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Darmſtädte
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Tagblatt
Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſfattet.
Nummer 47
Samstag, den 17. Februar 1934.
196. Jahrgang
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(uropdiſche Rundreiſe Edens.
Verſteifung der franzöſiſchen Halkung in der Abrüſtungsfrage. — Ablehnung des engliſchen Memorandums in
Paris.— Neue engliſche über das Londoner Memorandum hinausgehende Sicherheitsvorſchläge für Frankreich
Dieſe Zahl hat in Genf einiges Aufſehen erregt, nicht aber
* paris das großte Widerſtandszenkrum die Tatſache, daß der Präſident der Regierungskommiſſion über=
Englands zweiter Außenminiſter, der Lordſiegelbewahrer
Eden, hat am Freitag mittag in Begleitung von zwei
Beam=
ten des Außenamtes ſeine europäiſche Rundreiſe angetreten. Er
wird zunächſt in Paris vorſprechen und nunmehr beſtimmt
An=
fang der kommenden Woche, vielleicht ſchon am Dienstag, in
Berlin eintreffen und dem Reichsaußenminiſter v. Neurath einen
Beſuch abſtatten. Er hat den Auftrag mit auf den Weg
be=
kommen, das Terrain in Paris, Rom und Berlin
zu ſondieren, um feſtzuſtellen, ob es nicht doch noch möglich
ſein werde, auf der Baſis des letzten engliſchen
Abrüſtungsvor=
ſchlages ein Einvernehmen herbeizuführen.
Wir haben uns dieſem Vorſchlag gegenüber ſehr reſerviert
gehalten, weil wir es ausſchließlich den Engländern
überlaſſen wollen, ſich mit allen in Frage
kom=
menden Regierungen über die Erreichung der
von ihnen geſteckten Ziele zu unterhalten. Das
ſchließt natürlich nicht aus, daß wir jeden Erfolg Edens begrüßen
werden, wenn wir auch grundſätzlich auf dem Standpunkt ſtehen,
daß alle Abrüſtungsverhandlungen auch eine
echte Abrüſtung auslöſen müſſen.
Aber die Haltung Frankreichs hat ſchon gezeigt, daß man von
dem augenblicklichen Stand der Dinge ausgehen muß. Die letzte
Note liefert einen neuen Beweis für die abſolute Verſteifung
der franzöſiſchen Haltung. Es läßt ſich nicht beſtreiten,
daß die Miſſion Edens durch die vorzeitige
Ver=
öffentlichung des franzöſiſchen Dokuments ganz
ungewöhnlich erſchwert worden iſt. In dieſer Note
wird auf den engliſchen Vorſchlag nicht eingegangen. Damit
brin=
gen eigentlich die Franzoſen ſchon zum Ausdruck, daß ſie
die engliſche Anregung nicht gutheißen. Alles, was
ſie ſonſt an unſere Adreſſe gerichtet haben, iſt ſo gefaßt, daß ſich
daraus unſchwer eine Ablehnung des engliſchen
Me=
morandums herausleſen läßt.
Der Lordſiegelbewahrer Eden iſt ſich gewiß nicht im
Un=
klaren über die Schwierigkeiten, die ſeiner in Paris harren.
Nicht Rom und Berlin ſind die Plätze, an denen er heftige Kämpfe
auszuführen hat. Ausſchließlich Paris iſt das größte
Wi=
derſtandszentrum, das überwunden werden muß. Wie
Herr Eden die Löſung ſeiner Aufgabe anpacken wird, bleibt
abzu=
warten. Eine engliſche Zeitung weiß zu berichten, daß der
eng=
liſche Lordſiegelbewahrer dem Kabinett
Dou=
mergue auf dem Gebiete der Sicherheit neue
Vorſchläge unterbreiten werde, die über das
engliſche Memorandum hinausgehen.
Aber aus der franzöſiſchen Note, die vor einigen Tagen in
Berlin überreicht worden iſt, ergibt ſich doch, daß die Franzoſen
mit irgend einer Sicherheitsgarantie, allein nicht zufrieden zu
ſtellen ſind. Sie wollen, daß ihr Plan, der kein Abrüſtungsplan
iſt, unter allen Umſtänden durchgeht. Von einer
Gleichberechti=
gung Deutſchlands oder gar von einer Anerkennung des deutſchen
Sicherheitsbedürfniſſes iſt aber im franzöſiſchen Plan keine Rede.
Er geht ſogar über die Grenzen von Verſailles hinaus. Es iſt
ganz ſelbſtverſtändlich, daß wir niemals etwas unterzeichnen
wer=
den, was unſerm elementarſten Sicherheitsbedürfnis zuwiderläuft
oder den Zuſtand der Ungleichheit weiter aufrecht erhält.
Trotz=
dem wird Herr Eden von uns in jeder Weiſe unterſtützt werden.
Franzöſiſches Skörungsfener gegen Lotd Eden.
EP. Paris, 16. Februar.
Ein Teil der franzöſiſchen Preſſe eröffnet heute bereits gegen
Sen am Nachmittag eingetroffenen Lordſiegelbewahrer Eden ein
Heftiges Störungs= und Sperrfeuer. Im „Journal” ſchreibt St.
Brice, es ſei kein Zufall, daß die engliſche Regierung die
Auf=
gabe, eine Unterſuchung in Europa durchzuführen, dem
Lord=
iegelbewahrer und nicht dem Außenminiſter Simon anvertraut
Habe. Dieſer Auftrag deute klar an, daß die Engländer
hr Kompromißprojekt begraben hätten und nur
noch nach einem ehrenvollen Abgang ſuchten. Das
wäre ſehr einfach, wenn man nicht von allen Dächern verkündet
Hätte, daß die Deutſchen einen berechtigten Anſpruch auf eine
ſo=
fortige Rüſtungsgleichheit beſäßen. St. Brice glaubt, daß man
die Ideen, die von Paris und Rom vertreten werden,
kombi=
lieren müſſe nachdem er kurz vorher offen feſtgeſtellt hatte.
Paris und Rom ſeien ſich über die Unmöglichkeit einig,
gegen=
wärtig die vorhandenen Rüſtungen zu vermindern. — Auch
Per=
tinax gibt im „Echo de Paris” der Anſicht Ausdruck, Barthou
werde. Eden mitteilen, daß Frankreich auf ſeine
Rüſtungsfreiheit nicht verzichten könne. Der
Kompromißvorſchlag des Foreign Office, der ſich
mit der deutſchen Theſe nahezu decke, ſei durch die ablehnende
Intwort, die nach Berlin abgegangen ſei, ebenfalls erledigt.
Das Spiel mit der Abſtimmungspolizei.
Einmükige Ablehnung im Saargebief.
Der Dreierausſchuß in Genf, der die Abſtimmung im
Saar=
ebiet vorbereiten ſoll, hat es vorgezogen, ſich mit einem Schleier
er Vertraulichkeit zu umgeben. Das hat offenbar gute Gründe,
Soweit man hört, ſcheint es in dieſem Ausſchuß keine einhellige
äuffaſſung über die zu ergreifenden Maßnahmen zu geben.
Veberhaupt ſieht es ſo aus, als ob die Sitzung recht ſchlecht
vor=
ereitet war. Zudem iſt der Präſident der
Regierungskommiſ=
on, Knox, in die Sitzung hineingeſchneit, der nicht mehr
nd nicht weniger als eine aktive Truppe in
Stärke von 3 bis 4000 Mann verlangt.
haupt die Einſetzung einer Abſtimmungspolizei für notwendig
hält. Das letzte Wort hierüber iſt noch nicht geſprochen.
Wie man im Saargebiet dieſen Plan auffaßt, geht am beſten
aus der ſaarländiſchen Preſſe hervor, die ſich
ein=
mütig gegen das Experiment mit der
Abſtim=
mungspolizei wendet und es ablehnt, ſich vom
Völker=
bund mit Kolonialvölkern auf eine Stufe ſtellen zu laſſen.
Zu=
dem kann niemand in Genf auftreten mit der
Behauptung, daß das Saarvolk jemals ein
Ver=
halten an den Tag gelegt habe, durch das die
Einſetzung einer Abſtimmungspolizei
gerecht=
fertigt wäre. Die Saarbevölkerung iſt bisher mit den
vor=
handenen Ordnungspoliziſten ausgekommen. Die Diſziplin, die
ſie bisher allen Herausforderungen der franzöſiſchen
Beamten=
ſchaft und den Emigranten gegenüber an den Tag gelegt hat, iſt
wohl der beſte Beweis für die Ueberflüſſigkeit der
Abſtimmungs=
polizei.
Herr Knor ſoll auch Heranziehung ausländiſchen
Milikärs geforderk haben.
Wie die „Saarbrücker Zeitung” aus Genf erfährt, ſoll der
Präſident der Saarregierung in ſeinem Bericht an den
Völker=
bund nicht nur die Entſendung einer internationalen
Polizei=
truppe ſondern auch die Heranziehung ausländiſchen Militärs für
die Abſtimmungszeit gefordert haben. Die geſamte Saarpreſſe
lehnt derartige ungeheuerliche Forderungen mit aller
Entſchieden=
heit ab und gibt der Erwartung Ausdruck, daß der Saarausſchuß
des Völkerbundes ſich unter keinen Umſtänden derart unerhörte
Forderungen zu eigen macht.
Regierungskommiſſion ſchükt Emigranken.
dsk. Saarbrücken, 16. Februar.
Um erneut zu beweiſen, wie ſehr ihr das Wohl der
Emi=
granten am Herzen liegt, hat die Regierungskommiſſion des
Saargebiets jetzt eine beſondere Emigrangtenverordnung
er=
laſſen. Danach ſind die Perſonen, die aus politiſchen oder
kul=
turellen Gründen ihren Heimatſtaat verlaſſen haben, berechtigt,
im Saargebiet Aufenthalt zu nehmen. Sie ſind zur Anmeldung
verpflichtet und erhalten dann ſogar einen beſonderen
Perſonal=
ausweis. Zwar kann ihnen bei völkerrechtswidviger politiſcher
Betätigung die Aufenthaltserlaubnis wieder entzogen werden,
aber nach den bisherigen Erfahrungen wird man kaum
an=
nehmen können, daß die Saarregierung jemals gegen die
poli=
tiſche Betätigung der Emigranten einſchreiten wird. Ein
Emigrant, der die Anmeldung unterläßt, erhält im Höchſtfall
eine Geldſtrafe von 200 Franken. In kraſſem Gegenſatz zu
dieſer Strafe ſtehen die hohen Gefängnis= und Zuchthausſtrafen,
die im Saargebiet für nationale Betätigung feſtgeſetzt worden
ſind. — Für die Saarregierung ſcheint es völlig in Ordnung
zu ſein, wenn ein Abſtimmungsgebiet zum politiſchen
Tummel=
platz aller möglichen Elemente wird, die gar nicht die
Berech=
tigung haben, an der Volksabſtimmung teilzunehmen.
Die Saar=Regierung gegen die Gewerkſchaften.
Die Saarregierung weiſt darauf hin, daß in der letzten Zeit
Gewerkſchaften auf politiſche Angelegenheiten eingewirkt hätten,
was weder mit den Zwecken der Gewerkſchaften ſelbſt noch mit
der im Saargebiet gewährleiſteten freien Meinungsbildung in
Einklang ſtehe. Sie erwarte, das ſich derartige Vorfälle in
Zu=
kunft nicht mehr wiederholen würden, da ſie ſonſt zum
Ein=
ſchreiten gezwungen ſei.
Man wird ſchon ſagen müſſen: Es wird immer
toller im Saargebiet. Jetzt wird man ſogar ſoweit
gehen, den Gewerrſchaften der Deutſchen Front das Bekenntnis
zum Deutſchen Vaterland zu verbieten.
Ruſſiſch=polniſche Beſprechungen.
Reges Inkereſſe für die oſteuropäiſchen Fragen.
EP. Moskau, 16. Februar.
Auf einem Preſſe=Empfang wurde ein gemeinſames
polniſch=
rufſiſches amtliches Communigus mitgeteilt, in dem geſagt wird,
daß der dreitägige Beſuch des polniſchen Außenminiſters im
Moskau Gelegenheit zu einer Reihe längerer Beſprechungen
zwiſchen Außenminiſter Beck und Litwinow gegeben habe.
Darin habe ſich eine übereinſtimmende Beurteilung vieler,
die beiden Staaten intereſſierenden Probleme gezeigt, aus der
der feſte Entſchluß der beiden Regierungen zu einer weiteren
politiſchen Annäherung der beiden Staaten und Völker
hervor=
gehe, für welche die bereits abgeſchloſſenen Verträge die
Grund=
lage bildeten. Man iſt übereingekommen, dieſem
Vertrags=
fyſtem einen zeitlich möglichſt ausgedehnten Charakter zu
ver=
leihen. Beide Staaten wollen in gegenſeitiger Zuſammenarbeit
der Erhaltung und Feſtigung des Friedens dienen und dabei
ihr Hauptaugenmerr beſonders auf die beide Länder
inter=
efſierenden öſtlichen Teile Europas richten.
Außenminiſter Beck hat, ſo teilt das Communigus
ſchließ=
lich mit, im Namen ſeiner Regierung den Vorſchlag
unter=
breitet, die beiderſeitigen diplomatiſchen Vertretungen in
Mos=
kau und Warſchau in den Rang von Botſchaften zu erheben,
welcher Vorſchlag von Litwinow im Namen ſeiner Regierung
angenommen wurde.
Der polniſche Außenminiſter Beck iſt Donnerstag abend
nach Warſchau zurückgereiſt.
* Stalins zweiter Plan.
Von unſerem ſtändigen Berichterſtatter.
N. Moskau, im Februar.
Unmittelbar nach den Trauertagen, die vom 21. bis
23. Januar zur Erinnerung an Lenins Tod für die ganze
Sowjetunion angeſetzt waren, trat der 17. Kongreß der
Kom=
muniſtiſchen Partei zuſammen. Seit Sommer 1930 hat keine
derartige Tagung ſtattgefunden. Die letzten Jahre des Sralin=
Regierens ſind alſo ohne gewaltſame Erſchütterungen innerhalb
der Partei verfloſſen. Die Oppoſition wagt ſich nicht hervor,
nachdem ihre prominenteſten Vertreter entweder in die
Be=
deutungsloſigkeit verſunken oder des Landes verwieſen waren.
Wenn jetzt dennoch ſchon halb vergeſſene Namen, wie die
Sinowjews und Bucharins, auftreten, deren Träger neue
Treue=
erklärungen abgeben und wieder einmal „auf dem Bauch
ange=
krochen kommen”, wie der Diktator ſeinerzeit einmal prophezeit
hatte, ſo ſind das mehr liebgewordene Gewohnheiten des
Dikta=
tors, deſſen Macht nur gemehrt werden kann, wenn die ehemals
gefürchteten Gegner heute ein übriges Mal verſichern,
unter=
tänige Handlanger der Parteileitung geworden zu ſein. — Wie
Weiland die ſiegreichen römiſchen Diktatoren ihre beſiegten
Feinde vor ihrem Triumphwagen hertrieben, ſo ſpiegelt ſich die
Eigenliebe des roten Zaren, der über ein Sechſtel der
Erd=
oberflächen gebietet, in den hilflos geſtammelten Reueworten
ſeiner geſtürzten Größen.
Das iſt aber nur Beiwerk. Die ſachliche Betonung dieſes
Kongreſſes liegt auf dem Abſchluß der großen Säuberungsaktion
und in unmittelbarem Zuſammenhang hiermit auf dem zweiten
Fünfjahresplan, der von Molotow dem Kongreß vorgelegt
wurde und von ihm verabſchiedet wird. Der eiſerne
Säuberungs=
beſen der GPU. hatte ½ Millionen der Parteimitglieder das
politiſche Leben gekoſtet. Aus der Partei ausgeſchloſſen zu
werden, iſt ſchlimmer, als ihr nie angehört zu haben. Dieſe
Leute müſſen durch ein raffiniert ausgedachtes Fegefeuer der
kommuniſtiſchen Läuterung gehen, wenn ſie je wieder anſtändige
Genoſſen werden wollen. Der Termin des Zuſammentritts des
Kongreſſes iſt eigens auf die Zeit nach dem Abſchluß dieſer
Generalſäuberung gelegt worden. Er hätte nicht einen Tag
früher zuſammentreten können; denn wie im Herbſt 1932 ſeine
Tagung verſchoben wurde, weil damals die Oppoſition in voller
Blüte ſtand, ſo hat man auch jetzt gewartet, bis man den
ab=
ſchließenden Bericht über die durchgeführte Säuberung gutheißen
laſſen kann.
Das iſt die erſte ſeiner Aufgaben. Die zweite ſachlichere
und wichtigere, iſt die Verabſchiedung des zweiten
Fünfjahres=
plans. Auch ſeine Einzelheiten liegen ſeit langem feſt, ſeine
Durchführung iſt in vollem Gange, ja, das erſte Jahr des
zweiten Planes iſt bereits vorüber, nachdem der erſte Plan
be=
kanntlich auf vier Jahre herabgeſetzt worden war. Da die
bisherigen Ziffernergebniſſe aber einen großen Unterſchied
zwiſchen Theorie und Wirklichkeit erkennen laſſen, hat man vor
ſeiner ſachlichen Durchberatung die Parteiſäuberung eingeſchoben,
um ſich die notwendigen Blitzableiter — bezeichnenderweiſe zum
erſten Male aus der Partei ſelbſt heraus — für die „noch nicht
genügenden Erfolge” zu ſchaffen.
Denn obwohl Stalins großer Bericht vor dem Kongreß von
der ſowjetamtlichen „Isweſtija” als eine „neue Bereicherung der
Schatzkammer der ſowjetruſſiſchen Wirtſchaftsſiege” gefeiert wird,
obwohl der Diktator ſelbſt von Erfolgen ſpricht, „die einem zu
Kopfe ſteigen können”, laſſen Ziffern und Tatſachen erkennen,
daß der zweite Fünfjahresplan gezwungen iſt, im großen und
ganzen die Vollendung der Aufgaben ſeines Vorgängers zu
übernehmen.
Auch der zweite Plan iſt ſeiner Anlage nach gigantiſch zu
nennen, wenn auch in ſeinem Mittelpunkt die Bedürfniſſe der
Menſchenmaſſen ſtehen, für die erträgliche Lebensmöglichkeiten
geſchaffen werden ſollen. Sollte der erſte Plan die Grundlage
der Induſtrialiſierung ſchaffen, ſo iſt der Zweck des zweiten die
Gebrauchsgüter=Induſtrie. Da aber der erſte Fünfjahresplan
noch heute nicht erfüllt iſt, ſind neue erhebliche Inveſtitionen
nötig, um auch wirklich die Baſis zu ſchaffen, auf der
weiter=
gebaut werden kann. Keine Neubauten in der Schwerinduſtrie,
in den Metallwerken und im Maſchinenbau, ſondern nur
Voll=
endung der Bauten des erſten Planes, dafür Vermehrung der
Bautätigkeit in der Konſuminduſtrie, erhöhte Aufwendungen
in der Landwirtſchaft und im Transport. Allein zur Vollendung
der im erſten Plan vorgeſehenen Induſtriewerke braucht man
noch gewaltige Kapitalien, und die erhöhte Aufmerkſamkeit, die
man beſonders dem Transport widmet, iſt ein Beweis, welche
kataſtrophalen Folgen die Unterſchätzung dieſes Zweiges der
Volkswirtſchaft gehabt hat. Erneuerung des Oberbaues auf
Strecken von 20000 Kilometer Länge. Elektrifizierung ganzer
Linien, Legung von 9500 Kilometer zweiter Gleiſe, Vermehrung
des Lokomotipparks von 20000 auf 24000 Stück neue
Bahn=
bauten zwiſchen dem Donezgebiet und Moskau zwiſchen
Mos=
kau und dem Uralgebiet ſowie dem Fernen Oſten Schaffung
neuer Binnenſchiffahrtswege durch den Moskau=Wolga=Kanal
und Wolga=Don=Kanal — immerhin ein aufſchlußreiches
Pro=
gramm.
Für die Gebrauchsmittel=Induſtrie, alſo für die Verſorgung
der Bevölkerung mit den notwendigen Gegenſtänden des
täg=
lichen Bedarfs, ſind 16,1 Milliarden Rubel angeſetzt gegenüber
3,5 Milliarden im erſten Plan. Man erſieht daraus, wie groß
der Warenhunger in Sowjetrußland tatſächlich iſt. Wenn auch
anteilmäßig de ſogenannte Leichtinduſtrie an der allgemeinen
Erhöhung der Geſamtproduktion von 43 auf 103 Milliarden nur
mäßig beteiligt iſt, ſo bedeutet der Aufwand im neuen Plan doch
eine Steigerung von 4½ mal gegenüber dem erſten Plan.
Frei=
lich weiſen auf den erſten Blick auch die Eiſen= und
Stahl=
produktion ſowie der Maſchinenbau hundertprozentige und mehr
Steigerungen auf. Dieſes Soll wird aber erfahrungsgemäß ſehr
problematich bleiben, denn ſchon im letzten Jahr des erſten
Plans ſind die Planziffern hier nur zu 50, 40, ja in der
Guß=
eiſen=Produktion nur zu 36 v. H. erfüllt worden.
Der Mittelpunkt des zweiten Planes iſt, wie betont der
Menſch. Daß der Kollektivbauer, der ſein Getreide zu ſtaatlichen
Preiſen abliefern muß, ſich auf dem Markt keinen Pflug, keinen
Kochtopf und kein Kopftuch für ſeine Bäuerin kaufen kann, iſt
ein Zuſtand, der auch nach der Ueberzeugung der Moskauer
Machthaber nicht andauern kann, wenn ſich im Bewußtſein des
Seite 2 — Nr. 47
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 17. Februar 1934
Muſchik nicht die Ueberzeugung feſtſetzen ſoll, daß die ganze
Planwirtſchaft ein Loch hat. . . Die politiſche Richtung des
gan=
zen zweiten Fünfjahresplans wird damit offenbar. Dazu gehört
auch das erſtrebte Ideal einer auf den erſten Blick gewaltigen
Vermehrung der landwirtſchaftlichen Erzeugung und einer
Stei=
gerung der Lebenshaltung der Bevölkerung. Bis 1937 ſoll die
Lardwirtſchaft ihre Produktion verdoppelt haben. Es iſt aber
außerdem die Gründung einer Nahrungsmittelinduſtrie
vorge=
ſehen, beſonders der Bau großer Konſervenfabriken und
Fleiſch=
induſtrien nach Chicagoer Muſter, für die man amerikaniſche
Facharbeiter nach Rußland bringen will. Dabei mag als
be=
ſonders intereſſant die Tatſache gelten, daß auch der Ferne Oſten
eine Induſtrie erhalten ſoll, die im Falle eines Krieges die
Verſorgung großer Armeen ſicherſtellen ſoll.
Wenn Stalins Rechenſchaftsbericht über die Planwirtſchaft
von 1928 kis 1935 auch beſtrebt war, auf die Teilnehmer des
Kongreſſes, die aus den entfernteſten Ecken des Rieſenreiches für
wenige Tage nach Moskau gekommen ſind, durch ſein
Feuer=
werk von Milliardenzahlen zu wirken, ſo ließ er doch bereits
die ſchwachen Stellen erkeunen. Der Plan iſt in der offiziellen
Sprache ein Muß, ſeine Ziſſern ſind lauter kategoriſche
Impe=
ratide, — die erſten fünf Jahre Planerfahrungen haben aber
gelehrt, daß er nur ein ſtrebenswertes Ideal ſein ſoll. Denn
ſeine Durchführung iſt nicht nur eine Finanzfrage und icht
nur eine Frage des organiſatoriſchen und techniſchen Könnens,
ſondern ſchließlich auch eine Frage der phyſiſchen Möglichkeiten
Eine gewaltige Steigerung des Reallohns der breiteſten
Schich=
ten iſt verſprochen worden. Dieſes Verſprechen kann aber nur
gehalten werden, wenn der Staat die Mittel beſitzt, das heißt
wenn Werte geſchaffen werden. Hier haperts aber ſon ohl am
Können wie an der praktiſchen Möglichkeit. Ertragsſteigerung
der Arbeit, beſſere Ernährung, Heranbildung der „techniſchen
Kadres”, Finanzierung durch Verlängerung des Hungerkredits
— ein Glied greift ins andere und es entſteht der eireulus
vitiosus, aus dem ein Entrinnen beſtenfalls in Jahren unter
ſchwerſten Opfern ſelbſt einem Stalin möglich ſein wird.
Um einmal das beſondere Kapitel der Landwirtſchaft zu
nehmen: Stalin berichtete, daß der Prozentſatz der
kollektivier=
ten Bauerngüter 65 beträgt, daß der „vergeſellſchaftete Sektor”
tändig zunehme, daß die Idee geſiegt habe. Aber die
Ausſaat=
fläche iſt von 1913 von 105 Mill. Hektar auf 129,7 Mill. Hektar,
alſo um 23 v. H. geſtiegen, während der Ertrag von 801 Mill.
Zentner auf 898 Mill. Zentner, alſo nur um 12 v. H.
zuge=
nommen hat. Das bedeutet, daß mit der zunehmenden
Kollek=
tivierung ein ſtändiges Sinken der Erträgniſſe Hand in Hand
geht. Und die kataſtrophale Hungersnot, die heute auch von den
amtlichen Stellen nicht mehr geleugnet wird, läßt kaum den
Schluß einer Intenſivierung in abſehbarer Zeit zu. Wie alſo
will man die Erträgniſſe der landwirtſchaftlichen Erzeugung bis
1937 verdoppeln?
Niemand wird aber behaupten, daß dieſe Erſcheinung des
unlöslichen Widerſpruchs zwiſchen Plan und Wirklichkeit ſich
nur auf die Landwirtſchaft beſchränkt, daß ſie nicht vielmehr
für alle Zweige der Volkswirtſchaft ohne Ausnahme Geltung
hat. Das Wollen der zentralen Planſtellen und der Moskauer
Herrſcher iſt das Eine — die volkswirtſchaftliche Wirklichkeit
iſt aber ein Anderes. Auch wenn alle möglichen „Schuldigen
wegen Planſabotage beſeitigt oder auch nur „ausgeſäubert”
werden.
Zivilflugzeuge —für die Armee beſkimmt.
Der Verdacht, daß aus der Forderung Frankreichs nach
Kontrollierung der Zivilluftfahrt das eigene ſchlechte Gewiſſen
ſpricht, iſt jetzt beſtätigt worden. Das franzöſiſche Luft
f ahrtminiſterium hat der
Luftfahrtgeſell=
ſchaft „Aire Frange‟ 12 dreimotorige Flugzeuge
abgekauft und der Heeresluftflotte als
Bom=
benflugzeuge einverleibt. Damit iſt der endgültige
Beweis geliefert, daß die franzöſiſchen
Ver=
kehrsflugzeuge getarnte Kriegsmaſchinen ſind.
Wir haben die Vermutung bereits früher ausgeſprochen, daß
die franzöſiſchen Verkehrsflugzeuge nach ausgeſprochen
militä=
riſchen Geſichtspunkten gebaut werden.
Ganz anders liegen die Dinge in Deutſchland. Unſere
Flug=
zeuge haben ausſchließlich den Bedürfniſſen des Verkehrs
Rech=
nung zu tragen und infolgedeſſen können ſie auch nicht zu
Bombenflugzeugen umgewandelt werden. Vor allem aber
be=
ſitzen wir keine aktive Fliegertruppe, haben keine militäriſchen
Maſchinen, nicht einmal Polizeiflugzeuge. Infolgedeſſen hat es
auch keinen Sinn unſere Verkehrsmaſchinen ſo
durchzukonſtru=
ieren, wie das bei den franzöſiſchen Flugzeugen der Fall iſt.
Es iſt aber außerordentlich bedeutungsvoll, jetzt aus
fran=
zöſiſchem Munde zu hören, daß die Verkehrsmaſchinen
Frank=
reichs ſchon beim Bau für die Landesverteidigung reſerviert
werden, und, fobald ſie genügend eingeflogen, an das
Luft=
fahrtminiſterium und damit an die Militärfliegerei abzutreten
ind. Künftig wird man die franzöſiſche Verkehrsfliegerei
ent=
ſprechend einzuſchätzen haben.
Vom Tage.
Der Sonntag, 25. Februar, wird als Heldengedenktag
einheitlich im ganzen Reich begangen. Der Reichsminiſter für
Volksaufklärung und Propaganda hat die Landesregierungen
er=
ſucht, die zur würdigen Begehung dieſes Tages erforderlichen
Maßnahmen unverzüglich zu treffen und beſonders alle
Luſtbar=
keiten zu verbieten:
Das Berliner Sondergericht verurteilte im Mordprozeß von
der Ahé am Freitag vormittag den 25jährigen Arbeiter Richard
Hüttig wegen ſchweren Landfriedensbruches in Tateinheit mit
verſuchten Mord zum Tode und zum dauernden Verluſt der
bür=
gerlichen Ehrenrechte. Die übrigen Angeklagten wurden zu
Zucht=
haus= bzw. Gefängnisſtrafen verurteilt.
Die Direktion der Reichsautobahnen teilt mit: Zur
Vorbe=
reitung des Baues von Kraftfahrbahnen ſind drei weitere Oberſte
Bauleitungen eingerichtet worden, und zwar in Halle (Leiter:
Reichsbahnoberrat Rukvied), Hannover (Leiter:
Reichsbahnober=
rat Zilcken) und Nürnberg (Leiter: Reichsbahnoberrat Hafen).
Im ganzen beſtehen nunmehr 13 Oberſte Bauleitungen.
In Lodz und Umgebung ſind bereits 500 jüdiſche Flüchtlinge
aus Wien eingetroffen.
Der von der Regierung Doumergue vorgeſehene
Haushalts=
plan, der dem Finanzausſchuß der Kammer zur Prüfung
über=
geben wurde, ſieht an Einnahmen 48 430 521 397 Franken und an
Ausgaben 48 619
Franken vor, ſo daß ein
Einnahmeüber=
ſchuß von 10 688 164 Franken verbleiben würde.
Im engliſchen Unterhaus wurde ein Geſetzesantrag auf
Er=
höhung des Einfuhrzolles für gewiſſe Farbſtoffe von 10 auf 20
v. H. angenommen.
Die öffentliche Aufführung eines antideutſchen Dramas
„Achtung” von Leslie Reade iſt von dem engliſchen Zenſor
ver=
boten worden. Das Stück war bereits vor einer Woche unter
Ausſchluß der Oeffentlichkeit aufgeführt worden und wurde
da=
mals von einigen Kritikern als ein „reines Hetzſtück ohne jeden
künſtleriſchen Wert” bezeichnet.
DNB. Berlin, 16. Februar.
Das Reichskabinett genehmigte ein Geſetz zur
Aende=
rung der Verordnung über die
Deviſenbewirt=
ſchaftung vom 23. Mai 1932, das zur Ausfüllung gewiſſer
Lücken des materiellen und prozeſſualen Strafrechts für
Deviſen=
vergehen notwendig geworden war. Durch das Geſetz wird, die
Verfolgung in Strafſachen wegen Deviſenvergehen vereinfacht und
wirkſamer geſtaltet.
Ferner verabſchiedete das Reichskabinett ein Geſetz über
Kaſſenvereinigungen in der
Krankenverſiche=
rung, wodurch das Recht der Kaſſenvereinigung überſichtlich
ge=
regelt wird. Die bisher in verſchiedenen Verordnungen erlaſſenen
Vorſchriften werden in die Reichsverſicherungsordnung
eingeglie=
dert und hier bei Unſtimmigkeiten beſeitigt, ſowie Mängel, die
ſich in der Praxis ergaben, ganz behoben.
Das vom Reichskabinett genehmigte. Geſetz über die
Realſteuerſperre 1934 iſt notwendig geworden, weil die
gegenwärtigen wirtſchaftlichen Verhältniſſe einen Verzicht auf die
Realſteuer nicht zulaſſen. Durch das Aufheben der Realſteuerſperre
wird die Wirtſchaft der Gefahr erhöhter Belaſtung ausgeſetzt.
Den Gemeinden, die für das Rechnungsjahr 1933 ihre Steuerſätze
geſenkt hatten, ſoll die Möglichkeit gegeben werden, im
Rechnungs=
jahr 1934 unter beſtimmten Vorausſetzungen auf einen normalen
Stand zurückzukommen, wenn ſich die Fortſetzung der Senkung als
untragbar erweiſen ſollte. Eine beſondere Regelung ſieht das
Ge=
ſetz für den Fall vor, daß ein Land ein anderes Land in ſich
auf=
nimmt. In dieſem Falle tritt eine Vereinheitlichung der
Steuer=
ſätze ein.
