Darmstädter Tagblatt 1934


27. Juni 1934

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Nummer 175
Mittwoch, den 27. Juni 1934.
196. Jahrgang

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Ner Temhattt sce
Stenettefvi Piant
Vordergrund das Prinzip der Vereinfachung. Weitgehende Erleichkerungen für Kinderreiche. Bekonung des Führer=
gedankens
in der Skeuergeſehgebung. Neugeſkalkung des Reichsfinanzausgleichs. In Zukunft
einheitliche Skeuererhebung nach einheiklichen Grundfähen.
daß die Erfüllung der neuen Aufgabe geeignet iſt, mittels An=
* Die kommende Skeuerreform.
leihe finanziert zu werden.
Skaaksſekrekär Reinhardt

Wor der Akademie für Deutſches Recht hat der Staats=
; etär im Reichsfinanzminiſterium Reinhardt die Pläne
(wickelt, nach denen die ſchon lange angekündigte große Steuer=
ſumn
durchgeführt werden ſoll. Er hat ein großzügiges Referat
battet, worin er die Grundgedanken einer geſunden
Kemerpolitik entwickelt und dann die Einzelheiten durch=
gt
,) die ſich für die verſchiedenen Steuerarten ergeben. Ein ver=
Diſt liches Werk. Denn die Steuergeſetzgebung, die uns in den
ſtent Jahren aufgedrückt worden war, war mehr und mehr zu
vei Geheimwiſſenſchaft geworden, in der ſich der normale
Ruerzahler überhaupt nicht mehr zurechtfand. Reich, Länder
u Gemeinden hatten in den guten Jahren das Geld mit vollen
Kigen ausgeſtreut. Als nun die Steuerquellen ſparſamer zu
Iinn begannen, dachte niemand daran, den Bedarf einzuſchrän=
K Die Steuern wurden einfach wahllos erhöht und vermehrt
wel Rückſicht auf die ſelbſtverſtändliche wirtſchaftliche Ueber=
Nang, daß jede Steuer ein vom Volkseinkommen bedingtes
1Axrmum hat, das durch die ſtärkere Ueberdrehung der Schraube
nt überſchritten, ſondern höchſtens unterſchritten wird.
Aoie Regierung Adolf Hitler hat in den vergangenen Monaten
ſtal ſehr viel zur Erleichterung der auch pſychologiſch unhaltbar
gokdenen Lage getan. Die neue Steuerreform wird weitere erheb=
Iſt (Fortſchritte bringen, vor allem auf dem Gebiete der Vereinheit=
ſunrg
. Die Bürgerſteuer, die Kriſenſteuer, die Eheſtandsbei=
1bſe und der Zuſchlag für Einkommen über 8000 RM. werden
ſitg mit der Einkommenſteuer zuſammen erhoben. Für den
ſembetreibenden erfolgt gleichzeitig eine weſentliche Erleich=
ſtyg
auch die Veranlagung zur Gewerbeſteuer gemeinſam mit
19 Einkommenſteuer, und zwar ſoll die Gewerbeſteuer für das
gm te Reichsgebiet eine einheitliche Grundlage erhalten, indem
ſſtunftig vom Gewerbeertrag erhoben wird. Die Umſatzſteuer
Ab:. Sie wird aber für den Binnengroßhandel einheitlich
½- Prozent angeſetzt, um dadurch dem Großhandel eine beſſere
bratswirtſchaft zu ermöglichen und um zu einer regelmäßigen
9g4bung ſeiner Aufträge anzureizen. Auch auf anderen Ge=
Eier, wie bei der Vereinigung der Reichsbierſteuer mit der Ge=
mnhebierſteuer
, bei der Körperſchaftsſteuer, der Wertzuwachs=
ſter
und der Grundſteuer iſt das Prinzip der Vereinfachung und
1RMereinheitlichung durchgeführt.
Gerundlegend aber ſind für die Reform drei Richtlinien: Die
Rümpfung der Arbeitsloſigkeit, weitgehende Erleichterung und
Sfielung der Steuern für Kinderreiche und endlich die Unter=
ſtärung
des Wertes der Perſönlichkeit und der perſönlichen Ver=
vurtung
. Der Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit dienen die
Miegeln, die ja ſchon bei der Kraftfahrzeugſteuer zur Durch=
ſturng
gelangt ſind. Die weiteren Bemühungen, weibliche Ar=
1Fswmäfte in der Hauswirtſchaft unterzubringen und die Fort=
ſing
der Eheſtandsdarlehen, die mit jährlich 250 000 RM. in
ſnuung geſtellt ſind, die Förderung der Familie und der Bevöl=
1 Ungspolitik ſehen ſomit eine weitgehende Entlaſtung des Fami=
Iſwä ters vor. Die Kinderermäßigung wird in der neuen Ein=
hmenſteuer
ganz weſentlich erhöht. Sie ſetzt mit 15 Prozent
ſiem Kind ein und ſteigt bei fünf Kindern auf volle 100 Pro=
. Auch die Freigrenze bei der Vermögensſteuer und bei der
Eſchaftsſteuer iſt für Kinderreiche weſentlich erhöht. Während
lie: Vermögen über 20 000 RM. ohne Rückſicht auf die Kinder
Ilie;, voll vermögensſteuerpflichtig waren, ſieht die neue Steuer
E Frreigrenze von 10 000 RM. für Mann, Frau und jedes min=
äh
rige Kind vor. Aehnlich iſt auch bei der Erbſchaftsſteuer
( WFreibetrag von 30 000 RM. für Kinder angeſetzt. In Ausſicht
9Ammen iſt darüber hinaus noch ein allmählicher Abbau der
Aeil=loſenverſicherungsbeiträge. Heute bereits ſind alle Steuer=
Iiſhlägen mit drei und mehr Kindern von der Abgabe befreit.
AMregierung hofft, daß ſie im kommenden Frühjahr an eine
Aene Senkung herangehen kann, die dann ſo gehalten ſein wird,
4Ndrbei in erſter Linie der Arbeitnehmer mit Kindern bedacht
Im.
Eridlich ſoll in der neuen Steuergeſetzgebung auch der Führer=
Eyſie zur Auswirkung kommen. Die Reichsregierung will mög=
19 Elktiengeſellſchaften zur Umwandlung in Perſonalgeſellſchaf=
urd
Einzelunternehmungen anregen und ihnen die Ueberlei=
tſkeuerrechtlich
und handelsrechtlich erleichtern. Im Zuge der
Reirreform ſoll und muß ſchließlich auch der Reichsfinanzaus=
Uhrneugeſtaltet werden, und zwar will die Reichsregierung zu=
Aſt die Aufgaben abgrenzen, die künftig durch die Gemeinden
1MAinder ſpäter die Gaue zu erfüllen haben. Gauen und
Gennden ſoll eine gewiſſe finanzielle Selbſtverwaltung und
( Afwerantwortung übertragen werden. Die Verteilung ihrer
ucben aber iſt ausſchließlich Sache des Reiches. Das Reich
12) ſoann allein beſtimmen, wer Steuern erheben darf und nach
1 Phem Merkmalen. Wir ſehen alſo auch hier ein Zukunftsbild
( Uenichnet, in dem das Reich als einziger Steuerberechtigter
brirt und für eine einheitliche Steuererhebung nach einheit=
in
dGrundſätzen ſorgt, den Ländern bzw. Gauen und Gemeinden
ſmmte Aufgaben überweiſt und ihnen zur Erfüllung dieſer
zuben auch die erforderlichen Mittel zur Verfügung ſtellt.

über die Grundgedanken einer geſunden Skeuerpolikik
München, 26. Juni.
Der Staatsſekretär im Reichsfinanzminiſterium, Pg. Fritz
Reinhardt, verkündete in der Vollſitzung der Akademie für
Deutſches Recht am 26. Juni 1934 in der Aula der Univerſität
München den folgenden Plan der großen nationalſozialiſtiſchen
Steuerreform, die ſich in Vorbereitung befindet und zum größ=
ten
Teil bereits im kommenden Herbſt Geſetz werden wird:

Niemand von uns kann leben und gedeihen ohne die
Anderen. Wohl ohne den einzelnen Anderen, nicht aber, ohne
Glied einer organiſierten Vielheit von Perſonen zu ſein. Die
natürlichſte Grundlage für eine ſolche Vielheit iſt gegeben, wenn
die Angehörigen der Vielheit gleicher Abſtammung, gleicher
Sprache, gleicher Sitte und gleicher Kultur ſind. Eine ſolche
aus der Natur heraus erwachſene Vielheit iſt das, was wir
Volk nennen.
Soll ein Volk nicht nur von Natur aus, ſondern auch recht=
lich
als ſolches gelten, und ſollen die Beziehungen der Volks=
genoſſen
zueinander geregelt ſein, ſo muß das Volk in eine
beſtimmte Rechtsform gekleidet werden, es muß zu einer ſelb=
ſtändigen
Rechtsperſon geſtaltet werden. Eine ſolche Rechtsform,
in die das Volk als Ganzes gekleidet wird, iſt das was wir
Staat nennen. Der Staat iſt die Geſamtheit aller Volksgenoſſen
und Volksgenoſſinnen, gekleidet in eine einzige, auf beſtimmten
Geſetzen beruhende Perſon. Er iſt das Volk in einer Perſon.
Er ſtellt die Form dar, in der ſich das Leben der Volksgemein=
ſchaft
und aller ihrer Glieder vollzieht.
Zur Regelung der Beziehungen des Volkes und des Staates
zu anderen Völkern und Staaten und der Beziehungen der
Volksgenoſſen zueinander bedarf der Staat einer beſtimmten
Führung und eines beſtimmten Apparates. Die Staats=
führung
beſtehtaus der Regierung, an deren Spitze
der Führer ſteht, der Staatsapparat beſteht aus allen
öffentlichen Einrichtungen, die beſtimmt ſind, das
Leben des Volkes und aller ſeiner Glieder zu regeln und zu
gewährleiſten.
Der Skaak bedarf zur Erfüllung ſeiner Aufgaben Geld.
Die Ausgaben des Staates erfolgen um des ſeiner Führung
anvertrauten Volkes willen. Die zur Beſtreitung der Ausgaben
erforderlichen Mittel müſſen, ſoweit nicht dem Staat Einnahmen
aus eigenem Vermögen zufließen, in Form von Steuern und
ſonſtigen Abgaben auf die Glieder der Volksgemeinſchaft um=
gelegt
werden.
Aus der Notwendigkeit, die zur Erfüllung der ſtaatlichen
Aufgaben erforderlichen Mittel auf die Glieder der Volksgemein=
ſchaft
umzulegen, ergibt ſich eine rieſengroße Verantwortung
der Staatsführung gegenüber der Volksgemeinſchaft. Die Mittel
müſſen groß genug ſein, um die Aufgaben, die die Intereſſen des
Volksganzen bedingen, zu erfüllen. Der Volksgenoſſe muß bereit
ſein, die entſprechenden Mittel in Form von Steuern aufzu=
bringen
. Er muß ſich bewußt ſein, daß
die Aufbringung dieſer Mitkel die Vorausſehung
Nrdis Sel der Ralſchenenſchife
und damit für das Sein ſeines Berufsſtandes und für ſein
perſönliches Sein iſt.
Die Steuern müſſen jedoch wirtſchaftlich und ſozial tragbar
ſein; ſie dürfen in ihrer Höhe und in ihrer Geſtaltung einer
geſunden wirtſchaftlichen und ſozialen Entwicklung nicht zuwider=
laufen
.
Der Ausgabenwirtſchaft des Staates ſind durch das Lei=
ſtungsvermögen
der Volksgemeinſchaft beſtimmte Grenzen gezogen.
Werden dieſe Grenzen überſchritten, ſo werden Lähmung der
Wirtſchaft und Verſchlechterung der ſozialen Lage der Volks=
gemeinſchaft
in allen ihren Gliedern in der Regel die Folge ſein.
Werden die Aufgaben, die der Staat im Intereſſe des Volks=
ganzen
zu erfüllen hat, größer, ohne daß bei Aufrechterhaltung
der vorhandenen Steuern und Steuerſätze gleichzeitig das Auf=
kommen
an Steuern größer wird, ſo darf
nichk an eine Erhöhung der Skeuerſähe oder an
de Ginfſrunf deue Heunen gedaff
werden, ſondern es muß verſucht werden, die Mittel zur Be=
wältigung
der neuen Aufgaben durch entſprechende Neugeſtaltung
der geſamten Ausgabenwirtſchaft im Rahmen des vorhan=
denen
Steueraufkommens freizumachen. Dabei wird an die Ein=
ſchränkung
weniger wichtiger Aufgaben und, ſoweit möglich, an
die Vereinfachung der Verwaltung und an die Verminderung
der Verwaltungskoſten gedacht werden müſſen. Erſt, wenn alle
Möglichkeiten, die Mittel zur Erfüllung neuer Aufgaben im
Rahmen des vorhandenen Aufkommens freizumachen, erſchöpft
ſind, wird an die Erhöhung eines Steuerſatzes oder an die Ein=
führung
einer neuen Steuer gedacht werden dürfen, es ſei denn,

Vor der Erhöhung eines Steuerſatzes oder der Einführung
einer neuen Steuer wird ſehr ſorgfältig geprüft werden müſſen,
ob die Erhöhung des Steuerſatzes oder die Einführung der neuen
Steuer wirtſchaftlich und ſozial tragbar iſt. Es wird ſehr ſorg=
fältig
erwogen werden müſſen, ob der Wert, der in der Erfüllung
der neuen Aufgabe beruht, vom Standpunkt der Volksganzheit
geſehen, größer iſt als die wirtſchaftliche und ſoziale Verſchlech=
terung
, die ſich aus der Mehrbelaſtung in Form von Stteuern
ergeben kann.
Die Belaſtung, die ſich aus den Steuern und Steuerſätzen er=
gibt
, die heute in Deutſchland vorhanden ſind, iſt ſo groß, daß
jede Erhöhung dieſer Belaſtung dem Gedanken der wirtſchaft=
lichen
und ſozialen Geſundung und jeder volkswirtſchaftlichen
Vernunft zuwiderlaufen würde.
Es iſt in den letzten Wochen da und dort wiederholt das Ge=
rücht
aufgetaucht, es werde eine neue Steuer zur
Zörderung der deutſchen Warenausfuhr
eingeführt werden. Ich erkläre hierdurch, daß im Reichsfinanz=
miniſterium
an die Einführung einer neuen Steuer oder an die
Erhöhung der Sätze einer beſtehenden Steuer niemand denkt.
Jede Förderung der Warenausfuhr, aus dem Aufkommen einer
neuen Steuer würde eine Förderung auf Koſten der Allgemein=
heit
ſein. Der Schaden, der ſich, geſamtvolkswirtſchaftlich geſehen,
daraus ergeben würde, würde beſtimmt weſentlich größer ſein,
als der Nutzen aus einer vemehrten Warenausfuhr. Wir müſſen
ſelbſtverſtändlich alles nur Denkbare zur Förderung unſerer
Warenausfuhr tun. Unter den zu ergreifenden Maßnahmen wird
jedoch keine ſein, die zur Belaſtung der deutſchen Binnenwirt=
ſchaft
führt und damit der Belebung unſerer deutſchen Binnen=
wirtſchaft
zuwiderlaufen würde. Wir werden verſuchen, die
deutſche Warenausfuhr durch Maßnahmen zu fördern, die außer=
halb
des Gedankens einer neuen Belaſtung der deutſchen Wirt=
ſchaft
liegen. Eine entſcheidende Hebung unſerer Warenausfuhr,
durch die die Einfuhr genügender Mengen lebenswichtiger Roh=
ſtoffe
und dergleichen und ſchließlich auch die Bezahlung unſerer
Zinſen an die ausländiſchen Gläubiger geſichert werden könnte,
wird
nur durch erhähfe Bereitwilligkeit des Auslandes
zu Muchne beniſier ernenanfſe.
zu erlangen ſein. Tritt eine erhöhte Bereitwilligkeit des Aus=
landes
zur Aufnahme deutſcher Erzeugniſſe nicht ein, ſo werden
wir, der Not gehotchend, uns in immer ſtärkeren Ausmaßen auf
den Gedanken der Selbſtverſorgung einſtellen und die Einfuhr
entſprechend einſchränken müſſen.
Es iſt nicht daran gedacht, irgendwelche neue Steuer einzu=
führen
, und es iſt auch nicht daran gedacht, die Sätze beſtehender
Steuern zu erhöhen. Jede Erhöhung der beſtehenden Geſamt=
ſteuerlaſt
der deutſchen Volkswirtſchaft würde nichts anderes als
volkswirtſchaftlichen Unſinn bedeuten. Daß der Gedanke
einer Erhöhung der beſtehenden Geſamtſteuer=
laſt
von jedem, der im nationalſozialiſtiſchen Staat für die Dinge
verantwortlich iſt, in aller Entſchiedenheit abge=
lehnt
wird, verſteht ſich von ſelbſt. Ausgenommen ſind ein=
zelne
Maßnahmen, die nicht durch fisaliſche Geſichtspunkte be=
dingt
ſind, ſondern durch die Notwendigkeit, lenkend in die Ent=
wicklung
der deutſchen Volkswirtſchaft einzugreifen. Ich denke
zum Beiſpiel daran, für Aktiengeſellſchaften und Geſellſchaften
m. b. H. eine Mindeſtkörperſchaftsſteuer vorzuſehen, die ſich nach
der Höhe des Aktienkapitals oder G. m. b. H.=Kapitals bemißt.
Durch dieſe Maßnahme ſoll dem Drang, kleine Aktiengeſellſchaften
und Geſellſchaften m. b. H. zu gründen, entgegengewirkt werden.
Diejenigen, die eine Geſellſchaft gründen wollen, ſollen durch
die Vorſchrift über die Mindeſtbeſteuerung
angeregt werden, an Stelle der Aktiengeſellſchaft oder G. m. b. H.
die Form der offenen Handelsgeſellſchaft oder Kommanditgeſell=
ſchaft
zu wählen. Es kann im Rahmen der grundlegenden
Steuerreform im Einzelfall da und dort auch zuklei=
nen
Belaſtungsverſchiebungen kommen. Solche ſind
durch beſtimmte techniſche Umſtellungen des Geſetzes und des Ta=
rifs
oft nicht zu vermeiden. Es wird auch die Frage geprüft
werden müſſen, ob es richtig iſt, die Verſchachtelungen der Wirt=
ſchaft
weiterhin durch das ſogenannte Schachtelprivileg zu begün=
ſtigen
. Und andererſeits wird die Frage geſtellt werden müſſen,
ob es richtig iſt, die Verſchmelzungen (Fuſionen) durch allgemeine
Ermäßigung der Geſellſchaftsſteuer von 2 auf 1 vom Hundert
weiterhin zu begünſtigen. Es iſt durchaus denkbar, daß volks=
wirtſchaftliche
oder ſonſtige Erwägungen, etwa Fragen der ſteuer=
lichen
Gerechtigkeit, im nationalſozialiſtiſchen Deutſchland dazu
führen, daß die eine und andere Vergünſtigung, die bisher be=
ſtand
, beſeitigt wird.
Die Einführung beſtimmter Mindeſtbeſteuerungen und die
Beſeitigung von Vergünſtigungen der bezeichneten Art kann nicht
als neue Steuer oder Erhöhung einer beſtehenden Steuer, ſondery
nur als im Intereſſe der Allgemeinheit gelegene Steuergeſtaltung
bezeichnet werden.

[ ][  ][ ]

Es iſt nicht daran gedacht, irgendwelche neue Steuer ein=
zuführen
, und es iſt auch nicht daran gedacht, die Sätze be=
ſtehender
Steuern zu erhöhen, es iſt jedoch

beabſichtigt, die Zahl der Steuern weſentlich
abzubauen und die Skenerſähe zu vermindern.

Der Abbau der Steuern kann entweder in der Beſeitigung
einer Steuer oder in der Verſchmelzung von Steuern beſtehen.
Die Beſeitigung einer Steuer darf nur erfolgen, wenn
entweder anzunehmen iſt, daß durch die volkswirtſchaftliche und
fiskaliſche Wirkung der Beſeitigung der Ausfall ausgeglichen
wird (ich denke hier an die Beſeitigung der Kraftfahrzeugſteuer
für neue Perſonenkraftfahrzeuge, an die Beſeitigung der Schaum=
weinſteuer
und an die Beſeitigung der Mineralwaſſerſteuer), oder
wenn die allgemeine Haushaltslage eine Verminderung der
Steuereinnahmen zuläßt.
Die allgemeine Haushaltslage läßt eine Verminderung der
Steuereinnahmen bis auf weiteres nicht zu. Steuern, deren
Beſeitigung in ihrer Auswirkung zwangsläufig zum Ausgleich
des Ausfalls führen würde, ſind, mit Ausnahme vielleicht der
Gemeindegetränkeſteuer, nach dem gegenwärtigen Stand der
Dinge nicht mehr vorhanden. Infolgedeſſen kann eine

Verminderung der Zahl der Steuern
nur durch Berſchmelzung verſchiedener Steuern

erreicht werden. Ich denke hier insbeſondere daran, die Bürger=
ſteuer
, die Eheſtandshilfe, die Krifenſteuer der Veranlagten und
den Einkommenſteuerzuſchlag der Einkommensempfänger mit
mehr als 8000 Reichsmark Jahreseinkommen in die Einkom=
mensſteuer
hineinzuarbeiten, ſo daß dann an Stelle von bisher
fünf Steuern und Zuſchläge nur noch eine Steuer vorhanden
ſein wird. Es iſt auch beabſichtigt, die Gemeindebierſteuer mit
der Reichsbierſteuer zu vereinigen. Im Zug der Reichsreform
wird es noch manche andere Vereinigung vorzunehmen geben,
die unmittelbar oder mittelbar zu einer Verminderung der Zahl
von Steuern führen wird.
Was hinſichtlich der Beſeitigung von Steuern gilt, wenn
die Beſeitigung nicht durch Verſchmelzung, ſondern durch Ver=
zicht
auf die Einnahme erfolgt, das gilt von

Steuerſenkungen und Steuervergünſtigungen.

Auch ſolche dürfen, ſolange die allgemeine Haushaltslage eine
Verminderung der Steuereinnahmen nicht zuläßt nur inſoweit
erfolgen, als bei ſorgfältiger Prüfung angenommen werden
kann, daß durch die volkswirtſchaftliche und fiskaliſche Wirkung
der Steuervergünſtigung oder Steuerſenkung der Ausfall mög=
lichſt
ausgeglichen wird. Ich denke hier an die vielen Steuer=
vergünſtigungen
, die wir ſeit einem Jahr unter den verſchieden=
ſten
Bedingungen gewähren: Steuerfreiheit für Erſatzbeſchaffun=
gen
, Steuerbefreiung für neu errichtete Kleinwohnungen und
Eigenheime, Steuerfreiheit für Aufwendungen zu Zwecken des
zivilen Luftſchutzes uſw. Ermäßigung der Steuerſchuld für In=
ſtandſetzungen
und Ergänzungen an Gebäuden uſw., ſchließlich
an die Halbierung der Umſatzſteuer für die Landwirtſchaft, an
die Senkung der Grundſteuer für die Landwirtſchaft uſw. und
auch an die Senkung der Abgabe zur Arbeitsloſenhilfe. Die
Senkung der Abgabe zur Arbeitsloſenhilfe iſt zum Teil auch
durch den Zweck dieſer Abgabe und infolgedeſſen durch den
Rückgang der Arbeitsloſenziffer und des Finanzbedarfs der
Arbeitsloſenhilfe begründet geweſen.

Im Rahmen der Steuerreform ſind weitere ſehr:
erhebliche Sfeuererleichkerungen vorgeſehen.

Dieſe beſtehen teilweiſe in der Möglichkeit, für Teile des Ein=
kommens
unter beſtimmten Bedingungen Steuerfreiheit zu er=
langen
, teilweiſe in der Vorſehung höherer Steuerfreibeträge für
Kinder, teilweiſe in der unmittelbaren Senkung der Steuerſätze.
Der Ausfall, der ſich aus allen dieſen Erleichterungen ergibt,
wird, geſamtſteuerlich geſehen, ausgeglichen teilweiſe im Rahmen
eines beſtimmten techniſchen Umbaues der Steuer und teilweiſe
durch die volkswirtſchaftlichen und fiskaliſchen Wirkungen, die
ſich aus der Erleichterung zwangsläufig ergeben. Es wird bei=
ſpielsweiſe
auch die Gewährung und die Erhöhung jedes Frei=
betrags
für Kinder in ihrer volkswirtſchaftlichen Wirkung zum
großen Teil ausgeglichen, insbeſondere, wenn es ſich um kleine
und mittlere Einkommensempfänger handelt, von denen gewähr=
leiſtet
erſcheint, daß ſie den Betrag der Erleichterung dem Ver=
brauch
und in deſſen Folge, zumindeſt teilweiſe, durch die ver=
ſchiedenſten
Kanäle dem allgemeinen Haushalt zuführen. Der
Vorgang beſteht in der Regel darin, daß der Betrag der Steuer=

Vom Tage.

Der Reichskanzler empfing am Dienstag den deutſchen Bot=
ſchafter
in Madrid, Graf v. Welczek, und den deutſchen Geſandten
in Riga, Dr. Martius, zum Vortrag.
Die feierliche Eröffnungsſitzung des Volksgerichtes, die am
2. Juli im Preußenhaus in Berlin erfolgen ſollte, iſt aus techni=
ſchen
Gründen verſchoben worden. Vorausſichtlich wird die Sitzung
nunmehr am 16. Juli ſtatfinden.

Staatsſekretär im preußiſchen Landwirtſchaftsminiſterium von
Reichsminiſter Darré im Zuge der Reichsreform in das Reichs=
miniſterium
für Ernährung und Landwirtſchaft berufen. Staats=
ſekretär
Willikens ſind zwei Abteilungen des Reichsernährungs=
miniſteriums
unterſtellt worden.

Weltkunſtflugmeiſter Gerhard Fieſeler wurde in Anerkennung
ſeiner hervorragenden Verdienſte um den deutſchen Flugſport zum
Fliegerkapitän im Deutſchen Luftſportverband ernannt.
Der Sicherheitsdirektor für Niederöſterreich hat den in Poys=
dorf
ſeit 40 Jahren beſtehenden Deutſchen Turnverein aufgelöſt.
Die Auflöſung wurde damit begründet, daß ein großer Teil der
Mitglieder des Turnvereins einer verbotenen Partei angehöre und
ſich auch in dieſem Sinne betätige. Das geſamte Vermögen des
Vereins wurde beſchlagnahmt.
Vor dem Gebäude des Katholiſchen Bauernbundes in Mureck
(Steiermark) wurde ein Sprengkörper zur Exploſion gebracht.
Durch die Exploſion wurden zahlreiche Fenſterſcheiben zertrümmet,
die Büroeinrichtungen beſchädigt und der Sekretär des Bauern=
bundes
lebensgefährlich verletzt. Die Attentäter konnten bisher
noch nicht geſtellt werden. Die Polizei ſchritt zur Verhaftung meh=
rerer
Nationalſozialiſten!
Den Höhepunkt des Belgrader Aufenthalts des franzöſiſchen
Außenminiſters Barthou bildete geſtern eine Feſtſitzung der ſüd=
ſlawiſchen
Kammer und es Senats. Der öſterreichiſche und der bul=
gariſche
Geſandte waren erſchienen, dagegen der deutſche, der ita=
lieniſche
und der ungariſche Geſandte abweſend.

König Alexander von Südſlawien hat Außenminiſter Bar=
thou
zugeſagt, im Herbſt offiziell Paris zu beſuchen. Dieſer Ent=
ſchluß
des Königs wird in Paris mit großer Genugtuung aufge=
nommen
. Die Unterredung Barthous mit dem König ſteht im
Mittelpunkt der Berichte aus Belgrad. In der Unterredung ſollen
alle aktuellen Fragen erörtert worden ſein.

men. Angeſichts dieſes neuerlichen Korruptionsfalles wurde von
den zuſtändigen Behörden eine energiſche Warnung erlaſſen. wo=
nach
künftig ſchärfere Maßnahmen gegen in derartige Skandale
verwickelte Perſonen ergriffen werden.

Der japaniſche Kriegsminiſter hat dem Kabinett ein Zuſatz=
programm
für eine Erweiterung des japaniſchen Luftfahrthaus=
halts
vorgelegt, deſſen Ausführung auf die Dauer von drei Jah=
ren
geplant iſt. Der Kriegsminiſter fordert einen Kredit von
200 Millionen Yen hierfür, die außerhalb des Militärhaushalts
auf die Jahre 1934 bis 1937 verteilt werden ſollen.

am Tage von Verſailles!

DNB. Berlin, 26. Juni.
Vom Reichsminiſterium für Volksaufklärung und Propaganda
wird mitgeteilt:
Am Donnerstag, den 28. Juni, werden ſämtliche öffentlichen
Gebäude wegen der Wiederkehr der vor 15 Jahren erfolgten
Unterzeichnung des Verſailler Vertrages halbmaſt flaggen. Die
Bevölkerung wird aufgefordert, ſich dem Vorgehen der Regie=
rung
anzuſchließen.

derung beſtimmt ſich danach, wie oft ſich der Betrag der Steuer=
verminderung
durch Verbrauch in der deutſchen Volkswirtſchaft
umſetzt.
Durch die gegenwärtige Lage unſeres allgemeinen Haushalts
ſind uns bei unſerem

Beſtreben nach Enklaſtung leider Grenzen gezogen.

verminderung, die ſich aus der erhöhten Kinderermäßigung er=
gibt
, durch den Steuerpflichtigen dem Fiskus nicht unmittelbar,

ſondern mittelbar, das heißt auf dem Weg über den Verbrauch
des Betrags der Steuerverminderung teilweiſe oder ganz zu=
geführt
wird. Die Höhe des G=genpoſtens der Steuervermin=

Wir werden jedoch innerhalb dieſer Grenzen einen Umbau in
der Weiſe durchführen, daß wir bei verminderter Steuerlaſt, die
auf der einzelnen Perſon oder Sache in der Regel ruht, den bis=
herigen
Aufkommensſtand nicht nur halten, ſondern überſteigen
werden. Eine Erhöhung des Aufkommens iſt unbedingt erfor=
derlich
, wenn es haushaltsmäßig möglich ſein ſoll, die ſtaatspoli=
tiſch
bedingten Mehrausgaben, die auf den verſchiedenſten Gebie=
ten
des öffentlichen Leben, anfallen, zu decken und insbeſondere
die ſehr erheblichen Vorbelaſtungen, die in den Haushaltsjahren
1934 bis 1939 in Erſcheinung treten, auszugleichen. Ich bitte
alle Volksgenoſſen, ſich zu vergegenwärtigen, daß unſere Ausgaben
ſich zwangsläufig erhöhen, und daß die Vorbelaſtungen nicht aus
der Welt zu ſchaffen ſind, und daß wir andererſeits Steuer=
erleichterungen
gewähren und trotzdem eine Erhöhung des
Steueraufkommens erreichen, von der wir wünſchen, daß ſie ge=

nügt, um den Mehrbedarf auf der Ausgabenſeite und im Kavit:
Vorbelaſtungen zu decken.

Die allgemeine Finanz= und Skenerpolitik darf im
keinem Falle zu erheblichen Fehlbekrägen
im Haushalt führen,

wenn nicht die öffentlichen Finanzen in Unordnung und dadurus
zwangsläufig auch Gefahren für die Entwicklung der wirtſchag=
lichen
und ſozialen Dinge ſich ergeben ſollen. Es iſt daher, werem
das Aufkommen zur Deckung der Mehrausgaben nicht hinreicht
dringend erforderlich, daß weniger wichtige Ausgaben unte
bleiben, bis das Mehraufkommen die genügende Höhe errei,äu
hat. Es iſt uns, vom Geſichtspunkt der Aufrechterhaltung ds
Gleichgewichts des allgemeinen Haushalts geſehen, eine ſchwae
Verantwortung auferlegt, für die alle Stellen und alle Volxleo
genoſſen im Intereſſe des Volksganzen, im Intereſſe einer G,
währleiſtung des Fortgangs der wirtſchaftlichen und ſozialen G. unbedingt Verſtändnis haben ſollten.

