Kinzelnummer 10 Pfennige
V
Nep
Ter 4
TAtt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:
gnSchentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. Mol
M1 Mal 2— Reichsmark und 20 Pfennig
Ab=
tentSühr, abgeholt 2.— Reichsmark, durch die
Jaturen 2.20 Reichsmark frei Haus. Poſtbezugspreis
mnNa 1 ohne Beſiellgeld monatlich 2.40 Reichsmark.
zunicheinen einzelner Nummern infolge höherer
gall berechtigt den Bezſeher nicht zur Kürzung des
Bgipreiſes. Beſtellungen und Abbeſtellungen durch
Fernruf ohne Verbindlichkeſt für uns.
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iAuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſi. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 148
Donnerstag, den 31. Mai 1934. 196. Jahrgang
Anzeigenpreis:
Oſe 22 mm breite Zeile im Anzeigentell, 1 mm hoch.
T pfennig. Die 92 mm breite Zeile im Texttell 1 mm
hoch 100 Pfennig. Platzaufſchlag (nach vorheriger
Ver=
einbarung) ſür Placſerung unter Text oder an
be=
ſimmter Stelle 25%0. Rabatt nach Tariſ. Pripatanzeigen
ſeinſpaltig) das fettgedruckte Ueberſchriſtswort 20 Pfg.,
ſedes weitere Wort 8 Pfennig. Famillen • Anzeigen
die 22 mm brelite Zeile 1 mm hoch. 6 pfennig.
Poſiſcheckkonto: Frankfurt a. M. 1301. Bankkonto=
DD.= Banl und Darmſtädter und Nailonalbank.
Senfer eiſcereung daf Hrenag versägt.
lehnung des Litwinow=Vorſchlags einer „Friedenskonferenz” durch Englands Außenminiſter. — Sir John
Simon ſteuerk Noklöſung an. — Barkhou verſteift ſich auf die Mächkeerklärung vom 14. Okkober.
Genfer Zwieſpalk.
Die große Ausſprache in Genf iſt vorüber. Sie hat nichts
Nus gebracht. Der zweite Tag mit der Rede des Engländers
Sivn und des Franzoſen Barthou hat eigentlich die Eindrücke
digerſten Tages noch verſtärkt. Man fühlt ſo etwas wie ein
Zuammenſpiel zwiſchen dem Präſidenten
Hender=
ſſu, den Ruſſen und den Franzoſen. Man fühlt die
ſtzake Gereiztheit zwiſchen den Franzoſen und
Giyländern, die ſich nicht nur in ſpitzen Bemerkungen
auhirkt. Bemerkenswert iſt, daß Simon in ſeiner
außerordent=
liäſachlichen Rede gezeigt hat, wie nahe ſich England und
Deiſchland bereits gekommen waren und wie ſtark auch hier die
Behrungspunkte zu den fünf neutralen Mächten waren, wobei
Sivn auch ganz offen ausſprach, daß mit dem franzöſiſchen
Mſeorandum vom 17. April alle weiteren Möglichkeiten
zer=
ſählgen waren. Er hat alſo die Schuld an der Entwicklung
ziem=
liſch eindeutig den Franzoſen zugeſchoben. Seltſam nur, daß man
zum Schluß ſeiner Rede einen Knick bekam und er ſich dann
duſchnit einer Notlöſung einverſtanden erklären wollte, die nur
den hemiſchen Krieg, die Mitteilung der Rüſtungsausgaben und
Uor diſe Eimſetzung einer ſtändigen Abrüſtungskommiſſion vorſieht.
ir gends alſo bisher das klare Durchdenken bis zum Schuß. Jeder
hetff in Stillen offenbar noch auf ein Wunder. Wenn dabei an
ehIAM ditsNöglichkeit einer Rückkehr Deutſchlands zur
Abrüſtungskonfe=
remgedacht wird — in ausländiſchen Blätterſtimmen finden wir
zur Kemtil; deirctige Andeutungen —, ſo muß mit aller Beſtimmtheit noch
rmeiſter ha” einmal feſtgeſtellt werden, daß von einer Rückkehr Deutſchlands
ie für dam”, nord Geenf einſtweilen gar keine Rede ſein kann. Die
Voraus=
ſeupig, dazu bleibt, daß alle anderen Mächte zu unſeren
Forde=
runer eindeutig Stellung genommen und unſer
Miminalpro=
in Kaffenler grmm angenommen haben. Erſt dann iſt der Augenblick
gekom=
miwo dieſe Frage überhaupt akut wird. Vorläufig warten
a½ witin aller Ruhe ab, was die Kommiſſion mit ſich ſelbſt
an=
ſätt, und beobachten als Zuſchauer das unaufrichtige
ſeinemehge Sizuſpiel, das in Genf vor der ganzen Welt abläuft,
berger Mezn= beiſtäten vor allem, wie Litwinow ſich immer mehr
wird mein e zuſn Schiedsrichter Europas aufwirft. Er iſt
vor=
äft im geichnᛋ lGüfx noch ſehr ſtolz auf den Gedanken ſeiner dauernden „
Frie=
deinsonferenz”; eine Anregung, die zunächſt brauchbar erſcheint,
akie im Grunde doch auch nichts Neues enthält. Denn ſchon
a. metzatuk beit er Durchführung des Macdonald=Planes wäre es zu einer
ſtöſn gen Kommiſſion gekommen, die dauernd die Konſultation,
K7mrolle und Behandlung des Problems der
Konventions=
byear zu prüfen hätte. Dieſe Idee iſt von Litwinow in ſeinem
Wnylag lediglich überſpitzt und damit gleichzeitig auch erledigt.
„Wen ſie zur Durchführung käme, bedeutete ſie das Ende des
Würbundes, denn für den Völkerbund bleibt dann eigentlich
nuch weiter übrig, als beſtenfalls Autoſchmuggel und
Menſchen=
hdueI.
Sir John Simon und Barkhou
Aavelt oas Worl.
Genf, 30. Mai.
Ifm Hauptausſchuß der Abrüſtungskonferenz hielten heute
dil ugliſche Außenminiſter Sir John Simon und der
fran=
züſhe Außenminiſter Barthou ihre angekündigten Reden.
II’3 wichtigſte Tatſachen der Verhandlungen der letzten
6 bnate bezeichnete Simon das engliſche Memorandum vom
290, und die Beſuche Edens in Paris, Berlin und Rom,
duſſtus die ſchriftliche Aufzeichnung der deutſchen Regierung,
dil ingland im Hinblick auf jene Abänderungen im engliſchen
MYorandum erhielt, die Deutſchland bereit war anzunehmen,
un dwelche das Zugeſtändnis an die ſchwergerüſteten Staaten
en el, daß es in den erſten fünf Jahren einer auf 10 Jahre
al ychroſſenen Konvention keine Abrüſtung geben ſollte, viertens
diAlyſtrengungen, die England gemacht habe, um feſtzuſtellen,
Dllfeße Vereinigung von Vorſchlägen zur Grundlage einer
Bllän digung gemacht werden könne.
ſn ihrer Aufzeichnung vom 16. April, ſo fuhr Sir John
Sſty fort, hat die deutſche Negierung die Wiederbewaffnung
wele gt, die ſie in der vorgeſchlagenen Konvention wünſcht,
wend ſie gleichzeitig erklärte, daß ſie der Verſchiebung der
W Ingsverminderung der anderen Mächte bis nach Beendigung
D5.Jahres der zehnjährigen Konvention zuſtimmte.
Dint eine inkernakionale Berſtändigung erreicht
Ngen ſol, ſo muß entweder die deutſche Forde=
Anig abgeänderk oder ſie muß erfüllt werden.
n0
2 9 krag der Meinung ſein, daß Deutſchlands Rückzug von
komferenz ungerechtfertigt war, und daß Deutſchlands
Hal=
in der Rüſtungsfrage ſeit dieſer Zeit die Lage noch weiter
Ilurt hat. Aber all das ändert nichts an der Art unſerer
Jäüſſe. Wenn wir wirklich wünſchen, in der Abrüſtungs=
Memz Arbeit zu leiſten, ſo iſt es weſentlich, daß dieſe Lage
Der aßt wird, und daß diejenigen, die es vor allem angeht,
A0 M S tellung dazu nehmen.
utſchland fordert, daß die Konvention, wenn ſie den
all=
yen Linien folgt, die ſchon durch den Hauptausſchuß ge=
St worden ſind, einen deutſchen Rüſtungsſtand erfüllt, der
Da I ſt als jener, der in den Friedensverträgen feſtgelegt iſt,
dem Maße, wie es in dem Dokument vom 16. April an=
Hiet wird. Die Frage iſt nun die: Iſt das die mögliche
Mage für eine internationale Verſtändigung? Auch im Hin=
2hf die Vorſchläge vom letzten Oktober müſſe man dieſelbe
7Iſtellen: Sind dieſe Vorſchläge in der heutigen Lage eine
mögliche Baſis für ein internationales Abkommen? Sir John
Simon betonte, daß nach der Meinung der engliſchen Regierung
der Macdonald=Plan immer noch die beſte
Löſung ſei, den ſeine Regierung ſoweit abgeändert habe, als
das vorteilhaft erſchien, um ſo eine Baſis für eine Verſtändigung
zu ſchaffen. Die
ſtarke Annäherung zwiſchen dem britiſchen
Memo=
randum und der hier erwähnken deutſchen Erklärung
zeige, daß die Gegenſätze verringert worden ſeien,
Zum Litwinowſchen Vorſchlag, die Konferenz zum Zwecke
der Ausarbeitung irgend eines Sicherheitspaktes fortzuſetzen,
erklärte Simon, es wäre ein Vorgehen auf ganz neuer
Grund=
lage, wenn eine zum Zwecke der Abrüſtung einberufene
Kon=
ferenz in eine Konferenz zur Ausarbeitung von
Sicherheits=
plänen mit der Begründung umgewandelt würde, daß
über=
haupt keine Abrüſtung möglich ſei.
Der Wert von Sicherheitspakten beruhe nicht auf der
Tat=
ſache des Verſprechens, ſondern auf der Gewißheit, daß die
Unterzeichner im Ernſtfall ihn poſitiv erfüllen. Unter dieſen
Geſichtspunkten könne in einer begrenzten Garantieverpflichtung,
wie im Locarnovertrag, größerer und praktiſcherer Wert liegen,
als in irgend einer neuen, unbegrenzten weltumſpannenden
Zu=
ſicherung; und was Locarno beträfe, ſo beſtehe doch wohl
Ein=
verſtändnis darüber, daß
die brikiſche Regierung erfüllen werde,
was ſie verſprochen habe.
WWir haben, ſo fuhr Simon fort, zu wählen zwiſchen der
ver=
bleibenden Ausſicht auf eine Vereinbarung in den von mir
an=
gegebenen Rahmen und einem völligen Zuſammenbruch dieſer
umfaſſenden Anſtrengung mit der Fokge eines unbegrenzten
Wettrüſtens und unüberſehbarer Gefahren für die Zukunft der
Welt.
Die britiſche Regierung iſt entſchloſſen, ihre ganze Tatkraft
und ihren ganzen Einfluß dafür einzuſetzen, daß ein allgemeines
internationales Abkommen über die Rüſtungen zuſtandekommt,
wenn ein ſolches Abkommen unter den beſtehenden Umſtänden
irgendwie herbeigeführt werden kann.
Wir werden uns nicht hergeben, fuhr Simon fort, zu der
endloſen Fortſetzung verſchwommener und zielloſer Erörterungen,
die nur durch die ſanguiniſche Hoffnung gerechtfertigt wären,
daß trotz allem noch irgend eine Art Löſung auftauchen wird.
Wir ſind überzeugt, daß ein derartiges Verfahren dem
Völker=
bunde und dem ganzen Begriff wirkſamer internationaler
Aktionen großen und zunehmenden Schaden zufügen würde.
Der Völkerbundsgedanke hat ſchon ſchwer genug gelitten durch
die Veranſtaltung totgeborener Konferenzen. Außerdem würden
wir, wenn die Abrüſtungskonferenz nur zu Zwecken der
Diskuſ=
ſion am Leben erhalten würde, uns den Weg zu allen neuen
Anſtrengungen verſchließen, die etwa notwendig werden ſollten.
Die Regierungen können von einer Behandlung der Abrüſtung
nicht durch das hohle Argument abgehalten werden, daß in
Genf noch eine Konferenz tagt.
Zum Schluß ſeiner Rede regte Simon an, auf jeden Fall
einige Punkte, die dazu reif ſeien, in die Form eines
Ab=
kommens zu bringen, nämlich 1. den chemiſchen Krieg, 2. die
Offenlegung der Rüſtungsausgaben, 3. die Einſetzung einer
ſtändigen Abrüſtungskommiſſion.
Sir John Simon begrüßte ferner den geſtrigen Vorſchlag
von Norman Davis hinſichtlich der Herſtellung und des Handels
mit Waffen und Munition. Er regte in dieſem Zuſammenhang
an, daß zunächſt die Konvention von 1925 ſofort ratifiziert
und in Kraft geſetzt werde.
Barthou „vergreift” ſich.
Ausfälle gegen Deutſchland und England.
Barthou ſtellte am Anfang ſeiner Rede feſt, daß die Stunde
der Entſcheidungen gekommen ſei. Im weiteren Verlauf ſeiner
Ausführungen verſteifte ſich der franzöſiſche Außenminiſter auf die
Mächteerklärung vom 14. Oktober v. J., welche bekanntlich den
direkten Anlaß zum Austritt Deutſchlands aus der
Abrüſtungs=
konferenz bildete. Dieſe Einigung der Großmächte könne durch den
Austritt Deutſchlands aus der Konferenz nicht ungültig werden.
Barthou hielt es dann für angebracht, ſeines Kollegen Simon
mit ironiſchen Bemerkungen zu bedenken und gegen das abweſende
Deutſchland Angriffe zu richten. Deutſchland, ſagte Barthou,
ſei durch ſeine Abweſenheit anweſend. Die
fran=
zöſiſche Note vom 17. April habe die Tür für Verhandlungen
nicht zugeſchlagen, aber in dem Augenblick, als Frankreich mit
England über Ausführungsgarantien verhandelte, ſei das deutſche
Budget mit ſeiner ſtarken Erhöhung der Rüſtungsziffern — um
von den anderen gar nicht zu reden — erſchienen. Barthou
ver=
ſuchte hier die ganze Schuld auf Deutſchland abzuwälzen, das —
wie er erklärte — brüsk und brutal die Konferenz verlaſſen habe,
aufrüſte und jetzt der Konferenz ſeinen Willen aufzwingen wolle.
Innerhalb Deutſchlands, dem Lande, dem auch er ſeine
Bewunderung nicht verſage, habe der preußiſche Geiſt
die Oberhand gewonnen und wolle auch
Frank=
reich kommandieren.
Barthou ſtellte weiter die Frage: Wer bedroht Deutſchland?
Frankreich habe durch die Verträge das erhalten, worauf es
An=
ſpruch hatte, und bei den jetzigen Saarverhandlungen gehe es in
verſöhnlichem Geiſte vor. Sein Plan zur Begrenzung aller
Rüſtun=
gen ſei das Memorandum vom 1. Januar 1934.
(Fortſetzung auf Seite 2, erſte Spalte.)
Die Flagge vom Skagerrak.
Von
Fregattenkapitän Förſte.
Am Morgen des 31. Mai eines jeden Jahres ſteigt mit
Flaggenparade in den Maſten der Schiffe der Reichsmarine die
alte Kriegsflagge, die in der Skagerrakſchlacht über uns
ge=
flattert hat, in die Höhe und bleibt dort wehen bis zum
Sonnenuntergang.
Schon wenige Jahre nach dem Kriege, mitten in einer Zeit,
in der die Erinnerung an Heldentaten nichts galt und die
Ehr=
furcht vor den Opfern des großen Krieges als unzeitgemäß
ab=
getan wurde, hat ſich die Reichsmarine dieſe Tradition gegen
alle Widerſtände ertrotzt und damit auch äußerlich ſichtbar
an=
geknüpft an die Taten und Leiſtungen des Seekrieges.
Die Flagge vom Skagerrak ruft nicht nur die Teilnehmer
an jener gewaltigen Seeſchlacht zuſammen. Weit darüber
hin=
aus iſt der 31. Mai der Erinnerungstag geworden für die
An=
gehörigen aller Dienſtzweige und Dienſtſtellen der alten Marine
und der Reichsmarine. Wahrhaft weltumſpannend iſt die
Tätig=
keit der Marine während des Krieges geweſen. Auf allen
Meeren haben deutſche Kriegsſchiffe geſtritten, und die tropiſchen
Gewäſſer wie das Eismeer haben deutſche Seeleute, kämpfen
und ſterben ſehen. Daher wird an dieſem Tage die Erinnerung
wach an die großen und kühnen Taten des Seekrieges, an
Schlachten und Gefechte, aber auch an den kleinen täglichen
Kampf mit Minen und Fliegern, mit Sturm und Kälte. Wir
gedenken voll Stolz der großen Führer und ihrer tapferen
Be=
ſatzungen, wir vergeſſen aber auch nicht jenen unbekannten
Soldaten der See, von dem kein Schlachtbericht ſchreibt und
deſſen Grab das weite Meer iſt. Ueber den Toten des
See=
krieges haben ſich die ewig bewegten Fluten der Ozeane
ge=
ſchloſſen. Kein Grabmal bezeichnet ihre Ruheſtätte; aber wenn
am Skagerraktage die alte Flagge im Winde knattert und
ſchlägt, dann iſt es wie ein Gruß der gefallenen Kameraden
an uns Ueberlebende und ein Verſprechen von uns, ſie nicht
zu vergeſſen. —
Mehr noch will uns die wehende Flagge an dieſem Tage
ſagen. Wir wiſſen, daß die Marine, als ſie in den Krieg trat,
nicht wie das deutſche Heer auf eine alte Ueberlieferung und
auf die Erfahrungen früherer ſiegreicher Kriege zurückblicken
konnte. In wenigen Jahrzehnten aus den beſcheidenſten
An=
fängen heraus entwickelt, wurde ſie durch den Kampf mit der
größten Seemacht vor eine ungeheure Aufgabe geſtellt. Wenn
die Marine dieſe gewaltige Probe in Ehren beſtehen konnte, ſo
war es nicht das launiſche Kriegsglück, das ihr zur Seite
ge=
ſtanden hat. Es war auch nicht allein der Mut und der
An=
griffsgeiſt von Führer und Beſatzungen. Sondern die
zahlen=
mäßige Unterlegenheit gegenüber einem tapferen Gegner und
die denkbar ungünſtige geographiſche Lage wurde ausgeglichen
durch das größere Können und die gründlichere Ausbildung
der Beſatzungen und durch das beſſere Material unſerer Schiffe,
Und all dies, war das Ergebnis von jahrzehntelanger
plan=
voller und harter Arbeit.
An Bord und auf dem Schießplatz, im Konſtruktionsbüro
und in der Werkſtatt, am Schreibtiſch und in den Werften iſt
das Schwert der deutſchen Flotte geſchmiedet worden. Jeder hat
ſeinen Anteil daran: Offizier und Mann, Konſtrukteur und
Handwerker, Beamter und Arbeiter, Behörde und Induſtrie.
In ununterbrochener harter Ausbildungsarbeit, die oft bis an
die Grenze der menſchlichen Leiſtungsfähigkeit ging, wurden die
Beſatzungen auf ihre Kriegsaufgaben vorbereitet. Nichts iſt
be=
zeichnender für dieſe Zeit des Aufbaues als das bekannte
grimmig=humorvolle Wort des geſtrengen und doch ſo verehrten
alten Admirals: „Der Tag hat 24 Stunden; und wenn das
nicht reicht, ſo nehmen Sie noch die Nacht hinzu.”
So entſtand das machtvolle Inſtrument der deutſchen Flotte
aus ſinnvoller und unermüdlicher Zuſammenarbeit ſchaffender
Menſchen. Mit dieſem ſcharfen Schwert erſtritt Admiral Scheer
vorm Skagerrak in heißem Kampf gegen einen an Zahl weit
überlegenen Gegner den Siegeslorbeer für ſich und ſeine
Be=
ſatzungen. Wenn wir daher dieſes Schlachtentages und all der
anderen großen Tage des Seekrieges gedenken, ſo vergeſſen
wir daneben nicht die gewaltige Leiſtung des Aufbaues unſerer
Flotte, zu der weit über den Kreis der Marine hinaus deutſche
Männer ihr Beſtes, ihr Können und ihre Arbeitskraft
gegeben haben.
Als die Reichsmarine ihre Ueberlieferung anknüpfte an die
Taten des großen Krieges, übernahm ſie damit auch die heilige
Verpflichtung zu treuer und ſelbſtloſer Arbeit an unſerer
deut=
ſchen Sache. Lange Jahre nach dem Kriege hat die Marine,
ebenſo wie die ganze Wehrmacht ihren Dienſt mit dem bitteren
Gefühl des Unverſtandenſeins verrichtet. Aber nun, wo die
deutſche Arbeit wieder geehrt und geadelt worden iſt, nun
fühlen wir froh und beglückt, daß auch unſere Arbeit wieder
überall im Vaterland verſtanden wird. Doppelt freudig wollen
wir unſeren Dienſt verrichten und den Dank an den Führer
wollen wir abſtatten, indem wir ihm unter der wehenden Flagge
vom Skagerrak verſprechen, uns von niemand übertreffen zu
laſſen in Erfüllung unſerer Pflicht gegen Reich und Vaterland
und in unſerer Treue zu Führer und Volk!
Seite 2 — Nr. 148
Barkhou „vergreift” ſich.
Ausfälle gegen Deukſchland und England.
(Fortſetzung von Seite 1, zweite Spalte.)
Zur Sicherheitsfrage übergehend, erklärte Barthou, das
Pro=
blem der Sicherheit ſei nicht gelöſt, ſondern nur aufgeworfen. In
der geſtrigen Rede Litwinows ſeien Stellen, denen er nicht ohne
weiteres zuſtimmen könne, aber der Sicherheitsgedanke
durch=
dringe die ganze Rede. Man brauche nicht ſehr weit in der
Orga=
niſierung der Sicherheit zu gehen, wenn man weitergehe als Sir
John Simon. Seit der Rede Litwinows habe die Idee der
Sicher=
heit aber Fortſchritte gemacht.
Vertagung des Haupkausſchufſes.
Vom Präſidenten der Abrüſtungskonferenz Henderſon wurde
am Mittwoch abend mitgeteilt, daß die einzelnen Delegationen
ihn gebeten hätten, ihnen etwas Zeit zur Prüfung der
gegen=
wärtigen Lage zu geben, und daß er infolgedeſſen beſchloſſen
habe, daß der Hauptausſchuß erſt wieder am Freitag nachmittag
zuſammentreten ſoll.
Die Rede des franzöſiſchen Außenminiſters hat namentlich
durch die Schärfe ihrer Jronie, mit welcher er mehrfach Simon
bedachte, auf der Konferenz allgemein überraſcht. In der
Er=
wähnung des ſogenannten Preußengeiſtes erblickt man ſowohl
in engliſchen, italieniſchen und amerikaniſchen, als auch in
neu=
tralen Kreiſen eine unſtaatsmänniſche Handlung, wenn nicht
ſogar dieſe Bemerkung als eine Einmiſchung in innerdeutſche
Verhältniſſe betrachtet werden muß. Da die beiden Reden von
Simon und Barthou nur ſehr beſcheidene Anſatzpunkte zu
einet poſitiven Arbeit enthielten, iſt in Genf die Ungewißheit
über die Zukunft der Abrüſtungskonferenz nach dem heutigen
Tag größer als je.
Ein Brief Knox” an den Völkerbund.
DNB. Genf. 30. Mai.
Der Generalſekretär des Völkerbundes übermittelte am
Mitt=
woch dem Völkerbundsrat und den Mitgliedern des Völkerbundes
einen Brief des Präſidenten der Regierungskommiſſion des
Saar=
gebiets, Knox, den dieſer gleichzeitig mit einer Beſchwerde der
verſchiedenen Induſtriellen und wirtſchaftlichen Organiſationen
der Saar dem Sekretariat zugeſtellt hat. In dieſer Beſchwerde,
die ſeinerzeit ſchon in Deutſchland veröffentlicht wurde, war auf
die ſchwerwiegenden Folgen einer Verſchleppung der
Entſchei=
dung über die Saarabſtimmung für das wirtſchaftliche Leben im
Saargebiet hingewieſen worden.
Präſident Knox äußert in ſeinem Begleitſchreiben dazu
fol=
gendes: Die Regierung verkennt keineswegs den
niederdrücken=
den Einfluß, den die mit der gegenwärtigen Lage verbundene
Ungewißheit auf die Wirtſchaft des Saargebiets ausübt; da
in=
deſſen die Feſtſetzung des Datums der Volksabſtimmung einzig
von den Entſchlüſſen abhängt, die der Völkerbundsrat ſpäter
faſſen wird, ſo kann die Regierungskommiſſion dieſe Forderung
nicht einfach unterſtützen, da ſie nicht in der Lage iſt, die tieferen
Gründe zu beurteilen, die den Völkerbundsrat bei ſeinen
Be=
ſchlüſſen leiten können.
Aufhebung
der diplomakiſchen Sonderverkrekungen
Preußens und Bayerns beim Heiligen Sluhl.
DNB. Berlin, 30. Mai.
Amtlich wird mitgeteilt:
Nachdem durch das Geſetz über den Neuaufbau des Reiches
vom 30. Januar 1934 die Hoheitsrechte der Länder auf das Reich
übergegangen ſind, iſt auch das Geſandtſchaftsrecht, das ihnen
nach der Reichsverfaſſung vom 11. Auguſt 1919 für den Verkehr
mit dem Heiligen Stuhl noch verblieben waren, erloſchen. Damit
entfällt die Rechtsgrundlage für die fernere Aufrechterhaltung
der diplomatiſchen Sondervertretungen Preußens und Bayerns
beim Heiligen Stuhl. Die Reichsregierung hat daher mit Wir=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Vom Tage.
Der Reichspräſident empfing geſtern den deutſchen Botſchafter
in Paris, Köſter.
Reichswehrminiſter Generaloberſt von Blomberg hat
folgen=
den Befehl erlaſſen: „Ich verbiete jedem Angehörigen der
Wehr=
macht, auch Arbeitern, Angeſtellten und Beamten, die
Zugehörig=
keit zu Freimaurerlogen und ähnlichen Organiſationen. Wo eine
derartige Bindung beſteht, iſt ſie umgehend zu löſen. Eine
Nicht=
befolgung dieſes Verbotes iſt als Grund für friſtloſe Entlaſſung
anzuſehen.”
Kirchenamtlich wird mitgeteilt: Der Reichswalter der
Deut=
ſchen Evangeliſchen Kirche, Miniſterialdirektor Jaeger, hat als
Referent für die Fragen der theologiſchen Vor= und Weiterbildung
Paſtor Otto Leigmann in die Kirchenkanzlei berufen.
Der Präſident des Deutſchen Roten Kreuzes hat die Führerin
der NS. Frauenſchaft, des Deutſchen Frauenwerkes und des Frauen=
Arbeitsdienſtes, Frau Scholtz=Klink. zur Führerin des
neugeſchaf=
fenen Reichsfrauenbundes des Deutſchen Roten Kreuzes berufen.
Am Dienstag, den 12. Juni, beginnt vor dem Berliner
Schwur=
gericht der neue Prozeß wegen der Ermordung des Sturmführers
Horſt Weſſel. Es werden ſich zu verantworten haben: Peter Stoll,
Sally Ebſtein und Hans Ziegler. Für die Verhandlungsdauer
ſind drei Tage vorgeſehen.
kung vom 31. Mai d. J. die bayeriſche Geſandtſchaft beim
Hei=
ligen Stuhl aufgehoben und die Sonderbetrauung des deutſchen
Botſchafters beim Heiligen Stuhl als Geſandten Preußens zum
gleichen Zeitpunkt zurückgezogen. Das Deutſche Reich wird
dem=
nach ſeiner Vereinheitlichung entſprechend künftig auch beim
Hei=
ligen Stuhl ausſchließlich durch ſeinen Botſchafter vertreten ſein.
*
Pohinr der Gegeitjäye.
A Paris, 30. Mai.
Die außenpolitiſche Debatte in der franzöſiſchen Kammer
wurde ſo beſchränkt und ſo nichtsſagend geſtaltet wie nur möglich.
Eigentlich drehte ſich alles nur um die Rede des Außenminiſters
Barthou, und die Auseinanderſetzung der Parteien war nur ein
Schein. In außenpolitiſchen Fragen können ja die Regierungen
in Frankreich immer auf die Diſziplin der Parteien rechnen.
Und diesmal war es ja der Regierung ſowohl aus
innenpoliti=
ſchen Gründen wie auch mit Rückſicht auf die außenpolitiſche
Situation beſonders wünſchenswert, einer ernſten Debatte aus
dem Wege zu gehen. Trotzdem konnte man aus dem Grundton
der Beratungen und aus der Rede Barthous ſelbſt die
Gegen=
ſätze, die in den außenpolitiſchen Fragen in Frankreich latent
vorhanden ſind, herausfühlen.
Barthou ſagte in ſeiner Rede nichts, was man nicht auf
Grund ſeiner bisherigen Haltung hätte erwarten können. Im
übrigen war ſeine Rede ein Plädoyer, in dem er ſeine Methoden,
von denen er weiß, daß ſie nicht von allen gutgeheißen werden,
verteidigte. Seine wichtigſte Behauptung in dieſem Sinne war,
daß er nur die Außenpolitik ſeiner Vorgänger fortſetzte. Das
ſtimmt ganz und gar nicht. Es iſt charakteriſtiſch, daß die
Rechts=
preſſe die Dinge ſo darzuſtellen ſucht, als ob er damit nur einen
Höflichkeitsakt den Radikalen gegenüber machen wollte, vor allem,
um die Regierung nach links hin zu kräftigen. Es iſt ſonderbar,
dieſer „Höflichkeitsakt” bildet das Leitmotiv der ganzen Rede.
Ueber die Frage, wie viel oder wie wenig die Vorgänger
Barthous zu der Verſtändigung in Europa beitrugen, könnte man
manches ſagen. Aber im Augenblick kommt es nicht darauf an.
Tatſache iſt, daß, ſeitdem am Quai d’Orſay die von Barthou
— und Doumergue — diktierte Richtung herrſcht, alle Gegenſätze
in Europa ſich verſchärft haben. Feſt ſteht auch, daß, wenn Herr
Barthou wirklich nur die Methoden ſeiner Vorgänger anwendet,
er dabei von einem beſonderen Mißgeſchick verfolgt wird.
Die franzöſiſche Außenpolitik erleidet Niederlagen, die ihr
unter Paul=Boncour und Daladier erſpart blieben. Sie
ver=
ſtrickt ſich in Komplikationen, die dem franzöſiſchen
Gedanken=
kreis ſonſt ſo fern liegen, daß ſie vom Durchſchnittsfranzoſen gar
nicht begriffen werden. Es iſt Frankreich nicht gelungen, in der
Abrüſtungsfrage England und Italien weſentlich zu beeinfluſſen.
Die Betonung der Bündnispolitik brachte nur Enttäuſchungen
und neue Belaſtungen, und in der Saarfrage hat ſich Frankreich
in eine Sackgaſſe verrannt. Als einziges Poſitivum konnte
Bar=
thou all dem nur die ruſſiſche Freundſchaft gegenüberſtellen, doch
darüber iſt die Liſte der Bedenken in Paris ſchier endlos.
Eeiligten Neutrall
ma ngt haben.
Die Vorausſ
arsaktion war
gegeben wu
Donnerstag, 31. Mai 1931
Aufziehen der Skagerrak=Wache
in der Reichshaupkſtadk.
ſt
DNB. Berlin, 30. Mai.
Umjubelt und begleitet von Tauſenden von Zuſchauern von
Moabit bis zum Ehrenmal und wieder zurück zur Kaſerne, ſ.0
marſchierten unſere 150 blauen Jungen vom Kreuzer „Köln”, diſf ſ30h
Skagerrak=Wache, am Mittwoch, am erſten der drei Ehrentaggu
Eu=
unter Führung des Kapitänleutnants Geßler durch Berlin zum 9M
Ehrenmal unter den Linden, zum Reichspräſidentenpalais unw
z würde
zum Reichswehrminiſterium. Pünktlich um 12.30 Uhr erſchieners 6!
Gegen!
die Matroſen am Brandenburger Tor. Mit „Deutſchland, Deutſcht 8!
auch
land über alles” hielt der Muſikzug unter Führung des Mariner w.t
meh=
muſikmeiſters Schumann ſeinen Einzug.
te ih
Vor dem Ehrenmal, wo die Vergatterung ſtattfand, ſah mag
bunden
eine vieltauſendköpfige Menge, die die Ehrenwache mit dem dentn
den ihre ei
ſchen Gruß empfing. Nach der Ablöſung ſpielte die Kapelle dan
müßte.
Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied und marſchierte dann die Lim; W. dun die Verſchu
den durch zum Reichspräſidentenpalais. Der Reichspräſidemr
ft doch eigentl!
wohnte dem Vorbeimarſch der Marinewache und der Ablöſung den Eoch wurde, die
Wache vom Fenſter des Erdgeſchoſſes aus bei. — Die nicht zun 8. 30eé aufgezwung
Wache kommandierten Mannſchaften marſchierten ohne Aufenty filichtungen
halt weiter zum Reichswehrminiſterium, wo ebenfalls die dovü eisſun, ja geradezt
tige Wache von der Marine übernommen wurde. — Am Donnerss Ariuionsverpflichtu
tag, den 31. Mai, und Freitag, den 1. Juni, zieht die Wache dens nu der zum Neu
gleichen Weg wie am Mittwoch.
„Erganzung
wendet wur
ahlt. Uebrig
2
arationslaſt
Pariſer Unklarheiken.
Autznießer der 9
Das franzöſiſch=ikalieniſche Problem. — Der Kanufft P zurüdgchilten
zweier Generakionen.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 30. Mai. jillung und A
Frankreichs Verhältnis zu Italien gab im Hinblick auf da ß pureliſch immer
verſchiedenartigen Freundſchafts= und andere Manifeſtationen xu 0ochen, aber nie
widerſprechenden Erörterungen Anlaß. Es iſt nicht das weſemnpteit iſt, daß es
liche dabei, daß ſich in jede franzöſiſch=italieniſche Freundſchaft / M-ch ausgepobert
kundgebung eine diſſonante Note miſcht, ſei es der Verſuch einen mm ſeit Jahr un
Attentats oder die Akkorde der fasciſtiſchen Hymne, die üb g cung hingewieſe
Nizza, Savoyen und Korſika manches enthält, was den frag u beinahe, al.
zöſiſchen Ohren mißfällt. Es kommt darauf an, daß man än ie noch zu
Paris ſelbſt nicht mehr weiß, welchen Ton mamru:der in den
der italieniſchen Frage gegenüber einſchlagen cendelt wurde, eit
muß.
zu einzelnen
Es iſt ein der franzöſiſchen Außenpolitik ar den eigen
haftender Fehler, realpolitiſche Gegenſättenmen will, w
durch Manifeſtationen ſentimentaler Naturbichtungen in
überbrücken zu wollen. Das hat ſchon oft zu En=. als ob wir d
täuſchungen geführt; mit Italien ſchon allzu oft. Darum hiſtenn ſich die
Erke=
man jetzt ſelbſt offiziöſe Stimmen, die betonen, daß das gu iüyen Unterſtützun
Verhältnis zu Italien auf gemeinſamen Intereſſen, geographiſche —5s hat auch ga
Notwendigkeiten und nicht auf die Verwandtſchaft der beidc m, der Berliner
Völker und Kulturen beruhe. Das Kliſchee von den beidc’y=täuſchung
lateiniſchen Schweſtern iſt ſchon zu abgenützt. Aber man ſieſtnt aſtung der
Be=
auch die gemeinſamen Intereſſen nicht. Und was man auch Tonmung gebracht,
Paris offiziös behaupten mag, das franzöſiſch=it ſexmbwarten, un
lieniſche Problem bleibt trotz der hin= und herſchwanlelenſare Gläubige,
den Stimmungen in der Tagespolitik ungelöſt.
Juli alle
Dieſelbe Unklarheit herrſcht gegenwärtig auch indu arden — nicht
Innenpolitik. An der Oberfläche ſieht man nur die Kuv i4 ſondern nur
gebungen zugunſten des Burgfriedens und der Regierwmer Geld i
Doumergue. Hinter den Kuliſſen ſcheint es aber:jitauſchen.
gären. Die Schwierigkeiten überſteigen die Parteirahmen; / Immerhin, rei
handelt ſich im weſentlichen um die Finanzpolitik Germalleit sbank erziel
Martins, die vielen in jeder Beziehung „reaktionär” erſches belungen, zu
und darüber hinaus um den Kampf zweier Gemte heit der
rationen. Der Marxismus als ſolcher erſcheint in Fra ſtn den Bew
reich überwunden; die Kräfte, die ſich um ihn ſcharten, füry. Die Glt
aber noch vorhanden.
ſur3 über di
Auf allen Seiten machen ſich noch unausgereifte fasciſti Mel geweſen
Tendenzen bemerkbar und die Regierung des Burgfriedk” mſt Transf
wird immer öfter ohne Höflichkeit als eine Regierung=hn von der
Greiſe bezeichnet. Jedermann iſt ſich einig darüber, daß EMſ
etwa=
politiſche Leben reformiert werden muß. Die Frage iſt raniſſe Honk hat
wer und in welchem Sinne er es reformieren wird. Zur Z/1, ffür die
erſcheint die Lage der Regierung in der Kammer noch güntieeni ſen, durch
Eine oppoſitionelle Strömung macht ſich aber immer mehr /Z0, wo
merkbar, welche den linken Flügel der radikalen Partei TAAm ſt, konn
einen großen Teil der, offiziell noch „prinzipientreuen” Soziali 13/kx und da
umfaßt und ſowohl bei den Gewerkſchaften als auch bei Rnung ein
von der Sparpolitik bedrohten Wirtſchaftskreiſen Unterſtütz z107)
findet.
