Kinzelnummer 10. Pfennige
Z
Tarmſtädti
Tagblatt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Nummer 82
Samstag, den 24. März 1934.
196. Jahrgang
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DD= Bant und Darmſtädter und Natlonalbank.
Hebung der Kaufkraft!
13 neue Geſekze vom Reichskabinekt verabſchiedek. — Geſek zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft.
Begrenzung der Beikräge von Organiſakionen und Verbänden. — Wegfall bzw. Minderung der
Arbeits=
loſenhilfe in Höhe von 300 Millionen Reichsmark.
Skeigerung des Verbrauches
und der Arbeitsmöglichkeiken.
Berlin, 23. März.
Das Reichskabinett verabſchiedete in ſeiner heutigen Sitzung
ein Geſetz zur Erhaltung und Hebung der Kaufkraft. Dieſes ſieht
in ſeinem erſten Teil eine Kontrolle der Finanzgebarung der
Juriſtiſchen Perſonen des öffentlichen Rechtes und ähnlicher
Ver=
bände und Organiſationen vor. Die Vorſchriften dieſes Geſetzes
gelten nicht für die Länder, Gemeinden und
Ge=
meindeverbände, für die Träger der
Sozialverſiche=
rungen, für die Deutſche Reichsbank und die Deutſche
Reichsbahn, für die Religionsgeſellſchaften des
öffentlichen Rechtes und für die NSDAP.
Sie finden dagegen Anwendung auf Verbände und
Organi=
ſationen, die ſich in der einen oder anderen Weiſe an die NSDAP.
anlehnen, und auf beſondere Anordnung der Reichsregierung auch
auf Verbände und Organiſationen, die zwar nicht
Juriſtiſche Perſonen des öffentlichen Rechtes ſind, wenn
an ihrer Finanzgebarung und an der Erhebung von Umlagen und
Beiträgen durch ſie ein öffentliches Intereſſe beſteht.
Das Geſetz ſieht eine weitgehende Finanzkontrolle der
Einnah=
men und Ausgaben der genannten Verbände und Organiſationen
vor, ebenſo eine Kontrolle der Umlagen und Beiträge, die von
dieſen Verbänden und Organiſationen erhoben werden.
Der zweite Teil des Geſetzes befaßt ſich mit der
Erhebung von Spenden,
die in Zukunft der Genehmigung des Stellvertreters des Führers
der NSDAP. im Einvernehmen mit dem Reichsfinanzminiſter
bedarf.
Der dritte Teil enthält Beſtimmungen über die
Abgabe zur Arbeiksloſenhilfe.
wonach eine weſentliche Beſchränkung in der Abgabepflicht bzw.
eine völlige Befreiung von der Abgabe eintritt.
Ferner genehmigte das Reichskabinett ein Geſetz zur
Aende=
rung des Kraftfahrzeug=Steuergeſetzes, wonach Steuerermäßigung
bzw. Steuerbefreiungen für Kraftfahrzeuge aus dem Auslande
feſtgeſetzt werden, um den Fremdenverkehr zu fördern.
Das Geſetz über die Erhebung einer Abgabe der
Aufſichtsrats=
mitglieder ſchafft keine neue Belaſtung, ſondern dehnt lediglich die
bisher unter der Bezeichnung „Zuſchläge für die
Aufſichtsratsmit=
glieder” beſtehende Sonderbelaſtung für die Zeit nach dem
31. März 1934 aus.
Ein Geſetz über die
Bildung eines Anleiheſtocks bei Kapikalgeſeliſchaften
beſtimmt, daß bei der Ausſchüttung von 6 Prozent und mehr
der gegenüber dem Vorjahr erzielte Mehrbetrag in Anleihen des
Reiches, der Länder oder der Gemeinden angelegt werden muß.
Das Reichskabinett genehmigte ferner ein Geſetz über die
Verlängerung des Vollſtreckungsſchutzes für die
Binnenſchiffahrt bis zum 31. Oktober 1934.
Ferner genehmigte das Reichskabinett ein Geſetz zur
Aende=
rung des Scheckgeſetzes, wonach Danzig in den
inlän=
diſchen Scheckverkehr einbezogen wird, —
ein Schlachtſteuergeſetz, durch das die heute noch
beſtehenden großen Verſchiedenheiten der geltenden Geſetze
be=
ſeitigt werden. —
ein Geſetz über die Beaufſichtigung und
Aner=
kennung gemeinnütziger
Wohnungsunterneh=
mungen, das mehrere an ſich ſelbſtändige geſetzgeberiſche
Grundgedanken zwecks Vermeidung beſonderer Einzelgeſetze
zu=
ſammenfaßt, —
ein Geſetz zur Aenderung des Geſetzes über
die Förderung der Eheſchließungen,
ein Geſetz zur Aenderung der Reichsabgabenordnung und
des Waffengebrauchsgeſetzes, das lediglich für die Beamten
der Reichsfinanzverwaltung beſondere Befugniſſe
ſeſtſetzt, —
ein Geſetz über die Freiwillige Gerichtsbarkeit und andere
Nechtsangelegenheiten in der Wehrmacht, die
nur formelle Bedeutung haben, —
ein Geſetz zur Aenderung der Vorſchriften des Strafrechtes
und des Strafverfahrens, durch das die Vorſchriften gegen den
Hochverrat, gegen den Landesverrat und den Verrat
militäriſcher Geheimniſſe zuſammengefaßt,
überſicht=
lich geſtaltet und die Strafbeſtimmungen verſchärft
werden,
ein Geſetz über die Reichsverweiſung von
Aus=
ländern, und ſchließlich
die Aufhebung des Geſetzes über die Befriedung der
Gebäude des Reichstages und der Landtage, das heute
über=
flüſſig geworden iſt (Bannmeilen=Gefetz).
Die nächſte Kabinettsſitzung findet nach der Oſterpauſe ſtatt.
Die bedeutſame Begründung
zur Erhalkung und Hebung der Kaufkraff.
Zu dem umfangreichen und außerordentlich wichtigen Geſetz
über die Erhaltung und Erhöhung der Kaufkraft iſt eine
Begrün=
dung gegeben worden, in der u. a. darauf hingewieſen wird, daß
die Beiträge und Umlagen der verſchiedenen
Körperſchaften des öffentlichen Rechtes und von
Verbänden und Organiſationen, die nicht
Körper=
ſchaften des öffentlichen Rechtes ſind, erhoben werden,
teil=
weiſe viel zu hoch ſind. Dadurch werde der Verbrauch
verringert und die Nachfrage nach Gütern und nach Arbeit kleiner.
Die Fälle, in denen die Beiträge nicht von allen
Mitgliedern der Organiſation in gleicher Höhe
erhoben, ſondern nach der Höhe des Einkommens g.eſtaffelt
werden, ſtellten nur eine Art Einkommensſteuer dar.
Die Steuererhebung ſei jedoch ausſchließlich Sache des Staates,
der Länder und Gemeinden, und es dürfe niemand mit dieſen
Stellen in Wettbewerb treten.
Die Henkung der Arbeitsloſenhilfe
bringe eine Erhöhung des Einkommens der Geſamtheit der Lohn=
und Gehaltsempfänger um rund 300 Millionen RM. gegenüber
dem bisherigen Zuſtand. Um die Wirkung dieſer Maßnahme
mög=
lichſt groß werden zu laſſen, iſt die Senkung nach
bevölke=
rungspolitiſchen Geſichtspunkten erfolgt. An
einem Schaubild iſt die Auswirkung dieſer Maßnahmen beſonders
klar zu machen.
Ein Steuerpflichtiger mit 4 Kindern hatte bei einem Gehalt
von 750 RM. bisher 43,12 RM. Arbeitsloſenhilfe zu zahlen,
wäh=
rend er heute frei iſt.
Ein Steuerpflichtiger mit 2 Kindern und 750 RM.
Einkom=
men zahlt künftig anſtelle von 43,12 RM. nur 30 RM.
Arbeits=
loſenhilfe.
Ein verheirateter Steuerpflichtiger ohne Kinder oder ein
un=
verheirateter Steuerpflichtiger mit 145 RM. monatlichem
Einkom=
men zahlt ſtatt 3,62 RM. nur noch 2,17 RM.
Ein Volksgenoſſe mit nicht mehr als 100 RM. monatlichem
Einkommen zahlte bisher 1,50 RM., während er künftig frei von
der Abgabe zur Arbeitsloſenhilfe iſt.
Die Einhebung wird künftig nur noch durch die Finanzämter
erfolgen.
Gleichſtellung mit den Reichsbeamken.
Eine ſehr wichtige Maßnahme iſt die Aufhebung bzw.
Milde=
rung der in früheren Jahren vorgenommenen Einbehaltungen und
Kürzungen von Dienſtbezügen. Viele Länder und Gemeinden
haben früher zum Ausgleich der ſteigenden Haushaltsfehlbeträge
neben der Kürzung der Einkommen der Beamten Einbehaltungen
von Dienſtbezügen vorgenommen und die Auszahlungstage
hin=
ausgeſchoben. Durch eine einmalige Maßnahme im
Rechnungs=
jahr 1934 ſoll es den Ländern und Gemeinden erleichtert werden,
ihre Vorſchriften über die Einbehaltung und Auszahlung von
Dienſtbezügen denjenigen des Reiches wieder anzugleichen.
Die einſtweilige Neuregelung des Straßenweſens
und der Skraßenverwalkung.
Bei dem geſtern vom Reichskabinett verabſchiedeten Geſetz
über die einſtweilige Neuregelung des Straßenweſens und der
Straßenverwaltung handelt es ſich um eine vorläufige Regelung,
die ermöglichen ſoll, ſchon jetzt zentral auf die Straßenregelung
cinzuwirken. Die endgültige Geſtaltung hängt von der
Geſtal=
tung der Reichsreform ab. Da der künftigen Geſtaltung des
Reiches nicht vorgegriffen werden kann, wurde eine Löſung
ge=
wählt, die auf dem beſtehenden Zuſtand aufbaut und alle
Mög=
lichkeiten für die endgültige Geſtaltung der Straßenverwaltung
offen läßt. Die deutſchen Straßen werden in Kraftfahrbahnen,
Reichsſtraßen und Landſtraßen erſter und zweiter Ordnung
ein=
geteilt. Die Rechtsverhältniſſe der Kraftfahrbahnen ergeben ſich
aus dem Reichsgeſetz über die Errichtung eines Unternehmens
Reichsautobahn vom 27. 6. 1933. Welche Straßen als
Reichs=
ſtraßen, Landſtraßen erſter Ordnung und Landſtraßen zweiter
Ordnung gelten, beſtimmt der Generalinſpektor für das deutſche
Straßenweſen.
Die Straßenbaulaſt wird wie folgt verteilt: Für die
Reichsſtraßen iſt Träger der Straßenbaulaſt das Reich; für die
Landſtraßen erſter Ordnung ſind Träger der Straßenbaulaſt die
Länder und preußiſchen Provinzen. Für die Landſtraßen zweiter
Ordnung iſt dem Generalinſpektor für das deutſche Straßenweſen
die Beſtimmung der Träger der Straßenbaulaſt vorbehalten. Die
Träger der Straßenbaulaſt tragen die Koſten der Unterhaltung
und des Ausbaues der Straßen. Die Verwaltung und
Unter=
haltung der Reichsſtraßen wird von den Ländern im Auftrag
des Reiches, die der Landſtraßen erſter Ordnung als
Angelegen=
heit ihrer eigenen Verwaltung ausgeübt. Die Regelung der
Ver=
waltung und Unterhaltung der Landſtraßen zweiter Ordnung
bleibt dem Generalinſpektor überlaſſen. Ihm ſteht ein
Aufſichts=
reiht über alle Straßen zu. Die finanzielle Auseinanderſetzung
zwiſchen den bisherigen und zukünftigen Trägern der
Straßen=
baulaſt ſoll nach Neueinteilung des Straßennetzes geregelt
werden.
„England brauchk eine größere Flotke!”
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
G.P. London, 22. März.
* Seit Jahren bereits wird in gewiſſen engliſchen Kreiſen
darüber geklagt, daß die britiſche Flotte zu ſchwach geworden
ſei und daß ſie nichtmehr ausreiche, num die
briti=
ſchen Intereſſen in der Welt in genügendem
Maße zu ſchützen”. In letzter Zeit jedoch hat der Einfluß
dieſer Kreiſe, im Zuſammenhang mit der unſicherer gewordenen
Weltlage und dem allgemeinen Anwachſen der nationaliſtiſchea
Stimmungen in England, in auffallender Weiſe zugenommen.
Und man würde heute wohl kaum übertreiben, wenn man die
Anſichten der „Navy=Patrioten” als die Meinung eines ſehr
großen Teils der engliſchen Nation bezeichnen wollte.
Die offizielle Haltung der britiſchen Regierung iſt, zum
mindeſten nach außen hin, natürlich eine weit gemäßigtere. Sie
iſt viel weniger „militariſtiſch” als diejenige der „Navy=
Patrioten‟. Die Regierung richtet bekanntlich ihr
Hauptaugenmerk noch auf die
Abrüſtungsver=
handlungen und möchte in Rüſtungsfragen nichts
Einſchnei=
dendes unternehmen, ehe nicht Erfolg oder Mißerfolg der
gegen=
wärtigen internationalen Verhandlungen endgültig erwieſen iſt.
Darüber aber, daß eine ganze Anzahl der gegenwärtigen
Kabi=
nettsmitglieder in Sachen der Navy genau ebenſo denken, wie
der „Mann auf der Straße”, kann kaum ein Zweifel beſtehen,
Und wenn es noch eines Beweiſes bedurft hätte, ſo erbrachte
ihn vorige Woche das neue offizielle „Blaubuch”, das der Erſte
Lord der Admiralität ſoeben dem Parlament vorgelegt hat und
das keinen anderen Zweck verfolgt, als die gegenwärtige
„Schwäche” der britiſchen Flotte, gemeſſen an den Flottenſtärken
der übrigen Länder, vor den Augen der britiſchen Nation
mög=
lichſt eindringlich darzulegen.
Der maritime Sachverſtändige der „Morning Poſt”
analy=
ſiert die neue Veröffentlichung der Regierung,
das „Blaubuch” und kommt zum Schluß, daß hieraus mit
abſoluter Klarheit jene große komparative Schwäche erſichtlich
ſei, die Großbritannien ſeiner eigenen Flotte durch „gänzlich
überflüſſige Abrüſtungsgeſten” und „völlig ungerechtfertigte
Zu=
geſtändniſſe” im Ergebnis der verſchiedentlichen
Flottenkonfe=
renzen zugefügt habe. „In ihrem gegenwärtigen Beſtand”, meint
die „Morning Poſt”, , iſt die britiſche Seemacht nicht mehr zur
Erfüllung ihrer wichtigſten Aufgaben fähig, d. h. zur Verhütung
von Invaſionen, zur Sicherung der Waren= und
Lebensmittel=
zufuhr und zur Durchführung von Blockademaßnahmen im Falle
eines Krieges. Die Flottenverträge von Waſhington und London
haben die britiſche Flotte gegenüber den übrigen Mächten in
eine derartig inferiore Lage verſetzt, daß Großbritannien lediglich
zur Sicherung ſeiner vitalſten Ueberſeeintereſſen ſofort energiſche
und weitgehende Maßnahmen zur Inſtandſetzung ſeiner
Kriegs=
flotte unternehmen müßte ."
Die Tatſache, auf der die „Morning Poſt” dieſe
Behauptun=
gen begründet, iſt vor allem der Umſtand, daß die
meiſten britiſchen Kriegsſchiffe viel älter als
diejenigen der übrigen maritimen Großmächte
ſind. Die meiſten Einheiten, die den gegenwärtigen Beſtand
der britiſchen Flotte ausmachen, ſind nämlich auf Grund des
außerordentlichen, im Weltkriege aufgeſtellten
Flottenbaupro=
gramms vom Stapel gelaſſen worden. Aus dieſem Grunde wird
faſt die Hälfte ſämtlicher britiſcher Kriegsſchiffe die Altersgrenze
faſt zur gleichen Zeit erreichen. Und dieſer beunruhigende Stand
der Dinge, meint die „Morning Poſt” wird noch dadurch
ver=
ſchärft, daß die britiſche Regierung in den letzten Jahren in
ihrem „pazifiſtiſchen Irrwahn”, die dringend notwendigen
Erſatz=
bauten entweder von Jahr zu Jahr aufgeſchoben oder völlig
aufgegeben hat. Dieſes bedrohliche Veraltern der britiſchen
Flotte ſei vor allem in der Kategorie der großen Schlachtſchiffe
erſichtlich. Laut offiziellen Angaben beſitze Großbritannien zur
Zeit 15 Dreadnoughts. Doch von dieſen 15 Schlachtſchiffen
wer=
den ſchon am 31. Dezember 1936, d. h. an jenem Tage, da die
Abmachungen der Londoner Flottenkonferenz ablaufen, nicht
weniger als 11 Einheiten ausrangieren, und es werden England
dann nur vier Schlachtſchiffe mit einer
Alters=
grenze von unter 20 Jahren verbleiben. Vergleicht man
aber dieſen Stand der britiſchen Flotte mit derjenigen der
übrigen maritimen Großmächte, ſo erweiſt es ſich, daß am
glei=
chen Stichtage, Neujahr 1936/37, die Vereinigten Staaten acht
und Japan fünf moderne Schlachtſchiffe beſitzen und demnach
in dieſer Klaſſe Großbritannien weſentlich überlegen ſein
werden.
Hoffnungslos veraltet und mit den Flotten der übrigen
Mächte nicht konkurrenzfähig ſind auch die britiſchen Kriegsſchiffe
ſämtlicher übrigen Kategorien. Bereits zur Zeit beſitzt
Großbritannien beiſpielsweiſe bloß 58
Unter=
ſeeboote gegenüber den 65 Japans, 109
Frank=
reichs und 65 Italiens. Im Jahre 1936 wird ſich dieſes,
ohnedies beunruhigende Verhälinis jedoch noch weiterhin ſtark
verſchlechtert haben; dann werden England bloß 39 moderne
Unterſeeboote, Japan 47, Frankreich 79 und Italien 46 beſitzen.
Beſonders die Superiorität Frankreichs au
dem Gebiete der Unterſeebootwaffe erfüllt
England mit wachſender Beſorgnis. Eine weitere
negative Tatſache, die engliſcherſeits hervorgehoben wird, iſt der
Umſtand, daß die modernen britiſchen Kriegsſchiffe, im Vergleich mit
den gleichen Schiffskategorien der anderen Flotten, viel leichter
be=
wafſnet ſind. So führen beiſpielsweiſe die neueſten britiſchen
Kreuzer bloß acht 16=Zentimeter=Geſchütze mit ſich, während die
neueſten amerikaniſchen Kreuzer mit zwölf und die letztgebauten
japaniſchen Kreuzer gar mit fünfzehn Geſchützen des gleichen
Kalibers bewafſnet ſind.
All dieſe Tatſachen zuſammengenommen veranlaſſen nun die
„Morning Poſt” — und die Aeußerungen der übrigen
bürger=
lichen Blätter ſind in dieſer Hinſicht faſt gleichlautend — zur
Feſtſtellung, daß das ſoeben veröffentlichte
Blau=
buch als ein „Warnungsruf für ganz England”
aufzufaſſen ſei; es offenbare die Tatſache, daß die
fort=
geſetzten Flottenbauten der übrigen maritimen Großmächte die
ohnedies beſtehende Inferiorität der britiſchen Flotte von Tag
zu Tag weiter bergrößern und daß jeder weitere Tag, den die
Regierung verſtreichen laſſe, ohne die maritimen Rüſtungen
Großbritanniens denjenigen der übrigen Mächte anzupaſſen,
England einer „wachſenden Gefahr ausſetze”. Wie weit dieſe
Seite 2 — Nr. 82
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 24. März 1934
Die neuen Geſetze der Reichsregierung.
Schuß der Heimarbeik!
DNB. Berlin, 23. März.
Das Geſetz über die Heimarbeit, das geſtern vom Kabinett
verabſchiedet worden iſt und am 1. Mai 1934 in Kraft tritt,
bringt eine völlige Neugeſtaltung des Schutzes der Heimarbeit.
Es war eine der erſten ſozialen Taten der nationalen Regierung,
die drückendſte Not der Heimarbeit durch das Geſetz über den
Lohuſchutz in der Heimarbeit vom 30. Juni 1933 zu mildern.
Aber weil damals Eile Not tat, konnte nur Ueberkommenes die
Grundlage dieſer erſten Hilfe ſein. Heute wird nun der
Heim=
arbeit umfaſſendere Hilfe gebracht, nachdem das Geſetz zur
Ord=
nung der nationalen Arbeit die Grundlagen für neues ſoziales
Leben geſchaffen hat. Das Hausarbeitsgeſetz, das bisher die
Verhältniſſe der Heimarbeit betreute, war dem Volke völlig
fremd geblieben, weil es in ſeiner verwickelten Geſetzſprache und
ſeinem unorganiſchen Aufbau der Allgemeinheit faſt
unverſtänd=
lich war. So dürfte es bereits ein gutes Zeichen für das neue
Geſetz ſein, daß es wieder den guten alten Namen Heimarbeit
zu Ehren bringt. Das alte Geſetz war in erſter Linie ein
ge=
werbepolizeiliches Geſetz für Werkſtätten,
das neue Geſetz iſt ein ſoziales Geſetz
für ſchaffende Menſchen.
Das alte ſtellte den Betriebsſchutz in den Mittelpunkt, das neue
hat im Eutgeltſchutz ſein Kernſtück und auch die allgemeinen
Schutzvorſchriften dienen mehr oder minder dieſem Entgeltgeſetz.
Damit jeder Volksgenoſſe, der ſein beſcheidenes Brot in der
Heimarbeit verdient, aus dem Geſetz ſelbſt ſich vergewiſſern
kann, daß das Reich ſchützend die Hand über ihn hält, war es
beſonderes Gebot, für die Gemeinverſtändlichkeit der neuen
Vor=
ſchriften zu ſorgen.
Von einem genau umriſſenen perſönlichen Geltungsbereich,
der durch die Begriffe des Heimarbeiters, des
Hausgewerbe=
treibenden und des Zwiſchenmeiſters erläutert wird, nimmt das
Geſetz ſeinen Ausgang. Es bringt dann allgemeine
Schutzvor=
ſchriften, die ſich mit der Liſtenführung über die Heimarbeiter,
den Entgeltverzeichniſſen, den Entgeltbüchern und der
Vertei=
lung der Arbeitsmengen befaſſen. Die umſtändlichen
Beſtimmun=
gen des Hausarbeitsgeſetzes über den Gefahrenſchutz werden auf
einige wenige Rahmenbeſtimmungen zuſammengefaßt, innerhalb
deren jeder erforderliche Betriebs= oder Geſundheitsſchutz
ge=
ſichert werden kann. Die Entgeltregelung in der Heimarbeit wird
an Stelle der Fachausſchüſſe für die Hausarbeit von den
Treu=
händern der Arbeit und vor allem von Sondertreuhändern für
die Heimarbeit durchgeführt werden, die von Sachverſtändigen=
Ausſchüſſen beraten werden. Der Entgeltſchutz wird durch
ver=
ſchiedene Beſtimmungen, insbeſondere durch ein ſehr
verein=
fachtes Verzugsbußverfahren weitgehend geſichert. Die ſchärfſte
Maßnahme des Geſetzes aber gegenüber böswilligen
Auftrag=
gebern, ſeien es Unternehmer oder Zwiſchenmeiſter, iſt das
Ver=
bot, Heimarbeit weiter auszugeben.
Das Geſetz hält ſich bewußt fern von einer bürokratiſchen
Reglementierung der Heimarbeit, die den wirtſchaftlichen Erfolg
der Heimarbeit bedrohen könnte. Aber es wird richtig
an=
gewandt, eine zuverläſſige Waffe ſein, um häßliche Auswüchſe
der Heimarbeit zu verhindern.
Begründung zum Geſekz zur Aenderung des Geſetzes
zur Wiederherſtellung des Berufsbeamkenkums.
Das vierte Geſetz zur Aenderung des Geſetzes zur
Wieder=
herſtellung des Berufsbeamtentums bringt eine Verlängerung
der Friſten der Paragraphen 5 und 6. In den einzelnen
Ver=
waltungen iſt es nicht gelungen, das Berufsbeamtengeſetz bis
zum 31. März ds. Js., bis zu welchem Tage es bisher befriſtet
war, ſeinem Zweck entſprechend vollkommen durchzuführen. Es
hat ſich infolgedeſſen als nötig erwieſen, die Möglichkeit, einen
Beamten im Intereſſe des Dienſtes zu verſetzen oder ihn in den
Ruheſtand treten zu laſſen (Paragraph 5 und 6) noch bis zum
30. Scptember ds. Js. zu verlängern. Die Beſtimmung der
Paragraphen 2—4 (Entlaſſung von Parteibuchbeamten, Marxiſten,
Nichtariern und politiſch Unzuverläſſigen) werden hierdurch nicht
berührt. Außerdem eröffnet die Novelle im Artikel 1 Ziffer 1b
das Recht, die auf Grund des Berufsbeamtengeſetzes getroffenen
Maßnahmen zur Entlaſſung von Beamten, die nach den
Para=
graphen 2, 2a bis 4 erlaſſen worden ſind, zugunſten der davon
betroffenen Beamten bis zum 30. September 1934 dann
zurück=
zunehmen oder zu ändern, wenn ſich nachträglich herausgeſtellt
hat, daß die erlaſſene Verfügung ſich in dem Einzelfalle nicht
rechtfertigt. Um bereits ausgeſprochenen Aufhebungen von der=
artigen Entlaſſungsverfügungen Rechtskraft zu erteilen, iſt deu=
Artikel 2 der Novelle rückwirkende Kraft bis zum Tage des
Inkrafttretens des Berufsbeamtengeſetzes, am 8. April 1933,
er eilt worden.
Die Aenderung des Nachtbackverbols.
Auf Wunſch des Reichsminiſters für Ernährung und
Land=
wirtſchaft iſt eine vorübergehende Aenderung des
Nachtback=
geſetzes erfolgt. Durch die Aenderung wird unter grundſätzlicher
Aufrechterhaltung des Nachtbackverbots der zuläſſige
Arbeits=
beginn in Bäckereien und Konditoreien, der jetzt früheſtens um
5 Uhr morgens liegt, für das Anheizen der Oefen und die
Teigbereitung um eine Stunde auf 4 Uhr morgens, der
Ar=
beitsbeginn auf 4½ Uhr morgens vorverlegt. Zugleich wird der
Verkaufsbeginn für Bäcker= und Konditorwaren einheitlich auf
rüheſtens 6 Uhr morgens feſtgeſetzt. Das Austragen oder
Aus=
fahren zur Belieferung von offenen Verkaufsſtellen iſt früheſtens
um 531 Uhr morgens zuläſſig. Für Jugendliche unter 16 Jahren
bleibt es bei dem jetzt zuläſſigen Arbeitsbeginn um 5 Uhr
morgens. Die Einſchränkung des Nachtbackverbots ſoll der
deuf=
ſchen Landwirtſchaft die Möglichkeit geben, eimn höheren Abſatz
an Weizenmehl zu erzielen. Die Einſchränkung wurde begrenzt
bis zum 30. September 1934.
Reichsminiſter Dr. Zrick über die
Reichsreform.
Beſprechung ſämklicher Miniſterpräſidenken
und Innenminiſter.
Berlin, 23. März.
Unter dem Vorſitz des Reichsinnenminiſters Dr. Frick fand
am Freitag im Reichsminiſterium des Innern eine Beſprechung
ſämtlicher Miniſterpräſidenten und Innenminiſter der deutſchen
Länder ſtatt. Reichsminiſter Dr. Frick führte einleitend aus, daß
die Durchführung der mit dem Geſetz über den Neuaufbau des
Reiches vom 30. Januar 1934 eingeleiteten Reichsreform die
größte Aufgabe unſerer Zeit ſei. Die Herſtellung der Einheit des
Reiches ſei eine geſchichtliche Aufgabe, wie ſie in Jahrtauſenden
nur einmal an die Nation geſtellt werde. Eine Ueberſtürzung der
Reform ſei weder nötig noch beabſichtigt; der Neuaufbau des
Rei=
ches werde aber nach dem unerſchütterlichen Willen des Führers
mit der gleichen Entſchloſſenheit durchgeführt werden, mit der
ſchon in der kurzen Zeit der nationalſozialiſtiſchen Führung des
Reiches zahlreiche Maßnahmen getroffen wurden, deren
Verwirk=
lichung ſich der Führer zum Ziele geſetzt hatte. Perſönliche
In=
tereſſen dürften bei einem Werk von ſo gigantiſchem Ausmaß
keine Rolle ſpielen. Im übrigen werde bei der Neugliederung
auf die Intereſſen der Wirtſchaft gebührende Rückſicht genommen
werden. In ausdrücklichem Einverſtändnis mit dem Führer gab
Reichsminiſter Dr. Frick bekannt, daß für die Beamtenſchaft der
Länder auf Grund der bevorſtehenden Neuordnung des Reiches
kein Anlaß zur Beunruhigung beſtehe.
Beſondere Bedeutung legte Reichsminiſter Dr. Frick der im
Zuge der Neuordnung liegenden Stärkung der Autorität der
Reichsregierung bei, die ſich im Verhältnis zwiſchen Reich und
Ländern ſchon als Folge des Wegfalls ſachlicher Gegenſätze und
wegen der Gemeinſamkeit des großen Zieles ergehe.
Weiter machte der Miniſter in beſonderem Auftrage des
Füh=
rers grundſätzliche Ausführungen über die Zuſammenarbeit von
Partei und Staat und über die unbedingte Wahrung der
Staats=
autorität. Nach einer Ausſprache, an der ſich insbeſondere die
Miniſterpräſidenten von Preußen und Bayern beteiligten, und in
der alle Teilnehmer ſich einmütig hinter die vom Vorſitzenden
aufgezeigten Ziele des Führers ſtellten, forderte Reichsminiſter
Dr. Frick die verſammelten Miniſterpräſidenten und Miniſter auf,
ihre ganze Kraft freudig in den Dienſt der großen gemeinſamen
Aufgabe zu ſtellen und ſchloß die Beſprechung mit einem Heil auf
den Führer.
Die Voſſiſche Zeitung” des Ullſtein=Verlags ſtellt am 1. April
ihr Erſcheinen ein.
Der Führer des Reichsſtands der Deutſchen Induſtrie, Dr.
Krupp v. Bohlen und Hallbach, hat aus Anlaß der Aufhebung der
Mitgliederſperre der Deutſchen Arbeitsfront an die deutſchen in
duſtriellen Unternehmer einen Aufruf zum Beitritt in die Deutſche
Arbeitsfront erlaſſen.
Ueberzeugung in letzter Zeit um ſich gegriffen hat und wie ſie
nicht nur Privatmeinung einer gewiſſen militariſtiſch geſinnten
Oberſchicht, ſondern auch Allgemeingut breiter Volkskreiſe iſt,
bewies die kürzlich in Portsmouthſtattgefundene
Nachwahl. Dort hatten die Konſervativen als ihren
Kandi=
daten einen, aus dem Weltkriege bekannten Admiral, Sir Roger
Keyes, den ſogenannten „Held von Zeebrügge”, aufgeſtellt. Sir
Roger Keynes führte den Wahlkampf als „unabhängiger
Konſer=
vativer”, d. h. er zog einen ſcharfen Trennungsſtrich zwiſchen ſich
und der nach ſeiner Anſicht in Rüſtungsfragen „allzu ſchlappen”
Nationalen Regierung. Er, der von Politik ſonſt wenig verſteht,
führte den Wahlkampf nur unter einer Loſung: „England
braucht eine größere, Navy!” Und während bei den meiſten
übrigen Nachwahlen der letzten Zeit die Konſervativen in der
Regel ſtets ſtark an Stimmen eingebüßt und die Sozialiſten
überall an Stimmen merklich gewonnen hatten, vollzog ſich in
Portsmouth gerade das Umgekehrte, und Sir Roger Keyes
errang mit ſeiner Loſung „eine größere Navy für England!”
einen glänzenden Wahlſieg.
Dr. Goebbels über die Förderung
A
ver drutſchen annolerſchaft.
Berlin, 23. März.
Der Reichsminiſter für Volksaufklärung und Propaganda,
Dr. Goebbels, hielt Freitag mittag eine Beſprechung mit den
maßgebenden Herren, der deutſchen Filmwirtſchaft ab, an der
neben dem Präſidenten der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann,
u. a. auch Generaldirektor Ludwig Klitzſch von der Ufa,
General=
direktor Dr. Henkel von der Tobis. Bankdirektor Dr. Beelitz von
der Reichskreditgeſellſchaft, das Präſidialmitglied der
Reichsfilm=
kammer, Karl Auen, und der Reichsfilmdramaturg Willi Krauſe
teilnahmen.
Reichsminiſter Dr. Goebbels betonte, daß alle nur möglichen
Maßnahmen ergriffen werden müßten, um die Qualität des
deut=
ſchen Filmes, der heute als nationalſozialiſtiſches Kulturgut
über=
all in der Welt beachtet werde, weiter zu verbeſſern und die
ſtoff=
liche und künſtleriſche Geſtaltung mit dem Geiſte des neuen
jun=
gen Deutſchland noch mehr als bisher in Einklang zu bringen.
Dies ſoll ſelbſtverſtändlich nicht heißen, daß in Deutſchland
das Hauptgewicht auf politiſche oder kulturpolitiſche Tendenzfilme
zu legen ſei; im Gegenteil ſoll die Filminduſtrie den
Spielfilm und den Großfilm beſonders pflegen,
doch müßten dieſe Filme ſich von allem Kitſch und allem
unechten „Filmzauber” fernhalten, dafür aber echtes
deutſches Leben in wahrhaft künſtleriſcher Darſtellung zum
Aus=
druck bringen. Miniſter Goebbels erkannte an, daß eine ganze
Reihe von deutſchen Filmen in der vergangenen Spielzeit dieſen
Anforderungen durchaus entſprochen habe. Bei einem großen Teil
der in den letzten Monaten herausgebrachten Filme ſei dies aber
leider ganz und gar nicht der Fall geweſen.