Das Steueraufkommen

entwickelt ſich ſelbſtverſtändlich glänzend. Dieſe Entwicklung u
der Erfolg unſerer Steuerpolitik in den letzten fünfzehn Mow=
ten
. Das Aufkommen an Steuern im Reich iſt in den Monatu,
April und Mai 1934 120 Millionen Reichsmark höher geweſen a=
im
April und Mai 1933. Auch im Juni hält die über alle G.
wartung günſtige Entwicklung an. Es iſt ſicher, daß wir de
Voranſchlag für 1934 infolge der günſtigen Entwicklung um einijte
hundert Millionen Reichsmark überſteigen werden. Wir müſſſſn
jedoch heilfroh ſein, daß es ſo ſein wird, weil es anderswie uu=
möglich
ſein würde, die eine und andere ſtaatspolitiſch dringers
notwendige Mehrausgabe zu leiſten und die gewaltigen Vo=
belaſtungen
auszugleichen, ohne gleichzeitig die Ausgaben amf
weniger wichtigen Gebieten in unerträglicher Weiſe droſſeln
müſſen.
Was von der etwa erforderlichen Unterlaſſung weniger wiell
tiger Ausgaben auf der einen Seite gilt, das gilt von der Unter
laſſung gewiſſer erlangter Steuervergünſtigungen auf der andd
ren Seite. Es kommt immer und immer wieder vor, daß Orga
niſationen und Verbände an uns herantreten mit dem Antra=
beſtimmte
Aufwendungen zum Abzug von ſteuerpflichtigen Eiü
kommen zuzulaſſen oder dergleichen. Es handelt ſich in der Regg
um Spenden oder dergleichen für beſtimmte Zwecke.

je deutſche
der königl.
Mts. zu

je bedauerk,
können, die

Nurteilung des
ruhen ſcheinen
pr. Sie bedaue
gaubt, ihren
men durchſetz
zu ſein, entſpred

shüden, die ſio
würden, zu ergk
In der Ant
Regierung ernſt
iner Frage der
lands Bemühun
rung die Einlad
ſprechungen deu
briltiſchen Regier
den heute nach

Die Gewährung der ſteuerlichen Erleichkerung

wird von uns in der Regel verlangt, um durch die ſteuerliche EF.
leichterung beſtimmte Kreiſe anzuregen, zu ſpenden oder ſonſtwa
zu geben. Alle dieſe Anträge müſſen wir unter allen Umſtänden
ablehnen. Ich bitte deshelb die Verbände und Organiſationen
dringend, derartige Anträge nicht mehr an das Reichsfinann
miniſterium zu richten. Jede ſolche Steuererleichterung, die hioß
gewünſcht wird, würde im Ergebnis nichts anderes bedeuten, alu
daß das Reich ſich an der Spende oder ſonſtigen Gabe in Hönlſ
der gewährten Steuererleichterung beteiligen würde. Es liegse
das muß ich mit allem Nachdruck ausſprechen, nicht im Aufgabeny im Unterhaus
bereich des Reiches, ſich an Spenden und ſonſtigen Gaben in Höhlie
von 12 bis 65 vom Hundert zu beteiligen. Der Satz von 12 bäß der rückſichtslof
65 vom Hundert ſtellt die Steuermäßigung dar, die ſich aus einen
Zulaſſung zur Abſetzung vom ſteuerpflichtigen Einkommen ergihidl
Die Einkommenſteuer und die Gewerbeſteuer betragen zuſammes
rund 12 bis 65 vom Hundert des Einkommens, je nach der Höhö
des Einkommens. Wenn heute jemand 20 000 Reichsmark ſpenden
und ihm dieſer Betrag zum Abzug vom ſteuerpflichtigen Einkomm
men zugelaſſen würde, ſo würde das im Ergebnis bedeuten, daſn
das Reich dem Spender 2000 bis, 13 000 Reichsmark, erſtattetzn
Würde das Reichsfinanzminiſterium ſolche Anträge wohlwollenadu
behandeln und ſich herbeilaſſen, im einen oder anderen Fall demm
Antrag ſtattzugeben, ſo würde das der Anfang vom Ende dem
Einkommenſteuer, der Körperſchaftsſteuer und der Gewerbeſtenern
und in zwangsläufiger Folge davon vielleicht vom Ende einerg daran zu erin
ordentlichen Steuerwirtſchaft und Haushaltswirtſchaft überhaups über genau
ſein und Gefahren für die geſamte öffentliche Verwaltung unl haben, die
für das Sein der Volksgemeinſchaft nach ſich ziehen. Wenn jemanin
als Spender von 20 000 Reichsmark irgendwie erſcheinen will, 0
muß er auch tatſächlich bereit ſein, auf 20 000 Reichsmark zum
gunſten der beſtimmten Sache zu verzichten und nicht den Nehme
veranlaſſen, beim Reichsfinanzminiſterium zu beantragen, ihm
2000 bis 13 000 Reichsmark zu erſtatten.

Die deutſche
abgereiſt iſt, un
um Dienstag ab=
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Die Skeuerpolikik im Adolf=Hikler=Skaak

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daß Deutſchlar
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und finanziell
weit in den
Milliardenbetr
dr Reichsbank

iſt im weſentlichen auf drei große Gedanken abgeſtellt:
1. Kampf um die Verminderung der Arbeitsloſigkeit und dan
mit um die Geſundung der ſozialen, wirtſchaftlichen unin
finanziellen Dinge unſeres Volkes, im Zuſammenhang damim
Löſung dringender volkswirtſchaftlicher Fragen;
2. Förderung der Familie, in Zuſammenhang damit Verwirkh.
lichung des volkspolitiſchen Gedankens;
3. Betonung des Wertes der Perſönlichkeit und der perſönlichen?
Verantwortung in der Wirtſchaft.
(Fortſetzung folgt.)

Vom und aus dem Drikten Reich

Eine Bücherſchau.

Wenn ich an der Spitze dieſer Schau über neue Literatur
des Dritten Reiches noch einmal Zöberleins Der Glaube
an Deutſchland ſtelle, ſo nicht, weil dieſes ausgezeichnete
Buch des Eherverlags zur Literatur des Dritten Reiches zählt,
ſondern weil es, zurückgreifend, den Bau des national=
ſozialiſtiſchen
Deutſchland vorbereiten half. Ohne die Männer
wie Zöberlein, die in ſo mutiger und klares Ziel erkennender
Weiſe die großen Ideen des Krieges und die Auswertungen
für die Zukunft Deutſchlands in das deutſche Volk hinein=
trugen
, ihm immer wieder ins Gehirn hämmerten, was der
Sinn des großen Krieges geweſen, wäre der Anbruch nicht, oder
doch noch nicht möglich geweſen. Gerade die ſchlichte, aber ſo
kernhafte deutſche Art der Darſtellung der Kriegserlebniſſe einer
Kameradſchaft, wie der Krieg ſie zu tauſenden zeitigte, ſtempelt
das Buch zu einem unſerer beſten Kriegsbücher und läßt es
zum Bauſtein werden am Grundpfeiler des neuen Deutſchland.
Daß Hitler Mein Kampf in jedes deutſche Haus gehört,
weil nur aus ihm das Wachſen der nationalſozialiſtiſchen Idee
zu verſtehen, zu begreifen iſt, das iſt oft geſagt worden. Wer
Erleichterung braucht oder ſucht, das Werk des Führers zu ver=
ſtehen
, dem verſchafft ſie das Büchlein Erläuterung zu
Adolf Hitlers Mein Kampf von Schulrat Paul
Sommer (Beyer, Leipzig). Für den Schul= und Hausgebrauch
beſtimmt, führt es gut ein in das Buch des Führers gibt
Wort= und Sacherklärungen, ordnet und bringt eine Fülle von
Zitaten als Hitlerworte‟. Eine gute Ergänzung beſonders für
Angehörige der SA. bilden die SA.=Blätter (Dürr,
Leipzig), in denen Prof. Albin König und Obertruppführer
Oskar von Weſternhagen eine kurze Geſchichte aus den Jahren
1938 bis 1934 geben, die in vorbildlicher Darſtellung und Be=
ſchränkung
auf das wirklich Notwendige ein Bild der deutſchen
Unnenpolitik dieſer Jahre geben und das Erſtehen und Wachſen
der Bewegung logiſch aufbauen. Und wiederum ergänzen dieſe
Hefte die Schriftenreihen der Vaterländiſchen Bücherei des
gleichen Verlages, in denen die Herausgeber W. Dinſtühler und
Arthur Göpfert populäre Lebensbilder der Führer des Dritten
Reiches zeichnen, und Einrichtungen und Organiſationen der
Partei verſtändlich und begründend aufreißen. Auch dieſe Hefte
ſind in erſter Linie für die Grundſchule beſtimmt, ſie wenden

ſich aber auch an weite Kreiſe des Volkes. Eine kurze Chronik
der nationalſozialiſtiſchen Revolution gibt ein Heftchen des

Verlags Voggenreiter Das Jahr des Sieges. Nur eine
ſchlichte Aufzählung von Daten und mit ihnen zuſammen=
hängenden
Ereigniſſen. Welch ein Geſchehen aber ſpiegeln ſie
wider!
Weiter zurück in die Geſchichte führen zwei Bücher, um aus
dieſem Zurückführen logiſch das Ziel des Heute mit dem Gang
der Geſchichte zuſammenklingen zu laſſen. Heinrich Bauer gibt
in ſeinem Büchlein Nation im Werden (Hanſeatiſche
Verlagsanſtalt) in knappen Darſtellungen eine Sinngebung der
deutſchen Geſchichte, in der er eine Linie zieht von Armins
Kampf um ein germaniſches Einheitsreich, über den Dreißig=
jährigen
Krieg und die Reformation zum Dritten Kampf um
das Reich in der nationalſozialiſtiſchen Revolution, die den
Durchbruch der germaniſchen Idee brachte. Großzügig werden
kühne Bogen geſchlagen, aber wer die vielzerklüftete Gefchichte
der deutſchen Nation in wenigen Bogen zeichnen will, muß wohl
großzügig ſein. Dann das ſehr bemerkenswerte Buch Ent=
wicklung
der völkiſchen Bewegung, das beſonders
für Heſſen intereſſant iſt, weil es die völkiſche Bauernbewegung
in Heſſen von der Böckelzeit bis zum Nationalſozialismus und
die Entwicklung der nationalſozialiſtiſchen Bauernbewegung in
Heſſen behandelt. (Emil Roth, Gießen.) Die erſtere ſchrieb
Dr. Eugen Schmahl, die andere Wilhelm Seipel, M. d. R., und
Gauleiter Jakob Sprenger ſchrieb ein Geleitwort dazu, in dem
er ſich vorbehält, das letzte Kapitel des Endkampfes und Sieges
zu ſchreiben und feſtſtellte, daß der nationalſozialiſtiſche Kampf
kein Schlußkapitel, ſondern das Anfangskapitel einer neuen Seite
deutſcher Geſchichte iſt. Beginnend mit der Verarmung und
Ausplünderung des Bauerntums im 19. Jahrhundert geht der
erſte Verfaſſer bald auf die Böckelbewegung ein, die etwa um
1890 zur Volksbewegung, beſonders in Oberheſſen, wurde und
zum Bodenbereiter des Nationalſozialismus. In zahlreichen
Illuſtrationen ſind bedeutſame Momente des politiſchen Kampfes
in Heſſen feſtgehalten und in vielen Bildniſſen die Führer dieſes
Kampfes, deren Wirken im heſſiſchen Parlament und in der
Oeffentlichkeit noch unvergeſſen iſt. Neben Dr. Böckel erſcheint
Köhler=Langsdorf, Otto Hirſchel, Prof. Dr. Ferdinand Werner,
dazu zahlreiche Bilder der heute mitten in der Bewegung
ſtehenden Führer. Ein gutes Buch heſſiſcher Geſchichte.
Aus Urkunden des Aufbaues, aus Reden und Vorträgen
über Grundlage und Geſtaltung formt Dr. Walther Gehl ſein
Buch Der nationalſozialiſtiſche Staat (Ferdinand
Hirt, Breslau). Dieſer 3. Band in Hirts deutſcher Sammlung,

Sachkundliche Abteilung: Geſchichte und Staatsbürgerkunde
bringt neben zahlreichem Bildmaterial eine erſchöpfende Auss
wahl von Dokumenten, Zitaten, Erlaſſen, Reden und Ausſprüchen

ſworden

von Führern, Belege über die geiſtige Grundlegung des neuen:
Staates, über ſeinen Aufbau und den in Verbindung damii.

ſtehenden Aufbau der Partei mit Einſchluß der SA., SS., Slel
über die wirtſchaftliche und geſellſchaftliche Neuordnung, ube *
völkiſche Kultur und über die Außenpolitik. Ein Lehrbuch unad
Nachſchlagewerk erſten Ranges.

Dann eine Reihe kleinerer Schriften, deren Erwähnung!
genügen ſollte, um ihnen Leſer zu verſchaffen. Im ureigenſten=

Intereſſe ſollte der Deutſche von heute leſen; viel leſen! Dan
bei iſt das äußerlich unſcheinbare oft gerade von Wert. Deid
NS.=Staat verlangt mit Fug und Recht vom Volksgenoſſei
daß er mit ihm gehe, mit ihm baue am großen Werk des neue!=
Deutſchland. Dazu gehört Wifſen. Es iſt notwendig 9"
wiſſen, warum eine Broſchüre den Titel berechtigt 2"
Schmach der deutſchen Kriegstribute (Waiſenhaus!
G.m.b.H., Halle), und andere Wehrwille als Volk?
ziel, Volkstum jenſeits der Grenzen Wa8
will Volkskunde (Franckh, Stuttgart), oder aunſe
Nationale Erdkunde (Buchholz u. Weißwange)
Vortrag von Prof. Dr. Albrecht Penck=Berlin, damit er verſte9
lerne, wie ein unbeſiegtes Volk der Verarmung in die Arki
getrieben wurde, daß er zu volkskundlichem Denken ſich erzlele‟
und daß er verſtehen lerne, warum die Bedeutung des Volie
als überſtaatliche Organiſation in den Vordergrund rückte 4i.
der Wehrwille das ganze deutſche Volk beherrſchen Mbe
gerade weil es den Frieden will. Er muß aus Dee*
Geſchichtsfibel ſeines Volkes Sendung erkennen, aus Pe.
Rüſtungsfibel den Unſinn der unaufrichtigen Abrüſtunge.
komödie und aus der Luftſchutzfibel (Verl. Oiſeie
Worte, Berlin) die unerläßliche Notwendigkeit planmſbit
organiſierten Luftſchutzes im ganzen Reich. Und es ſchader I9i
durchaus nicht, wenn er ſich über die Aktion der deutſch‟
Studentenſchaft Greifswald zur Reorganiſation des deutic.
Theaters unterrichtet.
Zwei ausgezeichnete Bücher mögen dieſe Schau abſchliebel
Frhr. H. H. Grote und Herbert Erb formen in Konſtan..
Hirl (Brunnen Verlag) ein Bild des Mannes und ſeiſe
Werkes, der im neuen Staat die ſchwerſte und mit die wichihle
Arbeit übernahm, die Jugend wieder in den Bereich Ve9.
ſpendender Arbeit zu führen. Reichsminiſter Frick ſchrieb T.
Buche das Geleitwort, in dem er ſagt: Der Arbeitsdienſt iſt d c ch
Retter und Erzieher von Hunderttauſenden jungen Deuok..

[ ][  ][ ]

Näittwoch, 27. Juni 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 175 Seite 3

der Transferfrage anerkannkermaßen nicht von Deutſchlands Bemühungen allein abhängig.

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Deutſchlands guker Wille.
nEſche Berkreker zu Beſprechungen nach London
enkſandt.
DNB. Berlin, 26. Juni.
J1.f die britiſche Transfernote vom 21. Juni 1934 hat
deutſche Regierung durch den deutſchen Botſchafter in Lon=
wolgende
Antwort erteilt:
Zeie deutſche Regierung beehrt ſich, den Empfang der Ant=
müder
königl. britiſchen Regierung auf die deutſche Note vom
90:2 Mts. zu beſtätigen.
Sie bedauert, den darin enthaltenen Argumenten nicht folgen
z zünnen, die z. T. auf mißverſtändlicher oder unvollſtändiger
Arzeilung des Verlaufes der Berliner Transferkonferenz zu
hilren ſcheinen, und behält ſich weitere Darlegungen hierzu
1 Sie bedauert ferner, daß die königlich britiſche Regierung
mh*, ihren Standpunkt durch Androhung von Zwangsmaß=
nmen
durchſetzen zu müſſen und dadurch ihrerſeits genötigt
z zean, entſprechende Maßnahmen zur Abwehr der ſchlimmſten
Eiten, die ſich daraus für die deutſche Wirtſchaft ergeben
Unden, zu ergreifen.
In der Annahme, daß es trotzdem der königlich britiſchen
2 Rarung ernſtlich an einer für beide Länder fairen Regelung
eir;Frage, deren Löſung anerkanntermaßen nicht von Deutſch=
Iſos Bemühungen allein abhängt, nimmt die deutſche Regie=
rmidie
Einladung der königlich britiſchen Regierung zu Be=
1ſſchunngen deutſcher Vertreter mit Vertretern der königlich
Abyſſhen Regierung in London an. Die deutſchen Vertreter wer=
1bbeute nach London abreiſen.
Die deutſche Abordnung in London.
DNB. London, 26. Juni.
Diie deutſche Abordnung, die am Montag abend von Berlin
apreiſt iſt, um die Transferfrage in London zu erörtern, iſt
andienstag abend in London eingetroffen. Die Abordnung be=
ſiße
mus dem Miniſterialdirigenten Dr. Berger vom Reichs=
f
inminiſterium, Vortragenden Legationsrat Dr. Ulrich vom
9Aufärtigen Amt und dem Direktor bei der Reichsbank Leſſing.
2Yexſte Beſprechung findet am Mittwoch vormittag im Stadt=
Ipeſ ſtatt.
Engliſche Unehrlichkeik.
In der engliſchen Preſſe wird nach der Rede Chamberlains
1ſnümterhaus mehr denn je die Behauptung aufgeſtellt, daß
S2täthland zahlen könne, aber nicht wolle, und daß es ſich in
dp nüickſichtsloſeſten Weiſe ſeinen Zahlungsverpflichtungen zu
iechen ſuche. Es müſſe immer wieder unterſtrichen werden,
4m Deutſchland ein unehrliches Spiel treibe.
(s wird damit der Begriff der Ehrlichkeit in die Debatte
ghoffen, und zwar von einer Seite, die eben erſt den ameri=
hſsſogen
Gläubigern in einer langen Note auseinanderzuſetzen
Fſue daß Zahlungen nicht geleiſtet werden könnten und daß
Yder: Transferierung der Schuldſumme die britiſche Währung
üſrMi itleidenſchaft ziehen müßte. Nachdem nun die engliſche
APſ wiederum fortfährt, als ob Großbritannien mit allen
GSuen auf der Baſis des Vertrauens und der ausgeſprochenen
CKlifhkeit verkehre, Deutſchland jedoch in der ſchlimmſten Weiſe
gpen dieſen Grundſatz verſtoße, erſcheint es uns notwendig,
dman, zu erinnern, daß wir den Engländern gegen=
üft
: genau die gleiche Haltung eingenommen
hen, die wir bei den Engländern den Ver=
eſtigten
Staaten gegenüber fanden. Wir haben
g inal die Behauptung aufgeſtellt, daß England ein unehrliches
Sel treibt, mit Recht, da Großbritannien über wirtſchaftliche
um Finanzielle Kräfte verfügt, die diejenigen Deutſchlands
um un den Schatten rücken und da in der Bank von England
2irdenbeträge in Gold liegen, während die Schatzkammern
1 eichsbank ziemlich leergefegt ſind. Es iſt aber doch
10ßrunerhörteſte, daß von den Engländern her
Lhn2Deutſchen Reich, mit dem es in engen wirtſchaftlichen
2cießungen ſteht kurzerhand ein betrügeriſcher
bnkkerott unterſtellt wird, obwohl gerade die Eng=
Iſber, die ſehr gute Rechner und ſehr gute Kenner der inter=
ſtonalen
wirtſchaftlichen Verhältniſſe ſind, genau wiſſen, daß
19mit unſerer Leiſtungsfähigkeit, zu transferieren, am Ende
1rer Kraft ſind. Es iſt ihnen zudem bekannt, daß wir ihnen
bſgen Pfennig vorenthalten, ſondern alle Schulden zunächſt in
2Mk abtragen. Das einzige Hindernis iſt die Transferierung
Ibier. Markbeträge in das Ausland.

England hat bis heute nichts getan, um die
Transferierung zu erleichtern. Es hat ſich auch
ſeinerzeit nicht zur Wehr geſetzt, als von Frankreich her alle
Kredite gekündigt und damit die deutſche Gold= und Deviſen=
beſtände
einer raſchen Auflöſung entgegengeführt wurden. Nicht
die Reichsregierung Adolf Hitlers trägt die Schuld an dieſer
Entwicklung, wie einige engliſche Zeitungen behaupten, ſondern
Frankreich, das einen geſunden normalen Ablauf der Dinge
ſtörte und England, das ſich dieſer Störung nicht widerſetzte.
Wenn man uns in aller Oeffentlichkeit beſcheinigt, daß wir un=
ehrliche
Vertragspartner wären, und wenn man dazu noch im
Unterhaus ein Geſetz zur Abſtimmung ſtellt, das die Krönung
dieſer Behauptung bildet, dann iſt es doch widerſinnig, Deutſch=
land
einzuladen, Vertreter nach London zu entſenden, und ſich
mit dieſen Vertretern in Verhandlungen einzulaſſen. Denn noch
immer ſteht die Behauptung, daß wir unehrlich wären und da
hätte es doch eigentlich gar keinen Zweck, irgendwelche Ver=
handlungen
zu führen. Aber aus dieſer Tatſache ergibt ſich eben
wieder, daß die Engländer im Innern ihres Herzens die Ver=
hältniſſe
Deutſchlands, richtig einſchätzen, daß lediglich Anti=
pathie
und die Sucht, allzuraſch wieder zu ſeinem Geld zu kom=
men
, zu dem Vorwurf der Unehrlichkeit geführt, den ſie ſelbſt
unter vier Augen nicht ernſt nehmen. Die bevorſtehenden Aus=
einanderſetzungen
haben ſie weder durch das Clearinggeſetz
und die Chamberlainrede noch durch das Trommelfeuer der
Londoner Preſſe erleichtert.
Engliſches Clearinggeſek auf zwei Jahre befriſtel.
EP. London, 26. Juni.
Die Beratung über die Regierungsvorlage zur Errichtung
eines Clearing=Amtes wurde heute vom Unterhaus, das als Aus=
ſchuß
tagte, fortgeſetzt. Aus der Ausſprache iſt hervorzuheben,
daß Schatzkanzler Neville Chamberlain auf eine Anregung, eine
Befriſtung des Clearing=Geſetzes vorzunehmen, ein=
ging
. Er erklärte ſich bereit, ſeine Zuſtimmung zu einer Be=
friſtung
des Geſeßes auf 24 Monate zu geben. Der
Abgeordnete Maſon, von dem die Anregung hierzu in der Form
eines Antrags auf Befriſtung des Geſeßes auf ein Jahr ausge=
gangen
war, hat darauf ſeinen Antrag zurückgezogen.
Maſon hatte ſeinen Antrag damit begründet, daß England
Deutſchland beweiſen müſſe, daß es keine Repreſſalien plane, ſon=
dern
vielmehr bemüht ſei, den Handel mit Deutſchland nach
Kräften zu fördern. Dieſem Antrag ſchloſſen ſich auch andere Ab=
geordnete
an, ſo daß der Schatzkanzler ſich ſchließlich zu einem
Zugeſtändnis genötigt ſah.
Im weiteren Verlaufe der Ausſprache wiederholte der Schatz=
kanzler
, daß finanzielle Geldſendungen, Bankguthaben, Verſiche=
rungszahlungen
uſw. von dem Clearing ausgeſchloſſen ſeien. Er
wolle jedoch dieſe Feſtſtellung nicht dem Wortlaut des Geſetzes bei=
fügen
, denn man wiſſe nicht, welche Lage ſich ſpäter ergeben
könne.
Im übrigen kamen auch in der heutigen Unterhausdebatte
die Zweifel an der Zweckmäßigkeit des Clearings zum Ausdruck.
Wie auch der Star heute in einem Der große Knüppel über=
ſchriebenen
Leitaufſatz ausführt, iſt die Vorlage ganz allgemein
höchſt unbeliebt, weil zu fürchten ſei, daß, wenn die Regierung
von ihren Vollmachten Gebrauch machen würde, darunter nicht
nur Englands und Deutſchlands Handel, ſondern auch der inter=
nationale
Handelsverkehr leiden würden.

Ende Juli in Riccione.

DNB. Wien, 26. Juni.
Das halbamtliche Organ der öſterreichiſchen Regierung, die
chriſtlich=ſoziale Reichspoſt, teilt jetzt mit, daß Muffolini Dr.
Dollfuß eingeladen habe, ihn Ende Juli in ſeiner Villa in
Riccone mit ſeiner Familie zu beſuchen. Dollfuß habe dieſe
Einladung angenommen.
In Wiener diplomatiſchen Kreiſen war die Einladung
Muſſolinis an Dollfuß ſeit einiger Zeit bekannt. Man bringt
hier dieſe Einladung mit der Zuſammenkunft in Venedig in
Zuſammenhang und erwartet, daß jetzt in der bevorſtehenden
Uinterredung zwiſchen Muſſolini und Dollfuß von italieniſcher
Seite das deutſch=öſterreichiſche Problem zur Sprache gebracht
werden wird.
Von einem Wiener Standgericht wurden wieder zwei Ange=
klagte
zu je 6 Jahren und ein Angeklagter zu 5 Jahren ſchweren
Kerkers verurteilt. Den Angeklagten wurde zur Laſt gelegt, daß
ſie Blechbüchſen mit Ekraſit übernommen und weitergegeben
hätten.

beim Grenzüberkrikt in Swinemünde von deutſchen
Kriminalbeamken feſtgenommen.
DNB. Berlin, 26. Juni.
Umfangreiche Fahndungsmaßnahmen der deutſchen Grenz=
behörden
führten am 23. Juni, 4.30 Uhr früh gegen 6 Uhr zur
Feſtnahme des polniſchen Staatsangehörigen Eugen Skiba,
Student der Chemie, geboren 11. Mai 1908 in Lemberg, auf
den die von den polniſchen Behörden gegebene Perſonenbeſchrei=
bung
des fküchtigen Mörders des polniſchen Innenminiſters
genau zutraf. Skiba kam am genannten Tage mit einem Dampfer
aus Zoppot nach Swinemünde, wo er von Beamten der ge=
heimen
Staatspolizei unter den etwa 600 Ausflüglern ermittelt
und feſtgenommen werden konnte. Skiba beſtreitet zwar, der
geſuchte Attentäter zu ſein; nach der Sachlage kann er aber als
überführt angeſehen werden. Der Feſtgenommene wurde noch
am gleichen Tage mittels eines polniſchen Sonderflugzeuges
nach Warſchau transportiert.
Maßregelungen polniſcher Sicherheitsbeamken.
DNB. Warſchau, 26. Juni.
Im Zuſammenhang mit der Ermordung des polniſchen
Iunenminiſters Pieracki ſind drei hohe Beamte der Sicherheits=
polizei
gemaßregelt worden. Sie wurden ihres Amtes enthoben
und zur Dispoſition geſtellt. Es handelt ſich um den Chef des
Sicherheitsweſens im Innenminiſterium Kucharſki, um den Chef
der Sicherheitsabteilung im Warſchauer Regierungskommiſſariat
Lepkowſki und um den Polizeikommandanten von Warſchau
Czyniowſki. Die genannten Beamten werden auf ihre Poſten
nicht mehr zurückkehren. Gleichzeitig verlautet, daß noch weitere
Entlaſſungen bevorſtehen ſollen.
*
Pariſer Stimmungen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
* Paris, 26. Juni.
Die pittoresken Einzelheiten über die Balkanreiſe Barthons
wollen in der Pariſer Preſſe nicht verſiegen. Seit langer Zeit
hat man nichts von ſoviel Begeiſterung für Frankreich gehört,
Der alte Pariſer, der für Nuancen einen entwickelten Sinn hat,
fühlt, daß man in der Stimmungsmache zu weit geht. Und Er=
innerungen
werden in ihm wach, die nicht immer angenehm ſind.
Barthous außenpolitiſcher Stil gefällt nicht überall.
Um ſo intereſſierter verfolgt man die Nachrichten über die
Entwicklung des Verhältniſſes zu Deutſchland und England. Sie
fließen ſpärlich, aber bei Gelegenheit bricht eine mehr optimiſtiſche
Note durch. Und das wird viel freudiger begrüßt als die Balkan=
freundſchaften
.
Mehr als je ſcheint es jetzt der Pariſer Regierung an einer
guten Stimmung in Paris zu liegen. Sie verſucht mit allen Mit=
teln
den Glanz der Pariſer Saiſon zu erhöhen. Jeder Tag hat
ſein Programm. Offiziell heißt es, daß man in erſter Linie den
Fremdenverkehr heben und das von der Kriſe ramponierte Leben
wieder herſtellen will. Neben den wirtſchaftlichen Rückſichten ver=
folgt
man aber auch einen innenpolitiſchen Zweck, der augen=
fällig
iſt.
Trotz aller äußeren Anzeichen wie der Unterſtützung der Re=
gierung
durch die Kammer und der Feſte in Paris bleibt das
Land unruhig. Die politiſchen Organiſationen kämpfen um die
Herrſchaft der Straße, und die Zuſammenſtöße in den Provinz=
ſtädten
häufen ſich. Das Preſtige der Regierung wird dadurch
gefährdet. Und manche fragen ſich ſchon, ob ohne ein Syſtem=
wechſel
die Wünſche der breiten Maſſen ihren Ausdruck finden
können. Die Regierung erſcheint beſonders der Jugend als
der letzte Vertreter einer, allerdings ehrwürdigen, Vergangen=
heit
.
Uebrigens, auch von der rein parteipolitiſchen Seite iſt nicht
alles ſo ruhig, wie es ſein ſollte. Zuletzt waren Gerüchte über
eine Umgeſtaltung des Kabinetts, welche ſich allerdings nur auf
einige Perſönlichkeiten beſchränken ſollte, im Umlauf. Aber man
hofft auf die beruhigende Wirkung der Ferienzeiten.
Es iſt bemerkenswert, daß man in diplomatiſchen Kreiſen
eine Klärung, welche auch die Außenpolitik Barthous in einem
neuen Sinne erſcheinen laſſen könnte, von der Entwicklung der
Frage der Seeabrüſtung erwartet. Doch vernimmt man noch ſehr
wenig Präziſes über dieſe Frage.

geon den. Dieſes Buch ſpricht von Geiſt und Leiſtung des
keitsdienſtes und vom Leben, Kampf und Werden ſeines
Söfffers und Führers Konſtantin Hirl. Möge das Buch überall
Iſtündnis für den Wert und das Weſen des großen Werkes
tweir und damit beitragen zum Siege Adolf Hitlers! Ein
Aſth, dem man ſich von Herzen anſchließen kann. Und
In. Heinz Lohmann S A. räumt auf (Hanſeatiſche Verl.=
TA., Hamburg). Nach Aufzeichnungen entſtanden erzählt das
299 in vorbildlicher Schlichtheit und Gradheit von den
Aufffen der SA. und ſetzt damit ein Denkmal dem unbekannten
E=Mann. Wie aus dem Jungen ein Student, aus dem
Edant ein Kämpfer wurde, ein Redner und Führer, aber
ur, dem die eigene Perſon nichts, die Sache alles galt ſo
aln et ſich aus dieſen Aufzeichnungen ein Roman von ſtärkſter
henkdigkeit und Wahrhaftigkeit. Bücher dieſer Art muß man
bi, um den Stolz der Alten Kämpfer verſtehen und
Max Streeſe.
ſicht beurteilen zu lernen.
Gän Beitrag zur heſſiſchen Familienforſchung.
Heſſen im preußiſchen Militärdienſt.
Heſſiſche Landeskinder haben in allen Chargen und zu jeder
5 nn brandenburgiſchen und preußiſchen Heeren Dienſt getan.
Ae dieſer Heſſen in preußiſchen Dienſten, die fern vom
ſterland auf vielen Kriegszügen und in allen preußiſchen
Phunzen verſtreut den bunten Rock getragen haben, blieben
d3e Heimat und damit für die heimatliche Familienforſchung
ſchwollen, weil ſie aus materiellen Gründen auch nach der
Inſt= und Kriegsleiſtung nicht in die Heimat zurückkehrten.
ing el an Geld oder auch an Reiſegelegenheit hat ſie wohl für
kenszeit in ihrem Entlaſſungsort oder deſſen näheren und
ſteusen Umgebung feſtgehalten. Die meiſten von ihnen waren
ei ratet. Dadurch iſt die Verpflanzung zahlreicher heſſiſcher
milien erfolgt, die die Heimat nie wiedergeſehen haben und
en. Namen und Verbleib in den Regiſtern der heimatlichen
kidoung fehlen.
Deie dadurch entſtandene und gerade heute in der Familien=
ſchuung
wichtige Lücke füllt ein Büchlein aus, das Major a. D.
ſei=ander von Lyncker ſoeben im Verlag L. C. Wittich,
Amſ ſtadt, herausbrachte: Heſſen im preußiſchen
läitärdienſt 16201789 Aus den Jahren vor
BGzw. vor 1789, dem Zeitpunkt der Errichtung des Ober=
93 kollegiums in Berlin ſind nur ganz wenige Quellen erhal=

ten geblieben. Für die ſpätere Zeit jedoch iſt das Material faſt
lückenlos vorhanden, und zwar bis 1806. Aus dem vorhandenen
kärglichen Quellenmaterial hat der Verfaſſer die Namen, Ge=
burtsort
und was ſonſt möglich war der Heſſen herausgeſucht,
die 1620 bis 1789 als in preußiſch=brandenburgiſchem Milité=
dienſt
ſtanden. Es ſind nur Unteroffiziere und Mannſchaften
dieſem Verzeichnis aufgenommen und Notizen über ihren mil:
täriſchen Lebensgang beigefügt. Es ſind alle Mannſchaften auf=
genommen
, die den Heimatsort aufweiſen aus den Gebieten von
Heſſen=Darmſtadt, Heſſen=Kaſſel, Naſſau, Wetzlar, Waldeck, Kur=
pfalz
, Kurmainz, Rheingau, Rheinpfalz, Maingau, Frankfurt
a. M., Hanau, Fulda und einigen Randſtaaten.
Wie der Verfaſſer ſelbſt ſagt, erhebt ſeine Arbeit keinen
Anſpruch auf Vollſtändigkeit. Immerhin dürften die etwa 811
Feſtſtellungen der Familienforſchung in Heſſen gute Dienſte
**!
leiſten.

