1684
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Nummer 120
Freitag, den 22. Juni 1934.
196. Jahrgang
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Der geſchäftige Herr Barthou.
Unkerhandlungen des franzöſiſchen Generalſtabschefs in London mit der engliſchen Generalitäk.
Beſichligungen engliſcher Truppenkonkingenke. — Polikiker und Milikärs ſpannen neue Fäden.
Vengands Beſuch
M Londoh.
einmal
en Bunde‟
15. April 1
bes Heldenlel
alte Wedel va,
in den wohlhr.
kende Leimf
nuar 1861. 637
heut
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zum A.
er amf 9
in jenſeitige *
b nill und 9(
Jahre nach
Ferdinand mi.
ALCIER
der Generalinſpekteur der
frindiſchen Armee, Weygand,
iſtrz einem mehrtägigen Beſuch
im hrdon eingetroffen.
Angeb=
liſtzu einem „rein privaten”
BRſh. Aber dieſe Tarnung iſt
ſo drchſichtig, daß die engliſche
Phwe darüber ſpottet. General
Alleyund iſt ſeit dem Tode Fochs,
deuſſe Generalſtabschef er war,
deu neßgebende Kopf der
fran=
zö iſen Generalität, und er hat
ſich u dieſem „privaten Beſuch”,
zaylleiche prominente Offiziere
mntenommen. Er iſt von ſeinem
Nans
Selbschef General
Ga=
mſein, ſeinem erſten
Adju=
taſun. General Pagazy,
umd inem Dolmetſcher, dem
Heßmtfiann Gaffier,
beglei=
teiſ E- wurde in Dover von
demsefehlshaber des öſtlichen
Bezk.— dem Kommandanten
dew hrrniſon von Dover, und
einſt! Vertreter des
Kriegs=
at vegrüßt. Auf der Viktoria=
Steyvf in London empfing ihn
de „ühef des Reichsgeneralſtabs,
Gezutall Sir Archibald Mongomery Maſſingberd. General
Wey=
gannv eilte geſtern in Ascot, dann in Alderſhot bei militäriſchen
Scwrſtellungen. An Freitag wird er auf der Ebene von
Scälibury bei Beſichtigung militäriſcher Spezialtruppen den
Be=
febelaser des ſüdlichen Bezirks treffen. Am gleichen Tage wird
er iat ſeinen militäriſchen Begleitern bei dem Chef des
Reichs=
ge eiſtabs zu Gaſte ſein und während des Wochenendes bei
ihurbleiben. Die einzigen anderen Gäſte werden bei dieſer
Gezleerheit hohe britiſche Militärs ſein.
aus all dieſen Dingen geht hervor, daß es ſich um etwas ganz
anhnes handelt als einen „privaten Beſuch”. Welche Zwecke
veuſtgi werden, darüber gehen die Meinungen allerdings ſehr
weſſ atseinander. Die Reiſe erhält aber ihre beſondere
Be=
derſlng dadurch, daß ſie den engen Zuſammenhang mit der
Mkfütat, die dun dem franzöſiſchen Generalſtab betrieben wird —
wiſ= imnern an den Militärbeſuch in Warſchau an die ſtarke
Mölümiſſion mit einem großen Stab von Militärtechnikern
taſhMoskau — nur weiter unterſtreicht. Das iſt mehr als ein
Zuufd, zumal in Verbindung mit der Betriebſamkeit, die der
frchyzſ ſche Außenminiſter Barthou entwickelt.
Jergands Baſtrolle löſt naheliegende und ziemlich
pein=
liſt Vergleiche aus an die Verbindungen, die
umdittelbar vor dem Weltkriege zwiſchen dem
emtiſchen und dem franzöſiſchen Generalſtav
eiplegt wurden, und die nachher für die engliſche
Oeffent=
lchlei eine böſe Ueberraſchung zur Folge hatten. Jedenfalls
iſt ſſclinn ſchon aus dem Beſuch Weygands zu entnehmen, daß es
im ſtie gsminiſterium und im Außenminiſterium Englands ſehr
emnſißr eiche Krciſe gibt, die trotz des Zuſammenſtoßes in Genſ
Liei äden zwiſchen Paris und London nicht abreißen laſſen,
im egenteil, ſie zu verſtärken und namentlich auf militäriſchem
Geiy möglichft eug zu geſtalten ſuchen, obwohl das engliſche
Valmit aller Deuflichkeit zu verſtehen gegeben hat, daß s
eimsPolitik der Abenteuer, Frankreich zuliebe, ablehnt. Für
Leluhland jedenfalls Anlaß genug, die Vorgänge mit aller
Awſrkſamkeil zu verfolgen.
bauhous Pläne im Spiegel der franzöſiſchen Preſſe.
e Pariſer Morgenpreſſe ſteht heute vollkommen unter dem
Eincick des Beſuches Barthous in Bukareſt und der erſten
Aien Reden, die anläßlich des Eſſens ausgetauſcht wurden,
Oosher rumäniſche Außenminiſter Titulescu zu Ehren ſeines
ſkolcſiſchen Gaſtes gab. Die Blätter feiern die
franzöſiſch=
nmiſche Frrundſchaſt, die durch nichts getrübt werden könne.
inin erſuchen noch einmal, die Reiſe Barthous als
ausſchließ=
lichſr Orga. iſierung des Friedens und der Sicherheit ohne
BeAYoniegedanken gewidmet hinzuſtellen. Der Hauptzweck
21/Eſt Reiſ beſtehe darin, durch eine Reihe von
Bhen und Abkommen ein Netzvon
Sicherheits=
güntien zu ſchaffen, das ſich von der
Nordoſt=
klRze Europas über Rußland Südoſteuropa,
thien und Frankreich hin nach England aus=
Delen ſorie, ohne aber angeblich eine
Ein=
kſung Deutſchlands darzuſtellen.
Budapeſt iſt enkrüſtet über Barthou.
1s Communigué über die Konferenz der Kleinen Entente,
Abee och vielmehr die Rede des franzöſiſchen Außenminiſters
Dauglu haben in der geſamten ungariſchen Preſſe große
Ent=
rües/ Gervorgerufen. Der der Regierung naheſtehende „Buda=
VeiAſitlap” hebt ein Wort Barthous beſonders hervor, der
ge=
e habe, daß ſowohl Frankreich als auch Rumänien nur die=
SHebiete zurückgewonnen hätten, die ihnen immer gehört
Iſt es möglich, fragt das Blatt, daß der franzöſiſche
Rumiſter die nicht abzuändernden und unfälſchbaren
Wahr=
der Geſchichte ſo glatt ableugnet? Frankreich habe beim
sſichluß mit der Zerſtückelung des Donauraumes einen ver=
AMollen Fehler begangen, den es bereits bedauere.
DSSkAu
SCHA
Die große Spinne am Werk.
Das Kleeblaft der Hleinen Enkenle.
Der rumäniſche Außenminiſter Titulescu (links) empfängt ſeine
Kollegen von der Tſchechoſlowakei und Jugoſlawien, Beneſch
(Mitte) und Jeftitſch (rechts), auf dem Bukareſter Nordbahnhof.
Ein mageres Ergebnis.
In einer ſehr wortreichen Erklärung hat die Konferenz der
Außenminiſter der Kleinen Entente in Bukareſt geendet. Aber
dieſer Wortreichtum täuſcht nur mühſam darüber hinweg, daß im
Ganzen genommen die Ergebniſſe ſehr mager geweſen ſind. Eine
ſcharfe Abſage an Ungarn, eine ebenſo ſcharfe Abſage an die
Habsburger und ein Bekenntnis zum Syſtem der Regionalpakte.
Dies eine Verbeugung vor dem anweſenden franzöſiſchen
Außen=
miniſter Barthou und der franzöſiſchen Oſtpolitik, die ja darauf
abgeſtellt iſt, Rußland und Frankreich mit den Balkanſtaaten,
Polen und der Kleinen Entente zu einer Mächtegruppe
zuſammen=
zufaſſen. Nur, daß auch nach dieſer Beſprechung die
Vorausſetzun=
gen dafür noch nicht endgültig geſchaffen ſind.
Es iſt nicht gelungen, Jugoſlawien zu der endgültigen
Aner=
kennung Rußlands zu veranlaſſen. Der Ständige Rat hat zwar
beſchloſſen, von der Wiederaufnahme diplomatiſcher Beziehungen,
ſoweit Numänien und die Tſchechoſlowakei in Frage kommt, mit
Genugtuung Kenntnis zu nehmen. Aber dabei iſt es auch
geblie=
ben. Es gehört nicht viel Fantaſie dazu, ſich vorzuſtellen, daß
Jugo=
ſlawien unter ſehr ſtarken Druck geſetzt worden iſt, um den
Wider=
ſtand gegen Moskau aufzugeben. Daß es ſich aber trotz alledem
nicht entſchließen konnte, iſt eigentlich das Entſcheidende für die
politiſche Beurteilung der Zukunft und damit iſt praktiſch die
Be=
deutung der diesmaligen Bukareſter Konferenz der Kleinen
Entente ſtark zuſammengeſchrumpft.
Fragen und Zweiſel.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 21. Juni.
Ein Gefühl der Unſicherheit ſchwebt über Paris. Der
ober=
flächliche Beobachter bemerkt es wohl kaum. Und doch iſt es
vorhanden, in den politiſchen Kreiſen wie bei den breiten
Maſſen. Weder die Außenpolitik noch die Innenpolitik entgehen
Frageſtellungen, die immer lauter werden. Das ſonderbare
da=
bei iſt, daß die unruhigen Fragen nicht allein von ſeiten der
Oppoſition kommen, ſondern noch viel mehr von den Kreiſen,
welche die Regierung der nationalen Einigung oder des
Burg=
friedens — man verrät in Frankreich die politiſche Einſtellung
damit, ob man die eine oder die andere Bezeichnung verwendet —
am meiſten herbeiſehnten und noch immer unterſtützen.
Der franzöſiſche Außenminiſter Barthou wurde in Bukareſt
mit großem Pomp empfangen. Das ſoll den bitteren
Nach=
geſchmack, den die Warſchauer Reiſe hinterließ, vergeſſen machen.
Man weiß aber nur zu gut, daß es bei einem ſolchen
Unter=
nehmen, wie dem des Herrn Barthou, nicht allein auf die
Aeußerlichkeiten ankommt. Aber die Kritik geht noch weiter.
Man wirft die grundſätzliche Frage auf, ob die Lage für
Frankreich unbedingt günſtig ſein wird, ſelbſt wenn es Barthou
gelingen würde ſeine Bündnispolitik in die Tat umzuſetzen.
So manche antworten darauf mit einem klaren Nein, und wollen
die Politik der Bündniſſe nur als ein Mittel anerkennen, um
eine für Frankreich günſtige Regelung in Europa
herbei=
zuführen.
Die Hauptſorge der Kleinen Entente und die Hauptaufgabe
Barthous bei ſeiner Reiſe bildet ohne Zweifel die
Koordinie=
rung der Sowjets mit den anderen Verbündeten. Das iſt im
Augenblick die ſchwächſte Seite der franzöſiſchen Außenpolitik.
Die franzöſiſch=ruſſiſche Annäherung hat bereits die
Freund=
ſchaft zwiſchen Paris und Warſchau untergraben. Das Verhältnis
zwiſchen Frankreich und Polen iſt äußerſt kühl geworden. Daß
das auf die Randſtaaten zurückwirkt, iſt ſelbſtverſtändlich. Noch
mehr forgt man ſich aber hier um die Rückwirkung bei den
führenden Mächten Europas.
Die ganze Welt erblickt in den „regionalen
Sicherheits=
verträgen”, wie man ſie hier in den beſonders regierungstreuen
Kreifen nennt, eine unverhüllte Bündnispolitik. Und ein
franzöſiſch=ruſſiſches Bündnis, beſonders wenn man das
ruſſiſch=
türkiſche Verhältnis und die Schaffung des Balkanpaktes
dazu=
nimmt, iſt geeignet, mancherorts in Europa Beunruhigung
ent=
ſtehen zu laſſen und das Gleichgewicht zu ſtören.
Es iſt ſicher, daß die Türkei ſich zu keinen Abenteuern am
Mittelmeer hergibt. Es iſt auch eine Tatſache, daß der
Balkan=
pakt kein allzufeſtes Gebilde iſt, ebenſo wie daß Rußland ſelbſt
innerlich ſchwach iſt. Dennoch genügte die Perſpektive einer
ſolchen Machiverſchiebung am Mittelmeer, um eine Verſtimmung
zwiſchen Frankreich und Iialien herbeizuführen. Sie kam unter
anderem auch in dem italieniſchen Beſchluß zum Ausdruck, die
beiden 35 000=Tonnen=Panzerſchiffe zu bauen, was wieder in
Paris eine Beunruhigung hervorrief, die an Beſtürzung grenzte.
In London zeigte man ſich zurückhaltend, was aber nicht
be=
ſagen will, daß man die Situation nicht von allen
Geſichts=
punkten aus erwägt.
Aber für den franzöſiſchen Bürger ſelbſt erſcheint auch die
Situation bedenklich. Die ruſſiſche Freundſchaft hat hier ſeit
dem Kriege in manchen Ohren einen ſchlechten Klang. Das iſt
verſtändlich. Für das kommuniſtiſche Regime in Rußland hat
der Durchſchnittsfranzoſe keine Sympathie und erſt recht kein
Vertrauen. Leine Propaganda vermag daran etwas zu ändern.
Entweder werden die regionalen Sicherheitspakte Europa
in zwei Lager teilen und der franzöſiſchen Diplomatie eine
Quelle ſtändiger Sorgen ſein oder ſie müſſen im Rahmen einer
allgemeinen Löſung zur Bedeutungsloſigkeit
herab=
ſinken, wie das ſeit dem Kriege bei manchen internationalen
Pakten der Fall war. Die franzöſiſchen Zweifel würden in
dieſem Punkte ſchneller durchbrechen, wenn man ſich in London
zu irgendeiner Initiative entſchließen würde. Aber die engliſche
Außenpolitik hat ſcheinbar gute Nerven und wartet.
Die Sorgen wegen der innenpolitiſchen Lage ſind anderer
Art. Es kommt für die politiſche Welt nicht darauf an, ob die
Konzeptionen Doumergues richtig ſind oder nicht. Zumal, wenn
man von der parlamentariſchen Oppoſition abſieht, die im
Augenblick ſchwach iſt. Die Regierung hat ſich als energiſch
genug erwieſen, um der Kammer ihre Methoden aufzuzwingen.
lind ihre ſachlichen Maßnahmen hält man im allgemeinen für
richtig, beſonders wenn man von den ſchweren
Rüſtungs=
ausgaben und der theoretiſchen Bedenken wegen des Sparens
auf anderen Gebieten abſieht. Die Frage iſt, ob die Regierung
Doumergue mit der Uebernahme der Macht den innenpolitiſchen
Zwieſpalt überwand oder dieſen nur aus der Kammer in das
Land ſelbſt verlegte. Die Frage iſt bedenklich. Der Kampf
zwiſchen Links und Rechts tobt auf allen Gebieten, während
die Kammer — beiſeiteſteht. Die Idee, daß der
Parlamentaris=
mus der Vergangenheit angehöre, hat breite Kreiſe erfaßt.
Sowohl rechts wie auch links. Ja linksſtehende Gruppen, die
früher als tragende Pfeiler der parlamentariſchen Idee
be=
zeichnet wurden, haben ſich mit überraſchender Schnelligkeit zum
Antiparlamentarismus bekehren laſſen. Und die verſchiedenen
außerparlamentariſchen Organiſationen, die vor der Entſtehung
der Regierung Doumergue aktiv in die Innenpolitik eingriffen,
haben daran Geſchmack gefunden. Sie kämpfen um die Macht
miteinander, ohne ſich um den Burgfrieden zu kümmern. Und
das Wort Kampf muß in ſeinem urſprünglichſten Sinne
ver=
randen werden. Bald hier bald dort entſtehen Barrikaden und
fallen Schüſſe. Der Streit wird gegenwärtig rechts unter dem
Schlagwort der moraliſchen Erneuerung der Nation und links
Honte
Honer Komam!
für die Auflöſung der rechtsſtehenden Organiſationen, welche
das republikaniſche Regime gefährden ſollen, geführt. In
Wirk=
lichkeit glaubt man in beiden Lagern, daß das Ende des
Parlamentarismus da ſei und man ſchnell zugreifen müſſe, um
ſich das Erbe zu ſichern. Inzwiſchen verſucht Doumergue mit
Teilreformen und Retuſchen das parlamentariſche Syſtem
lebens=
fähig zu erhalten. Wenn er aber der inneren Gärung nicht
bald Herr wird, ſo können alle ſeine Beſtrebungen ſich als
eitel erweiſen.
Herr von Ribbenkrop über ſeinen Pariſer Aufenkhalt.
DNB. Berlin, 21. Juni.
Der Beauftragte der Reichsregierung für Abrüſtungsfragen,
Herr von Ribbentrop, äußerte ſich nach ſeiner Rückkehr aus
Frank=
reich einem Vertreter des DNB. gegenüber wie folgt:
Gelegentlich einer privaten Einladung eines franzöſiſchen
Be=
kannten traf ich während des letzten Wochenendes in Paris mit
dem franzöſiſchen Außenminiſter zuſammen. Ich hatte mit Herrn
Barthou eine längere Ausſprache über die Beziehungen beider
Länder und die damit zuſammenhängenden Fragen. In Verfolg
dieſes Zuſammentreffens machte ich dann einen Beſuch beim
fran=
zöſiſchen Miniſterpräſidenten Doumergue, mit dem ich mich
eben=
falls des längeren unterhielt, und beim Generalſekretär am Quai
dOrſay, Herrn Leger.
Ein ſolcher gelegentlicher informatoriſcher Gedankenaustauſch
dürfte für die Geſtaltung der Beziehungen zwiſchen den beiden
Ländern immer nur dienlich ſein.
*
Englands Clearing=Drohung.
England und das deutſche Transfer=Moratorium.
Durch einen geſtern von der Regierung im Parlament
ein=
gebrachten Geſetzentwurf, der bis Montag oder Dienstag beide
Häuſer paſſieren ſoll, werden die juriſtiſchen Unterlagen für die
von England geplanten Maßnahmen gegen das deutſche Transfer=
Moratorium geſchaffen. Der ſehr allgemein gehaltene Entwurf
ermächtigt das Schatzamt, zur Eintreibung beſtimmter Schulden
ein Clearing einzurichten und gleichzeitig die Einfuhr aus
be=
ſtimmten Ländern einzuſchränken. Falls es, wie man auf
eng=
liſcher Seite immer noch hofft, gelingt, bis zum 1. Juli in der
Transferfrage einen Ausgleich zwiſchen England und Deutſchland
zuſtande zu bringen, wird das neue Geſetz, deſſen Annahme an
ſich geſichert iſt, ſtillſchweigend fallen gelaſſen werden.
Trotz der ſtarken Bedenken der City will die engliſche
Regie=
rung ihre Drohung mit der Einrichtung eines Clearing=
Verfah=
rens währmachen. Der Geſetzentwurf richtet ſich natürlich, ohne
Deutſchlands Namen zu nennen, in erſter Linie gegen uns und iſt
als Antwort auf das Transfer=Moratorium gedacht. Merkwürdig
genug, daß dieſelben Engländer, die die wirtſchaftlichen Gründe
Deutſchlands in ihrer Zahlungsverweigerung an die Vereinigten
Staaten ſich zu eigen machten, — ja die ſogar Zahlung überhaupt
verweigern, während uns nur die derzeitige Transferierung
un=
möglich iſt! — als Gläubiger in der rückſichtsloſeſten Weiſe ihre
Anſprüche gegen Deutſchland verfechten wollen.
Jedenfalls iſt das Geſetz darauf zugeſchnitten, die geſamte
deutſche Einfuhr nicht nur nach England, ſondern auch nach den
engliſchen Kolonien in das Prokruſtesbett eines
Zwangsverfah=
rens mit einem Clearingamt und Einfuhrbeſchränkungen
einzu=
zwängen. England hat ſich immer darauf berufen, daß es von
Deutſchland ſehr viel mehr Waren einführte als es nach
Deutſch=
land ausführte. Allerdings wird dieſer Ueberſchuß durch die
Ein=
fuhr der Dominions nach Deutſchland faſt ausgeglichen. Die
Kon=
ſtruktion iſt nun offenbar ſo gedacht, daß, falls Deutſchland ſich
gegen das Clearingverfahren zur Wehr ſetzt, indem es
Einfuhr=
beſchränkungen für die Waren, aus den Dominions anwendet,
England ſeinerſeits die unmittelbare deutſche Wareneinfuhr unter
direkte Kontrolle mit Hilfe eines Zwangsabrechnungsverfahrens
ſtellt. Das iſt beinahe ſchon die Ankündigung des
Wirtſchafts=
krieges. Wir wollen aber annehmen, daß die engliſche Regierung
vorläufig nur beabſichtigt, mit Hilfe dieſes Geſetzes die deutſche
Regierung zur Nachgiebigkeit bei den in Ausſicht genommenen
Verhandlungen zu bewegen und beſondere Zugeſtändniſſe vor
Be=
ginn des Transfer=Moratoriums am 1. Juli herauszuholen.
Da=
bei iſt London bekannt, daß Deutſchland zu Verhandlungen
be=
reit iſt, die mit anderen Staaten ja auch eingeleitet ſind. Der
Wirtſchaftskrieg iſt aber eine ſehr zweiſchneidige Waffe, und die
Engländer irren ſich, wenn ſie glauben, daß dabei Deutſchland
in erſter Linie der leidtragende Teil ſei.
der Ranzier W Heaven.
DNB. Berlin, 21. Juni.
Reichskanzler Adolf Hitler hat ſich nach Neudeck begeben, um
dem Reichspräſidenten über die Zuſammenkunft in Venedig zu
berichten.
Reichskanzler Adolf Hitler iſt von ſeinem Beſuch beim
Reichs=
präſidenten in Neudeck zurückkehrend, am Donnerstag abend
wie=
der in Berlin eingetroffen.”
Genehmigungspflicht
für alle Saarkundgebungen.
WK. Berlin, 21. Juni.
Das Intereſſe an der Volksabſtimmung im Saargebiet hat
in den letzten Monaten in erfreulicher Weiſe zugenommen.
Gleich=
zeitig aber nimmt die Zahl der Kundgebungen, die die
Verbun=
denheit mit der Saar bekunden ſollen, täglich zu. Gewiß iſt das
einerſeits begrüßenswert, aber es hat ſich ergeben, daß oft
unver=
antwortliche Veranſtalter die Kundgebungen nicht im Sinne der
Saar durchführten. Daher ſind ſämtliche Saarkundgebungen im
Reich, in welchem Rahmen ſie auch immer ſtattfinden, von der
Genehmigung des Propagandaminiſteriums abhängig.
* Unverſtändlich.
Der Saarbrücker Berichterſtatter des „Temps” weiß
mitzu=
teilen, daß katholiſche Geiſtliche die Gebäude und
Maſchinen der „Neuen Saarpoſt” geweiht hätten.
Soweit wir unterrichtet ſind, iſt es tatſächlich zu einer derartigen
Handlung gekommen.
Zum beſſeren Verſtändnis muß darauf hingewieſen werden,
daß die „Neue Saarpoſt” im ſeparatiſtiſchen Fahrwaſſer
ſchwimmt, und daß ſie in jeder Nummer aufs ſchärfſte die
Politik des Deutſchen Reiches bekämpft und ſich für die Löſung
des Saarproblems in einer Form einſetzt, wie ſie von 99
Pro=
zent der Saarbevölkerung abgelehnt wird. Die „Neue
Saar=
poſt” ſteht zudem im Verdacht, aus franzöſiſchen Quellen geſpeiſt
zu werden. Jedenfalls wird ſie in einer großen Auflage
her=
geſtellt und vertrieben, ohne daß eine nennenswerte Zahl von
Abonnenten vorhanden iſt. Das Defizit dieſes Betriebes muß
alſo aus recht anrüchigen Quellen gedeckt werden.
Unverſtändlich iſt es, daß katholiſche Geiſtliche ſich
bereit=
gefunden haben, Separatiſten ihren Segen zu erteilen, obwohl
der überwiegende Teil der Geiſtlichkeit Schulter an Schulter
mit der ſaarländiſchen Bevölkerung für die Wiedervereinigung
mit dem Reich kämpft und ſich ſehr energiſch gegen alle
ſeparati=
ſtiſchen Beſtrebungen ausgeſprochen hat. Es ſcheint höchſte Zeit,
daß ſich die vorgeſetzten kirchlichen Behörden um dieſe
An=
gelegenheit kümmern.
Feuerflammen über Deutſchlands Höhen
Aus dem Herzen Deutſchlands, vom Brocken herab, wurde
in der Nacht zum Donnerstag durch Entzünden hoher mächtiger
Holzſtöße das Signal gegeben zu einer in Weſtfalen
verlaufen=
den Kette von Höhenfeuern, die bis an die äußerſten Grenzen
des Reiches nach Norden und Süden, nach Oſten und Weſten
auf den Bergeshöhen brennen.
Tauſende von Volksgenoſſen waren zum Brocken geeilt, um
dem feierlichen Akt der Entzündung beizuwohnen. Gegen
22 Uhr traf der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutſchen
Arbeitsfront, Dr. Ley, ein. Von der Nordſee, aus dem Süden,
aus Oſtpreußen und aus dem Weſten kamen SA.=Führer, kamen
die Stoßtrupps von Volkstum und Heimat. Dr. Werner
Haverbeck ſprach über die Ziele der deutſchen Jugend. In
längeren Ausführungen verbreitete er ſich über das heutige
Wollen. Nach ihm ergriff Dr. Ley das Wort. Er trat an den
Holzſtoß heran und ſprach: „Jungmannen, laßt das Feuer
emporlodern, damit die Flammen von Berg zu Berg durch das
Deutſche Reich eilen, damit ſie künden von unſeres ganzen
Volkes Wollen.” Mit dieſen Worten wurde eine Fackel in den
Holzſtoß geſtoßen, der gleich darauf durch den brauſenden Sturm,
der auf dem Brocken herrſchte, zu mächtiger Flamme
empor=
loderte. Mit dem Geſang „Flamme empor!” fand die Feier
ihr Ende.
Da viele der Erſchienenen nicht um das Feuer gruppiert
werden konnten, wurde Dr. Ley gebeten, vom Balkon des
Brockenhotels noch einige Worte an die Hunderte von NSBO.=
und Arbeitsdienſtlager=Abordnungen zu richten. Dr. Ley
zeich=
nete den Weg der Deutſchen aus der Zeit nach dem
Schand=
frieden von Verſailles bis zur nationalſozialiſtiſchen Revolution
und hob hervor, daß ſich die Erziehung des Volkes beſonders
auf die Erhaltung des Ehrbegriffes richten müſſe; denn ein
Volk ohne Ehre ſei kein Volk. Dr. Ley ſchloß ſeine Anſprache
mit einem Sieg=Heil auf das Vaterland und den Führer.
Im Verlauf der Ausſprache erſchien
Reichsminiſter Dr. Goebbels,
Filmkonferenz
im Reichspropagandaminiſterium.
Berlin, 21. Juni.
Auf Einladung des Reichsminiſters für V lksaufklärung un
Propaganda Dr. Goebbels fand Donnerstagmittag im
Provn=
gandaminiſterium eine Ausſprache über aktuelle Filmfragen ſtag
an der die führenden Perſönlichkeiten der „Filmwirtſchaft un
Filmkunſt teilnahmen. In der Verſammlung, die von Staat
ſekretär Funk geleitet wurde, betonte zunächſt Präſident 77.
Scheuermann die ſchwierige Lage der Filmwirtſchaft, im
beſondere der Theaterbeſitzer, die durch die noch immer nichd fü
beſeitigte Luſtbarkeitsſteuer, die in Wahrheit eiſe er
exorbitante Sonderumſatzſteuer darſtellt, ſowie durch ſonſtige M. jron
gaben ſchwer zu leiden hätten. Die vom Propagandaminiſterimn Ain
eingeleiteten finanziellen Hilfsmaßnahmen für die Filmwirtſchou 2.
hatten ſich zwar recht gut ausgewirkt, kämen aber nicht zur volly, Fü
Geltung wegen der unerträglichen Luſtbarkeitsſteuer und der 90. n20
eſe
ſonderen Schwierigkeiten, die die noch im Zuge befindliche grunm. !
ſcher
legende Umſtellung des Filmweſens in Deutſchland mit ſich oe!
der be
bracht habe. Direktor Pfitzner beleuchtete die Situation noch in
dürften
einzelnen und regte die Schaffung einer Ausgleichsprämie fü ü
nehmnen.
Qualitätsfilme an. Er wandte ſich beſonders gegen eine dör
jeſe Aeußeru
Qualitätsleiſtung hinderliche Normierung in der Arbeitszeit.
Am
Ver
Kriſion des Wal
apan
Härt,
der gegenüber den vorgebrachten Klagen ſeitens der Filmwiri usg im Paziſiſche
ſchaft davor warnte, daß man heute Schwierigkeiten nicht aus d0, zrtriert ſei, zu
Geſamtſituation heraus betrachte, ſondern aus einem Einzelfallu „u ſeine Rolle al.
um hieraus Niveauunterſchiede mit der früheren Zeit zu konſtry wnden ſeien. Der
ieren und die Schuld dafür dem Nationalſozialismus in die Schu.d Hür=zugefügt, daß
zu ſchieben. Er werde ſich nach wie vor dafür einſetzen, daß diu mim in der Lage
wirtſchaftliche Lage der Filminduſtrie und der Filmtheater einſ zogen.
Beſſerung erfahre; andererſeits müſſe er aber auch verlangen, doc
das nationalſozialiſtiſche Prinzip im deutſchen Film ſtärker zug Neue 90
Geltung komme als bisher. Er verlange keine nationalſozialiſtüt
ſchen Programmfilme oder gar eine Darſtellung von politiſchen
Ereigniſſen, ſondern eine Durchdringung des Stoffes mit natioh = Vom 17. Sep
nalſozialiſtiſchen Ideen und Problemen und eine Anerkenyunm giße Flottenman
und Darſtellung des Prinzips höchſter Verantwortung, aber au zasonierten amer
höchſter Autorität. Er verlange eine Filmkunſt, die klar und ha W=chen im Hinble
auf ein beſtimmtes Ziel hinſteuert. Es ſei nicht wahr, daß dan ummen mit del
Ausland nur den deutſchen Ausſtattungsfilm wolle. Man ſoln Panama=Kan
dann lieber auf den ganzen Film verzichten, wenn in aller 3:0 ℳ Höhe von
Ku=
kunft nur ſolche deutſchen Filme hergeſtellt werden könnten. Er wenin ſie pazifiſche Flo
ſich nicht gegen den Luſtſpielfilm, ſondern gegen den geiſtloſen Luſt u— ihren Flotie
ſpielfilm. Es müßten noch mehr als bisher junge Kräfte hen
angezogen werden, die das große Erleben unſerer Zeit auch ij
Film künſ leriſch zur Darſtellung bringen. Der Miniſter ſpram
jieſe
ſich gegen eine die Leiſtung nivellierende Gehaltsnormung aus, ves
langte aber, daß ſich die ſoldatiſche Diſziplin auch in der Arbeit=y leber die
weiſe unſeres künſtleriſchen Lebens durchſetzen müſſe. Dies /7 Pelſchaften, die
kein Hinderungsgrund dafür, daß ſich die Filmkunſt ihren leichte:n . Partamental
Arige zu Tage
phantaſiebeſchwingten Sinn bewahre.
Jachres koſtete
Die Herren aus der Filmwirtſchaft dankten dem Herrn Minm Earträge die aue
ſter für ſeine Darlegungen und verſicherten, daß ſie alle Kräſtt =und 10000
anſpannen würden, um im Sinne der von dem Miniſter aufger falbrtsgeſel
ſtellten Richtlinien die deutſche Filmproduktion zu führen, wobel wurkungen gehab
ſie die Förderung, die die Filmwirtſchaft durch Dr. Goebbels um wiſſen Zeit
das Propagandaminiſterium erfahren hat, dankbar anerkanntenn ;e itig mit
Die Beſprechung von Einzelfragen wurde im Rahmen der Film Aimerikaniſch
kammer fortgeſetzt.
Skhiffe erhielt
Zwollar. Bei ei
laf ſer Brieſe den
1B099
Vom Tage.
F
Zu dem geſtern vom Reichsminiſter Dr. Goebbels für die Auss
landspreſſe gegebenen Teempfang waren auch zahlreiche Mitglien
der des Diplomatiſchen Korps erſchienen. Reichsbankpräſident D10
Schacht, beſchäftigte ſich in ſeiner mehr als einſtündigen
Reu=
mit den zahlreichen Einwendungen, die gegen die deutſche Deviſeng 9. Die Kammer
und Schuldentilgungspolitik im Ausland erhoben werden unn / Broqueville mit
wies dieſe Angriffe mit abſolut durchſchlagenden Argumenten zu Mumen, bei vier
zauen aus
rück.
Botſchafter Dr. Hans Luther befindet ſich auf der Heimreilt
Boländi
von Waſhington nach Berlin.
Reichsminiſter Dr. Goebbels hat den „Völkiſchen Beobachten,, eint holle
zum amtlichen Mitteilungsblatt für die Reichskulturkammer und . Zerſchin
Dis im
ihre Einzelkammern beſtimmt.
un 2. Jul
Auf der Sonnwendfeier des Gaues Groß=Berlin hielt anu allen.
Donnerstagabend Reichsminiſter Dr. Goebbels vor einer Rieſem
menge die Feſtanſprache.
Georg Groddeck †.
Von Graf Hermann Keyſerling.
Am 10. Juni 1934 berſtarb in Zürich, in ſeinem 67.
Lebens=
jahr, der Baden=Badener Arzt Georg Groddeck, der einzige echte
und berufene Fortſetzer der Schwenningerſchen Tradition. Mit
ihm iſt einer der allermerkwürdigſten Menſchen dahingegangen,
welche mir je begegnet ſind. Er iſt der einzige Menſch meiner
Bekanntſchaft, bei dem ich immer wieder an — Lao=Tſe denken
mußte: ſein Nicht=Tun war in geradezu zauberhaftem Grade
ſchöpferiſch. Er ſtand auf dem Standpunkt, daß der Arzt gar
nichts weiß, gar nichts kann, möglichſt wenig tun ſoll; er habe
nur durch ſein Daſein die eigene Heilkraft des Patienten
heraus=
zufordern. Natürlich konnte er ſein Baden=Badener Sanatorium
durch dieſe Technik bloßen Nicht=Wiſſens und Nicht=Tuns nicht
im Gang erhalten. So heilte er durch eine Kombination von
Pſychoanalyſe und Maſſage, bei welcher Weh=Tun eine nicht zu
unterſchätzende Rolle ſpielte: aus der Abwehrbewegung
gegen=
über dem Schmerz wuchs bei ſeinen Patienten — denn zu ihm
kamen nur ſolche, welchen Groddeck kongenial war — der
Heilungswille, und zugleich fiel ihm beim akuten Schmerze,
durch ſtichwortartige Fragen aufgerufen, allemal zur Kur
Dienliches ein. So heilte Groddeck bei mir in weniger als einer
Woche eine rückfällige Venenentzündung, an welcher ich nach
dem Urteil anderer Aerzte lange Jahre, wenn nicht Zeitlebens
hätte weiterkranken müſſen. Doch das Weſentliche an Groddeck
war ſeine ſchweigende Gegenwart. Wenn man bei ihm war,
und er nach gar nichts fragte, fiel einem mehr ein, als ſonſt
bei geſchickteſten Analytikern.
Doch ich verehrte und liebte in Georg Groddeck weniger
den Arzt, als den paradoxalen Weiſen. Keiner Schule hing er
an; über alles hatte er ſtrikt=perſönliche, meiſt höchſt ketzeriſche
Anſichten, und alle waren, richtig verſtanden, d.h. wenn man ihn
nicht zu ſehr beim Worte nahm, tief. Wie kein zweiter mir
bekannter Naturphiloſoph der Geſchichte verherrlichte er den
Kindheitszuſtand; ja eigentlich war ſein Ideal das Ei — denn
was dieſes vermag, vermöchte kein ausgeſtalteter Organismus.
Wie kaum ein zweiter war er reſtlos amoraliſch in ſeinen
An=
ſchauungen. Er war exzentriſch durch und durch. Aber er batte
ein ſo unmittelbares Verhältnis zum ſchöpferiſchen „Es” in
ſich — der techniſche Ausdruck „Es” im Unterſchied zum „Ich”
iſt von Groddeck geprägt worden — daß alle ſeine Einfälle, in
noch ſo bizarrer Ausdrucksform, tiefe Wahrheit ſpiegelten.
