Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 94
Dienstag, den 3. April 1934.
196. Jahrgang
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1600 ſaardeutſche Sportler und Sänger im Reich. — Ueberall herzlicher Empfang der vom Vaterland noch
abgetrennten Saardeutſchen. — Eindrucksvolle Saar=Kundgebungen in Berlin und im Reich.
dem gegenwärtig regierenden Papſt Pius XI. durch jahrelange
„(Euer Kampf, Saarbruder, uds Sdargebiet aber mit anderen Augen als mit Zuſammenarbeit eng befreundet. Er war von 1885 bis 1914
deſſen Vorgänger als Präfekt der vatikaniſchen Bibliothek. Als
deutſchen Augen zu ſehen, iſt ein Unding.
ſolcher hat er übrigens maßgebend zum Aufbau der apoſtoliſchen
iſt unſer Kampf!“
Bibliothek beigetragen und u. a. die Konſultationsbibliother
Das gibt es einfach nicht. (Stürmiſcher Beifall.)
Berlin, 2. April.
„Die Berliner Sportgemeinde hatte am Samstag, zu einer
großen Saarkundgebung aufgerufen, in deren Mittelpunkt das
Fußballſpiel Brandenburg—Saar ſtand. Strahlende
Frühlings=
ſonne lag über dem Preußenplatz auf dem Tempelhofer Feld, der
mit den Fahnen des neuen Deutſchlands und des
Saarlandes geſchmückt war. Nach einem
Vor=
ſpiel zweier Schülermannſchaften marſchierten
die Teilnehmer an der Kundgebung in die
Kampfbahn, voran eine Gruppe ſaarländiſcher
Bergknappen in ihrer ſchmucken Tracht mit der
alten Fahne der Inſpektion Sulzbach=Saar,
ge=
folgt von einer Feldgendarmerieabteilung unter
Führung des Sturmbannführers Wienand.
Dar=
an ſchloſſen ſich die Fahnen des Berliner
Sän=
gerbundes, denen etwa 500 Sänger folgten, und
etwa 100 Saarſänger mit ihren Bannern,
Tur=
ner und Sportler. Nach der Aufſtellung vor der
Tribüne und geſanglichen Darbietungen der
bei=
den Sängergruppen erinnerte Verbandsdirektor
Vogl an den heldenmütigen Kampf, den die
Saarbevölkerung ſeit 14 Jahren um ihr
Deutſch=
tung führe. Jetzt ſetze der Endkampf ein, für
den es noch einmal alle Kräfte zuſammenzufaſ=
Al
ſen gelte, damit das ungeheuerliche Unrecht des
Verſailler Diktats wieder gutgemacht werde. Die
Loſung für dieſen Kampf habe der Führer ſelbſt
bei der gewaltigen Kundgebung am Niederwald=
Denkmal gegeben: Reſtlos zurück zum deutſchen
Mutterland! — Verbandsdirektor Vogl dankte
dann allen, die Gelegenheit zu den großen
Kund=
gebungen in der Reichshauptſtadt gegeben und
an ihnen mitgewirkt hätten. Die Saarländer
aber bat er, das, was ſie im Dritten Reich und
ſeiner Hauptſtadt geſehen und erlebt hätten, mit
in die Heimat zu nehmen und den Lügnern und
Verleumdern entgegenzuhalten, die in
unglaub=
licher Hetzarbeit gegen das neue Deutſche Reich
und ſeine muſtergültige Ordnung arbeiten.
Nach dem Abmarſch erſchienen, von neuen
Jubelſtürmen empfangen, die beiden
Fußball=
mannſchaften, die der Gauführer Glöckler mit herzlichen Worten
begrüßte, wobei er dem Führer der Saarmannſchaft ein
Blumen=
angebinde überreichte.
Die nach Berlin gekommenen 1600 Sänger und Sportler aus
dem Saargebiet haben hier unvergeßliche Eindrücke in ſich
auf=
genommen. Am Oſterſamstag veranſtalteten der Bund der
Saar=
vereine und der Berliner Sängerbund zu Ehren der Gäſte
eine große Saarkundgebung
im Konzerthaus Clou, zu der neben Vertretern der
Reichsminiſte=
rien Tauſende von Volksgenoſſen ſich eingefunden hatten. Dem
Charakter des Feſtes entſprechend, ſtand das deutſche Lied im
Vordergrund der Darbietungen. Männerchöre und Sologeſänge
des Berliner Sängerbundes und des Männergeſangvereins
Saar=
brücken 1861 wechſelten ab mit Muſikvorträgen der
Standarten=
kapelle Fuhſel und turneriſchen Vorführungen der Turnerriege
des Saargebietes und der Kunſtturngruppe Heiligenwald (Saar),
die bereits viermal Deutſcher Meiſter geworden iſt. Die
Begeiſte=
rung erreichte ihren Höhepunkt, als die Saarbrücker Männerchöre
die Volksweiſe „Deutſch iſt die Saar” und das Lied von Philipp
Stilz „Wir wollen heim” vortrugen.
Der Sängerkreisführer Regierungsrat Dr. Naumann
be=
grüßte die Saarländer im Namen der 45 000 Sänger des Kreiſes
Berlin=Kurmark.
Pfarrer, Reichardt=Saarbrücken ſprach in tief bewegten
Worten von der Treue der Saarbevölkerung zum deutſchen
Vater=
lande.
Gaupropagandaleiter Schulze=Wechſungen wandte ſich
in ſeiner Anſprache vor allem an die Saarländer. Er erinnerte
an die lügneriſchen Worte Clemenceaus von den 150 000
Saar=
franzoſen, die die Veranlaſſung zur Schaffung des Saargebietes
waren, ſprach von dem 15jährigen Kampf Adolf Hitlers gegen
Kriegsſchuldlüge und Marxismus und dankte den Saarländern
für die ſchweren Opfer, die ſie in den harten 15 Jahre langen
Kämfen gebracht haben.
Abſchiedsfeier für die Saardeutſchen.
In dem feſtlich geſchmückten Kroll=Saal hatten ſich am
Oſter=
ſonntag, am Vortag der Abreiſe in die Heimat, noch einmal die
Saardeutſchen in der Reichshauptſtadt zu einem zwangloſen
Bei=
ſammenſein eingefunden.
Im Mittelpunkt der Feier ſtand eine Rede des Präſidenten
des Bundes „Deutſcher Weſten”, Reichstagsabgeordneten
Spie=
wok, der u. a. ausführte: Wir Nationalſozialiſten waren uns
darüber klar, wenn wir einmal dort draußen zeigen wollten, daß
wir noch die alten Deutſchen ſind, dann mußten wir es zuerſt im
Innern zeigen. Wir mußten alles ausmerzen, was uns bekämpfte,
und wir haben es geſchafft. Wir ſind jetzt dabei, nicht, wie das
bisher geſchah, Staatsbürger zu erziehen, ſondern wahre
Volks=
genoſſen. All die Deutſchen, die draußen wohnen, müſſen genau
ſo unſere Volksgenoſſen ſein.
Fahrt nach Hauſe, ſagte der Redner, und kündet Euren
Brü=
dern und Schweſtern, daß wir Tag und Nacht daran arbeiten,
daß die Saar zu uns zurückkehrt. Vergeßt es nie, was an dieſer
Stelle der Führer vor kurzem zu den Saarkindern geſagt hat:
„Ich gehöre zu Euch, Saarkinder, ſo wie Ihr zu uns gehört.”
Auf die Abſtimmung anſpielend, ſagte Spiewok:
Mögen die anderen tun, was ſie wollen, bei uns iſt die Ruhe
des guten Gewiſſens. Was Ihr bei Euch zu Hauſe tut, das tut
Ihr nicht für Euch, ſondern für uns alle, für das teure deutſche
Vaterland.
Langanhaltender Beifall folgte dieſen Worten. Ein
reich=
haltiges künſtleriſches Programm beendete den Abend.
Rückreiſe der Saarſporkler.
Die 1600 Sportler und Turner aus dem Saargebiet, welche
zuſammen mit den ſaarländiſchen Sängern erinnerungsreiche Tage
in der Reichshauptſtadt verbracht haben, traten am Montag
nach=
mittag kurz nach 15 Uhr in zwei Sonderzügen die Rückfahrt in
ihre Heimat an. Die ſaarländiſchen Sänger werden erſt morgen
früh die Rückreiſe über Dortmund, Bochum und Köln nach dem
Saargebiet antreten.
Franzöſiſche Beſorgniſſe.
EP. Paris, 1. April.
Der bekannte franzöſiſche Saarpubliziſt Jean Revire äußert
ſich in der „Liberts” mit der größten Beunruhigung zu den
Meldungen der deutſchen Preſſe über die Entſcheidungen der drei
vom Völkerbund zum Studium der Abſtimmungsberechtigung
eingeſetzten internationalen Juriſten. Falls ſich die Juriſten,
die Völkerbundskommiſſion zur Vorbereitung der Abſtimmung
und ſchließlich der Völkerbundsrat wirklich in dem von den
deut=
ſchen Blättern angedeuteten Sinne ausſprächen, unterſtützten ſie
die pangermaniſtiſche Sache unter Mißachtung der Rechte der
Saarbevölkerung und des Rechts überhaupt. Man müſſe hoffen,
daß die franzöſiſche Regierung in dieſer Angelegenheit ein Wort
mitzureden habe, denn man könne Frankreich in dieſer Hinſicht
nicht wie Deutſchland behandeln, das ſich ja freiwillig aus dem
Völkerbund zurückgezogen habe. Zweiſellos müßten die Nichter
neutral ſein, aber man könne kein Urteil ſprechen, ohne die
Parteien anzuhören und ohne die Argumente zu hören, die ſie
anführen könnten. Revire bedauert, daß die franzöſiſche Preſſe
ſo ſehr mit innerpolitiſchen Schwierigkeiten beſchäftigt ſei, daß
ſie der ernſten Saarfrage nicht die erforderliche Aufmerkſamkeit
ſchenken könne; denn der letzte Akt des Saardramas habe
be=
reits begonnen.
Der deutſche Kurienkardinal Ehrle †.
DNB. Rom, 1. April.
In deu frühen Morgenſtunden des Samstag iſt der deutſche
Kurienkardinal Ehrle im Alter von 89 Jahren geſtorben.
Franz Ehrle iſt am 17. Oktober 1845 in Jsny (Allgäu)
ge=
boren. Schon früh trat er der Geſellſchaft Jeſu bei, ſo daß er
im Oktober 1931 das 70jährige Jubiläum ſeiner Zugehörigkeit
zum Feſuitenorden begehen konnte, Kardinal Ehrle wan mit
Leo XIII. eingerichtet, die im Jahre 1932 einſtürzte. Ehrle wurde
im Dezember 1922 vom Papſt Pius Kl. im erſten Konſiſtorium,
das dieſer abhielt, zum Kardinal krediert und ſpäter zum
Bib=
liothekar und Archivar der römiſchen Kirche erhoben, Politiſch
iſt Kardinal Ehrle kaum hervorgetreten, wenn man von ſeinen
Arbeiten über die römiſche Frage abſieht. Um ſo bekannter ſind
ſeine hiſtoriſchen Studien.
Rieſenbrand in Neukölln. — Bierſtöckige Möbelfabrik
in Aannen.
DNB. Berlin. Am Oſtermontag=Nachmittag gegen 16 Uhr
bemerkten die Einwohner der Kleinſiedlung am Mariendorfer
Weg in Neukölln, daß auf dem Hof einer Möbelfabrik ein
Holz=
ſtapel in Brand geraten war. Der Wind trieb, das Feuer zu
einem ebenfalls auf dem Hof ſtehenden hohen Holzſchuppen, der
beim Eintreffen der erſten Löſchzüge bereits in hellen Flammen
ſtand. Innerhalb von zehn Minuten hatte das Feuer auf die
Fabrik ſelbſt übergegriffen. Von allen Seiten trafen insgeſamt
12 Löſchzüge ein, die mit 12 B= und 10 C=Rohren das Feuer
an=
griffen. Durch das Einſtürzen des Schuppens gerieten auch
zwei Wohnbaracken in unmittelbarer Nähe der Mauer des
Fabrikhofes in Brand. In kurzer Zeit ſtand die ganze Fabrik
bis zum letzten Stockwerk lichterloh in Flammen. Eine mehrere
hundert Meter hohe Rauchſäule kündete den Rieſenbrand
weithin an. Die Feuerwehr mußte ſich darauf beſchränken,
den nach der Kneſebeckſtraße hin gelegenen Teil der
Fabrik und die umliegenden Wohnbaracken zu ſchützen.
Sämt=
liche Straßen waren durch Polizei und SA. abgeſperrt. Offenbar
hat das Feuer an den großen Holzvorräten reiche Nahrung
ge=
funden. Es hält zurzeit noch unvermindert an. Die Bewohner
der Wohnbaracken haben mit Eimern und allen möglichen
Ge=
räten ihre Dächer mit Waſſer begoſſen, damit die durch den
ſtarken Wind herniedergehenden Funken dem Feuer nicht neu=
Nahrung geben können. Die nächſtliegenden Baracken ſind
ge=
räumt worden.
Bulkanausbruch auf Island.
Keine Menſchenleben gefährdet.
DNB. Reykjavik, 2. April. Der im ſüdöſtlichen Teil der Inſel
gelegene Vulkan Skeidar Joekel iſt wieder in Tätigkeit getreten.
Bereits Ende der vergangenen Woche konnte eine ſtarke
Verände=
rung am Skeidar=Gletſcher beobachtet werden. Rieſige Eismaſſen
ſtürzten in den Skeidar=Fluß und ließen dieſen zu einem reißenden
Strom anſchwellen. Noch von Reykjavik aus, das etwa 250
Kilo=
meter von dem Vulkan entfernt liegt, ſah man eine rieſige
Feuer=
ſäule zum Himmel lodern, deren Höhe am Oſterſonntagabend auf
mehrere tauſend Meter geſchätzt wurde. Innerhalb von 20
Minu=
jen wurden allein 78 Blitze gezählt. Gleichzeitig hörte man ein
unterirdiſches Grollen. In der Nacht zum Oſtermontag ſetzte ein
Aſchenregen ein, von dem auch der nördliche Teil der Inſel
betrof=
fen werden dürfte, da ſich inzwiſchen die Windrichtung geändert
hat. Der Skeidar=Fluß führt zum Teil kochendheißes Waſſer mit.
Die Telegraphenverbindungen ſind größtenteils unterbrochen.
Man rechnet jedoch nicht damit, daß Menſchenleben in Gefahr
ſind, da die Gegend ſüdlich des Vulkans nur ſehr dünn beſiedelt iſt.
Eiſenbahnunfall in einem Londoner Vorort. — 50 Verletzte.
DNB. London. Auf der Nordoſt=Eiſenbahn iſt geſtern ein
Zug, der Sonntagsausflügler von Nottingham nach London
brin=
gen ſollte, in dem Vorort Kilburn beim Warten auf das
Ein=
fahrtsſignal von einer Rangierlokomotive gerammt worden. Die
letzten Wagen des Zuges wurden von der Rangierlokomotive
zer=
trümmert. Etwa 50 Perſonen wurden verletzt, davon 14 ſo ſchwer,
daß ſie ins Hoſpital gebracht werden mußten. Ein Teil der
Ver=
letzungen iſt darauf zurückzuführen, daß der Zug ſich gerade auf
einem Viadukt befand, ſo daß Holz= und Eiſenteile von den
zer=
trümmerten Wagen zwiſchen die Straßenpaſſanten
hinunterſtürz=
ten. Unter den 600 Fahrgäſten befanden ſich viele Adventiſten,
die am Nachmittag an einer großen Verſammlung in der Albert=
Hall teilnehmen wollten. Es kam indeſſen nach dem
Zuſammen=
ſtoß zu einer außerordentlichen Szene. Die Adventiſten,
insbeſon=
dere viele Frauen, knieten auf offener Straße nieder, um im
Ge=
bet für das Wunder ihrer Rettung zu danken.
Blutiges Unterwelt=Drama in Marſeille. — Drei Tote.
DNB. Paris. In einer übelbeleumdeten Bar von
Mar=
ſaille wurden in der Nacht zum Sonntag drei Männer von vier
plötzlich eintretenden Perſonen niedergeſchoſſen. Die Täter ſind
unerkannt entkommen. Die Bluttat, die man zunächſt mit der
Prince=Angelegenheit in Zuſammenhang brachte, ſcheint ein
Racheakt rivaliſierender Zuhälter, zu ſein. In der Nacht zum
Oſtermontag wurde nämlich auf einen gewiſſen Daleſt in
Mar=
ſeille ein Meſſeranſchlag verübt. Auch hier iſt der Täter noch
unbekannt. Die Polizei vermutet daher, daß die Unterweltler
Daleſt umbringen wollten, weil er Verrat geübt haben ſoll. als
er von der Polizei als Zeuge über die Ermordung der drei
Mar=
ſeiller vernommen wurde.
In der Kirche vom Blitz getötet.
Der Blitz ſchlug in Sao Paulo in eine Kirche, in der gerade
eine Trauung ſtattfand. Die Braut, eine Tochter des liberalen
Politikers General Aſſis Braſil, wurde an der Seite ihres
8 getötet.
Seite 2 — Nr. 91
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 3. April 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtodt, den 3. April 1934.
Sonnige Oſkern.
Das waren einmal Oſtertage, wie man ſie nicht beſſer
wün=
ſchen kann, — ſolche Oſtern, wie die, von denen die Dichter immer
in ihren Verſen ſprechen; der Himmel ſo richtig ſeidig und
früh=
lingsblau und dazu ein Sonnenſchein, daß einem ſelbſt der neue
Frühlingsmantel noch zu ſchwer auf den Schultern wurde. — Die
Darmſtädter haben ſich nicht umſonſt locken laſſen von dem
ſchö=
nen Oſterſpaziergangs=Wetter: in hellen Scharen ſind ſie
hinaus=
gezogen, mit der Eiſenbahn und in Omnibuſſen, im Auto, auf
Rädern und auf Schuſters Rappen. Aber die Geſichter waren bei
allen gleich hell und vergnügt, wie ſich das auch nicht anders
ge=
hört! Zwar die Wälder draußen ſind noch kahl, nur aus der
Ferne haben ſie ſo einen feinen lila Schimmer, bei dem man
etwas von dem nahen Aufbrechen der Knoſpen ahnt. Aber wenn
man tiefer hineingeht, dann findet man die erſten
Anemonen=
köpfchen, die ſich durch die dicke Decke von dürrem Laub drängen,
noch ein bißchen ſchüchtern, aber doch gar nicht zu überſehen.
Und am Hang ſind die Sträucher ſchon voller Kätzchen, ſilbrig
bepelzten und dicken gelben, bei denen ſich die erſten Bienen
ein=
finden, noch ein wenig ſteif und verſchlafen vom Winter. Auch
ein paar Falter, goldbraun und zitronengelb, ſind über den Weg
getaumelt. — Draußen in den Ausflugslokalen hat man zum
erſtenmal in dieſem Jahr wieder im Freien geſeſſen, mitten in
der Sonne. Und die weißen Schürzen der Kellner haben vor
lau=
ter Eifer nur ſo geflattert, denn es gab mächtig viel zu tun.
Aber drinnen in der Stadt ſchien’s auch nicht leer. Dafür
ſorg=
ten die vielen, vielen fremden Autos, die ihren Weg durch
Darm=
ſtädter Straßen nahmen. Wer weiß, woher ſind die Leute alle
gekommen. Es war ſo luſtig, mal auf die Nummerſchilder zu
gucken und feſtzuſtellen: „Sieh da, ein Beſuch aus Bayern!”, und
dann kam wieder einer aus Sachſen, und Rheinland und
Weſt=
falen waren vertreter, und ſogar von Berlin iſt man gekommen.
Sie nahmen wohl meiſtens ihren Weg an die Bergſtraße, von wo
die erſten Meldungen von blühenden Obſtbäumen eingetroffen
waren. — Viel Freude auf eurer Fahrt! Wir Darmſtädter
müſſen heut wieder die Naſe in die Arbeit ſtecken. Ob wir’s
alle grade mit Begeiſterung tun, ſoll man nicht ſo einfach
be=
haupten. Aber wir haben uns an dieſen Feiertagen die Lungen
ſo voll Frühlingsluft gepumpt und uns mal ſo richtig innerlich
auslüften können, wir haben ſo einen Vorrat an Freude
geſam=
melt, — damit können wir uns ſchon in die Arbeit und in den
Monat April hineinwagen! Nun braucht man nur zu wünſchen,
daß der Frühling hält, was dieſe beiden Oſtertage verſprachen!
