Einzelnummer 10 Pfennige
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Ndter A
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landesbauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 145
Freitag, den 27. April 1934.
196. Jahrgang
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W
„Ruhe in Spanien”.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
Nach der Abreiſe von London Beſprechungen des ikalieniſchen Skaaksſekrekärs Suvich in Brüſſel und Paris.
Ikalien und England gegen ankideukſche Fronk in der Abrüſtung.
Auf der Rückfahrk.
Der italieniſche Staatsſekretär Suvich iſt, von London
kom=
mend, am Donnerstag mit dem Flugzeug in der belgiſchen
Haupt=
ſtadt eingetroffen und hat längere Unterredungen mit dem
bel=
giſchen Miniſterpräſidenten und dem Außenminiſter gehabt. Er
will über Paris die Heimreiſe nach Rom antreten.
Die amtliche Erklärung über das Ergebnis ſeines Londoner
Aufenthaltes iſt denkbar inhaltlos. Das könnte nach
diplomati=
ſchem Sprachgebrauch heißen, daß die weiteren Abſichten noch
geheimgehalten werden ſollen. Sehr viel wahrſcheinlicher aber
iſt, daß tatſächlich nicht mehr viel zu ſagen war. Herr Suvich
hat kaum die Möglichkeit gehabt, irgendwie zu bindenden
Ab=
machungen zu kommen, denn er iſt 24 Stunden nach der
Explo=
ſion der franzöſiſchen Bombe in London aus Rom abgereiſt. Der
urſprüngliche Zweck ſeiner Fahrt war ja auch in erſter Linie
die Unterrichtung des engliſchen Kabinetts über die römiſchen
Beſprechungen zum Donauproblem, und nur die auch ihm
über=
raſchend gekommene franzöſiſche Note hat dann das
Abrüſtungs=
problem in den Vordergrund geſchoben.
Immerhin iſt es bedeutſam, daß Suvich bei einem
Preſſe=
empfang ausdrücklich feſtgeſtellt hat,
nach Anſichk Muſſolinis dürfe es bei den
Bemü=
hungen um eine Rüſtungsvereinbarung nicht zur
Bildung einer gegen Deukſchland gerichkeken Fronk
kommen.
Wir dürfen daraus entnehmen, daß Italien vorderhand nicht
die Abſicht hat, die franzöſiſche Politik zu unterſtützen, und daß
auch England darüber mit Muſſolini einer Meinung iſt.
Es ſcheint auch zwiſchen den beiden Regierungen
Einver=
ſtändnis darüber zu herrſchen, daß es vorläufig keinen
Sinn hat, irgendwelche Bemühungen offizieller
Irt zu machen, daß es vor allem richtig iſt, abzuwarten, ob
won Frankreich noch irgendwelche Anregungen kommen. In
Diplomatiſchen Kreiſen wird davon gemunkelt, daß
Frankreich auf der Abrüſtungskonferenz oder im
Völkerbund Ende Mai einen großen Borſtoß gegen
Deutſchland unkernehmen
werde, um uns angebliche Vertragsverletzungen,
die in den geheimnisvollen Doſſiers der Pariſer Regierung ſchon
ſeit Jahr und Tag eine große Rolle ſpielen, vorzuhalten. Man
hat auch die Rundreiſe Barthous mit ſolchen
Plä=
nen in Zuſammenhang gebracht, weil Frankreich ſich
rechtzeitig die erforderliche Unterſtützung dazu
ſichern wollte, die es bei der Tſchechoſlowakei
ſicher, bei den Polen kaum erreichen wird. Der
Zweck der Uebung iſt lediglich der, die Schuldfrage zu verſchieben
und Deutſchland entgegen den Tatſachen in die Rolle des
Ange=
klagten zu drängen, Frankreich aber von der
Verant=
wortung für die Sprengung der
Abrüſtungskon=
ferenz zu befreien. Wir dürfen aber die Bemerkung
Su=
wichs wohl ſo auffaſſen, daß er ſeine Beteiligung an einer
der=
artigen Intrige ablehnt, und der Umweg über Brüſſel hat
wielleicht den Zweck, auch Belgien aus der
franzöſi=
ſſchen Front herauszuhalten.
Wenn man alſo das Londoner Ergebnis richtig lieſt, dann
würde es darauf hinauslaufen, daß in den nächſten Wochen
Funächſt nichts geſchieht, wenn nicht von
Frank=
reich her eine Anregung dazu gegeben wird.
Des=
ſwegen aber ſcheinen England und Italien die Hoffnung auf das
Zuſtandekommen einer Abrüſtungskonvention noch nicht endgül=
Eig aufgegeben zu haben. In England wird ſogar immer noch
vom Macdonald=Plan geſprochen, während Italien der
Auffaſ=
ung iſt, daß höchſtens noch der Muſſolini=Plan mit einer Be=
Tchränkung der Rüſtungen nach oben Ausſicht haben könnte. Das
Hedeutet aber für England die Schwierigkeit, daß es dann auf
leiner unterlegenen Luftwaffe feſtſäße und keine Möglichkeit
Hätte, durch Neubauten den franzöſiſchen Vorſprung einzuholen.
Daher die Bedenken gegen den Muſſolini=Plan, die aber vielleicht
burch eine Ausnahme für Englands Luftwaffe zerſtreut werden
Eönnten.
„E9 darf keine Einheitsfronk gegen
Deutſchland geben”.
ſagt Suvich.
EP. Wien, 26. April.
Der italieniſche Unterſtaatsſekretär machte über ſeine
Lon=
woner Beſprechungen einem Vertreter der „Wiener Neuen Freien
„Preſſe” gegenüber folgende Mitteilungen: „Während meiner
Unterhaltungen mit den engliſchen Staatsmännern ſtanden die
Albrüſtung und das Donauproblem im Vordergrunde. Wir
be=
trachten es als außerordentlich wichtig, daß die Abrüſtungsver=
Handlungen entweder im Rahmen diplomatiſcher Diskuſſionen
oder in Genf fortgeführt werden. Eine Einheitsfront gegen
Deutſchland wäre ſehr unangebracht. Der Muſſolini=Plan iſt,
rvie ſich immer wieder zeigt, die richtige Baſis zur Löſung dieſes
chwierigen Fragenkomplexes, der ohne Verzögerung gelöſt wer=
Sen muß. Die engliſche Regierung hat begreiflicherweiſe großes
Intereſſe für die Entwicklung im Donaubecken und für die Be=
Hindenburgs 10. Jahr.
Am 26. April 1925 iſt der Generalfeldmarſchall v. Hindenburg
zum Reichspräſidenten gewählt worden. Er beginnt alſo heute,
Freitag, ſein 10. Amtsjahr.
Welch ein gewaltiges Stück deutſcher Geſchichte umſchließt dieſe
Zeit. Er hat ſich damals nur ſchwer dazu entſchloſſen, dem Ruf zu
folgen, der an ihn erging. Es gelang aber ſchließlich, ſeine
Be=
denken zu überwinden, und auf den Hinweis, daß das deutſche
Volk ihn brauche, iſt er dann, getreu ſeinem Grundſatz „Das Leben
iſt Dienſt für das Volk” in die Breſche geſprungen. Als er
da=
mals annahm, dachte er nur wenige Jahre im Amte bleiben zu
müſſen und ſich zu ſeinem 80. Geburtstage zurückziehen zu können.
Sein Pflichtbewußtſein aber hat ihn alle Beſchwerden des Alters
überwinden laſſen, hat ihn dazu getrieben, ſich noch einmal zur
Wahl zu ſtellen, weil er ſelbſt fühlte, daß ſeine Aufgabe noch nicht
erſchöpft iſt. Es mag ein ſchöner Gedanke für ihn ſein, daß er ſich
heute ſagen darf, die Opfer, die er gebracht, ſind nicht vergeblich
geweſen. Er ſah das Ziel vor ſich, das deutſche Volk aus dem
in=
neren und äußeren Zuſammenbruch der Revolution und der
Nach=
kriegsjahre herauszuführen und die Vorausſetzungen für ein neues
Blühen zu ſchaffen. Ihm iſt es zu danken, daß die Liquidierung
der Revolution gelang, daß Deutſchland wieder moraliſches
An=
ſehen in der Welt gewann, und daß ſein Wort im Rat der Völker
etwas gilt. Ihm iſt es im Innern zu danken, daß der Marxismus
ohne Blutvergießen überwunden wurde und am 30. Januar 1933
durch die Uebertragung des Reichskanzleramtes an Adolf Hitler
der Weg ins neue Deutſchland freigemacht wurde, auf dem wir
inzwiſchen ſchon ein großes Stück zurückgelegt haben.
Eine freudige Pflicht daher, daß das ganze deutſche Volk an
dieſem Tage ſeiner gedenkt, in der Hoffnung, daß es dem Vater
des Vaterlandes vergönnt ſein möge, nach Jahren der Not und
des Kampfes das neue Deutſchland noch im vollen, Glanze zu
er=
leben.
mühungen Italiens bekundet, in Zuſammenarbeit mit
Oeſter=
reich und Ungarn die wirtſchaftliche Lage im mitteleuropäiſchen
Naum zu verbeſſern.”
Die Habsburger Reſtauration, erklärte Suvich weiter, ſei im
Augenblick nicht aktuell, weshalb darüber m London auch nicht
geſprochen worden ſei.
* Das abgelehnke Sowiek=Verlangen.
Durch eine Mitteilung der Lettiſchen Telegraphenagentur hat
die Oeffentlichkeit davon erfahren, daß die Sowjetregierung
Deutſchland den Vorſchlag gemacht hat, in einem beſonderen
Ver=
trag die Unabhängigkeit und Unantaſtbarkeit der baltiſchen
Staa=
ten zu garantieren, daß Deutſchland aber dieſes Verlangen
abge=
lehnt hat.
Die Ueberlegungen, die für die deutſche Haltung maßgebend
waren, ſind aus den allgemeinen und beſonderen politiſchen
Ver=
hältniſſen ſo naheliegend, daß ſie ſich eigentlich von ſelbſt ergeben.
Rußland hat ſchon ſeit langem an ſeiner Weſtgrenze gegenüber den
Staaten, die früher ganz oder teilweiſe dem Zarenreich
angehör=
ten, eine ſtarke Aktivität entwickelt. Es hat Nichtangriffspakte mit
Rumänien, den baltiſchen Staaten, Finnland und Polen
abge=
ſchloſſen, offenbar, um die Verhälniſſe an ſeiner Weſtgrenze zu
konſolidieren und dieſen Staaten die Sorge zu nehmen, daß ſie
bei der nächſten beſten Gelegenheit wieder von Rußland
zurück=
geholt werden könnten. Die ruſſiſche Politik iſt alſo darauf
berech=
net geweſen, das an ſich begreifliche Mißtrauen der weſtlichen
Nachbarn zu beſeitigen. Für Deutſchland aber liegen die Dinge
ganz anders. Für uns beſteht weder geſchichtlich noch politiſch ein
Grund, uns mittelbar oder unmittelbar einzuſchalten, weil bei uns
niemals irgendwelche Pläne beſtanden haben oder beſtehen
wer=
den, die Unabhängigkeit der baltiſchen Staaten irgendwie zu
be=
einträchtigen. Deshalb würde ſehr leicht durch die von den Ruſſen
gewünſchte Erklärung der Eindruck erwachſen können, als ob wir
die Abſicht hätten, uns als Schutzmacht der baltiſchen Staaten in
den Vordergrund zu ſchieben oder ſie zu bevormunden. Es iſt
an=
zunehmen, daß Polen aus ähnlichen Gründen vor einigen
Mona=
ten das gleiche ruſſiſche Verlangen in ſehr vorſichtiger Form
ab=
gebogen hat.
* Rooſevells Sonderbotſchafter Child
IN Beenn.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der perſönliche Geſandte des amerikaniſchen Präſidenten,
Child, der in den letzten Wochen in London und Paris ſondierte,
iſt am Donnerstag vormittag in Berlin eingetroffen, und wird
auch hier mit den wirtſchaftlichen und politiſchen Stellen Fühlung
aufnehmen. Seine eigentliche Aufgabe iſt wohl, die
Vorausſetzungen zu prüfen, unter denen eine
Wiederaufnahme der
Weltwirtſchaftskonfe=
renz möglich iſt, weil Rooſevelt ſich davon noch am raſcheſten
eine Einwirkung auf die Weltkriſe erhofft.
Herr Child iſt einer der engſten Freunde Rooſevelts. Er war
mehrere Jahre amerikaniſcher Botſchafter in Rom und in dieſer
Eigenſchaft auch der amerikaniſche Vertreter auf den Konferenzen
von Genua und Lauſanne. Er kennt alſo das europäiſche Terrain
einigermaßen. Von Berlin aus will er ſeine Rundreiſe über die
anderen europäiſchen Hauptſtädte fortſetzen und dann nach
Ame=
rikg zurückkehren.
v. Gss. Madrid, 23. April 1934.
Der nachfolgende Artikel unſeres Korreſpondenten
in Madrid traf wenige Stunden vor der
tele=
graphiſchen Nachricht vom Rücktritt des Kabinetts
Lerroux ein, die am Mittwoch erfolgt iſt. Der
Artikel ſchildert ſehr eindrucksvoll die Hintergründe
der ſpaniſchen Regierungskriſe, die im Grunde ja
auch eine Teilerſcheinung jener gewaltigen
welt=
anſchaulichen Auseinanderſetzung zwiſchen
marxiſti=
ſcher Ideologie und nationalvölkiſchem Wollen iſt,
von der heute alle Großſtaaten der Erde erfaßt ſind.
Die Schriftleitung.
„In ganz Spanien völlige Ruhe” — das iſt die Auskunft,
die das Innenminiſterium nun ſchon ſeit Monaten täglich der
Preſſe gibt. Dabei berichten die Blätter ſeitenweiſe über Morde,
Ueberfälle, Attentate, Bombenexploſionen, Streiks, und es
ver=
geht kaum ein Tag, an dem nicht ein Spanier gewaltſam in ein
beſſeres Jenſeits befördert würde. Große Berufszweige ſind
ſtill=
gelegt, in manchen Städten fehlt das Notwendigſte, Läden
wer=
den ausgeraubt und Felder geplündert. Man iſt verſucht, ſich
zu fragen, was denn eigentlich noch paſſieren muß, damit die
„Nuhe in Spanien” auch von offizieller Seite als geſtört
be=
trachtet wird. Abgeſehen von der Regierung gibt ſich hier
aller=
dings faſt niemand einem derartigen Optimismus hin, und die
Mehrheit aller Beobachter weiß, daß die „Ruhe” ſeit geraumer
Zeit verloren gegangen iſt und erſt wieder hergeſtellt werden
kann, wenn die unvermeidliche
Auseinander=
ſetzung zwiſchen Marxismus und
Antimarxis=
mus durchgekämpft und beendet iſt. Die Sozialdemokratie iſt
ſich völlig im klaren darüber, daß ſie innerhalb des
Parlamen=
tarismus nicht mehr zur Macht kommen wird. Mit nüchternen
Worten erklärte dies erſt vor wenigen Tagen ihr Führer, Largo
Caballero, der gleichzeitig aus dieſer Tatſache die Notwendigkeit
einer neuen Revolution ableitete, die gemacht werden müßte und
würde, ſobald der Leitung der richtige Augenblick gekommen,
erſcheine. Solche generellen Ausführungen ſozialdemokratiſcher,
Oberbonzen pflegen ſtets begleitet zu ſein von wüſten Hetzreden,
die dem armen analphabetiſchen Volk den Kopf verdrehen und
es zu unüberlegten Gewalttaten hinreißen follen. Der Erfolg
bleibt denn auch meiſtens nicht aus, wie erſt vor einigen Tagen
wieder ein planmäßiger Bandenüberfall auf das Gebäude der
Madrider katholiſchen Zeitung „El Debate” wieder gezeigt ha=,
wo eine vierzigköpfige Schar Halbwüchſiger mit
Maſchinen=
piſtolen blindlings auf Haus und Menſchen geſchoſſen, zwei
Un=
beteiligte getötet und ſechs andere ſchwerverletzt hat. Dies alles;
ebenſo wie die in jüngſter Zeit auch in der Hauptſtadt üblichet
Bombenanſchläge, geſchieht unter den Augen des Innen
miniſters, der erſt vor kurzem erklärt hat, „ſein eigenes Syſtem”
zu haben, von dem auch noch Muſſolini und Hitler lernen
könnten!
Die Regierung iſt trotz der ſtändigen Verſicherung ihrer
„Energie” noch nicht einmal in der Lage, die von den Marxiſtert.
planmäßig aufrechterhaltenen Dauerſtreiks in den Großſtädten)
wo ſie zum Teil ſchon über ſieben Wochen das
Wirtſchafts=
leben in ſchwerſter Form ſchädigen und Unſicherheit in der
Be=
völkerung verbreiten, zu brechen. Zehntauſende von Armen
ruhen, und Millionen=Werte gehen täglich verloren; der Hungen
hat ſeinen Einzug in die Arbeiterfamilien gehalten, die Bettelen
hat Ausmaße angenommen, wie man ſie noch nie in Spanien
erlebd hat — weil die roten Bonzen es ſo wollen und die
Rei=
gierung nicht den Mut dazu findet, rückſichtslos gegen dieſe
Verbrecher vorzugehen. Nicht jene verführten und verhetztene
Bengels, die wie die Narren um ſich ſchießen und Bombey.
legen, auch nicht jene Arbeiterfrauen, die vom Hunger getrieben,,
die Lebensmittelläden plündern, ſind die Schuldigen — nein,,
die ganze Verantwortung trifft die Marxiſtenhäuptlinge, die
durch Erzeugung von Hunger und Not abſichtlich eine Stimmung;
ſchaffen wollen, aus der heraus die Maſſe leichter losſchlägt,
wenn es zum Kampf kommt. Dieſe Volksverhetzer und Ver= mit eigenen Autos und gut ausgeſtatteten Wohnungen,
dieſe Stellenjäger und Ausbeuter aber dürfen unter polizei= Schutz ihr Unweſen treiben, die Revolution und dis=
Diktatur des Proletariats propagieren, die Bildung verbotene) „ſozialiſtiſcher Garden” betreiben und zum
Meucheh=
mord auffordern. Niemand traut ſich an ſie heran — weil, jar
weil eben die augenblickliche ſpaniſche Regierung in der Lufit
hängt, nur leicht geſtützt von der katholiſchen Rechten, alſo eine
reine Polizeiregierung darſtellt, ohne Ideen, ohne Initiativ/:
und ohne Verantwortungsfreudigkeit. Wenn trotzdem ſchon
eini=
ges erreicht worden iſt auf dem Gebiete der Wiedergutmachung
marxiſtiſcher „Geſetzgebung und Juſtiz” — man vergeſſe nicht,
daß die roten Herren faſt zwei Jahre lang das Land beherrſcht
haben — ſo iſt dies nur der Rechten zu verdanken, die die
Regierung dazu gezwungen hat.
Wenn nun das einzige Logiſche, die Machtübernahme durch
die ſtärkſte Partei, die katholiſche Volksaktion mit den Agrariern,
noch nicht geſchehen iſt, ſo liegt das daran, daß eine reine
Rechtsregierung von den Linksleuten als Angriffsſignal
aufge=
faßt würde und daß man Rechts ſich noch nicht ſo ſtark fühlt, um
dieſen Kampf erfolgreich führen zu können. Lange wird es
aller=
dings nicht mehr dauern, bis die mit einer vorbildlichen
Zähig=
keit, Klugheit und Energie betriebene Organiſation der Kräfte
im katholiſchen Lager — katholiſch iſt hier ſeit Jahrhunderten
gleichzuſetzen mit national — ausgebaut ſein wird. Dieſe
geradi=
in der katholiſchen Volksaktion zuſammengefaßten Kräfte ſiny
jung und von einem Ideal beſeelt, das ihnen den Kampf
er=
leichtern wird. Man kann heute ſchon ohne zu übertreiben ſagen,
daß ſie die Retter Spaniens ſein werden. Auch ſie haben
en=
kannt, daß der Parlamentarismus abgewirtſchaftet hat und daß
nur ein autoritäres Syſtem geeignet iſt, den Staat vor ſeineis
Zertrümmerung zu bewahren. Obwohl dieſe Jugend bzw. ihre
Führer, alſo in erſter Linie Gil Robles, nicht müde werden zu
verſichern, ſie ſeien keine Fasciſten oder Nationalſozialiſten,
haben ſie doch ihr Programm auf der fasciſtiſchen Idee ſoweit
aufgebaut, daß nur drei oder vier Punkte ihres neunzehn
For=
derungen enthaltenden Programms ſich nicht mit ihr decken.
Mit anderen Worten: Die Jugend der katholiſchen Volksaktiont
ſtellt die Grundlage für einen ſpaniſchen Fascismus dar, der
nun einmal der ſpaniſchen Geſchichte und Mentalität entſprechend
nur im engſten Einvernehmen mit der Kirche erfolgreich
vor=
wärts gebracht werden kann.
Bombenanſchlag
auf den ſpaniſchen Innenminiſter.
DNB. Madrid, 26. April.
Gegen den ſpaniſchen Innenminiſter wurde am Mittwoch
abend in der Innenſtadt von Madrid ein Bombenanſchlag
ver=
übt. Der Anſchlag erfolgte in dem Augenblick, als der Miniſter
ſeinen Kraftwagen beſteigen wollte. Nähere Einzelheiten fehlen
noch, jedoch ſcheint bei dem Anſchlag niemand verletzt worden
zu ſein.
Die ſpaniſche Regierung hat ſoeben von dem ihr durch den
Staatspräſidenten zugeſtandenen Recht Gebrauch gemacht und
um 24 Uhr über das ganze Staatsgebiet den Alarmzuſtand
ver=
hängt.
Lohnzahlung am 1. Mai.
Berlin, 26. April.
Das Ende Februar verabſchiedete Geſetz über die
geſetz=
lichen Feiertage ſah unter Aufhebung der im vorigen Jahre
ergangenen Vorſchriften ausdrücklich vor, daß der 1. Mai
künf=
tig als geſetzlicher Feiertag zu gelten habe. Somit war der
1. Mai, ſoweit er auf einen Wochentag fiel, lohnpolitiſch und
rechtlich nicht anders zu behandeln, als ſonſtige Wochenfeiertage.
Um für die ausfallende Arbeitszeit eine allgemeine
Lohnzah=
lungspflicht einzuführen, mußte daher ein beſonderes Geſetz
er=
gehen.
Das nun erlaſſene Geſetz über die Lohnzahlung am
Natio=
nalen Feiertag des deutſchen Volkes (1. Mai) läßt dort, wo
bereits am 1. Mai Tarifordnungen oder
Be=
triebsordnungen oder Dienſtordnungen des
öffentlichen Dienſtes die Bezahlung
ausfallen=
der Arbeitszeit an Wochentagen vorſehen, dieſe
Vorſchriften für den 1. Mai gelten. Wo eine
ſolche Regelung nicht beſteht, iſt für die infolge
des Feiertages ausfallende Arbeitszeit der
regelmäßige Arbeitsverdienſt zu zahlen. Zu
ver=
güten iſt alſo die Arbeitszeit, die geleiſtet wäre, wenn der 1.
Mai nicht zum geſetzlichen Feiertage erklärt wäre.
Der Leiter der Landespropagandaſtelle Heſſen
K. W. Trefz an den Reichsſender Skukkgart berufen.
LPD. Die Reichsſendeleitung teilt mit: Der ſeitherige
Gau=
propagandaleiter und Leiter der Landespropagandaſtelle Heſſen,
Pg. Karl Wilhelm Trefz, iſt zum ſtellvertretenden
zwei=
ten Sendeleiter an den Reichsſender Stuttgart berufen worden,
um ſich dort für eine ſpätere Verwendung an anderen
Reichs=
ſendern einzuarbeiten. Pg. Trefz, der ſchon ſeit 1928 der
NSDAP. angehört und als Reichsredner der Partei in vielen
Gauen bekannt iſt, wurde von Reichsminiſter Dr. Goebbels im
vorigen Jahre bei der Einrichtung der Landespropagandaſtelle
im Dienſte des Reichsminiſteriums für Volksaufklärung und
Propaganda verwendet. In der Organiſationsleitung des
Reichs=
parteitages 1933 ſtellte Pg. Trefz. als Quartiermeiſter ſeine
organiſatoriſchen Fähigkeiten in hervorragender Art unter
Be=
weis. Nunmehr wird ſeine bewährte Kraft in den Dienſt des
Deutſchen Rundfunks geſtellt.
bei SA R. 1 und N5-Fronkkämpferbund.
DNB. Berlin, 26. April.
Das Preſſeamt der Oberſten SA=Führung teilt mit: In
ver=
ſchiedenen Landesteilen ſind Unklarheiten hinſichtlich der Frage
der Mitgliedſchaft zum NS=Frontkämpferbund bzw. zur SA
Reſerve I aufgetreten. Es iſt darum Veranlaſſung gegeben,
fol=
gendes nochmals feſtzuſtellen:
Mitglieder des ehemaligen Stahlhelmbundes, die bereits
in die SA=Reſerve I übernommen ſind dürfen eigenmächtig
aus der SA=Reſerve—I nicht ausſcheiden, nur um ſich anderen
Vereinigungen anzuſchließen. Wer etwa wegen
körperlichemBe=
hinderung im Dienſt oder aus anderen Gründen aus der SA=
Reſerve I ausſcheiden möchte, muß ſeine Entlaſſung beantragen
und beſonders begründen.
Eine Doppelmitgliedſchaft in SA=Reſerve I und NS=
Front=
kämpferbund iſt ſtatthaft, und zwar bei denen, die dem
ehemali=
gen „Stahlhelm” vor dem 30. Januar 1933 beigetreten ſind,
ohne weiteres, bei den ſpäter eingetretenen jedoch nur mit
Ge=
nehmigung der Oberſten SA=Führung.
Auswirkungen der Arbeiksbeſchaffungsmaßnahmen.
Die Belebung der deutſchen Wirtſchaft findet jetzt auch
ſtatiſtiſch in dem Steigen des Einkommens aus Lohn
und Gehalt ihren Niederſchlag. Die Zahlen des Inſtitutes
für Konjunkturforſchung bieten ein hoffnungsfrohes Bild und
laſſen erkennen, wie allmählich die durch die
Arbeits=
beſchaffungsmaßnahmen in Umlauf gebrachten
Gelder in die einzelnen Kanäle abfließen und
überall befruchtend wirken.
Die Höhe des Arbeitseinkommens hat bei uns in
Deutſch=
land heute eine weſentlich größere Bedeutung als in anderen
Ländern. Wir ſind ſo verarmt, daß die Einkommen aus
Ver=
mögen und Unternehmergewinn, die in England und Frankreich
bezeichnenderweiſe faſt die Hälfte des geſamten Volkseinkommens
ausmachen, bei uns bei weitem nicht mehr ſo zu Buch ſchlagen.
Wir müſſen heute damit rechnen, daß das Lohneinkommen
mehr als ½4 des geſamten Einkommensbetrages des Volkes
ausmacht. Gerade deshalb aber war auch das Abſinken der
Einkommensſkala in den letzten Jahren ſo beſonders
empfind=
lich für die Volkswirtſchaft. Man braucht nur die beiden Zahlen
gegenüberzuſtellen, daß wir 1929 ein Arbeitseinkommen von
über 43 Milliarden hatten, und 1932 nur mehr 26 Milliarden,
um alle Verheerungen hieraus abzuleſen, die ſich für die
Volks=
wirtſchaft ergeben mußten.
Um ſo bedeutſamer iſt es, daß jetzt nicht nur der
Tiefſtand überwunden iſt, ſondern ein ſtetiger
Aufſtieg ſich zeigt, der ſogar in den Wintermonaten
an=
gehalten hat. Normalerweiſe pflegt bisher im Winter das
Ar=
beitseinkommen abzuſinken. Im Winter 1931/32 ging es um
volle 18 Prozent zurück, im vergangenen Winter iſt es nicht nur
nicht zurückgeblieben, ſondern ſogar etwas größer geworden.
Ein Beweis einer ſechten Konjunkturbelebung, die
ſich jetzt von Monat zu Monat mit der ſinkenden
Zahl der Arbeitsloſen ſtärker auswirkt und in
ihrem Gefolge ein Anwachſen der Steueingänge
ergibt.
Vom Tiefſtand der Kriſe bis zum 1.
Viertel=
jahr 1934 iſt das Arbeitseinkommen um etwa 14
Prozent geſtiegen und hat damit den 6. Teil des
Rückganges ſeit 1929 wieder aufgeholt. Wir
dür=
fen damit rechnen, daß in den Monaten des 2. Vierteljahres
die Verſchiebung noch ſehr viel ſtärker in die Erſcheinung tritt,
ſo daß die Regierung damit auch eine Rechtfertigung für die
im Herbſt angekündigte große Steuerreform erhält, die bereits
jetzt mit der Erniedrigung der Arbeitsloſenbeihilfe zum Ausdruck
kommt. Daß die 300 Millionen, die frei werden, nicht gehamſtert,
ſondern ebenfalls in Arbeit und Lohn umgeſetzt werden, iſt als
ſicher anzunehmen.
Skärkſter Landanfall ſeit 1919.
Berlin, 26. April.
Der geſamte, für die Neubildung deutſchen Bauerntums
gegenwärtig zur Verfügung ſtehende Landvorrat beträgt
insge=
ſamt 830 000 Morgen oder 207 500 Hektar. Davon ſind über
500 000 Morgen oder 125 000 Hektar feſt in der Hand der
Sied=
lungsgeſellſchaften. Dieſe Flächen werden alſo im Jahre 1934
für die Neubildung deutſchen Bauerntums verwandt werden. Die
reſtlichen 330 000 Morgen ſtehen auf Grund von
Landabgabe=
auflagen im Zuge der Oſthilfeentſchuldung zur Verfügung. Sie
werden je nach Bedarf im nächſten oder in folgenden Jahren
zur Beſiedlung kommen. Der Landanfall für 1934 iſt der höchſte
ſeit Erlaß des Reichsſiedlungsgeſetzes im Jahre 1919. Im
Durch=
ſchnitt der Jahre 1919—1933 wurden jährlich rund 67 000 Hektar
beſiedelt. Im Jahre 1934, dem erſten Jahre nach der
Macht=
ergreifung, in dem nach nationalſozialiſtiſchen Grundſätzen neue
Bauernſtellen geſchaffen werden, ſtehen demgegenüber 125 000
Hektar zur Verfügung, alſo faſt das Doppelte der
durchſchnitt=
lich in den Jahren der Syſtem=Regierungen beſiedelten Flächen.
In den nächſten Tagen werden noch etwa 10 000 Hektar
Land gekauft werden. Im übrigen hat eine große Zahl von
Siedlungsgeſellſchaften bereits Anweiſung erhalten, beim
Land=
ankauf in den nächſten Wochen eine gewiſſe Zurückhaltung zu
üben, da übermäßiger und vorzeitiger Landankauf, ſowie die
an=
geſpannte Lage am Baumarkt ſonſt zu einer Landpreisſteigerung
und Verteuerung der fertigen Höfe zuungunſten der Neubauern
führen würde.
Die zur Verfügung ſtehenden Flächen werden nicht nur zur
Errichtung neuer Bauernhöfe verwendet werden, es werden
viel=
mehr auch ausreichende Landflächen zur Abrundung von
Klein=
bauernſtellen bereitgeſtellt, um ſie zu Erbhöfen zu machen.
verlängerl.