In ſeinen bisher erſchienenen Büchern („Der Seelenſucher”
„Das Buch vom Es”) iſt dieſes Bedeutendſte an Groddeck für
den, welcher ihn nicht perſönlich kannte, nicht leicht zu faſſen.
Aber einige Jahre lang gab er eine Privatzeitſchrift, betitelt
„Die Arche” heraus welche ſo intereſſant war, daß ich dringend
hoffe, daß ſeine Erben ihren wichtigſten Inhalt geſammelt neu
veröffentlichen werden. Im letzten Jahre ſchrieb er an einem
Vermächtnisband. Aber wie es bei allen ſehr lebendigen
Men=
ſchen der Fall iſt, war Groddeck als perſönliche Gegenwart viel,
viel mehr, als was er in Worten und Lehren herausſtellte.
Das haben zumal die Teilnehmer an den Tagungen der Schule
der Weisheit zu Darmſtadt ſpüren können. Mehrfach redete er
auf dieſen. Doch vor allem ſeine bloße lebendige Gegenwart
machte Groddeck zu einem unerſetzlichen Tagungsteilnehmer:
bald aufreizend, bald empörend, bald werbend zwang er alle
zum Selbſtdenken. Seine Schale war rauh; ſeine überverletzliche
Seele bedurfte ihrer zum Schutz. Aber innerlich war er einer
der wärmſten, gütigſten und aufs Wohl anderer bedachteſten
bedeutendſten Menſchen, die mir begegnet ſind.
Sonnenwend=Bräuche.
Von H. W. Ludwig.
(akv) — Im Jahreslauf war bei den alten Germanen der
Mitſommertag, der unſerem Kalender nach auf den 21. Juni
fällt, als Feſttag der Sommerſonnenwende von der gleichen
Bedeutung wie der Feiertag der Winterſonnenwende. Wenn die
Sonne ihren höchſten Stand am Himmelsgewölbe erreicht hatte,
hielt nach der Anſicht unſerer Vorfahren der Sonnengott Wodan
für eine Weile in ſeiner Reiſe über den Himmel inne, um ſich
noch einmal ſeines Triumphes über die Dämonen der
Finſter=
nis zu erfreuen, bevor er mit der Göttin Freya ſich vermählte.
Wodan zu Ehren entzündeten die Germanen am längſten Tage
des Jahres ihre Sonnenwendfeuer, die ſie unter Begleitung
kul=
tiſcher Geſänge umtanzten. Dieſe Feuer hatten zugleich auch
den Zweck, die Luft zu reinigen und dadurch die Aecker vor
Mißernten und die Menſchen vor den einſt im Sommer häufig
auftretenden Seuchen zu ſchützen. Der gleichen Anſchauung
ent=
ſprang auch die Sitte, über die lodernden Flammen zu ſpringen,
um ſich auf dieſe Weiſe von dem Einfluß der dunklen Mächte zu
reinigen und gegen Unheil zu ſeien.
Wenn ſpäter die chriſtliche Kirche die alten heidniſchen
Reinigungsbräuche dem Andenken des heiligen Johannes des
Täufers zu Ehren in Johannisbräuche umwandelte, ſo iſt doch
bis in die Gegenwart hinein ihr urſprünglicher Sinn
unver=
kennbar erhalten geblieben. Am längſten haben ſich die alten
Sonnenwendbräuche in den ſüddeutſchen Ländern erhalten, die
beſonders zäh ihr ererbtes Brauchtum bewahrt haben. Unter
den verſchiedenſten Namen wie Zinkenfeuer, Zündelfeuer oder
Fronfeuer erfreuen ſich die Sonnenwendfeuer in vielen Gegen?
den noch immer allgemeiner Beliebtheit. Gewöhnlich ſamme?
die Jugend ſchon tagelang vor dem eigentlichen Feſtabend 9000
Brennmaterial, das aus Holz, Stroh, Reiſig und Pech beſteld
Vo
und ſchafft es zu den Höhen empor, von denen dann bei Anbruin
der Dunkelheit die gewaltigen Feuerſcheine ringsum zu leuchten 22 Nhren unr
180 bis
beginnen.
Feſtlich gekleidet tanzen allcrorts Mädchen und Burſchef ze oem
um die Feuer, die unter fröhlichen Geſängen eifrig geſchürt umd 19 ausde
mit ſtets neuer Nahrung verſehen werden. Alte, trockene Strolg /, leben allük
beſen, an der Glut entfacht, werden von geſchickten Händen 1. Swulte
blitzenſchnellem Wirbel im Kreiſe geſchwungen, ſo daß ſie ſiod 20 im Lan
von der Ferne geſehen, wie feurige Räder vom nächtlicheduntle? ſch wechſelnd
Hintergrund abheben. Als ein Symbol der wieder abwar D W0xüheit
erfreu=
ſinkenden Sonne iſt der heute ſeltener gewordene Brauch ande
ſehen, bei dem hölzerne Scheiben oder Räder, mit brennbare. M den be=
Stoffen umwickelt, brennend die Berge hinabgerollt werden. Be d. 5. Men gehörte
ten Perſon, gewöhnlich der Herzallerliebſten widmen. Faul.
Scheibe noch brennend am Fuße des Berges ins Waſſer, /0 9a.
deutet das eine gute Ernte, ſo wenigſtens ſagt der Vollsmilih ai
Zahlreich ſind die Zeremonien, die ſich beim Sonnenwenl h.
feuer abſpielen. So hält man in Franken, wenn man ins Feol
ſehen will, eine Ritterſpornblume vor die Augen, die durch!"
ſes Zaubermittel für das ganze Jahr vor Augenkrankheiten b4
ſchützt ſein ſollen.
In Oberfranken winden die Mädchen an Johanni Il=
Kränze, die ſie in das Sonnenwendfeuer werfen. Halb vertoge
werden die Kränze aus den Flammen geholt, und die Madee
beißen dann in die Aſche, die ihre Zähne ein ganzes Jahr."
geſund erhalten ſollen. Die uralte Sitte des Sprunges ubel
Flammen wird heutzutage gewöhnlich paarweiſe ausgeübt. .
ſelbſtverſtändlich allerlei Liebeszauber mitſpricht
Auch dem Waſſer und einer ganzen Reihe von Pſiclle
ſchrieben die alten Germanen bei ihren Sonnenwendfeiern..
kungsvolle Reinigungskraft zu. Noch heute gilt in Schwa”.
am Johannistag genommenes Bad als ſehr heilkräftich.
dem germaniſchen Pflanzenkult ſind die Johanniskräuter Ni.
gegangen, von denen das Hartheu im Volksglauben beſoſ.
geprieſen wird. Vielfach hält man es nicht nur für ein. ?"
Heilmittel bei Wunden, Quetſchungen und Verrenkunge‟
dern benutzt es auch, um das Haus vor Feuersbrunſt und..
Bewohner vor Unglück zu ſchützen. So lebt jahrtauſende.
Brauchtum unſerer Väter unbekümmert um den Fortſchk.
Zeit im Volke weiter und legt Zeugnis ab von der Ne
verbundenheit der germaniſchen Geſchlechter.
f reitag, 22. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 170 — Seite 3
Der Todesſtoß für die Seeabrüſtung.
ie japaniſchen Blokken Forderungen.
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EP. London, 21. Juni.
DDie geſtern in Tokio von einem Vertreter des Auswärtigen
mes angemeldete japaniſche Forderung nach einer größeren
ſorte hat in Londoner Regierungskreiſen großes Aufſehen erregt
w wird von einigen Blättern bereits als Todesſtoß für die
Arwerhandlungen für die nächſte Flottenkonferenz und damit
Hieſe ſelbſt gewertet. Der „Daily Expreß” und andere Blätter
eEren, daß die Vereinigten Staaten nie eine Verſtärkung der
ſpartiſchen Flotte zugeben könnten und würden, und daß die
For=
dung daher automatiſch das Ende der Flottenverhandlungen
w. den Beginn eines Seewettrüſtens bedeuten müßte.
Gleich=
ſtig wird jedoch ausgeführt, daß, ſolange Japans Forderung
uht ganz offiziell den übrigen Mächten zur Kenntnis gebracht
urden ſei, dieſe davon keine Notiz nehmen könnten und die
eng=
ſih=amerikaniſchen Beſprechungen, die heute mit einer
Zuſam=
mkunft der beiderſeitigen Marineſachverſtändigen fortgeſetzt
urden, dürften denn auch von der japaniſchen Aeußerung keine
Mis nehmen. Nichtsdeſtoweniger beſteht kein Zweifel darüber,
de dieſe Aeußerungen, die von dem Vertreter des japaniſchen
Aswärtigen Amtes gemacht wurden, Japans Haltung
wider=
ſegeln. Der Vertreter des Auswärtigen Amtes hatte darin die
Rolſion des Waſhingtoner Vertrages als „abſolut notwendig”
ellärt, da Japan in die Lage verſetzt werden müſſe, ſeine
Stel=
leg im Pazifiſchen Ozean, wo die amerikaniſche Flotte
kon=
piriert ſei, zu wahren, zumal ſeine Verpflichtungen im Hinblick
a ſeine Rolle als Schutzherr Mandſchukuos bedeutend vermehrt
weden ſeien. Der Vertreter des japaniſchen Außenamtes hatte
ſizugefügt, daß die ſich irren würden, die glaubten, daß Japan
(nüt in der Lage ſei, ein Wettrüſten zur See finanziell
durchzu=
ſtzn.
Neue große amerikaniſche Flokkenmanöver.
EP. Waſhington, 21. Juni.
Vom 17. September ab finden während ſechs Wochen neue
uße Flottenmanöver der gewöhnlich im Atlantiſchen Ozean
tionierten amerikaniſchen Kriegsflotte ſtatt, die vor einigen
Ichen im Hinblick auf die großen Flottenparaden vor New York
mmmen mit den übrigen Einheiten der amerikaniſchen Flotte
M Panama=Kanal durchquert hatte. Dieſe Manöver finden auf
/ Höhe von Kuba ſtatt. — In den erſten Novembertagen wird
ſ razifiſche Flotte erneut den Panama=Kanal durchqueren und
m ihren Flottenſtützpunkten im Pazifiſchen Ozean zurückkehren.
Rieſenſubvenkionen in USA.
eber die Auswirkung der Verträge mit den
Verkehrs=
pel ſchaften, die unter Hoover abgeſchloſſen worden ſind, har
M parlamentariſche Unterſuchungskommiſſion haarſträubende
ige zu Tage gefördert. In den erſten vier Monaten dieſ s
ytes koſtete bei Erfüllung der von Hoover abgeſchloſſenen
ßeräge die amerikaniſche Regierung ein Pfund Luftpoſt
un d 10 000 Dollar. Die Verträge mit den
Schiff=
ſichrtsgeſellſchaften haben noch koſtſpieligere
Rück=
ykungen gehabt. Es wurde feſtgeſtellt, daß zu einer
ge=
üſſſen Zeit drei amerikaniſche Schiffe gleich=
Eig mit je einem Brief an Bord den gleichen
rikaniſchen Hafen verlaſſen haben. Jedes der
Sliffe erhielt laut Kontrakt eine Pauſchalſumme von 12 000
Y lar. Bei einer Frankierung von fünf Cents koſtete jeder
er Briefe den amerikaniſchen Steuerzahler die Summe von
192,95 Dollar. Die Regierung habe insgeſamt 85 Millionen
Aler den amerikaniſchen Schiffahrtsgeſellſchaften bezahlt.
Schwache Mehrheit für de Brogueville.
EP. Brüſſel, 21. Juni.
Die Kammer hat am Donnerstag nachmittag dem Kabinett
1eBroqueville mit ſchwacher Mehrheit, nämlich mit 93 gegen 81
Zmmen, bei vier Stimmenthaltungen der Katholiken ihr
Ver=
nun ausgeſprochen.
Holländiſcher Kriegsſchiffbeſuch in Königsberg.
Ein holländiſcher Kriegsſchiffsverband, beſtehend aus dem
Cnzerſchiff „Herzog Hendrik”, Torpedoboot „3. 5” und U.=Boot 8,
rnd im Rahmen einer Oſtſeefahrt in der Zeit vom 27. Juni bis
zu/2. Juli zu einem inoffiziellen Beſuch in Königsberg
ein=
men.
Richard Wagner wird verfolgk.
Die Geſchichte ſeines Steckbriefes.
Von Sophie Droſte=Hülshoff.
Es waren unruhige Zeiten, damals in jenen zwei Dezennien
WA830 bis 1850. Reaktion einerſeits und lebhafte
Unzufrieden=
ſt rnit allem Beſtehenden andererſeits brandeten wie eine ſich
üdig ausdehnende Welle der Unruhe durch faſt ganz Europa
ihlließen allüberall mehr oder minder heftige Aufſtände und
Aimulte aufflackern. Ueberall erhitzten ſich die Gemüter und
uch im Lande Sachſen, wo die zumal in den Jahren 1845—49
uh wechſelnden Miniſterien ſich ſamt und ſonders größter Un=
Vebtheit erfreuten, machte man keine Ausnahme.
Zu den begeiſtertſten Anhängern der revolutionären Partei
Sachſen gehörte auch der junge, damals etwa Mitte der
Fßiger Jahre ſtehende Muſiker und Komponiſt Richard Wagner,
9 man nach dem glänzenden Erfolg ſeiner Werke „Rienzi” und
r fliegende Holländer”, die am 20. Oktober 1842, bzw. am
Januar 1843 beide zu Dresden ihre Erſtaufführung
er=
ſen, zum königlich=ſächſiſchen Hofkapellmeiſter ernannt hatte.
Aſe, die oft ſehr üble finanzielle Lage des jungen
Kompo=
wen einigermaßen ſichernde Anſtellung genügte Richard Wagner
Uch keineswegs. Das Schickſal hatte ihm wohl einen ſtürmiſch
Begten, Höhen und Tiefen in leid= und freudvollem Wechſel
Achrneſſenden Lebensweg beſtimmt. Sein Weſen war nicht da=
G geartet, ſich zu fügen und kleinlichen Vorſchriften unter=
Ardnen — und deshalb mußte das geniale Temperament
Wag=
es notwendigerweiſe mit allen beſtehenden Einrichtungen zu=
Mm enſtoßen. Der Verwirklichung ſeiner hochfliegenden
künſt=
ſchen Pläne ſtellten ſich zu dem im geruhſamen Dresden
Der Tage bald unüberſteigbare Hinderniſſe aller Art entgegen.
D für 1845 angeſetzte Aufführung des „Tannhäuſer” konnte
rach Ueberwindung ungeheurer Schwierigkeiten ſtattfinden,
des „Lohengrin” mußte völlig unterbleiben. Grund genug
den temperamentvollen und ſehr von ſich eingenommenen
liſter, das herrſchende Syſtem mit ſeinem glühendſten Haſſe
berfolgen und ſich aus innſrſter leidenſchaftlichſter Ueber=
Thung den Revolutionären anzuſchließen. Anfang 1849 ſchrieb
ſtrd Wagner ſein Werk „Die Kunſt und die Revolution”,
des höheren Ortes ziemlich verſtimmend wirkte, und als im
des gleichen Jahres der bekannte Dresdener Majaufſtand
rach, nahm Wagner daran järigen Anteil.
Zer Aufruhr wurdeniedergeworfen und der Widerſtandder Frei=
Ener nach mehrtägigem blutigen Barrikadenkampf am Morgen
Weikere Sprengſtoffanſchläge
in Oeſterreich.
DNB. Wien, 21. Juni.
Außer den bereits gemeldeten Anſchlägen in Vorarlberg
haben ſich am Mittwoch in ganz Oeſterreich noch zahlreiche
Sa=
botageakte ereignet. So wurden zwölf Drähte der ſtaatlichen
Telephonleitung bei Mattersburg im Burgenland durchſchnitten.
In das Haus eines Lederwarenhändlers in Greifenberg in
Kärn=
ten wurde durch das Fenſter ein Sprengkörper geworfen, durch
den ziemlicher Sachſchaden angerichtet wurde. Bei Oberkappel,
Bezirk Rohrbach, wurden am Mittwoch morgen drei Maſten einer
Lichtleitung geſprengt. Im Garten des Zollamtes in
Schwarzen=
berg, Bezirk Rohrbach, wurde ein Sprengkörper zur Exploſion
ge=
bracht, wodurch zahlreiche Fenſterſcheiben zertrümmert wurden.
Infolge eines Sprengſtoffanſchlages auf einen Lichtleitungsmaſt
am Bahnhof Judenburg in Steiermark war ein Teil der Stadt
Judenburg einige Zeit ohne Licht und Kraft. Mittwoch mittag
explodierte vor der Wohnungstür, des ſtädtiſchen
Kriminalkom=
miſſars Rofner in Innsbruck ein Sprengkörper, wodurch
Sachſcha=
den verurſacht wurde.
„Jedes Mikkel iſt recht!”
Richklinien für die öfterreichiſchen Orkswehren.
Die Landesführung des Heimatſchutzverbandes Niederöſterreich
hat für die Aufſtellung und den Aufgabenkreis der Ortswehren
einen Landesbefehl erlaſſen. In dem Befehl wird
be=
ſtimmt, daß die Ortswehren grundſätzlich die Erweiterung der
beſtehenden Sicherheitskörper (Bundesheer, Gendarmerie,
Poli=
zei, Schutzkorps) bilden ſollen. Der Ortsſchutzmann ſei
grundſätzlich in Zivil und ohne Erkennungszeichen und erhält
Feuerwaffen und Ochſenziemer. In dem Befehl
heißt es u. a., es ſei nicht die Aufgabe des Ortsſchutzes, mit
Glacéhandſchuhen die Nationalſozialiſten nur zu beobachten,
ſondern bei der allergeringſten drohenden Gefahr einer
ſtaats=
feindlichen Tätigkeit rückſichtslos von der Waffe,
Gebrauch zu machen. Die Ortswehren haben ferner jeden
Kundſchafterdienſt zu machen. Beſonders ſind jene ſtäatlichen
Executivorgane, welche bekannt ſind, daß
die=
ſelben ihren Dienſt mit allzuvieler
Rückſicht=
nahme verſehen, auf ihre Pflichten aufmerkſam
zu machen, und es iſt ſofort auf kürzeſtem Wege über die
Beobachtung der Landesführung zu berichten.
In dem Befehl heißt es dann weiter wörtlich:
„Beobachtet beſonders bekannte Nazis in öffentlichen
Stel=
lungen und entfernt da und dort rückſichtslos einmal einen
aus einem Amt. Es darf nicht mehr vorkommen, daß
offen=
kundige Staatsfeinde von dem Staat, den ſie bekämpfen, Geld=
und Gehaltsempfänger ſind. Einige ſolcher Beiſpiele wirken
für den ganzen Kreis dieſer Staatsverbrecher. Die Verhinderung
der Tätigkeit des Turnerbundes von 1919 iſt erforderlich, weil
es erwieſen iſt, daß dieſer ein ausgeſprochen
nationalſoziali=
ſtiſcher Turnerbund iſt, der heute unter dem Deckmantel
turne=
riſcher Tätigkeit die Nazizentrale in allen Orten darſtellt.
Das=
ſelbe gilt von ähnlich gearteten ſogenannten völkiſchen Vereinen,
welche nur mehr Zellen ſtaatsfeindlicher Umtriebe ſind. Der
Kampf muß in 14 Tagen beendet ſein, damit der einſetzende
Fremdenverkehr, welcher der Geſamtbevölkerung Brot bringt,
nicht behindert wird. Jedes Mittel iſt recht!
Verbok eines deutſchen Oſtafrika=Kriegsfilms.
EP. London, 21. Juni.
Nach einer Meldung aus Dares Salam hat die
Mandats=
verwaltung von Tangaujika (früher Deutſch Oſtafrika) die
Her=
ſtellung eines oſtafrikaniſchen Kriegsfilmes durch eine deutſche
Filmgeſellſchaft unterſagt. Die Vorarbeiten für den Film, der
in der Nähe des Kilimandſcharo gedreht werden ſollte, waren
bereits beendet und der plötzliche Entſchluß der
Mandats=
verwaltung, der auf den Druck engliſcher Siedler zurückgeführt
wird, bedeutet einen großen Verluſt für die deutſche Geſellſchaf:.
Als Grund für das Verbot wird angegeben, daß die
Mandats=
verwaltung die Kriegserinnerungen nicht aufzufriſchen wünſche
und im beſenderen das Auftreten bewaffneter Eingeborener
nicht zulaſſe: könne.
des 9. Mai endgültig gebrochen. Kaum war die Regierung
wie=
der Herrin der Lage, da griff ſie ſehr energiſch ein und alle
Gefängniſſe und Zuchthäuſer des Landes füllten ſich mit
Revo=
lutionären, die ſelbſt für verhältn’smäßig geringe Vergehen
zu=
meiſt vieljährige Kerkerſtrafen erhielten. Man verhaftete alle
politiſch hervorgetretenen Leute, deren man habhaft werden
konnte — und Richard Wagner gelang es gerade noch mit
knap=
per Not, rechtzeitig zu fliehen. Er begab ſich zuerſt nach Weimar,
ſpäter dann nach Paris. Die ſächſiſchen Behörden aber ſandten
dem Flüchtling einen Steckbrief nach, ſo daß Wagner in Paris
der Boden bald zu heiß zu werden begaun und er weiter nach
der Schweiz flüchten mußte.
Richard Wagners Steckbrief, der in der Teubnerſchen Officin
in Dresden gedruckt wurde, iſt heute noch vorhanden. Am
An=
fang der Seite des amtlichen Blattes wird zunächſt ein
Weber=
geſelle Kahlert aus Apfelsſtädte bei Gotha angeführt, der die
biederen, harmloſen Bürger von Altenburg als „Hochſtapler”
ge=
ſchädigt und ſie mit Hilfe von zu Unrecht angelegten
Kriegs=
auszeichnungen an der Naſe herumgeführt hatte und der darum
von einer hohen Polizei nach körperlicher Züchtigung in ſeine
Heimat abgeſchoben worden war. Unter der fettgedruckten
Schlag=
zeile „Politiſch gefährliche Individuen”, auf die noch eine
gleich=
falls fettgedruckte Hand beſonders hinweiſt, heißt es dann weiter:
„Wagner Richard, ehemaliger Kapellmeiſter aus Dresden, einer
der hervorragendſten Anhänger der Umſturzparthei, welcher wegen
Theilnahme an der Revolution in Dresden im Mai 1849
(Bd. XXVIII, S. 220 und Bd. XXXIII, S. 306) ſteckbrieflich
verfolgt wird, ſoll dem Vernehmen nach beabſichtigen, ſich von
Zürich aus, wd er ſich gegenwärtig aufhält, nach Deutſchland
zu begeben. Behufs ſeiner Habhaftwerdung wird ein Portrait
Wagners, der im Betretungsfalle zu verhaften und an das
königl. Stadtgericht zu Dresden abzuliefern, ſein dürfte, hier
beigefügt.”
Dieſer Steckbrief bereitete Richard Wagner manche Sorgen
und Scherereien und nahm ihm ſür lange Zeit jede Hoffnung,
in die Heimat zurückkehren zu können. Noch am 1. März 1853,
zu einer Zeit alſo, da der Meiſter bereits an ſeinem
unſterb=
lichen Werk „Der Ring des Nibelungen” arbeitete, wurde der
ominöſe Steckbrief erneuert — und als im Jahre 1855 der
„Tannhäuſer” am Münchener Hoftheater zur Aufführung
ge=
langte, ſchrieb eine dem Schaffen und der Perſönlichkeit des
Meiſters, wenig gewogene bayeriſche Zeitung, „es ſei eine
Schande, daß der landflüchtige Verbrecher, der im Dresdener
Maiaufſtand Barrikaden gebaut habe, Unterſtand im Kunſttempel
des Königs von Bayern fände. In das Zuchthaus zu Waldheim
gehöre Wagner — aber nicht in das Münchener Opernhaus.”
Wechſel in der deutſchen Botſchaft
in Moskau.
DNB. Berlin, 21. Juni.
Der Herr Reichspräſident hat den Botſchafter in Moskau,
Herrn Nadolny, in den einſtweiligen Ruheſtand verſetzt und
den bisherigen Geſandten in Bukareſt, Grafen von der
Schulenburg, zum Botſchafter in Moskau ernannt.
Nadolny.
v. d. Schulenburg.
Wie wir hierzu von unterrichteter Seite erfahren, bedeutet
die von Botſchafter Nadolny erbetene Enthebung von ſeinem
Poſten in keiner Weiſe eine Aenderung der deutſchen Politik
gegenüber der Sowjetunion. Ausländiſche Zeitungskombinationen,
die den Botſchafterwechſel in Moskau mit beſtimmten Fragen
der deutſch=ſowjetiſchen Beziehungen in Verbindung bringen
wollen, entbehren jeder Grundlage.
Botſchafter v. Nadolny ging aus der Konſulatskarriere
hervor. Er war vor dem Krieg vier Jahre beim Generalkonſulat
in Petersburg beſchäftigt und trat 1912 ins Auswärtige Amt ein
Nach der Revolution führte er die Kanzlei des Reichspräſidenten
Ebert und ging 1920 als Geſandter nach Stockholm. Von dort
übernahm er 1925 die Botſchaft in der Türkei. 1931 wurde er
zum Führer der deutſchen Abrüſtungsdelegation nach Genf
be=
rufen und hat dieſe ſchwigrigen Verhandlungen redneriſch und
diplomatiſch ſehr geſchickt geführt. Im September 1933 wurde er
als Nachfolger des nach Tokio verſetzten Botſchafters von Dirkſen
nach Moskau beordert und beendet jetzt eine diplomatiſche
Lauf=
bahn, die reich an Erfolgen iſt.
An ſeine Stelle tritt in Moskau Graf von der
Schulen=
burg. Er war ſeit 1901 im Auswärtigen Amt tätig, dem er mit
verſchiedenen Unterbrechungen bis 1923 angehörte. Damals
wurde er zum Geſandten in Teheran ernannt und 1931 in gleicher
Eigenſchaft nach Bukareſt berufen.
Großer Spionageprozeß in Rom.
DNB. Rom, 21. Juni
Vor dem Sondergericht zum Schutze des Staates in Rom
wird augenblicklich hinter verſchloſſenen Türen ein großer
Spionageprozeß verhandelt. Der frühere Abgeordnete Bianchi,
der Artilleriehauptmann Toſello Ambrogi ſowie der
Flieger=
feldwebel Dalmonte und eine Tochter des Bianchi ſind
ange=
klagt, zugunſten Sowjetrußlands militäriſche Spionage getrieben
zu haben. Die Angeklagten ſind bereits im Herbſt vorigen
Jahres verhaftet worden. Zwei ruſſiſchen Staatsbürgern, die
ebenfalls verhaftet werden ſollten, gelang es zu entkommen,
wobei ſich der eine in das Gebäude der ruſſiſchen Botſchaft in
Rom flüchtete. Er ſoll nie mehr geſehen worden ſein. Die
Gattin und eine zweite Tochter Bianchis ſind nach der
Vor=
unterſuchung aus der Haft entlaſſen worden, ebenſo weitere
Perſonen, die in das Verfahren verwickelt waren. Man
er=
wartet das Urieil für Freitag.
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Donnerstag, den 21. Juni.
Abſchiedsvorſtellung für Maria Reining und Charlotte Krauß.
Arabella.
Oper von Richard Strauß und Hugo von Hofmannsthal.
Die letzte Vorſtellung der Arabella in dieſer Spielzeit hatte
als Abſchiedsvorſtellung für zwei beliebte Künſtlerinnen, bei
anſcheinend ausverkauftem Hauſe, ein beſonders feſtliches
Ge=
präge. Maria Reining war nur eine Spielzeit an unſerem
Landestheater, ſie kam zu uns als ausgezeichnete Künſtlerin,
und doch, glaube ich, kann man feſtſtellen, daß ihre Kunſt noch
reifer, ſelbſtverſtändlicher wurde. Der wohltuend weiche Klang
ihres prachtvollen Organs, die liebenswerte Perſönlichkeit, das
Organiſche, auf allen Gebieten Ausgeglichenheit, das all ihren
Leiſtungen innewohnt, die Schönheit ihrer Erſcheinung, machte
ihren Hörern und Verehrern den Abſchied wirklich nicht leicht.
Und ſie ſang und ſpielte an dieſem letzten Abend bezaubernd.
Auch Charlotte Krauß iſt in der Zeit ihrer hieſigen
Wirkſam=
keit künſtleriſch bedeutend fortgeſchritten. Hatte anfangs die
Stimme zuweilen etwas Sprödes und Kühles an ſich, ſo hat
ſich der Geſang mehr und mehr verkörperlicht und zugleich
be=
ſeelt. Charlotte Krauß ſcheint ähnlich wie Maria Reining eine
ausgeſprochene Bühnenbegabung zu ſein. Von Aufgabe zu
Auf=
gabe ſteigerte ſich die ſtimmliche und darſtelleriſche Freiheit und
die Zdenka war unſtreitig der Höhepunkt, da dieſe Rolle dem
Talent der Künſtlerin ſtärker entſpricht als ihr zugewieſene
Partie im „Wahrzeichen” von Bodo Wolf. Am heutigen
Ab=
ſchiedsabend ſteigerte ſich die Leiſtung noch über die anderen
Vorſtellungen hinaus, und die Szene der beiden Schweſtern im
erſten Akt war ſo herrlich, daß man den Atem anhielt, um
keinen Laut zu verſäumen. Daß nach dem Duett ſpontaner
Beifall bei offener Szene entſtand, war nach dieſer
wunder=
vollen Leiſtung geradezu ſelbſtverſtändlich. Auch Charlotte Krauß
hat, wie ſo viele junge Künſtlerinnen und Künſtler vor ihr, auf
der Darmſtädter Bühne das Anfängertum überwunden, iſt zur
wirklichen Künſtlerin herangereift und hat ſicher eine
erfolg=
reiche Zukunft vor ſich. Beiden Künſtlerinnen wurden am Ende
der Vorſtellung Huldigungen von ſolcher Wärme und
Herzlich=
keit entgegengebracht, daß ſie fühlen mußten, wie ungern man
ſie von hier ſcheiden ſieht. — Wir hörten bei dieſer Vorſtellung
erſtmalig Suſanne Heilmann als Fiakermilli. Iſt ſie auch
ſtimmlich dem Frankfurter Gaſt etwas unterlegen, ſo paßte ſich
hre Auffaſſung der Rolle durch größere Liebenswürdigkeit bei
iller Haltloſigkeit des ſchlichten Mädels beſſer in das Ganze
ein.
F.N.
Eadeb0
Alex Grünebaum
Anneliese Grünebaum
geb. Blumenfeld
Vermählte
Butzbach
Darmstadt
Hobrechtstr. 10
Trauung: Sonntag, den 24. Juni, 1 Uhr,
Synagoge Friedrichstraße.
Statt Karten.
Für die Blumen und vielen Beweiſe
herz=
licher Anteilnahme, die uns beim
Heim=
gang unſerer lieben Mutter zuteil wurden,
ſprechen wir unſeren herzlichen Dank aus.
Beſonderen Dank Herrn Pfarrer Göbel für
ſeine troſtreichen Worte und allen, die der
Entſchlafenen die letzte Ehre erwieſen haben.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Georg Lotz.
Darmſtadt, Arheilgen, den 20. Juni 1934.
Statt Karten.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme ſowie
für die Kranz= u. Blumenſpenden bei dem
Heim=
gang unſerer unvergeßlichen und lieben
Ent=
ſchlafenen ſagen wir allen unſeren herzlichſten
Dank. Ganz beſonders danken wir Herrn
Pfarrer Heß für die wohltuende Tröſtung am
Grabe und allen denen, die mir durch Karten
ihre Anteilnahme bekundeten.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
A. Schuchmann und Geſchwiſter
Karlsſtraße 38.
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Meinlieber Mann, mein guter Vater, unſer
Schwieger=
vater und Großvater, Schwiegerſohn und Schwager
wreieſtet Dr. Sunag Omn
Oberſtudienrat i. R.
iſt heute raſch und unerwartet im Alter von 74 Jahren
in die Ewigkeit abgerufen worden.
Marie Fink, geb. Kemm
Dipl.=Ing. Franz Fink und Familie.
Darmſtadt, Eliſabethenſtraße s7, den 20. Juni 1934.
Oie Beerdigung iſt in der Stille. Wir bitten von
Beileids=
beſuchen abſehen zu wollen.
(6835
Statt Karten.
Heute vormittag entſchlief ſanft in dem Herrn mein lieber
Mann, unſer herzensguter Vater, Großvater,
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vater, Schwager und Onkel
Freitag, 22. Juni 1934
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wand. iſt. Fra=
Wilh. Kreuzer,
Groß=Gerau,
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fleiß., zuverläſſ.
bewandert . in allen Hausarb.
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Stickerei=Anſtalt
Wilhelm
Rodenhäuſer,
Schuchardſtr. 12. Schäferhund,
dreſſiert, 1 ½jäh=
rig, bill. zu ver=
aufen (ev. geg
Waldvögel zu
tauſch.). Eſcholl=
rückerſtr. 44, b.
Kinkel.
Peter Luft
Werkmeiſier i. R.
nach langem Leiden im Alter von 75 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Johanna Luft Witwe.
Darmſtadt, den 21. Juni 1934.
Liebfrauenſtraße 70.
Die Beerdigung findet am Samstag, den 23. Juni,
vor=
mittags 11.30 Uhr vom Friedhof Nieder=Ramſtädterſtraße
aus ſtatt.
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Von Beileidsbeſuchenwird höfl. gebeten Abſtand zu nehmen.
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Die Mietgutſchein=Ausgabe
für Juni und Juli findet ſtatt im früheren Lude
wigsbahnhof, Steubenplatz 13 (Eingang 2) und zwak
für die Bezugsberechtigten, deren Namen beginnt
mit dem Buchſtaben:
Au. B. Montag, 25. Juni, von 8 —12Uhr,
C —E Montag, 25. Juni, von 2½— 5Uhr,
Fu. G. Dienstag, 26. Juni, von8 —12 Uhr,
H Dienstag, 26. Juni, von 2½— 5Uhr,
u. K. Mittwoch, 27. Juni, von8 —12Uhr,
Mittwoch, 27. Juni, von 2½— 5 Uhr,
M—O. Donnerstag, 28. Juni, von 8 —12Uhr,
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Sch Freitag, 29. Juni, von8 —12 Uhr,
S(außer Sch) , 29. Juni, von 2½— 5Uhr
T—Z Samstag, 30. Juni, von8 —12 Uhr.
Die Ausgabe erfolgt nur während der
vorgenannten Zeiten gegen Vorlage der
Arbeitsloſenkontrollkarte, bezw. des Uniere
ſtützungsausweiſes uſw.
Städtiſches Wohlfahrts= und Jugendamlt
st6853)
Darmſtadt.
Bewirtſchaftung von Butter und Käft.
Wir machen nochmals darauf aufmerkſam, daß nas
dem Geſetz über den Verkehr mit Milcherzeugniſle.
vom 20. Dezember 1933 und den dazu erlaſſel
Ausführungsvorſchriften Butter, Butterſchmalz 4"
Käſe einſchließlich Quark nur nach Ausſteuund
eines Uebernahrneſcheins an den Handel abgege."
werden dürfen.
Wir fordern daher alle in Darmſtadt gelege!‟”
landwirtſchaftlichen Betriebe auf, für die Zeit Dei
1. Juli bis End; September 1934 rechtzeitig Ue.‟
nahmeſcheine zu beantragen und zwar im Sit”
(st 6834
haus, Zimmer 32.
Darmſtadt, den 21. Juni 1934.
Bürgermeiſterei.
(mnannt wurde
Ve
ſtäm
mrigehilie E.
„Nen= und Kandl
Nugsant Ofenbe
genverhältnis n
retär
heinrich Fiſch
m Miniſterial=
Staatsminiſteriu
Seſſiſchen Hochbat
ng vom 1. Mai
uBöhm in
Mai=
un in das Beamt
2 eauftragt wurde
Eaul Nebelin
enmmtlichen Wahr
und des Kreisſc
risSezeichnung „Sch
utt ger Wirkung.
A eſtellt wurden
irwermeiſtern
curg; Georg En
UFlach in
Crai=
ſch en Beigeor
den Kreis Bensh
oßtGerau; Heinric
9. Wilhelm Dotz
sh=im.
