Darmstädter Tagblatt 1934


22. Mai 1934

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Einzelnummer 10 Pfennige

terceih

von

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Datt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Bezugspreis:

Bert ſtentlich 7maligem Erſcheinen vom 1. Mai
biag mal 2 Reſchtmark und 20 Pfennig Ab=
tranntche
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 139
Dienstag, den 22. Mai 1934.
196. Jahrgang

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DO= Bank und Darmſſädter und Natlonalbank.

Dwe Maftguelten deufcel wonskais!
AAslandsdeutſche und Neues Reich. Vizekanzler von Papen zur Wiedergutmachung des Verſailler
Unrechtes am Saargebiet. Die VDA.=Loſung von Trier: Volksdeutſche Haltung
zur Zukunftsgeſtaltung unſeres Volkstums!

Vom Rhein an die Moſel.

II.

freigegeben
dene Verbind=
en
, werden ſie
er große V9A. Feſtkag in Trier.
Uinſt.
Eiſſaer M. St.=Bericht des Darmſtädter Tagblaut.
IIszur Kenntnis
Ac Trier, Deutſchlands älteſte Stadt, die Trägerin und
Gläubigern Schüchrim deutſcher Kultur an der Weſtgrenze, die Metropole
1934 zugeſtell des (koſelgebietes: die deutſche Stadt, die 1300 Jahre vor Rom
r Sparkaſſe ſtannh venn dieſe ſagenhafte Inſchrift am Roten Hauſe wohl auch
Inden Schaltem ernſutz Seſchichtsforſchung nicht ſtandhält, prangt im Feſtſchmuck.
Fahu, Flaggen, Wimpel und Girlanden überall; dea älteſten
Bauute und engſten winkeligen Straßen leihen ſie ein Feſtgewand,
ne Zweigſtelle das 15 Feierlicher gibt und freudiger als ſonſt wohl an Pfingſt=
tagen
Das ſchönſte Bild im Feſtſchmuck aber liefert die alles
beleſtede, alles mit frohen Geſängen, rhythmiſcher Marſchmuſik
zliche Bitte, und Lommelwirbel erfüllende Jugend, die dieſen beiden Feſt=
ſie
in der Ey, tagen hren eigenen Stempel auſdrückt. Von den früheſten Mor=

Fberſtadt,
nend zu

Volks=

s an

genſthlden an kommen ſie gen Trier gezogen und füllen die engen
Strußt. Am Moſelufer ſind für ſie rieſige Zeltlager errichtet,
übeulſt. Fahnen wehen, die ihre Herkunft aus allen Gauen des
deutuſty Vaterlandes verraten, und vor allem die Fahnen der
deutntn Landſchaften, die uns durch Verſailles entriſſen wurden.
Mitt
deutſchen Volkes Hoffnung tragenden Jugend,
ſid weſentlichen die Trierer Tage gewidmet.
5: Hauptlager auf der Moſelinſel iſt der An=
jieh
teinsplatz für alle Feſtteilnehmer, auch der führenden
Peſeüin lichkeiten, deren Liſte ſich für die Trierer Tagung
ſtärſermnehrt hat.

Das Leben im Lager:

emeinen Ver
en werden ſoh
erſtadt
dt und danſt

Traisä

Eie große neue Holzbrücke, vom Arbeitsdienſt erſtellt, ver=
mitüiel
den Zugang zur Inſel. Geſtern abend fing es an. In
der 12mmerung ſtanden die ſchwarzen SS.=Zeltführer oben an
der 4eype, da klang Marſchmuſik aus den Straßen der Stadt,
Pauteſchläge und das Schmettern der Trompeten, und dann rück=
ten
z) heran, in Dreier=Reihen, endloſe Haufen. Das Braun=
hemat
eherrſcht das Bild, aber viele Farben gab es auch, an den
Mürg der SA., an Fahnen und Schilden, Wappen und Wimpeln.
Mülkzoa ren ſie von langer Fahrt und gingen weich in den Knien,
dieſitz ungen, und doch ging mit dieſem Zug das Berauſchende
und lichtige einer jungen Armee, und dieſe ſeltene Miſchung von
Grauloſen und Kindern gab dem Bild weiteren Sinn und grö=
berei
seße als den eines bloßen Aufmarſches. Alles ſtürzte die
ſteilis ſolztreppe hinab, die Mauer und Brücke verband. Mit
Scheku und Spottrufen betraten ſie die Brücke über den leiſe
rauſänden Strom, und das dumpfe Rollen ihrer Stiefel auf den
Plauk werhallte erſt auf der Inſel. Die Nacht hatte ſich inzwi=
ſchern
krniedergeſenkt, die Lampen glühten und blitzten in Koppel=
ſchlähen
und Kokarden. Und immer wieder neue Scharen nahmen
die Appe im Lauf, übermütig, weil ſie müde waren, ſtolperten,
haſtchk, und ſo zogen kenntlich an ihrer Mundat faſt alle
deutzſthn Stämme über die Brücke. Viel Hitler=Jugend, mancher
jungn SIl.=Mann und Schuljugend jeden Alters. Ein endloſer
Strunde utſcher Jugend, auf dem Marſch für die alle Länder der
Erdigfü llende Idee des großen Deutſchlands aller Volksgenoſſen.
20Tacht ging vorüb r, gegen 4 Uhr kamen die Letzten, die
gleicl richöpft im Stroh verſanken. Als der Tag erwachte, be=
oanzuuc
das Lager ſein Leben mit dem Geſumm des Bienen=
ſtackdurſe
Strohraſcheln und Bechergeklapper, Kommandoruf und

Lageplan der Halbinſelfeſtung Mont Roya:
bei Traben=Trarbach an der Moſel.
Troſiemblaſen. Zum Waſchen war nicht viel Zeit ! Auf engem
Vieumn drängten ſich braune müde Leiber, und Seife und Bürſte
iateß nen Dienſt. Dann traten die Zelte unter dem Kommando
des c itihrers zum Eſſenempfang an. Nun war aber die Sonne
ſcoch ich und ihre Wärme war ſtechend und dumpf. In den Zel=
tenA
h, die Hitze zum Schneiden. Ueber die Brücke kamen die
SEſechiger mit Kiſten voll Butter und Wurſt, Säcken voll Brot
Lnes umen Kaffee. Und dann zogen die Zeltbeſatzungen in lan=

ger Reihe an den Kiſten vorbei und jeder empfing ſeine Nahrung.
Ein bewegtes Bild in heißer Sonne:; der lange Heerwurm der
Wartenden, die Leiber Brot, und die Jungen, die ſchon gefüttert,
haſtig den heißen Trunk ſchlürften. Und mitten in den Reihen
der Jungen ſtanden die Zelte der Führer, alte Soldaten aus dem
Kriege, von denen mancher wohl an ſeine Feldzüge erinnert
wurde, an Kampf und Dienſt. Und das iſt ja auch der Sinn der
Zelte und Kolonnen des harten Lebens, das dort auf der Moſel=
inſel
herrſchte: Dienſt am Volkstum und Einſatz für eine Idee,

Markiplatz in Trier mit der Ratsherrnſchänke

die eine Lebensfrage der Nation iſt. Jetzt iſt Freizeit; einige
baden, manche ſchlafen, andere ſtreifen durch die Stadt. Auf der
hellen Brücke tummelt ſich allerhand Volk hinüber und herüber:
ab und zu klingt der Lautſprecher und ſucht einen Jungen oder
einen Führer. Und hoch über all dieſem männlichen Leben, über
Zelten und Wimpeln flattern, die bunten Fahnen entriſſenen
Landes mahnend und rufend und wie ein Bekenntnis der Jugend,
die in dieſem Lager geeint iſt.
Turn= und Sporkwektkämpfe.
Die Wettkämpfe der jugendlichen Tagungsteilnehmer in dem
Hermann Göring= Stadion Dham hatten nach vielfach harten
Kämpfen folgende Ergebniſſe:
In der 4X100=Meter=Staffel um die Wanderplakette der
Stadt Goslar ſiegte der DSC. Saarbrücken.
Im Handballſpiel errang die Leibnitz=Schule Hannover die
Ehrenplakette des VDA.
Ebenfalls die Ehrenplakette des VDA. errangen die Mädels
des Landesverbandes Hamburg ſowohl in der 4X75=Meter=Staffel
als auch im Fauſtball. Erfreulich war in dieſem Jahre die reich=
liche
Teilnahme von grenz= und auslandsdeutſchen Jugendlichen.
Es iſt ein erfreuliches Zeichen, daß die Turn= und Sportſache als
ein wichtiges Kulturgut immer mehr an Raum gewinnt inner=
halb
der großdeutſchen Arbeit für Grenz= und Auslandsdeutſche.
Im Zuſammenhange damit ſteht auch der Beſuch des Reichsſport=
führers
von Tſchammer und Oſten in der Feſtſtadt.
Gottesdienſte in den Kirchen beider Konfeſſionen, in denen
für die Evangeliſchen Pfarrer Rößler (Holland) die Feſtpredigt
hielt, und auch Reichsjugendpfarrer Zahn ſprach, während Dom=
kapitular
Prof. Dr. Irſch=Trier den Katholiken im Dom die
Pontifikalmeſſe zelebrierte: Sitzungen der Vertreter der Hoch=
ſchulgruppen
, eine bunt belebte Stunde der Jugend und Sing=
ſtunde
, die ungezählte Tauſende deutſcher Buben und Mädel ver=
einte
, füllten den Vormittag. Der Jachmittag begann mit dem

Gedenken der Token

durch Kranzniederlegung und Anſprachen am Kriegerdenk=
mal
am Langemarck=Ufer. Schlicht, aber ernſt= eindring=
liche
Sprache redend, mit der Inſchrift Tapfer und treu, iſt es
am Moſelufer errichtet. Wieder erſtand das farbenfrohe Bild der
Hunderte von Fahnen und Standarten und unzähligen Wimpeln,
die, von Abordnungen getragen, den Platz vor dem Denkmal um=
ſäumten
. Feierlich geleitet, trat zunächſt Reichsführer Dr. Stei=
nacher
vor das Mahnmal, um den Toten, all denen, die gefal=
len
ſind für Deutſchlands Ehre und Freiheit im Weltkrieg und
in den Jahren des Kampfes um das Dritte Reich, und im Ab=

wehrkampf fremder Annektionsgelüſte mit heißem Dank und dem
heiligen Verſprechen, zu gedenken, daß das deutſche Volk ihr
Opferſterben nicht vergeſſen wird. Während die Fahnen ſich ſenk=
ten
, die Muſik den Trauermarſch anſtimmte, die Hände der Tau=
ſende
ſich erhoben, legte er den Kranz des VDA. nieder.
Dann ſprach, der Regimentsverbandsführer des Reſ.=Inf.=
Regts,. 237 P. Blenkner:
In reinem Glauben, nicht getrieben von Eroberungsgier,
von Handels= und von nationaler Rachſucht, verließen unſere
Beſten, verließen unſere wehrfähigen Männer 1914 den Pflug, die
Werkſtatt, die Schreibſtube, die Schulen oder ſonſt den Ort ihrer
Betätigung. Dieſe Begeiſterung ließ feindliche Erde das Blut
ungezählter deutſcher Männer trinken; ließ ſich Grab an Grab
reihen; ließ die Gräberreihen zuſammenwachſen zu unüberſeh=
baren
Gräberfeldern mit ihren zahlloſen Kränzen. So haben wir
unſere Beſten, unſeren Stolz und unſere Hoffnung draußen ge=
laſſen
. In Frankreich, Belgien, Rußland, Türkei, Italien, Afrika
und wo es auch ſonſt war, haben wir ſie in fremder Erde zur letz=
ten
Ruhe gebettet. Wer will ſich vermeſſen, das ganze Leid zu
erfaſſen, das ſich an unſere Heldengräber, an die ſchier unüber=
ſehbaren
Ehrenfriedhöfe knüpft. So lagerte eine dichte Wolke von
Wehmut und Leid über unſerem Vaterlande, die ſich erſt allmäh=
lich
hob und lichtete! Darum aber vergißt das deutſche Volk ſeine
Toten nicht, die erſchlagen liegen vor ſeinen Grenzen! Ihre
Kreuze ſind Mahner, ſie ſind Verpflichtung! Aus
den Gräbern recken ſich beſchwörend die Hände von Tauſenden und
Tauſenden deutſchen Heldenſöhnen: Vergeßt uns und
unſere Opfer nicht!. Und dieſer Geiſt übertrug ſich auf die
braunen und ſchwarzen Bataillone Adolf Hitlers! Auch hier ſtar=
ben
ſie, weil Deutſchland: Ehre ihnen mehr galt als ihr Leben,
aber durch ſie iſt Deutſchland wieder neu erſtanden, und treten
wir ein in ihre Fußſtapfen, ſtellen wir uns reſtlos hinter unſeren
Führer!. Das ſoll und muß der Dank an unſere Toten ſein!.
Wieder ſenken ſich die Fahnen, das Lied vom guten Kamera=
den
und das Deutſchland= und Horſt=Weſſellied beſchließen den
ſeierlichen Akt.
Vor dem großen Fackelzug, dem feſtlichen Höhepunkt des
Sonntags, fanden Abendfeiern für die Jugend an ver=
ſchiedenen
Plätzen um Trier ſtatt, geſondert für Studenten, für
Jungen und Mädel. Mit Einbruch der Dunkelheit flammten auf
den Höhen am Moſelufer Flammenſtöße und Höhenfeuer auf und
einten ſich ſchließlich zu einem gigantiſchen Feuergruß an
die Saar. Die bedeutſamſte in der Reihe dieſer Jugendfeiern
war wohl die für die Jungen, wo der Reichsführer, er Reichs=
ſportführer
, von Tſchammer und Oſten, der Dresdener
Oberbürgermeiſter Dr. Zderner und der Gebietsführer der HJ.
Karbach=Koblenz Anſprachen hielten.
Der Fackelzug auf dem Palaſtplaß
geſtaltete ſich zu einem wundervollen Geſamtbild, deſſen Anblick
das ſtundenlange Warten voll entſchädigte. Von 9 Uhr an ſchon
marſchierten ſtarke Abteilungen SA., SS. und Arbeitsdienſt mit
Fahnen und klingendem Spiel an und formierten ſich zu Säulen,
um die ſpäter ſich die ungezählten Tauſende der Fackelträger grup=
pierten
. Mit Einbruch der Dunkelheit, aber von vielen erkannt
und mit Heilrufen jubelnd begrüßt, traf kurz nach dem Aufflam=
men
von rieſigen Feuern, die den Platz flankierten, Vizekanzler
von Papen, mit dem Reichsführer ein, um von dem Balkon
des alten Kurfürſtlichen Schloſſes dem Schauſpiel beizuwohnen.
Dieſes Schloß, von den Franzoſen dereinſt beſchlagnahmt und bei
ihrem Abzug völlig geplündert hinterlaſſen, ſtand ſeitdem leer
und zerfällt!
Ueber zwei Stunden dauerte der Anmarſch der Fackelträger,
und Tauſende von Zuſchauern harrten unentwegt. Vom Balkon
des Schloſſes herab hielten Anſprachen der Führer des Bundes
der Saarvereine Staatsrat Guſtav Simon und der Landesführer
des OV. Mitelrhein Staatsrat Frhr. v. Lüninck. Der große
Zapfenſtreich beendete das herrliche Schauſpiel, das ſeine Fort=
ſetzung
fand in der Moſel=Beleuchtung. Von den Höhen
des jenſeitigen Ufers, beginnend mit der Marienſäule, ſich meh=
rere
Kilometer weit erſtreckend, erſtrahlten die Höhen und alle
bedeutſamen Gebäude in rotem bengaliſchen Licht, aus dem von
Zeit zu Zeit Racketen und Sternregen zum nachtdunklen Himmel
emporſchoſſen. Das Schauſpiel währte bis lange nach Mitter=
nacht
, und immer noch marſchierten Fackelträger=Abteilungen zu
ihren Quartieren, wovon die Straßen Triers belebt, daß kaum ein
Durchkommen war.
Der Feſtzug der Siebzigkauſend.
Vom erſten Hahnenſchrei an treffen aus der näheren Um=
gebung
zu Fuß, zu Rad und per Laſtwagen weitere Tauſende
ein, ſo daß, wenn man im Laufe des Tages einen Eingebore=
nen
in Trier ſprechen wollte, mau ihn wie weiland Diogenes
mit der Laterne ſuchen mußte. Am Feſtzug, von dem weiter
unten noch die Rede iſt, nahmen 30 000 Schüler und Schülerin=
nen
, 10 000 HJ. und 15 000 Saarländer, davon 5000 Jugendliche
teil. Dazu kamen Erwachſene, deren Zahl mit je 5000 von hier
und auswärts nicht zu hoch gegriffen iſt, ſo daß insgeſamt,
nicht gerechnet die unzählbare Zuſchauermenge, 6570 000 Fremde
in Trier auf den Beinen waren.

