe
verhielt ſich abwartend, wobei anſcheinend die Ausführungen von
Staatsſekretär Reinhardt über die Möglichkeit einer Erhöhung
der Börſenumſatzſteuer gegen wilde Aktienſpekulationen
mitſpra=
chen. Von günſtigem Einfluß auf die Tendenz war der gute
Auf=
takt der Londoner Transferbeſprechungen. Auch die anhaltende
Befeſtigung der Reichsmark an allen internationalen
Finanz=
plätzen wurde mit Befriedigung konſtatiert. Aus dem Rahmen
der Allgemeintendenz fielen Lahmeyer, die auf die Mitteilung
von Verwaltungsſeite, daß die Erträgniſſe im Baugeſchäft und
die Wertpapiereinnahmen zurückgeblieben ſeien, mit Minus=
Minus=Zeichen erſchienen Ferner gaben Bremer Wollkämmerei
um 4½ Prozent nach. Montanwerte lagen bei kleinen
Verände=
rungen uneinheitlich. Das gleiche gilt für Braunkohlenaktien.
Kaliwerte waren weiter feſt. Salzdetfurth ſtiegen um 19
Pro=
zent. Chemiſche Werte wurden einſchließlich Farben nach feſterer
Eröffnung auf Vortagesbaſis gehandelt. Von Elektrowerten
waren Bekula 1½ und Licht u. Kraft 2½ Prozent ſchwächer,
wäh=
rend Rheiniſche Elektrik 1½ Prozent gewannen. Sonſt gingen die
Schwankungen über den Rahmen von ½ Prozent kaum hinaus.
Im weiteren Verlaufe war die Haltung nachgebend. Hoeſch
ge=
wannen ½ Prozent. Größeres Intereſſe beſtand für
Linoelum=
werte, die etwas über 2 Prozent höher bezahlt wurden.
Lah=
meyer waren 68 Prozent ſchwächer. Zellſtoff 2½ Prozent höher.
Zu Beginn der geſtrigen Frankfurter Börſe herrſchte
recht ruhiges Geſchäft, und die Tendenz neigte zur Schwäche. Die
Kundſchaft und die Kuliſſe ſchreitet in Anbetracht des
Halbjahres=
ultimos zu einigen Glattſtellungen, denen die günſtigen Motive
keinen Einhalt bieten konnten. Als anregende Faktoren wurden
die Feſtigkeit der Mark im Ausland, ferner die Ausſichten über
einen guten Beginn der Transferverhandlungen mit England und
der bevorſtehenden übrigen Gläubigerländer bezeichnet. Stärkend
wirkte ſich die erwähnte Ultimoabwicklung aus, zumal heute die
letzte Börſe dieſer Woche iſt. Bei kleinſten Umſätzen waren
Far=
beninduſtrie mit 149½ Prozent behauptet, Scheideanſtalt
gewan=
nen 1½ Prozent. Größer waren die Umſätze bei Zellſtoffwerten;
Aſchaffenburger zogen 9 Prozent und Waldhof ¼ Prozent an.
Offenbar regen die augenblicklichen Verhandlungen in der
Papier=
induſtrie an. Elektrowerte teilweiſe leichter, ſo Gesfürel mit
minus 3 Prozent, und auch Lahmeyer auf Erörterungen über die
Dividendenausſichten um ca. 5 Prozent niedriger taxiert.
Sie=
mens und AEG. dagegen je ½ Prozent höher. Montanwerte
un=
einheitlich, aber ohne weſentliche Kursverſchiebungen. Mansfeld
auf die Neuordnung 8 Prozent höher, Harpener und Phönix
be=
hauptet. Gelſenkirchen, Klöckner, Mannesmann und Stahlverein
½—½ Prozent ſchwächer. Schiffahrtswerte behauptet.
Reichs=
bahn=Vorzugsaktien, Reichsbankanteile, Aku, Holzmann und
Daimler bis ½ Prozent feſter. Erneut ſchwächer tendierte der
Rentenmarkt, wobei die Umſätze auf ein Minimum beſchränkt
blieben. Stahlverein=Bonds im Zuſammenhang mit der
Ver=
ſchiebung des Urteils auf den 18. Juli um 1½ Prozent ſchwächer.
Altbeſitz, Reichsſchuldbuchforderungen und Umtauſch=Dollarbonds
büßten ½ Prozent ein. Am Pfandbriefmarkt lag durchweg
wei=
teres Angebot vor, ſo daß durchſchnittlich Kurseinbußen von ¼
bis ½ Prozent zu verzeichnen waren. Im Verlaufe herrſchte
weitgehende Geſchäftsſtille, und die Kurſe gaben überwiegend
wei=
ter etwas nach.
Die Abendbörſe war auf der ganzen Linie geſchäftslos,
zu=
mal Anregungen und Kundenorders völlig fehlten. Die
Grund=
ſtimmung iſt indeſſen aber nicht unfreundlich, und Aktien zeigten
gegenüber dem Berliner Schluß gut behauptete Tendenz. Farben,
Kalipapiere und Rheinſtahl büßten bis zu ½ Prozent ein,
da=
gegen zogen Mannesmann um ½ Prozent, Gesfürel und
Reichs=
bahn=Vorzugsaktien bis ¼ Prozent an. Zellſtoff Aſchaffenburg
waren nach der Steigerung vom Mittag zunächſt um ¼ Prozent
rückgängig und büßten im weiteren Verlaufe erneut ¼ Prozent
ein. Im übrigen blieben die Schlußkurſe behauptet. Von Renten
paren Altbeſitz, Reichsſchuldbuchforderungen und Umtauſch=
Dol=
larbonds bis ½ Prozent ſchwächer. In Pfandbriefen war das
Geſchäft gleichfalls recht ſtill.
Einheiliche Kennzeichnung für deutſche Bukkerſarten
Durch die Butterverordnung vom 20. Februar 1934 iſt
be=
ſtimmt, daß ab 1. April 1934 nur noch Butter in den Verkehr
gebracht wird, die den geſetzlichen Vorſchriften entſprechend
ge=
zeichnet iſt.
Alle Butter, die angeboten, zum Verkaufe vorrätig gehalten,
feilgehalten, verkauft oder ſonſt in den Verkehr gebracht wird,
muß nach ihrer Sorte gekennzeichnet ſein. Als Sortenbezeichnung
ſind nur zugelaſſen die Bezeichnungen: Deutſche Markenbutter,
Deutſche Feine Molkereibutter, Deutſche Molkereibutter, Deutſche
Landbutter, Deutſche Kochbutter. Andere Bezeichnungen wie die
vorgenannten darf und wird es auch künftig nicht mehr geben.
