Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Orſginal=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſit. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 149
Freitag, den 1. Juni 1934.
196. Jahrgang
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Sihernngter d. Kanen üdel vie Sant.
DueZumukung der Abſtimmung ein Ausfluß imperialiſtiſchen Geiſtes. — Schärfſte Verurkeilung der politiſchen
Eileſſungsmekhoden Frankreichs gegenüber der Saarbevölkerung. — Keine Garankien für Landesverräter.
franzöſiſchen Grubenverwaltung. Von einer geſicherten
Abſatzmöglichkeit der Kohle in Frankreich kann alſo nicht
Die Saarabſtimmung
geſprochen werden. Die Entwicklung der Wirtſchaftskriſe
in Frankreich beweiſt auf das deutlichſte, daß man die
eifs der kraurigſen soviel des Berfaller vertrages
Auswirkungen der Kriſe möglichſt von der franzöſiſchen
DNB. Berlin, 30. Mai.
im Rahmen eines Preſſefrühſtücks des Vereins der
Auslän=
diſſin Preſſe im Hotel Adlon hielt Vizekanzler von Papen eine
RiMüber außenpolitiſche Fragen, in deren Mittelpunkt vor allem
Auksührungen über die Saarfrage ſtanden. Vizekanzler v. Papen
kenwichnete einleitend die
Zumutung, daß 16 Jahre nach Beendigung des
Welt=
krieges eine große Nation gezwungen werden ſoll, durch
Abſtimmung feſtzuſtellen, zu welchem Vaterlande ſich
ein Teil ſeiner Mitbürger bekennt, als den Ausfluß
im=
perigliſtiſchen Geiſtes.
iſt der Geiſt, gegen den das neue Deutſchland kämpft. Der
woſhe Frieden Europas wird erſt erreicht werden, wenn die Welt
dieüe imperialiſtiſchen Methoden entſagt und ſich zu einer Politik
Koshm, ders ſerechtigkeit bekennt. Wir wünſchten uns mit Frankreich vor
der bſtimmung zu einigen, damit nicht durch die Leidenſchaften
einie Abſtimmungskampfes, wie wir ihn ja leider ſchon des
öfte=
reus inen gelernt haben, dieſe
Aukkmmung zu neuen Spannungen zwiſchen den
beiden großen, Nalionen führe.
Umſt Kanzler hat dieſen Gedanken ganz klar und deutlich
ausge=
ſpwier. Wir haben nie verzichtet und werden nie darauf
ver=
zichſta, der ganzen Welt durch die Abſtimmung zu beweiſen, wie
demih das Volkstum in der deutſchen Weſtmark iſt. Frankreich
hau us nicht verſtanden. Es verſchanzt ſich hinter Paragraphen,
bewel
wm/ ſich nicht nur um das Wohl zweier Völker, ſondern um die
120 Daim5 Rug des armen, gequälten Europas handelt. Eine derartige
Häu ung iſt uns Deutſchen unverſtändlich. Der Vizekanzler
der=
rne Mond
vinlsauf die ſich mehrenden Stimmen der
Draih, Eu
Unſtinigkeit der Abſtimmung der Saarbevölkerung.
die allgemein anerkannk deutſch ift.
Ern ung dann aber vor allem auf die Fragen politiſcher und
winthaftlicher Art ein, die nach franzöſiſcher Anſicht Streitfragen
ſinyend Grundlagen der franzöſiſchen Theſe über das Recht der
Schnevölkerung bilden. Die Hoffnung auf einen Anſchluß an
Fruſreich iſt ja nun wohl endgültig geſchwunden, nachdem mit
ders lüge von 130 000 Saarfranzoſen endgültig aufgeräumt
wor=
ders ſt. Bleibt die
Hoffnung auf die Abſtimmung zugunſten des Status quo.
Das würde die Fortdauer einer fremdſtaatlichen
Regie=
rung bedeuten, die nach der eigenen Meinung des jetzigen
Präſidenten Knox ausſchließlich auf dem Wege der
Dik=
tatur regieren könnte, wie ſie es in der Tat auch heute
und ſeit 15 Jahren tut. Diktatoriſch regieren kann man
nur eine kleine und begrenzte Weile, zumal wenn die
Diktatoren nur die Agenten fremdländiſcher
Regierun=
gen ſind.
WArhaftlich geſehen, müſſe ſich dieſes ſo regierte Gebiet einem
ders hiden Nachbarländer anſchließen. Dafür käme in dieſem Falle
afel Jeherrſcher der Saargruben und Inhaber der Zollhoheit
ſo=
ſon nit der Frankenwährung nur Frankreich in Betracht.
Fort=
ſchieende Ueberfremdung, Entrechtung und wirtſchaftliche
Ein=
veiſtbung müßte das natürliche Ende dieſes Prozeſſes ſein.
Auxdem ſei die Frage geſtattet, ob der Völkerbund ſeine
Un=
ſalligeit, große weltpolitiſche Probleme oder auch nur ſolche von
euxmiſchem Charakter einer Heilung zuzuführen, an dieſem noch
einanl wiederholten Beiſpiel zu demonſtrieren gedenkt. Ferner
die Fage, ob nicht am Ende
danSdargebiek ein längeres Leben auf dieſer Welt
beſcherk iſt als dem Völkerbund.
begüber der vom franzöſiſchen Oſtſender verbreiteten
Behaup=
lunnangeblich neutraler Blätter, daß das Völkerbunds=
)riment des „Saarſtaates” gelungen ſei, ſtellte der
Viexinzler feſt, daß
dieſes Völkerbundsgebilde ſehr bald ſein Ende gefunden
hätte allerdings unter Aufopferung ſeiner deutſchen
Bevölkerung, wenn nicht Deutſchland in all den Jahren
der Trennung immer die treuſorgende Mutter des
Saar=
volkes geblieben wäre.
ſſon Deutſchland wurden jährlich größere Summen für die
Wleufgebracht, als die Saarregierung in der gleichen Zeit an
SEen einnahm. Es ſind dies Zuſatzrenten der Sozialverſiche=
(DM Invaliden= und Unfallrenten, Beamten=, Offiziers= und
ARfsopferrenten.
1 M einer Forldauer des Skalus auo wirden die
Aut ſchen Leiſtungen ſelbſtverſtändlich forkfallen
MDiſt. Die wichtigſten Ausfuhrerzeugniſſe der Saarwirtſchaft ſind
E Kohle und die Erzeugniſſe der Eiſen= und Stahlinduſtrie.
Uliſt es zutreffend, daß Frankreich ſeit 1920 mit jährlich durch=
RibAlich 4 Millionen Tonnen etwa den Hauptteil des auswärti=
ANarkohlenabſatzes in Anſpruch nimmt, aber 40 v. H. müſſen
eite noch außerhalb der franzöſiſchen Volkswirtſchaft,
dar=
in Deutſchland, abgeſetzt werden.
Die Verminderung des Saarkohlenabſatzes nach
Deutſch=
land beruht im weſentlichen auf der Abſatzpolitik der
Volkswirtſchaft fernzuhalten und dem Saargebiet
aufzu=
halſen bemüht iſt.
Im Gegenſatz dazu biete die anſteigende Konjunktur in
Deutſchland eine wachſende Aufnahmemöglichkeit auch für die
Saarkohle, die ja früher ihren vorwiegenden Abſatz in
Süd=
deutſchland fand. Dazu kommt, daß wir unter dem
national=
ſozialiſtiſchen Regierungsſyſtem über eine ausreichende Autorität
der Regierung und genügende Organiſationsmöglichkeiten
ver=
fügen. Die ſchwerinduſtrielle Produktion kann ebenfalls nur
durch den Abſatz außerhalb des Saargebietes in erforderlichem
Maße aufrecht erhalten werden.
Ohne das Saarzollabkommen vom Februar 1928
wäre die ſaarländiſche Induſtrie einfach
Zuſammengebrochen.
Sie drohte durch die Erſchwerung ihres Abſatzes
nach dem deutſchen Markt zuſammenzubrechen. Man
braucht ſich nur die Warenliſte dieſes Abkommens durchzuſehen,
um ein eindrucksvolles Bild davon zu erhalten, was geſchehen
würde, wenn Deutſchland das Saargebiet handelspolitiſch als
Ausland behandeln müßte. Das würde aber bei einer
Ab=
ſtimmung über den Status auo unweigerlich der Fall ſein.
Vizekanzler von Papen erläuterte die
unbedingke Abhängigkeit der ſaarländiſchen
Wirtſchaft vom deutſchen Markt
beweiskräftig aus der Entwicklung der Ausfuhr der
ſchwer=
induſtriellen Erzeugniſſe. Ihr ſteigender Abſatz in Deutſchland
und ſinkender Abſatz in Frankreich erklärt ſich zwanglos aus
der Ueberſättigung des franzöſiſchen Marktes an eigener
Pro=
duktion. Man pflegt zu ſagen, daß ſich der Freund in der Not
bewährt. Wendet man dieſes Sprichwort auf das
wirtſchaft=
liche Verhältnis zwiſchen dem Saargebiet und Frankreich an,
ſo zeigt ſich deutlich daß
mit dem Anwachſen der franzöſiſchen Wirtſchaftskriſe
der franzöſiſche Markt ſich immer ſtärker von der Saar
zu diſtanzieren beginnt. Die Auftragserteilung wird
merklich geringer, es wird verſucht, die Saarfirmen
von franzöſiſchen Subventionen auszuſchließen, die
Kohlenerzeugniſſe zu Gunſten der franzöſiſchen
Pro=
duktion zu droſſeln. Der franzöſiſche Geldgeber zieht
rückſichtslos ſein Geld zurück und bringt einen großen
Teil der Bergleute, Handwerker und kleinen Kaufleute
in unerhörte materielle und ſeeliſche Schwierigkeiten.
Ohne eine tatkräftige Selbſthilfe der Saarbevölkerung würden
hier Tauſende von Haus und Hof vertrieben worden ſein, da
es die Regierungskommiſſion unterlaſſen hat, einen
Zwangs=
vollſtreckungsſchutz durchzuführen, ſo wie wir ihn im Reich
haben. Die franzöſiſche Propaganda behauptet weiter, daß die
Eiſeninduſtrie des Saargebietes ohne Bezug lothringiſcher
Minette nicht exiſtieren könne.
Die Roherzlieferungen aus dem nahegelegenen
Lothringen
erfolgen aber nicht geſchenkweiſe, ſondern ſtellen für Lothringen
eine ſehr erhebliche Jahreseinnahme dar, die ſich auf jährlich
30—40 Millionen RM. beziffert. Eine Verminderung würde alſo
für die franzöſiſche Wirtſchaft einen empfindlichen
Einnahme=
ausfall bedeuten, während ſie die Saarwirtſchaft zur
ander=
weitigen Umſtellung oder aber zu einer weſentlichen Verſtärkung
deutſchen Roherzbezuges zwingen würde. Die weſentlich
er=
höhte Hinwendung, der deutſchen Wirtſchaft zu einheimiſchen
Rohſtoffzweck kann im übrigen gerade auch auf dieſem Gebiete
noch zu bedeutſamen Veränderungen führen. Näheres darüber
wird zur gegebenen Zeit mitgeteilt werden. Der dritte Punkt ſind
die Lebensmikkellieferungen aus Lothringen.
Die Gebiete des Saargrenzgürtels warten aber geradezu
dar=
auf, mit ihrer Agrarproduktion wieder in das Saargebiet
hin=
einkommen zu können, wodurch der Bezug von Lothringen
voll=
kommen ausgeglichen wird. Die Wahrheit liegt ſo: Jeder
Lothringer wird Ihnen ſagen, daß ſeine Landwirtſchaft
rettungs=
los ruiniert iſt, wenn die Saargrenze gegen Lothringen
ge=
ſchloſſen würde. Ueberblickt man den Geſamtbereich der
Wirt=
ſchaftsbeziehungen zwiſchen dem Saargebiet und Frankreich, ſo
entdeckt man nirgendwo eine unbedingte unabänderliche
Ab=
hängigkeit, ſondern nur einen Bereich von
Wirtſchafts=
beziehungen, wie er zwiſchen verſchiedenen Wirtſchaftsgebieten
überhaupt beſteht und angängig iſt.
Bei einer Rückgliederung des Saargebietes an
Deutſch=
land würde dieſe naturgemäß Frankreich gegenüber
heute ſtärker betonte Wirtſchaftsverflechtung gegenüber
der mit der aufſtrebenden deutſchen Wirtſchaft an
Um=
fang und Bedeutung verlieren. Damit iſt keineswegs
geſagt, daß das Saargebiet auf einen
Wirtſchafts=
austauſch mit Frankreich verzichten ſoll. Er ſoll aber
nach dem Grundſatz wirtſchaftlicher wechſelſeitiger
Er=
gänzung und nicht nach dem Grundſatz politiſcher
Er=
preſſungsmethoden vor ſich gehen.
(Fortſetzung auf Seite 2, erſte Spalte.)
* Botterbanssohentdar ie Jabäiernn=
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Sch. Rio de Janeiro, im Mai 1934.
Vor einigen Tagen jährte ſich zum zweiten Male der Tag, an
dem die Feindſeligkeiten im Chaco=Gebiet zwiſchen Paraguay und
Bolivien ihren Anfang nahmen. Trotz der eifrigen Bemühungen
des Völkerbundes und der Mehrzahl der Staaten der neuen Welt
iſt es nicht gelungen, dieſen Konflikt, der mit kleinen Plänkeleien
an der Grenze ſeinen Anfang nahm, einzudämmen. Im Gegenteil:
Heute beſteht im Chaco eine Front von nahezu 240 Kilometern,
auf der — nach ſtatiſtiſchen Angaben der paraguayiſchen
Regie=
rung ſich 60 000 Paraguayer und 90 000 Bolivianer
gegenüber=
ſtehen. Die Statiſtik, die allerdings — wie angegeben wird — nur
auf Schätzungen baſiert, führt die Zahl der bisher im
Chacokon=
flikt Gefallenen mit 15 000 Paraguayern und rund 30 000
Boli=
vianern auf. Mögen die veröffentlichten Verluſtzahlen ſtimmen
oder nicht, richtig iſt, daß die Bolivianer in der Tat mehr an
Menſchen und Material bisher einbüßten als die Paraguayer,
Aber Tatſache iſt auch, daß die Bolivianer ihre eigenen Verluſte
leichter verſchmerzen können, als die Paraguayer die ihrigen,
denn Bolivien zählt rund dreimal ſoviel Einwohner als
Paraguay.
In Wirklichkeit dreht es ſich bei dieſem ganzen Konflikt
natürlich um mehr als um ein paar tauſend Quadratkilometen
Land. Hier kämpfen Oelintereſſenten um die ergiebigen
Oelquel=
len im Petroleumgebiete des Chacos. Hier kämpft amerikaniſches
Geld auf ſeiten Boliviens gegen engliſches Geld auf ſeiten
Para=
guays. Dieſe Tatſachen werden auch durch noch ſo viele Dementis
nicht aus der Welt geleugnet werden können.
Der Völkerbund proteſtiert aufs heftigſte gegen den Krieg
und entſandte ſogar eine Kommiſſion ins ſtrittige Gebiet, die
wohl rieſige Koſten verurſachte, jedoch auch nicht das geringſte
leiſtete. Zur gleichen Zeit aber verkauften Waffenfabrikanten
der=
jenigen Länder, die mit im Völkerbund ſitzen, an die
Kriegsfüh=
renden im Chacogebiet Waffen über Waffen. Der Völkerbund
hatte „vergeſſen”, daß ſich durch ein radikales Verbot der
Waffen=
ausfuhr nach Bolivien und Paraguay der Kriegsbrand viel
ſchneller und ſicherer austreten laſſen würde, als durch
Kommiſ=
ſionen. Aber auf eine ſolche Art und Weiſe der Kriegsbeendigung
würden den Waffenfabrikanten in Frankreich und in der
Tſchecho=
ſlowakei Rieſengewinne entgangen ſein ..."
Ein Ende des Krieges iſt vorläufig noch nicht abzuſehen, wenn
nicht in einem der beiden Länder eine Revolution dazwiſchen
kommt. Im erſten Jahre des Krieges gelang es den Bolivianern
in einer großzügig angelegten und mit Tanks, Flammenwerfern
und Flugzeugen gut durchgeführten Offenſive erhebliche Erfolge
zu erzielen, an deren Auswertung ſie jedoch durch die einſetzende
Regenzeit verhindert wurden. Nach der Regenzeit ſetzte dann der
Gegenſtoß der Paraguayer ein, die ſich in der Zwiſchenzeit
gründ=
lich erholt und mit engliſchem Gelde, das Oelmagnaten reichlich
hergaben, auf beſte ausgerüſtet hatten.
In der letzten Zeit hat ſich immer mehr der Wert der
Bom=
benflugzeuge herausgeſtellt, mit denen Bolivien eindrucksvolle
Erfolge erzielen konnte. Durch die Bombardierung zahlreicher
hinter der paraguayiſchen Front gelegenen Städte hat es den
Nachſchub von Munition und Lebensmittel auf das empfindlichſte
geſtört und als Nebenwirkungen eine weitgehende Demoraliſierung
der paraguayiſchen Truppen hervorgerufen, die nicht die Möglichkeit
in Händen haben, ſich gegen dieſen furchtbaren Luftfeind zu
weh=
ren, denn Flugzeugabwehrgeſchütze beſitzen die Paraguayer noch
nicht. Unter dieſem Geſichtswinkel erſcheint auch die Drohung
Paraguays verſtändlich, als Repreſſalie bolivianiſche Gefangene
erſchießen zu wollen, falls Bolivien mit der Bombardierung
fort=
fahren ſollte. Wenn nun der nordamerikaniſche Staatsſekretär
Cordell Hull Weiſung an den amerikaniſchen Geſandten in
Pa=
raguay gegeben hat, ſchleunigſte Erhebungen anzuſtellen, was es
mit dieſer Bombardierung „offener” paraguayiſcher Städte und
mit der Drohung Paraguays auf ſich hat, ſo entbehrt dieſer
Auf=
trag nicht einer tragikomiſchen Note, denn Nordamerika war es
ja, das an Bolivien die Bombenflugzeuge lieferte, mit denen es
jetzt paraguayiſche Städte bombardiert! Bolivien ſtellt ſich auf den
Standpunkt, daß es ſich keineswegs um „offene” Städte gehandelt
habe, denn jedes noch ſo kleine Neſt hinter der Front der
Para=
guayer ſei im wahrſten Sinne des Wortes Garniſonſtadt
gewor=
den, die alleſamt zur Beherbung der Reſerven und als
Stütz=
punkte für Lebensmittel und Munitionsnachſchub dienten. Sollten
die Paraguayer tatſächlich bolivianiſche Gefangene erſchießen, ſo
würde Bolivien die Hauptſtadt Paraguays, Aſuncion, mit
Bom=
ben belegen. Im übrigen ſieht es ganz ſo aus, als Paraguay
tat=
ſächlich geneigt ſei, die Kriegsregeln des Völkerrechts nicht mehr
reſpektieren zu wollen, denn es hat angekündigt, in Zukunft an
der Front Giftgaſe zu verwenden, falls Bolivien fortfahren ſollte,
paraguayiſche Ortſchaften mit Flugzeugen zu bombardieren. Es
iſt nicht abzuſehen, was ſolch ein Vorgehen für Folgen haben
könnte, wenn dann ſeinerſeits Bolivien zur Verwendung mit
Giftgas gefüllter Flugzeugbomben ſchreiten und damit z. B.
Aſun=
cion belegen würde. Für uns Deutſche jedoch iſt dieſe Wendung
der Dinge ein weiteres Zeichen, unbedingt und unter allen
Um=
ſtänden an der Forderung nach einem ausgedehnten und
zuver=
läſſig funktionierenden Luftſchutz für unſer Vaterland feſtzuhalten,
das ja in einem noch viel ſtärkeren Maße der Gefahr von
Luft=
angriffen ausgeſetzt iſt, als dieſe ſüdamerikaniſchen Staaten, bei
denen die Kriegsfliegerei noch in den Kinderſchuhen ſteckt.
Trotz der hie und da auftauchenden optimiſtiſchen Nachrichten
über den Leticiakonflikt zwiſchen Columbien und Peru, iſt die
Lage als unverändert ernſt zu betrachten, zumal die in Rio
tagende Konferenz noch immer keine Ergebniſſe zeitigte. Am 23.
Juni ſchon läuft das Mandat der Völkerbundskommiſſion über
das ſtrittige Gebiet ab und Columbien beſteht darauf, daß die
Kommiſſion die Regierung des Gebietes an Vertreter Columbiens
abgibt, was andererſeits Peru nicht zulaſſen will. Es iſt
begreif=
lich, daß ſich unter ſolchen Umſtänden ſowohl in Peru, als auch in
Columbien ſtarke Beunruhigung breit macht und beide Länder
ſich darauf vorbereiten, allen Eventualitäten begegnen zu können.
Wie beim Chacokonflikt haben auch hier die Völkerbündler
abſo=
lut keine Bedenken, die beiden Streitenden mit Waffen gegen
klin=
gende Münze zu beliefern! Sie bemühen ſich ſogar noch, Japan
und Nordamerika als Lieferanten auszuſchalten, um allein den
„Rahm” abſchöpfen zu können!
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 2 — Nr. 149
Miöetänder v. Püpen Aoet Die Juut.
Trügeriſche Hoffnungen.
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
Die franzöſiſche Propaganda ſetzt nun ihre Hoffnung darauf,
daß die Uebernahme der Regierung durch Adolf Hitler und den
Nationalſozialismus vielen Bewohnern des Saargebietes nicht
paßt. Sie hofft auf Kommuniſten, Sozialdemokraten und ehem.
Zentrumsangehörige. Zur Deutſchen Front ſtießen aber faſt
überall ehemalige Mitglieder der SPD. und KPD., Männer,
denen die Liebe zum Vaterland mehr galt als eigenes Ich.
Ehe=
mals führende Kommuniſten geben eine Zeitung im Saargebiet
heraus, die am Kopf die Ueberſchrift trägt: „Ueber allem ſteht die
Nation‟. Ein anderer Kommuniſtenführer erklärte: „Wir
ſtim=
men für Deutſchland. Möge man uns nach der Abſtimmung ins
Konzentrationslager ſtecken. Glauben Sie mir, meine Herren,
die Stimme des Blutes und der Heimat iſt im deutſchen Arbeiter
ſtärker als alle Verlockungen von fremder Seite. Nun zur
Hoff=
nung auf den katholiſchen Teil der Bevölkerung. Auch
hier wird Frankreich eine große Enkkäuſchung
erleben.
Es iſt ganz klar, daß in dieſen Kreiſen große Sorge herrſcht in der
Frage der kirchlichen Entwicklung in Deutſchland. Die katholiſche
Bevölkerung des Saargebietes würde es aber als eine
Beleidi=
gung ſchwerſter Art anſehen, würde man den Schluß daraus ziehen,
daß ſie auf Grund dieſer Sorgen nicht für Deutſchland ſtimmen
würde. Wir haben es in dieſen Tagen erſt erlebt, als eine
katho=
liſche Zeitung in Saarbrücken begründet wurde von
geſchäftstüch=
tigen Leuten mit Geldern äußerſt fragwürdiger Herkunft, die die
Erhaltung des Status quo propagiert, wie die Geiſtlichkeit des
Saarlandes in ihrer Geſamtheit von dieſen Machenſchaften
ab=
rückte und damit die Anſicht des katholiſchen Volksteils auswwch.
Unkragbare Maßnahmen der Regierungskommiſſion.
Der Vizekanzler kennzeichnete in dieſem Zuſammenhang die
Gefolgſchaft der Leute wie Matz Braun und die Emigranten, die
im Saargebiet die Träger der franzöſiſchen Propaganda ſind.
Die Regierungskommiſſion, die ja beſtimmungsgemäß
als Treuhänderin das Saargebiet verwaltet, hat es
fertig gebracht, in die Polizei Emigranten, teilweiſe
ſo=
gar an führender Stelle, einzuſetzen. Eine derartige
Maßnahme iſt meines Erachtens nicht tragbar.
Es iſt auch ganz ſelbſtverſtändlich, daß dieſe Leute nicht
neu=
tral und objektiv ihren Dienſt verſehen und ſich im ſchärfſten
Gegenſatz zur Bevölkerung ſetzen müſſen.
Dieſe Maßnahme hat in der Bevölkerung größte
Erbit=
terung hervorgerufen und nicht dazu beigetragen, daß
Ruhe und Ordnung gewährleiſtet ſind. Die franzöſiſche
Propaganda behauptet, daß im Saarland ein
unerträg=
licher Terror ausgeübt werde. Die Saarregierung nimmt
das zum Anlaß, die Entſendung internationaler
Poli=
zeitruppen zu fordern.
Meine Herren, die Deutſche Front hat es wirklich nicht nötig,
einen Druck auf die Bevölkerung auszuüben. Sie umfaßt bereits
93 v. H. der Bevölkerung, ohne daß auch nur eine
Werbeverſamm=
lung gehalten wurde. Sie hat zum Ueberfluß einen eigenen
Kon=
trolldienſt eingerichtet, der jede Ausübung eines Druckes oder
Zwanges ſofort der Leitung zu melden hat. Jeder Verſtoß hat
unnachſichtlich Ausſtoßung aus der Deutſchen Front zur Folge,
Mehr kann man wirklich nicht tun, aber
man ſoll eine Bevölkerung nicht reizen.
Darüber muß ſich auch die Regierungskommiſſion klar
ſein. Am 18. April d. J. hat der Generaldirektor der
franzöſiſchen Grubenverwaltung Guillaume ausländiſchen
Journaliſten gegenüber gedroht, er werde alle deutſchen
Bergarbeiter entlaſſen und das Reich könne ſehen, wie
es ſie ernähre. Die Verhandlungen über die Saargruben
würden nach Möglichkeit in die Länge gezogen werden,
der Erzbezug unmöglich gemacht. Mit dieſer nicht
demen=
tierten Aeußerung ſtimmt die fortdauernde Entlaſſung
von deutſchgeſinnten Bergarbeitern und die Einſtellung
zweifelhafter Elemente an deren Stelle überein. Iſt das
etwa kein Terror?
Gegenüber dem Vorſchlag des Außenpolitikers des „Lavoro
Fas=
ciſta”, es ſollten bis zur Volksabſtimmung keine Reden an die
Saarbevölkerung gehalten werden, da ſonſt ein Spachel von Bitter=
Vom Tage.
Reichspräſident von Hindenburg empfing geſtern den
Ge=
ſandten der Vereinigten Staaten von Venezuela, Dr. Dagnino
Penny, der ihm im Namen des Präſidenten General Gomez als
höchſte Auszeichnung ſeines Landes die Kette des Ordens des
Be=
freiers überreichte. Dieſe Ehrung iſt der Dank für die ſeitens des
Herrn Reichspräſidenten erfolgte Verleihung eines Ehrendegens
anläßlich des 25jährigen Regierungsjubiläums des Präſidenten
von Venezuela.
Vor den Mitgliedern des Deutſchen Bühnenvereins, der
zur=
zeit in Dresden eine Tagung abhält, ſprach am Donnerstag
nach=
mittag Reichsminiſter Dr. Goebbels in einer großen Kundgebung
in der Dresdener Staatsoper über das deutſche Theater im neuen
Deutſchland.
Die erneute Beſchießung mandſchuriſcher Dampfer auf dem
Amur in der Nähe von Taheiho durch ruſſiſche Grenzwachen hat
nach Auffaſſung japaniſcher Stellen eine äußerſt ernſte Lage
ge=
ſchaffen, zumal die Ruſſen bei Blagoweſtſchenſk acht
Flußkanonen=
boote zuſammengezogen haben und Anſtalten treffen ſollen, um die
Schiffahrt auf dem Amur zu ſtören.
keit und Reizbarkeit zurückbleibe, unterſtrich der Vizekanzler
er=
neut, es ſei doch
nicht unſere Schuld, daß dieſe Abſtimmung ſtaktfindet.
und kennzeichnete noch einmal in aller Deutlichkeit jenes andere
Ziel, das Frankreich politiſch mit der Abſtimmung erreichen
will: die Saar dürfe nicht zu dem „Hitleriſchen Deutſchland”
zurückkehren. Wenn Frankreich, ſo erklärte der Vizekanzler, an
den Errungenſchaften der franzöſiſchen Revolution feſtzuhalten
wünſcht, ſo können wir nichts dagegen einzuwenden haben. Wir
ſelbſt haben uns entſchloſſen, dieſe Errungenſchaften abzuſtreifen,
die uns an den Abgrund des Bolſchewismus gebracht hatten,
und wir glauben, damit Europa einen geſchichtlichen Dienſt
er=
wieſen zu haben. Europa befindet ſich doch wirklich nicht in
einem Zuſtand idealer friedlicher Entwicklung. Statt daß
wir uns über Fragen wie die Saarfrage
ver=
ſtändnisvoll die Hände reichen, ziehen wir
immer tiefere Gräben zwiſchen uns. Eines iſt
ſicher, wenn wir gemeinſam die wirtſchaftlichen Fragen löſen
und dafür ſorgen würden, daß die Induſtrien Beſchäftigung,
die Bevölkerung Arbeit und Brot hätten, dann würde
Zu=
friedenheit und Vertrauen wiederkehren. Im Bereiche dieſer
Frage liegt auch das Saarproblem, das allerdings für uns kein
Problem iſt.
Frankreich verlangk in Genf Garankien für eine
unbeeinflußke Abſkimmung und Sicherung
des Ergebniſſes der Wahl.
Wir haben einige Erfahrung und wären glücklich geweſen,
wenn man uns ſolche Garantien in früheren
Abſtimmungs=
gebieten gegeben hätte, wo ſtarke deutſche Minderheiten anderen
Nationen zugefallen ſind, und man ſeit 15 Jahren vielfach
fortfährt, den deutſchen Volksteil nicht nur politiſch zu
ent=
rechten, ſondern auch materiell auf jede Art zu enteignen. Aber
hier an der Saar liegen die Dinge anders: Frankreich macht
offiziell keinen Anſpruch auf Gebietserwerbungen, weil es
fran=
zöſiſche Minderheiten, die anzugliedern wären, dort nicht gibt.
Es handelt ſich alſo nur um Garantien für die Deutſchen, die
in den Schoß der Heimat zurückkehren. Unverſtändlich iſt mir
die Rückſicht der franzöſiſchen Regierung für ſolche Elemente,
die nicht franzöſiſche Staatsbürger ſind, es vermutlich auch nicht
werden wollen, und die aus rein innerpolitiſchen Motiven alles
tun, um ihr eigenes Vaterland in den Augen der Welt
herab=
zuſetzen. Aber wie dem auch ſei, die deutſche Regierung iſt
vollkommen bereit, die Garantien für die Zeit nach der
Ab=
ſtimmung zu übernehmen, die ihr billigerweiſe zugemutet werden
können. Wir wollen unſererſeits nichts unverſucht laſſen, um
dieſes traurige Kapitel des Friedensvertrages mit möglichſter
Beſchleunigung ſo abzuſchließen, daß es in Zukunft keinerlei
Streitfragen darüber zwiſchen uns und Frankreich geben kann.
über die Saarabſtimmung.
DNB. Genf, 31. Mai.
In ſpäter Nachtſtunde des Donnerstag wurde in
mehr=
ſtündigen Verhandlungen zwiſchen den Vertretern Deutſchlands,
Italiens und Frankreichs Formulierungen für die Löſung der
Abſtimmungsfrage im Saargebiet feſtgelegt, die den
Regie=
rungen Deutſchlands und Frankreichs zur Beſchlußfaſſung
über=
mittelt worden ſind. Man erwartet eine Entſcheidung bis
Freitag mittag.
* Der Kampf um die „reine Wiſſenſchaft
Ein Wort zum Thema „Revolution der Univerſität”.
Man diskutiert heute viel über die „reine Wiſſenſchaft”
und ihre Rolle in unſerem neu zu geſtaltenden geiſtigen Leben.
Beſteht tatſächlich eine „Kriſe” der Wiſſenſchaft, d. h. alſo: ſind
die Univerſitäten wirklich ſo erneuerungsbedürftig, ſo
revolutions=
reif, wie man manchmal ſagt? Oder ſteckt in dieſen und
ähn=
lichen Kampfrufen nichts anderes als jugendlicher Ueberſchwang?