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Seite 2 Nr. 139

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 22. Mai 1934

Der Pfingſtmontag, dem wiederum herrlichſtes Maiwetter
beſchieden war, begann früh um 8 Uhr mit einer
Morgenfeier und Dankkundgebung an die
deutſchen Abſtimmungsgebieke.
Die Morgenfeier fand im Stadion auf der DHam ſtatt.
Sie trug im weſentlichen religiöſen Charakter, wenn ihr Mittel=
und Höhepunkt auch die gewaltige Anſprache des Vizekanzlers
von Papen war.
Die Bindung des Volksgedankens in Wort und Glaube ſei
eine der wichtigſten Lebenstatſachen auch des Auslandsdeutſch=
tums
, und ſo fand ſich die geſamte Jugend der VDA=Tagung
zum gemeinſamen Bekenntnis zuſammen. Biſchof Hecke,
dem die Kirchenverbindung mit dem Außendeutſchtum über=
tragen
iſt, und an Stelle des durch eine Romreiſe verhinderten
Dr. Bornwaſſer Domkapitular Prof. Dr. IrZh aus Trier
bekundeten in Worten lebendiger Frömmigkeit und tiefer Ver=
antwortung
vor dem Gott gegebenen Tatſachen der Volkstum=
verbundenheit
des Einzelnen den Willen, daß Glaube und
Volkstum in ihrem Zuſammenklingen ſich tragen ſollen.
Volksgebundenheit ſei eine unbedingte göttliche Bindung
des Menſchen; wer ſie bricht, bricht Gottes Gebot, ſo klang
es aus dem Munde des Vertreters der evangeliſchen Kirche.
Gedenket, daß für den Deutſchen auf fremder Erde Reli=
gion
und Heimatgeiſt faſt immer zuſammengehören und daß der
Verluſt des einen auch den Verluſt des anderen bedeutet, ſo
ſprach der Geiſtliche der katholiſchen Kirche. In einer tiefgrün=
digen
und weitgeſpannten Rede gab
Wizekanzler von Papen,
von ſtürmiſchem Jubel der heilrufenden Jugend begrüßt, einen
Aufriß der volksdeutſchen Gegenwartsprobleme in ihrer Verbin=
dung
mit dem Geſchehen der Zeit. Wie einſt in der Nachkriegs=
zeit
von draußen her kräftige Ströme nationalen Bewußtſeins
in das Reich hineingefloſſen ſind und dort den immer größer
werdenden Kreis verantwortungsbewußter Volksdeutſcher im
Reiche durchdrangen ſo wirkt ſich heute die deutſche Neugeburt
des Reiches als befruchtende Lebensquelle für das Auslands=
deutſchtum
aus. Mit Entſchiedenheit forderte Vizekanzler von
Papen im Anſchluß an die bekannte Reichstagsrede Adolf Hitlers
die Erneuerung des Volkstumsgedankens als Grundlage beſon=
derer
Beziehungen zwiſchen den Völkern. Der Weg zu einer
europäiſchen Zuſammenarbeit kann nur über die Achtung eines
jeden Volkstums und die Ablehnung liberaliſtiſcher An=
gleichungsbeziehungen
erfolgen. Beſonders ſtark war der Beifall,
als der Vizekanzler die ſogenannte Saarfrage als materia=
liſtiſches
Kohlengeſchäft und imperialiſtiſche Politik kennzeichnete.
Mit Nachdruck unterſtrich er die Bedeutung des VDA gerade in
der deutſchen Gegenwart.
Vizekanzler von Papen führte u. a. aus:
Es war nicht immer ſo, daß die Reichsdeutſchen Kraftſpender
und Tröſter ſein konnten. Es gab eine Zeit von der Geſchichte
noch viel zu wenig erkannt da ſtrömten die magiſchen Bluts=
kräfte
des deutſchen Volkskörpers von außen nach innen und be=
wahrten
Hirn und Herz vor dem Erlahmen. Das war in den Jah=
ren
unmittelbar nach dem Kriege, als das reichsdeutſche Volk müde
gekämpft in innerem Zwiſt verſank. Damals ſind es unſere Aus=
landsdeutſchen
geweſen, die die Brücke zu einem kleinen Kreis von
Männern im Reiche ſchlugen und zum erſtenmal jenen lebendigen
Zuſammenhalt zwiſchen Reichsdeutſchtum und Auslandsdeutſchtum
ſchufen, der heute ſeine Früchte trägt.
Gewiß iſt die Tradition des früheren Vereins für das Deutſch=
tum
im Auslande auch vor dem Kriege eine ſtolze. Aber jener
lebendige Zuſammenhang, wie er nach dem Kriege einſetzte, der
fehlte in den Tagen des deutſchen Kaiſerreiches, da alles binnen=
ſtaatlich
und nicht volksdeutſch dachte.
Es mutet heute faſt wie ein Wunder an, daß während der
kosmopolitiſch fühlenden Weimarer Zeit das volksdeutſche
Erlebnis anhub und zu einer der großen Nachkriegserrun=
genſchaften
erwuchs.
Als dann im Innern Deutſchlands der Ruf erſcholl: Deutſchland
erwache, da konnten die Auslandsdeutſchen von ſich aus mit Stolz
ſagen, daß dieſer Ruf ſchon längſt in ihren Reihen erklungen war.
Der politiſche Inhalt der nationalen Revolution wird ein anderer
bei den Auslandsdeutſchen ſein müſſen. Bei den Auslandsdeutſchen
fällt das weſentlichſte Objekt aller Politik Einfluß auf die
Staatsgeſtaltung mehr oder minder fort. Was wir im Reich er=
ſtreben
, endlich begonnen haben zu finden, nämlich die wahre
Volksgemeinſchaft, das war in vielen deutſchen Volksgruppen aus
alter Ueberlieferung ſchon gegehen. Gegner, die bei uns nieder=
gekämpft
werden mußten, wie Parteien, Marxismus, egoiſtiſcher
Kapitalismus, Klaſſenkampf, Weimarer Liberalismus, fehlten bei
den meiſten auslandsdeutſchen Gruppen.
Infolgedeſſen kann es ſich draußen nicht um einen Kampf
handeln, wie er bei uns geführt werden mußte, ſondern nur
um eine organiſche Erneuerung auslandsdeutſchen Volks=
tums
,
die um ſo ſorgſamer zu erfolgen hat.
Die Hauptlaſt der nationalen Erneuerung, der Kampf um
einen neuen Geiſt und um neue Formen, ruht auf den Schultern
des reichsdeutſchen Volkes. Es war weitgehend mechaniſiert, ent=
wurzelt
, zerriſſen, den Geſetzen der Natur und der göttlichen Welt=
ordnung
untreu geworden. Die Revolution, in die es getreten iſt,
ringt um die
Wiederherſtellung nakionaler Werke.
ewiger Bindungen und der nakurgegebenen
Rangordnung.
Sie will ewige Ordnungen wieder neu ſchaffen und zertrümmert
deshalb eitle und morſchgewordene Formen. Gerade vor wenigen
Tagen hat der Führer in einer großen ſtaatspolitiſchen Rede vor
dem zweiten Arbeitskongreß darauf hingewieſen, wie ſtark insbe=
ſondere
in der den deutſchen Arbeiter von Stirn und Hand und
den Unternehmer aller Grade umfaſſenden Deutſchen Arbeitsfront
das Bewußtſein einigen deutſchen Volkstums verkörpert iſt. Aus
dem Geiſt dieſes Volkstums beſinnen wir uns auf das uns inne=
wohnende
Geſetz, auf unſer Weſen und unſere Aufgaben.
Laſſen Sie mich Ihnen, meine Freunde, heute das Loſungs=
wort
zurufen: Volksdeutſche Haltung zur Zukunftsgeſtaltung
unſeres Volkstums! und bekennen, daß ich dieſen und nur dieſen
Wegweiſer an unſerer Straße in die kommende Zukunft, die wir
geſtalten wollen, ſehen will. Ich will damit zugleich rückblickend
auch die Erklärung dafür geben, daß die deutſche Revolution eine
geiſtige war, daß
die Umkehr unſerer Politik im Reich im Grunde genommen
das eine bedeutete: Die Rückkehr zum Glauben an den deut=
ſchen
Menſchen und der Entſchluß, an die politiſchen Auf=
gaben
nicht mit erklügelten Rezepten, ſondern mit der einzig
wirkſamen Waffe heranzugehen, mit dem lebendigen Men=
ſchen
als Träger einer ſchöpferiſchen und kämpferiſchen Haltung.
Ihr, der Haltung allein, wird ſtets die Geſtaltung der Dinge folgen.
In Europa, fuhr der Vizekanzler fort, nimmt unſer Volk in=
ſofern
eine beſondere Stellung ein, daß es an allen Grenzen des
Reiches und Oeſterreichs ſiedlungsmäßig mit anderem, fremdem
Volkstum verzahnt iſt. Es ſiedelt in nicht weniger als 20 der
30 europäiſchen Staaten und fordert für ſeine Kultur und ſein
ungeſchmälertes Daſein Lebensrechte und Geltung. Deswegen
muß ſich unſer Blick von dem ſtaätengebundenen Volkstum dem
Deutſchtum im Reich in der Richtung des Geſamtvolkes über
die Reichsgrenzen hinweg weiten. Die Frage der überſtaatlichen

Volksgemeinſchaft gehört für uns Deutſche, aber nicht nur für uns
allein, ſondern für beinahe alle Völker Oſt=Mitteleuropas, mitten in
eine europäiſche Friedenspolitik
hinein, weil ſich Staatsgrenzen und Volksgrenzen nicht decken und
ich durch Grenzveränderungen wohl Beſſerungen, aber niemals
befriedigende Löſungen erzielen laſſen würden.
In einem Punkt allerdings möchte ich hier in der Weſtmark
des Reiches nicht mißverſtanden werden, wenn ich ſage, daß
Staats= und Volksgrenzen in Mitteleuropa ſich niemals
ganz decken können. Was der Verſailler Vertrag über das
Saarland verhängt hat, hatte mit der Sicherung etwa an=
derer
fremdländiſcher Volkstümer oder Minderheiten nie=
mals
das geringſte zu tun. Es gibt an der Saar keine
fremdländiſchen Minderheiten. Dieſer Vertrag dient nur
einem höchſt materiellen und proſaiſchen Kohlengeſchäft, zu
deſſen Sicherung man 800 000 Deutſche für 15 Jahre unter
fremde Herrſchaft und Willkür ſetzte.
An der Saar handelt es ſich nur darum, ein großes Unrecht wie=
der
gut zu machen und beſchleunigt die Grenzen wieder herzuſtel=
len
, die ſeit über einem Jahrtauſend deutſches Volkstum umfaß=
ten
. Hier iſt für den Völkerbund eine einzigartige
Gelegenheit europäiſche Politik im beſten
Sinne zu dokumentieren. Aufgabe des neuen Deutſch=
lands
aber iſt es, für die Beziehungen unter den Völkern und
Volksgruppen neue und beſſere Vorausſetzungen zu ſchaffen, als ſie
das Verſailler Syſtem Europa beſchert hat. Es ſoll niemand im
unklaren darüber ſein, ſchloß von Papen ſeine Rede, daß
die Reichspolitik, wie immer ſie die Geneſung und Befrie=
digung
unſeres erſchütterten Kontinents anſtrebt, ſtets das
Schickſal der ausländiſchen Volksgruppen verfolgen und im
ſorgenden Herzen tragen wird.
Jeder Staat, der wie wir im Volkstum eine Kraftgelle ſieht, die
durch keine noch ſo geniale Verfaſſung erſetzt werden kann, wird
uns verſtehen. Die meiſten handeln danach und verlangen Schutz
ihres Volkstums, vielfach aber ohne daraus den einzig möglichen
Schluß zu ziehen: daß ſie auch dem fremden Volkstum dieſelbe
Achtung entgegenbringen müſſen.
Mit brennendem Herzen, das weiß ich, erklärte Herr von
Papen, bejahen die Männer, die in der VDA=Arbeit ſtehen, die
Zukunftsgeſtaltung des Volkstums in heißem Glauben einer
Jugend an die neue Zeit, die nicht nur dem deutſchen Volke,
ſondern allen Völkern neue Wege weiſt.
Auf dem wunderbar gelegenen Feſtplatz, deſſen Hintergrund
die felſigen Sandſteinufer des Moſeltales bilden, entfaltet ſich
in Wechſelwirkung von Wort, Lied, Sprechchor und farbigem
Fahnenaufmarſch die von Rudolf Mirth=Düſſeldorf geleitete
Dankkundgebung
an die deutſchen Abſtimmungsgebiete.
Vom Weltkriegserlebnis geht dieſes Feſtſpiel aus. In unheim=
licher
Einförmigkeit erklingen die Namen aller der Staaten, die
uns im Krieg als Gegner gegenüberſtanden. Aus dem Untergrund
die deutſche Tragik, die lautet: Das Volk der Deutſchen hat keinen
Raum in dieſer Welt. Der Zuſammenbruch kommt, die Raub=
vögel
ſtehen an allen Grenzen.
Da rüſtet ſich das gequälte Grenzland. Die Abſtimmungs=
kämpfe
beginnen. Große breite Fahnen werden von kräftigen
Jungen getragen, die Fahnen Nordſchleswigs, Preußens, Oſt=
preußens
, Kärntens und Schleſiens. Banner der Treue ſind dieſe
Fahnen. Von Kärnten aus dringt in die deutſche Welt der erſte
Sieg in deutſcher Nacht. Da neigen ſich alle Fahnen, und mit ge=
waltigem
Schwung gehen auch auf den Tribünen die Hakenkreuz=
banner
des Neuen Reiches und die ſtolzen Farben Schwarz=Weiß=
Rot in Lüfte, Sinnbild des Volkswillens der deutſchen Saar.
Dr. Skeinacher
nimmt das Wort. Noch einmal dringen ſeine klargeformten Ge=
danken
in die Herzen. Die Fahnen, die in das Saarland hinüber=
grüßen
, ſind die Traditionsträger für Euch, Ihr Brüder an der
Saar. Ihr Dank allen Kämpfern in den Grenzgebieten für den
Kampf in deutſcher Nacht. Ihr Kampf war manchmal ſchwerer
als der an der Saar. Ihr Saarländer tragt die heilige Tradition
weiter, Ihr tragt die deutſche Ehre.
Mit einem Dank an alle Mitkämpfer im VDA. für Hin=
gebung
und opfervolle Arbeit, mit einem Gruß und Bekenntnis
an den Führer, der ein wahrer Volkskanzler der Deutſchen iſt,
ſchloß Dr. Steinacher ſeine Rede.
Das Horſt=Weſſel=Lied klang über das weite Fahnen= und
Wimpel=überwehte Feld. Die Jugend huldigte dem Vizekanzler
und dem Führer des VDA. bei ihrem Weggang mit ſtürmiſchen
Kundgebungen der Begeiſterung, die ſich ſtändig fortſetzten, wie
auch während des Feſtzuges der 70 000 das Auto des Vizekanzlers
ſich in den Straßen mühſam den Weg durch die jugendlichen
Mauern bahnen konnte, ſo daß Herr v. Papen faſt den ganzen
Weg in dem Wagen ſtehen, für die Ovationen dankend, zurück=
legen
mußte.
Der Feſtzug war der großarkigſte und eindrucks=
vollſte
der lekzten VDA.-Pfingſten.
Er erhielt, wie die ganze Tagung 1934 ſein Signum durch die
Teilnahme der Saar, die mit ihren Jugendlichen den Feſtwagen,
den Abteilungen der Muſikzüge, Fahnen= und Schildträgern, faſt ein
Drittel des ganzen Zuges ausmachte, und die ein gewaltiges Be=
kenntnis
der Treue zum deutſchen Vaterlande durch Bild und In=
ſchriften
in tauſendfältiger Form verſinnbildlichte. Dazu kamen
ähnliche Gruppen aus den abgetrennten Gebieten und ſonſtige
Auslandsdeutſche Gruppen.
Ueber 4 Stunden dauerte der Vorbeimarſch und die ganze
Zeit hielten die vielfach gegliederten Zuſchauerreihen in den Stra=
ßen
aus, wurden nicht müde mit jubelnden Heilrufen und Blumen=
grüßen
. Ein wundervolles Bild nach der langen Reihe der braunen
Uniformen dann mit tauſend Fahnen und Wimpeln die VDA.=
Jugend in ihren kleidſamen Anzügen, beſonders ſchmuck die Mäd=
chengruppen
; hier wieder beſonders die von der Waterkant, die
überhaupt in ſtaunenswerter Friſche die Strapazen durchhielten
und ſich durch glänzende Marſchdiſziplin auszeichneten. Zahlloſe
Feſtwagen und unzählige Muſikzüge, unter denen beſonders die
der Saar=Knappſchaften, der Halberſtädter Gymnaſiaſten, der
Studentenſchaften uſw. auffielen. Ueberall hatte die Bevölkerung
Waſſerſtellen errichtet, Durſtende zu ſtillen. Ein ausgedehnter
Sanitätsdienſt ſprang Ermatteten hilfreich bei, und ihrer waren
nicht viele. Im Gegenteil, auch nach dem Feſtzug zogen noch un=
zählige
Gruppen ſingend durch die Straßen.
Den Pfingſtmontagabend beſchloſſen Gartenkonzerte der aus=
wärtigen
Muſikgruppen in faſt allen Lokalen der Stadt.

M. St.

Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken, Bahnhofs-
buchhandlung
und Geschäftsstelle, Rheinstraße Nr. 25.

Aus der Landeshauptſtad

Darmſtadt, den 22. Mai 1934

Angerorbeniing ſtärtee Seriemr

un Piingiten.

Trotz den auf unbeſtändig lautenden Wettermeldungen 1/
ſich über die Pfingſtfeiertage wieder ein außerordentlich ſtag
Verkehr eingeſtellt.
Nach Mitteilung der Reichsbahn lag der Verkehr auf .9
Reichsbahn kaum hinter dem der Oſterfeiertage. Er ſetzte benzwend
am Freitag ein, und beſonders am Samstag und Vormittag zegemuſten Dot

erſten Feiertags mußten Vor= und Sonderzuge gefahren wern. mchit widiehle
Alle Züge waren durchweg voll beſetzt. Sehr ſtark war der Reie=

bahnverkehr nach der Bergſtraße und dem Odenwald. Auch 7e
Rücktransport am Pfingſtmontagabend, der außerordentliche
zit von d
forderungen an die Reichsbahn ſtellte, verlief wie der Antro=
port
ohne jeglichen Zwiſchenfall faſt fahrplanmäßig. Nur e
aßen der
vereinzelt kamen Verſpätungen vor, die durch die vielen Sonn
Natz zu be
züge zu den Saarkundgebungen und der VDA.=Kundgebunm
anz (Sa
Mainz bedingt waren.
heit der
Während der Pfingſtſonntag auf den Landſtraßen eine

hältnismäßige Ruhe brachte ausgenommen die An= und em zuuch eintrul
transportſtraßen der Kundgebungsplätze, herrſchte am Pfingſtmm sucabung teil
tag ein Rekord=Autoverkehr in unſerer Gegend. Es war zeitnnſm der unermü
in Darmſtadt unmöglich, in den Nachmittagsſtunden die Hef
berger= oder die Frankfurter Straße zu queren. Eine aufmerhfuwe g . L
Beobachtung der Wagenkennzeichen belehrte, daß neben pißg=eMlt und Michte
Autos aus der Saargegend auch viele ausländiſche Autos (ſgeits
ländiſche, engliſche, franzöſiſche uſw.) unſere Gegend zum Reiſeſ 4m Nachmitte
auf der
hatten.
Bis in die Abendſtunden iſt auch dieſer Rekordverkehr ounfgiche Vorfü
nennenswerten Unfall bewältigt worden. Bemerkenswert ſ. wird, ſtie

den ſtarken Verkehr von und zu den Saar=Kundgebungen und a
VDA.=Tagung iſt ein Verkehrsunfall, der ſich bei Langen ernW voden Me
nete. Ein Autobus aus Neuſtadt in Mittelfranken wollte, 9FKreiſe 0.
der Mainzer Tagung kommend, nach der Heimat zurück. Donc unmittelbar
der Hanauer Gegend die Landſtraßen vom Verkehr übetlol ee) einige
waren, mußte man zu einer teilweiſen Ableitung ſchreiten. ue Semeinſchaft
Autobus wurde daher über Langen geleitet und ſollte über Dau=. Im Abendv
ſtadt weiterfahren. Aber auch auf der FrankfurtDarmſtä 2 unnalle ein
Strecke war der Verkehr ſo ſtark, daß beim Ausweichen dem M
ſtädter Autobus ein Kraftwagen auf den Kühler fuhr. Ste Anklang jan
Beſchädigungen zwangen den Autobusbeſitzer, in Darmſtadt geſchloſſen
auzit die Gäſte
Reparaturanſtalt aufzuſuchen.
Das Wetter hielt mehr, als es verſprach. Es blieb ohne iſt=ung und
witter und Regen und war ſo geeigneter für Wanderungen 9. Suogramms.
große Hitze.
ut desSaa

Neuerwerbungen der Skadtbücherei.

d Rnnigen Vo

Star zeigtet
wrngen. Der k.
Manfred von Ardenne: Rundfunk=Schaltungstehg., Nähriger
1930. Er 15. Adolf Becker, Beiträge zur Geſchichte des Sece)iöcht vor, da
ratismus in Heſſen. 3. Heft: Groß=Gerau, Alzey, Worms.
120 Bd 42. Horſt Becker, Was will Volkskunde? Einführimell=Atbietes v.
in das volkskundliche Denken. 1934. 3 Cz 34. Erich Bet,i) keinigen
Tauſend Jahre altgriechiſchen Lebens. Mykene, Sparta, Mäſt.awen der TS
Athen, Alexandria. 3 B 283. Max Burchartz und Edgugtan Brötchen
Zeller. Matroſen, Soldaten, Kameraden. Bildbuch von T5and als Erfr
Reichsmarine. 5 Bk 3. Joachim Fiſcher, Die Reichshauddt=Furmen un
lehen für Eigenheime. 1 Eb 50. Theodor Fritſch, NeueWell
in de
Sammlung von Hammeraufſätzen. Hrsg. von Paul Lehmaa=
1922. 20 B 203. Theodor Fritſch, Die Sünden der Grap:geinen mi
finanz. Eine Abrechnung. 1927. 20 B 210. Hammer=Gebeiwielte alte de
heft zum Tode des Altmeiſters Theodor Fritſch. 1933. 20 BBlieſder zum Ta
Feſtſchrift zum 25jährigen Beſtehen des Hammer 1926. 30
185. W. Goepferich, Wir bauen das Modellſegelflugon
Gernegroß 1933. 45 J 155. Lydia Gottſchewſki. Männen
unn mit vei
bund und Frauenfrage. Die Frau im neuen Staat. 1934. 6

466. K. Haushofer, Wehrwille als Volksziel. Wehihnd? eir durch die
Wehrgeographie und Wehrpolitik im Rahmen der Wehwiſſen? 6 die nähere

ſchaften. 1934. 20 Fp 40. Konſtantin Hierl, Grundſtlichen mund vorh
zur Arbeitsdienſtpflicht. 1934. 60 Fp 85. Otto Hoetzſc
europa und Deutſcher Oſten. Kleine Schriften zu ihrer Geſtchd Jſanden
1934. 15 Bf 45. W. K. von Iſenburg. Das Problem der N8 Ma Connten
ſenreinheit. 1933. 80 Dh 149. Guſtaf Koſſinna, Germanſſt Kcholl und
Kultur im 1. Jahrtauſend nach Chriſtus. 1. Band. 1932. 15.0H teilnehme
197. Wilhelm Müſeler, Reitlehre. 5 Ks 569. F. W. v.0.5con dem b.
Oertzen. Im Namen der Geſchichte! Politiſche Prozeſſe; n whönen Heſ
Nachkriegszeit. 1934. 40 Fr 450. Walther Poppelreut mnanders wie
Hitler der politiſche Pſychologe. 1934. 35 Fp 830. Karl 59u und Vorzü
Pückler. Aus meinem Diplomatenleben 1934. 10 B 42
Toldt. Das Haarkleid der Pelztiere. 1933. 40 G 190. KlauPswieſe
Thiede, Deutſche Bauernhäuſer. 1934. 5 Cz 396. Hans Ech Melſapelle
ren, Volkserziehung im Dritten Reich. Manneszucht und Cholv /0 Bekannt
terbildung, 1 Ks 273. Johannes Stark. Nationalſozialismi, Aus Abſch,
und Wiſſenſchaft. 1934. 35 Fp 570. Sack, Der Reichstagsbrau 90 arſch zu
Prozeß. 1934. 40 Fr 485.
Mus Muſikzu
M der 2
W

Hefſiſches Landestheaker.
Großes Haus. Sonntag, den 20. Mai 1934.
Undine.