Phantaſiebezeichnungen wie „la Tafelbutter, allerfeinſte
Taſel=
butter, Teebutter, erſtklaſſige Gutsbutter, hochfeine Grasbutter”
uſw., zum Teil Decknamen, unter denen ausländiſche Butterſorten
als deutſche verkauft oder mindere einheimiſche qualitativ beſſer
dargeſtellt werden, ſind unterſagt.
Deutſche Markenbutter iſt äußerlich gekennzeichnet
durch den Aufdruck „Deutſche Markenbutter” in roter Farbe ſowie
das Einheitszeichen für deutſche landwirtſchaftliche Markenwaren.
Dieſes Güteabzeichen iſt geſetzlich geſchützt und verbürgt über
her=
vorragende Qualität und deutſche Herkunft. Jeder Verbraucher
achte auf dieſes Güteabzeichen! Deutſche Feine
Molkerei=
butter iſt durch blauen, Deutſche Molkereibutter
durch grünen, Deutſche Land= und Kochbutter durch
ſchwarzen Aufdruck gekennzeichnet. Neben der Sortenbezeichnung
muß noch das Milchwirtſchaftsverbandsgebiet ſowie die
Herſteller=
firma oder Ausformſtelle erſichtlich ſein.
Die deutſche Hausfrau und mit ihr jeder andere Verbraucher
wiſſen durch dieſe Art der Kennzeichnung künftig genau, welche
Sorte zum Verkauf kommt. Hierzu iſt es aber unbedingt
not=
wendig, daß nicht nur die umtlich hierfür eingeſetzten Stellen den
Kampf gegen die Nichtbeachtung der im Intereſſe der Verbraucher
erlaſſenen Anordnungen aufnehmen, ſondern daß dieſe auch durch
den Verbraucher ſelbſt durch eine ſachgemäße Einſtellung beim
Einkauf unterſtützt werden. Alle anderen Kennzeichnungen als
die vorſtehend angeführten, müſſen rückſichtslos zurückgewieſen
werden. Der Verkäufer iſt darauf aufmerkſam zu machen, daß er
ſich bei Nichtbeachtung der Anordnungen einer ſtrafbaren
Verfeh=
lung ſchuldig macht.
Preiſe für Frihkartoffeln.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
In der Woche vom 10. bis 16. Juni 1934 (6 Arbeitstage)
ſind bei der Deutſchen Reichsbahn=Geſellſchaft 693 405 Güterwagen
geſtellt worden gegen 688 040 in der Vorwoche (6 Arbeitstage)
und 610 949 in der entſprechenden Woche des Vorjahres (5’ſo
Arbeitstage). Für den Arbeitstag im Durchſchnitt berechnet
lau=
ten die entſprechenden Zahlen: 115 568, 114 673, 107 184. Nicht
rechtzeitig geſtellt wurden 371 (249) Güterwagen.
Mit Ablauf des 30. Juni 1934 wird die Notierung der 3½
Prozent Luxemburger Anleihe von 1894 an der Frankfurter Börſe
eingeſtellt.
Zu den verſchiedenen Mitteilungen über die
Dividendenaus=
ſichten bei Lahmeyer erklärt die Verwaltung auf Anfrage, daß das
Geſchäftsjahr erſt Ende dieſes Monats ablaufe. Zwar ſeien die
Portefeuille=Einnahmen geringer, auch die Bauabteilung weniger
beſchäftigt. Doch bleibe die Entſcheidung über die von
verſchiede=
nen Faktoren abhängige Dividende dem Aufſichtsrat in einigen
Wochen vorbehalten.
Berliner Kursbericht
vom 28. Juni 1934
Deviſenmarkt
vom 28. Juni 1934
Berl. Handels=Geſ
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
dapag
Nordd. Llohzd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
R
63.25
65.75
26.625
32.625
23.875
69.625
34.50
93.75
134.—
134.375
Mee
Gleftr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.felektr. untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Löln=Neueſſen
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
ff
81.25
149.375
60.—
107.625
107.—
74.375
61.25
125.—
71.25
93.25
65.375
45.625
Orenſtein & Koppel
Polhyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt=Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
Vae
18.—
39.—
171.—
19.75
40.125
125.—
62.75
117.25
90.—
79.875
106.50
Aeghpten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada.
Dänemar!
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Fsland
Währung
1äghpt. 2
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
12=Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.
GeldBrief
13.035
0.503
5o.57
0.1891
3.047
2.532
56.54
81.67
12,855
68.93
5.594
16.50
2.497
169.73
57.24
3/13,065
0.607
5a.,69
0.191
3.05=
2.538
56.66
81.83
12.695
69.07
5. 6o6
16.54
2.50
170.0:
57.30
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowk.
Türkei
ungarn
Uruguah
Ver, Staaten
Mie
100 Lire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Eseudos
100 Kronen
100 Franes
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr. 1
1 türk. 2
100 Pengö
1 Goldpeſo
1 Dollar
Geld
21.53
0.749
11.52
65.23
81. 48
34.29
10.34
0ao9
2.50g
Re
21.57
0.751
5. 6641 5.678
77.42 R77.58
63.59 63.71
48.45 8.55
1.54
(65.37
Bi.64
34.35
10.48
1.991 1998
100r
2.514
Surmſädter und Katioharbant Buriktast, Fillate der Aresoner Bun=
Frankfurter Kursbericht vom 28. Juni 1934.
Kene
„Gr. IIp. 1934
„ 1935
„. 1936
. : 1937
1938
„Gruppe 1 ..
6% Dtſch. Reichsanl.
68
„ b.25
5½%Intern. , v.30
8SBaden ... b.27
6%Bayern ..b.27
6%Heſſen ....v.29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. b.27
69 Thüringen v. 27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze ........ !
5% Dt. Reichspoſt
Schätze ........
Dtſch. Anl. Ausl.
*½. Ablöſung
„. (Neubeſitz)
Deutſche Schutzoe.
bietsanleihe ...
6%Baden=Baden.
6SBerlin ...v.24
68Darmſtadt . .
6% Dresden. . v.26
68Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
6%
„ v.26
68Mainz.. ..
