Einzeinzmmer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 110
Sonntag, den 22. April 1934.
196. Jahrgang
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Schter Bermittiangsserſac i ber Auräftangs frage.
England und Ikalien planen Bermikklung zwiſchen Frankreich und Deutſchland. — Gerüchke über erneufe
Verſchiebung der Sihung des Genſer Präſidinms.
Ausſichtsloſes Beginnen.
In Genf iſt man wegen der beabſichtigten Einberufung des
Präſidiums der Abrüſtungskonferenz reichlich peſſimiſtiſch.
All=
gemein wird angenommen, daß die Sitzung noch weiter
hinaus=
geſchoben wird, und daß man ſie mit dem Völkerbundsrat
zu=
ſammenwirft, um dann durch eine unauffällige Zuſammenkunft
der Mächtevertreter die Tagesordnung der Präſidialvertreter
zu erledigen. Frankreich macht allerdings Schwierigkeiten. Es
glaubt nunmehr, mit aller Macht die Wiederankurbelung der
Genfer Abrüſtungsbeſprechung betreiben zu müſſen. Deswegen
will es von einer Sitzung des Präſidiums nichts wiſſen. Es
will das Büro, in dem ſämtliche Mächte verſammelt ſind,
zu=
ſammentrommeln, damit hier alle weiteren Beſchlüſſe gefaßt
werden. Offenbar fürchtet es nicht ohne Grund, daß man im
Präſidium auf Grund der Dinge, wie ſie ſich nun einmal
entwickelt haben, ſofort zu einem Vertagungsbeſchluß ſchreitet.
Ja, die Franzoſen gehen noch weiter. Sie drohen
da=
mit, daß ſie auf der Ratstagung eine große An=
Elage gegen Deutſchland vom Stapel laſſen und
mit allen möglichen Enthüllungen kommen
wollen.
Dieſen Enthüllungen können wir mit Ruhe
entgegenſehen. Die Franzoſen haben wiederholt ähnliche
Drohungen ausgegoſſen, haben aber noch niemals auf das
an=
geblich von ihnen geſammelte Material zurückgegriffen, weil ſie
eben davon überzeugt ſind, daß es als Baſis für eine
ernſthafte Anklage zu dürftig und brüchig iſt.
Doch abgeſehen davon ſcheinen wieder Kräfte am Werk zu ſein,
einen neuerlichen Verſuch zu machen, um ein
Ab=
rüſtungskompromiß herbeizuführen. Angeblich
oll es Italien ſein, das ſich mit England und Frankreich
zu=
nächſt an einen Tiſch ſetzen will, um die Grundzüge einer
Kon=
vention zunächſt einmal feſtzulegen. Wir können nicht
er=
dennen, welchen Erfolg ein derartiges Beginnen haben ſoll, da
boch einwandfrei feſtſteht, daß Frankreich
über=
baupt nicht abrüſten will, und ſich damit in ſchroffſtem
Segenſatz zu England und Italien und ſelbſtverſtändlich auch
zu Deutſchland befindet. Die engliſche Preſſe iſt auch,
woweit ſie von dieſen Gerüchten Notiz genommen hat, recht
keptiſch. Sie hält jeden neuen Verſuch aus der
Sackgafſe herauszukommen, für ein
hoffnungs=
oſes Unternehmen. Irgendwelche Anhaltspunkte dafür,
bäß ſchon Vorbereitungen für dieſen Verſuch im Gange ſind,
ſiegen nicht vor. Aber ausgeſchloſſen iſt es nicht, daß von neuem
Fäden geſponnen werden.
Um ein Abrüſtungskompromiß.
EP. London, 21. April.
Es mehren ſich die Anzeichen dafür, daß England zuſammen
mit Italien einen letzten Verſuch plant, in der Abrüſtungsfrage
wwiſchen Frankreich und Deutſchland eine Brücke zu ſchlagen. Alle
Einzelheiten bleiben den am Montag beginnenden Beſprechungen
überlaſſen. In den Beſprechungen wird, wie der diplomatiſche
ſtorreſpondent des „Daily Telegraph” heute mitteilt, verſucht
werden, über folgende drei Punkte eine Einigung zu erzielen:
1. Das Verhältnis der Rüſtungen zwiſchen Deutſchland und
Frankreich während der Dauer der Rüſtungskonvention, die
eben=
ſalls feſtgelegt werden ſoll,
2. die Garantien für die Aufrechterhaltung einer ſolchen
Kon=
rention, die England und Italien in Vorſchlag bringen könnten,
3. Ort und Zeit einer ſolchen Vermittlungsaktion, wobei die
Frage geklärt werden muß, ob dieſe durch die diplomatiſchen
Ka=
näle geleitet werden ſoll oder ob man damit bis zum
Zuſammen=
tritt des Hauptausſchuſſes der Abrüſtungskonferenz warten will.
England und Italien würden diplomatiſche
Berhandlungen vorziehen, ſelbſt auf die Gefahr
in, daß dieſe eine Verzögerung der Genfer
Sit=
zung bedeuten würden; aber es ſcheint fraglich, ob
Frank=
reich ſich damit einverſtanden erklären würde, und man muß mit
der Wahrſcheinlichkeit rechnen, daß es vor dem 23. Mai zu keinen
weiteren Schritten mehr kommen wird. Selbſt dann macht man
ſuch, wie der diplomatiſche Korreſpondent des „Daily Telegraph”
abbſchließend ausführt, keine großen Hoffnungen, daß
es gelingen könnte, einen Plan auszuarbeiten,
der einerſeits ſowohl Deutſchland als auch Frankreich
zufrieden=
ſtreeilte und andererſeits von England und Italien, in einer für
ſ.rankreich befriedigenden Weiſe garantiert werden könnte. Im
keſonderen fragt man ſich, ob Frankreich bereit wäre, ſeine
Luft=
tliſtungen auf den engliſchen Stand herabzumindern. Trotz aller
Bedenken will England ſeine Rolle als ehrlicher Makler nicht
euufgeben.
England demenkierk neue Vorſchläge.
Der Abrüſtungsunterausſchuß des engliſchen Kabinetts, der
bereits drei Sitzungen abgehalten hat, hat ſeine Beratungen noch
nicht abgeſchloſſen. Eine vierte Sitzung wird wahrſcheinlich am
Montag ſtattfinden. In einigen politiſchen Kreiſen war die
Er=
wartung laut geworden, daß ein neuer britiſcher Vorſchlag in der
Abrüſtungsfrage bevorſtehe. Von amtlicher Seite wird jedoch jetzt
erklärt, es ſei unwahrſcheinlich, daß irgend welche weiteren neuen
britiſchen Vorſchläge erfolgen würden, bevor die
Generalkommiſ=
ſion zuſammentrete, wenn überhaupt welche erfolgten. In
maß=
gebenden Kreiſen wird ſogar betont, gleichgültig, ob eine kurze
Verſchiebung der für den 30. April anberaumten Sitzung des
Büros der Abrüſtungskonferenz vorgenommen werde oder nicht,
ſa. müßte doch die für die Zuſammenkunft des Hauptausſchuſſes
felſtgeſetzte Zeit, nämlich der 23. Mai, beſtehen bleiben. In der
brmmenden Woche würden weitere diplomatiſche Beſprechungen
uwiſchen den verſchiedenen Regierungen ſtattfinden.
Immer wieder Rüſtungslüge.
Doumergues Rundfunkappell an Frankreich.
DNB. Paris, 21. April,
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Doumergue wandte ſich am
Samstag zum zweitenmal durch den Rundfunk an das franzöſiſche
Volk. Der erſte Teil ſeiner Ausführungen galt der Innenpolitik,
wobei er ſich insbeſondere gegen jede Entwertung des Francs
wandte.
Zur Außenpolitik führte er aus: Europa und die Welt, die
durch den Krieg ſo grauſam mitgenommen worden ſind, haben
noch nicht ihr Gleichgewicht wiedergefunden. Frankreich, das mehr
Grund beſitze als irgend ein anderes Land, leidenſchaftlich die
Er=
haltung des Friedens zu wünſchen, weil kein anderes Land ſo ſtark
unter dem Schrecken des Krieges gelitten habe, hege kein Gefühl
des Grolles gegen diejenigen, gegen die es gezwungen war, ſich
zu verteidigen. Frankreich wolle nichts anderes, als in
vollkom=
menem Einvernehmen mit aller Welt zu leben. Aber dieſer Wunſch
nach Frieden und Verſtändigung dürfe weder die Lehre der
Ver=
gangenheit, noch die Lehre der Vorſicht in Vergeſſenheit geraten
laſſen. Deshalb verlange Frankreich nachdenken zu können, wenn
es mit Anregungen oder Vorſchlägen befaßt werde, deren ſo
ſchnelle Annahme das Vergeſſen dieſer Lehre, oder dieſer
Rat=
ſchläge mit ſich bringen würde.
Wenn man Frankreich den Vorſchlag mache, ſeine Rüſtungen,
die bereits ſtark herabgeſetzt ſeien, noch weiter herabzuſetzen,
gerade in dem Augenblick, in dem die, die ſein Gebiet
ver=
wüſteten und gegen die es ſich mit verzweifelter Energie habe
verteidigen müſſen, ihre Rüſtungen beträchtlich erhöhten, und
zwar entgegen den Friedensverträgen und ohne irgend eine
Berechtigung (!, dann werde alle Welt begreifen, daß
Frank=
reich das Bedürfnis nach einer größeren Sicherheit verſpüre,
daß es Aufklärung fordere und immer genauer umfchriebenere
und gewichtigere Garantien zu erhalten ſuche.
Frankreich wolle weder beherrſchen noch untergehen, noch ſich
ſelbſt aufgeben. Es wolle auch niemand demütigen. Frankreich
lege Wert darauf, die Achtung, den Reſpekt und die
Freund=
ſchaft zu bewahren, die es nah und fern gefunden habe.
Der franzöſiſche Außenminiſter Barthou iſt, begleitet von
ſeinem Kabinettschef Rochat und zahlreichen Journaliſten, am
Samstagabend nach Warſchau abgereiſt. — Die Pariſer Blätter
geben dem Gefühl Ausdruck, daß in Warſchau in den nächſten
Tagen eine große politiſche Aktion vor ſich gehen werde.
An Stelle der gekündigten und Mitte Mai ablaufenden
eng=
liſch=franzöſiſchen Handels= und Schiffahrtsverträge iſt zwiſchen
den beiden Ländern ein vorläufiges Abkommen abgeſchloſſen
wor=
den. Das Abkommen verlängert den jetzt beſtehenden Zuſtand.
Es ſoll noch im Laufe dieſes Jahres durch einen neuen Vertrag
erſetzt werden.
Suvich auf dem Wege nach London.
DNB. Rom, 21. April.
Der italieniſche Unterſtaatsſekretär Suvich iſt am Samstag
nachmittag nach London abgereiſt, wo er am Montag eintreffen
wird. Er wird am Montag Unterredungen mit Macdonald und
dem engliſchen Außenminiſter Simon haben. Am gleichen Tage
wird das engliſche Kabinett zuſammentreten, um die letzten
Ereigniſſe in der Abrüſtungsfrage zu beſprechen. In amtlichen
engliſchen Kreiſen hält man es für ſehr glücklich, daß der
Be=
ſuch Suvichs gerade jetzt ſtattfindet, da man auf dieſe Weiſe
die Anſichten der italieniſchen Regierung über die letzte
Ent=
wicklung der Abrüſtungsfrage unmittelbar kennen lernen könne.
In politiſchen Kreiſen Paris' beſtätigt man, daß der
italieniſche Unterſtaatsſekretär Suvich am
Sonntag auf ſeiner Reife nach London in Paris mit
Miniſterpräſident Doumergue eine Unterredung
über die Abrüſtungsfrage haben werde. Man glaubt
hier, daß Suvich den Muſſolini=Plan über eine
Rüſtungsbeſchränkung erneut vorbringen werde und
er=
innert daran, daß Frankreich dieſen Plan ſeinerzeit
grundſätz=
lich günſtig aufgenommen habe.
Der Berliner Beſuch
des bulgariſchen Miniſterpräſidenken abgeſchloſſen.
DNB. Berlin, 21. April.
Der Königlich Bulgariſche Miniſterpräſident, Herr
Muſcha=
noff, der mehrere Tage in Berlin weilte, um der
Reichs=
regierung einen Beſuch abzuſtatten, hat am Samstag abend
Berlin verlaſſen, um über München nach Rom zu fahren.
Die Unterhaltungen, die der bulgariſche Regierungschef mit
den maßgebenden amtlichen Stellen geführt hat, boten
Gelegen=
heit, alle Fragen, die beide Länder gegenwärtig intereſſieren,
eingehend zu beſprechen und den freundſchaftlichen und
herz=
lichen Charakter der gegenſeitigen Beziehungen erneut
feſt=
zuſtellen. Ferner hat Herr Muſchanoff während ſeines
Aufent=
haltes in Berlin mit führenden Perſönlichkeiten der deutſchen
Wirtſchaft Fühlung genommen. Dabei wurden insbeſondere
einige zurzeit ſchwebende wirtſchaftliche Fragen zwiſchen
Deutſch=
land und Bulgarien erörtert. Auch bei dieſem Anlaß iſt auf
beiden Seiten der Wunſch und die Bereitwilligkeit ausgeſprochen
worden, die Handelsbeziehungen zwiſchen beiden Ländern
immer weiter auszubauen.
* Staat und Preſſe.
Von
Rudolf Mauve, Hauptſchriftleiter des Darmſtädter Tagblatts.
Anläßlich einer Preſſetagung in Berlin hat der
Reichspro=
pagandaminiſter Dr. Goebbels eine Rede gehalten, in der er ſich
ſehr eingehend mit der Preſſe im nationalſozialiſtiſchen Staat
be=
faßte. Herr Dr. Goebbels betonte zunächſt die Bedeutung, die die
Preſſe auch heute noch im Zeitalter des Rundfunks und des
Ton=
films im öffentlichen Leben habe, ſo daß es wohl berechtigt
er=
ſcheint, nochmals auf die bedeutſamen Ausführungen des
Mini=
ſters in der Oeffentlichkeit einzugehen, alſo gewiſſermaßen in
eigener Sache zu ſprechen. Um ſo mehr, als Herr Dr. Goebbels
dieſe Rede offenbar gerade gehalten hat, um die in ihr
ange=
ſchnittenen Probleme einmal zur öffentlichen Diskuſſion zu ſtellen.
Gerade vom Standpunkt der Preſſe aus iſt das zu begrüßen, da
das Sterben auch alter, früher angeſehener Zeitungen, die Abkehr
Hunderttauſender von der täglichen Zeitungslektüre es nahelegt,
ſich einmal mit den Gründen dieſer auch im ſtaatlichen Intereſſe
bedenklichen Erſcheinung zu beſchäftigen. Der
Reichspropaganda=
miniſter ſieht die letzten Urſachen darin, daß die Preſſe ihr Geſicht
verloren habe. „Im Laufe eines Jahres hat ſich das Geſicht der
Preſſe grundlegend geändert. Wenn heute noch Fehler und
Män=
gel da ſind, ſo weniger aus Böswilligkeit als aus Mangel an
In=
ſtinkt. Da dieſe Menſchen, auf dem für ſie glatten Boden des
Nationalſozialismus ganz unbewandert, von paniſchem Schrecken
befallen ſind, ſie könnten etwas falſch machen, tun ſie lieber etwas
zu viel als zu wenig. Die Skala der lobſpendenden Worte
wieder=
holt ſich dauernd. Das ergibt dann die berüchtigte Eintönigkeit.
Die Preſſe hat kein Geſicht mehr, nicht deshalb, weil man ihr das
Geſicht genommen hätte, ſondern weil die kein Geſicht haben, die
ſie ſchreiben! Wir haben heute die ſonderbare Ehre, am meiſten
in den Blättern gelobt zu werden, die uns früher am meiſten
an=
getan haben. Wir verzichten aber darauf, und es wäre uns
lieber=
ſie ſtünden in charaktervoller Reſerve, ſo wie uns auch die viel
lieber ſind, die aus Charakter der Partei fernbleiben, als die, die
ſich mit einem gewagten Sprung in die Partei hinüberretteten.
Denn darüber beſteht kein Zweifel, daß unter denen, die der
Partei ferngeblieben ſind, ſich viele befinden, die es ehrlich mit
der Bewegung meinen, ebenſo kann nicht bezweifelt werden, daß
viele von denen, die zuletzt in die Partei hinüberwechſelten,
inner=
lich gar nichts mit ihr zu tun haben.‟ Der Herr
Reichspropaganda=
miniſter Dr. Goebbels hat bereits vor einem Jahr das Wort von
den „März=Gefallenen” geſprochen und der Reichskanzler bei einer
ſpäteren Gelegenheit von jenen „Hundertzwanzigprozentigen”, die
durch lärmendes Gebaren die Aufmerkſamkeit von vergangenen
Dingen ablenken möchten. Es mag auch in der deutſchen Preſſe
ſolche „Hundertzwanzigprozentige” geben. Das muß der
Reichs=
propagandaminiſter beſſer beurteilen können als jeder andere. Und
wenn er für ſolche „Hundertzwanzigprozentigen” bittere. Worte
findet, ſo wird ihm das niemand verdenken können, ſondern gerade
diejenigen denen die Mitarbeit am Staat in der täglichen Praxis
des Berufs nicht Konjunktur=, ſondern Gewiſſensſache iſt,
können es nur begrüßen, wenn hier einmal ein ſcharfer
Tren=
nungsſtrich gezogen wird.
Die deutſche Preſſe iſt kein einheitliches Gebilde. Sie iſt es
insbeſondere früher nicht geweſen. Neben Zeitungen, die es als
ihre einzige und vornehmſte Aufgabe anſahen, dem Staate, der
Allgemeinheit zu dienen, gab es Zeitungen, für die Partei= und
Gruppenintereſſen im Vordergrund ſtanden. Es liegt auf der
Hand, daß für die Zeitungen, für die es von jeher nur ein
deut=
ſches, ein Staatsintereſſe gegeben hat, der 30. Januac
1933 zwar einen markanten Abſchnitt der deutſchen Geſchichte,
nicht aber einen Wendepunkt des eigenen Weſens bedeuten konnte.
Der Herr Reichspropagandaminiſter hat mit ſeinen Ausführungen
ſicherlich nicht all die Männer treffen wollen, die von jeher aus
innerſter Ueberzeugung in Krieg und Frieden beſtrebt geweſen
ſind, dem deutſchen Staat zu dienen und für die, ganz gleich ob ſie
der Nationalſozialiſtiſchen Partei angehörten oder nicht, auch der
nationalſozialiſtiſche Staat der deutſche Staat war und iſt, dem
zu dienen man ſich zur Lebensaufgabe geſetzt hatte.
Gerade für dieſe Männer war die Aufgabe, die ihnen die
Ver=
hältniſſe des letzten Jahres ſtellten, nicht immer leicht. Wer große
ſtaatliche Umwälzungen ſehenden Auges miterlebt hat, weiß nur
zu gut, daß das Zerbrechen ſtaatlicher Formen bei der Maſſe
Menſch leider ſtets auch wenig erfreuliche Eigenſchaften freilegt.
Man kann es alſo einem Mann auf verantwortlichem Poſten
füg=
lich nicht verdenken, wenn er zunächſt einmal alle Menſchen, mit
denen ihn ſein Amt in Berührung bringt, mit einigem Mißtrauen
betrachtet. Gerade die führenden Männer aber werden
Verſtänd=
nis dafür haben, wie ſchwer ſolches ſtaatliches Mißtrauen auf
Menſchen ſeeliſch laſten muß, die ſich dem Staat im Innerſten
ihres Weſens verbunden fühlen, und die nach dem alten engliſchen
Satz „Right or wrong my country” einzig und allein dieſem Staat
dienen wollen nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen.
„Darüber beſteht kein Zweifel, daß unter denen, die der
Par=
tei ferngeblieben ſind, ſich viele befinden, die es ehrlich mit der
Bewegung meinen, ebenſo kann nicht bezweifelt werden, daß viele
von denen, die zuletzt in die Partei hinüberwechſelten, innerlich
gar nichts mit ihr zu tun haben.‟ Es gibt unter den deutſchen
Schriftleitern viele, die ſich in ihrem Bereich, ſo lange ſie denken
können, für die gleichen großen Ziele eingeſetzt haben wie die
nationalſozialiſtiſche Bewegung, die nur über die Methoden, die
zum Ziele führen ſollten, anderer Meinung waren und für die,
nachdem die Entſcheidung der Geſchichte über die Methoden
gefal=
len, ein Eintritt in die Partei ganz gewiß nicht ein Opfer der
Ueberzeugung bedeutet hätte. Wenn ſie der Partei trotzdem nicht
beitraten, ſo geſchah das, weil ſie nicht mit Konjunkturrittern
ver=
wechſelt werden wollten. Sie meinen es deswegen ganz gewiß
nicht weniger ehrlich mit dem nationalſozialiſtiſchen Staat, und
es iſt zu begrüßen, daß der Herr Reichspropagandaminiſter für
dieſe Einſtellung volles Verſtändnis hat.
Hat die deutſche Preſſe ihr Geſicht verloren? Man wird es,
ſo bedauerlich es iſt, in ſehr erheblichem Maße zugeben müſſen.
Aber liegt das allein an den Schriftleitern der nicht=
parteiamt=
lichen Preſſe? Oder liegt das nicht vielmehr auch zum erheblichen
Teil in den Verhältniſſen begründet, die ja auch für die
partei=
amtliche Preſſe in gleicher Weiſe zwingend ſind? „Jede
Revo=
lution hat ihre eigenen Geſetze” hat Herr Dr. Goebbels vor
drei=
viertel Jahren in Frankfurt mit vollem Recht erklärt. Revolutio=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 2 — Nr. 110
näre Verhältniſſe zwingen im Intereſſe des Staates zur
Zurück=
haltung, zwingen dazu insbeſondere eine ihrer Verantwortung
bewußte Preſſe. Und wenn man dem Staat in Wahrheit dienen
will, wird man in Zeiten großer Umwälzungen mehr auf das
Stichwort der Staatsführung warten müſſen, als zu anderen
Zei=
ten. Dieſem ungeſchriebenen Geſetz unterliegt die geſamte Preſſe,
die parteiamtliche und die nicht=parteiamtliche. Auch die Preſſe
der Nationalſozialiſtiſchen Partei hat von ſich aus nicht zu dem
Thema Stellung genommen, das der Reichspropagandaminiſter in
ſeinem Artikel „Moral oder Moralin” dann ſo treffend behandelt
hat. Wenn die Preſſe heute zum Teil ihr Geſicht verloren hat, ſo
liegt das in vielen Fällen nicht daran, daß der Mut fehlt, eine
aufrechte Geſinnung zu vertreten, ſondern vielfach auch daran, daß
man in Zeiten einer ſo gewaltigen Entwicklung nicht immer in
jedem Augenblick zu überſehen vermag, inwieweit eine öffentliche
Meinungsäußerung der ſtaatlichen Entwicklung nützen oder ſchaden
kann.
Der Reichspropagandaminiſter verlangt von der Preſſe, daß
ſie im Bewußtſein ihrer Verantwortung gegen Zeitkrankheiten
kritiſch ankämpft, und daß ſie in ihrem Rahmen praktiſch
mitarbei=
tet am Wohle der Geſamtheit. Er ſtellt dieſes Verlangen mit
vol=
lem Recht, denn eine Zeitung, die es nicht erfüllt, erfüllt nicht ihre
eigentliche und höchſte Aufgabe. Wir haben uns auch in ſchweren
Zeiten bemüht, unſerer Aufgabe gerecht zu werden, und wir
freuen uns um ſo mehr darüber, daß durch die Rede des
Reichs=
propagandaminiſters offenſichtlich ein neuer Abſchnitt in der
Ge=
ſchichte der deutſchen Preſſe eingeleitet werden ſoll, ein neuer
Ab=
ſchnitt, in dem man nach Beendigung der Revolution die deutſche
Zeitung nach dem wertet, was ſie für die Allgemeinheit bedeutet.
„Es gibt nur eine deutſche Preſſe!” Wir haben dieſe Theſe des
Reichspropagandaminiſters ſchon mehrfach vertreten, eine deutſche
Preſſe, die ihre Aufgabe nicht mehr im Kampf gegeneinander, in
der Herabſetzung des anderen, ſehen darf, ſondern im gemeinſamen
Kampf für die Intereſſen des deutſchen Volkes in ſeinem ſchweren
Kampf um die Exiſtenz. Der Reichspropagandaminiſter hat der
deutſchen Preſſe, die ſich bemüht, ihrer Aufgabe gerecht zu werden,
ſeine Unterſtützung zugeſagt. Wir hoffen mit ihm, daß es ihr
ge=
lingt, dann wird ſie auch, ganz allgemein geſprochen, ihr Geſicht
wiedergefunden haben, dann wird ſie auch für Führer und
Ge=
führte wieder das ſein, was ſie ihrem Weſen nach ſein ſoll.
Neuer Schlag gegen die Deutſche
AinverMar in Prag.
Ankerſtellung der Deutſchen Univerſikät unker
tſchechiſche Verwalkung.
Das Prager Minifterium für Oeffentliche Arbeiten hat die
Verwaltung des Carolinums, des älteſten Univerſitätsgebäudes
von Prag, in dem ſich auch die deutſche juriſtiſche Fakultät
be=
findet, der tſchechoſlowakiſchen Univerſität übertragen. In bezug
auf die Hausverwaltung des Carolinums iſt nun die deutſche
Univerſität der tſchechiſchen unterſtellt.
Prolkeft des Akademiſchen Senaks
der Deutſchen Univerſitkäk.
In einer feierlichen Erklärung legte der Akademiſche Senat
der Deutſchen Univerſität gegen dieſe Maßnahme die ſchärfſte
Verwahrung ein, und verwies darauf, daß die Geſchichte der
Prager Deutſchen Univerſität mit dem altehrwürdigen Gebäude
des Carolinums auf das innigſte verknüpft ſei. Die
Maß=
nahmen des neuen Hausherrn, des Rektors der tſchechiſchen
Univerſität, Dr. Domin, liefen offenbar darauf hinaus, die
Deutſche Univerſität obdachlos zu machen. Der
Akademiſche Senat werde die Reſte der Deutſchen Univerſität
in Prag bis auf das äußerſte verteidigen.
Die feierliche Entſchließung iſt auch von dem aktiven
Miniſter der Prager Regierung, dem Abgeordneten des Bundes
der Landwirte, Univerſitätsprofeſſor Dr. Franz Spina,
unter=
ſchrieben. Sein Miniſterkollege, der deutſche
ſozial=
demokratiſcheMiniſter für öffentlicheArbeiten,
Dr. Czech, war es, der die Verwaltung des
Carolinums an die tſchechiſche Univerſität
übertrug.
Rußlands Ankeil an der Mandſchuriſchen Bahn
verkaufk.
Wie von gut unterrichteter Seite verlautet, ſind die
Verhand=
lungen zwiſchen der Mandſchurei und Rußland über den Verkauf
der ruſſiſchen Intereſſen an der Chineſiſchen Oſtbahn nunmehr
ab=
geſchloſſen. Eine amtliche Erklärung über die
Verkaufsbedingun=
gen wird in den nächſten Tagen abgegeben werden.
Das hoßelied der Adeil.
Ein Rundgang durch die Ausſtellung
„Zeulſches Volk — Deutſche Arbeit”.
Geſtern eröffnete Reichsminiſter Dr. Goebbels die größte
Aus=
ſtellung, die die Reichshauptſtadt bislang in ihren Mauern
er=
lebt hat. „Deutſches Volk — Deutſche Arbeit”, das iſt die
Jahres=
ſchau nach dem erſten Jahr der nationalſozialiſtiſchen Regierung.
Rings um das Ausſtellungsgelände am Kaiſerdamm grüßen die
Farben und Fahnen des Dritten Reiches. Rieſig und monumental
erhebt ſich das Wahrzeichen der Deutſchen Arbeitsfront, das
Zahn=
rad mit dem Hakenkreuz, auf dem Freigelände. Durch den
Hauptein=
gang gelangt man dann zuerſt in die Ehrenhalle, die mit ihren
bun=
ten Fenſtern und dem gedämpften Licht zur inneren Sammlung
mahnt. Es iſt der Raum der deutſchen Nation, der Ehrenraum
des deutſchen Volkes. Da grüßen die Fahnen des Erſten Reiches
aus der kurfürſtlichen Zeit, es grüßen die Fahnen des Zweiten
Reiches aus den Zeiten des Königreichs Preußen mit der erſten
ſchwarz=weiß=roten Fahne, die die Kaiſerproklamation im
Spiegel=
ſaal zu Verſailles erlebte. Und es grüßen die Fahnen und
Standarten des jungen Dritten Reiches, unter ihnen die erſte
Hakenkreuzfahne der NSDAP. aus dem Jahre 1920. Vor den
Fahnen halten Ehrenwachen in den Uniformen der Zeit und
Ehrenwachen der SA und SS. Dieſer Ehrenraum iſt umſchloſſen
von einer Reihe von Niſchen, in denen die Denkmale aus der
großen Geſchichte unſeres Volkes ihre Aufſtellung gefunden
haben. In der Schatzkammer ſind in feierlich=dunklem Licht die
Reichskleinodien des Erſten Reiches aufgebaut, mit der goldenen
Kaiſerkrone, dem höchſten Herrſcherzeichen aus 8 Jahrhunderten
europäiſcher Geſchichte. Hier ſehen wir das Schwert des Heiligen
Mauritius, den goldenen Reichsapfel, die beiden Zepter, die
Stephansburſe und das Reichs=Evangeliar. Große Wandkarten
zeigen die Entwicklung des Reiches in den ruhmreichen
Jahr=
hunderten ſeiner Geſchichte auf, aus der brandenburgiſch=
preußi=
ſchen Geſchichte bis hin in die Zeiten des Zweiten Reiches, in
die Zeiten der Befreiuungskriege und des Deutſchen Bundes,
des deutſch=franzöſiſchen Krieges mit den Ereigniſſen des
Bis=
marckſchen Reiches und ſchließlich bis hin zum Weltkriege und
zu dem Diktat von Verſailles. Und dann folgen die Jahre der
nationalen Erhebung von den erſten Anfängen der
national=
ſozialiſtiſchen Bewegung bis zum 30. Januar 1933, bis zum 21.
März 1933 und ſchließlich bis zum 12 November 1933, als vierzig
Millionen die Politik des Kanzlers Adolf Hitler billigten.
Ein erſter Rundgang durch dieſe größte aller Ausſtellungen,
die ſämtliche 8 Hallen und das Freigelände des
Ausſtellungs=
parkes in Anſpruch nimmt, zeigt den faſt erdrückenden Eindruck.
Vom Tage.
Reichspräſident von Hindenburg empfing geſtern vormittag
den bulgariſchen Miniſterpräſidenten Muſchanoff, der vom
bul=
gariſchen Geſandten in Berlin, Herrn Pomenow, begleitet war.
Der Leitung der Ausſtellung „Deutſches Volk — Deutſche
Arbeit” iſt es in letzter Stunde gelungen, das Originalmanuſkript
von Adolf Hitlers Buch „Mein Kampf” auf der Ausſtellung zu
zeigen. Das Manuſkript, das bekanntlich während der
Feſtungs=
haft des Führers in Landsberg am Lech fertiggeſtellt wurde, iſt
der Ausſtellung von Privatſeite zur Verfügung geſtellt worden.
Es wird in einer Vitrine zur Schau geſtellt werden und, da es
natürlich von unſchätzbarem Wert iſt, ſtets bewacht werden.
Vom Perſonal des bisherigen Reichspoſtdirektionsbezirkes
Frankfurt a. M. ſind für das Winterhilfswerk 145 000 Mk.
auf=
gebracht worden. Neben dieſem Beweis der Verbundenheit mit
den notleidenden Volksgenoſſen hat das Poſtperſonal noch 50 000
Mark für die Spende zur Förderung der nationalen Arbeit
ge=
ſtiftet.
Von dem Schwurgericht in Leoben wurde die Frau des nach
der Februar=Revolte hingerichteten Schutzbundführers Koloman
Walliſch zu einem Jahr ſchweren Kerkers verurteilt, weil ſie
während der Kämpfe im Februar die aufſtändiſchen
Schutzbünd=
ler verpflegt hat. Eine wegen desſelben Vergehens angeklagte
andere Frau erhielt dieſelbe Strafe.
Im Hofe des Belgrader Polizeigefängniſſes wurde der
kro=
atiſche Terroriſt Franjok Zrinjski durch den Strang hingerichtet.
Zriniski war am 21. März vom Staatsſchutzgericht zum Tod
ver=
urteilt worden, weil er an dem Attentat teilgenommen hatte,
dem im vergangenen Jahre der kroatiſche Miniſter Neudörfer
zum Opfer fiel.
In dem Prozeß gegen die Teilnehmer der Bukareſter
Offi=
ziersverſchwörung beantragte der Militäranwalt die geſetzlich
zu=
läſſige Höchſtſtrafe von lebenslänglichem Kerker gegen die
Haupt=
angeklagten.
Geſtern wurde in ganz Italien das fasciſtiſche Arbeitsfeſt und
der Geburtstag Roms durch die Einweihung öffentlicher
Arbei=
ten, Kundgebungen und die Verteilung von Auszeichnungen und
Penſionen an verdiente Arbeiter gefeiert.
Aus Iſtambul wird gemeldet, daß die türkiſche Regierung
Trotzki geſtattet habe, wieder nach der Marmara=Inſel Prinkipo,
wo der ehemalige ruſſiſche Volkskommiſſar lange Jahre in der
Verbannung verbracht habe, zurückzukehren.
Präſident Rooſevelt hat am Samstag das neue Baumwoll=
Geſetz unterzeichnet. Durch dieſes Geſetz wird die Baumwollernte
für das Jahr 1934/35 auf 10 Millionen Ballen feſtgeſetzt. Der
zum Verkauf kommende Ueberſchuß wird mit 50 Prozent der
Marktpreiſe je Ballen beſteuert.
Der engliſche Botſchafter in Moskau wurde von dem ruſſiſchen
Außenkommiſſar Litwinow zu einer Ausſprache über die
poli=
tiſche Lage empfangen. Hierbei wurden insbeſondere auch die
Fernöſtlichen Fragen erörtert.
Vom javaniſchen Außenminiſterium wird mitgeteilt, daß die
japaniſche Regierung ihren Geſandten in Nanking angewieſen
hat, den chineſiſchen Miniſterpräſidenten aufzuſuchen, um ihm die
Ziele der japaniſchen Politik auseinanderzuſetzen, wie ſie am
18. April d. J. in Tokio dargelegt wurden.
Neuordnung der kirchlichen Verwalkung.
Rechiswalker und Bikar als Berkrefer
des Reichsbiſchofs.
DNB. Berlin, 21. April.
Der Reichsbiſchof hat zur Neuregelung der kirchlichen
Ver=
waltung eine Verordnung erlaſſen, die durch den in der
Bot=
ſchaft vom 12. April angekündigten Arbeitsplan erforderlich
geweſen iſt. An der Spitze der kirchlichen Verwaltung ſteht
danach der Reichsbiſchof. Die verfaſſungsmäßigen Befugniſſe der
theologiſchen Mitglieder des geiſtlichen Miniſteriums bleiben
unberührt.
Der Rechtswalter der deutſchen evangeliſchen Kirche iſt als
rechtskundiges Mitglied des geiſtlichen Miniſteriums der
Ver=
treter des Reichsbiſchofs in kirchenpolitiſchen Angelegenheiten.
Als allgemeinen Gehilfen und Vertreter in theologiſchen
An=
gelegenheiten beruft der Reichsbiſchof einen Biſchof. Er führt
die Amtsbezeichnung Vikar der deutſchen evangeliſchen Kirche.
Die bisherige Bezeichnung Chef des Stabes fällt damit fort.
Die Verwaltungsſtellen der deutſchen evangeliſchen Kirche ſind
das Sekretariat des Reichsbiſchofs, das kirchliche Außenamt und
die deutſche evangeliſche Kirchenkanzlei. Der Rechtswalter der
deutſchen evangeliſchen Kirche leitet die deutſche evangeliſche
Kirchenkanzlei. Der Vikar der deutſchen evangeliſchen Kirche
leitet das Sekretariat des Reichsbiſchofs. Das kirchliche
Außen=
amt wird im Auftrage des Reichsbiſchofs von einem Biſchof
verwaltet.
Ihrem Namen entſprechend führt die Ausſtellung in zwei Teilen
alles Material zuſammen, das ſich über das Deutſche Volk und
die Deutſche Arbeit aufführen läßt. Die erſte große Abteilung
Deutſches Volk” zeigt uns die Bedeutung der angewandten
Raſſenkunde für die ganze Entwicklung und die Zukunft der
Nation. „Deutſches Blut= und Kulturerbe” — dieſer erſte
Ab=
ſchnitt führt in dieſes Anſchauungsmaterial hinein, das das
Erbe deutſcher Kultur aus den Jahren grauer Vorzeit über das
germaniſche Altertum und das deutſche Mittelalter hinweg bis
zu unſerer Zeit uns vor Augen führt. Es folgen die ſchlimmen
Erſcheinungen des Geburtenrückgangs und der drohenden
Ver=
greiſung unſeres Volkes. „Raſſe in Not” heißt dieſer Abſchnitt
und bringt lehrreiches Material zur Aufklärung in Hülle und
Fülle. Die dritte und letzte Abteilung des erſten großen
Ab=
ſchnittes der Ausſtellung bringt dann unter der Parole „Die
Zukunft des Deutſchen Volkes” die Maßnahmen der
national=
ſozialiſtiſchen Regierung in bevölkerungspolitiſcher Hinſicht.
Und dann beginnt der zweite und räumlich um ein
Viel=
faches größere Abſchnitt der Ausſtellung „Deutſche Arbeit”. Alles
was nur immer deutſche Geiſter erſonnen haben und deutſche
Fäuſte erarbeiteten, hat in dieſer rieſigen nationalen Schau der
Arbeit ſeinen Platz und ſeine Bewertung gefunden. Alles, was
da in den weiträumigen 8 Ausſtellungshallen und auf dem
großen Freigelände aufgebaut wurde klingt zuſammen in die
mächtige Melodie des Hoheliedes der Deutſchen Arbeit. Eine
all=
gemeine Darſtellung der Deutſchen Wirtſchaft in ihren
vielſei=
tigen und vielgeſtaltigen Bedürfniſſen und Wirkungen leitet auf
die einzelnen Ausſtellungsgruppen hin. Der Reichsſtand der
Deutſchen Induſtrie, mit ſeinen 28 Fachgruppen der
Reichsnähr=
ſtand, der Reichsſtand des Handwerks die Deutſche
Arbeits=
ſront, die Reichsrundfunkkammer, der Freiwillige Arbeitsdienſt,
die NS.=Volkswohlfahrt, die verſchiedenen Reichsminiſterien,
Reichsbehörden und Organifationen — ſie alle haben ſich
zu=
ſammengetan und in einmütiger und freudiger Zuſammenarbeit
dieſe Ausſtellung geſchaffen.
Da iſt die Halle des Verkehrs, in der die Reichsautobahnen
Adolf Hitlers den größten Raum einnehmen und das
aller=
ſtärkſte Intereſſe finden werden. Die Deutſche Reichsbahn und
die Deutſche Reichspoſt haben mit einer unabſehbaren Menge
von Modellen aus allen Teilen ihrer Betriebe eine ganze Welt
im Reiche des Verkehrs entſtehen laſſen. Keine der größeren
und bedeutungsvolleren Neuerungen auf techniſchem Gebiet, von
denen wir in den vergangenen Jahren gehört haben, fehlt
da=
bei, und die peinlich und präziſe arbeitenden Modelle zeigen
auch dem Laien in kjarer und verſtändlicher Weiſe Entſtehung
und Entwicklung dieſer Fortſchritte. Auch die Deutſche
Luft=
fahrt iſt ſehr eindrucksvoll vertreten. Unter Führung des
Reichs=
luftfahrtminiſteriums gibt ſie Aufſchluß über alle wichtigen
Fragen des Luftverkehrs und der Luftforſchung. Mit am inter=
Sonntag, 22. April 1934
Achte Anordnung
fur den 1. Mai.