Der Reichsarbeitsminiſter teilt mit, daß der Termin, bis zu
dem die mit Reichszuſchüſſen geförderten Inſtandſetzungs=
Er=
gänzungs= und Umbauarbeiten an Gebäuden beendet ſein müſſen,
bis zum 31. März 1935 verlängert iſt.
Das Orama im Fernen Oſten.
t* di
mit China.
DNB. Tokio, 26. April.
Wie Reuter aus Tokio meldet, iſt in der Entwickelung der
chineſiſch=japaniſchen Frage eine neue Wendung eingetreten. Der
japaniſche Außenminiſter Hirota unterrichtete heute den
chineſi=
ſchen Geſandten in. Tokio, General Tſchangtſopin, in dem Sinne,
daß die japaniſche Regierung unmittelbare Verhandlungen in der
zwiſchen beiden Ländern ſchwebenden Frage wünſche. Der japaniſche
Außenminiſter hält die letzte mündliche Aeußerung des Sprechers
des Außenminiſteriums aufrecht. Er erklärt weiter, daß einige
Formulierungen der chineſiſchen Aeußerung vom 19. April zu
ſcharf gefaßt ſeien. Trotzdem hofft er, daß China mit Japan im
Sinne der aufgezeigten Politik weiter zuſammenarbeiten werde,
denn beide Länder ſeien für den Frieden im Fernen Oſten
ver=
antwortlich, Japan werde, ſo erklärte der japaniſche
Außenmini=
ſter weiter, die Interſſen der übrigen Auslandsmächte in China
berückſichtigen und ebenſo die Selbſtändigkeit Chinas achten.
Der amerikaniſche Botſchafter bei Hiroka.
DNB. Tokio, 26. April.
Auch der amerikaniſche Botſchafter hat nunmehr den
ameri=
kaniſchen Außenminiſter Hirota aufgeſucht und ihn um
Auf=
klärung über die japaniſche Chinapolitik gebeten.
In der japaniſchen Preſſe macht ſich jetzt die Neigung
be=
merkbar, weiteren Erörterungen über dieſe Frage aus dem
Wege zu gehen, nachdem die japaniſchen Erklärungen in der
Chinafrage im Auslande eine ſo ſtarke Wirkung hervorgerufen
haben. Es wird aber darauf hingewieſen, daß die auswärtigen
Mächte die „ehrlichen Motive Japans” anerkennten. Im übrigen
gibt man zu, daß die Veröffentlichung der in Frage ſtehenden
Erklärung unzweckmäßig geweſen ſei.
Gandhi und ſeine Begleiker werden überfallen
und verprügell.
EP. Kalkutta, 26. April.
Gandhi und drei Mann ſeiner Leibwache ſind in der heiligen
Stadt der Hindus, Buxar, am Ganges von einer erregten Menge
überfallen worden. Der Mahatma ſelbſt entkam, ohne Schaden zu
nehmen, aber ſeine drei Begleiter wurden mehr oder weniger
ſchwer verletzt. — Die direkte Urſache des Ueberfalls iſt Gandhis
Propaganda für die Parias, die von den orthodoxen Hindus
ab=
gelehnt wird. — Als der Wagen Gandhis in Buxar einfuhr,
wurde er mit Steinen beworfen, worauf die Menge den Mahatma
und ſeine Begleiter zwang, den Wagen zu verlaſſen und dieſen
dann kurz und klein ſchlug.
Es iſt dies das erſte Mal, daß Gandhi in ſeiner politiſchen
Karriere tätlich angegriffen wurde, und er war denn auch von
dem Vorfall ſo erſchüttert, daß er erklärte, er werde ſich nunmehr
eine ſchwere Buße auferlegen.
Vineta — zauberhafter Name rätſelhafter Urferne,
verſun=
kene Stadt im Grunde des Meeres, märchenhaft reich und über
alle Begriffe groß, die Königin des Nordens, deren Glocken heute
moch zu beſonderen Stunden den Schiffern vom Grunde des
Mee=
res lockend, drohend, verheißend heraufklingen ſollen. Dieſe Stadt,
vom Erdboden verſchwunden, nur noch im ahnungsvoll
fremd=
artigen Namen bekannt, von Sagen umwittert, von einem
wech=
ſelvollen Schickſal zu gewaltiger Größe gebracht und dann
weg=
gewiſcht, als ob ſie nie geweſen — dieſe ſeltſame Stadt am Geſtade
der Oſtſee, ſoll ausgegraben werden. Ein Stück Romantik weicht
dem nüchternen und ſachlichen Ernſt des Gelehrten. Der Spaten
des Wiſſenſchaftlers wird die Erde lockern und nachforſchen, was
unter dem Jahrtauſende alten Boden und unter dem trügeriſchen
Meeresſpiegel der Oſtſee den für die Werte der Vergangenheit
wieder wachſam gewordenen Augen unſeres Geſchlechts erſchloſſen
„werden kann.
Wo der Spaten der Wiſſenſchaft anſetzen ſoll, war ſchon ein
ſchwieriges Geheimnis, das zu ergründen die Forſcher lange Zeit
und viele Studien koſtete. Das Volk, in dem untergetaucht unter
chriſtlicher Lehre und Jahrhunderte langer Schulweisheit
Ahnun=
gen über ſeine Vergangenheit zuweilen in Sprüchen, Sagen und
phantaſtiſchen Erzählungen lebendig bleiben, glaubte zu wiſſen, daß
die Klippen von Koſenow auf Uſedom Reſte der vom Meer
ver=
ſchlungenen Stadt bedeuteten. Die erhitzte Phantaſie der Fiſcher
glaubte, wenn ſie dort vorbeifuhren, Umriſſe einer
verwun=
ſchenen Stadt zu ſehen. Aber genaue Nachforſchungen ſtellten die
Unglaubwürdigkeit ſolcher Anſchauungen feſt: die Klippen waren
naturgewachſenes Geſtein. Keine Stadt verbarg ſich unter und in
ihnen. Aber auf den Inſeln muß ſie geſtanden haben: auf Uſedom
oder Wollin. Und zwar am wahrſcheinlichſten an den
Ausmün=
dungen des Stettiner Haffes, an der Peene, Dievenow oder Swine.
Alte Ringwälle, Spuren von frühen Siedlungen, ſilbergetriebene
und goldverzierte Ringe, die man bei Ausgrabungen an der
Peene=
mündung fand, ließen die Vermutung zu, der verſunkenen
Herr=
lichkeit Vinetas auf der Spur zu ſein.
Die alte nordiſche Literatur enthält manche Angaben über
eine bedeutende Stadtſiedlung an der Mündung der Oder. Der
Name ſteht nicht feſt. Er wechſelt und hat dadurch die Unſicherheit
der Forſchung nur noch erhöht. Die Jomswikingaſaga weiß von
einer Niederlaſſung nordiſcher Wikinger an der Küſte der Oſtſee.
die damals wendiſches Gebiet war, ſie hieß Jomsburg. Adam von
Bremen, der Geſchichtsſchreiber, erwähnt die Stadt Jumna. Der
Mönch Otto von Bamberg, der als Miſſionar, im Land wirkte,
wurde, ſo berichtet die Geſchichtsſchreibung, in der Julin beinahe
ermordet. Helmold ſchreibt in ſeiner Slawenchronik von der Stadt
Jumneta, Jomsburg, Jumna, Julin, Jumneta: aus dieſen Namen
wird Vineta. Ein Araber allerdings berichtet 973 von einer
gro=
ßen ſlawiſchen Stadt Awbaba an der Odermündung. Dieſe
Zeug=
niſſe ſind zahlreich genug, eine größere Stadt anzunehmen, die
die damalige Welt kannte, und deren Bedeutung ſie zu ſchätzen
wußte. Die quellen=kritiſchen, hiſtoriſchen Unterſuchungen führten
zu dem Ergebnis, alle Namen auf eine pommerſche Stadt
zurück=
zuführen, das heutige Wollin. Nun nimmt der Prähiſtoriker den
Spaten in die Hand, um die Ergebniſſe des Hiſtorikers am
objek=
tiven Befund des Bodens zu beſtätigen. Bislang ſchon fand man
in und um Wollin die ſtärkſten und zahlreichſten Spuren einer
alten Siedlung teils wendiſcher, teils wikingiſcher Herkunft. In
dem Hügel nördlich der Stadt, dem Silberberg, und in dem
ſüd=
lich ins Land vorſchiebenden Galgenberg machte man zahlreiche
Gräberfunde. In der Stadt ſelbſt brachte man Holzreſte einer
um=
fangreichen Siedlung an den Tag. Und die Promenade zwiſchen
Stadt und Strandbad ſchneidet auf eine Länge von 300 Metern
hin ein altes Siedlungsfeld. Grund genug, hier eine Großſiedlung
anzunehmen, die mit dem alten Vineta identiſch iſt: eine oder zwei
Großſiedlungen, denn daß neben den Wenden auch Wikinger hier
ſaßen, beweiſen Bronzefunde mit Bandornamentik und
Wikinger=
waffen. Und daß es die vielberühmte Stadt Vineta iſt, geht auch
aus der Lage hervor, wie ſie auch das heutige Wollin noch heute
deutlich kennzeichnet. Sie beherrſchte den Waſſerweg der Oder
ebenſo wie die Küſtenſtraßen über die Inſeln von Weſten nach
Oſten, der Silberberg trug noch in der Schwedenzeit eine
Befeſti=
gung, und eine wehrhafte Inſel in der Dievenow lag ſchützend vor
der Stadt.
Die Urbevölkerung dieſes Landes war weder germaniſch noch
ſlawiſch, ſie war turaniſch. Sie gehört einer vorariſchen Gruppe
an, die den Namen Fennentum trägt, ein Volk von Jägern und
Schiffern. Dieſes fenniſche Element lebt in den Wenden weiter,
die, ſelbſt Slawen, ſich dadurch von den inneraſiatiſchen
Slawen=
ſtämmen unterſchieden, — ein Volk von Zähigkeit,
Anſpruchsloſig=
keit und praktiſcher Geſchicklichkeit, keineswegs dazu berufen, in
die Geſchichte einzugreifen und kulturſchöpferiſch zu wirken. Bevor
aber die Wenden ins Land kamen, war jene Urbevölkerung
zu=
nächſt von Germanen überſchichtet. Germanen aus dem Norden,
aus Skandinavien, Sueven, Langobarden, Burgunden von
Born=
holm, Goten und Vandalen. Sie beſiedelten das Land, ſie
brach=
ten ihm die erſte Kultur. Die Slawenchronik erzählt ſpäter
aus=
führlich von den nordiſchen Menſchen mit blauen Augen, rotem
Antlitz, langem Haupthaar und nennt ſie kriegeriſch und ſtreitbar.
Sie gründeten Brennabor, eine germaniſche Stadt, die die Slawen
nachher in Sgorzelicz umtauften. Sie wollten damit die
Verbin=
dung mit den Franken und Sachſen jenſeits der Elbe ſchaffen.
Der Wanderdrang ließ die germaniſchen Völker nicht zur Ruhe
kommen. Der Raum zwiſchen Weichſel und Elbe wurde nach
Jahr=
hunderten wieder leer. Die Alten blieben, Frauen und Kinder
blieben, vereinzelt auch einige vollſtändige Sippen: das
ger=
maniſche Element verſchwand zwar nicht ganz, aber es wurde
dünn. Dieſer Augenblick der Schwäche ließ die Slawen
einſtrö=
men in die halbleeren Gegenden, erſt bis an die Oder heran,
dann die Oder überſchreiten und bis zur Elbe hin vordringen,
Die Slawen waren ein ariſches Urvolk, aber ſchon in
vorgeſchicht=
licher Zeit von turaniſchen Elementen durchſetzt. Sie kamen nicht
aus dem Norden, ſondern aus dem Südoſten, aus der ſarmatiſchen
Steppe, aus Skythien. Die Slawen waren ein Volk der
Behar=
rung, der inneren Grenzenloſigkeit und einer ſtumpfen
Anpaſ=
ſungsfähigkeit. Sie brachten die Sprache mit, aber ſie glichen
ſich=
kulturlos und kulturunluſtig, ſonſt der vorhandenen Kultur an.
Sie glichen ſich der fenniſchen Urbevölkerung und deren
Kultur=
trägern, dem germaniſchen Siegerelement, an. So bildete ſich
zwiſchen Elbe und Weichſel eine beſondere Art, ein ſlawiſch
ge=
nanntes Volkstum, das Wendentum.
Dieſe Wenden übernahmen das alte germaniſche Brennabor
als wichtigſte Stadt und fügten dem Lande eine zweite hinzu, die
Stadt am Meer, der Handelsort, gewaltiger Seeſtützpunkt, wie
ſpäter Lübeck und Danzig, die Stadt, die die Wikinger
anzog=
ungewiß ob zum Streit und Kampf oder zur ſeßhaften Siedlung:
Vineta. Das Leben war germaniſch geblieben: die neuen Herren
nahmen Sitten, Lebensgewohnheiten und Kult von den Alten.
Bedürfnislos, entbehrungsgewohnt, geduldig paßten ſie ſich, ſelbſt
zu Eigenem unfähig, dem Vorhandenen an. Die Sachſenchronik
ſchreibt: was den Deutſchen nur ſchwer zu ertragen dünkt, das iſt
ihnen ein Vergnügen. Ihre Gottheiten Radegaſt, Swantewit,
Gerowit ſind, Germanengötter, Lichtbringer, Frühlingsſtreiter.
Ihr Triglaw kennt nordiſche Symbolik. Nur die Geſtalt des
dunk=
len Czerneborg iſt ein aſiatiſch=turaniſch=ſlawiſcher Gott, fremd
im germaniſchen Land. So alſo müßte die Wendenſtadt Vineta
Kultſtätten germaniſchen Charakters aufweiſen. Sie kannten die
Feſte der Sommer= und Winterſonnenwende, — germaniſche Feſte.
Der Raſſenhaß und die Standesfeindſchaft freilich ſchliefen nicht,
Wenn auch die Wenden (als Weſtſlawen) andere Züge trugen als
die Oſtſlawen jenſeits der Weichſel, ſo waren es doch immerhin
ſlawiſche Züge. Die deutſchen Volksſtämme diesſeits der Elbe,
Franken, Sachſen, Weſtfalen und Frieſen, drängten in das
ger=
maniſche Urland und ſchufen wieder ein deutſches Kolonialland
in langen ſtetigen Kämpfen bis an die Memel hinauf. Sgorzelich
wurde wieder Brennabor, Vineta aber verſank ins Meer und in
den Boden. Seine alte Größe und Bedeutung rettete ſich in einen
Namen, der vom Zauber des Fremden umwittert bleibt.
Dem nationalſozialiſtiſchen Deutſchland iſt die Erforſchung
der Vorgeſchichte unſeres Vaterlandes eine ernſte Pflicht. Bereils
im vorigen Jahre ſollte in Wollin der Spaten angeſetzt werden.
u
grante
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geber
zweckt
der
Seite 1 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Die Friedensſtörer am Werk.
Die europäiſche Brunnenvergiftung: Nach Sſterreich jekk das Saargebiet „von der braunen Armee bedrohl”.
Alke Emigrankenlügen werden ausgegraben.
Vergebliche Hehe.
In den erſten Wochen der Spannung mit Oeſterreich vergnügte
ſich die ausländiſche Preſſe damit, allerlei Erzählungen über eine
nationalſozialiſtiſche Armee in die Welt zu ſetzen, die angeblich an
der öſterreichiſchen Grenze zuſammengezogen ſei und den Auftrag
erhalten habe, die öſterreichiſche Unabhängigkeit, zu beſeitigen.
Dieſes Märchen wurde dann auch von Wien benutzt, um den
öſterreichiſchen Grenzſchutz zu verſtärken, womit es nun für alle
Welt einwandfrei „erwieſen” war, daß tatſächlich eine „braune
Armee” angriffsbereit an der deutſch=öſterreichiſchen Grenze ſtehe.
Es hat dann einige Wahrheitsfanatiker des Auslandes gegeben,
die nicht eher ruhten und raſteten, bis ſie ſich davon überzeugt
hatten, daß nicht einmal mit der Lupe auch nur ein Angehöriger
dieſer Invaſionsarmee zu entdecken war. Bis heute iſt dieſer
Einfall nicht erfolgt, eben weil eine derartige Armee gar nicht
exiſtiert und die deutſche Politik es nicht nötig hat, das zu tun,
was ein uns feindlich geſinntes Ausland gerne möchte.
Nachdem nun das Spiel mit Oeſterreich nicht zu dem
gewünſch=
ten Ziel geführt hat, wird jetzt gleiches mit dem Saargebiet
ge=
trieben. Wir hören ſeit geraumer Zeit, daß die
nationalſoziali=
ſtiſchen Sturmabteilungen mit einem gefährlichen Plan umgehen.
Sie ſollen ſich darauf vorbereiten, das Saargebiet im Sturm zu
erobern. Sie ſollen große militäriſche Uebungen abhalten, ſollen
im Saargebiet Stützpunkte einrichten und alle ehemaligen
Offi=
ziere aufgefordert haben, ſich unverzüglich bei den reichsdeutſchen
Sturmabteilungen zu melden.
Wer dieſe Schauermärchen gläubig lieſt und vor allem vergißt,
daß die Lügen der Vergangenheit auch heute Lügen und
Unwahr=
heiten geblieben ſind, dem mag wohl eine „Gänſehaut” nach der
anderen über den Rücken fröſteln, wir können über ſolchen
Un=
ſinn nur noch lächeln. Sich mit den Schwindelnachrichten der
Emigranten auseinanderzuſetzen, auch wenn ſie über ausländiſche
Radioſender ſtrömen, hat kaum Zweck mehr. Was für Oeſterreich
gilt, trifft auch für das Saargebiet zu.
Wir haben das verbriefte Recht in der Taſche, daß die
Be=
völkerung des Saargebiets im Jahre 1935 zu befragen iſt, ob
ſie zu Deutſchland zurück will, ob ſie den Anſchluß an Frankreich
wünſcht oder ob der derzeitige Zuſtand erhalten bleiben ſoll.
Einzig und allein darauf kommt es an, daß dieſe Beſtimmungen
des Verſailler Vertrages durchgeführt werden. Nach allen
Vorbereitungen, die der Völkerbund trifft,
be=
ſteht nicht der leiſeſte Zweifel daran, daß es
nicht zur Befragung kommt. Das Schickſal des
Saar=
gebiets wird nicht in der Weiſe beſtimmt, wie es die
ſaarlän=
diſche Emigrantenpreſſe in Gemeinſchaft mit der Pariſer
Boule=
vardpreſſe behauptet. Das Schickſal des Saargebiets liegt
aus=
ſchließlich in den Händen der Saarbevölkerung. Wie ſie denkt
und wie ſie abſtimmen wird, iſt längſt kein Geheimnis mehr.
Alle krampfhaften Verſuche, ſo zu tun, als ob. Deutſchland am
kürzeren Arm des Hebels ſitze und nun gezwungen ſei, vor
Torſchluß zu Verzweiflungsaktionen zu greifen, zeugen nur von
der ſchwachen Poſition Frankreichs und ſeiner Mitläufer aus
dem Emigrantenlager. Aber es iſt ſo ſchön, mit dem
Kinder=
ſchreck zu arbeiten. Allmählich ſollten ſich aber alle Völker
davon überzeugt haben, daß die Erzählungen über die SA und
den kriegeriſchen Geiſt Deutſchlands nur dazu da ſind, um die
Atmoſphäre zu vergiften, und jede Verſtändigung zwiſchen
Deutſchland und ſeinen Nachbarſtaaten unmöglich zu machen.
Wir müſſen uns allerdings darauf einrichten, daß von Woche
zu Woche dieſe Art Propaganda gegen uns an Stärke zunimmt
und daß man noch ganz andere Unwahrheiten fabriziert,
nur um Nervoſität zu ſchaffen. Da wir aber wiſſen, daß die
Emi=
granten im Saargebiet ganz beſtimmte Pläne verſolgen, die
darauf hinauslaufen, die Saar nicht wieder an Deutſchland
zurück=
fallen zu laſſen, dürfen wir wohl der Vermutung Ausdruck
geben, daß mit dieſen Märchen und Lügen nichts anderes
be=
zweckt wird, als einen Vorwand zu irgendwelcher Propaganda
der Separatiſten zu geben. Doch die Saarbevölkerung, einiger
und geſchloſſener denn je, wird alles abzuwehren wiſſen, was
von den Emigranten eingefädelt wird.
Nunmehr ſind für dieſes Jahr die Grabungen geſichert. Das
deutſche archäologiſche Inſtitut und die Notgemeinſchaft der
deut=
ſchen Wiſſenſchaft haben die Mittel flüſſig gemacht. Der Leiter
des vommerſchen Provinzialmuſeums, Dr. Kunkel, der Leiter des
Muſeums für Vor= und Frühgeſchichte in Berlin, Profeſſor
Un=
verzagt, nehmen die wiſſenſchaftlichen Arbeiten vor. Dieſe
wer=
den ſachlich, nüchtern, hart und ernſt. Sie werden mit manchem
romantiſchen Zug der Sage vielleicht aufräumen, aber aus ſeiner
gründlichen Kenntnis der Dinge wird die beſſere Vorſtellung
von der wechſelvollen Geſchichte alten deutſchen Bodens der blei=
Dr. Guſtav Barthel.
bende Lohn ſein.
Heſſiſches Landeskheaker.
Großes Haus. — Donnerstag, 26. April.
„Ein Maskenball”.
Großes Oper von Verdi.
Bei der erſten Wiederholung der ausgezeichneten
Neueinſtu=
dierung gaſtierte in der männlichen Hauptrolle Dr. Alfred Baſelli
vom Opernhaus in Chemnitz. Der Sänger wirkte im erſten Akt
recht ſympathiſch, gutes Spiel und deutliche Ausſprache hoben
die Leiſtung, die mittelgroße Stimme wirkt im Piano
reſonanz=
reich und angenehm, auch die Höhe wird dann geſchickt
genom=
men. Sobald aber voller Klang und Kraft verlangt wird, dann
verdirbt Forcieren alles, die Stimme klingt hart und flach und
wird oft trotz großer Anſtrengung vom Orcheſter übertönt, man
verſteht dann kein Wort. So kam es, daß die geſangliche Leiſtung
im 2. und 3. Akt viel ungünſtiger beurteilt werden mußte als
im erſten und fünften. So ſchien uns der Gaſt nicht geeignet,
die Lücke auszufüllen, die durch das Scheiden eines ſo
viel=
ſeitigen Sängers wie Dr. Allmeroth geriſſen wird. Als Amelia
hörten wir Elſa Kment vom Opernhaus Frankfurt und freuten
uns, die herrliche Stimme und das hochkünſtleriſche Spiel der
bei uns in ſo vorzüglicher Erinnerung ſtehenden Sängerin
F.N.
wvieder genießen zu dürfen.
Heinrich Schütz und Giacomo Cariſſimi.
Zur Kantatefeier in der evang. Martinskirche.
Heinrich Schütz iſt uns in erſter Linie als Kirchenmuſiker
vertraut, als Verfaſſer von hochbedeutenden Paſſionen und
geiſt=
lichen Konzerten, daß er die erſte deutſche Oper geſchrieben hat
— ſeine Daphne iſt leider verloren —, und daß er auch für Ora=
Das Märchen von den Deviſen im Skrumpf
* Im Ausland beſchäftigt man ſich ſehr eingehend mit der
Berliner Stillhaltekonferenz, die am heutigen Freitag beginnen
ſoll und zu der geſtern abend Reichsbankpräſident Dr. Schacht
über alle deutſchen Sender ſprach. Die Schwierigkeiten für
Deutſchlands Deviſenlage ſind eigentlich ſo eindeutig, daß die
Folgerungen daraus ſich von ſelbſt ergeben. Aber die Gläubiger
wollen das nicht einſehen und machen immer noch allerhand
Rechenkunſtſtücke, in denen ſie dividieren, daß es Deutſchland
keineswegs ſo ſchlecht gehe, daß wir alſo ruhig noch weiter zahlen
können. Dazu gehört auch der verſteckte Vorwurf, daß die
Reichs=
bank und die Deutſche Golddiskontbank mit verteilten Rollen
ſpielten, indem die Golddiskontbank nur einen Teil ihrer
Devi=
ſen an die Reichsbank einliefere, um dadurch eine künſtliche
Ver=
knappung des ausgewieſenen Deviſenbeſtandes herbeizuführen.
Derartige Andeutungen ſind auch ſchon früher gemacht
wor=
den. Wenn wir recht unterrichtet ſind, dann hat die Reichsbank
auch ſchon einmal Gelegenheit genommen, den Vertretern der
Gläubiger die Unrichtigkeit nachzuweiſen. Sie ergibt ſich ohne
weiteres auch aus dem Status der Golddiskontbank. Es iſt bei
einem Wechſelbeſtand von insgeſamt weniger als 150
Millio=
nen möglich, daß darunter auch Deviſen ſich befinden, die aber
meiſt „eingefroren” oder langfriſtig ſind, alſo jedenfalls für die
Reichsbank nicht in Betracht kommen, weil ſie nicht jederzeit
ver=
wendungsfähig ſind. Der ganze Betrag aber, um den es ſich
beſtenfalls dabei handeln könnte, iſt ſo geringfügig, daß er
wirk=
lich keine Rolle ſpielt. Selbſt wenn der ganze Wechſelbeſtand
von 150 Millionen aus Deviſen beſtünde, würde er nicht
allzu=
viel ausmachen, und die Vorſtellung, daß die Reichsbank mit
der Golddiskontbank zuſammen irgendwelche Verſtecke habe, wo
ſie zum Schaden unſerer Gläubiger Deviſen oder Gold,
gewiſſer=
maßen „im Strumpfe” aufbewahre, iſt ſo naiv, daß ſie in
ernſt=
haften Wirtſchaftskreiſen eigentlich überhaupt nicht diskutiert
werden dürfte.
Deutſches Erdöl und Mokoriſierung.
Ordnung der Treibſkoffwirkſchaft.
Berlin, 26. April.
Die Deutſche Geſellſchaft für Mineralölforſchung hält vom
26. bis 28. April ihre Hauptverſammlung in den Räumen der
Techniſchen Hochſchule in Berlin=Charlottenburg ab. Die Tagung
begann Donnerstag vormittag mit einer großen öffentlichen
Sitzung, zu der ſich mehr als 1000 Teilnehmer eingefunden
hatten. Unter den Ehrengäſten befanden ſich
Reichsarbeitsmini=
ſter Seldte, Reichsverkehrsminiſter von Eltz=Rübenach, die
Staats=
ſekretäre Feder, Dr. Krohn und Koenigs.
Der Vorſitzende der Geſellſchaft, Profeſſor Dr. Ubbelohde=
Berlin, eröffnete die Sitzung mit einer Begrüßungsanſprache.
Einleitend ſprach Staatsſekretär Feder über
national=
ſozialiſtiſche Wirtſchaftsgeſtaltung auch beim
Erdöl. Er führte u. a. aus: Hand in Hand mit der
grund=
ſätzlichen Neuordnung der deutſchen Verkehrswirtſchaft geht die
Bereitſtellung des benötigten Treibſtoffes. Die Ordnung der
Mi=
neralölwirtſchaft iſt ein zwingendes Gebot der gewaltigen
ver=
kehrstechniſchen Aufgaben. Durch Bohrbeihilfen wird die
Erſchlie=
ßung deutſcher Oellagerſtätten gefördert. An die Seite der
natürlichen Quellen tritt die ſynthetiſche Herſtellung von
Treib=
ſtoffen. Die Lagerhaltung ausländiſcher Rohſtoffe muß
plan=
mäßig geſteigert werden. Die Nutzbarmachung anderer
Treib=
ſtoffquellen kommt ergänzend hinzu. Planmäßige Steigerungen
der Treibſtoffe und Senkung der Geſtehungskoſten werden eine
weitere erhebliche Steigerung des Kraftverkehrs zur Folge haben.
Reichsarbeitsminiſter Seldte betonte in ſeiner Anſprache den
politiſchen und wirtſchaftlichen Wert der
Oel=
verſorgung Deutſchlands.
Der Generalinſpektor des deutſchen Straßenbauweſens, Dr.
Todt ſprach über Straßenneubau im neuen
Deutſchland. Mit dem Geſetz über die Reichsautobahnen ſei
der Grundſtein für eine bisher unbekannte, ganz neue Ausſichten
gebende Straßenſchaffung gelegt worden.
Miniſterialdirektor Dr. Brandenburg ſprach über
Treib=
ſtoff und Motoriſierung. Die Treibſtofffrage ſei
ge=
rade eine Schickſalsfrage für den erfolgreichen Fortgang der von
Ein neuer Dirigenk für Bayreukh.
Franz von Hoeßlin, Generalmuſikdirektor in Breslau,
wird in dieſem Jahre in Bayreuth die muſikaliſchen
Vorbereitun=
gen der Neu=Inſzenierung des „Parſifal” vornehmen und drei
Aufführungen dirigieren.
torium und dramatiſchen Stil der wichtigſte Bahnbrecher in
Deutſchland war, iſt weniger bekannt. Bei ihm verbindet ſich
Dramatik und kirchlicher Geiſt in vielen Werken derart
vollkom=
men, daß ſie einzig daſtehen. Als Beiſpiel hierfür gelangt die
erſt vor einigen Jahren wieder aufgefundene große dramatiſche
Szene „Vom reichen Mann und armen Lazarus” zur Aufführung.
ein Diaglog, der unter Zuziehung der Inſtrumentalmuſik in
nach=
drücklicher Weiſe die Höllenqualen des Reichen, ſeine Sehnſucht
nach Erlöſung, endlich die Zurückweiſung ſeiner Bitten durch
Abraham im Sinne des Gleichniſſes der Bibel ſchildert. Schütz
hat während ſeiner beiden längeren Aufenthalte in Italien die
dortige Oper kennen gelernt, und es gibt wenige Werke von
ihm, in denen die Inſtrumente ſo beredt an der Ausdruckgebung
Freitag, 27. April 1934
der Reichsregierung betriebenen Motoriſierung des Verkehrs in
Deutſchland. Der Treibſtoffbedarf für Kraftfahrzeuge betrage
1,4 Millionen Tonnen, davon werde ein Drittel in Deutſchland
hergeſtellt. Man könne mit einem ſtetigen Anwachſen des
Treib=
ſtoffbedarfs in Deutſchland rechnen, der in den nächſten 4—5
Jah=
ren eine Verdoppelung des heutigen Verbrauches herbeiführen
werde. Das große Ziel ſei, Deutſchland in der
Treibſtoffver=
ſorgung unabhängig zu machen. Das dürfe aber nicht zu einer
Verteuerung der Antriebskoſten führen.
Das zurückgezogene Rheinſchiffahrks=
Abkommen.
Die Reichsregierung hatte vor einiger Zeit dem
Zentralaus=
ſchuß für die Rheinſchiffahrt in Straßburg Vorſchläge zugehen
laſſen, die ſich mit der Behebung der Wirtſchaftsnot der
Rhein=
ſchiffer beſchäftigte. Daraufhin hat der Zentralausſchuß den
Ent=
wurf eines „Uebereinkommens” ausgearbeitet, das ſich auf einem
Abeichungs=Verfahren aufbaut. Dieſer Entwurf iſt auch
Deutſch=
land vorgelegt und wie das Havasbüro mitteilt, von der
deut=
ſchen Abordnung nicht anerkannt worden.
