Darmstädter Tagblatt 1934


15. Januar 1934

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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ble 81 Januar 2 Reſchemart und 20 Pfemnig ub=
tragegebhe
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im Januar ohne Beſtellgeld monatlich 2.40 Reichemart.
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe Darmſi. Tagbl. geſtattet.
Nummer 14
Montag, den 15. Januar 1934.
197. Jahrgang

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Der
Heer Ment Datnt
Erinnerungskreffen in Lippe aus Anlaß des vorjährigen enkſcheidenden Wahlſieges der NSDAP. Die Rede des Führers
in Lemgo. Deutſchland will ſeinen inneren Aufbau in Frieden forkſehen.
Regierung zu dienen, ſondern nur um der Geltung eines Volkes, und ſein gleiches Recht, und damit für die Zukunft ſeines
Die Aufguue lontinlcee Boltsführung. ſeinem Beſtehen und ſeiner Erhaltung zu dienen Danach iſt unſere Lebens, ſeiner außenpolitiſchen Entwicklung, die außerordent=
geſamte
Geſetzgebung zu prüfen. Darum mußten wir uns von den

Detmold, 14. Januar.
Aus Anlaß des vorjährigen Wahlſieges am 15. Januar 1933
in Lippe fanden geſtern und heute im Lande zahlreiche Er=
innerungsfeiern
ſtatt. Schon in den frühen Morgenſtunden des
Sonntag ertönten in den Straßen der Landeshauptſtadt die
Marſchtritte der braunen Kolonnen. Am Platz vor dem Landes=
theater
hielt Obergruppenführer Schepmann eine kurze An=
ſprache
. Nach dem Vorbeimarſch marſchierten die Detmolder
Stürme der Standarte zum Bremenplatz zur Weihe der Gedenk=
tafel
. Hier ſprach der Stellvertreter des Staatsminiſters, Pg.
Wedderwille. Anſchließend übergab er die Gedenktafel der SA.
Inzwiſchen waren in Lemge bereits 13 Sonderzüge, dar=
unter
7 SA., 4 Verwaltungs= und vier Geſellſchaftsſonderzüge,
eingetroffen, und Abertauſende bewegten ſich in dichtem Ge=
dränge
durch die Straßen zum Schützenplatz. Vom Bahnhof bis
zum Schützenplatz waren in Abſtänden von 30 bis 40 Metern
Triumphbogen über die Straße gezogen, in denen Tauſende und
Abertauſende von Glühlampen beim Eintreffen des Führers die
Stadt in hellen Lichterglanz ſetzten.

In ſeiner Rede, von ſtürmiſchem Beifall empfangen, zeichnete

der Führer,

ausgehend von dem Zuſammenbruch der deutſchen Volksgemein=
ſchaft
im Jahre 1918 und von der Auflöſung allen nationalen
Lebens durch Marxismus und parlamentariſche Demokratie, ein
eindrucksvolles Bild von der einzigartigen Entwicklung der
nationalſozialiſtiſchen Bewegung, von der Folgerichtigkeit ihrer
Ideen, von den Geſetzen ihres organiſchen Wachstums und von
der unbeugſamen Energie, mit der dieſe Geſetze vollzogen
wurden.
Nach 15 Jahren heroiſchen Kampfes iſt die Bewegung die
Beherrſcherin der Nation geworden. Dieſer Kampf hat dem
Jahre 1932 in ſeinen 13 Wahlſchlachten und ſeinem atemrauben=
den
Jagen um den Endſieg eine beſondere Bedeutung gegeben.
Keine Kompromiſſe und Halbheiten, entweder die ganze Macht,
mit der man allein ein Volk retten kann, oder gar nichts, das
ſei die Parole unſeres fanatiſchen Kampfes geweſen. Damals
durften wir nicht in den Fehler des Weltkrieges verfallen und
im letzten Augenblick ſchwach werden. Damals mußte die Be=
wegung
ihre abſolute Härte bewahren, und es konnte für ſie
nur eins geben: den Sieg, angreifen, immer wieder angreifen!
und nicht zur Ruhe kommen laſſen.
Von dieſem Entſchluß ſei vor allem auch der lippiſche Wahl=
kampf
getragen geweſen, der die Entſcheidung in dem gigantiſchen
Ringen herbeigeführt habe. Dieſer Wahlkampf, währenddeſſen
es bereits beſchloſſen war, in Braunſchweig und Heſſen aufs
neue anzugreifen, hat mit einem
großen und enkſcheidenden Sieg geendef.
Er hatte vor aller Welt den Beweis erbracht, daß die national=
ſozialiſtiſche
Bewegung nicht geſchlagen, ſondern ſtärker denn je
ſtand. Keiner der hier Anweſenden werde heute aufſtehen und
bereuen, daß er uns damals ſeine Stimme gegeben habe. ( Leb=
haſte
Zurufe: Nein! Nein!)
Mit dieſer Abſtimmung ſei damals der 30. Januar und
damit ein neuer Abſchnitt deutſcher Geſchichte eingeleitet worden.
Wenn ich heute, nach faſt einem Jahr, vor die Nation trete,
daun kann ich dem deutſchen Volke ins Auge blicken.
Ich habe damals nichts Ungewöhnliches verſprochen. Ich
habe 4 Jahre gefordert. Ein Jahr davon iſt verfloſſen.
Ein Jahr der größten umwälzungen in Deutſchland, aber
auch ein Jahr der größten Sammlung der deutſchen Kraft,
ein Jahr größter Entſchlüſſe und größter und ſehr großer
Erfolge.
Das was vor 2 Jahren niemand von unſeren Gegnern für
möglich gehalten hat, das, was ich ihnen ſo oft prophezeit hatte,
iſt eingetroffen. Ich habe den Marxismus zerſchlagen, das Zen=
trum
dazu und die bürgerlichen Parteien. (Stürmiſcher Beifall.)
Deutſchland iſt aus den Klauen dieſer Parteien erlöſt. Wie ich
hofſe, hat die
deutſche Rakion den Beg zur welkanſchaulichen
Endauig geinden.
Ich bin mir auch klar darüber, daß dieſer Prozeß nicht im
Jahre 1934 oder 1935 abgeſchloſſen werden wird. Denn wir haben
dieſe Parteien beſeitigt in der Ueberzeugung, daß alles, was in
der Welt Großes geſchaffen wird, nur aus den Werten der Per=
ſönlichkeit
kommt, daß aber das parlamentariſch= demokratiſche
Syſtem die Perſönlichkeit tötete oder nicht zur Entfaltung kom=
men
ließ. Dieſes Syſtem hat 40 Jahre lang die
Qualität der Perſönlichkeit vernichtet und zu
einem unbrauchbaren Begriff der Maſſe gemacht. Es iſt klar, daß
wir ſelbſt dabei die Leidtragenden waren und daß wir Jahre be=
nötigen
werden, um unſerem Volke wieder Führer heranzubilden.
Allein ich rechne nicht mit den Jahren 1934 und 1935, ich rechne
mit der ewigen Qualität unſeres Volkes. Ob ſie ſich heute wird
einig werden oder morgen oder übermorgen, in 10 oder 20 Jahren
oder meinetwegen in 50 Jahren, das iſt gleichgültig. Entſcheidend
iſt, daß die Geſetzgebung nicht erfolgt, um der Erhaltung einer

bisherigen Methoden abwenden und zu dieſer geſunden Geſetz=
gebung
zurückkehren.
Wir haben es nicht nölig, um Popularikäk zu
fanfen, den ufe Ranpen ind berlſcfnt
die deutſche Geſchichte eingekragen.
Wir müſſen in großen Zeiträumen denken, nicht für den
Augenblick. Wir müſſen uns zunächſt zu großen Gedanken durch=
ringen
und unſerer Jugend wieder ein großes Ideal geben. Denn
wie können wir dieſe Zukunft ſchaffen, wenn nicht dieſes große
Ziel vor uns ſteht, und wenn es auch erſt für die kommenden
Jahrzehnte und Jahrhunderte Erfolg hat. Niemand, auch von
denen man ſagt, daß ſie ſchon jetzt alles erreicht haben, werden
zur Zukunft kommen. Der Menſch wird verfallen und
verderben, wenn ihm nichtsmehr fürdie Zukunft
zu tunübrigbleibt.
Aufgabe einer wirklichen Volksführung iſt es, ein Volk auf
den richtigen Weg zu bringen, auf einen Weg, auf dem es durch
unendlichen Fleiß, durch ſeine Tatkraft und ſeine Beharrlichkeit
immer mehr dem Ziele ſeiner große Aufgabe nahekommt.
Ich möchte der Garant und Führer des Volkes auf dieſem
Wege ſein.
Ich habe die Ueberzengung, daß der Weg.
den Mrelngeſclgen Hinent deräige t.
Denn wenn wir das Ergebnis des einen Jahres überblicken, dann
können wir heute mit Stolz ſagen, daß wir ſchon vieles erreicht
haben.
Innenpolitiſch ſteht unſer Volk anders da als vor einem Jahr
Es iſt von einem Geſchick befreit worden, das Selbſtſucht und
Eigennutz kannte. Der Deutſche gilt wieder etwas in Deutſchland.
Eine Gemeinſchaft bildete ſich wieder, die ihren ſichtbaren Aus=
druck
fand in einem politiſchen Willen.
Wir ſind wieder ein deutſches Bolk geworden.
Was wäre aus dem deutſchen Volke geworden, ſo möchte
ich am heutigen Tage fragen, wenn dieſe Gemeinſchaft ſchon vor
20 Jahren beſtanden hätte, oder vor 15 Jahren durchgeführt
worden wäre?
Auch auf außenpolikiſchem Gebiek
ſtehen wir heuke anders da als zu jenem Zeikpunkk,
da ich die Regierung übernahm.
Wenn ich auf dieſes Jahr zurückblicke, dann kann ich ſagen:
Langſam ſind wir wieder im Begriff, uns internationalen
Reſpekt zu erwerben. Gewiß, allzuviel Liebe iſt wohl nicht da=
bei
. Im menſchlichen Leben muß man oft ob der Achtung wohl
auf die Liebe verzichten. Mindeſtens im Völkerleben iſt es ſo.
Es iſt jedenfalls nützlicher, geachtet zu werden als ſtarkes Volk,
denn geliebt zu werden als ſchwächliches.
Wenn wir unſer Volk wieder zur Höhe emporführen wollen,
dann können wir es nur, wenn wir ihm die Gleichberechtigung
in der Welt ſichern. Gleiches Recht und gleiche Ehre, das ſind
die beiden Geſichtspunkte, die ich ſeit dem 30. Januar 1933
fanatiſch verfolgt habe. (Stürmiſcher Beifall.) Ich bin über=
zeugt
, daß
nur auf dieſer Baſis ein wirklicher Völkerfrieden
eifſchen Tanfe.
Nicht indem man einen Teil der Völker zu Heloten und Sklaven
ſtempelt und anderen Rechte gibt, die ihnen nicht zukommen.
Wir wollen keinem Volke an ſeinem Rechte rütteln, kein Volk in
ſeinen Lebensmöglichkeiten beſchränken, kein Volk unterdrücken,
unterwerfen, unterjochen. Aber die Welt muß auch aufhören,
uns zu unterdrücken. Sie möge zur Kenntnis nehmen, daß die
Zeit nicht mehr da iſt, das deutſche Volk zu
unterdrücken, zu unterjochen und zu entehren,
und daß dieſe Zeit auch niemals wiederkehrt.
(Stürmiſcher Beifall.) Damit kommen wir einem wirklichen
Frieden der Welt näher als wenn wir reden und verhandeln,
dabei es aber an der Achtung vor dem andern fehlen laſſen.
Ich habe die große Hoffnung.
daß auch die anderen Völker allmählich verſtehen werden, daß
eine wirkliche Freundſchaft nur dann entſtehen kann, wenn ſie
gleichberechtigte Staaten umfaßt, aber nie entſtehen wird auf
der Baſis der Unterdrückung.
Das deutſche Volk kann heute mit Stolz bekennen, daß es
dieſe Politik überſtanden hat. Der Tag des 12. November wird
ein Ruhmesblatt in ſeiner Geſchichte ſein. Es iſt an dieſem
Tage geſchloſſen angetreten für ſeine Ehre, für ſeine Freiheit

lich iſt.
Aehnliches gilt auch für
unſere wirkſchaftliche Enkwicklung,
die weit mehr als irgend etwas anderes abhängt vom allge=
meinen
Vertrauen. Und wenn man ſagt, wir hätten noch nicht
alles erreicht, dann ſei erwidert, dann hättet Ihr nicht ſoviel
zerſtören ſollen, dann wären wir ſchon fertig.
Wenn ich 14 Jahre ſo gearbeitet hätte, wie wir es in dieſem
einen Jahr getan haben, dann hätten wir keine 7 Millionen Er=
werbsloſe
gehabt, ſondern dann hätten wir zu wenig Arbeiter in
Deutſchland.
Wenn man zehn Jahre lang ein Volk verwüſtet, ſeine Wirt=
ſchaft
ruiniert und zerrüttet, dann kann das nicht im Handum=
drehen
gutgemacht werden. Wenn die anderen 14 Jahre zur Zer=
ſtörung
gebraucht haben, dann ſoll man mir vier Jahre zum Auf=
bau
geben.
Wir haben nach der Arbeit in dieſem einen Jahr, mitten im
Winter, noch zwei Millionen Arbeitsloſe weniger als in der Zeit
vor einem Jahr. Wenn es uns trotz der charakterloſen ſchamloſen
Hetze der Emigranten gelungen iſt, in dieſem Jahre ſoweit vor=
wärts
zu kommen, ſo haben wir die Ueberzeugung, daß
das kommende Jahr dieſe Wirtſchaftspolikik
efaſgeif benden Mid.
Ich bin der feſten Zuverſicht, daß wir dieſes Programm zu
Ende führen. Wenn auf der einen Seite Millionen arbeitswilliger
Menſchen vorhanden ſind und auf der anderen Seite Bodenſchätze
und Arbeitsmöglichkeiten und der Schrei nach Konſum und Be=
darf
an Produkten im deutſchen Volke vorhanden iſt, dann würde
es traurig ſein, wenn es einem eiſernen Willen nicht gelänge, ihn
durchzuringen. Es iſt eine Frage der Organiſation, dieſe Arbeit
in unſerem deutſchen Volke zur Geltung zu bringen.
Eines allerdings iſt die Vorausſetzung: Es muß ein Wille
ſein und es muß ein Wille führen. Wenn ich zehn Entſchlüſſe faſſe
und neun davon ſind richtig und nur einer iſt falſch, dann kann
man den einen falſchen ſchon auf ſein Konto nehmen. Die an=
deren
aber haben gar nichts getan und von 10 Entſchlüſſen nicht
einen durchgeführt. Wir werden daher den Kampf in dieſem
Jahre genau ſo weiterführen wie im vergangenen, unſer ganz
großes und einfaches Ziel vor Augen. Ich bin überzeugt davon,
daß wir in einem einigen deutſchen Volke
dieſe Zeit der großen Nok gemeinſam überwinden.
Auch in der Zeit der tiefſten Erniedrigung war ich immer über=
zeugt
von der Ehre des deutſchen Volkes. Und wenn am 12. No=
vember
über 40 Millionen Volksgenoſſen dieſer Ehre folgten und
damit ihrer eigenen Ehre ihre Stimme gaben, dann habe ich darin
die Beſtätigung deſſen geſehen, was ich immer wußte. Für mich
aber war es der Beweis der Anſtändigkeit des deutſchen Volkes.
An einem ſolchen Volke können wir nicht verzweifeln.
Auch die Zukunft erfordert Treue und Feſtigkeit. 14 Jahre
lang haben wir um die Macht gekämpft; jetzt kämpfen wir die
nächſten 14 Jahre für Deutſchland und um Deutſchland, und wenn
uns der Himmel beiſteht in dieſem Kampf, dann wollen wir ſehen,
ob wir nicht genau ſo Deutſchland, zu einer Bedeutung empor=
führen
können, zu der wir in den letzten 14 Jahren dieſe Partei
emporführten. Von den anderen Völkern wollen wir nur erwar=
ten
, daß ſie uns nach unſerer Faſſon ſelig werden laſſen. ( Stür=
miſcher
Beifall.)