Das Reichskabinett nahm ferner ein Geſetzüber die
Hinausſchiebung der Beſteuerung der toten
Hand, die für notwendig gehalten wird, weil ſich
Schwierigkei=
ten hauptſächlich wirtſchaftlicher Art der Erhebung der Steuer
entgegenſtellten. Die Veranlagung und Erhebung dieſer Steuer
wird bis auf weiteres ausgeſetzt. Es handelt ſich hierbei um eine
Erſatzſteuer für die Grunderwerbsſteuer, für Grundſtücke, die ihre
Eigentümer nicht oder ſelten wechſeln.
Schließlich verabſchiedete das Reichskabinett das vom
Reichs=
miniſterium für Volksaufklärung und Propaganda vorgelegte
Lichtſpielgeſetz, das eine völlige Neuregelung der
Filmprü=
fung und auch neue Beſtimmungen für das Lichtſpielgewerbe
ent=
hält. Während bisher die Wirkung der geſamten Regelung des
Lichtſpielweſens, insbeſondere auf dem Gebiet der Filmzenſur
eine rein negative war, erwächſt dem neuen Staat die Aufgabe
und Verantwortung, poſitiv am Werden des deutſchen Films
mit=
zuarbeiten. Dieſer Aufgabe kann der Staat nur gerecht werden,
wenn er dem geſamten Herſtellungsvorgang des Filmſchaffens ſeine
Aufmerkſamkeit zuwendet. Das Geſetz regelt die Aufgaben und
Rechte des Reichsfilmdramaturgen, dem die Vorprüfung der Filme
obliegt. Die Verantwortung der Reichsregierung wird durch
die=
ſes Geſetz auch auf dem Gebiete des Filmweſens eine größere als
bisher.
Induſtrie=und Handelskag beim Kanzleit
Wunſch nach Erhebung des Induſtrie= und
Handels=
lages zu einer Körperſchaft des öffenklichen Rechts.
DNB. Berlin, 16. Februar.
Reichskanzler Adolf Hitler empfing am 15. Februar da
Präſidium des Deutſchen Induſtrie= und Handelstages, der
Spitzenorganiſation der deutſchen Induſtrie= und
Handels=
kammern und der deutſchen Handelskammern im Ausland z.
eingehendem Bericht.
Präſident Dr. von Renteln gab ein Bild über dä
Tätigkeit der Deutſchen Induſtrie= und Handels
kammern und des Deutſchen Induſtrie= und Handels.
tages, die bereits als eine Ausgleichsſtelle zwiſche
Induſtrie und Handel innerhalb der Wirt
ſchaft wirken. In wahrhaft nationalſozialiſtiſchem Sinne werb.
durch ſie nicht Intereſſenpolitik, ſondern Betreuung der in Frag
kommenden Wirtſchaftskreiſe betrieben. Induſtrie= un
Haudelskammern ſeien einerſeits die Beauf
tragten des Staates und andererſeits Selbſt
verwaltungskörper der Wirtſchaft. Dr. von Rentel
ſprach den Wunſch aus zur ſtrafferen Zuſammen
faſſung der Induſtrie= und Handelskammer
den Deutſchen Induſtrie= und Handelstag z
einer Körperſchaft des öffentlichen Rechts, z
erheben. Er machte auch Ausführungen zu dem wirtſchaft
lichen Organiſationsweſen, zeigte die Leiſtungen des Induſtrie
und Handelstages auf dieſem Gebiet auf und machte Hinweif
auf notwendige Umſtellungen und Vereinfachungen.
Dr. von Renteln trug ferner vor, daß ein
Kongreß der deutſchen, im Ausland anſäfſigen
Handelskammern
geplant ſei, um nicht nur den im Auslande lebenden deutſchen
Induſtriellen, Handels= und Gewerbetreibenden, ſondern aud
den befreundeten, mit der deutſchen Wirtſchaft
zuſammen=
arbeitenden Ausländern Gelegenheit zu geben, die Wirtſchafts
vorgänge in Deutſchland ſelbſt an Ort und Stelle ſtudieren zu
können. Er bat den Reichskanzler in einer großen
Schlußkund=
gebung, ſelbſt zu den verſammelten Vertretern der Auslands
handelskammern zu ſprechen. Dieſe Veranſtaltung werde vor
ausſichtlich Ende Mai d. J. in Berlin ſtattfinden. Zur
Schluß betonte Dr. von Renteln die Notwendigkeit eines plant
mäßigen Vorgehens bei der Umſiedlung von Produktionsſtätter,
ſowie der damit zuſammenhängenden Ausſiedlung der Arbeite
aus den Großſtädten.
Der Reichskanzler nahm den Vortrag Dr. von Renteln
entgegen und erwiderte hierauf in einigen kurzen Ausführungen
Deutſches Kreditabkommen von 1934.
DNB. Berlin, 16. Februar.
Die am 5. Februar d. J. in Berlin unter dem Vorſitz von
Frank C. Tiarks (London) zuſammengetretene Stillhaltekonferen;
iſt am 16. Februar beendet worden mit dem Ergebnis, daß da
am 28. Februar 1934 ablaufende Stillhalteabkommen (Deutſche=
Kreditabkommen von 1933) durch ein neues Abkommen mit Lauf
zeit bis 28. Februar 1935 verlängert wird.
Eine allgemeine Kürzung der Kredite, wie ſie in dem Ab
kommen von 1932 und 1933 vorgeſehen war, findet diesmal nich
ſtatt, was um ſo befriedigender iſt, als Deutſchland in Anbetrach
der ſich wieder belebenden Wirtſchaft ein gewiſſes freies Kredit
volumen für die Finanzierung von Ein= und Ausfuhr behalten
muß.
Ebenſo einſichtig trug man der deutſchen Deviſenſituation
und der durch das Transfermoratorium gegenüber den außerhal
der Stillhaltung ſtehenden Auslandsgläubigern geſchaffenen Lag
Rechnung. Es wurde eine vorläufige Aufſchiebung der Ratenzah
lungen vereinbart, die die deutſche Golddiskontbank aus ihre
Garantieverpflichtung bis Ende Februar 1935 zu leiſten hätte.
Das im vorjährigen Abkommen eingeführte Syſtem einer
ge=
wiſſen Auflockerung und Verwäſſerung der Stillhaltekredite, ins
beſondere durch die Schaffung des Regiſtermark=Syſtems, das ſic
für Deutſchland wie für die ausländiſchen Gläubiger gut bewähr
hat, wird mit geringfügigen Veränderungen unter dem neuer
Abkommen fortgeſetzt. Die Einführung der Regiſtermark hat es
ermöglicht, das Geſamtvolumen der Kredite erheblich zu er
mäßigen, ohne Deviſenhergabe durch die Reichsbank. Im abge
laufenen Jahr wurden etwa 500 Millionen RM. Regiſtermar
abgerufen.
Im übrigen weiſt das neue Abkomen, abgeſehen von einigen
im weſentlichen ebenfalls nur der Verfeinerung oder größeren
Klarheit dienenden Aenderungen keine grundlegenden Neue
rungen auf.
In dem bekannten Streit um die Uralinda=Chronik, die
von Hermann Wirth dem deutſchen Volke als angebliche Quelle
älteſter, bis in das 3. vorchriſtliche Jahrtauſend zurückreichende
Quelle der germaniſchen Vorgeſchichte dargeboten wurde, hat
man bisher das Hauptgewicht für oder gegen die Echtheit meiſt
auf die handſchriftliche Ueberlieferung gelegt. Dieſe
philologi=
ſchen Unterſuchungen, ſo wichtig ſie auch ſein mögen, können
den Nichtfachmann, können den wiſſensdurſtigen Deutſchen, der
das Weſen ſeines Volkstums erfaſſen will, in der Regel nur
wenig erwärmen und werden ihn oft ſchwer im tiefſten Innern
überzeugen. Beweisführungen auf dieſem Gebiete gegen die
Echtheit der Uralinda=Chronik, mögen ſie auch noch ſo ſehr
ge=
glückt ſein, werden bei dem Laien unter Umſtänden nur das
Gefühl aufkommen laſſen, daß hier auf Seiten H. Wirths
bielleicht ein philologiſcher Fehler vorläge, der an ſich ſchon
entſchuldbar, die geiſtige Geſamtlage nicht verändere, den letzten
Wert der Wirthſchen Lehren über die germaniſche Vorzeit nicht
erſchüttere.
Schwerer wiegen ſchon die Bedenken, die man gegen be
ſtimmte ſachliche Angaben dieſer vermeintlichen Chronik
vor=
gebracht hat: wenn nämlich nach dieſer Chronik die Verteilung
der Völker in vorgeſchichtlicher Zeit derart war, daß die Slawen
damals weſtwärts bereits bis nach Mitteldeutſchland gelangten
und Häfen an der Oſtſee beſaßen ſo ſtimmt das nicht nur mit
den Ergebniſſen der Vorgeſchichte keineswegs überein, ſondern
erſcheint ſogar als durchaus geeignet, den Gegnern
Deutſch=
lands als willkommene Propaganda gegen den deutſchen
Oſt=
raum zu dienen. Iſt Hermann Wirth in die Gedankenwelt
ſeiner Studierſtube ſo ſehr eingeſponnen, daß er dieſe arge
Schädigungsmöglichkeit völlig überſehen hat? Hätte er bei
ver=
antwortungsbewußter Prüfung nicht vielmehr aus einer ſo
unſinnigen, völlig aus der Luft gegriffenen Behauptung der
„Chronik” Zweifel an der Echtheit eben dieſer Chronik ſchöpfen
müſſen?
Nun aber der Kern, der eigentlich geiſtige Gehalt dieſer
Chronik: Man ſollte annehmen, daß jeder, der auch nur ein
einziges Eddagedicht, eine einzige altisländiſche Familienſaga,
nur wenige Zeilen des altdeutſchen Hildebrandliedes mit
wachen Sinnen geleſen hat, in dem törichten Geſchwätz dieſer
Uralinda=Chronik keinerlei Zuſammenhang mit germaniſchem
Weſen, weder der Vorzeit noch der Jetztzeit, zu erkennen
ver=
mag. Nur jemand, der dem wirklichen Germanentum rein
akademiſch, völlig inſtinktslos gegenüberſteht, iſt imſtande, in
dem wortſchwallreichen, moraliſierenden Getön der Uralinda=
Chronik ein Denkmal germaniſcher Ueberlieferung zu finden.
Germaniſche Denkungsart zeichnet ſich von Alters her bis auf
den heutigen Tag durch knappe und ſchlichte, aber gewichtige
Rede aus, eine Rede, die mit wenigen Worten den Nagel auf
den Kopf trifft, die das Moraliſieren als unmämnlich haßt, die
alles was ſich der Hörer ſelbſt denken kann, als überflüſſig
verſchweigt. Die Darſtellung der Uralinda=Chronik iſt
dem=
gegenüber wortreich, ſüßlich moraliſierend und geſchwätzig. Die
Begebniſſe in ihr ſind ſchemenhaft ungreifbar, die Menſchen
völlig blutleer und erregen in uns keinerlei menſchliche
Teil=
nahme. Die alten Germanen dieſer Chronik — oder vielmehr
die alten Frieſen, denn nur um dieſe geht es dem Verfaſſer —
ſind edelmuttriefende Weſen, die einem blutleeren Pazifismus
huldigen und von Frauen beherrſcht werden. Geſchöpfe ſolcher
Art hat es gewiß auf der ganzen Welt nie gegeben, und am
allerwenigſten unter unſeren Altvorderen. Edda und Saga und
Hildebrandlied zeigen uns Männer und Frauen von Fleiſch
und Blut, mit gewaltigen Leidenſchaften im Guten und Böſen,
immer ganze Kerle, die uns Reſpekt einflößen. Dieſe
Ural=
indier aber ſind blaſſe Jämmerlinge, die bei den „Burgmaiden”
und „Müttern” Sühne für ihre kleinen Verbrechen ſuchen,
Menſchen, deren Nachkommen zu ſein, wir uns im Innerſten
ſchämen müßten. Gottlob ſind es aber nur künſtliche Gebilde
eines beleſenen und humorvollen Phantaſten aus der Mitte
des vorigen Jahrhunderts, dem wir nicht einmal ernſtlich böſe
ſein können.
Nicht ſcholaſtiſche Kathederweisheit iſt’s, die dieſes halb
trübe, halb luſtige Machwerk nicht ernſt nehmen will, denn
dazu bedarf es keiner Gelehrſamkeit. Nein, nur inſtinktloſe
Bücherſtubenweisheit konnte auf den Gedanken verfallen, dem
deutſchen Volke ein ſolches Zerrbild ſeiner Vorfahren als wahr
hinzuſtellen. Traut Herr Profeſſor Wirth der deutſchen
akademiſchen Jugend und dem ganzen deutſchen Volke wirklich
eine ſolche Inſtinktloſigkeit zu?
Prof. Wolfgang Kvauſe, Univerſität Königsberg.
Träume ſind Schäume. Sie können buntſchillernd und voller
beglückender Wunſchbilder ſein, ſie können auch allerhand
Schreck=
niſſe enthalten und den Schläfer quälen und peinigen. Diefe
peinlichen Träume ſind entweder durch äußere Einwirkungen,
Verdauungsſtörungen oder Fieber hervorgerufen (Alpdrücken)
oder ſie treten ohne erkennbare Urſache als Angſtträume auf.
Von vielen Menſchen werden auch erotiſch gefärbte Träume als
beſonders peinlich empfunden. Dieſe letztgenannte Gruppe kanr
bei allen Menſchen auftreten und hat nichts mit dem
Lebens=
wandel des Schläfers zu tun. Gerade diejenigen Menſchen, die
ihr triebhaftes Ich zu beherrſchen oder zu unterdrücken gewohnt
ind, werden von derartigen Traumbildern heimgeſucht. Si
ſollten ſich darüber nicht beunruhigen und ihnen keinerlei Be
deutung zulegen. Oft verſchwinden dann ſolche ſexuell gefärbte
Traumvorſtellungen von ſelbſt oder dringen nicht ins Bewußt
ſein. Während dieſe Art von Träumen durch Regelung der
Lebensweiſe, bzw. durch richtige Einſtellung ihren peinlicher:
Charakter verlieren können, quälen die eigentlichen Angſtträume
viel hartnäckiger und laſſen ſich oft ebenſo ſchwer überwinder
wie die Angſtzuſtände, die bei manchen Perſonen auch im wacher
Zuſtande auftreten. Schlafmittel vertiefen zwar den Schlaf, aben
in dem Halbſchlaf vor dem Erwachen kann die Angſt doch in
Traumbildern durchbrechen. Der Angft liegen meiſt ſeeliſche Kon
flikte zugrunde, die die Schwelle des Bewußtſeins nicht erreicher
oder nicht erreichen dürfen. Triebhafte Regungen, die in einen
wirklichen oder auch ſcheinbaren Widerſpruch zur ethiſchen
Per=
ſönlichkeit ſtehen, drängen im Dämmerzuſtand des Bewußtſeins
vor und finden ihren ſymboliſchen Ausdruck in unangenehmen
ſchreckhaften oder bedrohenden Bildern. Es dürfte kaum einer:
tiefer veranlagten Menſchen geben, in deſſen Seele ſich ſolche
Kämpfe nicht abſpielen. Im wachen Denken glaubt der Menſchk.
Sieger in dieſem Kampfe geblieben zu ſein, aber in den tieferer
Schichten des Bewußtſeins glimmt der Brand immer noch. Der
Ausgleich zwiſchen Trieb und Hemmung iſt nicht überall
vol=
geglückt. In irgendeiner Ecke ſteckt noch etwas, was nicht völlig
aufgeräumt worden iſt, wie Dr. Scheider in einer Beſprechung
über quälende Träume es ausdrückt. Wir brauchen uns vor
ſol=
chen unordentlichen Winkeln im Labyrinth unſerer Seele nich!
allzu ſehr zu fürchten, auch wenn ſie gelegentlich im Traums
einen unangenehmen Spuk hervorrufen. Es geſchieht dies ge
wöhnlich nur dann, wenn ſich in unſerem Leben Ereigniſſe
ab=
ſpielen, oder Befürchtungen ſich regen, die irgendwie mit den?
bereits gebändigten Trieb in Beziehung ſtehen. Im bewußten!
und wachen Handeln ſtellen ſie für den ſeeliſch Geſunden keine
Gefahr dar. Auch dieſe Angſtträume verſchwinden meiſt vont
ſelbſt, wenn jene Vorgänge, die die Seele aufwühlten, zum
Aus=
gleich gebracht wurden.
Dr. Georg Kaufmannn.
v. Das Alarmradio. In Aſien dient der drahtloſe
Fernmelde=
dienſt zur Ankündigung von Epidemien. In den Vereinigten
Stau=
ten ſtudiert die „Federal Radio Commiſſion” die Möglichkeit, die
Sender bei großen Kataſtrophen nutzbar zu machen. Es gibt Faus
Erdbeben Springfluten, Wirbelſtürme), wo alle gewöhnlichem
Möglichkeiten der Nachrichtenübermittlung ausgeſchaltet ſind. S
könnte der ſchreckliche SOS.=Ruf auch auf dem Feſtlande laut er
ſchallen.
Samstag, 17. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 47 — Seite 3
Dollfuß ſucht Schutz bei Frankreich.
Beſtellie Arbeik. — Inkervenkionsabſichten der Berſailler Mächke. — Oeſterreichs Ungbhängigkeik als Vorwand.
Genfer Forum ſoll Stalus auo an der Donau garankieren.
Alarmierende Rede
des tſchechiſchen Außenminiſters.
* Die Ausführungen des ſtellvertretenden tſchechiſchen
Außen=
miniſters Krofta im tſchechiſchen Parlament, zu den Unruhen in
Oeſterreich haben in Berliner politiſchen Kreiſen ſtärkſte
Beach=
tung gefunden. Herr Krofta hat Formulierungen gebraucht, die
überraſchen müſſen. Man hätte wohl von ihm erwarten dürfen,
daß er, wenn er ſchon zur öſterreichiſchen Frage Stellung nahm,
er dabei ein erhebliches Maß von Zurückhaltung beobachtet hätte.
Aber Krofta hat den Standpunkt vertreten, daß in Oeſterreich
ohne Eingreifen berufener Faktoren eine Beruhigung kaum
ein=
treten werde.
Er führte u. a. aus: Die Tſchechoſlowakei könne nicht in die
Ereigniſſe eingreifen. Dr. Krofta bezeichnete die Nachrichten und
Gerüchte, als ob die Tſchechoſlowakei in Oeſterreich einmarſchieren
würde, um dort Ordnung zu machen, als Phantaſie und
Unmög=
lichkeit.
Dr. Krofta fügte hinzu: Wenn irgendein Staat die Grenze
überſchreiten oder in die öſterreichiſchen Verhältniſſe eingreifen
würde, würden wir nicht ſchweigen. Das bedeutet allerdings nicht,
daß wir ſelbſt in Oeſterreich einfallen würden. Wir müßten nur
die entſprechende Stelle anrufen. So würde es auch
in dem Falle ſein, wenn die öſterreichiſche Regierung irgend
ieman=
den zu Hilfe riefe. Wir müſſen aber die öſterreichiſchen
Verhält=
niſſe mit der größten Aufmerkſamkeit verfolgen, um für alle Fälle
vorbereitet zu ſein, da die öſterreichiſchen Ereigniſſe vielleicht
ir=
gendwie auch uns unmittelbar berühren könnten.
So viel kann man vielleicht ſchon ſagen, daß ſich die
Ver=
hältniſſe in Oeſterreich, ohne daß berufene aus=
Tändiſche Faktoren eingreifen, kaum beruhigen
werden, da die ſtändige Gefahr beſteht, daß es zu etwas kommt,
was die Unabhängigkeit Oeſterreichs bedrohen könnte.
Wenn ein Mann in der Stellung Kroftas vor das Parlament
hintritt und derartige Erklärungen abgibt, dann müſſen wir ſchon
annehmen, daß ſich in ihnen beſtimmte Abſichten und Pläne
wider=
ſpiegeln. Die übrigen Nachbarn haben ſich durchaus abwartend
verhalten. Von der Prager Regierung darf man wohl erwarten,
daß ſie zur Rede Kroftas eine entſprechende Erläuterung abgibt,
wobei wir uns der Hoffnung hingeben, daß ſie von Herrn Krofta
abrückt und in unzweideutiger Form feſtſtellt, daß ſie ſich mit
kei=
nerlei Interventionsplänen trägt.
Lebhafte Täkigkeit am Quai d Orſan.
DNB. Paris, 16. Februar.
Am Freitag vormittag haben am Quai d’Orſay
Beſprechun=
en zwiſchen Miniſterpräſident Doumergue, Außenminiſter
Barthou und dem Generalſekretär des Quai dOrſay, Leger,
einerſeits und Außenminiſter Dr. Beneſch andererſeits
ſtatt=
efunden. Später hat der Miniſterpräſident den italieniſchen
Botſchafter und anſchließend den Generalſekretär des
Völker=
undes, Avenol, empfangen. Der engliſche Geſchäftsträger hatte
eine Beſprechung mit dem Generalſekretär Leger. In amtlichen
reiſen wird über dieſe Unterredungen größtes Stillſchweigen
bewahrt, doch verlautet in gur unterrichteten Kreiſen, daß ſie
ſich auf die augenblickliche Lage in Oeſterreich bezogen. In
vieſem Zuſammenhang iſt wieder von einer gemeinſamen
Er=
lärung der Mächte die Rede, die ſich für die Aufrechterhaltung
der ſogenannten „Unabhängigkeit” begeiſtern. Auch der römiſche
Berichterſtatter der Information berichtet von ſolchen Plänen.
Verrak am deutſchen Gedanken.
Der öſterreichiſche Geſandke bei Doumergue.
DNB. Paris, 16. Februar.
Der franzöſiſche Miniſterpräſident Doumergue hat am Freitag
nachmittag den öſterreichiſchen Geſandten empfangen. In der
Aus=
ſprache herrſchte die Auffaſſung vor, daß zwiſchen Paris, Rom
nd London über eine Erklärung zugunſten der
Un=
abhängigkeit Oſterreichs verhandelt werde.
Der Auswärtige Ausſchuß der franzöſiſchen
Kammer hielt am Freitag eine außerordentliche Sitzung ab,
die ſich mit der Frage in Oeſterreich befaßte, und ſtimmte dann
einer Entſchließung zu, in der die franzöſiſche Regierung aufge=
* Heſſiſches Landestheaker.
Großes Haus. — Freitag, den 16. Februar,
Die Zauberflöke.
Oper von W. A. Mozart.
Franz Koblitz vom Stadttheater Stettin, der als Gaſt
uuf Anſtellung heute den Tamino ſang, iſt ein ausgeſprochen
lyriſcher Tenor von angenehmem Weſen und nicht ohne Routine.
Seine ſtimmliche und ſeine künſtleriſche Begabung reicht aber
ſir das Große Haus und für unſere Anſprüche nicht aus. Die
lleine Stimme hat weder Tragkraft, ſo daß ſie in den Enſembles
berſinkt, noch Glanz in der Höhe; ſie klingt in allen Lagen eng
und gaumig. Seine Geſtaltung iſt unperſönlich, ſchwach im
2ialog, im Rezitativ, trotz mancher Feinheiten, matt. In dieſer
Yolle läßt ſich ſchwer erkennen, ob Temperament vorhanden.
Eine Verwendung als italieniſcher Held ſcheint mir jedoch
v. HI.
fraglich.
Unſer erſter Baſſiſt, Theo Herrmann, wurde nach
ßergewöhnlich erfolgreichen Eaſtſpielen als „König Philipp”
urd „Falſtaff” für die nächſte Spielzeit an das Stadttheater
Hamburg verpflichtet.
Der ausgezeichnete Sänger und Künſtler hat es verſtanden,
ich in den ſieben Jahren ſeiner Darmſtädter Tätigkeit unter
Olei Intendanten durch ſtetig wachſende vortreffliche, ja meiſt
orbildliche Leiſtungen im ſeriöſen und Spielbaßfach eine
An=
eikennung und Verehrung zu erringen, wie dies bei unſerem
heu ſpruchsvollen Publikum nur in ganz ſeltenen Fällen in
Aeichem Maße der Fall war. Wir erinnern an ſeinen König
Bhilipp (Don Carlos), Pater Guardian (Macht des Schickſals),
Halitzky (Fürſt Jgor), Hunding und Hagen (Ring), Marke
riſtan), Gurnemanz (Parſifal) Rocco (Fidelio), Saraſtro
bauberflöte) und an ſeinen Figaro (F. Hochzeit), Leporello
on Juan), Baron Ochs (Roſenkavalier), Osmin (Entführung),
zal (Verkaufte Braut) u. a. Aber auch im Oratorium und
Lied war er der kultivierte Sänger und temperamentvolle
9eſtälter, und in den bunten Abenden der liebenswürdigſte
lener Kabaretiſt. Es hat ihn nie verlockt, Anerbieten zum
Lechfel, an denen es nicht fehlte, materieller Vorteile wegen
folgen. Den jetzt an ihn ergangenen ehrenvollen Ruf konnte
ais einen Sprung in ſeiner Karriere nicht ausſchlagen.
war gern hier, wo er nur Freunde hatte. Denn er iſt nicht
ein Künſtler großen Formats, ſondern auch ein lieber
fordert wird, den Frieden durch die Unabhängigkeit Oeſterreichs
zu ſichern.
Der Auswärtige Ausſchuß des franzöſiſchen
Senats befaßte ſich am Freitag ebenfalls mit der Lage in
Oeſterreich und nahm nach einem Bericht Berenguéers nach einem
Bericht über ſeine Unterredung mit dem Außenminiſter und dem
Miniſterpräſidenten eine längere Entſchließung an, in der er ſich
hinter die Regierung ſtellt, die die Verſicherung abgegeben habe,
alles zu kun, um die Unabhängigkeit Oeſterreichs
zu gewährleiſten.
Dieſe Unabhängkeit Oeſterreichs ſei außerdem durch die
verſchie=
denen Verträge und das Protokoll vom Oktober 1922 garantiert.
Der Ausſchuß betrachtet es deshalb, als eine Pflicht der
Unter=
zeichnermächte, gemeinſam auf den Aufruf des Bundeskanzlers an
die europäiſchen Großmächte vom 3. Februar, zu antworten und
den beſchleunigten Zuſammentritt des Völkerbundsrates zu
for=
dern, der von den Klagen Oeſterreichs Kenntnis, nehmen, über
ihre Berechtigung urteilen und die Maßnahmen treffen müſſe, die
angebracht erſchienen.
Barkhous Bemühungen um eine gemeinſame
Erklärung.
In gut unterrichteten Kreiſen beſtätigt man in den
Abend=
ſtunden des Freitags, daß die Beſprechungen des franzöſiſchen
Außenminiſters mit den Vertretern Englands, Italiens und der
Tſchechoſlowakei der Veröffentlichung einer gemeinſamen
Erklä=
rung galten, in der die Mächte die Notwendigkeit der
Aufrecht=
erhaltung der öſterreichiſchen Unabhängigkeit feſtſtellen wollen.
Italien ſchlägt eine Dreimächke-Erklärung
zugunſten Oeſterreichs vor.
Große Beachtung findet in der engliſchen Preſſe eine Pariſer
Meldung, wonach eine gemeinſame Erklärung Großbritanniens,
Frankreichs und Italiens als Garanten der Unabhängigkeit
Oeſterreichs beabſichtigt ſei, in der dieſe drei Staaten ihre
Ent=
ſchloſſenheit bekräftigen, die Unabhängigkeit der öſterreichiſchen
Republik aufrecht zu erhalten. Unverhüllte Sorge über mögliche
Entwicklungen in der öſterreichiſchen Lage nach dem Konflikt der
Bundesregierung und den Sozialiſten werde von den
Garant=
mächten empfunden. „Evening Standard” betrachtet die
Mittei=
lung über einen angeblich geplanten Schritt als einen Verſuch,
Großbritannien in den europäiſchen Streit hineinzuziehen, und
bezeichnet Italien als den Haupttreiber in den Bemühungen
Großbritanniens, eine neue europäiſche Ordnung herbeizuführen.
Dem Blatt zufolge hat der italieniſche Botſchafter in London,
Grandi, dem britiſchen Außenminiſter einen Entwurf der
vor=
geſchlagenen Erklärung unterbreitet. Ein Gedankenaustauſch
über dieſe Frage ſei jetzt zwiſchen London, Paris und Rom im
Gange.
Tſchechiſche Sozialiſten
wollken den Schukbündlern zu Hilfe kommen.
DNB. Budapeſt, 16. Februar.
„Peſti Hirlap” veröffentlicht einen Wiener Sonderbericht,
wonach ein Plan beſtanden haben ſoll, nach dem aus der
Preßburger Gegend bei einem Kampf um das Wiener
Rathaus 30 000 tſchechiſche Sozialdemokraten
über Hainburg in Oeſterreich einzufallen
hät=
ten. Die diesbezüglichen Abmachungen hätten in einer für den
18. Februar nach Zürich einberufenen Konferenz der
Sozial=
demokraten der Nachfolgeſtaaten beſtätigt werden ſollen. In
letzter Minute ſei jedoch die Prager
ſozialdemokra=
tiſche Parteileitung offenbar zu der Ueberzeugung
gekommen, daß dadurch ein gewaltiges Chaos
in Europa entſtehen würde, und ſie habe die
Aktion abgeblaſen. Dadurch ſei der Einmarſch
unterblie=
ben. Die Wiener Neuſtädter Arbeiterſchaft ſei während des
Aufſtandes neutral geblieben, weil dieſer tſchechiſche Einmarſch
bei Hinburg nicht erfolgt iſt.
Wien nach vier Tagen Bürgerkrieg.
DNB. Berlin, 16. Februar.
Nur langſam findet Wien nach vier Tagen blutigen
Bürger=
krieges von unerhörtem Ausmaß wieder das Gleichgewicht des
Alltags zurück. Die Abſperrungsmaßnahmen ſind im Innern
der Stadt im weſentlichen beſeitigt worden, d. h. Drahtverhaue
und Polizeiſtreifen ſind aus dem Sträßenbild verſchwunden.
Die Straßenbahnen verkehren wieder in vollem Umfange.
Theater und Kinos öffnen am Samstag wieder. Die öffentlichen
Gebäude werden nach wie vor von Truppen und Polizei
be=
wacht. Durch die Straßen ziehen größere Truppen und
Heim=
wehrabteilungen. Die Polizei und das Sicherheitskorps, die
in den letzten Tagen ununterbrochen in die Kämpfe eingeſetzt
waren, ſind heute zur Erholung in die Kaſernen zurückgezogen
worden.
In den Außenbezirken und in den großen Kampfabſchnitten
wird die militäriſche Ueberwachung voll aufrecht erhalten. Der
allgemeine Bereitſchaftszuſtand bleibt beſtehen. Die
Entwaff=
nungsaktion und Waffenſuche in dem ganz Wien umgebenden
Gürtel der Gemeindebauten, die in den Kämpfen die ſtrategiſchen
Stützpunkte des Aufſtandes bildeten, werden ſyſtematiſch
fort=
geſetzt.
Die Regierung ſchreitet in der
Säuberung der Wiener Berwalkung
von ſozialdemokrakiſchen Elemenken
weiter fort. Das alte Wappen der Stadt Wien, der
Doppel=
adler, iſt von heute ab wieder eingeführt worden. Aus den
Amtsräumen des Rathauſes verſchwindet der ſozialdemokrattſche
Bilderſchmuck. In den Schulen und in der Schulverwaltung
ſind ſämtliche ſozialdemokratiſchen Perſönlichkeiten von ihren
Poſten enthoben worden. Die zahlreichen
Standrechtsverhand=
lungen in Wien, St. Pölten und Steyr gehen weiter.
Mit der Rückkehr ruhigerer Zuſtände entſteht für die
Re=
gierung die ernſte Frage, was nun geſchehen ſoll.
Skarhemberg für völlige Dikkakur.
Verſchiedene engliſche Blätter melden aus Linz Interviews
mit dem Heimwehrführer Fürſt Starhemberg, denen zufolge der
Fürſt erklärt habe, daß jetzt in Oeſterreich eine völlige Diktatur
die halbe Diktatur von Dr. Dollfuß erſetzen müſſe. Dem
Ver=
treter der Morning Poſt gegenüber ſagte Fürſt Starhemberg,
es werde unvermeidlich ſein, dieſer Tage einige ſozialiſtiſche
Führer zu hängen, allerdings ſei er mehr für Erſchießen als
für Hängen, denn ſie hätten tapfer gekämpft. — Starhemberg
gab der unmaßgeblichen Anſicht Ausdruck, daß ein
national=
ſozialiſtiſches Regime in Oeſterreich unmöglich (!) ſei.