Der Reichsfilmdramaturg ſei von ihm eingeſetzt worden, um
im engſten Einvernehmen mit der Filminduſtrie zu arbeiten,
ins=
beſondere auch, um die Induſtrie davor zu bewahren, daß bereits
fertiggeſtellte Filme aus ſtaatspolitiſchen Notwendigkeiten
ver=
boten werden müſſen. Der Reichsfilmdramaturg hat die Aufgabe,
die Filminduſtrie künſtleriſch und kulturpolitiſch zu beraten, nicht
aber ſoll er das freie künſtleriſche Schaffen einengen und die freie
wirtſchaftliche Betätigung behindern.
Es wurde einſtimmig feſtgeſtellt, daß die vom
Reichsfinanz=
miniſter im Rahmen der großen Steuerreform in Ausſicht
geſtellte Beſeitigung der Luſtbarkeitsſteuer als
im Augenblick wirkungsvollſte Hilfe zur Behebung der
Schwierig=
keiten in der Filmwirtſchaft anzuſehen ſei, und es wurde mit allem
Nachdruck gebeten, daß dieſe Maßnahme alsbald in Kraft geſetzt
werde, wodurch wieder eine ſichere Kalkulationsbaſis für die
Film=
wirtſchaft geſchaffen werden würde, die infolge der grundlegenden
Wandlungen in der Filmproduktion und im Theaterbeſuch im
Augenblick vielfach nicht mehr vorhanden ſei. Ferner herrſchte
volle Uebereinſtimmung, daß die deutſche
Filmproduk=
tion nachhaltiger als bisher vor der
ausländi=
ſchen Konkurrenz geſchützt werden müſſe, bei der
völlig andere und weſentlich beſſere und leichtere Produktions= und
Ausfuhrmöglichkeiten beſtänden.
Es wurde beſchloſſen, daß möglichſt ſofort Maßnahmen
ergrif=
fen werden, um die deutſche Filmproduktion noch nachhaltiger als
bisher zu fördern und zu ſchützen und die Ausfuhr zu begünſtigen,
zumal der deutſche Film ſich nach wie vor großer Beliebtheit im
Auslande erfreut und im beſonderen Maße geeignet iſt, deutſches
Geiſtes= und Kulturgut ins Ausland zu tragen, um auf dieſe
Weiſe für das neue Deutſchland zu werben. Die im Gang
be=
findliche deutſche Filmproduktion wird, wie ausdrücklich feſtgeſtellt
wurde, eine ausreichende Zahl von Filmen fertigſtellen, die den
Bedarf der deutſchen Lichtſpieltheater befriedigen wird. Es liegt
deshalb für die Verleiher keine Veranlaſſung vor, ſich für die
Deckung ihres Bedarfes nach ausländiſchen Filmen umzuſehen.
* Erdöl aus der Meereskiefe.
Forſcher ſteigen ins Schwarze Meer.
Im Laufe der letzten zehn Jahre — ſeit 1924 — hat der
ruſſiſche Forſcher Archangelſki mit ſeinen Mitarbeitern auf
mehreren Tiefſee=Expeditionen eine ſehr gründliche
Durch=
forſchung der Ablagerungen am Grunde des Schwarzen Meeres
vorgenommen. Dieſe Unterſuchungen, die im Auftrage der
ruſſiſchen Regierung ausgeführt wurden, haben u. a. zu
Ergeb=
niſſen geführt, die ein ganz neues Licht auf die bisher
noch ungeklärte Frage nach der Entſtehung des Erdöls werfen.
Bezeichnend für die Natur des Schwarzen Meeres iſt die
Tatſache, daß der Salzgehalt, der an der Oberfläche ſehr gering
iſt (nur 1,4 bis 1,8 Prozent), nach der Tiefe hin zunimmt (am
Grunde zirka 2,2 Prozent, in der Nähe des Bosporus ſogar
3 Prozent). Da infolgedeſſen die unteren Schichten ſpezifiſch
ſchwerer ſind als das Waſſer an der Oberfläche, ſo beſteht
zwi=
ſchen den verſchiedenen Waſſerſchichten ein ſtabiler
Gleich=
gewichtszuſtand, und es exiſtieren folglich keine vertikalen
Strö=
mungen, die die unteren Schichten mit friſchem Sauerſtoff
ver=
ſehen würden. Dazu kommt ein hoher
Schwefelwaſſer=
ſtoffgehalt, der bei etwa 300 Metern unter dem
Meeres=
ſpiegel beginnt, bis zu einer Tiefe von 500 Meter ſtark
an=
ſteigt und ſich von dort bis zum Grunde auf konſtanter Höhe
hält. Natürlich macht ſowohl das Fehlen des Sauerſtoffs wie
das Auftreten des Schwefelwaſſerſtoffs ein Tierleben in den
tieferen Schichten unmöglich.
Schon in 130 bis 150 Meter Tiefe verſchwinden die letzten
Reſte der im Waſſer ſchwebenden Lebeweſen.
Die Ueberbleibſel der abgeſtorbenen Fiſche lagern ſich unverſehrt
am Meeresgrunde ab, und man findet hier vorzüglich erhaltene
Skelette derſelben, da die Mollusken, die in anderen Meeren
die Fiſchleichen ſamt ihren Skeletten völlig zerſtören, hier fehlen.
Die einzigen Organismen, die unter den am Grunde gegebenen
Verhältniſſe exiſtieren können, ſind gewiſſe Bakterienformen, die
dann auch eine Zerſetzung der organiſchen Subſtanz bewirken.
Im weſentlichen beſtehen die Ablagerungen aus den Ueberreſten
mikroſkopiſcher Pflanzen und Tiere, wobei eine
äußerſt feine Schichtung — 20 Schichten auf einen Millimeter
zu beobachten iſt. Archangelſki konnte nachweiſen,
daß dieſe Schichtung durch den Wechſel der Jahreszeiten
hervorgerufen wird,
ſo daß ſich im Laufe eines Jahres zwei Schichten bilden. Ein
Zentimeter würde alſo im Laufe von hundert Jahren abgelager:
Der Neſtor der deutſchen Schauſpielkunſt 80 Jahre alt
Geheimrat Max Grube,
der verdienſtolle Schauſpieler und Regiſſeur, begeht am 25. März
ſeinen 80. Geburtstag. Grube gehörte dem Meininger Hoftheater
bereits in jener Zeit an, als die hiſtoriſierende Meininger
Theater=
kunſt zu Weltruhm gelangt war. Seit 1891 wirkte er als
Ober=
regiſſeur am Königlichen Schauſpielhaus in Berlin und verpflanzte
ſo die Kunſt der Meininger in die Reichshauptſtadt.
werden. Dieſe Ablagerungen ſind übrigens ihrer Natur nach
verſchieden im Oſten und Weſten, im Zentrum und am Rande
des Meeres. Die Schichtung fehlte vollſtändig nur in der Nähe
der Flußmündungen, da die dort herrſchende ſtarke horizontale
Strömung alle feineren Teile wegſchwemmte.
Die Feſtſtellungen, die auf den Tiefſee=Expeditionen
hinſicht=
lich der Ablagerungen auf dem Grunde des Schwarzen Meeres
gemacht wurden, ermöglichen es nun, auch die Entſtehung der
foſſilen Schichten in der Umgegend, insbeſondere am Nordrande
des Kaukaſus, klar zu erkennen. Im Terekgebiet ſind bei
Grosny Erdölquellen erſchloſſen worden, die den mittleren
Teilen der Tertjärzeit angehören. Das hier gefundene Erdöl
iſt offenbar nicht aus älteren Schichten eingedrungen, ſondern
ruht an derſelben Stelle, an der es gebildet worden iſt. Die
Unterſuchung der erdölführenden Schichten bewies,
daß dieſe mit den am Grunde des Schwarzen Meeres
befindlichen Ablagerungen völlig identiſch ſind.
Die Art der Schichtung und die Stärke der Schichten (20 Lagen
pro Millimeter) entſprach in jeder Beziehung den Ablagerungen
am Grunde des Schwarzen Meeres. Hieraus ergab ſich der
zwingende Schluß, daß die Bildung des Erdöls nur unter
Ver=
hältniſſen erfolgt ſein kann, wie ſie jetzt noch auf dem Boden
des Schwarzen Meeres herrſchen, d. h. bei völligem Luftabſchluß
in einem tiefen Meeresbecken, deſſen untere Waſſerſchichten durch
Schwefelwaſſerſtoff vergiftet ſind. Die reichſten Oelvorkommen
ſind dort, wo nur eine ſehr ſpärliche Tierwelt vorhanden war,
während die ufernahen Bildungen mit reicheren Tierüberreſten
nur wenig Oel führen.
So laſſen die Arbeiten Archangelſkis darauf ſchließen, daß
die Bildung von Erdöl nicht nur in vergangenen Erdperioden
vor ſich gegangen iſt, ſondern daß es ſich um einen Prozeß
handelt,
der ſich auch heute noch unter den gleichen Bedingungen
wie in der Vorzeit abſpielt.
Der Chemismus der Umwandlung iſt allerdings noch unbekannt.
Wahrſcheinlich handelt es ſich hierbei um die Wirkung einer noch
nicht aufgefundenen Bakterienart des „Micrococcus petroli”,
deſſen Enideckung der ſpäteren Forſchung vorbehalten bleibt.
Montanus.
Ein neuer Franz von Aſſiſi. Der belgiſche Miniſterpräſident
de Broqueville predigt den Tanks. Dieſes ausgezeichnete
Titel=
blatt der Nr. 52 des „Simpliciſſimus” von Schilling drückt die
ganze Ausſichtsloſigkeit einer Rückkehr der Vernunft aus, zugleich
aber einen Dank für das mutige Wort des belgiſchen
Staats=
mannes. Ein Blatt „Getreue Nachbarn” von Thöny geht auf die
franzöſiſch=italieniſchen Beziehungen. Zum Tag des Buches bringt
Gulbranſſon eine humorvolle Folge, die die Leiden des
Buchhan=
dels vor Augen führt. Von Schulz iſt ein hoffnungsfrohes Blatt
„Wieder Arbeit” zu einem Gedicht von Zerfaß, und Scheurich
ka=
rikiert treffend die „Mondänen”. Aus einer ganz anderen Welt,
einer ſtandhaften, einfachen, iſt ein Bauern=Ehepaar von
Gul=
branſſon unter dem Titel „Ein Feind der Medizin”.
— Tiſchdecken und Serviettenfalten. Ein praktiſcher Ratgeber für
feſtliche Gelegenheiten mit 4 Kunſtdrucktafeln und 19
Abbil=
dungen im Text. Von Hermine Kiehnle. Preis nur RM. 0.90.
(Süddeutſches Verlagshaus G. m. b. H., Stuttgart=N.,
Birken=
waldſtr. 44.)
Samstag, 24. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 82 — Seite 3
7
Barthous „Nein
ar Matbonato.
Die franzöſiſche Noke auf Edens Fragen veröffenklichk. — Rückkehr zu den „kraditionellen Theſen” der
angeb=
lich bedrohken Sicherheit Frankreichs, zu dem Enkwaffnungsdikkak von Verſailes
und den Sankkionsklauſeln des Genfer Stakuks.
*
Die heiligſten Sankkionen!
Die Sammlung der Abrüſtungs= oder ſchon beſſer Rüſtungs
Dokumente iſt um ein neues Stück bereichert worden. Es lieg
jetzt der Wortlaut der Barthou=Note an England vor. Dieſes
Schriftſtück iſt erſt nach den ausgiebigſten Beratungen innerhall
des Pariſer Kabinettes zuſtande gekommen. Es birgt wirklich
kei=
nerlei Ueberraſchungen für uns, eher darf man ſich darüber
wur=
dern, daß Paris ſeine Gedankengänge in einer neuen Note
zu=
ſammengefaßt hat, obwohl das, was hier zum Ausdruck gebracht
wird, eigentlich dem Lordſiegelbewahrer Eden ſchon bei ſeinem
erſten Beſuch innerhalb weniger Minuten hätte mitgeteilt werden
können.
Was damals als Eindruck nach dem Beſuch des Engländers
in der franzöſiſchen Hauptſtadt zurückblieb und das dann ſpäter
in der Pariſer Preſſe immer wieder auseinandergeſetzt wurde, hat
ſich jetzt beſtätigt:
Frankreich weicht jeder klaren Ankwork aus.
Es iſt nicht bereit zu ſagen, welche Opfer es im Intereſſe der
Löſung des Abrüſtungsproblems bringen will und ob es geieigt
iſt, auf den Boden des Macdonald=Planes zu treten. Statt deſſen
redet es um die Dinge herum, um dann plötzlich das
her=
vorzukehren, was eigentlich ſchon im Zuge des
deutſch=franzöſiſchen Gedankenaustau
überwunden gelten konnte.
ſches als
Die Note ſchlägt Töne an, wie ſie vor Jahren noch üblich
waren. Man iſt geneigt, der Vermutung Raum zu geben,
daß man in Paris plötzlich alles über Bord geworfen hat,
was in den letzten Wochen und Monaten als Annäherung
verzeichnet werden konnte.
Frankreich will plötzlich wieder nach Genf und Verſailles
zu=
rück. Es kommt wieder mit ſeinen alten Sicherheitstheſen, ja es
greift wieder auf die Sankkionen zurück,
die ihm etwas „Heiliges und Unantaſtbares” zu ſein ſcheinen.
Um dieſe Sanktionen dreht ſich dann auch ſo ziemlich alles,
was in der Barthou=Note zur Abrüſtung geſagt wird. Wir müſſen
ſchon beſtätigen, daß die Note einen wenig erhebenden Eindruck
hinterläßt, daß ſie vor allem wirklich nicht geeignet iſt, den
Ab=
rüſtungsgeſprächen einen neuen Auftrieb zu geben. Nach der
poſi=
tiven Seite hin bietet ſie nichts, nach der negativen Seite hin alles
und das, obwohl Frankreich die ſtärkſt gerüſtete Macht der ganzen
Welt iſt und an ſeiner Seite Bundesgenoſſen weiß, deren
Vor=
handenſein allein ſchon die Ausmaße der Sicherheit Frankreichs bis
ins Endloſe ſteigert.
Dennoch geht aus der Note an England unverblümt hervor,
daß man um dieſe Sicherheit beſorgter denn je tut. Seibſt die
Lüge von der deutſchen Geheimrüſtung muß wieder herhalten, um
einen Vorwand für das Sicherheitsgeſchrei abzugeben. Dabei
lie=
gen die Dinge doch ſo, daß
Deutſchland die Nakion iſt, für die es bisher
überhaupk keine Sicherheit gibl.
Wir beſitzen ganze 100 000 Mann Reichswehr, ein paar hundert
Maſchinengewehre und wenige Geſchütze, keine Reſerven, keine
Waffenlager, keine Befeſtigungen, keine Militärluftfahrt und
keine Kriegswagen. Frankreich dagegen iſt bis an die Zähne
be=
waffnet. Es hat ſeine Verteidigung ſo aufgebaut, daß es in kurzer
Friſt und ohne Befragung des Parlamentes rieſige Streitkräfte
mobilmachen kann. Es beſitzt eine Kette unüberwindlicher
Feſtungs=
anlagen an ſeinen Grenzen, faßt das ganze deutſche Rheinland
liegt im Feuerbereich der in die Zehntauſend gehenden franzöſiſchen
Geſchütze und iſt durch Tauſende von Tanks bedroht. Die
fran=
zöſiſchen Flugzeuge können in Rieſenſchwärmen jederzeit deutſ he
Städte und Dörfer, die ungeſchützt ſind, mit Bomben eindecken.
Und daneben ſtehen ihnen weitere ungeheure Kräfte in den
Ar=
meen der Vaſallenſtaaten zur Verfügung, die rings um
Deutſch=
land liegen.
Was iſt natürlicher als unſer Verlangen nach einer
Landes=
verteidigung, die uns wenigſtens die Ausſicht auf einen
einigermaßen erfolgverſprechenden Schutz gegen Angriffe
auf unſere Sicherheit garantiert?
300 000 Mann Reichswehr, dazu die erforderlichen
Defenſiv=
waffen ſind wirklich angeſichts der um Deutſchlands Grenzen
Zer=
ſammelten Millionenarmeen ſo wenig, daß auch ſpäter unſere
Sicherheit auf äußerſt ſchwachen Füßen ſtehen bleibt. Wo aber ſind
unſere Verbündeten? Wir können im Falle der Gefayr auf Hilfe
von anderer Seite nicht rechnen. Frankreich dagegen hat noch
den Locarno=Vertrag in der Taſche, dazu den Kellogg=Pakt und
die Nichtangriffs=Erklärung.
Unter dieſen Umſtänden hätte wohl die ganze Welt erwartet,
daß Frankreich jetzt endlich von ſich aus praktiſche Vorſchläge
machte, die ſo gehalten ſind, daß ſie verwirklicht werden können.
Aber ſchon das Verhalten dem engliſchen Lordſiegelbewahrer
ge=
genüber ſprach Bände. Es bewies, daß Frankreich nach wie vor
die alten Gleiſe benutzt und weder eine Rüſtungsbeſchränkung
oder eine Rüſtungsbegrenzung noch einen Rüſtungswaffenſtillſtand
hinzunehmen gedenkt. Es zieht ſich immer wieder hinter die ihm
„ungenügend garantierte Sicherheit” zurück, verlangt die
Auf=
rechterhaltung der Beſtimmungen des Verſailler Vertrages, will
die Sanktionsklauſel des Völkerbundspaktes nicht mreisgeben.
Kurzum: Wir ſtehen heute nach monatelangen
Ver=
handlungen noch immer dort, wowir vor Jahren
in Genf anfingen. Einigermaßen geſpannt ſind wir auf die
Art, wie England auf dieſes neue Dokument reagieren wird.
Moskau zur Muſſolini=Rede.
O. E. Moskau, 22. März.
Zur Rede Muſſolinis erklären die offiziöſen „Jsweſtija”:
Der italieniſche Staatsmann habe feſtgeſtellt, daß die
Ab=
rüſtungskonferenz geſcheitert ſei; die Kundmachung dieſes
Bankerotts werde einer Todesanzeige des Völkerbundes
gleich=
kommen. Der Zuſammenbruch der verhüllenden Kuliſſen, hinter
welchen nach dem Weltkriege die Pläne und Machenſchaften
der Großmächte ausgearbeitet wurden, mache die
Wiederher=
ſtellung des offenen Syſtems der Bündniſſe notwendig. Italien
bereite ſich vor, dieſer Sachlage Rechnung zu tragen, wobei
es auf ſeine Kraft poche und auf ſeine Rüſtungen hinweiſe, die
es keinesfalls einzuſchränken gedenke.
Japaniſche Genugkuung
EP. Tokio, 23. März.
Zu der Veröffentlichung des Notenwechſels zwiſchen dem
japaniſchen Außenminiſter Hirota und dem amerikaniſchen
Staatsſekretär Hull ſchreibt „Nichi=Nichi”” in ihrem Leitartikel
u. a.: „Hirota hat offen und ehrlich ſeine Ueberzeugung von der
Möglichkeit einer Verſtändigung mit den Vereinigten Staaten
ausgeſprochen. Auch die Worte des Staatsſekretärs Hull finden
wir ernſt und ehrlich. Die Uebereinſtimmung der beiderſeitigen
Anſichten iſt höchſt erfreulich. Beide Briefe ſind eine notwendige
Aufklärung für alle jene, welche das wirkliche japano=
amerika=
niſche Verhältnis nicht verſtanden; ſie werden beſonders für
diejenigen ein ſchwerer Schlag ſein, die ſich bemühten eine
Trübung der Atmoſphäre zwiſchen Japan und Amerika
herbei=
zuführen.”
Japan gewährleiſtet die Unabhängigkeit
der Philippinen.
EP. Tokio, 23. März.
Im Zuſammenhang mit der japaniſch=amerikaniſchen
Annähe=
rung verlautet aus unterrichteten Kreiſen, daß Japan ſich bereit
erklart hat, die Neutralität der Philippinnen zu garantieren. Wie
angedeutet wird, findet über dieſe Frage zurzeit ein
Meinungs=
austauſch zwiſchen Tokio und Waſhington ſtatt, der allerdings
vorläufig nur theoretiſchen Charakter hat. Eine Garantie=
Erklä=
rung Japans würde naturgemäß erſt in dem Augenblick in Frage
kommen, in dem Amerika den Philippinnen ihre Selbſtändigkeit
wiedergibt und ſeinerſeits ebenfalls ihre Unabhängigkeit
ga=
rantiert.
Die Unkerſuchung des Staviſky Falles.
Beſchuldigke Miniſter werden verhört.
EP. Paris, 23. März.
Das geſtrige Verhör der beiden ehemaligen Miniſter und
Abgeordneten Dalimier und Durand vor der parlamentariſchen
Unterkommiſſion hat ſchwere Fehler der Verwaltung aufgedeckt.
Die Erklärungen von Dalimier haben auf die Mehrheit der
Kommiſſionsmitglieder inſofern einen ſehr ungünſtigen Eindruck
gemacht, als der ehemalige Miniſter verſuchte, alle Schuld auf
ſeine Untergebene abzuwälzen, während Durand die von ſeinen
Parteigenoſſen beſchuldigten Beamten in Schutz nahm. Im
übrigen haben die beiden ehemaligen Miniſter, und beſonders
Dalimier, ſich mit den ſchon ſattſam bekannten Argumenten
ver=
teidigt. In den Wandelgängen der Kammer ging das Gerücht
um, daß die Erklärungen Dalimiers heute noch dem
Unter=
ſuchungsrichter zur weiteren Bearbeitung übermittelt werden
würden. Daran knüpfte ſich das Gerücht, daß noch heute mehrere
ſenſationelle Verhaftungen erfolgen dürften.
Der Verdacht verſtärkt ſich, daß der Mörder oder einer
der Mörder des Richters Prince
der Helfershelfer Staviſkys, Romagmino, iſt. Ein Zeuge will in
dieſer ſehr üblen Perſönlichkeit den Mann erkannt haben, der
das neben der Leiche gefundene Meſſer in einem Pariſer
Waren=
haus gekauft hat, und ein Poliziſt will ebenfalls in Romagnino
einen der Männer erkannt haben, die mehrere Tage vor dem
Mord die Wohnung des Pariſer Richters überwachten.
Romag=
nino war auch eines der hervorragendſten Mitglieder des
be=
riichtigten Spielklubs „Frolios‟ —
Andererſeits gilt es als
abſolut erwieſen, daß der ehemalige Abgeordnete von Martinique,
Galmot, deſſen geheimnisvoller Tod niemals aufgeklärt
werden konnte, von der Staviſky=Bande ermordet worden iſt.
Galmot war ſelbſt Mitglied dieſer Bande, ja, ſoll ſogar ihr
Kaſſier geweſen ſein. Er hatte die Bande an die Polizei
ver=
raten, die daraufhin im Jahr 1926 die ganze Geſellſchaft im
Marly=le=Roy aushob. Damals ſoll Staviſky nach Ausſage
zu=
verläſſiger Zeugen Rache geſchworen haben; Romagnino war zu
jener Zeit eines der aktivſten Mitglieder der Bande.
Die klägliche Rolle franzöſiſcher
Grubenbeamker.
Meineidsverdächtige reiſen „nach Hauſe‟.
dsk. Saarbrücken, 23. März.
In dem bekannten Prozeß; gegen Kommerzienrat Röchling
hatten verſchiedene Beamte der franzöſiſchen Grubenverwaltung
eine mehr als klägliche Rolle geſpielt. Gegen mehrere dieſer
Be=
amten iſt inzwiſchen Anzeige wegen Meineids erſtattet worden.
Um dieſem unangenehmen Verfahren aus dem Wege zu gehen,
liquidiert die franzöſiſche Grubenverwaltung dieſe Angelegenheit
auf ihre eigene Weiſe, indem man die belaſteten Beamten nach
Frankreich verſetzt. So iſt der Büroinſpektor Linn, der zweifellos
mehrfach Meineide geleiſtet hat, bereits verſchwunden. Jetzt wird
ihm auch der Ingenieur Diviſionär Schöller folgen. Die Stelle
Linns iſt mit einem Emigranten aus Zweibrücken beſetzt worden.
Hochſpannung in Irland.
de Valera fordert Abſchaffung des Senaks.
EP. Dublin, 23. März.
Die Ablehnung des Geſetzes über das Verbot der
Blau=
hemden durch den gegen die Regierung eingeſtellten Senat hat
zu einem überraſchenden und draſtiſchen Gegenzug de Valeras
geführt. Der Miniſterpräſident hat am Donnerstag abend im
Dail eine Vorlage eingebracht, welche die Abſchaffung des Senats
vorſieht. Dabei bezeichnete de Valera in einer ſehr ſcharfen Rede
den Senat als eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit.
Mit dieſer Maßnahme, die in politiſchen Kreiſen ungeheures
Aufſehen erregte und von der Oppoſition als offener
Ver=
faſſungsbruch gebrandmarkt wird, hat de Valera die
innerpoli=
tiſche Spannung bis an den Rand eines offenen Konflikts
getrieben. Man rechnet daher auch damit, falls es nicht ſchon
vorher zu plötzlichen dramatiſchen Entwicklungen kommen ſollte,
daß im Frühſommer Neuwahlen kommen, wobei die Frage der
Abſchaffung des Senats gleichzeitig zur allgemeinen Abſtimmung
geſtellt werden dürfte.
Geſamkſchau Ernſt Eimer und Sulamith Wülfing
in der Kunſthalle am Rheinkor.
Der Vorſtand des Kunſtvereins ſchreibt uns:
Wenn die letzte Veranſtaltung in der Kunſthalle am Rheintor
„Die Runde” von allen Beſuchern ſehr beifällig aufgenommen
worden iſt, dürfte auch die nun kommende Ausſtellung ihres
Er=
folges ſicher ſein. In ihrem Mittelpunkt ſteht eine Geſamtſchau
des Vogelsberger Dichtermalers Ernſt Eimer, der auf Grund
ſei=
nes künſtleriſchen Schaffens nicht mit Unrecht gelegentlich ſchon
als der beſſiſch Hans Thoma bezeichnet worden iſt. Ernſt Eimer
iſt den Darmſtädter Kunſtfreunden kein Unbekannter. Seine
Kunſt hat ſtets zahlreiche Verehrer gefunden, ſo daß es nur
freu=
dig begrüßt wurde, wenn er nach mehrjährigem Aufenthalt in
Frankfurt a. M. nun wieder hierher zu uns zurückgekehrt iſt. Man
wird deshalb dem Kunſtverein Dank wiſſen, daß er aus dieſem
Anlaß jetzt den Darmſtädter Freunden Eimers eine
Zuſammen=
ſtellung der ſchönen Arbeiten zeigt, die der Künſtler in den letzten
Jahren geſchaffen hat. Wie früher atmen auch ſie alle die
Gerad=
heit und Tiefe ſeines urdeutſchen Gemüts und Weſens, ſowie die
innere Verbundenheit mit Land und Leuten ſeines geliebten
Heſ=
ſenlandes. Ihm fremden Kunſtrichtungen ſteht er ablehnend
ge=
genüber. Er ſchöpft immer nur aus dem koſtbaren Gut der Natur
aus ihr holt er ſich die Anregungen zu ſeinem künſtleriſchen
Schaf=
fen, das darum ſo bodenſtändig und im beſten Sinn deutſch
ge=
blieben iſt. Aus allen ſeinen Werken klingen die tiefen inneren
Empfindungen, denen ſie ihre Entſtehung verdanken, ſo daß ſich
der andachtsvollen Weihe, die ſie ausſtrahlen, kein Beſucher
ent=
ziehen kann. Mit Ernſt Eimer ſtellt diesmal auch ſeine Tochter
Eliſabeth aus, die ſich auf kunſtgewerblichem Gebiet betätigt. Sie
zeigt ſehr anſprechende gebatikte Kiſſen, Decken, Schals und
der=
gleichen, nach eigenen Entwürfen, die bei ihren ſehr annehmbaren
Preiſen ſchöne Oſtergeſchenke abgeben dürften.
In dem an den Oberlichtſaal angrenzenden Nordraum
er=
ſcheint mit einer kleinen Kollektion neuer, ſonſt noch nicht
gezeig=
ter Werke, die auch bereits in Darmſtadt anerkannte und beliebte
Elberfelder, Künſtlerin Sulamith Wülfing, die heute in ihrem
beſten Schaffensalter ſteht. Einige Semeſter Kunſtgewerbeſchule
genügten, ihr die handwerklichen Grundlagen zu übermitteln und
ihr die Möglichkeit zu geben, der Fülle ihrer Geſichte, die aus dem
ſchier unerſchöpflichen Brunnen ihrer Phantaſie fließen bildhaft
Form und Ausdruck zu ſchenken. Dann wurde ſie ſich ſelbſt
Lehr=
meiſterin, ſich ſelbſt der ſtrengſte Kritiker, Linie um Linie
ver=
beſſernd, Farbe um Farbe abſtimmend. Oft heute verwerfend was
ſie geſtern geſchaffen, alles aus Gott geborene als unzerſtörbares
Vorbild vor Augen, erarbeitete ſie ſich den Grad der Meiſterſchaft,
der ihre Kunſt heute zu einer einmaligen ſtempelt. Es ſteht außer
Zweifel, daß auch die Arbeiten, die Sulamith Wülfing jetzt bringt,
ungeteilten Beifall finden werden. Wie bei früheren Darmſtädter
Ausſtellungen der Künſtlerin, ſind auch diesmal wieder von ihr
illuſtrierte Bücher ſowie Poſtkartenſerien bei der Kaſſe zu erhalten,
die damals immer viele Abnehmer gefunden haben.
Außerdem erſcheint mit einer größeren Anzahl Radierungen
der in Kunſtkreiſen bekannte Maler und Graphiker Hermann
Mayerhofer=Paſſau. Er ſtellt Arbeiten aus, die teils mit
der kalten Nadel, teils mit dem Stichel in die Platte vertieft
ſind; hauptſächlich landſchaftliche Motive und Städtebilder aus
Paſſau und Italien. Seine Kunſt hat in letzter Zeit bei
Veran=
ſtaltungen in Aachen, Bremen, München und Salzburg ſtarke
An=
erkennung gefunden, wofür auch eine ganze Reihe von Verkäufen
an Muſeen und Kunſtvereine den Beweis erbrachte. Es iſt mit
Beſtimmtheit zu erwarten, daß ſeine künſtleriſchen Schöpfungen bei
den ſehr erſchwinglichen Preiſen auch hier bei uns Liebhaber
fin=
den werden. Jedenfalls wird für den Kunſtverein der Erwerb
einiger dieſer Radierungen als Gewinne für die kommende
Weih=
nachtsverloſung in Frage kommen.
Die Eröffnung der Ausſtellung erfolgt kommenden
Sonn=
den 25. März, vormittags 10 Uhr. Die Beſuchszeiten
tag
ſind Werktags von 11 bis 16 Uhr und Sonntags von 10 bis
13.30 Uhr.
Der Vorſtand des Kunſtvereins glaubt, ſeine Mitglieder
ge=
rade auf dieſe Veranſtaltung beſonders hinweiſen zu ſollen, weil
ſie deren Beſuch ſicher nicht zu bereuen hätten; er hofft, ſie
des=
halb nicht nur am Eröffnungstage, ſondern auch im Verlauf der
Ausſtellung in recht ſtattlicher Anzahl in der Kunſthalle zu ſehen.
Konzert der Banda Fasciſta aus Chiefi.
Großes Haus. — Freitag, den 23. März 1934.
In dem Großen Haus gaſtierte ein außergewöhnlich großes
Bläſerorcheſter von 72 Muſikern, ein ſtädtiſches Muſikkorps, das
der 136. Milizlegion eingegliedert iſt und in Italien und nun
auch in Deutſchland ſich große Erfolge erworben hat. Zwar iſt
eine derart ſtark beſetzte Bläſerkapelle eigentlich für das
Muſi=
zieren im Freien beſtimmt, denn der Forteklang ſprengt faſt
einen Raum wie das Landestheater, zwar iſt es meiſt ein
küh=
nes Unterfangen, ſinfoniſche Muſik, die vor allem für Streicher
gedacht iſt, auf Bläſer zu übertragen, und von vielen Stellen iſt
wenig Uebergang zwiſchen Holz= und Blechbläſern vorhanden,
— aber davon abgeſehen waren die Leiſtungen der Banda
bewundernswert. Umrahmt wurde die Feier durch das
Deutſch=
land= das Horſt=Weſſel=Lied, die italieniſche Nationalhymne und
den Fasciſten=Marſch, und dazwiſchen eine große Anzahl zum
Teil großformiger und ſchwieriger Werke. Intereſſant war es,
deutſche Muſik unter italieniſcher Leitung von Italienern geſpielt
zu hören, Wagners Tannhäuſer=Vorſpiel nähert ſich da etwas
dem Verdi=Stil, der erſte Satz von Schuberts Unvollendeter
zeigte ein wenig ungewohnte Tempi und eine
Synkopenauffaſ=
ſung, die aus den eigenſinnigen Kraftäußerungen hochpathetiſche
Angelegenheiten machte. Eigentümlich wirkte der letzte Satz von
Beethovens 4. Sinfonie, der ganz beſonders auf Streichorcheſter
eingeſtellt iſt, und in deſſen Hauptteil nun die Blechbläſer eine
große Rolle ſpielten, während der Anhang der Durchführung
den Holzbläſern zugeteilt wurde. Sehr geſchickt war die
Ueber=
tragung der 2. ungariſchen Rhapſodie von Liſzt, deſſen
unga=
riſches Temperament den Italienern beſonders lag, und in
„deren virtuoſen Kadenzen der Soloklarinettiſt Triumphe feierte.