Eines iſt ſicher: Die Klärung der hier verborgenen Fragen
leidet an häufigen Unklarheiten der Gedanken und
Formu=
lierungen. Z. B. beſteht eine geradezu verhängnisvolle
Unklar=
heit im Gebrauch des Wortes „Wiſſenſchaft”
Von „der” Wiſſenſchaft iſt meiſtens die Rede, wie von
einem beliebigen Einzelding menſchlicher Erfahrung. Auf die
eine Seite ſtellt man „die” Wiſſenſchaft, auf die andere Seite
das Leben, die politiſchen Forderungen der Gegenwart, die
Wünſche der jungen Generation uſw. Nun ſcheint mir aber
die Exiſtenzfrage der reinen wie jeder anderen Wiſſenſchaft nur
dann diskutier= und lösbar zu ſein, wenn man zuerſt einmal
kritiſche Scheidungen vornimmt, den Begriff „Wiſſenſchaft” ſich
in ſeiner Fülle vergegenwärtigt, vom abſtrakten Wort zu den
allein exiſtierenden Sachen zurückfindet.
Es gibt kein Ding „die Wiſſenſchaft” ſondern allein
Wiſſenſchaften theoretiſche und praktiſche,
naturwiſſen=
ſchaftliche und geiſteswiſſenſchaftliche, beſchreibende und
er=
klärende —kurz, ſo viele an Zahl und Art, wie die Menſchen
Frageſtellungen und wiſſenswerte Gegenſtände
ent=
wickelt und entdeckt haben. Das aber, was heute und nicht nur
ſeit heute, ſondern ſeit der Jahrhundertwende und im ganzen
abendländiſchen Kulturkreis als „Wiſſenſchaft” kritiſiert wird, iſt
eine ganz beſtimmte, hiſtoriſch bedingte geiſtige Haltung
wiſſen=
ſchafttreibender Menſchen, ein ganz konkretes Forſcher=Ethos,
dem man ſinnvoll in allen Wiſſenſchaften nachſpüren kann, das
man aber nicht ohne weiteres als die einzig mögliche Art
wiſſenſchaftlichen Denkens hinſtellen darf, ſchon deshalb nicht,
weil es ſich keineswegs in allen Wiſſenſchaften auf die gleiche
Weiſe und im ſelben Grade ausſpricht.
Der Anſpruch der reinen Wiſſenſchaft, die wiſſenſchaftliche
Haltung ſchlechthin zu ſein, iſt nicht berechtigt. Denn dieſe Idee
der reinen, objektiven Wiſſenſchaft, dies Ideal der ſtreng in ſich
beſchloſſenen, ſich ſelbſt genügenden Theorie iſt ein geſchichtlich
gewordenes Ideal, deſſen Anſpruch auf Geltung darum auch
nur relativ ſein kann. Die Herrſchaft des „theoretiſchen Denkens”
als des Inbegriffs alles wahren Denkens iſt vorbei; und
w=
ſie fortbeſteht, iſt ſie für die Menſchheit, die heute in allen
Ländern in kriſenhaften Exiſtenzkämpfen lebt, ein untragbarer
Luxus. Diejenige geiſtige Haltung aber, in der unſere Ge=
teration, die Trägerin der Revolution auf den Hochſchulen,
wiſſenſchaftlich zu denken ſich bemüht, kann noch kaum durch ein
Schlagwort bezeichnet werden, iſt jedenfalls durch die
Gegen=
ſätze „Theorie und Praxis”, „Theorie und Leben” kaum
weſenr=
lich getroffen. Aber ſie exiſtiert, und das Gefühl ihrer geſchich. Stunde läßt ſich nicht unterdrücken.
In welchem Maße verwirklicht ſich nun dieſe theoretiſche
Denkhaltung in den einzelnen Wiſſenſchaften und welche
Wiſſen=
ſchaften bedürfen tatſächlich einer Reform? Von einigen
Wiſſen=
ſchaften iſt zu fordern, daß ſie ſich dem Umbruch des Zeitgeiſtes
anpaſſen, weil ihr Feſthalten am Ideal falſcher „Reinheit” ſie
im innerſten Weſen veröden, in ihrer Fruchtbarkeit erſtarren
ließe. Andere Wiſſenſchaften aber dürfen durch den Sturm und
Drang der geiſtigen Revolution nicht angetaſtet werden, wenn
nicht das Streben nach Erneuerung in einen radikalen Umſturz
umſchlagen will.
Die reformbedürftigen Wiſſenſchaften ſind diejenigen, die
ſich mit dem Werden, dem Aufbau und den Lebensgeſetzen der
Völker und ihrer Kulturen (im weiteſten Sinne) beſchäftigen.
Sie müſſen aus den brennenden Problemen der Zeit, die nach
einer Löſung geradezu ſchreien, ihre Erneuerung gewinnen;
ſonſt werden ſie beſeitigt werden und die Menſchen ſich, auf
eigene Fauſt handelnd, probierend, irrend, auf Umwegen die
Löſungen ſuchen müſſen. Dieſe Probleme aber, die die
Prüf=
ſteine des Wertes moderner Wiſſenſchaft ſind, heißen:
Arbeits=
loſigkeit, Wirtſchaftskriſe, Hunger und Nahrungsvernichtung
nebeneinander, Schrecken der Technokratie, Rüſtungswahnſinn,
imperialiſtiſche Spannungen, nationale Unterdrückung, der
be=
ginnende Raſſenkampf im pazifiſchen Raum. Wer da ſagt, dieſe
Dinge gingen die Wiſſenſchaft nichts an, ſondern die Politiker
und Geſchäftsleute, höchſtens noch die Techniker, der zeigt, daß
er zum alten Geſchlecht gehört und den Sinn der Zeit nicht
be=
griffen hat. Hier liegen die Aufgaben, die wir Jungen heute
der Wiſſenſchaft ſtellen! Wenn ſie ſie zu löſen ablehnt oder
unfähig iſt, wird man ihr die Profeſſuren entziehen,
Aber eines darf man natürlich nicht überſehen; eine
be=
ſtimmte Sparte wiſſenſchaftliche Organiſation, eine kleine Schar
von Forſchern darf nicht mit falſchen Forderungen größerer
Lebensverbundenheit oder ſtärkerer Hinwendung auf die
Auf=
gaben der konkreten Situation beläſtigt werden. Das ſind
die=
jenigen Wiſſenſchaften, in denen die ſcheinbar „reine”, „
unprak=
tiſche” nur „theoretiſche” Erforſchung unpopulé
die Praxis und die Wohlfahrt künftiger Geſchlechter
ent=
ſcheidend vorbereiten hilft. So wie man den Naturwiſſenſchaften
nicht vorſchreiben kann, welche Wege ſie zur Löſung beſtimmter
Aufgaben gehen ſoll, ſo gibt es auch in den anderen Diſziplinen
Aufgaben, die nur vor dem Forum der allein ſich ſelbſt
verant=
wortlichen Vernunft gelöſt werden können. Wer hier auf
„Lebensnähe” drängt oder die „Theorie” angreift, macht ſich zum
Feind unſerer Zukunft. In dieſen Bezirken iſt gerade die
Ausweiſung eines Hekers.
Engliſcher Journaliſt wegen frivoler Berichkerſtakkung
aus Deutſchland ausgewieſen.
DNB. Berlin, 31. Mai.
Der Berliner Vertreter des „Daily Expreß” Pembruke
Stephens, iſt heute aus dem deutſchen Reichsgebiet auss
gewieſen worden, weil er dauernd in entſtellender und frivplern
Weiſe über deutſche Verhältniſſe berichtet und dadurch das ihm
gewährte Gaſtrecht gröblich mißbraucht hat. Eine derartiow
Ausübung des journaliſtiſchen Berufes dient nicht der ſo nmtz
wendigen verſtändnisvollen Annäherung und Befriedunon
zwiſchen den Völkern, ſondern iſt geeignet, die öffentlichmn
Meinung zu vergiften und die guten Beziehungen zwiſchen=
T
Deutſchland und anderen Ländern zu ſtören.
der Lug oon Hingertar.
Flaggenparade am Skagerrakplak in Berlin.
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jegliche 4.
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DNB. Berlin, 31. Mgi. zungen 1oN
ruppen ?
Als Auftakt der Feiern am Skagerrak=Gedenktag in dens „(en und
Reichshauptſtadt fand am Donnerstag früh, 8 Uhr, am Skagerrak.)
zeil der 2
Platz am Tiergarten eine feierliche Flaggenparade ſtatt, die mitſ.
einem Platzkonzert verbunden war. Außer der in Berlin weilen=*
den 4. Marineartillerie=Abteilung waren die Marinevereiney Veberdie
und Verbände von Groß=Berlin, ferner die Marineſtürme dra /
hen a
Hitlerjugend und die Techniſche Nothilfe angetreten.
Kong=
admiral a. D. Lützow wies in einer Anſprache auf den Simger den Gun
der Flaggenparade hin. Wenn auf dem Skagerrak=Platz heuen geſtellten.
die Flaggenparade in derſelben Form wie an Bord der Kriegs=4 Dr Ausbau bet
ſchiffe erfolge, ſo ſolle damit zum Ausdruck gebracht werdenn röſtig in Angrill
daß Seefahrt und Seegeltung nicht Befriedigungn en Dieſer
romantiſcher Wünſche eines kleinen Teiles der Bevölkerung, auf die M
ſondern ein Lebensbedürfnis des ganzen deut=)erder
ſchen Volkes ſeien. Die See ſei das wichtigſte Tor zun die V
Welt, und dieſes Tor dürfe uns nicht zugeſchlagen werden. Dieſ( heß,
Erinnerung an die Seegeltung früherer Zeiten ſei nicht einen etsfro
Angelegenheit beſchaulicher Genugtuung, ſondern ein Anſpornmn m DA‟
Nach der „Verglaſung” (Zeitangabe) durch vier Doppel=K
ſchläge an der alten Schiffsglocke des großen Kreuzers „Moltke‟,
der 1919 bei Scapa Flow verſenkt wurde und der Flaggenn
hiſſung ſpielte die Kapelle den Präſentiermarſch der deutſchen, MuMehe
Marine und anſchließend das Deutſchland= und Horſt=Weſſelg die Ankur
Lied.
die Ve
An der Feier, der eine rieſige Menſchenmenge beiwohniel mn der
nahmen zahlreiche Vertreter der Reichswehr und der Reichs4 /
marine teil.
ihlunge
Nach der Feier auf dem Skagerrak=Platz zogen die Forn (inf
mationen zum Ehrenmal und nahmen dort Aufſtellung
vrli
Unter den zahlreichen Vertretern der Behörden und Verbänden
die an der Feier vor dem Ehrenmal teilnahmen, ſah man denr
Vizeadmiral Freiherr Heuſinger von Waldeck als Vertreter desr
Chefs der Marineleitung. Reichsbiſchof Müller hielt die Ges
al
denkrede. Nachdem das Lied vom guten Kameraden verklungen.
Wlolle
war, zogen die Fahnenabordnungen in den Innenraum desr
Ehrenmals, wo Abordnungen der Verbände Kränze niederlegtem Selbſt
Der Reichsbiſchof ſchloß die Gedenkſtunde mit einem Vaterunſer, 141gn
lung
1*
Das Intereſſe, das die Berliner Bevölkerung unſeren blauem „h ed.
Jungens von der Skagerrak=Ehrenwache am erſten Tage ent=b „nt
gegengebracht hatte, ſteigerte ſich am heutigen Donnerstag zu im
wahrer Begeiſterung. Gegen 1 Uhr ſchwenkte die Wachabteilungen Fermfuhr
in die Wilhelmſtraße ein. Im Parademarſch zog ſie an dn * Rwohgler
greiſen Generalfeldmarſchall vorüber, während die Wachmaſe 2 A und viele
ſchaften in den Vorgarten einſchwenkten. Auf dem Balkon ſtad” weſen werden.
der Reichspräſident. Donnernde Heilrufe drangen aus MI ſico aber gleichzeitie
Wilhelmſtraße herüber. Er dankte und grüßte immer wiede,” die ſchwediſche Er=
und folgte mit großem Intereſſe der Ablöſung. Aus der Ferne: Erzausfuhr
klang bereits die Marſchmuſik der zum Reichswehrminiſteriunn ℳt nun damit da
weitergegangenen Marinewache, als die Menge die Abſperrung” doraufgegangenen
mit donnernden Heilrufen auf den Reichspräſidenten durchbracht , Wahrſcheinlich
ute an Eiſenerzer
Die ruſſiſchen Behörden treffen umfangreiche Vorbereitungeis de ſchwediſche An
für die Verſorgung von Oſtſibirien mit Lebensmitteln nach ſtratg) M der beſte Bewo
giſchen Geſichtspunkten. Die Lieferungen von auſtraliſchem unn Alis kommt, wen
ſüdamerikaniſchem Weizen nach Wladiwoſtok haben einen grobeis Mimmt, um nie
Umfang angenommen. Gleichzeitig wird gemeldet, daß auch aun für einen
den ruſſiſchen Schwarzmeer=Häfen Schiffe mit Zement und Weize? El gleichzeitig a
ier auszubauen u.
nach Wladiwoſtok abgehen.
Der Völkerbundsrat eröffnete am Donnerstag vormittag ſeinm Mernationale W.
außerordentliche Tagung mit einer neuen Beratung über dis Wh Ihne den eine
Mliar iſt. Leid
Chaco=Streit.
theoretiſchſte Wiſſenſchaft eben erfolgreich genug, die Schwierig) Auch dieſen beiden
keiten ihrer Aufgaben zu löſen; hier müſſen Tageslärm unm Me Echtheit der C
Alltagsſorgen ferngehalten werden. Der Stratege gehört nicht nichts auszur
in die Schlacht; er kämpft am Schreibtiſch, aber nicht in1 Im beiriebe
Schützengraben.
ie Farſch.
Auf dieſe Weiſe, durch das kritiſche Scheiden des Weſen n Worſchung und
lichen vom Unweſentlichen allein kann man den Fragen um 9i0 Me Veiſe als
Revolution der Univerſität kaum begegnen.
Fien Ueber
Dr. von Renthe=Fink, Bouſ.: 9zu Sache ſho.
eSctlichen
de ieiter 5
ie die Echih
Der Prozeß Ura=Linda.
Mit dieſem Artikel, in dem die Akten des Fale.
Ura=Linda=Chronik geſchloſſen werden, ſchließen w.” Mer
auch die Diskuſſion über dieſe Angelegenheit.
(Die Schriftleitung.)
Hermann Wirth hat die Ura=Linda=Chronik, die 1872 3u.5 0
erſten Male ans Licht trat und ſofort von der Forſchung aln
das Machwerk eines Fälſchers erkannt wurde, wieder auſs
griffen und in ihr eine Offenbarung über die Geiſteserbmalſ
des deutſchen Volkes geſehen. Erneut haben ſich ernſthafte i0e
ſcher gegen die Echtheit der Chronik ausgeſprochen, ohne bis9n
Wirth von ſeinem Irrtum überzeugen zu können. Darum
man dem Zentralinſtitut für Erziehung und Unterricht zu Bell
und der Geſellſchaft für deutſche Bildung zu außerordentlich.
Danke verpflichtet, daß ſie in der Form einer öffentlichen wiſſe. Ausſprache über den Geſchichts= und Quellenwert be
Ura=Linda=Chronik, die am 4. Mai in der neuen Aula der 40
verſität ſtattfand, den Weg beſchritten haben, die langerſeha Nst
Eindeutigkeit des Urteils endlich öffentlich kundwerden zu 100.
Die Aula war mit einer tauſendköpfigen Menge gefüllt und .
nie erlöſchende Anteilnahme an der über vier Stunden dauk”
den Ausſprache zeigte, daß es ſich hier um brennende Fraße
unſerer Weltanſchauung handelt. Zuerſt wiederholte Proſel.
Neckel ſeinen Nachweis der Fälſchung, den er vor kurzem i.
Nationalſozialiſtiſchen Monatsheften Heft 48 veröffentlichl.
Er bezeichnete die Ura=Linda=Chronik als ein Mittelding
naiver Geſchichtsklitterung frieſomanen Zuſchnitts und von. Die”
teriſcher
Phantaſie. Necks Stellungnahme gewann deswegen ee
beſondere Bedeutung, weil er ſelbſt einmal für Wirth eingeil”.
war, jetzt aber entſchieden von ihm abrückte. Nach ihm .
der ur0
Dr. Th. E
1934 mit Nachdruck betont hatte, daß man Hermann Wik
die Ura=Linda=Chronik auf keinen Fall mit der nationalle.
liſtiſchen Weltanſchauung und der heutigen Staatsführung.
Verbindung bringen dürfe. Die Ura=Lindn=Chronik könne ”6le
wegs als eine Offenbarung über unſer Ahnenerbe gelle‟
[ ← ][ ][ → ]ſtag, 1. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 149 — Seite 3
Zufammenarbeik
zichen NSB9. und den alten Berufsverbänden.
DNB. Berlin, 31. Mai.
Das Zentralbüro der Deutſchen Arbeitsfront teilt mit: Um
detulusbau der DAF., wie er im Dienſtbuch (Organiſationsplan)
dem deutſchen Arbeitsfront vorgeſehen iſt, reibungslos zu
garan=
tiſe und um die großen Werte (Verſicherungen, Krankenkaſſen
uſu, die bei den alten Verbänden vorhanden ſind, zu ſichern, wird
awydnet, daß die Dienſtſtellenleiter der NSBO., die in
Perſo=
noylrion die Dienſtſtellen der DAF. aufbauen, die Pflicht haben,
mnten Leitern der Dienſtſtellen der alten Verbände, insbeſondere
deu keichsberufsgruppen bei den Angeſtellten, in
kameradſchaft=
liuche Weiſe zuſammenzuarbeiten.
dieſer Aufbau der Deutſchen Arbeitsfront
ge=
ſafüht allmählich. Der Einzug der Beiträge erfolgt
ſo=
laſndurch die bisher beſtehenden Organiſationen, bis der
Neu=
gufhu der DAF. vollzogen iſt und vom Führer der Deutſchen
Ar=
bentront der Einzug der Beiträge durch die neuen Dienſtſtellen
ammerdnet iſt.
jegliche Art von Eingriffen in die
Dienſt=
ſtulen der alten Verbände, insbeſondere
Be=
feſtzingen von Geſchäftsſtellen der
Reichsbe=
ruſgruppen der Angeſtellten, haben zu
unter=
bleben und ſind ſtrengſtens verboten. Dies um
ſo guhr, weil der Dienſtbetrieb dieſer Dienſtſtellen zur
Vermei=
dumgvon wirtſchaftlichen Schäden aufrechterhalten werden muß.
leber die Umorganiſation der wirtſchaftlichen bzw.
ſozuden Einrichtungen bei den Reichsberufsgruppen der
Angeſtell=
temirgehen allein Befehle vom Führer der DAF.
üb4 den Führer der Reichsberufsgruppen der
Aügſtellten.
der Ausbau der Reichsberufsgruppen der DAF., der nunmehr
jaucuftig in Angriff genommen wird, iſt dem Pg. Foerſter
über=
naze. Dieſer Ausbau der Reichsberufsgruppen erſtreckt ſich nicht
8 ganzu uru die Mitglieder der Angeſtellten, ſondern auf alle
Mit=
gliſthr der Deutſchen Arbeitsfront.
die Verfügung iſt unterzeichnet vom Stellvertreter des
Füh=
reus Heß, vom Stabsleiter der PO. und Führer der Deutſchen
Andasfront Dr. Ley und dem Führer der Reichsberufsgruppen
in 17 DAF., Foerſter.
1M
nicht
es der 9
en Rrufs
de und m
rmarſch M
luhnießer der Arbeitsbeſchaffung.
d und hiut
1ie Ankurbelung der deutſchen Wirtſchaft
enmenge ſy düuth die Vergebung öffentlicher Aufträge und die ſtarke
Ent=
behr und gu, falſug der privaten Initiative hat, was von vornherein
feſt=
ſtan) auch auf das Ausland günſtige
Aus=
ſatz zogn ſtrylungen ausgeübt. Deutſchland iſt zu einer
ſteigen=
gen dort 75 der Einfuhr von Rohſtoffen geſchritten, wie ſie naturgemäß
örden und g erfüretlich war, um die Produktion wieder in Gang zu bringen.
nabmen ſur. Wüt eiken zunächſt nur einmal an die Maſchineninduſtrie, die
deäk gls Rm einxu beachtlichen Aufſchwung genommen hat, weil von
al e Seiten Neubeſtellungen erfolgt ſind,
zura da die Reichsregierung dieſe Beſtellungen noch in
wir=
weraden k kumzshller Weiſe gefördert hat.
Kränze mit kelbſtverſtändlich hat die erhebliche Nachfrage nach
mit einem mErnzu gniſſen der Eiſeninduſtrie größere
Be=
ſte lungen an Eiſenerzen im Ausland zur
Fole gehabt. Wir haben uns im weſentlichen in
erung unſen Scteden eingedeckt. Schweden war von jeher ein
Haupt=
am erſten ” liefſttn- für Deutſchland. Die Verſchärfung der Wirtſchafts=
Dom krifſſem Deutſchen Reich und damit die Droſſelung der Roh=
Ute die Vag= ſtof)erf hr hat, die ſchwediſche Eiſenerzinduſtrie in geradezu
arſch zog ſi kataſtonhaler Weiſe getroffen. Viele Erzgruben mußten
ſtill=
rend die Ae geleg ſund viele tauſend Arbeiter der öffentlichen Fürſorge
luf dem Bie übesneſen werden. Das deutſche Arbeitsbeſchaffungsprogramm
ſie drangen ” hat ſy aber gleichzeitig auch als Arbeitsbeſchaffungsprogramm
rüßte imme” ſir, de ſchwediſche Erzinduſtrie ausgewirkt. Im Vorjahr war
öſung. Aus die Ezausfuhr nach Deutſchland ſchon ſehr erfreulich. Man
hume kechint mun damit, daß im Mai die Ausfuhrbilanz diejenige
nenge die — der braufgegangenen Monate ganz beträchtlich überſchreiten
äſidenten wirn Wahrſcheinlich wird die Maiausfuhr alle bisherigen
Exxſore an Eiſenerzen in den letzten Jahren überſteigen.
2r ſchwediſche Anteil an der deutſchen Wirtſchaftsbelebung
greiche Vulſe, iſt vol der beſte Beweis dafür, daß man international wieder
bensmittell” vyrwits kommt, wenn jedes Land ernſthafte Anſtrengungen
von auſtril”e uut4rimmt, um nicht nur im eigenen Haus die
Voraus=
ok haben ich ſetzuyen für einen wirtſchaftlichen Wiederaufbau zu ſchaffen,
bemeldet, M” ſonnen gleichzeitig auch die Handelsbeziehungen zu anderen
ſit Zement W” Stcun auszubauen und zu verſtärken. Denn nur ſo kann auch
der uternationale Warenaustauſch allmählich wieder in Gang
gerstag un” kommn, ohne den eine Ueberwindung der Weltwirtſchaftskriſe
n Beratu ? undenbar iſt. Leider müſſen wir die Feſtſtellung machen, daß
man jenſeits der deutſchen Grenzen wohl den innerdeutſchen
wirtſchaftlichen Wiederaufbau auszunutzen verſucht, ſich jedoch
ſträubt, nun auch gleichzeitig wieder ein beſſerer Kunde
Deutſch=
lands zu werden. Das ſchwediſche Beiſpiel zeigt uns jedenfalls,
daß wir künftig unſeren Bedarf nur dort decken
können, wo man bereit iſt, nicht nur zu nehmen,
ſondern auch zu geben. Mit Schweden verbinden uns
gute wirtſchaftspolitiſche Beziehungen. Wir hoffen, daß die
Schweden entſprechend ihrer Ausfuhr nach Deutſchland nun auch
für eine entſprechende Einfuhr deutſcher Waren ſorgen.
Amkseinführung der
Landes=
handwerksführer.
In der Abteilung Handwerk der Ausſtellung „Deutſches
Volk — Deutſche Arbeit” nahm am Donnerstag nachmittag der
Reichshandwerksführer W. G. Schmidt in Anweſenheit des
Reichswirtſchaftsminiſters Schmitt die Amtseinführung der
13 Landeshandwerksführer und Stellvertreter vor.
Der Reichshandwerksführer wies bei der feierlichen
Amtsein=
führung darauf hin, daß von den 13 Landeshandwerksführern
allein 9 eine Mitgliedsnummer unter 100000 beſäßen. Es
handle ſich alſo um alte und bewährte Mitarbeiter, die nun die
ſchwere Arbeit in den Landesverbänden zu leiſten hätten und
das lebendige Bindeglied zwiſchen der Reichsführung und dem
Lande ſein ſollten. Es gelte das Handwerk nunmehr einer
neuen Blüte entgegenzuführen. Nach der Verpflichtung durch
Handſchlag durch den Reichshandwerksführer gab
Reichswirt=
ſchaftsminiſter Schmitt den Landeshandwerksführern folgende
Geleitſätze mit auf den Weg:
1. Haltet Kameradſchaft untereinander und mit dem ganzen
Volk! 2. Nur die Tat iſt wirkliche Arbeit, und nicht das Reden
bringt uns vorwärts! 3. Jeder ſtelle an ſich ſelbſt die größten
Anforderungen!
Kunſtpauſe in Genf.
2as Echo der Barkhou=Rede. — Begeiſterte Zuſtimmung der Patiſer Preſſe. — Heftige Berſtimmung
der Engländer. — Die ganze Berankworkung bei Frankreich.
Spiel mit dem Feuer.
Herr Henderſon hat in Genf mitten in die Beratungen eine
Kunſtpauſe von zwei Tagen eingeſchoben. Ein reiner
Verlegen=
heitsausweg, weil er mit ſeiner Weisheit am Ende war und
offenbar die Zwiſchenzeit benutzen will, um wenigſtens mit Hilfe
einer Entſchließung die Konferenz über den toten Punkt
hinweg=
zubringen. Herr Barthou hat ja glücklich das Kunſtſtück
fertig=
gebracht, das letzte bißchen Porzellan zu
zerſchla=
gen, das bisher noch heil geblieben war — nicht etwa aus
Ver=
ſehen, ſondern mit voller Abſicht. Frankreich will eben
von der ganzen Abrüſtung nichts wiſſen und ſcheint
ſogar bereit zu ſein, auch nach außen hin die Verantwortung
da=
für zu tragen. Jedenfalls muß Barthou ſelbſt das Gefühl dafür
gehabt haben, daß die Gründe, die er für ſein Verhalten
anführte, mehr als fadenſcheiniger Natur
waren. Das große Rätſel, weshalb dieſelbe franzöſiſche
Re=
gierung, die bei jeder Gelegenheit die Kontinuität ihrer Politik
betont, im Juni 1933 dem Macdonald=Plan zuſtimmte und wenige
Monate ſpäter die entwürdigenden Bedingungen einer Probezeit
und einer Sonderkontrolle forderte, weshalb in der franzöſiſchen
Note vom 6. April die Erhöhung des deutſchen Wehretats
be=
reits herangezogen, aber erſt in der Note vom 17. April
plötz=
lich mit Rückſicht auf die Erhöhung des Wehretats jede weitere
Ausſprache abgelehnt wurde, hat er nicht gelöſt. Und die Ironie,
mit der er fragt, wer denn eigentlich Deutſchland bedrohe iſt
reichlich billig. Viel eher könnten wir uns die Frage ſtellen,
wer den eigentlich Frankreich bedroht.
Schließ=
lich hat Frankreich ja doch einen Wehretat von
2. Milliarden, während der deutſche Etat nicht
einmal ein Drittel dieſer Summe beträgt.
Trotz=
dem will Frankreich jetzt noch einmal ſeinen Etat um 500
Mil=
lionen erhöhen. Das iſt mehr als das Doppelte der Summe,
um die Deutſchland ſeine Wehrausgaben ſteigert. Wenn man
alſo ſchon einmal das Thema der Bedrohung anſchneidet, dann
hätte Deutſchland ſicherlich viel größeren Grund,
um ſeine Sicherheit beſorgt zu ſein, als
Frank=
reich.
Selbſtverſtändlich hat Herr Barthou die begeiſterte
Zuſtim=
mung der Pariſer Preſſe, die ihn zum Teil ſogar noch
überbietet — auch in ſeinen Angriffen gegen England.
Charak=
teriſtiſch die Bemerkung des „Journal”, die Rede Barthous habe
den Eindruck einer freundſchaftlichen, aber kräftigen Ohrfeige für
Sir John Simon gehabt. Kein Wunder, wenn die Engländer
ſtark verſtimmt ſind, und es iſt ein Beweis großer Mäßigung,
wenn der engliſche Außenminiſter auf eine ſofortige Erwiderung
verzichtet hat, wohl, weil er die Türe nicht vollkommen zuſchlagen
wollte, vielleicht auch, weil er darauf hoffte, daß es doch noch
gelingt, irgend etwas zuſtandezubringen. Darin iſt vielleicht auch
der Grund zu ſuchen, weshalb Italien ſich bisher ſo vollſtändig
ausgeſchwiegen hat. Die Tatſache bleibt eben beſtehen, das hat
ja auch Sir John Simon ganz offen ausgeſprochen, daß einmal
eine Verſtändigung ohne Deutſchland zwecklos iſt,
und daß zum anderen eine Verſtändigung zwiſchen
Deutſchland, England, Italien, ſowie den fünf
neutralen Mächten zum Greifen nahe war.
Die ganze Verantwortung liegt alſo allein
bei Frankreich, das immer noch den Beweis für
den Willen zur poſitiven Mitarbeit ſchuldig
ge=
blieben iſt und beſſer wegzukommen hofft, wenn es hinter
den Kuliſſen mit den Ruſſen an einem Strang zieht. Möglich
daher auch, daß Frankreich jetzt den Vorſchlag Litwinows
auf=
greift, der ja eine „Friedenskommiſſion” wollte im Gegenſatz zu
der ſtändigen Abrüſtungskommiſſion, wie ſie Sir John Simon
vorgeſchlagen hat. Der Unterſchied zwiſchen dieſen beiden
be=
ſteht darin, daß Litwinow in ſeiner Friedenskommiſſion das ganze
Problem der Sicherheit von neuem aufrollen will, während die
ſtändige Abrüſtungskommiſſion nach engliſchem Plan
ausſchließ=
lich auf die Abrüſtungsfrage begrenzt wäre, ſich alſo auf das
eigentliche Thema beſchränken würde, obwohl nach dem Scheitern
dieſer Abrüſtungskonferenz die Einſetzung einer neuen Kommiſſion
eigentlich auch nur eine Formalität ſein würde.
Fühlungnahme in Genſ.
Ein Vorſchlag der Neukralen.
EP. Genf, 31. Mai.
Der heutige Tag, der ſitzungsfrei war, war durch rege
diplo=
matiſche Tätigkeit ausgefüllt, die vor allem den Zweck hatte, der
Abrüſtungskonferenz einen Ausweg aus dem durch die geſtrige
ſcharfe franzöſiſch=engliſche Auseinanderſetzung hervorgerufenen
Stillſtand zu ſuchen. Viel beachtet wurde die Tatſache, daß Simon
und Barthou um 5 Uhr im Hotel des franzöſiſchen Außenminiſters
zum Tee zuſammentrafen. Nach dieſer Begegnung der beiden
Außenminiſter empfing Barthou den Beſuch des amerikaniſchen
Sonderbotſchafters Norman Davis. Näheres über dieſe
Beſpre=
chung wurde bisher noch nicht bekannt.
Die Bemühungen der Vertreter der neutralen Länder:
Schweiz, Norwegen, Dänemark, Schweden und Spanien, denen
ſich Holland und Belgien anſchließen ſollen, um einen Ausweg
aus der gegenwärtigen Situation der Abrüſtungskonferenz zu
fin=
den, haben vorläufig das Ergebnis gehabt, daß in der morgigen
Sitzung des Hauptausſchuſſes der Konferenz der ſchwediſche
Außen=
miniſter Sandler im Namen dieſer Länder eine Erklärung
ab=
geben wird.