Der künfkige Generalinkendank
über die nächſte Spielzeit des Heſ. Landeskheakers.
Generalintendant Franz Everth, der künftige Leiter
des Heſſiſchen Landestheaters, gab uns geſtern Gelegenheit, mit
ihm über die Arbeit und die Pläne für die kommende
Spiel=
zeit des Heſſiſchen Landestheaters zu ſprechen. Nicht
weit=
ſchweifige programmatiſche Ideen waren es, die Herr
General=
intendant Everth dabei entfaltete, ſondern ein klarer handfeſter
Plan, aus dem — wie aus all ſeinen Aeußerungen — zu
ent=
nehmen war, daß es ihm vor allem darauf ankommt, ein
ge=
ſundes, lebendiges, blutvolles, gutes Theater zu ſchaffen. Was
die Einzelheiten des Spielplans, deren wichtigſte wir hier kurz
mitteilen, angeht, muß geſagt werden, daß es ſich dabei um den
vorläufigen Entwurf handelt, der natürlich noch manche
Ab=
änderungen erfahren kann.
Im Schauſpiel, das vorausſichtlich mit einer Egmont=
Auf=
führung eröffnet wird, ſollen die Klaſſiker durchaus im
Vordergrund ſtehen und beſonders gepflegt werden. Da man
an Stelle eines verwöhnten und überſättigten mit einem friſchen
und teilweiſe neuen Publikum rechnet, ſoll der Anfang mit den
gangbarſten Klaſſikern gemacht werden, indem Stücke wie etwa
Minna von Barnhelm, Kabale und Liebe, Egmont uſw.
auf=
geführt werden. Shakeſpeare, Leſſing, Schiller, Kleiſt, Hebbel
werden in der erſten Spielzeit vertreten ſein, auch Ibſens „Peer
Gynt”, als ein faſt klaſſiſch zu nennendes Stück, das ſeinen
Wert in jeder Zeit hat, iſt vorgeſehen, außerdem Ibſens
„Volksfeind”
Was ſich die neue Leitung des Landestheaters beſonders
angelegen ſein laſſen will, iſt die Schaffung eines feſten,
vollwertigen Enſembles. Die Darſteller ſollen
Gelegen=
heit haben, ſich wirklich einzuſpielen, ſie ſollen nicht jedes Jahr
wechſeln. Auf dieſen Punkt legte Generalintendant Everth
be=
ſonderes Gewicht. Ein anderer Grundſatz, zu dem er ſich
be=
rannte, iſt die Pflege des Wortes und die Ablehnung des
Senfationellen: man wird keine Jagd auf Uraufführungen
machen, die Regie wird ſich nicht eigenwillig vor das Stück
drängen uſw. Daß man trotzdem die großen Neuerſcheinungen
berückſichtigt, verſteht ſich von ſelbſt. Von ſolchen ſind in
Aus=
ſicht genommen: Fr. Forſters „Widukind”, des Schleſiers Kaergel,
„Hockewanzel”, Presbers „Frühſtück von Rudolſtadt” Selma
Lagerlöfs „Onkel Theodor”, die von ihr ſelbſt vorgenommene
Dramatiſierung ihres „Flaumvögelchens”. — Beim Luſtſpiel iſt
an ſaubere, harmloſe Stücke gedacht, die möglichſt eines tieferen
Sinnes nicht ganz entbehren. Neben Luſtſpielen älteren Datums
ſollen aufgeführt werden: „Das lebenslängliche Kind” von
Robert Neuner, „Seiner Gnaden Teſtament” von Ajalmar
Berg=
mann, „Wenn der Hahn kräht” von Hinrich.
Die Oper wird in vollſtändiger Neu=Inſzenierung folgende
Werke bringen: Triſtan, Tannhäuſer, Figaros Hochzeit, Fidelio,
Königskinder, Tosca, Macbeth, Frau ohne Schatten, Martha,
Hoffmanns Erzählungen. Als Uraufführungen: „Die kaukaſiſche
Komödie” von Wartiſch und „Der Tod des Johannes A. Pro”
von Wolfgang Riedel. Außerdem: Der Ring, Aida, Madame
Butterfly, Tiefland, Undine, Roſenkavalier.
Für das Kleine Haus, das auch für das Schauſpiel,
ſoweit es techniſch möglich iſt, bevorzugt werden ſoll, ſind
vor=
geſehen: „Die Welt auf dem Monde‟ „Der Poſtillon‟ „Die
Nürnberger Puppe‟ „Der Dorfbarbier” „Die Freunde von
Salamanca” (mit Schubertſcher Muſik); an klaſſiſchen Operetten
„Der Bettelſtudent”, „Die Fledermaus”, endlich ein neues
Sing=
ſpiel „Aennchen von Tharau” von Bruno Hardt=Warden.
Ueber die einzelnen Mitglieder des Schauſpiels und der
Oper deren Engagements ſämtlich von der neuen Leitung
ab=
geſchloſſen worden ſind, werden ſpäter genauere Mitteilungen
folgen. Oberſpielleiter des Schauſpiels und Heldendarſteller iſt
Herr Jochen Poelzig aus Köln, Oberſpielleiter der Oper
Dr. Bruno Heyn aus Berlin, für das Luſtſpiel Herr
Heinz Stieda. Dramaturgen ſind die Herren Dr.
Dol=
linger und Dr. Bartſch von den Münchener Kammerſpielen.
Als zuſammenfaſſenden Grundſatz bezeichnete Herr
General=
intendant Everth ſein Beſtreben, ein feſtes Gerüſt aus dem
beſten überlieferten Gut aufzubauen, in das das Moderne ſich
einfügen kann. Wenn er ſich außerdem zur verpflichtenden
Tradition des Heſſiſchen Landestheaters, das ſeinem 125.
Jahr=
gang entgegengeht, bekannte, ſo haben wir wohl Grund, der
kommenden Spielzeit mit hoffnungsvoller Erwartung entgegen=
*
zuſehen.
Furtwänglers Wagner=Konzerke in Paris.
Ein großer Erfolg.
In der Großen Oper fand am Dienstag unter Wilhelm
Furtwänglers Stabführung die erſte der vier Wagner=
Auf=
führungen in deutſcher Sprache, und zwar „Triſtan und Iſolde‟
mit weſentlich Bayreuther Beſetzung ſtatt. Die Aufführung
ge=
ſtaltete ſich zu einem großen Erfolg für den deutſchen
Dirigen=
ten und die Sänger. Nach Schluß der Aufführung mußten
Furtwängler und die Hauptmitwirkenden, Frieda Leider, Frau
Rünger, Alexander Kipnis, Herbert Janßen und Albert
Mel=
chior, ſich immer wieder dem begeiſterten Publikum zeigen.
Als der deutſche Generalkonſul Dr. Nachtigal, mit de‟
Name die Erwerbung der erſten deutſchen Kolonien für imA
verknüpft iſt, ſich auf Befehl der Reichsregierung im Mal
* Die Wektfahrk nach Kamerun.
Eine Anekdote aus der deutſchen Kolonialgeſchichte.
nach der Weſtküſte Afrikas einſchiffte, legten ſich die Geſie=ſſu
im engliſchen Kolonialminiſterium in ernſte Falten. Si
glaubte in London einfach nicht daran, daß ein hoher deuf:M
Diplomat nur zu dem Zwecke ausgeſandt werde, die an
ſchiedenen Punkten der Weſtküſte entſtandenen Reibereien zwiſ.9n
den dort Handel treibenden deutſchen Kaufleuten und den an
geborenen zu ſchlichten. Außerdem hatte man dabei das M.ig
hagen des ſchlechten Gewiſſens — denn dieſe Streitigle ſ ſc
waren von engliſcher Seite nicht ungern geſehen, ja geſorn
Rn=
worden. Aber dieſe kleinen Kabalen hatten nicht viel gehl.
Kurz vorher hatte der Bremer Kaufmann Lüderitz an der 94
weſtküſte Afrikas nicht nur Land für eine Niederlaſſungs
worben, ſondern auch Verträge mit den eingeborenen
Ha=
lingen abgeſchloſſen, die als erſter Schritt für die Erwer,
einer deutſchen Kolonie an der Weſtküſte gedeutet werden kon.-
Jetzt fing man in London an in alten Akten zu kramen 4
fand glücklich auch einige Fetzen Papier, die angeblich —
Rechte Englands auf die von Lüderitz erworbenen Landl.
beweiſen ſollten. Aber Fürſt Bismarck ließ ſich nicht ins 2
horn jagen — er befahl einfach zwei deutſche Kriegsſchiſſe
hin und ließ an allen wichtigen Punkten der Südweſtkun.
deutſche Fahne hiſſen. Dieſer Huſarenritt hatte die Z0p
Londoner Miniſterium wackeln machen. Und nun ſchon ie
dieſe Reiſe Dr. Nachtigals! Gefahr war alſo im Verzut.
war noch unbeſetztes Land, wo ſaßen deutſche Kaufleut,
man zutrauen konnte, daß ſie ähnliche Pläne hane..
Lüderitz ſie glücklich ausgeführt?
Als man nun, zu ſpät, um Südweſtafrika für die eſl=
Herrſchaft zu retten, aber — ſo glaubte man in London *
ſtens — nicht zu ſpät, um drohenden Gefahren für die 7
Weltherrſchaft an anderen Plätzen entgegenzutreten, Die
wälzte, bekam das ganze Miniſterium auf einmal eine”
geringen Schrecken. Ein Referent fand nämlich ein Auie
das man als nicht eilig abgelegt hatte, deſſen Jnya‟
gerade in dieſem Augenblick von beſonderer Bedeutung
Es waren nämlich darin: Beſchwerden engliſcher Kauſlen”
das Vordringen des deutſchen Handels im Golfe von.”
und — eine Eingabe der Häuptlinge aus dieſem Gebieh."
bereit erklärten, ihre Länder unter engliſchen Schutz zu.
brnerstag, 31. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
undente
Paris, 44
b im Hindſt.
kre Manifeſt.
iſt nicht MN
ieniſche
e8 der Ant
ben Kymn,
nthält, muß g
uf au, di
welchen?
aher einſ
Das neue Transfer=Proviſorium.
Eine ſchwere Enkkäuſchung.
Auich das Transferproblem gehört zu der höchſt
unerfreu=
i Erbmaſſe des Verſailler Syſtems. Inſofern beſteht ein
junrer Zuſammenhang und eine Paralelität zwiſchen den
Ab=
nüugsverhandlungen in Genf und den Transferverhandlungen
jnzrlin. Nur daß man eine Zeit lang glauben durfte, mit
MPankiers würde vernünftiger zu reden ſein als mit den
Aßatſckern der Gegenſeite. Aber das hat ſich als Irrtum
her=
gue tellt. Denn auch dieſe Bankiers ſind heute keine
geaf leude mehr, ſondern ſie ſind politiſche
gßuaftragte ihrer Regierungen, an deren
Wei=
ſ ſer ſie gebunden und infolgedeſſen behindert ſind, den Weg
zuehen, den ihre eigene wirtſchaftliche Einſicht eigentlich
vor=
ſthen müßte.
denn die Verſchuldung Deutſchlands, ſo wie ſie heute
be=
ſ/ iſt doch eigentlich daraus entſtanden, daß der Verſuch
geucht wurde, die politiſchen Schulden, die uns in
Auilles aufgezwungen wurden nachträglich in
Privat=
pupflichtungen umzuwandeln. Deshalb wurde uns Geld
gehen, ja geradezu aufgedrängt, nur damit wir unſeren
Rſerationsverpflichtungen nachkommen konnten. Soweit die
Gſeder zum Neuaufbau unſerer Induſtrie und
zuErgänzung unſerer Rohſtoffe kaufmänniſch
vewendet wurden haben wir ſie
zurück=
bſahlt. Uebriggeblieben iſt die umgewandelte
Rſarationslaſt, nur mit dem einen Unterſchied, daß
deſutznießer der Reparationen ſich bei dieſem Geldgeſchäft
z9 zurückgehalten haben, und zum größten Teil die ganz
umteiligten Neutralen in die Rollen der Gläubiger
hinein=
gingt haben.
die Vorausſetzung dieſer ganzen
Finanz=
iſinsaktion war aber immer, daß uns die
Möglich=
kſſ gegeben wurde, die Deviſen für die
Zins=
zalllng und Amortiſation zu verdienen. Das
iſitvoretiſch immer anerkannt worden und unzählige Mäle
bumrochen, aber nie gehalten worden. Wenn Deutſchland heute
ſol teit iſt, daß es an internationalen Zahlungsmitteln
buch=
ſtüähch ausgepovert iſt, ſo iſt das nicht unſere Schuld. Wir
hiltn ſeit Jahr und Tag auf die Zwangsläufigkeit der
Ent=
wickug hingewieſen, aber niemand hat uns hören wollen. Es
ſclnit beinahe, als wenn es wirtſchaftlich der
Welt=
hſete noch zu gut geht, ſonſt wäre die Kurzſichtigkeit,
müt der in den letzten Wochen wieder das Transferproblem
beihndelt wurde, einfach nicht zu verſtehen. Der Egoismus
ditteinzelnen Staaten iſt immer noch ſo groß, daß er
nuc den eigenen Vorteil ſieht, aber nicht
er=
killmen will, wie eng die wirtſchaftlichen
Ver=
flſehr ungen in Wahrheit ſind. Und ſo ſcheint es
bei=
naſch als ob wir den ſchweren Weg noch weitergehen müſſen,
wan ſich die Erkenntnis von der Notwendigkeit einer
gegen=
ſeſthen Unterſtützung zum Beſten aller nicht endlich durchſetzt
5 hat auch gar keinen Zweck, zu beſtreiten, daß der
Aus=
gctu der Berliner Verhandlungen für uns eine ſchwere
Efntäuſchung bedeutet. Eine finanzielle und wirtſchaftliche
Emtſung der Beziehungen hätte gewiß auch eine politiſche
Ent=
ſpümung gebracht. Wie die Dinge jetzt laufen, müſſen wir
wei=
te bwarten, und wenn nicht ein Wunder geſchieht, werden ſich
umſſee Gläubiger darauf einſtellen müſſen, daß mit dem
1. M0u li alle deutſchen Zahlungen eingeſtellt
waden — nicht aus böſem Willen, nicht aus
Zahlungsunfähig=
kerhſandern nur weil wir keine Möglichkeit haben,
umr Geld in internationale Geldmittel
um=
zutaſchen.
mmerhin, rein negativ iſt das Ergebnis, das die
Rſisbank erzielte, nicht zu werten. Es iſt zunächſt einmal
ai lingen, zu verhindern, daß ſich eine
Abwehr=
nverheit der Gläubiger gegen uns bildete. Wir
haſbe Den Beweis erbracht, daß wir vom beſten Willen beſeelt
ſiv?. Die Gläubiger haben erkennen müſſen, daß die unzähligen
Lüügrüüber die angeblich friſierten Deviſenausweiſe der Reichsbank
faſlle geweſen ſind. Es iſt auch inſofern ein Fortſchritt erzielt, als
wöſt mit Transferverhandlungen nun nicht mehr dauernd
ſozu=
ſalx von der Hand in den Mund leben, ſondern immerhin ſchon
mietwas längeren Friſten rechnen können. Die
Reisb ank hat jetzt eine vollſtändige Ruhepauſe von ſechs
Mona=
tein Für die nachher folgenden Monate iſt dann eine Regelung
geütffen, durch die nach Möglichkeit 40 Prozent in bar bezahlt
wiegen, wohlverſtanden, „nach Möglichkeit”. Wenn ſie nicht
ge=
gale iſt, kann die Reichsbank die Einlöſungspflicht jederzeit
kün=
düge und dann auch die Gläubiger, die ſich mit einer ſolchen
Ab=
weung einverſtanden erklären, mit Fundierungsbonds
bezah=
lexdie erſt nach Jahren fällig werden.
Das Ganze iſt alſo ein Proviſorium, mit dem
niemand recht zufrieden iſt. Wir können nur hoffen,
daß innerhalb dieſer Zeit die Vernunft ſich durchſetzt und dann
eine endgültige Löſung gefunden werden kann, die beide Teile
zu ihrem Recht kommen läßt und ſchon dadurch, daß ſie endgültig
dieſen Zankapfel aus der Welt ſchafft, die Vertrauensgrundlage
gibt, auf der allein ein zwiſchenſtaatlicher Handel auf die Dauer
möglich iſt.
Erſt vor wenigen Wochen hat der Präſident der Vereinigten
Staaten öffentlich erklärt, daß Zinſen von 6 bis 8 Prozent heute
unoraliſch ſind. Trotzdem halten die Gläubiger bei den
inter=
nationalen Reichsanleihen immer noch an dieſem überſetzten
Zins=
ſatz feſt. Anſtatt daß ſie ehrlich verſuchen, uns und ihnen zu
hel=
fen, haben ſie die ganez Verantwortung der Deutſchen Reichsbank
zugeſchoben, und ſie haben dieſe überhöhten Zinſen als eine
Riſiko=
prämie bezeichnet und darum keinen Grund, ſich zu beklagen, wenn
ſie dieſes Riſiko einlöſen müſſen.
Die Schweizer Preſſe zu den Berliner
Transfer=
verhandlungen.
EP. Baſel, 30. Mai.
Das Ergebnis der Berliner Transferverhandlungen wird von
den „Baſler Nachrichten” als ein Kompromiß, aber keine
Löſung bezeichnet. Die Hoffnung, daß es gelingen könnte, eine
Einheitsfront der Gläubiger herzuſtellen, ſei endgültig begraben
worden. Die Schweiz ſtehe auf dem Standpunkt, daß ihre
An=
ſprüche voll befriedigt werden müßten. Ein etwaiges Scheitern
der zu erwartenden neuen Verhandlungen zwiſchen der Schweiz
und Deutſchland wäre ſowohl im Intereſſe der beiderſeitigen
Be=
ziehungen als auch insbeſondere mit Rückſicht auf den
Handels=
verkehr zwiſchen den beiden Ländern zu bedauern. Die „
National=
zeitung” meint, daß die Schweiz und Holland die Bedingungen
Dr. Schachts, daß nur durch den Abſatz deutſcher Waren im
Aus=
land Deutſchland die nötigen Deviſen ſich beſchaffen könne zur
Bezahlung ſeiner Auslandsverpflichtungen auf das genaueſte
er=
füllten. Es müſſe deshalb unbedingt zu weiteren Verhandlungen
zwiſchen Deutſchland und der Schweiz kommen. Auch die „Neue
Zürcher Zeitung” ſchreibt, daß das Problem der Zinszahlung für
die Schweiz und Holland nur durch beſondere Verhandlungen der
ſchweizeriſchen bzw. der holländiſchen Regierung mit der
Reichs=
regierung gelöſt werden könne.
Wie das Blatt weiter erklärt, ſoll zur Bereinigung der Frage
der Reichsanleihen, die von der Behandlung auf der
Transfer=
konferenz ausgenommen waren, bald eine neue Konferenz
zuſam=
mentreten, nachdem die Reichsregierung den Treuhändern der
An=
leihen bereits mitgeteilt habe, daß ſie nicht mehr zur
Aufrechter=
haltung des Schuldendienſtes für dieſe Anleihen in der Lage ſei.
der Oberbeſehlshaber der japaniſchen Slolke
während des ruſſiſch=japaniſchen Krieges †.
Der japaniſche Großadmiral Togo iſt am Mittwoch morgen
nach monatelangem Krankenlager an Kehlkopfkrebs geſtorben.
Großadmiral Togo wird auf Staatskoſten beigeſetzt.
Großadmiral Graf Togo war während des ruſſiſch=japaniſchen
Krieges Oberbefehlshaber der japaniſchen Flotte. In der
See=
ſchlacht von Tſuſchima am 27. Mai 1905 vernichtete er die ruſſiſche
Flotte vollkommen und entſchied ſomit den ruſſiſch=japaniſchen
Krieg ſiegreich für ſein Vaterland. Dieſe Tat hat ihm den
Ehren=
titel des japaniſchen Nelſon eingebracht.
Admiral Togo iſt 87 Jahre alt geworden. Mit 16 Jahren
be=
gann er ſeine Seemannslaufbahn und ſchon im 21. Jahre erlebte
er das erſte Feuergefecht. Während des chineſiſch=japaniſchen
Krie=
ges war er Kommandant des Kreuzers „Naniwa‟. 1900 wurde
er Vizeadmiral und im Kriege gegen Rußland erlangte, er dann
als Admiral die höchſte Stelle, und zwar als Oberbefehlshaber
der geſamten Flotte. Er vernichtete zuerſt das Port Arthur=
Ge=
ſchwader und ſpäter bei Tſuſchima das zweite Ruſſengeſchwader,
das aus acht großen Kreuzern, neun kleinen Kreuzern, drei
Küſtenvorteidigungsſchiffen, neun Zerſtörern, einem
Hilfskreu=
zer, ſechs Spezialſchiffen und zwei Lazarettſchiffen beſtand.
Nachdem er im Jahre 1909 als Chef des Admiralſtabes
zurück=
getreten war und aus dem aktiven Dienſt ausgeſchieden war,
ge=
hörte er dem oberſten Kriegsrat an. Im Jahre 1912 wurde Graf
Togo zum Großadmiral befördert.
Ai Eingabe ſtammte aus dem Jahre 1882 — jetzt aber zählte
muls84!
der Beamte des Kolonialminiſteriums, der dieſes wichtige
Wheſtick einfach zur Seite gelegt hatte, wird vermutlich einen
gechlt gen Abputzer bezogen haben. Das änderte aber nichts
aprr Sache ſelbſt. Nun hieß es gut machen, was verbummelt
wgen war. Denn: Dr. Nachtigal war ſchon unterwegs! Und
un wer hatte man herausgebracht, daß er auch Befehl hatte,
denGolf von Guinea anzulaufen — dort aber ſaßen ja die
ſchhrzen Könige, die vor zwei Jahren bereit waren, ihr Land
un engliſche Oberhoheit zu ſtellen. Wie ſah es jetzt dort
mulaus? Daß der engliſche Handel vom deutſchen in den
1890 Jahren ſaſt ganz vertrieben worden war, wußte man
ab in London. Aber wie nahe lag die Möglichkeit, daß die
b1M Deutſchen die Nichtbeantwortung der Eingabe der Häupt=
1ndurch das engliſche Miniſterium benutzt hatten, um den
Ameſorenen klar zu machen, England wolle von ihnen gar
NIWtviſſen. Man wagte gar nicht auszudenken, welche Folgen
91AZummelei eines engliſchen Beamten haben könnte. Fieber=
MAſwrrde im engliſchen Kolonialminiſterium gearbeitet — und
MAdarauf raſte eines der ſchnellſten engliſchen Kanonenboote
HAder afrikaniſchen Weſtküſte. An Bord: ein hoher
eng=
er Beamter, verſehen mit allen Vollmachten, um einen
SBbertrag mit den Eingeborenen im Golfe von Guinea ab=
2 Wießen. Und vor dieſem engliſchen Schiffe, freilich mit
M Ieten Tagen Vorſprung, fuhr die „Möve”, mit einem hohen
Abſt chen Beamten an Bord! Beide mit gleichem Reiſeziel
u Amät gleichen Plänen!
UIS ſein engliſcher Gegenſpieler noch weit hinter ihm war,
9M Or. Nachtigal bereits die erſte Etappe ſeiner Dienſtreiſe
Ngr. Am 5. Juli war von ihm das erſte deutſche Schutz=
MIt, Togo, unter die Verwaltung des Deutſchen Reiches
ge=
cen worden. Jetzt fuhr die „Möve” weiter nach Weſten.
DMe Dr. Nachtigal etwas von dem hinter ſeinem Schiffe
her=
den engliſchen Kanonenboot? Wußte er, daß der Abſtand
Phent beiden Schiffen ſich immer mehr verringerte? Draht=
Melegraphie gab es damals noch nicht. Aber die ſeltſame,
uropäern faſt unverſtändliche afrikaniſche Nachrichten=
Düt lung funktionierte. Auch die Betriebſamkeit der engliſchen
hbeutte an der Küſte war den Deutſchen ebenſowenig ent=
Dehe als die merkbare Bewegung unter den dort ſtationierten
ſen Schiffen. Wer würde Sieger bleiben in dieſem
Wett=
uen den Beſitz eines kleinen Striches an der Guinegküſte?
Magen auf Fragen, die bangen Herzens in der
Kapitäns=
e der „Möbe” geſtellt wurden, deren Löſung aber vorerſt
Föglich war. Man fuhr einem ungewiſſen Schickſale ent=
D Eine große Niedergeſchlagenheit erfaßte die Männer,
s gezogen waren, Neuland für das junge Deutſchland zu
erwerben, als die Nachricht durchſickerte, ein engliſches
Kanonen=
boot ſei bereits in die Bucht von Guinea eingelaufen. Da ſchien
alle Mühe umſonſt zu ſein. Aber Gewißheit mußte man
er=
langen. Und ſo gings denn weiter nach Weſten. Mächtige
Räuchwolken zeigten, daß die Keſſel der braven „Möve” alles
hergaben, um ſchnell ans Ziel zu kommen.
Und eines Tages erſchien am Horizont das erſehnte Land —
dort lagen die Niederlaſſungen der deutſchen Kaufleute. Wehte
über ihnen noch die deutſche Fahne, oder hatte ſich die Union
Jack ſchon breit gemacht? Die Ferngläſer ſuchen die Küſte ab.
Was dort weht am Strande, das iſt doch nicht die engliſche
Flagge? Ein Hurrah durchbrauſt die Luft, nein, die deutſche
iſt’s hier am Strande Afrikas, weitab von der deutſchen Heimat.
Gelungen war die Wettfahrt — Dr. Nachtigal war Sieger
ge=
blieben. Am 14. Juli 1884 wurde das neue Schutzgebiet
Kamerun feierlich in deutſche Verwaltung übernommen
Aber: wo war der engliſche Beamte, der hinter Nachtisal
hergefahren und ihm die Beute abjagen wollte, geblieben? Fünf
Tage ſpäter kam er an, landete und wollte ſich gar nicht
be=
ruhigen, weil England einmal zu ſpät gekommen war. Warum
man denn, ſo fuhr er die eingeborenen Häuptlinge an nicht
gewartet habe, bis er da ſei? Und was denn der Kapitän des
engliſchen Kriegsſchiffes, das kurz vorher in der Bucht Anker
geworfen hatte, geſagt habe? Und glaube man denn wirklich,
daß der deutſche Kaiſer ſie ordentlich ſchützen könne? Kaum ſehe
man ein deutſches Kriegsſchiff an der Küſte — aber die
eng=
liſchen ſeien überall und zahlreich wie der Sand am Meere.
Und wie reich ſei England! Man ſehe ſich doch die Geſchenke
an, die die große Königin, die Mutter aller Schwarzen, ihm
für ſie mitgegeben. Solche Pracht könne doch das arme
Deutſch=
land nicht ſchicken!
Dem nervös gewordenen Engländer verſchlugs die Rede,
als der Wortführer der Eingeborenen, „King Bell” ihm
ant=
wortete. Von England habe man bis jetzt nichts gehört als
Verſprechungen und nichts zu fühlen bekommen als —
Nicht=
achtung. Der mächtige deutſche Kaiſer aber habe etwas für ſie
getan. Und darum hätten er und die anderen Häuptlinge an der
Küſte ſich unter deutſchen Schutz geſtellt. Wohl ſei vor einiger
Zeit ein engliſches Kriegsſchiff hier geweſen, deſſen Kapitän
ihnen Vorwürfe gemacht habe. Aber auf die Frage, wo denn der
verſprochene engliſche Schutz bleibe, habe er nur erwidert, ein
Beamter des engliſchen Kolonialminiſteriums ſei unterwegs und
werde bei ſeiner Ankunft alles in Ordnung bringen. Wie habe
man aber an ſolche Verſprechungen glauben können, wo man
nun ſchon zwei volle Jahre auf die Erledigung der Eingabe
warte, in der man ſich bereit erklärt habe, ſich unter engliſchen
Schutz zu ſtellen! Nun wehe hier die deutſche Fahne — und
wortbrüchig werde man nicht!
Nr. 148 — Seite 3
Der Führerbeſuch in Dresden.
Wichtige Regierungsbeſprechungen und
Regierungs=
empfänge.
DNB. Dresden, 30. Mai=
Ein weſentlicher Teil der Zeit, während der der Führer in
Dresden weilt, iſt wichtigen
Regierungsbeſprechun=
gen und Regierungsempfängen gewidmet. Am
Mitt=
woch vormittag weilte Richard Strauß, der Präſident der
Reichs=
muſikkammer, der anläßlich der Reichstheaterfeſtwoche ſich in
Dresden aufhält, einige Zeit beim Führer. Dann empfing der
Kanzler noch eine Abordnung des BdM. aus Sebnitz, die dem
Führer einen Strauß Sebnitzer Kunſtblumen überreichte.
An=
ſchließend verſammelten ſich mit Gauleiter Mutſchmann an der
Spitze die Amtsträger der Gauleitung, ſowie die Kreisleiter des
Gaues im Leſeſaal des Hotels „Bellevue”. Kurz nach 12 Uhr
begab ſich der Führer in den Leſeſaal, ließ ſich die Anweſenden
einzeln vorſtellen und richtete eine Anſprache an die
Verſam=
melten.
Reichskanzler Adolf Hitler iſt am Mittwoch nachmittag von
ſeinem Dresdener Beſuch wieder nach Berlin zurückgekehrt.
Neue Reichsverkehrsordnung.
Die vor einigen Wochen in Angriff genommene
Reichs=
verkehrsordnung iſt jetzt im Reichsgeſetzblatt veröffentlicht
worden. Ihr bedeutſamſtes Merkmal beſteht darin, daß ſie imn
dem Durcheinander auf dem Gebiet des Verkehrs aufräumt und
einheitliches Recht ſchafft, das an die Stelle unterſchiedlicher
Anordnungen tritt. Bisher war es ſo, daß jede
Landesregie=
rung über eine eigene Verkehrsordnung verfügte. Das hat für
die Benutzer der Straßen und Wege höchſt nachteilige Folgen
gehabt. Heute ſind alle einſchlägigen Beſtimmungen durch das
neue Geſetz zuſammengefaßt, das auf dem Grundſatz baſiert,
daß jeder Teilnehmer am öffentlichen Verkehr
auf den anderen Rückſicht zu nehmen und dafür
zu ſorgen hat, daß er nicht beſchädigt wird. Wer
dieſen Grundſatz beachtet, wird niemals mit
den Beſtimmungen der neuen Verkehrsordnung
in Konflikt geraten. Preußen hat vor kurzer Zeit eine
Straßenverkehrsordnung eingeführt. Sie geht in der neuen
Reichsverkehrsordnung auf, wobei der Reichsverkehrsminiſter
alles, was ſich in der Praxis bereits bewährt hat, aufgriff.
Einſtellung der Unkerſuchung
gegen die öſterreichiſchen Marxiſtenführer.
DNB. Wien, 30. Mai.
Die Prozeſſe gegen die marxiſtiſchen Führer des Februar=
Auf=
ſtandes ſcheinen jetzt endgültig erledigt zu ſein. Zahlreichen aus
Konzentrationslagern entlaſſenen marxiſtiſchen Häftlingen iſt
mitgeteilt worden, daß die Unterſuchung gegen ſie eingeſtellt
wor=
den iſt. Es beſteht daher der Eindruck, daß auch die
Senſations=
prozeſſe gegen die noch in Haft befindlichen Marxiſtenführer
Ren=
ner, Seitz und Breitner von der Regierung fallen gelaſſen
wor=
den ſind.
Die Enthaftung von Marxiſtenführern dauert weiter an. So
wurden am Dienstag in Salzburg der bekannte Marxiſt
Winter=
nipp, ferner zwei ſozialdemokratiſche Gemeinderäte der Stadt
Salzburg aus der Haft entlaſſen.
Das Urkeil im Prozeß wegen der Tökung des
Reichs=
wehrſoldaken Schuhmacher vom Oberſten Gerichk
in Wien beſtäkigk.
Am 30. März wurde der Heimwehrmann Anton Strele
wegen der Tötung des deutſchen Reichswehrſolz
daten Schuhmacher zu zwei Monaten Arreſt mit
zweijähri=
ger Bewährungsfriſt verurteilt. Gegen dieſes Urteil hatte der
Angeklagte Nichtigkeitsbeſchwerde und der
Staatsanwalt Berufung angemeldet. Am
Mitt=
woch traf nun die in nichtöffentlicher Sitzung des Oberſten
Ge=
richtshofes gefällte Entſcheidung in Innsbruck ein. Die
Nichtig=
keitsbeſchwerde und die Berufung der Staatsanwaltſchaft ſind
ab=
gewieſen worden. Damit iſt das erſte Urteil beſtätigt.
Vergebens bat und drohte der Engländer, vergebens ließ er
nochmals die Geſchenke der Königin Viktoria, die für die
ſchwar=
zen Könige beſtimmt waren, aufmarſchieren. Es half nichts. So
backte er die Sachen wieder ein, warf noch einen wütenden
Blick auf die deutſche am Strande wehende Fahne und ließ ſich
wieder an Bord rudern. Hier vergrub er ſich in der Kajüte —
gekränkt in ſeinem Nationalſtolz und ſicher, daß ihn zu Hauſe
kein guter Empfang erwarte!
Kamerun aber blieb deutſch von 1884 bis zum Weltkrieg, der
uns unſere Kolonien nahm.
Alexander Burger.
— Platon: Der Staat. Deutſch von Auguſt Horneffer.
Einge=
leitet von Kurt Hildebrandt. (Kröners Taſchenausgabe Band
111.) Leinen 3,75 Mk. Alfred Kröner=Verlag, Leipzig.
Platons „Staat” iſt die Krone unter ſeinen Werken und eins
der größten Bücher ſtaatsmänniſchen Denkens überhaupt. Er ſtellt
den gewaltigſten Verſuch einer Geſundung und Neuordnung von
Staat und Geſellſchaft dar, den die Antike kennt. Die geforderte
Vereinigung von Geiſt und Macht in der gleichen Hand, die
ent=
worfene Rangordnung von Führenden und Geführten und der
Er=
ziehungsplan für den neuen Adel, die neue Führerſchicht, verleihen
dieſem Buche, dem erhabenen Bilde des totalen Staates, über
ſeine zeitloſe Geltung hinaus höchſten Gegenwartswert. Es iſt
eins der wenigen großen, von Geheimnis umwitterten Bücher, in
denen ſich ewige Menſchheitsfragen mit Fragen durchdringen, an
denen unſere heutige unmittelbare Exiſtenz hängt den Fragen nach
dem richtigen Bau von Staat, Führung und Erziehung; ein Buch,
in das ſich die Jahrhunderte vertieften, ohne es auszuſchöpfen.
Dr. Kurt Hildebrandt, dem Kreiſe um Stefan George angehörend
und durch ſein Buch „Platon, Der Kampf des Geiſtes um die
Macht” bekannt, ſchrieb die Einleitung und gab dem Texte des
großen Kunſtwerkes die notwendigen Erläuterungen bei.
Webapparate. Anleitung zur Herſtellung und zum Gebrauch
prak=
tiſcher Handwebapparate. Der Sammlung „Spiel und Arbeit”,
151. Band. Verlag Otto Maier, Ravensburg. Preis 1,80 RM.
Der größere in dieſem Buch beſchriebene Webapparat, deſſen
Selbſtbau recht einfach durchzuführen iſt, hat ausgezeichnete
Eigen=
ſchaften, die ihn als praktiſchen Heimwebapparat bald beliebt
machen werden. Trotz ſeiner Handlichkeit kann man darauf faſt
alle Arbeiten anfertigen, die ſich ſonſt auf Webſtühlen ausführen
laſſen. Dabei iſt das Arbeiten mit ihm ſehr angenehm und
be=
zuem. Der Bau des patentamtlich geſchützten Apparates iſt in
dieſem Buch mit vielen Bildern Photos und Modellbogen ſo
ausführlich behandelt, daß geſchickte Laien — alſo auch Frauen
oder Mädchen — ihn für billiges Geld mit vollem Erfolg
her=
ſtellen können. Daneben ſind noch verſchiedene kleine Webgeräte
beſchrieben und eine klare, kurze Anleitung zum Handweben
ge=
geben. Das Buch gibt unſeren Mädchen und Frauen die
Mög=
lichkeit gruppenweiſe und faſt ohne Unkoſten die ſchöne
Frauen=
arbeit des Webens zu pflegen.
fronleis
Freben am Fron
* Zugverkehr au
hramstag ni
maheim, He
Züge auf der
Mannh.=Necke
heim und A
Donnerstag
Vermerke in
angeben, gelt
die Kunſtausſt
Ur Bevölkerung
Seite 4 — Nr. 148
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 31. Mai 1934
Die Wirtſchaftslage in England.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, Ende Mai.
