Einzelnummer 10 Pfennige
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Nummer 26
Samstag, den 27. Januar 1934.
196. Jahrgang
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10=Jahres=Pakt zwiſchen Deutſchland-Polen
Abſchluß eines zehnjährigen Friedens= und Verſtändigungspakkes zwiſchen Deutſchland und Polen. — Beide
Skaaken verpflichken ſich, alle Fragen in unmitkelbarer Berſändigung zu regeln.
Zur Feſtigung des Friedens in Europa.
Der zehnjährige Verſkändigungspakt
mit Polen.
Berlin, 21. Januar.
Der Reichsaußenminiſter und der polniſche Geſandte haben
am Freitag vormittag im Auswärtigen Amt eine Erklärung
un=
terzeichnet, der zufolge zwiſchen Deutſchland und Polen zur
Feſti=
gung des Friedens in Europa und im Sinne des Kellogg=Paktes
ein zehnjähriges Verſtändigungsabkommen geſchloſſen wird. Danach
verpflichten ſich beide Staaten, alle Fragen, welche auch immer, die
zwiſchen ihnen auftreten können, in unmittelbarer Verſtändigung
zu regeln.
Die amtliche Erklärung.
Wie durch eine amtliche Erklärung vom 15. November vorigen
Jahres in Berlin und Warſchau bekanntgegeben wurde, iſt damals
bei einer Ausſprache zwiſchen dem Herrn Reichskanzler und dem
polniſchen Geſandten in Berlin die übereinſtimmende Abſicht der
Reichsregierung und der polniſchen Regierung feſtgeſtellt worden,
die dieſe beide Länder berührenden Fragen auf dem Wege
unmit=
telbarer Verhandlungen in Angriff zu nehmen und ferner zur
Feſtigung des Friedens in Europa in ihrem Verhältnis zueinander
auf jede Anwendung von Gewalt zu verzichten.
Im Anſchluß daran haben Verhandlungen zwiſchen der
Reichsregierung und der polniſchen Regierung ſtattgefunden, mit
dem Ziel, im Sinne des Ergebniſſes jener Ausſprache eine
bin=
dende ſchriftliche Vereinbarung über die künftige Geſtaltung der
beiderſeitigen Beziehungen zu treffen. Dieſe Verhandlungen ſind
nunmehr zum Abſchluß gelangt. Der Reichsminiſter des
Auswär=
tigen und der polniſche Geſandte haben heute vormittag im
Aus=
wärtigen Amt eine Erklärung unterzeichnet, die folgenden
Wort=
laut hat:
„Die deutſche Regierung und die polniſche Regierung halten
den Zeitpunkt für gekommen, um durch eine unmittelbare
Verſtändigung von Staat zu Staat eine neue
Phaſe in den politiſchen Beziehungen zwiſcheu
Deutſchland und Polen einzuleiten. Sie haben ſich
deshalb entſchloſſen, durch die gegenwärtige Erklärung die
Grund=
lage für die künftige Geſtaltung dieſer Beziehungen feſtzulegen.
Beide Regierungen gehen von der Tatſache aus, daß die
Auf=
rechterhaltung und Sicherung eines dauernden Friedens zwiſchen
ihren Ländern eine weſentliche Vorausſetzung für den allgemeinen
Frieden in Europa iſt. Sie ſind deshalb entſchloſſen, ihre
gegenſei=
tigen Beziehungen, auf die im Pakt von Paris vom 27. Auguſt
1928 enthaltenen Grundſätze zu ſtützen und wollen, inſoweit das
Verhältnis zwiſchen Deutſchland und Polen in Betracht kommt, die
Anwendung dieſer Grundſätze genauer beſtimmen.
Dabei ſtellt jede der beiden Regierungen feſt, daß die bisher ſchon
nach anderen Seiten hin übernommenen internationalen
Verpflich=
tungen die friedliche Entwicklung ihrer gegenſeitigen Beziehungen
nicht hindern, der jetzigen Erklärung nicht widerſprechen und durch
dieſe Erklärung nicht berührt werden. Sie ſtellen ferner feſt, daß
dieſe Erklärung ſich nicht auf ſolche Fragen erſtreckt, die nach
internationalem Recht ausſchließlich als innere Angelegenheit
eines der beiden Staaten anzuſehen ſind.
Beide Regierungen erklären ihre Abſicht,
ſich in den ihre gegenſeitigen Beziehungen
be=
treffenden Fragen, welcher Art ſie auch ſein
mögen unmittelbar zu verſtändigen.
Sollten etwa Streitfragen zwiſchen ihnen entſtehen und ſollte
ſich deren Bereinigung durch unmittelbare Verhandlungen nicht
erreichen laſſen, ſo werden ſie in jedem beſonderen Falle auf
Grund gegenſeitigen Einvernehmens eine Löſung durch andere
friedliche Mittel ſuchen, unbeſchadet der Möglichkeit, nötigenfalls
diejenige Verfahrensart zur Anwendung zu bringen, die in den
zwiſchen ihnen in Kraft befindlichen anderweiten Abkommen für
ſolche Fälle vorgeſehen ſind.
Unter keinen Umſtänden jedoch werden ſie zum Zwecke der
Austragung ſolcher Streitfragen zur Anwendung von
Ge=
walt ſchreiten.
Die durch dieſe Grundſätze geſchaffene Friedensgarantie wird
den beiden Regierungen die große Aufgabe erleichtern, für
Pro=
bleme politiſcher, wirtſchaftlicher und kultureller Art Löſungen zu
finden, die auf einen direkten und billigen Ausgleich der
beider=
ſeitigen Parteien beruhen.
Beide Regierungen ſind der Ueberzeugung, daß ſich auf dieſe
Weiſe die Beziehungen zwiſchen ihren Ländern fruchtbar
entwik=
keln und zur Begründung eines gutnachbarlichen Verhältniſſes
führen werden, das nicht nur ihren beiden Ländern, ſondern auch
den übrigen Völkern Europas zum Segen gereicht.
Die gegenwärtige Erklärung ſoll ratifiziert und die
Ratifi=
zierungsurkunden ſollen ſobald als möglich in Warſchau
ausge=
tauſcht werden.
Die Erklärung gilt für einen Zeitraum von 10 Jahren,
gerech=
net vom Tage des Austauſches der Ratifikationsurkunden an. Falls
ſie nicht von einer der beiden Regierungen 6 Monate vor Ablauf
dieſes Zeitraumes gekündigt wird, bleibt ſie auch weiterhin in
Kraft, kann jedoch alsdann von jeder Regierung jederzeit mit
Friſt von 6 Monaten gekündigt werden.
Ausgezeichnet in doppelter Urſchrift in deutſcher und
polni=
ſcher Sprache.
Berlin, den 26. Januar 1934.
Für die deutſche Regierung (gez.) Freiherr v. Neurath.
Für die polniſche Regierung (gez) Joſef Lipſki.
Kabinekkskriſe in Frankreich.
DNB. Paris, 26. Januar.
Der franzöſiſche Juſtizminiſter Raynaldy hat
Miniſterpräſi=
dent Chautemps ſeinen Rücktritt erklärt.
Eine Abordnung der ſozialiſtiſchen Kammerfraktion war bei
Miniſterpräſident Chautemps vorſtellig geworden, um von ihm
den Rücktritt des Juſtizminiſters Raynaldy zu fordern.
Chau=
temps ſoll der Abordnung erklärt haben, daß er noch im Laufe
des Abends dem Präſidenten der Republik den Geſamtrücktritt der
Regierung anbieten werde.
Der Rücktritt des Juſtizminiſters dürfte ſeinen Urſprung darin
haben, daß der Juſtizminiſter und ſtellvertretende
Miniſterpräſi=
dent Raynaldy Verwaltungsratsmitglied der Bank Sacazyn
ge=
weſen iſt, die wegen Unregelmäßigkeiten in der Buchführung und
wegen Irreführung der Oeffentlichkeit in einen Skandal
ver=
wickelt iſt, der vorläufig noch Gegenſtand einer Unterſuchung der
zuſtändigen Gerichte iſt.
England und die deutſch=öfterreichiſchen
Beziehungen.
EP. London, 26. Januar.
Ueber die Stellung der engliſchen Regierung zu der Spannung
in den deutſch=öſterreichiſchen Beziehungen meldet die „Morning=
Poſt”, daß man im Auswärtigen Amt die Entwicklung mit großer
Aufmerkſamkeit verfolge, daß aber keine Rede davon ſein könge,
daß England allein irgendwie eingreifen werde. Weiter berichtet
das Blatt, daß die Regierung eine Bemühung des Völkerbundes
für unzweckmäßig halte. Wenn Oeſterreich ſeine in dieſer
Rich=
tung gehenden Pläne aufgeben würde, wäre England unter
Um=
ſtänden bereit, zuſammen mit Italien und Frankreich in Berlin
in freundſchaftlichem Sinne vorſtellig zu werden. Aber auch das
hänge ausſchließlich von Italiens Haltung in dieſer Frage ab.
Ohne Italien, ſo deutet die „Moring=Poſt” an, würde England
ſich wahrſcheinlich überhaupt nicht mit der Frage befaſſen. Im
übrigen aber wird betont, daß alle weiteren Erwägungen nur
einen rein theoretiſchen Charakter hätten, ſolange Deutſchland noch
nicht auf die öſterreichiſche Note geantwortet hätte. — In
ähn=
lichem Sinne äußert ſich der „Daily Telegraph”, der ebenfalls
ge=
fliſſentlich betont, daß die engliſche Regierung dem Gedanken, den
Völkerbund mit der Frage zu befaſſen, ablehnend gegenüberſtehe.
— Weiter veröffentlichen die Blätter zu dieſer Frage lange
Be=
richte ihrer Berliner Korreſpondenten, in denen ſehr deutlich zum
Ausdruck kommt, daß Deutſchland ſich jede Einmiſchung verbitte.
Franzöſiſche Angriffe auf England.
EP. Paris, 26. Januar.
Die zurückhaltende Stellungnahme der engliſchen Regierung
zur deutſch=öſterreichiſchen Frage hat in Paris ſtarke Verſtimmung
hervorgerufen. Beſonders der Genfer Korreſpondent des „
Jour=
nal des Débats” greift die engliſche Regierung heftig an, weil ſie
in der öſterreichiſchen Frage „nicht unverzüglich einen
entſcheiden=
den Schritt unternommen habe‟. Außenminiſter Simon habe in
ſeinen Geſprächen in Genf zwar den Eindruck hinterlaſſen, als ob
die engliſche Regierung einem Appell Oeſterreichs an den
Völker=
bund nicht ungünſtig geſinnt ſei. Aber Miniſterpräſident
Mac=
donald habe dieſe Politik zurückgewieſen. Er habe damit einen
ſchlechten Dienſt geleiſtet und habe ſich wohl keinerlei Rechnung
über die „ſchweren Komplikationen abgelegt, die ſeine Haltung in
Mitteleuropa zur Folge haben könnte‟. Die weiteren
Ausfüh=
rungen des Blattes werfen ein grelles Licht, auf die wirkliche
innenpolitiſche Lage in Oeſterreich, wenn es ſchreibt, der
Bundes=
kanzler habe im geeigneten Augenblick ſeine letzte Chance
aus=
ſpielen wollen, indem er den Völkerbund anrief. Bedauernd ſtellt
das „Journal des Débats” dann feſt, morgen werde es vielleicht
zu ſpät ſein; das Problem wäre dann wahrſcheinlich unlösbar,
wenigſtens in einer Form, in der ſich der Völkerbund hätte
wirk=
ſam einſetzen können.
Ueberfall auf ſchweizeriſche Fasciſten.
EP. Bellinzona, 26. Januar.
Heute nachmittag ereignete ſich in Bellinzona ein ſchwerer
Zwiſchenfall zwiſchen ſchweizeriſchen Fasciſten und politiſchen
Gegnern, in deſſen Verlauf einige Fasciſten verletzt wurden.
Etwa 30 ſchweizeriſche Fasciſten aus Lugano und Locarno
be=
gaben ſich nach der Kantonshauptſtadt Bellinzona, um hier der
Sitzung des Großen Rats beizuwohnen, der über das Geſetz
zum Schutz der Oeffentlichen Ordnung zu beſchließen hätte. Um
Zwiſchenfälle im und vor dem Rathaus zu vermeiden, waren
die Zugangsſtraßen zum Parlamentsplatz polizeilich geſperrt
worden. Da die Fasciſten einſahen, daß ein Zugang zum
Ge=
bäude nicht möglich war, ſchickten ſie ſich an, den Heimweg
an=
zutreten. In dieſem Augenblick wurden ſie von Hunderten von
politiſchen Gegnern umzingelt und angegriffen. Bei dem
Zu=
ſammenſtoß fiel auch eine Anzahl Schüſſe. Einer der fasciſtiſchen
Führer, Rechtsanwalt Alberto Roſſi, Redakteur des Teſſiner
fasciſtiſchen Organs „Il Fasciſto Swizzero” wurde von ſeinen
Gegnern zu Boden geſchlagen und verletzt. Alberto Roſſi gab
in der Notwehr zwei Schüſſe ab. Er wurde von der Polizei
ber=
haftet. Auch einige andere Teilnehmer des fasciſtiſchen
Demon=
ſtrationszuges ſollen verletzt worden ſein.
* Der deutſch=polniſche Verkrag.
Die deutſch=polniſchen Verſtändigungsbemühungen haben
raſcher zu einem Ergebnis geführt, als man anzunehmen geneigt
war. Aus der letzten Unterhaltung zwiſchen dem Reichskanzler
Adolf Hitler und dem polniſchen Geſandten Lipſki iſt eine
ge=
meinſame Erklärung der Regierungen in Berlin und Warſchau
hervorgegangen, die am Freitag in feierlicher Form im
Aus=
wärtigen Amt unterzeichnet worden iſt.
Bei dieſer Erklärung, das muß man vorweg betonen,
han=
delt es ſich um eine Vereinbarung, die einem Staatsvertrag
gleichzuſetzen iſt, aber in ihrer Form und ihrer Aufmachung
doch von allen bisher bekannt gewordenen internationalen oder
zweiſeitigen Abmachungen dieſer Art abweicht. Was an der
Erklärung auffällt, die den beiden Parlamenten zur Ratifikation
vorgelegt wird, iſt die Klarheit der Gedankengänge, iſt vor allem
die Einfachheit, wie man die deutſch=polniſche Verſtändigung
anpackt.
Früher erlebten wir immer das gleiche Schauſpiel, daß
hüben und drüben endlos lange gefeilſcht wurde, daß man
Kom=
miſſionen und Unterkommiſſionen einſetzte, Juriſten von Namen
und Rang mobiliſierte, um Formulierungen und
Verklauſelie=
rungen zu finden, aus denen man nachher alles Mögliche
heraus=
leſen konnte. Alle dieſe Verträge ſind derart kompliziert, daß
ein geſunder Menſchenverſtand ſie doch nicht zu faſſen vermag.
Um ſo wirkungsvoller iſt die jetzt zuſtandegekommene
Verein=
barung. An ihrem Wortlaut kann man draußen im Ausland
nicht rütteln und rühren. Man kann in die Erklärung nicht mehr
hineinlegen, als ſie enthält. Man kann hinter den einzelnen
Sätzen nicht mehr das eine oder andere wittern, eben weil
Klar=
heit vorherrſcht und weil es der Wille beider Teile iſt, durch
die Form und den Aufbau der Abmachungen zum Ausdruck zu
bringen, daß die Verſtändigungsbemühungen durchaus
ehr=
lich ſind.
Die Abmachungen reſultieren aus dem Kellogg=Pakt, der
das Mittel des Krieges als Zweck der nationalen Politik ächtet
und verwirft. Aber das Verbot des Krieges war doch mehr
theoretiſcher Natur. Es ſtand eigentlich nur auf dem Papier,
denn in der Entwicklung ſeit der Unterzeichnung des Paktes hat
man erleben müſſen, daß die Völker Europas ſich mehr denn je
mißtrauen und ſich infolgedeſſen mit immer ſtärker werdenden
Rüſtungen belaſten. Durch die jetzt unterzeichnete Vereinbarung
ſind Deutſchland und Polen zu einer praktiſchen Nutzanwendung
der Vorſchriften des Kellogg=Paktes geſchritten. Sie haben das
Sicherheitsproblem, um das die ganze Abrüſtungspolitik ſeit
vielen Jahren kreiſt, mit einfachen Formeln gelöſt. Beide Teile
haben das gegenſeitige Verſprechen erneuert, das ſie ſich am
15. November, als der polniſche Geſandte beim Kanzler war,
abgaben: in ihrem Verhalten zueinander auf jede Anwendung
von Gewalt zu verzichten. Dieſe gegenſeitige Verſicherung
er=
hält noch einen beſonderen Inhalt dadurch, daß die
Verein=
barungen auf 10 Jahre abgeſchloſſen ſind.
Damit iſt für Polen und Deutſchland auf ein Jahrzehnt
hinaus die abſolute Sicherheit gegeben, daß keiner der
Vertrags=
partner ſeinen Nachbarn bedrohen wird. Beide werden alle
wich=
tigen Probleme, die zwiſchen ihnen liegen, in friedlichem Sinne
zu löſen ſuchen. Es hat keinen Zweck, nun einander
aufzurech=
nen, welche Fragen demnächſt angepackt werden müſſen. Darüber
haben ſich, ſo möchten wir annehmen, die Regierungen in
Ber=
lin und Warſchau ſchon in den letzten Monaten unterhalten.
Für uns iſt von ausſchlaggebender Bedeutung, daß alle
Ange=
legenheiten, die ſich auf das deutſch=polniſche Verhältnis
be=
ziehen, unter das Abkommen fallen und daß auch in Warſchau
der Wille herrſcht, das jetzt geſchloſſene Rahmenabkommen nach
und nach auszufüllen.
Es bedarf keines beſonderen Hinweiſes, daß die
deutſch=
polniſchen Vereinbarungen nicht die geringſte Spitze gegen dritte
Staaten beſitzen. Wenn man auch in dem uns feindlich geſinnten
Ausland den Verſuch machen wird, durch eine Zerlegung der
europäiſchen Verhältniſſe herauszutüfteln, daß wir mit dieſen
Vereinbarungen alles Mögliche hinten herum zu erreichen
ver=
ſuchen, was ſich gegen dieſen oder jenen Staat praktiſch
aus=
wirken muß. Davon kann gar keine Rede ſein. Das Abkommen
bezieht ſich lediglich auf Deutſchland und Polen.
International liegt ſeine Bedeutung natürlich darin, daß
hier ein weſentlicher Bauſtein in das große Werk der
Befrie=
dung Europas namentlich aber Oſteuropas eingefügt worden iſt
und daß die beiden Vertragspartner der ganzen Welt gezeigt
haben, wie man am eheſten aus einem Zuſtand der allgemeinen
Unruhe und Unſicherheit herauskommt. Dem Kanzler iſt ja bis
in die letzte Zeit hinein im Ausland nachgeſagt worden, daß
ſeine Friedenspolitik nur Spiegelfechterei ſei und daß er die
übrigen Nationen hinhalten wolle, bis er den Augenblick für
gekommen halte, um nun ſeinerſeits mit anderen Mitteln ſein
Ziel zu erreichen. Jetzt haben wir wieder einen ſchlagenden
Beweis für die Ehrlichkeit ſeines Friedenswillens. Er hat mit
Polen einen Zehn=Jahres=Vertrag abgeſchloſſen, hat alſo damit
zum Ausdruck gebracht, daß er durchaus nicht an kurzfriſtige
Atempauſen denkt ſondern im Intereſſe Deutſchlands und
Europas den Frieden anſtrebt, um den er ſeit dem 30. Januar
erbittert ringt. Wir hoffen, daß es nun auch gelingen wird,
die Verhandlungen, wie ſie ſich auf Grund der Vereinbarungen
anſchließen, zu poſitiven Ergebniſſen zu bringen. Wir hoffen
auch, daß andere Nachbarſtaaten Deutſchland das Abkommen als
Vorbild aufgreifen, weil es nicht nur eine Sicherheitsgarantie
enthält, ſondern auch alle Möglichkeiten einer Beſeitigung der
vorhandenen Konfliktsſtoffe bietet.
Die direkte deutſch=polniſche Ausſprache hat aber auch
ge=
zeigt, daß man ſo eine unmittelbare Verſtändigung viel eher zu
erreichen vermag als durch internationale Kongreſſe oder in
einem Kreis von Verhandlungspartnern und Vermittlern. Der
deutſche Kurs hat ſich als richtig erwieſen. Wir geben uns der
Erwartung hin, daß er auch auf die direkten deutſch=franzöſiſchen
Verhandlungen nicht ohne günſtige Rückwirkungen bleibt.
Seite 2 — Nr. 26.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 27. Januar 1934
Der neue polniſche Heereshaushalf.
Heſſiſcher Blaggenerlaß zum 30. Januar
Das Staatspreſſeamt verbreitet folgende Anordnung des
Heſſiſchen Staatsminiſters:
Am 30. Januar 1934 haben die öffentlichen Gebäude
die Fahnen des Reiches zu hiſſen. Auch die Kirchen beider
Konfeſſionen haben beide Fahnen des Reiches
auf=
zuziehen. Sie ſollen dadurch ihre Verbundenheit und ihre
Dank=
barkeit dem Staat bezeugen, der ſie vor der Zerſtörung durch
den Bolſchewismus bewahrt hat. Das Recht der Kirchen, daneben
die kirchlichen Fahnen zu hiſſen, bleibt unberührt. Es
muß aber angemeſſene Möglichkeit zum Hiſſen der deutſchen
Reichsfahnen gegeben werden.
Schulferien am 30. Januar.
Berlin, 26. Januar.
Der Reichsminiſter des Innern hat die Unterrichtsminiſter
der Länder gebeten, anzuordnen, daß am 30. Januar, an dem
ſich der Tag des Regierungsantrittes des Volkskanzlers Adolf
Hitler und damit der Geburtstag des nationalſozialiſtiſchen
Staates zum erſten Male jährt, in den Schulen der Bedeutung
dieſes Tages in würdiger Weiſe gedacht wird.
Parkeiführern
Annahme von Zuwendungen unkerſagl.
NS.=Funk. Berlin, 26. Januar.
Der Stellvertreter des Führers, Rudolf Heß, hat ſoeben eine
Verfügung erlaſſen, dergemäß es allen Führern der NSDAP.
unterſagt iſt, Zuwendungen jeglicher Art höheren Wertes
anzu=
nehmen. Unter dieſe Verfügung fallen insbeſondere auch Erbhöfe
90s Atleit im Mdtrowſty=Prozeß.
DNB. Warſchau, 26. Januar.
Der polniſche Heereshaushalt, der am Donnerstag den
Haus=
haltsausſchuß viele Stunden lang beſchäftigte, bildet
gewiſſer=
maßen die Grundſäule des polniſchen Haushaltes.
Der Berichterſtatter wies zunächſt darauf hin, daß im
Ver=
gleich zu dem Haushaltsplan von 1933/34 der Heereshaushalt
für das kommende Rechnungsjahr 1934/35 um 60 Millionen
Zloty, das ſind 7,41 v. H., verringert worden ſei. Für den
Haushalt des Heeres und der Marine
einſchließ=
lich der Kriegswerke ſeien 768 Millionen Zloty
veranſchlagt worden, das ſind 35,02 v. H. des
geſam=
ten Haushaltsplanes. Auf die Kriegsmarine entfallen
42,1 Millionen Zloty.
Polen gebe jährlich 2800 Zloty für jedes einzelne
Heeres=
mitglied aus. Erſparniſſe in der Armee würden hauptſächlich
bei der Poſition „Verpflegung” erzielt, während für Ausrüſtung
und Ausſtattung ſogar gewiſſe Poſitionen eine Erhöhung
erfah=
ren hätten. So ſeien Mittel für Erhöhung der
Kampf=
bereitſchaft der Armee in Höhe von 10 Millionen
Zloty flüſſig gemacht worden. Zum erſten Male ſei ferner auch
der Baukredit für die ſtaatlichen Flugzeugwerke
bis auf 2.4 Millionen Zloty erhöht worden. Der
augenblickliche Stand des polniſchen Heeres betrage 17 500
Offi=
ziere, über 37 000 Unteroffiziere und 211000 Mann. In jedem
Jahre würden durchſchnittlich 600 Offiziere aus dem Heere
aus=
ſcheiden und durch Nachwuchs erſetzt werden.
Anſchließend wies General Skladkowſki in eingehendem
Be=
richt auf die techniſche und materielle Seite des Heereshaushalts
hin. Die polniſche Heeresleitung ſei beſtrebt, ſich in jeder
Hin=
ſicht vom Auslande unabhängig zu machen, und, auf die
Erzeug=
niſſe des eigenen Landes geſtützt, die polniſche Kriegsinduſtrie
ſelbſtändig und unabhängig zu machen. Für die Kriegsmarine
ſei im Rechnungsjahr 1934/35 der Bau von einem Minenleger,
von zwei Torpedobootszerſtörern, drei U=Booten, ſowie der
Aus=
bau der Küſtenverteidigung geplant.
Unregelmäßigkeiken in der Verwaltung
Bſſennncher mmerſtämſcher deider:
EP. Waſhington, 26. Januar.
In den politiſchen Kreiſen ſprach man geſtern von nichts
anderem als von dem bevorſtehenden Ausbruch eines Skandals
in der Verwaltung der öffentlichen Arbeiten. Verſchiedene höhere
Beamte hätten bedeutende Summen aus den ihnen zur
Be=
kämpfung der Arbeitsloſigkeit zur Verfügung ſtehenden Fonds
unterſchlagen. Feſt ſteht jedenfalls in dieſem Zuſammenhang, daß
Präſident Rooſevelt in den letzten 48 Stunden in großer Eile
ſcharfe Maßnahmen getroffen hat, um die einwandfreie
Vertei=
lung dieſer Gelder zu gewährleiſten.
Aiunt üroeiter iinn Hintergruke.
Insgeſamk 38 Jahre Zuchkhaus
und 95 Jahre Gefängnis.
Hinker den Kuliſſen der franzöſiſchen Polizei.
DNB. Berlin, 26. Januar.
Um 11,45 Uhr verkündete im Maikowſki=Prozeß
Landgerichts=
direktor Ohneſorge das Urteil gegen die 53 kommuniſtiſchen
An=
geklagten. Insgeſamt wurden 38 Jahre Zuchthaus und rund 95
Jahre Gefängnis, und zwar wurden verurteilt:
Mühler wegen ſchweren Landfriedensbruchs und zugleich
Raufhandels, ſowie wegen Beteiligung am RFB. zu einer
Ge=
ſamtſtrafe von 8 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt,
Roſſel wegen verſuchten Mordes in Tateinheit mit
ſchwe=
rem Landfriedensbruch, Raufhandel, unbefugter
Schußwaffenfüh=
rung zu 10 Jahren Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt,
Fleſchenberg (Jugendlicher) wegen gemeinſchaftlich
ver=
ſuchten Mordes in Tateinheit mit ſchwerem Landfriedensbruch
und Raufhandel, ſowie unbefugter Schußwaffenführung zu 7
Jah=
ren Gefängnis,
Leeſe wegen gemeinſchaftlich verſuchten Mordes in
Tatein=
heit mit ſchwerem Landfriedensbruch, Raufhandel zu 6 Jahren
Zuchthaus und 5 Jahren Ehrverluſt,
Choratzky wegen Landfriedensbruchs und Raufhandels,
ſowie Vergehens gegen das Schußwaffengeſetz zu 8 Jahren
Zucht=
haus und 5 Jahren Ehrverluſt,
Borchardt wegen ſchweren Landfriedensbruchs und
Rauf=
handels zu 6 Jahren Zuchthaus.
Braun, Böhning und Schmidt wegen einfachen
Land=
friedensbruchs, Raufhandels und weiterer Delikte zu je 7
Jah=
ren Gefängnis.
Leder, Thonys und Wolff wegen einfachen
Landfrie=
densbruchs, Raufhandels und Beteiligung am RFB. zu je 6
Jah=
ren Gefängnis.
Wegen Landfriedensbruchs und Raufhandels erhielten Max
Schückar 5 Jahre, Bieber 4 Jahre Gefängnis. Der Angeklagte
Pleſſow, der in der Verhandlung beſonders hervorgetreten war,
erhielt wegen Beihilfe zum Landfriedensbruch und wegen
Rauf=
handels, ſowie wegen Schußwaffenvergehens 6 Jahre Gefängnis.
Die übrigen Angeklagten erhielten wegen Landfriedensbruchs und
Raufhandels Gefängnisſtrafen zwiſchen 6 Jahren und 6
Mona=
ten, darunter die weiblichen Angeklagten Thereſe Roſſel 1 Jahr
Gefängnis und Marie Borchert 9 Monate Gefängnis. Der
An=
geklagte Kolaſa wurde freigeſprochen. Die Unterſuchungshaft
wird den Angeklagten voll angerechnet.
Das Gericht verkündete ferner den Beſchluß, daß das
Ver=
fahren gegen den Angeklagten Meyer, der des fortgeſetzten
Hoch=
verrats hinreichend verdächtig iſt, an das Reichsgericht verwieſen
wird. Die Haftbefehle gegen die Angeklagten Kolaſa, Borowſki,
Bornick, Hagemeyer und Grothe werden aufgehoben.
A.8. Hinter die Kuliſſen der franzöſiſchen Polizei leuchtet ein
ſoeben in London erſchienenes Buch „Die Geheimniſſe der
franzö=
ſiſchen Polizei”, deſſen Verfaſſer ein bekannter Pariſer Journaliſt,
Georges du Para, iſt. Das Buch enthält viele Epiſoden, die ein
recht bezeichnendes Licht auf die franzöſiſchen Polizeimethoden und
die Verbindung zwiſchen Polizei und Politik werfen. Die
bezeich=
nendſte aber, und zugleich auch eine der unmenſchlichſten iſt die
Geſchichte der Kriegsfreiwilligen von der Teufesinſel. Als im
zwei=
ten Kriegsjahr das Menſchenmaterial in Frankreich knapp wurde,
ſchlug das Kriegsminiſterium vor, alle kriegsdienſtfähigen Inſaſſen
der Strafkolonien ſollten ſich zum Heeresdienſt melden, wofür
ihnen nach Kriegsende die Amneſtie zufallen ſollte. Als das
Ange=
bot nach Cayenne weitergegeben wurde, meldeten ſich alle
waffen=
fähigen Verbannten wie ein Mann. Sie wollten lieber auf den,
Schlachtfeldern Flanderns umkommen, als in den Fieberſümpfen
Guianas. Die Freiwilligen wurden hierauf nach Frankreich
ge=
ſchafft, dort eingekleidet und in einem beſonderen Regiment
zu=
ſammengefaßt.
Die dieſem Guiana=Regiment angehörigen Soldaten wurden
wie andere Soldaten behandelt, nur erhielten ſie nie Urlaub und
wurden außerdem an beſonders bedrohten Frontabſchnitten
ein=
geſetzt. So kam es, daß am Tage des Waffenſtillſtandes nur noch
etwa ein Drittel des Guiana=Regiments übrig geblieben war.
Dieſes Drittel aber, das ſich unter Führung ſeiner eigenen
Offi=
ziere hervorragend geſchlagen hatte, glaubte nunmehr, daß es
damit die Sünden früherer Jahre ausgelöſcht und wieder
Hei=
matsrecht erhalten hätte, zumal ihnen ja eine Amneſtie beſtimmt
in Ausſicht geſtellt worden war. Doch die franzöſiſchen
Behör=
den hatten augenſcheinlich nie ernſtlich daran gedacht, ihr
Ver=
ſprechen zu halten. Die Reſte des Regiments wurden von der
Front direkt nach dem Pariſer Gefängnis abtransportiert,
muß=
ten hier ihre Uniformen ausziehen, erhielten ihre alte
Sträf=
lingskleidung wieder zurück und wurden darauf mit großer Eile
über Marſeille, zurücktransportiert in die Hölle von Cayenne,
die ſie vor drei Jahren verlaſſen hatten, um für ihr Vaterland
zu kämpfen!