Darmſtädter Wochenmarkt=Kleinhandelspreiſe vom 31. März
(pro Pfund bzw. Stück bzw. Bündel inn Pfg.); Erdkohlraben,
Ka=
rotten 8—10, Gelberüben 8—12. Roterüben 18—20,
Schwarzwur=
zeln 20. Spinat 20—25, Rotkraut 15—20, Weißkraut 15—18,
Wirſing 20. Roſenkohl 25—30. Zwiebeln 9—10, Knoblauch 40,
Tomaten 50, Feldſalat (Lattich) 80—100, Endivienſalat 10—20,
Kopfſalat 20—25 Einmachgurken 50—60, Blumenkohl 30—50,
Rettich 5—10. Meerrettich 10—30, Speiſekartoffeln 3½—4;
Tafel=
äpfel 15—35. Wirtſchaftsäpfel 10—15. Tafelbirnen 20—25,
Wirt=
ſchaftsbirnen 10—18, Apfelſinen 20—25, Zitronen 3—5, Bananen
30—35; Süßrahmbutter 150—155, Landbutter 130—140.
Weich=
käſe 20—25, Handkäſe 4—12. Eier friſche 9—11; Hühner 70—90,
Enten 100—110, Tauben 60 und 70, Ziegenlämmer 60 und 70,
Hahnen 90—100; Rindfeliſch friſch 56, Kalbfleiſch 70; Hackfleiſch 64.
Heſſiſches Landestheater.
Aus der Hssub.
Großes Haus Dienstag2 Rr Anf. 191 Ende 22½ Uhr. A 19
Das Land des Lächelns. Preiſe 0.70—5.50 Mittwoch
4. April Anf. 19½, Ende nach 22 Uhr. B 17
Preiſe 0.70—5.50
Undine. Donnerstag
5. April Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. C19.
0.70 — 5.50
Zar und Zimmermann. Kleines Haus Mendtag
3. Apri 19½,Ende 21¾ Uhr D. Bühne K 14, Zuſatzm. 11
Preiſe 0.70—3 80
Krach um Folanthe. Mittwoch
2.-Gw6 Anf. 20, Ende 22½ Uhr. (Außer Miete)
Prei e 0.70—3.80
Alm Himmel Europas. Donnerstag
5. April Anf. 20, Ende 22½. D. Bühne K 14, Zu atzm. 12
Preiſe 0.70—3.8)
Krach um Jolanthe.
NS. Frauenſchaft der Ortsgruppen Steinberg und Mitte.
Unſer nächſter Frauenſchaftsabend findet am
Mitt=
woch, den 4. April, abends 8 Uhr, im Reſtaurant Sitte,
Karl=
ſtraße, ſtatt.
Geſamtverband der deutſchen Arbeitsopfer in der Deutſchen
Ar=
beitsfront e. V.
Am Mittwoch, den 4. April, findet in der Reſtauration „Zur
goldenen Kette”, Obergaſſe, die Mitgliederverſammlung der
Zahl=
ſtelle Darmſtadt ſtatt.
(gez.): Wamboldt, Kreisleiter.
Für die Richtigkeit (gez.): Reuter, Adjutant
* Wochen richtige
Lahnnflege gratis!
Wußten Sie, daß es in Deutschland heute noch
mehr als 25 Millionen Menschen gibt, die sich die
Zähne noch nie geputzt haben, weil sie von
der-
artigen „neumodischen Dingen”” nichts wissen
wollen? Fast ebenso viele Millionen Deutsche
be-
nutzen zur Zahnpflege „aus alter Gewohnheit‟
ein Zahnpfiegemittel, das den Ansprüchen der
Wissenschaft nicht mehr genügt. Welche
Bedeu-
tung eine regelmäßige Zahnpflege mit einer guten
Zahnpaste hat, geht schon daraus hervor, daß eine
Vernachlässigung der Mundpflege für den
Betref-
fenden sehr oft schwere innere Erkrankungen zur
Folge haben kann. Zahnarzt und Arzt arbeiten
Hand in Hand und haben dies einwandfrei
fest-
gestellt. Vorbeugen ist besser als heilen! Wir
be-
trachten es als unsere Aufgabe, Sie mit einer auf
wissenschaftlicher Grundlage aufgebauten
Zahn-
pflege-Methode bekannt zu machen. Ein Versuch,
der Ihnen keinerlei Kosten verursacht und an den
sich jeder im Interesse der Volksgesundheit
be-
teiligen sollte.
Jeder Deutsche soll seine Zähne
putzen — aber richtig!
Zahnärzte und Dentisten fordern biologische
Mundpflege, denn nur auf biologischem Wege
ist es, wie jahrelange Versuche ergeben haben,
möglich, das Zahnfeisch gesund und die Zähne
blendend weiß zu erhalten. Bekanntlich enthält
der Speichel Stoffe, die die Eigenschaft haben,
nur die schädlichen Bakterien abzutöten und
außerdem ist eine starke Speichelabsonderung für
die Verdauung äußerst wichtig. Die starke
Spei-
chelabsonderung erreichen wir durch Stärkung
der auch im Munde vorhandenen Sekretdrüsen.
Wer körperlich gesund ist, wird nicht so leicht
gegen Krankheiten anfällig sein. Die
biolo-
gisch wirksame, radioaktive Zahnpaste „
Dora-
mad” ist das geeignete Mittel zur Stärkung der
natürlichen Abwehrkräfte im Munde. Die
radio-
aktivstrahlende Substanz der „Doramad‟-
Zahn-
paste „massiert”” das Zahnfleisch noch lange nach
dem Putzen selbsttätig, ohne daß man es merkt.
Durch diese „Massage”” werden die Drüsen zu
größerer Speichelabsonderung angeregt. Das
er-
schlaffte Zahnfleisch wird wieder straff und
be-
kommt seine gesunde hellrosg Farbe durch diese
„Massage”” wieder.
Wir wollen allen, die sich diese neuartige ärztlich
empfohlene Methode aneignen wollen,
Gelegen-
heit geben, sie 4 Wochen kostenlos zu
probie-
ren. Wer die 6 „Doramad‟-Filmanzeigen, die
an dieser Stelle jeden Sonntag und Mittwoch
er-
scheinen, ausschneidet und sammelt, erhält gegen
Vorlage der Filmserie in den einschlägigen
Ge-
schäften eine Tube radioaktive Zahnpaste „
Dora-
mad‟ Größe ½½, kostenlos. Die erste Anzeige
er-
scheint Mittwoch.
Wir bitten die Leser, sich an dieser im Interesse
der Volksgesundheit gelegenen Werbung rege zu
beteiligen. Sammelbogen zum Aufkleben der
In-
serate sind in allen Fachgeschäften erhältlich.
Degea A.-G. (Auergesellschaf)
Berlin O 17
V 3000
(NSB.-Heim) Darmſtadk. Mackenſenſtraße 18.
Mit Beendigung des Winterhilfswerks wurden ſämtliche
hie=
ſigen Winterhilfsküchen in Darmſtadt geſchloſſen. Künftig iſt nur
noch die Küche im NSV.=Heim, dahjer,
Mackenſen=
ſtraße 18, in Betrieb.
In dem NSV.=Heim können hilfsbedürftige Perſonen eſſen,
die durch einen behördlichen Ausweis ihre Bedürftigkeit
nachweiſen.
Verabreicht werden dort u. a.:
1. Mittageſſen mit Suppe:
Gemüſe, Fleiſch und Kartoffeln 45 Pfg.
2. Mittageſſen ohne Suppe:
Gemüſe, Fleiſch und Kartoffeln 35 „
3. Tagesſuppe
10
4. Dicke Suppe mit Wurſt
25
5. Ei (gekocht)
12
6. Ei (gebacken)
14
7. Wurſt
15
8. Kartoffelſalat oder Bratkartoffeln 15
9. Hering
10
10. Kaffee
5
Kücheneſſer, die ſeither bereits aus den Winterhilfsküchen
ge=
ſpeiſt worden ſind, können bis auf weiteres in dem NSV.=Heim
unter den gleichen Bedingungen weiter eſſen.
Der Polizeibericht.
Mit geſtohlenem Auto 4000 Kilometer gefahren und
demo=
liert abgeſtellt! Der am 24. März 1934 abends auf dem
Markt=
platz vor dem Rathaus in Darmſtadt geſtohlene Mercedes=Benz=
Wagen wurde von den Dieben am 31. März mittags in einem
Vorort von Wiesbaden in einer Seitenſtraße abgeſtellt. Der
Wa=
gen iſt, ſoweit bis jetzt feſtgeſtellt werden konnte, an ſeinem
hin=
teren Teil ſtark beſchädigt; die Täter haben nach dem Stand des
Kilometermeſſers zirka 4000 Kſm. gefahren. Das polizeiliche
Kennzeichen des Wagens IT 68362 wurden von den Dieben in
TT 60 082 abgeändert. — Die Strafverfolgungsbehörde
inter=
eſſiert ſich zunächſt am ſtärkſten für die in dem Wagen
vorgefun=
denen Gegenſtande und Spuren. Es handelt ſich um einen gut
erhaltenen Koffergrammophon Elektrola. 1 Elektrolaplattenalbum
mit 16 Platten, eine Milchkanne, wie ſie von Milchhändlern
ge=
führt werden, mit 20 Litern Milch, auf der die Nummer 1404 mit
ſchwarzer Balkenſchrift auf dem oberen Teil der Kanne
aufge=
ſchrieben iſt; ferner einen Karton mit 20 geſottenen Eiern, eine
Flaſche Wein Biebelsheimer Berg. Jahrgang 1931, aus dem
Weingut des Bürgermeiſters Joh. Fiſchborn III., Biebelsheim",
einen friſchgewaſchenen Sack aus grober Leinewand mit ſchmalen
roten Streifen (Größe 100 mal 55 Zentimeter). Mit der größten
Wahrſcheinlichkeit muß angenommen werden, daß ein Teil dieſer
vorgefundenen Gegenſtände aus Diebſtählen herruhrt. Im
Inter=
ſſe der Aufklärung dieſes Falles erſuchen wir die Offentlichkeit,
alle gemachten Wahrnehmungen raſcheſtens der nächſten
Polizei=
ſtelle, beſonders dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt,
mit=
teilen zu wollen. Zur beſſeren Orientierung laſſen wir noch
ein=
mal eine Beſchreibung des Wagens folgen: Es handelt ſich um
eine dunkelblaue 6=Zylinder Mercedes=Limouſine mit dem
richti=
gen und gefälſchten Kennzeichen wie oben angegeben.
Diebſtahl eines wertvollen Damenringes im
Hallenſchwimm=
bad. Am 31. März vormittags, wurde in einem Waſchraum
neben den Brauſen im Damenbad ein auf kurze Zeit abgelegter
Damenring geſtohlen. Es handelt ſich um einen handgearbeiteten
goldenen Damenring (dünner Doppelreif) mit einem echten
blauen Stein. Stempel 585. Zu beiden Seiten des Steines
Ver=
zierungen in Traubenform. Für die Wiederbeſchaffung des
Rin=
ges iſt eine gute Belohnung ausgeſetzt. Vertrauliche Zurückgabe
erwünſcht nach Darmſtadt, Stadtallee Nr. 30. Diskretion
zuge=
ſichert
Wieder ein Sittlichkeitsverbrecher am Pranger. Am 31. März
in den Abendſtunden wurde ein Adolf Müller aus
Darm=
tadt, Roßdörfer Straße 84, wegen Sittlichkeitsverbrechens,
began=
gen an einem noch nicht 5 Jahre alten Knaben, feſtgenommen. Er,
kam in Unterſuchungshaft.
Diebſtahl einer waſſerdichten Plane. In der Nacht zum 29.
März wurde im Städtiſchen Lagernlatz am Schlachthof eine gut
erhaltene graue waſſerdichte Plane von etwa 5 mal 5 Meter Große
geſtohlen. Wer hat irgendwelche Wahrnehmungen gemacht?
Tragiſches Ableben. Als der Invalidenrentenempfänger K.
aus der Frankfurter Straße am Oſterſamstag im Poſtamt ſeine
Rente in Empfang nehmen wollte, brach der alte Mann tot
zu=
ſammen.
Großes Haus. — Sonntag, den 1. April
Cavalleria ruſticang.
Von den beiden Gäſten, die die tragenden Rollen der
Vor=
ſtellung vom erſten Feiertag verſahen, kann nur Frau Elſe
Gerhart=Voigt aus Wiesbaden hinſichtlich gewiſſer
Engage=
menismöglichkeiten Aufmerkſamkeit für ſich beanſpruchen. Sie iſt
wohl für das Zwiſchenfach in Ausſicht genommen und dürfte
ſich als routinierte, in der Praxis anſcheinend länger erfahrene
Sängerin nicht übel bewähren, da ihr Material, wenn auch
vielleicht nicht von beſonderem Reiz, ſich aber doch klangvoll und
trägfähig erweiſt, auch in der Höhe ſicher und angenehm
an=
ſpricht. Herr Eugen Schürer, ein wohl noch junger Anfänger
als Turridu, aus Köln, bemüht, vermochte mit einer wohl
weichen, aber zu kleinen Stimme nicht einmal akuſtiſch den
Ver=
hältniſſen zu genügen, wie ſie Bühnen von der Größe und dem
Range der unſrigen aufweiſen.
Der Baiazzo.
Auch in dieſer zweiten, mit der vorerwähnten, ſtets
paar=
weiſe gegebenen Zwillingsoper, erregte ſtatt des erkrankten
hieſigen Vertreters der Titelrolle ein Gaſt, Herr Torſten Ralf
aus Frankſurt, Intereſſe. Man hörte einen dunklen, weichen,
dabei recht voluminöſen Tenor, der dem tragiſchen Komödianten
gutes klangliches Profil und der Aufführung hübſches
Ge=
präge gab.
Großes Haus. — Montag, den 2. April.
Das Land des Lächelns.
Land des Lächelns, das iſt China. Die Wiener Operette
hatte es immer etwas gern mit dem Exotiſchen, mit Ungarn,
dem Balkan oder noch fernerem Oſten. Denn ſie iſt trotz aller
Gegenwartsnähe doch romantiſch. Kein Wunder. Wäre ſie ſonſt
ſo populär, wenn ſie nicht ſtets ein wenig Befreiung vom Alltag
böte im Schweifen nach irgend einer bunten, romantiſchen Ferne?
Diesmal alſo China, wo man die Gefühle mit einem Lächeln
maskiert, wo das perſönliche Ich an einer unerbittlich ſtarren
Konvention zerſchellt. Die einſt ſo ausgelaſſene Wiener Operette
iſt etwas tragiſch belaſtet worden. Und Lehär, in ſtrengem,
zünftigen Muſikſtudium erwachſen (einſtiger Orcheſtermuſiker,
öſterreichiſcher Militärkapellmeiſter), hätte das Zeug zum
ernſt=
hafteren Muſiker. Das merkt man noch heute ſeinen fein
in=
ſtrumentierten Partituren an und der Tendenz, den geſprochenen
Dialog zurückzudrängen, alſo der Oper anzunähern. Da kam
vor etwa einem Menſchenalter der beiſpielloſe Erfolg ſeiner
„Luſtigen Witwe”, und ſeitdem ſchafft er Werk für Werk in
jenem bekannt, liebenswürdigen Genre, das freilich nicht mehr
die Schlagkraft ſeines erſten großen Treffers aufzuweiſen hat,
aber durch die Süßigkeit einer weichen und ſlawiſche Färbungen
liebenden Muſik und durch die leichte Anmut des früher ſo
be=
zaubernden Geiſtes der Donauſtadt unwiderſtehlich für ſich
ein=
nimmt.
So erſcheint nun erſtmalig (nach einem Gaſtſpiel der
Frank=
furter vor ein paar Jahren) auch auf unſerer Bühne dieſe
bitter=ſüße Liebesgeſchichte von dem chineſiſchen Prinzen, der
das blonde Mädel aus Wien mitnimmt in ſeine öſtliche Heimat,
wo aber ihr Glück an den Verhältniſſen zerbricht und nur ein
ſchmerzlicher, großmütiger Verzicht zum Schluſſe übrigbleibt.
Heinrich Allmeroth ſtellt dieſe kleine Tragödie, die wegen
ihrer hübſch illuſtrierenden muſikaliſchen Einfälle ein literariſch
wohl anſpruchsvolleres Libretto verdient hätte, glaubhaft und
eindrucksvoll hin, und begreiflich, daß ihm bei dem berühmten,
glanzvoll ins Publikum geſungenen „Dein iſt mein ganze Herz”
vor dort aus auch viele Herzen entgegenſchlagen. Ganz reizend
iſt Maria Reining als ſeine Partnerin Gräfin Liſa, faſt
eine richtige kleine Jeritza, ſieht bildhübſch aus und ſingt
pracht=
voll. Friſch und nett das mehr komiſche Pärchen in dem für
dieſe Partien charakteriſtiſchen, flotten Lehärſchen
Vierviertel=
taktrhythmen, die kleine ſympathiſch=drollige Chineſin der Suſi
Gmeiner und der liebenswürdig gewinnende Leutnant Guſtel
des Heini Handſchumacher. Von den Nebenrollen gibt
Eugen Vogt, eine wie gewohnt ſtarke, faſt bis an die Grenze
gehende Grotesktype als Obereunuche, Kurt Theo Ritzhaupt
vertritt würdig eine chineſiſche Repräſentationsfigur der
Voll=
ſtändigkeit halber ſei Hans Magel als Vater Liſas, Kläre
Licht als ſeine Nichte, Martha Liebel als Tante Exzellenz
und Eduard Göbel in der Rolle eines hohen Militärs genannt.
Für die dekorative Bildhaftmachung der Vorgänge hat Elli
Büttner die richtige freundliche und gefällige Art, ebenſo wie
der Gaſtregiſſeur Sigurd Baller geſchickte Hand in der
Spiel=
leitung, Kapellmeiſter Hoeglauer zeigte bei manchmal etwas
hartem Blech doch leichte und beſchwingte Stabführung, Alice
Zickler hübſche Einfälle in den nicht ſehr zahlreichen
Tanz=
ſzenen. Es gab viel Beifall, Heiterkeit, Dacapos und zum Schluß
mancherlei, anſcheinend neuerdings in der Operette notwendiger
Gebrauch des Taſchentuchs. Sicher wird dieſe Operette, die aber
eigentlich keine mehr iſt, ſondern ein Dialogoperchen in leichter
gefälliger Form, wie die andern Lehärſchen Bühnenwerke ihren
Weg machen, ſicher auch bei uns. Man möchte es wünſchen.
K.
Kleines Haus. — Montag, den 2. Apxil.
Zum erſten Male:
Krach um Jolanthe.
(Die Metzelſuppe.)
Bauernkomödie von Auguſt Hinrichs.
Unſere Leſer und die verehrten Theaterbeſucher wiſſen
in=
zwiſchen, wer dieſe „Jolanthe” iſt, um die in einem kleinen
Dorf an der Waterkant ein Krach entſteht, der das ganze Dorf in
Atem hält, der faſt zu Landfriedensbruch ausartet und den
ſchnei=
digen Gendarm ſchier zur Verzweiflung bringt. Jolanthe iſt eine
— Dreizentnerſau, die dem Bauern Kriſchan gepfändet iſt wegen
rückſtändiger Steuern, die Kriſchan wohl bezahlen könnte, die
er aber nicht bezahlen will. Schuſter und Schneider, ja, den
be=
zahlt er, dafür macht ihm der Stiebel und Bux, dem Finanzamt
aber? — Niemals! — Von dem hat er ja nichts.
Und wie Kriſchan, ſo denken die Bauern alle. Sie halten
zuſammen und überbieten einander in liſtiger Schlauheit und
ge=
ſpielter Unſchuld, bis ſie alle miteinander hineingelegt und damit
aber vor ſchlimmer Strafe gerettet werden durch des ſchlauen
Kriſchan noch ſchlauere Tochter.
Mehr ſollte man des Inhalts der Komödie nicht verraten,
damit die nachkommenden Beſucher neben dem köſtlich geſunden
Lachen, das die Komödie auslöſt, auch des Kitzels der
Span=
nung nicht verluſtig gehen und des Ratens, wie der Konflikt
letztlich gelöſt wird. — Nur ſoviel noch: Jolanthe tritt
höchſtper=
ſönlich auf und benimmt ſich als Akteur geſittet und ſpielſicher,
gemeinſam mit noch einer ebenſo ſchweren zweiten Sau und zwei
appetitlichen Ferkelchen nebſt Schafen und Hühnern und dem
Hof=
hund. Einen richtigen kleinen Bauernhof zaubert die Regie Heinz
Stieda’s (die der ganzen Handlung einen wundervoll echten
bodenſtändigen Rahmen gibt) auf die Bühne. Es fehlt auch
Miſt=
haufen und Jauchepumpe nicht, nichts, was auf einen richtigen
Bauernhof gehört, und Elli Büttner half die Bühnenbilder
ge=
ſtalten mit einer Treffſicherheit, als ſei ſie hier aufgewachſen.