Aus einer Reihe von ſtatiſtiſchen Daten, die in der erſten
Hälfte des Mai veröffentlicht worden ſind, iſt klar erſichtlich,
daß, wenn auch auf den meiſten Gebieten der engliſchen
Wirt=
ſchaft in den letzten Wochen keine ſenſationelle Veränderungen
vorgegangen ſind und man von einer Rückkehr zur Proſperität
noch weit entfernt iſt, die aufſteigende Tendenz doch weiter
an=
hält und die ſeit etwa zwei Jahren bemerkbare allgemeine
Er=
holung der Geſamtwirtſchaft ohne Zweifel ihre Stetigkeit
bei=
behalten hat. Der beſte Gradmeſſer iſt, wie ſtets, die Lage
auf dem Arbeitsmarkt. Dieſe hat im Laufe des April
abermals eine weſentliche Beſſerung erfahren. Die Zahl der
Arbeitsloſen hai ſich im April um weitere 53000 Perſonen
ver=
ringert, während die Zahl der neueingeſtellten Arbeiter ſogar
82000 Perſonen betragen hat. Die Verringerung im März
be=
trug 169 000 und die im Februar 71000 Perſonen. Die im
Januar, d. h. nach Abflauen der Weihnachtskonjunktur erfolgte
Zunahme der Arbeitsloſen um 164 000 Perſonen iſt alſo reſtlos
ausgeglichen worden. Der Umſtand, der dabei mit beſonderer
Befriedigung feſtgeſtellt wird, iſt die Tatſache, daß die Abnahme
der Arbeitsloſigkeit ſich auf faſt alle führenden Induſtrien des
Landes erſtreckt. Und zwar hat ſich, im Vergleich mit dem April
vorigen Jahres, die Arbeitsloſigkeit in England verringert: im
Kohlenbergbau um 69000, im Ingenieurweſen um 63000, in der
Metallinduſtrie um 47-000, im Häuſerbau um 45 000, in der
Baumwollinduſtrie um 34000, in der Stahl= und Eiſeninduſtrie
um 34 000, im Schiffsbau um 21 000, in der Automobilinduſtrie
um 17000 Perſonen uſw. Im ganzen hat ſich die Zahl der
Arbeitsloſen im Laufe eines Jahres um 550 000 Perſonen
ver=
ringert. Deſſenungeachtet beträgt aber die Zahl der
Arbeits=
loſen in England noch immer über zwei Millionen (genau
2148 195) Perſonen. Dieſes iſt allerdings der niedrigſte Stand,
der ſeit dem Oktober 1930 verzeichnet worden iſt. Aber er iſt
immer noch hoch genug und gemahnt an die unerfreuliche
Tat=
ſache, daß ein Arbeitsloſenſtand von etwa 2
Mil=
lionen Perſonen in England als eine chroniſche
Erſcheinung betrachtet werden muß.
Intereſſante Daten veröffentlicht die „Board of Trade”, d. h.
das Handelsminiſterium über die induſtrielle Entwicklung in
den letzten zwei Jahren, vor allem über den Bau neuer
Fabriken in England. Danach erweiſt es ſich, daß in den
letzten zwei Jahren in England nicht weniger als 1099 neue
Fabriken verſchiedener Art begründet worden ſind, die insgeſamt
63 250 Perſonen Arbeit gaben. Zur gleichen Zeit ſind allerdings
über 800 Fabriken geſchloſſen worden. Doch die Netto=Zunahme
beträgt immerhin ca. 300 neue Fabriken, die etwa 20000
Per=
ſonen Arbeitsmöglichkeiten geben und deren Aktivität für die
derzeitige induſtrielle Entwicklung in England kennzeichnend iſt.
Beſonders da auch in den erſten Monaten dieſes Jahres eine
Reihe von neuen Werken eröffnet worden ſind und die Zahl
derſelben die zur gleichen Zeit geſchloſſenen Fabriken bei weitem
übertrifft. Ein Ereignis von großer wirtſchaftlicher und
viel=
leicht noch größerer moraliſcher Bedeutung war auch die
Wieder=
aufnahme der Arbeit am ſeit zwei Jahren ſtilliegenden
Ozean=
rieſen der Cunard=Company. Auf dieſer einen Schiffswerft allein
fanden mehr als 7000 Arbeiter Beſchäftigung und Verdienſt.
Unter den verſchiedenen Induſtrien, die zur Zeit einen guten
Geſchäftsgang zu verzeichnen haben, nehmen die verſchiedenen,
mit den Rüſtungen des Landes
zuſammen=
hängenden Induſtrien einen prominenten Platz ein. Laut
dem Jahresbericht für 1933 der Firma Vickers Limited erweiſt
es ſich, daß die Geſchäfte dieſer größten britiſchen
Kriegs=
bedarfswerke zur Zeit ſo glänzend wie noch nie gehen. Das
ge=
ſamte Guthaben der Firma beträgt zur Zeit 196 Millionen
Pfund Sterling gegenüber 149 Millionen Pfund Sterling im
Vorjahre. Der Nettoverdienſt für das Jahr 1933 betrug 26 530 765
Pfund Sterling. Blühende Geſchäfte haben auch die verſchiedenen
britiſchen Flugzeuggeſellſchaften zu verzeichnen. Es handelt ſich
hier natürlich in erſter Linie um Werke, die für die zivile
Flugſchiffahrt arbeiten. Doch ihre Fähigkeit, ſich im Notfalle
für den Kriegsbedarf umzuſtellen, iſt eine Selbſtverſtändlichkeit.
Und im Zuſammenhang mit dem ungünſtigen Verlauf der
Ab=
rüſtungsverhandlungen hat ſich in den letzten 12 Monaten der
Wert der Aktien der hauptſächlichſten britiſchen Flugzeugwerke
(De Havilland, Fairey Aviation, Handley Page, Hawkers,
Imperial Airwahys, Napier, Rolls=Royce uſw.) verdoppelt und
zum Teil verdreifacht. Ein bezeichnendes Licht auf die
all=
gemeine, weſentlich gebeſſerte Wirtſchaftslage in England wirft
auch die Nachricht, daß auf dem Kunſt= und
Antiqui=
tätenmarkt, auf dem in den letzten Jahren eine große Stille
herrſchte, in den letzten Monaten ebenfalls eine bemerkenswerte
Belebung eingetreten iſt. Die Firma Chriſtie’s veranſtaltete in
der erſten Maiwoche eine Verſteigerung der bekannten engliſchen
Kunſtſammlung Hirſch. Sie ergab in kurzer Zeit einen Erlös
von über 2 Millionen Mark. Wöbei für einzelne Stücke die
höchſten, ſeit dem Herbſt 1931, als die Kriſe ihren Höhepunkt
er=
reicht hatte, notierten Preiſe bezahlt worden ſind.
Die britiſche Regierung hat dem Völkerbund mitgeteilt, daß
ſich Großbritannien dem Waffenausfuhrverbot nach Bolivien und
Paraguay anſchließe.
Ibn Saud hat in eine Verlängerung des Waffenſtillſtands mit
dem Imam von Jemen eingewilligt, um ihm die notwendige Zeit
zur Durchführung der auferlegten Bedingungen zu geben.
3
Grihersog engels Biener Miffion.
Die Wiener Regierung hat zwar verſucht, zwiſchen ſich undc
Erzherzog Entgen gewiſſe Schranken aufzurichten, aber dass
öſterreichiſche Volk läßt ſich nicht täuſchen, und iſt feſt davonn
überzeugt, daß Erzherzog Eugen der Vorreiter undd
Wegbereiter des Erzherzogs Ottos iſt, deſſen Rück=k.
kehr nach Oeſterreich wiederholt angekündigt wurde. Offenban
ſcheint ſie doch bevorzuſtehen. Verſchiedene Schlöſſer, die dem
Habsburgern gehören, werden inſtandgeſetzt. Zunächſt hat Erz= Eugen ſich wieder auf öſterreichiſchem Boden nieder=t
gelaſſen. Wie man hört, wird ihm ununterbrochen durch
zahl=
reiche bei ihm einlaufende Schreiben ſehr deutlich zu verſtehem
gegeben, wie das öſterreichiſche Volk über Dollfuß denkt, und
auch über die Pläne, die Habsburger wieder auf
den öſterreichiſchen Thron zu ſetzen.
Aus den Reihen der Tiroler Freiheitskämbfen
iſt ihm ein Brief zugegangen, aus dem wir einige Sätzou 05
wiedergeben möchten. Es wird ihm auseinandergeſetzt, daß evu Me.)der arbeitslo
willkommen ſei, wenn er das öſterreichiſche Volk in ſeinenm .” ſchenkt und
Kampf um das Selbſtbeſtimmungsrecht unterſtützen wolle, daß! s” ſorat haben, di
er ſich aber unweigerlich den Haß des Volkes zuziehen werder .ſo dringend wie
wenn er ſich an die Seite der Regierung Dollfuß ſtelle. Erz= Das Amt für
herzog Eugen wird an die Treue erinnert, diee aite in beiſpieloe
Kaiſer Franz Joſeph dem Deutſchen Reich ges, mligen Sieg 9e4
halten hat, der ein gegen Deutſchland gerich- unehr zum Kaſpl.
tetes Bündnis einmal mit den Worten ab=uwiſer Kinder A
ſchlug: „Vergeſſen Sie nicht, daß ich ein deut=
Niemanl
ſcher Fürſt bin”.
ützt die
Weiter wird in dieſem Brief an ihn die Frage gerichtet
„Wollen Sie mit Ihren 70 Jahren, die Sie in Ehren erreicht händliche P
haben, als deutſcher Ritter Kerkermeiſter werden unſeres Vollez / Art war, ihrer 0
wegen der blutgebundenen Treue zum ewig deutſchen Vollz=
Laneeuterndestäe
Gott, dem Allmächtigen hat es gefallen,
meinen lieben Mann, Schwiegervater und
Großvater
Friedrich Rühl
Penſionär
am 29. d8. Mts. im 80. Lebensjahre nach
kurzem Leiden in die Ewigkeit abzurufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Helene Rühl, geb. Edelmann
und Kinder.
Heute wurde unſer lieber
Gerbard
im faſt vollendeten 9. Lebensjahre nach ſchwerer
Krank=
heit von uns genommen.
Dr. med. Felix Bönning
u. Frau Johanna, geb. Reitz.
Darmſtadt (Erbacherſtr. 8), den 30. Mai 1934.
Beerdigung Freitag, den 1. Juni, nachmittags 3 Uhr, vom
Portal des alten Friedhofs aus.
Einige gebr.
Nähmaſchinen
ſow. Schneider=
Nähmaſchine
billig abzugeben.
Gütting, (b
Schuchardſtr. 10.
Komplettes
Schlafzimmer,
Klub=Wohnzim.=
Möbel, Roll=
Jalouſieſchrank,
Zeichentiſch und
div. Kleinmöbe
zu verkaufen.
Wendelſtadt=
ſtraße 5, part.
Darmſtadt, Mathildenplatz 8.
(6099
Dankſagung.
Die Beerdigung findet am Freitag, den
1. Juni, nachmittags 3.30 Uhr. auf dem
alten Friedhof Nieder=Ramſtädterſtr. ſtatt.
Nachruf.
Am 28. ds. Mts. verſtarb nach kurzer
ſchwerer Krankheit unſer Mitarbeiter
Philipp Oörr
im kaum vollendeten 29. Lebensjahr.
Er trat im April 1922 in den Drogen=
Betrieb ein und begleitete zuletzt den
Poſten eines Meiſters.
Wir werden dem ſo plötzlich
Dahinge=
ſchiedenen ein treues Gedenken bewahren.
Betriebsführung und Gefolgſchaft
der Firma E. Merck. (6oos
Dankſagung.
Für die Ehrungen und Beweiſe der Liebe
und treuen Freundſchaft, die unſerem lieben
Entſchlafenen
Herrn Theodor Frehmann
Zollinſpektor
von allen Seiten durch ehrendes Geleit,
Blumenſpenden, Wort und Schrift
entgegen=
gebracht wurden, ſowie für die wohltuende
Teilnahme an unſerem großen Schmerze
danken von Herzen
Frau Käte Frehmann
und Kinder.
Darmſtadt, im Mai 1934.
Für die wohltuenden Beweiſe liebevoller
An=
teilnahme, die uns beim Heimgang unſeres
lieben, unvergeßlichen Entſchlafenen
Rentner Louis Geiſt
zuteil wurden, ſprechen wir hiermit unſeren
herzlichſten Dank aus. Beſonderen Dank
Herrn Dekan Zimmermann für ſeine troſtreiche
Grabrede. Weiterhin herzlichſten Dank dem
Vorſtand und der Altersriege der Turn= und
Sportgemeinde 1846, der Metzgerinnung und
dem Verein Alt=Darmſtadt für die ehrenden
Worte am Grabe, für den Grabgeſang und
die Kranzniederlegungen, ſowie allen, die
dem Entſchlafenen die letzte Ehre erwieſen
haben. Auch den Pflegern der evangeliſchen
Diakonenſtation ſei herzlich gedankt.
Georg Schmitt
im Namen aller Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 30. Mai 1934,
(6069
Jig
Ne=
Milonen ſteißigerBiegerhebe.
Ee eiche.
lange nicht zu hoben wer. L
enugtete uſe. whe. t
Obenwah — Vergſtaße 10
ocdon hacben de Seche. e.
gebracht.
sorte 190 Glg 1. 4
1.30
Sortell „
außerdem:
ginveglee Honlg y 1.42
Salbei=glütene, / 1.32
(extra fein)
(Preiſe ohne Glas)
Honig iſt Nervenſpeiſe‟
Soig Btlagehene.
Reformhaus
Draul
Ernſt=Ludwigsſtraße?
6071
Bei Sterbefällen
Beerdigungsgeſchäft 1
Georg Beſt
Telefon 987
Bismarckſtraße 21
Oelgemälde
(alt u. modern),
Salongarnitur
Sofa u. 4
Stüh=
le Kunſtſachen
(China u. Jap.)
u. verſch. andere
Möbel
wegzugs=
halber billig zu
verkaufen.
Hügelſtr. 2, II
in allen Farben
und Modellen
ſehr preiswert
zu verkaufen.
Möbel u. Betten
Menger
Bleichſtr. 17. (a
Eheſt.=Darlehen.
Friſche Tomaten
Pfd. 35 Pfg.
Große Gurken
Stück 35 Pfg.
Friſche (c
Bruch=Spargel
Pfd. 15 Pfg.
Faßbender,
Ludwigſtr. 6.
Saalbauſtr. 38.
Badeofen,
Waſchbecken,
Mahagoni=Zim.,
2 zweitür.
Klei=
derſchr., 1
Näh=
tiſch, Meyers
Lexikon (17 Bd.)
17 ℳ. Eisſchrk.,
große
Sproſſen=
leiter. 1 Atlas
(Perthes),
1 Glasprismen=
Lüſter,
Konſer=
vengläſer z. verk.
Nur 11—1 und
17—19 Uhr.
Näh. Geſchäftsſt.
Elegantes
Speiſezimmer,
Schlafzimmer,
4 Lederſtühle,
Lederſeſſel.
Rauchtiſch.
Tep=
pich, Kleiderſchr.,
2 Lamp., Reiſe=
Schreibmaſchine,
la Staubſauger,
verſchied. Körbe.
Eichwieſenſtr. 11,
1. St.. Neubau=
Zugang
Beſſun=
ger Kirche.
Schuhmach.-
Maſchine
(ſpitzer Kopf)
billig abzugeben.
Gütting, (b
Schuchardſtr. 10.
SASL
TAoer.0
Rieſen-Auswahll
in mod. Stoffen
von
HELME
erſikl. Ausführg.
von T.6U
HAUBEN
in allen Farben
von —, 2.U
SCHUHE
ganzaus Gummi
von —.OU
BOOTS-
Schuhe, sehr
haltbar . . von —.3O
HAUTOLE
gegen
Sonnen-
brand. . . . . von T. 2O
FRANK
nur Elisabethenstraße 9
A
tum? Wollen Sie Vorreiter einer Habsburger Reſtauration ſein. / / Schon aus Dankb
für die die Oſtmark nie mehr zu haben ſein wird, und ſo0 notleidenden deu
weiteres Unglück über das vom Unglück ſchon genug verfolgtell der Mitglied der 9
Habsburger Haus bringen? Bleiben Sie ein deutſcher Erz=/0 ſeine Aufne
herzog und niemand von uns wird Ihnen ein Haar krümmen,n mtes
R
Kommen Sie aber mit Abſichten, die gegen den Willen des
Volkes ſind, ſo geben wir Ihnen den Rat, die Oſtmark wieder. u
Mis
zu verlaſſen.”
vain
Es liegt nun an Erzherzog Eugen, den Nachweis dafürt inſerer
zu liefern, daß die Vermutungen, er ſei der Vorreiter des / Wer in der
Sohnes der Exkaiſerin Zita, abwegig ſind.
die mor
june
z die Erholung der
Der frühere Oberkommandierende der Tibetaner Lung Shau / und Kinder beid
iſt von politiſchen Gegnern ermordet worden. Shar war eine Peru
//weſen=
ſönlichkeit von großem Einfluß und genoß das beſondere Vertraueny Heisamtsleitung
des verſtorbenen Dalai Lama.
Bekaunfkn
Ernannt wurde
Mamt des Mainze
HE us zum Kanzl
Uebertragen w.
em Realgymne
eic enoberlehrerſtell
m vom 1. Juni 1
In den Ruheſta
unter Anerke
fer ſte und unter
geie bekundeten
Vorms D
üls „Oberſtut
ogs PFUnd
=Aufgabe der 3
zü alt. Wilt
Aotsan
hn Vorkrieg
nit einem oſt er
Arſachen des m
yes ſoll hier
En Fehlbetrag !
Hainf Ion ein
2 beſucht würd
Drd bietet nun
Gones Bild I
Deit delſer Art
Nn Aanz unver
er der
Rd, auck
Täglich frisch
die feine
Molkerei-
Butter
(immer auf Eis)
½ Pfd.-Stück 739
bei
(6079
Jacob Becker
Ernst-Ludwigstr. 20, Fernr. 1883
vom Spezialgeschäf
Ludwigsplatz
5176s
Fernsprecher 2140.
Eisſchrank,
klein, zweitürig
billig zu verkfn.
Brunabend,
Mornewegſtr. 37
2. Stock.
Klavier=
ſtimmen
ſofort.
Telefon 2457
Klavier-
Arnold
Eche Erbacherſtr.
Herrenrad
m. Freilf. 15.-
Geſchäftsrad,
ſehr ſtabil, mit
großem
Gepäck=
träger .. . 48.—
Brunner,
Hein=
heimerſtraße 16.
Doppelflinte
z. verkauf.
Eich=
wieſenſtr. 7, p
Damenfahrrad,
tabiles (Adler)
bill. abzugeb. (c
Eliſabethenſtr. 35
Laufſtällchen,
Kinderſtühlchen,
faſt neu, z.
ver=
kauf. Schlageter
ſtraße 99, III.
Knaben=
und Herrenrad,
gut, billig zu
verkaufen.
Dön=
gesborngaſſe 3.
Diwan,
Gash. m. Tiſch
billig zu verkfn.
Wienerſtraße 79,
parterre.
Gebraucht., g‟.
Herren=, Dar/
und Knaben—=
Fahrrad
ſowie neue Er
ren= u. Dam
2 Perſer=Brücken räder günſtig
190X175 zu ver= verkaufen.
kaufen. Ang. u. Schmidt. Bie
W. 236 Geſchſt. ſtraße 32.
Große Ladung Emailie
eingetroffen. Jeder Artikel 95 PTenn!
g-
z.B. Eimer, Salatseiher, Fielschtopf Kaffeekanle"
Beachten Sie mein Spezialfenste!"
Huge NEUROHR am Schillerplst”
rden
ſein vird
ſchon genug
ſe ein deunt
nt ein Haur i5
gen den A2
die Lftmut
den Nacn
i der Vor
Tibetaner 40
Shar mn
s beſonden E
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 31. Mai 1934.
Aufruf an alle, die in Ferien gehen!
Tauſende von Familien werden in den nächſten Wochen ihre
nhereitungen für die große Ferienreiſe treffen, die ſie zur
Er=
hung in das Gebirge oder an die See führen wird, um dort von
de anſtrengenden Arbeit ihres Berufs Erholung zu finden.
Hunderttauſende von Kindern werden im Laufe des Sommers
hungebrannt und mit roten Backen heimkommen, und Väter und
Atter werden, ſelbſt gut erholt, mit neuen Kräften aus dem
Ur=
ſ5 zurückkehren.
Aber viele Tauſende von Kindern erwerbsloſer Volksgenoſſen
beirfen nach den langen Jahren großen Elends neuer Kräfte,
ußten dringend aus ihren Elendsquartier hinaus in Licht und
Sane gebracht werden.
Sie müſſen aber in den Großſtadtmauern und in armſeligen
Vynbaracken bleiben, da die Mittel fehlen, um auch nur für
ſue Zeit auf dem Lande Aufenthalt, nehmen zu können, und
fuuen der arbeitsloſen Volksgenoſſen, die mehreren Kindern das
ien geſchenkt und jahraus, jahrein mit größter Aufopferung für
ügeſorgt haben, die müde und elend geworden ſind, bedürfen
inſo dringend wie die Kinder der Erholung.
Das Amt für Volkswohlfahrt, das im vergangenen
Miter in beiſpielloſer Weiſe das W. H.W. durchgeführt und einen
ſaltigen Sieg gegen Hunger und Kälte gewonnen hat ruft
umehr zum Kampf gegen Not und Elend der deutſchen Mütter
zu ihrer Kinder auf.
Niemand darf müde werden zu helfen!
Unterſtützt die NS. Volkswohlfahrt bei ihrem gewaltigen
iswerk „Mutter und Kind” mit aller Kraft. Es iſt eine
ſelbſt=
mändliche Pflicht, vor allem der Volksgenoſſen, denen es
ver=
önt war, ihrer Familie ein geſundes und frohes Daſein zu
ſufen.
Schon aus Dankbarkeit hierfür ſollte jeder die große Anzahl
mnotleidenden deutſchen Mütter und Kinder nicht vergeſſen und
imr Mitglied der NS. Volkswohlfahrt werden, indem er möglichſt
10 ſeine Aufnahmeerklärung an die zuſtändige Ortsgruppe des
ſres für Volkswohlfahrt abgibt.
Kein Volksgenoſſe ſoll aber in Erholung oder zum
Kur=
a unthalt abreiſen bevor er nicht in dem Opfertempel der NS.
2ſoswohlfahrt auf dem Adolf=Hitler=Platz ſeinen Namen
einge=
uien und ſein Opfer für die hilfsbedürftigen Mütter und
Kin=
deunſerer Stadt gebracht hat.
Wer in der glücklichen Lage iſt, ſelbſt in Erholung gehen zu
binen, hat die moraliſche Verpflichtung ſeinem Volke gegenüber,
nüdie Erholung der in Not und Elend geratenen deutſchen
Müt=
tund Kinder beizuſteuern und ſo ſeinen Sozialismus der Tat
zu eweiſen.
Zeisamtsleitung des Amtes für Volkswohlfahrt, Darmſtadt.
Bekannkmachungen des Perſonglamkes.
(Ernannt wurde am 30. April 1934 der Kanzleigehilfe bei dem
Reſtamt des Mainzer Univerſitätsfonds in Mainz Rudolf
Gra=
me jus zum Kanzliſten mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
Uebertragen wurde am 17. Mai 1934 dem Zeichenoberlehrer
wu dem Realgymnaſium in Mainz Johann Michael Kroſt eine
Jehenoberlehrerſtelle an der Oberralſchule in Mainz, mit
Wir=
küy vom 1. Juni 1934 an.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf Nachſuchen am 25. Mai
h3 unter Anerkennung ſeiner dem Staate geleiſteten treuen
Dieſe und unter beſonderer Würdigung des im nationalen
In=
tunſe bekundeten Opferſinns der Studienrat an dem Gymnaſium
uVorms Dr. Friedrich Schreiter, unter Verleihung des
Dills „Oberſtudienrat” mit Wirkung vom 1. Auguſt 1934 an.
i4Yaufgabe der Zulaſſung zur Rechtsanwaltſchaft. Der
Rechts=
aunzſt. Wilhelm Lohnes in Lorſch hat ſeine Zulaſſung zur
Ritsanwaltſchaft bei dem Amtsgericht Lorſch aufgegeben und
mn) am 12. April 1934 in der Liſte der Rechtsanwälte gelöſcht.
Fronleichnam und Beamtenſchaft. In Ergänzung der
geſt=
ran Meldung teilt das Staatspreſſeamt mit, daß die katholiſchen
kamnren, Angeſtellten und Arbeiter in Staats= und
Gemeinde=
dteben am Fronleichnamstag vom Dienſt befreit ſind.
Zugverkehr am Fronleichnamstag. Da in Baden der
Fron=
lthramstag nicht mehr als geſetzlicher Feiertag gilt, wird in
Tanheim, Heidelberg uſw. wie an Wochentagen gearbeitet. Die
züge auf den Strecken Biblis—Mannheim, Mannh.=
Wald=
kMannh.=Neckarſtadt und auf den Anſchlußſtrecken Worms—
Aheim und Worms—Lampertheim—Weinheim verkehren des=
Donnerstag, 31. Mai, wie an Werktagen. Die
entſprechen=
ayVermerke im Fahrplan, die für den 31. Mai 1934
Ausnah=
uns angeben, gelten nicht.
Die Kunſtausſtellung auf der Mathildenhöhe und die
Darm=
ſtüäſer Bevölkerung. Es iſt bekannt, daß im Gegenſatz zu früheren
ſihen Vorkriegsjahren die Kunſtausſtellungen der letzten Jahre
öcmit einem oft erheblichen Fehlbetrag zu rechnen hatten. Auf
helrſachen des mangelnden Intereſſes und ſo unſäglich ſchwachen
ches ſoll hier nicht eingegangen werden. Tatſache iſt es indes,
i Fehlbetrag leicht vermieden werden könnte, wenn die
Aus=
ſtlngen, von einem weſentlich größeren Hundertſatz unſerer
Bevöl=
mg beſucht würden. Die diesjährige „Deutſche
Frühjahrsaus=
ſtüUng” bietet nun, wie allgemein anerkannt wird, ein ſo reiches
urcſchönes Bild beſter deutſcher Kunſt, ſie enthält ſo viele
Mei=
ſtüinerke edelſter Art, daß alle Beſucher begeiſtert ſind — da wäre
es un ganz unverſtändlich, wenn nicht auch ein ſtärkerer Beſuch
eilſzen würde. Es iſt nun Sache der Darmſtädter, den Beweis zu
licn, daß hier der Kunſtſinn nicht erloſchen iſt, und daß ſie
ge=
wi ſind, auch für die Folge die Vorführung guter Kunſt möglich
zußt nachen. Wenn wir bedenken, daß Darmſtadt mit den Orten der
nrihen Umgebung eine Bevölkerung von mindeſtens 125 000
Ein=
mdern darſtellt, ſo müßte eine bedeutende Kunſtausſtellung bei
eüm Beſuche von nur einem Teil dieſer Zahl nicht nur gut
ab=
ſäln den, ſondern noch einen weſentlichen Ueberſchuß ergeben, der
dich wieder für die ſo dringlichen kulturellen Aufgaben unſerer
Sh verfügbar wäre. Es wird deshalb an die ganze
Bevölke=
rnm an Einzelperſonen wie an Vereine, Schulen und Gruppen
je7F Art die dringende Aufforderung gerichtet, die Beſtrebungen
deilusſtellungsleitung auf das eifrigſte zu unterſtützen und die
FEellung recht bald und häufig zu beſuchen.
die mathematiſchen Fachausdrücke beleuchtet mit der Zahlen=
KaAdes Altertums nächſten Montag, bei Sitte, Herr
Oberſtudien=
di For Dr. Köhm. Zu dieſem Abend des Sprachvereins haben
au Nichtmitglieder freien Zutritt.
Hefſiſches Landestheater.
Meiſte Hf
Anf. 19½z, Ende gegen 22½ Uhr. (23
Rerstag
Preiſe 0.50—4.50
31. Mai / Wehl dem, der liebt!
1. Juni
Anf. 20, Ende gegen 22¾ Uhr. D 23, dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 1—150.
Preiſe 0.50—4.50
Die vier Musketiere.
Anf 19½, Ende gegen 22½ Uhr. 125
SAtrg
Preiſe 0.50—4.50
2. Juni /Weh’ dem, der liebt!
defſiſches Landestheater. Hannsgeorg Laubenthal
Ludwig Linkmann bei den Marburger Feſt=
Alen. Für die diesjährigen Marburger Feſtſpiele hat deren
hr, Dr. Budde=Marburg, Hannsgeorg Laubenthal und Ludwig
* hann vom Heſſiſchen Landestheater als Gaſtdarſteller
ge=
en. Hannsgeorg Laubenthal wird bei den Feſtſpielen den
in Schillers Piccolomini, Ludwig Linkmann den Zettel in
ebeares „Sommernachtstraum” und den Holzapfel in Shake=
Bes „Viel Lärm um nichts” ſpielen.
Kommunglpolitiſche Tagung in Darmſtadt.
Beſprechung im Rahmen des Heſſiſch=
Naſſauiſchen Gemeindekages.
Der Vorſitzer des Heſſen=Naſſauiſchen Gemeindetages,
Bürger=
meiſter Linder=Frankfurt a. M., hatte zu einer
Beſpre=
chung der Oberbürgermeiſter und Bürgermeiſter der größeren
Städte des Rhein=Main=Gebietes über die kommunalpolitiſche
Zuſammenarbeit auf Mittwoch, den 30. Mai, in das Rathaus
zu Darmſtadt eingeladen. Mit den Führern der Städte waren
auch die wichtigſten Referenten erſchienen. Vertreten waren u. a.
Frankfurt a. M., Wiesbaden, Offenbach,
Darm=
ſtadt, Mainz. Gießen, Kaſſel, Worms. Zu Beginn
der Tagung begrüßte der kommiſſariſche Oberbürgermeiſter der
Landeshauptſtadt Darmſtadt. Pg. Wamboldt, die Gäſte mit
folgender Anſprache.
Meine Parteigenoſſen und Kollegen aus den
Stadtverwal=
tungen des Rhein=Maingebietes! Ich begrüße Sie ſehr herzlich
in dieſem altehrwürdigen Rathaus, und in unſerer alten
Landes=
hauptſtadt Darmſtadt. Ich glaube nicht, daß dieſer alte Bau
jemals ſchon eine Vertretung der Städte unſeres engen
Heimat=
gebietes geſehen hat, deren Träger ſo von einem
Einheits=
willen durchdrungen waren, wie die heutige
Verſamm=
lung der führenden rhein=mainiſchen Kommunalpolitiker.
Wenn der Zweck unſerer Zuſammenkunft hier auch lediglich
durch den Willen zur Gemeinſchaftsarbeit der beteiligten
Stadt=
verwaltungen bedingt iſt, ſo darf ich doch herausſtellen, daß der
Verlegung dieſer Tagung nach Darmſtadt eine beſondere
Bedeu=
tung zukommt. Durch dieſe Tagung in Darmſtadt wird der
Zu=
gehörigkeit dieſer Stadt zu der von unſerem
Gauleiter und Reichsſtatthalter Sprenger
ge=
ſchaffenen Einheit des Rhein=Maingebietes
be=
deutſamer Ausdruck verliehen.
In der Tat ſind auch die Bindungen und
Beziehun=
gen dieſer Stadt nach den hier heute vertretenen
Nachbar=
ſtädten außerordentlich ſtark. Die wirtſchaftlichen
Zu=
ſammenhänge des Rhein=Maingebietes haben ja bereits in der
Schaffung der Induſtrie= und Handelskammer für das rhein=
mai=
niſche Wirtſchaftsgebiet ihren Ausdruck gefunden. In gleicher
Weiſe fühlen ſich auch die Großſtädte unſeres
Gauge=
bietes verbunden.
„Ich erinnere Sie daran, wie die erſte gemeinſame Tagung der
Vertretung unſerer Städte am 7. Dezember vorigen Jahres in
Frankfurt durch die Anweſenheit unſeres Gauleiters ſtark
heraus=
gehoben worden iſt. Während früher in der liberaliſtiſchen Zeit
vielfach
ein ungeſundes Gegeneinanderarbeiten der einzelnen Städte
feſtzuſtellen war, gehen heute die Beſtrebungen dahin, die
Arbei=
ten zum Wohle dieſer Städte einheitlich
zuſam=
menzufaſſen. Dabei müſſen
die Lebensbedingungen für jede Stadt voll gewahrt werden.
Das „laisser faire und laisser aller” der liberaliſtiſchenZeit,
das auch in den Beziehungen der Städte
unter=
einander die Rückſichtsloſigkeit
gegeneinan=
der großgezogen hat, hat durch die Entwicklung zum
natio=
nalſozialiſtiſchen Staat ein Ende gefunden.
Der nationalſozialiſtiſche Staat garantiert jedem ſein
Lebensrecht!
Und es wäre liberaliſtiſch, aber nicht nationalſozialiſtiſch, wenn
die Lebensnotwendigkeiten unſerer
Gemein=
weſen irgendwie beſchnitten würden.
Entſcheidend iſt — wie immer — der Geiſt, in dem wir
zu=
einander ſtehen. Wir handeln hier im nationalſozialiſtiſchen Sinn,
wenn wir Wegbereiter ſind und bleiben für die
Gemein=
ſchaftsgeſtaltung unſeres rhein=mainiſchen
Heimatgebietes nach dem Willen unſeres Gauleiters. Darin
ſehen wir auch für uns die einheitliche klare Linie. Wir
hoffen, daß durch die planmäßige Zuſammenfaſſung aller Kräfte
der geſunde Aufbau der Städte des Rhein=
Main=
gebietes durchgeführt werden kann.
Dieſe Tagung möge mit dazu beitragen, daß dieſen Zielen
durch gegenſeitige Befruchtung und Ergänzung näher gekommen
wird. In dieſem Sinne wünſche ich der Tagung einen guten
Ver=
lauf zum Wohle aller beteiligten Städte!
Ihm antwortete der Vorſitzer, Bürgermeiſter Linder=
Frankfurt a. M., indem er für die Begrüßung und die
Auf=
nahme in Darmſtadt dankte „Pg. Linder behandelte zunächſt
Or=
ganiſationsfragen des Heſſiſchen und Heſſen=Naſſauiſchen
Ge=
meindetages. Stadtrat Müller=Frankfurt hielt darauf ein
eingehendes Referat über die Fragen der Energie=Wirtſchaft.
Beſonders beachtlich war die Bemerkung des Redners, daß in
Deutſchland im Durchſchnitt eine über 10prozentige
Stromerzeu=
gungszunahme zu verzeichnen iſt. Der gleiche Referent ſprach
ſodann noch über Waſſerlieferung aus den ſtädtiſchen
Waſſer=
werken an Nachbargemeinden bei langanhaltender Trockenheit.
Stadtrat Dr. Lingnau=Frankfurt hielt zwei
Vor=
träge über neue Maßnahmen auf den Schlacht= und Viehmärkten
und die Neuregelung des Frankfurter Obſt= und Gemüſemarktes.
Oberbürgermeiſter Dr. Barth=Mainz ſprach über
die Vorauszahlung der Zinſen für den Umſchuldungsverband.
Rechtsrat Dr. Falk=Mainz kam beſonders auf
Finanz=
fragen der Gemeinden zu ſprechen. Ueber Perſonalfragen der
Gemeinden referierte Oberverwaltungsdirektor Haſeneier=
Frankfurt. Die einzelnen Punkte der Tagesordnung
wur=
den eingehend beſprochen.
Nach Erledigung der Tagesordnung ſchloß Bürgermeiſter
Linder=Frankfurt unter der Betonung, daß dieſe Beſprechungen
unbedingt notwendig wären. Er wolle ſie regelmäßig
durch=
führen, damit die führenden Gemeindebeamten der großen Städte
des Rhein=Main=Gebietes Gelegenheit hätten, beſonders
bren=
nende Fragen der Kommunalpolitik im Geiſte einer gemeinſamen
Entwicklung unſeres Gebietes zu beſprechen und zu klären. Mit
einem dreifachen Sieg=Heil” auf das deutſche Vaterland und
den Führer ſchloß die in kameradſchaftlichem Geiſte verlaufene
Verſammlung. Die nächſte Städtetagung findet in Mainz ſtatt.
Reichs=Schwimmwoche 17. bis 24. Juni.
Ganz Deutſchland ſteht in der Zeit vom 17. bis 24. Juni im
Zeichen der Reichsſchwimmwoche. In allen Bädern unſeres
deut=
ſchen Vaterlandes werden in dieſer Woche große
Veranſtaltun=
gen durchgeführt werden, um das Schwimmen zum Allgemeingut
des deutſchen Volkes zu machen. Mit Unterſtützung des
Reichs=
miniſteriums des Innern. des Reichsminiſteriums für
Volksauf=
klärung und Propaganda, des Reichsſportführers, ſämtlicher
Parteiorganiſationen und der Behörden wird der Deutſche
Schwimmverband, die Deutſche Turnerſchaft und die Deutſche
Lebensrettungsgeſellſchaft in den Junitagen eine große
Werbe=
aktion für das Schwimmen und den Schwimmſport durchführen.
Noch können ungezählte deutſche Volksgenoſſen nicht ſchwimmen
noch immer erleiden jährlich Tauſende den naſſen Tod. Dieſem Uebel
abzuhelfen und das Rieſenheer der Nichtſchwimmer zu vermindern,
iſt oberſte und höchſte Aufgabe der Reichsſchwimmwoche. Mit
ganzer Tatkraft iſt man auch in Darmſtadt ſeit Wochen an der
Arbeit, um in unſerer Vaterſtadt die Reichsſchwimmwoche zu
einer gewaltigen Kundgebung für das Schwimmen und den
Schwimmſport zu geſtalten. An die geſamte Bevölkerung
Darm=
ſtadts wendet ſich ſchon heute der hier arbeitende Ortsausſchuß
mit der Bitte, durch Mitarbeit und Teilnahme an den hieſigen
Veranſtaltungen die Reichsſchwimmwoche ſo zu geſtalten, daß ihre
Parole wahr wird:
„Jeder Deutſche ein Schwimmer, jeder Schwimmer ein Retter!”