In einem Interview mit der Daily Mail ſagte dagegen
Fürſt Starhemberg, es wäre denkbar, daß man ein Kompromiß
mit den öſterreichiſchen Nationalſozialiſten zuſtande brächte.
Gegenwärtig allerdings könne er keine Grundlage für
Ver=
handlungen entdecken. Die Nationalſozialiſten würden vielleicht
ſo meinte Starhemberg, ſagen, daß ſie ſich im Kabinett mit
dem Poſien des Innenminiſters und des Miniſters für
öffent=
liche Arbeiten begnügen würden, aber dies könnte ſich „als das
dünne Ende eines Keiles” herausſtellen.
Teilweiſe Grenzſperre von Oeſterreich nach Ungarn.
Laut einer Meldung aus Oedenburg hat die öſtereichiſche
Regierung das Ueberſchreiten der öſterreichiſch=ungariſchen Grenze
zu Fuß und mit Fahrzeugen bis auf weiteres verboten.
Dimikroff, Popoff und Taneff erwerben die
Sowſel=Skaatsangehörigkeit.
Da die bulgariſche Regierung ſich geweigert hat, die in
Deutſchland in Haft gehaltenen bulgariſchen Kommuniſten
Dimitroff, Popoff und Taneff als bulgariſche Staatsangehörige
zu betrachten, haben ſich Verwandte der drei Kommuniſten durch
Vermittlung der ſowjetruſſiſchen Botſchaft in Berlin an die
Sowjetregierung gewandt mit der Bitte, den Gefangenen das
Bürgerrecht der Sowjetunion zu verleihen. Die
Sowjetregie=
rung hat das Geſuch genehmigt.
Aufkragsverwalkung.
* Berlin, 16. Febr. (Priv.=Tel.)
Der preußiſche Miniſterpräſident hat ein Geſetz über die
Aen=
derung der Zuſammenſetzung der preußiſchen Provinzialräte
er=
laſſen. In dieſem Geſetz iſt zum erſtenmal der Begriff der neuen
Auftragsverwaltung zur Anwendung gekommen. Das Geſetz trägt
die Einleitungsformel, wie ſie künftig alle preußiſchen Geſetze
tra=
gen werden: „Im Namen des Reichs verkünde ich für den
Reichs=
kanzler dieſes Geſetz, dem die Reichsregierung zugeſtimmt hat.”
Die Berliner Erſtaufführung von Muſſolinis Rapoleon=Drama „Hunderk Tage‟.
Nebenſtehend:
Szene aus dem Schauſpiel
mit Werner Krauß
als Napoleon.
Im Berliner Staatstheater
er=
lebten am Donnerstag abend die
Hundert Tage”, ein dreiaktiges
Schauſpiel in acht Bildern, das
den italieniſchen Staatschef
Be=
nito Muſſolini und Giovachino
Forzano zu Verfaſſern hat und
von Geza Herczeg ins Deutſche
übertragen worden iſt, vor
aus=
verkauftem Hauſe ſeine Berliner
Uraufführung. In den Logen
ſah man den Führer, ferner
Miniſterpräſident Göring,
Reichs=
miniſter von Blomberg,
Reichs=
propagandaminiſter Dr. Goebbels,
Kultusminiſter Ruſt ſowie den
italieniſchen Botſchafter Cerruti.
Die meiſterhafte Aufführung löſte
wiederholt den ſtärkſten Beifall
der Zuhörer aus.
Menſch von außerordentlichen Eigenſchaften. Er läßt eine große,
dankbare, treue Gemeinde zurück, die ihn nie vergeſſen wird.
v.HI.
So wollen wir wohnen. Von Dr. Ludwig Neundörfer.
Ver=
lag der Franckhſchen Verlagsbuchhandlung, Stuttgart. 2.
Auf=
lage 1933. 169 Seiten mit 200 Abbildungen.
Die zweite Auflage des bekannten ausgezeichneten Buches die
als 4.—6. Auflage ſoeben erſchienen iſt, verdient beſondere
Auf=
merkſamkeit. Hier ſpricht der Praktiker, der für ſchönes, zweck=
mäßiges Wohnen in erſchwinglichem Rahmen eintritt. Die
Ab=
bildungen geben gute und ſchlechte Grundriſſe, vorbildliche Möbel
und Geräte und das Gegenteil davon, ſo daß jedermann ſchon rein
bildmäßig lernen kann, wie man wohnen ſoll. Sehr praktiſch auch
die Beiſpiele von Moderniſierung von Altwohnungen, wie
über=
haupt das ganze Buch im wahrſten Sinne des Wortes aus der
Praxis für die Praxis geſchrieben iſt, von der erſten Seite (Wie
lieſt man einen Grundriß) bis zu der letzten (wachſende
Woh=
nungen, wachſende Schränke). Heute, wo durch
Regierungsmaß=
nahmen die Erſtellung von Eigenheimen oder die Umgeſtaltung
von Wohnungen ſo erleichtert wird, erfüllt das Buch ein Bedürfnis.
Seite 4 — Nr. 47
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 17. Februar 1934
A-andrst
Statt Karten.
Ludwig Kauth
Gretel Nauth
geb. Schwinn
beehren ſich ihre Vermählung anzuzeigen.
Darmſadt, haardtring 122.
Kirchliche Trauung: Sonntag, den 18. Februar 1934,
nachmittags 3 Uhr, Fctruskirche.
2028
Am Dienstag, den 13. Februar 1934,
entſchlief ſanft nach arbeitsreichem Leben
und kurzem Leiden, mein lieber Mann,
unſer treuſorgender Vater
Karl Klenk
im 63. Lebensjahr.
Die trauernden Hinterbliebenen:
Marie Klenk
u. Kinder.
Darmſtadt, Nieder=Ramſtädterſtraße 32.
Die Beiſetzung fand in aller Stille ſtatt.
Am 13. Februar ſtarb nach kurzem
Krank=
ſein der Schreiner
Karl Klenk.
Herr Klenk iſt ſeit 1909 ununterbrochen in
meinen Dienſten geweſen.
Sein vorbildlicher Fleiß, ſein Können und
ſeine ſympathiſche Weſensart ſichern ihm
ein dauerndes ehrendes Gedenken.
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Heute entſchlief ſanft nach einem arbeitsreichen Leben unſer heißgeliebter,
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Dankſagung.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger
Teil=
nahme beim Heimgange unſerer lieben
Ent=
ſchlafenen, ſagen wir allen herzlichen Dank.
Insbeſondere danken wir Herrn
Landes=
kirchenrat D. Dr. Waitz für ſeine erhebenden
Worte am Grabe, den Schweſtern Wilhelmine
und Marie des Martinsbezirks für die
liebe=
volle Pflege und allen die ihr das letzte
Geleit gaben.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Franz Gebelein.
Darmſtadt, den 16. Februar 1934.
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er=
tragenem Leiden zu ſich heimzurufen.
Sie darf nun ſchauen was ſie geglaubt hat.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Auguſt Avemarie und Kinder.
Darmſtadt, Gräfenhäuſerſtr. 3, den 16. Februar 1934.
Die Beerdigung findet Montag, nachmittags 2 Uhr, auf dem
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Blatt weiß auch alles ſoklar und gefällig zu ſagen, angefangen
von der Politik über den Sport bis zum unterhaltenden Teil.
Nebenbei iſt er begeiſierter Kleinanzeigenleſer. Und das nicht
ohne Grund! Damals — es liegt ſchon eine Reihe von
Jahren zurück — verſchaffte ihm eine kleine Anzeige binnen
kurzer Zeit eine ausreichende Poſition, in der er ſich noch
hinaufarbeiten konnte, daß er jetzt ſeinen Lebensabend ohne
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Estag, 17. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 47 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 17. Februar 4934.
Bekannkmachungen des Perſonalamkes.
Ernannt wurden am 9. Februar 1934 Lehrer Karl Blei zu
Schotten zum Lehrer an der Volksſchule zu Glashütten. Kreis
Schotten; Lehrer Max Judersleben zu Glashütten, Kreis
Schotten, zum Lehrer an der Volksſchule zu Rudlos, Kreis
Lau=
terbach; Lehrer Paul Wedel zu Rudlos, Kreis Lauterbach, zum
Lehrer an der Volksſchule zu Wohnfeld, Kreis Schotten, ſämtlich
mit Wirkung vom Tage des Dienſtantritts an.
Uebertragen wurde am 9. Februar 1934 dem Lehrer Peter
Daſcher zu Einartshauſen, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle an
der Volksſchule zu Ober=Lais. Kreis Schotten; dem Lehrer Fritz
Sauer zu Ober=Lais, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Einartshauſen, Kreis Schotten: dem Lehrer Albert
Nies zu Sichenhauſen, Kreis Schotten, eine Lehrerſtelle an der
Volksſchule zu Meiches, Kreis Schotten; ſämtlich mit Wirkung
vom Tage des Dienſtantritts an.
Zugelaſſen wurde am 5. Februar 1934 der Referendar Dr.
Robert Ludwig in Offenbach a. M.=Bürgel zur
Rechtsanwalt=
ſchaft bei dem Amtsgericht in Offenbach a. M., der Kammer für
Handelsſachen in Offenbach a. M. und zugleich bei dem
Land=
gericht für die Provinz Starkendurg in Darmſtadt.
In den Ruheſtand verſetzt wurde der Regierungsbaurat i. e.
R. Adolf Schaumberg aus Homburg a. d. Ohm auf Grund
des § 6 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des
Berufsbeamten=
tums vom 7. 4. 1933, mit Wirkung vom 1. Juni 1934.
Zu Bürgermeiſtern ſind am 7. Februar 1934 ernannt
worden:
im Kreis Erbach: Peter Kaiſer in Airlenbach, Philipp
Lenz in Erbach, Ludwig Sauerwein in Hainſtadt.
Valen=
tin Meixner in Haſſenroth. Adam Göttmann 4. in Höchſt,
Heinrich Scior in Hummethroth. Johann Kredel in
Hüt=
tenthal, Adam Klinger in Kirch=Brombach Georg
Grüne=
wald in Lützel=Wiebelsbach, Georg Müller 5. in Momart,
Philipp Balthaſer Ripper in Pfaffen=Beerfurth. Wilhelm
Scior in Pfirſchbach. Johannes Fleck in Sandbach.
Leon=
hard Lenz in Steinbuch, Heinrich Gölz in Unter=Moſſau,
Johann Siefert in Vielbrunn, Philipp Ohl 2. in Wald=
Amorbach, Johann Wilhelm Flechſenhaar in Würzberg,
Leonhard Schanz 2. in Zell:
im Kreis Heppenheim: Adam Steffan in Gorxbeim,
Wilhelm Steinmann in Hammelbach, Joſef Karl Bezner
in Hirſchhorn. Nikolaus Schaab 3. in Mitlechtern; Georg
Wilhelm in Ober=Schönmattenwag. Peter Treuſch 1.
Rimbach, Adam Huy in Unter=Schönmattenwag. Hans Georg
Bechtel in Viernheim. Franz Sattler in Wahlen;
im Kreis Gießen: Heinrich Mengel 2. in Hattenrod,
. in Saaſen;
Heinrich Schenp.
im Kreis Schotten: Heinrich Beyer in Gedern. Karl Luft
in Hartmannshain, Heinrich Uſinger 13. in Kaulſtoß, Wilh.
Lind 2. in Ruppertsbuxg. Hermann Oechler in Sichenhauſen,
Heinrich Krahl in Stornfels, Otto Scharmann 1. in
Wohnfeld:
im Kreis Alzey: Philipp Ludwig Hochſtein in Albig;
im Kreis Oppenheim: Peter Anton Sauer in Bodenheim;
im Kreis Worms: Johann Deginther in Gundheim;
Ernſt Schmidt in Horchheim.
Evangeliſch=kirchliche Nachrichten. Durch die Kirchenregierung
wurde Pfarrer Hans Durſt zu Groß=Felda die evangeliſche
Pfarrſtelle zu Weſthofen. Dekanat Worms, übertragen; Pfarrer
Wilhelm Göbel zu Engelſtadt mit der Verwaltung der
evange=
liſchen Pfarrſtelle zu Oſthofen. Dekanat Worms, beauftragt und
Pfarrer Wilhelm Vogel zu Darmſtadt auf ſein Nachſuchen und
unter Anerkennung ſeiner langjährigen treuen Dienſte mit
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kung vom 1. April 1934 in den Ruheſtand verſetzt.
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Mitch
Preiſe 0.80—4.50
21. Februar /2on Pasquale. Anf. 20, Ende nach 22 Uhr. Zuſatzmiete III8
Donnerstag
Preiſe 0.70——3.30
22. Februar Matheis bricht s Eis. 20, Eude uach 22 Uhr. D. Bühne K 11, Zuſatzm. 12
Freitag
Preiſe 0.30—4.50
23. Februar / Don Pasquale. Anfang 19.30, Ende 22. Zuſ.=Miete I
Samstag
Preiſe 0.70—3.30
24. Februar Am Himmel Eurovas. Sonntag
25, Februar Auf. 111 Uhr.
Befalleuen=Gedächtnisfeier. Pr. 0 30, 0.50, 1.00 Anf. 20, Ende 22 Uhr. (Außer Miete
Muſikaliſche Feier aus Anlaß des Volks=
Preiſe 0.75, 1.00, 1.50
trauertages.
— Sonderkonzert des Heſſiſchen Landestheaters. In einem
Sonderkonzert des Heſſiſchen Landestheaters gelangt das letzte
Werk Wolfgang Amadeus Mozarts, ſein weihevolles, Requiem
für Soli, Chor und Orcheſter und der 150. Pſalm als zweites
Konzert des Muſikvereins am Montag, den 19. Februar, unter
Leitung von Karl Friderich zur Aufführung. Die Solis ſingen
Maria Reining, Clara Herber, Dr. Heinrich Allmeroth und Theo
dermann, den Orcheſterpart führt das Heſſiſche Landestheater=
Orcheſter aus. Durch die Zuſammenarbeit des Landestheaters mit
dem Muſikverein iſt für den choriſchen Teil der beiden Werke ein
ſtattlicher, ſtimmfriſcher Chor zuſammengeſtellt worden.
Ein froher Erholungsurlaub.
Darmſtädter Arbeiter und Angeſtellte mit der NS.-Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟.
Reiſen, Wandern, Arlanb.
Ferienſonderzug nach dem Erzgebirge.
Am 3 März 1934 fährt ein Urlaubsſonderzug der NS.=
Gemeinſchaft „Kraft durch Freude” von Darmſtadt—Frankfurt
a. M. nach dem Erzgebirge. Es ſtehen für Darmſtadt 90 Plätze
zur Verfügung.
Die Abfahrt des Sonderzugs erfolgt am Samstag, den
3. März 1934, nachmittags 5 Uhr, ab Frankfurt a. M.
Die Rückkehr erfolgt am Donnerstag, den 15. März,
vormittags in Darmſtadt.
Die Urlaubsdauer beträgt volle 10 Tage.
Die Koſten betragen für jeden Teilnehmer insgeſamt
20
RM. In dem Geſamtpreis ſind die Reiſekoſten, ſowie
die Unterbringung mit voller Verpflegung in
Gaſthöfen und Penſionen des Schwartenberg=Bezirkes im
Erz=
gebirge miteinbegriffen.
Als Mitfahrer kommen Arbeiter und Angeſtellte in Frage,
denen bisher die Möglichkeit eines Urlaubs von dieſer Dauer in
einem anderen Gau unſeres Vaterlandes nicht beſchieden war.
Es müſſen Kameraden ſein, die im Betrieb ihren Mann
geſtan=
den haben, treue, zuverläſſige Kameraden, denen dieſer Urlaub
Dank und Anerkennung ſein ſoll. Bei den derzeitigen
Urlaubs=
beſtimmungen iſt es ſelbſtverſtändlich, daß jeweils mit dem
Be=
triebsführer Fühlung genommen werden muß, daß als
Entgegen=
kommen des Betriebsführers den ausgewählten
Arbeitskamera=
den ein Urlaub von dieſer Dauer gewährt wird. Es wird in
den meiſten Fällen nicht ſchwer fallen, dieſes Entgegenkommen
zu finden, wie in anderen Gauen einzelne Unternehmer nicht
nur die Reiſekoſten als Zuſchuß gegeben haben, ſo werden ſich auch
in unſerem Kreiſe Betriebsführer finden, die den
Arbeitskame=
raden noch einen beſonderen Zuſchuß gewähren. Es liegen bis
jetzt Erfahrungen aus 11 anderen Gauen vor, die als glänzendes
Beiſpiel zu betrachten ſind. So hat der Gau Hannover ſtatt 1000
über 1800 Anmeldungen erhalten. Der Gau Aachen und Köln
haben nicht nur für 1000 Mann den Urlaub erreicht, ſondern
darüber hinaus ſogar in den Betrieben zu dem Urlaub der
ein=
zelnen Kameraden noch Zuſchüſſe bis zur vollen Höhe des
not=
wendigen Betrages und dazu 100 Paar Schuhe, Unterwäſche und
Kleider von den Betriebsführern erhalten. Dieſe Beiſpiele geben
dem Gau Heſſen=Naſſau die Gewähr, daß auch bei unſeren
Unter=
nehmern unſer Urlaubsſonderzug beſonderen Anklang finden
wird.
Die Meldungen, für die Teilnahme müſſen bis ſpäteſtens
Donnerstag, den 20. Februar, bei der
Kreisbetriebszellenabtei=
lung, Darmſtadt, Haus der Arbeit, Bismarckſtraße 19,
Hinter=
haus, 2. Stock, vorliegen. Dieſer Termin iſt unbedingt
einzuhal=
ten. Die Meldung muß enthalten: Vor= und Zuname,
Wohn=
ort. Bahnſtation.
Bei Kriegsbeſchädigten und
Arbeitsverletz=
ten iſt ein beſonderer Vermerk hierüber einzuſetzen, da wir
die=
ſen Kameraden eine Fahrt und Erleichterung durch zweiter
Klaſſe zu gewähren beſtrebt ſind.
Am Donnerstag, den 1. März, findet ein Appell der
Darm=
ſtädter Teilnehmer ſtatt, und werden an dieſem Tage auch die
Fahrkarten, ſowie die Einquartierungsſcheine ausgehändigt. Die
Fahrkarten haben Gültigkeit ab Einſteige=Bahnhof für Hin= und
Rückfahrt. Die gemeldeten Arbeitskameraden erhalten in einem
ſpäteren Rundſchreiben ihre Abfahrzeit noch genau angegeben.
Wir hoffen auf eine gute Beteiligung und wünſchen unſeren
Arbeitskameraden heute ſchon einen recht frohen
Erholungs=
urlaub.
Heil Hitler!
NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟.
Reiſen, Wandern, Urlaub.
gez.: v. Oelhafen.
Enklaſtung nokleidender Hausbeſiher. Nakionalſozialiſtiſche Wirkſchaftspolitik.
Von zuſtändiger Seite erfahren wir, daß das Reich dem
Lande Heſſen einmalig Mittel zur Verfügung geſtellt hat, mit
deren Hilfe es möglich iſt, ſolchen Hausbeſitzern, die ſich in ganz
beſonderer Notlage befinden, eine vorübergehende Entlaſtung
zu=
teil werden zu laſſen. Da die Mittel ſehr beſchränkt ſind, können
aber grundſätzlich nur ſolche Schuldner berückſichtigt werden, deren
Einkommen nachweislich nicht höher iſt als der gehobene
Für=
ſorgerichtſatz. Bei Berechnung des Einkommens können die
Aus=
gaben abgezogen werden, die durch den Beſitz des Hauſes
ent=
ſtehen, wie Steuern, Zins= und Tilgungsbeträge und
Hausunter=
halltungskoſten.
Die Erleichterung, die in begründeten Fällen den
betreffen=
den Neuhausbeſitzern gewährt werden kann, beſteht darin, daß
die Zins= und Tilgungsbeträge für die ſtaatlichen Baudarlehen
für eine gewiſſe Zeit ausgeſetzt bzw. erlaſſen werden.
Etwaige Geſuche ſind in den Landgemeinden durch
Vermitt=
lung der zuſtändigen Bürgermeiſtereien an die
Miniſterialabtei=
lung 3 (Arbeit und Wirtſchaft), in den Städten an die
Bürger=
meiſtereien ſelbſt zu richten.
Die Plauener Spihenarbeiker
wollen ihr kägliches Brok haben!
Drum opferk am 18. Februar!
Aufnahmeſperre aufgehoben!
Kampfring der Deutſch=Oeſterreicher im Reich.
Fie
Die von der Reichsleitung des Kampfringes am 17. Januar
1934 verfügte Mitglieder=Aufnahmeſperre iſt ſeit 6. Februar 1934
vorübergehend aufgehoben, ſo daß ſowohl öſterreichiſche als auch
reichsdeutſche Staatsangehörige als Mitglieder aufgenommen
wer=
den können.
Der Kampfring dient durch ſeine die künſtlich aufgerichteten
Schranken durchdringende Aufklärungstätigkeit dem Geſamt=
Deutſchtum.
Anmeldungen: Gauführer des Kampfringes der Deutſch=
Oeſterreicher im Reich, Langer, Frankfurt a. M., Große
See=
ſtraße 39, Telephon 778 86.
23
R
O
Kraft durch Freude! Ein Abonnent ſchreibt uns: Eine
ge=
waltige Bewegung hebt an, dem Volk die Kunſt zugänglich zu
machen. Es ſei deshalb daran erinnert, daß am 27. Februar 1904,
alſo vor 30 Jahren, die erſte „Volksvorſtellung” im Großh.
Hof=
theater ſtattfand. Träger war die „Deutſche Geſellſchaft für ethiſche
Kultur” mit Unterſtützung des Heſſiſchen Goethebundes”. Unter
Leitung von Oberregiſſeur Valdeck wurde „Kabale und Liebe‟
von Schiller aufgeführt. Der Theaterzettel koſtete nur 5 Pfg.
Auch Theatertexte wurden zu ermäßigtem Preiſe verkauft. Alle
Plätze koſteten 50 Pfg. und wurden verloſt. Die Karten waren
in einem Umſchlag und wurden am Sonntag morgen in der
Bal=
lonſchule gezogen. Auch Doppelplätze gab es. Die Galerien koſteten
20 Pfg. In der Woche vorher hielt in der Stadt Pfungſtadt Prof
Haruack einen Vortrag über das Stück, der unentgeltlich war.
Es wurde ſtreng darauf geachtet daß nur Minderbemittelte
Kar=
ten erhielten.
— Heſſiſches Landestheater. Morgen Sonntag, den 18. Febr.,
geht im Großen Haus, Undine”, eine Zauberoper von G. A.
Lortzing, in neuer Einſtudierung und Ausſtattung zum erſten
Male in Szene. Die Beſetzung iſt: Charlotte Krauß, Martha
Liebel, Maria Reining. Heinrich Blaſel, Joachim Sattler. Heinz
Schlüter, Heinrich Kuhn, Eugen Vogt. Die muſikaliſche Leitung
hat Fritz Bohne, die Spielleitung Heinrich Kuhn. Das Bühnen=
Im Kleinen Haus wird
nach=
bild ſtammt von Elli Büttner.
mittags „Der Datterich”, eine Lokalpoſſe von E. E. Niebergall,
und abends „Die Hochzeitsreiſe”, ein Schwank von Mathews und
Nichols wiederholt. Danach findet im Kleinen Haus auf
vielſei=
tigen Wunſch des Publikums eine Wiederholung des
Faſchings=
kabaretts in Form eines Bunten Abends mit einem erweiterten
Programm ſtatt. Die muſikaliſche Leitung hat Max Buddenbagen.
Das Staatspreſſeamt teilt mit: Gaſtſpiele A.
Lip=
perts, München. Ein beſonderes Gepräge wird die
Auf=
führung des Schauſpiels Forſter=Burggrafs „Alle gegen einen —
einer für alle” am Sonntag, dem 25. Februar, dem
Volkstrauer=
tag, dadurch erhalten, daß die Rolle des Guſtav Waſa von Albert
Lippert als Gaſt dargeſtellt wird. Albert Lippert, der erſte Held
des Münchener Staatsſchauſpiels und der Kölner Städtiſchen
Bühnen, war während der Kampfzeit der treueſte Helfer des Pg.
Forſter=Burggraf; für ihn wurde die Rolle geſchrieben, und er
hat ſie auch bei der Uraufführung, ſowie am 30. Januar im
Münchener Staatstheater mit größtem Erfolge verkörpert. A.
Lip=
pert iſt für die nächſte Spielzeit an unſerem Landestheater für
mehrere Gaſtſpiele gewonnen.
Pg. Dr. Sohns=Berlin, Referent für Wirtſchaftsfragen bei
der Reichsjugendführung, ſprach geſtern auf Einladung der
Darm=
ſtädter Studentenſchaft in der Otto=Berndt=Halle. Er zeichnete
zuerſt das Verhältnis von Nationalſozialismus und Wirtſchaft.
Als kämpferiſchen Menſchen hat die Beſchäftigung mit
wirtſchaft=
lichen Fragen bislang den Nationalſozialiſten nie angezogen.
An=
dererſeits hat auch die Wirtſchaft ſich nie zum
Nationalſozialis=
mus hingezogen gefühlt. So haben wir heute einen
nationalſozia=
liſtiſchen Staat, ein von ihm beeinflußtes kulturelles Leben, aber
eine noch auf Jahre hinaus reſtlos liberal eingeſtellte Wirtſchaft.
Mit dieſer Tatſache aber können wir uns nicht abfinden, ſondern
müſſen, von dem Gedanken ausgehend, daß die Wirtſchaft nicht
von oben her zu organiſieren iſt, ſondern den Willen von
Hun=
derttauſenden in der Wirtſchaft ſchaffenden Menſchen darſtellt,
den neuen wirtſchaftenden Menſchen ſchaffen.
Wie es keine Wirtſchaft im leeren Raum gibt, wie jede
Ent=
wicklung eines Fachgebietes maßgeblich von außerhalb dieſes
Ge=
bietes liegenden Momenten mitbeſtimmt wird, ſo iſt auch die
Wirtſchaft in ihrer Entwicklung entſchieden von
außerwirtſchaft=
lichen Dingen abhängig. Die Probleme der anderen
Lebens=
gebiete haben einen geſtaltenden Einfluß auf das wirtſchaftliche
Leben. Dieſe Tatſache muß erkannt werden, ſoll das Chaos der
liberal=kapitaliſtiſchen Wirtſchaft überwunden werden. Die
libe=
rale Wirtſchaftswiſſenſchaft hat die wirtſchaftliche Entwicklung
hiſtoriſch begründet in den einzelnen, aufeinander folgenden
Pro=
duktionsſtufen, indem ſie eine Gliederung ſchuf von der Jagd=
und Nomadenwirtſchaft bis zum modernen kreditwirtſchaftlichen
Verlehr. Sie ſchuf damit eine Unterſchiedlichkeit nach dem
Weſen=
loſen, nicht nach dem wahrhaft Weſentlichen. Denn man kann
ihrem Gedankengang nur ſolange folgen, als in früheſter Zeit
Sozialgemeinſchaft und wirtſchaftliche Gemeinſchaft identiſch ſind.
Das aufkommende Privateigentum ſchafft das Verlangen nach
Schutz, und es entſtehen Gemeinſchaften, die eine höhere Aufgabe,
als eine rein wirtſchaftliche haben die Gemeinſchaften rechts=
und militäriſchen Charakters. Dieſe Gemeinſchaften ſind bedingt
erſter Linie durch eine Bindung der Menſchen, ſie ſchaffen
Städte, die ihrerſeits ganz neue Wirtſchaftsformen erzeugen
Da=
mit iſt die liberale Theſe von der entwicklungsbeſtimmenden
Wirt=
ſchaft widerlegt, denn hier geſtaltet eine Gemeinſchaft höherer Art
die wirtſchaftliche Entwicklung. Die Bindung der Menſchen in
der Gemeinſchaft und die darin begrundete Entwicklung wird erſt
in der franzöſiſchen Revolution unterbrochen, die an ihre Stelle
den liberalen Menſchen ſetzt. Der Staat erſcheint hier als
Zweck=
vereinigung freier und ungebundener Individuen, die Wirtſchaft
iſt damit bindungslos und wird geſtaltet durch das
Aufeinander=
prallen individualiſtiſcher Profitintereſſen. Als letzte
Entwick=
lungsſtufe erſcheint für uns Deutſche die nationalſozialiſtiſche
Bindung an die Nation. Das nationalſozialiſtiſche Denken iſt ein
Denken vom Volk her, und Wirtſchaft erwächſt aus den
Bin=
dungen an die Lebensintereſſen und Lebensbedürfniſſe der
Na=
tion. Nach außen erſteht ſo erſtmalig eine deutſche Volkswirtſchaft,
die als Organismus den anderen wirtſchaftlichen Organismen
nicht vom Einzelmenſchen aus ſondern vom Volke her
gegenüber=
ſteht. Nach innen zeigt ſich dieſe Volkswirtſchaft nicht als eine
Summe von Einzelunternehmungen, ſondern das
Einzelunter=
nehmen intereſſiert nur als Glied oder aber als Störungsfaktor
der Geſamtvolkswirtſchaft.
Die Aufgabe nationalſozialiſtiſcher Wirtſchaftspolitik läßt ſich
auf zwei Grundforderungen bringen: Schaffung und Erhaltung
der nationalen wirtſchaftlichen Unabhängigkeit und Schaffung
und Sicherung der inneren Geſchloſſenheit, d. h. die Löſung der
ſozialen Frage. Beides ging in der kapitaliſtiſchen
Entwicklungs=
epoche verloren, denn der Anfangserfolg dieſer Epoche wurde mit
Aufgabe der nationalen Wirtſchaftsunabhängigkeit und mit einer
unerhört ſcharfen Klaſſendifferenzierung erkauft. In dieſem
Zu=
ſammenhang muß jedoch eindeutig erklärt werden, daß
wirtſchaft=
liche Unabhängigkeit nicht Inſularismus bedeutet, ſondern
ledig=
lich die Unmöglichkeit für andere Staaten, in die entſcheidenden
wirtſchaftlichen Fragen unſeres Volkes beſtimmend einzugreifen.
Wenn man die Güter nach der Dringlichkeit des Bedarfs
klaſſi=
fiziert, ſo gilt dies in erſter Linie für die Lebensmittel. Der
Ver=
luſt unſerer nationalwirtſchaftlichen Unabhängigkeit, geſehen als
Unmöglichkeit der Selbſternährung unſeres Volkes, iſt
zurückzu=
führen auf das liberal=kapitaliſtiſche Prinzip: Lieber billig
kaufen, als teuer produzieren.
Die innere Geſchloſſenheit ging
verloren durch die ungeheure Ausbeutung der ſchaffenden
Men=
ſchen. Dieſe beruhte nicht auf Eigentum und Beſitz von
Produk=
tionsgütern, wie der Marxismus ſagt, ſondern in der Tatſache,
daß ſich Machtpoſition auf der einen. Zwangslage auf der
an=
deren gegenüberſtanden.
Die Löſung der beiden Grundaufgaben liegt für die
natio=
nalſozialiſtiſche Volkswirtſchaft darin, einmal die
Selbſternäh=
rungsmöglichkeit weiteſtgehend zu ſteigern durch größtmögliche
Nutzung des agrariſchen Produktionsſektors bei kleinſtmöglichen
Mitteln. Andererſeits muß durch Beeignung und
Entproletari=
ſierung des Arbeiters die Zwangslage des Arbeiters und die
Machtpoſition des Kapitals gemindert werden. Das heißt, daß
die Aufgabe der nationalſozialiſtiſchen Wirtſchaftspolitik vom
Sozialismus her gelöſt werden muß. Und von dieſer Löſung
nicht zuletzt wird Sieg oder Unſieg der nationalſozialiſtiſchen
Arbeit abhängen.
— Darmſtädter Künſtler auswärts. Das Gemälde „
Mütter=
lichkeit” der Darmſtädter Porträtmalerin Elſa Pfiſter=Kaufmann
das mit Erfolg in Florenz ausgeſtellt war, iſt unter 503 dort
ausgeſtellten in Frage kommenden Werken als einziges zur
Wer=
bung in der fasciſtiſchen Organiſation „Mutter und Kind” für
Italien ausgewählt worden.
Berufskundliche Rundfunkvorträge. Am Dienstag,
dem 20. Februar 1934, 14.40 Uhr, wird im Rahmen der
Frauenſtunde die Berufsberaterin des Arbeitsamts Frankfurt
am Main, Frau Loxenz, einen Vortrag über
Mädchen=
berufe halten.