Wie ſich denn alle glänzend dem Rahmen einfügten.
Be=
wundernswert geradezu Luiſe Franke=Booch als Magd
Sofie. Eine köſtlich=derbe dummſchlaue Magd, allen Situationen
gewachſen. Und fabelhaft das Quartett der Bauern Kriſchan,
Bunjes, Borchers und Pieper, Paul Maletzki, Helmuth
Hinzelmann, Kurt Weſtermann und Hans
Aus=
felder, zu denen ſich als Clou des ganzen Enſembles Ludwig
Linkmann als Knecht Hinnerk geſellte. Dumm zum
Er=
barmen, aber ſo pfiffig und geriſſen, daß die Verzweiflung des
Gendarmen, der es immer „mal anders” verſuchte bei der
Ver=
nehmung der Erzgauner, verſtändlich ſchien. Hannsgeorg
Laubenthal verkörperte dieſen Gendarm ſchneidig und
ſub=
altern, pflichtbewußt und berufsſtolz, wie er wohl ſein mußte. —
Edith Wien iſt die bildhübſche, ſchlaue, unſchuldig=geriſſene
Tochter Anna des Bauern Kriſchan Lamken. Appetitlich, friſch,
derb und temperamentvoll. Man kann es dem Schulmeiſter des
Dorfes, den Erich Schudde ſehr gut charakteriſierte, ebenſo
nachfühlen, wie Gerd Bunjes, daß ſie ſich in dieſe Anna
ver=
liebten.
Auguſt Hinrichs, der Oldenburger Schreiner und
Roman=
dichter hat mit dieſer Jolanthe wirklich eine köſtliche
Bauern=
komödie geſchrieben. Eine Zeit= und Menſchencharakteriſtik von
meiſterhafter Treffſicherheit. Satire und Ironie, die die
Gren=
zen nicht überſchreiten, die den Nagel auf den Kopf treffen,
aber nie verletzen. Einer dieſer Bauern übertrifft den andern
an Schlauheit und Geriſſenheit, aber einig ſind alle, wenn’s
gegen — das Finanzamt geht. Die Komödie atmet
Schollen=
geruch aus, auch wenn die „Sauerei” nicht ſo realiſtiſch in Aktion
treten würde. Und es iſt ein ſo wundervoller Humor darin,
daß das Lachen als koſtbares Geſchenk auf die Zuhörer
über=
ſtrömt. — Jolanthe” dürfte eine lange Lebensdauer beſchieden
ſein,wenn ſie auch ſchon am Premieren=Abend — geſchlachtet
***
werden mußte.
Dienstag, 3. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 91
130 Saarvereine Gaſt im Reich.— Zu hoher Brandenburg=Sieg gegen Saar=Auswahlelf. — Erſte
lagen einiger Gaumeiſter. — Die Turf=Saiſon ging auf.
Die Zußball=Ergebniſſe.
Gauliga=Pflichtſpiele in Südweſtdeutſchland.
Gau Südweſt:
1. FC. Kaiſerslautern — Worm. Worms (2.) 2:1.
A.=O. Worms — SV. Wiesbaden (2) . . . . 3:1.
Geſellſchaftsſpiele
in Sunelenſcland.
Samstag:
VfR. Mannheim — ASV. Nürnberg 3:3;
FSV. Frankfurt — VfB. Leipzig 3:6; FV.
Tutt=
lingen — Germania Brötzingen 1:6; Kurheſſen
Kaſſel — Arminia Hannover 4:6; VfB.
Fried=
richshafen — Phönis Karlsruhe 5:2; FC. 08
Mannheim — VfL. Neckarau 0:6; SC. 03 Kaſſel
— Wacker Halle 4:3.
Sonntag:
Kickers Offenbach — Sppgg. Köln=Sülz 07 1:3;
SV. 98 Darmſtadt — VfB. Mühlburg 3:4; VfL.
Neckarau — VfB. Friedberg 4:1; Mainz 05 —
Sppgg. Kaſſel 1:2; VfB. Friedrichshafen —
Phönix Karlsruhe 2:7; Stuttgarter SC. —
Sppgg. Fürth 2:0; Sppgg. Konſtanz —
Ger=
mania Brötzingen 3:4; Boruſſia Fulda —
Schwa=
ben Augsburg 2:1.
Montag:
Städteſpiel Frankfurt — Hamburg 1:3; VfR.
Mannheim — VfB. Leipzig 2:1; Kickers
Aſchaf=
fenburg — VfB. Mühlburg 1:2; VfB.
Fried=
berg — Phönix Ludwigshafen 2:3; Pfalz
Lud=
wigshafen — VfL. Neckarau 1:3; FC. Singen
— Phönix Karlsruhe 2:7; FC. Rheinfelden —
Germania Brötzingen 2:2; Sportfreunde
Stutt=
gart — FSV. Mainz 05 4:2; 1. FC. Idar —
Sppgg. Köln=Sülz 3:3.
Süddeutſche Vereine auf Reiſen.
Samstag:
Berlin — Saargebiet 5:2 (0:0); Germania
Ilmenau — Sulzbach 05 Saarbrücken 2:2.
Sonntag:
Berliner Oſter=Turnier: Hertha
BSC. — Stuttgarter Kickers (1.) 3:2; Tennis
Boruſſia — AJK. Stockholm (1.) 1:2: Tennis
Boruſſia — Stuttgarter Kickers (2.) 0:0; Hertha
BSC. — AJK. Stockholm (2.) 1:1.
Sonntag:
Pruſſia=Saml. Königsberg — Bor
Neunkir=
chen 0:1; Polizei Chemnitz — FV. Saarbrücken
5:3; Werder Bremen — Bayern München 1:4;
Germ. 1910 Halberſtadt — 1. FC. Nürnberg 1:9;
Beuthen 09 — FC. Schweinfurt 05 0:3; Union
Herford — Sportfreunde Saarbrücken 2:4;
Han=
nover 97 — SC. Schaffhauſen (Saar) 1:0: SC.
Planitz — FV. Würzburg 0:3: Guts Muts
Dres=
den — 1860 München 4:0: SV. Milſpe 11 —
SV. Völklingen (Saar) 2:2.
Montag:
Rhenania Köln — Kickers Offenbach 3:1;
Hamburger Komb. — Bayern München 2:2;
Sppgg. Falkenſtein — Würzburg 04 1:1:
Dres=
dener SC. — FV. Saarbrücken 5:1; Sppgg.
Er=
furt — Schwaben Augsburg 0:5; Viktoria 96
Magdeburg — 1. FC. Nürnberg 0:6: Städteelf
Allenſtein — Bor. Neunkirchen 477; Bor. Rheine
— Sportfr. Saarbrücken 4:3; Hertha Breslau
— 05 Schweinfurt 0:2; SC. Erfurt — 1860
München 0:0: SV. Steinach 08 — Jahn
Regens=
burg 2:3; Weſtmark Trier — Union Böckingen
1:2: SuBC. Plauen — FC. Bayreuth 0:3;
Ar=
minig Hannover — Bor. Fulda 2:5.
Südweſtdeutſche Vereine im Ausland:
Oſterturnier in Lauſanne: VfB.
Stuttgart — FC. Lugano (1.) 0:0: FK. Teplitz
— Lauſanne Sport (1.) 3:2.
Union Luxemburg — Union Böckingen (1.)
0:3: SV. Diedenhofen — Eintracht Trier 1:1:
CAS. Orleans — Hanau 93 1:5 (1:0); AS.
Valenciennes — Viktoria Aſchaffenburg 0:5;
Amiens AC. — Union Krefeld 4:6.
Fußball im Reich.
Gau Oſtpreußen: BuEV. Danzig —
Sport=
vag 02 Breslau (1.) 0:0; Polizei SV. Danzig
— Sportvgg. 02 Breslau 277.
Gau Pommern: 31. März: Polizei Stettin
— Preußen Berlin 5:5; 1. April: Viktoria Stolp
— Preußen Stettin 2:1; Stettiner SC. —
Preu=
ßen Berlin 1:1.
Gau Schleſien: FV. 06 Breslau — Vorwärts
Breslau (1.) 2:0; Vorw. Raſenſp. Gleiwitz —
FC. Kattowitz (2.) 3:2.
Gau Sachſen: 31. März: Sportfr. Freiburg
— VfB. Pankow 3:4; 1. April: VfB. Glauchau
— VfB. Luckenwalde 0:2; Crimmitſchau 06 —
VfB. Pankow 1:1; TuB. Leipzig — Spielvgg.
Leipzig 3:2: Wacker — SV. 99 Leipzig 13:
Sportfr. Markranſtädt — VfL. Merſeburg 5:0;
2. März; Chemnitzer BC. — Blauweiß Berlin
4:4; VfB. Auerbach — VfB Pankow 4:1; Spfr.
Leipzig — Sportfr. Halle 4:2.
Gau Mitte: 31. März: Wacker Gera —
Blau=
weiß Berlin 1:1: 1. April: Fortuna Magdeburg
— Boruſſia Halle 0:3; Vikt. Zerbſt — SV. 98.
Halle 2:2: Viktoria Stendal — Berliner SV. 92
1:1; 2. April: Wacker Halle — FC. Plauen 3:0;
SV. 99 Merſeburg — Preußen Merſeburg 5:2:
Salzwedel 09 — Berliner SV. 92 1:8.
Gau Niederſachſen: VfB. Komet Bremen —
„VfB. Peine ſ2. 4.) 3:1
Gau Weſtfalen: 1. April: Höntrop — Pola
Eſch (Luxemburg) 5:2; Sppgg. Herten —
Mei=
dericher SV. 2:2: Germ. Bochum — VfR. Köln
2:3: Viktoria Recklinghauſen — Hannover 96
1:5: SC. Münſter 08 — Eimsbüttel Hamburg
2:3: 2. April: DSC. Hagen — Pola Eſch 5:1;
Union Recklinghauſen — Eimsbüttel Hamburg
53: Preußen Münſter — Hannover 96 3:1.
Gau Niederrhein (Meiſterſchaft): 1. April:
BV. Preußen Eſſen — TSV. Duisburg 99 3:0:
2. April: Fort. Düſſeldorf — SV. Hamborn 07
3:1; VfL. Benrath — FV. 08 Duisburg 3:0.
Gau Mittelrhein: 1. April: Mühlheimer SV.
— Alemannia Aachen 5:4; Kölner SC. 99 —
Kölner BC. 0:0.
Das Oſterprogramm der Fußballer
unter=
ſchied ſich deutlich von dem der vergangenen
Jahre. Wenn auch die Zahl der ausgetragenen
Spiele ungefähr die übliche war, ſo überraſchte
doch die wieder eingetretene Reiſeluſt der
Ver=
eine. Namentlich die Vereine aus dem Süden,
und hier in erſter Linie die bayeriſchen Klubs,
hatten Reiſen ins weite deutſche Reich
unter=
nommen. Eine ganz beſondere Stellung
neh=
men bei dieſen Reiſen die Spiele der
Saar=
mannſchaften im Reich ein, von denen an den
beiden Oſtertagen über hundert ausgetragen
wurden. Meiſterſchaftsſpiele gab es nur in den
Gauen Südweſt und Mittelrhein und von
wei=
teren beſonderen Ereigniſſen iſt das zweite
Städteſpiel Frankfurt—Hamburg zu erwähnen.
Der letzte Gaumeiſter wurde im
Gau Niederrhein ermittelt, er heißt:
VfL. Benrath. Die Benrather ſchlugen den
FV. Duisburg 08 mit 3:0, während der deutſche
Meiſter Fortung Düſſeldorf über Hamborn 07
mit 3:1 gewann. Auf Grund des beſſeren
Tor=
verhältniſſes wurde der VfL. Benrath zum
Meiſter erklärt.
Im Gau Südweſt gab es zwei
Meiſter=
ſchaftsſpiele, die mit Siegen der Platzvereine
endeten. Alemannia=Olympia Worms, die
be=
reits dem Abſtieg verfallen iſt, brachte dem
SV. Wiesbaden eine überraſchende Niederlage
mit 3:1 (2:0) bei, während der FC.
Kaiſers=
lautern über Wormatia Worms mit 2:1 (2:1)
gewann. Der SV. Wiesbaden iſt durch ſeine
Niederlage in Worms in Abſtiegsgefahr
ge=
raten.
Im Städteſpiel Frankfurt—
Ham=
burg gab es einen erneuten Sieg der
Ham=
burger. Vor 10 000 Zuſchauern ſiegten die
Ver=
treter der Hanſeſtadt in Frankfurt mit 3:1
(1:1). Der Sieg war nur auf Grund der
grö=
ßeren Durchſchlagskraft verdient. Nach dem
Spielverlauf hätte Frankfurt das Treffen
ge=
winnen können und müſſen.
Bei den Freundſchaftsſpielen
der Feiertage verfolgte man beſonders das
Ab=
ſchneiden der neuen Gaumeiſter mit großem
Intereſſe. Der Meiſter vom Gau Südweſt,
Kickers Offenbach, konnte nicht
überzeu=
gen. Am Sonntag verlor er zu Hauſe gegen
Köln=Sülz mit 1:3 und mit dem gleichen
Er=
gebnis wurde er auch in Köln von der
abſtei=
genden Rhenania geſchlagen; allerdings hatten
die Offenbacher, den zum Städteſpiel
Frank=
furt-Hamburg abgeſtellten Stürmer Grebe
er=
ſetzt. Union Böckingen ſiegte in Luxemburg 3:0
und in Trier über Weſtmark 2:1. Der
baye=
riſche Meiſter 1. FC. Nürnberg landete zwei
glatte Siege in Mitteldeutſchland mit 9:1 über
Germania Halberſtadt und 6:0 über Viktoria 96
Magdeburg. Der Niederſachſen=Meiſter Werder
Bremen unterlag den Münchener Bayern” mit
1:4, Beuthen 09 verlor gegen Schweinfurt 0:3
und der Dresdener Sportklub, ſchlug den FV.
Saarbrücken mit 5:1. Beim Berliner
Oſtertur=
nier waren, die Stuttgarter Kickers zu Gaſt.
Nach einer 2:3=Niederlage gegen Hertha=BSC.
ſpielten ſie gegen Tennisboruſſia 0:0. Einen
ſchönen Erfolg errang der VfB. Stuttgart, der
beim Turnier in Lauſanne im Endſpiel gegen
den FC. Lugano 0:0 ſpielte und dann durch
Losentſcheid Trunierſieger wurde.
Saarkundgebung in Berlin.
Berliner Auswahl ſchlägt Saarelf
F2 ſa.0e
Berlin ſteht an den Feſttagen im Zeichen
des Beſuches zahlreicher Saarländer. Das
ſportliche Ereignis im Rahmen dieſer
Saar=
kundgebungen war der am Samstag vor
zahl=
reichen Zuſchauern ausgetragene Fußballkampf
zwiſchen einer Berliner Auswahl und einer
Saar=Mannſchaft. Vor dem Spiel begrüßte
Direktor Vogel=Berlin, der Führer des Bundes
der Saarvereine, die Gäſte. Seine Rede ſchloß
mit dem begeiſtert aufgenommenen Satz: „Die
Saar gehört zum Reich wie das
Reich zur Saar!” In der Paufe dankte
Kreisführer Hempel=Saarbrücken für den ſchönen
Empfang; er verſicherte, daß die Saarländer
treu zum Reich und zu ſeinem Führer ſtänden.
Im Fußballtreffen zeigten die Saarländer
gutes Zuſammenſpiel, ſie mußten ſich aber der
reiferen Technik der Berliner beugen.
Aller=
dings iſt der Sieg der Reichshauptſtädter zu
hoch ausgefallen, das Ergebnis wird den
Lei=
ſtungen der Gäſte nicht gerecht. Die
Saar=
länder ſcheiterten auch daran, daß Berlins
Tormann Riehl und ſeine beiden Verteidiger
in ausgezeichneter Verfaſſung waren. Die
erſte Halbzeit war eine Spielzeit der verpaßten
Gelegenheiten. Nach der Pauſe ging Berlin
durch den für Simon eingetretenen Hallex mit
zwei Toren in Führung. Die Saarländer
ver=
beſſerten durch einen von Conen getretenen
Freiſtoß auf 2:1. Berlin verwandelte dann
einen Elfmeter durch Heinrich zum 3:1, aber
Conen verbeſſerte mit dem ſchönſten Tore
des Tages wieder auf 3:2. Im Reſt des
Spieles gab es dann noch zwei Berliner
Treffer durch Franke und Käſtner.
Im Gau Südweſt wurden am zweiten
Oſter=
tage zwei Punktekämpfe nachgeholt, die für die
Geſtaltung des Tabellenendes von beſonderer
Wichtigkeit waren. Durch eine ganz
unerwar=
tete Niederlage, die ſich der Sportverein
Wies=
baden mit 3:1 (2:0) bei A.O. Worms holte, hat
ſich die Situation für die Kurſtädter weſentlich
verſchlechtert. Nächſt Mainz 05 und
Sport=
freunde Saarbrücken ſchwebt jetzt Wiesbaden
am ſtärkſten, in der Abſtiegsgefahr. Der FC.
Kaiſerslautern ſicherte ſich durch ſeinen 2:1=Sieg
über Wormatia Worms nnu endgültig die
Zu=
gehörigkeit zur erſten Klaſſe. Den reſtlichen
Spielen, die noch bis zum 22. April dauern,
wird man mit beſonderer Spannung
entgegen=
ſehen müſſen.
Die Tabelle nach dem 2. April:
Pkte.
Spiele Tore
Kickers Offenbach
FK. Pirmaſens
Wormatia Worms
Eintracht Frankft. a. M.
Bor. Neunkirchen
FC. Kaiſerslautern
Phönix Ludwigshafen
FSV. Frankfurt.
FSV. Mainz 05
SV. Wiesbaden
Spfr. Saarbrücken
Alem.=Olympia Worms
Der Deutſche Fußball=Bund hat jetzt die
Termine für die Runden der Gaumeiſter, die
Vorentſcheidungen für den Kampf um die erſte
deutſche Fußballmeiſterſchaft im neuen
Deutſch=
land, feſtgelegt. Die Rundenſpiele beginnen am
8. April und dauern bis einſchließlich 13. Mai.
In jeder Gruppe ſind vier Mannſchaften
ein=
geteilt, die in Vor= und Rückrunde miteinander
ſpielen, ſo daß pro Gruppe ſechs Spieltage
be=
nötigt werden.
Die Terminliſte hat folgendes Ausſehen:
Gruppe Oſt:
(Leitung: Gruppenſportwart Birlen=Berlin.)
8. April: Vikt. Stolp Vikt. 89 Berlin.
Beuthen 09 — Preuß. Danzig.
15. April: Vikt. 89 Berlin — Vikt. Stolp.
Preuß. Danzig — Beuthen 09.
22. April: Beuthen 09 — Viktoria 89 Berlin.
Vikt. Stolp — Preuß. Danzig.
29. April: Viktoria 89 Berlin — Beuthen 09.
Preuß. Danzig — Vikt. Stolp.
6. Mai: Preußen Danzig — Vikt. 89 Berlin.
Viktoria Stolp — Beuthen 09,
13. Mai: Vikt. 89 Berlin — Preuß. Danzig.
Beuthen 09 — Viktoria Stolp.
Gruppe Nordweſt:
(Leitung: Gruppenſportwart Rave=Hamburg.)
8. April: Werder Bremen — FC. Schalke 04.
TSV. Eimsbüttel — VfL. Benrath.
15. April: FC. Schalke 04 — TSV. Eimsbüttel.
Werder Bremen — VfL. Benrath.
22. April: FC. Schalke 04 — VfL. Benrath.
TSV. Eimsbtl. — Werder Bremen,
29. April: VfL. Benrath — Werder Bremen.
TSV. Eimsbüttel — FC. Schalke 04.
6. Mai: VfL. Benrath — TSV. Eimsbüttel.
FC. Schalke 04 — Werder Bremen.
13. Mai: VfL. Benrath — FC. Schalke 04.
Werder Bremen — TSV. Eimsbtl.
Gruppe Südweſt:
(Leitung: Knehe=Duisburg.)
8. April: SV. Waldhof — Mülheimer SV.
Kick. Offenbach — Union Böckingen.
15. April: Union Böckingen — SV. Waldhof
(in Stuttgart),
Mülheimer SV. — Kick. Offenbach.
22. April: Mülheimer SV. — Union Böckingen.
Kickers Offenbach — SV. Waldhof
(in Frankfurt).
29. April: Union Böckingen — Mülheimer SV.
(in Heilbronn).