Vom Tage.

Am Sonntag abend nach 10 Uhr geriet der eine der beiden
125 Meter hohen Holz=Sendetürme des Leipziger Rundfunkſenders
in etwa 100 Meter Höhe in Brand. Der Sendebetrieb Leipzig
mußte unterbrochen werden.
In Berlin fand am Sonntag aus Anlaß der 63. Wiederkehr
des Reichsgründungstages eine große Kundgebung des Kyffhäu=
ſerbundes
ſtatt. An der Fahnenparade beteiligte ſich auch die zweite
Kompagnie des Heſſiſchen Infanterie=Regiments 15 Gießen. Jur
Mittelpunkt der Veranſtaltung, an der neben dem Reichspräſiden=
ten
auch die meiſten Reichsminiſter teilnahmen, ſtanden Reden des
Bundesführers General v. Horn und des Reichsminiſters Stabs=
chef
Röhm.
Im Berliner Luſtgarten hielten die Berliner NSBS. und
DAF. eine Rieſenkundgebung zum Dauk für das neugeſchaffene
Geſetz zur Ordnung der nationalen Arbeit ab. Es ſprachen Staats=
rat
Walter Schuhmann und Reichsminiſter für Volksaufklärung
und Propaganda Dr. Goebbels, der betonte, mit dem neuen Geſetz
ſei Deutſchland in ſozialer Beziehung der modernſte europäiſche
Staat geworden.
Wie gemeldet wird, iſt der Geiſtliche Rat Dekan Heinſtadt in
Lorſch wegen verletzender Aeußzerungen gegen Staatsorgauen durch
das Staatspolizeiamt in Haft genommen und in das Gefängnis
nach Darmſtadt überführt worden.
In Gleiwitz ſprach Vizekanzler v. Papen über Die chriſtlichen
Grundſätze im Dritten Reich.
Bei den Tiroler Skimeiſterſchaften in Hail kam es zu poli=
tiſchen
Kundgebungen, ſo daß die ganze Veranſtaltung von Mili=
tär
mit aufgepflanztem Bajonett aufgelöſt wurde.

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Seite 2 Nr. 14

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 15. Januar 1934

Aus der Landeshaupinäer
Darmſtadt, den 15. Januar 4934.
Die Heidenreich von Siebold=Skiftung
ſieht in dieſem Jahr auf ihr 75jähriges Beſtehen und Wirken zu=
rück
. Ihre Aufgabe: die Unterſtützung und Betreuung kinder=
reicher
bedürftiger Wöchnerinnen, erfüllt ſie unter der neuen Re=
gierung
mit erhöhter Freudigkeit, ſieht ſie doch, daß ihre jahr=
zehntelange
Arbeit im Dienſt am Volke als notwendig erkannt
und wieder voll bejaht und gewürdigt wird. Die Heidenreich von
Siebold=Stiftung iſt ſich der Verantwortung in unſerer Heimat=
ſtadt
bewußt, die ſie als wichtiges Glied im Rahmen des bevölke=
rungspolitiſchen
Programms für den Aufbau der Familie und die
Geſundung des deutſchen Volkes hat. Trotz der ſchwierigen wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe die Inflation hat das Vermögen der
Stiftung erheblich gemindert konnte die Heidenreich von Sie=
bold
=Stiftung ihre ſegensreiche Arbeit dank der Beiträge der von
der aufbauenden Tätigkeit der Stiftung überzeugten Mitglieder
faſt ungeſchmälert durchführen. So wurden im vergangenen Jahr
rund 200 Wöchnerinnen durch Lebensmittel, Kohlen, Haushilfe,
Bettzeug und Säuglingswäſche, aber auch durch perſönlichen Rat
und Hilfeleiſtung wirkſam unterſtützt,
Die Heidenreich von Siebold=Stiftung dankt allen, die dieſes
Hilfswerk ermöglicht haben, und hofft, daß ihre Gönner auch im
neuen Jahre die Arbeit der Stiftung tatkräftig fördern. Die
Stiftung hofft ferner, daß ſich der Kreis der helfenden Mitglieder
in der Ueberzeugung von der Wichtigkeit dieſer Aufgaben weiter=
hin
vergrößert.
Um das grandioſe Winterhilfswerk des deutſchen Volkes nicht
zu beeinträchtigen, werden die Mitgliederbeiträge in dieſem Jahr
erſt nach dem 1. April eingeſammelt. Wer vorher ſchon Beiträge
geben will, zahle ſie auf Konto=Nummer 5547 der Heidenreich von
Siebold=Stiftung bei der Städt. Sparkaſſe ein.

Kriegsbeſchädigte, Kriegerhinterbliebene und Kriegereltern.
Die Ortsgruppe der NS.=Kriegsopferverſorgung Darmſtadt for=
dert
euch auf, ſoweit ihr noch nicht Mitglied ſeid, alsbald euren
Eintritt in die NSKOV. zu erklären. Keiner unſerer Kameraden
und Kameradenfrauen darf heute mehr außerhalb der großen
Volksgemeinſchaft ſtehen. Dieſes ſind wir alle unſerem großen
Führer und Volkskanzler Adolf Hitler ſchuldig. Wäre Adolf Hit=
ler
heute nicht an der Macht, wir bekämen alle keine Rente mehr.
Deshalb wollen wir Kriegsopfer Gott dafür danken, daß er uns
in letzter Stunde davor bewahrt hat. Kriegsopfer, die einem
Krieger= oder Regimentsverein angehoren, können in ihren Ver=
einen
bleiben, muſſen aber, wenn ihre Rechte gewahrt werden
ſollen, reſtlos der NSKOV. beitreten, denn in Vertretungen uſw.
iſt nur noch obengenannte Organiſation zuſtändig. Anmeldungen
werden im Büro der Ortsgruppe, Hindenburgſtraße 39, entgegen=
genommen
.
Deutſcher und Oeſterreichiſcher Alpenverein. Sektion Darm=
ſtadt
. In der ſehr gut beſuchten Monatsverſammlung ſprach unſer
Mitglied Frau Nau über ihre letztjährigen Hochtouren im
Reiche der Viertauſender. Wieder hatte ſich das Trio
Herr Dr. Nau und Frau und Dr. Heß zuſammengefunden um
dem ihnen ſo gut bekannten Wallis einen Beſuch abzuſtatten. Dies=
mal
war die Reiſe ſtets von gutem Wetter begünſtigt, ſo daß eine
ganze Reihe ſchöner Hochtouren ausgeführt werden konnte. Für
die erſten Tage wurde die Weißmieshütte als Standquartier ge=
wählt
. Von hier wurden Weißmies, Fletſchhorn und Laquinhorn
erſtiegen. Dann ging es hinüber zur Miſchabelhütte, von da über
das Nadelhorn und den Nadelgrat hinüber ins Tal von Zermatt.
Auch hier konnten noch mehrere ſchöne und ſchneidige Touren un=
ternommen
werden, u. a. der Dom, der höchſte Schweizer Gipfel
mit 4545 Metern, und das Rimpfiſchhorn. So konnten in drei
Wochen 15 Viertauſender bezwungen werden, ſo daß Frau Nau ſich
jetzt rühmen kann, 30 dieſer Hochgipfel erſtiegen zu haben. Für
eine Dame gewiß eine ſehr reſpektable Leiſtung! Dazu kommt noch,
daß die Touren im letzten Sommer durch einen eiſigen Nordoſt=
wind
ſehr erſchwert waren, ſo daß manche dieſer Berge überhaupt
nicht zu erſteigen waren. Frau Nau ſprach faſt 2 Stunden und
zeigte dabei viele wundervolle Lichtbilder, die ſie mit ihrem Mann
dort aufgenommen hatte. Sie verſtand es ausgezeichnet, ihre Zu=
hörer
durch die lebhafte Schilderung in dauernder Spannung zu
halten. Für alle, die die wunderbare Bergwelt von Saasfee
kennen, war der Vortrag ein beſonderer Genuß. Der Rednerin
wurde reicher Beifall zuteil.
Veränderungen beim Heſſiſchen Landestheater. Lwel. meldet
aus Darmſtadt: Alljährlich wird den Bühnenangehörigen bis
Mitte Januar der laufenden Spielzeit mitgeteilt, ob ihre beſtehen=
den
Verträge verlängert werden oder nicht. Das iſt auch am
Heſſiſchen Landestheater geſchehen. Neben einigen Darſtellern er=
hielten
auch Generalintendant Dr. Praſch Hauptdramaturg
Erich v. Hartz und Verwaltungsdirektor Waldeck Kündi=
gungsſchreiben
. Welche Verträge nach den nun einſetzenden
Verhandlungen noch verlängert werden, muß abgewartet werden.

Hefſiſches Landestheater.

Großes Haus Dienstag.
16. Januar Hänſel und
Anf. 20, Ende geg. 23. A 12.
Gretel, hierauf: Die Puppenfee. Pr. 0.705.50 Mittwoch
17. Januar Anf. 20, Ende 22 Uhr. (Außer Miete).
Preiſe 0.504.50
Matheis bricht’s Eis. Kleines Haus Monlag Anf. 20, Ende 22 Uhr. Außer Miete).
15. Januar / Heſſiſch Bolk bei Sang und Tauz. Pr. 0.301.50 Dienstag
16 Januar Auf 19½, Ende 22½ Uhr Deutſche Bühne. O 9
Preiſe 0.703.80
Die große Chance.

die Kriegserſindungen der Andern.

Die Pariſer Preſſe bringt Zuſammenſtellungen von neuen
Erfindungen auf dem Gebiete des Kriegsweſens, die auf dem
internationalen Rüſtungsmarkt in den letzten Monaten gemacht
wurden. Zu ihnen gehort vor allem die Erfindung neuartiger
Geſchütze, lautloſer Flugzeuge und eines neuen Pulvers, das
ſogar unter Waſſer explodieren kann.
Der britiſche Generalſtabschef hat die Erklärung abgegeben,
daß keinen Tag die Sonne aufgeht, ohne eine neue Kriegs=
erfindung
zu beleuchten. In der Tat trifft dieſer Satz zu, wenn
man die ungeheuerlichen Umwälzungen der militäriſchen Technik
aus den letzten Monaten betrachtet. Da iſt in erſter Linie das
von franzöſiſchen Chemikern neu erfundene Pulver, das in
keiner Weiſe durch Feuchtigkeit unbrauchbar gemacht werden
kann. Man vermag dieſes neue Pulver ſogar unter Waſſer zur
Exploſion zu bringen. Aber die franzöſiſchen Erfinder ſind noch
weiter gegangen. Jetzt beſitzt das franzöſiſche Heer ein Pulver,
das außer ſeiner Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit völlig
unſichtbar explodiert. Demnach wird es faſt unmöglich ſein, den
Schützen am Rauchaufſtieg zu erkennen; wie auch Kanonen ihre
Geſchoſſe abfeuern können, ohne daß ihre Stellung irgendwie
zu erkennen iſt. Die Bedeutung dieſer Erfindung iſt daher ge=
waltig
. Es beſteht nur noch die Möglichkeit, akuſtiſch das Ge=
ſchütz
oder den Schützen zu ermitteln.
Erwähnenswert unter den neuen Erfindungen iſt auch eine
Granate, die explodiert, ſobald ſie auf dem Waſſer aufſchlägt.
Die Auslöſung der Exploſion erfolgt nicht auf mechaniſche Art,
ſondern chemiſch. Sobald die geringſte Spur von Waſſer in das
Geſchoß eindringt, erfolgt die Zündung. Dieſe neue Granate
findet beſonders im Kampf gegen Unterſeeboote Verwendung.
Auch als Flugzeugbombe im Seekrieg iſt ihre Benutzung ſeitens
der franzöſiſchen Luftſtreitkräfte vorgeſehen.
Von engliſcher Seite wird die völlige Unbrauchbarkeit der
bisher üblichen Flugzeug=Korchvorrichtung gemeldet. Dieſe Appa=
rate
, die auf mehrere Kilometer Entfernung das geringſte

Ausftenang
Zeutſches Boitsinm i Prachtenl.
Reichsbund Volkskum und Heimal,
Landſchaft Rheinfranken-Naſſau-Heſſen.
Eine eindrucksvolle Kundgebung für artbewußtes Volkstum
findet unter Schirmherrſchaft des Reichsbundes Volkstum und
Heimat, Landſchaft Rheinfranken=Naſſau=Heſſen, in der Zeit vom
16. Januar 1934 bis 28. Januar im ehemaligen Gewerbemuſeum
durch eine Trachtenausſtellung ſtatt. In etwa 100 künſt=
leriſchen
vollendeten Originalmodellen, die nach dreijährigem
Studium mit größter Gewiſſenhaftigkeit von Herrn und Frau

Kunſtmaler J. Lauffer=Zirk, Karlsruhe, hergeſtellt wurden, zeigt
die Ausſtellung in reizvollen Szenen alle Trachten des badiſchen
und württembergiſchen Schwarzwaldes. Die Ausſtellung wird
ergänzt durch die Trachtenſammlung des Darmſtädter
Odenwaldmuſeums. Sie bildet eine wertvolle Ergänzung
zu der Aufführung Heſſiſch Volk in Sang und Tanz", und hat
wie dieſe den Sinn, auf den Wert und die Bedeutung der Trach=
ten
hinzuweiſen. Die Eröffnung der Ausſtellung findet am
Dienstag, dem 16. Januar 1934, vormittags 11 Uhr, ſtatt. Zu
der Trachtenſchauung iſt die geſamte Bevölkerung herzlichſt ein=
geladen
.

Heute kommen unſere Oberheſſen!
Um 8 Uhr heute abend beginnt im Kleinen
Haus das von Georg Heß zuſammen=
geſtellte
Heimatſpiel
Heſſiſch’ Volk bei Sang und Tanz!
Die Hüttenberger, Schwälmer und Trachten
aus der Rhön, die Lieder und Tänze die
Mundartdichtungen, das Leben im Dorf,
die Stunden in der Spinnſtube, alles zu=
ſammen
ein farbenfrohes Bild deutſchen
Volkstums, bringen uns die Oberheſſer
Bauern in die Stadt. Karten von 30 Pfg.
bis 1.50 Mk. ſind im Vorverkauf noch im
Verkehrsbüro und an der Abendkaſſe des
Kleinen Hauſes erhältlich.

Ehrung von Hausangeſtellten bei mehr als 20jähriger
Dienſtzeit erfolgt alljährlich, ſo auch dieſes Jahr wieder auf
Oſtern durch das Heſſiſche Rote Kreuz (Landesverein
vom Roten Kreuz und Alice=Frauenverein). In Betracht kom=
men
weibliche und männliche Hausangeſtellte, die bei derſelben
in Heſſen wohnenden Familie länger als 20 Jahre hindurch un=
unterbrochen
treu gedient haben, ſofern nicht ſchon von anderer
Seite aus gleichem Anlaß Dienſtauszeichnungen verliehen wur=
den
. Die Verleihung der Ehrengaben iſt durch Vermittlung des=
jenigen
Zweigvereins des Heſſiſchen Roten Kreuzes, zu deſſen
Bezirk der Dienſtort gehört, zu beantragen. Der Antrag erfolgt
durch die Dienſtherrſchaft; Name, Alter, Heimatort der Haus=
angeſtellten
, Tag des Dienſteintritts und Art der Dienſtleiſtung
(Köchin, Kindermädchen uſw.). Name und Stand der Dienſtherr=
ſchaft
müſſen aus dem Antrag erſichtlich ſein. Eine Beſcheini=
gung
der Ortspolizeibehörde über die Richtigkeit der Angaben iſt
beizufügen. Meldeſchluß: 1. Februar. Hausängeſtellte, die über=
wiegend
in der Landwirtſchaft beſchäftigt ſind, kommen nicht in
Betracht, da deren Auszeichnung durch die Landwirtſchaftskammer
erfolgt.