Niemand bedauert mehr als die Reichsregierung ſelbſt,
daß dieſer Schritt unternommen werden mußte. Gerade ſie hat
in der Vergangenheit zahlloſe Anſtrengungen gemacht,
um die Rheinſchiffer aus ihrer wirtſchaftlichen
Notlage zu befreien. Dieſe Not iſt entſtanden aus
einem Ueberangebot an Tonnage und einem zu
geringen Angebot an Frachtgut. Auf dem Rhein iſt
es aber nicht möglich, durch nationale Maßnahmen Angebot und
Nachfrage auszugleichen und damit einigermaßen ſtabile
Fracht=
ſätze zu erreichen.
Wenn Deutſchland für ſeine eigene Schiffahrt eine
ent=
ſprechende Regelung treffen würde, dann blieben immer noch die
Holländer und Franzoſen, die nun wieder die deutſchen Frachtſätze
unterbieten und alle Bemühungen der Reichsregierung über den
Haufen werfen könnten.
Bei der Lage des Rheinſtromes war es auch ſchon vor dem
Krieg ſo, daß die unmittelbar intereſſierten Staaten in einer
Kommiſſion alle gemeinſamen Probleme erörterten. Der
Ver=
ſailler Vertrag hat dieſe Kommiſſion erhalten, hat ſie aber
zu einem Machtinſtrument der Siegerſtaaten
aus=
geweitet und Staaden mit hineingenommen, die
auf dem Rhein ihre Flagge überhaupt nicht
zeigen. Dadurch wurden bisher alle Verhandlungen äußerſt
ſchwierig geſtaltet. Das gilt auch für die heutigen
Be=
mühungen, die ſich im weſentlichen darum drehten, für
jedes Schiff eine beſtimmte Ladegrenze
zuſchaf=
fen. Man wollte auf dieſe Weiſe erreichen, daß alle
Rhein=
ſchiffer bei der Vergebung von Transportaufträgen berückſichtigt
werden können und ſich die Frachtſätze allmählich auspendeln.
Maßgebende deutſche Rheinſchiffer haben entſprechende Projekte
ausgearbeitet, die auch von der Zentralkommiſſion geprüft
wur=
den. Es hat ſich im weſentlichen darum gehandelt, nach welchen
Grundſätzen die Abeichung vorzunehmen ſei und an welche Stelle
die Kontrolle zu übergeben wäre. Deutſchland hat,
ob=
wohl die Franzoſen und auch die Schweiz ſtarke
Gegnerſchaft zeigten, weitgehende
Zugeſtänd=
niſſe gemacht, hat aber dann feſtſtellen müſſen,
daß in Straßburg der Verſuch gemacht worden
iſt, die Zuſtändigkeiten des Zentralausſchuſſes
zu erweitern, um in die Freiheiten der
Schiff=
fahrt ſehr weit über die Grundfätze des
ange=
ſtrebten Abkommens hinaus eingreifen zu
können.
Auf dieſem Wege hat Deutſchland den übrigen Delegierten
in der Rheinſchiffahrtskommiſſion nicht folgen können.
Es hat jetzt ſeinen Standpunkt in Straßburg zum Ausdruck
gebracht, ſo daß nun vorerſt aus der Abmachung nichts werden
wird, es ſei denn, daß die Mitglieder der Kommiſſion
vernünf=
tig genug ſind, die von Deutſchland vorgebrachten Gründe
an=
zuerkennen und bei der üblichen Zuſtändigkeit der Kommiſſion
zu bleiben.
Wir werden erleben, daß man nun die Frage der „Schuld”
aufwirft. Irgendwelche Vorwürfe können aber an unſere Adreſſe
nicht gerichtet werden. Gerade Deutſchland hat ſtarke Intereſſen
an der Beilegung der Wirtſchaftsnot der Rheinſchiffer. Schon
daraus geht hervor, daß wir nicht leichtfertig vorgegangen ſind,
ſondern tiefgehende Anläſſe vorliegen, die uns zu unſerem
Ver=
halten zwangen.
Gruppenführer Weinreich — Reichsführer der Teno.
Berlin, 26. April.
Der Reichsminiſter des Innern hat den SA.=Gruppenführer,
Reichstagsabgeordneten Hans Weinreich, zum Reichsführer der
Techniſchen Nothilfe beſtellt.
ſich beteiligen ſichtlich nach dem Vorbild Monteverdis, des
gro=
ßen italieniſchen Opernkomponiſten
In dem Oſterdialog, der ebenfalls zur Aufführung gelangt
bleibt Schütz mehr im Rahmen der liturgiſchen Muſik. Es kommt
ihm noch zu theatraliſch vor, Jeſus und Maria Magdalena von
Soloſtimmen ſingen zu laſſen, nachdem bis dahin die Kirchenmuſik
ſolche Worte immer für Chormuſik vertont hatte, und deshalb
läßt er beide Perſonen durch Stimmenduette vertreten. Auch
hier iſt der Ausdruck vollkommen. Die Frage Jeſu. Wen ſucheſt
du?” die Antwort der Maria Magdaleng, dann die herrliche
Stelle, wo ſie den Herrn erkennt, und Jeſu Weisſagung heben
ſich in wundervoller Weiſe voneinander ab.
Für Darmſtadt neu und in der zu Gehör kommenden Form
eine Uraufführung iſt das Oratorium „Jephta” von Cariſſimi,
das kurz nach 1640 in Rom entſtanden iſt. Dort wurden
da=
mals im Betſaal San Marcello bibliſche Oratorien in
lateini=
ſcher Sprache aufgeführt, und da das Volk dieſe Aufführungen
wegen der Sprachunkenntnis mied, ſo waren ſie während der
Faſtenzeit Sammelpunkt der Gebildeten, der Künſtler und
Lite=
raten. Sie erſetzten für Rom gleichzeitig die Oper, die in
Vene=
dig ſchon ſeit einigen Jahren ſtehende Einrichtung geworden
war. Cariſimi iſt der bedeutendſte der in Rom ſchaffenden
Komponiſten, in gewiſſem Sinne der Händel des 17.
Jahrhun=
derts, denn viele dramatiſchen und ſtiliſtiſchen
Eigentümlichkei=
ten hat er mit dem 100 Jahre ſpäter ſchaffenden Händel
gemein=
ſam. Aus dieſem Grunde lohnt es ſich, das lateiniſche Wort ins
Deutſche zu übertragen, die angedeutete Inſtrumentalbegleitung
auszuführen und es dadurch aufführungsfertig zu machen. Eine
kurze Sinfonie von Vitali, etwa aus der gleichen Zeit, wird als
Einleitung dienen, damit das Rezitativ des Erzählers nicht zu
unvermittelt beginnt. Dann folgt in großem Aufbau Jephtas
Gelübde und ſein Sieg über die Ammoniter. Soloſätze und Chor
wechſeln einander häufig ab. Dreiklangmotive in der Art von
Fanfaren deuten das Kriegeriſche an, ein Chor mit abſteigender
chromatiſcher Tonleiter ſchildert den Fall und das Wehklagen der
Ammoniter. Die zweite große Szene iſt die Siegesfeier,
einge=
leitet durch den Geſang der Tochter Jephtas und ihrer beiden
Gefährtinnen, abgeſchloſſen durch den Chor. Nun kommt der
leidenſchaftliche Schmerzensausbruch Jephtas und ſeine
Wechſel=
rede mit der Tochter, wobei, wie in den anderen Szenen, der
unbekannte Textdichter den knappen bibliſchen Text ergänzt. Nach
einem kurzen erzählenden Chor in antikem Versmaß und von
klaſſiſcher Größe hören wir dann die Klage der Tochter Jephtas,
deren ergreifender Text in Anlehnung an Pſalmendichtung
ge=
ſchrieben wurde, und in die dreimal die Echos von den Bergen
hineinklingen. Der breitangelegte Schluß ſetzt die Klage
fort. Der muſikaliſche Ausdruck des Werkes iſt ſo ſtark, daß ſich
ihm kein Hörer wird entziehen können.
Dr. Friedrich Noack.
Von der Univerſität Gießen. Der ordentliche Profeſſor
für engliſche Philologie an unſerer Univerſität, Dr. Walther
Fiſcher, hat einen ehrenvollen Ruf an den angliſtiſchen
Lehr=
ſtuhl der Univerſität Frankfurt zum 1. Mai 1934 erhalten.
Seite 4 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 27. April 1934
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Eliſabeth Walter, geb. Gauger
Karl Walter
Editb Walter.
Darmſtadt, Merſeburg, 26. April 1934.
Die Beerdigung findet Freitag, den
27. April um 3½ Uhr auf dem Beſſunger
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[ ← ][ ][ → ]Freitag, 27. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 115 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 27. April 1934
Mlb Bpferoam trag Beien Kämenein!
Die Kreisamtsleitung der NSV. teilt mit, daß das
Einzeichnungs=
ergebnis in das Opferbuch der NSV. bis jetzt ein recht erfreuliches
Reſultat gezeigt hat. Es vergeht kein Tag, an dem nicht Hunderte
von Volksgenoſſen der Stadt Darmſtadt in das Opferbuch
teil=
weiſe recht anſehnliche Beträge einzeichnen. Ganz beſonders muß
anerkannt werden, daß aus den Kreiſen der minderbemittelten
Bevölkerung eine große Opferfreude zutage gelegt wird. So iſt es
in den letzten Tagen wiederholt vorgekommen, daß Volksgenoſſen,
die viele Jahre erwerbslos geweſen ſind und erſt ſeit kurzem
wie=
der Arbeit gefunden haben, aus Dankbarkeit große Beträge
ein=
zeichneten, die gerade für ſie ein großes Opfer bedeuten.
Es ergeht daher an alle die, die in der Lage ſind, für die
NSV., insbeſondere für das große Hilfswerk „Mutter und Kind‟
zu ſpenden, die dringende Bitte, dem Beiſpiel ihrer ärmeren
Volksgenoſſen zu folgen und baldigſt Spenden in das Opfer
einzuzeichnen, die im Verhältnis zu ihren Einnahmen und
Ver=
mögen ſtehen.
Bei dieſer Gelegenheit wird darauf hingewieſen, daß heute
abend 6 Uhr an dem Opfertempel auf dem Adolf=
Hitler=Platz die Landespolizei unter Leitung von
Muſik=
inſpizient Buslau zugunſten der NSV. ein Platzkonzert
veranſtaltet.
Ferner werden morgen. Samstag, abends 6 Uhr,
ſämtliche Mitglieder der NSDAP., Ortsgruppe
Mitte, und ſämtliche Amtswalter des Amts für Volkswohlfahrt,
Ortsgruppe Mitte, vom Ballonplatz aus einen Opfergang
ver=
anſtalten. Der Zug, der vom Muſikzug der Standarte
115 unter Leitung von Muſikzugführer Schlupp geführt wird,
wird etwa um halb 7 Uhr an dem Opfertempel eintreffen,
Während der Zeit, in der ſich alle an dieſem Opfergang
Beteilig=
ten in das Opferbuch eintragen werden, gibt der Muſikzug vor dem
Tempel ein Platzkonzert.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurden: Polizeihauptmann Adolf Auwärter,
unter Berufung in das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom
1. April 1934 zum Regierungsrat bei der Polizeidirektion
Offen=
bach a. M.; am 19. April 1934 durch Urkunde des Herrn
Reichs=
ſtatthalters in Heſſen, auf Vorſchlag der Heſſiſchen Regierung, der
Rechtsanwalt Eduard Lucius zu Mainz, unter Berufung in
das Beamtenverhältnis, mit Wirkung vom 1. April 1934 zum
Notar mit dem Amtsſitz in Mainz, als Nachfolger des Notars
Juſtizrat Dr. Bing.
Verſetzt wurde der Oberfinanzrat Karl Meiſinger zu
Darmſtadt, auf Grund des § 5 des Geſetzes zur Wiederherſtellung
des Berufsbeamtentums vom 7. April 1934, mit Wirkung vom
1. April 1934 in die Stelle eines Regierungsrates bei der
Ober=
rechnungskammer in Darmſtadt, unter Beibehaltung der
Amts=
bezeichnung und der ſeitherigen Bezüge.
In den Ruheſtand verſetzt wurden auf Nachſuchen, unter
An=
erkennung der dem Staate geleiſteten Dienſte, am 14. April 1934
die Lehrerin an der Volksſchule zu Mainz Eliſabeth Lückmann,
der Lehrer Friedrich Eimer an der Volksſchule zu Beienheim,
Kreis Friedberg; der Lehrer Heinrich Görlach an der
Volks=
ſchule zu Oſtheim, Kreis Friedberg; der Lehrer Otto
Wolf=
ſchmidt an der Volksſchule zu Heuchelheim, Kreis Gießen;
ſämtlich mit Wirkung vom 16. April 1934 an.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Anläßlich der
Erſtauf=
führung von Mascagnis Oper „Iſis” an den Vereinigten
Wup=
pertaler Bühnen ſchreibt die Kritik über den Leiter, Kapellmeiſter
Auguſt Vogt: Den Hauptanteil am Erfolg hatte der
muſika=
liſche Leiter Aug. Vogt. Das Orcheſter klang prächtig und deckte doch
nirgends die Singſtimme zu. Vogt verbindet in ſelten
anzutref=
fender Einheit einen eminenten Klangſinn mit muſikaliſcher
Exakt=
heit, rhythmiſcher Präziſion und weiß dramatiſche Akzente immer
an der richtigen und ſorgfältig vorbereiteten Stelle anzubringen.
Er überläßt ſich niemals dem Impuls des Augenblicks, ſondern
geſtaltet immer vom Ganzen aus. So konnte er den ganzen
Far=
benreichtum der Partitur zur reſtloſen Entfaltung bringen. . . . —
A. Vogt tut das Seinige, die Lebendigkeit des Orcheſterklanges
wachzuhalten. Mit anfeuerndem Temperament erſchöpft er die
dynamiſchen Steigerungsmöglichkeiten, alles aus dem Vollen
in=
terpretierend. — „Tote Augen‟: Die muſikaliſche
Einſtudie=
rung und Leitung von A. Vogt füllte das Werk mit dem
leben=
digen Atem der dramatiſchen Sprache dieſer Partitur, ihre
emi=
nente Klangſchönheit und inſtrumentale Kultur ſorgſam
auf=
bauend, abwägend und differenzierend. Er ſchuf hier mit ſeine
beſte Leiſtung.
— Jubiläum. Samstag, den 28. April, ſind es 40 Jahre, daß
Herr Oberrechnungsrat Ludwig Metzler bei der Buchhaltung
des Finanzminiſteriums ununterbrochen tätig iſt Gleichzeitig
wird ſeit 20 Jahren Bad Nauheim von ihm bearbeitet.
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29. April Anf. 11, Ende 13 Uhr.
Kinder=, Tanz= und Spiellieder. Pr. 0.50—2,50 Anf. 19½, Ende geg. 22 Uhr. Zuſatzmiete II 12
Preiſe 0.70—3.80
Krach um Jolanthe.
— Gäſte im Landestheater. In der heute abend im Kleinen
aus des Landestheaters ſtattfindenden Wiederholung von „La
raviata” wird Lea Piltti vom Staatstheater Danzig die Partie
er Violetta und Paul Stieber=Walter, Berlin, die Partie des
lfred als Gaſt auf Anſtellung ſingen.
— Neuengagements des Heſſiſchen Landestheaters. Heini
andſchuhmacher vom Heſſiſchen Landestheater iſt an das
Stadt=
heater Freiburg i. B. verpflichtet worden. Als ſeinen
Nachfol=
er hat Generalintendant Franz Everth den jugendlichen
Komi=
er und Tenorbuffo des Stadttheaters Saarbrücken, Heinz
Weih=
ann, für die kommende Spielzeit an das Heſſiſche Landestheater
ſarmſtadt verpflichtet.
Generalintendant Franz Everth. der mit Beginn der
kommen=
en Spielzeit die Leitung des Heſſiſchen Landestheaters
Darm=
kadt übernimmt, hat Fritz Luther von der Bayeriſchen
Lan=
esbühne als jugendlichen Helden und Hannes Stelzer der
urzeit mit großem Erfolg am Bayeriſchen Staatstheater gaſtiert,
Is Darſteller jugendlicher Rollen nach Darmſtadt verpflichtet.
Anoronang far dei PMct.
Zugordnung.
Hausmann,
Zug A: Aufſtellung am Marienplah.
Antreten 12,45.
Führung des Zuges A: Kreisleiter Oberbürgermeiſter
Pg. Wamboldt.
Stab der Kreisleitung,
Kapelle der Techniſchen Nothilfe.
NSBO. Ortsgruppe Mitte (1X), beſtehend aus:
Heag,
Landesvermeſſungsamt,
Landes=Theater,
Stegmüller,
Hochſchule,
Uniform=Fey,
Rothſchild,
Drogen=Schaefer,
Kaufhof,
Scherkamp,
Schade & Füllgrabe,
Handwerkskammer,
Rundfunk,
Wende & Philippi,
Nohl,
Sammel=Zelle,
Beamter der Polizei=Direktion.
Ortsgruppe Beſſungen (II):
Ortszelle,
Einzelhandel, NS.=Hago,
Ambulante Gewerbetreibende,
Sonſtige Reichsverwaltung.
Ortsgruppe Rheintor (III):
Gebr. Roeder,
Arbeitsamt,
Auslandsdeutſche,
Kreis=Bauernſchaft,
Heſſiſche Landeszeitung,
Wittich,
Roetherdruck,
Winkler=Verlag,
Pageda,
Trier,
Land= und forſtwirtſchaftliche Berufe,
Landwirtſchaftliche Verſuchsſtation,
Rummel,
Sammel=Zelle,
Poſt I und II.
Deutſcher Möbelfach=Verband.
Ortsgruppe Maintor (IV):
Motorenfabrik „Modag” (Spielmannszug),
Venuleth & Ellenberger.
Schmittmann & Co.,
Gg. Autenrieth,
Bahnbedarf,
Goebel A.=G.,
Schenck,
Herdfabrik „Alkoda‟,
Röhm &. Haas,
Donges Stahlbau,
Ortszelle,
Reichs=Autobahn,
Reichs=Autobahn (Büro),
Polizei=Ehrenabteilung,
Abſchluß des Zuges: SA=Ehrenabteilung.
Zug B: Aufſtellung Bismarckſtraße.
Antreten 12,55.
Führung des Zuges B: Kreis=Propagandaleiter Pg.
Malcomes und NSBO=Propaganda=Obmann
Pg. von Oelhafen.
Spielmannszug und Kapelle der Ortsgruppe
Steinberg (I).
Ortsgruppe Steinberg ():
Lokwerk und Wagenwerk.
Beamte der Reichsbahn,
Ortszelle.
Ortsgruppe Schloßgarten (Vl):
Fa. Merck,
Ortszelle,
Milch=Verſorgung.
Ortsgruppe Gutenberg (VII):
Städtiſche Betriebe und Stadtkaſſe,
Ortszelle.
Ortsgruppe Gervinus (VIII):
Sämtliche Banken,
Forſtbetriebe,
Finanzämter,
Ortszelle,
Polizei=Ehrenabteilung,
Hinter der Polizei=Ehrenabteilung ſchließen ſich
alle diejenigen an, die am Steubenplatz
Aufſtellung genommen haben.
Führung: Pg. Raſcher:
Sämtliche Gruppen, die keiner NSBO=Ortsgruppe
zugeteilt und benachrichtigt ſind:
NS.=Aerzteſchaft,
Dentiſten,
Geiſtliche,
Rechtsanwälte,
Heilpraktiker=Bund,
Drogiſten,
Fachſchaft Gärtner,
Deutſcher Heimarbeiter= und Hausgehilfen=Bund,
Sämtliche Hausangeſtellten,
Geſelligkeitsvereine der Fuhrleute,
Erwerbsloſe, die keiner Zelle angehören,
Abſchluß des Zuges B: Arbeitsdienſt=Ehrenabtlg.
gez.: Malcomes,
Kreis=Propagandaleiter.
Aufklärungsmarſch
des Reichsluftſchukbundes.
Der kommende Sonntag wird ſich für Darmſtadt zu einem
Erlebnis geſtalten. Gerade vor einem Jahr, am 29. April 1933,
wurde vom Reichsluftfahrtminiſter Hermann Göring der
Reichs=
luftſchutzbund ins Leben gerufen. Innerhalb eines Jahres haben
bereits zwei Millionen deutſcher Männer und Frauen den
Auf=
ruf des Luftfahrtminiſters beherzigt und ihren Beitritt erklärt.
Die Ortsgruppe in Darmſtadt kann mit Stolz feſtſtellen, jetzt
ſchon über 12 000 Mitglieder zu zählen. Doch alles ſteckt noch im
Anfang, und jeder muß mithelfen. Denn der zivile Luftſchutz iſt
eine Lebensfrage für unſer Volk.
Zur Aufklärung der noch Fernſtehenden veranſtaltet der
RLB. am Sonntag vormittag einen großen Umzug durch die
Straßen Darmſtadts. Auf einer Reihe von Laſtwagen wird die
verheerende Wirkung der Fliegerbomben an Darmſtädter
Bei=
ſpielen veranſchaulicht und die Zweckmäßigkeit gewiſſer
Luftſchutz=
einrichtungen gezeigt. Große Abteilungen werden mit
Gasmas=
ken aufmarſchieren. Außer dem aktiven Teil des RLB. nehmen
noch befreundete Verbände teil: SA., SS.. Fliegerſturm, HJ.,
Polizei, Feuerwehr, Sanitätsdienſt, 25 Turner und Turnerinnen
mit Pfeil und Bogen, eine Reihe Fachgruppen und vor allem die
Techniſche Nothilfe, die ſich ja völlig in den Dienſt der Sache
ſtellt, alle Verbände mit ihren Muſikkapellen, Transparenten,
Wagen oder Gasmasken. Die Einzelheiten des Zuges werden
noch bekanntgegeben. Auf dem Marienplatz hält der
kommiſ=
ſariſche Ortsgruppenführer Dr. Seidel eine Anſprache.
Der Zug wird einen nachhaltigen Eindruck hinterlaſſen. Kein
Volksgenoſſe darf die Kundgebung verſäumen! Sie ſoll ein flam=
R.
mendes Bekenntnis zum Lebenswillen ſein.
Billiger Sonderzug nach Baden=Baden.
Es lockt der Wald, der Schwarzwald, deſſen mächtigſte Tanne
der Maibaum der Reichshauptſtadt wird. Und ſo werden
wie=
der viele Hunderte am letzten Aprilſonntag den um 60 Prozent
verbilligten Verwaltungsſonderzug der Reichsbahndirektion Mainz
nach Baden=Baden mit Freude benutzen. Einen Tag lang die
Lungen voll ſaugen mit würziger Tannenluft, einmal 10
Stun=
den ausſpanven in der Weltkurſtadt des Schwarzwaldes, das iſt
ein billig zu verſchaffender Hochgenuß. Man kann in der Stadt
bleiben, man kann im Wald untertauchen. Man leſe die
Aus=
hänge auf den Bahnhöfen und bei den Reiſebüros.
Dir Jügend aif 4. Mal.
Die Darmſtädter Hitler=Jugend, einſchließlich
Jung=
volk und B. d. M., tritt am 1 Mai morgens pünktlich um
8.00 Uhr auf dem Paradeplatz an.
Die Schulen gleichfalls um 8 Uhr auf dem Marktplatz,
Spitze nach dem Paradeplatz. Die Leiter der Schulklaſſen melden
dem Standortführer der HJ., H. Baur, die Stärken.
Schul=
pflichtige Jungen und Mädel, die in der HJ., im Jungvolk oder
B. d. M. ſind, treten nicht bei den Schulen auf dem Marktplatz,
ſondern ausnahmslos bei der HJ., auf dem Paradeplatz, an.
Abmarſch erfolgt gemeinſam, unter Führung der Hitler=
Jugend, nach dem Exerzierplatz.
Die Feier auf dem Exerzierplatz wird um 8.40
Uhr mit einer Begrüßungsanſprache des
Ober=
bannführers Bloch eröffnet.
Alsdann ſpricht vor der Uebertragung des Staatsaktes aus
Berlin Reichsſtatthalter Sprenger zur Jugend.
Die Bevölkerung iſt herzlichſt eingeladen, der Veranſtaltung
der Jugend beizuwohnen.
Hitler=Jugend, Oberbannführung.
Die Landesſynode
der Evangeliſchen Landeskirche Naſſau=Heſſen tritt am Freitag,
den 27. April, vormittags 10.30 Uhr, in dem Synodalgebäude zu
Darmſtadt, Mackenſenſtraße 40, zu einer Sitzung zuſammen.
Ein=
ziger Punkt der Tagesordnung iſt die Ueberführung der
Evan=
geliſchen Landeskirche Naſſau=Heſſen in die Deutſche Evangeliſche
Kirche.
Acht Feierkage im Mai!
Nach dem anormal ſchönen und warmen Wetter, das der April
uns heuer in ſeinen beiden erſten Dritteln beſcherte, kann man
dem Maiwetter mit einiger Bangigkeit entgegenſehen. Das
Wachstum iſt ſchon ſo weit fortgeſchritten, daß die Eisheiligen
viel verderben können. Wenn es auch ſo mit dem Wetter noch
im Ungewiſſen liegt, eins wiſſen wir vom Mai heute ſchon: daß
er uns mit Feiertagen überſchüttet. Er beginnt mit dem Feſttag
der Arbeit, bringt uns in den zweiten Woche den
Himmelfahrts=
tag, ſchenkt uns den Pfingſtmontag, und die Katholiken können
am letzten Tag des Mai noch Fronleichnam begehen. Alſo vier
Feiertage und vier Sonntage in einem Monat. Da kann ſich
wirk=
lich keiner beſchweren.
Tanoein
KrKk
In Dosen und ſobes
soo RM 015 bis I.
Kanoéin
FIKt
Stöck 30 Pfg.
3 Sück 8s Pfg.
Seite 6 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nochrichten
Freitag, 27. April 1934
Reichsolſchef maner Weigt den Siſcher
der Evangeliſchen Landeskirche Naſſau=Heſſen.
Der geſtrige Tag war für alle Evangeliſchen in Heſſen,
Frank=
furt und Naſſau und darüber hinaus für die ganze Evangeliſche
Reichskirche ein Tag von kirchengeſchichtlicher Bedeutung. Er hat
die endgültige und formale Beſtätigung der kirchlichen Neuordnung
im größeren heſſiſchen Gebiete gebracht. Der bereits durch
Ver=
fügung vom 6. Februar d. I. durch den Herrn Reichsbiſchof zum
Landesbiſchof berufene Pfarrer Lic. Dr. Dietrich von Wiesbaden
wurde in der Kirche ſeiner pfarramtlichen Wirkſamkeit der
eigen=
artig eindrucksvollen Marktkirche in Wiesbaden in ſein
biſchöf=
liches Amt durch den Herrn Reichsbiſchof eingeführt.
Nachdem bereits am Vorabend im Kurhaus zu Wiesbaden
eine muſikaliſche Feier unter Leitung von
Generalmuſik=
direktor Elmendorf ſtattgefunden hatte war am Feſttag früh
9,30 Uhr ein Empfang des Herrn Reichsbiſchofs ſowie
der ſtaatlichen und oberſten Kirchenbehörden durch
den Herrn Oberbürgermeiſter der Stadt Wiesbaden im Feſtſaal
des Rathauſes. Schon in dieſem Akt drückt ſich das aus, was das
Kennzeichen der ganzen Feier war; die innige
Verbundenheit der neuen Kirche mit dem neuen
Staat, und des neuen Staates mit der neuen
Kirche.
Wer nach Wiesbaden fuhr, ſah unterwegs weithin alle
evan=
geliſchen Kirchen des Landes in den Kirchenfahnen grüßen. In der
im Frühlingsſchmuck doppelt ſchönen Kurſtadt waren die Straßen
mit feſtlich geſtimmten Menſchen belebt. Schuljugend ſtand am
Wege des Reichsbiſchofs allenthalben Spalier Vor der
Markt=
kirche, dem eindrucksvollen Backſteinbau, ſtaute ſich die Menge. Nur
Geladenen konnte der Zutritt geſtattet werden. In wunderbarem
Blumenſchmuck bot ſich der weite Raum dar. Pünktlich um 10 Uhr
erfolgte
der Einzug.
Voran eine Fahnenabordnung der SA., die ebenſo wie der
Reichs=
biſchof feierlich ſchweigend gegrüßt wurden. Es folgten die
erſchie=
nenen auswärtigen Landesbiſchöfe und eine große Zahl anderer
Ehrengäſte, die Kirchenregierung, alle Dekane der Landeskirche
und die Geiſtlichen von Wiesbaden und Mainz im Ornat.
Ein Bläſerchor ſtimmte die „Intrada” zu 5 Stimmen von
Pezelius an, die Gemeinde ſang: „Komm heilger Geiſt”,
Ober=
landeskirchenrat Walther. Wiesbaden, verſah die feſtliche
Li=
turgie. Dann erklang von Chor und Orgel das große Halleluja
von Händel.
Der Reichsbiſchof
tritt an den Altar, ihm zur Seite zwei Biſchöfe, vor ihm ſtehend
der neue Landesbiſchof. Im Anſchluß an Johannes Ev. 17.17 ff.,
dem Wort von der Sendung der Jünger Jeſu in der Wahrheit,
ſpricht der Reichsbiſchof eindringlich von der Bedeutung des hohen
Amtes des Biſchofs. „Wir brauchen nicht die Wahrheit des
Hei=
landes zu verteidigen, ſie bleibt ewig lebendig . Aufgabe iſt es
vielmehr, den Gemeinden und den Pfarrern „Freund, Kamerad
und Führer zu ſein” „Du ſollſt der erſte Diener deiner Kirche
ſein”, zum Dienſt an denen, die uns durch Blut und Heimat
ver=
bunden ſind. Hier fand er beſonders warme Worte. Die Rede
ſchloß: „Gott möge dich leiten und führen, wie uns alle er möge
dich ſtark machen, fröhlich machen, ſelig machen. Er heilige auch
dich durch ſeine Wahrheit”. Dann folgte die Frage: „Biſt du
beveit, dein Amt zu führen in freudigem
Be=
kenntnis zum Evangelium, in Gehorſam gegen
die Deutſche Evangeliſche Kirche und ihren
Reichsbiſchof, in Treue und Gehorſam gegen die
Obrigkeit” Nach der feierlichen Bejahung erfolgte die
Segens=
bitte, die Ueberreichung des äußeren Zeichens der
biſchöflichen Würde, des goldenen Kreuzes. In
ernſtem Gebet wandte ſich dann der neue Landesbiſchof zum Altar
und bat Gott um Beiſtand für ſeine Aufgabe. Machtvoll
er=
brauſte das Lutherlied: „Ein feſte Burg‟. Dann betrat
der Landesbiſchof
die Kanzel zur Predigt über Luc. 11, 21—23, die zugleich ſein
Bekenntnis bildete. „Wernicht mit mir iſt, der iſt wider
mich; und wer nicht mit mir ſammelt, der
zer=
ſtreuet."