Kickers Offenbach,
SV. Waldhof —
6. Mai: Mülheimer SV. — SV. Waldhof.
Union Böckingen — Kick. Offenbach
(in Stuttgart).
13. Mai: SV. Waldhof — Union Böckingen,
Kickers Offenbach — Mülheimer SV.
(in Frankfurt),
Gruppe Mitte:
(Leitung: Dr. Haggenmiller=Nürnberg.)
8. April: Boruſſia Fulda — Dresdener SC.
(in Kaſſel).
Wacker Halle — 1. FC. Nürnberg
(in Magdeburg).
15. April: Dresdener SC. — Wacker Halle.
Voruſſia Fulda — 1. FC. Nürnberg
(in Fulda).
22. April: 1. FC. Nürnberg — Dresdener SC.
Wacker Halle — Boruſſia Fulda.
29. April: 1. FC. Nürnberg — Wacker Halle
(in Fürth).
Dresdener SC. — Boruſſia Fulda.
6. Mai; Wacker Halle — Dresdener SC.
1. FC. Nürnberg — Boruſſia Fulda.
13. Mai: Dresdener SC. — 1. FC. Nürnberg
(in Leipzig).
Boruſſia Fulda — Wacker Halle.
Nr. 91
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 3. April 1934
Sadtddbto ar Tagſteſtodei
Snnt-Hafoaget ſiegen m Barmſtäen.
Anion Darmſtadt-
Sportfr. Rehlingen 1:4 10:1).
Am Oſtermontag war auch der Sportplatz des
FC. Union Darmſtadt der Schauplatz einer
ein=
drucksvollen Saar=Kundgebung. Aus Anlaß der
Anweſenheit der Sportfreunde Rehlingen hatte
Beſſungen reichen Flaggenſchmuck angelegt, und
unter dem ſchönen Frühlingshimmel wies die
„Rennbahn” einen ſehr guten Beſuch auf.
Unter Vorantritt des Muſikkorps der Heſſ.
Landespolizei zogen die Gäſte, begleitet von
Ehrengäſten, den Aktiven und der Jugend der
Union auf das Spielſeld, wo eine
eindrucksvolle Saar=Kundgebung
ſtattfand.
Nach der herzlichen Begrüßung der
Sport=
kameraden von der Saar durch den
ſtellvertre=
tenden Vereinsführer der Union Hinze, der
auch der anweſenden Ehrengäſte aus der NS.=
DAP., der Vertreter der hieſigen Vereine und
der Sportbehörden dankbar gedachte,
über=
mittelte Dr. Weil die Grüße der Kreisleitung
der NSDAP., ſprach im Namen aller
Volks=
genoſſen, als er den Gäſten verſicherte, daß
Deutſchland täglich ihrer gedenke und einig ſei
in der Hoffnung, daß die 1919 willkürlich
ge=
zogene Grenze recht bald verſchwinden werde.
Dann werde die deutſche Saar wieder eins ſein
mit dem neuen deutſchen Vaterlande unter der
Führung Adolf Hitlers.
Für die Ortsgruppe Beſſungen der NSDAP.
ſprach hierauf Stud.=Referendar Marquardt.
Nach einem Rückblick auf die 14 Jahre Kampf
der nationalſozialiſtiſchen Bewegung umriß er
die großen Erfolge der Regierung Adolf Hitler
in dem erſten Jahre ſeit der Machtergreifung.
Er bat die Gäſte, das, was ſie geſehen und
er=
lebt, den Brüdern und Schweſtern zu Hauſe zu
ſagen, und ſie aufzufordern, in ihrem Kampfe
gegen Verſailles ebenſo hart, unerbittlich und
kompromißlos zu kämpfen bis zum Endſieg, wie
die nationalſozialiſtiſche Bewegung gegen die
marxiſtiſchen Machthaber. Er ſchloß mit
Schil=
lers Schwur: „Wir wollen frei ſein,
wie die Väter waren
In das dreifache Sieg=Heil auf das deutſche
Vaterland, die deutſche Saar und den Führer
ſtimmten die Anweſenden begeiſtert ein. Und
nach dem Lied der Deutſchen ſtimmten die Gäſte
frei ein: „Die Fahne hoch, die Reihen
feſt geſchloſſen!“
Der Vereinsführer der Sportfreunde
Rehlin=
gen, Klein, dankte in impulſiv herzlichen
Worten für den Empfang in Darmſtadt. Er
freue ſich, einmal wieder, ohne Schikane und
Terror fürchten zu müſſen, aus deutſchem
Her=
zen ſprechen zu können. Was er und ſeine
Ka=
meraden in den wenigen Tagen erlebt hätten,
erfülle ihre Herzen mit Freude und
Dankbar=
keit. Die Deutſchen an der Saar wollten kein
Staviſky=Frankreich, ſie wollen — rief er unter
dem Beifall der Zuſchauermaſſen — heim zum
Hitler=Deutſchland. Sein Sieg=Heil galt
Deutſch=
land, ſeinem greiſen Präſidenten, dem Führer
des neuen Reiches, Adolf Hitler, und der ſchönen
Heimat. Machtvoll erſcholl es: „O Deutſchland
hoch in Ehren” und . . . „Haltet aus im
Sturmgebraus!”
Daß man in Rehlingen, das nur 3000
Ein=
wohner zählt, einen
ſehr anftändigen Zußball ſpielt.
zeigte das dann folgende Treffen. Wer dachte,
daß ſich die Gäſte wie am Oſterſonntag in
Egels=
bach — wo ſie 0:8 unterlagen — etwa
über=
raſchen laſſen würden, wurde rieſig enttäuſcht.
Trotz der mancherlei Anſtrengungen ihrer Reiſe
zeigte die Elf ein ſchnelles und eifriges,
verſtän=
diges Spiel. Namentlich in der erſten Hälfte
war ſie im genauen Zuſpiel den einheimiſchen
Rothoſen überlegen, hielt den Ball ſtets flach
am Boden, und nur im Sturm ließ man den
kräftigen Schuß vermiſſen. Aber auch das wurde
bald anders, ſo daß die Union=Deckung Arbeit
bekam. Unions Sturm ſelbſt wußte nicht, ſich
gegen die präzis zerſtörende Verteidigung der
Gäſte durchzuſetzen. Zudem ſtand zwiſchen den
Pfoſten ein Hüter, der gefährliche Situationen
hervorragend klärte. In der zweiten Hälfte
wurde das Spiel verteilter, und einige Zeit
drückten die Beſſungen ſogar etwas. In dieſer
Drangperiode fiel auch ihr Ehrentreffer durch
Darmſtädter, der in den Sturm gegangen war.
Beide Mannſchaften
erſchienen in der angekündigten Aufſtellung.
Nach der gegenſeitigen Ueberreichung von
An=
gebinden gab Schulz=Ober=Ramſtadt das Leder
frei, und es entwickelte ſich ein zunächſt ruhiges
Spiel. Nach der 7. Minute erzielen die Gäſte
drei Ecken, die jedoch, zum Teil unter
Mitwir=
kung des ſtarken Windes, unverwertet bleiben.
Mehrfach entſtehen durch den ſchnellen Gäſte=
Rechtsaußen gefährliche Situationen vor dem
Union=Tor. Schwarz iſt etwas nervös, aber die
Schüſſe der Gäſteſtürmer kommen jetzt noch
ziem=
lich harmlos, wenn überhaupt. Die vierte Gäſte=
Ecke wird ins Feld befördert, doch beim nächſten
Gäſteangriff, in der 15. Minute,
geht Rehlingen durch Hand=Elfmeter
in Führung.
Steffenski hatte den Ball wuchtig hoch unter die
Latte getreten.
Union findet ſich dann beſſer, auch der Sturm
wirkt geſchloſſener und Bellbach empfängt die
erſten Torſchüſſe. Bis Halbzeit verbeſſert der
Union=Sturm das Eckenverhältnis auf 4:4, doch
iſt die Gäſte=Abwehr bei Eckbällen ſehr geſchickt
geſtaffelt; ein Kopfball Donys geht knapp ins
Aus.
Nach der Pauſe
wird das Treffen ſpannend und ausgeglichener.
Beide Parteien haben gleichviel vom Spiel.
Union hat zweimal Pech mit Torſchüſſen; auch
2 weitere Eckbälle bleiben ohne Gefährlichkeit.
Die Gäſte dagegen ſind erfolgreicher. Als
Braun kurz und ſcharf aufs Tor flankt, will
Schwarz mit dem Fuß abwehren, verfehlt jedoch
den Ball, der zum
0:2 die Torlinie überſchreitet.
Die 7. Union=Ecke ſprang von einem Gäſte=Haupt
ins Feld, und vor dem eigenen Tor klärt dann
Schwarz in mutigem Sprung.
Wenige Minuten ſpäter iſt Schwarz einer
Flanke entgegengeſtürzt, doch Burger iſt vorher
am Leder, ſchießt aufs Tor, wo zwei Mann
ab=
wehren, doch Johannes findet ein Loch in der
Union=Mauer und die
Partie ſteht 0:3.
Union wird nun gefährlich; Darmſtädter
ver=
ſtärkt den Sturm und Drang, aber die Gäſte=
Abwehr, vor allem Steffenski und Broſette
gegen den beſſeren rechten Union=Flügel halten
dicht. Die Gäſte erzielen dann durch Galleli,
der eine ſchöne Vorlage Brauns aufnimmt, ſogar
einen 0:4=Stand.
Doch ein harter Schuß von Darmſtädter, den
Bollball ohne den ſtarken Wind berechnet hatte,
führt zum
Ehrentreffer der Union.
Die Gäſte laſſen im Sturm nun etwas nach, die
Anſtrengungen der Reiſe und das Tempo des
Spieles machen, ſich wohl bemerkbar. Union
fabriziert noch drei Ecken, die Gäſte „begnügen”
ſich mit einer, aber keine der vier Situationen
endet mit einem Treffer.
Der lebhafte Beifall der Zuſchauer bekundete
die Freude über ein ſchönes Spiel, das Schulz=
Ober=Ramſtadt als guten Schiedsrichter walten
ſah.
In dem vorher ausgetragenen Jugend=Treffen
unterlagen die „Jonier” gegen Mannheim=
Friedrichsfeld 2:7. — Die Schüler Unions
trenn=
ten ſich von denen des SV. 98 mit einem 1:1.
Da Stadt=SV. Frankfurt abgeſagt hatte,
mußte das Handballſpiel gegen TSG. 46
aus=
fallen.
Ein Deutſcher Abend hielt am Abend Gäſte
und Gaſtgeber in der Beſſunger Turnhalle bei
beſter Laune und dürfte den Brüdern von der
Saar gezeigt haben, welcher Geiſt der echten
Volksverbundenheit ihrer nach der Rückkehr ins
Neue Reich wartet.
Z0. Huuridendgen in Prangniudt.
Germania Pfungſtadt — FC.
Saar=
wellingen 5:1 (0:0).
Einen würdigen Empfang bereitete
Pfung=
ſtadts Bevölkerung ihren Brüdern von der
Saar. Reichen Flaggenſchmuck trugen die
Straßen, als die Gäſte am Samstag abend
feierlichſt empfangen wurden. Hierzu hatte die
SA. einen Muſikzug und einen Sturm geſtellt
zum Geleit nach dem Vereinslokal, wo man
einige frohe Stunden verlebte. Eine
Rund=
fahrt mit dem Autobus am Sonntag morgen
an die Stätten des Aufbauwillens. Von dieſer
Fahrt trafen die Gäſte pünktlich zur
Kund=
gebung am Rathaus ein. Begrüßungsworte
durch den politiſchen Leiter Gräff und
Bürger=
meiſter Steinmetz wurden mit dem Sprecher
der Gäſte gewechſelt, der betonte: „Heute iſt
unſer Dank nur Worte. Im nächſten Jahre
aber, bei der Abſtimmung, wird die Tat
folgen! Brauſender Beifall bejubelte das
Treuegelöbnis der Brüder von der Saar.
Die ſporkliche Veranſtaltung
auf dem Germaniaplah.
Handball: Germania Pfungſtadt — Tv.
Pfung=
ſtadt 9:3 (4:1).
Nahezu 1000 Zuſchauer umſäumten das
Feld. Gemeſſen an den Leiſtungen der Turner=
Handballer vom Vorſonntag gegen Merck hätte
niemand geahnt, daß ihre Niederlage noch viel
deutlicher ausfallen würde, als in den zwei
Pflichtſpielen. Mit Rückſicht darauf, daß die
Turner zwei auf Urlaub weilende frühere
Spieler einſtellten, kann von einer etatsmäßigen
Elf nicht geſprochen werden. Immerhin waren
auf dieſer Elf berechtigte Hoffnungen geſetzt, die
durch Unglückfall zuſchanden wurden. Bereits
nach einer Viertelſtunde ſtürzte der Verteidiger
Wenner unglücklich, ſo daß er endgültig
aus=
ſchied. Bis hierher hatte Germania durch zwei
Strafwürfe von Crößmann und Meyerhöfer
mit 2:1 geführt. Das Feldtor der Turner hatte
Frankenberger geſchoſſen. Die Verletzung
Wen=
ners brachte Unruhe in die Turnerabwehr.
Kurz nacheinander fielen zwei Tore für
Ger=
mania zum 4:1 (Strafwurf Meyerhöfer und
Feldtor Hurhorn), Bis zur Pauſe hielten
dann die Gäſte ihr Tor rein bei überragender
Leiſtung des Hüters Grünig.
Nach dem Wechſel flackerte der
Kampf=
geiſt der Turner auf. Germanias Hüter hatte
ziemlich zu tun. Doch waren die Bälle alle
ſchwach oder auf den Mann geworfen und
da=
her ungefährlich. In der 13. Min. begann der
Torreigen für die zweite Hälfte. Vier
Feld=
tore durch Crößmann, Meherhöfer und Stein
(2), noch ein Strafwurf durch Bernhard. Zwei
Feldtöre der Turner durch Frankenberger und
Böttiger. Mit Recht muß man ſich fragen, ob
es richtig war, daß die Turner bei dem koloſſal
flinken Germaniaſturm nur mit vier Mann
verteidigten und den Sturm vollbeſetzt ließen,
obwohl deſſen unproduktives Spiel immer gezeigten Leiſtungen in Ordnung.
klarer zu Tage trat?
Kritik.
Ueberzeugen konnte nur die Platzelf in
keine zu große Probe geſtellt. Dagegen mußte
ſich der Sturm voll entfalten, um die Turner
zu bezwingen. Die Turner hatten im waltig. Der Beſuch beider Spiele war gut auch
Sturm den ſchwächſten Mannſchaftsteil. Ein
ungeheures Penſum hatte die Abwehr zu
er=
ledigen. Vom Publikum ſtark mißbilligt wurde Mit dankbarem Herzen für die
Gaſtfreund=
noch ſo zähe wie ehedem. Eine Klaſſe für ſich
ſpielte Grünig im Tor. Er verhinderte eine
zweiſtellige Niederlage. Nau=Büttelborn
regel=
ſicher und einwandfrei.
Der anſchließende Fußballkampf
bot in der erſten Hälfte wenig reizvolles mit
ſeinem 0:0. Den techniſchen Vorteil der
Platz=
elf glichen die Saargäſte durch Eifer und
Schnelligkeit aus, wobei ihr linker Läufer oft
angenehm auffiel. Bald nach der Pauſe
änderte ſich aber die Lage und man konnte es
den Gäſten nachfühlen, daß ihre
Widerſtands=
kraft mit Rückſicht auf die Reiſe=Strapazen
nachlaſſen mußte. Den erſten Treffer
ver=
wandelte Voß auf Vorlage von Speckhardt.
Dann ſchoß Greifenſtein ſcharf aufs Tor. Im
Fallen lenkte der Gäſtehüter an den Pfoſten
und ins Tor. Jetzt war der Bann gebrochen.
Einen Schuß von Voß konnte der Hüter
aber=
mals nicht mehr erwiſchen und es hieß 3:0.
Dann mußte Darmſtädter einen unheimlich
ſcharf getretenen Strafſtoß (Hände) halten.
Das 4. Tor verwandelte Greifenſtein im
Nach=
ſchuß. Jetzt fiel, als Nickel zu ſpät angegriffen
hatte, das Ehrentor der Gäſte unhaltbar für
Darmſtädter. Voß ſtellte das Endergebnis her.
Speckhardt hatte noch eine Chance durch leeres
Tor, doch er traf weit daneben.
Kritik: Für die Platzelf geht der
Sieg vollkommen in Ordnung, auch in der
Höhe. Es überragten Nickel und Schmidt.
Darmſtädters Abſchläge gingen oft zu des
Gegners Abwehr, ſo daß er ſpäter ſeinen
Stürmern den Ball zuwarf. Trotz ſeiner
beiden Treffer war Voß etwas langſam. Die
das Tempo ihren Widerſtand brach. Der reine
Abſchlag des Hüters fiel auf. Der Sturm
war auf Vorlage und Nachſetzen eingeſtellt,
und man kann ſich denken, daß er bei
ſchwäche=
ren Verteidigern als Nickel und Haſſenzahl
damit Erfolg hat. Schwach war er dagegen
im Aufnehmen der Bälle, die er ſtets
rück=
wärts ſtoppte, anſtatt vorwärts zum nächſten
Spieler zu lenken.
Ohne jeglichen Zwiſchenfall verlief das
Spiel hochanſtändig. Hillgärtner=SV. 98 leitete
unauffällig und ſicher. Nur dreimal brauchte
er einzugreifen.
Ingoberkia Sl. Ingberk in Griesheim.
Bikkorig Grieshein-
Ingoberkig Sk. Ingbert 2:1 (0:1).
Der erſte Oſterfeiertag ſtand in Griesheim
ganz im Zeichen der machtvollen
Saarkund=
gebung, die anläßlich der dort gaſtierenden
Fuß=
baller aus St. Ingbert unter Beteiligung der
geſamten Einwohnerſchaft überaus feierlich
be=
gangen wurde. Straßen und Häuſer machten
in ihrem zahlreichen Flaggenſchmuck einen
äußerſt feſtlichen Eindruck.
Die Begrüßung der Saargäſte!
Die Gäſte wurden vom Darmſtädter
Haupt=
bahnhof mit Autobus abgeholt und bis an den
Ortseingang gebracht, wo bereits der SA.=
Re=
ſerveſturm, Geſangverein „Liedertafel”, und
Sportklub Viktoria mit Fahnen Spalier
ſtan=
den. Nach einem kurzen Willkommgruß des
Viktoria=Führers Herrn Fiedler und dem
Sängergruß der Liedertafel, formierte ſich der
Zug, mit dem SA.=Muſikzug an der Spitze. Im
Schulhof fand anſchließend die eigentliche
Be=
grüßung ſtatt. Vereinsführer Fiedler hieß die
Gäſte im Namen der geſamten Einwohnerſchaft
willkommen, und brachte in bewegten Worten
die Verbundenheit des neuen Deutſchland mit
der Saar zum Ausdruck. Nach dem Geſang der
Liedertafel „Deutſchland, dir mein Vaterland”
ſprach der Reiſebegleiter der Gäſte
Dankes=
worte für die liebevolle Aufnahme, wobei er
verſicherte, daß dies alles ein Ereignis für ſie
ſei, das wohl nie vergeſſen werden könnte. Mit
dem Abſingen des Horſt=Weſſel=Liedes erreichte
die Begrüßung ihr Ende.
Auf dem Sportplatz!
Nachmittags marſchierten die Sportler mit
Muſik nach dem Viktoriaplatz, wo als erſtes
Spiel die Begegnung der Handballer
Viktoria Griesheim — Germania
94 Frankfurt 7:3 (4:0) ſtattfand. Die
Griesheimer waren ihrem Gegner ſo ziemlich
in allem überlegen und gewannen das Spiel
nach einem fairen Verlauf verdient.
Anſchlie=
ßend, daran betraten die Fußballer
Viktoria Griesheim — Ingobertia
Ingbert den Raſen. Vor dem Spiel ſprachen
die Herren Fiedler (Viktoria), Dr.
Grüne=
wald (DSB.) und Bürgermeiſter
Feld=
mann in markanten Worten zu den Gäſten,
alle einig in der Loſung: „Deutſch die Saar —
immerdar.” Zirka 1000 Zuſchauer beſchloſſen
dieſen Weiheakt mit dem Deutſchland= und
Horſt=Weſſel=Lied.
Das Spiel ſelbſt bot ſehr gute Leiſtungen
auf beiden Seiten. Die recht ſchnellen
Saar=
leute machen den aufgeweckt ſpielenden
Vikto=
rianern das Siegen nicht leicht. Bis zur Pauſe
gelang ihnen ſogar eine 1:0=Führung, die ſich
aber bis zum Schlußpfiff des gut und ſicher
leitenden Schiedsrichters Knopf=Darmſtadt in
einen knappen Sieg der Griesheimer
umwan=
delte.