Schallplakkenbeſprechung.

Corong.
Zweimonatsſchrift. Verlag R. Oldenbourg, München, Berlin.
Einzelheft 1,80 RM.
Als eine Pflegeſtätte edler Geiſtigkeit und hoher Sprach=
kultur
verdient dieſe Zeitſchrift die Aufmerkſamkeit aller Leſer,
denen es um das Ewige und Gültige des Deutſchtums in ſeinem
weiteſten und höchſten Begriff zu tun iſt. Das eben erſcheinende
vierte Heft wird eröffnet durch einen Beitrag Joſef Nad=
lers
, in dem der bedeutende Literarhiſtoriker der Stämme
und Landſchaften die Begriffe Nation, Staat, Dichtung
gegeneinander abgrenzt und zugleich auf das Schickſal des deut=
ſchen
Volkes bezieht, und durch Heinrich Zimmers lebens=
volle
Darſtellung indiſcher Weſens= und Seelenkräfte Yoga und
Maya. Aus unveröffentlichten Briefen Jeremias Gott=
helf
über Volksdichtung und über ſein eignes Schaffen tritt
uns die mächtige Perſönlichkeit des großen Erzählers und Er=
ziehers
entgegen. Von ihm und von Gottfried Keller
handeln Seiten aus dem Nachlaß Joſef Hofmillers.
Ferner enthält das Heft: tiefdringende Betrachtungen Rudolf
Kaßners über Glück, Nachahmung und Ruhm, mündend
in Ausblicke auf die chriftliche Welt der Freiheit; von Leopold
Weber, dem Erneuerer der nordiſchen Sagen, ein Abſchnitt
aus ſeiner Eindeutſchung Homers, Odyſſeus im Toten=
reiche
, und Gedichte eines neuen alemanniſchen Lyrikers
*
Franz Büchler.

Richard Strauß’ ſiebzigſter Geburtstag gab der Electrola
Gelegenheit, eine Reihe von Platten mit Werken des Meiſters
neu herauszubringen, die in glanzvoller Beſetzung mit dem Wie=
ner
Philharmoniſchen Orcheſter und dem Chor der Wiener Staats=
oper
unter Prof. Heger beſpielt, bzw. beſungen, die populärſten
Opern des Meiſters bringen. Der Roſenkavalier iſt als voll=
ſtändiges
Mappenwerk herausgebracht worden. Außerdem auf
E.G. 3044 Die Nacht und Cäcilie, geſungen von Walter
Ludwig. Auch dieſe Strauß=Platte iſt herrlich und ehrt als Ge=
burtstagsgabe
den Komponiſten, den Sänger und Electrola
gleichermaßen. Wundervoll in der Technik und im alle Feinheiten
erſchöpfenden Vortrag iſt E. H. 854 mit der Ungariſchen Rhapſodie
Nr. 2, geſpielt von acht Klavieren, unter Leitung von Phil. Finck.
Dieſes Klavierenſemble dürfte einzig in ſeiner Art ſein. Dann
bringt Electrola noch eine intereſſante Comedian= Harmo=
niſts
=Platte in E.G. 3032. Kannſt du pfeifen, Johanna und
Spaniſche Moritat kommt durch die Harmoniſts in einer ſo ganz
neuartigen Auffaſſung wie ſie eben nur dieſes einzigartige Ge=
ſangsenſemble
herausbringen kann. Auf Columbia ſingt
(DW. 3051) Charles Kullmann mit dem Orcheſter der
Städtiſchen Oper Berlin die Arie des Sängers aus dem Roſen=
kavalier
und Vittoria (Cariſſimi) von A. Pariſotti. Eine
temperamentvolle, geſanglich hervorragende Platte.
Grammophon (Die Stimme ſeines Herrn) nimmt Rück=
ſicht
auf die ſchöne Sommer= und Reiſezeit, die mit Heiterkeit und
Frohſinn angefüllt ſein ſoll. Da ſind vor allem eine Anzahl von
Tanzplatten, beſpielt von beſten Tanzorcheſtern, wie Oskar Jooſt,
Egon Kaiſer, Kermbach, Harry Hiller u. a. m. Platten, deren
Mitnahme auf Ausflügen in Wald und Feld und ins Gebirge wie
auf dem Waſſer ſich lohnt, weil ſie voll Stimmung ſind und Stim=
mung
verbreiten. Mit heiteren Schlagern wartet auf das Ilja=
Livſchakoff=Orcheſter (Potpourri aus Robert Stolzes Meiſterwer=
ken
, 10 227). Dann die Humoresk=Melodios, die in 10 231 mit
Wer einmal die Grete küßt und dem temperamentvoll ge=
ſungenen
Foxtrott=Tonfilmſchlager Ach, wie ſchön iſt es, verliebt
zu ſein köſtlichſt zum heiteren Programm beiſteuert. Louis
Graveure ſingt auf 10 187 den ſchönen Tonfilmwalzer Ein
Walzer für dich und Tauſend rote Roſen blüh’n mit viel Ge=
fühl
und Schmelz. Daß Grammophon auch in der billigen
Braun=Etikett=Serie gute Muſik und guten Geſang herausbringt,
ſei der Firma beſonders gedankt. Empfehlenswert ſind aus den
Neuheiten dieſer Serie der Rheinländer Wir ſteigen auf das
Gamſelhorn und der Bayeriſche Dirndl=Walzer (1497) Max Men=
rings
Walzerlied. Dort wo der Waldbach rauſcht und Das ein=
ſame
Röslein im Tal (1481) und das Soldatenliederpotpourri
Unter Kameraden von Kermbach=Rathke, auf 1493.

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ſtücke
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2. Unbebaute
Grundſtücke . 1000.
3. Geſchäfts=
einrichtung
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II. Beteiligungen ein=
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teilig
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Wertpapiere ... 2821.-
III. Umlaufs=Vermögen
1. Forderungen
a) feſt befriſtete Hypothekenuſw. . . . . . . .
b) Vorſchüſſe gegen Schuldſcheine uſw.
1. gegen Schuldſchein .. . . . . . . . . . . . . . . . .."
2. reſtliche Geſchäftsanteilbelaſtungen .. ..."
c) Vorſchüſſe gegen börſengängige Wertpapiere.

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1.

2821.

d) rückſtändige Zinſen und Proviſionen zu a bis e
1. fällig am 31. Dezember 1933 ....
2. rückſtändig .. . . . . . . . . . . ... ..
e) Forderungen in laufender Rechnung.
f) Bevorſchuſſungen der III. Quote..
2. Geſchäftswechſel
a) Beſtand. . . . . .. . . .. ..."
b) weiterbegeben zum Inkaſſo..
3. Einzugswechſel ........"
In I. bis 3. enthalten:
a) Forderungen an Mitglieder ..................."
b) Forderungen gemäß 8 334 Abſatz 4 Gen.=Geſ.
1. Buchſchulden ..
2. Wechſelobligo ..
4. Wertpapiere
a) Anleihen und Schatzanweiſungen des Reiches und der
Länder ........... ... ... . . . . .................."
b) Sonſtige bei der Reichsbank und bei anderen inländi=
ſchen
Notenbanken beleihbare Wertpapiere. . . . . . . . . ."
c) Sonſtige Wertpapiere .. . . . .
....
5. Bankguthaben
a) beiden genoſſenſchaftl. Zentral=Kreditinſtituten. . . . . .
b) bei ſonſtigen Banken ..........."

6. Forderung aus gewährten Reichszuſchüſſen.. . . . . . . . . .."
7. Poſtſcheck=u. Guthaben bei Noten= u. Abrechnungsbanken
8. Fällige Zins= und Dividendenſcheine ... ... ...."
9. Kaſſenbeſtand .......
IV. Forderungen aus Bürgſchaften, Wechſel= und Scheckbürg=
ſchaften
, ſowie aus Garantieverträgen ......."
..

137735.50

68157.16
10000.
7570.85

1138.06
790.
3444755.67

986l.25

3954 424.631

58622.50
2500.

11175.

18180.
I1.10

475952.19
397807.26

321855.43

277000.
1000.

2821.

3670147.24
163561.58

281277.39
25 048.09

I. Geſchäftsguthaben
a) 1. der verbleibenden Mitglieder ..............."
2. der ausſcheidenden Mitglieder (durch Tod)........"
b)rückſtändige Einzahlungen auf den Geſchäftsanteil ...."
II. Reſervefonds (Eintrittsgelder) .....
III. Verbindlichkeiten
1. Einlagen
a) Spareinlagen
aa) durch den Vergleich gebunden .."
bb) freie Einlagen mit Kündigungsfriſt bis zu 7 Tagen.
cc) freie Einlagen mit einer Kündigungsfriſt bis zu
..............
drei Monaten ........"
b) Depoſiten
aa) durch den Vergleich gebunden ... . . . ..
...
bb)freie Einlagen mit einer Kündigungsfriſt bis zu
3 Monaten .. . . . . . .. . . . . . .. .... ... ... ......
cc) freie Einlagen mit einer Kündigungsfriſt über
3 Monate ................"
c) Einlagen in laufender Rechnung
aa) durch den Vergleich gebunden.
bb) freie Einlagen ......."
2. Aufgenommene Gelder
a) Hypotheken ................"
b) Bankſchulden (Buchkredit)
aa) durch den Vergleich gebunden ...
......
bb) geſicherte Bankgläubiger..
..
cc) neue Einlagen von Banken
.
dd) zum Inkaſſo gegebene Wechſel ....... ........."
IV. Inkaſſo=Konto ..
........
V. Poſten, die der Rechnungsabgrenzung dienen .
.....
VI. Verbindlichkeiten a/Bürgſchaften, Wechſel= und Scheck=
bürgſchaften
ſowie a/Garantieverträgen .. . . . . . ..."
VII. Gewinn
..."
....
a) Bilanzvortrag
b) Gewinn 1933.
........

29426.10

873759.45
423333.33
113015.18
10555.67
50 664.12

5921 610.15

u
501 221.80
12079.20

638149.

852960.14
83538.47

334 153.89/

1329 403.71
73914.50
23688.50

1120948.24
816359.56

17500.

501779.77
174445.40
28300.06

9861.25

A rſ. 8

15 124.39
14445.28

4634967.II

Uebertres
51
jert in Elle
Johann Geord
äörſam 4.
Einon in
m Kreis 4
Aufgabe
1934 hat der
Mſung zur R

722025.73

16420.77
5185.,3

Leiagt:
im Nam
beſiſchen Regi
Nupinz Rei
ſeiner dem St
Lienſte der Ti

29560,I

Der Deutſe
W8.
Wir dank
läßlich der S
geſtellt und au
digten überno
gen, die durch
Fohrt zu finar
Innung, die 11
ſellt hatten.
ſorgte, der F1
und der Geſchi
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Auſitzug der
Platzkonzert pe
ſchen Organiſe
durchfahrenen
reichen Flagg
Krieges zum
Stadtverwalt.
burg, die den
glänzend org
Standartenfu
Anweſenheit
bekundete.

5921610II

Aufwendungen Gewinn= und Verluſt=Rechnung am 31. Dezember 1933

Erträgg

1. Ausgaben für Zinſen und Proviſionen
2. Perſönliche Unkoſten
a) Löhne und Gehälter
b)ſoziale Abgaben.
3. Sachliche Unkoſten
a) durch den Vergleich bedingt .
b)allgemeine ....
4. Steuern
a) Beſitzſteuern ..
b) ſonſtige Steuern
5. Abſchreibungen
a) Außenſtände .
b) Geſchäftsgrundſtück
c) ſonſtige Grundſtücke
d) Mobilien.
6. Reingewinn 1933
a) Gewinnvortrag 1932
b) Gewinn 1933 ..

Rie

V

197169.18 I. Einnahmen aus Zinſen und Proviſionen .., M2d, fon 2. Erträge aus Beteiligungen... 3. 132015.62 3. Kursgewinn auf Wertpapiere.. 40,5d 6297.67 138313.29 4. ſonſtige Kapitalerträge .... 8604A 5. außerordentliche Erträge 10000. Eingänge aus bisher zweifelhaften Forderungen 75300 37391.77 47 391.77 6. außerordentliche Zuwendungen Reichshilfe ..... 270000 4505.771 7. Gewinnvortrag 1932.. 15124,2 1156.27 5662,04 345 300. 3000. 9000. 442. 357 742. 15 124.39 14445.28 29569,67 775847.95 75272)

Mitgliederbewegung.

Anfang 1933 Zahl der
Mitglieder
2273 Anzahl der
Geſchäftsanteile
2508 Haftſumme
RM.
2508000 Zugang 1933 27 27 27000 Abgang 1933 50 52 52000 Ende 1933 2250 2483 2483000

Die Geſchäftsguthaben haben ſich im Berichtsjahre vermehrt um RM. 170641.
Die Haftſummen haben ſich im Berichtsjahre vermindert um RM. 25000.
Darmſtadt, den 26. Juni 1934.

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IAKM

1512M
1445M

MNittwoch, 27. Juni 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 27. Juni 1934.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurde am 16. Juni 1934 der Kanzleigehilfe an der
tſ e der Landesuniverſität Gießen Konrad König zum Kanz=
tm
mit Wirkung vom 1. Juni 1934 an.
Uebertragen wurde am 15. Juni 1934 mit ſofortiger Wirkung
m. Lehrer Jakob Maurer zu Stockſtadt a. Rh. die ehrenamt=
he
. Leitung der Volksſchule daſelbſt unter Verleihung der Amts=
ziächnung
Rektor für die Dauer dieſer Tätigkeit. Am 16.
nn 1934 dem Studienrat an der Realſchule am Stadthaus zu
fanbach Karl Grenz eine Studienratsſtelle an der Oberreal=
ure
am Friedrichsplatz zu Offenbach mit Wirkung vom 11. Juni
31 an.
2Beſtellt wurden am 20. Juni 1934 zu kommiſſariſchen
ſirr germeiſtern: Emil Rauſch in Nösberts, Kreis Lau=
hrach
; Fritz Block in Sandlofs. Kreis Lauterbach; Jakob Sey=
rtt
in Ellenbach, Kreis Heppenheim; zu Beigeordneten:
hunn Georg Hübner in Eulsbach, Kreis Heppenheim; Peter
örſam 4. in Gras=Ellenbach, Kreis Heppenheim; Jakob
mon in Selzen, Kreis Oppenheim; Emil Breyer in Uden=
-, Kreis Oppenheim.
Elufgabe der Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft. Am 9. Juni
z hat der Rechtsanwalt Heinrich Vogt in Alsfeld ſeine Zu=
ſung
zur Rechtsanwaltſchaft bei dem Amtsgericht Alsfeld auf=
ſchen
.
DDas Perſonalamt des Heſſiſchen Staatsminiſteriums gibt
ſomnt:
Im Namen des Reichspräſidenten wurde auf Vorſchlag der
ſſiſchen Regierung dem Landgerichtsrat beim Landgericht der
ſowinz Rheinheſſen zu Mainz Heinrich Mann in Würdigung
mar dem Staate im Zeitraum von 40 Jahren geleiſteten treuen
jei ſte der Titel Geheimer Juſtizrat verliehen.

Schwerkriegsbeſchädigkenfahrt.
DDer Deutſche Automobil=Club, Ortsgruppe Darmſtadt, ſchreibt

EeKk dn au0 1och Sie Koſſelodien ſi. de Scoelliegsbeſch=
ſtyn
übernommen haben. Wir danken aber auch allen denjeni=
n
. die durch eine freiwillige Spende uns geholfen haben, dieſe
ſhrt zu finanzieren. Dank aber auch der Metzger= und Bäcker=
mwng
, die 1100 Brötchen und 650 Würſtchen zur Verfügung ge=
ilt
hatten, weiter der Hauptfürſorgeſtelle, die für die Zigarren
ſgze, der Firma Eiſenrieg, die den Transport der Verpflegung
wdder Geſchirre übernahm, der Firma E. Merck, die den Sani=
tswagen
zur Verfügung ſtellte, und dem Konſumverein, der die
fieegeſchire für 650 Perſonen bereitſtellte. Weiterer Dank dem
unt kzug der Motorſtandarte 50 der die Abfahrt durch ſein
ſun konzert verſchönte, und den Gemeindevorſtänden, den politi=
ſen
Organiſationen, der Bevölkerung und den Kindern der
Ec fahrenen Orte, die durch ihre herzliche Begrüßung und ihren
ihen Flaggenſchmuck ihre Verbundenheit mit den Opfern des
hiegges zum Ausdruck brachten. Beſonderer Dank gebührt der
äuut tverwaltung und der NS. Frauenſchaft der Stadt Obern=
ka
, die den Aufenthalt und die Verpflegung in Obernburg
Ensend organiſiert hatten. Wir danken nicht zuletzt noch dem
ſan dartenführer Keller der Motorſtandarte 50, der durch ſeine
zngeſenheit bei der Abfahrt ſein Intereſſe an dieſer Fahrt
tundete.
lAln die Darmſtädter Hausfrauen und Hausangeſtellten erläßt
Seſſiſche Polizeidirektion folgende Warnung: Schon wieder=
It wurde in den Tageszeitungen darauf hingewieſen, daß das
a'sklopfen Ausſchütteln, Abkehren uſw. von
Zütwerk, Teppichen, Kleidungsſtücken, Staub=
ſich
ern und ähnlichen Gegenſtänden nach Straßen, öffentlichen
ägen, Vorgärten uſw. unſtatthaft und mit Strafe bedroht iſt.
In.. Findige legen dieſe Hinweiſe ſo aus, als ob das Ausklopfen,
½stchütteln, Abkehren von Bettwerk, Teppichen und ähnlichen
gmſtänden nach der Rück= oder Nebenſeite ihrer Häuſer erlaubt
. DDem iſt aber nicht ſo. Verboten iſt ganz allgemein die Vor=
wure
derartiger Arbeiten nach Orten hinaus, wo Menſchen zu
kähren pflegen. Das iſt immer dann der Fall, wenn um das
Gäude herum Eingänge führen oder unter den Fenſtern Höfe
ſar Spielplätze liegen. Aber auch ſelbſt da, wo dies nicht der
Afiſt, muß man die Vornahme obengenannter Arbeiten zu Fen=
an
hinaus dann für ſtrafbar halten, wenn ſie an Fenſtern vor=
gommen
werden, die über anderen Fenſtern liegen, alſo wo die
acr beſteht, daß an darunterliegenden Fenſtern hinausſehende
Penen beſchmutzt werden können. Es wird erwartet, daß die=
mKinweis
als letzte Jarnung genügt, um endgültig dieſen Un=
ſt
Ubzuſtellen.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen, Freundinnen=
an
. Sandſtraße 24. Jeden Donnerstag, abends 8.15 bis 10 Uhr:
Zanmenkunft. Jeden erſten und dritten Mittwoch im Monat:
itmiaſtik, Leitung: Frl. Irmgard Pätzold. Jeden zweiten und
mten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden. Donners=
i
, wen 28. Juni: Teilnahme am Jugendabend von Frl. Linckholz,
ſevabend, Stiftsſtraße, um 8.15 Uhr.
Deffentliche Impfung. Die letzten Nachſchautermine
dſie in der vorigen Woche geimpften Kinder finden am Mitt=
ar
, den 27. Juni, und Freitag, den 29. Juni jeweils von
Abss 16 Uhr, in der Rundeturmſchule, Rundeturmſtraße 9, ſtatt.
Kder, die zu den Nachſchauterminen nicht gebracht werden, gel=
als
nicht geimpft.
Die Feſtliche Suite‟, Opus 42, für Orcheſter des Komponiſten
lnus Klaas (Darmſtadt) wird im deutſchen Kurzwel=
iſ
ender zu Berlin verſchiedentlich zu Ausſendungen nach
Caſſten, Amerika und Afrika verwendet werden, erſtmalig am
Amni, morgens um 2.15 Uhr, in einem Sinfoniekonzert des
Elnner Tonkünſtlervereins unter Leitung von Herrn Kapell=
aſter
Joſef Balay. Das gleiche Werk wird Aufführungen haben
nduen Sendern von Breslau am 6. Juli, in einem Abend=
errt
des Rundfunkorcheſters, unter Leitung von Herrn Erich
tzer muſikaliſcher Oberleiter am Stadttheater in Beuthen,
m 27. Juli, in einem Konzert zu Brünn (Tſchechoſlowakiſche
Gublik),
Heſſiſches Landestheater.
Miſte Hate

Arooch

27. Juni

Lungerstag

28. Juni

Anf. 19½z, Ende gegen 22 Uhr. B26
Preiſe 0.705.50
Sein Schatten.
19½, Ende geg. 22,40. D. Bühne, Volksm.6, dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 901950.
Preiſe 0.705.50
Undine.

D 26, dazu
Anf. 19½, Ende 22 Uhr.
kinderreiche Mütter Nummerkarten 9511200.
Kturg
Preiſe 0.705.50
29. Juni Sein Schatten.
5eeſſiſches Landestheater. Heute abend geht im Großen Haus
Pandestheaters die letzte Neueinſtudierung dieſer Spielzeit
der Erſtaufführung von Flotows Spieloper Sein Schat=
t
in Szene. Das Werk iſt die letzte Arbeit des noch heute,
allem mit Martha und Aleſſandro Stradella vielgeſpiel=
KSomponiſten und kam erſt im letzten Herbſt, anläßlich des
Todestages ſeines Schöpfers, in der Neubearbeitung von Her=
uund
Siegfried Scheffler zur Uraufführung auf der deutſchen
ang. Das Heſſiſche Landestheater gehört zu den erſten deutſchen
Iusen, die ſich die Aufführung dieſer nachgelaſſenen Oper
ſtos geſichert haben. Ihre muſikaliſche Einſtudierung leitete
ſellmeiſter Fritz Bohne, die Inſzenierung Eugen Vogt; die
hnrenbilder ſchuf Werner Lergen.
Guter Erfolg der neuen Platzmiete des Landestheaters.
wir vom Heſſiſchen Landestheater erfahren, übertrifft die
hirage nach Platzmieten für die kommende Spielzeit weſent=
dice
gehegten Erwartungen. Nachdem die Einzeichnungsmög=
ſteit
erſt in der vorigen Woche eröffnet wurde, iſt heute be=
ein
anſehnlicher Teil der bisherigen Mieten wieder und
Meihe von Plätzen neu eingezeichnet worden. Das iſt um
ſerſt reulicher, als die Platzmiete, in der ſich die regelmäßigen
huäger zuſammenfinden, die Grundlage für den Weiterbeſtand
Beſſiſchen Landestheaters ſchafft. Das Landestheater ge=
ort
bekanntlich für jede bis zum 15. Juli getätigte. Miete
en Gratis=Gutſchein für eine Vorſtellung in der kommenden
Felseit.

Nr. 175 Seite 5

Profeſſor Hermann Müller zum Gedächtnis.
426. Beranſtalkung des Alk=Darmſtadt-Vereins für Orksgeſchichke und Heimakkunde.
außerdem auch lange Zeit dem Theater als Beirat in Dekora=
tions
= und Stilfragen gewidmet.
Eines Darmſtädter Künſtlers Leben
Eine reiche Lebensbahn zog an uns vorüber, die der liebens=

Wir ſtehen auf der Höhe des Jahres. Hinter uns liegt der
Frühling mit ſeinem Maienſingen, vor uns der Sommer die
Reife. Die Ahnung von Herbſt und Winter umweht uns. Feuer
lodern auf den Höhen unſerer Heimat, und die Jugend zieht
hinauf, um ſich ein Häuflein Aſche mitzunehmen. Der Sonn=
wend
= oder Johannistag iſt ein eigener Tag. Wer offene Sinne
hat, der vernimmt aus Blumenduft und =form beſonderer Art
das Sinnbild des Ewigen. Er empfindet auch im Leben den
Griff des Todes. Auch Alt=Darmſtadt fühlt, wie der 1. Vor=
ſitzende
in ſeiner Begrüßung ausführte, die Hand des Todes, denn
drei der Beſten ſind aus dem Kreiſe in die ewige Heimat ge=
gangen
. Sie ſollen aber nicht tot ſein, ſondern ſollen lebendig
bleiben in ihrem Werk. Wir künden heute von dem Reifſten,
der im Volkstum fußte und deshalb groß und ſtark war.
Herr Profeſſor Adolf Beyer ſtellte ſodann den Zuhörern
den äußeren Lebensgang Profeſſor Hermann Müllers vor Augen.
Schon früh kam der verſtorbene Meiſter mit der Kunſt in Be=
rührung
, die in dem Hauſe ſeines Vaters, des Freipredigers und
Lehrers Paulus Müller, eine Pflegeſtätte gefunden hatte. Dazu
kam noch, daß der Hofmaler Peter Abt als Freund im Eltern=
hauſe
ein= und ausging. Bald zeigte ſich bei dem jungen Her=
mann
Müller ſelbſt eine ſtarke künſtleriſche Begabung, die be=
greiflicherweiſe
bei ihm den Wunſch aufkommen ließ, ein Künſtler
zu werden. Der Verkehr mit den Altersgenoſſen Eugen Bracht
und Philipp Röth ließ dieſen Wunſch nur noch beſtimmter und
ſtärker werden. Schließlich fügte er ſich aber dem Willen der
Eltern, die um die ſichere Lebenshaltung des Sohnes beſorgt
waren, und widmete ſich der Baukunſt. Er wurde Schüler des
Architekten und Baurats Balthaſar Harres, bei dem er auch
den ſpäteren Freund, Paul Wallot, den Schöpfer des Reichs=
tagsgebäudes
, kennen lernte. Nach einem Studiengang in Gießen
unter Hugo von Ritgen, dem Wiederherſteller der Wartburg,
ließ er ſich in Darmſtadt als freiſchaffender Architekt nieder.
Neben ſeinem Beruf fand er auch Muße genug, um ſeinen künſt=
leriſchen
Neigungen nachzugehen, und die von ſeinem Lehrer, dem
Romantiker Auguſt Lucas, erhaltenen Anregungen auszuwer=
ten
. Eine fruchtbare Zeit war für Hermann Müller ein längerer
Aufenthalt in Paris, wo er Pläne für die heſſiſche und badiſche
Abteilung der Weltausſtellung zu verwirklichen hatte. Von 1868
bis 1872 finden wir ihn als Lehrer in der Kunſtinduſtrieſchule in
Offenbach. Es folgten dann wieder Jahre reger Tätigkeit in
Darmſtadt. Zunächſt wirkte er als Privatarchitekt, bis er an der
1876 eröffneten Landesbaugewerkſchule ein Lehramt erhielt, das
er, von 1877 an als Profeſſor, bis zu ſeiner Ruheſtandsverſetzung
im Jahre 1906 inne hatte.
Währenddeſſen war Hermann Müller ſtets auch ein eifriger
Zeichner. Begnadet mit einem geſunden Humor, einem ſcharfen
Verſtand und einer vorzüglichen Beobachtungsgabe, gelang es
ihm, die großen und kleinen Ereigniſſe ſeiner Zeit in treffſicheren
Bildern und launigen Wortbeigaben feſtzuhalten. So boten ihm
die Erfolge des Krieges von 1870/71 einen glänzenden Stoff um
ſeinem ſatiriſchen Witz in den Zündnadeln die Zügel ſchie=
zen
zu laſſen. Die Blätter, von denen 28 Stück erſchienen, waren
ein überaus großer Erfolg. Sie machten Hermann Müller weit
über die deutſchen Grenzen hinaus bekannt und geſchätzt. Dieſen
Blättern folgten dann in der Zeit von 18831884 noch 6 Bogen
Licht= und Schattenbilder und 1893 4 Bilderbogen Deutſcher
Michel, die ſich mit der Reichstagswahl befaßten. Beſonders
liebenswert iſt uns Hermann Müller aber durch ſein allbekann=
tes
Darmſtädter Skizzenbuch. In dieſer Blätterfolge
hat er ſeiner Vaterſtadt ein köſtliches Stück Alt=Darmſtadt er=
halten
. Gerade bei dieſen Bogen hat ihn ſein ganz außergewöhn=
liches
Formgedächtnis, durch das er einmal Geſehenes zu gegebe=
ner
Zeit erſcheinungsgetreu in der Zeichnung wiederzugeben ver=
mochte
, wertvoll unterſtützt. Viele lieben Erinnerungen wären
verloren gegangen, wenn er nicht geweſen wäre.
Damit iſt Hermann Müllers Tätigkeit aber noch nicht er=
ſchöpft
. Es gab kaum eine feſtliche Gelegenheit in Darmſtadt,
zu der er nicht ſeine Feder zur Verfügung ſtellte. Er hat ſich

würdige und herzensgütige Kunſtler als Menſch gegangen war.
Der 1. Vorſitzende wußte dem Vortragenden Dank für die Aus=
führungen
und gab Frau Hauptmann Hoffmann das Wort,
die einige auserleſene Blüten aus dem Kunſtſchaffen Hermann
Müllers vorführte.
Die gute alte Zeit erſteht dem Betrachter des Darmſtädter
Skizzenbuches, wenn er die Blätter, die von 1903 ab erſchienen
ſind, an ſich vorüberziehen läßt. Eine Ahnung von den ehemali=
gen
Darmſtädter Verkehrsverhältniſſen erhalten wir durch das
Blatt 4, in dem es z. B. heißt: Die Rheinſtraße, ſo breit ſie
iſt / Es wimmelt drin ein Acceſſiſt‟. Darunter finden wir ein
Stimmungsbild aus der Mitte des vorigen Jahrhunderts, das
eine Grasernte vor dem alten Palais darſtellt. Eine Erinne=
rung
an Auguſt Lucas iſt Blatt 5. Es zeigt uns den Maler als
Schalk, der ſeine Schüler mit Erinnerungen an ſeine Italienreiſe
unterhält, wenn er z. B. von ſeinen romantiſchen Abenteuern in
den Abruzzen erzählt oder aufſchneidet: In Neapel auf dem
Toledo ſpurte ich im Menſchengedränge die Hand eines Fremden
in meiner hinteren Rocktaſche. Eilig greife ich zu, packe, die
Hand, breche ſie ab und werfe ſie dem Kerl vor die Füße.
Draſtiſch iſt auch Lucas Zuſammenſtoß mit einer Sachſenhäuſer
Höckerin wiedergegeben, die ihn anſchreit: Hohlaagig Aas!, wann
De in de: Mag guckſt verrecke alle Fiſch’ 1! Blatt 6 bringt
dann in humorvoller Weiſe De Schwarze Peter an’s Diefenbachs
Eck näher, ein Eckenſteher und Philoſoph und ein, was ihm
niemand nehmen kann, Zeitgenoſſe Goethes und auch der großen
Männer von 1870/71 Mit Blatt 7 zeigt Hermann Müller Bil=
der
aus der Blüthezeit des Ballets in den 60iger Jahren des
vorigen Jahrhunderts Köſtlich iſt auch Blatt 8, das u. a. ein
Bild. In der Quinta bringt mit dem Text: Ein Tiroler zeigt
den Schülern einen Adler vor‟: Der Steinadler oder Jochgeier,
einer der gefährlichſten Raubvögel, wo man noch hat, bald
er ſeine Flügel ausſpannt, mißt er ſieben Schuach. Sein Neſcht
hat er auf die höckſchte Berk dief in Tirol drein. Seine Nah=
rung
hat er von kleine Kinderrrr und Schaaf bald er ſie der=
wiſcht
packt er ſie und ſchleppt ſie in ſein Neſcht: heut iſcht
er wieder ſehr wild!! gut, daß keine kleine Kinder nicht do
ſeind! Erwähnt ſeien noch die Blätter 12 und 15. Erſteres
iſt eine Cultur= und Coſtümſtudie aus dem Frühjahr 1904 und
außerdem dem Darmſtädter, Original Peter Krenz gewidmet ge=
nannt
die Brillenſchlange und Blindſchleiche, das, ein Opfer
des geſteigerten Verkehrs, 1904 von einer Droſchke überfahren
und tödlich verletzt wurde. Blatt 15 erzählt uns Von der Darm=
ſtädter
Meſſe von ehedem, als die Moritatenſänger und Pano=
ramen
noch auf dem Markt= und dem Ernſt=Ludwigs=Platz ihre
Anziehungskraft auf die kleinen und großen Heiner ausübten.
Der 1. Vorſitzende bezeichnete in ſeinen Dankesworten an die
Vortragende Müllers Blätter als einen Spiegel der guten alten
Zeit, wie wir ſie zum Teil noch als Kinder erlebt haben. Es
gab noch keine Kinos; und es iſt die Frage, ob nicht durch Bilder=
bogen
dieſer Art Alt=Darmſtadts Leben und Treiben lebendiger
erhalten iſt, als es durch den Film möglich wäre. Wir ſind dem
Künſtler dankbar für ſein Werk, deſſen allgemeine Anerkennung
auch aus der Teilnahme des Herrn Oberbürgermeiſters und des
Kunſtvereins anläßlich des Ablebens Profeſſor Hermann Müllers
zu erkennen iſt. Auch der Großherzog nahm an dieſer Gedenk=
feier
teil.
Für die Ausgeſtaltung des Abends ſprach der 1. Vorſitzende
ſodann noch ſeinen Dank der anweſenden Hüterin des künſtleri=
ſchen
Nachlaſſes des Verſtorbenen, Frau Dr. Theophil Becker fer=
ner
Frau Wamſer, Herrn Oberſchulrat Ritzert und der Buch=
handlung
Schlapp aus für die bereitgeſtellten Bilder und Blät=
ter
, die zu einer kleinen Ausſtellung vereinigt waren. Zum
Beſchluß des Abends verlas der Vorſitzende noch ein ſinniges Ge=
dicht
der ebenfalls jüngſt verſtorbenen Frau Repp.
*
Der Alt=Darmſtadt=Gemeinde wird am Samstag, dem 30.
Juni, um 15.30 Uhr zu einem zweiten Beſuch der Kunſtausſtellung
auf der Mathildenhöhe Gelegenheit geboten. (Eintritt 30 Pf.)
Am 5. Juli wird Herr Hans Landmann in Erzählungen
aus Jung=Darmſtadt aus eigenen Dichtungen vorleſen.