Er ſchilderte die ganze Furchtbarkeit des teufliſchen
Ge=
ſchehens in der Zeit der Gottloſigkeit und die Hoffnungsloſigkeit
durch menſchliches Tun es zu überwinden. Er ſprach von denen,
die die drohende Gefahr nicht ſehen wollten. Sie waren
ent=
weder blind oder ohne Liebe. Auch Neutralität iſt Mangel an
Liebe. Auch bei denen, die auch heute noch außerhalb des
Ge=
ſchehens ihren Standort haben wollen. Als nach menſchlichem
Er=
meſſen keine Hoffnung mehr war, geſchah ein Wunder. Es geht über
menſchlichen Verſtand und Kraft, zu begreifen, was ſich in den letzten
2 Jahren vollzog. Ein richtiges Oſtern hat das deutſche Volk
er=
lebt. Es wurde klar: die Rechte des Herrn behält den Sieg. Er
ergriff das Steuer. Und was er tat, das tat er ſo, wie er es
immer zu tun pflegt: durch einen Mann. Adolf Hitler. Gott
wandte ſich zunächſt an die Toten und weckte ſie auf. Nur einer
verſtand deren Sprache, und der hat ſie uns erſt verſtehen
ge=
lehrt. Mit viſionärer Kraft, die alles, auch das Chriſtentum
der Zeit, unter das Gericht ſtellt. Dagegen wenden ſich manche.
Die einen, die darin nur ein Aufſtehen des natürlichen Menſchen
ſehen. Gott ſei Dank, daß die elementare Natur durchbricht. So
allein kommt wieder eine geſunde Auffaſſung vom Chriſtentum
gegenüber allem ſchwächlichen Getue. Gegenüber denen, die in
dem Führer nur den pokitiſchen Führer ſehen wollen, ſei
verwieſen auf das was er ſelbſt geſagt hat. Zwei ſeiner
be=
deutungsvollen Reden hat er mit Worten aus der deutſchen
Lutherbibel geſchloſſen. Einmal: „Wo der Herr nicht das Haus
baut, arbeiten umſonſt die daran bauen” das andere Mal:
„Herr ich laſſe dich nicht, du ſegneſt uns denn”. Wir wiſſen, wie
er ſeine letzte Kraft ſich immer von Gott holt. Held kann nur
ſein, wer ſein Heldentum vor Gott trägt. Darum allein auch
konnte er das Teufliche, „den Starken” überwinden durch den
Stärkeren. — Was draußen Großes geſchieht, wirft ſeine
Schat=
ten auch hier herein. Wir können uns dem Geſchehen nicht
ent=
ziehen. In dieſem Sinne wird jetzt auch in der Kirche gekämpft.
Es geht um letzte Entſcheidungen. In dieſem Sinne faſſe auch
ich mein Biſchofsamt auf in dieſer Zeit. Die deutſche Revolution
hat ihre Forderungen an die Kirche geſtellt. Ebenſo wie die
Kirche ihrerſeits ihr zuruft: „Wo der Herr nicht das Haus baut”,
Es geht heute um ein ſich beſcheiden und ſich entſcheiden Auch
eine Kirche darf ſich nicht vergötzen. Die Theologie allein macht
noch nicht den Pfarrer. Es muß etwas hinzukommen, das man
nicht lernen kann, das einem geſchenkt wird. Das wollen wir
wieder haben. Wir müſſen uns auch entſcheiden. Man muß
etwas mit ganzer Seele wollen. Man kann nicht in verſchiedenen
Schubladen Sonntag und Alltag, das Nationale und das So=
ziale haben. Es muß ein Ganzes ſein, eine Totalität, Total iſt
der Staat, ein ganzer Staat. Auch die Kirche iſt total und
kommt deshalb nicht mit dem Staat in Widerſpruch weil ſie den
Menſchen als Ganzes nimmt, ſo wie er iſt. Darum
über=
nehme ich mein Biſchofsamt in vollkommener Einheit und
Ver=
bindung mit der Bewegung Deutſchlands. Ich übernehme es in
heißem Dank gegen Gott; in heißem Dank gegen meine
Mit=
kämpfer, auch gegen meinen Vater und meine Mutter, gegen
die Pfarrer meiner Landeskirche, die das Große ſehen und
be=
jahen. Die anderen werden es lernen müſſen. Die älteſte
Chriſtenheit hatte eine gewaltige Kraft, ſie hatte eine
Zukunfts=
hoffnung. Es iſt eine große Gnade heute, daß wir im Aufblick
zu Chriſtus wieder in die Zukunft ſchauen können und das Werk
anfangen, und daß Martin Luther in ſeinem Oſterlied recht
behält:
„Es war ein wunderlicher Krieg,
Da Tod und Leben rangen,
Das Leben, das behielt den Sieg,
Es hat den Tod bezwungen.”
Mit Gemeindegeſang, Gebet und Chor ſchloß die erhebende
gottesdienſtliche Feier in geſchichtlicher Stunde.
Am Abend fand im Paulinenſchlößchen eine
Volkskund=
gebung ſtatt mit Anſprachen des Reichsbiſchofs und
Landes=
bkſchofs.
Der Reichsbiſchof heute in Darmſtadt.
„Auf der heutigen Landesſynode Naſſau=Heſſen in Darmſtadt,
um 10.30 Uhr im Synodalgebäude, Mackenſenſtraße 40, werden
der Reichsbiſchof, der Rechtsvertreter der Deutſchen
Evange=
liſchen Kirche Miniſterialdirektor Jäger und Vertreter des
Staa=
tes Heſſen das Wort ergreifen. Miniſterialdirektor Jäger wird
über die zu faſſenden Beſchlüſſe ausführlich ſprechen.
Der Reichsbiſchof hat dem Rechtsvertreter der Deutſchen
Evangeliſchen Kirche, Miniſterialdirektor Jäger, in
Anerken=
nung ſeiuer beſonderen Verdienſte die Kirchliche
Ehren=
münze verliehen.
der Evangeliſche Bund Darmftadt
MJahte 4333.
Am geſtrigen Abend fand im Gemeindehaus Kiesſtraße die
diesjährige Jahreshauptverſammlung des
Zweigver=
eines Darmſtady des Evangeliſchen Bundes ſtatt. Eine große Zahl
Mitglieder, Männer und Frauen, hatten ſich dazu eingefunden.
der Vorſihende, Pfarrer Dr. Bergér.
erſtattete den Jahresbericht. Nach einem Ausblick auf die
Ge=
ſamtlage der Kirche konnte er die erfreuliche Mitteilung machen,
daß gerade in dieſen Tagen die Arbeit des Bundes durch den
Herrn Reichsbiſchof Beſtätigung und Anerkennung gefunden und
in ſeiner künftigen Bedeutung unterſtrichen wurde. Das zu
wiſſen, wird gerade denen beſonders wichtig ſein, die ſein
Wir=
ken heute für überflüſſig hielten. Das Bundesziel: „
deutſch=
evangeliſch” gewinnt gerade in dieſer Verbindung und gerade
heute nach beiden Seiten hin neue Bedeutung. Die öſterreichiſche
evangeliſche Bewegung; zeigt deutlich an einem Brennpunkte des
Geſchehens die Bedeutung der Bundesarbeit. Der Kampf gegen
Undeutſches und Uneremgeliſches in verſchiedener Form iſt
wahr=
lich nicht überflüſſig. Im Sinne dieſer Grundlinien hat der
Zweigverein fleißig gearbeitet. Es ſei hier nur nochmals an die
großen Veranſtaltungen erinnert: Deutſcher Abend,
Kund=
gebung in der Turnhalſe und Stadtkapelle. Volkstag im
Orange=
riegarten, Kundgebung ſam Marktplatz am Luthertag und vieles
andere mehr. Dazu kam die Kleinarbeit in den Gemeindegruppen
und Beſprechungsabenden. Die Mitgliederzahl iſt weit über 2000.
Aber es dürften und müßten mehr ſein, die verſtehen, wie
not=
wendig das Eintreten fü= den Zuſammenklang deutſch=
evange=
liſch iſt.
Im Anſchluß an den Jahresbericht wurde die Neu=
ordnung der Leitung im Sixine des Führerprinzips bekannt
gege=
ben. Der Rechner trug die Jahresrechnung vor, die mit
einem erfreulichen Ueberſchuß abſchließt und Genehmigung fand.
Anſchließend wurde bekanigt gegeben, daß in der Woche vor
Pfingſten eine Volksmiſſione riſche Veranſtaltung während drei
Tagen ſtattfindet auf Anordneing des Herrn Landesbiſchofs. Die
Durchführung iſt dem Evangeiliſchen Bunde übertragen worden.
Pfarrer Irle ſprach dem Vogſitzenden den Dank aus für ſeine
Amtsführung. Die Verſammlurgg ſtimmte dem freudig bei.
Im zweiten Teil des Abends ſprach der
Generalſekrekär des Bundes, Pg. Dr. Brauns,
über: „Der Evangeliſche Bund im Dritten Reich”
Der Redner zeigte an Hand des Bundesprogrammes von 1921, daß
damals bereits der Evangeliſche Bund ganz „modern”, war,
näm=
lich in der Zeit größter internatiomaler Schmach, in klarer Weiſe
deutſch. Es heißt in dem Wartburgprogramm von damals: „Im
Dienſt am deutſchen Volkstum und im Geiſt des Evangeliums
pflegen wir die Vaterlandsliebe das Verſtändnis für deutſche
Ge=
ſchichte, die Verſöhnung der Stände und Stämme, den ſittlichen
Lebenswert der Ehe, Familie Arbeit, Beruf, den Sinn für
Schlichtheit und Reinheit der Sitten jund ſuchen durch ſittlich=
reli=
giöſe Kräfte überall den das deutſche Bolkstum zerſetzenden
Mäch=
ten entgegenzuwirken und am nationalſen Aufbau mitzuarbeiten.”
Im ſelben Geiſte ſind die Kaſſeler Forderungen von 1932. Es
iſt deshalb klar, wie der Evangeliſche Bund von Anfang an zum
neuen Deutſchland ſtand, nämlich in freudiger Mitarbeit. Denn
alles, was jetzt der Nationalſozialismus werwirklichte, iſt deutlich
gedankenmäßig verbunden mit proteſtankiſſchem, lutheriſchem
Wol=
len. Der Vortragende begründete das auefführlich, indem er mit
faſt wörtlich übereinſtimmenden Zitaten von Luther heutige
Ziel=
ſetzungen belegte. Auf drei Gebieten wurde das näher ausgeführt:
bezüglich der ſozialen Fragen. Schätzung und Wertung der Arbeit,
zum anderen bezüglich der Auffaſſung von Amt und Beruf,
und endlich bezüglich des Rechtes (römiſches, deutſches). Es iſt
in der Tat wunderbar, wie klar Luthers Geift die Dinge geſchaut,
die ſich jetzt vollenden. Von hier aus ergibt ſich, wie der
prote=
ſtantiſche Menſch in kämpferiſchem Wollen auch heute auf
der nationalen Seite ſteht; denn er iſt nationylſozialiſtiſch.
Evan=
geliſche Bundesarbeit hat ihren rechten Sinn in der
Verwirk=
lichung der Parole: „Mit Luther vorwärts ffür Adolf Hitler!”
Der Vorſitzende des Heſſiſchen Hauptlzereins. Pfarrer
D Berck, ſprach abſchließend von der Kraft und der Freude, die
aus Evangelium und Volkstum komme.
Achkung! Luftſchuthauswarke!
Alle ſchon polizeilich verpflichteten Luftſchutzhauswarte treten
pünktlich am Sonntag um 10.00 Uhr in der Hügelſtraße (Ecke
Saalbauſtraße) zur Beteiligung an dem Aufklärungsumzug
an=
läßlich des Jahrestages der Gründung des RLB. an.
Entſchul=
digt ſind nur die Frauen und die nicht marſchfähigen LH. Alle
marſchierenden Luftſchutzhauswarte müſſen die Mitgliedſchaft des
ROB. beſitzen. Das Mitgliedabzeichen, der RLB.=Stern, muß
ſichtbar getragen werden. Alle nicht mitmarſchierenden LH.
er=
ſcheinen zur Kundgebung auf dem Marienplatz um 12.30 Uhr.
Zu dieſer Kundgebung iſt die geſamte Bevölkerung Darmſtadts
von der Ortsgruppenführung Darmſtadt des RLB. herzlichſt
ein=
geladen. — Sorgt alle dafür, daß der Jahrestag der Gründung
des ROB. eine machtvolle Kundgebung des Friedenswillens
deut=
ſcher Volksgenoſſen werden wird.
Du kennſt den Zweck des R2B noch nichk?
Am 29. April erhälft 2u Aufklärung.
Wenn in Frankfurk . . . dann
Rebstock, Braubachstr. 19.
(14285)
El. Vorſicht mit der Frühjahrs=Lorchel! Die Zeit der
Mor=
cheln und Lorcheln iſt gekommen. Die Lorchel — vielſach
fälſch=
lich Morchel genannt — tritt beſonders in ſandigen Kf=
fernwäl=
dern truppweiſe auf. Der hohle, weißliche Stiel iſt mitunter
ganz im Boden eingeſenkt, ſo daß nur der braune Hut mit ſeiner
wulſtig=faltigen Oberfläche aus der Nadelſtreu hervorſchcrut. Die
Frühlingslorchel iſt ein Giftpilz der ſchoy: eine
ganze Reihe von Todesfällen und ſchweren Vergiftungen
verur=
ſacht hat. Wie ſchon ſeit hundert Jahren bekannt, bleibt der
Ge=
nuß der Lorchel meiſt (nicht immer!) ohne ſchädliche Folgen, wenn
die Brühe der mindeſtens 5 Minuten gekochten Pilze
weggeſchüt=
tet wird. Am beſten iſt jeglicher Genuß der Frühlingslorche’l zu
meiden. — Dagegen ſind die in unſeren Auwäldern am Altn hein
wachſenden Morcheln, die eine hellbraune Farbe und gruige
Vertiefungen wie ein Badeſchwamm aufweiſen ein ausgez
eich=
neter Speiſepilz, der auch in den Delikateßgeſchäften zum Verihauf
kommt und nicht abgebrüht zu werden braucht.
Aus der NSDAP.
Berufskleidung.
Unter Berufskleidung iſt diejenige Arbeitskleidung zu
ver=
ſtehen, wie ſie im Betrieb getragen wird. Eine Berufskleidung
mit irgend welcher Firmenkennzeichnung darf unter keinen
Um=
ſtänden getragen werden.
Ausſchmückung mit Birken= und Fichtengrün.
Das Forſtamt Darmſtadt teilt mit: In Anbetracht der
gerin=
gen Birken= und Fichtenbeſtände in der nächſten Umgebung
Darm=
ſtadts müſſen die Anforderungen auf Birken und Fichtengrün aufs
äußerſte eingeſchränkt werden. Es können ſolche Anforderungen
daher nur von den Behörden für die öffentlichen Plätze und
Ge=
bäude, und zwar bis Samstag, den 28. April. 12 Uhr mittags,
er=
folgen. Privatperſonen können mit Birkenreiſern und Fichtengrün
nicht beliefert werden, ſondern müſſen ſich dieſerhalb mit den
Gärtnern in Verbindung ſetzen. Einzelperſonen dürfen unter
kei=
nen Umſtänden Maiengrün aus den Wäldern holen.
Ortsgruppe Steinberg.
Sprechſtunden der Hilfskaſſe ab 1. Mai 1934 Dienstags und
Freitags von 6 bis 7 Uhr abends, Nieder=Ramſtädter Straße 81,
part. Vom 10. bis 15. eines jeden Monats täglich von 6 bis 7 Uhr
abends, Nieder=Ramſtädter Straße 81, part.
Ortsgruppe Gervinus.
Am Freitag, den 27. April 1934, findet im Fürſtenauer Hof,
Ecke Roßdörfer= und Nieder=Ramſtädter Straße, für ſämtliche Pol,
Leiter der Ortsgruppe eine Amtswalterſitzung ſtatt. Antreten
ckünktlich 7.30 Uhr im Dienſtanzug am Tierbrunnen.
Am Freitag, den 27. April 1934, findet um 20.15 Uhr im
Brauerei=Ausſchank Karl Fay (Mich. Fabian), Alexanderſtr. 23,
ein Zellenabend der Zellen I und II der Ortsgruppe ſtatt. Der
Be=
ſuch der Zellenabende iſt Pflicht! Jedes in Betracht kommende
Mitglied bitten wir, einen Gaſt mitzubringen.
NS. Kriegsopferverſorgung, Ortsgruppe Darmſtadt.
Am 28. April 1934. abends 8 Uhr, findet im Saal des Perkeo
ein Kameradſchaftsabend des Stützpunkt III ſtatt. Erſcheinen
aller Kameraden und Kameradenfrauen wird zur Pflicht gemacht.
Nationalſozialiſtiſcher Lehrerbund, Kreis Darmſtadt und Land.
Am Samstag, den 28. April 1934, 17 Uhr. findet im Großen
Saal des Städt. Saalbaus eine Hauptverſammlung des NSLB.
Stadt= und Landkreis Darmſtadt ſtatt. Es ſpricht Profeſſor
Lacroix=Heidelberg über das Thema „Völkiſche Bildung‟. Das
Erſcheinen der Mitglieder des NSLB. iſt Pflicht.
Die Deutſche Arbeitsfront, als Organiſation
der 30 Millionen, wird am 1. Mai eine
Aufnahmeſperre verhängen. Wer will heute
noch ſich aus der großen volksverbindenden
Gemeinſchaft aller Schaffenden der Stirn und
der Fauſt freiwillig ausſchließen? Tretet
noch heute der Deutſchen Arbeitsfront bei!
* Tegernſeer Bauerniheater im Orpheum.
„Maxl”
Ein luſtiger Bauernſchwank von R. Wallfried.
„Große Freude durch Lachen” hatte die Direktion B. Ingerl
des Tegernſeer Bauerntheaters zur geſtrigen Premiere eines
kur=
zen Gaſtſpiels verſprochen. Und ſie hat dieſes Verſprechen reſtlos
eingelöſt. Wer noch Sinn hat für Freude an guter
boden=
ſtändiger urwüchſiger Bauernkraft und wer das Bedürfnis hat,
ſich zum herzlich=befreienden Lachen zwingen zu laſſen, der ſollte
ſich dieſe Komödie vom „Maxl”, dem Dorf=Wüſtling von
Unter=
kirchen, dem tollen „Hallotria”, anſehen.
Erfreulich guten Beſuch hatten die Tegernſeer Künſtler zu
verzeichnen, wenngleich der ausgezeichneten Aufführung noch mehr
zu wünſchen geweſen wäre. Das Enſemble iſt ſehr gut. Es
bie=
tet eine Kunſt, die nicht, wie manche ähnliche, dilettantiſch wirkt,
die ſich aber auch völlig freihält von „Theater” in unguter
Deu=
tung des Wortes, Routine und Spiellaune und vor allem ganz
ausgezeichnete Charakteriſtik der verſchiedenſten Typen, wie ſie zu
einem Bauernſchwank gehören, einen ſich zu wirklicher biderber
Volkskunſt. Dabei fanden auch die mehr oder weniger hochdeutſch
zu ſprechenden und zu ſpielenden Rollen gute Beſetzung. Und das
Zuſammenſpiel, gehalten von der geſchickten Regie des Direktors
B. Ingerl, iſt diſzipliniert und durch die den Soufleurkaſten
entbehrlich machende Routine flott und ſicher. —
Des luſtigen, überaus luſtigen Bauernſchwankes Handlung
iſt, wenn ſie ſich auch letztlich nur um einen Hauptattentäter, dem
Wüſtling „Maxl” dreht, vielſeitig und abwechſelungsvoll, ſogar ſo
ſpannend, daß ihre letzte Löſung ganz am Schluſſe noch
über=
raſchend kommt. Die Liebe ſpielt natürlich eine Rolle, und der
Magen, und Vaterſtolz und =Eigenſinn und Weiberliſt;
appetit=
reizender Schöpſenbraten mit Knödeln, der ſo tapfer auf der
Bühne gegeſſen wird, daß den Zuſchauern das Waſſer im Munde
zuſammenläuft. Und — etwas Gegenteiliges, das nach
Wacholder=
ſchnaps und Kognak ſchreit. Und ganz zum Schluſſe erſt tritt
„Maxl”, der Wüſtling und Hallotria höchſt ſympathiſch in
Er=
ſcheinung.
Die Darſtellung! — Was ſagen Namen von unbekannten
Künſtlern! Man muß ſie ſehen und hören. Den Silberbauern
mimt Otto Sauer und ſeine reizende friſche energiſch=
tempera=
nentvolle und liſtig=ſchlaue blitzſaubere Tochter Lori Ingerl.
Ueberwältigend komiſch der Depp Stadelbauer, den Bartl
In=
gerl in Maske und Spiel erſchütternd komiſch darſtellt. Ebenſo
Oskar Köhler den queckſilbrig=beweglichen dummſchlauen
Nuß=
baumer, Friſch, temperamentvoll, ſchneidig und fympathiſch gibt
Oskar Wüchner den feſchen Jager. Dann noch Frieda Oswald
als Pfarrersköchin, Georg Weigl als Gendarmerie=Inſpektor,
Muckl Wühr als wichtigtuender Gendarm, Mimi Wüchner als
Vevi, die Köchin, und Theo Kern als Hüterbub, das iſt das
Enſemble, dem für die folgenden Abende volle Häuſer zu wünſchen
wären. „Maxl” ſpielt anonym. Ebenſo das ganz ausgezeichnete
Künſtlertrio, das als „Tegernſeer Schrammelterzett”
die Pauſen mit ſehr guter Kunſt ausfüllt.
N. St
Große Modenſchau an beiden Frankfurker Renntagen
Oeſterreichs Derby=Sieger erſcheint am Start!
ODie Frankfurter Rennveranſtaltung verſpricht nicht nur
guten Sport zu bringen, ſondern wird darüber hinaus durch eine
großaufgezogene Modenſchau eine beſondere Note
er=
halten. Gerade jetzt präſentiert ſich die wunderſchöne Frankfurter
Rennbahn in friſchem Frühlingsgrün, ſo daß die Zurſchauſtellung
der neueſten Modeſchöpfungen am Samstag und Sonntag einen
beſonders ſchönen Rahmen erhält.
Für die ſportliche Seite iſt noch zu berichten, daß der
Sie=
ger des letzten Oeſterreichiſchen Derbys, und zwar
der ſchnelle „Suntime” bereits geſtern in Frankfurt eingetroffen
iſt. Dieſes ausgezeichnete Pferd wird im „Preis von Kronberg”,
einem Flachrennen um 2500.— RM. über 2000 Meter. gegen
beſte deutſche Pferde antreten. „Suntime” wird vorausſichtlich
von einem deutſchen Jockey geritten werden. Der Beginn der
Rennen am Samstag iſt auf 3.15 Uhr angeſetzt worden, am
Sonntag bereits auf 3 Uhr,
Aus Anlaß des Mannheimer Maimarktes vom 5. bis 8.
Mai 1934 werden von allen Bahnhöfen im Umkreis von 100 Km.
um Mannheim Sonntagsrückfahrkarten (auch
Blankoſonntagsruck=
fahrkarten) nach den Bahnhöfen in Mannheim und nach
Lud=
wigshafen (Rhein) ausgegeben. Die Karten gelten an allen
Tagen zur Hin= und Rückfahrt von Samstag, den 5. Mai, 12 Uhr,
bis Dienstag, den 8. Mai, 24 Uhr (ſpäteſter Antritt der
Rück=
fahrt).
Dem Geiſte nationalſozialiſtiſcher Volksgemeinſchaft folgend,
vereinigten ſich in dieſen Tagen in Erfurt die ſeit dem Kriege
be=
ſtehenden Hausfrauenbünde zur
ReichsgemeinſchaftDeut=
ſcher Hausfrauen. Zur Führerin hat das Deutſche
Frauen=
werk Pg. Maria Jecker=Aachen und zu deren Stellvertreterin
Martha Voß=Zietz=Bad Schwartau berufen. Die Hausfrauenſchaft
Deutſchlands bekundet damit, daß ſie geſchloſſen zu dem einen Ziel
ſteht, dem Staate die Hausfrauen heranzubilden, die er für
eine glücklichere Zukunft Deutſchlands braucht. Es muß dahin
kommen, daß jede einzelne Hausfrau die volkswirtſchaftlichen
Sorgen des Staates zu den ihrigen macht, ſoweit Hauswirtſchaft
ein Teil der Volkswirtſchaft iſt. In dieſem Sinne waren auch
die lebendigen Ausführungen der Referentin für Hauswirtſchaft,
Frau Clara Mende, gehalten, die das
Reichswirtſchafts=
miniſterium zur Tagung entſandt hatte, — ein Beweis, welche
Bedeutung dieſe Stelle dem Wirken der Hausfrauenvereine
bei=
mißt, Frau Mende legte dar, daß es der unermüdlichen Arbeit
der Hausfrauenorganiſationen in den vergangenen Jahren zu
danken iſt, daß die Hauswirtſchaft nicht mehr als Stiefkind
ange=
ſehen wird, ſondern in jüngſter Zeit als Teil der Volkswirtſchaft
in den Brennpunkt der Beobachtungen von Staat und Wirtſchaft
geſtellt iſt. In voller Erkenntnis der Bedeutung einer
verantwor=
tungsbewußten Hausfrauenſchaft für den Staat. legt das
Reichs=
wirtſchaftsminiſterium den allergrößten Wert auf die Mitarbeit
der Reichsgemeinſchaft Deutſcher Hausfrauen, eine Mitteilung,
die mit freudigem Beifall aufgenommen wurde.
Auch die Führerin des Deutſchen Frauenwerks, Frau Gertrud
Scholtz=Klink, die am perſönlichen Erſcheinen zum herzlichen
Be=
dauern aller Anweſenden verhindert war, hatte eine Vertreterin
entſandt, die einen an die Verſammlung gerichteten Brief
ver=
las, in dem Frau Scholtz=Klink dem feſten Glauben Ausdruck gab.
daß durch die Zuſammenarbeit aller Hausfrauenbünde
unterein=
ander und im beſten Einvernehmen mit der NS. Frauenſchaft „die
Wirkungskraft und der Schöpferwille der deutſchen Hausfrau” den
hauswirtſchaftlichen Ruf Deutſchlands feſtigt und auf eine breite
Baſis bringt.
Die Tagung dient aber nicht nur Fragen des organiſatoriſchen
Aufbaues der Reichsgemeinſchaft Deutſcher Hausfrauen, ſondern
förderte weſentlich die Arbeitsgebiete, die ſeit Jahren und
ins=
beſondere in jüngſter Zeit als dringlich angeſehen wurden.
Erfüll=
von dem Wunſche einerſeits, mitzuhelfen an dem großen Werk der
Arbeitsbeſchaffung und endlich dem Staate die rechten Hausfrauen
heranzubilden, wurde der ſeit Mai v. I. wieder aufgegriffene
Tüden.
Plan eines hauswirtſchaftlichen Jahres, das jetzt die Geſtalt eines
Anlernjahres im Hauſe angenommen hat, in den Mittelpunkt der
Verhandlung geſtellt. Der Herr Präſident der Reichsanſtalt für
Arbeitsvermittlung und Arbeitsloſenverſicherung hatte durch
Ent=
ſendung der Referentin für Frauenfragen, Fräulein Dr. Thomae,
ſein beſonderes Intereſſe an der Durchführung des
hauswirtſchaft=
lichen Anlernjahres gefunden, Fräulein Dr. Thomae, die ſich ſeit
mehr als 10 Jahren mit den Zielen der Hausfrauenbewegung
verbunden fühlt, war in dieſem Kreiſe keine Unbekannte. Sie
wußte in einem klaren, lebendigen Vortrag den Hörerinnen die
Bedeutung des hauswirtſchaftlichen Anlernjahres nahezubringen,
ſo daß nunmehr allen anweſenden Vereinsführerinnen die
Mög=
lichkeit gegeben iſt, dieſe bedeutungsvolle Arbeit mit klarer
Ziel=
ſetzung aufzugreifen. Nicht für alle ſoeben aus der Schule
entlaſ=
ſenen Mädchen wird ſich Platz auf dem Arbeitsmarkt finden, da iſt
es wichtig, daß möglichſt alle Mädchen, die der Arbeitsloſigkeit
mit all ihren verheerenden Folgen ſchon in ſo jungem Alter
an=
heimfallen würden, einen Platz in der Familie finden, in der ſie
für den zukünftigen Beruf der Hausfrau angelernt werden.
Na=
türlich hegt die Reichsanſtalt dabei die Hoffnung, daß nach
Ab=
lauf auch möglichſt viele einen hauswirtſchaftlichen Beruf
er=
greifen. Die Verſammelten waren Fräulein Dr. Thomae für ihre
klaren, richtunggebenden Ausführungen beſonders dankbar. Die
zahlreichen Anfragen, die nach dem Vortrag aus der
Verſamm=
lung geſtellt wurden, bewieſen, wie ernſt von ſeiten der
Haus=
frauen die Durchführung des Anlernjahres genommen wird.
Es darf nicht unerwähnt bleiben, daß die Vertreterin des
Saargebietes den Verſammelten mit eindrucksvollen Worten vom
Wirken der deutſchen Frau im Saarland berichtete. Daß auch die
ſeit langem im Saargebiet beſtehenden Hausfrauenvereine
uner=
müdlich teilnehmen am Ringen um die deutſche Saar, nimmt nicht
Wunder, haben doch Hausfrauen immer da in der vorderſten
Linie geſtanden, wo es galt, dem Vaterland Treue zu bekunden.
Es war ein ſchönes Zeugnis und Vorbild für die Jüngeren,
die Tradition zu pflegen und die verdienten Vorkämpferinnen zu
ehren, daß die Verſammlung eingangs der verehrten, kürzlich
ver=
ſtorbenen Ehrenvorſitzenden, Frau Dr. h. c. Hedwig Heyl, der
un=
ermüdlichen Vorkämpferin für die hauswirtſchaftliche
Berufsaus=
bildung, in tiefer Trauer gedachte. — Die aus allen Teilen des
Reiches, der Saar und dem abgetrennten Danzig herbeigeeilten
Hausfrauen trennten ſich mit dem ſtillen Gelöbnis, in Zukunft
ge=
ſchloſſene Arbeit für das ganze Volk zu leiſten.
Kl.
Aus dem Gerichtsſaal.
Hohe Zuchthausſtrafen und Landesverweiſung
für die Deviſenſchieber.
Aw. Die Große Strafkammer erkannte im Prozeß
gegen die Deviſenſchieber am Donnerstag gemäß dem
An=
trag des Staatsanwalts wie folgt: Sie erkennt gegen
Nor=
bert Frank wegen Vergehens gegen die Deviſenordnung in
vier Fällen auf ſechs Jahre Zuchthaus und
Geld=
ſtrafen von insgeſamt 112 000 Mark erſatzweiſe 11
Monate Zuchthaus: gegen Hermann Frank wegen
desſel=
ben Vergehens auf eine Zuchthausſtrafe von ſieben
Jahren und Geldſtrafen von insgeſamt 140 000
Mark, erſatzweiſe ein Jahr Zuchthaus. Der
Autovermie=
ter aus Berlin wird freigeſprochen mangels Beweiſes
und der Kaufmann S. D. aus Eberſtadt erhält wegen
Beihilfe und ſchwerer Urkundenfälſchung und wegen
Begünſti=
gung ein Jahr Gefängnis. Das Gericht erkennt außer=
Ddem auf Einziehung des geſamten in Deutſchland befindlichen
beſchlagnahmten Vermogens der Brüder Frank und eines
politi=
ſchen Flüchtlings, das ſie in die Schweiz verbringen wollten. Und
es erkennt ferner gegen die Brüder Frank als läſtige Ausländer
auf Landesverweiſung. Norbert Frank wird die
Unterſuchungs=
haft ſeit September vorigen Jahres angerechnet, falls er das
Ur=
teil anerkennt.