62Mannheim v.2
69München v.2‟
6%Wiesbadenv.28
6%Heſſ. Landesbk.
6% Goldoblig.
1037,
103.5
102‟
99.5
967),
101.1
99.8
93.75
890.575
91i.
94.25
90
106
93.5
89.5
100.35
100
94.5
9.3
32a5
m.75
7871.
79.75
94.25
88‟
Wee
hyp.=Bk.=Liquid.
43%
Komm. Obl. ...
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. 6. Pf.
6% Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
6%0
„ R.12
6%Kaſ. Landeskrd.
Goldpfbr.
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
„Ausl. Ser.
„„Ser.II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)
69Berl. Hyp.=Bk.
5½% Lig.=Pfbr
6%Frrf. Hyp.=Bk.,
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
6% „ Goldoblig.
6GFrkf. Pfbr.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfr.
6%Mein. Hyp.=Bk.
5½%0 — Lig.=Pfr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
5½% „Lig.=Pfbr.
6%Rhein. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfr.
6% „ Goldoblig.
6% Südd. Boden=
Ered.=Bank
5½% Lig.=Pfhr.
26Württ. Hyp.=B.
88
89
33
82
91
88
88.5
95
113.5
19
88.5
88.5
88.5
87.
83:l.
88.5
89.75
88l.
90
91.25
92,
89
89
87.5
Me
62 Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl
6½ Salzmann E Co.
6%Ver. Stahlwerke
6% VoigtckHäffner
J. G. Farben Bond=
5%Bosn. L. E. B.
5% „ L.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v.02
4½% Oſt. Schätze
425 Oſt. Goldrente
5%vereinh.Rumän
4½%
4%
4% Türk. Admin.. .
4½ „ 1.Bagdad
4% „ Bollanl. .
½%üngarn 1913
4½% „ 1914
420
Goldr.
4%
„ 1210
4½Budp. Stadtanl.
4½Liſſabon
4% Stockholm
Aßtien.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A.E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
„ Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F.P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen..
Eement Heidelberg
Karlſtadt
Me
95.5
90.25
91
7I
78.5
124.75
13
13
9
33.25
24
4.3
6.75
3.9
47.5
51.75
93.5
194.5
64
231,
z1
541,
122
69.5
1417,
76.25
1o8
125.5
Afßf 23, 30
Chem.Werke Abert!
Chade (A.C) ....!
Contin. Gummiw.
Contin.=Linoleum
Daimler=Benz
Dt. Atl. Telegr. . .
Erdöl
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheide=Anſtalt.
„ Linoleum ..
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffe Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ
„ Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleiche:
Fahr, Gebrüder
J.G. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Fetter)
Felt. & Guillegume
Frankfurter Hof ..
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer..
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke. Füſſen
HarpenerBetgbau.
Henninger, Kempf
HübertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen .../108.5
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamn
Genüſſel
D
70.25
59
49f.
112
120.5
207.5
611,
70
96
75
82
109
243
40
52.5
108
149.5
67.15
59.75
107.5
68
197.75
57.5
90
34
103
109.75
3a.25
72.5
61.5
174.5
130
Ke
Kali Chemie ...."
Kali Aſchersleben .
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke ...
Knorr C. H. .. .. ..
Konſerven Braun.
Lahmeyer & Co. ..!"
Laurahütte .. ...."
Lech, Augsburg.
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz Akt.=Br. . .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühlenbau
Moenus ........
Motoren Darmſtadt
Neckarwerk Eßling.
Oberbedarſ .. . .."
Park=u. Bürgerbräul=
Phönix Bergbau.
Rh. Braunkohlen..
Elektr. Stamm
„ Stahlwerke
Niebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerke
Salzdetſurth Kali
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske
Neinigerwerke
Südd. Zucker=A. G./
Thür. Liefer.=Geſ..
125
54
70.5
122.75
19.25
D
Ber, Stahlwerke.
Ver. Ultramarin.
Voigt & Haeffner.
Beſtdte. Kaufhof
Weſteregeln Kali
Zelſtoff Waldhof.
224
73
62.5
65.75
78.75
861.
84
94.5
106
47.25
233.5
102
96.5
96.5
AR.w
19.5
92
156
177.9
80.5
Alg. Dt. Ereditanſt.
Badiſche Bank. . .
Bk. f. Brauinduſtr
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
„ Hypothekbk.
Comm. u. Privatbk
Dt. Bank u. Disc.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank...
Frankf. Banl.....
„ Hhp.=Bank
Mein. Hyp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Ban!
Reichsbank=Ant. . .
Rhein. Hyp.=Bank.”
Südd. Bod.=Cr. Bk.
Württb. Notenbank.
A.=G.f. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftn
72 Dt. Reichsb. Bze
Hapag
Nordd. Llohzd.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz- u. Stuttg
Verſicherung •../211
„ Verein Verf,/823,5
Frankona Rück=u. Ml
Mannh. Verſich...
95
40.25
La
70
1126
51
45.25
113
102
69.75
88.75
117
„5
8325
74.5
Kic
80
As
69
155.25
11
Ja
112.5
111.75
14.5
Otavi Minen
Schantung Handels
orener He
raf erwider
zuckte die Ach
Es war
bel hörte dei
WWeil er keinet
die Schachtel,
dund leerte ſeit
„Haſt du
fragte er The
„Trink ni
ſich das dritte
„Nein,” er
mein vorletzter
das wiſſen?”
Thea ſchüt
„Du kenn
Sie, Herr Gra
Walze. Der ſch
Er tromme
beiden leiſe an
Er wiederl
pfel — bau,
Für die Zeit vom 18. Juni bis auf weiteres lauten die vom
Reichsnährſtand (Hauptabteilung II) im Rahmen der
Abſatzrege=
lung von Frühkartoffeln feſtgeſetzten Preiſe, die nicht
unterſchrit=
ten werden dürfen, wie folgt (die jeweils erſte Zahl gilt für
ge=
ſchloſſene Anbaugebiete bei Abgabe durch die Bezirksbetriebsſtelle,
die zweite für nicht geſchloſſene Gebiete bei Abgabe des Erzeugers
an den zugelaſſenen Verteiler): Rheinland 6,50 bzw. 6,14,
Weſt=
falen 6,50 bzw. 6,14, Hann.=Hamburg 6,80 bzw. 6,44, Kurheſſen —
bzw. 6,80, Schleswig=Holſtein — bzm. 6,50, Kurmark 6,50 bzw.