Heimkehr der Deutſchlandflieger.
Ddie deutſchland=Keite der Slieger=Landesgruppe III wieder in Darmſtadt.

Herzlicher Empfang der Flieger=
kameraden
.
Es liegt im Weſen ſo ſchwerer Prüfungen, wie ſie der Deutſch=
landflug
1934 den beteiligten, Fliegern auferlegte, daß die Span=
nung
bis aufs Höchſte ſteigt, bis die erſten Ergebniſſe in Zahlen
zur Bewertung des erreichten Platzes bekannt werden. Und es iſt
begreiflich, daß gerade die Fliegerkameraden der Flieger= Landes=
gruppe
7 in Darmſtadt um ſo ſehnſüchtiger nach Berichten und
Meldungen ſchauten, weil ihr ganzes Denken und Fühlen in den
Tagen des Deutſchlandfluges bei ihren Kameraden waren, die das
Anſehen der Darmſtädter Fliegerei zu vertreten hatten.
Als am Montag nachmittag die Meldung durchkam, daß es
der Darmſtädter Fliegerkette, die in einem Verband von drei Flug=
zeugen
, mit den Kameraden Kaſter, Stork und Schätzel als
Flugzeugführer und Plaeſchke, Reccius und Heilmann
als Orter, an dem diesjährigen großen Wettbewerb des Deutſchen
Luftſport=Verbandes teilnahmen, gelungen war, den 5. Platz zu
belegen, da löſte ſich die Spannung in eine aufrichtige Freude
und in berechtigtem Stolz auf. Nun nur noch wiſſen, wann ſie
wieder heimkehrten!
Am geſtrigen Abend gegen 7 Uhr rüſtete man zum Empfang
der Fliegerkameraden. Von Frankfurt kommend, wurden ſie durch
eine Kette von drei Flugzeugen eingeholt, und in muſterhaftem
Fluge grüßten ſie in geringer Höhe ihren Flugplatz, mit dem ſie
verwachſen ſind, und von dem ſie nur wenige Male zu Uebungs=
flügen
ſtarteten, und ihre Kameraden.
Daß der erreichte Erfolg nicht nur die eigenen Kameraden
mit Stolz und Freude erfüllte, ſondern daß darüber hinaus Staat
und Stadt, Kreisleitung und SA. der NSDAP. Arbeitsdienſt
und Bevölkerung an dieſer Freude teilnehmen wollten, bewies
der Empfang.
Die erfolgreichen drei Maſchinen, die mit ihren Beſatzungen
vier Tage lang einer unerhörten Prüfung unterzogen wurden.
ſchicken ſich zur Landung an, umkreiſt von den ſie einholenden
Flugzeugen, Marſchmuſik der Kapelle des Freiwilligen Arbeits=
dienſtes
klingt auf, und in das Spalier der zur Begrüßung ange=
tretenen
Kameraden des Darmſtädter Fliegerſturmes und des Ar=
beitsdienſtes
hinein kommen die drei erfolgreichen Maſchinen
langſam hineingerollt. Es iſt nicht nationalſozialiſtiſche Art und
paßt wenig in den Kampf unſerer Zeit um eine beſſere Zukunft,
Gefühlen beſonderen Ausdruck zu geben. Und doch muß es geſagt
ſein, daß der Austauſch der Blicke zwiſchen den durch den Empfang
überraſchten Fliegerkameraden und den ſie begrüßenden Kamera=
den
ein großer Augenblick war. Alles lag in dieſem Blick: Freude
und Stolz über die verdiente Ehre, aber viel, vielmehr ein unaus=
geſprochenes
Treugelöbnis und die Entſchloſſenheit zum Kampf
um den Preis des höchſten Einſatzes.
Der Landesgruppenführer, Pg. Schaedel, als Führer der
Flieger=Landesgruppe 7 verwies darauf, daß der Präſident des
Deutſchen Luftſport=Verbandes, Bruno Loerzer, bei ſeinem Be=
ſuche
im Mai d. J. die bis dahin geleiſtete Arbeit der Flieger=
Landesgruppe 7 anerkannte, und daß dieſe Anerkennung und Aus=
zeichnung
ſtets der Anſporn ſein müſſe und werde zu immer
neuen Leiſtungen im Dienſte der Fliegerei und in der reſtloſen
Hingabe an Volk und Vaterland. Opferbereitſchaft, der Wille
zum zähen Kampf und die Einſatzbereitſchaft als die ſchönſten
Tugenden des deutſchen Mannes haben den Erfolg der heim=
gekehrten
Mannſchaft erringen helfen allen ungünſtigen Vor=
bedingungen
zum Trotz, die in der viel zu kurzen Vorbereitungs=

zeit lagen, weit mehr noch darin, daß die eine Maſchine am vier=
ten
Tage durch einen Schaden nicht zu der Leiſtung kam, die der
Flugzeugführer von ihr erwartete. Fliegergeiſt und Kamerad=
ſchaftsgeiſt
, ein und derſelbe Begriff, ſetzten ſich durch: die Ma=
ſchine
flog in ihrem Verbande bis zum Ziel durch.
Als Vertreter des verhinderten Oberbürgermeiſters und
Kreisleiters überbrachte Bürgermeiſter Pg. Kopp die Grüße und
Glückwünſche der Stadt Darmſtadt und die Anerkennung der
Stadt in Form einer Plakette für die auf der Leiſtung eines
jeden Einzelnen aufgebauten Gemeinſchaftsleiſtung. Als Führer
der Dreier=Staffel der Flieger=Landesgruppe 7 bezeichnete Pg.
Kaſter die Leiſtungen der Mannſchaft als nichts anderes als
den Ausdruck einer ſelbſtverſtändlichen Pflichtauf=
faſſung
und Pflichterfüllung. Und es iſt bezeichnend für
den Geiſt, der die Mannſchaft beſeelte, daß er der Unzufrieden=
heit
mit dem Ergebnis Ausdruck gab, aber auch dem Verſprechen,
es im nächſten Jahre weder an Liebe zur Sache noch an Einſatz=
willen
fehlen zu laſſen, um dem diesjährigen Erfolg einen zwei=
ten
und beſſeren anzureihen. Das Sieg=Heil des Landesgruppen=
führers
auf Führer und Vaterland, Deutſchland= und Horſt=
Weſſel=Lied waren ein Gelöbnis zur Weiterarbeit an Volk und
Vaterland im Geiſte der großen toten Fliegerhelden des Welt=
krieges
. Denn ihr Opfertod war ſchönſter Dienſt am Volke, ſo
wie ihn der nationalſozialiſtiſche Staat Adolf Hitlers heute von
jedem verlangt.
Der äußere Rahmen des Empfanges: Nach altem Flieger=
brauch
für jeden der erfolgreichen Fliegerkameraden ein Ehren=
becher
und Blumengrüße darunter auch der Olex=Geſellſchaft
Mannheim, die zu ihrem Teil dazu beitrug, den Aberglauben der
böſen 7 die als Talisman an jedem einzelnen Flugzeug die
Mannſchaft begleitete, zu beſiegen.

Die Auflöſung der ehemaligen Stahlhelm=Kapelle.
Obermuſikmeiſter Mickley hat die ehemalige Stahlhelmkapelle
aufgelöſt, weil ſie ſich in ihrer Zuſammenſetzung mit den Beſtim=
mungen
der Reichsmuſikkammer nicht in Einklang bringen ließ.
Ortsgruppe Gutenberg.
Heraus zur Maſſenverſammlung am Mittwoch, 27. Juni,
abends 8.15 Uhr, auf dem Dietrich=Eckart=Platz mit dem bekannten
ehemaligen Tſchekaführer Pg. Felix Neumann=Wiesbaden, als
Redner. Das Erſcheinen ſämtlicher Parteigenoſſen ſowie der
Untergliederungen, wie Frauenſchaft, NSBO., DAF. und NS.=
Hago, iſt Pflicht.
Die politiſchen Leiter treten Mittwoch, den 27. Juni, abends
7.45 Uhr, auf dem Riegerplatz an.
Ortsgruppe Schloßgarten.
Am Mittwoch, 27. Juni, abends 8.15 Uhr, veranſtaltet die
Ortsgruppe auf dem Dietrich=Eckart=Platz eine Maſſenkundgebung.
Es ſpricht der ehemalige Tſchekaführer der KPD. Pg. Felix Neu=
mann
=Wiesbaden. Ab 7.30 Uhr findet daſelbſt Platzkonzert der
Motor=Standartenkapelle M. 50 unter Leitung des Pg. Greilich
ſtatt.
Die Mitglieder der Ortsgruppe und deren Gliederungen
(NSV. NS.=Hago, NSBO., DAF., NS. Frauenſchaft) treten um
7.30 Uhr geſchloſſen auf dem Dietrich=Eckart=Platz an. Von der
g=ſamten Bevölkerung erwarten wir recht zahlreiches Erſcheinen!
Die Bewohner des Dietrich=Eckart=Platzes und der angrenzenden
Straßen zeigen ihre Verbundenheit mit der NSDAP. durch zahl=
reiches
Flaggen mit Hakenkreuzfahnen.

[ ][  ][ ]

Seite 6 Nr. 175

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mittwoch, 27. Juni 19341

Bütfns.

Ich habe Geburkskag.

Verehrter Tagblatt=Leſer! Vor einem Jahr, am 27. Juni
1933, habe ich an dieſer Stelle das Licht der Zeitungswelt erblickt.

Und heute, an meinem Geburtstag, ſchaue ich mit einer beſchei=
denen
Selbſtzufriedenheit in mein erſtes Lebens=Jahr zurück, in
dem ich dir, nicht wahr?, an manchen Tagen für fünf Minuten
eine kleine Freude machen durfte. Ich habe über Gott weiß was
alles mit dir geplaudert, manchmal tiefernſt, manchmal mit
Ironie, hin und wieder habe ich mir auch erlaubt, einen Spaß zu
machen ich wollte nicht immer mit der gleichen Miene, im
gleichen Gewand vor dir erſcheinen, ſondern es ſo machen, wie die
Frauen, die ja bekanntlich herausgefunden haben, daß ſie ſich im
immer anderen Kleide wie von immer anderer Seite zeigen müſ=
ſen
, um ihr liebliches Da=Sein ſtets neu und deshalb beſonders
ſtark zu behaupten.
Auch ich muß mein Da=Sein behaupten. Ich glaube nämlich,
von mir ſagen zu dürfen, daß ich eine Aufgabe, eine Miſſion zu
erfüllen habe. Wenn ich dir, verehrter Tagblatt=Leſer, an manchen
Tagen für fünf Minuten eine kleine Freude mache, ſo glaubſt du
nicht auch? iſt mein Tun eine, wenn auch geringe Mithilfe bei
dem Beſtreben, das Leben der Menſchen unter Anwendung aller
guten Mittel von Stufe zu Stufe aufwärts nach den erſehnten
Gefilden des Glücks zu führen.
Ich habe in meinem erſten Lebens=Jahr oft große Freude
gehabt. An den pſeudonymen Herrn Burrus wurden zahlreiche
Zuſchriften gerichtet, aus denen zu erſehen iſt, daß die Fünf= Minu=
ten
=Plaudereien an dieſer Stelle Beachtung, Anklang und Wirkung
finden. Ich habe auch offen gebe ich es zu erfahren müſſen,
daß man manchmal nicht zufrieden mit Burrus war. Nun, auch
Burrus iſt ein Menſch, nicht der beſte und nicht der ſchlechteſte, und
alles Menſchliche iſt nun einmal unabänderlich mit Fehlern be=
haftet
.
Ich will mir nicht ſchmeicheln und will mich nicht verteidigen.
Ich will an meinem Geburtstag nur eine kleine Bilanz ziehen
und damit vor dich hintreten, lieber Tagblatt=Leſer. Und ich will
hoffen und wünſchen, daß du dich tüchtig aufwärts bewegſt, und
daß dabei ein ganz klein wenig das im Spiele iſt, was hier
Burrus.
ſchreibt. . . .

Belegſchaftslieferungen im Kohlenhandel. Das Staatspreſſe=
amt
teilt mit: Es ſind Zweifel darüber entſtanden, ob im Kohlen=
handel
Belegſchaftslieferungen in dieſem Jahre zuläſſig ſind. Da=
zu
wird feſtgeſtellt, daß in Betrieben, in denen ſeit Jahren in
ſtändiger Uebung Belegſchaftslieferungen erfolgten, auch in die=
ſem
Jahre Belegſchaftslieferungen geſtattet ſind.
Die Tagesordnung zur öffentlichen Sitzung des Stadtrats
um Donnerstag, den 28. Juni, 17 Uhr, im Rathaus (Marktplatz)
ſieht den Abſchluß der Stadtkaſſe und der ſtädtiſchen Nebenkaſſen
für das Rechnungsjahr 1932 vor.
El. Wenn ich verreiſe, muß ich daran denken, die Gasuhr und
den Hauptſchalter der elektriſchen Leitung abzuſtellen. Alle
Waſſerhähne in der Wohnung ſind feſt zu ſchließen. Speiſereſte
gebe man weg. Blumen, Vögel und dergleichen vertraue man Be=
kannten
an. Schalen mit etwas Waſſer, im Zimmer aufgeſtellt,
locken die herumfliegenden Motten an. Meine Adreſſe hinter=
laſſe
ich meiner Vertrauensperſon, falls man mir Dringendes
mitteilen muß; ebenſo den Wohnungsſchlüſſel, damit die Woh=
nung
gelegentlich ausgelüftet und nachgeſehen werden kann. Zei=
tung
und Poſt müſſen umbeſtellt werden, das Telephon iſt ſperren
zu laſſen, und zuguterletzt darf man nicht vergeſſen. Geld, Koffer=
ſchlüſſel
und Fahrkarten einzuſtecken.

Taubſtummengottesdienſt. Sonntag, den 1. Juli,
nachmittags 2.30 Uhr, wird in Darmſtadt im Gemeindehaus der
Kiesſtraße Taubſtummengottesdienſt abgehalten. We=
gen
Fahrtausweis wende man ſich an Pfarrer Heß, Hügelſtr. 6.

Vereins= und lokale Veranſtalkungen.

(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Vereinigung ehem. Fußart.=Regt 3. An die
heutige Zuſammenkunft in Schuls Felſenkeller (ab 19 Uhr) wer=
den
alle ehemaligen ſchweren Artilleriſten erinnert.
Pioniere! Das 2. Naſſauiſche Pionier=Bataillon Nr. 25
Mainz=Kaſtel begeht am 30. Juni, 1. und 2. Juli ſein 25jähriges
Beſtehen, verbunden mit Wiederſehensfeier. Kameraden die

Sonntag fahren, wollen den Zug 7,27 Uhr ab Darmſtadt= Haupt=
bahnhof
benützen. Fahrkarten zum ermäßigten Preis unter Vorlage

des Feſtabzeichens bzw. Feſtbuches erhältlich. Feſtfolge im Laden,
Dieburger Straße 13, einzuſehen. Kamerad, beweiſe durch dein
Kommen, daß in dir noch die alte Treue zu deinem Bataillon
und zu deinen Kameraden lebt.

Geſchäftliches.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Vortrag im Vortragsſaal des Städt. Gas=
werks
, Eliſabethenſtraße 25½. Am Donnerstag, den
28. d. M., findet ein Vortrag mit praktiſchen Vorführungen ſtatt.
Es wird gezeigt, wie auf einfachſte Art und Weiſe Obſt und an=
dere
Früchte für den Winter ſteriliſiert werden. Ohne Einkoch=
apparat
, nur mit Hilfe des Gasherdes werden ausgezeichnete
Ergebniſſe erzielt, denn die feine Reguliermöglichkeit bietet die
ſichere Gewähr, daß keine Verluſte durch Aufgehen der Gläſer ent=
ſtehen
. Da es ſich um ein wichtiges Thema handelt, das augen=
blicklich
alle Hausfrauen intereſſiert, wird der Beſuch beſtens emp=
fohlen
. Eintrittskarten ſind koſtenlos in der Gasſchau erhältlich.
(Siehe auch heutige Anzeige!)

Heute früh verſtarb nach kurzer, ſchwerer
Krankheit unſer lieber, hoffnungsvoller Sohn,
Bruder, Onkel und Neffe

Jahresfeſt des Verbandes der evangeliſch=Eirchlichen
Poſaunenchöre der Provinz Starkenburg.

Stahlbad König i. Odw., 24. Juni.
Ar. Nicht umſonſt ſollten die Vorbereitungen zu dieſem Feſte
ſein. Der Einladung des gaſtgebenden evangeliſchen Poſaunenchors
König waren mehr als 15 Chöre gefolgt. Das Badeſtädtchen hatte
zum würdigen Empfang der Gäſte reichen Flaggenſchmuck ange=
legt
, während die gaſtfreundliche Einwohnerſchaft ſich recht be=
mühte
, den Aufenthalt für die bereits am Samstag eingetroffe=
nen
Chorangehörigen aufs beſte zu geſtalten. Die Leitung des
feſtgebenden Chors bewältigte die Arbeiten gut. Viele Gönner
hatten ſich in den Dienſt der Sache geſtellt. Die Beherbergung in
dem einzigen Odenwälder Bodeſtädtchen könnte auch wohl nicht
auf Schwierigkeiten ſtoßen, wenn auch die Kurgäſte aus allen
deutſchen Städten ſich ſeit Jahren in deſſen Mauern und lieblichen
Umgebung erholungſuchend aufhalten.
Am Samstag nachmittag fanden ſich bereits einige Chöre aus
weiterer Entfernung ein, während andere im Omnibus oder Laſt=
auto
ihr Ziel erreichten. Nachdem ſich die eingetroffenen Gäſte in
ihren Quartieren erfriſcht und geſtärkt hatten, fand ein abend=
liſcher
Umzug durch die Straßen Königs nach dem Feſtplatz beim
Kaffee Waldesruh ſtatt. Der hier durch einen Maſſenchor einge=
leitete
Begrüßungsabend bildete eine dankbare Aufgabe für die
Leitung des Feſtes. Wenn ſchon in des Wortes wahrſter Bedeu=
tung
die Waldesruhe zu erquicklichen Stunden einladet, konnte
dieſer Ort völlig einer anpaſſenden Geſtaltung des Feſtes dienen.
Vom Waldesrand am Bergabhang klangen die Poſaunen und
Chorſtimmen hinunter ins Tal, hinüber zu den anderen Bergen,
die das Städtchen umſäumen. Das abendliche Programm fand ſei=
nen
Höhepunkt in der Anſprache des Verbandsvorſitzenden W.
Röwer, in welcher dieſer die Poſaunenchöre begrüßte und dem
Wunſche Ausdruck verlieh, daß das Feſt zum Beſten gelingen
möge. Mit dem Chorſtück Gute Nacht beſchloß nach den Dar=
bietungen
der Gäſte der Poſaunenchor König den Begrüßungs=
abend
.
Der Sonntag ſtand völlig im Zeichen des Feſtes. Bereits am
frühen Morgen trafen weitere Verbandschöre ein. Indeſſen hatten
die anweſenden Chöre die Aufgabe des Choralblaſens an verſchie=
denen
Plätzen des Städtchens erfüllt. Nach der Probe der Maſſen=
chöre
fand um 9.30 Uhr der Feſtgottesdienſt ſtatt, bei dem Pfarrer
Reith=Seeheim die Feſtpredigt hielt. Um 11 Uhr hatten ſich die

Chöre und ſonſtigen Anweſenden zu der Kundgebung
Kurgarten eingefunden. Nach einem Maſſenchor ſprach der V.
bandsvorſitzende W. Röwer und begrüßte neben anderen W.
ſönlichkeiten den Propſt der Provinz Starkenburg. Herrn
Müller, der ſpäter ebenfalls mit packenden Worten die Bedeutun
des Feſtes vergegenwärtigte und die Verbundenheit zwiſche
Kirche, Volk und Staat. in Betrachtung zog.
Nach der Mittagspauſe nahm am Bahnhof ein ſtattlicher Fnu
zug Aufſtellung. Während des Zuges durch die Straßen Könm
wurde der Gefallenen des Weltkrieges gedacht. Beim Läuten
Glocken kam der Zug zum Stehen und die Spitzenchöre jene
Gruppe ſpielten das Lied Vom guten Kameraden. Auf An
Feſtplatz am Walde gaben die einzelnen Chöre nach einem einn
tenden Maſſenchor Proben ihres Könnens. Währenddeſſen non
der Verbandsvorſitzende Röwer das Wort und ſprach zu den 7
gäſten. Er begrüßte nochmals Herrn Propſt Dr. Müller, außertly
die beiden Verbandsvorſitzenden von Rheinheſſen und Oberhefee,
und ſchließlich den im Auto angekommenen Gründer des Köniſt
Poſaunenchors und jetzigen Seelſorgers in Darmſtadt, Hes=
Pfarrer Dr. Berger. Im Verlaufe des Nachmittagsprogramm
ließ es ſich letzterer auch nicht nehmen, ſeiner Freude darüber Al=
druck
zu verleihen, daß ſeine Bemühungen um den Beſtand ein=
rüſtigen
Poſaunenchores damals nicht umſonſt waren. Dabei
dachte er auch der rührigen Weiterarbeit am Gedeihen des guun
Werkes des leider zu früh verſtorbenen Herrn Pfarrers Bieglut
Auch Propſt Dr. Müller ergriff nochmals das Wort zu Ausfic
rungen über das Erhebende der Poſaunenklänge inmitten Gotztel
freier Natur. Er huldigte zum Schluß ſeiner Rede dem immr
währenden chriſtlichen Glauben und der inneren Wiedergebch
eines neuen Volkes, indem er mit erhobenem Arme ſprach: 99
geloben Treue dem evangeliſchen deutſchen Glauben und glaufun
an ein aufwärtsſtrebendes deutſches Volk und Vaterland! Oſt
Maſſenchor bildete ſpäter den Abſchluß der Nachmittagsfeierl!t
keiten. Das Feſt war ſehr gut gelungen. Der Sonntag abend wel
dem Poſaunenchor König, der auf dem Feſtplatz ein Konzert gu5
Der abgelaufene Sonntag legte Zeugnis ab von immerr
reichlicher Pflege des kirchlich=muſikaliſchen Lebens. Hauptſächlich zu
Kleinſtädte widmen ſich der wertvollen Sache. Möge der Tag en=
Anregung ſein für viele, die noch abſeits ſtehen und die West
der Poſaunenklänge in den Gotteshallen noch nicht börten.

Aus Heſſen.

Dg. Arheilgen. 25. Juni. Der letzte Tag der Reichsſchwimm=
woche
, der geſtrige Sonntag, brachte unſerem ſchönen Natur=
ſchwimmbad
am Arheilger Mühlchen beſonders ſtarken Beſuch.
Galt doch dieſer Tag als Haupttag im Rahmen der ſchwimme=
riſchen
Veranſtaltungen. Die Teilnehmer verſammelten ſich um
2 Uhr im Schulhofe und marſchierten in geſchloſſenem Zuge unter
den Marſchklängen der Spielmannszüge nach dem Schwimmbad,
wo ſich die Einwohnerſchaft in ſtattlicher Zahl eingefunden hatte,
um den Darbietungen mit geſpannter Aufmerkſamkeit zu folgen.
Nach einer kurzen Anſprache des Pg. Peter Göbel brachte das
umfangreiche Programm u. a. Vorführungen des B. d.M., ein 50=
Meter=Schwimmen für Männer über 30 Jahren, eine intereſſante
gemiſchte Staffel für Männer, Rettungsvorführungen, bei denen
auch die Freiwillige Sanitätskolonne eingeſetzt wurde, Strecken=
tauchen
, Springen Staffeln und Waſſerballſpiele, die alle die Viel=
ſeitigkeit
und Schönheit des Schwimmens vor Augen führten. Der
Wanderpreis der Gemeinde Arheilgen für die Schuljugend wurde
von der Klaſſe Ib gewonnen. Bürgermeiſter Birkenſtock über=
reichte
nach einer kurzen Anſprache den ſiegreichen Schülern, den
Wanderpreis, den Lehrer Löſch entgegennahm und die Schüler
ermahnte, ſich auch weiterhin dem Schwimmen mit Eifer zu wid=
men
. An der Reichsſchwimmwoche beteiligt waren neben den
Sportvereinen die SA., die HJ., der B.d.M. und das Jungvolk.
Auch die Jugend der Nachbargemeinden Wixhauſen und Meſſel
nahm an den hieſigen Veranſtaltungen teil, da dieſe über eigene
Bäder nicht verfügen. Zuſammenfaſſend kann geſagt werden, daß
bei den einzelnen Veranſtaltungen ſehr beachtliche Leiſtungen er=
zielt
wurden und die Reichsſchwimmwoche ihren Zweck, die All=
gemeinheit
für das Schwimmen zu intereſſieren, nicht verfehlt hat.
Nun gilt es, die gegebenen Anregungen in die Tat umzuſetzen und
in gemeinſamer Arbeit mitzuhelfen an der Geſundung und Ertüch=
tigung
unſeres Volkes und beſonders unſerer Jugend. Daß dem
Schwimmſport in dieſem Aufgabengebiet eine beſondere Rolle zu=
fällt
, hat die Werbewoche zur Genüge bewieſen, um ſo mehr, als
das Schwimmen nicht nur ein geſunder, ſondern auch billiger
Sport iſt.
Ek. Pfungſtadt, 26. Juni. Dringliche Gemeinderats=
ſitzung
. Es waren einige unaufſchiebbare Beſchlüſſe zu faſſen.
Eingangs der Tagung gedachte Bürgermeiſter Steinmetz des er=
mordeten
Amtswalters der PO. Kurt Elsholz. Punkt 1: die Er=
bauung
von 20 Wohnungen, verfolgte das großzügige Wohnungs=
programm
. Da die Gemeinde über ſehr viel Baumaterial verfügt.
ſo behält ſie ſich die Lieferung des geſamten Materials vor, wo=
durch
die Kalkulation für die Bauunternehmer weſentlich verein=
facht
wird. Da der Gemeindebaumeiſter mit Arbeiten ſtark über=
laſtet
iſt, ſtimmten die Ratsmitglieder dem Vorſchlag des Bürger=
meiſters
zu, den Architekten Crößmann zu beſchäftigen. Das Reich
gibt einen Zuſchuß von 1000 RM. pro Wohnung. Die Gemeinde
bvingt die reſtlichen Mittel auf. Danach ſtellt ſich die Wohnung
auf je 2250 RM. Die Bauplätze liegen auf gemeindlichem Ge=
lände
innerhalb des Stadtbildes. Zum nächſten Punkt, der Um=
benennung
von Straßen und Plätzen, erhoben ſich die Ratsmit=
glieder
von ihren Plätzen. Bürgermeiſter Steinmetz gab die Er=
klärung
ab, daß zum Andenken an die im Kampfe um Deutſch=
lands
Freiheit gefallenen beiden Pfungſtädter Jungen die See=
heimerſtraße
in Chriſtian=Crößmann=Straße umbenannt wird, fer=
ner
die Bahnhofsſtraße in Heinrich=Kottmann=Straße. Die neu
hergerichtete Anlage des alten Friedhofes heißt Horſt=Weſſel=An=

lage. Die öffentliche Umbenennung ſoll demnächſt in einer Feiü=
ſtunde
ſtattfinden. Seit der letzten Ratsſitzung war eine zieze
liche Zeit verfloſſen, weshalb eine große Anzahl von Ausſchrn=
protokollen
zu genehmigen war. Unter ſparſamſter Führung 48
Gemeindehaushaltes war es möglich, daß die Gemeinde eine grunn
Zahl von Aufträgen an das Pfungſtädter Handwerk vergellen
konnte. Das Heim der früheren ſozialiſtiſchen Arbeiterjugerd
wurde der Gemeinde übereignet und die reſtlichen Bauforderungm
im Betrage von 1556,15 RM. mitübernommen. Das Heim dieit
jetzt den Zwecken der politiſchen Organiſation, ſowie der SA. um
der Hitlerjugend. Die dem Bürgermeiſter anfallenden Orm=
gerichtsgebühren
fließen in die Gemeindekaſſe. Zum Schluue
wurde noch eine Regelung getroffen, die es den SA.=Formatiom
der benachbarten Gemeinden Hahn und Eſchollbrücken ermöglioi.
das Pfungſtädter Hallenbad an einem Abend der Woche zu
nützen. Die betreffenden Gemeinden zahlen eine feſte Pauſcheie
von 4 bzw. 5 RM. pro Woche und der SA.=Mann entrichtet eimn
Eintrittspreis von 10 Pfg. Das Projekt des Ueberganges 4r
Autobuslinie nach Darmſtadt, deren Konzeſſion mit dem 30.6.
abgelaufen, an einen anderen Unternehmer iſt noch nicht ſpruchrer
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. Juni. Verkehrsunfall. Inda
geſtrigen Abendſtunden ereignete ſich dahier bei der Straßenein
biegung Adolf=Hitler=StraßeKilianſtraße ein Verkehrsunfau
der glücklicherweiſe ohne beſondere Folgen für die Betroffenen
verlief. Ein aus Richtung Traiſa kommendes Pferdefuhrwerk ſtien
auf ein an obiger Biegung ſtehendes Auto. Das Pferd ſcheute unn
nahm Reißaus. Der Leiter des Fuhrwerks und ſein Mitfahren
kamen mit dem Schrecken davon. Sprengungen. Gegern
wärtig werden in den Spätnachmittagsſtunden durch Beauſtragse
der Gemeinde Sprengungen von Felsblöcken vorgenommen. 00
liegt kein Grund zur Beunruhigung vor, weil die Arbeiten durn
ſachverſtändige Perſonen aus dem Betrieb der Odenwälder Ha*
ſteininduſtrie ausgeführt werden.
Ef. Meſſel. 26. Juni. Sonnwendfeier. Wie überall
Deutſchland wurde auch in Meſſel am Samstag als Abſchluß duß
Feſtes der Deutſchen Jugend die Sommerſonnenwende mit ein=
eindrucksvollen
Sonnwendfeier begangen. Um 9.30 Uhr marſchiei=
ten
SA., SAR. die politiſchen Leiter, Hitlerjugend, B.d. M., Junu
mädels, das geſamte Jungvolk, der Geſangverein Sängerbum=
Eintracht und ein großer Teil der Einwohnerſchaft unter d0
Klängen der SA.=Kapelle mit Fackeln nach dem auf einer Anhächt
an der Offenthaler Chauſſee gelegenen Steinbruch, in dem ac
mächtiger Holzſtoß aufgeſetzt war. Ortsgruppenleiter, Bürger
meiſter Pg. Fröhner, hielt die Begrüßungsanſprache. Nachdel

ſansßeier des
nc Gießen. A.
siſchuß Gieße

der Geſangverein Sängerbund=Eintracht den Chor Herau,

herauf zu Gehör gebracht hatte, ergriff der Propagandaleitwb
Pg. Arnold, das Wort, um in begeiſtertem Vortrag auf dieE
deutung der Sonnwendfeier hinzuweiſen. Helene Hickler ſprach einm
Feuerſpruch, die Kapelle ſpielte, der Geſangverein Sängerbunp
Eintracht ſang die Mahnung. Inzwiſchen wurde der Holzſtif
entzündet. Kränze mit Widmungen für die früheſten Ahnen, 1el
Toten des großen Krieges, die Toten der nationalen Revolutiol,!
allen Kämpfern, die je für die Freiheit ihres Volkes ſtarben, un
ſeren Brüdern im verlorenen Gebiet, den Deutſchen Menſchchu
draußen in aller Welt, der deutſchen Mutter, der deutſchen Juge2
und der kommenden Ernte wurden in die Flammen geworfen. TIr
Ortsgruppenleiter ergriff ſodann das Schlußwort. Das Hon
Weſſel=Lied und das Deutſchlandlied erklingen. Die Menge ſte.l
mit erhobenem Arm im Lichte des abbrennenden Holzſtoßes. 80
wunderbar ſchönes und ergreifendes Bild. Ein Sieg=Heil auf d0
Führer beendet die eindrucksvolle Feier.