D i langem
iWbaft mitgeſi
ian arict da
Daßd

z1

Lortzings mit feinem Gefühl für das Empfinden
Publikums der romantiſchen Zeit, mit ſcharfem Sinn für AM
nenwirkſamkeit geſchriebene romantiſche Zauberoper, iſt wie 2
ier
meiſten Werke des Meiſters eine feltſame Miſchung von wa9
Empfinden und Opernſchablone, von genialer Eigenart und 17. Zuſühlte kan
gerlich=biedermeieriſcher Spießigkeit, ein Werk voll Liebee.
würdigkeit, Schlichtheit, Märchenphantaſie und doch ein woſ
abgeblaßt, wenn es neben zeit= und artverwandten Opern
Hans Heiling, Fliegender Holländer genannt wird. Schm
darum für den heutigen Künſtler, ſich ganz in den Stil entn
fühlen, das Rührende, Tränennahe mit dem kindlich Pl7
taſtiſchen des Märchens, und dies mit der gemütlichen SMM
bürgerlichkeit guter alter Zeit zu vereinen. Regina Harte.
ſchon in der letzten Aufführung für die bisherige Darſtel ?
der Titelrolle eingeſprungen war, bot eine reife, hochkünſtlerin!. ac
Leiſtung. Zwar iſt es ihr nicht vergönnt, ſo reizvoll auek.
ſehen wie ihre Vorgängerin, aber geſanglich wie darſtele=
war
ihre Verkörperung der Undine aus einem Guß und
jeder Routine oder Schablone fern. Trotzdem ſie ſonſt
Humor und Fröhlichkeit eine beſondere Begabung beſitzt, 1a9s"

die Darſtellung des Naturkindes im erſten Akt verhältnishe=
am
wenigſten, und erſt die warm empfundene Meloole
Quintetts brachten ihr Gelegenheit zu warmer Stimmentſa.
und ſeelenvollem Geſang. Dann aber ſteigerte ſich die
der Empfindung und die Schönheit der Stimmgebung
Szene zu Szene. Ein unbedeutender Verſtoß war im zue
Akt bei der Szene mit Ritter Hugo die plötzlich in drama. !
Abſicht zu harte Stimmgebung in der Mittellage, ſoll
klang die Stimme prachtvoll, und an den entſagenden Sie
des dritten Aktes floß manche Träne im Zuſchauerran.
bedeutende Erfolg, den ſich Regina Harre erſang, erwies. !"
ihre große künſtleriſche Vielſeitigkeit. An Stelle des ?
Schlüter ſang Paul Haas den Ordensgeiſtlichen im ekſe
und erwies ſich als hochmuſikaliſcher und abſolut ſicherer S0l
Beſonders ſchön klang ſeine Stimme als tiefſte in dem ſci
Quintett.

Miſte He

Dienstag

22. Mai

Anf. 191. Ende geg. 221. Außer Miete!!

kinderreiche Mütter Nummerkarten 1194-
Preiſe 0.50
Wiener Blut.

Donnerstag

Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. Deutſche Bühy=
Preiſe 0.

24. Mai / Ein Maskenball.

Neuengagements des Heſſiſchen Landestheſters. O.
Fach des Koloraturſoprans wurde Lea Pilti vom Sto0l?
Danzig für die kommende Spielzeit an das Heſſiſche
theater verpflichtet.

[ ][  ][ ]

dieenstag, 22. Mai 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 139 Seite 8

Die Saurscinei 1n Surmſtäuk.

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a4. Der Nitz

Glänzender Verlauf der Feſtkage.
Deutſch die Saar, immerdar!
lon der Saarkundgebung im Saalbau, deren
0ßwir am Samstag abend nicht mehr abwarten konnten, iſt
nutachzutragen, daß die von Frau Göttmann einſtudierten
Tige (Kaiſerwalzer und Radetzky=Marſch) der Tanzgruppe
dſe TSG. 46 außerordentlichen Beifall fanden und wiederholt
woe mußten und daß ebenſo dem ausgezeichneten und ſicheren,
geundten Barrenturnen der Felſing=Riege der TSG.
Able verdiente Anerkennung zuteil wurde. Am
Pfingſtſonnkag
ifrwäichſt von dem Marſch der Saarturner vom Woogsplatz durch
dihsrraßen der Stadt zum Opfertempel auf dem Adolf=
Hſtr=Platz zu berichten, wo ſich u. a. die Vereinsführer Scholl
umä ranz (Saarbrücken) zum Zeichen der untrennbaren Ver=
bimenheit
der Saarbevölkerung mit der deutſchen Heimat in das
Oyirduch eintrugen. Eine große Zuſchauermenge nahm an der
Kügebung teil, während die Kapelle der Landespolizei, die ſich
unue der unermüdlichen Leitung von Muſikmeiſter Buslau be=
kamlich
für den Verlauf der ganzen Saarfeſttage zur Verfügung
guzfillt und nicht wenig zu deren Gelingen beigetragen hat, kon=
zamrke
.
im Nachmittag ging dann bei prächtigem Wetter das Volks=
auf
der Woogswieſe vonſtatten. Turneriſche und
ſy gliche Vorführungen, über deren Ergebniſſe im Sportteil be=
richt
wird, ſtiegen, und bei Konzert, Kaffee, Kuchen und Apfel=
weſ
wobei die Saarländer dank den reichen Stiftungen Darm=
ſt
frr Kreiſe Gäſte waren, verlebten die Tauſende allein an
n.chunmittelbare Feſtteilnehmer wurden an 3000 Karten ausge=
geche
! einige Stunden in fröhlichem Zuſammenſein in der gro=
ßem
5e meinſchaft, in der ſich die Einzelnen doch raſch näher kamen.
Im Abend veranſtaltete die Kapelle Buslau in der Woogs=
tulmalle
ein Volkstümliches Konzert, das allerſtärk=
ſteſnllaklang
fand. Der große Saal mußte bald wegen Ueberfül=
luln
geſchloſſen werden. Reden wurden nicht gehalten, dafür
ſohen die Gäſte von der Saar in zwangloſer Weiſe für die Be=
rentrang
und Abwechſelung des offiziell gar nicht vorgeſehenen
ſtogramms. Die Geſangsabteilung des Turner=
bmnes
Saarbrücken erfreute die Zuhörer durch den ſchönen
urrdmiigen Vortrag mehrerer Lieder, die Turnerinnen von
dem ſtar zeigten u. a. ſtürmiſch beklatſchte Uebungen im Keulen=
ſchiwrgen
. Der kleine Helmut Mayländer aus Saarbrücken,
ein 4jähriger friſcher deutſcher Junge, trug ein wirkungsvolles
Geädöt vor, das die Hauptpunkte in der Geſchichte des deutſchen
Sccazebietes von 17931935, bis zu dem Tag in knappen
umh ſernigen Verſen umſpannte. Vom eifrigen Helferinnen, den
Denn der TSG. 46, waren im Uebungsſaale hunderte von be=
leglſte
BBrötchen gerichtet, die u. a. den Gäſten von der Saar am
Akled mls Erfriſchung gereicht wurden, und auch die Spenden von
Bläuen und Reiſeverpflegung ſchon vorbereitet, die am folgenden
Telgnut in den Sonderzug gereicht wurden. Die ſchon bei ihrem
Eriſſinen mit ſtürmiſchem Beifall gefeierte Polizeikapelle
ſpineb alte deutſche Volks= und Soldatenlieder und dann immer
wigr;zum Tanze auf.
Der Pfingſtmonkag
bepten mit verſchiedenen, am Vormittag angeſetzten Führun=
ge
vu rch die ſchönſten und intereſſanteſten Teile der Stadt ſowie
du u dce nähere Umgebung Darmſtadts, deren herrliche Waldun=
geyenv
vorbildliche Ausflugspunkte den ungeteilten Beifall der
Gätft ſranden. Dank dem Entgegenkommen der Deutſchen Luft=
Hawi lonnten die beiden Vereinsführer der Saarländer, die Her=
reit
ſcholl und Franz, an einem Flug Darmſtadt Frank=
furr
teilnehmen, von dem ſie begeiſtert zurückkamen, begeiſtert
auaß vrr dem beſonderen Eindruck, den ſie ſo von unſerer Heimat,
der hönen Heſſenland, mit nach Hauſe nehmen können, ein Bild,
gauzanders wie das Land an der Saar, deſſen Wälder andere
Reli und Vorzüge aufweiſen. Am Nachmittag war man auf der
Wlagswieſe noch einmal bei den Klängen der gefeierten
Poſſiikapelle gemütlich zuſammen, und die vielen, raſch geſchloſ=
ſene
Bekanntſchaften wurden vertieft. Dann hieß es allmählich
annds Abſchiedsnehmen denken und alles formierte ſich zu dem
Alllfarſch zur Bahn. Unter Vorantritt des Spielmannszuges
unc es Muſikzuges der Polizeikapelle und einer Ehrenhundert=
ſchohſt
der Landespolizei, die vorher unſeren Saarfreunden noch
einie ſchneidigen Parademarſch vorgeführt hatte, ging es
davmin langem Zuge, in dem die Fahnen der Darmſtädter Tur=
nenlafr
mitgeführt wurden, zur Bahn. Dem ſchönen Pfingſtwet=
tert
im Trotz, das Tauſende aus der Stadt gelockt hatte, riefen an
dem bmarſchſtraßen, beſonders am Hauptbahnhof, noch Tauſende
vohk ſollksgenoſſen den Freunden von der Saar die herzlichſten
Abſſte)sgrüße zu. Zu einer erhebenden Kundgebung geſtaltete ſich
danm
der Abſchied im Haupkbahnhof.
1glzählte kamen mit auf den Bahnſteig 6, auf dem an Tiſchen
vohri Damen der TSG. 46 die letzten Liebesgaben verteilt wur=
den
underte hielten den Waldrand und die Straßenbrücke beſetzt.
Dulſas Spalier der Landespolizei zogen die Gäſte auf den
Bakheig, von brauſenden Heilrufen begrüßt und die Marſch=
rhrüſem
der Kapelle erfüllten wuchtig die mächtige Halle.
Ein kleines Zwiſchenſpiel!
Kinternational beſetzter D=Zug iſt auf demſelben Bahnſteig
eimtaufen, Polizeikapelle und Ehrenhundertſchaft machen Front
und nter den brauſenden Klängen des Deutſchlandliedes rollt der
lang/Zeig aus der Halle, nur wenige ſeiner Inſaſſen typiſche
Geſſter im Speiſewagen entzogen ſich hierbei dem deutſchen
Graß
ann wendet ſich die Aufmerkſamkeit wieder dem Sonderzug
zu Ab PPg. Verwaltungsdirektor Löwer verakſchiedet ſich mit
dem elsbnis:
Deutſch bleibt die Saar, immerdar! Heil Hitler!
vonlin beiden Vereinsführern. Dann fahren die beiden ſchweren
Loſchwieven den Sonderzug langſam aus der Halle. Die Muſik
ſetzeln und die Tauſende im Bahnhof und rings umher winken
uaus ffen unermüdlich: Auf Wiederſehen, ihr lieben Freunde von
der far, im nächſten Jahre, wenn die Schranken gefallen ſind!
Ehrengabe für den Reichsſtatthalter.
niter Führung der Polizeikapelle ging es dann Fahnen=
Gbaylungen und Mitglieder der TSG. 46 noch einmal zurück
WrImn Sportplatz auf der Woogswieſe, wo der Führer der
Lieſtlienger Bergknappen, die ein paar Urlaubstage noch
m ſhen Darmſtadt verbringen wollen, Verwaltungsdirektor
Sber, als dem Organiſator des Feſtes, einen Meterſtab und
mAurbenlampe überreichte, mit der Bitte, beides dem Herrn
Del ſtatthalter mit der Verſicherung zu überreichen, daß ſich
WAzent der Saarbevölkerung bedingungslos zu Deutſchland
bekennen,
Gehenn Deutſchland arm ſei! Der Redner erinnerte an das
De MSolf Hitlers, daß Diſziplin im Saargebiet gehalten
Det rnüſſe, und verſprach, dieſe Diſziplin reſtlos zu halten.
Twaltungsdirektor Löwer dankte mit herzlichſten Worten
Hed Närte, daß dieſe Ehrengabe bei dem Herrn Reichsſtatthal=

ter einen beſonderen Ehrenplatz einnehmen würde! Das
Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied gaben der Feierſtunde und da=
mit
dem Abſchluß der Saar=Feſttage einen ſymböliſchen Ausklang.
Man ſoll nicht ſo leicht in Superlativen ſchreiben, hier ſind ſie
einmal wirklich am Platze. So glänzend wie die Feſttage in Darm=

ſtadt verlaufen ſind, ſo einmütig, wie ſich die Saarbrüder über die
glänzende Aufnahme in Darmſtadt und bei allen Teilen der Be=
völkerung
ausgeſprochen haben, ſo glänzend und einmütig wird
auch der Tag der Volksabſtimmung verlaufen! Wir haben die
Saarländer kennen gelernt, wie ſie denken und was ſie drüben
noch erdulden müſſen. Die Gäſte von der Saar haben mit eigenen
Augen geſehen und gehört, wie es im neuen Deutſchland Adolf
Hitlers, im Land der Ordnung und des nationalen Aufbaues aus=
ſieht
! Dieſer Gedanken=Austauſch muß und wird
1935 ſeine Früchte tragen.

Treffen der ehemaligen Kriegsgefangenen.
Gautag der Reichsvereinigung ehem. Kriegsgefangener e. P., Gau Südweſtdeutſchland,
in Anweſenheit des Bundesführers.
Lebenden zur Tat. Der Kampf begann für die Kriegsgefangenen,
als uns die Waffen aus der Hand geſchlagen wurden. Die Gefan=
der
Kampf orr Aiilee hiiter Näche!
genen kämpften auf ihre Weiſe ohne Waffen in Feindesland, und

Mayt fur ous deutſche Daterians.
Fränkiſch=Crumbach, 21. Mai.
* Fränkiſch=Crumbach ſtand während der Pfingſtfeiertage ganz
im Zeichen des Gautages der Reichsvereinigung ehemaliger
Kriegsgefangener e. V., Gau Südweſtdeutſchland. Die Tagung er=
hielt
ihre beſondere Note durch die Anweſenheit des Bundesführers.
Schon am Samstag waren die Kameraden aus allen Teilen des
Gaues ſehr zahlreich erſchienen, am Sonntag kamen immer mehr
Mitglieder der Reichsvereinigung und ehemalige Kriegsgefangene,
ſo daß an den Veranſtaltungen des Pfingſtſonntag weit über 1000
Mann teilnahmen. Der herrlich gelegene Marktflecken Fränkiſch=
Crumbach hatte ſich zur Tagung feſtlich gerüſtet. Kein Haus war
ohne Fahnenſchmuck, friſches, junges Grün ſäumte die Ortsſtraßen,
feſtlich frohe Menſchen, die den Kämpfern im Weltkrieg freudig
zugrüßten, nahmen regen Anteil an der Tagung, deren
Auftakt am Samskag
nach dem Eintreffen des Gauvorſtandes und der auswärtigen Ka=
meraden
und nach der Gauſtabſitzung im Gaſthaus Zum dicken
Schorſch ein Fackelzug bildete. Auf dem Feſtplatz, dem Sportplatz,
war ein rieſiges Zelt aufgeſchlagen, das dicht beſetzt war, als nach
Eintreffen des Zuges
das große Kameradentreffen
begann, das mit turneriſchen Aufführungen, geſanglichen und
muſikaliſchen Darbietungen verſchönt wurde. Nach herzlichen Be=
grüßungsworten
des Ortsgruppenführers Hartmann hieß Bür=
germeiſter
Trinkaus=Fränkiſch=Crumbach die Tagungsteil=
nehmer
und Gäſte willkommen. Freiherr von Gemmingen
wies in ſeiner Anſprache auf die enge Verbundenheit der Bevöl=
kerung
mit dem Stammhauſe hin und betonte, daß jeder einzelne
im großen Kriege ſtets ſeine Pflicht bis zum äußerſten tat. Der
Gauführer des Gaues Baden=Württemberg, Architekt Rauh=
Freiburg, ein geborener Fränkiſch=Crumbacher, ſprach von der ihm
ſtets unvergeßlichen Heimat, von der tiefen Heimatliebe, die jedem
Deutſchen innewohnt und friſchte alte Jungenderinnerungen auf
an ſeinen Vaterort, den er vor 30 Jahren verließ. Der Bundes=
führer
, Kamerad Freiherr von Lersner=Berlin=Potsdam
knüpfte an an ſein Erleben in Mainz anläßlich der VDA.=Tagung;
er begrüßte ſeine ehemaligen kriegsgefangenen Kameraden, insbe=
ſondere
die Vertreter des Saargebietes aufs herzlichſte und ſprach
von der heißen Liebe aller Deutſchen zu ihrem Vaterland. Dieſe
Liebe werde jetzt ſo recht klar, wenn man das Sehnen des Volkes
an der Saar kennt, das mit allen Faſern des Herzens zum Mut=
terland
zurückkehren will. Das Kameradſchaftstreffen wurde mit
dem großen Zapfenſtreich abgeſchloſſen.
Die Veranſtalkungen am Pfingſtſonnkag
begannen nach dem Weckruf, dem Eintreffen und Empfang der
auswärtigen Ortsgruppen mit der Eröffnung der
Ausſtellung Kunſt aus dem Nichts.
Archiv und Muſeum deutſcher Kriegsgefangener. Was hier alles
zuſammengetragen war, erregte die höchſte Bewunderung aller
Ausſtellungsbeſucher. Unſere Kriegsgefangenen hatten in den un=
endlich
einſamen Stunden fern der Heimat ihrer Sehnſucht durch
Herſtellung von Gemälden, Strichzeichnungen, von Holzſchnitzereien,
denen z. B. deutſche Dörfer uſw. als Vorlage dienten, Ausdruck
gegeben. Sie hatten aus primitivſtem Stoff, aus Holzſtücken, auf
einem Stück Papier, geradezu aus dem Nichts wahre Kunſtwerke
geſchaffen. Nur wer weiß, wie ſchwer es iſt, ohne geignetes Werk=
zeug
ſolche Dinge zu formen, kann ermeſſen, welche Arbeit in die=
ſer
Schau ſteckt. Neben anderm ſieht man auch geſchnitzte Schach=
ſpiele
, eine Photographien= und Schriftenſammlung, Theaterzettel
über Soldatenaufführungen im Feld und vieles andere. Um das
Zuſtandekommen der Ausſtellung hat ſich Kamerad Luſt beſonders
verdient gemacht. Den Höhepunkt des Tages bildete

Die Gaukagung

im Gaſthaus Zur Linde, deſſen großer Saal feſtlich mit den
Fahnen des neuen Deutſchland, mit der REK.=Fahne geſchmückt
war und an deſſen Stirnſeite u. a. die Deviſe Neu werden
frei werden ſtand. Bei Eröffnung der Tagung war der Saal
überfüllt, tiefe Stille herrſchte, als Gauführer Kamerad Am=
berg
die Kameraden und Gäſte begrüßte, unter dieſen die Ver=
treter
der Kreisleitung der NSDAP., der SA., SS., de: VDA.,
des Kyffhäuſerbundes, der Kriegerkameradſchaft Haſſia und der
Abordnungen der über 30 befreundeten Militärvereine. Er ge=
dachte
der im verfloſſenen Jahre verſtorbenen Kameraden, die man
in der üblichen Weiſe ehrte. Dann gab er in knappen Zügen den
Geſchäftsbericht, wobei er beſonders das ſtarke Anwachſen
der Mitgliederzahl hervorhob. Der Gau zählt heute bereits über
1800 Mitglieder. Er dankte namentlich dem Werbeausſchußleiter
für ſeine mühevolle Arbeit und ermahnte alle, tatkräftig am
Weiteraufbau der Organiſation mitzuarbeiten. Kamerad Ort=
wein
erſtattete den Kaſſenbericht, der ein zufriedenſtellendes
Reſultat ergab. Schriftwart Kamerad Knaus verlas dann die
eingegangenen Telegramme. Einen eindringlichen, von allen Ka=
meraden
mit Spannung erwarteten und begeiſtert aufgenomme=
nen
Schulungsvortrag hielt
der Bundesführer, Kamerad Freiherr v. Lersner.
Er knüpfte an den Geſchäftsbericht an, aus dem man ent=
nehme
, daß im Gau richtig gearbeitet wurde. Das beweiſen die
ſtets wachſenden Mitgliedszahlen. Man frage ſich unwillkürlich,
was hält dieſe Menſchen zuſammen, die doch keine materiellen
Vorteile zu erwarten haben und auch keine Vereinsmeierei trei=
ben
? Das iſt das große gemeinſame Erlebnis in den Baracken,
fern der Heimat. So ſoll auch dieſe Stunde eine Barackenſtunde‟
ſein, denn in der Baracke wurden dieſe Männer vor dem Feinde
in Not zuſammengeſchweißt. Ein tiefes Erleben ſteckt in jedem
Einzelnen und er freue ſich, daß ſo viele alte Kameraden gekom=
men
ſind. Was dieſes Erleben gibt, weiß der, der die Gefangen=
ſchaft
ſelbſt durchgemacht hat. 165 000 Gefangene ſind in der Ge=
fangenſchaft
geſtorben, ja geradee zu elend verreckt, das wiſſen nur
die wenigſten Menſchen in der Heimat. Dieſe Opfer zwingen die