Seite 6 — Nr. 47.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 17. Februar 1934
BuRRUS!
... und ankworkek einem „blonden Fräulein”.
Liebes „blondes Fräulein” Sie waren ſo gütig, mir auf jenen
Liebesbrief, den ich an dieſer Stelle an „Madame Qwertzuiopü”,
die Schreibmaſchine, richtete, ein paar Zeilen zu ſchreiben. Sie
ſprechen darin von „Freude geſtehen und Dank ſagen”, Sie meinen,
daß ich „die richtigen Taſten zu treffen wüßte” uſw. aber das
Schönſte an Ihrem Brief iſt ſein Schluß, jene eine Zeile, jener
einfache, gütige, gewinnende Satz: Mit Herzlichkeit grüßt Sie „das
bionde Fräulein”.
Sehr geehrter Herr Burrus, ſage ich da zu mir, dich grüßt
eine junge Dame „mit Herzlichkeit”! Na Menſch, alter Knabe,
geſtehe nur daß dir das mehr Freude gemacht hat, als wenn dich
der geheimſte Geheime Rat mit aller Ehrerbietung gegrüßt hätte.
(Hat es auch!) Und daß dir ein wenig mehr von der Herzlichkeit
ſo Auge in Auge nicht unſympathiſch wäre. (Hm. Möglich . . .)
Und daß
Halt! Schweig jetzt! (So ſagt Herr Burrus zu dieſem „Ich”.)
Warum willſt du mich durchaus ins Reale zerren, wo mir die
Idee fo gut gefällt? Als Bub habe ich ſo furchtbar gern Kreppel
gegeſſen, ſo gern, daß ich die Mutter vor Faſtnacht rein zu Tod
gequält habe, doch bald zu backen. Standen ſie dann endlich auf
dem Tiſch, da hab ich mir jedesmal Bauchweh angegeſſen, und am
Aſchermittwoch war ich imſtande, zu ſagen: „Jetzt will ich aber
mindeſtens ein Jahr lang keine Kreppel mehr!” Siehſt du, ſo
geht es mir auch mit dem „blonden Fräulein‟. Das ſteht ſo ſchön
unter dem Brief; und in dem Brief ſelbſt, das iſt alles ſo lieb und
gut geſagt, daß es gar nicht lieber und guter ſein könnte; warum
ſoll ich mich nun ausgerechnet wieder einmal von der Idee in die
Wirklichkeit ſtürzen? Die Wirklichkeit ſieht manchmal (
Peſſi=
miſten ſagen ſogar: meiſt) ganz anders aus als der Traum von
der Wirktichkeit. Mit meinem „blonden Fräulein” da kann ich
ſpazieren gehen, ohne daß wir uns über den Weg ſtreiten; kann
ich plaudern, ohne daß wir in Meinungsverſchiedenheiten geraten,
und was es ſolcher Sachen mehr gibt.
Nicht wahr, mein liebes „blondes Fräulein” Sie ſind doch
ganz mit mir einverſtanden? Wer weiß übrigens, wie Sie ſich
den Burrus vorſtellen? Na alſo. Bleiben Sie mein „blondes
Fräulein” „in Freude und Dank” und „mit Herzlichkeit”, und ich
will bleiben Ihr (Gott, wie mag der Kerl nur ausſehen?)
alſo mit Herzlichkeit
Ihr Burrus.
Volkskanzkreffen in Lichkenberg.
Reichsbund Bolkskum und Heimak,
Landſchaft Rheinfranken-Naſſau=Heſſen.
Am Faſtnachtsſonntag trafen ſich wie ſchon eine Reihe von
Jahren, ſo auch dieſes Jahr, die heſſiſchen Volkstumsfreunde, um
in gezügelter Ausgelaſſenheit heſſiſches und darüber hinaus
deut=
ſches Volkstanzgut zu pflegen.
Rund 280 Jungens und Mädels waren in dieſem Jahr dem
Rufe des Hetrn Jugendpfarrers von der Au gefolgt. Der
große Kaiſerſaal im Schloß zu Lichtenberg war faſt zu klein—
getanzt hat jeder und jede, und gefreut hat ſich alles an den
vie=
len heſſiſchen Tänzen — ich nenne aus der Fülle den „
Schwäl=
mer”, den „Gajerich” den „Schnicker” und die vielen Galopps,
Polkas und Dreher. Helle Freude löſte es aus, als ein 77
jäh=
jähriger Odenwälder in Tracht mit ſeiner jungen „B.
” zwei
Tänze aus ſeiner Jugend vortanzte. Und die Mädchen aus
Erbach in ihren Trachten und der Bändertanz aus der
Steier=
nark und die Figurentänze aus Norddeutſchland — es war eine
überreiche Ausleſe.
Und da gingen wir dummen Deutſche ins Ausland, uns
Tänze zu leihen! Wer ein ſolches Volkstanztreffen mitmachte,
kann das nicht mehr begreifen.
Diesmal bekam das Treffen dadurch beſondere Bedeutung,
daß zu ſeinen Mitveranſtaltern der „Reichsbund Volkstum
und Heimat” zählte, der in ſich all die Kräfte vereint, die an
der Neugeſtaltung von Sitte und Brauchtum mitzuarbeiten
ent=
ſchloſſen ſind und dabei anknüpfen an das, was an wertvollem
Volksgut von unſeren Vorfahren geſchaffen wurde. Beſonders
deutlich wurde dies, als am Nachmittag der Landſchaftsführer
Miniſterialrat Ringshauſen das Wort ergriff. Er betonte,
daß von nun an in immer verſtärktem Maße der Staat dieſe
Vewegungen unterſtützen werde. Konnte in der Zeit des
gren=
zenloſen Liberalismus und des zerſtöreriſchen Marxismus auch
einmal das Volk an ſich und ſeiner Ueberlieferung irre werden,
auf dem Lande war noch viel lebendig; fleißige,
verantwor=
tungsvolle Sammlerarbeit hat es zuſammengetragen und in
unſere Zeit hinübergerettet, in der es ſchöner und reicher wieder
auferſtehen ſoll.
Gläubig vertrauend, freundig und zur Mitarbeit entſchloſſen,
ſtimmte die anweſende Jugend in das „Sieg Heil” auf Volk,
Vaterland und den Führer ein. Es klang wie der Schwur, nicht
u raſten und mitzuhelfen, daß recht bald unſer ganzes Volk
teil=
habe an dieſem Geſundbrunnen. —
Kaufmannslehrlinge werden geprüft!
Eine überaus wichtige Neuerung in der Ausbildung des
kaufmänniſchen Nachwuchſes tritt mit alsbaldiger Wirkung in
Kraft: Alle männlichen und weiblichen Kaufmannslehrlinge, die
an Oſtern auslernen, müſſen eine Prüfung ablegen. Während im
Handwerk die Prüfung der Lehrlinge und Geſellen von alters her
eine Selbſtverſtändlichkeit iſt, hat ſich bezüglich des kaufmänniſchen
Nachwuchſes erſt jetzt die Ueberzeugung durchgeſetzt, daß eine
Prü=
fung für die ordentliche Erziehung des Nachwuchſes unerläßlich
iſt. Der für das rhein=mainiſche Wirtſchaftsgebiet eingeſetzte
„Hauptausſchuß für Berufserziehung” verpflichtet alle
Auslernen=
den durch eine vom Treuhänder der Arbeit genehmigte
Prüfungs=
ordnung zur Ablegung dieſer Prüfung. Die Prüfung dient nicht
dazu, eine Ausleſe der Beſten und Begabteſten vorzunehmen, ſie
ſoll vielmehr eine Feſtſtellung des Mindeſtwiſſens und der
Min=
deſtleiſtung ermöglichen, die von einem Kaufmannsgehilfen im
Kontor oder hinter dem Ladentiſch verlangt werden muß. Die
Prüfung ſoll zeigen, ob der Lehrling die Augen offen gehalten
und ob die Lehre als Ausbildungsſtätte ihre Aufgabe erfüllt hat.
Neben der Prüfung der erlernten praktiſchen Fertigkeiten muß der
Lehrling auch Auskunft geben können über einfache und
grund=
legende Zuſammenhänge des Wirtſchaftslebens ſowie über
Grund=
fragen der nationalſozialiſtiſchen Volksgemeinſchaft.
Zur Abnahme der Prüfung ſind an geeigneten Orten örtliche
Prüfungsausſchüſſe eingeſetzt für das Gebiet der Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt, das aus den Kreiſen Darmſtadt.
Er=
bach, Groß=Gerau. Bensheim und Heppenheim (die beiden
letzt=
genannten Kreiſe mit Ausnahme der Bezirke der Gemeinden
Lam=
pertheim, Viernheim, Lorſch, Biblis, Bürſtadt, Bobſtadt, Hofheim,
Wattenheim und Nordheim) beſteht, iſt der
Prüfungsgus=
ſchuß
in
Darmſtadt. Wilhelminenſtraße 32.
Fern=
ruf 368, Poſtfach 208 (Induſtrie= und Handelskammer) zuſtändig.
Fur die Prüfung iſt im einzelnen folgendes zu beachten:
s Lehrherr
Anmeldepflicht, d
Die Lehrherren
ſind nach der Prüfungsordnung verpflichtet, den örtlichen Prü=
fungsausſchüſſen die auslernenden Lehrlinge zu melden. Mit der
Meldung ſind vom Lehrherrn folgende Unterlagen einzureichen:
1. das Schulentlaſſungszeugnis;
2. alle Zeugniſſe der Berufs= und Fachſchule;
3. der Lehrvertrag;
4. eine Beſcheinigung des Lehrherrn über die Dauer der
Lehrzeit;
5. ein kurzer Bericht des Lehrherrn über Ausbildungsgang und
Leiſtungen des Lehrlings
6. ein vom Lehrling ſelbſtgefertigter, handſchriftlicher
Lebens=
lauf;
7. eine vom Lehrling zu fertigende, kurze Beſchreibung der
Lehrfirma.
Die Meldungen müſſen bei dem Prüfungsausſchuß für den
Bezirk der Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt
ſpäte=
tens bis zum 26. Februar eingehen. Gleichzeitig mit der
Meldung hat Lehrherr für jeden Lehrling auf das Poſtſcheckkonto
der Induſtrie= und Handelskammer Darmſtadt bei dem
Poſtſcheck=
amt Frankfurt a. M., Nr. 62 550, unter dem Merkwort „
Pru=
fungsgebühr” den Betrag von 3 RM. einzuzahlen; die Gebühr
hat der Lehrling aufzubringen. Auf Grund der Anmeldung
er=
geht an die Prüflinge nähere Mitteilung. Die Prüfung wird
vor=
ausſichtlich in der erſten Hälfte des April ſtattfinden. Nach
be=
ſtandener Prüfung erhält der Lehrling einen Kaufmannsgehilfen=
Brief, der dem jungen Gehilfen als Zeugnis ſeiner Zugehörigkeit
zum Berufsſtand vom Prüfungsausſchuß, als einem Beauftragten
des Treuhänders, der Arbeit, bzw. der Deutſchen Arbeitsfront,
ausgehändigt werden wird. Die Aufnahme der Auslernenden in
die Gehilfenſchaft ſoll am Vorabend des 1 Mai vor der
Oeffent=
lichkeit in beſonders feierlicher Weiſe erfolgen.
Friedrich May.
Vorſitzender des Prüfungsausſchuſſes
für den Bezirk der Induſtrie= und Handelkammer Darmſtadt,
Die Darmſtädter Bahnhofsmiſſion im Jahre 1933.
EPH. Lenkten wir in den verfloſſenen Jahren unſer
Augen=
merk auf die gewerbsmäßigen Bettler, ſo ſind wir ſeit dem
ſchar=
fen Zugreifen der Regierung von dieſer Kategorie Bittſteller faſt
ganz befreit. Nur in beſcheidenem Maße ſtellen ſich Brüder von
der Landſtraße ein, und dann ſind es die Elendſten unter den
Elenden, die häufig dringendſter Hilfe bedürfen, um nicht zu
verhungern. Beſonderes Intereſſe empfinden wir für die in die
Arbeitslager ziehenden oder daher kommenden jungen Burſchen.
Wie hell glänzen die Augen, daß ſie nun wieder arbeiten dürfen
und der Müßiggang ein Ende hat.
2379 Menſchenkinder betreuten wir im letzten Jahre. In 970
Fällen wurde das Wohlfahrtsamt in Anſpruch genommen.
14 Perſonen erhielten Fahrkarten in der Höhe von 2296,27 Mk.
Dem Roten Kreuz, welchem auch im abgelaufenen Jahre die
Bahnhofsmiſſion zum größten Teil ihre Lebensfähigkeit verdankt,
durften wir in 107 Fällen Dienſte leiſten, 180 Hilfsbedürftige
wurden durch die evangeliſche Kirche betreut, 65 durch die
katho=
liſche. Durch das Landgerichtsgefängnis wurden Beträge für
Perſonen.
Häftlinge bewilligt. Die NSDAP. ſchickte
979 Perſonen fanden durch die Bahnhofsmiſſion ſelbſt Hilfe in
irgendeiner Form.
Langſam, aber ſtetig, ſteigt von Jahr zu Jahr die Zahl der
Eltern, die ihre Kinder auf Reiſen durch die BM. betreuen
laſſen, ebenſo wenden ſich mehr und mehr Durchreiſende an uns
mit der Bitte, ſie wegen Unterkunftsmöglichkeiten zu beraten.
Nur ſchade, daß gerade die gebildete Jugend uns wenig braucht.
In wie vielen Fällen könnte ſie durch einen guten Rat vor
Un=
annehmlichkeiten in einer fremden Stadt geſchützt werden!
linde, auch andere körperlich Behinderte bitten um Hilfe, wir
können ſogar ſchon von Stammgäſten ſprechen, das ſind kleine
Freuden in der Arbeit.
Unſere Arbeit iſt Mütterdienſt und Mägdedienſt, freilich
Mägdedienſt im Auftrag des Führers aller Führer, der da
ge=
ſagt hat: Was ihr getan habt einem unter meinen geringſten
Brüdern, das habt ihr mir getan!
Aus der NSDAP.
— Turnſchau. Am Donnerstag, dem 1. März 1934, findet
um 6 Uhr nachmittags in der Turnhalle am Kapellplatz eine
Turnſchau des Realgymnaſiums ſtatt. Klaſſen aller Stufen
zei=
gen die der Schule eigentumlichen Formen des Turnens, und
zwar nicht in Einzelleiſtungen körperlich veranlagter Schüler,
ſondern in der Ausbildung der geſamten Klaſſe der guten und
chlechten Schüler. Willen und Mut müſſen ſie alle zeigen. Die
Eltern der Schüler, die Freunde der Anſtalt und die Freunde
der Turnkunſt ſind eingeladen.
Ot
Aus dem Gerichtsſaal.
Der Polizeibericht meldet:
Warnung vor unbekannken bekrügeriſchen
Geldſammlern.
Seit etwa acht Tagen treten in Darmſtadt, vorwiegend in
den beſſeren Stadtteilen, in den Abendſtunden zwei unbekannte
junge Leute als Geldſammler auf. Sie zeigen SA.=Ausweiſe vor
und erklären, daß ſie im Auftrag einer SA.=Fliegerſtaffel, welche
nicht näher bezeichnet wird, für ein neues Flugzeug ſammeln
wür=
den. Demgegenüber iſt feſtgeſtellt, daß es ſich bei der ganzen Sache
um betrügeriſche Manipulationen handelt. In Fällen, in denen
die Betrüger abgewieſen wurden, haben ſie ſelbſt fälſchlich
Be=
träge auf den Namen der betreffenden Familie, die ſie gerade
beſuchten, in die von ihnen mitgeführten Einzeichnungsliſten
ein=
getragen, um auf dieſe Weiſe bei ihrer weiteren Arbeit gute
Er=
folge zu erzielen — Beſchreibung der Täter: Der erſte:
etwa 23—25 Jahre alt, 1,75 Meter groß, ſchwarzes Haar, trug
ſchwarzen Mantel und Hut und eine gefüllte Aktentaſche unter
dem Arm. Er zeigte SA.=Ausweis vor, auf dem der Name
„Meyer” geleſen wurde; der zweite: 23—24 Jahre alt etwa
63 Meter groß, blondes Haar, kräftige Geſtalt, trug hellbraunen
Mantel und Hut. Trägt ebenfalls Aktentaſche bei ſich.
i Landce elel d er ice Sue aefe d aud ein
ſchnellſten Wege die nächſte Polizeiſtelle in Kenntnis ſetzen.
Blutarmut der Pferde. Nachdem die verdächtigen
Erſchei=
nungen der anſteckenden Blutarmut bei den Pferden des Hofguts
Kranichſtein verſchwunden ſind, iſt die durch das Kreisamt
Darm=
ſtadt vom 8. 9. 33 beſtätigte Sperre aufgehoben worden.
Gleichfalls wird auch die durch unſere Bekanntmachung vom 10.
Oktober 1933 verhängte Gehöftſperre aufgehoben.
Diebſtähle an Fahrrädern und Zubehörteilen. Am 12. Febr.
zwiſchen 15 und 15.30 Uhr, in der Rheinſtraße vor dem Hauſe
Nr. 1 ein Herrenfahrrad, Marke und Fabriknummer unbekannt.
Schwarzer Rahmen mit kleinem Firmenſchild Donges u. Wieſt,
verchromte Felgen, graue Bereifung, Klotzpedale, Dreiklang=
Glocke. Die Gabel iſt mit Kupfer geſchweißt.
In der Zeit vom 12. bis 13. Febr. wurde von einem
Fahr=
rad, das im Hofe des Hauſes Erbacherſtraße 63 ſtand, ein Dynamo
Marke „Boſch” geſtohlen.
Am 10. 2 34, zwiſchen 12 und 13 Uhr, wurden einem
Metzger=
burſchen aus ſeinem Korb, den er einige Minuten im
Treppen=
haus eines Hauſes in der Martinſtraße abgeſtellt hatte, mehrere
Pfund Fleiſch geſtohlen. Wer hat den Täter beobachtet oder
ſon=
ſtige Wahrnehmungen gemacht?
Aw. Der 36jährige, rückfällige Betrüger W. D. ſitzt
am Freitag mit zwei etwas harmloſeren Kollegen auf der
An=
klagebank des Bezirksſchöffengerichts, weil er nun
ein=
mal die Betrügereien und Schwindeleien nicht laſſen kann.
) iſt ein kleiner, unglaublich lebendiger Mann, der allen
Le=
benslagen gewachſen iſt, dem in der Verhandlung kein Wort
ent=
geht und der auf alles eine Antwort weiß. D. verfügt über 17
Vorſtrafen, bis auf eine einzige alles Eigentumsdelikte. Sowie
er in Freiheit iſt, weiß er ſich ſeinen Lebensunterhalt wieder zu
erſchwindeln, und lebt ganz gut davon. In der Verhandlung weiß
er ſehr gut auf die Herzen der Richter zu wirken. Er erzählt von
ſeinem troſtloſen Leben, das ihm als Kind den Vater nahm, das
ihm nach Jahren wieder einen Stiefvater gab, der ein
Trunken=
bold geweſen ſei, und den er von ganzer Seele gehaßt habe. Was
jedoch nicht davon abhielt, ſelbſt ans Trinken zu geraten.
ſpäter machte er eine Liebesheirat. Die Frau habe aber derart
große Anſprüche geſtellt, daß er durch ſie zu Betrügereien
gekom=
men ſei, und dann habe ſie ihn betrogen und verlaſſen, und das
habe ihn dann ans Trinken gebracht. Und im Alkohol habe
dann immer wieder ſeine Straftaten ausgeführt. Er bereue ſie
furchtbar, aber er ſei dann einfach nicht normal geweſen. Sehr
glatte, ſehr bequeme Entſchuldigungen! Der Staatsanwalt läßt
ſich indeſſen kein X für ein U vormachen, er beantragt für ſechs
Betrugsfälle und zwei ſchwere Urkundenfälſchungen insgeſamt
drei Jahre Zuchthaus und fünf Jahre Ehrverluſt, denn mildernde
Umſtände könnten dieſem Mann unter keinen Umſtänden mehr
zugebilligt werden. Er beantragt gleichzeitig Unterbringung des
Angeklagten in einer Trinkeranſtalt nach Verbüßung der Strafe.
Den Angeklagten ſcheint dieſer Antrag nicht viel anzufechten. E
ſt in der Beratungspauſe außerordentlich vergnügt. Und in der
Tat, ſeine Zuverſicht wird belohnt; das Gericht iſt der Anſicht,
daß man ihm ſeine Zukunft doch nicht ganz verbauen dürfe, und
billigt ihm deshalb noch einmal mildernde Umſtäude zu.
s erkennt auf drei Jahre Gefängnis und danach
zwei=
jährige Unterbringung in einer
Trinkerheil=
anſtalt. Der Vorſitzende legt ihm ſehr ans Herz, uun auch
wirklich ein anſtändiger Menſch zu werden. Ob dieſe Milde wohl
dies eine Mal fruchtet?
Der eine Mitangeklagte wird mangels
Bewei=
ſes freigeſprochen, und der andere erhält wegen
Be=
trugs in zwei Fällen Geldſtrafen von je 5 Mk.
Die Große Strafkammer ſpricht gegen einen
Sitt=
lichkeitsverbrecher von hier, am ſelben Vormittag die
Entmannung aus, die der Mann ſchon von ſelbſt beantragt
hatte.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: „Hände aus dem Dunkel.”
Geſchäftliches.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Es wird auf die heutige Anzeige des Städt. Leibamts
hingewieſen.
Zentralſchulungskurſus.
Am Montag, dem 19. Februar, abends 8 Uhr, findet im
Schu=
Konkordiaſaal, Waldſtraße, ein Zentralſchulungskurſus
lungskurſus für die Stadt Darmſtadt ſtatt. Sämtliche
Orts=
gruppen=Schulungsmänner des Kreiſes Darmſtadt haben
zu=
gegen zu ſein. Erſcheinen der Amtswalter iſt Pflicht. Gäſte
kön=
nen eingeführt werden.
Am Dienstag, dem 20. Februar, findet in Roßdorf ein
Schu=
lungskurſus ſtatt. Es
ſpricht Pg. Kreisſchulungsleiter H.
Bor=
chert. Erſcheinen iſt unbedingte Pflicht! Gäſte erwünſcht!
Amtswalter=Sitzung.
Montag, den 19. Februar, 8.30 Uhr, in der Geſchäftsſtelle;
u. a. Abrechnung der Bilder.
Der Gauſchatzmeiſter.
Sämtliche Parteimitlieder werden in ihrem eigenen Intereſſe
aufgefordert, ihre Mitgliedskarten bzw. Mitgliedsbücher
darauf=
hin zu überprüfen, ob die Beitragsmarken bis 31. 12. 33
ord=
nungsgemäß geklebt ſind, da andernfalls die Gefahr beſteht, die
Mitgliedſchaft zu verlieren, diejenigen Parteigenoſſen, bei denen
dies nicht der Fall iſt, werden aufgefordert, ſich unverzüglich mit
ihrer zuſtändigen Ortsgruppe in Verbindung zu ſetzen.
Der Gaupreſſeamtsleiter.
Sonntag Tagung der Kreis=Preſſewarte. Am 18. d. M.,
vor=
mittags 10.30 Uhr, Tagung ſämtlicher Kreispreſſewarte und
Ver=
bindungsmänner des Gaues in Frankfurt a. M., Gaſthaus „Zum
Storch” am Dom. PW. mit ungünſtigen Zugverbindungen haben
ſofort fernmündlich beim GPA. Quartier anzufordern (Telephon
Nr. 31 410). Verſpätetes Eintreffen am Sonntag vormittag iſt
unſtatthaft.
Der Gaupropagandaleiter.
Wegen dem Gauparteitag und der Vereidigung der Pol.
Leiter fallen am 24. und 25. Februar 1934 alle in den
Arbeits=
plänen vorgeſehenen Verſammlungen aus. Die Verſammlungen
können nach Vereinbarung mit der Gaupropagandaleitung zu
einem ſpäteren Zeitpunkt nachgeholt werden.
Techniſche Nothilfe.
Wochenprogramm.
Sonntag, 18. Februar: Dienſtfrei.
Montag, 19. Februar, 20.00 Uhr: Antreten der Gas= und
Luft=
ſchutzabteilung. Zug I, II und III im Marſtall zur Uebung.
20.00 Uhr: Antreten des Spielmannszuges im Marſtall
zur Uebung.
20.30 Uhr: Einzelprobe des Muſikzuges im Verkehrslokal
„Reichskrone‟, Mühlſtraße.
Dienstag, 20. Februar, 19.30 Uhr: Antreten der Nachrichten=
Ab=
teilung Zug I und II im Marſtall zum
Schulungs=
kurſus.
Mittwoch, 21. Februar, 19.30 Uhr: Antreten der Nachrichten=
Ab=
lung Zug I und II im Marſtall zum Gruppenabend.
Febr., 18.30 Uhr: Führerbeſprechung im Marſtall.
Donnerstag,
19.30 Uhr: Antreten aller uniformierten Nothelfer im
Marſtall zur Allgemein=Uebung.
20.00 Uhr: Antreten des Spielmannszuges im Marſtall
zur Uebung.
20.30 Uhr: Geſamtprobe des Muſikzuges im Verkehrslokal
„Reichskrone”, Mühlſtraße; anſchließend ebendaſelbſt
gemütliches Zuſammenſein aller dienſtfreien
Not=
helfer.
Freitag, 23. Februar, 19.30 Uhr: Antreten der Gas= und
Luft=
ſchutz=Abteilung Zug I, II und III im Marſtall zum
Schu=
lungskuxſus.
Samstag, 24. Februar: Dienſtfrei.
Reichsluftſchukbund e. V.
7. Lehrgang der Luftſchutzſchule.
Männer und Frauen vereinigt,
Leitung der Schule: i. V. Dr. Scriba.
Ort der Schule: Glockenturm des Schloſſes.
Schulungstage: Montag u. Donnerstag, 20 Uhr pünktlich.
A) Theoretiſcher Teil:
2. Abend: Montag, den 20. Februar 1934. 20 Uhr.
Vortrag 4: Die chemiſchen Kampfſtoffe und die Wirkung der
Kampfſtoffe
den
menſchlichen Körper
Stunde). Referent: Ortsgruppenführer des
KSB. Dr. Gra
Vortrag 5: Der Gasſchutz im Luftſchutz (1½ Stunde)
Refe=
renten: Ing. Altmannsberger und Betr.=Aſſeſſor
Aßmus.
3. Abend: Donnerstag, den 22. Februar 1934, 20 Uhr.
Vortrag 6: Völkerrecht und Luftſchutz (½ Stunde). Referent:
r. Luley.
Vortrag 7: Die Familie im Luftſchutz (½ Stunde).
Refe=
rentin: Frau Eliſabeth Seidel.
Vortrag 8: Der
Feuerſchutz (1 Stunde). Referent:
Brand=
direktor Winter.
Bekanntmachung: Es empfiehlt ſich dringend für raſcheſte
Anmeldung zum 8. Lehrgang Sorge zu tragen.
Zu allen Lehrgängen werden die Anmeldungen auf der
RLB.=Geſchäftsſtelle, Rheinſtraße
3. entgegengenommen. Die
Koſten eines ganzen Lehrganges betragen 2 RM., für
Unter=
ſtützungsempfänger 1 RM. Als Einzahlung werden 0.50 RM.
erhoben, die auch bei eventueller Nichtteilnahme als
Unkoſten=
beitrag einbehalten werden. Die Dauer eines Lehrganges be=
Hat fie et eiie ein ee
Apotheken und Drogerien.
Zahlungen für den RLB. können geleiſtet werden:
Poſtſcheck=
konto Frankfurt a. M. 33 880 der RLB.=Ortsgruppe, Darmſtadt;
Darmſtädter und Nationalbank, Filiale der Dresdener Bank, auf
Konto 3845, und in der Geſchäftsſtelle in der Rheinſtraße 48
direkt.
Samstag, 17. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus Heſſen.
Nr. 47 — Sekte 7
Dg. Arheilgen, 16. Febr. Evangeliſcher
Jünglings=
verein. Aus Anlaß des Neuaufbaues und der Eingliederung
der evang. Jugend in die Hitler=Jugend hatte der
Jünglings=
verein ſeine Mitglieder anſtelle der ſonſt üblichen
Generalver=
ſammlung zu einer Feierſtunde eingeladen. Der Lutherſaal des
Gemeindehauſes war mit Fahnen und den Erinnerungszeichen
aus dem Leben und Treiben der Jugend feſtlich geſchmückt. Mi=
„einem alten Reiterlied, dargeboten von drei Bläſern, wurde die
Feierſtunde eingeleitet, dem der Vortrag von Verſen und
Ge=
danken des nationalſozialiſtiſchen Dichters Kurt Eggerth über
Ehre, Treue und Kameradſchaft folgten. Gemeinſam wurde
unter Bläſerbegleitung der Lutherchoral „Ein’ feſte Burg iſt
unſer Gott geſungen. Anſchließend konnte Herr Pfarrer Grein
außer den zahlreichen Vereinsmitgliedern auch die Mitglieder
des Kirchenvorſtandes begrüßen. Die Eingliederung in die HJ
erfolge vereinsweiſe, Einzelübertritte ſeien nicht geſtattet. Auch
würde der Kirchenvorſtand ſelbſtändig und unabhängig die
geeig=
neten Führer für das evang. Jugendwerk ernennen. Dann gab
er Pfarrer einen kurzen Geſchäftsbericht und ernannte als
Fuhrer: Fritz Kräuter und Willi Eichner für den Jugendkreis
14—18jährige) Heini Emig und Wilhelm Frey für den
Schüler=
kreis (bis 14 Jahre). Nachdem die Führer und die Mitglieder
Dem Jugendwerk auch weiterhin unverbrüchliche Treue gelobt
hatten, wurde die Feier, die allen zu einem tiefen Erlebnis
wurde, mit dem Liede „Kein ſchöner Land” beſchloſſen.
Eiſenbahn=Verein. Die Generalverſammlung
rwar ſehr gut beſucht und nahm einen harmoniſchen Verlauf.
Vereinsführer Hettinger gab den Jahresbericht und hob beſon=
Ders hervor, daß der Verein nicht allein an Weihnachten rund
400 Kindern durch Beſcherung eine Freude bereitete, ſondern auch
im Berichtsjahre die kranken Mitglieder mit Gaben bedachte und
unverſchuldet in Not geratenen Mitgliedern Unterſtützung zuteil
derden ließ. Nach dem Kaſſenbericht iſt die finanzielle Lage in
Ordnung, der Rechner wurde entlaſtet. Im laufenden Jahre
ſollen folgende Veranſtaltungen ſtattfinden:
Frühjahrsveranſtal=
tung, Sommerausflug (vorausſichtlich nach Bad. Nauheim),
Herbſtveranſtaltung und Weihnachtsfeier. Auch ſteht ein
Licht=
wildervortrag in Ausſicht. Die Vereinsführung verbleibt in ihren
Aemtern. Am Schluſſe hielt Vereinsführer Hettinger ein
Refe=
cat über den Nationalſozialismus.
Griesheim, 16. Febr. Herr Chriſtian Simmermacher I
briesheim, Pfungſtädterſtraße 66, feiert heute. Samstag, den
7. Februar, ſeinen 75. Geburtstag. Glück auf zum achtzigſten!
Eberſtadt. 16. Febr. Hohes Alter. Frau Liſette
Mei=
inger aus Eberſtadt begeht am 17. Februar in voller körperlicher
nd geiſtiger Friſche ihren 83. Geburtstag.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 16. Febr. Eierſammelſtelle.
Ge=
au wie bei der Milch, iſt jetzt auch hinſichtlich des Eierabſatzes
neRegelung getroffen. Der Verkauf vom Produzenten an den
Kon=
menten iſt verboten. Sämtliche Eier, die zum Verkauf
be=
immt ſind, müſſen an die neu errichtete Sammelſtelle, die
vor=
ſt bei dem Milchhändler Frd. Nungeſſer dahier, Adolf=
Hitler=
raße 3, untergebracht iſt, abgeliefert werden. Der Verkauf vom
roduzenten an den Verbraucher direkt iſt vorerſt noch nicht unter=
In Frage käme ſonach nur der Verkauf an den Handel, der
r die zu bildende Eierverwertungsgenoſſenſchaft geht.
I. Ober=Ramſtadt, 16. Febr. Während ihre Schwiegermutter
einer Beſorgung kurze Zeit außer dem Hauſe war, beging hier
ne junge, erſt ſeit etwa einem halben Jahre verheiratete Frau
lbſtmord durch Erhängen.
