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Gnzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Nummer 78
Dienstag, den 20. März 1934.
196. Jahrgang
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Am Abrüſtung und Donaupakt.
niederſchmekkernder Eindruck der franzöſiſchen Ankwork in London. — Bikkere Enktäuſchung in Paris über
den Ausgang der römiſchen Beſprechungen und über die Rede Muſſolinis.
* Der roke Oſterhaſe.
Das Oſterfeſt im Sowjetſtaat. — Die Gottloſen im Angriff.
Stärkere antireligiöſe Beeinfluſſung der Jugend. — Saurier
als „Kronzeugen” gegen Gott.
Von unſerem Moskauer Sonderberichterſtatter,
Moskau, im März 1934.
Franzöſiſche Roke in London überreichk.
Berakungen zwiſchen Eden und Simon.
London, 19. März.
Die franzöſiſche Antwort auf die engliſche Denkſchrift in der
Frage des Rüſtungsausgleichs iſt am Montag nachmittag dem
Außenminiſter Sir John Simons von dem franzöſiſchen
Botſchaf=
ter Corbin überreicht worden.
Die Note iſt Montag abend vom Staatsſekretär des Aeußern
Sir John Simon und dem Großſiegelbewahrer Eden erörtert
wor=
den. Man hält es für möglich, daß der Abrüſtungsausſchuß des
Kabinetts am Dienstag zuſammentritt.
Der erſte Eindruck in Regierungskreiſen wird von gut
unter=
richteter Seite als „niederſchmetternd” bezeichnet; immerhin
ſcheint man die Hoffnung noch nicht aufgegeben zu haben, daß
die Note nach ihrer genauen Prüfung eine Fortſetzung des
eng=
liſch=franzöſiſchen Gedankenaustauſches ermöglichen wird.
* Nolen und Prolokolle.
Die europäiſche Diplomatie iſt wieder einmal hinreichend
be=
ſchäftigt. Zwei Noten und drei Protokolle ſind die
Ausbeute der letzten Tage. Und überall beraten die
Kabinette, welche Folgerungen ſie daraus zu ziehen haben. Im
Ffortgang der Abrüſtungsverhandlungen iſt dadurch eine kurze
Pauſe eingetreten, weil England vor der
ſchwerwie=
enden Entſcheidung ſteht, was es mit der
franzö=
lliſchen Note anfangen ſoll. Auf der einen Seite das
ſdeutſche Memorandum, das den ehrlichen Willen zu einer
Ver=
ſtändigung zu erkennen gibt und auch die Wege weiſt, die zum
BZiel führen. Auf der anderen Seite die franzöſiſche
Ant=
wort an England, die bei aller Höflichkeit doch eine
ent=
ſcheidende Ablehnung der engliſchen Vorſchläge bedeutet und
da=
für Gegenforderungen aufſtellt, von denen Frankreich genau.
weiß, daß ſie unannehmbar ſind. Von den Engländern wird es
ſnun abhängen, ob ſie das Spiel verloren geben oder ob ſie die
Siſyphusarbeit neuer Verhandlungen auf ſich nehmen wolle,
wo=
zu techniſch mindeſtens die Form der franzöſiſchen Antwort wohl
die Handhabe bietet.
Dieſelbe Enttäuſchung, die in England über die
Abſage Frankreichs in der Abrüſtungsfrage
herrſcht, zeigt ſich auch in Paris über den
Ausklang der römiſchen Beſprechungen.
Drei Protokolle haben Muſſolini, Gömbös und Dollfuß
ſunterzeichnet. Wenn man ſich aber dieſe Schriftſtücke näher
an=
ſſieht, dann enthalten ſie wenig Greifbares. Es fehlt
in dem Rahmen die eigentliche Subſtanz, weil eben
das Stärkeverhältnis zwiſchen den drei
Staa=
ſen zu verſchieden iſt. Die Kleine Entente iſt immerhin
ſein Zuſammenarbeiten gleicher Staaten. Oeſterreich und
Un=
garn aber ſind Italien gegenüber zu ſchwach. Sie ſind auch
mili=
ſtäriſch viel zu bedeutungslos, als daß ſie irgendwie eine
Macht=
ſerweiterung der italieniſchen Stellung bedeuteten
Wirtſchaft=
lich aber iſt eigentlich noch viel weniger
herausge=
ſkommen. Hier ſind weitere Verhandlungen in Ausſicht
ge=
nommen, die am 15. Mai zum Abſchluß gebracht werden ſollen.
WWenn man bedenkt, daß doch urſprünglich ſo etwas wie eine
Zoll=
union den Kontrahenten vorgeſchwebt haben mag, und daß ſie
laus wirtſchaftlichen Notwendigkeiten inzwiſchen ſchon ſehr viel
Waſſer in ihren Wein tun mußten, wird man mit einiger Skepſis
dem Weitergang dieſer Beſprechungen entgegenſehen. Auf dem
Papier laſſen ſich das italieniſche Donauproblem und die
Be=
ſichlüſſe von Streſa ſehr leicht miteinander in Einklang bringen.
In der rauhen Wirklichkeit aber ſind ſie, ſoweit die Präferenzen
in Frage kommen, ſchroffer Widerſpruch. Und das Echo, das
in=
ſwiſchen aus Prag und aus Belgrad gekommen iſt, läßt nicht
ge=
ſrade darauf ſchließen, daß dort beſondere Begeiſterung zum
An=
ſchluß an dieſes Syſtem beſteht. Ganz abgeſehen davon, daß
ge=
lrade Ungarn wohl auch kein entſcheidendes Gewicht darauf legt,
ſo nahe an die Kleine Entente heranzurücken. Hier alſo bleibt
ddie Ausſicht auf die Lebensmöglichkeit der
rö=
niſchen Protokolle durch die weitere
Entwick=
ſlung des Verhältniſſes zu Deutſchland
be=
ſtimmt. Denn gerade die Ungarn haben ja inzwiſchen
einge=
ſſehen, daß jeder Verſuch einer Beſſerung im Donauraum ohne
Deutſchland eine Unmöglichkeit iſt. Und wenn zwar ein altes
lSprichwort ſagt, daß viele Wege nach Rom führen, ſo bleibt jetzt
och erſt abzuwarten, daß dieſe Wege wieder aus Rom heraus
ſund weiter führen.
Die wichtigſte Tatſache der römiſchen Tage iſt aber doch die
Rede geweſen, die Muſſolini am Sonntag gehalten hat. Denn
ſer hat hier
die Skellung Italiens in Europa.
die eben durch die Verhandlungen mit Ungarn und Oeſterreich
etwas verwiſcht war, von neuem feſtgelegt. Und es iſt
begreiflich, daß darüber in Paris große
Enttäu=
ſſchung herrſcht, und daß die franzöſiſche Preſſe
ieſe Rede ſogar als eine Art Niederlage
emp=
ſindet. Denn Muſſolini hat ſich nicht damit begnügt, von
ſeuem Deutſchlands Rüſtungsforderungen als berechtigt
anzuer=
ſennen. Er hat gleichzeitig auch die Bilanz gezogen aus den
Be=
hühungen, die italieniſch=franzöſiſchen Beziehungen zu verbeſſern,
und ſchmucklos ausgeſprochen, daß kein einziges der Probleme, die
ſwiſchen den beiden Ländern ſeit 15 Jahren ſtrittig ſind, der
Lö=
ung auch nur nahegebracht worden iſt. Und nicht genug damit:
er große Erfolg der Vorkriegspolitik Frankreichs Italien gegen=
Wer lag ja darin, daß es gelang, das italieniſche Geſicht von dem
Mittelmeer abzudrehen und nach dem Norden zu richten. Dieſe
Methode hat Frankreich fortſetzen wollen, hat aber auch da eine
Abſage von Muſſolini bekommen. Der Duce hat ſich dazu
be=
kannt, daß die große Aufgabe Italiens in Afrika und Aſien liegt.
Er hat den Anſpruch auf Italiens vorherrſchende Stellung im
Mittelmeer angemeldet nicht durch territoriale Eroberungen,
ſon=
dern durch natürliche Expanſion und damit in einer für
Frank=
reich ſehr peinlichen Weiſe das nordafrikaniſche Problem erneut
aufgerollt. Das kann natürlich nur ein Druckmittel ſein. In
jedem Falle liegt aber darin die Feſtſtellung enthalten, daß
Frankreich in ſeiner Abrüſtungspolitik auf irgendeine
Unter=
ſtützung aus Rom gar nicht zu hoffen hat.
Zwiſchen Paris und Rom.
Franzöſiſches Tauſchgeſchäff ſehlgeſchlagen.
Von unſerem A.=Korreſpondenten.
Paris, 19. März.
Die franzöſiſche Antwortnote an England ſoll, trotzdem ſie
völlig negativ iſt, nicht den endgültigen Abſchluß der
Abrüſtungs=
verhandlungen bedeuten. Indem man das hier betont, will man
vor allem die Verantwortung verſchieben. Man hofft, das umſo
mehr tun zu können, da — nach franzöſiſcher Auffaſſung — die
öffentliche Meinung in England in der Abrüſtungsfrage
unein=
heitlich und die Situation der Regierung Macdonalds konfus iſt.
Die franzöſiſche Beſtrebung, die Verantwortlichkeiten zu
verdun=
keln, wurde durch die deutſche Note an Frankreich empfindlich
ge=
ſtört, deshalb verſucht man hier ihre Bedeutung zu verkleinern
oder zu verſchweigen.
Es iſt unzweifelhaft, daß in Paris die Abſicht
be=
ſtand, die Verhandlungen in Rom zu benützen,
um mit Italien ein Tauſchgeſchäft zu ſchließen.
und zwar auf der Grundlage: Erleichterung der italieniſchen
Pläne im Donaubecken gegen Stützung der franzöſiſchen
Ab=
rüſtungspolitik. Aber die Zuſammenkunft in Rom
be=
ſitzt, wenn ſie auch ein großer Preſtigeerfolg für
Muſſolini war, doch nur eine beſchränkte
Bedeu=
tung. Ganz abgeſehen von den wirtſchaftlichen
Schwierigkeiten — Oeſterreich und Ungarn ergänzen ſich
heute wirtſchaftlich nicht in dem Maße wie vor dem Kriege und
Italien braucht weniger Agrarprodukte — ſind dem
poli=
tiſchen Zuſammenwirken zwiſchen den drei
Staa=
ten ſchwer zu überwindende Grenzen geſetzt. Hätte
Frankreich die Kleine Entente in Rom als Opferlamm anbieten
können, dann wäre es vielleicht zu einem diplomatiſchen Geſchäft
von großen Ausmaßen gekommen. Aber zu einem ſolchen Opfer
könnte man ſich am Quai d’Orſay heute um ſo weniger
entſchlie=
ßen, da der Außenminiſter Barthou noch mehr als ſeine
Vorgän=
ger auf die Bündnispolitik Frankreichs hält. Jede
franzö=
ſiſch=italieniſche Annäherung muß ihre Grenze
inder Tatſache finden, daß beide Teile nur fordern,
aber im weſentlichen keine Konzeſſionen machen
wollen oder können.
Das ſoll nun nicht bedeuten, daß den Verhandlungen in Rom
keine Wichtigkeit beizumeſſen ſei, und daß auf dieſer Grundlage
in allerdings eng begrenzten Ausmaßen eine Abſtumpfung
ge=
wiſſer Gegenſätze zwiſchen Paris und Rom ausgeſchloſſen ſei. Es
iſt eine andere Frage, inwieweit dieſen eine prinzipielle
Bedeu=
tung für die europäiſche Politik beigemeſſen werden kann.
Ge=
rade in der Abrüſtungsfrage ſtand Frankreich der italieniſchen
Auffaſſung von Anfang an ein wenig näher als der engliſchen.
Die Frage, inwieweit von dieſer Seite noch eine Möglichkeit für
eine Verſtändigung in der Abrüſtungsfrage übrig bleibt, wurde
aber in Rom nicht beantwortet.
Verſtimmung in Prag und Belgrad.
DNB. Prag, 19. März.
Die Rede Muſſolinis am Sonntag hat in Prager
diplo=
matiſchen Kreiſen eine ſtarke Verſtimmung
hervor=
gerufen. Die halbamtliche „Prager Preſſe” betont, daß die Rede
nicht geeignet ſei, einen günſtigen Eindruck von den römiſchen
Beſprechungen zu erhalten. Im Gegenteil. Selbſtverſtändlich ſei
dadurch auch die im römiſchen Abkommen angedeutete Möglichkeit
einer Zuſammenabeit mit anderen Staaten in „traurigem Maße‟
herabgemindert worden. Das Blatt ſchreibt an anderer Stelle
u. a., aus dem Inhalt der römiſchen Beſprechungen ſei erſichtlich,
daß ſie insbeſondere in politiſcher Richtung ziemlich weit gehen,
und daß man in ihnen Anläufe zur Schaffung eines
Blockes als Gegengewicht zur Kleinen Entente
erblicken könne.
Weiter läßt ſich das Blatt aus Belgrad, über die
Ein=
drücke in maßgebenden ſüdſlawiſchen Kreiſen
u. a. berichten: Vom wirtſchaftlichen Standpunkt aus betrachtet
habe die römiſche Konferenz nach Anſicht maßgebender
ſüdſlawi=
ſcher Kreiſe deutlich erwieſen, daß die Löſung der
wirt=
ſchaftlichen Probleme Mitteleuropas, ohne die
Mitarbeit der Kleinen Entente und Deutſchlands
un=
möglich ſei. In Rom ſei es nicht gelungen, die beiden
Pro=
bleme, die die drei Staaten am meiſten intereſſierten, die
Habs=
burger= und die Reviſionsfrage zu löſen. Italien und Ungarn
ſei es nicht einmal gelungen, Oeſterreich ſichere Garantien gegen
den Anſchluß zu verſchaffen.
Bereits anläßlich des Weihnachtsfeſtes 1933 konnte man in
Rußland eine auffallend verſtärkte Aktivität des Verbandes der
Gottloſen beobachten. Jetzt ſoll das bevorſtehende Oſterfeſt, in
Rußland ſeit jeher das Feſt der Feſte, zum Ausgangspunkt einer
neuen umfaſſenden Propagandaaktion gegen Kirche und Religion
in allen Gebieten des Sowjetſtaates werden. Der Stand der
antireligiöſen Propaganda iſt in der Sowjetpreſſe in den letzten
Wochen und Monaten vielfach ſehr ſcharf kritiſiert worden, die
Moskauer Zeitungen ſprachen ſogar von einem „Verſanden”
der Gottloſen=Bewegung, und angeſpornt durch dieſe Kritik
wollen nunmehr die „Gottloſen” zu einem neuen Schlage gegen
den Glauben und die Gläubigen ausholen. Dieſer Schlag ſoll
auch die „Ueberreſte der kleinbürgerlichen Ideologie” in Stadt
und Land, vor allem aber unter der heranwachſenden Jugend,
treffen. An den Oſtertagen füllten ſich bisher trotz aller
behörd=
lichen Gegenmaßnahmen die ruſſiſchen Kirchen, ſelbſt in vielen
Kommuniſtenfamilien wurde das Oſterfeſt, ſoweit es die
Lebens=
mittelknappheit erlaubte, feucht und fröhlich begangen und für
kurze Zeit ſchien das alte „heilige Rußland” aufzuerſtehen.
Der Sowjetbürger, dem der zweite Fünfjahresplan wieder
einmal roſige Ausſichten auf ein „wohlhabendes Leben”
ver=
heißt, gleichzeitig aber neue ſchwere phyſiſche und pſychiſche
An=
forderungen an ihn ſtellt, ſoll nunmehr auch an dieſen religiöſen
Feſttagen, die im alten Rußland ein Volksfeſt waren, nicht mehr
der kommuniſtiſchen und kollektiven Sphäre entrückt werden und
ſich in die Sphäre der privaten Feſtlichkeit flüchten dürfen.
Da=
für ſoll der Feldzug gegen Oſtern, die „Anti=Oſterkampagne‟,
ſorgen, die ſeit Wochen auf dem ungeheuren Gebiet der
Sowjet=
union in vollem Gange iſt. Neben den Mitgliedern der
Gott=
loſen=Verbände und Gottloſen=Zellen ſollen 10 000 „Gottloſen=
Propagandiſten”, ausgeſuchte und bewährte Parteimitglieder
aus dem Arbeiterſtande, von Stadt zu Stadt und von Dorf zu
Dorf reiſen, um den Kampf gegen Gott von neuem zu
ent=
fachen. Der Verband der Gottlofen hat ſogar in Verbindung
mit den ruſſiſchen Gelehrtenorganiſationen eine „antireligiöſe
Anleihe” herausgegeben; die erſten 10 000 Obligationen ſind
be=
reits verkauft worden. Jeder Beſitzer einer Obligation
ver=
pflichtet ſich, mindeſtens 60 Stunden im Jahr der antireligiöſen
Propaganda zu widmen.
Dieſe antireligiöſe Propaganda ſoll in erſter Linie unter
der ruſſiſchen Schuljugend betrieben werden. Die Sowjetpreſſe
erklärt, im Geſamtrahmen der kommuniſtiſchen Erziehung ſpiele
die Propaganda gegen Kirche und Religion eine ungeheuer
bedeutungsvolle Rolle. Die antireligiöſe Propaganda ſoll von
jetzt ab noch ſtärker als bisher mit dem Geſamtunterricht
orga=
niſch verknüpft werden. Das Schwergewicht ſoll dabei auf die
„Entlarvung des klaſſenmäßigen Kern jeder Religion” gelegt
werden. Die enge Verbindung zwiſchen der Religion und den
Geiſtlichen einerſeits und den herrſchenden kapitaliſtiſchen Klaſſen
andererſeits, ſowie die Nolle der Religion als eines der „
mäch=
tigſten Werkzeuge zur Unterjochung der werktätigen Maſſen
durch die Ausbeuter”, ſollen durch eine eingehende Analyſe
klaſſiſcher und moderner Werke der Dichtkunſt aufgedeckt werden.
Dabei ſoll ſich die antireligiöſe Propaganda nicht auf die „
Ent=
larvung der Religion” allein beſchränken, ſondern auch ſolche
philoſophiſchen Richtungen bekämpfen, die „unter der Maske
der Philoſophie religiöſe Vorſtellungen verbreiten”. Auch alle
„bürgerlichen Moralbegriffe”, die auf das engſte mit der
Reli=
gion verbunden ſeien, ſollen bei der antireligiöſen Propaganda
„ſchonungslos entlarvt” werden. Den Kindern ſoll beigebracht
werden, daß die Menſchen ſelbſt ihr Los zum Beſſeren ändern
können ohne die Hilfe des „nichtexiſtierenden Gottes‟. Die
Richt=
linien für dieſe Propaganda enthalten auch eine
Gegenüber=
ſtellung Rote Armee — Zarenarmee, und zwar um den Kindern
zu beweiſen, daß die Macht und Wehrkraft eines Landes auch
uuter einer „gottloſen Regierung” gedeihen.
An den Tagen vor Oſtern und an den Oſtertagen ſelbſt
werden in allen Städten und größeren Dörfern Rußlands
flie=
gende antireligiöſe Ausſtellungen, religionsfeindliche Vorträge,
Theater= und Kinovorführungen und dergleichen mehr
ſtattfin=
den. In größerer Zahl als bisher ſollen auch karnevaliſtiſche
Umzüge zur Verächtlichmachung der kirchlichen Bräuche und
Einrichtungen unter Teilnahme der kommuniſtiſchen
Jugendver=
bände veranſtaltet werden. Die Herſtellung von Oſtergebäck und
die Zubereitung der berühmten ruſſiſchen Oſterſpeiſen iſt den
Bäckereien, Reſtaurants und Speiſehallen auf das ſtrengſte
unterſagt. Niemand darf an den Feſttagen durch leibliche
Ge=
nüſſe der Aktion der Regierung und der Partei auch in ſeinen
vier Wänden zu trotzen verſuchen. In den ſogenannten Parks
für Kultur und Erholung in Moskau und in den anderen
Städten der Sowjetunion ſind große Volksfeſte mit
antireli=
gibſer Spitze vorgeſehen. In verſchiedenen Parks werden
Skulpturgruppen von Sauriern zur Aufſtellung
gelangen, die als „Kronzeugen” gegen die religiöſe
Geſchichte der Weltſchöpfung auftreten ſollen.
Propagan=
diſten des Gottloſen=Verbandes werden auf dieſen Volksfeſten
Broſchüren und Flugblätter verteilen, in denen „auf
wiſſenſchaft=
licher Grundlage” die Welt= und Menſchenwerdung im
Gegen=
ſatz zu der Lehre der Kirche dargeſtellt werden.
Fabriken, Behörden und Schulen werden an den Oſtertagen
arbeiten. „Freiwillig” verpflichten ſich zahlreiche Belegſchaften,
an dieſen beiden Tagen „Arbeit im Sturmtempo” zu leiſten, um
auf dieſe Weiſe den „kirchlich=kapitaliſtiſchen Unterdrückern” eine
Antwort zu erteilen. Trotz aller Volksfeſte und Veranſtaltungen
wird es in Rußland ein trauriges Oſterfeſt geben. Die
Ver=
heißungen des erſten Fünfjahresplanes für die perſönliche
Lebenshaltung des Einzelnen ſind auf dem Papier geblieben,
die Verſprechungen des zweiten Planes ſind noch ferne und
fernſte Zukunftsmuſik. Die Wirklichkeit iſt grau und noch immer
mit den größten Leiden und Entbehrungen verbunden. Auch in
dieſem Jahr werden Zahlloſe zu Oſtern in den noch verbliebenen
Kirchen Troſt und Stärkung ſuchen.
Seite 2 — Nr. 78
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 20. März 1934
Eitnatwang in Butls
über die Rede Muſſolinis.
Die Sonntagsrede Muſſolinis hat in Paris
wie eine Bombe eingeſchlagen. Man glaubte bisher
hier, als Vermittler zwiſchen Italien und der Kleinen Entente
einen kleinen Schritt vorwärts gekommen zu ſein, und vor allem
dadurch, daß man Italien gewiſſermaßen der Vortritt im
Donau=
becken überließ, dieſes für den franzöſiſchen Standpunkt in vielen
aktuellen außenpolitiſchen Fragen, wie Reviſion der Verträge,
Sicherheit und Abrüſtung, gewonnen zu haben. Mit Betrübnis
und Empörung ſtellt nun die Preſſe feſt, daß alle dieſe
Erwartun=
gen durch die Rede des Duce zerſchlagen ſind. Man iſt äußerſt
enttäuſcht über die klar ausgeſprochenen
revi=
ſioniſtiſchen Gedankengänge des Duce zugunſten
Ungarns. Man iſt nicht weniger enttäuſcht über
den „kalten Ton” (Petit Journal), den Muſſolini
gegenüber Frankreich eingeſchlagen habe, und
endlich proteſtiert man gegen die Forderung
Muſſolinis, daß Deutſchland die
Gleichberech=
tigung gegeben werden müſſe.
Der „Petit Pariſien” will einen Widerſpruch zwiſchen der
Rede und dem Eindruck der römiſchen Verhandlungen feſtſtellen,
in denen man eine Anſtrengung zur Schaffung einer Atmoſphäre
des Ausgleichs und der Zuſammenarbeit in Mitteleuropa
erblik=
ken wollte, und ſtellt feſt, daß die Erklärungen des Duce
eine beunruhigende Atmoſphäre und das
be=
dauerliche Gefühl einer Enttäuſchung ſchaffen,
in einer Stunde, wo die Länder eine klare Haltung einnehmen
müßten. — Pertinax ſpricht im „Echo de Paris”, von
einer „kriegeriſchen und heiß reviſioniſtiſchen
Rede” des Duce. Mit einem Schlage ſei auch die
Kleine Entente wieder weit von Rom
zurückge=
worfen worden. Die Stelle über die italieniſch=franzöſiſchen
Beziehungen gibt dem „Echo de Paris” Anlaß zu einer bitteren
Bemerkung: Dieſe Stelle enttäuſche alle diejenigen, die den
opti=
miſtiſchen Behauptungen Jouvenels und Chambruns geglaubt
hätten, als ob ſich zwiſchen Rom und Paris irgend etwas
geän=
dert hätte. Niemals habe Muſſolini eine
ungeſtü=
mere Rede gehalten. Ganz offenſichtlich habe er die
Kalt=
blütigkeit verloren. Seit einem Jahre gingen die meiſten ſeiner
Initiativen ſchlecht aus. Das „Journal” nennt die Rede eine
heiße Apologie auf die hemmungsloſe
Expan=
ſion der jungen Völker. Von der
Unabhängig=
keit Oeſterreichs abgeſehen, ſei die Rede in einem
klar reviſioniſtiſchen Geiſt gehalten. — Die „Ere
Nouvelle” hält die Erklärungen des Duce über Italiens
Ex=
panſionsbedürfnis in Aſien und Afrika für
beſon=
ders ſchlimm. Die Anſprüche Italiens auf Aſien und Afrika
könnten nicht als freundſchaftlich gelten.
Der römiſche Pakt vor dem Unkerhaus.
EP. London, 19. März.
Der römiſche Dreimächtepakt wurde im Unterhaus zur Sprache
gebracht. Ein Abgeordneter fragte den Außenminiſter, ob das
Abkommen nicht gegen die von Oeſterreich in dem Genfer
Pro=
tokoll von 1922 übernommenen Verpflichtungen verſtoße. Sir
John Simon antwortete, daß der volle Wortlaut des Abkommens
noch nicht vorliege, daß aber, ſoweit ihm bekannt ſei, der Pakt
nicht im Widerſpruch zu dem Genfer Protokoll ſtehe.
Zuſammenkrikt des Saar=Juriſtenausſchuſſes.
EP. Genf, 19. März.
Am Montag traten in Genf die drei vom Rechtsausſchuß des
Völkerbunds=Rates ernannten Juriſten zur Beratung
verſchiede=
ner, mit der Vorbereitung der Saarabſtimmung
zuſammenhängen=
der Rechtsfragen zuſammen. Die Juriſten ſind der Genfer Prof.
Eugen Borel, der holländiſche Profeſſor Coſtern, ſowie der
ſchwe=
diſche Profeſſor Marks v. Württemberg.
Die wichtigſte Frage, welche den Juriſten vorliegt, iſt die, ob
die Abſtimmung im Jahre 1935 nach Gemeinden oder Diſtrikten
vorgenommen werden ſoll und eine Definition dieſer Begriffe,
ſowie die Frage, wie der Begriff der Ortsanſäſſigkeit gemäß der
Beſtimmung, daß alle diejenigen abſtimmungsberechtigt ſind,
welche am 28. Juni 1919 im Saargebiet gewohnt haben,
aufzu=
faſſen iſt. Außerdem ſollen ſich die Juriſten über die Frage der
juriſtiſchen Zuläſſigkeit der vom Präſidenten der Saarregierung,
Knox, vorgeſchlagenen Maßnahmen zur Wahrung der Freiheit und
Ehrlichkeit der Abſtimmung ausſprechen, deren wichtigſte
bekannt=
lich der Vorſchlag Knox' iſt, das Saargebiet durch internationale
Truppen beſetzen zu laſſen. Der vom Saarausſchuß in ſeiner letzten
Februartagung erbetene Bericht des Präſidenten der
Saarregie=
rung über die Stellung der geſamten Saarregierungskommiſſion
zur Frage der internationalen Polizeitruppen iſt immer noch nicht
in Genf eingetroffen. Weiter hat der Ausſchuß auch die Frage zu
Vom Tage.
Reichspräſident von Hindenburg empfing Montag den
lang=
jährigen Vertreter Braunſchweigs und Anhalts im Reichsrat. Ge=
ſandten Boden, der mit Ende dieſes Monats in den Ruheſtand
tritt, in Abſchiedsaudienz.
In nächſter Zeit erhalten, wie die „Wandelhalle” mitteilt,
ſämtliche Dienſtſtellen der Kreis=, Ortsgruppen= und
Stützpunkt=
leitungen der NSDAP. auf Anordnung der Reichsleitung
ein=
heitliche Schilder, die an Grundſtücken, in denen ſich die
Geſchäfts=
ſtellen befinden, angebracht werden. Die Schilder führen neben
der Dienſtſtellenbezeichnung das Hoheitszeichen der Partei.
In der Nacht zum Montag iſt der ſeines Amtes enthobeng
hohe Beamte des franzöſiſchen Landwirtſchaftsminiſteriums,
Blan=
chard, der in der vergangenen Woche einen Selbſtmordverſuch
unternommen hatte, im Krankenhaus, von Fontainebleau
ge=
ſtorben.
Bundesrat Muſy, der Leiter des ſchweizeriſchen
Finanz=
departements, erklärt in längeren Ausführungen, daß für die
Schweizer Finanzpolitik weder Freigold, noch Inflation, noch
Entwertung in Betracht komme, ſondern nur die
Aufrechterhal=
tung des Schweizer Franken auf der gegenwärtigen Goldbaſis.
Vor dem Oberſten Gericht in Belgrad begann am Montag
ein Prozeß gegen den Arbeiter Peter Oreb und ſeine Mittäter
Begowitſch und Podgoreletz. Die Angeklagten werden beſchuldigt,
der terroriſtiſchen Organiſation Uſtaſcha, deren Sitz ſich im
Aus=
land befindet, anzugehören und einen Anſchlag gegen König
Alexander vorbereitet zu haben.
Vor dem Militärgericht in Bukareſt begann der Prozeß gegen
52 Mitglieder der Eiſernen Garde, die der Verſchwörung mit dem
Ziel der Ermordung des rumäniſchen Miniſterpräſidenten
beſchul=
digt werden.
Die amtlichen ruſſiſchen Stellen erklären, daß die Nachrichten,
die Sowjetregierung habe beſchloſſen, im Dezember dem
Völker=
bund beizutreten, unrichtig ſeien. Die ruſſiſche Regierung hat ihren
Standpunkt zur Frage des Beitritts zum Völkerbund durch die
Reden Stalins und Litwinows auf dem Parteitag feſtgelegt; neue
Beſchlüſſe in dieſer Frage ſind bis jetzt noch nicht gefaßt worden.
beantworten, ob neben der Regierungskommiſſion im Saargebiet
für die Abſtimmung noch ein oder mehrere Organe zu ſchaffen
ſeien, nämlich eine Abſtimmungskommiſſion und ein
Abſtim=
mungsgericht. Die Schaffung der Abſtimmungskommiſſion iſt
be=
reits vom Saarausſchuß grundſätzlich ins Auge gefaßt worden.
Das Abſtimmungsgericht würde erſt nach der Abſtimmung in
Funktion treten u. a. über die Gültigkeit oder Ungültigkeit
abge=
gebener Stimmen in Zweifelsfällen zu entſcheiden haben. Der
Juriſtenausſchuß ſoll auch die Kompetenzen dieſer einzelnen
Or=
gane gegeneinander abgrenzen.
der Führer=Rede am 21. März.
Der Reichsminiſter des Innern hat angeordnet, daß in den
Dienſtſtunden und Betrieben der Reichs=, Staats= und
Kommu=
nalbehörden die Uebertragung der Kanzlerrede aus München am
21. März d. J. in der Zeit von 11 bis 11.50 Uhr ſo durchgeführt
wird, daß die Beamten, Angeſtellten und Arbeiter daran
teilneh=
men können. Von 10.50 Uhr bis 11 Uhr ſind von den jeweiligen
Leitern zu der Uebertragung einleitende Worte an die
Verſam=
melten zu richten.
Die Unterrichtsminiſter der Länder ſind ferner erſucht
wor=
den, dafür zu ſorgen, daß der Schuljugend aller Altersſtufen
Ge=
legenheit gegeben wird, die durch Rundfunk übertragende Rede
des Führers mit anzuhören.
Die deutſche Induſtrie und die Arbeitsoffenſive
am 21. Mäkz.
Der Reichsverband der Deutſchen Induſtrie teilt mit: Mit
freudiger Zuſtimmung hat die Induſtrie den Ruf der
Reichs=
regierung, mit ihr und dem ganzen deutſchen Volk zuſammen
den 21. März als Beginn der neuen Arbeitsſchlacht zu feiern,
aufgenommen. Handwerk und Handel werden dieſe Feier in
öffentlichen Verſammlungen begehen. Dagegen wird die
In=
duſtrie dieſe Feierſtunde ihrer Struktur entſprechend in den
Be=
trieben ſelbſt abhalten, um hierdurch auch gleichzeitig der
Volks=
verbundenheit von Werkführung und Gefolgſchaft gerade an der
Stätte der gemeinſamen Arbeit ſichtbaren Ausdruck zu verleihen.
Bei dieſer Gelegenheit wird die Werksleitung die ſeit dem
1. Oktober v. J. neueingeſtellten Arbeitskräfte feierlichſt in den
Betrieb einführen und einen Ausblick auf die geſchäftliche
Ent=
wicklung des Unternehmens in der nächſten Zeit geben.