A. S. Der plötzliche und unerwartete Rücktritt des für
all=
mächtig angeſehenen japaniſchen Kriegsminiſters, General Araki,
beſchäftigt die japaniſche Oeffentlichkeit in ſteigendem Maße,
wo=
bei alle möglichen Ausdeutungen verbreitet werden. Aber ſelbſt
im allgemeinen gut unterrichtete Beobachter ſind ſich nicht klar
darüber, ob der Rücktritt Arakis, einer der ſtärkſten
Perſönlich=
keiten des neuen Japans, wenn nicht überhaupt der ſtärkſte und
als ſolcher der Vertreter eines militäriſchen Nationalismus, den
Beginn einer neuen Aera in der japaniſchen Politik bedeutet,
oder ob General Araki nur aus taktiſchen Gründen
vorüber=
gehend aus der Politik verſchwunden iſt, um in einigen Wochen
oder auch erſt Monaten, mit friſchen Kräften wieder zurückzukehren.
Für dieſe Theorie ſpricht die Ernennung des mit Araki eng
be=
freundeten Hayaſhi zu ſeinem Nachfolger. Ferner ſpricht dafür
die Tatſache, daß das von Admiral Saito geführte Kabinett feſt
im Sattel bleibt, was vielleicht nicht der Fall geweſen wäre,
wenn Araki es auf eine Kraftprobe hätte ankommen laſſen. Denn
obwohl ſeine Volkstümlichkeit heute nicht mehr ſo groß iſt, wie
noch vor einigen Monaten, ſo ſteht doch die geſamte Armee,
zu=
ſammen mit den ſehr einflußreichen Reſerviſtenverbänden noch
immer hinter ihm. So deutet alles darauf hin, daß Araki noch
nicht der Vergangenheit angehört, womit auch eine entſcheidende
Wendung in der jetzigen Richtung der japaniſchen Politik
aus=
geſchloſſen erſcheint, zumal dieſe Richtung nicht nur von Arakis
Perſönlichkeit, ſondern auch von den objektiven Umſtänden
be=
ſtimmt iſt. Japans auf wirtſchaftliche und politiſche Expanſion
gerichtete Politik bleibt die alte und muß die alte bleiben. Aber
es iſt nicht unmöglich, daß Arakis Rücktritt eine Aenderung der
Mittel dieſer Politik vorbereitet, worüber erſt die nächſten
Wochen Klarheit bringen können.
Hekfilm
Wohin Deutſchland?”
wird in London aufgeführl.
EP. London, 26. Januar.
Trotz der in Deutſchland erhobenen Proteſte und auch trotz der
von den engliſchen Behörden gemachten Schwierigkeiten iſt der
antideutſche Hetzfilm: „Wohin Deutſchland?” heute in London
zum erſten Male öffentlich vorgeführt worden. Der Film iſt eine
einſeitige Zuſammenſtellung von Zeitfilmausſchnitten aus der
deutſchen Vorkriegs= und Nachkriegsgeſchichte, womit bewieſen
werden ſoll, daß Deutſchland von einem ſtarken militäriſchen Geiſt
beſeelt ſei und auf einen Krieg hinarbeite.
Ein neues engliſches Milikärflugbook.
Herr Rihel verbietet im Saargebiel.
DNB. London, 26. Januar.
Wie die „Times” meldet, iſt in Rocheſter ein neuartiges
Militärflugboot vom Stapel gelaufen. Es wird in kurzer Zeit
ſeine Verſuchsflüge beginnen. Obwohl die Einzelheiten der
Bau=
art geheimgehalten werden, iſt bisher die große Spannweite des
Flugbootes bekannt geworden. Die Tragflächen ſind nicht gerade,
ſondern ſchräg nach oben gerichtet. Die Tragflächen, die zwei
Rolls=Royce=Motoren und die Luftſchrauben ſind möglichſt hoch
gelegt, damit ſie auch bei bewegter See nicht das Waſſer
be=
rühren.
22 Hinrichkungen auf Korea.
dsk. Saarbrücken, 26. Januar.
Die Regierungskommiſſion des Saargebiets hat das „
Saar=
brücker Abendblatt” auf drei Tage verboten; den Anlaß zu
die=
ſem Verbot hat ein Artikel gegeben unter der Ueberſchrift „Die
Polizei macht antifasciſtiſche Reklame‟. Es genügt zur
Kenn=
zeichnung dieſes Verbots, daß die Preſſenachrichten bei der
Saar=
brücker Polizei jetzt von dem früheren heſſiſchen
Oberregierungs=
rat Ritzel, gegen den in Deutſchland ein Steckbrief erlaſſen
wurde, verfaßt werden.
EP. Tokio, 26. Januar.
Nach mehrjährigen Verhandlungen wurden die Anführer der
kommuniſtiſchen Unruhen bei Tſchientao im Jahre 1930 zum Tode
verurteilt. Im ganzen wurden 22 Todesurteile ausgeſprochen und
ſofort vollſtreckt. Weitere 20 an den Unruhen beteiligten
Kommu=
niſten wurden zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt, während
weitere 200 Kommuniſten Zuchthausſtrafen von einem bis 15
Jahren erhielten. Die Gerichtsverhandlung fand in der
Haupt=
ſtadt von Korea, Söul, ſtatt.
eeinneranger an Puut Labloig Aosn.
Von Bürgermeiſter a. D. Aug. Buxbaum.
Anfang Mai 1897 ließen ſich in den Zeichenſälen der
Tech=
niſchen Hochſchule in Darmſtadt zwei etwa 18jährige junge
Män=
ner ſehen, die man als Elberfelder erkannte, ſobald ſie den Mund
auftaten.
Es waren Peter Birkenholz und Paul Ludwig Trooſt, beide
befreundet, beide bereits in die Geheimniſſe eines
Architektur=
ateliers eingeweiht, beide Könner und beide Schaffer. Peter
Birkenholz war im Atelier des Profeſſors Heinrich Metzendorf in
Bensheim tätig und ließ ſich nur bei den Vorleſungen ſehen, Paul
Ludwig Trooſt aber war mehr in den Zeichenſälen heimiſch.
Es war die Zeit, da ein neuer Geiſt in der
Architekturabtei=
lung der Techniſchen Hochſchule waltete. Georg Wickop und Karl
Hofmann waren als Architekturprofeſſoren berufen worden, und
die Zahl der Architektur Studierenden hatte ſich überraſchend
ſchnell vergrößert. Beide Profeſſoren hatten nebenbei Aufträge
für Bauten und ſuchten ſich für ihre Ateliers gerne die unter
ihren Studierenden heraus, die an ſelbſtändiges Arbeiten bereits
gewöhnt waren. So kam es, daß Paul Ludwig Trooſt Ende 1897
im Privatatelier Hofmanns auftauchte, wo ich bereits tätig war.
Unter der Meiſterhand Hofmanns entſtanden damals zahlreiche
bedeutende Entwürfe für Brücken, Wohn= und Geſchäftshäuſer,
Wettbewerbspläne, für die Pariſer Weltausſtellung und ſonſtige
Bauten aller Art. Das war eine Schule, beſſer wie das ewige
Warten in den Uebungsſälen, da waren wir mit unſeren
Leh=
rern aufs engſte verknüpft. Da der Meiſter indeſſen oft und lange
abweſend war, waren wir viel allein und auf uns ſelbſt
ange=
wieſen. So entſtand eine Freundſchaft, die uns beide 36 Jahre
verband.
Das mag mir die Berechtigung geben, einiges aus ſeinem
Leben zu erzählen. Paul Ludwig Trooſt iſt als Künſtler geboren
worden. Er hat eigentlich niemals einen regelrechten Unterricht
genoſſen, er wurde hingeſtellt und war fertig. Ohne viel
Unter=
richt ſpielte er mit 18 Jahren meiſterhaft Klavier. Ganze Opern
konnter er auswendig ſpielen. Beethoven, Mozart, Schubert,
Wagner, Liſzt uſw. ſpielte er auswendig oder vom Blatt und ſang
uns in ſeiner Wohnung bei Frau Fiſcher die Balladen von Löwe
mit ſeiner prachtvollen Baritonſtimme vor. Paul Ludwig Trooſt
hatte niemals einen Pinſel in der Hand gehabt. Da kaufte er
ſich vor zwei oder drei Jahren, als er gar nichts zu tun hatte, das
nötige Handwerkszeug und malte als erſtes ein Porträt, wie es
nur wenige auserkorene Maler nach langen Studien zuſtande
bringen. In kurzer Zeit hat er dann Dutzende von Porträts,
Akt=
ſtudien uſw. vollendet und mich dann mit dieſer „
Nebenbeſchäf=
tigung” überraſcht, als ich Ende September 1933 zum letztenmal
in ſein Atelier in der Thereſienſtraße 148 in München kam.
Zum 75. Geburkskag Wilhelms I.
Der frühere Kaiſer Wilhelm II.
begeht am 27. Januar ſeinen 75. Geburtstag.
So war es auch mit der Innenarchitektur. Jahrelang hat er
nicht daran gedacht, Innenarchitekt zu werden. Da ſprang
erplötz=
lich mit einigen Räumen auf einer Münchener Ausſtellung mitten
hinein und war einer der beſten Innenarchitekten der letzten
Jahrzehnte.
Doch zurück zu den Darmſtädter Studien. Ende 1898 ſchrieb
die Stadt Darmſtadt einen Wettbewerb aus zur Erlangung von
Vorſchlägen für das Oberwaldhaus. In meiner Studentenbude,
Bleichſtraße 15, arbeiteten wir zuſammen einen Entwurf aus und
erhielten den erſten Preis und den Auftrag. Leider wurden
un=
ſere Pläne dann doch nicht ausgeführt. Die
Stadtverordnetenver=
ſammlung wollte den Betrag von 66 000 Mark für das erſte
Sta=
dium des Entwurfs nicht ausgeben. Später machte das Städtiſche
Hochbauamt einen neuen Entwurf, der dann auch ausgeführt
wurde und erheblich mehr gekoſtet hat.
Im Frühjahr 1899 beendeten wir beide unſere Studien. Ich
ging nach Berlin und Trooſt machte mit Peter Birkenholz eine
längere Studienreiſe nach Italien. Von dort kam ein neuer
Trooſt zurück, dort hat er erkannt, was Ewigkeitswert in der
bil=
denden Kunſt bedeutet. Die beiden Freunde Birkenholz und Trooſt
fanden zurückgekehrt im Atelier von Martin Dülfer in München
Stellung und arbeiteten dort einige Jahre. Daneben wurden
immer neue Studien gemacht, denn die Praxis iſt es, die den
Künſtler zur vollen Reife bringt.
Dann machten ſie beide Schluß, weil ihr Künſtlertum es nicht
mehr vertrug, ſich einem anderen, wenn auch noch ſo bedeutenden
Meiſter unterzuordnen. Und ſo ſah ich ſie, die Jahre lang vereint
waren, nunmehr getrennt in ihren neuen Ateliers in der
Gabels=
bergerſtraße 77 bzw. Nymphenburgerſtraße 29 wieder.
Es war die Zeit der großen Ausſtellungen mit angewandter
Kunſt. Dort zeigte dann Paul Ludwig Trooſt einige Räume und
nun begannen die Aufträge zu kommen. So oft wir uns
beſuch=
ten, und das geſchah alljährlich, konnte er mir von neuen Erfolgen
berichten.
So entſtand eine ganze Reihe von feudalen Häuſern für
Kunſtfreunde, wie das Haus des Malers Benno Becker, das Haus
des Malers Bönninger, ein Haus für den Muſiker Felix vom
Rath, eines für den Gelehrten Kupelwieſer, das Haus
Chilling=
worth in Nürnberg und ein Haus in Mannheim, alles
Kunſt=
werke beſter Art vom Keller bis zum Dachfirſt, vom Türgriff bis
zum Teppich und Fenſtervorhang.
Beſonders aber hat er ſich bekannt gemacht durch ſeine
Innen=
architektur und ſeine Ausſtellungsarbeiten. Von 1910 bis 1932
hat er 17 große Dampfer des Norddeutſchen Lloyd ganz oder zum
Teil eingerichtet und darin Räume geſchaffen, die zum Beſten
un=
ſerer deutſchen Kunſt gehören. Das kann man erſt beurteilen, wenn
man andere Dampfer wie die „Lahn” die „Spree”, wie Kaiſer
Wilhelm uſw. noch geſehen hat mit ihrer überladenen gußeiſernen
Pracht. Was Trooſt hier in zeitgemäßer Entwicklung geſchaffen
hat, iſt nicht Stilarchitektur, ſondern eigenes Wachstum mit
Ewig=
keitswert, einfach, zweckmäßig, bequem und unbeſtritten ſchön.
Bei der Einweihung eines ſolchen Dampfers lernte er auch
das Kronprinzenpaar kennen und erhielt den Auftrag zur
Ein=
richtung mehrerer Räume im Cäcilienhof in Potsdam. Unzählig
ſind die Einzelmöbel, die aus ſeiner Hand ſtammen, aber alle ſind
ſie reſtlos gelöſte Kunſtwerke eigener Art. Große Aufträge hat
er Malern, Bildhauern, Schnitzern, Schreinern, Teppichfabriken
und dem ganzen Kunſthandwerk vermittelt, beſonders dem
Mün=
chener.
Paul Ludwig Trooſt war kein Redner und auch kein Freund
vom vielen Schwätzen, er hat ſich nie um einen Auftrag bemüht,
und doch haben die Veröffentlichungen in den führenden
Kunſt=
zeitſchriften ſeinem Namen einen Klang gegeben, daß jeder
Kunſt=
freund wußte, wer er war.
So geſchah es denn auch, daß Adolf Hitler den Innenkünſtler
Trooſt berief, als er das Palais Barlow in der Briennerſtraße in
München für Parteizwecke erworben hatte und darin einige
Räume künſtleriſch ausſtatten wollte. Bis dahin hatte Trooſt der
Samstag, 27. Januar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 26 — Seite 3
Umorganiſation der Arbeitsfront.
Aufhebung der bisherigen Gliederung der Verbände. — Umwandlung in bekriebsorganiſakoriſche
Gliederungen. — Errichkung von 19 Reichsbekriebsgruppen.
Die Organiſakion des Volkes.
Berlin, 26. Januar.
Der Stabsleiter der PO. der NSDAP. und Führer der
Deutſchen Arbeitsfront Dr. Robert Ley hat folgende
Anord=
nungen betreffend organiſatoriſche Veränderungen in der
Deut=
ſchen Arbeitsfront erlaſſen: In Vollzug der Umorganiſation der
Deutſchen Arbeitsfront werden die folgenden organiſatoriſchen
Veränderungen verfügt:
1. Die ſeitherige Gliederung der Verbände wird aufgehoben
und in eine betriebsorganiſche Gliederung umgewandelt. Dazu
iſt notwendig, daß als unterſte Einheit der Betrieb angeſehen
wird. Jeder Betrieb beſteht aus der NS.=Betriebszelle und der
NS.=Gemeinſchaft. NS.=Betriebszelle und NS.=
Betriebsgemein=
ſchaft bilden alſo ein Ganzes. In den Betriebszellen ſind
Partei=
genoſſen. Sie gehören der NSBO. an. Die übrige Belegſchaft
ſind Mitglieder und der Unternehmer Mitglied der Deutſchen
Arbeitsfront und bilden ohne Unterſchied des Berufes die
Be=
triebsgemeinſchaft.
Die Deutſche Arbeitsfront ſtellt die nach dem Geſetz zur
Ordnung der nationalen Arbeit benötigten Vertrauensmänner
und Sachverſtändigen=Beiräte. Alle Betriebsgemeinſchaften
des=
ſelben Wirtſchaftszweiges bilden zuſammen eine
Reichsbetriebs=
gruppe. Die Betriebsgruppen des Deutſchen Reiches ſind
geglie=
dert in 1. die Reichsbetriebsgruppe, 2. die Bezirksbetriebsgruppe,
3. wo nötig, Gau=, Kreis= bzw. Ortsbetriebsgruppen.
Das ganze Reich wird in 19 Beichsbetriebsgruppen
eingekeill.
Die ſind: Nahrung und Genuß; Textil; Bekleidung; Bau;
Holz; Eiſen und Metall; Druck; Papier; Verkehr und
öffent=
liche Betriebe; Bergbau; Bank= und Verſicherungen; Freie
Beruſe; Landwirtſchaft; Leder; Kunſtgewerbe; Stein und Erde;
Handel; Handwerk und Gewerbe; Chemie.
Die Umorganiſation hat ſo vor ſich zu gehen, daß die in den
Monaten November und Dezember geworbenen Einzelmitglieder
der Deutſchen Arbeitsfront zu Betriebsgemeinſchaften, Orts=
Kreis= Gau= und Reichsbetriebsgruppen zuſammengefaßt
wer=
den. Die in der Deutſchen Arbeitsfront durch ihre Verbände
or=
ganiſierten Mitglieder:
Geſamtverband der deutſchen Arbeiter, Geſamtverband der
Angeſtellten, Geſamtverband des Handels und Gewerbes werden
in die Betriebsgemeinſchaften und in der Zuſammenfaſſung in
Betriebsgruppen übergeführt. — Für den Handel und das
Handwerk iſt je eine Reichsbetriebsgruppe zu errichten, bei
wel=
cher die Organiſation des Mittelſtandes verwendet wird, und
zwar die des G.H.G.
Träger der Umorganiſakion iſt die NSBO.
Um Härten zu vermeiden, wird aufgegeben, die jetzigen
Amtswalter der Verbände mit dem Aufbau und der Verwaltung
der Betriebsgruppen zu beauftragen.
Die bisher von den Mitgliedern der einzelnen Verbände
erworbenen rechtmäßigen Anrechte auf Leiſtungen an
Verſiche=
rungen und Wohlfahrtseinrichtungen werden auf die
Betriebs=
gruppen übertragen.
Da die Dienſtſtellen der NSBO. gleichzeitig die Dienſtſtellen
der Deutſchen Arbeitsfront ſind, liegt die politiſche Führung der
geſamten Deutſchen Arbeitsfront in der Hand der NSBO. Die
berufliche Fortbildung und ſoziale Betreuung der Mitglieder
der Deutſchen Arbeitsfront liegt bei den Betriebsgruppen.
1. Amtswalter der Betriebsgruppenmüſſen Parteigenoſſen ſein.
2. Die Betriebsgruppen können ſich zweckentſprechend in
Spar=
ten und Fachſchaften organiſieren. Die Gründung von
Fach=
ſchaften und Sparten unterliegt der Genehmigungspflicht des
Organiſationsamtes der Deutſchen Arbeitsfront.
Außer dieſer betriebsmäßigen Organiſation der Deutſchen
Arbeitsfront gibt es beſtimmte Gruppen von ſchaffenden
Men=
ſchen, wie Chemiker und Techniker und andere, die über die
Betriebsgruppen hinaus eine berufliche und fachliche Ausbildung
haben wollen und haben müſſen.
Um dieſen berechtigten Anſprüchen Rechnung zu tragen,
überträgt die Deutſche Arbeitsfront einigen Verbänden dieſe
Aufgaben und beläßt ſie in der bisherigen organiſatoriſchen Form.
Die Mitglieder dieſer Verbände gehören als Mitglieder der
Deutſchen Arbeitsfront ſelbſtverſtändlich in die für ſie
ent=
ſprechende Betriebsgruppe, damit ihre Rechte im Betrieb
ge=
wahrt ſind und damit ſie ihre Pflichten für die Gemeinſchaft
er=
füllen können.
Die Deutſche Arbeitsfronk gliedert ſich
in derſelben Weiſe wie die Partei in Ortsgruppen, Kreiſe, Gaue
und Bezirke.
So gliedert ſich dann die mir unterſtellte Organiſation wie
folgt:
Stabsleiter der PO, Führer der Deutſchen Arbeitsfront,
Stellvertreter gleichzeitig Leiter des Führeramtes.
NSBO: Deutſche Arbeitsfront:
Amtsleiter d. NSBO, Organiſationsamt,
Stellvertreter,
Schatzamt,
Stab.
Amt der Selbſthilfe,
Sozialamt,
Preſſe u. Propaganda,
Jugendamt,
NS=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude‟:
Schatzamt,
Propaganda,
Kulturamt,
Sportamt,
Reiſen, Wandern u.
Urlaub,
Heimſtättenamt. Würde u. Schönheit,
Jugendamt,
Ausbildung,
Volkstum,
Selbſthilfe.
Die Leiter der Aemter in der Deutſchen Arbeitsfront ſowie
in der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude” gehören dem
Stab der NSBO. an, ſoweit ihnen nicht durch andere
Dienſt=
ſtellen der Partei ein höherer Rang verliehen worden iſt. Sie
ſind im Rang eines Abteilungsleiters der oberſten Leitung der
PO. Die Aemter Organiſation, Schatzamt, Jugendamt und
Selbſthilfe in der D.A. ſowie in der NS.=Gemeinſchaft „Kraft
durch Freude” ſind durch Perſonalunion vereinigt.
Außer den Betriebsgruppen und Verbänden zur geiſtigen
Schulung eines Teiles ihrer Mitglieder hat die D.A. noch
einen Berband für ihre weiblichen Mikglieder.
in dem ſowohl die Unternehmerinnen, Angeſtellten wie
Arbei=
terinnen in einem Verband vereinigt ſind.
Darüber hinaus gehören ſelbſtverſtändlich auch dieſe
Mit=
glieder in die entſprechende Betriebsgruppe.
Die D.A. iſt korporatives Mitglied der NS.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude.”
Die NS.=Gemeinſchaft KdF. kennt nur korporative
Mit=
glieder der NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude”, wie den
Reichsbund der Beamten, den Deutſchen Gemeindetag und
andere.
So kann natürlich auch jeder geſetzlich anerkannte Stand als
korporatives Mitglied beitreten, wie das bereits durch die
Reichskulturkammer geſchehen iſt.
Außer dieſen Organiſationen können dieſer NS.=Gemeinſchaft
„Kraft durch Freude” auch die Vereine geſelliger und ſportlicher
Art korporgtiv beitreten. Ein neuer Beitrag wird für dieſe
Mit=
gliedſchaft nicht erhoben, ſondern die Korporationen zahlen pro
Mitglied und pro Monat 20 Pfennige.
Ebenſo können Unternehmen, Firmen und wirtſchaftliche
Geſellſchaften, Einzelbetriebe uſw. als Mitglieder aufgenommen
werden, für die kein Höchſtbeitrag feſtgeſetzt iſt.
Die zweite Anorduung von Dr. Len
lauket:
Alle Organiſationen, die aus den gleichgeſchalteten
Ver=
bänden des früheren Syſtems entſtanden ſind, wie die Deutſche
Arbeitsfront, Reichsbund für Beamte, Reichsbund für
Kriegs=
opfer, Frauenwerk und ſo weiter, ſind durch einen
revolutio=
nären Akt der Partei geboren. Infolgedeſſen gehören ſie dem
Wirkungskreis der Partei an und werden allein von ihr geführt,
verwaltet und betreut.
Durch das Werk „Kraft durch Freude” ſind dieſe
Organi=
ſationen weltanſchaulich zuſammengefaßt.
Partei und NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude”
verhal=
ten ſich zueinander wie Prediger und Ge==einde.
Partei nicht angehört. Das änderte ſich aber, als er mit Hitler
näher bekannt wurde und in einem regen Verkehr mit dem Führer
deſſen Ziele erkannte. Trooſt erhielt den Auftrag zur Einrichtung
und Vergrößerung des Braunen Hauſes und wurde dann 1933 mit
dem Bau des Hauſes der deutſchen Kunſt betraut, als Hitler
Reichskanzler geworden war. Da gab es dann zahlreiche
Kon=
ferenzen mit dem Führer, bei denen beide mehr und mehr
be=
kannt wurden. Der Führer iſt unbeſtritten ein großer Kunſtkenner
und Trooſt war ein kongenialer Künſtler. Die Begeiſterung
Hit=
lers war bei der gemeinſamen Arbeit oft ſo groß, daß er ſeiner
Freude über das Werden des Werkes ſpontanen Ausdruck verlieh.
So ſagte Hitler einmal: „Man wird mirs ſpäter einmal danken,
daß ich den Architekten des dritten Reiches entdeckt habe.‟ Dieſem
Auftrage folgten dann alsbald weitere, ſo der Entwurf für ein
Statthalterpalais in München, und die Entwürfe für die zwei
palaſtartigen Parteibauten am Königsplatz in München. Ferner
ſollte er das Reichskanzlerpalais in Berlin neu einrichten und
das Haus der Aerztekammer in Berlin erbauen.
Das waren Aufträge, wie ſie wenig Auserkorenen zuteil
ge=
worden ſind. Schinkel in Berlin und Klenze in München haben
ähnliche Aufträge von kunſtliebenden Fürſten erhalten und
aus=
geführt.
Ich ſelbſt habe die Pläne und Modelle für alle dieſe
Mün=
chener Bauten noch vor kurzem in Trooſtens Atelier geſehen und
konnte Einblick bekommen in ihr Werden. Aber es war ein Hetzen
im Atelier, das an die Nerven ging. Da gab einer dem anderen
die Türklinke in die Hand, und Trooſt war erſchöpft, wenn ich ihn
abends abholte, um mit ihm und ſeiner Frau noch einige frohe
Stunden zu verbringen.
Bei meiner letzten Anweſenheit in München habe ich ihm
ge=
raten, das Tempo zu mäßigen und ſich zu entlaſten. Im November
1933 kam der Zuſammenbruch, dem dieſer ſchaffensfreudige,
kräf=
tige Menſch dann erlag. Mitten heraus aus einem fröhlichen,
fruchtbaren Schaffen iſt ein Mann geriſſen, mit deſſen
unerwar=
tetem Hinſcheiden die geſamte deutſche Künſtlerſchaft und mit ihr
das ganze deutſche Volk einen ſchweren Verluſt erlitten hat.
Paul Ludwig Trooſt iſt geboren am 17. Auguſt 1878 in
Elber=
feld. Auf ihn vererbten ſich offenbar die künſtleriſchen Fähigkeiten
von niederdeutſchen Vorfahren, unter denen einer als Maler
be=
kannt geworden iſt. Er ſtarb am 20. Januar 1934, nicht ganz 56
Jahre alt. Er war verheiratet mit einer feinſinnigen Bremerin,
die, ganz auf ihren Mann eingeſtellt, ihm eine verſtändnisvolle
Helferin geworden war. Kinder entſtammen dieſer Ehe leider
nicht. Die bayeriſche Staatsregierung verlieh ihm nach dem Kriege
den Profeſſortitel.
Möge es dem Führer gelingen, als Nachfolger einen Künſtler
zu gewinnen, der ein ſolches Erbe würdig zu Ende zu bringen
vermag.
Konzerk
des Mozark=-Vereins Darmſtadk 1843.
Städtiſcher Saalbau. — Freitag, 26. Januar 1934.
Sie ſind recht ſelten geworden, die Männerchorkonzerte, und dies
beleuchtet treffend den ſchweren Exiſtenzkampf des Chorweſens
über=
haupt. Es iſt klar, daß die ungeheure Organiſationsleiſtung, die
Sport, körperliche und vaterländiſche Erziehung nicht nur der
Ju=
gend, ſondern auch der Mannesjahre mit einem Male erfaßt und
zu einer Einheitsfront geſchloſſen hat, wie eine große Welle alles
überflutet hat und einſtweilen die kulturelle Arbeit der
Geſang=
vereine beſonders in den Städten ſtark hindert und in Frage
ſtellt. Aber ebenſo klar iſt es nach den Worten des Führers auf
dem Nürnberger Parteitag des vergangenen Sommers, daß die
Kulturarbeit nicht vernachläſſigt werden ſoll. Es wird darum
eine der Aufgaben der Weiterentwicklung ſein, beide Aufgaben
nebeneinander zu organiſieren und die Rechte und Pflichten der
körperlichen Ertüchtigung und der Kulturarbeit ſo zu regeln, daß
ſie ſich nicht gegenſeitig behindern, ſondern unterſtützen. Für die
Geſangvereine heißt einſtweilen die Parole: Durchhalten und ihren
Aufgaben treu bleiben, um nicht kulturwichtiges Volksgut
nieder=
gehen zu laſſen.
Auch der Mozart=Verein, der anerkannte Hüter des
unbeglei=
teten Männerchors, wie auch der großen Chorformen mit
Or=
cheſterbegleitung, fühlt die Schwierigkeiten dieſes Werdens, und
wenn Friedrich Rehbock klagt, daß von ſeinen 120 Sängern nie
auf mehr als 70 zu rechnen iſt, und daß aus dienſtlichen
Grün=
den gerade alle jungen Sänger am Probebeſuch und an der
Mit=
wirkung im Konzert verhindert waren, ſo kennzeichnet dieſe
Klage aufs deutlichſte die Lage der meiſten Stadtvereine. Der
Mozart=Verein vermochte allerdings unter Rehbocks
unermüd=
licher und zielbewußter Leitung auch mit 70 Sängern die für
das Konzert geſtellten Aufgaben zu meiſtern. Gelegentlich
fehl=
ten im Klang die weicheren, jungen Stimmen, es gab Forte=
Stellen, die etwas ſpröde klangen, aber der Geſamteindruck war
doch ſehr erfreulich. Das Chorprogramm begann mit vier
Sol=
datenliedern von Johannes Brahms, von denen eigentlich nur
das humorvolle „Marſchieren” öfters geſungen wird. Sehr ernſt
und bedeutſam iſt das erſte „Freiwillige her” ergreifend und
ganz beſonders gut geſungen wurde „Geleit”, herb und mannhaft
ſchloß die Folge mit „Gebt acht”. Noch höhere Anforderungen
ſtellte die zweite Chorgruppe, die zuerſt „Die Tiroler Nachtwache‟”,
eine ausgezeichnete, großzügige und ergreifend warmherzige
Kom=
poſition von Richard Heuberger, brachte. Der herrliche Text von
Eichendorff iſt in prachtvoller Stimmungsmalerei wiedergegeben,
naturhafte Bilder wechſeln mit dramatiſcher Bewegung. Dann
Da nun der Gauleiter der NSDAP. nach Willen und
Wunſch des Führers der oberſte politiſche Leiter in ſeinem Gebiete
iſt, unterſtehen ihm alle dieſe Organiſationen in politiſcher und
damit auch in perſoneller Hinſicht.
Hiermit iſt die organiſatoriſche Verbindung gegeben, die
wir die Organiſation des Volkes nennen und durch die wir
glauben und wiſſen, am beſten und am ſtärkſten unſere
Welt=
anſchauung ins Volk hineintragen zu können.
So gliedert ſich dann die NSBO. als Teil der Partei in
Gaue, Kreiſe, Ortsgruppen und Zellen.
Ganz entſprechend gliedert ſich die Deutſche Arbeitsfront
und die NS.=Gemeinſchaft „Kraft durch Freude‟. Durch eine
frühere Verordnung ſind die Dienſtſtellen der NSBO.
gleich=
zeitig Dienſtſtellen der D.A. und der NS.=Gemeinſchaft „Kraft
durch Freude‟.
Die Landesobmänner der NSPO. ſind Beauftragte in ihrem
Bezirk für das Amt der NSBO. in der Oberſten Leitung der PO. und
tragen den Rang eines Abteilungsleiters der Oberſten Leitung
der PO. Die Landesobmannsbezirke der NSBO. werden mit
ſofortiger Wirkung den Bezirksführerbereichen der D.A. und
da=
mit den Bereichen der Treuhänder angepaßt.
In Zukunft gibt es 13 Landesobmannsbezirke, und zwar
folgende:
Bayern: Kurt Frey; Berlin=Brandenburg: Johannes Engel;
Heſſen: Becker; Mitteldeutſchland: Triebel; Niederſachſen:
Karwahler; „Nordmark: Bruno Stamer; Oſtpreußen: Kurt
Duſchön; Pommern: Max Tietböhl; Rheinland: Willi Börger;
Sachſen: Ernſt Spiehler; Schleſien: Kuliſch;
Südweſtdeutſch=
land: Plattner; Weſtfalen: Nagel.
Die Parteigenoſſen Spangenberg und Wolkersdörfer ſind
dem Stabe der NSBO. zugeteilt unter Belaſſung der Uniform
der Landesobmänner der NSBO. und Verwendung in ihrer
bisherigen Dienſtſtellung.
Zu Reichsbetriebsgruppenleitern werden
er=
nannt: Nuhrung und Genuß: Wolkersdörfer; Textil: Belding;
Bekleidung: Neumann; Bau: Ullmann; Holz: Harpe; Metall:
Jäzoſch; Chemie: Karwahle; Druck: Coler; Papier: Dieckelmann;
Verkehr und öffentliche Betriebe: Körner; Bergbau: Stein:
Ver=
ſicherungen und Banken: Lenzer; Freie Berufe: Dr. Strauß;
Landwirtſchaft: Gutsmiedl; Stein und Erde: Piontek; Kunſt
und Gewerbe: Speer; Handel: Dr. v. Renteln; Handwerk:
Schmidt.