Großes Arbeitsbeſchaffungsprogramm für die notleidenden
Künſtler anläßlich des Nationalen Feiertages des deutſchen
Volkes am 1. Mai!
Die Not vieler ſchaffenden Künſtler iſt ſo groß, daß mit allem
Nachdruck etwas geſchehen muß, um wertvollſte Kräfte vor dem
völligen Ruin zu bewahren.
Auf ausdrückliche Anordnung des Gauleiters Pg.
Sprenger gebe ich folgendes
Arbeitsbeſchaffungs=
programm bekannt:
Alle Künſtler im Gau Heſſen=Naſſau geſtalten Motive, die
ſich aus dem Aufmarſch der geſamten ſchaffenden Bevölkerung
ergeben, in Gemälden, Oelſkizzen, Aquarellen, Zeichnungen,
Radierungen uſw. uſw.
In engſter Zuſammenarbeit mit dem Führer der Landesſtelle
Heſſen=Naſſau der Reichskammer der Bildenden Künſte, Pg.
Blattner, findet dann zu einem Zeitpunkt, der noch in der
ge=
ſamten Preſſe bekanntgegeben wird, zuerſt in Frankfurt a. M.
und ſpäter in den größeren Städten des Gaues eine öffentliche
Ausſtellung dieſer Kunſtwerke ſtatt.
Die ſtaatlichen und kommunalen Behörden, die Führer der
Wirtſchaft und des Handels, außerdem Rechtsanwälte, Aerzte,
Zahnärzte, Dentiſten ſowie Geſchäftsleute aller Zweige werden
dann aufgefordert, dieſer Ausſtellung beſondere Aufmerkſamkeit zu
ſchenken und nach Möglichkeit ein Stück für die dem Publikum
zugänglichen Räume zu erwerben.
Dadurch wird allen Künſtlern die Möglichkeit geboten,
wert=
volle Arbeiten zu zeigen und zu verkaufen, und gleichzeitig
er=
reichen wir, daß der künſtleriſche Niederſchlag des 1. Mai
Tau=
ſenden immer wieder ſichtbar in Erſcheinung tritt.
gez. Müller=Scheld.
Richklinien für die Zeier des 1. Mai.
DNB. Berlin, 21. April.
Der Reichsminiſter des Innern hat an die oberſten
Reichs=
behörden und die Landesregierungen folgende Richtlinien für die
Begehung des Nationalen Feiertages des deutſchen Volkes
er=
laſſen.
Am 1. Mai flaggen ſämtliche Dienſtgebäude des Reiches, der
Länder und Gemeinden ſowie die Gebäude der Körperſchaften des
öffentlichen Rechts und der öffentlichen Schulen. Die Bevölkerung
wird aufgefordert, ſich dem Vorgehen der Behörden anzuſchließen
und damit der Verbundenheit, von Volk und Reich Ausdruck zu
verleihen.
Sämtliche Dienſtgebäude werden mit friſchem Birkengrün oder
ſonſtigem Grün in einfacher Weiſe geſchmückt. Die um 9 Uhr
vor=
mittags im Luſtgarten Berlin ſtattfindende Kundgebung der
Schul=
jugend, die über alle deutſchen Sender übertragen wird, wird den
Mittelpunkt der örtlichen Schulfeiern im Reich bilden. Die
Schü=
ler und Schülerinnen aller am Ort befindlichen Schulen werden
ſich mit ihren Leitern und Lehrkräften auf den allgemeinen
Auf=
marſchplätzen verſammeln, um dort die Uebertragung dieſer
Kund=
gebung zu hören. An den in Berlin ſtattfindenden großen Feiern
ſoll die Bevölkerung im ganzen Reich unmittelbar teilnehmen,
in=
dem an allen Orten an geeigneten" großen Plätzen von der
Ge=
meindeverwaltung Lautſprecher aufgeſtellt werden.
Die Muſikkapellen der SS. und SA., der Schutzpolizei und
der großen Organiſationen werden Platzkonzerte veranſtalten. Der
Reichswehrminiſter hat die Muſik= und Trompeterkorps der
Reichs=
wehr angewieſen, an den in ihren Standorten ſtattfindenden
Feiern mitzuwirken.
Abſchluß der Beſprechungen Jefkitſchs in Ankara.
EP. Iſtanbul, 21. April.
Die Beſprechungen des jugoſlawiſchen Außenminiſters
Jef=
titſch mit den türkiſchen Staatsmännern ſind beendet. Aus einer
amtlichen Mitteilung geht hervor, daß in den Unterredungen die
Staatsmänner ihre Auffaſſungen über die Tragweite des Balkan=
und über die Zuſammenarbeit der Balkanvölker dargelegt haben.
Eine vollkommene Uebereinſtimmung ſei feſtgeſtellt worden. Die
beiden Regierungen werden die Entwicklung ihrer Politik in dem
Sinne einer immer engeren Annäherung im Rahmen des
Bal=
kanpaktes fortſetzen. Es wurde vereinbart, den Abſchluß eines
Handels= und eines Auslieferungsvertrags zu beſchleunigen. —
Außenminiſter Jeftitſch iſt bereits nach Belgrad zurückgereiſt.
ſanteſten iſt hier wohl das lebensgroße Modell der
Führer=
ondel des „Grafen Zeppelin‟. Das Schönſte in der Halle des
Zerkehrs iſt aber zweifellos das rieſige Modell der Deutſchen
Heeſchiffahrt, die an einem großen Waſſerbecken die großen
Hafen= und Werftanlagen der deutſchen Hafenſtädte aufgebaut
zat. Sämtliche Typen der deutſchen Handelsflotte ſind in
Niniaturausgaben vertreten und bewegen ſich „richtig wie die
Großen” auf dem Waſſer, fahren hin und her und an die
leinen Kais heran, löſchen und nehmen Ladung. Ein richtiger
haſſergefüllter Kanal führt von den Seehafenanlagen zu einem
Binnenhafen mit den intereſſanten Umſchlagsanlagen. Auch das
bendig arbeitende Modell des Schiffshebewerkes von
Nieder=
now fehlt nicht.
In wieder faſt erdrückenden Ausmaßen haben dann in der
dalle II die „Energiewirtſchaft und Elektrotechnik” der „
Berg=
au und die Kohlenwertſtoffe”, die Eiſen= und Stahl=Induſtrie,
er Stahlbau, die Edelmetall= und Schmuckwaren=Induſtrie, die
lechereien und die Maſchinenbauanſtalten die Zeugniſſe ihrer
Arbeit aufgeſtellt. Wieder ſind es die Modelle der verſchiedenſten
Fabrik= und Kraftanlagen, der Zechen und Gruben, der
kompli=
ierteſten Maſchinen wie auch der Erdölbohrtürme, die das ganze.
Futereſſe des Beſuchers feſthalten. Und immer wieder lebt in
ieſen Modellen das ganze Werken und Schaffen, alles bewegr.
ſch und alles regt ſich. Gigantiſch erheben ſich die
Konſtruk=
ionen, gigantiſch ragen die Mauern aus Briketts und
Stein=
ohle und aus Kaliſteinen in die Halle hinein. Links und rechts
jeigen Modelle die verſchiedenſten Arten der Förderung der
Vertſtoffe im Tagebau und Schachtbau. Dabei iſt der jüngſte
deutſche Bergbau, die Erdölförderung, beſonders durch ein
Todell des modernſten Tiefbohrers vertreten. Und das
Material=
eht vor den Augen der Beſucher dieſer Schau von Maſchine
Maſchine und zeigt die Verarbeitung der Wertſtoffe zum
kohmaterial. Hier iſt auch die größte Glühbirne der Welt und
benſo die kleinſte Dampfmaſchine der Welt im Betrieb
ver=
eten. Auch eine hiſtoriſche Schau „Deutſchtum und Maſchine‟
ſt angegliedert und zeigt das Modell eines Rheinkranes aus
em Jahre 1544. Alle Wunder der deutſchen Technik und=
Energiewirtſchaft ſind in dieſer Halle zuſammengetragen.
Und dann folgen in den weiteren 6 Hallen die
Ausſtellungen=
von Handwerk und Gewerbe, vom Reichsnährſtand und der
Zehrmacht. Eine Halle für ſich nimmt das Auslandsdeutſchtum
n, und eine rieſenhafte Reliefkarte zeigt da die Verteilung der
luslandsdeutſchen in der ganzen Welt. Vertreten iſt weiterhin.
e Wehrmacht mit der Sonderſchau „Schutz der deutſchen
rbeit” der „Freiwillige Arbeitsdienſt”, die Lehrſchau „Voll
uind Wirtſchaft” in ihren vielſeitigen Beziehungen zueinander.
das Handwerk zeigt nicht weniger als 100 verſchiedene
Hand=
verkszweige in 8 großen Gruppen, in denen alles vertreten iſt,
vas zu den täglichen Bedürfniſſen zählt und für ſie ſorge
Sonntag, 22. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 110 — Seite 3
„Deutſches Volk-Deutſche Arbeit
Wieder Segen der Arbeit. — Auch die ſoziale Frage wird gelöft. — Erſt in der Synkheſe zwiſchen nalionaler
Ehre und ſozialer Freiheik liegt die Möglichkeit einer Löſung von Dauer.
Marxismus nur noch vom Hörenſagen. Die Regierung ſelbſt
Grufmang der Schau des Friedens und die ſie im Rücken deckende Vollsbewegung des
National=
ſozialismus hat die Aufgaben und Pflichten ſozialer
Neugeſtal=
tung übernommen, und bedarf dazu des Maklertums von
durch Reichsminiſter Dr. Goebbels.
DNB. Berlin, 21. April.
In Anweſenheit zahlreicher Ehrengäſte fand am Samstag
wvormittag die feierliche Eröffnung der Ausſtellung „Deutſches
Volt — Deutſche Arbeit” am Kaiſerdamm ſtatt. Die Regierung
puar vertreten durch Vizekanzler von Papen und die
Reichs=
miniſter Dr. Goebbels, Schmitt, Seldte, von Eltz=Rübenach. Für
iden Führer war Staatsſekretär Lammers und für den ebenfalls
mm Erſcheinen verhinderten preußiſchen Miniſterpräſidenten
Nöring Staatsſekretär SS.=Gruppenführer Körner erſchienen.
Vom Büro des Reichspräſidenten nahm Miniſterialdirigent
Dr. Doehle an der Eröffnung teil.
Die Eröffnungsfeier begann mit einem von SS.=Muſikern
geblaſenen Signal altgermaniſcher Luren, begleitet von
Keſſel=
grauken. Sodann ſpielte der Gau Brandenburg des
Landes=
wrcheſters unter Leitung von Generalmuſikdirektor Havemann
Die Quvertüre zu den „Meiſterſingern‟. Die
Begrüßungs=
mnſprache hielt Oberbürgermeiſter Dr. Sahm.
DDr. Sahm dankte allen, die an dieſer großen und bedeutſamen
Slusſtellung mitgewirkt hatten, vor allem dem Reichspräſidenten,
Dder durch die Uebernahme der Schirmherrſchaft die Ausſtellung
gefördert habe. Beſonderer Dank gebühre auch Reichsminiſter
DDr. Goebbels, ohne deſſen tatkräftige Mitwirkung die Vollendung
Dieſes Werkes nicht möglich geweſen wäre.
Nach einer weiteren Darbietung des Landesorcheſters ſprach
Reichsminiſter Dr. Goebbels.
ler die Ausſtellung für eröffnet erklärte.
Vor einem Jahr, ſo führte Dr. Goebbels u. a. aus,
wurde der Beſchluß zur Veranſtaltung dieſer
Ausſtellung gefaßt. Ein Wagnis, angeſichts der Tatſache,
Saß die Dinge in Deutſchland noch ganz ungeklärt waren und
niemand wiſſen konnte, wohin ſie am Ende treiben würden.
—lber wir haben dieſes Wagnis unternommen in gläubigem
Vertrauen auf die Sieghaftigkeit der nationalſozialiſtiſchen Idee
and die unſterbliche Schöpferkraft des deutſchen Volkstums.
Im Mittelpunkt dieſer grandioſen Schau ſollte
die Arbeit als Idee ſtehen.
Der Begriff der Arbeit war in den vergangenen
Jahrzehnken einer verhängnisvollen Fälſchung
anheimgefallen.
Millionen Menſchen ſahen in ihm einen
unab=
wendbaren Fluch. Wir haben dieſen Begriff
us ſeiner Verfälſchung emporgehoben. Der
Schlachtruf: „Ehret die Arbeit und achtet den
Urbeiter!” ging durchs ganze Land. Er wurde in ſeiner
indenden Kraft aufgenommen in Stadt und Dorf, von hoch
und niedrig und in ſeiner Auswirkung ein ganzer Stand von
2) Millionen Menſchen, der bis dahin dem Staat fremd, wenn
nicht feindlich gegenübergeſtanden hatte, in die Gemeinſchaft
aler Deutſchen zurückgeführt. Als wir vor einem Jahr zum
1. Mai rüſteten, erſchienen noch Gewerkſchaftsvertreter aller
Rich=
tungen bei uns, um mit uns zu verhandeln, ob ihre
Gefolg=
ſchaften ſich an den großen Demonſtrationen des erwachenden
Teutſchland beteiligen könnten. Am 2. Mai wurden die
Gewerk=
ſchaftshäuſer beſetzt. Die Parteien mußten in den
darauf=
felgenden Wochen das Feld der Oeffentlichkeit räumen.
Die Regierung duldeie keinen Miktler mehr
zwiſchen ſich und dem Volk.
Heute rüſten wir zum zweiten großen Maitag des neuen
Reiches. Ein ganzes Volk ſteht bereit, hinter die
Regierung zu treten und mit ihr den Marſch in
erne beſſere Zukunft zu beginnen. Die Partei des
Nationalſozialismus wurde zur Bewegung des Volkes, und die
Bewegung ſelbſt umſpannte bald die ganze Nation. Die
Ge=
werkſchaften exiſtieren nicht mehr. Man kennt die Parteien des
Parteien, Arbeitgeber= und Arbeitnehmerorganiſationen nicht
mehr. Wir haben den Arbeiter aus den Feſſeln eines
volks=
auflöſenden und kulturzerſtörenden politiſchen und
wirtſchaft=
lichen Wahnſinns losgebunden.
Die Arbeit als Idee und Wirklichkeit haf den
furchlbaren Fluch, mit dem der Marrismus ſie
behafiel hatte, von ſich abgeſchitkelk. Sie iſt
wieder zum wunderbaren Segen eines ganzen
Volkes geworden.
Millionen ſind in die Fabrikſäle und Kontore zurückgeſtrömt,
die Wohlfahrtsämter werden leer, und die Arbeitsſtätten füllen
ſich wieder. Ein fleißiges und tapferes Volk
be=
ginnt aufs Neue den Kampf um ſein tägliches
Brot. Es hat wieder zu ſich ſelbſt zurückgefunden, ſieht nur
noch in der Selbſthilfe die letzte Möglichkeit zur
Rettung hat nur noch den einen Willen, zu arbeiten und
ſich durch Intelligenz, Fleiß und Redlichkeit den Platz unter
den anderen Nationen zu ſichern, der ihm gebührt.
Niemals war die Rakion von ſo überſchäumender
Schöpferkraft erfüllt wie heute,
niemals lagen die Felder der Hoffnung ſo weit offen, waren die
Herzen ſo groß und die Gehirne ſo wach wie in dieſer Zeit des
revolutionären Uebergangs von einem Jahrhundert ins andere.
Wir mußten, um den drängendſten Problemen der
Gegenwart, dem der Arbeitsloſigkeit, ernſthaft zu
Leibe rücken zu können, unſere erſte Aufgabe darin ſehen,
der Wirtſchaft Ruhe und innere Sicherheit
zurück=
zugeben. Wir haben dabei große Opfer ideeller und materieller
Natur gebracht.
Wir müſſen heute mit Bedauern feſtſtellen, daß die Weite
unſerer Auffaſſung hier und da falſch verſtanden und ſchlecht
ge=
lohnt worden iſt. Wenn die Regierung die Wirtſchaft ſchonte, ſo
gab ſie ihren üblen Vertretern damit nicht einen Freibrief auf
Zurückdämmung aller ſozialen Forderungen und Beſeitigung
am Ende gar der ſozialen Errungenſchaften, die zum
unabding=
baren Beſtand unſerer kulturellen Lebensgeſtaltung gehören. Wir
haben die auch für den Arbeitnehmer reſtlos befriedigende Löſung
der ſozialen Fragen nicht aufgehoben, ſondern nur zum Teil
auf=
geſchoben, um damit vorerſt eine Löſungsmöglichkeit für das
Arbeitsloſenproblem zu finden, die ihrerſeits das Einfallstor zu
einer neuen ſozialen Ordnung öffnen ſoll.
die ſoziale Frage bleibt, und ſie wird von uns
gelöſt werden:
denn die Revolution, die wir gemacht haben, trägt nicht
nur ihr nationales ſondern auch ihr
ſozialiſti=
ſches Gepräge. Ebenſowenig wie wir dem proletariſchen
Marxismus das Zugeſtändnis machen konnten, daß man die
nationale Ehre eines Volkes mit Füßen treten müſſe, um eine
ſoziale Freiheit zu erkämpfen, ebenſowenig können wir den
Re=
präſentanten des bürgerlichen Liberalismus und
Wirtſchaftskapi=
talismus zugeſtehen, daß die nationale Ehre eines Volkes auf
Koſten ſeiner ſozialen Freiheit gewährleiſtet werden darf. Erſt
in der Syntheſe zwiſchen nationaler Ehre und ſozialer Freiheit
liegt die Möglichkeit einer Löſung auf Dauer.
Nun ſteht der ſchaffende Menſch wieder mitten
im Volk; er iſt Träger der Staatsidee und Wächter des
Staats=
gefüges. Seinem Leben wurde in der Ehre der Arbeit ein neues
Ethos gegeben. Seine Wertung geht nicht mehr von der Frage
nach dem Was, ſondern von der Frage nach dem Wie aus. Der
Letzte des Volkes ſteht dem Höchſten des Volkes wieder näher als
der Höchſte des Volkes dem Höchſten eines anderen Volkes, und
der Höchſte des Volkes möchte lieber der Letzte des Volkes ſein,
als der Höchſte eines anderen Volkes. Die faſt ausſchließliche
Einſchätzung nach Beſitz und Bildung in dem hinter uns
liegen=
den Zeitalter iſt einer ſtärkeren Wertung des Charakters
ge=
wichen, und
gefragt wird nicht mehr, woher der einzelne
kommk, ſondern was er iſt und was er leiſtek.
Haben wir, die wir vom Schickſal geſegnet wurden, dieſer Nation
neue Wege zum Aufſtieg zu weiſen, ein Recht, uns über das
deutſche Volk zu beklagen? Es iſt, ohne im Tiefſten zu wiſſen,
worum es ging, in den großen Krieg hineinmarſchiert und durch
die Stahlgewitter des Weſtens und Oſtens hindurchgeſchritten.
Gewiß, es verlor in einem geſchichtlich bedeutſamen Augenblick
die Nerven, als eine Hand voll feiger Deſerteure und
Landesver=
räter über es hereinfielen und, ſeine ſeeliſche Ohnmacht
aus=
nutzend, die Dinge an ſich riſſen. Es hat 14 Jahre lang in
dumpfem Schweigen alle Schmach, Not und Entehrung über ſich
ergehen laſſen. Verführt von widerwärtigen
Intereſſentenhau=
fen, die ſich Parteien nannten, belogen und betrogen von einer
gleißneriſchen Preſſe, die von Juden in deutſcher Sprache in
Deutſchland geſchrieben wurde, um ſeinen Beſitz gebracht von
einem Syſtem, das ihm im Innerſten fremd und zuwider war,
verhetzt gegen ſein einziges Heil und ſeine letzte Rettung, hat es
am Ende doch, nur ſeinem geſunden Inſtinkt gehorchend, den
Aus=
gang aus dem Labyrinth der deutſchen Verzweiflung gefunden
und ſein Schickſal in die Hand einer neuen Führung gelegt. Hut
ab vor dieſem Volk, das immer noch beſſer war als die, die es
ehedem regierten, und
Achkung vor dem lekzken Maun aus dieſem Bolk,
den keine Not und kein Unglück zwingen konnte,
an der Zukunft des Landes zu verzweifeln. Nur
mit Ehrfurcht und Schauer kann man Hand anlegen am Dienſt
dieſes Volkes, und es verdient es in der Tat, daß man ſich ſeiner
erbarmt.
Dieſem Volk, ſeiner Arbeit und ſeinem Kampf um das
täg=
liche Brot iſt die Ausſtellung, die wir heute eröffnen, gewidmet.
Die Welt aber möge aus dieſer Schau des Friedens erkennen,
daß die deutſche Nation gewillt iſt, durch Ehrlichkeit und Fleiß
ihr Leben auf dieſem Erdball ſich zu verdienen. Denn alle
Lei=
ſtungen, die hier gezeigt werden, liegen auf dem Felde friedlicher
Arbeit, und ſo iſt dieſe Ausſtellung nicht nur eine hohes Lied auf
den ſchöpferiſchen Genius der deutſchen Arbeit, ſondern auch auf
den Friedenswillen unſeres Volkes.
Der Miniſter ſchloß: Meine Damen und Herren! Der Herr
Reichspräſident, der die Schirmherrſchaft über
dieſe Ausſtellung ausübt, hat mich gebeten, ihr ſeine Grüße
und herzlichſten Glückwünſche mit auf den Weg zu geben. Ich
tue das um ſo lieber, als ich weiß, wie eng er ſich dem Thema,
das hier abgewandelt wird, verbunden fühlt, und mit wie heißem
Herzen er Aufbau, Sinn und Geſtaltung dieſes großen Werkes
verfolgt hat. Es iſt mir eine beſondere Ehre, in ſeinem Namen,
der ein gut Teil deutſcher Geſchichte und Tradition, Symbol und
Ehrwürdigkeit wie die keines anderen lebenden Menſchen
um=
ſchließt, die Pforten dieſes Hauſes für das deutſche Volk zu öffnen.
Möge ein gütiges Schickſal ihn für uns alle auch
weiterhin in ſeinen gnädigen Schutz nehmen. In
ſeinem und des Führers Namen erkläre ich die Ausſtellung „
Deut=
ſches Volk — Deutſche Arbeit” für eröffnet.
Der Arier=Parggraph in der Wehrmacht.
DNB. Berlin, 21. April.
Zu der vom Reichswehrminiſter angeordneten Durchführung
des Arierparagraphen in der Wehrmacht ſind inzwiſchen die
not=
wendigen Feſtſtellungen getroffen worden. Insgeſamt werden
da=
von betroffen: Im Reichsheer 5 Offiziere, 2
Offizieranwär=
ter, 1 Sanitätsoffizieranwärter, 31 Unteroffiziere und
Mannſchaf=
ten; in der Reichsmarine 2 Offiziere, 4 Offizieranwärter,
5 Unteroffiziere und Mannſchaften. Sie ſcheiden
beſtimmungsge=
mäß aus der Wehrmacht aus.
Ein aufſehenerregender Präzedenzfall in der Schweiz
DNB. Genf, 21. April.
Die Sozialdemokratiſche Partei des Kantons Wallis hatte
den Präſidenten der Geufer Regierung, Nicole, eingeladen, auf
der Jahrestagung am Sonntag das Wort zu nehmen.
Die geſamte bürgerliche Preſſe des zum größten Teil
katho=
liſch=konſervativen Kantons Wallis hatte jedoch heftigen Einſpruch
gegen das Erſcheinen Nicoles erhoben. Deshalb hat ſich die
Wal=
liſer Regierung heute mit der Frage beſchäftigt und beſchloſſen,
dem Regierungspräſidenten Nicole, den Eintritt in den Kanton
Wallis zu verbieten.
Damit iſt der in der neueren Geſchichte der Schweiz wohl
ein=
zig daſtehende Fall eingetreten, daß die Regierung eines
Kan=
tons einem Regierungshaupt eines anderen Kantons den Eintritr
verbietet.
Die Lebensmittel=Induſtrie hat ſich in einer Sammelausſtellung
zurſammengefunden, und die Chemie bringt in einer Halle für
ſich intereſſante Einzelheiten über die Arbeit der deutſchen
Viſſenſchaft und Induſtrie, die aus Kohle und Holz, aus Luft
und vielen anderen Dingen, von denen wir uns in unſerer
Schulweisheit, ſo leicht nicht träumen laſſen, höchſt wertvolle
Güiter für die deutſche Wirtſchaft erzeugen, die für ſich mit
laniger Zeit ſchon Weltruf genießen.
Das Freigelände gleicht in einem Teil einem Bahnhof. Denn
hier ſtehen in langer Reihe die neueſten Modelle der Deutſchen
Neichsbahn vom Mitropa=Speiſe= und Schlafwagen, dem
Luxus=
vagen des Rheingoldzuges bis zum Großraumwagen für den
Riterverkehr. Hier fehlen auch nicht die neueſten
Schnell=
niebwagen, wie ſie in allernächſter Zeit auf den Strecken ſchon
m Fahrplan erſcheinen werden. Monumental erhebt ſich auf
dem Gelände das Haus der Deutſchen Arbeitsfront, gekrönt von
hrem Symbol, dem Zahnrad. Weiter haben hier die
Reichs=
undfunkkammer und der Reichsbund für Volkstum und Heimat
Auasſtellungen eingerichtet und wenden ſich ſo werbend und
auſ=
lärend an die Beſucher. Eine ganze Reihe von Organiſationen
ſaben in Sonderausſtellungen meiſt in rieſigen Schaubildern
ind Zahlenangaben eine Aufſtellung ihrer Arbeit gegeben. Auch
die Deutſche Bühne fehlt nicht, die für die kulturelle Aufgabe
ind ihre wirtſchaftliche Bedeutung das Intereſſe der Beſucher
verlangt.
Ein erſter Rundgang durch dieſe rieſenhafte Ausſtellung
äßt den Beſucher kaum alles aufnehmen, was ſich hier ſeinem
lu ge und Ohr alles bieiet. Immer beuommener geht er von
öalle zu Halle, immer mehr wollen ſich in ſeinem Kopf die
Zahlen und Begriffe verwirren, die er auf dem Wege
mit=
enommen hat. Und doch iſt dieſe Ausſtellung ſo ganz anders
vie alle anderen Ausſtellungen. Sie wirbt nicht für dieſe oder
ene Firma, ſie wirbt nicht für dieſen oder jenen
Marken=
m ikel — ſondern ſie iſt ein einziges gemeinſames Bild der
entſchen Arbeit und des deutſchen Fleißes. Alle zuſammen für
iſe — das iſt der Eindruck, den der Beſucher dieſer nationalen
Schau mit ſich nach Hauſe nimmt. Er hat einen Hauch davon
erſpürt, welch ungeheure Kräfte in einem Volkskörper doch
ſecken, wenn ſie nur alle zuſammengefaßt ſind, wenn ſie alle
ſon der großen Idee für das Ganze und Große, für Volk und
8a terland, durchdrungen ſind. Niemals wohl mag ſo dieſes
Ju=
in andergreifen jedes einzelnen Vorgangs im wirtſchaftlichen
die induſtriellen Leben, im Handwerklichen wie im Handel und
Vandel der Menſchen und Güter deutlichgeworden ſein. Dieſe
lusſtellung iſt mit ungemein viel Liebe und Sorge für die
Eſche erdacht und zuſammengeſtellt worden. Alle die daran
ſteiligt waren und ſind, können nur von dem einzigen
Ge=
anken beſeelt geweſen ſein, dieſes Material aus der Kraft des
éolkes zum Wohle des ganzen Volkes zuſammenzutragen, auf=
zubauen zur Belehrung und zur Freude. Und jeder Einzelne,
der ein warmſchlagendes Herz in ſich fühlt, wird mit berechtigtem
Stolz die Hallen verlaſſen und die Gewißheit mit ſich nehmen,
daß es ein Großes um unſer deutſches Volk iſt. Und daß er
darum doppelt ſeinem Volr verpflichtet bleibt für alle Zeiten!
Muſik und Tanz im kindlichen Spiel.
Das iſt ein Gewirr von hellen Stimmchen und ein
Durch=
einander von Kinderbeinchen, wie es der ernſte
Muſikvereins=
ſaal wohl nicht oft zu hören und zu ſehen bekommt. Frl. Lili
Hickler iſt wieder im Lande, und um ſie herum wimmelt nun
luſtig durcheinander eine Schar von Darmſtädter Kindern, Buben
und Mädels, große und ganz kleine, die noch drollig ungeſchickt
zwiſchen den andern herumtappeln. Und doch ſind gerade dieſe
Kleinſten am eifrigſten beim Spiel, wenn ſie einmal
ein=
gefangen ſind.
Wer hier zufällig in dieſe Geſellſchaft hineinſchneit, denkt an
alles andere, nur nicht, daß hier eine Probe zu einem wirklichen
Theaterabend im Kleinen Haus ſtattfindet. Und am wenigſten
merken das die Kinder ſelbſt. Die ſpielen ſich hier ſo richtig
aus! Sie brauchen keine ſchwierigen und unverſtändlichen Verſe
zu lernen, das reimt ſich alles ganz von ſelbſt richtig, wer’s noch
nicht kann, guckt den andern nach dem Mund oder reimt ſich’s
ſelber, — da wird’s ſchon richtig! Und gerade ſo iſt’s mit den
Melodien, die ſingen ſich auch ganz von ſelbſt. Denen hört man
eben an, daß ſie nicht am Klavier erdacht ſind, ſondern, daß die
Komponiſtin, Frl. Hickler, den Kindern nach dem Mund
ge=
ſchaut und ihren Singſang abgelauſcht hat. Nur ſo kann man
es verſtehen, daß hier Kinder, die zum erſten Male mitſpielen,
ſchon mitſingen, als hätten ſie das ſchon immer gekonnt.
Und aus Text und Melodie heraus wächſt dann ganz
natür=
lich die Bewegung und Mimik. Hier gibts kein eingedrilltes
Armverrenken und Hierhin= und Dorthinhauen. Man merkt
ſchon gleich, was da paſſiert und worauf es gerade aukommt,
und wenn wirklich mal einer ein bißchen unbeholfen oder ſcheu
iſt, ſo hat Frl. Hickler gleich die rechte Art, um ihn
heraus=
zuholen. Dieſe Art iſt charakteriſtiſch für ihre Arbeitsweiſe:
z. B. iſt da ein kleiner Bub, der vorderſte der 7 Schwaben, der
noch gar zu zahm und artig dreinſchaut. Ihm ſagt nun Frl.
Hickler nicht etwa: „Du mußt mit den Armen hierhin und
dort=
hin fuchteln!” ſondern: „Na, ſag mal, vor dir hab ich aber
noch gar keine Angſt, du kannſt mir nicht bange machen!“
Und ſchon wird aus dem braven kleinen Darmſtädter ein
furcht=
erregender, wilder Schwab. Und der ſchaurig=ſchöne Kriegsrat
der Sioux=Indianer löſt ſich auf in eine Rauferei von nicht zu
überbietender Realiſtik! Da ſind die Buben ſo ganz in ihrem
Element. — Die Mädelchen aber werden ſo richtig warm, wenn
ſie beim Puppenſchlaflied ihr Puppenkind im Arm wiegen,
oder die winzige Wäſche waſchen. Man muß ſo ein
Waſch=
mamſellchen geſehen haben, wie es — vom Ernſt der
Angelegen=
heit tief überzeugt — ihr Puppenhöschen rumpelt und reibt,
als hinge die Seligkeit davon ab!
Auch die kindliche Luſt an der Verkleidung kommt zu ihrem
Recht. Hier gibts keine koſtbaren Koſtüme, der Phantaſie wird
weiter Spielraum gelaſſen: Der Indianer ſteckt ſich Federn an,
die Elfen bekommen ein Papierkränzchen, Puppenmütterchen
knotet ſich zur großen Wäſche ſelbſt ein Taſchentuch um den
Kopf, ſo gut es eben gehen will. Auch die Requiſiten ſind
denk=
bar einfach, und doch iſt augenſcheinlich die Illuſion vollkommen!
Was brauchen die 7 Schwaben einen Spieß? Ein langer Beſen
erfüllt denſelben Zweck! Und in einen umgeſtülpten Tiſch als
Poſtkutſche ſteigen die kleinen Reiſegäſte, und winken ſo
be=
geiſtert, als ginge es geradewegs nach Amerika! Noch auf der
Treppe hört man das unbekümmert frohe Kinderlachen hinter
A. H.
ſich herklingen!
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus. — Samstag, den 21. April.
Das Land des Lächelns.
Romantiſche Operette von F. Lehär.
Bei der heutigen Aufführung gaſtierte als muſikaliſcher
Leiter Georg Lippert vom Stadttheater Hagen i. Weſtf. Er
be=
herrſchte die Partitur ausgezeichnet, zeigte große Gewandtheit
in der Beherrſchung des Orcheſters, der Zuſammenfaſſung von
Orcheſter und Geſang und geſtaltete klar und überlegen. Er
ſcheint als Operettenkapellmeiſter über reiche Erfahrung und
ge=
diegenes Können zu verfügen, ſeine Geſte iſt vielleicht etwas
überreichlich, aber deutlich, und er verſtand es, nicht etwa nur
die hieſige Aufführung ſo zu dirigieren, daß er ſich auf die
gute Einſtudierung verließ, ſondern ihr ein beſonderes Gepräge
zu geben.
Die Rolle des chineſiſchen Prinzen Son=Chong ſang
erſt=
malig Peter Anders. Iſt die Stimme auch nicht ſehr ergiebig,
indem bei dem Apfelblütenlied die tiefe Lage gewiſſe
Schwierig=
keiten bereitete und zuweilen die Höhe um g und a uoch etwas
eng und behindert klang, er vor allem ſeiner Partnerin Maria
Reining gegenüber ſtimmlich zurücktrat, ſo war im Uebrigen
die Geſangskultur und der Vortrag recht gut und die
Darſtel=
lung der männlichen Hauptrolle charaktervoll und feſſelnd. So
erntete er mehrfach Beifall auf offener Bühne. Ueberhaupt
waren die Hörer recht beifallsfreudig und die Aufführung
N.
wiederhe
Seite 4 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
Die Eheleute Pb. Ehrhardt und Frau Agatbe,
geb. Hörr, Darmſtadt, Wienerſtr. 55, begehen heute
das Feſt der Silbernen Hochzeit. Glückauf zur
Goldenen!
(4649
Statt jeder beſonderen Anzeige.
Am 18. April hat mein lieber Mann, unſer
guter Vater
Georg Zimmermann
Poſimeiſter i. R.
im 78. Lebensjahr, für immer die Augen
geſchloſſen.
Kaiharina Zimmermann, geb. Pfeiffer
Oberbürgermeiſter a. D. Emil Zimmermann
und Familie
Medizinalrat Dr. med. Ludwig Zimmermann
(4626
und Familie.
Darmſtadt, Eſſen, den 22. April 1934.
Die Beerdigung hat im Sinne des
Ent=
ſchlafenen in der Stille ſtattgefunden.
Wir bitten vonBeileidsbeſuchen abzuſehen.
Dankſagung.
Für die wohltuenden Beweiſe liebevoller
Teilnahme, die uns beim Heimgange
un=
ſeres lieben unvergeßlichen Entſchlafenen
Herrn Friedrich Klöpfer
Gaſiwiri
zuteil wurden, ſprechen wir hiermit unſeren
herzlichſten Dank aus.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Eliſabeth Klöpfer, geb. Treier
und Sohn.
Darmſtadt, den 22. April 1934.
Pankratiusſtraße 71.
(4634
Wilh. Schmank
Erd= und Feuerbeſiattung
Schützenſtraße 16 / Telefon 965
1563a
Für die vielen Beweise freundlicher
Anteil-
nahme anläßlich des
(4651
75 jährigen Bestehens
unserer Firma sagen wir herzlichen Dank.
Karl Rühl
Theo Lang
in Firma J. Rühl, Saalbaustraße 24.
Allen, die unſeres lieben Entſchlafenen bei
ſeinem Heimgang gedacht haben, insbeſondere
den Franziskanerinnen von St. Fidelis für
ihre hilfsbereite und aufopferungsvolle Pfiege,
ſowie Herrn Pfarrer Danz und dem Verein
Deutſcher Lokomotivführer ſagt herzlichen Dank
im Namen aller Hinierbliebenen:
Lina Sadowski, geb. Wegerle.
Darmſiadt, Feldbergſtr. 32.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme bei dem ſchweren Verluſte,
beſon=
ders für die tröſtenden Worte des Pfarrers
Beringer am Grabe, ſowie für die
jahre=
lange, liebevolle Pflege der Schweſtern der
Johannesgemeinde herzlichen Dank.
Jakob Dillmann
Weißbindermeiſter.
Weiterſtädterſtr. 35.
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Sonntag, 22. April 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 110 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 22. April 1934.
Heuke vormittag 11 Uhr:
Feierliche Einweihung des Opferkempels der NSB.
auf dem Adolſ=Hitler=Plah.
CAuf die heute vormittag ſtattfindende feierliche
Ein=
weihung des Opfertempels der NSDAP. Amt für
Volkswohl=
fahrt, wird hierdurch nochmals hingewieſen.
Opfer=Tempel.
Phot. Jacobi.
Die Feier, an der ſämtliche Partei=Organiſationen und die
Spitzen der Behörden teilnehmen beginnt pünktlich um
11 Uhr Bei der Feier wird der Gauamtsleiter des Amtes für
Volkswohlfahrt. Pg. Bürgermeiſter Haug, ſprechen Die
Darm=
ſtädter Sängerſchaft, die Polizeikapelle und der
Muſikzug der Standarte 115 wirken mit.
SS.. SA., Nationalſozialiſtiſcher Frontkämpferbund, die
Frauenſchaft, HJ., BdM., der Arbeitsdienſt, die Landespolizei und
Die Techniſche Nothilfe werden Ehrenabordnungen entſenden
Im Anſchluß an die Weihe des Opfertempels wird das
Opfer=
buch aufgelegt werden, in das Einzeichnungen ſofort
vorgenom=
men werden können.
Es wird erwartet, daß alle Volksgenoſſen, die es ſich
ermög=
lichen können, zu dieſer Kundgebung erſcheinen.
NSDAP., Amt für Volkswohlfahrt Darmſtadt.
Reichsfinanzverwaltung — Landesfinanzamt Darmſtadt=
Oberregierungsrat Schroeder vom Finanzamt Erfurt wurde
als Vorſteher an das Finanzamt Darmſtadt=Stadt verſetzt.
Re=
gierungsrat. Göbel vom Finanzamt Aachen=Stadt wurde als
Vorſteher an das Finanzamt Groß=Gerau verſetzt.
— Hohes Alter. Am 22. April 1934 begeht Herr Georg
Petry, Pankratiusſtraße 62, in körperlicher und geiſtiger
Friſche ſeinen 75. Geburtstag.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus Gate22. April Anf. 18, Ende 22½ Uhr. Ringmiete II2.,Vorſt.
Preiſe 0.30—5.50
Die Walküre. Matce
3. 56 Anf. 20, Ende gegen 22 Uhr.
Preiſe 0.30—1.00
Zweites Volkskonzert. Dienstag
24. April Anf. 19½, Ende nach 22½ Uhr. D. Bühne. O 15
Preiſe 0.50—4.50
Julius Cgeſar. Kleines Haus Sonntag
22. April Anf. 19.30, Ende gegen 22. Außer Miete) dazu
kinderreiche Mütter Nummerkarten 851—1000
Preiſe 0.70—3.80
Krach um Folanthe.