WBerſetzt wurde
nin auf Grund de
aufsbeamtentums
elles eines Polize
Der Marſchweg
(der Marſch i
Stt. Mei
2Hohes Alter.
nu iſttaße 100, bege
Noller geiſtiger u
Gartenbauverein
hemalige Venul
istag
12
Arbe
Vernladte
Vo
50 15.N
Deuster dies
daum 9
ee itag, 22. Juni 1934
Zus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 22. Juni 1934.
der Heſſiſche Staaksminiſter (Perſonalamk).
guetiſend: Die Auszahlung der Dienſtbezüge der Beamten uſw.
Auuimtliche unterſtellten Behörden.
chon wiederholt wurde aus Beamtenkreiſen bei mir
ange=
etode Hauptſtaatskaſſe anzuweiſen, den Beamten uſw. bei
Aus=
za hg, ihrer monatlichen Dienſtbezüge einen Gehaltszettel
aus=
zughö gen, aus dem Bruttogehalt, Abzüge und Nettogehalt zu
er iin ſind.
rveit der Beamte Barempfänger iſt, iſt es ihm beim
Quit=
giezu ſeiner Bezüge, ohne weiteres möglich, ſich die Abzüge
her=
aursich reiben.
Eüglich der Kontoinhaber geht den vorgeſetzten Dienſtſtellen
ſeiſte der Hauptſtaatskaſſe von jeder Ueberweiſung in Form
einPerzeichniſſes Mitteilung zu, woraus Bruttobetrag, Abzüge
unhlittobetrag zu erſehen ſind.
die Dienſtſtelle ſelbſt kein Intereſſe an dieſem Verzeichnis
haukſt dieſes in Streifen zu zerlegen und jedem Kontoinhaber
deu ſtreifen, der ſeine Bezüge betrifft, auszuhändigen. Bei der
erfml gen Aushändigung muß den Beamten allerdings die
Reſühnf olge der Abzüge bekanntgegeben werden.
Aushändigung eines Gehaltszettels in der eingangs
er=
jänhten Weiſe würde nicht nur eine weſentliche Mehrarbeit für
je nuptſtaatskaſſe mit ſich bringen, ſondern ſie würde auch die
zuesiaſſe finanziell nicht unerheblich belaſten.
Jung.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
ſenannt wurden: der Meß= und Kanzleigehilfe Theodor
Johäim bei dem Vermeſſungsamt Gießen=Land; der Meß= und
Kafneigehilfe Ernſt Sames bei dem Vermeſſungsamt Nidda;
der Teß= und Kanzleigehilfe Philipp Blickhan bei dem
Ver=
nevſugsamt Offenbach; zu Kanzliſten unter Berufung in das
Belmtenverhältnis mit Wirkung vom 1. März 1934: der
Mini=
ſtemükanzleiſekretär bei der Miniſterialabteilung Id — Finan=
Heinrich Fiſcher zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1. April
9:94 umn Miniſterialoberſekretär bei dem Perſonalamt des
Heſſi=
ſcheinskaatsminiſteriums; der Bauinſpektor Wilhelm Zeiß bei
demö ſſiſchen Hochbauamt Friedberg zum Bauoberinſpektor mit
Wilrng. vom 1. Mai 1934; der Polizeihauptwachtmeiſter a. Pr.
KauB öhm in Mainz mit Wirkung vom 1. Juli 1934 unter
Be=
rufnx in das Beamtenverhältnis zum Polizeihauptwachtmeiſter.
ſeauftragt wurde am 4. Juni 1934 der kommiſſariſche
Schul=
rau ſaul Nebeling zu Büdingen mit der kommiſſariſchen
ehrienmtlichen Wahrnehmung der Dienſtgeſchäfte des
Stadtſchul=
rauzind des Kreisſchulrats in Gießen unter Verleihung der
Ametsezeichnung „Schulrat” für die Dauer dieſer Tätigkeit mit
ſofſüt ger Wirkung.
Leſtellt wurden am 18. Juni 1934 zu kommiſſariſchen
iſtgermeiſtern: Leonhard Heldmann in Steinau, Kreis
ſitöra; Georg Engel 2. in Worfelden, Kreis Groß=Gerau;
Kchelß lach in Crainfeld, Kreis Lauterbach; —
zukommiſſa=
riſſten Beigeordneten: Adam Gußmann in
Lang=
wchr, Kreis Bensheim; Theodor Schulz in Worfelden, Kreis
verau; Heinrich Keßler 2. in Ober=Rosbach Kreis Fried=
Wilhelm Dotzert in Lauterbach; Heinrich Beſt in Bech=
AIhkim.
esſetzt wurde der Polizeikommiſſar Wilhelm Nehring in
ſiz auf Grund des § 5 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des
aisb eamtentums vom 7 4. 33 mit ſofortiger Wirkung in die
heines Polizeikommiſſars bei der Polizeidirektion Worms.
Rrn
enſt
gers
Gre
lhofvorz
neinem Sür!
Kosmeil
Marſchweg der 33. SS.=Standarte am Samstag, 23. Juni
teer Marſch iſt vorausſichtlich um 3.30 Uhr) geht durch
fol=
gend Straßen: Heinrichſtr., Beckſtr. Landgraf=Georg=Str.
Mühl=
trmß Alexanderſtr., Paradeplatz (Vorbeimarſch), Peter=
Gemein=
densti.. Rheinſtr., Neckarſtr., Heidelberger Str., Heinrichſtraße,
ſoches Alter. Frau Eliſabeth Rühl geb. Heyl, Aeußere
intmaße 100, begeht heute, am 21. Juni, ihren 79. Geburtstag
er geiſtiger und körperlicher Friſche.
ſortenbauverein Darmſtadt, e. V. Vor wenigen Tagen wurde
ernalige Venulethſche Gartengrundſtück, an der
Pallaswieſen=
ſiß welches unter der Bezeichnung „Zeppelingarten” ſeit etwa
ühren zu einer muſtergültigen Kleingartenanlage
umgewan=
ſestvarden iſt, von einer Anzahl geladener Gäſte im Beiſein der
doaten Kleinpächter beſichtigt. Es prangte in feſtlichem
Flaggen=
ſchänk und zeigte ſich, was die Bearbeitung anlangt, in beſter
Ver=
faſaug. Geradezu erſtaunlich iſt, was die fleißigen Männer, Frauen
unm Limder trotz der anhaltenden Trockenheit und des von Natur
auus zeringwertigen Bodens an ſchönen Gartenerzeugniſſen aller
Ault erauszuwirtſchaften verſtehen und wie ſie alle eines Sinnes
ſimyn den zielbewußten Maßnahmen zur Förderung ihrer
Kul=
ture wie Schädlingsbekämpfung, Vogelſchutz und dergleichen. Die
Göänn wurden alle einzeln beſichtigt, und man gewann den
Ein=
drmc daß den Leuten die Arbeit und der Aufenthalt in den
Gär=
ten ſicht nur eine Quelle des materiellen Erfolges bietet, ſondern
vo llem zu einem unverſiegbaren Born reinſter Lebensfreude
würd
Schäferhund=Ausſtellung. Am Sonntag, 24. Juni.
veran=
die Kreisgruppe Darmſtadt der Fachſchaft für deutſche
ſihunde im Reichsverband für das deutſche Hundeweſen eine
zordrchau an der Feſthalle, die dem Vernehmen nach ſehr gut
beſahkt ſein wird und auf der vorausſichtlich die beſten
Schäfer=
huud Südweſtdeutſchlands dem Richter vorgeführt werden.
Ausgabe von Mietgutſcheinen (Sondergebäudeſteuer). Es
wiß)auf die Bekanntmachung des ſtädtiſchen Wohlfahrts= und
Ju pdamtes verwieſen, wonach die Ausgabe der Mietgutſcheine
fürte Monate Juni und Juli in der Zeit vom Montag, den
5.3 is Samstag, den 30. Juni, im früheren Ludwigsbahnhof,
Stiuenplatz 13. Eingang 2, ſtattfindet. Die Ausgabe erfolgt nur
wcihnd der in der Bekanntmachung genannten Stunden gegen
Volnge der Arbeitsloſenkontrollkarte bzw. des
Unterſtützungs=
au bt iſes uſw.
Zer Heldentenor des Heſſ. Landestheaters, Joachim Sattler,
hart kirzlich als Max im Freiſchütz einen außergewöhnlichen
Gaöſſtielerfolg am Stadttheater Baſel. Die Preſſe urteilt: („
Bas=
lev= larionalzeitung” vom 17. Juni) .. . „ein Künſtler mit einer
he uchen Stimme, einer geſanglichen Kultur und einer Echtheit
dei arſtellung, wie man an deutſchen Bühnen nur ſelten einen
zu uſcen bekommt. Der Erfolg des Abends überbot beinahe den
eimagl anzvollen Premiere.”
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus
Fritzig
22. Juni
D 25, dazu
Anf. 20, Ende 22½ Uhr.
kinderreiche Mütter Nummerkarten 601 — 700.
Preiſe 0.70—5.50
Das Wahrzeichen.
Anf. 19½, Ende gegen 23 Uhr. D. Bühne H 14
Sentag
Preiſe 0.70—5.50
23. Juni Don Carlos.
SEttag
24. Juni
C 26, dazu
Anf. 19½, Ende 22 Uhr.
kinderreiche Mütter Nummerkarten 701 — 800
Preiſe 0.70—5.50
Das Wahrzeichen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 170 — Seite 5
Bulsten s .
Jugendtag und ſo drum herum.
Ei, Meiſter! ’s iſt heut hoch feſtlicher Tag;
da putzt ſich jeder, ſo ſchön er mag.
R. Wagner: „Die Meiſterſinger”
Für alle Hänſe, Johanneſe, Hänschen, Johanne, Hanneſe,
Jeanchen und Schambeſe iſt am 24. Namenstag. Wer den feiert,
der kriegt ſeinen Kuchen und ſeinen blitzblanken „Fuffzſcher dazu
und darf ſich den ganzen Tag freuen, vorausgeſetzt, daß er ſich nicht
den Magen verdirbt oder das Pech hat, vor lauter Begeiſterung
den Kaffee über die gute Tiſchdecke zu ſchütten. („Als wann ich net
aach ſchun genug Wäſch hett, du Lausbub!”) Und abends darf
er die Sonne mit Tanz und Lied wenden helfen und durchs
„Flackerſche” ſpringen.
Eigentlich iſt dieſer 24. auch der Jugendtag. Aber da er
diesjahr „baddu” auf einen Sonntag fallen will, wird der 23. zum
Stellvertreter ernannt. Und was die Buben und Mädchen ſind —
die „Hauptſach vun de Hauptſache”! — ſo ſpringen und laufen und
werfen ſie, was gibſte was haſte, in der Weltgeſchichte umher, um
ſich die nötigen Punkte für das Reichspräſidentdiplom zu
ergat=
tern. Den Schmerz über die ausgefallene Schule werden ſie dank
ihrer guten Natur auch bald überſtanden haben.
Jetzt kommt aber ein „Aber”. Ich habe nämlich ſo ein paar
Freunde am Woog, ſo ein paar waſchechte Heiner, mit denen ich
dann und wann ein „Interwiuh” habe. Sie „hippe un laafe un
werfe” für ihr Leben gern, verſteht ſich, aber ſie haben gemeint,
„fer’s richdiſche Dräning” müßte eigentlich in jeder Schule — oder
ſo dicht dabei, daß „her net erſt e halb Stund laafe mißt” — eine
regelrechte Sprunggrube ſein. Weitſprung iſt nämlich nicht nur
Zufall, ſondern iſt nebenbei auch eine Kunſt. — Ich habe mich
daraufhin einmal in den diverſen Volksſchulen umgeſehen; keine
Sprunganlage haben: Ballon=, Dieſterweg=, Emil=,
Ohly=, Rundeturm=, Leſſing=, Peſtalozzi=, Beſſunger Knaben= und
Beſſunger Mädchen= und Gartenbauſchule. Von dreizehn alſo zehn
Fehlanzeigen. Goethe=, Schiller= und Mornewegſchule ſind gut
ver=
ſehen. — Und dann habe ich zu meinen Woogsfreunden geſagt:
„Wart nor, ihr Buwe, deß will ich emol beſcheide und heeflich an
hechſter Stell vorbringe”. (Was hiermit geſchehen ſoll.) „Die Herrn
wern ſich ſicher freie, wann ſe ebbes wiſſe, was ſe eich am
Jugend=
tag verſpreche kenne. In e aaſtenniſch Schul geheert e aaſtenniſch
Sprunggrub, jawohl!” — Und ſo haben wir ſportbegeiſterten
Jungmänner zwiſchen ſechs und ſechzig jetzt das Motto auf unſere
Jugendtagsfahne geſchrieben: Keine Schule ohne richtige Weit=
und Hochſprunganlage! Ihr werdet ſehen: im nächſten Jahr —
vorausgeſetzt daß! — gibt’s gar nicht genug Papier, um alle die
Diplome herzuſtellen!
Donnerwetter!
3:0!
Be
Leute vom Bau bezeichnen den Sportteil des „Darmſtädter
Tagblatts” als hervorragend redigiert, Berichterſtattung und
Kritik ſtehen im Dienſte einer tatkräftigen Förderung des
Sport=
gedankens.
Das Intereſſe, das unſerem Blatt in weiteſten Kreiſen der
Sporttreibenden entgegengebracht wird, iſt uns Anſporn, unſere
Leiſtungen immer noch zu ſteigern!
An dieſer Stelle ſagen wir allen Sportfreunden nochmals
unſeren Dank, die die Anerkennung unſerer Bemühungen durch
die Weiterempfehlung des „Darmſtädter Tagblatts” ausgeſprochen
haben!
EPH. Um Glaube und Volkstum in Oeſterreich. Das iſt das
Thema einer großen evangeliſchen Volksfeier, die als
Dekanats=
feſt des Evangeliſchen Bundes am Sonntag, dem 8. Juli,
nach=
mittags, auf der Kohlplatte (5 Minuten vom Oberwaldhaus)
be=
gangen wird. Alle Vorbereitungen für dieſe Feier ſind bereits
getroffen. Als Redner iſt ein ehemaliger öſterreichiſcher Pfarrer
gewonnen worden. Es gilt, Verſtändnis und Hilfe zu wecken für
den gewaltigen Kampf, der gleichermaßen um das deutſche
Volks=
tum wie um den evangeliſchen Glauben in Oeſterreich entbrannt
iſt. Wahrſcheinlich wird die Feier durch eine kleine
Freilichtauf=
führung „Die Salzburger” verſchönt werden. Die evangeliſchen
Gemeinden und Vereine ſind gebeten, alle Vorbereitungen zu
einer gemeinſamen Beteiligung zu treffen. Der Herr
Landes=
biſchof iſt eingeladen. Wir hoffen, daß die Darmſtädter
Bevöl=
kerung für dieſe im nationalen und evangeliſchen Intereſſe gleich
wichtige Veranſtaltung volles Verſtändnis haben wird.
Oein Name fehlt noch immer
im Opferbuch!“
—Sonntagsrückfahrkarten. Zu nachſtehenden Veranſtaltungen
werden Sonntagsrückfahrkarten (auch Blanko) ausgegeben: Aus
Anlaß des Rheinheſſiſchen Provinzialfeuerwehrfeſtes in Alzey von
allen rheinheſſiſchen Bahnhöfen, nach Alzey mit Geltungsdauer
zur Hinfahrt von Samstag, 7. Juli. 0 Uhr, und Sonntag, 8. Juli,
zur Rückfahrt von Samstag, 7. Juli, bis Montag, 9. Juli, 12 Uhr
(ſpäteſter Antritt der Rückfahrt), — Aus Anlaß des Jahresfeſtes
des Heſſiſchen Hauptvereins der Guſtav=Adolf=Stiftung in Erbach
(Odenw.) von allen heſſiſchen Bahnhöfen im Umkreis von
75 Km. nach Erbach (Odenw.) mit Geltungsdauer zur Hinfahrt
von Samstag, 30. Juni. 12 Uhr, und Sonntag, 1. Juli. zur
Rück=
fahrt vom 30. Juni bis Montag, 2. Juli, 12 Uhr (ſpäteſter
An=
tritt der Rückfahrt).
— Geburtstag eines Pioniers und alten Kämpfers. Unſer
Volksgenoſſe, Herr Heinrich Kiſſinger, Kittlerſtr. 36.
Rech=
nungsrat beim Evangeliſchen Landeskirchenamt, begeht heute
ſeinen 50. Geburtstag. Er ſtammt aus dem benachbarten
Gries=
heim. In treuer Pflichterfüllung dient er in ſeinem Amt und
als Tatenmenſch mit einem ausgeprägten ſozialen und
kamerad=
ſchaftlichem Geiſte beſeelt, diente er als Pionier von ſeiner
Re=
krutenzeit an bis zuletzt in führender Stellung dem Vaterlande
bis zum Ende des Weltkrieges. Das Eiſerne Kreuz 1. Kl. ſchmückt
ſeine Bruſt. Der Gründung der hieſigen SA.=Pionierſtürmen 51,
52 und 53/115 leiſtete er gute Dienſte. Von der Brigade 50 iſt er
mit der Führung des Pionierſturmes 51/115 beauftragt. Daß die
Brigade einen guten Griff gemacht hat, könnten alte SA.=Kämpfer
beſtätigen. Die Sturmangehörigen haben ihm eine beſondere
Ehrung zugedacht, doch auch an dieſer Stelle wollen ſie bezeugen,
was ſie an ihrem Sturmführer haben, indem ſie ihm die „
herz=
lichſten Glückwünſche” ſchwarz auf weiß ausſprechen! Nun
SA.=Pioniere an die Arbeit — an die Front! — zur Erhaltung
unſeres geliebten Vaterlandes, des Dritten Deutſchen Reiches, der
Gründung unſeres edlen oberſten Führers!
M.
Aus der NSDAP.
Der Referent der alten Garde,
Pg. Gimbel, iſt beauftragt, ſofort in allen Kreiſen des
Gaues Zuſammenkünfte der alten Parteigenoſſen durchzuführen.
1. Alte Parteigenoſſen ſind diejenigen, welche die
Mitglieds=
nunmehr von 1—300 000 haben.
Jeder alte Parteigenoſſe hat zu erſcheinen.
3. Jeder Parteigenoſſe hat ſeinen Mitgliedsausweis
mitzu=
bringen oder eine Beſcheinigung des Ortsgruppenleiters,
daß er altes Mitglied iſt.
4. Referent der Tagung iſt Pg. Gimbel,
Reichstagsabge=
ordneter, und deſſen Stellvertreter, Walter Schilling.
Die Verſammlungen werden durchgeführt für den Kreis:
Dieburg am 22. Brachet. 8 Uhr abends.
Erbach am 23. Brachet, 8 Uhr abends, Zuſammenkunft findet in
Beerfelden. Café Sattler, ſtatt.
Heppenheim am 24. Brachet, vorm. 10 Uhr.
Bensheim am 24. Brachet, 2 Uhr mittags, Bahnhofshotel.
Worms am 24. Brachet, 8 Uhr abends.
Alzey am 25. Brachet, 8 Uhr abends.
Oppenheim am 26. Juni d. J. 8 Uhr abends.
Mainz am 27. Juni d. J.. 8 Uhr abends.
Bingen am 28. Juni d. J.. 8 Uhr abends.
St. Goarshauſen am 29. Juni d. J., 8 Uhr abends.
Unterlahn am 30. Juni d. J., 8 Uhr abends, Freiendiez.
Gaſt=
haus Schmidt.
Betr.: Sonnwendfeier.
Am 23. Juni findet auf Wunſch des Reichsſtatthalters und
Gauleiters Pg. Sprenger zur Sonnwendfeier in Auerbach a. d. B.
eine Feſtvorſtellung von „Alle gegen einen, einer für alle” ſtatt.
Die Vorſtellung beginnt um 9.30 Uhr abends und anſchließend
wird auf der Feſtſpielwieſe das Sonnwendfeuer abgebrannt werden.
Die Vorſtellung beginnt um 10 Uhr abends und anſchließend
mäßigten Einheitspreis von 1 RM. für Vorausbeſteller
gegeben werden. Hin= und Rückfahrt in Heag=Omnibuſſen zum
ebenfalls beſonders ermäßigten Preiſe von 1 RM. insgeſamt ab
Darmſtadt.
Parteigenoſſen, die das überwältigende Ereignis dieſer
Nacht=
vorſtellung bei Fackel= und Scheinwerferbeleuchtung erleben
wol=
len, melden ſich bis Donnerstag, 21. Juni. auf der Kreisleitung,
Abteilung Propaganda, Telephon 4644.
Ortsgruppe Gutenberg.
Am Freitag, dem 22. Juni 1934, abends 8,15 Uhr, findet im
Martinsglöckchen” eine Sitzung ſämtlicher politiſcher Leiter ſtatt.
Erſcheinen unbedingte Pflicht.
Ortsgruppe Gervinus.
Am Freitag, dem 22. Juni, findet im Lokal Lautenſchläger
(Tante) eine Sitzung für ſämtliche politiſchen Leiter der
Orts=
gruppe ſtatt. Beginn 8.30 Uhr. Erſcheinen im Dienſtanzug Pflicht!
Am Samstag, dem 23. Juni, findet die diesjährige
Sonn=
wendfeier ſtatt. Die politiſchen Leiter der Ortsgruppe treten um
8.30 Uhr auf dem Kapellplatz an. Dienſtanzug!
NS. Volkswohlfahrt der Ortsgruppe Rheintor.
Am Freitag, 22. Juni, 20.15 Uhr, findet im großen Saal des
Motorhauſes (frühere Vereinigte Geſellſchaft), Rheinſtr. 36, eine
Mitgliederverſammlung ſtatt. Folgende Gebiete
wer=
den durch Vortrag und Film vorgeführt:
Weſen und Aufgaben der NS. Volkswohlfahrt, insbeſondere
bisheriges Wirken der Ortsgruppe. — Verkehrserziehung.
Reichsſchwimmwoche
Die Mitglieder der NSV. mit ihren Familien werden
hier=
zu eingeladen. Gäſte können eingeführt werden. Eintritt frei!
Amt für Volkswohlfahrt. Ortsgruppe Gutenberg.
Am kommenden Freitag, 20.15 Uhr, findet in dem Wiener=
Kronenbräukeller, Dieburger Straße, eine
Mitgliederverſamm=
lung ſtatt, zu der alle irgendwie abkömmlichen Mitglieder zu
erſcheinen haben. Gäſte können mitgebracht werden.
Im Rahmen der Reichs=Schwimmwoche wird in der
Ver=
ſammlung Pg. Dr. med. Lewandowſki einen Vortrag halten über:
„Der Schwimmſport und ſeine Bedeutung für das Volk.”
Schutzſtaffeln der NSDAP. SS.=Nachrichtenſturm 2/N. 29,
Trupp 3 (Darmſtadt).
In obengenannter Formation können zurzeit
Neueinſtellun=
gen erfolgen. Volksgenoſſen. Pg. und HJ., die ſich um
Einſtel=
lung bewerben wollen, haben entſprechenden ſchriftlichen
Antrag zu ſtellen an obige Formation, Wilhelmſtraße 6. 2. St.
Den Anträgen iſt genaue Wohnungsangabe beizufügen.
NS.=Lehrerbund. Kreis Darmſtadt=Stadt.
Pflichtgruppe Volksſchule.
Arbeitsſitzung: Freitag, den 22. Juni 1934. 20 Uhr,
im Feſtſaale der Leſſingſchule, Damaſchkeplatz (Waldkolonie).
Es ſpricht Pg. Prof. Lacroix=Heidelberg über „Philipp Hördt
und ſein Werk”.
NS. Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Die Stützpunktleiter der einzelnen Stützpunkte werden
gebe=
ten, heute nachmittag, zwiſchen 5 und 6 Uhr, die Karten für die
Kameraden, die an der Schwerkriegsbeſchädigtenfahrt teilnehmen,
abzuholen. Sollte ein Stützpunktleiter die Karten nicht abholen, ſo
wird derſelbe zur Verantwortung herangezogen werden.
*
Der vorläufige Ausweis des Blockleiters Pg. Fritz Emig in
Roßdorf iſt abhanden gekommen. Der Ausweis iſt bei Auffinden
ſofort an das Kreis=Perſonalamt Darmſtadt, Rheinſtraße 48,
ab=
zuliefern. Vor Mißbrauch wird gewarnt!
gilt die Bolksgeſundheit!
Es darf in Deutſchland keinen Jungen, kein Mädchen
geben, die noch nicht ſchwimmen können. Es gilt, die
Geſundheit des deutſchen Volkes zu ſtählen. Den Weg
weiſt die Aufklärungsſchrift der Reichsſchwimmwoche
„Schwimme richtig!”
Ein Farbenbeindel
madt die Welt
Dird als Edelmaterlal
durch verlötete
Metall-
hülse vor allen dußeren
Eintlüssen geschützt
Zuersf ist man etwas erstaunt, dann schüttelt man den Kopf: Ja, er ist wirklich
farbenblind! Also hat der rotblinde Orthofilm jahrzehntelang die ganze Welt
verkehrt geschildert — und wir haben uns damit abfinden müssen. letzt aber
gibt’s den „Panatomic‟-Film, das panchromatische Edelmaterial der Kodak AG.
„Panatomic” gibt alle Farben tonwertrichtig wieder, auch das wichtige Rot —
deshalb liefert er Bilder, die lebensecht, natürlich und fast greifbar plastisch
wirken. „Panatomic” ist allem gewachsen: jedem Licht, jedem Motiv und
jedem Vergrößerungsmaßstab, er ist der Universalfilm für alle Zwecke! Bald
Fwird der Orthofilm der Geschichte angehören, denn „Panatomic” zeigt uns 4
TolttIe
töglich neu, daß Knipsen und Knipsen zweierlei ist!
für jedes Wetter, jedes Licht, jede Stimmung
—Pangtomis” ist ein Erzeuganls der Kodak A6.
KODAK AG., BERLIN SWS FABRIKEN IN STUTTGART UND KOPENICK
Die Sühne für ſchwere Verfehlungen.
Auls dei Gerichtsfünt.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelte am
Mitt=
woch als erſtes gegen einen ungetreuen Poſtbeamten,
Verwalter einer Poſtagentur im Odenwald, der zuſammen mit
ſeiner Tochter, die ihm als Gehilfin zugeteilt und verpflichtet
zu, es ſeien Wechſel — wofür weiß man nicht — fällig geweſen,
der größte Teil aber ſei ihm bei einem Diebſtahl abhanden gekommen.
Die Tochter gibt zu, daß ſie gewußt habe daß Geld fehlte, ſie
wiſſe aber von den Unredlichkeiten des Vaters nichts. Wenn ſie
falſche Buchungen gemacht habe, dann habe ſie das ſtets auf Ge=
heiß des Vaters getan. Der Staatsanwalt beantragte angeſichts
des unglaublichen Vertrauensbruchs für den Vater ein Jahr und
neun Monate Zuchthaus, Aberkennung der bürgerlichen
Ehren=
rechte auf drei Jahre und eine Geldſtrafe von 1000 Mark, und
für die Tochter unter Zubilligung mildernder Umſtände eine
Ge=
fängnisſtrafe von 10 Monaten. Das Urteil wird am 27.
Juni verkündet werden.
Ebenfalls wegen Unterſchlagung und wegen Vergehens gegen
das Genoſſenſchaftsgeſetz wurde dann gegen den 38jährigen G. W.
und gegen den 65jährigen H. L., beide aus Hainſtadt,
ver=
handelt. G. W. hat Gelder in Höhe von etwa 1300 Mark unter=
ſchlagen. W. war auch Direktor einer Bank und hat ſeinen
Kre=
dit auf der Bank um das Dreifache überzogen. L. war Rechner
bei der Bank und hat dem Angeklagten W., ohne je den Vorſtand
oder Aufſichtsrat darüber zu befragen, ohne weiteres den
über=
mäßigen Kredit bewilligt. W. ſchwingt in der Verhandlung große
Reden, er habe ſeiner Lebtag nur an die Aermſten der Armen
gedacht, deshalb habe er das Geld, einkaſſierte Mitgliedsbeiträge
uſw., auf ſein Konto bei der Bank überweiſen laſſen, das eben
leider die Schwindſucht bekam und heute nicht mehr vorhanden
iſt. Allein die Zinſen betrugen im Laufe der Jahre an die 9000
Mark. Das Gericht erkannte gegen G. W. auf eine
Geſamt=
ſtrafe von einem Jahr Gefängnis und eine
Geld=
ſtrafe von 500 Mark und gegen L. auf eine
Geld=
ſtrafe von 100 Mark.
Aus Heubach im Odenwald war der letzte Angeklagte
ge=
bürtig, der 63jährige Auguſt Träger, der eine Strafliſte von
nicht weniger als 37 Nummern aufzuweiſen hat. Lücken zeigt
dieſe Liſte nur zu den Zeiten, da der Angeklagte im Kittchen
ſaß. In den anderen Jahren kam es vor, daß er drei=, auch
fünf=
mal beſtraft werden mußte, hauptſächlich wegen
Eigentumsdelik=
ten. Diesmal hat er ſeinen Arbeitgebern ihr Fahrrad entliehen
und war auf Nimmerwiederſehen verſchwunden damit. Das
Ge=
richt hält den Angeklagten, der ein alter Gewohnheitsverbrecher
ſei, nicht mehr für beſſerungsfähig und erkennt deswegen nur
auf eine Gefängnisſtrafe von einem Jahr wegen
Rückfallbetrugs in zwei Fällen, ordnet aber zu gleicher Zeit die
Sicherungsverwahrung an. Der Angeklagte der
gei=
ſtig nicht hervorragend zu ſein ſcheint, iſt glückſelig, daß ihm die
Unterſuchungshaft mit zwei Monaten voll angerechnet wird, und
nimmt das Urteil gleich an.
Das Bezirksſchöffengericht ſollte als erſtes gegen
drei Angeklagte aus dem Odenwald wegen Betrugs verhandeln.
Sie hatten die alten Eltern um das Einſitzrecht im Hof des einen
betrogen. Der Vater, der als Zeuge geladen war, war nicht
er=
ſchienen, ſondern hatte ſeinen Bruder mit einer vom
Bürger=
meiſter des Ortes ausgefertigten Vollmacht vors Gericht geſchickt,
daß er für ihn zeugen ſolle. Der Verteidiger beantragte, durch
den Bürgermeiſter feſtſtellen zu laſſen, ob der Vater wirklich nicht
in der Lage ſei, herzukommen, aber das Gericht hat genug von
beſagtem Bürgermeiſter, der noch nicht mal weiß, daß ein Zeuge
perſönlich bei Gericht zu erſcheinen hat, und ſetzt die
Verhand=
lung ab.
Es wird danach der ſchon des öfteren vorbeſtrafte Peter L.
von hier wegen Unterſchlagung und ſchwerer
Urkun=
denfälſchung zu fünf Wochen Gefängnis und ein
35jähriger Mann wegen Begünſtigung zu einer
Geld=
ſtrafe von 25 Mark verurteilt. L. hatte eine Sammelliſte
der Techniſchen Nothilfe gefälſcht und vier Mark unterſchlagen,
und ſein Helfer hatte, um ihn zu ſchützen, die gefälſchte Liſte
ver=
brannt und eine neue angefertigt.
Aw. Die Große Strafkammer verhandelt am
Don=
nerstag gegen den 22jährigen Joſeph H. von hier,
gegen den 33jährigen, aus dem Dortmunder Kreis
gebür=
tigen Joſeph Schenza und gegen den 32jährigen. aus
Mann=
heim gebürtigen Richard Geisler, wegen des Einbruchs=
diebſtahls bei der Firma Heſſenkauf in Darmſtadt zwiſchen den
Jahren 1933/34. Alle drei Angeklagten ſind ganz erheblich
vorbe=
ſtraft. Schenza hatte bei den Eltern des H. kurz vor
Weihnach=
ten 1933 gewohnt und damals haben ſie wohl den Einbruch
be=
redet. Sie hatten auch einen Einbruch geplant in einer hieſigen
Lebensmittelgroßhandlung, und waren auch am Abend des 28.
Dezember hingegangen. Schenza hatte auch ſchon eine
Fenſter=
ſcheibe eingeworfen. Sie ließen aber die Sache wieder, weil ſie
den Wachhund, der im Lager war, fürchteten. H. habe auch von
vornherein nicht recht gewollt, ſo behauptet Schenza, er habe ſich
bei der Heſſenkauf mehr verſprochen. Am gleichen Abend
wander=
ten ſie dann dorthin und ſtiegen über Nachbargrundſtücke, durch
ein Dachfenſter in das Büro ein. Sie erbrachen den
Kaſſen=
ſchrank und erbeuteten insgeſamt etwa 500 Mk. Im Januar ſtieg
H allein in der Lebensmittelgroßhandlung ein und erbeutete 220
Mark, eine ſilberne Uhr und Lebensmittel. H. gibt auch zu, daß
er im Jahre 1931 ſchon einmal auf dem gleichen Wege bei der
Heſſenkauf eingeſtiegen war. Damals hatte er ein Fahrrad und
ebenfalls Lebensmittel erbeutet. Schenza gibt ebenfalls alles zu,
er geſteht auch einen Einbruch in der Nähe von Butzbach, den er
mit anderen — die man bis jetzt noch nicht packen konnte —
aus=
führte. Der dritte Angeklagte wurde aus Heidelberg vorgeführt,
wo er augenblicklich wegen anderer Sachen in Unterſuchungshaft
ſitzt. Er beteuert, daß er mit der Sache nichts zu tun habe.
H. hatte früher angegeben, als ihm ein Bild des
Angeklag=
ten Geisler gezeigt wurde, das ſei der dritte Mann geweſen.
Heute indeſſen beſtreitet er, daß das Geisler geweſen ſei. Auch
Schenza will Geisler nicht kennen. G. iſt ſeine Mittäterſchaft nicht
einwandfrei nachzuweiſen, und er wird mangels
Bewei=
es freigeſprochen. H. wird nach eingehender
Verhand=
lung zu einer Geſamtſtrafe von drei Jahren
Zucht=
haus und zu fünf Jahren Ehrverluſt verurteilt, Schenza,
da er im Rückfall handelte, zu fünf Jahren Zuchthaus
und 10 Jahren Ehrverluſt. Die Unterſuchungshaft wird
ihnen, da ſie geſtändig ſind, voll angerechnet. Die Sicherung
ord=
net das Gericht nicht an, da die formellen Bedingungen bei
bei=
den hierzu nicht erfüllt ſind. Beide nehmen das Urteil an, das
ſomit rechtskräftig wird.
Es wird darnach gegen vier Offenbacher verhandelt.
Die beiden erſten, der 34jährige Franz Link, der als SA.=
Mann immer dienſtlich im Offenbacher Wohlfahrtsamt zu tun
hatte, ſtahl zuſammen mit dem 29jährigen Peter
Knie=
del 560 Kohlengutſcheine und einen Stempel des
Wohlfahrts=
amtes. Sie ſtempelten die Scheine dann ab und verkauften ſie zu
80 Pfg. das Stück an zwei Offenbacher Kohlenhändler, den 27 Friedrich Keller und den 24jährigen
Karl Linnartz. Link und Kniedel ſind beide recht erheblich
vorbeſtraft, und angeſichts der ungeheuerlichen Frechheit, mit der
ſie vorgingen, erhalten ſie wegen Diebſtahls im
Rück=
fall und wegen Fälſchung von öffentlichen
Ur=
kunden, je zwei Jahre Zuchthaus. Die bürgerlichen
Ehrenrechte werden ihnen gleichzeitig auf fünf Jahre aberkannt.
Keller erhält wegen Hehlerei ein Jahr und ſechs
Monate Gefängnis. Linnartz wegen desſelben
Delikts ein Jahr Gefängnis. Das Gericht ſieht ſich
nicht in der Lage, irgend welche mildernden Umſtände zu finden,
und erläßt außerdem, in Anbetracht der Höhe der Strafe,
Haft=
befehl. Das Urteil wird ebenfalls in vollem Umfang
rechts=
kräftig.
Das Schwurgericht verhandelt am gleichen Tag gegen
ein junges Mädel aus dem Odenwald wegen
Mein=
eids. Das Mädel war von jungen Burſchen aus dem Ort in
ganz ungeheuerlicher Weiſe öffentlich bloßgeſtellt worden und
hatte in der Verhandlung gegen ſie wegen öffentlicher
Belei=
digung die Unwahrheit geſagt. Das Gericht iſt der Auffaſſung
daß das Mädel unüberlegt handelte, und verurteilt es lediglich
wegen fahrläſſigen Falſcheides zu ſechs Monaten
Gefängnis, und billigt ihm außerdem eine fünfjährige
Bewährungsfriſt zu.