Angeſtellkenverband bleibt vorläufig beſtehen.
Der Stabsleiter der PO. Dr. Ley gibt weiter bekannt:
In Ergänzung meiner Anordnung Nr. 3 vom 25. Januar
verfüge ich, daß der Träger der Einordnung der einzelnen
Mit=
glieder des Handels, Handwerks und Gewerbes, ſowie der
Trä=
ger der Umformung des Geſamtverbandes des Handels,
Hand=
werks und Gewerbes die NS.=Hago iſt, die im engſten
Einver=
nehmen mit der NSBO. dieſe Aufgabe durchzuführen hat. Die
politiſche Führung der neuen Betriebsgruppe Handel und
Hand=
werk liegt ſelbſtverſtändlich bei der NS.=Hago. Der Reichsleiter
derſelben, Pg. Dr. von Renteln, der in Perſonalunion auch die
Betriebsgruppe Handel leitet, iſt damit auch politiſcher Leiter
der Betriebsgruppe Handwerk.
Den bisherigen Leitern des Geſamtverbandes der deutſchen
Arbeiter Pg. Walter Schumann und des Geſamtverbandes
Han=
del, Handwerk und Gewerbe, Dr. von Renteln, ſpreche ich für
ihre vorbildliche Arbeit in dieſen Verbänden meinen Dank aus.
Der Geſamtverband der Angeſtellten bleibt bis auf weiteres
erhalten und unterſteht nach wie vor dem Pg. Albert Forſter.
* Der Umbau der Arbeitsfronk.
uDie Neuordnung der nationalen Arbeit hat auch einen
voll=
kommenen Neuaufbau der Deutſchen Arbeitsfront zur Folge, für
den ſoeben der Stabsleiter der PO. und Führer der Deutſchen
Arbeitsfront, Dr. Ley, die entſprechenden Anordnungen erlaſſen
hat. In dem Geſetz iſt dem Betrieb als der wirtſchaftlichen und
ſozialen Zelle die ausſchlaggebende Stellung zugewieſen.
Dem=
entſprechend wird auch die Arbeitsfront betriebsorganiſatoriſch
gegliedert. Daraus ergibt ſich, daß die früher nach Berufen oder
ſozialen Geſichtspunkten zuſammengeſetzten Verbände der
Arbei=
ter und Angeſtellten, die bisher nach der Zerſchlagung der
Ge=
werkſchaften die Säulen der Deutſchen Arbeitsfront bildeten, kein
Raum mehr iſt. Ihre Mitglieder werden in die
Betriebsgemein=
ſchaften überführt, während gleichzeitig ihre Anrechte auf
Lei=
ſtungen und Verſicherungen an die Wohlfahrtseinrichtungen auf
die Betriebsgruppe übertragen werden. Jeder Betrieb beſteht
aus der NS.=Betriebszelle und der NS.=Gemeinſchaft, die ein
Ganzes bilden. Dieſe neuen Betriebsgemeinſchaften kennen
irgendwelche Unterſchiede des Berufs nicht mehr. Ihnen gehört
auch der Unternehmer an. Die einzelnen Betriebsgemeinſchaften
der gleichen Wirtſchaftszweige bilden zuſammen eine
Reichs=
betriebsgruppe, von denen im ganzen 19 errichtet werden. Sie
gliedern ſich nach unten in Bezirksbetriebsgruppen und, ſoweit
nötig, in Gau=, Kreis= und Orts=Betriebsgruppen.
folgte aus dem Zyklus: „Feier der neuen Front”, Op. 65, von
Richard Trunk, dem Meiſter des Männergeſangs und Liedes,
dem Vorkämpfer des Nationalſozialismus, der Chor „Horſt
Weſſel” auf ergreifende Worte von Baldur von Schirach. Eine
feine, wie ein Trauermarſch beginnende, mächtig ſich ſteigernde
und wirkſam abſchließende Kompoſition, bei der man nur
be=
dauert, daß Trunk nicht eine noch elementarer wirkende und
ſchlichtere Vertonung gefunden hat. Begeiſterter Beifall und
lebhafte Ehrungen des anweſenden Komponiſten folgten der
Wie=
dergabe. Als Chorleiſtung war jedoch der Höhepunkt des Abends
die ſchlichte und ausgezeichnet klangſchöne Wiedergabe dreier
Lie=
der im Volkston von Hans Hermann, Arnold Ruſt und Fritz
Char.
Als Soliſtin hörten wir Maria Trunk, die Gattin des
Kom=
poniſten, die zu ſeiner Begleitung ſeine Werke interpretierte. Sie
iſt eine überaus ſympathiſche, gut ausſprechende, fein geſtaltende
Sängerin, deren klarer, ſtets glockenrein intonierter und warm
klingender Sopran ein Klanggenuß an ſich iſt, eine Künſtlerin
von hervorragenden Eigenſchaften und doch liebenswürdigſter
Be=
ſcheidenheit und Natürlichkeit. Neun Lieder von Richard Trunk,
eins als Zugabe geboten, zeigten ihn als hervorragenden
Melo=
diker, der ſtets in verhältnismäßig ſchlichtem, durch harmoniſche
Farben bereicherten Stil ſich in die Dichtungen verſenkt und
ge=
legentlich im Schwung temperamentvoller Lieder Richard Strauß
naheſteht. Schlicht und innig in ihrer Wirkung waren „An die
Liebe”, „Stilles Lied”, „Melodie”, ſehr anſprechend wirkten
leb=
haftere und vom Klavier ſtärker untermalte Geſänge, wie „Der
wandernde Muſikant”, die tonmaleriſch reiche, famos friſche
„Schlittenfahrt”, dann „Vertrag”, ein amüſantes Liedchen mit
viel geſanglicher Figuration, und die dramatiſche „
Brautwer=
bung”, und die Zugabe „Das Hemd” wo die Aufregung des
Mädchens beſonders reich durch die Klavierbegleitung
wiedergege=
ben wird. Der Komponiſt könnte ſich auch keine beſſere
Künſt=
lerin für ſeine Lieder als ſeine Gattin wünſchen. Zuletzt ſang
ſie vier Volkslieder in Bearbeitungen von Trunk, deren
Klavier=
begleitungen und Harmoniſationen ſich ähnlich frei zum Lied
ver=
halten, wie die bekannten Volksliederbearbeitungen von Brahms,
die aber darin eigen ſind, daß regelmäßig am Ende des Liedes
oder einzelner Strophen ein freier Schluß eingefügt iſt, der oft
mit einem Jodler Aehnlichkeit hat. Ganz beſonders ausdrucksvoll
und zugleich meiſterhaft geſungen waren dieſe Strophenſchlüſſe in
„Auf Amorbach” während in „Da drunten im Tale” die Trübe
des Waſſers und die Wehmut höchſt plaſtiſch durch den
Klavier=
baß gemalt wird. Auch dieſe feinen und durch das
Künſtlerehe=
paar hervorragend geſtalteten Lieder fanden begeiſterten Beifall.
Konnte man zwar nicht von ſchlechtem Beſuch ſprechen, ſo hätte
man dem Konzert doch eine größere Zahl von Hörern gewünſcht,
und das Gemeinſchaftsgefühl der Darmſtädter Sänger müßte ſich
bei ſolchen Gelegenheiten noch beſſer bewähren.
E, N.
Seite 4 — Nr. 26
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 27. Januar 1934
Statt Karten.
Ihre Vermählung geben
bekannt:
Heinrich Seibert u. Frau
Margareie, geb. Hofferbert
Darmſtadt
Darmſtadt
Schlageterſtr. 13
Neue Niederſtr. 13
Hirſchhorn a. N.
Heimbrunnenſtr. 247
Kirchl. Trauung: Sonntag, 28.,2.15 Uhr Petruskirche
Peter Liſt (Städt. Arbeiter) und Frau Maria,
geb. Fornoff, Fuhrmannſtraße 12, feiern am
Sonntag, den 28. Januar 1934, das Feſt der
Silbernen Hochzeit,
4178
Glückauf zur Goldenen.
Die neuen
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OnlBwodelle
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sind da.
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Ecke Grafen- u. Elisabethenstr.
Dr. bunther Sawatzti
und Frau Anneilese
geb. dern
zeigen ihre Vermählung an.
darmstadt
D. Jänuar 1934
Mannheim
Breihovendr. 18
Todes=Anzeige.
Von ſeinem arbeitsreichen Leben wurde
unſer lieber Vater, Großvater,
Schwieger=
dater, Schwager und Onkel
im Alter von nahezu 80 Jahren nach
kur=
zer ſchwerer Krankheit in ein beſſeres
Jen=
ſeits abgerufen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Darmſtadt, den 25. Januar 1934,
Wienerſtraße 48.
Die Beerdigung findet am Montag, 29. 1.
um 3 Uhr auf dem Alten Friedhof ſtatt.
„Ein gutes Mutterherz hat aufgehört zu ſchlagen”
Todes=Anzeige.
Heute entſchlief nach kurzem Leiden meine
liebe Frau, unſere gute Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter
Eliſabethe Beyrauch, geb. Neumann
im Alter von 72 Jahren.
Oſe trauernden Hinterbliebenen:
Jakob Wehrauch. Heubach
Jakob Schimpf II., Heubach
Familie Leonh. Wehrauch, Rothenburg o. T.
Familie Tohann Müßig
Familie Hans Böhm Frankfurt
a. M.
Familie Friedr. Buchholz)
Familie Toni Helmerich. Offenbach a. M.
Familie Georg Korb, Woodſide U. S. A.
Heubach, 25. Januar 1934.
De Beerdigung findet Sonntag
nach=
mittag 2½ Uhr ſtatt.
Nachruf.
Nach kurzer, ſchwerer Krankheit verſchied
am 25. d. M. plötzlich unſer Mſtarbeiter,
Handlungsbevollmächtigter
Ernſt Weber
nach kaum vollendetem 38. Lebensjahre.
Wir betrauern in dem Verſtorbenen einen
verdienſtvollen, treuen und allſeits
ge=
ſchätzten Angeſtellten, deſſen Andenken
wir ſtets in Ehren halten werden.
E. Merck, Darmſiadt
DieAngeſtellten=u. Arbeiterſchaft
der Firma E. Merck. auso
Reelle Heiraten
ſowie Einheirat
ſtets vorgemerkt.
Büro Frau
G. Schuchmann,
Darmſtadt,
Stiftsſtraße 46.
Für die vielen Beweiſe aufrichtiger Teilnahme
bei dem Hinſcheiden meines lieben Mannes,
unſeres herzensguten Vaters, ſagen auf dieſem
Wege herzlichen Dank
Frau Anna Schmitt und Kinder.
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zu Darmſtadt.
Anmeldungen für Oſtern 1934 werden für alle Klaſſen
Donnerstag, den 8. Februar zwiſchen 15 und 12 Uhr
und Freitag, den 9. Februar zwiſchen 10 und 13 Uhr
in den betreffenden Schulgebäuden entgegengenommen
Das letzte Schulzeugnis, der Geburtsſchein und der Impf=
und Wiederimpfſchein ſind dabei vorzulegen.
Die Grenzlinie zwiſchen beiden Schulbezirken bilder
für die Klaſſen Sexta bis Unterſekunda Rheinſtraße,
Alexanderſtraße und Dieburgerſtraße.
Von den Darmſtädter Schülerinnen gehören alle
Kinder, die ſüdlich dieſer Grenzlinie wohnen, in die
Viktoriaſchule, alle, die in den genannten Grenzſtraßen
oder nördlich davon wohnen, in die Eleonorenſchule
Von den auswärtigen Schülerinnen ſind diejenigen,
die am Hauptbahnhof oder mit der Straßenbahn
ein=
treffen in der Eleonorenſchule, die am Oſibahnhof
an=
kommenden Schülerinnen in der Viktoriaſchule anzu
melden.
Das neue Schuljahr beginnt am 16. April, 9 Uhr
vormittags.
Die Aufnabmeprüfung allerSextanerinnen mit drei= u.
vierjähriger Grundſchulbildung findet am Dienstag, den
20. März 15 Uhr in den betreffenden Schulgebäuden ſtatt.
Die Oirektionen:
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ſeither bei der Stadtkaſſe, im Hauſ
Grafenſtraße 30, befand, nach dem
Betriebsgebäude Frankfurterſtraße
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Ortsſatzung über die Aufhebung der
Verbrauchsabgabe für eingeführtes
Zrennholz in der stadt Zarmſtadt.
Aufgrund des Artikels 21 der Heſſiſchen
Gemeinde=
ordnung vom 10. Juli 1931, auf Beſchluß des
Stadt=
rats vom 23. November 1933 und mit Genehmigung
des Heſſiſchen Staatsminiſteriums,
Miniſterialab=
teilung Ib — Innern, vom 12. Januar 1934, zu
Nr. M. d. J. 12596, wird folgende Ortsſatzung
erlaſſen:
8 1.
Die Erhebung einer Verbrauchsabgabe, für
ein=
geführtes Brennholz in der Stadt Darmſtadt wird
aufgehoben.
8 2.
Dieſe Ortsſatzung tritt mit dem Tage ihrer
öffentlichen Bekanntgabe in Kraft.
Mit dem gleichen Tage tritt die Ortsſatzung über
die Erhebung einer Verbrauchsabgabe für
Brenn=
materialien in der Stadt Darmſtadt vom 8. Auguſt
1929 außer Kraft.
(st 1190
Darmſtadt, den 26. Januar 1934.
Bürgermeiſterei.
In Vertretung: Haug, Bürgermeiſter.
Kanalbauarbeiten.
Die Herſtellung von 345 m Steinzeugrohrkanal ſoll
auf Grund der Reichsverdingungsordnung vergeben
werden. Arbeitsbeſchreibungen und Bedingungen
liegen bei dem Tiefbauamt, Zimmer Nr. 6,
während der Dienſtſtunden zur Einſicht offen. Auch
werden dort die Angebotſcheine abgegeben. Angebote
ſind bis Samstag, den 3. Februar I. J.,
vor=
mittags 10 Uhr, bei unterzeichneter Stelle einzureichen.
Darmſtadt, den 26. Januar 1934.
st. 1183)
Tiefbauamt.
Entſchuldungsberfahren.
Über den gärtneriſchen Betrieb der Eheleute
Auguſt Loos und Emma, geb. Stecher und ihres
Sohnes Friedel Auguſt Loos, ſämtlich in Darmſtadt,
wird heute, am 20. Januar 1934, vormittags 11 Uhr,
das Entſchuldungsverfahren eröffnet. Zur
Ent=
ſchuldungsſtelle wird die Deutſche Gartenbau=Kredit
A.=G. Berlin, NW 40, Kronprinzenufer 27, ernannt.
Alle Gläubiger werden zur Meidung von
Rechts=
achteilen aufgefordert, bis zum 15. März 1934 bei dem
unterzeichneten Gericht oder bei der
Entſchuldungs=
ſtelle ihre Anſprüche anzumelden und die in ihren
Händen befindlichen Schuldurkunden einzureichen.
1162)
Heſſiſches Amtsgericht Darmſtadt.
Holzverſieigerung Nr. 2.
Freitag, den 2. Februar, vorm. ½10 Uhr,
wird im Gaſthaus Einſiedel aus Forſtort VII,
Kernwieſenteil 5, Bohleneck 6, alter Hegwald 8, 11,
Schröders=Säu 12, 13. Hinter der Rottwieſe 14,
Wildſcheuerlachteil 16, 17, Spitalwieſenhege 20, TIII,
Hengſtriedlache 2, 3, 9, 10, Rotſuhl 4.
Rottwieſen=
ſchlag 11, verſteigert. Stammholz im: Fichte 2,42,
Ia; Deibſtangen, Stück: Eiche 17 HI, 5 III,
Fichte 43 I. 39 II, 46 III; Nutzſcheitholz, rm:
Buche 5,4 I. geſp. Stammholz und Derbſtangen lagern
in Spitalwieſenhege 20, Nutzſcheitholz in
Hengſtried=
lache 3, 9, 10. Scheitholz, rm 374,7 Buche, 49.8
Hainbuche, 329,8 Eiche (5rm 3m lang, 36 rm 2.5m
lange Pfoſten in Spitalwie enhege 20) 35,2 Birke,
1 Linde, 8 Kiefer; Knüppelholz rm: 83 Buche,
25,7 Hainbuche, 307,5 Eiche (30 rm 2,5m lange
Pfoſten in Spitalwieſenhege 20), 12 Birke, 4 Erle,
2 Kiefer; Reiſerholz I. Kl., rm: 60 Buche.
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Mit H geſchlagene
Nummern kommen nicht zum Ausgebot. Auskunft
durch Förſter Lohfink, Forſthaus Einſiedel (Telefon
Meſſel 3) und uns.
(1186
Darmſtadt, den 25. Januar 1934.
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Holzberſteigerung Nr. 6.
Mittwoch, den 31. Januar, vormittags 9 Uhr,
wird in Arheilgen (Wirtſchaft zum Schwanen) aus
Forſtort III Krauſe Buche 7, Rautenbuſch 10, Kuhlache
11, 13, 14, 18, IV Han. Koberſtadt 1, V Zach. Eck2, 3, 4,
Hint. Wand 8, Brunnershegſtück 11, 12, 13,
Waldax=
teil 14, 15, Feldhügel 16, 17, Alleeſchlag 18 verſteigert:
Stammholz Fm.: Fichte 0.17, 1a, 0.72 2a:
Derb=
ſtangen Stück: Fichte 9 I, 15 II, 25 III (Waldaxteil 14,
Alleeſchlag 18).
Scheitholz Rm.: 74 Buche, 12 Heinbuche, 179 Eiche,
1 Birke, 12 Erle, 8 Linde, 7 Kiefer; Knüppelholz Rm.:
173 Buche, 13 Hainbuche, 317 Eiche (98 Rm. 2,5 Meter
ange Pfoſten in Han. Koberſtadt 1), 3 Birke;
Reiſer=
ſolz I. Kl. Rm.: 28 Buche.
Das Holz iſt vorher einzuſehen. Auskunft durch
Förſter Bayerer, Forſthaus Krauſe Buche (Tel. Langen
514) und uns.
Darmſtadt, den 25. Januar 1934.
(1187
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Samstag, 27. Januar 1934
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 27. Januar 1934.
Bekannkmachungen des Perſonalamtes.
am 18. Januar 1934: der Rechtsanwalt Jakob Zaun in
Wörr=
ſtadt zum Notar mit dem Amtsſitz in Wörrſtadt als Nachfolger
des Notars Dr. Baum, ſämtlich unter Berufung in das
Beam=
tenverhältnis; der Strafanſtaltsdirektor bei dem Landeszuchthaus
Marienſchloß Ernſt Wilhelm Bauſch zum Strafanſtaltsdirektor
bei der Zellenſtrafanſtalt Butzbach, die letzten drei mit Wirkung
vom 1. Februar 1934.
In den Ruheſtand treten: Am 1. März 1934: Auf Grund
des Geſetzes über die Altersgrenze der Staatsbeamten vom
2. Juli/19. Dezember 1923 (Reg.=Bl. S. 509 und 511) in der
Faſſung des Geſetzes vom 8. Oktober 1925 (Reg.=Bl. S. 249);
Gefangnisoberwachtmeiſter beim Amtsgerichtsgefängnis
Alten=
ſtadt Wilhelm Reuhl und Gerichtsvollzieher beim Amtsgericht
Darmſtadt Martin Litters.
In den Ruheſtand wurde verſetzt am 29. November 1933: der
Kanzleiaſſiſtent bei der Staatsanwaltſchaft in Mainz Guſtav Doß
auf Nachſuchen mit Wirkung vom 1. April 1934 an.
Die Errichkung von Gebäuden
außerhalb des Orksbauplans.
EDie Errichtung von Gebäuden außerhalb des Ortsbauplans
nimmt in einer Weiſe überhand, die ſowohl für die planmäßige
Entwicklung der Orte, als auch für das Landſchaftsbild eine ernſte
Gefahr bedeutet. Wenn es auch — ſchon aus Gründen der
Ak=
beitsbeſchaffung — heute als vordringlichſte Aufgabe zu
betrach=
ten iſt, in jeder Hinſicht Beſtrebungen Wohnungsſuchender zu
för=
dern, die ſich auf eigenem Grund und Boden anſiedeln wollen, ſo
muß doch ſtets Vorausſetzung bleiben, daß das Bauvorhaben mit
zwingenden öffentlichen Intereſſen in Einklang ſteht. Nicht ſelten
kommt es vor, daß die Baupolizeibehörden von dem
Vorhanden=
ſein ſolcher Gebäude erſt nach ihrer Fertigſtellung Kenntnis
erhal=
ten. Den Eigentümern der ſo ohne Genehmigung errichteten
Woh=
nungsbauten erwachſen hieraus Unannehmlichkeiten, die leicht
ver=
mieden werden können. Bei einer nachträglich nachgeſuchten
Ge=
nehmigung zur Errichtung des Bauwerks iſt eine Berückſichtigung
der vorliegenden wirtſchaftlichen Verhältniſſe des Erbauers
recht=
lich nicht möglich, weil die Errichtung zwingenden, geſetzlichen
Vorſchriften widerſpricht.
Wer daher ein Grundſtück zur Errichtung eines Wohn= oder
Siedlungshauſes erwerben will, muß ſich vor Abſchluß des Kaufes
und vor der Planbearbeitung beim ſtädtiſchen Hochbauamt,
Gra=
fenſtraße 30, eingehend erkundigen, ob der beabſichtigte Bau an
der geplanten Stelle überhaupt zuläſſig iſt. Dieſe Dienſtſtelle iſt
angewieſen, ratſuchenden Siedlern jede gewünſchte Auskunft zu
erteilen, damit ihnen Enttäuſchungen erſpart bleiben. Das
Ent=
ſtehen ſogenannter wilder Siedlungen kann keinesfalls weiter
ge=
duldet werden. Die Baupolizei wird bei Feſtſtellung von Bauten,
deren Errichtung ohne Genehmigung in Angriff genommen wurde,
ſowie bei Feſtſtellung von Fällen, in denen die Zweckbeſtimmung
von Bauten ohne vorherige Genehmigung geändert iſt, gegen die
Eigentümer mit aller Schärfe einſchreiten.
Ein Gükezeichen für deufſchen Schmuck.
Vom Verband der Groſſiſten des Edelmetallgewerbes e. V.,
der ſich als Treuhänder für das geſamte Fach betrachtet, iſt im
engſten Einvernehmen mit dem Werberat der deutſchen
Wirt=
ſchaft in der Wortmarke „Laurin” ein Gütezeichen geſchaffen
worden, das dem Publikum Gewähr für guten Schmuck bieten
ſoll und bieten wird. Das Zeichen „Laurin” iſt dem alten
ger=
maniſchen Sagenkreis entnommen: Laurin, König der Zwerge,
Herrſcher über Gold und Geſchmeide. Für das Fachgeſchäft
geſchaf=
fen, will das Gütezeichen Helfer ſein im Exiſtenzkampf des
Einzel=
handels, ſeine Waffe im Kampf um die Qualität.
Zur Mondſinſternis am 30. Januar.
Die einzige in dieſem Jahre ſichtbare Finſternis iſt die am
30. Januar in den Abendſtunden ſichtbare teilweiſe
Mondfinſter=
nis. Um 17.08 Uhr tritt der Mond in den Kernſchattenkegel der
Erde ein: ſichtbar iſt dies allerdings in Südweſtdeutſchland leider
noch nicht, da der Mond (bei ebenem Horizont!) erſt etwa 17.15
Uhr aufgeht; er iſt alſo ſchon, und zwar an ſeinem ſüdöſtlichen
Rand, verfinſtert. Der Schatten nimmt dann weiter zu bis 17,43
Uhr, wo der Betrag der größten Verfinſterung erreicht iſt, der
„allerdings nur etwas mehr als ein Zehntel des
Monddurch=
meſſers ausmacht; dann nimmt die Verfinſterung ab, und um
18,24 Uhr tritt der Mond aus dem Kernſchatten der Erde
wie=
der aus.
Heſſiſches Landestheater.
Mite Hfe
27. Januar 7. Ende g. 19. D. Bühne, Jugendr. I12, Gr.1—4
Jugend von Langemarck. Preiſe 0.50—4.50 Sonntag Anf. 18, Ende 23 Uhr D13
Preiſe 0.70—5.50
28. Januar /Götterdämmerung. Dienstag
W. 300000 Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. A 13
Alle gegen Einen — Einer fürAlle. 0.50— 4,50 Migce
A. 30n0a Anf. 18, Ende 23 Uhr. E14,
Preiſe 0.70—5 50
Götterdämmerung. Donnerstag
1. Februar Anf. 191 Ende nach 22½ Uhr. 413.
Preiſe 0.70—5.50
Die Zauberflöte.
Fretag
2 Jſſaae
Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. D. Bühne M 8.
Alle gegen Einen — Einer für Alle. 0.50—
„50
Samstag
2. 56ſa0e
19½,Endeg. 22U D. Bühne, Jugendr. 12, G.3u.4
Hänſel undGretel hierauf: DiePuppenfee. 0.70-5.50
Sonntag
4. Februar
Anf. 111 Uhr.
Zweite Lieder=Morgenfeier. Pr. 0.20. 0.40, 0.60
Anf. 20, Ende nach 22½ Uhr. (Außer Miete.)
Preiſe 0.50—3.00
Rigoletto.
Kleines Haus
Samstag
27. Januar
17, Ende nach 19½,
Der Wildſchütz.
D. Bühne Jugendr. 1 u. 2
Preiſe 0.80—4.50
Sonnrag
W. 300,000
Anf. 19½, Ende 22½ Uhr.
Die große Chauce.
(Außer Miete).
Preiſe 0.70—3.80
Dienstag
30. Januar
20, Ende nach 22 Uhr
Don Pasquale.
D. Bühne H 9, Zuſatzm. 9
Preiſe 0.80—4.50
Mittwoch
31. Januar
Anf. 20, Ende nach 22½ Uhr. Zuſatzm. II 8
Preiſe 0.70—3.80
Der letzte Zenge.
Donnerstag
2. 5.65a05
Anf. 20, Ende nach 22½ Uhr.
Der letzte Zeuge.
(Außer Miete).
Preiſe 0.70—3.80
Freitag
2 560.00
Anf 20, Ende nach 22. D. Bühne H 9, Zuſatzm. 10
Preiſe 0.80—4.50
Don Pasquale.
Samstag
3. Februar
Anf. 19½, Ende n. 21½
Matheis bricht s Eis.
Deutſche Bühne0 10.
Preiſe 0.70—3.80.
Sonntag
Anf. 19½, Ende nach 22.
4, Februar / Der letzte Zeuge.
Zuſatzmiete V7.
Preiſe 0,70—3.80,
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 26 — Seite 5
Weihefeier der
Feierlicher Empfang der aus Polsdam zurückgekehrien Bannfahnen-Aborenung.
werden eingeholt. —
der Hitler-Jugend
Geſtern war ein Ehrentag für die Darmſtädter Jugend! Die
dem Oberbann 3, Starkenburg, vom Reichsjugendführer Baldur
von Schirach an der Gruft Friedrichs des Großen verliehenen vier
Bannfahnen wurden feierlich am Bahnhof empfangen und von
Fackeln geleitet eingeholt. Die Rheinſtraße trug feſtlichen
Flag=
genſchmuck. Die Schuljugend Darmſtadts bildete vom Bahnhof bis
zum Paradeplatz Spalier. Hier wurde vor dem Portal des
Lan=
desmuſeums eine
abgehalten. Stramm kamen die Landsknechtstrommler und
Fan=
farenbläſer der Hitler=Jugend auf den Platz, ihnen folgten in
langem Zuge 1200 Jungens des Jungvolks, Darmſtadts — eine
ſtattliche Zahl — an deren Spitze der Spielmannszug des
Jung=
banns 1/115, die Jugendführer und die Fahnenabordnungen,
wei=
ter die Hitler=Jugend, der Muſikzua der Standarte 115, Kapelle
Schlupp, Abordnungen der SA., SS., des Stahlhelms mit
Fah=
nen. In ihrer Mitte marſchierte die nach Potsdam entſandte
Ab=
ordnung mit den 4 Bannfahnen. Dem Zug hatten ſich weiter
Vertreter der Studentenſchaft, der Arbeitsfront, des Bundes
deut=
ſcher Mädchen angeſchloſſen. Bald füllten den weiten Paradeplatz
Tauſende deutſcher Jungens und Mädchen, eine vieltauſendköpfige
Menge umſäumte den Platz.
Hell leuchteten die Fackeln vor dem Lautſprecher, um den ſich
die Fahnenabordnungen gruppiert hatten. Mit einem
Treugelöb=
nis, das zugleich ein Gedenken an den jungen Helden Herbert
Norkus in ſich ſchloß, wurde durch H.J. Herb. Ruder die
Weihe=
ſtunde eingeleitet. Ein eindrucksvolles Treuegedicht „Wir
ſchmie=
den ein neues Jungengeſchlecht” ſprach der Bannſprechchor. Es
gip=
felt in den Ruf: „Auf, deutſche Jugend, erwache
Stabsleiter Richter
hielt dann eine kernige Anſprache, in der er daran erinnerte, daß
wir in wenigen Tagen den Jahrestag der Machtergreifung des
Führers begehen. Die 14 Jahre marxiſtiſcher Niedertracht und
bürgerlicher Feigheit hatten als Ergebnis das Darniederliegen
der Wirtſchaft gebracht, hatten den Arbeiter ohne Brot, den Bauer
ohne Scholle, die Jugend ohne Zukunft gemacht. Heute ergreift
uns eine große Freude bei der Feſtſtellung, daß eine
Volks=
gemeinſchaft entſtanden iſt, wie wir ſie noch vor einem Jahre
nicht für möglich hielten. Und wenn wir uns fragen,
wie das möglich wurde, ſo werden wir uns darüber klar,
daß dies die Leiſtung der 2 Millionen, die auf dem Felde der
Ehre für ihr Vaterland und Volk fielen und der Hunderte von
Toten, die, wie Horſt Weſſel, für die Idee Adolf Hitlers
kämpf=
ten, und der Hitler=Jungens, die wie H. Norkus ihr junges
Le=
ben ließen. Vor 2 Jahren trug man ihn zu Grabe, 15 Jahre alt,
fiel er feigen Mordbanditen zum Opfer, als er für uns ſeine
Pflicht tat. 21 Jungens ließen ihr junges Leben, denn ſie
wuß=
ten, daß es auf ſie ankam, damit die Idee des Führers ſiegte, ſie
gliederten ſich bewußt in die Reihen ein, obwohl ſie wußten, daß
es fraglich war, ob ſie den nächſten Tag noch erlebten. Den 21
Ka=
meraden verdanken wir, daß ſich heute 5 Millionen der
Bewe=
gung der Jugend anſchloſſen, daß wir hier ſtehen. Mögen einige
vielleicht ihr Eigenleben heute noch weiterführen wollen, ſie
mö=
gen achten, daß es für ſie nicht zu ſpät wird, ſich einzureihen. Der
Jugend ſei daher eindringlich zugerufen: Kommt zu uns, ehe es
zu ſpät iſt! — Fanfaren kündeten die
Anſprache des Oberbannführers Bloch
an. Die erhebenden Tage von Potsdam ſind vorüber. Die
Sym=
bole zum neuen Deutſchland geweiht, hinter ihnen wird die
Ju=
gend, die Deutſchlands Zukunft iſt, marſchieren. Um ſie hat der
Führer gekämpft, um mit ihr den Aufbau Deutſchlands
durchzu=
führen. In Potsdam wurden die Bannfahnen an der Gruft des
Großen Königs geweiht, deſſen Leitwort war: Ich bin der erſte
Diener des Staates. Unſere Potsdamfahrer begrüßen wir. Sie
kommen von geweihter Erde. Wir alle wollen ſo werden, treu
dem Vaterland, nach dem Wort: Wir ſind die erſten Diener des
neuen Staates. Wir wollen die Worte beherzigen, wie es
Her=
bert Norkus tat. Wenn wir wiſſen, wozu dieſer Ausſpruch
ver=
pflichtet wie es Herbert Norkus wußte, dann iſt er nicht
um=
ſonſt gefallen, dann wird Deutſchland leben. Wir alle gehen
un=
ſeren geraden Weg für den Führer Adolf Hitler.