Ortsausſchuß der Reichsſchwimmwoche in Darmſtadt.
Heute
um 19 Uhr ins Hochschulstadion zum
Handballkampf
Schweden-Stadtelf Darmstadt
Näheres finden Sie im Sporttei!!
* Ueber Fragen neuzeitlicher Elektrizitätsverwendung ſprachen
im Vortragsſaal der Heag geſtern vor einer Anzahl von
Archi=
tekten und Baumeiſtern zwei Ingenieure der Heag. Nach den
ein=
leitenden Worten von Direktor Brandes nahm Dipl.=Ing.
Adams das Wort zum Thema „Die Elektrizität als
hauswirtſchaftliche Wärmequelle”. In großen Zügen
gab er über die Entwicklung der elektriſchen Küchen Aufſchluß, ihre
Stromkoſten und Anſchaffungskoſten und ihre Verbreitung. In
Deutſchland ſind heute etwa 1 Prozent aller Kücheneinrichtungen
elektrifiziert, darunter zahlreiche Großküchen. Zum Beiſpiel wurde
kürzlich die Küche des Herz=Jeſu=Hoſpitals, Darmſtadt, ganz auf
Elektrizität umgeſtellt. Lichtbilder der einzelnen Herdtypen und
graphiſche Darſtellung der Stromerzeugungs= und
Benutzungs=
kurven veranſchaulichten die angeführten Tatſachen. — Direktor
Brandes ſtellte anſchließend als Grundgedanken heraus, daß
man den Stromabſatz ſteigern müſſe, um den Strompreis zu
ver=
ringern. — Ueber „Elektro=Inſtallationen geſtern
und heute” ſprach dann Dipl.=Ing. Link. Nach einem
Rück=
blick auf die Inſtallationsmethoden der 90er Jahre, gab er eine
Ueberſicht über die Verwendungsmöglichkeiten verſchiedenen
Ma=
terials bei der Verlegung elektriſcher Leitungen über oder unter
Putz, über die wichtigſten Grundſätze bei der Anbringung der
Schalt= und Zählertafel. Beſonders ging er auf die Vorteile der
automatiſchen Sicherung ein. — Seinen Ausführungen ſchloß ſich
eine lebhafte Ausſprache über die angeſchnittenen Themen an.
Fünfzigjähriges Geſchäftsjubiläum der Bahnhofsbuchhandlung
Ewald Steiniger, Mainz. Die Firma, deren Inhaber Frau Paula
Steiniger Ww. und Herr Max Maywald ſind, kann am 1. Juni
1934 auf ihr 50jähriges Beſtehen zurückblicken. Das Unternehmen
zählt zu den älteſten und bedeutendſten Bahnhofsbuchhandlungen
Deutſchlands und iſt insbeſondere in Heſſen und im Rheinland
vertreten. Die Buchhandlung im Darmſtädter Hauptbahnhof wird
ſchon ſeit 22 Jahren von der Firma Steiniger verwaltet. Die
Firma hatte urſprünglich ihren Sitz in Bingerbrück, aber mit der
Uebernahme der Bahnhofsbuchhandlung Mainz=Hauptbahnhof und
der Eiſenbahnreklame im Direktionsbezirk Mainz wurde die
Lei=
tung des Geſchäfts im Jahre 1904 nach Mainz verlegt. Bei
die=
ſer Gelegenheit ſei erwähnt, daß die Firma ſehr unter der
fran=
zöſiſchen Beſatzung gelitten hat und faſt zwei Jahre ihrer
geſam=
ten Filialen beraubt war.
Zum Tag des deutſchen Gebrauchshundes.
Die Fachſchaft für das Schutz= und Dienſtgebrauchshundweſen
e. V., Sitz Duſſeldorf; Fachſchaft Darmſtadt (Dreſſurvereinigung)
hält am Sonntag, 3. Juni, nachmittags 3 Uhr, anläßlich des
Tags des deutſchen Gebrauchshundes eine Werbevorführung von
Polizei= und Schutzhunden auf dem Polizei=Sportplatz (am
Exer=
zierplatz) ab. Dieſe Werbevorführungen werden in ganz
Deutſch=
land an dieſem Tage durchgeführt. Gezeigt werden nur
prakti=
ſche Fälle und die große Verwendungsmöglichkeit des Hundes.
Unſere Fachſchaft iſt die einzige ſportliche Organiſation, welche
Hunde aller Raſſen betreut, mit ihnen arbeitet und ſie ausbildet.
Sie nimmt Hundebeſitzer auch mit Baſtarden auf, ſie macht
ledig=
lich zur Bedingung, daß bei Neuanſchaffung eines Hundes ein
Raſſehund gekauft wird. Der Raſſehund iſt nicht teurer wie
irgendein anderer. Wohl, mögen die Anſchaffungskoſten 5—10
Mark höher liegen, in der Haltung und Pflege aber gibt es keine
Unterſchiede; der Beſitzer hat lediglich die Gewißheit, einen
Raſſe=
hund, einen echten Hund zu beſitzen; er kann ſich mit dieſem Hund
ſehen laſſen, ohne beſpöttelt zu werden. Es liegt im Intereſſe
des Hundehalters, ſich einer Fachgruppe anzuſchließen. Dort
fin=
det er Rat und Unterſtützung in allen Fragen der Aufzucht und
der Hundehaltung; dort findet er Anregungen für erſte Hilfe bei
Krankheiten.
Ganz beſonders ſoll hervorgehoben werden, daß im
Vorder=
grund unſerer Tätigkeit die Schutz= und
Dienſtgebrauchshund=
arbeit ſteht. Nur der wohlerzogene Hund erwirbt Freude und
macht Freude. Nur der gerichtete Hund iſt ein zuverläſſiger
Schutz. Nur der geprüfte Hund gibt Gewähr, daß er eine
tatſäch=
liche und unbeſtechliche Waffe iſt.
Es gibt keinen ſicheren Wächter keinen uneigennützigeren
Freund als den Hund. Dieſe Freude kann ſich jeder Hundehalter
ſelbſt bereiten, wenn er ſich organiſiert, wenn er Mitglied der
Fachgruppe für das Schutz= und Dienſtgebrauchshundweſen wird.
Die Fachgruppe Darmſtadt ſteht jedem Hundehalter
unver=
bindlich und koſtenlos zur Auskunftserteilung zur Verfügung.
Am 14. Oktober 1934 ſtehen ſämtliche Fachgruppen Deutſchlands,
ſo auch Darmſtadt, im Dienſte der Winterhilfe und der
Olympia=
den, angeordnet von Herrn Reichsſportführer v. Tſchammer und
Oſten.
Zum arbeitenden Deutſchland gehören auch wir! Mitarbeit
wollen wir leiſten am Wiederaufbau unſeres Vaterlandes.
Am kommenden Sonntag darf deshalb kein Hundefreund
und =Beſitzer auf unſerem Sportplatz fehlen.
Aus den Darmſtädker Lichtſpieltheakern.
Helia: Zigeunerblut.
Um eine ſchöne Tänzerin dreht und verdreht ſich dieſe
Ge=
ſchichte — und die den gordiſchen Knoten der Konflikte und
Komplikationen nachher kühn durchhaut, iſt keine Geringere als
Adele Sandrock, weiland Fürſtin Stauffenſtein. Von einem
heroiſch ſchmetternden Motiv, in der Muſik (W. Meiſel)
ange=
kündigt, ſchreitet ſie fürſtlich durch dieſen Film. Und da es uns
anſcheinend nun mal nicht beſchieden ſein ſoll, ſie in einer
anders=
gearteten Rolle zu ſehen, ſo haben wir nur zu verzeichnen, daß
ſie wieder einmal ganz köſtlich war und den Hauptteil der
Lach=
erfolge für ſich buchen darf. — Das Männertrio, das auf den
Spuren der ſchönen Ilonka wandelt, ſtellten R. A. Roberts.
G. Alexander und der junge Eric Ode, jeder auf ſeine
Art verliebt, dar. Margit Symo, ſchwarzhaarig und
tempe=
ramentvoll tanzend, führte ſie alle an der Naſe und ging
mit ihrem Zigeunerprimas (W. Jankulm) durch. Ihr
blon=
des Gegenſtück war Grit Haid, die ſich im weißen Skikoſtüm
auf dem Hintergrund der Winterlandſchaft von Kitzbühel, ſehr
gut ausnahm. — Die luſtigen Bilder von den erſten
ſchüchter=
nen Verſuchen der Skihaſen auf dem Uebungshügel werden den
„Zünftigen” noch beſonderen Spaß gemacht haben.
Evangeliſche Männervereinigung der Petrusgemeinde
Darm=
ſtadt=Beſſungen. Unſere letzte Monatsverſammlung im erſten
Se=
meſter findet Montag, den 4. Juni, abends 8.15 Uhr, im
Gemeinde=
haus, Eichwieſenſtraße 8, ſtatt. Der Vorſitzende wird ſprechen über
eines der dunkelſten und traurigſten Gebiete deutſcher Geſchichte,
über „Hexenglauben, Hexenprozeſſe und Hexenverbrennungen im
Mittelalter‟. Da die meiſten unſerer Mitglieder dieſe Zeit
grau=
ſamſter Folterqualen, verübt an eigenen, unſchuldigen
Volksgenoſ=
ſen, ſo gut wie unbekannt iſt, ſo wird der Beſuch dieſes hoch
inter=
eſſanten, lehrreichen und aufklärenden Vortrags aufs wärmſte
empfohlen.
Seite 6 — Nr. 148
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sükehs .
Ankon und der Turm.
Wir wollen den jungen Mann, von dem die Rede ſei, einfach
Anton nennen; Anton — das klingt ſo nett. Und nett iſt die kleine
Geſchichte, darin Anton eine unglücklich=glückliche Rolle ſpielt; ich
meine nicht: nett geſchrieben, denn das iſt ſelbſtverſtändlich,
ſtammt ſie doch aus einer richtigen Schriftſtellerei mit
Maſchinen=
betrieb ... ich meine: das Thema, die Moral, einfach das Erlebnis
iſt nett. Aber nun laßt uns beginnen:
Anton hatte viel Sorgenwaſſer geſchluckt und viele
Schwer=
mutsſteine getragen und war am Ende ſeiner Lebenskraft.
Gas=
hahn war keiner in der Manſarde darin er hauſte; Gift war keins
ßur Hand, ein Schießeiſen auch nicht; ins Waſſer gehen, das mochte
er nicht; aufhängen wollte er ſich auf keinen Fall ... da kam ihm
ein furchtbar guter Gedanke: der Ausſichtsturm — von dem herab,
jawohl und ganz gewiß! wollte er ſich in die Tiefe ſtürzen.
Geſagt und halb getan, das heißt: Anton beſtieg den Turm
„.. aber er ſtieg die unzähligen Treppenſtufen auch wieder herab,
nachdem er hoch oben nicht etwa feige, ſondern zum Philoſophen
geworden war.
Er war niemals auf einem ſo hohen Turm geweſen und
er=
lebte es nun, die Welt von oben herab in einer ihm völlig neuen
Erſcheinung zu ſehen. Die Stadt mit ihren Spielzeug=Häuſerreihen,
der Wald im Hintergrund, das ſilbrige Band des Fluſſes in der
Ferne, die dunſtigen Horizonte — all das ſtellte ſich als eine ſchöne
Welt ihm dar, war magiſch wirkungsvoll aufregend und
begei=
ſternd, war ihm nach kurzer Zeit der Ausſchau wirklich eine Welt,
darin zu leben ihn lockte. Wenn er auch wieder zurückkam in die
alte Welt, ſo war dieſe, nun er ſie von einem ungewohnten
Blick=
punkt geſehen, doch mächtig verändert und erſchien ihm angenehm
als Schauplatz für die Forſetzung des Lebens.
Anton wurde aus einem Selbſtmordkandidaten zu einem neu
Lebendigen, zu einem energiſchen Bejaher des Lebens er brachte
es ſogar zu einer poſitiven Lebensweisheit, die den Selbſtmord=
gierigen zur Nutzanwendung empfohlen ſei; wenn die Welt dir
nicht mehr zuſagt, dann ſuche ſie von einem hohen Blickfeld aus
neu zu finden, und genügt ein Turm dir nicht, ſo fliege, welch
letzteres wahrſcheinlich eine Radikalkur iſt.
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Acht Stunden lang, mit einer Pauſe von 10 Minuten,
verhandelte am Mittwoch die Große Strafkammer
gegen eine 48jährige Witwe aus Mörfelden. B. S.,
die angeklagt iſt wegen Konkursvergehens und
fort=
geſetzten Betrugs. Die Angeklagte hatte im Jahre 1924
in Mörfelden eine Strickerei gegründet, die in der
Inflations=
zeit außerordentlich gut florierte. Als in den Jahren danach
das Geſchäft etwas nachließ, glaubte die Angeklagte, durch
Ver=
größerung aushelfen zu können. Die Sache ſchlug jedoch
voll=
kommen fehl, und im April 1933 mußte der Konkurs eröffnet
werden, der jedoch mangels Maſſe wieder eingeſtellt wurde. Es
ſtellte ſich dabei heraus, daß die Angeklagte ihre Geſchäftsbücher
derart unordentlich geführt hatte, daß ein Ueberblick daraus
überhaupt nicht zu gewinnen war, daß Bilanzen entweder ganz
fehlten oder unrichtig aufgeſtellt worden waren. Sie ſoll weiter
unter Vorſpiegelung unwahrer Tatſachen von Freunden Darlehen
und von einer Lieferfirma Kredit erhalten haben. Die
Ange=
klagte behauptet in der Verhandlung, ſie ſei vollkommen
un=
ſchuldig und habe nie jemand betrügen wollen. Sie gibt zu, daß
achläſſi
chführ=
D Se e e eleheteie
trägt insgeſamt etwa 50 000 Mark. Das Gericht kommt im
Gegenſatz zu dem Staatsanwalt zu der Auffaſſung, daß der
An=
geklagten eine Betrugsabſicht nicht einwandfrei nachgewieſen ſei
und erkennt lediglich wegen unordentlicher
Buchfüh=
rung und unterlaſſener bzw. ſchlechter
Bilanz=
aufſtellung auf ſechs Monate Gefängnis
abzüg=
lich zwei Monate Unterſuchungshaft. Für den Reſt wird der
Angeklagten eine Bewährungsfriſt von viereinhalb Jahren
zuge=
billigt. Die Angeklagte erkennt das Urteil ſofort an.
Es wird dann gegen zwei Sittlichkeitsverbrecher
verhandelt. Der erſte, der 5 4jährige Johann Schwebel
aus Siedelsbrunn, war im September vorigen Jahres
wegen teils vollendeter, teils verſuchter Unzucht mit Kindern
zu zwei Jahren und neun Monaten Zuchthaus verurteilt
wor=
den, und die Große Strafkammer ordnet nun im
Nach=
tragsverfahren die Entmannung gegen ihn an.
Der Zweite iſt ein geiſtig beſchränkter Menſch, der mit 2 13
jähri=
gen Mädchen unzüchtige Handlungen vornahm. Der
mediziniſche Sachverſtändige iſt der Auffaſſung, daß es ſich um
einen allerdings geiſtig minderwertigen, aber vielleicht gerade
deswegen gemeingefährlichen Sittlichkeitsverbrecher handle, und
daß Entmannung vonnöten ſei. Das Gericht glaubt jedoch, daß
in dieſem Falle die Mädchen die Hauptſchuld trugen und
verur=
teilt den Angeklagten lediglich zu fünf Monaten
Ge=
fängnis, die durch die Unterſuchungshaft verbüßt ſind.
Das Bezirksſchöffengericht hat als erſtes gegen die
Frau des früheren Bürgermeiſters von Zell im Odenwald, Frau
Katarina Grasmück, zu verhandeln, die die nationale
Regierung beſchimpft haben ſoll. Schon einmal war
gegen die Frau im vorigen Jahre ein Verfahren anhängig wegen
genau derſelben, heute angeklagten Bemerkung. In erſter
In=
ſtanz ſchenkte das Gericht dem Hauptbelaſtungszeugen einem
Bäckerlehrling aus Zell, Glauben und verurteilte die Frau zu
wei Wochen Gefängnis. In zweiter Inſtanz wurde ſie jedoch
freigeſprochen. Belaſtungszeuge in dieſem Falle iſt der Zeuge
Adam Trumpfheller, der ſich erbotenermaßen mit
Rechtsberatun=
gen ſeiner Mitmenſchen abgab. Trumpfheller behauptete in der
Vorunterſuchung, die Frau habe trotz wiederholter Warnungen
ſeinerſeits immer wieder beſagte Behauptung aufgeſtellt. Heute
ſagt er plötzlich, die Frau ſei vor dem zweiten Termin gegen ſie
zu ihm gekommen und habe ihm ihr Leid geklagt und ihm dabei
erzählt, was ſie geſagt haben ſolle. Das Gericht ſpricht die
Frau wegen erwieſener Unſchuld frei und legt die
Koſten der Verhandlung und der Verteidigung der Staatskaſſe
auf. Der Zeuge Trumpfheller wird ſofort
ver=
haftet und es wird ein Verfahren, wegen
wiſſentlich falſcher Anſchuldigung gegen ihn
eingeleitet werden.
Es wird dann gegen den ſchwer vorbeſtraften Hochſtapler
Artur Kowalewſki aus Bielefeld
Sicherungsverwah=
rung angeordnet. Kowalewſki hat ſicher die Hälfte ſeines
Lebens im Gefängnis bzw. Zuchthaus zugebracht, da er
Mein und Dein verwechſelte.
ſtändig
Ein dritter Angeklagter, der 34jährige Leonhard
Horch=
heimer von hier, erhält wegen Urkundenfälſchung
eine Gefängnisſtrafe von drei Monaten. Er hatte
als Reiſender drei Beſtellſcheine gefälſcht und die Proviſionen
dadurch unberechtigt erhalten. Horchheimer iſt bereits fünfmal
wegen ähnlicher Delikte vorbeſtraft.
Schließlich werden in nichtöffentlicher Verhandlung drei
Biebesheimer wegen widernatürlicher Unzucht
verur=
teilt. 10 Monate Gefängnis erhält der 48jährige Heinrich
Damm, der bereits wegen Txunkſucht entmündigt wurde, fünf
Monate erhält der 31jährige Otto Zimmermann und zwei
Monate der 22jährige Heinrich Nold.
Verwaltungsgerichtshof, Rheinſtraße 10. Oeffentliche
Sitzung am Samstag, den 2. Juni, vorm 9.15
beſchwerde der Bürgermeiſterei Darmſtadt i. S. Franziska Buſch
in Darmſtadt, wegen Wertzuwachsſteuer.
G
Rechts=
Donnerstag, 31. Mai 1934
42.Faumverſämtang des dostm sileri0. 1. Jann..
techniſch zu einer ebenen Lage zu machen. Dieſe Aufgabe iſt nichrt
leicht. Erſt vor wenigen Jahrzehnten konnten gegen die Bedenkenm.
Wie lann der Ingeniene dei Bein
der in alten Anſchauungen ſteckenden Winzer verſchiedene Neueot
Badern geiſen:
Vortragsfülle auf der Hauptverſammlung des Vereines deutſcher
Ingenieure. — Große Saar=Kundgebung in Trier.
Auf der diesjährigen Hauptverſammlung des Vereines
deut=
ſcher Ingenieure, die vom 8. bis 11. Juni in Trier ſtattfindet,
wird es außerordentlich lebhaft zugehen. Es ſind nicht nur eine
ganze Reihe von ſehr intereſſanten Vorträgen vorgeſehen über
Themen, welche die Allgemeinheit intereſſieren; es werden nicht
nur Beſichtigungen der alten Römerſtadt Trier ſowie der weiteren
Umgebung mit ihrer ſtarken Induſtrie abgehalten, ſondern es findet
auch eine eindrucksvolle Saar=Kundgebung ſtatt, um zu
dokumen=
tieren, daß auch der deutſche Ingenieur im Kampf um die
Zurück=
gewinnung des Saargebietes nicht zurückſtehen will, daß auch er
für das dortige wichtige Induſtriegebiet und die rein deutſche
Be=
völkerung kämpft
Aus der Fülle der Vorträge, welche dort gehalten werden, ſei
im Augenblick einer herausgegriffen, welcher gerade für Trier und
Umgebung und auch für einen Teil des Saargebietes von
Wichtig=
keit und Intereſſe ſein wird: Dr.=Ing. Rauh VDJ., Beuel, ſpricht
über die Arbeitserleichterung durch die Technik im Weinbau”,
Der Laie wird denken: Was kann ſchon der Ingenieur dem Winzer
viel mit ſeiner Kunſt helfen? Nun, eine ganze Menge! Die beſten
Weine wachſen leider an den ſteilſten Hängen zwiſchen Steinen,
Mauern, Klippen und Felſen, wo der Anbau ſchwer und
zeit=
raubend iſt. Da zur Bebauung dieſer Lagen faſt ausſchließlich
menſchliche Trag= und Handarbeit Verwendung finden muß, wird
der Wein unnötig verteuert und ſo vielfach zu einem Genußmittel
für die wohlhabenden Kreiſe gemacht.
Der Ingenieur und der Techniker haben nun die Aufgabe durch
Maſchinenanwendung die Stellagen der Weinberge bearbeitungs=
rungen eingeführt werden. So das Ziehen der Reben am Weinzu ſch
ſpalier mit Draht und die Handhabung des Pfluges im Weinbera z. ſo
Dann erſt konnte man die Winzer dazu überreden, motoriſche=
Weinbergs=Eilwinden zu benutzen, die bergwärts arbeiten undch
talwärts im Leergang zurücklaufen. Hinzu kam der Geſpanneilzugg
der die gleiche Arbeitsweiſe mit Zugtieren einführte. Neben demm
beſonders für Weinberge konſtruierten Pflug entſtanden Anhäng=u
Spritzgeräte für die Schädlingsbekämpfung und Anhängeſchlittenm
für Dung, Steine und Erde.
Leider ſind die Weinberge, auf denen man mit ſolchen Gerätem /
arbeiten kann, ſelten, denn in den meiſten Fällen können die
Pflüge von Felſen, Klippen. Mauern und Steinen nicht arbeitenn 1.)
und vor der Steilheit der Berge gar nicht herangeſchafft werden.)
Hier galt es für den Ingenieur, andere wichtige Aufgaben zuu
löſen. An Stelle der unmittelbaren Maſchinenanwendung trat die
mechaniſche Förderung von Spritzbrühe durch Hochpumpen in Hochs/ Nr
Hu.
druckſchlauchleitungen ſowie das Hochfördern von Dung. Erde undd M5.4, Zchl von 2.1
Steinen mit überall raſch aufſtellbaren und ebenſo raſch wieder ab= 91
reißbaren Seilbahnen. Eine gewiſſe Umgehung dieſer Zuſammen=u u Suel. Anſchliebe
urch
ſchlußarbeit bedeutet die Anlage von praktiſchen Weinbergswegen! Mru ud Erktlard
(die meiſten alten ſind recht unpraktiſch angelegt), aber dies dürſte n zureieten wareh.
Aus der NSDAP.
Rechtsberatung der Hitler=Jugend.
Der Referent für Arbeitsrecht und Jugendpflege beim
Sozial=
amt des Bannes 115, Gerichtsreferendar Hans Altendorf, wird
mit ſofortiger Wirkung jeden Samstag nachmittag, von 14.30 Uhr
bis 15.30 Uhr, für die Angehörigen der HJ., des Jungvolks und
des B. d. M. Sprechſtunden abhalten, erſtmals am Samstag, den
2. Juni. Die Beratung findet ſtatt auf der Geſchäftsſtelle des
Bannes Darmſtadt, Alicenſtraße 25,
NS.=Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am Sonntag, dem 3. Juni 1934 treffen ſich Kameraden und
Kameradenfrauen am Hauptbahnhof. Abfahrt zur Kundgebung
nach Auerbach 8,55 Uhr. Der Fahrpreis beträgt pro Perſon
nach Auerbach und zurück 70 Pf. Die Karten können ab
Frei=
tag bei den Stützpunkleitern in Empfang genommen werden.
Kameraden und Kameradenfrauen, welche in Auerbach zu
Mittag eſſen wollen, werden gebeten, ſich alsbald in der
Ge=
ſchäftsſtelle der Ortsgruppe melden zu wollen. Sonſt
Ruckſack=
verpflegung.
Die Stützpunktleiter wollen heute Donnerstag, 31. 5. 34, ab
5 Uhr, die Fahrkarten zur Kundgebung nach Auerbach in der
Ge=
ſchäftsſtelle der Ortsgruppe in Empfang nehmen.
Neul
Dndegoes
Bauernfleiß=
Puddingpulver
aus deutſchen Rohſtoffen in bewährter
Oetker=Qualität!
Banille= und Mandel=Geſchmack — 1 Päckchen 8 Pfg.
Der Polizeibericht.
Verkehrsunfälle. Am Sonntag, den 27 Mai 1934, gegen 13 Uhr,
ſtieß Ecke Liebfrauen= und Arheilgerſtraße der Führer des
Motor=
rades, Kennzeichen V8 9474, mit einem Straßenbahnwagen der
Linie 5 zuſammen. Das Motorrad wurde von dem
Straßenbahn=
wagen erfaßt und ein Stück geſchleift. Der Führer desſelben ſowie
der Soziusfahrer kamen dabei zu Fall. Letzterer erlitt bei dem
Un=
fall einen Unterſchenkelbruch und wurde durch die Rettungswache
nach dem Stadtkrankenhaus verbracht. Das Motorrad wurde ſchwer
beſchädigt, der Fahrer kam mit dem Schrecken davon. Ueber die
Schuldfrage ſind die polizeilichen Ermittlungen im Gange. — Am
29. Mai, gegen 20 Uhr, ſtieß auf der Kreuzung Stifts= und
Soder=
ſtraße ein Darmſtädter Motorradfahrer mit dem Führer eines
auswärtigen Perſonenkraftwagens zuſammen. Beide Fahrzeuge
wurden beſchädigt. Der Führer des Perſonenkraftwagens kam mit
leichten Hautabſchürfungen davon. Die Ermittlungen über die
Schuldfrage ſind eingeleitet.
Dereins= ud ikale Veranfalungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Schuls Felſenkeller. Heute: Militärkonzert,
ausgeführt vom Muſikzug der Standarte 115, Leitung Willy
Schlupp. Der Eintritt iſt frei.
Städt. Saalbau. Heute, Donnerstag, und Freitag,
nach=
mittags 4 Uhr und abends 8 Uhr: die große Sommer=
Moden=
ſchau. Nach der Vorführung der große Modeball. Konzert:
Kapelle Schlupp. Karten=Vorverkauf: Verkehrbüro am Weißen
Turm.
Reichstreubund ehemaliger Berufsſoldaten!
Es können ſich noch 20 Kameraden für die Fahrt zur Teilnahme an
der Fahnenweihe der Ortsgruppe Gießen am 3. Juni, beim
Orts=
gruppenführer melden. Fahrtkoſten entſtehen den Kameraden nicht.
Die Abfahrt erfolgt am Sonntag, 6 Uhr vormittags, ab
Parade=
platz. Anzug: möglichſt dunkler (blauer) Anzug, Orden,
Bundes=
mütze und Abzeichen.
doch bei den hohen Koſten für ſolche Wege immer nur eine Teiſ. hclund der Schwad
Aüringen, Oberl
erleichterung bleiben.
Die neueſten Beſtrebungen gehen dahin, Seilbahnen ud Ain) Lonmein 9u
„den des Odenw
Wege zu vereinen, wobei den Seilbahnen die Ueberwindung des
Auf die eigentlit
Höhenunterſchieds zufällt und den Wegen die Verteilung in der
Waagerechten. Die nächſten Jahre oder Jahrzehnte erſt werden uns Mzſ/ Vollsliede.
zeigen, wie weit man auch hier mit der Technik vorankommt. ( ſen ſcöes Stchdiche
wird aber jedem Laien klar ſein, daß auch der Winzer nicht zu 1 Me ud Kiwderipe
die Hilfe des Ingenieurs und des Technikers bedarf, ſondern daß W dunchar Ahlcke
beide auch berufen und fähig ſind, ihm zu helfen und ihm ſeine! Weun durch died
ſchwere Arbeit durch den Fortſchritt unſerer Technik zu erleichtern. Msum, ſür dlie O
ſier gelingen ſollte,
bezuetten, ſo dürſt
zudte Mühe der hieſt
turim, Frau Nod
Aus Heſſen.
* Dieburg, 30.
Berſetzung des Krt
efeht das Kreisgeſt
Abhalkung von Süßmoſtkurſen.
wen Sprechſtunden
Die Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau, Hauptabteilung 2, vers; —.3 Uhr abgehalter
anſtaltet auf Veranlaſſung der Obſtbauinſpektion 1 Darmſtadt imn eesgeſundheitsamt
Verbindung mit den betreffenden Kreisobſtbauverbänden zwef: .— Ein Opek
Süßmoſtkurſe. Dieſelben finden ſtatt am Sonntag, den 3. Junſ.) niſhaſt „Kraſt dut
en „Nainzer Hof
nachmittags halb 4 Uhr, in Stockſtadt a. Rh. im Saale der Stock=! he nſänger Hans K
ſtädter Lichtſpiele, und abends 8 Uhr in Nieder=Ramſtadt imn ure Sängerin Kä
Gaſthaus „Darmſtädter Hof”. Referent iſt Herr Baumann, der Lei=” zein der beliebien!
Mü5 Reiß vom 9
ter der Lehranſtalt für gärungsloſe Früchteverwertung in Ober=) ziwe. Schett Sch
Erlenbach. Intereſſenten ſind zu dieſen Veranſtaltungen eingeladen in m Vortrag von
eint in Bewegung.
Füige Zugaben.
o. Erzhauſen, 30. Mai. Schnell tritt der Tod dem
Menſchen an. Am Dienstag nach Pfingſten bei einem Aus=/ M Brenshach,
flug nach dem Schwarzwald wurde auf der Rückwanderung Kon=/gerkamer
rad Leiſer bei Aſchaffenburg bei Ueberquerung der Straße voru ſiselsheim fand a
einem Laſtauto erfaßt und ſofort getötet. Die Eltern des K. 2A al führer Röde
ſind taubſtumm und hatten 5 Kinder, alle normal und geiſtig be= eunden und dank
gabt. Vor einigen Jahren verloren die unglücklichen Eltern der ab er der freudie
älteſten Sohn an einer tückiſchen Krankheit. Geſtern wurde dern i=gervereine wie
Verunglückte beerdigt, 8 Tage nach der Konfirmation. Die ganz eit en, Sichtbar z
Gemeinde bedauert die ſo ſchwer geprüften und untröſtlichern 2 Führung. Durd
be rſte Führer iſt
Eltern.
urt iten Reiches gerw
Be. Büttelborn, 29. Mai. Am vergangenen Sonntag fand i ſt ergab ſich, daß
der Turnhalle des Turnvereins 1888 eine Gedenkfeier für denu
Freiheitskämpfer Albert Schlageter ſtatt. Verbunden war diel ſeheſtand
m.
tikaſter. Die Kundgebung war ſehr gut beſucht. Die Vorarbeitem e. Laiſſende beilg
füirte ebenfalls die
für die Feldbereinigung, die Bonitierungsarbeiten, werden auss
geſetzt, da wegen der hohen Frucht ſonſt ein allzu großer Schaden 5i* des Führeis
ur en verſchiedenen
erſtehen würde, der vermieden werden kann.
anei aller Emp
C. Ober=Ramſtadt, 30. Mai. Wie die Bürgermeiſterei best fu ſche Weihe der
kanntgegeben hat, wird ab 1. Juni d. J. auch in der Gemeindest ihsel des Kriege
verwaltung die durchgehende Arbeitszeit in Anlehnung an dis y übergab der Vor
Regelung bei den Staatsbehörden eingeführt. Dementſprechen. MSzeitig wurden
ſind die Sprech= und Zahlſtunden neu feſtgeſetzt worden.
Weierlich verpflicht
Sehresrechnung
G. Ober=Ramſtadt, 30. Mai Geburtstagsfeier. Arl
einer alten ſchönen Sitte feſthaltend, treffen ſich auch in dieſern 9Ehmlung dieſel
Jahre die 50 Jahre alten Schulkameraden hier zu einer gemein, —.4 Weiter w
ſamen Geburtstagsfeier, die am 3. Juni im bisher üblichen Rakl Mrhliber=
Kchie=
men ſtattfindet.
innt. Es f.
- Darmſtadt ſt
f. Roßdorf, 30. Mai. Spar= und Darlehnskaſſ/40 und verſpricht
e. G.m. b. H. — Generalverſammlung. Die Spar= und Mſieder. Nach r
Darlehnskaſſe e. G.mb.H. Roßdorf, hielt ihre 44. ordentliche ,G81 M2 mit einem dreil
neralverſammlung im Gaſthaus „Zum Darmſtädter Hof”. Aut4 MSul von Hind
ſichtsratspräſident Bäckermeiſter Barth begrüßte die Mitglie W
mlung.
der insbeſondere auch den landwirtſchaftlichen Ortsfachberais — Erhach 30
Wilhelm Gunkel, und ernannte Protokollführer und Stimmzälzl Ugin 1g60
ler. Der im Geſchäftsjahr verſtorbenen Mitglieder gedachtes U0 Meins 100
die Verſammelten durch Erheben von den Sitzen. Die geſamt) Mc ſſeier der in
Kaſſe= und Geſchäftsführung wurde Anfangs April durch eines Mle
Reviſor des Genoſſenſchaftsverbandes, Rhein=Main=Neckar einet WSälgeter
eingehenden Prüfung unterzogen, die ein ſehr befriedigendes E:3 Mr Geſäne
flgt=
gebnis hatte. Der Reviſionsbericht wurde verleſen. Dann 2:2PJMſchaulicher w
ſtattete der Direktor Bürgermeiſter Koch den Geſchäftsberichd Züopters ſir zui
Das abgelaufene Geſchäftsjahr habe im Zeichen nationalſozio/ Me
liſtiſchen Aufbaues geſtanden. Der Geſchäftsbetrieb ſei äußern Ein
umfangreich geweſen und die Spareinlagen ſeien erheblich geſtiv .0
gen. Die Genoſſenſchaft konnte im abgelaufenen Jahre wiederut!
allen Anforderungen gerecht werden und habe ſomit ihren 3u8‟
voll und ganz erfüllt. Wenn alle Kräfte zuſammenwirkten, würck”
das erreicht werden, was im Intereſſe und zum Segen der Mik
glieder ſtets erreicht werden muß, nämlich: die reſtloſe Kredih
N70 Helden.
befriedigung der Mitglieder, unabhängig von fremdem Kapita.
aus eigenen Mitteln über die Kaſſe. Die Bilanz trug Rechn
Zimmer vor. Hieraus ergab ſich, daß die Kaſſe auf abſolt
geſunder Grundlage baſiert. Neben rund 21 000 RM. Reſernel
iſt ein Rückſtellungskonto vorhanden, das einen Betrag von RAI
20 000 aufweiſt. — Nach dem Bericht des Aufſichtsrats haben ſiü
bei der Prüfung der Bilanz keine Beanſtandungen ergeben, ur
die Entlaſtung des Vorſtandes erfolgte einſtimmig. Der
Rei=
gewinn von 1850 RM. fand nach den Vorſchlägen des Aufſicht
rats Verwendung. Die vorgeſchlagene Erhöhung der Aktiv= uwd
Paſſiv=Kreditgrenze fand Zuſtimmung, ebenſo die Abänderun
der Paragraphen 35. 36 und 48 des Statuts. Die ausſcheidende
Vorſtands= und Aufſichtsratsmitglieder Georg Martin Nicolag:
Georg Wilhelm Nicolay 2, Johs. Stelzer und Georg Koch wuu
den wiedergewählt. — Zum Schluß ſprach der landwirtſchaftlic
Ortsfachberater Wilhelm Gunkel noch anerkennende Worte ſi.
die Verwaltungsorgane der Kaſſe. Mit einem dreifachen Sies
Heil auf den Reichskanzler ſchloß der Aufſichtsratsvorſitzende. V
gut verlaufene Verſammlung.
Klein=Umſtadt 30. Mai. Als Auftakt der Reichswerbewock
veranſtaltete der Turnverein Klein=Umſtadt am Sonntag mitt
Eintritt und Mitarbeit auf. Darauf fanden ſich die Mitglieder
einer ſchlichten Schlageter=Gedenkſtunde zuſammen, wobei der Die
wart die Gedenkanſprache hielt. In der ſich daran anſchließend.
außerordentlichen Hauptverſammlung wurden Richtlinien für —
Werbewoche durchgeſprochen und die Fragen des am 3. Juni ſtat*
findenden Jubiläumsfeſtes geklärt. Ein dreifaches begeiſtert aud
genommenes „Sieg=Heil” auf Reich, Führer und Deutſche
Turne=
ſchaft ſchloß die würdige Tagung.
diunerstag, 31. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 148 — Seite 7
Lufen.
on 1
Durn=
mtag, den !1
im Saale R
Nieder=Rant.
r Baumam k
verwertung 1
Krachtenſenr in erbau.