Motorengeräuſch regiſtrieren, ſollen aus der Mode kommen.
Denn wozu braucht man in England noch Abhorchvorrichtungen,
wenn das lautlos fliegende Flugzeug bereits in der Praxis
exiſtiert? Wie verlautet, ſoll der Ausbau der britiſchen Luftflotte
mit lautloſen Motoren und Propellern nur noch eine Frage der
Zeit ſein. Dieſer Erfindung ſteht eine andere gleich, die auf
dem Gebiete der Flugzeugabwehr liegt. In England wurde ein
automatiſches Flakgeſchütz erfunden, das ſelbſttätig auf das flie=
gende
Flugzeug zielt und nur noch von einem Mann bedient zu
werden braucht. Dieſes automatiſche Flak=Geſchütz kann bis
zu 70 Schrappnellſchüſſen in der Minute abgeben. Man braucht
es nur ungefähr in die Richtung des feindlichen Flugzeuges ein=
zuſtellen
. Darauf nimmt es dann automatiſch die Verfolgung des
Luftzieles auf. Selbſt bei nebligem Wetter oder bei Nacht iſt die
Funktion dieſer Flugzeugabwehr=Kanone gewährleiſtet. Der Ziel=
apparat
, der mit infra=roten Strahlen ausgerüſtet iſt, durch=
dringt
auch das dichteſte Nebelmeer und die ſchwärzeſte Nacht.
Die britiſchen Techniker behaupten, daß jeder Angriff auf ein
Land, das mit dieſer neuen Flak=Kanone ausgerüſtet iſt, unmög=
lich
ſei.
Die letzten Monate waren auch ſehr fruchtbar auf dem
Gebiete der Erfindung neuer Tanks und neuer Geſchütze. Der
Tank, der ſchwimmen kann, der Feuer ſpeit, der Steigungen
emporklimmt und ſchließlich mit Automobil=Geſchwindigkeit fährt.
Dieſer Drache des Zukunftskrieges iſt längſt in den
Heeresbeſtänden Frankreichs, Englands und Amerikas eine
Selbſtverſtändlichkeit geworden. Aber auch auf dem Gebiete
der weittragenden Geſchütze ſind gewaltige Umwälzungen ein=
getreten
. Die franzöſiſche Preſſe berichtet davon, daß in den
1I. S. A. Geſchütze exiſtieren, die 300 400 Kilometer zu ſchießen
vermögen. In Amerika iſt man auch, ſo verſichern die fran=
zöſiſchen
Techniker, dabei, ein neuartiges Rieſenflugzeug vom
Typ des deutſchen Do. X. zu bauen, das 300 Paſſagiere zu
transportieren vermag. Es ſoll ausſchließlich zum Soldaten=
transport
verwendet werden. Dieſer Luftgigant iſt mit 14 Moto=
ren
ausgerüſtet. Mit Hilfe eines ſolchen Flugzeuges wird es
auch möglich ſein, Kriegsſchiffe mitten auf dem Meer mit neuem
Menſchenmaterial zu verſorgen.
Die franzöſiſche Preſſe hat die Mitteilung dieſer neuen Erfin=
dungen
in großer Aufmachung gebracht. In der Tat ſcheint das
Wort des britiſchen Generalſtabschefs einzutreffen: Keinen Tag
geht die Sonne auf, ohne eine neue Erfindung auf dem Ge=
biete
des Kriegsweſens zu beleuchten.
B.NI. V.

Binerſent der Burmſtadter Breite.
Am Samstag, 27. Januar, findet in ſämtlichen Räumen des
Städtiſchen Saalbaues zu Darmſtadt die große Winterveranſtal=
tung
der Darmſtädter Preſſe im Landesverband Rhein=Main der
Deutſchen Preſſe ſtatt. Der Abend ſteht unter dem Motto: Hei=
mat
und Preſſe und wird neben zahlreichen Darbietungen unter=
haltender
Art eine kleine Marktſchau einheimiſcher Erzeugniſſe,
die an Ort und Stelle gegen geringes Entgelt probiert werden
können, bringen. Die Veranſtaltung ſieht ihr Ziel darin, die
Geſamtheit derer, die mit der Preſſe zu tun haben oder mit ihr in
Verbindung ſtehen, zu vereinen mit der größeren Gemeinſchaft
derer, die das Geſicht unſerer Zeit und unſerer Heimat formen:
Die Männer des Staates, der Wirtſchaft und des geiſtigen Lebens.
Sie wird keinen Unterſchied machen zwiſchen Rang und Titel; ſie
ſoll die Spitzen ebenſo bei ſich ſehen wie den Mitarbeiter im Werk=
gewand
.
Die abwechſlungsreiche Programmgeſtaltung verſpricht, daß
der Preſſeabend in Darmſtadt zu einem eindrucksvollen und unter=
haltenden
Erlebnis wird. Dabei wird der zwangloſe Charakter
der Veranſtaltung beſonders betont und dem Ganzen ein feſtliches
Gepräge gegeben werden.

11. Februar: Tag des Rundfunks.
Wie das Vdz.=Büro meldet, führt die Reichsrundfunkkammer
in den kommenden Wochen eine Reihe von Werbeaktionen durch,
die den Gedanken des Rundfunks immer weiter ins Volk hinein=
tragen
ſollen. Die Reichsrundfunkkammer wird ſich in einer groß=
zügigen
Propaganda beſonders an die Bauern und Arbeiter als die
große Front der Schaffenden wenden.
Im Zuſammenhang und zum Teil auch im Rahmen der Grünen
Woche iſt eine Woche des Bauern angeſetzt, die vom 27. Januar
bis 4. Februar im deutſchen Rundfunk durchgeführt wird. Das
Präſidium der Reichsrundfunkkammer ſowie eine große Zahl von
Gaufunkwarten in den ländlichen Bezirken werden für den Ge=
danken
des Rundfunks in der bäuerlichen Bevölkerung wirken. Der
Rundfunk wird durch Sendungen bäuerlichen Charakters von ſeiner
Verbundenheit mit dem Bauerntum Zeugnis ablegen.
Im Anſchluß daran, nämlich in der Woche vom 4. bis 10. Fe=
bruar
, wird der andere ſchaffende Teil des deutſchen Volkes, das
Arbeitertum, in die Rundfunkpropaganda einbezogen. Er ſteht im
Zeichen des nationalſozialiſtiſchen Feierabendswerks der Deutſchen
Arbeitsfront unter dem Leitſatz Nach der Arbeit,
Abſchluß und Höhepunkt der beiden Rungfunkwerbewochen im
Bauern= und Arbeitertum bildet am 11. Februar, dem Sonntag
vor Roſenmontag, der Tag des Rundfunk Vom frühen Morgen
bis in die ſpäte Nacht werden dann in den Häuſern des Rund=
funks
die Geiſter und Kobolde der Faſchingslaune ihr Spiel trei=
ben
. Der Rundfunk wird in Gemeinſchaftsſendungen der Freude
ſich zum Träger und Geſtalter des Faſchings machen.

Heſſiſche Landesbibliothek. Laut Verfügung des Heſſiſchen
Staatsminiſteriums. Min.=Abt. II für Bildungsweſen, Kultus,
Kunſt und Volkstum, vom 30. Dezember 1933, werden die Leſe=
ſäle
der Heſſiſchen Landesbibliothek, um auch den Berufstätigen
die Benutzung der Landesbibliothek zu ermöglichen, an zwei
Nachmittagen verſuchsweiſe von 1821 Uhr offen gehalten. Wir
ſetzen hierfür Mittwoch und Freitag feſt und beginnen mit dem
17. Januar 1934. An den ſeitherigen Oeffnungsſtunden (913
und 1518 Uhr) ändert ſich nichts.
Berufskundliche Rundfunkvorträge. Am Dienstag.
dem 16. Januar 1934, nachm. 14,4015 Uhr, hält die erſte
Berufsberaterin des Arbeitsamtes Frankfurt a. M., Frau
Lorenz, im Rahmen der Frauenſtunde einen Rundfunkvoxtrag
über das Thema: Junge Mädchen im Haushalt, Erziehungs=
berechtigte
und ſonſtige Intereſſenten ſeien auf dieſen wichtigen
Vortrag beſonders aufmerkſam gemacht.
Reichstreubund. Die erſte Monatsverſammlung des Reichs=
treubundes
ehemaliger Berufsſoldaten geſtaltete ſich in den obe=
ren
Sälen der Eintracht am Donnerstag zu einer impoſanten
Kundgebung für das Reich Adolf Hitlers. Die Räume waren
überfüllt, und gar viele Kameraden, die zu Beginn der Ver=
ſammlung
um 20 Uhr noch nicht anweſend waren, konnten nicht
mehr unterkommen. Der Geiſt echter Soldatenkameradſchaft war
lebendig. Mit vortrefflichen Ausführungen wußte der Redner
des Abends. Pg. Kamerad Schmidt, in ſeinem Rückblick auf das
verfloſſene Jahr mit dem Durchbruch der nationalen Revolution
und dem Wiederaufſtieg des deutſchen Vaterlandes die Herzen
der Kameraden zu gewinnen. Sein Vortrag war durchgluht
von innerſter Ueberzeugung zum Führer und der Idee zur Bil=
dung
der wahren deutſchen Volksgemeinſchaft. Reicher Beifall
lohnte den Redner. Mit einer markigen Anſprache überreichte danach
der Landesverbandsführer, Pg. Kam. Moßner, ein Fahnen=
ſtammbuch
zu der vom Bundespräſidenten anläßlich ſeines
Hierſeins im letzten Monat von ihm geweihten Fahne. Das
Buch tragt in künſtleriſcher Ausführung auf der Titelſeite die
Zeichen der Fahne und iſt beſtimmt, alle auf die Fahne ſich be=
ziehenden
Ereigniſſe aufzunehmen. Nach Erledigung des geſchäft=
lichen
Teils ſchloß Kamerad Krämer als ſtellvertretender Orts=
gruppenführer
mit einem dreifachen Sieg=Heil auf unſeren
Reichspräſidenten, unſeren Volkskanzler Adolf Hitler und das
deutſche Vaterland. Spontan wurde zum Abſchluß das Deutſch=
andlied
geſungen.
Vereinigung von Katzenfreunden. Freund Tier.
Ueber dieſes Thema hielt am 10. Januar der Direktor des Zoo
Frankfurt a. M. Herr Dr. Priemel, einen ganz vorzüglichen
Vortrag. Der Fürſtenſaal war gefüllt, man dankte dem Redner
durch ungeteilten Beifall. Das erlaſſene Reichstierſchutzgeſetz ver=
anlaßte
die Vereinigung von Katzenfreunden zu dieſem Vortrag.
Anſchließend an dieſen Vortrag forderte der Verſammlungsleiter
die Anweſenden zum Eintritt in den Tierſchutzverein (nunmehr
Reichsbund für Volkstum und Heimat. Abteilung Fachamt für
Tierſchutz, Neckarſtr. 3) und zum Beſuche deſſen Verſammlun=
gen
auf.

Großes Haus. Sonntag, den 14. Januar.
Rigoletfo.
Oper von G. Verdi.
In der vorjährigen Inſzenierung und der Regie K. M.
Zwißlers wurde heute das ſtets beliebte Meiſterwerk vor trotz
aufgehobener Miete vollbeſetztem Hauſe wieder aufgenommen und
von Fritz Bohne ſchwungvoll geleitet. In den Männerrollen
begegneten wir den oft bewährten Kräften. Johannes Drath
iſt ein äußerſt temperamentvoller Rigoletto. Dr. Heinrich
Allmeroth ein glänzender Herzog, Heinrich Kuhn ein
packender Sparafucile, Joh. Biſchoff ein eindrucksvoller Mon=
terrone
.
Die Frauenrollen waren z. T. neu beſetzt. Suſanne Heil=
mann
ſang die Gilda. Und wie ſang ſie? Eine Entdeckung
wurde gemacht: Ohne Probe, ohne Regieanweiſung, im Studium
allein auf ſich angewieſen, darſtelleriſch nur aus ſich ſchöpfend,
ſtand überraſchend eine Leiſtung vor uns, die ſich mit der jeder
berühmten Sängerin meſſen kann. Muſikaliſch bewundernswert
ſicher und vom Taktſtock völlig unabhängig, ohne Hemmungen frei
ſich entfaltend, von natürlicher Anmut, geſanglich blitzſauber, höchſt
kultiviert und ſehr geſchmackvoll, ſtimmlich mit klarer tragender
Höhe, warmer Tonfarbe, ausgefeiltem Kunſtgeſang und großer
Ausdrucks= und Schattierungsfähigkeit: eine durchaus fertige erſte
Koloraturſängerin!
Es iſt erſtaunlich, daß dies hier verborgen bleiben konnte,
und daß ein Gaſt für die Königin der Nacht kommen mußte, dem
e, wie es ſich heute herausſtellt, voll gewachſen, wenn nicht über=
legen
iſt. Wir glauben der ſympathiſchen jungen Künſtlerin eine
große Zukunft vorausſagen zu können und freuen uns an dem
begeiſterten Erfolg, der ſie heute in den Mittelpunkt des Abends
rückte.
Die Giovanna ſang zum erſtenmal eine Margarethe
Siebert mit ſchöner Altſtimme, die Maddalena wie ſchon oft
lobenswert Martha Liebel, für die mir Armella Bauer ge=
eigneter
zu ſein ſcheint.
v,H.

[ ][  ][ ]

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 14

Montag, 15. Januar 1934

Seatfcianid fatägt Mngaftt O.k..
Impoſanter Sieg der deutſchen Mannſchaft. 40 000 Zuſchauer wohnten trotz mieſem Weiter dem Spiele bei.
Reichsſportführer von Tſchammer und Oſten, Gauleiter Sprenger und Spitzen der Behörden anweſend.
Vier ſchöne Tore! Ecken 9:3!

Sieg im 99. Länderspiel!
Von unſerem nach Frankfurt entſandten H. H.=Mitarbeiter.

Große Ereigniſſe
werfen bekanntlich immer ihre Schatten voraus.
Beim letzten Länderſpiel in Frankfurt ver=
unglückte
kurz zuvor Rich, Hoffmann unſere
Schußkanone. Diesmal gab es erſt während
des Spieles Verletzte. Die Wetterſrage war
mit der Mannſchaftsaufſtellung der ſtrittige
Punkt. Wir können zufrieden ſein
mit der Löſung des Problems der
Deutſchen Mannſchaftsaufſtellung,
und wenn auch noch einige Punkte
fürs nächſte Mal beſſer beſetztwer=
den
müfſen, ſo können wir für
diesmal wenigſtens mit der Deut=
ſchen
Mannſchaft Staat machen,
zumal der heiß umſtrittene linke
Hamburger Flügel ſehr gut ein=
ſchlug
.
Anders war es mit den Platzverhältniſſen.
Der Boden war gefroren und naß zugleich,
ſo daß er faſt einer Rutſchbahn gleichkam. Die
Ungarn fanden ſich auf dieſem Platze ſehr
ſchlecht zurecht, aber auch die Deutſchen flitzten
manchmal über den glatten Boden, wie Schlit=
ten
auf der Rodelbahn. Trotzdem wurde der
Kampf ſehr impulſiv durchgeführt. Den Zu=
ſchauern
wurde Gelegenheit geboten, in Punkto
Stellungsſpiel von der Deutſchen Mann=
ſchaft
manch lehrreiches in ſich aufzunehmen.