Anf. 20, Ende geg. 22½ Uhr. (Außer Miete) dazu
Dienstag
kinderreiche Mütter Nummerkarten 1001—1150.
24. April La Traviata.
Preiſe 0.80—4.50
Zum Werbetag des Zugendherbergswerks.
Oberbannführer Bloch:
Die junge Generation will wandern. Sie will am
Lager=
feuer und auf Fahrt eine artgebundene Schickſalsgemeinſchaft und
einen neuen heroiſchen Typ ſchmieden. Sie will und ſoll durch das
Erlebnis der Fahrt wieder zurückfinden zu Blut und Boden, und
durch das Wandern Körper und Geiſt ſtählen.
Der nationalſozialiſtiſche Staat kann nur geſunde Menſchen
brauchen. Um dies zu ermöglichen, benötigen wir
Jugendherber=
gen. Helft durch Spenden mit, ſie einzurichten und auszubauen.
Brigadeführer Ivers:
Die Jugend in ihrem eigenen Reich unvoreingenommenen
Erlebens iſt dazu berufen, aus dem Reichtum dieſes Erlebens die
Kräfte für den Lebenskampf um das Volksganze zu entwickeln.
Wo immer Gelegenheit zu dieſer gegenſeitigen, von jeder
Ver=
knöcherung freien Erziehung gegeben iſt, wächſt der Geiſt und der
Wille zu wahrer unverbrüchlicher Treugemeinſchaft. In dieſem
Sinne ſind die Jugendherbergen mit ihrem friſchen lebendigen
Treiben Quelle völkiſcher und ſtaatlicher Wiedergeburt.
Staatsminiſter Jung:
Die deutſche Jugend iſt der Lebensquell der Nation. Aus ihr
erneuern ſich die Kräfte, die unſer Vaterland wieder groß und
ſtark machen ſollen. Sie zu erhalten, ſie wahres Volkstum und
deutſches Denken erkennen zu laſſen und ſie ſo auf ihre große
Zu=
kunftsaufgabe vorzubereiten, iſt höchſter Pflege und Widmung
wert. Der Reichsverband für deutſche Jugendherbergen unter
nationalſozialiſtiſcher Führung leiſtet auf dieſem Wege ein
tat=
kräftiges Stück wertvoller Mitarbeit. An der von ihm
veran=
ſtalteten Sammlung muß ſich jeder Volksgenoſſe nach Kräften
und nach der Bedeutung der Sache beteiligen.
Gaubetriebszellenleiter Kern, M. d. R.:
Vor wenigen Tagen ſtellte die deutſche Jugend im Reichs=
Berufswettkampf ihre Leiſtungsfähigkeit und Freude am Beruf
unter Beweis. Die Hitler=Jugend als Trägerin der deutſchen
Jugend wirbt nun folgerichtig um den Gedanken und Ausbau
der Deutſchen Jugendherbergen. Beide Gedanken:
Reichsberufs=
wettkampf und Jugendherberge gehören zuſammen. Durch das
Wandern ſoll Diſziplin, Gemeinſchaftsſinn und
Kameradſchafts=
geiſt erzogen werden. Mit dieſem Geiſt wird die Hitler=Jugend
alle Gegenſätze in der Jugend Deutſchlands überwinden können.
Iſt ſich die deutſche Jugend in dieſer Aufgabe einig, dann wird
ihr der Aufbau des deutſchen Sozialismus gelingen. Darum iſt
es Pflicht aller, die Jugend in ihrem Streben nach Ausbau der
Jugendherbergen zu unterſtützen. Die Jugend, die ihr Vaterland
und ſeine Schönheiten kennt, wird niemals mehr
internationa=
len Wahnideen nachhängen.
Stabsführer Richter:
Wandern erfreut Auge und Ohr bildet Herz und Seele,
ſtählt Körper und Willen, erzieht zur Opferbereitſchaft und
Ge=
meinſchaftsſinn, weckt Liebe und Verbundenheit zu Volk und
Hei=
mat, iſt uns Jungen ſtets Mahnung zu letzter Hingabe an unſere
nationalſozialiſtiſche Aufgabe.
Deshalb wandern wir! Deshalb Jugendherberge!
Deshalb: Helft und gebt!!!
Miniſterialrat Ringshauſen:
Am 22. April 1934 beginnt eine von der geſamten Hitler=
Jugend durchgeführte großzügige Werbewoche für das deutſche
Jugendherbergswerk. Die deutſche Jugend will ihre Heimat
kennen lernen. Wer Heimat erleben will, muß ſie erwandern.
Die Hitler=Jugend marſchiert durch Deutſchland, um neue Kräfte
für den Kampf zu ſammeln. Die Schönheiten der deutſchen
Land=
ſchaft ſagen der Jugend, welche Pflichten ihr auferlegt ſind.
Wan=
derungen der Jugend werden erſt ermöglicht durch die
Jugend=
herbergen, weil ſie als Uebernachtungsſtätten und
Verpflegungs=
orte auf größeren Fahrten unentbehrlich ſind. Die
Jugendher=
bergen ſind es, die der wandernden Jugend am Abend nach
an=
ſtrengender Fahrt ein Heim und eine Bleibe bieten. Sie ſind
aber mehr als gute und billige Uebernachtungsplätze. Sie ſind
Erziehungsſtätten unſerer Jugend im nationalſozialiſtiſchen Geiſt
zu ſozialer Kameradſchaft und nationaler Geſinnung, zur Treue
der Heimat und dem Vaterland, dem Volk und dem Führer. In
unſerer Jugend liegt des Reiches Zukunft. Darum, Volksgenoſſen,
opfert gerne und reichlich, damit Jugendherbergen geſchaffen
wer=
den können zum Wohle einer geſunden und kräftigen Jugend, die
das Werk des Führers vollenden ſoll.
Oberjungbannführer Schubert:
Wir wollen unſere Jungens erziehen und wollen ſie zu
rech=
ten Kerlen machen. Ein Weg, unſere Jugend zu erziehen, ihr
die Schönheiten unſeres Vaterlandes zu zeigen, iſt die Fahrt, iſt
die Wanderung. Darum richten wir an alle die Bitte: Spendet
für die Jugendherberge. Schafft uns die Möglichkeit, überall
hin=
zukönnen. Gedenkt der Jugend!
Jugendherbergsleiter Schütz:
Deutſche Jugend ſoll auf froher Fahrt durch deutſche Gaue
Land und Leute kennen lernen. In den Jugendherbergen ſoll ſie
eine Stätte finden, wo ſie nach angeſtrengter Tagesfahrt Raſt
machen und ſich zu neuen Taten erholen kann. Die Herbergen
ſind Pflegeſtätten treuer Kameradſchaft und wahrer
Volksgemein=
ſchaft. Zum weiteren Ausbau des Herbergsnetzes muß jeder
deut=
ſche Volksgenoſſe am Reichsopfertag ſein Scherflein beitragen.
Kreisleiter Wamboldt, kommiſſ. Oberbürgermeiſter:
Tiefe Liebe zur Heimat und unübertreffliche Sehnſucht,
deut=
ſches Land und deutſches Volkstum kennen zu lernen, treibt
unſere Jugend hinaus ins weite deutſche Land. Jugend, die dieſe
ſchöne deutſche Heimat kennen gelernt hat, fühlt ſich ihr und den
Volksgenoſſen, die in ihr leben, dauernd und unlösbar verbunden
und verpflichtet. Als Stützpunkt froher Wanderfahrten und
Jugendmärſche durch Deutſchlands Gaue ſind Jugendherbergen
unerläßlich notwendig, damit unſere wandernde Jugend Raſt=
und Bleibeſtätten in der Landſchaft ſelbſt findet.
Ich wünſche daher dem großen Prapagandatag für das
Deut=
ſche Jugendherbergswerk einen vollen Erfolg. Volksgenoſſen,
unterſtützt die deutſche Jugend und helft ihr zur völkiſchen
Ver=
bundenheik, denn dieſe Jugend ſetzt unſere Aufgabe fort. Sie iſt
lebendige Trägerin der deutſchen Zukunft.
— Evangeliſcher Bund. Nachdem ſoeben der Herr
Reichs=
biſchof dem Präſidenten des Bundes gegenüber die beſondere
Not=
wendigkeit der Bundesarbeit erneut dargetan hat, wird in
wei=
teren Kreiſen Intereſſe für das Thema: „Der Evangeliſche
Bund im Dritten Reich” beſtehen. Darüber ſpricht am
kommenden Donnerstag, den 26. ds. Mts., abends, im
Gemeinde=
haus Kiesſtraße Pg. Dr. Brauns, der Generalſekretär des
Heſſi=
ſchen Hauptvereins. Voraus geht die Jahres=Hauptverſammlung,
bei der der Vorſitzende, Pfarrer Dr. Berger, den Jahresbricht
vor=
tragen und den Kaſſenbericht erſtatten laſſen wird. Alle
Mit=
glieder des Bundes in Darmſtadt ſtnd dazu herzlich eingeladen.
Der Vortrag iſt auch für Gäſte offen.
Was beißt:
grichtig‟ Lährnenutzen?
Zahnärzte und Dentisten empfehlen:
Biologische Mundpflege mit der
radioaktivstrahlenden Zahnpaste „
Do-
ramad‟, Ihre strahlende Substanz mit
ihrer massierenden Wirkung erhält
das Zahnfleisch und die Zähne länger
gesund und widerstandsfähig. Fragen !
Sie den Zahnarzt und Dentisten!
— Paulusgemeinde. Die Ausſpracheabende in unſerer
Ge=
meinde über zeitgemäße Fragen werden heute abend fortgeſetzt.
Das Thema handelt vom „Weſen der Kirche” und wird von
Pfar=
rer Wolf eingeleitet. Die Gemeindeglieder ſind herzlich
einge=
laden. — Zur Eröffnung des erſten Lehrganges für
Mütter=
erziehung, den unſer Frauenverein veranſtaltet, findet am
Mitt=
woch abend ein Lichtbildervortrag von Frau Dr. Ohly=Alsbach
ſtatt, zu dem außer den Kurſusteilnehmerinnen auch die übrigen
Gemeindeglieder, vor allem auch die Männer, eingeladen ſind.
Darmſtädter Sängerſchaft.
Zur Einweihung der Opferſchale am Adolf=Hitler=Platz
(Monument) am Sonntag, den 22. April, iſt die
Darm=
ſtädter Sängerſchaft zur Mitwirkung verpflichtet. Die
Sänger=
ſchaft tritt pünktlich 10.30 Uhr am Paradeplatz (115er=
Denkmal) in Sängeranzug an. Geſungen werden „Deutſches
Volksgebet” von Janoske und „Wo gen Himmel Eichen ragen”,
von Heinrichs. Noten ſind mitzubringen. Das Erſcheinen iſt
jedes Sängers Pflicht.
Hofmann. Kreiswalter.
Ausflugſonderzug nach Baden=Baden.
An den Rand des Schwarzwaldes und doch mitten in einen
dichtbewaldeten Bergrücken führt am Sonntag, den 29. April, der
Verwaltungsſonderzug der Reichsbahndirektion Mainz. Wer in
der Ferne die trotzigen Höhen des Wasgenwaldes ſehen will, wer
einen ganzen Tag, der Mühen und Sorgen der Arbeit und des
Werktags vergeſſend, genießen, wer ſtundenlang durch die würzige
Tannenluft fahren oder wandern will, der wird ſich am letzten
Aprilſonntag einfinden, um mit dem billigen Sonderzug nach
Baden=Baden zu fahren. Dieſer Kurort, einzig ſchön nach Lage
und Klima, war einſt bevorzugter Aufenthalt und Erholungsplatz
des internationalen Großkapitals. Heute dient er dem ganzen
deutſchen Volke, heute iſt er deutſches Bad, deutſcher Kurort. Und
wer Sinn hat für deutſchen Wald, wem Natur die körperliche und
geiſtige Erholung gibt, der wird ſich zur Mitfahrt entſchließen.
Mit Straßenbahn, Omnibus, auf Schuſters Rappen kann der
Teil=
nehmer, nachdem er die Stadt beſehen, die Trinkhalle und das
ſchöne Kurhaus gewürdigt hat, längs der Oos hinauf zum alten
Schloß gehen, oder noch höher zum weitausſchauenden Merkur
wandern, der auch durch die außerordentlich verbilligte Bergbahn
leicht erreicht wird. Ein Rundgang oder eine Rundfahrt auf den
Höhen um die Stadt herum oder ein Spaziergang in der
welt=
bekannten Lichtentaler Allee bleibt unvergeßlich. Baden=Baden
wirbt um die Gunſt des deutſchen Volksgenoſſen, gibt aus dem
reichen Füllhorn, das Natur und Kultur darbieten, die ſchönſten
Gaben den lieben Sonderzuggäſten. Den Ruf, teuer zu ſein, hat
dieſe Weltſtadt längſt Lügen geſtraft. Man lebt dort gut deutſch
und preiswert.
Sebaſtian Kneipp
Seht —ſo war Kneipp!
Ein paar Feldblumen galten ihm mehr als fremder
Blüten Pracht ... ihm, der die Heimat ſo liebte.
Wie glücklich war er, daß ſein Kathreiner, der echte
„Kneipp=Malzkaffee; aus deutſchem Malz gemacht wird,
aus deutſcher Bauern Ernte.
Damals verſtanden ihn wenige. Heute fühlen wir
alle es ihm nach: der Kathreiner ſchmeckt uns grad noch
mal ſo gut, wenn wir daran denken, daß er aus unſerm
heimiſchen Boden ſtammt.
Kneipps Bild auf jedem Kathreinerpaket — e8 ehrt
das Andenken dieſes deutſchen Mannes.
Seite 6 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
Diife far Munel und Mind.
Berakungsſtunden für Mütker und Säuglinge.
Für die Ortsgruppe TX (Mitte), Mühlſtr. 4: jeden Freitag,
nach=
mittags 5 Uhr.
Einweihung des Opferkempels
des Amkes für Bolkswohlfahrk und Kundgebung
Im Rahmen des ſtändigen Hilfswerks „Mutter und Kind”,
werden durch entſprechend vorgebildete Schweſtern unter der
Lei=
tung eines Arztes in der Stadt und in den Landgemeinden des
Kreiſes Darmſtadt
„Beratungsſtunden für Mütter und Säuglinge‟
abgehalten.
In dieſen Beratungsſtunden erhalten Mütter unentgeltlich
Rat und Auskunft über die Pflege und Ernährung ihrer geſunden
Kinder.
Bei beſtehender Hilfsbedürftigkeit können auch dort von den
Rat ſuchenden Müttern Anträge auf Bewilligung von
Kräfti=
gungsmitteln geſtellt werden.
Die Beratungsſtunden für Mütter und Säuglinge finden ſtatt:
A. In der Stadt Darmſtadt:
Für die Ortsgruppe I (Steinberg), Heinrichſtr. 101: jeden
Mitt=
wöch, vormittags 10.30 Uhr.
Für die Ortsgruppe II (Beſſungen), Eichwieſenſtr. 8: jeden
Mitt=
woch. vormittags 9 Uhr.
Für die Ortsgruppe III (Rheintor), Rheinſtr. 62: Bauernkammer.
jeden Donnerstag, vormittags 9 Uhr.
Für die Ortsgruppe IWV (Maintor), Rheinſtr. 62.
Bauernkam=
mer: jeden Donnerstag, vormittags 10 Uhr.
Für die Ortsgruppe VI (Schloßgarten), Eliſabethenſtift. Eingang
Stiftsſtr.: jeden Dienstag, nachmittags 4 Uhr.
Für die Ortsgruppe VII (Gutenberg). Eliſabethenſtift. Eingang
Stiftsſtr. jeden Dienstag, nachmittags 5 Uhr.
Für die Ortsgruppe VIII (Gervinus), Mühlſtr. 4: jeden
Frei=
tag, nachmittags 4 Uhr.
B. In den Landgemeinden des Kreiſes Darmſtadt:
Arheilgen: 14tägig. Mittwochs nachmittags 3 Uhr, evangel.
Gemeindehaus.
Eberſtadt: 14tägig. Montags nachmittags 3 Uhr,
Gutenberg=
ſchüle.
Eſchollbrücken: 4wöchentlich. Mittwochs nachmittags 2 Uhr,
im Rathaus.
Erzhauſen: 4wöchentlich. Mittwochs nachmittags 2 Uhr, im
Gemeindehaus.
Gräfenhauſen; 4wöchentlich, Donnerstags nachmittags 2 Uhr,
im Rathaus.
Griesheim: 14tägig, Mittwochs nachmittags 3 Uhr, in der
Kochſchule.
Hahn: 4wöchentlich. Mittwochs nachmittags 1 Uhr, in der
Schule.
Meſſel: 4wöchentlich, Mittwochs nachmittags 2 Uhr, in der
Schule.
Nieder=Beerbach: 4wöchentlich. Donnerstag nachmittags
2 Uhr, im Rathaus.
Nieder=Ramſtadt: 14tägig. Mittwochs nachmittags 3 Uhr,
Vereinshaus.
Ober=Ramſtadt: 14tägig, Montags nachmittags 2 Uhr, im
Rathaus.
Pfungſtadt: 14tägig. Montags nachmittags 2 Uhr, in der
Kinderſchule.
Noßdorf: 4wöchentlich, Donnerstag nachmittags 2 Uhr, in der
Kinderſchule.
Traiſa: 14tägig. Mittwochs nachmittags 2 Uhr. im Rathaus
Wixhauſen: 4 wöchentlich, Mittwochs nachmittags 2 Uhr, im
Gemeindehaus.
*
Kunſt, Spork, Humor.
Kameradſchafts-u. Werbeabend des SB.98 Darmſtadt
Kunſt, Sport und Humor waren die Geleitworte, die der
SV. 98 Darmſtadt ſeinem Werbe= und Kameradſchaftsabend
voraus=
geſtellt hatte, der am Samstag abend in der Turnhalle am
Woogsplatz ſich in feſtlich=ſchlichter Form abſpielte, und Kunſt,
Sport und Humor haben denn auch in harmoniſcher Verbindung
miteinander bei der Durchführung des Feſtabends Pate geſtanden.
Der Sportverein 98 gehört zu den Darmſtädter Vereinen, die es
verſtehen, Feſte harmoniſch zu begehen.
Nach einleitenden Muſikſtücken, die von der Kapelle Kauck
ausgezeichnet ausgeführt wurden, ſprach der Vereinsführer, Herr
Oberingenieur Wöbke, herzliche Worte der Begrüßung und
er=
innerte an den letzten Geſellſchaftsabend, an dem vor einem
Jahre die Mannſchaft des Panzerſchiffes „Deutſchland” in
Darm=
ſtadt gefeiert werden konnte. Freudig habe ſich auch im
Sport=
verein 98 jeder an ſeiner Stelle in den Dienſt des
nationalſozia=
liſtiſchen Strebens geſtellt, das geſellige Leben ſei hierbei
natur=
gemäß zurückgetreten. Der rege Beſuch des heutigen Abends
beweiſe das Intereſſe an der Arbeit des Sportvereins 98, der für
die Durchführung der Beſtrebungen der
Volks=
ertüchtigung auf breiteſter Grundlage eintrete.
Der Sportverein 98 der heute abend in den Bühnenaufführungen
nur einen kleinen Ausſchnitt aus ſeiner ſportlichen Arbeit zeigen
könne, wolle ſeine Arbeit leiſten in echt ſportlichem Sinne und in
echter Kameradſchaft, in dem Geiſt, der auch unſerem Führer
vor=
ſchwebe, um das deutſche Volk wieder hoch zu bringen. Mit einem
dreifachen Sieg=Heil auf den Führer, das deutſche Volk und
die deutſche Sportbewegung ſchloß die Begrüßungsanſprache.
Die Leitung des Abends lag in den Händen von Herrn
Albert Heß, der auch den Poſten des Anſagers in ebenſo
lie=
benswürdiger wie trefflicher Weiſe inne hatte. Das
Vereins=
mitglied Herr Albert Zell, ein Anfänger, der aber über das
Anfangerſtadium ſchon heraus iſt, ſang einige Lieder.
Stimm=
material, beſeelter und natürlicher Vortrag zeichnen den jungen
ſympathiſchen Sänger aus. Ein anderes Vereinsmitglied. Herr
Hafenreffer, brachte einen vorzüglich und exakt geſpielten
Flötenſolo, am Flügel wie vorher Herr Zell vom 2.
Vereinsvor=
ſitzenden. Herrn H. Krauskopf, anſchmiegſam begleitet. Auch
der Sport ſelbſt kam nun zu ſeinem Recht, es zeigten ſich die
Jung=Leichtathleten mit ſtrammen Uebungen, und ein Schau=
Boxkampf, der temperamentvoll durchgeführt wurde, endete
un=
entſchieden. Die Herren Sulzmann und Krauskopf
ſpiel=
ten vierhändig am Flügel in meiſterlicher Weiſe, und dann kam
das Heſſiſche Landestheater, d. h. nicht in Perſon, ſondern
ver=
treten durch zwei liebenswürdige Vertreterinnen, die Damen
Regina Fuchs=Harre und Ilſelore Wöbke. Frl. Wöbke
tanzte zunächſt in einem entzückenden Koſtüm flott und feſch den
Radetzky=Marſch, dann ſang Frau Harre die Arie „Er liebt
mich” aus dem „Glöckchen des Eremiten” und ſich ſofort in die
Herzen des ſie ſtürmiſch feiernden Publikums hinein. Die
Jungmädchengruppe tanzte in ganz reizenden Koſtümen
einen richtigen Ländler, der wiederholt werden mußte.
Vorfüh=
rungen der Tiſchtennis=Abteilung ergänzten das bunte
Pro=
gramm, und Tanzvorführungen des Tanzpaares Fuhrländer
leiteten zu dem inoffiziellen Teil des überaus erfolgreichen
Abends über, der dem allgemeinen Tanz gewidmet war.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Belida.
* In den Belida läuft ein origineller Luſtſpielfilm „So
ein Flegel” mit Heinz Rühmann in einer tollen
Doppel=
rolle. Der beliebte Komiker hat Gelegenheit, ſich in zweifacher
Weiſe richtig auszutollen. Einmal als Primaner und zum
zwei=
ten als Theaterautor. Er iſt ſomit Träger für den Erfolg dieſes
luſtigen Bildſtreifens. Am anheimelndſten iſt das Milieu der
Handlung. Zeiten aus der Jugend, Schulſtreiche, Tanzſtunde
wer=
den lebendig und, wenn auch die Mode vor drei Jahrzehnten
anders war, die erſte Primanerliebe iſt damals ſo wie heute.
Dazu kommt die beſondere Kleinſtadtluft, die der Film atmet, die
geſtrengen Papas und Mamas, die Profeſſoren der Realſchule
und ihr gütiger Rektor — vieles, wie es jeder von uns in
glei=
cher oder ähnlicher Weiſe erlebte. Die Geſamthandlung ſelbſt iſt
virklich ſo luſtig und neuartig, daß man ganz vergißt, daß ſie in
Wirklichkeit ſo völlig unmöglich iſt. Annemarie Sörenſen als
Eva Knauer hat als Partnerin Rühmanns die weibliche
Haupt=
rolle, die ſie ausgezeichnet als verliebtes Tanzſtundenmädel
mei=
ſtert, daß man ſeine helle Freude hat. Auch die übrigen Rollen
ſind mit Inge Conradi, Oskar Sima und Jakob Tiedke
ſehr gut beſetzt. Man verlebt in dieſem Film harmlos=
ver=
gnügte Stunden. — Ein reiches Beiprogramm geht dieſem
Luſt=
ſpielfilm voraus.
„Durch Sozialismus zur Nation.” Ueber dieſes Thema
ſpricht Stabsführer Richter am Montag, den 23. d.
M., abends, in der Volkshochſchule, Neckarſtr. 3 (Saal 48),
im Rahmen der von der hieſigen Oberbannführung unter dem
Leitwort „Aufbruch der deutſchen Jugend” belegten
Vortrags=
reihe.
Warum Volkskonzerke?
Zum zweiten Volkskonzert des Heſſiſchen Landestheaters
am Montag, den 23. April.
Als in Darmſtadt vor längeren Jahren die Einrichtung
der Volkskonzerte geſchaffen wurde, war dies aus den
Zeit=
verhältniſſen heraus bedingt.
Durch den Krieg, die Nachkriegszeit und die Inflation waren
große Teile unſeres Volkes verarmt; bei vielen, die früher zu
den treueſten Theater= und Konzertbeſuchern gehörten, reichte
es kaum zum nackten Leben. Sie waren nicht mehr in der Lage,
Konzerte und Theater zu beſuchen, wenn nicht eine Möglichkeit
geſchaffen wurde, gute Muſik zu geringen Eintrittspreiſen
zu hören.
Die Sinfoniekonzerte, die damals noch Veranſtaltungen des
Orcheſters zum Beſten ſeiner Wohlfahrteinrichtungen waren,
wieſen ſehr guten Beſuch auf, eine erhebliche Senkung der
Ein=
trittspreiſe konnte nicht vorgenommen werden, um die
Ren=
tabilität nicht in Frage zu ſtellen.
Aus dem Orcheſter heraus wurde damals der Vorſchlag
ge=
macht, Konzerte, ſogenannte Volkskonzerte, zu kleinen Preiſen
zu veranſtalten und die Einnahmen reſtlos dem Landestheater
zuzuführen. Die Generaldirektion griff dieſen Vorſchlag auf,
der große Erfolg dieſer Volkskonzerte Jahre hindurch bewies
ihre Notwendigkeit.
Die Programmfrage war allerdings nicht immer leicht zu
löſen, denn maucher der Dirigenten wollte den Sinn dieſer
Volkskonzerte nicht verſtehen. Kein Jagen nach Ur= und
Erſt=
aufführungen war die Aufgabe, die uns vorſchwebte, keine
Fort=
ſetzung der Programme der Sinfoniekonzerte ſollten die
Vor=
tragsfolgen dieſer Volkskonzerte ſein, ſondern eine Ergänzung.
Ab und zu nahm man auch Werke nicht zu großen Ausmaßes
unſerer großen Meiſter, die in einem der Sinfoniekonzerte mit
beſonderem Erfolg geſpielt wurden, in die Volkskonzerte mit
auf, um auch denen, die bei der erſten Aufführung nicht
zu=
gegen ſein konnten, eine Freude zu machen.
Daß es uns gelaug, durch die Veranſtaltung der
Volks=
konzerte Freude zu machen, das bewieſen die vielen
Dankes=
bezeugungen, die der Generaldirektion und dem Orcheſter zugingen.
Gibt es nicht heute auch genug Volksgenoſſen, die gern
einmal ein Konzert hören würden, in dem Meiſterwerke
vor=
nehmlich unſerer deutſchen Meiſter zu Gehör kommen, denen
aber die Mittel fehlen, die allerdings ſchon bedeutend geſenkten
Preiſe der großen Sinfoniekonzerte aufzubringen? Sollen wir
denen nicht auch die wunderbare deutſche Tonkunſt näher
brin=
gen, ſollen wir den vielen, die gar nicht wiſſen, welch „ſchöne‟
Muſik es gibt, dieſe Kunſtgüter vorenthalten, Kunſtgüter, wie
ſie keine zweite Nation aufweiſen kann? Sollen wir unſere
deutſche Jugend nicht auch hineinführen in dieſe ideale Welt?
Bei Aufſtellung der Vortragsfolgen für dieſe Volkskonzerte
kann man darauf achten, daß leichter verſtändliche Werke von
nicht zu großen Umfang aufgenommen werden, wir haben ja
einen ſo großen Schatz in der Hinterlaſſenſchaft unſerer Meiſter.
Auch ſoliſtiſche Darbietungen müſſen dem Programm eingefügt
werden, um für die nötige Abwechſelung zu ſorgen.
Das für Montag, den 23. April, im Großen Haus des
Landestheater vorgeſehene zweite Volkskonzert dieſer Spielzeit
leitet der erſte Konzertmeiſter des Landestheaters, Otto Drumm,
der früher unter Prof. Winderſtein in Bad Nauheim die
volks=
tümlichen Konzerte des Kurorcheſters dirigierte. Als Hauptwerk
des Abends kommt Schuberts herrliche unvollendete Sinfonie
in H=Moll zur Aufführung. Bis zum Jahre 1865 war das
Fragment dieſer einzig ſchönen Sinfonie verſchollen. Der Wiener
Hofkapellmeiſter Herbeck, ein glühender Verehrer der Kunſt Franz
Schuberts, fand das Manuſkript bei dem Jugendfreunde Schuberts,
Anſelm Hüttenbrenner, der es mit vielen anderen nachgelaſſenen
Werken Schuberts aufbewahrte.
Herbeck brachte die beiden Sätze in Wien mit
außerordent=
lichem Erfolg zur Uraufführung. Eduard Hanslick, der damals
gefürchtetſte Kritiker Wiens, bezeichnete die H=Moll=Sinfonie als
eine der beſten Tondichtungen Schuberts. Kaum ein zzweites
Werk des Meiſters des Liedes iſt von einem ſolchen Wohllaut
durchzogen, als das himmliſche Andante.
Beſonderes Intereſſe dürften auch die reizenden Sätze aus
Mozarts Muſik zu der Pantomime: „Les petits riens” von
Noverre erregen, die Mozart im Jahre 1778 in Paris ſchrieb.
Die einzelnen kleinen Tanzformen ſind gefällige Nippſächelchen,
die Georg Göhler für den Konzertgebrauch einrichtete.
An Orcheſterdarbietungen iſt noch die ewig friſche, ihre
Wirkung nie verfehlende Ouvertüre zu „Eurhanthe” von C. M.
v. Weber zu erwähnen. Soliſtiſch betätigen ſich unſere gefeierte
Sopraniſtin Berta Obholzer, die die große „Ocean=Arie” aus
der Oper „Oberon” von C. M. v. Weber ſingt und der
jugend=
liche Darmſtädter Künſtler Hans Andrä, der das ihm von ſeinem
Lehrer Arnold Mendelsſohn gewidmete Konzert für
Violon=
cello und eine Suite für Violoncello allein von Max Reger
Friedrich Brückmann.
ſpielt.
heute vormittag 11 Uhr auf dem Adolf=Hitler=Platz.
Zu der heute vormittag um 11 Uhr auf dem Adolf=Hitler=
Platz ſtattfindenden Einweihung des Opfertempels der NS.=
Volks=
wohlfahrt werden ſämtliche Mitglieder des Amtes für
Volks=
wohlfahrt in Darmſtadt herzlichſt eingeladen. Von den
Amts=
leitern und Amtswaltern der NSV. der Stadt Darmſtadt wird
vollzähliges Erſcheinen erwartet.
Antreten der Amtswalter der NSV. 10.45 Uhr vor dem
Alten Palais.
Kreisamtsleitung
des Amtes für Volkswohlfahrt Darmſtadt.
Kinder=Landverſchickung.
Um der deutſchen Jugend ſchon in früheſter Kindheit echtes
Kameradſchafts= und Zuſammengehörigkeitsgefühl in ihr junges
Herz einzupflanzen und damit ſie ihr Vaterland kennen und lieben
lernen, hat es ſich die Hitler=Jugend zur Aufgabe gemacht, in
dieſem Jahre 80 000—100 000 Kinder in ganz Deutſchland
gegen=
ſeitig zu verſchicken. Ferner wollen wir unſeren Kameraden an
der Saar bezeugen, daß wir aus demſelben Stuck Stahl beſtehen,
das der Führer nach ſeinem Willen geſchmiedet hat und ſchmieden
wird, das auch einem Schandvertrag von Verſailles, der uns 1935
von unſeren Kameraden an der Saar trennen will, durch
Zähig=
keit und Feſtigkeit trotzt.
An die Bevölkerung Darmſtadts richten wir daher die
herz=
lichſte Bitte, uns den Garanten der Zukunft, die Durchführung
da=
durch zu ermöglichen, daß ſich möglichſt viel Familien bereit
er=
klären, während des Sommers 1 Kind im Alter von 10—14 Jahren
auf 4—6 Wochen aufzunehmen. In den nächſten Tagen werden von
Jungens und Mädels der HJ. Pflegeſtellenliſten zum Einzeichnen
vorgelegt, ſowie Spendeliſten, in denen Familien, die in
Er=
mangelung geeigneter Räumlichkeiten kein Kind nehmen können,
einen Geldbetrag einzeichnen können.
Hat ſich eine Familie entſchloſſen, ein Kind aufzunehmen,
oder etwas zu ſpenden, und es hat bis zum Dienstag, den
24. April niemand vorgeſprochen, ſo bitten wir ergebenſt, per
Poſtkarte genaue Adreſſe, ferner ob Bub oder Mädel Sie zum
Aufnehmen bereit ſind, an die Hitler=Jugend, Bann 115,
Alicen=
ſtraße 25, bis Donnerstag, den 26. April, einzuſenden.
Eheleute, die Ihr gar keine Kinder oder nur eins beſitzt,
er=
klärt euch bereit. Ihr werdet eure Freude an den Kindern
haben und euren Dank gleich beim Abſchied an ihren Augen
ab=
leſen können.
Denn nur geſunde Kinder kommen zur Verſchickung.
NS. Frauenſchaft Darmſtadt.
Am Sonntag, 22. April, vormittags 11 Uhr. findet die
Ein=
weihung des Opfertempels der NSV. (am Adolf=Hitler=Platz)
ſtatt. Die Frauenſchaft wird erſucht, vollzählig zu erſcheinen.
Wir machen unſere Mitglieder darauf aufmerkſam, daß am
24. April im Fürſtenſaal, Grafenſtraße, ein Frauennachmittag des
VWA. (Verband Weiblicher Angeſtellten) ſtattfindet. Es ſpricht
Pg. Schmidt von der NS.=Hago. Es wird von unſeren
Frauen=
ſchaftsmitgliedern, die nicht im Beruf ſtehen, verlangt, ſich an
die=
ſem Nachmittag zu beteiligen.
Kreisſchulungsamt.
Sonntag, den 22. April. vormittags 9,30 Uhr,
Sonderlehr=
gang mit Rednerausbildung für ſämtliche Schulungsobmänner
des Kreiſes Darmſtadt im kleinen Saale des Hanſahotels, Rhein=
An dieſem Sonderlehrgang mit Rednerausbildung können
auch Nichtſchulungsobmänner, z. B. Hilfsredner und die, die es
werden wollen, teilnehmen.
Heute nachmittag 5 Uhr findet in der Feſthalle
ein großes Chor= und Orcheſterkonzert unter Leitung
der Herren Kapellmeiſter F. Fiſcher und F. Rehbock ſtatt.
Dieſe Veranſtaltung iſt der Auftakt zur Arbeit der NSG. „Kraft
durch Freude” im Kreisgebiet Darmſtadt. Der Mozartverein,
Darmſtädter Männergeſangverein Liederkranz,
der Chor der Beſſunger Turngemeinde 1865 e. V.,
die Ballonheiner und der Inſtrumentalverein
be=
ſtreiten unter Stabführung der vielbewährten und geſchätzten
Dirigenten eine künſtleriſche Vortragsfolge, enthaltend Werke von
K. M. v. Weber und Edward Grieg ſowie Chorwerke von
Richard Wagner, H Kaun, M. Bruch und E. Grieg.
Außerdem die Uraufführung von zwei Chören von Friedel
Fiſcher.
In liebenswürdiger Weiſe hat ſich Joh. Drath vom Heſſ.
Landestheater die Solopartie im „Normannenzug” von M. Bruch
und „Landerkennung” von Grieg übernommen. Die zahlreichen
Freunde ſeiner Geſangskunſt werden ihm gerne im Konzert
lau=
ſchen. E. Lohkamp vom Heſſ. Landestheater lieſt den Text der
Chöre.
Der Feierſtunde voraus geht eine Anſprache des
Landesob=
mannes der NSBO. Pg. Willi Becker, Frankfurt a. M., der zur
Aufnahme der Tätigkeit der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch
Freude‟ Geleitworte ſpricht. Auch Kreisleiter und kommiſſariſcher
Oberbürgermeiſter Pg. Wamboldt hat ſein Erſcheinen
zuge=
ſagt und wird zu den Beſuchern ſprechen.
Eintrittskarten zum Preiſe von 50 Pfg. ſind ab 4 Uhr
an den Kaſſen erhältlich. Es wird erwartet, daß die
Volksgenoſ=
ſen ſich ſehr zahlreich zu der Feierſtunde einfinden und die hohen
Ziele der NSG. „Kraft durch Freude” erkennen und ſchätzen
ler=
nen. Es ſei auch an dieſer Stelle darauf hingewieſen, daß es für
die Mitglieder der NSBO. und DAF. Ehrenpflicht wäre, die
Aus=
führungen des Landesobmannes Pg. W. Becker zu hören.
Der große Darmſtädker Frühjahrs=
Bſervemnerr an Montag.
Der Pferdemarkt am morgigen Montag verſpricht für
Darm=
ſtadt wieder einmal ein beſonderes Ereignis zu werden. Die
An=
meldungen von Händlerpferden ſind trotz der zurzeit herrſchenden
Pferdeknappheit in ganz befriedigender Zahl eingelaufen. Die
Prämiierung der Zuchtpferde wird mit im
Mittel=
punkt der Veranſtaltung ſtehen. Das Marktprogramm verzeichnet
in der Gruppe der heſſiſchen Kaltblutpferde 30 Tiere. Am
ſtärk=
ſten wird die Klaſſe der 3—4jährigen Stuten mit 12 Tieren
ver=
treten ſein. Bei den zweijährigen Kaltbluthengſten verzeichnet
das Programm drei junge Hengſte. In der Abteilung „Heſſiſches
Warmblut” finden wir ſogar eine Beteiligung von 40 Tieren,
Bei den in Heſſen gezogenen zweijährigen Stuten werden 11
Tiere und bei den außerhalb Heſſens gezogenen 12 junge Stuten
in friedlichen Wettbewerb treten. Mit 4 zweijährigen Hengſten
iſt auch die Klaſſe der jungen Warmbluthengſte beſonders ſtark
vertreten Allerorten kann man jetzt ein ſehr ſtarkes Intereſſe
an den Belangen der Pferdezucht feſtſtellen.
Die Programmfolge des Marktes iſt nachſtehende:
8 Uhr: Eröffnung des Marktes; 8.30 Uhr: Beginn der
Prämiie=
rung, wobei drei Preisgerichte tätig ſein werden. Um 11 Uhr
beginnt die Vorführung der preisgekrönten Zuchtpferde, um
11.20 Uhr werden die Siegerperde in den einzelnen Klaſſen
noch beſonders zuſammengeſtellt und vorgeführt werden
Anſchließend daran findet dann die Hengſtparade ſtatt,
an der 12 Hengſte der Starkenburger Beſchälſtation teilnehmen,
Das Platzkonzert wird wiederum geſtellt von der
Ka=
velle des Obermuſikmeiſters a. D. Ruhlemann.
Verſchiedene Führer des wirtſchaftlichen und politiſchen
Lebens haben größtenteils ihr Erſcheinen zu der Veranſtaltung
des Landespferdezuchtvereins zugeſagt. Auf dem großen
Darm=
ſtädter Pferdemarktplatz an der Holzhof=Allee wird
alſo am Montag wieder einmal ſtarkes Leben und Treiben
herk=
ſchen, da die Marktveranſtaltung ſchon ſeit Jahren von Stadt und
Land ſich eines zahlreichen Beſuches erfreut.
Für Aufbewahrungsmöglichkeit von Fahrrädern iſt geſorgt.
Sonntag, 22. April 1934
Die Marcennadr Linput in Bariftade.
Auf der Meſſe wird erſtmalig Schäfers Märchenſtadt Liliput
in Darmſtadt gezeigt. Wer die Meſſe beſucht, wird ſich den Beſuch
der Märchenſtadt nicht entgehen laſſen. Wer nicht vor hat, ſie zu
beſuchen, ſollte ſie gerade wegen dieſer Märchenſtadt Liliput
auf=
ſuchen.