Paul Rittweger

Nachruf.
Am 23. des Monats verſchied unſer treues Ehrenmſtglied

im blühenden Alter von 19 Jahren.
Im Namen
der tieftrauernden Hinterbliebenen:
Adolf Rittweger.
Darmſtadt, den 26. Juni 1934.
Guſtav=Lorenz=Straße 9,
(7025
Die Beerdigung findet am Donnerstag,
nachm. 4 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.

Fräulein Sophie Zuchs

Lehrerin i. R.
Wir betrauern in ihr die Mitbegründerin unſeres Heim=
vereins
und eine ſteis hilfsbereite und tätige Mitarbeiterin
in unſerem Vorſtande.
Wir werden der Entſchlafenen allzeit ein ehrendes Ge=
denken
bewahren.
(7019
Der Vorſtand
des Lehrerinnen=Heimvereins.

Am 21. Juni iſt unſer guter Vater,
Schwiegervater und Großvater

Herr Johannes Aingeldein

im 81. Lebensjahre ſanft entſchlafen.
Karl Dingeldein und Frau
Eliſabeih, geb. Wecht,
Eliſabeth Dingeldein,
Karl u. Hans=Erich Dingeldein.

Darmſtadt, den 26. Juni 1934.
Pankratiusſtraße 55.

Auf Wunſch des lieben Entſchlafenen fand
die Beerdigung in der Stille ſtatt. (7036

Am Montag ſtarb unſere liebe Mutter

ind 2ige
Die trauernden Hinterbliebenen.

Erfrischend im Sommer...

Darmſtadt, den 26. Juni 1934.
Weinbergſtr. 36½.

Die Beerdigung findet am Donnerstag,
den 28. Juni, vorm. 11 Uhr, auf dem
027
Beſſunger Friedhof ſtatt.

Eis-Kölnisch-Wasser, mit 80 Vol. % . . . . 50
Kölnisch-Wasser, 4711 und Farina von 859 an
4711 Kölnisch-Wasser in fester Form . 1.20, 1.75
Erfrischendes Eiskopfwasser . . . . von 60 an
Gegen Schweiß Transpirol‟ . . . . 30 9, 75 8
Gegen Schweiß Odorono‟ . . . 75 d, 1.60
Afn
Gesichtswasser . . . . . . . . . von 25 6 an
Hautöle . ..
.. . . . . von 25 d an
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versagte, durch UäFZLS

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uens

Große Auswahl
Vorbildlicher Kundels-
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dienst

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[ ][  ][ ]

Gießen, 26. Juni.
Die Wiederſehensfeier der Angehörigen des ehemal. Kaiſer=
Ihelm=Regiments Nr. 116 und ſeine Kriegsformationen (R. 116.
156, R. 222, R. 254, J. R. 186, 390 und 418) findet am 21./22.
ni41934 ſtatt.
Oie in der alten Garniſonſtadt Gießen ſtattfindende Wieder=
msfeier
iſt um acht Tage vorverlegt worden. Im vorgeſehenen
gramm tritt eine Aenderung nicht ein. Der an alle Kame=
m
des ruhmreichen Kaiſer=Wilhelm=Regiments und ſeiner
rensen Kriegsformationen ergangene Ruf zur Teilnahme hat
haften Widerhall gefunden. Nach den bis jetzt vorliegenden
Hi=ldungen (zum Teil auch aus dem Ausland) zu ſchließen,
rie Gießen wohl den bis jetzt größten Kameradſchafts=Appell
Nachkriegszeit erleben.
Doie Vorarbeiten zur würdigen Ausgeſtaltung der Wieder=

msfeier ſind in vollem Gange. Das vorgeſehene Programm
ſte der Feſtzug werden den in der alten Garniſonſtadt Gießen
periden ehemal. Angehörigen des Regiments und ſeiner Kriegs=
ſat
tionen weihevolle Stunden und ein unvergeßliches Erlebnis
mattteln.
Aus dem umfangreichen Programm ſeien hier folgende Punkte
eiſant: Samstag, den 21. Juli d. J., 17.30 Uhr: Abholen der
m Regimentsfahnen an der Bahn; 18 Uhr: Feldgottesdienſt
ſy Gefallenen=Ehrung am 116er=Denkmal: 20 Uhr: in der Feſt=
bei
am Trieb: Deutſcher Abend (Mitwirkende: 2. Kompagnie
H5 Traditionskompagnie Batls.=Muſik), Außerdem in
/reſtwirtſchaften Muſik, kameradſchaftliches Beiſammenſein uſw.
/encag, den 22. Juli d. J., 10 Uhr vormittags: General=Appell
ſadem Trieb: 1 Uhr mittags; großer Feſtzug durch die Straßen
IſySstadt. In den Feſtwirtſchaften (Liebigshöhe und Schützen=
* Volksfeſt und Tanz. In den Feſtwirtſchaften bayeriſche
eummungskapellen ſowie die Reichswehrkapelle.
Es ergeht nochmals der Ruf an alle: Kommt zur Wieder=
ſiiſenf
feier des 11ßer=Regiments und ſeiner Kriegsformationen
ſSießen. Auskünfte erteilt bereitwilligſt der Geſchäftsführende
4ſtauß, Gießen, Bergſtraße 20.
. Dieburg, 25. Juni. Reichsſchwimmwoche. Zum Ab=

iſt des
vze
er iſt no
kel

ſſeß, der Reichsſchwimmwoche fand im Städtiſchen Bad am Schloß=
ren
eine Schwimmveranſtaltung ſtatt, zu der die Bürgermei=
ſei
= und das Amt für Volkswohlfahrt die ganze Gemeinde ein=
aden
hatten. Auf dem Marktplatz hatte die HJ., BdM., die
Evn mmer der SA. und der Turn= und Sportvereine Aufſtellung
wrnmen und marſchierten an der Spitze die unermüdliche
thche Arbeitsdienſt=Kapelle durch die Hauptſtraßen der
Sdi. nach dem Schwimmplatz. Hier hielt Lehrer Powazinski
Unſprache, in der er auf die Bedeutung des Schwimmens als
Er, und auf die Rettung von Menſchenleben hinwies. Hierauf

melten ſich die verſchiedenen Schwimmarten unter reger Anteil=
ume
der Zuſchauer ab, wobei die SA.=Schwimmer in der 400=
Aer=Staffel am beſten abſchnitten.
Iz. Reinheim, 26. Juni. Hohes Alter. Heute, Mittwoch,
jſei Herr Joh. Gg. Ph. Leinert. Gemeinderechner i. R., in
Ainrer und körperlicher Rüſtigkeit ſeinen 80. Geburtstag.
Ir. Seckmauern, 26. Juni. Gemeinderatsſitzung. U. a.
urd= der Wunſch des Kreisamtes Erbach, das Vermögen der
ſuez=en Konfeſſionsſchulen der politiſchen Gemeinde zuzuſprechen.
Thaten. Der Antrag wird abgelehnt. Das Vermögen ſoll den Kon=
ſeohren
verbleiben. In dem nahen Wörth a. M. ertrank am
Sisttag abend beim Baden im Main ein Junge. Die Sonnen=
urdseier
der HJ. nahm einen einfachen ſchönen Verlauf. Die
Ab etungen der Jungen hinterließen einen guten Eindruck.
Michelſtadt, 26. Juni. Die hieſige Ortsgruppe der NSKOV.
bef für Freitag, den 22. Juni, zu einem Lichtbildervortrag über
e/Kämpfe um Verdun eingeladen. Eröffnet wurde die Ver=
rantung
mit dem Badenweiler Marſch, geſpielt von dem Spiel=
ymnszug
der hieſigen SA., unter Leitung des Kameraden Deu=
E ſerr Heinrich Pfaff, der ſich anfangs Juni an einer von der
Egn mit Omnibus veranſtalteten Reiſe zum Beſuche der Schlacht=
übeer
beteiligt hatte, ließ uns dann an Hand von Lichtbildern
1mreiſte dieſe Reiſe miterleben. Was unſere herrlichen Truppen,
weondere unſere heſſiſchen Regimenter, bei dem Kampfe um
Xonrn geleiſtet haben, hörten wir ſodann aus dem Vortrag un=
ſes
Kameraden Barnewald. Da inzwiſchen die Zeitz weit vorge=
ſiten
war, konnte die vorgeſehene Fortſetzung des Vortrages
1ür ſoen weiteren Verlauf der Reiſe durch Herrn Pfaff nicht mehr
slgen. Dies ſoll jedoch an einem noch bekannt zu gebenden
Kirradſchaftsabend der NSKOV., wahrſcheinlich noch in dieſer
Ah=, nachgeholt werden. Der Obmann der Ortsgruppe, Kame=
zu
Meuſing, ſchloß die Veranſtaltung kurz nach 12 Uhr mit der
Afaderung an die Volksgenoſſen, hauptſächlich an die Jugend,
10 Rriegsteilnehmern und insbeſondere den Kriegsopfern die
Aung entgegenzubringen, die unſer Führer für dieſe fordert,
un; er ſie zu Ehrenbürgern des Staates machte. Nach einem
Syweil auf unſeren Volkskanzler wurde das Horſt=Weſſel=Lied
ungen.
mp. Zwingenberg, 26. Juni. Die hieſige Hitlerjugend hat die
Enenwende auf dem Lutziberg bei einem Sonnenwendfeuer,
uhees weithin ſichtbar war, gefeiert. Zahlreiche Volksgenoſſen
ncen der Feier bei.
(. Goddelau, 26. Juni. Sonnwendfeier. In Goddelau
weir nicht weniger als 1500 Perſonen zur Sonnwendfeier zu=
ſumengekommen
. Ein großer Holzſtoß war auf dem Sportplatz
werichtet, der von den Abordnungen der einzelnen Berufsſchich=
mnangezündet
wurde. Pg. Hans Stold hielt die Feuerrede.
Gernsheim. 26. Juni. Waſſerſtand des Rheins
ſ 25. Juni: 0,59 Meter, am 26. Juni: 0,63 Meter. (Mor=
Fs S.30 Uhr.)

Heute abend 6.30 Uhr am Arheilger
Mägichen
SBgg. Arheilgen Einkracht Frankfurk.
Das mit ſo großer Spannung erwartete Treffen findet beute
abend ſeine Abwickelung. Die Arheilger Mannſchaft weiß, daß ſie
einem Gegner gegenüberſteht, der im Sportleben Süddeutſchlands
eine große Rolle ſpielt, und ſie wird ihr ganzes Können und alle
Kräfte einſetzen. Wir erwarten von ihr, daß ſie ſich tapfer und ehr=
lich
um den Erfolg bemüht. Es erübrigt ſich wohl, noch mehr über
die Mannſchaften, deren Aufſtellung wir geſtern veröffentlichten,
zu ſagen. Es kann für die Sportfreunde heute nur die eine Parole
geben: Auf zum Arheilger Mühlchen!
Sb. Darmſtadk 98 Kickers Offenbach.
Um am Samstag abend einen großen Andrang an der Sta=
dion
=Platzkaſſe zu vermeiden, hat der Sportverein 98 für das Spiel
gegen den Gaumeiſter Kickers Offenbach einen Vorverkauf für
Nichtmitglieder errichtet. Karten ſind ab heute zu haben bei:
Zigarrenhaus Mengler. Nieder=Ramſtädterſtr. 51, Sport=Joſt,
Mackenſenſtr. 16, und Hut=Herold, Große Ochſengaſſe. Karten für
Erwerbsloſe und Mitglieder nur an der Platzkaſſe.
TSV. Lützel=Wiebelsbach Sandbach 5:3 (3:3).
TSV. Lützel=Wiebelsbach 2. Rimhorn 1. 4:0 (2:0).
TSV. Lützel=Wiebelsbach empfing am Sonntag den SV. Sand=
bach
. Es entwickelte ſich trotz der Hitze ein flottes Spiel, bei wel=
chem
am Anfang Sandbach, für die übrige Spielzeit L.=W. leicht
überlegen ſpielte. Das Spiel ſelbſt war fair und in jedem Sinne
ein Freundſchaftsſpiel. Schiedsrichter war ſehr gut.
Bei dem Spiel der 2. Mannſchaft war L.=W. jederzeit Herr
der Lage. Die wenigen Angriffe der Gäſte wurden von der ſchlag=
ſicheren
Verteidigung zerſtört.
Leichkalhlekik=Sporkfeſt am Arheilger Mühlchen
am kommenden Samstag und Sonntag.
Zum achten Male hat die Sportvereinigung zu ihren leicht=
athletiſchen
Wettkämpfen eingeladen, die in dieſem Jahre durch
die Feier des 30jährigen Beſtehens ein beſonderes Gepräge erhal=
ten
. Wiederum beweiſen die vielen Meldungen, wie gern ſie un=
ſerem
Rufe folgen und aus den zahreichen Zuſchriften können wir
mit Stolz und Freude feſtſtellen, daß alle, die ſchon einmal bei uns
Gaſt geweſen ſind, ſich darnach ſehnen, wieder zu uns kommen zu
dürfen. Die Vereine aus Darmſtadt, Frankfurt. Mannheim.
Mainz, Gießen uſw. werden wieder ihre beſten Leute entſenden,
ſo daß mit überaus ſpannenden Kämpfen zu rechnen iſt. Eine be=
ſondere
Tatſache iſt noch feſtzuſtellen, daß gerade die Jugendlichen
ſo ſtarkes Intereſſe beweiſen, denn nicht nur im Hinblick auf die
olympiſchen Spiele 1936 in Berlin, wiſſen wir, daß Sportjugend
not tut: nein, wir wiſſen auch aus der Geſchichte, daß Kulturvölker
des Altertums nur dann auf ſtolzer Höhe ſtanden und blieben, ſo=
lange
ſie eine ſportgeſtählte und durch Kampf gehärtete Jugend
ihr eigen nannten. Deutſche Jugend, deutſche Männer und Frauen
werden am Samstag und Sonntag in unſerer Kampfbahn einmar=
ſchieren
, um im Wettſtreit der Beſten untereinander zu zeigen, daß
der alte olympiſche Gedanke im deutſchen Volk in ſeiner Jugend
fortlebt, zum Wohle unſeres Vaterlandes und im Sinne unſeres
Führers.
Fritz Wenninger Verbandstrainer im DASV.
Der Deutſche Schwerathletik=Verband hat einem Vertreter der
Alten Garde eine verdiente Ehrung zuteil werden laſſen. Alt=
meiſter
Fritz Wenninger=Zuffenhauſen iſt zum Verbandstrainer
für Hammerwerfen. Gewichtwerfen und Steinſtoßen ernannt wor=
den
. Eine beſſere Wahl hätte der DSAV. kaum treffen können.
Ein dreitägiges Volksfeſt wird in Schalke= Gelſen=
kirchen
anläßlich der Erringung der deutſchen Fußball=Meiſterſchaft
durch den FC. Schalke 94 gefeiert. Die Meiſtermannſchaft ſelbſt
erhielt bei ihrer Ankunft in Gelſenkirchen einen jubelnden Emp=
fang
.
Bei den Londoner Tennis=Meiſterſchaften,
die auf der Grasplatzanlage des Queens=Club ausgetragen wurden,
gab es nur einen einheimiſchen Erfolg. Collins=Wilde ſiegten im
Herrendoppel. Die übrigen Meiſter: Wood=Amerika im Herren=
einzel
. Frl. Goldſchmidt=Paris im Dameneinzel, Roſambert= Me=
taxe
im Damendoppel und Henrotin=Legeay im Gemiſchten Doppel.
Adolf Krehl=Untertürkheim, der deutſche Meiſter
im Amateurringen der Weltergewichtsklaſſe, erlag am Montag im
Stuttgarter Olga=Krankenhaus einer Typhuserkrankung.

Db

BEl

Roman von Wolfheinrich V. d. Mülbe

1er Kinnſchlag mußte doch nicht ſehr ſicher geführt worden
denn Kommerzienrat Krauſe kam bald wieder zum Be=
Bil ein. Er verdrehte die Augen, bis er ſie wieder in der Ge=
Utlhatte, richtete ſich, noch immer etwas benommen, auf und
*fſehr erſtaunt, hier im Dunkeln ohne Hut mit einem
Amenſtrauß in der Hand auf dem naſſen Bürgerſteig zu ſitzen.
eſnürte die Kälte durch die Kleider. Indem er mit der Hand
ſeime Pfütze fuhr, überzeugte er ſich endgültig davon, daß er
ſti träumte, raffte ſich mühſam auf und lehnte ſich an das
Uſte Gartengitter. Der Kopf brummte ihm, und es wollte ihm
itmgleich gelingen, ſeine Gedanken zu ſammeln. Schließlich ſuchte
Föutt und Regenſchirm zuſammen und machte ſich auf den Heim=
9. IUnterwegs fiel ihm nach und nach alles ein, und jetzt fingen
wachträglich die Knie zu zittern an. Aengſtlich taſtete er ſeine
Uhnen ab. Aber es war alles da: Uhr, goldenes Zigarettenetui,
keſkaſche, Portemonnaie alles; ſogar der Solitär funkelte
iümmer am kleinen Finger ſeiner rechten Hand. Vielleicht
es ein betrunkener Rowdy, dachte er.
in ſeinem Vorgarten fühlte er ſich wieder ſicher. Als er den
Tüſſiſel in die Haustür ſteckte, dachte er: Wenn ich bloß ins An=
Desimmer komme, ohne der Schmitten zu begegnen!
Ssein frommer Wunſch wurde nicht erhört. Er war kaum ein
mPtufen treppauf geſtiegen, da kam ſie ihm entgegen.
Berrjott, Herr Krauſe, wo kommen Sie denn her? Und wie
Se denn bloß aus? Janz blaß! Na, ick ſage man . . . ick ſage
... wat haben Se denn ..
Mee . . . die teiern Blumen, Herr Kommerzienrat! Mit den’n
memn Se nu keenen Staat mehr machen, rief Frau Schmitt und
lteke auf das traurige, ſchmutzige Bündel, das Herrn Krauſe
hläch aus der Hand hing. Jetzt ſah ſie ihn näher. Nee . . . un
4ſccheene, neie Palletoh, den Se erſt vorije Woche jekriecht haben,

(Nachdruck verboten

und der Hut, der Schirm . . . na, un alles überhaupt . . . un drek=
kig
Hände haben Se ooch noch!"
Herr Krauſe drängte ſich ärgerlich vorüber.
Schicken Sie mir Wilhelm, er ſoll wir beim Umziehen hel=
fen
. Aber in bisken dalli, ich bin klatſchnaß.
Im Zimmer warf er ſchnell die naſſen Sachen ab und leerte
ſeine Taſchen auf das kleine Tiſchchen. Gott ſei Dank, es fehlte
wirklich nichts.
Der Diener trat ein. Wilhelm war ſehr wohlerzogen, aber
es koſtete ihn doch Mühe, ernſt zu bleiben, als er ſeinen Herrn an=
ſah
, der in Hemdärmeln, mit ſchmutzigen, naſſen Hoſen, ſchmierigen
Händen und Manſchetten, bis über das Geſicht beſpritzt vor ihm
ſtand.
Herr Kommerzienrat müſſen ſich ja ordentlich hingeſetzt
haben, meinte er bedauernd, hoffentlich haben ſich der Herr Kom=
merzienrat
nicht weh getan."
Nicht beſonders, antwortete Herr Krauſe und gab ihm einen
Wink, ihm ſchnell beim Umziehen zu helfen.
Es ſtimmte. Herr Krauſe fühlte ſich zwar noch etwas wirr
im Kopf, aber das Kinn ſchmerzte merkwürdig wenig; man ſah
nur ein kleine, rotangelaufene Stelle, und im ganzen befand er ſich
leidlich wohl.
Es war eben jemand vom Amt hier, um das Telephon nach=
zuſehen
, meldete Wilhelm.
Schon? Was hat er denn geſagt?
Er hat nichts finden können und will morgen bei Tage wie=
derkommen
. Die Leitung im Hauſe iſt in Ordnung. Der Mann
meinte, es wäre ganz rätſelhaft.
Herr Krauſe fühlte ſich nicht aufgelegt, über dies Rätſel nach=
zudenken
. Sein Blick fiel auf die Gegenſtände, die er auf das Tiſch=
chen
gelegt hatte.

Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier. Freiburg 251.
Frankfurt: Mittwoch, 27. Juni
5.45: Choral, Zeit, Wetter. 5.50 und 6.15: Gymnaſtik.
6.40: Zeit, Frühmeldungen. 6.50: Wetter. 6.55: Bad
Hersteld: Frühkonzert. 8.15: Waſſerſtand, Wetter. 8.20:
Stuttgart: Gymnaſtik. 9.05: Berlin: Schulfunk= Sonderſen=
dung
. Alfred Roſenberg ſpricht zur deutſchen Schuljugend.
9.45: Werbevortrag. 10.00: Nachr. 10.10: Schulfunk:
Meiſter am Werk. Hörfolge aus der Werkſtatt des Lucas
Cranach. 10.45: Praktiſche Ratſchläge für Küche und Haus.
11.00: Werbekonzert. 11.40: Programm, Wirtſchaftsmel=
dungen
, Werter. 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Orcheſter Frankfurter Berufsmuſiker. Ltg.: Chriſtel Schmaltz.
13.00: Zeit, Nachr., Saardienſt. 13.10: Nachr.
13.20:
Mittagskonzert. Lachendes Leben! (Schallpl.). 13.50: Zeit,
Nachr. 14.00: Alles tanzt zur Sommerszeit. (Schallpl.
14.30: 3 mal 15 Minuten aus dem Sendebezirk.
15.30:
Wetter. 15.40: Wirtſchaftsbericht. 15.50: Zeit, Wirt=
ſchaftsmeldungen
.
16.00: Hamburg: Nachmittagskonzert. 17.30: Trinkt flüſſiges
Obſt! Zwiegeſpräch. 17.45: Stunde der Jugend: Ernſt
Moritz Arndt, ein Kämpfer für die deutſche Erneuerung. Hör=
folge
. 18.20: Freiburg: Alfons Duttlinger: Ewige Kraft
der Heimat. 18.35: Ult Klimſch: Junge deutſche Dichtung.
18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen, Program Zeit. 18.50;
Griff ins Heute.
19.00: Kaiſerslautern: Militärkonzert aus unſeren Gouen.
20.00: Zeit, Nachr. 20.10: Frankfurt: Reichsſendung: Un=
ſere
Saar den Weg frei zur Verſtändigung. 20.30: Stutt=
gart
: Operettenkonzert des Funkorcheſters. Ltg.: Ferd. Droſt.
22.20: Zeit, Nachr. 22.35: Stuttgart: Du mußt wiſſen.
22.45: Nachr Wetter, Sport. 23.00: Unterhaltungskonzert.
Das Funkorcheſter und Soliſten. Ltg.: Dr. Reinh. Merten.,
24.00; Stuttgart: Nachtmuſik.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Mittwoch, 27. Juni
5.45: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. 5.50: Wieden=
holung
der wichtigſten Abendnachr. 6.00: Berlin: Gym=
naſtik
. 6.15: Tagesſpruch. 6.20: Königsberg: Frühkonzert.
In einer Pauſe (gegen 7.00): Nachr. 8.00: Sperrzeik.
8.45: Leibesübung für die Frau. 9.05: Berlin: Reichs=
leiter
Alfred Roſenberg ſpricht zur deutſchen Schulfugend.
9.45: Kindergymnaſtik. 10.00: Nachr. 10.10: Deutſche
Volksmuſik: Bauerntanz, Ländler, Walzer. Die Geſchichte eines
deutſchen Tanzes. 10.50: Fröhlicher Kindergarten. 11.15:
Seewetterbericht. 11.30: Stunde der Hausfrau: Pflege und
Ernährung des Schulkindes. Grünkern eine unbekannte
Weizentrucht.
12.00: Frankturt: Mittagskonzert. Ausf.: Orcheſter Frankfurter
Berutsmuſiker. Ltg.: Chriſtel Schmaltz. 12.55: Zeitzeichen.
13.00: Wetter für die Landwirtſchaft. Anſchl.: Berühmte
Klovierbearbeitungen. (Schallpl.). Anſchl.: Wetter. 13.45:
Nachr. 14.00: Sperrzeit. 14.45: Glückwünſche. 15.00:
Wetter, Börſe. 15.15: Fürs Kind: Die Sagen der Juniſterne.
Die Tiere im Zoologiſchen Garten. 15.40: Schubert=Lieder
(Schallplatten).
16.00: Könegsberg: Nachmittagskonzert. Orcheſter des Königs=
berger
Opernhauſes. Ltg.: Wolfg. Brückner. 17.00: Ein
Dichter deutſcher Sehnſucht. Kurt Geucke zum 70. Geburts=
tage
. Hörfolge von Kurt Hotzel. 17.40: Nürnberg, die
Stadt der Deutſchen Kampfſpiele. 18.00: Franzöſiſche Kla=
viermuſik
. Am Flügel: Iſſe Schneider. 18.30; Kartenleſen
für die Hitler=Jugend.
18.50: Walzer aus Wien (Schallpl.). 19.30: Italieniſcher
Sprachunterricht für A
20.00; Kernſpruch. Anſchl.:
Wetter für die Landwirtſch.
Kurznachr. 20.10: Reichs=
ſendung
: Frankfurt: Unſ=
den
Weg frei zur Vev=
ſtändigung
. 20.30: Des Meeres und des Aethers Wellen.
(Fröhliche Schallplatten). 21.00: Der Kanal. Ein Hörſpiel
von Joſ. D. Bauer. 22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachr.
22.30: Obering. Nairz: Viertelſtunde Funktechnik. 22.45:
Seewetterbericht. 23.00; Leipzig: Tanzmuſik des Emde=Orch.

Wetkerberichl.

Die Störungstätigkeit über dem Feſtland, die verbreitete Ge=
witterſtörungen
und Niederſchläge verurſachte, hat durch kräftigen
Druckanſtieg vom Südweſten her an Energie eimgebüßt. Der Hoch=
druckeinfluß
wird ſich auch in unſerem Gebiet vorübergehend be=
merkbar
machen, wenn auch die Feſtigung einer Schönwetterlage
noch nicht wahrſcheinlich iſt. Vielmehr dürfte ſpäter durch das
neue Tief im Nordweſten das Wetter wieder mehr veränderlich
und zu Gewitterſtörungen neigenden Charakter annehmen.
Ausſichten für Mittwoch: Teils wolkig, teils ſtärker aufheiternd,
wieder wärmer, nur noch vereinzelt geringe Schauer.
Ausſichten für Donnerstag: Erneuter Uebergang zu unbeſtändigem
Wetter mit aufkommender Gewitterneigung.

Rechter Segen, daß die Sache noch ſo abgelaufen iſt, dachte er.
Da brauche ich von der dummen Geſchichte gar nichts zu ſagen. Es
imponiert nie einer Frau, wenn ein Mann ſich von einem andern
ſo einfach niederſchlagen läßt. Und dann die Schmitten! vor allem
kann ich nun noch ſchnell ein Auto holen laſſen und Thea das Geld
ins Kabarett bringen. Denn darin nimmt ſie es genau mit ihrem
ewigen: Ein Mann ein Wort. Obwohl ſie ſonſt weniger pro=
fitlich
iſt als andere. Wirklich. Na, ſie iſt eben in mich verliebt.
Und er trieb den Diener zur Eile.
Fünftes Kapitel.
Kind, pflück dir ine Zitrone.
Thea und der Graf ſaßen an ihrem Niſchentiſch.
Larmi hatte die Tänzerin gleich nach ihrer Nummer begrüßt
und ſie mit einigen Worten über ihren Freund beruhigt. Er hätte
lange gewartet, erzählte er, aber der Kommerzienrat habe ſein
Haus augenſcheinlich gar nicht verlaſſen. Auch in der Umgegend ſei
nichts Verdächtiges zu bemerken geweſen, und der Erpreſſer habe
ſicher nur drohen wollen. Vielleicht käme ihr Freund noch.
Im Augenblick lag der Tänzerin gar nich ſo viel daran. Des
Geldes war ſie ſicher, für heute und gar hier im Kabarett würde
Karl ſie ſchon in Frieden laſſen. In der Geſellſchaft des Grafen
fühlte ſie ſich merkwürdig geborgen.
Theas Benehmen war von Anfang an ganz anders geweſen
als vorhin im Hotel. Während des erleſenen kleinen Soupers
hatte ſie getan, als ob das Beſte gerade gut genug für ſie ſei. Sie
hatte die ganze Zeit ſo deutlich die unnahbare vornehme Würde
einer beleidigten Königin zur Schau getragen, und die köſtlichen
Delikateſſen mit ſolcher Gleichgültigkeit verzehrt, daß es auch dem
Begriffſtutzigſten klar werden mußte, daß ſie ausſchließlich mit
Kaviar und friſchem Hummer aufgezogen worden ſei und es aus=
geſchloſſen
war, daß ſo brutale Dinge wie etwa Wurſtbrote jemals
in dem Geſichtskreis ihrer königlichen Augen aufgetaucht wären.
Dabei war ſie im Grunde heilfroh, mit dem ſchönen Grafen
ſoupieren zu können, und bemühte ſich, Eindruck auf ihn zu machen.
Nach dem Eſſen warde ſie unter dem Einfluß des Champag=
ners
etwas menſchlicher. Jetzt entwarf ſie dem höflich ſtaunenden
Grafen eine anmutige Schilderung ihrer Kindheit.
Ihr Vater war ein bulgariſcher Kavalleriegeneral geweſen,
der Erſte bei Hof. Intrigen hatten ihn geſtürzt, das rieſige Ver=
mögen
und die Güter waren konfisziert worden. Dann hatte man
ihn ermordet. Die Mutter war vor Schreck ins Kloſter gegangen.
Sie ſelbſt. Thea, hatte man einſam in die kalte Welt hinausge=
ſtoßen
oh, ſo jung noch! Neidiſche Verwandte hatten ſie auch
des Vermögens der Mutter beraubt, deren deutſchen Mädchen=
namen
ſie nun trug Thea v. Olten. Sie war zu ſtolz, bei gei=
zigen
Verwandten zu betteln, und ernährte ſich mit ihrer Kunſt,
Fortſetzung folgt.

[ ][  ][ ]

Reich und Ausland.

Rekordflug Frankſurk-Berlin.

Frankfurt a. M. Einen Rekordflug legte
das am 15. d. M. eingeſetzte Schnellflugzeug der
Lufthanſa auf der Strecke Frankfurt-Berlin zu=
rück
. Planmäßig iſt für dieſen Flug eine Dauer
von 85 Minuten mit Start und Landung vorge=
ſehen
, was einer Durſchnittsreiſegeſchwindigkeit
von 320 Stundenkilometern entſpricht. Begünſtigt
durch verhältnismäßig ſtarken Rückenwind, ge=
lang
es nun am Freitag nachmittag Flugkapitän
Baier mit der Maſchine Dugor die gleiche
Strecke in der Geſamtflugdauer mit Start und
Landung von 75 Minuten zurückzulegen. Die
reine Flugzeit betrug dabei nur 67 Minuten, was
einer Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 384 Stun=
denkilometern
entſpricht.

Die Goethe=Medaille
für Profeſſor Dr. John Meier, Freiburg.
Freiburg. Reichspräſident v. Hindenburg
hat den Vorkämpfer für die deutſche Volkskunde,
den Univerſitäsprofeſſor Dr. John Meier in Frei=
burg
, zu deſſen 70. Geburtstag die große Goldene
Goethe=Medaille verliehen. Die Verleihung be=
deutet
eine ehrenvolle Anerkennung der großen
Verdienſte John Meiers um die wiſſenſchaftliche
Erforſchung und die Pflege deutſchen Volkstums,
vor allem des Volksliedes.

Die deutſchen Schmiede tagten in Wiesbaden.
Wiesbaden. Der Reichsverband des Deut=
ſchen
Schmiedehandwerks hielt hier vom 23. bis
25. d. M. ſeinen 9. Verbandstag ab. In nicht=
öffentlichen
Sitzungen wurden durch den Geſamt=
vorſtand
organiſatoriſche Berufsfragen erledigt.
Betont wurde, daß Berufsehre und Berufsſtolz
zwei Begriffe ſeien, die gepflegt und gehütet wer=
den
müßten.

Landung des Graf Zeppelin in Pernambuco
vorausſichtlich um 20 Uhr M.E.3.
Hamburg. Wie die Deutſche Seewarte mit=
teilt
, iſt das Luftſchiff Graf Zeppelin um 9.40
Uhr eine Fahrtſtunde von der Inſel Fernando de
Noronha entfernt geweſen. Die Landung in Per=
nambuco
wird vorausſichtlich um 20 Uhr M.E.3.
erfolgen. Seit Mitternacht hat das Luftſchiff
100 Kilometer je Stunde zurückgelegt. Es herrſchte
meiſt Windſtille, bei wolkigem bis bedecktem
Himmel.