Die große Linie

ffehlte jedoch bei dieſem ſonſt ſo intereſſanten
Vänderſpiel. Daran waren in erſter Linie die
Uingarn ſchuld, die doch nicht das zeigten, was
man allgemein von ihnen erwartet hatte.
Hauptſächlich der Angriff war trotz der Härte
des Mittelſtürmers Polgar ſehr lendenlahm.
Außerdem ſtanden die Leute ganz verzettelt
im Felde herum und kamen faſt gar nicht zu
einem geregelten Spielaufbau. Es wäre wahr=
haftig
nicht verwunderlich geweſen, wenn ſie
ganz glatt mit 5:0 Toren weitergeſchickt worden
wären, denn ihr einziges Tor war ein Elf=
meter
, während die Deutſchen neben ihren drei
Zählern obendrein noch zweimal den Pfoſten
des ungariſchen Tores trafen. Zum Glück war
ihre Deckung ſehr ſtandhaft und leiſtete oft
gkrobatiſche Arbeit, wobei der Tormann oft im
Brennpunkt der Ereigniſſe ſtand. Es mag ſein,
daß ſich die Magyaren auf weniger glattem
Boden beſſer entwickelt hätten, das darf aber
nicht darüber hinwegtäuſchen, daß ſie unſerer
Mannſchaft nichts vormachen konnten. Etliche
deutſche Spieler gingen viel beſſer mit dem
Ball um. als die ungariſchen Berufsſpieler, die
ſicherlich in Frankfurt kein beiläufiges Gaſt=
ſpiel
gaben. Wir ſtellen alſo mit
Freude feſt, daß es mit dem deut=
ſchen
Fußball zur Zeit wieder auf=

wärts geht, und hoffen vertrauensvoll auſ
das 100 internationale Spiel, das Jubi=
läumsſpiel
, das uns im Vorgefecht um
die Weltmeiſterſchaft in Luxemburg mit dieſem
Staate zuſammenbringt.

ßen Blumenſtrauß für die Gäſte) angeführt,
auf dem Spielplatz erſchienen. Als die 50 SS.=Kapelle in flotter Weiſe die
Deutſche Nationalhymne, das Deutſchland,
Deutſchland über alles ertönen ließ, ſangen
die Zuſchauer begeiſtert mit.
Eine beſondere Ovation brachten
die vielen tauſend Menſchen darauf ihrem
Liebling, dem erſtmals wieder für Deutſchland
ſpielenden Tormann Kreß dar. Nicht enden=
wollend
tönte das
Willi! Willi! Willi!

Die Gewinner unſerer Preisfrage

Unſere Länderſpiel=Preisfrage hat uns eine
Rieſenzahl von Einſendungen gebracht. Faſt die
Hälfte der Einſender hat auf einen Sieg der
Ungarn geſetzt. Das tatſächliche Ergebnis 3:1
(1:1) hatten 7 Einſender getroffen. Das richtige
Endreſultat mit 1:0 Halbzeitſtand hatten 8 Ein=
ſender
getippt. 4 auf 0:1, je 1 auf 2:0 bzw. 2.1
Halbzeit.
Die Verloſung ergab:
1. Preis 20 Mk.: Georg Benz, Arheilgen,
Arheilgen, Fuchsſtraße 1:
2. 10 Mk.: Willi Knippel, Darmſtadt,
Heidelberger Straße 108½;
3. 5 Mk.: Georg Kroh, König i. O.,
Kimbacher Straße 40;
4.
Buch: Paul Lutz, Darmſtadt, Bis=
marckſtraße
41, II.:
Rudolf Sieß, Darmſtadt,
5.
Ludwigshöhſtraße 61,II:
Gg. Heinrich Kalbfleiſch,
6.
Klein=Umſtadt, Adolf= Hitler=
ſtraße
26;
Otto Brambeer, Darm=
ſtadt
. Mathildenſtraße 15;
Paul Spahn. Darmſtadt,
Moosbergſtraße 60;

9. Preis Buch: Frau Weſp Witwe, Ar=
heilgen
, Hundsgaſſe 6;
10.
Auguſt Beck, Metzgermeiſter,
Michelſtadt i. Odw.
Auf 3:2 (1:1) hatten 32 Einſender,
auf 2:1 (1:1) 18. Einſender gewertet,
gleiche Endreſultate mit veränderten Halb=
zeiten
37 Sachverſtändige.
Die übrigen Einſender mit dem richtigen Ge=
ſamtergebnis
:
Georg Burger, Ober=Ramſtadt;
Ludwig Neumann. Darmſtadt;
Kurt Weber, Darmſtadt:
G. Schmidt, Darmſtadt;
Paul Schomburg, Darmſtadt;
Martin Neumann. Darmſtadt;
Ferdinand Süßenböck, Darmſtadt;
Georg Braun II., Arheilgen:
Otto Walter, Darmſtadt:
Georg Melk I, Wixhauſen;
Hans Fiſcher, Darmſtadt.
Wir danken allen Einſendern für die über=
aus
zahlreiche Teilnahme; vielleicht iſt ihnen bei
dem nächſten Ausſchreiben das Glück hold. Den
Preisträgern geht der Gewinn durch die Poſt zu.

Der impoſanke Aufkakt
zu dieſem, in den Vorſchauen mit ſehr geteil=
ten
Meinungen aufgenommenen Länderſpiel in
Frankfurt reihte ſich würdig in die Reihe der
großen. Feierlichkeiten unſeres nationalen
Staates ein. In der Maſſe führten zahlreiche
Gruppen aus allen Gegenden Deutſchlands die
Hakenkreuzfahne, das Symbol der Freiheit und
des Sieges, mit. Die Stimmung war ſehr ge=
hoben
, obwohl das Wetter alles andere als
begeiſternd wirkte. Als zuerſt die un=
garn
, ſtürmiſch begrüßt, auf dem Spielfeld
erſchienen ertönte die ungariſche National=
hymne
, die von der Maſſe ſtehend, mit ent=
blößtem
Haupte aufgenommen wurde. Jubeln=
der
Beifall begrüßte natürlich die
Deutſche Mannſchaft, als ſie von dem
Spielführer Gramlich (mit einem gro=

über das Spielfeld wobei natürlich, wie
immer, die Stehplatzſeite den Löwenanteil an
dieſer Art Kundgebung hatte.
Schiedsrichter Braet aus Bel=
gien
nahm mit den Spielführern die Aus=
lofung
der Platzſeiten vor, worauf ſich dieſem
recht annehmbar leitenden Regiſ=
ſeur
, der das Spiel wenigſtens laufen ließ,
die Mannſchaften in folgender Aufſtellung
gegenüber traten:
Hada
ungarn:
Sternberg Biro
Seres Szücs Szalay
Fenypeſi Vineze Polgar Toldi Titkos
Politz Noack Conen Lachner Lehner
Oehm Goldbrunner Gramlich
Stubb Haringer
Deutſchland:
Kreß

Zwei Tore in der erſten Hälfke!

Die Deutſchen ſpielken an
und ſetzten ſich auch gleich in der gegneriſchen
Hälfte feſt. Sofort iſt zu erkennen, daß auf dieſem
ſonſt ſo idealen Spielfelde nicht leicht zu kämpfen
ſei. Es gibt Rutſchpartien und in den erſten paar
Minuten kein Abtaſten des Gegners, ſondern des
Platzes. Stubb ſteht auf der Mittellinie und
die Deutſchen drängen ſchwer vor des Gegners
Tor. Auf einmal läuft der wieſelflinke, kleine
Rechtsaußen der Ungarn auf und davon, legt um
Stubb herum, der ihm nun mit ſeinen bekannten
Rieſenſchritten nacheilt. Er holt ihn auch am
Strafraum ein, ſtoppt ihn glatt ab und ſchon

liegt nach einem zügigen Abſchlag Deutſchland
im Angriff. Dabei bewährt ſich ſofort der linke
Hamburger Flügel. Man atmet auf, denn dies
ſchien ja uns ſkeptiſchen Süddeutſchen Deutſch=
lands
ſchwacher Punkt. Mit Nichten. Noack,
und nicht weniger Politz, kamen gleich groß in
Fahrt und ſchufen brenzliche Momente vorm
Ungarntor. Die Gäſte erzielten kurz nach der
5. Minute die erſte Ecke und gleich darauf wurde
ihr Linksaußen durch Haringer bei einem
Vorſtoß verletzt, ſo daß er ausſcheiden mußte,
Ungarn ſpielt jetzt unter fortgeſetztem Druck der
Deutſchen 10 Minuten lang nur mit zehn Mann,
dann kommt Toerös als Linksaußen, während
Titkos in der Kabine bleibt,

Urplötzlich iſt in der 17. Minuke
defeif Far 1e1
Wieder haben die Deutſchen einen ihrer vie=
len
Angriffe vorrollen laſſen. Conen gibt den
Ball zu dem überaus ſchnellen Politz, der
flankt gleich zur Mitte, wo Lachner an den
Torpfoſten köpft, den Ball aber wieder
vor die Füße bekommt und auf das Tor ſchiebt.
Der Ungar Sternberg kann nur noch mit
dem Ball ins Tor rutſchen.
Unter dem Jubel der Maſſen führt Deutſchland
1:0!
Immer beſſer kommen die Deutſchen jetzt in
Fahrt. Politz entpuppt ſich als eine kleine‟
Kanone! Der beſte Stürmer iſt jedoch
Lachner, der heute das Spiel ſeines Lebens
vorführt. Weniger in Schwung iſt Conen. Bei
den Ungarn wird es faſt gar nicht gefährlich,
wenn ſie vereinzelt vorkommen, und dann iſt es
nur der kleine Rechtsaußen, der ſich von dem
langen Hennes Stubb kopfſchüttelnd ab=
ſtoppen
laſſen muß. Die Deutſchen haben bald ein
Eckballverhältnis von 5:1 herausgearbeitet, das
ihre Spielfeldüberlegenheit am treffendſten kenn=
zeichnet
. Erſt in der 30. Minute muß Kreß bei
einem gefährlichen Angriff der Ungarn direkt
eingreifen, wo er im Fallen vor dem Rechts=
außen
rettet.
Gleich darauf ſtürzte Haringer
und verletzte ſich am Schlüſſelbein. Als nun in
der 32. Minute der ungariſche Linksaußen eine
ſchöne Flanke hereingab, ſprang Haringer in die
Höhe, kam aber durch ſeine Verletzung nicht hoch
genug und ſchlug den Ball mit der Hand im
Strafraum weg.
Aalürlich gab es Elfmeier.
Mittelſtürmer Polger trat ihn kerzenge=
rade
aufs Tor, wo Kreß, weil er ſich etwas
nach links lehnte, zwar noch mit dem Fuß den
Ball erreichte; er ging jedoch ins Netz.
Damit war der Ausgleich 1:1 hergeſtellt.
Zwei Minuten darauf muß Haringer mit
ſeiner Verletzung aufgeben. Die deutſche Elfſpielt
fünf Minuten lang nur mit zehn Mann, wobei
Gramlich verteidigt und Lachner rechten
Läufer ſpielt. Jetzt war der deutſche Angriff ge=
brochen
und die Magyaren wurden leicht feld=
überlegen
. Es kam jedoch ſieben Minuten vor der
Pauſe Schäfer von 1860 München als
Verteidiger, und ſchon lagen die Deutſchen nach
der Wiederherſtellung der Läuferreihe und des
Sturmes im Angriff. Kurz vor der Pauſe mußte
Kreß noch einen gefährlichen Schuß von Pol=
gar
halten, während die Deutſchen das Eck=
ballverhältnis
auf 7:1 ſchraubten,

Noak.

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Nr. 14

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 15. Januar 1934

Die deutſche Mannſchaft hatte imponiert

Hoffnungsfroh
verbrachte man die viertelſtündige Pauſe. Unſere
Elfe würde ſich gewiß nicht ſchlachten laſſen.
Richtig. Gleich nach Wiederbeginn ſpielten die
beiden Kleinen im Sturm, Lachner und
Politz, wie die Herrgötter!! Ungarn hatte
Glück, daß die Deckung ſo eiſern, und vornehm=
lich
Hada ſo gut war, ſonſt wäre das Spiel
bald entſchieden geweſen. So kam aus den vielen
Angxiffen vorläufig nur eine weitere Ecke her=
aus
, und ein Conen=Schuß traf einen auf der
Torlinie ſtehenden Verteidiger. Trotzdem war es
eine Pracht, die Deutſchen ſpielen zu ſehen, wenn
auch vorerſt noch kein Erfolg da war.
Ein 60-Meker=Strafſtoß-Tor!
In der 8. Minute geſchieht die einzige Rauh=
beinigkeit
des Spiels, als Polgar, der be=
kanntlich
ſehr hart iſt, dem deutſchen linken
Läufer recht unfair den Ständer reinhält. Er
hatte Glück, daß ihn der Schiedsrichter nicht vom
Platze wies. Die Maſſen inſzenierten ein Pfeif=
konzert
gegn den gefährlichen Ungarn; indeſſen
ſetzte ſich Stubb das Bällchen fünf Meter
auf der deutſchen Spielfeldſeite,
alſo 60 Meter vom Ungarntor weg,
zurecht.
Wie der Blitz ſauſte der Ball dieſes wunder=
voll
getretenen Strafſtoßes davon und landete
im Ungarntor. Im Moment war alles
platt, aber dann brach ein nicht endenwollen=
der
Jubel los
Deutſchland führte 2:1!
Bei verteiltem Feldſpiel ſchießt dann Noack
in der 20. Minute noch an den Pfoſten. Die Un=
garn
werden allmählich etwas aggreſſiver, aber
an Stubb und dem ſehr guten Schäfer kom=
men
ſie faſt gar nicht vorbei. Anders die Deut=
ſchen
. In der 35. Minute machen ſie mit ihrem
jetzt endlich in Fahrt kommenden Mittelſtürmer
Conen einen Kapitalangriff, wobei der Conen=
Schuß von Hada abgeſchlagen wird. Lachner
iſt blitzſchnell zur Stelle, ſchiebt Politz den
Ball hin, der flankt zur Mitte, wo Conen und
Lehner ſich nach dem Ball ſtrecken. Conen,
der Saarjunge, iſt der Glückliche (wie er nach
dem Spiel ſelbſt beſtätigt) und ſchlägt mit dem
Kopf den Ball ſeitlich ins Netz.
Deulſſchland lag 3:1 im Borkeil!
Nach dieſem Stand der Dinge iſt Deutſch=
land
nicht mehr einzuholen, obwohl
Stubb gegen Schluß verletzt auf Linksaußen
herumhumpelt. So endigt denn auch beim Schluß=
pfiff
dieſes Spiel mit einem grandioſen
Siegder Deutſchen. Sie bringen, ſtürmiſch
begrüßt, den Deutſchen Gruß dar; auch die Un=
garn
treten mit dem Deutſchen Gruß ab. Reichs=
ſportführer
von Tſchammer u. Oſten beglück=
wünſcht
am Rande des Spielfeldes die deutſche

Mannſchaft und drückt auch den ungariſchen Spie=
lern
für ihr ritterliches Verhalten die Hände.
Froh beſchwingt leert ſich allmählich das große
Stadion.
Etwas Kritik.
Der beſtie deutſche Spieler
war unzweifelhaft Lachner, der eigentlich der
Motor des Angriffs war. Nach ihm iſt der kleine
Politz zu nennen, der großartig einſchlug, wie
auch ſein Landsmann Noack ſehr tüchtig war.
Es iſt anzunehmen, daß ſich dieſer norddeutſche
Flügel mit dem Spiel ſeinen Platz in der Natio=
nalmannſchaft
erſpielt hat. Conen kam ſehr
langſam in Fahrt. Vor der Pauſe ſah man wenig
von ihm. Erſt gegen Schluß des Spieles taute
er auf. Ob er ſich in die Deutſche eingeſpielt
hat, iſt zweifelhaft. Auch Lehner war trotz
ſeiner Emſigkeit kein überragender Stürmer. In
der Läuferreihe gefiel zunächſt Oehm, der

Lachner.

großartig ſpielte. Auch Gramlich war gut,
doch wirkte er auf dem glatten Platz etwas zu
ſteif. Goldbrunner iſt ein guter Schaffer,
aber keinesfalls ein Mittelläufer nationalen
Formats. Man wird ſich für dieſen Poſten um
einen anderen Mann umtun müſſen. Ueber das
Schlußtrio iſt kein böſes Wort zu verlieren.
Stubb war der Liebling der Maſſe. Das ſagt
genug. Aber auch Haringer (bis zu ſeiner
Verletzung) und nachher Schäfer waren erſt=
klaſſig
. Kreß hatte keine Gelegenheit, ſein gro=
zes
Können unter Beweis zu ſtellen. Das Wenige
erledigte er glatt und hielt faſt noch den Elf=
neter
.
Die Ungarn
ſind eingangs ſchon entſprechend erwähnt. Ihr
Schlußtrio mit dem Rechtsaußen war hervor=
ragend
, doch ſonſt waren nicht viele Herrlich=
keiten
der Fußballkunſt bei ihnen feſtzuſtellen.
H. Hebling.