Von italieniſchen Kompoſitionen hörten wir die bekannten
Fontane di Roma von Reſpighi, eine Phantaſie über Verdis
Rigoletto und drei kürzere Sätze von Mascagni. Den Schluß
bildete die rieſenhaft ſich ſteigernde Programmouvertüre 1812 von
Tſchaikowſki, die den Untergang des napoleoniſchen Heeres in
Rußland ſchildert. Die Wiedergabe all dieſer Werke war in ihrer
Art hervorragend, ausgezeichnet diſzipliniert und vom
Dirigen=
ten C. M. Valenti temperamentvoll und großzügig geleitet.
Die Zugabe des erſten Teils, ein Perpeteum mobile von
Paga=
nini, zeigte beſonders das virtuoſe Spiel von Flöte und
Klarinette, aber auch die Blechbläſerſoli ſtanden in keiner Weiſe
an vorzüglichem Können und ſchöner Tongebung zurück. Das
Haus war recht gut beſucht, und man jubelte herzlich dem
Orcheſter und ſeinem hervorragenden Leiter zu.
F.N.
Die Banda Fasciſta in Mainz.
Auf ihrer Deutſchlandrundfahrt kamen die bekannten Muſiker,
eine Feierabendkapelle aus der Stadt Chieti, auch nach Mainz,
wo ſie durch die Stadtverwaltung und die Parteiſtellen feierlich
empfangen wurden. Das im großen Saale der Stadthalle
ange=
ſetzte Konzert litt allerdings unvorhergeſehenerweiſe an überaus
ſchlechtem Beſuch. Das iſt aufrichtig zu bedauern, denn man lernte
hier typiſch italieniſche Muſik kennen, intereſſant gerade in dem,
was ſie von unſerer deutſchen Muſikgeſinnung trennt. Dieſe 72
Muſiker, unter der Führung von Domenico Valenti, ſind zu
einem vollkommen einheitlichen Klangkörper zuſammengewachſen.
Sie dürfen nicht mit einem hochwertigen Symphonieorcheſter
ver=
glichen werden, ſondern eher mit einer Militärkapelle höheren
Ranges. Obwohl die Streicher ganz fehlen (ſie werden, ſo weit
möglich, durch das Holz erſetzt), gehen dieſe Leute auch an größere
künſtleriſche Aufgaben heran. Die einleitende Ouvertüre zu
„Tannhäuſer” blieb freilich eine Geſte gegen das Gaſtland. Am
beſten gelangen natürlich die hundertprozentig italieniſchen Stücke,
unter denen am beſten die Phantaſie aus Puccinis „Boheme”
ge=
fiel. Ein ſo feingliedriges Werk wie Reſpighis „Fontane de
Roma” verliert mit dem Streicherklang jedoch ſein Beſtes.
Tſchai=
kowſkis Ouvertüre „1812” wurde mit echt ſüdländiſchem Pathos
und dynamiſcher Ueberſteigerung hingelegt. Das Deutſchlandlied
mit dem Horſt=Weſſel=Lied bildete den Beginn, das nochmalige
Deutſchlandlied mit der Fasciſtenhymne „Gioninezza” den
Ab=
ſchluß des von den Anweſenden mit ſteigernder Begeiſterung auf=
Dr. B.
genommenen Programms.
Samstag, 24. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Staut Harten
Karl Wilhelm Boegele
Eilly Voegele
geb. Iitmann
Vermählte
Darmſtadt, Fallaswieſengraße 14, I.
Kirchliche Trauung: Samstag, den 24. März 1934, 15 Uhr
in der Johänneskirche
Stait Karten.
Geſtern abend verſchied unerwartet infolge eines
Schlag=
anfalles meine innigſtgeliebie, unvergeßliche Frau,
unſere treuſorgende Mutter, meine geliebte Tochter,
unſere gute Schweſter und Schwägerin
Statt Harten
geb. Hunſinger
In iſefer Trauer:
Adolf Gros, Landgerichtsdirektor
Dr. Franz Gros, Gerichtsaſſeſſor
Helma Gros.
Darmſtadt, den 23. März 1934
Heinrichsſtraße 124
(3444
Die Einäſcherung findet in der Stille ſtatt.
Ihre Vermählung geſtatten ſich anzuzeigen
Rurt Weſthoven
Anneliſe Weſthoven
geb. Walz
Berlin=Wilmersdorf
Darmſtadt
Regensburgerstraße 27
Klavter-
stimmen
Piano-
Berg
Hügelstr. 32
eefon 126
2318a
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag 3 Uhr wurde mein
lieber Mann, unſer guter Vater, Bruder,
Schwager, Schwiegerſohn,
Schwieger=
vater und Großvater
Dankſagung
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme beim
Hin=
ſcheiden meines lieben Mannes, unſeres guten Bruders, Schwa
gers und Onkels des Poſtinſpektors
1 Knabenrad,
wie neu, 28.—
desgl. . 30.
Grafenſtr. 20/22.
Gaſtwirt
im Alter von nahezu 58 Jahren nach
langem, ſchweren Leiden durch einen
ſanften Tod erlöſt.
ſagen wir allen recht herzlichen Dank. Beſonders danken wir
Herrn Pfarter Grein für ſeine troſtreichen Worte bei der
Trauerfeier und am Grabe, ferner dem Poſkamt I, Darmſtadt,
dem Reichstreubund ehemaliger Berufsſoldaten, den
Schulkame=
raden und Schulkameradnnen, ſowie für alle Blumen= und
Kranzſpenden und allen denen, die dem Entſchlafenen die letzte
Ehre erwieſen haben.
Namens der Hinterbliebenen:
Frau Sophie Huck, geb. Völger.
Arheilgen, den 23. März 1934.
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zum Osterfest von der
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Darmſtadt, den 22. März 1934.
Otto=Wolfskehlſtr. 7.
Die Beerdigung findet am Montag,
den 26. März 1934, nachmittags 2½ Uhr
auf dem Waldfriedhof ſtatt.
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betriebe ſelbſt und ab 1. April 1919 als Pächter meines
Brauereſausſchankes „Zum Brauſtüb’!”
In den langen Jahren ſeiner Tätigkeit hat der leider
zu früh Verſiorbene unermüdlich in ſtets vorbildlicher
Pflichttreue mein Unternehmen fördern helfen. Ich
werde ſeiner Mitarbeit ſtets in Dankbarleit gedenken.
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Darmſtadt,
Jankr.=Str. 2½,
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Für alle Teilnahme, die mir und meinen Kindern
zu=
teil wurde und für alles treue Gedenken an unſeren
geliebten Verſiorbenen ſage ich meinen aufrichtigen
Dank.
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geb. Foelix.
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[ ← ][ ][ → ]Samstag, 24. März 1934
Aus der Landeshauptſitadt
Darmſtadt, den 24 März 1934.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 82 — Seite 5
POA.=Tagung der Frauen=Ortsgruppe Darmſtadt.
Nakionalſozialiſtiſche Volkswohlfahrk.
Straßenſammlung vom 26. März bis 6. April 1934.
Mit dem Abſchluß des Winterhilfswerks nimmt die NS.=
Volkswohlfahrt den Kampf gegen Not und Elend auf. Zunächſt
wird ſie im Rahmen des Hilfswerks „Mutter und Kind” den
Schutz von Mutter und Kind übernehmen.
Auch die große Aufgabe kann nur erfüllt werden, wenn jeder
Volksgenoſſe mithilft.
Von Montag, den 26. März Ifd. Js. ab, kommt ein
Früh=
lingszweig für 20 Pfennig zum Verkauf, den jeder Volksgenoſſe
tragen muß
Wer deutſch denkt und fühlt, muß die NS.=Volkswohlfahrt
fördern helfen, um die öffentlichen Mitteln von Wohlfahrtslaſten
zu befreien.
Jeder unbeſcholtene Deutſche hat daher die
Pflicht, nicht nur bei gelegentlichen
Sammlun=
gen zu helfen, ſondern auch Mitglied der NS.=
Volkswohlfahrt zu werden.
Winkerhilfswerk des deutſchen Volkes 1933/34.
An die Geſchäftsinhaber der Stadt Darmſtadt.
Trotz wiederholter Aufforderung haben bis jetzt nur
ganz wenige Geſchäftsinhaber die Sammelbüchſen für den
Zwil=
lings=Pfennig bei der Kreisführung, Wilhelminenſtraße 34,
abge=
liefert.
Es wird daher nochmals dringend gebeten, die
Sam=
melbüchſen bis ſpäteſtens Montag, den 26. März,
nach=
mittags 5 Uhr, in der Geſchäftsſtelle der Kreisführung
ab=
zugeben.
Heſſiſches Landestheater.
Miſte Hie Samstag24. März 15½,Endeg 18½: D. Bühne Jugendr. 16 Ausw.
Der Troubadour.
Preiſe 0.70—5.50 Anf. 20, Ende gegen 23½ Uhr. D. Bühne K 13
Gräfin Mariza.
Preiſe 0 70—5 50 Sonntag
25. März Anf. 18, Ende geg. 22½ Uhr. Ringmiete 3 Vorſt.
Siegfried.
Preiſe u.7 —5.50 Vonte g. März Anf. 19½, Ende geg. 22¾ Uhr. Serie II, 1—1300
* S.=Gemeinſchuft „Kraft durch Freude‟
Gräfin Mariza,
Mef 0 Kaſanagſta Mertch
27. März Anf. 20, Ende gegen 22 Uhr. 4 18
Die Fabel vom vertauſchten Sohn. 0.70—5.50 Mitwog g. März Anf. 18½, Ende 23½ Uhr. Ringmiete 4. Vorſt.
Götterdämmerung.
Preiſe 0.70—5.50 Sonntag
1. April Anf. 19. Ende nach 21½ Uhr. (Außer Miete)
Caballeria Ruſtieana hierauf: Der Bajazzo.
Prei e 0.70—5.50 Kleines Haus Samstag
24. März Anf. 20, Ende 22½ Uhr. (Außer Miete) dazu
Nummerkarten 251—500.
Preiſe 0.70—3.80
Der letzte Zeuge. Sonntag
25. März Anf. 20, Ende 22½ Uhr. (Außer Miete) dazu
Nummerkarten 501—600.
Preiſe 0.70—3.80
Am Himmel Europas. Dienstag
27. März Anf. 20, Ende nach 22½: Kinderreiche Mütter
Nummerkarten 251—500 und 601—900.
Die große Chance.
Preiſe 0.70——3.80 Mittwoch
28. März Anf. 20, Ende 22½ Uhr Zuſatzmiete I1 11. Vorſt.
Preiſe 0.70—3.30
Am Himmel Europas. Donnerstag
29. März Anf. 20, Ende 22½. Zuſatzm. III 10. Vorſt. dazu
Kinderreiche Mütter Nummerkarten 901—1300.
Preiſe 0.70—3.80
Am Himmel Europas. Samstag g. März
D Anf. 20, Ende 22½ Uhr. (Außer Miete)
Preiſe 0.50, 1.—, 1.50
Der Glasſchrank. Sonntag.
1. April Anf. 19½, Ende 22 Uhr. Zuſatzmiete 1 9. Vorſt.
Preiſe 0.70—3.80
Der letzte Zeuge.
Das Heſſiſche Landestheater hat mit der Aufführung von
Richard Wagners „Ring des Nibelungen” als geſchloſſenem Zyklus
in Neueinſtudierung und Neuausſtattung durch Karl Friderich
und Hans Strohbach einen außerordentlichen Erfolg. Die
Auf=
nahme beim Publikum iſt, ſo gut, daß das Landestheater den
„Ring”, der urſprünglich nur einmal geſchloſſen zur Aufführung
kommen ſollte, in der Zeit vom 19. April bis 13. Mai
wieder=
holt. Als Aufführungstage ſind, mit Ausnahme des
verhältnis=
mäßig kurzen 1. Abends „Rheingold”, jeweils Sonntage
vorge=
ſehen, um namentlich auch der Bevölkerung der Umgebung die
Möglichkeit zum Beſuch zu geben.
— Gäſte im Heſſiſchen Landestheater. Wie uns das Heſſiſche
Landestheater mitteilt, werden in der heute nachmittag im
Gro=
ßen Haus ſtattfindenden Wiederholung von Guiſeppe Verdis Oper
„Der Troubadour” Johanna Blattern vom Opernhaus
Düſ=
ſeldorf die „Azucena”, Friedel Prechtl vom Stadttheater
Zürich die „Leonore” Heinrich Lampe, Worms, den „Graf
Luna” und Rudolf Dreſſlmann von den vereinigten
ſtädti=
ſchen Bühnen Kiel den „Manrico” als Gäſte auf Anſtellung ſingen.
Im Kleinen Haus des Landestheaters findet heute keine
Vor=
ſtellung ſtatt. Die Nummernkarten, deren Einlöſung urſprünglich
für heute abend vorgeſehen war, werden in der nächſten Woche
aufgerufen.
Generalverſammlung und Vorkrag.
Zu Beginn der Tagung in der „Traube” entbot Frau Dr.
Köpke den Erſchienenen herzlichſte Willkommgrüße,
inſonder=
heit den neueingetretenen Mitgliedern, ferner Herrn Staatsrat
Dr. Block und der Preſſe. Die Vorſitzende wies dann auf die
dies=
jährige Pfingſttagung des VDA. in Mainz und Trier hin, die
vom 18. bis 22. Mai ſtattfindet und zu der die Mitglieder aus
Heſſen vollzählig erwartet werden. Die Frauentagung findet
in Mainz am Freitag, den 18. Mai, ſtatt. Von Mainz wird
vor=
ausſichtlich ein Sonderzug die Tagungsteilnehmer nach Trier
brin=
gen und zwar Samstag nacht oder Sonntag früh. Die nächſte
Zu=
ſammenkunft der Frauengruppe findet ſtatt für den Vorſtand am
16. April, für die Arbeitsgemeinſchaft am 20. April. Die
Aus=
landsdeutſche Studentenſchaft lädt zum Mittwoch, den 28. März,
um 8 Uhr, zu einer Tagung bei Hottes ein.
Nach Eröffnung der Hauptverſammlung und Erledigung der
ſtatutengemäß erforderlichen Formalitäten erſtattete Frau Dr
Köpke ausführlichen Jahresbericht über das abgelaufene, für
den
DA. vielleicht wichtigſte Jahr ſeit ſeinem Beſtehen. Der
Bericht erwähnt u. a. die erfolgreichen feſtlichen und
Werbever=
anſtaltungen, die große Klagenfurther Tagung in Paſſau u. v. a.,
über deren Verlauf die Tagespreſſe regelmäßig ausführlich
be=
richtete. Der Preſſe wird für ihre Unterſtützung der Propaganda
Dank geſagt und die Mitglieder zur fleißigen, zielbewußten
Wer=
bung gemahnt, damit der VDA.=Gedanke und ſeine Arbeit im
Dienſte der deutſchen Volksgemeinſchaft bis in die kleinſte deutſche
Hütte getragen werde. Jede deutſche Frau muß
Mit=
glied des VDA. ſein!
Staatsrat Dr. Block als Landesführer ſprach der
vorbild=
lich arbeitenden Frauenortsgruppe Darmſtadt für ihre erfolgreiche
Tätigkeit den herzlichſten Dank des Landesverbandes aus,
inſon=
derheit der verdienten Vorſitzenden Frau Dr. Köpke, deren
in=
tenſiver, kluger und zielbewußter Tätigkeit es zu danken iſt, daß
die Frauenortsgruppe Darmſtadt im Kranz der deutſchen
Orts=
gruppen die erfolgreichſte iſt. Der Landesführer ſchloß mit dem
Ausdruck der Hoffnung, daß das auch in Zukunft ſo bleiben möge,
Denn die Arbeit und die Aufgaben des VDA. werden im neuen
Deutſchland nicht etwa geringer, ſondern viel umfangreicher
wer=
den. — Frau Dr. Köpke dankte dem Landesführer für ſeine
An=
erkennung, die ſie auf ihren ganzen Mitarbeiterſtab ausdehnte.
Den Rechenſchaftsbericht erſtattete Frau Dreſcher. Die
Be=
richte werden genehmigt und die übliche Entlaſtung einſtimmig
erteilt. Der Vorſtand erfährt inſofern eine Aenderung, als Frau
Witt von ihrem Amt als Schriftführerin zurücktrat. Erſatz wird
demnächſt berufen.
Für langjährige treue Mitarbeit erhält Frau Roſel
Voll=
heim die Ehrennadel des VDA. Frau von Moers und Frau
Lina Zinkann werden aus gleichem Anlaß zu Ehren=
Vorſtands=
mitgliedern ernannt.
Im Anſchluß an die Hauptverſammlung hielt Frau
Plei=
mes=Frankfurt einen Vortrag über das Thema
Heilige Mukkerſprache.
Die Rednerin, mit Beifall am Vortragspult begrüßt, faßte das
Thema ihres Vortrags im Aufbau und in der Behandlung des
Vorwurfs, hiſtoriſch, literariſch und kultiſch. Seit wir im Begriff
ſind, für das deutſche Volkstum ein neues Weltbild zu ſchaffen,
ſind wir zurückgeſtiegen zu den Quellen und damit als den
wich=
tigſten zur deutſchen Sprache, dem älteſten und hehrſten Denkmal
des Volkstums. Wir erleben heute ein neues Aufblühen der
Mutterſprache, in der der Widerhall unſeres Blutes pocht. Darum
Heilige Mutterſprache!” Wir ſagen bewußt „Mutter”= nicht etwa
Vaterſprache, weil ſie die wahre Heimat der Menſchen iſt. Die
Hüterin und Pflegerin dieſes koſtbaren Gutes iſt die deutſche
Mutter. Die Einflüſſe ,die dem Kind in der früheſten Zeit
ge=
geben worden, ſind beſtimmend für ſein ganzes Leben und damit
für das ganze Volkstum. Mit der Sprache formt ſich dem Kind
das Weltbild. Wenn auch immer nach alten Geſetzen, ſo doch
immer in neuen Formen und mit neuen Begriffen verfolgt die
Kirchenmuſik im Landesmuſeum.
Am Tage der Eröffnung der Paſſionsausſtellung im La
ides=
muſeum am Palmſonntag läßt die Madrigal=Vereinigung
Darm=
ſtadt zwei altehrwürdige Paſſionsmuſiken erklingen. Um 11.30 Uhr
wird das herrliche achtſtimmige „Stabat Mater” von Paleſtrina
in der gotiſchen Kapelle des Erdgeſchoſſes geſungen, um 12 Uhr im
erſten Saal links der Gemäldegalerie die älteſte der bekannten
mehrſtimmigen Paſſionsmuſiken, die von Obrecht.
Wir wiſſen nicht, wann Paleſtrina ſein zweichöriges Werk
geſchrieben hat, es nimmt aber unter ſeinen Werken einen
beſon=
ders hohen Rang ein. Es folgt allen Zeilen des lateiniſchen
Ge=
dichtes von den Schmerzen der Maria unter dem Kreuze Jeſu mit
großer Ausdruckskraft, verzichtet aber völlig auf jede Realiſtik der
Darſtellung, ſondern gießt eine reine Klangſchönheit über das
ganze Werk aus, die an die Gemälde Raffaels erinnert. Meiſt rein
akkordiſch im Satz, hat Paleſtrina den Text in freieſter Weiſe
de=
klamiert und ein reger Wechſel von Rhythmen geht durch das
ganze Werk, ohne daß die großzügige Einheit irgendwie geſtört
wäre. Auch in der Farbigkeit kommen im letzten Abſchnitt
beſon=
ders ſchöne Stellen vor, wenn z. B. drei oder vier hohe Stimmen
allein zuſammenwirken, oder bei den Schlußworten „paradiſi
gloria” ſich allmählich die acht Stimmen nacheinander klanglich
aufbauen. Dürfte dies etwa eine Viertelſtunde dauernde „Stabat
mater” etwa in der Zeit zwiſchen 1570 und 1590 entſtanden ſein,
ſo iſt die Paſſion von Obrecht etwa um 1500 anzuſetzen, und ſie
zeigt ein ſtarkes Schwanken zwiſchen herkömmlicher liturgiſcher
Würde und realiſtiſcher Darſtellung, die parallel zu dem geht, was
in der ſpätgotiſchen Malerei im 15. Jahrhundert die Maler
be=
wegt hat. Da wir gerade an den Bildern der Gemäldegalerie
be=
obachten können, wie in dieſer Zeit eine faſt derb realiſtiſche Kunſt
die herkömmliche Ruhe der Altarbilder zu verdrängen ſucht, wurde
die Aufführung in die Gemäldegalerie verlegt. Sie dauert etwa
25 Minuten.
Mutter das Werden des Kindes des die Zukunft tragenden
Menſchen. So iſt die Sprache im beſten Sinne des Ausdrucks
Erb=
gut der Mutter.
Es iſt ein Unterſchied zwiſchen der Mutter im deutſchen
Vater=
land und der draußen in der Fremde, die gezwungen iſt, unter
fremden Völkern zu leben. Für das Kind iſt jedes neue Wort, das
es lernt oder prägt, Schöpferfreude. Kinder ſind unglaublich
gute Sprachformer, weil ſie den Dingen ihrer Umwelt Woxte
geben, die dem Sinn der Dinge entſprechen, wie ſie es leben. In
der Sprache des Kindes lebt ſeine Seele, wie in der Sprache des
Volkes die Volksſeele lebt. Das heiligſte Erbgut das die
Müt=
ter den Kindern geben, iſt die ſchöne und reine Sprache Weder die
Schule noch das Leben beeindruckt Sprache und Sprachgefühl ſo
tief, wie die Mutter. Daraus erwächſt ihr die hohe Pflicht, dem
Kinde von früheſter Jugend an den Begriff der Heiligkeit der
Mutterſprache zu vermitteln.
Wir erinnern uns der Zeit vom Ausbruch des Weltkrieges,
in der überall eine Reinigung der deutſchen Sprache einſetzte und
auch durchgeführt wurde Leider iſt das heute wieder anders
ge=
worden und gerade die Frau iſt es, die in dieſer Richtung
ſün=
digt. (Beiſpiel: Fremdſprachige Bezeichnung von Stoffen.
Mode=
artikeln, „Hammerſchlag” war eine gute deutſche Bezeichnung!)
Was in deutſchen Werkſtätten entworfen und hergeſtellt wird,
ſollte auch deutſche Namen tragen und vor allem unter deutſchem
Namen auch gleich gut verkäuflich ſein. (Pullover, Overall
uſw. ufw.) Unſere Phantaſie iſt wirklich nicht ſo arm. um deutſche
Bezeichnungen zu finden. Wie auf dem Gebiet der Mode iſt es
auf vielen anderen. (Ernährung, Blumen uſw. uſw.) Es iſt in
erſter Linie Aufgabe der Frau, hier reinigend und bahnbrechend
zu wirken. Wohl ſoll man nach Möglichkeit fremde Sprachen lernen
und lehren, aber nicht die heilige deutſche Mutterſprache mit
frem=
den Brocken durchſetzen und verunzieren.
Noch aus anderen Gründen heißt es „heilige” Mutterſprache:
Sie iſt das köſtlichſte Gut, das wir mitnehmen in die Fremde. Hier
iſt Sprache Schickſal und es gehört viel Mut dazu, hier die
Mutter=
ſprache rein und gut zu erhalten. Heute mehr denn je wiſſen und
empfinden wir Wort und Bedeutung, Heiligkeit der
Mutter=
ſprache als Schickſal. Heute, da kein Stück der Grenze
nicht Deutſche von Deutſchen trennt Wer die
Mut=
terſprache auch im Ausland behält, behält den geiſtigen Zugang
zum deutſchen Volkstum. Hier iſt Kampf Opfer werden gefordert
und müſſen gebracht werden, um die Mutterſprache zu erhalten.
Nur in dieſer kann dem Deutſchen das Weltbild ſo vermittelt
wer=
den, wie Deutſche es ſehen und empfinden. Houſten Stewart
Chamberlain, der Engländer, der zuerſt nach ſeiner
Mutter=
ſprache franzöſiſch und dann erſt deutſch lernte, ſagte, es hänge
die Zukunft der Weltkultur davon ab
ob. die
deutſche Sprache erhalten bleibt. — Wo deutſch
ge=
ſprochen wird, wo deutſche Märchen und Sagen deutſch erzählt
und geleſen werden, da iſt Deutſchland, mag es auch fern der
Hei=
mat ſein. Ein Volk kann in Knechtſchaft fallen, ſolange es ſeine
Mutterſprache behält, hält es den Schlüſſel zu ſeinem Gefängnis
in der Hand.
Die Geſchichte des Auslandsdeutſchtums iſt reich an Beiſpielen
dafür, wie deutſche Mütter für ihre Sprache kämpfen, um ihren
Kindern den Zugang zum Deutſchtum zu erhalten. Viele
Tau=
ſende von Deutſchen Kindern haben heute keine deutſche Schule
mehr und die Mütter lernen, wie ſie ihren Kindern ihre Sprache
lehren können. Drangſalierungen, Gefängnisſtrafen werden
hin=
genommen freudig und opferbereit in dieſem ſtillen heldiſchen
Kampf deutſcher Mutter. Wer das erlebt, dem geht der Begriff
auf von der „heiligen” Mutterſprache.
Der Führer Adolf Hitler ſprach am Tage von Potsdam die
Worte: „Wir wollen wahren die ewigen Fundamente unſeres
Lebens unſeres Volkstums und die in ihm ruhenden Kräfte und
Werte”. Von dieſen aber iſt die Sprache das Heiligſte und
Wertvollſte, ihre Pflege und Erhaltung iſt Aufgabe der deutſchen
Mutter. — (Lebhafter Beifall.)
Der
Landesführer Staatsrat Dr. Block ſprach der
Vortragen=
den den herzlichſten Dank im Namen der Hörer und im Namen
des
DA. aus, der den Ausführungen ſtarke Werbekraft
unter=
ſtellt. Zur Illuſtration und zum Beweiſen der Tatſachen verlas.
Dr. Block den Brief einer Frau aus Java, der eine eindringliche
Mahnung im Sinne des Vortrags enthält,
M. St.
Reichsfachſchaft Badeperſonal.
Laut Verfügung des Herrn Reichsſportführers vom 15. Dez.
1933 müſſen alle ſtaatlich geprüften Schwimmeiſter der
Reichs=
fachſchaft Badeperſonal angehören. Im Intereſſe des beruflichen
Aus= und Aufbaues iſt es unbedingt erforderlich, daß jeder der
im Badeweſen tätig iſt, bei der Reichsfachſchaft Badeperſonal
ſeine Mitgliedſchaft erwirbt. Es wird in aller Kürze neben
dem Schwimm= auch für den Bademeiſter (innen) und
Badewär=
ter (innen) eine Lebensnotwendigkeit werden, ſich ſeiner
Berufs=
organiſation anzugliedern, da vorausſichtlich in der nächſten Zeit
nur noch ſolches Badeperſonal Verwendung finden wird, das der
Reichsfachſchaft angeſchloſſen iſt. Mit der Leitung der Ortsgruppe
Frankfurt a. M. Reichsfachſchaft Badeperſonal beauftragt, lade
ich alle die in Frankfurt a. M. und näherer Umgebung im
Bade=
weſen tätigen Perſonen zu einer am Samstag, dem 24. März,
1 Uhr, in Frankfurt, Karmeliter=Kloſter (Eingang Münzgaſſe,
Rettungswache) ſtattfindenden Fachſchaftsverſammlung ein,
gez. Ludwig Carle.
Die Landesfilmſtelle Südweſt der NSDAP. Frankfurt
am Main, Bürgerſtraße 9—11, erſucht auf Anordnung der
Reichs=
filmkammer alle Perſonen, Geſellſchaften, Vereine, Stiftungen,
Körperſchaften, Anſtalten. Wandervorführer,
Filmvortragsrei=
ſende und ſolche Firmen, die Werbefilme vorführen, zur
Anmel=
dung zur Reichsvereinigung deutſcher Lichtſpielſtellen ihre
An=
ſchrift ſofort bekannt zu geben und Anmeldeformulare
anzu=
fordern.
Die Auszahlung der Militärverſorgungsgebührniſſe und
der Invaliden= und Unfallrenten beim Poſtamt (Rheinſtraße)
beginnt während der Sommermonate (April—September) an den
Hauptzahltagen um 7.30 Uhr. Die Militärverſorgungsgebührniſſe
für den Monat April werden am 28. März, die Invaliden= und
Unfallrenten werden bereits am 31. März gezahlt.
Das verptlichtet:
Jeder Salamander-Schuh
muß bei höchſter Eleganz
echte SalamanderQualität
besitzen und Frotzdem
billig sein.
SALAMANDER
Ludwigstraße 13
Darmstadt
Ludwigstraße 13
3434
[ ← ][ ][ → ]Seite 6 — Nr. 82
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 24. März 1934
Kundgebung der NS. Hago und der GHG.
Handwerk, Handel und Gewerbe eröffnen die Frühjahrsoffenſive der Arbeik.
Einer für alle, alle für einen!
* Im überfüllten, mit Hakenkreuzfahnen geſchmückten Städt.
Saalbau fand geſtern abend nach einem Marſch der Teilnehmer
durch einige Straßen der Stadt, anläßlich des Beginnes der
Ar=
beitsſchlachtoffenſive der NS. Hago und der GHG., eine
eindrucks=
volle Kundgebung der NS. Hago und der GHG. ſtatt.
Bemerkens=
werte Transparente erinnerten an die Pflicht aller deutſchen
Volksgenoſſen. Sie lauteten u. a.: „Beſeitigt die Not der
Er=
werbsloſen, gebt Aufträge!‟ „Der rollende Pfennig iſt wichtiger,
als die Mark im Strumpf”, oder „Mit jedem Kauf dient ihr der
Arbeitsbeſchaffung”. Unter den Klängen des Badenweiler
Mar=
ſches zog die NS. Hago=Fahne ein. Am Vorſtandstiſch hatten außer
dem Referenten des Abends, der NS. Hago=Kreisamtsleiter
Schaefer, Geſchäftsführer Schmidt, der Führer des Einzelhandels
Schneider und der Propagandareferent der NS. Hago Rebſcher
Platz genommen. Die Standartenkapelle unter Leitung des MZF.
Schlupp umrahmte die Kundgebung mit ausgezeichneten
muſi=
kaliſchen Darbietungen.
S. Hago=Kreisamtsleiter Schaefer eröffnete die zweite
Verſammlung der NS. Hago und der GHG. mit herzlichen
Be=
grüßungsworten. Insbeſondere hieß er Pg. Neumann=Wiesbaden.
den Referenten des Abends, ferner den Vorſitzenden des
Darm=
ſtädter Einzelhandels, Pg. Schneider, und die Preſſe willkommen.
Pg. Neumann=Wiesbaden hielt dann ein lebendiges,
über=
zeugendes Referat, in dem er auf die Aufgaben hinwies, die dem
deutſchen Volk und allen ſeinen Ständen und Schichten von ſeinem
Führer geſtellt worden ſind. Seit der nationalen Erhebung mußte
dem Staat eine andere, geſunde Struktur gegeben werden. Die
Tragik des deutſchen Volkes lag darin, daß ſtets Stammesgenoſſen
gegen Stammesgenoſſen kämpften, und zwar nur, weil es
herr=
ſchende Schichten und Drahtzieher ſo wollten. Revolutionen gab es
ſtets dann, wenn eine Verfaſſung mit den Bedürfniſſen des Volkes
nicht mehr in Einklang zu bringen war, wenn die Träger der
Regierungsgewalt den Bedürfniſſen des Volkes nicht Rechnung
tragen wollten oder konnten. Der Nationalſozialismus iſt keine
Partei wie die Deutſche Volkspartei, das Zentrum und all die
anderen Parteien, ſondern er iſt Schöpfer einer neuen Welt,
Trä=
ger eines neuen Zeitalters. Intereſſengruppen darf es in dem
neuen Deutſchland nicht mehr geben. Ueber den geſellſchaftlichen
Schichten hat die Idee der Volksgemeinſchaft zu ſtehen. Bis zum
Jahre 1933 war in Deutſchland niemals von einem organiſierten
deutſchen Volk zu ſprechen. Die marxiſtiſchen, bürgerlichen
Organi=
ſationen bildeten Staaten im Staate. Es iſt das Verdienſt der
nationalſozialiſtiſchen Bewegung, daß ſie verſtand, die Klüfte und
Tiefen zwiſchen den Ständen des deutſchen Volkes auszufüllen.
Heute reicht der deutſche Bruder dem deutſchen Bruder die Hand.
Das haben wir allein dem Führer Adolf Hitler zu danken. Der
heutige Abend ſteht unter dem Motto: „Einer für alle
Ile für einen” Wir haben die Aufgabe, alle geſchloſſen als
70=Millionen=Volk für unſeren Führer zu ſtehen. (Bravo.)
Redner erinnerte dann an die früheren ſchweren
Partei=
kämpfe, an die Oppoſitionen aller Parteien und an das grandioſe
Werk des Führers, der die Seele des Volkes kannte, weil er ſelbſt
Deutſcher war. Er gab dem deutſchen Volke den Platz an der
Sonne, wie es ihm zukommt. Die Geſchichte des deutſchen Volkes
iſt noch lange nicht abgeſchloſſen. Wir haben die Organiſation des
Marxismus zerſchlagen, aber die ins Ausland geflohenen Träger
des Marxismus hetzen gegen Deutſchland. Unſere Aufgabe beſteht
darin, allen Völkern durch unſer ſtark fundiertes Staatsleben zu
beweiſen, daß wir gar nicht daran denken, Völkerhaß zu züchten.
und ihnen den Fehdehandſchuh zuzuwerfen. Immer gab es Kämpfe,
die aber nicht mit Brachialgewalt ausgefochten zu werden brauchen,
ſondern mit geiſtigen Waffen. Höher wie Maſchinengewehre und
Panzerkreuzer ſind die unbeſiegbaren Mittel des deutſchen Geiſtes,
des deutſchen Handwerkertums, des deutſchen Arbeiterfleißes.
(Bravo.) Es gibt in der Weltgeſchichte ein Weltrecht, das ſich nicht
beeinfluſſen läßt es muß für Deutſchland entſcheiden.