Die Berichte ſtimmen darin überein, daß der Aufruf
der Reichsregierung überall in der Induſtrie
einen begeiſterten Widerhall findet. Dem
Reichs=
ſtand der Deutſchen Induſtrie iſt aus allen Teilen des Reichs
gemeldet worden, daß die Durchführung der
vor=
geſehenen Feier überall ſichergeſtellt iſt.
Plansone Zaſammenäteen
zwiſchen Guſtav=Adolf=Berein und der
Deutſchen Evangeliſchen Kirche.
DNB. Berlin, 19. März.
Der Evangeliſche Preſſedienſt teilt mit: Der Zentralvorſtan
des Evangeliſchen Vereins der Guſtav=AdolfStiftung trat unte
Leitung ſeines Vorſitzenden Geheimrat Prof. D. Dr.
Rend=
torff zu ſeiner Frühjahrstagung zuſammen. An der Sitzung
nahmen die Mitglieder faſt vollzählig teil, unter ihnen der
Landesbiſchof von Sachſen Coch, der Biſchof der Deutſcher
evangeliſchen Gemeinden Lettlands, D. Poelchau der Präſi
dent der „Evangeliſchen Kirche in Böhmen, Mähren und Schle
ſien” D. Wehrenpfennig. Der Reichsbiſchof war durch den jeztik an
Leiter des Kirchlichen Außenamtes Biſchof D. Heckel vertreten hen And
Zu den Beratungen über die Neuregelung einer plan=Jängele.
vollen Zuſammenarbeit zwiſchen dem Guſtav M0r
Adolf=Verein und der Deutſchen Evangeliſcherweundsl
Kirche gab Biſchof Heckel eine grundſätzliche Erklärung ab ſäuſerm
Der Guſtav=Adolf=Verein, ſo führte er aus, habe it Frelary
ſeiner hundertjährigen Geſchichte ſich ſtets als Wegbereite lehen. !
der Einigung des evangeliſchen Deutſchland=ſiü
erwieſen. Er habe nie neben der Kirche, ſondern immer m7 en *
ihr und für ſie gewirkt. Auch in Zukunft müſſe de herauen
Guſtav=Adolf=Verein ein Sammelpunkt alle chen 0
der Kräfte bleiben, die für den heiligen Dienf
an den Glaubensgenoſſen in der Zerſtreuunihende
bereit ſeien. Ihn für dieſe gerade in der neuen Zeit wich
tige Aufgabe zu ſtärken, ſei der Wille der Deutſchen Evangeliſcher!Ferſan
Kirche.
Der Vorſitzende Geheimrat Rendtorff legte darauf den
Zentralverband für die künftige Zuſammenarbei
mit dem kirchlichen Außenamt neue Richtlinierine
vor, die einmütige Zuſtimmung fanden. Er begrüßte die vod er
zogene Einigung als Gewähr für die künftige freie Entfaltung
des Vereins in neuen Formen und erklärte, er könne nunmehr
ſeinen langjährigen Plan, ſich wegen ſeines hohen Alters vorls avi
der Führung des Vereins zurückziehen, unbeſorgt verwirklichen reift
Da eine ſofortige Neubeſetzung der Stelle nicht möglich ſei, ba) eher
er mit Zuſtimmung des Zentralvorſtandes Biſchof D. Heckel, bisſſuchen
zur endgültigen Wahl eines neuen Vorſitzenden die Leitung des immer
Vereins in die Hand zu nehmen.
In einer ſpontanen Dankesbezeugung wurde darauf Ge
heimrat D. Rendtorff gebeten, künftig als Ehrenpräſident den u erwe
Verein ſeine Kraft zu widmen und die Leitung des nach ihm
benannten Studentenheims „Franz=Rendtorff=Haus” zu behal,
ten. Geheimrat D. Rendtorff nahm die ihm dargebrachte Ehrung
an, ebenſo Biſchof D. Heckel den ihm gewordenen Auftrag. Die
ſer betraute, um eine ungeſtörte Weiterführung des Guſtav
Adolf=Werkes, zu ſichern, die bisherigen Geſchäftsträger den
Generalbevollmächtigten und den Generalſekretär, mit der Wahr
nehmung der laufenden Geſchäfte.
1
Eln. Reiustommiiſar
für die geſamke Bieh=. Milch= und Fekkwirtſchaft.
DNB. Berlin, 19. März
Der Reichsernährungsminiſter hat eine Verordnung er
laſſen, wonach mit Wirkung vom 1. April ein Reichskommiſſa
für die Vieh=, Milch= und Fettwirtſchaft beſtellt wind. Der
Reichskommiſſar hat die Aufgabe, die zur Ordnung und Reg
lung des Marktes von Vieh, Fleiſch, Milch und Milcherzeug
niſſen, Geflügel, Eiern und Fett erforderlichen Maßnahmer
durchzuführen. Ihm werden die Befugniſſe des Reichs
ernährungsminiſters übertragen, die ſich aus den verſchiedenen
Geſetzen und Verordnungen über die Bewirtſchaftung vor
Milch und Milcherzeugniſſen auf dem Gebiete der Fettwirtſchaf
und der Geflügelwirtſchaft ergeben. Er hat ferner nach Maßgabe
beſonderer vom Miniſter zu erlaſſender Vorſchriften die
Ord=
nung und Regelung des Marktes für Tiere und tieriſche Erzeug
niſſe, ſowie der Marktverhältniſſe auf dem Gebiete der Fett
wirtſchaft durchzuführen, ſoweit ſich dieſe Aufgaben aus der
bisherigen Beſtimmungen nicht ſchon ergeben. Der Reichskom
miſſar iſt dem Reichsernährungsminiſter unterſtellt und an ſein=
Weiſungen gebunden. Für den Poſten des Reichskommiſſare
dürfte Freiherr von Kanne auserſehen ſein, der ſchon bisher
Reichskommiſſar für die Milchwirtſchaft war und deſſen Auf
gabengebiet ſomit durch die neue Verordnung eine bedeutende
Erweiterung erfährt.
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Proſeſſor Eugen Hönig über
Die bildende Kunft im neuen Reich.
Kundgebung der Reichskammer der bildenden Künſte im Kaiſerſaal
zu Frankfurt.
Als erſten der deutſchen Gaue beſuchte geſtern abend Pg. Prof.
Eugen Hönig, dem vom Führer in Gemeinſchaft mit Reichsminiſter
Dr. Goebbels die Betreuung der Kunſt im
nationalſozialiſti=
ſchen Deutſchland anvertraut wurde, und der Präſident der
Reichs=
kammer der bildenden Kunſt iſt, den Gau Heſſen=Naſſau. Seinem
Vortrag wohnten Vertreter aller Behörden mit Einſchluß der
Kirchen und Hochſchulen des Gaues und wohl über 500 Künſtler
bei. Dieſe Tatſache und der von der Stadt Frankfurt zur
Ver=
fügung geſtellte hiſtoriſche „Kaiſerſaal” des Rathauſes geſtalteten
den Abend zu einer machtvollen Kundgebung der neuen deutſchen
Kunſt und ihrer Träger, der Künſtler.
Der Leiter der Landesſtelle Heſſen=Naſſau, Blattner
ent=
bot der feſtlichen Verſammlung herzlichſte Grüße, denen ſich ein
Vertreter der Stadt Frankfurt anſchloß. Ein Künſtlerquartett
umrahmte die Kundgebung würde= und ſtimmungsvoll.
Profeſſor Hönig
wurde beim Erſcheinen am Rednerpult herzlichſt begrüßt. Er
be=
gann ſeine Ausführungen mit der Feſtſtellung, daß der
National=
ſozialismus ſein Ziel erreicht habe dank der Beharrlichkeit und
völligen Kompromißloſigkeit des Führers. Die Einigung des
Volkes aber und des Willens muß ausgedehnt werden auf das
ſeeliſche Gebiet. Nur wenn ſie die Seele hinter ſich hat,
kann die Macht von Beſtand ſein. Die Wirtſchaft iſt im
hoffnungs=
vollen Aufbau. Den Ring ſchließt die Neubildung der
deut=
ſchen Kultur. Kultur aber iſt nicht Selbſtzweck von einem
Wil=
len erzeugt. Kultur iſt das zwangsläufige Ergebnis der ſeeliſchen
Haltung eines Volkes, die Beurkundung ſeines inneren Erlebens,
ſeiner tiefſten Erkenntnis. Wenn die große völkiſche Bewegung auf
die Kultur Einfluß gewinnt, dann immer nur auf dem Boden
über die ſeeliſche Durchſetzung allen Kulturſchaffens. Für den
Aufbau der Kultur können die Kräfte nicht
ent=
behrt werden, die an der Partei und ihrem
bis=
herigen Kampf nicht beteiligt waren, oder nur
in geringerem Ausmaß
Der Nationalſozialismus hat eine völlige Neuorientierung
des Denkens gebracht. Die ſeeliſche Umſtellung eines Volkes kann
nicht ohne tiefgehenden Einfluß auf das Geſamtkulturſchaffen
blei=
ben. Sie kann nur langſam vor ſich gehen. Wahrſcheinlich
wer=
den ſie erſt unſere Nachfahren zur letzten Auswirkung bringen
können. Die Erziehung zum deutſchen Menſchen iſt
es, die wir mit allen Mitteln betreiben müſſen. Dazu gehört
Be=
ſcheidenheit gepaart mit Stolz, Mannesmut und
Unerſchrockenheit gepaart mit Demut, Ernſt mit
Humor Verantwortlichkeit vor Gott und der
Welt, Fanatismus im Suchen nach Wahrheit,
Feindſchaft allem phariſäiſchen Muckertum
na=
tionale Geſinnung mit dem Endziel, daß die
Ehre des Volkes identiſch iſt mit der eigenen
Ehre.
Der Weg dazu iſt weit. Man muß, ihn zu gehen und das
Ziel zu erreichen, auch duldſam ſein. Nicht immer führt
die breite Heerſtraße, von allen begangen, auf dem kürzeſten
Weg zum Ziel. Oft erreicht das Ziel ein Einzelgänger auf
eigenem Weg ſchneller.
Im Rahmen des Ganzen wird die künſtleriſche
Kul=
tur in pflegliche Behandlung genommen werden müſſen, wenn
Erfolg erreicht werden ſoll. Es gibt Künſtler, auch ernſthafte,
die die Kunſtkammer für überflüſſig halten. Das iſt falſch!
Frei=
heit iſt ein ſehr relativer Begriff, Freiheit darf nicht verwechſelt
werden mit Rückſichtsloſigkeit und Ungebundenheit. Es gibt
keine Freiheit, die ſich nicht einordnet der Gemeinſamkeit. Wenn
die Berufsſtände etwas erreichen wollen, müſſen ſie dafür Sorge
tragen, daß alle Kollegen für das berufsſtändiſche Ideal
ein=
treten. Keiner darf Einzelpolitik treiben.
Selbſtverwal=
tung kann nicht gewährt werden ohne
geſetz=
mäßige Bindung. Selbſt die primitivſten Kulturen waren
nicht ohne Geſetz. Je höher die Kultur, deſto ausgedehnter und
komplizierter iſt die geſetzmäßige Bindung durch Organiſation.
Wo an der Kraft des berufsſtändiſchen Aufbaues gezweifelt
twird, hat die Erziehung und Belehrung einzuſetzen. Wo der
Glaube an dieſe Kraft vorhanden iſt, wird die Aufforderung
des Staates, ſich ſelbſt zu regieren, mit Freude und Begeiſterung
begrüßt werden. Kein einſichtsvoller Künſtler wird die
unge=
heure Bedeutung des Vertrauens verkennen, die der
National=
ſozialiſtiſche Staat berufsſtändiſch zum Ausdruck bringt.
Aller=
dings, erſt die kommenden Generationen werden
ernten was heute geſät wird. Wir müſſen uns
klar ſein: Noch ſäen wir nicht einmal ſind nur
im Aufbruch des Bodens, im Unkrautjäten. —
Im berufſtändiſchen Aufbau wird für alle Privilegien ein hohes
Maß von Pflichten auferlegt. Beſondere Aufgaben fallen der
Architektur zu. Im nationalſozialiſtiſchen Staat und Aufbau
iſt kein Platz für Experimente. Es erwächſt dem neuen Bauen
die Pflicht, ſich harmoniſch einzupaſſen in das
größere Bild. Nicht einem Einzelwerk gilt die Sorge,
ſon=
dern nur dem Geſamtwerk. Jeder, der baut, wird im
vollen Umfange dafür verantwortlich gemacht, wenn er ſich als
Schädling erweiſt, wird er rückſichtslos aus den Reihen der
Bauberechtigten verbannt. Der Baukünſtler hat allen Künſtlern
Führer zu ſein und er muß den übrigen Künſtlern ihr Ge
ſtaltungsrecht zuerkennen. Nicht etwa die Verwendung ſeltenen
Materials iſt die Hauptſache. Die Baukunſt hat zu allen Zeiten
dafür zu ſorgen, daß die bildende Kunſt nicht im luftleerem
Raum hängt. Unter den ſieben Künſten ſtand ſchon im 6
Jahrhundert die Baukunſt an erſter Stelle. Aus den letzter
Jahrzehnten iſt ihr der Vorwurf zu machen, daß ſie ſich au
eigene Fauſt in ſelbſtgeſtellten Aufgaben betätigt hat, anſtat
mit anderen Künſtlern zuſammen zu arbeiten und ihnen und
dem Kunſtgewerbe Boden für ihr Schaffen zu bereiten.
Dem bildenden Künſtler iſt nicht geholfen mit Propagande
der Verkaufsmöglichkeit. Im Rahmen der Arbeitsbeſchaffung
muß auch an ſie gedacht werden. Wenn z. B. die Reichsbahn
40 Millionen für neue Bauten ausgibt, muß ſie die bildende
Fkunſt und das Kunſthandwerk mit einem gewiſſen Prozentſatz
einbeziehen, ohne das Bauen dadurch zu verteuern.
Kranken=
häuſer dürfen nicht ausſchließlich nach den Geſichtspunkten
der Hygiene gebaut werden. Der Kranke bedarf zu ſeiner
ſeeliſchen Geſundung auch der Schönheit! Was ſich unter der
ſog. „neuen Sachlichkeit” breit machte, iſt keine
Bau=
kunſt, iſt nicht deutſch und paßt nicht in das Straßenbild
deutſcher Städte und Ortſchaften. Ebenſowenig wie das flache
Dach und die Terraſſe. Malerei und Plaſtik müſſen
wieder enger mit dem Wirtſchaftsleben
ver=
bunden werden. Der Kunſt müſſen beſtimmte Aufträge er
teilt werden, was ſicher für viele Bindung bedeutet, was aber)
die Kunſt wieder volkstümlich macht. Werkgebundene Aufgaben)
Schulung im Raumgedanken, Unterordnung unter die große
Form ſind notwendig. Dann wird die Kunſt wieder ihrem
Zeitalter das Gepräge geben, wenn wir auch keine neue
Akro=
polis, gottnahe und menſchenfern, bauen können. Wir haben
zu bauen das Denkmal der Volksverbundenheit, haben Wohn=
und Arbeitsſtätten in ſchöner Form zu geſtalten. Nicht
nur der Feiernde, auch der arbeitende Menſch hat Anrecht
darauf.
Unſer Ausſtellungsweſen bedarf dringend der Reforn
dahin, daß die Kunſtwerke nicht in einer Anhäufung an Wänden
oder in ungewohntem Raum gezeigt werden. Bilder und Kunſie
werke müſſen in den Räumen gezeigt werden, denen ſie zum
Schmuck dienen ſollen. Bis zur Wohnung des Arbeiters. Wenſ
auch des Künſtlers letztes Sehnen immer die große öffentliche!
Galerie, das Muſeum ſein wird. Damit zuſammenhängt die Re‟‟
form des Jury=Weſens, das nie einwandfrei gelöſt werden wird.
Erfolg verſpricht das Ausſtellen in Gruppen. Unter einen
Gruppenführer ſtellen Künſtler ihre Werke aus. Sie können dan)
nur insgeſamt abgelehnt oder angenommen werden. Wobei dem
Dienstag, 20. März 1934
Scharfe Kritik an dem Berſagen der Pariſer Polizei und der Gerichke. — Angriffe gegen den
franzöſiſchen Juſtizminiſter Chéron.
hatte, erhielt einen anonymen Brief mit der Mitteilung, daß ſich
Das Volk beginnk zu murren.
das Dokument entgegen den Ausſagen des Direktors doch im Beſitz
Paris, 19. März.
Die Pariſer Preſſe und die Oeffentlichkeit üben ſcharfe
gritik an dem Verſagen der Polizei und der Gerichte und
rich=
ten Angriffe gegen den Juſtizminiſter Chéron, der ſchon vor
ſängerer Zeit die unmittelbar bevorſtehende Verhaftung des
1b/Mörders des Gerichtsrats Prince und eine durchgreifende
Säu=
berungsaktion angekündigt hatte. In den Pariſer
Lichtſpiel=
häuſern, wo der Juſtizminiſter im Zuſammenhang mit dieſer
Erklärung im Rahmen der Wochenſchau auf der Leinwand zu
ſehen iſt, gibt das Publikum häufig ſeinem Unwillen durch
ſtürmiſche Rufe und Pfeifen Ausdruck. Man ſpricht bereits von
milneuen Straßenkundgebungen, falls die mit der Unterſuchung
de betrauten Stellen nicht bald greifbare Ergebniſſe aufzuweifen
haben ſollten.
Große Empörung hat in Pariſer
Rechtskrei=
ſen das Verbot einer für Montag abend von der
WPatriotiſchen Jugend angeſagten politiſchen
Verſammlung im 15. Arrondiſſement hervorgerufen.
Der Polizeipräfekt begründet dieſes Verbot damit, daß
Gegen=
ſtundgebungen geplant ſeien, was den gegenwärtigen politiſchen
Waffenſtillſtand ſtören könnte. In den extremiſtiſchen
Rechts=
kreiſen, wozu auch die Patriotiſche Jugend gehört, wächſt
übri=
gens die Unzufriedenheit über die gegenwärtige
Lage von Tag zu Tag. Man kritiſiert vor allem,
daß die Regierung nicht ſcharf genug in der
Staviſky= und Prince=Angelegenheit
durch=
greift und daß die Kreiſe, in denen die
Draht=
zieher und Mörder des Pariſer Richters zu
iſſuchen ſind, zwar bekannt, anſcheinend aber
ſimmer noch ſo mächtig ſind, daß ſie tabu
ſind. Auf der Straße hört man immer mehr die Anſicht, daß
in Bälde neue Manifeſtationen der extremiſtiſchen Rechtskreiſe
dent demlzu erwarten ſind, wenn nicht in den beiden großen Skandalen
ach ihnſin aller Kürze der Regierung eine Generalreinigung gelingt.
Nachforſchungen in faſt allen Ländern Europas.
EP. Paris, 19. März.
Weder in der Staviſky=Angelegenheit, noch
in der Mordſache Prince hat die polizeiliche und
gerichtliche Unterſuchung in den letzten Tagen
nennenswerte Fortſchritte zu verzeichnen gehabt,
obgleich in beiden Angelegenheiten zahlreiche, meiſt belangloſe
Zeugen vernommen worden ſind. Die Polizei ſucht fieberhaft
nach den Schmuckſachen im Wert von 10 Millionen Franken, die
Staviſky unmittelbar vor ſeiner Flucht bei einer noch nicht
ermit=
telten Perſönlichkeit zu einem Bruchteil ihres Wertes, angeblich
mit nur 80 000 Fr., hat beleihen laſſen. Schließlich wurde heute
die Oeffentlichkeit mit der Nachricht überraſcht, daß neuerdings
zehn Abſchnitte von Staviſky=Schecks „vom Himmel gefallen” ſind,
wie ſich die Preſſe ausdrückt. Dieſe Scheckabſchnitte, die ſich auf
einige hunderttauſend Fr. belaufen und ſich auf Zahlungen an
verſchiedene Journaliſten, darunter wiederum den Direktor des
„Rempart”, Levy, und den irüheren Direktor der „Liberté‟,
Ca=
mille Aymard, beziehen, gingen dem Unterſuchungsrichter
näm=
ſchs lich in einem Einſchreibebrief ohne jede Angabe des Abſenders zu.
Skaviſky=Korreſpondenz
in einer Genfer Großbank=Filiale gefunden.
EP. Genf, 19. März.
In der Genfer Filiale einer Schweizer Großbank wurde heute
ein 14 Seiten langes Dokument beſchlagnahmt, das die
Geſchäfts=
korreſpondenz zwiſchen der Bank ſowie dem franzöſiſchen
Finanz=
mann Serge Alexandre, alſo Staviſky, und einem ungariſchen
Bankier namens Bela Hoffmann enthält. Damit iſt die Polizei,
die bereits in der vergangenen Woche in einem Genfer Finanz=
„inſtitut nach den Juwelen des Bayonner Leihhauſes gefahndet
hatte, endlich auf einen mit der Staviſky=Angelegenheit
zuſam=
menhängenden Fund geſtoßen. Die Beſchlagnahme des
Dokumen=
lufl tes geſtaltete ſich einigermaßen dramatiſch. Die Polizei, die ſchon
in der vergangenen Woche vergeblich Unterſuchungen angeſtellt
im
letzte
ſich au
Einzelnen dann die Möglichkeit bleibt, ſich einer anderen Gruppe
anzuſchließen.
Das Augenmerk muß gerichtet werden auf die ſtändigen
Aus=
ſtellungen, die Muſeen. Gar manches Altarbild, mancher Altar
würde beſſer und volksgebunden wieder in ſeinem Dorfkirchlein
ſtehen.
Die Baukunſt hat ſich inſonderheit der Großſtädte und den
ftleete! Geſchäftsſtraßen und =Bauten zuzuwenden. Wie kulturlos ſind doch
die Verkaufsſtraßen beſonders in Berlin. Der nationalſozialiſtiſche
Geiſt macht Schluß mit dieſer würdeloſen Unkultur. Erſt wenn in
all dieſen Dingen der Geiſt der Zeit ſeinen harmoniſchen Ausdruck
findet, wenn Kultur und Kunſt wieder deutſch im beſten Sinne
des Wortes, volksverbunden, ſind, iſt das Ziel erreicht, dem die
Reichskammer die Wege weiſen ſoll.
Dem Redner ward rauſchend Beifall geſpendet. Das
Künſtler=
quartett, das den Abend mit Beethovens Op. 59 eröffnet hatte,
beſchloß die Kundgebung mit dem Deutſchland= und Horſt=Weſſel=
Max Streeſe.
Lied.
* Börries Freiherr von Münchhauſen.
ſeinem 60. Geburtstage am 20. März.
Weil der Deutſche von heute
in den wie die Waffen
ſei=
ner Vorfahren blitzenden
und doch von
Menſchheits=
erleben geſättigten
Vers=
büchern des Freiherrn von
Münchhauſen die
Eigen=
ſchaften einer wahren
Man=
nesſeele, ungeſcheute innere
Achtung vor dem eigenen
Weſen findet, gepaart mit
Zukunftsglauben an die
Er=
haltung ſolchen Sinnes im
deutſchen Volke; weil er bei
ihm den heroiſchen Stil der
deutſchen Zukunft erkennt;
weil die deutſche Jugend
das Germaniſche in
Münch=
hauſens Werk fühlt und
ſpürt, daß darin unter der
Wolke heldiſcher Härte auch
das Zarte und
Liebedurch=
leuchtete wächſt und gedeiht,
beide Gefühlsbewegungen
Börries Freiherr von Münchhauſen, den gleichen Lebensſäften,
ſeeliſcher Tiefe und Echtheit
entſproſſen, — deshalb ſind ſie in über 400 000 Stück verbreitet.
der Bank befinde. — Der Unterſuchungsrichter begab ſich dann zu
dem Direktor und drohte, er werde die Bank durch Gendarmen
ſchließen laſſen, wenn er das Geſuchte nicht ſofort erhalte.
Schließ=
lich bequemte ſich der Direktor dazu, ihm das Schriftſtück
auszu=
händigen. Es ſoll neue Fingerzeige für die weitere Unterſuchung
enthalten, und dieſer bisher unbekannte Wege weiſen. Eine
Ab=
ſchrift des Dokumentes ſowie das Protokoll des Verhörs, das der
Unterſuchungsrichter mit dem Direktor und dem Unterdirektor
an=
ſtellte, iſt nach Paris geſandt worden.
Auf der Jagd nach dem Mörder des Richkers Prince.
In der Mordſache Prince wurde eine ganze Familie, nämlich
das ruſſiſche Ehepaar Simanowitſch, und deſſen Angehörige
ver=
nommen. Simanowitſch, der bereits bei der Entführung des
Ge=
nerals Kutiepow als Zeuge aufgetreten war, weilte am Tag der
Ermordung des Gerichtsrats Prince in Dijon, angeblich in den
Flitterwochen. Er hat angeblich ausgeſagt, er habe auf dem
Bahnhof einen verdächtigen Mann in einem hellen Mantel
be=
merkt, der die ankommenden Reiſenden überwachte. Im weiteren
Verlauf war Simanowitſch in den Verdacht geraten, irgendwie
an der Mordſache beteiligt zu ſein. Eine achtſtündige
Verneh=
mung des Ruſſen ergab jedoch keinerlei Beweiſe für dieſe
Ver=
dächtigung. Der Vater von Simanowitſch, der den Blättern
zu=
folge entweder Privatſekretär Raſputins oder aber eines
ruſſi=
ſchen Miniſters geweſen ſein ſoll, der Bruder und die Schwägerin
des Ruſſen wurden ebenfalls mit negativem Erfolg verhört. —
Dagegen iſt ein neuer Moment aufgetreten, der wieder Hoffnung
auf eine baldige Ergreifung des oder der Mörder ergeben hat.
Ein Kraftfahrer machte dieſer Tage beſonders intereſſante
Aus=
ſagen. Er befand ſich am Mordtage in der Nähe der Gleiſe, wo
die Mordtat geſchah, und fragte einen Automobiliſten, der einige
hundert Meter von der Mordſtelle entfernt gehalten hatte, nach
dem Weg. Dieſer antwortete in barſchem Ton, daß er ihn ſelbſt
nicht kenne. Gleichzeitig will der Zeuge zwei Männer von dem
Eiſenbahndamm haben herabſteigen ſehen — Starke
Verdachts=
momente beſtehen immer noch gegen die Inhaber und Schlepper
des berühmten Pariſer Spielklubs Frolios. Die Polizei hofft
immer noch, auf dem Weg über die Automobile die Mörder
feſt=
ſtellen zu können. Der Chauffeur des verhafteten Direktors des
Spielklubs erklärte jedoch, daß an dem Tage der Mordtat keines
der Automobile des Direktors Tribaut die Garage verlaſſen habe.
Der „Paris Soir” ſucht den Mörder.
Andererſeits hat der „Paris Soir”, wie bekannt, vor
einigen Tagen zwei berühmte engliſche Detektive
beauftragt, zuſammen, mit einem ehemaligen
franzöſiſchen Detektiv eine Privatunterſuchung
anzuſtellen. Das Blatt behauptet, bereits einwandfrei
feſt=
geſtellt zu haben, daß zwiſchen dem Selbſtmord
Sta=
viſkys und der Ermordung des Richters Prince
die engſte Verbindung beſteht.
* Vergiffeke Akmoſphäre.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 19. März.
Die Vertagung der franzöſiſchen Kammer auf zwei Monate
ſcheint an der bedrückten Stimmung, welche die Innenpolitik
be=
herrſcht, nichts zu ändern. Man merkt keine Zeichen der
Eni=
ſpannung. Die Lage der Regierung iſt gewiß erleichtert. Aber
die öffentliche Meinung befindet ſich nach wie vor in
einem Zuſtande nervöſer Erwartung.
Es iſt eigentümlich, daß bei aller Unvolkstümlichkeit der
Kam=
mer die zweimonatliche Ruhepauſe von keiner Seite begrüßt wird.
Rechts fürchtet man, daß die Linke die Ferien zu einem
Propa=
gandafldzug ausnützen wird, die Linke wieder hat das Gefühl, daß
es für die Kammer beſſer wäre, in Bereitſchaft zu bleiben. Der
innenpolitiſche Kampf geht weiter und auch die
Unterſuchungskommiſſionen tagen. Auch die
öffent=
liche Meinung begrüßt dieſe Ferien nicht. Sie iſt vollkommen
des=
orientiert. Jeden Tag erwartet man ſenſationelle
Enthüllungen und die unſinnigſten Gerüchte
finden Glauben. Man behauptet hartnäckig, daß „im
Dun=
keln ſich etwas vorbereitet‟. Die eine Gruppe ſoll zum Angriff
ausholen, die andere fieberhaft zur Defenſive rüſten Die Nerven
ſind überſpannt. Es iſt Tatſache, daß die politiſche
Auseinander=
ſetzung dadurch, daß ſie aus der Kammer in die Regierung
ver=
legt wurde — denn der Burgfrieden iſt nur ein leeres Wort —
nicht an Klarheit gewonnen hat. Die Regierung vereinigt alle
Richtungen und verfügt — durch die Vollmachten — auch faſt
über die ganze Macht, die ſonſt der Kammer zukommt. Aber, um
dieſe Macht benützen zu können, müßte ſie vollkommen einig ſein.
Wie weit das zutrifft, darüber ſind verſchiedene Meinungen
er=
laubt. Jedenfalls aber will man im Regierungslager nichts
unter=
nehmen, was dieſe Einigkeit gefährden könnte. Man verzichtet alſo
auf Erklärungen und hüllt ſich in Schweigen.
Die Aufmerkſamkeit der Wirtſchaftskreiſe konzentriert ſich jetzt
auf den Finanzminiſter Germain Martin. In den folgenden zwei
Monaten könnte er, dank der Vollmachten, die ihm zur Verfügung
ſtehen, Großes leiſten. Die Frage iſt nur, wie weit er dieſe
Voll=
machten auszunützen wagt. Selbſt die beſten ſachlichen Reformen
können ſich aber ſolange nicht auswirken, ſolange die Atmoſphäre
der Skandale und der Hintertreppenromantik nicht überwunden
ſein wird. Darauf gibt es aber nicht viel Ausſicht. Es iſt die
chlimmſte Taktik, die Skandalaffären halb zu lüften und den ſo
leicht erhitzbaren franzöſiſchen Phantaſien freien Lauf zu laſſen.
Die Parteien könnn aber anſcheinend ſelbſt darauf nicht verzichten.
Das zurückgebliebene Frankreich.
Das franzöſiſche Kabinett Doumergue hat
außen=
politiſch die Aufgabe übernommen, den beſtehenden Zuſtand nicht
zu ändern, und iſt dadurch in einen prinzipiellen
Gegenſatz zu den Nationen geraten, die aus den
Strukturveränderungen Europas die
natur=
geſetzlichen Folgerungen gezogen haben. Aber
neue Unterſuchungen und Feſtſtellungen zeigen auch, daß
Frankreich wirtſchaftlich abſolut ins
Hinter=
treffen gerät.
Als Poincaré den Franken niedrig fixierte und der
In=
flation ein Ende machte, der die Miniſterpräſidenten Herriot,
Painlevé und Briand ohnmächtig gegenübergeſtanden hatten,
hatte er eine Grundlage geſchaffen, die bis heute eigentlich
un=
verändert geblieben iſt. Frankreich iſt jahrelang von den
Schrecken der Deflation verſchont geblieben, die in Deutſchland
und England überwunden werden mußten, aber gleichzeitig auch
zu einer Reinigungskriſe geworden ſind. Frankreich glaubte,
es ſei eine Inſel im Meer der Wirtſchaftskriſe
und merkte nicht, daß der notwendige
Reinigungs=
prozeß in der franzöſiſchen Wirtſchaft
unter=
blieb und daher die franzöſiſche Wirtſchaft
dop=
pelt ſchnell und hart getroffen wurde, als die
Weltkriſe über Frankreichs Grenzen
hinweg=
griff. Während ſeit 1929 die Preiſe in den angelſächſiſchen
Ländern um 50 Prozent fielen, gingen ſie in Frankreich nur
um 5 Prozent zurück und ſoeben iſt feſtgeſtellt worden, daß
die Geſtehungskoſten der franzöſiſchen
In=
duſtrie um 30 bis 40 Prozent höher ſind als die
des Auslandes. Damit iſt eigentlich die
Wettbewerbs=
fähigkeit der franzöſiſchen Induſtrie erledigt und der
kata=
ſtrophale Rückgang — ſelbſt auf Spezialgebieten Frankreichs wie
Seide, Parfüms und Konfektion — kann nur dadurch erklärt
werden, daß die franzöſiſchen Waren dem Ausland
zu teuer geworden ſind.
Im Zuſammenhang damit wird neuerdings wieder
leb=
haft das Problem der Frankenſicherung erörteri.