Der Ausklang des Länderkampfes.
Eine Abſchlußfeier im Park=Hotel.

Im Park=Hotel in Frankfurt, dem Stand=
quartier
des Deutſchen Fußball=Bundes, fand
am Sonntag abend nach dem Fußball= Länder=
kampf
zwiſchen Deutſchland und Ungarn noch
eine Abſchlußfeier ſtatt. Die Feier erhielt ein
beſonderes Gepräge, da an ihr auch Reichsſtatt=
halter
und Gauleiter Sprenger, Reichsſport=
führer
v. Tſchammer und Oſten, Polizei=
präſident
Gruppenführer Beckerle, ſowie Ver=
treter
der ungariſchen Verbände und der Geſandt=
ſchaft
teilnahmen.
Bundespräſident Linnemann begrüßte die
Gäſte und dankte beiden Mannſchaften, vor
allem der deutſchen Vertretung, für das ſchöne
Spiel. Er dankte auch dem vorbildlich tätig ge=
weſenen
Organiſations=Ausſchuß, an der Spitze
Gauſportwart Karl Zimmer, für die ſo mühe=
volle
, aber auch von vollem Erfolg begleitete
Arbeit. Linnemann überreichte der ungariſchen
Mannſchaft Erinnerungsgeſchenke und ehrte
außerdem Hennes Stubb anläßlich ſeines
zehnten Länderſpieles.
Der Vizepräſident des Ungariſchen Fußball=
Verbandes, Nadasz, dankte namens der un=
gariſchen
Mannſchaft und wies in einer pracht=
vollen
Anſprache auf die deutſch =ungariſche
Freundſchaft hin. Das Spiel der beiden Mann=
ſchaften
ſei diesmal, im Gegenſatz zu früher,
mehr Kampf geweſen. Das entſpreche aber der
modernen Sportentwicklung, da ja Kampf das
Gegebene für die Jugend ſei. Nadasz überreichte
dem DFB. eine Statue, die einen ungariſchen
Schäfer darſtellt.
Reichsſportführer von Tſchammer und
Oſten führte dann noch aus, daß ſich mit die=
ſem
Spiele die deutſch=ungariſche Freundſchaft

Endlauf des Ausſcheidungskegelns.
Am Samstag und Sonntag gab es beim Aus=
ſcheidungskegeln
folgende Ergebniſſe:
Zur Flotte im Hundert=Kugelkampf. Män=
ner
: Bangert, Kranz, 591 Holz; Joſt,LL. 540;
Berg, Lokälchen, 531; Junk, Meſſel, 525; Har=
res
jun., Chattia, 524; Pohl, Konkordia, 520;
Sattler, 12er, 519; Wagner, DK. 23, 515: Rohn=
ler
, Chattia, 508; Engel, Meſſel, 507; Fröhner,
Meſſel, 507; Jakob, Kranz, 502.
Zum Bürgerverein. Männer: Harres, Chal=
tia
, 518 Holz; Kern, Konkordia, 517; Hörr, Lo=
kälchen
, 516; Wenner, LL., 511: Engel, Meſſei,
510: Debus, Sportkegler, 509; Lenz, LL., 508.
Senioren: Bäumer, DK. 11 BV., 514 Holz;
Schinnerl, 12er, 513. 50 Kugeln, Frauen: Frl.
Bäumer, Roll.=Glück, 265.
Am Samstag wurde beim Ausſcheidungskegeln

neu gefeſtigt habe. Das ſei keine leere Phraſe,
ſondern der ehrliche Ausdruck eines ehrlichen
Willens und einer ehrlichen Meinung. Der
Reichsſportführer lobte den Kampfgeiſt beider
Mannſchaften, er lobte aber auch das Frank=
furter
Publikum, das in allen Phaſen des Kamp=
fes
begeiſtert mitgegangen ſei und der deutſchen
Mannſchaft den Rücken geſtärkt habe.
Zum Schluß ſprach dann noch der Preſſe=
Attaché der ungariſchen Geſandtſchaft in Berlin,
Dr. Camillo Haubert von Monoſtor.
Er ſprach den Dank aller Ungarn für den ſchönen
Kampf und die glänzende Aufnahme aus, und
ſprach dann über die Freundſchaft zwiſchen den
beiden Nationen. Er wies darauf hin, daß Völ=
ker
, die ſich in ihrem Freiheitswillen ähneln,
ſich auch immer zu einer unverbrüchlichen und
dauernden Freundſchaft zuſammenfinden würden.
Ungarns Pläne
nach dem Frankfurker Spiel.
Das Länderſpiel gegen Deutſchland bildet für
den ungariſchen Verband den Auftakt zu einer
größeren Auslandsreiſe. Die ungariſche Expe=
dition
reiſt von Frankfurt aus nach Paris
weiter, wo am 21. Januar ein Städteſpiel Pa=
ris
-Budapeſt vom Stapel geht. Darauf
ſollen noch zwei weitere Spiele in Frankreich
ausgetragen werden; alsdann wird man ſehr
wahrſcheinlich die Reiſe nach Liſſabon und
Madrid ausdehnen. Auf dem Rückweg
gaſtieren die Ungarn in Amſterdam, um bei
künſtlichem Licht ein Nachtſpiel auszutragen.

bereits mit dem Endlauf begonnen, der ſchon
einige Ueberraſchungen brachte. Bei
dieſem Lauf, der über 200 Kugeln geht, wurden
folgende Holzzahlen erreicht: Männer: Grün,
DK. 11 BV., 1097 Holz: Dahlem, Haſſia, 1076;
Thümmel, DK. 11 BV., 1070; Rößler, DK. 23,
1065; Feldmann, Haſſia, 1061; Sommer, Haſſia,
1056; Hübner, Konkordia, 1055; Eigenbrodt,
DK. 11 BV., 1049; Mees, EM., 1048; Scheerer,
Haſſia, 1043; Meyer, Haſſia, 1039; Schüßler,
Chattia, 1039; Mohr, DK. 23, 1005.
Von den Keglern, die bis heute bereits das
Ausſcheidungskegeln hinter ſich haben, hat ſich
geſtern Grün, DK. 11 BV., an die Spitze geſetzt.
Er hat bei den 600 Kugeln eine Holzzahl von
3295 erreicht, 2. Scheerer, Haſſia, 3267: Meyer,
Haſſia, 3255; Hübner, Haſſia, 3234; Thümmel,
DK. 11 BV., 3227: Schüßler, Haſſia, 3218; Röß=
ler
, DK. 23, 3189; Mees, EM., 3181: Eigen=
brodt
, DK. 11 BV., 3140; Feldmann, DK. 11
BV., 3135: Dahlem, Haſſia, 3129; Sommer, DK.
11 BV., 3116, Mohr, DK. 23, 3146.
Bei den Senioren ſteht mit Beendigung ſeines
letzten Laufes, der über 400 Kugeln geht, Schin=
nerl
, 12er, mit 2166 Holz au der Spitze.

Rerellaſcangen i eun 1e.

Die Zußball=Ergebniſſe.
Länderkampf in Frankfurt a. M.:
Deutſchland Ungarn 3:1 (1:1),
Gauliga-Pflichtſpiele
in Südweſtdeutſchland.
Gau Südweſt: 1. FC. Kaiſerslautern
FSV. Mainz 05 7:0. Sportfr. Saarbrücken
FC. 03 Pirmaſens 3:2. Phönix Ludwigs=
hafen
SV. Wiesbaden 3:2.
Gau Baden; Karlsruher FV. SV. Wald=
hof
1:2. Germania Brötzingen VfR.
Mannheim 3:1. SC. Freiburg FC. Pforz=
heim
2:2. VfL. Neckarau Freibg. FC. 1:3.
GauWürttemberg: Sportfr. Stuttgart
Union Böckingen 3:3. SC. Stuttgart SV.
Feuerbach 1:0. SSV. Ulm FC. Birken=
feld
3:2. Ulm 94 VfR. Heilbronn 6:1.
Gau Bayern: FC. München Sppgg. Fürth
abgeſagt. Wacker München Jahn Regens=
burg
abgeſagt. 1. FC. Nürnberg Schwa=
ben
Augsburg (Privatſpiel) 5:1. Würzbur=
ger
FV. 04 1. FC. Bayern 1:2.
Gau Nordheſſen: ausgefallen.
Gau Mittelrhein: CfR. Köln Weſt=
mark
Trier 2:1. Sülz 07 Köln 99 0:0.
Eintracht Trier Bonner FV. 4:2. VfR.
Köln Rhenania Köln 2:1. Fortuna Kot=
tenheim
Mülheimer FV. 2:3.
Freundſchaftsſpiele:
Kickers Offenbach Union Niederrad (Sa.) 1:1.
SSV. Roſenheim Bayern München 2:7.
Fußball im Reich.
Gau Oſtpreußen: B.u.EV. Danzig Gedania
Danzig 4:1. Viktoria Elbing Preußen
Danzig 0:3. Tilſiter SC. York Inſterburg
4:4. Preußen Gumbinnen SV. Raſten=
burg
7:0. Maſſovia Lyck Viktoria Allen=
ſtein
9:1.
Gau Pommern: Greifswalder SC. Preußen
Stettin 2:4. Polizei Stettin VfL. Stet=
tin
4:4.
Gau Brandenburg: Viktoria 89 Minerva 93
2:3. Berliner SV. 92 Hertha 2:2. VfB.
Pankow Tennis=Boruſſia 3:2. BV. Lucken=
walde
SC. Wacker 04 3:1. Spandauer
SV. Cottbus=Süd 9:0. Union Oberſchöne=
weide
Blau=Weiß 2:3.
Gau Schleſien: STC. Görlitz SV. Beuthen 09
0:1. Vorwärts Breslau Vorwärts Raſen=
ſport
Gleiwitz 2:5. Ratibor 03 Sppgg.
Hoyerswerda 6:1. Hertha Breslau FV.
06 Breslau 4:1. Preußen Hindenburg
Spvgg. 02 Breslau 3:1.
Gau Sachſen: Dresdener SC. SC. Planitz
5:3. Wacker Leipzig Gutsmuts Dresden
2:0. Chemnitzer BC. S.u.BC. Plauen 3:1.
1. Vogtl. FC. Plauen VfB. Leipzig 2:3.
Gau Nordmark: Polizei Hamburg Altona 93
1:4. Union Altona Polizei Lübeck 2:3.
Schwerin 03 Eimsbüttel 1:8. Boruſſia
Kiel Viktoria Wilhelmsburg 3:4.
Gau Niederſachſen: Bremer SV. Hannover 96
6:0. Arminia Hannover Göttingen 05 8:1.
Algermiſſen 1911 Komet Bremen 2:0.
Gau Weſtfalen: Sppgg. Herten SV. Höntrop
(Geſ.=Spiel) 1:2. Preußen Münſter Vik=
toria
Recklinghauſen 2:0. Germania Bochum
Hüſten 09 (Geſ.=Spiel) 3:2. DSC. Hagen
FC. Schalke 04 0:7. Sportfr. Dortmund
Arminia Bielefeld 2:0.
Gau Niederrhein: Fortuna Düſſeldorf VfL.
Benrath 0:2. Hamborn 07 FV. Duis=
burg
08 6:0. Schwarz=Weiß Eſſen Preu=
ßen
Eſſen 4:3. Rheydter Spielverein Bo=
ruſſia
Gladbach 2:2. Schwarz=Weiß Barmen
VfL. Preußen Krefeld 4:3.
A
Wegen des Länderſpieles, mehr aber noch
wegen der ſchlechten Beſchaffenheit der Plätze,
fielen am Sonntag in Süd= und Südweſt=
deutſchland
zahlreiche Gauliga=Punktekämpfe
aus. In Nordheſſen wurden alle Spiele
abgeſetzt und in Bayern wurde lediglich das
weniger bedeutende Treffen Würzburg 04
FC. Bayreuth als Meiſterſchaftsſpiel ausge=
tragen
. Bayreuth ſiegte hier übrigens auf

Nur 3 Spiele
Polizei Darmſtadt Haſſia Dieburg 4:1 (3:1),
Olympia Lamperth. FC. Bensheim 11:0 (4:0).
Starkenb. Heppenh. Germ. Pfungſt. 1:4 (1:2).
Von den urſprünglich fünf Spielen ſind drei
ausgefallen. In Urberach ſollte SV. 98 antreten,
doch wurde die Begegnung dem Länderſpiel in
Frankfurt geopfert. In Bürſtadt war der Platz
unbeſpielbar, ſo daß die Kraftprobe gegen Lorſch
ausfiel. Die Polizei Darmſtadt kam zu einem
klaren Sieg über Dieburg und führt nun die
Tabelle an, gleichzeitig ſind dadurch wohl die
Kreisſtädter aus dem Rennen geworfen worden,
wenn nicht noch Ueberraſchungen eintreten. Aber
in Bürſtadt dürfte für die Haſſia nicht viel zu
holen ſein. In Lampertheim gab es eine ſaftige
Revanche für das 1:0 des Vorſpiels in Bens=
heim
die Gäſte erhielten eine Elfer=Packung,
waren allerdings mit einer ſchwachen Mannſchaft
gekommen. Die Pfungſtädter Germanen lieferten
in Heppenheim eine überraſchend anſprechende
Partie, und ſie wollen anſcheinend jetzt das in
der Vorrunde verlorene Terrain wieder auf=
holen
.
In der Tabelle haben ſich weſentliche Verän=
derungen
nur am Ende ergeben, wo ſich Pfung=
ſtadt
etwas nach vorne geſchafft hat.

Polizei Darmſt. 26:8 VfR. Bürſtadt 11 27:8 16 Haſſia Dieburg 12 6 32:24 16 Olympia Lorſch 11 6 28:17 15