6,14, Berlin inneres Gebiet 6,70 bzw. 6,34, Provinz Sachſen 6,50
bzw. 6,14, Freiſtaat Sachſen 6,70 bzw. 6,34; Bayern r. d. Rheins
6.80 bzw. 6,44, Pfalz 6,40 bzw. 6.04, Baden 6,40 bzw. 6.04 Heſſen=
Naſſau 6,40 bzw. 6,04, Württemberg 6,50 bzw. 6,14, Schleſien 6,50
bzw. 6.14, Pommern 6,50 bzw. 6,14, Mecklenburg — bzw. 6,80,
Braunſchweig — bzw. 6,50, Oldenburg — bzw. 6,60, Thüringen —
bzw. 6,50. Die vorſtehend genannten Preiſe gelten in Reichsmark
für 50 Kilogramm ausſchließlich Sack.
„Rust imn 8
amn Gudt
atikel imn
Idler-
[ ← ][ ][ → ]Freitag, 29. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 177 — Seite 13
UBER
Roman von Wolfheinrich v. d. Mülbe
„Proſt Thea, mein kaſtanienbrauner Engel! Ihr Wohl, hoch=” , zehn Tagen ſingt das ganze Berlin und fordert ſich Tag uind Nacht
eborener Herr Graf — mit Erlaubnis!‟ Er trank beiden zu. Der gegenſeitig auf, Zitronen von Apfelbäumen zu pflugken.
raf erwiderte ſeine Höflichkeit mit gemeſſener Zurückhaltung.
Es war Pauſe, die Muſik ſpielte einen Foxtrott. Artur Schü= werde; denn ich fahre morgen abend über Bremerhaven nach
Süd=
bel hörte den letzten Takten verächtlich zu. „Lächerlich,” ſagte er und amerika — Buenos Aires.”
buckte die Achſeln, „kein Menſch wird den Schmarren je ſingen.
Thea blickte erſtaunt auf.
Weil er keinen Text hat — ſo was iſt kein Text!‟ Er langte in
die Schachtel, die auf dem Tiſch ſtand, ſteckte ſich eine Zigarette an Thea?” rief Schübel begeiſtert.
und leerte ſein Glas.
„Haſt du meinen neueſten Foxtrottſchlager ſchon gehört?” Buenos Aires? Palmen — Affen — Papageien — Wilde —,
fragte er Thea.
„Trink nicht ſo viel,” ſagte die Tänzerin; denn Schübel goß ren.” knurrte Schübel, ſah grinſend in den Saal und warf
irgend=
ich das dritte Glas ein.
wohin einer fingierten Dame eine Kußhand zu.
„Nein,” erwiderte er, „denn nicht.” „Trink nicht ſo viel” iſt
mein vorletzter Schlager — oder auch mein übernächſter, wer kann
„Herr Schübel,” ziſchte Thea ermahnend.
das wiſſen?”
Thea ſchüttelte lachend ihre tizianroten Locken.
und machte mit der Rechten eine großartige Gebärde.
„Du kennſt ihn alſo noch nicht, mein Kind? Paß auf! Auch
SSie, Herr Graf! Sie ſind der erſte, der ihn hört. Friſch von der geht — dir geht’s immer gut. Wie du wieder im Ueberfluß ſitzeſt!
Walze. Der ſchlägt ein — fabelhaft!“
Er trommelte mit den Fingern auf den Tiſch und ſang die
Er griff nach ſeinem Glas.
beiden leiſe an:
Mein Kind, du biſt nicht ohne,
meinte Thea ärgerlich.
Drum pflück dir ine Zitrone
Zum Lohne
und antwortete:
Von meinem Apfelbaum!
Von — meinem Apfelbaum!
kommſt, mir bis morgen abend zwanzig Mark zu pumpen.”
Er wiederholte noch einmal: „Zitrone — zum Lohne — A
— pfel — baum. Na? Ich garantiere Ihnen, Herr Graf, in vier= böſe an.
(Nachdruck verboten)
„Möglich,” lachte Larmi, „ſchade, daß ich es nicht mehr erleben
„Beneidenswert! Beneidenswerte zwei! Fährſt du auch mit,
„Ich denke nicht daran. Das heißt, ich möchte wohl mal —
„Deswegen braucht kein Menſch nach Buenos Aires zu fah=
Er lehnte ſich zurück, ſtemmte die linke Hand gegen den Tiſch
„Mein Theachen . . .! Wie ich mich freue, daß es dir ſo gut
Und ich dagegen — ja, ihr Mädel! — Na, pflück dir ne Zitrone. ."
„Sie ſollten lieber was eſſen, ſtatt fortwährend zutrinken.”
Schübel ſah ſich nach der Speiſekarte um. Er fand ſie nicht
„Wie kann ich denn? Ich habe überhaupt noch nichts gegeſſen
und werde es auch nicht, wenn du nicht auf den glücklichen Einfall
„Bis morgen abend!” ſagte Thea geringſchätzig und ſah ihn
„Was willſt du, ſchönes Kind! Ich bin mal wieder blank —
natürlich. Aber iſt das meine Schuld? Nur die der Intendanten.”
Er wandte ſich an den Grafen: „Seit einem halben Jahr ſpielt
das Quedlinburger Stadttheater Tag und Nacht meine Oper
„Mirza, die Indianerbraut”, glauben Sie, ich könnte meine
Tan=
tiemen bekommen? Ich bombardiere die Intendanten mit Briefen.
Schweigen im Walde! Und glauben Sie, daß mir ein Menſch auf
die Tantiemen, die doch ſo ſicher ſind wie Abrahams Schoß, etwas
pumpt? Ha — wen kümmert es, ob ein Dichter hungert?”
Larmi fand den Mann ſtörend. Er wollte ihn los ſein, da
er mit Thea etwas Wichtiges beſprechen mußte, das er
vor=
bereiten wollte. Alſo ſtand er auf und winkte den Hausdichter
ein paar Schritte abſeits.
„Herr Schübel”, ſagte er und ſteckte ihm einen
Fünfzigmark=
ſchein in die Hand, „Sie werden mir den Gefallen tun, dies
kleine Darlehen anzunehmen. Aber unter der Bedingung, daß
Sie ſofort hingehen und an den Intendanten nach Quedlinburg
ſchreiben. Mit dem Wiedergeben eilt es nicht, es hat bis zu
meiner Rückkehr aus Südamerika Zeit.”