Mit dem Kontingentierungsſyſtem allein kann
Frank=
reich ſeine paſſive Handelsbilanz nicht ausgleichen. Selbſt wenn
ein Aufſchwung der Weltwirtſchaft mit Preiserhöhungen
ver=
bunden wäre, was nicht ohne weiteres anzunehmen iſt, bleibt
die franzöſiſche Wirtſchaft im Hintertreffen. Denn einer
elaſtiſchen franzöſiſchen Wirtſchaftspolitik
ſteht ferner die Sparerpſychoſe gegenüber. Der
franzöſiſche Kleinkapitaliſt hat ein Intereſſe daran, die
Konſoli=
dierung der Staatsfinanzen vorzunehmen, und daß die
Sicher=
heit ſeiner erworbenen Staatsanleiheſtücke gewährleiſtet wiro.
Das iſt das erſte Problem Doumergues. Unzweifelhaft iſt es
zu löſen, da heute noch die Deckung des Franken
durch den franzöſiſchen Goldhort rund 77 Proz.
beträgt. Aber gelöſt werden kann nicht das
Pro=
blem der Anpaſſung der franzöſiſchen
Ge=
ſtehungskoſten an die des Auslandes und hier liegt
der Grund der verzweifelten Verſuche, durch eine ſchroffe
Kon=
tingentierungspolitik wenigſtens zeitweiſe auf der Bilanzſeite
das Paſſivum zu löſchen. Nur daß dabei auch die noch
vor=
handenen Abſatzmärkte franzöſiſcher Induſtriewaren ſtändig
wei=
ter zurückgehen und Frankreich in die Gefahrzone
der Wirtſchaftsſchrumpfung gerät, aus der
Deutſchland und Englandſichbereits entfernen.
Deshalb ſchwärmt die deutſche Jugend für dieſen Dichter und
drängt ſich zu ſeinen Vorträgen, deshalb ſind mehrere hundert
ſeiner freilich ſchon innerlich muſizierenden Gedichte vertont,
des=
halb wurden ſie Beſtandteile ihres ſeeliſchen Lebens.
Als junger Student hat er, Ariſtokrat von reinſtem Blute,
wie er ſelbſt geſtand, „im Glauben an die Losgelöſtheit des
Künſtlers von Geſellſchaft und Staat, Vaterland und Scholle‟
einen heftigen Gärungsprozeß durchgemacht. Ein „Adelshaſſer”,
iſt er mit Zigeunern „im Leinenwagen neckarlang gezogen” hat
in Berliner Vorſtadtgärten mit Dienſtmännern, Erdarbeitern
und Polieren auf Du und Du ſchales Bier getrunken. In den
ſchönen „Brief aus Apelern”, einem der väterlichen Güter im
Lippiſchen, an den damaligen Offizier, jetzigen Stuttgarter
Bild=
hauer Melchior v. Hugo, berichtet er davon. Doch gar bald
wurde ihm gerade im Berliner Schriftſteller=Café der Wert des
Elternhauſes, auf der Friedrichſtraße die Ueberlegenheit des
heimatlichen Dorfweges klar. Seitdem ſollte durch ſeine Lieder
„immerdar der ſtarke Hauch der Heimatſcholle wehen”. Mit
Bewußtſein ſchuf er nun an kräftigem Gegengewicht gegen die
demokratiſchen und liberaliſtiſchen Ideen im deutſchen
Schrift=
tum. Und ſeit etwa dreieinhalb Jahrzehnten ſteht er vor uns
als eine aus einem Guß geformte, ſtarke, wahrheitswillige
Per=
ſönlichkeit. Mitten im Wuſt verhängnisvoller
Entartungs=
erſcheinungen vor und nach dem Kriege (den er als ſächſiſcher
Garderittmeiſter mitmachte) hat er ſeine Stimme erhoben, um
von Vaterland und Heimatzauber, von beherzter
Entſchloſſen=
heit, Opfer= und Heldentum zu künden in Dichtungen, die, wie
der Große Brockhaus richtig ſagt, „den Wert hochgemuter
Ge=
ſinnung rühmen und mehr den Adel des Herzens als der
Her=
kunft betonen”. Gegen das laute, brodelnde, bedrohlich
form=
loſe Alletage aber ſchloß er eine Mauer.
Münchhauſen iſt ein Beherrſcher aller Formenſprachen der
gebundenen Rede, vom altgermaniſchen Stabreim bis zur
ſpiele=
riſchen und ſchmeichleriſchen Grazie ſeiner Pagenballaden. Seine
Verſe ſind wie federnder Stahl, in dem eine üppige Buntheit
des Weltbildes lebt und ſprüht. Farbtupfen iſt neben
Farb=
tupfen geſetzt, kühn, eigenwillig oft. Mit zwei, drei knappen
Strichen, die Kleinſtes mit klarſter Schärfe wiedergeben und aus
dem Ganzen herausheben, wird eine Geſtalt, ein Vorgang, ein
tiefſtes Erleben bildhaft dargeſtellt. Denn die Prägung der
künſtleriſchen Form iſt nur das eine ſeiner Mittel. Das andere
iſt das Leben, das dieſe Form birgt, das durchaus heutige
Leben, das ſelbſt den entfernteſten Stoffen irgendeine Beziehung
zur Gegenwart zu geben weiß. Manche der Balladen
Münch=
hauſens, und mögen ſie Begebenheiten längſt vergangener Zeiten
behandeln, klingen wie Aufrufe an unſere Zeit.
Eine unbeſchwerte Natur iſt dieſer Dichter. Er geht ſeinen
Weg geradeaus, ohne zu grübeln, aber mit nachtwandleriſcher
Sicherheit das Richtige treffend. Altererbtes Weisheitsgut gibt
ihm Weltverſtehen und dabei doch die Weltferne des
Stil=
gereiften. Dazu iſt er ein einzigartiger Stimmungsmaler, der
ſehend macht und hinhorchen läßt auf die Geheimniſſe des Lebens
wie der ewigen Natur. Und er iſt ein berufener Künder wahrer
Herzensfreuden. Welche Gemütstiefe und zugleichzwelche
braf=
äpfelpriezelnde Gemütlichkeit, wenn er im „Liederbuch” oder in
den erſt vor wenigen Monaten erſchienenen liebenswerten und
lebensvollen. „Idhllen” (bei Langen=Müller in München) ſeine
heimiſche Frühlingsflur, ſein „Schloß in Wieſen” Windiſchleuba
bilderreich malt. Welches wohlige Geborgenſein, wenn er im
Garten die ſchmalen Fußſpuren ſeines lieben Weibes verfolgt
und, etwa in dem unvergänglich ſchönen „Goldenen Ball” oder
in dem „Pfiff” ſein Vaterglück beſang. Sein tapferes Herz
wird gewiß die Kraft finden, nach dem Tode ſeines kürzlich
während einer Autofahrt jäh entriſſenen einzigen Sohnes Troſt
zu ſchöpfen aus eigener, unbewußter Eingebung entquellender
Dichtung.
In der „Garbe”, einer ſeiner letzten Veröffentlichungen,
er=
zählt er an erſter Stelle von ſeinen Ahnen, mit denen er ein
frommes Zuſammenhangsgefühl beſitzt, deren älteſter ein
Ho=
wardus de Monikhuſun war, Herr eines Dorfes am Steinhuder
Meer und einer Burg auf dem Harberge bei Bad Rehburg.
Und weiter berichtet er da von ſeinem Elternhaus in der Stadt
Hannover und ſeiner Mutter, einer Tochter des altenburgiſchen
Miniſters v. d. Gabelentz, von ſeinen Ferien in Apelern und
vielen anderen Erinnerungen aus ſeiner Jugendzeit uſw. Wir
ſehen in Münchhauſen einen Meiſterer ſeiner ſelbſt, der ſich
ſchon früh emporſchwang zu gezügelter Lebenskunſt und ſein
Herrentum bewußt herausarbeitete, immer bedacht, Edelſinn,
Glanz und Pracht über den rauhen Alltag zu ſpreiten in der
Sehnſucht nach höherem Menſchentum, aus altſtändiſchem
Seelen=
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Börries, Freiherr von Münchhauſen: Geſchichten aus der
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ſchichte, einer alten Geſchlechtshiſtorie nacherzählt. Mit
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Eine Fülle eigenartiger Charaktere tritt uns in dieſem Buche
nahe, hartgemeißelte Menſchen von echter Raſſe, jeder eine
ſcharf=
geprägte Perſönlichkeit, einige davon hochberühmt, wie der
Mini=
ſter Gerlach Adolf von Münchhauſen, der Begründer der
Univer=
ſität Göttingen, und der bekannte, Lügen=Baron”. Viele
bedeut=
ſame Einzelzüge und reizvolle Anekdoten klingen auf, die uns zum
Teil ſchon aus Münchhauſenſchen Balladen und Liedern bekannt
ſind. So darf dieſes Buch nicht nur als wertvollſte Quelle für
Urſprung und Weſen des Dichters, ſondern auch als Quelle vieler
ſeiner Dichtungen angeſehen werden. Heute, wo Ahnenkunde und
Familiengeſchichte eine neue Bedeutung für uns gewonnen haben,
iſt uns dieſe ſo reiche Chronik aus Dichterhand von beſonderem
Wert.
Seite 4 — Nr. 78
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 20. März 193=
Heute entſchlief nach langem, ſchweren Leiden
unſere liebe Tante, Mutter, Schweſter und
Schwägerin
Frau Marie Becker
geb. Schneider
(3304
im 60. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen
Darmſtadt, Bleichſtr. 51, den 18. März 1934.
Die Beerdigung findet ſtatt: Mittwoch,
den 21. März 1934, nachmitt. 3 Uhr auf
demalten Friedhof, Nd.=Ramſtädterſtr.
Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe herzlicher Teilnahme bei
dem Hinſcheiden meines innigſtgeliebten Gatten,
unſeres guten Vaters, Schwiegervaters,
Groß=
vaters, Bruders, Schwagers und Onkels
Zeiingeintiih Shelbigerier
Metzgermeiſter
ſagen wir allen herzlichen Dank. Insbeſondere
danken wir Herrn Pfarrer Müller für die
troſt=
reſchen Worte am Grabe, der Metzgerinnung
Darmſtadt, ſowie für die zahlreichen Blumen=
und Kranzſpenden.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 18. März 1934.
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Denstag, 20. März 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Nr. 78 — Seite 5
Darmſtadt, den 20. März 1934.
Aufruf!
ream
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UB
1ra
1u
Am 21. März 1934 beginnt ein neuer Abſchnitt im Kampfe
gegen die Arbeitsloſigkeit. Der Führer wird ſelbſt die Eröffnung
der zweiten großen Arbeitsſchlacht vornehmen. Im ganzen Reich
ſind die Volksgenoſſen an ihren Arbeitsſtätten zur Entgegennahme
der Erklärung des Führers vereinigt. Die Uebertragung der
Kundgebung findet durch Rundfunk in die Betriebe ſtatt und wird
dort durch Führung und Gefolgſchaft gemeinſam gehört.
Die durch die Arbeitsbeſchaffung der Stadt Darmſtadt neu
einzuſtellenden Arbeiter treten am 21. März um 9 Uhr 45 Min.
vor dem Arbeitsamt, Mornewegſtraße, an, um dort entlaſſen zu
werden.
10 Uhr Abmarſch der Arbeiter zum Paradeplatz.
Auf dem Paradeplatz:
10 Uhr 30 Min.: Oeffentliche Kundgebung zum Beginn
der Arbeitsſchlacht;
10 Uhr 40 Min.: Anſprache des Kreisleiters;
11 Uhr: Uebertragung der Reichskundgebung durch den
Rundfunk.
Am 21. März bekundet das ganze deutſche Volk gemeinſam
ſeine ernſte Entſchloſſenheit zur friedlichen Arbeit und zum
Wie=
deraufbau.
Zum Zeichen der Volksverbundenheit
die Flaggen heraus!
Darmſtadt, 19. März 1934.
Heil Hitler!
Wamboldt,
Kreisleiter und kommiſſ. Oberbürgermeiſter.
Außerordenkliche Anerkennung
für unſer Landestheaker=Orcheſter.
Generalmuſikdirektor der Stadt Köln Prof. Abendrotb
richtete im Anſchluß an das Sinfoniekonzert, das er als Gaſt am
Montag, den 12. März, im Großen Haus dirigierte, an das
Heſſi=
ſche Landestheater=Orcheſter folgendes Anerkennungsſchreiben:
Meine ſehr geehrten Herren! Noch friſch und lebhaft unter dem
Eindruck unſeres gemeinſamen Muſizierens ſtehend, iſt es mir
Be=
dürfnis, Ihnen allen warmen und aufrichtigen Dank zu ſagen für
die überragende Leiſtung, mit der Sie unſerem Konzert zu ſolch
großem Erfolg verholfen haben. Ich ſagte Ihnen ſchon, daß ich
immer nur Beſtes über die frühere Darmſtädter Hofkapelle, über
das heutige Heſſiſche Landestheater=Orcheſter, vernommen hatte.
So kam ich mit hochgeſpannten Erwartungen zu Ihnen. Die aber
ſind ſehr erheblich übertroffen worden. Ich fand eine
Künſtler=
ſchar von höchſtem Rang, erfüllt von wahrer Ehrfurcht vor dem
Kunſtwerk, getragen von einer reichen Tradition, die ſtets die
geſunde und edle Baſis für eine vorbildliche Muſikpflege bedeutet.
Und neben ſolchen geiſtigen Qualitäten traf ich auf ein Können,
auf eine Orcheſter=Virtuoſität, mit der eine erſchöpfende
Darſtel=
lung anſpruchsvollſter Aufgaben gewährleiſtet iſt. Geradezu
be=
glückt war ich, nach den anregenden Proben im Konzert ſelbſt zu
ſpüren, mit welch unbedingter Hingabe, mit welch heißer Liebe
zur Sache Sie alle Ihr Beſtes und Letztes gaben, mit welcher
Lebendigkeit im wahrſten Sinne des Wortes muſiziert wurde.
Daß ich mich aber auch als „Menſch zu Menſch” in Ihrem Kreiſe
unendlich wohlgefühlt habe, werden Sie ohne weiteres bemerkt
haben. So kann ich nur mit herzlichſtem Empfinden an
Darm=
ſtadt und ſein famoſes Orcheſter zurückdenken, und dieſer Haydn
und Bruckner mit Ihnen wird mir ſtets in wertvoller und lieber
Erinnerung bleiben. Mit Dank und deutſchem Gruß bin ich Ihr
(gez.): Hermann Abendroth."
Hefſiſches Landestheater.
20. März Anf. 20, Ende geg. 221 Uhr. 1—1300, Serie II
N S.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟
Alle gegenEinen=Einer fürAlle. (KeinKartenverk.) Mitch
21. März Anf. 18½, Ende 23 Uhr. Ringmiete 2. Vorſt.
Preiſe 0.70—5.50
Die Walküre. Donnerstag
22. März Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. Deutſche Bühne. 0 13
Preiſe 0.70— 5.50
Die Zauberflöte. Kleines Haus Dienstag
20. März
Anf. 18, Ende 1634. D. Bühne Fugendring III
Preiſe 0.30, 0.50, 0.70
Die Puppenfee. D. Bühne Jugendring III
Anf 12, Ende 1834.
Preite 0.30 0.50 0.70
Die Puppenfee. Mitch
21. März Außer Miete).
Anf. 20. Eude 22½ Uhr.
Preiſe 0.70—3.80
Die große Chance.
Anf. 20, Ende geg. 22 Uhr. Zuſatzmiete III9
Donnerstag
Preiſe 0.70—3.80
22. März /Die Hochzeitsreiſe.
— Heſſiſches Landestheater. Wie uns das Landestheater
mit=
teilt, werden die Nummernkarten, die das Landestheater für
kin=
derreiche Mütter zur Verfügung geſtellt hat, zum letztenmal am
Mittwoch, den 21. März zwiſchen 3.30 Uhr und 6 Uhr auf der
Mietabteilung ausgegeben.
Mundart und Schriftſprache.
418. Veranſtaltung des „Alk=Darmſtadt”, Bereins für Orisgeſchichke und Heimakkunde.
arten iſt die, daß es eine abſterbende Mundart iſt.
Schrift=
deutſche, niederdeutſche Wörter verdrängen altes Darmſtädter
Die dedeniorange Aufere SMruche Tol. Sprachgut. Herr Luckow brachte einige Satzbeiſpiele aus der
Einen Lenzesgruß allen Alt=Darmſtadtfreunden ſchickte der
1. Vorſitzende ſeiner Einleitung poraus. Jetzt brauſt und ſauſt
es draußen in der Natur, die Fruhlingsſtürme ziehen über Wald
und Feld. Was alt und morſch iſt, muß fallen, damit Neues
wer=
den mag. Das Frühlingswunder des Werdens begibt ſich vor
unſeren Augen. Auch über unſer Vaterland gehen noch die Stürme
ſeines erſten Frühlings dahin, reinigend und läuternd. Sie decken
uns wieder die ſtarken Wurzeln unſerer Kraft auf: Blut und
Bo=
den, deutſche Seele und deutſche Art. Wir erkennen in den
mannigfaltigſten Aeußerungen deutſcher Kultur wieder den
Aus=
druck dieſer deutſchen Seele. Auch die Sprache iſt Ausdruck
deutſchen Weſens. In ihr leben, weben und ſind wir. Der
Geſchichtsverein „Alt=Darmſtadt” begrüßt einen Tempelhüter im
Reich der Sprache, Herr Lehrer G. Luckow, der von der
„Sprache des Volkes”
erzählen will. Der Abend ſollte eine Beſinnung der
Volkswer=
dung ſein — eine Beſinnung mit dem Blick auf die Sprache. Wenn
es in grauer Vorzeit wirklich ein deutſches Volk einer
Mund=
art gegeben haben ſollte, ſo war dieſes Volk räumlich nicht weit
ausgedehnt, denn räumliche Ausdehnung bringt durch die
Abſon=
derung notwendig ſprachliche Verſchiedenheit. So entſtehen die
Mundarten, von denen jede ihre Geſchichte hat. Stufen ihrer
Entwicklung ſind z. B. die beiden Lautverſchiebungen, die heute
in eie reichde uc ie Difſäite Autdet iag eitf in
niederdeutſchen Sprachgebiet, wie die Katzenelnboger Gerichtsakten
aus der Mitte des 15. Jahrhunderts beweiſen. Da heißt es: ſin
wip, ſloſſer (Schloſſer), us (aus). Die Grenze ſchob ſich alſo von
Süden nach Norden vor. Oberdeutſch. Mitteldeutſch und
Nieder=
deutſch ſind die großen deutſchen Sprachgebiete, von denen ſich
je=
des wieder in eine Menge Mundarten gliedert. Als ein
Merk=
mal der drei Hauptgebiete ſei die Verkleinerungsſilbe genannt.
„li, —le, —lein” heißt ſie im Oberdeutſchen, „—chen” im
Mit=
teldeutſchen und „—ke” im Niederdeutſchen.
Die Darmſtädter Mundart gehört zur rheinfränkiſchen
Mundartgruppe und kann ſüdheſſiſch oder binnenfränkiſch genannt
werden. Eine ihrer größten und zugleich bedauerlichſten Eigen=
Modenſchau im Kleinen Haus.
So eine Modenſchau iſt doch faſt ſo ſpannend wie ein
Krimi=
nalfilm, die Pornten folgen ſich Schlag auf Schlag. — Heini
Hand=
ſchumacher ſteuerte uns ſicher durch die verwirrende Fülle all der
verführeriſchen Modelle. Er hat das richtige Mundwerk dazu, und
pfeffert ſeine drolligen Einfälle gerade ſo wohlgezielt ins
Publi=
kum hinein, wie die winzigen Parfum=Probefläſchchen. — Eine
ausgezeichnete Stimmung herrſchte im Haus, — kein Wunder
üb=
rigens! Denn neben all den Herrlichkeiten, die dem Auge geboten
wurden, kam das Ohr nicht zu kurz. Dafür ſorgte die Kavelle Ernſt
Zahn, die die Modevorführungen mit viel Schmiß untermalte, —
und vor allem die Künſtler, die mit Geſangsvorträgen das
Pro=
gramm abwechſelungsreich machten. Da war zunächſt Regina
Harre, die zum Thema „Mode” das Chanſon beitrug: „Eine Frau
muß nur verſtehn, ſich richtig anzuziehn‟. Erna von Georgii ſang
u. a. das beliebte „Warum haſt du mich wachgeküßt”. Für die
bei=
den Künſtlerinnen gab es viel Beifall, ebenſo für Herrn Peter
Anders, der u. a. aus der „Gräfin Mariza” den Gruß an Wien
ſang.. — Einen eleganten langſamen Walzer tanzten zwiſchendurch
das bekannte Meiſterſchafts=Tanzpaar Anny und Ewald Bäulke,
darauf noch einen Tango im neueſten Stil. — Und zum Schluß
er=
ſchien noch Ludwig Linkmann in einem unbezahlbaren Aufzug und
machte mit unerſchütterlicher Miene ſeine Gloſſen über die
Ver=
ſchiedenheit der Menſchen im Allgemeinen und über die
Moden=
ſchau im Beſonderen.
Und dann der bunte Reigen von Kleidern, Mänteln.
Com=
plets uſw.! — Meine Damen, ich kann Ihnen verraten. Sie werden
wieder entzückend ausſehen in dieſem Frühjahr. Die Mode iſt ſo
weiblich=liebenswürdig! Die Nachmittagskleider können ſich nicht
genug tun an ſchmeichelnden Volants, Bändern, großen Schleifen,
— ohne daß jemals der Eindruck von Ueberladenheit aufkommt.
An neuen Formen bemerken wir einen loſen, dreiviertel langen
Mantel, zum Kleid abgeſtimmt, — und dann das ſehr jugendlich
wirkende Bolerokleid. Jawohl, die Bolero=Form feiert mal
wie=
der ihre — wievielte? — Auferſtehung, ebenſo eine andere ſchon
bald in Vergeſſenheit geratene Angelegenheit: das Pliſſee. — Sie
intereſſieren ſich für die neuen Farben? Bitte wählen Sie unter
reſedagrün, ſandfarben, roſa, vorzellanblau, — und natürlich
Schwarzweiß. Und Stoffe? Jerſey und immer wieder Jerſey, —
zum Sommerabendkleid Glasbatiſt und die Jacke dazu aus Taffet.
Dazu noch einen breitrandigen Hut mit einem Blumenbeet
dar=
auf, oder einen mit hochgeſchlagener Krempe, — mit Vorſicht zu
genießen. — Sehr viel Wert legt man auf das kleine Beiwerk
der Mode, handgewebte Schals und paſſende Taſchen, einen
apar=
ten kunſtgewerblichen Schmuck, — die Schuhe nicht zu vergeſſen,
vielleicht aus Kalbleder?
Auch an die Herren der Schöpfung war gedacht. Ihnen
be=
ſchert die Frühjahrsmode eine neue aparte braune Farbe, neue
Muſter wie den Kreideſtreifen und das Blockkaro und ſo kühne
Zuſammenſtellungen wie ein braunes Tweed=Jackett zu grauer
Kammgarn=Hoſe.
Die männlichen Mannequins entſtiegen nicht, wie ihre
weib=
lichen Kolleginnen, einer Blüte auf der Bühne. Dieſe originelle
Idee ſtammte von Richard Emich, der ein paar Rieſentulpen in
den Modefarben des Frühlings auf die Bühne gezaubert hatte.
Am Bühnenhimmel aber tanzten die Namenſchilder der
veranſtal=
tenden Firmen. Da las man „Modenhaus W. u. P.” und „
Par=
fümerie Frank”, daneben „Schuhhaus Nord=Weſt” und „Leder=
Sammlung des beſten Kenners der Darmſtädter Mundart, des
Herrn Dr. Rudolph. Es zeigte ſich, daß nur wenige eingeborene
Alt=Daxmſtädter die mundartlich richtige Form fanden. Das
„Pferd”, oder beſſer „Ferd”, hat den „Gaul” verdrängt. Heißts
„Plaume oder Flaume‟? Hier gibts ſeit alters nur „Quetſche‟!
Schorche, Zotſch. Blunz, Klumpe, ohrabbele, Koppche — das ſind
echt Darmſtädter Wörter, die mehr und mehr in Vergeſſenheit
geraten. Durch bewußte Arbeit an der Sprache und für die Sprache
könnte der Mundartzerfall aufgehalten werden. Jeder
Darm=
ſtädter ſowohl wie die einheimiſchen Mundartdichter können hier
helfen. Mundart iſt keineswegs verdorbene Schriftſprache. Sie
hat ihre Eigenart, in der ſie nach eigenen Geſetzen lebt.
Anſchau=
lichkeit iſt einer ihrer Vorzüge. Etwas wird „vom Läppche ins
Dichelche gewickelt” einer iſt „benewwelt, er hot ſchwer geleimt”
Stets iſt ein Vergleich zur Hand: e Geſicht wie drei Tag
Räje=
wetter, naß wie e Katz, platt wie e Bijelbrett. Die Mundart muß
als Sprachſchöpfermacht erhalten bleiben. Aus ihr, als der
Brun=
nenſtube des Sprachſtroms, muß die Hochſprache ſchöpfen können.
Die Schriftſprache tritt in ihre Rechte, wo Dichtung und
Rede höheren Gedankenflug nehmen, wo der Geiſt hinausgreift
über die engere Heimat. In der Schriftſprache erſt konnten die
ein=
zelnen Teile eines Volkes zu einer Einheit zuſammenwachſen. Aus
den deutſchen Stämmen ein deutſches Volk zu ſchaffen — das iſt
die Aufgabe der Sprache bei der Volkwerdung. Wie Haus und
Heimat, Familie und Sippe Urgrund des Volkes ſind, aber
den=
noch ſich weiten müſſen zur größeren Heimat, zum Vaterland — ſo
muß die Mundart Urgrund der Sprache ſein, und dieſer muß
ge=
weitet werden zum Vaterland des deutſchen Geiſtes, das ſich in
der Hochſprache ſpiegelt.
Herrn Luckow wurde reicher Dank zuteil. Sein Vortrag hat,
nach den Worten des 1. Vorſitzenden, die Gewiſſen aller Heimat=
und Sprachfreunde geſchärft, die Sprache der Heimat zu hegen und
zu pflegen. Wir leben, ſolang unſere Sprache lebt. An der
ergie=
bigen Ausſprache beteiligten ſich die Herren Geheimrat
Hoff=
mann, Rechnungsdirektor Enders Oberſtudienrat Pickert, Stieſi
d. Ae. und Frau Volz. Alle brachten wertvolle Ergänzungen und
Anregungen zur Sammlung bedrohter mundartlicher Ausdrücke.
Unſer nächſter Vortragsabend iſt am 5. April, und
unſere Frühlingsfeier muß auf Donnerstag, 19. April,
Stz.
verlegt werden,
waren Schad‟. Die Herrenmoden hatte das Haus Stegmüller
ge=
ſtellt und Schmuck, Schals und einige Taſchen ſtammten aus dem
„Bunten Lädchen”, die Hüte von Grete Welter. Die „
Kompoſi=
tion” der Friſuren aber hatte L. Bein übernommen.
„Ich glaube, es dürfte den Darmſtädterinnen nicht ſchwer
fal=
len, in dieſem Frühjahr gut angezogen zu ſein!
Ehrung der aien Garde.
Der Sturmbann R. 1/143 hatte die Reſerveſtürme des
Stan=
dartenbereichs auf dem Darmſtädter Exerzierplatz
zuſammenge=
zogen, um die von der Oberſten SA.=Führung verliehene
Aus=
zeichnung für die alte Garde, den goldenen Winkel, ſeinen alten
verdienten Kämpfern feierlich zu überreichen. Ueber 1000 SAR.=
Männer hatten mit ihren Sturmfahnen im Karree Aufſtellung
genommen, als der Führer des Sturmbanns R. 1/143,
Obertrupp=
führer Nicolay, auf dem Platz eintraf. Nach Stärkemeldung
durch den Adjutanten=Dienſttuer, Truppführer Ritter, wandte
ſich der Sturmbannführer in einer kernigen Anſprache an die
alten erprobten Träger der nationalſozialiſtiſchen Idee Er
er=
innerte an den ſchweren Kampf vor der Machtübernahme, den
die alte Garde mit einem aufgehetzten hinterliſtigen und
hart=
näckigen Gegner auszufechten hatte. „Viele mußten ihren
fana=
tiſchen Glauben an die Idee des Führers, mit dem Gefängnis
büßen oder wurden zum Ueberfluß von einer geſinnungstüchtigen
Syſtempolizei rückſichtslos zuſammengeknüppelt. Nur auf den
Schultern dieſer alten unerſchrockenen Kämpfer konnte das
Dritte Reich erſtehen. Darauf überreichte der Sturmbannführer
jedem einzelnen den goldenen Winkel, als Dank für die
bewie=
ſene Treue und als Anſporn für den weiteren Kampf für die
Durchführung der nationalſozialiſtiſchen Idee. Nach der Feier,
die mit einem dreifachen „Sieg=Heil” auf den Führer ausklang,
nahm Obertruppführer Nicolay den Vorbeimarſch der
Formatio=
nen ab. Für jeden Teilnehmer wird die würdige Feier ein
er=
hebendes Erlebnis bleiben.
— Kameradſchaftsabend der Firma Bahnbedarf=Rodberg. Am
Samstag fand im Perkeo=Saal der erſte Kameradſchaftsabend der
Betriebszelle Bahnbedarf=Rodberg ſtatt. Der Einladung des
Be=
triebszellenobmanns waren alle Kameraden, mit ihren
Ange=
hörigen gefolgt, um ſich näher kennen zu lernen und in der
Frei=
zeit einige frohe und heitere Stunden gemeinſam zu verleben.
In dem überfüllten Saal begrüßte Obmann H. Hartmann
die Erſchienenen. Der Betriebsführer des Werkes, Direktor Pg.
Neigenfind, freute ſich, daß unter der Belegſchaft die
Ver=
bundenheit durch das zahlreiche Erſcheinen zum Ausdruck
gekom=
men iſt. Pg. von Oelhaven forderte dann alle auf unter der
Belegſchaft die Kameradſchaft zu pflegen und durch Schulung ſich
zum wahren, echten Nationalſozialiſten zu erziehen. Ein buntes
Programm wurde von den Arbeitskameraden beſtritten; der
Ju=
bel und die Begeiſterung über die Darbietungen war ungeheuer
groß.
Schüßt die Erwerbsloſen!—Opferk im
Monak März für das Winkerhilfswerk!
Was Mühlen Franck Spezial ganz beſonders
aus=
zeichnet, ſind die trockenen, appetitlichen, grießartigen Körnchen,
die in ſauberer und einfacher Weiſe in der gewünſchten
Menge als feine Würze jedem Kaffee — Bohnenkaffee,
Malz=
kaffee und auch gewöhnlichem loſem Getreidekaffee — zugeſetzt
werden ſollten. Mühlen Franck Spezial dient zur
der=
beſſerung und derbilligung von jeden Kdee. Man braucht
bei derwendung von Mühlen Franck Spezial weniger
Kaffee als ſonſt und erzielt doch einen vollen, herzhaften,
pikanten Geſchmack und eine herrliche goldbraune Farbe. Machen
Sie einen derſuch, Sie ſparen und werdenvollauf befriedigt ſein!
Seite 6 — Nr. 78
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 20. März 1934
Maſſenverſammlung
in der Turnhalle am Boogsplatz.
Die Wundermaſchine von Niederfinow.
Pg. Wilhelm Trefz über das Weſen der nationalſozialiſtiſchen
Führerſchaft.
Das Programm der NSDAP. heißt: Adolf Hitler!
Mitglieder und Anhänger der NSDAP. ſämtlicher
Darmſtäd=
ter Ortsgruppen verſammelten ſich am Montag abend in der
Turnhalle am Woogsplatz, um einen Vortrag des
Gaupropaganda=
leiters Pg. Wilhelm Trefz, über das Thema: „Treue,
Diſziplin, Charakter die Weſenszüge der
natio=
nalſozialiſtiſchen Führerſchaft”, entgegenzunehmen.
Vor Beginn der Veranſtaltung ſpielte die ausgezeichnete
Ka=
pelle der Landespolizei unter der Leitung von
Ober=
muſikmeiſter Buslau. Die Leitung der Kundgebung hatte Pg.
Schneider, Leiter der Ortsgruppe Maintor.