Würzburger Boden überraſchend 2:1 (1:1). Das
Spiel des 1. FC. Nürnberg gegen Schwaben
Augsburg, bei dem der Club mit 5:1 (1:0)
in Front blieb, wurde nur als Privatſpiel
gewertet.
Der Gau Südweſt hatte nur drei Spiele
auf dem Programm. Dennoch ging es nicht
ohne Ueberraſchungen ab. So verlor der Tabel=
lenzweite
FK. Pirmaſens in Saarbrücken mit
2:3 (1:1) wertvolle Punkte, ſo daß alſo der
Vorſprung der führenden Offenbacher Kickers
und ferner die Hoffnungen der beiden Frank=
furter
Spitzenklubs wieder gewachſen ſind. Der
launiſche FC. Kaiſerslautern lieferte wieder
einmal eine ſeiner beliebten Ueberraſchungen,
er ſchlug Mainz 05 mit nicht weniger als 7:0.
In Baden hat der SV. Waldhof mit
einem 2:1=Sieg über den KFV. ſeine führende
Stellung beſtätigt. Eine große Ueberraſchung
war die 1:3=Niederlage, die ſich der VfL.
Neckarau auf eigenem Platz gegen den Frei=
burger
FC. holte.
Ohne Ueberraſchungen ging es in Würt=
temberg
ab. Hier ſind übrigens die Ulmer
Vereine ſichtlich wieder im Vormarſch.
Pirmaſens verlierk
in Saarbrücken.
Sporkfr. Saarbrücken SK. Pirmaſens
3:2 11:1).
Bei leidlich guten Platzverhältniſſen erlitt
der Tabellenzweite vor 2000 Zuſchauern in Saar=
brücken
eine überraſchende Niederlage. In der
erſten Halbzeit beherrſchten die Gäſte ganz das
Feld, beſonders auf Grund des weitaus beſſeren
Spieles ihrer Läuferreihe. Sie hatten aber ſehr
viel Pech und kamen erſt in der 14. Minute
gelegentlich ihrer 7. Ecke durch Wagner zu dem
Führungstreffer. Drei Minuten vor Halbzeit
glich Decker für die Einheimiſchen aus. In der
zweiten Halbzeit ließ Pirmaſens ſtark nach, be=
ſonders
in der Abwehr wurden ſchwere Schnitzer
gemacht. Bei der 4. Saarbrücker Ecke ſchoß
Jolly den Führungstreffer für Saarbrücken, und
bei einer verunglückten Rückgabe Kolbs ſchoß
Kullmann zum 3:1 ein. Pirmaſens kam im
Schlußgalopp durch Wagner noch zu einem zwei=
ten
Gegentreffer. Schiedsrichter Flechſenhaar=
Ludwigshafen leitete den Kampf annehmbar.
FC. Kaiſerslaukern FC. Mainz 05
7:0 (2:0).
Die Pfälzer hatten ſich vorgenommen, in die=
ſem
Treffen Revanche, für die Vorſpiel= Nieder=
lage
zu nehmen, was auch glänzend gelang. Die
ganze Mannſchaft hatte einen ſehr guten Tag,
beſonders der Angriff war in wundervoller
Spiellaune. Hier überragte der Mittelſtürmer
Zängry, der von den ſieben Treffern allein fünf
ſchoß. Bei den Mainzern gefiel die Hintermann=
ſchaft
trotz der Niederlage, im Sturm bot Scherm
eine gute Leiſtung. Die Geſamtleiſtung der Gäſte
ſtand aber weſentlich unter der Kaiſerslauterns.
In der erſten Halbzeit fielen durch Zängry und
Schaub zwei Treffer. Nach der Pauſe konnte
Mainz durch Pech einige Chancen nicht verwer=
ten
; dann riſſen die Pfälzer das Spiel wieder
an ſich. Zängry ſtellte das Spiel auf 4:0, ſpäter
auf 6:0, und kurz vor Schluß fiel der 7. Treffer
durch Weber. Freiländer=Mannheim war als
Spielleiter vor 1500 Zuſchauern nicht immer auf
der Höhe.
Phönir LudwigshafenSV. Wiesbaden
3:2 (2:1).
In dieſem vor 1500 Zuſchauern ausgetragenen
Vormittagsſpiel hätten die Wiesbadener Gäſte
mindeſtens ein Unentſchieden verdient gehabt.
Ludwigshafen kam durch zwei glückliche Treffer
von Hörnle und Müller II zur Führung mit
2: 0. Bis zur Pauſe holte Schulmeyer im Allein=
gang
für Wiesbaden einen Treffer auf; der
gleiche Spieler ſchoß auch nach dem Wechſel den
verdienten Ausgleich; aber in der letzten Minute
fiel durch Neumüller der Siegestreffer Ludwigs=
hafens
. Lorenz=Karlsruhe leitete das Spiel
gut.

SV. 98 Darmſtadt 11 21:15 Ol. Lampertheim 12 33:17 Viktoria Urberach 11 17:25 Germ. Pfungſtadt 12 19:38 04 Arheilgen 11 18:24 FC. 07 Bensheim 11 8:34 Heppenheim 12 10 15:30

Rol=Weiß Darmſtadt.
Wir erinnern unſere Mitglieder nochmals an
das Hallen=Training in der Liebig= Oberreal=
ſchule
, Lagerhausſtraße, das nach wie vor Mitt=
wochs
abends von 8 bis 10 Uhr ſtattfindet. Ledig=
lich
die Schulferien brachten eine Unterbrechung.
Das regelmäßige Hallentraining iſt für die ge=
ſamte
Raſenſportabteilung eingerichtet und bit=
ten
wir alle Aktiven, ſich ſtärker wie ſeither zu
beteiligen. Die Spielerverſammlungen der
Hand= und Fußballer finden dieſe Woche wiede:
bei Arnold bzw. Löffler pünktlich 8.30 Uhr ſtatt.

Der in der ungariſchen Fußballelf ſtehende
Spieler Biro ſollte, wie DNB.=Sport zu mel=
den
wußte, ein banater Schwabe namens Bier
ſein. Eine Leſerin und eingeborene Ungarin
macht uns darauf aufmerkſam, daß dem Ueber=
ſetzer
ein Irrtum unterlaufen ſein müſſe. Biro
heiße auf gut deutſch Richter, ein Name, der
bei den banater Schwaben ja häufig iſt.

[ ][  ][ ]

Montag, 15. Januar 1934

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 14

Polizei wieder in Führung Statke Spielausfällein Handball

Harker Kampf der Tabellenführer in Darmſtadk.
gabe wird von Thomas aus der Gefahrenzone
befördert. Dieburg verlegt ſich jetzt verſtärkt
Polizei Darmſtadt gegen

Hafſia Dieburg 4:1 (3:1).
Das Darmſtädter Treffen auf dem Exert
erfreute ſich eines ausgezeichneten Beſuches, gut
1200 Zuſchauer mögen ihm beigewohnt haben.
Die punktgleichen Spitzenreiter hatten zu
dieſem Spiel ihre zurzeit beſten Kräfte geſtellt:
Haſſia Dieburg mit Gruber; Fach 3,
Schmidt 1; Müth, Fach 1, Thomas; Kuhn,
Würtz, Diehl, Fach 2, Peter Blank alſo drei
Mann Erſatz, die jedoch in keiner Weiſe aus
dem Rahmen der Mannſchaft fielen,
Polizei Darmſtadt mit Klein; Bönſel,
Balſer; Scheuermann, Matthes, Kaſpar; Kalt=
waſſer
, Pfeiffer, Seipp, Schupp, Göbel.

Mit Volldampf

legten beide Konkurrenten in der erſten Halb=
zeit
los, Trotzdem der aufgeweichte ſchwere Bo=
den
die Stand= und Schußfeſtigkeit der Spieler
ſtark beeinträchtigte, legten ſie ſich keine Scho=
nung
auf. Beide wußten, welche entſcheidende
Bedeutung vom Ausgang abhing. Kein Wun=
der
, daß beide Mannſchaften auch ihr körper=
liches
Gewicht voll in die Wagſchale warfen. Die
beſſere Spielkultur der Polizei ſetzte ſich jedoch
durch, und zwar erfolgreich.
Der Anſtoß der Polizei wird von Dieburgs
Läuferreihe abgefangen, vorgetragen. Doch ſchon
ſtürmt die grüne Fünferreihe davon mit dem
Ergebnis: Eckball, der allerdings von Pfeiffer
ins Aus getreten wird. Dieburgs rechte Seite
kommt durch, doch Klein rettet im Herauslau=
fen
. Dann kam in der 1. Minute ſchon die
Ueberraſchung: Als Bönſel noch zuſieht, wie
Fath 2 einen Ball vor ſich treibt, iſt er auch
ſchon überſpielt und unhaltbar ſitzt der
Führungstreffer der Gäſte.
Jetzt merken die Grünen, was die Uhr geſchla=
gen
. Jedem Ball wird unentwegt nachgegangen.
Mehrere kitzliche Situationen entſtehen vor dem
Tor der Gäſte, die jedoch bereits eine verſtärkte
Deckung ſtehen haben. Einmal iſt Pfeiffer zu
eigennützig und verliert dann, in der Schere
das Leder. Zwölf Minuten berennt die Polizei
das Gäſtetor vergeblich. Dann ſpitzelt Pfeiffer
eine Vorlage von Kaltwaſſer bombig an die
Innenlatte und Schupp beſorgt ein Uebriges
zum 1:1=Ausgleich.
Der erſte Eckball der Gäſte wird vom ſtar=
ken
Wind weit ins Feld abgetrieben, wieder
ſind die gefährlichen rechten Gäſteſtürmer am
Schuß, Bönſel klärt. Ein Strafſtoß wird von
Klein unſchädlich gehalten. Im Anſchluß daran
fällt die zweite Ecke für Dieburg. Wieder ſteigt
der Ball zur Strafraum=Grenze, wo er abge=
wehrt
wird. Ein neuerlicher Strafſtoß ſauſt
ſcharf aufs grüne Tor, doch Klein holt das Le=
der
in ſeine langen Arme. Um Sekundenteile
iſt dann Pfeiffer zu ſpät am Ball, ſo daß ihn
Schmidt, zwei Meter vor der Torlinie, wegbe=
fördern
kann. Ein ſchöner Torſchuß Göbels führt
zur 2. Ecke der Polizei und dieſe zur dritten,
die dreimal auf die Verteidigermauer der Gäſte
gebuttert wird, erfolglos.
Endlich löſt ſich die viertelſtündige Spannung:
Göbel geht an Muth vorbei, flankt zu Seipp,
Pfeiffer nimmt den Ball in Schußſtellung auf
und über die hochgereckten Hände Grubers ziſcht
das Leder in die Maſchen!
Vom Anſtoß weg erhält Fach 2. den Ball,
ſauſt ab wie die Poſt und flankt gefährlich vor
das Tor, wo Diehl und Würtz aufnahmebereit
ſtehen. Doch Klein ſpringt dazwiſchen und fiſcht
ſich den Ball im Hochſprung, Pfeiffer wird von
Fach 1 knapp vor der Strafraumgrenze umge=
legt
, der verhängte Strafſtoß wird daneben ge=
hauen
.
Das Spiel iſt jetzt begeiſternd ſchnell und
abwechſlungsreich. Wieder iſt der flinke Pfeiffer
hinter dem Ball, ſtürzt jedoch über Gruber, der
ſo zur 4. Ecke für Polizei rettet. Die Herein=

auf Steildurchbrüche in der Mitte, doch Balſer
ſteht wie ein Bollwerk, iſt immer da und der
Ball bleibt ſtets anhänglich an ſeinen Füßen.
Ein Kopfball Kaltwaſſers aus einer Göbel=
Flanke ſpringt über die Oberlatte,
Und dann 3:1!
Aus einem Gedränge jagt Pfeiffer einen
Pfundſchuß auf die Kiſte, Gruber kann gerade
noch zur 5. Ecke ablenken. Sie wird von Die=
burg
ſchön ins Feld geköpft. Eine halbe Minute
vor der Pauſe gleitet Seipp im Schlamm vor
dem Gäſtetor aus, im Fallen lenkt er das Le=
der
zu Kaltwaſſer, der unhaltbar zum 3:1 für
Polizei einknallt.

Nach dem Wechſel

laſſen Tempo und Spiellaune auf beiden Sei=
ten
deutlich nach. Das herrliche Zuſammenſpiel
der erſten Halbzeit wird zerfahrener. Dieburg
drückt zehn Minuten, ſeine Verteidiger ſtehen an
der Mittellinie. Aber Polizei überſteht dieſe
gefährliche Drangperjode dank der aufopferungs=
vollen
Abwehrarbeit der Deckungsreihen. Faſt
wäre doch noch ein Treffer geglückt: Klein hatte
einen Schuß abgewehrt, war aus dem Gehäuſe,
zweimal knallen Fath und Diehl aufs Tor, doch
Kaſpar ſteht noch auf der Torlinie, und des=
halb
geht Dieburg leer aus. Eine 3. Ecke für
Dieburg iſt ſofort ins Feld befördert worden,
Polizei übernimmt dann wieder das Heft
und gibt es nicht mehr aus der Hand. Immer
bleiben die Vorſtöße der Gäſte noch gefährlich,
doch ſind ſie faſt alle in der Mitte oder durch
die linke Sturmſeite angelegt, ſo daß den Grü=
nen
die Abwehr erleichtert wird. Ein bombiger
Schuß von Pfeiffer führt zur 6. Ecke. Der ſchön
aufs Tor geköpfte Ball wird von Gruber ab=
geſchlagen
. Noch drei weitere Eckbälle der Poli=
zei
kommen ſchön vor das Tor, aber Dieburg
verteidigt faſt mit der ganzen Elf. Einen Die=
burger
Abſchlag erwiſcht Matthes und nach ſei=
nem
Tritt ſteigt der Ball wie eine Rakete Rich=
tung
Feſthalle über die Umzäunung. Gruber
zeichnet ſich dann durch eine mutige Parade aus.
als Kaltwaſſer gerade auf den Abzug drückt.
Faſt fabriziert Dieburg bei einer ſtrammen Zu=
rückgabe
an den Torwart ein Eigentor. Und
wieder winkt das Glück, als Matthes einen
Strafſtoß hart aufs Tor jagt und nur der ſtarke
Wind den Ball um Zentimeter abdrückt.
Die letzten zehn Minuten
ſieht man uur noch wenige zügige Kombinatio=
nen
. Dieburg hat das Rennen aufgegeben. Man
erwartet eine torloſe Halbzeit. Matthes knallt
einen Strafball hörbuar an die Latte. Die Zu=
ſchauer
ſetzen ſich langſam in Marſch, knöpfen
den Mantel dichter und Rauchwolken ſteigen
aus allen Gruppen empor als Dankopfer für
den Sieg der Grünen. Jetzt muß der Schluß=
pfiff
kommen. Da ruft ein Knirps bei einem
gemütlichen Drippling Pfeiffers
Tempo!
Der kämpft, faſt an der Außenlinie, mit Schmidt
und aus unglaublich ſpitzem Winkel ſchießt er
plötzlich ſcharf auf Greuber, dem der Ball unter
den Händen durchflitzt. Schupp deponiert ihn
vorſorglich hinter der Torlinie. Beim Schluß=
pfiff
ſteht die Partie 4:1.

In der Kritik

darf man dem Sieger beſtätigen, daß ſeine in
den letzten Spielen gezeigte Beſſerung der Lei=
ſtungskurve
weiter anhielt. Alle elf ſetzten ſich
geſtern nach beſtem Können ein, ſo daß beſon=
ders
vor der Pauſe ein hinreißendes Spiel zu=
ſtande
kam. Ein beſonderes Lob verdienen den=
noch
Balſer. Pfeiffer und Seipp, auch Göbel.
Die Gäſte hatten ihre beſten Mannen in
Fach 1. Fach 3, Schmidt, Blank und Thomas.
Das Spiel war hart und nicht ganz frei von
verſteckten Gefährlichkeiten, aber Schiedsrichter
Sattler=Eintracht Frankfurt war ein auf=
merkſamer
und gerechter Leiter.
Die Reſerven trennten ſich 2:2.

Lehmbad am Heppenheimer Galgen.
Speckhardt präzis gegebene und ſchön eingelenkte
Germgnia Pfungſtadt Statkenburgig Flanken ſtellen das Halbzeitergebnis her.
Der zweite Teil des Spieles gehört zum
Heppenheim 4:1 (2:1).
größten Teil Heppenheim, wenn auch das über=

* Daß das Fußballſpiel auch zum Lehmbad
werden kann, zeigte geſtern dieſe Begegnung in
Heppenheim. Mit Rückſicht auf die Koſten und
notwendigen Terminänderungen bei Ausfall des
Spieles erklärte Müller=Pfiffligheim den Platz
für beſpielbar. Man konnte glauben, das be=
nachbarte
Schwimmbad hätte ſeinen Inhalt auf
den Platz ergoſſen, Anerkennung muß den
Mannſchaften gezollt werden, die ihr ganzes
Wollen bei dieſem Waſſerball=Spiel einſetzten.
Flüſſig war das Spiel nur, wenn der Ball
von den mächtigen Pfützen aufgehalten wurde
und das Waſſer über den Köpfen der Spieler
zuſammenſpritzte. Das Ergebnis entſpricht nicht
dem Spielverlauf. Das Eckenverhältnis 12:3
für Heppenheim kennzeichnet die Bedrängung
der beiden Tore. Daß Heppenheim dieſe Mög=
lchkeiten
nicht ausnützen konnte, lag an der
Pfungſtädter Verteidigung, die ohne viel Feder=
leſens
energiſch dazwiſchenfuhr.
Pfungſtadt war komplett angetreten. Hep=
penheim
mußte für den linken Verteidiger und
den Rechtsaußen Erſatz einſtellen. Die erſte
Viertelſtunde war ein zielloſes Hin= und Her=
treten
des Balles, wofür der ſchlechte Platz als
Entſchuldigung gelten kann. Eine unhaltbaxe,
ſchön eingeköpfte Linksflanke bringt Heppen=
heim
den erſten Erfolg und damit den an=
nähernd
300 Zuſchauern, bei denen Pfungſtadt
mit ſeinen Unentwegten gut vertreten iſt, etwas
mehr Intereſſe. Zwei in kurzen Abſtänden er=
zielte
Tore, durch vom Pfungſtädter Linksaußen

eifrige Publikum der Mannſchaft keinen zähl=
baren
Erfolg vermitteln konnte. Einige Pfung=
ſtädter
Durchbrüche bringen ſogar durch Speck=
hardt
und Flicker noch 2 Tore, die die Mann=
ſchaft
veranlaſſen, den Reſt des Spieles völlig
in der Verteidigung zu beſtreiten. Hervorzu=
heben
iſt die Pfungſtädter Verteidigung, die die
ſtets drängenden Heppenheimer gut aufhalten
und ihrem Sturm damit manche Aktionsfreiheit
verſchaffen konnte. Schade, daß Heppenheim mit
ſeiner gleichmäßigen Mannſchaft den Schluß der
Tabelle einnimmt.