Dieſe Erklärung wird zwar die Vertagung des
Hauptaus=
ſchuſſes nach der allgemeinen Ausſprache vorſchlagen, zugleich aber
verlangen, daß die Konferenz in der Form verſchiedener
Aus=
ſchüſſe in Genf weitertagt, um den am 14. April von den kleinen
Staaten überreichten Plan im einzelnen zu bearbeiten. Dieſer
Plan ſieht vor: Abrüſtungsmaßnahmen auf der Grundlage der
engliſchen Denkſchrift vom 28. Januar 1934 mit leichten
Abände=
rungen in einigen Punkten, „gemäßigte” Verwirklichung der
deut=
ſchen Gleichberechtigungsforderung durch „gewiſſe Maßnahmen zur
Wiederbewaffnung” Deutſchlands, die Ausarbeitung eines
Garan=
tie= und Kontroll=Syſtems, ſowie die Behandlung der
Sicherheits=
frage in einem beſchränkten Umfange, erklärt ſich jedoch gegen
Sanktionen.
Ach dieſen beiden Rednern trat Hermann Wirth erneut
für id Echtheit der Chronik ein und da er mit ſachlichen
Be=
weile nichts auszurichten in der Lage war, verſuchte er die
vona im betriebene Geiſtesurgeſchichte in Gegenſatz zu ſtellen
gegendie Forſchungsgebiete der Vorgeſchichte und der deutſchen
Sprgeforſchung und dieſe letzteren in ungerechter und
unſach=
gemEſtr Weiſe als Auswüchſe des liberaliſtiſchen Zeitalters
an=
zuſeſmifzen. Ueberhaupt war es auffällig, daß Hermann Wirth
wer=i zur Sache ſprach, ſondern als Ausflucht mit neuen
ſhmageſchichtlichen Phantaſien ſeine Zuhörer zu betören
ver=
ſuche Als zweiter Verteidiger ſprach als ein ſehr wendiger
Adbealt für die Echtheit der Chronik der Münchener Indologe
Proſſor Walther Wüſt. Statt ſich nüchterner ſauberer
Sachlich=
leit upflichtet zu fühlen, war ihm vor allem daran gelegen,
Erff) und Gunſt beim Publikum zu erhaſchen. Die Rolle des
Versülrers lag ihm näher als diejenige eines ehrlichen Führers
des Shlles. Er ſtellte es als das Ziel der weiteren Forſchung
übexlie Ura=Linda=Chronik hin, eine kritiſche Ausgabe der
Chrimk zu ſchaffen, um mit ihrer Hilfe den echten alten Kern
heranyzuſchälen.
2r Direktor des Landesmufeums Hannover brachte die
Grüc) vor, welche von ſeiten der deutſchen
Vorgeſchichtsfor=
ſAurm gegen die Echtheit der Ura=Linda=Chronik erhoben
wer=
denn & griff die Bemerkung Hermann Wirths auf, daß zwiſchen
ein el Zeiſtesurgeſchichte und der deutſchen Vorgeſchichtsforſchung
In /Merſchied beſtehe, und bekräftigte dieſe Unterſchiede in der
Dei=khaltung und der Methode. Durch ſachliche Kritik
wider=
egtAhn die irrigen Ausdeutungen von Denkmälern der
deut=
ſerl frühzeit. — Als Letzter verſuchte Dr. Otto Huth vom
ſeiskund für Volkstum und Heimat die Echtheit der Ura=
Ein chronik durch das Vorkommen des Veſtakultes, des Kul=
2S0 ewigen Feuers oder Lichtes, das von jungfräulichen
Dris innen bewacht wird, zu beweiſen. Seine wiſſenſchaftlich
in9=Paren Ausführungen wurden von ſcherzhaften Zwiſchen=
Veſl vie „Kopf hoch”, „mehr Feuer” und „Huth ab” begleitet.
— den meiſterhaften Ausführungen des Berliner Univer=
Man Brofeſſors Arthur Hübner fand die Ausſprache ihren wür=
D9cklund dem Ernſt der ganzen Frageſtellung angemeſſenen
4uSihe. Er vermochte ſelbſt in dieſer ſpäten Stunde die Auf=
VerAbleit der Zuhörer ſo ſehr zu feſſeln, daß keiner ſeiner
Die en Einwände gegen die Echtheit dieſes Machwerkes über=
Dr krden konnte. Er wies nach, daß man in der Ura=Linda=
SDRA nicht einen echten Kern und ſpätere Ueberſchichtungen
lerſcheiden habe, ſondern daß die einheitliche und
ge=
aichſte Auffaſſung dieſer Fälſchung ſich an den durchgehenden
Nee Deibenden Bauprinzipien erkennen laſſe. Er wies nach, daß
De ſheit dieſes Werkes in der geiſtigen Welt des 19. Jahr=
Nne13 begründet ſei, daß es in der Gedankenwelt der fran=
Due ic Rebolution und der Aufklärung mit ihrer von Moral
Men Tugendlehre, mit ihrer Humanitätsidee, ihrer Ver=
nunftreligion und ihrer Anſchauung vom Naturrecht verwurzelt
ſei. Und endlich vermochte er es zur Wahrſcheinlichkeit zu
er=
heben, daß der Urheber dieſer Fälſchung der vielgebildete
Cor=
nelius Oper de Linde geweſen ſei, in deſſen Beſitz die
Hand=
ſchrift zum Vorſchein kam. Wir beſitzen ein Verzeichnis ſeiner
Bibliothek und finden in ihr alle diejenigen Bücher, deren
Ge=
dankengut durch die Chronik verarbeitet wurde. Zum Schluß
deutete Hübner auf die Tragik hin, die darin liege, daß gerade
das Werk, das ganz im aufkläreriſchen liberaliſtiſchen Geiſt des
19. Jahrhunderts verwurzelt ſei, als die Offenbarung unſeres
Ahnenwerkes gelten ſolle. — Der Leiter der Ausſprache, Prof.
F. Neumann, der ebenfalls zugab, daß er nicht an die Echtheit
glauben könne, ſprach im Schlußwort von der Fruchtbarkeit, die
in einer ſolchen Ausſprache liege; worauf es heute ankomme,
das ſei die tätige Wiſſenſchaft, in welcher Wahres und
Frucht=
bares ſich decken müßten.
Damit ſind die Akten über die Ura=Linda=Chronik geſchloſſen.
Dies Machwerk iſt als eine Fälſchung entlarvt und zum Tode
verurteilt worden; die Hinrichtung wurde vollſtreckt. Mögen
Schwarmgeiſter getroſt die ſchöne Leiche einbalſamieren und auch
weiterhin vor dem Glasſarg dieſer Phantaſterei in Anbetung
knien. Die Hauptfache bleibt, daß das Leben des deutſchen
Vol=
kes durch dieſen Fall nicht mehr vergiftet wird.
Max Wegner.
Kleine Zeikungsnokiz.
Eine kleine Zeitungsnotiz, eine wenig Zeilen umfaſſende
Unterſchrift unter einem Bild, hat mir dieſer Tage zu denken
gegeben. Das Bild zeigte das Flugzeug „Joſeph le Brix”, mit
dem die beiden franzöſiſchen Flieger Codos und Roſſi von
Le Bourget aus aufgeſtiegen waren, um nach Kalifornien zu
fliegen. Die Unterſchrift beſagte, daß ſie ihr Ziel nicht erreichten,
ſondern „bereits in New York” landen mußten.
Bei dieſen wenigen, nüchternen Worten ſtanden mir wieder
die Rieſenlettern vor Augen, mit denen die erſten Seiten aller
Zeitungen die Nachricht herausſchrien, daß die erſte Oſt=Weſt=
Ueberquerung des Atlantiſchen Ozeans den Fliegern Köhl,
Hünefeld und Fitzmaurice gelungen war. — Das war im
Jahre 1928 Heute, 6 Jahre ſpäter, tut man dieſelbe Leiſtung
ſchon mit 3 knappen Zeilen, die dazu noch eine leiſe Kritik
durchſchimmern laſſen, ab.
Iſt die Leiſtung denn inzwiſchen geringer geworden? Ganz
gewiß nicht. Umwälzende Neuerungen und Erfindungen, die
ganz weſentliche Erleichterungen eines ſolchen Atlantikfluges zur
Folge hätten, ſind unterdeſſen nicht gemacht worden. — Oder
iſt die ganze Sache nur nicht ſenſationell genug aufgezogen
worden? Würden die Menſchen doch noch in helles Staunen
verfallen, wenn man ihnen die Nachricht dieſes Fluges nur laut
genug in die Ohren ſchrie? Ich glaube nicht. In welcher
Auf=
machung ſie auch erſchiene, dieſe Nachricht würde den meiſten
nur ein mehr oder weniger gleichgültiges „Na, und?” entlocken.
Und ſo wie der Notiz von dieſem Ozeanflug ergeht es noch
unzähligen andern. Man lieſt darüber hinweg. Wer wundert
ſich noch über eine ſportliche Leiſtung, die vor ein paar Jahren
noch einen Rekord darſtellte, und ſeitdem — merkwürdig
„niedriger gehängt” durch die Tatſache, daß einmal einer dieſe
Grenze erreichte, — immer öfter eingeholt und ſchließlich
über=
boten wurde. Und doch hat der vielleicht ſchon ganz und gar.
vergeſſene Sportsmann damals ſein Aeußerſtes geleiſtet, etwas
was der Bewunderung wirklich wert war.
Dieſe Tatſache ſollte uns doch ein bißchen nachdenklich
machen. Es kann alſo nicht an der Zeitung liegen, daß ſie
uns heute nicht mehr Bewunderung abfordert, ſondern es muß
an uns ſelbſt liegen. Wir gewöhnen uns gar zu ſchnell an all
dieſe wunderbaren Leiſtungen, Erfindungen, neuen
Einrich=
tungen. Wir meinen, wir hätten einem ſolchen Ereignis — ob
das nun die erſtmalige Ueberquerung des Ozeans oder das
Auftauchen eines umwälzend neuen Gedankens in der
Wiſſen=
ſchaft iſt — damit genug getan, wenn wir einmal 5 Minuten
darüber geſtaunt, beſtenfalls uns ein paar Stunden damit
be=
ſchäftigt hätten, um es dann in die bequeme Kartothek des
Alltäglichen einzureihen, in der wir dann nachſchlagen können,
z. B. unter O: Ozeanüberquerung im Flugzeug — ſeit 1928
eine Lappalie. Baſta.
Die Liſte ſolcher Leiſtungen, die in die Kartothek
ein=
rubriziert und in den Beſtand aufgenommen ſind, iſt ungeheuer
lang, und wir arbeiten noch täglich an ihrer Fortſetzung. Wir
gewöhnen uns an alles, an die Höchſtleiſtungen der Maſchinen
und Motore ebenſo wie an die Höchſtleiſtungen des
menſch=
lichen Gehirns. Geſtern ſind wir noch darüber in Bewunderung
ausgebrochen, geſtern war es noch wert, mit fetten Buchſtaben
obenan in der Zeitung zu ſtehen, — heute wird es nur noch
beiläufig in irgendeinem Zuſammenhang erwähnt, und wir
nehmen uns kaum die Zeit, es zu leſen.
Und es wäre doch ſo viel beſſer, wenn wir unter all dem
vielen, was ſich täglich an uns herandrängt und unſere
Auf=
merkſamkeit erobern will, das wenige, was wirklich der
Auf=
merkſamkeit und der Bewunderung wert iſt, für uns behielten,
und zwar nicht in der Weiſe, daß wir es in der großen
Kartothek verſtauben ließen. Was wir da eingereiht haben, macht
uns wahrhaftig nicht reicher, ſondern nur ärmer um die
Bereit=
ſchaft zu ſtaunen, die doch ſchließlich die am meiſten beneidens=
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werte Fähigkeit der Kinder iſt.
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[ ← ][ ][ → ]freitag, 1. Juni 1934
Hass1u
einster
Müsdei Landeshaupikaut
Darmſtadt, den 1. Juni 1934.
der große Soldakenkag in Darmſtadl.
Im Samstag, den 9. Juni, nachmittags 5 Uhr,
ver=
faſmeln ſich weit über tauſend Fahnen des Kyffhäuſerbundes und
dezu Vereine der Haſſia am Hauptbahnhof und marſchieren mir
Theamler= und Pfeifferkorps und mehreren Muſikkapellen in
Dymſtadt ein. Dieſer impoſante Fahnenmarſch bildet den
eigent=
liuh Auftakt zum großen Soldatenfeſt. Nach dem Vorbeimarſch
vom em Landesverbandsführer, Exz. Generalleutnant v.
Oidt=
mng; und den bereits eingetroffenen Ehrengäſten werden die
Füden in das Schloß verbracht. Um 7.30 Uhr abends beginnt
deyr eſtakt in der Feſthalle. Beſonders feierlich wird ſich der
Eicug der Fahnen der Darmſtädter Kriegerveine geſtalten. Nach
deu degrüßungsanſprache hält der Führer des Landesverbands,
Gifnalleutnant v. Oidtman, die Feſtrede. Es folgt dann ein
von ohem vaterländiſchen Geiſt getragenes Weiheſpiel:
Deut=
ſchee Erwachen. In demſelben werden in der eindrucksvollſten
Weſ die großen Ereigniſſe und Geſchehniſſe aus unſerer
ruhm=
reſchn vaterländiſchen Geſchichte in auf das künſtleriſchſte
ausge=
ſtauitenr Bildern mit verbindendem Text gezeigt, beginnend mit
den eit Armin des Befreiers nach der Schlacht im Teutoburger
Wüil Es folgt eine Darſtellung der Zeit des Großen Kurfürſten
nagh der Schlacht bei Fehrbellin; ferner ein Bild des großen
Pyſeuenkönigs Friedrichs II. und ſeiner Grenadiere. Aus der
Zeſt es Befreiungskrieges ſehen wir die Urteilsverkündigung und
dieiſſchießung der Schillſchen Offiziere. Beſonders erhebend und
ergureiend wirkt das Bild der unvergeßlichen Königin Luiſe mit
dem iden Prinzenſöhnen Friedrich Wilhelm und Wilhelm. Die
leſuihrsnacht 1814 wird durch Blüchers Uebergang über den
Rhle5 bei Caub dargeſtellt. Aus dem Einigungskriege 1870/71
ſehin wir die Heldengeſtalten Bismarcks und Moltkes. Bilder
aus dm Weltkriege verherrlichen den unvergleichlichen Opfermut
und le Tapferkeit des deutſchen Soldaten. Beſonders ergreifend
wiutt das Bild des Todes des Nationalhelden Schlageter. Die
geitel iſt umrahmt mit hervorragenden Muſikvorträgen und
Ge=
ſanmsorträgen der Darmſtädter Sängerſchaft. Auf dem Feſtplatz
inne großes, kameradſchaftliches Beiſammenſein und Volksfeſt
ſtatn. Die Hauptprobe des Feſtſpiels iſt am Freitag, den 8. Juni,
abenß 8 Uhr, in der Feſthalle.
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
aguge.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
(uannt wurde am 23. Mai 1934 der Privatdozent an der
Unineſität München Dr. H. R. Roſemann zum
außerordent=
lichän Profeſſor für Kunſtgeſchichte an der Techniſchen Hochſchule
Daumadt vom Tage des Dienſtantritts an.
I den Ruheſtand verſetzt wurden auf Nachſuchen unter
An=
erkeſnung ihrer dem Staate geleiſteten Dienſte: Am 30. April
93,6 ber Lehrer an der Volksſchule zu Offenbach a. M. Konrad
iſtz Wüllelm; der Lehrer an der Volksſchule zu Worms Heinrich
Hagy; der Lehrer an der Volksſchule zu Offenbach M.
Hein=
rich 4o gel wegen geſchwächter Geſundheit; die Lehrerin an
der Alksſchule zu Gießen Emilie Spitz wegen geſchwächter
Ge=
ſundhit: der Gewerbelehrer an der gewerblichen Abteilung der
Berufſchule zu Friedberg Karl Sommer; der Rektor an der
Volllshule zu Friedberg Konrad Spieß; der Rektor an der
Vollshule zu Offenbach a. M. Friedrich Brückner unter
be=
ſonttar Würdigung des im nationalen Intereſſe bekundeten
Opfütuns, ſämtlich mit Wirkung vom 1. Mai 1934 an: am 25.
Maat4 der Studienrat an der Oberrealſchule zu Michelſtadt
Frieiach Reiß mit Wirkung vom 1. Auguſt 1934 an.
Ageändert wurden die durch Urkunden vom 17. März 1934
Gund des § 6 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des
Berufs=
dbeatn ums vom 7. April 1933 mit Wirkung vom 1. Juli 1934
füter Verſetzungen des Notars in Gau=Algesheim Otto
ſ)5randt und des Notars in Offenbach a M. Dr.
ewieder, ita. 5
Enlan in den Ruheſtand durch Urkunde des Herrn
von tauiſg
Korthalters in Heſſen vom 23. Mai 1934 dahin, daß die
Ruhlsandsverſetzungen erſt. mit Wirkung vom 1. Auguſt 1934
eint keil.
Denſtjubiläum. Heute begeht Herr Johann Großhaus,
Krusraße 3, ſein 25jähriges Arbeitsjubiläum bei der Stadt
n b.8, R Narufgdt.
Hohes Alter. Die Witwe Volz, Lichtenbergſtraße 23,
begechl heute, am 1. Juni, in körperlicher und geiſtiger Friſche
Heldile ihres 7. Geburtstag.
Der Fronleichnamstag in Darmſtadt. Der geſtrige
Fron=
eichäimstag war vom Wetter begünſtigt. In ſämtlichen
katho=
liſchen Kirchen Darmſtadts fanden nach den Hochämtern
feier=
liche ſrozeſſionen ſtatt. Die Prozeſſion der St. Eliſabethenkirche
führnedurch den Herrngarten. Den Arbeitern, Angeſtellten und
Beapun der Staats= und Gemeindebehörden war geſtern
Dienſt=
freihiei gewährt. Der Katholikenverein veranſtaltete nachmittags
im lweſen des Konkordiaſaales ein Gartenkonzert.
Das Rote Kreuz iſt nützlich und unbedingt notwendig für
das Whlergehen des deutſchen Volkes, es iſt national und hat
unggrmin wichtige Aufgaben im Gefüge des Deutſchen Reiches
zu ecllen, aber auch bei der Vertretung unſeres Vaterlandes
nachlaßen ſind ihm wichtige Aufgaben zugefallen. Die amtliche
Verlaubarung der Reichsregierung beſagt hierüber: „Das Deutſche
Rotck reuz iſt Träger der völkerrechtlichen Aufgaben, die das
Deuuſt Rote Kreuz auf Grund der Genfer Konvention zu
er=
füllenhat. Dieſe beſondere Lage erfordert die wirkſame amt=
Eiſch2” lichenärderung des Roten Kreuzes.‟ Darum iſt es Pflicht jedes
Volllznoſſen, das Rote Kreuz nach Kräften zu unterſtützen. Der
hliehen,
Mimbeitrag im Jahr ſoll 2 Mark betragen, kann jedoch für
Unbinttelte noch ermäßigt werden. Darum werde Mitglied
tvel, des Men Kreuzes und ſpende reichlich am Rotkreuztag!
Jahreshauptverſammlung des Neuen Starkenburger
Pfer=mVerſicherungsvereins a. G. Die diesjährige General=
Mit=
glieksg erſammlung des Neuen Starkenburger
Pferdeverſiche=
runglsreins fand im Kaiſerſaal zu Darmſtadt ſtatt und erfreute
ſich iſts guten Beſuches. Der erſte Direktor, Herr
Oekonomie=
kat Aitſch=Dilshofen, begrüßte mit herzlichen Worten die
Erſchinenen und erteilte alsdann zu Punkt 1 der Tagesordnung:
Erſtſhung des Jahresberichts, Herrn Direktor Erb das Wort.
Ausshr vorgetragenen Jahresrechnung ergab es ſich, daß der
Vergiim abgelaufenen Geſchäftsjahre gut gearbeitet hatte und
außeeym noch über einen erforderlichen Reſervefonds verfügt.
Die =Gamtrechnung war bereits geprüft und wurde dem
ge=
ſchäfüghrenden Direktor, dem Ausſchuß ſowie dem
Geſchäftsfüh=
ter Anütig Dank und Entlaſtung durch die Verſammlung
zu=
teil. 1 Die Neuwahl des Vorſtandes erfolgte durch Zuruf.
Zunm eſten Direktor wurde einſtimmig Oekonomierat Fritſch,
dr. m Verein ſchon ſeit ſeiner Gründung vorſteht,
wiederge=
wäh’lund als deſſen Stellvertreter Bauer Gottfried,
Bund=
guMLengfeld. Der Vorſitzende ſagte der Verſammlung Dank
lur A erneut entgegengebrachte Vertrauen. Bei der Erſatzwahl
der Wſchußmitglieder fielen dieſe Aemter auf die Herren Kre=
De!l Zuerbach, Rau=Bickenbach, Nau=Büttelborn, H.
Wetzel=
z5Rheim, und als Cchiedsrichter wurden gewählt: G. Beſt=
Wale)h. Gg. L. Schuchmann=Reinheim. A. Nahm=Heubach Jak.
Ven=tls bach, Joh. H. Heil=Goddelau und Dreieicher=Zeilhard.
19hächſte Punkt der Tagesordnung behandelte verſchiedene
Notnzlige Satzungsänderungen, mit deren Durchführung ſich die
Zerſanlung längere Zeit zu beſchäftigen hatte. Ein Antrag,
Na cm anderen Verein anzuſchließen, wurde einſtimmig abge=
Ehn2 Nach Verleſung des Protokolls durch den Geſchäftsführer
2es Seins Dr. C. Barth ſchloß der erſte Vorſitzende mit dem
Duuiz für ein weiteres Wachſen des Vereins die in allem har=
Non) verlaufene Verſammlung.
Heſſiſches Landestheater. Großes Haus Frei34 1. Juni Anf. 20, Ende gegen 2234 Uhr. D 23, dazukinderreiche Mütter Nummerkarten 1—150.
Preiſe 0.50—4 50
Die vier Musketiere. Anf 19½, Ende gegen 22½ Uhr. E 25
Preiſe 0.50—4.50
Weh’ dem, der liebt! 3. Juni Anf. 19½ Ende gegen 22 Uhr. D Bühne K 18
Preiſe 0,70—5,50
Das Rheingold.
Nr. 149 — Seite 5
Freudiger Empfang der ſchwediſchen Nationalelf.
Darmſtadt zuteil geworden. Ich möchte gerade hier im Namen
des Schwediſchen Handball=Verbandes und im Namen meiner
Die Begrüßung im Rathaus.
Mannſchaft herzlichen Dank ausſprechen. Wir Schweden arbei=
Darmſtadt hat ſeinen ſchwediſchen Gäſten, der
Nationalmann=
ſchaft im Handball, einen überaus warmen Empfang bereitet.
Viele Hunderte hatten ſich bereits am Mittwoch abend am
Bahn=
hof und in der Rheinſtraße eingefunden, um ſie zu begrüßen.
Aber durch ein Mißgeſchick — der Rheindampfer, mit dem die
Erwarteten von Koblenz bis Mainz fuhren, machte eine Stunde
Verſpätung — kamen ſie 1½ Stunde ſpäter hier an, wo ſie kurz
von ihren Darmſtädter Sportkameraden begrüßt wurden.
Der Empfang durch die Stadtverwallung
folgte am Donnerstag mittag. Der Sitzungsſaal im Rathaus, vor
dem ſich eine Menge Menſchen eingefunden hatte, war würdig
geſchmückt mit den Fahnen des neuen Reiches und duftenden
Blumen. Der Tiſch des Hauſes ſinnig eingefaßt mit blau=gelben
Blumen, den Farben des ſchwediſchen Volkes. Die Ratsherren
hatten ſich vollzählig eingefunden, ebenſo die Vertreter des
hei=
miſchen Sports mit der Stadtmannſchaft.
Oberbürgermeiſter Wamboldt
hieß die ſchwediſchen Gäſte mit herzlichen Worten willkommen
und gab ſeiner großen Freude Ausdruck, daß ſie gerade nach
Darmſtadt kamen, um im edlen ſportlichen Wettſtreit ihre
Kräfte mit unſeren Handballern zu meſſen.
„Wir begrüßen Sie als die ſportgeübten tapferen Söhne des.
uns ſtammperwandten nordiſchen Volkes, und Sie wollen die
Freude unſerer Einwohnerſchaft über Ihren Beſuch an den
fahnen=
geſchmückten Häuſern und dem Empfang hier entnehmen. Dieſe
rote Fahne mit dem uralten germaniſchen Hakenkreuz zeigt Ihnen,
daß unſer Volk heute mitten in einem Aufbruch ſteht, in einem
Auf=
bruch, wie er in der Geſchichte jedes Volkes nur in
Jahrhunder=
ten ſtattfindet. Es kommt mir in dieſem Zuſammenhang gerade
in den Sinn, daß Ihre Nation an einem ähnlichen Aufbruch vor
400 Jahren ja auch lebhaften Anteil genommen hat und
beein=
flußt worden iſt. Während man drüben bei den weſtlichen
Völ=
kern Beton= und Schützenſtände baut, finden Sie unſer Volk
waffenlos, nur auf ſich ſelbſt angewieſen. Sie finden es beſtrebt.
das, was uns noch geblieben iſt, die völkiſche Perſönlichkeit, zu
ſtählen, uns körperlich, geiſtig und ſeeliſch zu ertüchtigen. Sie
ſehen bei uns daher eine lebhafte ſportliche Betätigung, und in
Darmſtadt eine Schar Handball=Meiſterſchaftsſpieler, die ſich mit
Ihnen meſſen will.‟ Der Herr Oberbürgermeiſter ſchloß mit dem
Wunſche, daß die Gäſte ihren Beſuch in unſerer Stadt ſpäter in
ihrer Heimat in gutem Gedenken bewahren möchten, und kredenzte
ihnen aus dem hiſtoriſchen Stadtbecher einen Schluck edlen
Reben=
ſaftes, den die Gäſte als Kenner deutſchen Traubenblutes zu
ſchätzen wußten.
Der Führer der Schweden=Mannſchaft, Herbert Johannſſon,
dankte in deutſcher Sprache für die freundliche Begrüßung, den
Empfang und die Gaſtfreundſchaft, die ſeinen Kameraden in
ten gern zuſammen mit unſeren deutſchen Sportkameraden, und
gerade jetzt im Handball. Wir arbeiten auf das große
Ziel hin, bei den Olympiſchen Spielen 1936
zu=
ſammen ſpielen zu dürfen. Sie dürfen überzeugt ſein,
daß wir von dieſer ſchönen Reiſe in Ihrem herrlichen Lande
nach Schweden nur die beſten Erfahrungen
mit=
bringen werden, und ich möchte dem Wunſche Ausdruck geben.
daß die bisherigen guten Beziehungen zwiſchen unſeren beiden
Ländern noch weiter ausgedehnt werden.
Gauſpielwart K. Klee=Frankfurt
dankte der Stadtverwaltung und den Darmſtädter
Sportkamera=
den für die herzliche Aufnahme, verwies auf die Anerkennung
Darmſtadts durch die Deutſche Sportbehörde mit der Austragung
des Spieles gegen die ſchwediſche Nationalmannſchaft, in der
Stadt, die jahrelang im deutſchen Handballſport als Hochburg
angeſehen werden konnte. Gerade in dieſem Jahre knüpfe ſie
wie=
der an ihre große Tradition an mit der Teilnahme des Polizei=
SV. am Endſpiel um die Deutſche Meiſterſchaft Sicherlich werde
Darmſtadt wieder den Platz erringen, den es zehn Jahre lang im
Handball innegehabt. Tragiſches Geſchick wolle es, daß in
Darm=
ſtadt, das zwei der beſten Handball=Vereine beſitze, immer einer
im Schatten des anderen kämpfen mußte, trotzdem der in den
Bezirks= Verbands= und Gau=Meiſterſchaften Ausſcheidende immer
noch beſſer war als andere Mannſchaften, die um die letzte Ehre
ringen durften. Gauſpielwart Klee dankte dem
Reichsſport=
führer, der durch ſeine Tatkraft bewirkte, daß 1936 bei den
Olym=
piſchen Spielen auch die Handball=Meiſterſchaft zum Austrag
ge=
bracht werde. Zum Schluß kündigte der Redner an, die
Sport=
behörde hoffe, zur Vorbereitung für 1936 auch noch Handballer
aus anderen Ländern — der Schweiz, Polen, Holland,
Luxem=
burg uſw. — in Deutſchland zu ſehen.
Lebhaften Anklang fanden die kurzen Begrüßungsworte des
ſchwediſchen Vizekonſuls Hommel=Mainz.
der im Namen des Generalkonſuls Freiherrn v. Bethmann die
ſchwediſche Nationalmannſchaft begrüßte und an die ſportliche
Betätigung des ſchwediſchen Königs erinnerte. Er ſah in der
Anweſenheit der Gäſte eine neue Gelegenheit, die guten
Be=
ziehungen zwiſchen den beiden Ländern zu vertiefen, denn es
gebe nichts Edleres und Schöneres, als gerade die friedlichen
Wettkämpfe auf dem Felde des Sports. Er wünſchte der
Mann=
ſchaft guten Erfolg und ſchloß mit einem dreifachen Hurra auf
beide Mannſchaften.
Oberbürgermeiſter „Wamboldt brachte als Abſchluß des
Empfanges ein dreifaches „Sieg=Heil” aus auf die Führer der
beiden Völker, auf S. M. den König von Schweden, auf unſeren
Reichspräſidenten und Generalfeldmarſchall von Hindenburg und
inſeren Volkskanzler Adolf Hitler.
Eine Rundfahrt durch die Stadt ſchloß ſich an, die
Stadt=
preſſechef Hanns Fiſcher, wie gewohnt, vorbildlich und gewinnend
geſtaltete.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Palaſt.
In dem Kriminalfilm „Das Rätſel einer Nacht” als
deſſen Hauptfigur Adolphe Meniou in der Rolle eines
über=
aus ſcharfſinnigen Kommiſſars fungiert ſind ſo ziemlich alle
Be=
ſtandteile vereinigt, die man in einem zünftigen Kriminalfilm
er=
warten kann. Eine ſtürmiſche Neujahrsnacht, ein halbes Dutzend
Verbrecher, eine halbe Kompagnie Geheimpoliziſten, die Menjou
mit der eleganten Sicherheit eines Hotelchefs dirigiert, zwei
rät=
ſelhafte Morde — das ſind ſo etwa die Ausgangspunkte des
Films. Zum Schluß aber gibt es zur allgemeinen Ueberraſchung
ſogar Skorpione, die in einer Art von Luftpoſthülſe befördert
wer=
den, und die die höchſt merkwürdige und wenig anſprechende
Eigenſchaft haben, mit dem Mitternachtsſchlage Zwölf unbedingt
tödliche Stiche auszuteilen. Warum und wieſo gedenken wir in
Anbetracht der Spannung nicht zu verraten. Jedenfalls, wer
mehr von einem Kriminalfilm verlangt — iſt unbeſcheiden. *
Nationales Denken
iſt mit der Liebe zur Scholle, zur
engeren Heimat unzertrennbar
ver=
bunden. Eines geht nicht ohne das
andere. Wer mit beiden Füßen auf
heimatlichem Boden ſteht, der liebt
in beſtem Sinne auch ſein Vaterland.
Die Heimat iſt es, die wir lieben, die
Scholle, in der wir wurzeln.
Das Darmſtädter Tagblatt iſt ein Stück dieſer
Heimat. Es kommt nicht erſt ſeit geſtern in die
heſſiſchen Familien. Das Darmſtädter Tagblatt
iſt mit Dir groß geworden, es gehört auch heute
in Dein Haus!
Union=Theater.
Heute ging als Premiere der neue Ufa=Film „Die Töchter
Ihrer Exzellenz” im Uniontheater über die Leinwand. Der
Film hat ſeine eigene Prägung, in ihm werden geſchickt
Schlag=
lichter auf alltägliche Lebensſchickſale geworfen, die Handlung gibt
reichlich Stoff zu ernſtem Nachdenken und wirkt infolge einer
aus=
gezeichneten Inſzenierungs= und Schauſpielkunſt unterhaltend und
ſpannend. Der Regiſſeur hat der tiefen Handlung eine Note
fro=
her Heiterkeit gegeben und damit faſt vergeſſen laſſen, daß ernſte
Probleme hinter dieſem luſtigen Spiel ſtecken.
Der Inhalt der Handlung iſt kurz der, daß eine verarmte
Generalswitwe, die ein kleines Geſchäft betreibt und ſich ſchlecht
und recht mit ihren beiden Töchtern durchs Leben ſchlägt, in
ſchwerer Sorge um das Glück ihrer Kinder iſt, namentlich in
Sorge um ihre ältere verheiratete Tochter, deren Ehe Schiffbruch
zu leiden droht. Die jüngere Tochter ſetzt ſich aber für ihre
Schwe=
ſter ein und begibt ſich, um die Ehre ihrer Familie zu retten, in
die ſchwierigſten Situationen. Dabei macht ſie ſelbſt ihr Glück.