Pg. Trefz ſtellte zunächſt feſt, wie ungeheuer und
vielgeſtal=
tig alles das ſei, was wir ſeit einem Jahr erlebt hätten. Wir
ſtünden unter dem Eindruck, als ob wir nicht ein Jahr, ſondern
10 Jahre älter geworden ſeien. Der Redner erwähnte kurz die
her=
vorragenſten Errungenſchaften der letzten zwölf Monate und ſtellte
als das gewaltigſte Ereignis dieſer Zeitſpanne die Erringung der
deutſchen Einheit dar, die Erfüllung des Traumes
einer zweitauſendjährigen Geſchichte. Bismarck habe
einen großen Fehler begangen, als er alles auf ſich, auf ſeine
zwei Augen abſtellte. Dieſen Fehler hat der Führer vermieden,
indem er die Vereidigung aller Amtswalter auf das deutſche
Volk in einem Augenblick durchführte, und ſo einen
General=
ſtab der Staatsführung ſchuf, der dafür ſorgt, daß keine
Schwierigkeiten eintreten, wenn die Führer einmal nicht mehr da
ſind. Drei Eigenſchaften hat der Führer von ſeinen Amtsleitern
verlangt: Treue, Diſziplin und Charakter. Der
Red=
ner wandte ſich dann gegen die „Auch”=Nationalſozialiſten, die ſich
als 100prozentige Patent=Nationalſozialiſten fühlen und „immer
ſchon” Nationalſozialiſten waren, aber erſt kurz vor dem 1. Mai
1933 den Weg zu uns fanden. Man kann den Nationalſozialismus
einmal erleben oder nicht, man kann ihn aber nicht mit dem
Ver=
ſtand erfaſſen.
Wer den Nationalſozialismus einmal
wirk=
lich erlebt hat, der kann nie wieder etwas
ande=
res empfinden. Die Konjunkturpolitiker, die alles mit dem
Verſtand „erfaſſen” wollen, werden dann dem Nationalſozialismus
wieder den Rücken kehren, wenn ſie mit dem Verſtand etwas
an=
deres für beſſer halten! Die alten Nationalſozialiſten haben die
Treue jahrelang bewahrt, haben Diſziplin gehalten und haben
ihren Charakter bewieſen. Früher waren die Begriffe
Partei=
genoſſen und Nationalſozialiſten gleich, heute ſind es zwei
verſchie=
dene Begriffe geworden, und die Aufgabe der alten
National=
ſozialiſten iſt es, aus dieſen neuen Parteigenoſſen
Nationalſozialiſten zu machen.! Pg. Trefz ſchrieb dann
den neuen Parteigenoſſen den Vers ins Stammbuch: „Wer in der
NSDAP. noch nichts geleiſtet hat, der hat auch nichts zu meckern”.
und ſprach über die beiden großen Reſervoire der NSDAP., aus
denen ſie ihren großen Zuſtrom geſchöpft habe: Marxiſtiſche
Arbeiterſchaft und Bürgertum. Wenn wir von den
einen verlangt haben, daß ſie ihren Klaſſenhaß ablegen, dann
müſſen wir von den anderen ebenſo entſchieden verlangen, daß ſie
ihren Standesdünkel und ihre Einbildung ablegen.
Anſtelle des Wortes „Geſellſchaft” iſt im
nationalſozialiſti=
ſchen Staat das Wort „Gemeinſchaft” getreten.
Pg. Trefz ſchilderte dann, wie die alten Nationalſozialiſten
zu dem Nationalſozialismus gekommen ſeien, weil die alten
Sy=
ſtemparteien nur Programme hatten, ſonſt aber nichts. Ein
Programm habe allerdings auch die NSDAP., das
man mit zwei Worten ausdrücken könne, und das
heiße: Adolf Hitler — und ſonſt nichts! (Stürmiſcher
Beifall.) Aus dieſem Gedanken entwickelte der Redner ſchließlich
die Eigenſchaft der wahren Führer, bei dem aus dem Gedanken
die Tat wird und aus den Taten der Charakter ſich geſtählt bildet
mit dem einen Ziel: Die Macht im Staate zu erringen und dann
den Staat neu zu geſtalten. Die erſte Vorbedingung iſt, ein Ziel
zu haben, die zweite, um dieſes Ziel mit aller Macht zu
kämp=
fen. Unſer Ziel heißtzetzt: „Das Schickſaldes
deut=
ſchen Volkes zum Beſſeren zu wenden.” Hierzu wird
das nationalſozialiſtiſche Führertum den Weg bereiten, getreu
dem Grundſatz, daß Führertum nicht mehr Rechte, ſondern mehr
Pflichten bedeutet und daß nur die Berufenen ſich auf die Dauer
als Führer behaupten können. Deutſchland iſt nicht unſer
Beſitz, ſondern unſere Aufgabe! Heil Hitler! (
Anhal=
tender Beifall.)
Ihren Ausklang nahm die Kundgebung mit dem Deutſchland=
Lied und dem Horſt=Weſſel=Lied.
Mozart=Verein. Der Familienabend im Mozarthaus wurde
eingeleitet durch eine muſikaliſche Feierſtunde. Ihr ſchönes
Kön=
nen hatten zur Verfügung geſtellt Anni Delp (Violine),
Al=
fred Gruß (Tenor), Julia Schnitzler und Franz
Müller (Klavier). Der ſympathiſche Sänger, von ſeinem Lehrer
Franz Müller begleitet, ſang, durch ſeinen gut geſchulten, weichen
Tenor und die Innerlichkeit ſeines Vortrags die Zuhörer
er=
freuend, Arien aus „Schöpfung” und „Jahreszeiten” von Haydn,
Lieder von Schubert, Schumann, R. Strauß und H. Wolf. Die
Geigenkünſtlerin Anni Delp, die in Julia Schnitzler eine
ebenbürtige Begleiterin fand, bot eine ausgezeichnete Wiedergabe
der Sonate 6 von Händel und der Sonatine Opus 100 von Dvorak.
Dem begeiſtert aufgenommenen Konzert folgte ein fröhliches
Zu=
ſammenſein, das Mitglieder und Freunde des Vereins lange
zu=
ſammenhielt.
Für die Techniker und Konſtrukteure, für die Inſpektoren
und die Arbeiter ſind die Tage bis zur feierlichen Eröffnung
des größten Schiffshebewerks der Welt nur noch wie fünf
Minuten. Es iſt zwar alles fertig, der Schiffshebetrog mit ſeinen
gigantiſchen Ausmaßen vermag ſchon heute ſpielend die Tauſend=
Tonnen=Schiffe des Hohenzollernkanals in wenigen Minuten
ohne die geringſte Erſchütterung 36 Meter hoch zu heben oder
aus der Höhe ins Odertal zu ſenken. Das Gewirr von Rädern
und Seilen funktioniert bis ins kleinſte, obwohl der Laie
an=
geſichts der verwirrenden Fülle von Konſtruktionsteilen den
Ein=
druck haben müßte, dies Menſchenwerk könnte nie ſeine
Auf=
gaben erfüllen. Es iſt nicht nur ein Schiffshebewerk, es iſt nicht
ein Rieſenbau allein, der aus der Oderlandſchaft 65 Meter hoch
ragt — es iſt vielmehr eine Wundermaſchine von Ausmaßen,
wie ſie in der Welt noch nie zuſammengetragen und
betriebs=
fähig gemacht werden konnten.
Jahrlange Arbeit liegt hinter den Schöpfern des
Schiffs=
hebewerks von Niederfinow, die in gemeinſamem Dun Pläne
verwirklichten, wie ſie vielleicht ſchon lange in den Köpfen der
Techniker ſpukten, aber immer als utopiſch abgelehnt wurden.
Bis dann eines Tages im Jahre 1924 der erſte Spatenſtich zu
den vorbereitenden Arbeiten getan werden konnte, bis dann
1926 doch der Bau ſo begann, wie er ſonſt nur im Lande Utopia
als verwirklichungsreif erſchienen wäre. Die Widerſtände in der
Natur zu beſiegen, mochte noch leicht ſein — da waren eben nur
bauliche Schwierigkeiten zu überwinden, die heute zwar von uns
anerkannt werden, aber in ihrer ganzen Mühe und in ihrer
Mannigfaltigkeit uns nicht mehr zum Bewußtſein kommen. Das
Werk von Niederfinow wirkt aus ſich ſelbſt, aus ſeiner
Ge=
ſtaltung heraus. Die nahezu übermenſchliche Kräfte erfordernden
Schwierigkeiten lagen darin, einen überdimenſionalen Fahrſtuhl
zu errichten, der imſtande iſt, unter den allerungünſtigſten
Be=
dingungen noch ſicher und ohne jede Schwankung eine
Geſamt=
laſt von 2400 Tonnen in möglichſt kurzer Friſt zu heben und
zu ſenken. Wie das Wunder vollbracht worden iſt, muß und
kann wohl nur ganz von den Technikern, von den
Sachverſtän=
digen beurteilt werden. Für uns iſt trotz aller Selbſtverſtänd=
lichkeit, mit der wir heute die größten techniſchen Leiſtungen
urſerer Zeit hinzunehmen pflegen, dieſes Rieſenſpielzeug ein
Wunder, das immer größer wird, je näher wir mit den
tech=
niſchen Einzelheiten bekannt werden.
Wenn am 21. März mit der Uebergabe des
Schiffshebewerk=
an die Schiffahrt das techniſche Wunderwerk abgeſchloſſen wird
ſo bedeutet das zwar für viele Hunderte von Arbeitern einen
Schlußpunkt. Es gibt viele Männer darunter, die vom erſten
Spatenſtich an bis heute mitgewirkt haben. Sie treten jetz
zurück von ihrem Werk, ſie verlaſſen ihre Arbeitsſtätte. Abe,
durch ihr Werk wird der Wirtſchaft, dem Handel, der Schiffahrt
ein ſo außerordentlich großer Dienſt geleiſtet, daß es ſich woh
ſagen läßt, daß erſt ihre Arbeit die notwendige Vorbedingung
für die mögliche Bewältigung jener Arbeiten war, die uns
die Zukunft gibt. Denn von Jahr zu Jahr ſteigt die
Inan=
ſpruchnahme des Großſchiffahrtsweges; ſogar während der
ſchwierigſten Kriſenzeit vermochte die alte Treppenſchleuſe von
Niederfinow, die in vier Kammern die Unterſchiede der
Waſſer=
ſpiegel von insgeſamt 36 Metern überwand, nicht den Verkehr
zu bewältigen. Bisher mußten die großen Haſtkähne oft mehrer
Tage warten, ehe ſie überhaupt durchgeſchleuſt werden konnten,
von jetzt ab wird ihr Aufenthalt nicht einmal eine Stunde
mehr betragen.
Aus allen Teilen Deutſchlands ſind die Materialien zu
dieſem Bauwerk zuſammengekommen. Die Zahlen der
verbrauch=
ten Mengen an Stahl., Holz, elektriſchen Teilen, Kabeln, Beton,
Kies und anderen Bauſtoffen gehen ins Aſtronomiſche, wir
können ſie nicht alle aufnehmen. Wichtiger iſt ja auch, daß die
geſamte deutſche Wirtſchaft dazu beigetragen hat, daß durch
einzelne Höchſtleiſtungen das große Wunder geſchaffen werden
konnte. Was allein Dortmunder Werke für das Schiffshebewerk
ven Niederfinow geleiſtet haben, iſt eine beſondere techniſche
Höchſtleiſtung, die eigentlich ihre ausführliche Würdigung
ver=
dient. Jeder ſchuf auf ſeinem Platze das Beſte, der Konſtrukteur,
der unmöglich Scheinendes möglich machte ebenſo wie der
Erd=
arbeiter, der in angeſtrengter Arbeit zu ſeinem Teil dazu
bei=
trug, dem Odertal ein neues Geſicht zu geben.
Berufsweiikampf der deutſchen Jugend.
Die Deutſche Arbeitsfront und die Hitler=Jugend führen
in der Woche des Berufes vom 9. bis 15. April 1934 den
dies=
jährigen Reichsberufswettkampf der Deutſchen Jugend durch. Er
erſtreckt ſich auf 15 Berufsgruppen. Teilnahmeberechtigt ſind alle
berufstätigen deutſchen Jugendlichen in der Altersgrenze.
von 14 bis 18 Jahren bei männlichen Arbeitern,
von 14 bis 21 Jahren bei weiblichen Arbeitern.
von 14 bis 21 Jahren bei männlichen und weiblichen
Ange=
ſtellten.
Die Reichsregierung begrüßt die Beſtrebungen der Hitler=
Jugend und der Deutſchen Arbeitsfront, der geſamten
berufs=
tätigen Jugend den Wert einer gründlichen Berufserziehung und
Berufsſchulung vor Augen zu führen, auf das wärmſte. den
Auf=
ruf zum Berufswettkampf haben neben dem Führer der Deutſchen
Arbeitsfront und dem Jugendführer des Deutſchen Reiches
ſämt=
liche beteiligten Reichsminiſter unterzeichnet.
Die erfolgreiche Durchführung der umfaſſenden
Veranſtal=
tung erſordert auch eine tatkräftige Unterſtützung ſeitens der
Län=
der und Gemeinden.
Wir empfehlen Ihnen daher, im Benehmen mit den
zuſtän=
digen Gemeindevertretungen dafür zu ſorgen, daß die in Betracht
kommenden Räume der Berufsſchulen in der Zeit vom 9. bis 15.
April 1934 koſtenlos für den Berufswettkampf zur Verfügung
geſtellt werden.
gez.: Ringshauſen.
— Dienſtbetrieb der Reichspoſt am 21. März. Aus Anlaß der
Uebertragung der großen Rede des Herrn Reichskanzlers über
den Großkampf gegen die Arbeitsloſigkeit am Mittwoch, den
21. März, beginnt die erſte Ortsbriefzuſtellung an dieſem Tage
ſtatt um 7.30 Uhr erſt um 8.00 Uhr, damit die ſonſt in die zweite
Zuſtellung um 10.45 Uhr gelangende Berliner Poſt noch mit der
erſten Zuſtellung abgetragen werden kann. Der zweite
Zuſtell=
gang fällt aus. Der Beginn der Nachmittagszuſtellung wird auf
15.30 Uhr vorverlegt. Die große Schalterhalle wird während der
Uebertragung der Rede des Führers — etwa von 10.45 — 12.00
Uhr — geſchloſſen, jedoch ſind in der kleinen Schalterhalle (
Ein=
gang durch den Hof, erſte Treppe rechts) außer dem Ausgabe=
und Telegrammſchalter auch ein Geld= und Briefſchalter. (für
Einlieferung von Poſtanweiſungen und Zahlkarten. Einſchreib=
und Wertbriefen ſowie Wertzeichen=Verkauf) geöffnete. Die
weſt=
liche Schalterhalle (Paketannahme) wird in der angegebenen Zeit
ebenfalls geſchloſſen. Annahme von Paketen in der
Paketaus=
gabe. Eingang durch den Hof, links.
— Auszahlung der Unterſtützungen. Anläßlich der Feier der
Eröffnung der 2. Arbeitsſchlacht iſt die Stadtkaſſe am
Mitt=
woch den 21. März, von 10 Uhr ab geſchloſſen. Die
Aus=
zahlung der Unterſtützungen aus der allgemeinen Fürſorge (
ein=
ſchließlich der Wohlfahrtserwerbsloſen) wird deshalb von 10 Uhr
ab unterbrochen und am Mittwoch nachmittag fortgeſetzt,
und zwar an die Unterſtützungs=Empfänger: Buchſtabe J. K, L. M.
von 14—15 Uhr, Buchſtabe N. O, P. Q. R. Sch von 15—16 Uhr,
Buchſtabe S. St. T. U, V, W. 2, 9, Z von 16—17 Uhr.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe II (Beſſungen).
Die Oxtsgruppe II. Darmſtadt (Beſſungen) der NSV.
be=
nötigt für einen armen gelähmten Volksgenoſſen einen
Kranken=
fahrſtuhl. Wir bitten auf dieſem Wege uns einen ſolchen
koſten=
los zur Verfügung zu ſtellen. Der Fahrſtuhl wird auf Wunſch
ab=
geholt. Gefällige Mitteilung an die Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe,
dahier, Eſchollbrücker Straße 18, erbeten.
Auswitkung des Arbeitsbeſchaffungsprogramms
der Reichsregierung in Heſſen.
Stpa. In der Zeit vom 1. bis 28. Februar 1934 wurden 9303
Anträge auf Bewilligung von Reichszuſchüſſen genehmigt. Die
Summe der in dieſer Zeit bewilligten Reichszuſchüſſe beträgt
ins=
geſamt 2 033 169 RM. Die mit dieſen Reichszuſchüſſen dem
heſſi=
ſchen Handwerk zugeführten Aufträge erreichen in dieſem einen
Monat den anſehnlichen Betrag von 8 252 000 RM.
In der Zeit vom 15. Oktober 1933 bis 28. Februar 1934
wur=
den Reichszuſchüſſe von insgeſamt 8 907 000 RM. bewilligt,
wo=
mit dem heſſiſchen Handwerk über 36 057 000 RM. Aufträge
zu=
geführt worden ſind.
In den 3 Nähſtuben des Roten Kreuzes, des Caritas=
Ver=
bandes und der Inneren Miſſion wurde neben der Um= und
Auf=
arbeitung der Altkleiderſammlung für die Winterhilfe 1933/34 in
den letzten Monaten eine große Anzahl neuer Wäſcheſtücke
ge=
fertigt. In dieſen Tagen ſtellten die genannten 3 Verbände
nun=
mehr noch die geſamte Menge an Neuwäſche — 121 Bettücher. 184
Kiſſen= und Bettbezüge, 170 Frauen= und Mädchenhemden. 190
Knaben= und Kinderhemden, 7 Männerhemden — als beſondere
Spende dem Winterhilfswerk zur Verteilung an Hilfsbedürftige
zur Verfügung.
* Landesverband Heſſen des Sparerbundes für das Deutſche
Reich e. V. Die am 18. März in Frankfurt a. M. ſtattgehabte
Sitzung erfreute ſich eines ungewöhnlich großen Zuſpruchs aus
Heſſen ſowohl wie aus den Städten Frankfurt und Hanau. Die
Tagesordnung, die die Verſammlung bis in den Nachmittag
be=
ſchäftigte, war auch wichtig genug; enthielt ſie doch die wichtigen
Punkte wie: Satzungsänderung, Aufgaben des Bundes im Dritten
Reich, die Stellung des Verbandes im Rahmen der Reichsreform
und zum Rentnerbund. Führer des Landesverbandes wurde unter
allſeitiger Zuſtimmung Miniſterpräſident a. D. Profeſſor Dr.
Werner, hier. Im übrigen wurde die auf Führerprinzip
umge=
ſtellte Satzung bis zum Inkrafttreten der Reichsverbandsſatzung
einhellig gutgeheißen. Die Führung der Vorſtandsgeſchäfte hat der
Führer dem ſeitherigen Vorſitzenden des Landesverbandes,
Juſtiz=
at Lindt, übertragen.
BisMtard Ais Aopyel.
Ein Vorkrag Profeſſor Schüßlers.
Unter den Beſuchern des geſtrigen Abends der Literariſch=
Künſtleriſchen Geſellſchaft iſt wohl keiner geweſen, der
dem Vortrag von Prof. Schüßler=Roſtock nicht vom erſten bis
zum letzten Satz mit größter Spannung und pauſenloſer
Aufmerk=
ſamkeit gefolgt wäre. Einem Vortrag, der gleichermaßen
ausge=
zeichnet war durch Bedeutung des Themas, klar geordnete Fülle
des vorgebrachten Stoffes, Sicherheit des Urteils, mitreißende
Lebendigkeit des Vortrags und nicht zuletzt durch unmittelbare
bedeutungsſchwere Beziehung zum politiſchen Geſchehen unſerer
Tage. Dieſe Beziehung bis in alle Folgen und Folgerungen
aus=
zuführen, konnte nicht im Rahmen des ſchon ohnehin inhaltsprallen
Vortrags liegen und mag der angeregten Nachdenklichkeit der
Hörer empfohlen werden.
Prof Schüßler ſprach eingangs über die Wurzeln, aus denen
die Prophetie Bismarcks ſtammte und fand als ſolche den
ausge=
prägten geſchichtlichen Sinn und den ungeheuer ſcharfen politiſchen
Blick, daneben einen gewiſſen Aberglauben, für den er
über=
raſchende Beiſpiele anführte. Seinem geſchichtlichen Sinn verdankt
Bismarck die Erkenntnis von der Bedeutung der unperſönlichen,
überindividuellen Mächte und das Bewußtſein von der
Geſchwin=
digkeit des geſchichtlichen Stroms, das ihn immer wieder zum
Blick in die Zukunft ſeines Werks veranlaßte. Sein politiſcher
Scharfblick ließ ihn ſchon damals erkennen, daß Deutſchland durch
ſeine unveränderliche Lage Frankreich und Polen als politiſche
Gegner hat; ließ ihn ſchon damals wiſſen ,daß der Boden der
europäiſchen Geſellſchaft unterhöhlt ſei; daß ein Krieg der großen
Monarchien gegeneinander dieſe erledigen und den Krieg der roten
Fahne gegen die Elemente der Ordnung heraufführen werde; daß
dadurch für Rußland das Umſchlagen der abſoluten Monarchie in
einen Abſolutismus von Fanatikern und für die übrigen Staaten
das Heraufkommen ſozialiſtiſcher Republiken wahrſcheinlich werde.
Solche Vorahnungen führten ihn zu Vorausſagen von größter
Genauigkeit: daß ein Zuſammengehen von England, Rußland und
Frankreich für uns eine ſchlechthin tötliche Koalition ſei, zu
Pro=
phetien über die Bedingungen Frankreichs nach einem ſiegreichen
Krieg, wie ſie im Verſailler Vertrag Wirklichkeit wurden, zu ſo
tief begründeten Warnungen wie der vor einer expanſiven
Flot=
tenpolitik, die er als undeutſche Preſtigepolitik bezeichnete.
Die Geſchichtsauffaſſung, die ſolchem prophetiſchen Denken
zugrunde lag, war die von dem fehlerhaften Kreislauf der
Ge=
ſchichte, der in Hinſicht auf die Verfaſſungen die Staaten
zwangs=
läufig von der abſoluten zur konſtitutionellen Monarchie führe,
von da zum Parlamentarismus, zur ſozialiſtiſchen Republik,
endlich zurück zur Monarchie in egeſariſchen Formen. Sein
Kampf gegen den Parlamentarismus kam aus dem Beſtreben,
das Hinabgleiten des Staates zur ſozialiſtiſchen Republik zu
verhindern. Dabei brachte es ſeine erwähnte Auffaſſung vom
Geſchichtslauf mit ſich, daß ein faſt fataliſtiſcher Unterton der
Sorge vielen ſeiner Warnungen, Beſchwörungen und Prophetien
zugrunde liegt.
etlelnradend der Barronftchare
Doch hätte Bismarck nicht im tiefſten eine Kämpfernatur
ſein müſſen, wenn er nicht mit allen Mitteln verſucht hätte,
gegen das Drohende anzugehen, dem befürchteten Abſinken auf
das verfaſſungsmäßige und politiſche Niveau der
parlamen=
tariſchen Republik Widerſtände entgegenzuſetzen. Hierher gehört
ſein großer geſcheiterter Verſuch, eine berufsſtändiſche
Volks=
vertretung zu ſchaffen, ſeine Bemühungen, ausgehend von der
Sozialpolitik zu einem Staatsſozialismus zu kommen. Das wäre
nur mit einer unabhängigen autoritären Regierung zu leiſten
geweſen; mit Bismarcks Sturz aber begann ein Kurs, der es
vorzog, den Dingen „Rechnung zu tragen”.
In der Unvollendbarkeit dieſer großen Pläne: einer
berufs=
ſtändiſch=genoſſenſchaftlichen Gliederung, einer ſtarken autoritären
Regierung, eines Staatsſozialismus, der das geſellſchaftliche
und politiſche Chaos ordnet, liegt die Tragik des Bismarckſchen
Werkes. Zugleich drängt ſich die Frage auf, warum wir heute
erleben können, was er gewollt hat und was damals nicht
durchſetzbar war. Die Antwort wird von dem Gegenſatz von
Volk und Staat ausgehen müſſen, der auch noch für Bismarck
beſtand und der erſt heute überwunden iſt. Von dieſer
Notwendig=
keit, daß das Volk als wirkende Kraft in den Staat eingehen
müſſe, ſpricht auch Bismarck einmal, wenn er erwägt, für den
äußerſten Fall die Maſſen für ſich zu gewinnen. „Wenn ſchon
Revolution, ſo wollen wir ſie lieber machen, als erleiden”.
Der Vortragende, dem ſtarker Beifall dankte, ſchloß mit
einem anderen Bismarck=Wort: „Es iſt möglich, daß Gott das
deutſche Volk nach furchtbarer Kataſtrophe zu einer neuen
*
Ruhmeszeit auf der Baſis der Republik führt.”
im großen Saal des Städtiſchen Saalbaus. — Montag, 19. März.
Im ganzen ein überaus erfreulicher Abend im vollbeſetzten
Saalbau Einblick in vorzüglichen Muſikunterricht in einer
Volks=
ſchule. Bei den Chorvorträgen handelt es ſich nicht um einen
Elitechor, der aus den beſten Schülern verſchiedener Klaſſen
ge=
bildet iſt wie die Chöre der höheren Schulen, ſondern um drei
der Oberklaſſen, die mit ihren ſämtlichen Schülern auftraten.
Vorbildlich war die Schularbeit, die Chöre wurden friſch und oft
erſtaunlich tonrein geſungen, ganz beſonders weich und klar klang
der Sopran. Sehr gut war auch die Zuſammenſtellung der
Vor=
tragsfolge, an ihr k’nnte ſich manche höhere Schule und manches
öffentliche Konzert —in Vorbild nehmen, es war ausſchließlich
wertvolle Muſik, wenn ſie auch durchaus volkstümlich war. Zum
Gruß klangen zwei Lieder, das herrliche „Wach auf, du deutſches
Land” von Joh. Walter und mit Inſtrumenten das marſchartige
„Deutſchland marſchiert”. In dem Teil vom Winter zum
Früh=
ling hörten wir drei Chöre, deren hübſcheſter „Kommt ihr
Ge=
ſpielen” von W. Henſel war. „Der Pfingſtreihen” ein ſehr
ſchö=
ner Satz von Otto Jochmann, klappte in der
Inſtrumentalbeglei=
tung nicht ganz. Es folgten zwei Inſtrumentalſätze; geſpielt von
einem Orcheſter von Schülern höherer Lehranſtalten, das etwas
abfiel gegen den Chor. Von den Soldatenliedern wurde Lützows
wilde Jagd in allzu raſchem Tempo genommen, wie überhaupt
der erſte Teil zuweilen unter einer kleinen Nervoſität litt. Das
Orcheſter ſpielte zum Schluß einen Marſch von Händel, der ihm
von allen Werken am beſten glückte.
Nach der Pauſe ſprach der Leiter der Schule über die
muſika=
liſchen Beſtrebungen in der Schule. Man möchte, daß ſeine Worte
in allen Volksſchulen unſeres Landes mächtigen Widerhall
fän=
den. Den zweiten Teil leitete das Orcheſter mit hübſchen
Volks=
liedvariationen von Greß ein. Dann kamen Standeslieder, eines
immer hübſcher wie das andere der Höhepunkt „Schneiders
Höl=
lenfahrt” in Moldenhauers Satz. Auch daß zum Teil
Inſtru=
mente mitwirkten, war ſehr reizvoll, und wirkte ganz in dem
Sinne, wie man gern die Männerchöre beeinfluſſen möchte. Nach
dem ſchön geſungenen Handwerksburſchenlied kam als Zugabe
„Kein ſchöner Land”, zum Schluß Orcheſterpariationen über „Der
Mond iſt aufgegangen”. Vieles wurde wiederholt, der Beifall
war ſehr begeiſtert, und man freute ſich herzlich über die friſchen,
ſchönen Leiſtungen. Die Ballonſchule vertritt in ihrem
Schulge=
ſang ein wichtiges Stück muſikaliſcher Kulturarbeit, möge ſie viel
Nachfolge finden. Was Herr Born in den letzten Jahren
geſchaf=
fen hat, führt Herr Volk getreulich weiter, ja er hat das Glück.
daß die Sopranſtimmen ſich noch im letzten Jahr beſonders gur
entwickelt haben.
F.N.
Dienstag, 20. März 1934
Der Polizeiberichk.
In einer Schule in Darmſtadt wurde geſtohlen: Am 1. März
1934 in den Vormittagsſtunden während, des Unterrichts; ein
dunkelblauer Trenchkoat mit ſchwarzem Futter, 2 Innentaſchen,
verdeckter Knopfleiſte, hochgeſchloſſen, ohne Rückengurt. In einer
Taſche des Mantels befand ſich ein Liederbuch mit dem Namen
Anna Hitzel. Außerdem ein einzelner brauner ungefütterter
Herrenlederhandſchuh.
Am 15. 3. 34, ebenfalls in den Vormittagsſtunden: ein
Her=
rentuchmantel ſowie ein Jackett eines 14jährigen Schülers. Bei
dem Mantel handelt es ſich um einen grauen rauhhaarigen
Win=
tertuchmantel, zweireihig durchgeknöpft. In der Taſche des
Man=
tels befanden ſich ein Paar Herrenledexhandſchuhe, dunkelbraun,
gefüttert. Das Jackett iſt dunkelblau. In demſelben befand ſich
eine alte Startkarte von einem Schwimmklub und ein Befehl für
die Hitlerjugend. Wer kann Angaben über die Täter machen?
Mitteilungen an das Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt.
Hü=
gelſtraße 31/33, Zimmer 29a.
Nr. 78 — Seite 7
Ke dranis Ait. Uae ären edlge Feclie Wechech
aus einem wollenen Kopftuch, Strickjacke, Rock, Wollſtrümpfen
und Halbſchuhen. Es wird Freitod im Rhein vermutet. —
Fer=
ner ſeit 14. 3. 34 die ledige Händlerin Thereſe Jochum geb.
am 14. 1. 1913 zu Steinbach i. O., wohnhaft geweſen in
Hähn=
lein. Beſchreibung: 1,60 Meter groß, kräftig, rundes, friſches
Geſicht, blondes geſcheiteltes, in zwei Zöpfen hochgebundenes
Haar, braune Augen, vollſtändige Zähne. Die Vermißte trägt
ſchwarzes Jackett mit weißem Pelzbeſatz am Kragen und den
Aermeln, grünen Sweater, braunen Rock, gleichfarbige
Halb=
ſchuhe und Strümpfe. Nachricht an Landeskriminalpolizeiamt
Darmſtadt. Zentrale für Vermißte.
Schreibmaſchinendiebſtahl. In der Nacht zum 17. 3. 34 wurde
in ein Büro der Autohandlung und Reparaturwerkſtätte von
Holzinger in der Landwehrſtraße eingebrochen und eine
Schreib=
maſchine, Marke Ideal B. geſtohlen. Vor Ankauf der
Schreib=
maſchine wird gewarnt. Mitteilungen in bezug auf dieſen
Dieb=
ſtahl werden von dem Landeskriminalpolizeiamt Darmſtadt
er=
beten.
Diebſtähle von Gartenpumpen. Zu Anfang März wurden
aus einem ſüdlich am Heinrich=Wingertsweg gelegenen
umzäun=
ten Gartengrundſtück zwei gußeiſerne Waſſerpumpen geſtohlen.
Die Diebſtähle dürften kurz vor Eintritt der Dunkelheit oder auch
ſehr früh morgens begangen worden ſein. Beſchreibung: Es
han=
delt ſich um die gewöhnlichen Gartenpumpen in etwa 1 Meter
Länge mit kurzem gebogenen Schwengel. Sie ſind grün
geſtri=
chen. An der einen Pumpe befindet ſich ein etwa 2 Meter langes
Saugrohr.
Diebſtähle an Fahrrädern und Zubehörteilen. Am 13. 3. 34.
gegen 12 Uhr, in der Rheinſtraße vor dem Hauptpoſtgebäude ein
Herrenrad, Marke Miele.
Am 13 3. 34, zwiſchen 17 und 18 Uhr, aus dem Hauſe
Saal=
bauſtraße 63, ein Herrenrad, Marke Miele=Aſtral. Fabrik=Nummer
963 434.
Am 13. 3. 34, gegen 14.45 Uhr, Ecke Kirch= und
Pädagog=
ſtraße, ein Herrenrad. Marke und Fabrik=Nr. unbekannt.
Am 13. 3. 34. gegen 18.45 Uhr. in der Rheinſtraße vor dem
Hauptpoſtgebäude ein Herrenrad, Marke Mondia=Miele, Fabrik=
Nr. 217 213.
Am 14. 3. 34, zwiſchen 9 und 13 Uhr. aus dem Hofe des
Hau=
ſes Sandſtr. 24 (Freundinnenheim) ein Damenrad. Marke Opel.
Am 16. 3. 34. zwiſchen 19 und 19.30 Uhr, aus dem Hofe des
Hauſes Wingertsbergſtraße 7 ein Herrenrad, Marke Wanderer,
Fabrik=Nr. 314 944.
Am 9. 3. 34 wurde von einem Fahrrad, das in der Torhalle
des Hauſes Bismarckſtraße 57 ſtand, der Dynamo. Marke Berko,
und am 8. 3. 34 von einem Fahrrad, das im Hausflur des
Hau=
ſes Pankratiusſtraße 4 ſtand, ein Dynamo, ebenfalls Marke Berko,
geſtohlen
Die Aufklärung von Fahrraddiebſtählen wird erheblich
er=
ſchwert, wenn die Marke des Rades und die Fabrik=Nr. nicht
an=
gegeben werden kann. Der Beſitzer eines Rades ſollte ſich dieſe
Erkennungszeichen ſchon bei Ankauf des Rades aufnotieren, um
ſie gegebenenfalls ſofort der Behörde mitteilen zu können.