Eine große Saar=Kundgebung
fand abends in drei feſtlich dekorierten Sälen
ſtatt und wurde von der Ortsgruppe der NS=
DAP. unter überaus zahlreicher Beteiligung
der Einwohner durchgeführt. Die Kundgebung
war für jeden Anweſenden ein
bedeutungsvol=
les Ereignis und zeigte den Gäſten von der
Saar, daß auch die Griesheimer Gemeinde
ganz bei der Sache iſt, wenn es gilt, die Saar
unſerem neuen Deutſchland wieder zuzuführen.
ebal
Sypgg. 04 Arheilgen
Spogg. 1910 Merzig 6:1.
Die Gäſte aus dem Saargebiet haben ein
gutes Spiel vorgeführt und waren in allen
Reihen gut beſetzt. Man merkte ihnen aber die
Ermüdung durch das vortägige Spiel in
Lam=
pertheim und auch die Anſtrengungen des
Kom=
merſes vom vorigen Abend an. Arheilgen ſtellte
ſich beſtens vor; das Ergebnis geht nach den
Vorher ſpielten die erſten
Handball=
mannſchaften der SVg. 04 Arheilgen
— D. T. Arheilgen. Man trennte ſich 1:4
ihrer Geſamt=Leiſtung. Die Abwehr war auf zugunſten der Turner, die in ihrer Beſetzung
beſſer als die Gaſtgeber waren. Beſonders im
Sturm der Platzherren hapert es zurzeit
ge=
die Leiſtungen der Spielleiter befriedigten voll
und ganz.
die Spielweiſe des Mittelläufers. Gräff heute ſchaften traten die Saarbrüder die Heimreiſe an.
Die Oſter=Treffen im Ried.
Alympig Lamperkheim -Sppgg. Merzig
4:4 (2:0).
Die erſte Ueberraſchung gab es am 1.
Oſter=
feiertag in Lampertheim, wo die ſehr
ſpielſtar=
ken und techniſch guten Merziger gaſtierten.
Allerdings lag Lampertheim 2:0 in Führung.
aber nach dem Wechſel zeigten ſich die Gäſte in
geradezu beſtechender Form, holten nicht allein
auf, ſondern gingen ſogar ihrerſeits bis kurz
vor dem Schlußpfiff 4:3 in Führung. Als der
bekannte Mittelläufer Baier der
Lamperthei=
mer in den Sturm ging, konnten die Südheſſen
durch einen ſchönen Schuß dieſes alten Kämpen:
wenigſtens den Ausgleich erzielen. Den
Saar=
gäſten gefiel es in Lampertheim ausgezeichnet.
Am 1. Oſterfeiertag konnte
VfR. Bürſtadt in Schwetzingen einen
ſchönen 3:1=Sieg erringen.
Vor der Pauſe gingen die Bürſtädter durch
Emich und Krapp in Führung. Nach der Pauſe
holten die Schwetzinger durch ihren Halblinken
ein Tor auf, aber Kleber ſtellte die alte
Tor=
differenz durch einen wuchtigen Schuß wieder
her. Die Bürſtädter, die zum erſten Male mit
Gebhardt im Tor antraten, konnten in jeder
Hinſicht überzeugen.
Am 2. Oſterfeiertag konnte
Bensheim gegen St. Ingbert einen 5:3=
Sieg landen.
Auch hier war die Saarkundgebung, wie bei
all dieſen Spielen, ſehr imponierend. Das Spiel
Gäſte überzeugten in der Abwehr, bis ſpäter zog ſehr viele Zuſchauer an, die mit dem
Spiel=
verlauf zufrieden waren. Beide Mannſchaften
ſchlugen ſich aufopferungsvoll und ſehr fair.
Das Endergebnis iſt gerecht.
In Bürſtadt kamen die Saargäſte aus
Hüt=
lingen zu einem 1:0=Sieg (0:1),
der vollſtändig in Ordnung geht. Obwohl die
Bürſtädter, die allerdings auf ihren
Mittel=
läufer Schmidt verzichten mußten, ſich von der
beſten Seite zeigten waren die Gäſte faſt
dauernd tonangebend, und hatten in ihrem
prachtvollen Mittelläufer den beſten Mann der
22 auf dem Felde. Hütlingen ſpielte übrigens
tags zuvor in Neu=Iſenburg 2:2 und beſtätigt
ſchon damit ſeine ſehr gute Form. Es iſt ein
Bezirksklaſſenverein des Saargebietes, der bei
uns vielleicht eine führende Rolle ſpielen
könnte, aber trotzdem dort mit dem drittletzten
Tabellenplatz vorlieb nehmen muß. Auch in
Bürſtadt gefiel den Saargäſten die Aufnahme
ſehr gut; ſie waren von den gebotenen
Leiſtun=
gen der Riedleute überraſcht.
Biblis ſpielte gegen Bobſtadt 3:2 und
Gerns=
heim gegen Sandhofen komb. 4:3. H. H.
Die Hockey=Ergebniſſe.
TV. Wenigenjena — Offenbacher RV. 1874
2:0. TV. Wenigenjena — TV. 57 Sachſenhauſen
2:2. Eintracht Hannover — Offenbacher RV.
1874 3:4. Wiesbadener THC. — Ealing Ladies
London (Sa.) 3:2. Allianz=SV. Frankfurt —
Eintracht Hannover 1:6. JG. Frankfurt —
Zeh=
lendorfer Weſpen 1:1. Frankfurter TV. 1860 —
Eintracht Hannover 2:1. Damen: Frankfurter
TV. 1860 — Allianz=SV. Frankfurt 6:0.
Frank=
furter TV. 1860 — Alliänz=SV. Frankfurt 4:1,
Auch im Rückſpiel mußte ſich die
Frankfurter Fußball=Stadtelf eine Niederlage
von Hamburg gefallen laſſen. Vor 10 000
Zu=
ſchauern ſtanden ſich die beiden Mannſchaften
am zweiten Oſtertage in Frankfurt gegenüber.
Die Vertreter der Hanſeſtadt ſiegten mit 3:1 (1:1).
Dienstag, 3. April 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Badiſche Gauliga am Böllenfalltor.
5p. 98 Darmſtadk
unkerliegt PfB. Mühlburg
knapp 3:4 (2:2).
Vor nahezu 1000 Zuſchauern wickelte der
SV. 98 am Oſterſonntag ſeine
Doppelveranſtal=
tung ab. Der gute Ruf der badiſchen Oberklaſſe=
Fußballer hatte ſich als zugkräftig erwieſen und
die Leiſtungen, die man ſah, waren recht
an=
ſprechend.
Zunächſt maßen die
Handballer Sb. 98 — Polizei Frankfurk
16:10
ihre Kräfte. Unter der aufmerkſamen Leitung
von Zeunert=Langen wurden in dieſem Spiel
zeitweiſe wirklich ſchöne Momente gezeigt, die
an die großen Handballtreffen der
Vergangen=
heit erinnerten. Zunächſt freilich gingen die
ſchnellen und wurfgewaltigen Gäſte — mit einem
ſehr gefährlichen Innentrio! — 0:1 in Führung.
Ein Strafwurf Feicks glich zwar aus, aber
wie=
der brachte der Gäſte=Halblinke ſeine Farbe in
Führung. Nicht lange dauerte die Freude der
Gäſtebegleitung. Geboren aus ſchnellem
Zuſam=
menſpiel des Sturmes verbeſſerten Feick (2),
Ploch und Freund (2) auf 6:2. Bis zur Pauſe
glänzt das Stürmerſpiel der Blauen, die,
nach=
dem die Gäſte ihr 3. und 4. Tor gebucht, bis
auf 10:4 davonziehen. Ploch, Freund (2) und
Klöß waren die Torſchützen.
Nach der Pauſe folgen zunächſt wieder die
hinreichend berüchtigten „ſchrecklichen 10
Minu=
ten” der 98er, die den Gäſten 3 Treffer zu 10.:7
einbringen. Dann ſind Ploch und Freund
zwei=
mal erfolgreich. Bei den Gäſten zeigt der
Halb=
linke als Strafwurf=,Spezialiſt” noch dreimal
ſein Können. Der Sieg der Platzelf wird dann
durch Koch. Sreund (2), Feick mit 16:10 beender.
Beide Torhüter und die Mitteläufer waren
die Beſten. Bei. SV. wurde Koch auffällig ſchlecht
eingeſetzt.
Lebhaft begrüßt, erſchienen dann die
Fuß=
baller.
Beide Mannſchaften
hatten Umſtellungen vornehmen müſſen.
Mühl=
burg erſchien komplett, aber in folgender
Staf=
felung: Schönmaier; Batſchauer II. Dienert;
Batſchauer I. Rink. Gruber; Schwörer, Kunich,
Jeram. Ebert, Holzigel.
S V. 98 brachte etwas überraſchend folgende
Aufſtellung: „Mayer; Geyer, Kugel; Müller,
Orlemann, Frey; Mahr, Eßlinger,
Schnägelber=
ger, Götz, Hebeiſen.
Das Spiel beginnt recht erfolgverſprechend
für die Gäſte. Schon in der 1. Minute jagt
Ebert, ehe ſich die 98er Abwehr beſonnen hat,
ſchon einen wuchtigen Schuß insblaue Tor.
Dann haben die 98er die Gelegenheit,
gleich=
zuziehen, doch Hebeiſen knallt.
einen Elfmeter — für Handſpiel — hoch
in die Lüfte.
In der 5. Minute ſteht die Partie durch
einen Saftſchuß von Ebert
bereits 0:2 für Mühlburg.
Hatten ſich die 98er Stürmer zunächſt vor den
großen „Kanonen” vor dem Mühlburger Tor
„gefürchtet”, ſo werden ſie jetzt vertrauensvoller
im Angreifen. Orlemann ſetzt wechſelnd die
Außen ein. Doch hat Eßlinger mit einem
Pfund=
ſchuß Pech. Vom ſtarken Wind abgedrückt, ſauſt
der Ball knapp neben dem Pfoſten ins Aus
Ein ſchneller Durchbruch der linken
Sturm=
ſeite verhilft den Gäſten zur 1. Ecke, die wird
poſtwendend ins Feld befördert,
In der 33. Minute iſt Schnägelsberger
durch=
gebrochen, er ſchiebt kurz zu Mahr, der den Ball
wuchtig
zum 1:2 einſendet.
Die Gäſte mit ihrem raumgreifenden und
un=
geheuer ſchnellen Spiel funken immer wieder
aufs blaue Tor. Mayer kann einen ſcharfen
Schuß von Jeram gerade zur Ecke wegboxen; die
Hereingabe wird glücklicherweiſe von Schwörer
vorbeigeköpft.
Nachdem der blaue Sturm eine ſchöne
Tor=
gelegenheit ausgelaſſen hat, fällt kurz vor der
Pauſe
der 2:2=Ausgleich.
Eine überlegte Sache: Mahr flankte,
Schnä=
gelsberger im Angriff wird vom
herauslaufen=
den Torwart mit zu Boden genommen, kann
je=
doch das Leder zum freiſtehenden Götz
weiter=
lenken, der bibbernd vor Freude den Ball
auf=
nimmt und ins leere Toreck ſchieb.
Nach Wiederbeginn haben die 98er Pech, denn
ein Torſchuß Schnägelbergers geht am leeren
Kaſten knapp vorbei.
Das Spiel läuft nun ziemlich offen dahin.
Die Gäſte mit ihrem hohen Spiel ſind durch ihre
Körpergröße und Technik den kleineren 98ern
etwas überlegen, aber die halten den Ball,
im=
mer wieder angreifend, am Boden.
In der 6. Minute erwiſcht Eßlinger einen
Abſchlag aus der Gäſte=Läuferreihe, dribbelt ab
und
SV. führt 3:2.
Und ſchon wieder muß Schönmaier eingreifen,
er wehrt zur Ecke, die jedoch nichts einbringt.
In der 10. Minute wehrt Kugel zur Ecke ab.
Der Ball kommt ſchön herein und Ebert feuert
ihn zum
3:3=Ausgleich ins blaue Tor.
Noch liegen die 98er Stürmer im Angriff,
aus der Läuferreihe recht gut unterſtützt. Da
heißt es im Gäſte=Strafraum „Hände”, aber der
verlangte Elfmeter wird nicht zuerkannt.
Im Gegenſtoß der Gäſte ſtürzt ſich Mayer
auf den Ball, deckt ihn mit dem Körper, doch der
daneben liegende Kugel ſoll vorher „Hände” im
Spiel gehabt haben.
Schwörer verwandelt den Elfmeter ſicher
zum 3:4=Sieg.
Denn die 98er wie auch die Gäſte erzielen nur
noch 2 Eckbälle, die nichts Zählbares einbringen.
Zum andern knallt eine ſcharfe Hereingabe
Heb=
eiſens auf die Torlatte. Die Geſamtleiſtung der
Gäſte war deutlicher überlegen, als dies im 3:4=
Sieg zum Ausdruck kommt.
Die beſten Leute der Gäſte
waren Schönmaier im Tor, Dienert als
Vertei=
diger, Rink und Gruber in der Läuferreihe und
Ebert mit Holzigel im Sturm. Die
Abwehr=
arbeit der Gäſte war ausgezeichnet, taktiſch klug
durchdacht, wuchtig und brauchbar für den
An=
griff.
Bei SV. 98 waren die „drei Letzten” wie
immer auf der Höhe — Kugel gegen Schluß
etwas nachlaſſend. Orlemann als Mittelläufer
eifrig, kämpferiſch und ein guter Verteiler. Er
hatte die ſchwerſte Arbeit in der Mittelreihe zu
leiſten. Frey ohne Tadel, Müller weniger
auf=
fallend, aber recht anſprechend. Im Sturm fehlte
Seiffert und damit der Drang nach dem Tor.
Zeitweiſe war die Zuſammenarbeit recht nett,
beſonders auf der rechten Seite, doch fehlte es
noch manchmal am gegenſeitigen Verſtändnis, ſo
daß von einer Einzelkritik abgeſehen werden mag
— bis die Reihe in dieſer Aufſtellung noch einige
Sriele hinter ſich hat.
Lerch=Pfungſtadt leitete einwandfrei. —5—
SV. 98 Junioren in Oberheſſen.
Einer Einladung des FC. „Rotweiß”
Rocken=
berg Folge leiſtend, entſandte der SV. 98 als
ſeinen Vertreter eine geſchickt zuſammengeſtellte
Junioren=Mannſchaft, die ihrer Aufgabe
glän=
zend nachkam, da ſie ſämtliche am Turnier
be=
teiligten aktiven Mannſchaften ſchlagen
konnte und verdient 1. Sieger wurde. Am
erſten Feiertage fand zuerſt ein
Freundſchafts=
treffen gegen den gaſtgebenden Verein ſtatt, das
die Sportvereinler nach prächtigem Spiel 6:1
für ſich entſcheiden konnten. Reich an Strapazen
war der zweite Feiertag; 13 Spieler
muß=
ten zudrei Wettſpielen antreten! In
harten, teilweiſe erbittert durchgeführten
Kämp=
fen wurden Butzbach 5:0 und Schwalheim
3:2 geſchlagen. Im Entſcheidungsſpiel
um den erſten Platz und wertvollen Pokal
wurde der Sportverein
Wölfers=
heim, der als ſicherer Favorit getipt war, in
einem Kampf, der die zahlreichen Zuſchauer in
helle Begeiſterung verſetzte, 3:1 geſchlagen.
Nicht vegeſſen ſei auch, die vorbildliche
Gaſt=
freundſchaft des FC. Rotweiß Rockenberg, die
ſicher dazu beiträgt, daß allen Teilnehmern die
diesjährige Oſterreiſe nach Oberheſſen in ſteter
Erinnerung haften bleibt.
Michelſtadt durch Eigenkor geſchlagen!
TSG. 46—SV. Michelſtadt 2:1 (1:1).
Der Tabellenletzte mußte am 2. Feiertag zum
Verbandsſpiel gegen die früheren Rotweißen
auf deren Platz antreten und ſich durch ein
Eigentor, das in vorletzter Minute fiel,
geſchla=
gen bekennen.
Die Odenwälder brachten eine
Mann=
ſchaft auf die Beine, die ihrer Spielweiſe nach
den letzten Platz nicht verdient. Die Elf hat
einen Rieſeniefer und außerdem eine Anzahl
recht Guter in ihren Reihen. Daß die
Michel=
ſtädter einen Punktgewinn nicht mit nach Hauſe
bringen konnten, war Pech.
Die Leute der Rheinallee ſpielten
heute in allen Teilen ſchlecht. Wohl konnte man
etwas Ueberlegenheit in bezug auf techniſches
Einzelkönnen feſtſtellen; was jedoch vollſtändig
ausfiel, war die ſonſt ſo gute Zuſammenarbeit
der geſamten Elf. Nach den gezeigten
Leiſtun=
gen in den letzten Spielen war die Mannſchaft
nicht wiederzuerkennen. Ueberhaupt hatte man
den Eindruck, daß die Elf wieder mal in den
alten Fehler verfiel, den Gegner zu unterſchätzen,
was ſich um ein Haar bitter gerächt hätte. Bei
dem Spiel am kommenden Sonntag gegen die
ehemaligen Eintrachtler müſſen die 46er
eine beſſere Leiſtung zeigen, ſonſt wäre eine
Niederlage kaum vermeidbar.
Schiedsrichter Wolf=Hauſen war dem
Spiel ein umſichtiger Leiter und hatte bei dem
fniren Verlauf ein leichtes Amt.
Die zweimal 45 Minuten.
In den erſten Minuten ſieht man bei den
Darmſtädtern ein gutes Zuſammenſpiel, das
je=
doch bald ſein Ende findet, als Michelſtadt mit
ſeinem hohen Spiel einſetzt. Das Spiel iſt offen
und beide Hintermannſchaften laſſen die
Stür=
mer vorerſt aufkommen. Die früheren
Rotwei=
ßen verpaſſen einige gute Chancen; da kommt
Michelſtadt überraſchend durch ſeinen
Halblin=
ken zur Führung. Nach dieſem Treffer werden
die 4öer klar überlegen, können jedoch nur durch
einen Treffer von Hamm den Ausgleich erzielen.
Nach dem Wechſel ſpielt Darmſtadt weiter in
des Gegners Hälfte, doch die zahlreiche Abwehr
der Gäſte weiß jeden Erfolg zu vereiteln.
Michelſtadt kommt nur noch zu
Gelegenheitsan=
griffen, die aber an Gefährlichkeit nichts zu
wünſchen übrig laſſen, und einmal hat
Darm=
ſtadt Glück, als der Gäſtehalblinke aus kurzer
Entfernung danebenſchießt. Bei dem Platzbeſitzer
hilft die geſamte Elf ſtürmen und der Gegner
wird vollſtändig eingeſchnürt. Es iſt noch zwei
Minuten zu ſpielen, da ſchießt Schmidt aus dem
Hinterhalt auf das Tor und Michelſtadts rechter
Verteidiger konnte den Ball nur noch ins eigene
Gehäuſe lenken, was den Sieg der 46er
ſicher=
ſtellte. — Reſerven 1:1: A.H. in Seeheim
3:0.
eb
Saar-Gäſte in Nauheim.
TV. Nauheim—SV. Büren 2: 5.
Den Gäſten aus dem Saargebiet wurde am
Samstagabend ein eindrucksvoller Empfang
durch die NSDAP. und deren Untergliederun=
Darmſkädker Handball
fand Beifall.
Ingoberkia St. Ingberk-
Peltel Dumfalt k1t 14.5.
Turnverein 61 Zweibrücken
poie durmſtalf t1e 2410.
Auch der Polizei=SV. Darmſtadt wollte bei
dem großen Oſter=Treffen mit den Vereinen an
der deutſchen Saar nicht zurückſtehen und ſandte
deshalb ſeine zurzeit in ſehr guter Form
befind=
liche Ligaelf
am 1. Oſterfeiertag nach Sf. Ingbert.
Bei klarem Wetter und lachender Sonne
rollte der Autobus die Bergſtraße entlang nach
dem Land, wo deutſche Brüder und Schweſtern
durch den Willen der Siegermächte ſeit 1919 von
dem Vaterland abgetrennt im Kampf um ihr
Deutſchtum und für die Rückkehr zur Heimat
ringen.
Dem Polizei=SV., galt es vor allem, durch
das Spiel mit unſeren deutſchen Volksgenoſſen
die Treue und Verbundenheit zwiſchen dem Reich
und der deutſchen Saar zu bekunden.