Einen ergreifenden Weiheſpruch trug H.=J. Rich. Münch
vor. Die Kapelle intonierte das Deutſchland= und Horſt=Weſſel=
Lied, das von der vieltauſendköpfigen Jugend und der Menge
mitgeſungen wurde. Ein dreifaches Sieg=Heil unſerem deutſchen
Volke und großen Führer Adolf Hitler ſchloß die Weihefeier ab,
die vom Geiſte der Hitler=Jugend kündete, die ihr Letztes zu
ge=
ben bereit iſt für ihren Führer und für ihr Vaterland.
LPD. Das Nationalſozialiſtiſche Kraftfahrkorps.
Gruppenſtaf=
felführung Heſſen, und der Deutſche Automobilklub, Gau 3
Heſſen. veranſtalten am 3. und 4. Februar die Winternachtfahrt
1934 für Krafträder, Krafträder mit Seitenwagen und
Perſo=
nenkraftwagen. Der Start erfolgt am Samstag, dem 3. Februar,
an der Feſthalle zu Frankfurt a. M. Die Strecke führt durch das
Gebiet von Heſpen=Naſſau und beträgt ungefähr 250 Km.
Nen=
nungsſchluß iſt am 30. Januar 1934. Ausſchreibungen ſind auf
der Geſchäftsſtelle des DDAe. Gau 3 Heſſen, Frankfurt a. M.,
Stiftſtraße 41, zu erhalten.
Heimgt ...
das klingt vertraut und
anhei=
melnd. Niemand nimmt es mit
dieſem Begriff, ſo ernſt wie, der
Deutſche. Er ſchöpft aus ſeiner
Hei=
mat neue Kraft. Die Heimat lieben,
ſie nie vergeſſen — das iſt eine
mar=
kante deutſche Eigenart.
Wir ſollten uns dieſer Eigenart nie ſchämen,
vir ſollten ſtolz auf ſie ſein. Wir ſollen ſchätzen,
wvas aus der Heimat entſpringt — auch die
Hei=
natzeitung, das Darmſtädter Tagblatt!
4. Vortragsabend.
In der Vortragsreihe des Kampfbundes für Deutſche
Kul=
tur”, die ſich mit den geiſtigen Grundlagen der
nationalſozialiſti=
ſchen Bewegung beſchäftigt, ſprach am Freitag abend Geheimrat
Profeſſor Dr.*Hermann Schwarz=Greifswald über das
Thema: „Fichte und der Nationalſozialismus”.
Der Redner, der zu den Gründern des Kampfbundes für
Deutſche Kultur gehört und u. a. durch ſeine
geſchichtsphiloſophi=
ſchen Arbeiten über Fichte, Kant und Arndt bekannt geworden
ſt, gab in ſeinem eindringlichen und richtungweiſenden Vortrag
ein Bild von den geiſtigen Fäden, die von der Perſon und den
Werken Fichtes bis in den Nationalſozialismus hinüberſpinnen.
Ausgehend von der Antitheſe „Napoleon — deutſche Freiheit”,
entwickelte Profeſſor Schwarz dann die Hauptgedanken, die Fichte
über die nationale Erziehung der Jugend lehrte, und die ſich mit
dem überraſchend decken, was an Inhalt der Nationalſozialismus
der Jugenderziehung geben will. So ſoll die Jugend in
Kame=
radſchaftlichkeit erzogen werden, ſoll mit dem Zwang der Logik
das ſchöpferiſche Denken der Jugend erweckt werden, es ſoll die
Erzeugung einer ſchöpferiſchen, ſtaatsmänniſchen Phantaſie
er=
reicht werden, und ſchließlich die Bildung einer wahren Religion.
Fichte kämpfte auch mit Adolf Hitler gegen einen
Internatio=
nalismus, aber nicht gegen einen internationalen
Marxis=
mus, den es damals ja noch nicht gab — den deutſchen
So=
zialismus ſchenkte uns Hitler —, ſondern Fichte hatte gegen den
Internationalismus der Gebildeten — Gebildete aller Länder,
vereinigt euch! — zu kämpfen, der Vernunft=Hochmut kam aus
Frankreich, der Genie=Hochmut wurde in Deutſchland groß, die
deutſchen Romantiker dachten in Gefühlen, der nordiſche
Tat=
menſch Fichte dachte im Willen. Fichte überwand das
kosmo=
politiſche Bildungsideal, das den Kulturwert über den
Volks=
wert ſtellt. Nicht die Kultur nicht der Staat ſondern das Blut
bedeutet den letzten Sinn der Volksgemeinſchaft. Der Redner
kam zu dem Schluß, daß Fichte ganz als Vorläufer des
National=
ſozialismus betrachtet werden kann. Bewegt uns der myſtiſche
Glaube des Blutzuſammenhanges, ſo lebte Fichte in der Myſtik
der Sprache. Der Vortrag, der die geiſtigen Parallelen auch
zwiſchen Fichte und Hitler zog, zwiſchen Fichte und dem
National=
ſozialismus, fand in der Zuhörerſchaft ſtarken, nachdenklichen
Widerhall.
— Das berühmte Orgelkonzert Nr. 4 mit Orcheſter von
Hän=
del wird ſeit vielen Jahren wieder in dem Kirchenkonzert des
Inſtrumentalvereins am Sonntag, dem 28. Januar, abends, in
der Johanneskirche von Organiſt Auguſt Niebergall geſpielt.
Außerdem ſingt Fräulein Grete Nies eine der herrlichſten
Solo=
kantaten für Altſtimme mit Orcheſter von Joh. Chriſtoph Bach.
Beſonders Freunden alter Muſik verſpricht der Abend einen
er=
leſenen Genuß.
Oenndnrasbgabn
Auut lars BeuakionalkepiebitikkeriRsesluckeue
Gutſchein
güiltig in der Zeit vom l. bis 28. Februar 1934.
Gegen Albgabe dieſes Gutſcheines und gegen Entrichtung
einer Ainerltennungsgebilzrin höhe von fünkzehn
Reichs=
pfennig verabfolgt ſeder
Rohlen=
händler (bei Landabſaßz die Zeche)
ab Lagerſtelle
einen Zentner:
Bteinkohlen
in guter Beſchaffenhelt.
Weitere Zahluingen ſind nicht zu leiſten. „„s
Maisbräuchliche Anwendung dieſes Scheineo zlent zuchthauoftrafenach ia
SHEHEe5
u
ze
Ausſtellung in der Kunſthalle am Rheinkor.
Heute Samstag findet um 16 Uhr ein Kurzvortrag über das
wiſſenswerte Gebiet „Schwangerſchaft, Diät und Koſt für
Fieber=
kranke” ſtatt. Damit iſt der Vortragszyklus von Frau Pg. Liſi
Paupié, ſtaatlich geprüfte Diätſchweſter, für dieſe Woche
be=
endet. Um Anfragen gerecht zu werden, ſei mitgeteilt, daß der
Vortragszyklus nochmals nächſte Woche wiederholt wird. Um
18 Uhr ſpricht über Gymnaſtiſche Uebungsweiſe” (Loheland=
Gymnaſtik) in einem Kurzvortrag mit praktiſcher Vorführung
Frau Lore Eiſele=Henneberg, Mitglied der Fachſchaft
Gymnaſtik und Tanz im Reichsverband, deutſcher Turn=, Sport=
und Gymnaſtiklehrer e. V. im NS.=Lehrerbund.
Geſtern abend um 18 Uhr ſprach Frau Dr. med. Braun über
das Thema: „Die berufstätige Frau‟. Die Rednerin
führte u. a. aus, daß der Wunſch und Wille der deutſchen Frau iſt,
zu heiraten und Kinder zu bekommen. Es ſei auch zu hoffen, daß
bei ſteigender Arbeitsbeſchaffung für die Männer wieder größere
Ehemöglichkeiten gegeben werden. Die Jungmädels von heute
haben es beſſer als die Generation, die nach der Kriegszeit
ge=
zwungen war, ſich einen Beruf zu wählen, da der Frauenüberſchuß
ſich beſonders bemerkbar machte. Vor allem ſollte jedes Mädchen
und jede Frau, die ſich einen Beruf wählt, durch ärztliche
Be=
rufsberatung ſich ſo beraten laſſen, daß ſie auch den richtigen
Be=
ruf ergreift, der ihrer Konſtitution angepaßt iſt, damit ſie, wenn
ſie ſpäter eine Ehe eingeht, auch dieſen Pflichten gewachſen und
nicht verbraucht iſt. Die Rednerin ſtellte die Theſe auf, daß jede
berufstätige Frau in erſter Linie auf Wahrung der Geſundheit,
Ehre und Reinheit zu ſehen hat, um als Frau die Achtung zu
er=
obern. Im Sinne unſeres Führers iſt der Frau die große
Auf=
gabe geſtellt, in dem Ringen um ein geſundes, kräftiges Volk
ſelbſt ſich geſund und kräftig zu erhalten, auch wenn ſie ſich im
täg=
lichen Leben durch einen Beruf ernähren muß. Frohſinn und
Freude muß ſie ſich wahren, damit ſie auch ſeeliſch über den Beruf
hinauswächſt und ſpäter als Mutter ihren Kindern ein Vorbild
ſein kann. Mäßig oder gar nicht ſoll ſie im Genuß von Alkohol
und Nikotin ſein, das Sitzen in rauchigen Lokalen iſt ſtrengſtens
zu vermeiden und dafür die Freizeit im Freien in Gottes Natur
zuzubringen. Noch einige Worte zu dem Problem „Ehe und
Beruf. Jede Frau ſollte den Beruf nicht als Hauptaufgabe ihres
Lebens betrachten, ſondern Frau und Mutter zu werden als ihre
heiligſte Aufgabe anſehen. Im Durchſchnitt wird jede Frau, die
es auf die Dauer durchführen will, im Beruf tätig zu ſein, an
Leib und Seele Schaden leiden. Sie ſollte es mehr als ihre
Pflicht betrachten (in beſtimmten Berufen), die Stelle, für den
Mann freizumachen, damit wieder eine Ehemöglichkeit geſchaffen
wird. Die wirtſchaftliche Not hat viele Frauen zu einem Beruf
gezwungen, aber der Weg der Zukunft führt in die Höhe, und
viele Frauen werden ihrem eigentlichen Daſeinsberuf in der Ehe
als Mutter, Hausfrau und gute Kameradin zugeführt.
Seite 6 — Nr. 26
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 27. Januar 1934
Anordnung der Reichstheaterkammer.
Veranſtalkung von Theakeraufführungen unker freiem Himmel.
Gemäß § 25 der erſten Verordnung zur Durchführung des
Reichskulturkammergeſetzes vom 1. November 1933 wird hiermit
nachſtehende Anordnung getroffen:
1. Alle Theaterunternehmer einſchließlich der Leiter der von
deutſchen Ländern. Städten und ſonſtigen Körperſchaften des
öffentlichen und privaten Rechts betriebenen Theater ſowie die
Inhaber von Theaterkonzeſſionen, die beabſichtigen, im Jahre 1934
Theateraufführungen unter freiem Himmel (
Freilichtaufführun=
gen) zu veranſtalten, müſſen bis ſpäteſtens 1. Februar
1934 der für ihren Sitz zuſtändigen Landesſtelle des
Reichsmini=
ſteriums für Volksaufklärung und Propaganda über dieſe Pläne
unter Angabe des Spielortes und der aufzuführenden Werke
An=
zeige erſtatten.
Der unter Leitung des Präſidenten der Reichstheaterkammer
ſtehende Reichsbund der deutſchen Freilicht= und Volksſchauſpiele
e. V., dem alle Freilicht=Unternehmungen als Mitglieder
ange=
hören ſollen, iſt mit der Durchführung des Organiſationsplanes
der Freilichtſpiele beauftragt. Er wird in Verbindung mit den
Leitern der Landesſtellen des Reichsminiſteriums für
Volksauf=
klärung und Propaganda die Abſichten der einzelnen Theater
prüfen und auf dem Wege der Verhandlungen zu erreichen ſuchen,
daß bei dieſen ſommerlichen Spielen in erſter Linie ſolche
Schauſpieler und Regiſſeure beſchäftigt
wer=
den, die während der Wintermonate erwerbslos
waren, und erforderlichenfalls die Theaterbetriebe veranlaſſen
auf ihre Abſichten zugunſten der unter der Leitung der
Landes=
ſtellen des Reichsminiſteriums für Volksaufklärung und
Pro=
paganda ſtehenden „Spielgemeinſchaften für nationale
Feſtgeſtal=
tung” zu verzichten. Wenn zwiſchen den Beteiligten eine Einigung
über die Durchführung der Sommerſpielzeit nicht erzielt wird,
ſo wird die Reichstheaterkammer auf Antrag der Beteiligten
ent=
ſcheiden.
2. Die Beſtimmungen unter 1. beziehen ſich auch auf alle
ſon=
ſtigen Vereine und Einzelverſonen, die im Jahre 1934 öffentliche
Theateraufführungen mit Berufsdarſtellern oder Dilettanten
ver=
anſtalten wollen. Ihre Anträge werden in der gleichen Weiſe
geprüft.
Oeffentliche Theateraufführungen unter
freiem Himmel durch Dilettanten ſollen jedoch
nur ausnahmsweiſe und nur dann zugelaſſen
werden, wenn Grenzland= oder reichswichtige
Intereſſen vorliegen, oder wenn es ſich um
Theaterauf=
führungen vor einer beſchränkten Oeffentlichkeit und im
Zuſam=
menhang mit Kundgebungen, oder ähnlichen
Vereinsveranſtal=
tungen handelt, und die Veranſtalter durch Beitritt zum
Reichs=
bund der deutſchen Freilicht= und Volksſchauſpiele ſich dem
Reichs=
miniſterium für Volksaufklärung und Propaganda unmittelbar
unterſtellt haben. Wenn zwiſchen dem Antragſteller und dem
Reichsbund, der deutſchen Freilicht= und Volksſchauſpiele eine
Einigung nicht erzielt wird, ſo wird die Theaterkammer auf
An=
trag der Beteiligten entſcheiden.
3. Die Vorſchriften über die Erteilung einer
Theaterſpiel=
erlaubnis nach § 32 der Reichsgewerbeordnung werden nur
hin=
ſichtlich der Prüfung der Bedürfnisfrage gemäß Bekanntmachung
des Bundesrats vom 3. Auguſt 1917 berührt. Sämtliche für die
Erteilung von Theaterkonzeſſionen im Gebiete des Deutſchen
Rei=
ches zuſtändigen Behörden werden erſucht, vor Entſcheidung über
Anträge auf Erteilung von Konzeſſionen für Freilicht=
Theater=
unternehmungen der Reichstheaterkammer Mitteilung zu machen
und deren Entſcheidung zu beachten.
Die Konzeſſionsbehörden werden ferner erſucht, in allen
Fäl=
len ein Freilicht=Theaterunternehmen betreffenden
Konzeſſions=
angelegenheiten ein Gutachten des Reichsbundes der deutſchen
Freilicht= und Volksſchauſpiele in Berlin=Südende einzuholen.
4. Die Landesſtellen des Reichsminiſteriums für
Volksaufklä=
rung und Propaganda werden erſucht, in allen Fällen der
Zu=
widerhandlung gegen die Anordnungen zu Ziffer 1. und 2.
unver=
züglich der Reichstheaterkammer und der zuſtändigen
Konzeſſions=
behörde Anzeige zu erſtatten und die örtlichen
Polizei=
verwaltungen zu veranlaſſen, die beabſichtigten
unerlaubten Theateraufführungen zu
verhin=
dern.
Ausgefertigt
Reichstheaterkammer.
Der Präſident:
gez. Otto Laubinger.
Der Geſchäftsführer.
Deutſches Volkskum in Trachken.
Die Trachtenſchau, die der Reichsbund
Volks=
tum und Heimat. Landſchaft Rheinfranken, Naſſau=Heſſen,
zurzeit im ehemaligen Gewerbemuſeum zeigt, vermittelt einen
tiefen Einblick in unſer Volkstum; ſie iſt ein Bekenntnis zu einem
Stück des Volkslebens, das jahrelang unbeachtet geblieben iſt.
Etwa hundert ſtilecht ausgeführte Modelle ſtehen in lebendigen
Gruppen zuſammengefaßt vor charakteriſtiſchen Landſchaftsbildern
hrer engeren Heimat und offenbaren den großen Reichtum und
die köſtliche Fülle des ſchwarzwälder Trachtenlebens. Der gute
Beſuch veranlaßt die Ausſtellungsleitung, die Trachtenſchau bis
zum 4. Februar zu verlängern. Die Ausſtellung iſt täglich geöffnet
von 9—13 Uhr und 15—19 Uhr. Wochentags 15 Uhr und
Sonn=
tags 11 Uhr werden Führungen durch die Ausſtellung
veranſtal=
tet, um in der breiteſten Oeffentlichkeit Sinn und Verſtändnis
für artbewußtes Volkstum zu wecken.
B.N.5.9.J. Fachgr. Ref.
Freitag, den 26. Januar, nachmittags 3 Uhr, hielt Pg. Dr.
Jakob Graf im Kreiſe der Ortsgruppe Darmſtadt der
Fach=
gruppe Referendare im Zeichenſaal des Ludwig=Georgs=
Gymna=
ſiums ſeinen zweiten Vortrag. Diesmal ſprach er über das
Thema „Raſſe”, das im Brennpunkt der nationalſozialiſtiſchen
Weltanſchauung überhaupt und deshalb auch des Denkens
unſe=
rer neuen Juſtizgeneration ſteht.
An Hand von Lichtbildern zeigte der Vortragende die
wich=
tigſten Raſſekennzeichen der für Deutſchland bedeutungsvollen
Raſſen auf. Wieder wurde beſonders betont, daß körperliche
Merkmale ſtets Hinweiſe auf Seeliſches ſind, um das es im Grunde
bei aller Raſſenforſchung geht. Mit Klaus ſpricht daher der
Vortragende von Raſſenſeelenforſchung. Grundſätzlich erſcheint
uns vor allem die Auffaſſung, daß die „Umwelt” (Milieu uſw.),
ſo ſehr ſie das Bild des Menſchen mitzuformen vermag, niemals
imſtande iſt, äußerlich wie innerlich die Stilgeſetze der Raſſe,
d. h. der Seele, zu berühren, geſchweige denn zu verändern. Den
dahingehenden Irrtum des Naturalismus und Materialismus
draſtiſch bloßgeſtellt zu haben, iſt ſchon allein ein unſchätzbarer
Gewinn der feſſelnden Ausführungen des Pg. Graf, auf deſſen
Buch Vererbungslehre und Erbgeſundheitspflege”, zweite
Auf=
lage, Verlag D. F. Lehmann, München, noch beſonders
hinge=
wieſen ſei
Die Veranſtaltung, die durch die Anweſenheit des Herrn
Ge=
neralſtaatsanwalts ausgezeichnet war, leitete der neuernannte
Ortsgruppenobmann, Kam. Schmeel, deſſen ſachlich gewandte
Art Gewähr für eine zielklare Führung der hieſigen Ortsgruppe
bietet.
Altf.
Brieftaſten.
Jeder Anfrage iſt die ſetzie Bezugsquittung beizufägen. Anonyrie Anfragen wirdes
nicht beantwortet. Die Beaniwortung erfolgt obne Rechtsverbindlichkeit.
„K.=Steuer‟. Die Kirchenſteuer müßten Sie nur entrichten,
wenn Sie vermögensſteuerpflichtig wären, was Sie
aber nach Ihrer Angabe nicht ſind. Vom Kirchennotgeld können
Sie Befreiung erlangen; nach § 8 der Steuerſatzung vom 21. 3.
1929 kann der angeforderte Betrag ganz oder teilweiſe erlaſſen
werden, wenn ſich im Einzelfalle die Einziehung des
Kirchennot=
geldes als eine außergewöhnliche Härte erweiſt, oder ſonſt
be=
ſondere Verhältniſſe vorliegen. Wenden Sie ſich wegen Steuer
und des Notgeldes an das Landeskirchenamt in der
Mackenſen=
ſtraße.
Alter Abonnent, hier. Die Frage iſt nicht recht
verſtänd=
lich. Geben Sie an, was Sie unter „Opfer der Arbeit” verſtehen.
Wichkige Lohnſteuerbeſtimmungen.
1. Bei Abführung der Lohnſteuer in bar oder durch Ueberweiſung:
a) Arbeitgeber, die im Kalenderjahr 1933 die Lohnſteuer
ihrer Arbeitnehmer in bar oder durch Ueberweiſung
abge=
führt haben, müſſen für jeden am 31. Dezember 1933 bei
ihnen beſchäftigt geweſenen Arbeitnehmer dem Finanzamt
die Steuerkarte 1933 mit der vollzogenen
Lohnſteuerbeſchei=
nigung auf der zweiten Seite derſelben überſenden. Die
Ueberſendung hat bis zum 15. Februar 1934 an das
Finanz=
amt zu erfolgen, in deſſen Bezirk die Steuerkarte 1934
aus=
geſchrieben worden iſt. Die Steuerkarten dürfen alſo dieſen
Arbeitnehmern nicht ausgehändigt werden.
b) Für die übrigen im Jahre 1933 bei ihnen beſchäftigt
ge=
weſenen, aber vor dem 31. Dezember 1933 ausgeſchiedenen
Arbeitnehmer müſſen die Arbeitgeber bis zum gleichen.
Zeit=
punkt den Finanzämtern, in deren Bezirk die Steuerkarte
1933 ausgeſchrieben worden iſt, Lohnſteuer=
Ueberweiſungs=
blätter überſenden Die Ausſchreibung und Ueberſendung
von Lohnſteuer=Ueberweiſungsblättern hat dann zu
unter=
bleiben, wenn der Arbeitgeber bereits beim Ausſcheiden
des Arbeitnehmers eine vollſtändige Lohnſteuerbeſcheinigung
auf der zweiten Seite der Steuerkarte 1933 ausgeſchrieben
hat. Vordrucke zu den Lohnſteuer=Ueberweiſungsblättern
werden von den Finanzämtern unentgeltlich abgegeben.
2 Bei Verwendung von Steuermarken:
Arbeitnehmer, für die im Kalenderjahr 1933
Steuer=
marken verwendet worden ſind, ſind verpflichtet, die in ihrem
Beſitz befindlichen Steuerkarten 1933 mit den mit Marken
be=
klebten Einlagebogen bis zum 15. Februar 1934 bei dem
Finanzamt abzuliefern, in deſſen Bezirk ſie am 10. Oktober 1933
gewohnt haben.
3. Alle Arbeitnehmer, die am 31. Dezember 1933 in keinem
Dienſtverhältnis ſtanden, ſind verpflichtet, die in ihrem Beſitz
befindlichen Steuerkarten 1933 bis zum 15. Februar 1934 bei
dem Finanzamt abzuliefern, in deſſen Bezirk ſie am 10. Oktober
1933 gewohnt haben.
Nähere Auskunft erteilen die Finanzämter Darmſtadt=Stadt,
Darmſtadt=Land, Reinheim und Langen.
Heuke abend iſt’s ſo weit!
Was geht da bloß am Saalbau vor?
Laſtwagen wälzen ſich durchs Tor
mit Kiſten, Fäſſern, Ball’n in Menge.
Dem Preſſefeſt gilt dies Gedränge.
Nun iſt’s ſoweit, nun ſollt ihr ſtaunen:
in dicken Banzen harrt der Wein
als ſchwere Artill’rie, Kartaunen
mit Bier kartatſchen mitten drein.
Der Schaumwein aus der Mitrailleuſe
verſpritzt, vom Eiſe perlend kalt,
nicht Millionär noch Millionöſe
braucht man zu ſein, damit es knallt.
Und ſeid erhitzt ihr dann vom Tanze,
der Eismann euch den Gaumen kühlt.
Im ſanft gedämpften Lichterglanze
der Kaffeeſtub' man wohl ſich fühlt.
Was wollt ihr euch mit Kochen plagen?
Bei uns ſoll niemand Knochen nagen.
Es gibt da Schinken Lachs und Wurſt
(denn Durſt macht Hunger — Hunger Durſt),
Sardellen, Kaviar und Wurſtweck
und mehr — doch niemals geht der Durſt weg.
Was fehlt noch? Manches — doch ich hab’s:
Aufs Eſſen ſetzt man einen Schnaps.
Ja, wer kann dies denn all berappen?
Es koſtet nur inen „Stiel von Pappen‟
Wer jetzt noch keine Karte hat,
begebe flugs ſich in die Stadt
um 3 Uhr ſchließt der Vorverkauf.
Dorthin geh’ euer erſter Lauf.
Das Feſtprogramm iſt erſter Klaſſe.
Nur treib” es keiner zu behaglich,
denn ob ihr an der Abendkaſſe
noch Einlaß findet, das iſt fraglich.
Nehmt die Familie an die Hand
und kommt in zünftigem Gewand!
Bedenkt, das iſt doch keine Frage,
ſowas ſeht ihr nicht alle Tage.
In die Erinn’rung preſſe feſt
ſich dieſes Jahr das Preſſefeſt!
Aus der NSDAP.
Die Tagungen der Gaureferenten „Kraft durch Freude.
Heſ=
ſen=Naſſau” finden in Zukunft jeden Montag, abends von 7—8
Uhr, im Verbandshaus, 4. Stock, Zimmer 4, ſtatt.
gez. W. Becker,
Landesobmann der NSBO. und Bezirksleiter der Deutſchen
Arbeitsfront Heſſen und Heſſen=Naſſau.
Der Kreisleiter, Pg. Zürtz, teilt mit:
Schulungskurſe finden ſtatt:
Samstag, 27. Januar: OG. Darmſtadt=Gerpinus.
Dienstag, 30. Januar: Pfungſtadt.
Mittwoch, 31. Januar: Traiſa.
Donnerstag, 1. Februar: OG. Darmſtadt=Rheintor.
Freitag, 2. Februar: OG. Darmſtadt=Maintor,
Es ſpricht Kreisſchulungsleiter Pg. Borchert. Anfang
pünktlich 8.30 Uhr. Erſcheinen iſt Pflicht für Parteigenoſſen.
Gäſte ſind ſo viel wie möglich einzuführen. Lokal iſt dem
Kreis=
ſchulungsleiter jeweils vorher bekannt zu geben.
Ortsgruppe Darmſtadt=Steinberg.
Dienstag, den 30. Januar 1934 abends 8.30 Uhr, findet eine
Amtswalterſitzung in der Viktoriaſchule ſtatt. Erſcheinen
ſämt=
licher Amtswalter iſt Pflicht.
Ortsgruppe Darmſtadt=Mitte.
Die Sprechſtunden unſerer Geſchäftsſtelle, Hügelſtraße 22, II.
ſind bis auf weiteres Montags bis Freitags täglich von 19 bis
20 Uhr geöffnet.
Die NS.=Frauenſchaft trifft ſich zur Beerdigung des Fräulein
Schnur Samstag, den 27. d. M., vorm. 10.30 Uhr, am Portal des
Waldfriedhofs.
NS.=Frauenſchaft.
Wir machen die NS.=Frauenſchaft ſowie die Parteimitglieder
auf die Ausſtellung „Geſunde Frau — Geſundes Volk” im
Rhein=
tor aufmerkſam. Karten für die Ausſtellung ſind zum Preiſe
von 30 Pf. im Vorverkauf bei der NS.=Frauenſchaft und bei der
Wache im „Braunen Haus”, Rheinſtraße 48, zu haben.
Ortsgruppe Darmſtadt=Mitte.
Auf Anordnung der Reichsführung ſollen alle
Schweſternver=
bände und Schweſtern, ſoweit ſie nicht dem Roten Kreuz, der
Inneren Miſſion oder dem Caritasverband angehören zu einer
einheitlichen Organiſation (Schweſternſchaft der NS.=
Volkswohl=
fahrt) zuſammengefaßt werden. Zu dieſem Zwecke wollen ſich alle
in Frage kommenden Schweſtern bis zum 28. d. M. bei der
Ge=
ſchäftsſtelle der Ortsgruppe 9 in der Berufsſchule, Ecke Karl= und
Nieder=Ramſtädter Straße, melden. Beamtete Schweſtern
kom=
men hierbei nicht in Betracht.
SS.=Sturm 1//33.
Die Aufnahme in die SS. behält ihre Gültigkeit bis nur
zum 1. 2. 1934. Bis zu dieſem Zeitpunkt können ſich
Partei=
genoſſen (Mitglieder der NSDAP.) melden, und zwar auf der
Dienſtſtelle des 1. Sturmes. Neckarſtraße 4.
Ortsgruppe Bensheim.
Am Samstag, dem 27. Januar, abends 8.30 Uhr, findet im
Saale des Hotels „Deutſches Haus” die General=
Mitgliederver=
ſammlung ſtatt. Das Erſcheinen ſämtlicher Mitglieder iſt
unbe=
dingte Pflicht, insbeſondere, da ein großer Teil der
Mitglieds=
karten zur Ausgabe gelangt.
Aus dem Gerichtsſagl.
Aw Der Strafſenat verhandelte am Freitag in
nicht=
öffentlicher Sitzung gegen fünf Bingener Kommuniſten
wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Ein beſonderes
Früchtchen war der 34jährige Arbeiter und Führer der KPD. in
Bingen Georg Reichardt, der ſich kommuniſtiſche Flugſchriften
aus Frankfurt holte, um ſie mit den anderen in Bingen zu
ver=
teilen. Er hatte auch eine führende Rolle im Separatiſtenaufſtand
und konnte ſich ſeinerzeit für einige Stunden „Oberkommandant”
von Schwabenhain ſchimpfen. Er erhält drei Jahre
Zucht=
haus und zehn Jahre Ehrverluſt. Je ein Jahr
und ſechs Monate Gefängnis erhalten der Arbeiter
Ernſt Klemm, Führer der KPD. in Sprendlingen in
Rhein=
heſſen, die Leiterin der Roten Hilſe in Bingen, Frau Suſanna
Heller, und der Metzger Hans Hoefer. Der Schiffer Franz
Schäfer erhält ein Jahr und drei Monate
Gefäng=
nis. Sie vertrieben außerdem alle fünf noch im Juni und Juli
vorigen Jahres Beitragsmarken der KPD.
Das Bezirksſchöffengericht verhandelt bis in den
Abend gegen ſechs Schmuggler, die an der Saargrenze bei
Ober=Aubach einen ſchwunghaften Tabakſchmuggel betrieben.
Schon etliche Male war Termin angeſetzt, doch jedes Mal brauchte
man neue Zeugen, weil die Angeklagten dem Gericht derartig
unglaublich vorlogen. Auch heute beſtreiten ſie zum größten Teil.
Sie hatten, ſo behauptet der eine, einmal nur die franzöſiſchen
Zollbeamten veruzen wollen. Als man den erſten Angeklagten,
der ſich in Lampertheim auffällig benahm, dort feſtnahm fand
man in ſeinem Auto kommuniſtiſche Zeitſchriften mit
aufhetzen=
dem Inhalt, die er über die Grenze ebenfalls mitgebracht hatte.
Er beſtreitet das natürlich auch. Das Gericht verurteilt den
Auto=
ſchloſſer Hans Naumann aus Neunkirchen (Saar) wegen
fort=
geſetzten Tabakſchmuggels und Vergehens gegen die Zoll= und
Steuergeſetze zu einer Geldſtrafe von 25000 RM., zu
einem Jahr Gefängnis und zu einem Werterſatz von
25 RM., den Tüncher Bernhard Herle wegen
Bandenſchmug=
gels zu 11000 RM., zu insgeſamt einem Jahr und drei
Monaten Gefängnis und zu einem Werterſatz von
2300 RM., den Dachdecker Philipp Heiſer zu 3000 RM., zu
insgeſamt 10 Monaten Gefängnis und zu einem
Wert=
erſatz von 700 RM., Karl Borger aus Pfungſtadt zu 3000
RM., zu insgeſamt einem Jahr und drei Monaten
Ge=
fängnis und zu einem Werterſatz von 3000 RM., Georg
Hilsheimer zu 3000 RM., zu vier Monaten
Gefäng=
nis und zu einem Werterſatz von 400 RM., und den Kaufmann
Philipp Fückel aus Nieder=Ramſtadt zu einer Geldſtrafe
von 12000 RM. und zu insgeſamt zwei Monaten
Ge=
fängnis. Er hatte an dem Schmuggel inſofern teil, als er die
Leute mit ſeinem Auto bis zur Grenze und wieder zurückfuhr,
mußte aber auch als Mittäter beſtraft werden, weil das Geſetz
eine Beihilfe hier nicht kennt. Die beiden Autos des Naumann
und des Fückel werden eingezogen. Die Unterſuchungshaft die
über ein halbes Jahr andauerte, wird den Angeklagten nicht
an=
gerechnet, da ſie ſie durch ihr ſtändiges Leugnen ſelbſt
verſchul=
deten,
Vereins- und lokale Beranſtaltungen.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Peter Schäfer ſingt heute abend 8 Uhr, im Heylshof,
Weyprechtſtraße 6, den Schubertzyklus „Winterreiſe‟. Am Flügel
Prof. Dr. Fr. Noack. Karten bei Konzert=Arnold, am Weißen
Turm, und an der Abendkaſſe.