Standartenführer Merker bei einem Kraftwagen=
Unfall verletzt.
Neuruppin (Mark). Standartenführer
Merker, Neuruppin, iſt am Dorfeingang von
Wuſtrau, im Kreis Ruppin, auf einer Dienſtfahrt
am frühen Morgen des Montags mit ſeinem
Kraftwagen verunglückt. Der Wagen ſtürzte um,
und der Standartenführer wurde mit Gewalt ge=
gen
einen Baum geſchleudert. Herbeigeeilte SA.=
Männer befreiten ihn aus ſeiner Lage und brach=
ten
ihn ins Krankenhaus. Er hat einen Schlüſſel=
beinbruch
und Rippenprellungen davongetragen.

Flugzeugkataſtrophe in Karlsbad.
Max Pallenberg getötet.
Eger. Auf dem Karlsbader Flugplatz ereig=
nete
ſich Dienstag mittag eine folgenſchwere Flug=
zeugkataſtrophe
. Ein Flugzeug der tſchechoſlowa=
kiſchen
Aerolinie verlor kurz vor der Landung,
als ſich die Maſchine ſchon über dem Flugplatz be=
fand
, ein Steuer. Das Flugzeug ſtürzte aus etwa
100 Meter Höhe herab und bohrte ſich tief in die
Erde. Der Flugzeugführer und die beiden Fahr=
gäſte
wurden getötet. Einer der Fahrgäſte war
der Schauſpieler Max Pallenberg. Er hatte das
Sonderflugzeug in Prag gemietet, nachdem er die
planmäßige Maſchine nicht mehr erreicht hatte.
Pallenberg ſollte am Dienstag ein Gaſtſpiel in
Karlsbad beginnen, wo er ſich, wie alljährlich,
drei bis ſechs Wochen aufzuhalten gedachte.

Neuer deutſcher Rekord im Hürdenlaufer

Weihe der Gedenktafeln für die gefallenen preußiſchen Kommandenre.

In der Ruhmeshalle des Berliner Zeughauſes wurden am Sonntag Gedenktafeln mit den Namen
der 350 preußiſchen Kommandeure geweiht, die im Weltkrieg an der Spitze ihrer Truppenteile
gefallen ſind.

Eyfton gewinnk die Welkreichs Trophäe.

Der bekannte engliſche Rennfahrer Eyſton (links)
hat auf der Londoner Brooklands=Bahn das größte engliſche motorſportliche Ereignis, das Auto=
rennen
um die Trophäe des britiſchen Weltreiches, vor ſchwerer internationaler Konkurrenz mit
einem Stundenmittel von 128,72 Kilometer gewonnen. Rechts: Prinz Bertil von Schweden, der
dem Rennen als Zuſchauer beiwohnte.

Schweres Schadenſeuer im Schloß Batocki

Frau Engelhard, Berlin,
ſtellte am Sonntag, bei den leichtathletiſchen
Frauen=Wettkämpfen in Lennep, im 80=Meter=
Hürdenlaufen, mit 12,1 Sekunden eine neue Hür=
den
=Beſtzeit auf und unterbot damit den bis=
herigen
deutſchen Rekord von Helma Notte um
v Sekunden.

Königsberg. Im Schloß Bledau bei Cranz,
das dem früheren Ernährungsminiſter Oberprä=
ſidenten
a. D. von Batocki gehört und von dieſem
an das Königsberger Krankenhaus der Barmher=
zigkeit
als Erholungsheim für Diakoniſſen ver=
pachtet
iſt, brach am Dienstag mittag, durch einen
ſchadhaften Schornſtein verurſacht, Feuer aus. Der
Brand wurde erſt entdeckt, als hohe Flammen aus
dem nördlichen Flügel des prachtvollen rieſigen
Barochſchloſſes ſchlugen. In wenigen Minuten
hatte das Feuer den geſamten Dachſtuhl des
Schloſſes in ein Flammenmeer verwandelt. Sämt=
liche
freiwillige Feuerwehren der Umgebung, auch
die Königsberger Wehren, waren angerückt. Trotz=
dem
brannte das Obergeſchoß völlig aus. Schloß
Batocki brannte bereits vor etwa 10 Jahren ein=
mal
bis auf die Grundmauern nieder und wurde
von ſeinem Beſitzer, Herrn von Batocki, ſeinerzeit
wieder völlig neu aufgebaut.

Wieder eingefangen! Zu 6 Monaten Gefängnis
verurteilt.

Marburg. Der berüchtigte Fahrrad= und
Motorradmarder Karl Sann aus Gießen, der am
letzten Freitag auf dem Transport vom Land=
gericht
zum Gefängnis entwich, am Abend des
gleichen Tages aber wieder ergriffen werden
konnte, hatte ſich geſtern wegen Widerſtandes und
vorſätzlicher Körperverletzung vor dem Schnellrich=
ter
zu verantworten. Sann gab am Freitag dem
ihm begleitenden Gefängnisbeamten auf einer zur
Unterſtadt führenden Treppe einen Stoß in die
Seite und flüchtete in langen Sätzen. Sann wurde
am gleichen Abend in der Wohnung einer mit
ihm befreundeten Familie verhaftet. Das Gericht
ging noch über den Strafantrag der Staatsan=
waltſchaft
, der auf vier Monate gelautet hatte,
hinaus und erkannte auf 6 Monate Gefängnis.
Insgeſamt hat Sann jetzt rund drei Jahre Ge=
fängnis
zu verbüßen.

Drei Verletzte bei einer Benzinkocher=Exploſion.

Heidelberg. Als zwei Paddler und eine
Paddlerin in der Nähe Neckargemünds gerade da=
bei
waren, ihren Morgenkaffee zu bereiten,
explodierte plötzlich der Benzinkocher. Durch die
Flammen wurde der Paddler Frauenfeld ſchwer
am Rücken, der Paddler Lauer im Geſicht erheb=
lich
verletzt. Auch das Mädchen erlitt Ver=
letzungen
. Die drei wurden ins Heidelberger
Krankenhaus gebracht.

Rekord=Dreiecksfahrk eines Briefes.

25 000 Kilometer in 19 Tagen.
In der Poſtbeförderung New York Südame=
rika
Europa New York iſt nach einer bei der
HamburgAmerika=Linie vorliegenden Meldung
ein Rekord erreicht worden: Ein Brief, der in
New York aufgegeben wurde, legte auf einer
Dreiecksfahrt in 19 Tagen 25 000 Kilometer zu=
rück
. Er wurde von New York in einem amerika=
niſchen
Flugzeug nach Pernambuco befördert und
von dort mit dem Luftſchiff Graf Zeppelin nach
Friedrichshafen weitergeleitet. Von Friedrichsha=
fen
ging er auf dem Luftpoſtweg nach Cherbourg
wo er einem deutſchen Schnelldampfer übergeben
wurde. Am 19. Tage nach der Aufgabe wurde er
in New York zugeſtellt. Mit dieſem Rekord hat
der Umſchlag des Briefes einen poſtaliſchen Sel=
tenheitswert
erhalten. Er befindet ſich im Beſitz
eines amerikaniſchen Briefmarkenſammlers.

Die Poſtraubaffäre im Kreis Schlüchtern
vor Gericht.
Hanau. Die Verhandlung der Großen Straf=
kammer
Hanau gegen die beiden des ſchweren
Straßenraubes, durch Ueberfall des Reichspoſt=
kraftwagens
im Kreis Schlüchtern beſchuldigten
Karl Erber und Johann Schmitt neigt ihrem Ende
zu. Die Beweisaufnahme wird Dienstag zu Ende
geführt. Sehr wichtig war am Montag der Be=
ſchluß
der Großen Strafkammer, den als Zeugen
anweſenden und mehrfach vernommenen früheren
Poſtſchaffner Karl Blum aus Schlüchtern, der den
überfallenen Poſtkraftwagen zu führen hatte und
bekanntlich anfangs in den Verdacht gekommen
war, den Ueberfall fingiert zu haben, zu verei=
digen
, da er heute vom Gericht nicht mehr als ver=
dächtig
der Teilnahme an dem Poſtraub betrachtet
würde. Wichtig war auch der weitere Beſchluß des
Gerichts, drei Zeugen zu vereidigen, die bekundet
hatten, daß der 1931 verſtorbene Willi Kropp ſich
ſelbſt und den jetzigen Angeſchuldigten, Karl Er=
ber
, als die Poſträuber bezeichnet hatte.

Großfeuer auf einem Lagerplatz in München.
München. In der Nacht zum Dienstag ent=
ſtand
aus unbekannter Urſache auf dem Lagerplatz
einer Holz= und Kohlenhandlung in der Trappen=
treuſtraße
im Weſtend Feuer, das gefährliche Aus=
maße
anzunehmen drohte. Die Feuerwehr gab
Großfeueralarm und bekämpfte den Brand mit
insgeſamt 13 Strahlrohren. Zwei große Lager=
ſchuppen
in einer Ausdehnung von zuſammen faſt
400 Quadratmeter ſtanden in hellen Flammen.

Drei Schwerverbrecher
nach Ermordung eines Gejangenen
aufſehers enkſprungen.

Oelsnitz im Vogtland. Eine ſchwere By3
tat wurde am Montag abend im hieſigen Anm=
gerichtsgefängnis
verübt. Als der Gefangem
Hauptwachtmeiſter Otto Becker die Zelle des
gen politiſcher Vergehen ſeit einem Jahr in 1.
terſuchungshaft befindlichen, 34 Jahre alten AIl
zel Ottmar betreten hatte, wurde der Beamte
dieſem überfallen und mit einem Handtuch
würgt. Ottmar nahm dem Beamten den Zell,
ſchlüſſel ab und befreite den 35jährigen Mitgeft
genen Bruno Gebhardt ſowie den 30 Jahre all=
Karl Schröter aus ihren Zellen. Durch Hilfeny
lockten dann die drei Verbrecher die im Ganz
arbeitende Frau des Hauptwachtmeiſters in nin
Wohnung und zwangen ſie unter Todesdrohunge
die Hintertür zu öffnen, durch die die Verbreistel
ins Freie gelangten. Sie überſtiegen die
Gelände umgebende Mauer und flüchteten, 2.0
die Alarmierung durch die Frau wurden ſoßun
alle Maßnahmen getroffen, um die nahe Grenu
abzuſperren.
Zur Fahndung nach den drei aus dem Oei=
nitzer
Gefängnis ausgebrochenen Häftlingen
der Polizeikommandeur in Plauen die geſann
Polizei ſämtlicher in der Umgebung geleger=n
Orte aufgeboten. Auch die SA.= und SS.=Forml
tionen ſind zur Hilfeleiſtung mit herangezosen
worden. Die Grenze nach der Tſchechoſlowoe
konnte in verhältnismäßig kurzer Zeit nach
Flucht völlig geſperrt werden.
Wie die Feſtſtellungen ergaben, hat Ottmar mt
der Ermordung des Hauptwachtmeiſters Beisu
außer den Zellen der mit ihm geflüchteten E0.
den Gefangenen, noch eine dritte Zelle geöffninl
deren Inſaſſe hat aber die Aufforderung Ottmas=
mit
ihm zuſammen zu fliehen, rundweg abgelehlt
Daraufhin hat Ottmar ſich noch die Zeit genon
men, ihn wieder einzuſchließen. Der Angriff=u
die Frau des Hauptwachtmeiſters Becker ſtellt
ebenfalls als Mordverſuch dar. Ottmar hat offeſt=
bar
die Abſicht gehabt, Frau Becker zu erwürgg.
Durch einen glücklichen Zufall konnte ſie ſich ala
ihm durch einen Tritt entziehen. Ottmar befand /ch
in Haft, weil er beſchuldigt war, Sprengſtoffe t
eine kommuniſtiſche Kampforganiſation geſaye
melt und aufbewahrt zu haben.

Ra e
jetz
g Sie
den Sie ſichet
chabt und
te, die Tiſct
jenſterrahmen,
Bleiſtift,
Sie
erſte prit
nterichts. Bei
ſe, meinen
faf Schitzel
gen. Ich habe
ein Freund,
ſie er ſich in
filegt 2. S0
ehe für Schul
ſir wollen für

aun die

n: Die
die Ke
Oſtſee,
ich auch ſchon
Paters Briefta

ſich hintendrein
Ende meiner

nicht wahr?

raſch mitüberle

i ein un
Werkſtoff i

Eine Robinſon-Inſel.

Ende Februar dieſes Jahres legte, wie Lab
doner Blätter melden, ein großer engliſcher Ueben
ſeedampfer, der ſich auf einer Kreuzfahrt befarn.
vor der Inſel Triſtan da Cunha an, die 2700 Killy
meter von Kapſtadt entfernt im ſüdlichen Atlaxo
tiſchen Ozean liegt. Ebenſo groß iſt die Entfei
nung von St. Helena, dem letzten Verbannung=u
ort Napoleons. Auf dieſer Inſel leben 150 Mem
chen, die weder ein Geſetz, noch eine Poliiien
kennen. Sie leben von Ackerbau und vom Fiſäll
fang und haben keine Verbindung zur Außenwe?
Es ſind Engländer, Holländer, Italiener ub
einige Neger. Seit zwei Jahren war es der er?
Dampfer, der vor dieſer einſamen Inſel Anku
warf, und der den Bewohnern einen Radioemo
fangsapparat brachte, der nun zwiſchen den Ahe
wohnern und der Außenwelt ſo etwas wie eile
Verbindung herſtellen wird. Dieſes Triſtan
Cunha iſt wohl die einſamſte bewohnte Inſel un
ſerer Erde, umrauſcht von den Wellen des weittn
Ozeans, deren ewiges Lied die Stille nur nan
vergrößert.

lichen Lebens
ob in den D
ſich täglich un
ſelbe Werkſto
ſame Rolle ſp
Meſing? Wa
Idas tägliche
rührung? Al
ten ſie raſch.
doch mal erſt
Sie dehnen
ſo recht beha
Meſſingbett i
Cten, wenns a
Tpaſſen Sie au
Ider Störenfriel
mechaniſch dan
rührt ſchon in
ich glänzende
IMeſing. Sch

Internationale Fälſcherbande aufgedeckt.

Wien. Die Wiener Polizei iſt einer grau
angelegten internationalen Fälſcheraffäre auf I.
Spur gekommen. Durch einen Zufall wurde je‟
geſtellt, daß in den letzten Tagen gefälſchte Schul=
verſchreibungen
der Internationalen Oeſterreiche
ſchen Bundesanleihe von 1930 (nicht zu verwe
ſeln mit der öſterreichiſchen Völkerbundsanleik!)
in Umlauf geſetzt worden ſind. Es handelt ſich UE
die internationale Anleihe, über die die oſtin=
reichiſche
Regierung ſeit 1924 verhandelt hatte 1!
deren Schuldverſchreibungen an ſämtlichen großzo
Börſen notiert werden. Die Polizei hat bishlel
eine Perſon verhaftet. Nach den Ermittlungge
ſcheinen die Fälſchungen von einem weitverzwels
ten internationalen Fälſcherkonſortium auss
gehen, das ſeinen Sitz im Ausland hat. Die W‟
ner Polizei hat ſich daher unverzüglich an die G‟
ſtändigen Behörden der benachbarten Länder mmi
dem Erſuchen gewandt, ihrerſeits die Nachia7
ſchungen in die Hand zu nehmen. Eine Spur füh.
nach Brünn.

Meſſing beſteht
uuch die Oeſen
genknopf
den haben
ſichen Tombak
Im Wohnzim
W die Vorhänge z
ſunne auf dem
ſeundlichem Kl
1 us Meſſing 1
beſtehende Ste
mter einem
ſeht, wollen w
Eehr viel wal
ſtiſchen knuſp=
nickelten
A
Sie ſich nadk
1 der Zigarett
WV eig und Aſch
ſhode, daß
lutet. Faſt a
V ind aus Meſit

ſchließen. Ihr
hinüber ins B

Meſſing ur
die aus dem
der Raſierapp
zültig, ob ve

[ ][  ][ ]

ſüttwoch, 27. Juni 1934

n: Ihre Schulzeit erinnern Sie ſich doch ſicher
n wanz genau? Ob gern oder ungern, das
gein wir jetzt mal offen laſſen. Aber wiſſen
euoch, wie damals, als Sie noch ein Drei=
höch
und ABC.=Schütz waren, einmal die
i an Sie gerichtet wurde: Welche Gegen=
i
unſeres Schulzimmers ſind aus Holz?
Mwa Sie ein ganz pfiffiger Knirps waren,
R:. Sie ſicher ſehr fix Ihren Zeigefinger oben
alckt und angefangen, aufzuzählen: Die
Bh=, die Tiſche, das Katheder, die Tür, die
Fſterrahmen, die Einfaſſung der Wandtafeln,
m2 Bleiſtift, der Federhalter vom Herrn Leh=
Sie lächeln jetzt in Erinnerung an
De erſte primitive Form des Anſchauungs=
errichts
. Bei ſo einer ſchlichten Betrachtungs=
ve
meinen Sie, kann auch höchſtens für
Ki=Schützen was Wiſſenswertes herauskom=
p
. Ich habe auch gelächelt, als dieſer Tage
an Freund, oder vielmehr Kamerad Rolf,
p ar ſich in ſeinen Briefen zu unterſchreiben
pg: 2. Schuljahr, keine übermäßige Vor=
ſte
für Schularbeiten , zu mir kam: Du,
nwollen für morgen alles aufſchreiben, was
ſunſerer Wohnung aus Leder iſt. Na, das
re ja noch nicht das Schwierigſte. Und höchſt
räoagogiſcherweiſe fing ich auch ſchon an, auf=
zälllen
: Die Bezüge auf Mutters Eßzimmer=
ſſthnn
, die Koffer für die große Ferienreiſe
lndze Oſtſee, die Schuhe und . . ." Und da ſaß
auich ſchon feſt. Mutters Handtaſche und
Teis Brieftaſche humpelten noch etwas kläg=
Sintendrein, dann war ich endgültig am
Ge meiner Weisheit, und Sie ſind’s auch,
ſut wahr? Denn Sie haben doch ſicher jetzt
ehr mitüberlegt.
iſt doch eigentlich beſchämend, daß man nur
ſem unſicheres Gefühl dafür hat, ob ſo ein
Lriſſtoff in den Bedarfsgegenſtänden des täg=
ſei
: Lebens häufig oder ſelten vertreten iſt,
gün den Dingen alſo, in deren Mitte man
ſ ſäglich und ſtündlich bewegt, ein und der=
ſte
Werkſtoff eine geringfügige oder bedeut=
ſte
! Rolle ſpielt. Wie iſt es zum Beiſpiel mit
Aſſang? Was meinen Sie; bringt uns wohl
* ſttägliche Leben viel mit Meſſing in Be=
rrnng
? Aber ganz beſtimmt nicht! antwor=
bre
raſch. Sachte, ſachte, das wollen wir
9rmal erſt unterſuchen!
5i2 dehnen ſich da zum Beiſpiel morgens noch
ſeeht behaglich in Ihrem Bett daß es ein
2ſſungbett iſt, will ich ja nicht gerade behaup=
avenns
auch zufällig möglich wäre , aber
gein Sie auf, jetzt ſchrillt gleich Ihr Wecker,
4 Störenfried! Rrrrrr Ihre Hand tappt
uhmniſch danach, um ihn abzuſtellen, und be=
en
, ſchon in dem Gehäuſe der Uhr den gelb=
s
iglänzenden oder hell vernickelten Werkſtoff
Aſſang. Schließlich müſſen Sie ſich doch ent=
ſieBen
, Ihr Bett zu verlaſſen Sie gehen
fücher ins Badezimmer der Türgriff iſt aus
aſſing und drehen die Waſſerhähne auf.
mus dem gleichen Metall hergeſtellt ſind.
½- ERaſierapparat tritt in Aktion, der gleich=
8tipg, ob vernickelt oder verſilbert aus
Aſſng beſteht. Später fällt Ihnen auf, daß
ahtdie Oeſen an Ihren Schuhen und der Kra=
gkmopf
wenn Sie ihn geſucht und gefun=
SSaben aus Meſſing oder dem ihm ähn=
bein
Tombak hergeſtellt ſind.
Inr Wohnzimmer zieht Ihre Frau Gemahlin
Worhänge zurück damit Ihnen die Morgen=
ſm
= auf dem Frühſtückstiſch ſcheinen kann: mit
ſucrdlichem Klirren gleiten die Gardinenringe
6 MMeſſing über die aus dem gleichen Metall
ſteicende Stange. Daß der Tiſch auch noch
neis einem meſſingenen Beleuchtungskörper
ht, wollen wir mal nicht in Betracht ziehen.
Ghr viel wahrſcheinlicher iſt es ſchon, daß die
faren knuſprigen Brötchen Sie aus einem ver=
reiten
Meſſing=Brotkorb anlachen. Gönnen
6 ſiich nach dem Frühſtück eine Morgenzigarre
er. Zigarette? Bitte, bedienen Sie ſich: Feuer=
ig
und Aſchenbecher ſind aus Meſſing. Wie
ſtde, daß Sie geſtört werden, das Telephon
ltt=t. Faſt alle ſeine Metallteile, Klingel uſw.
ſoaus Meſſing. Jetzt heißt es aber voran

der Eiger.

Von Ody.
In Sibirien, in einem Dörfchen der Taiga,
uten unter Jakuten, war Matwei geboren.
liſs Gott, wie die ruſſiſche Familie hierher
zſtölagen war ... Vielleicht war einmal ein
ſihcher Arbeiter hierher verſchickt worden;
uleicht auch war ein Elender gekommen auf
Suche nach Gold, und weil er keines fand,
lel, er und gründete eine Familie .. . Es war
hn, die vierte ruſſiſche Generation, die hier
ſte.. Das kleine Häufchen von Slaven, in die
hte Maſſe Jakuten geſprenkelt, unterſchied ſich
nichts mehr von den anderen Anſiedlern. Sie
ſetzen einen ſibiriſchen Miſchdialekt, kleideten
wie alle anderen und hatten in den Geſichts=
gemi
ſchon Aehnlichkeit mit Jakuten ..
Sſeibiriſche Fröſte von fünfzig Grad hatten
htwei abgehärtet. Im Winter jagte er Eich=
rnöchen
, Zobel und Vielfraß. Auch mit Bären
ti= er Zuſammenſtöße und trug manche böſe
hiramme davon, doch brachte er ſtets den Pelz
6Bären nach Hauſe. Matwei wußte, daß er
Muſſe war, doch hatte er keine klare Vor=
unang
davon, was das eigentlich bedeutete. Er
antte nicht leſen und ſchreiben und wuchs frei
der Taiga auf, wo der Tiger König iſt und
rientlaufene Sträfling.
AIls Matwei mannbar wurde, legte er kör=
ulſich
gewaltig aus: er hatte einen mächtigen
ſutchs, war breitſchulterig und beſaß Rieſen=
öſtte
. . . . Jakutiſche und ruſſiſche Mädchen war=

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 175

Seite 9

machen, raſch Ihre Papiere aus dem Schreib=
tiſch
, deſſen Schubladen meſſingene Beſchläge
haben, in Ihrer Aktentaſche verſtauen, mit
leiſem Klirren ſchnappt das Schloß aus Meſſing
zu. Sind Sie glücklicher Beſitzer eines Autos,
in dem Sie zu Ihrem Büro flitzen können? Na,
dann können Sie ja gleich noch eine ganze Reihe
von Gegenſtänden aus Meſſing aufzählen: Tür=
griffe
, Rahmen der Fenſter und der Windſchutz=
ſcheibe
, Nummernſchild, Faſſung der Scheinwer=
fer
uſw. uſw. In Ihrem Büro können Sie die
Beobachtungen gleich fortſetzen: Da gibts die
Griffe der Kartothekkäſten und die metallenen
Teile der Briefordner, und ſchließlich wollen
Sie ſich gegen Abend im Dämmerlicht ja auch
nicht die Augen verderben und zünden deshalb
Ihre Schreibtiſchlampe an: ſchon wieder Meſ=
ſing
! Na und ſo ließe ſich noch eine ganze
Menge aufzählen.
Man muß freilich ein bißchen die Augen auf=
machen
, dann macht es aber auch richtig Spaß,
ſich mit ſo einem Werkſtoff anzufreunden und
dem guten Bekannten dann auf Schritt und
Tritt zu begegnen. Probieren Sie’s mal! Ich
habe jedenfalls geſchworen, daß ich nächſtens
gegen ſo unbequeme Fragen meines kleinen
Freundes beſſer gewappnet ſein will! Till.

Städte auf 6old, Platin
und Diamanten.
(Ein Ural=Dorf auf Platin. Hungernde
Bauern wohnen auf Millionenwerten. Bauten
auf der blauen Erde‟. Der koſtbarſte Boden
aber iſt New York. Radium=Städte.)
Im Ural=Gebirge wurde unter einem Dorfe
Gorodovſk ein bedeutendes Platinlager entdeckt,
das von großer Mächtigkeit iſt und einen Wert
von Millionen darſtellt. Die Ironie der Ge=
ſchichte
will, daß die Bauern dieſes Gebirgs=

Die Reiſezeit ſteht vor der Cür.

Der Weg in die Ferne.

dorfes ſehr arm ſind, denn der kahle Bergboden
gibt nicht genug her, daß ſich die Bewohner des
Platin=Dorfes ſatt eſſen können. Der große
Reichtum wird ihnen aber wenig nutzen, denn
in Rußland hat allein der Staat das Recht,
Edelmetallager auszubeuten. Vielleicht werden
ſie jetzt auf einem Boden angeſiedelt, der zwar
kein Platin enthält, dafür aber mehr Getreide
liefert. Dann werden ſie einen guten Tauſch
machen.
Noch koſtbarer war der Boden, auf dem in
der Nähe von Bloemfontein eine neue Stadt
errichtet werden ſollte. Bei den Grabungsarbei=
ten
ſtellte es ſich heraus, daß es ſich um den
berühmten blauen Grund handelte, auf dem
Diamanten gefunden werden. Man ſtellte hier=
auf
die Bauarbeiten ein, denn es gibt andere
Orte dafür, als gerade Diamantenfelder. Uebri=
gens
waren in Südafrika mehrere Farmen auf
dem blauen Grund errichtet worden. Die Be=
ſitzer
verkauften das bisherige Ackerland zu
phantaſtiſchen Preiſen. Die Siedlung, die den
Umfang einer mittleren Stadt hatte, wurde
nun zu einem ergiebigen Diamantenfeld. Die
Stadt Joachimsthal in Böhmen zeichnet ſich
durch großen Reichtum an radioaktiven Erzen
aus. Es iſt die Stadt der Pechblende, aus dem
das Radium gewonnen wird. Wenn auch Ra=

Tonyvan Eyck: Die ſchönſte Frauenrolle
iſt das ,Gretchen.
Eigentlich brauche ich Sie nicht zu fragen,
welches Ihre Lieblingsrolle iſt, ſagte ich zu
Tony van Eyck, die mir in ihrer reizenden
kleinen Atelierwohnung gegenüberſaß, während
ihr blondes Töchterchen Veronika aufmerkſam
zuhörte. Da bin ich aber geſpannt, lachte
Tony van Eyck ich glaube, Sie denken auch,
daß das Kätchen von Heilbronn meine Lieb=
lingsrolle
ſei, weil ich da meinen größten
Theatererfolg hatte! Ich nickte, aber ſie ſchüt=
telte
den Kopf. Nein, die ſchönſte Rolle iſt
für mich das Gretchen, ich habe ſie ſchon ſehr
oft geſpielt. Ich kann es wohl nicht mehr
zählen! Aber jedesmal iſt es wieder ein Er=
lebnis
für mich! Weshalb, das kann ich nicht
beſchreiben, das muß man fühlen, muß man
innerlich erfaſſen! Das Gretchen dieſe deur=
ſcheſte
Frauenrolle, wächſt einem ans Herz.
Sie iſt ja ſehr ſchwer zu ſpielen, wohl mit die
ſchwerſte Rolle aber deshalb auch für mich
die ſchönſte!
Käthe von Nagy: Die Kriſtja in
Flüchtlinge‟
Man muß weit hinausfahren, wenn man
Käthe von Nagy beſuchen will, und meiſtens
iſt ſie nicht zu Hauſe, denn ſie iſt ja eine der
meiſt beſchäftigten Schauſpielerinnen. Ich
habe eigentlich keine Lieblingsrolle, jede Rolle,
die ich geſpielt habe, iſt mir ans Herz gewach=
ſen
. Ich bin keine Frau, die nur auf der
Leinwand geſehen werden will, um berühmt
zu werden ich ſpiele die Rolle der Rolle
wegen. Ich verſuche, den Menſchen, den ich
darzuſtellen habe, mit meiner Perſon zu ver=
ſchmelzen
! Deshalb habe ich auch wohl die
Kriſtja in den Flüchtlingen am liebſten ge=
ſpielt
. Es war einmal eine ganz neue Aufgabe
für mich, keine Geſellſchaftsdame, ſondern ein
Mädel aus dem Volk! Da konnte ich mich ganz
ſo geben, wie es mir ums Herz war! Es
paßt zu Käthe von Nagy, daß die Kriſtja
ihre Lieblingsrolle iſt, denn ſie iſt ein beſchei=
dener
, ſtiller Menſch, der nur ſeiner Kunſt lebt
und keine Star=Allüren kennt.
Anny Ondra: Vorm Standesamt mit
Max!
Anny Ondra=Schmeling iſt nur ſchwer zu
erreichen, denn meiſtens filmt ſie in Bayern,
oder ſie iſt mit Max Schmeling unterwegs.
Man ſollte es nicht glauben, der luſtige blonde
Irrwiſch, den man im Film immer zu ſehen
bekommt, iſt ein richtiges Hausmütterchen.
Meine liebſte Rolle? lacht ſie, wenn ich ehr=

dium in reiner Form erfreulicherweiſe nicht vor=
kommt
, da es die Menſchen töten würde, ſo kann
man doch ſagen, daß Joachimsthal zum Teil auf
Radium gebaut iſt, in einer Form, die unſchäd=
lich
iſt. In Mexiko gibt es mehrere Orte, die
auf Silber errichtet ſind, denn unter ihnen be=
finden
ſich große Silberlager. Zum Teil werden
ſie auch ausgebeutet, wo es ſich ohne große Schä=
digung
der Stadt durchführen läßt. Einige
Straßen von Kapſtadt beſtehen aus goldhalti=
gem
Sand. Allerdings iſt das Vorkommen nicht
reich genug, um unter den großen Schwierig=
keiten
eine Ausbeute rentabel erſcheinen zu
laſſen. Möglich iſt aber, daß ſich hier in größe=
ren
Tiefen noch reiche Lager an edlem Metall
befinden. Die koſtbarſte Stadt der Welt aber
iſt New York. Hier koſtet der Baugrund ſo viel,
als ob er aus Edelmetall wäre. Dabei iſt er in
ſofort brauchbarer Form vorhanden, während
man die Metalle und Diamanten erſt in müh=
ſeliger
Arbeit gewinnen und dann für den Han=
del
verarbeiten muß. Auch das Radium, der
koſtbarſte Stoff der Welt, kann erſt in langwie=
rigen
und teuren Arbeitsprozeſſen gewonnen
werden, ſo daß der größte Teil des Preiſes auf
dieſen Arbeitsvorgang entfällt. Das ſind alſo
alles relative Werte, während der Felsboden,
auf dem New York ſteht, ein reiner, ſofort faß=
barer
Wert iſt.

lich ſein ſoll: als ich mit Max zum Standes=
amt
ging! Es war ein Gedränge dort, wie
bei einer Filmpremiere, wir konnten kaum aus
dem Auto ausſteigen! Aber das war doch
ſchöner als die prominenteſte Rolle im Film,
denn damals ſtand ja kein Regiſſeur dabei, der
plötzlich rief: Abblenden! Aufnahme beendet!
Damals war’s Wirklichkeit!
Hans Albers: Meine ſchönſten Stunden
als Liliom.
Vor allen Dingen ſtehe ich lieber auf der
Bühne als im Filmatelier. Auf der Bühne
hat ein Schauſpieler ja viel mehr Möglich=
keiten
als vor dem Objektiv. Meine liebſte
Rolle war, iſt und wird bleiben: Liliom!
Hier konnte ich das geben, was mir innerſtes
Herzensbedürfnis war. Meine größte Anerken=
nung
bekam ich eines Abends, als ich aus dem
Bühnenausgang kam nach der 50. Aufführung
von Liliom‟. Ein Mann drängte ſich an mich
heran, er hatte keinen Kragen und keine Mütze
auf. Er ſtieß mich derb in die Rippen und
fagte: Menſch ick ha‟ Dir jeſehn! Du biſt rich=
tig
Du kannſt ſo bleiben! Das war meine
ſchönſte Kritik!
PaulWegener: Sie muß noch geſchrieben
werden.
Meine ſchönſte Rolle? Ich liebe jede Rolle,
die ich geſpielt habe, aber die ſchönſte muß
wohi noch geſchrieben werden: ich möchte ein=
mal
den Bismarck ſpielen aber bis jetzt gibt
es noch kein Bismarck=Drama, das ich ſpielen
möchte!
Greta Garbo: Anna Karenina und
Königin Chriſtine‟
In einem Filmmagazin, das in Amerika
erſcheint, äußert ſich Greta Garbo über ihre
Lieblingsrollen. Sie iſt nicht zufrieden mit
ihrer Tätigkeit in Hollywood, die ihr lauter
Rollen zu ſpielen aufgibt, die ihr eigentlich
nicht liegen: ... nur zweimal habe ich aus
innerſtem Herzen zufrieden ſein können: als
ich Anna Karenina geben durfte, und mein
letzter Film Königin Chriſtine‟ Anna Kare=
nina
war der fraulichſte Film, der Film, der
mir innerlich am meiſten gab. Der Kampf
zwiſchen Liebe und Pflicht, die Sehnſucht nach
dem zurückgelaſſenen Kind das war alles,
was ich innerlich begriff. Dieſer Film wird
auch der ſchönſte geweſen ſein ich liebte
meine Rolle! Die Königin Chriſtine habe ich
ſehr gern geſpielt, ſchon weil es ein Motiv
aus meiner Heimat war. Ich liebe ja Schwe=
den
, wie man nur ſeine Heimat lieben kann,
und immer habe ich Heimweh! Schwedens
Größe darzuſtellen das war ein beſonderes
Glück für mich!"
Dagmar Köhler.