Die Vorgänge im Landesverband der Polizeibeamten Heſſens
von dem Reichsgericht.
IPD. Wie der Reichsgerichtsdienſt des DNB berichtet, folgte
das Reichsgericht der Berufung der Staatsanwaltſchaft im Prozeß
gegen die vier Vorſtandsmitglieder des ehem. Landesverbandes
der Polizeibeamten Heſſens teilweiſe, indem es nur die
Freiſpre=
chung von der Anklage der Untreue rechtskräftig beſtätigte. Bei
der Urkundenunterdrückung dagegen lagen nach Auffaſſung des
Reichsgerichts die Vorausſetzungen für eine Amneſtierung nicht
vor. Die Sache wurde daher inſoweit zu nochmaliger
Verhand=
lung an die Vorinſtanz zurückverwieſen.
Der Polizeibericht.
Warnung. In letzter Zeit machen ſich die ſogenannten ſpaniſchen
Schatzſchwindler wieder bemerkbar. Einer großen Anzahl
Per=
ſonen ſind die bekannten Schwindelbriefe aus Barcelona
zugegan=
gen. Der Trick, mit dem operiert wird, iſt ſtets der gleiche. Dem
Adreſſaten wird vorgeſpiegelt, der Abſender ſei wegen Bankerotts
in Spanien in Haft. Er habe jedoch einen großen Geldbetrag
bei=
ſeite geſchafft, der ſich in einem auf einem deutſchen bzw.
franzö=
ſiſchen Bahnhof lagernden Koffer befinde. Zu deſſen Erlangung
ſoll der Adreſſat gegen eine hohe Belohnung behilflich ſein. Es
wird ihm vorgeſchlagen, nach Spanien zu kommen und die
gericht=
lich beſchlagnahmten Effekten des Verhafteten durch Zahlung von
etwa 6000 RM. Gerichtskoſten und Geldſtrafe auszulöſen. In
einem der beſchlagnahmten Koffer befinde ſich der Gepäckſchein,
mit dem der bahnlagernde Koffer erhoben werden könne. Als
Be=
weis für die Richtigkeit der Angaben wurden den Perſonen, die
telegraphiſch ihr Einverſtändnis erklärt hatten,
Urteilsausferti=
gungen uſw. überſandt, die gefälſcht ſind. — Es handelt ſich
mei=
ſtens um Vervielfältigungen handſchriftlich geſchriebener Briefe,
die beſonders gewerbetreibenden Perſonen überſandt werden. Die
Bevölkerung wird hierdurch dringend gewarnt, ſich auf
ſolche Schwindelbriefe einzulaſſen.
Wer iſt die Verliererin des Portemonnaies mit Geld? Am
10. Juni 1934, etwa um 17 Uhr, fand ein Junge auf dem Feſtplatz
unmittelbar vor der Kaſſe am Oſteingang in den Anlagen ein
gut gefülltes Portmonnaie. Der Junge hat das Portemonnaie
ſo=
fort einem Kaſſierer abgegeben. Der betreffende Kaſſierer will
das ſo in ſeine Hand gekommene Portemonnaie an die Verliererin
zurückgegeben haben, ohne ſich aber von ihr die Perſonalien zu
fordern. Die Verliererin des Portemonnaies wird erſucht, auch
wenn ſie ihr Geld wieder erhalten hat, dies alsbald bei der
näch=
ſten Polizeiſtelle zur Sprache zu bringen.
Sommerſonnenwende in Auerbach.
Wieder unſittliche Beläſtigungen von Frauen. Am Freitag,
15. Juni, nachmittags, trat einer Frau aus Darmſtadt im Walde
auf dem Wege nach Traiſa plötzlich ein unbekannter Mann
ent=
gegen, der vollſtändig entkleidet war. — Beſchreibung: Etwa 25
Jahre alt, etwa 1 65 Mtr. groß, ſchwarzes, langes, lockiges Haar, glatt
raſiert, im Geſicht ſehr braun gebrannt. Auf einem Fahrrad, das
nicht näher beſchrieben werden kann, hatte er ein grünes
Polo=
hemd hängen.
Am gleichen Tage gegen 9,30 Uhr, wurde eine 64jährige Frau,
die mit ihren Enkelkindern im Sensfelder Weg ſpazieren ging,
von einem unbekannten Manne unſittlich beläſtigt. Die Frau
ſetzte ſich aber zur Wehr, worauf der Täter die Flucht ergriff. —
Beſchreibung: Etwa 25 Jahre alt, ungefähr 1,65 Meter groß,
friſche Geſichtsfarbe, trug helle Hoſe, etwas dunkleren Rock und
Kragen mit Selbſtbinder. In ſeiner rechten Rocktaſche hatte er ein
Paketchen ſtecken.
Wer hat in beiden Fällen Wahrnehmungen gemacht?
Sach=
dienliche Mitteilungen werden auf Zimmer 2 der
Polizeidirek=
tion, Hügelſtr. 31—33, entgegengenommen.
Eine ungetreue Arbeitskollegin. Am Freitag, 15 6 34. wurde
einem hieſigen Laufmädchen von ihrer Arbeitskollegin auf der
gleichen Arbeitsſtelle ein goldener Ring geſtohlen. Die Täterin
wurde ermittelt. Der Ring wurde der Eigentümerin
zurückge=
geben.
Verkehrsunfall. Am 19. 6. 34, gegen 18 Uhr, wurde an der
Kreuzung Heinheimer= und Gutenbergſtraße ein Radfahrer vom
dem aus der Gutenbergſtraße kommenden und in die
Heinheimer=
ſtraße einbiegenden P. K.W., Kennzeichen VS 14277 erfaßt. Das
Fahrrad wurde hierbei demoliert. Verletzungen ſind nicht
entſtan=
den. Der Führer des P. K.W. ſuchte mit ſeinem Wagen bis zum
Eintreffen des Notrufkommandos das Weite.
Auf die unter Pechfackelbeleuchtung ſtattfindende
Freilicht=
aufführung „Alle gegen Einen — Einer für Alle” als Auftakt
zur Sonnenwendfeier in Auerbach wird nochmals hingewieſen.
Die Aufführung beginnt um 22 Uhr. Karten in beſchränkter
Anzahl ſind noch durch das Bürgermeiſteramt Auerbach, Telephon:
Amt Bensheim. Nr. 311, zu erhalten.
Ich bin ja ſo unmuſikaliſch!
Brief von Lucie Engliſch an ihren Kapellmeiſter!
Lieber Meiſter Rüth! Sie meinen eswirklich herzlich gut mit mir,
aber Sie haben mir da neulich ein Kompliment gemacht, das
nicht zutrifft. Sie meinen, daß alle Mädels von der Donau mit
einem Walzer auf den Lippen geboren werden, und können ſich
gar nicht vorſtellen, daß es auch in der ſchönen Donauſtadt
Mäderln gibt, die zwar einen Walzer tanzen, aber keinen ſingen
lönnen. Zu eben dieſen gehöre ich. Mit dem Singen iſt es nichts.
Ich bin Schauſpielerin und eine Schauſpielerin ſoll ſprechen, aber
nicht ſingen. Wenn ſie es kann, iſt es ſehr ſchön, doch meiſtens iſt
es beſſer, wenn ſie ihre Stimme für den Hausgebrauch aufhebt.
Bei mir reicht es nicht einmal dazu. Wenn ich meinen kleinen
Bub, auf den ich ſehr ſtolz bin, in den Schlaf ſingen will, fängt er
fürchterlich an zu ſchreien, wahrſcheinlich als Proteſt gegen meinen
Geſang, na, und Kindesſtimme iſt bekanntlich Gottesſtimme, da
kann man halt nix machen, lieber Meiſter. Da muß ich immer
an meine Klavierſtunden denken. Meine Lehrerin hat ſich ſchreckliche
Mühe gegeben, aber es reichte nicht einmal zu einem
Geburts=
tagsſtändchen für meinen Papa. Dafür hat ihm aber das Gedicht,
das ich aufſagte, um ſo beſſer gefallen. Später habe ich es ja auch
mit dem Singen verſucht, im Chor, da bin ich ſtets unangenehm
aufgefallen, bis man mich hinauswarf. Und nun will ich ihnen
noch etwas verraten. Ganz heimlich habe ich mich in
Neubabels=
berg auf ihrem Saxophon verſucht. Jeſſes Maria, iſt das ſchwer!
Bei mir hats geklungen, als ob man einer Katze auf den Schwanz
tritt. Wenn ich doch nur halb ſo ſchön blaſen könnte, wie Sie!
Dann würde mich die Muſik weit mehr intereſſieren. Ich bin nun
einmal ſo unmuſikaliſch! Aber gefreut habe ich mich, daß Sie die
muſikaliſche Leitung meines neuen Films „Meine Frau, die
Schützenkönigin” übertragen erhielten. Und ich hoffe auch,
daß Sie noch recht oft zu meinen Filmen die Muſik machen. In
dieſem Sinne grüßt Sie in alter Kameradſchaft! Ihre Kollegin
Lucie Engliſch.
Oeffentliche Impfung. Ein unentgeltlicher Impftermin findet
in dieſer Woche letztmals Freitag, von 15 bis 16 Uhr, in der
Rundeturmſchule, ſtatt. Alle bis dahin nicht geimpften Kinder
ſind bis zum Jahresſchluß auf Koſten der Eltern impfen zu laſſen.
— Was wird aus Darmſtadt? Der Verkehrs= und
Verſchöne=
rungsverein Darmſtadt und Umgebung e. V., deſſen Führung in
der Hand des kommiſſariſchen Oberbürgermeiſters
Wam=
boldt liegt, wird am Freitag, den 6. Juli 1934, abends
20,30 Uhr. im Städtiſchen Saalbau eine große öffentliche
Kundgebung veranſtalten. In dieſer wird ſich der Führer des
Ver=
kehrs= und Verſchönerungsvereins Darmſtadt mit den die
Oeffent=
lichkeit am meiſten intereſſierenden Fragen eingehend beſchäftigen.
Der Eintritt zu dieſer Veranſtaltung iſt frei. Es iſt die
Pflicht jedes Darmſtädter Bürgers, dieſe Kundgebung zu
be=
ſuchen, zumal gerade alle Darmſtädter mehr denn je Grund haben,
im Intereſſe ihrer Heimatſtadt tätig zu ſein.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: „Meine Frau, die Schützen=
Königin”,
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 21. Juni. Ausflug. Der evangeliſche)
Mütterverein hatte für geſtern nachmittag zu einem Ausflug ein=u
geladen. Rund 80 Frauen hatten ſich am „Löwen” eingefunden
wo zwei Heag=Omnibuſſe bereitſtanden. Die Wagen brachten dien
Teilnehmer nach Eberſtadt, dann die Bergſtraße entlang üben
Bensheim nach dem ſchönen Lindenfels. Nach kurzer Kaffeepauſeu
bot Frau Hoffmann vom dortigen Erholungsheim den Frauenn
eine ſchlichte Feierſtunde. Anſchließend fand eine Beſichtigung des=
Luftkurortes und der Burg ſtatt, während die älteren Frauen demm
Kinderheim einen Beſuch abſtatteten. Die Rückfahrt ging durchd
das ſchöne Modautal, und um 9 Uhr abends trafen die Frauem
wohlbehalten und voller Zufriedenheit über das Geſchaute imm
Heimatorte ein. — Reichsſchwimmwoche. Im Rahmem
der Werbewoche für das Schwimmen finden allabendlich Veran=u
ſtaltungen am hieſigen Schwimmbad ſtatt, die ſich regen Zuſpruchs
erfreuen. Nach dem guten Verlauf des Sonntags fanden ſich amm
Montag abend Jungmädel, BDM. und die geſamte weiblichen get
Schuljugend von hier und Wixhauſen zuſammen. Auf eine An=u
ſprache des Pg. Hettinger, in der er die Bedeutung des
Schwimmens hervorhob, und einleitenden Worten durch Fräuleimm —. Reinheim,
Niemeyer folgte das Anſchwimmen. Dann boten die Mädels; Sunntag veranſte
mit Freiübungen, Reigen, Springen u. a. Darbieuungen ein abs0 Lwigung ehemalis
wechſlungsreiches Programm. Frau Elſe Fink, in deren Händenm . Reinheimer
die Leitung des Abends lag, gab den zahlreichen Nichtſchwimmes” Sjucert, d
rinnen Schwimmunterricht und brachte ihnen die Grundlagen dess 2 Morgen großen,
Schwimmſportes bei. Mit einem Waſſerballſpiel, des BDM.) ),zet einen Beſt
wurde der Abend beſchloſſen. Der Dienstag abend brachte alse ven mit ihren
Einleitung unter Leitung von Pol.=Leutnant Schuchmann Ret=ᛋ”om beſondere
tungsvorführungen der Polizei=Rettungsmannſchaft. Nach einemy on. Pünktlich m
Waſſerballſpiel Arheilgen gegen die Rettungsmannſchaft deru s yo Reinheim,
Polizei, das 1:0 für die hieſigen Schwimmer endete, folgte einn Angehörigen ar
Schifferſtechen der SA., das von den zahlreichen Zuſchauern recht) A. long, aber gen
beifällig aufgenommen wurde. Im weiteren Verlauf zeigten die 9 ½ dieſe gaſtliche
SA.=Kameraden ihr gutes Können im Waſſerſpringen. Nach zwei9 Pes neuen Deut
Staffeln über 10 mal 50 Meter und einem Waſſerballſpiel ſprach 0 u der Eingangsp
Sturmbannführer Dr. Wagner zu den Kameraden und zollte
prrge. Ein wund
den guten Leiſtungen Lob und Anerkennung. — Der Mittwoch / 8 Führer Kamer
abend war dem Jungvolk vorbehalten, das unter den Marſchklän= z vom Teichwärte
gen ſeines eigenen Spielmannszuges nach dem Schwimmbad zog, 1 / beſte bewirtet,
Dort zeigte die wackere Schar ihr erſtaugliches Können in
zahlreſ=
chen ſportlichen und ſchwimmeriſchen Vorführungen und hinterließ / Mfruuen ein
einen vorzüglichen Eindruck. Gerade die Jugend beweiſt, daß mrd
Beig=
ſie von einem geſunden Geiſte beſeelt und mit dem Waſſer vr. Müa übernomme.
brachte alsbald
traut iſt
E. Wixhauſen, 21. Juni. 60jähriges Beſtehen des cier trugen ſinmt
Krieger= und Militärvereins. In dieſem Jahre kiamn 1 9. vom
Polizeid=
der hieſige Krieger= und Militärverein auf ſein 60jähriges Be= 1 die Lachmustel
ſtehen zurückblicken. Der Verein hat in den langen Jahren ſeines / .dr, die die „Gr.
Beſtehens ſtets den Geiſt der Wehrhaftigkeit gepflegt. Alle Krie= ung von Fr..
ger= und Militärvereine des Reiches ſind dem Führer zu großem / Erre Angelegenge
Danke verpflichtet für das hohe Lied der Anerkennung, das er in Erledigung ge
ſeinem Buche dem echten deutſchen Soldatentum gewidmet hat. Iſt 1 9—Im ſchönſten
doch noch in guter Erinnerung, wie unter den marxiſtiſchen Regie= / 144 und aufs fre
rungen die Soldatentugenden beſudelt und verächtlich gemacht mDr. Goebel
wurden und das Kriegervereinsweſen eine erhebliche Kriſis durch= hln, ebenſo der
machte. Der hieſige Verein iſt wie alle anderen eingegliedert in mies Oberfeldm
die Reihen der nationalſozialiſtiſchen Bewegung. Als geachtetes eis der „Ehemal
Glied im neuen Reiche begeht der Verein ſein 60jähriges Beſtehen / iſtr Dr. Goeb
durch ein Jubiläumsfeſt. Mit der Feſtlichkeit iſt die Weihe der 1=ürer Ausdruck,
Kyffhäuſer=Bundesfahne verbunden. Das Feſt findet am 30. Juni, Endziel und R
1. und 2. Juli ſtatt. Auf der Gärtners=Wieſe, die ſich zwiſchen wirt die frohen
zwei Bächen mit ſchattenſpendenden Bachbäumen befindet, wird / der durch dieſen
der Feſtplatz errichtet. Zahlreiche Kriegervereine der Umgebung / insit hängen, d.
haben ihre Beteiligung zugeſagt. Das Feſt will der Verein zu msſiſchem, amer
einem Feſt der Kameradſchaft und der Volksgemeinſchaft geſtalten, edter und ungen
Eb. Eberſtadt, 21. Juni. Verkehrsunfall. Geſtern abend / Isverhältniſſen
wurde in der Pfungſtädter Straße ein Radfahrer von einem Mo= itzen und lieben
torradfahrer angefahren und am Bein ſo ſchwer verletzt, daß er — Reinheim, 1
nach erſter ärztlicher Hilfe mit dem Krankenauto in ein Dar s=Kreisturnfeſt r
ſtädter Krankenhaus übergeführt werden mußte. — Straßen= 7 Dem großen Er
ſperre. Die Paliſadenſtraße iſt vom Friedhof bis zum Malcher / zarkbeiten des F
Weg wegen Herſtellungsarbeiten bis auf weiteres für jeglichen / an der Lengfelt
Fahrverkehr geſperrt.
* Feſt zu geben, w
k. Dieburg, 19. Juni. Nationalſozialiſtiſche Krfegs Phalten wurde,
opferverſorgung. Abteilungsleiter Weber eröffneie die „P gemeldet. G
im „Mainzer Hof” einberufene Verſammlung der Kriegsopfer vo W Saatkundgebur
hier und Umgebung mit herzlichen Begrüßungsworten und gee W) werden in
dachte der Helden des Weltkwieges und der Opfer der nationale / Nalls daranſetze
ſozialiſtiſchen Bewegung. Die Verſammelten erhoben ſich von be eiten, und dar
ihren Sitzen, die Kapelle Hiemenz ſpielte das Lied vom „Guten / Mes werden für
Kameraden”, Pg. Bezirksobmann Wagner= Frankfurt ſprach / . König i. Odr
dann von der neuen Regierung, in der die echten Frontkämpſer / 791. Poſaune
ſäßen, und die ſtets eintreten für die Rechte derer, die für ihr :4. Juni in
Vaterland alles hingegeben haben. Alle Fragen, die zum Kriege / Nefeſt. Aus
führten, wurden kritiſch beleuchtet, ebenſo die nach dem Kriege Nen, daß das
entſtandenen Probleme bis zur heutigen Saarfrage. An dem Aue, ber lirchenmuſikalt
bauwerk muß jeder an ſeinem Platze mithelfen. — In ſeinen wei Mx ſowie weite
teren Ausführungen ſprach der Redner über das leider noch be= ſen zugeſagt,
ſtehende Verſorgungsgeſetz. Das neue Geſetz, das hoffentlich bald / . Erbach, 2
in Kraft tritt, wird auch hierin Wandel ſchaffen. Auch ſollen die kſorgung.
Ortsgruppenleiter dafür ſorgen, daß unſere Kriegerwitwen vor Honntag abend
abfälligen Kritiken verſchont bleiben. Reicher Beifall lohnte den ſung eingelad
Redner. Kamerad Weber dankte dem Bezirksobmann für ſeine. Ih die Kamerad
treffenden Worte und teilte mit, daß mit der Einweihung des 9 hatte doch
Kriegerdenkmals die Weihe der Fahne vollzogen werden ſoll, Ein. Yer=Darmſte
dreifaches „Sieg Heil” auf Führer und Vaterland ſchloß die gut” N0 ſprach ei
beſuchte Verſammlung.
ieſend zu wi
Cp. Dieburg, 21. Juni. Hohes Alter. Heute Donnerstag Hſen Nund
konnte. Adam Schroth 2., ein altes Kriegervereinsmitglieh. , der Rezirksfül
auch ſogleich das
ſeinen 80. Geburtstag begehen.
ungen ſtellte der
Ey. Eppertshauſen, 21. Juni. Starker Ausflugspe;, iſediger ſeiner He
kehr nach dem Neckartal. Am vergangenen Sonntag unte”, Ematerial bewie=
Siner Miten Au
eneſſen.
Guein im 7
nahm der hieſige Schützenverein eine Neckartalfahrt. Die Fahr, / der Weltkrieg gefi
an der ſich ungefähr 100 Perſonen beteiligten, führte durch 9 yer Menſchen mit
liebliche Mümlingtal, nach Erbach, wo. das Schloß mit ſeihte Naterland zu ver
Sehenswürdigkeiten beſichtigt wurde. Am gleichen Tage brachle
ein Sonderzug von Nieder=Roden ungefähr 300 Perſonen eben” mie Hedner beſot
falls nach Hirſchhorn. Auch aus dem benachbarten Münſter hatten en genüber ein
Omnibuſſe eine Anzahl Gäſte nach der heſſiſchen Perle des Nedkate, zor . Das Ge
tals” gebracht, ſo daß die „Rodgauer Sandhaſen” an dieſem Sonn” derle ab zwiſchen
tag ſehr ſtark im Neckartal vertreten waren. — Am Dienstad teis” unterſchiede
abend fand die Wimpelweihe des Jungzuges Eppertshauſel. „Bſderei hört
vo=
ſtatt, zu welcher ſich das Jungvolk aus Münſter, Dieburg und — Zi. die Verwun
Ober=Roden eingefunden hatte. Jungbannführer Stroh ſprag , g. Die Dauer de
in zündenden Worten zu ſeinen jugendlichen Kameraden und 9.waltungsappa
weihte den ſchmucken Wimpel auf den ehrenvollen Namen „Schit
den der Jungzug Eppertshauſen von nun an führt. Auch Lus
gruppenleiter Pg. Blaſchek ſprach zu hieſigen Jugend. Mit einehl lem ol Lel tinte
Marſch durch die Ortsſtraßen fand die ſchlichte Feier ihren Abſchluh. Beweis daf”
Te. Groß=Umſtadt, 21. Juni. Dem hieſigen Schöffengerichl ſi. emit, die wä
lagen geſtern vier Sachen zu Verhandlung vor. Zunächſt ſtal
ein junger Mann von hier unter Anklage, nebenbei den Verkall
von Fahrrädern und Radio=Apparaten für eine Kölner Rirme, ſſ. Ltie Ne
vermittelt zu haben; er wurde jedoch freigeſprochen, da er nur
o=
einen beſtimmten kleinen Kreis Genehmigung hierzu hatte, aud
keinen Handel damit trieb, ſondern nur Beſtellungen in ſeie
Wohnung entgegengenommen und hierfür eine geringfügige Zei
gütung bekommen hat. — Ein Mann von Langſtadt hatte gegen einen
richterlichen Strafbefehl Einſpruch erhoben; er hatte zur 2044
zeit ſein Fuhrwerk nicht beleuchtet. In der heutigen Verhe!
lung behauptet er, es ſei am fraglichen Abend taghell geweſ
und man hätte ſein Fuhrwerk ſchon auf 200 Meter ſehen köniel.
Dies konnte ihn jedenfalls nicht ſtraffrei machen, er wurde in.”
Geldſtrafe von 8 RM. genommen. — Die Eheleute W. von 2ee
bach ſtanden wegen gemeinſamer Milchfälſchung unter Antad”
während bezüglich des Ehemannes Freiſpruch erfolgte, weil”."
der Milchwirtſchaft nichts zu tun habe, wurde deſſen Ehefrau.”
Grund des chemiſchen Unterſuchungsbefundes zu 30 RM. Oe”
ſtrafe und den Koſten des Verfahres verurteilt — Die zuletzt L
handelte Sache betraf eine gründliche Rauferei mit Ruheſtoro.
die ſich am Nachmittag des 2. Oſterfeiertages abſpielte. Bece
ner von ſtädtiſchen Gebäuden hatten anläßlich einer Konhie.
tionsfeier anſcheinend dem Alkohol etwas zugeſprochen, 10
reits beſtehende Unſtimmigkeiten kamen gegenſeitig zum Ausbi.
gbracht haben.
oen ins
Ungen rwitwen
E” ſprach der
Hilfs
Wer der eigentliche Urheber und Angreifer im Streite war, ko.
ſelbſt durch die mehrfachen Zeugenausſagen nicht einwandir”
geſtellt werden. Während der Verteidiger des Angeklagten
der Anſicht war, das Gericht möge entweder ſämtliche 5 Angei
ten verurteilen oder aber alle freiſprechen. lautet jedoch des
teil dahin, daß der Angeklagte H. wegen Ruheſtörung mit *
und die
Geldſtrafe belegt wurde, während die Angeklagten Bi=
3 Brüder Fl. freigeſprochen wurden.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
biätag, 22. Juni 1934
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Hilfe gegen die Trockenheit.
je Abneigung unſerer Landleute gegen künſtliche Beregnung
Pflanzungen — beſonders in Zeiten harter Trockenheit —
wohl heute nur noch ſelten begründet mit der Scheu, der
Aſſehung entgegen zu arbeiten, von deren Segen der Ausfall
Auß nte abhänge. Dann dürften wir auch im Winter nicht
uure Zimmer heizen, ſondern müßten die verordnete Kälte
nuſlos beſcheiden hinnehmen. Nein — meiſt wird gegenüber den
wſſelektriſch angetriebenen Motorpumpen arbeitenden Berieſe=
Luswerken der Koſtenpunkt der Anſchaffung hinderlich ſein. Da
muſe heute das genoſſenſchaftliche Zuſammenarbeiten die Mög=
1i ſchit ſchaffen, Abhilfe vor dem Verdorren alles Wachstums zu
ſü chn. Einſtweilen liegt aber noch eine andere Möglichkeit vor,
diſtwar gewiß nur in begrenztem Maße nutzbar gemacht werden
klap, aber in Gegenden mit Flußläufen und Seen ſehr wohl
aus=
füüſuar iſt: nämlich die vorhandenen Feuerſpritzen der
Gemein=
dit heranzuziehen. Der Gemeinſinn unſerer neuen Zeit ſollte
büudie tatſächlich vorhandenen Möglichkeiten ausnützen, ſo daß
—nenn auch nicht alles, ſo doch vieles für die Ernte gerettet
weten kann. Warum will man nicht einen Verſuch machen?
Mr. 4.
F. Reinheim, 20. Juni. Familien=Ausflug. Am
letz=
telnSonntag veranſtaltete die Ortsgruppe Reinheim der
Reichs=
veunigung ehemaliger Kriegsgefangenen einen Familienausflug
irü n Reinheimer Teich. Galt es doch, einesteils dem
Kamera=
de Stuckert, der den Poſten eines Teichwärters in dieſem
3u8Norgen großen, der Gemeinde Reinheim gehörenden Gelände,
beßklidet, einen Beſuch abzuſtatten und in zweiter Linie den
Ka=
mnuden mit ihren Angehörigen mit einem Fleckchen Heimaterde,
denr zanz beſondere Reize und Weitblicke verſpricht, vertraut zu
mnuen. Pünktlich mittags halb 2 Uhr waren ſämtliche
Kamera=
deu von Reinheim, Ueberau, Spachbrücken und Wembach mit
ihſn Angehörigen am Bahnhof verſammelt. Der Weg war wohl
nüch lang, aber genußreich. Schon von weitem bot das
Teich=
hanuf dieſe gaſtliche Stätte, ein herzliches Willkommen. Die
Fah=
neun des neuen Deutſchland waren hochgezogen; Girlandenſchmuck
übſet der Eingangspforte gaben dem alten Gebäude ein feſtliches
ßyige. Ein wunderbarer Ausblick bot ſich von hier aus. Vom
OößFührer Kamerad Becker aufs herzlichſte begrüßt und
als=
dan vom Teichwärter Kamerad Stuckert und deſſen Gemahlin
auufsbeſte bewirtet, kam bald unter den Kameraden und
Kame=
raup frauen ein reger und geſunder Gedankenaustauſch zuſtande.
Kuntad Berg, der den muſikaliſchen Teil auf der
Ziehhar=
mwnſt übernommen hatte und manch luſtige Weiſe erklingen
lieiß brachte alsbald die nötige Stimmung auf; deſſen Sohn und
Trſcher trugen ſinnvolle Gedichte vor. Ein humoriſtiſcher
Vor=
trrg vom Polizeidiener i. R. Schmidt zum Beſten gegeben,
ſetzt die Lachmuskeln bei alt und jung in Bewegung. Sämtliche
Käner, die die „große” Tour miterlebten, veranſtalteten unter
Leſitng von Frl. Stuckert Singſpiele und Wettlaufen. Nachdem
innene Angelegenheiten, z. B. Reichskriegertag in Kaſſel uſw.,
ihßeErledigung gefunden hatten und das gemeinſam geſungene
Lü/ch „Im ſchönſten Wieſengrunde” verklungen war, traf
uner=
wmrt und aufs freudigſte begrüßt, der Bürgermeiſter von
Rein=
hesy Dr. Goebel nebſt Gemahlin, Dr. med. Illert und
Ge=
wahin, ebenſo der Abteilungsleiter des Freiwilligen
Arbeits=
dinnes Oberfeldmeiſter Rammbacher ein, denen es im
KSee der „Ehemaligen” ſehr gut gefallen hat. Herr
Bürger=
muiſer Dr. Goebel, gab in ſchlichten Worten ſeiner Freude
dauber Ausdruck, daß die „Ehemaligen” den Reinheimer Teich
alb rdziel und Raſtſtätte auserwählten. Nur allzu raſch
ver=
giron die frohen Stunden. Die ehemaligen Kriegsgefangenen
heön durch dieſen Familienausflug bekundet, daß ſie an ihrer
Heirar hängen, die ſie in fremden Landen, hinter engliſchem,
froxnörſchem, amerikaniſchem oder ruſſiſchem Stacheldraht, unter
ſchäeter und ungenügender Verpflegung, unter ſchlechten
Unter=
kuunfsverhältniſſen und rohen, unmenſchlichen Mißhandlungen
ſchtitn und lieben lernten.
M. C.
Reinheim, 19. Juni. Kreisturnfeſt in Reinheim.
Dosk=eisturnfeſt rückt näher nur noch zwei Wochen trennen uns
vour ſan großen Ereignis. Dieſe Woche wird man mit den
Auf=
bancheiten des Feſtplatzes beginnen, welcher auch dieſesmal
wie=
de n der Lengfelderſtraße iſt. Den Meldungen nach ſcheint es
eine er zu geben, wie es noch nicht größer im ganzen Kreisgebiet
abözalten wurde. 800 Turner, Turnerinnen und Kampfrichter
hawe gemeldet. Gleichzeitig wird an dieſen Tagen noch eine
gref Saarkundgebung ſtattfinden, Turnbrüder aus Neunkirchen
(Sr) werden in Reinheim zu Gaſt ſein. Die Einwohnerſchaft
wiß alles daranſetzen, allen Beſuchern einen würdigen Empfang
zu hceiten, und das 1. Kreisturnfeſt wird eine machtvolle
Kund=
gelzug werden für deutſches Turnen und für Volk und Staat.
Pf. König i. Odw. (Stahlbad), 21. Juni. Der Verband evg.. Poſaunenchöre Starkenburgs begeht am 23.
um 2. Juni in unſerem Badeſtädtchen ſein diesjähriges
Ver=
bamtfeſt. Aus den zahlreichen Anmeldungen kann geſchloſſen
weidy, daß das Feſt, trotzdem es verlegt werden mußte, zu einer
grahn kirchenmuſikaliſchen Begebenheit werden wird. Herr Propſt
Miket ſowie weitere bekannte Perſönlichkeiten haben ihr
Er=
ſchs ſen zugeſagt.
11. Erbach, 21. Juni. Aus der NS.
Kriegsopfer=
veturgung. Die Ortsgruppe Erbach der NSKOV. hatte für
des Sonntag abend zu einer außerordentlichen
Mitgliederver=
ſaumlung eingeladen. Aeußerſt zahlreich waren die
Krieger=
elten, die Kameradenfrauen und Kameraden der Einladung
ge=
fo g hatte doch zu dieſer Verſammlung der Bezirksobmann
Wiger=Darmſtadt ſein Erſcheinen zugeſagt. Obmann Fink=
Erbh ſprach eingangs herzliche Begrüßungsworte, nahm
an=
ſchätzend zu wichtigen internen Fragen Stellung und gab die
nesuen Rundſchreiben bekannt. Beſonders freudig begrüßt
writte der Bezirksführer, der unterdeſſen eingetroffen war und
des uch ſogleich das Wort ergriff. „An den Anfang ſeiner
Aus=
fülungen ſtellte der Redner das Wort: „Wehe dem Volk, das die
Vaſnlidiger ſeiner Heimat vergißt”. An Hand von reichem
Tat=
ſarmmaterial bewies der Redner in äußerſt anſchaulicher Weiſe,
daydr Weltkrieg geführt wurde von einer kleinen Gruppe
weſens=
fromer Menſchen mit dem Ziele, unſer geliebtes deutſches Volk
um Laterland zu vernichten. Im zweiten Teil ſeines Vortrages
gin der Redner beſonders auf die Belange der Kriegsopfer dem
Ste gegenüber ein, die in dem neuen Verſorgungsgeſetz
ver=
amit ſind. Das Geſetz bringt in ſeinem Aufbau etwas Neues,
dagyn jetzt ab zwiſchen einer Kriegsdienſtrente und einer
Dienſt=
reaſklar unterſchieden wird. Die äußerſt verhängnisvolle
Pro=
zeiutchinderei hört von jetzt ab auf die Vergütungen werden neu
feſsgietzt, die Verwundung und Verſtümmelung allein iſt
maß=
gesd. Die Dauer der Kriegsdienſtzeit wird nicht berückſichtigt.
DerVerwaltungsapparat muß raſcher arbeiten. Großer Wert
wüceiner guten Zuſammenarbeit zwiſchen Haus= und Amtsarzt
bexyneſſen. An Unterſtützungen ſind im letzten Jahr an die
Krie=
gerſtern allein im Bezirk Darmſtadt 176 000 RM. gezahlt
wor=
der ein Beweis dafür, daß man im neuen Staat in erſter Linie
derz gedenkt, die während und nach dem Kriege die größten
Oäß gebracht haben. Sehr ſcharf ging der Redner mit
den=
jerſſen ins Gericht, die es immer wieder wagen, an den Bezügen
unſer Kriegerwitwen Kritik zu üben. Zum Schluß ſeiner
Aus=
fürhngen ſprach der Redner die Bitte aus, in echter
Kamerad=
ſchy und ſteter Hilfsbereitſchaft mitzuarbeiten an dem großen
Amlſtuwerk, eingedenk des Wortes: „Deutſchland muß leben, auch
way wir ſterben müſſen”. Mit dem herzlichſten Dank an den
RRſer des Abends und mit dem dreifachen Sieg=Heil auf den
Flöſer ſchloß Herr Fink die äußerſt eindrucksvolle Kundgebung.
. Finkenbach i. Odw., 19. Juni. Schwimmbad=
Ein=
wrehung. Bei ſchönſter Witterung und ſehr zahlreicher
Betei=
liſſag, auch aus der Umgebung, eröffnete unſer Tal die
Reichs=
ſchonmwoche am Sonntag durch die Einweihung des neuen
Schummbades. Die Morgenſtunden gehörten der Jugend bei
der Klängen des Erbacher Jungvolk=Muſikzuges. Es waren
er=
ſcheen: B.d.M. aus Falken=Geſäß, Beerfelden und Schöllenbach,
dies 5J. Gefolgſchaft Beerfelden. Unter entſprechenden Worten
bo’n Oberſturmführer Schäfer, Falken=Geſäß, wurden die Flag=
Beilehißt. Nach dem Feldgottesdienſt durch Herrn Pfr. Koller
19 Bcſelden) ſprachen zur Jugend der Unterbannführer der HJ.
AAlelſtadt und die Kreisleiterin des B.d.M. Beerfelden, worauf
frch Spiele, ſportliche Kämpfe und Reigen die weiteren
Vor=
mitgsſtunden ausfüllten. Ein gemeinſames Mahl beſchloß
die=
ſerchn. Zur Einweihung am Nachmittag war auch
Standarten=
führ Heß=Michelſtadt erſchienen; ferner die SA.=Stürme aus
Weelden, Falken=Geſäß und Hetzbach, eine Abordnung des
Ar=
ba dienſtes Beerfelden, der Kraftſportverein Gammelsbach und
derlleich der Beerfelder Turnverein. Zur Eröffnung ſprachen
P4 Läffler hier, der Dank zollte, auch Architekt Berger=
Schöllen=
bau Redner übergab die Anlage dem neugegründeten
Verkehrs=
veein Finkenbach. Bürgermeiſter Bartmann hier dankte den
Ordern. Die anweſenden Sportler, Turner uſw. führten ihre
Käte dem Publikum vor und verdienten dadurch den Dank aller.