Köſtliche Szenen helfen immer wieder über jede heikle Lage.
Glänzend ſind die Einzeldarſteller, insbeſondere weiß Käthe
v. Nagy in überzeugender Naivität und temperamentvollem
Spiel jede Gelegenheit auszunutzen, draſtiſch und lebendig zu
wir=
ken. Ihr iſt Willi Fritſch der geeignete Partner. Geſchickt ſpielt
Dagny Servaes ihre ſchwierige Rolle. Die alte Generalswitwe
wird von Hanſi Nieſe und die Gräfin von Adele Sandrock
treffend dargeſtellt. Unter den männlichen Rollen ſind noch
Guſtav Waldau und Hans Moſer hervorzuheben.
Außer dieſem unterhaltſamen Film läuft noch ein
reichhal=
tiges Beiprogramm.
Mit der Reichsbahn nach der deutſchen Schweiz.
Eine ſiebentägige Sommerfahrt in die deutſche
Schweiz=
in das Land der ſchneebedeckten Bergrieſen und blauen
Alpen=
ſeen, verheißt uns die Reichsbahn. In der Zeit vom 16. bis 22.
Juni läßt ſie einen Verwaltungsſonderzug fahren, der
willkom=
mene Gelegenheit bietet, den Vierwaldſtätterſee und das Berner
Oberland zu beſuchen und die ſchönſten Gegenden und
bedeutend=
ſten Kulturſtätten dieſes, von der Natur ſo verſchwenderiſch
be=
dachten Landſchaftsgebietes kennen zu lernen. Der Name Schweiz
übt ja auf alle von altersher eine unwiderſtehliche
Anziehungs=
kraft aus. Die Schweiz zu ſehen, iſt ſchon von Kindheit an unſere
Sehnſucht und Gegenſtand unſerer Träume. Aber die Erfüllung
dieſes brennenden Wunſches bleibt, namentlich unter den
gegen=
wärtig herrſchenden Wirtſchaftsverhältniſſen, den meiſten
Volks=
genoſſen verwehrt. Die Mittel reichen nicht hin, und ſo müſſen
ſie ſeufzend verzichten und abſeits ſtehen, wenn die mit reicheren
Glücksgütern Bedachten die Koffer packen. Im neuen Deutſchland
aber ſoll das Geld nicht allein entſcheiden, im neuen Deutſchland
ſoll nicht der eine in Freuden ſchwelgen, während der andere Tag
um Tag unterm Joch der Alltagspflicht gehen muß. Dieſen
Zwie=
ſpalt auszugleichen, tritt die Reichsbahn auf den Plan als
ſozia=
ler Helfer und Vermittler und macht das ſchier Unmögliche
mög=
lich, indem ſie die zu einer Schweizer Reiſe notwendigen Ausgaben
weſentlich herabdrückt, die Teilnehmer in bequemen
Durchgangs=
wagen ſicher und in kürzeſter Friſt zu den einzelnen Zielpunkten
führt und ſie in jeder Hinſicht betreut. Bei alledem hindert ſie
die Fahrgäſte nicht an ihrer Bewegungsfreiheit. Innerhalb des,
durch die ausgegebenen Richtlinien geſteckten Rahmens kann
viel=
mehr jeder ſeine eigenen Wege gehen und ſich ſeinen Tag ganz
nach Belieben einteilen.
Den weiteſten Volkskreiſen iſt alſo Gelegenheit geboten, an
dieſer Fahrt teilzunehmen und das Land zu ſchauen, das in der
Vorſtellungswelt der Deutſchen unlösbar mit dem Namen
Wil=
helm Tells verknüpft iſt.
Das reichhaltige Programm ſieht u. a. vor: Beſichtigung des
Rheinfalls bei Schaffhauſen, ferner von Luzern mit der näheren
und weiteren Umgebung unter Führung. Seerundfahrt auf dem
Vierwaldſtätterſee mit Unterbrechung in Flüelen und Vitznau.
Mit Rigibahn nach Rigi Kulm, um hier droben die wunderbaren
Naturſchauſpiele, des Sonnenuntergangs und =Aufgangs zu
er=
leben. Am folgenden Tage Rückfahrt über Vitznau und weiter
mit Sonderdampfer über Kehrſiten — Bürgenſtock — Höhe,
Stansſtad, St. Niklauſen, Tribſchen nach Luzern. — Die nächſten
Tage ſehen die Fahrt nach Meiringen mit Aareſchlucht und
Rei=
chenbachfälle, ſowie den Beſuch von Interlaken vor, wo die
Fahr=
gäſte an zwei Tagen ganz, nach Wunſch und Geſchmack kürzere
oder längere Ausflüge in die Umgebung dieſes herrlichen
Fleck=
chens Erde unternehmen können. Auf der Rückfahrt wird noch
Bern beſichtigt. Das überaus vielgeſtaltige Programm iſt bei
den Fahrkartenausgaben und den Mitteleuropäiſchen Reiſebüros
koſtenlos erhältlich. Eine Woche Sommerferien in der Schweiz!
Eine Woche losgelöſt ſein vom grauen Alltag, inmitten des
gott=
geſegneten Seenlandes, auf das die Rieſen der Alpenwelt
nieder=
ſchauen! Weſſen Herz klopft nicht ſchneller bei dieſem Gedanken?
Wer bliebe unberührt v.n dieſer lockenden Verheißung?
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Zeſſunger Lichtſpiele: „In Sachen Timpe‟.
Berufserziehung der Angeſtellten.
Der Vorbereitung der beruflichen und fachlichen Schulung der
deutſchen Angeſtellten diente eine Arbeitstagung des
Haupt=
amtes für Fach= und Betriebsgruppen der Deutſchen
Angeſtelltenſchaft, die gemeinſam mit den Berufsgemeinſchaften
der Deutſchen Angeſtelltenſchaft durchgeführt wurde. In einem
grundſätzlichen Referat umriß der Leiter des Hauptamtes, Pg.
Paul Walz, die Zielſetzung dieſer Arbeit und erläuterte im
einzelnen die Erziehungsaufgaben im nationalſozialiſtiſchen
Staat, ſowie den Begriff des Berufes. Drei Dinge ſind hierbei
zu beachten: das Prinzip der Leiſtung, das Prinzip des
Führer=
tums und das Prinzip der Unterordnung. Der Beruf iſt nicht
nur die Stätte des zweckdienlichen Arbeitseinſatzes, ſondern
dar=
über hinaus die Geburtsſtätte des Charakters.
In dem weiteren Verlauf der Arbeitstagung erläuterte der
ſtellvertretende Leiter des Hauptamtes, Pg. Sube, den Aufbau
der Fachſchaften, die den Angeſtellten das fachliche Rüſtzeug für
ihre Arbeit geben. Die Tagung wurde weiterhin ausgefüllt von
Reden der einzelnen Fachſchaftsleiter für Bergbau, für Banken,
für den Buchhandel, für Verſicherungen, für Induſtrie, für
Han=
del und für leitende Angeſtellte.
Der ſtellvertretende Führer der Deutſchen Angeſtelltenſchaft,
Pg. Haid, ſprach der Arbeit ſeine Anerkennung aus und zeigte
im beſonderen an den Beiſpielen der leitenden Angeſtellten, daß
die Betreuung einer Sondergruppe nicht nur der beruflichen
Er=
tüchtigung der Mitglieder dieſer Gruppe zugute kommt, ſondern
darüber hinaus für die Arbeit der übrigen Angeſtellten von
gro=
ßem Werte iſt. Die leitenden Angeſtellten werden beiſpielsweiſe
in hohem Maße befähigt, ſich in den Betrieben der Schulung des
Nachwuchſes anzunehmen. So gibt die ſinnvolle Zuſammenarbeit
der verſchiedenen Fachſchaften die beſte Gewähr dafür, daß die
Schulungsarbeit des kommenden Winters nicht nur ſorgfältig
vorbereitet, ſondern auch in höchſter Verantwortung für den
Na=
tionalſozialismus durchgeführt wird.
Seite 6 — Nr. 149
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 1. Juni 1934
Warum Deutſche Luftfahrt=Werbewoche?
In der Zeit vom 1. bis 8. Juni wird die alljährlich
ſtatt=
findende Deutſche Luftfahrt=Werbewoche im ganzen Reiche
ver=
anſtaltet. Entſprechend dem Aufſchwung unſeres Luftſports im
letzten Jahr, wird ſie in erheblich größerem Umfange als bisher
durchgeführt werden. Sie ſoll ein machtvolles Bekenntnis des
ganzen deutſchen Volks für die deutſche Luftfahrt darſtellen. Noch
iſt unſere Fliegerei nicht Allgemeingut der Nation, viele unſerer
Volksgenoſſen ſtehen ihr noch fremd gegenüber und haben ihre
große Bedeutung für unſer Vaterland noch nicht erfaßt: Die
Aus=
übung des Luftfports iſt nicht Selbſtzweck, ſondern ſie dient allein
der Erhaltung unſeres Vaterlandes.
In ſchwerem Kampfe hat ſich unſere Fliegerei in den 14
Jah=
ren nach dem Kriege notdürftig durchringen müſſen, ohne auf die
Hilfe und das Verſtändnis der damaligen Regierungen rechnen
zu können. Mit dem Sieg der nationalſozialiſtiſchen Revolution
begann auch für ſie eine beſſere Zeit. Eine ſchöne Zukunft liegt
nun vor ihr; eine Zukunft, die ihr den Erfolg mühevoller Arbeit
bringen muß und wird. Anſtelle ſelbſtloſer Aufopferung
ein=
zelner Flugbegeiſterter ſchafft jetzt ein ſtraff
durchorganiſier=
tes Ganzes in gemeinſamer Arbeit eine neue Luftfahrt.
Ka=
meradſchaft und Pflichtbewußtſein bilden den Grundſtock dieſer
neuen Entwicklung.
Mit beſonderem Nachdruck ſoll die diesjährige Deutſche
Luft=
fahrt=Werbewoche betonen, daß die deutſche Fliegerei lebt und
an dem Wiederaufbau unſeres Volkes an führender Stelle
mit=
arbeitet. Der Deutſche Luftſport=Verband ſieht es deshalb als
ſeine Pflicht an, an das Gewiſſen eines jeden Volksgenoſſen zu
appellieren und durch dieſe große, über das ganze Reich
ausge=
breitete Veranſtaltung zu beweiſen, daß das Volk eines Richt=
hofen, Boelcke und Immelmann und all der Pioniere der
Luft=
fahrt, ſich fliegeriſchen Geiſt bewahrt hat, dem Manne dankbar
iſt, der es zu neuem Anſehen geführt hat und den feſten Willen
hat, Luftſport und Luftverkehr weiter auszubauen im friedlichen
Wettbewerb der Nationen. Die Reichs= und Landesbehörden
haben dieſer großen Werbekundgebung weitgehendſte Unterſtützung
angedeihen laſſen, ſo daß örtliche Werbeveranſtaltungen und
Sammlungen überall zugelaſſen ſind.
Wenn in den Tagen dieſer Werbewoche die blaugrauen
Flie=
ger zuſammen mit den Hitlerjungen, aus deren Flugabteilungen
der fliegeriſche Nachwuchs entnommen wird, für unſeren
Flug=
ſport ſammeln, ſo mögen unſere Volksgenoſſen eines bedenken,
was zwar den Fliegern nur allzu gut, ihnen aber noch immer
viel zu wenig bekannt iſt:
In allen außerdeutſchen Ländern wird der Flugſport durch
die Behörden unmittelbar auf das tatkräftigſte unterſtützt. Die
ausländiſchen Luftfahrtvereine und Fliegerklubs erhalten jährlich
zahlloſe Flugzeuge geſchenkt. Die Ausbildung zum Sportflieger
bezahlt zum größten Teil der Staat, der auch die fliegeriſche
Wei=
terbildung finanziell unterſtützt. Nichts dergleichen iſt in
Deutſch=
land möglich, da internationale Abmachungen jede behördliche
Unterſtützung des Motorflugſports unterſagen. Darum haben alle
deutſchen Volksgenoſſen die Pflicht, jeder an ſeinem Platze, an
dem Wiederaufſtieg unſerer Fliegerei, an der Zukunft unſeres
Volkes und Vaterlandes mitzuarbeiten.
Nur ſo wird es uns gelingen, die Worte unſeres
Luftfahrt=
miniſters Göring in die Tat umzuſetzen:
„Das deutſche Volk muß ein Volk von Fliegern werden!“
Aus der NSDAF.
Der Gauſchatzmeiſter.
Aus Kreiſen der Wirtſchaft gehen mir immer wieder Klagen
zu, daß von den verſchiedenſten Stellen an die einzelnen Firmen
wegen Gewährung einer finanziellen Beihilfe herangetreten wird.
„Ich bin vom Reichsſchatzmeiſter beauftragt, darüber zu wachen,
daß die Werbung von einmaligen oder laufenden Spenden durch
die Dienſtſtellen, Gliederungen und Formationen der Partei
reſt=
los abgeſtellt wird.
Spenden= und Unterſtützungsgeſuche irgend welcher
Dienſt=
ſtellen ſind dem Gauſchatzmeiſter im Original zuzuleiten.
Kaſſenverwaltung.
Die Monatsbilanzen der Ortsgruppen und Stützpunkte für
Mai ſind pünktlich bis zum 2. Juni auf dem vorgeſchriebenen
Formular der Kreiskaſſenverwaltung einzureichen.
Ortsgruppe Schloßgarten.
Am Montag, den 4. Juni d. J. abends 8 30 Uhr, findet im
„Perkeo”, Alexanderſtraße, eine Mitglieder=Pflicht=Verſammlung
ſtatt.
In den nächſten Tagen wird von den Blockwarten an jeden
Parteigenoſſen und jede Parteigenoſſin eine Kontrollkarte
ausge=
geben, die am 4. Juni erſtmals mitzubringen und am
Saalein=
gang abzugeben iſt. Entſchuldigungen ſind ſchriftlich mit
entſpre=
chender Begründung — unter Beifügung der Kontrollkarte —
an den zuſtändigen Zellenwart zu richten.
Ortsgruppe Gutenberg.
Am Freitag, den 1. Juni 1934, abends 8.15 Uhr. findet im
Martinsglöckchen eine Sitzung der politiſchen Leiter ſtatt.
Er=
ſcheinen unbedingte Pflicht.
Auf der Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe, Riegerplatz 8, ſind
Karten, zu dem am 2. Juni im Saalbau ſtattfindenden Bunten
Abend” zu haben. Veranſtalter iſt der Reichsverband Deutſcher
Rundfunkteilnehmer.
Ortsgruppe Mitte.
Wir benötigen noch einige Amtswalter. Wir bitten Pg. oder
Mitglieder der NSV., die gewillt ſind, ſich reſtlos für unſere Ziele
einzuſetzen ſich auf der Geſchäftsſtelle Ecke Karl= und Nieder=
Ram=
ſtädterſtraße zu melden.
Am Freitag, den 1. Juni 1934, findet bei Stein, Ballonplatz,
um 20 Uhr, eine Sitzung der politiſchen Leiter ſtatt, Rückſtände
ſind bei der Gelegenheit abzurechnen Anſchließend ein
Uebungs=
marſch. Erſcheinen iſt unbedingte Pflicht. Dienſtanzug.
Unſere Mitglieder weiſen wir nochmals auf den Bunten
Abend des RDR. am Samstag. 2. Juni, hin unter dem Motto:
Wir ſuchen die beſten Rundfunkſprecher. Karten zu dieſer
Veran=
ſtaltung ſind auf dem Ortsgruppenbüro erhältlich.
NS. Frauenſchaft Darmſtadt.
Bei der Geſchäftsſtelle der NS. Frauenſchaft, Rheinſtraße 48,
ſind Eintrittskarten zu dem am 2. Juni 1934 im Saalbau
ſtatt=
findenden „Bunten Abend” zu haben.
Veranſtalter iſt der „Reichsverband Deutſcher
Rundfunkteil=
nehmer”.
NS. Frauenſchaft Ortsgruppe Schloßgarten.
Der für Sonntag, den 3. Juni, vorgeſehene Spaziergang
fällt aus.
NS. Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Sonntag, den 3. Juni 1934 treffen ſich Kameraden und
Kameradenfrauen am Hauptbahnhof. Abfahrt zur Kundgebung
nach Auerbach 8,55 Uhr. Der Fahrpreis beträgt pro Perſon nach
Auerbach und zurück 70 Pfg. Die Karten können ab Freitag bei
den Stützpunktleitern in Empfang genommen werden. Kameraden
und Kameradenfrauen, welche in Auerbach zu Mittag eſſen wollen,
werden gebeten, dies alsbald in der Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe
melden zu wollen. Sonſt Ruckſackverpflegung.
Die vorläufigen Ausweiſe der Politiſchen Leiter, Pg. Johs.
Dieter Eberſtadt, Jahnſtraße 28, und Pg. Ludwig Schmidt,
Darm=
ſtadt, Karlſtraße 19, ſind verloren gegangen. Bei Auffindung
Ab=
lieferung erbeten an das Perſonalamt der Kreisleitung,
Rhein=
ſtraße 48. Vor Mißbrauch wird gewarnt.
NSDAP., Kreis Groß=Gerau.
Am Montag, 4. Juni, finden in den folgenden Orten des
Kreiſes Groß=Gerau Schulungsabende ſtatt, an denen alle
Partei=
genoſſen ſowie Mitglieder der Gliederungen teilnehmen: Aſtheim=
Bauſchheim Pg. Laun, Büttelborn Pg. Schäfer. Geinsheim Pg.
Hannemann. Kelſterbach Pg. Rothmann, Klein=Gerau Pg.
Klap=
pich, Königſtädten Pg. Neumann, Leeheim Pg. Dr. Haſter,
Mör=
felden Pg. Niſchwitz, Raunheim Pg. Weigandt, Rüſſelsheim Pg.
Eſſer, Walldorf Pg. Schwarz, Wallerſtädten Pg. Baſtian,
Wor=
felden Pg. Meyreiß.
NSDAP., Kreis Heppenheim.
An die Abgabe der Kaſſenberichte,
Mitgliederſtandsmeldun=
gen, Bilanzen, Organiſationsberichte und Tätigkeitsberichte für
Monat Mai wird erinnert.
Auszug aus dem Pakentblatt vom 24. mai 1934.
A) Patentanmeldungen:
Aelteſte Deutſche Fliegenfängerfabrik Ernſt Gotte G. m. b. H
Mainz: Vorrichtung zum ſtreckenweiſen Auftragen von Leim auf
Bahnen.
B) Erteilte Patente:
Dr. Kurt Albert G. m. b. H. Chemiſche Fabriken,
Amöne=
burg bei Wiesbaden=Biebrich: Verfahren zur Herſtellung
harz=
artiger Produkte aus aliphaliſchen Säuren und mehrwertigen
Alkoholen.
Peter Schenk 2., Rimbach (Odenwald): Federmatratze.
Georg Geier, Offenbach a M.: Verfahren und Vorrichtung
zur Herſtellung einer Grundfadenkette zum Stopfen.
„Der Tag der Dame
Mode-Zick-Zack im Skädkiſchen Saalbau.
Einen hübſchen und intereſſanten Streifzug durch die
Sommer=
mode macht die große Zick=Zack=Mode=Schau, die durch ganz
Deutſchland reiſt und augenblicklich im Städtiſchen Saalbau
ga=
ſtiert. Als Journaliſt, der eine Filmdiva über ihren Tageslauf
interviewt, konferierte Emil Kröll die Modevorführungen, zu
denen Koffer=Kolb Schmuck und Taſchen, M. Wolff die Hüte,
Epting die Pelze und Regenmäntel geſtellt hatten. L. Bein
hatte die Friſuren der Damen beſorgt.
Das begann mit einer Reihe von geſchmackvollen
Morgen=
röcken und Hausanzügen in Wolle und Seide, ſportlich ſchnittige
wechſelten mit fraulich reicheren Modellen. Zweckmäßige
Gymna=
ſtikanzuge bildeten die Ueberleitung zu einer Reihe von Anzügen
für die verſchiedenſten Sportarten: Da gab es Reit= und
Golf=
koſtüme, dreiteilige Tennisanzüge, Ausrüſtung für den Autoſport
und für Wanderungen, endlich eine lange Reihe von
Strandan=
zügen verſchiedenſten Charakters geblümt, geſtreift, exotiſch,
ſach=
lich=ſportlich, dazu Luft= und Spielanzüge mit kühnem
Rückenaus=
ſchnitt und Badetrikots (Firma Jantzen). Sehr luſtig wirkte
eine Gegenüberſtellung mit den Badekoſtumen, wie ſie unſere
Mütter und Großmütter trugen.
Die Reihe der Tageskoſtüme wurde fortgeſetzt durch
Straßen=
anzüge für jede Witterung, wobei deutſches Leinen als Material
auf der ganzen Linie ſiegreich war. Auch für
Schlechtwetterzei=
ten war geſorgt durch praktiſche, flotte Regenmäntel. — Für den
Nachmittag werden die Complets um eine Tonart eleganter Seide
kommt als Material hinzu, an kühlen Tagen eine Lammfell= oder
Seehundjacke. Originell iſt die neue Form des Schürzenmantels.
Für die kleinen und großen Kleider zum Fünf=Uhr=Tee iſt
Or=
gandy, weiß oder geblümt, und Taft das gegebene Material. Am
Abend rutſcht der Ausſchnitt vorn ſehr hoch, im Rücken dafür um
ſo tiefer. Von den gezeigten Modellen wurden ein großes Kleid
aus Glasbatiſt mit Metallfäden und ein Modell aus Plauener
Spitzen mit beſonderen Beifall aufgenommen. Ein hochelegantes
„tea=gorn”, das die Dame abends in ihren vier Wänden trägt,
machte den Beſchluß.
Dann defilierten die Modelle noch einmal zu den Klängen
der Kapelle Schlupp die die muſikaliſche Untermalung der
Vor=
führung übernommen hatte, vor den kritiſchen und wohlgefälligen
Blicken der anweſenden Damen, die ſicher mit einer ganzen Menge
von Anregungen nach Hauſe gegangen ſind.
Sommer-Ausgabe 1934
Preis 70 Pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße Nr. 26.
Vereins= und lokale Veranſtallungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Gedok. Unſer Sommerfeſt, Samstag, den 2. Juli, im
Heylshof, verſpricht Mitgliedern und Gäſten angenehme Stunden.
Ein künſtleriſches Kaſperltheater von 5 bis 6 Uhr, für groß und
klein, folgt der um 4 Uhr ſtattfindenden Eröffnung einer auch
noch am Sonntag zu beſichtigenden Ausſtellung. Soli, ein
Streichquartett und Frauenchöre beſchließen die künſtleriſchen
Dar=
bietungen, eine Verloſung und Tanz für jung und alt beſchließen
das Feſt. Je 1 Los (0.30 RM.) für Kinder und Künſtlerinnen,
je 2 Loſe für Kunſtfreundinnen und Gäſte berechtigen zum
Ein=
tritt. Erfriſchungen zu mäßigen Preiſen.
Geſchäftliches.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Im Städtiſchen Leihamt findet am Mittwoch, den
Juni, vormittags von 9 bis 12 Uhr und Donnerstag, den
7. Juni d. J. nachmittags von 3 bis 5 Uhr, Verſteigerung
verfallener Pfänder ſtatt. (Siehe heutige Bekanntmachung.)
Dr. Friedrich Ruppert, Mainz=Mombach: Verfahren zur
Herſtellung von koffeinfreiem Kaffee.
Chriſtian Rieckhof. Darmſtadt: Verfahren zur gleichzeitigen
Herſtellung mehrerer Hohlkörper aus Ton.
Ernſt Bongard, Mainz; Vorrichtung zum kontinuierlichen
Fördern von körnigen Maſſengütern, insbeſondere von Beton
und dergleichen mittels Luft.
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 31. Mai Evangeliſcher
Frauenver=
ein. Der Verein hatte ſeine Mitglieder zu einem Ausfluge an
die Bergſtraße eingeladen, der am Mittwoch nachmittag
durch=
geführt wurde. Der Einladung hatten die Mitglieder in recht
ſtattlicher Zahl Folge geleiſtet, ſo daß ſich rund 120 Frouen am
Abfahrtsplatz eingefunden hatten, darunter zahlreiche ältene
Frauen. Vier Omnibuſſe brachten die Teilnehmerinnen über
Eberſtadt, die alte Bergſtraße entlang, nach dem Endziel, dem
Müttererholungsheim Hirſchpark in Alsbach.
44
heims fand ein Ausflug nach dem Alsbacher Schloß ſtatt, dem ſich
dann eine Beſichtigung des Heims der evangeliſchen Jugend auf
der Orbishöhe anreihte. Um 8 Uhr trafen die Teilnehmerinnen
wieder im Heimatorte an. Der Ausflug fand allgemein großen
Anklang, und es wurde vielfach der Wunſch zum Ausdruck
ge=
bracht, derartig ſchöne Fahrten zu wiederholen.
Wixhauſen, 1. Juni. Ein ſeltenes Jubiläum derr
Arbeit begeht heute Herr Georg Lotz 7., hier, Römergaſſe. Der r
Jubilar kann auf eine 50jährige Tätigkeit als Vorarbeiter und g
Holzſetzer beim Forſtamt Kranichſtein zurückblicken. Lotz iſt als 5 mm
geieten Belilde. Er war iaſt Mf d.2 9s aus den Deſfau Kämd 2u
denden Staatsförſters Klipſtein tätig. Herrn Lotz wird es zu ſeie hu bei Reinſeim
nem 50jährigen Arbeits=Jubiläum ſicherlich nicht an Glückwün Nöris Oppenhein
ſchen fehlen.
ſtri e. G. m. b. H.
Ek. Pfungſtadt, 31. Mai. Werbung der Deutſchen I den weiteren
Turnerſchaft. Der hieſige Turnverein 1875 e V. befindetſiö
mitten in ſeinem Werbeprogramm, das ſchließlich alle Abteilu= Aundsusſtellung
gen vor die Oeffentlichkeit führt. Die beiden ſtärkſten Abteilungen in der Abteilt
der Frauen und Kinder waren bereits am Montag tätig. Ein * Landwirt Carl
Feierſtunde bedeutete die Vorführung des Turnfeſtfilms von nOberheſſen) Pre
Nürnberg und als Beigabe ein Film „Sonnenland”. In einer , Staatsminiſteriu
größeren Anſprache betonte Vereinsführer Grünig, daß die ſgaſſel=Land), Pre
Deutſche Turnerſchaft den Platz im neuen Staate beanſpruche, der n P. Klaſſ
der=
ihr gebühre. Die Turnerinnen zeigten beifällig aufgenommene z n
Freiübungen. — Bauunglück. Der 20jährige Maurer Karl0 mräſidenten im
Crößmann ſtüzte geſtern bei Umbauarbeiten aus einer Höhe von g
teil
8 Metern vom Gerüſt auf die Straße und zog ſich ſchwere
Ver=
letzungen zu, ſo daß er in bedenklichem Zuſtande nach Darmſtadt / neim). Preis des
ins Krankenhaus überführt werden mußte. —
Ruheſtands=
verſetzung des erſten Pfarrers. Im Alter von 67 Jahreny ſi
und
trat Pfarrer Zinn nach 40jähriger Dienſtzeit in den Ruheſtand” hn
und ſiedelte nach Darmſtadt in ſein neuerbautes Eigenheim über,, In der Abtei!
Er war 20 Jahre in Pfungſtadt tätig. In ſeine Amtszeit faml)l / Molkereigenoſſen
erlach (Heſſen),
die Erwerbung des geräumigen Gemeindehauſes.
Mitſchaſt.
Cp. Pfungſtadt, 31. Mai. Erfolgreiche Ziegenzlca
ter. Aus Erfurt kommt die Nachricht, daß die auf der gegenu
wärtig dort ſtattfindenden 40. Reichsſchau der Deutſchen Land=/ Ni uliſch=Erumbach
wirtſchafts=Geſellſchaft ausgeſtellten Pfungſtädter Ziegen nach demm 1gjährigen
bisherigen Preisergebnis gut abgeſchnitten haben. So erhielt dien Kgeraden und
Ziege „Frieda” des hieſigen Züchters Philipp Rädge 9. in ihrern Zur Traube‟
wnd fand eine k!
Klaſſe den la=Preis.
Die
Ak. Nieder=Ramſtadt, 31. Mai. Obſt= und Gartenbau= unchaft
verein. Die Landesbauernſchaft Heſſen in Verbindung mitt
dem Kreisobſtbauverband Darmſtadt veranſtaltet am Sonntag,”
ſegen=
den 3. Juni, abends im Saale des „Darmſtädter Hof” (Beſitzer: geſegt,
Knapp) einen Lichtbildervortrag mit praktiſchen Vorführungems zhvi
über das in der letzten Zeit ſehr aktuell gewordene Thema derr
m 44
gärungsloſen Früchteverwertung und „Herſtellungl
von Obſtſäften. Referent iſt Herr Baumann von der Lehransh fü chen
ſtalt für gärungsloſe Früchteverwertung in Ober=Erlenbach. Deru Lnde
Vortrag iſt für alle Intereſſenten (auch Nichtmitglieder) frei, Da P meiſt
zu dem Vortrag auch die benachbarten Vereine eingeladen ſim./
empfiehlt es ſich, rechtzeitig zu erſcheinen. — NS. Volkswohl=) di Vertreter
fahrt. In den nächſten Tagen wird mit dem Verkauf der Broy uorigen Gä
ſchüre „Mutter und Kind” begonnen. Das reich ausgeſtatteit 2Borms das
Heftchen enthält viel Lehrreiches und Wiſſenswerte für alle Müt / Loedeutung
ter und ſolche, die es werden wollen. — Zu dem von uns in ſr / 4Doller A
vorigen Woche gemeldeten Freitod des im 50. Lebensjahr ſtehn ig-n. und
den A. Schott wird uns mitgeteilt, daß die Tat, wegen einr 2 M den Feſiſte
verging der
unheilbaren Krankheit geſchehen iſt.
ſchlug bald d
f. Roßdorf, 29. Mai. Aenderung der Dienſtſtundenhei Wiederſehen
der Bürgermeiſterei. Gemäß einem Beſchluß der Bürgeke)
meiſterverſammlung des Kreiſes Darmſtadt werden in allen Ge=) I. Erbach, 7
meinden des Kreiſes die Dienſtſtunden der Bürgermeiſtereien deſeu lsobſtbauver
jenigen der Zentralbehörden angepaßt. — Ortskrankene/ /0 Teilnehmer
kaſſe. Die Dienſtſtunden der hieſigen Melde= und Zahlſtelle ſindtt huereine Erba
ab 1. Juni wie folgt feſtgeſetzt: Dienstags. Mittwochs, Freitager isfahrt nach
und Samstags von vormittags 9—12.30 Uhr. — Geburts:/der Oppauer
tagsfeier. Am kommenden Sonntag veranſtalten die Fünſuig?l ilt nicht nur
jährigen eine gemeinſame Geburtstagsfeier, die durch einen Kirchd N7 ſachgemäße,
gang eingeleitet wird. Nachmittags findet eine Feier im Gaſty Mlehrreichen
haus „Zur Germania” (Beſitzer Heinrich Plößer) ſtatt.
und der Wirt
k. Roßdorf, 31. Mai. Goldene Hochzeit. Das Feſt deu latmärkten
Goldenen Hochzeit begingen Metzgermeiſter Georg Adam Nic0 9 —* Gabelfrüh
lay und ſeine Ehefrau Sophie geb. Münkler bei beſter Ges eſeligen
des liebe Wort
ſundheit.
drden konnte.