As. Erbach, 30. Mai. Die NS. Frauenſchaft in Erbach
vevan=
hete am letzten Samstag und Sonntag eine Trachtenſchau, die
einem Kreistreffen ſämtlicher Frauenſchaftsortsgruppen
ver=
beden war. Es darf wohl gleich vorausgeſagt werden, daß der
matwandten Mühe auch der Erfolg beſchieden war. Das
Trachten=
hatte einen geradezu glänzenden Verlauf genommen; der
Be=
ſu rus allen Teilen des Kreiſes war ein ſo gewaltiger, daß man
ſon von einem kleinen Wieſenmarkt ſprechen konnte. Der weite
hum vor der Städtiſchen Feſthalle und vor den Bierſtänden war
ah fleißiger Hände Arbeit zu einem wahren Feſtplatz hergerichtet
pden; ungezählte Fahnen umſäumten das weite Feld.
Eingeleitet wurde das Feſt am Samstag abend mit einem
Ppagandatrachtenzug durch die Straßen der Stadt nach dem
ſſs=Hitler=Platz, wo vor einem größeren Zuſchauerkreiſe beim
spl der Ziehharmonika allerlei Volks= und Trachtentänze
vor=
nhrt wurden.
Am Sonntag nachmittag nahm das Trachtenfeſt ſeinen
wei=
ſam Verlauf. Die Frauenſchaft in den farbenfrohen Trachten
ge die Ausgabe von Getränken und Lebesmitteln in eigener
ſie, zu mäßigen Preiſen übernommen. Um 3 Uhr wurde die
kihtenſchau durch die Kreisleiterin, Frau Weſternacher
heſelden, mit Worten herzlicher Begrüßung eröffnet. Sie gab
ſre Freude daruber Ausdruck, daß es gelungen ſei, eine ſolch
mliche Zahl von Trachten aus allen Teilen Deutſchlands zeigen
zuönnen. Anſchließend an die Begrüßungsanſprache fand die
Vor=
hung und Erklärung der einzelnen Trachten ſtatt, Beſonders
wvertreten waren die Tvachtengruppen aus Bayern, dem Berner
Ahrland, der Schwäbiſchen Alb, dem Schwarzwald und dem Elſaß,
Thüringen, Oberheſſen, dem Schlitzerland, aus Holſtein,
Hel=
g und, Pommern. Mecklenburg und vor allem aus den einzelnen
äßenden des Odenwaldes.
Auf die eigentliche Trachtenſchau folgten nun im bunten
Tühſel Volkslieder und Gedichte in Odenwälder Mundart (Erbach
fiten ſchönes Städtchen, von Grete Bickelhaupt) Muſikſtücke, deutſche
ſäze und Kinderſpiele der Kleinen und Allerkleinſten, die
be=
mers dankbar aufgenommen wurden.
Wenn durch dieſe Veranſtaltung der Sinn für altes deutſches
ſostum, für alte Sitten und Gebräuche geweckt wurde, wenn es
vuer gelingen ſollte, ſo manche ſchöne Tracht in unſere Zeit
her=
übzuretten, ſo dürfte damit der Zweck erreicht und die
aufge=
wudte Mühe der hieſigen Ortsgruppe und ihrer überaus regſamen
Aeietin, Frau Nodnagel, reichlich belohnt worden ſein.
tt der Tü
gſten dei einn
Ruckwanderm
lücklichen Eig
irmation.
und ums
eie *
dei m
Dieburg, 30 Mai. Kreisgeſundheitsamt. Durch
iVerſetzung des Kreisarztes Med.=Rat Dr. Vix nach Darmſtadt
neht das Kreisgeſundheitsamt Erbach den hieſigen Dienſt. Es
unden Sprechſtunden im Kreisamtsgebäude jeden Donnerstag von
9—3 Uhr abgehalten. An allen anderen Tagen ſind alle dem
Kiusgeſundheitsamt unterſtehenden Anträge nach Erbach zu
rich=
tin — Ein Opern= und Operettenabend der NS.=
Ge=
mriſchaft „Kraft durch Freude” hatte ein zahlreiches Publikum in
diien Mainzer Hof” gebracht. Galt es doch, unſeren Dieburger
Odrnſänger Hans Kern vom Landestheater Schneidemühl und
unre Sängerin Kähte Muhn in den verſchiedenſten Arien und
Oieern der beliebteſten Opern und Operetten zu hören. Aenne und
Büi Reiß vom Heſſ. Landestheater erfreuten durch reizende
Täy. Schett Schettler vom Stadttheater Trier ſetzte mit
ſ im Vortrag von Robert Schneiders „Wildſau” die
Lachmus=
küch im Bewegung. Der ſtarke Beifall der Zuhörer erzwang noch
euſnze Zugaben.
Br. Brensbach. 29. Mai. Die Bezirkstagung der
Htegerkameradſchaft Haſſia des Bezirks
Reinheim=
ng der Emw. „Mehellsheim fand am Sonntag in Niederkainsbach ſtatt. Der
Be=
die Eltem g! züurtführer Röder eröffnete die Verſammlung, begrüßte die
An=
ſrmal und gu weſnden und dankte für das zahlreiche Erſcheinen. Als erſtes
gyb er der freudigen Genugtuung Ausdruck, daß nunmehr die
Geſternm. Krigervereine wieder die volle Anerkennung finden, die ſie
ver=
dueen. Sichtbar zum Ausdruck kam dies durch den Wechſel in
durſührung. Durch Oberſt Reinhardt und Stabschef Röhm als
owete Führer, iſt ein zielbewußtes Weiterarbeiten im Geiſte des
tm Reiches gewährleiſtet. Bei Feſtſtellung der Anweſenheits=
Sonntg”, lilſt e gab ſich, daß alle 32 Vereine anweſend waren. Der
Mit=
glierſtand iſt gegenwärtig 1915. Auf 38 Geſuche wurden insge=
Im 6545 RM. Unterſtützung an bedürftige Mitglieder gezahlt.
DAaA orſitzende Heiland des Kriegervereins Nieder=Kainsbach
be=
tütt ebenfalls die Tagung, wünſchte ein gutes Arbeiten im
Gie des Führers mit einem dreifachen Sieg=Heil. Nunmehr
wauen verſchiedenen Kameraden Ehren=Abzeichen verliehen. Im
Myer aller Empfänger dankte Kamerad Keil. Dann fand die
feſteliche Weihe der Kyffhäuſer=Bundesfahne mit
Hakenkreuz=
wnel des Kriegervereins Brensbach ſtatt. Mit markigen
Wor=
teln ibergab der Vorſitzende Röder die Fahne ihrer Beſtimmung.
Gſehzeitig wurden auf dieſe Fahne 3 neu ernannte
Vereinsfüh=
ris eierlich verpflichtet. Durch Rechner Gerſtenſchläger wurde nun
die Fahresrechnung vorgetragen, und, nachdem 2 Mitglieder der
Veimimlung dieſelbe nachgeprüft hatten, dem Rechner Entlaſtung
elnlt. Weiter wurde als Ort der Herbſttagung Spachbrücken
be=
ſtümt. Es fand dann noch eine allgemeine Ausſprache über
Kleikaliber=Schießen, und die Teilnahme am heſſiſchen
Soldaten=
tauin Darmſtadt ſtatt. Die Vorfreude für dieſes Feſt war ſehr
gy.) und verſpricht eine außerordentlich große Beteiligung der
Tüglreder. Nach reichlich vorgerückter Zeit ſchloß Vorſitzender
Rür mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unſeren greiſen
Feld=
mochall von Hindenburg und unſeren Volkskanzler Adolf Hitler
die Verſammlung
D. Erbach, 30. Mai Heldengedenkfeier im
Turn=
virein 1860. Eine ſtark beſuchte Mitgliederverſammlung des
Tivereins 1860 gedachte einleitend in einer ſchlichten,
eindrucks=
vAn Feier der im Kampfe für den Wiederaufſtieg Deutſchlands
gellenen Helden, beſonders des unerſchrockenen Streiters Albert
Schlageter. Dem Vortrag verſchiedener Gedichte und
gemein=
mr Geſänge folgte die Anſprache des Vereinsführers Horn,
in anſchaulicher Weiſe ein Bild von dem Leben und Wirken
hrgeters für unſer deutſches Volk und Vaterland entwarf.
gemeinſam geſungene Trutz= und Kampflied. Der Gott, der
ſia wachſen ließ” gab der Feier einen würdigen Abſchluß. An=
Aßend verpflichtete der Vereinsführer den Turner Grünewald
USchriftführer und teilte mit, daß den Turnern Frdr. Müller,
Yſtian Hering, Georg Friedrich Eich 4. und Fritz Kumpf als
Ahikennung für ihre erfolgreiche turneriſche Tätigkeit der
Gau=
elmlrief verliehen wurde. — Geſtern abend ſprach im Rahmen
deTurnwerbewoche die Gaufrauenführerin Hedwig Henkel=
Sütz vor einem dankbaren Zuhörerkreiſe über den Wert des
ſichen Frauenturnens und das Frauenturnen in der Deutſchen
ſuerſchaft. Die ſachkundigen Ausführungen fanden freudigen
Ehll. Die Werbewoche bringt an den verſchiedenen
Nachmit=
m und Abenden noch öffentliche Turnſtunden für die Männer,
kurner und die Schuljugend, am Sonntag nachmittag einen
Eernarſch durch die Stadt mit anſchließenden turneriſchen
Vor=
lungen mannigfacher Art auf dem Sportplatze und als Ab=
W am Sonntag abend in der Feſthalle geſelliges Beiſammen=
Amit ſportlichen Darbietungen aus den verſchiedenen Arbeits=
Abten. — „Kraftdurch Freude‟. Die kommenden Tage
gem einer ganzen Reihe der größeren Plätze unſeres Kreiſes
eriſche Darbietungen der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch
d‟ Hier findet am Samstag abend in der Feſthalle ein
ion iekonzert ſtatt. — Amt für Volkswohlfahrt.
ar der Leitung des Herrn Otto Müller wurde hier eine
2 Nitsgemeinſchaft innerhalb des Amtes für Volkswohlfahrt ge=
Adet, die Vertreter aller mit dem Fürſorgeweſen vertrauter
le umfaßt. Herr Müller gab einen kurzen Ueberblick über
euonn der Volkswohlfahrt ſchon geleiſtete und noch zu leiſtende
Mit und gedachte dann in ehrenden Worten der reichen Ver=
Ißte unſeres Führers auf dem Gebiete der Fürſorge für
be=
ſgte Volksgenoſſen. — Rundfunkwerbung. Im Auf=
* der Reichsrundfunkkammer veranſtaltete der Werbewagen
Me ichsrundfunkgeſellſchaft ein Platzkonzert von Märſchen. SA.=
Volksliedern in Abwechſlung mit Tanzmuſik. Im Mittel=
I der Veranſtaltung ſtand eine Anſprache des Propaganda=
Urs Kavitän Werber.
hen. Hofheim (Ried), 30. Mai. Frecher Diebſtahl. Eine
Viererin ſchloß in einem Hauſe in der Luiſenſtraße, während
ie Bewohner im Hinterhof befanden, die Haustür auf und
Sendete aus der Küche Lebensmittel. Rechtzeitig entdeckt und
F0— konnte die Diebin durch den hieſigen Schutzmann verhaftet
*Nn. — Hohes Alter, Frau Anna Zintel Wwe, feierte ihren
Nbe burtstag.
Hirſchhorn, 30. Mai. Waſſerſtand des Neckars am
am 29. Mai 1,46 Meter, am 30. Mai 1.47 Meter, morgens
Uhr
Hernsheim, 30. Mai. Waſſerſtand des Rheins am
am 28. Mai — 0,92 Meter, am 29. Mai — 0.90 Meter,
eris 5.30 Uhr.
Das neue Verwalkungsgebäude
des Hanolserts
vom Reichshandwerkführer ſeiner Beſlimmung
übergeben.
In einer feierlichen Sitzung im Sitzungsſaal des in
Frank=
furt am Main am Schaumainbai 101—103 gelegenen neuen
Ver=
waltungsgebäudes der Südweſtdeutſchen
Verſicherungs=
anſtalt a. G. für ſelbſtändige Handwerker und Gewerbetreibende
(Südverſa), ſowie der Geſchäftsſtelle der Handwerkskammer
fand geſtern die Einweihung desſelben ſtatt. Durch den
Vorſitzen=
den der Handwerkskammer, Präſident Linder, wurden der
Reichshandwerksführer Pg. Schmidt, die Obermeiſter und
Ver=
waltungsratsmitglieder der Südverſa begrüßt. Präſident
Lin=
der begrüßte den Reichshandwerksführer im neuen
Verwaltungs=
gebäude, indem er gelobte, dem Handwerk treu zu dienen.
Gleich=
zeitig ſprach derſelbe den Dank des Handwerks aus, da es nur mit
Unterſtützung des Reichshandwerksführers möglich war, dieſes
Heim heute ſeiner Beſtimmung zu übergeben.
Nach der Begrüßung nahm der Reichshandwerksführer
Schmidt das Wort, indem er zurückgriff auf das alte
Eigen=
heim des Handwerks und in vortrefflichen Ausführungen die
da=
malige Zeit ſkizzierte, die als Spiegelbild der Handwerkspolitik
der damaligen Zeit nicht beſſer bezeichnet werden konnten. Der
Reichshandwerksführer ſprach der neuen Stadtverwaltung die
An=
erkennung aus, durch die Abwicklung der Uebernahme des alten
Gebäudes die Möglichkeit gegeben zu haben, den Begriff „
Hand=
werk” durch das neue dem Zweck entſprechend geformte Heim zu
ermöglichen. In dem neuen Heim ſollen die Südverſa, die
Ge=
ſchäftsſtelle der Handwerkskammer ſowie die
Kreishandwerker=
ſchaft im Rahmen der Wünſche des Handwerks und des
Einzel=
handels im nationalſozialiſtiſchen Staat untergebracht werden,
um in ehrlicher gemeinſamer Aufbauarbeit zum Segen der mittel=
ſtändiſchen Wirtſchaft im neuen Geiſte zu wirken. Bei dieſer
Ge=
legenheit ſtreifte der Reichshandwerksführer das neue
Hand=
werkergeſetz und ſtellte die erfreuliche Tatſache feſt, daß der Führer
das Geſetz und die bisherige Aufbauarbeit im Handwerk gebilligt
hat. Er bezeichnete das Handwerk als eine Kompanie, die an der
Spitze der Front ſich den deutſchen Sozialismus formt. Das
Ge=
ſetz, welches in dieſen Tagen veröffentlicht wird, ſieht das
Füh=
rerprinzip vor und er ermahnte in dieſem Zuſammenhange die
Obermeiſter, ſich zur ernſten beſonnenen Arbeit als ehrliche
Men=
ſchen zuſammenzufinden zum gemeinſamen Aufbau des Handwerks.
Auch in dem neuen Verwaltungsgebäude möge dieſer Geiſt ſeinen
Einzug halten. Aller ehrlichen Aufbauarbeit ſollen immer
mah=
nend die 2 Millionen Tote des Weltkrieges und die 88 Meiſter
und Geſellen, die im Kampfe um die nationale Erhebung ihr
Leben ließen, vor Augen ſchweben. Die zum neuen Heim über den
Main verbindende Brücke ſoll eine Brücke ſchlagen von dem alten
zu dem neuen Heim und zwiſchen dem alten und dem neuen
Staat. Im neuen ehrlichen Geiſt wird das neue Heim zum Segen
des Handwerks ſeiner Beſtimmung übergeben. Zum Schluß dankte
Präſident Linder dem Reichshandwerksführer für ſeine
Ausfüh=
rungen und gelobte im Namen der Obermeiſter die treue
Gefolg=
ſchaft des Handwerks, da dieſe Stunde auch gleichzeitig eine
Ab=
ſchiedsſtunde des Reichshandwerksführers von ſeiner
unermüd=
lichen Arbeit ſeines hieſigen Wirkungskreiſes ſei, Mit einem
„Sieg=Heil” auf den Führer wurde die eindrucksvolle Feier
ge=
chloſſen.
Bo. Nauheim, 29. Mai. Der Verein ehem. Krieger und
Solda=
ten veranſtaltete am vergangenen Sonntag auf ſeinen
Schießſtän=
den ſein Jubiläumsſchießen. Es beteiligten ſich hieran im ganzen
21 Mannſchaften, insgeſamt 84 Mann.
Cp. Crumſtadt, 30 Mai. Die Kleeheuernte hat
in=
folge der trockenen Witterung in der hieſigen Gemarkung bereits
eingeſetzt.
Cp. Leeheim, 30. Mai. Die Waſſergebühren wurden
vom Gemeinderat wie folgt feſtgeſetzt: die Grundgebühr beträgt
1.20 RM., der Perſonen= oder Kopfzuſchlag 10 Pfg., der Zuſchlag
für ein Stück Großvieh 10 Pfg. und der Zuſchlag für Gärten
20 Pfg. je Monat.
Dlr Deebrn
nur durch unſere Leiſtung!
In einem Staat, in dem alle Kräfte in gemeinſamem Wollen am Aufbau des
Haterlandes mitarbeiten, rückt die Preſſe in die vorderſte Tinie im Kampf
um die Förderung und Erhaltung deutſchen Weſens und deutſcher Art. Die
Preſſe ſtellt die direkte Berbindung zwiſchen Regierung und Bolk, zwiſchen
Führer und Geführten her. Der Zeitungsleſer muß ſich regelmäßig über die
einzelnen Geſchehniſſe und Begebenheiten orientieren. Wer das Darmſtädter
Tagblatt kennt, weiß, daß Organiſation und Technik ihm eine zuverläſſige
und ſchnelle Berichterſtattung ermöglichen.
Das Darmſtädter Tagblatt bietet ſeinen Teſern eine Fülle von anregendem
Leſeſtoff auf allen Gebieten des Lebens.
Gediegene Berarbeitung aller Lachrichten unterrichtet den Darmſtädter
Tagblatt=Leſer über alle Geſchehniſſe im In= und Rusland. Eigene
Bericht=
erſtatter in den wichtigſten Hauptſtädten Europas ermöglichen uns eine
dauernde individuelle Darſtellung der Ereigniſſe im Ausland und deſſen
Ein=
ſtellung zu den Problemen der Weltpolitik und beſonders ihrer Stellung
zum neuen Deutſchland.
Das Darmſtädter Tagblatt gibt ſeinen Teſern ein erſchöpfendes Bild der
Ge=
ſchehniſſe unſerer Heimat, es iſt der getreuliche Chroniſt des Heſſenlandes.
Dazu bringt es einen ausgewählten Unterhaltungsteil, der jedem
Familien=
mitglied etwas bietet. — Rlſo leſen auch Sie das
Darmſtädter Tagblatt
Beſtellſchein
Der Unterzeichnete beſtellt hiermit das
Darmſtädter Cagblatt
ab
195.
und bittet um laufende Zuſendung durch die Rgentur — Trägerin
Beruf.
Name.,
Genaue Rdreſſe
(Ort und Straße)
Datum
Seite 8 — Nr. 148
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 31. Mai 1934
Reich und Ausland.
Trauerſeier
für die bei Schönau (Katzbach) tödlich verunglückten
drei Arbeitsdienſtkameraden.
Hirſchberg (Rieſengebirge). Mittwoch
vor=
mittag wurde in Hirſchberg eine Trauerfeier für
die drei Opfer des Schönauer Kraftwagenunglücks
abgehalten. Die drei Särge waren im Rathaus
aufgebahrt, wo Arbeitsdienſtfreiwillige die
Ehren=
wache hielten. Zahlreiche Kränze wurden an den
Särgen niedergelegt, u. a. von Vertretern der
Reichsregierung, der preußiſchen
Staatsregie=
rung, des Saarbevollmächtigten, Vizekanzler von
Papen, des Reichsarbeitsführers, der ſchleſiſchen
SA. und SS., der NSBO. und des Jäger=
Batail=
lons. Unter Glockengeläut wurden die Särge
aus dem Rathaus auf den Markt getragen und
dort aufgebahrt. Dumpfe Trommelwirbel und
der Choral „Jeſu meine Zuverſicht” eröffneten
die Trauerfeier. Dann ſprachen der katholiſche
Geiſtliche und der evangeliſche Standortgeiſtliche.
Hierauf ſetzte ſich der große Trauerzug in
Be=
wegung.
Reichstreffen der alten Soldaken
in Kaſſel.
Der 5. Reichskriegertag des Kyffhäuſerbundes
wird in den Tagen vom 7. bis zum 9. Juli
200 000 und mehr alte Soldaten aus allen Teilen
des Reiches zu einer gewaltigen Kundgebung der
Kameradſchaft und Treue in Kaſſel
zuſammen=
führen. Die Stadt Kaſſel ſieht ihre ganze Ehre
darin, an dieſem Tag des deutſchen Soldaten den
Kameraden aus Nord und Süd, Oſt und Weſt ein
herzliches Willkommen zu bereiten. Die
Unter=
bringungs= und Verpflegungsfrage für die
Hun=
derttauſende iſt bis ins Kleinſte geregelt.
Zahl=
loſe Sonderzüge werden die Heeresſäulen aus
al=
len deutſchen Ländern heranführen. Die
Aus=
ſchmückung, wie überhaupt die Teilnahme durch
die geſamte Bevölkerung der Stadt und des
um=
gebenden Landes läßt ihresgleichen ſuchen. Eine
große Zahl führender Perſönlichkeiten, ſo
Ver=
treter der Reichsregierung, ruhmreiche Führer
und Offiziere der alten Armee, hohe Führer der
SA. und SS., ſowie die Militärattachés der
aus=
ländiſchen Mächte haben ihr Erſcheinen bereits
beſtimmt in Ausſicht geſtellt. Außerdem wird
eigens zum Reichskriegertag der Führer des
ita=
lieniſchen Frontkämpferbundes, General Roſſi,
mit ſeinem Stabe von Rom nach Kaſſel kommen.
Auf dem herrlichen Aufmarſchplatz der
Karls=
wieſe werden Reichsminiſter Stabschef Röhm
und der Führer des Kyffhäuſerbundes, Oberſt a.
D. Reinhard, zu den alten Soldaten ſprechen.
An=
ſchließend findet auf dem Kaiſerplatz der
Vorbei=
marſch der Teilnehmer vor dem Stabschef und
Oberſt Reinhard ſtatt, deſſen Dauer man auf vier
bis fünf Stunden ſchätzt.
Das Berliner Sängerquartett in Baltimore.
Waſhington. Das Doppelquartett des
Lehrergeſangvereins hat in Baltimore konzertiert.
Den Sängern wurde mit begeiſtertem Beifall
ge=
dankt. Im Anſchluß an das Konzert waren ſie
Gäſte der Deutſchen Baltimores. Botſchafter
Luther nahm an der Feier teil und richtete an
die Anweſenden herzliche Worte. Das Quartett
begibt ſich jetzt nach St. Louis, um an dem
dor=
tigen großen Sängerfeſt teilzunehmen,
„Graf Zeppelin” in Rio de Janeiro gelandet.
Hamburg. Wie die Hamburg—Amerika=
Linie mitteilt, iſt „Graf Zeppelin” am Dienstag,
um 7.30 Uhr Ortszeit, in Rio de Janeiro
ge=
landet.
Lola Schröters Schleppſegelflug.
Hirſchberg. Lola Schröter, die wegen
Zerreißens des Schleppſeiles am Dienstag in der
Nähe von Grunau landen mußte, iſt am
Mitt=
woch früh zu ihrem Schleſien=Segelſchleppflug auf
dem Hirſchberger Flugplatz erneut in Richtung
Sagan geſtartet. Eine Viertelſtunde ſpäter mußte
ſie etwa 300 Meter ſüdlich von Schmottſeifen, an
der Bahnſtrecke Hirſchberg-Löwenberg, landen.
Auch diesmal war das Schleppſeil geriſſen. Lola
Schröter blieb unverletzt. Sachſchaden iſt nicht
entſtanden. Nach Eintreffen eines Erſatzſeiles
wird verſucht werden, den Flug in den
Abend=
ſtunden, bei Sonnenuntergang, fortzuſetzen.
Ein Feldwebel erhält die Medaille
der Akademie.
Der Kanzler in Dresden.
Im Anſchluß an die Eröffnung der Reichs=Theaterwoche nahm der Führer den Vorbeimarſch
der SA. und SS. Sachſens ab.
Zum Tag der Skagerrak=Schlacht.
„Die Kreuzer der Königsklaſſe im Tagesgefecht”.
(Nach einem Gemälde im Berliner Muſeum für Meereskunde.)
Dieſes Bild gibt einen Ausſchnitt aus den Gefechtshandlungen der Seeſchlacht am Skagerrak
wie=
der, in der die deutſche Flotte den Kampf gegen die engliſche Uebermacht ſiegreich beſtand. Der
Wiederkehr des Tages, der ſich am 31. Mai zum 18. Male jährt, wird überall in Deutſchland
gedacht werden.
Die Flüſſe krocknen aus ...
m. Berlin. Die unentwegt zunehmende
Trockenheit der letzten Wochen hat nun zu einer
ernſthaften Gefährdung der Oder= und
Elbeſchiff=
fahrt geführt. Auf der Oder liegen oberhalb von ;
Breslau nicht weniger als 400 Kähne auf, die
teilweiſe entladen werden mußten, um
manöy=
rierfähig zu bleiben. Aber ſelbſt die
abgeleichter=
ten Kähne hatten bei dem niedrigen Waſſerſtando
noch erhebliche Schwierigkeiten, ſo daß von dem7
Staubecken in Ottmachau erhebliche Mengen Zu= in das Strombett geleitet werden;
mußten. Aber nunmehr iſt auch der Vorrat ann
Zuſchußwaſſer erſchöpft. Man kann heute
be=
reits ausrechnen, wann bei dem ſtets fallendenn
Pegel die Schiffahrt auf der Oder völlig zum
Erliegen gekommen ſein wird. Nur
langan=
dauernde Niederſchläge können hier den
notwen=
digen Ausgleich ſchaffen.
Ebenſo ungünſtig laufen die Meldungen aug
von dem Elbegebiet ein. Beſonders auf der
Mit=
tel= und Oberelbe wird der Waſſermangel immr
bedrängender. Wie es heißt, zeigen die Woſſer
ſtandsmeſſer einen Tiefſtand, wie er ſeit Jahren
nicht beobachtet wurde. Es fehlen nur noch we
nige Zentimeter, und der Tiefſtand des bekannt 1 aſunenzug Frantie
jomotive ſprang a.
ſchlechteſten Jahres 1929 wird erreicht ſein, Bei) ngen die Maſchin
der letzten Meſſung am Magdeburger Pegel zeigte/ führer und H
der Waſſerſtand ein Minus von 0,13 Meter. Dagg
war am 25. Mai. Der größte Tiefſtand im Jahre;
1930 betrug vergleichsweiſe 0,26 Meter minus.)
Heute beträgt die Tauchtiefe in Magdeburg nurn
mehr 0,95 Meter, das ſind kaum noch 50 Proz.4
der normalen Ladefähigkeit. Auch die Elbeſchiff=f
u eine Len
fahrt iſt durch die Umſtände aufs höchſte gefähr=”
det. Wenn die Trockenheit noch länger anhält,
wird hier ein ungeheurer Schaden entſtehen. Die
Verwendbarkeit der 800= bis 1000=Tonnen=Kähne jede Beſchreibun
iſt ſo gut wie ausgeſchloſſen, da ſie ſchon bef, nieſigen Arneen
ihren unaufhalt
Niedrigwaſſer nur ſchlecht zu gebrauchen ſind.
Bef=
der Bergfahrt können nur noch weſentlich abge=” eine
leichterte Kähne geſchleppt werden, um die Fahrt: dier ni
überhaupt fortſetzen zu können. Beſonders gefahr=y
bringend wirkt ſich dieſer anormale Tiefſtand imu .
Magdeburger Gebiet, aus mit dem Domfelder Vander=?
waden, bilden
und den zahlreichen Sandhegern. So iſt die Auf) ret
rechterhaltung der Schiffahrt nur noch unter deu, nei
größten Schwierigkeiten möglich, wenn ſie nicht inſ als Einwo
den nächſten Tagen, bei fortdauernder Trockenn Aiſſive, auf die
zuren beſchränker
heit, überhaupt eingeſtellt werden muß.
Termiten, in
1. werbringen die
Ig und dem Ausba
Die Waldbrände in Amerika. Ia. Ain Geier
Mehrere Ortſchaften vom Feuer bedroht. E Behauſungen
nu ſie ſchon ſeit
New York. Der Waldbrand in den Wdiſt
rn ver
Der Abmarſch des Wachkommandos vom Lehrter Bahnhof nach der Kaſerne.
Entſprechend der ſeit dem Kriege geübten Tradition werden auch in dieſem Jahre am Tage der
Skagerrak=Schlacht die Wachen in Berlin von der Reichsmarine übernommen. Hierzu traf ein vom
Kreuzer „Köln” in Stärke von 4 Offizieren und 140 Mann geſtelltes Kommando in der
Reichs=
hauptſtadt ein.
Feldwebel und Muſikmeiſter=Anwärter Deiſenroth
vom „Ausbildungs=Bataillon des Infanterie
Regiments Nr. 15 in Marburg, der die
Reife=
prüfung bei der Staatlichen Akademiſchen
Hoch=
ſchule für Muſik mit Auszeichnung beſtand, wurde
hierfür durch die von der Preußiſchen Akademie ſie tot liegen blieb. Es handelt ſich um die 42
jäh=
der Künſte für hervorragende Leiſtungen
preußi=
ſcher Kunſthochſchüler geſtiftete Medaille
ausge=
zeichnet.
Vorgeſchichkliche Zunde in Heidelberg.
Heidelberg. Bei Grabarbeiten auf dem
Heiligen Berg, auf dem Gelände des künftigen
Thingplatzes, ſtieß man dieſer Tage auf
Scher=
ben, die nunmehr als Reſte zweier
vorgeſchicht=
licher Siedlungen feſtgeſtellt wurden. Der Leiter
des Archäologiſchen Inſtituts der Univerſität
Hei=
delberg verlegt die eine Siedlung in die Zeit um
1000 v. Chr., die andere in die Uebergangszeit
von den Kelten zu den Germanen. Weitere
vor=
geſchichtliche Funde wurden auf dem Gewann
Oberer Kies in Neuenheim, auf dem Gelände des
früheren römiſchen Steinkaſtells gemacht. Ein
Ar=
beiter fand beim Ausheben der Erde eine römiſche
Münze, mit der teilweiſe noch leſerlichen
In=
ſchrift „Octavianus Auguſtus”. An der gleichen
Stelle ſtieß man auf Werkzeuge aus Eiſen, die
wahrſcheinlich von einer römiſchen Schmiede
her=
rühren.
Todesſturz mit dem Fahrrad.
Weinheim. Auf der ſteilen Moltkeſtraße,
die an den OEG.=Bahnhof führt, ereignete ſich am
Dienstag ein tödlicher Unfall. Eine Radfahrerin
fuhr gegen einen Randſtein, überſchlug ſich und
ſtürzte die ſechs Meter hohe Böſchung hinab, wo
rige Kaufmannsehefrau Marie Speckert aus
Hed=
desheim, Mutter von fünf Kindern, die ſich auf
der Heimfahrt nach Heidesheim befand.
Franzöſiſche Verſicherungsgeſellſchaft
um 40 Millionen Franken geſchädigk.
Paris. Der ehemalige Generalſekretär der
Geſellſchaft „Frange Nutaliſte‟, Beck, iſt am
Dienstag im Arbeitszimmer des Unterſuchungs
richters verhaftet worden. Beck ſoll, entgegen
den Satzungen der Geſellſchaft, verſchiedenen ihm
befreundeten Bauunternehmungen große
Sum=
men zur Verfügung geſtellt und die Geſellſchaft
dadurch um 30 bis 40 Millionen Franken
geſchä=
digt haben. Er ſelbſt ſoll dafür hohe Proviſionen
eingeſteckt haben.
Exploſions=Unglück
im Militär=Arſenal von Kragujewac.
Belgrad. In der pyrotechniſchen Abteilung
des Militär=Arſenals von Kragujewac ereignete
ſich eine Bombenexploſion, die den Tod zweier
Arbeiter zur Folge hatte. Die Arbeiter waren
damit beſchäftigt, in einem dazu hergerichteten
Raum alte Bomben auseinanderzunehmen. Durch
das unvorſichtige Hantieren, des einen Arbeiters
explodierte eine Bombe und brachte auch die
an=
deren Bomben zur Exploſion. Beide Arbeiter
wurden auf der Stelle getötet. Nach privaten
Meldungen ſoll noch eine Anzahl anderer Arbeiter
ſchwer verletzt in das Krankenhaus gebracht
wor=
den ſein. Nach der amtlichen Mitteilung ſei kein
Sachſchaden angerichtet worden.
rondack=Bergen iſt der größte Waldbrand ſeit dens im alei genüge
Jahre 1908. Wertvoller Holzbeſtand in außen / Schutz der we
ordentlichem Umfang iſt bereits vernichtet wor, & Abart und
den. Zwei Ortſchaften ſind von den Flammen ben enllichen Arbei
droht. Aus Kanada werden gleichfalls größen,ſe, und t
Waldbrände in Oſt=Manitoba und Nord=Ontar7: )0 lediglich z.
gemeldet. In Norwalk (Ohio) wütet ein großen! war über
Torfbrand, der zahlreiche Siedlungen gefährdes,
In Charleſton (Süd=Karolina) richtete ein To y
ſchutzlo=
nado großen Schaden an. Gleichzeitig trat eirn a usgelieſert
Springflut auf.
Miüres Mang
Sermiten Sch
M inz mar
2 lenannt, Al.
gemeldet wird, iſt dort einer der bekannteſtes ſe und den ſchr
amerikaniſchen Schwerverbrecher namens Clyd Mten vir uns bo
Ein amerikaniſcher Schwerverbrecher
und ſeine Gefährtin erſchoſſen.
New York. Wie aus Shreveport (Louiſianu imn längeren In
Zarrow zuſammen mit ſeiner Gefährtin auf d0n er Perond=
Landſtraße überraſchend erſchoſſen worden. Bar Ra/
row wurde von den Behörden in Verbindung mt he. „ M erho
etwa einem Dutzend Mordtaten, mehreren Entfüül hm,” pötzlich
rungen und zahlreichen Banküberfällen geſuck. z.. Ms in
Die Polizei beobachtete ihn geſtern in Begle=, „N von Termi
tung ſeiner Gefährtin in der Nähe des Hauſſ”.” wenlanger Arl
ſeiner Verwandten, wo er ſich ſeit etwa 6 Woch & 6.y” Naße zerſr
aufhielt. Sie eröffnete ſofort auf beide das Feun” ik einſtürzte
ehe ſie ihrerſeits von den Waffen Gebrauch mach”=!ſt. Haumat
konnten. Der Verbrecher und ſeine Gefährtt Mpn a2 Asgel
waren gerade mit dem Verladen von Waffen Ln x”. hale v
legenheit
ſchäftigt.
E ind
Tornado an der chileniſchen Küſte. Aa4 Mmer
Santiago de Chile. Im Küſtengeban
von Puerto Saavedra (ſüdlich von Concepcid”
das bereits am Montag von einem ſchwer
Sturm heimgeſucht worden war, trat am Diet
tag ein Tornado auf. Das Herannahen des 42
wetters war glücklicherweiſe von Fiſchern
zeitig beobachtet worden, daß die Küſtenbewe),
ner gewarnt werden konnten, bevor der Torno.
herankam. Holzhäuſer und Fiſcherboote wurd.
durch die Gewalt des Sturmes zertrümmert. 4
ins Land hineingetragen.
Die Wirkin vom „Weißen Höß!
feiert Goldene Hochzeit.
Mailand. Die Beſitzerin des in der 20
von Meran gelegenen Cafés St. Valentih,
71jährige Antonia Draßl, ehemalige Beſitzeriſ.
Gaſthauſes „Zum Weießn Röß!” in Salzburh,
Wolfgangſee, die das Vorbild der Wirtin Vee
der ganzen Welt bekannten Luſtſpiels „Im Ve
Röß!” geweſen iſt, feierte am Sonntag 90s
ihrer Goldenen Hochzeit. Bei dieſer Gelegell
waren zahlreiche Glückwunſchtelegramme als. ""
Teilen der Welt bei Mutter Draßl eingele)..
Dchmstag, 31. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Eiſenbahnunglück bei Weißenfels.
Nr. 148 — Seite 9
Ein Blick auf den entgleiſten Zug.
Aſeſonenzug Frankfurt—Erfurt-Berlin verunglückte 150 Meter vor dem Bahnhof Weißenfels.
Oſotmotive ſprang aus den Schienen und ſtürzte um. Der Packwagen und ein Perſonenwagen
eburger Pyu fuhrem egen die Maſchine, wurden zum Teil aufgeriſſen und auf die Seite geſchleudert.
Lokomotiv=
führer und Heizer kamen ums Leben, zehn Fahrgäſte wurden leicht verletzt.
Vom Ozeanflug Baris-Amerika.
*Wander=Ameiſen greifen an.
aufs Ia, Fturidt auf eine Termikenfeſtung. — Ueberfall auf den Hühnerhof. — Der Schwarm weicht nicht vom Weg ab.