Jeder deutſche Volksgenoſſe, gleich welchen Berufes und
Stan=
des, hat die Aufgabe, mitzuwirken an der Miſſion, die ihm von
der Vorſehung gegeben wurde. Redner erklärt weiter, was der
Nationalſozialismus unter dem organiſierten Volksſtaat verſteht.
Der Staat kann nur leben, wenn all ſeine Stände lebensfähig
ſind. Als Mitglieder der NS. Hago, der GHG. hat zwar jeder
ſeine Intereſſen, aber dieſe ſind ſekundär, primär iſt das Woh.
des deutſchen Volkes und Staates. Dieſer Gedanke wird
ausge=
drückt in der Formel: „Gemeinnutz geht vor
Eigen=
nutz”. Wir Nationalſozialiſten wollen dem deutſchen Volke den
inneren Frieden bringen. Wir werden die ſchwere Aufgabe, die
vom Führer geſtellt wurde, hundertprozentig durchführen. Adolf
Hitler iſt der Schmied des Deutſchen Reiches, wir müſſen treue
Schmiedegeſellen des Deutſchen Reiches ſein. Es kann heute kein
Menſch mehr Sonderpolitik treiben. Wehe dem, der es verſuchen
ſollte, das Deutſche Reich anzutaſten! (Bravo.) Mit dem Appell an
die Anweſenden, ſich mit aller Kraft, jeder an ſeiner Stelle, für
den Beſtand des nationalſozialiſtiſchen deutſchen Staates
einzu=
ſetzen, damit wir ein Leben in Freiheit und Frieden leben können,
ſchloß der Referent. (Langandauernder Beifall.)
Den Ausführungen folgte die Vorführung des
Auf=
baufilms des deutſchen Handwerks Handels und
Gewerbes: „Einer für alle, alle für einen.
NS. Hago=Kreisamtsleiter Schaefer wies in einigen
ein=
führenden Worten auf den Sinn und die Bedeutung des Films
hin, mit dem gezeigt wurde, daß heute jeder Handwerker, Handel=
und Gewerbetreibende wieder ſtolz ſein könne. Jeder einzelne
muß aber helfen und mitwirken an der Größe Deutſchlands. Der
gewerbliche Mittelſtand, Handwerk. Handel und Gewerbe ſind
mit die tragenden Säulen in Deutſchland. Der Film zeigte die
Aufgaben des Handwerks, Handels und Gewerbes in ſinnfälligen
Bildern, läßt dieſe drei Säulen in ihrer voller Größe erſtehen
und zeigt, wie einer dem andern hilft, wie das ganze Räderwerl
ineinandergreift und jedem Arbeit und Brot verſchafft. Der
Meiſter ſoll in dem Geſellen den zukünftigen Meiſter ſehen, der
Geſelle im Lehrling den zukünftigen Geſellen. Der Film
ſchil=
derte in ſeinem letzten Abſchnitt die Bedeutung und die Aufgaben
des berufsſtändiſchen Verſicherungsſchutzes, Kreditquelle und
Bil=
dung von Arbeitskapital für Handwerk. Handel und Gewerbe. —
Leider konnte der Film, der ausgezeichnete und klare Bilder
brachte, aus techniſchen Gründen nicht zu Ende geführt werden,
aber auch das, was gezeigt wurde, bot einen tiefen Einblick in
die Materie.
Mit einem dreifachen, begeiſtert aufgenommenen „Sieg=Heil”,
dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied war die Veranſtaltung
geſchloſſen.
Geſteigerte Täkigkeit der Sitklichkeitsverbrecher.
Wer mit Perſonen unter vierzehn Jahren unzüchtige
Hand=
lungen vornimmt, oder dieſelben zur Verübung oder Duldung
un=
züchtiger Handlungen verleitet, wird mit Zuchthaus beſtraft
Trotz dieſer ſchweren Strafandrohung haben ſich die Behörden
dauernd mit ſolchen Elementen zu befaſſen. Kinder unter 14
Jah=
ren, vornehmlich Mädchen, ſollten von Eltern und Erziehern
im=
mer ſo beaufſichtigt ſein, daß ſie den ſcheußlichen Methoden dieſer
Unholde nicht ausgeſetzt werden. Wegen dieſes Verbrechens wurde
erneut feſtgenommen und in Unterſuchungshaft gebracht, der
ver=
heiratete und ſelbſt ein Kind beſitzende Schneider P. Sk. aus
Darmſtadt.
Weitere gleich gelagerte Fälle harren bereits der Aufklärung
in den nächſten Tagen. Es wird darauf hingewieſen, daß in
Zu=
kunft bei Vorliegen derartiger Delikte Namen, Beruf und
Woh=
nung des betreffenden Täters unnachſichtlich in der Preſſe
Ver=
öffentlichung finden wird.
Ein Bekrüger auf Reiſen.
Am Donnerstag wurde in den Abendſtunden durch den
Reichs=
bahnfahndungsdienſt Darmſtadt in der Herberge zur Heimat in
Darmſtadt ein Fahrkartenbetrüger mit Namen Albert Fiſcher aus
Koblenz feſtgenommen. Nach Feſtſtellung des Tatbeſtandes durch
den Reichsbahnfahndungsdienſt wurde der Feſtgenommene der
Landeskriminalpolizei Darmſtadt zugeführt. Fiſcher hatte ſich beim
Wohlfahrtsamt Mannheim eine Fahrkarte nach Koblenz erwirkt
und iſt mit dieſer Karte aber nur bis Darmſtadt gefahren. Weil
er vollſtändig mittellos war, wollte er ſich in den Beſitz von
Geld=
bringen, indem er verſuchte, ſeine von der Fürſorgebehörde in
Mannheim erhaltene Fahrkarte der Bahnbehörde in Darmſtadt
zurückzugeben, um das Differenzfahrgeld ausgezahlt zu erhalten.
Dieſer Trick ging nebendran. Fiſcher, der, wie oben erwähnt, nicht
ſofort feſtgenommen werden konnte, aber auch keine Fahrkarte
mehr beſaß, verſuchte jetzt das Wohlfahrtsamt Darmſtadt in
der=
ſelben Weiſe ſeinen Wünſchen gefügig zu machen, wurde aber
ab=
gewieſen. Bei einer anderen Stelle des öffentlichen
Wohlfahrts=
dienſtes ſchlug er das Eiſenbahnfahrgeld nach Mainz heraus. Er
kaufte aber nur eine Karte bis zu einer Zwiſchenſtation,
zweifel=
los in der Abſicht, um dort mit der oben geſchilderten Taktik
wei=
ter zu arbeiten. Die eingeleitete Unterſuchung wird weiter zeigen,
welch Geiſtes Kind der Feſtgenommene iſt.
*
Das Kriegerdenkmal auf dem Paradeplatz beſchädigt. Das
Kriegerdenkmal auf dem Paradeplatz wurde wiederholt erheblich
beſchädigt dadurch, daß der Bronzeſäbel von einem auf dem
Denk=
mal dargeſtellten franzöſiſchen Offizier gewaltſam abgebrochen
wurde. Es ſind Anhaltspunkte dafür vorhanden, daß dieſe
Beſchä=
digungen mit der größten Wahrſcheinlichkeit von jugendlichen
Per=
ſonen, die ſich in den Abendſtunden ziel= und zwecklos
umhertrei=
ben, begangen werden. Es iſt geradezu ein Skandal, daß man auch
noch Wahrzeichen alter deutſcher Geſchichte ſinnlos zerſtört.
Ge=
machte Wahrnehmungen in dieſer Hinſicht erſucht man dringend
und alsbald der Landeskriminalpolizei Darmſtadt. Hügelſtr. 31=
33, Zimmer 3, mitzuteilen.
— Die Matthäuspaſſion von Heinrich Schütz wird heute,
Samstag, abend in der Stadtkirche durch den
Stadtkirchen=
chor unter Leitung von Studienrat Borngäſſer, zur Aufführung
kommen. Es wirken dabei mit Johannes Biſchoff (Jeſus),
Heinrich Möbus (Evangeliſt) und Dr. L. Borngäſſer
(Orgel). Die kleineren Partien werden von Mitgliedern des
Chors geſungen.
Kampfwoche gegen die Berſchandelung
der deulſchen Heimak.
Schutz vor Reklame=Unfug!
Ein ſicher wirkendes Mittel „Reklame=Tod” empfiehlt aus
beſter eigener Erfahrung der Landrat des Kreiſes Arnsberg. Er
hat ſeinen Kreis „reklamefrei” gemacht, indem er die
Reklame=
ſchilder aus der Landſchaft bannte mit Hilfe der Paragraphen
gegen Verkehrsgefahr. (Das Auge des Fahrers darf nicht
abge=
lenkt werden!)
*
Empfang der „Banda Sasciſta”
Geſtern mittag wurde die „Banda Fasciſta”, über 70 Gäſte
der italieniſchen Milizkapelle, die abends im Heſſiſchen
Landes=
theater gaſtierte, auf dem Paradeplatz durch den Kreisleiter
Ober=
bürgermeiſter Wamboldt empfangen. Zu dem Empfang hatte ſich
außerdem die Führerſchaft der SA. und ein Ehrenſturm der SA.
mit Fahne eingefunden. Die Standartenkapelle unter Leitung des
MZF. W. Schlupp ſpielte nach Ankunft der Gäſte die
italie=
niſche Nationalhymne.
Kreisleiter und Oberbürgermeiſter Wamboldt gab in
ſei=
ner Begrüßungsanſprache ſeiner Freude darüber Ausdruck, daß
wir in Darmſtadt Gelegenheit haben, die bekannte italieniſche
Kapelle zu hören. Gerade in unſerer Stadt, die nach ihrer
Ge=
ſchichte und den Geiſt der Bevölkerung Anſpruch erhebt auf eigene
Kultur, bringe man den Darbietungen der Gäſte lebhaftes
Inter=
eſſe entgegen. Der Redner wies darauf hin, daß man auf einem
Platz ſtehe, der von ſtummen Zeugen der Vergangenheit, dem
Landesmuſeum, Landestheater, Schloß, umgeben iſt. — Die
ita=
lieniſchen Gäſte finden das deutſche Volk mitten im Aufbau. Er
gedenke mit beſonderer Verehrung des italieniſchen
Regierungs=
chefs, der gerade jetzt einem jungen Darmſtädter Künſtler
Ge=
legenheit gibt, ſeinen Studien nachzugehen. Wir ſind mit ihm in
der gemeinſamen Pflege der Kunſt verbunden. Dem italieniſchen
Regierungschef Muſſolini und unſerem Führer Adolf Hitler galt
ſein dreifaches „Sieg=Heil”, in das begeiſtert eingeſtimmt wurde.
Das Horſt=Weſſel=Lied wurde anſchließend geſungen. Die
italieni=
ſchen Gäſte brachten ihrerſeits ein dreifaches „eia” auf den Führer
Adolf Hitler aus.
Den Abſchluß des ſchlichten, eindrucksvollen Willkommensaktes
bildete ein italieniſches Muſikſtück „Il Guaraus” von Comes, das
von den Gäſten mit lebhaftem Dank quittiert wurde.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheatern.
Helia=Lichtſpiele: Hanneles Himmelfahrt.
* In dem Film. Hanneles Himmelfahrt” miſchen ſich
rea=
liſtiſche und märchenhafte Elemente. Man kann nicht ſagen, daß
ihre Verſchmelzung zu einer völligen Einheit immer gelungen iſt.
Vielleicht iſt uns das heute überhaupt nicht mehr möglich, denn
dazu gehört eine echte Naivität, die wir nicht mehr beſitzen.
Je=
denfalls war es an ſich ein origineller Einfall, den Gedanken
von der Himmelfahrt Hanneles weiterzuſpinnen und filmiſch
aus=
zumalen. Mit dem Bühnenſtück Gerhart Hauptmanns hat der
Film nicht viel mehr als einige äußere Tatſachen gemeinſam.
Schon allein die Beſetzung der Hauptrolle mit der jungen Inge
Laurgut bedeutet eine Abkehr von Hauptmanns Hannele. Das
Hannele des Films iſt ein geſundes Dorfkind mit
märchengläu=
bigen Augen, dem man ſeine Fieberviſionen weniger glaubt als
die kindliche Freude an den himmlichen Herrlichkeiten.
Anfangs iſt die Atmoſphäre des Films durchaus realiſtiſch,
Sehr fein iſt das Milieu des verſchneiten ſchleſiſchen Dorfes
ge=
troffen, jeder der Dorfbewohner hat ſein eigenes Geſicht: der
Waldarbeiter Seidel, der das Hannele aus dem Dorfteich rettet,
wo es den Tod ſucht, — der hilfsbereite Schmidt, der in
ſtunden=
langem Marſch durch knietiefen Schnee den Doktor herbeiholt,
die Wirtin, die dem verkommenen Vater Hanneles ins Gewiſſen
redet. Rudolf Klein=Rogge ſpielt dieſen Maurer Mattern und
gibt ihm die eigentümliche, unheimliche Lebendigkeit, die ihn in
allen ſeinen Rollen kennzeichnet. So verleiht er den Szenen, in
denen er Hannele im Fieberwahn erſcheint, wirklich etwas von
dumpfem Alpdrücken. —
Das eigentlich Märchenhafte des Films ſetzt in dem
Augen=
blick ein, wo Hannele vom Fieber in den Tod hinüberſchlummert.
Da nimmt die Schweſter Martha, die Käthe Haack ſehr warm und
fein ſpielt, die Züge von Hanneles Mutter, die ihr die goldene
Schlüſſelblume reicht, die den Himmel aufſchließt. Und Hanneles
geliebter Lehrer Gottwald (Theodor Loos) verwandelt ſich in die
Geſtalt Jeſu, der ſie wie Jairi Töchterlein aus dem Sarg
auf=
ſtehn heißt. —
Und dann werden alle die Geſtalten aus Grimms Märchen
lebendig: das tapfere Schneiderlein macht dem Hannele ſein
Him=
melsgewand, Aſchenbrödels Tauben bringen ihr ſilberne Schuh.
und als die ſieben Zwerge ſie im gläſernen Sarg durchs Dorf
tra=
gen, winken Dornröschen, Rotkäppchen, Hänſel und Gretel, und
Frau Holle ſchüttelt ihre Federbetten. — Dazwiſchen ſteht dann
wieder eine ſo ganz realiſtiſche Szene wie der Zuſammenbruch
Matterns am Sarg ſeines Kindes.
Die Regieführung Thea von Harbous, die zu Anfang das
Tempo etwas hätte beſchleunigen dürfen iſt im ganzen ſehr
ge=
ſchickt. Ausgezeichnet iſt die Photographie des Films. und die
Muſik von G. Huppertz fügt ſich ſehr gut ein.
Intereſſant iſt auch das Beiprogramm, das u. a einen ſehr
ſchönen Spanienfilm „Brücke nach Afrika” und für Muſikfreunde
Mozarts kleine Nachtmuſik, geſpielt vom Berliner Staatsorcheſter
unter Scheinpflug, bringt.
Durchgehende Dienſtſtunden
bei Skaaksbehörden und bekrieben.
Der Heſſiſche Staatsminiſter (Perſonalamt)
an die unterſtellten Behörden.
Nachdem ſich die durch Verfügung vom 23. Oktober 1933 zu
Nr. P. A. VI. 6790 mit Wirkung vom 1. November 1933 bei den
Miniſterial=Abteilungen verſuchsweiſe eingeführte
durch=
gehende Arbeitszeit bewährt hat, ordne ich hiermit
an, daß mit Wirkung vom 1. April 1934 die durchgehende
Arbeits=
zeit bei allen ſtaatlichen Behörden und Anſtalten
eingeführt wird.
Soweit bei einzelnen Anſtalten und Betrieben die
Einfüh=
rung der durchgehenden Arbeitszeit auf Schwierigkeiten ſtoßen
und den dienſtlichen Intereſſen zuwiderlaufen würde, haben die
Amtsvorſtände unter Angabe ihrer Bedenken bis zum 1. April
1934 zu berichten.
Für die Zeit vom 1. April bis 30. September ſetze ich die
Dienſtſtunden von 7 bis 15 Uhr. Samstags von 7 bis 12 Uhr und
für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. März von 8 bis 16 Uhr,
Sams=
tags von 8 bis 13 Uhr feſt. Auf deren pünktliche Einhaltung mache
ich nochmals beſonders aufmerkſam und bemerke dabei, daß eine
längere als eine halbſtündige Mittagspauſe nicht zugeſtanden
werden kann.
(gez.) Jung.
N5. Volkswohlfahrt wirbk!
Der Begriff des Wohlfahrtsſtaates gehört der
Vergangen=
heit an. Aus den Pflichten des Staatsbürgers ergeben ſich ſeine
Rechte. Dieſe Pflichten und Rechte ſo zu behandeln, daß alle
Entſchlüſſe dem Volksganzen dienen, iſt die Aufgabe der NS.=
Volkswohlfahrt auf dem großen Gebiete der Organiſation der
Geſundheitsführung, der Wohlfahrtspflege und der
Rechtsbera=
tung; darüber hinaus fallen die großen Sonderaufgaben des
Winterhilfswerks des deutſchen Volkes und die
bevölkerungspoli=
tiſche Aufklärung in den Arbeitskreis der NS.=Volkswohlfahrt,
Aus dieſem Arbeitsumfang ergibt ſich die Notwendigkeit, daß
jeder volksbewußte Deutſche Mitglied der NS.=Volkswohlfahrt
wird
Ein jeder muß ſich dem Staat und der Nation gegenüber
verantwortlich fühlen, und jeder muß ſo handeln, als hinge von
ſeinem Handeln das Wohl des ganzen Staates und der Nation ab.
Wer Mitglied der NS.=Volkswohlfahrt wird, zeigt, daß er
ein Sozialiſt der Tat iſt.
Die Gauwaltung der NS.=Volkswohlfahrt.
Der Gauſchulungsleiter:
Der Zentralſchulungskurſus in Frankfurt a. M. findet am
Samstag, 24. 3., nachm. 4 Uhr, im Stadtv.=Sitzungsſaal, im Römer,
ſtatt. —
er Zentralſchulungskurſus in Limburg a. d. Lahn
findet am Sonntag, 25. März, vormittags 9 Uhr, in der Fachſchule,
Eiſenbahnſtraße 1, ſtatt. — Der Zentralſchulungskurſus in
Wetz=
lar a d. L. findet ar
Samstag, 24. März, abends 7 Uhr, im
Gaſthof „Grünes Laub” ſtatt.
Für ſämtliche Schulungsleiter iſt die Teilnahme an dieſen
Kurſen Dienſtpflicht. SA., SS., HJ. BDM. und ſonſtige
Parlei=
genoſſen werden nach Maßgabe des Platzes hiermit zu den Kurſen
eingeladen.
Schulungskurſe in Heſſen.
Haus
Es ſpricht Pg. Dr. Schmidt.
Ortsgruppe Mitte.
Die für Freitag angeſetzte Beſprechung der politiſchen Leiter
fällt aus und findet nunmehr am Mittwoch, den 28. März, im
„Kaplan”, 20.30 Uhr, ſtatt.
Die Formulare betreffend Logen
ſind umgehend an die Geſchäftsſtelle ausgefüllt abzuliefern.
NS.=Volkswohlfahrt der OG. Beſſungen. Betr. Eierſammlung.
Am Montag, den 26., und Dienstag, den 27. Mär=, findet in
der Ortsgruppe 2 (Beſſungen) die Eierſammlung ſtatt. Wir bitten,
die geſpendeten Eier an den beiden Tagen zum Abholen bereit
zu legen.
Sonntag, 25. März, 9.30 Uhr. Worms. Gildehaus.
Sonntag, 25. März. 14 Uhr, Alzey. „Pfälzer Ho
Nontag, 26. März, 20.30 Uhr, Offenbach, Adolf=Hitler=
Jungvolk, Jungbann 1/115, Flandern.
Montag, am 26. März 1934, um 18 Uhr, treten ſämtliche
Stamm=, Fähnlein= und Zugführer am Jungbann zur
Führer=
beſprechung an.
Techniſche Nokhilfe.
Arbeitsplan.
Sonntag, 25. 3. 34: 11,30 Uhr: Antreten aller uniformierten
Not=
helfer einſchl. Spielmannszug im Marſtall zur
Werbe=
veranſtaltung des RLB. Pfungſtadt. Abfahrt 11,55
ab Luiſenplatz. 12 Uhr: Antreten des Muſikzuges im
Marſtall. Abfahrt mit Kraftwagen um 12.15 Uhr.
Donnerstag, 5. 4. 34: 18,30 Uhr: Führerbeſprechung im Marſtall.
19.30 Uhr: Antreten aller Nothelfer, uniformierte
und nichtuniformierte, einſchl. der
Arbeitskamerad=
ſchaften, des Spielmannszuges und des Muſikzuges
im Marſtall zur Entgegennnahme von
Bekannt=
machungen. Der Muſikzug ohne Inſtrumente.
Donnerstag, 12. 4. 34: Dienſtplan genau wie am Donnerstag, den
5. April 1934.
Bekannkmachungen des R. 2.B.
Es wird nochmals auf die raſcheſte Anmeldung zum 9 Lehr
gang der Luftſchutzſchule aufmerkſam gemacht. Am
Montag, den 26. März, werden hierfür die letzten Einſchreibungen
in der Geſchäftsſtelle des Reichsluftſchutzbundes. e. V., Ortsgruppe
Darmſtadt. Rheinſtraße 48, entgegengenommen. Jeder
Volks=
genoſſe muß einen ſolchen Lehrgang mitmachen, um nicht ungeſchult
der ungeheuer wichtigen Frage des Luftſchutzes gegenüberzuſtehen!
Jeder ſorge dafür, wenn er Verantwortungsgefühl beſitzt, ſich
bal=
digſt in den Beſitz der wichtigen Beſcheinigung zu ſetzen, die ihm
nach Beſuch der Schule ausgehändigt wird!
Beſichtigen Sie den Luftſchutzkeller! Derſelbe
iſt in der Mackenſenſtraße 17, im Keller des Vorderhauſes an
jedem Samstag, nachmittags von 15 bis 17 Uhr geöffnet. Es i
Pflicht eines jeden Volksgenoſſen, dieſe koſtenloſe Beſichtigung
vorzunehmen, um ſich zu orientieren, mit welch einfachen Mitteln
und wie billig jeder Keller in einen Luftſchutzkeller umgewandelt
werden kann!
Luftſchutz iſt Selbſtſchutz!
Kunſtnachrichken.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Städt Akademie für Tonkunſt. Die alljährlich
ſtatt=
findenden Schülexvorſpiele nehmen diesmal am 24. März. 4 Uhr
nachmittags, im Saale der Städt. Akademie, Eliſabethenſtraße 36,
ihren Anfang. Die übrigen Vorſpiele finden ſtatt: Samstag
abend um 8 Uhr, Sonntag um 4 und 8 Uhr. Montag. Dienstag
und Mittwoch jeweils um 10.30 Uhr vormittags 4 Uhr
nachmit=
kags und 8 Uhr abends. Freunde der Akademie ſind herzlichſt
ein=
geladen, Programme für alle Veranſtaltungen zum Preiſe von
20 Pfg. ſind im Sekretariat der Akademie erhältlich.
Vereins- und lokale Veranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Vereinigung früherer Leibgardiſten. Wir
machen unſere Mitglieder auf das heute abend 8 Uhr im Saalbau
ſtattfindende Konzert der Reichswehrkapelle J.=R. 15 aufmerkſam
und bitten um zahlreichen Beſuch.
Samstag, 24. März 1934
Aus Heſſen.
Die Bedeukung einer geregelken Kalkdüngung.
Von der Landesbauernſchaft Heſſen=Naſſau, Hauptabteilung II,
wird uns geſchrieben:
Die Bedeutung einer geregelten Kalkdüngung für den
ge=
ſamten Odenwald wird ſeitens der Bauern immer mehr
aner=
kannt. Ein Erfolg der Kalkzufuhr iſt aber nur dann zu
erwar=
ten, wenn u. a. auch die geeignete Kalkform Verwendung
findet. Für die leichten Sandböden der Rheinebene kommt nur
kohlenſaurer Kalk in Frage. Der Odenwald dagegen mit ſeinen
zumeiſt kalten, untätigen und oftmals ſehr ſtark
verſauer=
ten Böden verlangt in erſter Linie Branntkalk bzw.
Löſch=
kalk (d. i. gebrannter, gelöſchter Kalk). Die Buntſandſtein= und
Granitböden des Odenwaldes gehören zwar zu den leichteren
Böden; ſie haben aber doch einen weſentlich höheren Ton= (Lehm=
und Humusgehalt, als die Sandböden der Ebene, ſo daß bei
vorſichtiger Anwendung von Löſchkalk keinerlei Schaden zu
be=
fürchten iſt. Löſchkalk löſt ſich im Boden raſch und beſeitigt
Bodenſäure viel eher als kohlenſaurer Kalk, der im Gebirge
lange Zeit ungelöſt und unwirkſam liegen bleibt.
Nun wird aber von badiſchen und württembergiſchen Werken
immer wieder teils direkt an die Bauern, teils über Händler,
kohlen=
ſaurer Kalk in den Odenwald geliefert. Dabei iſt, von allem
anderen abgeſehen, der in vielen Fällen geforderte Preis von
0,90 RM. bis 0.95 RM. je Zentner viel zu hoch, wenn man
berückſichtigt, daß der kohlenſaure Kalk nur rund zur Hälfte aus
Kalk beſteht; der Reſt iſt Kohlenſäure, alſo Ballaſt. Man
ver=
laſſe ſich nicht auf irrefuhrende Angaben der
Reiſenden und Händler und kaufe im Odenwald
nur Markenlöſchkalk, nicht aber kohlenſauren
Kalk.
Dg. Arheilgen, 23. März. Luftſchutz. Zur Förderung des
zivilen Luftſchutzes beabſichtigt die Ortsgruppe Darmſtadt des
Reichsluftſchutzes, der die hieſige Gruppe als Stützpunkt
angeſchloſ=
ſen iſt, demnächſt am hieſigen Platze einen Schulungskurſus
durchzuführen. Vorausſetzung iſt, daß ſich mindeſtens 45
Teilneh=
mer zuſammenfinden. Der Kurſus erſtreckt ſich auf theoretiſche
und praktiſche Ausbildung und dauert vier Wochen. — In der ev.
Kirche fand geſtern abend die letzte Paſſionsandacht ſtatt,
zu der ſich die Gemeindeglieder recht zahlreich eingefunden hatten.
Eine beſondere Weihe erhielt dieſer Gottesdienſt durch die
Mit=
wirkung des Poſaunenchors, der durch den Vortrag einiger
Mo=
tetten und Choräle alter Meiſter neben dem Bibelwort die
Lei=
densgeſchichte des Erlöſers lebendig werden ließ.
E. Wixhauſen, 23. März. Abnahme der Arbeitsloſen.
Erfreulicherweiſe iſt auch hier die Zahl der
Unterſtützungsempfän=
ger geſunken. Vor dem Winter gab es in unſerer Gemeinde ca.
80 Unterſtützungsempfänger und 120 Wohlfahrtsempfänger. Heute
iſt die Zahl der Unterſtützungsempfänger auf 20 herabgeſunken.
Von den Wohlfahrtsempfängern konnten etwa 70 Volksgenoſſen
wieder Arbeit bekommen. Im Bauhandwerk haben beſonders
die Weißbinder ihren Beruf wieder ergreifen können.
Cp. Braunshardt, 23. März. In der letzten
Gemeinde=
ratsſitzung überreichte Bürgermeiſter Schmitt dem
ſcheiden=
den langjährigen Gemeinderechner Weſp anläßlich ſeiner
Ruhe=
ſtandsverſetzung eine Ehrenurkunde; außerdem erhielt er einen
Seſſel als Geſchenk.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 23. März. Oeffentliche
Ver=
ſammlung der NSDAP. Pg. Wagner=Wiesbaden ſprach
über Arbeitsbeſchaffung im nationalen Staat. Ausgehend von
den Worten des Führers, daß der nationalſozialiſtiſche Staat ein
Staat der ſchaffenden Arbeit ſein müſſe, erläuterte der Redner in
längeren Ausführungen das Problem der Löſung der Aufgabe der
Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit. Die Endlöſung der geſtellten
Aufgabe ſei, auch den letzten Arbeitsloſen von der Straße
weg=
zuholen. Dazu gehöre aber ein unerſchütterliches Vertrauen zum
Führer, der durch ſeine bisherigen Erfolge den Beweis geliefe
habe, daß er der Sache gewachſen ſei. Scharf ging der Redner mit
den nie alle werdenden Nörglern und denen ins Gericht, denen es
nicht raſch genug voran ginge. Erwähnt wurden auch noch die in
Ausſicht ſtehenden Maßnahmen über die Arbeitsregelung in den
Betrieben. Die Zeit ſei nicht mehr fern, wo als alleiniger
Arbeit=
geber nur noch der Führer in Frage komme. Ortsgruppenleiter
Pg. Malcomes dankte dem Redner.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 23 März. Hohes Alter. Am 21.
ds. Mts. konnte der Küfermeiſter Philipp Reitz zu Nieder=
Ram=
ſtadt in noch körperlicher und geiſtiger Friſche ſeinen 85.
Geburts=
tag feiern. Reitz iſt Altveteran und gehört ſchon ſeit Gründung
dem Krieger= und Veteranenverein an.
G. Ober=Ramſtadt, 23. März. Ratsſitzung. Prüfung der
Rechnung der Gemeinde und des Gemeindewaſſerwerkes für das
Rj. 1932. Die E.
meinderechnung ſchloß in der Betriebsabteilung
mit 367 600,66 RM. in Einnahme und 346 245,61 RM. in
Aus=
gabe ab. Der Rechnungsreſt von 21 355,61 RM. beſtand in einem
baren Vorrat von 142,25 RM., in lig. Ausſtänden von 19 092,05
RM. und in Vorlagen von 21 355,61 RM. Die
Vermögensabtei=
lung weiſt in Einnahme 3314,42 RM., in Ausgabe 2592,54 RM.,
Die
und ſomit einen Rechnungsreſt in bar von 721,88 RM. aus.
Rechnung des Gemeindewaſſerwerks 1932 ſchloß mit 22 001,69 Mk.
in Einnahmen und 20 715,43 Mk. in Ausgaben ab. Der
Rech=
nungsreſt von 1286,26 RM. beſtand in einem baren Vorrat von
527,86 RM. und in lig. Ausſtänden von 758,40 RM. Zu beiden
Rechnungen hat der Rat Beanſtandungen nicht zu erheben und
genehmigt dieſe. — Die Beratung des Gemeindevoranſchlags für
1934. Schon im Vorjahr konnte ein damals beſtandener
Fehlbe=
trag von 70 000 RM. durch Sparmaßnahmen auf allen Gebieten
und infolge Verminderung der Wohlfahrtslaſten durch
Unter=
bringung Erwerbsloſer in Arbeitsſtellungen ausgeglichen werden.
Für 1934 nun entſtanden ſchon inſofern neue Belaſtungen, als
allein an ſtaatlichen Forſtverwaltungskoſten aus den Jahren 1930
und 1931 13 261,89 RM. in Ausgabe vorgeſehen waren. In den
einzelnen Rubriken wurden gegenüber dem Vorjahre rd. 13000
RM. mehr für Arbeitsbeſchaffungsmaßnahmen eingeſtellt. Ein
weſentlicher Einnahmeausfall entſtand dadurch, daß die Rubrik 1
einen verfügbaren Rechnungsreſt aus 1932 nicht auswies inſofern,
als ſich der Rechnungsabſchluß allein aus den Steuererläſſen
gegen=
über dem Jahre 1931 um 22 000 RM. verminderte. Infolge
Ver=
minderung der Beſteuerungsgrundlagen gehen in 1934 gegenüber
dem Vorjahre rd. 5400 RM. Steuer weniger ein. Der
Bürger=
meiſter führte erläuternd hierzu aus, daß darüber hinaus infolge
der vorſtehend erwähnten merklichen Einnahmeausfälle bzw.
Mehr=
ausgaben eine weitere Steuerſenkung in dieſem Jahre noch nicht
eintreten könne, daß dies aber, wenn es gelänge, noch eine größere
Anzahl Wohlfahrtserwerbsloſer wieder in Arbeit zu bringen und
dadurch die Fürſorgelaſten weiter zu ſenken, im nächſten Jahre
aller Wahrſcheinlichkeit nach der Fall ſein werde. Der
Voran=
ſchlag, der in Einnahme und Ausgabe mit 288 668,29 RM.
ab=
ſchließt, wurde im Entwurf der Verwaltung genehmigt. Auch der
Voranſchlag des Waſſerwerks wurde im Entwurf der Verwaltung
angenommen. Er ſchließt in Einnahme und Ausgabe mit RM.
19 907,35 ab.
G. Ober=Ramſtadt, 23. März Turnverein 1877. Am
Samstag (24. März) findet das Frühlingsſchauturnen des
Turn=
vereins, mit dem gleichzeitig eine Schulentlaſſungsfeier verbunden
wird, ſtatt. Das Anerbieten der Felſingriege der Turngemeinde
46 Darmſtadt zum Mitwirken bei der Veranſtaltung ſoll neben dem
Werbezweck für das Geräteturnen die ſchon immer beſtandene
Freundſchaft zwiſchen dieſen beiden Vereinen aufs neue
befräfti=
gen. Neben der Felſingriege, die ein Kunſtturnen am Querpferd
und Hochreck zeigen wird, wirken ſämtliche Abteilungen der
Hohes Alter. Am 24. ds. Mts. vollendet
1877er mit.