* Berl und Bedeulung der allen Kirchenbächer
für die Familienforſchung.
e. Herr Stadtpfarrer Reinheimer gab im Verein Alt=
Wimpfen ein Bild über den Wert und die Bedeutung unſerer
alten Kirchenbücher. Er ſchilderte zunächſt, daß die Anträge auf
Auszüge aus den Kirchenbüchern wegen der ariſchen Abſtammung
ſich in der letzten Zeit ſo ſehr gehäuft haben, daß es kaum
mög=
lich war, allen Anforderungen, die meiſtens terminmäßig geſtellt
waren, nachzukommen. Aus Auszügen aus den Büchern, die bis
ins Jahr 1590 — alſo vor dem 30jährigen Krieg — zurückreichen,
dürfte wohl jedem Zuhörer klar geworden ſein, wie unendlich
wertvoll dieſe alten, ehrwürdigen Denkmäler für die Familien=,
Heimat=, Sittengeſchichte uſw. ſind. Früher waren es meiſt
nur die adeligen Geſchlechter, die den Familiengedanken
hoch=
hielten; nach dem Willen der Reichsregierung muß jetzt die
Fa=
milienforſchung immer mehr auch im Bürger= und Bauerntum
gepflegt werden. Denn die Pflege des Familiengedankens, die
das wahre Familienbewußtſein bewirkt, iſt einer der beſten
Hel=
fer, die Volksgemeinſchaft kräftig und dauerhaft zu erhalten. In
dem Maße, als in uns die Kenntnis unſerer Herkunft und
Fa=
milie wächſt, wird auch die Liebe zu Heimat und Volkstum
zu=
nehmen, das Verſtändnis wachſen für die Güter, die als der
Väter Erbe auf uns gekommen ſind, ſowie für die Aufgaben,
die uns daher zu ihrer Bewahrung und Ausgeſtaltung, mit einem
Wort: zur Pflege unſeres kulturellen, ſittlichen und religiöſen
Lebens in der Gegenwart obliegen. Weiter zeigte der
Vortra=
gende, wie man Familienforſchung am praktiſchſten beginnt und
weiterführt, wie man etwa aus alten Aufzeichnungen, Briefen,
Geſangbüchern. Gebetbüchern, beſonders aus der alten
Familien=
bibel, durch Erkundigung bei Alten die äußeren Taten der
Vor=
fahren, die ja nur das Gerüſt bilden, mit Blut und Leben füllen
könne, und welchen Wert für den Einzelnen ſolcher Stammbaum
habe, um dann am Schluß noch einiges über die Verhandlungen
zwiſchen den Heroldämtern und dem Sachverſtändigen für
Raſſen=
forſchung beim Reichsminiſterium des Innern, Herrn Dr. Achim
Gerke, über die Sicherung und Aufbewahrung der Kirchenbücher
zu ſagen.
Den überaus reich geſpendeten Beifall kleidete der
Vor=
ſitzende. Herr Studienrat Dr. Betzendörfer, noch einmal in die
herzlichſten Dankesworte.
— Paulusgemeinde. Unſer Frauenverein beſchließt am
Don=
nerstag abend ſeine Winterarbeit mit der üblichen Jahres=
Haupt=
verſammlung, die in Geſtalt eines Teeabends noch einmal alle
Mitglieder vereinigen möchte. Die künſtleriſche Mitwirkung von
Frl. Anni Delp (Violine), Frl. Lilli Rückwald (Geſang) ſowie ein
Vortrag von Frau Julie Heräus=Offenbach werden dem Abend
einen wertvollen Inhalt ſchaffen.
Brieftaften.
Jeder Anfrage iſt die ſetzte Bezugsqulitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nichi beaniwortet. Die Beantwortung erfolgt ohne Rechtsverbindlichkeit.
K. L. Pfingſten fiel im Jahre 1858 auf den 23. Mai.
K. B. Wenden Sie ſich an den Schriftführer des Offizier=
Verbands des ehemaligen Großh. Heſſ. Gardedragoner=Regts. 23,
Oberregierungsrat Reuling, Roquetteweg 3.
Bereins= und lokale Beranſtalkungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Kampfbund fürdeutſche Kultur. Infolge techniſcher
Schwierigkeiten und Erkrankung mußte das 2. Konzert des KfdK.
heute abend ausfallen. Die Abonnenten erhalten noch Mitteilung.
Deutſcher und Oeſterreichiſcher Alpenverein,
Sektion Darmſtadt (E. V.), Herr Dr. Th. Schmidt, der uns ſchon
öfter durch ſeine Vorträge, verbunden mit wohlgelungenen
Licht=
bildern, erfreut hat, wird am Freitag, den 23. März, in der Aula
des Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, abends 8.30 Uhr, wieder eine
reiche Serie eigener Bilder aus dem Zillertal; dem Montafon,
des Ferwall und der Silvretta vorführen. Die Mitglieder der
Sek=
tion Starkenburg und eingeführte Gäſte ſind willkommen.
Landesbiſchof Lic. Dr. Dietrich
weiht die wiederhergeſtellte Stadtkirche in Erbach.
Ci. Erbach, 18. März.
Unſer Städtchen erfreute ſich dieſer Tage des Beſuches der
höchſten weltlichen und geiſtlichen Führer des Landes. Am
Frei=
tag weilte Herr Reichsſtatthalter Sprenger mit hohem Gefolge
hier, um verſchiedenen induſtriellen Betrieben einen Beſuch
abzu=
ſtatten, und heute weihte der Herr Landesbiſchof Lic. Dr.
Diet=
rich die wiederhergeſtellte Stadtkirche. Der SA.=Reiterſturm
holte ihn und die beiden übrigen Vertreter der
Kirchenregie=
rung, Herrn Oberlandeskirchenrat Walther, und den weltlichen
Kirchenpräſidenten, Herrn Dr. Kipper, im benachbarten
Michel=
ſtadt ab. Im Gemeindehauſe, in dem ſeither die Gottesdienſte
abgehalten wurden, fand eine kurze Abſchiedsfeier ſtatt, und
dann gings in feierlichem Zuge vor die Pforten des
Gotteshau=
ſes, die der Herr Landesbiſchof nach feierlicher Uebergabe des
Schlüſſels aufſchloß. Im Nu war der weite Raum des
Gottes=
hauſes, dem Herr Kirchenmaler Kienzle aus Darmſtadt durch
hieſige Handwerksmeiſter in vier Wochen mit ganz einfachen
Mit=
teln ein neues, gar vornehmes Kleid geben ließ, bis auf den
letzten Platz gefüllt. Herr Dekan Schäfer beſtritt mit dem
Poſaunenchor unter Leitung des Herrn Chriſtian Wegel und
dem Kirchenchor unter der Stabführung des Herrn Rektors
Weber den liturgiſchen Teil des Gottesdienſtes. Den Weihealt
vollzog mit Pſalm 95, Vers 6, Herr Landesbiſchof Lic. Dr.
Dietrich. Die neuhergeſtellte Kirche darf nicht nur das gewiß
berechtigte Entzücken erwecken; ſie iſt Stätte der Verkündigung
des Wortes Gottes und Ort heiliger Anbetung. Die Kunſt wahrer
Anbetung. Hingabe des Letzten, iſt nicht leicht und darum
ſel=
ten. Aber ſie führt nicht nur zur engſten Verbundenheit mit
Gott, ſondern auch zum innigſten Zuſammengehörigkeitsgefühl
der Gemeindeglieder und darüber hinaus aller Volksgenoſſen;
ſie verbindet Vergangenheit mit Gegenwart, Tote mit Lebenden,
und gibt allein den Schwung, der Volk und Kirche neu zu
geſtal=
ten vermag. Die Feſtpredigt hielt Herr Stadtpfarrer Hahn
über die beiden Textworte, die jetzt die eine Wand des Gottes=
Aus Heſſen.
Der Treuhänder der Arbeik für das Wirkſchaftsgebiek
Heſſen haf folgenden Aufruf veröffenklichk:
Stpa. Aus Kreiſen der Wirtſchaft werden mir wiederholt
Kla=
gen unterbreitet, wonach beſonders auf dem Lande Bauluſtige,
die den 20prozentigen Reichszuſchuß zu Inſtandſetzungszwecken
er=
halten haben, die Zahlung der reſtlichen notwendigen Mittel mit
allen möglichen und unmöglichen Gründen hinauszuziehen
ver=
ſuchen. Teilweiſe wird dabei der Standpunkt eingenommen, daß
die Lieferanten mit der Bezahlung der Ware, ſolange warten
müßten, bis ſich die Verhältniſſe beſſern und die Gelder zur
Ver=
fügung ſtehen. Durch ſolches Vorgehen wird der Wirtſchaft ein
unendlicher Schaden zugefügt. Es verſtößt in gröbſter Weiſe gegen
die Beſtrebungen der nationalſozialiſtiſchen Regierung, durch dieſe
Bauzuſchüſſe Arbeit und Brot zu ſchaffen und die Millionen
ar=
beitsloſer Volksgenoſſen wieder in den Fertigungsprozeß
einzu=
gliedern.
Es iſt eine Selbſtverſtändlichkeit, daß übernommene
Verpflich=
tungen prompt und gewiſſenhaft erfüllt werden müſſen. Es geht
nicht an, daß die Lieferanten auf beſſere Zeiten vertröſtet
wer=
den oder gar durch Anträge auf Umſchuldungsverfahren,
Be=
rufungen auf den Vollſtreckungsſchutz u. a. m. Schaden erleiden.
De Arheilgen, 19. März. Geſangverein „Frohſinn”
Im Löwenſaale veranſtaltete der Verein einen Familienabend zu
dem ſich die Mitglieder mit ihren Familien und zahlreiche Gäſte
eingefunden hatten. Die Veranſtaltung nahm einen
ſtimmungs=
vollen Verlauf. Als Einleitung brachte die Kapelle „Harmonie‟
die den Abend muſikaliſch umrahmte, ein flottes Muſikſtück.
Herz=
liche Begrüßungswoxte ſprach Vereinsführer Völger, der betonte,
daß der Abend den Zweck habe, neben der geſanglichen Arbeit auch
Geſelligkeit und Verbundenheit zu pflegen. Im weiteren Verlauf
wechſelten Chorvorträge unter der Leitung des Dirigenten, Herrn
Simmermacher, mit Einzelgeſängen der Mitglieder Heiſch und
Mahr. Beſonderen Beifall fanden die Tanzdarbietungen von Frl.
Simmermacher. Als Anſager fungierte Mitglied Otto Heib, der
mit ſeinem humorvollen Geplauder viel zur Erheiterung beitrug.
In einer kurzen Anſprache wandte ſich Herr Beigeordneter Zeidler
an die Anweſenden. Nach kurzen Worten des Vereinsführers
wur=
den Deutſchland= und Horſt=Weſſel=Lied geſungen. Für 25jährige
treue Mitgliedſchaft wurden die Mitglieder Heinrich Schneider
und Ernſt Hörr mit einer Ehrenurkunde bedacht. Großen Anklang
fand auch das von dem Vereinsführer ſelbſt verfaßte und
vorge=
tragene Melodram „Mutter und Kind‟. Bei Tanz und
angereg=
ter Unterhaltung blieben die Teilnehmer bis zum frühen Morgen
beiſammen.
Er. Wixhauſen, 19. März. Turnverein. Am Sonntag
abend veranſtaltete der Turnverein im Saale „Zur Krone” einen
Kabarett=Abend mit dem Titel „Ein bißchen Liebe‟. Unter
Leitung von Herrn Ph. Laumann geſtaltete ſich dieſe
Veranſtal=
tung zu einem vollen Erfolg für den Verein. Das ſehr reichhaltige
Programm wurde von Mitgliedern des Vereins beſtritten. Die
Muſik wurde von einer Kapelle des hieſigen Muſikvereins
aus=
geführt.
Rote Hände und aufgeſprungene
Das Wetter ist Seaula: Haut ſind die Folgen unſeres
wechſelvollen Wetters, aber auch
ein Zeichen dafür, daß die Haut ſich ſelbſt nicht gegen Wetterſchaden
ſchützen kann. Reiben Sie darum vor dem Ausgehen regelmäßig Hände
und Geſicht mit Leokrem ein. Leokrem erhält die Haut nicht nur bei
jedem Wetter zart und geſchmeidig — was ihn ſo wertvoll macht, iſt
ſein Gehalt an Sonnenvitamin und Lecithin. Doſen ſchon von 22 Pfg. —
ab in allen Chlorodont=Verkaufsſtellen erhältlich.
Ek. Pfungſtadt, 19. März. Hohes Alter. Bei guter
Rüſtigkeit begeht am Dienstag. 20. März, Frau Ludwig
Haſſen=
zahl 6. Witwe, Sandſtr. 62, ihren 85. Geburtstag.
kalſeverein e. G. m. u. H. Von ſeiten des Reviſionsverban= Der Stilwandel im Männerchor hängt aufs engſte zuſammen mit
des „Rhein=Main=Neckar”, Frankfurt a. M., dem die
Genoſſen=
ſchaft ſeit kurzem angehört, war Verbandsoberreviſor
Keil=
nung und Bilanz des abgelaufenen Jahres zeigte ein erfreuliches Höhepunkt bedeutet. Seit Triſtan ſpricht man von einer Kriſe in
jahre um einige tauſend Mark erhöht werden. Der von dem Auf= ſen. Unſere Zeit im neuen Deutſchland knüpft an an die Epoche
ſichtsratsvorſitzenden, Herrn, Bürgermeiſtereiſekretär Steuer=, von Bach wir ſchöpfen neue Kraft aus dem Volkslied. — Dieſem
der arbeitsreichen Tätigkeit der Genoſſenſchaft. Man konnte dar= Männerchor bis zur Gegenwart. — Nach einer kurzen Pauſe ſprach
aus die Feſtſtellung entnehmen, daß die Genoſſenſchaft auf geſunder, der Kursleiter über das Volkslied und die Volksliedbearbeitun=
Grundlage aufgebaut iſt. Bilanz und Rechenſchaftsbericht fanden gen, über Dirigieren und Taktieren. An Beiſpielen ſtellte derſelbe
einſtimmige Genehmigung, ebenſo wurde die Entlaſtung der Ver= gute und ſchlechte Volksliedbearbeitungen einander gegenüber.
waltungsorgane einſtimmig erteilt. Der nach Abzug der ſatzungs= In den zwei letzten Stunden übte Herr Weigand zwei Chöre ein
mäßigen Rücklagen verbliebene Reingewinn von 769,05 RM. wird und zeigte, was ein energiſcher Chorleiter bei einer willigen und
Ueberführung der Genoſſenſchaft in den neu gebildeten Verband
„Rhein=Main=Neckar” bedingt eine Satzungsänderung, die die
ma=
teriellen Belange nicht berührt, ſondern mehr redaktioneller Art
ſenſchaft ergab nur inſoweit eine Aenderung, als anſtelle des aus
Geſundheitsrückſichten ausſcheidenden Vorſtandsmitgliedes, Lehrer
i. R. Wolf=Traiſa, der dem Aufſichtsrat angehörende Kaufmann
Gg. Spieß 3.=Traiſa in den Vorſtand gewählt wurde, wohingegen
wie folgt feſtgeſetzt: a) für den Vorſtand allein auf 1000 RM.,
b) für Vorſtand und Aufſichtsrat zuſammen, auf 10000 RM. im Anregungen für einen zeitgemäßen fruchtharen Schulgeſang gab.
Einzelfalle.
ſchutzmann Johann Georg Schumann wurde nach nahezu 28jähriger Witwe Margarete Schmahl ihren 83. Geburtstag begehen.
Tätigkeit im Gemeindedienſt aus Geſundheitsrückſichten in den
nohlverdienten Ruheſtand verſetzt.
hauſes zieren: „Glaubt ihr nicht, ſo bleibt ihr nicht”, Jeſaja 7.
Vers 9, und aus dem neuen Teſtamente: „Seid Täter des
Wor=
tes und nicht Hörer allein”. Worte, die die ganze Lehre des
Chriſtentums in kürzeſter Form in ſich bergen. Der Feier wohnten
die geſamte SA. und verſchiedene Vereine mit ihren Fahnen
ge=
ſchloſſen bei. Im Anſchluß an den Gottesdienſt fand dann im
Schützenhof noch ein kurzes Beiſammenſein der Herren Vertreter
der Kirchenregierung mit den Mitgliedern des
Kirchenvorſtan=
des, der Ortsgruppenleitung der NSDAP., der Kreis= und
Stadtverwaltung, ſowie der übrigen Ehrengäſte ſtatt. Herr
Bür=
germeiſter Lenz entbot im Namen der Stadt herzliche
Will=
kommensgrüße, für die Herr Landesbiſchof Lic. Dr. Dietrich
warme Worte des Dankes fand und daran das Verſprechen
knüpfte, den ſchönen Odenwald in treue kirchliche Obhut nehmen
zu wollen. In Gebet und Anſprachen wurde wiederholt dankend
all derer gedacht, die das Werk ſchaffen und vollenden halfen, der
Spender und Stifter ſowohl, als auch des geiſtigen Schöpfers der
Neuausſtattung, Herrn Kirchenmalers Kienzle=Darmſtadt,
und all ſeiner Helfer aus Handwerker= Gewerbe= und
Arbeiter=
kreiſen. — Der muſikliebende Teil der Bevölkerung von hier und
vieler benachbarter Oxte fand ſich dann am Abend noch einmal
zu einer beſonderen Feierſtunde im Rahmen eines
Kirchenkon=
zerts zuſammen. Herr Bernhard Dreier, Organiſt der
Matthäuskirche zu Frankfurt, ließ in meiſterlicher Vollendung die
Orgel in ausgewählten Werken von Joh. Seb. Bach Joh.
Gott=
fried Walther, Joſef Rheinberger, Karl Wolfrum. Wilhelm
Hein=
rich Simmermacher und Georg Dietrich Leyding zu uns ſprechen.
Den geſanglichen Teil beſtritten der „Männergeſangverein=
Lie=
derkranz”, der auch am Vormittag bei der Feier vor dem
Gottes=
hauſe ſchon einmal mitwirkte, der Männergeſangverein „
Tugend=
bund” und der am heutigen Tage beſonders ſtark beanſpruchte
Kirchenchor. Die drei Chöre bewieſen durch ihre gern gewährte
Mitwirkung nicht nur ihre Verbundenheit mit den kirchlichen
Belangen, ſondern auch erneut wieder ihr hohes geſangliches
Können.
* Landesbauernführer Dr. Wagner
ſprichk zu den Bogelsberger Bauern.
h. Schotten, 18. März. In einer großen Kundgebung der
Bauernſchaft unſeres Kreiſes ſprach Landesbauernführer Dr.
Wagner über den Aufbau des Deutſchen Nährſtandes. Der
Red=
ner bezeichnete den Vogelsberg infolge ſeiner ſchwierigen
Ver=
hältniſſe als Notſtandsgebiet. Aber auch hier werde bald
Ab=
hilfe geſchaffen, ſo daß ſich die Bauern von ihrer Scholle und
ihrer Arbeit ernähren können. Der Bauer, der als einziger
Berufsſtand, noch einen Geburtenüberſchuß habe, iſt nach dem
Willen des Führers die Grundlage des völkiſchen Deutſchlands.
Deshalb muß der geſamte deutſche Bauernſtand auf eine geſunde
Grundlage kommen. Heute bekommt der Bauer einen feſten
Preis für ſeine Erzeugniſſe das ganze Jahr hindurch. Nach
Ein=
führung der Kontingentierung auf dem Frankfurter Markt
wer=
den wir auch Feſtpreiſe für das Vieh bekommen. Deutſchland
iſt das einzige Land, das ſeinen Bauern einen feſten Preis für
Weizen bezahlt. Um brachliegendes Land ſiedlungsfähig zu
machen, werden in Heſſen 100 000 Morgen Land entwäſſert und
250 000 Morgen bereinigt und kultiviert. In Oberheſſen
wer=
den für 850 neue Exiſtenzen Höfe zu 30 Morgen geſchaffen.
Im Anſchluß an die Kundgebung fand ein Heimatabend
unter dem Motto: „Heſſiſches Volk bei Sang und Tanz” unter
der Leitung des bekannten heſſiſchen Heimatdichters Gg. Heß ſtatt.
Alte Volkstänze in den bunten, ſchönen Trachten des Hüttenberg,
der Schwalm, des Schlitzerlandes, der Rhön, des Katzenberges
und der Heſſenländer, ſowie alte Volkslieder und
Mundartdich=
tungen wechſelten in bunter Reihenfolge ab. In ſeiner
Schluß=
anſprache wies Miniſterialrat Ringshauſen auf die notwendige
enge Verbundenheit zwiſchen Stadt und Land hin.
* Der Kreis Laukerbach am 21. März arbeitsloſenfrei.
Errichlung eines Thingplaßes im Hainig?
h. Lauterbach, 18. März. An der Spitze der heſſiſchen Kreiſe
in bezug auf die Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit dürfte wohl
unſer Kreis ſtehen. Bürgermeiſter Peter konnte in der jüngſten
Sitzung der Bürgermeiſter des Kreiſes die erfreuliche Mitteilung
machen, daß mit dem Beginn der Arbeitsſchlacht am 21. März
der Kreis Lauterbach frei von Arbeitsloſen ſei und demnächſt
noch 110 Offenbacher Arbeiter einſtelle. Am 21. März des
Vor=
jahres hatte unſer Heimatkreis noch 170 Arbeitsloſe. Dies
be=
weiſt erneut die Erfolge eines einmütigen nationalſozialiſtiſchen
Wollens in unſerem Kreiſe.
Kreisdirektor Dr. Lang wies auf die bevorſtehenden
Arbeits=
beſchaffungsmaßnahmen hin, die ſich in erſter Linie auf die
Hut=
weiden=Verbeſſerung und die Feldbereinigung in den Gemeinden
des Kreiſes erſtrecken. Ferner ſoll eine Zufahrtsſtraße zur
Reichs=
autobahn, welche bei Nieder=Joſſa vorbeiführen wird, erbaut
werden. Auch das Siedlungsproblem ſoll weiter gefördert werden.
Hierauf ſprach Bürgermeiſter Peter über Werbemaßnahmen
für den Kreis Lauterbach. Der Vorſchlag der Errichtung
eines Thingplatzes im Hainig bei Lauterbach habe bei
der Gauleitung in Frankfurt lebhaften Widerhall gefunden, ſo
daß die Verwirklichung dieſes Projekts ſoweit geſichert ſei. Der
Vorſitzende des Gaſtwirteverbandes des Kreiſes Lauterbach,
Kreiswalter Schneider, entwickelte hierauf die großzügigen Pläne
des Gaſtwirtegewerbes zur Verkehrswerbung und
Verkehrsver=
beſſerung im Kreiſe. Zum Schluß der Tagung bat Bürgermeiſter
Peter die Bürgermeiſter des Kreiſes um tatkräftige Unterſtützung
bei der Durchführung des Lauterbacher Prämienmarktes. Er
beglückwünſchte ferner den neuen Bürgermeiſter von Schlitz,
Schmidt, zu ſeiner Ernennung mit der Hoffnung auf ein
erſprieß=
liches Zuſammenarbeiten der beiden Nachbarſtädte.
m. König i. Odw., 19. März. Dirigentenkurs. Vom
Heſſiſchen Sängerbund veranſtaltet fand ein Dirigentenkurs ſtatt,
zu dem ſich faſt ſämtliche Dirigenten des Mümlingkreiſes (
Müm=
linggaues) eingefunden hatten. Kreisvorſitzer, Herr Keller, hier,
begrüßte die Anweſenden, insbeſondere den Kursleiter, Herrn
Studienrat Weigand=Frankfurt a. M., und dankte dem Gau= bzw.
Kreisvorſtand für ſein Erſcheinen. In einem hochintereſſanten
4k. Nieder=Ramſtadt, 19. März. Spar= und Darlehns= Vortrag führte Herr Weigand die Anweſenden durch die
Entwick=
lung der Muſik von der vorklaſſiſchen Zeit bis in die Gegenwart.
dem Stilwandel in der Muſik überhaupt. Das Charakteriſtiſche der
einzelnen Abſchnitte wurde treffend herausgearbeitet: vorklaſſiſche
Darmſtadt erſchienen. Die von Rechner Spieß vorgetragene Rech= Zeit, klaſſiſche Zeit, Romantik, bis zu Richard Wagner, der einen
Bild. Nicht nur, daß der Warenumſatz ene beträchtliche Steigerung, der Harmonie. Ein Schwanken in der Muſik begann, das ſich
aus=
erfahren hat, auch die Spareinlagen konnten gegenüber dem Vor= wuchs bis zum Jazz, und dieſe Wandlung iſt noch nicht
abgeſchloſ=
nagel erſtattete Geſchäftsbericht gab ein umfaſſendes Bild von allgemeinen Ueberblick folgte ein ſolcher über die Entwicklung im
auf Vorſchlag der Verwaltung dem Reſervefonds überwieſen. Die aufmerkſamen Sängerſchar erzielen kann. In dem Kursleiter
lernte man einen Herrn kennen, der als Muſiker und Chorleiter
in allen Sätteln feſtſitzt.
Ci. Erbach, 19. März. Geſangliche Schulung. Die
vä=
iſt. Die Ergänzungswahl für die Verwaltungsorgane der Genoſ= dagogiſche Arbeitsgemeinſchaft des Kreiſes Erbach hielt in
Ge=
meinſchaft mit der Bezirksgruppe Erbach Michelſtadt des NSOB.
und der Fachſchaft „Muſik” eine ſtark beſuchte Tagung ab, in der
Herr Simony=Darmſtadt, der dortige Chormeiſter der
Hitler=
jugend, theoretiſch in die Entwicklung der Jugendſingbewegung
Wolf in den Aufſichtsrat hinüberwechſelt. Die Kreditgrenze wurde, einführte und dann an auserleſenen praktiſchen Vorführungen mit
einer Schulklaſſe und der geſamten Teilnehmerſchaft zahlreiche
Cp. Wolfskehlen, 19. März. Hohes Alter. Morgen.
Diens=
k. Roßdorf, 19. März. Ruheſtandsverſetzung. Ober= tag, kann Witwe Barbara Hammann ihren 78. und am Mittwoch
— Gernsheim. 18. März. Waſſerſtand des Rheins am
17. März —0.01 Meter, am 18. März —0,14 Meter.
Seite 8 — Nr. 78
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Reich und Ausland.
Fahnenweihe des Reichskreubundes ehemal. Berufsſoldaken.
410 000 beſuchten die Aukomobil=
Ausſtellung.
Berlin. Die Internationale Automobil= und
Motorrad=Ausſtellung 1934 wurde am Sonntag
abend geſchloſſen. Desgleichen macht auch die große
Berliner Waſſerſport=Ausſtellung ihre Pforten zu.
Beide Ausſtellungen am Kaiſerdamm haben eine
Rekordzahl von Beſuchern aufzuweiſen. Die
Auto=
mobil= und Motorrad=Ausſtellung wurde in der
Zeit vom 8. bis zum 18. März von insgeſamt
410 000, und die Waſſerſport=Ausſtellung von rund
65 000 Perſonen beſucht. — Nach den Angaben
der Standinhaber dürfte der Umfang der
Auf=
träge den der vorjährigen Autoausſtellung
durch=
ſchnittlich um 50 v. H. übertreffen.
Nächtliches Großfeuer bei Spandau.
Berlin. In einem Bootsſchuppen in
Pichels=
dorf bei Spandau brach in der Nacht zum Montag
ein Feuer aus, das überaus raſch um ſich griff.
In kurzer Zeit ſtanden eine Werft, eine
Boots=
halle, mehrere Bootshäuſer und einige
Wohn=
lauben in hellen Flammen. Die Feuerwehr ging
mit mehreren großkalibrigen Rohren gegen den
Brand vor. Von der Waſſerſeite her bekämpfte
ein Feuerlöſchboot das entfeſſelte Element. Bei
den Löſcharbeiten ſtürzte eine Mauer ein. Ein
Feuerwehrmann erlitt Brüche beider Oberſchenkel
und vermutlich eine Verletzung der Wirbelſäule.
Er mußte ſofort ins Krankenhaus gebracht
wer=
den. Auch ein Ziviliſt, der ſich an den Löſcharbeiten
beteiligt hatte, trug Brandwunden und
Kopfver=
letzungen davon und mußte dem Krankenhauſe
zu=
geführt werden. Nach ſehr mühſeliger Arbeit
konnte die Feuerwehr „Feuer eingekreiſt” melden.
Der Schaden, der durch den Brand verurſacht
wurde, ſoll ſehr beträchtlich ſein.
Todesſturz vom Dachgarten.
Berlin. Vom Dachgarten des Warenhauſes
Karſtadt am Hermann=Platz in Neukölln ſtürzte
ſich am Montag nachmittag in ſelbſtmörderiſcher
Abſicht eine etwa 40jährige Frau auf die Straße,
wo ſie mit zerſchmetterten Gliedmaßen tot liegen
blieb.
Schwere Kraftwagen-Unfälle.
Sturmbannadjutant getötet, Sturmbannführer
ſchwer verletzt.
Danzig. An der Straße Marienburg—
Kalt=
hof-Lieſſau—Dirſchau ereignete ſich am Sonntag
früh ein ſchweres Autounglück. Der Wagen des
Sturmbannadjutanten Wiebe aus Altmünſterberg=
Münſterberg fuhr gegen einen Chauſſeeſtein und
dann gegen einen Baumſtumpf. Er überſchlug ſich
und blieb mit den Rädern nach oben in einem
Graben liegen. Wiebe brach ſich das Genick.
Sturmbannführer Fröſe=Bieſterfelde wurde ſchwer
verletzt. Beide SA.=Führer kamen von einer
Dienſtfahrt aus Danzig.
Schwerer Kraftwagenunfall einer Fußball=
Mannſchaft. — 20 Verletzte.
Büthenberg. Am Sonntag vorm.
ereig=
nete ſich bei Eltmann (Main) ein ſchwerer
Kraft=
wagenunfall. Ein Autobus, der die Mannſchaft
des Fußballklubs Schweinfurt nach Bayreuth
bringen ſollte, ſtürzte eine Böſchung hinab und
überſchlug ſich. Von den 29 Inſaſſen des Wagens
wurden vier ſchwer und 16 leichter verletzt.
Das Reichsgericht beſtätigt Todesſtrafe gegen ein
entmenſchtes Elternpaar.
Leipzig. Das Reichsgericht beſtätigte am
Montag die vom Schwurgericht Landsberg an der
Warthe am 11. Januar 1934 verhängte
Todes=
ſtrafe gegen Franz Spöhr und deſſen Ehefrau.
Das entmanſchte Elternpaar hatte ſein einige
Monate altes Kind in der Nähe des Bahnhofs
Gurkow (Neumark) getötet und an Ort und Stelle
verſcharrt.
Wilhelm Meyer=Förſter †.
Berlin. Wilhelm Meyer=Förſter, der
Dich=
ter von „Alt=Heidelberg”, iſt am Samstag im
Alter von 72 Jahren nach langem ſchweren Leiden
geſtorben. — „Alt=Heidelberg” iſt das
Theater=
ſtück der Weltliteratur, das den größten
Bühnen=
erfolg aller Zeiten errungen hat. Es iſt in faſt
ſämtlichen Sprachen der Welt überſetzt worden.
Gegenwärtig läuft es in ſüdafrikaniſcher Sprache
in Johannesburg und in japaniſcher Sprache in
Tokio. Auch in Paris iſt es im letzten Winter
mehrere Wochen hindurch gegeben worden.
Tra=
giſch iſt, daß der Dichter ſein eigenes Stück
nie=
mals auf der Bühne geſehen hat, da er bereits
während der Einſtudierungen erblindete. — Die
Einäſcherung des Verſtorbenen findet am
Diens=
tag in Wilmersdorf ſtatt.
TCHINA
„Kaschgar
2. Jangischan
Jarkent
RUSStSCH-
FURKESTAN
KASCHMIR
INDIEN
Oben: Reichswehrminiſter Generaloberſt v. Blomberg und der Präſident des Reichstreubundes, der
Koburger Oberbürgermeiſter Schwede (Mitte), einer der älteſten Kämpfer der
nationalſozialiſti=
ſchen Bewegung, begeben ſich zum Reichsehrenmal Unter den Linden zur Kranzniederlegung.
Unten: Der Vorbeimarſch der Fahnenkompagnie.
Der Reichstreubund ehemaliger Berufsſoldaten trat mit der Weihe von etwa 100 Fahnen zum
erſten Male an die Oeffentlichkeit. Der Reichstreubund umfaßt den früheren Reichsbund der
Zivildienſtberechtigten, Treubünde der Wehrmacht und anderer ſoldatiſcher Organiſationen der neuen
Wehrmacht. Der Bund zählt 150 000 Mitglieder und mehr als 1000 Ortsgruppen.