Nach vierſtündiger Fahrt durch das Land, in
dem die Hakenkreuzbanner frei über die Lande
wehen, erreichten wir die Grenze. Als die
deut=
ſchen Zollſchranken ohne Schwierigkeit paſſierr
waren, mußten wir uns von der „Konkurrenz”
einiges gefallen laſſen. Erſt nach einer
halbſtün=
digen genauen Kontrolle der Koffer, des
Wa=
gens, der Papiere — ſelbſt die Nachthemden
wurden auf „verbotene Dinge” unterſucht —
konnten wir die Fahrt fortſetzen. Mit
flattern=
dem Hoheitsabzeichen rollte der Wagen dann
durch das Land an der Saar, dem Ziel St.
Ing=
bert, entgegen.
Schon an der Grenze wurden wir von einem
Vertreter des Vereins begrüßt. Ueber alles
Er=
warten herzlich war die Begrüßung durch unſere
Sportkameraden in St. Ingbert, ein ſchmuckes
Induſtrieſtädtchen von etwa 25 000 Einwohnern.
Beim Betreten des Vereinslokals ſchallte uns
der „deutſche Sängergruß” entgegen. Nach dem
Choral „Deutſchlands heiliger Name”,
vorgetra=
gen von dem Geſangverein Germania St.
Ing=
bert, begrüßte uns der Führer des
Fußballver=
eins Ingobertia auf das freudigſte. Seine
Rede klang aus in dem Wunſch, daß bald das
Saargebiet heimkehren könne in das Reich.
Oberleutnant Schmidt erwiderte in
mar=
kigen Worten und gab der Verbundenheit des
Reiches mit dem Saargebiet beredten Ausdruck.
Ein Ehrentrunk beendete den herzlichen Empfang.
Das Spiel wurde auf dem ſtädtiſchen
Sport=
platz ausgetragen.
2000 feſtlich frohgeſtimmke Menſchen
umlagerten das Spielfeld, um die Brüder von
„drüben” zu begrüßen. Leuchtend hebt ſich das
Rot des Hakenkreuzbanners ab von dem Schwarz
der Fördertürme. Neben dem deutſchen
Frei=
heitsbanner flattert die grünweiße Fahne des
Saargebietes. Nach Begrüßungsanſprachen des
Gaſtgebers, der Stadt, vertreten durch Stadtrat
Grieß, und der Erwiderung der Gäſte begann
nach Austauſch von Vereinswimpeln das Treffen.
Das Spiel wurde von Polizei 11:5 (5:1)
gewonnen.
Bei dem Vergleich der Torzahlen iſt zu
be=
rückſichtigen, daß Ingobertia Bezirksklaſſe ſpielt,
aber in dieſer Saiſon ungeſchlagener Meiſter
wurde. Das Ergebnis beweiſt erneut, daß die
Saarvereine im Handball über ein beachtliches
Können verfügen. Der Leiter des Spieles, Faber=
Völklingen, wußte zu gefallen. Die Polizeielf
war in dieſem Spiel nicht auf der jetzt von ihr
gewohnten Höhe. Dies war wohl auf die lange
Fahrt und die Verletzungen aus dem Spiel gegen
Frieſenheim zurückzuführen.
Abends begann im Vereinslokal ein
Kom=
mers des Gaſtgebers. Spät in der Nacht
Nr. 4*
gen, ſowie ſämtliche Ottsvereine zuteil. And
ſchließend bei einbrechender Dunkelheit zog ein
Fackelzug nach dem Nauheimer Sporthaus, wo
der feierlichen Saarkundgebung zirka 500—600
Perſonen beiwohnten. Am erſten Oſterfeiertage
fand als Einleitung des Gäſteſpiels ein
Hand=
ballſpiel Nauheim—Worfelden ſtatt. Man
be=
kam ein ſehr ſchnelles, in der Torzahl
abwechs=
lungsreiches Spiel zu ſehen, das 11:7 endete.
Hierauf begann das Fußbalſpiel gegen die
Gäſte aus Büren. Die Nauheimer gingen
über=
raſchend 2:0 in Führung, aber Büren konnte
durch gutes Feldſpiel und guten Torſchuß das
Ergebnis bis zum Seitenwechſel auf 2:5 ſtellen.
Nach der Pauſe errangen die Gäſte nur noch ein
Tor, „während die Einheimiſchen das
Schluß=
reſultat noch auf 4:6 verbeſſern konnten. Beide
Spiele boten den etwa 500 Zuſchauern
ausge=
zeichneten Sport; die Spielleiter hatten leichtes
Amtieren. Während der Spiele konzertierte die
Nauheimer Kapelle.
Am Oſtermontag ſtatteten die Gäſte aus
Büren dem benachbarten Königſtädten einen
Beſuch ab; das Spiel endete 4: 4.
wurden die „Privatquartierſcheine” geteilt. Am
Oſter=Montag ſchlug die Abſchiedsſtunde vor den
verſammelten Vereinsanhängern. Nach einem
donnernden Siegheil rollte der Autobus wieder
nach dem markierten Strich, der Grenze, zu. Von
der Legende der 150 000 Saar=Franzoſen war
nicht eine lebende Erinnerung zu ſehen, die
ein=
zigen „Saar=Franzoſen” trugen gleich die
fran=
zöſiſche Uniform.
Nicht weniger herzlich war der Empfang in
der herrlich gebauten.
Feſthalle in Zweibrücken,
die, Eigentum des Turnvereins 61 Zweibrücken,
wohl eine der ſchönſten Turnhallen iſt, die wir
je geſehen. Eine ſportliche Offenbarung war das
folgende Spiel gegen Turnverein 61 Zweibrücken,
das von 1200 Zuſchauern beſucht war. Im
Gegen=
ſatz zum Vortage zeigte die Darmſtädter Elf ein
Lehr=Handballſpiel. Selbſt die
handballverſtän=
digen Zweibrücker Zuſchauer bekannten, noch nie
ein auf ſo hoher Stufe gebotenes Spiel erlebt zu
haben. Meines Erachtens war die Platzelf
eben=
falls Bezirksklaſſenmeiſter geworden, beſſer als
Ingobertia am Vortage. Aber gegen die in
Höchſtform kämpfenden „Grünen” aus Darmſtadt
war kein Kraut gewachſen. So fielen die Tore
wie reife Früchte. Erſt bei 18 Toren war der
Hunger” des Polizeiſturmes: Rothermel, Spalt,
Leonhard, Huber, Luley, geſtillt. Als
Gegenſen=
dung erhielt der in ſehr guter Form befindliche
Kipfer 7 raffiniert geſchoſſene Strafwurftore, die
der einzige Poliziſt in der Platzelf, Hoecker,
ver=
wandelte, in den Kaſten. Die Hintermannſchaft
in der Beſetzung Pfeiffer, Blank; Stahl, Daſcher,
Unmacht, leiſtete heute gute Zerſtörungs= und
Aufbauarbeit.
Auch bei den gaſtfreundlichen Zweibrückern
ſchlug ſehr ſpät die Abſchiedsſtunde. Mit der
Ge=
wißheit, der Verbundenheit zwiſchen Reich und
Saargebiet zu einem kleinen Teil gedient zu
haben, und der Erinnerung an zwei ſchöne Tage
bei gaſtfreundlichen Sportkameraden, mit denen
neue Freundſchaftsbande geknüpft wurden,
tra=
ten wir die Fahrt unter dem blitzenden
Stern=
himmel nach Darmſtadt an.
Bo.
Die Handball=Ergebniſſe.
Gaumeiſterſchafts=Endſpiele.
Gau Nordheſſen: 1. Endſpiel in Kaſſel: Tuſpo
86/09 Kaſſel — TV. Wetzlar 8:6.
Gau Mittelrhein: 3. Endſpiel in Koblenz: TV.
Algenrodt — Mülheimer SV. 14:8.
Gau Niederrhein: 3. Endſpiel: Tura Barmen —
Rhenania Düſſeldorf 12:10.
Pflichtſpiele.
Gau Württemberg: Gruppe Weſt: TV.
Cann=
ſtatt — Eßlinger TSV. 1:8. Tgeſ. Stuttgart
— Stuttgarter Kickers 6:4.
Gau Nordheſſen: TV. 61 Eſchwege —
Henſchel=
werke Kaſſel 8:0.
Freundſchaftsſpiele.
Turngeſ. Offenbach — Sppgg. Fürth (So.)
6:20. VfR. Schwanheim — Sppgg. Fürth (Mo.)
9:12. SV. 98 Darmſtadt — Polizei Frankfurt
(So.) 16:10. Städteſpiel Worms —
Ludwigs=
hafen (So.) 12:10. Wormatia Worms — TSV.
Herrnsheim 6:3. VfB. Aachen — SV.
Mann=
heim=Waldhof 5:5. TV. Krefeld=Oppum — SV.
Mannheim=Waldhof 6:6.
Ein neuer Handball=Gaumeiſter
wurde im Mittelrheingau ermittelt. Im
ent=
ſcheidenden Spiele ſiegte der TV. Algenrodt
mit 14:6 (9:1) Toren über den Mülheimer
SV., nachdem die beiden erſten Spiele mit 2:2
und 9:9 unentſchiedene Ergebniſſe gezeitigt
hatten.
Rugby=Freundſchaftsſpiele.
Frankf. TV. 1860 — SC. Frankf. 1880 (Sa.)
3:9. Frankf. TV. 1860 — Heidelberger RC.
(Mo.) 8:8. RG. Heidelberg — Heidelberger RK.
14:12. RC. Schwalbe Hannover — Eintracht
Frankfurt (Sa.) 3:14. SV. St. Georg Hamburg
— Eintracht Frankfurt (So.) 9:9.
Polizei Darmſtadt im Saargebiet
Winterfahrt Oberstaufen und Auus=Rekorde bewiesenwieder:3BOSCHs bietet Bestes!
[ ← ][ ][ → ]Nr. 91
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 3. April 1934
Handball im Kreis Darmſtadt.
1. Feiertag:
Germania Pfungſtadt — Tv. Pfungſtadt 9:3 (4:1)
Nauheim — Worfelden 11:7.
Hahn — Münſter i. T. 7:4 (4:2).
Viktoria Griesheim — Germania Frankf. 7:3.
2. Feiertag:
Auerbach — Seckbach 3:8 (2:3).
Zwingenberg — Germania Pfungſtadt 6:12 (3:3).
Zell — Bensheim 9:5 (5:4).
Crumſtadt — Birkenau 4:10 (1:5).
Am Oſterprogramm waren alle Klaſſen
be=
teiligt, und es iſt eine jahrelange
Wahr=
nehmung, daß die erſten warmen
Frühlings=
tage gerne zu größeren Reiſen benutzt
wer=
den. Den Hauptanziehungspunkt bildet
natür=
lich der Odenwald, ſtark bevorzugt von der
Großſtadt, und ſo weilte eine ganze Anzahl
Frankfurter Mannſchaften in unſeren heſſiſchen
Bergen. Ferner wurde faſt durchweg von ſehr
gut beſuchten Spielen geſprochen. Bensheim
hat das Handballſpiel wieder aufgenommen.
TV. Hahn — Münſter i. T. 7:4 (4:2).
Zuerſt verlief das Treffen in recht
ordent=
lichen Bahnen. Später ließ es jedoch an
Kampf=
geiſt und Schärfe nichts zu wünſchen übrig.
Bezüglich der ſpieleriſchen Leiſtungen iſt der
raſche Aufſtieg der Hahner Elf feſtzuſtellen.
Steinmetz gibt im Tor eine gute Figur ab.
Waren ſeither Darmſtädter und Maus die
treibenden Kräfte des Sturmes, ſo bildet dieſer
heute ein geſchloſſenes Ganze und kann als der
beſte Mannſchaftsteil angeſprochen werden. Die
Gäſte waren kaum ſchwächer; aber ihr Hüter
paßte nicht ganz in den Rahmen der Elf.
Büttel=Pfungſtadt leitete zufriedenſtellend.
TV. Crumſtadt — Birkenau 4:10 (1:5).
Rekordzuſchauerzahl und leider ein Fiasko,
denn der Hüter wollte nicht mitmachen, wie
ſich das gehört. Wenn der Sturmführer Kern
auch fehlte, der ſonſt die Seele ſeiner Elf
darſtellt, ſo gaben ſich die Spieler doch redlich
Mühe und waren im Feldſpiel kaum
unter=
legen. Wenn aber hinten leichte Bälle ins Tor
rutſchen, ſo iſt das gewiß nicht anfeuernd für
eine Mannſchaft. Ganz anders der
Gäſte=
hüter, der voll ſeine Schuldigkeit tat und ſeine
Mitſpieler zu immer Beſſerem anſtachelte.
Einen glänzenden Eindruck hinterließen die
Birkenauer in Crumſtadt.
TV. Auerbach — Seckbach 3:8 (2:3).
Das Erſcheinen des Turner=Altmeiſters
hatte ſeine Anziehungskraft nicht verfehlt.
Auch ſpieleriſch wurde Schönes geboten, wenn
man auch ein günſtigeres Abſchneiden der
Ein=
heimiſchen lieber geſehen hätte. Vor der Pauſe
faſt gleichwertiges Spiel. Später ſetzte ſich die
Routine der Gäſte und namentlich ihres
Sturmes immer mehr durch. Die Abwehr der
Platzelf war ihrer Aufgabe nicht voll
ge=
wachſen. Man darf jedoch nicht vergeſſen, daß
die Gäſte vollzählig antraten und eine Klaſſe
höher ſpielen. Der Schiri aus Langen
beein=
trächtigte das Spiel durch ſeine manchmal
unverſtändlichen Entſcheidungen.
TV. Zwingenberg — Germania Pfungſtadt
6:12 (3:3).
Schon das Ergebnis ſkizziert kurz den
Spielverlauf. Vor der Pauſe gab ſich die
Platzelf große Mühe, um gegen ihren ſtarken
Gegner beſtehen zu können. Und es gelang.
Nach Wiederanpfiff erlahmte jedoch der
Wieder=
ſtand zuſehends. Immerhin iſt es beachtlich,
daß die Einheimiſchen in jeder Hälfte drei
Tore fertig brachten. Semmler=Bensheim leitete
gut.
TV. Zell — TV. Beusheim 9:5 (5:4).
Die neu erſtandene Gäſteelf zeigte eine
voll=
kommen veränderte Aufſtellung. Ein Spieler
von ehemals wirkte mit. Trotzdem verdient
das Ergebnis Beachtung, da Zell im
Durch=
marſch der Pflichtrunde ungeſchlagener Sieger
wurde. Der Birkenauer Schiri hatte ein
leichtes Amt. Man wäre geſpannt zu ſehen,
wie Zell gegen Mannſchaften oberer Klaſſen
abſchneiden würde.
Kreis Odenwald.
1. Feiertag:
Erbach — Obernburg 12:3 (5:2).
Erbach 2. — Hainſtadt 1. 6:4 (3:3).
König — Eintracht Frankfurt 7:10 (1:6).
Reichelsheim — Fr. Crumbach 9:3 (3:1).
2. Feiertag:
Erbach — Obernburg 13:7 (4:3).
König — Eintracht Frankfurt 7:13 (4:6).
Kirch=Brombach — Böllſtein 8:9 (4:3).
Großer Aukopreis
von Honlutd.
Moll (Alfa Romeo) erfolgreich.
Chiron haf Pech.
In Monte Carlo kam am Oſtermontag zum
ſechſten Male der Große Autopreis von Monaco
zur Durchführung. Herrliches Rennwetter
be=
günſtigte auch diesmal die Fahrt durch die
Stra=
ßen der Stadt, hundertmal hatte die
Rieſen=
ſchlange der Rennwagen den 3,180 Klm. langen
Kurs zu runden, und auch diesmal war die
An=
teilnahme der Bevölkerung wieder äußerſt rege.
Mehr als drei Stunden lang dröhnten die
Wa=
gen durch Monte Carlo, und an Rennfahrer und
Wagen wurden die größten Anforderungen
ge=
ſtellt.
Obwohl in dieſem Jahre der Streckenrekord
von Varzi (91,808 Std.=Klm.) nicht erreicht
wurde, gab es zwiſchen den Spitzenreitern einen
erbitterten Kampf. Der junge Franzoſe Guy
Moll auf dem neuen Alfa Romeo „Monopoſto”
kam durch das ſchon ſprichwörtliche Pech ſeines
Landsmannes Chiron zum Siege. In der 98.
Runde raſte Chiron, von ſeinem Landsmann
gehetzt, gegen eine Mauer von Sandſäcken, und
im gleichen Augenblick war auch ſchon Moll
vor=
bei und ſtrebte einem ſicheren Sieg zu, während
Chiron, der wieder einmal Glück im Unglück
hatte, ſeinen etwas verbeulten Alfa Romeo
wie=
der auf die Bahn ſchob und noch einen ſicheren
2. Platz belegen konnte.
Das Ergebnis: 1. Guy Moll=Frankreich
(Alfa Romeo) 318 Klm. in 3:31:31,4 (90,112
Stdklm.); 2. Chiron=Frankreich (Alfa Romeo)
3:22:33,4; 3. Dreyfuß=Frankreich (Bugatti) 99
Runden, in 3:32:39; 4. Lehoux=Frankreich, 98
Runden in 3:33:18; 5. Nuvolari=Italien (
Bu=
gatti), 98 Runden in 3:33:35; 6. Varzi=Italien
(Alfa Romeo), 98 R. in 3:33:38; 7. Whitney
Straight=USA. (Maſerati), 96 R. in 3:32:47;
8. Siena=Italien (Maſerati), 96 R. in 3:32:48;
9. Veyron=Frankreich (Bugatti), 95 R., 3:33,29;
10. Lord Howe=England (Maſerati), 3:31:51.
Radſpork.
Darmſtädter Radſport=Club 1919.
Der Darmſtädter Radſport=Club eröffnete
ſeine Saiſon mit einem Trainingslauf ſeiner
Rennſportabteilung, der in der A=Klaſſe über
40,8 Km. gut und von Decker im Endſpurt knapp
vor Wittich und Seip in 1:03,15 Std. gewonnen
wurde. In der Jugendklaſſe, die über eine
ge=
kürzte Strecke führt, wurde Krüger in 32,05
Minuten verdienter Sieger vor Renntrop und
Eckerl.
Der erſte Lauf zur Klubmeiſterſchaft (50 Km.)
wird am kommenden Sonntag über die Strecke
Dieburg — Babenhauſen und zurück geſtartet.
Start und Ziel: Odenwaldbrücke. Dieſer Lauf,
durch den Zuzug neuer Kräfte und das Fehlen
des „ewigen” Siegers Klöß, der infolge einer
Operation noch nicht an den Start gehen kann,
und, wie wir hören, ſich dem Bahnſport
zuwen=
den will, wird ganz offen gehalten und dürfte
dem Anhänger des Rennſports manche
Ueber=
raſchungen bringen. — Ueberraſchungen brachte
auch die Anfahrt des Clubs am 1. Feiertag für
alle Teilnehmer. Das herrliche Wetter lockte
geradezu zur Teilnahme, und ſo konnte der
Ver=
einsführer nach einer Werbefahrt durch die
Stadt eine ſtattliche Anzahl Gäſte und
Mitglie=
der am Griesheimer Haus begrüßen. Nach einem
Ausblick des Vereinsführers auf das beginnende
Sportjahr, bei dem die Pflege des
Wanderfah=
rens im Darmſtädter Radſport=Club einen
brei=
ten Raum einnimmt, wird der Start zum
Eier=
ſuchen freigegeben, der, geſtaffelt durchgeführt,
alle zum „Sieger” werden läßt. Ein
improvi=
iertes Fußballſpiel zeigt, daß auch die
Rad=
fahrer auf dieſem Gebiete „Etwas; leiſten
kön=
nen. Eine Querfeldeinfahrt bringt manchen
ſchmackhaften Gewinn ein, ebenſo Eierwerfen,
Eierlaufen uſw. Eine hoffentlich gut
gelun=
gene Aufnahme beſchloß den verheißungsvollen
Tag und gab dem DRC. Hoffnung für ſein be=
K.
ginnendes Jubiläumsjahr.
Die Fernfahrt Paris—Roubaix
über 255,7 Kilometer wurde am Oſterſonntag
ausgetragen. Als Erſter traf der Franzoſe
Lapebie im Ziel ein, er wurde aber auf
Ein=
ſpruch des Zweiten, des Belgiers Rebry,
dis=
qualifiziert, weil er fremde Hilfe in Anſpruch
genommen hatte. Der Belgier wurde damit
in 7:52,07 Stunden Sieger des ſchweren
Rennens.