Auch die W
noch län
Fäſtjede Beſchreibung des tropiſchen Afrikas befaßt ſich auch
a ſie ſizuit deenrieſigen Armeen der Wander=Ameiſen, die ſich von Zeit
Zeuhren unaufhaltſamen Weg durch die Wald= und
Buſch=
iſtrikiz es inneren Landes bahnen. Man hat ſich daran gewöhnt,
e alsz enes der unabänderlichen Uebel des dunklen Erdteils
ab=
unRitun; ber nichtsdeſtoweniger bilden ſie den Gegenſtand
hoch=
n Beſonderztereſſäter Studien für alle diejenigen, die Zeit und
Gelegen=
ziit zu ier näheren Beobachtung finden.
dem 2n. Dile Wander=Ameiſen oder Siafus, wie ſie in Oſtafrika
ge=
unnt iniden, bilden die militäriſch hochorganiſierte offenſive
ampfnrnt in dem uralten Krieg gegen ihre Erbfeinde, die
wei=
zur noch EEn Arlneſen oder Termiten, die ſich in dieſem Streit auf Tod und
h. wem ſieben ab Einwohner eines reinen Arbeitsſtaates durchwegs auf
3Deſeſiwe, auf die Verteidigung ihrer kunſtvollen
burgenarti=
n Bäuen beſchränken müſſen.
DieeEermiten, in jeder Hinſicht der ſchwächere Teil in dieſem
mpf” erbringen die kurze Spanne ihres Daſeins mit der
Er=
t htumg in d dem Ausbau ihrer Feſtungen, die ſie aus Steinchen,
M Aikeenz un Eehm ſo dauerhaft zuſammenzufügen verſtehen, daß dieſe
n Feuer bürurren Behauſungen noch allen Witterungseinflüſſen
ſtandhal=
wmem ſie ſchon ſeit Jahren aus irgend einem Grunde von
brand in Iſten Bwohnern verlaſſen ſind. Ihre Arbeitstierchen verfügen
bran) ber küietlei genügende Verteidigungswaffen und ihr Staat iſt
u üf dem Schutz der wenigen Krieger angewieſen, die dafür, als
ſondest Abart und angeſehenſte Kaſte unter dem Völkchen, an
its vermit
„ eigietlichen Arbeiten nicht teilnehmen. Aber ſelbſt dieſe
Krie=
r. tawſr und todesmutig wie ſie ſind, eignen ſich durch ihren
ſi örverwar lediglich zur Verteidigung und nicht zum Angriff. Sie
derfüganzwar über ſcharfe, kiefernartige Zangen, mit denen ſie,
der Eingängen zu den Burgen ihres Staates poſtiert, eine
ttackelt erfolgreich abwehren können; aber ihre Rückſeite iſt
ſeich z.uſchutzlos, ſo daß ſie ihren erbarmungsloſen Feinden
ret=
engslltzuusgeliefert wären, ſobald ſie einmal die Flucht ergreifen
irdens.
Try ihres Mangels an kriegeriſcher Eignung richten
übri=
us duekermiten Schaden genug durch ihre unheimlichen
Minier=
erwihick beiteln an; man hat ſie nicht mit Unrecht die Sappeure der
erſchoſſe ſildngsgenannt. Als ich eines Tages mit mehreren Freunden
M eimn längeren Inſpektions= und Jagdausflug nach Hauſe
zu=
wech ſckehſ und den ſchwarzen Diener nach Erfriſchungen geſchickt
R ſte, olten wir uns behaglich in den bequemen Liegeſtühlen im
„c hattül der Veranda ausſtrecken, um uns von den ausgeſtande=
Wi in Spazen zu erholen. Wer könnte aber unſere Beſtürzung
Dſchreuhn, als plötzlich der Holzboden unter uns faſt geräuſchlos
in Beiu schgayynd wir uns in einer Wolke von Staub unter einem rie=
„a Zen 8 ſwarm von Termiten wiederfanden! Die Tiere hatten in
beile” zſenba zwochenlanger Arbeit alle Pfeiler und Bodenbretter in
geſtel, inem ſchen Maße zerfreſſen, daß unter unſerem Gewicht die
er züze „Sruktur einſtürzte. Dabei mußte ich ſpäter feſtſtellen, daß
ſ icht Iſ das Baumaterial des Hauſes, ſondern ſogar einzelne
bei zöbels reſtlos ausgehöhlt waren, daß ſie aus kaum mehr als
vie ner ſinen Schale von Lack und Politur beſtanden und bei der
ſeißt, ichſtern Zelegenheit unter unſeren Händen einfach in ein Häuf=
MS en Shh und morſcher Splitter zerfielen.
Wckend aber die Termiten nach Vollendung ihres
Vernich=
dSrces immer wieder in ihre Stammburgen zurückkehren,
Mtermchen die Siafus alljährlich, meiſtens kurz vor der
Regen=
oee ſit, iIAgefürchteten Wanderungen. In der Zeit der Trockenheit
iu be ben ſezu Hunderttauſenden in ihren meiſt unterirdiſchen Be=
(oe Röſumt, von denen ſie ſich im allgemeinen nur dann weiter
gtſernn wenn ſie ſich zu einem Ueberfall auf eine von ihren
ie gündſektern ausgeforſchte Termitenanſiedlung rüſten. Aber
i * Gerlis ob ſich die Siafus auf einer Auswanderungsexpedition
mil Tr Sel neuer Wohnplätze oder nur auf einem kürzeren
Raub=
ſ18 bleſiden: die Organiſation ihrer Unternehmungen iſt ein
zu Lund=Zerk animaliſchen Inſtinkts!
Drſcheinen aus den zahlloſen Löchern im Boden rieſige
Aenalc der Tierchen, eilig und ſcheinbar in größter Unordnung
Mns UAherlaufend. Allmählich unterſcheidet man in dem Chaos.
uch Kie Anzahl von größeren Ameiſen, etwa zwei Zentimeter
Mg. 9 jetzt offenſichtlich das Kommando übernehmen und in
ſtautk) Eurzer Zeit Ordnung zu machen verſtehen. Es ſind dies
e Relſer; unter den Wander=Ameiſen, ausgerüſtet mit
mächti=
en Zchen, mit denen ſie übrigens auch rückſichtslos diejenigen
i er 1aſacheren Brüder zerdrücken, die ihren Anordnungen nicht
Antt ant Folge leiſten. Dabei ſind aber die Arbeitstierchen der
Sigſauct lie nur etwa zehn bis zwölf Millimeter lang werden,
Me drchesz uicht etwa ſo unbewaffnet, wie die Termiten, ſondern
Derſid s iher ſcharfe, giftige Beißwerkzeuge, mit denen ſie ſich
Dar J A gegen ihre eigenen Krieger aufzulehnen in der Lage
an2- Zclaher ſonſt zu Angriff und Verteidigung vorzüglich geeig=
Pbet ſi
Iher mehr und mehr der Tiere erſcheinen aus den Erd=
Siger Aind immer deutlicher wird die von den Kriegern ſo nach=
Wrickr 4 Lurchgeführte Aufſtellung. Geſchäftig eilen die Komman=
Dmteltes Rieſenarmee hin und her, hier ganze Hundertſchaften
La Auce rn der Menge zurückdrängend, dort größere Lücken der
SarFſen ung auffüllend, bis dann endlich das Millionenheer
Weich Ria einen Raum bedeckt, deſſen Länge in manchen Fällen
M dert Meter beträgt und deſſen Form der einer Birne
Der Start des Flugzeuges „Joſeph le Brix”,
mit dem die franzöſiſchen Flieger Codos und Roſſi von dem Pariſer Flughafen Le Bourget aus
einen Nonſtop=Flug über New York nach Kalifornien unternahmen. Infolge ihrer Belaſtung mit
7800 Litern Benzin rollte die Maſchine 1800 Meter weit, ehe ſie ſich in die Luft erhob. Die Flieger
erreichten ihr Ziel nicht, ſondern landeten bereits auf dem New Yorker Floyd=Bennett=Flugplatz.
Von Leutnant=Colonel Norman Campbell, Kenya (Afrika).
ähnelt. Die Flanken, Vor= und Nachhut werden von den Kriegern
gebildet, die damit ihre ſchwächeren Brüder vor allen Angrifſen
und Gefahren ſchützen, bis es zu einem größeren Kampf kommt.
Gilt die Expedition der Attacke auf eine Termitenſiedlung, ſo
teilt ſich das Heer der Siafus kurz vor Erreichung des Zieles in
mehrere Korps unter dem Kommando einer entſprechenden
An=
zahs von Kriegern und überfällt jetzt die Burgen der Feinde von
allen Seiten gleichzeitig. Es iſt ein faſt unheimlicher Anblick, die
Rieſenmaſſen der Wander=Ameiſen aus allen Richtungen auf das
gemeinſame Ziel heranziehen zu ſehen und der dann beginnende
Vernichtungskampf ſpottet jeder Beſchreibung. Mit ungeheurer
Wut und Todesverachtung ſtürzen ſich die Angreifer auf die
Feſtungen der Termiten, die nur von einigen Tauſend Kriegern
bewacht werden, während die Arbeitstierchen im Inneren der
Bauten Zuflucht genommen haben. Hunderte, ja Hunderttauſende
mögen unter dem ſchnellen Druck der verderblichen Zangen der
Verteidiger fallen; immer neue Scharen wälzen ſich in
unüber=
ſehbarer Zahl heran und langſam, einer nach dem anderen,
wer=
den die Krieger der Termiten überwältigt und zerriſſen. Iſt die
Zahl der Angreifer groß genug, ſo kommt der Augenblick, da der
letzte der tapferen Verteidiger vernichtet iſt, und das Rieſenheer
der Siafus ergießt ſich nun unaufhaltſam in die eigentlichen
Feſtungen, um den wehrloſen Arbeitstermiten den Garaus zu
machen. Deutlich löſen ſich Zucht und Ordnung der ſiegestrunkenen
Armee und die leitenden Krieger ſchwelgen hemmungslos Seite
an Seite mit ihren gewöhnlicheren Helfern im Blutrauſch der
Er=
oberung.
Nur ſchwer kann man ſich einen Begriff von der Plage
machen, die die Siafus für den Menſchen bedeuten, wenn er
un=
erwartet in einen ihrer Züge hineingerät. Da kann es geſchehen,
daß man ſorglos durch einen ſonſt ſtets ungefährlich geweſenen
Wald geht und plötzlich bemerkt, daß Füße oder Kopf mit einer
Unzahl der Tiere bedeckt ſind, je nachdem, ob man ſie auf einer
Wanderung am Grunde oder durch Anſtreifen am Buſchwerk
ge=
ſtört hat. In wenigen Sekunden haben ſich die Ameiſen in der
Haut feſtgebiſſen und da hilft dann nichts weiter, als ſo ſchnell
wie möglich aus der gefährlichen Zone herauszukommen und ſich
die Kleider auszuziehen, um die Plagegeiſter einzeln abzuſuchen.
Selbſt dann bleibt ein ſolcher Ueberfall noch immer unangenehm
genug, denn inzwiſchen haben die Siafus Zeit genug gehabt, die
betreffenden Körperſtellen über und über mit winzigen Biſſen zu
bedecken, die für Tage hinaus peinigende Schmerzen bereiten.
Ganz ſchlimm war es aber in einem Fall aus meiner eigenen
Er=
fahrung, als ich einige Damen über die offene Prärie zu einem
Außenpoſten führte, den ſie beſuchen wollten, und dabei in einen
wandernden Schwarm Siafus hineingeriet. Zum Glück war ich
zu=
fällig etwas in der Vorhut und bemerkte die wandernden Tiere
noch zeitig genug, um die Damen zu warnen. Aber was nun?
Kein Baum oder Strauch oder ſonſtige genügende Deckung in der
Nähe, um mich ſchicklicherweiſe auch nur zum Teil entkleiden zu
können. Die Qualen, die ich bis zur Ankunft an unſerem Ziel
ausſtand, kann man ſich kaum annähernd vorſtellen!
Die Vernichtungswut der Siafus gegenüber allem Lebenden
— die Termiten greifen nur pflanzliche Stoffe an — iſt ungeheuer.
Eines Nachts wurde ich durch den Lärm aus dem Schlafe geweckt,
den meine Hühner, etwa zwanzig an der Zahl, in ihrer
Behau=
ſung machten. In der Annahme, daß ſich eine Schlange an die
Tiere herangemacht hatte, ſtand ich auf, um nach dem Rechten zu
ſehen. Kaum aber hatte ich einen Schritt in den Hof gemacht, der
das Haus von dem Hühnerſtall trennte, als ich auch ſchon ebenſo
ſchnell zurückwich. In breitem Strom wälzten ſich Millionen von
Siafus durch meine Beſitzung. Ich konnte nur hoffen, daß es ihnen
nicht einfallen würde, in das Haus ſelbſt einzudringen. Am nächſten
Morgen war außer ein paar Nachzüglern von den Siafus nichts
mehr zu ſehen, aber auch meine Hühner waren, abgeſehen von ein
paar Knochen und Federn, reſtlos vertilgt. In der Umgebung
fanden ſich außerdem noch die Getippe von ein paar anderen
Tie=
ren, die den Siafus nicht rechtzeitig genug hatten ausweichen
können; ſo ſah ich die leeren Deckenſchalen einer Landſchildkröte,
aus denen jedes Fleiſchpartikelchen ſauber herausgefreſſen war.
Man ſagt ganz richtig, daß ſelbſt eine Herde von Elefanten
vermeidet, den Wander=Ameiſen in den Weg zu geraten, denn
dieſe kleinen Quälgeiſter finden die einzig möglichen
Angriffs=
ſtellen an Mund, Naſe und Augen mit ſchneller Sicherheit. Selbſt
Feuer kan einen wandernden Schwarm kaum aufhalten. Ich habe
verſchiedentlich eine brennende Zigarette vor die Spitze eines
her=
anziehenden Zuges auf den Boden geworfen. Im Nu hatten ſich
die Tiere darüber hergeſtürzt und wenn auch Dutzende von ihnen
verbrannten, ſo war eben das brennende Stück doch einen
Augen=
blick ſpäter zerriſſen und damit ungefährlich gemacht.
Unſere eingeborenen Afrikaner machten ſich übrigens früher
ihre Erfahrungen mit den Siafus zunutze, wenn ſie einen
beſon=
ders gutgehaßten Feind martern wollten. Sie pflegten ihn
gefeſ=
ſelt in den Weg einer Siafusexpedition zu legen und ſelbſt aus
ein paar Meter Entfernung dem dann folgenden Vorgang
zuzu=
ſchauen, weil ſie recht gut wußten, daß die Ameiſen dank ihrer
vorzüglichen Organiſation nie auch nur im geringſten von dem
einmal eingeſchlagenen Weg abweichen. Aber die Qualen des
un=
glücklichen Opfers möchte ich lieber denn doch nicht verſuchen, zu
beſchreiben,
(Berechtigte Ueberſetzung aus dem Engliſchen.)
Die Treuekundgebung der Turnerſchaft
für das Saarland.
Ein Bild von der Kundgebung der 50 000 Berliner Turner
und Turnerinnen,
die ſich am Abend des 26. Mai im Luſtgarten verſammelten, um
mit einem Treuegelöbnis für das deutſche Saarland die große
Werbewoche der Deutſchen Turnerſchaft einzuleiten.
Der gebrochene Eheverkrag.
(—) London. Miß X. im Dörfchen Oldhill — ihr Name
ſei verſchwiegen — entſchloß ſich vor nicht allzu langer Zeit, ihrem
Junggeſellendaſein abzuſchwören und einen ihrer Verehrer zu
hei=
taten. Um jedoch nicht „die Katze im Sack zu kaufen”, mußte der
glückliche Zukünftige, bevor ſie mit ihm an den Altar trat, einen
Ehevertrag unterzeichnen, der folgende fünf Punkte enthielt:
1. Er muß fünf Tage in der Woche abends zu Hauſe bleiben und
an den anderen beiden Tagen mit ſeiner Frau ausgehen;
2. er darf ſeine Frau nicht beſchimpfen und nicht benörgeln; auch
nicht, wenn ihm das Eſſen einmal nicht ſo ſchmeckt, wie er es
ſich wünſchte;
3. er darf täglich nicht mehr als einen halben Liter Bier zu ſich
nehmen;
4. er hat ſeiner Frau das geſamte Wocheneinkommen
abzu=
liefern;
5. er hat ſich damit einverſtanden zu erklären, daß er
wöchent=
lich ein Zwanzigſtel ſeines Einkommens als Taſchengeld
erhält.
Der zukünftige Ehemann unterſchrieb dieſen Vertrag mit
Freuden, denn die Miß war — nach allſeitiger Verſicherung —
ein ſehr hübſches Mädchen. Der Vertrag wäre aber wohl kaum
jemals zur öffentlichen Kenntnis gekommen, wenn er nicht jetzt
ſchon, zwei Monate nach der Eheſchließung, dem Scheidungsgericht
als Beweismittel zur Verfügung geſtellt worden wäre. Nach der
Klageſchrift der Frau nämlich kümmert ſich der Herr Gemahl auch
nicht einen Deut um die ſo feierlich unterſchriebenen
Vertrags=
bedingungen, ſondern kommt jeden Abend ſpät „voll wie ein
Schwamm” nach Hauſe, fängt Streit mit der mit Recht über ſeinen
Zuſtand erboſten Gattin an und hat ihr bei einer ſolchen ehelichen
Auseinanderſetzung ſogar das hübſche Geſicht zerkratzt.
Vor dem Scheidungsgericht gab der Mann ſeine Verfehlungen
ohne Zögern zu und fügte hinzu, er wäre der glücklichſte Menſch
unter der Sonne, wenn er von dieſem „Drachen” geſchieden
würde, ſelbſt wenn er ſeiner bisherigen Frau über die Hälfte
ſei=
nes Einkommens zum Unterhalt abliefern müßte. Und das
Ge=
richt entſchied in dieſem Sinne —
Wekterbericht.
Das Hochdruckgebiet hat ſich mit ſeinem Schwerpunkt weiter
auf dem Feſtland verlagert und beherrſcht die Wetterlage. Im
Bereich ſeiner abſinkenden Luft wird bei meiſt heiterem Himmel
die Sonnenſtrahlung tagsüber kräftigen Temperaturanſtieg
be=
wirken, während nachts noch ſtärkere Abkühlung erfolgt.
Ausſichten für Freitag, den 1. Juni: Meiſt heiter, tagsüber warm
und trocken.
Ausſichten für Samstag, den 2. Juni: Fortdauer der
Schön=
wetterlage.
StürSab Ne Satltt
Die ſchwediſche Handball=Mannſchaft:
Herbert Johansſon (Führer), Sixten Redſtedt, Jage Guſtavsſon, Eskil Guſtavsſon, Maria Johanſon,
Anſelm Nilsſon, Ungve Lamberg, Ake Fröander, Spen Lundmark, Landalä Nilsſon, Bengt Wik.
Charles Fredriksſon, Bertil Johansſon.
Heute 19 Uhr gegen Schweden im Hochſchulſtadion.
Seite 10 — Nr. 148
Feick
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 31. Mai 1934
Gegen Schweden im Handball und Fußball.
Kartofte
Der heutige Fußball=Gegner: Schweden in Mailand.
Vordere Reihe von links: Karlſon, Axelsſon, Rydberg, Roſen, Andersſon. — Dahinter von liufs
Beäblich.
Guſtavsſon, Olsſon, Andersſon, Keller, Jonasſon, Jansſon.
Schwediſche Handball=Nakionalmannſchaft im Kampf gegen die Stadk=Elf Darmſtadk.
Handball im Kreis Odenwald.
Zweimal gegen Schweden!
Juſt an dem Tage, an dem die deutſche Nationalmannſchaft
bei den Fußball=Weltmeiſterſchaften in der zweiten Runde in
Mailand gegen Schweden anzutreten hat, gehen auch im
Darm=
ſtädter Hochſchulſtadion die blau=gelben Farben Schwedens hoch.
Hier ſteht die repräſentative Handballmannſchaft der Nordländer
gegen die ſtärkſte Stadtelf Darmſtadts.
Die ſchwediſche Sportbehörde hat ihre beſten Spieler gekade
nach Deutſchland zu dieſer Wettſpielreiſe geſchickt, weil man die
hohe Stufe des deutſchen Handballſpiels genau kennt und daraus
für 1936 lernen will (wobei einzufügen wäre, daß auch wir bis
dahin noch einiges dazulernen müſſen, um ſicher zu beſtehen!)
Mit ihren bisherigen beiden Spielen in Deutſchland ſind die
Gäſte, die am Mittwochabend hier eintrafen und heute um 10 Uhr
im Rathaus begrüßt werden, recht zufrieden. Die Elf hat gegen
die Stadtmannſchaft Hagen ein verdientes 9:9 (6:3) vor 4000
Zuſchauern herausgeholt und ließ ſich am Dienstagabend im
Waldſtadion zu Aachen erſt im Endſpurt 10:6 niederringen,
nachdem bei Halbzeit das Torverhältnis noch 4:3 ſtand. Die
Schweden müſſen auf die Spieler Granath (Mittelläufer) und
den Erſatzmann Waldenſtröm verzichten. Dafür ſind
Guſtav=
ſon, ein ſchon wiederholt repräſentativ tätig geweſener Spieler,
und der erſt 19jährige Student Fröander, dem große
Schnel=
ligkeit und gewaltige Schußkraft nachgerühmt wird, mit von der
Partie.
Wir geben nachſtehend noch einmal die beiden
Mannſchafts=
aufſtellungen und bemerken, daß nach dem Aachener Spiel in der
Preſſe der Läufer Lundmark als der beſte Mann der Nordländer
genannt wird, während bei der Torausbeute Redtſtedt und
Jo=
hannſſon am erfolgreichſten waren.
Schweden:
Wiik
J. Nilſſon. G. Guſtavſſon
Lundmark T. Guſtavſſon Frerikſſon
B. Johannſſon Bamberg. N. Johannſſon Stööp
Fröander
Spalt Leonhard Freund
Dittmar Daſcher Avemarie
Pfeiffer. „Walther
Huber
Kiepfer.
Vor dem Hauptſpiel ſtehen ſich zwei Jugendmannſchaften
gegen=
über. Benutzen Sie den Vorverkauf im Verkehrsbureau,
Zigar=
renhaus Meder und Sporthaus Joſt.
Lengfeld-König 3:3,
Fränkiſch=Crumbach-Böllſtein 4:6 (2:4),
Kirch=Brombach-Erbach 2. 4:18,
Klein=Zimmern—Eppertshauſen 3:13 (3.:6).
Bei ziemlich gleichwertigen Leiſtungen beider Mannſchaften
liefert in Lengfeld die Platzelf das anſtändigere Spiel. Nach
Seitenwechſel war König im Aufbau= und Stellungsſpiel etwas
beſſer. Lengfeld vergab viel durch eigenſinniges Einzelſpiel eines
ſeiner Stürmer
Der Sieg der Böllſteiner iſt verdient, ſie waren etwas
eif=
riger bei der Sache und bei gut verteiltem Feldſpiel leicht
über=
legen.
Kirch=Brombach hatte gegen Erbachs 2. eine ſchwache
Mann=
ſchaft geſtellt, gegen die Erbach leicht in der Höhe gewinnen
konnte.
Klein=Zimmern erzielt wohl den erſten Treffer, kann aber
nachher gegen die in jeder, auch in turneriſcher Beziehung
über=
legenen Eppertshäuſer kaum mehr aufkommen.
Eit
hatte nicht auch ſeinen Spaß daran, in den Reihen Unſerer Iüsſe ür
tags=
ſten mitzutun? Welcher Junge, welches Mädel will ſich da rn
Lsite Zeut
ausſchließen? Darum kommt zu uns! Eltern und Erzieher, „. vorl
wegt eure Kinder dazu, ihren Körper und ihren Geiſt zu ſtär,;
laßt ſie nicht ohne Aufſicht auf der Straße herumlaufen dort T1W20 00
Mitmenſchen zu beläſtigen, ihnen Unheil anzutun, ſondern ſSülm=
R
M
ſie zu uns, ihr werdet ſehen, daß aus eurem Kinde ein and 4el
Menſch wird.
Wir turnen nicht allein, ſondern tanzen, ſpielen und wancu seiiblich.
Die deutſche Fußballmannſchaft
für das am Donnerstag in Mailand ſtattfindende
Weltmeiſter=
ſchaftsſpiel der zweiten Runde gegen Schweden wurde wie folgt
aufgeſtellt: Kreß; Haringer, Buſch; Gramlich, Czepan, Zielinſkk;
Lehner, Hohmann, Conen, Siffling, Kobierſki.
mit unſerer Jugend.
Am Abend zeigten die Fechter vor zahlreichen Zuſchau= / erpie
ihren anſtrengenden Kampf im Florett=, Säbel= und Degenſecht
Die Schießabteilung ſtand auf ihrem Platz, um dort irteſtäulein
Sport zu zeigen. Hier dürften ſich noch mehr Jugendliche bei
ligen. Zu gleicher Zeit ſtanden die Turner unter Turnwart Al”
oeſt geſucht
ler auf dem Turnboden. Sie zeigten dort Wert und Leiſtim!
Fcrzuſtelln.
„Kunditorei
Jahnſchen Turnens.
Heute, Donnerstag, 20.30 Uhr. turnt der SA.=Sturm
SFegermann,
SA. fördert Jahnſches Turnen. Zum zweiten Male ſtellt ſ0 erk.mtiusſtr.
Sturm 19, unter Führung ſeines Sturmführers Petzberger, ſt Ug wer Hoch=
Dienſt der Sache. Hier ſieht man die Gemeinſchaftsarbeit
ſchen SA. und Turnerſchaft nach dem Wunſch unſeres Führs- Lue
Die Deutſche Turnerſchaft iſt der größte Sportverband FTüclige,
ckre Näherin
Welt. In ihr könnt ihr alle Sportarten betreiben!
Weeft. Be=
—h geſucht.
Hirngbrit
Darmſtzdt.
Reichsſender Frankfurt Eavisp
Näöhen
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Lüche und
Abgeſagkes Aufſtiegsſpiel.
Das für den 3. Juni angeſetzte Aufſtiegsſpiel des Gaues
Süd=
weſt, Polizei Darmſtadt — FSV. Heuſenſtamm,
wurde auf einen ſpäteren Termin verlegt. Die Urſache für die
Spielabſetzung iſt darin zu ſuchen, daß die Darmſtädter
Stadtſtaf=
fel am Sonntag nicht als Straßenlauf, ſondern als
Bahnveran=
ſtaltung am Nachmittag im Hochſchulſtadion abgewickelt wird.
SV. 98, Uh.-Abkeilung.
Die Parole des Tages:
Um 19 Uhr im Hochſchulſtadion!
Dort erfahren Sie auch das Ergebnis des Fußball=Länderkamp=
fes Deutſchland—Schweden.
Zwiſchen der ſchwediſchen Mannſchaft und ihrer Heimat
be=
ſteht engſte Verbindung, und die ſchwediſche Preſſe bringt lange
Kabelmeldungen über die Spiele. Im Intereſſe unſerer Stadt
und unſeres Volkes wollen wir uns alle nach Kräften bemühen,
den Söhnen eines befreundeten Landes den Aufenthalt
ange=
nehm zu machen. Wir hoffen, daß es gelingen wird, den
Nord=
ländern einen guten Eindruck von Land und Leuten zu
vermit=
teln. Dazu dient auch der anſchließend an das Spiel im
Sport=
kaffee ſtattfindende Abend, an dem jeder teilnehmen kann. In
dem Zuſammenkommen zwiſchen Ausländern und deutſchen
Volks=
genoſſen liegen perſönliche und national=propagandiſtiſche Werte,
die nicht zu unterſchätzen ſind. Das Schwedenſpiel iſt eine
Ange=
legenheit unſerer ſchönen, für den Handballſport begeiſterten
Stadt. Wie wir den Gäſten durch Beflaggen unſerer Häuſer
un=
ſere Genugtuung und Freude über ihren Beſuch zeigen, ſo wollen
wir auch heute abend nicht im Hochſchulſtadion fehlen. Aus
Gründen des ſportlichen Intereſſes! Aus Gründen der
Höflich=
keit! Aus Gründen freundſchaftlicher Gefühle für das uns
raſſen=
verwandte Volk der Schweden!
Die 1. Altherren=Fußballmannſchaft des Sportvereins 98
trug am vergangenen Samstag ihr letztes Verbandsſpiel in
Mör=
felden aus und beſiegte in beiderſeitig, ritterlichem Kampfe die
ſpielſtarken Mörfelder mit 4:3 Toren. Damit iſt die A.H.=
Mann=
ſchaft mit 6 Punkten Vorſprung und nur 1 Verluſtpunkt
unge=
ſchlagener Meiſter der A.H.=Runde. Dieſe Meiſterſchaft iſt um ſo
anerkennenswerter, als das Durchſchnittsalter der Mannſchaft 37
Jahre beträgt. Herzliche Glückwünſche zu dieſer feinen Leiſtung.
Sämtliche Mitglieder der A.H.=Abteilung treten am Sonntag
um 2 Uhr nachmittags auf unſerem Platze mit weißem Dreß zum
Stadtſtaffeltag an.
Hola Darmſtadt.
Das für heute nachmittag 5 Uhr am Sportplatz Böllenfalltor
angeſetzte Rückſpiel gegen Polizei Reſ fällt aus, da Polizei
dienſtlich verhindert iſt. Das Spiel wird in etwa 14 Tagen
nach=
geholt werden.
Am Donnerstag, den 7. Juni, 5 Uhr, findet das Rückſpiel
Polizei A.H. — Hota auf dem Sportplatz der 98er am
Böllen=
falltor ſtatt.
Polizei-SV. Darmſtadk.
Sb. 98 — Germania Pfungſtadk.
Am kommenden Sonntag findet im Anſchluß an die
Stadt=
ſtaffeln, die auf dem Hochſchulſtadion zum Austrag kommen, auf
dem Platze des SV. 98 ein Freundſchaftsſpiel der beiden
genann=
ten Gegner ſtatt. Germania Pfungſtadt iſt im Handball durch die
im letzten Jahr erzielten Erfolge ſehr bekannt geworden. Durch
den Zugang verſchiedener beſonders talentierter Spieler iſt in
Pfungſtadt eine äußerſt ſpielſtarke Mannſchaft entſtanden, die im
Verlauf der letzten Verbands= und Freundſchaftsſpiele manche
Mannſchaft von Ruf ſchlagen konnte.
Die 98er benutzen dieſes Spiel, um ihre Mannſchaft
einzu=
ſpielen und um für die im Auguſt beginnenden Verbandsſpiele
wieder auf dem Damm zu ſein. Jedoch werden ſich die
Lilien=
träger anſtrengen müſſen, zu einem Sieg zu kommen, da
Pfung=
ſtadt für Ueberraſchungen ſche, öfters geſorgt hat.
Den Zuſchauern iſt Geleg,nheit gegeben, die Verbindungstür
vom Hochſchulſtadion zu dem Platz der 98er zu benutzen.
Spiel=
beginn 17 Uhr.
Anläßlich des Darmſtädter Groß=Staffellaufes am Sonntag,
3. Juni, nachmittags ab 15 Uhr, im Hochſchulſtadion, tritt die
geſamte Jugendabteilung um 14.15 Uhr vor dem Haupteingang
des Hochſchulſtadions an. Pünktliches Erſcheinen iſt unbedingte=
Pflicht!
5V. 98 Darmſtadt.
Antreten: Sämtliche Aktive, Jugendliche, Schüler und
Damen 2 Uhr nachm am Stadion (Böllenfalltor).
Kleidung: Nach Möglichkeit weiße Hoſe, weißes Trikot
mit ſchwarzer Lilie. Die übrige Spiel=Abteilung in ihrem
Mann=
ſchafts=Dreß, jedoch ohne Stutzen und Stiefel (leichte Schuhe und
Strümpfe).
a in Metzge=
Franffurt: Donnerstag, 31. Mai
5.4 Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 5.50 u. 6.15: Gna1 1,hurt ge=!
naſtik — 6.40: Zeit Meldungen. — 6.50: Wetter — KäxMl 2g.
Schallplatten: Verſchiedene Ouvertüren. — 8.00: Reichsſendur// 22 G5
2e.
Berlin: Skagerrak. — 9.00: Trier: Kathol. Morgenfeier,
10.00: Nachr. — 10.15: Nur Kaſſel: Werbekonzerk. — 102Ew 1 Mädch. Geſch
Nur Kaſſel: Eigene Sendung. — 10.45: Orgelkonzert. —, 112,5 Mcn Hauslin Dart
Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt.
A bewand, vertau
12.00: Stuttgart: Phiharm. Orcheſter. Ltg.: Wilh. Walter. iot Nählſchluß
13.00: Zeit, Nachr., Saardienſt — 13.10: Nachr. — 132.-ieſt
Schallplatten: Die franzöſiſche Oper des vorigen Jahrhunder4. l”
Dazw. 13.50: Zeit, Nachr. — 14.30: Nur Kaſſel: Nachrichten.
14.40: Kinderſtunde: Bunter Bilderbogen. — 15.30: Wetter.
19.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen — 15.50: Wirtſchaftsberi ,„echeral-
16.00: Leipzia: Nachmittagskonzert. Das EmDe=Orcheſter. — 1
Wilh. Michel: Der böſe und der gute Mitmenſch. — 172.
Aus Zeit und Leben. — 18. 15: Stuttgart: Familie und Rar/ / LrIfe
18.25: Stuttgart: Kapitän Werber: Eigene Erlebniſſe in
Skagerrakſchlacht. — 18.45: Meldungen. — 18.50: Das 9e21 9ek5 Einko
ſpricht.
19.00 Volkstüml. Chorkonzert. — 19.40: Vom Deutſchlandſendtr Krün
Argentimen. Hörbericht 104f
d. 0
der zweiten Halbzeit. — 20.25: Stuttgart: Abendmuſig, 49.
innäilt
Funkorcheſters, Ltg.: F. Droſt. — 21.30: Reichsſendung: Dux1 14h
den: Arabella. Lyriſche Komödie von Rich. Strauß, 3. Aft.
22.40: Zeit Nachr. — 22.55: Nachr., Wetter, Sport. — 2.9
Vom Deutſchlandſender: Tanzmuſik der Kapelle Robert Gaff!
2400; Italieniſche und deutſche Klaviermuſtk. Geſpielt von 90
landa Lampignan:. — 0.30: Franz Schubert: Uwollentrn
Sinfonre H=Moll. (Schallplatten.)
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Donnerstag, 31. Mai
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr. — 6.00: Berlin:
G=
naſtik. — 6.19: Tagesſpruch. — 6.20: Berlin: Frühkonzeki.
In einer Pauſe (gegen 7.03): Nachr. — 7.50: Flaggenpar2l
auf dem Skagerrak=Platz, Berlin, anläßl. des Gedentarz
der Skagerrak=Schlacht. — Anſchl.: Platzkonzert. — 22
Leibesübung für die Frau. — 9.09: Sperrzeit. — 945: —
auf den Tiſch die duftenden Reſeden. Zur Erimerung 20
Dichter Herm. von Gilm zu Roſenegg. — 10 00: Pahl.
1010: Künder unſerer Zeit: Rich. Euringer und Heinr Lerſch.
1050: Turnen in der Grundſchule. — 1I.15: Sewettehen
11.30: Das neue Geſicht der landwirtſchaftlichen Jahresſchalt.
12.00: Wetter: anſchl.: Glückwünſche. — 12.10: Mittagsior)
(Schallpl.) — Anſchl. Wetter — 12.,55‟ Zeitzeichen. —
13.00. München: Das NS.=Reichsſinfonieorcheſter. Li” drhd
2. Werbelag der Turngemeinde Beſſungen 1865.
Am Mittwoch nachmittag trat Jugendturnwart Becker, mit
etwa 120 Jungens und Mädels im Turnhauſe der Heidelberger
Straße an, um einen Werbeumzug durch den ſüdlichen Stadtteil
anzutreten. Mit welch einer Freude zogen ſie hinaus, die Buben
und Mädels der Beſſunger Turner, ihre turneriſchen Leiſtungen
denen zu zeigen, die abſeits ſtehen von unſerer edlen Turnerei.
Ge=
rade wie es Friedrich Ludwig Jahn in den Anfangsjahren
deutſchen Turnens begann, zog Peter Becker mit ſeiner Schar
um=
her. Ein Kommando, und ihm Chor hörte man u a.: „Achtung!
Achtung! Treibt Leibesübungen in der Beſſunger Turngemeinde!”
oder ſie ſangen Lieder; an anderen Stellen turnten ſie, und wer
14.02: Sperrzeit. — 14.45: Nachr. — 15.00: Wetter Börſe”
15.15: Fürs Rind: Unſer Kreuzer „Emden” beſucht ſeine Ve”
ſtadt Emden. — 15.35: Maurits van der Walle ſpricht. 4
60. Geburtstage des flandriſchen Dichters Crtell Berſche
16.00 Königsberg: Orcheſter des Danziger Staatstheaters. —
Ernſt Kallipke. — 17.09: Jungvolk, hör” zul Kameradelt.
7.30: Dr. Gaeßner und Edg Müllgi Karlſö — die volk 2.
Schatzkammer der Oſtſee — 17.50: Norwegiſche=Schwe.
Lieder, Liſſie von Roſen (Sopran). Am Flügel: Dr. Grolte.
18.20: Zeittunt. — 18.30; Korvettenkapitän a „D.
BulAg=
znd 5. Kühn: Wir gedenken der Siagerrak=Schlacht. —.
Das Gedicht: anſchl.: Wetter.
19.00: Schallplattenkonzert. — 20 00: Kernſpruch: anſchl.” 2.4
nachrichten. — 20.15: Tanzmuſik. Kapelle Robert 60 A/
210: Nachrichten, aus dem tulturelen Leben. — Zuckl.