Groß=Zimmern, 31. Mai. Werbeveranſtaltung d7‟ Ezwetzingen mi
Turnvereins 1863 e. V. Am Sonntag eröffnete der 9e3 Mternachtsſtunde
ſige Turnverein die Werbewoche der Deutſchen Turnerſchaft Dud” hel dus Neckartal
einen Umzug der Mitglieder unter dem Klang der Muſiktapelu Fieſhiell, die He
wurden die Ortseinwohner auf den Zweck des Tages aufmertanl / Ulen
Teilneſm=
gemacht. Dem Propagandamarſch ſind trotz der etwas undünd nn ür die Arbeit
ſtigen Witterung recht viele Turnfreunde nach dem Sportplatz 9e/ 0ndern ſie frürt
folgt. Vereinsführer Göbel ſchilderte in ſeiner Anſprache de9
Zweck der Werbewoche. Heute gilt es mehr denn je den ſch09 — teitebens
100 Jahre alten, ſo wertvollen Turnverband zu erhalten und 40
fördern. Volksbewußtſein, Treue dem Volk und Treue unſerend
Führer, das ſind die Leitmotive der D T. Kreisjugendwart
Steinbach, Werſau, richtete begeiſternde Worte an die Aul
weſenden, beſonders an unſere Jugend. — An den Werbeakt ſchlat
ſich eine ernſte, ſchlichte Schlagetergedächtnisfeier. Mit dem Liecb=
„Ich hatt einen Kameraden”, geſpielt von der Vereinskavelle, 1n0
einem treffenden Gedicht, vorgetragen von Turnbruder Wiedekinin
wurden die Anweſenden noch durch die Ausführungen des Ve2
einsführers ſo ganz in das Leben des deutſchen Heldenjüngling
Albert Leo Schlageter verſetzt. Die Totengedenkfeier ſchloß m.
dem Horſt=Weſſel= und dem Deutſchland=Lied. Nun begann dee
ſportliche Teil, der mit einem Fauſtballſpiel eröffnet wurda
Turnen am Hochreck, unter Mitwirkung des Turnbruders Schne2
der=Darmſtadt, der trotz ſeines Alters die einheimiſchen Turnin
oft übertraf, war wohl der Höhepunkt des Tages. Rhythmiſch=
Uebungen der Turnerinnen, ein Handballſpiel der Turner, das ſit
in der Schärfe mit einem Verbandsſpiel meſſen konnte, ließen 9e
Verbeveranſtaltung ausklingen. Im Laufe der Woche ſind ſi
Mittwoch und Freitag öffentliche Uebungsſtunden vorgeſehes
Mögen recht viele Außenſtehende dem Werberufe folgen, damit
erkennen, weſſen Geiſt in der großen Familie der Deutſchen Tu 22
nerſchaft herrſcht.
r. Babenhauſen, 29. Mai. Der Odenwaldklub m
am vergangenen Sonntag ſeine 8. Wanderung nach dem herii
gelegenen Park Schönbuſch und nach der nahen Mainſtadt Achſch.
fenburg. — Volksmiſſionariſche Vorträge werdde
von Montag bis Mittwoch dieſer Woche in unſerer evangeliſche
Stadtkirche jeden Abend gehalten. Der Redner, Pfarrer H0
mann aus Groß=Umſtadt, ſpricht über die Themen: „Völkiſche 9
ligioſität und chriſtlicher Gottesglaube‟. „Der deutſche Chriſtl”
und „Die deutſche evangeliſche Kirche und die Dritzte Konſeſſohl
— Unſere Bahnhofswirtſchaft wird ab 1. Juli d. 25.N
der Reichsbahndirektion neu verpachtet.
Er. Mümling=Grumbach, 29. Mai. Der Turnverein hie”
Vereinslokal eine wichtige Mitgliederverſammlung gb. 2i
ſchweren Verluſt hat der Verein erlitten durch den Tod ſei4
Ehrenmitgliedes und verdienſtvollen Rechners Johs. Volt.
40 Jahre gehörte er dem Verein als Mitglied an und leitete
zu 25 Jahre als Rechner die Geldgeſchäfte des Vereins. 20
ſammlung ehrte den Verſtorbenen in gebührender Weiſe.
wurde die Tagesordnung erledigt. Die Durchführung der
woche wird beſprochen. Am Sonntag, den 3. Juni. findet au
Adolf=Hitler=Platz ein Werbeturnen ſtatt. Der Verein
be=
ſich mit einer Anzahl Turnern an dem Kreisfeſt in Reinheiſle,
40jährige Beſtehen des Vereins ſoll am 15. Juli gefeier!
— Die Sängervereinigung beteiligte ſich an dem Wertunk
des Mümlings=Kreiſes des Heſſiſchen Sängerbundes in.
ſtadt mit 34 Sängern.
keisergebniſſe auf der 1. Reichsnährſtands=
Ausſtellung in Erfurk.
Preiſe im Milchwirtſchaftsverband Heſſen.
6wie es ſeit Jahrzehnten bei den Ausſtellungen der
Deut=
ſcheinlandwirtſchaftsgeſellſchaft üblich war, findet auch bei der
erſte Reichsnährſtands=Ausſtellung in Erfurt eine Prämiierung
der dere und der landwirtſchaftlichen Erzeugniſſe ſtatt. Bisher
liegendie Prämiierungsergebniſſe für einen Teil der
landwirt=
ſchaufſhen Erzeugniſſe vor. Davon erhielten aus dem
Milchwirt=
ſchauffgerband Heſſen u. a. erſte Preiſe:
Preiswettbewerb für Milch: Molkerei e. G.
ho., Alsfeld (Heſſen), Guſtav Dalhelm, Biſchheimer Hof bei
Gurdsheim (Kreis Worms), R. Huwe, Büdingen (Oberheſſen),
Guſu Vierling. Darmſtadt, Karl Fritſch, Dilshofen bei
Rein=
beim geſſen), Hch. P. Luft, Düdelsheim (Büdingen, Oberheſſea=
Lamdl Molkerei e. G. m. b. H. Echzell. Adolf Müller.
Georgen=
baune bei Reinheim (Heſſen), Gebr. Grieb, Gießen,
Univerſitäts=
verſnusgut, Gießen, Molkerei e. G. m. b. H., Groß=Gerau,
Hein=
richtTeodor Schrohe, Mainz=Bretzenheim, Sebaſtian Joeſt.
Nieder=
olmm Rheinheſſen). Milchzentrale e. G. m. b. H., Nieder=
Möll=
ſtadw Oberheſſen), Milchverſorgung G. m. b. H., Offenbach, Wilh.
Haytnnn Loth. Oſſenheim bei Friedberg (Heſſen), Johann
Stief=
fenhuoſr, Peters=Aue bei Mainz=Kaſtel. Molkerei e. G. m. b. H.
Scheſcheim über Babenhauſen (Heſſen). Molkerei e. G. m. b. H.
den Scheun (Oberheſſen), Wilhelm Kredel. Steinbuch bei
Michel=
ſtadſt Odenwald), Hofgut Talhof bei Jugenheim (Bergſtraße),
Lot
Damie Edler, Trebur (Kreis Groß=Gerau), Karl Emil Knell,
icht an
Uebſſezu bei Reinheim (Heſſen) Molkerei e. G. m. b. H.,
Unden=
heinin Kreis Oppenheim), Paul Barth, Wollſtein bei Waldkapel,
Monkeei e. G. m. b. H., Worms.
5e.9‟
5 den weiteren Preisbewerben auf der großen 1.
Reichs=
ich al
nähſſtndsausſtellung in Erfurt errangen Preiſe:
hder Abteilung Milch: Klaſſe 1, Rohmilch:
Sieger=
preize Landwirt Carl Knauer, Hühnerhof bei Gettenbach (
Bü=
dingeenOberheſſen) Preis des Landesbauernpräſidenten im
Heſ=
ſiſchein Staatsminiſterium; Waitzrodter Gutsverwaltung,
Waitz=
rünf
ate bei
rodtt ſtaſſel=Land), Preis des Markenrohmilchverbandes „
Rhein=
lig
Mam Klaſſe 2. dauererhitzte Milch: Siegerpreis: Milchzentrale
jährige Map e Gn. b. H., Nieder=Wöllſtadt (Oberheſſen), Preis des
Landes=
bauunpräſidenten im Heſſiſchen Staatsminiſterium.
ſick
der Abteilung Butter: Klaſſe 1, Ungeſalzene
de mac ½ Buttter Siegerpreiſe: Molkerei e. G. m. b. H. Undenheim (Kreis
Ruhel, Opmeneim), Preis des Milchwirtſchaftsverbandes Württemberg:
Alter von n. Molgkeei e. G. m. b. H. Groß=Felda (Oberbeſſen), Preis geſtiftet
eit in den ½ von Rmeſohl und Schmidt A.=G.. Oelde (Weſtfalen).
utes Eigen der Abteilung Käſe: Klaſſe 14, Weichkäſe:
Sieger=
ſeine Anx preiitz Molkereigenoſſenſchaft Fulda=Lauterbach e. G. m. b. H.,
auſes
Laurevach (Heſſen), Preis des Bayeriſchen Staatsminiſteriums
iche Zie für Artſchaft.
ß die auf
Fänkiſch=Crumbach, 31. Mai. Wiederſehensfeier der
der Deutſchr.
idter Zie un Fümzigjährigen. Am vergangenen Sonntag trafen ſich
n. Som die Kmeraden und Kameradinnen des Jahrgangs 1884 im
Gaſt=
p Rädge); haun Zur Traube, zu einer Wiederſehensfeier. Schon am
Sams=
tag ulend fand eine kleine Vorfeier im feſtlich geſchmückten Saate
ſtattt Die Hauptfeier begann am Sonntag morgen mit einem
Daiſß gemmiſchaftlichen Kirchgang. Pfarrer Fernges gedachte in ſeiner
in Beills Pregit der Fünfzigjährigen. Nach dem Gottesdienſt wurde am
fauter M Gefällnen=Denkmal für einen gefallenen Kameraden ein Kranz
tädter
niedenelegt. Anſchließend begaben ſich alle Anweſenden auf den
ſchen dee Friendof, um dort der verſtorbenen Kameraden zu gedenken. Am
ſioene — Racontrag traf man ſich wieder im Saale „Zur Traube”, um der
eigegitichen Feier beizuwohnen. Kamerad Kappes begrüßte die
Kameaden und Kameradinnen, insbeſondere begrüßte er den
Büngn eiſter der Heimatgemeinde, Herrn Trinkaus, ſowie den
frühhlern Lehrer, Herrn Rektor Ehrhard von Groß=Bieberau
fer=
ner dn Vertreter der Lehrerſchaft, Herrn Hauptlehrer Stork, und
290 die bür gen Gäſte. Hierauf ergriff Kamerad Bauinſpektor Ph.
dem Benal: Hotztllo—ms das Wort und wies in ſeiner Anſprache auf den Sinn
us keich ui und kdeutung des Tages hin. Herr Rektor Ehrhardt ſchilderte in
swerie ſ.* hunzovoller Weiſe die Schulzeit der hier verſammelten
Fünſzig=
dem 100 — jährſfen. und Bürgermeiſter Trinkaus ſprach im Namen der Ge=
Lebelsle meiſird den Feſtſtteilnehmern ſeinen Glückwunſch aus. Nur allzu=
Im I ſchnnl verging der Nachmittag, und für die auswärtigen
Kame=
ndemſchlug bald die Abſchiedsſtunde: man trennte ſich auf ein
enſtſtun” ſtokl=Wiederſehen, hoffend, bei der 60. Jahrfeier.
Beſchluß Wi!
Erbach, 31. Mai. Lehrfahrt der vereinigten
weiden 9Kr ſzobſtbauvereine Erbach=Heppenheim. Mehr
dermelle als 10 Teilnehmer und Teilnehmerinnen der vereinigten Kreis=
21:3 obſtjavereine Erbach=Heppenheim unternahmen vorgeſtern eine
und 3‟ Omnlusfahrt nach dem Limburger Hof, der bekannten
Verſuchs=
ſtatity der Oppauer Werke. Liebevolle ſachkundige Führung ver=
9 mit tele nicht nur ſtets neues Erſtaunen über die Erfolge einer
talten N2 richiion ſachgemäßen Düngung, ſondern gab vor allem auch einen
durch /, äußäu lehrreichen Einblick in das Ringen der deutſchen
Wiſſen=
ne Gei”” ſchamnd der Wirtſchaft um die Erhaltung und Neugewinnung
Plößer) ſül. vonn Bſatzmärkten im In= und Ausland. Ein von den Werken
it. w gebrätes Gabelfrühſtück vereinigte Gaſtgeber und Gäſte noch zu
einengeſelligen Zuſammenſein, bei dem in Rede und Gegenrede
wß manchs liebe Wort der Anerkennung und des Dankes
ausgeſpro=
chem nrden konnte. Auf dem Rückwege wurden dann noch Speyer
undd Ehwetzingen mit ihren Sehenswürdigkeiten beſichtigt. Um
die Atternachtsſtunde erſt kamen die Odenwälder in der Heimat
an, wil das Neckartal mit ſeinen mannigfachen Reizen ſie allzu
lanne eſthielt: die Heppenheimer wählten als Rückweg die
Berg=
ſtrac, Allen Teilnehmern gab die Lehrfahrt nicht nur reiche
An=
regianen für die Arbeit an Grund, Boden, Bäumen und
Sträu=
chennſondern ſie knüpfte auch manches neue Freundſchaftsband
und urd ſo zeitlebens eine liebe Erinnerung bleiben.
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Königshalle zu Lorſch wird wieder hergeſtell.
Nr. 149 — Seite 7
Der Torbau der Vorhalle zur Kloſterkirche in Lorſch (Heſſen),
Dieſe Vorhalle, die ſogenannte „Königshalle”, die einſt zu dem
im Jahre 764 gegründeten Benediktinerkloſter gehörte, ſoll jetzt
im Rahmen des Arbeitsbeſchaffungsprogramms in ihrer früheren
Geſtalt wieder hergeſtellt werden.
m. Beerfelden, 29. Mai. Zu Ehren A. L. Schlageters.
Am Samstag abend beging der hieſige Turnverein den Todestag
des Helden Schlageter, durch eine eindrucksvolle Gedächtnisfeier.
Die Einleitung zu derſelben bildete ein Fackelzug durch einen Teil
der Ortsſtraßen, der auf dem Marktplatz endete. Hier ſana
zun=
die Menge unter Begleitung durch die Muſikkapelle „Ich hab mich
ergeben”, worauf Turner H. Beyſel unter paſſendem Spruch die
Gedächtnisflamme entfachte. Als dieſe emporloderte,, intonierte
die Kapelle das Lied vom guten Kameraden, dem die Anweſenden
mit entblößtem Haupte lauſchten. Es folgte „Schlageterlied” durch
Fr. Maurer ſehr packend vorgetragen. In der Gedächtnisrede bot
Lehrer Krämer ein treffliches Bild der Perſon Schlageters und
ſeines heldenhaften Kampfes gegen alle Vaterlandsfeinde. Die
Rede wurde ergänzt durch ein Gedicht, vorgetragen von O. Johe
und einen Sprechchor der Turnerinnen und Turner. Turnwart
Federlin löſchte die Gedächtnisflamme bei entſprechendem Spruch.
Auf keinen der Anweſenden wird dieſe hehre Feier ihren Eindruck
verfehlt haben.
Uk. Waldmichelbach, 29. Mai. Trommfeſt. Die
Oden=
waldortsgruppen Gras=Ellenbach, Hammelbach, Fürth, Rimbach
und Waldmichelbach unternahmen am Sonntag eine
Sternwande=
rung nach der Tromm und feierten dort bei Klubgenoſſen Keil das
übliche Trommfeſt. Die Vorbereitung und Durchführung hatte
die Ortsgruppe Gras=Ellenbach. Von beſonderer Bedeutung war
die Anſprache des Mitgliedes des Hauptvorſtandes, Klubgenoſſen
Profeſſor Kiſſinger, Darmſtadt, der in ſo überzeugender Art
von den Zielen des Odenwaldklubs ſprach, und ganz beſonders den
deutſchen Wald als Quelle deutſchen Volkstums verherrlichte. In
bunter Reihenfolge wechſelten weitere Anſprachen, Muſik=,
Ge=
ſangs= und Gedichtvorträge aller Art und ſorgten für
Unterhal=
tung und Geſelligkeit. Ein Tänzchen ſchloß ſich an das ſo
harmo=
niſch verlaufene Trommfeſt an, das von dem Vereinsführer der
Ortsgruppe Gras=Ellenbach nach nationalſozialiſtiſcher Art
ge=
ſchloſſen wurde.
e. Wimpfen, 31. Mai. Des SA.=Mannes Otto
Pfle=
ger letzter Weg. Der 26jährige Otto Pfleger vom
Motor=
ſturm 14/M. 155, Sohn des Kohlenhändlers L. Pfleger, welcher
am 9. Maf an der hieſigen Steige durch das leichtſinnige
Ver=
halten eines 11jährigen Schülers ſchwer verunglückte und am
Samstagabend nach mehrmaliger Operation ſeinen ſchweren
Ver=
letzungen erlegen iſt, wurde unter großer Beteiligung zu Grabe
getragen. M.=SA.=Männer tragen die reichen Kranz= und
Blu=
menſpenden und den Sarg ihres Kameraden. Angehörige, Führer
der SA., M.=SA., Hitlerjugend, BdM., PO. und Politiſche Leiter
ſchließen ſich an. Die übrige Einwohnerſchaft bildete den Schluß
des Trauerzuges. Auf dem Friedhof intonierte die Kapelle einen
Choral. Aufmerkſam lauſchte die Trauerverſammlung der
Pre=
digt des Pfarrers Reinheimer, der ein lebendiges Bild von dem
Leben des Verſtorbenen gab. Es folgten alsdann
Kranznieder=
legungen. Mit den Klängen des Liedes vom guten Kameraden
fand die Trauerfeierlichkeit ihren Abſchluß.
— Gernsheim, 31. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 30. Mai — 0,88 Meter, am 31. Mai — 0,89 Meter,
morgens 5.30 Uhr.
ferkiggeſtellt.
Die Stadt Langen iſt ſeit Januar mit nahezu 200 Arbeitern
dabei, das alte Schwimmbad in ein neues, modernes Stadion
umzubauen. Der Bau iſt jetzt faſt fertiggeſtellt, und wird die
gigantiſche Anlage in Kreiſen der Schwimmſport=
Sachverſtändi=
gen mit zu den größten und idealſten Heſſen=Naſſaus, wenn nicht
gar Süd= und Mitteldeutſchlands, gerechnet.
In einem gewaltigen Gürtel von Grünanlagen liegt die ca.
4000 Quadratmeter große Waſſerfläche, die durch einen ſchmucken
Laufſteg in zwei 50=Meter=Schwimmbahnen geteilt wird. Die
Nichtſchwimmer= und Kinderbecken ſind ſeitlich gelagert,
Anſtelle nüchterner Betonwände und Treppen benutzte der
Erbauer das heimiſche Sandſteinmaterial, das die Ufer beſonders
warm und freundlich geſtaltet. Eine ideale Sprungturmanlage,
Rutſchbahn und hübſche Anlagen mit blühenden
Rhododendron=
grupppen geben dem Geſamtbild einen beſonderen Reiz.
Beſonders günſtig liegen bei dem Langener Schwimmſtadion
die Waſſerverhältniſſe. Ein klarer Bach kommt von den oberen
beiden Mühlteichen, die als natürliche Vorwärmer dienen, durch
eine ſinnvoll konſtruierte Einlaufvorrichtung in die
Schwimm=
becken.
Zur Zeit iſt die Stadtverwaltung noch mit dem Ausbau der
Zufahrtsſtraßen beſchäftigt, die chauſſiert bzw. aſphaltiert
wer=
den. Das alte Mühlengebäude wird großzügig umgebaut und
durch den Aufbau zweier Stockwerke in ein modernes Café=
Reſtaurant verwandelt.
Das Stadion wird am Sonntag, den 3. Juni, zur
Be=
nutzung freigegeben; die offizielle Einweihung erfolgt am 17 6.
mit Beginn der Reichsſchwimmwoche. Die Stadt Langen erfüllt
damit den Aufruf des Reichsſportführers v. Tſchammer u. Oſten
zum Bau von neuen Schwimmbädern auf das vollkommenſte.
Dp. Zwingenberg, 31. Mai. Kampfden Miesmachern
und Nörglern. Ueber dieſes Thema ſprach vorgeſtern abend
im Saale des Hotels „Zum Löwen” der Gauleiter der NS.=
Kriegsopferverſorgung, Pg. Ziegler=Frankfurt a. M., nach
einlei=
tenden Worten des Ortsgruppenleiters und einem
Eröffnungs=
marſch der SA.=Kapelle. Der Redner wußte ſich ſeiner Aufgabe
ſachlich und treffend zu entledigen und erntete langanhaltenden
Beifall. Die Verſammlung, welche ſehr gut beſucht war, fand mit
einem dreifachen Sieg=Heil auf Führer und Volk und mit dem
Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied ihr Ende.
t. Gernsheim, 30. Mai. Arbeitsbeſchaffung. Nach
dem erſten Grasabſchnitt ſollen auf den auf der Hammerau
ſüd=
öſtlich des Dammes gelegenen Wieſen Meliorationsarbeiten
durchgeführt werden. Hierbei handelt es ſich um ca. 260 Morgen,
die Eigentum des Staates ſind. Damit beſſere
Anfahrtgelegen=
heit iſt, ſoll der Hammerau=Damm chauſſiert werden. Die Arbeit
ſoll in der nächſten Zeit in Angriff genommen werden. Hierbei
finden wieder Erwerbsloſe aus den Gemeinden Gernsheim und
Groß=Rohrheim lohnende Beſchäftigung.
Ex. Bürſtadt, 29. Mai. Kundgebung der Turner.
Auf dem Marktplatz fand am Sonntag nachmittag eine gewaltige
Turner=Kundgebung des Turnvereins 1891 Bürſtadt ſtatt, an der
ſich auch zahlreiche auswärtige Turner von Hofheim, Bobſtadt,
Biblis und Lampertheim beteiligten. Nach einem Umzug durch
die Ortsſtraßen ſprach auf dem Marktplatz zunächſt Pg. Günderot
aus Lampertheim über Ziel und Zweck dieſer Kundgebung,
wo=
nach zirka 350 Turner und Turnerinnen ihre Leiſtungen zeigten.
Der Kreisführer der Deutſchen Turner, Pg. Frieß aus Mölsheim,
ſprach ſodann über die Notwendigkeit der Leibesübungen,
Jahn=
ſches Turnen, das Deutſche Turnfeſt in Stuttgart, ſowie über die
Einſtellung der Regierung zur Deutſchen Turnerſchaft. Mit einem
Sieg=Heil auf die DT., das Vaterland und den Führer ſchloß er
ſeine Rede, wonach gemeinſam das Horſt=Weſſellied und
Deutſch=
lan jed geſungen wurde und die Kundgebung hiermit ihren
Ab=
ſchluß gefunden hatte. Amn Abend fand ſodann in der Turnhalle
eine Schlageterfeier ſtatt, in welcher Pg. Zintel in ſeinem
Vor=
trage das Leben des Freiheitshelden zur Geltung brachte.
Be. Büttelborn, 31 Mai. Von der Gaufilmſtelle wurde
vor=
geſtern abend, in der Turnhalle, der Film „Sieg des
Glau=
bens” vorgeführt. Der Beſuch der Turnhalle war ſehr gut,
Be. Groß=Gerau, 31. Mai. Vereidigung des
Natio=
nalſozialiſtiſchen Frontkämpferbunds. Im großen
Saal des Hotels zum Adler fand vorgeſtern abend die Vereidigung
der Kameraden des Nationalſozialiſtiſchen Frontkämpferbundes
der Ortsgruppe Groß=Gerau und Walldorf ſtatt. Der
Kreisver=
bandsführer Stieberle, Darmſtadt, der die Vereidigung vornahm,
übergab die alte Fahne des Stahlhelms und nahm hierauf die
Verpflichtung vor. Kreis= und Ortsgruppenführer Metzger, Groß=
Gerau, dankte dem Kreisverbandsführer und verſprach, daß die
Fahne in ſoldatiſcher Treue bewahrt werde. Als Fahnenträger
wurde der Kamerad Groſch, und als Begleiter die Kameraden
Vollhard und Schröder beſtimmt. Ein geſelliges, von echt
ſolda=
tiſchem Geiſt getragenes Beiſammenſein ſchloß die Feier. — Hier
wurde vorgeſtern ein Ortsausſchuß für die
Reichsſchwimm=
woche gegründet. Es waren die Herren Reg.=Rat Schmahl,
als derzeitiger ſtellvertretender Kreisdirektor, Kreisſchulrat Born,
die Direktoren der beiden hieſigen Schulen, der
Ortsgruppenlei=
ter der NSDAP. Vertreter der SA. und der HJ erſchienen. Als
Führer der Reichsſchwimmwoche hat man den Oberturnwart des
Turnvereins 1846 Groß Gerau, Faulſtroh, ernannt.
Be. Rüſſelsheim, 29. Mai. Durch Erlaß einer
Polizeiverord=
nung wurden die Dammgaſſe, Schäfergaſſe, Löwen= und
Kürbis=
ſtraße zu Einbahnſtraßen erklärt. Für die Darmſtädterſtraße iſt
Parkverbot erlaſſen worden.
Gr. Ochsengasse 26
Schneider-
Be org Schmeck meister
2 Magoni=
Schältim., Eß=
„errenzim.,
Rüähe
Auszieh=
tiſck), 6 Stühle
Ve ada=
Garni=
tur/s vd. Lüſter
Waſch=
Nachttiſch,
bſe ſſ.,
Pa=
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Frau Müller gießt das Einweichwaſſer aus —
nanu — ſo ſchwarzes Waſſer hat man noch
nie geſehen! Aber iſt Frau Müllers Wäſche
da=
rum viel ſchmutziger? I bewahre, ſie tut nur
abends Burnus ins Waſſer. Das zieht mit ſeinen
Verdauungsdrüſen=Säften über Nacht intenſiv
den Schmutz aus der Wäſche. Darum iſt das
Einweichwaſſer am Morgen ſo ſchwarz, das
Waſchen aber macht jetzt nur noch halb ſoviel
Arbeit. Man ſpart Seife, Waſchmittel und
Feuerung. Probieren Sie’s auch!
Gutſchein. 40/166
AnAuguſt ſacobi A.,G. Darmſtadt
Senden Sie mir koſtenlos eine
Verſuchspackung Burnus.
Name —
Ort —
Straße —
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 149
Konteradmiral Lützow bei der Anſprache am Skagerrakplatz,
wo zur Erinnerung an die Seeſchlacht vom Skagerrak eine große Flaggenparade der Marineverbände
die Feier einleitete.
Reich und Ausland.
Grundſteinlegung für die Thingſtäkte
auf dem Heiligenberg bei Heidelberg.
Heidelberg. Auf dem Heiligenberg, der
ſchon durch Jahrtauſende teils Kultſtätte, teils
Verteidigungsplatz war, fand am Mittwoch die
feierliche Grundſteinlegung zu einem Thingplatz
ſtatt. Eine nach Tauſenden zählende Menge
um=
ſäumte das mit Flaggenſchmuck verſehene, weite
Feld. Oberbürgermeiſter Dr. Neinhaus
ver=
wies in ſeiner Anſprache darauf, daß dieſe Stätte
von der jungen Mannſchaft unſeres Volkes, dem
Freiwilligen Arbeitsdienſt, geſchaffen wurde aus
dem Stein und der Erde des Heiligenberges, als
wirkſame Waffe im Kampf um die deutſche
Volk=
werdung. Die Spiele, die hier ſtattfinden
wer=
den, ſollten alle Beſucher in der Glut
national=
ſozialiſtiſchen Denkens zuſammenſchweißen zu einer
einzigen Gemeinſchaft ernſten Erlebens. Der
Oberbürgermeiſter ſchloß mit einem beſonderen
Dank an den Arbeitsdienſt. — Nachdem Direktor
Gerſt, Leiter des Reichsbundes für
Volksſchau=
ſpiele und Freilichtſpiele, im Namen des
verhin=
derten Miniſterialdirektors Laubinger, allen, die
am Zuſtandekommen des Werkes beteiligt waren,
gedankt hatte, verlas Propagandaleiter
Moral=
ler den Wortlaut der Grundſteinurkunde, die
Be=
zug nimmt auf die Geſchichte des Heiligenbergs,
auf die Erſchaffung der Thingſtätte und auf den
Feſtakt der Grundſteinlegung hinweiſt, unter
Nen=
nung der Namen der beteiligten Organiſationen.
Der Urkunde wurden eine Fahne des
Arbeitsdien=
ſtes, eine Armbinde der NSDAP. mit allen
Ab=
zeichen und der Briefwechſel zwiſchen F.A.D. und
Reichstheaterkammer über die Erſchaffung der
Thingſtätte beigelegt. Dann wurde der
Grund=
ſtein geſchloſſen, und Reichsſtatthalter Robert
Wagner führte drei Hammerſchläge mit den
Wor=
ten: „An dieſer Stätte ſoll unſer Volk Kraft und
Glaube für ſeinen gemeinſamen Kampf ums
Da=
ſein finden!” Weitere Hammerſchläge führten
aus: Oberbürgermeiſter Dr. Neinhaus,
Landes=
ſtellenleiter Moraller und Gauarbeitsführer Helf.
Ein Sprechchor des Arbeitsdienſtes beſchloß die
feierliche Szene. — Anſchließend ſprachen noch
Reichsſtatthalter Robert Wagner und der
Stell=
vertreter des Kreisleiters der NSDAP.,
Stadt=
oberſchulrat Seiler. Ein Sieg=Heil auf den Führer
ſowie das Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied
be=
endeten die Feier.
Sachſens Geſchenk für den Kanzler.
Der Adlerſchild für Profeſſor Hergeſell.
anläßlich ſeines 75. Geburtstages verliehen wurde.
Die neue Führerin des
Reichsfrauen=
bundes im Deutſchen Roten Kreuz.
Die Berliner Fronleichnams=Prozeſſion.
Berlin. Die Berliner Katholiken feierten
geſtern das Fronleichnamsfeſt in dem üblichen
Rahmen. Die Feier begann um 7.30 Uhr mit
einem von Biſchof Dr. Bares, unter Thronaſſiſtenz
des päpſtlichen Nuntius Orſenigo, gehaltenen
fei=
erlichen Hochamt in der Hedwigskathedrale.
Gleichzeitig wurde auf dem Kaiſer=Franz=Joſef=
Platz eine ſtille Meſſe geleſen. An der Feier
nahmen u. a. geſchloſſene Abteilungen der
Schutz=
polizei und der Reichswehr teil. Gegen 8.45 Uhr
begann die Prozeſſion mit dem Auszug aus der
Kathedrale. An der Spitze des
Ehrengeleite=
ſchritten der päpſtliche Nuntius, Vizekanzler v.
Papen, Reichsminiſter von Eltz=Rübenach,
Gene=
ralleutn. Dollmann und Vizeadmiral v. Freiberg.
90 Jahre Wingolfsbund.
rer be.
uns aber eim
ſtriſt eiſt in S
vie in die Nebenl
führt. Für di
tine Zeit. 2a8
Studt, die ſich
Die Schiffsglocke des Panzerkreuzers „Moltke‟
läutet die Feierlichkeiten am Skagerrakplatz in Berlin am Jahrestag der großen Seeſchlacht ein 1 dei Mandelblüte
hliche Gäſte ſeher
die mit einer Flaggenparade der Marineverbände ihren Anfang nahmen.
„idllub bei ſeiner
zur Getreuen abh
den, trauten Gäße
en wir werden d
Der älteſte Verband chriſtlich=deutſcher Studenzy e Noten Turm,
tenverbindungen, der Wingolfsbund, beging im ſthufigkeit und
den Tagen nach Pfingſten in Eiſenach die Feier Betriebſamteit
ſeines 90jährigen Beſtehens und ſeines 40. Warts/ 0, an der Löwen
burgfeſtes, unter ſtarker Beteiligung ſeiner A=nen Marlplatz llet
tiven und Alten Herren aus allen deutſchenneteſt, und die größ
Gauen. Den Eiſenacher Tagen ging eine inhalts=s Runen, den eige
reiche und fruchtbare Schulungstagung in Ruhlau” guiehmen, uns
voraus, auf der Sturmführer Seifert. Nürſist liufrohen, gartent
berg, über „Das neue Reich als Idee” und Unsſ wfen wir zür
verſitätsprofeſſor „D. Dr. Schreiner, Roſtot,1 A Vergangenhei
über das Thema „Der Anſpruch des Chriſtentumss hurder ſtehen. 20
in der Gegenwart” ſprachen. Den Auftakt dilde=: euchtende Wo
ten ſportliche Wettkämpfe, bei denen es auf diei 1S V.SC. des
Leiſtungen und die Haltung geſchloſſener Manie ”en Hochſchulen
ſchaften ankam. Eine muſikaliſch umrahmte
Feier=
ſtunde war der Erinnerung an das „Schleizer
Konzil” von 1844 gewidmet, das als Anfang dess De
Wingolfsbundes gilt. Am letzten Tag fand, nachu/t 4
einer Morgenfeier im Wald, die Superintendent.