2000 Menſchen in Turkeſkan niedergemehelt.
Oben: Das engliſche Generalkonſulat in Kaſchgar, in dem durch einen Feuerangriff der Tunguſen
mehrere Konſulatsmitglieder getötet wurden.
Unten: Typiſche Straßenſzene in einer turkeſtaniſchen Stadt.
Mitte links: Karte des Unruhengebietes zwiſchen Kaſchgar und Jarkent.
Bei den blutigen Fehden der Eingeborenen in Turkeſtan metzelten die Tunguſen jetzt 2000
Ein=
wohner nieder. Als ſich die Verfolgten auf dem Gebiete des engliſchen Generalkonſulats in
Kaſch=
gar zu verbergen verſuchten, wurde auch das Konſulatsgebäude beſchoſſen, wobei mehrere
Konſulats=
perſonen getötet wurden.
Ein verhängnisvolles Weihnachtsgeſchenk.
Guben. Auf der Heimfahrt von einem
Ver=
gnügen in Kottbus verlor der Führer eines mit
drei Perſonen beſetzten Kraftwagens in der Nähe
des Dorfes Bährenklau in einer Kurve die
Ge=
walt über das Steuer und raſte mit dem Wagen
nacheinander gegen zwei Bäume und eine
Tele=
graphenſtange. Er wurde tot unter dem völlig
zertrümmerten Wagen hervorgezogen. Die anderen
drei Inſaſſen, darunter zwei junge Mädchen,
wurden mit bedenklichen Verletzungen in das
Krankenhaus eingeliefert. Der tödlich verunglückte
Führer hatte das Auto zu Weibnachten von
ſei=
nem Vater geſchenkt bekommen.
Eifrige Suche nach dem Banditen Dillinger.
Chicago. Das ganze Land ſucht gegenwärtig
den Banditenführer Dillinger, der bekanntlich vor
einigen Tagen aus dem Gefängnis ausgebrochen
iſt. Dieſer kann aber nicht gefunden werden. Man
glaubt, daß Dillinger ſich in der Nähe der
kana=
diſchen Grenze aufhält und hat daher die
Grenz=
wachen verſtärkt. Auch werden die Flughäfen und
Schiffshäfen ſowie die Bahnhöfe beſonders
über=
wacht. Alles war bisher ergebnislos. Dillinger iſt
und bleibt verſchwunden.
Eigenarkige Nakurkakaſtrophe
in Rumänien.
Zahlreiche Häuſer eingeſtürzt.
Bukareſt. Von einer eigenartigen
Natur=
kataſtrophe wurde das rumäniſche Dorf Jigoreni
heimgeſucht, wo plötzlich 48 Häuſer einſtürzten und
zahlreiche andere Gebäude ſo ſchwer beſchädigt
wurden, daß die von Panik ergriffene
Bevölke=
rung die ganze Ortſchaft räumte. Es handelt ſich
um Bodenverſchiebungen durch zahlreiche
unter=
irdiſche Quellen, die weithin den Boden
unter=
waſchen hatten. Dieſe Verſchiebungen ſind ſo
be=
trächtlich, daß ſich das ganze Landſchaftsbild
ver=
ändert. Ein Ziehbrunnen wanderte über 100
Me=
ter weit ohne zuſammenzufallen. Von hohen
Bäu=
men ragen ſtellenweiſe nur noch die Spitzen aus
der Erde. Ganze Straßen ſind verſchwunden und
ſogar Weingärten ſind über Land gewandert. —
Aehnliche Meldungen kommen aus den
Nachbar=
dörfern, wo ſich der Boden ebenfalls in Bewegung
geſetzt hat und wo einige 20 Häuſer bisher
ein=
geſtürzt ſind oder ſchwer beſchädigt wurden.
Men=
ſchenleben ſind jedoch nirgends zu beklagen,
ob=
wohl z. B. das Dorf Olteneſchti nur noch ein
Trümmerhaufen iſt.
Skurm an der Aklankiſchen Küſte.
Paris. Ein furchtbarer Orkan herrſcht
gegen=
wärtig an der Atlantiſchen Küſte Frankreichs.
Eine große Anzahl Schiffe iſt in Not und konnte
die Häfen nicht mehr erreichen. Der Dampfer
„Clodoald” riß ſich im Hafen von St. Jean de
Luz von den Haltetauen los und wurde auf den
Strand geworfen. Im gleichen Augenblick
explo=
dierten die Keſſel. Ein 48jähriger Matroſe wurde
getötet, mehrere andere erlitten durch die
Ex=
ploſion ſchwere Verletzungen. Das Schiff gilt als
verloren. — In der Nähe von Biarritz wurden
die Ufer überſchwemmt und zahlreiche Häuſer
ſchwer beſchädigt. In Cap Breton wurde ein
gan=
zer Stadtteil vollkommen überſchwemmt. In der
Gegend von Lorient nahm der Sturm einen
zyklonartigen Charakter an. Zahlreiche
Fiſcher=
boote zerſchellten an der Mole. In Jonzao hat der
Sturm die Dächer zahlreicher Häuſer abgedeckt. In
Royen ſank ein kleiner Dampfer. — Auch in
Oſt=
frankreich herrſcht ſehr ſchlechtes Wetter. In den
Vogeſen iſt reichlich Schnee gefallen.
Brüſſel. Ein Orkan von ſelten erlebter
Heftigkeit ging über die Provinzen Wallomiſch=
Brabant und Hennegau nieder. Zahlreiche Häuſer
ſtürzten ein. Der Sachſchaden iſt bedeutend. Der
Orkan war von heftigen Gewittern und Hagel
be=
gleitet, der die Kulturen auf den Feldern zum
größten Teil vernichtet hat. Hunderte von
Bäu=
men wurden entwurzelt. Acht Perſonen ſind
ver=
letzt worden.
Der Flieger Ljapidewſtki anfgefunden.
Im Lager der Tſcheljuſkin=Expedition alles
wohlauf.
Moskau. Wie die Telegraphen=Agentur der
Sowjetunion meldet, hat der Flieger Ljapidewſki,
der vor einigen Tagen zur Hilfeleiſtung der
Tſchel=
juſkin=Expedition aufgeſtiegen war und ſeitdem
vermißt wurde, jetzt mitgeteilt, daß er wegen
Motordefektes ſechs Meilen ſüdöſtlich der Inſel
Koljutſchino habe notlanden müſſen. Die
Lan=
dung ſei gut verlaufen und die Bemannung des
Flugzeuges ſei wohlbeahlten, jedoch habe das
Flugzeug einige Schäden davongetragen.
Ljapi=
dewſki iſt im Laufe des Sonntags in Wankarem
eingetroffen und beabſichtigt, ſich am Montag
mit dem Flieger Pukanow zum Landungsort
ſei=
ner Maſchine zu begeben, um feſtzuſtellen, ob man
an Ort und Stelle das Flugzeug reparieren könne.
Im Lager der Tſcheljuſkin=Expedition ſei alles
wohlauf.
Moskau. Für die Aktion zur Rettung der
„Tſcheljuſkin”=Schiffbrüchigen werden jetzt auch
lenkbare Luftſchiffe eingeſetzt. Zwei dieſer von
Nobile erbauten Luftſchiffe ſind nach Wladiwoſtok
auf den Bahnweg abgegangen und werden von
dort auf dem Seeweg nach der Providenes=Bucht
weiterbefördert werden. Von dieſer Bucht aus
werden die Luftſchiffe die Eisſcholle mit den
Schiffbrüchigen zu erreichen ſuchen, deren Lage
immer ernſter wird.
Feuer in einem japaniſchen
Kranken=
haus. — 41 Toke.
Peking. Nach einer Meldung aus Tſchifu in
in Chailin, in der Nähe von Tſchifu, ein
Groß=
feuer in einem Krankenhaus ausgebrochen. Nach
den bisherigen polizeilichen Mitteilungen ſollen
41 Menſchen ums Leben gekommen ſein. Das
zweiſtöckige Gebäude beſtand ganz aus Holz. Der
Brand ſoll auf Unvorſichtigkeit zurückzuführen
ſein.
Der Präſidenk von Benezuela †.
Juan Vicente Gomez,
ſeit 1908 Präſident der ſüdamerikaniſchen Republik
Venezuela, iſt geſtorben. Sein Tod wird
vorläu=
fig vom Kabinett noch geheimgehalten, damit
Unruhen vermieden werden.
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Dienstag, 20. März 1934
Aus dein beutſcſen Sfen.
Die erſke Schlacht bei Tannenberg
um 13. Jün THo.
Das Wort „Tannenberg” elektriſiert jeden Deutſchen,
ver=
bindet ſich mit dieſem Worte doch das größte Cannä der
Welt=
geſchichte: der überwältigende Sieg Hindenburgs in den Tagen
vom 26. bis 31. Auguſt 1914 über die fünffache Uebermacht der
Ruſſen! Dieſer Sieg von Tannenberg iſt ein Gottesurteil über
den von den ruſſiſchen Panſlawiſten geſchürten Deutſchenhaß,
der trotz der warm gehegten Bundesfreundſchaft des alten,
ehr=
würdigen Kaiſers Wilhelm I. und ſeiner Nachfolger auf dem
deutſchen Kaiſerthron mit dem weißen Zaren an der Newa in
frevelhafteſter Weiſe zur Entfeſſelung des Weltkrieges
beige=
tragen hat.
Aber das Wort „Tannenberg” ſagt uns Deutſchen noch viel
mehr: die Niederlage des Deutſchen Ordens in der erſten Schlacht
bei Tannenberg vor über 500 Jahren iſt gedächtnisfriſch
ge=
blieben und ſoll dem Germanentum bis in die fernſten Zeiten
eine Mahnung ſein, die deutſchen Lande des deutſchen Oſtens
vor der Begehrlichkeit des Slawentums zu ſchützen.
Iſt die Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli 1410 — das
polniſch=litauiſche Heer hatte etwa 20 000, das Ordensheer etwa
14—15000 Streiter — in ihren Ausmaßen in Raum und an
Truppenzahl auch nicht mit der deutſchen Vernichtungsſchlacht
in den Auguſttagen 1914 zu vergleichen, ſo brach der Sieg der
Polen am 15. Juli 1410 die Macht des Deutſchen Ordens, hatte
aber den Verluſt des Ordenslandes nicht im Gefolge; erſt die
kluge Ausnutzung der Uneinigkeit der Deutſchen durch die Polen
führte im zweiten Thorner Frieden 1466 zur Abtretung des
weſtlichen Gebietes des Ordenlandes an Polen und zur
Lehns=
hoheit Polens über den dem Deutſchen Orden verbleibenden
öſtlichen Teil ſeiner Beſitzungen.
„Der Niedergang des Deutſchen Ordens und der Verrat der
Eidechſenritter ſind die Gründe für die Niederlage des Deutſchen
Ordens in der Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli 1410” iſt
wohl die ganze Schulweisheit der meiſten deutſchen Brüder
und Schweſtern über die heldenmütige Niederlage des Deutſchen
Ordens vor einem halben Jahrtauſend; und doch iſt es höchſt
intereſſant, ſich ein Bild von dem damaligen mittelalterlichen
Kampfe zu machen, der bei Tannenberg ſo entſcheidend für den
deutſchen Oſten ſich auswirkte.
War ſchon das Ausſterben der brandenburgiſchen Askanier
und die Einigung des polniſchen Reiches unter König Kaſimir
dem Großen ein Unglück für den deutſchen Oſten, ſo wirkte ſich
die Vereinigung Polens und Litauens — die Konigin Hedwig
von Polen war vom polniſchen Adel mit brutalen Mitteln zur
Heirat mit dem 32 Jahre älteren heidniſchen Großfürſten
Jagiello von Litauen, der ſich taufen ließ, gezwungen worden —
verhängnisvoll aus, zumal gleichzeitig der Deutſche Orden die
Neumark kaufen mußte, weil ſonſt dieſes deutſche Land in
pol=
niſche Hände gekommen wäre. Durch die Erwerbung der
Neu=
mark durch den Deutſchen Orden wurde aber Polen nunmehr
auch der Verkehr nach Weſten auf den ſchiffbaren Nebenflüſſen
der Oder abgeſchnitten.
Die Politik des Deutſchen Ordens war nicht kurzſichtig
ge=
weſen, ſie hatte die Gefahr des Zuſammenſchluſſes Polens und
Litauens erkannt, aber dieſer Zuſammenſchluß vollzog ſich mit
einer Naturnotwendigkeit, gegen den diplomatiſche Mittel
machi=
los waren. Die Jagellonen waren äußerſt geſchickte Politiker,
und der König Wladislaw Jagiello verſtand es Dank ſeiner
machiavelliftiſchen Klugheit dem Ordenshochmeiſter Ulrich von
Jungingen, den er durch Einfälle der Litauer reizen ließ, die
Kriegserklärung, die am 6. Auguſt 1409 erfolgte, zuzuſchieben.
Trotz der Uebermacht Polen=Litauens war der Deutſche Orden
im Vorteile, weil er für den Entſcheidungskrieg beſſer gerüſtet
war, es war deshalb ein Fehler, daß der Hochmeiſter nach
inigen Plänkeleien ſich auf einen längeren Waffenſtillſtand
ein=
ließ, der den Polen und Litauern Zeit zur Anwerbung großer
Truppenmaſſen ließ. Als der Waffenſtillſtand am 30. Juni 1410
ablief, ſah ſich der Hochmeiſter zu ſeiner Ueberraſchung den
vereinigten Heeren Polens und Litauens gegenüber: der
Späherdienſt des Deutſchen Ordens hatte verſagt, er hatte nicht
beobachtet, daß die Polen im Anmarſch von Weſten, die Litauer
von Oſten, den Narew entlang, ſich nördlich der Weichſel die
Hand gereicht hatten. Als die ungariſchen Geſandten dieſe
Nach=
richt dem Hochmeiſter brachten, gelang es dieſem, von Schwetz
und von Marienburg her ſeine Ordenstruppen zur Verteidigung
der Südgrenze des Kulmer Landes bei Kauernick an der
Dre=
wenz zu konzentrieren; es war klar, daß das feindliche Heer,
das bei Czerwinſk die Weichſel überſchritten hatte, die Abſicht
hatte, durch das Kulmer Land auf die Marienburg ſelbſt
los=
zumarſchieren: die beſte Gegenmaßnahme war für die
Ordens=
leitung die Verteidigung der Drewenzlinie, bzw., wenn der
Feind nach Norden abweichen ſollte, das „Welle”=Nebenflüßchen
mit ſeinen ſumpfigen Wieſentälern. Die ungariſchen Geſandten
machten König Wladislaw Jagiello noch einmal
Vermittlungs=
vorſchläge und überreichten, als dieſe abgeſchlagen wurden, für
den Fall, daß der Deutſche Orden angegriffen würde, die
Kriegs=
erklärung des Königs Sigismund an Polen. Aber König
Sigis=
mund von Ungarn, damals noch nicht Deutſcher Kaiſer, war zu
weit entfernt, als daß Polen ihn hätte fürchten müſſen.
Am 9. Juli 1410 überſchritt das polniſch=litauiſche Heer die
Grenze des Ordensſtaates mit allem kriegeriſchen Pomp, unter
Entfaltung der Banner und Fahnen. Da es dem Könige
Wladislaw Jagiello nicht gelang, das Ordensheer aus ſeiner
feſten Stellung herauszulocken, entſchloß er ſich, die
Drewenz=
paſſage aufzugeben und erreichte mit einer Rechtsſchwenkung nach
einem beſchwerlichen Tagesmarſche die Gegend von Soldau.
Der Hochmeiſter durchſchaute den feindlichen Plan und bewegte
ſein Ordensheer auf der inneren Linie nach Oſten, um dem
Feinde den Weg verlegen zu können, ſobald er ſich wieder nach
Norden wandte. Die Nachricht, daß am 13. Juli die Stadt
Gilgenburg von den Polen geplündert und in Brand geſteckt
und die Bevölkerung teufliſch hingeſchlachtet worden ſei,
er=
reichte erſt am 14. Juli abends das Ordenshauptquartier in
Löbau. Des ganzen deutſchen Heeres Zorn hierüber war ſo
groß, daß der Hochmeiſter allgemeinen Beifall fand, als er
ſeinen Entſchluß verkündete, bei Morgengrauen einen
Gewalt=
marſch anzutreten, um dem Feinde den Weg nach Norden zu
verlegen und weitere Verwüſtung unmöglich zu machen.
Unter ſelten ungünſtigen Vorbedingungen trat das Heer des
Deutſchen Ordens in die Entſcheidungsſchlacht des 15. Juli 1410:
durch die drückendſte Hitze der vorhergehenden Tage waren
Mann und Roß ermüdet, ein wilder Gewitterſturm fegte in der
Nacht über das Lager und raubte den Truppen den Schlaf,
ohne die erſehnte Abkühlung zu bringen, und infolge des
Unwetters war man genötigt, nüchtern, ohne gefrühſtückt und
gefüttert zu haben, aufzubrechen; am Ende des Marſches in
öſtlicher Richtung war ein Seendefilee zu überwinden, und dann
ſtand das Ordensheer ohne Gelegenheit zur Erholung und
Er=
friſchung nach dem heißen Marſche noch drei Stunden in den
ſchweren Rüſtungen in der gewitterſchwülen Luft auf der Höhe
aufmarſchiert, die ſich von Grünfeld nach Tannenberg hinzieht,
um dann mit der Front nach Süden, geblendet von der Sonne,
zu kämpfen.
König Wladislaw Jagiello hatte am 14. Juli ſeinem Heere
einen Ruhetag gegönnt und bezog am 15. Juli nach einem
kurzen Marſche von 10—12 Kilometern ein hinter Hecken und
Waldſtücken verdecktes Lager; ausgeruht traten ſeine Truppen
in den Kampf. Mit überlegener Ruhe ließ Wladislaw Jagiello
durch einige Fähnlein die Aufſtellung ſeiner Schlachtordnung
ſichern, er ſelbſt dehnte abſichtlich das Leſen der Meſſe ſolange
aus bis ſein Heer kampfbereit war, dann beſtieg er, glänzend
gerüſtet, ſeinen Streithengſt und ſprengte auf einen
nahe=
gelegenen Hügel, von dem aus er die Schlacht leitete. Dieſe
Schlachtleitung von einem das ganze Schlachtfeld beherrſchenden
Punkte war für die damalige Zeit wohl eine Neuerung, die ſich
ſehr vorteilhaft für das polniſch=litauiſche Heer auswirkte,
während der Ordenshochmeiſter an der Spitze ſeiner Ritter
focht, dadurch aber die Ueberſicht verlor. Da die Polen nicht
angriffen, ſchickte der Hochmeiſter zwei Herolde, um die
Heraus=
forderung zu überbringen. Daraufhin rückten die Polen unter
dem Geſang ihres alten, frommen Marienliedes Bogarodzicza
zum Angriff vor, von dem Donner der preußiſchen Geſchütze
gegrüßt. Aber ſchon nach dem zweiten Schuſſe mußten dieſe
verſtummen, und auch die Armbruſter und Bogner des Ordens
konnten keinen Erfolg erzielen, weil die Reitergeſchwader des
Ordens ſich nicht mehr halten ließen und ungeſtüm dem Feinde
entgegenſprengten, damit aber gleichzeitig das Feuer in der
Front verbietend. Der rechte Flügel des feindlichen Heeres, den
die Litauer bildeten, wurde geworfen; die Ordensleitung ließ
nun ihren eigenen linken Flügel verſtärken, um den feindlichen
rechten Flügel aufzurollen, was auch vollkommen gelang. Schon
ſtimmten die Deutſchen auf dem linken Flügel das Siegeslied
„Ehriſt iſt erſtanden” an, und mit gewaltigem Anprall wurde
die polniſche Schlachtlinie erſchüttert. Der Hochmeiſter, an der
Spitze ſeiner Ritter fechtend, machte durch die Reihen der Polen
dreimal „die Kehre” vernichtende Schläge austeilend. Schon
war das königliche Banner in den Staub geſunken und die
böhmiſchen Söldner des Königs traten den Rückzug an. Aber
jetzt zeigte ſich die Wirkung der beſſeren Oberleitung und der
numeriſchen Ueberlegenheit auf Seiten der Polen. Während dem
Ordensheere die an ſich richtige Verſtärkung ſeines linken
Flügels ſich deshalb als verderblich erwies, weil ſeine Führer
es nicht verſtanden, ihre Reiter zuſammenzuhalten, ſo daß ſie
nicht rechtzeitig zur Unterſtützung des rechten Flügels gegen die
Polen eingeſetzt werden konnten, ſetzte König Wladislaw Jagiello,
von ſeinem Feldherrnhügel die Schlacht überblickend,
Ver=
ſtärkungen gegen die bloßgegebene rechte Flanke der Deutſchen
an, ließ ſie ſogar noch überflügeln. Hungrig und durch den
Nachtmarſch und den Sonnenbrand ermüdet, gerieten die Truppen
des Ordensheeres ins Wanken. Aber noch einmal gelang es dem
Hochmeiſter eine Anzahl Fähnlein um ſein Banner zu ſcharen und
außerhalb des Kampfgewühls zu neuem Angriff zu ordnen. Im
Kampfe gegen die Hauptmaſſe des polniſchen Heeres beachtete der
Hochmeiſter aber nicht das Häuflein auf dem Hügel: den König
von Polen mit ſeiner Umgebung und ſeiner Leibwache. Nur der
Ritter Diepold Köckritz ſprengte auf den Hügel zu, ſeine
Tollkühn=
heit mit dem Leben büßend. In dem harten Kampfe gelang es
den vom Hochmeiſter perſönlich angeführten Truppen nicht mehr,
die polniſchen Reihen zu durchbrechen, im Gegenteil wurden ſie
auf beiden Seiten überflügelt. In dieſer ſchwierigen Lage
beſie=
gelte ſchnöder Verrat das Schickſal des Ordens: Nickel von Renys,
der Bannerführer des kulmiſchen Adels, unterdrückte ſein Banner
und gab damit ſeinen Genoſſen das Zeichen zur Flucht. Das große
Banner des Ordens und das Banner des Hochmeiſters gingen
verloren. Der Hochmeiſter Ulrich von Jungingen ſank tödlich
ge=
troffen zu Boden; mit ihm fielen mit einer einzigen Ausnahme
alle Großgebietigen des Ordens. Elf Komture lagen erſchlagen,
nur zwei entkamen, zwei weitere wurden gefangen und von den
Polen nach der Schlacht umgebracht. Das Heer des Ordens war
vernichtet, bei der wilden Flucht gerieten führerloſe Reſte auch in
die Sümpfe im Rücken von Tannenberg. Wie groß die Verluſte
des Ordensheeres in der Schlacht bei Tannenberg am 15. Juli 1410
waren, iſt nicht feſtſtellbar; bekannt iſt nur, daß 205 Ritter
gefal=
len ſind, was aber an Gäſten, an dienenden Brüdern, an
Sold=
reitern und gemeinem Volk gefallen iſt, und wie hoch die Zahl
der Gefangenen iſt, die in die Hände der Polen und Litauer
ge=
rieten, entzieht ſich der Berechnung. König Wladislaw Jagiello
behielt von den Gefangenen nur die Hervorragendſten in ſeiner
Macht, ſo die Herzöge von Stettin und Oels und ſolche Leute
rit=
terlichen Standes, von denen ein hohes Löſegeld zu erwarten war.
Alle übrigen Gefangenen wurden entlaſſen, damit ſie Angſt und
Schrecken im Lande verbreiteten und möglichſt noch Sold und
Schadenanſprüche an den Deutſchen Orden ſtellten.
Ein einfaches Denkmal auf dem Schlachtfelde von Tannenberg
zeugt von dem Heldenringen und von dem Heldentode des Deutſch=
Ordens=Heeres am 15. Juli 1410. In der Nähe dieſes Denkmals
hatte Feldmarſchall von Hindenburg an mehreren Tagen der
gro=
ßen Auguſt=Vernichtungsſchlacht über die ruſſiſche Armee des
Generals Samſanoff im Jahre 1914 ſeinen Befehlsſtand.
Als polniſcher Sieg war die Schlacht bei Tannenberg am 15.
Juli 1410 von nicht größerer Bedeutung für das Polentum als
der Sieg bei Wahlſtatt über das Mongolentum, aber für den
Deutſchen Orden bekam ſeine Niederlage bei Tannenberg ihre
Be=
deutung durch die von niemand vorzuſehenden Folgen für die
in=
nere Entwickelung des Ordensſtaates, weil ſie den verderblichen
Kampf zwiſchen Ständetum und Landesherrſchaft auslöſte.
Im Jahre 1410 wurde der Deutſche Orden ins Herz getroffen,
im Jahre 1411 ernannte der nunmehrige deutſche Kaiſer
Sigis=
mund den Burggrafen von Nürnberg, Friedrich von Hohenzollern,
zum Statthalter und am 30. April 1415 zum Kurfürſten von
Bran=
denburg: wer ſpürt da nicht Gottes Finger?! Brandenburg=
Preu=
ßen traten das Erbe des Deutſchordensſtaates an. Was die
Hohen=
zollern über ein halbes Jahrtauſend — vom Kurhut bis zur
Kaiſerkrone — dem deutſchen Volke waren, ſagt der Geſchichte
Buch!
Ei.
Roman von Wilhelm Scheider.
(Nachdruck verboten.)
40
„Weiter nichts?”
„Nein, Herr.”
„Und wann haben die beiden ſich mit Ihnen in
Verbin=
bung geſetzt?”
„Geſtern abend. Ich war im Dorf, im Wirtshaus. Da ſetzte
ſich zu mir ein Stadtherr an den Tiſch, ein junger Ungar. Er
gab mir heimlich hundert Dinare und ſagte, er käme heute nacht
wieder, ich ſolle ihn in der Laube erwarten. Ich hielt ihn für
einen Schmuggler. Warum ſoll man ſolche Geſchäfte nicht machen,
Herr? Tatſächlich kam er heute nacht und brachte einen
zwei=
ten mit.”
„Wie lah der zweite aus?”
„Ja, das kann ich nicht ſagen. Herr 28 war zu dunkel.
Klein und alt war er und ſo eine hohe Stimme hat er gehabr.
Wie ein Weib.”
Baggenſens Mund zuckte bei dieſen Worten. „Alſo gut,
Jadran, ich halte mein Wort. Ich verſtehe ja, daß die
Ver=
ſuchung allzugroß war. Aber das nächſte Mal, wenn der
Ver=
ſucher kommt, dann denken Sie an Ihre Frau.”
Jadran war erſchüttert, er machte den Verſuch, Baggenſen
die Hände zu küſſen. Aber Baggenſen wehrte ab. Jadran, wenn
Sie mir dankbar ſein wollen, dann können Sie mich anders
ver=
pflichten.”
„Ich tue alles für Sie, Herr.”
„Gut, halten Sie ſich zu meiner Verfügung und ſperren Sie
Ihre Augen auf. Wo ſollten Sie die geſtohlenen Sachen
ab=
liefern?”
„Die beiden wollten heute nacht gegen elf Uhr wieder in der
Laube ſein.”
„Alſo abwarten”, ſagte Baggenſen und ſchlug Jadran jovial
auf die Schulter.
Wenige Minuten ſpäter telephonierte ich mit Inger.
Um Mittag kam Inger mit unſerm Motorboot. Sie war
allein. Hatte ſie ihr Ziel nicht erreicht? Am Telephon ſprach
ſie doch davon, daß ſie Rhoda unbedingt mitbringen würde.
Baggenſen und ich ſtanden am Kai. Sie lachte und ſchien
guter Laune zu ſein. Wir vertäuten das Boot.
„Wo haben Sie Rhoda gelaſſen?” fragte Baggenſen.
„Ich habe ſie nach Lecina hinüber gebracht”, antwortete
Inger voller Gleichmut.
Baggenſen bekam einen harten Mund. „Warum?”
„Sie will ihre Sachen packen. Heute abend kommt ſie
be=
ſtimmt zurück.”
„Haben Sie den Baron Elck auf Lecina geſehen?”
„Selbſtverſtändlich” log ſie frech drauflos. „Rhoda hat ihn
ziemlich ſchmählich behandelt. Sie hat ihm geſagt, daß er ſofort
nach Hauſe fahren ſoll.”
Baggenſen ging auf unſer Haus zu, er wolle noch mit Jadran
ſprechen. Ich ſetzte mich mit Inger an den Kai und ſie erzählte
mir alles, was in Lecina vorgefallen war.
Ich war völlig verſtört über dieſe Wendung der Dinge und
verhehlte ihr auch nicht meine Beſorgniſſe.
Inger aber war ſiegesgewiß. „Sie ſind ja ein richtiger
Mies=
macher geworden, Munk. Ich begreife Sie einfach nicht.”
„Sie hätten Rhoda auf keinen Fall in Korcula abſetzen
dür=
fen. Es iſt jetzt möglich, daß ſie offen zu den beiden übergeht. Sie
iſt und bleibt ein unſicherer Kantoniſt.”
„Munk, Sie haben ja keine Ahnung von dieſer Frau. Paſſen
Sie auf: ſie wird noch heute nachmittag zu uns kommen und
wich=
tige Nachrichten mitbringen. Und dann rücken wir alle drei der
Bande auf den Pelz.”
Aber Rhoda kam nicht in den nächſten beiden Stunden, auch
am ſpäten Nachmittag war ſie noch nicht da. Inger wurde unrubig.
Baggenſen war gleich nach dem Mittageſſen mit Jadran
fort=
gegangen, um fünf Uhr kam er zurück. Er ſetzte ſich zu uns in den
Garten.
Ich fragte ihn, ob er etwas ausgerichtet hätte. Nein, er hätte
nichts erreicht. Er ſei mit Jadran im Nachbarort geweſen, um ſich
nach den Ungarn zu erkundigen. Habe aber keinerlei Spuren der
beiden gefunden.
„Laß ſie doch an dich herankommen”, ſagte ich, „heute abend
um elf ſind ſie doch in der Laube.”
Baggenſen lächelte ſtill vor ſich hin. „Das bezweifle ich. Die
haben ſicher ſchon Wind bekommen, daß Jadran alles verraten hat.
„Ich muß mich um ſie kümmern.”
„Was willſt du nun tun?”
„Augenblicklich kann ich nichts anderes als abwarten. Heute
nacht wird beſtimmt etwas geſchehen.”
„Sag mal, Jens, was wollen ſie eigentlich mit deinen
Pa=
pieren? Sind für ſie wichtige Sachen darunter?"
„Nein, aber ſie nehmen an, daß ich gewiſſe Dokumente mit
mir herumſchleppe, die für ſie von unſchätzbarem Wert ſind.”
„Und du haſt ſie wirklich nicht bei dir?‟
Baggenſen ſchmunzelte plötzlich in ſeiner alten Art, dann
klopfte er ſich mit der Hand auf die Bruſt. „Dort ſind ſie‟.
Ich begriff nicht. „Wo?‟
„In einem flachen Beutel. Sie ſind ſo wichtig, daß ich ſie auf
der bloßen Haut trage.”
„Oh.” ſagte Inger, „dann haben Sie wohl durch den Beſitz
dieſer Papiere die Ungarn völlig in der Hand?‟
„Das habe ich.”
„Erzählen Sie uns doch” bat Inger, „um was es ſich handelt.
Was ſind es für Dokumente?‟
„Nur ein paar chiffrierte Telegramm.”
„Aber Sie können ſie leſen?”
Baggenſen lachte. „Nein, ich kann ſie leider nicht leſen. Aber
daß ſie überhaupt da ſind, das genügt.”
„Bitte, bitte”, ſagte Inger, „verraten Sie uns was damit
los iſt.*
„Morgen vielleicht, kleines Mädchen. Dann werden Sie die
Geſchichte auch beſſer verſtehen.”
Damit ſteckte er ſich eine neue Pfeife an. Und wir wußten,
daß nichts mehr aus ihm herauszuholen war.
*
Der Tag verging. Wir hofften immer noch, daß Rhoda
zu=
rückkehren würde. Aber es geſchah nichts. Wir ſahen Baggenſen
am Kai ſtehen. Er hielt Ausſchau nach Rhoda. Inger ging zu ihm
hinüber und verſuchte, ihn zu tröſten: Rhoda hätte viel zu packen
und würde wohl morgen kommen.
Wir hofften immer noch, daß Rhoda kommen würde.
Es dunkelte ſchon, als Jadran im Garten erſchien. Er ging
an mir und Inger vorüber zu Baggenſen, der immer noch am
Kai ſtand.
Wir ſahen, daß Jadran mit lebhaften Geſten und ziemlich
auf=
geregt auf Baggenſen einſprach. Dabei zeigte er hin und wieder
zum Berg hinüber, der hinter unſerem Hauſe in die Höhe ſtieg.