Metter=, Tages= und Sportnachr. — 21 30: Reichsſehdis
Drasden: Arabella. Lyriſche Komödie von Rich. Straiſt, Goivl
yrerstag, 31. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 148 — Seite 11
Eine feine Beilage zu Gemüse und Flelsch
Eier-Spätzle. . . . ra. 36
Imburger Käse 20% Fetti. T. ¼Pf. 80
ſahwelzer Käse vollfett . . 94Pf. 25
le Isardinen Marke,,Kevrel"gr. Dose 28
je Isardinen Marke S& Egroße Dose 34
Salatölreinschmeckend „ Liter 1.10, 96
Felnes TafelölHalbliterfl.o Gl.0.70 60
Speise-Esslg . . . . . . . Liter 20
Wein-Essig . . . . . . . . Liter 35
Matlesheringe(Kühlhaus/3 St. 32
Meue Kartoffeln . . . 3 Pfd. 28
M u
Himbeer-Siruß Schraubverschlug. 52
Himbeer-Sirup gar. rein . . Pfd. 58
8F-KAKAO
M eine willkommene Abwechselung
jrden Vesper- und Abendtisch. Alle,
1e S& F-KAKAO kennen, loben ihn,
Ril er so gut, nahrhaft u. preiswertist.
Liginalpaket . ¼4 Pfd. 40, 35, 30
esgewogen, stark entölt, ¼ Pfd. 18
50 67
S8F-GEBACK
ist eine beliebte und schmackhafte
Beigabe zu S & F- KAKAO.
Mürbe-Gebäck
Sand-Gebäck.
Spritz-Gebäck".
Elite-Gebäck ..
¼ Pfd. 16
¼ Pfd. 22
¼ Pfd. 25
¼ Pfd. 25
Mädchen
u Iſe, mit 2jähr, und höherer
Hand ſchulbild „Maſchinenſchreib.,
Stevurrphie (200 Silben) engl. u.
fram sorachkenntn. ſucht Stelle als
Anfär. Befl. Zuſchr. u. W. 232 Gſch.
Ordentliches
Mädchen
od. junge Frau
Mzüblich. f. einige
Stun=
den Hausarbeit
Ndchen, vormittags geſ
Jhre, ſucht Aliceſtr. 15, pt.
eil für tags=
Rſte
Zeug=
iſſi orhanden.
Ang T208 Gſch.
Aie
Wßeiblich.
17 exvier=
Eulein
ds
Solda=
n=ißt geſucht.
Vhmickellen:
der
Pan
hrers Pezte 4. (a
betreiben!
drtorei
irmann,
ſateusſtr. 1
es
Hoch=
mre). (e
Tchtige,
errete Näherin
iritektr.
Be=
eiß jeſ ucht.
Unlüfrmfabrik
Fery da rmſtadt,
amm 4y wigspl.
Alleinmädchen,
älteres,
ſelbſtän=
dig., nach
Saar=
brücken in
klei=
nen, gut.
Haus=
halt geſucht.
An=
geb. W. 234 Gſch.
Stundenmädchen
für Donnerstags
oder Freitags
vormittags geſ.
Näh. Geſchäftsſt
Ia
Ekagenhaus
2X4, 2X5 Zi.,
für nur 16 000ℳ
zu verkauf, dch.
Alb. Mittelſtädt
Riedeſelſtr. 21.
Fernſpr. 2340.
Aüchen
fürt lüche und
Hamsin Metzge=)
reiſtyſofort ge
ſucht Ang. unt.
V.12 Geſchſt.
Suihe inr kl. H.
bram il. Mädch.
in ier Haus=
arbei bewand.
füri ſiort. Näh.
Geüſtftsſtelle.
Gaſtwirtſchaft
in einem
Vor=
orte Darmſtadts,
mit freier
Woh=
nung, grß.
Gar=
ten u.
Stallge=
bäude,
umſtände=
halber billig u.
ſofort zu
ver=
pachten, ev. auch
z. verkauf. Ang.
u. W. 210 Gſch.
Herrſchaftliches
3X5=Zimmer=Haus
(nahe Pauluskirche) mit Diele, Bad
5=Zimm.=Wohng.
und Zubehör, Einfahrt u. ſchönem geräumig, 2. St.,
Garten, niedrige Steuer, preiswert
bei 12—15 000 ℳ Anz. zu verkaufen.
Ferner:
Haus Mollerſtr. 31
maſſiv gebaut, 4X3=Zimmer=Haus
mit rückw. Verand. Bleichpl. u. kl.
Garten, ſehr preisw. bei 5000 ℳ
Anzahlung zu verkaufen.
Näheres durch
Paul Hellmund
Immobilien — Hypotheken
Hausverwaltungen. Gegr. 1924
jetzt Freneſtraße 4 — Fernſpr. 538
(nahe Frankfurterſtr.)
Zur gefl. Kenntnisnahme für meine
werte Kundſchaft und Mieter der
von mir verwalt ten Häuſer, daß ich
mein Büro von Grafenſtraße 4 ab
heute in mein Haus Freneſtraße 4
verlegt habe.
D. O.
mit Zubehör, z.
1. Juli zu
ver=
miet. Näh.
Hei=
delberger Str. 5.
Erdgeſchoß.
5=Zimmer=
Wohnung
zu vermieten.
O.=Boelke=Platz
23, I. Näheres
durch Ruf 204.*
Annaſtr. 54, I.
ſchöne 5=Zimm.
Wohnung per 1.
Juli zu
vermie=
ten Zu erfr. bei
J. Glückert.
Bleichſtraße 31.
Die Fachſchaft der Darmſtädter Fiſchhändler
Markt 4 und Ludwigs= Kiesſtraße 41, Telefon 2599
Geſchäftshaus
in Darmſtadt zu
vertauſch.
Auf=
ſchluß u. W. 225
. d. Geſchſt. (c
general-
Vertretung
hhes Einkommen!
ungsfäh. Hamburger
Spe=
z uinma guteingeführter neu=
7 Alonkurrenzloſer Apparate
7 A.B. a., ſucht für Darmſtadt
( Umn ſolv., organiſationsfähig.
bfmann oder Ingenieur für
1 MAleinverkauf mit Aus=
1üringer. Lagerbeſtandsüber=
1 ung erfordert RM. 700.—
Ecahlung. Angebote unter
ſE0/343 bef. Ann.=Expedition
ſSäiun Wilkens, Hamburg I.
IV 6082
ON
PRn
Dishlb aber nicht verzweifeln!
DiHelherz ist das bewährte
Knlügungsmittel für alle,die sich
Me Flinsd elend fühlen. Doppel-
Ne Stineuert Blut und w0
K0Str äfte. Bei Schlaf-
OISeist,Nervosität und N0
MiBtskeit als Kräftigungsmittel
un Rbshrlich. Flaschen zu
Zeite, 3,70 RM, 4,65 RM.
D Belherz-Dragees 1,50 RM.
Aaden in den nachstehenden
Meien: Adler-Drogerte Anton
EIMer Frankfurterstr. 12—14
ub EIRmeinstraße 12½, Friedr,
Sidfer Ludwigspl. 7, Arheilgen:
mn-Drogerie Ih. Brücher,
19 MMädterstraße 31, Eberstadt:
Fiſchhaus Fertig Enkirch & Rühl
ſtraße 18 — Telefon 641
Fiſchhalle
Ludwig Nöſinger Reitinger=Blechſchmidt
Eliſabethenſtr. 42, Tel. 367 Eliſabethenſtr. 19. Tel. 543
Hans Wagner, Eliſabethenſtraße 7, Telefon 2825
empfehlen in nur lebendfriſcher Ware:
Echte Bodenſee=Blaufelchen
Salm, Heilbutt im Schnitt, Maifiſche
IaSchellfiſch Pfd. 659 laKabliau Pfd.55,45.5
FiſchfiletPfd.v.45Han Seelachs . . Pfd. 45.9
Konſum=KabliauPfd. 289 Bratſchellſiſche Pfd. 285
Lebende Breſem, Rheinbackfiſche, Goldbarſch
Hochfeine Matjesfilet Stück 159
Lichtbilder
Zeugnisabſchriften
uſw. ſind für den Einſender wertvoll
u. werden in vielen Fällen dringend
benötigt. Unſere Auftraggeber
wer=
den daher gebeten, Bewerbungs=
Unterlagen ſeweils ſchnellſtens
zurück=
zuſenden.
Auf Chiffre=Anzeigen keine Original= 4
Zlmmer=
zeugniſſe einſenden.
2 Büro
im Zentrum m.
Telefon=Anlage,
Licht und Gas,
alles ſeparat,
eines ſofort und
eines bis Juli
zu vermieten.
H. Flamm,
Grafenſtr. 4. (b
Eliſab.=Str. 48,
1. St., 4 Zimm.
mit reichl.
Zu=
behör, neu
her=
gericht.,
monat=
lich 75 ℳ, ſofort
zu verm. Näh.
i. Laden daſ. (a
Wohnung
Ernſt=
Ludwig=
ſtraße 15, III.,
Manſarde,
lein, an einz. mit Bad u. Zu=
Perſon Soder= behör z. 1. Juli
zu vermieten.
ſtraße 41 zu
ver=
mieten. Näheres
Bleichſtraße 1,
Möbelgeſchäft. (b
Laden
Alexanderſtr.
zu vermiet.
Näh. i.
Teppich=
haus Meyer. (e
4=Zimmer=
Wohnung
im Zentrum der
Stadt ſofort zu
vermieten. Ang.
u. W. 215 Gſch.
Ar Drogerie Philiop Eusenbach.
heim: Central-Drorerie
p Engel X. Pfungstadt:
GM Hess, Eberstädterstr. 32
((V. 1003)
werden, wenn alles C,
versagte, durch „UfLZL.S
Stärke B beseitigt. 1.60, 2.75. Gegen Pickel.
Mitesser Stärke A — Arztlich empfohlen.
Lauten Sie nicht länger so häßlich herum.
Parfümerie Frank, Elisabethenstraße 9
Friedrich Schaefer, Ludwigsplatz 7 (II. BIn 1904
Parfümerie Tillmann, Elisabethenstraße 21
3=Zim.=Wohng.
mit Baderaum,
Speiſekammer,
alles in beſtem
Zuſtand (neu)
evtl. auch an 1
bis 2 berufstät.
Damen, per ſof.
oder 1. Juli zu möbl. Zimmer z
vermiet. Schöne
ruhige, zentrale
Stadtlage. Prs.
55 RM. Ang. u.
W. 211 Geſchſt.
2=Zim.=Wohnung
klein, an einzelne
Dame zu
ver=
mieten. Ang. unt.
W. 224 Geſchſt.
2 Zimmer,
Küche u.
Speiſe=
kammer in
Un=
termiete an ein
zelne Dame
ab=
zugeben, 1. Stock
Südoſtvtl. Ang.
2 leere Zimmer
mit Zubeh., ev
teilweiſe möbl.
nur an berufst.
Dame billig zu
vermieten. Kt Tintenviertel!
12 ſ. ſchöne leere
Zimmer m. Zen= tralheizg. ab 1.
Juli zu vermie=
ten: ev. Kochge=
legenheit: Tele=
fon, Motorrad=
unterſtellung.
Ang. W. 216 Gſch.
Wendelſtadtſtr.
38, 2. St., zwei
leere Zim., ſep., Kochgelegenheit.
an Dame oder
kinderloſ. Ehep.
zu vermieten.
Bismarckſtr. 51,
parterre.
Sofort zu ver=
mieten 2 ſchön
möblierte Zim= mer mit Loggia
im 1. Stock mit
ſeparatem Ein=
gang u fließen=
dem Waſſer.
Geiſtberg 8, I.
freundlich möbl.
Zimmer zu ver= mieten.
Schön möb. Zim.
nur an berufst.
Fräul. z. verm.
Frau Maurer,
Neckarſtraße 4. Gartenh., pt. lks. Zimmer,
möbl., m. voller
Penſion ſof. zu
vermieten. Prs.
55 bis 60 Mark
an ruh. Mieter, Ludwigsplatz 8,
Handelshof.
Bismarckſtr. 72,I.
verm., 16 Mark Mackenſenſtr. 33,
II. links, möbl.
Zimmer.
Pankratiusſtr. 2, I. r.
gr. freundl. möbl. Zimmer.
Bekanntmachung
amts Da
Gefunden: 1 D
uhr, 1 Herrenfal
ſtock mit ſilbernen
börſe mit Inhalt
kenmütze, 2 Mar= geſtelltenverſicherr
ball, 1 Kinderr
taſchenuhr, 1 Aut
Gummimantel.
1 grauer Schnau gen: 1 Wellenſitt
Entſchuldungsberfahren!
Ueber den landwirtſchaftlichen Betrieb des Johann 1. Unbebaute Grundſtücke".
(Zugang 173,10 RM.)
2. Wohngeväude und ſonſtige Gebäude .. 1406 615,22
(Abſchreibung 27 291,95 RM.) 3. Noch nicht abgerechnete Neubauten . . . 2970,38
4, Geſchäftsinventar . . . . . . . . . ..
Zugang . . . . 148,90
Abſchreibung . 148,90 a) auf Wohngebäude und andere
Anlagen . . . . . . . . . . . . 27 291,95
b) andere Abſchreibungen . . . . .
148,80 27 440,85
a) Gehälter, Aufwandsentſchädigun=
Georg Häuſſer in Nieder=Beerbach und deſſen
Ehe=
frau Roſine, geb. Heppenheimer, wird heute, am
16. Mai 1934, 15 Uhr das Entſchuldungsverfahren
eröffnet. Zur Entſchuldungsſtelle wird die
Landes=
bauernkaſſe Rhein=Main=Neckar e. G. m. b. H. in
Frankfurt a. M. ernannt.
Alle Gläubiger werden zur Meidung von
Rechts=
nachteilen aufgefordert, bis zum 1. Juli 1934 bei
dem unterzeichneten Gericht oder bei der
Entſchul=
dungsſtelle ihre Anſprüche anzumelden und die in ihren
Händen befindlichen Schuldurkunden einzureichen.
Amtsgericht Darmſtadt.
9690)
H ne
die Leichte.
Wleidung
S f
Hübsche Sportkleider A95
bleu, rosa, nil und weiß, in
jugend-
lichen Formen . . . . . 4.90, 3.95. d
Moderne Sportkleider
aus kunstseidenem Matterepe, ir
flotter Verarbeitung . . 17.50, 14,75,
Gemusterte Kleider
aus modernen Kunstseiden-Geweben
in aparten Farbstellungen, 14,75, 12.75,
Nachmittagskleider
vornehm und fesch verarbeitet,
aus gemustertem Kunstseiden-
Matterepe .. . . 2200, 19.75, IA
Elegante Complets
aus einfarbig u. gemust. Stoffen,
mod. fesche Ausführungen, mit
24langem Mantel, 45.00, 39.00, GE
Leichte Damenmäntel
aus gemustertenStoffen, in kleidsamen
tlotten Formen,ganzgetütt, 19,75, 14,75
Fesche Poloblusen
in weiß und vielen modernen Farben,
mit 14 Arm... . . . . . . . . BOT
Moderne
Blusen und Röcke
finden Sie in einer großen Auswahl
zu vorteilhaften Preisen!
TOABAHINIE
Darmstadt / Markt und Ernst-Ludwigsplatz
Möbl. Zimmer
u. Wohn. jeere
Wohnungen und
Zim u. Penſion
vermittel, der
Hausfranenbund
Rheinſtr. 7, II.,
von 10—12.30 Uhr
außer Samstags.
Wir ſuchen leere
1-, 2-, 3=, und
4=Zim.=Wohng. (a
Mahnung.
Bei Meidung der Beitreibung und
Koſtenberech=
nung ſind bis zum 8. Juni 1934 an die
unterzeich=
nete Kaſſe zu zahlen: 1. Ziel Gemeinde=, Kreis= und
Provinzialſteuer 1934; 1. Ziel Filialſteuer und
Warenshausſteuer 1934; 1. Ziel Straßenreinigungs=,
Müllabfuhr= und Kanalbenutzungsgebühren 1934.
Darmſtadt, den 31. Mai 1934.
Stadtkaſſe.
(st. 6096
Jahresabrechnung der gemeinnützigen Eiſenbahner=Baugenoſſenſchaft e. G. m. b. H. Darmſtadt.
Aktiva (Vermögen)
Bilanz per 31. Dezember 1933.
(Verbindlichkeiten) Paſſiva
I. Anlagevermögen:
16 559,10
1.—
3 000,—
II. Beteiligungen . . . . . .
III. Umlaufsvermögen:
1800,—
1. Wertpapiere . . .
2. Der Genoſſenſchaft zuſtehende Hypotheken
und Grundſchulden
94 338,62
84,60
3. Rückſtändige Mieten
4. Kaſ enbeſtand . .
249,47
5. Andere Bankguthaben
... 38 650,82
IV. Poſten, die der Rechnungsabgrenzung dienen 12217,70
1576486,91
Soll
I. Geſchäftsguthaben:
1. der am Schluſſe des Geſchäftsjahres
ausgeſchiedenen Mitglieder . 15 400,33
2. der verbleibenden Mitglieder . 174813,02 190 213,35
II. Reſervefonds:
1. Geſetzliche Rücklage . . . . . . 66 455,51
2. Andere Vermögensrücklagen . 20 848,25 87 303,76
III. Rückſtellungen . . . . . . . . . . . . . . . 119 110,61
IV. Verbindlichkeiten:
1. Hypothekenſchulden . . . . . . . . . . . 973 964,99
2. Spareinlagen . . . . . . . . . . . ... 180 742,32
3. Handwerkerſchulden . . . . . . . . . . ."
362,25
4. Sonſtige Schulden . . . . . . . . . . . 5 613,06
V. Poſten, die der Rechnungsabgrenzung dienen 12108,16
VI. Gewinn:
Reingewinn im Geſchäftsjahr .
7 068,41
1576486,91
Verluſt= und Gewinn=Rechnung per 31. Dezember 1933.
Haben
1. Abſchreibungen:
2. Geſchäftsunkoſten:
gen und ſonſtige Perſonalkoſten,
einſchlie lich ſoziale Abgaben . 4 732,34
b) ſächliche Unkoſten . . . . . . . . 1388,38
3. Betriebskoſten:
a) Beſitzſteuern
.
10172,03
b) ſonſt. Betriebskoſten einſchließlich
Löhne und ſoziale Abgaben . . 9146,94
4. Inſtandhaltungskoſten . . . . . . . . . . ..
5. Zinſen.
....
........
8. Gewinn /Reingewinn im Geſchäftsjahr) . .."
6 120,72
19 318,97
15 449,51
44 439,19
7 068,41
119837,65
1. Mieteinnahmen .......
2. Gebühren aus Nebenanlagen . .
3. Pachtgeldeinnahmen . . . .
4. Zinſen und ſonſtige Kapitalerträge
5. Außerordentliche Zuwendungen
113880,40
16,50
15,—
5 925,68
0,07
Mitgliederbewegung im Jahre 1933:
Mitgliederbeſtand am Anfang des Geſchäftsjahres . . .
... . . 538 Mitglieder
Zugang an Mitg jedern . . . . . . . . . . . . . . . . ...."
Abgang an Mitgliedein . . . . . . . . . . . . .. . ......
........."
Mitgliederbeſtand am Schluſſe des Geſchäftsjahres . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 456 Mitglie er
Die Geſchäftsguthaben ſämtlicher Mitglieder haben ſich im Laufe des Geſchäftsjahres um NM. 321,84 vermehrt.
Der Geſamtbetrag der Haftſumme beläuft ſich a f RM. 230 500,—, alſo RM. 40500 — weniger, als am Ende
des Vorjahres. — Die rückſtändigen fälligen Mindeſtzahlungen auf die Geſchäftsant ile betragen am Schluſſe
des Geſchäftsjahres RM. 31 355,48.
Der Vorſtand
Darmſtadt, den 19, Januar 1934,
(606S)
Schäfer, Simmat.
Nummer 148
Donnerstag, 31. Mz.
Deutſchlands Waſſerverſorgung vorbildlich.
Die Tagung des Bereins von Gas=
und Waſſerfachmännern.
Die Mittwochs=Verhandlungen der Tagung des Deutſchen
Vereins von Gas= und Waſſerfachmännern in Frankfurt a. M.
waren der Waſſerverſorgung der deutſchen Städte gewidmet. Es
gibt kein zweites Kulturland, in dem die an die Waſſerverſorgung
zu ſtellenden hygieniſchen Anforderungen ſo hoch entwickelt ſind
und in ſo hohem Maße zur Hebung und Erhaltung der
Volks=
geſundheit beitragen wie Deutſchland. 4000 öffentliche
Waſſerver=
ſorgungen verſorgen 45 Millionen Menſchen jährlich mit 2500
Millionen Kubikmeter geſundem Trinkwaſſer und repräſentieren
einen Anteil von vier Milliarden Mark an deutſchem
Volksver=
mögen. 77 Prozent dieſer ungeheuren Waſſermenge werden durch
Brunnen aus dem Grundwaſſer gewonnen, 14 Prozent als
Ober=
flächenwaſſer aus Flüſſen und Seen und 9 Prozent aus Quellen.
Dank des Zuſammenarbeitens der techniſchen und
mediziniſch=
hygieniſchen Kreiſe ſind Seuchen, insbeſondere der Typhus, als
Epidemie in Deutſchland nahezu unbekannte Erſcheinungen.
Im Rahmen der Vorträge, die auf der Tagung gehalten
wurden und ſich überwiegend mit fachlichen Fragen befaßten, war
von beſonderem Intereſſe der Vortrag von Profeſſor Collorio=
Oſterode über die Waſſerwirtſchaft des Harzes und in dieſem
Zu=
ſammenhang über das Entſtehen der größten Trinkwaſſerleitung
Europas, der Harz=Waſſerleitung nach Bremen. Die in früheren
Jahrhunderten vornehmlich den bergbaulichen Arbeiten im
Harz=
gebiet dienſtbare Harzwaſſerwirtſchaft hat bei ihrer
Weiterent=
wicklung drei großen Aufgaben zu dienen: dem Hochwaſſerſchutz,
der Waſſerkraftgewinnung und der Nutzwaſſerverſorgung. Das
letztgenannte Problem iſt mit der Schaffung der Waſſerleitung
nach Bremen tatkräftig in Angriff genommen. Es handelt ſich
um den Bau einer etwa 200 Kilometer langen Hauptleitung und
eine etwa ebenſo lange Reihe von Zweigleitungen. Die
Geſamt=
koſten betragen etwa 17 Mill. RM. Der Arbeitsvorrat, der in
dieſem Unternehmen ſteckt, beträgt etwa 1.5 Millionen Tagewerke
während in den Talſperrenbauten im Söde=Tal und Oder=Tal
während der letzten fünf Jahre etwa eine Million Tagewerke
ge=
leiſtet wurden. Der beſondere Wert, dieſer Arbeitsbeſchaffung
liegt darin, daß mehr als die Hälfte der Arbeitsſtunden für das
durch fehlenden Stahlexport notleidende Induſtriegebiet anfallen
und daß nach dieſer Regelung der Trinkwaſſerverſorgung auch der
Ausbau der Leine in Angriff genommen werden kann, der
minde=
ſtens 2 Millionen Tagewerke für den Arbeitsdienſt abwirft. Die
Waſſerwirtſchaft des Harzes bietet ein Muſterbeiſpiel dafür, wie
unſere nationalſozialiſtiſche Führung Arbeit ſchafft.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Enttäuſchendes Amerikageſchäft. Der Export an
Schaumwei=
nen aus Deutſchland nach den Vereinigten Staaten von
Nord=
amerika ſtellte ſich im April 1934 auf 7171 Flaſchen gegen 6369
im März, 6149 im Februar und 34 489 im Januar ds. Js. Iſt
dieſes Ergebnis noch einigermaßen befriedigend, ſo iſt doch in
ſtillen Flaſchenweinen der Export im April auf 1290 Hektoliter
zurückgegangen gegen 1716 Hektoliter im März, 2421 Hektoliter im
Februar und 2757 Hektoliter im Januar ds. Js. Die Ausfuhr
von Flaſchenlikör ſank auf 184 Doppelzentner gegen 551
Doppel=
zentner im März und 448 Doppelzentner in den beiden anderen
Vormonaten. Der Bierverſand betrug im April nur noch 137
Hektoliter gegen 163 im März, 114 im Februar, 288 im Januar
und 6808 Hektoliter im April 1933 (Höchſtſtand). Der
Hopfen=
abſatz ſtellte ſich im April auf 940 Dz. gegen 1754 im März, 744 im
Februar, 395 im Januar und 2494 Dz. im Juni 1933. Des
weite=
ren iſt der Malzexport ſtark geſunken, er betrug im April nur
noch 1493 Dz. gegen 2915 Dz. im März, 2952 Dz. im Februar und
2188 Dz. im Januar (6048 Dz. im Dezember 1933). Die
Holzfaß=
exporte ſind vollkommen ins Stocken geraten. Im April wurden
nach den USA. nur noch 182 Dz exportiert gegen 165 Dz. im
März, 217 Dz. im Februar, 2052 Dz. im Januar und 24 151 Dz.
im September 1933. — Dieſe unbefriedigende Entwicklung des
Amerika=Exportes wird zu einem erheblichen Teil durch die
über=
höhten Zölle bedingt, die z. B. den Bierverſand nahezu
abgedroſ=
ſelt haben.
Anordnung der Ueberwachungsſtelle für Felle und Häute. Vom
1. Juni 1934 ab dürfen Verarbeiter von Waren der Nr. 153 des
deutſchen Zolltarifs mit Ausnahme von Leimleder Felle und Häute
zur Lederbereitung roh, auch enthaart und geſpalten, jedoch nicht
weiter bearbeitet, ſowie Teile von ſolchen Fellen und Häuten nur
einkaufen oder zur Lohnveredelung in Auftrag nehmen, ſoweit
ihnen dazu von der Ueberwachungsſtelle für Felle und Häute die
Genehmigung erteilt iſt. Allgemeine Genehmigungen für die Zeit
bis zum 30. 9. 1934 gehen allen Verarbeitern der obengenannten
Waren, die der Ueberwachungsſtelle ausgefüllte Fragebogen
über=
ſandt haben, ohne beſondere Anforderung in den nächſten Tagen zu.
Odenwälder Hartſtein=Induſtrie A.=G., Darmſtadt. Die
Ge=
neralverſammlung genehmigte den Abſchluß für 1933, der die
Wie=
deraufnahme der Dividendenzahlung mit 5 Prozent, für die
Stamm= und mit 6 Prozent für die Vorzugsaktien brachte, ſowie
die übrigen Regularien. In den bisher vergangenen Monaten
1934 habe ſich das Geſchäft etwa in gleichem Rahmen wie in
der=
ſelben Vorjahreszeit gehalten, auch für den Juni ſei der
Auf=
tragsbeſtand noch zufriedenſtellend. Ueber den Verlauf der
zwei=
ten Jahreshälfte laſſe ſich nichts vorausſagen, weil abzuwarten
ſei, welche Ausmaße die Aufträge der Reichsbahn und der
Wege=
baubehörden annehmen werden.
Prödukkenmärkke.
I. Marktbericht des Obſt= und Gemüſe=Großmarktes
Wein=
heim vom 29. Mai. Kirſchen 1. Sorte 14—18 Pfg., 2. Sorte
8—13 Pfg., Erdbeeren 1. Sorte 35—43 Pfg., 2. Sorte 22—34 Pfg.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 30. Mai. Der
Getreide=
großmarkt verkehrte in feſterer Haltung, und die Preiſe haben ſich
teilweiſe merklich befeſtigt. Sommergerſte und Hafer waren bei.
knappem Angebot und guter Konſumnachfrage um je 4.— RM.
per Tonne erhöht, Brotgetreide bei laufender Nachfrage
unver=
ändert. Am Futtermittelmarkt lagen Oelkuchen, Treber und
Schnitzel bis 25 Pfg. feſter, Kleie blieben unverändert. Zu den
neuen Bedingungen kommt das Mehlgeſchäft jetzt gut in Gang.
nachdem die alten Kontrakte faſt ausverkauft ſind. Es notierten:
Weizen 205,00. Roggen 178,50, Sommergerſte 175,00—180,00,
Hafer
1in Def Birtder Sel Def miden De e e Fee
gennachmehl 16,50, Roggenfuttermehl 12,25, Roggenkleie 11,30,
Soyaſchrot 15,75, Palmkuchen 14.15—14,25 Erdnußkuchen 16,50,
Treber 14,00, Trockenſchnitzel 10.60, Heu 6,50, Weizen= und
Rog=
genſtroh 2,00; Kartoffeln: Induſtrie hieſiger Gegend 3.40 bis
3,50 RM. (zuletzt 2,95—3,00 RM.). Tendenz: feſt.
Diehmärkke.
Rinder=Nutzviehmarkt in Gießen. Der Rinder=Nutzviehmarkt
in Gießen war mit 720 Stück Großvieh. 151 Freſſern und 198
Käl=
bern zum Verkauf beſchickt. Das Handelsgeſchäft verlief
ſchlep=
pend. Man bezahlte für Milchkühe oder hochtragende Kühe 1.
Qualität 330—470 RM. 2. Qualität 200—300. RM. 3. Qualität
130—190 RM. Schlachtkühe 1. Quakität 130— 285 RM., 2 =
Quali=
tät 80—130 RM., ½—3jährige Rinder 60—110. RM. 3—2
jäh=
rige Rinder 80—160 RM., tragende Rinder 175—350 RM.,
Käl=
ber 25—38 Pfg. pro Pfund Lebendgewicht.
Mannheimer Viehmarktbericht vom 30. Mai. Auftrieb: 400
Läufer und 138 Ferkel. Preiſe: Ferkel bis 6 Wochen 11—13, dito
über 6 Wochen 18—22 RM., Läufer 22—25 RM. Marktverlauf:
ruhig.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe eröffnete geſtern im allgemeinen
leicht nachgebend. Der Abſchluß der Transferbeſprechungen mit
dem Angebot der Reichsbank übte tendenzmäßig noch keinen
Ein=
fluß aus, man muß das Ergebnis der nun beginnenden
Sonder=
beſprechungen abwarten. Auch die Feſtigkeit der deutſchen
An=
leihen in London wirkte ſich bisher nicht aus. Neubeſitzanleihe
waren um 20 Pfg. abgeſchwächt, Altbeſitz wurden um 10 Pfg.
er=
höht. Farben eröffneten leicht über Vortag. Tagesgeld lag
un=
verändert ſteif. Da nur ein Teil der ausländiſchen Gläubiger
dem Vorſchlag der Reichsbank zugeſtimmt hat, wird man abwarten
müſſen, in welcher Weiſe man ſich mit den Schweizern und
Hol=
ländern wird einigen können. Da die Auswirkungen der
Trans=
ferkonferenz im Ausland noch nicht zu überſehen ſind, blieb die
Börſe zunächſt kaum beeinflußt. Einige aus der Wirtſchaft
vor=
liegende günſtige Nachrichten, wie z. B. eine erheblich geſteigerte
Stromabgabe bei den Main=Kraftwerken und ein
verhältnis=
mäßig guter Abſchluß bei Stolberger Zink, blieben jedoch infolge
der allgemeinen Zurückhaltung ebenfalls unwirkſam. Das
Kurs=
niveau bröckelte überwiegend leicht ab. Von Montanen waren
Phönix um 1½, Mansfelder um 1½ und Hoeſch um 1½ Prozent
etwas ſtärker gedrückt. Bei Braunkohlenwerten gingen die
Ein=
bußen kaum über ½ Prozent hinaus. Farben liegen weiter recht
lebhaft, da man weitere Sperrmarkkäufe beobachten will, und
konnten etwa ¼ Prozent höher eröffnen. Hierdurch wurden auch
die übrigen Werte des chemiſchen Marktes günſtig beeinflußt. Von
Elektropapieren zogen Elektra um 78 Prozent an, ſonſt ergaben
ſich meiſt geringfügige Kurseinbußen. Im weiteren Verlaufe ſetzten
ſich vereinzelte leichte Beſſerungen durch. Die vorübergehend etwas
leichteren Farben erholten ſich ſpäter wieder. Schuckert gewannen
1 Prozent ihres anfänglichen Verluſtes zurück, dagegen verloren
Reichsbankanteile ½ Prozent und AEG. 8 Prozent. Im
allge=
meinen blieb aber der Geſchäftsumfang eng begrenzt.
Die Frankfurter Börſe war weitgehendſt geſchäftslos
und hatte eine überwiegend ſchwächere Tendenz. Der Abſchluß
der Transfer=Verhandlungen hinterließ kaum einen Eindruck, vor
allem vermochte er nicht die Zurückhaltung wegzunehmen, die
nun=
mehr ſchon ſeit einigen Wochen die Börſe belaſtet. Trotzdem war
ein freundlicher Unterton unverkennbar, wobei die neuerlichen
günſtigen Induſtrie=Abſchlüſſe etwas anregten. Vor dem Ultimo
erfolgten hier und da noch kleine Glattſtellungen, die bei der
herrſchenden Geſchäftsloſigkeit naturgemäß auf das Kursniveau
drückten. Einige Spezialpapiere lagen ausgeſprochen ſchwach. So
ganz beſonders am Elektromarkt Schuckert, in denen eine größere
Verkaufsorder abgewickelt wurde und die den Kurs um ca. 5
Prozent drückte; Siemens verloren 1½ Prozent, während im
übri=
gen die Kurſe ziemlich behauptet waren. Bekula konnten ſogar
½8 Prozent anziehen. Stärker abgeſchwächt waren außerdem Conti
Gummi mit minus 3½ Prozent und am Schiffahrtsmarkt Nordd.
Lloyd, die 2½ Prozent verloren. Meiſt ſchwächer lag auch der
Montanmarkt bei Rückgängen bis zu 1 Prozent, nur Rheiniſche
Braunkohlen konnten ſich um 1 Prozent befeſtigen. Sehr
wider=
ſtandsfähig erwies ſich der Chemiemarkt, an dem Farbeninduſtrie,
Scheideanſtalt und Th. Goldſchmidt gut behauptet blieben.
Metallgeſellſchaft bröckelten ½ Prozent ab. Im einzelnen gaben
Daimler ½, Deutſche Linoleum ¼ und Hapag 28 Prozent nach,
Reichsbank, Südd. Zucker und Zement Heidelberg lagen behauptet.
Am Rentenmarkt neigten die Kurſe gleichfalls zur Schwäche, und
zwar verloren Neubeſitz 40 Pfg., Altbeſitzanleihe ¼ Prozent, ſpäte
Reichsſchuldbuchforderungen ½ Prozent und Stahlverein=
Obliga=
tionen ½ Prozent. Im Verlaufe hielt die Geſchäftsſtille ziemlich
an, doch zeigten die Kurſe Anſätze zu einer leichten Erholung.
Die Abendbörſe wies allgemein nur kleinſte Umſatztätigkeit
auf, da ſeitens der Kuliſſe noch Zurückhaltung beſtand, zumal
Auf=
träge aus Kundſchaftskreiſen fehlten. Die Haltung war jedoch
nicht unfreundlich, und die Berliner Schlußkurſe lagen
überwie=
gend gut behauptet, teilweiſe konnten ſie ſich bis zu 9 Prozent
erhöhen. Etwas Intereſſe beſtand weiterhin für Farbeninduſtrie,
die nach unveränderter Eröffnung im Verlaufe ¼ Prozent
gewin=
nen konnten. Auch Farben=Bonds, waren weiter gefragt und
zogen um 3 Prozent auf 123 Prozent an. Am Rentenmarkt
gin=
gen Neubeſitzanleihe bei leicht anſteigendem Kurs in kleinen
Be=
trägen um. Altbeſitzanleihe blieben behauptet, während ſpäte
Reichsſchuldbuchforderungen mit 93 Prozent keine Erholung
auf=
wieſen.