zwar ſo, daß ſogar mancher Franzoſe, der ihren Heldenmut ſah,
ſagte: Wir gehen nicht mehr an die Front! Wie müſſen die Deut=
ſchen
in Waffen ſein, wenn ſchon die Gefangenen ſo heldenhaft
ſind. Das andere Große zeigt die Ausſtellung: Die Arbeit aus
Nichts. Dieſes vor dem Nichtsſtehen kann nur verſtehen, wer tat=
ſächlich
vor dem Nichts ſtand. Das war der Gefangene. Im Ge=
fangenenlager
herrſchte wahre Volksgemeinſchaft. Sie haben ge=
lernt
, daß jeder Einzelne zu ſeinem Volk gehört, Deutſcher iſt.
Man wußte, daß einer mehr, einer weniger hat, aber man kannte
keinen Unterſchied, keiner überhob ſich über den anderen, jeder
dachte an ſeine höhere Pflicht, an ſeine Heimat. Gewiß, es hat
einige wenige gegeben, die man aus dem Gedächtnis auswiſchen
muß, die größte Mehrzahl hat einen Kampf geführt für Deutſch=
land
, gleich wo ſie ſtanden. Es wurde der Kampf des deutſchen
Weſens geführt, er war ein Beknntnis zum Volkstum. Es war der
Kampf der 800 000, der Armee hinter Stacheldraht. Und die
Gefangenen, die vor dem Zuſammenbruch in die Heimat
kamen, ſprachen vom deutſchen Sieg, erzählten von der abnehmen=
den
Kampfesluſt der Gegner, ſie wollten die Heimat aufrütteln
es war zu ſpät.
Unvergeſſen iſt den Heimkehrern das Erleben in Konſtanz,
von wo aus der Bund begann, den Kampf für die Befreiung zu
führen. Die Bewegung in Konſtanz kam aus innerem Empfinden.
Man arbeitete nicht aus Geſchäftsintereſſe, ſondern für andere, um
ihnen zu geben.
Redner ſchilderte die Empfindungen der Heimkehrenden nach
ſchwerer Gefangenſchaft in lebendigen Bildern. Das erſchütternde
Eileben von dem zuſammengebrochenen Vaterland erſtarkte aufs
neue die Liebe zu Deutſchland. Wenn unſer Führer ſeine Be=
wegung
auf die Front aufbaute, ſo tat er es als Frontkamerad,
der wußte, daß der Geiſt der Kameradſchaft aufbauen half, denn
es galt an der Front nicht hundertprozentig Hurra rufen, ſondern
hundertprozentig daſtehen, als ganzer Kerl auf dem Poſten ſein,
Wir wollen das, was wir erlebten, hineintragen ins Volk. Wenn
der Führer von den Nörglern als den ſchlimmſten Feinden ſpricht,
hat er recht, wir müſſen alle mittragen helfen. Adolf Hitler hatte
das große Fronterleben. Der Führer hat der R.E.K. das Hem=
mende
weggenommen, das waren die Parteien.
Der Führer gab den ehem. Kriegsgefangenen die Möglich=
keit
, ſich zu entfalten, und nun wollen ſie etwas leiſten. Jeder ſoll
ſchlicht und wahr von ſeinem großen ſchweren Erleben in den
Gefangenenbaracken erzählen. Der Führer hat ein ſchweres Erbe
angetreten, und wir wären ſchlechte Kameraden, wenn wir nicht
alle nach Kräften helfen würden, ſein Ziel zu erreichen. Vor allem
ſoll die Jugend von uns lernen. Die Frontgeneration muß ſich
bewußt ſein, daß ſie mehr erlebt hat wie jede andere Generation=
Wir fühlen, daß es über den Formen etwas Ewiges gibt. Jede
Generation hat ihre Aufgabe, jeder Einzelne iſt ein Stück Volks=
tums
, jeder marſchiert in der großen Ewigkeit ein Stück, und wir
wollen anſtändig marſchieren; es ſoll von uns heißen: Wir waren
keine Schlechten! Langandauernder Beifall ſolgte den Aus=
führungen
des Redners, der anſchließend als Bundesführer noch
einige intereſſante Mitteilungen und Anregungen gab. Vor allem
ſollen die Erinnerungen an die Gefangenſchaft erhalten bleiben,
Nach Abſchluß der Vormittagstagung wurde die Mittagspauſe
mit einem Promenadenkonzert im Freiherrn von Gemmingſchen
Park ausgefüllt. Um 2 Uhr war am Gefallenen=Denkmal eine
eindrucksvolle ergreifende
Ehrung der Token der Armee hinker Stacheldraht,
bei der der Geſangverein Eintracht und die Kapelle Bauer mit=
wirkten
. Die von eigenem Erleben getragene Gedächtnisrede hielt
Pfarrer Fernges. Freiherr v. Lersner legte mit ſchlichten
Worten: Nur der iſt tot, der vergeſſen iſt; wir werden Euch nicht
vergeſſen, Kameraden; dieſen Gruß der Heimat den Toten in der
Ferne einen Kranz nieder. Das Lied vom guten Kameraden
und Ehrenſalven des Kriegervereins beſchloſſen die Feier. An
dem

Feſtzug,

der ſich durch die Ortsſtraßen bewegte und der vom SA= Reiter=
ſturm
eröffnet wurde, beteiligten ſich alle Kameraden und die
befreundeten Vereine mit ihren Fahnen. Er endigte mit einem
Vorbeimarſch an dem Bundesführer. Auf dem Feſtplatz hatten
ſich inzwiſchen mehrere Tauſend Perſonen eingefunden. Der
Bundesführer Kam. Freiherr v. Lersner nahm nach einer
eindrucksvollen kernigen Anſprache die feierliche
Weihe neuer Orisgruppen=Fahnen
vor, mit dem Gelöbnis, treu am Wiederaufbau Deutſchlands
mitzuhelfen. Der Kirchengeſangverein brachte einige ſehr gute
Lieder zu Gehör. Weitere Geſangs= und muſikaliſche Darbie=
tungen
, ſowie turneriſche Aufführungen beſchloſſen den Tag.
Am Montag wurden u. a. gemeinſame Ausflüge in die
nähere Umgebung unternommen, auf dem Feſtplatz herrſchte
reges Leben. Allen ehemaligen kriegsgefangenen Kameraden
wird die eindrucksvolle Tagung in ſteter Erinnerung bleiben. **

Wochendienſtplan der Techniſchen Nothilfe.
Wochendienſtplan.
Donnerstag, den 24. Mai, 19 Uhr: Führerbeſprechung im Mar=
ſtall
. 20 Uhr: Antreten des Spielmannszugs im Marſtall.
20 Uhr: Antreten der Abteilung Techniſcher Dienſt, Zug 1,
im Marſtall 20.30 Uhr: Antreten des Muſikzugs im
Verkehrslokal Reichskrone zur Geſamtprobe.
Freitag, den 25. Mai, 20 Uhr: Antreten der Gas= und Luftſchutz=
abteilung
, Zug I und III im Marſtall, Zug II Maſchinen=
bauſchule
. 20 Uhr: Antreten des Inſtandſetzungsdienſtes
im Hofe der Marſtallgebäude.
Samstag, den 26. Mai, 19.30 Uhr: Antreten der Abteilung Tech=
niſcher
Dienſt, Zug II. zur Nachtübung, Ecke Landskron=
ſtraße
und Ludwigshöhſtraße, mit Geräten.
Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Muſikverein. Heute, Dienstag abend, pünktlich 8 Uhr,
findet eine Geſamtprobe unter Leitung von Herrn General=
muſikdirektor
Friderich ſtatt. Vollzähliges Erſcheinen dringend
erforderlich.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 139

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Dienstag, 22. Mai 1934

Saarkundgebung der NS.=Hago in Mainz.
100 000 Deutſche bekunden auf dem Hand bei Mainz ihre Volksverbundenheit.

LPD. Mainz, 21. Mai.
Aus allen Teilen des Reiches, und nicht zuletzt aus dem
Saargebiet und den Grenzgebieten, in denen Deutſche wohnen,
waren viele Tauſende ſchon am Sonntag in Mainz eingetroffen,
und die reich geſchmückten Straßen der Stadt zeigten einen kaum
jemals geſehenen Verkehr. Die feſtliche Stimmung wurde durch
die in den Nachmittagsſtunden auf allen Plätzen der Stadt ein=
ſetzenden
Konzerte noch erhöht. Der Abend vereinigte einen gro=
ßen
Teil der Beſucher und der Einheimiſchen in dem Stadttheater
zur Aufführung des vaterkändiſchen Schauſpieles Schlageter,
und in der Stadthalle zu einem Saardeutſchen=Abend.
Ungezählte Tauſende hatten ſich am Pfingſtmontag auf dem
Sand, dem Exerzierplatz der ehemaligen Mainzer Garniſon, ein=
gefunden
. Die Sternfahrt der NS.=Hago brachte am erſten Feier=
tage
ſchon Tauſende von Kundgebern hierher. In zwei ſchier end=
loſen
Säulen marſchierten gegen Mittag die Teilnehmer, darunter
größere Gruppen aus allen Teilen des Reiches und Danzig, be=
ſonders
aber aus dem Saargebiet, durch die in Maiengrün und
Fahnenſchmuck prangenden Straßen hinaus auf den von Kiefern=
und Laubbäumen umſtandenen weiten Kundgebungsplatz. Auch
eine Abteilung öſterreichiſcher SA., die wie die Brüder und die
Schweſtern von der Saar beſonders herzlich begrüßt wurde, mar=
ſchierte
im Zuge mit. Die Kundgebung machte in ihrer Geſchloſ=
ſenheit
, Wucht und Sinngebung einen gewaltigen Eindruck, wie
wohl dereinſt vor 750 Jahren das Reichsfeſt Kaiſer Barbaroſſas
in der Ebene von Mainz. An der Stirnſeite der rieſigen Ehren=
tribüne
prangte übergroß das Zahnrad der Deutſchen Arbeits=
front
.
Muſterhaft vorgetragene Sprechchöre der Saarkinder, in denen
die Sehnſucht nach dem Mutterlande zum Ausdruck kam, eröffne=
ten
die Kundgebung. Sodann ergriff der Amtsleiter der NS.=
Hago,
Dr. v. Renkeln,
das Wort und führte u. a. aus: Deutſchland hat ſich geändert. Wie
ſehr ſich das deutſche Volk in anderthalb Jahren gewandelt hat,
dafür iſt dieſe machtvolle und überwältigende Kundgebung des
Handwerks, Handels und Gewerbes ein lebendiges Beiſpiel.
Was noch vor eineinhalb Jahren unmöglich geweſen war, iſt
heute in dieſer Kundgebung verwirklicht worden:
Hunderttauſende deutſcher Handwerker und Kaufleute aus
allen Gauen, ja ſelbſt aus Oſtpreußen, Danzig und Schleſien,
ſind hierher geſtrömt, nicht um an ihr Dorf, nicht an ihren
Berufszweig, oder an das eigene Intereſſe zu denken, ſondern
weil ſie als lebendige Träger der deutſchen Geſchichte in ſich
die geſchichtliche Verpflichtung fühlen, dem Saarvolk die
brüderliche Hand zum Gruß und zur Treue zu reichen.
Regierung und Volk haben mit ſtarken Armen dem Nieder=
gang
und Zerfall von Handwerk und Handel Einhalt geboten. Das
große Inſtandſetzungsprogramm der Regierung hat dem deutſchen
Handwerk einen Auftrieb gegeben. Es beſteht kein Zweifel, daß
nach der Rückehr des Saargebietes ins Reich ſolche Inſtand=
ſetzungsarbeiten
auch dem ſaarländiſchen Handwerk Belebung und
Stärkung bringen werden. Der ſaarländiſche Einzelhandel wird
wie in Deutſchland wieder auf eine geſunde Grundlage geſtellt
werden. Nach der Heimkehr der Saar ins Reich wird die ganze
Wucht und Schlagkraft, die Arbeitsſchlacht des deutſchen 60= Millio=
nen
=Volkes, ſich gegen die Arbeitsloſigkeit auch im Saargebiet
richten. Die Saarkohle wird wieder wie früher nach Deutſchland
ſtrömen. Handel, Handwerk und Gewerbe im Saarland werden
durch Arbeitsbeſchaffungsmaßnahmen eine Belebung in höchſtem
Maße erfahren. Eure Nor iſt unſere Not, eure Hoffnung iſt unſere
Hoffnung. Alles, was wir an Kraft und Fähigkeiten haben, was
wir an Glauben und Hilfsbereitſchaft haben, reichen wir euch
Brüdern von der Saar. Wir wiſſen es unerſchütterlich feſt, daß,
wenn die Zeit da iſt, das ganze Volk der Saar nur eine Antwort
haben wird: ein flammendes, ein überwältigendes Ja.
Nach einem weiteren Sprechchor der Saarknaben, die für
ihre trefflichen Leiſtungen wieder ſtürmiſch gefeiert wurden,
überreichte Amtsleiter Brenner den Saarländern eine Ehren=
gabe
, die ein Vertreter der Saarbrüder mit Worten des Dankes
und mit dem Gelöbnis der Treue entgegennahm. Hierauf trat der

Hauſe: Wir ſind ein Volk von Kameraden geworden und wir
laſſen keinen, wir werden Freunde ſein und Kameraden!
Begeiſtert ſang die ungeheure Menge nach der Rede Dr. Leys
das Deutſchland=, das Horſt=Weſſel= und das Saar=Lied. Mit einem
Sieg=Heil auf den Führer, das jubelnd aufgenommen wurde, war
die eindrucksvolle Kundgebung zu Ende.

Vorſicht vor wilden Sammlern.

Orpheum.

Das Pfingſtprogramm des Orpheums war faſt durchweg dem
Gott des Lachens geweiht. Guſtav Jakoby, Millionen durch
Rundfunk und Schallplatten als Meiſter des Vortrages vertraut,
perſönlich von der Bühne her kennen zu lernen, iſt ein noch weit
größerer Genuß, als ihn nur mit dem Ohr zu vernehmen. Er iſt
mit allen Humoren geſalbt, beherrſcht ein halbes Dutzend deutſcher
Mundarten aus dem ff, verfügt über eine ſeine Pointen glänzend
unterſtreichende Mimik und weiß dem Luſtigen auch einen Schuß
Nachdenklichkeit beizugeben, ſo daß immer die rechte Miſchung
entſteht. Zu einer vergnüglichen Reiſe durch die deutſchen Land=
ſchaften
, Bayern, Schwaben, Naſſau (er ſelbſt iſt Naſſauer), das
Rheinland, Berlin und natürlich Sachſen iſt er der beſte Geſell=
ſchafter
, den man ſich wünſchen kann. Und wenn er zum Schluß als
ſächſiſcher Geſchichtsprofeſſor Unterricht über die Schlacht bei den
Thermopylen erteilt, dann bleibt kein Auge trocken. Er verſteht es
aber auch, bekannten Sprichwörtern etwas am Zeuge zu flicken,
und ſein politiſcher Witz erſchöpft ſich nicht in billigen Späßchen,
ſondern trifft den Nagel auf den Kopf, oder in dieſem Falle die
Zigarre, mit der er Vergleiche zieht, nicht bloß aufs Deckblatt,
ſondern in die Einlage. Jakoby allein iſt ſchon ſozuſagen ein
abendfüllender Humoriſt. Dazu kommen Fritz Neumann, der
beliebte Tenor vom Reichsſender Köln, und Gerhard Ebeler,
der volkstümliche rheiniſche Karnevaliſt. Erſterer brachte u. a.
eine Arie aus dem Zigeunerbaron und das Wolgalied aus dem
Zarewitſch, im übrigen eine Reihe zündender Schlager. Letzterer
wartete mit rheiniſchen Scherzen und, teils mehr, teils wenigen
bekannten Rheinliedern und Kölner Couplets auf, deren Kehr=
reime
vom Publikum gerne mitgeſungen wurden.

In den letzten Tagen iſt von verſchiedener Seite verſucht wone
den, teilweiſe unter Vorſpiegelung falſcher Tatſachen. in Woſt=
nungen
vorzuſprechen und Spenden zu erbitten. In manchen Fäſſi
len iſt es den wilden Sammlern gelungen, Spenden zu erhalten
Es wird daher allen Volksgenoſſen dringend empfohlen, beva=
ſie
ihre Spenden geben, feſtzuſtellen, von wem aus die Sammle/
geſchickt ſind und für welche Zwecke die Spenden ſein ſollen. Untee
allen Umſtänden gebe kein Volksgenoſſe den Sammlern eim
Spende, die ſich nicht genügend ausweiſen können.
Bei dieſer Gelegenheit wird auf Veranlaſſung des Gauamts=
leiters
des Amtes für Volkswohlfahrt Gau Heſſen=Naſſau dargut
hingewieſen, daß die Reichsſammlung der Heilsarmee‟ (Straßem
und Hausſammlung) in Heſſen noch nicht genehmigt
Der Gauamtsleiter des Amtes für Volkswohlfahrt hat mit Rüch
ſicht auf die vielen Sammlungen in letzter Zeit gegen die von
der Heilsarmee geplante Sammlung ſtarkes Bedenken geäußenn
und das Heſſiſche Staatsminiſterium gebeten, eine Genehmigunng
für die Sammlung nicht zu erteilen.

Wiederſehensfeier der 116er in Gießen.

h. Gießen, 19. Mai. Am 28. und, 29. Juli d. J. treffen ſich dig
ehemaligen Angehörigen des Infanterie=Regiments Nr. 116 10
unſerer alten Garniſonsſtadt zu einer großen Wiederſehensſeien=
Der 116er Tag wird durch einen Feldgottesdienſt am 116er Denin
mal eröffnet. Ein Deutſcher Abend in der Volkshalle beſchließ=
den
erſten Feſttag. Der zweite Tag bringt einen großen Feſtzuu
durch unſere Stadt und die eigentliche Wiederſehensfeier auf ders
Trieb, bei welcher der Landesführer des Verbandes ehemaligen
116er, Oberſt Köttſchau=Bad=Nauheim, die Feſtrede hält.

Bensheim, 17. Mai. Man ſchreibt uns: Das Stadtbild iI
Bensheim iſt unter der nationalſozialiſtiſchen Verwaltung um
einige wichtige Neuanlagen bereichert worden, die am Samstan
ihrer Benutzung übergeben werden. Insbeſondere ſind dies din
neue Anlage in der Hindenburgſtraße, der ſtädtiſche Kurpariu
der ſich vom Ritterplatz längs der Schönbergerſtraße gegen deiu
Kirchberg zu erſtreckt und mit ſeiner geſchmackvollen Ausführums
art ein beſonderer Anziehungspunkt zu werden verſöricht. Schlicht
lich kommt noch, wohl als wichtigſte Neuerung, in Betracht dun
neuerbaute Schwimmbad, zu deſſen Erſtellung etwa 1500
Bensheimer Einwohner, die in dem Bensheimer Bauverein
dieſem Zweck zuſammengeſchloſſen ſind, die Bauſteine freiwillſt
und zinslos gegeben haben. Das Schwimmbad liegt in nächſtem
Nähe des Bahnhofs, in der Gartenſtraße, iſt alſo leicht zu eſt
reichen. Es iſt ganz modern ausgeſtattet und verſpricht ein any
genehmer Aufenthalt für alle Beſucher zu werden.

Rieſenfeuer in Chicago.