Es iſt nicht zu viel geſagt und iſt nicht übertrieben, wenn die
Stätte, die die kleinen Liliputaner ſich unterhalb des Meßplatzes,
jenſeits der Lindenhofſtraße, aufgeſchlagen haben, Märchenſtadt
genannt wird. Es iſt wirklich eine. Tritt man durch das
freund=
liche Stadttor näher und hat ſich in das goldene Buch
eingezeich=
net, das von dem würdigen Bürgermeiſter der Liliputaner
vor=
gelegt wird, und macht dann einen Gang durch die kleine Stadt,
fühlt man ſich wirklich wie in eine andere Welt verſetzt. Wie in
eine Welt, die aufgebaut iſt aus vergrößerten Puppenhäuſern, in
der die Gruppen lebendig geworden ſind und ihr beſchauliches
Le=
ben leben, genau wie die Häuſer erwachſener Menſchen, ſauber,
gediegen, vornehm und praktiſch. Man ſieht ein Hotel, ſieht
Fri=
ſeur= und Modeſalon, man ſindet Zigarettenläden und Konditorei
ein eigenes Poſtamt, das auch über eigene Stempel verfügt, darf
einen Blick werfen in freundliche Wohnhäuſer, wo Ehepaare mit
und ohne Kind leben, oder in gemeinſchaftliche Aufenthaltsräume,
die zum Wohnen und Schlafen dienen. In all dieſen blitzſauberen,
höchſt praktiſch und ſchön eingerichteten Häuſern und Wohnungen
hauſen die kleinen Menſchen beiderlei Geſchlechts, leben vergnügt
und froh und arbeiten und trainieren für ihre beruflichen
Pflich=
ten, die im weſentlichen in Varieté= und Zirkuskünſten beſtehen.
Man muß ſich der Zeiten erinnern, in denen die Lilivutaner,
klein gebliebene Menſchen, die ſich aus allen Nationen
zuſammen=
ſetzen, auf Meſſen und Märkten ein für Menſchen unwürdiges
Da=
ſein friſteten, um den Idealismus verſtehen zu können, von dem
der Unternehmer Schäfer, der die Betreuung der Liliputaner ſchon
von ſeinem Vater erbte, erfüllt iſt, und um auch verſtehen zu
kön=
nen, daß das, was früher an „Auch Kunſt” von dieſen kleinen
Menſchen geboten wurde, heute derart fortentwickelt iſt, daß es
den Varieté= und Zirkusdarbietungen der großen Kollegen nicht
nur in keiner Beziehung nachſteht, ſondern ſie vielfach übertrifft.
— Freilich die kleinen Menſchen müſſen ihr Familienleben der
Neugier der Menge preisgeben, wenn auch nur inſoweit, als große,
ſaubere Fenſter von außen den Einblick in die Behauſungen
er=
möglichen. Das gehört zum Beruf. Wer dieſe Märchenſtadt
durch=
wandert, dem wird es klar werden, daß zu ihrer Erſtellung nicht
unerhebliche Geldmittel notwendig ſind, die wieder hereingebracht
und rentabel gemacht werden müſſen, und ſchließlich wollen nicht
nur die kleinen Menſchen alle und ihre vielen Pferde leben,
ſon=
dern auch der Unternehmer. Faſt ſcheint es dabei unverſtändlich,
daß all das, was hier zu ſehen iſt, für einen ſo lächerlich geringen
Eintrittspreis geboten werden kann.
Wie wir hören, entſtammen die 45 Liliputaner, die in dieſer
Truppe in vorbildlicher Harmonie zuſammen leben, acht
verſchie=
denen Nationen. Liliputaner iſt alſo kein beſtimmter
Menſchen=
ſtamm, ſondern er ſetzt ſich nach den Launen der Natur aus allen
Nationen zuſammen.
Von Zeit zu Zeit bieten Liliputaner, außer der Vermittlung
eines Einblicks in ihre Wohnungen, ganz ausgezeichnete
Zirkus=
vorſtellungen. Zirkusvorſtellungen, die, wie bereits geſagt, jeden
Vergleich mit den großen Kollegen vom Zelt und Varieté
aus=
halten. Es ſind wirklich große Artiſten, dieſe kleinen Akrobaten,
Kraftmenſchen. Reiter, Tänzer, Dompteure uſw. Eine große
Gruppe, beiderlei Geſchlechts, zeigt Parterre=Akrobatkunſt von
ganz großem Ausmaß, turneriſche und Kraftleiſtungen, die
immer wieder Beifallsſtürme auslöſen, weil ſie wirklich
hervor=
ragend ſind. Dann Pferdedreſſuren die etwa zwei Dutzend
Pferde ſind ſelbſtverſtändlich auch klein, aber ausgezeichnet
ge=
pflegt und gut dreſſiert —, Reitkunſtſtücke, die die hohe Schule,
Jockeikünſte, Voltigieren u. v. a. umfaſſen, Elefantendreſſuren,
ruſſiſche Tänze u. v. a. m. Alles wird ernſt, elegant, vornehm, in
blitzſauberen Koſtümen und ſtaunenswerter Routine vorgeführt. —
In all dem Vielen, was die Meſſe heuer bringt, wird die
Märchenſtadt Lilivut den Hauptanziehungspunkt bilden. Sie iſt
M. St.
erſtmalig und bisher einmalig.
D Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher
Erkran=
kung ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt
zu rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 22. April 1934, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Erb, Wenckſtr. 23. Tel. 1208. Dr. med. Schiffer,
Manfred v. Richthofen=Platz 2, Tel. 1403. Dr. med. E. Draudt,
Heinrichſtr. 17. Tel. 2520.
Sonntags= und Nachtdienſt in den Apotheken Darmſtadts.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchließen=
den Woche den Nachtdienſt die Hirſchapotheke, Nied.=
Ram=
ſtädter Str. 21, und die Nordendapotheke. Dietrich
Eckardt=
platz 17.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Wln3115
Nr. 110 — Seite 7
Kunſknachrichken.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Städt. Akademie für Tonkunſt. Der muſikliebenden
Bevölkerung der Stadt Darmſtadt ſteht für Samstag, 28. April,
ein großer Kunſtgenuß bevor. Der überaus beliebte und geachtete
Pianiſt, Herr Profeſſor Max Pauer, wird im Saale der Städt.
Akademie für Tonkunſt einen Beethoven=Abend veranſtalten.
Näheres wird noch in einer weiteren Voranzeige und Inſerat im
Laufe der nächſten Woche bekanntgegeben.
Vereins= und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Hiſtoriſcher Verein. Am letzten Vortragsabend dieſes
Halbjahres ſpricht Montag, den 23. April, 6 Uhr. im
Realgym=
naſium Profeſſor Dr. Roloff aus Gießen über „Die Bedeutung
des Deutſchen Zollvereins”. Der deutſche Zollverein bedeutet
be=
kanntlich einen weſentlichen Schritt hin zur deutſchen Einheit.
Ebenſo bekannt ſollte ſein, daß unſer Heſſenland, wie bei allen
deutſchen Einigkeitsbeſtrebungen auch hier eine ausſchlaggebende
Rolle geſpielt hat. Die Jahrhundertaufſätze in der Preſſe ſind
die=
ſer Bedeutung nicht gerecht geworden. So iſt es beſonders
begrü=
ßenswert, daß bei dieſem Vortrag die Bedeutung dieſes Bundes
wieder einmal unterſtrichen wird. Nach dem Vortrag findet die
ordentliche Hauptverſammlung ſtatt, in der u. a. über das
ver=
floſſene, in der Geſchichte des Vereins ſo wichtige Jahr Berichr
erſtattet werden wird; ebenſo werden Ausführungen über den
dreitägigen Ausflug nach Lauterbach und Schlitz gegeben werden.
Deutſch=Evangeliſcher Frauenbund. Ortsgruppe
Darmſtadt. Die Jahresverſammlung der Ortsgruppe findet
Mitt=
woch, den 25. April 1934 nachmittags 4.30 Uhr, im Heylshof,
Weyprechtſtraße 6, ſtatt. Ihre Tagesordnung bringt vor der
Tee=
pauſe (Teekarten 40 Pfg.) Jahres= und Kaſſenbericht, Wahlen,
Verſchiedenes, nach der Teepauſe Lichtbildervortrag aus Japan,
umrahmt durch Klaviervorträge von Fräulein E. Schulz. Gäſte
ſind willkommen.
Berufsgemeinſchaft der weiblichen
Ange=
ſtellten. Am 24. April, nachmittags 3 Uhr, findet im
Fürſten=
ſaal ein Frauennachmittag ſtatt. Veranſtalter iſt die Deutſche
An=
geſtellten=, insbeſondere die Berufsgemeinſchaft der weiblichen
An=
geſtellten. Als Redner iſt Pg. Schmidt von der NS.=Hago
ge=
wonnen. — Der Vortrag „Die deutſche Frau in der Wirtſchaft”
wird von muſikaliſchen Darbietungen umrahmt. — Eintritt frei!
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: „So ein Flegel”.
Sprengbomben. Gasbomben und
Brandſähe machen keinen Unkerſchied
zwiſchen jung und alt. Mann und Frau! — dei
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Seite 8 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
Zuſammenkunft
von Darmſtädker und Frankfurker Vorkämpfern
des Nakionalſozialismus in der Polizeibeamkenſchaft
Am Mittwoch abend fand zum Zeichen engſter
Verbunden=
heit zwiſchen preußiſcher und heſſiſcher Polizei in den der
heuti=
gen Notzeit entſprechend einfach, aber geſchmackvoll neu
hergerich=
teten, Räume des Offiziersheims der Heſſiſchen Landespolizei
in der Holzhofallee in Darmſtadt eine Zuſammenkunft derjenigen
Darmſtädter und Frankfurter Polizeibeamten ſtatt, die vor der
Machtübernahme durch die nationale Regierung im Reich der
NSDAP. bereits als Mitglied angehört hatten.
In ſeinen einleitenden Worten hieß Oberſt Jacobſen die
erſchienenen Parteigenoſſen, insbeſondere die Frankfurter
Kolle=
gen, herzlich willkommen. Er begrüßte u. g. den
Verwaltungs=
direktor Löwer vom Heſſiſchen Staatsminiſterium, den
Sturm=
bannführer und Adjutanten Werner, der als Vertreter des
Frankfurter Polizeipräſidenten erſchienen war, und den
Geſchäfts=
führer des Gauperſonalamts, Poſtinſpektor Bernius von
Darmſtadt. Leider konnte der Leiter des Amtes für Beamte
in Heſſen. Landrat Kremmer=Rüdesheim, infolge
dienſtli=
cher Verhinderung an der Veranſtaltung nicht teilnehmen. Er
ließ ſich durch Polizeiamtmann Zingler vertreten. Oberſt
Jacobſen wies auf den Zweck und die Bedeutung des Abends
hin und betonte, daß gerade in der Polizeibeamtenſchaft die
Treue und Kameradſchaft die Tugenden wären, die der ſorglichen
Pflege bedürften. Er wünſchte, daß dieſe ſchönen ſoldatiſchen
Eigenſchaften an dieſem Abend in beſonderem Maße in der Tat
zum Ausdruck kämen. Der Redner betonte weiter, daß eine enge
Verbindung der alten Parteigenoſſen in der heſſiſchen und
preu=
ßiſchen Polizei, über die äußeren Grenzen hinweg erforderlich
wäre, um die durch die Machtergreifung unſeres unvergleichlichen
Führers und Volkskanzlers Adolf Hitler eroberte Stellung
nun=
mehr zu einem unerſchütterlichen, feſtſtehenden Staatsgefüge
aus=
zubauen. Hierbei wären gerade die alten Parteigenoſſen dazu
berufen, die ihren Mut und die Treue zu Führer und Bewegung
in einer Zeit bewieſen hätten, als es für Exiſtenz und Familie
eine Gefahr war, Kämpfer für die Idee zu ſein, an erſter Stelle
tatkräftig mitzuarbeiten. Gerade ſie wären der Garant, dafür zu
ſorgen, daß gewiſſen Wühlmäuſen das Handwerk gelegt, werde.
damit die Aufbauarbeit durch dieſe Paraſiten auch nicht im
ge=
ringſten beeinträchtigt würde. Indem Oberſt Jacobſen ſeinen
ehemaligen Berufskameraden und Parteigenoſſen aus
Frank=
furt a. M. für ihr reſtloſes Erſcheinen nochmals dankte und der
kameradſchaftlichen Veranſtaltung innerhalb der Räume des
tradi=
tionsreichen Offizierheims den beſten Verlauf wünſchte, war es
ihm ein Herzensbedürfnis, am Schluß ſeiner Begrüßungsanſprache
den Wunſch einer baldigen Wiederholung einer ähnlichen
Zu=
ſammenkunft noch zum Ausdruck zu bringen
Die Pauſen wurden durch muſikaliſche Darbietungen der
Polizeikapelle Buslau umrahmt.
Nun ergriff Verwaltungsdirektor Löwer das Wort und
führte u. a. aus, daß es ihm eine beſondere Freude wäre, ſeine
ehemaligen Frankfurter Berufskollegen zuſammen mit heſſiſchen
Polizeibeamten in Darmſtadts Mauern begrüßen zu können.
Durch ſeine Ausführungen rief er bei den Parteigenoſſen aus
Frankfurt die Erinnerung an die Zeiten ſchwerſter Kämpfe gegen
die Syſtemträger der vergangenen Machthaber wach. Dabei hob
er anerkennend und dankbar hervor, in welch hingebender Weiſe
der Führer der Frankfurter Polizeifachſchaft, Amtmann
Zing=
ler, ſich um die Aufbauarbeit innerhalb der Beamtenſchaft
be=
mühte, die dem Redner durch die damalige Maßregelung wegen
ſeiner politiſchen Betätigung entzogen war. Auch an dieſer Stelle
verdiente es nochmals hervorgehoben zu werden, welche
Ver=
dienſte der Pg. Zingler trotz aller Schikanen für die
national=
ſozialiſtiſche Beamtenſchaft in Frankfurt hätte. Pg. Löwer
wies auf die Notwendigkeit engſter Verbundenheit der beiden
nachbarlichen Polizeikörper, die heute durch die Grenzpfähle nicht
mehr getrennt wären, hin und wünſchte, daß dieſer Abend der
Auftakt ſein möchte, die Bande zwiſchen den örtlich getrennten
Vorkämpfern der Polizeibeamtenſchaft noch herzlicher zu geſtalten.
Gerade in der jetzigen Zeit des Aufbaues und der Entwicklung
wäre der Kampf ungleich ſchwerer als derjenige von früher auf
der Straße, da damals im Gegenſatz zu heute die Fronten klar
zu erkennen waren. Es bedürfe daher der beſonderen Mitarbeit
des alten nationalſozialiſtiſchen Stammes in der Polizei, der ſich
ſchon lange vor der Machtübernahme, ohne Rückſicht auf die
dro=
henden Gefahren für das eigene Ich, bedingungslos für den
herr=
lichen Gedanken des Nationalſozialismus eingeſetzt hätte. Dieſe
alten Kämpfer, die in der Vergangenheit bereits ihre eiſerne
Diſziplin in der Tat bewieſen hätten, müßten auch heute dieſem
Grundſatz treu bleiben, auch wenn heute aus Kreiſen der Reaktion
verſucht werden ſollte, das Aufbauwerk ſtörend zu beeinfluſſen.
Pg. Löwer verſicherte, daß die Führer der Bewegung über die
wirtſchaftlichen Nöte des Volkes genaueſtens orientiert wären,
daß es aber unmöglich wäre, die Schandtaten der vergangenen
Machthaber von heute auf morgen zu beſeitigen. Er ſchloß ſeine
Ausführungen mit dem Hinweis, daß in Zukunft des öfteren
der=
artige Zuſammenkünfte ſtattfinden ſollten. Ein dreifaches Sieg=
Von den Freilichtfeſtſpielen in Auerbach.
Guſtav Waſa im Rat zu Mora.
Phot. Collmann.
Heil auf den geliebten Führer und Volkskanzler Adolf Hitler
und das Abſingen des Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Liedes
be=
endeten die aus innerem Herzen kommenden Worte des Pg.
Löwer.
Für die Kollegen aus Frankfurt dankte Amtmann Zingler
für die freundliche Aufnahme und gab ſeiner Freude darüber
Ausdruck, daß ſeine alten und treueſten Mitkämpfer aus
Frank=
furt ihre ganze Kraft an führender Stelle in der Heſſiſchen
Staats=
regierung einſetzen, um das heſſiſche Beamtentum im Sinne des
Nationalſozialismus neu zu geſtalten, bedauerte aber
anderer=
ſeits den ſchweren Verluſt dieſer beſten und verdienſtvollſten
Vor=
kämpfer und Führer, der Frankfurter Parteigenoſſen innerhalb
der Polizeibeamtenſchaft.
In enger Kameradſchaft wurden noch einige gemütliche
Stun=
den verlebt, und nur die Gewißheit, daß derartige
Kamerad=
ſchaftsabende in Zukunft noch öfter veranſtaltet werden möchten,
war der Ausdruck des Abſchiedes.
A.
Der Deutſche Frauen= und Mädchenbund für ſittliche
Rein=
heit, der unter der Leitung von Frau von Dobbeler und Frau
von Gordon in Potsdam ſteht und ſeine Mainzer Tagung ſoeben
geſchloſſen hat, veranſtaltet am kommenden Montag, den 23.
April, abends, im Evangeliſchen Vereinshaus. Mühlſtr. 24 (
Stadt=
miſſion), einen öffentlichen Sittlichkeitsvortrag
für Frauen und junge Mädchen. Die Rednerin des Bundes, Frl.
Hardt=Kempkenort, wird an dieſem Abend ſprechen über das
Thema: „Mütterlicher Lebensdienſt”. Alle Frauen und
alle Mädchen über 14 Jahre, ſind zu dieſer wichtigen
Verſamm=
lung eingeladen.
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der Preußiſch=Süddeutſchen Klaſſenlotterie, 1. Klaſſe, fiel auf die
Losnummer 155 108 Dieſes Los wird in der erſten Abteilung in
Achteln in Niederſchleſien und in der zweiten Abteilung in Achteln
in Berlin geſpielt.
Reichsluftſchukbund.
Es wird immer wieder mit aller Eindringlichkeit die
Mah=
nung an die Bevölkerung gerichtet: Tretet ein in den Reichsluf!
ſchutzbund! Beſucht einen Lehrgang der Gas= und Luftſchutzſchule!
Nehmt die Mahnung des RLB. ernſt und erinnert euch immer
daran: Luftſchutz iſt Selbſtſchutz! Im Verſgiller Diktor
wurde uns als einziger „Schutz” der zivile Luftſchutz eugeſtanden
und dieſen Strohhalm, den man uns gereicht hat, wollen und
müſſen wir faſſen! — Es muß immer wieder darauf hingewieſer
werden, daß es nicht nur eine Selbſtverſtändlichkeit iſt. Mitglie)
des Reichsluftſchutzbundes zu ſein, ſondern daß es eine unbedingt=
Pflicht eines jeden Volksgenoſſen iſt, der voll und ganz auf den
Boden unſerer Regierung ſteht!
Darum gehen Sie noch heute zur nächſten Apotheke oder zu
nächſten Drogerie oder direkt zur Geſchäftsſtelle des
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ſchutzbundes in der Rheinſtraße Nr. 48, im Hauſe der NSDAP
und laſſen Sie ſich als Mitglied einſchreiben.
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Sonntag, 22. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 110 — Seite 9
Aus Heſſen.
Verleihung der Rekkungsmedaille an Hans Reuner
in Ernſthofen.
Ein tapferer SA.=Mann.
— Im Juni 1932 hat der damalige SA.=Mann Hans
Ren=
rner in Ernſthofen den Schloſſerlehrling Johannes Kaffenberger
eaus Frankenhauſen mit eigener Lebensgefahr aus einem tiefen
TTeiche oberhalb Ernſthofens vom Tode des Ertrinkens gerettet.
Kaffenberger war damals bereits untergegangen und wurde von
Renner aus der Mitte des Teiches heraus durch Tauchen geholt
und gerettet. Für den Retter beſtand damals erhebliche
Lebens=
gefahr, weil der Teich ziemlich tief und am Grunde vollkommen
werſchlammt war. Hans Renner wurde damals ſofort vom
Kreis=
aamt Dieburg bei dem Miniſter des Innern zur Verleihung der
Rettungsmedaille vorgeſchlagen. Die damalige Regierung der
SWeimarer Koalition hat aber eine Auszeichnung des tapferen
Retters unterlaſſen, offenbar weil Renner als Nationalſozialiſt
Bekannt war.
Die nationalſozialiſtiſche Regierung hat dieſes frühere
Un=
recht jetzt durch Verleihung der Rettungsmedaille
gutge=
wwacht. Am 18. April 1934 wurde in feierlicher Form in Ernſt=
Sofen durch Herrn Regierungsrat Walter als Vertreter des
Kreisamtes Dieburg im Auftrage der Regierung mit eine ehren=
Den Anſprache die Rettungsmedaille mit Urkunde überreicht. Zu
Der Feier waren verſchiedene örtliche Dienſtſtellen zugezogen.
leichzeitig ſprach Regierungsrat Walter dem Rottenführer
Ren=
ier die Anerkennung und die Glückwünſche des Kreisamtes aus,
riachdem er den Hergang des Rettungswerkes vom 19. Juni 1932
eſchildert hatte. Bürgermeiſter Maul=Ernſthofen ſprach in einer
Anſprache die Glückwünſche der Gemeinde Ernſthofen aus. Das
gleiche tar Bürgermeiſter Krämer aus Frankenhauſen und
Hankte Renner dafür, daß er den Frankenhäuſer Kaffenberger
da=
mnals gerettet hatte. Ferner ſprachen Glückwünſche aus für die
MSDAP. Stützpunktleiter Feick=Ernſthofen und für die SA. den
Truppführer Lautenſchläger=Ernſthofen.
Dg. Arheilgen, 21. April Ausder NSDAP. Aus
An=
aß des Geburtstages des Führers und Volkskanzlers Adolf
Hit=
er veranſtaltete die Oxtsgruppe der NSDAP. geſtern abend im
Gaſthaus „Zur Sonne” eine kleine Feier, die ſich dem Wunſche
ves Führers entſprechend in ſchlichtem Rahmen vollzog und
ge=
rade durch die betonte Einfachheit einen eindrucksvollen Verlauf
nahm. Ortsgruppenleiter Bürgermeiſter Birkenſtock begrüßte
vie zahlreich Erſchienenen. Der Ortsgruppenleiter ſowie SA.=
Kamerad Heinrich Gimbel zeichneten, in klaren Umriſſen ein
Bild des Führers von ſeiner Jugend an, ſeinem Leben und
Stre=
ven, ſeinem heldenhaften Kampfe um Deutſchland bis zur jetzigen
werantwortungsvollen und verantwortungsbewußten
Staatsfüh=
ung. Anſchließend überreichte Kreisleiter Oberbürgermeiſter
amboldt mehreren Amtswaltern Spiegel und ernannte dieſe zu
Blockwarten. Umrahmt wurde die Feier von Geſangsvorträgen
es Geſangvereins, Liederzweig” und muſikaliſchen Darbietungen
er Feuerwehrkapelle. — Schulungsabend. Im
Gaſt=
aus „Zur Wartburg” in Kranichſtein fand ein Schulungskurſus
ratt, der einen ausgezeichneten Beſuch zu verzeichnen hatte. In
äingehenden Ausführungen verbreitete ſich Kreisſchulungsleiter
Sg. Borchert über die Grundzüge des Nationalſozialismus und
fand den ungeteilten Beifall der Zuhörer die den
Schulungs=
benden immer mehr Intereſſe entgegenbringen.
Er. Wixhauſen, 21. April Anläßlich des Geburtstages
es Führers hatten die NSDAP. und ihre Organiſationen
r einer ſchlichten Feier im Saale „Zur Krone” eingeladen. Das
in Vordergrund der Bühne aufgeſtellte Bild des Führers, mit
Blumen und friſchem Grün geſchmückt, ſowie die Hakenkreuzfahnen
läldeten den würdigen Rahmen zur Feier bei der ein
reichhal=
ges Programm geboten wurde. Zwei Märſche, geſpielt von der
SA.=Kapelle unter der Stabführung von Kam. Hofmann,
eröff=
jeten die Veranſtaltung. Nach einem Gedicht vorgetragen von
EEnem kleinen Schulmädchen und zwei vom Geſangverein „
Lie=
derkranz” vorgetragenen Chören nahm Propagandawart Rechel
das Wort zu einer Anſprache. In kurzen Zügen zeichnete Redner
en Charakterbild des Führers. Einen Feſttag des ganzen
Vol=
tes nannte er den Geburtstag des Kanzlers. Der gemeinſame
Geſang von BDM. und Hitler=Jugend ſowie ein Gedicht leiteten
über zu einer Anſprache des Sturmführers Göckler, der für
dre SA. Glück= und Segenswünſche dem Führer darbrachte.
An=
ſcließend gab er einige Beförderungen von SA.=Männern
be=
kannt — Mit großem Beifall wurden die Geſangsvorträge
unſe=
rer beiden einheimiſchen Soliſten G. Benz und Ludwig Lang
auf=
genommen. Zwei Chöre vom Geſangverein „Sängerluſt”
bilde=
ten den Abſchluß dieſer eindrucksvollen Kundgebung. Stützpunkt=
L.iter Stork wies in ſeinem Schlußwort noch auf den
Unter=
haltungsabend der NSG. „Kraft durch Freude” in der „Krone‟,
hen. — Die Sammlung für die Innere Miſſion
be=
tug in unſerer Gemeinde rund 77 Mk.
r. Babenhauſen, 21. April. Geburtstagsfeier des
Führers und Weihe der Fahne. Keinen ſchöneren Tag
hätte ſich die Ortsgruppe der NSDAP. zur Weihe ihrer
neuen ſchmucken Fahne herausſuchen können, als den 20. April,
den Geburtstag des Führers. Der Saal des Gaſthauſes „Zum
Adler” erwies ſich als viel zu klein, um all die vielen
Volksgenoſ=
ſem aufzunehmen, die mitfeiern und ein Bekenntnis zum
Volks=
krnzler ablegen wollten. Schneidig geſpielte Märſche der
Flie=
gerkapelle eröffneten den Abend. Nach Begrüßungsworten
des Ortsgruppenführers Horſt ſprach Kreisleiter Burkart
über die Bedeutung des Tages und ſchilderte Adolf Hitler auf
ſänem ganzen Leidenswege bis zum endgültigen Siege über ſeine
politiſchen Widerſacher. Die Weihe der Fahne bildete den
Höhepunkt ſeiner markanten Anſprache. Er weihte ſie mit einem
ſtierlichen Gelöbnis zu Volk, Vaterland, Opfergeiſt und
Pflicht=
erfüllung. Glückwunſchworte im Namen der Stadt übermittelte
Herr Bürgermeiſter Klein. Die eigentliche
Geburtstags=
rede auf den Führer hielt der Schulungsleiter, Pg. Kratz. Das
Tild und Lebensweik des Kanzlers, von dem Redner meiſterlich
in Worte geformt, erſtand in ſeiner ganzen Größe vor den
auf=
nerkſam lauſchenden Zuhörern. In das von Pg. Kolb
ausge=
brachte „Sieg=Heil” auf den Führer, die Bewegung und das
Vaterland wurde freudig und begeiſtert eingeſtimmt.
Kreis=Hebammenverſammlung in Dieburg
am 28. April.
— Das Kreisamt Dieburg hält in Gemeinſchaft mit dem
Kreisgeſundheitsamt am Samstag, den 28. April 1934, in
Die=
burg im Gaſthaus „Zum grünen Baum” (Krausmann), eine
Kreishebammenverſammlung ab. In der Verſammlung wird von
Obermedizinalrat Direktor Dr. Puppel aus Mainz ein
Fachvor=
trag über Eklampſieforſchung gehalten werden. Ebenſo werden in
Anweſenheit der Landesfachſchaftsleiterin für Hebammenweſen,
Frau Willig (Offenbach), berufliche Organiſationsfragen
beſpro=
chen. Die Gemeindehebammen ſind zur Teilnahme verpflichtet.
Ci. Erbach, 21. April. In einmütiger Geſchloſſenheit feierte
unſer Odenwaldſtädtchen des Führers Geburtstag. Wohl
kein Haus ohne Fahne und am Abend der größte Saal, die
ge=
räumige Feſthalle, von allen Bevölkerungskreiſen bis zum letzten
Platz gefüllt. Das Städtiſche Orcheſter leitete mit dem
Baden=
weiler Marſch die Feier würdig und eindrucksvoll ein. Einem
Vorſpruch folgte dann der geſchloſſene Einmarſch der SA., der
HJ. und des JV. In gewohnt vorbildlicher Art ſang und ſpielte
das Jungvolk ſeine vaterländiſchen Lieder und Weiſen. In
ſchar=
fer, klarer Art zeichnete nun der Ortsgruppenleiter, Pg. Heim.
das Leben und Wirken des Führers von der Kindheit bis zum
heutigen Tage, alle wahren deutſchen Volksgenoſſen mahnend,
ſtändig zu ringen und zu ſtreben, dem Führer ähnlich zu werden
und mit der Bitte ſchließend, Gott möge uns ihn noch recht lange
erhalten. Die Anſprache wurde in ihrer Wirkung noch weſentlich
vertieft durch das nun von Mitgliedern der NS.=Frauenſchaft
vorbildlich durchgeführte Melodram „Heil Deutſchland”, das eine
tiefe Weihe verbreitete und mit begeiſtertem Beifall von der
an=
dächtig lauſchenden Zuhörerſchaft aufgenommen wurde. Eine
eben=
ſo nachhaltige Wirkung erzielten BDM. und HJ. mit dem
deut=
ſchen Spiele „Deutſchland will leben”, und die SA. mit dem
Sprechchor „Dem Führer”, Bereitwilligſt hatte der „
Männer=
geſangverein Liederkranz” den geſanglichen Teil übernommen und
gab mit ſeinen Darbietungen im Verein mit dem Städtiſchen
Or=
cheſter der ganzen Veranſtaltung einen ſinnigen muſikaliſchen
Rah=
men. Der Ortsgruppenleiter wies in einer Schlußanſprache auf
den tiefen ſeeliſchen Eindruck der Feierſtunde hin, forderte alle
Volksgenoſſen zu reſtloſer Hingabe und Opferbereitſchaft für Volk,
Vaterland und Führer auf und ſchloß das Treugelöbnis mit einem
begeiſtert aufgenommenen „Sieg=Heil” auf den Führer, dem ſich
dann noch der gemeinſame Geſang des Horſt=Weſſel=Liedes
an=
reihte.
Ci. Erbach, 21. April. Erfolgreiche Züchter. In der
Prüfung von Jagdhunden nach den vom Verbande der Vereine
zur Prüfung von Gebrauchshunden zur Jagd feſtgeſetzten
Vor=
ſchriften erzielten die Odenwälder Jäger der hieſigen Gegend
wie=
derum äußerſt gute Ergebniſſe. Zur Prüfung ſtellten ſie 5
Grif=
fons aus der Zucht „von der Kreuzeiche” des Herrn Fabrikanten
Rexroth=Erbach und 1 Deutſch=Drahthaar aus der Züchtung des
Herrn Dr. jur. Winterhalt=Miltenberg. Es erhielten der Förſter
Albrecht Dick 2., aus dem Forſthauſe Sylvan einen 1. Preis mit
dem Griffonrüden „Artus von der Kreuzeiche” und einen 1. Preis
mit der Deutſch=Drahthaarhundin „Hella vom Grauberg”;
Hof=
jäger Albrecht Dick 1.=Erbach einen 1. Preis mit dem
Griffon=
rüden „Attila von der Kreuzeiche”; Förſter Ernſt Dick 3. vom
Forſthauſe Jägertor einen 2. Preis mit der Griffonhündin „Anni
von der Kreuzeiche” und der Revierförſter Fritz Debus=
Oberkains=
bach einen 1. Preis mit dem Griffonrüden. Ajax von der
Kreuz=
eiche” ſowie einen 2. Preis mit der Griffonhündin „Alma von der
Kreuzeiche‟. Die Prüfung erſtreckte ſich auf Leiſtung auf der Spur
des nicht geſichteten Haſen, auf Naſe, Suche, Vorſtehen,
Gehor=
ſam und Art der Hetze, ob ſpurlaut, ſichtlaut oder ſtumm. Die 5
Griffons erzielten bei ſtarkem Auftriebe das beſte Ergebnis. —
Dienſtiubiläum. Die an der hieſigen Stadtſchule tätigen
Lehrer Falter und Krämer konnten mit Beginn des
Schul=
jahres auf eine 25jährige erfolgreiche Dienſtzeit im Schulleben
zurückblicken. Die Lehrerſchaft der hieſigen Stadtſchule ehrte die
beiden Jubilare in einer einfachen Gedenkfeier. —
Sturtgart=
feier des Turnvereins 1860. Der Turnverein 1860 führte
ſeinen Freunden und Gönnern in den Erbacher Lichtſpielen den
Stuttgart=Feſtfilm „Treu unſerem Volk” vor und zeigte damit,
welch geſunder vaterländiſcher Geiſt die Deutſche Turnerſchaft
be=
ſeelt. Ein Vorſpruch und Anſprachen des Vereinsführers ſowie
eines Teilnehmers an der glänzenden Veranſtaltung in Stuttgart
ergänzten ſinnig die eindrucksreiche Vorführung. —
Frauen=
verein. Der evangeliſche Frauenverein ſchloß ſeine
Winter=
arbeit mit einer Hauptverſammlung und dem üblichen
Schluß=
kaffee ab. Den Sommer über treffen ſich die Mitglieder nur
ein=
mal im Monat, und zwar jedesmal am erſten Montagabend.
Dp. Zwingenberg, 21. April. Gute Spargelernte. Auf
dem hieſigen Obſtgroßmarkt wurden heute 42 Zentner Spargel
angeliefert und binnen kurzer Zeit verkauft.
Bb. Bensheim, 21. April. Inſpektion der
Freiwil=
ligen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz,
Bens=
heim. Der Inſpekteur für die Provinz Starkenburg, Herr Dr.
Simmet=Birkenau, alarmierte am Donnerstag abend die hieſige
Sanitätskolonne behufs einer Inſpektion. Die Kolonne nebſt Arzt
und Kolonnenführer waren in kürzeſter Friſt erſchienen und lobte
der Inſpekteur die Schlagfertigkeit und Ausbildung der Kolonne.
t. Gernsheim, 21. April. Des Führers Geburtstag.
Auch in unſerem Städtchen zeigte reicher Flaggenſchmuck die
Würde des Tages, des 45. Geburtstages unſeres Führers. Abends
fand im Feſthauſe Bopp ein machtvolles Treuebekenntnis zum
Führer ſtatt. Ortsgruppenleiter Köſter kam auf den Tag zu
ſpre=
chen. gab einen kurzen Einblick in das ſchlichte Leben des Führers,
würdigte den zähen Mut, mit dem er den Kampf bis zur Macht
führte. Die Standartenkapelle 143 verſchönerte durch muſikaliſche
Einlagen. Die SA.=Stürme 9/143 ſowie der R. 2/143 feierten
auch in ſchlichter kameradſchaftlicher Weiſe den Geburtstag des
großen Führers. Auch hier wurde auf die Perſon des großen
Füh=
rers hingewieſen und jedem SA.=Mann als Vorbild dargeſtellt.
Ex. Bürſtadt, 21. April. In der letzten öffentlichen
Gemeinde=
ratsſitzung wurde beſchloſſen, die über 25 Jahre alten Gräber auf
dem hieſigen Friedhof auf Grund des Geſetzes des
Beerdigungs=
weſens vom 22. 7. 1905 ſowie der Friedhofsordnung der Gemeinde
Bürſtadt vom 14. 8. 1909 umzulegen, und zwar kommen hier
fol=
gende Friedhofsteile zur Wiederbenutzung in Frage: Links vom
Mittelgang bis zum Jahrgang 1912 und rechts vom Leichenhaus
bis zum Mittelgang. Weiterhin wurde beſchloſſen, dieſe Gräber
innen 4 Wochen abzuräumen und die überflüſſigen Utenſilien zu
entfernen.
Vereidigung und Dienſkteinführung des
Bürger=
meiſters Pg. Bechkel in Biernheim.
i. Viernheim, 20. Aprik.
Bürgermeiſter Bechtel war bekanntlich durch Verfügung
des Heſſiſchen Staatsminiſteriums vom 7. Februar zum
Bürger=
meiſter ernannt worden. Auf Anordnung des Kreisamtes
Hep=
penheim erfolgte nun am Mittwoch nachmittag in einer
denk=
würdigen Gemeinderatsſitzung die feierliche Dienſteinweiſung und
eidliche Verpflichtung des Bürgermeiſters auf die Dauer von ſechs
Jahren durch den Kreisdirektor Nanz und den Kreisleiter der
NSDAP. Dr. Hildebrandt. Der Sitzungsſaal des Rathauſes war
mit den Symbolen des neuen Reiches und friſchem Grün feſtlich
geſchmückt.
Nach kurzen Begrüßungsworten des Bürgermeiſters nahm
Kreisdirektor Nanz die eidliche Verpflichtung des
Bürger=
meiſters vor und betonte in ſeiner Anſprache die grundlegenden
Aenderungen, die ſich heute gegenüber dem früheren Staate bei
der Ernennung zum Bürgermeiſter ergeben haben. Während
früher der Bürgermeiſter für die Dauer ſeiner Amtszeit von den
Bürgern gewählt wurde, wird er heute nur noch vom
Staats=
miniſterium beſtimmt. Der Bürgermeiſter trägt heute allein die
Verantwortung; das Gemeindeparlament ſteht ihm nur als
Be=
rater zur Seite, und ſo nimmt der Bürgermeiſter die Stellung
eines Führers innerhalb der Gemeinde ein.
Gewinnauszug
1. Klaſſe 43. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Nachdruck verboten
Ohne Gewähr
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
20. April 1934
1. Ziehungstag
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 100 M.
gezogen
2 Gewinne zu 6000 M. 276531
4 Gewinne m 3000 M. 93646 161428
2 Gewinne zu 2000 M. 171646
12 Gewinne zu 1000 M. 36062 122011 171381 183178 324808
390676
18 Gewinne zu 800 M. 21272 41710 54758 74541 134612 157137
244238 324765 384335
38 Bewinne zu 600 M. 4341 21681 33714 40833 56118 58193 96061
98602 111816 159760 168439 240058 253600 260 193 279012 308881
344867 353024 392669
194 Gewinne zu 200 M. 18447 19881 21356 23686 27563 40183
45248 46384 55891 56622 66668 85666 66341 68075 69206 76629
77874 84412 84906 88930 91047 94609 95101 103271 104856 129513
136627 143013 144174 144369 149353 155634 155967 165931 186705
166988 168444 168768 171742 174793 175267 177626 177899 184800
196076 197656 197779 203868 206604 208191 222933 226830 228237
232994 234872 239213 244415 245625 245948 248661 249325 263352
262339 363069 2674 19 268895 270851 272301 274013 277888 381381
283408 285812 286775 303128 304124 307052 313301 313697 317804
320473 331280 351681 357728 358453 359754 365973 367017 368263
378850 378860 381112 382789 386472 386867 391662 392475.
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 100 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 362633
2 Gewinne zu 10000 M. 354469
4 Gewinne zu 3000 M. 128772 300582
6 Gewinne zu 2000 M. 41947 174478 294780
18 Gewinne zu 1000 M. 65288 125041 180867 202846 261621
Ri nn
18 Gewinne zu 800 M. 45159 89800 113309 254766 266910 285522
355681 358766 393415
56 Gewinne zu 600 M. 6814 12931 12962 14457 58776 89518
102626 104652 146053 176447 176596 184016 204768 217438 234262
244067 270104 273034 284963 288458 292220 304860 311483 324583
330541 338532 366517 887480
166 Bewinne zu 200 M. 4458 7265 8458 10706 12264 13962 19084
28541 29277 31427 38071 41780 46478 62606 63776 55181 67832
59404 61442 65998 69668 84260 88037 92739 93445 94640 105825
11710 119784 120440 123830 124637 125113 125904 128854 129768
133628 137321 141584 143729 144885 160385 161207 1683264 174086
178188 178770 187849 199736 200245 202031 213491 223473 224277
232828 242964 264090 274400 276673 278000 295713 289808 305883
307233 308118 312830 318082 318538 328688 331981 337364 940913
356866 358928 366362 367230 370897 373460 377159 381270 382485
385140 397104
20 Tagesprämien.
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu ſe 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
4892 19876 72356 138650 163289 172849 293911 938886
360255 373417
Wekkerbericht.