Schübel war ſichtlich befriedigt.
„Herr Graf”, erwiderte er, „Sie haben eine Großzügigkeit,
die ſich in den denkbar angenehmſten Formen auslebt. Sie
wiſſen, was ein Ariſtokrat Ihres Schlags der Kunſt ſchuldig iſt.
Jetzt hab’ ich nur noch einen Wunſch . . ." dabei ſchüttelte er
ihm die Hand.
„Und?”
„Daß Sie all meine übrigen Gläubiger mit nach
Süd=
amerika nehmen.”
Damit ging er.
Als Larmi ſich umwandte und ſeinen Tiſch ſah, biß er ſich
auf die Lippen.
An Herrn Schübels Platz ſaß Kommerzienrat Krauſe und
plauderte mit Thea.
Fortſetzung folgt.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Radolf Mauve; für Feuilleton: J. V.
Dr. Herbert Nettei für Reich und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: J. V.
Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den Handel:
Dr. C. 6. Quetſch; für den Sport: Karl Böhmann für „Die Gegenwart” Tagesſpiegel
in Bild und Wort: Or. Herbert Nette: für den Anzeigenteil und geſchäftliche
Mit=
teilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. V. 34. 22461. Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23,
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
Dert
ragen kragen
— ein luxus — aber jedem möglich
durch MEV, den modernen Kragen ohne
Waschen und Plätten, zu Al5 seines
Ma-
terialwertes aus feinem Wäschestoff! 7
Dutzend RM 2,50
3 Stückl RM—,65
Arthur Slttig, Adolf-Hitler-Platz 4
L. Engelhardt Nachf., Große Ochsengasse 27
A. Geiger, G. m. b. H., Ludwigsplatz 8
E. & E. Walz Nachf., Karlstraße 110
E. Weinmann Nachf. Max Götz, Elisabethenstr. 25
Jacob Schüler, Nieder-Ramstädterstraße 13
(6111a
„Runst im Kanduerk‟
am Budwigsplatz 8533a
Geschenkartikel in Silber und Sold!
6124 Brenabor,
Vierſitzer, offen,
120 ℳ zu verkfn.
Meinhardt.
Kirſchenallee 103
Adler
Schreihmaschinen
von RM. 184 an
Müller & Ober
Rheinstraße 39. (b
Foxterrier
(Drahthaar), 4
Monate,
einge=
trag, prämiierte
Abſtammg.,
gün=
ſtigſt abzugeben.
Deckert,
Hügelſtraße 7.
Schäferhündin,
ſchön, wachſam,
2 Jahre alt, I.
Stammbaum, in
gt. Hände abzug.
Brunner, Traiſa,
Waldſtraße 59.
Ardie 500 ccm.,
guter Läufer,
preisw. zu
ver=
kaufen. Karl
Darmſtädter,
Darmſtr. 31. (e
Hanomag
M/12 PS. offen,
zu verkaufen od.
egen Motorrad
zu vertauſchen.
Ung. D. 88 Gſch.
8,K.W.
Zweiſitzer, offen,
PS älteres
Modell. billig z.
Zündapp,
ſteuer= u.
führer=
ſcheinfrei.
200 ccm, ſ. gut
erhalten, zu vk.
Darmſtraße
Drei=Rad=
Lieferwagen,
Karntee
u. B.M. W.
Beſichtigen Sie
die neuen
Mo=
delle. Bis 15 Ztr.
Tragkraft. (
J. DongescWieſt
Grafenſtr., Ecke
Eliſabethenſtr.
Ford
komb.
Lieferwa=
gen, für Metzger
ſehr geeign., noch
verſteuert,
preis=
wert zu verk. (el
Simon May,
Gräfenhauſen,
Telefon
Wixhauſen 20.
Landhaus
mit ſchön.
Gar=
ten z. kaufen
ge=
ſucht. Ang. unk.
94 Gſchſt.
Billa
im Odenwald
mit groß.
Gar=
ten, ſondergeb., ſofort
zu verkaufen. (e
Ang. D. 95 Gſch.
Haus
(2X3 oder 2X4
Zimm.) zu
kau=
fen geſucht. Ang.
unt. D. 103 Gſch.
Villa, für Aerztepraxis geeignet,
Herdwegviertel,ſonnige Südzimmer
und Veranden, Zentralheizung,
größerer Obſtgarten,
erbteilungs=
halber ſehr billig zu verkaufen.
An=
gebote unter D. 84 Geſchſt. (7088
Elagen=
Wohaus
mit Laden
in guter
zentra=
ler Lage, guter
Bauzuſtd.,
Mie=
ten RM.4000.—
Steuern 1400.—
RM., bei RM.
10 000.—
Anzah=
lung günſtig an
raſch entſchloſſ.
Käufer zu
ver=
kaufen. Ang. u.
B. 168 Geſch.
Obſtgarten,
günſtig gelegen
ca. 1000 qm gr.,
pro am 3 ℳ zu
verkaufen. Ang.
unt. D. 83 Gſch
Zu tauſchen
geſucht: Kleine
gutgeh. Wirtſch.
geg. anderes kl
Geſchäft. Angeb.
unt. D. 82 Gſch.
Geſucht:
3=Zim.=Wohng.
mit Zub., mögl.
Martinsviertel;
in Tauſch zu
geben, ſchöne 2=
Zim.=Wohng. m.
Zubehör. Angeb.
unt. D. 77 Gſch.
2 Bodenkammern
einz. od.
zuſam=
men, für
Möbel=
einſtellen billig
zu vermieten.
Erfragen Geſchſt.
2 große Zimmer
zu vermieten.
Näh. Geſchäftsſt.
Inſelſtraße.
Schöne 5=Zimm.=
Wohnung, part.,
Bad, Veranda
etc., iſt wegen
Wegzug d.
Mie=
ters per 1. Okt.
zu vermiet. Ang.
unt. D. 86 Gſch.
T-Gas
vernicht. b.
fach=
männ. Vorbereit.
Wanzen
Motten u. Käfer
100prozentig!
Geruchlos, ohne
Beſchädigungen.
Nur perſön=
Gliche Arbeit!
R. Joedecke,
Staatl. u. amtl.
geprüft. (a
Luiſenſtraße 38,
Telefon 2598.
Erſtes T=Gas=
Inſtit. a. Platze.
Schöne
5 Zim. Uh4.)
Roßdörferſtr. 72, Riedeſelſtr. 27, II.