Frau Marie Müller, Schulſtraße 4, ihr 78. Lebensjahr.
k. Dieburg, 23. März. Der Ortsausſchuß für
Lei=
besübungen hatte den Turnverein die Sportvereinigung
Haſſia und die Turngemeinde in das „Weiße Roß” eingeladen, um
dieſe drei ſporttreibenden Vereine zu einem Verein
zuſammenzu=
ſchließen. Nach einer längeren Ausſprache der drei Vereinsführer,
die im Intereſſe des Sports dem Zuſammenſchluß das Wort
rede=
ten, wurde ein Beſchluß gefaßt, wonach in
Mitgliederverſamm=
lungen die Sache beſprochen werden ſolle, um ſo freiwillig die
Ver=
einigung herbeizuführen. Die finanzielle Seite wird auch hier ohne
weitere Bedenken zu regeln ſein. Von der Kreisleitung der
NSDAP. wurde den Vereinen weiteſtgehende Unterſtützung
zu=
geſagt.
Groß=Bieberau, 23. März. Nach dem Weggang des
Poſt=
meiſters Fuchs wurde Profeſſor Schönberger zum 1. Führer des
Kriegervereins berufen, mit dem ein friſcher kameradſchaftlicher
Geiſt einzieht.
Beerfelden. 23. März. Hohes Alter, Frau Erneſtine
Hübenthal Witwe feiert morgen in geiſtiger und
körper=
licher Rüſtigkeit ihren 80. Geburtstag.
*Die Siedlung in Schlüſſelſtellung.
Die Neugeſtallung des deutſchen Wirtſchaftsorganismus. — Die wirtſchaftliche Seite der Siedlung.
Ertenmanffe nie Beilten Keiu.
Von Karl Auguſt Weber.
Mit dem Eindringen nationalſozialiſtiſchen Gedankengutes in
die Wirtſchaft, mit der Wiedereingliederung der Wirtſchaft ſelbſt
in das Volksleben haben auch die verſchiedenen Wirtſchaftszweige
aufgehört, ein Einzelleben zu führen. Auch das
Siedlungs=
problem hat damit eine andere Frageſtellung erhalten, es iſt
vom rein agrarpolitiſchen Faktor, dem beſtenfalls noch eine
Be=
deutung als Arbeitsbeſchaffungsmittel beigemeſſen wurde, zum
Schlüſſel der Neugeſtaltung des deutſchen Wirtſchaftsorganismus
geworden. In dieſer Wandlung zeichnen ſich die Aufgaben
künf=
tiger Siedlungspolitik deutlich ab, und ſo erwächſt aus der
Er=
kenntnis dieſer Wandlung auch die Erkenntnis der zu leiſtenden
Arbeit.
Grundlage der geſamten Siedlungsarbeit, des letzten
Jahr=
zehnts war das Reichsſiedlungsgeſetz vom 11. Auguſt 1919, in dem
die Organiſation der Siedlungsfläche feſtgelegt iſt. Auch über die
Anſetzung des Siedlermaterials ſind in dieſem Geſetze Richtlinien
gegeben, aber weſentlich bleibt doch der Grundgedanke, von dem
aus die ganze Arbeit in Angriff genommen wurde. Dieſer
Grund=
gedanke mußte der ganzen herrſchenden Auffaſſung entſprechend
rein von der ökonomiſchen Seite her beeinflußt ſein: Siedlung war
eine Funktion der geſamten wirtſchaftlichen Situation. Alle
Be=
reitſtellung von Siedlungsland war zwecklos, wenn eine Kriſe die
Wirtſchaft erſchütterte. Freiherr v. Gayl, der frühere
Innen=
miniſter, empfahl denn auch 1932, die Siedlungsarbeit während
der Kriſe abzuſtoppen und erſt nach deren Behebung wieder
auf=
zugreifen. Und tatſächlich wurde ja auch nach dem Abtreten der
Regierung Brüning=Stegerwald in der Siedlung nichts mehr
Nennenswertes unternommen. Im Frühjahr 1932 allerdings
unternahmen die freien Gewerkſchaften noch einen
bemerkens=
werten Vorſtoß. Damals brach ſich in der Gewerkſchaft langſam
der Gedanke Bahn, daß die herrſchende Kriſe derart ſtruktureller
Natur ſei, daß auch nach einer etwaigen Behebung mit einer
Wie=
derbeſchäftigung der Arbeitsloſen in der Induſtrie nicht mehr zu
rechnen ſei. Man griff das Problem der Siedlung auf und machte
es zu einem Problem der Arbeitsbeſchaffung. Daß man dieſer
Arbeitsbeſchaffungsart zuliebe den lang gehegten Grundſatz der
Eigentumsloſigkeit bei Grund und Boden aufgab, zeigt, welche
Bedeutung man der Siedlung als Aufnahmemöglichkeit
freigeſtell=
ter induſtrieller Kräfte beimaß. Einen praktiſchen Einfluß auf
die Siedlungspolitik konnte allerdings dieſer revidierte
gewerk=
ſchaftliche Standpunkt 1932 nicht mehr haben. Immerhin
bedeu=
tete er einen Schritt vorwärts in der Behandlung der ganzen
Siedlungsfrage, wenn auch die Bedeutung der Siedlung unter
dem alleinigen Geſichtswinkel der Arbeitsbeſchaffung viel zu eng
gefaßt iſt.
Die eigentliche Auswertung der Siedlungsmöglichkeit konnte
erſt der Nationalſozialismus bringen, der die Beſeitigung der
Wirtſchaftskriſe nicht von der Wiederbelebung, ſondern von
der Neugeſtaltung des ganzen Organismus her
angriff. Dieſe Neugeſtaltung bedingt als weſentliche Maßnahme
eine Umſchichtung des Teiles der induſtriellen Kräfte zur
Land=
wirtſchaft hin, der dort auf Dauer, eine Exiſtenz finden kann,
während er in der induſtriellen Produktion auf Dauer freigeſtellt
iſt.
Allein durch eine ſolche Umſchichtung kann ein organiſcher
Wirtſchaftsaufbau möglich ſein. Gleichzeitig ermöglicht eine ſolche
Umſchichtung den organiſchen Wirtſchaftseinbau in die geſamte
völkiſche Politik: In der Neugeſtaltung der materiellen Grundlage
wird auch die Neugeſtaltung des deutſchen Bodens, die
Neugeſtal=
tung der deutſchen Bevölkerung durchgeführt. Dieſe neugeſtaltende
Umſchichtung bedeutet aber Siedlung. Damit iſt die Siedlung in
allen ihren Erſcheinungsformen zu einem Schlüſſelfaktor der
Re=
organiſation unſeres Volkslebens geworden.
Neben dem Wirtſchaftlichen wird demnach in Zukunft in der
Siedlung auch das Nationalpolitiſche in weiteſtem Maße
richtung=
weiſend ſein. Beides ſind ja keine Gegenſätze mehr. Doch ſo
unbe=
ſtreitbar die Bedeutung der Siedlung im nationalpolitiſchen
Sinne iſt, ſo ſehr wird man ſich über die Grenzen ihrer
Möglich=
keit im klaren ſein müſſen, die ihr wirtſchaftlich geſetzt ſind. Es
wäre nationalpolitiſch kein Gewinn, durch eine Umſchichtung zu
einer nicht lebensfähigen Siedlung hin die völkiſche Neugeſtaltung
wirtſchaftlich zu gefährden. Die Lebensfähigkeit der Siedlung
aber beſtimmt ſich im weſentlichen aus drei Faktoren:
Siedlungs=
fläche Siedlermaterial und Rentabilität der Einzelſiedlung.
Die räumlichen Grenzen der Siedlung ſind naturgemäß von
der zur Verfügung ſtehenden Fläche abhängig. Es iſt allerdings
mit Recht oft darauf hingewieſen worden, daß eine genaue Zahl
als Grenze des bereitſtellbaren Siedlungslandes ſich gar nicht
an=
geben läßt. Nach dem Reichsſiedlungsgeſetz, das in dieſem Punkte
auch heute noch Gültigkeit hat, ſind bereitzuſtellen entbehrliches
Staatsland, Oed= und Moorland und aus privatem Beſitz
ſtam=
mende Landſtrecken. — Staatsland läßt ſich zu Siedlungszwecken
nur zu einem beſtimmten Prozentſatz bereitſtellen, aber zweifellos
iſt die planmäßige Durchführung der Siedlung nur möglich, wenn
das Vorhandenſein verfügbaren Staatslandes die dauernde
Ga=
rantie genügender Siedlungsfläche gibt. Die Statiſtik zeigt denn
auch, daß in Jahren, in denen geringere Mengen an Land aus
privatem Grundbeſitz zur Verfügung ſtanden, der prozentuale
An=
teil des ſtaatseigenen Landes an der Geſamtſiedlungsfläche
erheb=
lich ſtieg. — Die Siedlung auf ſtaatseigenem Boden iſt über das
ganze Reich verteilt, während Oed= und Moorlandſiedlung
natur=
gemäß lokal beſchränkt bleibt, ebenſo wie ſich Siedlerſtellen auf
früherem Privatbeſitz vornehmlich im Oſten ſchaffen laſſen.
Wichtigſtes und für die landwirtſchaftliche Siedlung heute
be=
ſtimmendes Moment iſt die Siedlung auf früherem
Großgrund=
beſitz. Dieſer Sektor agrariſcher Fläche iſt zweifellos am
variabel=
ſten. Eine ſolche Umſchichtung des Beſitzes auf der
landwirtſchaft=
lichen Fläche ſtellt auch eine Umſchichtung der landwirtſchaftlichen
Produktion dar. Sie zwingt zur Reorganiſation des geſamten
deutſchen landwirtſchaftlichen Marktes. Denn Verbreiterung der
Siedlungsfläche heißt Verminderung der Großanbaufläche, heißt
zum großen Teile Umſtellung von Getreideanbau zur
Veredelungs=
wirtſchaft.
Der Großgrundbeſitz ſtellt in ſeiner Notwendigkeit bei der
Getreideverſorgung einen Rechenfaktor dar, der bei einer
Betrach=
tung der Siedlungsfrage nicht überſehen werden darf. Man hat
bei der Bereitſtellung von Siedlungsland aus lebensunfähig
ge=
wordenem Großgrundbeſitz von jeher mit Schwierigkeiten dieſer
Art zu kämpfen gehabt. Doch hat ſich auf die Dauer die Frage
nach der Geſtaltung der deutſchen Agrarfläche nicht umgehen laſſen.
Ein Land, deſſen geſamte Struktur eine Autarkie nicht zuläßt, muß
ſich darüber klar werden, welche Bedürfniſſe es aus eigener Kraft
befriedigen kann, ſowohl nach ernährungspolitiſchen als auch nach
bevölkerungspolitiſchen Geſichtspunkten. Die Ausgeſtaltung der
deutſchen Agrarfläche zur Bauernwirtſchaft ſetzt Deutſchland in den
Stand, ſeinen Bedarf an Veredelungsprodukten ſelbſt zu decken.
Sie macht den landwirtſchaftlichen Raum auch erheblich
aufnahme=
fähiger für größere Bevölkerungsmaſſen.
Die Frage des Siedlermaterials iſt in der letzten Zeit
wieder=
holt aufgeworfen worden, häufig mit der Beantwortung, daß eine
notwendige Anwärterſchaft zur Siedlung ziffernmäßig und der
Eignung nach gar nicht exiſtiere. Ein derartiger Einwand gegen
die neue Siedlungspolitik bedarf eigentlich keiner Erwiderung.
Wichtiger iſt, feſtzuſtellen, aus welchen Volksteilen ſich die
Sied=
lungsanwärterſchaft zuſammenſetzt, vor allem die Möglichkeit einer
organiſchen Umſchichtung nach der Eignung zu unterſuchen. Denn
die Hinüberführung einer entwurzelten Arbeiterſchaft zum
boden=
ſtändigen Bauerntum, die Steigerung des landwirtſchaftlichen
Sek=
tors unſerer Bevölkerung auf Koſten des induſtriellen ſetzt eine
langwierige, nicht in allen Teilen Erfolg verſprechende Arbeit
voraus.
Das nächſtliegende iſt, das Siedlermaterial aus den
über=
ſchüſſigen Kräften, der weſtlichen Landwirtſchaft zu rekrutieren,
ein Vorſchlag, der in letzter Zeit oft gemacht worden iſt. Die
alleinige Durchführung der Siedlung mit ſolchem
Menſchenmate=
rial bedeutet aber lediglich eine Umgruppierung innerhalb der
bäuerlichen Bevölkerung. Die Heranziehung der
Landarbeiter=
ſchaft zur Siedlung ſtellt unter dem Aſpekt der Umſchichtung einen
weſentlicheren Faktor dar. Der Induſtriearbeiter iſt durch die
Ver=
ſchiedenheit der Lebensweiſe und der Arbeitsverhältniſſe nicht zur
ſofortigen Anſetzung als bäuerlicher Siedler geeignet. Die
Kurz=
arbeiterſiedlung bildet hier eine brauchbare Vorſtufe. — Man hat
aber auch feſtſtellen können, daß die Umſtellung des weſtdeutſchen
Bauern auf die Eigenart der Oſtſiedlung Schwierigkeiten mit ſich
bringt, die nicht jeden zur Siedlungsaubeit qualifiziert ſein laſſen.
Der Landarbeiter, der die öſtlichen Verhältniſſe kennt, iſt hier im
Vorteil.
Betrachtet man die drei wichtigſten Rekrutierungsgebiete des
Siedlermaterials: Bauerntum. Landarbeiter, freigeſtellter
Indu=
ſtriearbeiter, ſo ergibt ſich, daß der bäuerliche Sektor entſchieden
die beſten Vorausſetzungen mitbringt. — Der Landarbeiter muß
ſchon deshalb von der Siedlung mitergriffen werden, weil das
quantitative Anwachſen der Kleinſiedlung eine Verminderung der
Großwirtſchaften und damit eine Herabſetzung der
Arbeitsmöglich=
keiten für den Landarbeiter bedingt. Die Statiſtik zeigt, daß in
den Siedlerbetrieben eine weſentlich geringere Zahl abhängiger
Arbeitskräfte beſchäftigt wird, als in Groß= und
Mittellandwirt=
ſchaften und auch in bäuerlichen Altbetrieben. Die Schwierigkeit
liegt für den Landarbeiter bei der Anſetzung hauptſächlich in der
Umſtellung von abhängiger zu ſelbſtändiger Arbeit, doch kommt
ihm ſelbſtverſtändlich die Kenntnis landwirtſchaftlicher
Verhält=
niſſe zugut. Dies iſt wichtig für die Behandlung der Frage, wie
weit ſich der Induſtriearbeiter zur Siedlung eignet. Denn bei ihm
tritt zur Umſtellung von abhängiger zu ſelbſtändiger Arbeit noch
die Unterſchiedlichkeit landwirtſchaftlicher und induſtrieller Arbeit
überhaupt. Zur Ueberwindung dieſer Schwierigkeiten werden
all=
gemein zwei Vorſchläge gemacht: Eine Ueberführung des
In=
duſtriearbeiters in eine zunächſt abhängige Landarbeit und
weit=
gehende Durchführung der Rand= und Kurzarbeiterſiedlung. Man
hat beide Vorſchläge bereits erprobt und mit beiden Erfolge zu
verzeichnen. Die Durchführungsmöglichkeit des einen oder andern
iſt naturgemäß örtlich bedingt. Die ſchnellſte und fühlbarſte
Aus=
wirkung auf die wirtſchaftliche Situation hat die
Kurzarbeiter=
ſiedlung, da ſie die Lebenshaltungskoſten des teilweiſe induſtriell
beſchäftigten Arbeiters dadurch herabſetzt, daß ſie die eigene
Dek=
kung des Bedarfs an Veredelungsprodukten erlaubt. An Orten
mit vorwiegend induſtriellem Charakter hat man daher mit der
Durchführung der Kurzarbeiterſiedlung als eigenem
Siedlungs=
zweig bereits tatkräftig begonnen.
Die Rentabilität der Siedlung iſt im allgemeinen durch die
Geſamtlage der Landwirtſchaft und insbeſondere des
Kleinbauern=
tums beſtimmt. Iſt doch faſt jede Siedlung ein bäuerlicher
Klein=
oder Kleinſtbetrieb. In der Vergangenheit war durch die hohen
hypothekariſchen und ſteuerlichen Belaſtungen die Rentabilität der
Siedlung von vornherein gefährdet. Erſte Maßnahmen der
natio=
nalſozialiſtiſchen Regierung auf dieſem Gebiet waren daher
Schutz=
maßnahmen in dieſer Richtung. Eine zweite Belaſtung der
Klein=
bauernbetriebe und damit auch der Siedlungen war die ſogenannte
„Bauernſchere‟
d. h. das Mißverhältnis von Futterpreis und
Erlös des tieriſchen Veredelungsproduktes. Durch eine planmäßige
Futterpreispolitik iſt nunmehr die Möglichkeit geſchaffen, eine
weitgehende Verbilligung der Futterpreiſe zu erlangen und durch
eine rationelle Verwertung der Roggenproduktion Möglichkeiten
verbilligter Oelfuttereinfuhr, zu ſchaffen. Dieſe Maßnahmen, im
Verein mit einer ſinnvollen Bodenvorbereitung durch den
Ar=
beitsdienſt, haben die Geſtehungskoſten und die Belaſtung der
Siedlung außerordentlich herabgemindert. Damit iſt aber die
Ren=
tabilität der landwirtſchaftlichen Siedlung entſprechend geſtiegen.
Wachſende Rentabilität bedeutet aber ſteigende Feſtigkeit der
Exi=
ſtenz, und ſo ſtellt das erſte Jahr nationalſozialiſtiſcher
Siedlungs=
politik einen ſchlagenden Gegenbeweis dar gegen die liberalen
For=
derungen, erſt nach Feſtigung der geſamtwirtſchaftlichen Situation
wieder mit dem Siedeln zu beginnen. Im Gegenteil trägt heute
bereits die Siedlung zur Feſtigung der geſamtwirtſchaftlichen
Si=
tuation bei. Und auf Grund dieſer Tatſache allein läßt ſich der
Plan verſtehen, in dem kommenden Jahrzehnt mehr als 80 000
Siedler neu anzuſetzen, jährlich alſo etwa 8000. Die Durchführung
dieſes Planes bedeutet volkswirtſchaftlich aber auch, wie bereits
die Siedlungsergebniſſe früherer Jahre zeigen, eine ſtarke
Auf=
tragsbelebung für die Induſtrie. Im Verein mit einer planvollen
Kurzarbeiterſiedlung ſchafft dieſe landwirtſchaftliche Siedlung das
uns verloren gegangene ernährungspolitiſche Gleichgewicht.
Wenn hier im weſentlichen nur auf die wirtſchaftlichen Seiten
der Siedlung eingegangen worden iſt, ſo iſt dies nicht aus einer
Verkennung der zahlreichen andern Faktoren geſchehen, die
natio=
nalpolitiſch die Siedlung bejahen laſſen. Die Entwicklung der
wirtſchaftlichen Lage in den Siedlungen hat in den letzten Jahren
ſo manchen Siedlungswilligen und Intereſſierten kopfſcheu gemacht
und von ſeinem Vorhaben abgehalten. So iſt es notwendig
ge=
worden, gerade jetzt auf die grundſätzliche Bedeutung und die
durch den Nationalſozialismus veränderten wirtſchaftlichen
Ver=
hältniſſe hinzuweiſen, damit dem Schlüſſelfaktor Siedlung die ihm
zukommende Bedeutung beigemeſſen wird.
Em. Heppenheim a. d. B., 23. März.
Generalverſamm=
lung des Kriegervereins. Nach der Begrüßung und
dem ehrenden Gedenken der im letzten Vereinsjahre verſtorbenen
Kameraden erſtattete Präſident Friedrich den Geſchäftsbericht.
Durch die Gründung des Kriegervereins Hambach ſind einige
Ka=
meraden ausgeſchieden, denen aber 22 Neuaufnahmen
gegenüber=
ſtehen. Da Rechner und Schriftführer des Vereins infolge
Arbeits=
überlaſtung aus ihren Aemtern ausſcheiden, beſtimmte Präſident
Friedrich als deren Nachfolger die Kameraden Hellriegel und
Koob. Ueber den Haſſiatag, das Gefallenen=Denkmal.
Verſicherun=
gen, Veranſtaltungen uſw. fand eine rege Ausſprache ſtatt. — Die
Landwirtſchaftliche Schule beendete ihren Lehrgang
19.
3/34 mit einer öffentlichen Schlußfeier im Saal des Gaſthauſes
„Zum goldenen Anker” unter Teilnahme der Angehörigen der
Schüler ſowie früherer Schüler und Freunde der Anſtalt.
e. Bad Wimpfen, 23. März. Vom Reichsbund der
Kinderreichen. Für das 10. lebende Kind der Familie Rob.
Gyſin hier iſt es dem Reichsbund der Kinderreichen gelungen, die
Ehrenpatenſchaft unſeres Reichs= und Volkskanzlers Adolf Hitler
zu erwirken. Robert Gyſin und ſeiner Ehefrau Lina geb. Löber
iſt bereits ein Glückwunſch= und Anerkennungsſchreiben nebſt einer
Ehrengabe von 50 Mark für den Täufling übermittelt worden.
Ex. Bürſtadt, 22. März. In der am Mittwoch ſtattgefundenen
öffentlichen Gemeinderatsſitzung wurde der neue 1.
Bei=
geordnete, Herr Heinrich Jakob, von Herrn Bürgermeiſter Kraft
feierlich verpflichtet. Er dankte für das Vertrauen und verſprach,
ſeine ganze Kraft zum Wohle der Gemeinde einzuſetzen. Alsdann
gab Herr Bürgermeiſter Kraft den Koſtenvoranſchlag der
Ge=
meinde Bürſtadt bekannt, der einſtimmig angenommen wurde. Die
Einnahmen belaufen ſich auf 342 500 RM. gegenüber dem Vorjahre
mit 391 300 RM. Die Ausgaben von 446 600 RM. wurden um
rund 100 000 RM. geſenkt, gegenüber dem Vorjahre mit 55 500
RM. Das Defizit beträgt nur noch 10 000 RM. gegenüber dem
Vorjahre mit 55 000 RM. ungedeckten Ausgaben. An
Bürger=
meiſtergehältern wurden allein 3000 RM. eingeſpart.
Bm. Hofheim (Ried), 20. März. Eiergenoſſenſchaft,
Im „Kühlen Grund” fand eine Verſammlung der
Eiergenoſſen=
ſchaft ſtatt, in welcher Ortsfachberater und Inhaber der
Eierſam=
melſtelle, Pg. Kärcher, über gegenwärtig intereſſierende Fragen
referierte. Die Verſammlung war leider nur mäßig beſucht.
Die Feldbereinigungsarbeiten ſind hier in vollem Gange und hat,
bei den Vermeſſungsarbeiten eine Anzahl Erwerbsloſer
Beſchäf=
tigung gefunden.
Ep. Eppertshauſen, 23. März. Anläßlich des Tages von
Potsdam und der Eröffnung der Arbeitsſchlacht des Jahres 1934
hielt die NS.=Frauenſchaft ihre Monatspflichtverſammlung ab.
Desgleichen verſammelten ſich die Mitglieder der NS.=Hago und
G.H.G. im Parteilokal, um der Uebertragung, der Rede des
Füh=
rers zu lauſchen und das Programm der Frühjahrsoffenſive der
NS.=Hago feſtzulegen. Ortsgruppenleiter, Pg. Blaſchek. wies mit
entſprechenden Worten auf die Bedeutung des Tages hin. — In
einer Verſammlung der Pfarrgemeinde hielt Pfarrer Winter einen
ſehr intereſſanten Lichtbildervortrag über die
Oberam=
mergauer Paſſionsſpiele, die in dieſem Jahre ihr 300jähriges
Aufführungsjubiläum erleben. Der Redner der Zeuge der letzten
Spiele war, führte die Zuhörer in anſchaulicher Weiſe in die
Ge=
ſchichte und den Aufbau dieſes großen und einzigartigen
Schau=
ſpiels ein.
Haltek auch im Monak März durch!
Opferk für den Kampf gegen Hunger und Kälke!
Seite 8 — Nr. 82
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 24. März 1934
Be. Groß=Gerau, 23. März. Kundgebung der
deut=
ſchen Angeſtelltenſchaft. Nach dem Einmarſch der Ne
BO.=Fahnen begrüßte der Vertrauensmann Reichenbach, die
Anweſenden und gab dem Redner, Bezirksleiter der deutſchen
An=
geſtelltenſchaft Heilmann=Darmſtadt, das Wort. Er ſtellte zu
Beginn ſeiner Ausführungen den grundlegenden Unterſchied
zwi=
ſchen Marxismus und Nationalſozialismus dar und ging dann
auf das Verhältnis der deutſchen Angeſtelltenſchaft und der deut
ſchen Arbeitsfront näher ein. Das Problem der Berufserziehung
und der Charakterbildung wurde ausführlich behandelt.
P. Rüſſelsheim, 23. März. Die Opelſtadt Rüſſelsheim gehört
dank der Steuerkraft der Opelwerke, zu den ſeltenen größeren
Landgemeinden, die ſich auch in wirtſchaftlichen Notzeiten einer
günſtigen Finanzlage erfreuten. Der von der
Gemeindeverwal=
tung mit äußerſter Sparſamkeit aufgeſtellte und am Mittwoch
abend in einer nur halbſtundigen Sitzung genehmigte
Haushal=
tungsplan für 1934/35 iſt in Einnahmen und Ausgaben mit
1 250 000 RM. gegen 1 273 000 RM. im Vorjahre ausgeglichen.
Auch der neue Haushaltungsplan zeigt das Bild der zunehmenden
Beſſerung der Gemeindefinanzen. Obwohl die Ausgaben für die
Wohlfahrtspflege um 100 000 RM. geſenkt werden können, ſah der
Gemeinderat von einer dieſer Senkung entſprechenden
Herab=
ſetzung der Gemeindeſteuern ab, weil er den freiwerdenden Betrag
zur Arbeitsbeſchaffung zu verwenden beabſichtigt, um dadurch dem
Ziele des Führers (Beſeitigung der Arbeitsloſigkeit) auch in
unſe=
rer Gemeinde zur Verwirklichung zu verhelfen. Eine weitere
er=
hebliche Ausgabenſenkung erwächſt der Gemeinde durch die Herab=
— In den zukünftigen
Neu=
ſetzung der Zinſen für ihre Schulden.
bauten unſerer Gemeinde, der Dr. Ludwig Opel=Stiftung, der
Ge=
meinnützigen Baugenoſſenſchaft und der Dr. Fritz Opel=Stiftung,
ſollen nach den Vorſchlägen der am ſtaatlichen Hochbauamt Groß=
Gerau eingerichteten Beratungsſtelle des Deutſchen
Luftſchutzbun=
des Luftſchutzvorkehrungen getroffen werden.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Be. Mainz, 22. März. Einbrecher von der Polizei
überraſcht. In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch
wur=
den drei männliche Perſonen von einer Polizeiſtreife beobachtet,
die ſich in verdächtiger Weiſe gegenüber dem Warenhaus Tietz an
einem Schuhgeſchäft herumtrieben. Als die Polizeiſtreife ſich
einige Straßen entfernt hatte, wurde ſie durch einen weithin
tönenden Schlag aufmerkſam gemacht. Die Beamten vermuteten
einen Einbruch in das Schuhgeſchäft und eilten ſofort dorthin
zurück. Sie kamen gerade recht, um noch zu beobachten, wie die
drei verdächtigen Perſonen das Schuhgeſchäft ſchwer bepackt mit
Schuhwaren verließen. Die Einbrecher ergriffen beim Erſcheinen
der Polizei ſofort die Flucht, wobei ſie die geſtohlenen Schuhwaren,
beſtehend aus Reitſtiefeln und Schuhen, wegwarfen. Während es
zwei der Einbrecher gelang, zu flüchten, wurde der eine, der ſpäter
als der A. Vollert aus der Rheinſtraße feſtgeſtellt wurde,
ver=
haftet. Die vorgenommenen näheren Ermittelungen ergaben, daß
die Einbrecher die Glasſcheibe einer Eingangstüre in das
Schuh=
geſchäft zertrümmert hatten und in den Laden eingedrungen
waren. Sie verließen das Schuhgeſchäft durch eine zweite
Laden=
türe, an der Schlüſſel von innen ſteckte. Der Verhaftete iſt der
Sohn eines Wirtes auf der Rheinſtraße, der vor einigen Jahren
ſeine Braut erſchoſſen und wegen Totſchlags eine längere
Frei=
heitsſtrafe zu verbüßen hatte. Ein weiterer Einbrecher aus der
Löhrſtraße, der von den Polizeibeamten erkannt wurde, konnte im
Laufe des geſtrigen Tages feſtgenommen werden.
Oberheſſen.
h. Schotten. 22. März. In die Nidder geſtürzt und
ertrunken. Ein tragiſches Unglück mit tödlichem Ausgang
er=
eignete ſich nachts bei dem Kreisort Sichenhauſen. Ein Ein
wohner aus Sichenhauſen ſtürzte in der Dunkelheit von einer
Brücke in die Nidder, die infolge der andauernden Regenfälle
ziemlich viel Waſſer mit ſich führt, und ertrank. Der
bedauerns=
werte Mann war an einem Stacheldraht, welcher im Waſſer lag,
hängen geblieben und konnte ſich nicht mehr befreien. Am
an=
deren Tage fand man die Leiche des Mannes. Die Uhr des
Toten zeigte 2 Uhr nachts.
Briefkaſlen.
Ieder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsquſttung beizufügen. Anouywre Anfragen wirdos
nicht beantwortet. Die Beanzwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
M. E. in N. Wenn die dortige Bürgermeiſterei keine
Aus=
kunft erteilen könnte, ſollten Sie ſich mit Poſtkarte mit
Rückant=
wort an das Kreisamt Erbach wenden.
L. hier. Wir empfehlen Ihnen, bei der Polizeidirektion hier
vorzuſprechen. Die geſtellte Frage dürfte noch einer geſetzlichen
Regelung entgegenſehen.
G. B. L. 1. Im Termin auf Räumungsklage müßten Sie
unter allen Umſtänden erſcheinen und den Richter um
Räumungs=
friſt erſuchen. Ohne gerichtliches Urteil kann der
Ver=
mieter nichts ausrichten. 2. Wenden Sie ſich an die Heſſiſche
Bauernkammer in Frankfurt a. M.
„Opfer der Arbeit‟. Die in Nr. 77 erwähnte „Stiftung für
Opfer der Arbeit” und der Ehrenausſchuß derſelben haben
nach=
ſtehende Anſchrift: „Geſamtverband der deutſchen Arbeitsopfer in
der Deutſchen Arbeitsfront”, Berlin=Schöneberg, Kaiſer=
Friedrich=
ſtraße 9.
T. W. Wenn der Rechtsvorgang ſo lange Zeit zurückliegt,
dürfte, wenn eine heſſiſche Gemeindeſteuer in Frage ſteht, nach
Art. 19 des Heſſiſchen Ausführungsgeſetzes zum Bürgerlichen
Geſetzbuch die vierjährige Verjährung, die allein in
Betracht kommt, abgelaufen ſein. Es empfiehlt ſich. dieſe
Er=
klärung der Bürgermeiſterei der in Frage kommenden Gemeinde
abzugeben.
F. R., Darmſtadt. Soweit keine Untermiete in Frage ſteht,
dürfte auch im vorliegenden Fall die unter N. N. 12 erteilte
Ant=
wort mit der Maßgabe gelten, daß Sie es auf die angekündigten
Schritte ankommen laſſen ſollten.
L. in O. Da hier poſtaliſche Anordnungen und deren
Aus=
legung in Frage ſind, empfehlen wir, ſich an die
Oberpoſtdirek=
tion hier zu wenden.
Langj. Abonnent hier. Die Einheitsmietverträge gehen den
Verbänden des Haus= und Grundbeſitzes und der Mieterſchaf
mit der Bitte zu, künftig nur dieſen Mietvertrag als Grundlage
für neue Mietverträge zu benutzen. Auch die beſtehenden Ver
träge ſollen bei der nachſten ſich bietenden Gelegenheit den
grund=
ſätzlichen Beſtimmungen des Deutſchen Einheitsmietvertrages
angepaßt werden.
H. O. Wir möchten auf folgende Bücher verweiſen: O. Cato,
2. Tle.) und E. Lange.
Die beliebten Kartenſpiele (1921—23,
Das große Buch der Kartenſpiele (7. Aufl. 1922). Vielleicht iſ
eines dieſer Bucher bei der Landesbibliothek erhältlich.
F. H. Wir möchten empfehlen, Erkundigung bei der
Ge=
ſchäftsſtelle, Rheinſtraße 48, einzuziehen.
OM
E
Drogiſt.
welcher vor
kur=
zem ſeine Lehr
zeit beend. hat,
geſucht. Off.
N 199 Geſchſt.
D.RGM.
Neuartige
Feuerung
Sparsamsten
Brennstoffverbrauch
Dauerhafte
Ausführung
Jak. Scheid, Eisenhandlung, Kirchstraße 6
G. 1. Wenz, Eisenhandlung, Elisabethenstr. 8
E. L, Göbel, Oefen u. Herde, Rheinstraße 31.
(TV553
A
Einträge in das Handelsregiſter, Abteilung A:
Am 6. März 1934 hinſichtlich der Firma:
Betriebs=
ſtoffvertrieb Darmſtädter Kohlenhändler Nuß & Co.,
Darmſtadt: Der perſönlich haftende Geſellſchafter,
Kaufmann Friedrich Röder in Darmſtadt, ſowie
6 Kommanditiſten ſind aus der Geſellſchaft aus
geſchieden, 1 Kommanditiſt iſt in die Geſellſchaft
eingetreten, welche als Kommanditgeſellſchaft
fort=
geſetzt wird. — Am 16. März 1934 hinſichtlich der
Firma: Georg Schubkegel, Darmſtadt: Die
Pro=
kura der Georg Schubkegel Ehefrau Mathilde geb.
Vogt iſt erloſchen. — Die Firma iſt erloſchen.
Als nicht eingetragen wird veröffentlicht: Die
Firma Heſſiſche Fahnenfabrik Georg Schubkegel
wird von der Löſchung nicht betroffen.