Der hohe Druck hat ſich über dem Feſtland noch weiter
auf=
gebaut. Allerdings zieht die neue Störung oſtwärts und
ver=
urſacht an ihrer Südſeite weſtliche Winde. Ueber Südengland
und dem Kanal iſt bereits ein kleines Regenfeld zu erkennen.
Vorerſt wird ſich bei uns der hohe Druck noch auswirken, ſo daß
das Wetter trocken bleibt und auch Erwärmung eintritt. Doch
iſt ſpäterhin mit vereinzelten Schauern und nachfolgender
Abküh=
lung zu rechnen.
Ausſichten für Sonntag: Wechſelnd wolkig mit Aufheiterung,
zunächſt wärmer, meiſt trocken.
Ausſichten für Montag: Wechſelhaftes Wetter, wieder etwas
kühler, vereinzelt etwas Niederſchläge
Hauptſchriftleitung: Rubolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve= für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer; ſür den Sandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; für Die
Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teilund geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D. A,III. 34:23260
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird. Garantie der Rückſendung n icht übernommen,
Sprechſtunden der Redaltion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 20 Geiten.
UISN
iſt unverändert in Güte und
Leiſtung=
aber im Preis hält es Schritt mit der Seit:
Das Normalpaket koſtet 35 Pf., das große Pfundpaket 65 Pf.
(Bei jedem Ooppelpaket ſparen Sie 5 Pf. extra!)
Seite 10 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
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Was macht die Konkurrenz?
Für so manchen Kaufmann ist das stets die erste
Oe Frage, wenn er morgens oder abends seine
Zei-
tung aufschlägt. Wenn die Konkurrenz sich rührt, dann muß
man wohl auch etwas tun und wenn die Konkurrenz
an-
fängt zu werben, so darf man doch nicht ruhig sein!
Aber warum? Warum denn immer nur das tun, was die
Konkurrenz tut? Warum denn immer nur nachhinken, immer
nur versuchen, den Vorsprung einzuholen?
Machen Sie es anders: Befolgen Sie die Ratschläge, die
Ihnen diese 6 Anzeigen gegeben haben und setzen Sie sich
Ihr eigenes Ziel, auf das Sie mutig und entschlossen
zu-
steuern. Wenn Sie diesen Wink befolgen, wird Ihnen mehr
geholfen sein.
Werbung und Erfolg - zweiDinge sind es, aber eines hängt
vom anderen ab. Ohne Werbung — daran denken Sie bitte
tagtäglich - kann bei der Vielheit des Angebots und bei der
Vielheit der Anbietenden heute kein Geschäftsmann mehr
sein Streben nach Erfolg verwirklichen. Auch der
Einzel-
händler nicht! Dazu ist auch der Käufer und vor allen
Dingen die vielbeschäftigte Hausfrau viel zu sehr an den
wichtigen Ratgeber: „Zeitungsanzeige” gewohnt.
Wie sich auch mit kleinsten Mitteln Erfolge erzielen lassen,
das hat dieser kurze Spaziergang durch das Reich der
Wer-
bung gezeigt. Richten Sie sich danach und machen Sie recht
schnell den Anfang. Das wird Ihnen zu dem gewünschten
Ertolg verhelfen.
DRESDNER BAN
Bilanz per 3l. Dezember 1933
AKTIVA
Kasse, fremde Geldsorten
und fällige Zins- und
Di-
videndenscheine . . . . . .
Guthaben bei Noten- und
Abrechnungs- (Clearing-)
Banken . . . . . .
Schecks, Wechsel und
un-
verzinsliche
Schatzanwei-
sungen . . .
....
Verzinsliche
Schatzanwei-
sungen des Reichs, davon
fällig RM. 100 Millionen
am 1. 8. 1934.
„ „
Nostroguthaben bei Banken
und Bankfirmen mit
Fällig-
keit bis zu 3 Monaten . .
Lombards gegen
börsen-
gängige Wertpapiere
Vorschüsse auf
verfrachte-
te oder eingelagerte Waren.
Eigene Wertpapiere
Beteiligungen und
Konsor-
tialbeteiligungen . . .
Dauernde Beteiligungen bei!
anderen Banken und
Bank-
firmen
Schuldner in laufender
Rechnung . ."
Bankgebäude ...
Sonstiger Grundbesitz . .
Mobilien .. . . . . .."
Posten der
Rechnungsab-
grenzung . . . .
Sonstige Aktiva . . . . .
N
32182444,35
35 809 538,35
411 339634,66
312846 000,—
44 430 751,02
2306 661,81
183 969 793,15
55 519062,10
84085 703,02
52205076,64
389 475 117,14
40 000000.—
20 321 034,14
19039520,92
297570,80
2683827909,10
PASSIVA
Aktienkapital
Rücklagen
Gläubiger
Akzepte.
Posten der Rechnunge
grenzung .
Pensionsfond
Unerhobene Dividende .
Gewinn- u. Verlustkonto
150 000000,
15000000,
2175303456,57
320 800 093,30
17215 736,60
3915 184.—
35 531,58
1557907,05
683 827909 10
Gewinn- und Verlust-Rechnung
per 3l. Dezember 1933
AUFWENDUNOEN
Handlungsunkosten
Steuern . . . . . . . .
Abschreibungen auf Mob.
und Immob. . . . .
Betriebsgewinn . . . . . .
Zu Rückstellungen verwend.
Vortrag auf neue Rechnung
EINNAHMEN
Zinsen, Devisen u. Sorten
Provisionen, Gebühren und
sonstige Einnahmen.
71 614050,66
3181 678, 74
1026 292,27
11557907,05
87 379 928.72
10000000.—
1557907,05
43013960,06
44365 968,66
87379928,72
11557907,05
Betriebsgewinn . ...
Nach dem abschließenden Ergebnis unserer
pflichtgemäßen Prüfung aufGrund der Bücher
und Schriften der Gesellschaft sowie der vom
Vorstande erteilten Aufklärungen und
Nach-
weise entsprechen die Buchführung, der
Jahresabschluß und der Geschäftsbericht
den gesetzlichen Vorschriften. (TV4664
Berlin, den 26. Februar 1934.
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Sonntag, 22. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 110 — Seite 11
Reich und Ausland
die Geburtstagsgabe des ſchaffenden
deutſchen Volkes an den Führer.
Berlin. Die Deutſche Arbeitsfront hat, wie
der „Informationsdienſt” meldet, dem Führer
Adolf Hitler zum 45. Geburtstag zum Zeichen der
Verbundenheit des ganzen ſchaffenden Volkes mit
dem Gründer des Dritten Reiches ein ſchlichtes
Prachtwerk überreicht, „Deutſche Arbeiterbildniſſe
aus fünf Jahrhunderten‟. Es iſt ein großer
Per=
gament mit 20 photographiſchen Wiedergaben der
älteſten deutſchen Handwerkerporträts, die in
wahrheitsgetreuer Wiedergabe mit der Hand
aus=
gemalt und mit kurzen erläuternden Texten
ver=
ſehen ſind. Die Bilder ſtammen aus den
Haus=
büchern zweier Handwerkeraltersheime in
Nürn=
berg. Das Album, deſſen Widmung der Führer
der Deutſchen Arbeitsfront und Stabsleiter der
PO., Dr. Ley, perſönlich handſchriftlich gezeichner
hat iſt dem Führer an ſeinem Geburtstag
über=
geben worden.
Die deutſche Volksſpende für Goethes
Frankfurt a. M. Unter der Ehrenſchirm=
Therrſchaft des Reichspräſidenten von Hindenburg
„wurde bekanntlich aus Anlaß der hundertjährigen
Wiederkehr von Goethes Todestag eine Deutſche
Volksſpende für Goethes Geburtsſtätte
durchge=
führt. Das Freie Deutſche Hochſtift Frankfurt am
Main, die Betreuerin der Geburtsſtätte Goethes,
That jetzt eine Ehrenurkunde der deutſchen Städte
Therſtellen laſſen, welche zu dieſer Spende
beige=
ſtragen haben. Der Pergamenteinband zeigt
Goe=
ſthes Wappen (ſilberner Stern in Blau) und die
Jahreszahl 1832/1932. Die Innenſeiten enthalten
Den Wortlaut der Stiftungsurkunde der Stadt
Frankfurt und die Namen der etwa 300 deutſchen
Städte, welche zur deutſchen Volksſpende für
CHoethes Gburtsſtätte beigetragen haben. Das
Werk iſt auf Büttenpapier handgeſchrieben von
vem Offenbacher Schreibkünſtler Otto Reichert,
Dehrer für Schrift an der Techniſchen Hochſchule
Darmſtadt.
Eine Ehrung des Kampffliegers
Manfred von Richthofen.
Berlin. Im Auftrage des Reichsminiſters
der Luftfahrt, Hermann Göring, legte der
Staats=
ſekretär der Luftfahrt, Milch, Samstag früh am
Grabe Manfred Freiherrn von Richthofens zur
Erinnerung an den vor 16 Jahren erfolgten
Hel=
dentod des größten Kampffliegers einen Kranz
it Schleife nieder. Der Ehrung ſchloſſen ſich die
lsitenden Herren des Reichsluftfahrtminiſteriums
ſowie der Präſident des Deutſchen
Luftſportver=
bandes an.
Broße Deutſchlandfahrt
des „Graf Zepeplin”.
Berlin. Wie der Deutſche Luftſportverband
mitteilt, veranſtaltet er am Pfingſtſamstag und
Sonntag eine 36 Stunden dauernde große
Deutſch=
landfahrt mit dem Luftſchiff „Graf Zeppelin”. Am
Pfingſtſamstag morgen 5.30 Uhr erfolgt der Start
in Friedrichshafen, von dort geht es u. a. über
Ulm, Stuttgart, Frankfurt a. M., Bochum,
Dort=
nund, Hannover nach Berlin. Das Luftſchiff wird
gegen 19 Uhr auf dem Tempelhofer Feld landen.
Nach etwa einer Stunde Aufenthalt ſtartet das
Luftſchiff zur Weiterfahrt.
Der „Graf Zeppelin wird hier erſtmalig ein
Eegelflugzeug an Bord führen, das nach einer
karzen Schleife über dem Flughafen abgeworfen
uird. Das Segelflugzeug wird von dem Piloten
Wiegmeyer geführt werden.
Von Berlin aus fährt das Luftſchiff über
Stet=
tim mit Schleifenfahrten über Rügen, pommerſche
Küſte und Oſtſee nach Königsberg, wo es Pfingſt= wurde. Bisher wurden, Privatnachrichten zufolge,
ſenntag gegen 6.30 Uhr landet. Um 7 Uhr geht es
üer Elbing. Danzig, Frankfurt a. O., Dresden, der Todesopfer beträchtlich höher iſt. Nähere Nach=
Hof. Ulm nach Friedrichshafen. Die angegebene richten liegen zur Stunde noch nicht vor. Auch die
Strecke iſt noch nicht endgültig. Die
Luftſchiff=
führung wird nach Möglichkeit durch Funkſprüche
während der Fahrt das Eintreffen vorher ankün=
Adigen. Auf den drei Fahrtetappen können jeweils daß die Urſache der Exploſion noch nicht feſtgeſtellt
zwölf zahlende Paſſagiere mitgenommen werden.
Die Buchung der Paſſagiere geſchieht grundſätzlich eingeleitet worden.
darch die Geſchäftsſtellen der Hamburg=Amerika=
Arnie.
Welkmeiſter Dr. Eckener.
Von jekzt
Adolf=Hikler=Kaſerne” genannk.
Das Regimentsſtabsgebäude des Infanterie=Regiments 19 in München
wird auf Anordnung des Reichswehrminiſters den Namen „Adolf=Hitler=Kaſerne” tragen. Die
In=
ſchrift wird über den drei großen Mittelfenſtern des Gebäudes angebracht werden. In der Kaſerne
des 1. Bataillons des Münchener Infanterie=Regiments lag einſt der unbekannte Soldat des
Welt=
krieges Adolf Hitler, bevor er an die Front ging.
Die Poſtkarke des 1. Mai.
Zum „Tag der nationalen Arbeit” gibt die Reichspoſt eine beſondere Feſtpoſtkarte heraus, deren
Bild=
ſchmuck die Bedeutung des Tages ſymbolhaft zum Ausdruck bringt.
Bergwerks=Kataſtrophe in Südſlawien
Kohlenbergwerk Senike keilweiſe eingeſtürzi. — 400 Bergleuke verſchüttet.
Bereits 80 Tote geborgen.
Dr. Hugo Eckener,
der kühne Zeppelinführer der Nachkriegszeit, wurde
botn Internationalen Luftfahrtverband in Paris
urn Weltmeiſter 1933 der Luftſchifführer ernannt.
die Urſache der Kakaſtrophe.
DNB. Belgrad, 21. April.
Im Kohlenbergwerk Senitze bei Serajewo
er=
eignete ſich am Samstag eine Exploſion, durch die
ein Teil des Bergwerks zum Einſturz gebracht
18 Tote geborgen. Man befürchtet, daß die Zahl
Zahl der eingeſchloſſenen Arbeiter ſteht noch nicht
genau feſt. Sie wird mit 80 bis 150 angegeben.
In einer amtlichen Erklärung wird mitgeteilt.
werden konnte. Die Bergungsarbeiten ſind ſofor:
Nach in Wien eingetroffenen Nachrichten ſollen
bei dem Bergwerksunglück 400 Bergleute
ver=
ſchüttet und bis zum Samstag 17 Uhr bereits 80
Tote geborgen worden ſein.
Schwierige Bergungsarbeiten.
Die zur Zeit der Kataſtrophe außerhalb des
Schachtes befindlichen Bergleute haben ſofort die
Zwei Todesurkeile vollſkreckk.
Eine Todesſtrafe in Zuchthausſtrafe umgewandelt.
Berlin. Wie der Amtliche Preußiſche
Preſſe=
dienſt mitteilt, ſind geſtern morgen in Halle a. d.
S. der Heinz Streibart aus Delitſch und der Paul
Weiſe aus Ammendorf hingerichtet worden.
Streibart war von dem Schwurgericht in Halle
am 14 „Oktober 1933 wegen Mordes an dem
Schü=
ler Heinz Teresniak zum Tode verurteilt worden.
Der preußiſche Miniſterpräſident hat von dem
Be=
gnadigungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil
das Wohl und die Sicherheit der Volksgenoſſen
gebieteriſch die Vollſtreckung des Todesurteils
gegen dieſen Luſtmörder erforderte.
Weiſe war am 16. Dezember 1933 von dem
Schwurgericht in Halle wegen des an ſeinem
un=
ehelichen Kinde begangenen Mordes zum Tode
verurteilt worden. Der preußiſche
Miniſterpräſi=
dent hat auch in dieſem Falle von dem
Begnadi=
gungsrecht keinen Gebrauch gemacht, weil es ſich
um einen heimtückiſchen, aus ſelbſtſüchtigen
Be=
weggründen verübten Mord an einem Kinde
han=
delt und der Verurteilte auch nach ſeinem
Vor=
leben nicht gnadenwürdig war.
Wie der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt
wei=
ter mitteilt, hat der preußiſche Miniſterpräſident
Rettungsarbeiten aufgenommen. Doch geſtalten
ſich die Rettungsarbeiten, obwohl die Retter mit
Gasmasken und Sauerſtoffapparaten ausgerüſtet
ſind, außerordentlich ſchwierig. Aus den
benach=
barten Orten Senitze und Wares ſind
Hilfsmann=
ſchaften eingetroffen. Die Stadt Kakanj bietet ein
Bild unbeſchreiblicher Verwirrung und entſetzlicher
Panik. Die Angehörigen der verſchütteten
Arbei=
ter, die zum größten Teil aus den umliegenden
Dörfern ſtammen, ſind auf die Nachricht von der
Kataſtrophe ſofort zu dem Bergwerk geeilt, wo ſich
vor dem Schachteingang herzzerreißende Szenen
abſpielen. Verzweifelt warten Hunderte von
Frauen und Kindern auf das Ergebnis der
Ret=
tungsarbeiten.
Aus Belgrad ſowie aus Serajewo ſind
Ver=
treter der Behörden zur Aufklärung der Urſache
der Kataſtrophe und zur Organiſierung der
Ret=
tungsarbeiten und der Hilfsmaßnahmen für die
Familien der Opfer an der Unglücksſtelle
einge=
troffen. Infolge der herrſchenden Verwirrung iſt
es augenblicklich noch völlig unmöglich, genaue
Einzelheiten über den Hergang der Exploſion zu
erfahren Die Urſache der Kataſtrophe iſt noch
völlig ungeklärt. Nach der einen Verſion ſoll es
ſich um die Exploſion ſchlagender Wetter gehandelt
haben. Nach einer anderen ſoll ein Arbeiter durch
eine brennende Zigarette das Unglück verurſacht
haben.
die durch das rechtskräftige Urteil des
Schwur=
gerichts in Potsdam vom 20. November 1933 gegen
die Ehefrau Zeichner, geborene Reichelt, wegen
Mordes verhängte Todesſtrafe im Gnadenwege in
eine Zuchthausſtrafe von 10 Jahren umgewandelt.
Die Begnadigung iſt erfolgt, weil die ſonſt
unbe=
ſtrafte und körperlich kranke Verurteilte nicht aus
verbrecheriſcher Neigung gehandelt hat, ſondern
den Entſchluß zum Morde infolge des
rückſichts=
loſen Verhaltens ihres Mannes und der dadurch
bei ihr hervorgerufenen verzweifelten Stimmung
gefaßt hat.
Großes Schadenfeuer in Lothringen.
Schneckenbach (Lothringen). In der Nacht
zum Freitag wurde der Ort Schneckenbach von
einem ſchweren Brandunglück betroffen. Gegen
3 Uhr bemerkte ein Arbeiter, daß das Gebäude
eines Bahnbeamten und das Haus eines
Land=
wirts brannten. Man konnte gerade noch das
Groß=
vieh aus den Ställen bringen, während alles
andere ein Raub der Flammen wurde. Das Feuer
griff ſchließlich noch auf ein drittes Haus über.
Alle drei Anweſen mit ſämtlichen Nebengebäuden
und Vorräten wurden vernichtet. Der Schaden
be=
ziffert ſich auf eine Viertelmillion Francs.
Der Gau München=Oberbayern
ehrt die deutſche Mukker.
München. Im Sinne des
nationalſozialiſti=
ſchen Weſens und entſprechend dem Wunſche des
Führers, perſönliche Erinnerungstage nicht durch
rauſchende Feſte zu feiern, vermied es auch der
Gau München=Oberbayern der NSDAP., den
Ge=
burtstag des Führers feſtlich zu begehen. Auf
An=
regung des ſtellvertretenden Gauleiters Nippold
war vielmehr der Tag dem Gedenken der
deut=
ſchen Mutter gewidmet in Erinnerung an die
lei=
der viel zu früh verſtorbene Mutter des Führers.
In allen Städten des Gaues waren am Freitag
über 65 Jahre alte bedürftige Mütter zu einer
ſchlichten Feier Gäſte des Gaues, insgeſamt über
18 000, davon in München allein über 6000. Die
Auswahl erfolgte ohne Rückſicht auf die
Partei=
zugehörigkeit nach den Vorſchlägen der
Wohl=
fahrtsämter und der NS.=Volkswohlfahrt. In
München geſtaltete ſich die Feier zu einem
wirk=
lichen Ereignis. In den drei Rieſenſälen des
Bürgerbräukellers, des Hotel Wagner und der
Schwabinger Brauerei fand von nachmittag 2 Uhr
ab die Bewirtung ſtatt. An die Gäſte wurde ein
Bildnis des Führers verteilt, das mit ſichtlicher
Freude entgegengenommen wurde als beſonderes
wertvolles Angebinde des Tages. Nach der Feier
wurden die Gäſte des Gaues wieder in
geſchmück=
ten Autobuſſen und Privatautos in ihre
Wohnun=
gen zurückgebracht.
Um die Schachwelimeiſterſchaff.
Freiburg. In der geſtrigen 7. Partie des
Kampfes um die Schachweltmeiſterſchaft nahm der
Weltmeiſter zum dritten Male als Schwarzer das
angebotene Damengambit an. Es wurde aber auch
zum dritten Male eine ganz andere Variante
ge=
ſpielt. Der Weltmeiſter ging mit den Bauern vom
Damenflügel vor und erzwang den Abtauſch des
feindlichen Königsläufers. Weiß drohte nun mit
dem Zentrumsvorſtoß, um ein Angriffsſpiel
einzu=
leiten, welches Dr. Aljechin nicht zulaſſen wollte.
Als Parade ſtand ihm nur ein einzig guter Zug
zur Verfügung, worauf Bogoljubow auch nur eine
gute Antwort hatte, ſo daß ſich daraus dreimalige
Zugwiederholung ergab. Demnach wurde die
Par=
tie bereits im 17. Zuge unentſchieden abgebrochen;
denn in der entſtandenen Stellung konnte
tatſäch=
lich keiner der beiden ohne Riſiko die
Remis=
ſchaukel unterbrechen.
Stand des Wettkampfes 2:0 bei 5 Remis
zu=
gunſten von Dr. Aljechin.
Die achte Partie wird am kommenden
Sonn=
tag 14 Uhr auf dm Schau=ins=Land ausgetragen
werden.
Der Prager Großſender durch Blikzſchlag
lahmgelegl.
„Prag. Der Liblitzer Großſender der Prager
Rundfunkſtation, der eine Sendeſtärke von 120
Kilowatt beſitzt, iſt durch einen Blitzſchlag in die
Antenne lahmgelegt worden. Die Reparaturen
wrden drei Tage dauern. In der Zwiſchenzeit wird
das Prager Rundfunkprogramm über den
Straſch=
nitzer Sender übertragen werden, der aber eine
Sende=Energie von nur fünf Kilowatt beſitzt.
Maſſenſchlachkungen in Irland.
Ein Kalb koſtet 60 Pfg.
Dublin. Die von der Regierung des
Frei=
ſtaates ausgeſetzte Ausfuhrprämie von 10 Schilling
für jedes exportierte Kalbfell hat inſofern ihren
Zweck erfüllt, als ſie zur Maſſenſchlachtung von
Kälbern und damit zu einer merklichen
Vermin=
derung des Viehbeſtandes geführt hat. Zugleich
macht ſich ein Ueberangebot an Kalbfleiſch
be=
merkbar. In einigen Teilen Irlands werden
Käl=
ber nur wegen des Felles geſchlachtet, da das
Fleiſch überhaupt nichts mehr einbringt. Der
Durchſchnittspreis für ein abgeſchlachtetes Kalb.
beträgt einen Schilling, alſo 60 Pfg. In der Stadt
Abbeyfale wurden nach einem Viehmarkt von
einem Händler 300 Kälber aufgekauft, geſchlachtet
und nach dem Abziehen des Felles einfach liegen
gelaſſen.
Neue Aukofähre.
Auko fährk ſich über den See.
Dieſe neue Autofähre wurde bei Utting am
Ammerſee ſtationiert. Die Fähre wird von den
Kraftfahrzeugen ſelbſt angetrieben. Infolge ihrer
flachen Bauart kann ſie auch in ſeichtem Waſſer
benutzt werden und überall anlegen.
Seite 12 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
Süs.sL deAdt
Weikkampfabend
der Darmſtädter Schwimmſportler
Freikag, den 27. April.
Am kommenden Freitag (nicht, wie urſprünglich vorgeſehen
war, am Samstag) beſchließen die Schwimmſportler Darmſtadts
die diesjährige Hallenſaiſon mit einem Wettkampfabend im
Städ=
tiſchen Hallenbad. Der große Verbandswettkampf des Deutſchen
Schwimm=Verbandes Klaſſe II. bildet das Programm der
Wett=
kämpfe, 5 Staffelwettkämpfe, die von den vier
ſchwimmſporttrei=
benden Vereinen Darmſtadts:
Turn= und Sportgemeinde 1846,
Tb. Jahn 1875,
Polizei=SV.,
DSC. „Jung=Deutſchland”
beſtritten werden. Der Abſchied vom Hallenbad an dieſem Tage
ſoll zugleich der Beginn einer neuen Epoche im Darmſtädter
Schwimmſport ſein, denn die Schwimmſportler unſerer
Vater=
ſtadt ſind von dem Wunſch beſeelt, in gemeinſamer Arbeit unter
Zurückſtellung kleinlicher Intereſſen dem Schwimmſport in
Darm=
ſtadts Mauern neuen Auftrieb zu geben und ihren Sport in dem
Geiſt auszuüben, der heute in das deutſche Sportleben ſeinen
Ein=
zug hält und Mitarbeit bedeuten am Neubau unſeres
Vaterlan=
des Deshalb der Ruf: Kommt alle am nächſten Freitag in
das Städtiſche Hallenbad!”
Zußball.
5N. 98 Darmſtadt — Tb. Sprendlingen.
Heute nachmittag 330 Uhr ſpielt SV. 98 gegen die
Bezirksklaſſenmannſchaft des FV. Sprendlingen. Ueber die
heu=
tigen Gäſte des Sportvereins viel Worte zu verlieren, wäre
un=
nütz, denn jeder Darmſtädter Sportanhänger weiß, daß die
Sprendlinger eine ſchnelle wuchtige Mannſchaft ins Feld ſtellen,
die jedes Jahr bei der Vergebung der Meiſterſchaft ein
gewich=
tiges Wort mitredet. Die Darmſtädter ſind zurzeit rein
ſpiele=
riſch ſehr gut in Form, und wenn die Stürmer endlich einmal
an=
fangen zu ſchießen, dann werden auch die Torchancen, die ſie in
jedem Spiel in Hülle und Fülle herausarbeiten, eine Wertung
erfahren. Vorher Reſerven beider Vereine. — Das Spiel SV.
98 3. Mannſch. — Mörfelden 3. fällt infolge SA.=Dienſtes aus.
Heufe vormitkag 11 Uhr:
Germania Eberſtadt an der Rheinallee.
Wir verweiſen nochmals auf das ſpannende und intereſſante
Zuſammentreffen der beiden Kreisklaſſen=Mannſchaften heute
vormittag. Die vergangenen Spiele dieſer beiden ehemaligen
alten Kreisligavereine waren ſtets Kämpfe, die neben einer
ge=
wiſſen Härte auch ſtets die beſten Leiſtungen brachten. Vorher
um 9 Uhr ſtehen ſich die Reſerven gegenüber.
Fußball in Südheſſen.
Nachdem man in letzter Zeit von der Anſetzung einer
Pokal=
runde nichts Entſcheidendes hört, haben die Vereine bis zur
Sommerſperre allgemein ein recht nettes Privatſpielprogramm
zuſammengeſtellt. Dabei ſind für diesmal folgende Spiele
vor=
geſehen:
VfR. Bürſtadt — Wormatia Worms, Starkenburgia
Hep=
penheim — Concordia Gernsheim, FV. 1919 Biblis — Oſtova
Oſthofen, Chattia Wolfskehlen — Olympia Biebesheim, TV.
Lampertheim — Vorwärts Bobſtadt.
Außerdem treffen ſich im letzten Punkteſpiel der Bezirksklaſſe:
Olympia Lorſch — Sportvereinigung Arheilgen.
Sämtliche Begegnungen verſprechen wieder recht intereſſant zu
werden.
In der Kreisklaſſe II
gehen die Spiele allmählich ihrem Ende zu. Diesmal iſt nur
ein kleines Programm angeſetzt. Es treffen ſich in den einzelnen
Gruppen: Leeheim — Nauheim, Stockſtadt — Geinsheim,
Erz=
hauſen — Gräfenhauſen; Seeheim — Alsbach; Jugenheim
DJK Klein=Hauſen.
Während die Darmſtädter Kante ihren Meiſter ſchon
ermit=
telt hat, geht es im ſüdlichen Ried noch in ſcharfer Rivalität
zwi=
ſchen der TSVgg. Kleinhauſen und den Alsbacher Turnern
mun=
ter weiter. Obwohl Klein=Hauſen das weitaus beſſere
Torver=
hältnis hat, iſt nicht ausgeſchloſſen, daß die ſpielſtarken Alsbacher
Turnek letzten Endes doch noch das Rennen machen.
Haſſia Dieburg ſpielt in Neu=Iſenburg gegen VfL.
Radſpork im Gau Südweſt, Bezirk 3.
Der Große Preis von Frankfurt.
Der 29. April iſt für den Radſport ein wichtiger Tag.
Be=
kanntlich hat der Deutſche Radfahrer=Verband in dieſem Jahre
wieder erſtmalig 12 Berufsfahrer=Straßenrennen genehmigt, mit
denen gleichzeitig die großen Straßenprüfungen der Amateure
zur Schaffung einer Nationalmannſchaft der Straße verbunden
ſind. Das erſte Rennen war am 8. ds. Mts. (Berlin-Cottbus—
Berlin) mit dem Siege von Kroll bei den Berufsfahrern und
dem prachtvollen Rekordſieg von Walter Löber=Frankfurt bei den
Amateuren. Das zweite große Rennen läuft am kommenden
Sonntag „Rund um Köln”, welches gleichzeitig als erſter Lauf
der deutſchen Meiſterſchaft für Berufsfahrer gilt. Der „Große
Straßenpreis von Frankfurt” am 29. April wird als der zweite
Lauf zur deutſchen Meiſterſchaft gewertet.
Dieſes Frankfurter Rennen geht über eine. Strecke von 260
Kilometer ſowohl für Berufsfahrer als auch für Amateure der
4= und B=Klaſſe. Nach dem bis jetzt feſtgelegten Streckenplan
geht dieſe ſchwere Straßenprüfung von Frankfurt nach
Darm=
ſtadt, die Bergſtraße entlang in den Odenwald
bis zum ſüdlichſten Punkt Steinbach bei
Michel=
ſtadt. Dann wendet ſich die Strecke durch den hinteren
Oden=
wald, durch die ſchweren Steigungen bei König, Höchſt, dann
über Seligenſtadt nach Hanau, weiter nach Homburg, den
ſteilen Sandplacken hinauf durch den Hintertaunus, dann
zurück über die Höhe bei Ehlhalten, den Nauroder=Berg nach
Kaſtel—Rüſſelsheim Frankfurt a M. Es fehlt
beſtimmt bei dieſer langen Strecke nicht an mühevollen langen
Steigungen, die das Feld auseinanderſprengen, es fehlt nicht an
zermürbenden Wellenfahrten, an großen Geraden. Dieſes
Kri=
terium iſt beſtimmt eine Prüfung, aus welcher die ſtarken Fahrer
herauskommen werden.
Kleine Rundschau.
Kurios iſts im Gau 13 mit dem Abſtieg, denn erſt das
letzte Punkteſpiel wird entſcheiden, wer mit Alem.=Olymp.
Worms und Mainz 05 in die Bezirksklaſſe abrücken wird.
Es kommt darauf an, wie Saarbrücken und
Kaiſers=
lautern ſpielen!
Ganz davon abgeſehen: Phönix Ludwigshafen iſt
gerettet. Die Diviſion ergibt für ſie das beſſere Torverhältnis
als für Spv. Wiesbaden. Nämlich: Phönix Ludwigshafen
39:44 Tore, ergibt 0.886: Spp. Wiesbaden 37:43 Tore, ergibt
0.860: Spfr. Saarbrücken 38:38 Tore, ergibt 1.000. Angenommen
Saarbrücken gewinnt auf dem Betzenberg mit 1:0. dann
ent=
ſcheidet bei ein klsooootel Tor den Abſtieg des Dritten.
Bei den Spielen des letzten Sonntags gab es einen ſchweren
Unfall. Der Mittelläufer Frey — Union Böckingen, der
dem=
nächſt in Darmſtadt bei Polizei erſcheinen wird — brach das
Schienbein.
Auffallend iſt, daß alle Sieger auf ſchärfſten Widerſtand
ſtießen; zum Teil ſogar zuerſt verloren hatten und erſt
aufholen mußten um dann ihren Sieg einzuſtecken. Der
1. FCN. hatte ſich kaum in Fulda umgeſehen, da hatte er ſchon
ein „Kuckucksei” im Neſt. Noch ſchneller beſorgten es die „
Ham=
burger Jungens” (Eimsbüttel) der Schalke=Elf. In der
erſten Minute führten ſie ſchon 1:0. Auch Benrath führte als
Gaſt in Bremen nach 9 Min. Spieldauer 1:0, und
Offen=
bach übernahm im Kölner Stadion zuerſt die Führung. Das
Tollſte paſſierte in Dresden! Nach 11 Minuten Spieldauer
ſan=
gen die Anhänger aus Halle: „An der Saale, hellem Strande."
denn die „Wacker”=Leute lagen 2:0 in Führung. „König” Richard,
Kreß und den „übrigen” aus Dresden rann kalter Schweiß über
die Stirn, bis ſchließlich mit Glück die Choſe noch gut ausging.
Unſere Favoriten fürs Semifinale: 1. FCN.; Waldhof;
Schalke 04 und Viktoria Berlin können ſi chauf die Hinterfüße
ſtellen ...!"
Wie es eigentlich kommt, daß hauptſächlich weſtdeutſche,
aber auch andere Vereine in den letzten Jahren ſo gut in Schwung
kamen, zeigt eine kleine Statiſtik. Schalke 04; Trainer: „
Bum=
bas” Schmidt (1. FCN.); Köln=Mülheim; Trainer:
Her=
berger (Spp. Waldhof); Werder Bremen: Trainer: Seppl
Müller (Sppgg. Fürth); Bor Fulda; Trainer; Kugler
(1. FCN.); Fortuna Düſſeldorf; Trainer: Gg. Hochgeſang
(1. FCN.); Hamborn 07: Trainer: Teddv Lohrmann (Spp.
Waldhof); Wormatia Worms Trainer: Philipp ( FCN.);
FC. Nürnberg; „Trainer Schaffner (Wacker München):
Union Böckingen; Trainer Schübel (Böckingen); 1860
München: Trainer Max Breunig (KFV.). Alle zehn
Trai=
ner ſind ehemalige Aktive der Süddeutſchen Extraklaſſe!! Was
Wunder, wenn heute, auch über der Mainlinie bei manchen
Vereinen der Ball „wie am Schnürchen” rollt ...
Südfrankreich wird am Sonntag in Stuttgart gegen
Süddeutſche Repräſentanten in ſtärkſter Aufſtellung
an=
treten. Die ſüddeutſche Mannſchaft wird alſo vor keiner leichten
Aufgabe ſtehen.
Max Breunig hat neuerdings 1860 München verlaſſen
und wird nunmehr den 1. FC. Pforzheim trainieren.
Argentinien hat jetzt für die Weltmeiſterſchaft ebenſo
wie Uruguay abgeſagt. Dagegen iſt Frankreich ſtartbereir
und auch Braſilien genau wie Aegypten erſcheinen bet
den 16 Nationen am 27. Mai auf italieniſchem Boden. H. H.
Wir ſuchen den „unbekannken” Gewichtheber.
Das Jahr 1934 iſt der Entdeckung des „unbekannten
Sport=
lers” gewidmet. Jede Begabung ſoll erfaßt und gefördert
wer=
den In beſonderen Lehrkurſen wird man im ganzen Reiche
dieſe Sportkameraden ſchulen.
1928 ſetzte der deutſche Kraftſport 16 Olympiakämpfer ein,
bei der Olympiade 1932 waren es neun: in Berlin 1936 können
und werden wir mit vollen Kampfſtaffeln im Ringkampf und
Gewichtheben vertreten ſein. Neun deutſche Kraftſportler
vertra=
ten ihr Vaterland in Los Angeles. Von den an Deutſchland
gefallenen 3 Gold=, 13 Silber= und 4 Bronze=Medaillen
erkämpf=
ten ſie allein 2 Gold=, 4 Silber= und eine Bronze=Medaille. Zwei
Weltmeiſter . ! es ſteht außer Zweifel, daß Deutſchlands
Kraftſport imſtande iſt, die Erfolge der früheren Jahre
weſent=
lich zu überbieten.
Wir ſuchen deshalb am 29. April die beſten Gewichtheber
und laſſen jeden Deutſchen ab 18 Jahren zu, ſoweit ſie noch nicht
an öffentlichen Wettbewerben teilgenommen haben.
Klaſſeneinteilung: Bantamgewicht bis 112. Federgewicht bis
120. Leichtgewicht bis 130. Mittelgewicht bis 150,
Halbſchwer=
gewicht bis 165 und Schwergewicht über 165 Pfund. Meldungen,
die einſatzfrei ſind, müſſen bis Mittwoch, 25. April bei
Kreis=
führer Willy Klöß, Darmſtadt, Heidelberger Straße 47,
abge=
geben werden.
„Jeder kann ſofort mitmachen”
und die erſten Unterweiſungen durch die Fachwarte der drei
nachſtehenden Vereine in deren Uebungsſtunden erhalten:
Mon=
tags und Freitags von 20—22 Uhr Turnhalle Soderſtraße Nr. 30
(Kraft=SV. Darmſtadt 1910), Freitags von 20—22 Uhr Liebigs=
Oberrealſchule, Kapellſtraße 5 (Athletik=SV. Germania 1895),
Freitags von 20—22 Uhr in der Polizeiſporthalle, Eſchollbrücker
Straße 24 (Polizei=SV.).
Zum 1. Mai hat der Reichsſportführer eine Verfügung
er=
laſſen, nach der alle Mitglieder der Turn= und Sportverbände in
ihren zuſtändigen Betriebs= und Arbeitsgruppen mitmarſchieren
ſollen
Zu einem Lehrgang an der Deutſchen
Turn=
ſchule hat der Männerturnwart der D.T. dreizehn Turner,
dar=
unter Krötzſch=München, Winter=Frankfurt, Frey=Kreuznach, Volz=
Schwabach und BeckertNeuſtadt eingeladen. Nach den
Erfahrun=
gen dieſes Lehrganges wird dann die endgültige Vertretung für
die Weltmeiſterſchaften in Budapeſt beſtimmt.
Die Südweſtdeutſchen Schwimm=Meiſterſchaften finden am 14.
und 15. Juli 1934 im neuen Opelbad zu Wiesbaden ſtatt.
Derby County, die bekannte engliſche Profi=Fußballelk,
iſt vom Deutſchen Fußball=Bund zu einigen Lehrſpielen
verpflich=
tet worden. Das erſte dieſer Treffen führt am 10. Mai (Him
melfahrtstag) eine deutſche Auswahlmannſchaft mit den
Engländern in Frankfurt zuſammen.
Reichsſender Frankfurt
Kaſſel. Trier, Freiburg 251.
Frankfurt: Sonntag, 22. April
6.15: Hamburg; Hafenkonzert. Die Glocken vom Großen Michel. —
Choral: In allen meinen Taten. — 8.15: Zeit, Nachr. — 8.20:
Wetter. — 8.25: Gymnaſtik. — 8.45: Choralblaſen. — 9.00:
Aus der Leonhardskirche Stuttgart: Evangel. Morgenfeier. —
9.45: Feierſtunde der Schaffenden. — Als Emlage: Goethe=
Ge=
dichte — 10.15: Katholiſche Morgenfeier. — 11.00: Männer=
Quartett „Rheingold”. Neuwied. — 11.40: Nationalſozialiſtiſcher
Aufbau: Arbeit auf dem Gebiete des Vogelſchutzes.