III., zwiſchen
In=
ſel= und
Heiden=
reichſtr., per 1.
Okt. zu
vermie=
ten. Einzuſehen
von 11—12 Uhr
vorm. Näh. dch.
Albin Hohmann,
Schlageterſtr. 113
Telefon 3227,
zw. 1 u. 2 Uhr.4
6=Zimmer= *
Wohnung,
1. Stock, ſchön,
ſonn., ab 1. Okt.
1934 zu
vermie=
ten. Anzuſehen
von 11—1 Uhr.
Dr. Wolfes
Herdweg 110, II.
Mathildenſtr. 49
part., geräumige
6=Zim.=Wohng.
mit
Etagen=
heizung nebſt
all. Zubehör z.
1. Okt., auch
frü=
her, zu verm.
Parkusſtr. 13, II.
leeres Zimmer
zu vermieten.
gut möb.,
ſonni=
ges Zimmer m.
el. Licht,
Ruhe=
bett, gute
Heiz=
gelegenh., in
ru=
higer Lage und
ebenſolcher
Woh=
nung zu verm.
Anzuſ. 1—3 und
6—8 Uhr.
Lauteſchlägerſtr.
Wohn= u.
Schlaf=
zimmer an 1 od.
2 Herren, auch
einzeln ſehr bil=/Lage gut möbl.
lig zu vermiet.
Erbacherſtr. 14
möbl. Zimmer.
Möbliertes —
Zimmer
Wienerſtr. 72, pt.
Wilhelmſtr. 29
gut möb.
Wohn=
u. Schlafzimmer
zu vermieten.
Schlafſtelle
für 1—2 Herren
frei; auch
vor=
übergehend.
Näh. Geſchäftsſt.
Für unſere werten Mitglieder:
puddingpulver: Sahne, Himbeer, Vanille, Erdbeer,
Beutel 8 Pfg.
Schokolade.
9
Apfelſine=Soßenpulver . .
2
Natron, kleine Schachtel ... . ."
10
10
Rote Grütze ..."
Deutſcher Volksreis, glaſiert
Pfd. 18
Himbeerſhrup, Pfd. 62 Pfg., ½ Fl. v. Gl. 60
Apfelwein . . . . . . . . . 1/ Fl. o. Gl. 30
Deutſcher Wermutwein . . . /: Fl. o. Gl. 68
Rheinheſſ. Weißwein in 5 Ltr.=Rorbfl. 4 Ptr. v. Gl. 80
Ingelh. Rolwein „5
80
Limonade, Selterswaſſer, Flaſchenbiere, Nährbiere
nöſkaffee Pfd. 2,80, 2.40, 2.20 und 1.84 Mk.
Tee, Ceylon orange Pekoe=Miſchung Pfd. 6.50
Tee 50 g-=Beutel 0.80, 0.70, 0.65 und 0.60
Tee 20 „ „ 0.35, 0.30 . . . . und 0.25
Tee 10 „
... . 0.10
GEG Kafao ¼=Pfd.=Paket 0.45, 0.30 und 0.25
la Ochſenfleiſch . . . . . . . . . . . Pfd. 0.70 Mk.
Schweinefleiſch.
0.85
Kalbfleiſch. .
Pfund von 0,75 an
unſere Brot= und Backwaren:
Miſchbrot, Roggenbrot, Schrotbrot, Vollkornbrot, Weißbroi,
Bröſchen, Kuchen, Kaffeegebäck, Zwieback.
Bezirks=Konſum=Perein Darmſtadt
e. G. m. b. H.
(Warenabgabe nur an Mitglieder.) aus
Die
heiße
Zeit
verlangt.
leichte
Kleidung
Sie ist angenchm
im Tragen, in viel.
Arten vorrätig u.
besonders billig
im Hause Artmeier
Tussor-Jacken, gern getragen
4.80 6.50 8.50 10.50
Lüster-Jacken, schwz., blau, grau
5.95 7.50 10.50 14.50
Leinen-Joppen, weiß u. farbig
7.50 10.56 11.50 12.50
Schöne große Wohnung
8 Zimmer, mit Bad, Küche u.
reich=
lichem Zubehör, Zentralheizung,
im Eichbergviertel, zum 1. Oktober
zu vermieten. Angeb, unter B. 183
(6922a
an die Geſchäftsſtelle.
Mauerſtraße 14.1
Hths., I., möbl.
„I. r., gt. möb. Zimmer, ſeparat,
wöchentlich 4-ℳ.
Kapellplatz.
In freier, ſchön.
Zimmer z. verm.
Mühlſtr. 60, II.
Wilhelminen=
ſtr. 38, gut möb.
Zim., fließ.
Waſ=
ſer, Bad, Telef.,
Zentralheizung,
zu vermieten.
Gut möbl. Zim.
per ſof. zu
ver=
mieten.
Hügel=
ſtr. 15. Laden. (a
Soderſtr. 16, II.
links, möb.
Zim=
mer zu verm.
Eliſabethenſtr.80
möbl. Zimmer
m. fließ. Waſſer
in
Einfamilien=
haus ſofort zu
Kl. Werkſtatt,
heizbar möglichſt
Südoſt=Lage, zu
mieten geſucht.
Preisangeb. unt.
D. 80. Geſchſt.
Schuhmacher
ſucht. kleine
Werkſtatt oder
kleinen. Laden
mit 1. Zimmer
u. Küche. Ang.
u. D. 92 Geſch.
Kl. 3=Zimmer=
Wohnung
zum 1. 8. oder
ſpäter geſucht.) ſaubere
Angebote unter
D. 99 Geſchſt.
Schöne
4—5 Zimm.-
Wohnung
vermieten. randa von
Be=
amt. bis 1. Okt.
geſucht.
Ang. D. 101 Gſch.
2 Damen
ſuchen z. 1. Okt.
3= od. 4=Zimm.=
Wohnung. Ang.
unt. D. 81 Gſch
Jg. Akademiker
ſucht leeres Zim.
u. Küche. Angeb.
mit Preis unt.
D. 104 a. d.
Ge=
ſchäftsſt. erb. (e
Kleine Familie,
pünktl. Zahler
(Penſion) ſucht
2-Zim.-Whg.
Gefl. Angeb. u.
D. 89 Gſchſt. erb.
Jg., kinderloſes,
erwerbst. Ehep.
ſ. 1—2=Zi.=Whg.
mit Küche.