Baggenſen kam mit ihm auf uns zu. Wir hörten ihn ſagen, daß er
es für richtig halten würde, wenn Jadran ſofort aufſtiege und
möglichſt um zehn Uhr wieder zurück ſei.
Jadran verbeugte ſich und ging.
Baggenſen ſtand vor uns. Wir lagen in unſeren Streckſeſſeln
und blickten zu ihm auf.
Er lächelte ſo ſeltſam. „Wollt ihr mitmachen, Kinder?‟
Inger ſchoß eilfertig hoch: „Bis ans Ende der Welt.”
„Wir müſſen heute abend vielleicht noch eine Bergpartie
mächen” ſagte Baggenſen, „aber das Ding, das iſt ja nicht hoch,
in einer Stunde ſind wir oben.”
„Wovon ſprichſt du eigentlich?” fragte ich.
„Zieht euch derbes Fußzeug an”, antwortete er und ging
wie=
der zum Kai zurück.
Die Sonne ſank ins Meer, dann ſtand Baggenſen wie eine
Silhouette gegen den abendgrünen Himmel.
Beim Abendbrot, das wir mit Baggenſen im Garten
ein=
nahmen, aß er faſt nichts. Er ſprach auch nicht. Stumm und ſtarr
ſaß er am Tiſch. Sein Geſicht war faſt leblos. Es war, als ob er
in ſich hineinblicke.
im
Ich kam hart in Verſuchung, ihm zu erzählen, was Inger
heute mit Rhoda erlebt hatte. Aber dann bezwang ich mich doch:
Rhoda konnte immer noch zurückkommen.
Um zehn Uhr lagen wir alle drei im Garten. Eine dunkle
Nacht. Nur das Meer glänzte. Es war warm, faſt ſchwül. Der
Fliederduft erſchien mir unerträglich.
Plötzlich ſtand Jadran vor uns.
„Nun?” fragte Baggenſen ohne ſich zu rühren. Aber dieſes
einzige Wort hatte einen beſonderen Klang.
„Ja,” antwortete Jadran, „ſie ſind oben, Herr.”
„Alle beide?‟
„Ich denke. Ich war vor den Fenſtern, ſie ſprachen.”
„Haben Sie etwas verſtanden, Jadran?”
„Nein.”
„Gut, warten Sie in der Laube. Wenn ſie um elf Uhr nicht
da ſind, ſteigen wir auf.”
Jadran ging.
(Fortſetzung folgt.)
Seite 10 — Nr. 78
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 20. März 1934
StattNt Sttltt
Opott.
Olympig=Preisausſchreiben.
Likerariſcher Welkbewerb der deutſchen Leichkathlekik
Im Namen des Herrn Reichsſportführers ruft der Deutſche
Leichtathletik=Verband (DSB.) die deutſche Jugend, vor allem
unſere Olympia=Kämpfer der letzten und früheren Olympiſchen
Spiele, auf, ſich an einem literariſchen Olympia=Preiswettbewerb
zu beteiligen.
Erlebniſſe bei nationalen, internationalen und olympiſchen
Wettkämpfen, intereſſante Abhandlungen über einzelne Gebiete
der Leichtathletik ſollen in Form von Kurzaufſätzen mit der
Zielſetzung „Olympia 1936” niedergeſchrieben und
veröffent=
licht werden. Sie ſollen unſerer Jugend und beſonders unſeren
Olympia=Kandidaten als Anregung und Anſporn dienen.
Gleich=
zeitig wird die Oeffentlichkeit durch die fortlaufende
Veröffent=
lichung der beſten Aufſätze einen tiefen Einblick in das große
Erleben einer Olympiade erhalten und dadurch unſeren Kämpfern
einen notwendigen Rückhalt geben können.
Für die beſten Arbeiten ſind Preiſe des Herrn
Reichsſport=
führers, des Deutſchen Leichtathletik=Verbandes, des
Reichsaus=
ſchuſſes der Sportſchriftleiter im Reichsverband der Deutſchen
Preſſe, der Poſtſport= und Reichsbahn=Sport= und Turnbewegung,
durch den „Völkiſchen Beobachter”, den „Angriff”, den „
Leichtath=
leten” uſw. ausgeſetzt.
Das Preisgericht beſteht aus dem Reichsſportführer,
dem Führer des Deutſchen Leichtathletik=Verbandes und dem
Preſſe=Führerrat des Deutſchen Leichtathletik=Verbandes.
Die Aufſätze (höchſtens drei Schreibmaſchinenſeiten
einſei=
tig doppelzeilig beſchrieben) ſind an den Deutſchen Leichtathletik=
Verband (DSB.), München Romanſtraße 69 einzuſenden. Jedem
Aufſatz iſt ein Bild des Verfaſſers (möglichſt eine packende
Ver=
öffentlichung aus einem Wettkampf) beizufügen. Schluß des
Einſendetermins für den Wettbewerb 1934: 30. Juni 1934.
München, den 15. März 1934.
Der Verbandsführer des Deutſchen Leichtathletik=Verbandes:
Dr. Karl Ritter von Halt.
In einem Aufrufdes Preſſeführerrats des Deutſchen
Leicht=
athletik=Verbandes heißt es dazu u a.: „Alle können an dieſem
Wettbewerb. der jährlich Wiederholung finden wird, teilnehmen.
Unſere Schuljugend, die vom Lehrer das Thema vorgeſetzt erhält,
unſere Sportjugend, die das Bild ihrer Träume plaſtiſch geſtaltet.
Unſere Aktiven, die aus eigenem Erleben formen, unſere Olymipa=
Kämpfer, die ſchon gegen die Beſten der Welt geſtritten haben.
Die Familie eines Kämpfers, die mit ihm zagte und kämpfte der
Schlachtenbummler, der ſich in glühender Begeiſterung die Kehle
heiſer ſchrie. Der Mann der Poſt, der mit dem Telegraph einen
Sieg in alle Welt verkündete, der Mann des Verkehrs, der zu
Lande und zu Waſſer, auf dem Schiff und in der Eiſenbahn
Olym=
pia und Olympiakämpfer erlebte und miterlebte. — Was für den
Mann gilt, gilt auch für die Frau!
Hämmert ihn hinein in die Herzen aller, den olympiſchen
Ge=
danken, den olympiſchen Sieg! Entzündet das Feuer der
Begeiſte=
rung, auf daß es immer ſtärker brenne. Die Spiele 1936 werden
und müſſen „Unſere Olympia” ſein!”
Um den Göring=Wanderpreis.
Deukſchlandflug 1934 als Mannſchaftskampf.
Der diesjährige Deutſchlandflug, der in der Zeit vom 20. bis
24. Junj zum Austrag kommt, unterſcheidet ſich weſentlich von
ſeinen Vorgängern. Hauptſächlich auf Anregung des
Reichsluft=
fahrtminiſters, Hermann Göring, der einen wertvollen
Wander=
preis zur Verfügung ſtellte, wird die
Gemeinſchaftslei=
ſtung eine bevorzugte Bewertung erfahren. Weiterhin werden
ausſchließlich die Leiſtungen der Beſatzungen, nicht aber die
tech=
niſchen Eigenſchaften der Flugzeuge beurteilt werden. Der
Deutſch=
landflug 1934 ſoll den Stand der Ausbildung und die Fähigkeiten
der Flugzeugführer, der Orter und des Bodenperſonals erweiſen.
Außerdem ſoll der Wettbewerb eine großzügige
Werbung für den deutſchen Luftſport
und den Deutſchen Luftſportverband darſtellen und den
Gedan=
ken der deutſchen Luftgeltung in weiteſte Kreiſe
tragen.
Teilnahmeberechtigt ſind Orts= und Untergruppen des
Deut=
ſchen Luftſportverbandes. Die erfolgreichen Bewerber und
Be=
ſatzungen erhalten Ehrenpreiſe. Geldpreiſe gelangen, nicht zur
Verteilung. Entſprechend den zurückgelegten Flugkilometern
wer=
den den Bewerbern die aufgewendeten Betriebskoſten ganz oder
teilweiſe vergütet.
Zugelaſſen ſind Sportflugzeuge der Klaſſe 4 mit einer
Mo=
torenſtärke von mehr als 60 und weniger als 170 P8. Triebwerke
und Zellen müſſen deutſcher Herſtellung, Flugzeuge und Motoren
eines Verbandes von gleichen Muſtern ſein.
Ob der Wettbewerb drei oder vier Flugtage umfaßt, wird in
einer ſpäter erſcheinenden Zuſatzausſchreibung feſtgelegt werden.
Bei vier Flugtagen werden an zwei Tagen Streckenflüge bis zu
1500 Km. Länge ausgeführt. Bleibt die Veranſtaltung auf drei
Flugtage beſchränkt, findet ein Streckenflug bis 1500 Kilometer
Länge nur an einem Tage ſtatt. An den beiden anderen
Flug=
tagen werden Streckenflüge bis zu 1200 Kilometer Länge
ausge=
führt. Gewertet werden außer der erzielten Reiſegeſchwindigkeit
beſtimmte Ortungsaufgaben. Sämtliche Streckenflüge haben Start.
und Ziel auf dem Flughafen Berlin=Tempelhof. Sie
gliedern ſich in Teilſtrecken, auf denen in bis zu 10 Kilometer
Abſtand vom gradlinigen Kurs Abwurfſtellen eingerichtet
wer=
den, die gefunden werden müſſen. Das Auffinden dieſer
Ab=
wurfſtellen iſt der wichtigſte Teil des Wettbewerbs.
Aus=
laſſung eines Zwangslandehafens eines Zwangswendepunktes
oder einer Teilſtrecke ſowie Ueberſchreitung der
Beurkundungs=
zeit führt zum Ausſcheiden. Die Zahl der teilnehmenden
Flug=
zeuge kann auf 150 beſchränkt werden. Nennungsſchluß iſt am 30.
April bei der Wettbewerbsleitung des Deutſchen
Luftſportver=
bandes, Berlin W. 35, Blumeshof.
Tiſchkennis.
Beim Bezirkstiſchtennis=Turnier des Gaues 13 im Kurhaus
in Wiesbaden
beteiligten ſich Spieler aus Frankfurt a. M., Darmſtadt,
Mainz, Gonſenheim und Wiesbaden.
Die Vertretung Darmſtadts hatte SV. 98 übernommen. Im
Herreneinzel waren die letzten Vier nur ein Frankfurter, aber
drei Darmſtädter: Endſieg und Bezirksmeiſterſchaft fiel nach
über=
ragendem Kampf an Schardt=Darmſtadt, der damit ſeine
Heidel=
berger Niederlage gegen Ulrich=Frankfurt a. M. korrigierte. —
Meiſter im Herrendoppel wurde die altbewährte Kombination
Schardt=Wöbke=Darmſtadt. Auch im Gemiſchten Doppel befanden
ſich die 98er im Endſpiel durch das Paar Frl. Lemke=Ploch: doch
mußten ſie knapp dem Wiesbadener Paar, Frl. Viererbe=Bührer,
den Sieg überlaſſen.
Zum Schluß der Saiſon wird nächſten Sonntag vom SV. 98
Darmſtadt ein Blitzturnier veranſtaltet. Teilnehmer ſind der
Gau=
meiſter Blau=Weiß Mainz, der Tiſchtennisklub Fpankfurt=Weſt
mit dem ſüddeutſchen Herrenmeiſter Ulrich, und der VfR.
Mann=
beim mit ſeiner ausgezeichneten Mannchaft.
Kegeln.
Kegler=Verband Darmſtadt und Umgebung.
Im Anſchluß an den Bericht des Bezirksſportwarts werden
hiermit noch die Einzelreſultate der Darmſtädter Mannſchaft bei
dem Bezirksrückkampf in Wiesbaden bekanntgegeben. Es
erreich=
ten: Mees 517 Holz, Rößler 517 Hols, Reichert 511 Holz. Mayer
504 Holz, Bangert 504 Holz, Grün 495 Holz, Hübner 494 Holz,
Schüßler 491 Holz. Ringler 484 Holz, Scherer 449 Holz.
Winkerkämpfe
der Zurmſtaoter Suiolianner
Lekler Abend: Samstag, 24. März. 8½ Uhr.
Programm: Klaſſe 1: 10 mal 100 Meter Kraul 4 mal 100
Meter Bruſt, 6 mal 100 Meter Lagen; Klaſſe 2: 100 Meter Bruſt.
2 mal 100. 200. 100 Meter Lagen; Damen: 50 Meter Bruſt,
4 mal 100 Meter Kraul.
Unter den 7 Rennen des ſechſten und letzten Abends ſind nicht
wneiger als 5 Staffeln. Alle Staffelkämpfe der diesjährigen
Runde waren hart und ſpannend von den erſten bis zu den letzten
Metern. Die des kommenden Samstags verſprechen dies in
er=
höhtem Maße wieder zu werden. Die Tatſache, daß dieſe letzten
Rennen für die Placierung der Vereine außerordentlich wichtig
ſind wird alle Teilnehmer zu ganz beſonderen Leiſtungen
an=
ſpornen.
In der Damenklaſſe dürfte es zwiſchen der 2. Garnitur
Jungdeutſchlands und den Woogsplatzturnerinnen ein erbittertes
Ringen um den 2. Tabellenplatz geben, für den beide noch gleiche
Ausſichten haben. Es iſt auch nicht ausgeſchloſſen, daß die
Ver=
treterinnen der 1. Klubmannſchaft zum Abſchluß noch eine
Nieder=
lage einſtecken müſſen.
Die Merck=Schwimmer werden in den beiden Kämpfen der
Klaſſe 2 wiederum ihren Mann ſtellen, wenn ſie auch bei der
für ſie zu kleinen Vorgabe kaum Ausſicht haben, Jungdeutſchlands
2. zu ſchlagen. Für die Leute mit dem gelben „M.” iſt es
immer=
hin ein achtbarer Erfolg, daß ſie, zum größten Teil noch
Anfän=
ger, an allen Kämpfen ihrer Klaſſe teilgenommen haben, wozu
manchen älteren Schwimmvereinen bzw. =Abteilungen ſcheinbar
der Mut gefehlt hat.
An die Teilnehmer der Klaſſe 1 werden mit 3 Staffeln
noch einmal ganz beſondere Anforderungen geſtellt. SC.
Jung=
deutſchland, mit der größten Mannſchaft, wird wohl am leichteſten
damit einig werden und hat daher die beſten Chancen. Allerdings
muß er, um gegen die kompletten Mannſchaften von Tgeſ 75,
Polizei und Tgde. 46 die Vorgaben aufholen zu können, ſelbſt in
ſtärkſter Beſetzung antreten. Andererſeits werden die Poliziſten
mit aller Macht ihren knappen Vorſprung von 2 Punkten gegen
den Klub verteidigen und die 1846er unbedingt ein beſſeres
Punkt=
verhältnis erzielen wollen. Natürlich wird auch der
Tabellen=
führer, Tgeſ 1875 ſein möglichſtes tun, damit ihm auch der letzte
Abend Erfolge bringt, die ſich den vorausgegangenen würdig
an=
reihen.
Ringen.
Sieber (Polizei Darmſtadk) ſiegt
beim Ausſcheidungsringen im Halbſchwergewicht.
Vor etwa 1500 Zuſchauern wurden in Oberſtein die
Ausſchei=
dungskämpfe der Halbſchwergewichtsringer ausgetragen, zu denen
ſich Bräun=Oberſtein, Rupp=Mannheim. Heitmann=Hörde,
Engel=
hardt=Freiſing, Regelſki=Dortmund und Sieber=Polizei Darmſtadt
ſtellten. Der Darmſtädter konnte ſeine ausgezeichnete Form in
allen Kämpfen unter Beweis ſtellen und ohne Punktverluſt den
glänzenden Sieg an ſich reißen.
Die Kämpfe: Im erſten Gang legt Sieber ſeinen Gegner
Regelſki nach 8 Minuten durch Nackenhebel auf die Matte. Bräun
ſiegte nach Punkten über Heitmann. Trotz einer Punktniederlage
gegen Rupp hatte Engelhardt die Sympathien der Zuſchauer auf
ſeiner Seite. Einen Blitzſieg errang Sieber über den deutſchen
Meiſter 1933, Heitmann, den er nach einer halben Minute durch
Ausheber aus dem Stand auf die Schultern legte. Bräun brachte
dann Rupp durch Hüftzug aus dem Stand nach 1 Minute zu Boden
und einen weiteren Sieg landete Engelhardt nach 5½ Minuten
über Regelſki, dem ein Armzug am Boden zum Verhängnis wurde.
Im Kampf Sieber gegen Rupp lag der Poliziſt nach 10
Mi=
nuten in Führung und die Wertungen im Bodenkampf reichten
zu einem hohen Punktſieg. Durch abgefangene Soubleſſe zwang
Bräun Engelhardt nach 4½ Minuten zur Aufgabe. Im
Entſchei=
dungskampf ſtanden ſich dann Sieber — Bräun gegenüber. Die
erſten 10 Minuten ſahen einen ausgeglichenen Kampf der beiden
Könner, im Bodenkampf vermochte Sieber dann zwei Wertungen
herauszuholen, ſo daß er nach Beendigung der Kampfzeit als
Sie=
ger dem mit Beifall nicht kargenden Publikum vorgeſtellt werden
konnte. In der Zwiſchenpauſe zeigte Meiſter Ismayer ſeine große
Kunſt im Gewichtsheben. Mit ſpielender Leichtigkeit ſchaffte er
200 Pfund im einarmig Stoßen, 205 Pfund im beidarmig
Drük=
ken und 206 Pfund im beidarmig Stoßen.
Vorwärts Groß=Zimmern — KSV. Neu=Iſenburg 13:6.
Das Ergebnis des Vorkampfes in der Troſtrunde in Groß=
Zimmern 9:8 für Groß=Zimmern ließ einen ſcharfen Rückkampf
erwarten, ging es doch bei beiden Vereinen um die weitere
Teil=
nahme an den Ausſcheidungskämpfen, in der Troſtrunde. Der
Samstag brachte nun die Entſcheidung, wonach Groß=Zimmern
doch die beſſere Mannſchaft ſtellen kann. Obwohl Neu=Iſenburg
alles daran ſetzte, auf heimiſcher Matte den Sieg zu erringen, ſo
konnte Groß=Zimmern doch die Lorbeeren mit nach Hauſe nehmen.
Die Kämpfe wurden durch die beiden Schülermannſchaften
er=
öffnet. Die Schülermannſchaft von Vorwärts war beſonders
ehr=
geizig und gönnte den Neu=Iſenburgern keinen Ehrenpunkt
Durch=
weg Schulterſiege in kurzer Zeit waren der Lohn des fleißigen
Trainings der Schüler. Es iſt angebracht, ſie in Zukunft mehr der
Oeffentlichkeit zu präſentieren.
Im Bantam=Gewicht trafen dann Joh Herbert und Schachner
zuſammen Schachner, der ſich lediglich auf geſchickte Verteidigung
verlegte, bot Herbert wenig Angriffspunkte, ſo daß H. nur einen
Punktſieg erzielen konnte. Im Federgewicht konnte Seip. Neu=
Iſen=
burg, gegen Weidner einen billigen Sieg einheimſen. Der
über=
legene Weidner der bereits eine Anzahl Punkte zu verzeichnen
hatte, warf ſich in der 5. Minute ſelbſt. Schwere Arbeit hatte Ohl
im Leichtgewicht mit Streb, in der 9. Minute mußte Streb auf
die Schultern. Den zweiten Sieg konnte Iſenburg im
Welterge=
wicht, wo Fayl gegen Weyer, Groß=Zimmern antrat, erringen.
In der 10. Minute mußte Weyer, nachdem der Kampf ausgeglichen
verlaufen war, ſich beugen. Kritiſche Momente hatten die beiden
Gegner Reinhard von Vorwärts und Kuhn, Neu=Iſenburg, im
Mittelgewicht. Reinhard, der nach langer Zeit wieder auf der
Matte ſtand, hatte ſichtlich noch unter den Folgen ſeiner
Ver=
letzungen zu leiden. Trotzdem konnte er Kuhn in der 13. Minute
durch Doppelnelſon erledigen. Auch das Treffen im
Halbſchwer=
gewicht Kaffenberger, Gr.=Zimmern gegen den routinierten
Fließ=
bach war äußerſt ſpannend. Fl., der ſich alle Mühe gab, das
Er=
gebnis für Neu=Iſenburg gleichzuſtellen, unterlag in der 8. Min.
durch Eindrücken der Brücke. Schwere Arbeit hatte Danz im
Schwergewicht mit Malzy Neu=Iſenburg. Malzy, der anſcheinend
nur auf Verteidigung im Bodenkampf trainiert, konnte ſich immer
wieder aus den angeſetzten Griffen befreien, ſo daß D. lediglich
als Punktſieger die Matte verlaſſen konnte. Kampfrichter
Kalt=
waſſer=Darmſtadt leitete ausgezeichnet.
Am Sonntag ringt nun Vorwärts im 2. Ausſcheidungskampf
in der Troſtrunde gegen Bad=Kreuznach, das über Weiſenau
Sie=
ger geblieben iſt. Es wird ſchwer ſein, ſich über den Ausgang
die=
ſes Kampfes im Voraus ein Urteil zu bilden, da Kreuznach über
Mainz=Weiſenau im letzten Kampf ein Ergebnis mit 21:0
verzeich=
nen konnte.
Neue Rekorde im Gewichtheben.
Im Rahmen der Kämpfe um die Mannſchafts=Meiſterſchaft
des Gaues Niederrhein in Düſſeldorf zwiſchen dem
Kraftſportver=
ein 1920 Düſſeldorf und KSV. Siegfried Eſſen wurden zwei neue
Rekorde im Gewichtheben aufgeſtellt. Der Schwergewichtler
Wahl=Düſſeldorf ſchuf mit einer Leiſtung von 205 Pfd.
einen neuen Weltrekord im linksarmigen Stoßen,
und im Fliegengewicht erreichte der Eſſener Verlei im
links=
armigen Reißen mit 125 Pfund einen neuen deutſchen
Rekord. Den Gaumeiſter=Titel gewann Siegfried Eſſen mit
5080 Pfund gegen Düſſeldorf mit 4810 Pfund.
Saar=Fußballgäfte in Skarkenburg.
Wie der Fußball=Kreisführer, Dr. Grünewald mitteilt, ſind
für Saar=Propagandaſpiele an Oſtern folgende Paarungen
ver=
abredet worden:
Olympia Lampertheim — FVgg. Merzig;
Germania Pfungſtadt — SV. Saarwellingen;
SVgg. Arheilgen — SVgg. 06 Bous:
VfR. Bürſtadt — SV. Güdingen (2 Oſterfeiertag);
FV. Sprendlingen — SVgg. 09 Fraulautern;
SC. Dietzenbach — SV. Bettingen;
SV. Weiterſtadt — SV. Lisdorf;
SV. Egelsbach — FC. Ensdorf;
Viktoria Griesheim — Ingobertia St. Ingbert;
Germania Klein=Krotzenburg — VfR. Erbach=
Reis=
kirchen.
SV. Mörfelden — SV. Düppenweiler (2. Feiertag).
Wo nichts andres vermerkt, finden die Spiele am 1.
Oſterfeier=
tag ſtatt.
Eine Schenkung des Reichsſporkführers.
dier
Anläßlich des Beſuches der Waſſerſport=Ausſtellung in Berlin
durch den Reichsſportführer von Tſchamme: und Oſten fand der
Mannſchaftskanadier des DKV. ſeine größte Anerkennung. Aus
ſeinem Fonds bewilligte er dem Führer des Kanu=Verbandes den
Ankauf von drei dieſer prächtigen Boote.
Die feſtliche Bootstaufe wird bei der Sonnenwendfeier
gele=
gentlich der Saar=Moſelfahrt des Verbandes im Juni ſtattfinden.
Die Namen dieſer drei Boote werden ſein „„Hindenburg”. Adolf
Hitler” und „von Tſchammer=Oſten”. Annähernd fünfzig ältere
Zehnerkanadier werden hierbei im Beiſein von mehreren tauſend
Paddlern Taufpaten ſein.
Candznn Sauaklaut w. mt.
Kaſſel, Trier, Freiburg 251
Frankfurt: Dienstag, 20. März
6.00: Stuttgart: Choral, Zeit, Wetter. — 6.05 und 6.30:,
Gym=
naſtik. — 6.55: Zeit, Frühmeldungen. — 705: Wetter.
f.10: Frühkonzert. Durch Operetten von geſtern und heute.
8.25:
8.15: Waſſerſtand, Schneeſportverhältniſſe. Wetter.
Stuttgart: Gymnaſtik. — 10.00: Nachrichten. — 10.10: Nur
Freiburg: Werbekonzert. — 10.30: Nur Freiburg: Eigene
Sen=
dung. — 10.45: Praktiſche Ratſchläge für Küche und Haus.
11.00: Werbekonzert, 11.40: Meldungen. 11.50: Sozialdienſt.
12.00: Mittagskonzert des Funkorcheſters. Ltg.; Walter Caſpar,
13.15: Zeit Nachrichten — 13.25: Nachrichten, Wetter. —
13.35: Mittagskonzert. Szenen aus Verdis „Aida‟. — 14.30:
Nur Freiburg: Nachrichten. — 14.40: Stunde der Frau: Oſtern
ſtehr vor der Tür. Ein Hörbericht. — 15.30: Gießener
Wetter=
bericht: anſchl.: Obſervatorium Aachen: Wetter für das Eifel=
und Moſelgebiet. — 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. —
15.50: Wirtſchaftsbericht.
16.00: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Lta.: H. Seeber
van der Floe. — 17.30: Karl Frankenſtein: Vom Geheimnis
des griechiſchen Sprachklangs. — 17.45: Ruſſiſche Volkslieder.
Geſungen von Elly Degerdon (Alt). — 18.00: Die Grüne
Woche. Eine Unterhaltung über ihren Sim und ihre
Be=
deutung. — 18.15: Aus Wirtſchaft und Arbeit — 18.25:
Italieniſcher Sprachunterricht. — 18.45: Wetter, Wirtſchaft,
Programm, Ze
— 18.50: Sozialdienſt.
19.00: Breslau: Reichsſendung. Stunde der Nation: Der Arbeiter
und das Reich. Ein Hörbericht von der deutſchen Wandlung,
20.00: Nachrichten.
20.10: Bunter Abend. — 22.00: Zeit,
Nachrichten. — 22.15: Stuttgart: Du mußt wiſſen. — 22.25:
Nachrichten, Wetter, Sport. — 22.40: Zwiſchenprogramm:
Steg=
reifſendung. — 23.00: Volksmuſik. — 24.00: Nachtmuſik.
Aasttkandtaden
(Welle 1571)
Deutſchlandſender: Dienstag, 20. März
6.00: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. — 6.05:
Wieder=
holung der wichtigſten Abendnachrichten. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30: Wetter für die Landwirtſchaft: anſchl.:
Tages=
ſpruch. — 6.35; Berlin: Frühkonzert. — In einer Pauſe
(gegen 7.00): Nachrichten. — 8.00: Sperrzeit. — 8.45:
Leibes=
übung für die Frau. — 9 00: Sperrzeit. — 10.00: Nachrichten.
10.10: Heia Safari! Ein Hörſpiel um Lettow=Vorbeck, dem
ſieg=
reichen Verteidiger unſerer Afrika=Schutzgebiete, von R. Dorr,
10.50: Fröhlicher Kindergarten. — 11.15: Deutſcher Seewetter=
22.45: Deutſcher Seewetterbericht — 23.00: Nürnberg:
Nacht=
bericht. — 11.30: Hausmuſik: Mozart und Schubert. — 12.00:
Wetter für die Landwirtſchaft. — Anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Allerlei Inſtrumente (Schallpl.). — Anſchl.: Wetter für
die Landwirtſchaft. — 12.55: Zeitzeichen der Deutſchen Seewarte.
13.00: Sperrzeit. — 13.45: Nachrichten. — 14.00: Schallplatten:
Berühmte Dirigenten und Soliſten. — 15.00: Wetter, Börſe. —
15.15: Für die Frau: Schulungsarbeit in der Frauenſchaft. —
15.40: Erzieherfragen: Erich Diederichs: Die Bedeutung des
Dienſthalbjahres für den angehenden Hochſchüler.
16.00: Frankfurt: Nachmittagskonzert. Das Funkorcheſter. Ltg.:
H. Seeber van der Floe. — 17.00: Dr. W. Peterſen:
Erb=
geſundheit, ein Hauptziel des Nationalſozialismus. — 17.15:
Jugendſportſtunde: Der Dietwart der Deutſchen Turnerſchaft
im Kreiſe der Turniugend. — 17.35: Walter Gieſeking ſpielt
(Schallplatten). — 18.10: Rechtsanwalt Dr. Neye: Rechtsfragen
für jedermann. — 18.30: Hauptſchriftleiter H. Fritzſche: Politiſche
Zeitungsſchau des Drahtl. Dienſtes. — 18.50: Das Gedicht. —
Anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft.
19.00: Breslau: Reichsſendung: Stunde der Nation: Der Arbeiter
und das Reich. Ein Hörbericht von der deutſchen Wandlung. —
Kernſpruch. — Anſchl.: Nachrichten des Drahtl. Dienſtes: —
20.10: Mit dem Deutſchlandſender nach Italien. Italieniſcher
Sprachunterricht für Anfänger. — 20.30: Marianne Mörner
ſingt nordiſche Lieder. — 21.00: Tanz in den Frühling. Kapelle
Rob. Gaden. — 22.00: Wetter= Tages= und Sportnachrichten.
22.45: Seewetterbericht.
23.00: Nürnberg: „
Nacht=
muſik. Es ſpielt das Frankenorcheſter, Ltg.: Wlly Boehm.
Wetterbericht.
Während ſich über dem Kontinent ein flaches Hochdruckgebiet
aufgebaut hat, dringt von Weſten her eine kräftige Störung vor,
die über Frankreich bereits Niederſchläge verurſacht. Bei der
da=
durch entſtandenen Südſtrömung fließt Warmluft zu, wodurch
Milderung eintritt Zunächſt iſt der Himmel noch aufheiternd;
doch kommt allmählich Bewölkung auf, wobei auch vereinzelt
Regen zu erwarten iſt.
Ausſichten für Dienstag: Noch aufheiternd, dann
Bewölkungsauf=
zug, milder, aufkommende Niederſchläge.
Ausſichten für Mittwoch: Im ganzen milder, teils bewölktes, teils
aufheiterndes Wetter, vereinzelt etwas Regen.
Hauptſchriftleitung: Ruvot/ Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchat: Rudolf Mauve; ür Feuilleton, Reich
und Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; fürden Schlußdienſt: Andreas
Bauer; für den Kandel: Dr. C. H. Quetſch; für Sport: Karl Böhmann: für „Die
Gegenwart”, Tagesſpiegel inBild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
eilund geſchäftliche Mitteilungen: Billy Kuhle, ſämtl. in Darmſtadt. D.A II. 34 23339
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Sprechſtunden der Redaktion: Vormittags 12—1 Uhr nachmittags 6—7 Uhr
Die heutige Nummer hat 12 Geiten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 78
Dienstag, 20. März
Kapitalherabſetzung der Aktiengeſellſchaften.
8. Verordnung zur Durchführung der Vorſchriften über die Kapitalherabſehung in erleichkerter Form
vom 14. März 1934.
Nach dieſer Durchführungsverordnung können
Aktiengeſell=
ſchaften und Kommanditgeſellſchaften auf Aktien, um die
Ein=
ziehung der beim Inkrafttreten dieſer Verordnung vorhandenen Beiiiner and Zrantfärter effellendorfr.