Gegen 10 Uhr erhielten die Angeklagten am Donnerstag
wormittag noch einmal das Wort. Norbert Frank ſprach ſo leiſe,
Daß trotz wiederholter Bitten des Vorſitzenden niemand ein Wort
zu verſtehen vermochte, die anderen verzichteten. Gegen 1 Uhr
verkündete der Vorſitzende das Urteil. Er führte dann aus, daß
Die Schweizer Staatsangehörigkeit eher erſchwerend bei ihren
Straftaten in Betracht komme. Denn, wer in einem Lande
Gaſt=
recht genieße, dürfe das nicht auf eine derart ſkrupelloſe Weiſe
ißbrauchen. Es ſei eerner nötig, Hermann Frank, der alles
ab=
reugne, eben deshalb beſonders ſcharf anzupacken, denn immer
noch ſei es ein Milderungsgrund, wenn man mutig zu dem ſtehe,
was man einmal unternommen habe, und auch vor Gericht be=
Eenne.
Das Schwurgericht verhandelte in einſtündiger
Ver=
handlung gegen einen Weichenwärter aus Bickenbach
wegen Meineids. Der Mann ſollte Schuldſcheine bezahlen, mußte
aber erſt daraufhin verklagt werden. In der Verhandlung vor
dem betreffenden Amtsgericht behauptete er jedoch plötzlich unter
Eid, er habe die beiden Schuldſcheine von 200 und 100 Mark
nicht unterſchrieben. Auch in der Vorunterſuchung leugnete er
alles ab, hat jedoch in der heutigen Verhandlung den guten
Ge=
danken, alles vorbehaltlos zuzugeben, ſo daß ohne Zeugen und
Sachverſtändige fertig verhandelt werden kann. Das Gericht
er=
fennt nach kurzer Beratung auf die Mindeſtſtrafe von einem
Fahr Zuchthaus drei Jahre Ehrverluſt und
dauernde Eidesunfähigkeit.
Wichkig für Auto= Garagenbeſiher
ſowie Reparakurwerkftäkken.
1000 RM. Belohnung.
Zu dem ſchon gemeldeten Raubmord auf zwei Kaſſenboten
ir Mainz am 20. 4. 34 wird die Oeffentlichkeit um Mithilfe zur
Klärung des ſcheußlichen Verbrechens aufgefordert. Nach den
letz=
ten Ermittelungen benutzten die drei Täter einen älteren
Adlerwagen „Favorit” aus dem Baujahr 1928/29.
Derſelbe war dunkelblau lackiert und mit ſchwarzem, durch Alter
und mangelhafte Pflege grauſchimmerndem Dachbezug verſehen.
An der Rückwand des Wagens war ein ſtark gebrauchtes
Reſerve=
lad, mit drei Bolzen befeſtigt, angebracht. Die Typenbezeichnung
„Adler=Favorit” auf der Zierſcheibe, die den Halter des
Reſerve=
tades verdeckt, war mit ſchwarzer Farbe überſtrichen, aber noch
erkennbar.
Wer kann über beſchriebenen Wagen Angaben machen?
Nachricht an die nächſte Polizeiſtation.
Die Horniſſenkönigin fliegk!
2. Ein Leſer aus dem Odenwald ſchreibt uns: Ihre vor
eini=
gen Tagen gebrachte Warnung vor der Horniſſenkönigin iſt ſehr
wohl angebracht. Aber nicht nur im Freien, ſelbſt im Hauſe
kamn es unliebſame Begegnungen geben. Dieſer Tage fand
meine Frau beim Aufdecken des Bettes eine mächtige
Horniſſen=
komigin darin, welche munter zum offenſtehenden Fenſter
hinaus=
brummte. Ich ſelber ging Herbſt vorigen Jahres frühmorgens in
die Küche Waſſer holen. Es herrſchte Dämmerlicht, auch war ich
ſ ch etwas ſchlaftrunken, greife an den Waſſerhahn, fühle etwas
Weiches und erhalte im Moment einen Stich in den Finger. Im
Gegenſatz zu Weſpenſtichen, ſchwoll die Hand an, und ich hatte
bs Mittag mit Herzklopfen, ſchweren Schwächeanfällen und
Schweißausbrüchen zu tun. Weder im Hauſe noch in der Nähe
ſeFindet ſich ein Horniſſenneſt. Alſo Augen auf!
Nachſendung von Poſtſachen. Wer in die Lage kommt,
ſia ſeine Poſtſachen nachſenden laſſen zu müſſen, tut gut daran,
zu dem Nachſendungsantrag für das ſeitherige Zuſtellpoſtamt die
umtlichen Formblätter zu benutzen. Dieſe ſind an den
Poſtſchal=
ſeen und von den Briefträgern zu erhalten. Die Verwendung
eer amtlichen Formblätter gewährleiſtet die pünktliche
Nachſen=
durng.
Aus Heſſen.
E. Wixhauſen, 26. April. Das Feſt der Goldenen
Hoch=
zeit, konnten der hieſige Einwohner Herr Konrad Becker und
ſeine Ehefrau Katharina geb. Lotz begehen. Der Bund Deutſcher
Mädchen brachte ihnen an ihrem Hochzeitstage ein Ständchen. —
Dieſes Jahr finden hier zwei Jubiläumsfeſte ſtatt. Die
Freiwillige Feuerwehr wird anläßlich ihres 50jährigen Beſtehens
Anfang Juni ein größeres Feſt, der Krieger= und Militärverein
wird Anfang Juli ein 60jahriges Jubiläumsfeſt veranſtalten.
Das Feſt des Krieger= und Militärvereins iſt mit der Weihe der
Kyffhäuſer=Bundesfahne verbunden.
* Eberſtadt, 26. April. Die Vorbereitungen zum Feſt der
Na=
tionalen Arbeit ſind in vollem Gange. Der Feſtzug ſtellt ſich um
14 Uhr im Mühltal auf, bewegt ſich dann durch die Straßen
Eber=
ſtadts nach dem Feſtplatz im Walde, wo um 16 Uhr der feierliche
Feſtakt ſtattfindet. Für die Schuljugend findet die Uebertragung
der Feier aus dem Luſtgarten Berlin, morgens 9 Uhr, auf dem
Feſtplatz ſtatt.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. April. Ortsbriefzuſtellung.
Die ſeinerzeit, aus Erſparnisgründen hierorts eingeführte
ein=
malige Poſtzuſtellung am Tage hat ſich als ſehr nachteilig für die
Induſtriebetriebe erwieſen. Den wiederholten Vorſtellungen der
Gemeindeverwaltung im Verein mit den betroffenen Betrieben
iſt es nunmehr gelungen, die Reichspoſtverwaltung zu
veranlaſ=
ſen, ab 1. Mai d. Js. die Nachmittagsbriefzuſtellung wieder
ein=
zuführen. Damit iſt einem großen Uebelſtand abgeholfen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. April, Rohlinge. Erſt neulich
wurde feſtgeſtellt, daß auf dem Grundſtück des Bahnwärters Ludwig
Burkhardt dahier junge Obſtbäumchen gewaltſam abgebrochen
wurden. An der gleichen Stelle wurden nunmehr abermals einige
Obſtbäumchen abgebrochen und demoliert. Der oder die Täter
be=
gnügen ſich nicht damit, die Stämmchen zu brechen, ſondern ſie
zeichnen ihre rohe, ruchloſe Handlungsweiſe dadurch aus, daß ſie
die Krone abbrechen, dann die Stämmchen mehrmals knicken und
die Wurzeln aus dem Boden reißen. Sogar in der Nähe ſtehende
Gemüſepflanzen blieben nicht verſchont. Auch ſie wurden
ausge=
riſſen und teilweiſe ſtark beſchädigt. Auffallend iſt, daß dieſe
Schur=
kenſtreiche, die entweder nur ein Racheakt oder frevelhafter
Ueber=
mut ſein können, immer in der Nacht von Samstag auf Sonntag
ausgeführt werden. Leider konnte man bis jetzt den oder die
Tä=
ter noch nicht faſſen. Die hinterlaſſene Fußſpur deutet auf einen
Mann mit der Schuhnummer 42—43. Zweckdienliche Mitteilungen
zur Erfaſſung der Täter erbittet die Bürgermeiſterei Nieder=
Ramſtadt.
f. Roßdorf, 26. April. Kameradſchaftsabend des
Sturmes 33/115. Die hieſige aktive SA. veranſtaltete einen
Kameradſchaftsabend, der ſchon vor Beginn einen überfüllten
Saal aufwies. Muſikaliſche Darbietungen, von den Kapellen des
Sturmes ausgeführt, wechſelten mit ernſten und heiteren
Vorfüh=
rungen der Theatergruppe ab, die von den Beſuchern begeiſtert
aufgenommen wurden. Zwiſchendurch brachten die aktiven Sänger
einige ſehr ſchöne Sturm= und Kampflieder zu Gehör. In kurzen,
aber eindringlichen Worten wurde der Gefallenen des großen
Krieges und des ſchweren Kampfes um das Dritte Reich gedacht,
deren geiſtiges Erbe die jetzige SA. zu hüten hat. In dieſem Sinne
marſchierte auch die alte Garde geſchloſſen in den Saal. Echter
Kameradſchaftsſinn beſeelte die Verſammlung, in deren Mitte der
Standartenführer der Standarte 115, Unger, mit ſeinem Stabe
weilte. Alle dürften das frohe Gefühl mit nach Hauſe genommen
haben, daß wir eine enge Blutsgemeinſchaft über alle Stämme
und Stände hinweg bilden müſſen, um das hohe Ziel unſeres
Füh=
rers zu erreichen.
f. Roßdorf, 26. April. Hühnerdiebſtahl. Aus dem
Hühnerſtall des Heinrich Ewald 3. wurden nachts 14 Hühner
ent=
wendet. Nach den vorhandenen Merkmalen dürfte die
Möglich=
keit beſtehen, daß die Tiere von Hunden oder dergleichen
teil=
weiſe abgewürgt, teilweiſe verſcheucht wurden. — Hohes
Alter. Johann Georg Treupel 2. feierte bei körperlicher
und geiſtiger Friſche ſeinen 70. Geburtstag.
G. Ober=Ramſtadt, 26. April. Reichsluftſchutzbund.
Hier wird im Schaufenſter der Drogerie Jacoby, am Marktplatz,
die Wanderausſtellung des Reichsluftſchutzbundes gezeigt, welche
jedermann intereſſieren dürfte. Am nächſten Sonntag feiert der
Reichsluftſchutzbund ſein einjähriges Beſtehen. Aus dieſem
An=
laß finden überall würdige Feiern ſtatt. Auch die hieſige
Ge=
meindegruppe wird dieſen Tag mit einer Werbeveranſtaltung
feſtlich begehen. So wird am Sonntagnachmittag um 2 Uhr ein
Feſtzug von der „Linde” zum Marktplatz ziehen, woſelbſt auf die
Bedeutung des Tages und die Wichtigkeit des zivilen Luftſchutzes
hingewieſen wird.
— Hirſchhorn, 26. April. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 25. d. M.: 1,57 Meter, am 26. d. M.: 1,58 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Bn. Hirſchhorn, 26. April. Arbeitsjubiläum. Der
Farb=
meiſter bei der hieſigen Seidenfärberei J. A. André Sohn, Karl
Denner 2. kann am kommenden Montag, den 30. April. ſein 50 Arbeitsjubiläum bei dieſer Firma begehen. 1884 trat
Denner als Lehrling in den Betrieb der Färberei ein und konnte
ſich im Laufe der Jahre in ſeinem Berufe ſo ausbilden, daß er
ſchon langjähriger Farbmeiſter iſt und ſeit kurzem auch zum
Be=
triebsführer beſtimmt wurde.
Bm. Hofheim (Ried), 26. April. Luftſchutz tut not!
Hier fand im „Löwen” die erſte Werbeverſammlung des
Reichs=
luftſchutzbundes ſtatt. Reviergruppenführer Baußmann und
Oxts=
gruppenleiter Wening=Biblis hielten entſprechende
Werbevor=
träge, worauf eine gute Anzahl der Beſucher ihre Mitgliedſchaft
anmeldeten. Hofheim zählt zur Ortsgruppe Biblis. — Hohes
Alter. Am 28. April feiert Frau Eva Bauer Wwe, ihren
81. Geburtstag.
Erst in der Wahl und Gestaltung
seiner engsten Umgebung zeigt der
Mensch das wahre
MiveauseinerKul-
tur, seines Geschmacks . . . Und wo
die Lebenshaltung einen wahrhatt
hohen Stand erreicht, tindet man die
vornehme Ligarette, der verteinertes
Kennertum eine eigene Note
ge-
geben hat und die daher mit Recht
die Bezeichnung „Privat” führt . .
MAMTOAZ
O
IHe PNuHasrÜCK
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 27. April 1934
Generalverſammlung der Groß=Gerauer Volksbank.
Be Groß=Gerau, 26. April. Direktor Lindemann, der
Vor=
ſitzende des Aufſichtsrates, begrüßte die Erſchienenen und gedachte
der im letzten Jahre verſtorbenen Mitglieder. Direktor Raiß
er=
ſtattete den Bericht des Vorſtandes über das Geſchäftsjahr 1933.
Im Jahre 1933 konnten, obwohl im Vordergrund die Beſſerung
der Liquidation ſtand, der Kundſchaft 75 000 RM. neue kurzfriſtige
Betriebskredite zur Verfügung geſtellt werden. Der Geſamtumſatz
der Bank iſt von 37,8 Millionen RM. im Jahre 1932 auf 41,5
Millionen RM. im Berichtsjahr geſtiegen. Dieſe Umſatzſteigerung
hat ſich auch in dem neuen Jahre fortgeſetzt und betragt heute
mehr als 25 Prozent. Die Bilanzſumme zeigt zwar gegenüber dem
Vorjahre eine Verminderung von 438 00 RM., dieſer aber iſt
dar=
auf zurückzuführen, daß nach dem neuen geſetzlichen Bilanzſchema
die Wechſelverbindlichkeiten nicht einbegriffen werden. Der Reſt
iſt auf Abſchreibungen an Immobilien und
Geſchäftsabſchreibun=
gen zurückzuführen. Die Geſchäftsguthaben der Mitglieder
betra=
gen 143 800,55 RM. In der Gewinn= und Verluſtrechnung
blei=
ben die Einnahmen aus Zinſen und Proviſionen um 5000 RM.
zurück. Dagegen wurden die Geſchäftsunkoſten um rund 10 000
RM. geſenkt, das ſind 18 Prozent. Der Reingewinn für 1933
be=
trägt unter Berückſichtigung des Vortrags aus dem Jahre 1932
19 300,05 RM.
Den Bericht des Aufſichtsrats erſtattete Direktor Lindemann.
Zwei Mitglieder des Aufſichtsrats ſchieden aus, die Herren
Birk=
holz und Engeleitner. Der erſtere aus Arbeitsüberlaſtung und
der zweite aus Geſundheitsrückſichten und auch aus
Erſparnis=
gründen der Genoſſenſchaft. Den Reviſionsbericht erſtattete
Juſtiz=
inſpektor Spreng. Eine Beanſtandung hat ſich nicht ergeben.
Ver=
bandsſyndikus Dr. Schneider beſtätigte ebenfalls den
ordnungs=
gemäßen Verlauf der Geſchäfte. Die Bilanz wurde einſtimmig
ge=
nehmigt. Vorſtand und Aufſichtsrat wurden entlaſtet. Die
Ver=
teilung des Reingewinns wurde wie folgt genehmigt: 1. 4
Pro=
zent Dividende 5600 RM., 2. Reſervefonds 5000 RM., 3.
Wertbe=
richtigungskonto 5000 RM., Sterbe= und Unterſtützungskaſſe 700
RM., und 5. Vortrag auf neue Rechnung 3000 RM. Das
Sterbe=
geld wurde wie bisher wieder auf 200 RM. feſtgeſetzt. Die
ſatzungsgemäß ausſcheidenden Aufſichtsratsmitglieder Mohr und
Heldmann wurden einſtimmig wiedergewählt.
Be Groß=Gerau, 26. April. Kundgebung der
Deut=
ſchen Arbeitsfront und der NSBO. Als Redner war
Pg. Althoff, Frankfurt a. M., erſchienenen und ſprach über die
ſoziale Neugeſtaltung des neuen Reiches. Anſchließend wurde noch
ein Werbevortrag eines Vertreters der Volksfürſorge gehalten,
ebenſo ließ man einen Werbefilm laufen.
Ex. Bürſtadt, 26. April. Gemeinderatsſitzung.
Zu=
nächſt wurden die Satzungen für den Waſſerbezug der Gemeinde
eingehend beſprochen. Die ſtändige Kontrolle der katholiſchen
Kir=
chenuhr (Turmuhr) wurde der Firma Göcker aus Nieder=
Flörs=
heim übertragen, um für die Zukunft größere Reparaturen zu
vermeiden. Der Erwerb eines Grundſtücks in der Horſt=Weſſel=
Straße durch die kathol. Kirche verfiel der Ablehnung, da die
Ge=
meinde dasſelbe zum Bau eines neuen Schulhauſes benötigt.
Man=
gels Bedürftigkeit verfiel ein Konzeſſionsgeſuch der Ablehnung,
das Geſuch der Wwe. Ochſenſchläger dagegen wurde genehmigt.
Der Antrag des Kaninchenzuchtvereins 1912 um Ueberlaſſung eines
Geländeſtückes verfiel ebenfalls der Ablehnung, da ein geeignetes
Stück Land nicht vorrätig iſt. — Schwerer Unfall. Der
In=
valide V. Kühn in der Ernſt=Ludwig=Straße wurde am Mittwoch
nachmittag in der Nähe der Bahnunterführung von einem
aus=
wärtigen Motorradfahrer derart heftig angefahren, daß er auf
die Seite geſchleudert wurde und ſchwere Kopfverletzungen erlitt.
Der rückſichtsloſe Fahrer wurde der Gendarmerie übergeben.
e. Bad Wimpfen, 26. April. Hauptverſammlung des
Kriegervereins. Nach einem ſchneidigen Eröffnungsmarſch
der Stadtkapelle und nach der Begrüßung durch den Vereinsführer
Kamerad Diehm gedachte man der ſeit dem 1. Januar 1933
ver=
ſtorbenen Kameraden durch Erheben von den Sitzen. Die Kapelle
ſpielte das Lied vom guten Kameraden. Die Weihe der neuen
Kyffhäuſerflagge nahm Stadtpfarrer Reinheimer vor. Seine Rede,
in der er auf die drei deutſchen Reiche von Karl dem Großen über
Bismarck und Hitler zu ſprechen kam, waren ſehr lehrreich und
machten auf die Kameraden großen Eindruck. Es folgte dann der
Jahresbericht, bei dem beſonders hervorzuheben iſt die Erbauung
eines Schießſtandes und das 60jährige Jubiläumsfeſt des Vereins.
Hierbei konnten über 400 RM. für Arbeitslohn an arbeitsloſe
Kameraden gezahlt werden. Das Verbandsabzeichen für 25jährige
Mitgliedſchaft wurde den Kameraden Otto Friedrich Klenk,
Ju=
lius Schmidt und Emil Klenk überreicht.
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Zu dem Mainzer Bankraub.
LPD. Mainz. 26. April. Ueber den Verbleib der Täter und
des Wagens iſt bis jetzt leider nichts Zuverläſſiges bekannt
ge=
worden. Auf die nachſtehende Beſchreibung, die von Zeugen
ge=
geben wird, die den Wagen und die Täter aus der Nahe geſehen
haben, und die teilweiſe von der früheren Beſchreibung abweicht,
wird mit dem Erſuchen aufmerkſam gemacht, die Behörde bei der
Fortſetzung, der Ermittlungen unterſtutzen zu wollen.
Es hat ſich inzwiſchen ein Kraftfahrer gemeldet, an dem der
Wa=
gen vorbeifuhr, mit dem ſpäter die Täter flüchteten. Er gibt von
dem Wagen folgende Beſchreibung: Aelterer „Adler=Favorit”
(Baujahr 1928/29), dunkelblaue Lackierung, ſchwarzer, durch Alter
und mangelhafte Pflege grau ſchimmernder Dachbezug. An der
Rückwand des Wagens befand ſich ein ſtark verbrauchtes, mit drei
Bolzen befeſtigtes Reſerverad. Auf der Zierſcheibe, die den
Hal=
ter des Reſerverades verdeckt, war die urſprünglich vernickelte
Typenbezeichnung „Adler=Favorit” mit ſchwarzer Farbe
überſtri=
chen, aber noch ſchwach erkennbar. Auf dem quadratilchen
Kenn=
zeichen ſtanden die Zeichen IP über der Zahl 40 771. In der
rech=
ten oberen Ecke des Kennzeichens befand ſich ein vernickelter oder
verchromter Ring, der eine Zelluloidſcheibe feſthielt, die jedenfalls
den Stempel der Zulaſſungsbehörde vor Beſchädigungen ſchützen
ſollte. Ob das Kennzeichen abgeſtempelt war, bleibt dahingeſtellt.
Der Zeuge gab weiter an, daß der Führer des Wagens 27—30
Jahre alt geweſen ſei, langes Geſicht und dunkle Haare gehabt
und einen dunkelblauen Anzug mit langer Hoſe getragen habe.
Ein Mädchen, an dem die Täter bei ihrer Flucht aus dem
Bankgebäude in den Kraftwagen vorbeiſtürzten, gibt folgende
Be=
ſchreibung: Der erſte aus dem Hauſe laufende Täter war glatt
raſiert, etwa 26—30 Jahre alt. 1,70 Meter groß und geſetzt. Eine
nähere Beſchreibung des zweiten Täters iſt nicht möglich. Beide
Täter ſollen jedoch ſchwarze Mäntel (dicke Wintermäntel) und
ſchwarze Schnitthüte getragen haben.
Gernsheim, 26. April. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 25. d. M. —0,61 Meter, am 26. d. M.: —0,56 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Be. Trebur, 26. April. Am Samstag feiert der hieſige
Ein=
wohner Chriſt. Laun ſeinen 84. Geburtstag.
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Freitag, 27. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 115 — Seite 9
Gobade..
Ueber den Kühkopf nach Oppenheim.
Wenn ich die ganze Wonne des Blütenrauſches der
Berg=
ſtraße gekoſtet habe, wende ich mich zum Kühkopf, um unter
blühenden Apfelbäumen dahinzuwandern, dem Lied der
Nach=
tigall zu lauſchen, dem Spiel der Schwäne zuzuſchauen und nach
den ſcheuen Faſanen zu ſpähen, die hier und da aus dem
Ge=
büſch treten. Die meiſten Wanderer ſtrömen jeden Sonntag in
unſere leicht erreichbare Bergwelt, viele wiſſen nicht, daß hinter
den reizloſen Kieferwaldungen und den fruchtbaren Fluren des
Rieds ſich eine reizvolle Landſchaft ausbreitet, der glitzernde
Waſſerflächen und hohe Wälder ihr eigenartiges Gepräge geben
die im Winter und beſonders im Frühling ihren ganzen Zauber
offenbart. Das luſtige Volk der Nuderer, Paddler und
Schwim=
mer weiß da beſſer Beſcheid um die Schönheit der Landſchaft am
Altrhein als das gemeinhin den Bergen verſchworene Heer
der Wanderer.
In unzähligen Krümmungen wand ſich einſt der Rhein durch
die Ebene, bis ſein Lauf vor 100 Jahren endlich eingedämmt
wurde, der Durchſtich, der die Gewäſſer unterhalb Gernsheims
auf Oppenheim zuführte, hat die größte Schlinge zwar zum
Altwaſſer verurteilt, aber mit dem Altrhein der Vogelwelt ein
Paradies und dem Naturfreund der Wunder eine Fülle
ge=
ſchaffen. Der „Kühkopf” iſt eine infolge des Rheindurchſtichs
gebildete Inſel, die, 1½ Stunden lang, ½ Stunde breit, weiten
Wieſen, fruchtbaren Feldern, herrlichen Obſtanlagen und üppigen
Waldungen eine Stätte gibt. Jetzt, da ein voreiliger April
Maienwerk zut, da der Wald in lichtem Grün prangt und die
Obſtbäume ihre unveränderliche Flagge aufziehen, iſt ein
Aus=
flug nach dem Kühkopf beſonders lohnend.
Gleich am Bahnhof Goddelau gibt die Ortsgruppe des
Odenwaldklubs das weiße Zeichen für unſere Wanderung. Auf
ſchattenloſer, ſchnurgerader Zeile ſchreite ich auf Erfelden
zu, weide meine Augen rückſchauend an der grünen Pracht der
Bergſtraße. Vortretende und zurückweichende Berge geben der
Farbe immer neue Spielarten. Die Siegerſtellung des Malchen
kommt bei dieſem Blick ſo recht zur Geltung. Hinter Erfelden
ſetze ich über. Einen Gürtel waſſerliebender Weiden
durch=
ſchneidend, deren bizarre Stümpfe neue Zweige in die Höhe
jagen, wandere ich in die Frühlingswelt des Kühkopfs. Am
nächſten Sonntag werden alle Obſtbäume in voller Blüte ſtehen.
Heute ſind ſie noch nicht alle zu ſo kraftſtrotzender Pracht
er=
wacht wie der wunderbare Baum, der wie ein Propagandiſt
des Frühlings vor dem ſchmucken Forſthaus Kühkopf ſteht.
Meinen Weg durch Blütenpracht und Waldeszauber begleiten
vielſtimmige Lieder der in ungebundener Freiheit lebenden
Vögel.
Mit der Fahrt in die Apfelblüte verbinde ich einen Beſuch
der alten Weinſtadt, die ſich ſtufenförmig vor mir aufbaut,
über=
ragt von der mächtigen Kirche. Die Sonne wirft Glanz auf den
ernſten Schiefer der Dächer, der ſo ganz anders wirkt als das
freudige Rot in unſeren Dörfern.
„Ich freue mich auf Oppenheim mit ſeinen anheimelnden,
ſauberen Gaſſen und Gäßchen, die mich bergan und bergab
füh=
ren, mit ſeinen alten, ſtolzen Häuſern, mit ſeinen feuchten Eckchen,
in denen ein echter Tropfen auf die Zunge rollt, mit ſeinen
lebendigen, zum Spott aufgelegten, pfälzeriſch beredten
Men=
ſchen. Ich trete mit Ehrfurcht in ein Städtchen ein, das der Glanz
vergangener Kaiſerherrlichkeit erleuchtete, zu einer Zeit, in der
Großſtädte der Gegenwart im Dunkel ein kümmerliches Daſein
führten. Von deutſcher Größe und deutſcher Not erzählt die
heſ=
ſiſche Kreisſtadt. 16 Türme und ein Mauerring mit neun
Toren waren einſt die ſtarke Wehr der ſtolzen Stadt, das
ſchir=
mende Gemäuer kletterte die Höhe hinauf und umſchloß die die
Stadt überragende Burg. Das ſeit den Tagen Karls des Großen
durch die Huld geiſtlicher und weltlicher Herren begnadete
Ge=
meinweſen ſtieg zur freien Reichsſtadt empor, die ſich mit
Frank=
furt meſſen konnte, Kaiſer und Könige waren in ihren Mauern
Wanderung über den Kühkopf nach Oppenheim.
Sonntagskarte Goddelau, Fahrpreis 1 Mark. Vom Bahnhof
Goddelau über die Riedbahn auf der Straße nach Erfelden.
Zur Fähre, überſetzen, auf dem Kühkopf rechts ab, Zeichen
—weiß. Dammweg nach 2 Stunden Guntersblumer Fähre,
überſetzen, auf dem linken Rheinufer nach 3 Stunden Oppenheim.
(Berühmter Weinort, Katharinenkirche, Ruine Landskrone), Von
OPPER-
Hein
NEASn
efetgl.
BuMERs-
BLUR
R-FHHRE
Oppenheim in öſtlicher Richtung zur Nachenfähre, über den
Rhein nach dem Schuſterwörth, in ſüdlicher Richtung durch den
Knoblauchsauer Wald nach 4½ Stunden Schwedenſäule (
Rhein=
übergang Guſtav Adolfs 1631), weiter am Altrhein entlang nach
5½ Stunden Erfelden; von hier nach 6 Stunden Bahnhof
Goddelau. Rückfahrt.
Bei längerem Verweilen in Oppenheim empfiehlt ſich
Rück=
fahrt mit Poſtauto über Geinsheim, Leeheim, Wolfskehlen,
Griesheim. Fahrpreis ab Fähre Oppenheim, rechtsrheiniſch, 1,70
Mark. In dieſem Falle bis Goddelau nur einfache Karte löſen.
Preis 70 Pfg.
zu Gaſt. Nach unrühmlichen Eingriffen ſchuldenwimmelnder
Für=
ſten kam Oppenheim zur Pfalz, bis es 1816 an Heſſen fiel. Der
Jammer des 30jährigen Krieges hat den Wohlſtand zerſtört, und
die Barbarei franzöſiſcher Kriegführung hat grauſiges Elend
ge=
ſchaffen. Die Pfalzverwüſter, denen die Trümmer des
Heidelber=
ger Schloſſes und ſo mancher Burgruinen der Bergſtraße eine
ewige Anklage zurufen, haben in Oppenheim ihr verbrecheriſches
Werk ſo gründlich getan, daß nur 60 Bürger übrig blieben in
den rauchenden Reſten der Stadt. Genau ſo wie die Franzoſen
mit viehiſcher Roheit ſich an den Kaiſergräbern im Dome zu Speier
vergingen, ſo ſtahlen ſie aus der Katharinenkirche das dort
bei=
geſetzte Herz des Winterkönigs, Friedrichs I. von der Pfalz,
mit=
ſamt der ſilbernen Kapſel.
Das Kleinod Oppenheims bis auf den heutigen Tag iſt dieſe
Katharinenkirche ein unvergängliches Zeugnis ſtolzen
Bürgerſinns, ſtarker Opferwilligkeit und Glaubenstreue, ein
hehres Denkmal kühnſter Geſtaltungskraft deutſcher Gotik, eine
ſteinerne Ehrenurkunde für unübertreffliche Handwerkskunſt, die
in dem figürlichen Schmuck und beſonders in der Glasmalerei
Proben erſtaunlichen Könnens gegeben hat. In dieſem reichen,
edlen Werk deutſcher Gotik, in dem Kölner und Straßburger
Baugedanken ſich vermählen, ſteckt das Schaffen von 3
Jahrhun=
derten. Man hat urſprünglich auf den Reſten einer alten
romanl=
ſchen Kirche aufgebaut. Für die raſch wachſende Stadt war der
erſte Bau nicht ausreichend: 1262 ſoll der Grundſtein zu dem
Neu=
bau gelegt worden ſein, der zunächſt den Oſtchor und ein
Quer=
haus ſchuf; 1439 wurde der Weſtchor eingeweiht. Den höchſten
Triumph feiert die Glasmalerei in der berühriten Oppenheimer
Roſe, die helles Entzücken bei jedem Beſchauer hervorruft. Auch
hier raunt die Sage von der Eiferſucht, die den Meiſter befällt,
wenn er den Lehrling den Lehrer übertreffen ſieht. Jeder habe
gleichzeitig an einer Fenſterroſe gearbeitet, der Alte und der
Junge. Der Meiſter, offenſichtlich von den Leiſtungen ſeines
Schü=
lers überboten, habe, vom Neid überwältigt, den Lehrling von
der Leiter herabgeſtoßen. Die Zierde Oppenheims haben die
fran=
zöſiſchen Mordbrenner 1689 vernichtet. Das Dach der
Katharinen=
kirche brannte ab, vom Weſtchor blieben nur die
Umfaſſungs=
mauern, Türme und Langhaus wurden ſchwer beſchädigt. Die
würdige Wiederherſtellung des Gotteshauſes iſt eine gemeinſame
Tat des Reiches, des Landes und der evangeliſchen Kirche. Der
Wiener Dombaumeiſter Friedrich Schmidt hat bei dieſer Arbeit
in den Jahren 1879—1889 ſein Beſtes getan.