Abteilung B: Am 10. März 1934 hinſichtlich der
Firma: Backſtein=Verkaufsſtelle Darmſtadt,
Geſell=
ſchaft mit beſchränkter Haftung, Darmſtadt: Durch
Beſchluß der Generalverſammlung vom 23. Januar
1934 iſt die Geſellſchaft aufgelöſt. Liquidatoren
ſind der ſeitherige Geſchäftsführer und Georg Delp,
Ziegeleibeſitzer in Darmſtadt.
Am 14. März
1934 hinſichtlich der Firma: Bauhütte Darmſtadt,
Geſellſchaft mit beſchränkter Haftung, Darmſtadt:
Durch Beſchluß der außerordentlichen
Generalver=
ſammlung vom 6. Februar 1934 iſt die Satzung
neu gefaßt. — Geſchäftsführer Heddäus iſt
nun=
mehr ſatzungsmäßig beſtellter Geſchäftsführer.
Als nicht eingetragen wird veröffentlicht:
Bekannt=
machungen der Geſellſchaft erfolgen in der
Zeit=
ſchrift „Bauen, Siedeln, Wohnen” und im
Deut=
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Darmſtadt, den 21. März 1934.
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Samstag, 24. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
*Scheinwerfer auf See.
herrſchenden Bogenlicht=Scheinwerfern durchaus den Rang ab=
Hernftenerang
gelaufen haben. Der Scheinwerfer wird an Bord ſo aufgeſtellt,
daß er ein möglichſt großes Feld beherrſcht und ſo wenig wie
möglich durch Decksauſbauten maskiert oder durch
Schornſtein=
von der Kommänsoorane aus.
rauch behindert wird. Bisweilen kommt auch eine fahrbare Auf=
Nr. 82 — Seite 9
ngen.
Nächtliches Dunkel ſinkt über den Suezkanal. Leiſe rauſchend
uckert die Bugwelle gegen die Wände des Schiffes, das den
anal durchfährt. Wie die Nacht dunkler und dunkler wird,
fmmmen plötzlich Lichter auf, zwei geiſterhafte Strahlen greifen
ie Rieſenfingern nach den Ufern, einer nach hüben, einer nach
üben, und tauchen die Ränder der Waſſerſtraße in gleißendes
(7cht. Wunderſam: ſie nehmen von einem einzigen Scheinwerfer
ren Ausgang, die beiden Lichtfinger, die die Nacht
durch=
ingen. Der aufmerkſame Reiſende bemerkt das ſogleich und
reendet ſich um Auskunft an den nächſten Schiffsoffizier. Und
er erklärt ihm das Einzigartige dieſer Sache. Nirgends auf
Welt gibt es das ein zweites Mal. Nur im Suezkanal ſind
ſar die Durchfahrt bei Nacht Scheinwerfer mit geſpaltenem
ächtſtrahl vorgeſchrieben, die beide Ufer gleichzeitig beleuchten
ſennen.
Wir betrachten, um neues Wiſſen reicher, das Spiel der
durch die Nacht geiſternden Lichtſtröme nun mit anderen Augen.
ie Erinnerung an die Werke berühmter Marineſchlachtmaler
jrucht auf. Das rege Spiel der Scheinwerfer, die die nächtliche
Baſſerfläche erhellen und deren Strahlen in nimmermüdem Hin
ud Her, Auf und Ab das Dunkel durchdringen, hat ihre
Phan=
rſie ſtets mächtig angeregt. Scheinwerfermanöver — das bedeu=
1.tfür jeden, der es erleben durfte, ein phantaſtiſches Geſchehen,
un eindrucksvolles Wirken der Lichter und der Schatten, ein
piel der tauſend Reflexe auf der unruhigen Waſſerfläche, ein
rlebnis des Unwahrſcheinlichen. Unwahrſcheinlich hebt der
eißende Lichtſtrom die weißen Kreidefelſen Rügens für den
wrüberfahrenden Dampfer aus der nächtlichen Finſternis heraus.
imwahrſcheinlich glitzern in den Scheinwerfer=Strahlen, die
letſcher Alaskas auf, unwahrſcheinlich zeichnen ſich die
grünen=
ſen Olivenſchluchten Calabriens am Horizont ab. Wer derartiges
erlebte, wird die Erinnerung daran ſchwerlich wieder verlieren.
Doch nicht feſtlichen Effekten allein dient das Spiel der
tächtlichen Strahlen. Der Scheinwerfer leiſtet auf See überaus
vertvolle Dienſte. Immer wieder lieſt man von Schiffsunfällen
tei Nacht und Nebel, wo das Rettungswerk durch die drückende
inſternis aufs äußerſte erſchwert wurde. Pyrotechniſche
Hilfs=
rittel, wie Raketen und Leuchtkugeln, vermögen in ſolchen Fällen
line genügende Hilfe zu bieten. Erſt wenn ein leiſtungsfähiger
Scheinwerfer an Bord iſt, beſteht die Möglichkeit, alle Manöver
rihig und zielbewußt einzuleiten, den Schauplatz der
Kata=
rophe ſorgſam abzuſuchen und ſo manchem ſchließlich noch
ſkettung zu bringen, der ſonſt unfehlbar verloren wäre. Aber
mich für das Auffinden des Fahrwaſſers auf ſchwierigen Reeden
nd in Flußmündungen bildet der Scheinwerfer, ſelbſt wenn
än Lotfe an Bord iſt, eine ſehr weſentliche Hilfe. Selbſt in der
Zinnenſchiffahrt machen ſich dieſe Vorteile ſo ſehr bemerkbar,
ſaß man beiſpielsweiſe auf den amerikaniſchen Fluß= und
Bin=
enſee=Dampferbooten, die oft unabhängig von jeder Küſten=
und Strombeleuchtung ihren Weg zu ſuchen haben und dabei
och auf im Strom treibende Gegenſtände ihr Augenmerk richten
müſſen, in ausgedehntem Maße vom Scheinwerfer Gebrauch
nnacht. Daß er für Polizeiboote und Zollkutter im Kampf mit
den Schmugglern und anderen lichtſcheuen Elementen von großer
Sedeutung iſt, braucht wohl kaum hervorgehoben zu werden.
Scheinwerfer für Schiffszwecke unterſcheiden ſich nicht
grund=
ätzlich von ſolchen, wie ſie für andere Zwecke üblich ſind. Auch
vier konkurriert die Lichtbogenlampe mit der Glühlampe. Man
erfügt heute über Glühlampen=Scheinwerfer, die
Geſamtinten=
täten von Milliarden von Kerzenſtärken erreichen und deren
Seuchtweite mehrere Kilometer beträgt, die alſo den früher vor=
Nachrichten des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 15. März: von Ernſt. Amelie, geb. v.
Win=
erfeld, Witwe des Hauptmanns a. D., 82 Jahre alt, Grüner
Weg 25. Walter. Adam 2., Fabrikarbeiter, verheiratet, 40 Jahre
Nieder=Ramſtadt: Eliſabethenſtift. Am 13 März: Marz
ni, geb. Merkel. Ehefrau des Althändlers Lazarus Marx. 62
Jahre alt, wohnhaft in Meſſel. Am 15. März: Engel., Anna,
geb. Schumacher. Witwe des Kaufmanns Alois Engel, 64 Jahre
alt, Feldbergſtr. 36. Am 16. März: Lichtenſtein, Hermann
Theodor Erich, Fabrikdirektor außer Dienſt, Dipl.=Ing., 80 Jahre
alt, verheiratet, Grüner Weg 26. Liſt, Martha Frida Johanna,
geb. Polter. Ehefrau des Straßenbahnſchaffners i R., 55 Jahre
alt, Eberſtadt: Martinspfad 72. Loibl, Helga Eliſabeth.
Schü=
erin, 7 Jahre alt, Tochter von Bäcker, Grohberg 14a. Füller,
Deinrich Adam. Gußputzer, 56 Jahre alt verheiratet, Emilsſtr.
Am 7. März: Weber, Friedrich Ludwig, Maurermeiſter, 73
jahre alt, verheiratet, Hoffmannſtr. 36. Am 17 März: Reuter,
Peter Nikolaus, Gend.=Hauptwachtmeiſter 40 Jahre alt,
verhei=
ratet, Ober=Ramſtadt: Eliſabethenſtift. Mauritz, Heinrich Karl,
Kaufmann, 52 Jahre alt. verheiratet. Dortmund: Hermannsſtr. 6.
Rlotzſch, Philippine Franziska, geb. Hinkel, Witwe des Tape=
Zierers, 54 Jahre alt. Grafenſtr. 27. Reubold, Johannes. Sohn
von Schuhmacher, 2 Jahre alt, Crumſtadt: Stadtkrankenhaus. Am
18. Marz: Becker. Maria Joſefa, geb. Schneider. Witwe des
Lokomotivführers, 60 Jahre alt, Bleichſtr. 51. Martinspfad
Am 17. März: Daab, Johannes, Gärtner, 87 Jahre alt,
verhei=
ratet, Gräfenhäuſer Str. 155. Stadtkrankenhaus Battenfeld,
Anna Margaretha geb. Hirſch, Witwe des Zeichners und Malers,
Stadtkrankenhaus. Am
81 Jahre alt, Frankfurter Str. 37,
20 März: Huck Heinrich 4., Poſtinſpektor, verheiratet Arheilgen:
Grein. Barbara, geb. Mang, Ehefrau des
Eliſabethenſtift.
Bahnarbeiters, 47 Jahre alt. Heppenheim a. d. B.; Lagerhaus=
Atraße 24. Am 19. März: Feldmann, Margarete, geb.
Schol=
lenberger, Ehefrau des Weißbinders, 21 Jahre alt. Griesheim;
Stadtkrankenhaus. Am 20. März: Brunner, Philipp,
Fuhr=
mann, verheiratet, 32 Jahre alt. Schloßgaſſe 32. Stadtkrankenhaus.
Spengler, Friedrich Karl. Kaufmann, 32 Jahre alt,
ver=
heiratet, Kiesſtraße 55. Dörr, Heinz. 11 Monate alt. Sohn von
Waſtwirt. Pallaswieſenſtr. 43. Am 21. März: Boger, Katharina,
geb. Glanz. Witwe des Schutzmanns 70 Jahre alt, Sandbergſtr. 30.
Morſchhäuſer Anna Margaretha, geb. Bechtel, 81 Jahre
Ut. verwitwet von Poſtſchaffner i. R., Teichhausſtr. 34. Kolb,
Johann. Privatier, 63 Jahre alt, verheiratet. Liebigſtr. 77. Am
2. März: Sproß, Friedrich, Bäckermeiſter, 61 Jahre alt.
ver=
heiratet, Pallaswieſenſtraße 33. Gockel, Eliſabeth. geb. Old. 26
Jahre alt, verheiratet mit dem Schreiner, Groß=Umſtadt:
Stadt=
rankenhaus. Herrmann, Wilhelm. Gaſtwirt, 57 Jahre alt,
verheiratet, Feldbergſtr. 34. Gros. Anna Eliſabethe. geb.
Hun=
inger, Ehefrau des Landgerichtsdirektors, 51 Jahre alt.
Heinrichs=
ſtraße 154.
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 24. März.
Stadtkirche. Abends 8 Uhr: Die Matthäuspaſſion von H. Schütz, geſungen vom
wrchengeſangverein der Stadtkirche.
Echloßkirche. Abends 8 Uhr: Paſſionsandacht Pfarrer Goethe.
Sonntag, 25. März. Palmarum.
Allgemeiner Buß= und Bettag.
(In allen Kirchen Kollekte für die Heſſiſche Diaſpora.)
Sladtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls,
rrer F. Müller, Vorm. 11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. Nachm. 5 Uhr:
lbendmahls Pfarrer Wagner.
dendgottesdienſt mit Feier des heiligen
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
Nort
re.
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11,15 Uhr:
Andergottesdienſt für die Markusgemeinde. Pfarrer Voge
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte. Vorm. 9,30 Uhr:
Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier
* heiligen Abendmahls. Pfarrer Lautenſchläger, Abends 6 Uhr: Abendmahlsgottes=
Denſt mit Einzellelch Dekan Zimmermann
ſtellung in Anwendung. Die unmittelbare Bedienung des
Schein=
werfers von ſeiner Plattform aus iſt dadurch erſchwert, daß der
Bedienungsmann infolge ſeiner Aufſtellung dicht am Schein,
werfer das anzuleuchtende Objekt nur durch den
Scheinwerfer=
ſtrahl hindurch ſieht, alſo beim Suchen unſicher wird. Deshalb
zieht die Allgemeine Elektrizitäts=Geſellſchaft bei den von ihr
aufgeſtellten Schiffsſcheinwerfern eine Fernbetätigung vor, die
wenn irgend angängig — vom Standpunkt der Schiffsleitung
Uniformen in der italieniſchen Armee.
Ein Infanderiſt
in neuer Uniſorm.
Der Offizier
in der neuen Dienſtuniform.
Wie ein Schiffsſcheinwerfer aufgebaut iſt.
Der Standpunkt iſt ſo gewählt, daß der Strahl der
Rieſenlampe von Schiffsaufbauten nicht behindert wird.
ſelbſt aus erfolgt. Auf größeren Schiffen, wo die Entfernung
zwiſchen Aufſtellungsort und Schiffsleitung ſo groß iſt, daß eine
rein mechaniſche Uebertragung nicht in Frage kommt, richtet man
die Fernbewegung des Scheinwerfers elektriſch ein. Auf einer
Steuerſäule befindet ſich ein ſogenannter Lenker, deſſen
Be=
wegung gleichzeitig mit der des Scheinwerfers erfolgt. Das
heißt: Anheben des Lenkers verurſacht ein Heben des
Schein=
werferſtrahls, ſeitliche Bewegung ruft eine entſprechende
ſeit=
liche Verſchiebung des Scheinwerferſtrahls hervor uſw., wird
der Lenker losgelaſſen, ſo geht er automatiſch in ſeine
Null=
ſtellung zurück und das gleiche geſchieht mit dem Scheinwerfer.
So rankt ſich um das ruheloſe Spiel der Lichtſtrahlen und
kegel, die die Finſternis mit Strömen gleißenden Lichtes
er=
füllen, eine umfangreiche Technik, die von der Stromverſorgung
an bis zur feinſtufigen, jedem Winke gehorſam und präzis
folgenden Fernbewegung des gewaltigen modernen
Hochinten=
ſitätsſcheinwerfers mit 2=Meter=Spiegel eine ganze Reihe von
ſorgfam zu löſenden techniſchen Einzelfragen umfaßt.
Auch in Italien geht man jetzt dazu über, den Anzug des
Sol=
daten weniger nach ſeiner äußeren Wirkung, als vielmehr noch
praktiſcher herzuſtellen. Die neue Uniform, die von jetzt ab in
der italieniſchen Armee getragen wird, ähnelt ſehr dem engliſchen
Soldatenrock. Sie beſteht aus einem bequemen Jackett, darunter
wird ein Hemd mit Schlips getragen, deſſen Farbe der
Waffen=
gattung entſpricht. Im Sonmer kann die Jacke fortgelaſſen werden.
Eines Muſikers letzter Wunſch.
(—) London. Nun haben ſie den guten alten Sir Edward
Elgar an der Seite ſeiner Gattin, auf dem Friedhof der St.
Wulſtan=Kirche in Little Malvern zur letzten Ruhe beſtattet.
Elgar? Man kannte ihn in ganz England und weit darüber
hinaus. Er war der Maſter of the Kings Muſik, wie ſein
offi=
zieller Titel lautete.
Aber wer da glaubte, daß ein großer Leichenzug ihn
hinaus=
gebracht hätte zu ſeiner letzten Ruheſtätte, der ſah ſich bitter
ent=
täuſcht. Drei oder vier Freunde und ein oder zwei Verwandte.
Denn es war des großen Muſikus letzter Wunſch, daß man kein
Aufhebens von ſeinem Tode machen möge. Keine Einladungen
ſollten verſandt werden. Und dann kam eine Bitte, wie man ſie
von einem Muſiker eigentlich nicht erwartet hatte und gar von
einem Muſiker, dem die ganze königliche Kapelle ſonſt das Geleit
gegeben hätte: er wünſchte, daß auf ſeinem letzten Gang keine
Muſik ihn begleite.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
Verein zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte: Mittwoch, 28. März, abends 8 Uhr:
Bandacht. Pfarrer Lautenſchläger
D
rtinskirche. Vorm. 9,15 Uhr: Chriſtenlehre für die zweite Konfirmiertengruppe
der Martinsgemeinde Weſti
Nartinsſtift. Pfarrer Dr. Bergér. Vorm. 10 Uhr:
Hau=
zdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer D. Waitz. Anmeldung von
30 Uhr an
er Sakriſtei. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martins=
Pfarrer Beringer. Vorm. 11,15 Uhr: Chriſtenlehre für die zweite
Konfir=
emer
ruppe der Martinsgemeinde Oſt im Martinsſtift. Pfarrer Köhler. Abends
6 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Beringer.
An=
mel
ung von 5,30 Uhr an in der Sakriſtei
Kapelle des Städt. Altersheims. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer Beringe
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl und
Vorbereitung. Pfarrer Marx. Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 5 Uhr:
m Abendmahl und Vorbereitung. Pfarrer Goethe.
Predigtgottesdienſt mit heili
Baul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarrer Goethe. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Boethe.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feie
er heiligen Abendmahls. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß
Vorm. 11,35 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Weiß. Abends 8 Uhr
Abendgottesdienſt (7. Paſſionsandacht) mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Irle.
Bibelſtundenſaal der neuen Trainkaſerne. Vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt. Pfarker
Irle.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Feier des heiligen
Sakriſtei. Vorm.
Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von 9,30 Uhr an in d
11.30 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer A. Müller. Abends 6 Uhr: Abendgottesdienſt.
Pfarrer A. Müller., Feier des heiligen Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von
5,30 Uhr an in der Sakriſtei.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. Nachm. 3 Uhr:
nsandacht
Montag, 26. März, nachm. 3 Uhr: Paſſionsandach
rz, nachm. 3 Uhr: Paſſionsandacht.
Dienstag, 27
rz, nachm. 3 Uhr: Paſſionsandacht; anſchließend: Beichte.
ttwoch, 28
Lutheriſcher Gottesdienſt (ſelbſt. luth. Kirche). „Feierabend”, Stiftsſtr. 51,
Sonntag, 25. März, Palmarum, vorm. 9,45 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Müller=Erbach.
Amtshandlungen an Auswärtigen im April: Pfarraſſiſtent Junker. (Sprechſtunden
vorm. 11—12 Uhr.)
Gründonnerstag (29. März)
Stadtkirche. Nachm. 5 Uhr: Abendmahlsfeier mit Einzelkelch. Pfarrer
Lauten=
ſchläger. Abends 8 Uhr: Hauptprobe der Johannespaſſion von
Bach (Muſikverein).
Stadtkapelle. Abends 6 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt. Pfarrer
Hef
Kartinskirche. Abends 8 Uhr: Abendgottesdienſt mit Abendmahlsfeier. Pfarrer
on 7.15 Uhr an in der Sakriſt
Köhler. Anmeldr
ei.
A
ienſt. Pfarrer Goethe
Fohanneskirche Abends 8 Uhr: Abendmahlse
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Abends 8 Uhr:
Abend=
gottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Abends 7,30 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt.
Anmeldung von 7 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Irl.
Pauluskirche. Abends 6 Uhr: Einzelkelchabendmahl. Pfarrer A. Müller. Anmeldung
von 5.30 Uhr an in der Sakriſtei.
Stiftskirche. Nachm. 3 Uhr: Paſſionsandacht; anſchließend: Beichte. Abends 8 Uhr:
Hauptgottesdienſt mit hl. Abendmahl. Pfarrer Hickel.
Karfreitag (30. März).
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen
Abendmahls=
enſt. Nachm. 5 Uhr: Abendgottes.
Pfarrer F. Müller. Vorm. 11,30 Uhr: Kindergotte
Lautenſchläger. (Kollekte für die
dienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarr
ſchule der Lukasgemeinde.) Abends 8 Uhr: Aufführung der Johannespaſſion
Kleinkinde
durch den Muſikverein
Stadtkapelle. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. (Kollekte für die
Kleinkinderſchule der Schloß= und Kaplaneigemeinde.)
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heil. Abendmahls
Dekan Zimmermann. (Kollekte für die Kleinkinderſchule der Schloßgemeinde. Vorm.
30 Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. Nachm. 3 Uhr: 8. Paſſionsandacht.
Pfarrer Lautenſchläger
Kartinskirche. (Kollekte für die Schweſternſtationen.) Vorm 10 Uhr:
Hauptgottes=
t Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Beringer. Anmeldung von 9,15 Uhr
der Sakriſtei. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt.
Pfarrer D. Waitz. Abends 8 Uhr: Abendgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
Pfarrer D. Waitz. Anmeldung von 7,15 Uhr an in der Sakriſtei.
Kapelle des Städt. Altersheims. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt mit Abendmahlsfeier.
Pfarrer Dr. Bergér.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heiligem Abendmahl und
Vorbereitung. Pfarrer Goethe. Nachm. 5 Uhr: Abendmahlsgottesdienſt. Pfarrer Marx.
Baul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarraſſiſtent Junker.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). (Kollekte für den Kirchneubaufonds der
Petrus=
gemeinde.) Vorm. 8 Uhr: Frühgottesdienſt. Pfarrer Irle. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei.
z. Nachm. 2 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Weiß.
farrer
iſche Karfreitagsfeier (8. und 9. Paſſionsandacht). Pfarrer Irle
: Li
Nachm. 5
orm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer A. Müller. Feier des
auluskirche.
heiligen Abendmahls mit Vorbereitung. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei.
n. 5 Uhr: Kirchenmuſikaliſche Feier.
N
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit heil. Abendmahl. Pfarrer Hickel.
Nachm. 3 Uhr: Paſſionsandacht.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Montag, 26. März, nachm. 3 Uhr
Oſterfeier des Kindergartens der Lukasgemeinde. Abends 8 Uhr: Jugendabend für die
männliche Jugend. Kirchenchor und Gemeindevereine wie gewöhnlich.
Konfirmandenſaal im Schloß. Freitag, 23. März, abends 8 Uhr:
Hauptver=
ſammlung des Frauenvereins der Schloßgemeinde.
Kartinsgemeinde: Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 27. März, abends
8 Uhr: Kirchenchor.
ſardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 26. März, abends
Ger
g81
chenchor
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Dienstag, 27. März, abends
8,1
Uhr: Kirchenchor. Samstag, 31. März, abends 7.30 Uhr: Singekreis
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Montag, 26. März, abends
8 Uh
Mädchenabend. Dienstag, 27. März, abends 8 Uhr: Kirchenchor. Gründonners=
7
Närz, abends 8 Uhr: Kirchenchor: Hauptprob
tag.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 25. März,
nachm. 4 Uhr: Vereinsſtunden
ſtadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde
orm. 11 Uhr:
vergottesdienſt. Nachm.
3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann.
abends
3,30 Uhr: Männeraben
ringmann. — Dienstag, abends 8,15 1
Blaukre
Bibelſtunde. Herr Kinz. —
ſch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chor.
Vo
Die Bibelſtunde fällt aus. — Karfreitag, nachm. 3,30 Uhr:
Gemeinſchaftsabendmahls=
feier. Die Bibelſtunde in Beſſungen fällt aus, Samstag, abends 8 Uhr: Poſaunenchor.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 2
). Sonntag, nachm. 4,45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde
Bel
für junge Mädchen, 5,45 Uh
unde für junge Mädchen. Abend
Uh
1
Bibelbeſprechſtunde für junge Männer. 8,30 U.
tädchen
vielen für
Mon=
30
abends 8,30 Uhr: Geſchäftsſtunde. — Dien
bends
belbeſpre
*
für junge Mädchen. Herr Bringmann. — Mittwoch, nachm. 3
Kinderſtunde
*
Nädchen. Aben
ds 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Abends 8,30 Uhr:
Spiel=
abend für junge Männer. — Samstag, nachm. 3 Uhr: Kinderſtunde für Knaben.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24,
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und vierten
Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden
Auswärtige Gemeinden.
Evgl. Kirche Roßdorf. Sonntag, 25. März, vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. Dekan
zimmermann. Kollekte. Nachm. 2 Uhr: Schlußfeier der Kleinkinderſchule auf dem
Martin=Lutherplatz. — Dienstag: Kirchenchor und Poſaunenchor.
Evgl. Kirche Traiſa. Sonntag. 25. März, Bußtag. Vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Kollekte für die heſſ. Diaſpora. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr. 13 Uhr:
Kindergottesdienſt der Kl. 20 Uhr: Paſſionsandacht.
Evgl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 25. März, Bußta
m. 10 Uhr:
Gottes=
m. 11Uhr: Kindergottesdienſt. 8 Uhr: Paſſionsandacht.
Poſaunen=
dienſt.
Sor
Mittwoch:
hor
Dienstag: 6—7 Uhr: Bücherausgabe. 8,30 Uhr: Kirchenchor.
Bibelſtunde. — Donnerstag: 8 Uhr: Abendmahlsfeier. (Gründonnerstag.) — Karfreitag
9,30 Uhr: Gottesdienſt. Anſchließend Beichte und Heiliges Abendmahl. 8 Uhr:
Paſſions=
andacht.
Evgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 25. März, Landes=Buß= und Bettag,
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Kollekte für die he
ſpora. Nachm. 2 Uhr:
eſſiſch
ad
ottesdienſt in Waſchenbach. Abends 8 Uhr: Paſſionsa=
Mittwoch: Kirchenchor.
Karfreitag: Vormittags 9,30 Uhr: Hauptgottesdienſt. Mitwirkung des Kirchenchors.
Im Anſchluß an den Gottesdienſt Feier des heil. Abendmahls.
Abends 8 Uhr: Liturgiſche Karfreitagsfeier. Mitwirkung des Kirchenchors.
Schloßkapelle Kranichſtein. 10 Uhr vorm,: Gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Göbel.
Ev
Bemeinde Dieburg. Samstag, 24. März, vorm. 7.30 Uhr: Schulſchluß=
An=
dacht. — Sonntag, vorm. 10 Uhr: Feier des Landes=Buß= und =Bettags.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evangeliſche Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 25. März, vorm. 9,30 Uhr:
Einſegnungsfeier.
rediger Veihelmann. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Abends
Uhr: Predigt.
Montag, abends 8,15 Uhr: Paſſionsandacht für die Jugend. —
ſittwoch, abds. 8,15 Uhr:
ngſtunde. Karfreitag, vorm. 10 Uhr: Predigt. Prediger
Veihelmann. Abends 8 Uh
Paſſionsliederabend.
vangel. Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonnta
25. März, vorm. 9,30 Uhr: Prediatgottesdienſt. Prediger
ähnel. Vorm. 10,30 Uhr
Kindergottesdienſt. Abends 8,15 Uhr: Evangeliſation
ittvoch, abends 8,15 Uhr:
Bibelſtunde. Freitag vorm. 9,30 Uhr: Predigt mit Hl. Abendmahl. Prediger Hähnel,
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 25. März, vorm. 11 Uhr:
Sonntagsſchule. Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt. Prediger Mann, Frankfurt.
rfreitag, abends 7.30 Uhr: Geſangsgottesdienſt: „Die Leidensgeſchichte Jeſu” mit
Hl. Abendmahl Prediger Hirtz.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 25. März, vorm.
9 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung.
Dier
tag, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. Prediger Kruſt. Freitag, 30. März, vorm 9 Uhr:
Kau
eitagsandacht. Prediger Kruſt.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christian Science Society) in Darmſtadt,
Aula der Adolf=Hitler=Bauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag, vor
du
Mittwoch, abends 8,15 Uhr. Thema am 25. März: Materie: Goldener
N9eT
Text
Die Ehriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14. Palmſonntag, 25. März;
m.
Uhr: Menſchenweihehandlung. 11,30 Uhr: Kinder=Sonntagshandlung.
Uhr: Liturgiſche Paſſionsandacht (Pfarrer Thielemann).
Bot
ienſte in de
he: Die Menſchenweihehandlung: Montag
te
Dienstag 6,30 Uhr. M
10.30 u
twoch 7.45 Uhr. Gründonnerstag 10,30 Uhr.
Kar=
freitag 10 Uhr. Karſamstag 10,30 Uhr
Liturgiſche Paſſionsandachten: Gründonnerstag, 29. März, 20,30 Uhr,
Karfreitag, 30. März. 20,30 Uhr. Pfarrer Thielemann.
Samstag, 24. März 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Seite 10 — Nr. 82
Die ſchwimmende Jugendherberge vor der Vollendung.
Das Schiff mit den Ehrengäſten in dem gewaltigen Trog des ſtählernen Fahrſtuhls.
Der Trog wiegt im gefüllten Zuſtande 4200 Tonnen, würde alſo dem Gewicht nach die geſamte
Bevölkerung Potsdams aufnehmen können.
„Hein Godenwind” im Hafen von Hamburg.
Das künftige Herbergsſchiff der deutſchen Jugend, „Hein Godenwind”, iſt faſt vollendet. Bei der
Einweihung am 8. April werden 120 000 Angehörige der Hitler=Jugend und des Bundes Deutſcher
Mädel, darunter 20 000 Hitler=Jungen aus dem Saargebiet, aufmarſchieren.
Reich und Ausland.
Emma Berndl †.
München. Eine der hervorragendſten
Hero=
inen des Münchner Hof= und Staatsſchauſpieles,
die lange Jahre die Meiſtergeſtalten deutſcher
Dichter verkörperte, die Hofſchauſpielerin Emma
Berndl, iſt in München im Alter von 57 Jahren
geſtorben. 34 Jahre wirkte ſie an der führenden
Bühne in München.
Scheckſchwindler
auf der „Europa” verhaftei.
Bremen. Das Schiffskommando des
Schnell=
dampfers „Europa” des Norddeutſchen Lloyd, der
am Freitag in Bremerhaven eintraf, übergab der
Kriminalpolizei zwei Amerikaner, die während
der Ueberfahrt von New York nach Bremerhaven
als Scheckſchwindler entlarvt worden waren. Es
handelt ſich um die beiden amerikaniſchen
Staats=
angehörigen Charly Matſon und Richard King,
die im letzten Augenblick vor der Abfahrt der
„Europa” in New York auf dem New Yorker Büro
des Norddeutſchen Lloyd erſchienen waren und den
Leiter der dortigen Agentur veranlaßten, ſie an
Bord zu bringen. Die beiden angetrunkenen
Amerikaner bezahlten ihre Paſſage erſter Klaſſe
mit einem Scheck. Die „Europa” befand ſich
de=
reits auf See, als ſich ergab, daß für den Schcck
keine Deckung vorhanden war. Das
Schiffskom=
mando der „Europa” wurde funkentelegraphiſch
veranlaßt, die beiden Amerikaner in Gewahrſam
zu nehmen und ſie in Bremerhaven der Polizei
zu übergeben. Sie werden ſich hier wegen Betruges
bzw. Scheckſchwindels zu verantworten haben und
bei nächſter Gelegenheit nach den Vereinigten
Staaten abgeſchoben werden.
Wegen Raubmordes zum Tode verurteilt.
Oels. Das Schwurgericht in Oels verurteilte
den Joſef Knoſpe aus Gimmel (Kr. Oels) wegen
Raubmordes zum Tode. Sein Mittäter Adolf
Wollny aus Schönau (Kr. Oels) wurde zu
lebens=
länglichem Zuchthaus verurteilt. — Beide waren
in der Nacht zum 15. November 1932 in das
Ge=
ſchäft der Kolonialwarenhändlerin Elſe Weinert
in Freyhan (Kr. Militſch) eingedrungen. Als die
Ladeninhaberin ſie dabei überraſchte, wurde ſie
von Knoſpe mit Fauſtſchlägen bearbeitet, ſo daß
die Frau bald danach ſtarb.
Enkſehliche Zeuersbrunſt
in japaniſcher Großſkadl.
Lagekarte der Unglücksſtadt.
Großes Exploſionsunglück in Frankreich.
Der bekannte deulſche Strafrechtslehrer
Frank †
Geheimrat von Frank,
der deutſche Straf= und Völkerrechtslehrer, ſtarb
in München im Alter von 74 Jahren. Sein
Haupt=
ſerk war der in vielfacher Auflage erſchienene
Kommentar zum Strafgeſetzbuch, in dem er
heiſterhaft die ſtrafrechtlichen Probleme auf
knap=
bem Raum klarlegend und erſchöpfend behandelt.
Ebenfalls iſt er auch der Begründer und
Mit=
herausgeber des „Pitaval der Gegenwart”
In=
folge ſeiner großen juriſtiſchen Kenntniſſe und
Erfahrungen wurde er auch zur Mitarbeit am
neuen Strafgeſetzbuch berufen.
cksſtätte mit der explodierten Alkohol=Deſtillerie.
Orte Eur
es explodierte eine Alkohol=Deſtillerie. Die Exploſion beſchädigte
In dem franzöſiſche
Bahngleiſe und unterband alle Telefonverbindungen. Aus den
Trüm=
die in der Nähe liegend
mern wurden zwei Tote geborgen.
Mit der Wünſchelruke
hinker den Mördern Princes her.
Genf. Die „Tribune de Genéve” bringt einen
aufſehenerregenden Artikel über die Bemühungen
des in der ganzen Schweiz bekannten
Quellen=
ſüchers Abbé Mermet, der im Juſſy bei Genf als
Prieſter tätig iſt, den Mörder des Pariſer
Ge=
richtsrats Prince ausfindig zu machen. Das Blatt
erinnert zunächſt an die großen Erfolge, die der
mit einem Pendel arbeitende Abbé auf dem
Ge=
biet der Suche nach verſteckten Körpern an Ort
und Stelle ſowie auf größere Entfernungen hin
bereits gemacht hat.