Helmuth Lantſchner=Junsbruck
be=
teiligte ſich an den mit 183 Teilnehmern
be=
ſetzten internationalen Oſter=Skirennen auf dem
Feldberg. Mit ſeinem Sieg im Abfahrtslauf,
dem zweiten Platz im Slalomlauf und dem
vierten Platz im Sprunglauf wurde der
Oeſter=
reicher Sieger der Dreier=Kombination und
Gewinner des Feldberg=Pokals. Den zweiten
Platz belegte der deutſche Skimeiſter Alfred
Stoll=Berchtesgaden.
Schmeling-Paolino, der für den
nächſten Sonntag wegen Schmelings
Hand=
verletzung abgeſagte Boxkampf, wird am 6. Mai
in Barcelona nachgeholt.
Rieſ
raſchung
im Oſter=Preis.
Der Sieger Cyclop bringk 268:10.
Der Karlhorſter Oſter=Preis, ſchon ſeit
Jahren eines der größten Sportereigniſſe in
der Reichshauptſtadt, hatte auch diesmal den
ſeiner Tradition entſprechenden würdigen
Rahmen gefunden. Auch ſportlich erfüllte das
3400 Meter lange Rennen alle Erwartungen.
11 Pferde hatten ſich am Start zu dem mit
5000 RM. dotierten Rennen eingefunden. Nach
ſpannendem Verlauf machten ſchließlich die
beiden Trainingsgefährten Chclop und
Hor=
rido das Ende unter ſich aus. Cyclop ſiegte
unter dem Amateur=Reiter W. F. Peters nur
knapp um einen Kopf. Der Toto honorierte
dieſe Ueberraſchung mit 27fachem Gelde.
Khedive lief wieder äußerſt achtbar und belegte
den dritten Platz vor Ypſilanti.
Ehrenpreis=Ausgleich in Dresden.
Mit einem vollen Erfolge konnte der
Dres=
dener Rennverein am Oſterſonntag ſein neues
Rennjahr eröffnen. Das Wetter war ſchön, der
Beſuch fiel ausgezeichnet aus, und ſportlich bot
der Nachmittag eine Fülle Intereſſantes. Den
Mittelpunkt des Programms bildete der
tradi=
tionelle 5000 Mk.=Ehrenpreis=Ausgleich über die
Meile, in dem der Hanielſche Ti unter Jockei
E. Böhlke ſeinen vorjährigen Erfolg
wieder=
holen konnte. Nachdem ſich der Start durch die
Unruhe von Trojaner etwas verzögert hatte,
kam das elfköpfige Feld gut geſchloſſen ab. Der
das Höchſtgewicht tragende Orkadier wurde
ſo=
fort an die Spitze getrieben, der Hengſt führte
mit knappem Vorſprung vor Ti, Trojaner,
Bitt=
ſteller und Amön, während Atmann und Uhland
den Beſchluß des Rudels bildeten. In faſt
unver=
änderter Reihenfloge kamen die Pferde in die
Gerade, wo Ti, Trojaner und Bittſteller mit
Or=
kadier aufſchloſſen. Mitte der Geraden machte
ſich Ti frei, um überlegen mit drei Längen gegen
Trojaner zu gewinnen, der den zweiten Platz
ſtets ſicher hatte. Den dritten Platz behauptete
Bittſteller knapp gegen Amön und den zum
Schluß noch gut aufkommenden Uhland.
Mannſchaftsringen im Gau Südweſt.
In Mainz ſtanden ſich im Rückkampf der
Vorſchlußrunde um die Meiſterſchaft des Gaues
Südweſt im Mannſchaftsringen die A. S. Vg.
Mainz 88 und der AV. Zweibrücken
gegen=
über. Die Mainzer, die am Vorſonntag in
Zweibrücken ein Unentſchieden von 9:9
er=
zwungen hatten, ſiegten mit 12:6 Punkten und
treffen nun in der Schlußrunde auf den
Sieger der Begegnung zwiſchen Oberſtein und
Saarbrücken.
Deutſche Gepäckmarſch=Meiſterſchaft.
Der „Ritter=von=Epp=Gepäckmarſch” der in
München am 9. September durchgeführt wird,
und im Vorjahre bei ſeiner erſtmaligen
Aus=
richtung einen großen ſportlichen Erfolg
brachte, erhält in dieſem Jahre eine beſondere
Bedeutung. Die vom Polizeiſportverein
Mün=
chen durchgeführte Veranſtaltung wird
erſt=
mals als deutſche Meiſterſchaft im
Gepäck=
marſch ausgeſchrieben.
Jack Medica ſchwamm Weltrekord.
Amerikas Weltrekordmann im
Crawlſchwim=
men, Jack Medica, ſtellte in Columbus im
Staate Ohio abermals ſeine überlegene Klaſſe
unter Beweis. Ueber 440 Meter Crawl ſchwamm
er mit 4:46,8 einen neuen Weltrekord und
ver=
beſſerte damit die Zeit ſeines Landsmannes
James Gilhulla um faſt zwei Sekunden.
Einen deutſchen Rugbyſieg gab es
in einem internationalen Treffen in Köln.
Der 1. Rugbyclub Köln hatte den
nord=
franzöſiſchen Meiſter Olympique Lille zu Gaſt
und beſiegte ihn mit 21:15 (12:0).
In Rekordzeit gewann Reichel=
Chem=
nitz die Oſter=Radfernfahrt Berlin—Leipzig, die
über 150 Kilometer führte. Der Sachſe
be=
tötigte 3:54:54,3 Stunden. Er verbeſſerte damit
den 1930 von Merkan=Berlin aufgeſtellten
Re=
kord um 15 Minuten.
Wenn der Abſtieg droht.
A.9. Worms — SB. Wiesbaden
3:1 (2:0).
Vor 1500 Zuſchauern traten die Kurſtädter
zu dieſem für ſie ſo bedeutungsvollen Treffen
an. Obwohl Wiesbaden in den erſten zwanzig
Minuten tonangebend war, fielen keine
Tref=
fer, weil es der Sturm nicht verſtand, ſich
durchzuſetzen. In der 25. Minute gingen die
Wormſer nach einem Strafſtoß von Döhle durch
Klein in Führung und drei Minuten ſpäter
prallte bei einem Schuß von Hörl der Ball vom
Wiesbadener Verteidiger Debus ab ins Tor.
Nach der Pauſe nutzte Klein einen Fehler der
Wiesbadener Verteidigung zum dritten Treffer
aus und erſt zwölf Minuten vor Schluß
wur=
den die Bemühungen Wiesbadens durch den
von Siebentritt erzielten Ehrentreffer belohnt.
Als Schiedsrichter wirkte Birk=Frankfurt gut.
FC. Kaiſerslaukern-Wormalia Worms
2:1 (2:1).
Unter der kleinlichen Leitung durch Multer=
Landau kam dieſes Treffen vor 3000 Zuſchauern
in Kaiſerslautern zum Austrag. Die Gäſte
hatten ihre Stärke in der Hintermannſchaft,
während die Läuferreihe genügte und der
Sturm ſehr ſchwach war. Kaiſerslautern ſpielte
ſehr nervös, außerdem wurden der Mittelläufer
und Rechtsaußen bei dem übermäßig harten
Spiele verletzt. Ein Strafſtoß von Markert und
ein Elfmeter von Reichmann brachten
Kaiſers=
lautern 2:0 in Führung. Winkler verbeſſerte
das Ergebnis auf 2:1. In der zweiten
Halb=
zeit wurde an dem Spielſtand nichts mehr
ge=
ändert.
T5G. 46 Darmſtadt.
Die Raſenſport=Abteilung verlegt mit dem
Monat April ihre Gymnaſtikſtunden, wie in
jedem Jahr, auf den grünen Raſen. In dem
neuen großen Vereinsgefüge ſoll und muß die
Breitenarbeit weit mehr als ſeither zur
Gel=
tung kommen. Aus dieſem Grunde iſt für
Mittwochs abends auf dem Platz an der
Woogswieſe eine Gymnaſtikſtunde für die
geſamten raſenſporttreibenden
Abteilungen angeſetzt. Das Training
be=
ginnt um 18 Uhr und wird jedem Aktiven der
Raſenſportabteilung zur Pflicht gemacht.
All=
gemeine Trainingsſtunden der einzelnen
Ab=
teilungen ſiehe Aushang im Turnhaus. Der
Volksturnabend, an dem jedes Vereinsmitglied,
ob jung oder alt, teilnehmen muß, wird
erſt=
malig am dritten Montag im April auf der
Woogswieſe zuſtande kommen.
Kleinkaliber=Schießſpork.
Mannſchaftswettkämpfe im Bezirk Heſſen.
Der Bezirk Heſſen des Gaues Weſtmark im
Deutſchen Kartell für Jagd= und Sportſchießen,
Abteilung KKS., Fachgruppe 3 des Deutſchen
Schießſportverbandes, führt mit ſeinen ihm
an=
geſchloſſenen Vereinen einen Punktwettkampf
durch. Der Bezirk Heſſen iſt in 3 Kampfgruppen
eingeteilt. Erſte Gruppe iſt Darmſtadt, zweite
Offenbach und dritte Gruppe iſt Groß=Gerau.
Dieſe drei Kampfgruppen führen alle 14 Tage
unter ſich den Punktwettkampf durch, und zwar
mit je drei Mannſchaften. Die erſte Mannſchaft
erhält 3 Punkte, die zweite 2 Punkte und die
dritte 1 Punkt. Dieſe Punktwettkämpfe werden
laut Sportordnung des Deutſchen Kartells für
Jagd= und Sportſchießen durchgeführt. Jeder
Schütze der einzelnen Mannſchaften gibt 15 Schuß
in den drei Anſchlagsarten (5 Schuß liegend, 5
Schuß kniend und 5 Schuß ſtehend) ab. Dieſe
Punktwettkämpfe ſollen dazu dienen, keine
Spitzenleiſtungen, ſondern alle Schützen zum
Kampfe zu erziehen und den Kleinkaliber=
Schieß=
ſport zum Volksſport auszubauen.
Die Wettkämpfe vom 10. und 25. März
Mannſchaften I. II.
Gruppe Darmſtadt: III. Pkt.: 1. Hubertus Kleeblatt 1219 1102 1057 10 2. Reichsb.=T. Sp.V. 1092 927 920 3. Polizei Darmſtadt 1199 1083 1008 4. Weidmannsheil 1162 1079 887 5 Gundernhauſen 1139 493 419 6. Feurio
Gruppe Offenbach: 969 757 1. Flobertv. 80 Offenb. 1167 1061 942 12 2. Jügesheim 861 820 299 3. Froſchhauſen 1019 397 4.
5. Heuſenſtamm
Buchſchlag (Heſſen) 965
1204 600
1064 604
1014 6. Bieber 1143 1008 936 7. Hauſen 377 8. Dietzenbach
Gruppe Groß=Gerau: 1. Mörfelden 1072 866 901 12 2. KKL. Mainz 1100 970 890 11 3. Raunheim 1106 957 803 10 4. Wallerſtädten 1063 961 5. Tell Groß=Gerau 1058 1024 898 6. Kelſterbach 1069 890 848 7 Walldorf 891 8. Poſt Mainz
In der Schule.
Lehrer: Wo ſiegten unſere Germanen?
Fritzchen (ſtottert); Herr Lehrer! Ich habe
den Sportteil des „Darmſtädter Tagblatts”
von heute noch nicht geleſen! —
Adets neue Wundermaſchine.
Ernſt Udet vor ſeiner neuen Curtiß=Maſchine.
Mit dieſem Flugzeug, das in einer halben Minute 600 Meter hoch klettert und in 12 Minuten
8000 Meter Höhe erreicht, vollführte Udet in Berlin die phantaſtiſchſten Flieger=Akrobatenkunſt=
Schwerkraft aufgehoben ſeien. Dieſes amerika=ſtücke. Es ſchien ſo, als ob ſämtliche Geſetze der
niſche Flugzeug, das Udet im Auftrage des Reichsluftfahrtminiſters Göring aus Amerika
herüber=
brachte, iſt für die deutſche Kunſtfliegerei etwas vollſtändig Neuartiges.
Dienstag, 3. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 91 — Seite 7
Au. dent Sichtfpiengeutern.
Oſtern im Film.
D. h. dieſe Ueberſchrift iſt irreführend. Es gab in keinem
un=
ſerer Lichtſpieltheater ein Programm, das etwa auf das
Oſter=
feſt zugeſchnitten geweſen wäre. Aber es gab Menſchen — und zwar
nicht wenige —, die trotz des geradezu wundervollen Oſterwetters,
das nach Spaziergang oder =fahrt in das einzig ſchöne
Frühlings=
prangen geradezu ſchrie, in die Kinos gingen. Die es vorzogen,
anſtatt draußen Erholung zu ſuchen, die müden Nerven
aufzu=
peitſchen durch Spannung und Senſation, aber auch ſie durch
Hin=
lenken auf durch das Laufbild vermittelte Schönheit vom Grau
des Alltags loszulöſen und ſo zu entſpannen. Für alles hatten die
Lichtſpieltheater geſorgt: Heiterkeit (Belida), Frohſinn und leichte
Muſik (Reſi und UT.), Spannung und Senſation (Helia und
Pa=
laſt), Schönheit der fremden Landſchaft nochmals Helia. Im
ein=
zelnen iſt zu regiſtrieren:
Helia.
„Der Flüchtling aus Chicago”
Ein Film, der nicht unumſtritten iſt, dem wir aber gern
teſtieren, daß er zu den beſten deutſchen Kriminalfilmen zahlt,
wenn die Note „Spitzenfilm der deutſchen Produktion und
künſt=
leriſch vollendetes Meiſterwerk” auch etwas zu hoch gegriffen ſcheint.
Was iſt Vollendung? und wo vor allem iſt Vollendung im Film,
der uns täglich vor neue Aufgaben und Leiſtungen ſtellt!
Der Film iſt aber ausgezeichnet, weil er deutſch iſt und weil
er dieſes typiſch deutſche in Zeichnung der Charaktere der
Haupt=
darſteller und in Milieuſchilderung ſowohl hüben wie drüben,
aber auch in Durchführung der Handlung verrät. Seit langem
wie=
der einmal eine Gerichtsverhandlung im Film, die ſehr
lebens=
wahr geſtellt iſt und mit dramatiſchen Momenten angefüllt, in
keiner Phaſe die Grenze des Sachlichen überſchreitet. Für uns
doppelt intereſſant, weil der techniſche Teil des Films — es
han=
delt ſich um eine große Automobilfabrik — augenſcheinlich bei der
Opel AG. gedreht wurde. Die Handlung beginnt im „dunklen”
Amerika, wo zwei Deutſche verſchiedenen Charakters Freunde
wur=
den. Der eine, der moraliſch ſcheiterte und ſeine Exiſtenz drüben
auf dunkle Geſchäfte — Spiel und Weiber — aufbaut, der andere,
ein Dipl.=Ing., den die Arbeitsloſigkeit übers Waſſer trieb, der
aber mit Arbeit, ganz gleich welcher, wieder um eine neue
Exiſtenz ringt. Und es ſcha fft! — Wenn auch der Beginn
ſeiner Tätigkeit in der alten Heimat zunächſt auf eine vom
Schick=
ſal geſtaltete Täuſchung beruht, er arbeitet ehrlich und ſelbſtlos. bis
das Auftauchen des „Freundes”, deſſen Stelle er einnahm, ihn in
Erpreſſeraffairen und Mordverdacht bringt, bis ſich alles in einem
happy end löſt, das weltverſchieden iſt von ſonſt gewohnten und
darum logiſch und erträglich. — Fabelhafte Bilder aus dem
Groß=
betrieb einer Autofabrik, von Auto= und Motorrad=Rennen. aus
Konſtruktionsſälen und Aufſichtsratsſitzungen, aus einſamer
Jagd=
hütte und Wemtſtadtſalon umrahmen die an Spannungen und
dramatiſchen Momenten reiche Handlung, in der Guſtav
Fröh=
lich eine ſeiner beſten ſchauſpieleriſchen Leiſtungen zeigt Er iſt ſo
wundervoll friſch und untheatraliſch, daß man jedes Wort, jeden
Blick, jede Geſte als ſachlich gelebtes, ungemein ſympathiſches
Menſchentum erkennt. Und ſein Gegenſpieler, die verkörperte
Antipathie, Hubert von Meyerinck. Eine hübſche friſche
Part=
nerin iſt Fröhlich die Luiſe Ullrich, und ein prachtvoll nervöſer,
allzeit treuer und ehrlicher Mitarbeiter voll natürlichen Humors
Paul Kemp, der übrigens auf ſeinem ureigenen Gebiet keinen
Konkurrenten hat. — Das Enſemble gut aufeinander eingeſpielt
und gleich den Maſſenbewegungen von Johannes Meyers Regie
gut und ſicher geführt. Otto Wernicke noch zu nennen, ein
ſym=
pathiſch=robuſter Werkmeiſter. (Wie im „Palaſt” ein ebenſo guter
Detektiv.) —
Union=Theater.
* Im Rahmen des ausgezeichneten Oſterprogramms bringt das
Union=Theater wieder einen entzückenden Film=ſchlager „Viktor
und Viktoria”, eine Tonfilm=Operette, die ebenſo originell
in ihrer Handlung, wie erſtklaſſig in der Darſtellung iſt. Renate
Mülker vor allem, die temperamentvolle luſtige und feſche
Künſt=
lerin hat ſich in einen Kavalier verwandelt und wirbelt ſo über
die Leinwand. Renate als Junge begeiſtert vom erſten
Augen=
blick an. Die Rolle ſcheint eigens für ſie geſchrieben, denn ſie
be=
herrſcht ſie mit einer Selbſtverſtändlichkeit als hätte es für ſie
nichts anderes als Frack und Kavalierrollen gegeben. — Und doch
bricht immer wieder der Schelm durch und ſchließlich ſchlüpft auch
ſie wieder in ihre feſchen Kleider und bringt als echtes Mädel
einem liebenden Herzen ein gleiches als Anfang zu einem großen
Glück. Ihr erſter Partner Hermann Thimig, läßt ſeinerſeits
alle Regiſter ſchauſpieleriſchen Könnens ſpringen, unnachahmlich
ſind ſeine mimiſchen Verwandlungsſzenen, ſein Auftreten als
„ſpaniſche Tänzerin” und als großer gönnerhafter Manager. Dieſe
beiden luſtigen Künſtler tragen den Film, der Stunden
ungetrüb=
ter Freude und herzlichen Lachens auslöſt. Eine ganze Reihe
ein=
prägſamer Schlager und eine einſchmeichelnde Muſik zieht ſich durch
den Film, der in ſeiner Art zur großen Luſtſpielklaſſe zu zählen
iſt. — Ein reiches, ausgeſucht gutes Beiprogramm geht dem
Luſt=
ſpiel voraus.
Palaſt=Lichtſpiele.
„Achtung! Wer kennt dieſe Frau?”
Das iſt ein ausgeſprochener Abenteurerfilm, der in
irgend=
einem ungariſchen Schloſſe ſpielt, in dem vor 10 Jahren unter
ge=
heimnisvollen Umſtänden eine Frau ermordet wurde, die hier —
ſie war Hochſtaplerin und Hehlerin — Diamanten verſteckte, von
deren Vorhandenſein jetzt erſt ehemalige Kumpane Kenntnis
er=
halten und in deren Beſitzkampf es zu erneuten Mordtaten
kommt, bis ein tüchtiger Polizeidetektiv (Otto Wernicke!) den
vielfach verſchürzten Knoten loſt. Die ſchauſpieleriſchen Leiſtungen,
beſonders von Werner Fütterer. Hilde von Stolz, Mathies
Wiemann uſw. ſind ſehr gut, ebenſo die Regie von Franz
Seitz, die ſchuldlos daran iſt, daß dem Drehbuchdichter
ſchließ=
lich die Geſtaltungsphantaſie ausgeht (oder iſt das doch
Regie=
ſchuld?) und er ſchließlich ſtatt zu handeln und im lebendigen Bild
zu ſchildern, den Kommiſſar und Detektiv eine Viertelſtunde lang —
erzählen läßt. Aber immerhin, wer Spannung und Nervenkitzel
ſucht, dem ward beides in reichem Maße.
Im Beiprogramm läuft hier ein hübſcher Ski=Läufer=Film,
eine Fuchsjagd, geſtellt, d. h. richtiger gelaufen oder noch richtiger
gefahren von einer Reihe Bergführer in wundervollem Neuſchnee.
Orpheum.