Runderlaß der Reichsſtelle für Deviſenbewirkſchaftung
milkel und jonſtige landwirtſchaftniche Erzeugniſſe.) Lerden.
ird angeord)
net, daß die Dringlichkeitsbeſcheinigungen bei Rembourszahlunger
bereits bei Eröffnung neuer Rembourskredite vorgewieſen
wen=
den. Als Eingehung einer Rembourskreditverpflichtung gilt da 10 M40
bei ſowohl der Auftrag an den ausländiſchen Lieferanten, fün „wrolel
Rechnung des Importeurs auf die ausländiſche Remboursbank zu
ziehen, wie die Ziehung auf eine ſolche Bank, die der Importeun
ſelbſt, oder für ſeine Rechnung die vermittelnde inländiſche Bam
vornimmt. Ohne Bedeutung iſt es, ob die Rembourſe zu der
Kreditlinien des deutſchen Kreditabkommens gehören oder ob neun
zuer
Rembourſe bereitgeſtellt werden. Die Dringlichkeitsbeſcheinigunn ſie
iſt ohne Rückſicht auf den Wochenbetrag von 10 000 RM. oder gut z0 zu, un das jei
die bei der Einfuhr von Baumwolle wöchentliche Freimenge erfoy
Nachbarkompag
derlich. Hiernach iſt für alle Rembourskredite eine Dringlichkeits. Feuer von
beſcheinigung erforderlich. Die Banken haben deshalb allgemeiu eut nidem Gebru
die Dringlichkeitsbeſcheinigung bereits für die Eröffnung des Kre3 zu dorſtraße
dites zu verlangen, die auf Antrag von den Ueberwachungsſtellens
nach Prüfung gegebenenfalls erteilt wird. Mit einer Genehmüu he grauſiche 4.
gung der Reichsbank oder einer Deviſenſtelle zur Abdeckung vorm au nhie hilfe. E
Krediten, die bei der Einfuhr von ſolchen Waren in Anſpruch geu ud eine der 59e
nommen worden ſind, die durch die Ueberwachungsſtelle bewints zun gemeinſam
ſchaftet werden, kann in Zukunſt nur gerechnet werden, wenn dem
ſpäteren Antrag neben dem Remboursbeſcheid auch die Dringlic= 00 n0ch
keitsbeſcheinigung einer Ueberwachungsſtelle beigefügt wird. M=4 böhlich ſchlugen
träge auf Abdeckung der Kredite ſind bei alten Rembourſen an dieh ſt heihen der Ve4
Reichsbank, bei neuen Rembourſen an die zuſtändige Deviſenſtelll nes Naſchinenge
zu richten.
inden Höhe, Gleich.
griefeuer in die
Bekannkgabe der Reichsſtelle für Gekreide, Futter-1 1c. Teile der 102
(6 gegen ruſſiſche
Minuten höchſter
Die Reichsſtelle für Getreide, Futtermittel und ſonſtige landd
Gie genügten, un
wirtſchaftliche Erzeugniſſe, Geſchäftsabteilung, erläßt folgende Bes
kanntmachung: Die gegenwärtige Deviſenlage macht es notwendig) /, in weiche Ole
Vorſorge für die Sicherung der Fettverſorgung der deutſchen Beut „Jonnerwetter, .
völkerung zu treffen. Zu dieſem Zweck muß angeſtrebt werdent mnur wenige 8‟
den Bezug ausländiſcher Oelfrüchte und Oelſämereien, ſoweit nuu
en, we
möglich, von der jeweiligen Deviſenlage unabhängig zu macheit
egelrechte
und ihre Bezahlung durch Lieferung deutſcher Waren vorzunehl
men. Die hierzu notwendigen Maßnahmen, bilden Gegenſtanu /Vären die and
eingehender Prüfung durch die beteiligten Stellen. Zur Sicherung zn Erfolg ausgen
des angeſtrebten Zieles iſt es erforderlich, für eine gewiſſe Uebenu
gangszeit den Abſchluß von Einkaufskontrakten im Auslande üben ſurt=heinz blid
dieſe Waxen auszuſetzen. Demgemäß wird die Reichsſtelle füü uhrfeuers und d
Getreide, Futtermittel und ſonſtige landwirtſchaftliche Erzeugniſſel wris und ſah, w
Geſchäftsabteilung, Oelfrüchte und Oelſämereien ausländiſcher En, m. die Diviſionen
zeugung (Zolltarif Nummer 13 bis 17) mit Ausnahme von Copru
klaffte
mit ſofortiger Wirkung bis auf weiteres nicht übernehmen. Hiem
von ausgenommen ſind Oelfrüchte und Oelſämereien, die bis heutl ! Wenn der Feint
im Auslande eingekauft ſind und die bis zum 31. Mai 1934 unte ſſion aufgeriehen.
Vorlegung des Originalkonraktes und des Vermittlerſchlußſcheine Zeufel noch eins,
zur Uebernahme angeboten werden.
ASer wie nun
zus und wieder 1
Benn die bei
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
rei ſein Bataillot
Der Reichsverkehrsminiſter hat die Richtlinien über den Inn Kuurt=Heinz war
ſtandſetzungsfonds für die Binnenſchiffahrt dahingehend ergänt, ſDer bis zum O.
daß die entſcheidenden Stellen die Ausführungsfriſt bis 31. Märu,
1935 verlängern können.
In der Aufſichtsratsſitzung der Agrippina=Verſicherungsgrupp/
wurden die Berichte für das Geſchäftsjahr 1933 vorgelegt. Faf Uhrſiy”
wurde beſchloſſen, den gegen das Vorjahr nach den erforderlichem
Abſchreibungen und Rückſtellungen faſt unveränderten Reingevimv
vorzutragen und der am 21. Juni ſtattfindenden Generalverſanner PAA/A
P.
lung dieſelben Dividenden wie im Vorjahre vorzuſchlagen.
Die Bilanzſitzung des Aufſichtsrates der Wintershall A.=G./ ein
Kaſſel=Berlin, iſt auf den 12. Juni nach Berlin einberufen Bork Män 41
den. Als Termin für die Generalverſammlung iſt der 28, JuſT 5 Pamilie,
vorgeſehen.
n, ſucht ein.
Die ſchon ſeit einigen Jahren beſtehenden Beziehungen zwül ensgefährten
ſchen der Robert Boſch A.=G. und der Eugen Bauer G. m. b. H0 ſſerer Vo=
Stuttgart=Untertürkheim (Bau von Kinogeräten), haben nunmeh4 u. Beamten
zur Uebernahme ſämtlicher Geſchäftsanteile durch die Rober Nugt. Off
Boſch A.=G. geführt. Den Bedürfniſſen des aufſtrebenden Unten A W. 18 an
nehmens entſprechend wurde gleichzeitig das Kapital auf 1.3 Mill Pſchäftsſtellel
RM. erhöht.
Siei.
Der Londoner Goldpreis betrug am 30. Mai 1934 für einm
Unze Feingold 137 ſh ½ d — 87,1928 RM., für ein Gramm Feim
lurbeiten
gold demnach 52,8719 Pence — 2,80331 RM.
Berliner Kursbericht
vom 30. Mai 1934
Oeviſenmarft
vom 30. Mai 1934
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u. 7
Disconto=Geſ.
Tresdne: Ban!
Hapag".
Nordd. Liohzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Nee
53.50
E9.25
20.—
26.25
23.50
127.—
E3.*0
15.25
145.—5
122.50
Re
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerle
Geſ.f.eleftr. Untern.
Karpener Bergbau
Soeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
öcknerwerke
Kolsw Chem Fabt.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Trenſtein & Koppel
U.
*s. 875
35.75
F9.875
S6.—
22.—
69.875
57.75
1C6.*6
C2.875
Sa.25
61.125
43.—
59.50
Mei ee
Rütgerswerke 39.—
Salzdetſurth Kalt 1142.25
Weſidte. Kaufhof 17.25
Verein. Stchlwerkel 40.—
Weſtercceln Allali 4C5.*0
Agsb.. Nnrb. Maſch.) E2.25
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind. 1c0.75
Kohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch. E1.
VogelTelear. Draht/ 74.25
Wanderer=Werle 88.25
17.125
Aeghpten
Argentinien
Belgien
Braſilien
Bulcarien
Canada
Länemar)
Danzig.
Englend
Eſtland
Finnland
Frankreich
Griechenland
Holland
Island
Bährung
1 äghpt. *
1 Pap. Peſo
100 Belga
1 Milreis
100 Leva
1 canab. Toll.
100 Kronen
100 Gulden
12.Stg.
100 eſtl. Kr.
100 finn.Mk
100 Franken
100 Drachm.
100 Gulden
00 isl. Kr.
Geld?
3.09
0.581
58.50
0.1441.
3.047
2.512
56.77
Ri.60
12.71
68.43
5.619
18.50
2.4gs
169.53
57.39
Brieff
13.12
0.585
58.62
0.146
3.053
2.518
56.89
81.76
12.74
68.57
5.631
16.54
2.489
169.87
57.61
Italien
Japan
Jugoſlawien
Lettland
Norwegen
Leſterreich
Portugal.
Schweden
Schweiz
Spanien
Tſchechoſlowk.
Türkei.
ungarn
Uruguah
Ver. Staaten
Bährung GebdBiet i Geſcht”
ſai.se Ris0s
100 Lire
0.7561 0.77M
1 Yen
100 Dinar 5.664 5.60
100 Lats F7.32 M5S
100 Kronen ſ63.32 6410 0 Pbillete
100 Schilling 47.45 Asi8 Mäuderin
100 Eseubos 11.37 MBc 2. Konver=
100 Kronen 65.55 85G8 fü mit
100 Franes ſa1.32 B14 B. mheMlk jun=
100 Peſetos 34.27
100 Tſch. Kr.
1 türk. 2
100 Pengö
1 Goldpeſo
1 Dollar
o.4
2.023
2.50
84.38 / 400c,
ein=
io 4g 4 Dichentlich
200 Au8s nachl
agd 100
ucht.
258
Durmftadter und Hartokalbant Darmfrabt, Wihute dri Bresoner Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 30. Mai 1934.
Ke
Dee
Pe
Met eRe
Mitetie
„ Gr. IIp. 1934 103.45 Shp.=Bk.=Liquid./ 90
20 Dt. Lino. Werkel 85.25 /Chem.Werle Albert
Ber. Stahlwerke ../ 40
Kali Chemie .....!
„ „ „ 1935 102.5 143% „
68Mainkr.-W.o. 26/ 20.25 Chate (A.C).
Ver. Ultramarin. 1115
170
Kali Aſchersleben 1107
„ „ 1936 98 1 Komm. Obl. . ..
68Mitteld. Stahl. S9.5 Contin. Gummiw.: /147
Voigt & Haeffner..
Klein, Schanzlin ..
. . 1937 94.5 6% Preuß. Landes-
6% Salzmann & Co.
Weſtdte. Kaufhof.;/ 17.7
Contin. Linoleum
Klöcknerwerke ..
63
„ 1938 931)
Pfb.=Anſt. G. Pf.
Beſteregeln Kali.:/44
62Ver. Stahlwerkel 70.75 Sgimler=Benz
1195
Knorr C. 6. ..
Gruppe ! 98.4 16% Goldoblig: 91 16%Boigt & Käffnerl 78
45.75 Konſerven Braun. / 39.25 Zellſtoff Waldhof. / 46.55
Dt. Atl. Telegr.
1C6.5
6%Dtſch. Reichsanl.
6%
v. 27
5½%Intern., v.30
6%Baden ... b.27
Bahern .. b.27
89gHeſſen.... n.29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v.27
6%Thüringen v.27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze ......."
5% Dt. Reichspoſt
Schätze. . .
Dtſch. Anl. Ausl.
* U„.Ablöſung
.. (Neubeſitz)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
—
62Baden=Baden.
6% Berlin ... v.24
68 Darmſtadt . ..
6% Dresden :. b.26
8% Frankfurt a: M.
Schr tze v. 29
v. 26
S2Mainz.
68Mannheim v.27
6%München . v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
Goldoblig
89.9
26.5
91.25
25
26
84
108.75
84
82.5
101
100
s6.5
17.5
E2.5
81.5
73
77.25
84.25
72.5
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr: ſ.
Heſ.Gldobl. R.111
„ „ R.12
62 Kaſ. Landeskrd.)
Goldpfbr. ...."
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu. Tbl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
FAusl. Ser. I
„ Ser.11
Tt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Khp.=Bi.
2o „ Lig.=Pfbr.
6%Frif. Eyp.=Br.,
5½% „Lig. Pfbr.
Goldoblig.
%Frif. Pſbr.=Bk.)
n Lig.=Pfbr.
6%Mein. Shp.Bl.
5½%0 — Lig.Pfbr.
6% Pfälz. Ehp.=Bf.
20 „ Lig. Pfbr.
LaRhein.Hyp. Bk.
½% — Lig. Pfbr.
Goldoblig.
6% Südd. Boden=
Cred.=Bonk.
5½% — Liag. Pfbr.
6%Württ. Shp. B.
91.25
so
S01,
92.4
112
1e.75
c0.75
s0
*S.25
E6
so
co
81.25
26.5
Sa.5
22.25
(6.55
SG).
89
3. G. Farben Bondsl122/,
5%Bosn. L.E. B.
„ 2.Inveſt.
52Bula. Tab. b. 02
4½% Lſt. Schätze.
4% Sſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumänl 4
4½%
42 Türk. Admin..
4% „ 1.Bagdad
42 „ Zollanl.
4½%üngarn 1913
4½%0
19141
40.
Goldr.
1910
4½Budp.Stadtanl.
42 Liſſabon.
42 Strdholm
Zktien.
Accumulat. Fabrik
Alg. Kunſtziide Unte
A. E. G.
AndreacNoris Bakn!!
Aſchaffbg. Brauerei
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr. 1
Bemberg, J. P.... / 63.5
Berl.Kraft u. Licht
Buderus Eiſen....
Eement Heidelberg
Karlſtabt 1124
11
11
2.5
24.5
25
65
3.55
4.25
6.6
6.75
7.1
7.25
7.5
7.15
44
26
85
169
EE.5
22.25
1e
42
122
133.25
72.75
Erdöl
Dt. Gold= u. Silber
cheide=Anſtalt.
„ Linoleum ..
Dortm. Ritterbräu
Lycerhoffé Widm.
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieſerg.=Geſ.
„ Licht u. Kraft
Eſchw. Bercwer!.
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
Fahr. Eebrüder
J.6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guillegume
Frankfurter Eof.
Gelſenl. Berewert.
Geſ.f.elektr. Untern.
Goldiſck mid Th.
Gritzner=Kahſer..
Grün & Bilfinger.
Hafenmühle Friſt.
Hanauer Kofbräuh.
Kanſwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Aempf.
HilpertArmaturſrb.
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Cſſen.
Kolzmann, Thif.
3lſe Bergb. Stamml=
. Genüſſel
117.25
190
61,
C6
20
71
98.5
103.25
Rac
34.5
E2.5
1C5
1257,
57
Eo
S5”,
E4.9
1ee.75
63.
st
108.75
*8
140.25
110
Lahmeher & Co. .. 1116.5
Laurahütte ..
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch., /212
Mainlr. W. Höchſt. 72.5
19.5
Mainz. Att. Br. . . 62.5
Mannesm.=Röhrenl 61.25
Mansfeld Bergb. 70,5
Metallgeſ. Fraurf. 781,
Migg, Mühlenbau.
Moenus.. . . . . . . . E6
Motoren Darmſtadt
Reckauwer Eßling.
Oberbedar .."
Park=u. Bürgerbräuſ 98
Phönix Bergbau../ 46.75
Rh. Braunkohlen 1225
Eleltr. Stamml 86.75
Stahlwerle . 20.5
Riebeck Montan. . . 85.5
Roeder, Gebr. . .. 71
Rütgerswerle ....
Sazdetfurth Kali".
Salzw. Heilbronn.
Schöfferhof=Bind..
Schramm. Lackſbr.
Schuckert, Eleltr. E5.5
Schwartz, Storchen 84.5
Siemens & Halske. 133
„ Reinicerwerfe. 50
Südd. Zucker=A. G. 175.25
Thür. Liefer.=Geſ.,/ 84
Allg. Dt. Creditanſt.
Badiſche Bank. .
Bk. ſ. Brauinduſtr.,
Baher. Hyp. u. W.
Berl. Handelsgel.
„ Shpothelbl.,
Comm. u. Privatb.
Dt. Ban jund Dise,
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Bank.
Fran1f Bank. ...
Syp.=Bonl
Mein. Ehp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Ban1
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Banl.
Südd. Bob.Cr. Bl.
Würtih. Notenlanil.
A..G. . Veriehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftwl 98.75
7% Dt. Reichsb. Bzo/108.55
Hapag.
Nordd. Llohd. .
Südd. Ciſenb.=Gef.
Allianz= u.
Stutte
Berſicherung ..
„ Verein.Berſt.
Frankona Rück=u. M
Mannheim. Verſich.
k0D
52.55
N4.55
59.28
65
66
GI.55
150 55
104
61
100
20.2
58
9=
u71
Otavi Minen
Schantung Hanbell 39
erstag, 31. Mai 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
erreichte hatte, rief er den braven, unerſchütterlich bei ihm
aus=
haltenden Mannſchaften zu: „So, Kinder, nun wollen wir
ver=
duften, ſo ungern ich es tue.”
Sie ſprangen rechts und links in die Chauſſeegräben und
rannten in tief gebückter Haltung dem Dorfe zu.
Da ... was war das? Kurt=Heinz ſah Dr. Heinacher und
Feldwebel Hedemann mit den anderen noch lebenden
Mannſchaf=
ten gerade die Höhe ſüdlich des Dorfes hinauflaufen, als zwei
ruſſiſche Kompagnien vom Kirchhof, am Oſtrand des Dorfes, her
im Laufſchritt zur Maranſe=Brücke eilten, um ihm den Rückzug
abzuſchneiden.
„Herrgott ſakra noch mal, was tun?”
In ſeiner unmittelbaren Nähe befanden ſich außer ſeinen
20 Mann nur noch einige dreißig Pioniere und die gleiche Zahl
59er. Das Verfolgungsfeuer der Ruſſen hörte plötzlich auf. Kurt=
Heinz wandte den Kopf und ſah, wie die Ruſſen in breiter Linie
kamen.
Sekunden höchſter Spannung!
Gab es keinen Ausweg mehr? Waren ſie alle, alle verloren?
Mein Gott, hilf uns aus dieſer Hölle heraus! ſchoß es Kurt=
Heinz durch den Kopf. Ihm nicht allein, allen.
Dort, um den See herum, winkte Rettung, war es möglich,
zu entkommen. Aber ſchnell, ſehr ſchnell, galopp!
„Torniſter abwerfen, rechts runter zum See!” ſchrie Kurt=
Heinz.
Im Nu waren die verhaßten Affen abgeworfen, und es ging
noch einmal ſo ſchnell mit freiem, unbedeckten, Rücken. Wie ſie
liefen! Um ihr Leben. Gehetzt von den unbarmherzigen,
hohn=
lachenden Jägern, denen die wilde Treibjagd eine fanatiſche
Freude bereitete.
Der Schweiß rann den Fliehenden in Strömen herab. Die
Uniformen waren klatſchnaß, zum Ausringen, klebten wie
Schwimmanzüge. Gleichgültig, nur vorwärts! Und ſie liefen,
liefen, liefen, am Nordrand des Mühlen=Sees entlang in heller
Verzweiflung, mit keuchenden Lungen und flackernden Augen.
Nur von dem einen Gedanken getragen: Sie ſollen uns nicht
bekommen!
Gott ſei Dank. Aus dem Granatfeuer waren ſie heraus.
Einige Baumgruppen und ein kleines Waldſtück boten die erſte
Deckung, gaben Gelegenheit zum Verſchnaufen.
Sie warfen ſich zur Erde und tranken, tranken, tranken, als
wollten ſie den ganzen Mühlen=See leeren, ſteckten die erhitzten
Köpfe ins Waſſer, füllten ihre Feldflaſchen und rannten weiter.
Die beiden vom Kirchhof her kommenden Kompagnien liefen
über die Maranſe=Brücke und beſetzten den Chauſſeegraben
nörd=
lich des Dorfes, von wo aus ſie Schnellfeuer auf Kurt=Heinz”
kleine Schar eröffneten.
Nun gingen auch die bis zum Okimir=See zurückgeworfenen
feindlichen Kräfte vor und ſchoſſen im Vorwärtsſchreiten auf die
Fliehenden, über deren Köpfen plötzlich wieder die Verderben
ſpeienden weißen Wölkchen platzender Schrapnells erſchienen und
ihren weißen Bleihagel auf ſie herabſandten. (Fortſ. folgt.)
MAAAN
VW WERNE.
MilEESOTroablafbt
65
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin SW.
lie eine Mauer erhob ſich die Zehnte und ſtürzte vor, der gedrungen. Und nun wiede
Bruzt zu, um das jenſeitige Ufer der Maranſe zu erreichen, in= haft. Wenn das nur glückte
des te Nachbarkompagnien liegen blieben und die Ruſſen durch werden. Jede Minute war
lebzes Feuer von der Zehnten abzulenken verſuchten.
Er blickte nach rechts
lit wildem Gebrüll prallten die Kämpfenden auf der Brücke ernſte, verbiſſene Geſichter
unmn der Dorfſtraße zuſammen. Wieder verrichteten die Bajo= Feuer, geladen, legt an u
netzhre grauſige Arbeit.
Ernſt der Lage klar und
au nahte Hilfe. Eine Kompagnie Pioniere durchwatete weſt= der nächſten halben Stund
lich nd eine der 59er öſtlich der Brücke die Maranſe. Sie was nun folgte, war eine
drannen gemeinſam mit der Zehnten dem zurückweichenden Jäger auf drei Seiten ſt,
Fe finſe nach.
einfach in den Keſſel
hin=
ſötzlich ſchlugen mit unheimlicher Genauigkeit Granaten Wild war gar zu zahlreich
in ſu Reihen der ſiegreich Vorgehenden und überſchüttete ſie
rollenes Maſchinengewehrfeuer von einer ſchräg ſeitwärts
liewenden Höhe. Gleichzeitig ratterte von Adamsheide her
In=
fankeiefeuer in die Flanke der vor dem Dorf liegenden Kom=
Nuhie, A panmtn. Teile der 152er mußten kehrtmachen, um ſich nach
rück=
wänf gegen ruſſiſche Angriffe aus der Richtung von Bujaken
e Gad zu rianden.
Linuten höchſter Spannung!
ſie genügten, um Klarheit über die gefahrvolle Lage zu
gebten in welche die Diviſion geraten war.
Donnerwetter, was machen wir nun?” rief der von Kurt=
Hezy nur wenige Schritte entfernt liegende Pionierhauptmann.
Zurückgehen, wenn uns das überhaupt noch glückt. Wir
ſinpn eine regelrechte Falle geraten.”
ären die anderen ſchneller vorgedrungen und hätten
unnen Erfolg ausgenutzt, konnte das nicht paſſieren.”
furt=Heinz blickte ungeachtet des raſenden
Maſchinen=
die
getverfeuers und der unaufhörlich einſchlagenden Granaten
tichaftlick
rüokmitts und ſah, wie die Ruſſen in großem, halbkreisförmigen
eien aus
Bom die Diviſionen umſchloſſen. Nur eine knapp 200 Meter
Aus
brenf Lücke klaffte noch zwiſchen Wittmansdorf und
Adams=
ſt übe
hei=n Wenn der Feind dieſe rechtzeitig ſchloß, wurde die ganze
imereie
Diſſon aufgerieben.
uu 7 keufel noch eins, ſo’n Pech nach dem Siege von Gardienen!
Ber wie nun zurück? Aus dieſem wahnſinnigen Feuer
herzs und wieder über die Maranſe?
Fenn die bei Adamsheide liegenden Ruſſen vorgingen,
eſe ware ſein Bataillon, Teile der 59er und 148er geliefert.
tlinien übik ᛋfurt=Heinz war mit den Pionieren und einer Kompagnie
dem ſer bis zum Okimir=See, 700 Meter nördlich Waplitz,
vor=
dahin
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Sport; Karl Böhmann: für „Die
Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort; Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftl. Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtlich in Darmſtadt. D. A. IV. 34. 23107
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion= Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Hezens=
Munſch!.
den Gene
vorzu
Sym, häusl.
allenſtehendes
lin einbeni Fräuein, 45 J.
ung iſt dr: bett Familie,
verm ſucht ein.
den Beziehut Lekreisgefahrten
m Bauer 6.u” in ſherer
Po=
räten), hohens, ſitthn Beamten
durch u4 bevworugt. Off.
gufſtrebendt” un ne W. 48 an
d. ſchäftsſtelle
Damenstrümpfe
Künstl. Mattseide, lange oder Knieform, letztere in glatt,
porös oder plattiert, II. Wahl . . . . . . . . . Paar
Damenstrümpfe
Künstl, Mattseide, sehr feinmaschig, in II. Sortierung,
mit dehnbarem Patentrand . . . . . . . . . Paar
Damenstrümpfe
Künstl. Waschseide, halbmatt, Sfache Sohle . . Paar
Damenstrümpfe
Bemberg Maturglanz, der neue eleg, Modestrumpf Paar
Weiße Sportsöckchen
zaf
teilweise II. Wahl . ..
Damen-Leinen-Spangenschuhe
mit Gummisohle, in weiß oder beige, für Straße und
.. . Paar
Strand .. . .
Damen-Leinen-Pumps u. -Spangen
mit Ledersohle, Cuba- oder Louis RV.-Absatz „ Paar
Damen-Opanken
Paar 3,85,
in verschiedenen Ausführungen
Damen-Leinen-Spangenschuhe
. . . . . . . Paar
mit Lackgarnitur ..
Wochenendschuh
der leichte und biegsame Sommerschuh mit sport-
„. Paar
licher Note .... . . . ..
2 larbeiten
v. Mtratzen u.
Philermöbeln,
ſow. Tapezieren
billii und gut!
Ketu
Schwarz=
arlzei! Ang. u.
W.) 23 Geſchſt.
bbildete
Ubländerin
l.
Konver=
ſatzan mit
jun=
geim Nädch.
ein=
mctl vöchentlich
vonmtags nach
Jenheim
(Wgſt.) geſucht.
Anlamit
Hono=
auAiſpr. unter
Wl 24 Geſchſt.
Aulf zutgehende
Mckzer ei (Land,
Neſucku)
erbtei=
lurtylb. 13 000
RFN.auf 1. Hyp.
aulsFrivathand
gee Vermittler
veie). Gut.
Ob=
jeht Solventer
Scclner. Ang.
W 55 Gſch.
Unterkleider
harmeuse mit Maroc-Motlv, II. Wahl . . .
Unterkleider
Charmeuse matt, Prinzeßform, Maroc- od. Brettonmotiv
Unterkleider
Charmeuse matt, genähte Prinzeßform mit Crépe Satil
oder Crepe de Chine-Motiv . . ....
Unterkleider
Charmeuse matt, Prinzeßform mit Brettonspitzenmotiv,
m. unterlegt. Crépe de Chine-Motiv, 125cm lang 4.50
Schlüpfer
Charmeuse, zweifädig, in allen Pastellfarb., Gr. 42—46
Schlüpfer
K’seide, 1 X 1 gestrickt, mit Laufmasche u. Elastikrand
dazu passendes Hemdchen . . . . . . . Stück 1.25
Schlüpfer
Matt-Charmeuse, feinfädige Oualität Größe 42—46
Schlüpfer
Matt-Charmeuse, unsere bewährte Hausmarke, Gr. 42-46
ANFttelſtädt
Reilſelſtr. 21.
R
Alwra=Haſen
verkaufen.
Geilgen,
Stſter. 4.
eutſcher
„Züiferhund,
Julam
Stamm=
n. geſucht.
ung. unter
Beachten Sle unsere Spezialfenste
In der Ludwigstraße.
bendes
ich friſch
Erdmann,
ſtraße. Ecke
Weturmſtr. (*
weiß od. Pol. farben
Größe 4—6 „Paar 389
Kinder-Knöchel- Söckchen
farbig Mako m. bunt.
Wolrändch. Gr.46 489 Kinder-Schlüpfer
Mako. Größe 32-34
Größe 36-40 489 389
Kinder-Unterkleid
Kunstseide plattiert,
feint. Oual, Länge80 1.95 Rindleder. Sandalen
für Kinder, durchgenäht unc
holzgena gelt
Gröſe 23—26 Pagt 1.95 Kinder-Sandaletten
in rot, weiß, braun oder sand-
farben
Gröſe 20—24, Paar 2.95 [ ← ][ ]
Adele
TwdleT
OileIShelz
Regie: Reinhold Schünzel
Jugend, Schönheit u. Temperament feiern in diesem lustigen Film Triumphe
„Die Töchter Ihrer Exzellenz” ist ein Meisterwerk der
Ins-
zenierungs- und Schauspielkunst! Für den Regisseur Reinhold
Schünzel nach seinem letzten Erfolg mit „Viktor und
Viktoria” wieder eine Gelegenheit, eine bestimmte Welt
mit ihren charakteristischen Merkmalen und Menschen
erstehen zu lassen u. mit ihr köstiiche Heiterkeit zu verbreiten.
Vorher das reichhaltige Beiprogramm!
DarkäESeE
Elnlsſcen
Nach dem Roman „Die Nachtklub-Lady” mit
Adolphe Meniou
als Polizeikommissar.
Drei Menschen werden auf unerklärliche
Weise ermordet! Niemand kennt den
Täter — man weiß nicht einmal wie sie
geiötet wurden. Dieses außergewöhnlich
spannende Werk gibt den erfahrensten
Deiektiven eine ganze Reihe schwierigster
Rätsel auf, von deren überraschenden
Lösungen der Besucher eine Minute vor
Schluß des Films noch keine Ahnung hat.
2 Stunden fieberhafte Spannung!"
Dazu
gute
rogram m
Beginn: 5.45 6.00 und 8.20
Ungeheuer...
Holz groß war die Begeisterung für den
Kohle
Tänzer-Heissluftherd
Gas
daher darf keine Hausfrau die
Strom
warme Küche
saubere Töpfe
ohne flüss. Brennstoffe letzten Vorführungen am
Frei-
tag, den 1. Juni, im Restaurant
Bürgerhof, Elisabethenstraße 2,
Dield heißes Wasser abends 8 Uhr, versäumen.
Billigste Küchenfeuerung der Welt
Eintritt frei! Kuchenverlosung Kostproben!
(TF5807
Teelöffel mitbringen!
über außenpolit
Sührungen über di
wichnete einleiten
Zumutung, d
krieges eine
Abſtimmung
ein Teil ſein
perialiſtiſchen
Iſt der Geiſt, geg
ſre Frieden Europ
en imperialiſtiſchen
Ferechtigkeit beke
Abſtimmung zu e
FAhſtimmun
Fanen gelernt h
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
LandestheoterllO.RPHEUM
Mi
GROSSES HAUS
Hauptm. C23 19.30 b. g. 22
Wehl dem, der liebt!
Luſtſpiel v. Fedor von Zobeltitz
Darſteller: Bauer, Doering,
Francke=Booch, Gothe, Jacobs,
Licht, Liebel, Horn, Wien,
Buch=
ner, Handſchumacher,
Hinzel=
mann, Laubenthal, Lohkamp,
Magel
Preiſe: 0.50—4.50
Faltboot=
Zweier, gebr.,
gut erhalten,
ge=
ſucht. Ang. unt.
W. 235 Geſchſt.
SOlllLR ABLlS
Kaufel mit Tanz
getragene
Kleider. Schuhe
ſowie Boden= u.
Kellerkram:
auch Flaſchen.
Kl. Ochſengaſſe 4. II
Poſtkarte gen.
Sektflaſchen
6 Pf. ſowie alle
ander. Flaſchen
kauft
ſtetsZwick=
ler, Tel. 1760.
Schwanenſtr. 12.
und Funksprecher-Wettbewerb
am Samstag, 2. Juni, 8½ Uhr, im Städt. Saalbau zu Darmstadt”
Milwirkende Künstler: Regina Harre-Fuchs, Erna Monti, Lotte
Reining, Dr. H. Allmeroth, Hans Baumeister, Johannes Drath, Eduard
Göbel, Theo Herrmann, Kurt Jurich, Linkmann. — Ansage: Ebbecke.
Eintrittspreise: Für Mitglieder des RDR.— DFTV. 0.50 M., für Nichtmitglieder 1.00M.
Vorverkaufsstellen: Geschäftsstelle des RDR., Luisenstraße 34, Ortsgruppen der
(6081
NSDAP, Hugo de Waal, Rheinstraße.
Samstas, Sanntag, Montas
Lustiges Gastspiel
vom Film:
Ursula
GRABLEV
mit Ensemble in:
„Die krische Beise‟
Kein Problemstück,
sondern lustig, witzig,
und volkstümlich.
Ein Abend, der frohe Laune
bringt! Amüsant u. angenehm!
Sommerpreise v. 0.50-1.50
Karten: Verk.-Büro und
H. de Waal, Telefon 389
Nürburgring!
Perſonenauto
kann am
Sams=
tag noch 2
Per=
ſonen nach dem
Nürburgring
mitnehm. Ang.
u. W. 227 Gſch.
Nürburgring!
Sonntg. 2 Platze
a ℳ 8.— frei.
Anzurufen:
Telefon 2492.
A
Auto,
in gut. Zuſtand,
gegen
Möbellie=
ferung zu kaufen
geſucht. Ang. u.
W. 163 Gſchſt.
Sprachverein.
Moniag, den 4. Juni, um 8 Uhr
bei Sitte (Karlſtraße 15)
Oberſtudiendirektor Dr. Köhm:
Die Fachausdrücke
in Raum= und Zahlenlebre.
Zum Jan der beitſchen
Gebrauchshundes.
Große Polizei= und Schutzhund=
Werbe=Vorführung
am Sonntag, den 3. Juni 1934
auf dem Polizei=Sportplatz
(am Exerzierplatz)
veranſtaltet von der Fachſchaft für
das Schutz= und
Dienſtgebrauchs=
hundweſen e. V. Düſſeldorf im
R. D. H., Fachgruppe Darmſtadt
Beginn 15 Uhr.
(Eintritt 20 Pfg, Kinder 10 Pfg.
Der Fachgruppenführer:
Jäger, Eliſabethenſtr. 26.
Woog, 30. Mai.
Waſſerhöhe, am
Pegel 3,76 Mtr.,
Luftwärme 15‟
Celſius,
Waſſer=
wärme vormitt.
Uhr 192 Celſ.
Woogspolizei=
Wache.
Guterhaltenen
Gartenſchlauch
und
Wellblech=
dach zu kaufen
geſucht. Angeb.
mit Größe und
Preisang. erbet.
u. W. 219 Gſch.e
Morgen Freitag, den 1. Juni, 8 Uhr,
im Saal Rummelbräu, Rheinstraße
Großes Sonderkonzert
(Bunter Abend)
Solisten: Ria Schindewoll,
Ge-
sang; Elli Hestermann, Rezitation;
Chr. Grimm, Vortragsmeister.
Kapelle Hett (arbeitslose Musiker)
Konzertleiter: IIch. Hett.
Karten zu 0.50 u. 1.00 bei Arnold
(am Wß. Turm) und Verkehrsbüro.
Besuchen Sie diesen großen Abend.
Vervielfältigungsapparate
und Zubehör, Saugpoſt
Schreibmaſchinen und
Zubehör
Büro=Möbel
Karteikaſten und Karten,
Briefordner, Mappen,
Schnellhefter
Geſchäftsbücher (e177a
Srongmrd 2u
22 Rheinſtr. 22 Ruf 3409
im Hauſe Landeszeitung.
Auto
(Limouſine),
gut erhalt., geg.
bar zu kauf.
ge=
ucht. Angeb. m.
näheren. Angab
u. W. 221 Gſch.
D. K.W.
ſteuerfrei,
Alexanderſtr.
4120 Opel
ſteuerfrei,
neu=
wert., 4/20
Bal=
lon Rund, bill.
zu verkauf.
Hei=
delbergerſtr. 25.
der NSUl.=
Mo=
torrad, el. Licht,
Horn etc. la
Zu=
ſtand, zu verkf.
Müller,
Rhein=
ſtraße 28, I.
Kaufe
alte und defekte
Fahr= u.
Motor=
räder und Teile.
Ang. W. 213 Gſch.
stenlose Einführungskurse
Noch vier getre
in die
Küche der Zukunft!
in Darmstadt, im „Fürstensaal‟‟, Grafenstr. 18—20
am Donnerstag, den 31. Mai 1934,
mittags ½4 Uhr und abends 8 Uhr,
am Freitag, den 1. Juni 1934,
mittags ½4 Uhr und abends 8 Uhr.
Geleltet von Friedrich Fischer
Verlasser des vielgelesenen Buches „Neues Leben‟.
Dämpfen, Braten, Sterilisieren und Frischnahrung (Gemüse-
und Salatplatten) nach den jüngsten Erfahrungen der
Nahrungswissenschaft.
WVie verhindert man den Nahrungstod im Kochtopf,
steigert die gesundheitsfördernde Wirkung der Nahrung um
Leben, Gesundheit und Kraft
zu erhalten. Praktisch wird vorgeführt, wie man mit nur
einer einzigen Flamme bei kaum spürbarem
Brennstoff-
verbrauch fast umsonst komplette Essen, Suppe,
Braten, Kartoffeln, Gemüse, Kompott, warmen Pudding,
vier und fünf Speisen zu gleicher Zeit in ca.
20 Minuten tischfertig herstellen kann. Somit enorme
Senkung der Haushaltungskosten!
Hausfrauen und Männer!
Versäumen Sie nicht diese lehrreichen und kostenlosen
Veranstaltungen!
Reiche Kostproben gelangen zur Verteilung.
Hierzu bitte Teller und Löffel mitbringen.
Alle sind-herziich eingeladen!
Plasaro
Gesellschaft für Boden-, Mahrungs- und Küchenkultur m. b. H.
Heute ab 7 Uhr
Mmtatlongen
Leitung: Willy Schlupp, Standarte 415
(3713a
Gut und billig
Getrosknete Aprikosen
25
1 Pfund ..
Suppen-Reis . . . . . . . 2 Pfd. 259
Gemüse-Rudeln, leicht gefärbt, 1 Pfd. 3209
Friedricasdorfer Zwieback 3 Pakete 259
Padding, Vanille-Geschmack, ¼ Pfd. 109
Pndding, Schokol.-Geschm., ½ Pfd. 259
Deutsche Frisch-Eier . . 10 Stück 789
Frische Enten-Eier . . . 10 Stück 929
Kösliner Käse . . . . . 2 Stück 259
Zarter gekochter Schinken . ½ Pfd. 539
Bayr. Bierwurst . . . . . ½ Pfd. 459
Feinste Schlackwurst Stück, 200 g 509
Saftige Zitronen . . . . 10 Stüek 339
Fliegenfänger . . . . . . 4 Stück 109
Schöne süsse Kirschen
15
1 Pfund . .."
Thams=Gaffs
m. b. H. Karlsstraße?
Kanzler hat di
üeen. Wir haben
u, der ganzen 2
ttitz) das Volkstum
Eus nicht verſtand
W ſich nicht nur
Fe des armen,
tuag iſt uns
ung daun
ſchaftlicher Art
Cund Grundlag=
MWevölkerung
Meich iſt
Auige von 130
Bleibt die
Hoffnung auf
Das würde di
rung bedeuter
Präſidenten
tatur regierer
Ind ſeit 15
Mur eine kleit
Mitatoren
gen ſind.
Merich g
den Nochk
Stbericher der
Hi der Franfem
ine Woshtal
Nianse nfte durs
Hene
Mi