Die Kunde von den ſeltſamen Fähigkeiten des
Abbé Mermet iſt nun, wie das genannte Blatt
mitteilt, auch zu der Familie des ermordeten
Richters Prince gedrungen. Der Sohn des Rich=
ters, Raymond Prince, hat darauf nach Juſſy eine
Photographie ſeines Vaters” geſchickt, an Hand
deren der Abbé eine Deutung der Tat
rekonſtru=
ieren zu können glaubte. So ſtellte er feſt, daß
Prince in einem Auto durch einen Schlag auf den
Hinterkopf betäubt worden ſei und ſodann durch
eine Injektion in den linken Unterarm Gift
er=
halten habe. Der Richter ſei aber noch am Leben
geweſen, wenn auch bewußtlos, als die Mörder
ihn auf den Schienen feſtbanden. Der Sohn des
Richters hat nunmehr, wie die „Tribune de
Ge=
neve” weiter mitteilt, dem Abbé Photographien
von Leuten geſandt, die der Tat verdächtig ſind.
Der Abbé hat dann einige der auf dieſen
Licht=
bildern dargeſtellten Perſonen als unſchuldig
be=
zeichnet, während er einen Mann, der ebenfalls
auf dieſen Photographien abgebildet iſt und 1,80
Meter groß ſein ſoll, als einen der Täter
be=
zeichnete.
2000 Toke bei der Brandkakaſtrophe
von Hokodake.
Tokio. Die Zahl der Todesopfer der
Brand=
kataſtrophe von Hakodate wird nunmehr mit 2000
angegeben. Weitere 1000 Perſonen werden noch
vermißt und dürften ebenfalls in den Flammen
umgekommen ſein. Die Zahl der Verletzten
über=
ſteigt 2000; über 150 000 Menſchen ſind obdachlos.
Der Schaden wird auf nahezu 100 Millionen RM.
geſchätzt.
Japaniſcher Dampfer im Taifun geſunken.
82 Tote?
Tokio. Der japaniſche Dampfer „Ueda Maru
iſt in der Nähe von Hakodate in einen Taifun ge
raten und geſunken. Auf dem Dampfer befanden
ſich insgeſamt 82 Perſonen einſchließlich der Be
ſatzung. Ueber ihr Schickſal liegt bisher noch keine
Nachricht vor.
154 japaniſche Fiſcher vermißt.
Tokio. Dreizehn Fiſcherboote mit einer
Be=
ſatzung von insgeſamt 154 Menſchen werden ſeit
Mittwoch vermißt. Man befürchtet, daß ſie ci
Opfer des furchtbaren Sturmes der letzten Tage
geworden ſind.
Schweres Lawinenunglück.
Opfertod zweier Arbeiter rettet einen Berninazug
Baſel. Einer Meldung der „Baſler National=
Zeitung Laus Pontreſina zufolge wurde
Donners=
tag vormittag gegen 9.30 Uhr plötzlich bemerkt,
wie ſich am Munt Pers die „dicke Marianne”
ge=
nannte Lawine löſte. Da im ſelben Augenblick der
fahrplanmäßige Zug der Berninabahn, von
Pon=
treſina kommend, die Bernina=Häuſer erreichen
ſollte, wurden ſofort die üblichen Warnungsſignale
gegeben und zwei Arbeiter eilten dem Zug
ent=
gegen, um ihn noch kurz vor dem Bahnhof zum
Halten zu veranlaſſen. Unterwegs wurden die
bei=
den Arbeiter aber von der niedergehenden Lawine
erfaßt und unter den gewaltigen Schneemaſſen,
die die Eiſenbahnſtrecke auf eine Länge von 80
2 rn 3 bis 4 Meter hoch bedeckten, begraben.
Bei den ſofort angeſtellten Rettungsverſuch
ge=
lang es, den einen der Arbeiter zu bergen; er
war bereits tot. Die Leiche des anderen Arbeiters
konnte indeſſen noch nicht gefunden werden. Dem
Opfertod dieſer beiden Arbeiter iſt es zu danken,
daß der Zug ſelbſt nicht von den Schneemaſſen
er=
faßt wurde, ſondern noch rechtzeitig a der
Brücke, der einzigen Stelle dieſer langen — recke,
die von der Lawine nicht verſchüttet wurde,
an=
halten konnte.
zamstag, 24. März 1934
iſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 82 — Seite 11
Stdtsss TolAtt
Fußball.
Bikkoria Urberach —Sporkverein 1898.
Zum fälligen Rückſpiel treten die 98er am Sonntag mit
Re=
erve und exſter Mannſchaft in Urberach gegen die dortige „
Vik=
oria” an. Das Spiel hat eine beſondere Bedeutung nicht mehr,
ſa auf der einen Seite Urberach geſichert iſt, während die
Darm=
tädter den 4. Platz bereits ſchon vor Wochen ſicherſtellten.
Im=
nerhin wird es Urberach als Ehrenſache anſehen, ſo gut wie
mög=
ich im letzten Spiel gegen die 98er abzuſchließen. Die
Lilienträ=
ger werden mit einer Stürmerreihe erſcheinen, die ſchon jetzt für
die demnächſt ſtattfindenden Privatſviele (gegen Gauliga=
Ver=
ine) ausprobiert werden ſoll. Die Abfahrt für beide
Mannſchaf=
en iſt per Omnibus am Mathildenplatz (Marſtall) 12.45 Uhr!
Einige Plätze für Schlachtenbummler ſind noch frei.
TSG. 46 Darmſtadt.
Kommenden Sonntag müſſen die Fußballer der 46er (früher
Rot=Weiß) mit der Reſerve und erſten Mannſchaft in Groß=
Gerau zum fälligen Verbandsſpiel antreten. Abfahrt per Auto
beide Mannſchaften bei Mitglied Löffler, Mackenſenſtraße,
12 Uhr pünktlich.
Turngeſellſchaft 1875 — Mörfelden.
Auf das morgen nachmittag 3.00 Uhr ſtattfindende Spiel ſei
nochmals hingewieſen. Leider müſſen die 75er ohne ihren
bewähr=
ten eifrigen Rechtsaußen Reitzel antreten, der ſich einer Operation
uiterziehen mußte. Es ſteht dafür der ſeither dienſtlich
verhin=
derte A. Daab auf dieſem Poſten. Es ſollte ſomit keine Schwächung
der Mannſchaft eingetreten ſein. Es gilt für die 75er, alles
her=
auszugeben, damit die Punkte in Darmſtadt bleiben. In
An=
betracht der guten Ausſichten einer Poſitionsverbeſſerung beider
Mannſchaften wird es zu einem harten und ſpannenden Kampfe
kommen. Ein Beſuch wird ſich daher lohnen. Die 2. Garnituren
treffen ſich vorher um 1.15 Uhr.
Hota Darmſtadt — Union Darmſtadt 1:6 (0:2).
Union erſchien mit einer komb. Mannſchaft (4 Spieler aus
der 1 Mſcht.). Sofort mit dem Anpfiff entwickelte ſich ein
ſchnel=
les und ſchönes Spiel, das vorerſt die Gäſte im Vorteil ſieht. In
der 12. Minute kann auch Unions Linksaußen das erſte Tor
er=
zielen und gleich darauf der Halblinke auf 2:0 erhöhen. Nach der
Pauſe dasſelbe Bild. Der Mittelſtürmer ſchoß zum 3. Male ein
und wenige Minuten ſpäter ſetzte Unions Mittelläufer einen
hef=
tigen Fernſchuß unter die Latte. Dann kam Hota vereinzelt auf
und ſchoß auch ihr Ehrentor. Union buchte bis zum Schlußpfiff
durch Halbrechts und Mittelſtürmer noch das 5. und 6. Tor. Das
Spiel wurde von den Gaſtgebern ſtets offen gehalten, der trotz
Erſatz recht gut gefiel. Als Schiri amtierte Eßlinger=SV. 98 zur
größten Zufriedenheit.
FC. Union Darmſtadt.
Das Verbandsſpiel gegen Roßdorf fällt aus.
Die Jugend nimmt am Sonntag an den
Kreiswaldlaufmei=
ſterſchaften auf dem Stadion Sp. V. 98 geſchloſſen teil. Treffpunkt
8.30 Uhr Vereinslokal. Unentſchuldigtes Fernbleiben wird
be=
ſtraft.
Germania Eberſtadt — Viktoria Griesheim.
Die „Frankenſteiner” empfangen am Sonntag zum fälligen
Rückſpiel Viktoria Griesheim. Sie müſſen das Spiel ohne ihren
ausgezeichneten Mittelläufer Fiſſel und Verteidiger Pfeifer
be=
ſtreiten. Das Vorſpiel gewannen ſie mit 3:1 und ſollte auch
morgen ſtark genug ſein, das Spiel knapp für ſich zu entſcheiden.
Vorher Reſerven.
Heuke 20½ Uhr lehter Schwimmabend
in der Winter=Runde der Darmſtädter Schwimmer. Gerade der
heutige Abend verſpricht noch einmal beſonders ſpannende
Wett=
kämpfe, deren Beſuch ſich niemand entgehen laſſen ſollte.
Die Kreisbeauftragken im Radlergau Südweſt.
Der Führer des Gaues XIII (Südweſt) im Deutſchen
Rad=
fahrerverband Heinr. Braun, hat nunmehr die folgenden Herren
zu Kreisbeauftragten für den Gau ernannt: Bezirk Pfalz=
Kreis 1: Ludwigshafen wird vom Bezirk verwaltet; „Kreis II:
Adam Dengel, Mörlheim bei Landau; Kreis III: J. Wick,
Höh=
eisſchweiler bei Zweibrücken; Kreis IV: H. Flick. Kaiſerslautern;
Kreis V: J. Unterländer, Hettenleidelheim. Bezirk
Wies=
baden: Kreis I: W. Diefenbach, Wiesbaden; Kreis II (Mainz);
Michel Runkel. Niederſaulheim; „Kreis III: Bormann, Worms=
Pfiffligheim; Kreis IV: H. Amann. Höchſt i. Odw.” Kreis V:
Ulrich, Darmſtadt. Der Kreis Frankfurt wird von dem
Bezirk III (Main=Heſſen) mitverwaltet.
Neue Geſchäftsſtelle der Südweſt=Radfahrer.
Der Gau Südweſt im Deutſchen Radfahrer=Verband hat ſeit
Beginn dieſes Monats ſeine neue Geſchäftsſtelle, im Bürohaus
Zimmer 64—66, eröffnet. Die Ge=
Weißfrauenſtraße 14—
ſchäftsſtelle des Bezirks 3 (Südheſſen) wurde gleichzeitig dorthin
verlegt. Die Geſchäftsſtelle iſt für Anfragen aller Art über
An=
meldungen, Sportfragen. Grenzkarten (Tryptiks) uſw. von 3—6
Uhr täglich geöffnet.
Liſchkennis=Blikkurnier des Sp. 1898 Darmſtadl.
Sonntag vormittag 10 Uhr beginnt im großen Saal des
Rummelbräu das Blitzturnier des SV. 98: außer 98 ſind
betei=
ligt V.f.R. Mannheim ſowie Blau=Weiß Mainz und T. T.C. Weſt
Frankfurt a. M., dem es vor einigen Wochen überraſchend gelang,
den Sportverein 98 in den Verbandsſpielen einmal zu ſchlagen.
Eine ſtärkere Zuſammenſtellung dürfte in Süddeutſchland kaum
möglich ſein, ſo daß es unſeren Vertretern, ſchwer fallen wird,
ihren vorjährigen Sieg zu wiederholen. Von jedem Verein
ſpie=
len nur die drei beſten Spieler, jedoch jeder gegen jeden, ſo daß
eine ganze Reihe ſpannender Kämpfe zu erwarten iſt. Die Spiele
werden nachmittags fortgeſetzt; da die entſcheidenden Kämpfe erſt
in den ſpäten Mittagsſtunden ſtattfinden, iſt jedem Intereſſenten
die Möglichkeit geboten, ſich noch nach dem Handballſpiel bei Polizei=
SV. die Kämpfe im Rummelbräu anzuſehen. Am Abend iſt ein
ge=
mütliches Zuſammenſein im Rummelbräu geplant, an dem auch
die auswärtigen Gäſte teilnehmen werden.
„Der bekannte Außenläufer des Fußballſportvereins Frankfurt,
Jack May, der vor einiger Zeit vom damaligen Vereinsführer
wegen angeblichen „unſportlichen Verhaltens” auf ein Jahr
kalt=
geſtellt wurde, wird am kommenden Sonntag die Mannſchaft des
FSV., die noch hart um den Verbleib in der erſten Klaſſe zu
kämp=
fen hat, wieder verſtärken.
Die feierliche Einweihung des Magdeburger Schwimmſtadions,
des Schauplatzes der Europameiſterſchaften 1934, erfolgt mit einem
Schwimm=Städtekampf zwiſchen Magdeburg und Berlin am 8. Juli.
Die Sperrfriſten, die die Sportverbände über ihre
Mitglie=
der bei Vereins= und Wohnſitzwechſel verhängen, ſind jetzt für
Polizeibeamten außer Kraft geſetzt worden, ſofern einwandfrei
nachgewieſen iſt, daß die Verſetzung aus dienſtlichen Gründen
er=
folgte.
15 Nationen, darunter auch Deutſchland, werden ſich an den
Curopameiſterſchaften der Amateurboxer vom 11. bis 15. April in
Budapeſt beteiligen. Deutſchland wird durch die acht Boxer
ver=
treten, die ſich bei den Ausſcheidungskämpfen in Stuttgart
quali=
ſiziexten.
Zwei Meiſtertitel ſtanden bei den Hamburger Boxkämpfen am
Mittwoch auf dem Spiel. Beide Kämpfe endeten mit knappen
Punktſiegen der bisherigen Titelinhaber. Witt=Kiel verteidigte
ſeinen Halbſchwergewichtstitel gegen den Hamburger Bölck,
wäh=
rend Bantam=Meiſter Riethdorf=Berlin über ſeinen Landsmann
Möhl erfolgreich war.
Der deutſche Schwergewichtsmeiſter Vinzenz Hower=Köln trifft
am 12. April in London auf den Südafrikaner Ben Foord.
Der erſte Startſchuß fällk!
Ueber 300 Teilnehmer bei den Kreis=
Frühjahrs=
unflaf Reſlefhaſfen n Dunfal.
Ueberall in deutſchen Landen werden am Sonntag die
Früh=
jahrs=Waldlaufmeiſterſchaften der einzelnen Kreiſe des Deutſchen
Leichtathletik=Verbandes (DS
B.) ausgetragen. Der erſte
Start=
ſchuß wird den Leichtathleten nach dem Winter wieder den Weg
treigeben zu herrlichem Kampfe in der erwachenden Natur, und
überall, wo die Läufer Wald und Flur durcheilen, werden ſie mit
ihrer leichten, farbenfrohen Sportkleidung während ihres
Dahin=
eilens auf den fachmänniſchen Zuſchauer wie auf den beim
ſonn=
täglichen Spaziergang überraſchten Beſchauer den Eindruck
jugend=
licher Kraft und unbekümmerter Freude, ſtarken Willens und
kampfesfroher Einſatzbereitſchaft machen.
Der Kreis Starkenburg ſammelt ſeine Leichtathleten am
Vormittag auf dem Platz des SV. 1898 Darmſtadt am
Böllenfall=
tor. In acht Klaſſen werden Aktive und Junioren, Hand= und
Fußhaller. Alte Herren, Frauen und Jugendliche zum Kampf um
die Kreismeiſterſchaften im Einzel= und Mannſchaftslauf antreten.
Das Meldeergebnis erweckt Freude und Bedauern
zu=
gleich. Mit Genugtuung iſt feſtzuhalten, daß trotz der am gleichen
Vormittag an zwei weiteren Orten des Kreiſes im Intereſſe der
Ried= und Dreieichvereine ſtattfindenden Waldläufe für
Darm=
ſtadt allein
72 Mannſchaften und über 300 Einzel= und Mannſchaftsläufer
insgeſamt gemeldet worden ſind. Selbſt wenn alſo die alte Unſitte
in Erſcheinung treten und einige der Gemeldeten nicht antreten
ſollten, ſo wird die Beteiligung an den diesjährigen Frühjahrs=
Waldläufen des Kreiſes immer noch eine ausgezeichnete ſein! Mit
Bedauern aber muß zugleich feſtgeſtellt werden, daß bis heute
von den Vereinen der D T., die ja nunmehr unter Führung
der DSB. gemeinſam mit allen anderen Verbänden
leichtathleti=
ſche Meiſterſchaften beſchicken ſollen und für die ebenfalls dieſe
Waldlaufmeiſterſchaften geſondert ausgeſchrieben waren,
ledig=
lich zwei kleinere Vereine Meldung abgegeben haben.
Von den örtlichen DT.=Vereinen fehlen bisher
vor allem die große Turn= und Sportgemeinde
1846, die Turngeſellſchaft 1875 und die Beſſunger
Turner. Da jedoch heute erſt Meldeſchluß iſt, beſteht immer
noch die Möglichkeit, daß wenigſtens noch die hieſigen DT.=Vereine
den gemeinſamen Ruf der beiden Sportwarte in letzter Minute
befolgen. Meldungen können heute noch an den Kreisſportwart
Heinz Lindner, Darmſtadt, Mollerſtraße 21. abgegeben
wer=
den. Am Tag der Veranſtaltung werden ſelbſtverſtändlich auf
keinen Fall mehr Nachmeldungen angenommen!
Bei den Aktiven
zeigt ſich auch diesmal wieder im Meldeergebnis klar der Drang
nach der unteren Klaſſe, ſo daß die Klaſſe Il zahlenmäßig ſtark
be=
ſetzt iſt. In der Meiſterklaſſe wird es zu einem intereſſanten
Kampf zwiſchen den drei Sportvereinlern Haag —
Creter — Held
kommen, und auch im Mannſchaftslauf wird dem SV. 98 kein
Geg=
ner gewachſen ſein. In Klaſſe II die zuſammen mit der
Meiſter=
klaſſe über etwa 7 Kilometer geſtartet, läßt ſich eine Vorausſage
nicht gut rechtfertigen. Ob ſich auch hier die Lilienträger
durch=
ſetzen können, wird erſt der Wettkampf zeigen. Der ASC., Merck.
die Polizei und die Vereine der näheren Umgebung (Pfungſtadt,
Groß=Gerau, Weiterſtadt. Griesheim) haben hier keineswegs
ſchlechte Ausſichten. Die beſte Beſetzung ſeit Jahren weiſt diesmal
die AH.=Klaſſe auf. Hier werden ſich im Einzellauf
Gell=
weiler und Maul vom SV. 98 mit Ritter (Viktoria Griesheim)
und den anderen ewig jungen Kämpfern wohl einen ſpannenden
Kampf über etwa 2,5 Kilometer liefern, deſſen Ausgang
mitbe=
ſtimmend für den Sieg im Mannſchaftslauf ſein wird.
Bei den Frauen, kämpfen die Damen der Polizei, des SV.
Groß=Gerau und der SpVgg. Arheilgen um den Sieg. Vermißt
wird hier die Teilnahme des Platzvereins. Der Ausgang iſt in
dieſer Klaſſe nicht vorauszuſehen, da alle Vereine gleich gute
Läu=
ferinnen an den Start ſchicken.
Spannende Kämpfe wird es zweifellos auch in den 4
Jugend=
klaſſen geben, die mit nahezu 200 Teilnehmern erklärlicherweiſe
am ſtärkſten vertreten ſind. Mit viel Eifer und Freude iſt hier
ſeit Wochen die Vorbereitung getroffen; mit großem Kampfesmut
werden unſere jungen Leichtathleten um den Sieg und um den
Meiſtertitel ringen.
Nachdem nunmehr aller Verbände unter Führung des
Deut=
ſchen Leichtathletikverbandes (DSB.) gemäß der Anordnung des
Reichsſportführers gemeinſam die Meiſter der Leichtathletik
er=
mitteln, iſt von nun an auch die Verleihung eines ſchlichten
Mei=
ſterwimpels in den rot=weißen Farben gerechtfertiat, der den
Sie=
gern im Einzellauf der Meiſterklaſſe, der AH. der Frauen und der
vier Jugendklaſſen zum Abſchluß der Veranſtaltung vom
Kreis=
ſportwart Lindner=Darmſtadt übergeben werden wird. Die
Wett=
kämpfe unſerer Leichtathleten zeichnen ſich allgemein durch faire,
ritterliche Art aus, in der ſie bis zum Siege durchgefochten
wer=
den. Wir wiſſen, daß auch dieſe Waldlaufmeiſterſchaften in echt
deutſchem Sportgeiſt ausgetragen werden, und daß zweifellos der
Beſte dieſes Tages jeweils den ſtolzen Titel des Kreismeiſters
er=
ringen wird. Die Veranſtaltung beginnt pünktlich
um 9.30 Uhr mit dem Start der Klaſſe CII, dann folgen CI,
B=Jugend, Frauen. 4=Jugend, Alte Herren, und abſchließend
ſtar=
ten die Meiſterklaſſe und die Klaſſe II zuſammen. Die
Startnum=
mern werden ab 9 Uhr ausgegeben und müſſen bis ſpäteſtens 9.20
Uhr abgeholt ſein.
Weil ohne Trikok!
Keine offiziellen Europa=Rekorde beim Reichs=Olympia=
Prüfungsſchwimmen,
Die erſten Reichs=Olympiaprüfungskämpfe im Schwimmen in
Magdeburg gipfelten in zahlreichen Rekordleiſtungen, von denen
den beiden Europa=Rekorden jedoch die offizielle Beſtätigung
ver=
ſagt bleiben muß, da die beteiligten Schwimmer ohne Trikot
ſchwammen. Trotzdem verlieren natürlich die Leiſtungen unſerer
Länderſtaffel über viermal 200 Meter=Kraul mit 9:24 2 und von
Küppers im 100 Meter=Rückenſchwimmen mit 1:08,4 keinesfalls
ihren großen ſportlichen Wert.
Anni Stolte verbeſſert 200 Meter=Rücken=Rekord.
Die Düſſeldorfer Schwimmerin Anni Stolte unternahm am
Mittwochabend in ihrer Heimatſtadt einen Angriff auf den
deut=
ſchen Rekord im 200 Meter=Rückenſchwimmen, welchen
Elfriede Saſſerath ſeit dem Jahre 1931 mit einer Zeit von 3:09,8
hielt. Frl. Stoltes Verſuch hatte Erfolg. Die Strecke wurde in
3:06,5 Min, durchſchwommen und damit ein neuer deutſcher Rekord
erzielt.
Zwei neue Schwimm=Weltrekorde.
Die ausgezeichnete amerikaniſche Crawlſchwimmerin Leonore
Knight hat jetzt wieder zwei Weltrekorde ihrer großen
Lands=
männin Helen Madiſon ſchlagen können. Frl. Knight ſchwamm
über 440 Yards Crawl 5:30,6 (alte Marke 5:31,0) und über 500
Yards Crawl 6:15,2 (früher 6:16,4).
G. Deutſch wieder geneſen.
Der bekannte Breslauer Rückenſchwimmer und Europameiſter
Gerhard Deutſch, den eine ſchwere Krankheit lange Zeit an der
Ausübung ſeines Sportes verhinderte, iſt jetzt ſoweit geneſen, daß
er das Training im Sommer wieder aufnehmen kann.
Polizei Weißenfels geſperrt.
Der Polizeiſportverein Weißenfels, der 1932 die erſte Breſche
in die Vorherrſchaft Berlins in den deutſchen Meiſterſchafts=
End=
ſpielen ſchlug und ſich den höchſten deutſchen Titel ſicherte, iſt in
eine empfindliche Strafe genommen worden. Im Spiel gegen den
MTV. Neuſtadt am 18. Februar ließen ſich die Weißenfelſer
Ver=
fehlungen zuſchulden kommen, wofür ſie jetzt von der Gauleitung
mit einer Sperre vom 19. März bis 16. April belegt wurden.
Weißenfels verliert dadurch kampflos je zwei Punkte an Polizei
Halle und Polizei Deſſau.
Wer wird Handball= Gaumeiſter?
Polizei Darmſtadt — Tb. Frieſenheim.
Am kommenden Sonntag (15 Uhr) ſtehen ſich auf dem
Polizei=
ſportrlatz die beiden Bezirksmeiſter unſeres Gaues Südweſt im
Rückſpiel gegenüber. Im erſten Treffen mußte unſer heimiſcher
Meiſter eine Niederlage hinnehmen und damit wuchs die
Span=
nung der Darmſtädter Handballgemeinde auf das Antreten der
Frieſenheimer Turner. Werden ſie auch in Darmſtadt den Grünen
das Nachſehen geben und ſo den Gaumeiſtertitel mit nach Hauſe
nehmen können?
Unzweifelhaft verfügen ſie neben einer aufopfernden
Einſatz=
bereitſchaft über ein fundiertes Können. 1929 und 1930 waren die
Linksrheiner Turnermeiſter und in der DT. errangen ſie nicht
weniger als ſiebenmal die Pfalz= und mehrmals die
Südweſt=
deutſche Meiſterwürde. Die Mannſchaft wird am Sonntag
voraus=
ſichtlich mit
Giemere
Mayer
Heß
Schwarz 2. Schreiber Schwarz 1.
Grahn Regner Randl Hoffmann. Schwarz 3.
antreten, alſo in der gleichen Beſetzung wie am Vorſonntag.
Polizei Darmſtadt kämpft diesmal mit
Kiepfer
Pfeiffer
Walther
Unmacht Daſcher Stahl
Luley Huber Leonhardt Spalt Rothärmel
Dieſe Elf hat oft genug bewieſen, daß ſie ſiegen kann, auch
wenn darum gerungen werden muß. Wenn die „Grünen” auch den
Rückhalt des eigenen Publikums am Sonntag genießen, ſo darf es
doch nicht ſo kommen, wie in Frieſenheim: Die Mannſchaft hat
erfahren, daß nur reſtloſer Einſatz und vor allem Kampfeseifer die
Bahn nach oben freimachen kann. Gerade die Begeiſterung, mit
der die Gäſteſtürmer ſpielten, verhalf ihnen zu dem Erfolge Wir
wollen daher auch keine Vorſchußlorbeeren verteilen und den
Aus=
gang offen laſſen. Eine angenehme Ueberraſchung zu ſchaffen —
dazu iſt die Elf ſtark genug.
Vorausſichtlich findet das Fußballſpiel Polizei — FV.
Bens=
heim ſchon vormittags um 11 Uhr ſtatt.
Sporkerein 1898 Darmſtadk.
Mit Rückſicht auf das Gaumeiſterſchaftsſpiel Polizei — TV.
Frieſenheim wurde das Spiel gegen Fechenheim auf den 14. April
verlegt.
TSG. 46 Darmſtadt—VfR. Schwanheim.
Am kommenden Sonntag ſpielt die Handballelf beim VfR. in
Schwanheim. Abfahrt zu dieſem Freundſchaftstreffen um 13.30 Uhr
mit Omnibus ab Paradeplatz. Für Mitglieder und Freunde ſind
noch einige billige Plätze im Omnibus frei
2 Mannſchaft
Ab=
fahrt 13.30 Uhr Eſchollbrücker Straße=Brücke mit Rad nach
Crum=
ſtadt.
Landann Srnadlaut w. m.
Wie eie ichl
Frankfurt: Samstag, 24. März
6.00: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 und 6 30:
Gym=
naſtik.
6,55: Zeit, Frühmeldungen. — 7.05: Wetter
7.10: Frühkonzert: 1000 Takte Frohſinn. — 8.15: Waſſerſtand,
Schneeſportverhältniſſe. Wetter. —
8.25: Stuttgart: Gymnaſtik.
9.30: (Nur Trier) Werbekonzert.
— 10.00: Nachr. — 10.10:
Schulfunk: Die Nachtigall. Von Anderſen.
11.00:
Werbe=
konzert
— 11./0: Meldungen. — 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Stuttgart: Mittagskonzert der Kapelle Schacht. —
13.15:
Zeit, Nachr. — 18 25: Nachr. Wetter.
1335:
Mittags=
konzert. Leipziger Allerlei.
— 14.30: Fröhliche Farbenſinfonie.
Bunte Schallplattenplauderei von Schmitthenner — 15.10:
Stutt=
gart: Lernt morſen! — 15.30: Gießener Wetterbericht. — Anſchl.:
Obſervatorium Aachen: Wetter für das Eifel= und Moſelgebiet,
15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
— 15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Berlin: Nachmittagskonzert. Jungherrs. Akkordeon=
Melo=
diker Blaskapelle H. Niel. — 18.00: Stimme der Grenze. —
18.20: Wochenſchau, 18.35: Stegreifſendung. 18.50: Sozialdienſt.
19.00: Köln: Reichsſendung: Stunde d
er Nation: Rheiniſches Schilda.
Alte rheiniſche Spottgeſchichten.
20.00: Nachr. — 20.057
Saarländiſche Umſchau. — 20.15: Stuttgart: Aus unſerer
Wunſch=
mappe. Ein kunterbuntes Unterhaltungskonzert. — 22.
00: Zeit,
Nachr. — 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen. — 22.2
Nachr.,
Wetter, Sport. — 22.70: Zwiſchenprogramm. — 23.00:
Nacht=
konzert. Einlage: Luciano, Mundharmonika=Virtuoſe. — 24.00:
Nachtmuſik auf Schallplatten,
Aastsandtaden
(Welle 1571)
Deutſchlandſender: Sonnabend, 24. März
800: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. — 605:
Wieder=
holung der wichtigſten Abendnachr. — 6.15: Berlin: Gymnaſtik.
6.30: Wetter für die Landwirtſchaft; anſchl.: Tagesſpruch.
6.35: Königsberg: Frühkonzert. — In einer Pauſe (gegen 700):
Nachr — 8.00: Sperrzeit.
8.45: Leibesübung für die Frau.
9.00: Sperrzeit. — 10.00: Nachr. — 10.10: Kinderliederſingen
für die Grundſchule — 10.50: Fröhlicher Kindergarten.
11.15: S
eewetterbericht. — 11.30: Bücherſtunde: Das neue Reich.
11.45: Virtuoſe Klaviermuſik. — 12.00: Wetter für die
Land=
wirtſchaft: anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Hans Leo Haßler. Em Meiſter der deutſchen Renaiſſance.
Anſch.: Wetter t. d. Landw. — 12.55: Zeitzeichen.
13.00:
Sperrzeit. — 13.45: Nachrichten.
14.00: Schallplatten=
Beliebte Tanzkapellen.
.
15.00: Wetter, Börſe.
— 15.15:
Baſtelſtunde für Kinder: Einige Oſterüberraſchungen. — 15.45:
Diplomkaufmann Weiß: Wirtſchaftliche Wochenſchau.
16,00: Dresden: Blaskonzert des Muſikzuges der 46. SS.=
Stan=
darte, Ltg.: Patzig.
17.00: Guſt. Schäfer;
Sportwochen=
ſchau. — 17.20: Wochenendſalat.
17.40: Zeitfunk=
Kunter=
bunt. — 18.00: Unterhaltungsmuſik zum Wochenend. Kapelle
Fröhlich. — 18.45: Glockengeläute. — 18.50: Das Gedicht.
Anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Köln: Reichsſendung: „Stunde der Nation: Rheiniſches
Schilda. Alte rbeiniſche Spottgeſchichten. — 20.00: Kernſpruch.
Anſchl.: Drahtl. Dienſt. — 20.10: Leivzig: Das Modell. Operette
von Franz von Suppé. — 22.00: Wetter=, Tages= und
Sport=
nachrichten. — 22.25: Frau Stuck=Reznicek unterhält ſich mit
Otto Lanſchner über alpine und nordiſche Skikunſt. — 22.45:
See=
wetterbericht. — 23.00; Leipzig: Tanzmuſik des Em=De=Orch.
Wekterbericht.
Die Störungskätigkeit über Deutſchland iſt zurückgegangen
und hoher Druck hat ſich ausgebreitet. Bei der noch herrſchenden
verſchiedenartigen Luftzufuhr tritt noch Bewölkung auf. Bei
grö=
ßerer Ausſtrahlung nachts Temperaturen bis in Nullpunktnähe.
Ausſichten für Samstag und Sonntag: Trocken, wolkig mit
ſtärke=
rer Aufheiterung, tagsüber ſehr mild, nachts Temperaturen
bis Gefrierpunktnähe.
Lauptſchriitteitung: Rudor Mauve.
Verantwortlih ür Politik und Wirtſcha t: Rudol Mauve: ür Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſiſche
e Nachrichten: Max Streeſerfürden Schlußdienſt: Andreas
Kauer;
Eandel: Dr. C. H. Qn etſch: ſür Sport: Kar! 9
ann für „Die
Gegenwart=
gesſviegel iunBild und Wort: Dr. Gerbert Nette
den
Anzeigen=
eil und geſchäftliche Mitteilungen: Wilky Kuhle, ſäuntl, in Daruſſadt. D.A II. 84 23339
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 3.
zür unverlangte Manuſkrivte wird Garantie der Rückſendung n icht übernommen:
Sprechffunden der Redaltion: Vormittags 12—1 Uhr nachmittags 6—7 Uhr
Nummer 82
DarmſtädterCagblatte
Samstag, 24. März
GeſſNeueſte Nachrichten
Die Sparkaſſen in
Ein Anderkhalb=Milliarden=Programm.
Die deutſchen Sparkaſſen, Girokaſſen und Girozentralen
ver=
öffentlichen in der Deutſchen Sparkaſſenzeitung einen auch der
Reichsregierung unterbreiteten Plan, der die Bereitſtellung von
1½ Milliarden RM. zur Unterſtützung des neuen
Arbeitsbeſchaf=
fungsprogramms vorſieht. Der Plan baut auf der Annahme auf,
daß im Jahre 1934 die neu zu gewinnenden Spareinlagen den
Betrag von dreiviertel Milliarden erreichen. Eine ſinnvolle
Er=
gänzung muß in einem Abbau überholter
Liquiditätsbeſtimmun=
gen gefunden werden. Es iſt nicht zu viel behauptet, ſo heißt es
weiter, wenn die deutſchen Sparkaſſen unter der Vorausſetzung der
Lockerung bzw. weſentlichen Milderung der geltenden
Liquiditäts=
beſtimmungen und der günſtigen Geſtaltung des
Spareinlagenzu=
ganges die Summe von einer Milliarde im Laufe des Jahres 1934
als Kredit für die deutſche Arbeitsſchlacht zur Verfügung ſtellen
können. Hinſichtlich der Verteilung dieſer Mittel geht der
Vor=
ſchlag dahin, daß es wichtiger ſei, den weitere Kreiſe umfaſſenden
Perſonalkredit zu fördern als weiterhin die zur Verfügung
ſtehen=
den Beträge ausſchließlich in erſtſtelligen Hypotheken mit
Durch=
ſchnitten von RM. 5000 anzulegen. Eine ſachliche Notwendigkeit
dafür, daß die Sparkaſſen von dem von ihnen ſeit 150 Jahren
ge=
pflegten Perſonalkreditgeſchäft abgedrängt werden, liegt nicht vor.