Nr. 170 — Seite 7.
Abel Punte Aoelalde ....
10 Millionen Dollars hinkerlaſſen. — Verwandtſchaft bekommt nichts! — Weinende Erben und lachende
Korſektmacherinnen und Gemüſehändler. — Der Schrecken aller Luxushokels. — Mik der
Huppenſchüſſel gegen den Miniſter. — Erbſchaftsprozeß mit Hinkergründen.
Die dur Zeniamente der Min Bratt.
(Nachdruck, auch auszugsweiſe, verboten.)
New York, im Juni.
Vor dem New Yorker Erbſchaftsgericht muß zur
Zeit ein Einſpruch verhandelt werden, den die
geſetz=
mäßigen Erben der Millionärin Florence Adelaide
Pratt gegen das Teſtament der vor einigen Monaten
verſtorbenen exzentriſchen Frau einlegen. Das
Teſtament? — Es gibt deren acht, aber nur das letzte
gilt. Und das iſt verrückt genug. Ihre ganzen 10
Millionen Dollar hat ſie an ihre Chauffeure,
Dienſt=
mädchen und Gemüſehändler vermacht . . .
Ihre Leidenſchaft: Teſtamente machen!
An ſich könnte man dieſe verrückte Amerikanerin mit einem
mitleidigen Lächeln und einem Hinweis auf die in dem Lande
jenſeits des großen Ozeans noch immer unbegrenzten
Möglich=
keiten abtun. Aber ſie hat Europa heimgeſucht, hat ihre letzten
Lebensjahrzehnte faſt ganz in Europa verbracht.
Im ſonſt ſo braven Europa hat ſie ihren Launen freien Lauf
gelaſſen. In Europa hat ſie ein Teſtament nach dem anderen
gebaut.
Das war ihre größte Stärke, — Teſtamente zu machen! Sie
hatte ihre Millionen, ſie wußte, daß der Menſch nicht ewig lebt,
wenn ihr auch die Korſettmacherin immer wieder verriet, ſie
habe eine mädchenhaft ſchlanke Geſtalt. So machte ſie denn, wenn
ſie ſich über eine Nichte oder einen Vetter geärgert hatte, ein
Teſtament, immer ein neues.
Verwandtſchaft ſteht Kopf.
Bald ſtand dieſe Nichte an erſter Stelle, bald war ſie ganz
und gar geſtrichen, dann war dieſer Neffe der Favorit, bald
wieder jener. Die Erbtante verſtand es wahrhaft, ihre geſamte
Ver=
wandtſchaft in Spannung zu halten, ja, ſie ſogar dem Wahnſinn
nahe zu bringen.
Und dennoch drohte ſie alle der Schlag erſt in dem
Augen=
blick zu rühren, als Mrs. Pratt wirklich ſtarb — und ihr
Teſta=
ment beſtimmte, daß 28 außenſtehende Perſonen einen genau
feſt=
ſtehenden Anteil erhielten. Haupterbin war eine Modiſtin
Ta=
vener von dem Pariſer Modeſalon Redfern. Und ſonſt waren da
Chauffeure vertreten, Zimmermädchen, die manchmal ſchon vor
zehn und mehr Jahren bei ihr tätig geweſen waren, kleine
Händ=
ler und ſonſt noch ein paar gute Freunde.
War dieſe Mrs. Pratt wahnſinnig? Die eingeſetzten Erben
ſagten natürlich „nein”. Die ausgebooteten Erben aber ſchwören
darauf . ."
Wenn Tantchen reiſte . . .
Die Erben, die ſolche zu ſein hofften, werden alſo nachweiſen
müſſen, daß Mrs. Pratt irrſinnig war. Nun, ſie haben
intereſſan=
tes Material geſammelt, das amüſant genug iſt, um wenigſtens
Auszüge daraus der Nachwelt zu überliefern.
Viele Hoteliers Europas werden, wenn ſie den Namen Mrs.
Pratt hören, Schauer des Grauens über ihre Haut laufen fühlen.
Sie kam mit Sekretär und Mädchen, Jungfer, und was ſonſt
noch dazu gehört, mit 43 Koffern an. Sie nahm ein paar
Zim=
mer und begann ihre Koffer auszupacken, indem ſie dieſe einfach
auf dem Flur ihrer Etage ausleerte. „Derangiert” — um es ganz
milde zu ſagen — lief ſie dann zwiſchen den dort verſtreuten
Sachen umher. Wehe dem, der ihr hier begegnete. Einem
Mini=
ſter warf ſie einmal eine Suppenſchüſſel nach, die ein
Servier=
mädchen gerade brachte. Der Hotelleitung iſt es zu verdanken,
daß zwiſchen dem Land des Miniſters und Amerika kein
Noten=
wechſel und eventuell gar eine Kriegserklärung erfolgte.
Sie kam in den Speiſeſaal, beſchimpfte die Gäſte, ſo daß dieſe
entſetzt die Flucht ergriffen und nicht mehr Zeugen wurden, wie
Mrs. Pratt mit dem Schöpflöffel zu eſſen begann.
Eine liebevolle Gattin.
Sei es, wie es ſei —: Mrs. Pratt bezahlte aber alle
Rech=
nungen prompt. Auch wenn man mutig dieſen oder jenen „
Scha=
den” mit aufgeſchrieben hatte. So machten ſich denn die
Hotel=
direktoren unſichtbar, wenn Mrs. Pratt kam. Aber man nahm
ſie als Gaſt mit viel Geld. Nur in Monte Carlo wollte man ſie
nicht mehr. Da weilte ſie — auch damals ſchon alt und vom
Leben beſchädigt — vor vielen Jahren mit ihrem Gatten. Der
erkrankte ſchwer an einer Bronchitis. Er lag im Hotelzimmer.
Die Aerzte hatten ſtrengſte Pflege anempfohlen. Nachts öffnete
Mrs. Pratt alle Fenſter, weil es ihr ſo heiß war. Nach drei Tagen
war der Gatte tot . .."
Die Behörden deuteten dieſer merkwürdigen Dame an, daß
ihrer ſofortigen Abreiſe nichts im Wege ſtünde.
Die Leibwache der Geſtrengen.
Sie war überhaupt ein „Herzchen”: Auf ihren Sekretär ließ
ſie, weil ſie ſich plötzlich über ihn ärgerte, von bezahlten Leuten
einen glücklicherweiſe fehlgegangenen Mordanſchlag unternehmen.
Sie ſelbſt war ſo verfolgungswahnſinnig, daß ſie ſich dauernd von
drei Detektiven bewachen ließ, obwohl niemand daran dachte, ihr
auch nur eines ihrer hennagefärbten Haare zu krümmen. — Ihr
Chauffeur ſollte eigentlich 5 Millionen Dollar erben. Aber er
ließ Millionen, Stellung und Miß Pratt im Stich, weil er es,
wie er ſagte, in dieſem „Irrenhaus” nicht mehr aushielt.
Die Bluterben ſagen, ſie habe an Greiſenirrſinn gelitten, —
die Teſtamentserben ſchwören verſtändlicherweiſe, ſie hätten nie
eine ſo intelligente Frau wie Miß Pratt geſehen. — Was das
Erbſchaftsgericht ſagen wird, bleibt abzuwarten.
H. K1
Ein verhängnisvoller Schakfund.
(l) Sofia. Der Bauer Damianoff aus dem nordbulgariſchen
Dorfe Korumlij hatte kürzlich ein gewiß nicht alltägliches
Erleb=
nis: Beim Fällen eines Baumes im nahen Wäldchen begann
plötz=
lich der Boden unter ſeinen Füßen zu weichen, und ehe Damianoff
ſich recht verſah, lag er in einem unterirdiſchen Gewölbe. Sein
Schrecken war nicht gering, als er ein am Boden kauerndes
Men=
ſchenſkelett entdeckte, das ihn mit all der klapprigen Freundlichkeit
angrinſte, deren ein Skelett eben fähig iſt. Nachdem der Bauer
dreimal ſein griechiſches Kreuz geſchlagen hatte, faßte er Mut und
ſchaute ſich neugierig in ſeiner Umgebung um. Sein Herz pochte
ſchneller und ſeine Augen wurden rieſengroß, als er einige
Ton=
gefäße entdeckte, die bis zum Rande mit Goldmünzen und
Schmuck=
ſtücken gefüllt waren. Im Nu war er aus ſeinem unterirdiſchen
Gefängnis, einem alten thraziſchen Grabe, heraus, deckte die
Fundſtelle fein ſäuberlich wieder zu und eilte ins Dorf, um ſeinen
Bruder in aller Heimlichkeit von ſeiner Entdeckung in Kenntnis
zu ſetzen und zur Bergung des großen Schatzes herbeizuholen. Zu
nächtlicher Stunde brachten die beiden dann den Fund nach Hauſe,
ohne der Behörde Mitteilung zu machen, wie ſie es laut Geſetz
hätten tun müſſen.
Auf alten Gräbern laſtet aber nun einmal ein böſer Fluch.
Das haben auch die Zeitgenoſſen des ſeligen Tut=anch=Amon ſchon
gewußt. Und dieſer Fluch wurde auch den beiden Brüdern
Damia=
noff zum Verhängnis. Denn es dauerte gar nicht lange, da
ge=
rieten ſie ſich wegen der Teilung des Schatzes in die Haare.
Wütend über die Anſprüche des anderen ergriff der eine eines der
Tongefäße, die das Gold enthalten hatten, und warf es ſeinem
Bruder an den Kopf. Als der alſo Mißhandelte blutüberſtrömt
und ſchwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden mußte,
be=
gann plötzlich auch die Polizei ſich für den Fall zu intereſſieren.
Und bald ſaß der zweite Damianoff hinter ſchwediſchen Gardinen.
Somit endete auch dieſe Schatzgräbergeſchichte dort, wo ſchon
ſo viele andere mehr oder weniger romantiſche Begebenheiten
ihren Abſchluß gefunden haben: vor dem Gericht.
Es. Fürth i. Odw., 20. Juni Waldbrand. Sonntag
mittag nach 12 Uhr wurde die Feuerwehr alarmiert. Dichte
Rauchwolken, die aus dem Walde aufſtiegen, ließen einen
größe=
ren Waldbrand vermuten. Es war auch bald bekannt, daß der
Brandherd im Kiſſelforſt zwiſchen Alt=Lechtern und dem
Hammel=
bacher Weg zu ſuchen iſt. Dank dem energiſchen Zugreifen von
Leuten aus Hammelbach und Alt=Lechtern, die den Brand zuerſt
bemerkten, konnte größerer Schaden verhütet werden. Herr
Forſt=
rat Kratz, der bald an der Brandſtelle erſchien, leitete die nötigen
Abwehrmaßnahmen. Durch Anlegen eines Grabens wurde der
Brandherd auf einen Umfang von ungefähr 2 Morgen beſchränkt.
Da das Feuer immer noch in dem ausgedörrten Boden
weiter=
glomm, waren noch Feuerwachen nötig. Man nimmt an, daß der
Brand durch die Unaufmerkſamkeit von Heidelbeerſuchern, die im
Walde rauchten, entſtanden iſt. — Am Sonntag, den 24. Juni,
findet hier ein Volksmiſſionstag ſtatt, der das Intereſſe
und die Aufmerkſamkeit aller derer finden wird, die in der
politi=
ſchen Neugeſtaltung eine neue große Aufgabe auch für die
evan=
geliſche Kirche erblicken. „Deutſches Volkstum und Chriſtentum”
heißt das Thema, das im Gottesdienſt und in der
Nachverſamm=
lung alle die beſchäftigen wird, die auch für die evangeliſche Kirche
den Aufbruch in eine neue Zeit erſehnen. Um den auswärtigen
Gäſten das Kommen zu ermöglichen, beginnt der Feſtgottesdienſt
im Garten vor der Kirche erſt um 2.15 Uhr. Anſchließend
mar=
ſchieren die Teilnehmer geführt von Kindern in Odenwälder
Tracht, in geſchloſſenem Zuge durch das gaſtliche Fürth in die
ge=
räumige Turnhalle, in der ebenſo wie im Gotteshaus Pfarrer
Rau von Frankfurt zu uns ſprechen wird. Der Poſaunenchor von
Weinheim ſowie verſchiedene Kirchenchöre helfen mit, den Tag zu
einem Tag der inneren Erhebung und des Segens zu geſtalten.
Gk. Birkenau, 20. Juni. Durch die NSV. kamen am Montag
auch von hier erholungsbedürftige Kinder zu einem
Ferien=
aufenthalt in den Taunus weg. — Das Erholungsheim der Fa.
C. Heyl iſt auch wieder mit Ferienkindern belegt, und zwar für
einige Monate mit erholungsbedürftigen Kindern von
Mitglie=
dern der SS.
Bn. Hirſchhorn, 18 Juni. Verkehrsunfall. Ausgerech=
beide Fahrzeuge abgeſchleppt werden mußten. Eine Perſon des
Perſonenwagens wurde durch den Anprall leicht verletzt,
wäh=
rend die Fahrer des Laſtwagens unbeſchädigt davonkamen. —
Durch die hieſige Polizei und Motor=SA. wurde in der
Verkehrs=
erziehungswoche zur Nachtzeit auf der Erbacher Straße eine
Ver=
kehrskontrolle vorgenommen, bei der 50 Prozent der Fahrzeuge
beanſtandet werden mußten. — Im benachbarten Heddesbach
er=
eignete ſich in der vergangenen Woche ein bedauerlicher Unfall,
dem ein junges Menſchenleben zum Opfer fiel. Ein zwiſchen
zwei zuſammengekoppelten und geladenen Heuwagen fahrender
Kinderwagen wurde beim plötzlichen Anfahren durch die
Deich=
ſel des zweiten Wagens umgeworfen, wobei das darin liegende
Kind des Landwirts Falter herausfiel und von dem
nachfolgen=
den Wagen überfahren wurde, ſo daß es nach kurzer Zeit ſeinen
erlittenen Verletzungen erlag. — Amtswaltertagung.
Etwa 150 Amtswalter des Kreiſes Heppenheim trafen, aus der
Richtung von Schönmattenwag zu Fuß kommend, hier ein, wo ſie
am Ortsausgang empfangen und nach dem „Naturaliſten”
ge=
leitet wurden. Am Sonntag morgen unternahmen dieſe einen
Ausmarſch über das Schloß und die „Hoppehütte” nach dem
Feuer=
bergſchießſtand.
— Hirſchhorn, 21. Juni. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 20. d. M.: 1,50 Meter, am 21. d. M.: 1,50 Meter —
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Dp. Zwingenberg, 21. Juni. Die Gemeinnützige
Baugenoſſen=
ſchaft Zwingenberg hielt dieſer Tage ihre diesjährige
Hauptver=
ſammlung in der „Altdeutſchen Weinſtube” mit der üblichen
Tagesordnung ab. Der Geſchäftsbericht zeigte, daß, obwohl die
Genoſſenſchaft im letzten Jahre keine Neubauten errichten konnte,
doch erſprießlich gearbeitet wurde. Die Kaſſenverhältniſſe
be=
finden ſich in beſter Ordnung. Auch die Arbeiten der übrigen
Or=
gane gaben zu Beanſtandungen keinen Anlaß, ſo daß Vorſtand und
Aufſichtsrat Entlaſtung erteilt werden konnte. Mit dem Wunſche,
daß die Genoſſenſchaft im kommenden Jahre wieder aktiver in
Tätigkeit treten könne, wurde die Verſammlung geſchloſſen.
Em. Heppenheim a. d. B., 19. Juni. Der K. f. d. K.
veran=
ſtaltete für die Mitglieder ſowie Gäſte eine gemeinſame
Autobus=
fahrt nach Darmſtadt zur Beſichtigung der Deutſchen Frühjahrs=
Ausſtellung auf der Mathildenhöhe. Die Führung lag in den
Händen der bekannten hieſigen Künſtlerin Frau Vala Lamberger,
die ſich dieſer Aufgabe in anerkennenswerter Weiſe entledigte. —
Diebſtahl. Bei einem Einbruch in der Fürther Straße wurden
dem Wohnungsinhaber 140 RM. geſtohlen.
Ex. Bürſtadt, 19 Juni Gemeinderatsſitzung.
Un=
ter dem Vorſitz von Pg. Bürgermeiſter Kraft wurden in der am
Samstag ſtattgefundenen öffentlichen Gemeinderatsſitzung folgende
Beſchlüſſe gefaßt: Betr. Gewerbeſteuer der Genoſſenſchaften und
Zurechnung der Geſchäftsguthaben der Genoſſen zum
Gerwerbe=
kapital ſchloß ſich der Gemeinderat (Gemeinde) dem Vorgehen des
Staates an. Die Filial= und Warenhausſteuer wurde in
derſel=
ben Höhe wie im Vorjahre belaſſen. Die alljährliche
Kohlen=
lieferung an die Schweſternhäuſer (katholiſche) wird grundſätzlich
auch künftighin von der politiſchen Gemeinde übernommen
wer=
den. Von der Geſtellung eines Hilfsfeldſchützen für die
Sommer=
periode wurde mangels Bedürftigkeit vorläufig Abſtand
genom=
men. Dem Baugeſuch des J. P. Kerber aus Lampertheim (
Bau=
vorhaben außerhalb des Ortsbauplanes) wurde entſprochen und
ſollen auch hier die Beſtimmungen für auswärts Bauende
Gel=
tung haben. — Neuer Nachtſchutzmann. Der
verdienſt=
volle Pg. und ſeitherige Feldſchütz wurde nunmehr zum
Nacht=
ſchutzmann der Gemeinde Bürſtadt verpflichtet und bereits
ver=
eidigt. An deſſen Stelle als Feldſchütz trat Herr Zimmermann jr.
in der Ernſt=Ludwig=Straße. — Renovierung des
Rat=
hauſes. Die Renovierungsarbeiten des alten Rathauſes
(Innenräume) ſind ſoweit beendet und wurde die Geſchäftsſtelle
der NSBO nach dort verlegt. — Rechtsberatungsſtelle
der DAF. Die neue Rechtsberatungsſtelle der Deutſchen
Ar=
beitsfront befindet ſich im Gaſthaus „Zum Stern” von Ph.
Ofen=
ſoch, Ernſt=Ludwig=Straße,
Be. Biſchofsheim, 20. Juni. Ertrunken iſt bei Hochheim
im Main ein hieſiger junger Mann. Zwar konnte man ihn noch
aus dem Waſſer ziehen, aber Wiederbelebungsverſuche blieben
er=
folglos.
Bo. Aus dem Ried, 20. Juni. Die Spargelernte geht
hier ihrem Ende entgegen. Allgemein wurde dieſer Tage das
letztemal geſtochen.
Be. Büttelborn, 20. Juni. Die Arbeiten an der
Kleinkinder=
ſchule gehen ihrem Ende entgegen. Die Einweihung ſoll am
1. Juli ſtattfinden.
Be. Ginsheim, 19. Juni. Einen großen Tag hatte Sonntag
wieder das hieſige Strandbad. Beſondere Aufmerkſamkeit lenkte
das Werbeangeln des Angelſportvereins Mainz=Ginsheim auf ſich,
das aus Anlaß des Reichs=Anglertages ſtattfand.
Eb. Mühlheim g. M., 20. Juni. Freitod. Ein
verheirate=
ter Einwohner hat ſich aus unbekannten Gründen durch Erhängen
das Leben genommen. Er hinterläßt außer ſeiner Frau einen
neun Jahre alten Knaben.
Wanderungen durch Odenwald, Bergſtraße und Neckartal.
* Ueber den Felsberg nach Jugenheim.
Wer ein echter Darmſtädter iſt, der noch nach altem Brauch
auf den ſonntäglichen Familienausflug hält, nimmt ſich beim
Gang nach Jugenheim gewöhnlich die Nebenlinie 1 der
Weg=
bezeichnung des Odenwaldklubs zur Führerin. Der mit dem
blau=weißen Kreuz bezeichnete Weg, der am Martinspfad beginnt
und, möglichſt im kühlen Waldesſchatten verſinkend, auf
ab=
wechſlungsreichen Pfaden über Täler und Berge nach Jugenheim
führt, gehört zu den beliebteſten Wanderſtrecken des ganzen
Oden=
waldes, beſonders wenn, der Frühling ſein lichtes Farbenband
ſpannt. Welcher Darmſtädter hat nicht immer wieder den Schritt
zum Bordenberg gelenkt, iſt nicht ins Mühltal abgeſtiegen, um
dann zum Frankenſtein emporzuklettern und über den Magnetberg
das Ober=Beerbacher Tal aufzuſuchen, bis die leuchtenden Dächer
Seeheims zu Füßen lagen und der Uebermut der Blumen und
Blüten aus Jugenheims Gärten auflachte?
Heute will ich von Ober=Ramſtadt aus einer ſeltener
begangenen Straße folgen. Für den Wanderer hat Ober=
Ram=
ſtadt nichts Anziehendes, es ſei denn, daß einer, dem blauen Strich
folgend, über die Ludwigseiche, nach einem Gang von 2 Stunden,
die meiſtens durch Schöne und Kühle prächtigen Hochwaldes führt,
in die Fluten des ſchönen Schwimmbades taucht. Ober=Ramſtadt
hat eine andere Beſtimmung als die einer Sommerfriſche. Einſt
wurde ſein Name in einem Atem mit Schmuckamm genannt, bis
der kecke Bubikopf einer ganzen Induſtrie den Garaus machte.
Dann gaben ihm die großartigen Leiſtungen der Röhrwerke einen
guten Klang, und heute ſchaut faſt die ganze Welt dorthin, weil
ein findiger Kopf und kühner Konſtrukteur im Bunde mit den
hervorragenden Qualitätsarbeitern, der Röhrwerke durch den
„Original=Zoller” oder das „raſende Paddelboot” ſtaunende
Be=
wunderung hervorruft. Man darf ſich auch merken, daß Ober=
Ramſtodt uns einen der geiſtvollſten Menſchen, die je gelebt
haben, geſchenkt hat: Georg Chr. Lichtenberg. Wo iſt
einer unter den deutſchen Humoriſten und Satirikern, der es an
Witz, Erfindungskraft und Geſtaltungsgabe dieſem Mann
gleich=
tun könnte, der als Profeſſor der Mathematik und
Naturwiſſen=
ſchaft 1799 in Göttingen geſtorben iſt? Er hält mich noch heute
von literariſchen Untaten ab durch ſeinen berühmten Ausſpruch:
„Es ſind zuverläſſig in Deutſchland mehr Schriftſteller, als alle
Weltteile überhaupt zu ihrer Wohlfahrt nötig haben”. Iſt Ober=
Ramſtadt auch kein Luftkurort, ſo iſt es doch die Eingangspforte
zu manchem ſchönen Ausflug in den Odenwald, nach Lichtenberg,
nach Lützelbach, nach Neunkirchen. Heute folge ich der blauen
Scheibe der Hauptlinie 5, erreiche über den Breitenſtein das
kleine Frankenhauſen, vertraue mich dann der Hutzelſtraße
an, die über die Neutſcher Höhe führt. Von herrlichen Ausblicken
erfreut, laſſe ich diesmal Neutſch zur Linken liegen, das Dorf mit
den großen Gehöften, ſeinen heinernden Stammgäſten, den
ſchecki=
gen Käſen und dem vorzüglichen Apfelwein. Steiler Aufſtieg
bringt mich zum Felsberg, und damit nähere ich mich der
Wunderwelt der Felſenmeere. Gerade dieſe ſeltſame
Natur=
erſcheinung lockt viel mehr als alle landſchaftliche Schönheit, die
dem einſam und ſtolz daſtehenden Berggipfel beſchieden iſt,
unge=
zählte Beſucher jahraus, jahrein herbei, und für die Jugend gibt
es kein größeres Vergnügen, als auf den wild und wahllos
auf=
geſchichteten Steinblöcken herumzuklettern und zu turnen.
Zer=
ſchundene Knie und zerſchrammte Waden werden zwar als
Erin=
nerungsmäler nach Hauſe getragen, und bei den kühnen
Kletter=
künſten verſchwinden in den unerbittlichen Ritzen und Spalten die
Taſchenmeſſer, Spazierſtöckchen und Regenſchirme, aber das tut der
Freude keinen Abbruch, und der Photograph, der ſich bei den
Steinrieſen aufhält, zeigt uns die frohen Geſichter der
Schulklaſ=
ſen, die hier ihren Uebermut auf dem ungleichen Gelände haben
austollen laſſen. Was da an den Süd= und Südoſthängen des
Felsbergs an Geſtein in wirrem Durcheinander daliegt, beſchattet
von mächtigen Bäumen, umklammert von ernſtem Moos, reizt
die Phantaſie zu den verſchiedenſten Vergleichen. Das Bild des
Meeres iſt in der Tat naheliegend. Drückt man ein wenig die
Augen zu, ſo hat man wirklich die Erſcheinung ewiger Unruhe,
eines nie zu Ende kommenden Auf und Ab. Ich habe einmal bei
Mainz geſehen, wie ſich bei einem wilden Eisgang die Schollen
türmten, einen ähnlichen Eindruck macht auch die Regelloſigkeit
der in die Waldesdämmerung getauchten Blöcke. Auch die Sage
hat ihr Recht, die hier eine verlaſſene Kampfſtätte ſehen will.
Zwei Rieſen haben ſich mit gewaltigen Felſen beworfen. Was
wir da vor uns ſehen, iſt das Ergebnis des wilden Raufens dieſer
Unholde. Der Geologe ſieht freilich ſolche Erſcheinungen mit an=
Wanderung über den Felsberg nach Jugenheim.
Kore7-
RRMSTANT
„FRANHENHRUSEN
PugENlAEiB
FELSBER6
Mit der Odenwaldbahn nach Ober=Ramſtadt. Fahrpreis ab
Oſtbahnhof 40 Pfg. Zeichen e blau durch den Ort, an der
Apo=
theke rechts durch Feld zur „Hohen Straße” über den „
Breiten=
ſtein” (337 Meter) nach 1½ Stunden Frankenhauſen; am letzten
Hauſe links, durch Feld über die Neutſcher Höhe („Hutzelſtraße‟,
380 Meter), am „Staffeler Kreuz” vorbei, ſteil auf nach 3½
Stun=
den Felsberg (515 Meter, Forſthaus, Gaſthaus, Erholungsheim,
Ohlyturm). Gang zum Felſenmeer. (Hornblendegranitfelſen,
Altarſtein, Rieſenſäule, Kiſte, Schiff uſw.). Zum Turm zurück
und ab zum „Staffeler Kreuz”; Zeichen F weiß über die „
Kaiſer=
buche” und Schloß Heiligenberg (210 Meter, Kloſterruine,
Zent=
linde, Goldenes Kreuz) nach 5 Stunden Jugenheim an der
Berg=
ſtraße. Rückfahrt mit Poſtauto. Fahrpreis 70 Pfg.
deren Augen an. Er glaubt nicht an einen revolutionären
geologiſchen Vorgang, er ſtellt feſt, daß in erklärlicher Unordnung
tie Kernſtücke vor uns liegen, die einen langſam, aber
unerbitt=
lich wirkenden Verwitterungsprozeß bis jetzt getrotzt haben. Bei
ſeiner großen Härte iſt der Hornblendegranit doch ſehr der
Ver=
witterung ausgeſetzt. In kleinen Ritzen hat ſich Waſſer
angeſam=
melt, das bei Froſt eine überraſchende Spaltwirkung auszuüben
rermochte. Auch Regen konnte den Stein zermürben und in Grus
verwandeln, der im Laufe der Zeit weggeſchwemmt wurde. An
dem Zerſtörungswerk haben ſich in ſtiller und zäher Arbeit auch
Pflanzen beteiligt. Nur die vollendete Hartnäckigkeit hat ſich auch
hier wie ſo oft im Leben durchgeſetzt. Was da ſo plump und
breit=
ſpurig daliegt, daß man auch von einer Herde vorweltlicher
Un=
geheuer geſprochen hat, ſind Granitblöcke, die ſich einfach nicht
mürbe machen ließen. In dieſer Welt trotziger Geſellen hat auch
die Menſchenhand gearbeitet. Aus Tagen fernen Altertums
fin=
den wir auf dem Felsberg Beweiſe einer fortgeſchrittenen
Stein=
bruchinduſtrie. Die antiken Stücke ſind mit fortlaufenden
Num=
mern in weißer Farbe bezeichnet. Ihre Beſchreibung findet man
in dem von Profeſſor Dr. Friedrich Behn herausgegebenen „
Füh=
rer durch die römiſche Granitinduſtrie auf dem Felsberg im
Odenwald”. Mit hochſtehender Technik haben die Römer den
Felsberg als Steinbruch ausgenutzt, ſie haben, die zahlreichen
Säulen aus Felsberggeſtein geſchaffen, die ſich heute noch in vielen
rheiniſchen Städten finden. Manche Arbeit auf dem Felsberg
blieb unvollendet. Das Donnerwetter der Völkerwanderung hat
offenbar die Fremdlinge davongejagt, die antike Technik des
Sägens kann man am beſten an dem „Altarſtein” ſtudieren.
Auch der Abtransport von Werkſtücken, die über 28000 Kilogramm
wogen, iſt eine bewundernswerte Leiſtung der Römer geweſen.
Die Bezeichnung „Rieſenſarg” iſt trefflich gewählt. Im
Dickicht verſteckt liegt das „Schiff”. Man könnte an die Geſtalt
eines antiken Kriegsſchiffes denken, man könnte aber auch an einen
unheimlichen Drachen glauben, der aus dem Verſteck hervortaucht,
Ein anderes Werkſtück wird bald „Die Pyramide”, bad
„Der Stuhl” genannt. Eine bewegte Geſchichte hat die „
Rie=
ſenſäule”, die in alten Urkunden „Bonifaziusſäule‟
genannt wird. Die 9,40 Meter lange Säule, die jetzt vor uns
liegt, hat einmal aufrecht geſtanden, als Grenzbezeichnung, als
Denkmal heidniſchen Götterdienſtes. In eine in die Säule
ge=
ſchlagene Niſche trat dann das Bild des Heiligen, ohne den Bann
des Heidentums brechen zu können. Denn trotz aller Verbote der
Kirche und trotz aller Strafandrohungen durch die Geiſtlichen
feierte bei der Säule die Jugend nach heidniſchem Väterbrauch
ihre Frühlingsfeſte. Erſt nachdem die Säule, die den alten Tanz= dieſällisev „eu
platz ſchmückte, umgelegt war, ſcheint der heidniſche Brauch erloſchen „ena wit Rücke
zu ſein. Bekannt iſt der Vorſchlag des Dichters Kotzebue die ſei iem zlel Kul
Säule auf dem Schlachtfeld von Leipzig aufzuſtellen. Dieſes An= näeg bige macht!
ſinnen lehnte aber Großherzog Ludwig I. von Heſſen ab, der ngo der Saak Mie
Darmſtadt mit dieſem eigenartigen Denkmal ſchmücken wollte.
Ein Freudenſpender wird von vielen überſehen, die ſich im g dieseg Jahre 10.
Felſenmeer herumgetummelt haben. Es iſt der ſteinerne Ohly= ia da verseche.
turm, erbaut von der Ortsgruppe Darmſtadt des Odenwald. Aun üuwef belsch
klubs, benannt nach Darmſtadts unvergeſſenem Oberbürgermeiſter, ostechule Lehl
Er tritt dem Wanderer nicht Halt gebietend in den Weg wie ſein godere Lebet.
ſtolzer Bruder, der Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe. Aber gsäuerugengen
niemand ſollte den Aufſtieg verſäumen. Die Mannheimer Mäd= einlt denuten Me
chen aus dem Felsberg=Erholungsheim, die ich auf der Plattform füe der loſiee*
des Turmes traf, kamen nicht aus dem Staunen ob des herrlichen uzer benche”
Ausblickes, den die 27 Meter hohe Warte gewährt. Wer Ruhe
und Erholung ſucht, iſt auf dem Felsberg dem Lärm und der Haſt Nuung: Technlk
entrückt. Vom freundlichen Gaſthaus aus iſt der Wald zum
Grei=
fen nahe, alte Beſtände kühlenden Laubwaldes.
Abwärts folge ich dem weißen P der Wegbezeichnung. Ich
mache noch einmal Halt unter den breiten Aeſten der „Kaiſer, IIWeigbzu jindet
buche‟. Dieſen ſtolzen Namen erhielt der mächtige Baum, als beſeg ud hohen
Zar Alexander II. im Jahre 1864 zum erſten Male hier weilte, dnu vertvollen Ert
Und ſo komme ich in einen von der ewig wahren Natur begnl” , . .eg, duch Felsen
deten Bezirk, über dem einmal ein Abglanz des Hoflebens
ver=
gangener Tage leuchtete, beſonders ſeitdem das ruſſiſche
Kaſer=
paar, Alerander II. und ſeine Gemahlin Marie, geb. Prinzeſit Nuch Mict die
von Heſſen, wiederholt ihren Sommeraufenthalt auf Schloß „4 u4 zeitraubend
Heiligenberg nahmen. Dieſen Herrenſitz der Battenberger Aihe Hand= und
erkenne ich nicht wieder. Wohl ſchenkt mir die Terraſſe wie eint leiner Preisbildunf
eine herrliche Ausſicht auf die Höhen der Umgebung, in das Balk= „Nues verarmten
häuſer Tal und in die weite Rheinebene; wohl ſtrahlen wie einſt kad der Veig ?
die Waſſerroſen in unſchuldsvoller Reine auf dem See, wohl 1f den Ingenieur
flechten ſich die Zweige wie immer in der Seufzerallee zuſammen. Maschinenznne
aber das Herrenhaus macht einen mitleiderregenden Eindruck des ge möglichst ause
Verfalls. Ganz verſchämt ſchaut die roſtige Uhr des Turmes auf ge gewissermallen
die Wappenlöwen herab. Aber im Innern des Gebäudes klopfen Iut hlar 4a0 hi
und hämmern fleißige Hände. Im Herbſt ſoll hier eine Führeitz „ſchwäbieer, gut zu
ſchule der Hitler=Jugend erſtehen, und die Kraft des Dritten Reit
ches wird neues Leben auf den Heiligenberg tragen. Seine alten is Binüchrugs
Wunder hat der Heiligenberg behalten. Aber auch ſie kämpft mit 1 Pralterziehig
der alles vernichtenden Zeit, die alte Zentlinde, unter der „nas des Pilug
nach altem deutſchen Brauch die Richter das Recht ſchöpften; ges „Asß heutisen We
borſten und zerriſſen iſt der Stamm. Stützen müſſen an alln „N auch hier ers
brschen müssen.
Ecken der Tauſendjährigen helfen. Die ſpärlichen Trümmer der
ehemaligen Kloſterkirche erinnern an Konrad von Tannen Der bioloeische
geh wit üneg Weil
beitserleiehterun,
Von Dr.)
berg, der 1263 auf dem Heiligenberg ein Nonnenkloſter gründete,
Foll in den alten 4
½. Dann en
Dieſe Heimſtatt der Benediktinerinnen iſt wahrſcheinlich den Stütz, Jahrehuten W
men des 30jährigen Krieges erlegen. Ueber dem Mauſoleun, N-uendung
der Ruheſtätte des Prinzen Alexander von Heſſen und ſeinen Get. ündri Ardeiten u
mahlin, leuchtet ein Denkmal der Pietät weit in die Lande das Mven Boden
Goldene Kreuz, das zur Erinnerung an Großherzogin Wilt Mde Arbeit im I
helmine von ihren Kindern errichtet wurde. Abwärts geht es
an dem alten Kirchlein vorbei, das die Pracht blühender Holun= eutt und Deeh
derbüſche umwallt. Der goldene Hahn auf dem Turm ſcheint ſich uns Clemens
zu freuen, daß dem ſchlichten Gotteshaus ein Gerüſt umgelegt iſtt, ußang und talwär
damit es im Arbeitsbeſchaffungsprogramm ein neues Gewand ert. 5der Gespann
hält. Beim Abſtieg grüße ich in Ehrfurcht das Ehrenmal del 91 Lustiere
Helden des Weltkrieges. In Jugenheim, dem vielbeſuchten Luſt ben dem Plut
kurort, eile ich zum Schwimmbad; ich bewundere ſeine Größe, besor
ſeine Ausſtattung, ſeine Lage, die ſchöne Blicke nach dem Tannent. „Bung und se
berg und Heiligenberg gewährt, und die ewige Zufuhr friſchen 7 nlcken der Wiy=
Quellwaſſers. Triumphierend ſchöpft ein Jugenheimer in einem (hnahm, leider
Trinkglas Waſſer aus dem Baſſin und zeigt mir die klare Flüſſot euhäugenden
keit. Ob ich ihn zu einer Gegenprobe im Woog einladen dard enn unsere ue
B.H.