Dr. Thom, Potsdam, hielt, der Aufſtieg auf die!
Wartburg ſtatt, wo Direktor Pfarrer Dr.
Wind=
ler, Witten, eine tiefgründige Rede über dies
Idee des Wingolfs hielt. Am Gefallenendenimilt, Bundes gedachte Pfarrer Schreiner, 90/,44 lte Miren um
ingang zeigen zu
ſeldorf, der gefallenen Brüder. Ein Ruuie3. Leus die Windeck
mit einem Treuſchwur ſchloß die Tagung.
1 A uine lohnt au
iß., die Rheinebe
Standortmeldung des „Graf Zeppelin”, — chy zum Donne
Hamburg. Nach Mitteilung der Deutſchen un dem reichen
Seewarte iſt das Luftſchiff „Graf, Zeppelin”, dasa ußlöhen lagert,
am Dienstag, um 11.40 Uhr M. E.3. in Pernanist Al durch das 19
buco, gelandet war, am Mittwoch morgen, ums ſeſor Wienkoop
10.05 Uhr M.E.3., zu ſeiner Weiterfahrt nadl
Rio de Janeiro geſtartet und ſtand um 21.30 Uhnf
Der Adlerſchild,
der als höchſte Auszeichnung des Reiches dem hervorragenden Meteorologen Prof. Hugo Hergeſell M.E.3. 310 Kilometer ſüdlich von Bahia. Die
Strecke Friedrichshafen—Pernambuco hatte des-
Luftſchiff in der erſtaunlich kurzen Zeit von
63 Stunden und 10 Minuten zurückgelegt.
Die verſchollenen ſpaniſchen Zlieger
auf einer unbekannken Inſel!
Paris. Nach einer Meldung aus Valenähl
wurde am Strand von Almenara in
Katalonin=
eine Flaſchenpoſt folgenden Inhalts gefundenns
„Wir befinden uns auf einer unbekannten Inſel: 2
die von Wilden bewohnt wird. Barberan unt0 Mrrifling und Sor
Collar.” Barberan und Collar ſind die beidels Me im Gasihsuu
ſpaniſchen Flieger, denen es ſeinerzeit gelungeis Uhtion Gaſmützls
war, den Atlantik nach Mexiko zu überquerenn 1N
Beiegen, ge
Auf dem Weiterflug ſind ſie dann verſchollen. 9: 2 brületen Berge.
Unterſuchungsrichter, der ſich mit dem Funde be) Mgug (nur
beu=
ſchäftigt, mißt ihm keine ernſte Bedeutung beis EOſe Liegeuios
ſondern glaubt eher an einen ſchlechten Scheräs Wwelie zm Soh
Reichsaukobahn Köln-Düſſeldorf in Bekrieb.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Skagerrak=Feier in der Reichshauptſiadt.
Frau Scholtz=Klink,
die jetzt vom Präſidenten des DRK. zur Führerin
des neugeſchaffenen Reichsfrauenbundes des
Deutſchen Roten Kreuzes berufen wurde.
Eine Vaſe aus der Staatlichen Porzellan=
Manufaktur in Meißen,
ſie dem Führer anläßlich ſeines Beſuches in
dresden von der ſächſiſchen Regierung überreicht
wurde. Die Vaſe, die 45 Zentimeter hoch iſt,
wurde nach alten Motiven geſchaffen.
Der Schach=Welkmeiſterſchaftskampf.
Karlsruhe. Am Mittwoch abend begann
in Karlsruhe die 21. Partie um die
Schachwelt=
meiſterſchaft. Bogoljubow ſpielte in der
Eröff=
nung etwas gewagt, kam aber infolge eines
feh=
lerhaften Zuges ſeines Gegners in Vorteil, den
er in unübertrefflicher Weiſe feſthielt und
ver=
größerte. Als er aber die Stärke ſeiner Stellung
in Gewinn umſetzen wollte, ſpielte er etwas
un=
genau und beging ſchließlich einen ſchweren
Feh=
ler, ſo daß er ſogar in materiellen Nachteil
ge=
riet. In der Abbruchſtellung wird der deutſche
Vorkämpfer jedenfalls Mühe haben, ein Remis
zu erreichen.
Kraftwagen fährt in eine SA.=Gruppe.
10 Verletzte.
Eſſen. Wie erſt jetzt bekannt wird, fuhr
am Dienstag abend, in der Recklinghauſener
Straße, ein Perſonenkraftwagen von hinten in
eine marſchierende SA.=Kolonne. Drei SA.=
Män=
ner erlitten ſchwere und ſieben leichte
Ver=
letzungen.
Blick auf die Fahrſtrecke der Reichsautobahn Köln—Düſſeldorf,
von der ein größerer Teil fertiggeſtellt und bereits in Betrieb genommen wurde. Die hier ”.
Anwendung gebrachten Sicherheitseinrichtungen ſind muſtergültig. Die Straße wird nie durch Lue.
ſtraßen unterbrochen, ſondern von Brücken gekreuzt. Das verſchiedenfarbige Baumaterial der Strobe"
decke erleichtert das Einhalten der Fahrbahnen. Die Ausſtattung der ſeitlichen Warnungsſtel”
(auch im Ausſchnitt) mit Rückſtrahlern gewährt auch nachts größte Fahrſicherheit.
1. Juni 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 149 — Seite 9
Koptde
Zal Schriesheim nach Heidelberg.
Rüſtze Wanderer beginnen ihren Marſch in Weinheim. Wir
vollen;” uns aber etwas bequemer machen und mit dem
Vandenſritt erſt in Schriesheim anheben. In Weinheim
heigen jur in die Nebenbahn, die uns in gemütlichem Zeitmaß
Züdwärt führt. Für die Beſichtigung Weinheims bleibt uns
viesmay ſeine Zeit. Das iſt nicht ſchlimm, denn die freundliche
„hadiſcht Stadt, die ſich in ihrem neueſten Fremdenlocker die
„Stadtndr Mandelblüte und ſeltener Bäume” nennt, wird uns
als frnhiche Gäſte ſehen, wenn am 16. und 17. Juni der
Odenmklub bei ſeiner Hauptverſammlung die große
Heer=
bau fiher Getreuen abhält. Dann werden wir wieder durch
0NSdA de lieve, trauten Gäßchen mit den alten Fachwerkbauten
chwärmne, wir werden die alte, trutzige Stadt bewundern, die
liahsdeuticr nurch 1 Roten Turm, den Blauen Hut und den Hexenturm
iSbund, ſ on Weßhaftigkeit und Stolz erzählt, wir werden das in ge=
Eienach häftliſhe Betriebſamkeit geklemmte Deutſchordenshaus
ins Lufſuchten an der Löwenapotheke vorbei werden wir über den
eiligung reigenmer Marktplatz klettern, wo das alte Rathaus auf ſchiefer
len ebene ſtht, und die größte Zeder im Park des Grafen
Berck=
ſen ging en eim Elieſtunen, den eigenartigen Eindruck eines Zedernwaldes
uingur unsſ ufnehmen, uns aber dann an der freudigen Helle
Seifenes viſlefrohen, gartenreichen Weinheim der Neuzeit weiden.
als Dde reute urfen wir nur einen Blick nach den Höhen, auf denen
chreinn ſeichſchm Vergangenheit und Gegenwart freundnachbarlich
es Chebene zunder ſtehen. Da grüßt uns zur Linken die wuchtige,
en Aut eithim elichtende Wachenburg, erbaut von den Alten
denen errenn)s W. S. C., des Verbandes der Korps an Deutſchlands
ſechniſöhe Hochſchulen, ein Ehrenmal für die vor dem Feind
mram fallene Studenten. Beſcheiden ſchaut zur Rechten die
Burg=
uine 2%n deck in das Tal. Einſt errichtet, um die nach dem
„eichtuumdes Kloſters Lorſch lüſternen Gegner abzuwehren, ſeit
„14 dang riegsſtürmen ausgeſetzt, gegen Ende des 30jährigen
rieges” och wohlerhalten, im 17. Jahrhundert zerſtört, feſſelt
eſe zu dm älteſten Burgen Weſtdeutſchlands gehörige
Wehr=
klage tn Beſchauer durch den 28 Meter hohen, gegen den
attet. rgſanze gerichteten Bergfried, durch die ſtattliche Schildmauer,
rch iSogengeſchmückten Zwinger und die alte romaniſche
ſpellel Iſte Mären umſpinnen das Gemäuer, Keiner kann den
Scke’llere)nag zeigen zu dem geheimnisvollen Faß köſtlichen
eins, us die Windeck bergen ſoll. Den Aufſtieg zur
alters=
uenn uine lohnt außerdem ein herrlicher Blick über die
ſrgſtwuf die Rheinebene und den heiligen Strom bis zur
Graf Zewpl durdt ub zum Donnersberg. So iſt die Windeck wohl ein
Fumel in dem reichen Burgenſchatz, der auf dem Rücken unſerer
hergſtwuhd hen lagert, aber ſie iſt doch gleichſam in den
Schat=
gefſiel durch das 180 Meter höher liegende ſtolze Bauwerk,
18 Prtolſſor Wienkoop für den Weinheimer S.C. errichtet hat.
Gaſt
Sotels
Wanderung nach Heidelberg.
Sonntagskarte Weinheim. Fahrpreis ab Hbhf. 2.— Mark.
Mit der Main=Neckarbahn nach Weinheim. Von hier mit der
Nebenbahn nach Schriesheim. Zeichen O gelb über die
Strahlen=
burg, nach 1 Stunde Oelberg (450 Meter), am Hartenbühl (468
Meter) entlang, nach 2½ Stunden „Weißer Stein” (550 Meter,
Ausſichtsturm, Gaſthaus). Zeichen o weiß an der „
Holder=
manneiche” und „Zollſtock” vorüber nach 3½ Stunden den
Hei=
ligenberg mit Kirchenruine (437 Meter), an der Waldſchänke
SCMRiESHEiN
HHue n
HEiDELBERS
vorbei durch Wald abwärts nach 334 Stunden Michelsberg (380
Meter, Ausſichtsturm), an der „Bismarckſäule” vorüber auf dem
Philoſophenweg nach 4½ Stunden Neuenheim. Ueber die
Neckar=
brücke nach Heidelberg. (Schloß: Schloßpark, dicker Turm,
Rup=
rechtsbau, Bibliotheksbau, Friedrichsbau, großes Faß,
Schloß=
altan, gläſerner Saalbau, achteckiger Turm, Otto=Heinrichs=Bau,
Ludwigsbau, Apothekerturm, Schloßterraſſe, Scheffeldenkmal,
Karlstor, Marktplatz mit Rathaus, Heiliggeiſtkirche, Haus zum
Ritter, Neckartor, Karl=Theodor=Brücke, Univerſität, Kurpfälziſches
Muſeum, Molkenkur, Königſtuhl).
Rückfahrt mit der Reichsbahn über Friedrichsfeld, einfache
Fahrkarte bis Weinheim löſen, Fahrpreis 1—— Mark oder mit
der Nebenbahn über Schriesheim nach Weinheim, Abfahrtſtelle
Bismarckplatz.
Die Nebenbahn, die die kleineren Orte der ſüdlichen
Berg=
ſtraße miteinander verbindet und in Heidelberg endet, führt uns
zu den „Sachſen” Lützelſachſen (lützel — klein), und
Hohenſachſen und Großſachſen erinnern an
Zwangs=
maßnahmen Karls des Großen, der ſich ſchließlich entſchloß,
Feuerköpfe, die ihm immer wieder Schwierigkeiten machten, zu
deportieren. Durch die Verpflanzung der Unbändigen, die von
der Zuſtimmung Gleichdenkender getrennt in zuverläſſiger
Um=
gebung bekehrt werden ſollten, entſtanden die drei
Sahssen=
heims. Feuer ſprüht nur noch in dem vorzüglichen Rotwein.
Das ſüdlich gelegene Leutershauſen hat ſeinen
Namen nach einem gewiſſen Linther, der 877 ſeine Güter dem
Kloſter Lorſch ſchenkte. Nahe bei Leutershauſen hat ſich auf
ſteiler Höhe vor Zeiten eine ſtattliche Burg erhoben, Burg
Hirzberg oder Hirſchberg. Die kümmerlichen Ueberreſte,
wild überwachſen, laſſen heute nicht mehr ahnen, welch trutzige
Wehr die alten Beſitzer der Burg, urſprünglich Lorſcher und
ſpäter Pfälzer Vaſallen, ihr eigen genannt haben.
In Schriesheim ſteigen wir aus. Die klimatiſchen
Vor=
züge dieſes geſchützt liegenden Ortes haben ſchon die Römer
entdeckt und deshalb Pflanzen ihrer ſonnigen Heimat hier
ein=
gebürgert, und ſo iſt die Güte ſeines Obſtes Schriesheims Ruhm
bis auf dieſen Tag geblieben. Ueber der alten Siedlung, in die
heute induſtrielle Tätigkeit Leben und Brot bringt, erhebt ſich
der Oelberg, der auch den fernab in der Main=Neckar=Bahn
fahrenden Reiſenden durch ſeine leuchtende Wand ins Auge
fällt. Auf ſeinem nördlichen Vorſprung reckt ſich die
Strah=
lenburg empor. Nicht fremdes Kriegsvolk, ſondern Krach
unter Verwandten hat die ſtattliche Burg zur Ruine gemacht.
Die Herren von Strahlenberg, einſt Lehnsmannen der Abtei
Ellwangen, haben dem Schwert und dem Kreuz redlich gedient.
Rennwart von Strahlenberg verkaufte die Burg 1347 an
Pfalz=
graf Ruprecht den Aelteren. Bei einer unter zärtlichen
Ver=
wandten üblichen Fehde ſchlug Friedrich der Siegreiche das
Schloß ſeines Vetters, Ludwigs des Schwarzen, in Trümmer.
Der runde Bergfried, aus romaniſcher Bauzeit ſtammend, 20
Meter hoch mit Mauern von 2,5 Meter Dicke und der gotiſche
Palas, auf den kecken Bergvorſprung geſtellt, fügen ſich zu
einer Ruine von maleriſcher Schönheit. Hier weht der Zauber
der Romantik. Hier ſoll das herzige Kätchen von Heilbronn
unter ſüßduftenden Hollunderbüſchen dem Grafen Wetter von
Strahl im Schlaf ihre Liebe geſtanden haben.
Der Weiße Stein, zu dem wir uns am Oelberg
er=
heben, wird gekrönt von einem mächtigen ſteinernen
Aus=
ſichtsturm, den die Ortsgruppe Heidelberg des Odenwaldklubs
errichtet hat. Er kann ſich mit ſeinem Darmſtädter Bruder, dem
Kaiſerturm auf der Neunkircher Höhe durchaus meſſen. Von
ſeiner Plattform ſchwelgen wir in köſtlichen Bildern. Der
Don=
nersberg taucht im Weſten auf, Niederwald und Taunus melden
ſich im Norden, und alle Berge des Odenwaldes recken ſich und
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[ ← ][ ][ → ]Seite 10 — Nr. 149
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ſtrecken ſich, damit keiner überſehen werde: Malchen,
Neun=
kircher Höhe, Tromm, Krähberg, Katzenbuckel und ihre kleineren
Trabanten.
Unſer Abſtieg auf ſchattigem Fußpfad, der in einen breiten
Waldweg mündet, kennt nur eine Sehnſucht: Wann kommt die
große Ueberraſchung, der Blick ins Neckartal? Bald iſt der
Heiligenberg erreicht. Ringwall und Kloſterruine bezeugen,
daß dieſer Ort in heidniſcher und chriſtlicher Zeit eine heilige
Stätte war. Die kunſtgeſchichtlich wertvollen Grundriſſe des
Michaelskloſters weiſen auf eine Gründung des Kloſters
Lorſch zurück, deſſen Macht und Unternehmungsgeiſt uns auf
dieſer Wanderung immer wieder vor die Seele treten. Das von
Abt Ansheim auf der vorderen Kuppe errichtete, dem Heiligen
Stephan geweihte Kloſter, iſt allerdings nie zu Bedeutung
ge=
kommen. Der weltbekannte Philoſophenweg führt uns
nach Neuenheim herab, dem durch den Neckar getrennten
Vor=
ort Heidelbergs. Eines der ſchönſten und anmutigſten Bilder
deutſcher Landſchaft zaubert der Blick vom Philoſophenweg vor
unſer Auge: Vor uns ſteigt der mächtige Königsſtuhl
empor, die Molkenkur grüßt von der Höhe freundlich
her=
über. Das Schloß, auch in Trümmern von bezaubernder
Schöne und Majeſtät, leuchtet heraus aus grünem Rahmen,
friedlich zieht zu unſeren Füßen der Neckar ſeine Bahn, Alt=
Heidelberg, eng zuſammengedrängt zwiſchen Fluß und
Berg, in ſeiner ganzen Ausdehnung überſehbar, läßt ſeine ehr=
würdigen Kirchtürme ſchweben über den Häuſern, die ſeit vielen
Jahren fröhliche Geſellen beherbergen, „von Weisheit ſchwer
und Wein”. Soll ich zu dem Ruhm der Stadt noch ein Wort
hinzufügen, die ein Clemens Brentano, ein Hölderlin, ein
Eichendorff, ein Scheffel und viele andere in unſterblichen
Ge=
ſängen gefeiert haben? Soll ich erzählen von der alten
Univer=
ſität, die von Ruprecht I. gegründet, nach Prag und Wien die
dritte deutſche Hochſchule war und Männer wie Philipp
Melanchthon zu ihren Schülern zählte? Die Zeit drängt, wir
wollen der zerſtörten Reſidenz der mächtigen Kurfürſten von der
Pfalz noch einen Beſuch abſtatten. Nach leichtem Anſtieg führt
uns ein ſchöner Weg durch den Schloßgarten vor den
ge=
ſprengten Turm. Die niedergeſunkene Hälfte dieſes Steinrieſen
hat trotzig ihre Bauteile zuſammengekrallt, ſie wollte ſich nicht
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bewährt seit Jahrhunderten bei
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Das Schulgeld für die Monate April und Mai 1934
für die hieſigen höheren Schulen, ſowie die ſtädt.
Maſchinenbau=, Gewerbe=, Handels= und
Haus=
haltungsſchulen iſt bei Meidung der Beitreibung
und Koſtenberechnung bis zum 11. Juni 1934 an
die unterzeichnete Kaſſe zu zahlen. (st 6108
Darmſtadt, den 1. Juni 1934.
Stadtkaſſe.
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Verſteigerung
im ſtädkiſchen Leihamk, Kirchſtraße 9.
Mittwoch, den 6. Juni, vormittags von 9—12
Uhr, und Donnerstag, den 7. Juni 1934, nachm.
von 3—5 Uhr, Verſteigerung der bis Ende Mai
d. J. verfallenen Pfänder:
Brillanten, Gold= und Silberwaren, Uhren,
Herren= und Damenkkeider, Wäſche,
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apparate, Muſikinſtrumente (Geigen uſw.).
Am Dienstag, den 5. Juni d. J., bleibt das Amt
wegen der Vorarbeiten zur Verſteigerung eine
Stunde — von 12 bis 1 Uhr — geöffnet, und
zwar nur für Auslöſung verfallener Pfänder.
Darmſtadt, den 30. Mai 1934. (6146
Städt. Leihamt.
(6111a
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Freitag, 1. Juni 19341
zerſtückeln laſſen von dem Mordbrenner, der als williger Honf)
langer des ſogenannten „Sonnenkönigs” vor ſcheußlicher Bad
barei nicht zurückſchreckte. Wiederhergeſtellt iſt der ſtolze Friß.
drichsbau, zu deſſen Südſeite wir uns durch den Schloßhe;
venden. Die uns entgegenleuchtende gewaltige Rengiſſavon
faſſade mit ihren beiden Giebeln und drei Stockwerken iſt dun
die aus den Niſchen tretenden Statuen der Stammeshäuhm
es pfälziſchen Hauſes überreich geſchmückt. Links führt
Weg in den Keller zu dem großen Faß, in dem einſt
Inhalt von 283 000 Flaſchen Raum hatte. Treten wir auf 8
Schloßaltan vor dem Friedrichsbau, dann wird uns beim Bi
auf die untenliegende Stadt, auf das Flußtal und den Heiligog
berg klar, wie der Reiz dieſer Gegend den Dichtern imm
wieder die Leier ſtimmen mußte. Bewundern wir noch
Ottoheinrichsbau, der, ein Edelſtück deutſcher Rengiſſam
noch in Trümmern das edle Ebenmaß und die künſtleriſch fei
Gliederung des ſtolzen Prachtbaus feſthält und des
Griechenland und Italien gebildeten fürſtlichen Erbauers Els
ſingt. Auf dem Rückweg gehen wir durch den gepfleam
Schloßpark, der durch die Zutat fremdländiſcher ſeltene janedell
Bäume zugleich botaniſcher Garten wird, nach der gro
Terraſſe und begrüßen dort den Herold Heidelbergs, Viktur gie ſelten kommt.
von Scheffel. So wie er daſteht als Wandersmann, möchnk im Abgang vom Ar”
wir ihn vom Sockel des Denkmals herunterrufen und mit jüingg und Anenel
durch Heidelberg und ſeine ſchöne Umgebung ſtreifen, weſ.=pedet einmdt O
frohe Lieder auf den Lippen.
reſt 46 5000
de Handbal 9at
laſſen
und das war dur
ſiad für die Leil
ungleich größere A
hmner. Mir erſcheit
d im Feldhandbal
ſterſchaft bei den
haus ernſtafter G.
Dhr Feldſpiel iſt
fiätigung der etwa
noch etwas weich,
us oſt über das
weden, wenn das
auf dieſer Seite
So aber waren
em vorausgegangen
Exerzierplatz übe
siel ſah, erklingen
den Rängen im
ver eingefunden.
Die Spitzen a
Auter den Marſch
das Spielfeld.
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0 Köpfe ſtark an
ührt. Dann komm
von Kiepfer
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ſäwediſche Hymn
Aivoll Deutſchlan
Marnuck und Son
/ begrüßt die
ge inde, wofür H
dter einen blau==
Der Schweden
ſchtruf bemerkb
1 In.
wede
H..
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Ber;
u2. Huber.
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AiIIbseII Sehr Gürn
Wit wehrt ſof
10. Sofort hat d
ſſor, durch ſeine
ſecner Seite.
llitzt die
gelb=
faſt aufreizen
ſirute beendet
Wie stehen Sie zu ihrer Belichtungstabelle? Sie murmeln: • En Kernwurf
zwo und sechs und zehn gibt achtzehn — also eine zehntelllt Verreihe der Gi
Sekunde. Wenn Ihr Apparat eine zehntel Sekunde hat, — jof4 Pblel, Flink ſp
nach vorn,
dann ist die Rechenaufgabe gelöst; sonst aber gehts weiiellt iüchung nicht
mit dem Knobeln! Sie ändern die Blende, um auf eine Zahl z0/4 Giſte durch S.
kommen, die es auf Ihrem Verschluß gibt; Sie probieren hinlg
und her und schließlich verwünschen Sie die ganze Beliche
tungstabelle! Lassen Sie sich raten: nehmen Sie „Panatomſe"
und knipsen Sie nach Gefühl! Beim „Panatomic” kommt’s nicht !
so genau drauf an: ein wenig zuviel oder ein bißchen zu weng0
Belichtung gleicht er aus, ohne daß Sie’s überhaupt merken"
und auch sonst photographiert sich’s leichter und angenehmer !1
mit ihm. „Panatomic” ist lichthoffrei, deshalb liefert er auch0
bei stärksten Kontrasten, selbst bei Gegenlicht, klare Bildee
ohne Oberstrahlungen. Seine hohe Farbenempfindlichkelt!
(gerade auch für Rot!) gibt den Photos fast greifbare Plasiikn
durch naturwahre Farbabstufung. Und sein Korn ist s0 feil-!
daß man ohne weiteres selbst kleinste Teilausschnitte einen"
Aufnahme zu großen Bildern werden lassen kann, da sich beim
Vergrößern auch in ungewöhnlich starkem Maßstab niemdls
irgendweiches störende Korn zeigt.
„Ponatomle” ist ein Erzeugnis der Kodak 46.
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freitag, 1. Juni 1934
Nr. 149 — Seite 11
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Schöner Schweden=Handball im Hochſchul=Stadion.
das ſchwerſte Spiel der Schweden
in grurſchand.
ſchweden — Stadt= El Darmſtadk 3:16 (2:5).
Vie ſelten kommt es vor, daß einer unterlegenen Mannſchaft
bein Abgang vom grünen Raſen das Publikum ſpontan ſeine
Zu=
nenung und Anerkennung ausſpricht! Geſtern abend erlebten wir
est jeder einmal, daß
nehr als 5000 Zuſchauer im herrlichen Hochſchulſtadion
ſie Handball=Nationalmannſchaft Schwedens beim
Ver=
laſſen des Platzes lebhaft feierte.
Ind das war durchaus berechtigt, denn die Torziffer iſt kein
Muab für die Leiſtungen der Gäſte, ſie dokumentiert lediglich
ngleich größere Wurfkraft und Treffſicherkeit der heimiſchen
ämer. Mir erſcheinen die Schweden, die ſich ja auf einer
Lehr=
iü im Feldhandball befinden, im Hinblick auf die Handball=
Miſterſchaft bei den Olympiſchen Spielen, neben Oeſterreich, ein
dungus ernſtafter Gegner.
ehr Feldſpiel iſt dem unſeren ebenbürtig, lediglich unter
Be=
züüchtigung der etwas anderen Regelvorſchriften iſt das
Angriff=
ſpüelnoch etwas weich, zu gepflegt und ohne die Kampfkraft, die
be us oft über das Maß hinausſchießt. Kein Zweifel, daß die
Säuden, wenn das harte körperliche Spielſyſtem ſich durchſetzt,
guuhuf dieſer Seite nicht hinter den anderen zurückſtehen werden.
6o aber waren die Maſſen wieder einmal begeiſtert. Nach
einte vorausgegangenen Jugendſpiel, das den grünen Nachwuchs
zmExerzierplatz über den roten von der Woogswieſe hoch im
Vohrtil ſah, erklingen wieder die Marſchweiſen der SA.=Kapelle.
Auffen Rängen im Hochſchulſtadion haben ſich mehr als 5000
Zu=
ſchhur eingefunden,
Die Spitzen aller Behörden und Organiſationen
ſind anweſend.
kuter den Marſchklängen der Kapelle betreten die
Mannſchaf=
tenldas Spielfeld. Ein Rieſenbeifall erhebt ſich als Herbert
Juſinſſon, der Führer der ſchwediſchen Nationalmannſchaft —
diet b Köpfe ſtark anweſend iſt — ſeine Elf im Blau=Gelb=Dreß
annürt. Dann kommt die Stadtelf im blauen Trikot der „
Lilien=
träg”, von Kiepfer ongeührt. Rechtwinklig vom Tor ſchwenkt
ſienal ſteht vor den Tribünen, hebt die Hand zum deutſchen Gruß.
diei ſwediſche Hymne ertört. Die Maſſen grüßen, und dann hallen
manchvoll Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Hymne über das im
Fah=
nekſim uck und Sonnenſchein liegende grüne Rund. Gauſpielwart
S begrüßt die Mannſchaften und überreicht den Gäſten ein
Angoinde, wofür Herbert Johanſſon dem Spielführer der
Darm=
ſtäätr einen blau=gelben Wimpel überreicht. Nach dem „Rah. rah.
ralt”vr Schweden macht ſich die ſchwediſche Kolonie mit ihrem
Schlhrruf bemerkbar, und ſchon pfiff Müller=Wiesbaden zum
Antten.
Die Mannſchaften
ſtanunr Schweden mit Wiik; L. Nilſſon, E. Guſtavſſon;
Lund=
mauz 2. Guſtavſſon, Fredrikſſon; Fröander, Stööp, M. Johanſſon,
Leunei, B. Johanſſon: „Darmſtadt mit Kiepfer; Pfeiffer,
Wilzer; Dittmar, Daſcher, Avemarie; Feick. Spalt, Leonhardt,
Frufd. Huber.
Darmſtadt hat Anwurf,
aborWiik wehrt ſofort erfolgreich. Darmſtadt iſt noch etwas
zö=
zern! Sofort hat der baumlange rechte Verteidiger der Gäſte,
Nikſſu, durch ſeine faſt „gemütliche” Abwehrarbeit die Maſſen
zur imer Seite. Wie ein Rieſe greift er ins Getümmel. und
ſterzblitzt die gelbe Kugel in ſeinen Händen, die er dann mit
eimafaſt aufreizenden Ruhe in die nächſte Reihe vorgibt. In der
4. Anute beendet Huber eine Kombination Feick—Spalt mit dem
Führungstreffer für Darmſtadt.
ſin Kernwurf Feicks ſauſt unheimlich am Pfoſten vorbei. Die
Läüſreihe der Gäſte brilliert minutenlang mit ihrem
Zerſtö=
ruugyiel. Flink ſpritzt ſie zwiſchen die blauen Angreifer, gibt den
Bollnach vorn, aber der Gäſteſturm iſt ſehr weich obwohl die
Püliteckung nicht einmal hart ſpielt. In der 9. Minute buchen
diel ſäſte durch Strafwurf Johanſſons
den 1:1=Ausgleich.
m Gegenangriff verwirft Spalt frei vor dem Tor, und ein
Struwurf Daſchers wird Wiiks Beute. Kiepfer wehrt einen
herr=
licht edrehten Rückhandball Stööps ab, und in der 14. Min. erſt
gestdarmſtadt durch ein Prachttor Spalts 2:1 in Führung. Im
Anſtuß an einen Strafwurf landet ein Rückhand=Ball Hubers
als 3. und, da Leonhardt unbeachtet ſteht und von Feick die
Vor=
lage erhält, der 4. Treffer im Gäſtenetz. Zweimal klärt Wijk ganz
großartig Strafwürfe von Spalt, ſein Gegenüber Kiepfer iſt bei
einem unverhofften Roller Lembergs nicht zu überraſchen. In
der 22. Minute ſauſt unhaltbar durch Spalt der 5. Treffer in die
blau=gelben Maſchen. Dann erhält Schweden einen Freiwurf.
Nilſſon „ſchreitet” gemächlich zum blauen Tor, nimmt den Ball
und wirft unheimlich genau unter der Latte ins Schwarze. Kurz
vor der Pauſe verletzt ſich Lemberg; für ihn tritt Redſtedt ins
Spiel ein.
In der Pauſe folgt eine 10X½=Runden=Staffel.
an der ſich ASC., SV. 98, Polizei, TGS. 46 und Jahn 75
betei=
ligen. Nach einem ſpannenden Rennen, in dem 46 zweimal die
Führung an Polizei abtrat, um ſie dann mit dem 7. Läufer
end=
gültig zu behalten, gehen die Woogsplatz=Turner als klarer
Sie=
ger durchs Ziel vor Polizei, 98, ASC. und Jahn 75.
Mit dem Wiederbeginn
verbeſſert Freund auf 6:2, Leonhardt auf 7:2. Mehrfach finden
herrliche Paraden, der beiden Torhüter verdiente Anerkennung.
Der blaue Sturm kommt nun in immer beſſere Schußlaune. Trotz
reichlichem Schußpech und der vorzüglichen Arbeit Wiks iſt jetzt
kein Halten mehr. In der 14. Min, heißt es nach Vorbereitung
von Leonhardt durch Spalt 8:2. Im Gegenſtoß erzielen die Gäſte
durch Stööp den 3. Gegentreffer, der auch ihr letzter bleibt.
Lang=
ſam laſſen die Kräfte der Blau=Gelben nach, die Reiſeſtrapazen
machen ſich bemerkbar. Der blaue Sturm ſetzt zu einem Endſpurt
ein, der unbarmherzig jede Chance auszunutzen ſucht. So erhöht
ſich denn das Torverhältnis bis zum Schluß durch Spalt (4),
Hu=
ber (2), Daſcher und Leonhardt auf 16:3.