Zu den ernſten Sehenswürdigkeiten Oppenheims gehört das
Beinhaus unter der St. Michaelskapelle, das die Gebeine von
etwa 15 000 Menſchen aufſchichtet.
Inmitten der ſchönen Anlagen thront über der Stadt die von
den Franzoſen zerſtörte alte Reichsfeſte, die „Landskrone”,
hier hat man einen unvergleichlichen Blick auf die Stadt, auf die
Rebenhügel und auf die weite, vom Rhein durchzogene Ebene.
Flußaufwärts grüßen die Domtürme der Nibelungenſtadt Worms,
Taunus und Odenwald umrahmen das ſonnige Flachland. Der
Zeppelingedenkſtein erinnert an die Landung des Grafen
Zeppelin bei ſeiner erſten Fernfahrt vom Bodenſee mach Mainz
am 4. Auguſt 1908, desſelben Beherrſchers der Luft gedenken im
Ort Reklameplakate mit der Inſchrift „In drei Tagen nach
Süd=
amerika‟. Der Hiſtoriker wandert wohl noch zu dem Haus in der
Mainzer Straße, zur „Kanne”, einer früheren Herberge, in der
Luther 1521 auf ſeinem Weg zum Wormſer Reichstag übernachtet
hat und das Trutzlied „Ein” feſte Burg” gedichtet haben ſoll. Wer
aber etwas gehört hat von der Oppenheimer Weinbaudomäne
und Namen kennt wie Sackträger, Goldberg, Kreuz,
Krötenbrun=
nen, Herrnberg, Reiſekahr. Zuckerberg, Steig u. dal, der wird ſich
wenigſtens mit den Stiefſöhnen dieſes Adels des Winzertums ein
wenige bekannt machen, allerdings dann auf den Rückweg nach
Erfelden verzichten. Dieſer führt durch das „Wäldchen” nach dem
Rhein. Ein kräftiger Wind zauſt mich bei der Ueberfahrt zum
„Schuſterwörth” und ſpielt in den einſamen Pappeln. Ein Stück
holverigen Neuwegs liegt ſchnell hinter mir, dann überſpannt
meinen Pfad das lichte Flaggentuch blühender Bäume. Ueberall
erheben ſich aus weitem Wieſenplan die leuchtenden,
blüten=
ſchweren Kuppeln. Der Wechſel von Wald in urwüchſiger
Vielge=
ſtaltigkeit und ſtillem Wieſengrund macht den Weg zum Forſthaus
Knoblochsau ſo reizvoll. Auf verſchwiegenem Pfad gehe ich unter
dem Gewölbe hoher Bäume bis zum Altrhein. Ich ſtehe vor der
Schwedenſäule. Ein ſchlanker, aus rotem Sandſtein
zu=
ſammengefügter Obelisk, geſchmückt mit dem nordiſchen
ſchwert=
bewehrten Löwen, umrahmt von alten Baumbeſtänden, will den
Ruhm des Schwedenkönigs Guſtav Adolf künden, der hier am
7. Dezember 1631 den Rhein bezwang, dem tapferen Widerſtand
der Spanier zum Trotz. Es iſt, als ob der deutſche Rhein die
Er=
innerung an unſelige Zeiten der Glaubenskämpfe hätte
weg=
wiſchen wollen. Er unterwühlte grollend die Grundſteine des
Denkmals, ſo daß es landeinwärts verpflanzt werden mußte. Die
alte Eiche, die den Löwen überragt, hat ſchon auf das
Menſchen=
volk herabgeſchaut, als in hartem Winter die Schweden über den
Strom ſetzten. Auf ſchmalem Dammweg eile ich dem Endziel zu,
manchmal von flatternden Blütenblättern beſchneit. EK.
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Seite 10 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 27. April 1934
Reich und Ausland.
Junge Ausländer
beſichtigen deutſche Arbeitslager.
München. Der Reichsarbeitsdienſt des
Gaues 30 führte die Teilnehmer der Deutſchkurſe
für Ausländer der Deutſchen Akademie und des
amerikaniſchen „Junior Year” in die
Arbeits=
dienſtlager in Benediktbeuren und Weilheim.
Insgeſamt nahmen 60 Angehörige verſchiedener
Nationen an der Fahrt teil. Oberſtfeldmeiſter
Siebermann und ſeine Helfer gaben den Gäſten
an Ort und Stelle Aufſchluß über die Bedeutung
und die Methode der Bodenbearbeitung in den
Moorgegenden. Beſonderen Eindruck machte auf
die Gäſte, der fröhliche Arbeitsgeiſt und die
Pflege echter Kameradſchaft der jungen Menſchen
in den Lagern.
Großes Urnenſeld
auf der Reichs=Aukobahn enkdeckk.
München. Bei Kilometer 5 der
Reichsauto=
bahn München-Landesgrenze, in der Nähe von
Unterhaching, iſt man bei Erdarbeiten, wie die
„Münchener Neueſten Nachrichten” melden, auf
ein ausgedehntes Urnenfeld geſtoßen. Es handelt
ſich dabei um Funde, die etwa aus dem Jahre
1000 vor Chriſti ſtammen. Bis jetzt ſind rund
130 Urnen und zahlreiche Beigaben freigelegt
worden. Die handgeformten, tönernen Urnen
haben einen Durchmeſſer von rund 18 bis 25
Zentimeter und liegen unter einer Erdſchicht von
etwa 70 bis 80 Zentimeter. Sie ſind zwar nicht
mehr ganz, aber die einzelnen Scherben halten
in der Form zuſammen. Die Beigaben beſtehen
aus Meſſern, Ringen, Fibeln, Schwertern aus
Bronze uſw.
Mutige Tat eines Artiſten.
Frankfurt a. M. Vorgeſtern nachmittag
fiel ein achtjähriger Schüler in der Nähe der
Al=
ten Brücke in den Main. Der Artiſt Joſef Blei
aus Frankfurt a. M. ſprang dem Schüler nach
und konnte ihn unter eigener Lebensgefahr retten.
Großmuttermörder zum Tode verurteilt.
Berlin. Das Schwurgericht verurteilte am
Donnerstag den Angeklagten Vogelmann, der
ſeine Großmutter, die Witwe Erneſtine
Andryſ=
zewſki, im Dezember 1933 ermordet und beraubt
hatte, zum Tode und zum dauernden Verluſt der
bürgerlichen Ehrenrechte. Der Vorſitzende betonte
in der Urteilsbegründung, daß ein ſolcher
Cha=
rakter wie der Angeklagte aus der menſchlichen
Geſellſchaft ausgemerzt werden müſſe.
Zum Ueberfall auf den Konſtanzer Taxichauffeur.
Singen (Hohentwiel). Im Verlauf des
vorgeſtrigen Nachmittags wurde in der Nähe von
Donaueſchingen der zweite Täter, der in der
Nacht zum Dienstag einen Konſtanzer
Taxichauf=
feur zuſammen mit ſeinem verhafteten Komplizen
überfallen und auszuplündern verſucht hatte, in
der Perſon des 18 Jahre alten Schauer aus
München von der Gendarmerie feſtgenommen und
in das Bezirksgefängnis Donaueſchingen
einge=
liefert.
Um die Schach=Weltmeiſterſchaft.
Bogoljubow gibt auf.
Pforzheim. Der Wettkampfabſchnitt in
Pforzheim wurde am Mittwoch mit der 9. Partie
vor ſehr zahlreichem Publikum eröffnet. Der
deutſche Meiſter als Anziehender bekam von Dr.
Aljechin wiederum eine unregelmäßige
Eröff=
nung vorgeſetzt durch den ungewöhnlichen
Vor=
ſtoß e 7 — c 5 des Weltmeiſters auf d 2 — d 4.
Der Zug des Weltmeiſters galt allgemein als
ſchlecht; niemand weiß jedoch warum. Zur
Wi=
derlegung der ungewöhnlichen Partieanlage
be=
nötigte Bogoljubow koloſſal viel Zeit, ſo daß nach
18 Zügen der deutſche Meiſter zwei Stunden und
zehn Minuten, Aljechin dagegen nur 35
Minu=
ten verbraucht hatten. Demnach mußte
Bogol=
jubow ſeine reſtlichen 22 Züge in etwa 20
Mi=
nuten machen. Er brachte trotz der Zeitnot ein
Bauernopfer. Sein paſſives Spiel hatte aber
ſchon zu bedenkliche Schwächen gezeitigt, ſo daß
kaum Rettung möglich war. Aljechin forcierte
ſeinerſeits berechnend durch raſches Ziehen den
Gang der Geſchehniſſe. Es kam zu einem für
Bogoljubow ausſichtsloſen Turmendſpiel, das er
im 47. Zuge aufgeben mußte. Die pſychologiſche
Ueberlegenheit des Weltmeiſters errang geſtern
einen weiteren Sieg. Stand des Kampfes 3:0,
bei ſechs Remiſen zugunſten Dr. Aljechins. Die
10 Partie wird kommenden Samstag in
Pforz=
heim geſpielt werden.
Gendarmen belagern einen wahnſinnigen
Maſſenmörder.
Paris. Ein blutiges Wahnſinnsdrama ſpielte
ſich in der geſtrigen Nacht in dem Dorf Revigny
bei Bar=le=Duc ab. Ein 32jähriger Polſterer,
der unter der Wahnvorſtellung litt, daß ſeine
Familienangehörigen ihn vergiften wollten,
er=
ſchoß mit einem Jagdgewehr ſeine Mutter, ſeine
Schweſter und deren Mann, einen Gendarmen,
der ſich gerade auf Urlaub befand. Der
fünfjäh=
rige Neffe des Mörders wurde durch verirrte
Schrotkörner verletzt. Darauf verbarrikadierte der
Wahnſinnige ſich im Haus und ſchoß auf die
Gen=
darmen, die ihn feſtnehmen wollten. Ein
Gendar=
merieoffizier wurde verwundet und mußte ins
Krankenhaus gebracht werden. Den Gendarmen,
die das Haus umſtellt hatten, war es bis zum
Abend nicht gelungen, den Wahnſinnigen un
ſchädlich zu machen.
Drei ankike Tempel übereinander.
* Seit einiger Zeit arbeiten drei verſchiedene
Expeditionen fieberhaft in Meſopotamien, eine
deutſche Gruppe, eine gemiſchte von Engländern
und Amerikanern und eine dritte Gruppe aus
Chicago. Das gemeinſame Ziel dieſer
Expedi=
tionen iſt, die Entdeckung der tauſendjährigen
Kulturen fortzuſetzen, die im vorigen Jahre im
Stromlande bei Tell=Asmar gemacht wurden.
Man ſtieß ſeinerzeit auf die Fundamente eines
großen palaſtartigen Tempels. An der gleichen
Stelle wurden nun die Ausgrabungen
fortge=
ſetzt, und die Arbeit erwies ſich als der
aufge=
wandten Mühe wert. Unter dem bereits zum
größten Teil freigelegten Tempel fand ſich ein
zweiter, nach demſelben Grundriß gebaut und
auch aus dem gleichen Baumaterial, obwohl
die=
ſer zweite Tempel einige Jahrhunderte älter ſein
dürfte. Und dann ſtieß man bei den Erdarbeiten
noch auf das Fundament eines dritten Tempels,
der ſich an der gleichen Stelle noch tiefer befand.
Auch ſein Mauerwerk ſtimmte materialmäßig mit
den Schuttmaſſen überein, die ſich in den
Grä=
bern von Ur befanden. Die chronologiſche
Zeit=
folge iſt alſo leicht nachzuweiſen. Drei Bahnhöfe
übereinander — daran haben wir moderne
Men=
ſchen uns ja lange ſchon gewöhnt. Aber drei
an=
tike Tempel, das iſt ſchon eine Senſation. Die
Wiſſenſchaft hat mit dieſen Ausgrabungen
zwei=
fellos einen der ſchönſten Erfolge ſeit langer Zeit
gehabt.
Vier franzöſiſche Seeleute im Rotterdamer Hafen
ertrunken.
Wolf Hirth auf dem Flugfeld von Buenos Aires nach ſeinem hervorragenden Langſtreckenflug.
Von der Segelflug=Expedition des Deutſchen Luftſportverbandes nach Südamerika wurden ſowohl in
Braſilien als auch in Argentinien großartige Leiſtungen gezeigt. So flog Wolf Hirth mit ſeinem
bekannten Segelflugzeug „Moazagotl” von Buenos Aires bis nach Roſario am Parana=Fluß, eine
Strecke von 175 Kilometer. Bei Kunſtflug=Vorführungen auf dem Flugplatz von Buenos Aires ſtellte
er mit 74 Loopings hintereinander einen Rekord auf.
Die Pläne der Himalaya=Erpeditionen.
Eine Heſige Schwarzwaldkanne als Maibaum für die Reichshaupkſtadt.
Die Ankunft des Maibaumes in Berlin.
Dieſe Tanne, deren Länge von 44 Meter der Höhe der Siegesſäule faſt gleichkommt, wurde von der
Grenzmark Baden der Reichshauptſtadt für die Feier des 1. Mai überſandt, um ſo die unſcheinbare
Verbundenheit von Nord und Süd zum Ausdruck zu bringen.
Das deubche Verkehsuote
RElCHSAUTOBAHNEN 1000OKM
WASSERSTRASSEN 430OOKM
ELUGSTRECHEN 25OOOKM
ElSENBAHMLINIEN SOOOOKM
LANDSTRASSEN 20000
Eine Statiſtik, die das Streckenverhältnis der deutſchen Verkehrswege zeigt.
In der heutigen Zeit des Aufbaues in Deutſchland beanſprucht das Problem der verſchiedenartigen
Verkehrswege ganz beſondere Aufmerkſamkeit. Durch den Bau von Autoſtraßen, durch Förderung der
Schiffahrt, durch Ausgeſtaltung des Flugverkehrs, durch Verbeſſerung des Eiſenbahnweſens und durch
Pflege und Vermehrung der Landſtraßen ſucht man dieſem Erfordernis Rechnung zu tragen.
Schreckliche Bluttak.
Amſterdam. Im Rotterdamer Hafen ſchlug
eine Segeljolle, in der ſich franzöſiſche Seeleute,
Angehörige der Beſatzung des Dampfers „Pierre
Goujon” aus Dünkirchen, befanden, infolge eines
falſchen Manövers um. Vier Inſaſſen ertranken
die übrigen konnten ſich durch Schwimmen retten.
Die Leichen konnten geborgen werden.
Völklingen. Am Dienstag abend hat ſich
hier eine ſchreckliche Bluttat abgeſpielt. Als der
Schloſſer Laborie, der bei der Röchlinghütte
be=
ſchäftigt iſt, von der Arbeit nach Hauſe kam, fand
er ſeine Frau bewußtlos vor. Sie hatte aus
bis=
her noch ungeklärten Gründen verſucht, ſich mit
Gas das Leben zu nehmen. Laborie ſchaffte die
Frau ins Krankenhaus und begab ſich dann in
die Wohnung des Diplom=Ingenieurs Schäfer,
den er durch elf Meſſerſtiche ermordete. Dann
irrte er wohl eine Stunde lang im Ort umher
und ſtellte ſich ſchließlich der Polizei. Der
Mör=
der macht einen ſehr niedergeſchlagenen Eindrud
und erklärte, er hätte ſich umbringen wollen.
Drei Sowjeidampfer in Seenok.
„Kraſſin” ſoll helfen.
Reval. Wie aus Moskau gemeldet wird,
be=
finden ſich die drei ruſſiſchen Dampfer „
Stalin=
grad”, „Smolenſk” und „Sowjet”, die beauftragt
ſind, die Mannſchaft des „Tſcheljuſkin”,
abzu=
transportieren, von Eismaſſen bedrängt in
See=
not und können nicht vorwärts kommen. Nach
ruſſiſcher amtlicher Mitteilung wird nun der
be=
kannte Eisbrecher „Kraſſin” am 10. Mai in der
Bucht des Heiligen Laurentius eintreffen und
dort die Mannſchaft des „Tſcheljuſkin” an Bord
nehmen. Zugleich wird er den in Seenot
befind=
lichen Dampfern zu Hilfe eilen und ſie aus dem
Eis zu befreien verſuchen.
London. Die „Times” meldet aus
Bom=
bay: Zwanzig europäiſche Bergſteiger trafen hier
ein. Einige bildeten die zweite Abteilung der
Expedition des Herrn Merkl nach dem Nanga
Parabt. Die anderen ſind Mitglieder der
inter=
nationalen Himalaya=Expedition des deutſchen
Profeſſors Dyhrenfurth. Dr. Welzenbach von der
Merkl=Expedition ſagte, das Hauptlager werde
am Fuß des Rakiot=Gletſchers errichtet werden,
den man im Mai zu erreichen hoffe. Der
An=
griff auf den Nanga Parbat werde etwa zwei
Monate in Anſpruch nehmen, und die
Expedi=
tion werde etwa Ende Auguſt Indien wieder
verlaſſen. Frau Dyhrenfurt, die Gattin des
Profeſſors, erklärte, daß die internationale
Hima=
laya=Expedition, die im Jahre 1930 einen
er=
folgloſen Angriff auf den Kangzenchönga
unter=
nahm, in dieſem Jahr nach Srinagar und von
dort nach dem Baltore=Gletſcher gehen werde, wo
wiſſenſchaftliche Beobachtungen angeſtellt und
Filmaufnahmen gemacht werden ſollen. Es ſoll
nicht verſucht werden, den ſogenannten „K. 2” zu
erſteigen, doch werde man andere Bergſpitzen in
der Nachbarſchaft erklettern.
Dillinger überall und nirgendwo.
Chikago. Das Heer von Polizeibeamten,
das mit der Suche nach dem Schrecken des
ameri=
kaniſchen Mittelweſtens, Dillinger und ſeiner
Bande, beauftragt iſt, hat auch am Mittwoch
kei=
nerlei Erfolge aufzuweiſen gehabt. Im
Gegen=
teil ſcheint ſich die Spur der Verbrecher weiter
zu verflüchtigen. Gleichzeitig wurde das
Er=
ſcheinen des Bandenführers an verſchiedenen
Or=
ten gemeldet, die zum Teil über 1000 Meilen von
einander entfernt ſind. So wurde ein Ueberfall
auf eine Farm in Elkriver (Minneſota)
Dil=
linger ebenſo zugeſchrieben, wie ein gleichfalls
am Mittwoch erfolgter Bankraub in Akron
(Ohio). Ebenfalls auf Grund einer Anzeige
wurde in Staunton (Virginien) ein nach
Waſhington gehender Eilzug angehalten und nach
der Dillingerbande durchſucht. Aber auch hier
war keine Spur von den Verbrechern zu finden.
Zur Verfolgung Dillingers ſind außer 5000
Polizeibeamten und zahlreichen Milizſoldaten
300 Mann Infanterie von der Bundesregierung
eingeſetzt worden. Die zuſammengezogenen
Flie=
gerſtaffeln warten jeden Augenblick auf den
Be=
fehl, in die Jagd eingreifen zu können. Im
Laufe des Tages ſind mehrere Banküberfälle,
Räubereien und Entführungen vorgekommen,
Durch ſie werden die Spuren Dillingers
ver=
wiſcht.
Deutſcher Freiballon überflog die Oſtſee
Die Bergung des Ballons.
Ein Freiballon des Deutſchen Luftſportverbandes,
unter deſſen Inſaſſen der bekannte
Grönland=
forſcher Dr. Georgi war, überquerte in nächtlichem
Fluge die Oſtſee und erreichte Schweden, wo er
bei der Stadt Boras niederging.
122 Pilzlautſprecher.
Die Ueberkragungsanlage zum Feſt der nakionalen Arbeik auf dem Tempelhofer Feld. — 24 Kilomeker Kabel,
3 Verſtärkerzenkralen. — Aufbau durch 200 Arbeiter.
Seit Tagen herrſcht ein fieberhaftes Schaffen und Werken
auf dem Tempelhofer Feld, dem Hauptſchauplatz des Tages der
mationalen Arbeit. Da wachſen ſtählerne Gittertürme empor,
Sa breiten ſich hölzerne Rieſentribünen aus da ziehen ſich
Fchnurgerade Pfahlreihen durch das weite Feld, die Wege und
SElätze begrenzend, auf denen ſich der Anmarſch und die
Teil=
mahme der vielen Hunderttauſende von Volksgenoſſen, die der
mewaltigen Kundgebung beiwohnen, vollziehen wird. In 48 Einzel=
Felder von je 55X105 Meter iſt der ganze Raum aufgeteilt;
H12500 Teilnehmer wird jedes dieſer gegeneinander und gegen
wie Wege durch ſogenannte Drängelſchranken abgegrenzten Felder
Faſſen.
In jedem Einzelfeld aber gewahrt man merkwürdige Maſten,
Stwa 3½ Meter hoch, mit einem breiten verhängten Oberteil.
DDas ſind die Lautſprecher, durch die die Feſtteilnehmer akuſtiſch
wes Feſtprogrammes, der muſikaliſchen Darbietungen und der
Anſprachen teilhaftig werden. Unter der Hülle, die dieſe
unge=
nvohnten Geräte bis zum Feſttag zur Schonung verdeckt, ver=
Sirgt ſich eine völlig neuartige Lautſprecherkonſtruktion: der ſo=
Senannte Pilzlautſprecher. Er iſt entſtanden aus dem Streben
rnach einer von Echoerſcheinungen möglichſt freien Lautüber=
Eragung. Eingehende Unterſuchungen und die Erfahrungen mit
wen ſeitherigen Großlautſprecher=Anlagen haben gezeigt, daß
wieſe ſtörenden Erſcheinungen eng mit der Richtwirkung der
mormalen Lautſprecher, das heißt mit der Tatſache, daß ein
Folcher Lautſprecher ſeine Schallenergie ſtets nur nach einer
einzigen Richtung ausſendet, zuſammenhängen.
Es kam alſo darauf an, Lautſprecher zu entwickeln, die den
Schall nach allen Richtungen gleichmäßig abſtrahlen. Dieſe
Auf=
gabe haben die Telefunken=Ingenieure in dem neuen
Pilz=
autſprecher gelöſt. Hier liegt das eigentliche Lautſprecherſyſtem
nicht ſenkrecht, ſondern wagerecht, und zwar mit der Membran
nach oben gerichtet. Die Membran iſt in einem ebenfalls nach
pben gerichteten Trichter angeordnet, deſſen Wandung gekrümmt
tſt, das heißt ſich in der Form einer flachen Vaſe erweitert.
In dieſes kelchartige Gebilde iſt dann ein zweiter Trichter von
gleicher Form derart eingeſetzt, daß er mit dem unteren
zu=
ammen einen ringförmigen Schallkanal bildet, durch den der
von der Membran ausgehende Schall in eine wagrechte, ſchwach
rbwärts geneigte Richtung umgelenkt wird. So iſt aus zwei
gewiſſermaßen in= und übereinandergeſtülpten Trichtern ein
vilzartiges Gebilde entſtanden deſſen Form der neue
Laut=
wrecher ſeinen Namen verdankt.
In jedem Einzelfeld ſind zwei ſolcher Pilzlautſprecher
auf=
reſtellt; jeder von ihnen beherrſcht eine Fläche von etwa 80X80
Meter, das heißt praktiſch braucht man die Lautſprecher nur zu
twa 3 ihrer Leiſtungsfähigkeit in Anſpruch zu nehmen. Im
anzen ſind 122 Pilzlautſprecher eingeſetzt, die von 7
Mikro=
honen beſprochen werden. Dieſe Mikrophone verteilen ſich auf
ie Rednertribüne, die Muſikkapelle, den Sängerchor und den
Sribünen=Vorplatz.
Von drei Verſtärkerzentralen wird den Lautſprechern die
Erreger= und Sprachenergie (Modulation) zugeleitet. Eine
ieſer Zentralen iſt als Kommandoſtand ausgebildet und ſo
dewiſſermaßen das Herz der ganzen Anlage. Von den Zentralen
rus führen in insgeſamt 8,6 Kilometer Kabelgräben rund
444 Kilometer Gummikabel zu den einzelnen Lautſprechern. Die
Anlage iſt ſo durchgebildet, daß für jeden Verſtärker ein
Reſerve=
terät vorhanden iſt, das in kürzeſter, für den Teilnehmer kaum
wahrnehmbarer Zeitſpanne eingeſchaltet werden kann. Auch die
Stromverſorgung der Zentralen iſt mit einer 100prozentigen
Reſerve verſehen, ja man hat für alle Fälle ſogar noch eine
Reihe von Maſchinen bereitgeſtellt, die die geſamte
Strom=
terſorgung übernehmen können.
Intereſſant iſt die ganz neuartige Weiſe, in der die geſamte
Eebertragungsanlage montiert wurde. Sie kennzeichnet ſich
turrch eine weitgehende Verlegung des Störungsriſikos in die
Fabriken und Werkſtätten. Während man bisher in ſolchen
Fällen alle Anlageteile in ziemlich weit zerlegter Form an die
Aufbauſtelle ſchaffte und dort zuſammenſetzte, wobei man ſich
vor den in ſolchen Fällen unvermeidlichen Störungen, Fehlern
und dergleichen durch ſtändiges Ausprobieren der montierten
Teile ſichern mußte, hat man diesmal alle Teile für das Feld
als fertige Einheiten in der Fabrik zuſammengebaut und
ge=
prüft, um ſie dann lediglich an Ort und Stelle zu ſchaffen und
dort aufzubauen. So ſind zum Beiſpiel alle Pilzlautſprecher
als fertige Einheiten zum Tempelhofer Feld transportiert worden
und brauchten hier nur an die in Gräben herangeführten Kabel
angeſchloſſen zu werden, um betriebsfertig zu ſein. Dieſes
Ver=
fahren hat ſich als ſehr vorteilhaft erwieſen.
Im ganzen waren außer den 6 Spezial=Ingenieuren und
20 Spezialmonteuren, die ſtets bei der Errichtung ſolcher
Groß=
lautſprecheranlagen tätig ſind und daher über eine
außerordent=
liche Erfahrung hierin verfügen noch 160 Mann, insbeſondere
Handwerker, Erdarbeiter uſw., beim Aufbau der Anlage tätig.
Der Wert der allein für die Sprach= und Muſikübertragung
ein=
geſetzten techniſchen Mittel beträgt über 200 000 RM.
Ein Pilzlautſprecher wird aufgerichtet.
Für die Verſtändlichmachung der Kundgebung des 1. Mai auf
dem Tempelhofer Feld iſt eine rieſige Anlage geſchaffen worden.
Laukſprecheranſprache aus dem Zeppelin
In den Pfingſttagen wird der „Graf Zeppelin” ſeine erſte
diesjährige große Deutſchlandreiſe antreten. Dabei führt die
Route kreuz und quer über Deutſchland hin, und als eine der
größten „Senſationen” iſt vorgeſehen, daß über dem Berliner
Flugfeld in Tempelhof ein Segelflugzeug abgeworfen werden
wird, das den Segelflieger Wiegmeyer aus Darmſtadt
am Steuer ſehen wird. Ein derartiger Start wird hier zum
erſten Male durchgeführt. Zweifellos wird dieſes „Zwiſchenſpiel”
das größte Intereſſe des Publikums finden.
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin SW. 68.
RoMAp
VoNWERNEK
TREuMrEsOTr oolt
1a)
Der Inhaber ſeines Quartiers, ein Rechtsanwalt, hatte bei
len ſich täglich mehrenden Nachrichten von den Ueberfällen an der
0 renze und dem Vorrücken der Armee Rennenkampfs es
vorge=
zogen, mit Frau und Kindern zu Verwandten nach Thüringen zu
ſahren, wo er ſich vor den Grauſamkeiten der Koſaken ſicher
pußte.
Ein faſt neuer Bechſtein und ein übervoller Notenſtänder
zeig=
ten, daß die Muſik in der Familie des Anwalts eine bleibende
Stätte gefunden. Dies war Kurt=Heinz lieb; denn er hoffte, daß
ſich Jadwiga durch das Inſtrument ablenken und beruhigen würde.
Einer Frau zu ſagen, daß man ſich von ihr trennen will, iſt
e ne wenig ſchöne Sache. Ihr aber noch obendrein als Grund die
beirat mit einer anderen angeben zu müſſen, iſt eine verteufelt
uangehneme Angelegenheit.
Schauderhaft!
Die Flurklingel kündete die Ankunft Jadwigas. Kurt=Heinz
darf die halb aufgerauchte Zigarette in den Aſchenbecher, zog ſeine
2rtewka glatt und richtete ſich energiſch auf.
„Tag, Schatzel!” begrüßte ihn die Eintretende mit lachendem,
9lückſtrahlendem Antlitz und drückte einen herzhaften Kuß auf
ſeenen Mund. „Der erſte ſeit vier langen Wochen!”
Jadwiga hatte zu ihrem Beſuch ein roſa Taftkleid angelegt,
dus zu ihrem ſüdländiſchen Typus vortrefflich paßte und ſie weit
vorteilhafter in Erſcheinung treten ließ, als das nüchterne
Ge=
vand der Krankenſchweſter.
Sie nahmen im Erker Platz und ließen ſich Kaffee ſervieren.
Nch einigen belangloſen Worten über die anſprechende
Einrich=
tung des von Kurt=Heinz bewohnten Quartiers ſagte Jadwiga:
„Heute vormittag wurde das Lazarett von den Verwundeten
ge=
kä umt. Sie ſind nach Berlin und weiter weſtlich in Marſch
ge=
ſeszt worden.”
„Dann muß Wichtiges bevorſtehen.”
„Der Chefarzt teilte uns bei der Morgenviſite mit, daß er
tellephoniſche Anweiſung dazu vom Oberkommando aus
Barten=
ſte in erhalten habe. Eine größere Schlacht ſoll in der Gegend von
Gumbinnen entbrannt ſein, ſo daß mit dem Eintreffen der erſten
Veerwundeten ſchon heute nacht zu rechen iſt.”
„Das wird der Kampf des 1. XVII. und 1. Reſervekorps
9e gen Rennenkampf ſein. Hoffentlich gelingt es, den Vormarſch
(Nachdruck verboten.)
der ſogenannten ruſſiſchen Dampfwalze bei Gumbinnen zum
Stehen zu bringen, damit ſie nicht noch weitere Gebietsteile
un=
ſeres blühenden Oſtpreußens zertritt. Das Koſakengeſindel hat
den armen Grenzbewohnern ſchon wirklich genug Leid zugefügt.
„Weißt du, Kurtel, es iſt erſtaunlich, welche Begeiſterung das
ganze deutſche Volk ergriffen hat.”