Faarbric
Un d

Bayern=
BC. Augs

Eamstag: E
der tadSpV
Drei Quadrakkilomeker Gebäude des Schlachthofvierkels zerſtörk. Die Schreckensnachk im dichkeftbevölkertenl eus Hie Fudel
seuerbach
ig richt-B
Wohngebiel. 1500 Berletzke, zahlreiche Toke. Rieſenherden von Schlachkkieren verbrannk.
1e R1.
ſtellten fluchtartig verließen. Die Bekämpfung des Feuers wurdel
infolgedeſſen erſchwert, da bisher die oberſte Leitung von dem
Ueber 1000 Häuſer vernichkek.
Telephon=Amt aus die Rettungsarbeiten leitete.
Um 8 Uhr abends ſah man die Unmöglichkeit ein, dem Feuea,) Sonptag:
Die ſchwerſte Brandkakaſtrophe Amerikas ſeit 1871.
Einhalt zu gebieten. Es wurde daher beſchloſſen,

Führer der Deutſchen Arbeitsfronk, Dr. Ley.

an das Mikrophon, von der Menge mit herzlichen Heilrufen
empfangen. Er ſprach über die echte Kameradſchaft und den
wahren Sozialismus und führte dann weiter aus: Wir haben
keine Kanonen, keine Feſtungen, keine Panzerſchiffe, wir ſind
waffenmäßig geſehen ein wehrloſes Volk. Frankreich hat die
gewaltigſte Armee, die beſten Waffen, es iſt ausgerüſtet wie noch
nie ein Volk ausgerüſtet war. Aber die Welt weiß heute:
Deutſchland hat keine Waffen, aber Deutſchland wurde ein neues
Volk! Man mag uns Glieder abgeſchlagen haben, man mag uns
Menſchen genommen haben, alles das iſt für ein Volk nicht
tödlich, wenn das Herz geſund bleibt. Heute weiß die Welt:
Das Herz Deutſchlands iſt geſund geblieben.
Wir ſind Kameraden, ſind ehrliche Sozialiſten geworden. Ihr
Saarländer in Eurer Heimat, werdet nicht nervös. Es iſt bedeu=
tungslos
, ob ſie den Zeitpunkt der Abſtimmung hinausſchieben
oder nicht. Belanglos iſt das alles. Aber Volk von der Saar und
Ihr Deutſchöſterreicher, und Ihr alle andern, die Ihr daherge=
kommen
ſeid aus Deutſchlands Gauen: Nehmt eins mit Euch nach

EP. Chicago, 21. Mai.
Am Pfingſtſamstag, 5 Uhr (Lokalzeit), brach in der 43.
Avenue in den Viehhöfen der Union Stockyards ganz in der
Nähe der berühmten Schlachthäuſer ein Großfeuer aus, das
mehrere Häuſerblocks in wenigen Stunden niederlegte ſechs
Todesopfer verurſachte und über 40 Millionen Dollar Schaden
anrichtete.
Seit der furchtbaren Brandkataſtrophe im Jahre 1871, wo
18000 Gebäude ein Opfer der Flammen wurden und Chicago
vollkommen neu aufgebaut werden mußte, hat die Stadt, wie
überhaupt die Vereinigten Staaten von Amerika keine ſolche
Feuersbrunſt mehr geſehen.
Als man das Feuſer in einer der Rieſenhallen bemerkte,
legte man ſich ſchon nach wenigen Augenblicken Rechenſchaft über
die gefährliche Lage ab, in der ſich das geſamte Schlachthaus=
Viertel befand. Die aus fünf Kaſernen alarmierten Feuer=
wehren
waren machtlos gegen das Feuer. Um 6 Uhr abends
waren bereits ſämtliche Feuerwehren von Chicago auf dem
Brandplatz, aber alle Anſtrengungen waren vergebens. Ein
ſtarker Wind trieb die Flammen wie raſend vor ſich her. Kurz
vor 6 Uhr ergingen neue Alarmrufe an die Feuerwehren der
Vorſtädte von Chicago, Zehntauſende von Menſchen hatten ſich
inzwiſchen in dem vom Feuer heimgeſuchten Viertel eingefunden.
Unbeſchreibliche Panik herrſchte, da die Hausbewohner kaum
Zeit fanden, ihr nacktes Leben zu retten. Das Feuer griff ſo
raſend ſchnell um ſich, daß die meiſten Bewohner ſich keinerlei
Rechenſchaft über die Gefahr, in der ſie ſchwebten, ablegen konn=
ten
und viele ihre Häuſer erſt verließen, als es über ihren
Köpfen bereits brannte. Der Umſtand, daß das heimgeſuchte
Viertel eines der bevölkertſten der Stadt iſt, vergrößerte die
Panik. Die Mütter ſchrien nach ihren Kindern und die Kinder
nach ihren Eltern. Die Männer, die von der Arbeit heimkehrten,
ſuchten ihre Familienangehörigen. Tauſende von Kraftwagen
befanden ſich um dieſe Zeit auf den Straßen und verurſachten
große Verkehrsſtockungen. Den Feuerwehren wurde die Arbeit
äußerſt erſchwert, da die Menſchen, von Neugier getrieben, ſich
bis zum Brandplatz näherten, um dann von den Rieſenflammen
überraſcht, entſetzt die Flucht zu ergreifen.
Um 7 Uhr abends hatte das Feuer das große Zentral=
Telephonamt des Viertels erreicht, das die 150 Telephonange=

die dem Feuer am nächſten gelegenen Hänſerblocks
zu ſprengen und eine leere Zone zu ſchaffen.

9
Inzwiſchen hatte ſich nämlich auch Waſſermangel bemerlu r möurger S9
gemacht, obwohl die Verwaltung der Waſſerwerke ſämtliche W / StWgg. Fürt
deren Leitungen nach der Stadt geſperrt hatte, ſo daß die ünſ Fimsbütte
Stadt ohne Waſſer war. Die dem Verderben geweihten hälſt, zeuan München
wurden in aller Eile geräumt und geſprengt. Ein ſchauelihe / Emmerich-
Bild bot ſich den Zuſchauern dar, die dieſem an den Krieg / mr-Hanau 1
innernden Schauſpiel beiwohnten. Die Sprengungen verurſachſe 2 1 21, Tuß.
einen ungeheueren Lärm. Krachend ſtürzten die rieſigen Mauem2 jugen
der Häuſer ein und begruben unter ſich die Flammen, die bereſt ſ:3; Holſtei
in die einſtürzenden Häuſer hineinzüngelten.
W
Gegen 9 Uhr abends war das Werk getan und die Feuerwehl
leitung konnte mitteilen, daß die größte Gefahr eines weiteren
Umſichgreifens der Flammen nicht mehr beſtand. Bevor 1000
an die eigentliche Bekämpfung des Brandes gedacht werden konnit. fre
mußten die am nächſten liegenden Häuſerblocks erneut geſchütit
werden. Denn immer wieder ſchoſſen rieſige Flammen in 99
Höhe und trugen auf leicht brennbaren Stoffen das Feuer Hu
derte von Metern weit durch die Luft. Inzwiſchen war M0/ Mkioria Au
Nacht hereingebrochen. Der ganze Himmel war rot gefärbt. nd-Union
mitz 1:1.
Drei Quadratkilometer Gebäude, die Viehbörſe, drei große
Konſervenfabriken, eine Garage mit über 150 Laſtwagen, Nn 969.
zwei Banken, mehrere berühmte Gaſthäuſer, insgeſamt 100
Häuſer, wurden vollkommen zerſtört. Ein Sechſtel der
arbeitenden Bevölkerung Chicagos droht durch die Kato=
ſtrophe
arbeitslos zu werden. Mehrere zehntauſend Stüd Merſpiel,
Vieh verbrannten. Auf 40 Millionen Dollar wird allein Dlm. 56
der Sachſchaden geſchätzt.

Es iſt unmöglich, die Zahl der Todesopfer bereits heüte an0
zugeben. Drei Feuerwehrleute ſind ums Leben gekommen ull 4 ab diesn

drei Arbeiter werden vermißt. Man befürchtet, daß mehreih Eiei
ältere Perſonen ſich nicht rechtzeitig in Sicherheit bringen konm. "
leren
ten und ebenfalls umgekommen ſind. Die Zahl der Verletzte!
wird auf etwa 1500 geſchätzt, darunter befinden ſich 400 Feuens / hervorl
Flan
wehrleute. 1200 Perſonen ſind obdachlos geworden.
Erſt am Sonntag morgen 9 Uhr war die Feuerwehr vollhl n
kommen Herr der Lage. In der Nacht zum Sonntag haben Flio! Mes
ger Spezial=Löſchbomben auf die Brandſtätte geworfen, um dan ſſ
chen
Feuer zu erſticken.

[ ][  ][ ]

Austag, 22. Mai 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 139 Seite 3

ſeſt

uns:

worden,
insbeſor

iſtichen Pemt

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Der Oort an den Pimäftfelrtägen
Pablreiche ſchöne Auslandserfolge deutſcher Sportler.

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die Bauſtein .
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F, iſt alſo ill
ſtet und verhund
rzu werden.

mn dichteſbenf
Fen verbranf
mpfung des Feug
oberſte Leitung
ſten leitete.
möglichkeit ein, W
beichloſſen.
genen Härſerkiut 1
Bone zu ſchaffer.

Die Zußball=Ergebniſſe.

Repräſentativſpiel
innkaarbrücken: SüddeutſchlandWeſtdeutſchland 3:0 (1:0).
Um den Aufſtieg zur Gauliga:
GolBayern: Polizei MünchenSpVgg. Weiden ... 1:2
BC. AugsburgViktoria Aſchaffenburg . . . . . 3:2
Freundſchaftsſpiele:
ſamstag: Eintracht Frankfurt-Boruſſia Fulda 1:1; Union
NiſtdrtadSpVgg. 05 Oberrad 7:0. Sonntag: SV. 09 Somborn
Aauſſia Fulda 3:2; Stuttgarter SC.VfB. Mühlburg 1:1;
SA. FeuerbachFV. Zuffenhauſen 6:2. Montag: Auswahlelf
FraſerichtBoruſſia Fulda 2:5; VfL. Neckarau SV. Wies=
badte
:1.
Süddeutſche Vereine auf Reiſen.
Im Reich:
konntag: Chemnitzer BC.Schwaben Augsburg 4:5; Kon=
koryi
PlauenFC. Bayreuth 1:1; Spfr. MarkranſtädtHanau
18G3 B; SC. GroßröhrsdorfSpVgg. Bous (Saar) 4:2; For=
tunaſragdeburg
Wormatia Worms 0:5; Naumburg 05Sp.=
Vazu Saarlouis 2:2; SpVgg. Erfurt Kurheſſen Kaſſel 1:3;
Hannu ger SV.1. FC. Nürnberg (Sa.) 1:3; SC. 05 Göttingen
Sütg. Fürth (Sa.) 0:7; Hamburger SV.Saarland=Elf 2:5;
TTh.Eimsbüttel Spfr. Saarbrücken 4:0; Union Hamborn
Bayen München 0:1; Hamburg 071. FC. Nürnberg 3:1; Rhein=
volll
EmimerichSaar 05 Saarbrücken 2:4. Montag: SV. 99
LeijmzHanau 1893 5:1; Gera=Weida (komb.)Schwaben Augs=
burg
2:1; TuR. WeißenfelsSpVgg. Saarlouis 3:1; SpVgg.
Görti gen Saarland=Elf 4:3; VfB. Bottrop1. FC. Pforz=
heiln
)3; Holſtein Kiel1. FC. Nürnberg 0:1; Duisburger SV.
zu7 05 Saarbrücken 2:1.
Im Ausland:
. Solothurn Freiburger FC. (So.) 3:5; FC. Aarau
Fräütiger FC. (Mo) 1:2; Olympigues LilleSC. Freiburg 2:4.

Splele im Reich.

1N4toria Allenſtein Union Oberſchöneweide 2:4; Pruſſia
SamtndUnion Oberſchöneweide 5:2: VorR. Gleiwitz-Pr.
Chämitz 1:1: Meißen 08Gutsmuts Dresden 1:4: Gutsmuts
DridenDSS. Aſch 2:0; Rhen=CfR. Köln-Hamborn 07 2:0;
RhleAt=Bor. GladbachSchalke 04 1:3.

Spiele im Ausland.

Läiterſpiel: In Kopenhagen: Dänemark=
ſolen
: SK. LodzMinerva Berlin 1:7.

Polen 4:0 (2:0);

E gab diesmal am Pfingſtfeſt nur wenige überragende ſport=
lichk
= Ereigniſſe, aber mannigfaltig und ſtark beſetzt war das
Spyrntogramm doch. Faſt jeder Sportzweig meldete eine Fülle
vont rittleren und kleineren Veranſtaltungen. Wenn man zwei
Dinu hervorheben will, ſo iſt das einmal der Maſſenbeſuch von
ſaauſad iſchen Turnern und Sportlern im Reich und zum anderen
dies ireuliche Tatſache, daß in zahlreichen Kämpfen mit Vertre=
termes
Auslandes die deutſchen Sportsleute zu ſchönen Erfolgen
kamaft
Lber 60 000 ſaarländiſche Sportler und Turner befanden ſich
auft ſhrten. Durchweg haben die Vertreter der Saar, die allent=
haluße
im Mittelpunkt von feierlichen Treue=Kundgebungen ſtan=
den
inen guten Eindruck hinterlaſſen. In zahlreichen Fällen, ſo
beſeneis in den unzähligen Saar=Fußballſpielen, konnten ſie
ſchö Erfolge melden. Im Saargebiet ſelbſt, in Saarbrücken, fand
am eten Feſttag das bedeutendſte Fußballtreffen der Pfingſttage
ſtart Sid= gegen Weſtdeutſchland. Die Süddeutſchen lieferten hier
enlſger den Erwartungen ein überlegenes Spiel und ſiegten
auch er dient mit 3:0 (1:0). In den zahlreichen Privatſpielen im
Reih haben die Süddeutſchen dagegen nicht überall den gleich
guuhEindruck gemacht. Es gab neben ſchönen Siegen auch manche
Ni=clage. Von den Erfolgen des ſüddeutſchen Fußballs verdient
beſtchets der 3:1 Sieg Erwähnung, den der 1. FC. Nürnberg in
Hanug über den HSV. errang.
ſine angenehme Ueberraſchung brachte der Leichtathletik=
kanm
inn Bologna zwiſchen Stadtmannſchaften von München und
Bollma. Vor 8000 Zuſchauern wuchſen hier die Bayern über ihr
nomles Leiſtungsvermögen hinaus, ſie ſiegten mit 63,51
Prchltien.
Nit ere Auslandserfolge berichteten der deutſche Stehermeiſter
ErellMköller, der in Bordeaux ſeine franzöſiſchen und engliſchen
Gecuer ſchlug, der rheiniſche Rennfahrer Gert in der Elſt, der er=
neAtin
Belgien ein großes Motorradrennen gewann und der
Fröſchtger FC., der in der Schweiz bei Fußballkämpfen den beſten
Eieruc hinterließ. Fortung Düſſeldorf ſpielte beim Fußballtur=
nucn
DLuxemburg eine überlegene Rolle. Schließlich gab es auch
belile internationalen Ruderregatta in Oſtende deutſche Erfolge
undleimn Leichtathletik=Sechs=Clubkampf in London ſchlugen ſich
dic ertreter des Berliner SC. hervorragend. Eine Niederlage
ſeidings eine erwartete holte ſich dagegen die ſüddeutſche
NAch Mannſchaft, die in Vichy einer ſtarken franzöſiſchen Aus=
DAnkt 9:29 unterlag.
Kemn von den Erfolgen deutſcher Sportsleute im Kampf mit
ſtelrh Ausländern geſprochen wird, dann dürfen die deutſchen
Tchöſege beim Rot=Weiß=urnier in Berlin nicht vergeſſen
Neh. Beim Damen=Einzel ſtand hier Marielouiſe Horn in der

Vorſchlußrunde nur noch mit Ausländerinnen zuſammen, aber mit
prächtigen Erfolgen über die Polin Jedrzejowſka und die Ameri=
kanerin
Ryan holte ſich die Wiesbadenerin doch noch den Endſieg.
Im Herren=Einzel führte unſer Meiſter Gottfried v. Cramm die
deutſchen Farben zum Sieg.
Süddeutſcher Fußballſieg.
Weſidenlſchland in Sgarbrücken mit 3:0 (1:0)
geſchlagen.
An den Pfingſttagen ſetzte im Saargebiet eine Maſſen= Wande=
rung
der Saarländer ins Reich ein. Allein 60 000 Turner und
Sportler befanden ſich im Reich auf Fahrten. Dazu kamen noch
Zehntauſende, die zu den großen Kundgebungen nach Mainz und
Trier reiſten. Unter dieſen Umſtänden mußte man ſich wundern,
daß der Fußballkampf Süd= gegen Weſtdeutſchland noch den ſtar=
ken
Beſuch von 5000 Perſonen fand.
Zum Spiel traten beide Mannſchaften mit veränderten Auf=
ſtellungen
an. Es ſpielten:
Für Süddeutſchland: Müller (Freiburg. FC.); Konrad ( Kaiſers=
lautern
), Schmoll (VfR. Mannheim); Abt (Offenbacher Kickers),
Kamenzien (VfR. Mannheim), Kiefer (SV. Waldhof); Heſſen=
auer
, Wenzelburger (beide VfL. Neckarau), Grebe (Offenbacher
Kickers), Förſchler (Feuerbach), Fath (Wormatia Worms).
Für Weſtdeutſchland: Buchloh (Speldorf); Caſper (Krefeld),
Gipka (Oberhauſen); Hoffmann GBenrath), Stephan Schwarz=
Weiß Eſſen), Ibold (Duisburg 99); Elbern 1 (Beuel) Lenzki
(Benrath), Haußmann (Speldorf), Euler (Viktoria Köln), El=
bern
2. (Beuel).
Es gab vorher Stimmen, die der weſtdeutſchen Mannſchaft die
beſſere Papierform und einen Sieg zuſprachen. Die Süddeutſchen
erwieſen ſich dann aber doch als die ſtärkere Mannſchaft, die nach
anfänglicher Ueberlegenheit des Gegners bald den Kampf offen
und ſchließlich ſogar für längere Zeit eindeutig überlegen geſtal=
tete
. Den Ausſchlag gab die beſſere Läuferreihe des Südens, in
der vor allem Kiefer ſehr gut zuſpielte. Sehr ſolid arbeitete auch
die Abwehr. Müller im Tor ſtand Buchloh nicht nach und in der
Verteidigung gefiel beſonders Konrad durch ſeine klaren Abſchläge.
Der von Grebe gut geführte Sturm hatte ſehr ſchnelle Flügel und
in Wenzelburger einen ſchußgewaltigen Mann. Das geſamte Spiel
der Süddeutſchen wirkte gefälliger und war auch einfallsreicher.
Bei den Weſtdeutſchen war zwar Buchloh im Tor ein wirk=
licher
Klaſſehüter, aber ſchon in der Verteidigung ſetzten die
Schwächen ein. Caſper ging noch an, aber Gipka ſpielte oft recht
unſicher. Die Läuferreihe hatte ein mäßiges Zuſpiel und im
Sturm, der ohne wirklichen Zuſammenhang kämpfte, befriedigte
nur der Halblinke Euler.
In den erſten zehn Minuten des zwar ſchnellen, ſonſt aber nur
an Qualität durchſchnittlichen, meiſt auf Einzelleiſtungen geſtellten
Spiels griffen die Weſtdeutſchen beherzt an. Die ſüddeutſche Ab=
wehr
war aber auf dem Poſten. Das Spiel wurde dann offener,
wies aber vorerſt nur wenig geſchloſſene Aktionen auf. Der Süden
erreichte in der 34. Minute durch einen unerwarteten Prachtſchuß
Wenzelburgers aus 25 Meter Entfernung den Führungstreffer.
Nach der Pauſe kam die ſüddeutſche Elf immer beſſer in Schwung.
Mit zeitweilig recht ſchönen Kombinationen drängte ſie den Geg=
ner
meh: und mehr zurück. Schon in der fünften Minute fiel durch
den geiſtesgegenwärtig einſpringenden Grebe bei einem Fehler
Gipkas das zweite Tor. Bei anhaltender Ueberlegenheit ſchoß dann
in der 29. Minute Wenzelburger aus dem Hinterhalt noch ein
drittes Tor. Das Spiel wurde von Zeimet=Saarbrücken gut ge=
leitet
.
Spogg. Ueberau SB. 98 Oſtdk. komb. 3:10 11:4).
Am 1. Pfingſtfeiertag war eine ſtark zuſammengeſtellte
Mannſchaft des SV. 98 in Ueberau zu Gaſt, um der noch jungen,
doch aber rührigen Spielvereinigung ein Propagandaſpiel zu
liefern. Die Darmſtädter dürfen das Verdienſt für ſich in An=
ſpruch
nehmen, ihre Aufgabe weidlich gut gelöſt zu haben, denn
ſie boten den Odenwäldern ein techniſch ausgefeiltes Spiel, das
bei den zahlreichen Zuſchauern guten Anklang fand. Die Ueber=
auer
ſind, obwohl ſie erſt ihr 4. Spiel austrugen, eine recht tüch=
tige
Mannſchaft und zwangen die Lilien, als es in der 2.
Hälfte einmal 3:4 hieß, zur Hergabe ihres ganzen Könnens.
Bei den 98ern ſtand der frühere Handballtorwächter Henß zum
erſtenmal mit recht gutem Erfolg im Fußballtor.
VfL. Michelſtadt VfR. Rüſſelsheim 7:3
VfL. Michelſtadt FC. Soſſenheim 4:1.
Am Hockenkurnier in Bad Dürkheim
beteiligte ſich auch die Hockey=Abteilung der TSG. 46 Darmſtadt
(die frühere Hockey=Abteilung des SV. 98). Sie erreichte bei dem
von Mannſchaften aus der Pfalz, aus Baden, Frankfurt, Aſchaf=
fenburg
, Hanau, Worms, Nürnberg und Saarbrücken beſtrittenen
Turnier folgende beachtliche Ergebniſſe: Samstag, TFC. Ludwigs=
hafen
46 Darmſtadt 2:0; Sonntag: 46 Darmſtadt TV. 61
Kaiſerslautern 3:1; Montag: 46 Darmſtadt MTG. Mann=
heim
0:1.
Die argentiniſche Mannſchaft für die Fußball=
Weltmeiſterſchaft iſt in Italien eingetroffen. Ihr Führer erklärte,
daß man nur eine Amateurmannſchaft mitoebracht habe, die aber
in ihrer Spielſtärke den bekannten argentiniſchen Berufsſpielern
kaum nachſtehe.

Saargäfte ind Ried.