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Nummer 6
DARMSTADTER TAGBLATT — HESSISCHE NEUESTE NACHRICHTEN
22. Junä 1924
Die 72. Hauptversammlung des VDl.
Trier 8.—11. Juni.
IIMM diesjährige Hauptversammlung des Vereins Deutscher
Ipgemiere war mit Rücksicht auf die kommende Saarabstimmung
nach Ner, dem alten Kulturzentrum im deutschen Westen
ver-
lest mden, Eine machtvolle Kundgebung zeigte den deutschen
Brüdſti an der Saar wie eng die schaftenden deutschen
luge-
nieurn ich mit ihnen verbunden fühlen, Wie alljährlich, wurden
auch ü diesem Jahre von bedeutenden Führern der deutschen
Techwi in den verschiedensten Fachgebieten Vorträge gehalten.
Den ſohn immer behandelten Gebieten, wie Betriebstechnik,
Feuewusstechnik, Schweisstechnik und Technikgeschichte war
ein biteunderes Gebiet „Technik im Weinbau” zugefügt worden,
um dba schwerringenden Weinbau an der Mosel zu zeigen, wie
die Tehnik berufen und in der Lage ist, zu helfen. Aus der
großen Fülle der Vorträge bringen wir eine kleine Auswahl in
Formakrzer Berichte:
Fachpirung: Technik im Weinbau.
Abbitserleichterungen durch Technik im Weinbau.
Von Dr.-Ing. Rauh (VDI.), Beuel.
Le Weinbau findet sich in Deutschland vorwiegend an oft
Nale hi sehr süilen und hohen Berghängen, und gerade die Lagen mit
dren Nan besomits wertvollen Erzeugnissen liegen in recht schwer zu-
S hofehn gängllckn, durch Felsen und Stützmauern unterteilten Berg-
4S rillitz ſehnes!
geb. ſiu Müurch wird die Pflege der Reben unendlich mühsam,
halt auf E schwüters und zeitraubend. Der größte Teil der Verrichtungen ist
5 der Buit mensoſiche Hand- und Tragarbeit, deren Anwendung schließ-
Teraſſen lich z iner Preisbildung führen muß, die bei der geringen Kauf-
Dung, in tei krakt es verarmten Volkes ein bedenkliches Markthindernis
ſtrahlenn wird, anal der Wein doch ein Genußmittel ist.
den 6
Fü den Ingenieur liegt dabei die Aufgabenstellung klar:
II7 Maschinenanwendung muß die natürliche Ungunst der
„Steillilg möglichst ausgleichen, muß bearbeitungstechnisch die
„Steillilg gewissermaßen zu einer ebenen machen.
Es klar, daß hierbei große zusammenhängende Flächen
w in glesen äßiger, gut ausgerichteter Zeilenanordnung von Vorteil
eind, f De Einführung geeigneter Erziehungsarten, insbesondere
der ssl Drahterziehung (Weinspaliere am Eisendraht) und die
„Einfütunns des Pfluges in den Weinbau, die das Lebensver-
mdienstl /s heutigen Weinbauinspektors Willig-Kreuznach bildet,
„hat aeut auch hier erst der Arbeitserleichterung im Weinbau
„Bahn bschen müssen. Am schwierigsten war hierbei das
Ueber-
winded der biologischen Bedenken und der Widerstände der
noch iWin den alten Anschauungen wurzelnden Winzer, Erst vor
ewenigis Tahrzehnten war das möglich.
EAnwendung von Zugtieren beim Pflügen entstand neben
cd frdem tültrts Arbeiten und leer bergwärts Fahren und dem damit
in verbixueten Bodenabbau der Querbau der Rebzeilen, Bei ihm
erfolg itie Arbeit im Hin- und Hergang senkrecht zur
Hang-
richtity Dann entstanden, angeregt durch die
Domänendirek-
toren Hatt und Decker motorische Weinbergseilwinden (Scherf-
Saarbu,/ Clemens Söhne-Kreuznach) mit bergwärts erfolgendem
Arbeissang und talwärts den Leer-Rückgang, und durch sie
an-
gereg3 er Gespannseilzug (Voigtländer), der dieselbe
Arbeits-
weiseert Austieren zuließ.
Weken dem Pflug entstanden Anhänge-Spritzgeräte
für diß lesonders wichtige und drängende Arbeit der
Schädlings-
bekärpiug und schließlich der Anhängeschlitten, der
dem IIiken der Winzer im Winter den Dung sowie Steine und
Erde mahm. Leider sind aber die hierfür notwendigen großen
zusatmnhängenden gleichmäßig bepflanzten Weinberge sehr
seltem ſenn unsere westlichen Weinbaugebiete wurden ja durch
den Hieh der französischen Erbteilung in fast unglaublicher
Weise/ kleinste zerstreute Parzellen zersplittert. Dazu sind auch
die greiten Weinberge durch Felsgrate, Klippen und unzählige
Stützzautern so unterteilt, daß sich die Pflüge gar nicht
aus-
wirkes können, ja in den meisten Fällen sind die notwendigen
größese Geräte oder gar die Zugtiere gar nicht an den
Arbeits-
platz branzubringen, Hier wurden ganz andere technische
Auf-
gabers fforderlich, um Arbeitserleichterung zu erreichen.
AaStelle der unmittelbaren Maschinenverwendung bei der
Bearkelung des Bodens und bei der Schädlingsbekämpfung trat
die mſchanische Förderung von Spritzbrühe durch
Ho8 Jumpen in schnell und leicht verlegbaren und
umleg-
barens Nochdruck-Schlauchleitungen (Holder-Metzingen, Platz-
Ludwrglafen), das Hochfördern von Dung, Erde und Steinen mit
einer Ruell und überall aufstellbaren und nach der Arbeit noch
schneelt abreißbaren Seilbahn (Vollert-Weinsberg).
Ehr auch diese Maschinen und Geräte sind nur anwendbar,
Vennz / gelingt, die unglaublich ungünstigen Besitzverhältnisse
der im jrage kommenden Berglagen durch Zusammenlegung, Zu-
Sammrnchluß oder Organisation zu gewissen Einheiten zu-
Sammreitufassen, was meist noch viel schwerer ist als die schon
reichlid schwierige Lösung der technischen Aufgaben selbst.
Eine Arisse Umgehung dieser Zusammenschlußarbeit bedeutet
die Eulge von Weinbergswegen, die von jedem Winzer
lach eienem Belieben und ohne Rücksichtnahme auf den ande-
Ten Meautzt werden können, Abgesehen davon, daß auch hier
eine aße Zahl besonders schwieriger Berglagen ausscheiden,
Veil ite Weganlage, wenn sie nicht zum Straßentunnel werden
Soll, imöglich ist, werden solche Weganlagen immer außer-
Orderüh kostspielig und können trotzdem nur
Teilerleichterin-
gen Atfen.
1I7 neueren Bestrebungen gehen nun dahin, Seilbahn und
Weserdage zu vereinigen, wobei der Seilbahn die Ueberwindung
des Hienunterschiedes zufällt, dem Weg die Verteilung in der
Waag gchten, Wieweit das aber bei schwierigeren
Besitzverhält-
niserst höglich ist, oder welche Wege zur Anpassung der Par-
ZellenIktschaft an diese notwendigen technischen
Erleich-
terunnst gegangen werden müssen, das werden wohl erst die
Nichat Jahre — oder vielleicht gar Jahrzehnte zeigen.
Facltzrung: Schweistechnik.
inwirkung der Schweißtechnik auf den Bau
von Straßenfahrzeugen.
Von Min.-Rat Hubrig, VDI., Berlin.
IMrahrzeugbau bedient man sich der elektrischen Wider-
Ranat dder Abschmelsschweißung, der Gasschweißung mit
Asetihl und der lichtbogenschweilung. Das Widerstands-
Zenmelerfahren kommt insbesondere für Karosserieteile aus
Lüinnrn Stahlblech und bei großen Stückzahlen in Frage, Sonst
Nirdk i Hinne Bleche und für Nichteisenmetalle die Aretrlen=
Schucdlug vermendet.
Während die Entwicklung der Schienenfahrzeuge sich der
neueren Schweißtechnik schon vor Jahren bedient hat, sind die
Straßenfahrzeuge erst in jüngster Zeit hierzu übergegangen. Das
Straßenfahrzeug wird zwar durch die statische Last, die
Be-
schleunigungs- und Fliehkräfte in gleicher Weise wie das
Schie-
nenfahrzeug beansprucht. Es ist aber infolge der sehr
erheb-
lichen Fahrbahnunebenheiten viel größeren
Schwingungsbean-
spruchungen ausgesetzt, Hinzu kommt, daß beim Abbremsen
eines Straßenfahrzeuges viel größere Verzögerungen erreichbar
sind, Außerdem sind die Bremsungen im Straßenverkehr
wesent-
lich häufiger als auf der Schiene, so daß sie nicht nur ihrer
Größe, sondern auch ihrer Zahl nach ein mehrfaches von
den-
jenigen im Schienenverkehr ausmachen. Das Schienenfahrzeug
unterliegt somit vornehmlich statischen, das Straßenfahrzeug
hin-
gegen dynamischen Beanspruchungen. Diese Erkenntnis lehrt
also, daß die Konstruktionsgrundsätze für das Schienenfahrzeug
nicht ohne weiteres auf das Straßenfahrzeug übertragen werden
können, Bei den Schweißverbindungen können hier wohl die im
Schienenfahrzeugbau gesammelten Erfahrungen verwertet
wer=
den, dabei muß aber auf die wesentlich größeren
Schwingungs-
beanspruchungen des Fahrzeuges besondere Rücksicht genommen
werden; nicht zuletzt auch darauf, daß die Straßenfahrzeuge aus
wirtschaftlichen und fahrtechnischen Gründen möglichst leicht
gebaut werden müssen, unbeschadet ihrer Dauerhaftigkeit.
Für alle Aufbauten ohne Ausnahme muß ein
alterungsbestän-
diger Werkstoff gewählt werden. Die Frage ist noch zu klären,
in welchem Falle der Punkt- und Nahtschweißung der Vorzug zu
geben ist, weil diese Frage für die Gestaltung von Bedeutung
ist, Z. B. ist von der Verwendung von Kastenträgern ohne
Naht-
schweißung abzusehen wegen des korrosionssicheren
Abschlus-
ses, es sei denn, daß eine sehr enge Punktschweißung gewählt
Rr4
Wesentlich für die Dauerhaftigkeit der Schweißverbindungen
ist es noch, daß Wasserfangstellen unbedingt vermieden werden,
Eine gute Zugänglichkeit aller Schweißstellen zur einwandfreien
Beaufsichtigung ist ebenso erforderlich.
Die besondere Eigenart der Schweißung erfordert aber auch
eine entsprechende Aenderung der Montagebedingungen für
Fahrgestell und Aufbau. Es müssen Einrichtungen vorgesehen
werden, mit denen möglichst große Teile, z. B. der
Fahrgestell-
rahmen, Aufbauseitenwände, Kopfwände und Dach bankartig
unter Anwendung waagrechter Schweißung geschweißt werden
können. Schräg- oder Ueberkopfschweißungen sind schwierig
und möglichst zu vermeiden.
Soweit Punktschweißung in Frage kommt und eine
ausrei-
chende Festigkeit verlangt wird, ist sauber gebeistes Blech zu
verwenden. Mit Zunder behaftetes Blech verursacht ein
Schmo-
ren und Spritzen und schließlich geringe Haltefestigkeit, Für die
anderen Schweibarten ist ungebeister Werkstoff verwendbar,
jedoch sollte man auch hier, Wenn Dauerbeanspruchungen und
ähnliche Kräfte zu erwarten sind, gebeiztes Blech verwenden,
um Schlackeneinflisse zu vermeiden.
Wenn eine mit dem Lichtbogen geschweißte Naht nicht
voll-
ständig durchschweißt ist, so muß die Nahtwurzel durch eine
kleine Naht nachgeschweißt werden. Es ist für das Fahrzeug
von Bedeutung, daß die Fuge vollständig geschlossen ist. Der
Stumpfnaht ist unbedingt vor der Kehlnaht der Vorzug zu geben.
Wenn sich die Kehlnähte nicht vermeiden lassen, sollen sie
möglichst nicht an Stellen größter Beanspruchungen gelegt
werden.
Bei der Wagengestaltung ist aber nicht nur auf die
Bean-
spruchungen im Betriebe, sondern auch auf die
Herstellungs-
möglichkeiten in der Werkstatt zu achten, Alle Schweißnähte
müssen gut zugänglich sein, Schweißungen in Ecken, in denen
der Lichtbogen durch magnetische Blaswirkung abgelenkt wird,
sind nach Möglichkeit zu vermeiden. Das setzt natürlich voraus,
daß der Konstrukteur mit den Schweißverfahren und den
Werk-
statteinrichtungen selbst gut vertraut ist. Nur so kann er die
Forderung erfüllen; leicht, stabil und wirtschaftlich zu
kon-
struieren.
Fachsitzung: Feuerungstechnik.
Verbrennung feinkörniger Brennstoffe.
Von Dipl.-Ing. Presser, VDI., Essen.
Die Wanderrostfeuerung wurde durch die in Zonen
unter-
teilte Zufuhr der Verbrennungsluft wesentlich vervollkommnet.
Die Feuerungsleistung wurde gesteigert, und seither ungeeignete
Brennstoffsorten wurden nun mit gutem Erfolg verwendbar. Das
„Sichüberlassensein” des Brennstoffes während des
Verbren-
nungsverlaufes bildet aber immer noch eine fühlbare
Beschrän-
kung. Diese tritt besonders in Erscheinung bei backenden
Brennstoffen, die überdies noch aschenreich oder feinkörnig sind.
Versuche an einer Betriebsanlage mit Luftvorwärmung und
zusaätzlicher Schüreinrichtung (Schürsäge) haben gezeigt, daß
bei derartigen Brennstoffen nach anfänglich gutem Feuer
ausge-
sprochene Schwierigkeiten auftreten können. Obwohl die
Luft-
vorwärmung im vorliegenden Falle nur etwa 120 Grad Celsius
betragen hat, mußte auf Grund gewisser Beobachtungen
ver=
mutet werden, daß das aufgetretene Erstieken des Feuers mit
der Luftvorwärmung in enger Verbindung stehe.
Zur einwandfreien Klärung wurde eine besondere
Versuchs-
feuerung mit Lufterhitzer aufgestellt, die eine weitgehende
Veränderung aller die Verbrennung beeinflussenden Größen ge-
Stattete. Durch zahlreiche Versuche konnte nachgewiesen
wer-
den, daß die Feuerungsschwierigkeiten durch das in einem
ge-
wissen Temperaturbereich eintretende „Plastischwerden”, der
Kohle hervorgerufen werden, vorausgesetzt, daß stärkere
Schichtlagen der Beschickung durch äußere Einflisse praktisch
gleichzeitig in den plastischen Zustand gehoben werden. An dem
ausgefahrenen Rostwagen konnte man dann feststellen, daß sich
unmittelbar über dem Rostbelag eine 20—30 mm starke und
dicht verbackene Platte gebildet hatte, die den Luftdurchgang
völlig verhinderte. Die im Rostbelag gespeicherte und
augen-
blicklich zur Verfügung stehende Wärmemenge war bei diesem
Vorgang von überniegendem Einfluß, während die Einwirkung
der vorgewärmten Verbrennungsluft wesentlich dahinter
zurüick-
trat.
Durch Versuche mit gasärmeren und gasreicheren Feinkohlen
und den Vergleich mit Erweichungskurven, die man mit Hilfe
eines Plastometers aufnahm, wurde versucht, die Ursache und
den Einfluß des Plastischwerdens auf den Verbrennungsverlauf
möglichst vollgültig zu erfassen.
Die sichere Durchlüftung des Breunstoffbettes läßt sich durch
eine ausreichende Kühlung des Rostbelages erreichen. Damit
sind die genannten Schwierigkeiten behoben.
*Neues vom Vogelflug.
Bis heute ist es uns nicht gelungen, das Geheimnis des
Vogelflugs ganz zu enträtseln und restlos zu klären. Gewiß, das
Segeln auf tragenden Luftschichten haben wir ihnen abgeguckt,
wie sie aber mit flatternden Schwingen in den Aether
empor-
steigen, wie sie mit raschem Flügelschlag gegen den stärksten
Wind vorwärtsschießen — das ist uns bisher Geheimnis
geblie-
ben, und alle Versuche, den Schwingenflug des Vogels
nachzu=
bilden sind bislang fehlgeschlagen.
Es hat gegenwärtig den Anschein, als ob nunmehr auch von
diesem Geheimnis der Natur die Schleier fielen, Dem Berliner
Oberingenieur Budig, der sich seit Jahren mit der Erforschung
dieses Problems beschäftigt, ist es gelungen, zu sehr
interessan-
ten neuen Erkenntnissen zu gelangen und sie zugleich
experi-
mentell zu bestätigen. Seine Ergebnisse können hier nur
anden-
tungsweise mitgeteilt werden, Er ist ausgegangen von der
Mes=
sung der Kräfte, die an einer Tragfläche auftreten, wenn man
sie nicht gerade, sondern schräg anbläst, oder — umgekehrt —
schräg gegen den Windstrom bewegt. Er hat nun erkannt, daß
in diesem Falle in der Nähe der Vorderkante der Fläche ein
außerordentlich starker Sog entsteht, der bestrebt ist, die
Trag-
fläche gegen den Wind nach vorwärts zu bewegen. Dieses im
ersten Augenblick unwahrscheinliche Ergebnis konnte Budig
durch den Versuch bestätigen, und zwar zunächst für den
Vor=
trieb im Wasser.
Da es sich hier vorwiegend darum handelt, das
Zustande-
kommen des Vortriebs zu klären — die Entstehung des
Auf-
triebs kennen und beherrschen wir zur Genüge — konnte Budig
sich mit dieser Vereinfachung begnügen, zumal wir wissen, daß
auch der Propeller sich in der Luft wie im Wasser
grundsätz-
lich ähnlich verhält. Budig hat also ein Paddelboot mit zwei
seitlich angeordneten, kurzen „Tragflächenstücken” versehen,
die, worauf es ja entscheidend ankommt, vom Wasserstrom
schräg angeströmt werden. Damit eine solche schräge
Anströ-
mung zustande kommt, müssen diese Flächen, die
besonders-
artig gekrümmt sind, im Wasser auf- und abwärts bewegt
wer=
den. Budig hat hierzu einen einfachen Mechanismus entwickelt,
den man mit beiden Händen betätigt, Sobald nun die beiden
Flächen im Wasser auf- und abwärts bewegt werden, gerät das
Boot in immer raschere Fahrt, und man braucht bei weitem
nicht die Kraft, die sonst zum Paddeln erforderlich ist,
aufzu-
wenden, um mit gleicher Geschwindigkeit wie ein geübter
Padd-
ler voranzukommen. Die Arbeiten Budigs sind natürlich erst
An-
fänge, Ob und inwieweit sie etwa die Möglichkeit eines
mensch-
lichen Schwingenfluges eröffnen werden, bleibt abzuwarten, Auf
jeden Fall aber ist unser Erkenntnisbereich durch die
interes-
santen Ergebnisse Budigs um ein bedeutendes Stück erweitert
worden.
Faügsicherungen.
Unter diesem Titel brachten wir in der Technik der
Gegen-
wart vom Februar d. J. die Schilderung eines
Zugsicherungs-
systems von Ingenieur Kofler. Die Deutsche Reichsbahn-
Gesell-
schaft hat für die Bearbeitung der
Zugbeeinflussungsangelegen-
heiten ein Sonderdezernat beim Reichsbahn-Zentralamt für Bau-
und Betriebstechnik in Berlin eingerichtet. Diese Stelle hat uns
auf einige Unrichtigkeiten in dem genannten Aufsatz
aufmerk-
sam gemacht. Versuche mit der Erfindung Kofler wurden nicht
auf Strecken der Deutschen Reichsbahn, sondern nur auf
Pri-
vatbahnen durchgeführt. Die amerikanischen
Eisenbahngesell-
schaften haben ihre Einrichtungen mit induktiver
Zugbeeinflus-
sung nicht ausgebaut, Bei einigen Bahnen wurde nur auf die
Bremswirkung verzichtet. An Stelle der Bremswirkung wurden
sogenannte Führerstandssignale, das sind Einrichtungen, die die
Stellung der ortsfesten Signale im Führerstand anzeigen,
ein=
geführt, In einigen anderen Fällen wurde der Ausbau der
Zug=
beeinflussung von dem Bundesverkehrsamt wegen
Verkehrsrück-
gang genehmigt. Die Uebertragungsart, ob induktiv oder
mecha-
nisch, spielte hierbei nicht die entscheidende Rolle, Dr. Bäseler
benutzte bei seinen Versuchen nicht ultrarote Strahlen und
Photozellen, sondern Selenzellen und einen durch eine
Loch-
scheibe unterbrochenen Lichtstrahl. — Leider waren wir von
unserem Gewährsmann falsch unterrichtet.
KURZE MITTEILUNAEN
* Der Fortschritt der Wärmetechnik wird am besten an dem
Kohlenverbrauch für die Erzeugung von einer Kilowattstunde gemessen.
Unsere besteingerichteten Elektrizitätswerke benötigten im Jahre 1913
noch 1,05 kg, im Jahre 1931 aber nur 0,58 kg je KWh. Der Durchschnitt
der öftentlichen Elektrisitätswerke dürtte in der gleichen Zeit etwa 1,15
ks auf 0,68 ks gesunken sein. Andere Anlagen haben sicherlich
gegen-
wärtig noch einen geringeren thermischen Wirkunggrad und doch ist der
Verbrauch an Kohle von 1913 bis 1930 in Deutschland etwa um 7,5
Mil=
lionen Tonnen, in Großbritannien um 16.1 Millionen Tonnen zurückge-
Sangen. Die deutsche Reichsbahn schätzt in dem Zeitraum von 1913 bis
1928 den Minderverbrauch an Kohle, bezogen auf die beförderte Zuglast
zuf 20 Proxent, insgesamt ist der Verbrauch um etwa 4 Millionen Tonnen
zuriickgegangen, Infolge des technischen Fortschrittes dürfte in dem
Ver=
lauf von 17 Jahren die Ersparung an Breunstoft in Deutschland,
Frank-
reich und Großbritannien 15—20 Prozent, in Amerika 25—30 Prozent
be-
tragen haben.
* Stratosphärenballon. Ueber die Wege und Ziele der Strato-,
sphärenflüge haben wir kürzlich ausführlich berichtet. Inzwischen habent
die Russen trotz ihres Mißerfolges mit dem Ballon „Sirius” ein neues
Verfahren erdacht, um in noch größere Höhen, allerdings mit
unbemann-
tem Ballon zu gelangen. Sie beabsichtigen einen Vielfachballon zu bauen,
der aus mehreren Gummiballons zusammengesetzt ist und eine Höhe von
40 Kilometer erreichen Soll. Außerdem wird er ferngesteuert, 40 000
Meter erscheint außerordentlich, es ist aber kaum der halbe Weg bis zu
der Heavisideschicht, die man in einer Höhe von etwa 100 Kilometer
annimmt.
* Bierfässer aus Stahl werden nicht nur in Amerika jetzt nach dem
Aufheben der Trockenlegung, sondern neuerdings auch in Deutschland
verwendet. Die amerikanischen Bierfässer werden aus einem Spezial=
Stahl hergestellt und innen mit Holz belegt. Sie sollen leichter und
wider-
standsfähiger als Holzfässer sein. Etwa zwei Drittel aller amerikanischen
Bierfässer sind aus, Stahl. Die deutschen Stahlfässer sind doppelwandig
aus bestem Siemens Martinstahl hergestellt, die innere Holzbekleidung
wird durch einen sehr elastischen, gegen Stöße äußerst
widerstands-
fähigen emailleähnlichen Ueberzug ersetzt. Undichtigkeiten und
Repara-
turen fallen vollkommen fort. Auch bezüglich der Erhaltung des Iuhaltes
sind sie den ausgepichten Holzfässern mindestens ebenbürtig. Aucht
V24-Stahl wird heute zur Hlerstellung von Bierfässern benutst, Zudere
oder innere Ueberzüge sind hierbei nicht notwendig. Wegen der hohen
Festigkeit sind Einbuchtungen 80 gut wie ausgeschlossen. Auch ein Ersatz
für Bierflaschen hat man in Amerika auf den Markt gebracht. klier spielen
Markenbiere noch mehr wie bei uns eine Rolle, die aber wegen der
großen Transportweite und den damit zusammenhängenden Frachtkosten,
besonders auch für die Püekfracht der leeren Gebinde sehr verteuert
wird. Die Bllehsenfzbrikanten Stellen deswegen Kannen aus verzinntem
Weißblech, ähnlich unseren Konservenblehsen her, die nur zum
ein=
maligen Gebrauch bestimmt sind. Hierdureh wird der Versandbereieh
wesentlich vergrößert.
Prog
eit
Aufmarſch
us Argehörit
en ſchwimniſt
Unter=Ga
Wert des Spo
Adolf Hitler und Miniſterpräſident Göring verlaſſen die Gruft,
in der die ſterblichen Ueberreſte Carin Görings beigeſetzt wurden. Die Gebeine der treuen
Lebens=
gefährtin Hermann Görings waren von ihrer bisherigen Ruheſtätte bei Stockholm in die Einſamkeit
der Schorfheide überführt worden, um dort bei dem Jagdhaus Carinhall des preußiſchen
Miniſter=
präſidenten zur letzten Ruhe beſtattet zu werden.
Die fünf engliſchen Zerſtörer „Kempenfelt”, „Viceroy”, „Vega”, „Vonitia” und „Valorous”
Reich und Ausland.
Urlauberdampfer „Dresden”
leck gelaufen.
Bremen. Der Dampfer „Dresden” des
Norddeutſchen Lloyd, der ſich zurzeit auf einer
Urlauberfahrt „Kraft durch Freude” befindet, iſt
einige Meilen nördlich von Utſire, an der
norwe=
giſchen Küſte, durch Grundberührung leck
gewor=
den. Der norwegiſche Dampfer „Kong Haakon”
hat ſämtliche Fahrgäſte an Land gebracht. Sie
befinden ſich alſo in Sicherheit.
Der Nordd. Lloyd hat zur Rückbeförderung der
Paſſagiere ſeinen 13 367 Tonnen großen Dampfer
„Stuttgart” beſchleunigt zur Unfallſtelle entſandt
Das Schiff hat Bremerhaven um Mitternacht
ver=
laſſen.
Der Viertageflug über Deutſchlands Gaue
107 Sportflugzeuge in 22 Skaffeln unkerwegs.
vier Maſchinen der Gruppe Hamburg=Altona
an=
gekommen.
Glücklicher Stark.
Kiel. Zum Zeichen der engen Verbundenheit
zwiſchen der Reichsmarine und den Kameraden der
Arbeit auf dem Dampfer „Dresden”, der in den
norwegiſchen Schären auf Grund gelaufen iſt, hat
der Flottenchef Admiral Foerſter, als er von dem
Unfall des Schiffes Kenntnis erhielt, ſofort den
Befehl gegeben, den zur Kieler Woche in Kiel
an=
weſenden Kreuzer „Leipzig” zur Unfallſtelle zu
entſenden. Da die Mannſchaft des Kreuzers auf
Landurlaub war, wurde ſie durch Streifen
be=
ſchleunigt an Bord zurückgeholt, ſo daß die Leipzig
um 3 Uhr morgens Kiel verlaſſen konnte, um ſich
mit höchſter Fahrt zum Dampfer „Dresden” zu
be=
geben.
Oslo. Wie das „Norſk Telegrambüro”
be=
richtet, iſt es bei dem Ausbooten der Paſſagiere
der „Dresden”, die bei Stavanger auf Grund lief,
zu einem tiefbedauerlichen Unglücksfall gekommen.
Ein Rettungsboot der „Dresden” kenterte
unmit=
telbar nachdem es auf das Waſſer niedergelaſſen
war. Es gelang jedoch, die Inſaſſen zu retten,
bis auf zwei Frauen,, die verunglückten.
Eine Anzahl von weiteren Paſſagieren mußte in
das Krankenhaus von Stavanger gebracht werden,
wo ſie ärztliche Hilfe und Pflege erhielten.
Nach einer Mitteilung des deutſchen Konſulats
in Stavanger konnte die eine der verunglückten
Frauen als Emma Erzheimer aus Otterberg in
der Rheinpfalz feſtgeſtellt werden. Die andere
Verunglückte iſt ein junges Mädchen, deſſen Name
bisher nicht zu ermitteln war. Die Zahl der im
Krankenhaus befindlichen Verletzten der „
Dres=
den” beträgt 15. Der Tod der beiden
Frauen hat in ganz Deutſchland
tiefſte Anteilnahme erweckt.
Vom Norddeutſchen Lloyd wird zum Unfall der
„Dresden” mitgeteilt, daß bei dem Schiffsunglück
zwei Frauen geſtorben ſind. Sie ſind nicht
er=
trunken, ſondern auf dem norwegiſchen Dampfer,
der ſich bei den Rettungsarbeiten beteiligte, an
Herzſchwäche geſtorben. Die übrigen Paſſagiere
befinden ſich alle in guter Pflege. Die
norwegi=
ſchen Behörden haben ſich mit großer Fürſorge und
Tatkraft ihrer angenommen. Vermißt wird keiner
der Paſſagiere und keiner der Schiffsangehörigen
Die „Dresden” iſt geſunken. 14 Frauen und der
Koch befinden ſich mit leichteren Verletzungen im
Hoſpital; der Koch hat Rippenbrüche
davonge=
tragen, eine Frau Arm= und Beinbrüche.
Berlin. Mit einem glänzend gelungenen
Start ſtiegen geſtern früh, auf das Zeichen des
Staatsſekretärs im Reichsluftfahrtminiſterium,
Milch, 107 deutſche Sportflugzeuge in 22 Staffeln
von 3.00 bis 5.30 Uhr zum Deutſchlandflug 1934,
dem Flugwettbewerb des Deutſchen
Flugſportver=
bandes (D.F.V.) um den Sonderpreis des Herrn
Reichsminiſters der Luftfahrt auf.
Um 4.10 Uhr trafen die erſten Staffeln in
Stettin ein. Trotz der frühen Morgenſtunde
hatte ſich auf dem in der Nähe der Stadt
gele=
genen Flugplatz eine zahlreiche Menſchenmenge
eingefunden.
Außer Staatsſekretär Milch war ein großer
Teil der Landesgruppenführer des D.L.V.
anwe=
ſend, ferner der Präſident des Luftamtes
Kau=
piſch ſowie eine Reihe von Sportbegeiſterten,
die es ſich nicht hat nehmen laſſen, ſo zeitig auf
dem Platz zu erſcheinen. Um 5.15 Uhr gingen von
der letzten Gruppe die erſten Dreierſtaffeln hoch,
und ihnen folgten in Fünfer= und
Siebenerſtaf=
feln die anderen im Zwei=Minuten=Abſtand. Als
letzte, Maſchine ſteigt eine Danziger hoch, die
außerhalb des Wettbewerbs die ganze Strecke als
Werkzeugmaſchine mitmacht.
Im ganzen ſtarteten 9 Verbände zu je drei
Flugzeugen, 2 zu vier Flugzeugen, 6 zu fünf und
6 Verbände zu ſieben Flugzeugen. Um 5.30 Uhr
iſt der gut organiſierte Start des größten
Deutſch=
landfluges glücklich und ohne Ausfall durchgeführt.
Der Wettbewerb um die beſte
Gemeinſchaftslei=
ſtung hat begonnen.
Dampfer „Stuttgart”
landet die „Dresden”=Fahrgäſte in Emden.
Emden. Als Abſchluß der 8. „Kraft=durch=
Freude”=Fahrt des Lloyddampfers „Dresden” war
ein Beſuch des größten preußiſchen Nordſeehafens
Emden vorgeſehen. Da mit der Ankunft des
Dampfers in Emden für Freitag gerechnet wurde,
hatte die hieſige Leitung des Amtes „Kraft durch
Freude” verſchiedene größere Veranſtaltungen für
die Urlauber geplant. Am Samstag ſollte dann
der Abtransport mit der Eiſenbahn in die
Hei=
mat vor ſich gehen. In Verfolg dieſes Programms
wird der Lloyddampfer „Stuttgart”, der zur
An=
bordnahme der Paſſagiere der „Dresden” nach
Norwegen gegangen iſt, die Fahrgäſte am
Sams=
tag in Emden landen. Die Urlauber werden mit
Motorbooten vom Hafen nach der Stadt gebracht
werden, wo eine Kaffeetafel ſtattfinden wird. Die
Abfahrt zu den Heimatsorten erfolgt dann um
22 Uhr.
rar. Sie führte 1.
niten
Denen ſol
liefen zu einwöchigem Beſuch in den Hafen von Swinemünde ein. Die Zeit ihres dortigen Aufenw berufen
haltes iſt mit einem umfangreichen Programm geſellſchaftlicher und ſportlicher Veranſtaltungen ausu yſie aber
geſun=
zure
gefüllt. Die engliſchen Schiffe finden um ſo größeres Intereſſe ſeitens des deutſchen Publikums, alu rechen,
mnen. Für die Ft
ſie zur Beſichtigung freigegeben ſind.
Berufsleben,
keine beſſere
mnen im freien !
Wieder ein ſchweres Grubenunglit Mam beganen
Danzig. Auf dem Flugplatz Danzig=
Lang=
fuhr waren bis 7 Uhr früh 14 Verbände der am
Deutſchlandflug teilnehmenden Maſchinen
gelan=
det, darunter die Ortsgruppen Magdeburg und
Hannover die Ortsgruppe Berlin, die Ortsgruppe
Heſſen=Darmſtadt und die Ortsgruppe
Braunſchweig mit je drei Flugzeugen, die
Orts=
gruppe Hamburg=Altona und die Untergruppe
Berlin mit vier Flugzeugen, die Untergruppe
Oberſchleſien mit fünf Flugzeugen, die
Unter=
gruppe Mannheim=Ludwigshafen und die
Unter=
gruppe Eßlingen mit ſieben Flugzeugen. Mit der
Untergruppe Berlin landete u. a. der bekannte
Flieger v. Gablentz. Außerdem traf gegen
7 Uhr außer Wettbewerb Präſident Lörtzer am
Steuer ſeiner Maſchine ein.
Um 8 Uhr waren ſämtliche bisher in Danzig
gelandete Teilnehmer am Deutſchlandflug zum
Weiterflug nach Allenſtein geſtartet. Präſident
Lörtzer ſtartete um 7.45 Uhr am Steuer ſeiner
Heinkelmaſchine nach Königsberg. In Danzig
herrſcht, im Gegenſatz zu dem bisherigen
Deutſch=
landflug, ausgezeichnetes Wetter, bei
Wind=
ſtärke 2. Die Maſchine D 6 T, der
Fliegerorts=
gruppe Münſter fiel hinter Stettin aus, ſo daß
der Verband in Danzig, ſtatt mit fünf, nur mit
vier Maſchinen landete.
Etappe Königsberg.
Königsberg. Seit den frühen Morgen=
Sportflugzeug bei Naugard abgeſtürzt.
Stettin. Am erſten Wettbewerbstage des
Deutſchlandflugs ereignete ſich ein bedauerlicher
Un=
fall: Ein Sportflugzeug ſtürzte aus bisher
unbe=
kannter Urſache bei Hohenſchönau, Kreis Naugard,
ab, wobei die Beſatzung, Flugzeugführer Volbracht
und Orter Koch den Tod fanden. — Außerdem
mußte ein anderes *Wettbewerbsflugzeug bei
Großpychow, Kreis Belgard, eine Notlandung
vor=
nehmen, bei der der Flugzeugführer Schafhauſen
verletzt wurde. Der Orter blieb unverletzt.
Die erſten Teilnehmer des Deutſchlandfluges
in Berlin wieder eingetroffen.