„Ja, wahrhaftig, Jadi. Wir haben uns in dieſen Tagen der
ſozialen Utopie ſo ungeheuer genähert, daß es wirklich nur noch
eines ganz kleinen Schrittes bis zu ihrer Vollendung in
Reinkul=
tur bedarf. Aber, glaube mir, dieſer höchſt errfeuliche Zuſtand
wird ſehr bald wieder aufhören. Er entſtand durch das alle
gleichmäßig durchdringende Gefühl der Selbſterhaltung. Iſt die
Gefahr beſeitigt, werden ſich ſehr bald wieder die bekannten,
widerlichen Zänkereien der Volksgenoſſen gegeneinander
ent=
wickeln und in den durch die Entbehrungen des Krieges
hervor=
gerufenen Nöten einen günſtigen Nährboden finden.”
„Ich glaube auch nicht an langes Anhalten dieſer
Begeiſte=
rung. Sie iſt zwar herrlich, Herz und Gemüt erfriſchend, doch die
ſchlechten Elemente werden bald wieder hervortreten, weil ſie in
ihrem Innern nicht die Sucht zum Berauben und Vernichten der
Mitmenſchen für immer abſtreifen können.”
„Zurzeit iſt der Vernichtungstrieb der Völker glücklicherweiſe
nach außen hin über die Grenze projiziert. Alles, was die lieben
Nachbarn an Aerger und Wut über unſere ſich mächtig
entwik=
kelnde Weltmachtſtellung und merkantilen Erfolge während der
letzten Jahre in ſich aufgeſpeichert haben, ſenden ſie uns nun durch
die Münder ihrer Kanonen und Gewehre herüber, um den
ver=
haßten Konkurrenten zu vernichten.”
„Apropos Konkurrent, Schatzel. Ich vergaß dir geſtern
mit=
zuteilen, daß ich ſeit Ende vorigen Monats wieder frei bin und
keinerlei Ehefeſſeln mehr trage.”
„Die Scheidung iſt durch?"
„Ja!”
„Erſchien dein Mann zum Termin?”
„Nein. Er befindet ſich ſchon ſeit Wochen jenſeits der Grenze.
Man munkelt, er hat Spionage getrieben.”
„Dann wird ihm der Bgden bei uns wohl zu heiß geworden
ſein?”
„Sicher. Der Termin ging ja auch ohne ihn, weil ſeine Ein=
Eine zweite Ueberraſchung wartet aber unſer aller. Für die
Deutſchlandfahrt werden zurzeit auf der Werft in
Friedrichs=
hafen Verſuche unternommen, unten an dem Zeppelin einen
Rieſen=Lautſprecher anzubringen, der eine ſolche Lautſtärke hat,
daß der Kapitän oder die prominenten Reiſenden über den
Städ=
ten durch das Mikrophon zu der Bevölkerung ſprechen können.
Wie dieſe Verſuche ausfallen, läßt ſich nicht vorher beſtimmen,
da die große Frage ja iſt, ob der Lautſprecher das
Motoren=
geräuſch überflügeln kann, um ſich mit Worten auf dieſe Weiſe
verſtändlich zu machen. Wenn es gelingen würde, wäre dieſe
Anſprache durch den Lautſprecher an Bord des „Graf Zeppelin”
eine wirklich ſenſationelle Neuerung.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel, Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Freitag, 27. April
6.00: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 u. 6.30: Gymnaſtik. — 6.55:
Zeit, Meldungen. — 7.05: Wetter. — 7.10: Stuttgart:
Früh=
konzert (Schallplatten) — 8 15: Waſſerſtand. — 8.25:
Stutt=
gart: Gymnaſtik. — 10.00: Nachrichten. — 10.30: Nur Freiburg:
Nachrichten. — 10.50: Nur Freiburg: Eigene Sendung. — 11.00:
Werbekonzert. — 11.40: Programm, Wirtſchaft, Wetter. —
11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Schallplatten: Slawiſche Tondichter. — 13.00:
Zeit, Nachrichten. — 13.10: Nachrichten. — 13.20: Standarten=
Kapelle Kurfürſt. SAR 1. Mainz. Ltg.: Sturmführer Holzapfel.
Dazwiſchen 13.50: Zeit, Nachrichten. — 14.30: Nur Freiburg:
Nachrichten. — 14.40: Stunde der Frau: Kinderſpiel und
Kinderſpielzeug. — 15.30: Wetter. — 15.40: Zeit, Wirtſchaft.
— 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Das Funkorcheſteer. Lta.: Dr. Merten. — 17.30: G. W.
Suppin: Der Urmenſch von Heidelberg. — 17.45: Lönslieder von
Hans Finken. — 18.00; Freiburg: Stunde der Jugend: HJ am
Oberrhein. — 18.25: Köln: Engliſch. — 18.45: Meldungen.
— 18.50: Griff ins Heute.
19.00: Stuttgart: Allerlei Tanzmuſik. Kapelle Otto Kermbach,
— 19.45: Dr. Klinghardt: Aus der Arbeit einer Gauführerſchule.
— 20.00: Zeit, Nachrichten. — 20.15: Köln: Reichsſendung:
Stunde der Nation. Der deutſche Schmied. — 21.15: Stuttgart:
Das große Funkorcheſter. Ltg.: Ferd. Droſt. — 22.00: Zeit,
Nachrichten. — 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen
22.25: Nachrichten, Wetter, Sport. — 22.40: Kleine Unterhaltung.
— 23.00: Vom Schickſal des deutſchen Geiſtes: Stimmen der
Nacht. — 24.00: Schallplatten: Aus neueren deutſchen Opern.
— Sinfoniſche Tänze.
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Freitag, 27. April
9.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr. — 8.00: Tagesſpuuch.
6.05: Berlin: Gymnaſtik. — 6.20: Kiel: Frühkonzert. —
In einer Pauſe (gegen 7.00): Nachr. — 8.00: Sperrzeit. —
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00: Volksliedſingen —
9.90: Ilſe Langner: Singapore, der gelbweiße Januskopf im
chineſiſchen Meer — 10.00: Nachr. — 10.10: Deutſches Volk —
Deutſche Arbeit! Hörbericht aus der großen Ausſtellung.
10.50: Spielturnen im Kindergarten. — 11.15: Seewetterbericht.
11.30: Schallplatten: Wiener Walzer. — 11.50: Zeitfunk.
12.00: Wetter; anſchl.: Glückwünſche — 12.10: Schallplatten:
1. Julius Patzak ſingt aus alten Operetten; 2. Tanzlieder aus
Filmen. — Anſchl.: Wetter. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00:
Sperrzeit. — 13.45: Nachr. — 14.00: Deutſche Komponiſten
des 18. und 19. Jahrhunderts. (Schallvl.). — 15.00: Wetter,
Börſe. — 15.15: Funkkaſverl: Das kluge Schneiderlein. —
15.45: M. Schinz: Meine Mitarbeiterin — die Hausgehilfm.
16.00: München: Veſperkonzert. Lig.: Erich Kloß. — 17.00=
E. G. Kolbenheyer: Ein Schuhmacher philoſophiert. Aus dem
Roman: Meiſter Jogchim Pauſewang. — 17.30: Komponiſten
über Komponiſten. Muſikaliſche Plauderer. — 18.15: Der
Käſe=
kuchen. Eine ſchwerverdauliche Sache. — 18.45: Die Uraufführung
des Monats: Hans Friedrich Blunck: Land in der Dämmerung.
19.00: Orcheſter des Deutſchlandſenders. Ldg.: Dr. Buſchkötter.
20.00: Kurzbericht zur politiſchen Lage — 20.15: Reichsſendung:
Köln: Stunde der Nation: Der deutſche Schmied. Hörbildfolge
aus deutſchem Handwerkerleben. — 21.15: Wfr ſingen Lieder
der Arbeit. Eine Uebungsſtunde für den 1. Mai. — 22.00:
Wetter=, Toges= und Sportnachr. — 22.30: E. Rüdiger:
Der Boxſport ſucht den unbekannten Boxer. — 22.45:
Seewetter=
bericht — 23.00: Adelheid Holz und Gerh. Hüſch ſingen Lieder
und Duette. Am Flügel: Hanns Udo Müller.
willigung vorlag und die Scheidung in unſer beider
Einverſtänd=
nis erfolgte. Und nun, Schatzel, kann ich Frau v. Ehrenfels
wer=
den, wenn du Luſt haſt?"
Kurt=Heinz erſchrak. Auf dieſe Wendung war er nicht gefaßt
geweſen. Ueberhaupt ... die Zeit verrann. Er hatte noch nicht
einmal den erſten beſcheidenen Anlauf zu der beabſichtigten
Aus=
ſprache genommen.
„Huh, du biſt ja ordentlich erſchrocken, Kurtel. Als wenn ich
dir etwas Schreckliches erzählt oder zugemutet habe.” Sie ſetzte
ſich neben ihn und legte den Arm um ſeinen Hals.
Kurt=Heinz zwang ſich zu einem Lächeln und erwiderte:
„Nein. Ich dachte nur im Augenblick an ganz anderes, dienſtliches.”
Dann iſts gut. Ich glaubte ſchon, der Gedanke, mich zu
hei=
raten, wäre dir ſo ſchrecklich in die Glieder gefahren. Sei
unbe=
ſorgt, vorderhand iſt an ſolchen Luxus überhaupt nicht zu denken.
Meinſt du nicht auch?"
„Allerdings, Jadi. Zurzeit ſtehen höhere Dinge auf dem
Spiele als ein Spaziergang zum Standesamt; denn der Tod kann
den Soldaten ſtündlich erhaſchen. Ich bin ausgeſprochener Gegner
jeder Kriegstrauung, es ſei denn, der Mann braucht nicht mehr
zur Front hinaus. Dagegen nur zu heiraten, damit die Braut
verſorgt iſt, erbt oder Penſion bekommt, iſt meinem Empfinden
nach in hohem Grade unmoraliſch.”
„Die Rolle der trauernden Kriegerwitwe iſt auch nicht
jeder=
manns Sache. Ich verſtehe die vielen jungen Dinger nicht, die in
dieſen Tagen vor den Altar getreten ſind.
„Alſo legen wir den Punkt „Heirat” ad acta”, lachte Kurt=
Heinz.
„Einverſtanden, Schatzel. Wenn es dir recht iſt, ſpiel ich jetzt
ein wenig. Ich ſehe, dein ausgeriſſener Quartierwirt beſitzt einen
prachtvollen Bechſtein.”
„Ich wollte dich gerade darum bitten Jadi. Du weißt ja, wie
gerne ich dir zuhöre.”
Jadwiga nahm an dem Inſtrument Platz und ließ ihre
ſchlan=
ken Hände in geſchwinden Läufen über die Taſten gleiten.
„Seit meiner Ankunft in Dirſchau habe ich keinen Ton mehr
geſpielt und geſungen.”
„Sehr bedauerlich, kleine Nachtigall.”
„Zur Eröffnung der Vorſtellung ſollſt du dein Lieblingslied
hören, gewiſſermaßen als troſtreichen Abſchied von unſerem
Zop=
poter Paradies.”
„Ach ja — bitte.”
Sie intonierte eine Walzermelodie und ſang ein Chanſon,
deſſen Verſe von Kurt=Heinz gedichtet und von einem Danziger
Kapellmeiſter vertont worden waren. Die zarte, duftige Weiſe des
einſchmeichelnden Rhythmus verſetzte Kurt=Heinz in Gedanken an
den Zoppoter Strand, in die wundervollen Anlagen des Kurparks,
die ihm unvergeßliche Stunden beſchert. Ihre Reſonanz war das
kleine liebenswürdige Liedchen, deſſen Kehrreim Jadwiga ſoeben
anſtimmte:
Ich habe beim Dufte der Roſen
Und ſchimmernder Sterne Pracht
Gar oftmals mit Küſſen und Koſen
Verträumt eine Sommernacht! —
Auch uns laß heut’ küſſen und koſen,
Das Leben ſo herrlich lacht,
Es ſterben die Menſchen und Roſen
Oft ſchneller als man gedacht!
fortſetzung folgt.)
Seite 12 — Nr. 115
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Freitag, 27. April 1934
Slü.Stb Tegte
Reichs=Schwimmwoche 17. bis 24. Juni.
Der Deutſche Schwimmverband.
Eine gewaltige Kundgebung und Werbung für den ſchönen
Schwimmſport wird in dieſem Jahre die Reichsſchwimmwoche, die
vom 17. bis 24. Juni in ganz Deutſchland durchgeführt wird.
Neben dem Turnen iſt das Schwimmen eine der älteſten
Sport=
arten, denn die Väter und Bahnbrecher des deutſchen Turnens,
Guts Muths und Jahn, waren auch die beſten Förderer des
Schwimmens, deſſen Bedeutung und Wichtigkeit für den Menſchen
ſie erkannt hatten. Als in der zweiten Hälfte des 19.
Jahrhun=
derds der Sport mehr und mehr in Deutſchland Fuß faßte, da
be=
gannen begeiſterte Schwimmer in vielen Städten unſeres
Vater=
landes eine eifrige Werbearbeit für den Schwimmſport. Außer
vielen Vereinen der deutſchen Turnerſchaft, die
Schwimmabtei=
lungen zur Pflege des Schwimmens bildeten, gründeten eifrige
Schwimmer beſondere Schwimmvereine, ſo in Berlin im Jahre
1878, in Hamburg 1879 und in anderen Städten. 1886 ſchloſſen
ſich die bis dahin gebildeten Schwimmvereine zu einem beſonderen
Verbande, dem deutſchen Schwimmverband zuſammen, um in
ge=
meinſamer Arbeit eine um ſo erfolgreichere Werbung für den
Schwimmſport durchzuführen. Seit dieſer Zeit hat der deutſche
Schwimmverband durch unermüdliche Arbeit, durch Gründung un=
ßähliger Schwimmvereine eine gewaltige Leiſtung für Volk und
Vaverland vollbracht durch Pflege des Schwimmens, durch ſeinen
Einſatz für den Schulſchwimmunterricht und die Lebensrettung,
die ihre beſondere Betonung vor dem Kriege ſchon durch die
Bil=
dung einer beſonderen Lebensrettungsgeſellſchaft erhielt, die dem
deutſchen Schwimmverband angegliedert wurde. Dieſelbe
ver=
dienſtvolle Arbeit wurde von der deutſchen Turnerſchaft geleiſtet,
die ſich ebenfalls mehr und mehr für den Schwimmſport einſetzte
und dadurch in gleicher Richtung mit dem Schwimmverband
mar=
ſchierte.
Nach § 3 ſeiner Satzungen will der deutſche Schwimmverband
mit dem Ziele gemeinnützigen Wirkens am Volksganzen die
Schwimm= und Rettungskunde fördern und die Schwimmkunſt in
allen Teilen vervollkommnen. Neben der Forderung des
pflicht=
mäßigen Schwimmunterrichts an allen Schulen und der Pflege
der Lebensrettung ſtrebt der deutſche Schwimmverband danach, d
Schwimm= und Badegelegenheiten zu vermehren und zu
verbeſ=
ſern und ſucht durch Veranſtaltungen aller Art die Schwimmerei
in allen ihren Teilen zu fördern. Außerdem erteilt der
Schwimm=
verband durch ſeine Bäderberatungsſtelle Rat in allen Fragen
des Bäderbaues.
Schon vieles hat der deutſche Schwimmverband ſeit ſeinem
Beſtehen geleiſtet und erreicht, unterſtützt von der deutſchen
Tur=
nerſchaft. Kein Geringerer als der Herr Reichsſportführer von
Tſchammer und Oſten hat das im vorigen Jahre in Weimar
an=
läßlich des Verbandsfeſtes dem deutſchen Schwimmverband
be=
ſtätigt. Daß noch viel mehr erreicht werden muß, das wiſſen die
140 000 Schwimmſportler unſeres Vaterlandes, die nicht aufhören,
für den Schwimmſport zu werben. Heute erfreuen ſie ſich der
Unterſtützung der höchſten Stellen des Reiches, was die
Reichs=
ſchwimmwoche beweiſen wird.
Die von vielen Sportlern Deutſchlands lang erſehnte und
er=
träumte Neugeſtaltung des geſamten Sportlebens hat nur die
nationalſozialiſtiſche Revolution im vorigen Jahre gebracht. Ein
Aufatmen ging durch die Reihen derjenigen Sportkameraden,
denen die Zerſplitterung ſchon immer ein Dorm im Auge war.
Die Umgeſtaltung des deutſchen Sports durch den vom Führer
eingeſetzten Reichsſportführer brachte auch für den deutſchen
Schwimmverband wie für jeden anderen Verband mannigfache
Veränderungen. In dem vom Reichsſportführer gebildeten
Reichs=
ſportführerring trat der DSV. als Fachſäule 5 (Schwimmen und
Lebensrettung), vertreten durch ſeinen hervorragenden Führer
Georg Har (Berlin) ein und gehört außerdem dem im Januar
dieſes Jahres gebildeten Reichsbund für Leibesübungen an.
Die territoriale Umgeſtaltung des deutſchen Sportes brachte
für alle Verbände eine großartige Einheitlichkeit. Wir.
Darm=
ſtädter gehören bekantlich dem Bezirk 3 des Gaues 13 (Südweſt)
an, in dem der Schwimmſport in den Städten Frankfurt,
Offen=
bach, Darmſtadt, Wiesbaden, Mainz, Worms u. a. ſchon immer
eine eifrige Pflege fand.
Den Gedanken des Schwimmens und des Schwimmſportes
mehr und mehr dem deutſchen Volke klar zu machen und den
letz=
ten deutſchen Volksgenoſſen für das Schwimmen zu gewinnen,
da=
zu dient die Reichsſchwimmwoche vom 17. bis 24. Juni dieſes
Jah=
res mit ihrem Ruf:
Lernt Schwimmen!
Ortsausſchuß für die Reichsſchwimmwoche Darmſtadt.
Heuke abend 8 Uhr
Welkampfabend der Darmftädter Schwimmſporkler.
Die Schwimmſportler der Turn= und Sportgemeinde 1846,
des D. S. C. Jung=Deutſchland, des Tb. Jahn 1875 und des
Polizeiſportvereins Darmſtadt beſchließen heute mit einem großen
Wettkampfabend die diesjährige Hallenſchwimmzeit. Fünf
Staf=
felkämpfe der beſten Darmſtädter Schwimmer, ein Kunſtſpringen,
drei Damenſtaffeln zwiſchen TSG. 46 und Jung=Deutſchland und
zwei Einlagekämpfe bilden das Programm des heutigen Abends.
Zum erſten Male beſtreiten die beſten Schwimmſportmannſchaften
den großen Verbandswettkampf des Deutſchen Schwimmverbands,
um einen genauen Maßſtab ihres Könnens zu erhalten. Kein
Anhänger des ſchönen Schwimmſports möge den heutigen Abend
verſäumen, der einen Abſchluß und zugleich der Beginn einer
meuen Epoche des Darmſtädter Schwimmſports ſein wird. Der
erſte Teil des Kunſtſpringens beginnt bereits um 19.30 Uhr.
Für das Avusrennen am 27. Mai haben in der
gro=
ßen Klaſſe die drei Alfa=Romeo=Fahrer: Varzi, Chiron und Moll,
gemeldet.
Turnkreis 18 Darmſtadt.
Arbeitsplan für Samstag und Sonntag.
In der Turnerſchaft bereitet man ſich jetzt auf die Feſt= und
Wettkampfzeit vor und ſo herrſcht denn in allen Kreisvereinen
fieberhafte Tätigkeit. Im Mittelpunkt der turneriſchen
Vorberei=
tungen für 1934 ſteht vor allem das 1. Kreisturnfeſt in Arheilgen.
Um eine Ueberſicht über den Stand der Vereinsvorbereitungen
zu haben, aber auch die einzelnen Leiter (innen) in die
erforder=
liche Gemeinſchaftsarbeit, die ein Kreisturnfeſt erheiſcht,
einzu=
führen, beruft die Kreis=Frauenturnwartin zum Samstag, den
28. April, abends 8 Uhr, alle Abteilungsleiter (innen) von
Turne=
rinnenabteilungen zu einem Kreis=Schulungsabend in die Turn=
halle der Tgde. Beſſungen (Heidelbergerſtraße) ein. Neben der
turneriſchen Schulung für das Kreisturnfeſt, ſoll dieſer Abend
aber auch der Oeffentlichkeit mit dem allgemeinen Uebungsſtoff,
der gezeigt wird, einen Einblick in den Stand des derzeitigen
Frauenturnens gewährt werden. Der Turnerinnen=
Schulungs=
abend iſt daher allen Intereſſenten zugängig.
Einen Lehrtag zur Ausbildung von Spielleuten hat der
Kreisfachwart für Sonntag, den 29. April, vormittags 10 Uhr,
angeſetzt und zum Ort der Zuſammenkunft die Turnhalle der
Turn= und Sportgemeinde 1846 Darmſtadt beſtimmt. Aus dem
Arbeitsgebiet ſind zu nennen: Allgemeines über Notenaufbau,
Einzelausbildung der Spielleute, Handhabung des
Zugführer=
ſtockes und die Pflichtmärſche für 1934.
Am gleichen Sonntag findet der 2. Gaulehrgang für
Waſſer=
ball im Darmſtädter Hallenbad, vormittags 9,45 Uhr, ſtatt.
Hier=
zu ſind ſämtliche Darmſtädter Mannſchaften verpflichtet, mit ihren
vollſtändigen erſten Mannſchaften zur Beſtreitung von
Uebungs=
ſpielen anzutreten. Außer den Mannſchaften des Kreiſes 18 ſind
Mannſchaften der Frankfurter und Mainzer Vereine beteiligt.
Anordnung des Gaues 13 (Südweſt) der 92.
Für das geſamte Gaugebiet ſind für Sonntag, den 6. Mai,
in den Kreiſen Vereinsführer=Beſprechungen angeordnet. Kreis
18 Darnſtadt beruft alle Vereinsführer und Preſſewarte zu einer
Führertagung nach Jugenheim a. d. B. zum vorgenannten Termin
vormittags 9 Uhr in die Turnhalle des dortigen Turnvereins.
Sb. Darnzſtadt 1898 — Kickers Aſchaffenburg.
Wie bereits mitgeteilt, empfangen die 98er am Samstag,
5.30 Uhr, Gäſte aus der bayeriſchen Bezirksklaſſe. Die
Aſchaffen=
burger ſpielten genau wie die „Blauen” an Oſtern gegen den in
Darmſtadt gut gefallenden VfB. Mühlburg, und unterlagen
eben=
falls nur mit einem Tor Unterſchied, woraus zu erſehen iſt, daß
die morgigen Gegner ungefähr gleich ſpielſtark ſind. Es iſt alſo
mit einem intereſſanten Spielverlauf zu rechnen, ſo daß der
Be=
ſuch des Treffens ſich lohnen wird.
Am Sonntag vormittag 10.30 Uhr ſpielt die 1. AH.=
Mann=
ſchaft des Sportvereins, die in der Altherrenrunde die Tabelle
anführt, gegen die 2. AH. des SV. 98. Das Spiel iſt inſofern
von Intereſſe, als der frühere, langjährige Spieler Georg Tacaſch
vor ſeiner Abreiſe nach Ungarn in der 2. AH.=Mannſchaft
Mittel=
läufer ſpielt. Weiterhin werden in beiden Mannſchaften die drei
Schlußſpieler ausgetauſcht, ſo daß das Stärkeverhältnis
ausge=
glichen ſein dürfte. Ein Sonntagvormittag=Spaziergang wird ſich
lohnen.
Tb. Jahn 1875 Darmſtadk.
Für die 75er” ſind jetzt noch drei ſeinerzeit ausgefallene
Spiele gegen Weiterſtadt, Wixhauſen und Roßdorf auszutragen.
Das erſte ſteigt am übernächſten Sonntag gegen Weiterſtadt. Am
kommenden Sonntag ſind 1. und 2. Mſch. ſpielfrei. Die neu
auf=
geſtellte 3, ſpielt nachmittags 1.30 Uhr, in Gräfenhauſen. Abfahrt
12.30 Uhr, Windmühle, per Rad, ſämtliche Aktiven haben
Diens=
tags und Freitags am Pflichttraining teilzunehmen.
Spielzeilverlegung SB. Mörfelden-TsG. 46 Darmſt.
Infolge der Grundſteinlegung des Gefallenen=Ehrenmals in
Mörfelden wurden die Fußballſpiele zeitlich ſpäter gelegt, und
zwar für Reſ. 1.15 Uhr, für 1. Mſch. 3.30 Uhr. Durch dieſen
Umſtand kann natürlich eine Weiterfahrt zu dem Handballſpiel
in Schwanheim nicht ſtattfinden, da ja das Spiel der Handballer
G6c
in der gleichen Stunde beginnt.
Reichsbahn-T5B. Darmſtadt.
Am Vorſonntag iſt Reichsbahn=TSV. zum erſten Male wieder
mit einer Handballmannſchaft in die Oeffentlichkeit getreten,
nach=
dem dieſe Sportart über ein Jahr geruht hatte. Faſt alle Spieler
der ehemals recht guten Elf ſind wieder bei der Sache, ſo daß ſich
der Auftakt in Arheilgen bei der Sppgg. 04 zu einem 10:8 Sieg
geſtaltete. Am nächſten Sonntag werden die Freundſchaftsſpie‟
fortgeſetzt, und zwar fährt die Mannſchaft nach Gernsheim
am Rhein. Aufſtellung wie am letzten Sonntag. Abfahrt 1,20 Uhr
ab Hauptbahnhof.
TSV. Braunshardt — TV. Mörfelden.
Beide Mannſchaften treffen ſich am kommenden Sonntag,
nachmittags 3 Uhr, zum fälligen Rückſpiel in Braunshardt. Die
Mörfelder ſind ein äußerſt ſpielſtarker Gegner, bei dem beſonders
der wurfkräftige Sturm auffällt. Erſt am vergangenen Sonntag
lieferten ſich beide Mannſchaften in Mörfelden einen ſpannenden
und intereſſanten Kampf, ſo daß au chdiesmal wieder mit einem
ſchönen Spiel zu rechnen iſt.
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Sämtliche Ringer und Gewichtheber erſcheinen Samstag abend
8.30 Uhr zu einer wichtigen Beſprechung in der Turnhalle
Soder=
ſtraße 30. Der Vereinsführer.
Jugend voran!
SV. 98 — J. G. Frankfurt a. M.
1. Klubkampf der Jung=Leichtathleten.
Die Jung=Leichtathleten und die Junioren des SV. 1898
Darmſtadt empfangen am kommenden Sonntag um 15 Uhr auf
dem Stadion am Böllenfalltor die Jugend und die Junioren des
J.G.=Sportvereins Frankfurt zum erſten
leichtathleti=
ſchen Klubkampf dieſes Jahres! Die Jugendabteilungen der
bei=
den Vereine tragen alljährlich zu Beginn und zu Ende der
Bahn=
ſaiſon den traditionellen Klubkampf aus bei dem ein überaus
um=
fangreiches Programm in allen drei Altersklaſſen zur
Durchfüh=
rung kommt, das in dieſem Jahre durch die erſtmalige
Hinzu=
nahme der Junioren noch erweitert worden iſt. Das beſondere
Kennzeichen gerade dieſes Klubkampfes iſt in der Tatſache zu
er=
blicken, daß beide Vereine die Teilnahme auf breider Baſis
be=
ſtreiten. So muß jeder Verein in den Einzelübungen der Jugend
A und C jeweils 4 Teilnehmer und die Staffeln dieſer Klaſſe in
doppelter Beſetzung ſtellen, in der B=Jugend jeweils 2
Teilneh=
mer, ebenſo bei den Junioren! Durch die Beſtimmung, daß jeder
Teilnehmer höchſtens drei Uebungen beſtreiten darf, iſt damit für
dieſen Klubkampf eine breite Grundlage
geſchaf=
fen, wie ſie nur von wenigen Vereinen eingehalten werden kann.
Zweifelsohne wird es auch zu Beginn dieſer Saiſon in den
einzelnen Klaſſen und Wettbewerben zu ſchönen Kämpfen und
Leiſtungen kommen, ſo daß ſich ein Beſuch dieſer
Jugendveranſtal=
tung durchaus lohnt.
Die Jung=Leichtathleten und Junioren des SV. 1898 treten
pünktlich um 14,30 Uhr auf dem Platz am Böllenfalltor an. Die
Veranſtaltung wird durch einen Aufmarſch eröffnet. Aktive
Mit=
glieder des SV. 98, die ſich als Kampfrichter zur Verfügung
ſtel=
len wollen, treten ebenfalls um 14.30 Uhr an.
Verbunden mit dem Klubkampf der Jugend iſt die
1. Abnahme des Reichsjugend=Abzeichens!
Jugendliche, die das Reichsjugendabzeichen erwerben und die
Prüfung in den leichtathletiſchen Uebungen ablegen wollen,
mel=
den ſich am Sonntag auf dem Platz um 14.15 Uhr unter Vorlage
des Leiſtungsbuches bei Kreisſportwart Heinz Lindner=Darmſtadt.
Die Prüfung wird während der Wettkämpfe in den einzelnen
Kategorien abgenommen.
Der bekannte Tennisſpieler Kleinlogel=Darmſtadt iſt
jetzt nach Stuttgart übergeſiedelt und dem dortigen TC.
Weißen=
hof beigetreten. Er dürfte für ſeinen neuen Verein eine
weſent=
liche Verſtärkung bedeuten. Er hat auch bereits eine Einladung
zu den Meden=Uebungsſpielen der württembergiſchen
Gaumann=
ſchaft erhalten.
Zwei Deutſche, Küſtner=Erfurt und Runge=Elberfeld
wurden in die Europamannſchaft der Amateurboxer aufgenom
men, die demnächſt eine Reiſe nach den USA. unternimmt.
Welterbericht.
Das engliſche Tiefdruckgebiet wandert langſam nach Oſten
weiter und wird dabei langſam aufgefüllt. Vorläufig wird aber
durch das Vordringen kühler Luft aus nördlichen Breiten noch
wechſelhaftes Wetter mit Regenſchauern herrſchen.
Ausſichten für Freitag und Samstag: Allmähliche Beruhigung der
Wetterlage, teils bewölkt, teils heiter, ſtellenweiſe
Regen=
ſchauer, zunehmende Temperaturſchwankungen.
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In der ganzen deutſchen Sportwelt, in allen Gauen, Kreiſen
und Vereinen haben die ſportlichen Veranſtaltungen für die
Olympiade 1936 in Berlin begonnen. Zu dieſen zählt auch die
„Suche nach dem unbekannten Sportler”, die die deutſchen
Sport=
vereine auf Anregung des Reichsſportführers durchführen. Der
29. April iſt nun der Tag, an dem die Kraftſportler auf die Suche
gehen. In Darmſtadt ſind es die drei kraftſporttreibenden
Ver=
eine, die verſuchen, „unbekannte Gewichtheber” zu finden. Leider
hat man in Darmſtadt auf dieſe ideale Sache noch nicht
rea=
giert” ſonſt wäre das Meldeergebnis beſſer ausgefallen
Was iſt Gewichtheben? Ueber dieſe Frage herrſcht in
Laien=
kreiſen noch völlige Unklarheit. Wenn man von einem
Gewicht=
heber oder volkstümlich „Stemmer” ſpricht, dann ſtellt man ſich
gewöhnlich einen muskelbepackten Kraftmenſchen vor, der mit
Leichtigkeit Zentnergewichte jongliert. Dieſe ſah man auf
Jahr=
märkten, in Varietés und im Zirkus. Aber dieſe Kunſtſtücke
haben mit dem ſportlichen Gewichtheben nicht das geringſte
ge=
mein. Für den Kraftſportler bedeutet das Gewichtheben nicht
Beruf, ſondern ein Mittel zur Stärkung und Hebung der
körper=
lichen Verfaſſung und Geſundheit.