Bei der Krikik der Mannſchaften
muß man den Gäſten zugute halten, daß ſie bereits mehrere
Tage unterwegs ſind und durch die vielfältigen Anſtrengungen
der Empfänge und Beſichtigungen etwas mitgenommen ſind. Von
Anbeginn an ſchloſſen ſie ſich, alles große, gymnaſtiſch ausgezeichnet
trainierte und ſchnelle Geſtalten, dem mächtigen Tempo der
Stadt=
elf an. Gerade im Feldſpiel konnten ſie reſtlos gefallen.
Ball=
behandlung und Körperbeherrſchung. Fangvermögen und
Täu=
ſchungsmanöver ſind gut ausgebildet. Der Sturm kombinierte
exakt, ſchnell und abwechſelungsreich, ging bald davon ab, die
An=
griffe bevorzugt durch den Mittelſtürmer aufbauen zu laſſen. Nur
zögert die Sturmreihe beim Torwurf zu lange. Schön waren
die Rückhandbälle Stööps. Nicht ſehr gefährlich war die Methode
der Strafwürfe. Wohl weil ſie unſer körperlich hartes Spiel nicht
gewohnt ſind, mangelt es etwas an der Technik, den angreifenden
Verteidiger und Läufer zu umgehen und in kurzem Antritt
ab=
zuſchütteln. Kaum zweimal erfolgte ein „Tank‟=Durchbruch, wie es
auf der Gegenſeite die Spalt, Feick und Huber mit Erfolg
ver=
ſuchten. Man erlebte ſo etwas wie „Mittelſtrecken=Tempo”, im
Gegenſatz zu unſerem Sprint=Syſtem. Der Druck aus der
Läufer=
reihe auf den Sturm erfolgte nur ſporadiſch, die Dreier=Reihe
zog ſich ſtark auf die Abwehr zurück. In der erſten Hälfte
ver=
mochte ſie auch, trotzdem ſie wirklich nicht hart ſpielte den blauen
Sturm oft kaltzuſtellen, aber mit der Zeit wurde ſie zermürbt
durch die unaufhörlichen, abwechſelungsreichen Angriffswellen der
Stadtelf, die oft mit 7 Angreifern anſtürmte. Dann fehlte es an
der Mithilfe aus der eigenen Stürmerreihe, ſo daß die hohe
Tor=
ausbeute nicht verwunderlich iſt. Der Rieſe Nilſſon als rechter
Verteidiger iſt eine ſtarke Stütze der Mannſchaft, denn ſeinen
Fangarmen entging ſelten eine ſtramme Vorlage. Der Hüter hatte
ſchwere Arbeit zu leiſten; wie der Teufel einer armen Seele, ging
er jedem Ball entgegen, doch wenn die blauen „Wurfkanonen”
freiſtehend zum Schuß kamen, dann half ſein großes Können nicht
mehr. Wir wollen keinen einzelnen Spieler namentlich
hervor=
heben, die Elf ſtudiert und hat mit ihrer fairen Spielweiſe
reſt=
loſe Anerkennung verdient. Wir werden ſie ſtets gerne wieder
be=
grüßen und wünſchen ihr auf ihrem letzten Spiel vollen Erfolg.
Die Stadk=Elf
war in beſter Laune. Jeder Spieler ſchien durch die vielen tauſend
Zuſchauer wie elektriſiert und ſchaffte mit Rieſeneifer, befleißigte
ſich aber auch einer wohltuend anſtändigen Spielweiſe. An dieſer
Betonmauer von Verteidigung, mit dem Schlußdreieck des
hof=
fentlich deutſchen Meiſters zerſchellten die beſten Aktionen des
blau=gelben Sturmes. Die Fünferreihe zeigte Kabinettſtückchen in
der Zuſammenarbeit und ihr Torhunger war nicht zu bezähmen.
Die Elf iſt Raſſe und Klaſſe. Kleinigkeiten werden ſich noch
ab=
ſchleifen, zudem haben wir für alle Reihen noch gleich gute Kräfte
in Reſerve. Der Elf gebührt ein Geſamtlob.
Müller=Wiesbaden hatte als Schiedsrichter ſicher
eben=
ſolche Freude am Spiel wie wir, und das iſt für einen „erſten”
Handball=Schiedsrichter heute eine Rarität.
J
Deutſcher 2:1 Fußballſieg über Schweden.
Wir ſind bei den „lehken Vier”.
Nit vier Spielen der Zwiſchenrunde wurde am Donnerstag
in ſalien der Kampf um die Fußball=Weltmeiſterſchaft
fort=
geſsst Deutſchland ſpielte in Mailand gegen Schweden. Zur
Frieie der ganzen deutſchen Sportgemeinde kann auch von
die=
ſem; ſpiel ein deutſcher Sieg gemeldet werden. Schweden wurde
in ſiem harten, packenden Kampf mit 2:1 (0:0) Treffern
ge=
hlton. Damit hat ſich der deutſche Fußball den Eintritt in die
Voiylu ßrunde erkämpft. Deutſchland ſteht unter den „letzten
Bis der Weltmeiſterſchaft, und das iſt für uns ein großer und
ſchülir Erfolg.
as Wetter in Italien war am Donnerstag plötzſich
umge=
ſchlen. Auf eine mörderiſche Hitze folgten Gewitter. Der
Hieyel war völlig mit Wolken verhangen. Der Regen hatte
W0s Spielfeld aufgeweicht, ſo daß nur ſchwer zu ſpielen war.
Wlhend die Schweden mit der gleichen Mannſchaft antraten,
7 Bologna Argentinien beſiegt hatte, war die deutſche
Mann=
ſchhauf einigen Poſten ausgewechſelt. Es ſpielten: Kreß:
Ha=
kirlt. Duſch; Gramlich, Czepan, Janes; Lehner, Hohmann, Co=
Ne19öiffling, Kobierſki.
er den etwa 15 000 Zuſchauern befand ſich auch eine ſtarke
elſche Kolonie, die in der zweiten Halbzeit mit einer
Dalünden Begeiſterung den Kampf verfolgte, und zum Schluß,
al91 knappe deutſche Sieg feſtſtand, in einen wahren
Freuden=
tamn verfiel. In der erſten Halbzeit hatten die deutſchen Zu=
Gau, allerdings wieder bange Minuten zu überſtehen. Die
SEnden ſpielten in dieſer Zeit ſchwungvoller. Ihr gefährlicher
ie zſturm Keller=Johannſſon=Guſtavſſon ſtieß immer wieder vor.
AENdie deutſche Abwehr war heute auf der Hut. Vor allem
ſchAA Czepan weit beſſer ein als in Florenz. Der deutſche
An=
drüffund ſich zunächſt gar nicht. Beide Mannſchaften ſpielten
na24 ſem W=Syſtem. und die Schweden waren ebenfalls darauf
echt, ihr Tor mit allen Kräften rein zu halten, wie unſere
ABMr. So verlief die erſte Halbzeit torlos.
ſac der Pauſe war das Spiel in der erſten Viertelſtunde
van üllig offen. Die Entſcheidung fiel erſt, als der ſchwediſchen
reihe ein Malheur vaſſierte. Roſen und Anderſſon
prall=
hſammen und Anderſſon mußte mit einer ſtark blutenden
Dunde für kurze Zeit das Spielfeld verlaſſen. Dadurch
ge=
die Skandinavier etwas aus dem Konzept. Die
Deut=
wrrden zuſehends überlegen. Kaum waren die Schweden
volſtändig, als Gramlich einen Strafſtoß trat. Der Ball
zwar von der ſchwediſchen Mauer” abgewehrt, aber im
ß traf Hohmann doch noch das Ziel. Bereits drei
Minu=
diter fiel durch eine Glanzleiſtung Hohmanns das zweite
Hohmann ſtieß mit dem Ball vor und prallte mit dem
famoſen ſchwediſchen Hüter Rydberg zuſammen. Hohmann wurde
dabei verletzt, konnte aber das Leder noch in die Ecke ſchieben.
Der Benrather mußte für kurze Zeit vom Feld, kaum war er
aber wieder da, als um ein Haar durch ihn noch ein drittes Tor
gefallen wäre. Gute Schüſſe von Conen und Lehner verfehlten
knapp das Ziel. Mit gutem Spiel erkämpfte ſich unſere
Mann=
ſchaft eiſte klare Ueberlegenheit, als aber kurz vor Schluß die
Schweden zu einem energiſchen Endſpurt anſetzten, fiel noch ein
Gegentor. Als der Schlußpfiff kam, da hatte die glückſtrahlende
deutſche Mannſchaft zwar nur knapp, aber verdient gewonnen.
Die Tſchechen unſer nächſter Gegner.
Italien—Spanien ohne Entſcheidung.
Mit vier Spielen wurde am Donnerstag der Kampf um die
Fußball=Weltmeiſterſchaft in Italien fortgeſetzt. Es waren
dies=
mal ſehr ausgeglichene Paarungen, das zeigen ſchon die
Ergeb=
niſſe, die in drei Fällen nur ein Tor Differenz brachten. Das
vierte Spiel des Tages, der Kampf Italien—Spanien, blieb trotz
Verlängerung mit 1:1 unentſchieden. Hier wird es am Freitag
oder Sonntag noch zu einer Neuauflage kommen. Der deutſche
Fußball feierte in Mailand einen neuen Erfolg, unſere
Mann=
ſchaft konnte die Schweden in einem ſehr harten Kampf knapp,
aber verdient mit 2:1 ſchlagen und ſich damit für die
Vorſchluß=
runde qualifizieren. Hier trifft nun unſere tapfere Mannſchaft
am Sonntag in Rom auf die Tſchechoſlowakei, die in Turin nach
einem dramatiſchen Kampf mit 3:2 (1:1) ſiegte. Einen ſehr
har=
ten Kampf gab es auch in Bologna zwiſchen Oeſterreich und
Un=
garn. Die Wiener kamen auch hier nur zu einer mittelmäßigen
Leiſtung und ihr 2:1 (1:0)=Sieg über Ungarn wurde nur
da=
durch möglich, daß die Magyaren während des größten Teils der
zweiten Halbzeit nur neun Mann im Felde hatten. Die
Zwi=
ſchenrunde der Weltmeiſterſchaft bringt nun am 3. Juni die
folgenden Paarungen:
In Rom: Deutſchland gegen Tſchechoſlowakei.
In Mailand: Oeſterreich gegen den Sieger aus dem
Wiederholungsſpiel Italien—Spanien.
Das Spiel in Mailand muß unter Umſtänden um einige
Tage verlegt werden, da zur Stunde noch nicht genau feſtſteht,
wann das Wiederholungsſpiel zwiſchen Italien und Spanien
ſtattfindet.
250000 Mark betrug die Geſamteinnahme der acht am
Sonntag in Italien ausgetragenen Vorrundenſpiele um die
Welt=
meiſterſchaft. Mit 300 000 Lire war das Spiel Schweiz — Holland
das einträglichſte Treffen, am ſchlechteſten ſchnitt das Spiel
Deutſchlands gegen Belgien mit nur 50 000 Lire ab.
Schau= und Werbekurnen
des Reichsbahn-TsB. Darmſtadt.
Im Rahmen der Reichsſportwoche veranſtaltet der
Reichs=
bahn=Turn= und Sportverein kommenden Sonntag, den 3. Juni,
nachmittags ab 15 Uhr, auf ſeinen Sportplätzen am
Dornheimer=
weg ein großes Schau= und Werbeturnen unter
Mitwir=
kung aller Abteilungen des Vereins. Der Verein will mit dieſer
Veranſtaltung der Oeffentlichkeit und vor allem den
Eiſenbah=
nern Darmſtadts und Umgebung, insbeſondere den in letzter Zeit
neueingetretenen Mitgliedern, einen Ausſchnitt aus dem Gebiet
aller Leibesübungen ſowohl turneriſcher „wie ſportlicher Natur
vorführen. Nach den turneriſchen und ſportlichen Vorführungen
findet auf dem Sportplatz ein gemütliches Zuſammenſein der
Mit=
glieder und Gäſte ſtatt. Der Eintrittspreis zu dieſer
Veranſtal=
tung beträgt 20 Pfg. einſchließlich Sportgroſchen. Der
Vereins=
führer erwartet vollzähliges Erſcheinen aller aktiven und
inakti=
ven Mitglieder nebſt ihren Familienangehörigen.
Lokaltreffen an der Rheinallee!
TSG. 46—FC. Union Darmſtadt,
Samstag abends 6,30 Uhr!
Zu einem Freundſchaftstreffen begegnen ſich am Samstag
abend auf dem Platze an der Rheinallee die beiden hieſigen
Vertreter der erſten Kreisklaſſe. Wenn auch der Unterſchied in
der Tabelle zwiſchen den beiden Mannſchaften äußerſt groß
er=
ſcheint, ſo tritt dies bei der Spielſtärke nicht ſo ſtark in
Erſchet=
nung. Bei den Punktkämpfen konnten die ehemaligen Rot=
Weißen in beiden Spielen mit ganz knappen Reſultaten die
Oberhand behalten, und man kann noch nicht vorausſehen, wie
das Treffen am Samstag endet. Die Beſſunger ſcheinen ſich,
nach den letzten Spielen zu urteilen, wieder gefunden zu haben
und ſind ſomit nicht leicht abzufertigen, zumal die 46er das
Experiment riskieren, ihre Mannſchaft mit einigen neubeſetzten
Poſten auf das Feld zu ſchicken. Es braucht wohl kaum beſonders
betont zu werden, daß ſich beide Mannſchaften eines ſchönen Spiels
befleißigen werden, ſo daß ſich der Beſuch dieſes Lokaltreffens
loh=
nen wird. Vorher, um 5 Uhr, Schülermannſchaften der beiden
Vereine.
Die Reſerve der 46er tritt am Samstag abend 5.30 Uhr
in Griesheim zum Verbandsſpiel gegen Viktoria an. 3. Mſch.
erwartet am Sonntag. 9 Uhr an der Rheinallee Reichsbahn 2,
während die neuaufgeſtellte 1b Jugend zu ihrem erſten. Debüt
um 10 Uhr vormittags in Wixhauſen antreten muß.
Beim Staffellauf am Sonntag auf dem Hochſchul=
Stadion haben ſich alle Aktiven an dem Aufmarſch zu beteiligen.
Treffpunkt nachmittags 2 Uhr Hochſchul=Stadion. Dreß der
Spiel=
mannſchaft; weißes Trikot mit roter oder weißer Hoſe.
Säu=
mige werden rückſichtslos beſtraft!
eba,
T5G. 1846, Paddelabkeilung.
Die Rennmannſchaft hat inzwiſchen das Training
aufgenom=
men. Der Zehner=Kanadier übt erſtmalig Samstag, 19 Uhr, und
Sonntag, 18 Uhr, in Erfelden. Weitere Benachrichtigung ergeht
nicht.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel, Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 1. Juni
5.45: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter, — 5.50 u. 6.15:
Gym=
naſtik. — 6.40: Zeit, Meldungen. — 6.50: Wetter — 6.55:
Schallplatten: Vergißmeinicht. — 8.15: Waſſerſtand, Wetter. —
8.20: Stuttgart: G
mnnaſtik. — 9.25: Nur Freiburg:
Werbe=
konzert. — 9.45: Nur Freiburg: Eigene Sendung. — 10.00:
Nachr — 10.10: Schultunk: Anton Fugger, der reiche Kaufherr,
von Augsburg. Ein geſchichtl. Hörſpiel — 11.00; Werbekonzert.
11.40: Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Das Funkorcheſter. Ltg.: Walter Caſpar. — 13.00: Zeit,
Nachr., Saardienſt. — 13.19: Nachr. — 13.20: Schallpl.:
Nordiſche Muſik. — 13.50: Zeit, Nachr. — 14.00: Schallpl.:
Luſtiges von unſeren Hausgenoſſen. — 14.30: Nur Freiburg:
Nachrichten. — 14.70: Stunde der Frau: Die Frau als
Ge=
fährtin. — 15.30” Wetter. — 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldg.
15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Stuttgart: Funkorcheſter. Ltg.: Guſtav Görlich. — 17.30:
Unbekannte Dichter: Alfred Pabſt. — 17.45: Kleine
Unter=
haltung. Schrammelquartett Heller=Reich. — 18.00: Stunde der
Jugend. Jugend auf Fahrt an der Saar. — 18.25: Prof. Sittig:
Der Himmel im Jum. Die rätſelhaften Strahlen aus den Tefen
des Weltraumes. — 18.45: Meldungen. — 18.50: Griff ins
Heute
19.00: Freiburg: 1 Militärkonzert aus unſeren Gauen — 19.45:
Reichsſendung: Berlin: Was will der deutſche Luftſport?
20.00: Reichsſendung: Berlin: Politiſcher Kurzbericht. — 20.10:
Heiterer Sketſch. Rund um den Radetzky=Marſch. Hörſzene aus
Alt=Wien. — 29.30: Berlin: 8. Symphonie von Bruckner
22.00; H. H. Trinius: Sagen aus Heſſen=Naſſau. — 22.20:
Berlin: Hörbericht von der Weltmeiſterſchaft im Kunſtturnen
in Budapeſt. — 22.40: Zeit, Nachr — 22,55: Nachr. — 23,00*
Arbeiterdichtung als Ausdruck deutſchen Weſens. Hörfolge mit
Muſik. — 24.00: Stuttgart: Nachtmuſik.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Freitag, 1. Juni
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr — 6.00: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.15: Tagesſpruch. — 6.20: Kiel: Frühkonzert. —
In einer Pauſe (gegen 7.00): Nachr. — 8.00: Sperrzeit. —
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00: Volksliedſingen. —
9.40: Isländiſche Märchen. — 10.00: Nachr. — 10.16:
Feſt=
gemauert in der Grden. Hörbericht aus der Glockengteßerei in
Breslau. (Aufn.). — 10.50: Spielturnen im Kindergarten. —
11.15: Seewetterbericht — 11.30: Für die Mutter: Wie
be=
ſchäftigen wir ein krankes Kind? — Von der Zahnbehandlung
des kleinen Kindes.
12.00 Wetter; anſchl.: Glückwünſche. — 12.10: Mittagskonzert
(Schallpl.). — Anſchl.: Wetter. — 12 55: Zeitzeichen.
13.00: Köln: Mittagskonzert. — 14.00: Sperrzeit. — 14.45:
Nachr. — 15.00: Wetter, Börſe. — 15.15: Fürs deutſche Mädel:
Das Raſſeproblem im täglichen Leben. — 15.45: V. Rolfes;
Zum 35. Todestage von Claus Groth.
16.00: München: Veſperkonzert. Ltg.: Grich Kloß. — 17.00
Ju=
gendſportſtunde: Von den Kindertagen des deutſchen
Fußball=
ſportes. — 17.15: Herm. Wirth: Wo ſuchen wir Thule? —
17.30: „Zuckerguß.” Kleine Schallplattenunterhaltung mit H.
Gondi. —
18.10: Das Lied von Balder Szenen aus der
Edda.
18.55: Das Gedicht: anſchl.; Wetter.”
19.00: Die Weiſe von Liebe und Tod des Cornets Chriſtoph
Rilke. Dichtung von Rainer Maria Rilke. Muſik von K v.
Paſzthory. — 19.45: Was will der deutſche Luftſport? —
20.00: Kernſpruch; anſchl.: Kurznachr — 20.10: Marinekonzert.
Muſikorvs der 4. Morine=Artillerie=Abt. Curhaven, Ltg.:
Muſik=
meiſter Schumann. — Dazwiſchen (21.00): Ber einem Wirte
wundermild. . Leben und Treiben in emer Jugendherberge. —
22,00; Politiſcher Kurzbericht. (Aufn.). — 22.10: Wettere,
ges= und Sportnachr. — Anſchl.: Zeitfunk. — 22.45:
See=
wetterberſcht. — 23,00: Stuttgart: Die Tanzkapelle der
Stutt=
garter Philharmoniker.
Weſterherichl.
Ausſichten für Freitag, den 1. Juni: Teils heiter, teils ſtärker
bewölkt, ſchwül. aufkommende Gewitterneigung.
Ausſichten für Samstag, den 2. Juni: Im ganzen noch freundlich,
aber vereinzelt auftretende Gewitterſtörungen.
4)ige Anleihe des Deutſchen Reiches 1934.
Ein neuer Anleihekyp.
Das Reichsfinanzminiſterium hat ſich entſchloſſen, den
In=
habern der zum 1. Juli 1934 zur Rückzahlung gekündigten 7 (6)
Prozent Anleihe des Deutſchen Reiches von 1929 im Umtauſch
an=
zu bieten: 4 Prozent Anleihe des Deutſchen Reiches von 1934 mit
veränderlichem Zinsſchein (variabler Kupon) zum Kurſe von 95
Prozent, tilgbar in 10 Jahren ab 1. Juli 1934 jährlich in Höhe
von 10 v. H. des urſprünglichen Nennbetrages. Die Tilgung der
Anleihe erfolgt: a) bei einem Kursſtand zu pari oder über pari
nur durch Ausloſung, b) bei einem Kursſtand unter pari nur durch
Rückkauf.
Die bei der Tilgung durch Rückkauf unter dem Nennwert
er=
zielte Erſparnis, d. h. die Differenz zwiſchen, dem Ankaufskurs
und dem Kurſe von 100, kommt den Inhabern aller noch nicht
ge=
tilgten Schuldverſchreibungen zugute und wird mit dem jeweils
am 1. Juli jeden Jahres fälligen Zinsſchein als Erhöhung der
laufenden Verzinſung ausgezahlt. Die Bekanntgabe des
zuſätz=
lichen Zinsbetrages erfolgt ſpäteſtens 14 Tage vorher.
Den Umtauſchenden wird die Kursſpanne von 5 Prozent
zwi=
ſchen dem Rückzahlungskurs der 7 (6) Prozent Reichsanleihe von
1929 und dem Erwerbskurs der 4 Prozent Anleihe des Deutſchen
Reiches von 1934 in bar vergütet. Die Barvergütung wird nach
Prüfung der eingereichten Schuldverſchreibungen durch die
Kon=
trolle der Reichspapiere von den Umtauſchſtellen ausgezahlt.
Zugleich ſoll dieſe 4 Prozent Anleihe von 1934 zur öffentlichen
Zeichnung unter folgenden Bedingungen aufgelegt werden:
Die Zeichnungen und die Anmeldungen zum Umtauſch werden
m der Zeit vom 8. bis 21. Juni entgegengenommen.
Der Zeichnungspreis beträgt ebenfalls 95 Prozent unter
Ver=
rechnung von Stückzinſen.
Die 4 Prozent Anleihe von 1934 wird in Abſchnitten von 100,
200, 500, 1000, 5000, 10 000 und 20 000 RM. ausgefertigt.
Der Zinslauf der neuen Anleihe beginnt, am 1. Juli 1934.
Die Zinſen werden halbjährlich am 2. Januar und 1. Juli jedes
Jahres gezahlt, erſtmalig am 2. Januar 1935. Die erſte
Zuſatz=
verzinſung wird mit dem am 1. Juli 1935 fälligen Zinsſchein
aus=
geſchüttet.
Ueber die Bezahlung der zugeteilten Stücke erfolgt noch nähere
Mitteilung.
Ferner hat ſich das Reichsfinanzminiſterium entſchloſſen, die
Anleiheablöſungsſchuld des Deutſchen Reiches ohne
Ausloſungs=
rechte (Neubeſitz) zum Umtauſch in obige Anleihe anzunehmen,
und zwar können getauſcht werden je nom. 300 RM.
Anleiheablö=
ſungsſchuld des Deutſchen Reiches in 100 RM. 4 Prozent Anleihe
von 1934 mit einer Bauzuzahlung von 23,75 RM., ſo daß je 100 RM.
Neubeſitz zum Kurſe von 23.75 Prozent angerechnet werden.
Nennbeträge der Anleiheablöſungsſchuld unter 300 RM. können
nur börſenmäßig verwertet werden.
Weitere Umtauſchangebote für die Anleiheablöſungsſchuld ſind
ausgeſchloſſen. Anleihegläubiger, die ihren Beſitz an
Anleihe=
ablöſungsſchuld während der vorgeſehenen Zeichnungsfriſt nicht
zum Umtauſch anbieten, können Anſpruch aus dieſen
Schuldver=
ſchreibungen nur gemäß, 8 4 des Geſetzes über die Ablöſung
öffentlicher Anleihen vom 16. Juli 1925 geltend machen. Die
Börſennotiz für die Anleiheablöſungsſchuld wird mit Ablauf der
Umtauſchfriſt eingeſtellt werden.
* Das Reichsfinanzminiſterium kündigt die Auflegung einer
neuen 4prozentigen Anleihe an, die in ihrer Ausſtattung einen.
ganz neuen Typ darſtellt. Sie ſoll in 10 Jahren getilgt werden
und hat gleichzeitig eine doppelte Sicherheit gegen ein zu ſtarkes
Abgleiten des Kurſes. Denn einmal erfolgt bei einem Kursſtand
unter Pari die Einlöſung durch Rückkauf, zum andern aber dient
die Differenz zwiſchen dem Kaufpreis und dem Pariwert dazu, den
Inhabern aller Schuldverſchreibungen eine höhere Verzinſung,
zugute kommen zu laſſen.
Wie ſich das im einzelnen geſtalten wird, läßt ſich ſchwer
über=
ſehen, weil mit einer ſolchen Anleihe jetzt noch alle Erfahrungen
fehlen. Bei einem Ausgabekurs von 95 Prozent ergibt ſich eine
Verzinſung von reichlich 4,6 Prozent, die ſich bei einem
Aufkauf=
kurs von 95 ſchon nach einem Jahre auf über 5 Prozent ſteigern
würde und weiter wächſt, je geringer die Zahl der noch nicht
aus=
gelöſten Anleiheſtücke iſt. Dadurch aber wird der Reiz zum
An=
kauf des Papieres erhöht, ſo daß eigentlich nach menſchlicher
Vor=
ausſicht alle Gewähr dafür gegeben iſt, daß die neue Anleihe ſich
dauernd an der Pari=Grenze halten wird. Dadurch iſt es dem
Reich denn auch gelungen, auf einen 4prozentigen Zinsfuß
herun=
terzukommen, während noch im Februar die Schatzanweiſungen mit
4½ Prozent ausgeſtellt werden mußten
Der Zweck dieſer neuen Anleihe beſteht zunächſt darin, die
zum 1. Juli gekündigte Hilferding=Anleihe umzutauſchen, die
ur=
ſprünglich nominal einen Betrag von 187 Millionen hatte. Davon
iſt aber der größere Teil inzwiſchen wieder zurückgekauft. Die
Neubeſitzanleihe iſt ſeinerzeit in einem Geſamtbetrage von rund
600 Millionen RM. ausgegeben worden. Sie iſt in den letzten
Monaten ein wildes Spekulationspapier geweſen, war faſt auf
den Gefrierpunkt heruntergegangen, erreichte dann wieder einen
Kurs von 20 Prozent und wurde von der Spekulation dauernd
hinauf= oder heruntergejagt. Für eine mündelſichere Reichsanleihe
ein unwürdiger Zuſtand. Es iſt deshalb zu begrüßen, wenn das
Reich den Beſitzern ein Umtauſchangebot macht, das auf den
Gold=
wert berechnet eine Bewertung von reichlich 23 Prozent ergibt,
erheblich mehr alſo als der derzeitige Börſenkurs. Man wird
daher dami trechnen dürfen, daß alle Beſitzer von dieſem günſtigen
Angebot Gebrauch machen und der Markt dadurch von der
Neu=
beſitz=Anleihe endgültig bereinigt wird. Endlich wird nun auch
darauf gerechnet, daß die Sparer von den Vorteilen des neuen
Anleihetyps Gebrauch machen, der ihnen eine ſichere Verzinſung
und ein vollwertiges Papier gewährleiſtet.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Deutſchlands Verſorgung mit Textilien. Die Indexziffer der
Textilproduktion hat laut Inſtitut für Konjunkturforſchung
un=
gefähr den Stand von Mitte 1928 erreicht. Damit dürfte ſich auch
der Rohſtoffverbrauch wieder annähernd auf der damaligen Höhe
bewegen. Die raſche Zunahme der Einfuhr in 1932/33 bei viel
langſamerem Wachstum des Verbrauchs ermöglichte es,
umfang=
reichere Rohſtoffvorräte anzulegen. Die Indexziffer der
Rohſtoff=
vorräte in der Textilinduſtrie hat im Oktober 1933 den höchſten
Stand der Nachkriegszeit erreicht. Seitdem ſind die Vorräte zwar
etwas abgebaut worden, ſie ſind aber nach wie vor noch ziemlich
groß. Die Verſorgungslage des deutſchen Textilwarenmarktes iſt
demnach zurzeit ziemlich befriedigend. Selbſt wenn die
Einkaufs=
ſperre nur langſam gelockert wird, ſind zunächſt akute Störungen
des Textilkonſums, nicht zu befürchten. Andererſeits geht aus
dieſer Ueberlegung auch hervor, daß die Sicherung der
Verſor=
gung mit Textilrohſtoffen eines der dringendſten Probleme der
Konjunkturpolitik iſt, da die inländiſche Rohſtofferzeugung nur zu
einem geringen Teil den Textilbedarf zu decken vermag.
Konkurs Mitteldeutſche Mechaniſche Vavierwarenfabrik. G. m.
b. H., Frankfurt a. M. Ueber die im Oktober zur Fortführung
der in Konkurs geratenen, dem Rennſtallbeſitzer Konſul
Oppen=
beimer gehörenden Mitteldeutſchen Mechaniſchen
Papierwaren=
fabrik M. Oppenheimer mit voll einbezahlten 150 000 RM.
Kapi=
tal von den Darlehensgläubigern gegründete Geſellſchaft iſt
wie wir erfahren, ſoeben gleichfalls das Konkursverfahren
eröff=
net worden. Das angeſtrebte Vergleichsverfahren, in dem 80 bis
90 Prozent Quote in Ausſicht ſtanden, iſt durch das Vorgehen
eines Großgläubigers geſcheitert. Die Höhe der Konkursquote ſoll
weſentlich kleiner zu erwarten ſein. Vorhanden ſind etwa 033
Mill. RM. Warenſchulden, aber keine Bank= oder
Wechſelver=
pflichtungen, auf der anderen Seite Warenvorräte von etwa 0.25,
Außenſtände rund 0,1 Millionen RM. und der vollbezahlte
Ma=
ſchinenpark.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Nachdem geſtern morgen die Auflegung der neuen
Reichs=
anleihe von 1934 und das damit im Zuſammenhang ſtehende
Umtauſch=Angebot für die ſogenannte Hilferding=Anleihe und die
Neubeſitzanleihe bekannt geworden war, konzentrierte ſich
natur=
gemäß das Geſamtintereſſe der Berliner Börſe auf dieſe
Werte, insbeſondere aber die Neubeſitzanleihe. Die amtliche
Kurs=
feſtſetzung für die Anleihe wurde, wie nicht anders zu erwarten
war, ausgeſetzt. Durch die Auflegung der neuen Reichsanleihe
erhofft man die langerwartete Anregung für den Rentenmarkt,
Prozent einen Anreiz zum Kauf der 6prozentigen Pfandbriefe, vom 15. Mai 1934 wurde der Direktor des Bayr. Brauer=
Bundes=
glaubt jedoch allgemein, höhere Notierungen erwarten zu dürfen. Hopfenaktion ernannt.
Von den variabel gehandelten Werten zogen Stahlverein=Bonds
um 1½ Prozent an. Altbeſitzanleihe lagen etwas ſchwächer, ſpäte
um Die Aktienmärkte zeigen eine verhältnismäßig ruhige
Ver=
anlagung, doch überwiegend feſtere Kurſe. Von Montanen
füh=
waren mit Gewinnen bis zu ½ Prozent gehalten. Lebhaft ge= erhöht, er iſt um 12,5 Mill. größer als im März 1934, jedoch ſ.
Im übrigen ergaben ſich kaum weſentliche Kursveränderungen. RM. zu.
Reichsbankanteile waren bis auf 152 (plus 3) Prozent erholt.
Am Geldmarkt trat im Zuſammenhang mit dem Ultimo eine
weitere Verſteifung ein, ſo daß für Blanko=Tagesgeld 4½ bis 48
das Geſchäft im Verlaufe durch den hohen katholiſchen Feiertag,
da insbeſondere aus Süddeutſchland kaum Orders eingingen.