Berlin. Donnerstag nachmittag nahm der
Deutſchlandflug programmäßig und ohne
Zwi=
ſchenfälle ſeinen Fortgang. Nachdem die
Mehr=
zahl der Teilnehmer bereits vor der
Mittags=
ſtunde Königsberg verlaſſen hatte, mußte mit der
Ankünft der erſten Teilnehmer früher, als man
ge=
dacht hatte, in Berlin gerechnet werden. Obwohl
die Flieger auf dem Rückwege von Oſtpreußen
mit ſcharfem Gegenwind zu kämpfen hatten, der
ihnen auf dem Hinflug die Arbeit erleichtert
hatte, gelang es den Hamburgern, beſtehend aus
4 Flugzeugen vom Typ Klemm L 25, und den
Hannoveraner Fliegern mit 3 Maſchinen
desſel=
ben Typs, bereits wenige Minuten nach 16.30 Uhr
den Ausgangsflughafen wieder zu erreichen und
damit den erſten und längſten Streckenflugtag
die=
ſes bedeutenden Wettbewerbs erfolgreich
abzu=
ſchließen. Die Hamburger landeten um 16.32 Uhr,
während die Hannoveraner 3 Minuten ſpäter das
mitten auf dem Tempelhofer Flughafen
aufge=
baute Ziel in vorſchriftsmäßiger Formation
über=
flogen. In der Zeit zwiſchen 17.13 und 18.37 Uhr
ſind eine Reihe weiterer Fliegerſtaffeln auf ihrem
Deutſchlandflug wieder in Tempelhof eingetroffen,
und zwar handelt es ſich um den Dreierverband
Berlin, Typ Klemm KT. 32, um den
Dreierver=
band Braunſchweig, Typ Klemm L. 26, um den
Dreierverband Darmſtadt, Typ Klemm L, 25,
und um den Dreierverband Magdeburg, Typ
Klemm L 25.
Die Schiller=Huldigungs=Skaffelläufe.
Zwei Staffeln in Eiſenach eingetroffen.
tunden hält ſich eine große Menſchenmenge auf
dem Flugplatz in Devau auf, die mit großer
Span=
nung auf das Eintreffen der Flieger wartet. Kurz
vor 9 Uhr erſchien als erſte Maſchine die von
Präſident Lörtzer, der auf direktem Wege aus
Danzig kommt, um ſelbſt der Kontrolle
beizu=
wohnen. Er wurde ſtürmiſch begrüßt. Er
be=
richtete, daß die erſte Etappe von den Fliegern
gut bewältigt wurde. Das Wetter ſei
einiger=
maßen günſtig. Obwohl die Sicht nur drei bis
vier Kilometer und die Wolkenhöhe 500
Me=
ter betrage, hoffe er, daß der Flug bei dem
herr=
ſchenden Weſtnordweſtwind ſich günſtig abwickeln
werde. Bald darauf brauſten als erſte Staffel
die drei Maſchinen der Hannoveraner, gut
ausge=
richtet, über die Ziellinie.: Schnell wurde die Zeit
genommen, und die Maſchinen rollten zur
Tank=
ſtelle. Die Hannoveraner, die aus dem letzten
Deutſchlandflug bereits als Sieger hervorgingen.
äußerten ſich ſehr befriedigend über den Flug. Nach
kurzer Zeit ſchon ſtarteten die Flieger in Richtung
Elbing. Inzwiſchen ſind als zweite Staffel die
Eiſenach. Von den 5 Schiller=Huldigungs=
Staffelläufen, die von der Reichsjugendführung
veranſtaltet werden und ſtrahlenförmig aus allen
Teilen des Reiches am 21. Juni in Marbach
zu=
ſammenlaufen, trafen am Mittwoch abend zwei
Staffeln in Eiſenach ein. Die eine kam aus
Schleswig=Holſtein, die andere hatte Oſtpreußen
entſandt. Die verſammelte Thüringer Hitler=
Jugend nahm dieſes Zuſammentreffen zum Anlaß
einer feierlichen Kundgebung für Friedrich von
Schiller. Hoch oben im Hofe der Wartburg
ver=
ſammelten ſich die Jungens und Mädels zu einer
nächtlichen Feierſtunde. Mit klarer Stimme
mel=
deten ſich die Staffelläufer zur Stelle. Die Feier
wurde durch Sprechchöre eingeleitet. Dann
er=
griff Schulungsleiter Dr. Studtkowſki das Wort
zu einer kurzen Anſprache. Dann wurden die
Laufer der beiden Staffetten mit den Grüßen des
Gebietes Thüringen auf die Reiſe geſchickt. Bis
Unterharles werden ſie durch Thüringer Hitler=
Jugend gebracht und dort dem erſten Läufer des
Gebietes Franken übergeben.
Gelungene Flucht von der Teufelsinſel.
New York. Aus Georgetown, in Britiſch=
Guayana, wird gemeldet, daß ſechs aus der
fran=
zöſiſchen Strafkolonie auf der Teufelsinſel
ent=
wichene Gefangene, nämlich fünf Franzoſen und
ein Spanier, in jämmerlichem Zuſtand dort
ein=
getroffen ſeien. Nachdem ſie von der Polizei
ver=
pflegt worden ſind, forderte man ſie auf, auf dem
ſchnellſten Wege die Stadt wieder zu verlaſſen, da
man ſie andernfalls den franzöſiſchen Behörden
ausliefern würde. Die Flüchtlinge haben ihr
Boot repariert und hoffen, die karibiſche Inſel
Trinidad zu erreichen.
auf der Karſten=Zenkrum=Grube.
Sieben Bergleute verſchüttet.
die Vorführ
Urterbrechung. 3.
deer=Bahn, wol
he Geſchlecht der
Beuthen. Am Mittwoch nachmittag, gegen) stwimmarten
18 Uhr, ereignete ſich auf der 774=Meter=Sohle dess ſſe ganz beſonde=
Nordfeldes der Karſten=Zentrum=Grube ein ſchwen i Kunſtſchwimme
res Grubenunglück. Bei einem heftigen Erdſtoſth os ausführten.
ging eine in Eiſen ausgebaute Strecke zu Bruchu Ein Hindernisſt
Unter den einſtürzenden Geſteinsmaſſen wurders uirgſtaffe
ein Steiger und ſechs Bergleute verſchüttet. Zwem end für
in der Nähe der Einſturzſtelle befindliche Bergut 1ein
Ein Maſſenſpri
leute wurden verletzt, davon einer ſchwer, Silk s Naß es auch be
konnten ſofort geborgen werden. Die Rettungss yae in allen möglt
arbeiten wurden ſofort eingeleitet. Irgendeinn ſtwurden, wollte
Verbindung mit den Verſchütteten, konnte bisheig mn und nur unge
nicht aufgenommen werden. Der Erdſtoß — eeu von dieſem luſtig
handelt ſich um ein ſogenanntes tektoniſches Be=Gluppen Grun
ben — wurde im ganzen Beuthener Grubenrenienu as alles beim
Mm
verſpürt. Nach Auskunft der Bergrevieräntert
Aae
n5
wurde auf den verſchiedenen Gruben nennenswer=g zu Wort. Zwei
ter Schaden nirgends angerichtet. Oberberghaupt=n Au ,ſchluß
mann Lindemann, vom Oberbergamt Breslau,u:
Smruträ=
hat ſich in Vertretung des erkrankten Berghaupt=t
manns ſofort nach der Unglücksgrube begeben, umm
die weiteren Rettungsarbeiten zu leiten
9in Uhr. A
Sſctwimmen. 10
Zwei Tote auf der Karſten=Zentrum=Gule, jert 19.10
Uhr=
geborgen.
Beuthen. Bei den Retungsarbeiten guit
Karſten=Zentrum wurden im Laufe der Nacht ders ſ0 Feibl
Häuer Piloth und der Abteilungsführer Grubenm
ſteiger Köhl als Tote geborgen. Ueber das Schic=b
ſal der noch Eingeſchlöſſenen beſteht keine Gewiß=Ri
heit. Die Rettungsarbeiten werden mit alemu c letzten Ta
1031, wird in
Kräften weitergeführt.
nners durchgefül
nen und Schwimr
0, wird an dieſ
Zugunglück in Mülhauſen.
Schwimmwettkar
ler. Die Suche na=
Vier Tote, vier Schwerverletzte.
Dutſchland durchs
Paris. Auf dem Bahnhof in Mülhauſen” deutſche Volksgen=
fuhr am Donnerstag, früh ein Eiſenbahnzug geu chen Schwimmen
gen einen Prellbock. Die erſten vier Perſonenil ” Fur denen vor
wagen ſchoben ſich ineinander und wurden zeri lireibenden
trümmert. Nach den bisherigen Feſtſtellungeng E Ortsausſchuß
ſind vier Perſonen getötet und vier ſchwer verlehzi 4” an dieſem 2
worden. Zahlreiche andere Perſonen erlitenſ.
0 Meter Bruſt
Verletzungen leichterer Natur.
0 Meter Bruſt
0 Meter Rücken
Drei Perſonen vom Blitz erſchlagen.
Meter Rücken
Warſchau. In dem Städtchen Siedle, imiüt A Meter Kraul
Kongreßpolen, wurden während eines Gewittersu 4 Meter Kraul
rtberechtig
drei Perſonen durch Blitzſchlag getötet.
t. Die Teilne
Die engliſchen Gefangenen aus der Gewolt. AgsBodeanſtalt.
etkänpfen iſt die
der chineſiſchen Seeräuber befreit.
London. Den Bemühungen der engliſchen” ſsigd” und Vorng
Kriegsſchiffe iſt es gelungen, von den fünf Engl , Aum enthalten
2 den 22. Juni.
ländern, die von chineſiſchen Seeräubern geſangend. mwoche Darmſtal
und verſchleppt worden waren, vier zu beſteiehle A Lherzapf. Dar=
Sie befinden ſich wohlbehalten auf einem encit Men kö
liſchen Kriegsſchiff. Nach einer Reutermeldaſcih
aus Weihaiwei ſoll inzwiſchen auch der fühle
Die
engliſche Gefangene ſowie ein gefangener Ch0ſe
De
befreit worden ſein.
vorttr.
Der neue Vorſihende
des Guſtav=Adolf=Vereins.
Profeſſor Dr. Hans Gerber,
Ordinarius des öffentlichen Rechts an de
verſität Leipzig, iſt an die Spitze de
Adolf=Vereins berufen worden.
[ ← ][ ][ → ]22. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 170 — Seite 11
Odsbabdoadtt
5V. 98 Darmſtadt — Olympig Lamperkheim.
Wer wird Deutſcher Fußballmeiſter?
Am Sonntag haben die 98er mit Olympia Lampertheim einen
Gegner aus den Verbandsſpielen zum Rückſpiel zu Gaſt. Die
Lam=
eichs Schwimm Woche
Die Kleine Preisfrage des Sonntags.
pertheimer, geführt von dem hervorragenden Mittelläufer Beier,
voch nuchne
er 774Mek:
ntrum=Gr
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ingeleitet 1 9
Der Eo n
anntes tehr a
eutchener E.
der Bir ;
n Gruben
ebe=
Im 7-24. Juni 1934
„Tag des Frauenſchwimmens.”
uh am 4. Tag der Reichsſchwimmwoche, dem „Tag des
Frauechroimmens” war wieder ein Maſſenbeſuch zu verzeichnen.
Das uchhaltige Programm ſetzte ſich durchweg aus volkstümlichen
und ſhmoriſtiſchen Vorführungen zuſammen und hat, wie ja alle
Maſſſerarbietungen überhaupt, die werbende Wirkung ſicher voll
und jg z erreicht. — Nach erfolgtem
Aufmarſch der über 200 Teilnehmerinnen,
die ſi aus Angehörigen des BdM. und den Damenabteilungen
der (hſigen ſchwimmſporttreibenden Vereine zuſammenſetzten,
Grtauz ie
Unter=Gauführerin Frl. Grete Born
In Wert des Sportes und beſonders des Schwimmens für
Eſul Sie führte u. a. aus, daß auch heute noch viele nicht
ver=
hen önnten, warum die Frauen und Mädchen überhaupt Sport
treibie Denen ſoll geſagt ſein, daß gerade die deutſchen Frauen
dazug erufen ſind, am Aufbau der Nation mitzuhelfen. Dazu
müſſiuſie aber geſund und kräftig ſein und dies iſt nicht beſſer
zu exnchen, als durch den Sport und ganz beſonders durch das
Schwnimen. Für die Frau, die ja ihre Arbeit, ſei es im Haushalt,
oder zu Berufsleben, faſt nur in geſchloſſenen Räumen verrichtet,
nibt e leine beſſere Erholung und Kräftigung, als Baden und
Schwminnen im freien Waſſer.
(Ainn begannen.
die Vorführungen in bunter Reihenfolge.
ohnerAterbrechung. Zunächſt ein Maſſenſchwimmen quer durch die
100=Aſter=Bahn, wobei gezeigt wurde, daß auch das ſogenannte
ſchwa9h Geſchlecht dem ſtärkeren in der Beherrſchung der
einzel=
nen Zwimmarten in nichts nachſteht.
2M ganz beſonders ſchwimmtüchtig erwieſen ſich 8 Damen,
einem beinz die 20 Kunſtſchwimmen und ſpäter auch noch das Figurenlegen
tadellit ausführten. Starker Beifall war ihr wohlverdienter
Lohm kin Hindernisſchwimmen über lebende Hinderniſſe war die
Bockſſouugſtaffel, ausgeführt von 72 luſtigen Mädels. Recht
be=
zleute wite luſtiger) für Teilnehmer und Zuſchauer, beſonders dann, wenn
einmmileim „Bock” etwas tiefer und länger als nötig unter Waſſer
on einer 4 mußti Ein Maſſenſpringen vom 3=Meter=Brett und Sprungturm
levden, zu bewins daß es auch bei den Damen nicht an Mut fehlt. Als dann
gar 0 in allen möglichen Koſtümen humoriſtiſche Sprünge
aus=
gefühlun urden, wollten Lachſalven und Beifallsſtürme kein Ende
hütteten nehumz und nur ungern konnten ſich die jüngſten
Teilnehmerin=
nen ur dieſem luſtigen Treiben losſagen, um von der Brücke
aus nbruppen Grundſprünge für Anfänger zu zeigen. Als dann
nochrngs alles beim Maſſenſchwimmbetrieb, wie Stoßballſpiel,
Werſ= niit Gummiringen, Reigenſchwimmen in Kleidern und
mit 2 Y0nſchirmen beſchäftigt war, kam auch das Sportſchwimmen
kurze ) Wort. Zwei Lagenſtaffeln über 6mal 50 Meter bildeten
richtet, L7 den Ac luß des wohlgelungenen Abends, der wiederum durch
Muſfinurräge der Polizeikapelle verſchönert wurde.
Heuke: Tag der Schulen.
r80 Uhr: Anſprache von Miniſterialrat
Rings=
rſten=Zertu haunit. 18,10 Uhr: Waſſergewöhnungsübungen. 18.20 Uhr:
Helfachwimmen, 18,30 Uhr: Springen. 18,40 Uhr: Stafetten.
Ausſbreibung für die Suche nach dem unbekannken
Schwimmer am 24. Juni 1934.
en beſteh . einf letzten Tag der Reichsſchwimmwoche, Sonntag, den 24.
en weiſ Junin 134, wird in ganz Deutſchland der „Tag des unbekannten
Schwanners” durchgeführt. Der großen Zahl veranlagter
Schwim=
merikun und Schwimmer Darmſtadts, beſonders der Darmſtädter
Jugegu wird an dieſem Tag Gelegenheit geboten, einmal in
einem Schwimmwettkampf ihr ſportliches Können unter Beweis
zu ſtalln. Die Suche nach dem unbekannten Schwimmer wird in
ganz leutſchland durchgeführt in der Erkenntnis, daß es noch
vielesdu ſche Volksgenoſſen gibt, die gar nicht wiſſen, daß ſie zum
ſport iiten Schwimmen veranlagt ſind. Deshalb ſind die
Wett=
kämprenur denen vorbehalten, die keinem
ſchwimm=
ſpo= ieibenden Verein angehören.
2i Ortsausſchuß Darmſtadt für die Reichsſchwimmwoche
ver=
änſtactt an dieſem Tage folgende Wettkämpfe: Beginn pünktlich
um 1hlhr:
0 Meter Bruſt für Männer und männliche Jugend.
Meter Bruſt für Frauen und weibliche Jugend.
10 Meter Rücken für Männer und männliche Jugend.
0 Meter Rücken für Frauen und weibliche Jugend.
10 Meter Kraul für Männer und männliche Jugend.
10 Meter Kraul für Frauen und weibliche Jugend.
Guirtberechtigt iſt jeder Deutſche aus Stadt und Kreis
Darmſtdt. Die Teilnehmer haben an dieſem Tag freien Eintritt
zur AAlugs=Badeanſtalt. Die Vorausſetzung für die Teilnahme an
den 2Itkämpfen iſt die Abgabe einer deutlich geſchriebenen
Mel=
dungs te Zu= und Vorname, Wohnort und Straße und genaues
Gebuusdatum enthalten muß. Dieſe Meldungen ſind bis ſpäteſtens
Freitm den 22. Juni, an den Ortsausſchuß für die
Reichs=
ſchwu inwoche Darmſtadt, zu Händen des Herrn Studienaſſeſſors
WLeyerzapf, Darmſtadt, Roßdörferſtr. 11. zu richten. Die
Melbutzen können am Woog oder in der Wohnung abgegeben
werder
29 Leiſtungen werden gleichzeitig für das Sportabzeichen
dewext. Die Teilnehmer werden nach Altersklaſſen eingeteilt.
Die lſchen Wettkämwfe werden durchgeführt für die
Darmſtäd=
ter ſſ mmmſporttreibenden Vereine. Auch hierbei werden
Eintei=
lungernach Altersklaſſen vorgenommen. Die Meldungen gehen
über 70 zuſtändigen Vereinsſtellen ebenfalls an Herrn Leyerzapf.
Atſche Jugend heraus zum edlen Wettkampf! Deshalb
be=
teilig uch alle an dem Tag des unbekannten Schwimmers!
Turngemeinde Beſſungen 1865.
m Samstag, den 23. Juni d. J., findet im Kneipſaale des
Veke ihauſes eine Monatsverſammlung ſtatt. Das Erſcheinen
der 2Nglieder iſt Pflicht, Beginn 21 Uhr.
Deutſches Radſport=Jugend=Abzeichen.
0 nächſte Prüfung zum Erwerb des DRJA. findet am
Sonnn den 8. Juli d. J., früh 7.30 Uhr, auf der Rundſtrecke bei
Kranzüſtin für alle Jungen und Mädchen von Darmſtadt und
weit/½ Umgebung, im Alter von 12 bis 18 Jahren, ſtatt. Erfor=
Frli Aſ die ſchriftliche Zuſtimmung der Erziehungsberechtigten.
Die ſtingung des Abzeichens bedingt folgende Leiſtungen:
hronze: Jungradler 15 Km. in 40 Min.
Jungradlerin=
gen 9änr. in 55 Min, oder Jungradler 30 Km. in 4.30 Stunden,
Jungyiale rinnen 50 Km. in 5.30 Stunden.
ſil ber: Vorbedingung iſt der Beſitz des Bronzeabzeichens.
2 Kcnin 45 Min, bzw. 55 Min, oder 60 Km. in 4 Stunden bzw.
5 Sti
75o1d: Vorbedingung iſt der Beſitz des Abzeichens in
m in 60 Min. bzw. 70 Min, oder 60
Am kommenden Sonntag findet die deutſche Fußballſaiſon
ihren Höhepunkt mit dem Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft.
In Berlin ſtehen ſich
Schalke 04 und 1. FC. Nürnberg
im Entſcheidungskampf gegenüber. Wer wird, das iſt die
dies=
malige Preisfrage für alle unſere Leſer, Deutſcher Meiſter 19347
Einſendungen — Poſtkarte genügt — mit der Angabe
Deutſcher Fußballmeiſter:
mit . . . . . . . Toren
(alſo ohne Halbzeit=Ergebnis) müſſen bis Samstag abend
22 Uhr auf der Sportredaktion des „Darmſtädter Tagblatt”,
Rheinſtr. 23, vorliegen.
Für richtige Vorausſagen ſetzen wir wieder aus:
1. Preis 5—— RM. in bar.
2. Preis 2monatiger Freibezug des „Darmſtädter Tagblatt”,
3. Preis 1monatiger Freibezug des „Darmſtädter Tagblatt”,
Wer macht das Rennen?
Heute 2. Staffelabend der Leichkakhleken
Bei freiem Eintritt findet heute um 19 Uhr der 2.
Staffel=
abend der Leichtathleten im Hochſchulſtadion ſtatt Das Programm
dieſes Abends bringt für die Aktiven zwei gemiſchte Staffeln für
Sprinter und Mittelſtreckler mit der Olympiſchen (800, 200. 200,
400 Meter) und der Schwedenſtaffel (400, 300, 200. 100 Meter)
und außerdem noch eine reine Mittelſtreckenſtaffel über 3mal 1000
Meter. Auch die Jugend ſtartet in einer 4mal 800 Meter=Staffel
über die Mittelſtrecke und außerdem noch über 4mal 200 Meter,
während die anderen Klaſſen, die Alten Herren, die Frauen und
die Schüler, jeweils 10mal 100 Meter=Staffeln laufen.
Beteiligt ſind an dieſem Abend wiederum der ASC. die TSG.
1846, der SV. 1898, der Polizei=SV. Merck und TB. Jahn 1875,
zu denen ſich wohl noch der eine oder andere Vorortverein
ge=
ſellen wird.
Die Kampfrichter, die bisher tätig waren und die
dar=
über hinaus von Vereinen noch abgeſtellt werden, treten pünktlich
um 18.30 Uhr im Hochſchulſtadion unter dem Marathontor zur
Kampfrichterſitzung an!
Polizeiſportverein Darmſtadk.
Die Jugendabteilung beteiligt ſich heute Freitag an
dem 2. Staffelabend der Leichtathleten, abends 7 Uhr, im
Hoch=
ſchulſtadion. Treffpunkt 6,30 Uhr auf dem Stadion.
Sonnenwend=Skaffellauf des
Arbeits=
dienſtes Arbeitsgau 25 Heſſen=Süd.
IPD. Anläßlich der Sonnenwende veranſtaltete der
Arbeits=
dienſt acht Staffelläufe in dem ganzen Arbeitsgau. Dieſe
Staf=
feln wurden ſo durchgeführt, daß ſie den Standort ſämtlicher
Gruppenſtäbe und Abteilungen berührten, wo dann der Lauf
wenige Minuten unterbrochen wurde, damit der Gruppen= bzw.
Abteilungsführer für alle Angehörigen ſeines Dienſtbereichs
Ur=
kunden unterſchreiben konnte. Die Staffel 1. hatte ihren
Aus=
gangspunkt in Hachenburg (Weſterwald) und berührte
Marien=
berg, Weſterburg, Montabaur, Bad=Ems Naſſau Bad=Schwalbach
nach Wiesbaden die Strecke betrug 106 Klm. — Die Staffel 2 kam
von Holzappel über Diez und Idſtein nach Wiesbaden; die Strecke
der Staffel betrug 60 Klm — Die Staffel 3 begann in
Mengers=
kirchen (Weſterwald) und führte über Weilmünſter Laubach, Bad=
Homburg nach Wiesbaden: die Strecke betrug 123 Klm. — Die
Strecke 4 war die längſte der acht Staffeln; ſie begann im
ſüd=
lichen Odenwald in Beerfelden und führte über
Rei=
chelsheim, Reinheim, Dieburg, Seligenſtadt,
Neu=Iſenburg, Höchſt nach Wieshaden, die Länge der
Strecke betrug 132 Klm. — Die Staffel 5 überbrachte die
Urkunde von Lampertheim über Lorſch, Heppenheim
Pfungſtadt, Darmſtadt, Griesheim, Mönchbruch
nach Wiesbaden: Geſamtſtrecke 110 Klm. — Die Staffel 6
ging als Rheinſtaffel den Rhein entlang von Worms über
Bib=
lis, Oppenheim Schierſtein nach Wiesbaden; die
Strecke betrug 90 Klm. — Die Staffel 7. hatte ihren Anfang in
Alzey und berührte Genſingen, Büdesheim. Bingen Wackernheim
und Gonſenheim nach Wiesbaden; die Länge der Strecke war 75
Klm — Die Staffel 8 führte von Kaub a. Rh. über das Erbacher
Forſthaus nach Wiesbaden über eine Strecke von 45 Klm. Die
Geſamtſtrecke der Staffeln des Gaues 25 betrug 750 Klm die
Zahl der Läufer betrug rund 4000 Der Sammelpunkt war der
Luiſenplatz in Wiesbaden, wo die Schlußleute ſämtlicher Staffeln
in der Zeit von 14,57 bis 15.07 Uhr reſtlos eintrafen.
Gauſtabs=
leiter Hinkel nahm in Vertretung des verhinderten
Gauarbeits=
führers Faatz die Staffelhülſen mit den urkunden entgegen. Die
Urkunden waren ein einiges Bekenntnis der Mannſchaften und
Führer des Arbeitsdienſtes zum Arbeitsdienſt und zu ihrem
Gau=
arbeitsführer. Die Feier wurde verſchönt durch Muſikvorträge
der Gruppenkapelle 257 Schierſtein.
Kreisklaſſe gegen Bezirksklaſſe.
FC. Union Darmſtadt — SV. Viktoria Frankfurt=Eckenheim.
Zu dem am Samstag abend 630 Uhr auf der
Renn=
bahn ſtattfindenden Freundſchaftstreffen treten die Frankfurter
Bezirksklaſſenvertreter mit ihrer kompletten Mannſchaft an. —
Die Elf ſpielt mit:
Panzram
Schenk
Knödler
Rieſe Kraus. Schäfer
Müller Klandt Stang Fiſcher Lorge
Roß Ott Frühwein
Dony
Jung
Darmſtädter
Hinze
Schmidt
Stenner Falk
Aßmuth
Union:
Schiedsrichter: Enzler=Alsbach.
Die Hauptſtützen der Gäſte ſind der vorzügliche Torwächter
Panzram, der linke Verteidiger Knödler, Mittelläufer Kraus und
die ſchußgewaltige Fünferreihe.
Gleichzeitig einige Reſultate der vergangenen Verbandsſpiele:
Eckenheim — Rotweiß Frankfurt 1:0. Griesheim 02 — Eckenheim
1:4. Sportfreunde Frankfurt — Eckenheim 0:1. Eckenheim — VfL.
Neu=Iſenburg 3:3.
Union, einſt einer der gefürchtetſten Mannſchaften, wird alles
daranſetzen, um ein ehrenvolles Reſultat heraus zu holen. Die
Mannſchaft ſteht etwas ſtabiler als in den Verbandsſpielen.
Aß=
muth im Tor, dürfte einer der Beſten im Bezirk ſein Stenner,
ein ſchlagſicherer Verteidiger, und Falk ſteht ihm in Wucht nicht
viel nach. In der Läuferreihe ſteht der alte Kämpe Darmſtädter
als Mittelläufer, welcher trotz des Alters noch ſeinen Mann ſtellt.
Die Außenläufer Hinze und Schmidt paſſen ſich ſehr gut an. Der
umgeſtellte Sturm dürfte das Beſte ſein, was Union zu ſtellen
ver=
mag. In Ott, einem jungen talentierten Spieler, liegt die
Sturmführung in beſten Händen, nur muß er etwas mehr
Ener=
gie aufbieten.
Da dies das einzige Fußballtreffen am Samstag abend iſt,
ſollten ſich die Fußballfreunde zahlreich auf der Rennbahn
ein=
finden.
haben in dieſem Jahre bewieſen, daß ſie zu den techniſch beſten
Mannſchaften im Bezirk Südheſſen gehören, und da die Elf eine
un=
erhörte Kampfkraft ihr eigen nennt, wird man auch am Sonntag
mit dem Spiel der Riedleute gegen die 98er zufrieden ſein. Das
Vorſpiel vor zitka 2 Monaten endete nach überaus ſpannendm
Verlauf mit einem gerechten 0:0. Das Spiel beginnt um 5 Uhr.
Vorher um halb 4 Uhr ſtehen ſich die beiderſeitigen Reſerven
gegenüber. Weitere Spiele: 3. Mannſch. — 2. SV. Merck,
Maul=
beer=Allee. 10,30 Uhr. Junioren — 2. Reichsbahn, Stadion,
10 Uhr. — Es ſei ſchon jetzt darauf hingewieſen, daß am
Sams=
tag, den 30. 6., nach dem Spiel der 1. Mannſchaft gegen den
Gnu=
meiſter, Kickers Offenbach, ein Kameradſchaftsabend der geſamten
Fußballabteilung, verbunden mit Meiſterſchaftsfeier der Reſerve,
3. Mannſchaft und Junioren, ſtattfindet.
Alle=Herren=Fußballrunde.
Die Alte=Herren=Verbandsrunde iſt bis auf ein Spiel beendet,
und wird dieſes letzte Spiel am 24. Juni zwiſchen Arheilgen und
Griesheim ausgetragen.
Die Tabelle zeigt jetzt folgenden Stand:
vereins 98 mußte von Samstag. 16. Juni, abgeſetzt werden. Neue
Einladung ergeht an die betreffenden Vereine. Der Vorſitzende
des Kreiſes Starkenburg hat eine A.H.=Mannſchaft aus den
be=
teiligten Vereinen zuſammengeſtellt, die ein Propaganda=Spiel.
gegen den A.H.=Meiſter, Sportverein 98, austragen wird. Wir
werden noch näher auf dieſes Spiel eingehen und rechtzeitig den
Spielbeginn bekanntgeben.
Für die Handball=Zwiſchenrunde um den
Hamafiel PDaicfe
wurden für den 1. Juli folgende Paarungen feſtgelegt: Baden —
Südweſt in Mannheim, Mitte — Niederſachſen in Magdeburg.
Nordmark — Weſtfalen in Hamburg und Sachſen — Schleſien in
Leipzig.
Die Fechl=Eutopameiſterſchaften
nahmen am Mittwochabend in Warſchau ihren Beginn. Im
Mann=
ſchaftsflorettfechten der Herren ſiegte erwartungsgemäß Italien
im Endkampf über Frankreich. Die deutſche Mannſchaft ſchlug
Ungarn und erreichte einen höchſt ehrenvollen dritten Platz. Bei
den Damen ſiegte Ungarn vor Deutſchland, England und Italien.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 22. Juni
5.45: Choral Zeit, Wetter — 5.50 u. 6.15: Gymnaſtik. — 6.40:
Zeit. Meldungen. — 6.50: Wetter — 6.55: Stuttgart:
Früh=
konzert (Schallplatten), — 8.15: Waſſerſtand, Wetter. — 8.20:
Stuttgart: Gymnaſtik. — 9.25: Nur Freiburg: Werbekonzert.
9.45: Nur Freiburg: Eigene Sendung. — 10.00: Nachr. —
11.00: Werbekonzert — 11.40: Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt
12.00: Stuttgart: Beliebte Tenöre (Schallplattenl. — 13.00: Zeit,
Nachr. Saardienſt. — 18.10: Nachr. — 13.20: Muſikzug der
SA=Reſerve Standarte Frankfurt. Ltg.: v. d. Dovenmühle. —
Dazwiſchen 13.50: Zeit. Nachr. —— 14.30: Nur Freiburg: Nachr.
14.40: Stunde der Frau: Heldinnen der Arbeit. — 15.30: Wetter.
15.40: Wirtſchaftsbericht. — 15.50: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
16.00: Nachmittagslonzert. — 17.30: Begegnung mit Bauern.
Von Ferd. Lammeyer. — 17.45: Kleine Klaviermuſik. — 18.00:
Stunde der Jugend: Sonnwend=Bräuche. — 18.25: Dr. Weiß:
Schwimmer als Lebensretter. — 18.45: Meldungen. — 18.50:
Grift ins Heute.
19.00: Mainiſche Heerſtraßen. Hörfolge. — 19.40: Kaſſel:
Volks=
muſik. — 20 00: Berlin: Reichsſendung: Politiſcher Kurzbericht.
20.15: Breslau: Reichsſendung: Stunde der Nation Richard Wetz,
ein ſchleſiſcher Komponiſt. — 21.00: Vom Vorſtadttanzboden zum
Hofball. Aus der Jugendzeit des Wiener Walzers. — 22.20:
Zeit. Nachr. — 22.35: Nachrichten. — 22.45: Kleine Unterhaltung.
23.00: Vom Deutſchlandſender: Hörbericht vom Deutſchlandflug
1934. — 23.15: Vom Schickſal des deutſchen Geiſtes: Ludwig,
Richter. Gedenkſtunde anläßlich ſeines 50. Todestages. — 24.00:
Berühmte deutſche Chöre (Schallplatten).
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Freitag, 22. Juni
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachrichten. — 6.00: Berlin;
Gymnaſtik. — 6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Kiel: Frühkonzert. —
In einer Pauſe gegen 7.00: Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. —
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00- Volksliedſingen.
9.40: Heinrich Sohnrey: Veronika in der Nacht. — 10.00: Nachr.
und Kurznachrichten vom Deutſchlandflug. — 10.10: Hörbericht
aus dem Reichsarbeitsſchutzmuſeum in Charlottenburg (Aufn.). —
10.50: Spielturnen im Kindergarten. — 11.15: Seewetterbericht.”
11.30: Für die Mutter: Ernährung und Pflege des Kleinkindes=
12.00: Breslau: Schleſiſche Philharmonie. Ltg.: Friebe. — 12.55:
Zeitzeichen. — 13.00: Wetter. — Anſchl: Aus Werken lebender
Komponiſten (Schallplatten). — Anſchl. Wetter. — 18.45: Nachr.
und Kurznachrichten vom Deutſchlandflug. — 14.00: Sperrzeit.
14.45: Glückwünſche. — 15.00: Wetter, Börſe. — 15.15: Für die
Frau: Unſere Schweſter, die Tiermutter. Erzählungen. — 15.45:
Dipl.=Ing. Agathe Freytag: Forſchungen über Umſtimmungen des
Organismus und Reizſtoffe.
16.00: Leipzig: Leipziger Sinfonieorcheſter. Ltg.: W. Steffen. —
17.00: Letzte Forſchungen auf dem Gebiet des Segelflugs (Aufn.).
17.20: Junikäfer. Ein klingendes Märchenidyll. — 18.00:
Ham=
burg: Hörbilder von der Geſchichte der Kieler Woche — 18.45:
Wetter. — Anſchl.: Das Orcheſter des Deutſchlandſenders.
19.45: Trude Mohr: Vom Kulturwillen des Bundes deutſcher Mädel.
20,00: Kernſpruch. Anſchl.: Kurznachrichten. — 20.15: Reichsſda.
Stunde der Nation, Breslau: Richard Wetz, ein ſchleſ. Komponiſt.
21.00: Leivzig: Dr. Lange: Suchende Jugend. — 21.35: Flamme
empor. Eine Feierſtunde der Jugend zur Sonnenwende.
22,00: Politiſcher Kurzbericht (Aufn.). — 22.10: Wetter. Nachr
Sport. — 22.30: Hörbericht von der Kieler Woche — 22.45:
Seewetterbericht. — 2300: Hörbericht vom Deutſchlandflug:
Am Ziel nach beendigter Schleſienfahrt. — 23.15: Hambg.: Kieler
Orcheſtergemeinſchaft. Ltg.: O. Proft.
Wetkerbericht.
Vom Atlantik her bewegt ſich ein kräftiger Wirbel nach dem
Feſtland, der mit ſeinem Kern bereits Irland erreicht hat. Er
verhindert, daß der hohe Druck an der Biskaya allgemeine
Auf=
heiterung bewirken kann. Wir bleiben alſo unter dem Einfluß
des weſtlichen Wetters:
Vorausſagen für Freitag und Samstag: Zunächſt mäßig bewölkt,
vorübergehend auch aufheiternd, kühl, weitere
Niederſchlags=
tätigkeit.
Die Berliner Börſe ſtand geſtern im Zeichen zweier
Er=
eigniſſe: einmal erfolgte die letzte Notierung der Neubeſitzanleihe.
Die Nachfrage nach der Anlage war ſehr erheblich und der Kurs
kam unverändert mit 23 zur Notiz. Außerdem war geſtern der
letzte Tag für die Zeichnung der neuen Reichsanleihe. In den
letzten Tagen hat ſich das Intereſſe für die Anleihe weſentlich
er=
höht, ſo daß man dem Zeichnungsergebnis in Bank= und
Börſen=
kreiſen mit einiger Spannung entgegenſieht. Die Tendenz war
wieder allgemein ſchwächer, da die Realiſationsneigung des
Pu=
blikums, das nach den vorangegangenen Steigerungen weitere
Gewinnmitnahmen vornimmt, anhielt. Da die Kuliſſe eher
wei=
ter realiſierte und erſt einmal abwarten möchte, in welcher Weiſe
ſich die Konverſionsgerüchte beſtätigen, ergaben ſich
Abſchwächun=
gen von etwa 1—1½ Prozent. Stärker gedrückt waren nur
Atlan=
ten, die 4 Prozent einbüßten, ſowie Bekula, die nach den
letzt=
tägigen Steigerungen 3½ Prozent verloren. Ferner waren
Sie=
mens 3 Prozent und Stolberger Zink 3½ Prozent niedriger. Im
Gegenſatz zur Allgemeintendenz konnten Bremer Wollkämmerei
erneut 2 Prozent gewinnen. Aſchaffenburger Zellſtoff waren auf
die Mitteilungen in der Generalverſammlung, daß eine
Sanie=
rung vorausſichtlich vermieden werden könne, 3½ Prozent feſter;
Kali Chemie, Felten, Ilſe, Bayeriſche Motoren und Dortmunder
Union gewannen etwa 1 Prozent. Montanwerte waren bis ¼
Prozent gedrückt, Braunkohlenwerte verloren etwa 1 Proz.,
wäh=
rend Kaliaktien gut behauptet waren. Farben gingen um 128
und die übrigen chemiſchen Werte um Prozentbruchteile zurück.