Nieder=Modau, 16. Febr. Am Sonntag, den 18. Februar,
ranſtaltet der hieſige Turn= und Sportverein zugunſten des
interhilfswerkes einen Theaterabend im Kronenſaal. Zur
Auf=
hrung gelangt das vaterländiſche Schauſpiel mit Geſang in vier
fzügen „Deutſche Frauen — Deutſche Treue.
Babenhauſen, 15. Febr. Ihren Jahresball beging in
erer Filialgemeinde Harreshauſen die
Sängerver=
nigung‟. Die Konzertſtücke, geſpielt von der NS.=
Flieger=
helle Babenhauſen unter Leitung ihres Kapellmeiſters
chorr, ſowie die Chorgeſänge, die der junge Verein unter
r muſikaliſch beſchwingten Leitung des bewährten Dirigenten,
rrn A. Peter=Babenhauſen, mit großem Erfolg vortrug,
nden den ungeteilten Beifall der zahlreichen Zuhörer. — Sein
0jähriges Arbeitsjubiläum beging am 16. Februar
Müller Leonhard Krall, der in vorbildlicher Treue
Schaffenskraft jetzt 50 Jahre ununterbrochen in der Mühle
angheintz= Harreshauſen tätig iſt. Bei einer Verſammlung
Müller=Innung in Darmſtadt wurde der wackere Frontſoldat
er Arbeit in würdiger Weiſe geehrt
Ey. Winterkaſten, 16. Februar. Vorgeſtern abend hielt der
eflügelzuchtverein bei Gaſtwirt Vollrath ſeine diesjährige
Ge=
eralverſammlung ab. Nach Erſtattung der Rechnungsablage durch
en Rechner Georg Seyfert verlas der 1. Vorſitzende. Johann
ofmann, die neuen Richtlinien über die Bewirtſchaftung von
iern nach dem 15. Februar. Butterhändler Gg. Seyfert bekommt
e Eierſammelſtelle.
Nachrichten des Standesamis Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 9. Februar: Göckel, Katharina Barbara,
Beyer, Ehefrau des Schutzmanns i. R., 68 Jahre alt.
Ober=
mſtadt: Eliſabethenſtift. Müller, Katharina. geb.
Buſch=
nn, Witwe des Hilfsarbeiters, 90 Jahre alt. Rundeturmſtr. 5.
och, Ottilie, geb. Wagner, Witwe des Lehrers, 82 Jahre alt,
jeder=Ramſtadt: Stadtkrankenhaus. Jager, Peter, Zahnarzt,
rheiratet, 65 Jahre alt. Schlageterſtr. 56. Am 11. Februax.
t, Marie, geb. Gebhardt, Witwe d. Kirchendieners, 81 J.
Erbacher Str. 25. Am 12. Februar: Knapp, Sophie, geb.
üller. Ehefrau des Schreinermeiſters, 47 Jahre alt,
Wendel=
ſtraße 38 Am 11. Februar: Klauditz, Anna Pauline,
dig, ohne Beruf. 65 Jahre alt. Gutenbergſtr. 43. Am 10.
Fe=
var
Eng el. Anna Margarethe, geb. Helm. Witwe des
In=
llateurs, 66 Jahre alt. Mackenſenſtraße 21. Am 11. Februar:
ſtahl. Heinrich. Schuhmacher, 25 Jahre alt. verheiratet. Mühl=
Am 12. Februar: Preuten Wilhelmine,
Ordens=
aße 23.
ſtweſter, ledig, 30 Jahre alt, Martinspfad 72. Geriſch Anna
Marie, geb. Sattler, 61 Jahre alt, Witwe des Förſters.
Franken=
inſtraße 40. Gebelein. Suſanna Katharina, geb. Storck,
pefrau des Werkmeiſters, 76 Jahre alt, Mollerſtraße 8. Bek=
Johanna, geb. Hartmann. Ehefrau des Reichsfinanzminiſters
3
60 Jahre alt. Prinz=Chriſtians=Weg 6. Puſchner, Franz
writz, Schloſſer, verheiratet, 65 Jahre alt, Roßdorf;
Stadtkran=
ſtenhaus Weber, Wilhelm, Lackierer, 40 Jahre alt,
verhei=
koket, Arheilgen; Stadtkrankenhaus. Am 13. Februar: Rußler.
sbeth Sophie Wilhelmine, 23 Jahre alt, ledig, ohne Beruf,
Pangerieſtraße 2. Am 14. Februar: Hein Georg Friedrich,
rufmann, 61 Jahre alt, verheiratet, Ernſt=Ludwigs=Straße 20.
Sregert Chriſtian Ferdinand. Generaloberarzt i. R., Doktor
dr Medizin, 85 Jahre alt, verwitwet, Heinrichſtr. 141. Am
Februar; Kaffenberger, Konrad. Dreher, 41 Jahre
U, verheiratet, Brensbach; Stadtkrankenhaus. Göhrs, Marie,
Amie Beruf, ledig. 82 Jahre alt, Heinrichsſtr. 148. Am 14. Fe=
R.. 86 Jahre
uar: Biedenkopf, Konrad, Bahnwärter
verwitwet. Dieburgerſtraße 116. Elbert. Adam.
Mühlen=
itzer, 40 Jahre alt, verheiratet. Roſenbach i. Odw.;
Eliſa=
herhenſtift.
Kirchliche Nachrichten.
Epangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 17. Februgr.
Stadtkirche, Abends 8,30 Uhr: Abendandacht.
Sonntag, 18. Februar, Invokavit.
(In allen Kirchen Kollekte für die Evangeliſche Wohlfahrtspflege.)
Siadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls.
* Lautenſchläger.
Ier Lautenſchläger. Vorm. 11,30 Uhr: Kindergottesdienſt.
Markusgemeinde.
um. 5 Uhr
endgottesdienſt mit Abendmahlsfeier f
Virrrer
Die Stadtkirche iſt wochentags von 9 bis 4 Uhr zu ſtiller Andacht ge=
Jogel.
jang Nordtüre.
S
lapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Dekan Zimmermann.
m.
Nr: Hauptgottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls. Pfarrer Heß. V
hindergottesdienſt der Lukasgemeinde. Pfarrer F. Müller. — Mittwvoe
abends 6 Uhr: 2. Paſſionsandacht. Dekan Zimmermann.
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. Born
Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. Abends 8 Uhr: 6. Vortrag: „Wollen
noch Chriſten bleiben
Pfarrer F. M
tokt.
esdienſte: Donnerstag, 22. Febr., abends
zur Abhaltung lutheriſcher (
onsandacht. Pfarrer Lautenſchläger.
10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz. Vorm. 11 Uhr:
Nartinskirche. Ve
uevergottesdienſt für
Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer Dr. Bergér. Abends 6 Uhr:
Danogottesdienſt mit Feier des heiligen Abendmahls, Pfarrer Beringer, Anmeldung
5,30 Uhr an in der Sakriſtei.
für die Woche vom 18. bis 24. Februar 1934.
(Mitgeteilt vom Deutſchen Automobil=Club, Gau 15 „Weſtmark”
Bezirk Starkenburg und Rheinheſſen.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
Hauptſtraßen in Heſſen:
Friedberg—Hungen (Ortsdurchfahrt Wölfersheim) vom 30. 11.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung für den
Durchgangs=
verkehr: Beienheim—Reichelsheim—Echzell.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Mörfelden-Langen vom 16. 10. bis auf weiteres geſperrt. Um
leitung: Gräfenhauſen—Wixhauſen oder Neu=Iſenburg.
Darmſtadt—Gräfenhauſen vom 13. 11. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Arheilgen—Wixhauſen oder Weiterſtadt—
Schnep=
penhauſen.
Ortsdurchfahrt Garbenteich im Zuge der nachfolgenden Straßen
geſperrt: a) nach Watzenborn und nach Dorf Güll vom 25. 10.
bis auf weiteres. Umleitung: Grüningen; b) nach Lich vom
1. 11. und nach Hauſen und Steinbach vom 13. 11. bis auf
wei=
teres. Umleitung: Steinberg und Steinbach.
Darmſtadt—Eſchollbrücken und Pfungſtadt—Griesheim bis zur
Kreuzung mit der Straße Darmſtadt—Eſchollbrücken vom 11. 1
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eſchollbrücken-Hahn.
Ortsdurchfahrt Hechtsheim (alte Gauſtraße) vom 8. 1. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung im Ort durch die Karthäuſerſtraße.
— Georgenhauſen, 16. Febr. Altveteran Nathan Schack begeht
am 17. d. M. ſeinen 90. Geburtstag, in geiſtiger und körperlicher
Friſche. Er war Feldzugsteilnehmer von 1866, 1870/71.
Er. Mümling=Grumbach, 16. Febr. Im Saale des Gaſtwirts
Hofferberth fand ein Aufklärungs= und Werbeabend des
Reichs=
luftſchutzbundes ſtatt. Nach zwei einleitenden Vorträgen über die
Geſchichte und Zweck und Ziele des Bundes wurden zwei
Film=
ſtreifen vorgeführt. Der erſte zeigte die moderne Waffe des
Flug=
zeuges in Stärke und Wirkung bei unſeren Nachbarvölkern, die
anderen Bilder waren dem eigentlichen Luftſchutz entnommen und
zeigten falſches und richtiges Verhalten bei Luftangriffen. Der
hier ſchon beſtehenden Ortsgruppe traten eine Reihe von
Mitglie=
dern bei. Die Veranſtaltung ſtand unter Leitung des Herrn Eckert=
Michelſtadt.
Ci. Erbach, 16. Febr. Mitgliederverſammlung der
NS.=Hago. Der Ortsgruppenleiter der hieſigen NS.=Hago,
Pg. Treuſch, wies nachdrücklichſt darauf hin, daß jeder deutſche
Volksgenoſſe verpflichtet ſei, die Steuerzahlungen pünktlich zu
er=
ledigen und für eine ehrliche Steuermoral zu wirken. Die
natio=
nalſozialiſtiſche Regierung bürgt für eine ſparſame, dem
Volks=
ganzen dienende Verwendung der Steuergelder und iſt deswegen
allſeitig zu unterſtützen. Hierauf hielt Oberſteuerſekretär
Kol=
mer einen klärenden Vortrag über ſteuerliche Belange. — Sing=
und Spielabend. Vor überfülltem Saale gab die hieſige
Mädchenjungſchar einen vorbildlich verlaufenen Sing= und
Spiel=
abend. Koſtümreigen, Geſänge, Mundartgedichte und drei kurze
Theaterſtückchen füllten das Programm und zeugten von trefflicher
Schulung der Darſteller und treuer Liebe und Hingabe der Leiter
und Leiterinnen. Dem reich geſpendeten Beifall des großen
Zu=
hörerkreiſes fügte Herr Stadtpfarrer Hahn noch herzliche Dankes
worte an. — Altersveteran. Kommenden Dienstag feiert
Herr Kohlenhändler Fiſcher, eine in Sängerkreiſen beſtens
be=
kannte Perſönlichkeit, ſeinen 81. Geburtstag. Herr Fiſcher iſt heute
noch aktiver Sänger im Männergeſangverein „Liederkranz” und
im evangeliſchen Kirchenchor, und erfreut ſich körperlicher und
geiſtiger Friſche.
— Hirſchhorn, 16. Febr. Waſſerſtand des Neckars am
15. Februar: 1,52 Meter, am 16. Februar: 1,50 Meter.
— Gernsheim, 16. Febr. Waſſerſtand des Rheins
am 15. Februar: —1,25 Meter, am 16. Februar: —1,23 Meter.
Auviel Wasser schadet, haben es nicht leicht. Faſt
Die Hände einer Hausfrau
ſtändig kommen ſie mit
Waſſer in Berührung: beim Kochen, Tellerſpülen, Reinemachen — vom
Wäſchewaſchen ganz zu ſchweigen. Kein Wunder, daß die Haut darunter
leidet, wenn ſie nicht regelmäßig nach der Arbeit mit Leokrem gepflegt
wird. Dadurch erhält die Haut nicht nur das ihr entzogene Fett
wieder — vor allem lebt ſie dann wieder auf, denn Leokrem enthält ja
Sonnen=Vitamin und Lecithin. Doſen ſchon von 22 Pfg. ab erhältlich.
(TV90)
Kapelle des Städt. Altersheims. Vorm. 10 Uhr (unter Mitwirkung des Kirchenchors):
Beringer. — Mittwoch, 21. Febr., abends 8 Uhr: 2. Paſſionsandacht. Pfarrer
DGL,
er 7
Köh
fohanneskirche. (Kollekte für die Oſtaſienmiſſi
Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
Pfarrer Roſenkranz, Heidelberg. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt.
abends 8 Uhr: 2. Paſſionsandacht in der Kirche. Pfarrer Goethe.
Nittwoch, 21. F
ie Johanneskirche iſt wochentags von 8 bis 5 Uhr zu ſtiller Anda
—
aul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm.
0 Uhr: Haupt=
Pfarraſſiſt
Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
gottesdie
Febr., abends 8 Uhr: Paſſionsandacht.
Junker. — Dienstag,
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer
rm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Pfarrer Irle. Abends
it anſchließender Feier des heiligen Abendmahls. Anmeldung
6 uhr: Abendgottesdi
von 5,30 Uhr an in der Sakriſtei. Pfarrer Weiß. — Mittwoch, 21. Febr., abends 8 Uhr:
ſſionsandacht. Pfarrer Irle.
Zauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Feier des heiligen
ihls mit Vorbereitung. Anmeldung von 9,30 Uhr an in der Sakriſtei. Vorm.
Ar
Kindergottesdienſt. Pfarrer Wolf. Nachm. 5 Uhr: Liturgiſcher Gottesdienſt
11.
ufführung der Paſſion von J. Obrecht durch die Madrigalvereinigun
mit
ttwoch, 21. Febr., abends 8 Uhr: 2. Paſſionsandacht. Pfarrer A. Müller. — Die
Pauluskirche iſt wochentags von 9—5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet. Eingang
Haupt=
port
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Hickel. Borm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Donnerstag, 22. Febr., abends 8 Uhr: 2. Paſſionsandacht.
Amtshandlungen an Auswärtigen: Pfarrer Marx, Liebigſtr. 20, Fernruf 1224.
2. Veranſtaltungen.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Montag, 19. Fek
ſend‟
8 Uhr: Vortragsabend. Pfarrer Dr. Bergér: „Chriſtentum und deutſche Seele.” — Mitt
woch, 21. Febr., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule. — Donnerstag, 22. Febr.,
3 8 Uhr:
Mütter=
abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung Weſt. — Freitag, 23. Febr., ab
bend Weſt. — Jugen
vereinigung, ältere Abtlg. — Samstag, 24. Febr., nachm. 2 Uhr:
Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 20. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Donnersta
ebr., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung Oſt. — Freitag, 23. Febr.,
rabend Oſt.
abends 8 1
„Saal der Kleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 22. Febr., abends
Boſaunenchor.
nesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 19. Febr.
ri
abends 8
Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. — Mittwoch, 21. Febr., nachm. 2
Strickſchule; 2,30 Uhr: Nähnachmittag. —
23. Febr., abends 8 Uhr:
Lichtbilder=
reitag.
vortrag von Frl. Frölich: „Das Straßbur
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 19. Febr., abends
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 22. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend.
br., abends
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 19. 2
Weibliche
3,15 Uhr: Jungvolkabend. Abends 8,
Dienstag,
enbſcha
hm. 3 Uhr: Mädchen=
). Febr., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor.
Nittwoch, 21.
Donnerstag, 22. Febr., abends 6—8 U
Poſaunenchor. Abends 8 Uhr:
gſchar
Eichbergſtr.).
Mütterabend. Abends 8,15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft (Hein
Febr., abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. —
freitag, 2
Samstag, 2
Abends 7,30 Uhr: Singekreis.
Febr., nachm. 3 Uhr: Bubenjungſchar
Kirche. Sonntag, 18. Febr.,
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal un
de
acheabend. Thema: „Unſre Kirchen — unſre Auft
im Rür
abends 8 Uhr: 2.
Diensta
ontag, 19
br., abends 8 Uhr: Jugendbund
lick und Ausblie
— Donnerstag, 22. Febr., abends 8 Uhr: Gemeinde=
Febr., abends 8 Uhr: Kirchenche
ortrag von P. Stoſch=Wittenberg: „Diakoniſſenarbeit unter dem
abend mit Lichtbil
— Samstag, 24. Febr., abends 8 Uhr: Jugendvereinigung
Kreuz des Südens
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 18. Febr.,
nachm. 4 Uhr: Vereinsſtunden
(Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Borm. 11 Uhr:
Stadtm
nann. — Montag,
Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uh
Bibelſtunde. Herr Bri
mmlung. (Nur für
aachm. 4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. Abends 8,15 Uhr: Generalve
Zlaukreuz
n. 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends 8,30
Mitglieder). — Dienstag, nac
Donners=
Littwoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſchter Chr
Bibelſtunde. Weicker=Ben,
tag, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde über den R
erbrief. Herr Bringmann. — Freit
in der Beſſunger
rr Brin
abends 8 Uhr: Bibelſtu
Nädchenſchule.
Wu rer
Uhr: Poſe
cho
Samstag, abends 6 Uhr: Eiſenbahner=Vereinigung. Aben
uar, nachm. 3,30 Uhr: Gemeinſchaftsabendmah
D
Sgei Solnteg Phladelphiagbonferenz nach beſonderem
.
ittwoch, 28. Februa
ogramt
feie
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, nachm. 2,30 Uhr: Jugenbbun
Ge‟
ugendbundſtunde für ſunge M7dchen. 4,45 1
junge Männer. 4.45 1
für jg. Mädchen.
für Mädchen
Montag, abends 8,30 Uhr:
Singeabe=
betsſtun
ge Mädchen: Rätſelraten und
— Dienstag, abends 8,30 Uhr: Freundeskreis für
üſſeknacken. — Mittwoch, nachm. 8 Uhr: Kinderbund u. E. C.=Jungſchar für Mäd
Abends 8 Uhr: Gebetsſtunde für junge Männer. Abends 8,30 Uhr: Spielabend f
junge Männer. — Freitag, abends 8,30 Uhr: F.=K. Rüſtſtunde für junge Mädchen.
ungſchar für Knaber
Samstag, nachm. 3 Uhr: Kinderbund un
iſabethenſtr. 16, 3. Stod
Deutſcher Bund der Mädchen=Bibelkreiſe (M.=B.=K
onnerstag, 22. Febr., abends 8 Uhr: Leiterinnenkreis, — Freitag, 23. Febr., abends
8 Uhr; Arbeitskreis.
m. Beerfelden, 16. Februar. Vorträge bei der NS.
Hago=Verſammlung. Ein aktuelles Thema behandelte in
einer Mitgliederverſammlung der NS.=Hago Herr
Regierungs=
rat Meißinger vom hieſigen Finanzamt, indem er ein Referat
bot über „Steuererklärung” Während das alte Syſtem den Weg
ſing: Steuererhöhung, Steuerzuſchlag, neue Steuererhöhung uſw.,
ſtellte die Regierung Hitler ihre Steuerpolitik für das letzte Jahr
ein auf das Ziel: Beſeitigung der Arbeitsloſigkeit. Und Redner
konnte faſt ein Dutzend Fälle anführen, in denen auf den
verſchie=
denſten Gebieten eine Steuerſenkung ſtattgefunden hat. Und durch
die bevorſtehende Steuerreform wird eine weitere allgemeine
Entlaſtung von Produktion. Verbrauch und Beſitz eingeleitet. Die
Beſchleunigung des Geplanten können wir fördern durch
Erfül=
lung unſerer Steuerverpflichtungen und unbedingte
Steuerehr=
lichkeit indem wir dem Staat geben, worauf er das Recht hat.
Auch das Finanzamt iſt ein Teil der Volksgemeinſchaft im
Publikum oft kein beliebter, trotzdem ſollten demſelben die
Volks=
genoſſen die Arbeit erleichtern durch prompte und richtige
An=
gaben. — Auch der zweite Vortrag von Herrn Photograph Helm
über „Zweck und Ziel” der NS.=Hago fand wie der erſte Vortrag
allgemeinen Beifall. dem Dank der Anweſenden gab der
Oxts=
gruppenleiter Herr Gebhardt Ausdrud
Hirſchhorn 16. Februar. Erſchoſſen. Der vor etwa drei
Jahren von hier nach dem benachbarten Eberbach verzogene 57
Jahre alte Major a. D. Tietz, der getrennt von ſeiner Frau
lebte, hatte ſich mit einer Armeepiſtole erſchoſſen. Geſtern
vor=
mittag fand im Krematorium zu Heidelberg die Feuerbeſtattung
ſtatt.
Bad=Wimpfen. 16. Februar. Hohes Alter. In geiſtiger
und körperlicher Friſche feierte unſere Mitbürgerin Frau Johanna
Speer Witwe, ihren 93. Geburtstag im Kreiſe ihrer Angehörigen
Möge der Jubilarin noch ein recht angenehmer Lebensabend
be=
ſchieden ſein
Bb. Bensheim, 16. Febr. Stadtratsſitzung.
Schul=
funk. Referent: Beigeordneter Stoll führte aus, daß die Anlagen
zum Rundfunkempfang auch in den Volks= und Berufsſchulen
durchgeführt werden ſollen. Das Reich gibt hierzu weſentliche
Zu=
ſchüſſe, die Stadt hat nur die Anlage der Antenne zu beſtreiten.
für die 75 RM. vom Finanzausſchuß zu bewilligen beantragt
wer=
den. Die Verſammlung ſtimmte zu. Bürgermeiſter Nachtigall hofft.
daß die Horgebühren von den Schülern, auf die für jeden 74 Pfg.
te Monat entfallen, getragen werden. — Neufeſtſetzungder
Nachunterſuchungsgebühr
für Einfuhr von
Friſchfleiſch. Der Finanzausſchuß beantragte auf Vorſchlag
des Stadttierarztes, die Nachunterſuchungsgebühr für Friſchfleiſch
auf 8 Pfg. je Kilogramm feſtzuſetzen, theoretiſch berechnet ergibt
das eine Gebühreneinnahme von jährlich 500 RM. Dem Antrag
wird zugeſtimmt.
Mitteilungen: Bürgermeiſter
Nachti=
gall verlas ein Schreiben des bisherigen Kreisdirektors Reinhart,
der aus im nationalen Intereſſe bekundeten Opferſinn von ſeinent
Amt zurückgetreten iſt. In dieſem Schreiben wird des jederzeitigen
guten Zuſammenarbeitens mit den Bürgermeiſtereien des Kreiſes
gedacht und daran die beſten Wünſche für gedeihliche
Fortentwick=
lung der Kreisgemeinden geknüpft.
Biebesheim. 16. Februar. Goldene Hochzeit feiern
am Samstag die Eheleute Georg Keidig und Frau Margarethe,
geb. Wambold.
P. Nauheim. 16. Februar, Beim Wildern mit Drahtſchlingen
wurde von einem Förſter ein hieſiger Einwohner ertappt. Er
wurde angezeigt und ſein Name an der Prangertafel
veröffent=
icht. — Der zum Beſten der Winterhilfe durch ſämtliche hieſigen
Vereine veranſtaltete Unterhaltungsabend hatte einen guten
Er=
folg. Der Winterhilfskaſſe konnten 357 RM. überwieſen werden.
zw. Rüſſelsheim, 15. Febr. Fritz von Opel als
Er=
finder. Dipl.=Ing.
Fritz von Opel hat folgende Erfindung
zum Patent angemeldet: Einrichtung zum Schutze der
Empfangs=
einrichtungen gegen Störungen Dritter, insbeſondere von
fern=
geſteuerten Flugzeugen.
Oberheſſen.
h. Friedberg, 16. Februar. Sabotage am
Winter=
hilfswerk. Ein gemeiner Diebſtahl wurde dieſer Tage nachts
in einem hieſigen Gaſthauſe verübt. Der Dieb entwendete eine
dort aufgeſtellte Sammelbüchſe des Winterhilfswerks. Dieſe Tat
kann nur als ein Diebſtahl am Volk bezeichnet werden und
ver=
dient eine exemplariſche Strafe.
Bad=Nauheim, 16. Febr. Ein ehemaliger Lehrer
Rooſevelts geſtorben. Im 71. Lebensjahr iſt der ſeit 50
Jahren in Bad=Nauheim anſäſſige Lehrer i. R. Chriſtian
Bom=
mersheim geſtorben. Bommersheim hat den jetzigen amerikaniſchen
Präſidenten Rooſevelt während ſeines Jugendaufenthaltes in Bad=
Nauheim unterrichtet.
h. Lollar, 16. Februar. 60 Jahre Eheſtand. Das ſeltene
Feſt der Diamantenen Hochzeit feierte dieſer Tage das Ehepaar
Joh. Peter und Margarethe, geb. Laucht, in der Nachbargemeinde
Salzböden. Zahlreiche Ehrungen ſeitens der preußiſchen
Regie=
rung und der Einwohnerſchaft Salzbödens wurden dem greiſen
noch ſehr rüſtigen Ehepaar zuteil. Auch der Deutſchlandſender
und der Südweſtfunk gratulierten dem Jubelpaar.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und
vierten Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt. Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Borderhaus, 1 Treppe.
Sprech=
ſtunden vorm. von 10 bis 12 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 6 bis 6 Uhr.
Fern=
ſprecher 4584.
temeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeinbehaus, Kiesſt
1.
aus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8—12
Uhr und nachm. von 3—5,30 Uhr
auß
enstag= und Freitagnachmittag. Fernſpr. 2:
Zahlſtelle für das Airchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Zimmer 4.
ge: Montag, Mittwoch und Donnerstag, vorm. von 9 bis 12 U
iakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17:
Marti=
ft, Müllerſtr. 28;
Ge=
aus,
Re
enſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eichwieſen=
bfr
Bauluskirche, Ohlyſtraße.
ne
ſtraß
Evau
ſches Arbeiterſekretariat (Feierabenb, Stiftsſtr. 51): Rechtsanslunftsſtelle.
9erie
en vorm. von 10—1 Uhr. Fernſpr. 2
Sprechſtu
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins, Freiligrathſtraße 8.,
Fern=
ſprecher 245.
Auswärtige Gemeinden.
Fog. Kirche Traiſa. Sonntag, 18. Febr., vorm. 10 Uhr: Goktesdienſt. Borm. 11 Uhr:
Kindergottes
nſt der Gr. Um 13 Uhr: Kindergottesdienſt der Kl. 20 Uhr:
Paſſions=
gottesdienſt. — Donnersta
rauenabend
itag, 18. Fehr., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
vgl. Kirche Roßdorf.
11 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8 u.
Kollekte für Evgl. W
hrtshilfe. Vorn
— Montag, 5 Uhr: Jungſchar Mädchen ält. Gruppe. 8 Uhr:
ionsgottesdier
1.
ttwoo
Frauenverein. — Dienstag: Kirchengeſangverein und Poſaunenchor.
char Mädchen jüng. Gruppe. 8.30 Uhr: Jugendbund Wartburg. — Frei=
3 Uhr: Jun
tag: Mädchenbund
dgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 18. Febr., vorm. 10 Uhr:
Hauptgottes=
dienſt. Abends 8
gr: Paſſionsandacht. — Mittwoch: Kirchenchor. — Donnerstag:
Fre;
tag: Jungmädchenverein.
Frauenverein.
vgl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 18. Febr., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
dergottesdienſt. Abends 5 Uhr: Paſſionsandacht. — Montag: Po=
Vorm. 11 1
tt=
istag, 6—7 Uhr: Bücherausgabe. 8,30 Uhr
henchor. —
ſo
unenchor.
z Uhr: Mädchenjungſchar. 8,30 1
Bibelſtunde. Frauenverein nimmt an dem
Luftſchutzvortrag teil. — Freitag: Mädchenverein.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Eugl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 18. Febr., vorm. 10 Uhr:
Predigtgottes=
m. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3 Uhr: Jungſchar.
eb. Veihelman
u
: Predigte
Abends
zdienſt. Pred. Veihelmann.
Montag, abends 8,15 Uhr: Jugendbund. — Dienstag, abenbs 8,15 Uhr: Singſtunde.
Zibelſtunde
Donnerstag, abends 8,15 U
Evgl. Gemeinde gläubig getaufter Ehriſten (Bapitſten), Mauerſtr. 17. Sonntag
18. Febr., vorm. 9,30 Uhr: Pred=
Sdienſt. Pr
ed. Hähnel. Vorm. 10,30 Uhr:
ttes
Kindergottesdienſt. Abends 8,15
Dier
Stag, abends 8,15 Uhr: Jugendſingen. — Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Bibel=
Freitag, abends 8,15 Uhr: Gebetsſtunde.
ſtunde.
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, 18. Febr., vorm. 11 Uhr:
Uhr: Paſſionsandacht. Montag, abends 8 Uhr: Singſtunde.
Sonntagsſchule. Aber
Dienstag, abends 8 Uihr: Miſſionsverein. — Mittwoch, abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14 (nächſt Heinrichſtr.).
onnt
20,30 Uh
Febr., vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt.
Abend=
ſielemann. —
Leſung aus Neu=Überſetzungen des Neuen Teſtaments. P
voch,
enweihehandlung. Abends 20,15 Uhr: Vortrag von
1. Febr., vorm. 7.45 1
Shdow=Hann
rdda, das heilige Buch der Germanen.” — Donners=
Pfar
*
6uhr:
Menſchenweihehandlun
febr., vorm
tag, 2
Sonntag, 18. Febr., vorm
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 4
ſicht. Prediger Kruſt. Nachm. 4 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Prediger
Uhr: 9
unde. Prediger Kruſt.
ſeustag, abends 8,15 Uhr: Bibel
Kruſt.
cience Society) in Darmſtadt,
Ehriſtlich=wiſſenſchaftliche Bereinigung (Christi=
Adolf=Hitler=Bauſchule, Neckarſtr. 3. Gottesoienſte jeden Sonntag,
Aula
Uhr und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Thema am 18. Febr.: Seele: Goldenet
Text: Pſalm 86
Schulzengaſſe 3: Samstag abends 7,30 Uhr: Gebetsſtunde. Sonntag,
Heilsarme
uhr
vorm
Heiligungsverſammlung; 11 Uhr: Wegweiſerunterricht für Kinder;
abends 6 Uhr: Kinderverſammli
8 Uhr: öffentliche Gedächtnisfeier für die verſchiedene
ſter Frau Kath. Müller. — Dienstag, abends 8 Uhr: Soldatenverſammlung.
P
Uhr: Kindervesſammle
4 Uhr: Liebesbundſtunde: 8 Uhr: abends
voch, nach
beſondere öffentliche Verſammlung der Familienväter und Mütter. — Donnerstag4
abends 8 Uhr: Heimbundſtunde, — Freitag, abends 8 Uhr: beſondere öffentliche Ver”
ſammlung für die Jugend.
Seite 8 — Nr. 47
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 17. Februar
Ausſtanzen der Abzeichen im ſächſiſchen Notſtandsgebiet. — Oben rechts: Das Abzeichen, das diesmal
den VDA.=Wimpel zeigt und in einer Auflage von 20 Millionen Stück hergeſtellt wird.
Am Freitag, den 23. Februar, veranſtaltet der Volksbund für das Deutſchtum im Ausland ſeinen
zweiten Opfertag für das Winterhilfswerk. Nicht weniger als 500 000 Schulkinder werden wieder
auf allen Straßen und Plätzen Deutſchlands die Spenden=Abzeichen verkaufen.
Die Teilnehmer im Hof der ehrwürdigen Burg.
Die Wartburg war von jeher das Symbol deutſchen Wollens, deutſcher Geſchichte. Hier trafen
jetzt die Führer des Arbeitsdienſtes, dieſer großzügigen Organiſation, deren Gedanke die deutſ
nationale Erhebung gebar und die ſeit ihrer Verwirklichung zum Vorbild für die ganze Welt wur=
Reich und Ausland.
Große Tagung der NS.-Gemeinſchaft
„Kraff durch Freude” in Frankfurk a. M.
Frankfurt a. M. Am Samstag, den 17.,
und Sonntag, den 18. Februar, findet in
Frank=
furt a. M. eine Tagung der NS.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude” ſtatt, an der ſämtliche
Kreisbetriebszellenleiter und Kreiswarte des
Gäugebietes teilnehmen werden. Wegen der
Bedeutung dieſer
ſſammenkunft hat der
Lan=
desobmann der NSBO. Pg. Willi Becker ſein
Erſcheinen zugeſagt. Aus Berlin wird
Miniſte=
rialrat Pg. Hans Weidemann erwartet. Am
Samstag nachmittag werden in einer groß
an=
gelegten Arbeitstagung ſämtliche Gaureferenten
für ihr jeweiliges Gebiet berichten und die
Richt=
linien für die Arbeit der nächſten Monate
feſt=
legen. Zur Umrahmung dieſer Zuſammenkunft
werden die Teilnehmer geſchloſſen am Samstag
abend eine muſikaliſche Veranſtaltung in Bad=
Homburg beſuchen. Am Sonntag vormittag wird
noch eine Beſichtigung der Kunſtausſtellung in
der Junghofſtraße ſtattfinden, wo Miniſterialrat
Weidemann das Wort ergreifen wird. Als
Ab=
ſchluß wird am Sonntag abend im Saalbau Pg.