— Alt=Darmſtadt”= Verein. Unſer nächſter
Vor=
tragsabend findet am Donnerstag, den 1. Februar, abends
8.15 Uhr, im Fürſtenſaal, ſtatt. Herr Prälat D. Dr. Dr. Diehl
ſpricht über. Das Kapellchen und ſein Kirchhof”, wozu unſere
Mit=
glieder und Freunde höflichſt eingeladen ſind. Gäſte können durch
Mitglieder eingeführt werden.
„Kleingärtnerverein Karlshof.‟ Die
Mit=
glieder werden nochmals auf die am 27. Jauuar 1934, im
Kronen=
bräukeller, Dieburger Straße, ſtattfindende ordentliche
Haupt=
verſammlung aufmerkſam gemacht. Auf die Wichtigkeit der
Tagesordnung und das Erſcheinen des Stadtgruppenführers wird
nochmals hingewieſen.
Städt. Saalbau. Sonntag abend 8.11 Uhr der Große
Rheiniſche Abend mit Tanz! (Siehe morgige Anzeige.)
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Turnhalle Woogsplatz. 20.30 Uhr:
Hauptverſamm=
lung der Turngemeinde 1846.
Fürſtenauer Hof: Konzert, Geſang, humoriſtiſche
Vor=
träge.
Samstag, 27. Januar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 26 — Seite 7
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 26. Jan. Goldene Hochzeit. Die
Ehe=
leute Georg Joſt und Frau Eliſabeth, Kettenwieſenſtraße 14,
begehen am Samstag (27. Januar) das Feſt der goldenen
Hoch=
zeit. Beide Ehegatten ſind noch äußerſt rüſtig. —
Geſang=
verein „Frohſinn”. Die Jahres=Hauptverſammlung des
Vereins nahm einen flotten Verlauf. Der Jahresbericht, den
Vereinsführer Philipp Völger ablegte, ließ einen regen
Ver=
einsbetrieb erkennen. Auch der Kaſſenbericht ergab ein
erfreu=
liches Bild geſunder finanzieller Verhältniſſe. Außer einigen
Ergänzungen verbleibt die ſeitherige Vereinsführung in ihren
Aemtern.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 26. Jan. Wechſel in der
Unter=
erhebſtelle. Die bisher von dem hieſigen Gemeinderechner
Wagner mitverwaltete ſtaatliche Untererhebſtelle für die
Gemein=
den Nieder=Ramſtadt, Traiſa und Waſchenbach wird ab nächſter
Woche von dem Kaufmann Chriſtoph Dieter dahier, Adolf=
Hitler=Straße 8, woſelbſt ſich auch die Büroräume befinden,
über=
nommen. Zahlungen für Staat und Gemeinde ſind daher von
nun an getrennt zu leiſten, und zwar die Gemeindegefälle an die
Gemeindekaſſe, alle ſtaatlichen Abgaben an die neu errichtete
Untererhebſtelle. — Winterhilfe. Am nächſten Samstag
nach=
mittag findet eine Verteilung von Kartoffeln an die
Hilfsbedürf=
tigen ſtatt. Dieſer folgt am Montag nachmittag die Verteilung
von Lebensmitteln aus der Pfundſammlung. Das von den
Land=
wirten geſpendete Getreide iſt nunmehr abzuliefern, und zwar im
Rathaus zu Nieder=Ramſtadt.
G. Ober=Ramſtadt, 24. Januar. Die erſte Verſammlung der
Schreinerzwangs=Innung des Bezirks Ober=Ramſtadt=Nieder=
Ram=
ſtadt=Traiſa=Roßdorf fand hier im Gaſthaus „Zum Adler” ſtatt.
Sie war von 32 Schreinermeiſtern beſucht. Der Bezirksführer,
Schreinermeiſter Dintelmann, Ober=Ramſtadt, erteilte nach
Be=
grüßung der Anweſenden Herrn Verbandsführer Schreinermeiſter
Schäfer=Darmſtadt das Wort, der eingehend über den
berufsſtän=
diſchen Aufbau des Handwerks referierte. Seine Ausführungen
fan=
den beifällige Aufnahme. Daran anſchließend erfolgte die Wahl
verſchiedener Kommiſſionen.
G. Ober=Ramſtadt, 26. Januar. Goldne Hochzeit. Das
ſeltene Feſt der Goldnen Hochzeit können am 27. Januar die
Ehe=
leute Maurermeiſter Chriſtian Herdt und Frau. geb. Kraus,
feiern. Die Jubilare erfreuen ſich noch einer verhältnismäßig guten
Geſundheit und ausgezeichneter geiſtiger Friſche.
An. Groß=Zimmern 24. Jan. Jahresfeier der Freiw.
Feuerwehr. Die Freiw. Feuerwehr hielt ihre Jahresfeier
im Saale von Bernhard Pullmann ab. Schon vor Beginn der
Veranſtaltung war der Saal beſetzt, und niemand brauchte es zu
bereuen. Alt und jung kam auf ſeine Koſten. Nach dem Aufmarſch
der Wehr hielt Oberbrandmeiſter Vonderſchmidt eine zündende
Begrüßungsanſprache, die in ein Sieg=Heil auf Volk und Führer
ausklang. Zum anſchließenden Tanz ſpielte die Kapelle Reitzel
in gewohnt ſchöner Weiſe auf.
k. Dieburg, 24. Jan. NS.=Kriegsopfer=
Verſor=
gung des Kreiſes Dieburg. Im überfüllten Saale des
Mainzer Hof” eröffnete der Kreisobmann, Pg. Weber die
Kundgebung und erteilte Gauobmann, Pg. Schab, das Wort.
Unſer Ziel, ſo führte der Redner aus, iſt nichts anderes als die
Ehre und Achtung, die uns Kriegsopfern gehört. Der Ausſpruch
des Führers, daß die Kriegsbeſchädigten die erſten Bürger des
Staates ſeien, gibt uns ein Recht auf Unterſtützung für die Dienſte,
die wir dem Staate geleiſtet haben. Der Opfergeiſt treuer
Kame=
radſchaft muß zum Sozialismus der Tat werden, damit wieder
alles eins iſt zum Segen der Nation. Mit Dankesworten an den
Redner erteilte Kreisobmann Weber an Landesobmann
Zieg=
ler das Wort, deſſen Gedankengänge ſich in den Ausführungen
des erſten Redners bewegten. Hierbei wurde das Geſetz für die
Kriegsopfer, das ſoeben in Berlin zur Beratung ſteht, angeführt,
das für die Kriegsopfer von ganz beſonderer Bedeutung ſein
wird. Auch wurde auf die Siedlungen hingewieſen. Reicher
Bei=
fall lohnte den Rednern ihre Ausführungen. Bürgermeiſter, Pg.
Burkart, richtete noch einige kernige Worte an die
Verſamm=
lung, getragen von der Sorge um die Kriegsbeſchädigten und
Hin=
terbliebenen. Nach einer Minute ſtillen Gedenkens an die
Gefal=
lenen des Weltkrieges ſpielte die Kapelle des Deutſchen
Arbeits=
dienſtes das Lied vom „Guten Kameraden‟. Ein dreifaches „Sieg=
Heil” auf den Reichspräſidenten und den Volkskanzler und das
Horſt=Weſſel=Lied ſchloß die Verſammlung.
Le. Groß=Umſtadt, 26. Jan. Auf der Reichsſchau der
Ge=
flügelwirtſchaft in Leipzig errangen hieſige Züchter hohe und
höchſte Auszeichnungen. Johann Georg Eidmann 2. erhielt auf
9 Stück Schönheitsbrieftauben achtmal die Bezeichnung „ſehr gut”
und einmal „gut” ſowie 7 Ehrenpreiſe. Ludwig Freund wurde
auf 4 Stück Steinheimer Bagdetten viermal die Note „ſehr gut”
und 4 Ehrenpreiſe zuerkannt. Georg Leonhard Eidmann hatte
4 Stück Goldwyandotten ausgeſtellt. Er erhielt dreimal die
Be=
zeichnung, ſehr gut” und einmal „vorzüglich”, außerdem noch das
„Siegerband” und 4 Ehrenpreiſe. Adolf Lang erhielt auf 4
aus=
geſtellte Zwerg=Wyandotten viermal die Note „ſehr gut” und 2
Ehrenpreiſe.
Die Ausgrabungsarbeiten
an der Lampertheimer „Burg” im Winter 1933/34.
Flur= und ſonſtige im Volksmunde verwurzelte Namen haben
ſich oft durch Jahrhunderte mit großer Zähigkeit erhalten, wenn
ſich auch ihre ſprachliche Form zuweilen geändert hat. So hat
Lam=
pertheim eine Burggaſſe, die ſchon 1490 in einem im Wormſer
Stadtarchive verwahrten Weistume der Kellerei Stein genannt
wird. Die rätſelhafte Aufſchrift „Pompernal” wird wohl den
ein=
ſtigen Beſitzer des Weistums bezeichnen. Wahrſcheinlich ließe ſich
das Alter dieſes Straßennamens noch weiter rückwärts verfolgen,
wenn das Lampertheimer Gemeindearchiv aus der Zeit vor dem
30jährigen Kriege noch beſtünde.
Natürlicherweiſe iſt bei der Deutung des Namens an eine
ehedem dort vorhanden geweſene „Burg” zu denken, doch es ſind
uns keine urkundlichen Belege erhalten, die uns von einer ſolchen
berichten. Wagner bezeichnet in ſeinem Werke „Wüſtungen” die
Lage der von ihm irrtümlich „Friedrichsburg” genannten Burg
richtig, wenn er ſagt: „lag am Wege von Lampertheim nach
Kirſch=
gartshauſen, welcher Weg von Lampertheim aus noch die
Burg=
gaſſe heißt, an der badiſchen Grenze, ſüdlich von Lampertheim und
in deſſen Gemarkung. Die Stätte der ehemaligen Burg bildet
ein längliches Rechteck, das von noch ſichtbaren Wallgräben
um=
geben iſt, und welche Stätte noch jetzo die „Burg” oder nach der
Volksſprache „Bark”, „Berk” (Berg) genannt wird.‟ Er irrt
da=
gegen in ſeinen weiteren Angaben über dieſe Burg. (Vergl.
Frohn=
häuſer, Rückblicke in die Geſchichte Lampertheims, S. 99.)
Ludwig Frohnhäuſer, der von 1869—1887 als Ortspfarrer in
Lampertheim wirkte, und der ſich durch ſeine mit großer
Gewiſſen=
haftigkeit durchgeführten ortsgeſchichtlichen Forſchungen verdient
gemacht hat, hat ſich auch mit der „Burg” in Lampertheim befaßt,
und da die Urkunden fehlten, einen kleinen Verſuch mit dem
Spa=
ten unternommen. Er bemühte ſich, nach Reſten dieſer „
Waſſer=
burg” zu ſuchen, und ſicherlich hätte er bei ſeiner eifrigen
ſchrift=
ſtelleriſchen Tätigkeit auch eine Abhandlung über den Erfolg
ſei=
nes Verſuches veröffentlicht, wenn dieſer befriedigend geweſen
wäre.
Sollte es ſich vielleicht bei der Lampertheimer „Burg” um ein
römiſches Kaſtell gehandelt haben. Ein ſolches wird in der Gegend
vermutet, und die Verſuchung liegt nahe, es auf dem 6 Morgen
großen, etwas erhöht liegenden und mit einem noch erkennbaren
Wallgraben umgebenen Burggelände zu ſuchen. Ganz in der Nähe
dieſes Geländes zog früher eine Straße vorüber, die durch die
Burggaſſe nach Kirſchgartshauſen führte, und die auf einer Karte
des Generallandesarchivs Karlsruhe (Kirſchgartshäuſer. Hof
Nr. 2) aus dem Jahre 1771 als, hoche weeg” bezeichnet iſt, was
römiſchen Urſprungs vermuten läßt. Da nämlich die Römer bei
der Anlage ihrer Straßen natürlicherweiſe die zahlreichen feuchten
Niederungen umgehen mußten und die Straßen möglichſt auf der
Höhe geführt wurden, trugen ſie häufig den Namen Hohe Straße,
auch hoher Weg. Denkbar wäre es alſo durchaus, daß hier zum
Schutze dieſer Straße ein Kaſtell beſtanden hätte. Die „Holland”,
heute die Landesgrenze zwiſchen Baden und Heſſen, vordem
zwi=
ſchen dem Bistume Worms und Kurpfalz, war zur Ueberleitung
der Straße überbrückt. Die älteſten Lampertheimer erinnern ſich
noch, die Brücke geſehen zu haben. Der Straßenzug durch das
Kirſchgartshäuſer Feld, der nach Erbauung der Mannheimer
Straße zwecklos wurde, diente dann als Feldweg, bis er während
des Weltkrieges beſeitigt wurde. Bei der Tieferlegung des
Hol=
landgrabens durch den Freiwilligen Arbeitsdienſt im Spätherbſt
1933 kam auf der Grabenſohle ein eichener Brückenroſt zum
Vor=
ſchein, deſſen Fachwerke mit Sandſteinen ausgefüllt waren. Das
Alter dieſes Roſtes mag aber kaum hundert Jahre überſteigen.
Eine gründliche Erforſchung des Burggeländes hat nun vor
kurzem unter der Leitung des Denkmalpflegers Profeſſor Dr.
Behn durch eine Grabung ſtattgefunden, wozu im Lager
Lampert=
heim ein Sondertrupp des Arbeitsdienſtes aufgeſtellt worden war.
Ueber das Ergebnis dieſer Grabung ſoll nachſtehend berichtet
werden.
Schon bei der Anlage der erſten der netzartig auf dem ſogen.
Burggelände gezogenen Suchgräben konnten eingelagerte
Schich=
ten ſtark vergruſten Bauſchuttes feſtgeſtellt werden, auch kamen
während der Grabung in ſehr verſchiedener Tiefe liegende
Brok=
ken roten Sandſteines zum Vorſcheine. Da in den diluvialen
Sandablagerungen keine Steine vorkommen, deuten ſie immer auf
ehemalige menſchliche Anſiedlung hin, und die Stelle verdient die
beſondere Beachtung des Heimatforſchers.
Der Wallgraben tritt als muldenartiger Wieſenſtreifen
deut=
lich hervor. Stellenweiſe war er mit neuzeitlichem Bauſchutte
ein=
geebnet worden. Auch der Aushub des im Spätherbſte 1933 durch
den Freiwilligen Arbeitsdienſt neu angelegten
Entwäſſerungs=
grabens wurde zur teilweiſen Auffüllung des Grabens verwandt.
An zwei durch den Wallgraben gelegten Schnittgräben ließ ſich
durch die aufgefüllte dunkle Erde deſſen Querſchnitt erkennen. Als
größte Tiefe der deutlich ſich abzeichnenden Grabenſohle konnte
1.16 Meter, als mittlere 0,90 Meter, ermittelt werden.
Fundſtücke geſchichtlichen Intereſſes kamen während der
Gra=
bung verhältnismäßig ſpärlich zum Vorſcheine. Sie beſtanden in
einem füllhornartig geformten, gebrannten Tonrohre von 38 cm.
Länge deſſen Alter und einſtiger Verwendungszweck nicht bekannt
ſind. Auch die älteren Tonſcherben und Glasfunde verſchiedener
Zeiten geſtatteten keinen Schluß auf das Alter der ganzen
An=
lage. Die für die römiſche Zeit typiſchen Sigillata=Scherben
fehl=
ten gänzlich.
Der Erfolg der Unterſuchung war daher wenig befriedigend.
Wenn auch einerſeits mit Sicherheit feſtzuſtellen war, daß hier
auf dieſem „Bärk” eine durch Menſchenhand geſchaffene Anlage,
vielleicht in der Hauptſache eine Schanze, beſtanden hat, ſo konnte
die Grabung doch keine Klarheit darüber erbringen, welcher Art
dieſe Lampertheimer „Burg” war. Bei der Urbarmachung des
Geländes wurde der Boden derart durcharbeitet, daß die
ur=
ſprüngliche Anlage nicht mehr zu erkennen iſt. Der Schleier, der
ſeither über dieſem Burggelände lag, iſt nun gehoben. Wenn auch
die Arbeit zu keinem befriedigenden Ergebniſſe führte, ſo iſt es
doch immerhin ein Erfolg, wenn feſtgeſtellt werden mußte, daß
nichts mehr feſtzuſtellen iſt.
Carl Lepper.
Seeheim, 24. Jan. Die Starkenburger Poſaunenchöre hielter
hier eine Rüſtzeit für muſikaliſche Volksmiſſion.
E=
bleibt bewundernswert, was der unermüdliche Verbandsdirigent
Breitrück=Darmſtadt, in dem Orcheſter, das ſich aus den Vertretern
von 20 Chören zuſammenſetzte und eine Halbhundertſchaft umfaßte,
in meiſterhafter, gründlicher Schulung ſchaffte. An zwei
Nachmit=
tagen wurden die gemeinſam erarbeiteten herrlichen Choralweiſen
im Kurrendeblaſen öffentlich werbend nach Jugenheim und
See=
heim hineingetragen. Allenthalben flogen die Fenſter auf und von
den Aelteſten bis zu den Jüngſten, trat man vor die Tür und
lauſchte der erhebenden Tonverkündigung des Evangeliums. Einen
wunderbaren Abſchluß fand die Arbeit in einem wohlgelungenen
Gemeindeabend in dem wohlgefüllten Hörrſchen Saale. Nach
herz=
licher Begrüßung durch den Ortspfarrer boten die Bläſer auf
muſi=
kaliſcher Höhe ſtehende Leiſtungen in Motetten, edelſtem
Choral=
gut, Volksliedern, Solis, Quartetten und Märſchen. Dekan Strack=
Pfungſtadt gab ſeiner dankbaren Freude über die fortſchrittlichen
Leiſtungen dieſer 2. Poſaunenchorfreizeit freundlichen Ausdruck
und wies hin auf die volkskommiſſariſche Bedeutung dieſes evang.
Gemeindedienſtes. Verbandsvorſitzender Röver=Darmſtadt
verbrei=
tete ſich aus reichſter Erfahrung in feiner innerlicher Weiſe noch
weiter über dieſes Thema der Bedeutung der Poſaunenchöre und
ihre volkskommiſſariſche Sendung. Auch die Herzen der bisher
noch Fernſtehenden wurden durch die wertvollen Ausführungen
und Darbietungen des Abends im Sturm erobert. Die
vollen=
detſte Darſtellung ihres einzigartigen Dienſtes bot die
Poſaunen=
chorſache am Sonntag im Volksmiſſionsgottesdienſt in der
vollen Seeheimer Kirche, wo ſie fünfmal zu Worte kam.
Bm. Heppenheim a. d. B., 24. Jan. Der Bund Königin
Luiſe hielt einen von Liedern und Gedichten der Jungluiſen
umrahmten belehrenden Vortragsabend, in deſſen Mittelpunkt
ein Lichtbildervortrag, der Frau Vorſitzenden über die
verſchie=
denen Techniken der Frauenhandarbeit ſtand.
Bm. Hofheim (Ried), 26. Jan Hohes Alter. Am 27.
Januar begeht hier Landwirt Philipp Löſch 10. ſeinen 80.
Ge=
burtstag. — Am 28. Januar feiert Anton Grimm ſeinen 72.
Ge=
burtstag. — Mit einer Anzahl hieſiger Erwerbsloſer wurden
dieſer Tage die Regulierungsarbeiten an den Gräben wieder
auf=
genommen. — Von der ſeit Weihnachten vermißten jungen
Frau fehlt immer noch jede Spur.
— Gernsheim, 26. Jan. Waſſerſtand des Rheins am
Pegel am 25. Januar 0,26 Meter, am 26. Januar 0,46 Meter,
jeweils 5.30 Uhr vormittags.
Dr. Sprendlingen, 24. Jan. Hohes Alter. Herr=Philipp
Spengler 3., Taunusſtraße, begeht am Sonntag, 28. Januar d. J.,
ſeinen 81. Geburtstag. Der Hochbetagte war über 30 Jahre bei
der Bahn beſchäftigt und fährt heute noch wie ein Junger auf dem
Fahrrad.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
El. Monzernheim (Rhh.), 25. Jan. Schrecklicher Tod.
Auf tragiſche Weiſe kam die 75jährige Margarethe Walber, die
ein Zimmer im Gemeindehaus bewohnte, ums Leben. Als ſie
ſich im Laufe des Vormittags nicht zeigte und der Fenſterladen
geſchloſſen blieb, drang man in ihre Wohnung ein, aus der
Brand=
geruch drang. Mit ſchweren Brandwunden fand man die Greiſin,
die bereits tot war, auf dem Boden liegen. Vermutlich iſt beim
Feueranzünden das Unglück geſchehen.
Nachrichken des Standesamts Darmſtadt.
Geſtorbene. Am 19 Januar: Fink. Jacob Karl.
Juſtizſekre=
tär, 56 Jahre alt, verheiratet, Viktoriaſtraße 32. Sulfrian,
Franziska Anna, geb. Meyer, Witwe des Weinhändlers, 61 Jahre
alt, Schwanenſtraße 28. Krämer. Georg Adam Forſtwart i. R.,
68 Jahre alt, verwitwet, Hammelbach i. O.; Stadtkrankenhaus,
Dieffenbach, Sofie, geb. Uloth. Witwe des Geh. Hofrats Prof.
Doktor, 66 Jahre alt, Inſelſtraße 18. Am 20. Januar: Schmitt,
Valentin, Zugführer i. R., 59 Jahre alt, verheiratet,
Donnersberg=
ring 30. Mahlerwein, Katharina, Diakoniſſe, 62 Jahre alt,
ledig, Eich, Kreis Worms; Eliſabethenſtift. Am 22. Januar:
Würtenberger, Liſette Emma, geb. Mankel, Ehefrau des
Kammachers, 59 Jahre alt, Ober=Ramſtadt: Eliſabethenſtift. Am
21. Januar: Hill, Helene, geb. Beſt. Ehefrau des Architekten,
54 Jahre alt, Nieder=Ramſtadt; Lagerhausſtraße 24.
Wieſen=
äcker, Barbara, geb. Amend, Ehefrau des Arbeiters, 28 Jahre
alt, Leeheim; Stadtkrankenhaus. Gaubatz, Philipp, Schloſſer,
verheiratet, 64 Jahre alt, Ludwigshöhſtraße 10. Am 23. Januar:
Ritter, Ilſe, Schülerin, 8 Jahre alt, Tochter des
Tiefbautech=
nikers. Griesheim bei Darmſtadt; Stadtkrankenhaus, Engel,
Heinrich Jakob. Inſtallateur, verheiratet, 66 Jahre alt.
Macken=
ſenſtraße 21. Fiſcher, Karl. I. Heizer, verheiratet, 55 Jahre alt,
Arheilgen; Stadtkrankenhaus. Bechtel, Katharina, geb. Funk.
Witwe des Bürgermeiſters, 68 Jahre alt, Biebesheim;
Eliſa=
bethenſtift. Am 24. Januar: Krug, Erika Eliſe. Tochter von
Dreher, 25 Tage alt, Birkert: Heinheimerſtraße 21. Urbach,
Frieda. Witwe, geb. Zeuner, Witwe des Weinhändlers, 87 Jahre
alt. Wienerſtraße 42. — Am 25. Januar: Hellermann, Adam,
Gaſtwirt, 79 Jahre, verw. Wienerſtraße 48; Weber. Erneſto,
Kaufmann, 38 J., ledig, Steinackerſtraße 13.
Kirchliche Nachrichken.
Evangeliſche Gemeinden.
1. Gottesbienſte.
Samstag, 27. Januar.
Stadtkirche. Abends 8,30 Uhr: Abendandacht.
Sonntag, 28. Januar, Eeptuageſimä.
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer F. Müller. Vorm. 11,15 Uhr:
ſindergottesdienſt. Pfarrer Heß. Nachm, 5 Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarraſſiſtent
nker.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer Heß. Vorm. 10 Uhr:
auptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt der
Markus=
ſemeinde. Pfarrer Vogel.
Schloßkirche. Vereinigung zur Abhaltung lutheriſcher Gottesdienſte. Vorm. 9,30
hr: Beichte und Anmeldung in der Sakriſtei. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt mit
eier des heiligen Abendmnahls. Pfarrer Lautenſchläger. — Mittwoch, 31. Jan., abends
Uhr: 4. Vortrag: „Brauchen wir eine Erlöſung?” Pfarrer F. Müller.
Martinskirche, Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz. Vorm. 11 Uhr:
indergottesdienſt für die Martinsgemeinde Oſt. Pfarrer Köhler. Abends 6 Uhr:
Kir=
enmuſikaliſche Abendfeier. Pfarrer Köhler. — Mittwoch, 81. Jan., abends 8 Uhr:
belſtunde im Martinsſtift. Abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Marx. Vorm. 11.15
ihr: Kindergottesdienſt. Abends 8 uhr: Kirchenkonzert des Inſtrumentalvereins. —
Nittwoch, 81. Jan., abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde im Gemeindehaus. Pfarrer Goethe
Die Johanneskirche iſt wochentags von 8 bis 5 Uhr zu ſtiller Andacht geöffnet.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
ottesdienſt. Pfarraſſiſtent Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
unker. — Dieustag, 30. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Beſſunger Kirche (Betrusgemeinde). Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer
eiß. Vorm. 11.15 Uhr: Kindergottesdienſt für beide Bezirke, Pfarrer Weiß, Abends
Uhr: Abendgottesdienſt. Pfarrer Irle.
Bibelſtundenfaal der neuen Trainkaſerne. Vorm. 9,30 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer
Frle. — Mittwoch, 31. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den Oſtbezirk im
Gemeinde=
haus über „Markusevangelium”. Pfarrer Weiß. Abends 8,.15 Uhr: Bibelſtunde für den
Weſtbezirk im Saal der neuen Trainkaſerne: Konfirmandenſtunde für Erwachſene.
Pfarrer Frle.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesbienſt. Pfarrer A. Müller, Vorm. 11.15
Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer A. Müller. — Mittwoch, 31. Jan., abends 8 Uhr:
Bibelſtunde. Pfarrer A. Müller. — Die Pauluskirche iſt wochentags von 9 bis 5 Uhr zu
ſtiller Andacht geöffnet. Eingang Hauptportal.
Stiftskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Waldeck. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. — Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr: Betſtunde.
Lutheriſcher Gottesdienſt (ſelbſt. luth. Kirche) im „Feierabend‟, Etiftsſtr. 51.
Sonntag, den 28. Jan., nachm. 5 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Müller, Erbach.
2. Veranſtaltungen.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Montag, 29. Jan., abends
8 Uhr: Gemeindeabend mit Bortrag von Pfarrer Dörr=Büttelborn über „Gefangenennot
und Gefangenenfürſorge‟. — Mittwoch, 31. Jan., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und
Strickſchule. — Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung Weſt. —
Freitag, 2. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend Weſt. — Samstag, 3, Febr., nachm. 2 Uhr:
Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 30. Jan., abends 8 Uhr: Kirchenchor.
Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung Oſt. — Freitag, 2. Febr.,
abends 8 Uhr: Mütterabend Oſt.
Saal der gleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 29. Jan., nachm
5 Uhr: Helferſitzung des Nordbezirks. Abends 8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. —
Dienstag, 30. Jan., abends 8 Uhr: Mädchenbund und Jungenſchaft. — Mittwoch,
31. Jan., nachm. 2 Uhr: Strickſchule; 2,30 Uhr: Nähnachmittag. Abends 5.30 Uhr:
Helferſitzung des Südbezirks. — Donnerstag, 1. Febr., abends 8,15 Uhr: Spielſchar. —
Freitag, 2. Febr., abends 8 Uhr: Kurrende.
Pauſ=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 29. Jan., abends
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Bemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Montag, 29. Jan., abends
8 uhr: Wohltätigkeitskonzert für die Kleinkinderſchule. — Dienstag, 30. Jan., abends
8.15 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 31. Jan., nachm. 3,30 Uhr: Mädchenjungſchar. —
Donnerstag, 1. Febr., abends 6—8 Uhr: Poſaunenchor. Abends 8 Uhr: Mütterabend.
Abends 8.15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft (Heim: Eichbergſtr.). — Freitag, 2. Febr.,
abends 8 Uhr: Mädchenchor. — Samstag, 3. Febr., nachm. 3 Uhr: Bubenjungſchar.
Abends 7.30 Uhr: Singekreis,
Baulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Sonntag, 28. Jan., abends
8 Uhr: Gemeindeabend. Ausſprache über „Deutſchen Glauben”. — Montag, 29. Jan.,
abends 8 Uhr: Jugendbund. — Donnerstag, 1. Febr., abends 8 Uhr: Mütterabend. —
Freitag, 2. Febr., abends 8 Uhr: Kirchenchor. — Samstag, 3. Febr., nachm. 4,30 Uhr:
Jungſchar. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 28. Jan.,
nachm. 4 Uhr: Vereinsſtunden.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer Köhler. — Moutag, nachm.
4 Uhr: Miſſionsarbeitsſtunde. — Dienstag, nachm 4 Uhr: Frauenbibelſtunde. Abends
8,30 Uhr: Blaukreuz=Bibelſtunde. Herr Weicker. — Mittmoch, abends 8,30 Uhr: Gemiſch=
ſomeicher.
Voranzeige: Sountag, den 4. Februgr: Kreiskonferenz des Blauen Kreuzes.
Redner: Generalſekretär Lehrer Seinſch, Siegen.
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 7 Uhr: Weiheſtunde. Nachm.
2.30 Uhr: Jugendbundſtunde für junge Männer, 4,45 Uhr: Jugendbundſtunde für junge
Mädchen. 5,45 Uhr: Gebetsſtunde für junge Mädchen. — Sonntag, Montag und
Diens=
tag, abends 8,14 Uhr: Beteiligung an dem Schulungskurs der Johannesgemeinde. —
Mittwoch, nachm. 3 Uhr: Kinderbund und E. C.=Jungſchar für Mädchen. Abends 8 Uhr:
Gebetsſtunde für junge Männer. Abends 8,30 Uhr: Spielabend für junge Männer. —
Freitag, abends 8,30 Uhr: F.=K.=Rüſtſtunde für junge Mädchen. — Samstag, nachm.
3 uhr: Kinderbund und E. C.=Zurgſchar für Knaben.
Sund deutſcher Bibelkreiſe, Jungenſchaft Darmſtadt (Heim: Kahlertſtr. 28; Horſt:
Mathildenplatz 9). Samstag, 27. Jan., nachm. 4 Uhr: B.=K. iun Heim. — Montag, 29.Jan.
nachm. 5 Uhr: Treuburg im Horſt. — Mittwoch, 31. Jan., nachm. 4 Uhr: Siegfried im
Horſt. — Freitag, 2. Febr., abends 8.15 Uhr: Bibelbeſprechung mit Pfarrer Köhler im
Horſt. — Samstag, 3. Febr., nachm. 4 Uhr: Pflichtkreis im Heim.
Bund deutſcher Mädchen=Bibelkreiſe (M.=B.=K.). Eliſabethenſtr. 19, III. Dienstag,
30. Jan., nachm. 5,30 Uhr: Kreis II. — Freitag, 2. Febr., abends 8 Uhr:
Leiterinnen=
kreis. — Eamstag, 3. Febr., nachm. 3,30 Uhr: Kreis 1V (Kl. Lichter). — Nachm. 5 Uhr:
Kreis III.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24.
Jeden Donnerstag, abends 8.15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. — Jeden zweiten und
vierten Mittiwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeinbehaus, Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe.
Sprech=
ſtunden vorm. von 10—12 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 5 bis 6 Uhr.
Fern=
ſprecher 4584.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8—12 Uhr und nachm. von 3—5,30 Uhr,
außer Dienstag= und Freitagnachmittag. Fernſpr. 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus, Bimmer 4.
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9—12 Uhr.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2888.
Digkoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17; Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Ge=
meindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eich=
wieſenſtr. 8: neben der Pauluskirche, Ohlyſtr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51): Rechtsauskunftsſtelle.
Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernſpr. 2288.
Frivatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins, Freiligrathſtr. 8, Fernſpr. 245.
Auswärtige Gemeinden.
Eogl. Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 28. Jan., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Montag, 8.30 Uhr: Mädchenverein. — Dienstag, 6—7 Uhr: Bücherausgabe. Abends
8 uhr: Dankgottesdienſt (anläßlich des Jahrestages der Ernennung Adolf Hitlers zuur
Kanzler). 9 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 8,15 Uhr: Bibelſtunde. 5 Uhr:
Mädchen=
jungſchar. — Donnerstag: Frauenverein. Helferinnen im Pfarrhaus. — Freitag:
Po=
ſaunenchor.
Evg. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 28. Jan., vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt.
— Montag, Dienstag, Mittwoch, jedesmal abends punkt 8 Uhr in der Kirche:
Bibelbeſprechſtunde für Frauen unter Leitung der Theologin Frl. Sieberth. — Mittwoch:
Airchenchor. — Freitag: Jungmädchenverein.
Evgl. Gemeinde Traiſa. Sonntag, 28. Januar, 10 Uhr Gottesdienſt. 11 Uhr
Kindergottesdienſt der Gr. Dienstag, 30. Januar, 19.30 Uhr Dankgottesdienſt für
die Frauen. 20.30 Uhr Dankgottesdienſt für die Männer (des Platzmangels wegen
ge=
rennt). Donnerstag Frauenabend.
Griesheim. 10 Uhr Predigtgottesdienſt. Pfarrer Mangold. 11 Uhr Kindergottesdienſt,
8 Uhr Bibelſtunde, Pfarraſſiſtent North, Friedenskirche. 10 Uhr Predigtgottesdienſt,
Pfarraſſiſtſent North. 11 Uhr Kindergottesdienſt.
Evgl. Gemeinde Dieburg. Sonntag, 28. Januar. vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt.
Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. Dienstag, 30. Januar, 8 Uhr: Vaterländiſche
Gedenkſtunde, (Liturg. Gottesdienſt).
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evgl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 28. Jan., vorm. 10 Uhr:
Predigtgottes=
dienſt: Prediger Veihelmann. Voru. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3,30 Uhr:
Jung=
ſchar. Abends 8 Uhr: Predigt. — Montag, abends 8.15 Uhr: Beteiligung an dem
reli=
giöſen Schulungsabend. — Dienstag, abends 8,15 Uhr: Eingſtunde. — Donnerstag,
abends 8.15 Uhr: Bibelſtunde.
Evgl. Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag,
8. Jan., vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt. Prediger Hähnel. Vorm. 10,30 Uhr:
Kindergottesdienſt. Abends 8.15 Uhr: Evangeliſation. — Dienstag, abends 8,15 Uhr:
Jugendſingen.— Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag, abends 8.30 Uhr:
Gebetsſtunde.
Methodiſten=Gemeinde, Bendelſtadtſtr. 38. Sonntag, vorm. 11 Uhr
Sonntags=
ſchule. Sonntag abends 8 uhr Volksmiſſions=Vortrag. Thema: Heilsgewißheit,
Redner: Direktor K.0, ſele Montag, abds, 8 Uhr Jugendbundſtunde. Dienstag abend
8 Uhr (Lob= und Dank= Gottesdienſt). Freitag abend 8 Uhr Frauen=Miſſions=Verein.
Jedermann iſt herzlich eingeladen.
Die Chriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14 (uächſt Heiurichsſtr.). Sonntag,
28. Jan., vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt, vorm. 11,30 Uhr:
Kinder=
ſonntagshandlung. — Mittwoch, 81. Jan., vorm. 7,45 Uhr: Menſchenweihehandlung. —
Donnerstag, 1. Febr., vorm. 10,30 Uhr: Menſchenweihehandlung. — Samstag, 3. Febr.,
20,30 Uhr: Bibelabend (Altes Teſtament), Pfr. Thielemann.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt, Mollerſtr. 40. Sonntag, 28. Jan., vorm. 9 Uhr:
Andacht. Nachm. 4 Uhr: EGvangeliumsverkündigung. — Dienstag, abends 8.15 Uhr:
Bibelſtunde. Prebiger Kruſt.
Advent=Gemeinde, Sandſtraße 10. Samstag vorm. Abendmahl. Abends
Gottes=
dienſt auf Marienhöhe. Sonntag abend Erbaurungsſtunde (Buſch München). Dienstag
abend Gottesdienit, Mittwoch, 8 Uhr Kinderſchule. Freitag abend Gebeiſtunde.
D 3- R.A
Barmſtädter Tagblatt 7 Heſſtiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, R. Januar 1931
Ueberſchwemmte Oderlandſchaft bei Schwedt.
Die Kälte der letzten Woche hat auf der Oder wiederum zu ſtarken Eisverſetzungen geführt, die die
Schiffahrt lahmlegen und die Gefahr von Ueberſchwemmungen gefährlicher Art heraufbringen.
Flußfiſcher bei der Ausbeſſerung ſeiner Netze,
eine hübſche Sonderausſtellung im Rahmen der „Grünen Woche
Kanzler und Bizekanzler beſuchen die Saar=Kinder in Berlin.
Reichskanzler Adolf Hitler und Vizekanzler von Papen inmitten der Saar=Kinder,
die ſich jetzt als Gäſte in der Reichshauptſtadt befinden. Die Kinder wurden von der Stadt Berlin
in den Kroll=Sälen gemeinſam bewirtet und erlebten die freudige Überraſchung, plötzlich den Führer
des deutſchen Volkes unter ſich zu ſehen.
Reich und Ausland.
Deutſchland ſendef nach Afrika, Aſien
und Südamerika.
Nachdem der deutſche Kurzwellenſender ſeine
neuen Richtſtrahlantennen ſeit einiger Zeit
ver=
ſuchsweiſe in Betrieb genommen hat, beginnt er,
wie das V.d.3.=Büro meldet, in den erſten
Februartagen mit der Sendung des eigentlichen
Programms. Der Deutſche Rundfunk wird damit
allen Auslandsdeutſchen, die bisher dieſe tägliche
Verbindung mit dem Reich ſchmerzlich entbehren
mußten, zugänglich gemacht. Es handelt ſich um
Sendungen nach Afrika, Aſien und Südamerika.
Die Eröffnung des Afrikaſenders erfolgt am
1. Februar und wird in der Stunde der Nation
auf alle deutſchen Sender übertragen. Nach dem
Meiſterſinger=Vorſpiel wird Reichsſendeleiter
Ha=
damowſky Geleitworte ſprechen. Es folgen kurze
Anſprachen und Grüße an die deutſchen Hörer in
Afrika. Am 3. Februar, nachmittags, beginnt die
nach Aſien gerichtete Antenne des deutſchen
Kurz=
wellenſenders ihre täglichen Sendungen. Aus
die=
ſem Anlaß ſprechen zu den Oſtaſiendeutſchen
ver=
diente Mittler deutſch=oſtaſiatiſcher Beziehungen.
Der Südamerika=Richtſtrahler leitet ſein
Pro=
gramm mit drei Sonderveranſtaltungen ein. Am
4. Februar richten der argentiniſche Geſandte und
der Geſandte von Braſilien Grüße an ihre
Lands=
leute während der Präſident der Deutſch=Ibero=
Amerikaniſchen Geſellſchaft, Freih. v. Humbold,
und General Vaupel die Grüße Deutſchlands zum
Ausdruck bringen. Am 15. Februar wird der
Jahrestag der mexikaniſchen Verfaſſung
gewür=
digt, wobei der mexikaniſche Geſandte ſpricht.
Am 6. Februar ſchließlich entbieten Grüße an ihre
Heimat der Geſandte von Bolivien, der
Geſchäfts=
träger von Panama und der Generalkonſul von
Chile.
Großer Brandſchaden auf Schloß Friedensburg.
Saalfeld. Das Großfeuer, das am
Donners=
tag früh. auf dem im 15. Jahrhundert erbauten
Schloß Friedensburg bei Leutenberg ausgebrochen
war, konnte in den Nachmittagsſtunden
einge=
dämmt werden. Niedergebrannt iſt der ganze
nord=
öſtliche Teil des Schloſſes mit einer großen Menge
von Biedermeiermöbeln, Oelgemälden und einer
Privatbibliothek von etwa 300 Bänden.
Außer=
dem ſind einige wertvolle Sammlerſtücke aus der
napoleoniſchen Zeit verbrannt. Als Brandurſache
wird ein Kaminneubau angenommen.
Der frühere Generalditektor
der preußiſchen Skaatsbibliokhet F.
Berlin. Profeſſor Fritz Milkau, der frühere
Generaldirektor der Preußiſchen Staatsbibliothek,
iſt im Alter von 74 Jahren geſtorben. Milkau,
der aus dem oſtpreußiſchen Städtchen Lötzen
ſtammte, ſtudierte an der Univerſität
Königs=
berg und wandte ſich dann der
Bibliothekarlauf=
bahn zu. Im Jahre 1897 übertrug man ihm die
Organiſation des Geſamtkatalogs der preußiſchen
Bibliotheken. Als Nachfolger von Harnack wurde
Milkau auf den Poſten des Generaldirektors der
Preußiſchen Staatsbihliothek berufen, die er bis
zur Erreichung der Altersgrenze fünf Jahre lang
leitete. Milkaus letzte Schöpfung war das
Biblio=
thekarwiſſenſhaftliche Inſtitut an der Univerſität
Berlin.
Die Proben in 9berammergau
haben begonnen.
Oberammergau. Im Raum der
Seiten=
bühne des Kleinen Theaters, der wegen ſeiner
vorzüglichen Akuſtik nach dem vor zwei Jahren
erfolgten Umbau ſich ganz beſonders eignet,
fin=
den jetzt regelmäßig die Paſſionsproben mit den
Hauptrollenträgern ſtatt. Spielleiter Lang
rich=
tete zur Einführung an die Darſteller
ermun=
ternde Worte, trotz der kurzen Spanne Zeit, die
diesmal zwiſchen den Paſſionsjahren liege, doch
mit neuem Geiſt wieder an den alten Text
heran=
zugehen und die alte Aufgabe neu zu erfaſſen. Er
bat die älteren Mitwirkenden, ebenfalls im Sinne
der Jugend mitzugehen und mitzuarbeiten.
Selbſtmordverſuch im Reichsgericht.
Gerichtsvollzieher als Wohltäter.
Leipzig. Der frühere Obergerichtsvollzieher
Wilhelm Kleinert aus Grünberg (Schleſien)
ver=
trat am Donnerstag eine von ihm eingelegte
Re=
viſion gegen das Urteil des Landgerichts Glogau,
durch das er wegen Amtsunterſchlagung und
Ur=
kundenfälſchung mit zwei Jahren Gefängnis
be=
ſtraft worden war. Dieſe Reviſion wurde
ver=
worfen. Alsbald nach der Verkündung dieſer
Entſcheidung durch das Reichsgericht beging
Klei=
nert einen Selbſtmordverſuch, indem er mit einem
Raſiermeſſer ſich ſchwere Verletzungen am Halſe
beibrachte. Er wurde zunächſt in die Chirurgiſche
und von dort in die Nervenklinik der Univerſität
Leipzig gebracht. Lebensgefahr beſteht nicht.
Kleinert hat ſich die Strafen zugezogen, weil er
in vielen Fällen, wo er wirklich Not antraf oder
die der Zwangsvollſtreckung unterliegenden
Schuld=
ner ihm ihre Not klagten, zunächſt aus eigenen
Mitteln die durch Vollſtreckung zu erlangenden
Beträge vorgeſchoſſen hatte. Später hat er ſich
dazu verleiten laſſen, mit fremden Geldern, die
er für andere Gläubiger eingezogen hatte, hier
auszuhelfen. Kleinert hatte gehofft, daß in
An=
betracht der tatſächlich nachzuweiſenden
Uneigen=
nützigkeit ſeiner Handlungsweiſe das
Reichsge=
richt die gegen ihn erkannte Strafe aufheben
werde. Das Reichsgericht hat aber dazu keine
geſetzliche Möglichkeit gehabt.
Schwerer Verkehrsunfall bei Valencia.
Madrid. Auf einer Landſtraße in der Nähe
von Valencia ſtieß ein Perſonenautobus mit einem
Laſtkraftwagen zuſammen. 15 Perſonen wurden
ſchwer verletzt.
Feierabend mit dem Rundfunk.
ſich auch der Deutſche Rundfunk in den Dienſt des Kriegsſchiffe auf dem Meeresgrund liegen. Bis=
10. Februar ſteht unter dem Leitwort „
Feier=
abend‟. Der Rundfunk will hier helfen, eine den letzten Monaten aber die Preiſe für Alt=
Welt von Möglichkeiten zu erſchließen. Die
Stunden nach der Arbeit ſollen erlebnisreich
ge=
ſtaltet und der Erinnerung wert werden. Alle
Sender werden ſich an dieſer Aufgabe beteiligen.
An das geſamte deutſche Volk in allen ſeinen
geiſtigen und ſeeliſchen Lebensbezirken wird ſich
der Rundfunk in dieſen Tagen wenden. Er wird
des Arbeiters gedenken und des Bauern. Man
wird den Keſſelſchmied, den Fiſcher, den
Kauf=
mann, den Handwerker, den Studenten, den
Künſtler und den Gelehrten hören. Es werden
Stunden geſtaltet für ſtille Menſchen und für
laute Menſchen. Man wird von der Seele, von
der Kunſt und von der Dichtung ſprechen, man
wird beſinnlich, beſchaulich, voll Humor und
Sa=
tire ſein.
Der Prozeß gegen die Mühldorfer Brandſtifter=
Bande.
München. Wie aus Traunſtein berichtet
wird, wurde in dem Rieſenprozeß gegen die
Mühl=
dorfer Brandſtifterbande noch am Donnerstag,
ſpät abends, vor dem Schwurgericht in Traunſtein
das Urteil verkündet. Es erhielten Blimhuber
12 Jahre Zuchthaus, unter Aberkennung der
Ehrenrechte auf die Dauer von 10 Jahren,
Dein=
beck 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverluſt,
Kohlmeier, Thereſe, 3 Jahre Zuchthaus und
5 Jahre Ehrverluſt, Thurnhuber 3 Jahre
Zucht=
haus und 5 Jahre Ehrverluſt.
Fußboden während einer Totenfeier eingeſtürzt.
Paris. Aus Almeria (Spanien) wird
gemel=
det, daß im Dorfe Jijiba der Fußboden eines
Saales, in dem eine Totenfeier ſtattfand, plötzlich
einbrach. 35 Perſonen ſtürzten in die Tiefe und
wurden zum Teil ſchwer verletzt.
Das Flugzeug „Columbia” zerſtört.
London. Wie Reuter aus Wilmington (
De=
laware) meldet, iſt am Donnerstag in den dortigen
Flugzeugwerken der berühmte Eindecker „
Colum=
bia”, in dem der Flieger Chamberlin mit ſeinem
Begleiter Leviné im Jahre 1927 in 42 Stunden
31 Minuten von New York nach Eisleben geflogen
war, durch Feuer völlig zerſtört worden.
Schwere Unwekter
in der Südafrikaniſchen Union.
London. Wie aus Johannesburg gemeldet
wird, ſind in der ganzen Südafrikaniſchen Union
ungewöhnlich ſchwere Regenfälle zu verzeichnen,
die zahlreiche empfindliche Schäden verurſacht
ha=
ben. Vor allem der Eiſenbahnverkehr iſt in
Mit=
leidenſchaft gezogen worden. In Südweſtafrika
ſind an zahlreichen Stellen die Schienen
wegge=
ſpült worden. Bei Keetmanshoop ſitzen ſeit
14 Tagen 76 Reiſende feſt. Da keine
Unterkom=
mensmöglichkeiten vorhanden ſind, müſſen ſie in
den Eiſenbahnwagen leben. Die mehrfach
vor=
genommenen Verſuche, die Schienen wieder
aus=
zubeſſern, waren vergeblich, da ſie immer wieder
durch neue Wolkenbrüche weggeſpült wurden.
Im Indiſchen Ozean kreibend
aufgefunden.
Kalkutta. Etwa 1000 Kilometer von
Rangon entfernt wurde ein mit ſechs Bengalen
beſetztes, offenes Boot von einem Dampfer
auf=
gefunden. Die Inſaſſen waren vollkommen
er=
ſchöpft. Man vermutet, daß es ſich um Sträflinge
handelt, die von den Andermanen=Inſeln
entkom=
men ſind. Sie haben ſechs Tage und ſechs Nächte
in ihrem Boot ohne Waſſer und ohne
Nahrungs=
mittel zugebracht.
Wiederaufnahme der Bergungsverſuche
bei Scapa Flow.
London. Nach dem „Daily Telegraph”
wer=
den die Bergungsverſuche in Scapa Flow wieder
aufgenommen werden. Ein Bergungsſchiff hat
be=
reits den Auftrag von einer Firma erhalten, nach
Berlin. Wie das V.d.3.=Büro meldet, wird / Scapa Flow auszulaufen, wo noch zehn deutſche
Feierabendgedankens ſtellen. Das Programmfdes her ſind 32 Fahrzeuge geborgen worden. Die Ber=
Deutſchen Rundfunks in der Zeit vom 4. bis gungsarbeiten wurden eingeſtellt, da die
Ber=
gungsfirma mit Verluſt arbeitete. Nachdem in
eiſen beträchtlich geſtiegen ſind, will man weitere
Schiffe heben.
Leuchtender Signalſtab für Blinde.
Der neue Stab, der den Blinden größte Sicherheit
im nächlichen Verkehr gewährt.
Die gelbe Scheibe weiſt drei ſchwarze Punkte, das
bekannte Blindenabzeichen, auf und wird bei
Dunkelheit durch eine in dem Stab untergebrachts
Batterie erleuchtet.
Samstag, 27. Januar 1934
Nr. 26 — Seite 9
Das „Modebad” der Zukunft.
ballſpiel auf dem Eiſe. Das Feld der Spieler hatte ſich ziemlich
* Das ſüdliche
Eismeer-
weit auseinandergezogen. Ich ſelbſt ſtand in einiger Entfernung
davon. Plötzlich ſehe ich zu meinem erſchreckten Erſtaunen einen
Teil der Spieler anſcheinend im Schnee verſinken, während die
ein erswlangsädfenthant der Zurunſt. anderen hoch über ihren Häupten zu ſtehen ſchienen. Bald fand
Von Kapitän Frank Worsley.
Kapitän Worsley war bei den Südſee=
Expeditionen Shackletons Kommandant der
Schiffe.
„Blicken Sie auf dieſe faſt endloſe Barriere von Eis und
Schnee. Dieſe erhabene Einſamkeit . . . Und doch ſage ich Ihnen:
eines Tages werden ſich hier die reichen Leute der Welt wie in
einem der internationalen Modebäder treffen . . ." Sir Erneſt
Shackleton lehnte ſich über die Reeling der Dampfjacht „
Endu=
rance” und zeigte auf die bläuliche Schatten werfende Kette von
Eisbergen, die nach und nach am öſtlichen Horizont verſchwanden.
Das war im Jahre 1915, und bereits heute ſcheinen mir ſeine
Worte eine nicht mehr ſehr weit entfernte Zukunft prophezeit zu
haben. So unternahm vor einiger Zeit ein mit allem Komfort
ausgeſtatteter Luxusdampfer einen dahin deutenden Verſuch,
in=
dem er mit ſeinen zu einer Vergnügungsfahrt geſtarteten
Paſſa=
gieren weiter nach Süden fuhr, als es bis dahin jemals — mit
Ausnahme einiger Walfiſchfahrer und Forſchungsexpeditionen —
geſchehen war. Tatſächlich gibt es keinen Grund, warum derartige
Fahrten nicht nach einem regelmäßigen Fahrplan ſtattfinden
ſoll=
ten. Während des antarktiſchen Sommers ſind die Gefahren ſo
gering, daß Walfiſchfahrer, die in die Roßſee fahren, nur 4
Pro=
zent Verſicherungsprämie zahlen, obwohl ſie bis an das Packeis
fahren und dort in natürlichen Häfen ankern. Selbſt größere
Schiffe, die an ſich nicht für eine Fahrt ins Eismeer geeignet
waren, haben die ſtärker mit Eisſchollen bedeckte Weddelſee ohne
Schaden befahren.
Nichts in Europa, die ſchönſten Stellen der Schweiz
einge=
ſchloſſen, kann ſich mit dem Anblick meſſen, den die Antarktis im
Sommer und im Mitternachtsſonnenſchein bietet. Wenn Matſch
und Schneewetter im Januar und Februar in Europa herrſchen,
dann iſt es Sommer in der Antarktis. Dann liegt die See wie
ein opalener Spiegel, hier und da geſprenkelt mit kleinen
Eis=
ſchollen. Das Boot wirkt in dieſem Spiegel wie ein Märchenſchiff.
Hin und wieder tauchen die weißen Schnauzen blauer Walfiſche
aus dem Waſſer auf, heben ſich zögernd und gehen in einer
Kas=
kade glitzernder Tropfen wieder unter die Oberfläche. Die reine
Schönheit der Szenerie, die ihresgleichen in der Welt nicht hat,
gibt dem Beſchauer ein der Angſt verwandtes Gefühl. Man hält
den Atem an und fürchtet, alles könnte nur ein zauberhaft ſchöner
„Traum ſein.
Ueberwältigend iſt es, wenn man zum erſten Male ſeinen Fuß
auf die an die 300 Meter dicke, etwa die Ausdehnung Spaniens
aufweiſende Eisbarriere ſetzt. Von unſeren Augen wälzen ſich
Seehunde im Schnee oder kratzen ſich faul die Köpfe, und Pinguine
zeigen ihre ſeltſamen Verrenkungen. Ski= oder Schlittenausflüge
können zu den Hütten und Lagerplätzen Amundſens, Byrds oder
Shackletons unternommen werden. Ohne beſondere Strapazen
oder Gefahren kann man in Gegenden gelangen, die vorher wohl
nie eines Menſchen Fuß betreten hat. Die Luft iſt ſo klar, ohne
das kleinſte Teilchen Staub, und man ſieht den zirka 5000 Meter
hohen Mont Erebus ſchon in 70 bis 80 Kilometer Entfernung ſo
deutlich, daß man glaubt, ihn in einem halbſtündigen
Spazier=
gang erreichen zu können. Die Stimmen von Menſchen, die in
einer Entfernung von 1,5 Kilometer ſprechen, ſind deutlich
ver=
nehmbar, und einſt drang der luſtige Weidruf von neun Mann
noch über 9 Kilometer Entfernung an mein Ohr.
Ein eindrucksvolles Schauſpiel bietet der Anblick der
majeſtä=
tiſchen Eisberge, die ein Gewicht von 100 Tonnen aufwärts bis zu
vielen Millionen Tonnen haben, und die man hin und wieder
langſam durch das Meer gleiten ſieht. Wenn der Druck des
Waſ=
ſers zu groß wird, verſchwinden ganze, große Eisinſeln, rieſige
Packen Eiſes, in der Größe von Häuſern, nach allen Richtungen
umherſchleudernd. Glitzernde Giganten tauchen dann plötzlich
aus dem Waſſer auf, inmitten einer Wolke von Giſcht.
Einſt veranſtaltete die Mannſchaft meines Schiffes ein Fuß=
Strſälbt
Roman sm Steſanutſch
Taz
„Copyright by Verlag Alfred Bechthold, Braunſchweig.
(Nachdruck verboten).
18)
„Richtig, ganz richtig. Schon all die Tage hatte ich mir den Kopf
darüber zerbrochen, wer Sie eigentlich ſein könnten. Ich wußte, daß wir
uns einmal begegnet waren. Da kam mir geſtern abend plötzlich die
Er=
leuchtung. Sie können ſich denken, wie ich mich gefreut habe.”
Beide ſchütteln ſich lächelnd kräftig die Hände.
Aber, Herr Doktor, ich bitte Sie ſehr, einſtweilen nicht darüber zu
ſprechen. Ich habe meine Gründe und fühle mich in der Rolle des
Hoch=
ſtaplers gar nicht unwohl!”
„Mein Freund iſt noch nicht mal von dieſer meiner Entdeckung
unterrichtet.”
„Gut, ich danke Ihnen. Auch bin ich Ihnen für Ihre vertrauliche
Mitteilung ſehr verbunden. Ich bin neugierig, wie die ganze Sache
ab=
läuft. Man mag mich mal begeifern, mich ſtört das nicht. Wenn ich Ihnen,
Herr Doktor, mal irgendwie dienlich ſein könnte?. . . Ich würde mich
ſehr freuen!..."
„Sie ſind ſehr liebenswürdig und entgegenkommend,” erwidert
der Journaliſt und zieht haſtig Notizblock und Füllfederhalter aus der
Taſche. „Ich hatte doch meine Gründe, als ich Ihnen ſagte, daß ich mich
freue, Sie endlich mal allein zu treffen. Wollen Sie die große Güte
haben, mir etwas aus Ihrem Leben zu erzählen?”
Schon zeichnet der Journaliſt den Titel mit fliegenden Fingern
auf das Papier: Interview mit dem Filmregiſſeur Norbert Stauf! —
„Gerne, gerne, Herr Doktor!” Und Norbert Stauf berichtet von
ſeiner Kindheit, vom Krieg und ſeinem künſtleriſchen Werdegang.
Es iſt bald Mittag, als die beiden in den Gaſthof zurückkehren.
Günter Brabeck begibt ſich gleich auf ſein Zimmer.
Er ſetzt ſich an den Tiſch und überlieſt noch einmal den letzten Brief
ſeines Dieners Franz. In jedem der letzten Schreiben drang er mehr in
ihn, möglichſt ſofort nach Berlin zurückzukommen. Die Germania=Film
A.=G. telefonierte faſt jede Stunde an und erkundigte ſich nach ſeinem
Verbleib. Er käme nicht vom Telefon fort, alle Bekannte und Freunde
wollten Auskunft haben, denn es habe ſich rumgeſprochen, daß niemand
von ſeinem Aufenthalt wiſſe, und man befürchte bereits, daß ihm etwas
zugeſtoßen ſei.
Er iſt kaum zehn Minuten in ſeinem Zimmer, als es an die Tür
klopft. Auf ſeine Aufforderung tritt Fräulein Guſtel ein.
„Entſchuldigen Sie, Herr Brabeck, drunten ſind zwei Herren, die
Sie dringend zu ſprechen wünſchen”, ſagt ſie und iſt ganz erregt.
„Zwei Herren wollen mich ſprechen?"
„Ja, Sie erkundigten ſich nach Ihnen und verlangten das Gäſtebuch!"
„Aber, Fräulein, Sie ſind ganz bleich im Geſicht!... Iſt Ihnen
nicht wohl?”
„O doch. Nur — nur dieſe Aufregung, Herr Brabeck. . . Die Herren
ſind — ſind Kriminalbeamte aus dem Rheinſtädtchen. Mein Gott!. . ."
„So, ſo, Kriminalbeamte”, entgegnet Brabeck ruhig und heiter,
„Das iſt doch kein Grund zur Aufregung!”
„Aber — Poliziſten im Haus!. . . Das iſt noch nie dageweſen!“
ich die Löſung des Rätſels: eine langſame Meereswelle hatte ſich
unter das Eisfeld geſchoben, das ſich anmutig lüftete und mit der
Bewegung der Woge mitging. Die Bewegung war eine ſo leichte
und allmähliche, daß meine Leute im Eifer des Spiels anfangs
gar nichts gemerkt hatten!
Gewiß, es iſt kalt in der Antarktis. Aber die Ziffern des
Thermometers vermitteln kein richtiges Bild vom Klima. Die
entſcheidenden Faktoren ſind Wind und Feuchtigkeit. Die völlige
Windſtille im Sommer und die ungewöhnliche Trockenheit der Luft
nehmen der Kälte der Antarktis in weiteſtem Maße ihren Stachel.
So ſaß ich einſt mit meiner Mannſchaft bei minus 20 Grad Celſius
im Schatten völlig nackend auf unſeren großen blechernen
Konſer=
venbüchſen und nahm ein Sonnenbad inmitten einer Landſchaft
von Eisſchollen und Schnee, neben uns einen ſelbſtgebauten
Radio=
apparat, der uns eine mehr laute als ſchöne Jazzmuſik aus London
und kurz darauf die neueſten Viehpreiſe übermittelte. Wer ein
Freund von Kontraſtwirkungen iſt, kommt in der Antarktis
ſicher=
lich auf ſeine Koſten!
Klima und Landſchaft üben einen unbeſchreiblich belebenden
Einfluß auf den geſamten Organismus aus. Schon nach wenigen
Tagen fühlt man ſich wie neugeboren und iſt von einem
Lebens=
hunger beſeelt, der den ganzen Menſchen umkrempelt. Ebenſo iſt
die verjüngende Wirkung auch auf den äußeren Menſchen
nachhal=
tig und frappant. Glücklich daher unſere Enkel, die als Folge der
techniſchen Fortentwicklung der Menſchheit wohl die Gelegenheit
haben werden, die unbeſchreibliche Schönheit des ſüdlichen
Eis=
meeres und die ſeiner Natur, innewohnenden Heilfaktoren ſich
dienſtbar zu machen.
geschichten aus adler Welt
Das Privak=Winkerhilfswerk einer Fabrik.
(r.k.) Belgrad. Unter der Deviſe „Brüder in Not” haben
in dieſem Jahre auch die Deutſchen in Jugoſlawien eine
großange=
legtes Winterhilfswerk organiſiert und es gelang ihnen, den von
der Wirtſchaftskriſe betroffenen Volksgenoſſen tüchtig unter den
Arm zu greifen. Ueber das durchaus befriedigende Ergebnis des
Winterhilfswerkes hinaus gehen erfreulicherweiſe Einzelperſonen
mit gutem, ja geradezu leuchtendem Beiſpiel voran, die
allge=
meine Not nach Kräften zu lindern. So hat die Direktion einer
Zementfabrik in Beocin auf Anregung ihres altruiſtiſchen
Ge=
neraldirektors Julius John einen einzigartigen Beſchluß gefaßt
und übernahm für die Wintermonate die volle Verpflegung der
etwa 900 Arbeiter, die infolge der Betriebseinſchränkungen
ent=
laſſen werden mußten. Die Verteilung von Lebensmitteln, ſo
vornehmlich von Brot, Fett, Mehl, Salz, Zucker und
Gemüſeſor=
ten, hat bereits begonnen. Auch die fortlaufende Weiterzahlung
der Soziallaſten ſeitens der Fabrik ſoll dazu beitragen, die 900
Erwerbsloſen vor größeren Erſchütterungen zu bewahren; ſie
kön=
nen im Krankheitsfalle die ärztliche Hilfe ebenſo in Anſpruch
nehmen wie ihre beſchäftigten Kameraden. Die ganze Aktion
wird planmäßig durchgeführt. Die Fabrik hat für dieſen Zweck
faſt 10 000 Reichsmark (rund 150 000 Dinar) ausgeworfen. Man
hofft ferner, im Frühjahr, wenn die Bautätigkeit im vollen
Um=
fange aufgenommen wird, den größten Teil der vorübergehend
entlaſſenen Arbeiter wieder einſtellen zu können.
Generaldirektor John und die Herren der Direktion haben
gezeigt, daß man helfen kann, wenn man nur den guten Willen
hat. Die weit von der deutſchen Heimat lebenden Landsleute
verdienen einen warmen Händedruck, und ihr großartiges Werk
kann nur zur Nacheiferung empfohlen werden.
Der kleinſte Menſch der Welk.
(1) Rom. Einem italieniſchen Zirkusbeſitzer iſt ſoeben ein
großartiger „Neuerwerb” für ſein Unternehmen geglückt. Einer
ſeiner Agenten hat in dem türkiſchen Dörfchen Panderma in
Ana=
tolien den kleinſten Menſchen der Welt entdeckt und ihn für das
Zirkusunternehmen ſeines Auftraggebers verpflichten können. Es
handelt ſich um den 36jährigen Türken Huſſein Bei, der gerade 35
Zentimeter groß iſt, alſo ein wahrer Zwerg unter den Zwergen
iſt. Allerdings, und das iſt biologiſch intereſſant, verlangte der
Zwerg in den Engagementsbedingungen ausdrücklich die
Ernäh=
rungs=Tagesration eines ausgewachſenen normalen Menſchen —.
Der Mann, der ſein Geld verſchenkk!