F.V. Hofheim VfB. Dillingen 2:3 (1:2)
Akemannia Gr. Nohrheim Eintracht Altenwald 2:0 (1:0)
Concordia Gernsheim Eintracht Altenwald (Mo.) 1:0 (1:0)
Fußballverein Biblis VfL. Neu=Fſenburg 2:4 (1:1)
VfN. Bürſtadt T. V. Lampertheim 5:4 (2:2)
VfR. Bürſtadt komb. Sp.Vgg. Klein=Hauſen 2:1 (1:1)
Concordia Gernsheim Sportklub Weimar 2:0 (1:0)
Blau=Weiß Worms Vorwärts Bobſtadt 3:1 (1:0).
Die Iſenburger erſchienen in Biblis mit kompletter Mann=
ſchaft
, wo die alte Garde der Mainſtädter wieder herrlichen
Fußball demonſtrierte. Bis zur Pauſe waren die Bibliſer ihren,
techniſch überlegenen Gäſten, durch verſtärkten Eifer beinahe
ebenbürtig, ſo daß ſie ein verdientes Remis erzielen konnten.
Zuerſt gingen die Iſenburger durch eine gute Kombination ihres
Innenſturms, wobei Feldbuſch eine gute Vorlage Remys an
Müller gab, der unheimlich einſchoß, in Führung. Durch Elf=
meter
konnte Müller für Biblis ausgleichen. Nach der Pauſe
ſchoſſen die Gäſte ein zweites Tor, das der Schiri wegen an=
geblichem
Abſeits nicht gab. Waibel erzielte auf Vorlage ſeines
Bruders das zweite Tor. Job erhöhte im Anſchluß an eine gute
Kombination auf 3:1. Blum ſetzte mit wunderbarer Körper=
täuſchung
ſchließlich unhaltbar einen Handelfer in das Netz.
Der Bibliſer Stürmer Schmehlich verkleinerte den Iſenburger
Vorſprung mit prächtigem Torſchuß auf 4:2. Die 250 Zuſchauer
waren mit den beiderſeits gezeigten Leiſtungen ſehr zufrieden,
Die Saarſpiele im Ried brachten den Ortſchaften Süd=
heſſens
prächtige Demonſtration für die brüderliche Verbunden=
heit
aller Deutſchen und die Vollsgemeinſchaft im Neuen
Reich, ſo daß unſere Brüder von der Saar mit den beſten Ein=
drücken
aus dem Ried ſchieden. In Hofheim ſpielte der Bezirks=
ligiſt
VfB. Dillingen 2:3 vor zahlreichen Zuſchauern. Auch in
Groß=Rohrheim und Gernsheim waren die Saarkundgebungen
wahre Vollsfeſte, wobei die Spiele vor zahlreichen Zuſchauern
ſehr ſchön und fair durchgeführt wurden.
H. H.
Deutſche Siege bei Rokweiß.
Frl. Horn und G. v. Cramm gewinnen die Einzelſpiele
Die Befürchtungen, daß ſich beim internationalen Tennis=
Turnier von Rotweiß in Berlin die Ausländer mit Erfolg durch=
ſetzen
würden, haben ſich erfreulicherweiſe ſowohl im Damen= als
auch im Herren=Einzel nicht bewahrheitet. In beiden Konkurren=
zen
gab es vielmehr ganz beſtechende deutſche Siege. Beſonders
hervorzuheben iſt die grandioſe Leiſtung der jungen Wiesbadnerin
Marielouiſe Horn, die in ihrem Endkampf gegen die ſtarke
Kalifornierin Elizabeth Ryan ein hervorragendes Tennis demon=
ſtrierte
und ſchließlich ganz glatt 6:2, 6:2 gewann. Auch im Her=
ren
=Einzel hat der deutſche Meiſter Gottfried v. Cramm
gerade zur rechten Zeit wenige Wochen vor dem Beginn des
Davispokalkampfes in Frankreich ſeine wahre Form gefunden.
v. Cramm ſpielte gegen den Italiener Palmieri wie in ſeinen
beſten Tagen und überfuhr ſeinen Gegner im wahrſten Sinne
des Wortes 6:0, 6:1, 75. Der Italiener konnte ſich nur im letzten
Satz etwas hervortun, verlor aber ſchließlich doch ſicher.
Einen prächtigen Rahmen bildeten die rund 4000 Zuſchauer,
die über die deutſchen Siege natürlich hoch erfreut waren. Auf den
Ehrenplätzen ſah man u. a. Reichsminiſter Graf Schwerin=Kroſigk,
den Prinzen Schaumburg vom Propaganda=Miniſterium, den
litauiſchen Geſandten Schaulis mit ſeiner Gattin, Vertreter der
italieniſchen Botſchaft, ſowie die Geſandtſchaften von Schweden,
Dänemark, Belgien, Polen und der Tſchechoſlowakei.
Das internationale Tennisturnier von Rot=Weiß Berlin
brachte auch in ſeinem weiteren Verlaufe am Nachmittag des zwei=
ten
Pfingſttages deutſche End=Erfolge. Im Damen=Doppel war
der Sieg dem deutſch=amerikaniſchen Paar Horn=Ryan mit
0:3, 6:1 über die Auſtralierinnen Hartigen=Molesworth nicht zu
nehmen. Frl. Ryan war am Netz hervorragend. Sie verſtand ſich
mit ihrer deutſchen Partnerin ganz ausgezeichnet. Die Schluß=
runde
des Herren=Doppels ſah das prächtig aufeinander einge=
ſpielte
Paar Frenz=Dr. Deſſart als 6:4, 6:3, 6:2 Sieger
über die tſchechiſche Kombination Vodicka=Caſka. Die Prager wa=
ren
im Stellungsſpiel unterlegen und konnten vor allem den am
Netz ſchön arbeitenden Dr. Deſſart nur ſelten überwinden. Den
Beſchluß der Kämpfe machte das Endſpiel im Gemiſchten Doppel
zwiſchon den Deutſchen Frl. Horn=v. Cramm und den Ameri=
kanern
Frl. Ryan=Hines. Die deutſche Kombination ſiegte 9:7, 4:6,
6:2 und ſchaffte damit den fünften deutſchen Erfolg. War die Kali=
fornierin
Ryan am Netz ein ſtarkes Bollwerk, ſo gab bei dem deut=
ſchen
Paar die überragende Mannſchaftsleiſtung den Ausſchlag.
Medenſpiele in Frankfurk a. Main.
Die Mannſchaft des Gaues Südweſt.
Für die Frankfurter Medenſpiele am 26. und 27. Mai hat der
Gau Südweſt folgende Spieler für ſeine Mannſchaft beſtimmt:
Dr. Landmann, Goſewich, Henke. Erwen und Dohnal. Der ſechſte
Spieler wird in Ausſcheidungskämpfen zwiſchen Bäumer und Sig=
wart
ſowie Klaß und Endres ermittelt. Im Doppel vertreten
Landmann=Goſewich, Henke=Claß und Sigwart=Bäumer die Inter=
eſſen
des Gaues Südweſt.
Einen neuen Weltrekord erreichte der japaniſche Olympia=
Zweite Makino auf der 800 Meter Crawl=Strecke. Der Japaner
unterbot mit 9:48,8 Minuten ſeinen im Vorjahre aufgeſtellten
Weltrekord von 10:08,6 um faſt 20 Sekunden.

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Seite 6 Nr. 139

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Städtewettkampf auf der Woogswieſe.

Knappe Siege der Darmſtädker.

Handball: Stadkelf Oſtdk. Saarbrücken 7:5 (2:3).
Fauftball: Skadkelf Darmſtadt Saarbrücken 33:25.
20 Runde: Sieger Oſtdk. mit 20 Mkr. Vorſprung.

Im Rahmen der Saarkundgebung kam auf den Woogswieſen,
dem ſchönen Sportplatz der Darmſtädter Turn= und Sportgemeinde
1846, am 1. Pfingſtfeiertag dieſes Kräftemeſſen von Darmſtädter
Turnern und Sportlern mit denen von Saarbrücken zum Austrag.
Ein ſtattlicher Zug von Aktiven es mögen insgeſamt 400 ge=
weſen
ſein kam vom Vereinshaus am Woogsplatz nach dem
Oſtbahnhof marſchiert. Ein wahrlich ſchönes Bild, dieſe Jugend
im bunten Sportdreß mit den Vereinsfahnen beider Städte. Die
unermüdliche Polizeikapelle Buslau ſorgte für erſtklaſſige Muſik.
Der Platz an der Woogswieſe hat kaum jemals ſoviel Menſchen
beherbergt wie an dieſem Tag. Es dürften zwiſchen 3000 und
4000 Beſucher geweſen ſein, die der Saarkundgebung beiwohnten.
Gleich nach Eintreffen des Feſtzuges auf dem Platz kam

das Handball= Skädkeſpiel

zum Austrag. Der Zweck, den das Spiel für die Veranſtaltung
zu erfüllen hatte, war vollauf erfüllt. Leiſtungen, wie wir Darm=
ſtädter
ſie gewöhnt ſind, bekamen wir zwar nicht zu ſehen, doch
angenehm enttäuſcht hat Saarbrücken. Trotz der Strapazen der
Bahnfahrt und nach dem Empfangsabend war die Mannſchaft gut
in Fahrt, ſie zeigte beſten Kampfgeiſt und Eifer, ſo daß erſt in
den letzten Minuten die Entſcheidung für Darmſtadt fällt.
Dem Schiedsrichter Dr. Harth ſtellten ſich die Mannſchaften
in folgender Aufſtellung:
Sarg (Burbach)
Saarbrücken:
Stark (Turnerbund), Hübſchen (Burbach)
Görr (Burbach), Groß (Tbd.), Mayländer (Tbd.)
Jung (Burb.), Haag, Knüppel, Buhler (Tbd.), Brabender (Burb.)

Feick (98), Schmitt (46), Freund (98), Witzleb (46), Wahl (98)
Dittmar (98), Delp (98), Rauſch (46)
Schmidt (46), Koch (98)
Sänger (46)
Darmſtadt:
Zum Spiel: Der erſte Angriff der Darmſtädter ſtockt ſchon
und die ungewohnte Zuſammenarbeit im Sturm tritt zutage. An
Lattenſchüſſen und Ausbällen fehlts nicht. Die Saarbrücker ent=
puppen
ſich als gute Elf, und Darmſtadts Hintermannſchaft be=
kommt
zu tun. Ein Strafſtoß ihres Rechtsaußen führt in der

3. Minute zur Führung für die Gäſte. Erſt 5 Minuten ſpäter
gelingt Darmſtadt durch Freund der Ausgleich. Derſelbe Spieler
iſt es, der die Führung auch mit 2:1 für ſeine Farben holt. Saar=
brückens
Mittelſtürmer ſchafft im Alleingang den erneuten Aus=
gleich
und der Halbrechte Haag ſogar die Führung, ſo daß der
Halbzeitſtand 2:3 lautet.
Die zweite Halbzeit des Spiels, das infolge des Programms
nur zweimal 20 Minuten dauerte, verlief faſt ſo zahm wie die
erſte Hälfte. Auch jetzt ſind Feick, Schmitt und Witzleb von Schuß=
pech
verfolgt. In der 3. Minute kommt eine Vorlage Delps an
Freund zu Schmitt, und letzterer beſorgt den Gleichſtand 3:3.
Noch etliche gut aufgebaute Angriffe der Darmſtädter ſcheitern
an Mißverſtehen der Fünferreihe. Eine Ausnahme macht noch
Freund. Die Saarbrücker holen ſich abermals die Führung 3:4.
Stark behindert iſt die heimiſche Elf durch das hohe Gras, wäh=
rend
Saarbrücken ſich beſſer damit abfindet. Wieder iſt Freund
der Durchreißer, der das 4:4 herſtellt. Wahl holt nach ſchönem
Wechſel auf links die erneute Führung 5:4, Feick beſorgt im
Alleingang das 6:4, doch Knüppel, der gute Mittelſtürmer der
Saarmannſchaft, iſt auf Reduzierung beſeſſen und verringert auf
6:5. Delp, Dittmar, Feick tragen nochmals einen ſchönen Angriff
vor, der von Erfolg gekrönt iſt und das 7:5 ergibt. Dr. Harth
als Schiri korrekt und doch großzügig.
Außer der erſten Fauſtballmannſchaft ſpielen noch Alte
Herren Saarbrücken Alte Herren Tgde. Beſ=
ſungen
; ſie trennten ſich unentſchieden, ebenſo die Tur=
nerinnen
von Saarbrücken und Darmſtadt. Dieſen Spielen
lag mehr werbender freundſchaftlicher Wert zugrunde.

. 14:6.
TV. Seckbach TV. Auerbach .
TV. Götzenhain SF. 05 Saarbrücken . . 7:9.
Tſch. Dreieichenhain FSV. Frankfurt komb. 3:3.
VfR. Schwanheim VfR. Mannheim . . . 8:8.

Sppgg. 04 Arheilgen -Polizei Mülheim 10:10 14:7)

Die urſprünglich auf den Exert verpflichteten Poliziſten
aus Mülheim (Ruhr) traten am 2. Pfingſtfeirtag auf dem Ar=
heilger
Mühlchen der Sp. Vgg. gegenüber. Die Gäſte finden ſich
ſofort zurecht, gehen mächtig ins Zeug, und ehe ſich die Platz=
beſitzer
beſinnen, haben ſie 5 Tore vorgelegt. Dann erſt gelingt es
den Leuten vom Mühlchen, durch den Mittelſtürmer Schäfer 4 Tore
aufzuholen. Bis zur Pauſe vergrößern die Gäſte ihre Torausbeute
auf 7 Tore. Nach der Halbzeit macht ſich doch bei den Gäſten eine
gewiſſe Müdigkeit durch die Reiſe bemerkbar, ſo daß Arheilgen
wieder aufkommen und das Spiel auf 10:10 ſtellen kann. Das
Ergebnis dürfte den gezeigten Leiſtungen gerecht ſein. Das faire
und in kameradſchaftlichem Geiſte ausgetragene Treffen wurde
von Nebling=Darmſtadt gut geleitet. Am Abend traf man ſich zu
einigen gemütlichen Stunden im Löwen,

Olympia=Kurſus der Waſſerballer.

Die Probeſpiele am Pfingſtſonnkag.

Nationalmannſchaft in Frankfurt.

Der Deutſche Schwimmverband hatte am Pfingſtſonntag
ſeine Waſſerball=Nationalmannſchaft, ſowie verſchiedene gute
Kräfte des Nachwuchſes im Frankfurter Stadion zu einem
Training und einigen Probeſpielen zuſammengezogen. Vormit=
tags
ſah man die Waſſerballſpieler drei Stunden im Training,
den Spielen des Nachmittags wohnten dann 1500 Zuſchauer
bei. Nach einem 400=Meter=Crawlſchwimmen für alle Spieler,
das aber nicht gewertet wurde, ſchlug zunächſt die National=
mannſchaft
eine Auswahl des Bezirks III im Gau Südweſt
ganz überlegen mit 12:2 (8:0). Die Nationalmannſchaft, die recht
gute Leiſtungen zeigte, trat dabei in folgender Aufſtellung an:
Heinrichs (Hellas Magdeburg); Dr. Schürger (Bayern Nürn=
berg
), Amann (Hellas Magdeburg); Lemp (Nürnberg); Ake
Rademacher (Hellas Magdeburg), Schwartz (Poſeidon Köln),
Schulze (Magdeburg 96). Eine National=B=Mannſchaft, die
ſich aus Magdeburger Nachwuchsſpielern, ſowie aus den beiden
Ludwigsburgern Schraag und Kleis zuſammenſetzte, fertigte eine
DT.=Mannſchaft des Gaues Südweſt mit 9:3 (5:0) ab. Den
Abſchluß bildete ein Spiel zwiſchen der A= und der B= Mann=
ſchaft
. Hier waren die älteren Nationalſpieler doch noch klar
überlegen, ſie fertigten den Nachwuchs hoch mit 7:1 (4:0) ab.
Der Olympia=Vorbereitungskurſus der 18 Nationalſpieler
im Waſſerball wurde am zweiten Pfingſttag am Vormittag in
Darmſtadt und am Nachmittag wieder in Frankfurt fortgeſetzt
und beendet.

Die angeſehten Vormitkagsſpiele
in Darmſtadt

hatten mehr als 1000 Zuſchauer an den Woog gelockt, die ſo als
Auftakt der Waſſerſportſaiſon recht vielverſprechende Begegnungen
unſerer Olympia=Kandidaten ſahen.
Zunächſt ſtanden ſich die deutſche B=Mannſchaft und die zweite
Stadtelf Darmſtadts gegenüber, und das beſſere Zuſammenſpiel
des geſamten B=Angriffs fand ſeinen Ausdruck in dem 10:1 (5:1)
Ergebnis. Den Ehrentreffer der Einheimiſchen war Weicker.
Die Begegnung

Nationalelf Stadtelf Darmſtadt

ſah folgende Mannſchaften im Waſſer: Nationalelf: Heinrich;
Dr. Schürger, Amann; Hellfold; Lamke (der nach dem Wechſel durch
Acki Rademacher erſetzt wurde), Schwartz, Schußze; Stadt=
elf
: Schmidt (46); Schüßler (JD.), Leonhardt (75); Orlemann
(JD.); Langjahr (75) (der nach dem Wechſel durch Hanſt (46)
erſetzt wurde), Mayer (JD.), Berges (JD.). Recht vielver=
ſprechend
eröffnete die Stadtelf. Ehe Heinrich ſich verſah, hatte
Mayer ſchon in die lange Ecke zum Führungstor für Darmſtadt
eingeworfen. Nach dem von Orlemann unterbrochenen Angriff
der Nationalen ſchießt Berges aufs Tor, der harte Ball wird
abgeſchlagen, Langjahr ſpurtet heran und drückt den Ball zum 0:2
über die Linie. Nun flackert der Kampfgeiſt der Gäſte auf, ſofort
gehen ſie in breiter Viererformation zum Angriff über und
Schulze wirft unhaltbar zum 1:2 ein. Eine feine Aktion führt
dann zum 3. Darmſtädter Treffer. Die für den Sturm der Wei=
ßen
gedachte Vorlage holt ſich Orlemann, krault damit ab, und
als Amann eingreift, kommt Berges zum unbehinderten Wurf.
Heinrich kann zwar dieſen Ball unſchädlich machen, doch Langjahrs
Nachſchuß ſitzt unhaltbar im Gehäuſe. Jetzt dominiert jedoch das
überlegte Angriffsvermögen der Gäſte. Angeſichts der oft recht
maſſiven Verteidigung kommt ſelten ein einheitlicher Verſuch der
heimiſchen Sturmreihe zur erfolgverſprechenden Chance, und die
Weißen erhöhen bis Spielende mühelos auf 8:3 (5:3). In einer
Verlängerung von 5 Minuten ſchrauben ſie die Torausbeute auf
12 Treffer, denn Langjahr (der für Berges eingewechſelt worden
war) ein 4. Tor der Blauen entgegenſetzt.
Die Nationalen ſtrengten ſich nicht beſonders an, denn
ihr Sieg ſtand nie außer Frage; die bisherigen Uebungsſpiele
haben erkennbaren Erfolg gehabt, der ſich namentlich in der
wechſelnden Angriffstaktik ausprägte. Das Dutzend Tore verteilt
ſich mit 6 auf Schwartz, 5 auf Schulze und 1 auf Rademacher.
In der Stadtelf ſpielte der Angriff zu durchſichtig und
ſtand vielfach, anſtatt durch Freiſchwimmen und Dazwiſchen=

ſtarten mehrfach den ankommenden 4. Stürmer Schußgelegenheiten
zu ermöglichen, wie das die Gegenſeite demonſtrierte. Orlemann
kämpfte noch am wirkſamſten gegen dieſe Stürmertaktik an, wurde
allerdings aus dem Sturm nicht genügend unterſtützt. Für die
heimiſcher Waſſerballer waren beide Vorſtellungen der deutſchen
Mannſchaften jedenfalls wertvolle Lektionen für die neuen

Serienſpiele.

Die Nachmiklagsſpiele im Frankfurker Skadion

brachten vor 800 Zuſchauern knappere Reſultate. Einmal zeigten
ſich bei den Nationalſpielern allmählich Ermüdungserſcheinungen
und dann kannten ſich nun die Gegner auch ſchon beſſer aus.
Die National=A=Mannſchaft beſiegte eine Turnermannſchaft des
Bezirks III im Gau Südweſt mit 8:2 (4:1), während die
B=Mannſchaft über eine DSV=Mannſchaft des Bezirks III im
Gau Südweſt mit 6:2 (3:0) ſiegte. Zum Schluß trat in einer
verkürzten Spielzeit die A=National=Mannſchaft gegen die B=
Auswahl an und ſiegte mit 6:3 (2:0). Ein 100=Meter=Crawl=
Einlageſchwimmen, an dem auch alle Waſſerballſpieler teilnah=
men
, wurde im Endlauf von Schwartz=Köln in 1:03.2 Min. vor
Maus=Offenbach 1:03.3 Min. und Lorey=Wiesbaden 1:04 Min.
gewonnen.

Zurnerband Jaun 1ots Bariſiaor.

Aenderung des Uebungsplanes.