Bas wde Kielleflforlftekotter
Schauſpieler und Filmſtars erzählen von ihren Bühnenerfolgen.
Lieber ernſte Rollen als Grotesken. WDenn der Zufall mitſpielt.

fen die Augen auf ihn. Sein Gang war leicht
und raſch, ſein Lächeln gutmütig. Geriet er aber
mal in Zorn oh, dann durfte man ihm nicht
nahekommen! Seine weißen Zähne funkelten,
wild glühten die Augen; er kannte ſich nicht
mehr vor Wut.
Im Frühjahr ſtieß dem Burſchen eine böſe
Sache zu. Er hatte ſcharfen Schnaps getrunken,
hatte ſich in eine Prügelei mit einem Jakuten
eingelaſſen, und dieſen, ohne es zu wollen, dabei
erwürgt. Er wurde gefeſſelt und viele hundert
Werſt weit in die Stadt geſchafft. Dort mach=e
man ihm lange den Prozeß und hielt ihn im
Kerker eingeſperrt.
Schließlich brach Matwei aus und begann
ein wildes Wanderleben, an dunklen Stätten
auf verſteckten Pfaden.
Wie ein wildes Tier irrte er durch die Taiga.
Man war hinter ihm her, veranſtaltete Treib=
jagden
auf ihn. Er wehrte ſich mit Zähnen und
Nägeln. Man fing ihn ein und ſetzte ihn wieder
feſt er brach zum zweiten Male aus. Zwan=
zig
Tage war er unterwegs, wild vor Hunger,
mit langem Haar endlich gelangte er in ein
bekanntes Dorf. Hier halfen ihm gute Men=
ſchen
weiter, bis nach Japan. Von Japan
reiſte Matwei nach Amerika. Er ließ ſich
wieder raſieren, fügte ſich den Verhältniſſen
und begann zu arbeiten wie alle anderen.
New York preßte und formte ihn mit eiſer=
nen
Krallen. Aus Matwei wurde eine win=
zige
, kaum ſichtbare Schraube an der rieſigen
Maſchine. Er lebte genau ſo wie andere der=
artige
Schrauben; er dachte, fühlte, empfand

dasſelbe wie die anderen Menſchen ſeines Krei=
ſes
; biß die Zähne zuſammen, bezwang ſeine
Seele und ſchwieg. Er war intelligent genug, zu
begreifen, daß er ſich vorläufig unterwerfen
müſſe. Die Krallen der Rieſenſtadt hielten ſeine
Seele gepackt und zwängten ſie ein wie eine
Zange. Schwermut nagte an ſeinem wilden Her=
zen
. Er wurde wortkarg, elend und ſchwach und
träumte nur davon, wie ſchön es wäre zu fliehen
irgendwohin oder zu ſterben ..
Häufig war er arbeitslos und beeilte ſich nicht
allzu ſehr, eine neue Tätigkeit zu finden. Einſam
und finſter irrte er durch die Stadt, und die
Policemen ſpähten ihm argwöhniſch nach. Er
war größer als andere, plump, derbknochig, nuch=
läſſig
gekleidet. Sein ausgemergeltes Geſicht war
unraſiert. Die Menſchen gingen an ihm vorüber,
alle nur mit ſich ſelbſt beſchäftigt .. . Er beach=
tete
niemanden, ſtarrte nur immer geradeaus in
die Luft und ſah nichts.
Er ſchien allen und allem ringsum fremd:
den Menſchen, den Häuſern, dem elektriſchen
Licht, den vorbeiſauſenden Autos. So ging er
immer weiter aus der Stadt hinaus; da plötz=
lich
verklärte ein breites Lächeln ſeine Züge; in
der Ferne hatte er das grüne Laub von Bäumen
erblickt.
Das war ein öffentlicher Park, und das
grüne Laub ließ ihn an die unendliche Weite
ſeiner Heimat denken.
Mit der feiertäglichen Menge zuſammen ging
auch Matwei in den Park hinein und trat zu den
Käfigen, in denen wilde Tiere gehalten wurden.
Ohne ſich umzudrehen, ſchritt er an gefangenen

Bären vorbei, Wölfen und bellenden Füchſen.
Nur einen ſchnellen Blick warf er auf ſie, un=
merklich
blinzelnd, als habe er alte Bekannte ge=
ſehen
.
In der Mitte des Gartens war ein beſonde=
res
Gebäude für Löwen und Tiger. Im Winter
hielten ſich die Tiere im Innern des Gebäudes
auf, im Sommer waren ſie draußen im Freien,
in geräumigen Käfigen.
In dem letzten rieſigen Käfig hauſte ein ſibi=
riſcher
Tiger; ein prachtvolles Tier. Sein gewal=
tiger
, muskulöſer Körper war wie aus allerſtärk=
ſten
biegſamen Stahlgerten gewebt. Ruhig lag
das Tier da, als ſolle es einem unſichtbaren
Bildhauer als Modell dienen; ſeine grauſamen
gelben Augen ſchauten geradeaus und ſahen
nichts. Die Eiſenſtangen hatten die Seele des
Tieres bezwungen, hielten ſie nieder in wil=
dem
, ſtummen Schmerz.
An der anderen Seite des Gitters ſteht mit
langgeſtrecktem Halſe ein magerer nachläſſig ge=
kleideter
Menſch und verwendet kein Auge von
dem Tiger. Es iſt, als erkennen die beiden ein=
ander
. Der Menſch ſchaut den Tiger geſpannt an,
faſt ohne mit der Wimper zu zucken: er hat ſeine
Umgebung völlig vergeſſen. Müßige Menſchen,
die vorübergehen, betrachten neugierig die beiden.
Der junge Menſch ſteht da, preßt das Geſicht
gegen die Eiſenſtangen des Käfigs und flüſtert
in ſeinem ruſſiſch=jakutiſchen Dialekt, flüſtert dem
Freunde, ſeinem Bruder Tiger, zu:
Täubchen .. . . Väterchen .. . . Herzbruder,
lieber
Und das Geſicht verzieht ſich und ſein wildes
Herz bebt.

[ ][  ][ ]

Meldet Wrru degehere.

Werkſtoff=Prüfung mit dem Ropfhörer.

Es iſt eine eigenartige Sache um die Werk=
ſtoff
=Prüfung: der Ingenieur will gern wiſſen,
was ſeine Werkſtoffe leiſten, und er zerſtört ſie
zu dieſem Zweck, er zerreißt ſie, knickt und biegt
ſie, ſchert ſie ab, zerſchlägt ſie. Ja, er muß ſie
zerſchmettern, er muß ihnen Form und Geſtalt
rauben, er muß ſie in Teile auflöſen, um das
Geheimnis ihrer Materialqualitäten zu lüften.
Dabei iſt es natürlich nur ein kleines, unſchein=
bares
Prüfſtück, das der Vernichtung anheim=
fällt
. Wo immer es aber entſcheidend darauf
ankommt, daß man in den techniſchen Konſtruk=
tionen
von A bis Z. ein geſundes, völlig fehler=
freies
Material vor ſich hat, da kann man ſich
nicht auf Stichproben beſchränken, ſondern muß
das ganze Werkſtück durchprüfen. Und da kommt
man naturgemäß mit der zerſtörenden. Werk=
ſtoffprüfung
nicht weiter, ſondern muß mildere,
feinere Methoden anwenden, um dem Material
die Geheimniſſe ſeiner Qualitäten zu entlocken.
Ungeheuer wichtig iſt dieſe Forderung vor
allem in der Schweißtechnik. Während uns eine
kleine Probe aus einem ſtählernen Träger ein
zuverläſſiges Bild von dem ganzen Träger lie=
fert
, iſt eine kleine Probe einer Schweißnaht
keinesfalls in der Lage, uns einen richtigen Be=
griff
von der ganzen Naht zu geben. Hier ſpielt
der Einfluß der menſchlichen Arbeitsausführung
zu ſtark mit. Der Schweißer kann an einer
Stelle tadelloſe Arbeit geliefert haben, fünf
Zentimeter weiter kann die Schweißnaht aus
irgendwelchen Gründen völlig unbrauchbar ſein.
Eine Schweißnaht zerreißen wollen, hieße aber
die gemachte Arbeit wieder zerſtören. Darum
hat man hierfür andere Prüfverfahren ent=
wickelt
. Zunächſt kam uns der Röntgenſtrahl zu
Hilfe. Mit ihm kann man 50 Millimeter ſtar=
kes
Kupfer und 80 Millimeter dicken Stahl
durchleuchten. Und er erzählt dem Material=
prüfenden
: Hier hat eine Gasblaſe meinen Weg
erleichtert, hier habe ich einen Riß gekreuzt,
dort liegt ein Schlackeneinſchluß. Das Undurch=
ſichtige
iſt durchſichtig geworden, des Menſchen
Auge hat ſeine Reichweite gewaltig erweitert,
es ſchaut in die Tiefe des Metalles hinein.
Doch Röntgenſtrahlen und die zum Teil an
ihrer Stelle verwendeten radioaktiven Elemente
ſind Koſtbarkeiten. Darum ſucht man auf an=
dere
, einfachere Weiſe ins Innere der Materie
zu dringen. Hier hat nun die Allgemeine Elek=
trizitäts
=Geſellſchaft einen neuen Weg gewieſen.
Da ſteht ein Mann in weißem Kittel vor einer
großen, geſchweißten Trommel, um den Kopf
einen Hörer geſchnallt, in den Händen ein eigen=
artiges
Gerät, ſo groß und geformt wie ein Löt=
kolben
. Und mit dem ſeltſamen Gerät fährt er
an der Schweißnaht der rieſigen Trommel ent=
lang
, er berührt ſie kaum, wie mit geheimnis=
vollem
Zauberſtab beſtreicht er ſie leicht und
lauſckt in den Hörer hinein, als ob er eine
ſtille, heimliche Offenbarung erwartete. Und
das Metall ſpricht zu ihm, es vertraut ſich ihm
an. In einer merkwürdigen Sprache, einem lei=

ſen Summen, bald lauter, bald leiſer, bald im
Klangcharakter ſo oder ſo verändert, erzählt es
ihm von ſeinem Weſen, von ſeinem Geſundheits=
zuſtand
. Das iſt die ſogenannte magnetiſche
Werkſtoffprüfung!
Sie beruht auf der Tatſache, daß in einem
magnetiſchen Werkſtoff der Kraftfluß durch
Störſtellen im Material in ganz beſtimmter

Metallwände unter dem Höhrrohr.

Die magnetiſche Schweißnahtprüfung
läßt Metalle ſprechen.

Weiſe beeinflußt wird. Es iſt, als ob die Strom=
fäden
dieſes Kraftfluſſes den Störungen aus dem
Wege gingen, wie die Waſſerſtrömung eines
Fluſſes den Inſeln, herausragenden Felsblöcken
uſw. ausweicht. Dadurch entſtehen Verdichtun=
gen
und Verdünnungen der Kraftfäden; wo
Störungen umgangen werden, verdichten ſie ſich
und rücken näher aneinander heran wo die
Störungen ſelber liegen, ſind die Kraftlinien
dünner verteilt, weiter auseinandergezogen.
Dieſe Verdichtungen und Verdünnungen der
Kraftlinien aber kann man mit Hilfe einer In=
duktionsſpule
und eines Kopfhörers hörbar
machen, und daraus ſchöpft der Werkſtoffprüfer
ſeine Kenntniſſe vom Zuſtande des Materials.
So iſt es im Grunde der Kraftfluß des magne=
tiſchen
Feldes, der die Fehler im Gefüge der
Schwe Inaht aufdeckt, und der magnetiſche
Schweißnaht=Prüfer iſt zu einem wertvollen
Helfer für eine zuverläſſige Anwendung der
Schweißverfahren geworden.

oas Tocher beltlllte.

Das koſtbarſte naß.

Es iſt das paradoxe Schickſal vieler Inſeln,
daß ſie im Waſſer ſchwimiien und doch an tragi=
ſchem
Waſſermangel leiden; ein beängſtigender
Zuſtand, der ſich in ſüdlichen Ländern in jedem
Jahr während vieler Monate wiederholt.
Wir ſuchen eine Wohnung auf Sizilien, und
unſere erſte Frage lautet ſtets: Haben Sie
Waſſer? Die Antwort iſt zumeiſt gewunden
diplomatiſch: Ja. aber Sie müſſen es abkochen.
Ja, doch eben wurde es abgeſtellt. Das
Daſein einer Waſſerleitung, ſelbſt der ſcheinbare
Beweis fließenden Waſſers darf noch nicht
befriedigen, denn oft iſt es kein Trinkwaſſer,
und noch öfter wird es, wenn der Sommer vor=
geſchritten
iſt, nur wenige Stunden abgegeben.
Capri=Beſucher finden ſich reſignierend mit
dem Waſſermangel ab, weil er unabwendbar iſt
und weil bei der Nähe des Feſtlandes immer
die Möglichkeit beſteht, Trinkwaſſer zu kaufen.
Doch auch ſie können einmal im Winter durch
ſtürmiſches Wetter vom Verkehr mit dem Kon=
tinent
abgeſchnitten ſein und tagelang auf ein
Glas Trinkwaſſer warten, indeſſen Regenmaſſen
ſich über ſie, ergießen und der Anblick des bro=
delnden
Meeres ihnen den Magen umdreht. Und
die Hotelbeſitzer, bei denen man ſich über die
hohen Preiſe beklagt, berichten ſtöhnend, daß ſie
tauſend bis zweitauſend Lire im Mona; allein
für Trinkwaſſer bezahlen.
In Sizilien bekommt man das Waſſer zwar
gratis, doch man muß das Glück haben, es ge=
rade
da zu finden, wo man gern wohnen möchte.
Mondello bei Palermo, der Lido Siziliens, un=
endlich
viel reizvoller als der Lido Venedigs,
mit dem gleichen ſchönen Sandſtrand, doch von
pittoresken hohen Felſen flankiert mit Dat=
telpalmen
geſchmückt er wird geliebt und
gehaßt, denn er narrt ſeine Gäſte mit der un=
gelöſten
Waſſerfrage.
Die ſtädtiſche Waſſerleitung mit gutem Trink=
waſſer
führt zwar hinaus; faſt alle Wohnungen
haben ihre Waſſerhähne, die man öffnen kann,
um vielleicht Waſſer zu ſehen. Aber vielleicht
auch nicht! Und daß man es niemals genau
weiß, das iſt die größte Not. Im Sommer,
wenn monatelang kein Regen fiel, iſt der Waſ=
ſerverbrauch
in der Stadt ſo groß, daß der Strom
auf dem Wege zur Umgebung plötzlich verſiegt.
Vollkommen unvorbereitet lleibt der mit Som=
mergäſten
überfüllte Ort plötzlich ohne Waſſer.
Die Privatautos ſauſen hin und her, um es
in Kannen aus den Winterwohnungen der Rei=
chen
zu holen; Keſſelwagen fahren hinaus und
werden auf dem Wege von Dorfbewohnern an=
gehalten
, die mit Töpfen, Flaſchen, Gläſern,
Schüſſeln und anderen unmöglichen Gefäßen
ſtundenlang auf der Lauer liegen, um bei einem

Aufenthalt von nicht mehr als einer Minute
den mitleidigen Beamten einige Schluck Er=
friſchung
abzubetteln. Während der Wagen
bereits wieder in Bewegung iſt, laufen Kinder
und junge Leute nebenher und fangen vom
langſam verſiegenden Strahl zuweilen mit dem
Munde noch ein paar Tropfen auf.
Wer ſich am Strand eine recht teure Bade=
hütte
mietet, bringt ſich ſowohl die Zutaten zu
ſeinem Mittageſſen, als auch das Waſſer mit,
denn man kommt am Morgen mit der Straßen=
bahn
oder dem Autobus heraus, kocht, ißt und
ſchläft in und vor der Hütte und fährt am
Abend durchſonnt, von ſtundenlangen Bädern
erfriſcht, in die durchglühte Stadt zurück, wo
das Waſſer brühwarm aus der Leitung läuft.
Es hat ſeinen Urſprung in den annähernd ſechzig
Kilometer entfernten Madoniſchen Kalkbergen,
und die Pfeiler, durch die es in die Häuſer ver=
teilt
wird, ſtammen noch aus der Normannen=
zeit
, ſind alſo bald tauſend Jahre alt.
Die Behörden erlaſſen ſtrenge Verbote: nie=
mand
darf die Gärten und Terraſſen mit Lei=
tungswaſſer
ſprengen, größte Sparſamkeit wird
dem verſchmachtenden Palermitaner anbefohlen,
der es ſchon grauſam findet, wenn ſeine Waſſer=
leitung
ihm gegen Sommersende nur noch zu
beſtimmten Stunden des Tages Waſſer gibt.
Badewannen und alle Behälter werden gefüllt,
damit auch für die übrige Zeit vorgeſorgt iſt.
Im Innern Siziliens dagegen gibt es Orte,
die wöchentlich dreimal zehn Minuten Waſſer
geben. Zehn Minuten für zwei Tage! Kein
Menſch bleibt unbeteiligt, wenn dieſe zehn
Minuten beginnen, und niemand kann, beſon=
ders
in großen Familien, in der kurzen Zeit ſo
viel auffangen, um ſich täglich zu waſchen.
Das Waſſer kommt! ſchreien ſie in allen
Häuſern, ſobald der erſte Tropfen in die längſt
bereit gehaltenen Gefäße fällt; man ſtellt ſich
an den öffentlichen Brunnen an; der ganze Ort
lauſcht zehn Minuten atemlos dem traumhaften
Ziſchen fließenden Waſſers. Und wenn ein
Menſch im Sterben liegt, ein neuer Erdenbürger
zum Lichte drängt, ſo wird ec für zehn Minuten
verlaſſen und vergeſſen, weil der elektriſierende
Ruf ertönt: Das Waſſer kommt!
Elſe Rabe.

Ein Erdteil fliegt fort.

Auſtralien verliert jährlich durch Stürme viele
hunderttauſend Tonnen Erde.

Auſtralien hat unter den fünf Erdteilen
ein beſonders tragiſches Schickſal. Der größte
Teil von dem Innern des Kontinents iſt be=
kanntlich
Wüſtenland, das aus einem unge=
mein
feinkörnigen rötlichen Sand beſteht. Der=
artiger
feiner Sand iſt ein ſchlechtes Bau=

material für die betreffenden Gegenden, denn
er iſt leicht beweglich und wird von jedem
Wind fortgetragen. Beſonders die Paſſat=
Winde im Herbſt ſind von großer Gewalt, und
wenn ſie über ſandige Wüſtenländer einher=
ſtürmen
, dann richten ſie das größte Unheil
an. In Auſtralien ſind ſie, wie in Fachkreiſen
jüngſt nach intereſſanten Mitteilungen erklärt
wurde, die Urſache dafür, daß dieſer Erdteil all=
mählich
fortfliegt. Es werden alljährlich aus
Innerauſtralien viele Hunderttauſend Tonnen
von Sand und Erde weggeführt, die geradezu
zu einer Verſtaubung der Südſee führen. Von
den Sandmaſſen, die alljährlich aus Auſtralien
fortgeführt werden, kann man ſich nur ſchwer
eine Vorſtellung machen. Ganz Neu=Seeland
wird von ihnen bedeckt. Man ſchätzt, daß ſich
alljährlich 50 000 Tonnen auſtraliſchen Flug=
ſandes
allein auf dieſer Inſel ablagern. Alle
Wälder und Pflanzungen werden dicht mit
dieſem roten Staub bedeckt, der durch die gro=
ßen
Stürme bis zu Höhen von 7000 Meter
emporgeführt und dann als Flugſand weit
über das Meer bis nach Holländiſch=Indien
getragen wird. Dadurch werden ſchon in ver=
hältnismäßig
kurzen Zeiträumen bedeutende
Umgeſtaltungen hervorgerufen. Da dieſe Er=
ſcheinung
in dieſer bedrohlichen Form erſt ſeit
einigen Jahren zu beobachten iſt, ſo wird man
ſie vielleicht mit der Vernichtung der Kakteen
in Verbindung bringen können. Ganz Inner=
Auſtralien war nämlich von Kakteen über=
wuchert
, die ſich in ungeheurem Maße vermehr=
ten
. Durch einen Käfer, der ein Feind der
Kakteen iſt, wurde nun der Krieg gegen dieſe
Plage mit größtem Erfolg geführt. Es ſcheint
nun, daß das Verſchwinden dieſer Pflanzen,
die dem Erdboden Feſtigkeit verliehen hatten,
das Land zu Flugſand wurde, der ein Opfer
der alljährlichen Stürme wird. Anſcheinend
wurde alſo der Teufel durch Beelzebub ausge=
trieben
.

Wußten Sie das?

Wäre es nicht beſſer und billiger, man würde
die grünen Früchte unſerer Kartof=
fel
ſammeln und die Samen dann ausſäen?
Warum geſchieht dies nicht? Unſere Kartoffel
iſt eine durch Züchtung hochentwickelte Kultur=

form. Aus den Samen der Kartoffel würde
wieder die Urform entwickeln. Wer den Ka3,
eines Gravenſteiner Apfels ſteckt, erhält keinn
Gravenſteiner, ſondern einen Holzapfelbaum

Eine Erſcheinung in den Wäldern, die früc=
zu
allerlei abergläubiſchen Vorſtellungen führme
iſt der Heerwurm. Er beſteht aus Tauſenin=
und aber Tauſenden von Maden, die ein w
über meterlanges Band bilden und dicht
drängt über den Waldboden dahingleiten.
ſind die Larven der Heerwurmtrauermünſ=
(Sciara militaris). Die Larven leben im Frn=
jahr
in großen Mengen im modrigen Waldlon
ohne ſich bemerkbar zu machen. Plötzlich erfi.
ſie der Wandertrieb. Sie bilden dann die
Heerwurm und ſuchen wahrſcheinlich gemeinſa,
geeignete Stellen zur Verpuppung auf.

Die hauptſächlichſten Beutetiere unſ
rer Raubtiere ſind die Nagetiere.
dieſe Verluſte auszugleichen, vermehren
dieſe Tiere ſehr ſtark. Pennant hat einmal
mögliche Nachkommenſchaft eines Kaninchck,
paares berechnet. Nimmt man an, daß 1
Weibchen im Jahre ſiebenmal ſetzt, in jeddh
Satze 8 Junge bringt, und alle Jungen
Leben bleiben, ſo würde die Nachkommenſchtf
dieſes einen Paares in 4 Jahren die ungehexy
Zahl von 1 274 840 Stück erreichen.

erten
äge er

beid
effektiven a
en daß ſie n
u Zur technt
s ungeordnet:
engenehmig
verhindert
smarkzahlut
r geleiſtet
jand zu erwa.

Es iſt

Einem geſchenkten Gaul ſieht nmu
nicht ins Maul heißt ein altes Sprichwaau
Mit anderen Worten: Prüfe ein Geſchenk nnd
zu genau auf ſeinen Wert. Wie iſt die Erk=ü
rung dieſer Redensart? Beim Pferde ſchleif
ſich die vorderen Schneidezähne durch den Fe
brauch ab und werden im Laufe der Jaw=
immer
kürzer. Der Kenner kann alſo dun
einen Blick ins Maul des Pferdes das Alle=
des
Tieres und ſomit ſeinen Wert beſtimmnn

g aufgehoben
len zur Bezah
ſingehend geä
ltiven auslät
1. Allgemeit
R4 ab in der
ſaren Zahlungen
der zwecks Weite

Warum ſehen bei weißen Mäuſenu.
Kaninchen, bei ſogenannten Albinos,
Augen rot aus? Gefärbte Tiere bilden im KR=
per
Farb= oder Pigmentkörnchen aus. Dicie
Farbkörnchen finden ſich auch in der Regou
bogenhaut oder Iris des Auges und beſtimm)
deſſen Farbe. Da bei den Albinos auch
Auge dieſe Pigmentkörnchen fehlen, ſo ſchimmm
das rote Blut der aderreichen Iris durch un
verurſacht die rote Farbe des Auges.

Geupürze und Kräuter
in der Küche.

Salat läßt ſich durch Hinzufügen von Kräu=
tern
ſehr verbeſſern. Unſere Mütter und Groß=
mütter
verſtanden ſich auf die Zubereitung von
Kräuterſalaten und Kräuterbutter, die uns be=
reits
verloren ging. Auch Kräuterſoßen ſollten
im Sommer mehr genoſſen werden. Schnittlauch
aufs Butterbrot, gehackte Peterſilie auf Butter=
reis
, Dill auf Gurkenſalat, Kerbel und Eſtragon
in die zum Brotaufſtrich beſtimmte Butter er=
ſetzen
manch andere koſtſpielige Zutat. Der
Schnittlauchtopf, der in den meiſten Küchen an=
zutreffen
iſt, muß richtig behandelt werden. Man
muß die einzelnen Stielchen ſtets am unterſten
Ende abſchneiden. Die Auffaſſung, daß ſie beſſer
nachwachſen, wenn man ſie mitten durchſchneidet,
iſt irrig.
Was die Gewürze anbelangt, ſo iſt die Ver=
wendung
des Pfeffers, der den Nieren ſchadet,
möglichſt zu vermeiden. Es iſt ſchade, wenn man
die geſundheitliche Wirkung des Kopfſalats durch
Hinzugabe von Eſſig und Pfeffer ſchmälert. Zi=
tronenſaft
, Zucker, viel gutes Oel und gehackte
Zwiebel iſt weitaus bekömmlicher, Paprika und
Moſtrich ſchaden dem menſchlichen Organismus
nicht, wenn man deren Verwendung nicht über=
treibt
. Auch Zimt, Nelken und Muskat ſind un=
ſchädliche
Gewürze. Trotzdem ſollte man ſich, ins=
beſondere
aber Kinder, an eine möglichſt reiz=
und gewürzloſe Koſt gewöhnen. Dies gilt insbe=
ſondere
für die warme Jahreszeit, wo man alles,
was den Durſt vermehrt, nach Tunlichkeit ver=
meiden
muß. Wer einen pikanten Beigeſchmack
an Speiſen und Gerichten nicht miſſen will, kann
ſich an Zwiebel und Knoblauch, die in hohem
Maße geſund, weil darmreinigend ſind, halten.

Kopfzerbrechen um’s Abendbrot

Was ſoll man nur immer abends geben?
Lieblos Aufgewärmtes Abendeſſen leicht
gemacht. Die hilfreichen Tomaten.
(ptd) Das Abendbrot iſt ein Kapitel im
häuslichen Leben, das ſehr oft Kopfſchmerzen
macht. Man kann doch nicht Abend für Abend
dieſelbe Wurſtplatte auftiſchen, jeder Mann
hat die Dauerwurſt einmal über, außerdem
verträgt es die Haushaltskaſſe nicht, wenn zu
oft Aufſchnitt gegeſſen wird.
Mein Mann ißt nicht gern Aufgewärm=
tes
vom Mittagbrot, aber ich kann doch nicht
alles Uebriggebliebene vernichten! klagte kürz=
lich
eine Hausfrau.
Selbſtverſtändlich: es wäre eine große Ver=
geudung
von Volksvermögen, wenn man Reſte
nicht verwenden würde, andererſeits iſt es
verſtändlich, wenn der Mann, der tagsüber
anſtrengend in feinem Beruf zu arbeiten hatte,
abends nicht noch einmal einen Aufguß des
Mittageſſens vorgeſetzt haben will! Das iſt
aber auch gar nicht nötig. Man muß als Haus=
frau
nur eine Verwandlungskünſtlerin ſein,
muß die Reſte in einem anderen Gewand wie=
der
auf den Tiſch bringen, und ſchon ſchmecken
ſie dem Mann. In dieſer Hinſicht läßt er ſich
gern betrügen, er merkt es nämlich meiſt gar
nicht, daß z. B. der ſchmackhafte Makkaroni=
Auflauf mit Hilfe des durchgedrehten, übrig=
zebliebenen
Schmorbratens gemacht wurde.

Auch Gemüſereſte laſſen ſich in der Auflauv=
ſorm
, mit Käſe beſtreut und geſchlagenem
übergoſſen, in wenigen Minuten im Ofen übal
backen und ſchmecken dann ganz ausgezeichner
Jetzt, in der wärmeren Jahreszeit iſt es geul Aauch der
nicht geſund, wenn man ſo viel Fleiſch ih AFFT. 8
Wieviel erfriſchender ſind Gurken und Tonr=
ten
, die dankbaren und billigen Radieschen um
der weiße Käſe! Jeden Tag kann man ae
dieſen Zutaten neue Gerichte zaubern! Halw A muszuſtellen
Sie ſchon einmal geröſtete Brotſcheiben T7 H ſine Aenderung
ſriſcher, grüner Gurke gegeſſen, die dick rI1 Ahnd nicht mehr
Schnittlauch beſtreut wurde? Auf die GurkM4
ſcheiben kommt nur ganz wenig Salz, ſac
zieht die Gurke Saft und wird ſchwer verdal
lich! Süße Tomaten ſchmecken überraſch/fd
gut. Bitte, probieren Sie es einmal, ehe 9)
die Naſe kraus ziehen: Sie höhlen die Tonul
ten aus, verrühren weißen Käſe mit eimn
Sahne und abgezogenen Walnußkernen, bis
Käſe eremeartig iſt. Dann wird die Mi9
hoch in die Tomaten gefüllt und Röſtbrot /
zu gereicht. Sehr apart und erfriſchiad
ſchmecken auch vielleicht als Abſchluß eitis
Reſte=Abendbrotes Apfelſcheiben mit Creis
M
käſe.

ucht mehr zu Re
M0 Luslandszahlung
genehmigungen
Renur noch zum
pchigen. 3. A.
um 1. 7. 1934
taſten des Kont
leiſtet werden
Inländer für die
n unmittelban
ten, Zölle, Verſi
ymdelt. Soweit
ung der empfang
Aprichteten Kont
beſtehen, können
bontoführenden
Ausgenommen
Ageten, Einſchrän
der Reichsbat
denen die
ſließen
demn
in Wirkſan
nd N
ſtimm
ung im Verred
bdoch, auch wen
betrages der all
Zukunft jen

Rühlende Sommergetränke-, Maasländiſcher

achnung von in
Jetzt iſt die Zeit, da unſere Gäſte für ein
1. 7. 1934
friſchungsgetränk dankbar ſind. Kann man
RJ. tritt e

ungsmitteln in
uur noch im We
latten, wenn ein
Wo der Ablehnu=
W.2RJ. ernſte
berichten.
Ind vom 1. 7 19.
zur Weiterleitun
ſcher Währung ge
von Reichsmarkz
fäge zur Aufreck
mpfangsbeträge
A ) und bleil
Jachnahmeverkehr
entſprechend zu
Nutzöall= und Ve=
MAenderung nicht

tränk eisgekühlt zu Tiſch bringen, iſt das nann
lich beſonders wertvoll. Man ſoll aber ſtels
gekochtes Waſſer bereitſtellen. Wenn man d*
ſes Waſſer in einem irdenen Topf auf aN
Steinfußboden in Schatten ſtellt und es
einem naſſen Tuch umwindet, das man ab
zu erneuert, wird man mit der Kühle des 4
ſers zufrieden ſein. Natürlich kann man ci
Selterswaſſer zum Miſchen der kühlenden
tränke verwenden, doch iſt das teurer.
Aus Preißelbeeren kann man ein wo‟
ſchmeckendes Erfriſchungsgetränk herſtellen. 90
miſcht die eingemachten Preißelbeeren 1
kochendem Waſſer und rührt ſie gut um. 20ck
einigen Stunden gießt man den Saft durch
Haarſieb und ſüßt ihn nach Geſchmack, wahr. 1
man zugleich etwas Zitronenſaft hinzutul.
Erdbeertrunk. 300 Gramm friſche E=
beeren
werden eingezuckert, mit 75 Grall=
Zucker. Wenn ſich genügend Saft gebilder 9
nimmt man ein paar von den ſchönſten Be..*
heraus und zerquetſcht die übrigen. Der S
wird durchgeſeiht und mit einer Flaſche RV.
wein gemiſcht, worauf man das Geträn. ."
halbe Stunde auf Eis ſtellt. Ehe man E
Tiſch bringt, wird eine kleine Flaſche ko9l
ſaures Waſſer hinzugetan. In jedes Glas"
man eine ſchöne Erdbeere und ein Eisſtug.
Roſengetränk. Friſche Roſenblätter I.
den in einer dünnen Zuckerlake gekocht, Die
Zucker trübe zu werden beginnt. Dann we.
die Roſenblätter, herausgenommen, und I
ſtellt die Löſung kalt. Dann ſetzt man den S
einer Zitrone oder A. felſine zu. Man A
dünnt das Getränk mit Waſſer. Es muß !

recht kalt ſein.
Kräutertrunk. Man kocht in dergſ

nen Zuckerlake 3 Stück Zimt, einige gand.
ken und die Schale von zwei Zitronen. D
gießt man die Lake durch ein feuchtes Tuch. I.
den Saft von 3 Zitronen zu und ſerviert.
ſehr rikant ſchmeckenden Trunk mit Eisſtügche
im Glaſe.