12,00: Muſikzug der SA=Reſerve 1. Ltg.: Obermuſikmeiſter a. D.
von der Dovenmühle. — 13.00: Paul Laven: Stegreiferzählung.
13.15: Muſikſzenen aus Wagners „Meiſterſinger von Nürnberg”.
(Schallplatten.) — 14.20: Was hat der Winzer in dieſen Wochen
zu kun? — 14.30: Kaſſel: Nach welchen Geſichtspunkten werden
die Siedler für die Neubidung deutſchen Bauerntums gewählt?
Zwiegeſpräch. — 15.00: Stuttgart: Kinderſtunde: Auf der
Früh=
lingswieſe.
16.00: Stuttgart: Nordiſche Komponiſten. Das Philharm. Orcheſter,
Ltg: Schröder — 18.00: Von der Burg Breuberg im
Oden=
wald: Wandern und Bleiben. — 18.30: Mamheim: Zum
Auftakt des 3. deutſchen Bruckner=Feſtes.
18 00: Koblenz: Alte — neue Moſelbrücke. Hörbericht. — 19.25:
Stuttgart: Einführung zur Opernübertragung. — 19.30:
Stut=
gart: Pique Dame. Oper in drer Akten von P. Tſchaikowſty. —
22.30 Zeit Nachr. — 22.45 Nachr. Wetter Sport. — 23.00:
München: Das Kleine Funkorcheſter, Ltg.: Erich Kloß. — 24.00:
Stuttgart: Nachtmuſik.
Frankfurt: Montag, 23. April
6.00: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 u. 6.30: Gymnaſtik. — 6.55:
Zeit Frühmeldungen — 7.05: Wetter. — 7.10: Stuttgart=
Frühkonzert (Schallplatten). — 8.15: Waſſerſtand, Wetter. —
8.25: Gymnaſtik. — 10.00: Nachrichten. — 10.30: Nur Trier=
Eigene Sendung. — 11.00: Werbekonzert. — 11.40: Programm
Wirtſchaft, Wetter — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Schallplatten: Heitere Muſik von Suppé —
13.00: Zeit. Nachrichten — 13.10: Nachrichten — 13.20:
Frei=
burg: Das Freiburger Konzertorcheſter. Ltg.: W. Döhrmann. —
Dazwiſchen 13.50: Zeit, Nachrichten. — 14.30: Nur Kaſſel: Nachr,
— 14.40: Schubert=Lieder. — 15.30: Wetter. — 15.40: Zeit,
Wirtſchaftsmeldungen — 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Stuttgart: Philharm. Orcheſter Ltg.: J. Schröder. —
17.30: Fünf Jahre mit. Indianern auf dem Kriegsfuß. Erlebniſſe
von Fritz Bauer. — 17.45: Klaviermuſik. — 18.60: Stunde
der Jugend: Karlsruher Brigante. Eine Erzählung. — 18.25:
Stuttgart: Franzöſiſch. — 18.45: Meldungen. — 18.50: Griff
ins Heute.
19.00: Das Funkorcheſter. Ltg.: W. Caſpar. — 19./0: Ja, ja
die Schwarzarbeiter. Heitere Hörfolge mit ernſtem Unterton. —
20.15: Berlin: Stunde der Nation: Deutſche Arbeit in aller Welt,
— 21.15: Kleine Unterhaltung. — 21.30: 1. Sinfonie in B=Dur,
op. 38, von Robert Schumann. — 22.00: Zeit Nachrichten. —
22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen ...
22,25: Nachr. —
22.40: Karlsruhe: Heitere Schallplattenplauderei. Von R.
Schmitt=
henner. — 23.00: Stuttgart: Kapelle Kermbach ſpielt Tanzmuſik.
— 24.00: In ſtiller Nacht (Schallplatten).
Deutſchlandſender
Welle 1571
Deutſchlandſender: Sonntag, 22. April
6.15: Berlin: Gymnaſtik. — 6.30: Tagesſpruch. — 6.35:
Ham=
burger Hafenkonzert. Die Glocken vom Großen Michel.
Choral: In allen meinen Taten. — 8.00: Stunde der Scholle,
8.55: Funkſtille. — 10.05: Berlin: Wetter. — 10.10:
Sperr=
zeit. — 11.00: Rudolph Paulſen lieſt eigene Gedichte. — 11.151
Seewetterbericht. — 11.30: Kammermuſik. Beethoven;, Klaviek,
trio C=Moll op. 1 Nr. 1.
12.00: Glickwünſche — 12.05: Muſikzug der Reiterſtandarte 28.
Ltg.: Muſikzugführer Krauſe. — Dazw. (12.55): Zeitzeichen. —
13.45: Kundgebung des „Landesbauerntages 1934 in München.
Rede des Landesbauernführers Walter Darre. — 14.30: Vom
Gilden, Zünften und Imungen m Mittelalter. Hörbilder f.
Kin=
der. — 15.15: H. W. von Maſſow: Warum ſpielen wir
Fern=
ſchach? — 15.30: Aus vergilbten Notenblättern. . Kapelle H.
Steinbock. Sprecher: A. Sebaſtian.
16.00: Hamburg: Das niederſächſ. Kammerorcheſter. Lta.: v. Soſen,
17.30: Miniſterialdirektor Dr. Gütt: Oeffentl. Kundgebung der
Deutſchen Geſelſchaft für Raſſenhygiene m den
Ausſtallungs=
hallen und Meſſehallen, Berlin. — 18.00: Schallplatten=Brettl.
18.30: Plautermann meint.
19.00: Stunde der Auslandsdeutſchen. Südtiroler Bauernhochzeit,
19.30: Deutſches Handwerk: Deutſches Volk — deutſche Arbeit,
19.45: Leipzia: Hörhericht von den deutſchen
Waldlaufmeiſter=
ſchaften. — 20.00: Dur gegen Moll. Ein heiterer Tanzkrieg im
Funkhaus. Kapellen: Robert Gaden und Karl Woitſchach. —
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachr. — 22.45: Seewetterz
bericht. — 23.00: München: Das kl. Funkorch. Ltg.: E. Kloß=
Deutſchlandſender: Montag, 23. April
5.45: Hamburg: Wetter. — 5.50: Nachr. — 6.00: Tagesſpruch.
605: Berlin: Gymnaſtik. — 6.20: Hamburg: Frühkonzerk. —
In einer Pauſe (.00): Nachr. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45=
Leibesübung für die Frau. — 9.00: Berufs= und Fachſchuftunk=
Der große Zug zum Oſten. — 9.40: Albert Leitich: „
Laeri=
moſa‟ Eine Mozart=Erzählung. — 10.00: Nachr. — 10.10:
Werkſtunde. Autziehen von Landkarten und Herſtellung
erd=
kundlicher Modelle. — 10.50: G. Schäfer und Dr. Hoske:
Verhinderung und Verbeſſerung körperlicher Schäden unſerer
Schulugend. — 11.15: Seewetterbericht. — 11.30: Lieder
und Arien von W. A. Mozart.
12.00: Wetter. — Anſchl.: Glückwünſche. — 12.10:
Unterhal=
tungsmuſik (Schallpl.) — Anſchl.: Wetter. — 12.55:
Zeit=
zeichen — 1300: Sperrzeit — 18 45: Nachr. — 14o0=
Aus Wagners Opern (Schallpl.) — 15.00: Wetter Börſe.
1d.15: Die Lehrzeit beginnt. Zwiegeſpräch. — 15.40: Alfred
Prugel lieſt eigene Geſchichten.
16.00: München: Veſverkonzert. Ltg.: Erich Kloß — 17.00:
Bücherſtunde: Die deutſchen Stände m Einzeldarſtellungen. —
17.15: Max Jung: Meiſterliches Handwerk: Weg zur Kultur=
17.30: Zeitfunk. — 17.50: Violin=Sonaten heute — und
vor 150 Jahren. — 18.40: In die Ecke mit dem Frack. Wir
tragen das Feſtkleid der Arbeitsfront. Feierabend=Plauderer
zum 1. Mai. — 18.55: Das Gedicht. — Anſchl.: Wetter.
1900: Trompeter=Korps des 4. Preußiſchen ReiterRegiments,
Potsdam Ltg.: Obermuſikm. Thiele — 20.00: Kernſpruch.
Anſchl; Kurznachrichten. — 20.15: Berlin; Reichsſendung: Stunde
der Nation: Deutſche Arbeit in aller Welt. — 21.15:
Fort=
ſetzung des Militärkonzertes. — 22.00: Wetter= Tages= und
Sportnachr — 22.45: Seeweiterbericht. — 23.00: Berlin=
Lankwitz: Vorführung der großen Orgel durch Prof. A. Sittard.
Aufnahme.) — 23.30: München: Die bayeriſchen Fünkſchrammeln.
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Nr. 16 22. April 1934
TaltttT
V
*
Os3
Im deutſchen
Petroleumland — Neue
erfolgreiche
Bohrungen bei Telle.
Links: Kein klarer Heideſee, ſondern öl, wie es aus dem Schoße der Heide kommt. Die Bohrungen ſind oft ſo ertragreich, daß das Petroleum proviſoriſch in großen
Seen geſammelt werden muß. — Nechts: Die Pumpanlagen ſind zuweilen noch recht primitiv konſtruiert, da ſie ſehr oft von einem Platz zum anderen gebracht werden.
ir kennen die Lüneburger Heide aus Büchern, Bildern
S oder aus eigener Anſchauung als eine Gegend mit kargem
Boden, dem das blühende Heidekraut den unvergleichlich ſchönen
Anblick gibt. Wir lieben ſie als Landſchaft, die Löns beſungen
hat, wir erinnern uns der verſchloſſenen Menſchen, die auf
kärg=
lichem Boden ihrem Cagewerk nachgehen, der niedrigen Hütten,
deren Dächer faſt bis auf die Erde reichen und über denen ſich
weit der Himmel ſpannt.
Daß dieſe Poeſie nur bedingt Gültigkeit hat, daran
er=
innerte kürzlich eine Meldung: In der Nähe von Nienhagen
bei Celle in Hannover wurde kürzlich eine neue
Erdöl=
quelle erſchloſſen, die als größte Deutſchlands ſeither täglich
etwa 200 Connen Nohöl liefert und damit die Produktion dieſes
„Gebietes mit einem Schlage um etwa 50 Prozent vergrößert.
DDas Oel kommt aus einer Ciefe von mehr als 1000 Metern.
WWeitere Bohrungen an dieſer Stelle ſind im Gange, um
mög=
lichſt das geſamte dort vorhandene Erdöl der deutſchen
Wirt=
ſchaft zugänglich zu machen.
Siebzig Jahre mögen es heute her ſein, daß ein Profeſſor
aus Hannover auf einem Sonntagsſpaziergang eine ſeltſame Ent=
Seckung machte. An einer Stelle, die ganz nahe am Bahngleiſe
Oer jetzigen Station Wietze=Steinförde liegt, bemerkte er, daß
Der Boden ölig war, daß die Heide einige Meter im Umkreis
gelb wurde. Als man hier die erſte Sonde in den Boden trieb,
prang Erdöl wie eine hohe Sontäne hervor. Anfangs füllten die
Bauern das rohe Erdöl in Eimer und Fäſſer und brachten es
auf primitiven Karren nach Celle, wo ſie es als Schmieröl zu
villigem Preis verkauften. Als dann mit der Seit die
Induſtria=
äſierung einen ungeahnten Aufſchwung nahm, als das Erdöl die
erſten Anſätze machte, die ſchwarzen Diamanten — die Kohle —
aus ihrer Weltmachtſtellung zu verdrängen, da ſetzte ein
Nen=
nen ein um den auf einmal überreichen Boden
er Heide. In endlolen Strömen quoll das dicke Rohöl aus
en Sonden, und da es unmöglich war, den Neichtum ſofort
ab=
mfüllen, bildeten ſich überall große Petroleumſeen. Unglaublich
pohe Augebote erhielten die auf einmal in den Mittelpunkt allen
Intereſſes gerückten Heidebauern für ihre Grundſtücke. Aber die,
deren Generationen ſchon Hunderte von Jahren einem armen
Boden treu geblieben waren, blieben diesmal der reichen Erde
treu. Sie behielten ihn als ihr Eigen und übertrugen den
Ge=
ſelſchaften zu einem recht annehmbaren Gewinnſatz die
Nutz=
nießung.
Heute erhebt ſich in der Celler Gegend ein Wald von
Bohrtürmen. Die nüchterne Heide iſt zu einer geradezu
phantaſtiſchen Landſchaft geworden. Wo früher die genügſamen
Heidſchnucken nach dem trocknen Gras ſuchten, recken ſich heute
die Bauten der Bohrtürme in den trüben norddeutſchen Himmel.
Ueberall liegt der unangenehme Geruch des Petroleums, auf
Schritt und Critt findet man die kleineren und größeren Lachen
mit dickem Oel; raſtlos hämmern die Pumpen ihr eintöniges
Lied, träge fließt das flüſſige Gold aus den Nohren in die großen
Canks, endlos laufen die Leitungsrohre über das niedergetretene
Heidekraut wie Schlagadern eines neuen Lebens. Und dieſes neue
Leben iſt nach der Entdeckung der großen Oelquelle bei Nien=
Der Oelſtand im Cank wird vor dem Verkauf gemeſſen.
Von dem Rohöl wird eine Probe zur chemiſchen Unterſuchung
entnommen. Man ſieht an der Stange deutlich,
wie hoch das Oel im Cank ſteht.
hagen doppelt in Erſcheinung getreten. Eine Armee von
Arbei=
tern ſteht vor neuen Aufgaben. Cag und Nacht pumpen
die hohen Fördertürme und rattern die Bohrtürme. Noch ſteht
man am Anfang und verſucht, der Erde das Höchſtmöglichſte
abzugewinnen. Nach jahrelangen oft vergeblichen oder wenig
ergiebigen Verſuchen, die Mühe, Arbeit und Geld koſteten iſt
endlich neue Hoffnung eingezogen. 200 Connen Vohöl
täg=
lich, jede wird mit 95 Mark bezahlt, das ergibt einen Betrag
von 18 600 Mark pro Cag oder faſt ſieben Millionen im Jahr
bei einer einzigen Quelle!
Noch vor Jahren trug man ſich mit Stillegungsmaßnahmen,
nur weil lich die Petroleumgtellen in Baku oder lonſtwo beſſer
ausnutzen laſſen, heute ſind ſolche Gedanken für immer begraben.
Nicht nur weil der jüngſte Erfolg gezeigt hat, weſche Schätze
die Erde der Heidelandſchaft birgt, ſondern weil auch die
Be=
hörden vom geſamtwirtſchaftlichen Standpunkt aus den Wert
der Oelbohrungen voll würdigen und ſie mit
Millionen=
darlehen aktiv fördern.
Oberſtes Prinzip nationalſozialiſtiſcher Wirtſchaftsgeſtaltung
iſt die Führung der Wirtſchaft durch den Staat nach höheren
politiſchen Geſichtspunkten. Die Reichsregierung hat dem Kraft=
Ein typiſches Bild der Celler Gegend. Swiſchen den
Bohr=
türmen weidet das Bieh das Gras der Heide ab.
verkehrsweſen und den Creibſtoff=Fragen ihre beſondere
Boachtung zugewendet, jetzt zeigt ſie für die Erdölwirtſchaft und
ihre Belebung aktives Intereſſe.
Die neueſten Unterſuchungen haben ergeben, daß in
Nieder=
lachſen zunächſt nur der geringſte Ceil der — allerdings in großer
Ciefe — vorhandenen Erdöllagerſtätten bekannt iſt. Wie ſchon
auf der Gründungsſitzung der Fachgruppe „Ciefbohren, Gördern,
Gewinnen” der Deutſchen Geſellſchaft für Mineralölforſchung im
November v. J. berichtet wurde, wird in Kürze an die Frage
der Erdölgewinnung mit aller Energie herangegangen werden.
Alle Gebiete, in denen Oellager vermutet werden, ſollen nach
einheitlichen Plänen genau unterſucht werden.
Es iſt eine andere Poeſie, die um die grauen, ſtets
ölffeuchten Bohrtürme entſteht, als die, die in uns erwacht, wenn
wir auf einſamer Wanderung die Schönheit der Heide auf uus
wirken laſſen. Ueber die Bohrtürme heult der Weſtwind. Sie
ſtarren geſpenſtiſch in den Nebel, nicht minder ſchaurig wie
Wacholderſträucher und Sindlinge, die ihnen weichen mußten.
Der Boden hat ſeine Weichheit und in der Sonne ſein rotes
Leuchten verloren, er iſt feucht, klebrig und faſt ſchwarz geworden.
Es bleibt ein Hauch des Unwirklichen, Dämoniſchen trotz aller
Induſtrialiſierung an der Oellandſchaft häugen. Heute wie vor
mehr als einem Jahrtauſend, als zwiſchen den Verehrern der
alten Götter und den Kündern des neuen Gottes Kämpfe
aus=
gefochten wurden, mahnt die Erde der Heidelandſchaft au Kampf.
Nicht an den mit dem Schwert und nicht an den um Gott und
Götter, ſondern er geht um die Erdeſelbſt.
Es fehlt nicht an Stimmen, die dem Kampf um dieſe Erde
wenig geneigt gegenüberſtehen: der Bauer werde durch die
Bohr= und Fördertürme verdrängt, die Heide zu einem
nüch=
ternen Induſtrieland. Es iſt ſicher, daß ſolche Einwendungen
verſtummen müiſſen angeſichts der plaumäßigen Arbeit in dieſem
Staat, der auf nationalſozialiſtiſcher Grundlage zum Segen aller
wirkt. Gemeinnutz geht vor Eigennutz!
Vom Gerſtenkorn zum ſchaumenden Trunk
Daß aus Gerſte und Hopfen durch Brauen
und Gärung ein alkohol= und
kohlenſäurehal=
tiges Getränk, das Bier, bereitet wird, weiß
wohl jedermann; aber ein Gang durch eine
kleine Brauerei, die nach altbewährten
Vor=
ſchriften und Ueberlieferungen ein vorzügliches
Bier braut, läßt vieles ſehen, was mancher,
der einen würzigen Crunk von Seit zu Seit
willkommen heißt, nicht weiß.
Die Herſtellung des Bieres umfaßt drei
Ent=
wicklungsſtufen:
I. Die „Malzbereitung”, das iſt das Weichen
und Keimen der Gerſte und das Darren
des Grünmalzes;
darſtellen, denn jetzt verwendet man an Stelle
dieſes beſten, aber ſehr teuer gewordenen
Ma=
terials Sement oder Aſphalt. Auf der Cenne
wird die quellreife Gerſte in gehäufte Beete
von 30—50 Sentimeter Höhe gleichmäßig
ge-
ſchichtet. Hier beginnt die Keimung, die je nach
der Kellertemperatur ſieben bis acht Cage
dauert, und die Umwandlung durch Diaſtaſe
(Ferment) der im Gerſtenkorn enthaltenen
Stärke in gärungsfähige, zuckerhaltige Stoffe
(Sucker, Dextrin). Alle 10 bis 12 Stunden
werden dann die „Naßhaufen bzw.
Junghau=
fen” mit der flachen Holzſchaufel gewendet. Das
häufige Wenden, das Uebung und Geſchick er=
Das Bier kommt prickelnd und frisch aus dem Siphon auf den Tisch
Photo: Adolf Ziegler
II. das eigentliche „Brauen”, das heißt das
Maiſchen, die Gewinnung der Würze und
das Kochen der Würze mit Hopfen im
Bierkeſſel;
TIII. die „Gärung”, mit vorausgehender
Küh=
lung der gekochten Würze auf die
Gär=
temperatur.
Von den Brauern unſerer Gegend wird die
zarte, ſchöngewachſene Viedgerſte der
Oden=
waldgerſte vorgezogen. Die angelieferte Frucht
wird in der Brauerei vor allem auf der
Gerſten=
ſortiermaſchine einer gründlichen Reinigung
und Ausleſe unterzogen. Die ausgeſuchte Gerſte
wird 60 bis 100 Stunden im „Weichſtock”
ge-
weicht, unter mehrmalige Erneuerung des
Waſſers. Dabei wird gleichzeitig für Sufuhr
von friſcher Luft geſorgt, denn hier wie bei
allen Arbeitsgängen des Bierbrauens iſt
Nein=
lichkeit und ſorgfältige Pflege Bedingung, um
ein ſchmackhaftes Bier zu erhalten.
Aus dem Weichſtock wird die geweichte
Gerſte durch eine Nohranlage auf die im
Kel=
ler gelegene „Malztenne” befördert. Die
Malz=
tenne in unſerer kleinen alten Brauerei iſt
noch mit den feinen großen Solnhofener
Plat=
ten belegt, die heute eine ſeltene Koſtbarkeit
fordert, bezweckt, die durch die Keimung
ent=
wickelte. Wärme gleichmäßig zu verteilen und
dem Keimgut durch Sutritt friſcher Luft den
nötigen Sauerſtoff zuzuführen.
Auch von mehr oder weniger ſorgfältigem
und fachgemäßem „Mälzen” auf der Cenne wird
der Geſchmack des Bieres beeinflußt.
Genü=
gende „Auflöſung” des Gerſtenkorns iſt für
den Braumeiſter das Merkmal, daß der
Keim=
prozeß bei der für die Bierbearbeitung
erfor=
derlichen Entwicklung angelangt iſt. Er dauert
ungefähr ſieben bis zehn Cage. Nur gut
auf=
gelöſtes Malz (Malz nennt man die gekeimte
und gedarrte Gerſte) wird beim „Darren”,
aromatiſch und mürbe.
Das Keimgut (Grünmalz) gelangt jetzt auf
die Schwelkhorde oder oberſte Darre, wo durch
Vertrocknen (Waſſerentziehung) bei etwa 30
bis 40 Grad Celſius die Keimung zum
Still=
ſtand gebracht wird. Von der oberen kommt
das Malz auf die zweite Darre und wird hier
bei einer allmählich bis auf 100 Grad Celſius
geſteigerten Cemperatur abgedarrt.
Uebertrie=
benes Darren würde aber durch Verbrennen
des Malzes, wie es bei „verbranntem” Kaffee
der Fall iſt, Bitterkeit ins Gebräu bringen!
Schwelken (von Welken) und Darren dauert
zwiſchen 24 und 48 Stunden. Vom Ausfall des
Malzes auf den Darren werden Farbe und
Charakter des Bieres weſentlich beſtimmt.
Der ſorgfältig zu überwachende Darrvorgang
iſt daher überaus wichtig. Dunkle (bayriſche),
goldfarbige ſowie helle (ilſener) Biere
wer=
den von der verſchiedenartigen Behandlung des
Grünmalzes auf der Darre beſtimmt.
Von der Darre wandert das Malz in die
Putzmaſchine, die es von Staub und den
ab-
gedorrten „bitteren”, Wurzelkeimen befreit,
dann, nach der nötigen Ablagerung, in die
„Schrotmühle”, die das Malz in größere
Hül=
ſen= und kleinere Mehlkörperteile zerkleinert.
Das zerkleinerte Malz kann nunmehr
ge=
braut werden.
Im „Sudhaus” wird dem Malzſchrot Waſſer
zugeſetzt und die Miſchung, die „Maiſche” im
„Maiſchbottich” auf 75 Grad Celſius gebracht.
Beim Maiſchen, das vier Stunden dauert,
wer=
den die löslichen Beſtandteile des Malzſchrotes
vom Waſſer ausgezogen und die Stärke in
gärungsfähigen, leicht löslichen Malzzucker und
in Dextrin übergeführt.
Die nach vollendetem Maiſchprozeß von den
unlöslichen Beſtandteilen des Malzes befreite,
Sucker, Dextrin uſw. enthaltende Flüſſigkeit iſt
die „Würze‟. Die durch die „Läuterbatterie‟
geklarte. Würze wird mittels der „
Würze=
pumpe” in die „Braupfanne”, den „Bierkeſſe!”
gepumpt und dort mit Hopfen zwei bis drei
Stunden lang gekocht.
Die beſten deutſchen Hopfen werden in den
Gegenden von Spalt bei Georgensgemünd,
Hallertau und Cettnang gezüchtet. Der
Spal=
ter Hopfen iſt an Güte dem berühmten
böhmi=
ſchen Hopfen von Saaz gleichzuſtellen.
Nach dem Abſeihen des Hopfens wird die
gekochte Würze auf das hoch und frei gelegene
„Kühlſchiff” gepumpt und vom Kühlſchiff über
den Bierkühlapparat in die „Gärbottiche” des
Gärkellers hinuntergeleitet. In den
Gärbotti=
chen wird durch Suſatz von „Hefe”, d. h.
Sproß=
pilzen, den Erregern von Alkoholgärung, bei
5 bis 10 Grad Celſius in 8 bis 10 Cagen der
vergorene Sucker in Kohlenſäure und Alkohol
übergeführt. Nach 24 Stunden zeigt die
Ober=
fläche des Gärbottichs eine weiße Schaumdecke.
Der Brauer ſagt: „Das Bier iſt
angekom=
men”. Bei fortſchreitender Gärung entſteht
die dem Brauer ſo erwünſchte zackige, ſtark
zerklüftete, weiße „Hochſräuſe”, das ſichere
Seichen von Hochwertigkeit des Bieres. Wenn
die Hochkräuſe zurückgeht, nimmt auch die
Hauptgärung ihr Ende und das „Jungbier”
oder „grüne Bier” iſt nun zum „Jaſſen reif”.
Es wird auf Lagerfäſſer abgezogen und im
Lagerkeller bei 1—4 Grad Celſius gelagert.
In den Lagerfäſſern verläuft die „Nachgärung”
in ſechs bis acht Wochen. Während der
Nach=
gärung wird die ſich entwickelnde Kohlenſäure
mittels ſinnreicher, ſelbſttätiger „
Spundappa=
rate”, die erſt bei 0,3—0,4 Atmoſphären Druck
arbeiten, im Bier gebunden. Der Ueberdruck
läßt nur die überſchüſſige Kohlenſäure ins Freie
entweichen. Das Bier aber behält ſeinen prik=
Malztenne
Photos: Adolf Ziegler
Gärkeller (im ersten Bottich Hochkräuse)
Der Pilot
Profeſſor Haarſchliff
Von Peter Pal.
Die Flugveranſtaltung brachte außer dem
Maſſenbeſuch von Schauluſtigen aus der tiefſten
Provinz auch das neue Modell einer ſoliden,
einmotorigen Verkehrsmaſchine auf den kleinen
Flugplatz. Sie ſollte zu Propagandazwecken
vorgeführ” werden, und gegen ein geringes
Ent=
gelt konnte jeder zehn Minuten lang die Stadt
aus fünfhundert Meter Höhe ſehen. Lange vor
Beginn der Flugſchau fand ſich Profeſſor
Haarſchliff, der tägliche Gaſt des Flugplatzes,
Ehrenmitglied des Aeroklubs, ein und prüfte
erregt, mit leidenſchaftlichem Eifer, die neue
Maſchine. Er war Freund aller Piloten,
Flug=
platzleiter, Fallſchirmabſpringer und
Luftphoto=
graphen. Obgleich er aus dem aviatiſchen Leben
der Stadt nicht mehr wegzudenken war, gelang
es niemandem, ihn zu einem Flug zu bewegen.
Er war niemals, weder als Fluggaſt noch als
Pilot, mit einer Maſchine aufgeſtiegen. Er
verſchob dieſes Abenteuer auf eine Seit, in
der ſein theoretiſcher Wiſſensdurſt geſtillt war,
Er glaubte in drei Jahren ſo weit zu ſein.
Als ſchon eine breite Menſchenmauer den
Platz umſäumte, ſaß er immer noch
verſun=
ken auf dem Führerſitz, beobachtete von dort
aus das Canken, achtete auf den Motor, auf
den Propeller, der probeweiſe mit Preßluft
angelaſſen wurde, ſah und hörte nichts, als nur
dieſe ſinnreiche, neuartige Maſchinerie, berührte
die Hebel, den Steuerknüppel, während ſich
hinter ihm die Cür öffnete und ein korpulenter,
freundlicher Herr einſtieg, der Haarſchliffs
an=
geſtrengtes Creiben verfolgte. Da ihn niemand
daran hinderte, bewegte er ſich freier in der
Kabine und überzeugte ſich, erfreut über die
eigene Kühnheit, von der Bequemlichkeit der
Plätze, probierte der Reihe nach alle Seſſel
und ſtand ſchließlich behutſam auf, um nicht die
Aufmerkſamkeit des Mannes am Steuer auf
ſich zu lenken. Ehe er aber die Maſchine
ver=
laſſen konnte, drehte ſich Profeſſor Haarſchliff
zu ihm herum, während der ganze Apparat ſich
leiſe zu bewegen begann.
Haarſchliff ſah ſich um, weil er dachte, es
ſchöbe jemand die Maſchine am Schwanzende
oder an den Flügeln nach vorn. Ueberraſcht
von der plötzlichen Bewegung hielt er noch
immer krampfhaft die Hebel feſt, die er
berührt hatte, als man draußen den Propeller
laufen ließ. Der dröhnte jetzt gleichmäßig und
ſtark, eine gewaltige, rauſchende Ouvertüre
dieſer feſtlichen Veranſtaltung. Erſt glitt ein
Stück Betonboden ſachte unter dem Apparat
hinweg, dann die erſten Grasbüſchel und
ſchließ=
lich lief mit ſonderbarer Eile das ganze
Noll=
feld an Haarſchliffs Führerſitz vorbei. Der
Mann in der Kabine hatte die Augen weit
auf-
getan, lächelte noch immer und ſtarrte, den
Umſtänden entſprechend, ein wenig blöde auf
den Rücken des Piloten. Er ſuchte den Schein,
der ihn berechtigte, an einem Fluge über die
Stadt teilzunehmen, und drückte ſich, als er ihn
gefunden hatte, behaglich in den Seſſel.
Auf Profeſſor Haarſchliffs Stirn bildeten
ſich erſt zwei kleine, kalt. Cropfen; ſie liefen
ihm über das Naſenbein und juckten heftig.
Dann glänzte plötzlich eine ganze Reihe
ſilber=
ner Schweißperlen auf. Die Sonne, die den
eiligen, ſpringenden Apparat aufleuchten ließ,
ſchien auch auf Haarſchliffs feuchte Stirn.
Doc=
dahinter arbeiteten die Gedanken exakt:
„Handbuch für das geſamte Flugweſen,
Band II, Ceil 4, Kapitel 16: Wie ſtarte ich
vorſchriftmäßig”, dachte er, während die
Maſchine donnernd auf die Zuſchauermenge
losjagte, die den Nand des Flugpl
be=
lagerte. „So ſtarte ich vorſchriftsmäßig” dachte
Haarſchliff im Wortlaut des Handbuchs für das
Sudhausanlage (Maischbottich, Grand, Würzepum
und Bierkessel)
Faß- u. Flaschen-Abfüllanlage Phoios: Adolf Zieſl
Auslauf der Gerstenweiche in die Tonne
kelnden, ſchäumenden Gehalt. Faßbruch, Bigl
verluſt uſw. ſind mit dieſer Spundung nid
mehr zu befürchten.
Das nach Wochen oder Monaten aus M
Lagerfäſſern kommende Bier wird nur nu
filtriert, um es vollkommen klar mittels
Faß= und Flaſchenfüllung auf Cransportfä)d
und Flaſchen abzuziehen und als ein erquick ril
des, in der ganzen Welt beliebtes Getränk 4
den Ciſch zu bringen. Adolf Sieg!
geſamte Slugweſen und brachte wirklich fü
Meter vor einem mit Caſchentüchern winken
den Mädchenpenſionat die Maſchine in
Höhe, aber ſo ſteil, daß der gutgläubige Pale
gier die erſten Schwindelanfälle bekam.
Haarſchliff repetierte: „Die Fehlerquell!
Fehler 13: Der Apparat rutſcht nach d
Start nach hinten ab. Urſache: Höhenſteil
forciert.” Haarſchliff rutſchte nicht ab. E
brachte ſich wieder ins Gleichgewicht und ro/
dann aber unentwegt im 150-Kilometer-Cem!t
fünfzig Meter über dem Erdboden, mit ſchal
fen, ſchwankenden Kurven um Nollfeld, Mal
ſchenmaſſen und Hangars herum. Der Neh
nach probierte er ſämtliche Hebel und Gri
aus, in den Kurven ſtemmte er ſich zurück u
ſiehe da — das Flugzeug flog brav in gera!
Richtung weiter, ohne ſich noch um den Slu9
platz zu kümmern. Profeſſor Haarſchliff ſch?
es, als flöge ihm der Apparat unter den HS.
den davon, denn nun, da er die Maſchine‟
nicht mehr anrührte, flog er lanft und ob.
Erſchütterung über das ſonntägliche Land.
hütete ſich vor jeder raſchen Bewegung, falt!
die Hände auf dem Schoß zuſammen und gri!
belte darüber nach, auf welche Weiſe er zurüd
kommen und landen könnte. Die Erfolge
eir=
theoretiſchen Unterrichts mußten ſich nun 4
weiſen, und ſo ſchlug er im Geiſte Blatt 4
Herzen zu jenem Begriff:
Heimat formt. Wer
immer im abgegrenzten
Blickfeld der Großſtadt
umhergeht, dem kann
dieſes Gefühl Heimat nie
ſo zum Erlebnis werden.
Mir hat Auerbach
die=
ſes Erlebnis, dieſes
Ge=
fühl geſchenkt und dafür
bin ich ihm dankbar,
dafür liebe ich es.
Und ich glaube, daß es
dieſe Liebe auch verdient.
Wenn es jetzt in den
nächſten Cagen und
Wochen aus ſeiner
ſtil=
len, ruhigen
Surückge=
zogenheit hervortritt und
mit den von der neuen
Negierung angeregten
Freilicht=Feſtſpielen für
ſich wirbt, wenn, was ich
hoffe, viele Cauſende
dieſem Vuf folgen, dann
wird Auerbach viele
„Krone” kommen, rechts, kurz vor der
Bürger=
meiſterei.
Unvergleichlich ſchön iſt das „Fürſtenlager”,
Herrenhaus und Nebengebäude in dem klaren,
ſauberen Stil ſeiner Epoche gebaut, mit ſicherem
Geſchmack in eine bezaubernde Landſchaft
ein=
gefügt. Hier auf der großen, von wundervollen
hohen Bäumen umrahmten Wieſe vor dem
Herrenhaus werden am 21. April dieſes Jahres
die Freilicht=Feſtſpiele beginnen. — Sanft, in
ihrem ſatten Grün, zieht ſich die Wieſe bis
zum Noſenpavillon auf der Höhe des das Cal
abſchließenden Bergzugs hinan, — eine
Frei=
lichtbühne von außerordentlichen Möglichkeiten
für eine geſchickte Negie. — Und vielleicht noch
ſchöner iſt der Blick zurück, wenn man einen
der breiten Sußwege, die die Wieſe an beiden
Seiten umgrenzen, zum Pavillon
hinaufgeſtie=
gen iſt. Rechts und links drängen die Bäume
vor, tief unten, halb verdeckt, zierlich und
kapriziös wie das Seitalter, in dem es erſtand,
liegt das Herrenhaus, rot und gelb, in
Farb=
fleck wie mit Paſtell hingewiſcht in den hundert
Schattierungen der grünen Landſchaft.
Sie möchten noch mehr Schönheiten
Auer=
bachs erfahren? Daß Sie es nicht verſäumen
Ich behaupte: es gibt nur einen Frühling
n Deutſchland, nur einen, der ſo köſtlich iſt,
Saß man ihm unterliegt: das iſt der Frühling
per Bergſtraße. Man muß mit dem Wagen von
orſch her — das iſt die Nichtung Worms—
Bensheim — gekommen ſein, um zu verſtehen,
wie ſehr die Bergſtraße zum Erlebnis werden
Kann. Sanft und dennoch von beträchtlicher
Söhe erheben ſich die Berge, ihre Wälder
chimmern bläulich bis hinauf zu den
Burg=
unnen und Cürmen, die faſt jeden Berg krönen.
Ind von der Ebene bis zur halben Höhe des
Sebirgszugs verſchwindet alles, Häuſer,
Ge=
päude, Bäume, Gärten, in einem tollen,
ohantaſtiſchen Meer von Blüten. Von Seeheim
ub bis we. über Heppenheim hinaus: Blüten,
ine einzige, weite, ſilberſchimmernde Pracht.
Man muß das geſehen haben, dann wird
an begreifen, daß ich behaupte, es gabe nur
inen Frühling in Deutſchland. Den der
Bergſtraße.
Von allen den kleineren und größeren
Bergſtraßenneſtern liebe ich eines beſonders,
— womit nichts gegen die anderen geſagt ſein
Sll, — das iſt Auerbach. Und ich liebe es nicht
rur deshalb, weil ich ſelbſt hier wohne, es alſo
gewiſſermaßen zu meiner Heimat geworden iſt.
Dodern weil ich hier täglicl neu — und nicht
nur im Frühling — jene ganz ſpezifiſche
Eigen=
art der Landſchaft, der „Bergſtraße” erlebe:
ſie Verbindung zwiſchen Höhe und Ebene.
Hteht man auf halber Höhe des Berges und
frehk hinab und hinüber nach der im Dunſt
ver=
chwimmenden Rheinebene, dann iſt immer
wie=
ter in dieſem Blick die Sehnſucht, die Ferne
umd Weite erzeugt. Und taucht dann an klaren
Cagen fern am Horizont ſchemenhaft die
Sil=
wuette des Wormſer Doms auf, ſtehen ſüdlich
wie hauchzarte Haarſtriche die unzähligen
abrikſchornſteine Mannheims und
Ludwigs=
hafens, dann erwächſt aus der Sehnſucht das
Smpfinden des Beſitzergreifens, das ſich im
att des ſcharfſinnigen Handbuches um, und
e Gedanken klärten ſich. Er brauchte nur
wenig an dieſen Hebel zu rühren — noch
as energiſcher — da raſte er auch ſchon zur
te, der Motor tobte, die Erde unter ihm
g auf, überſchlug ſich beinahe, fiel tief
hinun=
in einen Abgrund, bis die Welt, der
Hori=
t, Himmel und Erde wieder zur Beſinnung
nen. Vor Haarſchliff lag der Flugplatz, nein,
überflog er ihn ſchon und nur eine Art
ſion von tauſend erhobenen Armen, winken=
Händen, aufgeregten, tanzenden Menſchen
zurück.
Haarſchliff fühlte, wie man ihn an der
ulter berührte, er ſchreckte zuſammen und
gte nicht, ſich gleich umzudrehen. Als er es
ſah er das angſtliche Geſicht des
Paſſa=
s. „Oedernkreutz”, ſchrie ihm der Mann
Ohr, „mein Name iſt Oedernkreutz. Hier
neine Fahrkarte für die Nundfahrt. Mir iſt
el — Sie fahren ſo unvorſichtig, ich bin
herz=
ank, verſtehen Sie. Man verſprach mir, mich
n Minuten lang ruhig über die Stadt zu
ren.” Aber unter Oedernkreutzs Blicken
en moorige Ceiche, kleine Flüſſe und dichte
ilder vorüber „Sie ſind ſicher der
Kunſt=
eger — ich bin wohl falſch, mein Herr?”
4‟, brüllte Haarſchliff verzweifelt, „Sie ſind
ch —‟ Er konnte ſich nicht weiter erklären.
neue Freunde bekommen, — und vielleicht wird
in manchem die Sehnſucht ſein, auch hier in
einem kleinen Haus am Berghang zu wohnen.
— Nicht nur der Blick, wenn man vom
Bahn=
hof kommt, iſt reizvoll. Es gibt noch ſo manches,
das Auerbach liebenswert macht. Sind Sie
ſchon einmal durch die Bachgaſſe” gegangen?