Die Sparkaſſen glauben im Intereſſe gerade ihrer 1,2 Millionen
Kreditnehmer dafür eintreten zu ſollen, daß man ihnen nicht die
Möglichkeit nimmt, von ihnen bereitzuſtellende Kredite an der
volkswirtſchaftlich zweckmäßigten Stelle anzuſetzen. Weitere 500
Millionen RM. glaubt der Plan des Sparkaſſenverbandes der
Ar=
beitsbeſchaffung durch Bereitſtellung zweitſtelliger Hypotheken
dienſtbar machen zu können. Die Einzelheiten des Planes werden
in der nächſten Zeit den zuſtändigen Stellen unterbreitet.
Deviſenhöchſtbekräge im April 1934.
Die Reichsſtelle für Deviſenbewirtſchaftung hat
angeord=
net, daß der Grundbetrag der allgemeinen Genehmigungen für die
Wareneinfuhr, im Monat April 1934 nur bis zur Höhe von 35
Prozent in Anſpruch genommen werden darf. Das gleiche gilt für
Einzelgenehmigungen nach drei Viertel der Richtlinien. Bei den
Genehmigungen zur Inanſpruchnahme von Rembourskrediten hat
eine Kürzung in Höhe von 30 Prozent zu erfolgen. Dieſe
Rem=
bourskredite dürfen hiernach im Monat April nur bis zur Höhe
von 70 Prozent ausgenützt werden. Die bisher allgemein erteilte
Genehmigung, den gekürzten Betrag des Grundbetrags dem
Rem=
bourskontingent zuzuſchlagen, wird aufgehoben. In Zukunft
kön=
nen hiernach die Grundbeträge nur bis zur Höhe des angeordneten
Prozentſatzes als Höchſtbetrag in Anſpruch genommen werden,
während der darüber hinausgehende Prozentſatz unausgenutzt zu
bleiben hat.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft,
Metalltechnik”. Die Preisindexziffer der „Metallwirtſchaft,
Me=
tallwiſſenſchaft, Metalltechnik” ſtellte ſich am 21. März auf 48,6
gegen 48,6 am 14. März 1934 (Durchſchnitt 1909—13: 100), blieb
alſo unverändert. Für die einzelnen Metalle wurden nach dem
Preisſtande vom 21. März folgende Einzelindexziffern errechnet:
Kupfer 35,2 (am 14. 3. 35,2), Blei 48,4 (48,4), Zink 40,6 (40,6),
Zinn 81,7 (81,7), Aluminium 111,1 (111,1), Nickel 93,8 (93,8),
Antimon 59,8 (59,8).
Sodaabſatz ſteigt. Nach einer Mitteilung der deutſchen
Solvay=
werke AG. iſt der 1933 ſtark zurückgefallene Abſatz in Soda in den
letzten drei Monaten — ſoweit der Inlandsabſatz in Frage kommt,
ſtark geſtiegen. Der Auslandsabſatz leidet nach wie vor unter der
ausländiſchen, beſonders ruſſiſchen Konkurrenz. Die Solvaywerke
AG. beabſichtigt, für die Werke in Bernburg, und zwar für die
Sodafabriken und für die Zementfabrik, 2,5 Mill. RM. neu zu
inveſtieren.
Frankfurter Hypothekenbank, Frankfurt a. M. 5 (6) Prozent.
Dividende. In der AR.=Sitzung der Frankfurter Hypothekenbank
wurde beſchloſſen, der für den 23. April einberufenen GV.
vorzu=
ſchlagen, aus dem Ueberſchuß des Geſchäftsjahres 1933 von RM.
1110 710 einſchließlich RM. 222 261 Vortrag aus 1932 (i. Vorj.
Ueberſchuß des Geſchäftsjahres 1 425 409; Vortrag auf 1931 RM.
213 662) eine Dividende von 5 (6) Prozent zu verteilen und dem
Delkrederekonto, das ſich nach dem Jahresabſchluß 1932 auf RM.
4 384 341 ſtellte, RM. 353 903 zuzuweiſen. Das Delkrederekonto,
das im Laufe des Berichtsjahres mit RM. 187 375 in Anſpruch
genommen worden iſt, wird ſich ſomit und unter Berückſichtigung
der vor Feſtſtellung des Ueberſchuſſes ihm aus ſtillen Reſerven
zu=
geführten RM. 305 948 auf RM. 4 856 817 ſtellen. Die
Zinsrück=
ſtände des Jahres 1933 betragen per 31. Dez. 1933 RM. 2 039 383.
das ſind rund 8,3 Prozent des Jahreszinſenſolls. Hiervon ſind
im Laufe des Jahres RM. 53 392 als endgültig verloren
abge=
bucht und in der Bilanz RM. 1 456 797 abgeſchrieben. Auf d.
dem Geſchäftsbetrieb dienenden Bankgebäude in Frankfurt a. M.
ſind RM. 200 000 (i. Vj. 0) als Abſchreibungen vorgeſehen. Der
Darlehensbeſtand hat ſich in 1933 um rund GM. 12,7 Millionen
auf rund GM. 375 Millionen, der Umlauf an Pfandbriefen
Kom=
munalobligationen und Rentenbankkrediten um rund GM. 10.2
Millionen auf rund GM. 351,3 Millionen vermindert. Grundſtücke
wurden wie in den Vorjahren auch im abgelaufenen Jahr von der
Bank nicht übernommen.
Weſtdeutſche Elektrizitätswirtſchaft AG., Frankfurt am Main.
Die Geſellſchaft, die bekanntlich eine Arbeitsgemeinſchaft von weſt=
und ſüdweſtdeutſchen Elektrizitätsgeſellſchaften darſtellt, ſchließt
1933 mit einem kleinen Verluſt von 2366 RM. Aktienkapital eine
Millio RM. bei 25 Prozent Einzahlung. Die Geſellſchaft habe
ſich in der Hauptſache mit der Verwertung von Erfahrungen auf
dem Gebiete der Elektrizitätsgroßwirtſchaft betätigt.
Vereinigte Strohſtoff=Fabriken, Dresden. In der AR.=Sitzung
der Vereinigten Strohſtoff=Fabriken, Dresden, wurde der Abſchluß
für das Geſchäftsjahr 1933 vorgelegt, der bei RM. 258 000 (i. V
156 000) Abſchreibungen einen Reingewinn von RM. 20 020 (im
Vj. 245 288 Verluſt. zu deſſen Deckung neben RM. 45 288
Gewinn=
vortrag RM. 200 000 aus dem Ausgleichskonto verwendet
wur=
den) ausweiſt. Der GV. am 27. April wird vorgeſchlagen, den
erzielten Gewinn auf neue Rechnung vorzutragen. Das auf dem
Werk Dohna neu aufgenommene Fabrikationsverfahren, für Stra
mentaſtroh entwickelt ſich erfolgverſprechend. Die Werke Coswig
und Rheindürkheim ſind zur Zeit voll beſchäftigt.
Eine neue deutſch=ſchweizeriſche Finanzierungsgeſellſchaft. Mit
dem Sitze in Berlin iſt die Continentale Commerz=Geſellſchaft AG.
mit einem Aktienkapital von 1 Mill. RM. bei 25proz. Einzahlung
gegründet worden. Die Firma ſoll Finanz= und
Finanzierungs=
geſchäfte aller Art im In= und Auslande betreiben. Als Gründer
erſcheinen Dr. Karl Andreae, Gottfried von Maſſow. R.=A. Dr.
Ullrich, Siegfried von Woyrſch, ſowie Dr. Hofmann, letzterer von
der Fides=Treuhandvereinigung in Zürich. Als AR.=Mitglieder
erſcheinen Generaldirektor Lübbert (Verkehrsweſen), Hch.
Kirch=
holtes (Bankhaus Gebr. Sulzbach), Frankfurt, Robert La Roche,
Bankier in Baſel, Dr. Georg von Schnitzler, Frankfurt, Botſchafter
g. D. Wilh. Solf=Berlin und Dr. Jakob Vogel=Bern.
Ab 21 März gelten folgende Preiſe für Halbzeug (in RM.
e 100 Kilo für Abſchlüſſe auf 100 Kilo): Kupfer: Bleche 77,00
(76,50), Rohre 93,00 (92,50), Drähte und Stangen 70,00 (69,50).
Wie mitgeteilt wurde, fällt im Zuſammenhang mit der
Durch=
führung des Reichsberufswettkampfes ein großer Auftrag nach
Baden. Die Herſtellung von zwei Millionen Plaketten für die
Teilnehmer des Reichsberufswettkampfes wird ausſchließlich von
der Pforzheimer Induſtrie erfolgen, und zwar von 25 Firmen,
wodurch 700 Neueinſtellungen ermöglicht werden.
Der Londoner Goldpreis beträgt am 23. März 1934 für eine
Unze Feingcld 136 Schill. gleich 86 9720 RM. für ein Gramm
Feingold demnach 52,4700 Pence gleich 2,79 621 RM. Zu dieſem
Preis wurde am freien Mark in London Gold, im Werte von
270 000 Pfund Sterling gehandelt.
der Arbeitsſchlacht.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Aktienmärkte der Berliner Börſe waren geſtern nach
den vorgeſtrigen übertriebenen Rückgängen beruhigt. Die
vor=
geſtern ſcharf zurückgegangenen Werte konnten ſich kräftig erholen.
Der Verkaufsdruck hatte weſentlich nachgelaſſen, nachdem
mißver=
ſtändliche Auslegungen in der Rede des Führers über die
Divi=
dendenpolitik richtiggeſtellt worden ſind. Wenn die Belebung der
Wirtſchaft zurzeit nicht in übertriebenen Dividendenerhöhungen
zum Ausdruck kommen ſoll, ſo heißt das nicht, daß erarbeitete
Ge=
winne bei den Gewinnausſchüttungen keine Berückſichtigung
fin=
den. Nach den erſten Kurſen trafen aus Publikumskreiſen
Tauſch=
aufträge ein, die auch die Börſe zu Rückkäufen veranlaßten, ſo daß
die Erholung raſche Fortſchritte machte. Anregend wirkte der
Be=
richt des Inſtituts für Konjunkturforſchung über das Anwachſen
der Induſtrieproduktion ſowie die ſtarke Steigerung der
Rohſtahl=
gewinnung und Walzwerksleiſtung. Die Tatſache, daß in der
vor=
geſtrigen Kabinettsſitzung ein ausgeglichener Reichshaushalt für
1934/35 vorgelegt werden konnte, zählte gleichfalls zu den
anregen=
den Momenten. Die Altbeſitzanleihe des Reichs konnte auf den
Kabinettsbeſchluß, die Anleihe künftig zweimal auszuloſen, um
1 Prozent anziehen. Die übrigen Renten waren gut gehalten
und im Verlaufe ebenfalls gut befeſtigt. Am Aktienmarkt waren
Montanwerte durchweg 1 Prozent befeſtigt, ebenſo
Braunkohlen=
aktien. Erdöl ſtiegen um 2 Prozent, nur Ilſe waren noch 23
Pro=
zent niedriger. Kaliwerte wurden ebenfalls bis 2 Prozent höher
bezahlt. Farben konnten ½ und Goldſchmidt 1½ Prozent
zurück=
gewinnen. Kräftig gebeſſert waren Siemens, plus 2¾, Lahmeyer
plus 3½ Prozent. Bemberg und Aſchaffenburger Zellſtoff je plus
2½. Daimler eröffneten 48—49½ nach 47½ Prozent vorgeſtern.
Zellſtoff= Maſchinen= und Autowerte durchweg 1 Prozent höher.
Im Verlaufe waren weitere Befeſtigungen zu verzeichnen.
Zu Beginn der geſtrigen Frankfurter Börſe war
feſtzu=
ſtellen, daß nach den vorgeſtrigen ſcharfen Rückgängen eine
Beruhi=
gung auf allen Märkten eingetreten iſt. Sowohl das Publikum
als auch die Kuliſſe drückten ihre Zuverſicht durch das Eingehen
neuer Engagements aus. Als anregendes Moment iſt wohl vor
allem die beabſichtigte zweimalige Ausloſung der Altbeſitzanleihe
am 1. April und 1. Oktober eines jeden Jahres zu betrachten. Bei
lebhaftem Geſchäft konnte ſich der Kurs um 1 Prozent befeſtigen,
während die übrigen Papiere am Rentenmarkt vernachläſſigt
waren. Späte Reichsſchuldbuchforderungen lagen allerdings mit
93½—94 Prozent gut behauptet. Neubeſitzanleihe bröckelten um
10 Pfg. auf 22,40 ab. Umgetauſchte Dollarbonds waren weiter
gefragt und erhöhten ſich um ½—½ Prozent. Am Aktienmarkte
waren Kunſtſeideaktien bevorzugt, vor allem Bemberg konnten um
zirka 5 Prozent anziehen, und auch Aku lagen 2½ Prozent feſter,
Daneben waren Montanwerte allgemein freundlich und bis ein
Prozent höher. Darüber hinaus gewannen Harpener und
Man=
nesmann je 1½ Proz., Phönix 1½ und Kali Aſchersleben 1½
Pro=
zent. Auch Laurahütte waren nach dem in den letzten Tagen
ein=
getretenen Kursſturz um 2½ Prozent erholt. Am Chemiemarkt
waren JG. Farben bei Beginn noch etwas angeboten und ½ Proz.
leichter, Deutſche Erdöl dagegen holten 1 Prozent ihres
vorgeſtri=
gen Verluſtes wieder auf. Auch der Elektromarkt lag meiſt feſter,
Siemens gewannen 2½ Proz., Schuckert 1½ Proz., Geſfürel 1¾
und AEG. 58 Prozent. Von den Nebenwerten waren Autoaktien
feſt, Daimler Motoren plus 2½ Prozent. Zellſtoff Waldhof zogen
in Auswirkung des aufgeſtellten Arbeitsbeſchaffungsprogramms
um 1½ Prozent an. Reichsbankanteile lagen um ¼ Proz.
freund=
licher. Außerdem waren AG. für Verkehrsweſen geſucht und zwei
Prozent feſter, während Schiffahrtspapiere nur etwa behauptet
lagen. Im Verlaufe blieb die Stimmung an allen Märkten
wei=
terhin freundlicher. Aktien lagen zumeiſt auf den erſten Kurſen
gut behauptet, nur vereinzelt waren Befeſtigungen feſtzuſtellen.
Mangels beſonderer Anregungen verkehrte die Abendbörſe
in ſtiller Haltung. Vom Publikum lagen nennenswerte Aufträge
nicht vor, während die Kuliſſe angeſichts des bevorſtehenden
Wo=
chenſchluſſes Zurückhaltung bekundete. Die Grundſtimmung blieb
aber freundlich und die Berliner Schlußkurſe lagen meiſt gut
be=
hauptet. Etwas Nachfrage zeigte ſich nach Daimler Motoren, auch
JG. Farben, Deutſche Erdöl, AEG. und einige andere Papiere
konnten ſich bis zu 5s Prozent erhöhen. Andererſeits lagen
Bu=
derus Eiſen auf den neuerlichen Dividendenausfall 2 Proz.
ſchwä=
cher. Im Verlaufe hielt das Geſchäft bei allerdings gut gehaltenen
Kurſen unverändert an. Am Rentenmarkt war das Geſchäft
ebenfalls ſehr ſtill.
Berliner Kursbericht
vom 23. März 1934
Verkehr mit Tieren und kieriſchen Erzeugniſſen.
Nach Regelung der Märkte für Getreide, Milch, Butter,
Käſe und Eier ſind nunmehr durch das in der letzten Sitzung
des Reichskabinetts beſchloſſene Geſetz über den Verkehr mit
Tieren und tieriſchen Erzeugniſſen die geſetzlichen Grundlagen
für die Marktregelung auf einem weiteren für die
Bauern=
wirtſchaſt beſonders wichtigen Gebiet geſchaffen worden. Nach
dem Geſetz dürfen Tiere und tieriſche
Erzeug=
niſſe in dem vom Reichsminiſter für Ernährung
und Landwirtſchaft noch zu beſtimmenden
Um=
fang nur durch eine Reichsſtelle, und zwar die
demnächſt zu errichtende „Reichsſtelle für Tiere
und tieriſche Erzeugniſſe” in den Verkehr
ge=
bracht werden. Entſprechend dem Verfahren, wie es die
Reichsſtelle für Getreide und Futtermittel, die Reichsſtelle für
Milcherzeugniſſe, Oele und Fette und die Reichsſtelle für Eier
bei den von ihnen erfaßten Waren handhaben, werden künftig
Tiere und tieriſche Erzeugniſſe durch die neue Reichsſtelle
be=
wirtſchaftet werden. Dies gilt ſowohl für
Inlands=
ware als auch für Auslandsware. Das Geſetz dient
damit vor allem der Durchführung des deutſch=däniſchen
Abkom=
mens über den gegenſeitigen Warenverkehr vom 1. März 1931.
Für inländiſches Schlachtvieh iſt eine
Uebergangs=
regelung für die Zeit vom 1. April bis 30.
Sep=
tember 1934 vorgeſehen. Während dieſes Zeitraums
gilt das den Schlachtviehmärkten zugeführte Schlachtvieh nach
Ausſtellung des Schlußſcheins, der an die Stelle des
Ueber=
nahmeſcheins tritt, als von der Reichsſtelle übernommen. Bis
auſ weiteres werden allerdings nur die Schlachtviehumſätze auf
32 größeren Schlachtviehmärkten erfaßt werden, ſowie Därme
und Magen. Weitere Arten von Tieren und tieriſchen
Erzeug=
niſſen ſollen erſt dann bewirtſchaftet werden, wenn hierzu ein
Bedürfnis vorliegt und die erforderlichen Vorbereitungen
getrof=
fen ſind. Für Wolle, Häute und Felle iſt eine beſondere
Rege=
lung in Ausſicht genommen.
A. G. Buderus’ſche Eiſenwerke, Wehlar.
Bereits Ende Dezember wurde der erneute Dividendenausfall
für das Geſchäftsjahr 1932 bei Buderus als wahrſcheinlich
ange=
kündigt. Nunmehr intereſſieren die Beweggründe für dieſen
neuer=
lichen Dividendenausfall mit neuzeitlicher Lohn= und
Dividenden=
politik. Anläßlich des Anblaſens des zweiten Hochofens der
So=
phienhütte, wodurch insgeſamt unter Berückſichtigung der
Beſchäf=
tigung in den verwandten bzw Zubringerinduſtriekreiſen eine
Mehrbeſchäftigung von etwa 2100 Mann erfolgen kann, hat ſich
Generaldirektor Köhler von der Buderus AG. auch über die
Divi=
dendenpolitik der Geſellſchaft geäußert. Die Verwaltung ſei ſtets
beſtrebt geweſen, alles für die Werke zu tun. Der
Dividenden=
durchſchnitt der Vorkriegsjahre war 6 Prozent. In den Jahren 27
bis 1930 betrug er 5 Prozent. Seitdem wurde keine Dividende
mehr ausgeſchüttet. Auch diesmal denke die Verwaltung zuerſt
an die Fortentwicklung des Werkes. Der Vorſtand werde dem
Aufſichtsrat vorſchlagen, einen Betrag von 1,5 Millionen RM. für
außerordentliche gewerbliche Inſtandſetzungen zur Erhaltung der
Arbeitsplätze zu verwenden. Von einer Dividende ſieht man
in=
folgedeſſen auch für 1933 ab. Bilanzſitzung im April. Wie bei
die=
er Gelegenheit ſchon mitgeteilt wurde, beträgt die Belegſchaft
für Buderus und den Heſſen=Naſſauiſchen Hüttenverein zuſamme
heute über 7600 Mann gegenüber 4400 Mann am 1. Januar 19:
Man kann erwarten, daß trotz des Dividendenausfalles eine
gün=
ſtige Bilanzvorlage erfolgt.
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 23. März. Es notierten
(Großhandels=Einſtandspreis) per 100 Kilo loko Mainz: Weizen
19.90—20, Roggen 17.10—17,20, Hafer 15,75. Braugerſte 17,40-
17,75, Induſtriegerſte 17—17,25, Malzkeime 13—13,50, Weizenmehl
—60proz nordd 23,50, do.
ſüdd. Spezial Null 30,10, Roggenmehl 0
grob 10,90; Roggenkleie
ſudd. 24,00: Weizenkleie fein 10,40, do.
10.30—11,00: Weizenfuttermehl 10,60, Biertreber 14,85—15,00;
Soyaſchrot 15,40; Trockenſchnitzel 9,60. Allgemeintendenz: ruhig
bis ſtetig. Der nächſte Getreidegroßmarkt findet in 14 Tagen, am
6. April, ſtatt.
Deviſenmarkt
vom 23. März 1934
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Lloyzd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummt
Heutſche Cont. Gas
Mich
63.50
64.50
28.25
33.25
30.—
133.125
65.—
80.50
153.—
119.625
Mee
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Gelſ. Bergwerie
Geſ.f.eleltr. Untern.
Harpener Bergbe
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcnerwerte
Korsw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
laſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel 70.—
415.5C
100.625
138.75
67.50
161.125
95.*0
77.50
76.50
116.75
67.5(
97.62:
69.375
49.—
Kaee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Weſtdte. Kauſhof
Verein. Srahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſa 1Lin=
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werle
18.25
59.875
150.—
22.—
44.75
417.875
64.—
21.125
1C2.—
34.25
76.75
1C6.25
vs-Aires
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Londo=
Rio de Janero
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100 Gulden
100 finn. Mk.
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0.631
2.499/ 2.5
83,4,
58.40
Rie
0.63
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21.78
5.639/ 5.651
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Tallinn (Eſtl.)
Wien
ronen 57.04 Eseudos ü.ss 5 0 Kronen e 4.18 s. 100 Franes 18. 100 Tſch.=Kr. 100 isi. Neu e Fran ien *” Leva 047 100 Peſeta 425 Kronen 65.63 00 eſt. Kr. s 68.43 100 Schilling 47.30 4:
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Frankfurter Kursbericht vom 23. März 1934.
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Samstag, 24. März 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 82 — Seite 13
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ROMAA
VON WERRER
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2)
Urheberrechtsſchutz durch Herm. Berger, Roman=Verlag, Berlin Sſſ
Als ſie ſpät nach Mitteriacht das Kurhaus verließen,
empfing ſie heftiger Wind. Dunkle Wolken ballten ſich am
Him=
niel und zogen in flüchtiger Haſt vorüber. In der Ferne tönte
das dumpfe Rauſchen des Meeres, das zornig über die Störung
ſeiner Ruhe, gegen die Küſte brandete. Ein Gewitter war im
Anzug. Schon zuckte es über dem ſchwarzen Waſſer in lange:i,
helleuchtenden Sireifen. Verhaltener Donner grollte herüber.
„Ein zum Promenieren wenig einladendes Wetter”,
be=
merkte Hertha und hüllte ſich feſter in ihren Kamelshaarmantel.
Wir werden auf den Spaziergang am Strande verzichten
müſſen. Das Gewitter kann jeden Augenblick hereinbrechen.
„Leider”, brummte Kurt=Heinz mißgeſtimmt über den
ſtören=
den Abſchluß des ſchönen Abends.
„Nicht böſe ſein. Gegen das Walten der Natur ſind wir
nun mal machtlos. Wir haben ja noch den morgigen Tag und
die Hamburger Zeit.”
„Vielleicht?”
Als ſie nach wenigen Schritten vor der Gartenpforte von
Herthas Penſion ſtanden, fielen die erſten Regentropfen.
Meh=
rere Blitze erhellten taghell das ſchlummernde Bad.
„Auf Wiederſehen morgen um zehn am Strandpavillon.”
Hertha brach eine Roſe aus dem ihr von Kurt=Heinz geſchenkten
Strauß und gab ſie ihm.
Er hielt ihre Hand feſt umſchloſſen und küßte ſie lange,
innig. Ein Gefühl durchſtrömte ihn, das er ſich nicht zu deuten
wußte. Ein greller Blitz erhellte von neuem das nächtliche
Dun=
kel und ſchenkte ihm einen warmen Blick Herthas. Den letzten,
für lange, lange Zeit.
Als er ſein Zimmer betrat, fand er ein Telegramm vor
das ihm der fürſorgliche Portier, dem der Inhalt vom
Poſt=
boten mitgeteilt war, vorenthalten. Er öffnete haſtig und las
die von ſeinem Bataillon an ihn gerichteten Worte: „Sofort
zu=
rüickkehren!“
Alſo doch. Bis zur Stunde hatte er nicht daran glauben
wollen. Nun war das Unvermeidliche, längſt Erwartete, die
ſefreiende Tat endlich eingetreten.
Ein heftiger Windzug rüttelte an der Balkontür, daß die
Scheiben klirrten. Kurt=Heinz ſchloß ſie ſorgfältig und blickte
lach der ſtürmiſchen See. Was mochte ſich hinter jener dunklen
Wand im fernen Oſten ereignet haben? War das Bataillon
(Nachdruck verboten.)
ſchon ausgerückt oder hielt es ſich des Befehls gewärtig noch
da=
zu bereit?
„Es geht los!” jauchzte es wie erlöſt durch ſein Inneres.
Er nahm die Sachen aus den Schubfächern und packte ſie in die
bereitſtehenden Koffer. Seine Gedanken waren in der Garniſon,
bei den Kameraden im Kaſino, ſeinen Jungens in der Kaſerne.
Was mochte ſich während ſeiner Abweſenheit alles ereignet
haben? Ein frohes, zuverſichtliches Gefühl ergriff ihn.
Doch plötzlich kehrten die Gedanken zu den Ereigniſſen des
Abends zurück. Er gedachte Herthas. Was nun? Wann würde
er ſie wiederſehen? Ich muß es ihr ſagen, ſie unbedingt
noch=
mal ſprechen, ging es ihm durch den Kopf. Er ſetzte den Hut
auf und hatte die Hand ſchon auf der Türklinke, als ruhige
Ueberlegung ihn zurückhielt.
Unmöglich!
Der Traum war aus. So unverhofft und plötzlich wie er
begonnen. Vielleicht ſahen ſie ſich nach Monaten wieder, wenn
der Krieg zu Ende war. Vielleicht auch nicht. Sentimentale
Regungen waren jetzt nicht am Platze.
Er packte ſchnell die Koffer fertig und lag kurz darauf in
tiefem Schlummer. Draußen aber heulte der Sturmwind und
ſang ein ernſtes Lied von kommenden ſchweren Tagen.
Seinen zweiſtündigen Aufenthalt in Berlin benutzte Kurt=
Heinz zu einem Bummel Unter den Linden. Wie eine mächtige
Woge fluteten Tauſende und aber Tauſende von Menſchen
zwiſchen Brandenburger Tor und Schloß auf und ab, ergoſſen
ſich in zahlreichen kleinen Wellen in die einmündenden Straßen,
vor allem die Friedrichſtraße, die die Fülle der Spaziergänger
kaum zu faſſen vermochte.
Kurt=Heinz ließ ſich planlos von dem Strom der Paſſanten
treiben. Ein gehobenes Gefühl beſeelte ihn. Seine Augen
nahmen mit Intereſſe die Buntheit des ungeſvohnten Bildes
auf, das ſo ganz anders wie bei ſeinem letzten Hierſein vor nur
wenigen Tagen war. Nicht das fröhliche Haſten und Treiben
jene übermütige, lebensbejahende Stimmung, die er ſonſt
ge=
ſchaut.
Heute zogen andere Empfindungen durch die Herzen dieſer
vielen, vielen Menſchen, die ſich hier verſammelt. Sie waren
nicht gekommen, um zu ſehen, zu erleben oder zu genießen. Nein!
Aus einem tief inneren Gefühl heraus, das keinen von ihnen
ſtill zu Hauſe ſitzen ließ, jeden hinaustrieb auf die Straße,
Ganz gleich wohin, nur unter Menſchen
Das waren nicht dieſelben vom Tage vorher. Es bedrückte
und quälte ſie etwas. Doch ſie vermochten es nicht auszudrücken,
in Worte zu faſſen, wußten ſelbſt nicht, was es war; denn es
ſaß ihnen tief im Herzen, war unfühlbar, weſenlos.
Keinen Augenblick verließ es ſie, ging wie ein fremder
mahnender Geiſt Seite an Seite mit ihnen. Sie konnten es
nicht faſſen, nicht mit den Händen greifen, darum blieb es bei
ihnen, unerbittlich, war nicht zu bannen. Es ſaß ihnen im
Nacken, thronte auf den Dächern der Häuſer, ſchwebte in der
Luft. Dann wieder ſtand es vor ihnen, monumental, gewaltig,
achtunggebietend, wie ein Koloß, ein Granitblock, der vom
Kamm des Berges hinabgerollt iſt und im Tal die Straße ſperrt
durch die Wucht ſeines Ichs, das die Menſchen zum Ausbiegen
zwingt. Ob ſie wollen oder nicht, ſie müſſen; denn er hat die Macht.
Auf einmal ging ein Aufatmen durch all die Ruheloſen,
Unbeſtändigen, mit ſich ſelbſt nicht Zufriedenen. Sie fühlten
und begriffen die Mahnung des Schickſals. Und wie ſie den
Blick emporhoben zum blauen Himmelsdom, zum Lenker der
Geſchicke, war es ihnen, als ſtände mit leuchtenden Buchſtaben
das Wort „Pflicht” geſchrieben.
Nun wußten ſie, was ſie alle mit unſichtbaren Fäden an
einander feſſelte und ſtändig von neuem zuſammentrieb, wie die
kieinen Gebirgsbäche zu dem großen Strom in der Ebene. Die
Pflicht war es, die harte, unabwendbare, eiſerne Pflicht. Das
Vaterland war in Gefahr. Es brauchte die Hilfe aller, ohne
Ausnahme!
Und weiter ſtrömte die gewaltige Menſchenflut,
unaufhör=
lich, unaufhaltſam, ohne beſtimmten Weg und klares Ziel.
Vom Himmel lachte die warme Juliſonne herab, ſpielte mit
den Blättern der Alleebäume, warf zitternde Tropfen auf den
gelben Sandweg und gab dem Ganzen ein frohes, lebenswarmes
Ausſehen.
Plötzlich kam Stillſtand in das Wogen der Menge. Weiße
Blätter flogen über die Köpfe begleitet von dem Ruf: „
Extra=
blatt, neueſtes Extrablatt!
Sekundenlang tiefe Stille, alles las, dann löſte ſich die
Spannung und es ertönte das Deutſchlandlied. Einer Lawine
gleich pflanzte es ſich fort, von Straße zu Straße, wurde von
allen aufgenommen und verklang endlich in der Ferne.
Und weiter ergoß ſich der ungeheure Strom, hin und her,
ohne Unterlaß. Hunderttauſende von Augen blitzten hinauf
zum ſtrahlenden Firmament, als erhofften ſie von dort Antwort
auf ihre bangen Fragen an die Zukunft zu erhalten. Vergebens!
Sie enthüllte ſich ihnen nicht, ſondern ließ ſie nur ahnen, daß
Großes bevorſtand. Doch wann wird dies kommen, wann, die
Entſcheidung fallen, heute, morgen, vielleicht erſt in Wochen oder
Monaten?
Kurt=Heinz befand ſich in einem eigenartigen Gefühlstaumel.
Der ſuggeſtive Einfluß der Stunde hatte auch ihn in ſeinen Bann
genommen. Er fühlte deutlich: Die befreiende Tat würde
kom=
men, mußte kommen. Alles drängte ihm mit Gewalt entgegen,
Die Herzen der Menſchen nicht weniger als der Lauf der
Er=
eigniſſe.
Nur jetzt nicht wieder nachgeben, wie ſchon ſo manchesmal
und von neuem den Spott der Welt auf ſich laden. Das wäre
ſchrecklich, unerträglich, nie wieder gutzumachen!
(Fortſetzung folgt.)
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VOLLDAMPF VORAUS
Seite 14 — Nr
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 24. März 1934
Bis auf Weiteres
Eine neue großartige
Filmschöpfung:
Hanneles
Himmelfahrt
nach der Traumdichtung
von Gerhart Hauptmann.
Hauptdarst.: Inge Landgut,
Käthe Haack, Tbeodor Loos.
Ab heute in Ersta
Tährung
Ein Hochgebirgsdrama aus der
Schweizer Alpenwelt
Das Schicksal eines Verfemten
mit Gustav Diessl, Hertba Tbiele u. den Schweizer Bergführern
David Zogg, Fritz Steuri und Beni Führer
Landschaftliche Schönheit des berrlichen Berner
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landes, die oft zum Märchen wird, Berge in Eis u. Schnee.
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Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
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Heute und folgende Tag=
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der Jugend
Dieser großartige Film wird
gespielt von Studenten einer
amerikanischen Hochschule.
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr
Landestheater
Samstag, den 24. März 1934
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15.30 bis gegen 18.30 Uhr
Der Troubadour
Oper von Guiſeppe Verdi
Darſteller: Bauer, Blatter
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Preiſe: 0.70—5.50
D. Bühne K 13 20b. geg. 23.15
Gräfin Mariza
Operette v. Emmerich Kalman
Darſteller: Bauer, v. Georgi,
Gmeiner, Liebel, Anders, Beſt,
Buddenhagen, Handſchumacher
Hinzelmann, Kuhn, Linkmann,
Schwartz
Preiſe: 0.70—5.50
Film-Morgenfeier
Sonntag, 25. März, vormittags 11.15 Uhr
Einmalige Sondervorführung
Das Geheimnis der
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