Die Handball=Ergebniſſe.
Gauliga-pflichtſpiele.
Gau Südweſt:
Gruppe Main=Heſſen: SV. 98 Darm=
ſtadt
SV. Wiesbaden 4:3. Tgde. Rüdes=
heim
TSV. Herrnsheim: abgeſetzt. VfR.
Schwanheim Tgſ. Offenbach: abgeſetzt.
Gruppe Saar=Pfalz: ausgefallen.
Gau Baden: SV. Waldhof Phönix Mann=
heim
6:3. Mannheim 08 TV. Ettlingen Handball=Pflichtſpiele in den ſüdweſtdeutſchen
VfR. Mannheim TSV. Nußloch 6:6.
keine Spiele!
Gau Bayern: Nordbayern: Sppga. Fürtz l zinträchtigt.
Klarer Polizeiſieg in Rüdesheim.
nimmt Spalt einen Sologang, der mit der
Tade. Hüdesheim Polizei Darmſtadt 2.1=Führung endet. Die Polizeielf kommt nun
ganz groß in Fahrt. Mit wundervollem
21 (a9
Flügelſpiel kommen immer wieder die Stür=

MTV. Fürth 14:5. Südbayern: TV. In=
golſtadt
BC. Augsburg 977.
Gau Mittelrhein: Staffel II: TV. Mül=
heim
Weſtmark Trier 11:1. TV. Algen=
rodt
S.u.S. Mülheim; kampflos f. Algen=
rodt
. Poſt Trier TV. Tiefenſtein 3:6,
TV. Urmitz Eintracht Kreuznach 3:4.
heim Polizei Darmſt, 2:1. TSG. Fechen= Gau Nordheſſen; Heſſen/Preußen Tu=
ſpo
96 Kaſſel 3:3.
Aus der ſüdweſtdeutſchen Handball=Liga.
Die Mehrzahl der am Sonntag angeſetzten
1:5. Polizei Karlsruhe Tbd. Durlach 7:2. Gauen fiel dem ſchlechten Wetter zum Opfer.
Vollbetrieb war nur im Gau Baden zu ver=
Gau Württemberg: Gruppe Oſt: Tbd. zeichnen, ohne daß man jedoch ſagen könnte, daß
Tailfingen Tbd. Ulm 6:5, 1. SSV. Ulm dort die Platzverhältniſſe ideal geweſen ſeien.
Tbd. Ravensburg 7:8. Gruppe Weſt: Die gebotenen Leiſtungen wurden durchweg
darch die ſchlechten Bodenverhältniſſe ſtark be=

Etwa 600 Zuſchauer hatten ſich zu dieſem
Treffen eingefunden, die einen recht abwech=
ſelungsreichen
, harten und intereſſanten Kampf
zu ſehen bekamen. Die Polizeielf, die in dieſem
Spiel ohne Sommer und Pfeiffer antreten
mußte, Luley und Moßner dafür einſtellte,
hatte eine ſehr gute erſte Halbzeit, was ja aus
dem klaren Halbzeitſtand hervorgeht. Die Elf
bewies, daß ſie ſich trotz Erſatz auf fremden
Plätzen auch behaupten kann. Der Sieg war
in dieſer Höhe unbedingt verdient. Bei mehr
Wurfglück hätte es noch höher ausfallen
können.
Die Rüdesheimer Elf, eine aus=
geſprochene
Kampfmannſchaft, machte beſonders
in der zweiten Halbzeit durch hartes Spiel,
ohne jedoch unfair zu ſein, den Polizeiſpielern
das Torſchießen nicht leicht. Bei dieſen Spielen
muß nur ein unbedingt regelſicherer Schieds=
richter
zur Stelle ſein, der das Spiel feſt in
den Grenzen des Erlaubten hält. Bei Schieds=
richter
Scheppler, Mainz=Kaſtel, traf dies
alles zu.
Das Spiel ſelbſt
litt unter ſehr ungünſtigen Platzverhältniſſen.
Die Rüdesheimer Turner, die ſich zuerſt auf
dem naſſen, ſchweren Boden zurechtfanden,
ſchoſſen auch in der 3. Minute das erſte Tor.
Drei Torgelegenheiten verhindert dann der
ſehr gute Torwächter Rüdesheims durch pracht=
volle
Paraden. In der 8. Min, kommt Spalt
durch Zuſpiel des neuen Mittelſtürmers
Daſcher zum Ausgleich. Kurz darauf unter=

mer gut zum Schuß. Die Ausbeute bis zur
Pauſe ſind 6 Tore, die durch Rothermel (2),
der heute wieder eine ſehr gute Partie lieferte,
Huber, Daſcher, Spalt und Lennhardt erzielt
wurden. Rüdesheim wirft kurz vor der Halb=
zeit
durch Strafwurf den zweiten Gegentreffer.
Zu Beginn der 2. Halbzeit
kommt Spalt nach wundervollem Wechſel=
ſpiel
zum Schuß und ſchießt das 100. Tor
ſeines Vereins in dieſer Serie. Auf und ab
wogt der nun ſehr hart gewordene Kampf, bis
in 17. Minute Spalt durch Strafwurf das
Reſultat auf 2:10 ſtellt. In der 22. und 26.
Min, vergeben dann Lenuhardt und Huber
noch zwei klare Torchancen. Den Torreigen
beſchließt Huber, der zeigen will, daß er doch
noch ſchießen kann.
Die Kritik
kann kurz ſein: Die Polizei ſtellte eine aus=
geglichene
Elf, in der der Sturm durch ſeine
Schußfreudigkeit ſich beſonders bemerkbar
machte. Daſcher iſt der geeignete Sturmführer,
da Sommer in der nächſten Zeit nicht mehr
zur Verfügung ſteht. Unmacht fand ſich auf
dem neuen Mittelläuferpoſten ſehr gut zurecht.
Auch Luley verdient ein Sonderlob für ſein
gutes Spiel.
Rüdesheim ſpielte heute fair. Es iſt
eine Kampfmannſchaft, die erſt mit dem Schluß=
pfiff
zu ſpielen aufhört. Ausgeſprochene Ein=
zelkönner
beſitzt die Mannſchaft nicht.

Faft hätte Wiesbaden am Böllenfallkor gefiegk!

SV. 98 Darmſtadt SP. Wiesbaden
21.A.
Vor einer verhältnismäßig kleinen Zuſchauer=
menge
ſtanden ſich beide Mannſchaften, wie an=
gekündigt
, unter der objektiven Leitung von
Sartorius=Frankfurt=Bockenheim am Böl=
lenfalltor
gegenüber, ſich wie beim Vorkampf in
Wiesbaden einen harten, fairen Kampf liefernd.
Bei den Gaſtgebern war erfreulich feſtzuſtellen,
daß die eingeſtellten jungen Kräfte ſich verhält=
nismäßig
gut in den Rahmen des Mannſchafts=
ganzen
eingefügt haben. Der Sturm der Lilien=
träger
kombinierte in der erſten Viertelſtunde
anſprechend. Werner konnte während dieſer Zeit
durch einen ſcharfen Ball den Gäſtehüter ſchla=
gen
. Wiesbadens guter Mittelläufer Müller
zieht nach dieſem Erfolg der Blauen das Spiel
auseinander und bedient erfolgreich ſeine Flü=
gel
. Bei einem Angriff Wiesbadens kann der
Rechtsaußen Leimberger für Henß unhaltbar
den Ausgleich herſtellen. Das Spiel wird nun
etwas ſchneller. Bei einer mangelhaften Ab=
wehr
der 98er Verteidigung gelingt es dem
Gäſte=Halblinken Mondel,
Wiesbaden zur Halbzeitführung von 1:2
zu verhelfen.
Nach dem Wiederanpfiff bemühen ſich die
Böllenfalltorleute mit allen Kräften, den Aus=
gleich
zu erringen, was auch nach gutem Zuſam=
menſpiel
Feick-KochFreund vollbracht wird.
In ähnlicher Weiſe erzielen die 98er ihr 3. Tor.
Die Kurſtädter laſſen ſich durch dieſe Erfolge
nicht aus dem Konzept bringen und drücken ſtark
aufs Tempo, das die 98er in gleicher Weiſe mit=
halten
. Wiesbadens Mittelſtürmer Kern wirft
bei einem ſchnellen Angriff hoch und ſcharf, der
glatte Ball gleitet Henß über die Hand und rollt
langſam in die linke Torecke. Nun entſpinnt ſich
in den letzten Spielminuten der Kampf
um das ſiegbringende Tor,
da beide Gegner Anwartſchaft auf den 2. Platz
haben. Alle Angriffe werden von den beider=
ſeitigen
Verteidigungen und Torhütern glänzend

Schwer geſchlagen zogen ſie nach Haus.

Olympia Lampertheim FC. Bensheim
11:0 (4:0).
Die Olympianer
zeigten ſich in dieſem Spiel in ganz großer
Form, da die Zuſammenarbeit aller Reihen
vorbildlich klappte und ſo der Sturm zu pro=
duktiven
Aktionen anſetzen konnte. Dazu hat=
ten
die Stürmer, die zwar wie alle Reihen,
unter dem glatten Boden litten, ihre Schuß=
ſtiefel
angezogen. Jeder der Gäſteelf konnte
ein Tor mit nach Hauſe tragen.
Die Gäſte von der Bergſtraße
dagegen hatten außer einem Rieſeneifer heute
nichts aufzuweiſen. Ihr Sturm kam überhaubt
nicht in Fahrt und wenn= daun ſcheiterte er

an der guten Lampertheimer Abwehr. Der
Torwart der Platzelf war faſt arbeitslos
Die Gäſteelf, die ſonſt ſo gefährliche Kanonen
und Durchreißer in ihren Reihen hatte, war
auch ſchwach beſetzt.
Der Olympia=Mittelläufer Baher war in
beſter Spiellaune und ſetzte ſeine Flügel ge=
ſchickt
ein, ſo daß bis zur Pauſe bereits ein
Vorſprung von 4:0 erreicht war. Nach dem
Wechſel begnügte, man ſich mit weiteren
7 Treffern. Bei den Gäſten genügten nur Mit=
telläufer
und beide Außenſtürmer. Der gute
Wörthge im Tor konnte bei dem Verſagen
ſeiner Vorderleute die Niederlage allein nicht
aufhalten. Becker=Ludwigshafen als Schieds=
richter
gut.

abgewehrt, bis es Fiedler vorbehalten bleibt,
vier Minuten vor Schluß, durch einen flachen
ſcharfen Wurf den Gäſtehüter nochmals zu ſchla=
gen
und den Sieg für die 98er ſicherzuſtellen.
Beſonders hervorzuheben
iſt bei Wiesbaden der Torwächter mit ſeinen
fabelhaften Leiſtungen und das überlegte Spiel
des Mittelläufers ſowie des Halbrechten. Bei
den 98ern wäre die Verteidigung Förſter=Zopf
lobend zu erwähnen, während der junge Mittel=
läufer
Klös durch nachahmenswerten Eifer auf=
fiel
. Dem linken Flügel Koch=Feick wäre ein
beſſeres Verſtändnis zu wünſchen, bzw. ein ſtär=
keres
Einſetzen von Koch.
Handball im Odenwaldkreis.
Lengfeld Groß=Umſtadt 5:2 (4:0)
Reinheim Niederklingen 4:3 (3:0),
Heubach Schaafheim 7:0.
Die übrigen Spiele waren abgeſetzt.
Reichsregierung unkerſküht
Heite-MGtoeport.
Anläßlich der Flaggenhiſſung des DDAC. in
München ſagte Obergruppenführer Hühnlein,
daß die Regierung Mittel bereitgeſtellt habe,
um deutſche Rennwagen und deutſche Renu=
motorräder
zu entwickeln, damit dieſe im Früh=
jahr
in den Kampf ziehen zum Kampf um
Deutſchlands Weltgeltung. Daß die Neukonſtruk=
tionen
zu den größten Hoffnungen berechtigen,
bewieſen zunächſt die Probefahrten, die Stuck,
Burggaller, Sebaſtian auf der Avus mit dem
16 Zylinder=Porſchewagen drehten. Aber auch
von den Mercedes=Benz, die zwei Renntypen
von etwa 3 bzw. 4 Liter Zylinderinhalt vorbe=
reiten
, wird man in Kürze hören. Das Unter=
türkheimer
Werk hat eine große Tradition. Wir
erinnern nur an den grandioſen Sieg im Gro=
ßen
Preis von Frankreich 1914 in Lyon, wo
drei Mercedes in Front endeten. Deutſcher Er=
findergeiſt
, deutſche Ingenieurkunſt triumphierte
damals, und ſo darf man hoffen, daß die für
die diesjährigen Ereigniſſe vorbereiteten Neu=
konſtruktionen
die Erwartungen voll erfüllen
werden.
In hohem Maße intereſſieren naturgemäß
Konſtruktionseinzelheiten der neuen Reunwagen.
Ebenſo natürlich iſt es jedoch auch, daß die Fa=
briken
dieſes Geheimnis ängſtlich zu hüten be=
ſtrebt
ſind. Es beſteht kein Zweifel, daß unſere
Wagen Neuerungen aufweiſen, wie ſie die aus=
ländiſchen
nicht beſitzen. Es wäre daher verfehlt,
wollte man früher an die Oeffentlichkeit treten
als notwendig. Wie ſtark das Ausland an un=
ſeren
neuen Rennwagen intereſſiert iſt, geht
ſchon daraus hervor, daß ſich die ausländiſche
Preſſe ſeit Wochen und Monaten in mehr oder
weniger ausführlicher Form mit den mutmaß=
lichen
maſchinellen Einzelheiten beſchäftigt. Ob
ſie damit auf dem richtigen Wege iſt, darf füg=
lich
bezweifelt werden.

[ ][  ][ ]

Nr. 14

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 15. Januar 1934

Hocveltteo i Amterfgott.
Eröffnung der Sprungſchanze
Deutſche Erfolge in Davos.
in Solleftea.