Kunderla

[ ][  ][ ]

Vereicht
arbe des Augs

Sie Durchführungsbeſtimmungen für die Oeviſenzuteilung.
Lke Reichsbank wird vom 25. Juni 1934 ab die Zuteilung der
farderten Deviſenbeträge nach Maßgabe der eingegangenen
öm vornehmen. Soſern die Deviſeneingänge zur vollen 3ut dektiiltek Alld Stunzfarcreiletenedrie-
t
ſeng nicht ausreichen, wird eine Repartierung der angeforder=

Eeträge erfolgen. Die Zuteilung wird dann nicht für alle
AAnoerungen und Währungen gleich ſein. Allen Perſonen und
Acan iſt bei der Erteilung von Genehmigungen, die zu Erwerb
v ef fektiven ausländiſchen Zahlungsmitteln berechtigen, zu er=
ä
gn= daß ſie mit einer Deviſenzuteilung nicht ſicher rechnen kön=
nu
8ur techniſchen Durchführung der Repartierung wird folgen=
d
gingeordnet: Die bisherigen Grundſätze über die Erteilung von
Ahſmgenehmigungen bleiben im allgemeinen beſtehen. Es muß
1 ſchr verhindert werden, daß an Stelle nicht zugeteilter Deviſen
RHsmarkzahlungen auf freie Ausländerkonten oder an ſolche In=
ſie
: geleiſtet werden, die ihrerſeits Deviſeneingänge aus dem
3gno zu erwarten haben, da hierdurch die beabſichtigte Wir=
kſy
aufgehoben und der Deviſeneingang weiterhin vermindert
wote. Es iſt deshalb erforderlich, daß die von den Deviſen=
ſt
ſen zur Bezahlung der Wareneinfuhr erteilten Genehmigungen
dingehend geändert werden, daß ſie nur noch zu Zahlungen in
elſſtioen ausländiſchen Zahlungsmitteln berechtigen.
Allgemeine Genehmigungen nach IIIIIII RJ. ſind vom 1. 7.
1ſ=ab in der Weiſe zu erteilen, daß ſie nur noch zu unmittel=
bmm
Zahlungen in ausländiſcher Währung nach dem Ausland
vecks Weiterleitung nach dem Auslande an inländiſche In=
ſbavollmächtigte
oder Vertreter eines Ausländers, dagegen
mfu miehr zu Reichsmarkzahlungen im Inland berechtigen. Auch
Aſtanndszahlungen durch die Poſt ſind unzuläſſig. 2. Einzel=
gſhriigungen
nach 3/4 RJ. ſind in der Form zu erteilen, daß
ſü zu: noch zum Erwerb von ausländiſchen Zahlungsmitteln be=
veigen
. 3. Allgemeine Genehmigungen nach 3/58 RJ. ſind
vſtt- 7. 1934 ab in der Weiſe zu erteilen, daß Zahlungen zu
Afan des Kontos (36 RJ.) nur noch in ausländiſcher Währung
gbſtet werden dürfen, es ſei denn, daß es ſich um Zahlungen an
Thanoer für die mit den deutſchen Geſchäften des Kontoinhabers
i1gymittelbarem Zuſammenhang ſtehenden Nebenkoſten ( Frach=
t
(Rvölle, Verſicherungsgebühren, Reiſeſpeſen und dergleichen)
hſret. Soweit die Genehmigungen ausſchließlich zur Einzah=
ſder
empfangenen Beträge auf eines der bei der Reichsbank ein=
gehsten
Konten für Länder, mit denen Verrechnungsabkommen
bKhnn, können dieſe Einzahlungen weiter geleiſtet werden. Die
k4 bpführenden Bankanſtalten ſind entſprechend zu unterrichten.
Alymommen von ſämtlichen, zuvor unter Ziffer 13 angeord=
m
./ Einſchränkungen ſind Reichsmarkzahlungen, die auf die bei
dieſieichsbank geführten Konten derjenigen Länder erfolgen, mit
dien die Reichshank ein Zahlungen in dritter Währung aus=
jahßendes
Verrechnungsabkommen geſchloſſen hat. Es können
dbach Zahlungen in inländiſcher Währung auf die Konten fol=
Aber Länder geleiſtet werden: Bulgarien, Dänemark, Eſtland,
bichenland, Jugoſlawien, Lettland, Rumänien, Tſchechoſlowa=
HeTäirkei, Ungarn. Ausgenommen von den Einſchränkungen
ſ Ferner Zahlungen in inländiſcher Währung, auf die
aſucrund von ſtaatlichen Zahlungsabkommen bei der Reichs=
blſga
ſeingerichteten Sonderkonten der Länder: Belgien, Luxem=
blm
.: Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien. Niederlande,
Aſon gen, Portugal, Schweden, Schweiz, Spanien, Tſchechoſlo=
wei
. Die Vorſchriften der RE. 46 und RO 53/34 bleiben alſo
i1ſsirkſamkeit. 4. Für Zahlungen auf die Konten der Handels=
vſeeu
ung der UDSSR. gelten weiterhin die Beſtimmungen der
RR(S/32 13/34. 5. Ausländerſonderkonten für Inlandszahlun=
glſeö
zeiben in dem bisherigen Umfang beſtehen. 6. Für Tauſch=
waVerrechnungsgeſchäfte
gelten weiterhin die grundſätzlichen Be=
ſtſmungen
des RE. 148/32 2. Im Einzelfall können demnach=
aluden
Inhabern von allgemeinen Genehmigungen nach 3/3 oder
GK. B RJ. Zahlungen an einen Inländer in inländiſcher Wäh=
rwm
Verrechnungswege genehmigt werden, in dieſem Falle iſt
jge5, auch wenn die Zahlung im Rahmen des gekürzten Höchſt=
bizages
der allgemeinen Genehmigung geleiſtet werden ſoll, in
umft jeweils für jede Zahlung eine beſondere Genehmigung
mirellen. 7. Für die Genehmigung nach EFO. und 3/10 tritt
m Benderung nicht ein. Genehmigungen nach 310 Abſ. 2 RJ.
ſü fun cht mehr zu erteilen. Der Erwerb von ausländiſchen Zah=
IApsnnitteln in Vorlage für erwartete Tranſitdeviſeneingänge iſt
m unoch im Wege der Einzelgenehmigung und nur dann zu ge=
en
, wenn ein beſonderes Bedürfnis dafür nachgewieſen iſt.
Abdr Ablehnung einer allgemeinen Genehmigung nach § 310
AN2MJ. ernſte volkswirtſchaftliche Bedenken entgegenſtehen, iſt mir
zu bencchten. 1. Genehmigungen nach 3/11 RJ. für Importagenten
ſuvom 1 7. 1934 ab in der Weiſe zu erteilen, daß ſie nur noch
Mreiterleitung von Zahlungen berechtigen, die in ausländi=
ſ
46 Währung geleiſtet werden. Unzuläſſig iſt die Weiterleitung
m0Beichsmarkzahlungen, die Verwendung der empfangenen Be=
tihie
wur Aufrechnung und die Leiſtung von Zahlungen aus den
Gffangsbeträgen an Inländer. Die Befugniſſe nach 3/11 Abſ. 1
19 und e bleiben unberührt. Auch die Genehmigung für den
Aſenahmeverkehr nach 3/11 Abſ. 2 bis 4 RJ. iſt vom 1. 7. 1934
aſuntäprechend zu beſchränken. Für die Weiterleitung des Trans=
uſcoll
= und Verſicherungsinkaſſos (3111 Abſ. 2 zu b) tritt eine
Aſbverung nicht ein, dagegen dürfen Warennachnahmen nur noch
i rugländiſcher Währung erfolgen. Die Weiterleitung oder Ver=
Eſtung von in Reichsmark nachgenommenen Rehnungsbeträgen
iſbt1 7. 1934 nicht mehr zuläſſig. 9. Bei Genehmigungen nach
3ſt 9J. tritt eine Aenderung nicht ein. Doch verweiſe ich auf
ARRwnderlaß 56/34 (Abſchnitt 5) über die Deviſenzuteilung im
z fptem Halbjahr 1934.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
SSerrheiniſche Eiſenbahngeſellſchaft, Mannheim. Der in den
Rſtn. Jahren andauernde Einnahmenrückgang iſt durch die Re=
Aungsmaßnahmen in der zweiten Hälfte 1933 zum Stillſtand
gemnen. Der Güterverkehr iſt auf rund 0,29 (0,21) Mill. ge=
ſi
ben, im Perſonenverkehr ergab ſich durch den ſtarken Rückgang
iſ urten Halbjahr noch eine niedrigere Beförderungsziffer, von
7/3D) Mill Perſonen. Verzinſung, Tilgung und Abſchreibun=
a
Pmät insgeſamt 0,67 Mill. können nicht voll gedeckt werden, ſo
Bm5e6 016 (501 820) RM. Betriebsverluſt bleiben, der ſich um
AR1. RM. Verzinſung und Tilgung der aufgewerteten Obliga=
somleihe
von 1911 auf 689 687 (595 836) RM. erhöht und von
Stadt Mannheim der OEG. erſetzt wird. Generalverſamm=
Uüt erm 26. Juni.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Reichsſtelle für Deviſenbewirtſchaftung hat angeordnet,
1Aüür den Monat Juli 1934 der Grundbetrag wieder nur bis
z Ahiöhe von 10 Prozent als gekürzter Höchſtbetrag in Anſpruch
gummen werden darf. Auch die Rembourskredite dürfen im
Natk Juli wieder nur bis zur Höhe von 20 Prozent ausgenutzt
1Dbent.
Yom Reichsfinanzminiſterium wird mitgeteilt, daß durch die
Juuonung gegen Preisſteigerungen vom 16. 5. 1934 die Vor=
ſtften
des Branntweinmonopolgeſetzes über Mindeſtpreiſe für
1 Prſeiteten Branntwein und Trinkbranntweinerzeugniſſe und
ſom der Reichsmonopolverwaltung für Branntwein, auf dieſer
Pzlſ chen Grundlage herausgegebenen Richtlinien nicht berührt
1 Dent.
Dfie im Jahre 1816 gegründete Großſilberwarenfabrik J. D.
ſeiszner Söhne in Hanau hat ſeit geraumer Zeit mit ihren
ſuſf igern über das Zuſtandekommen eines außergerichtlichen
ßleiches verhandelt und hat, da offenbar eine Verſtändigung
eerzielt werden konnte, die Eröffnung des gerichtlichen Ver=
ſchssverfahrens
beantragt.
Diie Mailänder Meſſe hat ihre diesjährige Veranſtaltung mit
urfriedenſtellenden Ergebniſſen beendet. Im Vergleich zum
ljochre iſt die Nutzfläche um 2854 Quadratmeter angeſtiegen.
ſſomit 93 025 Quadratmeter erreicht hat. Demzufolge iſt auch
Auusſtellerzahl um 370 Firmen gewachſen, die dadurch die ſtatt=
Bahl von 5012 Teilnehmer ausmacht, von denen 1141 Aus=
deir
ſind. Unter dieſen marſchiert wiederum Deutſchland bei
ſtenn mit 370 Ausſtellern an der Spitze.

Umſatzmäßig blieb das Geſchäft auch bei Eröffnung der geſtri=
gen
Berliner Börſe wieder verhältnismäßig eng begrenzt, da
ſich das Publikum nur auf die notwendigſten Bedarfsdeckungen
beſchränkt, zumal der bevorſtehende Ultimo, der zugleich Quar=
talsſchluß
iſt, verſtärkte Anforderungen an die Liquidität ſtellt.
Indeſſen bleibt der Grundton weiter freundlich, da man hinſicht=
lich
der Transferfrage und insbeſondere hinſichtlich der Clearing=
houſe
=Vorlage im engliſchen Unterhaus nicht allzu ſchwarz ſieht.
Aus der Wirtſchaft liegen außerdem wiederum verſchiedene An=
regungen
vor, insbeſondere finden die Ausführungen Froweins
und von Stauß in den Generalverſammlungen von Bemberg und
Vereinigte Glanzſtoff allgemeine Beachtung. Auch die proviſo=
riſche
Verlängerung des Handelsvertrages mit Frankreich wird
mit Befriedigung aufgenommen. Im allgemeinen überwogen an
den Aktienmärkten Kursbeſſerungen, namentlich die vorgeſtern
vernachläſſigten Montane waren zum Teil erholt, ſo Harpener,
die 1 Prozent höher einſetzten und bald nach dem erſten Kurs
nochmals 1 Prozent gewannen. Mansfelder mit plus 2 Prozent,
Klöckner mit plus ½ Prozent. Auch Braunkohlenwerte waren
bis zu 1½ Prozent (Ilſe Genußſcheine) feſter, wie denn überhaupt
Rohſtoffwerte nach wie vor größeres Intereſſe finden. Das gilt
auch für Kaliwerte, von denen Kali Chemie 4 Prozent, Salzdet=
furth
und Aſchersleben ca. ¼ Prozent höher ankamen. Farben
waren bei wieder recht lebhaften Umſätzen ¼ Prozent feſter. Von
Elektropapieren hatten Akkumulatoren mit plus 2 Prozent die
Führung, Siemens kamen bis 1½ Prozent höher an. Gesfürel ge=
wannen
½ Prozent. Von Tarifwerten ſind noch Schleſiſche Gas
plus ½ Prozent erwähnenswert. Von Textilpapieren waren
Kunſtſeidenwerte auf die ſchon erwähnten Momente feſter. Im
Verlauf nahm die Kuliſſe weitere Rückkäufe vor, für verſchiedene
Werte, ſo z. B. für Kaliaktien, beſtand auch Anſchaffungsbedürf=
nis
für Sperrmarkkonten. Das Kursniveau zeigte daher weiter
anziehende Tendenz. Weſteregeln kamen ½ Prozent, Salzdetfurth
1 Prozent höher als am Anfang zur Notiz. Von Montanen wur=
den
Harpener bei lebhafter Nachfrage 2½ Prozent. Hoeſch 17
Prozent höher notiert.
Die Umſätze an der Frankfurter Börſe waren etwas
größer, ohne aber bei der vorwiegend feſten Grundſtimmung ein
lebhafteres Ausmaß anzunehmen. Bevorzugt war wiederum der
Aktienmarkt, während die Käufe am Rentenmarkt ſich nur lang=
ſam
entwickeln. Für Aktien lagen wieder eine Reihe von gün=
ſtigen
Nachrichten aus der Wirtſchaft vor, ſei es in Verwaltungs=
äußerungen
auf Generalverſammlungen oder in Geſchäftsabſchlüſ=
ſen
oder auch in den neuen Stickſtoffverhandlungen. Mit großer
Hoffnung wird die angekündigte Steuerreform=Rede des Staats=
ſekretärs
Reinhardt erwartet. Montanwerte, waren teilweiſe
ſtärker befeſtigt, ſo Harpener 2. Prozent, Mansfeld 1½ Prozent,
Ilſe Genuß 1½ Prozent, Klöckner und Phönix je 3 Prozent;
behauptet waren Stahlverein und Rheinſtahl. Am Elektromarkt
lagen Lahmeyer auf angeblich günſtige Dividendenausſichten er=
neut
1½ Prozent höher, auch Siemens 1½ Prozent und Schuckert
F Prozent freundlicher, dagegen Licht u. Kraft um 1 Prozent und
Bekula um ½ Prozent leichter. Farbeninduſtrie im Verlaufe /
Prozent. Deutſche Erdöl und Metallgeſellſchaft je 28 Prozent
höher. Der Rentenmarkt war vernachläſſigt und bei ſtillem Ge=
ſchäft
teilweiſe ſchwächer. Altbeſitz gaben 8 Prozent, ſpäte
Reichsſchuldbuchforderungen ¼ Prozent und Reichsmark= Obliga=
tionen
meiſt von ½½ Prozent nach. Stahlverein=Bonds lagen
behauptet. Am Pfandbriefmarkt hat das Angebot ſo gut wie
aufgehört, und die Kurſe lagen ziemlich unverändert. Am Aktien=
markt
blieb die Umſatztätigkeit auch in der zweiten Börſenſtunde
klein, doch erzielten einige Spezialwerte, ſo Harpener, Bemberg
und Zellſtoff Aſchaffenburg, nochmalige Beſſerungen bis zu 1 Pro=
zent
. Später bröckelten die Kurſe auf Grund der Geſchäftsſtille
hier und da leicht ab.
An der Abendbörſe erhielt ſich die feſte Meinung für den
Aktienmarkt, wenngleich keine größere Publikumsbeteiligung feſt=
zuſtellen
war und auch das Kuliſſengeſchäft kein nennenswertes
Ausmaß annahm. Im großen und ganzen lagen die Berliner
Schlußnotierungen, die meiſt etwas höher waren als der hieſige
Mittagsſchluß, gut behauptet, vielfach ergaben ſich auch Befeſti=
gungen
um ½ bis ½ Prozent. Nachfrage erhielt ſich beſonders
nach einigen Elektropapieren. Stark vernachläſſigt war wiederum
der geſamte Rentenmarkt, wo alleroings auch die Kurſe kaum ver=
ändert
waren.

Der Ausweis der Reichsbank
für die drifte Juniwoche.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 23. Juni 1934 hat ſich
die geſamte Kapitalanlage um 80 Mill. RM. verringert. Wäh=
rend
des Juni ſind ſomit faſt zwei Drittel der Inanſpruchnahme
der Reichsbank zum Mai=Ultimo zurückgefloſſen. Jetzt macht ſich
augenſcheinlich ſchon die beginnende Reiſezeit bemerkbar. Im ein=
zelnen
ging der Wechſelbeſtand um 98 auf 2968, der Beſtand an
Reichsſchatzwechſeln um 1 auf 14 Mill. RM. zurück, während Lom=
bardforderungen
um 1 auf 81 Mill. RM. ſtiegen. Eine ſtärkere
Steigerung um 17 Mill. auf 345 Mill. RM. erfuhr der Beſtand
an deckungsfähigen Wertpapieren. Dies hängt augenſcheinlich mit
den Abwickelungen des Konverſionsgeſchäftes zuſammen. Der
Notenumlauf ermäßigte ſich um 88 auf 3398 Mill. RM. während
34 Mill. RM. Scheidemünzen in die Reichsbankkaſſe zurückgefloſſen
ſind. Unter Berückſichtigung von 8 Millionen neu ausgeprägter.
und 6 Millionen wieder eingezogener Scheidemünzen erhöhte ſich
der Beſtand auf 284 Mill. RM. Der Abfluß von Gold und Devi=
ſen
hat ſich weiter fortgeſetzt, und zwar in erhöhtem Maße. Ob=
wohl
in der vergangenen Woche keine Bereitſtellungen für Zins=
zahlungen
zu machen waren, ging der Goldbeſtand um 22 auf 72
Millionen und der Beſtand an deckungsfähigen Deviſen um 2 auf
4 Millionen RM. zurück. Der Gold= und Deviſenbeſtand hat dem=
nach
eine Verringerung um 24 auf rund 76 Mill. RM. erfahren.
Er deckt den Notenumlauf nur noch mit 2,3 Prozent gegen 2,9
Prozent in der Vorwoche. Die verſchiedenen Maßnahmen der
Reichsbank nach außen wie nach innen finden in dieſer Entwick=
lung
ihre volle Berechtigung. Der Zahlungsmittelumlauf betrug
5277 Mill. RM. gegen 5092 Mill. RM. zur gleichen Zeit des Vor=
jahres
.
Produkkenmärkke.
Berliner Getreidegroßmarkt=Bericht vom 26. Juni. Unter=
nehmungsluſt
heute erneut nur gering, Geſchäft war ſchleppend
und bewegte ſich auch im Verlaufe in recht ruhigen Bahnen. An=
gebotsverhältniſſe
kaum verändert, verſchiedentlich kam jedoch eher
etwas mehr Material heraus. Für Brotgetreide, insbeſondere
für Weizen, zurzeit Intereſſe gering. Aufgelder ſchwer erzielbar.
Hafer gleichfalls nur kleines Geſchäft, wies aber im großen und
ganzen ſtetige Haltung auf. Am Gerſtenmarkte machte ſich für
Wintergerſten laufend Nachfrage geltend, jedoch nahmen auch hier
die Abſchlüſſe kein größeres Ausmaß an. Mehle und Exportſcheine
waren unverändert.

Viehmärkke.

Mainzer Schlachtviehmarkt vom 26. Juni. Auftrieb: 20
Ochſen, 14 Bullen, 517 Kühe oder Färſen, 300 Kälber, 769
Schweine. Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.:/
Ochſen a1) 2733, c) 2226; Bullen c) 2326; Kühe a) 2429,
b) 1723, c) 1116; Färſen a) 2834, b) 2227: Kälber b) 32
bis 43, c) 2531, d) 1824: Schweine b) 3842, c) 3742, 0) 35
bis 42. Marktverlauf: Großvieh mäßig belebt, langſam geräumt;
Kälber ruhig, langſam geräumt: Schweine ruhig, geringer Ueber=
ſtand

Rindermarkt in Gießen. Der Rindernutzviehmarkt war mit
450 Stück Nutzvieh, 62 Freſſern und 151 Kälbern beſchickt. Nach
ſchleppendem Handelsgeſchäft, bei dem ſich nur geringe Kaufluſt
zeigte, blieb ein Ueberſtand. An Preiſen wurden erzielt für
Milchkühe oder hochtragende Kühe 1. Qualität 300400 RM.,
. Qualität 180250 RM., 3. Qualität 110160 RM.; für
Schlachtkühe 1. Qualität 130250 RM., 2. Qualität 4090 RM.:
für ½½jährige Rinder 4075 RM., 32jährige Rinder 60.
bis 135 RM.; für tragende Rinder 160270 RM.; für Kälber
pro Pfund Lebendgewicht 2232 Pfg.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton: J. V.
Dr. Herbert Nette; für Reich und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: J. V:
Dr. C. 6. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für den Handel,
Dr. C. 6. Quetſch; für den Sport; Karl Böhmann: für Die Gegenwart Tagesſpiegel
in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den Anzeigenteil und geſchäftliche Mit=
teilungen
: J. V. Paul Ziegler, ſämtlich in Darmſtadt.
D. A. V. 34. 22461. Druck und Verlag: 2. C. Wittich. Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.

Die heutige Nummer hat 12 Geiten.

Berliner Kursbericht
vom 26. Juni 1934

Deviſenmarkt
vom 26. Juni 1934

Berl. Handels=Gef
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Llohzd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas

Vfe
62.
65.25
27.50
32.625
23.375
130.
68.50
20.
92.
134. 125
132.25

Meſ
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f.eleltr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
glöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.

Nf
83.
150.
60.625
107.625
106.25
74.50
62.
126.
70.50
92.25
65.25
45.50

Ween
Bolyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Akalit
Agsb. Nnrb.Maſch.
Baſalt=Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke I1

Aa
15.25
39.50
169.50
19.875
40.50
125.50
60.
12.75
122.25
88.25
78½0
105.50

Aeghpten
Argentinien
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemark
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland.
Island

Miene
1äghpt. *
1 Pap. Peſo
00 Belga
1 Milreis
100 Leva
1canad. Doll.
100 Kronen
100 Gulden
12.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. Mk.
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
100 isl. Kr.

ſGeldgs
12.995
0.603
58.61
0.189
3.047
2.532
56.34
81.67
12.615
68.93
5.5761
18.50
2.497
162.73
57.09

Brief!
5 13.025
0.607
s8.78
0.191
3.053
2.538
s6.46
2ugs
12.645
7m
5.581
16.54
2.503
170.07
57.21

Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Heſterreich
Portugal.
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowr.
Türkei
ungarn
Uruguah
Ver, Staaten

Mift
100 Lire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Peſetas
100 Tſch.=Kr.
1türk. *
100 Pengb
1 Goldpeſo
1 Dollar.

R
z1p1
0.747
5.664 5.676
77.42
63.39
4e.45 09.55
11.48
65.03 65.17
8t. 5o ſg
34.32 8
10.44
1.3811
2.511 2.5i7

Brief
ſe1.55
0.749
77.58
63.51
11.50
81.68
34.38
io.3s
1.993
0.999 1.001

Zurmſtädter anu Harionntoant Suriſtaut, willane der Bresoner Bunz

Frankfurter Kursbericht vom 26. Juni 1934.

Kenee
Gr. IIp. 1934
.. 1935
. . 193
1937

1938
Gruppel ...."
68 Dtſch. Reichsanl.
v.25
5½%Intern., b.30
69Baden ... v.27
69Bahern .v.27
6%Heſſen ....v.29
6% Preuß. St. v.28
8%Sachſen v.27
6%Thüringen v.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze ........
59 Dt. Reichspoſt
Schätze uuua.
Dtſch. Anl. Ausl.
*2 Ablöſung".
. (Neubeſitz)
Deutſche Schutzge.
bietsanleihe ...
69Baden=Baden.
6%Berlin ...b.24
6%Darmſtadt . . ..
6%Dresden .. b.26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v.29
62
v.26
6%Mainz.. . . . ."
6%Mannheim v.27
68München b.29
6%Wiesbadenv. 28
5%Heſſ. Landesbk.
6% Goldoblig.

103,65
103.5
162
99.5
96.75
101
99.5
93.75
90.8
92
99.5
1),
94
89.5
100.5
100.15
94.7

9.35

88
78.75
80.75
89
81.5
85
81.5
88.75
84.5

De
hyp.=Bk.=Liquid.
4¾%
Komm. Obl. . ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl.R.11
R.12
8%Kaſſ. Lanbeskrd:
Goldpfbr. ..
62Naſſ. Landesbk.
5½% Ligu.=Obl.

Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser. I
Ser.Ik
Dt. Komm. Samm.=
-Abl. (Neubeſitz)
6BBerl. Hyp.=Bk.
5½%0 n Lig.=Pfbr.
6%Frrf. Hyp.=Bk.
5½2%0 Lig.=Pfbr.
6% Goldoblig.
6%Frkf. Pfbr.=Bk.
5½% Lig.=Pfr.
63Mein, Hyp. Bk.
5½% Lig.=Pfr.
6% Pfälz. Hyp.=Bk.
5½% Lig.=Pfbr.
6BRhein. Hhp.=Bk.
5½% n Lig.=Pfr.
6% Goldoblig.
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank ..
O Lig.=Pfbr.
83Würt.Ghp.=B.

88.25
so.25

885

88.25
88.75

95
113.5
19

88.5
90
88
90.25
91.25
91.5
88.5
89.5
87.5
917
90.75
90

Me
6% Dt. Linol.Werke
62Mginkrw. v.36
62Mitteld. Stahl
6% Salzmann ECo.
6%Ver. Stahlwerke
6%Boigte Häffner
J. 6. Farben Bonds
5 %Bosn. L. E. B.
2.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v.02
4½2 Oſt. Schätze
42 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
42Türk. Wdmi.
4%. I.Bagdad
49
Bollanl.
4½%üngarn 1918
4½% 1914
Gobe=.
4%
42
1910

4½Bubp. Stadtanl.
42Liſſabon
4½Stockholm
Aktfen.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtzide Unie
A. E. 6. ......
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauerei
Zelſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, F.P..4.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen...
Eement Heidelberg!=
Karlſtadt /4

Bs

F1.
78.25
124.1
12.5
12.5
33.75
24

3.9
*5

193.5
61-,

83.5
50.25
122
68
142.25
76.25
109
425.5

F.G.Chemie, Baſel
Chem.Werke Albert
Chade (A=C)....
Contin. Gummiw. . /1
Contin.=Linoleum.
Daimler=Benz...
Dt. Atl. Telegr. . .
Erböl ......."
Dt. Gold= u. Silber=
ſcheibe
=Anſtalt.
Linoleum ....
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoffa Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwerk
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
Fahr, Gebrüder ..
F. G. Farbeninduſtr. 1
Feinmech. (Fetter
Felt. & Guilleaumel
Frankfurter Hof ..
Gelſenkirch. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldſchmibt Th. ..
Gritzner=Kahſer. . . 22.5
Grün & Bilfinger
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke. Füſſen
HarpenerBergbau.
Henninger, Kempfl!
HilbertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſe.
Holzmann, Phil. 61.5
Jiſe Vergb. Stamm/170.5
Genüſſel!

Mf
A
135
57.5
48
111
120.25
208.5
89
68.5
96.25
73.5
83.35
109.5
1245
40
52.5
117
150
40
67

1057
67.5
198
75.5
80
34.25
106.5
109.75
3a
71.5
169
128,75

Junghans .
Kali Chemie ...."
Kali Aſchersleben .
Klein, Schanzlin.
Klöcknerwerke ....
gnorr C. 6......
Konſerven Braun.
Lahmeher &Co. ..
Laurahütte . . . .
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch.
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz Akt.=Br. .
Mannesm.=Röhren
Mansfeld. Bergb.
Metallgeſ. Frankf.
Miag, Mühl
Moenus.
MotorenDar
Neckarwerk Eßling.
Oberbedarf ..
Parkeu. Bürgerbräu
Phönix Bergbau..
Rh. Braunkohlen..
Clektr. Stamm
Stahlwerke .
Riebeck Montan. .
Roeder, Gebr.
Rütgerswerke..
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn;
Schöfferhof=Bind./1
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.
Schlwartz, Storchen
Siemens & Halske
Neini
Südd. Zuſker
Thür. Liefer.=Gef..

12:
Ko

128
19.25
92,5
223
K-G
62.5
65.25
78
84.25

234.25
Rf
96.75
95l,
39.25
168.5
170
34.5
90.25
92.5
150.

Oe
Ber. Stahlwerke ..
Ver, Ultramarin .
Voigt & Haeffner
Weſtdte. Kaufhof.
Weſteregeln Kali .I1
Zelſtoff Waldhof..
Allg. Dt. Ereditanſt.
Badiſche Bank.. .
Bk. f. Brauinduſtr.
Bayer, Hyp. u. W.
Berl. Handelsgeſ.
Hypothekbk.
Comm. u. Privatbk.
Dt. Bank u. Dise.
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank..
Frankf. Bank. . .!
Hyp.=Bank
Mein. Hhp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank.
Reichsbank=Ant. . .
Rhein, Hyp.=Bank.
Südd. Bob.=Cr. Bk.
Württb. Notenban
A.G.f. Verkehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
79% Dt. Reicht
Hapag
Nordd, Llohzd.
Südd. Eiſenb.=Ge
Alianz= u. Stuttg.
Verſicherung
Verein. Verſ./222
Frankona Rück=u. M/115
Mannh. Ver
Otavi Minen
ſchantung Handelsl

Bs
120
19.75
125
g7.775
45.25
113
69.25
V‟
54.25
62
74.5
65.25
80
68.5
67.5
68.25
1541.

99.5

113.25
111.
27.25
32.25
55

leu6
25
14

[ ][  ]

Seite 12 Nr. 175

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Mittwoch, 27. Juni 1934

e.
IA

Heute letzter Tag Bis auf Weiteres Heute und folgende Tage Ein preisgekrönter,
meisterlicher Film:
Junge Liebe Dieneueste undentzückende
Tonflm-Operette
Einmal eine Ein Film wie er sein soll
mit Schmiß und Laune,
Musikalität und reizender
Heiterkeit:
A
IhreDurchlaucht mit Jarmila Beränkovä
und Väsa Jalovec.
Im Beiprogramm:
König der wilden Pferde‟
und die neuestellfa- Wochen-
schau
, die unter anderem
die historische Begegnung
zwischen Hitler u. Mussolini
in Venedig zeigt. (V7035
Iugendliche Zutritt. große Dame sein einmal reich
und ohne Sorgen ...
mit Käthe von Nasy,
Wolk Albach-Retty.
Eine heitere, sonnige
Handlung mit wunder-
vollen
Schlagern.

Infolge Auflöſung des Haushalts
des verſtorb. Privatiers Lonis Geiſt
habe ich den geſch. Auftrag, am
Freitag, 29. d8. Mts., vorm. 10 Uhr Tiſch u. 2 Stühle,

Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.

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der Darmſtädter Studentenſchaft
Am Donnerstag, den 28. Juni 1934,
findet um 21.30 Uhr auf dem Bismarck=
turm
eine Anti=Verſailles=Kundgebung
der Darmſtädter Studentenſchaft ſiatt.
Die Darmſtädter Bevölkerung iſt zur
Teilnahme herzlich eingeladen.
Die Führung der Darmſtädter Studentenſchaft
(7024
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