In Anlehnung an die Bekanntmachung der Brigade 50 der
SA. erfährt der Uebungsbetrieb auf dem Platz eine kleine Aen=
derung
. Die Uebungsſtunden für Volksturnen und Gym=
naſtik
finden jeweils Dienstags und Freitags ſtatt. Beginn wie
bekannt 5 Uhr. Wir erſuchen alle Volksturner und Spieler, an
dieſen Tagen anweſend zu ſein. In dieſer Woche findet das
Training ausnahmsweiſe nur am Freitag ſtatt. Die Leitung liegt
in den Händen von Turnbruder Schließmann. Der Uebungs=
plan
der Turnmannſchaft iſt wie ſeither Mittwochs und
Freitags ab 9.30 Uhr Turnhaus, Dieburgerſtraße.
Für Handball= und Fußballſpieler findet am
Donnerstag, 8.30 Uhr, eine gemeinſame Verſammlung beider Ab=
teilungen
im Turnhaus ſtatt. Es wird ein vollzähliges Erſcheinen
aller Spieler erwartet.
Am Samstag, den 26. Mai, 8.30 Uhr, findet im Kneip=
ſaale
des Vereinshauſes

eine Schlageter=Gedenkfeier

ſtatt. Die Feier wird umrahmt von Chorvorträgen der Turner=
ſingmannſchaft
, und gemeinſame Lieder der Verſammlung werden
hinüberleiten zu der Gedenkrede des 2. Führers, Bezirksdietwart
Gorr. Es wird von allen Turnern und Turnerinnen erwartet,
daß ſie bei dieſer Feierſtunde, die dem Helden der Nachkriegszeit
Albert Leo Schlageter gewidmet iſt, vollzählig zur Stelle ſind.
Nach der Feierſtunde iſt eine kurze geſchäftliche Tagung, bei
der der neue Turnrat Weg und Ziel des Turnerbundes
bekanntgeben wird. Es wird beſonders allen Fachwarten und Mit=
arbeitern
zur unbedingten Pflicht gemacht, an dieſer Veranſtal=
tung
teilzunehmen.

Turngemeinde Beſſungen 1865.

Morgen, Mittwoch, 20.30 Uhr, findet für ſämtliche
Abteilungsleiter, Vorturner und Spielführer eine Pflichtſitzung
im Sitzungszimmer des Vereinshauſes ſtatt. In Anbetracht der
Wichtigkeit der Zuſammenkunft darf kein Turner unentſchuldigt
fehlen.

Die deutſche Mannſchaft für die Fußball= Weltmeiſter=
ſchaft
bat ſich an den Pfingſttagen in Singen am Hohentwiel
(Bodenſee) geſammelt und tritt von dort aus am Dienstag die
Weiterreiſe nach Oberitalien an.
Die ſüddeutſche Rugby=Mannſchaft wurde in
Vichy von einer ſtarken franzöſiſchen Auswahlmannſchaft mit 29:9
(13:3) geſchlagen.
Der Grand Prix von Marokko in Caſablanca wurde
von Louis Chiron auf Alfa Romeo vor Etancelin (Maſerati), Le=
houx
(Alfa Romeo) und Straight (Maſerati) gewonnen. Deutſche
Rennfahrer waren nicht am Start.

Dienstag, 22. Mai 1934
5. Reichs=Modell=Segelflug=Wektbewent /443.
Pingnen anf der Aucn.

Der 5. Reichs=Modell=Segelflugwettbewerb, verbunden n
einem Jungfliegertreffen, übte an den Pfingſttagen auf der MIi

ſerkuppe in der Röhn eine ſtarke Anziehungskraft aus. 600 90,
dellbauer des Deutſchen Luftſport=Verbandes und der Hitnt,
Jungfliegerſcharen waren mit 700 Modellen zum Wettbewo
angetreten. 15 000 Zuſchauer wohnten der intereſſanten Vern

ſtaltung bei, darunter auch zahlreiche Ehrengäſte, wie Obenz,

bietsführer Ritter v. Schleich, die Miniſterialräte Geyer un a
Brandenburg, die Mehrzahl der Landesgruppenführer des D97 u

bekannte Kriegsflieger und Pioniere des Segelfluges. Fern; Foie
kamen noch 1200 Angehörige der Hitler=Jungfliegerſcharen
allen Teilen des Reiches und 100 Jungens von der Saar, ſ0.01
alle Teilnehmer wurden die Tage auf der Waſſerkuppe zu eimn z :uch duich

tiefen Erlebnis. Leider war der Präſident des DLV., Fliege umen darunt
kommodore Lörzer, am Erſcheinen verhindert und auch das Lus, um drei Stun

ſchiff Graf Zeppelin konnte ſeinen angekündigten Beſuch nin jerte uſer Alt
ausführen, da ihm ſtarke Gegenwinde den Weg zur Rhön izpzalten,
dem guten
ſchwerten.
Nach einer feierlichen Flaggenhiſſung und nach einer Prüfug iu=ieſanten Ra
der Modelle begannen die Starts. Dank der glänzenden Orgon, mermſtadt) und
ſation konnten an beiden Tagen 300 Starts durchgeführt werdc, weonn den viele
Trotz des böigen, ſtarken Wixdes kam dabei ein recht guter Dunn ſſcsn zu ſehen
ſchnitt heraus, der wieder in baulicher Hinſicht einen ſchönen Asms hinter dem
weis von dem Forſchungsdrang unſerer Jugend vermittelte. ur= vergeblich
Nahmen einer Heldengedenkfeier am Fliegerdenkmal ſprachtſee=ue, jedoch t
Ritter v. Schleich und Miniſterialrat Geyer.
enwite. Bei d
Am zweiten Wettbewerbstag wurden ausſchließlich Hochſta uineweringe Läng
durchgeführt, die aber bei dem ſtarken Wind nur wenige gia ſin=eit der letzte
Neſultate lieferten. Die von Profeſſor Dr. Georgii=Darmſtadt vua, m 100 Meter=
genommene
Preisverteilung ſchloß den Wettbewerb ab. TA. oſen weifellos
Ehren= und Wanderpreis des Deutſchen Luftſport=Verbandes f 9 wen techniſche
die beſte Geſamtleiſtung erhielt Günther Marth=Berlin füusen erzielt.
ſeinen neuen Deutſchen Rekord von 12.35 Minuten Dauer uu m erſten Garni
4000 Meter Strecke. Der Ehrenpreis des Reichsjugendführen iwier Acker
v. Schirach fiel an Hans Knits=Fulda. Weitere Preiſe erhim nsochſprung
ten in der Klaſſe A. Vieregge=Bald=Uelzen für die Dau u fafüberall ſeher
Hans Knits=Fulda für die Strecke, in der Klaſſe A I Günkl m 7580 Meter
Marth=Berlin für die Dauer, Hempel=Jena für die Strau zu ſrl. Köhle
in der Klaſſe B=Senioren Lammermeyr=Fulda für eine Dauer vau weDden ebenfal
8:52 Min. (durch Fernbeobachter wurde ſogar eine Dauer von 13.6 m Jugend iſt
feſtgeſtellt) und Collet=Mannheim für die Strecke. Weiterhl m 1,63 Meter
kamen eine größere Anzahl von Bauprämien und Ehrenpreiſſi chdet der S
zur Verteilung. Die Teilnehmer von der Saar erhielten beſonden m=ieien war,
Geldprämien und Ehrenpreiſe.

239 Kilomeker Segelflug Siſchets nach Weimat.

Der bekannte Segelflieger Hans Fiſcher von der Aru
demiſchen Fliegergruppe, der in den letzten Tagen durch ve
ſchiedene Fernſegelflüge, darunter ein Flug mit vorher beſtimmn
tem Ziel von 120 Km. erneut von ſich reden machte, flog am
Pfingſtſonntag auf dem Segelflugzeug Windſpiel, der berühnp
ten Konſtruktion der Darmſtädter Akaflieg, von Darmſtau 100 Mei
nach Weimar. Dieſe Entfernung von 239 Km. ſtellt die biem
herige Höchſtleiſtung dieſes Jahres dar. Weitere Einzelheite=
(
über den Flug folgen noch.
300 Meter: 1

Schwediſche Handballer in Deutſchland
am 31. Mai in Darmſtadk.

M0 Meter: 1
Die Aufnahme des Handballſpieles, in das Programn Mn 70 Meteri
Olympiſchen Spiele hat auf alle handballtreibenden Länder einenm Au BSC. 90
mächtigen Anreiz ausgeübt. Vor allem verſuchen die einelnemn Biill Meter; 1.
Nationen noch vorher in Spielen der beſten Vereinswannſchaſtens w /Min;
und der Nationalmannſchaften das Können zu heben und Nexu 000 Meter; 1.
gleichsmöglichkeiten zu erhalten. Naturgemäß ſteht Deutſchland i.
19:50,3 Min
Mittelpunkt dieſer Spiele. Spielabſchlüſſe mit Ungaxn, de ſprung:

Schweiz, Holland, Luxemburg, Polen und Dänemark ſind
Darmſtad
Gange. Mit Schweden iſt bereits ein Spielplan feſtgelegt.

Reiſe der beſten ſchwediſchen Handballſpieler nach Deutſchland jun Aglſtohen:

det in der Zeit vom 25. Mai bis 4. Juni ſtatt. Der Syte? Klein=Um
plan ſieht Spiele gegen Städtemannſchaften vor und zwar: Sonly /00 Meter=St
tag, den 27. Mai, in Hagen. Diensdag, den 29. Mai, in Aacht?
3. BSC. 9
Donnerstag, den 31. Mai, 19 Uhr, in Darmſtadt.
W700 Meter=
Die DSB. betrachtet dieſe Spiele als erſte Vorbereitun
der Olympia=Mannſchaft. Die nächſtfolgende Olympig 1 Hlnd);
Arbeit ſtellen die Pokalſpiele der Gaumannſchafte
mit dem Endſpiel bei den Deutſchen Kampfſpielen in Nürr 0 Meter=
berg
dar.
1a00 Sek.
MMeter: 1
Turn= und Sporkverein e.V. Meſſel.

In der Zeit vom 19. Mai bis 3. Juni 1934 wird in Un 1. W Darm
ſerem Verein eine große Werbeaktion einſetzen, um alle diejems 90 Meter:

SV. 98
furt) 2:1

gen als Mitglieder zu erfaſſen, die ſeither unſerem Verein nad
fernſtanden. Nur wenige Vereine beſitzen eine ſolch herrliähd !04 Meier: 1
Sportplatzanlage wie wir. Es wäre daher aufs tiefſte zu Ml
1.508 M
dauern, wenn ſie, die unter den größten finanziellen Opfern 1u M.ſrung: 1 9
ſerer Mitglieder erworben wurde, nicht voll und ganz ihin
Zweck infolge ungenügender Benutzung erfüllen könnte. Spo Rinſ. Meter
iſt eine Lebensnotwendigkeit unſeres geſamten Volkes. Noch 79
enwerfen:
wurden ſo viele Sport= und Turnplätze angelegt, als in neueſahn
SeieAnſte
Zeit. Welch große Bedeutung im Dritten Reich der Turn= uid
Kramer
Sportbewegung entgegengebracht wird, geht am beſten aus M0
ſel:
Rede des Führers auf dem Stuttgarter Turnfeſt im Auguſt 19
gen Jahres hervor, die jedoch leider von vielen Volksgenoſl!
unter dem Anſturm der politiſchen Ereigniſſe nicht ſo gewürdng
und in der Erinnerung behalten worden iſt, wie ſie es mit ihr.n
grundſätzlichen Auslaſſungen über die Vorausſetzungen /
die Formen der Leibesübungen im neuen Deutſchland eigent.?

verdient hätte. Der Führer ſagte u. a.: Im Dritten Reig, ? 8i
nicht nur das Wiſſen, ſondern auch die Kraft, und höchſtes 306e
iſt uns der Menſchentyp der Zukunft, in dem ſtrahlender Goeh
ſich findet im herrlichen Körper, auf daß die Menſchen über 6e‟

und Beſitz wieder den Weg zu idealeren Reichtümern finden.
Und zum anderen ſagte er: Denn was Millionen Menſchſt

haltung aller. Die körperliche Ertüchtigung des einzelne
Mannes und der einzelnen Frau, ſie führen zur körperlichcke, ſ
Kraft und Geſundheit der Nation. Das gerade und geſunde
Volk aber wird auch geiſtig nie den Irrtümern erliegen, deſſine
das einſeitig überlaſtete Gehirn nur zu leicht verfällt.
Der Förderung dieſer Erkenntnis, der Einführung in w
Grundlagen der Leiſtungen, die Hitler ſo hoch anerkannte. 9
der Bitte an alle Volksgenoſſen, ſich der Arbeit an den Doſc

zielen deutſcher Leibesübungen zuzugeſellen, diene dieſer Auſt.=
In unſere Reihen gehört daher jeder deutſche Mann und iee
deutſche Frau, denen es um kraftvolle und geſunde 5!

kunft unſeres Volkes ernſt iſt. Wir ſtellen unſere Werbund.
keines anderen Vereins Arbeit in Gegenſatz. Wir wollen ledis.

werben für die gute Sache und jedem Gelegenheit geben. Ei
Körper in unſeren Reihen zu ſtählen. Denn Leibesübungen.N
Dienſt am Vaterlande.
Darum appellieren wir an den Idealismus und das Plult
bewußtſein der geſamten Meſſeler Einwohnerſch!

Kommt zu uns alle, groß und klein, denn keiner iſt zu alt. L
keiner iſt zu jung, daß er nicht ſeinen Platz und ſeine Pilid
und ſeine Freude fände in unſerem ſeit 1877 beſtehenden Vereſe

Rund um Speſſart und Rhön, das ſchwere Sttoh.
rennen über 280 Km. wurde von Remold=Schweinfurt vor de
kert=Schweinfurt und Kranzer=Nürnberg gewonnen. Alle 50i
kamen einzeln oder in Gruppen zu zweit oder dritt ans D
Das Straßenrennen Düſſeldorf CleveDüſſet.
wurde von dem Mitglied der Nationalmannſchaft, Wiervsdl.
dorf, vor ſeinem Landsmann Fiſcher gewonnen
Erich Möller, der Deutſche Stehermeiſter, gewalt
Bordeaux die Pfingſt=Dauerrennen überlegen vor Blanczot.
Rannaud und Grant.

[ ][  ][ ]

Arenstag, 22. Mai 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 139 Seite 7

3. Leichtathletiſche Wettkämpfe in Münſter
Weitſprung: 1. Weidmann (SV. 98) 4,57 Meter; 2. Euler (TAV.
Dr. Pelher ſiegk über 800 Meker
Eppertshauſen) 4,51 Meter; 3. Gotha (TAV. Eppertshau=

den ausſchließlt
In Wind nur

Oo
en Luftſvort!
her Nart
1235 Minute
s des Reich=
lda
. Weitere Au
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in der Klaſſe
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letzten Tagen
Flug mit vorhel
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B9 Km. fül
Weitere W

LI.

funi 194 1

vor Blind=Darmſkadk.
Gute Beſehung der Kämpfe.
Der SV. 1919 Münſter brachte in dieſem Jahre zum 3.
Mi, wieder ſeine leichtathletiſchen Kämpfe unter der Leitung
w Kreisſportwart, Lindner=Darmſtadt zur Durchführung.
MVeranſtaltung hatte trotz der an dieſen Feiertagen vielgeſtal=
fin
Ablenkungen noch eine recht gute Beſetzung gefunden, ſo daß
1eihrige SV. Münſter zweifellos einen Erfolg verbuchen darf,
;etoch durch die raſche und ſichere Abwicklung der 33 Entſchei=
ugen
(darunter allein 6 Mittel= und Langſtrecken !) in nicht
w drei Stunden eindrucksvoll unterſtrichen wurde. Ueberdies
e unſer Altmeiſter Dr. Peltzer ſeine Meldung abgegeben und
eyeHalten, ſo daß die recht zahlreich erſchienenen Zuſchauer
ei dem guten Eindruck der ſchnellen Abwicklung auch einen ſehr
ureſſanten Kampf des Stettiner Doktors mit Blind (SV. 98
0mſtadt) und Kaufmann (Poſt Frankfurt) über 800 Meter
een den vielen ſpannenden Rennen der Aktiven und Jugend=
1ſten zu ſehen bekamen. Peltzer blieb während dieſes Laufes
hinter dem führenden Blind, der ſich auf den letzten 200 Me=
1mvergeblich gegen den raumgreifenden Schritt des Altmeiſters
rwrie, jedoch tapfer bis, zum Ziele in kurzem Abſtand weiter=
1hwpfte. Bei der Bewertung der erzielten Leiſtungen iſt einmal
mgeringe Länge der Rundbahn (300 Meter), dann die Beſchaf=
eeit
der letzteren und des weiteren der ſtarke Gegenwind auf
1m100 Meter= und Zielgeraden zu beachten. Die Ergebniſſe
oen zweifellos auf einer anderen Bahn weit beſſer geworden.
Iſden techniſchen Uebungen wurden dafür einige ſehr gute Lei=
ugen
erzielt. So war der Stadtſportverein Frankfurt mit ſei=
rwerſten
Garnitur erſchienen, von der in der Klaſſe 2 der Mehr=
bhrpfer
Acker natürlich die meiſten Plätze belegte. 1,78 Meter
znböchſprung und 6,72 Meter im Weiſprungg der Kl. 3 können
ſchüverall ſehen laſſen. Auch der Keulenwurf von Greſſer (Poſt)
nu78,80 Meter iſt ſehr gut. Der Weitſprung und der Kugelſtoß
vw Frl. Köhler (Eintracht) von 5,20 Meter bzw. 13,20 Meter
voin ebenfalls nicht alle Tage erzielt. Von den Leiſtungen
B Juigend iſt der Hochſprung von Maul I (SV. 98 Darmſtadt)
vu1,63 Meter hervorzuheben! In der Vereinswertung
ſſhrwet der SV. 98 Darmſtadt, der mit 34 Teilnehmern
veriten war, am beſten ab:
1. Plätze 2. Plätze 3. Plätze
1. SV. 98 Darmſtadt mit .
10
2. Stadtſportverein Frankfurt
/3. BSC. 90 Offenbach
(4. Poſtſportverein Frankfurt".
tachſtehenden Ergebniſſe geben noch weiteren Aufſchluß über
Biellettkämpfe und die im einzelnen erzielten Leiſtungen:
Einladungswettbewerbe:
0Meter: 1. Hauerwas (BSC. 99 Offenbach) 11,8 Sekunden;
T. Schmidt (Poſt Frankfurt) 11,9 Sek.; 3. Henrich ( Ein=
racht
Frankfurt) 12,0 Sek.
A Meter: 1. Dr. Peltzer (Preußen Stettin) 2:06 Min.; 2. Blind
WSWV. 98 Darmſtadt) 2:08 Min.; 3. Kaufmann (Poſt Frank=
urt
) 2:14 Min.
Leiſtungsklaſſe II:
M Meter: 1. Kirſch (Stadt=SV. Frankfurt) 11,9 Sek.; 2. Hauer=
was
(BSC. 99) 12,0 Sek.; 3. Rack Stadt=SV.) 12,2 Sek.
AMeter: 1. Henrich (Eintracht Frkf.) 24,8 Sek.; 2. Hauerwas
BSC. 99) 25,0 Sek.; 3. Roßkopf (Tv Münſter) 28,0 Sek.
19 Meter: 1. Haag (SV. 98) 2:14 Min.; 2. Senge (Poſt) 2:14,6
Min; 3. Auguſtin (SA. Eberſtadt) 2:23 Min.
3ſ00 Meter: 1. Creter (SV. 98) 9:42,8 Min.; 2. Haag (SV. 98)
9 :50,3 Min.; 3. Hohloch (Poſt) 9:51,1 Min.
Hoſyrung: 1. Acker (Stadt=SV. Frkf.) 1,78 Meter; 2. Beck (SS.
Darmſtadt) 1,68 Meter; 3. Schmidt (Stadt) 1,68 Meter.
Kyeltoßen: 1. Acker (Stadt) 12,51 Meter; 2. Schott (Sportv.
Klein=Umſtadt) 11,52 Meter; 3. Schmidt (Stadt) 11,54 Met.
4/K)0. Meter=Staffel: 1. Stadt 47,8 Sek.; 2. Poſt 49,9 Sek.;
7. BSC. 99 Offenbach 53,2 Sek.
3:4100 Meter=Staffel: 1. SV. 98 in 9:12,4 Min. (LeißHaag
Blind); 2. TV. Münſter 9:45 Min.; 3. BSC. 99 9:48 Min.
Leiſtungsklaſſe III:
9 Meter: 1. Kaube (Poſt) 11,9 Sek.; 2. Zang (Eintracht)
12,00 Sek.; 3. Kreuder (SV. 98 Darmſtadt) 12,3 Sek.
Meter: 1. Zang (Eintracht) 25,8 Sek.; 2. Kreuder (SV.
48 Darmſtadt) 26,0 Sek.; 3. Hainz (BSC. 99) 26,1 Sek.
MMeter: 1. Greſſer (Poſt) 57,6 Sek.; 2. Fath (BSC. 99)
78,5 Sek.; 3. Gleiber (Stadt) 60,0 Sek.
3MMeter: 1. Leiß (SV. 98) 10:12 Minuten; 2. Ohly (Poſt)
10:50,8 Minuten; 3. Roßkopf (TV. Münſter).
Akſprung: 1. Acker, 6,72 Meter, 2. Rack, 6,44 Meter, 3. Schmidt,
6.44 Meter (alle Stadtſportverein Frankfurt).
Aſſtenwerfen: 1. Greſſer (Poſt) 76,80 Meter; 2. Schott (SV.
Klein=Umſtadt) 73,30 Meter; 3. Acker (Stadt) 68,60 Meter;
1. Kramer (SV. 98 Darmſtadt) 62,85 Meter.
Schevenſtaffel: 1. Stadt=SV. 2:17 Min.; 2. BSC. 99 2:22,6
Min.; 3. SV. 98 Darmſtadt 2:26,2 Min.
Frauen:
UMMeter: 1. Köhler (Eintracht) 14,0 Sek.; 2. Ewe (Eintracht)
1..2 Sek.; 3. Lippert (Stadt=SV.) 14,3 Sek.
Aßſtrung: 1. Köhler (Eintracht) 5,20 Meter; 2. Köhler
1(Stadt=SV.) 4,53 Meter; 3. Ewe (Eintracht) 4,50 Meter.
Aheltoßen: 1. Köhler (Eintracht) 13,20 Meter; 2. Ausmann
(Stadt=SV.) 12,56 Meter; 3. Kreß (Stadt=SV.) 11.17 Meter.
Jugend A (1916/17):
9Meter: 1. Rack (Stadt=SV.) 12,7 Sek.; 2. Lommatzſch (SV.
93 Darmſtadt) 13.0 Sek.; 3. Himmler (SV. 98) 13.1 Sek.
AMeter: 1. Weidemann (SV. 98) 2:16,1 Min.; 2. Müller
TAV. Eppertshauſen) 2:17,4 Min.; 3. Kleinſchmidt (SV. 98
Darmſtadt) 2:17,5 Minuten.
DMMeter: 1. Müller (TAV. Eppertshauſen) 10:16 Minuten;
2. Stumpf, 10:37,6 Min.; 3. Weidemann (SV. 98) 10:50.
Afprung: 1. Maul I (SV. 98) 1,63 Meter; 2. Rack (Stadt=SV.)
1.53 Meter; 3. Becker (BSC. 99) 1,53 Meter; 3. v. Stein
SV. 98 Darmſtadt) 1.48 Meter.
mlkoßen: 1. Rack (Stadt=SV.) 12,33 Meter; 2. Maul I (SV.
NB) 11,78 Meter; 3. Waldmann (TAV. Eppertshauſen)
11,59 Meter; 3. von Stein (SV. 98) 10,09 Meter.
4,) Meter=Staffel: 1. SV. 98 (Lommatzſch-Kleinſchmidtv.
SteinHimmler) in 52,2 Sek.; 2. BSC. 99 in 53,8 Sek.;
½. Sportvereinigung Weiſenau=Mainz in 55,0 Sek.
Jugend B (1918/19):
Meter: 1. Ritzel (BSC. 99) 13,2 Sek.; 2. Weppler (Mainz=
Weiſenau) 13,9 Sek.; 3 Grimm (SV. 98) 14,1 Sek.
1MMeter: 1. Baroli (SpVgg. Mainz=Weiſenau) 5:13 Min.;
Grimm SV. 98 Darmſtadt) 5:15 Min.
1 Aſurrung; 1. Weppler (SpVgg. Weiſenau) 4.,95 Meter; 2. Ritzel
(SBSC. 99) 4,87 Meter; 3. Grimm (SV. 98) 4,18 Meter.
Neiſtoßen: 1. Ritzel (BSC. 99) 11,68 Meter; 2. Weppler (Sp.=
Pgg. Weiſenau) 8,94 Meter; 3. Baroli (Weiſenau) 8,51 Met.
Jugend C (1920 ff.):
MMeter: 1. Weidmann (SV. 98) 14,1 Sek.; 2. Nau (BSC. 99)
14-9 Sek.; 3. Beck (SV. 1919 Münſter) 15,0 Sek.; 4. Boßler
(SV. 98 Darmſtadt).