(er.) Athen. Patras iſt eine glückliche Stadt, denn es
beherbergt einen Mann, der ſein Geld verſchenkt. Einer ſeiner
Bürger, der jahrelang in Amerika lebte und tätig war, hatte dort
ein ſehr anſehnliches Vermögen zuſammengebracht und kehrte
da=
mit in ſeine Heimatſtadt zurück. Hier kam ihm plötzlich eine
„Nun, das Leben bringt immer wieder etwas Neues. Die Herren
werden mich doch ſicher nicht gleich erſchießen wollen?!” Brabeck lächelt
und ſteckt eine Zigarette in Brand. In Gedanken verſunken bläſt er einige
Sekunden den Rauch vor ſich hin. Dann wendet er ſich wieder der Tochter
des Hauſes zu:
„Es tut mir wirklich außerordentlich leid, mein Fräulein, wenn
Ihnen durch meine Perſon Unannehmlichkeiten bereitet werden. Bitte
verzeihen Sie. Laſſen Sie die Herren zu mir kommen!“
Fräulein Guſtel geht. „Die Sache wird wirklich luſtig und intereſſant”
ſagt er zu ſich ſelbſt und erhebt ſich. Nach wenigen Minuten klopft es
wieder an die Tür. Er öffnet ſelbſt und ſieht ſich den beiden Beamten
gegenüber. Mit einer höflichen Handbewegung bittet er ſie, einzutreten,
Die beiden ziehen die Hüte und folgen ihm.
„Mit wem habe ich die Ehre?”
„Wir ſind Kriminalbeamte aus H. Sie werden geſtatten, daß wir
Ihnen einige Fragen vorlegen?"
„Bitte ſehr. Nehmen Sie Platz!‟ Er rückt zwei Stühle vom Tiſch
ab, auf die ſich die Beamten ſetzen.
Brabeck lehnt ſich an das Sofa und raucht behaglich ſeine Zigarette.
Die ſeltſamen Beſucher ſind zwei im mittleren Alter ſtehende Männer,
wohlgenährt ausſehend, kräftig, mit liſtigen Augen, die ſich eindringlich
auf den Fremden heften. Der eine ergreift das Wort, während der andere
ſich anſchickt, Notizen zu machen.
„Sie ſind ſeit etwa drei Wochen Gaſt hier im Rittertal, nicht wahr?”
„Seit drei Wochen und vier Tagen, ja!"
„Sie kommen aus Berlin?”
„Ja!”
„Wann reiſten Sie von Berlin ab?"
„Drei Tage vor meinem Eintreffen hier!“
„So. Wie lange waren Sie in Berlin?”
„Meinen ſtändigen Wohnſitz habe ich dort ſeit zehn Jahren!“
„Seit zehn Jahren?”
„Ich habe es Ihnen geſagt.”
„Reiſen Sie von hier wieder nach Berlin zurück?”
„Ja, und zwar ſchon morgen!“
„Dann ſind wohl Ihre Ferien abgelaufen, wie?"
„Ich bin ſo ziemlich mein freier Herr!”
„Aha. Dürften wir denn vielleicht wiſſen, warum Sie morgen ſchon
reiſen wollen?”
„Erſtens liegt es in meinem perſönlichen Intereſſe — und zweitens
bin ich die Beläſtigungen ſatt, denen ich hier ausgeſetzt bin. Es iſt
un=
erhört, einen ruhe= und erholungsbedürftigen Menſchen derart zu
ſchikanieren, wie man es ſich hier meiner Perſon gegenüber bemüht!“
Den letzten Satz ſpricht Brabeck laut und ſcharf, in künſtlicher,
ſchau=
ſpieleriſch einwandfreierErregung. Innerlichamüſiert ihn dieſer
Zwiſchen=
fall köſtlich.
Sie ſprechen von Schikanen. Gewiß, Sie haben das Recht, ſich zu
verteidigen. Darf ich fragen, wo Sie in Berlin wohnen?”
In Berlin=Dahlem, Kaiſerdamm 22.”
„Notieren Sie genau”, ſagt der Beamte zu ſeinem Kollegen. Dann
wendet er ſich wieder an Brabeck:
„Sie wohnen dort mietweiſe, nicht wahr?”
Nein, ich beſitze eine Villa.”
Die Beamten machen große Augen.
„Seit wann iſt dieſe Villa in Ihrem Beſitz?”
„Seit zwei Jahren!"
„Schön.‟ Der Kriminalbeamte lächelt ſarkaſtiſch, „Wann ſind Sie
geboren?"
„Am 12. Auguſt 1894!”
„Wo ſind Sie geboren?”
„gute” Idee. Die lieben Mitbürger haben auch in Patras alle
zu wenig Geld und leiden unter der Kriſe genau ſo wie anderswo
auch. Warum den Leuten nicht helfen, wenn man ſelbſt zu viel
hat? Und der Hilfreiche ſtellte ſich auf die Straße und verſchenkte
Geldſcheine zu 500 Drachmen und zu 1000 Drachmen, er fand ſo
zahlreiche Abnehmer, daß er bald in einem wilden Knäuel von
Menſchen verſteckt war, die alle von den bunten Papierchen haben
wollten. Doch machte die Polizei dieſer Gebefreudigkeit des
Patraſer Bürgers ein jähes Ende. Man nahm ihn in Schutzhaft,
um ihn auf ſeinen Geiſteszuſtand zu unterſuchen. Und der
ver=
haftete frohe Spender iſt ganz entrüſtet, daß man nicht einmal ſein
eigenes Geld verſchenken darf! Man kann für Geld doch nicht
alles haben, nicht einmal die Freude an ſeinem Verſchenken!
Jehk kommit aber Heizung in das Gefängnis!
(k) Paris. Man kann den berühmt=berüchtigten Namen
ſchon nicht mehr hören in Bayonne. Staviſky hier, Staviſky da,
Staviſky tragiſch, Staviſky als Witz. Wie das ſo geht in der Welt.
Aber man ſoll den Fall Staviſky nicht als ein nationales Unglück
ſchlechthin bezeichnen. Er hat auch ſein Gutes gehabt. Und ſei es
nur für das Strafgefängnis von Bayonne.
Dortſelbſt ſitzt zurzeit in einem unfreundlich kalten und erſtaunlich
hartnäckigen franzöſiſchen Winter ein gewiſſer Monſieur Garat,
einſt Bürgermeiſter von Bayonne und Freund des großen Staviſ..
Nun ſieht er ein, daß das Gefängnis von Bayonne ſehr
unkom=
fortabel iſt. Feucht, naß, kalt, ungeheizt, mit Schwamm
durch=
ſetzt, ungeſund und unhygieniſch. Ha, ſoll man denn den
Gefan=
genen ein Schlaraffenleben bereiten — hatte einſt Garat
ge=
höhnt . . . Oh, hätte er, er fröre jetzt weniger.
Nun läßt er aus ſeinen Privatgeldern die Maurer kommen
und die Ofenſetzer, die Schreinermeiſter und Kammerjäger. Wer
weiß, wie lange er noch hierbleiben muß.
Schau an, ſagen die Leute in Bayonne, jetzt wird das
Ge=
fängnis menſchenwürdig. Jetzt, nachdem der Bürgermeiſter dem
Hauſe ſelbſt die Ehre gab. Ob man, um die Renovierung aller
Gefängniſſe in Frankreich zu beſchleunigen, nicht überall die
Bür=
germeiſter ein wenig einſperren ſollte? So fragen die böſen
Zungen. Doch bei dieſen Zungen hört der Segen der Staviſky=
Affäre für Bayonne ſchon auf. Garat aber wärmt ſeine Hände
an dem Kanonenofen in ſeiner Zelle. An ſeinem höchſteigenen
Kanonenofen bitte, von ſeinem höchſteigenen Geld geſetzt, bitte
ſehr. Honny soit aui mal v pense.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für den Schlußdienſt:
Andreas Bauer; für Feutlleton, Reich und Ausland und Heſiſche Nachrichten: Max
Streeſe; fürden Handel: Dr. C. H. Quetſch: für Sport: Karl Böhmann; für „Die
Gegenwart”. Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den
Anzeigen=
teil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle, ſämtl. in Darmſtladt. D. A. XII. 23362,
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manufkripte wird. Garantie der Rückſendung nicht übernommen,
„In London!”
„In London? Haben Sie die engliſche Staatsangehörigkeit gehabt?”
„Nein. Mein Vater war in den neunziger Jahren höherer Beamter
der deutſchen Botſchaft in London!”
Die Augen der beiden weiten ſich. Vorſichtig fragt der eine weiter:
„Sie haben ſich im Gäſtebuch als Günter Brabeck aus Berlin
ein=
getragen.”
„Ja, das ſtimmt!“
„Welchen Beruf haben Sie?‟
„Ich bin der Produktionsleiter der Germania=Film A.=G. in Berlin!”
Jetzt öffnen beide einige Sekunden den Mund. Der Sprecher
räuſpert ſich. Der andere drückt nervös ſeinen Blauſtift zwiſchen die
Zähne.
„Das iſt alles ganz gut und ſchön”, ſagt der Beamte mit einer
hilf=
loſen Bewegung der linken Hand. Die eiſige Ruhe des Fremden fällt
ihm auf die Nerven, ſeine klaren und ſchnellen Antworten frappieren
ihn. „Was ſagen Sie aber dazu, daß es in Berlin nicht eine einzige
männ=
liche Perſönlichkeit mit Namen Günter Brabeck gibt, die in gehobener
Poſition iſt?”
„Das mag ſchon ſein. Ich habe mich noch nie darum gekümmert.
Intereſſiert mich nicht!”
„Wie, das intereſſiert Sie nicht?”
„Nein, nicht im mindeſten!“
„Geben Sie bitte eine Erklärung für dieſe Außerung ab!"
„Ich hatte nur die Abſicht, als Günter Brabeck meine Erholungszeit
zu verbringen. Der Name kam mir zugeflogen, er hätte genau ſo gut
Schulze, Lehmann oder Kunze ſein können!“
„Alſo ein Pſeudoname?"
„Ja, ganz recht.”
„Wie heißen Sie denn in Wirklichkeit?”
„Die Beantwortung dieſer Frage mache ich davon abhängig, daß
das Reſultat der Unterredung vertraulich behandelt und ohne mein
Wiſſen hier im Rittertal nicht publik wird!“
„Wenn es ſich mit unſerer Pflicht vereinbart und ſich die Haltloſigkeit
der gegen Sie beſtehenden Verdachtsgründe ergibt, ſo kann ich Ihnen die
Verſicherung geben, daß von unſerer Seite nichts geſchieht, was gegen
Ihre Wünſche iſt!“
„So meinte ich das!‟ Er greift in die Taſche. „Hier iſt mein
Reiſe=
paß. Mein Name iſt Norbert Stauf!”
Die Prüfung dauerte kaum eine Minute. Der Paß iſt in Ordnung.
Der Beamte reicht ihn zurück.
„Entſchuldigen Sie, Herr Stauf. Sie ſind das Opfer einer
Myſti=
fikation, an der Sie jedoch ſelbſt, wie die Dinge liegen, nicht ganz ſchuldlos
ſind. Aus welchem Grunde haben Sie ſich nicht einwandfrei legitimiert?”
„Nehmen Sie es nicht übel, aber das liegt doch ganz in meinem
Belieben, wie ich mich legitimiere!”
„Nun, Sie ſehen ja, wohin es führen kann, wenn man ſich falſch
ausweiſt. Es iſt auf jeden Fall Ihr eigener Schaden geweſen!“
„Das konnte ich nicht ahnen. Ich habe vorhin ſchon einmal geſagt,
daß ich in Ruhe, ungeſtört, meine Erholungszeit verbringen wollte. Ich
wollte durch nichts an meine Tätigkeit erinnert werden. Ich liebe es
nicht, in meiner freien Zeit fachliche Geſpräche zu führen, und ich weiß
es aus Erfahrung, daß ich täglich unzählige neugierige Fragen
beant=
worten muß, wenn ich als Norbert Stauf reiſe. Immer wieder kommt es
vor, daß ſich viele berufen fühlen, am Film tätig zu ſein, und mich
be=
ſtürmen, ſie für künſtleriſche Karriere zu engagieren. Sie glauben nicht,
mit welcher Naivität in dieſer Hinſicht vorgegangen wird und welchen
Aluſionen ſich viele hingeben!“
(Fortſetzung folgt.)
Sport., Spiel und Jucnen
Deutſche Winterkampfſpiele.
Willi Bogner fiegt im 18-Km. Langlauf
Der weihevollen Eröffnung der 4. Deutſchen
Winterkampf=
ſpiele am Donnerstag folgten am Freitag die erſten ſkiſportlichen
Wettbewerbe. Das Programm des Tages verzeichnete den 18=
Kilo=
meter=Langlauf und den Slalomlauf der Damen. Ein
wunder=
voller Wintertag lag über dem Harz. Unter
den Zuſchauern ſah man auch die
braunſchwei=
giſchen Miniſter Klagges und Alpers, ſowie
den Reichsſportführer v. Tſchammer und Oſten,
der intereſſiert die Kämpfe der deutſchen
Win=
terſportjugend verfolgte und ſich ſpäter
begei=
ſtert über die ſchönen Leiſtungen ausſprach.
Beim Aufruf zum Start meldeten ſich leider
einige bekannte Läufer nicht ſo u. a. der
Deutſche Meiſter Max Fiſcher=Wangen und die
Bayern Bader, Mathias Wörndle und Friedl
Däuber. Vom Forſthaus Königskrug aus, wo
ſich Start und Ziel des Langlaufs befanden,
wurden die 300 Läufer in Abſtänden von je
einer halben Minute auf die Reiſe geſchickt.
Es vergingen faſt volle drei Stunden, bis der
letzte Läufer abgelaſſen war. Inzwiſchen war
aber ſchon ein großer Teil des Feldes wieder
am Ziel angelangt. Die erſten Teilnehmer
hatten noch mit dem gefrorenen Schnee zu
kämpfen, als aber ſpäter die Sonne die
Schneedecke firnig” machte, da waren die
beſten Vorbedingungen für eine einwandfreie
Abwicklung gegeben. Die Strecke war nicht
allzu ſchwierig, da es nur geringe
Höhenunter=
ſchiede zu überwinden gab.
Unter dem erſten Drittel der Läufer
voll=
brachte der als Nr. 30 geſtartete Breslauer
Leupold eine ſo gute Leiſtung, daß man ihn
bereits lange Zeit für den Sieger anſah. Er
überholte viele Vordermänner, u. a. ſo gute
Leute wie Recknagel und Otto Wahl, und
markierte die gute Zeit von 1:12,44 Std.
Otto Wahl brauchte 1:19,44, Bayerns
Mei=
ſter Guſtl Müller — der nicht in beſter
Form zu ſein ſchien — 1:16,11 Std.. Ponn
1:13,11. Stoll 1:17,26. Motz 1:17,27 und der
Schierker Oberländer 1:17,50 Stunden.
Schlag auf Schlag trafen nunmehr die
Läu=
fer am Ziel ein, einzeln, in Gruppen oder dicht
hintereinander. Die Ueberſicht wurde immer
ſchwerer, aber die Organiſation hielt auch den
größten Anſtürmen ſtand Kurz vor 12 Uhr
er=
reichte der im Mittelfeld mit Nr. 189
ge=
ſtartete Willi Bogner=Traunſtein das
Ziel, und als ſeine mit Jubel aufgenommene,
hervorragende Zeit von 1:10,59 Std. bekannt
wurde, da wußte man auch, daß nur Bogner
der Sieger ſein könnte. Lediglich der außer
Konkurrenz geſtartete norwegiſche
Amateur=
trainer Lingſom konnte die von ihm ſelbſt
feſtgelegte Strecke in einer beſſeren Zeit,
näm=
lich in 1:08,00 Std. bewältigen.
Eine famoſe Leiſtung vollbrachte auch der
junge Joſef Schreiner aus Aſchau im
Erz=
gebirge, der erſt im letzten Drittel abgegangen
Nachwuchsläufer Anton Eisgruber
Parten=
kirchen, vom Pech verfolgt. Er hatte ſchon nach
zwei Kilometern Skibruch und mußte ſich recht
Wenn er trotzdem die gute Zeit von 1:16,00
Stunden erzielte, ſo ſpricht das um ſo mehr
für ſein tatſächliches Können.
Chriſtel Cranz Slalom=Siegerin.
In den Nachmittagsſtunden des Freitags wurde im Harz
bereits der zweite ſkiſportliche Wettbewerb der 4. Deutſchen
Win=
ter=Kampfſpiele zur Entſcheidung gebracht. Am Nordhang des
Winterberges bei Schierke fanden ſich die Damen zum
Slalom=
lauf ein. Die Bahn auf dem Steilhang wies bei einer Länge von
450 Metern den beträchtlichen Höhenunterſchied von 150 Metern
auf. Die an ſich nicht allzu großen Schwierigkeiten der Strecke
wurden durch die völlige Vereiſung gewaltig erhöht. Nur mit
Stahlkanten konnten ſie einigermaßen erfolgreich befahren werden.
16 Damen gingen vor einer großen Zuſchauermenge an den Start.
Wie zu erwarten ſtand, zeigten ſich die Schwarzwald=Läuferinnen
Chriſtel Cranz und Frau Wagner=Denz (beide Freiburg) dem
übrigen Feld klar überlegen. Trotz eines Sturzes erzielte Chriſtel
Cranz ſchon im erſten Lauf mit 1:05,7 Min. die beſte Zeit, doch
unterbot ſie dieſe im zweiten Lauf mit 1:00,4 Min, noch
beträcht=
lich Frau Wagner=Denz erkämpfte ſich mit Zeiten von 1:06,5 und
1:02,7 Min. den zweiten Platz, während Frau Rabe=Braunſchweig
den dritten Platz belegte und gleichzeitig Harzer Skimeiſterin
wurde.
Ringen.
Sportvgg. Arheilgen-KSC. 1895 Darmſtadt.
Die Schwerathletikabteilung der Sportvgg. Arheilgen, die
durch den Uebertritt des früheren Sportclubs gebildet wurde, hat
ſich ſehr gut entwickelt und bereits ſchöne Erfolge erzielt. In den
derzeitigen Verbandskämpfen hat ſie in Pfungſtadt und Seeheim
ſchöne Siege errungen und ſteht nun mit Darmſtadt punktgleich
an erſter Stelle. Morgen Sonntag ſtellen ſich nun die Ringer
erſtmalig unter dem Namen der Sportvereinigung ihren
Anhän=
gern vor. Da beide Vereine als die ſtärkſten anzuſehen ſind,
dürfte dieſer Kampf vielleicht ſchon eine kleine Vorentſcheidung
für die Meiſterſchaft bringen. Eine Vorausſage iſt nicht leicht,
da Darmſtadt durch Zugang neuer Kräfte ſeine Mannſchaft
weſentlich verſtärken konnte. Der Wettkampf findet vormittags
10.30 Uhr im Saale zum goldenen Löwen ſtatt.
Die Zußball=Kreisklaſſe am 28. Januar.
Kreisklaſſe 1.
Gruppe 1: FC. 03 Egelsbach—Union Darmſtadt Union
Wix=
hauſen—SV. Mörfelden, Germania Eberſtadt—SC. Ober=
Ram=
ſtadt, SV. Weiterſtadt—Tgſ. 1875 Darmſtadt. SV. Groß=Gerau
VfL. Michelſtadt.
Gruppe 2: Olympia Biebesheim—DJK. Lorſch, TV.
Lampert=
heim—DJK. Bürſtadt, Vorwärts Bobſtadt—FV. Hofheim,
Ale=
mannia Groß=Rohrheim—FV. Biblis.
Gruppe 3: SC. Dietzenbach-Germania Babenhauſen,
Sport=
verein, Münſter—FSV. Groß=Zimmern. FV. Eppertshauſen—
FC. 02 Dreieichenhain, Sportverein Nieder=Roden—Germania
Ober=Roden, Tgde. Sprendlingen—Sportverein Offenthal.
—
Zum kleinen Preisausſchreiben der Fußballer
iſt Ihre Einſendung noch nicht eingegangen. Sie muß bis heute
Samstag 16 Uhr bei der Sportredaktion des „Darmſtädter
Tag=
blatts”, Darmſtadt, Rheinſtraße 23, vorliegen, wenn Sie
berück=
ſichtigt werden wollen. Näheres in der Donnerstags=Nummer.
Zum Beginn der deutſchen Winkerkampfſpiele im Harz.
Einige der ausſichtsreichſten Teilnehmer.
Oben links: Barwa, der hervorragende deutſche Schnellaufmeiſter. In der Mitte:
Das Kunſtlaufmeiſterpaar Hempel/Weiß. Oben rechts: Der hervorragende
Ski=
war und ſich in 1:12,19 Std. den zweiten Platz ſpringer Glaß. Unten links: Skläufer Bogner. Unten Mitte: Der deutſche
Ski=
ſicherte. Dagegen wurde der hoffnungsvolle meiſter Fiſcher. Unten rechts: Die Eiskunſtläuferin Maxi Herber zuſammen mit
dem Eiskunſtlaufmeiſter Bäyer. In der Mitte: Die erfolreichen Bobfahrer Grau
und Breme.
und ſchlecht mit einem Erſatzſki abquälen Am 26. Januar nahmen im Harz die deutſchen Winterkampfſpiele 1934 mit einer
Rekordbeteiligung ihren Anfang.
Fußhall.
Rol=Weiß Darmſtadt — Konkordia Gernsheim
Sonntag, nachm. 2.30 Uhr!
In letzter Minute gelang es Rotweiß, für den ſpielfreien
Sonntag die ſtarke Elf der Gernsheimer Konkordia zu einem
Freundſchaftsſpiel zu verpflichten. Die Gäſte, eine ausgeſprochene
Kampfmannſchaft, ſtehen in der Tabelle einen Punkt hinter
Lam=
pertheim und ſind für die Meiſterſchaft der erſten Kreisklaſſe
(Ried) ein ſehr ernſter Anwärter. Für die Rotweißen, die erſtmals
wieder mit Morlak im Sturm antreten, gilt es, die erſte Gruppe
ehrenvoll zu vertreten, zumal ja auch die Darmſtädter ſchon
wochenlang hinter Egelsbach am zweiten Platz rangieren. Da am
Sonntag in Darmſtadt kein weiteres Fußballſyiel, ſtattfindet,
dürfte dieſes intereſſante Spiel ſeine Anziehungskraft nicht
ver=
fehlen. Vor dem Hauptſpiel ſtehen ſich die Reſerven beider
Mann=
ſchaften gegenüber. Auch hier wird ſicher guter Sport geboten, ſo
daß ein etwas früherer Beſuch empfehlenswert erſcheint.
Spork=Vereinigung Arheilgen — Haſſia Dieburg.
Wiederum iſt das Arheilger Mühlchen am Sonntag, 14 Uhr,
der Schauplatz eines wichtigen Verbandsſpiels. Wichtig dadurch,
daß Abſtiegsgfährdete gegen einen Meiſterſchaftsanwärter
antre=
ten. Im Vorſpiel konnte Dieburg Arheilgen überlegen mit 6:2
ſchlagen. Auch heute ſtehen die Ausſichten für Arheilgen nicht
günſtig, denn auch am Sonntag muß es mit veränderter
Mann=
ſchaft antreten. Trotzdem haben die neuen Leute im Spiel gegen
Pfungſtadt niemand enttäuſcht und eifrig und tapfer gekämpft.
Nur darf das Toreſchießen nicht vergeſſen werden. Für Dieburg
iſt der Gang nach Arheilgen nicht beſonders gefährlich, denn ſchon
mehrmals hat es die Punkte mitgenommen. Wie ſchon erwähnt,
kommt aber auch bei Arbeilgen die Gefahr des Abſtiegs hinzu,
und das ſollte die Mannſchaft zu beſonderen Leiſtungen
anſpor=
nen. Es wäre ſchade für den Verein, wenn er gerade in ſeinem
Jubiläumsjahr dem Abſtieg verfallen würde. Deſſen ſollte ſich
auch die Mannſchaft bewußt ſein und beweiſen, daß
Befürchtun=
gen grundlos ſind. Auf alle Fälle iſt mit einem intereſſanten
und ſpannenden Spiel zu rechnen, das ſeine Anziehungskraft nicht
verfehlen wird.
FV. Gräfenhauſen—Chattia Wolfskehlen.
Für Sonntag. 14.30 Uhr, hat ſich der FV. Gräfenhauſen den
FC. Chattia Wolfskehlen zu einem Freundſchaftsſpiel verpflichtet.
Die Gäſte, die in ihrer Gruppe ungeſchlagen die Tabelle
anfüh=
ren, dürften einen nicht zu unterſchätzenden Gegner abgeben, ſo
daß Gräfenhauſen alles daran ſetzen muß, um ehrenvoll
abzu=
ſchneiden. In Anbetracht der derzeitigen Leiſtungen der
Platz=
herren darf mit einem ſpannenden Treffen gerechnet werden.
Vor=
her 2. Mannſchaften.
SV. Weiterſtadt—Tgſ. 1875.
Zu dem Spiel in Weiterſtadt fahren beide Mannſchaften mit
dem Rad ab Fabrik, Röhm u. Haas, Weiterſtädter Straße.
2. Mannſchaft vorm. 11 Uhr. 1. Mannſchaft nachm. 12.45 Uhr.
Anhänger, die die Mannſchaft begleiten wollen, wollen ſich
recht=
zeitig einfinden.
Handball.
Polizei Darmſtadt — V. f. R. Schwanheim
Morgen 14,30 Uhr auf dem Polizeiplatz.
Wir weiſen nochmals auf den morgen ſtattfindenden
Hand=
ballkampf zwiſchen dieſen beiden Vereinen hin. Die Mannſchaft
des VfR. Schwanheim, die zurzeit in ſehr guter Förm iſt, wird
ſich nicht ohne Kampf in Darmſtadt ſchlagen laſſen. Da beide
Mannſchaften in ſtärkſter Aufſtellung antreten, iſt mit einem ſehr
intereſſanten Spiele auf dem Exerzierplatz zu rechnen. Polizei
be=
nötigt zwar nur noch 3 Punkte aus 4 Spielen, aber es iſt
Ehren=
ſache der Ligaelf des Polizeiſportvereins, möglichſt kein Spiel in
der Gauligarunde zu verlieren. Das Zeug dazu hat die Elf.
Die Mannſchaften ſtehen:
Kiepfer
Polizei:
Pfeiffer
Walter
Luley
Unmacht
Stahl
Leonhardt Huber. Daſcher Spalt Rothermel
Häuſer J. Papſtdorf Schmitt A. Papſtdorf. Seippel
Klimmroth Kröck. Herber
Brohm
Schmidt
Bäſſe
VfR. Schwanheim:
Vor dem Ligaſpiel trifft ſich die 3. Mannſchaft des
Polizei=
ſportvereins mit Tv. Egelsbach 2.
TV. Pfungſtadt — Rotweiß Darmſtadt.
Morgen, Sonntag, 15 Uhr, findet in Pfungſtadt auf dem
Turnerplatz das letzte Verbandsſpiel in der erſten Gruppe ſtatt.
Für den Gruppenſieger Rotweiß=Darmſtadt ſteht wohl nichts mehr
auf dem Spiele, doch wäre es ein ſchönes Zeichen der Mannſchaft,
die Serie ohne Spielverluſt beendet zu haben. Das Spiel in Lorſch
hat bewieſen, daß die Rotweiß=Elf zurzeit in beſter Verfaſſung
ſich befindet, und auch in ihrem letzten Spiel in Pfungſtadt das
zeigen wird, was man von dem Tabellenerſten erwarten kann.
Für dieſes Mal ſteht wieder Meyer zur Verfügung, und auch die
Stürmerreihe ſteht bis auf den Linksaußen, der wegen Verletzung
pauſieren muß, komplett. Die Hintermannſchaft ſteht in
bekann=
ter Aufſtellung, ſo daß von dieſer Seite das Beſte erwartet
wer=
den kann. Die Pfungſtädter Turner ſollen durch Neueinſtellungen
genügend geſtärkt ſein, ſo daß der Gruppenſieger alle
Anſtrengun=
gen machen muß, in Pfungſtadt nicht überraſcht zu werden. Für
die Pfungſtädter Handballfreunde wird es ſicher ein Ereignis
werden. Vorher, um 13,45 Uhr, ſpielen die Reſerven.
„Wir machen unſere Anhänger darauf aufmerkſam, daß ver
Rad nach Pfungſtadt gefahren wird. Abfahrt der Mannſchaft am
Rotweiß=Platz 13,30 Uhr, der 2. Mannſchaft 12,30 Uhr.
Rundfunk=Programme.
9.30:
10.10:
10.30:
14.30:
15.10:
16.00:
18.00:
18.20:
19.00:
20.00:
20.10:
22.35.
22.50:
Aw
23.40:
100:
900:
10.10:
10.50
11.30:
11.45:
12.05:
15.00:
16.00
17.00.
17.20.
18.05.
18.25
18.45:
19.00.
AG
20.10:
21.00:
22.30
23.00:
Frankfurt: Samstag, 27. Januar
Nur für Trier; Werbekonzert.
Schulfunk: Hinter den Kuliſſen der Oper. Hörbed,
Nur für Trier: Eigene Sendung.
Stunde der Jugend: Allerlei vom Skifahren.
Stuttgart: Lernt morſen!
Stuttgart: Nachmittagskowert des Südfutorcheſters.
Stimme der Grenze.
Wochenſchau. — 18.35: Stegreifſendung.
Stunde der Nation. Die Teufelsbraut. Ein Tixoler 8 von Franz Kranewitter. Muſik von L. Kuſche.
Saarländiſche Umſchau.
Großer bunter Abend.
München: Alte Tänze. Das H. Funkorcheſter.
München: Garmiſch=Partenkirchen am Tage der
Wekmeiſten=
ſchaft im Viererbob.
München: Alte Tänze (Fortſetzung),
München: Auf dem Preſſefeſt. Das Mikrophon im Münchene
Faſching. — 24.00: München: Neue Tänze. Funktanzkapelſe.
Köln; Szenen aus: Der Bajago, von Leoncavallo.
Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: Sonnabend, N. Jamuar
Sperrzeit.
Schulfunk: Werkſtunde. Zurichtung der einzelnen Lagen vor
dem Binden und Anfertigung eines Beſchneidehobels.
Eröffnung der „Grünen Woche‟.
Deutſcher Seewetterbericht.
Karl Schwoon: Mit den Ekkehard=Spielen durch Deutſchland.
Schulfunk: Feierſtunde. „... und die Hitlerfugend marſchiert!”“
Jugendfunk: Willi Jahn u. Fritz Sotke erzählen von ihrem
Liedſchaffen. — 15.45: Diplomkaufmann Weiß: Wirtſchaftl,
Wochenſchau.
Stuttgart: Nachmittagskonzert des Südfunkorcheſters.
Guſtav, Schäfer: Sportwochenſchau.
Muſikaliſche Kurzweil.
Dr. Decker: Der nordiſche Menſch.
Wochenendſalat mit Fred Krüger.
Glockengeläute von der Marktkirche in Wiesbaden.
München: Stunde der Nation: Die Teufelsbraut. Ein Tiroler
Faſchingsſpiel von Franz Kranewitter.
Kernſpruch. — 20.05: Aus der deutſchen Arbeitsfront.
„Johann nu ſpann” die Schimmels an.” Eine
Bauernhoch=
zeit im Alten Lande.
Tanz zum Wochenende. Robert Gaden und ſein Orcheſter.
Praktiſche Werbearbeit für die Olympiade.
Fortſetzung der Tanzmuſik.
Weikerberichl.
Mit dem Weiterzug der nördlichen Störungen haben die
Winde nach Weſten gedreht, ſo daß milde Ozeanluft nach dem
Feſtlande hinzieht. Somit wird ſich das Wetter wechſelhaft
ge=
ſtalten, die Temperaturen bewegen ſich vorerſt meiſt über Null
Grad und zeitweiſe treten noch Niederſchläge auf. Da von Weſten
her der Luftdruck wieder anſteigt, iſt ſpäter wieder mit einer
Wetterberuhigung zu rechnen.
Ausſichten für Samstag: Wechſelnd wolkig, mit vorübergehendem
Aufklaren, Temperaturen meiſt über Null, einzelne
Nieder=
ſchläge.
Ausſichten für Sonntag: Weiterhin wechſelhaftes Wetter. Nachts
Temperaturen wieder etwas unter dem Gefrierpunkt.
Winterſportmöglichkeiten.