Im Verlaufe ergaben ſich weitere Abſchwächungen. Montanwerte
waren bis 1 Prozent, Harpener und Mannesmann 2 Prozent und
Rheinſtahl 3 Prozent niedriger. Ilſe verloren gegen den Anfang
3½ Prozent. Salzdetfurth ſchwächten ſich um 3½ Prozent gegen
vorgeſtern ab. Farben waren insgeſamt 2½ Prozent ſchwächer,
Von Brauereiwerten gingen Schultheiß um 2½ Prozent zurück.
Deutſche Atlanten erhöhten ihren Verluſt auf 5 Prozent.
Schiff=
fahrtsaktien konnten dagegen den geſtrigen Schluß wieder
errei=
chen. — Der Rentenmarkt war wieder ſchwächer, doch gewann
man den Eindruck, daß das Angebot nachgelaſſen hat und glatte
Unterkunft fand.
Die Frankfurter Börſe eröffnete wieder in ſehr ruhiger
Haltung und hatte eine übewwiegend ſchwächere Kursgeſtaltung zu
verzeichnen. Die in den meiſten Fällen nach oben engagierte
Ku=
liſſe ſetzte ihre Glattſtellungen infolge der nur geringen
Publi=
kumsbeteiligung fort, wobei auch Vorbereitungen auf den
Halb=
jahrs=Ultimo nicht ausgeſchloſſen ſein dürften, obgleich die
der=
zeitige Geldmarktlage beſonders leicht iſt. Eine gewiſſe
Verſtim=
mung hinterließ aber die Einfuhrſperre der Schweiz gegenüber
Deutſchland. Hinzu kam noch die außerordentliche Geſchäftsſtille,
ſodaß ſchließlich bei nicht ganz einheitlicher Tendenz
Abſchwächun=
gen überwogen. Sie hielten ſich jedoch in relativ engen Grenzen,
wofür einige günſtige Nachrichten etwas ſtützend gewirkt haben.
So verwies man auf die weitere Beſſerung der Steuer= und
Zoll=
einnahmen im Mai; auch der Bericht über die preußiſche
Finanz=
lage machte einen guten Eindruck. Am Chemiemarkt waren
Scheideanſtalt ſtärker angeboten und nach Minus=Ankündigung
ſchließlich um 5½ Prozent niedriger. Farbeninduſtrie gaben bei
etwas größeren Umſätzen zunächſt ½ Prozent nach;
Metallgeſell=
ſchaft verloren 1½ Prozent, wogegen Deutſche Erdöl ¼ Prozent
gewannen und Rütgerswerke gut behauptet blieben. Elektroaktien
tendierten ungleichmäßig. Geſfürel und Schuckert verloren je 1
Prozent, Siemens und Bekula je 2 Prozent, während Felten 1¼
Prozent gewannen, Lahmeyer, AEG. und Rheag ziemlich
behaup=
tet blieben. Der Montanmarkt erwies ſich als widerſtandsfähig
und zeigte bei Beginn meiſt leicht gebeſſerte Kurſe um ¼—¾
Prozent, wobei die weitere Steigerung der Rohſtahl= und
Walz=
werksleiſtung etwas Anregung gab. Nur Mannesmann und
Rheinſtahl eröffneten um je ¼ Prozent niedriger. Der
Renten=
markt wies bei ſehr kleinem Geſchäft überwiegend leicht
nach=
gebende Kurſe auf. Es verloren Altbeſitz ¼ Proz., Stahlvereins=
Bonds ³ Prozent, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen und
umge=
tauſchte Dollarbonds etwa ¼ Prozent. Die geſtern letztmals
notierte Neubeſitzanleihe eröffnete bei kleinem Geſchäft zu 22.95
unverändert. Am Pfandbriefmarkt lag faſt durchweg weiteres
Angebot vor, ſo daß durchſchnittliche Einbußen von ¼—¾ Proz.
zu verzeichnen waren.
An der Abendbörſe hat ſich die bereits im
Mittagsſchluß=
verkehr eingetretene freundlichere Haltung noch etwas verſtärkt,
obgleich nennenswerte Kaufaufträge, der Kundſchaft nicht
vor=
lagen und auch die Kuliſſe nur wenig Neigung zeigte, ſich zu
engagieren. Verkäufe in weſentlichem Umfange lagen nicht mehr
vor, vielmehr zeigte ſich auf der ermäßigten Baſis etwas
Nach=
frage. Am Aktienmarkt blieben die Berliner Schlußkurſe im
großen und ganzen gut behauptet; hier und da ergaben ſich
ge=
ringfügige Veränderungen nach beiden Seiten. Farbeninduſtrie
lagen zunächſt etwas leichter, zogen aber ſpäter wieder an. Am
Rentenmarkt zeigte ſich ebenfalls wieder etwas Nachfrage,
beſon=
ders nach ſpäten Reichsſchuldbuchforderungen und der Anleihe des
Kommunal=Umſchuldungsverbandes; daneben waren auch Reichs= Berl. Handels=Ge
markobligationen etwas gefragt. Deutſche Anleihen lagen ruhig,
Altbeſitz zogen mäßig an, Neubeſitz wurden geſtern abend
letzt=
mals mit 22,95 Prozent notiert, wobei der Umſatz keinen größeren
Umfang mehr annahm.
i. Marktbericht des Obſt= und Gemüſe=Großmarktes Weinheim
vom 20. Juni. Kirſchen 1. Sorte 14—18, 2. Sorte 6—13 Pfg.,
Johannisbeeren 11—13. Erdbeeren 25—34, Himbeeren 33—40,
Stachelbeeren 5—12 Pfg., Erbſen 10, Bohnen 20 Pfg. —
Obſt=
annahme 7—9, 11—13, 18—19 Uhr.
Mannheimer Getreidemarktbericht vom 21. Juni. Weizen
in=
länd., 76—77 Kilo, Feſtpreis franko Vollbahnſtation des
Erzeu=
gers per Juni Bez. 9: 20,10 (Mühleneinkaufspreis 20,50), Bez. 10
20,30 (20,70), Bez. 11 20,60 (21,00); Roggen ſüdd., 71—72 Kilo,
frei Mannheim 18,50, desgl. Feſtpreis franko Vollbahnſtation des
Erzeugers p. Juni Bez. 8 17.30 (Mühleneinkaufspreis 17,60—90),
Bez. 9 17,60 (18—18,20); Mais im Sack 19,50—19,75
Erdnuß=
kuchen prompt 16,50; Soyaſchrot prompt 16,60; Rapskuchen
13,50, Palmkuchen 14,50, Kokoskuchen 16,75. Seſamkuchen 16,75;
Leinkuchen 17,25—17,50; Biertreber mit Sack 14,50—15,00;
Roh=
melaſſe 8,50: Stroh drahtgepreßt Roggen=Weizen 2,60—3, Hafer=
Gerſte 2,60—2,80; gebünd Stroh Roggen=Weizen 2,20—2,60, do.
Hafer=Gerſte 2,20—2,40; Weizenmehl Spezial Null Type 563
Feſt=
preisgebiet 11: 29,25 (Mühleneinkaufspreis 29,25), 10: 29,15,
9: 29,05, 8: 28,85, 7: 28,85. Type 610 Feſtpreisgebiet 9: 25,75,
8: 25,25; Weizenkleie feine mit Sack 11,25, desgl. grobe 11,75:
Röggenkleie 12.00; Weizenfuttermehl 12—12,25, Roggenfuttermehl
12,75. Weizennachmehl 15,75—16, desgl. 4 b 16,75. Tendenz: ſtetig.
Berliner Getreide=Großmarktbericht vom 21. Juni.
Markt=
lage für Getreide allgemein beruhigt, dagegen fand die
vorüber=
gehende Einſtellung des Oelkuchenverkaufs Beachtung. Das
An=
gebot in Brotgetreide bleibt mäßig und die Forderungen liegen
auf geſtrigem Niveau. Das Geſchäft iſt gegenwärtig auf die
Dek=
kung des notwendigen Bedarfs beſchränkt. Weizen= und
Roggen=
mehle haben laufendes Konſumgeſchäft bei ſtabilen Preiſen. Von
Exportſcheinen lagen Roggenſcheine ruhiger. Für Hafer zeigt ſich
zu unnachgiebigen Forderungen etwas Verkaufsneigung, jedoch
lauten die Gebote zumeiſt niedriger, ſo daß Abſchlüſſe nur in
ge=
ringem Umfange zuſtandekommen. Gerſte alter Ernte iſt weiter
behauptet, neue Wintergerſte wird verſchiedentlich zum Verkauf
geſtellt, jedoch ſind Forderungen und Gebote ſchwer in Einklang
zu bringen.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
Der preußiſche Miniſter für Wirtſchaft und Arbeit hat den
Handel per Erſcheinen in der neuen 4prozentigen Anleiche des
Deutſchen Reiches von 1934 verboten. Durch das Verbot ſollen
ſpekulative Machenſchaften vor Abgabe der Stücke der neuen
Reichsanleihe verhindert werden.
Der Londoner Goldpreis betrug am 21. Juni für eine Unze
Feingold 138 Schill. 0,5 Pence gleich 87,2769 RM., für 1 Gramm
Feingold demnach 53,2577 Pence gleich 2,80 601 RM.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Der Ruhrkohlenabſatz im Mai. Nach den endgültigen
Feſt=
ſtellungen des Rheiniſch=Weſtfäliſchen Kohlenſyndikats erreichte
der Geſamtabſatz (Koks und Briketts in Kohle umgerechnet) im
Mai einen Betrag von 6982 912 (7 146 692) To. im Vormonat).
Der arbeitstägliche Geſamtumſatz betrug 298 734 (297 779) To.
Damit weiſt der arbeitstägliche Abſatz gegenüber dem Vormonat
eine weiter Steigerung um 0,32 Proz. auf, während ſich die
Zu=
nahme gegenüber dem Vorjahrsmonat ſogar auf 18,05 Prozent
be=
läuft. Von dem Geſamtabſatz entfielen auf den eigentlichen
Syn=
dikatsabſatz (auf die Verkaufsbeteiligung in Anrechnung
kom=
mend) 4841 473 (5 060 148) To. und hiervon wiederum auf das
unbeſtrittene Gebiet 2 665 149 (2 882 222) To., auf das beſtrittene
Gebiet dagegen 2 176 324 (2177 926) To. Auf den
Werkſelbſtver=
brauch (auf die Verbrauchsbeteiligung in Anrechnung kommend)
entfielen im Berichtsmonat 1 525 692 (1 461 727) To., der damit
gegenüber dem Vormonat nicht unbeträchtlich gewachſen iſt. Der
Zechenſelbſtverbrauch ſtellte ſich auf 615 747 (624 039) To.
Günſtiger Verlauf des Schuheinzelhandels. Günſtige, zum
Teil ausgezeichnete Witterung, wenn auch nicht in allen Teilen
Deutſchlands, ſowie ein durchweg als gut zu bezeichnendes
Pfingſt=
geſchäft haben, wie der Reichsverband Deutſcher Schuhhändler
e. V berichtet, zu einem günſtigen Verlauf des Geſchäfts im Mai
geführt. Die Umſätze waren gegenüber April durchſchnittlich um
etwa 10,5 Prozent, gegenüber dem Mai vorigen Jahres ſogar
um 21 Prozent höher, wobei in letzterem Falle zu beruckſichtigen
iſt, daß Pfingſten in dieſem Jahre in den Mai fiel, im Vorjahre
in den Juni. Einzelne Geſchäftsbetriebe melden allerdings einen
Umſatzrückgang gegenüber dem Vormonat infolge des faſt ganz
fehlenden Marſchſtiefelgeſchäfts. Dagegen wird von verſchiedenen
Seiten berichtet, daß gerade wegen Vernachläſſigung des
Marſch=
ſtiefelgeſchäfts Herrenhalbſchuhe auffallend ſtark im Monat Mai
gekauft worden ſind. Im allgemeinen war das Geſchäft
vornehm=
lich in leichten Herrenſommerſchuhen und Opanken ſehr gut.
Süddeutſcher Zucker AG., Mannheim. In dem nur 6 Monate
umfaſſenden Zwiſchengeſchäftsjahr 1933/34 (1 „Sept. 1933 bis 28.
Februar 1934) ergaben, ſich Roherträge von 18,146 Mill. RM.
gegenüber RM. 31,67 Millionen in dem vollen Geſchäftsjahr 1932=
1933. Erträge aus Beteiligungen erbrachten 0,269 (0,219) Zinſen
uſw. 0,68 (0,81), ao. Ertrage 0,31 (0,78) Mill. RM., Löhne und
Gehälter erforderten 5,947 (9,21), ſoziale Abgaben 0,451 (0,730),
Abſchreibungen auf Anlagen 1,416 (2,65), andere Abſchreibungen
1,063 (0,514) Steuern 1,978 (5,90), ſonſtige Aufwendungen 6,946
(11,169) Mill. RM.
Von der Wollkonferenz. Die Internationale Wollkonferenz
hat beſchloſſen, die nächſte Tagung im Juli 1935 in Deurſchland
abzuhalten. Zum Abſchluß der Debatte wurde eine Tagesordnung
angenommen, worin die japaniſche Konkurrenz als ein
wirtſchaft=
liches und ſoziales Problem bezeichnet und beſchloſſen wird, ein
beſonderes Komitee mit dem Auftrage einzuſetzen, das über dieſe
Frage geſammelte Material zu verarbeiten, um die beteiligten
Regierungen zu veranlaſſen, auf internationalem Gebiete
zweck=
mäßige Maßnahmen zum Schutze ihrer Induſtrien und des
gegen=
wärtigen Lebensſtandards der Maſſen zu ergreifen.
Die Beſchlüſſe des Internationalen Kongreſſes, der
europäi=
ſchen Zuckerrübenproduzenten. In der Schlußſitzung des 8.
Inter=
nationalen Kongreſſes der europäiſchen Zuckerrübenproduzenten
wurde feſtgeſtellt, daß es bisher nicht gelungen iſt, ein
internatio=
nales Abkommen bezüglich der Anpaſſung der Produktion an den
Verbrauch zuſtande zu bringen. Der Kongreß verlangt aber, daß
diesbezügliche Verhandlungen bis zu einem Erfolg fortgeführt
werden, und daß der Chadbourne=Plan, der alle Aus= und
Ein=
fuhrländer umfaßt, in dem Sinne erneuert werde, daß die
Inter=
eſſen der Rüben produzierenden Länder durch Bewilligung von
Kontingenten in erweitertem Maße gefördert ſind. Sollte ein
internationales Abkommen nicht erreicht werden, dann ſoll eine
Konferenz der europäiſchen Rüben und Zucker produzierenden
Län=
der einberufen werden. Weiter wurden internationale
Maßnah=
men zur Bekämpfung des Sacharinſchmuggels verlangt, Sacharin
ſolle ausſchließlich zu Heilzwecken verkauft werden dürfen. Da eine
Senkung des Zuckerrübenpreiſes in allen Ländern die Not der
landwirtſchaftlichen Arbeiter nur ſteigern würde, wird die
An=
wendung aller verfügbaren Mittel gefordert, die geeignet ſind.
in der Zuckerrübenproduktion beſſere Verhältniſſe herbeizuführen,
die Kontingentierung der Zuckerrübenproduktion ſoll dem
inlän=
diſchen Bedarf und der normalen Ausfuhr entſprechend erfolgen.
und der Zuckerpreis auf dem Inlandsmarkte auf einem den
Pro=
duktionskoſten entſprechenden Niveau gehalten werden. Schließlich
wird die Herabſetzung der verſchiedenen Abgaben, die
Propagie=
rung des Zuckerverbrauchs und die Erweiterung der
Forſchungs=
arbeiten bezüglich der induſtriellen Verwertung der bei der
Zucker=
fabrikation gewonnenen Nebenprodukte verlangt.
Berliner Kursbericht
vom 21. Juni 1934
Zur Leipziger Herbſtimeſſe.
Termine der Meſſe.
Die Leipziger Herbſtmeſſe 1934 wird am Sonntag, 26. Aug.,
beginnen und bis einſchließlich Donnerstag, 30. Auguſt, daun
Die Textilmeſſe wird am 29. Auguſt beendet, während alle üün
gen Zweige der Muſtermeſſe am 30. Auguſt ſchließen. Auf
Ausſtellungsgelände wird die Meſſe für Bau=, Haus= und
triebsbedarf durchgeführt. Sie dauert ebenfalls vom 26.—30. 22.
Im Rahmen der Leipziger Herbſtmeſſe findet auf dem 99.
ſtellungsgelände die Meſſe für Bau=, Haus= und Betriebsbes,
ſtatt. Sie beginnt am Sonntag, 26. Auguſt, und wird am u
nerstag, 30. Auguſt geſchloſſen.
Die Baumeſſe wird auch zur diesjährigen Leipziger He=u
meſſe einen weſentlichen Beſtandteil der Meſſe für Bau=, Hogl!, nu ſchlug den
und Betriebsbedarf (26.—30. Auguſt( bilden. Dies entſpricht i9 z ſeuchten Heil
Bedeutung der Bauwirtſchaft, die auch durch die Arbeitsbeſoin Fondſchuhe voll
und ſtoppte
eie, behatzil
ot Gef de.
fungsmaßnahmen der Reichsregierung betont iſt. Neben den nagü nmichen graug:!
lichen und künſtlichen Bauſtoffen — Naturſteine, Ziegel, Lesy mmnmorwände d.
bauplatten, Holz, Stahl uſw. — wird aller Zubehör für den / uct irat auf den
nenausbau des Hauſes gut vertreten ſein. Beſchläge, Fenſter
anke ſtand und
Türen ſowie ſanitäre Einrichtungen, Armaturen, Oeſen, H.ad nünite Zettel und
und alles, was zu rinneren Einrichtung von Wohn= und Nutzli/ /I, vie Augen des
ten gehört, wird auf der Meſſe angeboten werden.
ſcann mit dein b.
zutdelloſe Eleganz
Die Reichs=Erfindermeſſe wird auf der diesjährigen Leipzäu „udeutete. Schnel
Herbſtmeſſe (26.—30. Auguſt 1934) in weſentlich vergrößerter A hFmofang zu nehn
verbeſſerten Form ſtattfinden. Die Durchführung hat der Ref.
„Poſt?” fragt
Erfinderbund e. V., Berlin, übernommen. Halle 4 des Leipzae
Ausſtellungsgeländes iſt ausſchließlich für die Reichs=Erfinn/! Dieſer griff
meſſe vorbehalten. Es iſt dafür Sorge getragen, daß hier A nine telephoniſche
wirklich brauchbare Erfindungen und induſtriell noch nicht
„Von wem?”
großen ausgewertete Neuheiten ausgeſtellt werden. In einerre
trennten Sonderabteilung werden auch Fertigwaren gezeigt, „/1.0 „Eine Firma
auf Grund des Erfindungskaufes hergeſtellt werden.
WWortier blickte i
süber ſo ähnlich.
Regierungsbaurat Rudolf Stegemann, der bereits in öütdenfalls eine
Juni 1933 kommiſſariſch in das Direktorium des Leipziger Mß kuſſellen, der 2
amtes, Körperſchaft des öffentlichen Rechts, berufen worden 10 um Hotel bere‟
wurde in der letzten Verwaltungsratsſitzung des Leipziger Mß yworgen aben
amts endgültig zum ordentlichen Mitglied des Direktoriums i9 om
nannt. Aus dieſem Anlaß ſchied Regierungsbaurat Stegemm
aus dem Vorſtand der Leipziger Meſſe= und Ausſtellungs=Akt zm fh Lebemſat
geſellſchaft aus und wurde in deren Aufſichtsrat gewählt.
Graf Larmi
Regierungsbaurat Stegemann wurde bei Gründung der L2p lilſickten ſeine br
ziger Baumeſſe GmbH. 1928 an die Spitze dieſer Geſellſchaft bezu Göeſicht trat ein
fen, deren Arbeitsgebiet inzwiſchen in der Meſſe= und Ausſill fselunde, dann
lungs=Aktiengeſellſchaft aufgegangen iſt. Unter Stegemanns ?
tung wurden in der Zeit von 1928—30 auf dem Gelände der 2u9 it znd Bruigt
niſchen Meſſe die beiden großen Baumeſſehallen 19 und 20 ſifgnen unwider
richtet. Seit Ende 1930 gehörte Stegemann zugleich dem UEr kurzgeſchnitenen
ſtand der Leipziger Meſſe= und Ausſtellungs=Aktiengeſellſchaft iw keine blitzenden
Darmſtädter Viehmarkt vom 21. Juni. Aufgetrieben waun
145 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich für a) auf 39—42, b) 35—3
c) 31—34, d) 26—30 Pfg. pro Pfund. Spitzen= und geringe
Ti=
nicht notiert. Es wurden verkauft in der Klaſſe a) 29, b)
c) 35. d) 29 Stück. Marktverlauf ſchleppend, geräumt.
Mannheimer Viehmarktbericht vom 21. Juni. Auftrieb:79
Kälber, 18 Schafe, 7 Schweine, 293 Ferkel, 400 Läufer. Preif=
Ferkel bis ſechs Wochen 10—12, do. darüber 17—21, Läufer 21—
RM., alles übrige nicht notiert. Marktverlauf: ruhig
Frankfurter Viehmarkt vom 21. Juni. Auftrieb: Rinder j. 148 (gegen 123 am letzten Donnerstagsmarkt), darun
befanden ſich 37 Ochſen, 23 Bullen, 34 Kühe und 54 Färſen, K3
ber 1047 (1092), Hammel 45 (56), Schafe 47 (49), Schweine
(636). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in R29
Ochſen c) 23—27, d) 17—22; Kühe c) 18—22, d) 9—17; Fär,
c) 25—27. 0) 18—24: Kälber Sonderklaſſe —, andere a) 43—1
b) 36—42, c) 29—35, d) 20—28; Lämmer und Hammel b!0
Stallmaſthammel 32—34, c) mittlere Maſtlämmer 28—30. Sch;
nicht notiert. Schweine a) 2. 37—41, b) 37—41, c) 36—40, 09/4
bis 39. Im Preisvergleich zum letzten Donnerstagsmarkt gar)
Kälber um 4—5 und Hammel um 2—3 Mark nach. Schweine
bd=
ben unverändert. Marktverlauf: Kälber, Hammel und Schh
ſchleppend, ausverkauft. Schweine ſchleppend, Ueberſtand.
Deviſenmarkt
vom 21. Juni 1934
aus der
Parkämerie
Aegypten
Argentinjen
Belgien
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemark
Danzig
England
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
Währung
1ägypt.
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
canad. Doll
100 Kronen
100 Gulden
1 S.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn. M
100 Franken
100 Drachm
100 Gulden
00 isl. Kr.
Rat
13.01
0.611
58.52
0. 189
3.041
2.527
56.47
81.72
12.63
68.93
5.58
16.50
2.49
169.73
57.77
Re
13.04
0.Sis
58.64
0. 191
3.0531
2.533
56.56
81.88
12.66
69.07
5.596
16.54
2.503
170.07
57.29
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Oeſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz
Spanien
Tichechoſlow
Türkei
Ungarn
Nruguah
Ver. Staaten
Währung
100. Lire
1 Yen
100 Dinar
100 Lats
100 Kronen
100 Schilling/48.45
Magabethen-
füraße 9 (4776a
harienvogel,
iel, am
Mon=
hu entfloge
Aiesſtraße 75.
Warionarsane Sariftaut, Bitlate Der Brrscher
Frankfurter Kursbericht vom 21. Juni 1934.
„Keee
„Gr. IIp. 1934 103.65
„ 1935 103.5
„ 1936 1101.75
„ „ 1937 99.25
„ „ 1938 96‟ ,
„Gruppe T ... . 1100.9
68 Dtſch. Reichsanl. 99.6
v.27 95‟
6%
5½%Intern., v. 30/ 90.7
6%Baden ... v.2
6%Bahern ..b.27/ 94.3
39Heſſen .... v. 29/ 90
% Preuß. St. v. 28/106‟
6% Sachſen ..b.2
93.5
6½Thüringen v.27 90
6% Dt. Reichsbahn
Schätze . .. . . . . . 100.6
790 Dt. Reichspoſt
Schätze . . . . . . . . 1100
Dtſch. Anl. Ausl.
+½ Ablöſung ./ 95.75
„ „ (Neubeſitz)/ 22.92
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ... . 9:I.
6%Baden=Baden
6%Berlin ...v.24/ 82.5
6Darmſtadt . . .
6%Dresden.. v. 26 79
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29 80‟,
6%
„ v. 26 84
6%Mainz... . ..
86.5
6%Mannheim v. 27 81.5
6%München v. 29 / 86
6%Wiesbadenv. 28 81.5
6%Heſſ. Landesbk. 89.5
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hyp.=Bk.=Liquid.
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Pfb.=Anſt. G. Pf.
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6% Landeskomm.=
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„ R.12
6¾Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr. ..
6%Naſſ. Landesbk.
5½% Liqu.=Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser.
„ „Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz
6%Berl. Hyp.=Bk
5½% „ Lig.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
6% „ Goldoblig
6% Frkf. Pfbr.=Bk.
5½%0 „ Lig.=Pfr
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5½% „ Lig.=Pfr
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5½% „Lig.=Pfbr.
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5½% „ Lig.=Pfr
6% „ Goldoblig.
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank ..
5½%0 „ Lig.=Pfbr.
6%Württ. Hyp.=B.
38.5
83
83
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88.75
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95:/,
113.5
19
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89.5
89
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89
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91.5
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89.25
90
87.5
Wde
6% Dt. Linol. Werke
6½Mainkrw. v. 26
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5%Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze
4% Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½% „
42Türk. Abmin.
4% „ 1.Bagdad
4% „ Zollanl. .
4½%üngarn 1913
4½% „ 1914
4%
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4%
1910
—
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Karlſtadt
3
A
79.5
1257.
12.75
12.75
9
25
A
6.6
4l.
7.75
6.9
6.9
7.5
6.8
47.5
92.5
190
61.5
100
80.5
99
122
68
J. G.Chemie, Baſel
Chem.Werke Alber,
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„ „ Genüſſel.
Ve
68.75
85
62
47
113
118
202
64
68
96
PKJ
86./=
110
248
40
52.5
Nerr
40.75
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66
22.5
198
76
90
34.5
35
71.5
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64
92
101
47.25
228.75
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ſareitag, 22. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 170 — Seite 13
De
MERT
uet
Khe
Roman von Wolfheinrich v. d. Mülbe
Erſtes Kapitel.
„Sonſt noch etwas?”
Berlin.
s kunn der Beſte nicht in Frieden leben, großen Wert darauf zu legen, daß die Beſtellung wörtlich aus=
(Nachdruck verboten).
des Die
Wenn — ihm die ſchöne Nachbarin gefällt.
Der ſmaragdgrüne Liftboy riß das goldbetreßte Käppi vom
zv und ſtoppte die Drehtur, aus der Graf Larmi in die
er=
härtete, behaglich erwärmte Hotelhalle trat.
Der Graf überließ dem Jungen den tropfenden Regenſchirm
w ſchlug den Mantelkragen herunter, den er draußen gegen
Feuchten Herbſtwind hochgezogen hatte. Während er ſich die
hpſchuhe von den Händen ſtreifte, ging er langſam über den
ſtieen graugrünen Läufer durch die Halle, deren gelbliche
mnorwände die eleltriſchen Lichter blitzend widerſpiegelten.
mat auf den Portier zu, der hinter ſeiner breiten, erhöhten
ernke ſtand und wie gewöhnlich damit beſchäftigt war,
rätſel=
ſte Zettel und Notizen zu ordnen.
Die Augen des Boys folgten ſtrahlend dem hohen brünetten
uim mit den breiten Schultern und ſchmalen Hüften, deſſen
ſieloſe Eleganz für ihn das Ideal männlicher Vornehmheit
hentete. Schnell lief er voran, um den Zimmerſchlüſſel in
EfFang zu nehmen, und blieb dann wartend ſtehen.
=Poſt?” fragte Graf Larmi den Portier,
Dieſer griff an die Mütze. „Nein, Herr Graf, nichts; aber
i elephoniſche Beſtellung.”
Von wem?”
Eine Firma mit polniſchem Namen, Herr Graf —” der
briäer blickte in einen ſeiner Zettel, „Warnowſki Wagowſki
ur ſo ähnlich. Ich habe wirklich nicht genau verſtehen können.
Serifalls eine Karoſſeriefabrik. Ich ſollte dem Herrn Grafen
ſiellen, der Wagen würde übermorgen früh fertig ſein und vor
in Hotel bereitſtehen. Es ſei auch möglich, daß das Auto ſchon
maen abend ſei weit wäre, aber da der Herr Graf nachts
MWagen wohl doch nicht benötigen würden, ſei es übermorgen
ſch jedenfalls noch Zeit genug.”
Sraf Larmi hatte mit hochgezogenen Brauen zugehört. Jetzt
Eien ſeine braunen Augen finſter, und in ſein regelmäßiges
Gict trat ein merkwürdig harter Zug. Doch nur für eine
Sunide, dann glättete es ſich und hatte wieder den aus Weich=
) rind Brutalität gemiſchten Ausdruck, der ihn für gewiſſe
Ruen unwiderſtehlich machte. Der kräftige Mund unter dem
ſtgeſchnittenen Schnurrbart verzog ſich ein wenig und ließ
ſe blitzenden Raubtierzähne ſehen.
„Nein, Herr Graf, weiter nichts”, antwortete der Portier,
„aber der Herr am Telephon war ſehr umſtändlich und ſchien
gerichtet würde.”
„Es kommen ſo oft Mißverſtändniſſe vor; gut, daß Sie es
aufgeſchrieben haben.” Graf Larmi ließ die rehledernen
Hand=
ſchuhe, die er langſam durch die Hände gezogen hatte, auf die
Tiſchplatte fallen und nahm mit einer nachläſſigen Bewegung
dem Portier den Zettel aus der Hand.
Während er die Worte überflog, betrachteten ihn der
Por=
tier und der Liftboy mit aufmerkſamem Reſpekt. So muß ein
wirklicher Graf ſein, dachten ſie beide, Fritz, der Liftboy der
dem Grafen vor der Schrauke gegenüberſtand, war ſo begeiſtert,
daß er unwillkürlich deſſen Haltung nachahmte und ſich mit
leichter Wendung von der Seite an das blanke Holz lehnte.
So=
gar die Füße kreuzte er ebenſo, indem er den einen leicht auf
der Spitze ruhen ließ. Nur, daß ſich der Graf mit der Hüfte
gegen die Tiſchplatte ſtützte und der Boy mit der Schulter. Wie
vornehm er nach dem Zettel gegriffen hat, dachte der ehrgeizige
Fritz. Das mußte heute abend noch vor dem dreieckigen
Spiegel=
ſcherben geübt werden, in dem man ſich leider immer nur halb
ſehen konnte, mochte man ihn nun an der Wand befeſtigen oder
auf einen Stuhl lehnen. Warum die Hoteldirektion auch nicht
dafür ſorgte, daß man einen anſtändigen Stehſpiegel in der
Dachkammer hatte — es war ein Skandal!
Welch Wunder! Der Graf war heute ſo herablaſſend, daß er
ſich mit dem Portier unterhielt.
„Unzuverläſſige Geſellſchaft”, ſagte er unzufrieden. „Heute
abend ſollte mein Wagen ſpäteſtens fertig ſein. Langweilig. Was
bilden ſich die Leute ein? Man kann doch nicht ewig in dieſen
ekelhaften Taxametern fahren wie ein kleiner Kommis.
Erkun=
igen Sie ſich doch bitte mal nach einer anderen Firma. In
ein paar Tagen kommt mein engliſches Coupé aus Wien nach,
und da muß auch die ganze Karoſſerie neu lackiert werden.”
Die Augen des Portiers bekamen einen abweſenden
Aus=
druck. Er berechnete blitzſchnell, bei welcher Firma wohl die
meiſten Prozente für ihn herausſpringen würden. Pöltzlich
be=
merkte er, daß Graf Larmi während des Sprechens den Zettel
in kleine Fetzen zerriſſen hatte.
Erſchrocken ſtreckte er die Hand aus: „Verzeihen Herr Graf,
den Zettel — es ſtehen noch andere Notizen darauf.”
Larmi nahm ſeine Handtaſche.
„Ach ſo. Tut mir leid. Na, Sie werden ſich auch ſo noch
eni=
ſinnen."
Er nickte kurz und ging auf den Lift zu. Der Portier ſah
ihm etwas verblüfft nach und ärgerte ſich über das
ſchaden=
frohe Grinſen des Boys, der vorauslief und die Tür aufſchob.
Aber ehe Graf Larmi eintreten konnte, drängte ſich ein
Fremder in den Aufzug, ein breitſchultriger Mann in einem
in die Taille geſchnittenen, gelblichen Mantel, ſteifem Hut und
plumpen Stiefeln. Fritz war entrüſtet und fragte ſo großartig
wie möglich:
„Wohin?”
„Erſter Stock”, war die in noch kürzerem Ton gegebene
Antwort.
Graf Larmi war eingetreten, der Lift ſurrte aufwärts. Der
Fremde beobachtete ſcharf den Grafen, der ihm nur einen
ſchnel=
len Blick gegönnt hatte und nun ſo gleichgültig geradeaus ſah,
als ob er ganz allein in dem kleinen Gehäuſe aus Glas und
Mahagoni ſei. Der Mann im gelben Mantel wandte kein Auge
von ihm. Er ſchloß ein wenig die Lider, als ſuche er in ſeinem
Gedächtnis nach einer Erinnerung. Er ſchien ſie aber nicht zu
finden.
Oben verſchwand der Fremde in Nummer 22, neben dem
Zimmer des Grafen. Eine Sekunde dachte Larmi, daß das ein
merkwürdiger Beſuch für die feſche junge Dame ſei, die er
geſtern nur allzu flüchtig in ihrer Tür hatte verſchwinden ſehen.
Kaum im Zimmer, veränderte ſich ſein Weſen. Wie eine
Maske fiel es von ſeinem Geſicht; die blaſierte Ruhe war
ver=
ſchwunden. Er ſchloß raſch die Tür ab und warf Hut und
Ueber=
zieher aufs Bett. Sorgfältig ſuchte er die Papierſchnitzel aus
der Manteltaſche, legte ſie auf einen Aſchenbecher und verbrannte
ſie, bis der letzte verkohlte Fetzen zerfiel.
Nebenan wurden Stimmen laut. Wer die ſchöne Nachbarin
wohl war? Graf Larmi trat achſelzuckend ans Fenſter und
öffnete. Das Getöſe der Großſtadt drang herein, und die Luft
ſchlug ihm kalt entgegen. Mit den Händen in den Taſchen blieb
er am Fenſter ſtehen und ſchaute auf das dunkle Gewimmel
von naſſen Regenſchirmen und glänzenden Wagendächern nieder,
Durch das feuchte Düſter des kaum ſichtbaren Regens ſtrahlten
die Bogenlampen. Die Lichter der Trambahnen und Autos
glitten zuckend über den ſchwarzen Spiegel des Aſphalts. Drüben
neben dem Potsdamer Bahnhof haſteten die Menſchen die
Trep=
pen zur Untergrundbahn hinauf und hinunter. Durch das
unbe=
ſtimmte Brauſen tönten die ſcharfen Glocken der elektriſchen
Bahnen und das nicht endenwollende Durcheinander unzähliger
Autohupen. Auf der andern Seite gingen zwei Poliziſten in
blanken, regenüberrieſelten Mänteln. Graf Larmi lächelte.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton: J. V.
Dr. Herbert Nette: für R
teilungen: I. V.: Paul Ziegler, ſämtlich in Darmſtädt.
D. A. V. 34. 22461. Druck und Verlag: 2. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
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