An=
mit Bad u. Ve=lgeb. erbeten u.
D. 76 Geſchſt.
Geſucht ab 1. 7.
2 möbl. Zimmer
m. Küchenbenutz.
f Ehep. m. Kd.
Wäſche vorhand.
Ang. D. 98 Gſch.
Alleinſteh., ruh.
Dame ſucht in
nur gut. Hauſe
1 ſchönes leeres
od. möbl. Zimm.
mit Nebenraumim. kl. Nebenraum
od. Küche. Ang.
mit Preis pro
Monat u. D. 85
Geſchäftsſtelle, (e
Wasch-Joppen,sehrstrapazierf.
2.90 3.50 5.50 6.75
Jankerl, die große Mode
5.50 8.75 12.50 15.50
Einzelne Sakkos, sehr beliebt
12.50 17.50 22.— 27.—
Flanellhosen, dazu passend
4.50 8.— 12.— 15.—
Knickerbocker, weite Form
3.80 5.80 8.50 II.—
loder- und Gummigürtel, leichte Hüte und Sport-
mützen usw. aus unserer Speziglabteilung Besuchen Sie stets (7097
am Schillerplatz
[ ← ][ ] Bis auf weiteres Heute letzter Tag Heute leizter Tag Ein Film der deutschenSegelfliegerei — ein Film
echter Kameradschaft
Riualen der Lußt Die neueste undentzückende
Tonfilm-Operette
Einmal eine Ein Film mit Schmiß, Laune
und Musikalität:
IhreDurchlaucht hergestellt unt. dem Protek-
torat des Präsidenten des
deutsch. Luftsportverbandes
Bruno Loerzer.
Hauptdarsteller: Glaus
Glausen. Wolfg. Liebeneiner,
Hilde Gebühr, Sybille Schmitz
Jugendliche haben Zutritt. grobe Dame sein die Verkäuferin — einmal reich (V7098
und ohne Sorgen.
mit Käthe von Nagy,
Wolk Albach-Retty. nach der Bühnenoperette
„Meine Schwester und ich‟
mit Liane Haid
und Willi Forst.
Boginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Siemmers Kolonial-Kaffee
1Pfund ... . . . . 2.60
½4 „ ......0.65
Diese Kaffeemischung enthält einen sehr
schönen, kräftigen Ostafrika-Kaffee aus
dem Bezirk Arusha am Fuße des Kili-
(7085
mandscharo.
Stemmer
Elisabethenstraße 14.
Landestheater
dROSSES HAUS
Freitag, den 29. Juni 1934
Hauptm. D 26 19.30 b. g. 22
dazu Kinderreiche Mütter
Nummerkarten 951—1200
Zum erſten Male wiederholt
Sein Schatten
Deutſche Spieloper
von Friedrich von Flotows,
Darſteller: v. Georgi,
Gmei=
ner, Anders, Drath, Kuhn,
Ritzhaupt.
Preiſe: 0.70—5.50
Letzte Nacht=Aufführung
im Fürſtenlager Auerbach
(Abſchiedsvorſtellung
des Heſſ. Landestheaters)
Samstag, 30. Juni, abds. 9 Uhr
700 Mitwirkende.
Schein=
werfer= und Fackelbeleuchtung.
Kartenvorbeſtellungen:
Amt Bensheim 311, Verkehrs=
(7079b
Verein Auerbach.
Perein für naturgemäße Lebens= u. Heilweiſe
e. V. Darmſiadt (Naturheilverein)
Zu dem am Samstag, den 30. Juni, abends 8 Uhr,
im Städtiſchen Saalbau ſtattfindenden
Feſtabend
anläßlich des 50jährigen Beſtehens unſeres Vereins
laden wir hiermit alle Freunde unſerer Bewegung
auf’s herzlichſte ein.
Der Vereinsleiter.
(7115
Eintritt frei! Kein Trinkzwang!
Am Sonntag, den 1. Juli ds. Js., vorm. 10½ Uhr: Führung
durch den Botaniſchen Garten (Zuſammenkunft 10½ Uhr
pünkt=
lich Ecke Roßdörfer= und Heidenreichſtraße). Nachmittags 3 Uhr:
zwangloſes Zuſammenſein im Luftbad mit verſch. Darbietungen.
Kfch
Nuese ne
Aufo-Ruf
OO
Fahrten nach auswärts bei
billigster Berechnung!
Tag-und Nachtdienst.
(7105
Winkel
Rheinstr. 28.
Durch größeren Abſchluß
offeriere
Deutschen Wermut
vorzüglich und abgelagert
p. Flaſche 0.50, Ltr. 0.65 v. Gl.
Nordhäuser und
Ansetzbranntweine
per Flaſche 2.00, Liter 2.60
Bowlen-Weine
Schaumweine
in bekannt guten Qualitäten
Weinhandlung
Hammen
Eliſabethenſtr. 48. (7112
Heute um 20 Uhr in unserem Vortragsraume!
Einzelheiten zum leizlen Back-Vortrage,
S0wie Kochen, Bralen und Einmachen auf
dem elektrischen Herde!
Hessische Eisenbahn A.-G., Luisenstr. 12/ 16.
Aule.
Talst
Auch Schwergewichtler
trägt das moderne
Miele-Markenfahrrad
spielend leicht — und gerade für
solche Herren ist Radfahren eine
außerordtenlich gesundeBetätigung
Miele-Fahrräder
schon von
Oar-an,
Fahrräder mit Freilauf v. 35.- an.
Ersatzteile u. Reparaturen billigst.
— Zahlungserleichterung. —
Gebrauchte Räder vorrätlg
Grschel
Kirchstr. 21 (geg. Hublitz).
7117)
Na, junger Mann, da
kön-
nen Sie den Radsport wohl
an den Nagel hängen!?
So sehin Sie aus, alter
Knabe! Eine Felge, ein paar
Speichen u. sonstige
Klei-
nigkeiten für weniges Geld
von GÜTTING — und die
Karre ist wieder in
Ord-
nung. Wer Ersatzteile
braucht, der geht am
besten zu
GÜTTING
Schuchardstraße 10.
Noger vrrGr.
Kcktsein Eite
dich dasOhr.
Sleger über alle Natlonen bel der
ltallen-
ahrt z 6000 Kllometer. • Prompt lleferbar.
Rhein-
er Cober str. 39.