*
abend 17½ Prozent ſtieg. Die amtliche Notiz wurde für geſtern
ausgeſetzt, und ſpäter wurde auch der Handel am freien Markt
auf Anordnung des Börſenvorſtandes unterſagt mit der
Begrün=
dung des Teilfeiertages, weil ein Teil der Kundſchaftslimite
des=
halb nicht ausgeführt werden könne. Auch der übrige
Renten=
markt erfuhr hierdurch einen Auftrieb, wobei Altbeſitzanleihe ¼
Prozent, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen 8 Prozent,
Stahlver=
eins=Bonds 19 Prozent und Reichsmark=Anleihen ca. ½—½
Pro=
zent gewannen. Der Aktienmarkt lag noch etwas uneinheitlich,
aber doch überwiegend leicht befeſtigt. Sonderbewegungen waren
indes nicht zu verzeichnen. Die Kursgewinne am Montan=,
Elek=
tro= und Chemiemarkt betrugen ½—1 Prozent, ferner lagen Aku
½ Prozent, Holzmann 1 Prozent. Daimler ½ Prozent
freund=
licher. Transportwerte waren hingegen etwas abgeſchwächt, und
zwar verloren A.=G. für Verkehr 1 Prozent, Hapag ½ Prozent,
Reichsbahn=Vorzugsaktien ½ Prozent, während Nordd. Lloyd
be=
hauptet blieben. Von ſonſtigen Werten gaben Zement
Heidel=
berg ½ Prozent, Conti Gummi, zirka 1½ Prozent nach, Südd.
Zucker A.=G. blieben mit 175½ Prozent unverändert. Im
Ver=
laufe blieb die Haltung feſt. Der Rentenmarkt war ſpäter ſehr
ſtill, doch zogen Altbeſitz, ſpäte Schuldbücher und Stahl=Bonds
nochmals leicht an.
Im Abendbörſenverkehr herrſchte zwar eine durchaus
freund=
liche Grundſtimmung, das Geſchäft bewegte ſich aber in ſehr engen
Grenzen. Infolge des Fehlens von Kundenaufträgen zeigte auch
die Kuliſſe keine Unternehmungsluſt. Im allgemeinen war das
Kursniveau im Vergleich zum Berliner Schluß behauptet. Für
Farbeninduſtrie machte ſich etwas Nachfrage geltend, und die
Notiz lag um 28 Prozent höher. Von lokalen Pavieren blieben
Scheideanſtalt ſtramm geſucht, die Taxe erhöhte ſich auf 195 (
zu=
letzt amtlich 30. 5.: 190) Prozent. Der Rentenmarkt lag bei gut
behaupteten Kurſen geſchäftslos, Altbeſitzanleihe zogen um ½
Prozent an. Der Verlauf der Abendbörſe war ohne Anregung,
die Kurſe erfuhren kaum eine Veränderung, nur Farbeninduſtrie
waren nochmals um ½ Prozent befeſtigt. Scheideanſtalt kamen
ſchließlich mit 195 Prozent zur Notiz, wobei aber nur etwa 40
Prozent auf die Kaufaufträge zugeteilt werden konnten. Die
Börſe ſchloß in ruhiger, aber zuverſichtlicher Haltung.
Die Hopfen=Skühungsakkion 1934.
Bis jetzt ſind nach den Mitteilungen des Deutſchen Brauerp
Bundes über die Hälfte der abzunehmenden Hopfenbeſtände abgen
rufen worden, und über weitere erhebliche Mengen, für welchs 4
noch keine Meldungen vorliegen, iſt bereits disponiert. Die meit „mM4P
ſten Kühlhaushopfen Hallertauer Herkunft ſind ſchon ziemlich auss Rurpiesl
verkauft; völlig vergriffen ſind Spalter und Tettnanger Hopfem WN
Ble
Der Brauer=Bund wendet ſich jetzt an jene Brauereien, die
bis=
her noch mit dem Einkauf zurückgehalten haben, unter Hinwei,
darauf, daß die Friſt für die Gewährung der 20=RM.=Prämie bin
15. Juni verlängert wurde und nur jene Brauerein Anſpruch auu
den um dieſe Prämie ermäßigten Preis haben, die ſich bis zm
dieſem Zeitpunkt mit Hopfen eindecken. Als Mindeſtopfer für jedd
Jede Minute.
Brauerei ohne Unterſchied der Größe gilt die Abnahme von einem it
ungenſchaf
Ballen Hopfen. Darüber hinaus iſt jede leiſtungsfähige Brauere)M
gehalten, ſich bis zur Höhe eines Jahresbedarfes (alſo nicht nuu ecu wien 00
da die der neuen Anleihe zugrunde gelegte Verzinſung von 4 für den Reſt des Sudjahres) voll einzudecken. Mit Anordnunm töſe nicht mitge
ieſem Tode
bieten dürfte. Kurſe waren vorerſt noch nicht zu hören. Man / Dr. Stiegler=München, zum Generalbevollmächtigten für die ganze ieſchſſte. So l0
ſt ci, znd 8 10r
dr nahte von Gat
Reichsſchuldbuchforderungen gingen dagegen etwa / Prozent höher / weſſere Zundhme der Sparraſſen-Eintagen im Aprilt ſeren den Weg zu
Die Spareinlagen bei den deutſchen Sparkaſſen ſtiegen Aymerweitei, e
ren Klöckner mit 1½ Prozent und Schleſiſche Zink mit plus 1½ April 1934 um 51,6 Mill. RM. auf 11 669,3 Mill. RM. Der Ein / M lch im rücend
Prozent. JG. Farben ſetzten ½ Prozent höher ein. Elektrowerte zahlungsüberſchuß hat ſich gegenüber dem Vormonat ſaſonmäſini n und enping die
fragt bleiben Berlin=Karlsruher in Auswirkung der Dividenden= folge der Wirtſchaftsbelebung um 3,5 Mill niedriger als im Apzu dr —pie ſch die
zahlung, ſo daß der erſte Kurs um weitere 2½ Prozent anzog. 1933. Die Auszahlungen nahmen um 17,0 auf 457,3 Millionen” eier vor dem
en herum und rit
Produkkenmärkke.
urh ſie den an de
Mannheimer Getreidegroßmarkt. Die Notiz auf dem geſtrigens 10 berrieh.
Prozent angelegt werden mußten. An den Aktienmärkten litt Getreidegroßmarkt wurde wegen ſchlechten Beſuchs ausgeſetzt. „ſchnell ſchnell! 2
Berliner Getreidemarkt=Bericht vom 31. Mai. Ausgehenin in Sicherheit!” rie
vom Markte für Kraftfuttermittel und Futtergetreide, machte ſiäü Neiter ging der 4
am Monatsſchluß im Getreideverkehr faſt allgemein eine Befeſtüt urch 20 — 150 —
Die geſtrige Frankfurter Börſe hatte allgemein eine gung geltend, da das Angebot äußerſt gering blieb. Das Geſchäff
freundliche Tendenz. Das Geſchäft nahm aber kein größeres Aus= bewegte ſich aus den gleichen Gründen in engen Grenzen, zumao 1 pucſenloſeim 2c
maß an, da aus den katholiſchen Gegenden infolge des Feiertages die Waſſerſtandsverhältniſſe die Warenbewegung ſtark beeinträcht mMaſchinengewehl
Orders fehlten. Im Mittelpunkt des Intereſſes ſtand naturgemäß tigen. Für Brotgetreide lauteten die Forderungen im Hinblill Nann zu Boden,
die Neubeſitzanleihe, die auf das Umtauſchangebot in eine neu auf die ab Freitag geltenden Feſtpreiſe höher, waren aber füü Auit heinz überl
aufzulegende 4prozentige Reichsanleihe zunächſt ſehr lebhafte Um= „Weizen nicht durchzuholen. Für Roggen hat ſich die Kaufluſt erl, mer als tauſend
ſätze verzeichnete und im Freiverkehr bis auf 22,10 nach vorgeſtern halten. Weizen= und Roggenmehle haben kleines Bedarfsgeſchäflu zrells und die
bei ſtetigen Forderungen. Exportſcheine zeigten Anſätze zu eine
Viehmärkke.
Befeſtigung. Das Offertenmaterial in Hafer war äußerſt gering 9. nhte von ke
ſo daß wieder höhere Preiſe bewilligt werden mußten. Gerſtü g des Maſchinen
wurde von der Bewegung mitgezogen. — An den Samstagen im en. Alle in den R
Monat Juni ds. Js. werden keine Preisfeſtſetzungen für Berline3 Nun war ſie beim
Produkten vorgenommen, ſo daß an den Samstagen des Monatd zu. .„ zweiten
Juni keine amtlichen Produktennotierungen zu erwarten ſind
ſeinz warf ſich
(xſchauern, wie
Nwuſchen über
Darmſtädter Viehmarkt vom 31. Mai. Aufgetrieben wareiy p— die Lebensfäd
182 Kälber. Die Preiſe ſtellten ſich auf a) 44—47, b) 40—47 8——kun-den-la
c) 36—39, d) 32—35 Pfg. pro Pfund, Spitzen= und geringe Tiery
nicht notiert. Es wurden notiert in der Klaſſe a) 29, b) 641 der Eintrit in
c) 40, d) 16 Stück. Marktverlauf: geräumt.
n ganz, ganz ku
Groß=Gerauer Ferkelmarkt vom 30. Mai. Aufgetriebenn hem! Wie ſträu
waren 653 Ferkel. Ferkel koſteten 8—18 RM. pro Stück. Deis aſchen dagegen.
nächſte Ferkelmarkt findet am Mittwoch, den 13. Juni 1934, v09 Moh. Sie müſſe
mittags 8.30 Uhr, auf dem Marktplatz zu Groß=Gerau ſtatt.
V.,4 lohnt wirklich
Schweinemarkt in Gießen vom 31. Mai. Der Schweinenailau 4 IüUljonſtel zu hal
in Gießen war mit 231 Ferkeln zum Verkauf beſchickt. Das Hun
delsgeſchäft verlief mäßig. Es koſteten bis zu 6 Wochen ale 1 Auke Verluſte die
Ferkel 14—16 RM., 6—8 Wochen alte Tiere 16—19 RM., 4-0 4 hrlbien S.
Wochen alte Ferkel 19—26 RM.
ei
Frankfurter Viehmarkt vom 31. Mai. Auftrieb: Rinder ins
Sineir
geſamt 114 (gegen 63 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter be
fanden ſich 33 Ochſen, 14 Bullen, 13 Kühe und 54 Färſen, Kälher
893 (459), Hammel 32 (13), Schafe 20 (3), Schweine 583 (61210
Notiert wurde pro. 1 Zentner Lebendgewicht in RM. Kälbe:
a) 53—54, b) 49—52, c) 42—48, d) 33—41; Hammel b1) 36—30
c) 30—35: Schafe e) 30—33, f) 26—29: Schweine a2) 37—00
b) 36—40, c) 36—40, d) 33—39. Im Preisvergleich zum letzter!
Donnerstagsmarkt gaben Kälber um 4— RM. und Schweine und
1.— RM. nach, für Hammel und Schafe bewegten ſich die Preil)l
etwa auf Baſis von vor 3 Wochen. Marktverlauf: Kälber, Hamm
mel und Schafe mittelmäßig, geräumt: Schweine langſam, ſpäte?
abflauend, Ueberſtand.
Berliner Kursbericht
vom 31. Mai 1934
Deviſenmarkt
vom 31. Mai 1934
R
Deutſche Bank u.1
Disconto=Geſ. 1
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Mift
53.—
53.25
21.25
27.25
23.25
128.50
64.75
18.—
76.—
146.—
122.—
Miuſuche
Elektr. Lieſerung
J. G. Farben
Gelf. Bergwerke
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Speſch Eiſen und,
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben
Alöcknerwerke
Kolsw.Chem. Fabr.
Mannesm Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel
48.55
126.25
E9.375
96.75
80.75
69—
1c7.75
63.375
93.75
E0.625
42.625
59.—
e
Rütgerswerke
Salzbetfurth Kalt
Weſitdte Kaufhof 17.125
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Landerer=Werle *9.50
Euas
142.r0
29.50
a5.s0
(0.—
17.—
105.625:
31.—
E2.—
74.—
Aeghpten
Argentinien
Belgien.
Braſilien
Bulgarien
Canada
Dänemart
Dauzig
England
Cſtland.
Finnlond
Frankreich
Griechenland
Holland
Jsland.
Währung
1 äghpt. 2
1 Pap. Peſo
100 Belga Is
Milreis
100 Leva
1cangd. Doll.
100 Kronen
100 Gulden ſ8
1 2.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn.Mk.
00 Franker
100 Drachm.
100 Gulden
100 i8l. Kr.
Gelds
13.10
0.569
0.146
3.047
2.514
s6.79
68.43
5.6is
16.50
2.397
169.53
57.541
Brieß)
13.13
0.599
5o.52 58.e4
0.140
3.053
2.520
56.91
81.60 81.78
12.72 12.75
68.57
5.631
16.54
2.503
169.81
57.68
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Leſterreich
Portugal
Schweden
Schweiz ."
Spanien
Tſchechoſlowk.
Türkei
Ungarn
uruguah
Ver. Staaten
R
100 Lire k1.3 Blsfks ſrvelatwurſt
0.750 0ze5
19en
100 Dinar 5.64 B6ig Leberwurſt
190 Lats Fr.ae Ms08 Buutwurſt
100 Kronen 63.34 61080
1oo Schilinglern.,8 Mikg — Dienmaulſalat
1o0 Eseudos 1,58 lica Andurgerſtangen
Odenburger Mei
Holteiner Plochm
100 Kronen Ka.s5 Wde Lndurgerſtangen
100 Franes 61.36 6152‟
etas Enmenthalerhäſel
10 Beietiod Rut s ſadd Rinolweichbäie
100 Tſch. Kr. 10.4
1türk. 2 2043/ 200 Gtiſche Eier
100 Pengd
— ion E0 Doſenwürſtichl
1 Goldpeiv 0.39
1 Dollar 250 2220 Rdel, Fethe
Durmſtaster und Kariokatoanr Surmgfrapt, Winale orr Areisher Bun
Frankfurter Kursbericht vom 31. Mai 1934.
„Keee
„ Gr. IIp. 1934
„ „ „ 1935
1938
„ 1937
„
„ 1938
Gruppe!
6% Dtſch. Reichsanl.
6%
„ v.27
5½%Intern., v.30
6%Baden ... v.27
69Bahern .. b.27
6%Heſſen. . .. v.29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v.27
6%Thüringen v. 23
6% Dt. Reichsbahn
Schätze . .......
6% Dt. Reichspoſt
Schätze. . . . .. .
Dtſch. Anl. Ausl.
* 1, Ablöſung
. . (Neubeſitz)
Deutſche Schutzge.
bietsonleihe ...
69 Baden=Baden.
69Berlin ... v.24
120 Darmſtadt . . .
20 Dresden .. b.26
1 2 Frankfurt a. M.
Schätze v.29
b.26
82Manz. . .
6%Mannheim v.27
6%München . b. 29
69Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
2 „ Goldoblig.
100.25
103.45
102.5
94.5
931,
98.4
99.4
971,
91:‟
94.75
26
93.5
106.55
94.5
92.5
100.75
100.25
96.5
872
70
81.75
74
78
82.5
86.5
gC.5
87
1% beſſ. Landes.)
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½%
Komm. Obl. .
69 Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
Goldoblig.
69 Landeskomm.=
Bk. Girozentr: f.
Heſſ. Gldobl. R.11/
„ R.12
62 Kaſ. Landeskrd.
Goldpfbr. . ....
68Naſſ Landesbk.
5½% „ Liagu. Cbl.
Dt. Komm.
Sam=
mel= Ablöſ.-Anl.
„Ausl. Ser.
„ Ser.II
Dt. Komm. Somm.=
Abl. Neubeſitz).
6%Berl. Kyp.=Bk.
20 „ Lig.=Pfbr.
82 Frif. Ehp. Bk.
5%0 „ Lig. Pfbr.
Goldoblig.
69% Frif. Pfbr.=Bk.
20 „ Lig.=Pfbr
9 Mein.Eyp.=Bl.
0 Lig.Pfbr.
62 Pfälz. Chp.Bi.
J „ Lig. Pfbr.
9aRhein.Eyp. Bk.
„ Lig. Pfbr.
„ Goldoblig
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank
5½%6 „ Lig.Pfbr.
6%Würt. Hyp. B.
89.5
20.5
Ret
91.25
s0"
90
92.2
111.75
90.5
g0
E9.25
86
co
20.25
S1.s
20.5
Ca.5
82.75
C0.25
So"
S8.5
25
91
25.25
Made
68 Dt. Lino. Werke
69Mginkr. W.o.28
6 2 Mitteld. Stahl.
6% Salzmannck Co.
62 Ver. Stahlwerke
6%Voigt & Häfſner
3. G. Farben Bonds
5%Bosn. L.E.B
L.Inveſt.
5 % Bulg. Tab. v. 02
4½% Oſt. Schätze.
4 2 Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4½% „
4%0 Türk. At min
„ 1.Bagbad
„ Zollanl.
4½%Ungarn 1913
4½%
1914
Goldr.
1910
4½Budp. Stadtanl.
4½ Liſſabon
4¾ Strdholm
Zklien.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtzide unie
A. E. G.
AntreacNoris Laknl105
Aick afflg. Brauerei
Belſtoff
Lad. Maſchinenfbr.
Bemberg, 3.P.
Berl. Kraft u. Licht
Buderus Eiſen...
Eement Seidelberg
Karlſtadt.
28
95.25
Co
Es.5
ng
122,65
11
11
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5.
7.6
7.5
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23
41.75
122
63.75
132.75
73,
g9
124.5
„2u. Mai.
ChemWerke Abert
Chade (A=C).
Contin. Gummiw.,
Contin. Linoleum
Taimler=Benz.
Dt. Atl. Telegr. . . /106.5
Erdöl
Dt. Gold= u. Silber
ſcheide Anſtalt.
Linoleum ..
Dortm. Ritterbräu
Lyderhoffé Widm.
Eichbaum=Werger.
Eleltr. Lieferg.=Geſ.
Lichtu Kraſt!
Eichw. Berewer)..
Eßling Maſchinen.
Faber & Schleicher
Fahr, Eebrüder.
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter)
Felt & Gui
Frankfurt
Gelſent.Be
Geſtfeleftruntern.
Gold ckmidt Th.
Gritzner=Kayſer..
Grün & Bilfinger.
HafenmühleFrkft.
Eanquer Kofbräuh.
Honfwerke Füſſen.
Carxener Bergbau
Senninger Nempf.
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm.!
Sochtief Cſſen.
Solzmann, Phil. Ee.5
Zlſe Bergb. Stamm
*
Genüſſe
Konſerven Braun. 194.25 117.5 Lahmeyer & Co. ..!. 116 Laurahütte ......
Lech, Augsburg 19.25 s1 Löwenbr. Münch. 1213 C6.5
s0 Mainkr.=W. Höchſt. Mainz. Akt. Br.... s 70.5 Mannesm.= Röhren — S8.5 Mansfeld Bergb. . n0 Metallgeſ. Fraonkf. 79.25 237
34.5 Miag. Mühlenbau.
Moenus. ...... E5), 52.5 MotorenDarmſtadt! 1c5 Reckarwer Eßling. 136.25
26 Eberbedar 57.75 Park=u. Bürgerbräu 99 Phönn; Bergbau. 45 (o Rh. Braunfohlen 224 S6.5 Cleftr. Stamm 94.5 64.5 Stohlmerle S0.5 221), Riekea Montan. 87 Roeder Gebr. Rütgerswerte. 38 g5 Eazdetfurth Kall. Salzw. Heilbronn. Schöfferhof=Bind.: we 9 Schramm. Lackfbr. *2.5 Schugkert, Eleltr. E5 6u.5 Schwartz, Storchen 84.5 o8 Siemens & Halske. 133 Reinigerwerke
Südb. Zucker=A. G. 1 50 175.25 110 Thür. Liefer.=Geſ.. 84.
Miegie
Ber. Stahlwerke.
Ver. Ultramarin.
Voigt & Hgeffner.
Weſtdte. Kaufhof.
Beſteregeln Kalil.
Zellſtoff Waldhoſ.
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank.. .
Bk. j. Brauinduſt.
Baher. Hyp. u. V.
Berl. Handelsget.
Sypothelbl.
Comm. u. Privatb.
Dt. Ban jund Disc.
Dt. Cff. u. Wechſe
Dresdner Ban!
Fran 1i Bonk.
Syp.=Banl
Mein. Ehp.=Bonl.
Pfälz. Shp.=Ban1=
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Banl.
Südb. Bod.Cr. Bl.
Würtib Notenloil4
A..G. I. Bertiehrsw.
Allg Lofalb. Kraftiw
7% Dt. Reichsb. Bzo
Hapag......"
Nordd. Lloyd.
Südd. Eiſenb.=Geſ.
Allianz: u. Stuttg
Verſicherung .
Verein.Veri.
Frankona Rück=u.M
Mannheim.Berſich
Otavi Minen
SchantungHandekl 35 7
6456
16855
2155
58
z.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
ANRAAN
WWWERNEN
NNeUENFEL:
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin SW. 68.
eintet
„ch weiter, ſchnell weiter, ohne Verzug. Nur nicht
ver=
wewll. Jede Minute, nein, jede Sekunde, war koſtbar, bedeutete
Tord der Gefangenſchaft.
chon waren acht Leute gefallen, mehrere ſo ſchwer
verwun=
bety dß ſie nicht mitgeſchleppt werden konnten. Auf Streifſchüſſe
achſte bei dieſem Todeslauf keiner, nicht einmal auf Arm= oder
Schzuletſchüſſe. So lange das Herz ſchlug und die Beine nicht
verſiaen, ging es vorwärts.
u nahte von Ganshorn her eine Schwadron im Karriere,
umaſten den Weg zum rettenden Wald zu verlegen.
eonnerwetter, die ſollen ſich verrechnet haben!” rief Kurt=
Hecy ließ im rückendeckenden Schutz einer Baumgruppe
nieder=
kninnund empfing die nahenden mit ruhigem, wohlgezieltem
19i— wie ſich die Sättel leerten! Wie bei Soldau. Ungefähr
10fleter vor dem Seeufer ſchwenkten die Reiter plötzlich im
Bogte herum und ritten in Richtung Waplitz auf und davon,
wohſuh ſie den an der Chauſſee liegenden Komapgnien das
Schüfeld ſperrten. Ein Lichtblick für Kurt=Heinz’ kleine Schar.
ᛋchnell, ſchnell! Wir müſſen den Wald erreichen. Dann ſind
R
tergetreide n. wint / Sicherheit!” rief er anfeuernd.
kleiter ging der Lauf, ſo ſchnell die müden Glieder konnten.
Iger
g blieb Duf Nun vch 200 — 150 — 100 Meter. Taktaktaktaktaktaktak erklang
ſengen Gren; es inpauſenloſem Rollen im Rücken. Hol ſie der Teufel, das
Bung ſtarl i waue Maſchinengewehre! Im Handumdrehen ſanken vier, fünf,
Frungen a7 achtt hann zu Boden.
her, wa
hitt=Heinz überlief es eiskalt. Der Tod im Rücken war
ſich die hier
leines Be)u ſchlümer als tauſend Tode von vorn, als der Bleihagel der
ſigten Anſän; Schſtunells und die Sprengſtücke der Granaten.
er war äußn „A nahte von rechts, wie eine unſichtbare Totenhand, die
erden muße Gaub des Maſchinengewehrs und riß drei, vier, ſechs Leute zu
un den Suns Bolgei.! Alle in den Rücken getroffen.
ietzungen fü*
hin war ſie beim vierten Mann rechts von ihm. Jetzt beim
ſamstagen R!
zu erwarn; dritnte . .. zweiten . und nun . .! Herrgott ſteh mir bei!
Kuuteinz warf ſich blitzſchnell zu Boden und hörte mit
beben=
dem irchauern, wie die Totenhand der Schickſalsnorne mit
lei=
ſemnla ſchen über ihn hinwegſtrich und mit hauchdünnem Ge=
Aufgetriie klappp die Lebensfäden ſeiner Nachbarn durchſchnitt.
44-½) 1/é—kun—den—lang ...!
= und geu
zlaſſe as. /4r Eintritt in die Nacht des Jenſeits bedeutete immer nur
einenn ganz, ganz kurzen Augenblick des ewigen Zeitgeſchehens.
Mai. Yur Trazm! Wie ſträubten ſich ſeit Zehntauſenden von Jahren die
RM. pro Er Meyiſen dagegen. Wie kämpfen, ringen und wehren ſie ſich.
13. Jun Dertach Sie müſſen ihn alle, alle einmal durchſchreiten.
BBGherau /, 118 Hlohnt wirklich nicht, ſo viel Angſt vor dieſem winzigen
Zeitalkonſtel zu haben. Oder doch??
4e Verluſte dieſer beiden Minuten übertrafen die der
letz=
en ilben Stunde. Kurt=Heinz ſprang auf, rannte mit dem
ame Aufgebot ſeiner Kräfte den Mannſchaften bis tief in den
Vag)h’nein nach und warf ſich klatſchend zu Boden. Der Helm
(Nachdruck verboten.)
war ihm zur Erde gefallen. Die Haare hingen wirr ins Geſicht,
über das dicke Schweißtropfen rannen.
„War das eine Hetzjagd!” kam es ſtöhnend von ſeinen
Lip=
pen, als ſich einige zwanzig bei ihm eingefunden. „So’n Tempo
haben wir nie geübt, was, Kinder?‟
„Wenn’s man nicht ſo blöde heiß wäre,” entgegnete ein
Ber=
liner Reſerviſt, der als Sprinter für die Stockholmer Olympiade
trainiert hatte. „So’n bisken Laufen is janz jeſund, macht
ſchlank.”
„Danke ergebenſt. Unſern Ausflug kann man getroſt mit
„Todeslauf von Waplitz” bezeichnen. Die Dragoner haben bei
Vionville nicht ſo rennen brauchen. Die hatten’s ſchneller hinter
ſich und konnten vor allem angreifen, ſagte ein Unteroffizier.
Immer mehr fanden ſich ein, bis von den anfänglich achtzig
Mann noch 34 vorhanden waren.
„Sie kommen!” rief der zuletzt Eingetroffene.
„Wie weit ſind ſie entfernt?”
„Höchſtens 600 Meter!”
„Wollen wir kampfen oder weiterlaufen?” fragte Kurt=Heinz
ſeine Begleiter, von denen auch nicht ein einziger mehr
unver=
wundet war.
„Kämpfen hat bei den paar Mann wohl wenig Zweck, Herr
Oberleutnant. Dann beißen wir ſchließlich hier noch alle ins
Gras oder werden gefangen genommen, zumal wir gegen die
Maſchinengewehre nichts ausrichten können”, ließ ſich ein
Unter=
offizier der 59er vernehmen. „Wir können an anderer Stelle
mehr nützen."
„Auch meine Anſicht. Alſo dann weiter. Wer ſchwimmen
kann, Arm hoch. 19 Mann! Das geht zur Not. Vielleicht hat
der Förſter von Thyman drüben einen Kahn am Ufer liegen.
Wollen mal ſchauen.
Sie rannten zum See und ſahen am jenſeitigen Ufer einen
Fiſcherkahn liegen.
„Wer holt ihn?”
„Ich, ich, Herr Oberleutnant!” meldeten ſich zwei Pioniere.
„Dann los. Siebeck und Büchner, Ihr bleibt als Poſten hier.
Die anderen ſchwärmen und den Waldrand beſetzen. Wir müſſen
die Kerle ſo lange aufhalten, bis die Nichtſchwimmer mit dem
Kahn drüben ſind.”
Die Zurückgebliebenen führten den Befehl aus und nahmen
gegen den ſchon auf 500 Meter herangekommenen Feind ein ſo
lebhaftes Feuer auf, daß dieſer ſtutzte und ſich zu Boden warf,
in der Annahme, daß die Fliehenden Verſtärkung bekommen
hatten.
Die beiden Pioniere hatten die nur 500 Meter betragende
Entfernung zum anderen Ufer ſchnell durchſchwommen. Sie
brachten den Kahn, der ſich als recht geräumiger „Appelkahn”
entpuppte und gut 12 Perſonen faßte.
Die Nichtſchwimmer krochen vom Waldrand zurück und
wurden in einer Fuhre übergeſetzt. Als der Kahn an einer in
Nr. 149 — Seite 13
der Mitte des Sees liegenden Inſel vorbeifuhr, hatten ſich die
Ruſſen ſchon bis auf 200 Meter genähert, ſo daß mit der
Er=
ſtürmung des Waldrandes in Kürze zu rechnen war.
„Flach zurückkriechen und ſchnell fort, ehe ſie wieder
vor=
ſpringen!” rief Kurt=Heinz ſeinen Nachbarn zu, kroch auf allen
Vieren zurück, lief eine größere Strecke am Ufer entlang und
ſprang oberhalb der Inſel in den See.
Drüben landete in dieſem Augenblick der Kahn. Die
Mann=
ſchaften beſetzten in breiter Ausdehnung den Uferrand und
war=
teten auf das Erſcheinen der Ruſſen.
Kurt=Heinz' Arme teilten mit langen, kräftigen Stößen die
erfriſchende Flut, umgeben von den Schwimmern, die ſeinem
Beiſpiel gefolgt waren. Das wohlige Gefühl, dem Tode
entron=
nen zu ſein, ließ den Humor ſchnell wieder aufleben.
Scherz=
worte flogen hin und her.
„Nu könne die Schinäſer komme. Uns kriege ſe nimmer!“
rief ein luſtiger Heſſe und paddelte wie ein Hund.
„Was machſt Du denn da? Ich denke, Du kannſt
ſchwimmen?
„Eigentlich nich, Herr Oberleutnant. Gelernt hab ich’s grad
nich. Aber ich denk halt, was die Viecher könne, mache mer auch.”
„Hälſt Du auch aus?”
„Alleweil bis ins ſchöne Heſſeland!”
Die Kameraden lachten über den luſtigen Burſchen und
ſtaunten nicht wenig über ſeinen Mut, daß er ſich, ohne richtig
ſchwimmen zu können, mit voller Kleidung dem Waſſer
anver=
traute. Allzu lange ſchien die Paddelei jedoch nicht zu gehen,
nachdem ſich die Uniform voll Waſſer geſogen hatte. Die
Be=
wegungen wurden haſtiger. Er türmte Wellen wie ein
Motor=
boot.
Zwei Kameraden legten ſich an ſeine Seite. Der eine ſagte:
„So, Fränzle. Wenn Du nicht mehr kannſt, machſte kehrt und
wir ziehen Dich.”
„Kruzitürken, meine Hoſe rutſcht!” rief ein anderer und
be=
mühte ſich, das entſchwindende Beinkleid an ſeine Perſon zu
feſſeln.
Da erſcholl am Waldrand das Hurra der ſtürmenden
Ruſ=
ſen, die erſtaunt waren, von dem ſoeben noch lebhaft feuernden
Gegner niemand mehr vorzufinden.
„Wie ſie ſchreien! Als ob wir taub ſind!“
„Vorwärts! Vorwärts!” mahnte Kurt=Heinz die in
lang=
ſamem Tempo Schwimmenden. „Es wäre zu dumm, wenn einen.
von uns noch eine Kugel erwiſchte.”
„Die Dösköppe treffen ja nicht.”
„Und ſchießt mich eine Kugel tot,
Kann ich nicht heimwärts wandern.
So wein dir nicht die Aeuglein rot
Und nimm dir einen andern . . .
ſang der Berliner Reſerviſt übermütig.
„Ihr Berliner habt doch eine ſchreckliche Schandſchnauze,
Karl.”
Als die Ruſſen den Waldrand leer fanden, beratſchlagten ſie,
was zu tun ſei. Trotz ihrer dreißigfachen Uebermacht drangen
ſie vorſichtig in den Wald ein, wobei ſie jeden Augenblick
be=
fürchteten, in einen Hinterhalt zu geraten.
Ein bis zum Seeufer vorſtoßender Infanteriſt entdeckte die
Schwimmer und rief ſeine Kameraden herbei. Als ſich einige
50 von ihnen heftig geſtikulierend und ſchreiend am Ufer
ein=
gefunden hatten, ſchlug das Feuer der im Buſch verſteckten
Nichtſchwimmer in den Menſchenknäuel und ließ ihn im Wald
verſchwinden.
(Fortſetzung folgt.)
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. 6. Quetſch; für den Sport; Karl Böhmann: für „Die
Gegenwart: Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftl. Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt. D. A. TV. 34. 23107
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wirb Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
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