Cornelius mit ſeinem Sinfonieorcheſter und
ſeinen Soliſten Straußſche Muſik in allen
Ton=
arten und Variationen darbieten.
Wildſchwein greift eine Knabengruppe
beim Schulausflug an.
Trier. Als am Mittwoch die letzte
Knaben=
klaſſe aus dem Ort Föhren (Landkreis Trier)
einen Schulausflug in den Wald bei
Heiligen=
horn machte, ſichteten die Jungens auf einer
Waldwieſe in einer Entfernung von ungefähr
600 Metern ein Wildſchwein. Mehrere von
ihnen ſchlichen ſich näher, um das Tier beſſer in
Augenſchein nehmen zu können. Plötzlich ſprang
das Wildſchwein auf die Gruppe der Knaben zu
und griff ſie an. Dieſe verſuchten in der Flucht
ihr Heil und kletterten teilweiſe auf die Bäume.
Einer von ihnen wurde jedoch von dem
wüten=
den Eber erreicht und zu Boden geworfen.
Gei=
ſtesgegenwärtig eilte der Lehrer hinzu und
ver=
ſuchte, mit ſeinem Spazierſtock gegen das
Wild=
ſchwein vorzugehen. Dadurch konnte ſich der
Knabe in Sicherheit bringen, doch auch der Lehrer
mußte ſchließlich Reißaus nehmen. In der
Zwi=
ſchenzeit hatten die anderen Jungens durch einen
vorbeikommenden Radfahrer den Jagdhüter
be=
nachrichtigen laſſen, der ſofort erſchien und das
Wildſchwein mit einem wohlgezielten Schuß zur
Strede brachte. Der Jagdhüter, als beſter
Wild=
ſchweinſchütze weit und breit bekannt, hat mit
dieſem Abſchuß ſein 50. Wildſchwein in wenigen
Jahren erlegen können.
Die Flößerei auf dem kangliſierten Main.
Die Rheinſtrombauverwaltung teilt mit: Die
Flößereitreibenden werden hierdurch
benachrich=
tigt, daß die Floßgaſſen an den alten
Nadelwehr=
haltungen Kelſterbach und Koſtheim infolge
Be=
ſchädigung für die Durchfahrt geſperrt bleiben.
Wegen der noch Ende dieſes Jahres zu
erwar=
tenden Fertigſtellung der neuen Stauanlage zu
Eddersheim und Koſtheim, wird von der
In=
ſtandſetzung der beſchädigten Floßgaſſen Abſtand
genommen. Die Flöße haben daher künftighin
bei den alten Stauanlagen Kelſterbach und
Koſt=
heim die Schiffsſchleuſen zur Durchfahrt zu
be=
nutzen. Die Bekanntmachung Nr. 324 vom 18.9.
Floßgaſſe Kelſterbach, wird gleichzeitig
aufge=
hoben.
Exploſionsunglück in einer Danziger Maſchinen=
Fabrik. — Ein Arbeiter getötet.
Danzig. In der Danziger Maſchinenfabrik
von Gebr. Heyking ereignete ſich geſtern
vormit=
tag, beim Ausprobieren eines neuen eiſernen
Luftdruckkeſſels, eine ſchwere Exploſion. Der ausbildung von einer Lawine überraſcht. Von
28jährige Schmied Ewald Schul; wurde ſo ſchwer
verletzt, daß er ſofort ſtarb. Der 10jährige Schloſ= nehmerinnen von der Lawine verſchüttet. Sie
ſerlehrling Walter Diebowſki wurde ſchwer
ver=
letzt ins Krankenhaus eingeliefert.
Neue deutſche Frühlingskleider.
Trägerinnen der hübſchen Frühjahrsmodelle, die vom Deutſchen Modeinſtitut bei einer Berliner
Veranſtaltung vorgeführt wurden.
In Wien nach harkem Kampf.
1933, betr. die vorübergehende Sperrung der Das Innere des Arbeiter=Caféhauſes „Goethehof”, das im Mittelpunkt der Kämpfe ſtand, nach der
Niederringung des Aufſtandes.
Schweres Lawinenunglück in Steiermark.
Wien. Auf der Mühlbach=Alpe bei
Juden=
burg in Steiermark wurde eine Skiabteilung des
Wiener Univerſitätsinſtituts für Turnlehrer=
15 Teilnehmern des Lehrgauges wurden 5
Teil=
konnten nur als Leichen geborgen werden. Die
Vernnglückten ſind Wienerinnen.
Schwere Stürme in der Türkei.
Ankara. In der Türkei herrſchen ſeit drei
Tagen heftige Stürme, die von ſtarken
Schnee=
fällen begleitet ſind. An zahlreichen Orten ſind
die Eiſenbahuverbindungen unterbrochen.
Zahl=
reiche Schiffsunfälle ſind zu verzeichnen. Die
Schiffe ſuchen ſo ſchnell wie möglich in den
Hä=
fen Schutz. Ein griechiſcher Segler von 120
Tonnen und ein Kohlendampfer ſind gekentert.
Eröffnung einer ikalieniſchen
Kunſt=
asfelf N Micken.
München. Der Künſtlerbund München
öffnete am Freitag mittag in ſeinen Räumt
eine große italieniſche Graphikſchau. An de
Eröffnungsfeier nahmen u. a. der italieniſ)
Generalkonſul Pittalis, Prinzeſſin Bona, Moul
garete von Savoyen mit ihrem Gatten Pry
Konrad von Bayern, Reichsſtatthalter Ritter
Epp. Miniſterpräſident Siebert und für
Reichskunſtkammer Maler Pölzelsberger teil.
dankte namentlich den Profeſſoren Mariani un
Petrucci für ihre Bemühungen um die Ausſt
lung. Miniſterpräſident Siebertc führte in ſt
ner Rede u. a. aus: Merkwürdige Paralle!
beſtünden zwiſchen dem Willen unſeres Führe
im Aufbau unſeres Kunſtweſens und den Weg
die in Italien gegangen würden. Große Poſ
tiker ſeien immer auch große Künſtler. Diſ
Ausſtellung möge geiſtige Werte vermitteln,
die Künſtler anregen zu weiterem Austaut
deutſcher und italieniſcher Kunſt und die
Freun=
ſchaft zwiſchen Deutſchland und Italien unt
ſtreichen.
Campbell will 480 Skundenkilomefe
eneiſſl.
Zwei deutſche Flieger an der Wagenkonſtrukti
hervorragend beteiligt.
London. „News Chronicle”, meldet, 2i
äußere Hülle des neuen rieſigen Rennwage:A
der für Sir Malcolm Campbell gebaut wer
ſei von zwei deutſchen Fliegern entworfen w.u
den. Die urſprünglich vorgeſehene Hülle heo
etwa die Geſtalt eines Haifiſches gehabt, hool
aber den Luftdruck nicht genügend verminde
Die von den beiden Deutſchen entworfene Hüll
habe zunächſt allgemeine Heiterkeit erregt. S
ließ ſich etwa mit einem rieſigen Käfer mit ein oll
Höcker und zwei ſeitlichen Auswüchſen v.
gleichen. Bei Verſuchen in einem Windtunn!
habe es ſich herausgeſtellt, daß dieſes Modell da
engliſchen überlegen war. Campbell hoffe, ni
ſeinem neuen Wagen im Auguſt auf dem trocken
Salzſee in Utah in den Vereinigten Staaten ei?
Durchſchnittsgeſchwindigkeit von 480 Kilomete
in der Stunde zu erreichen.
Verhängnisvoller Deckeneinſturz.
Mailand. Als im Pfarrhaus des Dorf9
Aſſiſſi in Umbrien acht Perſonen um ein
Radioapparat verſammelt waren, ſtürzte 2
Fußboden ein und alle Radiohörer fielen i
Erdgeſchoß. Sie erlitten ernſte Verletzungen,
Rieſige Brände in Aegypten.
London. Wie Reuter aus Kairo melde
wurden zwei ägyptiſche Städte von verheerend
Bränden heimgeſucht. In Ben=Haelaſal wurd
durch einen Brand 36 Häuſer zerſtört, fünf Mcl
ſchen kamen ums Leben.
Die Rettungsaktion für die Schiffbrüchigen
des Eisbrechers „Tſcheljuſkin”.
Moskau. Zur Rettung der hundert Schi
brüchigen des ruſſiſchen Eisbrechers „Tſchelä
ſkin” werden bei den Polarſtationen, in K‟
North und Kap Wellen alle verfügbaren Schl.
tenhunde und Reuntiere zuſammengezogen. S
bald eine genügende Anzahl verfügbar iſt, ſ
der Verſuch unternommen werden, die 160 Kil
meter vom Feſtlaud entfernten Schiffbrüchig
zu ereichen. Dieſe ſollen dann nach Kap Oil
gebracht werden, wo bereits die Vorbereitung.
für ihren Empfang getroffen werden. — 2
Verſuche, die in Kap North, Kap Wellen und
der Providence=Bucht ſtationierten Flugzer
für die Rettungsaktion in Gang zu bringe
werden durch die ſchweren Schneeſtürme unme
lich gemacht. Sobald beſſere Witterung eintri
ſollen auch die Flugzeuge in den Dienſt des NS.
tungswerkes geſtellt und für den Abtrauspo
der Frauen und Kinder verwendet werden.
Die drahtloſe Verbindung mit Prof. Schuicl
dem Leiter der Tſcheljuſkin=Expedition, wi
aufrecht erhalten. Sämtliche Polarſtations
haben Anweiſung erhalten, die Funkſprüche 90
zufangen und weiterzugeben.
Samstag, 17. Februar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
*Perarmende Tierwelt.
Der Ausſkerbeekak der Wildnis.
Nakurſchuhgebieke als lehte Rekkung.
Von Major R. Hingſton.
Der großzügige Plan des Miniſterpräſidenten
Göring, in Deutſchland Naturſchutzgebiete für Elch
und Wiſent zu ſchaffen, hat in der ganzen Welt
Anerkennung gefunden. Hier zeigt ein bekannter
Sportsmann und Forſcher, wieviel Tierarten in der
Welt dem Ausſterben geweiht ſind.
Vieles Schöne aus unſeren Tagen werden wir unſeren
Enkeln nicht mehr zeigen können, wie es uns noch von unſeren
Vorfahren gezeigt worden iſt. Dazu gehört vor allem das reiche
Tierleben der Wildnis. Manche Tierarten ſind bereits
aus=
gerottet, und ſehr viele andere werden ihnen folgen, wenn nicht
in zwölfter Stunde überall die Erkenntnis des bevorſtehenden
unerſetzlichen Verluſtes geweckt wird.
Schon unſere Großväter kannten den Dodo nur noch vom
Hörenſagen, jenen angeblich rieſenhaften Vogel von der „
Schwa=
neninſel” Mauritius, von dem uns nur noch ein paar Knochen
und Federn erhalten ſind. Der letzte Dodo wurde 1691 von
See=
leuten mit Knütteln erſchlagen. Dann folgte der ſüdafrikaniſche
Blaubock, der um 1800 vom Erdboden verſchwand; acht Felle in
verſchiedenen Muſeen Europas ſind die einzigen Zeugen dafür
daß dereinſt ſolch’ ein ſtarkes, ſchönes Tier gelebt hat! Vor etwa
30 Jahren wurde dann das Quagga ausgetilgt, ein braunes
Zebra mit ſchwarzen Streifen. Und dem Totenreigen ſchloß ſich
das Biſon an: vier Millionen dieſer Tiere wurden ſeinerzeit
aus bequemen Schnellzugwagen heraus niedergeknallt, und nur
ein Fünfzigſtel des Fleiſches wurde verbraucht!
Unſere Eltern mögen noch den Rieſenalk an der Küſte des
Nordatlantik oder die dichten Wolken von Wandertauben über
Nordamerika geſehen haben. Nichts, gar nichts iſt davon
übrig=
geblieben! In China erinnert man ſich vielleicht noch an den
Mandſchuriſchen Hirſch — um 1900 gab es noch 200 Stück, die
eines nach dem anderen im Boxeraufſtand erſchlagen wurden.
Und von den ehemaligen Walfiſchſchulen in der Arktis ſind nur
noch kümmerliche Reſte übriggeblieben . . ."
Mit Freuden hört man jetzt, daß an einigen Stellen im
Herzen Europas Wildſchutzparks für gefährdete Tiergattungen
eingerichtet werden ſollen. Unſere Generation wird in den Augen
kommender Geſchlechter genau ſo verächtlich daſtehen wie die der
amerikaniſchen Maſſenjäger, wenn nicht in letzter Minute überall
zu ähnlichen Maßnahmen gegriffen wird. Wahrhaftig in letzter
Minute! Man verfolge z. B. das Schickſal des Wiſents, des
größten europäiſchen Tieres. Noch vor zehn Jahren war es wild
im Kaukaſus zu treffen. Im und nach dem Kriege verſchwanden
die letzten freien Exemplare, und die großherzigſten Opfer von
privater Seite würden das völlige Ausſterben des Wiſents nicht
verhüten können. Unter unſeren Augen, unſeren achtloſen Augen
gehen gerade die ſeltſamſten und eigenartigſten Geſchöpfe dem
Untergang entgegen.
Das javaniſche Rhinoceros zum Beiſpiel! Die Chineſen
glauben ohne jeden Grund, daß aus ſeinem Horn eine
heilkräf=
tige Medizin bereitet werden könne — und ſolcher entarteten
Quackſalberei werden die letzten dieſer prähiſtoriſchen Tiere
ge=
opfert. Es iſt fraglich, ob heute überhaupt noch ein Rhinoceros
in den Tiefen des malaiiſchen Dſchungels lebt. Das Weiße
Rhinoceros iſt bis auf etwa 30 Exemplare im Zululand und
ſetwa 200 am Oberen Nil gänzlich vertilgt.
Es genügt, die traurige Liſte mit der Aufzählung einiger
kamen abzuſchließen. Das anſcheinend unvermeidliche Schickſal
aller wilden Tiere droht heute oder morgen vielen Zebraarten:
dem Nyala, einer der wenigen Waldantilopen Afrikas; dem
ſchwarzen Rhinoceros; dem Zobel, dem Elen, dem Kudu; dem
aſrikaniſchen Elefanten, wie dem Gorilla, dem Raben wie dem
Adler.
Die Urſachen der ſchonungsloſen Verfolgung liegen auf der
Hand: ſie liegen bei den Händlern und bei den Pflanzern. Dem
Handel gebührt weitaus der erſte Platz in dem unrühmlichen
Wettſtreit, ſei es nun der Handel mit Pelzen und Häuten oder
der mit Oel oder Tran, mit Federn oder Elfenbein. Das Leben
der Wildnis weiſt an ſich eine erſtaunliche Kraft zur
Selbſt=
ergänzung auf, ſo daß Sportsleute ihm keinen dauernden Scha=
den antun können, wenn ſie ſich mit wenigen guten Trophäen
begnügen und keine Weibchen erſchießen. Nicht zu verteidigen iſt
natürlich die übertriebene Jagdluſt mancher Helden, die im
Automobil zur Großwildjagd in das innere Afrika eindringen,
dort gemütlich picknicken und zum Nachtiſch vom Wagen aus
mit dem modernſten Gewehr alles niederknallen, was ihnen in
den Weg läuft. Aber der Handel iſt immer erbarmungslos, er
fragt nicht nach der Schonzeit und nach der Zukunft, ſondern
nur nach Kurszettel und Börſennotiz. — Der Bauer und
Pflan=
zer übt ein gewiſſes Notwehrrecht; der afrikaniſche Koloniſt kann
zur Verzweiflung gebracht werden, wenn der Elefant ſeinen
Mais, das Nilpferd ſeinen Reis, die Antilope ſeine Baumwolle,
die Wildſchweine und Paviane alles zuſammen zerſtören. —
Es iſt zwecklos, ſich gegenüber den Händlern, Pflanzern und
Maſſenjägern auf die Kraft moraliſcher Gründe oder auf
irgend=
welche Gewaltmaßnahmen zu verlaſſen. Es hilft da nur eins:
eine ſaubere Grenzziehung zwiſchen dieſen zerſtöreriſchen Kräften
und dem ſchonungsbedürftigen Leben der Natur, mit anderen
Worten die Schaffung von Naturſchutzparks. Die beſtehenden
afrikaniſchen Wildreſervationen ſind ganz unzulänglich — ſie
liegen halb in der Wüſte und bleiben nur ſo lange unberührt,
als gerade nicht jemand anderes den Boden braucht. Ohne
Ein=
greifen der Geſetzgebung iſt kein Gebiet dauernd vor
Ueber=
griffen ſicher, und dauernde Sicherheit iſt die Hauptbedingung
für die Erhaltung ausſterbender Tierarten.
Unſere eigene Tierwelt liegt uns natürlich zunächſt am
Herzen. Nachdem die nötigen Schritte getan ſind, um Elch und
Wiſent, Seeadler und Fiſchadler, Biber und wildes Schaf zu
bewahren, bietet Afrika die nächſten großen Aufgaben.
Nord=
rhodeſien braucht einen Nationalpark. Oſtafrika braucht einen
Nationalpark. Die höheren Regionen des Kilimandſcharo
brau=
chen zur Erhaltung ſowohl der Pflanzen= wie der Tierwelt
einen durchgreifenden Naturſchutz.
Sportsleute, Naturforſcher und Naturliebhaber — alle haben
ein Intereſſe an unſerer gemeinſamen Erbſchaft, und ſie alle
ſollten ſich zu gemeinſamen Maßregeln aufraffen, um künftigen
Generationen einen kleinen Teil der Freuden zu wahren, die
ſie ſelbſt genoſſen haben.
Spenderwahnſinn.
v. Athen. Das Geld liegt auf der Straße. Man braucht
ſich nur zu bücken, um es aufzuheben. So wenigſtens war es
kürzlich in der griechiſchen Hafenſtadt Patras. Gingen da die
braven Hellenen auf einer der belebteſten Straßen der Stadt
gemäch=
lich ihres Weges, als plötzlich aus dem Fenſter eines Hauſes,
in dem der griechiſche Millionär Ramos wohnt, einige Tauſend=
Drachmen=Scheine auf die Straße flatterten. Einige der
Paſſan=
ten bückten ſich begreiflicherweiſe nach dieſem ſeltenen Manna,
hoben die Scheine auf und ſteckten ſie, als niemand „Hallo!”
rief, vergnügt ſchmunzelnd in die Taſche. Und nach einiger Zeit
flogen wieder ein paar Banknoten aus dem Fenſter auf die
Straße.
Natürlich hatte ſich dieſe ſeltſame Kunde von dem auf der
Straße liegenden Gelde ſchnell herumgeſprochen. Nach kurzer
Zeit war ſchon eine rieſige Menſchenmenge vor dem Palais des
Millionärs verſammelt, um auf einen neuen Banknotenſegen
zu warten. Und tatſächlich: ſtets wieder flatterten neue Scheine
auf die Straße, gute, echte griechiſche Banknoten. Wie das nun
immer ſo iſt, gab es bald eine wilde Balgerei um die
Geld=
ſcheine. Einer ſuchte ſtets dem andern den koſtbaren Fang zu
entreißen. Bis ſchließlich eine regelrechte Prügelei im Gange
war. Da der Verkehr in dieſer Straße und allmählich auch in
dem ganzen Stadtviertel zu ſtocken begann, ſah die Polizei ſich
zum Eingreifen genötigt. Die Straßen wurden geſäubert und
einige Polizeibeamte drangen in die Wohnung des Millionärs
Ramos ein, um die Urſache dieſes Banknotenregens feſtzuſtellen.
Da ſtellte es ſich denn heraus, daß Herr Ramos tatſächlich ſelber.
ſein gutes Geld höchſt eigenhändig zum Fenſter hinausgeworfen
hatte. Als ihm die Polizeibeamten deshalb Vorhaltungen
machten, wurde der merkwürdige Spender grob und erklärte,
wenn er ſein Geld ausgeben wolle, ſo ſei das ſeine
Angelegen=
heit und ebenſo ſei es ſeine Sache, wie er dieſes Geld ausgebe.
Die Polizei aber ginge das überhaupt nichts an. Sprachs, und
warf mit großer Geſte gleich ein ganzes Bündel Tauſend=
Drachmen=Noten zum Fenſter hinaus. Als die Beamten
darauf=
hin das übrige Geld beſchlagnahmen wollten, ſtürzte ſich Ramos
n Wilhelm Schneider.
Roma
(Nachdruck verboten.)
8
„Und”, warf ich ein, „was iſt mit Ihrer Freundin? Studiert
ſie auch auf der Techniſchen Hochſchule?
Ich wußte im voraus, daß ſie meine Frage verneinen würde,
denn die elegante blonde Frau, an die ich unaufhörlich dachte,
war ſo ganz und gar nicht der Typus einer Studentin.
„Nein,” ſagte Inger Berglund, „ſie hat ein Geſchäft.”
Dieſe Antwort überraſchte mich. Ich hatte erwartet, daß
meine ſchöne Blonde Schauſpielerin wäre oder Sängerin oder
Bildhauerin, Malerin.
Was für ein Geſchäft?
„So eines, das Sie nie führen könnten. Jedenfalls traue
ich es Ihnen nicht zu, Herr Munk.
„Sie haben ſo wenig Meinung vor mir, Verehrteſte?"
„Stimmt. Sie ſind ein Windhund.”
„Danke ſehr.
Wir verſtanden uns ausgezeichnet.
„Alſo was für ein Geſchäft?
„Sie vertreibt techniſche Neuheiten und wichtige Patente.”
„Donnerwetter! Und nun noch den Namen Ihrer Freundin,
dann bin ich zufrieden.”
„Was wollen Sie eigentlich vor ihr? Haben Sie ſich in ſie
erliebt?” fragte ſie mich neugierig.
„Das geht Sie gar nichts an, Fräulein Inger.”
„Finden Sie, daß ſie ſchön iſt?”
„Häßlich wie ſonſtwas.
Wir lachten, und dann nannte ſie mir den Namen ihrer
Freundin: Rhoda Horn.
Ich zuckte ein wenig zuſammen. Es lief mir eine Sekunde
lang kalt den Rücken herunter. Rhoda Horn? Horn hießen doch
die beiden Brüder, die damals Baggenſen auf ſeinen Fahrten
begleitet hatten. Und von dem einen der Brüder behauptete
man, daß er in Wahrheit eine Frau ſei
Ich fragte, wie lange ſie mit Rhoda Horn bekannt wäre.
„Seit über einem Jahr. Ich arbeite bei ihr auf dem Büro.
dehen Sie, ich muß nämlich Geld verdienen, weil ich von zu
Hauſe keinen Zuſchuß habe.”
Sie imponierte mir immer mehr, die kleine Inger Berglund.
„Wiſſen Sie nicht, wann Rhoda Horn nach Berlin
gekom=
ſen iſt?” fragte ich ſie.
„Vor zwei Jahren. Jedenfalls hat man es mir erzählt. Sie
ſelber ſpricht nicht darüber.”
„Intereſſant. Worüber ſpricht ſie nicht?”
„Ueber das, was vorher war. Sie wird nervös, wenn man
davon anfängt. Manche ſagen, ſie wäre früher in Amerika
ge=
weſen, und andere wieder ſprechen von China und Japan. Ich
habe keine Ahnung, was ſie früher gemacht hat.”
Dann brachen wir auf. Als wir ſo nebeneinander
hergin=
gen, fühlte ich, daß ich jetzt ſo mitten drin war im großen
Aben=
teuer. Rhoda Horn und Baggenſen! Rhoda Horn war ſehr
überraſcht geweſen, als Baggenſen plötzlich vor ihr aufgetaucht
war. Was bedeutete das alles? Warum hatte Baggenſen dieſe
ſeltſame Art einer Ueberrumpelung gewählt? Warum ſuchte er
ſie nicht einfach auf? Und warum dieſe Komödie vor mir?
Inger wollte nun wiſſen, was mit mir los ſei. Ich ſei
plötz=
lich ſo verändert.
„Sie ſind alſo Sekretärin bei Rhoda Horn,” begann ich ſie
auszuhorchen, „und gleichzeitig ihre Freundin?”
„Mein Gott, immer wieder Rhoda Horn.” Sie blieb ſtehen
und ſah mich groß und forſchend an. „Ich glaube, dahinter ſteckt
* Komödie mit mir?‟
etwas Beſonderes. Spielen Sie viellei
„Aber nein, wie meinen Sie das?"
Sie ſprach plötzlich ſehr eindringlich und mit ſtarker
Be=
tonung. „Ich meine das ſo, daß Sie und dieſer Herr, der da im
Auto ſaß, irgendwie etwas mit der Vergangenheit Rhoda Horns
zu tun haben.”
„Wie kommen Sie darauf?”
„Sie antwortete nicht, ſtarrte mich nur an.
„Nein, ſagte ich, „ich kenne ſie beſtimmt nicht. Nur als
Sie davon ſprachen, daß Rhoda Horn vielleicht früher einmal in
China geweſen iſt, da war es mir ſo, als ob ich den Namen
drü=
ben ſchon gehört hätte.”
„Ah — Sie waren in China?”
„Jawohl, ich habe da Tiere gefangen — oder vielmehr, ich
wollte da Tiere jagen, es iſt mir aber nicht geglückt.”
Ueber ihrer feinen kleinen Stupsnaſe bildete ſich eine Falte.
„Das verbitte ich mir, Herr Munk. Können Sie nicht endlich
einmal ernſt ſein. Sagen Sie mir, was Sie in China gemacht
haben.”
„Ich bin Journaliſt.”
„Und was hat man Ihnen von Rhoda erzählt? Bitte ſagen
Sie es mir, und wenn es auch etwas Schlimmes iſt. Ich habe
Rhoda ſehr gern. Können Sie nicht verſtehen, daß ich etwas
über ſie wiſſen möchte?"
Sie war plötzlich voller Leidenſchaft, dieſe kleine Inger
Berglund.
Ich erzählte ihr, daß man vor zwei Jahren in China viel
über zwei Brüder Horn geſprochen habe. Beide hätten ſich
poli=
tiſch betätigt, und ihre kühnſten Abenteuer hätten die Runde
ge=
macht. Und von dem einen dieſer Brüder habe man geſagt, daß
er eigentlich eine Frau ſei.
Sie biß ſich auf die Lippen.
„Was haben Sie, Fräulein Inger?‟
„Oh, das iſt ſeltſam . . . Rhoda hat mir einmal ein Photo
gezeigt . . . es war eine gute Stunde . . . auf dem Photo trug
ſie Männerkleidung.
„Hm . . . bitte erzählen Sie mir noch mehr von Frl. Horn.”
„Ich weiß ſo wenig. Eigentlich nur das Aeußerliche. Sie
iſt ſehr verſchloſſen. Sie arbeitet viel, hat hübſche Erfolge. Wir
Nr. 47 — Seite 9
voll Wut auf die Poliziſten, raffte die Banknoten an ſich und
zerriß ſie, ehe er daran gehindert werden konnte. Dabei rief er
in leidenſchaftlicher Wut: „Dieſes ſchmutzige Papier, dieſe unnütze
Bürde!” Als die Beamten ſahen, daß ſie nichts ausrichten
konnten, machten ſie ſich ſchleunigſt aus dem Staube. Soweit
bisher feſtgeſtellt wurde, hat der Herr Millionär Banknoten im
Werte von mehr als hunderttauſend Drachmen auf die Straße
geworfen. Allerdings ſcheint die Angelegenheit doch noch ein
ernſtes Nachſpiel erhalten zu ſollen. Die Familienangehörigen
des Herrn Ramos behaupten nämlich, der Millionär ſei
wahn=
ſinnig, — und das wollen wir ihnen gern glauben.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 42. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar fe einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
7. Ziehungstag
15. Februar 1934
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 30000 M. 28080
6 Gewinne zu 5
8 243740 344714
Z6
Bewinne zu 3
.
9 34658
2 Gewinne zu 2000 M. 32265 137793 176164 286211 313642
336077
0 Gewinne zu 1
068 35644 99210 152706 160993 272890
284693 284867 3168‟
24
E
19044
go8.55121 113421 134667 145204
168
1 247668 266382 285016
297483 3
1
4 11
80N
1327‟
137
451
1948
39758
Ddege 8039ö et
441
AP.
82
Nece
A
81
80
*
N
7118
109
36
86
12
31
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123
70
13
189
3
3ar
3038
RAS
0o
20
„K9
19
68
381828
378
43483
88
33
667 372430
2
Nuech
36
51 361991
3623 3627
Ve
Gee
127 376724 B81842 38
2 363658 386797 388717
39
2 394778 399712
7. Ziehungstag
15. Februar 1934
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 150 M.
gezogen
2 Gewinne zu 20000 c. 19450*
Gewinne zu 5000
987 145948 187558
67
6 Gewinne zu
33 21!
110
Gewinne zu 2000 M. 33958 41887 57511 93640 157463 184038
R
Gewinne zu 1000
a911 279971 335550 364614 390187
O Gew
94
556 14434 38787 7
50371
Na
8614
Ke
279 230813 261283 271297
39350
382 312873 331748 3383
28
24
2599 3925 5066 9915
30
Pac
985
*4
29 2
5868 31266 314
OOo
Re
3938
791
*
nogs5.
848
570
9046 7
3 809
90398 9=
Ga80
8:1
315
138501 198094 13830
37
18313e
848 188
4188 17
0338 18
1
8114
88 33
66
2a
33708
37383
33585
3275
33884
1338 37734
99
*
749
71e
78608 379756 380681 881960 382366 362778 B87304 388157 330494
393038 393852 396268
20 Tagesprämien.
Auf ſede gezogene Nummer ſind zwei Prämien zu je 1000 RM
gefallen, und zwar je eine auf die Loſe gleicher Nummer in den
beiden Abteilungen I und II:
25922 29366 50078 61407 83654 155470 199871 267662
280846 374689
Im Gewinnrade verblieben: 2 Gewinne zu je 1000000, 2 zu je
300000, 2 zu je 75000, 2 zu je 50000, 6 zu je 3,000, 10 zu je
20000, 34 zu je 10000, 156 zu je 5000, 294 zu je 3000, 416 zu je
2000, 758 zu je 1000, 2314 zu je 500, 14984 zu je 300 und
460 Tagesprämien zu je 1000 Mark.
haben einen kleinen Kreis. Meiſtens Künſtler. Hin und wider
gehen wir aus, in irgendeine Geſellſchaft — oder in die Oper,
Rhoda liebt ſo ſehr die Muſik. Alle ſagen, ſie ſei kalt; ſie iſt es
aber nicht. Es ſteckt tief in ihr drin. Sie wird ſehr verehrt,
weil ſie ſo ſchön iſt, ſie hat auch mehrere Heiratsanträge
bekom=
men, aber immer abgelehnt. Das wäre alles.”
„Alſo kein Mann?
„Nein. Deshalb wundere ich mich über dieſen Mann im
Auto . .
„Hat ſie auch nie mit Ihnen über einen Mann geſprochen,
Fräulein Inger
„Nein. Sie ſah auf ihre Uhr. „Oh, ich muß umkehren. Im
Büro warten ſie auf mich. Ich muß trotz des Sonntags ein
Gutachten zuſammenſtellen.
Wir gingen zurück und kamen zum Café, wo ich mit
Bag=
genſen die Dame beobachtet hatte. Hier blieben wir ſtehen.
„Ich habe Ihnen noch nicht alles geſagt, Herr Munk.”
„Bitte ſehr?”
„Auf dem Schreibtiſch von Rhoda ſteht ein Bild. Das Bild
Mannes.
eine
„Aha — alſo doch ein Mann.”
„Und jeden Tag ſtehen Blumen, friſche Blumen vor dieſem
Bild. Einmal kam ich leiſe in ihr Zimmer — ſie hörte mich
nicht — ſie ſah das Bild an — und ich merkte, ſie hatte
geweint.”
„Hm. Wiſſen Sie noch mehr, Fräulein Juger?”
„Ja, ich glaube nämlich, der Mann iſt nicht mehr am
Leben.”
„Warum glauben Sie das?"
„Ich habe einmal heimlich das Bild in die Hand genommen,
um es genau zu betrachten. Und — da entdeckte ich etwas
Selt=
ſames: auf der Bruſt ſind drei winzige Kreuze, mit Tinte
ge=
malt, man kann ſie kaum ſehen.”