Ki0zu 544
aus der
Parfamerie
Sranp
Eligabethen-
straße 9 (4776a
Radie
vom Spezialgeschäft
Große Auswahl
Vorbildlicher Kunden-
(6902
Ke Ee
Ludwigsplatz Nr. 3
Fernsprecher 2140.
Tiſch.
Spiegelſchrank
(pol.), Teppich,
Flurgarderobe
zu kauf. geſucht.
Ang. D. 90 Gſch.
Pflaſterſteine,
gebr.) 100 qm
geſucht. — Jear
Geiß,
Arheil=
gen/Darmſtadt.
Zaufe alte u. de=
Ufekte Fahrräd.
und Teile. Ang.
u. D. 106 Gſch. (e
Die Vorbereltungen zur
Urlaubsreise
(Ind ſohon dle beiteVortreude.
Altes wird bedacht - und dann
hat man plötzllch vergelſen,
die gewohnten Süßlgkelten
ſelner bellebten Marke
mit-
zunehmen!!
Nicht Oberall Iſt MOST
erhältllch-
packen Sle deshalb einlge der
handlichen, kleinen Packungen in
den Koffer -Im Liegeltuhl oder
Im Strandkorb ſchmockt MOST
nochmal so gull
Peter-Gemeinderstraße 19
und in Frankfurt: Kaiserstraße 21
nahe „Frankfurter Hof”
Ee
Heute letzter Tag
MAGDA SCHNEIDER
WILLI FORST
in dem entzückenden
Fonlustspiel:
„Ich kenn Dich
nicht und. Liebe
Dich”
Anfang: 3.30, 6.00, 8.20 Uhr.
Preise: 0.40, 0.60, 0.80, 1.00
Erwerbslose 0.30.
Jugendfrei. (1e1
Zweiſpänner=
Wagen,
gt. erhalten,
un=
gefähr 80 Zent.
Tragkr., zu
kau=
fen geſucht. Joh.
Haller IV. Ww.,
Eberſtadt a. d. B.,
Kirchſtraße 8.
Guterhaltener
Perſer= od. mod.
Teppich, 3X4
Mtr., aus gutem
Hauſe zu kaufen
geſucht. Ang. m.
Preis unt. D. 78
Geſchäftsſtelle.
Strickmaſchine
zu kauf. geſucht
Ang. mit Preis
unt. D. 97 Gſch.
Waſchtiſch
(klein) 4 ℳ,
kl. Tiſch 1.50 ℳ
Rohrſeſſel 3 ℳ
zu verkfn.
Bis=
marckſtr. 21, pt.
2 grß. Aquarien
u. einige kleine
mit Zubeh.
bil=
lig zu verkaufen
Eberſtadt b. D.,
Blumenſtraße 7.
Schneider=
nähmaſchine für
25 ℳ zu verkfn.
Näh. Geſchäftsſt
1 Poſten guter
Anzug-
stoffe
per Meter 5 bis
10 ℳ, ſowie 2
graue neue
An=
züge, Größe 46,
für 35 ℳ zu
ver=
kaufen.
Heinrich=
ſtraße 76, part.
Schreibmaſchinen
(gebr.), beſond.
Kleinmaſchinen.
billig. Fa. W.
Schütz.
Eliſa=
bethenſtr. 12.
Eine Auswahl
guterhaltener
Herrenräder
preisw. abzugeb.
Bleichſtraße 32.
Gelegenheitskauf
Kautſch=Sofa,
verſtellb., 75 ℳ.
H. & W. Schleier,
Frankf.=Str. 24.
Dazu ister dal
zum
Strapazieren
Deusler’s Spork-I. Sakko-Anzüge
haben den Vorzug auch starke
Be-
anspruchung zu ertragen. Daß sie
trotzdem immer adrett und elegant
wirken, liegt an derHochwertigkeit ihrer
Stoffgualitäten und ihrer Verarbeitung.
So entstehen Anzüge, dle
bls zum leizten Pfennig gute
Dlenste leisten.
DEUSTER S SOMMER-ANZUGE
in neuen Farbmusterung.,gut verarbeitet
19.50 25.- 28.- 35.- 38.-
DEUSTER S SOMMER-ANZUGE
in reinwollenen Kammgarn-Qualitäten
48.— 53.— 58.- 63.- 68.-
DEUSTER S 2tlg. Se0RT-AMZUGß
mit Knickerbocker, sportgerecht verarb;
16.50 19.50 23.- 28.- 38.4e
DEUSTERS 3tlg. SPORT-ANZUGEe4
mit Knickerbocker und langer Hoset.
28.— 35.- 38.- 48.- 58.-
DEUSTER S KNICKERB.-H0SEN
2.50 3.95 4.90 5.50 6.20
DEUSTER S FLANELL-H0SEN
3.95 4.90 5.50 6.50 7.50
DEUST. farb. TRACHTEN-IOPPEN
4.50 5.50 6.50 7.50 8.50
DEUST.WASCH-u.BAYERN-IACKEN
2.25 2.95 3.90 4.90 5.50
Beslchtlgen Sle unsere
10 Schaufenster!
Wenn Sie neben güten Elnkaur
auch Werk auf zuverlässige Beratung
legen, dann kommen Sle am besten
gleich zu
Sir Henry
Generaldirekto=
amtes ernannt
kehrsminiſter
den Sekretär
Stelle vom je
einge
Innenminiſter
und
Crocksha=
ſkretär des
Macdonal
zu einem kur
ſeinem langen
ſeiner Abweſe
ſters führen.
hat ſeine u
land zu verleb
des Premiern
Herren=Raglan=
Mantel,
Ueber=
zieher, hell. Da.=
Mantel billig z.
verk., ab 9 Uhr:
Emilſtraße 17, I.
Damenrad
(Halbballon),
ſehr gut erhalt.,
billig zu verkfn.
Aliceſtraße 2.
Anzug
(hell) und Näh=
maſchine
preis=
wert zu verkauf.
Blumenthal=
ſtraße 1, I.
Netzanode
gut, u. 3=Röhr.
Radio (Akku)
zu verkaufen.
Ang. D. 96 Gſch.
Kleiderſchrank,
2türig, gut erh.,
billig zu verkfn.
Ecke Woogſtraße,
i. Lebensmittel=
Geſchäft.
Roeder=Herd,
groß, komb., wß.
emailliert, billig
zu verkaufen. *
Liebigſtraße 27=
nur beim
Fachmann
kaufen! A
7109
IS
Schul-
Str. 7.