Der bunte Oſter=Spielplan im Orpheum brachte ſehr gute,
unterhaltende Varietékunſt, zu der Adolf Hille die treffende
Anſage übernommen hatte. Steffi mit ihrem gelehrigen Hund
Pepi eröffnet das Programm, in deſſen Verlauf die Geſchwiſter
Mattha graziöſe akrobatiſche Tänze zeigten. Honneſſy
Szu=
lian bot als hervorragender Mundharmonika=Virtuoſe einige
Proben ſeines Könnens. Schwierige Kunſtſtücke vollführten die
zwei Harriſons am Ketten=Trapez. Der heſſ. Bauernkomiker
Balzer Backes erfreute mit Dialektvorträgen. Als weitere
muſikaliſche Begabung trat Lea Manti als Kunſtpfeiferin auf.
Wundervolle und ſtimmungsvolle Gemälde verfertigt im Nu der
Kunſt=Schnellmaler Milanow. Die Vortragsfolge brachte
ſchließlich noch akrobatiſche Kunſtſtücke der zwei Kulleys, Liedchen
von Margot Salden und zum Abſchluß einen Sketſch „Die böſe
Schwiegermama . Das dankbare Publikum kargte nicht mit
leb=
haftem Beifall.
Bn. Hirſchhorn, 29. März. Beerdigung. Unter großer
Be=
teiligung wurde auf dem Ersheimer Friedhof die ſterbliche Hülle
des am vergangenen Montag im 73 Lebensjahre verſtorbenen
Fabrikanten Auguſt Otto Fay zur letzten Ruhe gebettet. Nach
der Leichenrede des Herrn Pfarrers Ruhland widmete der Chef
der Firma, J. A. André Sohn, der der Verſtorbene Jahrzehnte
als Mitarbeiter angehörte, einen herzlichen Nachruf und legte
einen Kranz am offenen Grabe nieder. Weiter ſchloſſen ſich an die
Angeſtellten der Firma ſowie die Arbeiterſchaft. Im Namen der
Ortsgruppe Hirſchhorn des Odenwaldklubs, der der Verſtorbene
über 25 Jahre als aktives Mitglied, als Vorſitzender und zuletzt
als Ehrenmitglied angehörte, legte Herr Notar Hill als letzten
Wandergruß mit herzlichen Worten einen Kranz nieder, dem
Herr Zwingler=Eberbach als Vertreter des Hauptausſchuſſes des
Odenwaldklubs folgte, der dem Ehrenmitglied des
Geſamtoden=
waldklubs einen herzlichen Nachruf widmete. Der Turnverein
brachte durch Herrn Dobel ſeinem Gründer, langjährigen 1.
Vor=
ſitzenden und Ehrenvorſitzenden ſeinen Dank und zugleich den
Ab=
ſchiedsgruß dar.
Lpd. Rüſſelsheim, 28. März. Um die ausgedehnten Laub= und
Nadelwaldungen des im Ried und in der Mainebene gelegenen
hiſtoriſchen Dreieich=Bannforſtes dem Ausflugsverkehr beſſer als
ſeither zugängig zu machen. laſſen die Waldeigentümer (Staat und
Gemeinden) im Laufe des Sommers die Hauptverbindungswege
auch für den Verkehr mit Fahrzeugen aller Art befeſtigen. Die
Wälder ſind von Frankfurt, Darmſtadt. Offenbach und Mainz
be=
quem zu erreichen.
Vereins- und lokale Veranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
— Liedertafel=Konzert am 16. April, abends
8.15 Uhr, im Großen Haus des Heſſ. Landestheaters.
Ein Strauß auserleſener, meiſt volkstümlicher Chorlieder für
Männer=, Frauen= und gemiſchten Chor bildet den Rahmen der
Vortragsfolge, die in zwei ſtiliſtiſche Teile zerfällt. Der erſte Teil
bringt Lieder verſchiedener Berufe, der zweite Teil durchweg
Lie=
der heiteren Charakters. Opernſänger Heinrich Blaſel, mit
Kapellmeiſter Fritz Bohne am Flügel — beide vom Heſſiſchen
Landestheater — ergänzt die Vortragsfolge mit entſprechenden
Liedern für Baß und Klavier. Das Konzert wird für die Zuhörer
ein frohes, unbeſchwerliches Genießen ausgeſucht guter Chor= und
Liedmuſik, für deren ſtilvolle Vermittlung die anerkannten
künſt=
leriſchen Qualitäten aller an der Aufführung Beteiligten voll
und ganz bürgen.
Reichsbund ehem. Militärmuſiker e. V.
Diens=
tag, 3. April, Monatsverſammlung im Vereinslokal. Da wichtige
Fragen beſprochen werden, iſt vollzähliges Erſcheinen
er=
wünſcht.
Tandann Sraaslaut w.mt.
Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Dienstag, 3. April
6.00: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 und 6.30:
Gym=
naſtik. — 6.55: Zeit, Frühmeldungen. — 7 05: Wetter. —
7.10: Schallplatten: Von Liebe und Lenz. — 8.15: Waſſerſtand,
Schneeſportverhältniſſe, Wetter. — 8.25: Stuttgart: Gymnaſtik.
10.00: Nachr. — 10.10: Nur Freiburg: Werbekonzerk. — 10.30:
Nur Freiburg: Eigene Sendung. — 10.45: Praktiſche Ratſchläge
für Küche und Haus. — 11.00: Werbekonzert.
12.00: Stuttgart: Mittagskonzert des Philharm. Orcheſters. Ltg.:
A. Haelſſig. — 1300: Zeir, Nachr., Saardienſt. — 13.10:
Nachr. — 13.20: Schallplatten: Capriccien. — 13.50: Zeit,
Nachr. — 14.00: Schallplatten: Vergnügte Finger! — 14.30:
Nur Freiburg: Nachr. — 14.40: Skunde der Frau: Erziehung
zur Geſundheit. — 15.30: Gießener Wetterbericht. — Anſchl.:
Obſervatorium Aachen: Wetter für das Eifel= und Moſelgebiet.
15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. — 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Funkorch, Ltg.: Hahn.
17.30; Lilly Biermer: Eliſabeth Langgäſſer. — 17.45: Kleine
Unterhaltung. — 18.00: Die Klein= und Mittelinduſtrie in
ländlichen Bezirken. Zwiegeſpräch. — 18.15: Aus Wirtſchaft und
Arbeit. Kurzbericht. — 18.25: Italieniſcher Sprachunterricht,
18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen, Programmänderungen, Zeit,
18.50: Soztaldienſt.
19.00: Inſtrumental=Kabarett. — 19.25: Kaiſer, Ritter, Bürger,
Hörfolge aus dem Deutſchordenshaus. — 20.00: Zeit, Nachr.
20.15: Berlin: Stunde der Nation: Deutſches Liederſpiel. Kantate
von Hans Teßmer. — 21.15: Hugo Wolf: Aus dem italieniſchen
Liederbuch. —
22.00: Zeit. Nachr. — 22.15: Stuttgart:
Du mußt wiſſen. — 22.25: Nachr., Wetter, Sport. — 22.40:
Trier: Zwiſchenprogramm. — 23.00: Stuttgart: Ewald Sträſſer
zum Gedöchtmis. Konzert des Südfunkorch. Ltg.: Droſt. ——
24.00: Schallplatten: Heitere Klaſſik.
Aaudssandtanden
(Welle 1571)
naſtik. — 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft. — Anſchl:
Tagesſpruch. — 6.35: Berlin: Frühkonzert. — In eier
Pauſe (gegen 7.00): Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45:
Leibesübung für die Frau. — 9.00: Sperrzeit. — 10.00:
Nachrichten. — 10.10: Ferienfunk: Der kleine Goethe macht
Schularbeiten. — 10.50: Fröhlicher Kindergarten. — 11.15;
Seewetterbericht. — 11.30: Volksmuſik. Das deutſche
Volks=
lieder=Terzett. — 12.00: Wetter für die Landwirtſchaft. —
Anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Mittagskonzert auf Schallplatten. — Anſchl.: Wetter für
die Landwirtſchaft. — 12.55: Zeitzeichen. — 13.00: Sperrzeit.
13.45: Nachrichten. — 14.00: Schallplatten: Stimmungsbilder
aus fernen Ländern. — 15.00: Wetter, Börſe. — 15.15:
Frau und Volkstum: 1. Hausmuſik im Grenzland. 2.
Volks=
bräuche um Mutter und Kind. — 15.45: Das
Frühlings=
geſicht alter Städte: Eine kleine Rundreiſe durch Deutſchland.
16.00: Stuttgart: Nachmittagskonzert des Fumkorcheſters. Leitung;
Willy Hahn. — 17.00: Rechtsanwalt Dr. Neye: Rechtsfragen
für jedermann. — 17.20: Jugendſporkſtunde: Das Erleben
des Olympiakämpfers. — 17.40: „Vom Schwan zum Auto.”
Luſtige Schallplattenſtunde. — 18.20: Hauptſchriftleiter Fritzſche:
Politiſche Zeitungsſchau.
18.45: Echo der Zeit im Lautſprecher. Szenen aus unſeren
Hör=
ſpielen. (Aufnahmen.) — 20.00: Kernſpruch; anſchl.: Nachrichten.
20.15: Berlin: Reichsſendung. Stunde der Nation: Deutſches
Liederſpiel. Kantate von Hans Teßmer. — 21.00: Tanz in
den Frühling. Ein luſtiger, bunter Frühlingsſtrauß. — 22.00:
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten. — 22.30: Dr. Pulte:
Der deutſche Traberſport auf richtigem Wege. — 22.45:
See=
wetterbericht. — 23.00: Kiel: Unterhaltungsmuſik der Kieler
Orcheſtergemeinſchaft. Ltg.: Hans Doering.
Weiterbericht.
Ausſichten für Dienstag, den 3. April: Vielfach heiter, zeitweiſe
auch leicht wolkig oder dunſtig, mittags recht warm, nachts
friſch, trocken.
Ausſichten für Mittwoch, 4. April: Im ganzen noch Fortdauer
der Schönwetterlage.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſcha t: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: MaxStreeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
Bauer: ür den Sandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann; ür „Die
Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette: für den
Anzeigen=
teil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D.A II. 34: 23339
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſfripte wird, Garantie der Rückſendung u icht übernommen,
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr, nachmittags 6—7 Uhr.
Die heutige Nummer hat 8 Geitet
Die glückliche Geburt eines
Töchterchens
zeigen in dankbarer Freude an
Anneliese Lewandowski
geb. Sturmfels
Dr. med. Bruno Lewandowski
Darmstadt, den 29. März 1954.
Statt Karten.
Unterfertigter erfüllt hiermit die traurige
Pflicht. ſeine E. M. E M:, A. H. A. H.,
A. M. A. M. und Bb. Bb. von dem
Ab=
leben ſeines lieben Auswärtigen Mitgliedes
Drebaft, Beirich Bohafchea
(aktiv 1926—1928)
in Kenntnis zu ſetzen.
Sein Andenken werden wir ſieis in hohen
Ehren halten.
Der Akademiſche Verein Darmſtadt
im W. 6. R.
Walter Buch (XXXX)
(3865
Ferienvertreter.
Gott der Allmächtige hat am Oſtermorgen um 10.30 Uhr unſere
liebe, treuſorgende Mutter, Schwiegermutter und Großmutter
Frau
Maria Coeleſtine Frehtag Ww.
geb. Kreitz
Inhaberin des Kreuzes „Pro Ecclesia et Pontilice‟
nach kurzer Krankheit und wohlvorbereitet durch die hl.
Sterbe=
ſakramente im 86. Lebensjahre zu ſich in die Ewigkeit abgerufen.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Oskar Freytag, Major a. D.
Paul F. Freytag
Max H. Freytag, Dr. jur. utr.
Eugen H. Freytag
Eliſabeth=Maria Loſſen=Freytag
Maria Freytag, geb. Kreizner
Jeanne Freitag, geb. Flasſchoen
Joſeph M. H. Loſſen=Freitag
und 7 Enkelkinder
Darmſtadt, Annaſtraße 31, Hohenborn b. Kaſſel, Meadowbrookfarm
Bernardsville/New Jerſey, Berlin, Garmiſch/Obb., den 1. April 1934.
Das feierliche Seelenamt findet Mittwoch, den 4, April, vormittags
(3864
um 8.30 Uhr in der St. Ludwigskirche ſtatt.
Die Beiſetzung erfolgt am gleichen Tage vormittags 10.30 Uhr, von
der Kapelle des Friedhofs an der Nieder=Ramſtädterſtreße aus.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Statt beſonderer Anzeige.
Todes=Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unſeren lieben,
treubeſorgten Vater, Schwiegervater, Großvater,
Urgroß=
vater, Schwager und Onkel
Heitn Srotg voinn 1.
Schreinermeifter, Ehrenmeiſter des Hefſ. Handwerks
nach kurzem Leiden im Alter von nahezu 95 Jahren zu ſich
zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Alsbach, Seeheim, Worms, Jugenheim, den 1. April 1934.
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 4. April,
nach=
mittags 3 Uhr, in Alsbach ſtatt.
Ret
3300 Gerſtenkörner
etwa gehören zur Herſtellung
eines halben Liters Köſtritzer
Schwarzbier, daher der Nährwert
dieſes von vielen tauſend Arzten
ſtändig empfohlenen Haustrunkes.
Köſtritzer Schwarzbier, herb,
appe=
titanregend, nicht ſüß, ſchafft
Le=
bensluſt und Arbeitsfreude, es iſt
für Kranke, Schwache, Nervöſe,
Blutarme, Bleichſüchtige und
ſtil=
lende Mütter das geeignetſte
Kräf=
tigungsmittel.
Georg Herth, Stiftſtr. 89, Fernſprecher 1244,
H. Oſtertag, Hügelſtr. 27, Fernſprecher 2468. (To2
Zuſchneiden
Abſtechen mit
Futter=
mull, Schneidern (s
Tilla Kaus
geb. Petry
Elifabethenſtr. 17, I.
Fahrradreifen
wleder ganz
frische Sendung
eingetroffen
Riesenauswahl
BENZ
Grafenstr. 20
Blutreinigung
im Frühjahr
mit Wacholder Medico
hüf Krankheiten durch
Ausſcheidung von
ſchäd=
ſichen Ablagerungen u.
Sduren verhindern,
Packg. ſetzt v. Rm. 1.-an.
Echter Reichel Medico
nur in Drog. u. Apoth.
erhältl., ſonſt durch Otie
Reichel, Bin.=Neukölln.
Dienstag, 3. April 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 8 — Nr. 91
(Nachdruck verboten.)
Urbeberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin SW. 68.
10)
„Vergebens! Hertha muß am See oder im Lugaus weilen,
an=
dernfalls hätte er ſie entdeckt. Er lenkte den Schritt zu dieſem,
wo er ſo manchen Nachmittag und Abend in angeregter
Unter=
haltung mit dem Grafen und Hertha verbracht. Sein Herz ſchlug
in ſchnellen, ungeſtümen Schlägen.
In der Nähe des Lugaus angekommen, ſah er Hertha auf
einer der auf halbem Hange ſtehenden, in das Geſtein
eingelaſſe=
nen Holzbänke ſitzen. Sie hatte die weitausgebreiteten Arme auf
die Rückenlehne gelegt und blickte weltvergeſſen auf den
glitzern=
den Waſſerſpiegel des Sees hinab.
Woran dachte ſie? Weilten ihre Gedanken bei ihm in
Mel=
lienen oder bei den kommenden Ereigniſſen, die ihre erſten
un=
heilvollen Schatten ſchon in ihre Heimat geworfen hatten?
„Guten Tag, Komteſſe Hertha!” rief er fröhlich zu der
Ein=
ſamen hinab und ſchwenkte grüßend den Strohhut.
Hertha erſchrak bei ſeinem Anruf. Ihre Gedanken waren
nicht in Mellienen, ſondern weit, weit fort in Travemünde
ge=
weſen, deſſen ereignisreiche Tage folgenſchwer in ihr Schickſal
eingegriffen.
„Tag, Baron. Warum erſchrecken Sie mich ſo?‟
„Bitte vielmals um Entſchuldigung. Ich dachte, Sie hätten
meinen Wagen kommen gehört, entgegnete Boris lachend und
ſtand mit wenigen Schritten vor ihr. Er küßte die dargebotene
Hand und reichte ihr den Blumenſtrauß.
„Endlich ſind Sie zurück!” kam es glücklich von ſeinen
Lip=
pen, wobei er ihr Antlitz mit zärtlichem Blick umfaßte. „Nichts
iſt ſchrecklicher als warten, warten und immer von neuem
war=
ten. Ohne Ausſicht auf Beendigung. Wir hatten Sie ſchon vor
acht Tagen zurückerhofft, doch leider vergebens.”
„Ich habe die Mobilmachungstage mit all ihrem
herzerheben=
den Trubel und vor allem die Feier im Schloß noch
mitgenom=
men. Dieſe Stunden waren einzig, unvergleichlich. Eine
Begei=
ſterung und ein Jubel, wie ich es nicht für möglich gehalten. Hier
habe ich ohnehin nichts verſäumt.”
„Es hat ſich manches geändert während Ihrer Abweſenheit.”
„Das wäre?‟
Boris richtete ſich unwillkürlich auf und ſah ihr mit innigem
Blick in die großen Blauaugen. Seine Bruſt hob ſich wie bei
einem tiefen Atemzug und gleich einem Jubelſchrei kamen die
Worte von ſeinen Lippen: „Ich bin frei, Hertha, ganz frei!"
„Ich weiß. Vater ſchrieb mir nach Travemünde, daß am 22.
Juli die Scheidung ausgeſprochen worden iſt,” erwiderte ſie
leicht=
hin und erfreute ſich an dem zarten Duft der koſtbaren Roſen.
Ihre Gelaſſenheit bei der Erwähnung dieſer für ihn ſo viel
be=
deutenden Tatſache war Boris unverſtändlich. Sie dämpfte ſeine
eigene große Freude darüber. Er wußte nicht recht, wie er ſich
ihre zur Schau getragene Teilnahmsloſigkeit deuten ſollte. Wenn
ſie auch ſchon davon gehört, hatte er doch freudige Zuſtimmung,
zum mindeſten herzlichen Glückwunſch erwartet.
Drückendes Schweigen hielt beide umfangen. Hertha fehlte
es an den Worten des Uebergangs. Es fiel ihr ſchwer, ihn ſeiner
Illuſionen zu berauben, die in gewiſſem Grade berechtigt waren.
Das ſeltſame bange Gefühl, das Boris ſchon beim Betreten
des Parks durchſtrömte, ſtellte ſich von neuem ein. Die Kehle
war ihm wie zugeſchnürt. Was bedeutete das ſonderbare
Ver=
halten Herthas? War er ihr in den vier Wochen ihrer
Abweſen=
heit ſo fremd geworden, daß eines der wichtigſten Ereigniſſe
ſei=
nes Lebens ſie völlig unberührt ließ? Oder tat ihr Jadwiga leid,
an deren Fortgang aus Mellienen er doch wahrlich keine Schuld
trug?
„Ja, aber Hertha, nun ſteht doch kein trennendes Hindernis
mehr zwiſchen uns, ſprudelte er hervor und ergriff ihre Hand.
„Nun können Sie doch mein Weib werden, wie Sie es mir an
jenem unvergeßlichen ſchönen Abend droben im Lugaus
verſpro=
chen,” kam es in heißer Erregung von ſeinen Lippen.
Hertha entzog ihm ſanft ihre Hand und erwiderte mit
freund=
lichem Klang in der Stimme: „Sie irren, lieber Boris.
Verſpro=
chen habe ich nichts, ſondern ich ſagte, daß an eine Verbindung
zwiſchen uns erſt dann zu denken iſt, wenn Sie völlig frei ſind.”
„Aber das iſt doch jetzt der Fall!”
„Dafür haben ſich die Zuſtände unſeres Vaterlands ſo von
Grund aus in den letzten Tagen geändert, daß ich es im
Augen=
blick nicht für richtig halte, die perſönlichen Wünſche in den
Vor=
dergrund zu ſtellen.
„Aber Tauſende und aber Tauſende haben, ſich in dieſen
Tagen gefunden und einen Bund für’s Leben geſchloſſen.
„Möglich! Doch wer bürgt mir dafür, daß Greifenſtein nicht
ſchon binnen kurzem ein Trümmerhaufen iſt und ich die
Mild=
tätigkeit meiner Verwandten in Anſpruch nehmen muß?”
„Das iſt völlig ausgeſchloſſen. Dafür werde ich ſorgen,” kam
(Fortſetzung folgt.)
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Der Einheitswert per 1. Januar 1931
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trägt: 89 217 — RM.
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Darmſtadt, den 2. März 1934.
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Darmſtadt, den 21. Februar 1934. (3846
Heſſiſches Amtsgericht.
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trägt: 26 560.— RM.
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frau des Gaſtwirts Peter Kilburg.
Die Zwangsverſteigerung erfolgt im Wege
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Darmſtadt, den 8. März 1934.
(3848
Heſſiſches Amtsgericht.