„Seltſam.”
„Nicht wahr? Und in den letzten Wochen iſt etwas pafſiert,
das muß ich Ihnen auch noch erzählen. Es kam ein Brief, ich
brachte ihn mit einem Stoß anderer Briefe zu Rhoda hinein.
Ich ſetzte mich wie immer neben ſie, und ſie ſah alles durch —
bis ſie dann auf dieſen Brief kam. Sie ſtutzte und riß ihn
ſchnell auf. Dabei ſagte ſie, ich ſolle hinausgehen. Nach fünf.
Minuten ging ich wieder hinein, um etwas zu holen, da lag
ſie auf der Ottomane, den zerknüllten Brief in der Hand. Sie
war blaß. Ich ſtürzte auf ſie zu, da legte ſie die Hände vor
die Augen und ſagte, ich ſollte ſie allein laſſen. Aber wie ſie das
ſagte, ſo tonlos ſchrecklich! Ich bin ausgegangen und habe
geheult. Ich denke mir, daß ſie früher einmal etwas erlebt hat
und nicht darüber hinwegkommt. Wenn ich nur wüßte, was
es wäre. Wollen Sie mir helfen, Herr Munk, entſchuldigen
Sie, daß ich ſo offen bin — aber ich habe Vertrauen zu Ihnen.
Dieſe Geſchichte mit dem Geſchäftsfreund beunruhigt mich.
Wo=
her kennen Sie ihn?"
Ich ſagte ihr, daß ich Miſter Gordon erſt geſtern in
Kopen=
hagen in einer Bar kennenlernte, und daß ich heute nacht mit
ihm herübergekommen ſei.
(Fortſetzung folgt.)
*
MAarbblo gb
Neuorganiſakion des Franenkurnens
in der 93.
vo. Die Aufgaben, die das Frauen= und Mädchenturnen zu
löſen hat, um ein Schutzwall gegen die Schäden zu werden, die
am Volkskörper zehren, haben die Deutſche Turnerſchaft
veran=
laßt, dieſem Arbeitsgebiet eine beſondere Aufmerkſamkeit
zuzu=
wenden. Rein organiſatoriſch drückt ſich das dadurch aus, daß in
der Führung des Frauenturnens eine Zweiteilung vorgenommen
worden iſt. Henni Warninghoff, die erſt kürzlich vom
Reichsſportführer zur Leiterin des von ihm gegründeten
Frauen=
ausſchuſſes für die Leibesübungen der Frauen und Mädchen im
Reich berufen worden iſt, wird auch die Führung der Frauen
und Mädchen in der Deutſchen Turnerſchaft übernehmen.
Da=
gegen werden die fachlichen Arbeitsgebiete in drei
Abteilungen getrennt. Für jede iſt ein beſonderer
Lei=
ter ernannt worden, und zwar für die Abteilung Gymnaſtik
und Tanz der bekannte Leiter der Hannoverſchen
Muſterturn=
ſchule, Karl Loges, für Geräteturnen Schwimmen
und Fechten die Frauen=Turnwartin der DT. Elſe
Schrö=
der, für Volksturnen und Spiel Sophie Dapper.
Dieſe drei bilden zuſammen mit der Führerin einen Führerring
für das Frauen= und Mädchenturnen in der DT. Ihre
Haupt=
aufgabe beſteht darin, richtunggebende Anweiſungen für die
ge=
ſamt.
Arbeit zu treffen.
Schon in nächſter Zeit wird den Frauenturnwarten (innen)
und Führerinnen in den Gauen und Kreiſen eine Arbeitsfolge
für 1934 zugeſtellt werden, die in erſter Linie darauf bedacht iſt,
eine einheitliche Grundlage zu ſchaffen, auf der in den folgenden
Jahren die Arbeitspläne aufzubauen ſind. Sie wird das
Min=
deſtmaß deſſen bringen, was getan werden muß und zwar für
alle Gebiete fachlichen und geiſtigen Schaffens. Eine Knebelung
eigener ſchöpferiſcher Kräfte im Frauenturnen iſt, wie Henni
Warninghoff ausdrücklich betont, durch dieſe Neuorganiſation
nicht geplant, im Gegenteil, es wird davon neue Anregung
er=
wartet. Die Führerin der Frauen und Mädchen ſelbſt vertritt
die Turnerinnenbelange im Führerrat der DT., ſie tritt
ver=
bandspolitiſch für die T
T. ein, verhandelt alſo mit anderen
Ver=
bänden, ſie bearbeitet das Gebiet der geiſtig=erzieheriſchen
Auf=
gaben im Frauenturnen, ſie macht Vorſchläge für eine umfaſſende
und allgemein durchgeführte Aufklärungs= und Werbearbeit für
den Gedanken „geſunde Frau, geſundes Volk‟. Die Arbeit der
Fachwarte, die ihrerſeits die neu hinzugekommenen Aufgaben der
erwähnten Art gar nicht imſtande wären, mit zu leiſten, wird
durch dieſe neugeſchaffene Führerin der Frauen und Mädchen in
keiner Weiſe eingeſchränkt, ſondern ſtark gefördert. Die Deutſche
Turnerſchaft verſpricht ſich von dieſer neuen Oraaniſation ihres
Frauenturnens, das ja in hoher Blüte ſteht, einen weiteren
Auf=
ſchwung.
Heute abend 8.30 Uhr Schwimmabend
der Darmſtädter Schwimmvereine im Hallenbad. Das ſpannende
Kämpfe verſprechende Programm haben wir geſtern
veröffent=
licht.
Fußball.
Lokalkreffen an der Rheinallee!
Rot=Weiß — FC. Union
Sonntag vormittag 11 Uhr.
Wir weiſen nochmals auf die Begegnung der beiden
Kreis=
klaſſen=Rivalen am Sonntag vormittag 11 Uhr an der
Rhein=
allee hin. Die Erringung der Punkte iſt für beide Beteiligten von
Wichtigkeit, ſo daß man mit einem recht ſpannenden Kampfe
rechnen kann. Daß das Treffen von beiden Seiten ſehr ernſt
ge=
nommen wird bezeugen die nachfolgenden Aufſtellungen, aus
denen man erſieht, daß man, trotzdem in beiden Lagern einige
Namen fehlen, doch noch Mannſchaften auf die Beine bringt, die
den vorherigen wohl kaum nachſtehen werden, wenn nicht ſogar
die Hoffnung auf beſſere Leiſtungen beſteht,
Union:
Schwarz
Stenner
Frühwein
Hofmann
Ott
Hinze
Eberhardt. Helm Darmſtädter Kippes Bertb
Schmidt I
Beutel
Morlock Rupp Hamm
Engel
Süßenbeck
Dörner
Waldhaus
Weicker
Rok=Weiß:
Schmidt II
Vorher Reſerven.
FC. Union Darmſtadt.
Nachdem der Kreisſpielwart, Herr Schäfer, das Urteil der
Vereinsſperre zu einer Platzſperre umgewandelt hat, findet nun
am kommenden Sonntag das Lokaltreffen gegen Rot=Weiß an der
Rhein=Allee ſtatt. Man ſieht dieſem Spiel mit größtem
Inter=
eſſe entgegen. Nach den letzthin gemachten Erfahrungen iſt der
Sportausſchuß dazu übergegangen, die reſtlichen Verbandsſpiele
durch die frühere beſtbekannte Junioren=Mannſchaft austragen
zu laſſen, und hofft, hiermit eine Beſſerung innerhalb des
Ver=
eins zu erzielen. Spielbeginn 11 Uhr (Treffpunkt 10.30 Uhr
Rot=Weiß=Platz). Vorher (9 Uhr) Reſervemannſchaften (
Treff=
punkt 8.30 Uhr Rot=Weiß=Platz). Jugend
Jugend SV. 98
(Stadion) 10 Uhr. Pflichtſpiel. Schüler — Schüler SVgg.
Ar=
heilgen (Rennbahn), Samstag 4 Uhr (Pflichtſpiel).
Germania Eberſtadt — Turngeſ. 75 Darmſtadt.
Zum fälligen Verbandsſpiel empfangen die Germanen am
Sonntag um 15 Uhr die 75er Turner aus Darmſtadt. Für die
ehem. Eintrachtleute wird dies ein ſchwerer Gang ſein. Das
Vorſpiel fiel in die Kriſenzeit der Vorſtädter und ſah die Grün=
Weißen mit 2:0 erfolgreich. Am Sonntag liegen die Dinge
weſentlich anders am Frankenſtein. Man hat ſich dort gefunden
und langſam nach dem zweiten Tabellenplatz vorgearbeitet, g
alſo
auch am Sonntag kaum gewillt ſein, die Punkte ein zweites Mal
zu verſchenken. Die Vorſtädter beſtreiten das Spiel in ſtärkſter
Beſetzun
g mit: Werner; Fiſcher
Schwinn; Schemel. Fiſſel.
Gött=
mann
Weizenmüller, Kaißer, 2. Böhm, Schimpf, Falter.
Sollte das Wetter bis dahin ſo bleiben, dann wird der
Germania=
ſportplatz in ausgezeichneter Verfaſſung ſein, und man erwartet
dort ein großes Spiel. 1.15 Uhr ſpielen die Reſerven. 1. Schüler
— 1. Schüler Germania Pfungſtadt, hier, 10 Uhr.
SC. 1928 Ober=Ramſtadt — SV. Mörfelden.
Am Sonntag 15 Uhr empfängt der SC. Ober=Ramſtadt den
SV. Mörfelden. Auf dieſen Gegner iſt man in Ober=Ramſtadt
allgemein geſpannt, hat er doch dem SC. bis jetzt die höchſte
Nie=
derlage beigebracht, allerdings mußten die Ober=Ramſtädter zum
Vorſpiel mit mehreren Erſatzleuten antreten. Zu dem Spiel am
kommenden Sonntag tritt Ober=Ramſtadt in veränderter
Auf=
ſtellung an. Für A. Fiſcher wird Seibert das Tor hüten, für
Wedel wird Kehr auf Rechtsaußen ſtehen. Beide Spieler waren
ſchon mehrfach mit Erfolg in der 1. Mannſchaft tätig. Für die
O.=R. wird es allmählich Zeit, daß ſie ſich auf ihr Können
be=
ſinnen und mit ganzer Hingabe kämpfen, ſonſt könnte es
paſſie=
ren, daß der SC. im nächſten Jahre in die 2. Kreisklaſſe
ab=
ſteigt. Auf jeden Fall iſt am kommenden Sonntag am
Schors=
berg wieder mit einem äußerſt ſpannenden Kampfe zu rechnen,
den die O=R. nicht ſo ohne wpeiteres verloren geben. O.=R.
ſpielt mit: P. Seibert: L. Fiſcher, J. Silberling; K. Suppes.
W. Oehmichen, Gg. Steinberg; H. Kehr Gg. Obmann O. Chriſt,
F. Schwan. L. Widmaier. — 2. Mannſchaften 1.15 Uhr.
Handball.
Polizei Darmſtadt — SV. Wiesbaden.
Wir weiſen nochmals auf den morgen Sonntag 14.30 Uhr
auf dem Polizeiſportplatz ſtattfindenden Kampf zwiſchen dieſen
beiden Vereinen hin. Da beide Mannſchaften in ſtärkſter
Auf=
ſtellung antreten, wird es zu einem intereſſanten Treffen
kom=
men das ſeine Anziehungskraft auf das Darmſtädter
Handball=
publikum ſicher nicht verfehlen wird. Hoffentlich iſt ſich die
Polizeielf der Bedeutung dieſes Spieles bewußt, denn nur ein
Sieg ſtellt ihnen die Meiſterſchaft, um die ſo heiß gerungen
wurde ſicher. Im Falle einer Niederlage müßte die Polizeielf
dann ihren zur Meiſterſchaft unbedingt noch erforderlichen Punkt
gegen den Lokalrivalen 98 holen. Hoffen wir, daß die Polizeielf
gut in Fahrt iſt und der Meiſter des Gaues 13 (Südweſt) am
Sonntag bereits feſtſteht. Da Sommer am Sonntag nicht
ſpie=
len kann, mußte für das Treffen eine Mannſchaftsänderung
ein=
treten. Villhardt wird am Sonntag zu beweiſen haben, ob
er der gegebene Mittelſtürmer iſt. Die Polizei tritt daher mit
Stahl,
Walter, Pfeiffer:
folgender Mannſchaft an: Kiepfer
Daſcher, Unmacht; Leonhardt, Huber, Villhardt, Spalt.
Roth=
ermel.
SC. Pikloria Griesheim b. 29.
Am Sonntag ſteht Griesheim im Zeichen des Großkampfes.
Vormittags 11 Uhr findet das Handball=Rückſpiel gegen
den Turnverein Worfelden ſtatt, welches infolge Platzſperre von
Worfelden in Griesheim ausgetragen wird. Bei dieſem Treffen
ſteht für beide Mannſchaften viel auf dem Spiel, für Gr. geht es
um den 2. Tabellenplatz, für Worfelden gar um den 1. Gewinnt
W. das Spiel, dann hat es Ausſicht, noch mit der Turnerſchaft
Griesheim punktgleich zu werden, gibt es jedoch auch nur einen
Punkt ab, dann iſt die Turnerſchaft Gr. endgültig Meiſter. In
Anbetracht deſſen werden beide Mannſchaften alles daranſetzen,
einen Sieg für ihre Farben zu buchen. Von der
Viktoriamann=
ſchaft erwarten wir reſtloſe Hingabe eines jeden Einzelnen, um
zu zeigen, daß man in der ſechswöchigen Zwangspauſe nichts
ver=
ernt hat
Am Nachmittag um 15 Uhr haben die Fußballer das
Wort und zwar im Kampf gegen den Tabellenerſten und
zu=
künftigen Meiſter 1. FC. 03 Egelsbach. Egelsbach, das ſeine 14
Spiele mit einem glänzenden Torverhältnis von 77:11
gewon=
nen hat, ſtellt eine Ausnahmemannſchaft dar, welche weit über
dem Können der übrigen Rundenteilnehmer ſteht. Die
Gries=
heimer Mannſchaft wird alles aufbieten müſſen, um ehrenvoll
ab=
zuſchneiden. Das Vorſpiel, bei welchem Gr. 5 Spieler erſetzen
mußte, ging erſt in der 2. Hälfte mit 1:5 verloren, nachdem man
bis zur 60. Minute mit 1:0 in Führung lag. Dem Egelsbacher
Endſpurt war man dann nicht mehr gewachſen. Im Rückſpiel
wird Gr. das ſtärkſte ſtellen, was zurzeit zur Verfügung ſteht,
hofft man doch im ſtillen, dem Tabellenführer den erſten
Punkt=
verluſt beibringen zu können. Es iſt daher gewiß mit einem
Maſſenbeſuch zu rechnen, und jeder Beſucher wird beſtimmt auf
ſeine Rechnung kommen. Um 1.15 Uhr 2. Mannſchaften.
Rot=Weiß Darmſtadt — Büttelborn.
Morgen nachmittag 2 Uhr begegnen ſich auf dem Platz an
der Rheinallee dieſe Bezirksvertreter. Rot=Weiß, das
bekannt=
lich den erſten Gruppenſieger in Starkenburg ſtellte, vertritt die
Die Büttelborner ſind Riedgruppenletzter,
Gruppe Bergſtraße.
was jedoch in dieſer Gruppe nicht viel bedeuten will. Die Gäſte
lieferten gegen die Spitzenreiter ihre beſten Spiele. Für die
Rot=Weiß=Mannſchaft heißt es auf dem Damme ſein, um nicht
eine Ueberraſchung zu erleben. Als Lehr= und Trainingsſpiel
wird es beſtimmt ſeinen Zweck erfüllen, aber auch Aufſchluß
geben über die Spielſtärke der Riedgruppe. Außer dieſem
Tref=
fen ſtehen den Rot=Weiß=Anhängern noch zwei Spiele gegen die
Turner von Nieder=Modau bevor. Um 1 Uhr 3 Mannſchaft —
au 2, um 3 Uhr 2. Mannſchaft — Nieder=Modau 1
Nieder=Mot
Auch dieſe Spiele ſind Freundſchaftsſpiele, die über den Nachwuchs
der Rot=Weißen Aufſchluß geben.
Schwerakhlelik.
Nach der Auflöſung des VfR. Heilbronn wird
der kommiſſariſche Leiter des Vereins, Kreisleiter Drautz, auf
neuer Grundlage ſofort die Gründung eines neuen Vereins
vor=
nehmen. Die bevorſtehende Auflöſung des VfR. kommt alſo
lediglich einer Säuberungsaktion gleich.
Kreismannſchaftskämpfe im Gewichtbeben.
Der Kreis Darmſtadt im Gau 13 des Deutſchen
Schwerath=
letikverbandes von 1891, ſtartet morgen vormittag 9.30 Uhr in
der Turnhalle (Soderſtraße 30) ſeine diesjährigen
Meiſterſchaf=
ten im Mannſchafts=Gewichtheben. Als Pflichtübung iſt für jede
Mannſchaft, beſtehend aus 6 Hebern, eingeteilt in ebenſoviel
Ge=
wichtsklaſſen, der olympiſche Fünfkampf vorgeſchrieben. Der
moderne Gewichtheber iſt kein muskelbepackter Koloß, ſondern
ein Sportsmann, der ſeine Leiſtungen mit Energie und Technik
vollbringt. Wer daran noch zweifelt, der kann ſich morgen davon
überzeugen.
Bewerber um den Kreismeiſtertitel ſind der vorjährige
Titelträger Darmſtadt 1910, Teutonia Ober=Ramſtadt und AV.
Schaafheim. Ob ſich noch weitere Kreisvereine daran beteiligen,
ſteht bis zur Stunde nicht feſt kann aber leicht möglich ſein.
Wenn es aber bei dieſen bleiben ſollte, dann wird auch jeder
Beſucher auf ſeine Koſten kommen, denn der lokale
Titelvertei=
diger wird alles daranſetzen, um gegen ſeine ſehr guten
Mit=
bewerber erfolgreich abzuſchneiden.
KSV. Schaafheim — SV. Werſau 9:10.
Am Samstag weilte SV. Werſau in Schaafheim zum fälligen
Verbandskampf um die Kreismeiſterſchaft. Werſau konnte den
Kampf 10:9 für ſich entſcheiden, und ſteht jetzt ungeſchlagen an der
Spitze der Tabelle. Im Bantamgewicht mußte Werſau ſchon drei
Punkte durch Uebergewicht abtreten. Niebel gelang es im
Schwer=
gewicht, den ſtarken Steigerwald auf beide Schultern zu legen.
Federgewicht: Krapp
Bantamgewicht: Roth — Fornoff
Löb 4:4; Welter=
Schwinn 3:3; Leichtgewicht: Perſchbacher —
16
Krapp
gewicht: Krautwurſt — Niebel, J., 6:4; Mittelgewicht:
Schwerge=
Halbſchwer: K Krapp — Höhner 9:77.
— Daum 6:
wicht: Steigerwald — Niebel, Otto, 9:10. Kampfleiter Kaiſer=
Altheim leitete einwandfrei.
Die „Fis”-Skirennen im Sk. Morik
wurden am Freitag mit dem Slalomlauf der Damen fortgeſetzt.
Der Tag brachte einen großen Triumph für den deutſchen
Win=
terſport. Chriſtl Crantz=Freiburg und Liſa Reſch=
Partenkirchen belegten nicht nur im Slalomlauf,
ſon=
dern damit auch in der Kombination für die
Europamei=
ſterſchaft (Abfahrts= und Slalomlauf) die beiden erſten
Plätze. Schließlich ſicherten uns unſere tüchtigen
Vertreterin=
nen auch noch den erſten Platz in der Länderwertung vor
Schweiz, England und Italien.
Die 11. Winkerfahrt Garmiſch=Parkenlirchen
wurde geſtern mit der Deutſchlandfahrt eingeleitet. Die
Teil=
nehmer hatten auf ihrer Fahrt nach Garmiſch durch Nebel und
Eisbildungen größte Schwierigkeiten zu überwinden, und bei den
Motorrädern kamen überhaupt nur drei Teilnehmer rechtzeitig
ins Ziel. Es waren dies die in Coethen geſtarteten
Inſterbur=
ger Rudolf Leivold und Kurt Rinn und der Münchener Joſef
Linner, die alle drei 628 Luftkilometer zurückgelegt haben und je
120 Punkte erhielten. Bei den Wagen paſſierten von 31
geſtar=
teten Fahrzeugen 21 rechtzeitig das Ziel, von ihnen ſteht der
Berliner Bernet auf Wanderer mit 1503 Kilometer und 524,16
Punkten am beſten.
Deutſche Meiſterſchaften in der Leichtathletik, die
nicht gelegentlich der Deutſchen Kampfſpiele abgewickelt werden,
wurden jetzt wie folgt feſtgeſetzt: Waldlaufmeiſterſchaft am 22.
April in Dresden, Meiſterſchaft im 3000=Meter=Hindernislaufen
am 12. Auguſt in Hamburg. Meiſterſchaft im 20=Kilometer=Gehen
am 12. Auguſt in Frankfurt a. M. und im 50=Kilometer=Gehen
am 7. Oktober in München.
Golfſport ſoll volkskümlich werden.
vo. Die Wiesbadener Golf=Tagung ſtand unter dem
einheit=
lichen Willen, den Golfſport an breitere Kreiſe heranzutragen,
ihn volkstümlich zu machen. Zutreffend wurde darauf
hingewie=
ſen, daß es ſich beim Golf um einen Sport handele, der für den
reiferen Mann ganz beſonders geeignet ſei, der ihn in engere
Verbindung mit der freien und geſunden Natur bringe.
liege es beſonders nahe, das Intereſſe der NS.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude” gerade auch auf dieſen Sport zu lenken.
Es wurde aber auch nicht vergeſſen — und darin liegt die
beſondere Schwierigkeit, dem Golfſport größere Anhängerſcharen
zu gewinnen —, daß zu einer ſportgerechten
Aus=
übung große Plätze gehören, zu deren Schaffung das
Vermögen der Einzelnen oder der Vereine in den ſeltenſten
Fällen ausreicht, daß daher finanzkräftige Körperſchaften an
die=
öffentliche
ſer Frage intereſſiert werden müſſen damit
Plätze entſtehen. Die Schaffung zahlreicher Golfanlagen iſt
entſcheidende Vorausſetzung dafür, daß der Golfſport volkstümlich
werden kann.
Die Anſchaffung des Golfgeräts zu verbilligen.
iſt bereits gelungen; eine deutſche Firma kann einen Satz von 6
Schlägern für einen verhältnismäßig billigen Preis liefern.
Auch damit iſt ein Schritt getan, den Golfſport zu fördern.
Der Werbung dient fernerhin, die Veranſtaltung eines
„Großen Golfpreiſes von Deutſchland”, der an einem Tage (
Him=
melfahrt) gleichzeitig auf allen deutſchen Plätzen ausgetragen
werden ſoll, wobei der platzbeſte Spieler jeweils Sieger wird.
Rundſunk-Brogramme.
Frankfurt: Samstag, 17. Februar
6.00: Choral, Zeit Wetter. —
6.05 u. 6.30: Gymnaſtik. — 6.55:
Zeit Frühmeldungen. — 708: Wetter.
—7.10: Stuttgart:
Frühkonzert auf Schallplatten. — 8.15: Waſſerſtand. Schneewetter=
und Winterſportberichte. — 8.25: Stuttgart: Gymn
ſtik.
10,0:
9.30: Nur Trier: Werbeionzert. — 10.00: Nachrichten.
Schulfunk: Joſelitos Tod. Das Ende eines berühmten
Stierkämp=
fers. Ltg.: Manfred Marlo. — 11.00: Werbekonzert.
11.46:
Programmanjage, Wirtſchaftsmeldungen. Wetter, Schneewetter= u.
nterſportbericht.
11.50: Sozialdienſt.
W: Leivzig: Mittagskonzert Fröhliche Muſi. Das Leipztger
12.8
Sinfonieorcheſter. Ltg. u. am Flügel: Theodor Blumer. — 13.0
Zeit Nachrichten. — 13.10: St Moritz: Hörbericht von den Fi=
Skimeiſterſchaſten. Damen und Herren Slalom. — 13.25:
Nach=
richten, Wetter. — 13.35: Stuttgart: Märſche und Walzer auf
Schallplatzt
en — 14.30: Stunde der Jugend: Till Eulenſpiegel.
Hörſpiel. — 15.15: Stuttgart: Lernt morſen! — 15.30:
Gieße=
ner Wetterbericht: anſchl.: Obſervatorium Aachen: Wetter f. d.
Eifel= u. Moſelgebiet. — 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen.
15.50: Wrtſchaftsbericht.
16.00: Stutt
art: Nachmittagskonzert des Funkorcheſters. Ltg.: Jul=
Schröder —
18.00: Stimme der Grenze.
18.2
Wochenſchau.
18.35: Stegreifſendung. — 18.45: Wetter, Wirtſchaftsmeldungen=
Programmänderung, Zeit — 18.50: Sozialdienſt.
1900: Stunde der Nation: Neuere deutſche Komponiſten. — 2000=
Nachrichten. — 20.05: Saarländiſche Umſchau. — 20.15: Ritter
Pasman. Komiſche Oper von Johann Strauß.
22.00: Zeit,
Nachrichten. — 22.15i St. Moritz: Situationsbericht von den
Fis=Skimeiſterſchaften. — 2230: Nachrichten aus dem
Sender=
beirk, Wetter und Sport. — 22.45: Kleine Unterhaltung.
23.00: München: Tamzmuſik. Das kleme Funkorcheſter. Ltg.: Kloß.
24.00: Nachtmulik auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: Sonnabend. 17. Ft
600: Hamburg: Wetter für die Landwirtſchaft. —
05-
Wieden=
holung der wichtigſten Abendnachrichten. — 6.15: Berlin:
Gym=
naſtik. — 6.30‟ Hambur
g: Wetter für die Landwirtſchaft. —
Anſchl.: Tagesſpruch. — 6.35: Königsberg: Frühkonzert. —
In einer Pauſe (gegen 7.00): Nachrichten. — 8.00: Sper
zeit.
8.45: Leibesübung für die Frau. — 9.00: Sperrzeit. —
10.00-
Nachrichten. — 10.10: Kinder=Funkſpiele für die Grundfchules
Haſenauer: Die Schildbürger. — 10.50: Fröhlicher Kindergarten.
11.15: Deutſcher Seewetterbericht.
— 11.30: Dittrich: Beſteigung
des Aetna.
11.45: Zeitfunk — 12.00: Wetter für die
Land=
wirtſchaft. — Anſchl.: Glückwünſche.
12.10: Feierſtunde: Job. Brahms und das Volkslted. Ltg.:
Mo=
jewſki. — Anſchl.; Wetter für die Landwirtſchaft.
12.553
Zeitzeichen der Deutſchen Seewarte.
13.00: Sperrzeit. —
13.45: Nachrichten. — 14.00: Mittagskonzert (Schallpl.).
15.00: Wetter= und Börſenberichte.
15.15: Deutſche Männes
ſprechen zur Jugend: Der Weltumſegler Kapitän Kircheiß.
15.45: Dipl.=Kaufmann Weiß: Wi
rtſchaftliche Wochenſchau.
16.00: Leipzig: Nachmittagskonzert.
700: G. Schäfer:
Spork=
wochenſcha=
. — 17.20: Muſikaliſche Kleinkunſt. —
18.00: Das
Gedicht. — Anſchl.: Der deutſche Gedanke. Hans Scheidt: De
erſte Sieg germaniſchen Freiheitswillens. — 18.20: Zur
Unter=
haltung: Wochenendſalat mit Fred Krüger. — 18.50:
Glocken=
geläute von der Thomaskirche zu Leipzig.
19.00: Frankfurt: Stunde der Nation: Neuere deutſche
Kom=
poniſten. Das Frankf. Funkorcheſter. Ltg.: Hans Rosbaud.
2000: Kernſpruch. — Anſchl.: Wetter für die Landwirtſchaft
und Nachrichten des Drahtl. Dienſtes.
20.10: Aus der
Deut=
ſchen Arbeitsfront. — 20.20: Poſtnebenſtelle Bergelow=Mark.
Ein licſtiges Hörbild von Werner Kortwich. — 21.00: Aus Krolls
Feſtſälen: Opernball des künſtleriſchen Perſonals der
Staais=
oper. Kapelle der Staatsoper, Ltg.: Dr. Furtwängler und Prof.
Heger und Soliſten.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachr.
22.45: Karl Henkell: Golf, ein Volksſport im ne
uen Reich. (
Auß=
nahme.) — 22.45: Deutſcher Seewetterbericht.
B.00:
Fort=
ſetzung des Opernballes aus den Kroll=Feſtſälen.
Welieberiſchl.
Die Luftdruckverteilung hat ſich nur wenig verändert.
Wei=
terhin lagert hoher Druck über den Britiſchen Inſeln, der nach
deutſchland vorgreift, und im Norden hält die vorüberziehende
Störung an. Auch in den nächſten Tagen wird durch die
Stand=
haftigkeit des hohen Drucks der Witterungscharakter keine
weſent=
liche Aenderung erfahren.
Ausſichten für Samstag: Noch vielfach neblig, wolkig,
Teme=
raturen etwas über Null, tagsüber aufheiternd, milder,
trocken.
Ausſichten für Sonntag: Stellenweiſe neblig=wolkig, bei
nächt=
lichem Aufklaren Temperaturen um Null und etwas
dar=
unter, tagsüber teils wolkig, teils aufheiternd, milder,
trocken.
Winterſport.
Vogelsberg. Hoherodskopf: Wolkig, minus 3 Grad, 25
cm=
kein Neuſchnee verharſcht, Sportmöglichkeiten nur im Walde.
Rhön, Waſſerkuppe: Nebel., minus 3 Grad, 30 cm.,
ver=
harſcht, gut. Gersfeld: Nebel minus 0 Grad 5 cm.
ver=
eiſt, keine. Dammersfeld: Nebel. minus 3 Grad, 30 cm.
mit Rauhreif bedeckt, gut.
Taunus. Kleiner Feldberg: Wolkig, minus 3 Grad, 12
cm. verharſcht, ſtellenweiſe.
Schwakzwald. Ruheſtein: Wolkig minus 2 Grad 63 cm,
gekörnt, gut. Feldberg: Wolkig, minus 3 Grad, 65 cm.,
verharſcht. mäßig. Triberg: Wolkig, minus 1 Grad, 15
Nebel,
cm., verharſcht, ſtellenweiſe. Hornisgrinde:
minus 3 Grad 80 cm., verharſcht, mäßig. Titiſee: Wolkig,
minus 3 Grad. 10 cm., durchbrochen, mäßig.
Hauptſchriftleitung: Rudol/ Mauve.
Berantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudol Mauve: für Feuilleton, Reich
und Ausand und Heſſiſche Nachrichten: Mar Streeſe; für den Schlußdienſt: Andreas
r den Sandel: Dr. C. 6. Quetſch; für Sport: Kar Böhmann= für
Baueri
2*
Gegenn
Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Kerbert Nette: jür den Anze
teilund geſchäftliche Mitteilungen: Billy Kuhle ſämtl.in Darmſſadt. D.A k. 34: 23608
Druck und Verlag: L. C. WBittich. Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für umverlangte Manufritvte wird Varantie der Rückendung n ich1 übernommen=
Die heutige Nummer hat 12 Seiten.
Nummer 47
DarmſtädeerCagblatte
Samstag, 17. Februar
GeſſNeueſte Nachrichten
Tagung der deutſchen Wertpapierbörſen in Kaſſel.
Maßnahmen zur Belebung des Börſenhandels. — Um die Berminderung der Zahl der Börſen.
Skärkung der Provinzbörſen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Vertreter der deutſchen Wertpapierbörſen hatten ſich in
Kaſſel zu einer Tagung zuſammengefunden, die durch die
An=
weſenheik von Vertretern der Regierung und des
Zentralverban=
des des deutſchen Bank= und Bankiergewerbes eine beſondere
Be=
deutung erhielt. Die Verſammlung leiteten die beiden
Vorſitzen=
den der Montanbörſen in Eſſen und Düſſeldorf, Dr. von
Waldt=
hauſen und Bankdirektor Höfermann. In einem einleitenden
Be=
richt über die Verhandlungen mit den beteiligten Stellen,
nament=
lich den Miniſterien. legte Dr. von Waldthauſen im einzelnen die
Maßnahmen dar, die zur Belebung des Börſenverkehrs dienen
und die von der Regierung in jeder Weiſe unterſtützt werden. Die
Anweſenden waren der einmütigen Auffaſſung, daß im Zuge
dieſer Beſtrebungen ein Verminderung der Zahl der
Börſen unvermeidlich ſei. In dieſem Sinne wurde folgende
Entſchließung einmütig angenommen:
„Die am 15. Februar 1934 in Kaſſel verſammelten Vertreter
der deutſchen Börſen begrüßen die Abſichten der Regierung, die
darauf hinausgehen, die Provinzbörſen weſentlich zu ſtärken und
einem kräftigen Inſtrument beim Wiederaufbau der deutſchen
Wirtſchaft zu geſtalten. Wir erkennen an, daß das Ziel der
Re=
gierung nur dann erreicht werden kann, wenn gleichzeitig eine
Verringerung der Zahl der Börſen erfolgt, und überlaſſen die
Entſcheidung darüber vertauensvoll der Regierung.”