Vorratsaktien oder der in dieſem Zeitpunkt der Geſellſchaft oder
einem anderen für ihre Rechnung gehörigen Aktien zu
ermögli=
chen, ihr Grundkapital nach Maßgabe näherer Vorſchriften
be=
dingt erhöhen, wenn die einzuziehenden Aktien zur Erfüllung
eines unentziehbaren Bezugs= und Umtauſchrechts beſtimmt ſind,
das die Geſellſchaft oder ein anderer für ihre Rechnung vor dem
Inkrafttreten dieſer Verordnung eingeräumt hat. Die GV. kann
zugleich mit der Kapitalherabſetzung eine Erhöhung des
Grund=
kapitals mit der Beſtimmung beſchließen, daß den Inhabern der
vorgenannten Bezugs= oder Umtauſchrechte ein Bezugs= oder
Um=
tauſchrecht auf die neu auszugebenden Aktien oder beide Rechte
zuſammen eingeräumt werden (Bezugsaktien), und daß die
Er=
höhung erſt in dem Zeitpunkt und nur inſoweit zur Durchführung
gelangen ſoll, als von dem Recht Gebrauch gemacht wird. Das
Bezugs= oder Umtauſchrecht auf die neu auszugebenden Aktien
muß den gleichen Inhalt haben wie die Rechte für die
einzuziehen=
den Aktien. Der Geſamtnennbetrag der Bezugsaktien darf den
der einzuziehenden nicht überſteigen. Der Beſchluß über die
be=
dingte Kapitalerhöhung bedarf einer Mehrheit, die mindeſtens
drei Viertel des bei der Beſchlußfaſſung vertretenen Kapitals
um=
faßt. Die Satzung kann noch andere Erforderniſſe aufſtellen. Die
Bezugsaktien können erſt nach Eintragung des entſprechenden
Beſchluſſes in das Handelsregiſter ausgegeben werden. Die
Be=
zugserklärung hat die gleiche Wirkung wie eine
Zeichnungserklä=
rung. Der Vorſtand darf die Bezugsaktien nur in Erfüllung des
eingangs bezeichneten Zweckes und nicht vor voller Leiſtung des
Gegenwertes ausgeben.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Brandſchadenſtatiſtik der privaten Feuerverſicherungs=
Geſell=
ſchaften. Die bei der „Arbeitsgemeinſchaft privater
Feuerverſiche=
rungs=Geſellſchaften in Deutſchland” im Februar 1934
angefalle=
nen Schäden aus dem Deutſchen Reich betrugen insgeſamt 4,42
Mill. RM. gegen 4,18 Mill. RM. im Vormonat. Die
Schaden=
kurve ſcheint hiernach auch in dieſem Jahre den gleichen Verlauf
zu nehmen wie in den früheren Jahren, wo die Schadenergebniſſe
der erſten Monate ſich ebenfalls im Durchſchnitt auf der gleichen
Höhe hielten.
Elektrizitäts A.=G. vorm. W. Lahmeyer u. Co., Frankfurt
a. M. Die Geſellſchaft iſt infolge nachträglich getroffenen
Ueber=
einkommens mit dem Treuhänder ihrer 6 Prozent Schweizer Fr.
Anleihe von 1927 in der Lage, den Gegenwert der noch nicht zur
Einlöſung gekommenen, am 1. September 1933 und 1. März 1934
fällig geweſenen Zinsſcheine dieſer Anleihe, ſoweit die Eigentümer
im Inland anſäſſige deutſche Reichsangehörige ſind, in vollen RM. zu
vergüten. Die Zinsſcheine ſind durch Vermittlung eines
Bankgeſchäf=
tes mit entſprechender Erklärung (Inländer=Affidavit) bei der
Geſellſchaft einzureichen. Die Auszahlung des Gegenwertes
er=
folgt jedoch erſt nach Freigabe der betreffenden Beträge durch das
Züricher EEmiſſionshaus bei der Konverſionskaſſe.
Ausſchüttung von gezogenen Türkenloſen. Der Pariſer
Ver=
waltungsrat gibt bekannt, daß auf die Loſe, die in den Ziehungen
Nr. 340 bis 351 vom t. 10 26 bis 1. 8. 28 gezogen ſind, zur
reſt=
lichen Abgeltung des türkiſchen Schuldenanteils eine Ausſchüttung
teils in bar, teils in Stücken der 7½prozentigen Staatsſchuld von
1933, Tranche 1 erfolgt. Gleichzeitig wird eine endgültige
Aus=
ſchüttung für Rechnung Italiens, Paläſtinas und des Irak auf
Loſe, die in den Ziehungen Nr. 328 bis 333, vom 1. 10. 1924 bis
1. 8. 1925 gezogen ſind, vorgenommen. Ferner werden für alle
Stücke der Ziehungen Nr. 328 bis 351 „Recepiſſes Proviſoires”
(Vorläufige Empfangsſcheine) als Unterlage für die Anſprüche
gegen die Staaten, die ihren Schuldanteil noch nicht geregelt
haben, ausgegeben. Die Durchführung liegt in den Händen der
alten Zahlſtellen, S. Bleichröder und DD.=Bank, Berlin und
Frankfurt am Main.
Produkkenmärkke.
Mannheimer Produktenbericht vom 19. März. Weizen inl.
(76—77 Kilo) frei Mannheim 20.10—20,20, desgl. franko
Voll=
bahnſtation des Erzeugers Feſtpreis Bez. 9 per März 19,50,
Be=
zirk 10 per April 19,70, Bez. 11 per Mai 20; Roggen ſüdd. (71
—72 Kilo) frei Mannheim 16,90—17,10, desgl. franko
Vollbahn=
ſtation des Erzeugers Feſtpreis Bez. 8 per März 16,50, Bez. 9
per April 16,70: Hafer inländ. 16—16,25; Sommergerſte inländ.
und Pfälzergerſte 18—18,50 (Ausſtichware über Notiz),
Futter=
gerſte 16,50—17,00. Mais inländ. im Sack 19,25—19,50:
Erdnuß=
kuchen prompt 16,75—17; Soyaſchrot prompt 15,25; Rapskuchen
14,50; Palmkuchen 15,00; Kokoskuchen 17.00; Seſamkuchen 17,00;
Leinkuchen 17.25—17,50; Biertreber mit Sack 15,25—15,50;
Malz=
keime 13—13,50: Trockenſchnitzel ab Fabrik 9,50—9,75;
Roh=
melaſſe 8,50; Steffenſchnitzel 11,00; Wieſenheu loſes 6—6,40,
Rot=
kleeheu 6.40—6,60; Luzernekleehen 7,60—7,80, Preßſtroh Roggen=
Weizen 2 20—2,40. desgl. Hafer=Gerſte 1,80—2,00; gebünd. Stroh
Roggen=Weizen 1.40—1,60, desgl. Hafer=Gerſte 1.20—1,60:
Wei=
zenmehl Spezial Null mit Austauſchweizen per März 29,70, per
April 30,00; Weizenmehl Spezial Null aus Inlandsweizen per
März 28,20 per April 28,50: Roggenmehl 70—60proz. nordd, pr.
22,25—23,00, desgl. pfälziſches und ſüdd. prompt 23,25—24,25;
Weizenkleie feine mit Sack 10—10,25, Weizenkleie grobe mit Sack
10,50—10,75; Palmkuchen 14,75—15; Roggenkleie 10,25—11,00;
Weizenfuttermehl 11,25—11,50; Roggenfuttermehl 11,50—12,00;
Weizennachmehl 15—15.25, do. IV B 16—16,25. Tendenz; ruhig.
Frankfurter Getreidegroßmarkt vom 19. März. Die Tendenz
am Frankfurter Getreidegroßmarkt erfuhr durch die Neuregelung
des Feſtpreisſyſtems eine leichte Befeſtigung, was ſich insbeſondere
bei Weizen, der nur knapp angeboten war, in einer Preiserhöhung
um 2,50 Reichsmark pro Tonne auswirkte. Im übrigen lagen
die Getreide= und Mehlpreiſe unverändert bei ſehr ruhigem
Ge=
ſchäft. Kraftfuttermittel lagen ſtetig bei meiſt etwas höheren
Preiſen; nur Treber bröckelten weiter ab. Weizen 199,00—200,00,
Roggen 172,50—173,00, Sommergerſte 172,50—177,50. Hafer
157,50—160,00, Weizenmehl ſüdd. Spezial Null mit
Austauſchwei=
zen 29.40—29,75, desgl. ohne Austauſchweizen 27,90—28,45,
Rog=
genmehl 0—60proz. 23,50—24,00, desgl ſüdd. Spezial Null 24,00.
Weizenkleie 10,25, Weizenfuttermehl 11—11,25, Roggenkleie 10,60
bis 10.70, Soyaſchrot 15,35—15,55, Palmkuchen 14,90—15,00
Erd=
nußkuchen 16,30—17,25, Treber 15,00, Trockenſchnitzel 9,60—9,70,
Heu war abgeſchwächt auf RM. 6,00 nach zuletzt 6,40 Weizen= und
Roggenſtroh drahtgepreßt oder gebündelt 1,90—2,00. Tendenz:
befeſtigt.
Biehmärkte.
Frankfurter Schlachtviehmarkt vom 19. März. Auftrieb:
Rin=
der insgeſamt 1299 (gegen 1257 am letzten Montagsmarkt),
dar=
anter befanden ſich 411 Ochſen 130 Bullen, 381 Kühe und 377
Färſen Kälber 506 (563) Schafe 27 (19), darunter 23 (18)
Ham=
mel, Schweine 3973 (4100). Notiert wurde pro Zentner
Lebend=
gewicht in RM.: Ochſen a) 1. 33, b) 31—32, C) 28—30, d) 25—27:
Bullen a) 30, b) 28—29. c) 26—27 d) 24—25: Kühe a) 28—29.
b) 24—27 c) 19—23, d) 13—18; Färſen a) 33, b) 30—32, c) 27
bis 29, d) 24—26: Kälber Sonderklaſſe —, andere a) 46—47,
b) 41—45, c) 34—40. d) 26—33; Lämmer und Hammel b) 1.
Maſt=
hammel 34—36; Schafe nicht notiert; Schweine a) 43—46, b) 42
bis 45, c) 40—45, d) 37—44, e) 36—41, f) —, g) Sauen 34—42.
Im Preisvergleich zum letzten Montagsmarkt gaben Bullen eine
Mark, Schweine bis 2 Mark nach, Kühe zogen 1 Mark und
Käl=
ber 1—2 Mark an; im übrigen blieben die Preiſe unverändert.
Marktverlauf: Rinder ruhig, nahezu ausverkauft, Kälber, Schafe
und Hammel mittelmäßig, geräumt: Schweine ruhig, nahezu
aus=
verkauft. Bemerkungen: Bei den Kälbern wurden in der Klaſſe
a) 14, b) 47, C) 173 und d) 183 Stück notiert.
Auch für die neue Woche war das Anhalten der freundlichen
Grundſtimmung an der Berliner Börſe charakteriſtiſch, wenn
auch die Umſätze allgemein etwas zurückgingen. Im Vordergrund
des Intereſſes ſtanden wieder Rohſtoffwerte, insbeſondere
Braun=
kohlenaktien, ſowie Aktien von Geſellſchaften, die der heimiſchen
Oel= und Teerproduktion uſw. dienen. Einige Braunkohlenaktien
vollführten förmliche Kursſprünge, ſo zogen Eintracht, die nach
Informationen der Börſe wieder 10 Prozent Dividende
ausſchüt=
ten werden, um 8 Prozent und Niederlauſitzer Kohle um 7½
Pro=
zent an. Deutſche Erdöl waren 1½ Prozent befeſtigt. Die übrigen
Braunkohlenaktien gewannen bis 2 Prozent. Lebhaftes Geſchäft
entwickelte ſich in Oberkoks und Rütgers, die erneut 1 bzw. 1½
Prozent gewannen. Farben ſetzten nur ½ Prozent höher ein Zu
den gefragten Spezialitäten gehörten auch Schultheiß, die auf die
nunmehr beſtätigte Abſtoßungg ihrer Hefebeteiligungen ½ Proz.
höher bezahlt wurden. In dieſem Zuſammenhang waren
Süd=
deutſche Zucker 3½ Proz, höher, da behauptet wird, daß dieſes
Unternehmen die Hefebeteiligungen von Schultheiß erworben hat.
Im einzelnen waren Montanwerte ½—3 Prozent höher; gefragt
waren hauptſächlich Kohlenwerte: Harpener ſtiegen um 1½ Proz.
Dagegen erſchienen Laura mit Minus=Minuszeichen und wurden
mit etwa 30 nach 33½ gerechnet, ohne daß zunächſt ein Kurs
zu=
ſtande kam. Kaliwerte waren bis 1 Prozent befeſtigt. Am
Elek=
troaktienmarkt betrugen die Beſſerungen im Durchſchnitt ½
Pro=
zent, Felten gewannen auf den Auslandsauftrag 1½. Im
Ver=
lauf war die Haltung weiter freundlich, wenn das Geſchäft ſpäter
auch recht ſtill wurde. Pfandbriefe und Kommunalobligationen
waren um ½ Prozent gedrückt.
Die Frankfurter Börſe hatte zum Wochenbeginn noch
einen feſten Grundton für Aktien, während Renten ſchon
ſchwä=
cher begannen. Die Publikumskäufe hielten an, obgleich nur
gewiſſe Spezialwerte, voran Rohſtoffaktien, beachtet blieben. Auch
Dividendengerüchte ſpielen eine Rolle; ſo wird immer auf
angeb=
lich 8 (7) Prozent Farbendividende verwieſen. Eine Verſtimmung,
die ſpäter den geſamten Aktienmarkt beeinflußte, ging von der
Geſchäftsaufſicht über die Betriebsgeſellſchaften Kattowitz=
Laura=
hütte aus; Laurahütte ſelbſt zum erſten Kurs nicht notiert;
man taxierte zwiſchen 20—30 nach zuletzt 34 Proz.
Farbenindu=
ſtrie im Verlaufe bis 144½ Prozent (145½) abgeſchwächt, dagegen
Rütgerswerke als Oelwert 1½ Proz., Deutſche Erdöl ½ Prozent
und Scheideanſtalt 1. Metallgeſellſchaft ½ Prozent freundlicher.
Montanwerte eröffneten meiſt feſt, Harpener 2 Proz., Rheinſtahl
1½ Proz., Gelſenkirchen 88 Prozent höher. Montanwerte lagen
ebenfalls überwiegend feſter, und zwar Siemens um 2 Prozent,
Schuckert um 78 Proz., Lahmeyer um ½ Proz. und Geſffürel um
1½ Prozent, AEG. aber ½ Proz, niedriger. Feſter waren
Kunſt=
ſeide Aku mit plus 1½ Prozent, Deutſche Linoleum mit plus ein
Prozent und Bank für Brauinduſtrie mit plus ¼ Proz. Erneut
empfindlich ſchwächer auf die bekannten Dividendenerörterungen
waren Reichsbankanteile mit minus 3 Proz. Daneben Daimler
Motoren ½8 Proz., Zellſtoff Waldhof und AG. für Verkehrsweſen
je ½ Prozent niedriger Schiffahrtswerete lagen etwa behauptet.
Der Rentenmarkt lag ſehr ruhig und ſchwächer. Altbeſitz und
ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen je 98 Proz., Neubeſitz 30 Pfg.
niedriger. Dollar=Bonds lagen bis 1 Prozent ſchwächer. Im
Verlaufe ſetzte ſich an allen Märkten eine geringe Erholung durch.
Auch der Rentenmarkt lag allgemein gut gehalten.
Neubeſitzan=
leihe zeigte bei 22,10 keine Veränderung; Altbeſitz und ſpäte
Schuldbücher waren um je ½ Prozent erholt.
An der Abendbörſe war die Grundſtimmung nicht
un=
freundlich. Allerdings hielt ſich das Geſchäft angeſichts des
herr=
ſchenden Ordermangels ſeitens der Kundſchaft und infolge der
Zurückhaltung der Kuliſſe in denkbar engſten Grenzen. Anfangs
vorliegendes größeres. Angebot in JG. Farbeninduſtrie wurde
glatt weggenommen, wenn auch der Berliner Schlußkurs nicht
ganz behauptet blieb. Andererſeits hielt das ſtarke Angebot in
Laurahütte an und Aufnahme fehlte vollkommen; eine Notierung
konnte nicht erfolgen. Der Kurs ermäßigte ſich auf zirka 24 nach
heute mittag amtlich 28 Proz. Im Verlaufe hielt die
Geſchäfts=
ſtille an faſt allen Märkten unvermindert an.
Die deutſche Krafffahrzeuginduſtrie im Januar 1934.
Die Produktion an Kraftfahrzeugen vermehrte ſich, wie „
Wirt=
ſchaft und Statiſtik” berichtet, im Berichtsmonat beträchtlich. Die
größte Steigerung entfiel auf die Krafträder, namentlich auf die
Kleinkrafträder bis 200 Kubikzentimeter Hubraum, von denen faſt
doppelt ſo viel wie im Vormonat hergeſtellt worden ſind. Die
Ent=
wicklung des Abſatzes war demgegenüber, wie ſaiſonmäßig zu
er=
warten war, größtenteils rückläufig. Vor allem hat der Verkauf
von Perſonenkraftwagen einen ſtarken Rückſchlag, und zwar um 31
Prozent, erfahren. Eine Ausnahme bilden die Krafträder, deren
Abſatz ſeit dem Sommer 1933 erſtmals wieder etwas geſtiegen iſt.
Die Zunahme der Perſonenkraftwagenproduktion entfiel faſt
aus=
ſchließlich auf die kleineren Wagen bis 1,5 Liter Hubraum,
wäh=
rend bei den Liefer= und Laſtwagen alle Größenklaſſen an der
Steigerung beteiligt waren. In der Kraftradinduſtrie entfiel die
Produktionserhöhung in der Hauptſache auf die Krafträder von
175 bis 200 Kubikzentimeter Hubraum, von denen 1200 Stück mehr
als im Dezember 1933 hergeſtellt worden ſind. Im Vergleich zum
Januar 1933 hat ſich der Abſatz aller Kraftfahrzeugarten
außer=
ordentlich erhöht. Sowohl an Perſonenkraftwagen als auch an
Lieferwagen wurden etwa 2½mal ſoviel wie damals verkauft. Die
größte Zunahme weiſen die Krafträder über 200 Kubikzentimeter
auf, deren Abſatz etwa das Dreifache der im Januar 1933
abgeſetz=
ten Menge ausmacht. Der Auslandsabſatz von
Perſonenkraft=
wagen war etwas geringer als im gleichen Vorjahresmonat, der
von Liefer= und Laſtkraftwagen iſt dagegen um faſt die Hälfte
ge=
ſtiegen. Eine günſtige Entwicklung weiſt die Ausfuhr von
Steuer=
krafträdern auf, die im Berichtsmonat 207 Stück ausmachte, das
ſind 20 Prozent des Geſamtabſatzes. Im monatlichen Durchſchnitt
des Jahres 1933 ſind dagegen nur 60 Großkrafträder an das
Aus=
land verkauft worden.
Zuverſichtliche Skimmung auf der Kölner
Frühjahrsmeſſe.
Der Odtimismus, mit dem man nach dem günſtigen Verlauf
der Leipziger Meſſe der Kölner Frühjahrsmeſſe entgegengeſehen
hat, iſt durch den erſten Meſſetag in jeder Beziehung beſtätigt
worden. Der Beſuch war weit ſtärker, als am erſten Tage der
bei=
den Vorjahrsmeſſen, der Kreis der Einkäufer hat ſich gegen früher
weſentlich erweitert. Die Stimmung war allgemein zuverſichtlich.
In allen Wirtſchaftszweigen herrſcht die Ueberzeugung vor, daß
die kommenden Monate der deutſchen Wirtſchaft eine Belebung
bringen werden. Die Berichte der Ausſteller ſtimmen darin
über=
ein, daß das Geſchäft des erſten Tages voll befriedigend ſei.
Ins=
beſondere in der Hauptgruppe Haus= und Küchengeräte herrſchte
während des ganzen Tages ein äußerſt lebhafter Geſchäftsverkehr.
Kleine Wirkſchaftsnachrichken.
Die deutſche Kupferhüttenproduktion ſtellte ſich nach
Berech=
nungen der Statiſtiſchen Abteilung der Metallgeſellſchaft A. G. im
Februar 1934 auf 4341 To. gegen 3764 To im Januar 1934. Die
deutſche Kupfer=Raffinadeproduktion (Raffinade= und
Elektro=
lytkupfer) betrug im Februar 1934 13 498 To. gegen 11975 To.
im Januar 1934.
Der Thomasmehlabſatz war in den erſten zwei Monaten des
Jahres ungeahnt groß. Er erreichte die doppelte Menge der
gleichen Vorjahreszeit. In der Zeit von September 1933 bis Ende
Februar 1934 ſtellte er ſich um 75 Prozent höher als in derſelben
Zeit 1931/1932. Die deutſchen Werke ſind trotz dieſer ſtürmiſchen
Entwicklung zu einer Lieferung innerhalb 24 Stunden nach
Be=
ſtellung in der Lage.
Der Verband Deutſcher Nähmaſchinenhändler, der ſeinen Sitz
in Hamburg hat, beſchloß auf ſeiner letzten GV., die diesjährige
Hauptverſammlung am 24.—26. Juni in Frankfurt a. M.
durch=
zuführen. Im Sinne der neuen Satzung der Hauptgemeinſchaft
des Deutſchen Einzelhandels, von der der Verband Deutſcher
Näh=
maſchinenhändler als Reichsfachgruppe anerkannt iſt, erhält die
diesjährige GV. zum erſten Male den Charakter eines Tages des
Deutſchen Nähmaſchinen=Einzelhandels.
Im Zuſammenwirken mit dem Berg= und Hüttenmänniſchen
Verein Wetzlar und dem Siegerländer Eiſenſteinverein
veran=
ſtaltet die Deutſche Geologiſche Geſellſchaft in den Tagen vom 10.
bis 12. Mai d. Js. in Dillenburg eine große Eiſenerz=Tagung,
zu der mehrere hundert Bergbau=Fachleute erwartet werden.
Führende Männer der deutſchen Wirtſchaft werden auf der
Ta=
gung zu den aktuellen Fragen des deutſchen Eiſenerzbergbaues
Stellung nehmen.
Berliner Kursbericht
vom 19. März 1934
Deviſenmarkt
vom 19. März 1934
Berl. Handels-Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Nordd. Llotzd
A. E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Eleltr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Heutſche Cont. Gas
Me
65.50
66.50
31.125
36.375
30.625
136.125
61.75
19.50
82.875
155.—
124.875
Knue
Elektr. Lieferung
J. 6. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſt.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen.
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw.Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel
Un5
103.50
145.
69.625
106.—
97.375
79.—
t17ns
69.—
101.—
71.625
58.50
72.625
Ine
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Weſtdte. Kaufhof
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſa t Lin=
Zerl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht
Wanderer=Werle 1
Viie
62.375
151.25
23.375
46.375
118.—
71.50
23.—
104.—
37.75
93.—
79.875
104.50
Buenos=Aires
Kanada
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Yort
Rio de Janero
üruguah
Amſterdam
Athen.
Brüſſel
Budape
Danzig.
Heſſingfors
Währung
1 Pap. Peſo
1eanad. Doll,
1 Yen
1ägypt. 4
1 türk. *
1 2.=Stg.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belga. Is
100 Peng”
100 Gulden
100 finn Mk.
Geld?
0.634
2.507
0.754
13.15
1.998
2.77
2.5i2
0.212
1.149
168.98
2.396
56.47 I5
gi.s4
5.6391
Riete
0.638
2.513
0.758
13.19
2.202
12.80
2.5is
0.214
1.151
169.32
2.400
5a.59
21.80
5.651
Italien
Jugoſlawien
Kopenhagen
Liſſabon
Oslo
Paris
Prag
Jsland
Rigg.
Schweiz
Sofia.
Spanien
Stocholm
Tallinn (Eſtl.)
Wien
Bährung /Ge D‟
100 Lir” 21.49
100 Dina
100 Kronen
100 Eseudos
100 Kronen 64.19
100 Franes
00 Tſch.=Kr.
190 isl. Kr 57.79
100 Lais
100 Fran ien
100 Leva
100 Peſeta
100 Kronen
100 eſtl. Kr.
100 Schillingl”
5.e64
57.04
1.,68
16.50
10.38
79.32
80.,89
3.047
84.21
65.83
68.43
7.20
Brief
21.53
5. 676
57.16
1 .,65
64.31
16.54
10.40
57.91
80.08
81.05
3.053
24.27
(e5.97
8.57
47.30
Burmſtävter uno Kariokaroant Suriftagt, Giliche di Atessher Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 19. März 1934.
Kenee
Gr.IIp. 1934
1935
„
„ 1936
„. 1937
1938
GruppeI
6% Dtſch. Reichsanl.
„ v.27
6% „
5½%Intern., v.30
69Baden ... v.27
69Bayern .. v.27
6%Heſſen. .. . b. 29
6% Preuß. St. v. 28
6%Sachſen .. v.27
68Thüringen v. 27
Dtſch. Anl.
Auslo=
ungsſch. P/,
Ab=
löſungsanl.. . ..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Deut che
Schutzge=
bietsanleihe ...
6%Baden=Baden.
6SBerlin ...b.24
69 Darmſtadt . . . .
68Dresden .. v.26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v. 29
v.26
62Mainz. ..
69Mannheim v.27
69München b.29
6%Wiesbaden v. 28
6%Heſſ. Landesbk.
6% „ Goldoblig.
5½%Heſſ.
Landes=
hyp.=Bk.=Liquid
1o2-),
106,
F7i.
937),
92
971I.
400
96.75
94
94
96
94.75
106
95.5
93.25
95.5
221I.
9.5
82.5
82
84.25
79.75
19
86.
81.75
g0
85
92.5
89.5
91
DN e
Shp.=Bk. Ligu.
Komm. Obl. . . .
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
6%Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
R.12
69
62Kaſt. Landestrd.
Goldpfbr. . ....
6%Naſſ. Landesbl.
5½% „Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*Ausl. Ser. I
FAusl. Ser, II
Dt. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
6%Berl. Hyp.=Bt.
%0 „ Lig.=Pfbr.
62Frlf. Hyp.=Bk.
5½% „ Lig. Pfbr..
„ Goldoblig
82Frif. Pfbr.Bl.
½% n Lig.=Pfbr.
82Mein.Hyp.=Bi.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
6% Pfälz. Hhp.=Bi.
5½%0 „ Lig. Pfbr.
6%Rhein. Hyp. Bk.
5½% Lig. Pfbr.
Goldoblig.
% Südd. Boden=
Cred.=Bank.
5½% „ Lig. Pfbr.
6%Württ. Hyp.=B.
Wid
6% Dt. Linol. Werke
91.75 6%Mainkrw. v. 26
6%Mitteld. Stahl.
6% Salzmannc Co.
6% Ver. Stahlwerke
62Boigt & Häffner
5. G. Farben Bondsl.
5%Bosn. L.E.B.
94.5 15% L.Inveſt.
5% Bulg. Tab. v. 62
93.75 /4½%0 Oſt. Schätze.
92 43Oſt. Goldrente.
5%vereinh. Rumän
4½2
420
420 Türk. Wdmin..
1.Bagdad
42
Zollanl. .
20). 14½26 Ungarn 1913/
4½% „ 1914/
—
Goldr.
470
—
92.75 4% „ 1910
91.25 14½Budp.Stadtanl.
88.75 14%Liſſabon
92.5 42, Stockholm
91.5
Aktien.
92
Alg. Kunſtziide Unie
922.
9a.5 1A. E. G. . .. ... ...
AndregeNoris Bahn
92‟
93.25 Aſchaffbg. Brauerei!
Zellſtoff
92.5
91.5 Bemberg, J.P...
Berl. Kraft u. Licht 132.,5
31
85
91
95
114.75 /4%
95
92:,
94,5
Buderus Eiſen...
Cement Heidelbergl
Karlſtadt.
5. 6.chemie, Baſel
W
91.5
88.5
84.25
75.5
79.75
116.
1471.
14:1.
24.75
5.45
81
4.5
415
6.5
GeI.
8.2
Ad
43
61.75
31
102
43.5
61:
79.5
99
1421.
Mi
Ehade snars
Contin. Gummiw.
Contin. Linoleum:
Daimler=Benz ....
Dt. Atl. Telegr. I.
„ Erdöl
Dt. Gold= u. Silber
ſcheide=Anſtalt.
„ Linoleum
Dortm. Ritterbräu
Lyckerhoffck Widm.
Eichbaum=Werger
Elekt:. Lieferg.=Geſ.!1
Licht u. Kraft
Echw. Bergwer!.
iarßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
J. G. Farbeninduſtr. 1451
Feinmech. (Jetter)
Fel &k Guilleaume
Frankfurter Ho).
Gelſen!Bergweri.
Geſ.f.elektr. üntern.
Goldſchmidt Th.
Gritzner=Kayſer.
Grün & Bilfinge 1207
Halenmühle Frkft.
Hanauer Hofbräuh.
Hanfwerke Füſſen
Harpene: Bergbau
Henninger Kempf
HilpertArmaturfrb.
Hindrichs=Aufferm
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
Holzmann, Phil.
Ilſe Bergb. Stamm!
Genüſſe
Junghens ....."
155.75
154
48.5
120.55
„/118
185
92.5
79"
103.75
230
56
64
69.5
106
62
27
40.5
97.25
42.5
66.5
114.5
78
140
Kue
Aſchersleben.
Klein, Schanzlin..
Alöchnerwerke
Knorr C. H. ..
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte . ..
Lech, Augsburg ..
Löwenbr. Münch.,
Maintr.W. 6
Mainz. Akt. Br.
Mannesm.=Röhr
Mansfeld Bergb.
Metallge) Frankf.
Miag. Mühlenbau
Motoren Darmſtadt
Neckarwerk Eßling.
Oberbedar:
Phönix Bergbau..
Rh. Brauntohlen 1210.75
Elektr. Stamm
Stahlwerke
Riebeck Montan.
Roeder, Gebr.
Rütgerswerte.
Salzdet urth Kal".
Salzw. Heilbronn :1196
Schöfferhof=Bind.. 1174
Schramm Lackfbr.
Schuckert, Eleitr.
Schwartz, Storchen
Siemens & Halske.
Reinigerwerkel
Südd. Zucker=A. G.!/
Thür, Lieſer=Gei.
Weſtdte. Kaufhof 23
nnterfranken .....
118.5
57.5
69‟
185
122,5
32,5
214
68.75
71.75
86.25
62
54,5
98.5
g0
9
62
150.5
31
147.75
s0
176
99,75
Mie Hdce
Ver. Ultramarin.
Boigt & Haeffner.
Beſteregeln Kalt.
Zellſtoff Waldhof.
Alig. Dt. Credilanſ
Badiſche Bant.. ..
Bt. f. Brauinduſtr. 194.
Bayer. Hyp. u. W.
Ber Handelsgeſ.
Hypothelbl.
Comm. u. Privatb.
Dt. Ban1 und Disc
Dt. Eff. u. Wechſel
Dresdner Ban
Franki Bant.
Hyp. Ban!
Mein Hyp.=Ban1.
Pfälz. Hhp.=Ban1 81.5
Reichsbant=An: 1511,
Rhein, Hyp.=Ban.
Südd. Bod.Cr. Bl.
Württb Notenbantl;
A..G. Veriehrsw.
Ailg. Lokalb. Kraftw
7% Dt. Reichsb. Vze
Hapag".
Nordd. Lloyzd.
Südd Eiſenb.=Ge‟.
—
Alltanz u. Stung.
Verſicherung ...!
. . Verein. Verſ.
Frankona Rück=u. Ml123
Mannheim. Verſich. 20
—
Otavt Minen
Schantung Sandelsl
46.75
121
luus
54.1
46.5
118
113
49.75
65.5
76.5
66.5
89.5
84.75
1143/,
74.25
AA
68.5
107
112.75
30.75
36*I,
61"
260.5
15.5
45
Das Blendende und nnterhaltende
Meisterwerk
ur
EinKori.
Heinrich VIll. V
Die Geschichte des König Blaubart
Ein Stück Sitten-Geschichte
aus dem XVI. Jahrhundert.
behandelt dieser Film, nicht einen
trockenen bistorischen Stoff, sondern
Episoden aus dem Privatleben Heinrichs
VIII., der ein kraftstrotzender Sinnen
mensch war, dessen Eßlust u. Verbrauch
an Frauen als Kuriosum der Weltgeschichte
angehört. Laughton, der große epglische
Schauspieler u. Darsteller Heinrich VIII.
gibt hier ein Beispiel unerhörter Dar.
stellungskunst. Nie sah man im Film
eine solche Virtuosität von
Charakter-
spiel u. Komik, von Dramatik u. lockerster
Heiterkeit. Darum wird es jedem
ver-
ständlich werden, wenn dieses
Kabinett-
stück der FiImkunst einen Welt-
Erfolg erzielt.
Beginn 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr,
Im Rhythmusüberschäuwender Heiterkeit tollt
die ereignis- u. überraschungsreiche Handlung
vorüber und brinzt frohe Laupe
in jedes Herz.
Die Sohlager des Films:
Gibts im Raclio Tanzmusik
Ein Eleiner Vorschuß. (V8808
Beginn: 3.45, 6.00 und 8.20 Uhr.
Dienstag, den 20. März 1934
dROSSES HAUS
Serie II Nr. 1—1300
N. S.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude‟
20 bis gegen 22.30 Uhr
Alle gegen Einen —
Einer für Alle
Schauſpiel v. Friedrich Forſter
Darſteller: Franke=Booch,
Gothe, Ausfelder, Baumeiſter,
Beſt,Gehre, Hauer, Heck,
Hinzel=
mann, Keim, Laubenthal,
Langer, Linkmann, Magel,
Maletzki, Schudde, Schwartz,
Weſtermann, Worret
Kein Kartenverkauf
KLEINES HAUS
DeutſcheBühne, JugendringIII
16—16.45 Uhr 18—18.45 Uhr
Die Puppenſee
Pantomim. Ballett von Bayer
Darſteller: Gothe,
Trauer=
nicht, Zickler, Handſchumacher,
Langer, Linkmann, Ritzhaupt,
ſowie die geſamte Tanzgruppe,
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