Munter, vergnügt läuft das Bächlein längs der
Straße, kleine ſchmale Stege verbinden die
Häuſer mit der Gaſſe. Man muß hier ſpät
nachts einmal durchgegangen ſein, wenn das
Dorf ſchon ſchläft. In vereinzelten Häuſern
brennt noch Licht, — jetzt, wenn der Lärm des
Alltags verſtummt iſt, hört man die Wellen
des Baches plätſchern, mit hochgeſchlagener
Deichſel ſtehen Bauernfuhrwerke in dem
Waſ=
ſer, damit die von der Hitze der Cage locker
gewordenen Nadſpeichen ſich wieder feſtigen.
Und hinter den ſchiefen Dächern der Häuſer
er=
hebt ſich hoch und ſcheinvar ſteil, wie ſchützend
der Berg, deſſen Kuppe das Auerbacher Schloß
trägt. Und über allem ein Himmel von
wunder=
vollem nächtlichen Blau. — Gehen Sie den
gleichen Weg nochmals am Cage und
betrach=
ten Sie ſich die alten Häuſer, verſäumen Sie
die Hofeinfahrt nicht, wenn Sie vom Hotel
werden, auf die Schloßruine hinaufzuſteigen,
auf neuangelegten, jetzt zu Beginn der
Srem=
denſaiſon mit friſchem Kies beſtreuten Wegen,
ſetze ich voraus. — Und ſollten Sie, was ich
Ihnen iünſche, mit dem Auto oder Motorrad
nach Auerbach gekommen ſein, dann vergeſſen
Sie nicht die kleine Fahrt: von Auerbach über
Hochſtetten, Balkhauſen nach Sugenheim und
über die Bergſtraße zurück. Sie umfahren
da=
bei die beiden Bergkuppen, auf denen einmal
das Auerbacher Schloß ſteht, die zweite iſt der
Melibokus, die höchſte Erhebung der
Berg=
ſtraße, immerhin erheblich über 500 Meter
hoch. Und Sie erleben dabei eines der
reiz=
vollſten Cäler, wie ſie in unzähliger Menge die
Schönheit des Odenwaldes ausmachen.
Notie=
ren Sie: zwei, drei ſcharfe Kurven und ſehr
ſteile Kehren, und überlaſſen Sie ſich im übrigen
dem Sauber dieſer Landſchaft.
Und noch eins: unterziehen Sie ſich einmal
der kleinen Mühe und wandern Sie ſpätabends
ein Stück den Weg zur Schloßruine hinan,
rgendwo werden Sie eine bequeme Bank finden,
und dort überlaſſen Sie ſich einmal ganz der
Stimmung eines „Auerbacher Abends”. Unter
Die Maſchine machte einen ſonderbaren
Kopf=
ſprung. Sie fielen beide zurück. Haarſchliff
fiſchte nach den Hebeln, und da ſtieg auch ſchon
der Apparat in die Höhe. Oedernkreutz
er=
holte ſich, wiſchte ſich einen Blutstropfen von
der Schramme an der Stirn und zeigte ihn dem
Profeſſor beleidigt: „Sehen Sie, das geht doch
nicht, das bin ich nicht gewohnt, meine
Frau —‟ Die Kurve, die ſie daraufhin
be=
ſchrieben, war wundervoll und gleichzeitig
da=
mit lag ſchon wieder der Flugplatz vor ihren
Augen. Haarſchliff war bleich und gefaßt. Er
achtete nicht mehr auf den Apparat, ſondern
chrie Oedernkreutz ins Ohr: „Haarſchliff,
Pro=
feſſor Haarſchliff. Bereiten Sie ſich auf das
Schlimmſte vor, mein Herr. Ich muß Ihnen
leider mitteilen, daß ich kein Pilot bin. Faſſen
Sie ſich.” Oedernkreutz hielt ſich krampfhaft an
der Seſſellehne feſt, als ſie aber wieder
gleich=
mäßig und ruhig flogen und ſich ſogar der
Stadt näherten, lächelte er verzeihend und
ſagte: „Haha — na, wiſſen Sie, unſereins iſt
das nicht ſo gewohnt. Es war ſehr intereſſant.
Wenn ich Sie aber nun bitten darf, zu landen
— es war mir ein Vergnügen.”
Der Profeſſor blickte hoffnungslos: „Herr
Oedernkreutz, es iſt meine Pflicht, Ihnen zu
er=
klären, daß mich nur ein unglückſeliger Sufall
in die Luft geführt hat. Ich bin noch nie ge=
flogen. Begreifen Sie doch, ich kann nicht
lan=
den!” „Im erſten Augenblick war Oodernkreutz
überraſcht, aber dann blinzelte er Haarſchliff
zu und lachte aus vollem Halſe: „Hahaha,
wirk=
lich ſpaßig, haha, na, meinetwegen, etwas Seit
habe ich noch. Aber meine Frau —‟ Profeſſor
Haarſchliff war ehrlich empört. Er ſtand auf
Oedernkreutz drückte ihn erſchreckt wieder au
ſeinen Sitz zurück. Haarſchliff ſtand zum zweiten
Male auf: Glauben Sie mir, mein Herr ich
kann nicht fliegen, ich kaun es nicht! Eine böſe
Kataſtrophe, eine ſehr böſe Sache.” — „Wie
der Apparat fliegt”, ſtaunte Oedernkreutz nur,
das hatte ich nicht gedacht, ganz ohne Führung
ſetzen Sie ſich doch nur wieder hin, das macht
mich auf die Dauer nervös — mein Herz —”
Haarſchliff atmete ſchwer und verſuchte es von
neuem: „Sie müſſen ſich darin ſchicken,
Oedern-
kreutz, faſſen Sie tapfer den Cod ins Auge
Wie alt ſind Sie denn? Sehen Sie wohl, wenn
man achtundvierzig iſt, hat man doch viel vom
Leben gehabt. Laſſen Sie uns ernſt ſein, lachen
Sie nicht. Ein Verhängnis, Herr Oedernkreutz!”
Der aber gewöhnte ſich bald an die
vermeint=
lichen Späße. Er lachte ner noch gezwungen
auf und wurde ungeduldig: „Wiſſen Sie, Herr
Profeſſor, mein Sug fährt bald, ich möchte noch
die Fallſchirmabſprünge ſehen. Meine Frau —
würden Sie nun die Güte haben —‟. Haar=
Ihnen das Dorf mit ſeinen Lichtern, manchmal
brauſt dort unten, hell erleuchtet, ein D=Sug
vorbei, und weit, weit drüben über dem dunklen
Nichts, mit dem die Nacht die Eben füllt,
glänzen die Lichter von Worms. Und dann,
wenn Sie ſich daran ſatt geſehen haben, ſchauen
Sie hinauf zu dem tiefblauen Himmel mit
un=
zähligen Sternen überſät und dann, und ganz
beſonders, wenn Sie ſelbſt einmal in Italien
geweſen ſind, wird Ihnen das für die
Berg=
ſtraße geprägte Wort „Die Niviera
Deutſch=
lands” mit einem Male nicht mehr übertrieben
vorkommen. Sch ſchwöre es Ihnen!
Carl Otto Windecker.
Srrkrnune
und der Grühling
Von Karl Friedrich Epp.
„Kuckuck, Kuckuck ruft’s aus dem Wald,
Frühling, Frühling wird es nun bald”, heißt’s
in dem Liedchen, und eine andere Weiſe ſagt:
Der Kuckuck mit ſeinem Schreien macht fröhlich
jedermann‟. Er iſt für uns wie für unſere
Vor=
fahren der Künder des Lenzes, der Götterbote,
der den Sieg des Frühlingsgottes über den alten
Wintergott herausſchmettert. Donars, des
Frühlings= und Wettergottes Vogel iſt der
Kuckuck, und ſo iſt es erklärlich, wenn das
Volk aus ſeinem Nufen allerlei Vorherſagen
herauszuleſen bemüht war. In Schwaben z. B.
hieß es: ſo viel mal der Kuckuck rufe, ſo viel
Gulden werde der Scheffel Korn koſten.
Ceue=
rung und ſchlechten Wein prophezeit unſer
ge=
fiederter Freund, ſobald er noch nach Johannis
ruft. In anderen Gegenden gilt der Aberglaube,
daß man noch ſo viel Jahre zu leben habe, wie
viel mal der Kuckuck rufe, wenn man ihn zum
erſten Male hört. Ja, er iſt ein Allwiſſender,
der Vogel Donars. Konnte man eine Frage
nicht beantworten, ſo ſagte man: „Das weiß
der Kuckuck”, eine von den vielen Redensarten,
in denen der Kuckuck eine Nolle ſpielt und die
ſich bis heute in der Sprache erhalten haben.
Mit der Einführung des Chriſtentums verlor
der Vogel Donars ſeine Lieblingsſtellung und
wurde zum Gegenteil verurteilt; ſtatt eines
Segenſpendenden, Allwiſſenden wurde er zu
einem unglücksverheißenden, teufelsbeſeſſenen
Unker.
Donar wurde zum Leibhaftigen,
er, der früher der Gott des Lichtes und Lenzes
geweſen war, und Freund Kuckuck mußte es ſich
gefallen laſſen, des Leibhaftigen Crabant zu ſein.
Dieſe Wandlung kann man wiederum im
Sprach=
gebrauch genau verfolgen. Die Furcht vor dem
Leibhaftigen war ſo groß, daß man ihn (wie
übrigens auch ſchon mit dem Ausdruck „
Leib=
haftigen”) nie bei ſeinem Namen „Ceufel” zu
nennen wagte, man ſagte vielmehr: „Soll dich
der .. Kuckuck holen” oder „Geh zum Kuckuck!”
„In Kuckucks Namen”.
Auch die Ungerechtigkeit der Welt mußte
der liebe Kuckuck an ſich erfahren. Galt früher
ſein Ruf für „ſüße”, weil ſich mit ihm der Lenz
ankündigte, ſo begann man im Mittelalter
ſo=
gar ſeinen Geſang als durchaus nicht künſtleriſch
abzulehnen. „Wenn der Guckkug tauſend Jahre
alt würde, ſo lernt er doch nichts anderes als
Guckkug”, ſagt ſein Kritiker.
Und als nun noch gar die Wiſſenſchaft kam
und unſeren Freund als einen ſehr ungetreuen
Gatten und Samilienvater hinſtellte, der wohl
die Freuden der Liebe auskoſtete, ſich aber vor
den Solgen auf Koſten ſeiner Umwelt zu ſchützen
wußte, indem er ſeine junge Brut anderen Bös
geln zur Pflege und Aufzucht unterſchiebt, ja,
daß er gefräßig und frech iſt, und ſich noch etwas
zugute hält auf ſeine Liederlichkeit, da war’s
ganz um ſeinen Ruf als göttlicher Frühlingsbote
geſchehen. — Nur gut, daß unſer Freund nicht
weiß, was wir von ihm in verſchiedenen Seiten
dachten. Unbeirrbar kehrt er jährlich zu uns
zu=
rück und verkündets mit ſeinem lockenden Ruf:
Srühling, Frühling wird es nun bald!
ſchliff hatte die Güte, aus zweihundert Meter
Höhe im Steilflug einem Acker
entgegenzu=
ſteuern. Oedernkreutz verſtauchte ſich dabei den
Goldfinger der linken Hand. Haarſchliff zerrte
ungeduldig an den hervorſtechendſten Ceilen des
Führerſitzes, fing den Apparat noch einmal auf,
der elegaut einen kleinen Wald überſprang und
nahe über eine Würſtchenbude, über
Draht=
zäune und über die Flugwetterwarte raſte, ſich
ſchließlich noch verneigte und die Erde ſo mäßig
berührte, daß Haarſchliff, als das Nollfeld
ganz ruhig, friedlich und ohne ſich zu bewegen
vor ihm lag, mit dem Kopf durch den
Führer=
ſitz ragte. Die Sonne beſchien hn milde.
Oedernkreutz ſtieg aus, grün im Geſicht, etwas
ſchwankend, wie ein Seefahrer, aber ſonſt
fröh=
lich und guter Dinge. Wunderbare Fahrt,
Herr Profeſſor, wunderbare Fahrt. Sch dankt
Ihnen!”
„Drehen Sie ſich bitte einmal um” ſagt:
Haarſchliff heiſer und ohne ſeinen Kopf
be=
wegen zu können. Oedernkreutz drehte ſich
lächelnd um, erſtarrte, ſchlenkerte noch einmal
unruhig die Hände hin und her und fiel in
Ohnmacht.
Er hatte geſehen, daß eine Gruppe
beſtürz=
ter Herre und drei Sanitätswagen ſich eiligſt
auf ihn zu bewegten.
Bunndags=Moochmiddags=Bedrachdunge
Alſo, indem daß es jetzt, wie ich am
voriche=
mol ſchun eiwanzfrei noochgewiſſe hab, indem
daß es alſo jetzt in unſerm liewe große
Vader=
land nor noch Deitſche gibt, un nix als Deitſche,
ſo weer die Frog, nadierlich die, ob jetzt die
aanslinge deitſche Völkerſtemm aach
allminan=
ner Hochdeitſch ſchwäzze lärne miſſe, um
do=
mit, daß ſe ſich aach gäjeſeidich verſtendiche
kenne. —
Ja, do ſtutzt mer freilich uff de erſte
Aage=
blick. Dann net wohr, mir hawwe zwar e
einicher=
maße gangbare Schriftſproch in Deitſchland;
awwer, wer ſchwätzt die?
Wie ſe geſchriwwe wärd, no däß waaß
jo der odder jener zur Nod, dann zu dem Zwäck
lärne mer jo in de Schul die Rechtsſchreiwung,
uff deitſch: Ordogravieh. Däß is alſo ſo e Art
„Gleichſchaldung” im Schreiwe. Zwar ſin ſich die
„Schriftgelehrte” aach do noch net ganz aanich,
un es wärd dauernd dro erum gemorxt. Die
aane wolle beiſpielsmeßich die „Lieb” mit i=e
weiderſchreiwe, die annern dohärngäje wolle däß
klaane unſchuldiche e=che ſchwinde loſſe,, un wolle
„Lib” ſchreiwe. Sälbſtverſtendlich wärrn do
un=
ſer bayeriſche Bundesbrieder uff ihr a geſtammte
Reſſerwoarrechte pochte, un wärrn ſage, s mißt
„Liab” geſchriwwe wärrn..
Awwer do fellt mir als Beiſpiel widder
un=
ſer guder „Datterich” ei”, wie der ſeim Speezel
Schmidt im Härrngadde, wo der däß
Rennde=
wutz hadd, hinnerm Baam evor zurifft: „Woß
ſich der Kerl ſo dreidrehtiſch oſtellt; ſchwäzz doch
vun deiner Lieb! — Alſo, meiner A’ſicht nooch,
wärd ſich’s in ſo=ere Siddewatzion, wos uff’s
ſchwätze okimmt, ganz egal bleiwe, wie’s
ge=
ſchriwwe wärd. — Un wann dann der
Schmidt in ſeiner Verzweiflung in die Worte
ausbricht, un liggt: „Frailein, ich lieb ihne!"
— dann iſt es äwe en uffgelegter Schwindel,
un in dem Fall ſowohl en Schreib=, als aach en
Sproochfehler.
Wann’s awwer die wohr un die ächt
„Lieb” is, do hawwe ſich die Menſche noch immer
gäjeſeidich „verſtendiche” kenne, un wann ſe
weder ſchreiwe noch läſe konnde, vum „
Hoch=
deitſche” ganz abgeſähe. . . .
Allerdings kennt valleicht aaner herkumme,
un kennt ſage: freilich bei de Lieb, do dhut’s
die „Akü=Sprach” indem der maant, däß
dhet „Abküß=Sprooch” haaße. Awwer däß därft
e klaa Mißverſtendnis ſei, dann däß haaßt:
Abkürzungsſprooch uff deitſch „
Steno=
ſchwätzie”. Un wann net alle Zeiche drieche ſcheint
däß die neie deitſche Umgangsſprooch zu
gäwwe, mit däre ſich die Völkerſtemm in Nord
un Sied, in Oſt un Weſt kimfdichhie in
Deitſch=
land „verſtendiche” kenne. Uff die Art wärd mit
de Zeit die ganz Rechtsſchreiwung iwwerfliſſiſch,
ja die ganz deitſch Sprooch, mitſamſt dem
„Deitſche Sproochamt‟. Dann mer ſchwäzzt nor
noch in aanslinge Buſchſtawe, un net mehr in
Wörter.
Freilich, ohne e dick Wörterbuch, odder en
Lexigon, wo drinn ſteht, was es bedeid, wärd
mer aach do net mehr auskumme. Dann heit
wärds aam ſchun for lauder aanslinge
Buſch=
ſtawe als ganz ſchwummerich vor de Aage, un
es kennt ſich in däre „Stenoſchwätzie” bald kaa
Menſch mehr aus. Awwer ich muß do widder
an ſällen Bauer denke, der wo dene Studende
im Eiſebahnzug zugerufe hott: „F—F!” — was
nadierlich hott haaße ſolle: „Fiel Fergnieje!”
Wah’ſcheints war ſäller Bauer ſchun Mitglied
vum „B. f. f. ſ.” — alſo vum „Bund fier
ferein=
fachte ſprechweiſe."
Freilich, es wärd jo noch e Weil druffgeh,
bis ſich die Stenoſchwätzie, die „Akü=Sprooch”, ſo
in unſere Dickkebb feſtgeſetzt hott, daß mer uns
bloß noch mit Buſchſtawe verſtendiche, anſtatts
mit Wörder, odder gor richdiche Sätz. Un es
wärd uns Sieddeitſche doch valleicht leichter falle,
im Handumdrehe „dauſend Wörder Hochdeitſch”
zu lärne, womit mer uns zur Nod in
Nord=
deitſchland — odder gar in preißiſch Berlin ——
verſtendiche kenne, damit mer net peinlich
uff=
falle. Beiſpielsmeßich, wann aaner bei=ere
Kell=
nerin — baddoh: „Serwierdam” — in=eme
Wärtshaus — Verzeihung: — „Räſtorang” in
ſeiner Verzweiflung e „worm Heesje”
be=
ſtellt. Dann däß mecht die falſch verſteh, weil
die Berliner ausgerechent zu=eme „Heesje‟
„Eisbein” ſage. In dem Fall is es ſchun
beſſer, wann mer ſich an die alde deitſche
Ge=
richte hellt, un beſtellt ſich: Rachuh, Filleeh,
Ommlädd, Beafſtik, Friggaſeeh. Roßbäff,
Ru=
lagde, Ruhmſtick odder ſo. — Mer waaß zwar
aach dann noch net ganz genaa, was mer
krickt, awwer die Kellnerin waaß wenichſtens,
was mer will.
No, uns Darmſtädter kann’s jo ſchließlich egal
ſei, wie däß noch wärd, mit dem „Hochdeitſch”
ſchwätze. Mir ſtehn ſowiſſo uffm Ausſtärwe=
edah, indem neilich aaner, der wo’s wiſſe muß,
eiwanzfrei noochgewiſſe hott, daß die
Darmſtäd=
ter Mundart am Verſchwinde weer; ’s weer en
„ausſtärwender Dialäckt”, dann es gebt kaum
noch en Darmſtädter, der wo unſer Sprooch
rich=
dich ſchwäzze, geſchweije ſchreiwe kennt ..."
Ich muß geſteh, die Endeckung hott mich doch
aſch erſchiddert un bekimmert, dann däß haaßt
nix annerſter, als daß mir altei geſäſſene
Darm=
ſtädter vun de A’geſchwemmte, un Zugezogene
ſo langſäm uffgeſaucht wärrn. — Ob mer
do net beizeit was degäje dhu ſoll? — Valleicht
daß mer die paar letzte Darmſtädter aus=em
vo=
riche Johrhunnerd zuſammedreibt, un dhut ſe
in=
eme „Naduhrſchutzpack” unnerbringe;
val=
leicht an de „Daibcheshehl”, odder in de „
Wolfs=
ſchlucht” odder am „Glasbärk”,
Meechlicherweis kennt=en dann aaner noch
Unnerricht gäwwe, an Hand vun alde Akte aus
de Rechierungszeit vun de Katzeellebogener,
Frei=
lich, wie ſe domols, alſo vor rund ſexhunnert
Johr, in Darmſtadt geſchwätzt hawwe, däß
waaß heit aach kaaner mehr ſo ganz genaa;
aw=
wer dem Graf vun Katzeelleboge ſein Schreiwer
hott doch wenichſtens noch die Mundart richdich
ſchreiwe kenne. Vorausgeſetzt, daß däß net
do=
mols aach ſchun e „Rei geſchmeckter” war, un hott
am End gar aus — Beſſunge geſtammt —
Schließlich, dem alde Kaiſer Kall de Große ſei
Schreiwer war jo aach kaa geborener Orewäller,
ſoviel ich waaß ...."
Alſo ob mer ſich uff die Schreibart immer ſo
feſt verloſſe kann, dofor leg ich die Hand net ins
Feier. — s aanzich Dumme is, daß ſe net ſchun
domals, alſo vor ſexhunnert Johr, uff den
Ge=
danke kumme ſin, en noochweisbar „ächte‟
Darm=
ſtädter uff=e Grammofonblatt ſchwätze zu loſſe.
Do wißt mer’s.
Sälbſt wie unſer Niebergall „ſein‟ Dialäckt
gebabbelt hott, däß is heit net mehr genaa zu
ſage; un nooch’m Schreiwe kann mer net geh.
Ganz abgeſähe devo, daß mer die Mundart net
„eiwecke” kann, dann die lebt un wext un
wan=
nelt ſich — wie alles uff de Wäld.
Wann mer awwer ſchun emol des Hochdeitſche
net ſo ſchreiwe kann, wie mer’s ſchwätzt, wie ſoll
mer däß vun de Mundart verlange kenne
Wichdich is, daß mer ſe einichermaße richdich
läſe kann. Die „Feinheide” kann mer net
ſchreiwe, die muß mer im Ohr hawwe. Däß is,
wie bei=eme große Orchäſter, do heern aach bloß
die aane nor die Pauk, die Drummel, un zur Nod
die Poſaune eraus; un nor die „Kenner” aach die
Ficholien un die iwwriche Fleedeteen.
Un grad uff die neediche „Fleedeteen” kimmts
o un die muß mer de Leit als beibringe, ſo odder
ſo. — Un däßhalb loß ich mich aach net ärr mache,
un ſchreib weider ſo, wie mir de Schnawwel
ge=
waxe is. Pungdumm ſtraah Sand druff —
Bienche Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: „Noochdräglicherweis,
un der Ordnung halwer, muß ich noch feſthalte,
daß mer aach neilich widder emol en recht
ver=
zwickte Frogeboge hawwe ausfülle miſſe ſolle,
jedenfalls damit mer des Schreiwe net ganz
ver=
lärne. Un es warn recht kniffeliche Froge, die
wo mer uns do vorgelegt hott, mit arawiſch
1—2—3—4, un ladeiniſch a, b, c, d un ſo. —
Un wann mer, ſo wie ich, mit de Fädder net
recht fortkann, beziehungsweis gewehnt is, ſolang
am Bleiſtift zu kaue, bis aam es Richdiche eifellt,
do kann mer ſich ungefehr en Begriff devo mache,
was däß for Schwaaßdrobbe koſt, bis mer mit ſich
im Reine is, vun wäje: wie, wann, wo: un:
wenn ja — warum?
Awwer wie’s bei ſo Frogeboge is: erſt fellt
aam nig ei, awwer wann mer emol agefange
hott zu ſchreiwe, dann braicht mer net mehr
uff=
zuhern. Un ſo hab ich bei dem Ausfillgeſchäft e
ganz Nacht dogeſäſſe, un hab gewiſſenhaft, wie
däß ſo mei Art is, geſchriwwe, ausraddiert,
dorchgeſtriche, un mit Blau= un Rotſtift drin erum
gefuhrwerkt, daß mei Frogeboge zuletzt ausgeſähe
hott, wie e Friehlingslandſchaft. Ich war
ornd=
lich ſtolz druff, un hab mir geſagt, wann ſich
jedes ſo viel Mieh macht, mit däre Ausfillerei,
dann hawwe diejenige welche, wo däß Geſchribbſel
all erausbuſchdawiern miſſe, e ganz Johr alle
Hend voll zu dhu. . .
Leider war mei Liewesmieh for die Katz,
dann mei Frogeboge liggt immer noch dehaam.
Ich waaß aach net, wo ich en hiedrage ſoll, un
wann er net bald abgehölt wärd, loß ich
mer’n ei’ rahme; s haaßt jo net vergäwens:
„Schmicke Dein Heim!”
Im iwwriche mecht ich jedoch bemärke; erſtens:
ich kaaf in Darmſtadt; zweidens: do. wo ich
gud un billich bedient wärr; drittens: is an
ſolche Geſchäfte in Darmſtadt kaan Mangel;
und viertens un letztens: ich dhet noch viel mehr
kaafe, wann ich Geld hett!
Hott mer an dene Antworte was auszuſetze? —
Wenn ja — warum?
Dem liewe Bärwelche un der goldiche Elsbeth,
die wo im ferne Ungarnland ſo tabfer for ihr
Deitſchtum eitrete — herzliche Grieß aus de Heimat,
un vielen Dank for ihr Schreiwebrief, woraus
ich ſäh, daß der Darmſtädter Dialäkt doch net
am ausſtärwe is
Küchenzettel vom 23. bis 29. April.
(Mitgereilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.)
Mont ag: Haferflockenſuppe, Nudeln mit
Backobſt.
Dienstag: Sauerampferſuppe, Bratwurſt,
gelbe Rüben, Kartoffelſchnee.
Mitztwoch: Leberſuppe, Kräuter=Eierkuchen,
grüner Salat.
Donnerstag: Rheiniſche Suppe —, Saure
Nieren im Reisrund.
Freitag: Reisſuppe (Reſt), gedämpften Fiſch,
Kaperntunke.
Samstag: Ganze Grünkernſuppe mit
Fleiſch=
einlage, Rhabarbergrütze mit Milch.
Sonnta g; Blumenkohlſuppe, Rippeſpeer,
Leipziger Allerlei, Aprikoſentorte.
Kerbelſuppe. Dazu werden 50 Gramm
Butter mit 1 Eßlöffel feingewiegtem Kerbel in
heißer Pfanne durchdünſtet, mit 1 Eßlöffel Mehl
überſtäubt und mit 34—1 Liter Fleiſchbrühe oder
heißem Waſſer überfüllt, langſam 25 Minuten
ausquellen gelaſſen. Dann mit Salz nach Bedarf
abgeſchmeckt, reiche man darin in Butter geröſtete
Semmelwürfel.
Kräuterſuppe. Löwenzahn, Brenneſſel,
Kerbel, Peterſilie, Eſtragon und Schnittlauch
wird feingeſchnitten in Butter gedünſtet, mit
Mehl durchſchwitzt, mit Waſſer und Salz zu
ſämiger Suppe verkocht und mit Muskat
ge=
würzt.
Schachnummer 568.
Wolfgang Pauly †.
Der berühmte Problemkomponiſt verſtarb am 3. März nach
kurzem Leiden.
Boligang Pauly der au 15. Auguſt 1876 zu Dohna bei
Dresden geboren wurde, kam ſchon als etwa Gjähriger Anabe
mit ſeinen nach Bukareſt überſiedelnden Eltern in die rumäniſche
Hauptſtadt, die damit ſein dauernder Wohnſitz bis zu ſeinem
Lebensende wurde. Er beſuchte die dortige deutſche Realſchule
und bildete ſich dann in der Mathematik und Aſtronomie aus.
Schon als 22jähriger konnte er das erſte Ruhmesblatt pflücken:
am 14. Juni 1898 entdeckte er den nach ihm benannten
Pauly=
ſchen Kometen. Allerdings übte er ſeine doppelte Arbeit,
tags=
über rechnend im Büro und des Nachts auf der Sternwarte,
nicht ungeſtraft aus: ſein rechtes Auge war der Anſtrengung
nicht gewachſen und trug eine Schwächung der Sehkraft davon.
Vielleicht hat ihn aber dieſer Umſtand um die Jahrhundertwende
zum Schachproblem geführt. Seine Schöpfungen drangen bald
in die geſamte Schachwelt ein, und um 1910 lagen bereits gegen
300 Aufgaben vor. Weit über 1000 Kompoſitionen dürfte
jetzt ſein geſamtes Schaffen umfaſſen. Und jedes Stück iſt ein
Meiſterwerk, denn Paulys Aufgaben ſind von großer
Voll=
kommenheit, bis ins Kleinſte ausgefeilt, und verraten eine feine
Okonomie der Mittel. Dabei legte er ſich nicht auf die Regeln
einer beſtimmten Schule feſt, ſondern beherrſchte alle
Aufgaben=
gebiete: Echomatte, Häufungen, Symmetrie, die neudeutſche wie
die böhmiſche Richtung, das Märchenſchach uſw.
Einige unſerer Leſer und Löſer werden ſich noch der ſchönen
Urdrucke erinnern, die uns der Komponiſt zur
Erſtveröffent=
lichung freundlichſt überlaſſen hatte.
In Verehrung der großen Kunſt des verſtorbenen Meiſters
bringen wir heute zwei ſeiner Aufgaben.
Aufgabe 766.
White, Running the gauntlet, 1911.
Weiß zieht und ſetzt in drei Zügen matt.
Prüfſtellung: Kel Ta4, h4 Lc6 Bc2, d2, d5, e6, f2, f5, g2, g6:
Ke5 Bd6, e4, 16.
Obige Aufgabe enthält zwei hübſche „en=passant”=
Kombina=
tionen.
Wäre in nachſtehender Aufgabe Schwarz am Zuge, ſo könnte
Weiß ſofort mattſetzen (Kb3, Dd3)! Wie gelangt Weiß zu
dieſer Stellung mit Schwarz am Zuge‟
Aufgabe 767.
Wiener Schachzeitung 1930.
Weiß: Kb1 Dd6 (2 Steine):
Schwarz: Ka3 Tb4 Ta1 Ba4 Bb2 (5 Steine).
Weiß zieht und ſetzt in ſechs Zügen matt.
Bilder=Rätſel.
Silbenrätſel.
Aus den Silben au, bart, baum. but, cron,
de, ei, ei, ei, el, en, er, es, fuhr, gard, gi, gir,
il, irm, is, kas, ko. lan, land, li, li, lo, mann,
men, nar, nie, pe. ran, ri, ſack, ſchwamm ſe, ſe,
ſen, ſpar, ſtamm, ſter, to. tri, zis ſind 17 Wörter
zu bilden, deren Anfangs= und Endbuchſtaben,
beide von oben nach unten geleſen, ein Zitat
aus Schillers Räuber ergeben. Die Wörter
be=
deuten: 1. Nebenfluß der Etſch. 2. Geldinſtitut,
3. Bergſtock zwiſchen Vierwaldſtätter= und
Zuger=
ſee, 4. Arzt der Gewaltkuren, 5. linker
Neben=
fluß der Elbe. 6. Sternbild der Milchſtraße,
7. Abgabe an den Sieger, 8. Anſiedlung. 9.
Vo=
gel, 10. Nordmeerinſel 11. Blume. 12. Pilz.
13. Ahnenreihe, 14 Weltſprache, 15. deutſcher
Dichter, 16. weiblicher Vorname, 17.
Blumen=
gewinde.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 15.
Für den Maler.
Ein Wahrſpruch.
1 2 3 4 5 6 7 Wünſche, 8 9 10 11 12 Braut,
13 14 15 16 Film.
Wer ſich freut, wenn wer betrübt,
Macht ſich meiſtens unbeliebt.
Magiſches Quadrat.
Klauſe, Aurora, Seraph.
Sagen Sie mal, Ida haben Sie meine
Schlüſſel nicht geſehen? Ich muß ſie verlegt
haben.
„Ach, gnädige Frau, ſuchen Sie deswegen nicht
— ich habe einen, der paßt für alle Schlöſſer.
Literatur in Sachſen. In eine Buchhandlung
tritt ein Herr ein: „Guden. Dach, ich. mechde
gerne de Gaſandra von Hoffmannsthal.” — „Ah= der Verkäufer, „Sie meinen gewiß
Elektra?” — „Richdch, richdch, ich habe doch „ge‟
wußd, daß es was mit der Beleichdung war.”
„Wie meinen Sie das?” — „Na, ich hawe doch
bloß Gas mid der Elegderzedäd frwechſeld!“
Menſchenkenntnis. Der Amerikaner weiß ſein
Publikum zu nehmen. So findet man in einigen
zweitrangigen Hotels der U. S. A. folgenden
wirkſamen Anſchlag: „Wenn Sie zu Hauſe aul
den Boden ſpucken, tun Sie es, bitte, hier auch!
Wir legen Wert darauf, daß Sie ſich zu Hauſe
fühlen!“
Zwei ſtreiten ſich. Ein ſehr magerer und ein
ſehr umfangreicher Mann haben einen
Work=
wechſel. — Der Dicke: „Wenn man Sie
anſiehk=
muß man denken, es ſei eine Hungersnot im
Der Dünne: „So, und wenn man Sie
Lande!
betrachtet, glaubt man, Sie hätten ſie verurſacht.
Nette. Darmſtadt. Fern
vorbehalten. Nachdr. verboten=
Druck. Verkag u. Kliſchees: L. C. Wittichſche Hofbuchdruckerei Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die
der modernen Frau
Während der letzten Jahre konnte
ſich die Mode auf allen Gebieten in
beachtenswerter Weiſe entwickeln. Eine
unmittelbare Folge davon war unter
anderem ein großzügiger Ausbau der
Wäſchemode, deren eigenartige
Schöp=
fungen die allgemeine Aufmerkſamkeit
in weſentlich erhöhtem Maße auf ſich
zu lenken vermögen!
Natürlich hätten ſich die
Wäſche=
werkſtätten niemals mit ſolchem Elan
der modelliſtiſchen Arbeit
angenom=
men, wenn es ſich nicht gezeigt hätte,
daß die Frauen — des ewigen
Einer=
leis auf dieſem Gebiete müde
gewor=
den — immer wieder den Wunſch nach
Neuheiten laut werden ließen.
Bekanntlich kannte man in früheren
Jahren immer nur ganz beſtimmte,
einander faſt gleiche Wäſchetypen,
wo=
bei auch für die verſchiedenen
Tages=
zeiten kein Unterſchied gemacht wurde.
Heute hingegen liegt der Fall ganz
anders, denn jede Frau verſteht es,
auch in dieſer Hinſicht zu
differenzie=
ren und weiß, daß Wäſche, die für
Strapaz und ſportliche Zwecke
getra=
gen wird, ganz anders ausſehen ſoll,
wie ein nachmittägliches oder
abend=
liches Stück.
Die ſich dadurch ergebende
Viel=
ſeitigkeit der Wäſchemode iſt jedoch
nicht allein eine Frage des
Geſchmacks=
oder der modiſchen Orientiertheit,
ſon=
dern in der Hauptſache das Reſultat
einer ſachlichen Erwägung, weil ja
jede Frau ſich ſagen muß, daß es
durch=
aus unrichtig wäre, untertags ſtark
garvierte, alſo ſehr empfindliche Wäſche
zu tragen, die natürlich bei häufiger
Reinigung unbedingt Schaden nehmen
muß!
Daher unterſcheidet man zwei
wichtige Gruppen. Sachliche Wäſche für
den Strapazgebrauch und fein
ausge=
führte, reich garnierte Stücke zur
for=
mellen Aufmachung.
Natürlich muß auch bei der allereinfachſten
Wäſche auf die Garnierung nicht vollkommen
verzichtet werden, da es ja mancherlei
Aufputz=
möglichkeiten gibt, die ſich als widerſtandsfähig
erweiſen; hierher gehören unter anderem die
verſchiedenen Fadenzugsſtickereien, unter denen
nach wie vor die Stäbchen=Arbeit und die
To=
ledotechnik vorherrſcht. Wir zeigen eine für
Strapazzwecke beſtimmte Hemdhoſe mit dieſer
Art der Garnierung in unſerem dritten Bilde.
Wie ſehr ſich die in phantaſievollerer Art
aus=
geführten Stücke von den eben beſprochenen
ſchlichten Modellen unterſcheiden,
er=
kennt man ganz deutlich, wenn man
unſere zweite Skizze betrachtet, die
uns mit einem vorbildlichen
Mo=
dell einer Rock=Kombination vertraut
macht und angeſichts der
geſchmackvol=
len Spitzen=Anordnung ſicherlich nicht
alltäglich wirkt. Der vorne gerade
und ſeitlich abfallende obere Abſchluß
läßt eine gute Linie entſtehen und der
ſeitlich hohe, vorne aber
zuſammen=
laufende Beſatz der Rockpartie bietet
ſicherlich eine geſchmackvolle Neuheit.
Für den Abend erweiſt ſich ein
ganz=
oder dreiviertellanges Unterkleid als
notwendig, und zwar handelt es ſich
hier im allgemeinen um in dunklem
Materiale ausgeführte Wäſcheſtücke, die
den Vorteil bieten, unter dunklen
Abendkleidern verwendbar zu ſein und
bei Buntſeidenmodellen das Muſter noch
markanter, noch plaſtiſcher hervortreten
zu laſſen, als dies bei einer lichten
Unterlage der Fall wäre!
Prinzeß=
geſchnittene, alſo ganz knapp anliegende
Unterkleider ſind die einzig richtigen,
da ſie die Figur am ſchlankſten
erſchei=
nen laſſen. Ein in eigenartiger Form
angearbeiteter lichter Spitzenſattel iſt
immer gerne geſehen. (Letztes Modell.)
Das moderne Nachthemd iſt in
ſeiner Ausarbeitung ſehr geſchmackvoll
und hält ſich von jeder Ueberladenheit
der Garnierung gefliſſentlich fern. Ein
ausgezeichneter Entwurf mit
geknöpf=
ten und mit Fadenzugsarbeit
verſehe=
nem Oberteil und ſchönen Kelchärmeln
wird in der erſten Skizze unſeres
Bil=
des dargeſtellt.
In das Gebiet der Wäſchemode
ge=
hört ſicherlich auch der
Haus= und Schlafanzug;
man bemüht ſich ſeit einiger Zeit, beide
Typen in praktiſcher Art inſofern zu
einer Einheit zu verbinden, als man
ihnen keine zu „ſaloppe”, aber auch
keine zu „anſpruchsvolle”. Note gibt.
Ein helles Modell, mit
kontraſtie=
rendem, dunklem Oberteil darf
ſicher=
lich als flott und geſchmackvoll
bezeich=
net werden (vorletzter Entwurf).
Der loſe Paletot, deſſen
Außen=
taſchen durch kunſtgewerblich =bunte
Applikationen garniert ſind, wird
ſo=
wohl für Haus und Garten, als auch für den
Strand gerne getragen und iſt der wichtigſte Teil
des ſogenannten „Pyjama=Komplets”.
Willy Ungar.
Blumenſtraußchen
aus Aeder oder Filz
gab es ſchon vor vielen Jahren, und zwar
wur=
den ſie damals auf Mänteln und Jackenkleidern
getragen, während man ſie heuer in viel
eigen=
artigerer Weiſe verwendet, indem man ſie — wie
wir dies in unſerem Bilde andeuten —
entwe=
der durch eine Spange des Handſchuhs zieht oder
aber in gleicher Anbringung für den Gürtel
ver=
wendet.
Abgeſehen davon, daß die Blüten ſelbſt viel
reizvoller und künſtleriſcher gearbeitet werden
als ſeinerzeit, kann auch kein Zweifel darüber
beſtehen, daß das Modebild durch ſolche,
beſon=
dere Eigenart verratende Ideen eine
bemerkens=
werte Bereicherung erfährt.
Zum Tanz im Freien
Auf Abendkleidern liegt in der Mode heute
kein ſehr großes Gewicht. Man bringt das
ele=
gante Sommerkleid in einfachſten
Baumwollſtof=
ſen, in Organdy, Batiſt, in Linon, Voile und
Baumwolltüll ſowie das Buntdruckkleid in
mat=
ter Seide in langem Schnitt, zuweilen gar mit
Schleppe. Die Länge des Aermels beſtimmt
da=
bei den Charakter des Kleides, und zwar ſind
es oft nur Aermelteile, die immer wieder ein
Stück des Armes freilaſſen und dennoch, ſind ſie
bis zum Handgelenk geführt, den Charakter des
Kleides verkleinern. Meiſt wird das abendliche
Sommerkleid zum Tanz im Freien von einem
Cape begleitet, das in Samt, in geſtepptem Taft,
in Pelz, ja in Federn gearbeitet iſt. Das helle
Samtcape mit ganz einfachem Schnitt wird
je=
doch hauptſächlich in Betracht kommen.