Noch in dieſem Sommer große Reform der
Waren=
verkeilung in Deutſchland.
Die in Deutſchland durch 750 000 Läden des Einzelhandels
mit ebenſo viel Beſchäftigten vollzogene Warenverteilung wird
weſentliche Merkmale ihres durch den Nationalſozialismus
be=
dingten neuen Gepräges noch in dieſem Sommer erhalten.
Zwi=
ſchen den berufenen Vertretern des Handels der Unternehmer
wie der Kaufmannsgehilfen, ſind, wie das VdZ.=Büro meldet, die
entſprechenden Erörterungen im Sinne und Geiſte
berufsſtändi=
ſcher Gemeinſchaftsarbeit zum Segen des deutſchen Volkes und
des Handels ſchon weitgehend gediehen.
Wenn am 30. Juni 1934 die Sperre für die Errichtung neuer
Einzelhandelsgeſchäfte verſchwindet, dann wird bereits die Baſis
geſchaffen ſein für die geſunde Fortentwicklung eines ethiſch und
moraliſch hochſtehenden deutſchen Kaufmannsſtandes, für den die
deutſche Produktion ſich nicht mehr in eine Preisſkala verwandeln
läßt, ſondern für den ſie eine Qualitätsſkala darſtellen wird.
Zwei große Grundſätze ſollen dabei im Vordergrund ſtehen:
1. Die Warenverteilung aus letzter Hand darf in Zukunft nur
noch von Perſonen durchgeführt werden, die nicht nur in
mora=
liſcher Beziehung einwandfrei ſind, ſondern die nachweislich als
geſchulte Sachkenner die Gewähr für verantwortungsbewußten
Dienſt am Kunden und an der deutſchen Qualitätserzeugung
bieten.
Es darf alſo nicht mehr ohne weiteres jedermann
Warenver=
teiler im Sinne des Einzelhandels werden, der lediglich über
ge=
nügend Kapital zur Eröffnung eines Ladens verfügt.
Dem fachkundigen, gelernten, angeſtellten deutſchen Kauf=
2.
mannsgehilfen wird der Weg zum Selbſtändigwerden geebnet.
Der Gehilfe wird, wenn er auch ſelbſt ſehr oft nur über
beſchei=
dene Erſparniſſe verfügen dürfte, umſo eher Kredithilfe zur
Selbſt=
ſtändigmachung erlangen, als das für die Warenverteilung immer
usreichend zur Verfügung ſtehende Kapital dann keinen
Unter=
ſchlupf mehr bei Warenhäuſern, Großfilialbetrieben,
Einheits=
preisgeſchäften uſw. findet, für die die Sperre kaum verſchwinden
wird. Andererſeits geht der Geldgeber kein ausſchließliches Riſiko
ein gegenüber dem berufsſtändiſch Betreuten, nach dem Begriff
der Kaufmannsehre arbeitenden kleinen oder mittleren
Einzel=
händler, deſſen Abſatz= und damit Rückzahlungsfähigkeit durch
ſeine Qualitätsarbeit und ſeine ſachkundige Anſetzung
gewähr=
leiſtet erſcheint. Gegebenenfalls könnte für die Erleichterung der
Zulaſſung befähigter Gehilfen zum ſelbſtändigen
Kaufmannsge=
werbe auch eine berufsſtändiſche Kreditorganiſation eingeſchaltet
werden.
Von dieſen beiden großen Grundbegriffen ausgehend werden
bei den zuſtändigen berufsſtändiſchen Körperſchaften in dieſen
Wochen und Monaten die weiteren Einzelheiten der Reform des
deutſchen Einzelhandels beraten, wobei neben der Frage der
Er=
ſiehung und Ausbildung natürlich auch die der Sonntagsruhe,
Verkaufszeiten uſw. zur Debatte ſtehen.
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Die Indexziffer der Metallpreiſe. Die Preisindexziffer der
„Metallwirtſchaft, Metallwiſſenſchaft, Metalltechnik” ſtellte ſich am
14. Februar auf 47,7 gegen 49,0 am 7. Februar (Durchſchnitt 1909
bis 1913: 100), fiel alſo um 2,7 Prozent der Ziffer vom 7. Febr.
Für die einzelnen Metalle wurden nach dem Preisſtande vom
14. Februar folgende Einzelindexziffern errechnet: Kupfer 34,8
(am 7. 2.: 36,3), Blei 46,9 (48,4), Zink 39,0 (40,0), Zinn 77,7
(79,3) unverändert: Aluminium 111,1, Nickel 93.8. Antimon 59,8.
Erneute Zinsherabſetzung bei der Induſtriebank. Die Bank
für deutſche Induſtrieobligationen (Induſtriebank) Berlin, die
bereits Mitte vorigen Jahres einmal eine Zinsherabſetzung
vor=
genommen hatte, hat den Zinsſatz für ihre Gewerbekredite erneut
um 0,5 Prozent auf 5 Prozent geſenkt. Die Zinsſenkung tritt
ſo=
ſort in Kraft und erſtreckt ſich auf die von der Bank bereits
be=
willigten Gewerbekredite im Geſamtbetrag von rd. 90 Mill. RM.
Die Lage der Baumwollinduſtrie im Januar. Im Monat
Januar 1934 hat ſich nach Mitteilung des Geſamtverbands
Deut=
ſcher Baumwollwebereien auf faſt allen Gebieten der
Baumwoll=
weberei eine Geſchäftsbelebung bemerkbar gemacht. Es kamen
weſentlich größere. Abſchlüſſe als in den letzten Monaten des
Jahres 1933 zuſtande. Der Auftragsbeſtand der Ende 1933
be=
deutend zurückgegangen war, iſt daher zur Zeit nicht
unbefriedi=
gend und ermöglicht die Aufrechterhaltung der Beſchäftigung im
bisherigen Umfang. Auch wurden vielfach für die
bevorſtehen=
den „Weißen Wochen” noch eilige, nachträgliche Aufträge gegeben.
Die Urſachen des ſo bald und kräftig einſetzenden Kaufdranges
dürften zum Teil in der Feſtigung des Baumwollmarktes, zum
Teil aber auch darin liegen, daß der Optimismus, ſich reichlicher
einzudecken, durch das verhältnismäßig gute Weihnachtsgeſchäft
geſtärkt wurde. Man rechnet offenbar mit einer ſtärkeren
Be=
darfsdeckung ſeitens der Verbraucher. Trotz dieſer Beſſerung
blieben im allgemeinen die Gewebepreiſe unverändert. Infolge
der großen Geldknappheit werden von den Abnehmern alle
Kre=
ditmöglichkeiten in Anſpruch genommen. Das Ausland behauptet
nach wie vor in Deutſchland ſeinen Platz. Durch die Einführung
des neuen Zolltarifſchemas für Baumwollgewebe iſt nunmehr
das Inſtrument geſchaffen, das die Zollhöhe gerechter und
gleich=
mäßiger zu geſtalten vermag. Allgemein werden die Ausſichten
für die Zukunft, namentlich was den Inlandsabſatz betrifft,
opti=
miſtiſcher beurteilt.
Stromerzeugung und =verbrauch November Dezember und
im Jahre 1933. Die arbeitstägliche Stromerzeugung iſt im
De=
zember beträchtlich weiter geſtiegen und übertraf nach den
Zu=
ſammenſtellungen in „Wirtſchaft und Statiſtik” den
entſprechen=
den Vorjahrsſtand um faſt ein Viertel. Hierbei iſt allerdings zu
berückſichtigen, daß der Dezember 1933 eine größere Zahl von
Sonn= und Feiertagen aufzuweiſen hatte, die bei der Berechnung
der arbeitstäglichen Stromerzeugung nicht berückſichtigt wurden,
obwohl an ihnen auch, wenn auch in geringerem Umfange, Strom
erzeugt wurde. Im Jahre 1933 wurden von den in die Erhebung
einbezogenen 122 Werken insgeſamt 14.2 Mrd. Kilowatt erzeugt
dechenden Wetäalneset betauf enf in den eifen Salfchfe
7 Prozent, im zweiten 11 Prozent.
Die Berliner Börſe hat die vorgeſtrige Schwächeperiode
ſchnell überwunden. Das Publikum hielt ebenfalls, obwohl die
Kuliſſe vorgeſtern in ſtärkerem Maße ihre Engagements
glattge=
ſtellt hatte, an ſeinen Beſtänden feſt, ſo daß die erſten Kurſe bei
nicht ganz uneinheitlichem Beginn gut behauptet waren.
Bemer=
kenswert war das erſtmals wieder ſtärker in Erſcheinung tretende
Intereſſe für Renten, da man anſcheinend mit einer aktiveren
offenen Machtpolitik der Reichsbank rechnet, die ſich bisher im
großen und ganzen darauf beſchränkt hat, Steuergutſcheine zu
er=
werben. Lebhafter lagen Neubeſitzanleihe, die mit 19½ eröffneten
und im Verlauf 30 Pfg. höher als vorgeſtern bezahlt wurden.
Ein=
heitlich befeſtigt waren Induſtrieobligationen. Ver.
Stahlobliga=
tionen waren mit einer Steigerung von 2½ kräftig erholt. Auch
Reichsbahn=Vorzugsaktien wurden etwas höher bezahlt, während
Reichsſchuldbuchforderungen nach ſchwächerem Beginn im Verlauf
erholt waren. Nach den erſten Kurſen waren Aktien bei neuen
Kaufaufträgen des Publikums und Rückkäufen der Börſe auf der
ganzen Linie befeſtigt, teilweiſe beſtand fühlbarer
Materialman=
gel. Am Montanaktienmarkt überwogen ſchon zu Beginn
Kurs=
ſteigerungen, die ſich bald einheitlich auf etwa 05—1 Proz.
aus=
dehnten. Mannesmann waren auf Meldungen über eine beſſere
Beſchäftigung des Unternehmens 1 Prozent befeſtigt; „lediglich
Laura erſchienen auf den Verluſtabſchluß hin mit Minus=Minus=
Zeichen und verloren 1,5 Prozent. Braunkohlenwerte waren
un=
einheitlich. Die Petſchekwerte waren eher etwas ſchwächer. Auch
Kaliaktien waren zunächſt bis 0,5 Prozent gedrückt. Von
chemi=
ſchen Werten waren Farben nach behauptetem Beginn auf die
Aufſichtsratsſitzung 0.75 Prozent erholt. Auch Elektrowerte lagen
überwiegend freundlicher. Von Tarifwerten gewannen RWE.
und Bekula je 5, dagegen waren Waſſer Gelſenkirchen 2 Punkte
und Gaswerte bis 1 Prozent ſchwächer. Die ſogen. Nebenwerte
ſowie die letzttägigen Favoriten, wie Maſchinenaktien, waren zu
Anfang überwiegend ſchwächer. Im Verlauf machte die
Befeſti=
gung weitere Fortſchritte. Im Vordergrunde ſtanden die
Mon=
tanwerte.
Nachdem bereits vorgeſtern abend wieder eine freundlichere
Stimmung zum Durchbruch gekommen war, eröffnete auch die
geſtrige Frankfurter Börſe in durchaus freundlicher
Ten=
denz. Auf der ermäßigten Baſis zeigte ſich ſowohl ſeitens der
Kundſchaft als auch der Kuliſſe Rückkaufsbedürfnis, zumal in
außenpolitiſcher Hinſicht die Beruhigung in Oeſterreich befriedigte.
Daneben hegt man weiterhin große Hoffnungen auf das
Arbeits=
beſchaffungsprogramm. Außerdem lagen aus der Wirtſchaft einige
günſtige Meldungen vor insbeſondere gute
Dividendenerklärun=
gen. Zu den erſten Kurſen kam auf manchen Marktgebieten noch
kleines Angebot heraus, ſo daß die Kursbildung zunächſt
unein=
heitlich war; ſpäter befeſtigten ſich die Kurſe aber allgemein.
Far=
beninduſtrie nach etwas niedrigerer Eröffnung gut erholt.
Deut=
ſche Erdöl unverändert, nur Scheideanſtalt weitere 0,5 Prozent
abbröckelnd. Von Elektroaktien gewannen Bekula ½ Proz., AEG.
und die Mehrzahl der übrigen Papiere lagen gut behauptet.
Geſ=
fürel allerdings 0,75 Prozent niedriger. Montanaktien
verzeich=
neten überwiegend Befeſtigungen, ſo Buderus, Klöcknerwerke und
Manvesmann bis 1 Prozent; nur Gelſenkirchen und Phönix
ſetz=
ten knapp gehalten ein. Schiffahrtsaktien waren noch leicht
an=
geboten und Hapag und Nord. Lloyd je 0,5 Prozent ſchwächer. Im
einzelnen lagen Daimler 0,25 Prozent feſter; Zement Heidelberg
und AG. für Verkehrsweſen gut behauptet. — Am Rentenmarkt
war das Geſchäft in Neubeſitzanleihe lebhaft; ſie eröffnete mit
19.20 gut behauptet, um dann auf 19.40 Prozent anzuziehen.
Alt=
beſitz lag etwa behauptet, dagegen ſpäte
Reichsſchuldbuchforderun=
gen matt und 0,5 Prozent niedriger. Stahlvereinbonds waren
nach dem geſtrigen Rückgang gut erholt und 1,5 Prozent feſter.
Im Anſchluß an den Mittagsverkehr war auch die
Abend=
börſe feſt geſtimmt, da ſeitens der
Kundſchaft wieder
Kauf=
orders vorlagen. Allerdings hatten ſie im Hinblick auf den
Wo=
chenſchluß kein größeres Ausmaß, wodurch auch die Umſatztätigkeit
weniger lebhaft als heute mittag war. Im Verglich zu den
Ber=
liner Schlußkurſen ergaben ſich durchſchnittliche Steigerungen um
0,25—0,5 Prozent; lebhafter, waren JG. Farbeninduſtrie und
Daimler. Am Rentenmarkt waren die Umſätze minimal. Altbeſitz
und ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen lagen etwa behauptet.
Aufſichtsraksſikung bei J. G. Farben.
Bericht über das vierte Vierteljahr 1933.
In der Aufſichtsratsſitzung der JG. Farben wurde folgender
Bericht über die Geſchäftstätigkeit der Geſellſchaft im letzten
Vier=
teljahr 1933 erſtattet: „Auch im letzten Vierteljahr 1933 hat ſich
die günſtige Entwicklung unſeres Geſchäfts fortgeſetzt. Im
ein=
zelnen iſt über die Geſchäftsentwicklung in der Berichtszeit,
ver=
glichen mit dem dritten Vierteljahr 1933, folgendes zu ſagen: Im
Farbengeſchäft hat der Umſatz etwas über demjenigen des
Vor=
quartals gelegen. Der Chemikalienumſatz weiſt eine leichte
wei=
tere Umſatzſteigerung auf. Der Düngeſtickſtoffabſatz im Inland
hat im vierten Vierteljahr ebenſo wie im vorausgegangenen eine
geringe Zunahme, verglichen mit dem gleichen Zeitabſchnitt des
Vorjahres, erfahren. Im Auslandsgeſchäft konnte dagegen die
im dritten Quartal erzielte Zunahme infolge des Rückganges in
ſchwefelſaurem Ammoniak gegenüber dem Vorjahr nicht gehalten
werden. Es iſt zu hoffen, daß der Rückgang des Auslandsabſatzes
im laufenden Düngejahr ausgeglichen wird, wenn die in
Verbin=
dung mit dem Beitritt der Außenſeiter zum Stickſtoff=Syndikat
er=
folgte Herabſetzung der Inlandspreiſe zu einer Belebung des
In=
landsmarktes führt. Bei dem techniſchen Stickſtoff zeigen die
Um=
ſatzzahlen des vierten Quartals eine leichte Aufwätrsbewegung.
Die Benzinproduktion wurde wieder geſteigert. Dieſe Zunahme
iſt vor allem eine Folge der in immer größerem Ausmaße
ange=
wandten direkten Hydrierung von Braunkohle. Das deutſche
Ge=
ſchäft in Pharmazeutika und Pflanzenſchutzmitteln zeigte auch in
der Berichtszeit eine Belebung. Dagegen litt das Exportgeſchäft
weiter unter den bekannten Schwierigkeiten. Der Photoabſatz
zeigt nahezu den gleichen Saiſonverlauf wie im Vorjahr. Der
mengenmäßige Abſatz in Viscoſe=Kunſtſeide weiſt ſowohl
gegen=
über dem dritten Quartal 1933 wie gegenüber dem 4. Quartal
1932 eine Steigerung auf. Für Viſtrafaſer und Acetat=Kunſtſeide
liegt der mengenmäßige Abſatz ungefähr auf der Höhe des vierten
Vierteljahres 1932.
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 16. Februar. Je 100 Kilo
(Einſtandspreis im Großhandel loko Mainz) notierten in RM.:
Weizen 19,60, Roggen 16,90 Hafer 14,60—14,85, Braugerſte 17,50
bis 18.00, Induſtriegerſte 17,25, Malzkeime 13,75. Weizenmehl
ſüdd. Spezial Null 30,10. Roggenmehl 0—60proz. nordd. 23—23,50,
desgl. ſüdd. 24—24,50, Weizenkleie fein 10,65, desgl. grob 11.15,
Roggenkleie 10,50—11, Weizenfuttermehl 11,75, Biertreber 16.25
bis 16,50, Soyaſchrot 15,20, Trockenſchnitzel 965. Tendenz:
Wei=
zen, Hafer und Soyaſchrot ſtetig; Mühlennachprodukte ruhig.
Schweinemarkt in Butzbach. Der geſtrige Schweinemarkt in
Butzbach war mit 207 Ferkeln zum Verkauf beſchickt. Bei
flot=
tem Handel wurde der Markt geräumt. Es koſteten Ferkel bis
zu 6 Wochen alt 16—19 Mk., 6—8 Wochen alt 19—24 Mk.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Raſſelſteiner Eiſenwerks=Geſellſchaft AG. hat in den
ver=
gangenen Monaten eine beträchtliche Vermehrung ihrer
Beleg=
ſchaft vornehmen könen. Während das Werk im Tiefſtand der
Kriſe nur noch 1300 Beſchäftigte hatte, gibt es jetzt ſchon wieder
rund 2700 Arbeitern und Angeſtellten Brot. Seit einiger Zeit
iſt das Unternehmen voll beſchäftigt; vornehmlich wird für das
Ausland gearbeitet.
In Toulduſe iſt ein Finanzſkandal bekannt geworden. Vor
etwa zehn Tagen wurden bei der Staatsanwaltſchaft Klagen
vor=
gebracht, weil der Bankier Marquet Kundengelder nicht
zurück=
gezahlt hatte. Ein Vorführungsbefehl konnte nicht ausgeführt
werden, weil Marquet flüchtig iſt
Die Paſſiven ſeiner Bank
be=
laufen ſich auf 3 Millionen Fr. Die Bank hat in Südoſtfranreich
zahlreiche Zweigſtellen.
Der engliſch =ſowjetruſſiſche Handelsvertrag iſt geſtern in
London unterzeichnet worden. Der letzte ruſſiſch=engliſche
Handels=
vertrag war von Großbritannien im Oktober 1932 gekündigt
worden.
Der Londoner Goldpreis betrug am 16. Februar für 1 Unze
Feingold 136 Schill. 4 Pence gleich 87,3215 RM. fſtr ein Gramm
Feingold demnach 52,5986 Pence gleich 2,80 745 RM. Zu dieſem
Preis wurde Gold im Werte von 760 000 Lſtrl. verkauft.
Die Zahl der Arbeitsloſen iſt im Januar in Italien um
ins=
geſamt 26 161 auf 1 158 418 geſtiegen. Vor einem Jahre betrug die
Zahl der Arbeitsloſen 1 225 470.
Berliner Kursbericht
vom 16. Februar 1934
Deutſche Bank und Disconto=Geſelſchaft
Deviſenmarkt
vom 16. Februar 1934
Me Huu
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban:
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. 6.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
O
64.75
66.75
28.375
30.50
30.375
141.125
45.50
20.50
83.25
157.50
119.625
We
Elektr. Lieferung
f. G. Farben
Gelſ. Bergwerke
Geſ.f.elektr. Unter
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Lali Aſchersleben
löcknerwerke
Koksw.Chem Fabr.
Nannesm. Röhr
Maſch=Bau=un
Orenſtein & Ko
Jee
99.—
130.875
63.25
99.50
94.-
76.—
71.—
116.25
64.375
87.875
65.75
46.125
71.125
Maee
Rütgerswerke
Salzbetfurth Ka n
Kaufho
Berein. Stahlwerkel
Weſteregeln Alkalt
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Drahl
Migutee
Mie
56.50
155.—
20.375
42.625
116.125
66.—
20.—
109.—
24.50
82.50
70.625
99.—
Buenos=Aires
Kanada
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Budapeſt
Danzig
Helſingfor=
Währung
Pap. Peſe
canad. Doll.
19.
ägypt.
1 türk. 2
1 2=Ste
Dollat
1 Milreis
Goldpeſo
Uben
100 Drach=
0 Belga
100
100 Gulden
100 finn. Mk.
ckholn 00 Kroner 81.54 ei.8s Tallinn (Eſtl. 100 eſtl. Nr. 69 5.654 5.666 Wien 100 Schilling 147.20
Meii
22.03
*
64.48
16.5is
58.08
70.18
21.01
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Burmftaster und Kartokaroanr Burikftast, Finme or Brescher Bunz
Frankfurter Kursbericht vom 16. Februar 1934.
Kenene
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2Dtſch. Reichsanl.
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Otavi Minen .
Schantung Handelsl 43.5
Seite 12 — Nr. 47
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Film-Morgenfeler
HELIA
HELIA
Sonntag, den 18. Februar, vormittags 11.15 Uhr
9
Die Insel der Dämonen
Der beste Sädseefil.n der je gedreht wurde, welcher die menschlich ergreifende und
tragische Liebesgeschichte zweier junger Balinesen zeigt.
Jugendliche haben Zutritt.
Karten an der Hella-Tageskasse.
Kleine Preise.
OUM —4M At5 Heute und folgende Tage Bis auf Weiteres Heute und folgende Tage KeineAngstVor Liebe Drei
Kaiserjäger Zimmermädchen
3 mal klingeln Dlit Liane Haid, Jessie Vihrog,
Ralph A. Roberts und
A. Wohlbrück. Mit Grit Hald, Fritz Kampers,
Paul Richter, (F2ozo
Heinrich Heilinger. Mit
Jessie Vihrog, Erika Dannhof
und Hans A. v. Schlettow.
Kankursverkauf
der Fa. Heckmann-Schmidt, Ludwigstraße 10
Damenwäsche, Strümpfe
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Kurzwaren, Damen-Hüte
Restbestände in Herrenartikeln
aubedeutend berabgeseivien Preisen
Der Konkursverwalter.
Beginn: 3.45, 6.00 und B.20 Uhr.
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Heute u. morgen 20½ Uhr
der sensationelle
Lach-
erfolg des Schumann-
Theaters Frankfurt a. M.
Familie
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in der Originalbesetzung
vu. a. mit Karl Reul
Preise von 60 ₰ bis 1.50.
Mentag, 19. Februar
Sonder-Gastspiel
Heinz Rühmann
der beliebte Film- u. Büh-
Anendarsteller
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Ensemble-Gastspiel des
Neuen Theaters Frankf./M.
Preise von 80 ₰ an.
Karten: Verk.-Büro u.
H. de Waal - Tel. 389.5
20—23 Uhr
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Wohll Sonntag? In die Weinſtube
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leicht.
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Hänſel und Gretel
Märchenoper von E. Humperdinck
Muſikaliſche Leitung: Fritz Bohne
Bähnenbild Elli Büttner
Darſieller: Gmeiner, Harre,
Heil=
mann, Jacobs, Krauß, Liebel.
Drath
hierauf: Die Puppenfee
Pantomimiſches Ballett v. J. Baher
Darſteller: Gothe, Trauernicht,
Zickler, Handſchumacher, Langer
Linkmann, Ritzhaupt ſowie die
geſamte Tanzgruppe,
Bewegungs=
chor und Kinderballeit
Die Hochzeitsreiſe
Schwank v. A. Mathews u. A. Nichols
Darſteller: Barthel, Doering.
Gothe,Wien,Beſt,Buchner,
Hand=
ſchumacher, Hinzelmann, Maletzki,
Langer, Schudde. Schwartz,
Worret
Heſſiſches Landestheater • Großes Haus
Montag, den 19. Febr., Anfang 20 Uhr, Ende gegen 21.45 Uhr
Außerordentliches Konzert
(Chorkonzert)
zugleich 2. ordentliches Konzert des Muſikvereins
Leitung: Karl Friderich. Soliſten: Maria Reining,
Clara Herber, Dr. Heinr. Allmeroth, TheoHerrmann.
Der Muſikverein, der Chor des Heſſ. Landestheaters
und das Heſſ. Landestheaterorcheſter,
W. A. Mozart: Requiem für Soli, Choru. Orcheſter.
Anton Bruckner: Der 150. Pſalm, für Solo, Chor
und Orcheſter.
G 2os6
Preiſe 0.80—4.50 Mk.
Hauptprobe: Sonntag, den 18. Februar, vorm.
11 Uhr; nur für Mitglieder des Muſikvereins zugänglich.
Stühle
werden geflocht.
Gervinusſtr. 39.*
Wirtschaftseröffnung
Meinen werten Gäſten, Bekannten und
Nach=
barſchaft zur gefälligen Kenntnis, daß ich die
Reſtauration
„Zum Landsberg‟
Ballonplatz 9
übernommen habe. — Heute zur Eröffnung
Schlachtfest mit Konzert
Ich empfehle mich, meinen Gäſten nach
ge=
wohnter Weiſe das Beſte aus Küche und Keller
zu bieten. Ich danke für das mir ſeither
ent=
gegengebrachte Vertrauen, und bitte es mir
auch in meinem neuen Lokal entgegenzubringen.
Valentin Kariſcher
2020)
Waldschlößchen
Griesheim bei Darmstadt
Linie 9. Telef. Griesh. 3
Heute Samstag und Sonntag
Konzert mit Tanz
dasistätte
Forsthaus Einsiedel
Heute Samstag und morgen Sonntag
Schlachtgest
wozu einladet M. Schnellbacher
Verchromen, Vernickeln
schnell, sauber u. preiswert (1197a
Darmstadt
Erb, Wilh., Pankratiusstr. 31
Achenbaeh-Garagen
er5
Schuppen
Jagdhütten
N
*
211441 Fahradständer
ſeuersicher u. zerlegb.
G.m.
Gebr. Achenbacu v. HI.
Welg
Postf. 167
ertr.:
Barmstadt,
Orangerle-Allee 6, Ruf200. (V1639
HOTEL POS
AM HAUPTBAHNHOE
Heute und morgen
Gesellschafts-Abend
(2021
Tanz
Dle schöne Tanzfläche
Die gute Stimmungs-Kapelle Geiß
Gaststätte Imhof Soderstraße
6½
Heute großes Schlachtfest
mit Konzert.
(2019
Geflügel:
Kraft-Fute
Dankbave Hühner
das sind die Muskatof-
Hennen. Sie erhalten aber
auch das gute, gehaltvolle
und vielseitige Kraftfutter
R
oraskage
*
O
Bergisches Kraftfutterwerk G. mbH.
Düsseldorf-Hafen
UV8
Jugendschriften
für Knaben und Mädchen
Geschenkbücher
für Ewachsene (132a
in größter Auswahl beibilligst.
Preis. Buch- u. Kunsthandlung
Briketl, auch Union
Ia Nußkohlen
Kohlen-Schmitt
Schwanenstr. 15
Tel. 2660
Gebr. Dam.
u. Herk.-Rad
bill. abzug. bei
Fahrzeug=
Schneider,
Mühlſtr. 1. (
Stutzflügel,
Firma
Kreutz=
bach=Leipzig,
ge=
braucht zu
ver=
kaufen.
Guten=
bergſtr. 51, I. (b
Kücheneinrichtg.
bill. zu verkauf.
Liebigſtr. 34, p.
Schreib=
maſchine
ſowie
Schneider=
Nähmaſchine
zu kauf. geſucht.
Preisangeb. un
H. 217 a. d. Geſch.
9
morgen
SaldesTakknns
TAIZ Wer will im Frübjahr ein
neues Fahrrad kaufen?
Schreiben Sle und, wir machen Ihner
UV 85
einen Vorschlag, der Sle begeistert.
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im ſtädtiſchen Leihamt, Kirchſtraße 9.
Mittwoch, den 21. Februar und
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tag, den 22. Februar d. Js., jeweils nachmittags
von 3—5 Uhr, Verſteigerung der bis Ende Januar
d. Js. verfallenen Pfänder: Brillanten, Gold= und
Silberwaren, Uhren, Herren= und Damenkleider,
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Darmſtadt, den 16. Februar 1934
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Städt. Leihamt.
Weißbinder= und Schreinerarbeiten.
Die bei der Einrichtung des Pädagoggebäudes
als ſtädtiſches Muſeum vorkommenden Weißbinder=
und Schreinerarbeiten ſollen auf Grund der
Ver=
dingungs=Ordnung für Bauleiſtungen vergeben
werden.
Die Bedingungen liegen bei dem unterzeichneten
Amte Grafenſtraße 30, I., Zimmer Nr. 9, offen.
Angebote ſind bis Samstag, den 3. März
1934, 10 Uhr, bei der vorbezeichneten Dienſtſtelle
einzureichen.
Darmſtadt, am 16. Februar 1934.
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Städtiſches Hochbauamt.
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Holzverſteigerung Nr. 12.
(Letzte Verſteigerung in Förſterei Einſiedel.)
Mittwoch, den 21. Februar, vorm. ½10 Uhr,
wird im Eaſthaus Einſiedel aus Forſtort VII
Aſpenſchlag 1, Ober der Rottwieſe 15 verſteigert:
Derbſtangen Stück: Fichte 76 I., 20 II., 9 III. (in
Abtlg. 15). Scheitholz rm: 39 Buche, 8
Hain=
buche (teils rund), 166,9 Eiche, 29 Birke, 2 Erle
3 Linde, 41,1 Kiefer (teils rund), 9 Fichte (rund)
Knüppelholz rm: 5 Buche, 6 Hainbuche, 47 Eiche,
11,1. Birke, 3 Erle, 3,3 Linde, 24 Kiefer, 8 Fichte
Reiſerholz I. Kl. rm: 20 Eiche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung einzuſehen.
Mit II geſchlagene Nummern werden nicht verkauft
Auskunft durch Förſter Lohfink, Forſthaus Einſiedel
(Tel. Meſſel 9) und uns.
Darmſtadt, den 15. Februar 1934.
(2038
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Holzberſiteigerung Nr. 13.
(Letzte Verſteigerung in Förſterei Bayerseich.)
Freitag, den 23. Februar, vorm. 9 Uhr,
wird in Arheilgen (Wirtſchaft zum Schwanen)
aus Forſtort I Bauernwieſenſchlag 3, Faulbruch
11, 15, II Diebsfang 1, Tannacker 2, 8, 9, Birken
13, 14, 15, 20 verſteigert:
Stammholz im: Douglas 0,27 1b, 0,27 2a.
Scheitholz rm: 441 Buche, 5 Hainbuche (rund),
424 Eiche, 1 Linde, 28 Kiefer, 2 Lärche, 1 Fichte;
Knüppelholz rm: 191 Buche, 2 Hainbuche, 205
Eiche, 11 Kiefer: Reiſerholz 1. Kl. rm: 60 Buche
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Mit H
ge=
ſchlagene Nummern kommen nicht zum Verkauf
Auskunft durch Förſter Klipſtein, Forſthaus
Bayers=
eich (Tel. Langen 513) und uns.
Darmſtadt, den 15. Februar 1934.
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Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
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Stammholzverſteigerung.
Am Mittwoch, den 21. Februar 1934, vor
mittags 9.30 Uhr beginnend, wird im
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ſtehendes Kiefernſtammholz verſteigert:
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der Gräfenhäuſerſtraße.
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