Vogelsberg: Hoherodskopf: Weiterhin heiter, —4 Gr., Schneehöhe
im Walde 25 cm., Schnee leicht verharſcht Sportmöglichkeit
nur im Walde.
Rhön: Keine Sportmöglichkeit.
Sauerland, Winterberg: Wolkig. —1 Gr., Schneedecke
durchbro=
chen, verharſcht, Sportmöglichkeit nur ſtellenweiſe.
Taunus, Kleiner Feldberg: Keine Sportmöglichkeit.
Schwarzwald, Feldberg: Wolkig, —1 Gr., 55 cm. Schnee, Pulver,
Sportmöglichkeit ſehr gut. (2)
Triberg: Klar, —4 Gr. Nur Eisbahn.
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Samstag, 27. Januar
latte
Auslandsſchulden und Binenmarkt.
Rückblick auf die deutſche
Wiekſchafts=
emigialang.
Als die Bankenkriſe im Sommer 1931 über Deutſchland
her=
einbrach, waren wir dem Ausland gegenüber mit faſt 25
Milli=
arden Mark verſchuldet. Wir haben ſeitdem trotz der immer
ſchwieriger werdenden Wirtſchaftslage und dem dadurch ſinkenden
Erlös viele Milliarden zurückgezahlt, ſo daß gegenwärtig die
deut=
ſchen Auslandskredite mit rund 15 Milliarden Mark angegeben
werden können. Die Verzinſung dafür beträgt im laufenden Jahr
1934: 834 Millionen RM., mit den Amortiſationsbeträgen von
379 Millionen wären alſo insgeſamt 1215 Millionen RM.
erfor=
derlich, um den Zinſen= und Kapitaldienſt zu verſehen. Da aber
dieſe Beträge nur in ausländiſcher Währung, in Deviſen, gezahlt
werden können und müſſen, ſind dieſe Deviſenmengen irgendwie
zu beſchaffen. Und wir erhalten dieſe Deviſen nur, wenn wir
ent=
ſprechende Mengen deutſcher Waren, vor allem der Erzeugniſſe
unſerer Induſtrie (Fertigwaren) im Auslande abſetzen, Im
Dawes=Plan wurde von den engliſchen und amerikaniſchen
Sach=
verſtändigen feſtgelegt, daß Deutſchland Zahlungen an das
Aus=
land nur durch einen Ueberſchuß ſeiner Ausfuhr leiſten könne.
Durch die Schrumpfung des Welthandels und die
Abſperrungs=
maßnahmen gegen deutſche Waren iſt aber der Ausfuhrüberſchuß
im Vorjahre auf 668 Millionen zuſammengeſchmolzen, er reicht
alſo nicht hin, um Zinſen und Tilgungsraten zu begleichen. Daher
das Transfermoratorium! Seit dem 1. Januar erhält der
Aus=
landsgläubiger 30 Prozent der ihm zuſtehenden Summe, für die
übrigen 70 Prozent erhält er Skrips, die er bei ſeiner Bank zu
50 Prozent in die Währung ſeines Landes umwandeln kann, er
bekommt alſo mindeſtens 65 Prozent der ihm zuſtehenden Summe
in Deviſen! Da der Zinſendienſt der Dawes= und Young=, der
Kali=Anleihe und der Beträge, die unter das Stillhalteabkommen
fallen, voll transferiert wird, erhalten alſo nur 23 Prozent der
deutſchen Gläubiger dieſe verkürzte Summe. Es iſt alſo nicht
wahr, daß Deutſchland ſyſtematiſch ſeine Gläubiger prellt. Zudem
haben Holland und die Schweiz ſich bereit erklärr, zuſätzliche
Men=
gen deutſcher Waren abzunehmen, ſo daß die Schweizer und
hol=
ländiſchen Gläubiger voll befriedigt werden. England und die
Vereinigten Staaten aber haben ſich geweigert, zuſätzliche Mengen
deutſcher Waren aufzunehmen, obgleich das britiſche Imperium
und die USA. nach Deutſchland mehr verkaufen, als Deutſchland
an ſie. Wenn alſo ein Bruchteil der geſamten Auslandsgläubiger
mit der Regelung nicht zufrieden iſt, müßten ſie eigentlich die
Handelspolitik ihrer Regierungen dafür verantwortlich machen.
Dieſe Tatſachen ſind unwiderlegbar und werden von uns auf der
Berliner Konferenz mit den Gläubigern, die am 24. Januar
be=
gonnen hat, hervorgehoben werden.
Alle Länder, und beſonders ſtark Deutſchland, haben ſich aus
der Weltwirtſchaftskriſe durch eine Konzentrierung auf den
Bin=
nenmarkt zu retten verſucht. Die Rückblicke auf das vergangene
deutſche Wirtſchaftsjahr zeigen, daß in Deutſchland dieſe
Wirt=
ſchaftspolitik gute Früchte trug. Die bekannten Ziffern über die
Abnahme der Arbeitsloſigkeit und die Stärkung der Kaufkraft
werden jetzt ergänzt durch die Berichte über einen beſſeren Fluß
der Steuerquellen. Die Verkehrsſteuern und die Umſatzſteuern
ſteigen an, woraus ſich ergibt, daß die Regierungsmaßnahmen zu
einer echten Wirtſchaftsbelebung führten. Da die Rettung des
Bauerntums gelang und durch die neue Getreide= und
Fettwirt=
ſchaft zureichende Preiſe erzielt werden, iſt ohne Belaſtung der
breiten Maſſen ein bisher vernachläſſigtes Gebiet der deutſchen
Wirtſchaft wieder rentabel geworden.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Einheitliche Führung im Einzelhandel mit Photoartikeln.
Innerhalb des Handels mit Photoartikeln war in der letzten Zeit
eine organiſatoriſche Zerſplitterung entſtanden, die ſich in
man=
cherlei Hinſicht zum Nachteil des geſamten Photofaches auswirkte.
Unter Führung der Hauptgemeinſchaft des deutſchen Einzelhandels
iſt nunmehr unter Mitwirkung aller beteiligten Gruppen eine
einheitliche Zuſammenfaſſung aller Photohändler im „
Reichsver=
band des deutſchen Photohandels” durch direkte Mitgliedſchaft
er=
folgt. Im Reichsverband wird je eine Fachgruppe für
Photo=
ſpezialgeſchäfte, Photodrogiſten und Photooptiker gebildet. Für
eine enge Zuſammenarbeit insbeſondere mit den am Photohandel
auch beteiligten Photodrogiſten und Photooptikern iſt durch die
Mitwirkung des deutſchen Drogiſtenverbandes und des
Reichsver=
bandes deutſcher Augenoptiker Sorge getragen. Der Deutſche
Photo= und Kinohändlerbund wird mit dem Reichsverband
ver=
ſchmolzen. Im Einvernehmen mit der Hauptgemeinſchaft des
deut=
ſchen Einzelhandels iſt zum Vorſitzenden des Reichsverbandes des
deutſchen Photohandels Herr Talbot=Berlin beſtimmt worden. Der
Reichsverband bietet auf ſeiner organiſatoriſchen Grundlage die
Möglichkeit einer einheitlichen Inangriffnahme verſchiedener
Fra=
gen, die auf dem Gebiete des Photohandels in der letzten Zeit
dringlich geworden ſind.
Leipziger Frühjahrsmeſſe. Die diesjährige Frühjahrsmeſſe
findet vom 4. bis 11. März ſtatt, und zwar: Muſtermeſſe vom 4.
bis 10. März, Textilmeſſe vom 4. bis 7. März, Sportartikelmeſſe,
Möbelmeſſe, Sondermeſſe. Photo, Optik, Kino, Bürobedarfsmeſſe
vom 4. bis 8. März, Große Techniſche Meſſe und Baumeſſe vom 4.
bis 11. März, Bugera Maſchinen=Meſſe vom 4. bis 10. März. —
Meſſe=Abzeichen und Meſſe=Ausweiſe ſind zu ermäßigten Preiſen
von dem Vertrauensmann im Bezirk der Heſſiſchen Induſtrie= und
Handelskammer Darmſtadt, Ernſt Stegmüller, Darmſtadt,
Schloß=
graben, bis 3. März ds. Js. zu erhalten. — Auf die erheblichen
Fahrpreisermäßigungen der Deutſchen Reichsbahn ſei beſonders
aufmerkſam gemacht.
Verlängerung der Zinsverbilligung für
Meliorationsdar=
lehen. Mit Rückſicht darauf, daß die beginnende Beſſerung der
Lage der Landwirtſchaft noch nicht ſo weit fortgeſchritten iſt, daß
die Zinsverbilligung für Bodenverbeſſerungsdarlehen eingeſtellt
und den Schuldnern zugemutet werden könnte, den vollen Zinsſatz
für die von ihnen in früheren Jahren aufgenommenen,
hochver=
zinslichen Meliorationskredite aus eigenen Mitteln zu tragen,
hat der Reichsernährungsminiſter die im Haushaltjahr 1934 (1. 4.
1934 bis 31. 3. 1935) ablaufende Zinsverbilligung des Reiches für
Bodenverbeſſerungsdarlehen allgemein, ohne daß es beſonderer
Anträge für den Einzelfall bedarf, um ein weiteres Jahr
ver=
längert. Die Verlängerung gilt laut NS.=Landpoſt ſowohl für die
einfache (5jährige) wie auch für die verſtärkte Zinsverbilligung.
Zellſtoffabrik Waldhof, Mannheim=Waldhof. Wie die
Zell=
ſtoffabrik Waldhof mitteilt, ſcheidet Direktor Günther Albrecht
aus Geſundheitsgründen mit Wirkung vom 31. Januar 1934 nach
faſt 33jähriger Tätigkeit aus dem Vorſtand der Geſellſchaft aus.
Um ſeinen wertvollen Rat und ſeine Erfahrung dem Unternehmen
auch weiterhin zu ſichern, wird der nächſten Generalverſammlung
ſeine Zuwahl in den Aufſichtsrat vorgeſchlagen werden.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Die Preußiſche Elektrizitäts A.=G., Berlin, hat den
Gläu=
bigern ihrer 6 Prozent Dollar=Obligationen von 1929 ein
Um=
tauſchangebot auf der Baſis 1 Dollar — 3 RM. gemacht. Sie hält
ſich daran bis zum 20. Februar gebunden.
Die Abſchlußarbeiten der Mansfeld A.=G. für Bergbau und
Hüttenbetrieb, Eisleben, zum 31. Dezember 1933 ſind, wie wir
hören, noch im Gange und noch nicht ſo weit fortgeſchritten, daß
ſich ſchon jetzt etwas über das Ergebnis ſagen läßt.
Anderweiti=
gen Meldungen ſteht die Verwaltung fern.
In der Bilanzſitzung der Bayeriſchen Notenbank, München,
wurde beſchloſſen, der Generalverſammlung am 24. Februar 1934
die Ausſchüttung einer Dividende von 9 (10) Prozent
vorzu=
ſchlagen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Trotz weiter ſtillem Geſchäft eröffnete die Berliner Börſe
geſtern überwiegend befeſtigt, da unter dem Eindruck der
zuver=
ſichtlichen Nachrichten aus der Wirtſchaft kleinere Kaufaufträge
des Publikums eingetroffen waren. Von günſtigem Einfluß auf
die Tendenz waren ferner die Erklärungen Waſhingtoner
Regie=
rungskreiſe zu den Berliner Transferverhandlungen, insbeſondere
der Paſſus, daß die Zahlungsbilanz zwiſchen Deutſchland und den
Vereinigten Staaten evtl. durch den Ankauf deutſcher Waren einen
angemeſſenen Ausgleich finden ſoll. Auch die Kriſenwende in der
deutſchen Montaninduſtrie, die erneut in dem Krupp=Abſchluß
zu=
tage tritt, vermochte die Tendenz günſtig zu beeinfluſſen.
Reichs=
bankanteile ſtiegen um 3 Prozent. Schiffahrtsaktien bröckelten
trotz des Rückganges der aufgelegten Handelstonnage ab. Am
Anleihemarkt waren Reichsſchuldbuchforderungen und
Reichs=
markobligationen wenig verändert. Altbeſitz waren eher
ange=
boten, dagegen Neubeſitz 15 Pfg. feſter. Variable Obligationen
waren bis auf Krupp, die 1 Prozent gewannen, bis ½ Prozent
ſchwächer. Am Auslands=Rentenmarkt lagen Caiſſe Commune=
Werte uneinheitlich. Der Verlauf war weiter befeſtigt, ſpeziell
für Brauereiwerte. Die übrigen Werte wurden auf
Vortages=
baſis umgeſetzt. Pfandbriefe lagen ebenfalls ſtill und bröckelten
um etwa ¼ Prozent ab, Kommunalobligationen waren behauptet.
Liquidationspfandbriefe auf dem vorgeſtrigen ermäßigten Niveau
geſucht. Von Stadtanleihen waren Düſſeldorfer 1½ Prozent
ſchwächer. Induſtrie=Obligationen waren eher befeſtigt.
Schatz=
anweiſungen des Deutſchen Reiches (USA.=Dollar=Anleihe)
ver=
loren ½ Prozent für die großen und 2 Prozent für die kleinen
Stücke. Der Privatdiskont blieb unverändert 3½ Prozent.
Die Frankfurter Börſe eröffnete zwar in freundlicher
Haltung, hatte aber weiterhin nur kleine Umſatztätigkeit zu
ver=
zeichnen. Die Zurückhaltung von Kundſchaft und Kuliſſe hielt im
weſentlichen an, ſo daß ſich eine ganze Reihe günſtiger
Wirtſchafts=
nachrichten nicht voll auswirken konnte. Die Kursgeſtaltung war
wiederum etwas uneinheitlich und hing in den meiſten Fällen
vom Zufall ab. Der Verlauf blieb freundlich geſtimmt, das
Ge=
ſchäft zeigte jedoch nur hier und da leichte Belebung. Am
Renten=
markt lagen Reichsmark=Obligationen etwa ¼ bis ½ Prozent
höher. Sehr lebhaftes Geſchäft hatten türkiſche Anleihen, von
denen die Serie 1 mit etwa 82 bis 83, die Serie 2 mit 75½
Pro=
zent zirka 2 Prozent gewannen. Auch alte türkiſche Anleihen
ſo=
wie Rumänen und Anatolier lagen feſter. Erneut feſt lagen
außerdem Schweizer Bundesbahn=Anleihen, die von 1½ bis 3
Prozent anzogen. Deutſche Anleihen blieben etwa auf
Anfangs=
baſis behauptet, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen lagen ¼
Pro=
zent feſter. Pfandbriefe waren ziemlich unverändert.
Stadt=
anleihen lagen teilweiſe etwas höher, Staats= und Länderanleihen
blieben ruhig. Steuergutſcheine blieben, wie ſchon ſeit zirka 14
Tagen, unverändert. Am Aktienmarkt traten meiſt weitere Beſſe,
rungen um ½ bis ½ Prozent ein, beſonders bei den
Montan=
werten. Sehr feſt lagen Chadeaktien mit plus 5.— RM.
Schwä=
cher notierten Kali Salzdetfurth (minus 1½ Prozent)
Scheide=
anſtalt gingen erneut um ½ Prozent zurück, Farben ſchloſſen mit
124½ um ½ Prozent feſter. Bekula waren ſpäter lebhafter und
bis auf 121 Prozent (plus 1½ Prozent) erhöht. Reichsbank lagen
unter Schwankungen behauptet. Tagesgeld war leicht und zum
SSatz von 3½ Prozent unverändert.
In Nachwirkung der gunſtigen Mitteilungen aus der
Wirt=
ſchaft blieb die Stimmung auch an der Abendbörſe freundlich.
Größere Geſchäftstätigkeit vermochte ſich aber nicht zu entwickeln,
da ſeitens der Kundſchaft nur in kleinem Umfange Aufträge
ein=
getroffen waren. Die Kuliſſe verharrte daher in Zurückhaltung.
Die Berliner Schlußkurſe waren größtenteils gut behauptet,
teil=
weiſe auch weiter erhöht. So bei Phönix, Bekula, Daimler,
Nordd Llloyd uſw. Farbeninduſtrie waren nur knapp gehalten.
Am Rentenmarkt lagen Neubeſitzanleihe 10 Pfg. freundlicher,
Altbeſitz eröffneten unverändert, gaben ſpäter ½ Prozent nach.
Späte Reichsſchuldbuchforderungen blieben zu 93½—94 gut
be=
hauptet. Von Reichsmark=Obligationen waren RWE. mit 83½
und Gulden=Phönix mit 70 Prozent etwas lebhafter. Im
Ver=
laufe lagen heimiſche Aktien und Renten ſehr ſtill. Dagegen kam
es am Auslandsrentenmarkt in neuen Türken zu lebhafteren
Um=
ſätzen. 1. Tranche ſtiegen auf 84½, 2. Tranche auf 77½—78
Pro=
zent. auch alte türkiſche Anleihen waren leicht befeſtigt.
Schwei=
zer Bundesbahn=Anleihen ruhig und etwas nachgebend.
Abänderung der Berordnung über Wareneinfuhr
aus Frankreich.
Die Verordnung vom 25. Januar 1934 zur Abänderung der
Verordnung über die Einfuhr von Waren aus Frankreich vom
13. Januar 1934 bringt keine materielle Veränderung,
insbeſon=
dere keine Verſchärfung der durch dieſe Verordnung getroffenen
Beſtimmungen über die Behandlung der franzöſiſchen Einfuhr. Es
ſollen dadurch lediglich die Beſtimmungen über die
Koningentie=
rung gewiſſer franzöſiſcher Textilerzeugniſſe dem am 1. Februar
1934 auf Grund autonomer Regelung in Kraft tretenden neuen
Tarifſchema des deutſchen Zolltarifes für gewiſſe Textilien (
Ver=
ordnung vom 18. Januar 1934) angepaßt werden.
Süddeutſche Zucker AG., Mannheim.
Die Süddeutſche Zucker A.=G. klagt in ihrem Geſchäftsbericht
für 1932/33 (31. 8.) über die weitere Verengung des freien
Welt=
marktes und über die immer noch ungenügenden Weltmarktpreiſe.
Unter dieſen Umſtänden beſtehe für die deutſche Zuckerwirtſchaft
zunächſt wenig Ausſicht, die Ausfuhr wieder aufzunehmen. Hierzu
trage auch die im Berichtsjahr durchgeführte weitere ſcharfe
Droſ=
ſelung des deutſchen Rübenanbaues bei, mit deren Hilfe aber
an=
dererſeits der faſt völlige Abſatz des Ueberlagerungszuckers aus
1930/31 gelungen ſei. Für das laufende Zuckerjahr wird
eine Rüben=Mehrerzeugung von ca. 30 Prozent gegen
1932/33 erwartet, womit der mutmaßliche deutſche Bedarf für
1933/34 gedeckt werden könne. Damit ſei die Bahn frei für eine
weitere, wenn auch einſtweilen beſcheidene Steigerung des
Rüben=
anbaues.
Der Zuckergehalt der Rüben war im Berichtsjahr geringer
als 1931, indeſſen immer noch größer als erwartet. Das Geſchäft
in Verbrauchszucker, Schnitzeln und Melaſſe war befriedigend, auch
die landwirtſchaftlichen Betriebe brachten im ganzen ein beſſeres
Reſultat. Wie berichtet, ſoll die Generalverſammlung am 29.
Januar beſchließen, aus 5,008 (4,493) Mill. RM. Reingewinn —
einſchließlich 2,097 (1,898) Mill. RM. Vortrag — eine auf 9 (8)
Prozent erhöhte Dividende zu verteilen. Die erſtmals
aufgeglie=
derte Erfolgsrechnung weiſt (in Mill. RM.) Abſchreibungen auf
Anlagen mit 2,65, andere Abſchreibungen mit 0,51 (im Vorjahre
zuſammen 1.30) aus, Löhne und Gehälter 9,21, Soziallaſten 0,73,
Steuern 5,90, ſonſtige Aufwendungen 11,17; wogegen ein
Brutto=
überſchuß von 31,67 ſteht. Beteiligungen brachten 0,22, Zinſen
uſw. 0,81, ao. Erträge 0,38. Die Bilanz weiſt gegen das
Vor=
jahr weſentliche Verbeſſerungen auf: die Verbindlichkeiten
ver=
ringerten ſich auf 12,10 (28,76 Mill.), vor allem durch
Heraus=
ſtellung von 9,95 freien Reſerven und 6.40 Rückſtellungen (im
Vorjahre war eine Sonderrücklage von 0.30 ausgewieſen).
Bank=
ſchulden exiſtieren nicht, dagegen aber 17,30 flüſſige Mittel. Das
Anlagevermögen ſteht mit 13,25 (16.78) zu Buche, davon ſind die
landwirtſchaftlichen Werte auf 1,88 (6,23) heruntergeſchrieben
worden. Die Vorräte verringerten ſich durch Fortfall von
Ueber=
lagerungszucker auf 13,31 (22,27), Beteiligungen betragen 2,26,
Wertpapiere haben ſich durch Erwerb von Steuergutſcheinen und
Zuckerfabrik Jülich=Aktien auf 5,56 erhöht (im Vorjahre
zuſam=
men 2,67), Forderungen belaufen ſich auf 20,38 (im
Vergleichs=
poſten des Vorjahres war das Bankguthaben mit enthalten). Das
Stammaktienkapital iſt mit 30,0 ausgewieſen, nachdem die 0.40
Vorzugsaktien in Stammaktien umgewandelt wurden.
Für das laufende Betriebsjahr 1933/34 ſteht etwa die gleiche
Rübenmenge zur Verfügung wie im Berichtsjahr, der Einwurf an
fremdem, etwas verteuertem Rohzucker wird ſich leicht erhöhen.
Das Verbrauchszuckergeſchäft war bisher zufriedenſtellend, ebenſo
das für Schnitzel und Melaſſe. Die Geſellſchaft fürchtet indeſſen,
daß das erhöhte Inlandskontingent vom
Ver=
brauch wieder nicht erreicht wird. Für die
Landwirt=
ſchaft wird mit einem ungünſtigeren Ergebnis gerechnet. Das
Unternehmen hat die Vierſchichten=Arbeit eingeführt, wodurch etwa
900 Mann für einige Monate zuſätzlich eingeſtellt werden konnten,
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 26. Januar. Bei ſtiller
All=
gemeintendenz und großer Zurückhaltung notierten ((je 100
Kilo=
gramm Großhandels=Einſtandspreis loko Mainz) in RM.:
Wei=
zen 19,60, Roggen 16,90 Hafer 14,60—14,85, Braugerſte 17,75 bis
18,35, Induſtriegerſte 17,60, Malzkeime 14,25—14,50, Weizenmehl
ſüdd. Spezial 0 29.,80, Roggenmehl (0—60 Prozent) nordd. 23,50
bis 23,75. dito ſüdd. 24,00—24,50 Weizenkleie fein 11.00—11,10,
dito grob 11,55—11,65, Roggenkleie 10,75—11,50,
Weizenfutter=
mehl 12,40. Biertreber 17,50—17,65, Soyaſchrot 15,30—15,40.
Trockenſchnitzel 10,10—10,20.
Berliner Kursbericht
vom 26. Januar 1934
Deviſenmarkt
vom 26. Januar 1934
Berl. Handels. Ge
Deutſche Bank u. 1
Disconto=Geſ.
Dresdner Bank
Hapag
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi.
Deutſche Cont. Gas
Rie
55.—
59.—
27.—
28.50
27.5
134.—
43.125
14.—
71.75
152.25
111.50
Deutſche Erdöl
Elektr. Lieferung
J. G. Farben
Ge). Bergwerke
Geſ.f.elektr. Untern
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann.
Kali Aſchersleben .
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppe
Me
90.375
124.875
56.125
88.50
86.—
65.75
66.—
169.—
Se,n5
85.75
58.625
36.625
58.—
Keee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Kaufhol
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali 11
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werke
Lindes Eismaſch.
VogelTelegr. Draht,
Wanderer=Werke
16.125
51.875
143.50
16.125
37.75
110.—
16.—
93.25
15.—
78.75
71.50
89.75
Buenos=Aires
Kanada
Japan
Kairo
Iſtanbul
London
New Yort
Rio de Janetrol
uruguan
Amſterdam
lthen
Brüſſel
Budapeſt
Danzig
Helungfors
Währung
1 Pap. Peio
eanad. Doll,
19en
1ägypt.
1 türk. s
12-Stg.
1 Dollar
1 Milreis
1 Goldpeſo
100 Gulden
100 Drachm.
100 Belge 58.29
100 Pengö
100 Gulden
100 finn.Mk.
Geld‟”
0.673
2.607
0.784
13.485
1.278
13.105
2.637
0.2241
1.399
165.331
2.401
ei. z2
5.794
Brieſ
0.577
2.,61s
0.798
13.515
1.982
13.131
2.643
0.226
1.401
188.87
2.405
158.41
a1.58
5.306
Italien
Jugoſlawien
Lopenhagen
Liſſabon.
Oslo
Baris
Prag
Fsland
Rigg
Schweiz
Sofia
Spanien
Stocholm
Tallinn (Eſt.)
Wien
Währung Ge 1d
100 Dinar 5.664
100 Kronen 58.49
100 Eseudos 11.26
100 Kronen 65.83
100 Lire ſei.36 ſ22.00
100 Franes 116.94
00 Tſch. Kr.
100 i81. gr.
00 Lats (80.02
00 Franien
00 Leva
100 Peſetas
100 Kronen 67.53 s
100 eſtl. Kr.
100 Schilling
12.49
59.24
61.04
3.047
33.67
71.98
47.20
Brief
5.678
56.81
11.98
65.37
16.48
12.51
59.36
eo.18
81.20
3.05z
33.73
67.67
72.07
47.30
Durmſtädter und Kariokarbant Barmſtast, Willane dr Stesoler Bunr
Frankfurter Kursbericht vom 26. Januar 1934.
Keee
„ Gr. IIp. 1934
. 1935
„ 1936
„. 1937
.. 1938
Gruppe!
6%Otſch. Reichsanl. .
v.25
689
5½% ntern.,v.30
6%Baden ... v.27
69Bahern .. b.27
6%Heſſen. .. v. 29
63Preuß.S. v.28
6% Sachſen. v.27
6%Thüringen .
Dtſch. Anl. Auslo
ungsſch. 4/.Ab
öſungsanl. . ..
Dtſche. Anl.
Ablö=
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche Schutzge
bietsanleihe.
6%Baden=Baden.
6%Berlin ... b.24
6%Darmſtadt . ..
6% Dresden .. v. 26
6%Frankfurt a. M.
Schätze v.29
v.26
88Mainz.
8%Mannheim v.27
6%München . b.20
6%Wiesbaden v.2.
%He Landesbl.
5% „ Goldoblig.
6½½ Heſſ.
Landes=
hyp.=Bk.=Liquid.=
102.25
1001),
95
93),
92
97
100.25
941,
95
95
96‟.
94.75
106.6
94.5
92.5
96
18.9
83.5
85
83
87.25
89‟
85.5
92.5
89
92.75
42 %gbeſſ. Landes)
Hyp.=Bi. Liqu.
Komm. Obl. . .
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf.
6% Goldoblig.
6%Landeskomm.
Bk. Girozentr. f.
Heſſ. Gldobl. R.11
R.12,
6% Kaſ,Lanvesrrd.
Goldpfbr. ..
6%Naſſ. Landesbl.
5½% „Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
*Ausl. Ser.
FAusl. Ser. II1
Dr. Komm. Samm.
Abl. (Neubeſitz).
6%Ber., Hyp.=Bk.
5½% „ Lig.=Pfbr.
62 Frtf. Hyp.=Bl.,
5½%0 „Lig. Pfbr.,
20
Goldoblig.
% Fr.‟. Pfbr.=Bl.
5 ½ %o „ Lig.=Pfbr.
62M ein. Hyp.=Bl.
5½ „ Lig. Pfbr.
83P. lz. Hhp.=B
15½%0 Lig. Pfbr.
6SNhs n.Hhp. 9
613% Lia Pfhr
olboblig.”
620
6% Südd. Boden=
Creb.=Ba
5½% — Lig.P b=
6%Württ. Hhp.=B.
Pedu
16% Dt. Linol. Werke
6%Mainkrw. v. 26
16%Mitteld. Stahl.
16%Salzmann cCo.
A
91 16%Ver. Stahlwerfe
6% VoigtckHäffner
3. G. Farben Bonds
5%Bosn L.E.B.
L.Inveſt.!
72
5% Bulg. Tab. v. 02
4½%0 Oſt. Schätze.
92.75 )47 Sſt. Goldrente.
93 1 5 %vereinh. Rumän
4½%
49
96‟ , 14% Türk. Admin.
114
1.Bagbad
420
1420
Zollanl.
18.25 /4½%ungarn 1918
19141
93 41%
140
Goldr.
1910
42o
92.25 4½Budp.Stadtanl.
42Liſſabon
42, Stockholm
92.5
Aktien.
93
89.5 R.g.Kunſtziide Unte
A. E. 6. ........
94
92.75 AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei
92
Zeilſto / 35
92.5
91. Bemberg, J.P.
Berl. Kraft u. Licht/1
9s.75 Buderus Eiſen.
92.75 Cement Heidelberg 83
Karlſtadt 98
19. S. Chemie, Baſellt
86
93
Re
94.5
S0).
15
19.25
4.025
6.6
3.7
3.3
5.6
5.7
5.65
6.35
5.55
4411.
35.5
81
42.25
27.5
42.75
120.5
73.25
137
Chem.Werte Abert
Chade .. . . . . . . . .1150
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Daimler=Benz..
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Lichtu. Kraſt
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Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleicher
J. 6. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt & Guillegume
Frankfurter Hof.
Gelſenk. Bergwer!,
Geſ.f.eleftr. üntern.
Hafenmüh le Frkft.
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Henninger. Kemp
HilpertArmaturfrb.
Hirſch Kupfer
Hochtief Eſſen
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Kufe 2
Aſchersleben
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Mainz. Akt. Br..
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85
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Schwartz, Storcher
Hindrichs=Aufferm. / 55.5. Siemens & Halske.
Reinigerwerke
101.5
Südd. Bucker=A. G.
67.25
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Junghans ......! 33 unterfranken. . ...
2
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38
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32.21
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Grün & Bilfinger 1200 Rütgerswerte ....
85.5
109
56.25
19
2o5
69.75
56.5
59"
66.75
52
40
87.5
9.25
44
195.75
85
7
174.5
143.5
Ve Kue
Ver. Ultramarin. . .I.
Voigt & Haeffner.
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ZellſtoffWaldhof..
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Shp.=Ban
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Würtib Notenban/lu00
A..G. Vertetrsw./ 64.5
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720 Dt. Reichsb. Bz/111.75
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Verſicherung . /226
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109.75
45
94.5
77.5
87.5
49
Rs
59
82.25
85
185
27
28.5
11
[ ← ][ ] A.
2——2
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unter Mitwirkung d. Original
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„Deutſche Trachten”
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Beginn der Aufführung 20 Uhr
Danach: Glückshafen / Jahrmarkt / Erfriſchungen
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2.— Mk., Nichtmitglieder 3.— Mk., Studenten 1.— Mk.,
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27. Januar 1934 Saalbau 20 Uhr
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„ 45% 3.90 2.10
Selbſtgekelterten, glanzhellen
Aepfelwein F. ohne 01 303
Johannisbeerwein Fl.ohne Gl. 603
32a
Ftäſchenweine eig. gelterg)
32er Dienheimer . . Ltrfl. 80Zv. Gl.
30er Oppenh. Kehrweg Fl.80,„ „
30er Dienh. Falkenberg Fl. 1.00, „
30er Oppenh. Kreuz Riesl. 1.20, „
Natürl. Heil= u. Tafelwaſſer:
Kaiſer=Friedrich=Quelle.
Vilbeler Eliſabethenquelle.
Martin Bahn
Pallaswieſenſtr. 30 — Telefon 305.
Ungezählte Arbeitshände
* liegen noch immer brach! Dieſem Übel unſerer
Zeit gilt es jetzt im zweiten Anſiurm energiſch
Front zu machen. Wenn alle Hand anlegen, dann
kommt das Wirtſchaftsrad noch mehr in Schwung.
* In dieſem Kampf für Arbeit und Brot finden Sie
S in der Zeitungs=Anzeige die beſie Unterſtützung.
Für die Reſonanz Ihrer Anzeigen ſorgt das
* Darmſtädter Tagblatt, dem Sie Ihre
Anzeigen anvertrauen ſollten.