Einfarbige Kragen auf
gemuſter=
ten Kleidern, aber auch „deſſinierte
Kragen auf einfarbigen Modellen
lauten die allerletzten Richtlinien der Mode!
Natürlich ſetzt die Befolgung dieſer „
Programm=
punkte” ein abſolutes modiſches Verſtändnis
voraus.
„Marine=Kragen” aus Leinen, Pikee oder
leichtem Flauſchſtoff ſind heuer ſehr beliebt. Sie
kommen hauptſächlich für die aus gemuſtertem
Material hergeſtellten Mantelkleider, die wieder
ſehr oft zu ſehen ſind, in Frage. (Bild 1.)
Ebenſo nett iſt für ein einfarbiges Kleid oder
für einen Mantel eine geſtreifte, vorne ver=
ſchlungene und ſeitlich feſtgeknöpfte Krawatte,
mit der die zweite Skizze unſere Leſer vertraut
machen ſoll.
„Einfarbig und gemuſtert”; eine nie
verſie=
gende Quelle modiſcher Anregungen!
Umhang A Capes
werden in der Sommermode als Einzelſtück eine
große Rolle ſpielen. Nicht nur das große
Rad=
cape, das als Regenkleidung ſich wieder das Feld
erobern will, oder das Halb=Cape in Wolle, das
bis in die Taillenhöhe herabfällt und an Stelle
einer kleinen Jacke getragen wird und ſicherlich
recht hübſch und elegant wirkt. So manches
ein=
fache Wollkleid wird durch einen ſolchen Umhang
auf der Straße eine ſehr vorteilhafte Ergänzung
finden. Sehr viel größer aber noch wird das
In=
tereſſe wohl aller Damen für ein kleines
ſchwar=
zes Cape aus matter Seide ſein, das nicht zu
ſchwer und doch auch nicht zu leicht, vielleicht
etwas abgefüttert oder doppelt im Sommer zu
jedem Kleid getragen werden und es ergänzen
ſoll. Wie man bisher zu vielen Kleidern einen
kleinen Mantel getragen, den man ſich jedoch
längſt nicht immer leiſten konnte, wird man
nun mit einem einzigen Stück, das ſicher nicht
allzu ſchwer zu beſchaffen ſein wird — es läßt
ſich gut aus Vorhandenem arbeiten — jedes
Sommerkleid ergänzen. Es paßt zu allen hellen
Tönen, denn man liebt Kontraſte wie Roſa mit
Schwarz, Rot oder Grün mit Schwarz, und faſt die
meiſten buntbedruckten Kleider zeigen ſchwarzen
Grund. Dieſes Cape kann entweder bis zur Taille
reichen, doch es genügt, wenn es bis zur
Ell=
bogenhöhe herabfällt. Gegebenenfalls kann ja
der Rücken etwas tiefer ausgeſchweift ſein, doch
wird die Wirkung graziöſer ſein, wenn vorn der
Umhang den Unterarm freiläßt. Der ſteckt ja
ohnehin in einem langen Stoffhandſchuh!
Der Notizblock in der Handtaſche
Sehr empfehlenswert iſt es für die
Haus=
frau, wenn ſie in jeder ihrer Handtaſchen einen
Notizblock mit ſich führt, der mit daran
befeſtig=
tem Bleiſtift an dünnem Schnürchen direkt im
Taſcheninnern unverlierbar befeſtigt wird. Er
hat vor dem Notizbuch den großen Vorzug, daß
die einzelnen Blätter unbeſchadet für das Ganze
ausgelöſt werden können und deshalb
umſtänd=
liches Suchen, wie im Inhalt des letzteren,
ver=
hüten. An Hand dieſes Gedächtnishelfers, auf
dem ſich die Hausfrau von der Küchentafel aus
alle Bedarfsartikel notiert, wird ſie ſich viele
un=
nütze Wege erſparen, die andernfalls oft mitten
in die Vormittagsarbeit hinein notwendig
wer=
den, weil ſie am Nachmittag zuvor nicht gekaufte
Dinge nunmehr dringend braucht, da ſie zur
Speiſenbereitung unerläßlich ſind. Im Notizbuch
ſelbſt können dann immer noch wichtige Adreſſen
oder Mahnungen an den Beſuch der Schneiderin,
Weißnäherin und Putzmacherin, Erinnerungen
an notwendige Beſuche oder andere wichtige
Wege aufgezeichnet werden. Der Notizblock aber
ſollte als eiſerner Beſtand in jedem
Hand=
täſchchen vorhanden ſein, da er Zeit erſparen
hilft, die der Hausfrau meiſt ohnehin nur knapp
zur Verfügung ſteht.
Schmetterlingsmaſchen
zeigen am deutlichſten, wie ſehr ſich die Mode
von der Sachlichkeit abgekehrt und der „
Roman=
tik” verſchrieben hat; ſie erſcheinen immer
wie=
der und beweiſen die Abſicht, die neueſten
Ent=
bürfe durch phantaſievolle Kleinarbeit zu
be=
reichern.
Beſonders an Buntſeidenkleidern, die die
Sommermode unumſtritten beherrſchen werden,
fällt dem aufmerkſamen Beobachter manches
eigenartige und für den neuen Stil bezeichnende
Motiv auf. „Schmetterlingsmaſchen” können —
wie dies unſer Bild andeutet — ebenſo für die
kurzen Aermel, wie für den Gürtelabſchluß
ver=
wendet werden. Modelle dieſer Art nehmen als
„Gelegenheitskleider” (für größere
nachmittäg=
liche Zwecke und für den Abend) einen wichtigen
Platz in der Mode der nächſten Monate ein.
Willy Ungax.
Nummer 110
Sonntag, 22. April
Beriiner une Hranefärier erferienvorſe.
Im Gegenſatz zu vorgeſtern war die Beteiligung des
Publi=
kums geſtern recht gering. Die Depoſitenkaſſenkundſchaft verhielt
ſich nach den vorgeſtrigen kräftigen Steigerungen abwartend. Die
Kuliſſe nahm zum Wochenende teilweiſe Glattſtellungen vor, ſo
daß die erſten Kurſe nicht ganz behauptet und überwiegend um
Bruchteile von Prozenten gedrückt waren. Auch im Verlaufe
blieb die Unternehmungsluſt, da neue anregende Momente nicht
vorlagen, gering. Beachtung fanden Meldungen über ein
engliſch=
italieniſches Beſtreben, erneut einen letzten Verſuch zur
Vermitt=
lung zwiſchen Deutſchland und Frankreich in der Abrüſtungsfrage
zu unternehmen. Am Rentenmarkt büßten Neubeſitz nach der
vorangegangenen Erholung wieder ¼ Prozent ein, dagegen
wur=
den Altbeſitzanleihen ½ Prozent höher bezahlt.
Umtauſchobliga=
tionen lagen ſtill, von Reichsſchuldbuchforderungen waren
mitt=
lere Fälligkeiten ¼ Prozent feſter. Montanwerte waren bis auf
Stahlvereinswerte eher gedrückt. Harpener verloren 1¾ Proz.
und Hoeſch ſogar 2 Proz. Laura und Mansfeld gewannen ½
Pro=
zent; Braunkohlenaktien lagen nicht einheitlich; Kaliwerte
wur=
den mangels Umſatzes geſtrichen. Farben gaben um ¼ und nach
den erſten Kurſen um weiteres ¼ Prozent nach. Oberkoks
er=
ermäßigten ſich um 1 Proz. Von Tarifwerten waren Lahmeyer
1½. HEW. ½ Prozent höher. Akkumulatoren gewannen 3½
Pro=
zent; andererſeits verloren Siemens 1¾ und Bekula 58 Prozent.
Vogel Telegraph gaben um 1½ Proz. nach. Bauwerte waren
angeboten. Berger gingen um 2½ Proz. zurück. Textilwerte
waren gehalten. An den übrigen Märkten ergaben ſich keine
weſentlichen Veränderungen. Der Verlauf war wenig verändert.
BEW. verloren 3¾ Prozent; mit einer Wiederaufnahme der
Dividendenzahlung ſei noch nicht zu rechnent. Kokswerke
ver=
größerten ihren Verluſt auf 1½ Prozent; Stahlverein lagen
vor=
übergehend ¼ Prozent höher als geſtern. Daimler waren
an=
geboten und 1½ Prozent ſchwächer. Unter Druck lagen wieder
Neubeſitz, die bis 20,30 nach 20,60 anfangs und 20,85 vorgeſtern
nachgaben. Umtauſchobligationen verloren etwa ¼ Proz.
Kaſſa=
renten, waren dagegen bei freundlicher Grundſtimmung wenig
verändert. Etwas feſter lagen Kommunalobligationen, die
teil=
weiſe bis ½ Prozent gewannen. Berliner Grundpfandbriefbank
waren beſonders gefragt. Auch Stadtanleihen lagen etwas
freundlicher; nur kleinere Städte bröckelten ab.
Zum Wochenſchluß war das Geſchäft an der Frankfurter
Börſe recht klein. Das Publikum gab nur in minimalem
Um=
fange neue Aufträge, während die Spekulation eher weiter zu
kleinen Realiſationen neigte, die bei der herrſchenden
Geſchäfts=
ſtille ſchließlich meiſt zu leichten Kursrückgängen führten. Die
freundliche und zuverſichtliche Grundſtimmung blieb aber beſtehen,
zumal die Wochenberichte der Großbanken über weitere Belebung
in der Induſtrie berichten und auch für die weitere Börſenlage
optimiſtiſch geſtimmt ſind. Etwas Zurückhaltung verurſachen
ledig=
lich die noch zu behandelnden Fragen des Transfers. Die erſten
Kurſe lagen zumeiſt ¼—½ Prozent niedriger. Etwas mehr
ge=
drückt waren am Elektromarkt Siemens, die 2½ Proz. verloren,
während ſonſt hier das Kursniveau behauptet war. Am
Montan=
markt gaben Buderus und Mannesmann je ³ Proz., Harpener ½
Proz., Klöckner, Phönix und Stahlverein je ¼ Prozent nach.
Verhältnismäßig ſtärker gedrückt waren noch Schiffahrtsaktien, ſo
Hapag um ¼ Prozent und Nordd. Lloyd um 1 Prozent. AG.
für Verkehrsweſen ließen 1½ Prozent nach. Farbeninduſtrie
ga=
ben nach knapp behauptetem Beginn ½ Prozent nach. Deutſche
Erdöl und Rütgerswerke bröckelten je ½ Prozent ab. Im
ein=
zelnen eröffneten Reichsbank ¼ Proz., Zellſtoff Waldhof und
Kunſtſeide Aku je ½ Prozent niedriger.
Auch am Rentenmarkt war das Geſchäft ſehr klein. Neubeſitz
gingen geringfügig zurück, während Altbeſitz ½ Proz. anzogen
und ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen gut behauptet lagen.
Reichsmarkanleihen lagen eher etwas höher. Im Verlauf blieb
die Umſatztätigkeit gering und auch die Kurſe zeigten nur
gering=
prozentige Veränderungen; bei einigen Werten bröckelten ſie
weiter um ¼—½ Prozent ab. Farben hielten ſich bei 138 Proz.
Von ſpäter notierten Werten gewannen Lahmeyer 2 Proz.,
an=
dererſeits gaben AEG. 1 Prozent und Daimler Motoren 1½
Pro=
zent nach. Am Rentenmarkt ſchwankten Neubeſitz zwiſchen 20,45
bis 20,55 Proz. nach anfangs 20,60 Prozent; die übrigen
Reichs=
werte lagen behauptet. Staats= und Stadtanleihen ſowie der
geſamte. Pfandbriefmarkt wieſen bei kleinem Umſatz meiſt gut
gehaltene Kurſe auf: einzelne Liquidationspfandbriefe zogen
mäßig an. Fremde Werte lagen ſtill.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Großhandelsrichtzahl unverändert. Die Richtzahl der
Groß=
handelspreiſe ſtellt ſich für den 18. April auf 95,7; ſie iſt
gegen=
über der Vorwoche unverändert. Die Zahlen der Hauptgruppen
lauten: Agrarſtoffe 90,2 (unv.), induſtrielle Rohſtoffe und
Halb=
waren 90,5 (unv.) und induſtrielle Fertigwaren 114,7 (plus 0,1
Prozent).
Alſenſche Portland=Zementfabriken. Bei der Geſellſchaft,
deren Dividendenvorſchlag auf 6 (3) Prozent lautet, ſtellt ſich der
Reingewinn 1933 einſchl. BM. 6690 Vortrag auf RM. 343 657
(173 000, und zwar unter Berückſichtigung von 0,15 Mill. Gewinn
aus Aktieneinziehung). Abſchreibungen auf Anlagen wurden mit
0,69 (0,64) und andere Abſchreibungen mit 0,02 Millionen
vor=
genommen. Der Abſatz ſtieg mengenmäßig um etwa 57 Prozent,
wertmäßig jedoch nur um 44 Prozent. Die Erhöhung iſt z. T.
darauf zurückzuführen, daß von einer befreundeten Fabrik ein
größeres Verſandrecht erworben wurde. Das Ausfuhrgeſchäft
war ſo gut wie lahmgelegt. — Im neuen Jahre iſt eine weitere,
zufriedenſtellende Geſchäftsbelebung eingetreten.
Gewinnabſchluß der Weſtfäl. Kupfer= und Meſſingwerke AG.,
vorm. Caſpar Nell, Lüdenſcheid. Der Abſchluß für 1934 zeigt nach
0,10 (0,095) Mill. Abſchreibungen und einer Zuweiſung von RM.
20 099 (27 594) an das Delkrederekonto einen Reingewinn von
RM. 113 597. Nach Abdeckung des im Vorjahr ausgewieſenen
Verluſtes von RM. 87 817 ſollen RM. 25 781 vorgetragen
wer=
den. Im neuen Jahre war bei erhöhten Umſätzen gegenüber
der gleichen Vorjahrszeit die Beſchäftigung befriedigend. — GV.
am 23. Mai.
Rütgerswerke AG., Berlin. Der GV. am 9. Mai ſoll für
1932 3 Prozent und für 1933 4 Prozent auf das herabgeſetzte AK.
von 27,8 Millionen RM. vorgeſchlagen werden. Gleichzeitig mit
der Dividendenzahlung ſoll die Kapitalrückzahlung It
General=
verſammlungsbeſchluß vom 12. Juli 1932 erfolgen. Im Abſchluß
für 1932 wird der Buchgewinn aus der Herabſetzung des AK. von
32,75 Mill. mit 15,51 Mill. zu Wertberichtigungen auf Anlagen,
mit 12,68 Mill. zu ſolchen auf Beteiligungen und
Konzernforde=
rungen, mit 1,12 Millionen zur Wertberichtigung auf
Waren=
beſtande und mit 0,88 Mill. zu ſolchen auf die übrigen
Forderun=
gen verwendet. Einer Rückſtellung für Steuern und ſonſtige
Ver=
pflichtungen werden 0,54 Mill. zugewieſen, außerdem wird eine
Rückſtellung für ſoziale Leiſtungen von 2,01 Mill. gebildet und
mit dem bisherigen Wohlfahrtsfonds vereinigt. In der Bilanz
per Ende 1933 erſcheinen die Anlagen mit 11.97 (12.36),
Beteili=
gungen 13,04 (13,10). Bankguthaben, Wechſeln und Schecks 17,10
(14.16). Die Kapitalrückzahlung und die Dividende für 1932 und
1933 erfordern insgeſamt 8,896 Millionen. Falls die GV.
zu=
ſtimmt, entfallen auf nom. RM. 1000 Nennwert einer alten St.=
Aktie folgende Beträge: Kapitalrückzahlung: 20 Prozent von 500
RM. gleich 100 RM., wodurch ſich der Nennwert auf RM. 100
rmäßigt; dann 3 Prozent Dividende für 1932 auf den neuen
Nennwert: RM. 12. 4 Prozent für 1933: RM. 16. zuſammen
128 Reichsmark.
Die Wiener Banken=Konzentration. Der Exekutiv=Ausſchuß
der Credit=Anſtalt iſt geſtern zu einer Sitzung zuſammengetreten,
der am Montag eine Sitzung des Verwaltungsrats folgen wird.
In dieſen Sitzungen ſoll die endgültige Entſcheidung über die
Eingliederung des Wiener Bankvereins und der
Niederöſterrei=
chiſchen Escompte=Geſellſchaft in die Credit=Anſtalt fallen.
Wäh=
rend der Wiener Bankverein in der Credit=Anſtalt vollſtändig
aufgehen ſoll, beabſichtigt man, von der Escompte=Geſellſchaft nur
das laufende Bankgeſchäft auf die Credit=Anſtalt zu übernehmen,”
während die Induſtriebeteiligungen der Escomptegeſellſchaft in
eine beſondere, neu zu gründende Holding=Geſellſchaft übergehen
ſollen
Das Bio der Bntfcaft.
Liefkuts des Lolars an der parier Borſe.
und erjengang.
Beſonders erfreulich iſt der neue Anſtieg der
Steinkohlenför=
derung im März, wenn er auch zum Teil nur durch die größere
Zahl von Arbeitstagen bedingt iſt. Auch die Koksgewinnung
zeigt im März eine ſehr merkliche Neuzunahme, die an
Bedeu=
tung gewinnt, wenn man beachtet, daß ſie in der
Entwicklungs=
richtung der Kurve ſeit dem vorigen Frühjahr liegt.
Produkkenmärkke.
Ganz in dem gleichen Sinne hat die Roheiſenherſtellung im
März ebenfalls einen ſtarken Aufſchwung genommen. Für
Roh=
ſtahl und Walzeiſen lagen bei Abſchluß des Schaubildes die
Märzzahlen noch nicht vor, doch ſind auch hier Steigerungen zu
erwarten.
Wenn die Kurve der Fertigſtellung neuer Wohnungen in den
Wintermonaten abwärts weiſt, ſo iſt das durch die Jahreszeit
bedingt; die beträchtliche Steigerung des Zementabſatzes zeigt,
daß die Bautätigkeit im Hoch= und Tiefbau in vollem Gange iſt.
Viehmärkke.
i. Auf dem Weinheimer Schweinemarkt am 21. April waren
450 Stück zugeführt; verkauft wurden 312 Tiere. Bei amtlichen
Preisnotierungen koſteten Milchſchweine das Stück 8—16 RM.,
Läufer das Stück 17—28 RM. Marktverlauf: gut.
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 21. April
(pro Pfund bzw. Stück bzw. Bündel in Pfg.): Spargeln 1. Sorte
55—60, do. 2. Sorte 40—45, Gelberüben 12—15, Schwarzwurzeln
18—20, Spinat 10—12, Rotkraut 18—20, Weißkraut 18—20,
Zwie=
beln 9—10, Knoblauch 40, Rhabarber 10—12, Tomaten 60,
Feld=
ſalat (Lattich) 80, Kopfſalat 18—20, Salatgurken 40—60, Blu=
Zitronen 3—5, Bananen 30; Süßrahmbutter 150, Landbutter 130
bis 140, Weichkäſe 20—25, Handkäſe 4—12, friſche Eier 10—12;
Hahnen 80—90, Hühner 70—90, Tauben 60—70, Ziegenlämmer
50; Rindfleiſch friſch 56, Kalbfleiſch 70, Schweinefleiſch 86.
Hack=
fleiſch 64.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe vom 21. April. Bei im
allgemeinen nicht großen, für die zurzeit aber nur mäßige
Nach=
frage völlig ausreichenden Zufuhren hielt das ſtille Geſchäft an.
In dieſer Woche war der Abſatzrückgang beſonders fühlbar; die
Nähe des Monatsendes mag hierbei mitgewirkt haben. Etwas
Intereſſe zeigt ſich jedoch laufend für billige Sorten, die in dem
Kleinhandel mit „10 Stück für 88 bzw. 10 Stück für 98 Pfg.”
angeboten werden. Für die Güteklaſſe 1 (S.) der deutſchen
Friſch=
eier ging die Notiz um ¼ Pfg. zurück; im übrigen blieben die
vorwöchigen Preiſe unverändert, und zwar notierten in Pfg. pro
Stück frei Frankfurt a. M.: Deutſche Friſcheier S. 9,75, a) 9,5,
b) 9, c) 8,5; Holländer und Flandern S. 9,75, a) 9,25, b) 8,75;
Bulgaren und Rumänen b) 8,5; Bayeriſche Landeier
ungeſtem=
pelt 8,5.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. In Auswirkung der
kürzlich vorgenommenen Preisermäßigung nahm das Geſchäft
einen etwas lebhafteren Verlauf, die Eingänge in deutſcher Ware
waren weiter reichlich. Beſonders mittlere und billigere Sorten
waren beachtet. Wenn die Preiſe evtl. ſpäterhin eine weitere
Ermäßigung erfahren würden, ſo daß ein Ausſtichpreis von etwa
1,40 RM. für das Pfund erreicht würde, rechnet man in
Fach=
kreiſen mit einer weiteren, nicht unerheblichen Hebung des
Ab=
ſatzes. Der Großhandels=Einſtand spreis für deutſche und
holländiſche Markenbutter blieb auf unv. 127 und für deutſche
Molkereibutter auf unverändert 123—125 je nach Qualität pro
50 Kilo. Landbutter wird kaum angeboten.
Kleine Wiriſchaftsnachrichten.
Im März 1934 wurden bei den im Verbande öffentlicher
Lebensverſicherungsanſtalten in Deutſchland
zuſammengeſchloſ=
ſenen öffentlichen Lebensverſicherungsanſtalten 13 656 (Februar;
13 895) neue Verſicherungen mit RM. 20,5 (19,4) Millionen
Ver=
ſicherungsſumme beantragt. Die durchſchnittliche
Verſicherungs=
ſumme beträgt in der Großlebensverſicherung RM. 3500 und in
der Sterbegeldverſicherung 437. RM.
Da eine Verſtändigung in der Zigaretteninduſtrie als
un=
möglich angeſehen werden muß, hat der Reichswirtſchaftsminiſter
die noch außerhalb des Zuſammenſchluſſes ſtehenden Betriebe der
Wirtſchaftlichen Vereinigung der Zigaretteninduſtrie
angeſchloſ=
ſen. Gleichzeitig iſt ein Neubau= und Erweiterungsverbot
erlaſ=
ſen worden. Die Regelung iſt als eine vorübergehende
Maß=
nahme gedacht.
Am freien Markt in London wurden am 21. April 276000
Lſtrl. Gold gehandelt. Der Preis betrug 135 Schill. 8 Pence pro
Unze fein.
Berliner Kursbericht
vom 21. April 1934
Deviſermirkt
vom 21. April 1934
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw. 128.—
C. P. Bemberg
Vereinigte Glanzſt.
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas 120.375
85.875
58.75
60.—
27.—
30.50
25.75
G6-25
123.—
17.50
7.775
140.—
Mete uche
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ. f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppe
Ne
98.75
138.125
63.75
96.375
88.75
71.50
68.125
108.75
62.—
94.25
65-—
46.125
66——
Polyphonwerke
Rütgerswerke
Salzdetfurth Ka 141.50
Weſtdte. Kaufhof 19.25
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werke
18.
55.—
42.75
109.75
64.75
18.125
95.875
31.—
90.125
74.25
104.50
Buenos=Aires
Kanada
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Yort
Rio de Janeiro
Uruguag
Amſterdam
Athen
Brüſſel
Budapeſt
Danzig
Helſingfors
Währung
1 Pap. Peſe
1canad. Doll.
1 Yen
1äghpt. 4
1 türk. 2
1 S.=Stg.
1 Dollar
Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm
100 Belga
100 Pengö
100 Gulden
100 finn. Mk.
Geld Brie
0.613/ 0.617
2.4881 2.49.
0.754 0.750
13. 165 13. 195
2.013/ 2.01
2.785 / 12.815
0.214
1.149
169.431
2.46
58.41
2.4771 2.477
0.21e
1.151
169.71
2.471
58.53
81.57 81.73
5.659/ 5.671
Italien
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Oslo
Paris
Prag
Island
Riga
Schwei=
Sofia
Spanien
Stockholm
Tallinn (Eſtl.
Wien
Währung /Geld
100 Lire
100 Dinar
100 Kronen
100 Escudos
100 Kronen
100 Francs
100 Tſch. Kr.
100 isi. Kr.
100 Lats
100 Franlen
100 Leva
100 Peſetas /34.22
100 Kronen 65.93
100 eſtl. Kr.
ling
21.26
5.664
57.09 57.21
11.65 11.77
64.24
10.38
57.84
79.32
80.25
3.047
68.43
47.20
Brief
21.30
5.676
34.36
16.50 16.54
10.30
57.96
79.28
81.11
3.053
34.28
6.07
8.57
7.30
Der amerikaniſche Dollar iſt an der geſtrigen Pariſer Börſe
zum erſtenmal offiziell unter 15 Franken geſunken. Er wurde mit
14,96 notiert, ſtieg aber gegen Schluß der Börſe wieder auf 14,98½
Francs. — In Regierungskreiſen werden dieſe Kursſchwankun
gen mit größter Aufmerkſamkeit verfolgt. Die Gerüchte über
eine weitere Entwertung des Dollars bis zu 50 Prozent ſeines
Goldwertes haben Abhebungen ausländiſcher Deviſenguthaben in
New York ſowie eine gewiſſe Kapitalflucht aus den Vereinigten
Staaten hervorgerufen. Die heutige ſchwache Haltung des
Dol=
lars wird auch mit Nachrichten in Zuſammenhang gebracht, daß
Präſident Rooſevelt geſtern die Anhänger einer Aufwertung des
Silbers in Verbindung mit einer Arzwertung des Goldgehalts
des Dollars empfangen wird.
dner Bank
Frankfurter Kursbericht vom 21. April 1934.
Kenee
„ Gr. IIp. 1934
„ 1935
„ 1936
„ 1937
„ 1938
Gruppe I
6% Dtſch. Reichsanl.
6% „
v. 27
5½%Intern., v.30
6%Vaden ... v. 27
6%Bahern .. v.27
6%Heſſen. . . . v. 29
6% Preuß. St. v. 28
6% Sachſen .. v.27
6%Thüringen v. 27
6% Dt. Reichsbahn
Schätze.
„
5% Dt. Reichspoſt
Schätze. . .
Dtſch. Anl. Ausl.
+ /, Ablöſung
„ „ (Neubeſitz)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. . .
6%Baden=Baden.
6%Berlin .. . v. 24
6%o Darmſtadt . . .
6%Dresden .. v. 26
6% Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
v. 26
6%
6%Mainz......."
6%Mannheim v. 2
6% München . v. 29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
103.25
101
98.5
937,
92.25
97.9
99.9
95.6
92.9
95.25
96.5
106,
99
92.5
100.
100,2
94.75
20.65
80.5
79
82.75
75
85
84.55
89.25
82
91.5
87.5
Pee
Hhp.=Bk.=Liquid.
427 2g
Komm. Obl. ...
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig.
6%Landeskomm.=
Bk. Girozentr: f.
Heſſ. Gldobl. R.11
„ R.12
„
6 %Kaſſ. Landeskrd.
Goldpfbr. .. . . .
6%Naſſ. Landesbk.
5½% „ Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
+Ausl. Ser.
„ Ser, II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Hhp.=Bk.
5 1 % „ Lig.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk..
5½% „Lig. Pfbr..
6*
„ Goldoblig.
% Frkf. Pfbr.=Bk.
5½% „Lig.=Pfbr.
%Mein. Hyp.=Bk.
Lig. Pfbr.
% Pfälz. Hyp.=Bk.
%0 „ Lig.Pfbr.
LRhein, Hyp. Bk.
2% „ Lig. Pfbr.
„ Goldoblig.
Südd. Boden=
Cred.=Bank
Lig. Pfbr.
6%Württ. Hyp.=B
91
83.5
83.5
93
91,
90.75
91.75
90.5
86.75
917,
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91:/.
94.5
93.5
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7.2
3.9
4.25
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 22. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 110 — Seite 19
Teue
Tolnlätt.
Dame mittlerer
Jahre ſucht
Stellung
als
Wirtſchafte=
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S. 155 Geſchſt.
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tel. Koſtüme.Off.
u S. 104 Geſch.
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Servierfräulein
ſofort geſucht.
gehören konnten. Jeder fühlte beſeligt die Nähe des anderen
und genoß ſie wortlos.
Das Gewitter ſtand jetzt ſenkrecht über Schloß Greifenſtein.
Es entlud ſich mit ſolch elementarer Gewalt, wie ſie die
Lieben=
den bisher nicht erlebt. Faſt taghell beleuchteten die kurz
auf=
einanderfolgenden Blitze das ſchmale Waſſertal des kleinen
Plautziger Sees, durch das die den atmoſphäriſchen Entladungen
folgenden Donnerſchläge mit urweltlich anmutendem Grollen
rollten.
Das gewaltige Toben der entfeſſelten Elemente fand ſeinen
Widerhall in den Herzen der beiden Einſamen, die ſich eins
wußten in dem Gefühl großer, reiner Liebe, einer Liebe, die
kei=
ner Worte bedurfte, bei der die Seelen zuſammenfloſſen wie die
elektriſchen Ströme der vom Himmel herabzuckenden Blitze.
Kurt=Heinz legte den Arm um Herthas Schulter und zog
ſie mit leichtem Druck an ſich, als wolle er ſie vor dem Wüten
er Naturkräfte ſchützen
Ein markerſchütternder, alle bisherigen an Stärke weit
über=
treffender Donnerſchlag erfüllte die Luft mit ſolch ungeheurem
Getöſe, daß er ſie faſt betäubte.
Banges Zittern durchſchauerte Herthas Körper, als ſie ſich
feſt an Kurt=Heinz ſchmiegte und hilfeſuchend zu ihm aufſah.
Ihre Augen begegneten ſich in tiefem, glückverheißendem Blick
und einten ihre Lippen zu langem Kuß.
Tüchtige
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gewandt,,
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frei, als Volon
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S. 107 an d.
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ſchäftsſtelle d. Bl.
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29)
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger,
„Ich war ſchon im Ruderboot abgefahren, bin aber, als ich
wie dunkle Wolkenwand kommen ſah, ſchnell umgekehrt und habe
Das Motorboot genommen. Der Himmel hat in der letzten halben
Stunde ein ſo unfreundliches Geſicht bekommen, daß mir Eile
geboten ſchien”, ſagte Hertha, ließ den Motor anſpringen und
ergriff das Steuerrad.
„Darf ich Ihnen die Arbeit abnehmen?” fragte Kurt=Heinz
und legte ſeine Hände in Ausführung des Vorhabens auf die
ährigen.
„Wenn Sie mit dem Motor Beſcheid wiſſen, ſoll mirs recht
Fein”, erwiderte ſie und ließ ſich neben ihm an der Steuerbord=
Feite nieder.
„Es iſt nicht der erſte, den ich bediene. Ich habe auf der
Oſt= und Nordſee ſo manches Boot bei ſchwerem Wellengang
geſteuert.”
Wie zur Bekräftigung ſeiner Worte fegte eine heftige Boe
füber den See und ließ den Giſcht am Backbord hochſpritzen.
„Sieh mal einer an!” rief Kurt=Heinz beluſtigt „Der
Plautzi=
wer will zeigen, daß er auch Wellen türmen kann.”
Die dunkle Wolkenwand zog mit unheimlicher Schnelligkeit
Heran. Dumpfes Donnergrollen wurde vernehmbar und kündete
Das Nahen eines Gewitters.
Kurt=Heinz ſtellte höchſte Geſchwindigkeit ein. Das
vorzüg=
ich gebaute Boot ſchoß mit Autogeſchwindigkeit über den immer
neftiger wogenden Waſſerſpiegel, in den ſein ſcharfer Bug eine
iefe, lange Furche grub.
Boe an Boe fegte heran und brachte das ſonſt ſo ruhige
Waſſer in ſtürmiſchen Aufruhr.
„Ein Wettlauf zwiſchen Motorboot und Gewitter!”
froh=
lockte Hertha in ſportlicher Begeiſterung und beobachtete voll
Entzücken das impoſante Naturſpiel.
Unzählige kleine. Wellenkämme jagten wie eine flüchtige
Schafherde in wilder Haſt vorüber und verſuchten voll Zorn
ber das ihren Weg kreuzende Ungetüm den weißen Giſcht ins
Boot zu ſpritzen.
„Der alte Herr Plautziger ſcheint wirklich ſehr ungnädig über
ie Störung ſeiner Mittagsruhe zu ſein!” rief Kurt=Heinz mit
lauter Stimme und wiſchte ſich einen beſonders hohen Spritzer
aus dem Geſicht.
Roman=Verlag, Berlin SW. 68.
(Nachdruck verboten.)
Dem erſten fernen Donnergrollen waren in ſchneller
Reihen=
folge weitere Detonationen gefolgt. Die ſchwarze Wolkenwand
durchzuckten grelle Blitze in mannigfacher Form und zerriſſen
ſekundenlang das undurchdringliche Dunkel. Das Gewitter ſtand
über Hohenſtein und war bei der Schnelligkeit der Höhenwinde
in wenigen Minuten am See zu erwarten. Immer näher und
näher ſchob ſich das ſchwarze Ungetüm heran. Noch war kein
Regentropfen gefallen, doch ſchien dies nur eine Frage von
Minuten.
„Hoffentlich gelingt es uns, trocken zu landen”, ſagte Hertha.
Die Gewitter in hieſiger Gegend haben meiſt die unangenehme
Eigenſchaft, ſich wolkenbruchartig zu entladen.”
„Eine wenig liebenswürdige Angewohnheit. Dann iſt es
allerdings beſſer, ein Dach über dem Kopf zu haben.”
Das Boot bog in haarſcharfem Bogen um die Nordſpitze der
Halbinſel, die den kleinen vom großen Plautziger See trennt,
und lag wenige Sekunden ſpäter, als die erſten dicken Tropfen
zu fallen begannen, am Steg.
„Schnell hinauf in den Pavillon!” rief Kurt=Heinz der
voraneilenden Hertha zu, machte das Boot feſt und folgte ihr
eilig, wobei er nicht verhindern konnte, daß ihn der vorderſte
Zipfel des ſchwarzen Wolkenmeeres mit einem naſſen Guß
be=
glückte.
Unter dem ſchützenden Dach des Lugaus waren ſie vor den
Unbilden des Gewitters geborgen und konnten ungeſtört das
herrliche Naturſpiel bewundern. Blick auf Blitz zuckte vom
Him=
mel herab, begleitet von den kurz darauf folgenden
Detonatio=
nen, die die elektriſchen Entladungen in der Luft hervorriefen.
Starke Windboen fegten vorüber, um Felskanten herum,
über bröckelndes Geſtein und durch knarrende Bäume, deren
Aeſte ſie heftig ſchüttelten. Lautlos glitten die Blätter von den
Zweigen und wirbelten in wildem Tanz in der Luft.
Die dünnſtieligen Weinranken, die ſich an den Pfeilern des
Lugaus emporrankten, umſpielten koſend das liebliche Antlitz
Herthas und zauſten ihr übermütig das Blondhaar.
Endlich war ihnen der ſo heißerſehnte Augenblick eines
unge=
ſtörten Alleinſeins geſchenkt, in dem ſich ihre Herzen ganz an=
Mit dem letzten Donnerſchlag hatte die Macht der
entfeſſel=
ten Elemente ihren Höhepunkt ereicht. Die elektriſchen
Span=
nungen ließen nach. In mächtigem Guß ſtrömte der erlöſende
Regen zur Erde nieder.
Bruſt an Bruſt ſtanden die Liebenden in dem Halbdunkel des
Pavillons, der ſich nach und nach wieder erhellte. Keines
Wor=
tes mächtig hielten ſie ſich umſchlungen und gaben ſich ganz dem
jauchzenden Gefühl ihrer jungen Liebe hin.
Da brach der erſte Sonnenſtrahl durch die Wolken. Aus
der Ferne blinkte noch ab und zu der Schein herabfahrender
Blitze am Firmament und drang in immer größeren Abſtänden
das zornige Grollen des fortziehenden Wettergottes herüber.
Auch in den Herzen des jungen Paares hatte ſich der Sturm
gelegt. Die gewaltige Nervenſpannung von vorher war einem
ruhigen, tief inneren Empfinden gewichen. Sie verließen die
Stätte ihres Glücks und ſchritten ſchwelgend, Hand in Band,
unter den tropfenden Bäumen dem Schloſſe zu.
12.
Die Morgenſonne des 17. Auguſt lag ſtrahlend über den
ernteſchweren Fluren Oſtpreußens. Am heutigen Tage ſollte
gemäß der ruſſiſchen Mobilmachungsorder die Verſammlung der
unter dem Befehl des Generals Samſonow ſtehenden ſüdlichen
Heeresgruppe im Raume hinter dem unteren Narew beendet
ſein und der Vormarſch über Mlawa—Neidenburg—Allenſtein
n Richtung Königsberg beginnen, um der nördlichen, unter dem
Befehl des Generals von Rennenkampf ſtehenden Armee im
Herzen Oſtpreußens die Hand zu deſſen Vernichtung zu reichen.
Doch ſo weit war es noch nicht und ſollte es auch nicht
kom=
men. General von Rennenkampf befand ſich mit ſeiner Armee
ſeit einigen Tagen in ununterbrochenem Vormarſch von Kowno
aus auf der ihm vorgeſchriebenen Linie Stallupönen—
Gumbin=
nen—Königsberg.
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S. 47 a. d. Gſch.
Seite 20 — Nr. 110
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 22. April 1934
Wohin am Sonntag?
HELIA
Film-Morgenfeler heute vormittag 11.15 U..-
Letzte Wiederholung
HELIA
Aohtung Australien — Aohtung Asien
Ein Kulturdokument von höchstem Wert.
(4638
Kleine Preise.
Jugendliche haben Zutritt.
DHIon
Nur noch 2 Tase
Derehlelechanas
eines Volkes:
Wilhelm
Tell
Ein deroisch Grog.
UIm im Geiste
HE
Mur noch
Neute und morgen
Diereizende
Ton=
film-C
Perette:
Meeter Zeit.
Weendliche Zutriüt,
Hunelte
Im Paradies
mit Lrsula Grabler
und
LAsy
Nur noch 2 Tags
Der erödte Uarlim
des Jahres:
Elüchs.
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Hans Söhnker.
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Beginn: 2, 4, 6 und 8.20 Uhr
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Sonntag, den 22. April 1934
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Die Walküre
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Unter Beteiligung ſämtlicher Parteiorganiſationen und
unter Mitwirkung der Darmſtädter Sängerſchaft, der
Polizeikapelle und des Muſikzuges der Standarte 115.
Die geſamte Bevölkerung Darmſtadts
nimmt an der Feier teil.
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Für den Schloßumbau werden hiermit au
Grund der Reichsverdingungsordnung öffentlich
ausgeſchrieben:
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1. etwa 870 qm Putz,
2. etwa 500 qm Oelfarbanſtriche der Fenſter,
Unterlagen und Bedingungen ſind während der
Dienſtſtunden auf unſerem Baubüro für den Schloß”
umbau im ehemaligen Reſidenzſchloß ab Dienstag
den 24. April 1934 einzuſehen, woſelbſt Leiſtungs
verzeichniſſe — ſolange der Vorrat reicht — nur au
Bieter koſtenlos abgegeben werden.
Die Angebote ſind verſchloſſen, mit der
Auf=
ſchrift „Weißbinderarbeiten Schloß” verſehen, zun
Eröffnungstermin am Montag, den 30. April 1934,
vormittags 10 Uhr, einzureichen. Die Eröffnung
findet in Gegenwart der erſchienenen Bewerben
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