Wer kann nun Gewichtheben ausüben? Jeder junge,
ge=
ſunde Menſch, der über eine ſolide Lebensweiſe. Energie und
Willensſtärke verfügt. Alſo Vorausſetzungen, über die jeder
an=
dere Sportler auch verfügen muß, wenn er es zu etwas bringen
will. Ein Kraftmenſch kann geboren werden, ein Kraftſportler
wird aber erzogen! Wer den Wettbewerben im Gewichtheben
ſchon zugeſehen hat, der weiß, mit welchem Ernſt der Heber bei
der Sache iſt, genau wie der Läufer, der Springer und Turner.
Wo ſteckt nun der „unbekannte‟ Gewichtheber! Ueberall, er
geht durchs Leben, möchte gerne Sport treiben, findet aber nicht
die Energie, irgendwo den Anfang zu machen. Der andere hat
die größten Fähigkeiten dazu. müht ſich mit anderen Sportarten
ab, weil ihm Gewichtheben zu „ſchwer” erſcheint.
Die Darmſtädter Kraftſportler wollen ihm
nun helfen! Am Sonntag, vormittags ab 10 Uhr,
kann er in der Turnhalle, Soderſtraße 30, an der
Scheibenhantel, mit jedem Gewicht, verſuchen, ob er Fähigkeiten
für dieſen Sport beſitzt. Jeder Nichtſportler, Sportler, ganz
gleich, auf welchem Gebiet, SA.= und SS.=Männer, ſind zur
H. 8.
koſtenloſen Teilnahme freundl. eingeladen.
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 115
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Freitag, 27. April
Norddeutſcher Lloyd und Hapag im Jahre 1933.
Das ſchlechkeſte Jahr für die deutſche Großſchiffahrk. — Schiffahrt von der Enkwicklung des Außenhandels
abhängig. — Weitere Arſachen: Ungenügendes Ladungsangebok bei niedrigen Frachken. — Andaueinde
Schrumpfung des Reiſeverkehrs. — Weiterte Abwerkung der hauptſächlichſten Welkwährungen.
Der Abſchluß des Norddeukſchen Llond.
Der Bericht des Norddeutſchen Lloyd, Bremen, über das
Ge=
ſchäftsjahr 1933 weiſt den bereits bekanntgegebenen
Betriebsver=
luſt von rund 2,3 Millionen RM. aus (im Vorjahre ergab ſich
nach Vornahme des Ausgleichs mit der Hamburg—Amerika=Linie
ein Verluſt von rund 13 Millionen RM., deſſen bilanzmäßige
Deckung aus der Sonderrücklage des Vorjahres in Höhe von 24
Millionen RM. erfolgte). Nach Vornahme des vertraglichen
Aus=
gleichs mit der Hamburg—Amerika=Linie ſtellt ſich das
Reederei=
ergebnis auf 6,08 Millionen RM., ſonſtige Kapitalerträge lauten
auf 0,28, außerordentliche Erträge auf 26,36 und die
Sonderrück=
lage auf 10,98 Millionen RM., während Handlungsunkoſten der
Zentrale 5,91, ſoziale Aufwendungen 1,99 Abſchreibungen auf
Anlagen 26,14, andere Abſchreibungen 1 79. Zinſen 8,72,
Beſitz=
ſteuern und ſonſtige Aufwendnugen 1,47 Millionen RM. betrugen.
Die einzelnen Poſitionen der Gewinn= und Verluſtrechnung ſind
mit den Vorjahreskonten nicht zu vergleichen, da eine
Neugliede=
rung vorgenommen iſt.
Im allgemeinen Teil des Berichts wird auf die unbedingte
Abhängigkeit der Schiffahrt von der
Entwick=
lungdes Außenhandels und des internationalen
Reiſeverkehrs verwieſen. Es wird ferner hervorgehoben,
daß das finanzielle Ergebnis des erreichten Geſchäftsumfanges
durch die zunehmende Währungsabwertung, insbeſondere aber
durch die im Geſchäftsjahr 1933 eingetretene Entwertung des
Dol=
lars ſtark beeinflußt und empfindlich geſchädigt worden iſt. In
dieſem Zuſammenhang ſtellt die Verwaltung feſt, daß eine
Beſſe=
rung der Lage der Geſellſchaft nicht vor Beſeitigung der noch
be=
ſtehenden weltwirtſchaftlichen und währungspolitiſchen
Schwierig=
keiten zu erwarten iſt.
Bezüglich des Vermögensſtandes wird mitgeteilt, daß
die im Jahre 1932 beſchloſſene Kapitalherabſetzung inzwiſchen
durchgeführt worden iſt. Der Flottenbeſtand der Geſellſchaft zählt
an Seeſchiffen 707 751 BRT. Sieben Schiffe wurden verkauft und
ein Dampfer abgewrackt. Für den Levante=Dienſt wurde ein
Mo=
torſchiff von zirka 4500 BRT. in Auftrag gegeben.
Ueber die finanzielle Lage berichtet die Reederei, daß
die im Berichtsjahr fällig geweſenen Tilgungsraten der
amerika=
niſchen Dollaranleihen des Lloyd im Betrage von nom. 755 500
Dollar im Wege des Ankaufs aufgebracht wurden. Die
Anleihe=
gläubiger wurden um eine Konvertierung der 6prozentigen in
eine 4prozentige Anleihe erſucht. Zugeſichert wurde von der
Ver=
waltung, daß für die Laufzeit der Anleihe die 4prozentige
Ver=
zinſung von jeder Transfereinſchränkung freigeſtellt wird, und
daß 50 Millionen RM. der ſonſtigen Gläubiger mit ihren
An=
ſprüchen hinter die Anleihegläubiger zurücktreten. Ferner wurde
den Anleihegläubigern die Möglichkeit eingeräumt, ihre
Anleihe=
ſtücke zum Nennwert in Stammaktien der Geſellſchaft zu
verwan=
deln. Die direkten ausländiſchen Stillhaltekredite belaufen ſich
auf etwa 15 Millionen RM. Ein in Holland aufgenommener und
(nicht unter die Stillhaltekredite fallender Betrag betrug noch zirka
1.6 Millionen hrl.
Der Abſchluß der Hapag.
Die gleichen Schwierigkeiten für die Schiffahrt im Jahre 1933,
über die der Vorſtand des Norddeutſchen Lloyd ſich beklagte, haben
maturgemäß, auch für die Hamburg—Amerika=Linie, Hamburg,
Geltung. So heißt es im allgemeinen Teil des Berichts dieſer
Ge=
ſellſchaft, daß das Jahr 1933 einen Wendepunkt für die
Wirt=
ſchaft bedeute: wenn es aber trotzdem für die deutſche
Großſchiff=
fahrt betrieblich das bisher ſchlechteſte geweſen ſei, ſo
liege das neben dem ungenügenden
Ladungsange=
bot bei niedrigen Frachten an der andauernden
Schrumpfung des Perſonenverkehrs und an der
weiteren Abwertung der hauptſächlichen
Welt=
währungen.
Zu der Bildung der Nordatlantikgemeinſchaft wird u. a. geſagt,
daß durch die Zuſammenlegung von Büros der Hapag und des
Lloyd in den Vereinigten Staaten und Kanada ſowie durch
ge=
meinſchaftliche Pierbenutzung eine nicht unbeträchtliche Senkung
der Unkoſten und durch eine entſprechende Hervorkehrung
ökono=
miſcher Grundſätze in der Aufſtellung des Fahrplans eine
Ver=
mindevung der zu erwartenden Fahrtverluſte erreicht werden
konnte. Die Entwicklung des überſeeiſchen Paſſagiergeſchäftes im
Jahre 1933 wurde durch die Verſchärfung der Kriſen auf dem
internationalen Währungsgebiet ungünſtig beeinflußt. Immerhin
konnte die Hamburg—Amerika=Linie im Berichtsjahre insgeſamt
87 427 Paſſagiere befördern. Leider ſind die daraus erzielten
Ein=
nahmen über den Geſamtverkehrsrückgang hinaus geſunken, da ein
großer Teil der Fahrpreiſe infolge von Konferenzbindungen in
abgewerteten Währungen feſtgelegt iſt und es trotz größter
Be=
mühungen in den internationalen Konferenzen nicht gelang,
aus=
reichende Abwertungszuſchläge auf die Fahrpreiſe durchzuſetzen.
Der prozentuale Anteil an der Geſamtförderung aller am
nord=
atlantiſchen Verkehr beteiligten Schiffahrtsgeſellſchaften hat ſich
um ein geringes vermindert. Auf der Strecke Europa—
Südame=
rika iſt, wie auch im Nordatlantik, der Geſamtverkehr erheblich
zurückgegangen: die ſehr gut eingeführte Mittelklaſſe der hier
be=
ſchäftigten Schiffe der Geſellſchaft konnte jedoch eine abſolute
Steigerung ihrer Beförderungszahlen erzielen. Das Vergnügungs=
und Erholungsreiſengeſchäft hat im Jahre 1933 eine weitere
Aus=
dehnung erfahren. — Der ſeit 1929 anhaltende Rückgang des
Warenaustauſches hat ſich im Berichtsjahr wr noch in
unbe=
deutendem Maße fortgeſetzt. Im Vergleich zu 1932 ſind die von
den Schiffen der Hapag beförderten Ladunglmengen um kaum
1 Prozent geringer ausgefallen. Die Frachteinnahmen haben
da=
gegen, u. a. durch die Abwertung des Dollars, eine erhebliche
Ver=
minderung erfahren und liegen 8 Prozent unter denen des
Vor=
jahres. — Im Kai= und Hafenbetrieb iſt der Güterverkehr
gegen=
über 1932 um etwa 9 Prozent zurückgegangen.
Die Hamburg—Amerika=Linie ſchließt das Jahr 1933 mit
einem Verluſt von 2,29 Millionen RM. ab, der vorgetragen
wer=
den ſoll.
Die Generalverſammlung der Hamburg—Amerika=Linie
fin=
det am 30. Mai, die des Norddeutſchen Lloyd am 29. Mai ſtatt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
In der Woche vom 8. 14. April (6 Arbeitstage) ſind bei der
Deutſchen Reichsbahn=Geſellſchaft 695 078 Güterwagen geſtellt
wor=
den gegen 580 447 in der Vorwoche (5 Arbeitstage) und 514 485
in der entſprechenden Woche des Vorjahres (5 Arbeitstage), Für
den Arbeitstag im Durchſchnitt berechnet lauten die
entſprechen=
den Zahlen: 115 846, 116 089, 102 897. Nicht rechtzeitig geſtellt
wurden 70 (93) Güterwagen.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 26. April 1934 für eine
Unze Feingold 135 zh 7 d — 86.8411 RM., für ein Gramm
Fein=
gold demnach 52.3092 Pence — 2.79200 RM.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
3 erantwortlich für Politik und Wirtſchat: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
unrd Ausland und Heiſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Aauer; für den Kandel: Dr. C. H. Quetſch: für Sport: Kari Böhmann: für „Die
Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
träl und geſchäftliche Milteilungen: Wilty Luhte, ſämtl. in Darmſtabt. D.,A III. 84 23260
Truck und Verlag: L. C. Wittich. Darmſtabt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manufkrivte wird Garantic der Rückſendung n cht übernommen.
Sprechſtunden der Redaltion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten.
Berliner und Frankfurker Effekkenböeſe.
Zu den erſten Kurſen lagen geſtern an der Berliner Börſe
eine Reihe von Kauforders aus Kundſchaftskreiſen vor, ſo daß die
Tendenz überwiegend befeſtigt war. Speziell Montanwerte waren
gefragt. Die zuverſichtlichen Ausführungen auf der
Generalver=
ſammlung der Deutſchen Bank und Diskontogeſellſchaft vermochten
auch die Kuliſſe teilweiſe zu Rückkäufen zu veranlaſſen, ſo daß die
Tendenz nach den erſten Kurſen weiter leicht befeſtigt war. Den
bevorſtehenden deutſch=ruſſiſchen Wirtſchaftsverhandlungen ſieht
man in Bank= und Börſenkreiſen nicht ohne Zuverſicht entgegen.
Vor allem beruhigt die Kurserholung der Neubeſitzanleihe, die bei
lebhaften Umſätzen mit 17,35 nach 16½ eröffnete und im
Ver=
laufe auf 17,55 ſtieg. Auch die übrigen wariablen Renten lagen
freundlicher, wobei die Ausführungen des
Reichspropaganda=
miniſters in Düſſeldorf, der erneut gegen jede Inflation Stellung
nahm, mitgeſprochen haben mögen. Induſtrieobligationen waren
etwa ¼ Prozent höher, Reichsſchuldbuchforderungen und
Reichs=
bahnvorzugsaktien gewannen 1 Prozent. Am Markt der
Aus=
landsrenten waren Anatolier und 1910er Ungarn 10 Cents höher,
während 5prozentige Mexikaner 20 Cents verloren.
Blankotages=
geld verſteifte ſich weiter auf 4:/e bis 42/½ Prozent. Das Pfund
lag international etwas feſter, auch der Dollar wurde höher
be=
zahlt. London — Kabel ſtellte ſich auf 5,138. Im Verlaufe
konn=
ten ſich die Kurſe im allgemeinen behaupten. Renten waren
all=
gemein freundlicher. Der Privatdiskont blieb unverändert 3 —
2½7 Prozent.
An der Frankfurter Börſe ſetzten zu den niedrigen Kurſen die
Kaufaufträge der Bankkundſchaft langſam wieder ein. Die
Grund=
ſtimmung wurde dadurch allgemein etwas freundlicher, doch war
das Geſamtbild nur wenig verändert. Vor allem trat die
Abſtop=
pung des Kurseinbruchs am Markte der Neubeſitzanleihe in den
Vordergrund. Neubeſitz lagen um ½—1 Prozent feſter. Die
Dis=
kuſſion um die Gründe des plötzlichen Zurückfallens dieſes Papiers
geht fort. Es ſcheint, daß die Zwangsglattſtellungen in der
Haupt=
ſache beendet ſind, auch ſetzen gewiſſe Rückkäufe wieder ein. Die
übrigen Reichsanleihen waren um etwa ½ Prozent befeſtigt.
Reichsmark=Obligationen wurden ebenfalls 1 Prozent höher
ge=
nannt. Der Aktienmarkt lag ziemlich ruhig. Im Verlaufe traten
keine beſonderen Ereigniſſe ein, im ganzen war das Kursbild
gegen den Anfang ziemlich unverändert.
Am Rentenmarkt blieb die Bewegung der Neubeſitzanleihe
unſicher. Am Geldmarkt trat im Hinblick auf den bevorſtehenden
Ultimo eine Verſteifung des Tagesgeldes auf 4 Prozent nach 3½
Prozent ein.
Die Abendbörſe war bei im ganzen kleinem Geſchäft weiter
etwas freundlicher. Im Hinblick auf die heute beginnenden
Transfer=Verhandlungen herrſchte zwar etwas Zurückhaltung, doch
war man zuverſichtlich geſtimmt. Unterſtützt wurde dieſe Haltung
durch die weitere Erholung der Neubeſitzanleihe von 17.90 auf
18,15 =Prozent, wobei auch ſeitens der Kundſchaft einige Käufe
vorgenommen wurden. Am Aktienmarkt zeigte ſich bei zunächſt
un=
veränderten Kurs Nachfrage nach JG. Farben, ſpäter zogen ſie
dann bei etwas lebhafterem Umſatz um ½ Prozent an., In
Schuk=
kert=Aktien kam dagegen weiteres Angebot heraus, das den Kurs
um insgeſamt 1½ Prozent drückte, doch wurde das Angebot voll
abgenommen. Auf den übrigen Marktgebieten ergaben ſich zumeiſt
Beſſerungen um ½—½ Prozent, beſonders bei Montanwerten,
teilweiſe traten auch Erhöhungen bis zu 1 Prozent gegen den
Berliner Schluß ein.
Vom 27. 4. 1934 ab werden an der Frankfurter Börſe neben
den Notierungen der 4proz. Deutſchen Schutzgebietsanleihe von
1908, 1909, 1910 1911, 1913, 1914 auch die Zertifikate über die
Rechnung des Vereins für Schutzgebietsanleihen e. V. Berlin,
hinterlegte Stücke der Schutzgebietsanleihen amtlich notiert.
Satke Umſahzerhöhung des Schuh=Einzelhandels
im März.
Der Reichsverband Deutſcher Schuhhändler e. V. teilt über
die Wirtſchaftslage im Schuheinzelhandel im März mit: „Der
Monat März wies im Durchſchnitt eine ſtarke Umſatzerhöhung
auf. Verglichen mit dem Umſatz im Vormonat erhöhte ſich der
Umſatz um durchſchnittlich 45 Prozent. Auch gegenüber dem
Um=
ſatz im März 1933 waren die Umſätze im Berichtsmonat
durch=
ſchnittlich um 37 Prozent höher. Dieſer Mehrumſatz findet ſeine
Erklärung darin, daß in dieſem Jahre das Oſtergeſchäft in den
März fiel, im vorigen Jahre in den April. Trotz des im
allge=
meinen nicht günſtigen Wetters im Berichtsmonat, vor allem in
den Tagen kurz vor Oſtern, trat eine Beſſerung am
Gründonners=
tag und beſonders am Oſterſamstag ein, die den Ausfall der
vor=
angegangenen Tage in vollem Maße wettmachte. Zur Hebung des
Umſatzes trugen auch die Käufe aus Anlaß der Konfirmation bei.
In der Preisentwicklung waren erhebliche Schwankungen nicht zu
beobachten. Bei einigen Artikeln zogen die Herſtellerpreiſe ein
wenig an. Die Geſtaltung der Unkoſten im Berichtsmonat war
von der im Vormonat nicht verſchieden. Bemerkenswert war die
Bevorzugung grauer Farbtöne ſowohl in Sport= wie in
Straßen=
ſchuhen mit und ohne Gummiſohlen.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 26. April. Weizen inl.,
76—77 Kilo, Feſtpreis franko Vollbahnſtation des Erzeugers per
April Bez. 9 19,70, Bez. 10 19,90, Bez. 11 20.20,
Mühleneinkaufs=
preis exkl. Zuſchlag für RFG.: Bez. 9 20,10, Bez. 10 20,30 Bez 11
20,60; Roggen, ſüdd., Feſtpreis franko Vollbahnſtation des
Er=
zeugers per April Bez. 8 16,70, Bez. 9 17. Mühleneinkaufspreis
exkl. Zuſchlag für RFG.: Bez. 8 17.10, Bez. 9 17.40; Hafer inl.
16,75—17,50: Sommergerſte inl. 17,75—18,25 (Ausſtichware über
Notiz); Pfälzergerſte 18—18,50 (Ausſtichware über Notiz);
Fut=
tergerſte 16,50—17; Mais im Sack 19,25—19.50; Erdnußkuchen
16,25; Soyaſchrot 15,25; Rapskuchen 13,50; Palmkuchen 14,25;
Kokoskuchen 16,75; Seſamkuchen 16,75: Leinkuchen 17,25—17,50;
Biertreber mit Sack 14—14,50: Malzkeime 12,50—13,25:
Trocken=
ſchnitzel 10.25; Rohmelaſſe 8,50; Steffenſchnitzel 11,25: Wieſenheu
6—6,40; Rotkleeheu 6,30—6,50; Luzerneheu 7,50—7,80; Stroh,
Preßſtroh, Roggen=Weizen 2,20—2 40, degl. Hafer=Gerſte 180 bis
2: desgl. geb., Roggen=Weizen 1,40—1,60, desgl. Hafer=Gerſte 1,20
bis 1.40: Weizenmehl. Spez. 0, mit Austauſchweizen per April 30,
per Mai 30,30; desgl. Spezial 0. auus Inlandsweizen per April
28,0, per Mai 28,80; Roggenmehl nordd. 23,50—24,50; degl.
pfälziſches und ſüdd. 24,25—25,25; Weizenkleie, feine mit Sack,
10,50—10,75: desgl. grobe mit Sack 11—11.25; Roggenkleie 10,75
bis 11,50; Weizenfuttermehl 11,75—12: Roggenfuttermehl 11.75
bis 12,25; Weizennachmehl 15,25—15,50; desgl. IV B 16,25—16,50.
Tendenz: Futermittel ſtetig.
Biehmärkke.
Darmſtädter Schlachtviehmarkt vom 26. April. Zum heutigen
Schlachtviehmarkt waren aufgetrieben: 148 Kälber. Bezahlt wurde
für das Pfund Lebendgewicht: a) 41—44, b) 38—40, c) 34—37,
d) 30—33. Spitzentiere und geringe nicht notiert. Es werden not.
in Klaſſe a) 15, b)) 38, C) 40, d) 33. Marktverlauf: geräumt.
Mannheimer Kleinviehmarkt vom 26. April. Zufuhren: 312
Ferkel, 380 Läufer. Preiſe: Ferkel bis ſechs Wochen 13—15,
dar=
über 21—25, Läufer 27—28 pro Kg. lebend. Marktverlauf: mittel.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 26. April. Auftrieb:
Rin=
der 67 (61), darunter befanden ſich 19 Ochſen, 5 Bullen, 17 Kühe
und 26 Färſen. Kälber 976 (gegen 1222 am letzten
Donnerstags=
markt), Schafe 23 (32), darunter 20 (11) Hammel, Schweine 547
(550). Notiert wurde pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.:
Kälber Sonderklaſſe nicht notiert, andere a) 49—50, b) 46—48
c) 39—45 d) 29—38. Lämmer und Hammel b1) Stallmaſthammel
36—38. Schafe nicht notiert. Schweine a1) und a2) geſtrichen, b)
41—43, c) 40—43, d) 39—42, e), f) und g) geſtrichen. Im
Preis=
vergleich zum letzten Donnerstagsmarkt blieben gute Kälber
un=
verändert, geringere zogen um 2—4 Mark, Hammel um 2 Mark
und Schweine bis 4 Mark an. Markwerlauf: Bei allen Viehgat:
tungen mittelmäßig, ausverkauft. Fleiſchgroßmarkt. Beſchickung:
855 Viertel Rindfleiſch, 181 ganze Kälber 1 ganzes Schaf, 565
Schweinehälften. Preis für 1 Zentner friſches Fleiſch in RM.:
Ochſen= und Rindfleiſch 1. 52—56. 2. 48—52. Bullenfleiſch 48—53.
Kuhfleiſch 2. 36—44, 3 38—35 Kalbfleiſch 2 70—80, 3. 65—70.
Hammelfleiſch 70—75. Schaffleiſch nicht notiert. Schweinefleiſch 1.
58—64. Geſchäftsgang des Fleiſchgroßmarktes: lebhaft.
Berliner Kursbericht
vom 26. April 1934
Deviſenmarkt
vom 26. April 1934
Berl. Handels=Geſ.)
Deutſche Bank u. 7
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Norbd. Lloyzd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Ve
55.
60.—
26.25
29.125
25.25
125.25
65.50
115.—
16.25
75.375
139.50
121.—
D
Elektr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Goeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben 1
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppell
412.
98.—
138.125
63.625
96.—
90.
71.625
69.375
105.—
61.25
94.75
65.
45.—
64.75
Mauee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerkel
Weſteregeln Alkali 1
Agsb.Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke. 1
Met
54.75
139.—
18.50
42.625
106.—
62.—
18.—
95.50
31.—
89.—
74.—
104.50
Buenos=Aires
Kanada.
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Yort 1 Dollar
Rio de Janeiro
ruguah
Amſterdam
Athen.
Brüſſel
Budapeſt
Danzig
100 Kronen 64.29 1 2=Sta. 12.795 12.825 Paris 100 Franes 15.50 16.54 2.494 2.498 Prag 100 Tſch. Kr. 1 Milreis 0.214 0.216 Tsland 100 isl. Kr. 57.89 1 Goldpeſo 1.149/ 1.151 Riga 100 Lats 100 Gulden 169.3: 169.8.
Schweiz 100 Franlen 0.99 100 Drachm 2.495 2.489 Sofia. 100 Leva 100 Belga. 5o.49 5e.61 Spanien 100 Peſetas 100 Pengö Stocholm 100 Kronen 100 Gulden ei.s5 s1.73 Tallinn Eſtl. 100 eſtl. Kr. 6a,43 Helſingfors 100 finn. Mk. 5.649 5.661 Wien
100 Schilling/4
Brief
21.28 121.32
5.676
57.09 157,21
11.68
64.41
10.38 10.40
Es.01
79.32 79.98
81.15
3.047 3.053
B4,23 34,29
65.98 166. 12
e8.57
77.20 47.30
Burmſtabter uno Karlokatbant Barmtkast, Mindne Mr ortssher Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 26. April 1934.
Keeee
„ Gr.IIp. 1934
1983
1988
1987
„.„
1938
GruppeI
6SDtſch. Reichsanl.
„ v.27
5½%Intern. ,„ v.30
6%Baden ... b.27
6%Bahern .. v.27
6%Heſſen.... v.29
69 Preuß. St. v.28
6% Sachſen .. v. 27
6%Thüringen v.27
69% Dt. Reichsbahn
Schätze .......!
5% Dt. Reichspoſt
Schäße. .......
Dtſch. Anl. Ausl.
*½ Ablöſung
„ „Neubeſitz!
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe ....
6%Baben=Baden
6%Berlin ... b.24
68 Darmſtadt . ...
6% Dresden .. v.26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
6% „ .26
6%Mainz... . . . . .
6%Mannheim v. 27
2München . b.29
68%Wiesbaden v.28
6% Heſſ. Landesbk.
6% „ Golboblig.
103.25
105
28.5
937.
92.25
97.9
99.9
95.75
92.25
95.25
96.5
93.5
106),
94.25
92.25
100.9
100.1
80
79.5
83.25
74.5
84.75
89
82.25
91.25
87
Pie
Gyp.=Bk. Liquid.
437
Komm. Obl. ..
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
67 „ Goldoblie
60 Landeskomm.
Bk. Girozentr:
Heſſ. Gldobl. R. 11
162o m „ R.18
6%Kaſſ.Landeskrd.
Goldpfbr. .
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Ank.
*Ausl. Ser. I
„ Ser,III!
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr
6%Frkf. Hyp. Bk.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
„ Goldoblig
6%Frkf. Pfbr.=Bk.
5½%0 Lig.=Pfbr.
6%Mein. Hhp.=Bl.
5½% n Lig. Pfbr.
62 Pfälz. Hyp.=Bk.
5½%0 n Lig. Pfbr
6SRhein,Hyp. Bk.
5½7%0 Lig. Pfbr.
162
Goldoblig
6% Südd. Boden=
Cred.=Bank.
5½% Lig. Pfbr.
6%Württ. Hhp.=B.
90.5
91
83.25
83.25
Zis
W
17.25
91
91.5
90
86.75
91.
90.5
91
91.25
94.8
93.25
92
92
90.75
35.
94.25
Mae
6%Dt. Linoi. Werke
83Mainkr.= W. o. 20
6%Mitteld. Stahl
6%SalzmanncCo
6%Ver. Stahlwerke
6%Voigt & Häffner
3. G. Farben Bonds
5 %Bosn. L.E. B.
L.Inveſt.
5%Bulg. Tab. v. 021
220 Oſt, Schätze.
42Oſt. Goldrente.
HLovereinh. Rumär
430
142½Türk. Admin..
29 „ 1.Bagbad
Zollanl.
4%0,
4½%üngarn 1913
4½ r 1914
Goldr.
42
1910
142
14½Budp.Stadtanl.
4%Liſſabon.
42 Stockholm.
Abtſen.
Accumulat. Fabrik!!
Alg. Kunſtziide Unte
A. E. G.
AndregeNoris Bahn
Aſchaffbg. Brauereil
Zellſtoff
Bad. Maſchinenfbr.
Bemberg, J.P.
Berl.Kraft u. Licht
Buderus Eiſen.. ../ 71.75
Eement Heidelberg 11
„ Karſtadt 1112
905
35.5
91.5
89.25
Müs
119
51.25
171.5
61
25‟,
Ka
122
66.25
126.5
100.25
G.Chemie. Baſellt
hem.Werke Albert
Chade (A.C) .....
Contin. Gummiw.,I
Contin. Linoleum.
Daimler=Benz..
Dt. Atl. Telegr. . .
„ Erdöl ..
Dt. Gold= u. Silber
ſcheide=Anſtalt.
„ Linoleum.
Dortm. Ritterbräu
Dhckerhoffé Widm.
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Krat
Eſchw. Bergwert ./=
Eßling. Maſchinen
Faber & Schleicher
Fahr. Gebrüder 109.5
J. 6. Farbeninduſtr.
Feinmech. (Jetter)
Felt & Guilleaume
Frankfurter Hof ..
Gelſenk. Bergwerk
Geſ.f.elektr. Untern. 96.5
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayzſer.
Grün & Bilfinger 1221
HafenmühleFrkft..
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen.
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf. 106.5
HilpertArmaturfrk
Hindrichs=Aufferm.
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Zlſe Bergb. Stamm
Genüſſel.
„
137.25
53.75
160
138.7
1817.
55.25
70
87
74.75
98.5
104.5
Na4
53
138,
63.25
615
25
39
89¾,
38
61
105,5
68.5
z11
D.5
Kali Chemie .....100.5
Kali Aſchersleben 105
Klein, Schanzlin —
Klöcknerwerke ... / 66.75
Knorr C. 6. .....
Konſerven Braun. 40
Lahmeyer &Co. . ./117.
Laurahütte
**
Lech, Augsburg
Löwenbr. Münch. /203
Mainkr.=W. Höchſt.
Mainz. Akt. Br. ./ 56
Mannesm.=Röhren! 64.75
Mansfeld Bergb.
Metallgeſ.Frankf. 8G/,
Miag, Mühlenbau.
e6
Moenus..
Motoren Darmſtadt/ 63.*
Neckarwer Eßling. 87
12
Oberbedarf
Park=u. Bürgerbräu 100
Phönix Bergbau.. 50.5
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamn
Stahlwverle
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswverke.
Salzbetſurth Kali".
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind..
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Eleltr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske.
„ Reinigerwerkel
Südd. Bucker=A. G.
Thür. Liefer.=Geſ.,
91.75
91.5
87.75
84
55
Dineee
Ver, Stahlverfe ../ 427,
Ver. Ultramarin. . 1112
Voigt & Haeffner.
Weſtdte. Kaufhof. 19.5
Weſteregeln Kali. ./107
Zellſtoff Waldhof. 48=
Allg. Dt. Ereditanſt.
Badiſche Bank.
Bk. ſ. Brauinduſtr.
Baher. Hhp. u. W.
Berl. Handelsge
„ Hypothelbk.
Comm. u. Privat!
Dt. Bonlund Dise.
Dt. Eff. u. Wechſe!
Dresdner Bank.
Franff. Bank...
„ Hyp.=Ban
Mein. Hhp.=Bank.
Pfälz. Hyp.=Bank
Reichsbank=Ant. .ſ.
Rhein. Hyp.=Ban!
Südd. Bod.=Cr. B!
Württb. Notenlank
A.-G. 1. Verlehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftw
72 Dt. Reichsb.Pzgl=
Hapag ..
Nordd. Lliotzd.
Südd. Eiſenb.=Geſ
Allianz- u. Stuttg.
Verſicherung
. Verein. Verſ. 4
Frankona Rück=u.M
Mannheim. Verſich., 22
Otavi Minen
Schantung Handels
45
67.25
86
114
45.25
Ns
60
70
146‟,
108,5
64
170
65
99
12.75
26.5
29.25
58
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