ſen) 4,42 Meter; 4. Boßler (SV. 98) 4.41 Meter.
Ballweitwerfen: 1. Euler (TAV. Eppertshauſen) 81,80 Meter;
2. Gotha (TAV. Eppertsh.) 77,70 Meter; 3. Weidmann
(SV. 98 Darmſtadt) 68,60 Meter.
4X100 Meter=Staffel: 1. SV. 98 (4=Mannſchaft), 62,7 Sekunden;
2. SpV. 1919 Münſter 64,0 Sek.; 3. SV. 98 B=Mſch. 65,6 Sek.

10 Runden=Staffel: 1. BSC. 99 3:27,8 Min.;
Min.; 3. SpV. 1919 Münſter 4:13,1; 4. TV.

. SV. 98 3:32
Münſter 4:16.

Berliner 5C. Zweiter
beim Leichkathletik-Sechsklubkampf in London.
Der alljährliche Leichtathletik=Klubkampf des Londoner
Achilles=Klubs brachte auch in dieſem Jahre wieder den deut=
ſchen
Vertretern einen ſchönen Erfolg. Die Mannſchaft des
Berliner SC. belegte unter ſechs Vereinen aus vier Nationen
mit 31 Punkten den zweiten Platz hinter dem engliſchen
Milocarian=Klub mit 35 Punkten, in deſſen Reihen ſich
auch einige Olympia=Kämpfer befanden.
Im Londoner Withe=City=Stadion hatten ſich über 20000 Zu=
ſchauer
eingefunden, die mit Intereſſe die Ereigniſſe auf der
Bahn verfolgten. Ueber 100 Yards ließ ſich Deutſchlands Meiſter=

ſprinter Borchmeher erwartungsgemäß den Sieg nicht neh=
men
. In genau 10 Sekunden verwies er die Engländer Mur=
doch
und Sweeney auf die Plätze. Weit ſchwerer hatte es
Erwin Wegener über 120 Yards Hürden. Nach erbittertem
Kampf ſiegte der Berliner mit Bruſtbreite in der ausgezeich=
neten
Zeit von 15.4 Sek. vor Phelan. Nicht ganz erwartet kam
der Sieg von Göhrt über eine Meile, der mit einer Zeit
von 4:26 den bekannten National=Vertreter Englands Price
ſchlug. In den übrigen Wettbewerben mußten ſich die Berliner
mit Plätzen, jedoch immer erſt nach hartem Widerſtand be=
gnügen
. Einen ſchönen Kampf brachte die einzige Staffel des
Tages über 440, 220, 220 und 440 Yards. Der BSC. lief in der
Aufſtellung Wegener, Steege, Borchmeyer Eberle. Dank des
glänzenden Laufes von Rampling als Schlußmann des Milo=
carian
=Klubs kamen die Engländer in 2:25,2 zum Siege.
Frauen=Klubkampf: JG. Frankfurt Polizei=SV. Darmſtadt.
Morgen abend begeben ſich die Leichtathletinnen des Polizei=
ſportvereins
nach Frankfurt und treten dort den bekannten J. G.=
Sportlerinnen in einem Klubwettkampf, der in 7 Diſziplinen aus=
getragen
wird, gegenüber. Mit dieſem Klubkampf eröffnen die
Polizeidamen zugleich ihre diesjährig eBahnſaiſon. Die einzelnen
Kämpfe beſtehen aus 100 Meter, 200 Meter, Kugelſtoßen, Weit=
ſprung
, Hochſprung, Ballweitwerfen und 4mal 100 Meter=Staffel.
Da die J.G.=Damen in den einzelnen Konkurrenzen über ſehr
gutes Material verfügen, werden die Poliziſtinnen ſchon hart
kämpfen müſſen, um ein günſtiges Reſultat herauszuholen.
Die Deutſchen Polizeimeiſterſchaften (Fußball,
Handball, Leichtathletik, Schwimmen, Radfahren) finden am 14.
und 15. Juli in Magdeburg ſtatt.

Reitturnier in Wiesbaden.

Maſſenbeſuch am Pfingſtſonnkag.
Oblk. de Morkanges ſiegt in der Großen Military.
Der fünfte Turniertag des Wiesbadener Reit= und Spring=
Turniers hatte einen Maſſenbeſuch aufzuweiſen. Aus Stadt und
Land waren die Pferdefreunde gekommen, um die teilweiſe
hervorragenden Leiſtungen der teilnehmenden Reiter und Pferde
zu ſehen. Im einleitenden Glücks=Jagdſpringen am Sonn=
tag
vormittag brachte Dr. Ziegler auf Molla den Sieg an ſich.
Die letzte Prüfung für die Große Military, ein Jagd=
ſpringen
, ſtellte an die Bewerber noch einmal große Anforderun=
gen
. Im Geſamtklaſſement ſiegte der Holländer Oblt.
Pahud de Mortanges auf Mädel wie Du vor Haupt=
mann
von Langsdorff auf Suraja. Der Holländer kam auf 106,80
Wertungspunkte, während von Langsdorff 138,70 Wertungs=
punkte
in Kauf nehmen mußte. Im Mittelpunkt des Sonntag
nachmittags ſtand das ſchwere Jagdſpringen (Kl. S.) um den
Prinz=Friedrich=Sigismund=von=Preußen=Gedächtnis=Preis. Sie=
ger
des in zwei Abteilungen durchgeführten Wettbewerbs blie=
ben
Rittmeiſter Momm auf Baccarat und Axel Holſt auf Ahn=
herr
, da beide Reiter auf ein Entſcheidungsſtechen verzichteten
und ſich in die Preiſe teilten.
Abſchluß am Pfingſtmonkag.
Am Pfingſt=Montag, dem Schlußtage des Turniers, hatten
ſich die Zuſchauer wieder in hellen Scharen eingefunden. Etwa
10 12000 Zuſchauer umſäumten den Turnierplatz Unter den
Eichen. Auch am letzten Tage wurde noch einmal hervorragender
Sport geboten. Einige interne Jagdſpringen, darunter ein
Glücksjagdſpringen, bildeten die Einleitung. Die erſte Konkur=
renz
von Bedeutung, das Amazonen=Jagdſpringen der Klaſſe M,
brachte einen ſcharfen Kampf um den Sieg. In der erſten Ab=
teilung
kam nur Frl. Vierling auf Balmung ohne Fehler über
den Parcours. In der zweiten Gruppe blieben Frau v. Barne=
kow
auf Nicoline, Frau Bade auf Maja und Frl. Spillner auf
Toska fehlerfrei. Frl. Spillner hatte mit 84,2 Sekunden am
wenigſten Zeit gebraucht und war dadurch Siegerin geworden.
An dieſe Konkurrenz ſchloß ſich die feierliche Siegerehrung
der Preisträger der Großen Military an. Als der Holländer
Oberleutnant Pahud de Mortanges die Goldene Siegerſchleife
überreicht bekam, wurde die holländiſche Nationalhymne geſpielt.
Bei den deutſchen Preisträgern erklang das Deutſchlandlied.
Die Dreſſurprüfung der Klaſſe M brachte noch einmal aus=
gezeichnete
reiterliche Leiſtungen. Sieger blieb Burgsdorff unter
R. Wätjen vor Draufgänger (A. Taeck) und Gimpel (Hptm.
Viebig). Den Abſchluß des Turniers bildete ein Barrieren=
ſpringen
, bei dem einmal mehr Axel Holſt auf Stall Georgens
Bianca zum Siege kam.
Die Monkag=Rennen in Hoppegarken.
Hoppegarten hatte am zweiten Feiertag wieder einen großen
Tag. Bei ausgezeichnetem Beſuch und ſchönſtem Wetter ſtanden
gleich zwei große Zuchtprüfungen zur Entſcheidung an: das
Kiſasſzony=Rennen und der Jubiläums=Preis.
Das mit 14 300 Mark ausgeſtattete Kiſasſzony=Rennen für drei=
jährige
Stuten endete mit einer großen Ueberraſchung, da die
Oppenheimerin Schwarzlieſel das Rennen mit einer Länge vor
Agalire mit nach Hauſe nahm. Die hoch favoriſierte und viel=
gewettete
Legation kam nur auf dem dritten Platz ein. Bemer=
kenswert
iſt auch daß ſämtliche gemeldeten Pferde antraten.
Der Jubiläums=Preis endete mit dem erwarteten Erfolg von
Janitor, der Athanaſius allerdings nur um Halslänge hinter
ſich laſſen konnte. Das dritte Geld ſicherte ſich Farneſe, während
Calva im geſchlagenen Felde endigte.
Aympig-Tagung in Akhen.
Gegen zuviel Frauenſpork. Zwiſchen=Olympiade
in Athen. Der Kongreß beendei.
Die letzte Arbeitstagung des Internationalen Olympiſchen
Komitees in Athen beſchäftigte ſich ziemlich ausführlich mit der
Frage des Frauenſports. Faſt einmütig herrſchte die Meinung vor,
einer allzu großen Ausbreitung des Frauen=
Kampfſports entgegenzutreten, da die Aufgabe der
Frau letzten Endes doch auf einem anderen Gebiet liege, als dem,
Höchſtleiſtungen im Sport zu erzielen. Die Stimmung der Ver=
ſammlung
ging teilweiſe ernſtlich ſogar dahin, den geſamten
Frauenſport vom Programm der Olympiſchen Spiele abzuſetzen.
Schließlich wurde der Beſchluß gefaßt, daß in Zukunft eine Aus=
geſtaltung
des frauenſportlichen Programms ſinnerhalb der
Olympiſchen Spiele unter keinen Umſtänden genehmigt werden
würde. Es wurden daher für 1936 lediglich die bisher üblichen
Frauenprüfungen in Leichtathletik, Eiskunſtlauf, Fechten und
Schwimmen zugelaſſen und der Vorſchlag des Internationalen Ski=
Verbandes betreffend Abfahrt und Slalom angenommen, da es
ſich in dieſem Falle um Prüfungen handelt, bei denen in erſter
Linie Körperbeherrſchung und Geſchicklichkeit eine Rolle ſpielen.
Griechenland hatte den Antrag geſtellt, im Jahre 1938 klaſ=
ſiſche
Spiele in Athen durchzuführen. Der Kongreß ſagte ſeine
Unterſtützung zu dieſer Veranſtaltung zu, die neben altgriechiſchen
Prüfungen auch den modernen Sport berückſichtigt, alſo als eine
Art Zwiſchenolympiade gelten kann, wie ſie in Athen bereits ein=
mal
im Jahre 1906 ſtattgefunden hat. Ferner wurde die Kandi=
datur
Griechenlands für die 13. Olympiſchen Spiele 1944 vorge=
merkt
. Der nächſte Olympiſche Kongreß findet 1935 in Oslo ſtatt.

Im Anſchluß an die letzte Sitzung verſammelten ſich die Teil=
nehmer
auf der Akropolis zu einer eindrucksvollen Feier. In den
Ruinen Olympias, wo die Olympiſchen Spiele einſt ihren An=
fang
genommen haben, wohnten ſie einem Wagenrennen alten
Stiles bei, und im Anſchluß daran erfolgte die feierliche Ent=
hüllung
der Gedenktafel, die zur Erinnerung an die 40. Wieder
kehr des Jahrestages der Wiedererweckung der Olympiſchen Spiele
am Eingang des Stadions prangt. Auf dieſer Tafel, die die
Namen aller der Städte enthält, die bisher Schauplatz der Olym=
piſchen
Spiele waren, werden auch in Zukunft die Austragungs=
ſporte
der Weltſpiele veröffentlicht.

Der Davispokalkampf Frankreich=Deutſchland findet
nun endgültig vom 8. bis 10. Juni in Paris ſtatt.
Frankreich hat den Davispokalkampf gegen Oeſterreich in
Paris im Geſamtergebnis mit 5:0 gewonnen. Am letzten Tage
ſiegten noch Merlin über Mateika mit 6:3, 3:6, 6:2, 6:2 und Bouſ=
ſus
über Metaxa mit 7:5, 6:3, 6:3.
Georg von Opel, der Rüſſelsheimer Skuller, hat die Ge=
nehmigung
erhalten, auch an der Kopenhagener Frühjahrsregatta
teilzunehmen.

Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Dienstag, 22. Mai
5.45: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetder. 5.50: Stuttgart: Gym=
naſtik
. 6.15: Zeit, Meldungen. 6.25: Gymnaſtik. 6.50:

Wetter 6.55: Stuttgart; Frühkonzert auf Schallplatten.
8.15: Waſſerſtand, Wetter. 8.20: Stuttgart: Gymnaſtik.
9.25: Nur Freiburg: Werbekonzert. 9.45: Nur Freiburg: Ei=
gene
Sendung. 10.00: Nachr 10.35: Praktiſche Rat=
ſchläge
für Küche und Haus. 11.00: Werbekonzert, 11.40:
Meldungen. 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Muſikzug der SA=Motor=Standarte 49. Ltg.: Muſikzug=
führer
Zoeller. 13.00; Zeit Nachr., Saardienſt. 13.10:
Nachr. 13.20: Stuttgart: Inſtrumental=Soli aut Schallpl.
13.50: Zeit, Nachr. 14.00: Stuttgart: Lucia die Lammer=
moor
, von Donizettt. (Schallplatten.) 14.30: Nur Freiburg:
Nachr. 14.40: Stunde der Frau: Spinne, ſpinne tauſend Fäd=
chen
, gutes Rädchen, dreh dich um! 15.30: Wetter. 15.40:
ſeir, Wirtſchaftsmeldungen. 15.50: Wirtſchaftsbericht.
1600: Nachmittagskonzert. Anſchl.: Alte Tanzmuſik. 17.30;
Revierförſter . R. Dürrfeld: In Wald und Feld. 17.45: Lie=
der
von Hans Förſter. 18.00: Wir trinken noch ne Flaſche
Wein! Unterhaltung. 18.15: Aus Wirtſchaft und Arbeit.
18.25: Italieniſch. 18.45: Meldungen. 18.50: Griff ins
Heute.
19.00: Der Rodenſteiner. Hörſpiel 20.00: Zeit, Nachr
20.15: Reichsſendung: (Leipzig:) Stunde der Nation: Die Söhne
des Joh. Seb. Bach. 21.00: Vom Deutſchlandſender: Flie=
geralarm
. Kurzhörſpiel. 21.20: Unterhaltungskonzert. Funk=
orcheſter
. Ltg.: Merten. 22.00: Mannheim: Deutſches Volks=
lieder
=Spiel. Von Herm. Zilcher 22.20: Zeit, Nachr.
22.35: Stuttgart: Du mußt wiſſen. 22.45: Nachr., Wetter.
Sport. 23.00: Stuttgart: Hiſtoriſches Konzert, Paris 1785.
Erſtaufführung von Kammermuſikwerken elſäſſiſcher Komponiſten.
24.00: Stuttgart: Nachtkonzert.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Dienstag, 22. Maf
5.45: Hamburg: Wetter. 5.50: Nachr. 6.00: Berlin: Gym=
naſtik
. 6.15: Tagesſpruch. 6.20: Berlin: Frühkonzert.
In einer Pauſe (geg. 7.00): Nachr. 8.00: Sperrzeit. 8.45:
Leibesübung für die Frau. 9.00: Sperrzeit. 10.00: Nachr.
10.10: Das deutſche Volkslied auf Schallplatten. 10.50:
Fröhlicher Kindergarten. 11.15: Seewetterbericht. 11.30:
A. Rehbein: Paut Warnke zum Gedächtnis. 11.45: Klavier=
muſik
der Romantik. Brahms: Intermezi op. 117.
12.00: Wetter; anſchl.: Glückwünſche. 12.10: Mittagskonzert auf
Schallplatten: anſchl.: Wetter. 12.55: Zeitzeichen. 13.00:
Fortſetzung des Mittagskonzerts. 14.00: Sperrzeit. 14.45:
Nachr. 15.00: Wetter, Börſe. 15.15: Für die Mutter:
Warum Mütterſchulung? 15.30: Uebertragung aus einem
Kinderſolbad im Herzen des Induſtriegebieres. (Aufn.)
16.00: Königsberg: Kl. Funkorcheſter. Lig.: Eugen Wilcken.
17.00: Jugendſportſtunde: Wanderfahrten mit dem Kajak in
deutſchen Wildwaſſergebieten. 17.20: Bücherſtunde: Deutſche
an der Grenze. 17.35: Wunſchkonzert aut Schallplatten.
18.20: Reichsjuſtizkommiſſar Dr. Frank: Die gegenwärtige Rechts=
lage
. 18.35: Hauptſchriftleiter Fritzſche: Politiſche Zeitungs=
ſchau
.
55: Das Gedicht; anſchl.: Wetter.
19.00: Im Maien. Volksliederſpiel. 20.00: Kernſpruch; anſchl.*
Kurznachrichten.
20.15: Reichsſendung: (Leipzia): Stunds der
Nation: Die Söhne des Joh. Seb. Bach. 21.00: Orcheſterkon=
zerk
zum Geburtstag Nich. Wagners. Ltg.: Edwin Lindner.
22.20: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. 22.45: See=
wetterbericht
. 23.00: Königsberg: Kleines Funkorcheſter. Lta.:
Eugen Wilcken.

Wetterbericht.

Ausſichten für Mittwoch, den 23. Mai: Von lokalen Störungen
abgeſehen, weiterhin freundliches und warmes Wetter.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rubolf Mauve; für Feuilleton Reich
und Auslandu

teilund geſchäfl Mitteilungen: Willy Kuhle ſämtlich in Darmſtadt. D.A.II. 34, 23107
Lruck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Nückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 121 Uhr, nachmittags 67 Uhr.

Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

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Die Beerdigung findet Mittwoch nach
mittag 3 Uhr auf dem Waldfriedhof ſtart.
Ich bitte die Mitglieder, dem verſtorbene!
Kameraden durch recht zahlreiche Beteiligun.
die letzte Ehre zu erweiſen
Der Vereinsf