Hervorragende Zeiten.
Das Davoſer internationale Eisſchnellaufen
am Samstag hatte aus den Ländern Schweiz,
Deutſchland, Norwegen, Finnland, Ungarn,
Oeſterreich und Holland eine ausgezeichnete
Beſetzung gefunden. Die Wettläufe fanden bei
leichtem Schneetreiben ſtatt, trotzdem wurden
hervorragende Zeiten herausgefahren. Die
teilnehmenden Deutſchen hatten gegen die nor=
diſchen
Klaſſenläufer keinen leichten Stand,
hielten ſich jedoch ſehr gut. Der deutſche Mei=
ſter
Sandtner unterbot als Zehnter mit
47,1 Sek. ſeinen eigenen 500=Meter=Rekord, der
auf 47,4 ſtand. Auch der Berliner Samek lief
mit 47,7 Sek. eine für deutſche Verhältniſſe
nicht ſchlechte Zeit. Seelecke konnte mit 50
Sek. nur 20. werden. Im 1500=Meter=Laufen
blieb Samek mit 2:28,3 Min. als Zwölfter
beſter Deutſcher, Sandtner erreichte den 14.,
Seelecke den 24. Platz. Einen neuen Welt=
rekord
ſtellte die Wiener Eiskunſtlauf=
meiſterin
Lieſelotte Landsbeck im 500=
Meter=Damen=Schnellaufen mit 51,3 Sek. auf.
Thunberg vor Pekerſen.
Das internationale Eisſchnellaufen
in Davos wurd am Sonntag mit dem 5000=
Meter=Lauf fortgeſetzt. Sieger über dieſe Strecke
wurde der Norweger Mathieſen mit 8:31,
der mit 8:31,3 eine ausgezeichnete Zeit lief.
Geſamtſieger der Veranſtaltung wurde
Altmeiſter Thunberg mit denkbar knappem
Vorſprung vor dem Norweger Peterſen. Die
Deutſchen Sandtner, Sames und Seelecke
nahmen auch an dieſem Lauf teil. Sandtner kam
auf den 13., Sames auf den 16. und Seelecke auf
den 24. Platz. Im Geſamtergebnis belegten die
Deutſchen in derſelben Reihenfolge den 12., 14.
und 22. Rang. Der Berliner Sames und der
Ungar Wintner ſtarteten über 500 Meter zu
einem Rekordverſuch. Der Ungar kam auf
43,6, Sames auf 45,9, und erreichte damit eine
Zeit, die noch bedeutend beſſer als die am Vor=
tage
erzielte des Müncheners Sandter iſt, der
mit 47,1 ſeinen eigenen Rekord unterbot. Sy=
noeve
=Lie, die junge norwegiſche Eisſchnell=
läuferin
, ſtellte über 1000 Meter in 1:48,1 einen
neuen Weltrekord auf. Lieſelotte Landbeck
wurde in dieſem Rennen Zweite mit 1:49,9. Die
öſterreichiſche Kunſtläuferin hielt ſich dafür im
Kunſtlaufen ſchadlos, das ſie mit Platzziffer 5
und 225 Punkten vor der Engländerin Coolidge
(Platzz. 15 und 207,57 P.) und der Belgierin
De Linge (Platzz. 16, 204,10 P.) an ſich brachte.
Bei den Herren ſiegte der Wiener Erdös mit
Platzziffer 5 und 222,34 P. vor Lienhard=Wien
(Platzz. 15 und 205,34 P.) und Vadas=Ungarn
(Platzz. 15 und 203,05 P.). Das Paarlaufen
gewann Frl. Baumgarten=Stillebacher, Wien.
Die deutſchen Damen guk in Form.
Abfahrtslauf in Grindelwald.
Teilnehmerinnen aus Deutſchland, England,
Oeſterreich und der Schweiz gingen beim Inter=
nationalen
Damen=Skirennen des Schweize=
riſchen
Damen=Ski=Clubs, das am Samstag
in Grindelwald ſeinen Anfang nahm, an den
Start. Die deutſchen Vertreterinnen konnten
ſich trotz des ſehr ſchwierigen Geländes gut be=
haupten
, und ſich ſämtlich für die Slalom=
Läufe am Sonntag qualifizieren. Auf der
4 Kilometer langen Abfahrt war ein Höhen=
unterſchied
von 900 Meter zu bewältigen. Die
Ergebniſſe: 4=Kilometer=Abfahrtslauf:
1. Anne Rüegg=Schweiz 7:05 Min., 2. Hadi
Pfeiffer=Lantſchner=Deutſchland 7:09,1 Min.,
3. Frl. Grasegger=Deutſchland 7:15 Min.,
4. Leitner=Oeſterreich 7:41 Min., 5. Reſch=
Deutſchland 7:44,1 Min., 6. Frau Nini Zogg=
Schweiz 7:45 Min. 7. Frl. Kranz=Deutſchland
8:06 Min., 16. Frau Baader=Deutſchland
8:59,3 Min.
Erfolge des Akad. Ski=Clubs
Darmſtadt
bei den Gauläufen im Taunus.
Am Sonntag, 14. Jan., fanden im Taunus
die Gauläufe des Gaues XIII de D.S.V. ſtatt.
Bei kräftigem Schneeſturm konnten gute Zeiten
erreicht werden. Dem Akadem. Skiklub Darm=
ſtadt
gelang es, ſechs 1. Preiſe, vier 2. Preiſe,
drei 3. Preiſe, zwei 4. und zwei 5. Preiſe zu er=
ringen
.
I. Langlauf, 15 Kilometer:
Klaſſel: 1. Seifert (Rhönklub Frankfurt)
1:14.23 Std.; 2. Müller, W. (Akadem. Skiklub
Darmſtadt) 1:23.32: 3. Saetre (Akadem. Skikl.
Darmſtadt) 1:27.06. Klaſſe II: 1. Holmboe
(A. SC. Darmſtadt) 1:20.30; 2. Leſſing (Rhönkl.
Frankf.) 1:21.29; 3. Magnus 1:27.03, 5. Bryda
(A. SC. Darmſtadt).
II. Abfahrtslauf:
1. Saetre 5:16 Min., 2. Lyng 5:22, 4. Holm=
boe
und Bryde 5:30, 5. Magnus 5:33, 7. Rolf=
ſen
5:35, 9. Rid 5:42, 10. Ruhland 5:45 Min.,
alle Akadem. Sport=Club Darmſtadt.
III. Sprunglauf:
Klaſſe I: 1. Magnus 310,5 Pkt., 2. Rolf=
ſen
263,2 Pkt. Klaſſe II: 1. Lyng 323,0 Pkt.,
2. Holmboe 241,5 P." alle A.SC. Darmſtadt.
IV. Kombination:
Klaſſe I: 1. Magnus 241,4 Pkt., 2. Saetre
188,6 Pkt. KlaſſelI: 1. Holmboe 223,5 Pkt.
(alle A.SC. D.), 2. Leſſing (Rhönkl. Frankf.)
215,8 Pkt., 3. Bryde (A.SC. Darmſtadt). k.

Die für die diesjährigen internationalen Ski=
rennen
mit einem Koſtenaufwand von 209 000
ſchwediſchen Kronen erbaute Sprungſchanze in
Solleftea wurde am Sonntag feierlich eröffnet.

Nach Uebergabe der Anlage durch den Vertreter
des Schwediſchen Skiverbandes an den Orts=
verein
fand anſchließend in mehreren Klaſſen
ein Sprungwettbewerb ſtatt. Bei prächtiger
Schneelage wurde die hervorragende Eignung
der Schanze einwandfrei feſtgeſtellt. Den weite=
ſten
Sprung des Tages erzielte der bekannte
Sven Eriksſen mit 66 Metern, der auch in der
Klaſſe I erſter Preisträger wurde. Mit Rück=
icht
darauf, daß die ſchwediſchen Springer aus
Trainingsmangel von ihrer Beſtform noch weit
entfernt ſind, dürften bei den vom 20. bis 26. 2.
auf der Anlage ſtattfindenden F. J. S.=Rennen
noch beſſere Leiſtungen zu erwarten ſein.

Winkerſpork in Sk. Morik.

Der bekannte Schlittſchuhläufer Phil Taylor zeigt ſeine Kunſt.
geug eei Menfter 1 Roin.

Eines außerordentlich guten Publikums= Zu=
ſpruches
erfreute ſich die Kölner Schwergewichts=
Veranſtaltung am Samstabend, bei der eine
Reihe von deutſchen Meiſtern im Ringen und
Gewichtheben an den Start gingen. Durchweg
gab es gute Leiſtungen. Prachtleiſtungen zeig=
ten
unſere Gewichtheber Mühlberger=Frankfurt
und Vogt=Ochtendung. Der deutſche Europamei=
ſter
im Federgewicht, Mühlberger, brachte im
Federgewicht (Vierkampf) 710 Pfund zur Hoch=
ſtrecke
. Der Kölner Leichtgewichtler Leſſen kam
auf 690 Pfund. Der Halbſchwergewichtler Vogt
ſchaffte 630 Pfund, während es Schickrath=Köln
im Schwergewicht nur auf 610 Pfund brachte.
Viel Anklang fanden auch die Jiu=Jitſu=Kämpfe.

Darmſtädker Ringer krennen ſich 10:10!

K5V. 10 Oſtdt. Polizei Oſtdl. 10:10.
Das geſtrige Lokaltreffen war in jeder Hin=
ſicht
eine echt ſportliche Auseinanderſetzung.
Um und auf der Matte befleißigte man ſich
einer lobenswerten Anſtändigkeit, und von
einer Lokalrivalität war abſolut nichts zu
merken. Was die Kampfhandlungen anbetriff:,
ſo können die Ordnungshüter mit dem Aus=
gang
zufrieden ſein, denn
ein knapper Sieg für die Platzherren
lag in der Luft
und nur das unbeſchreibliche Pech ihres Feder=
gewichtlers
zerſtörte dieſe Hoffnung. Das Er=
gebnis
im Welter war eine glatte Fehl=
entſcheidung
, denn Keitel konterte mit einer
hohen Brückenſtellung den Hüftſchwung von
Schanz ab. Der Kampfleiter ſtand zu nahe,
um dies zu ſehen; alſo durfte er nicht pfeifen,
er tat es aber trotzdem. In den übrigen Tref=
fen
waren ſeine Entſcheidungen dem Kampf=
verlauf
entſprechend.
Die Kämpfe auf der Matte.
Im Bantam leitet Borowſki (1910) gegen
ſeinen ewigen Rivalen Schnauber (P) das
Treffen mit einem prachtvollen Schulterſieg in
3:30 Min. ein. Im Federgewicht ſah man
ſchon ein Unentſchieden zwiſchen Schwarz (1910)

Er fordert Carnera zum Kampf
um die Welimeiſterſchaft.

Tommy Loughran,
der erfolgreiche amerikaniſche Schwergewichtler,
früher Weltmeiſter im Halbſchwergewicht, wird
am 22. Februar gegen Carnera zu einem Titel=
kampf
um die Weltmeiſterſchaft aller Klaſſen
antreten.

In den Kämpfen der Ringer gab, es einige
Ueberraſchungen. So gelang es dem deutſchen
Weltergewichtsmeiſter Möſchel=Köln nicht, den
ſtarken Süddeutſchen Schäfer (Schifferſtadt) zu
beſiegen. Im Bantamgewicht kam Fiſcher= Zwei=
brücken
zum Erfolge. Im Federgewicht legte
Jaulus=Köln den Schifferſtädter Kolb in der
11. Minute auf beide Schultern. In den wei=
teren
, ſportlich auf hoher Stufe ſtehenden Kämpfen
gab es die folgenden Ergebniſſe: Leichtgewicht:
Suehrt=Efferen beſ. Schwartzkopf=Koblenz durch
Selbſtniederlage. Mittelgewicht: Scharfe=Hoerde
beſ. Franken=Köln nach 10 Minuten durch Arm=
zug
.

und Becker (P), da fängt B. in der 13. Min.
einen Griff des Zehners ab, Letzteren dabei
ins Parterre bringend. Bei der Abwehr kann
B. eine kleine Wertung buchen. Schwarz kommt
wieder in den Stand, greift an Becker pariert
mit Hüftſchwung und bleibt Schulterſieger in
14:00. Sehr lebhaft geht es im Leichtgewicht
zwiſchen Daum (1910) und Keutzer (P) zu.
K., durch ſeinen Vorgänger angeregt, ſetzt alles
auf eine Karte. Daum läßt ſich nicht ver=
blüffen
und vereitelt durch einen Schulterſieg
in der 6. Min. die Abſichten ſeines Gegen=
übers
. Der Gang im Weltergewicht zwiſchen
Keitel (1910) und Schanz (P) endet in der
5. Min. wie oben geſchildert. Zapf (1910) und
Lang (P) im Mittel zeigen einen ſchönen
Kampf, bei dem der Platzringer der aggreſſivere
iſt und nach 8 Min. auch Sieger bleibt. Die
Halbſchwergewichtker Veith (1910) und Ließ=
feld
(P) liefern ſich über 15 Min. eine aus=
geglichene
Partie, die remis endet. Die Be=
gegnung
im Schwer Zimmermann (1910)
gegen Siebert (P), ſieht den in jeder Hinſicht
überlegenen Polizeiringer in der 2:00 in Front.
Vorwärts Groß=Zimmern-
Mainz=Weiſenau 11:7.
In einer temperamentvollen Begegnung vor
zahlreichem Publikum konnte Vorwärts Groß=
Zimmern am Sonntag den Tabellenzweiten
mit 11:7 geſchlagen nach Hauſe ſchicken. Die
Staffel rückte dadurch bis auf 1 Punkt an
Weiſenau heran.
50 nebenbei:
Natürlich iſt die Turnhalle am Woogsplatz
inzwiſchen nicht umgebaut worden; ſie faßt da=
ſer
keine 2000 Sitzplätze, wie im geſtrigen Be=
richt
durch ein Verſehen zu leſen war, ſondern
höchſtens 1200. Aber auch mit dieſen war der
Kaſſenwart höchlich zufrieden.
*
In Rüdesheim warf geſtern die Darmſtädter
Polizei ihr 100. Tor in dieſer Serie. Spalt war
der glückliche Schütze. Mittelſtürmer Sommer,
der gefürchtete Strafwurfſpezialiſt, weilt z. Zt.
zu einem Offizierskurs in Berlin, wo er auch die
Spielmethoden der dortigen Handballmeiſter
ſtudieren wird.
Ihr größtes Schwimmfeſt führt die Deutſche
Turnerſchaft in dieſem Sommer in Brünn (Sa.)
durch. Die beſten DT.=Schwimmer ſollen ſich bei
dieſer Veranſtaltung, die am 18. und 19. Auguſt
ſtattfindet, ein Stelldichein geben.

Italieniſche Eishockeyſpieler (HC.
Mailand) trugen vor 1500 Zuſchauern in Mün=
chen
ein Spiel gegen eine SA.=Maxnſchaft Mün=
chens
aus und ſiegten 2:0 (0:0, 1:0, 1:0).
Die Amtsenthebung des Führers des
Hamburger Sport=Vereins, Martens, wurde jetzt
vom DFB. beſtätigt. Als Gründe wurden Un=
regelmäßigkeiten
in der Geſchäftsführung ange=
geben
.

Heibel ſchmimmt 124 Meter
Kraul in 1:00,4 Min.
Die Bemühungen des Neuwieder Schwimm=
vereins
09, durch gute Beſetzung des Jubiläums=
feſtes
für den Schwimmſport zu werben, fanden
in gutem Beſuch und ſportlich erſtklaſſigen Kämp=
ſen
ihren Lohn. Die beſte weſtdeutſche Klaſſe war
am Start. Fehlten auch die Kölner Haas und
Meiſter Deiters, ſo kann man dank der guten
Zeiten, die in den einzelnen Wettbewerben er=
reicht
wurden, von einem Erfolg auf der ganzen
Linie ſprechen.
Heibel=Neuwied, der ſich ſchon beim Kölner
Olympiaprüfungsſchwimmen hervortat, konnte
auf ſeiner Heimatbahn im 100=Meter= Kraul=
ſchwimmen
ſeine gute Form erneut unter Be=
weis
ſtellen. Mit der Zeit von 1:00,4 bewies er,
daß er mit zu unſeren Hoffnungen zählt. Heiko
Schwartz mußte mit klarem Abſtand mit dem
zweiten Platze zufrieden ſein. Von den Herren=
Wettbewerben iſt ferner auch die Leiſtung des
Gladbecker Heina herauszuheben, der die 200=
Meter=Bruſt in 2:49,8 Min. bewältigte. Die
Staffeln ergaben Zweikämpfe Poleidon Köhn
Aachen 06. Mit je einem Sieg konnten ſie ſich
auszeichnen. Altmeiſter Plumanns hatte im
Kunſtſpringen keine ernſthafte Konkurrenz aus=
zuſchalten
. Bei den Damen konnte ſich die weſt=
deutſche
Meiſterin Genenger=Krefeld und El=
friede
Saſſerath=Düſſeldorf behaupten.
Ergebniſſe.
4 mal 40 Meter Kraulſtaffel, Her=
ren
: 1. Poſeidon Köln 1:30,2; 2. Aachen 06
1:30,2 (Handſchlag). 200 Meter Bruſt: 1.
Heina=Gladbeck 2:49,8. 100 Meter Kraul:
1. Heibel=Neuwied 1:00,4; 2. Heiko Schwart=
Köln 1:03. 100 Meter Rücken: 1. Simon=
Gladbeck 1:14,3. 3 mal 100 Meter Kraul:
1. Aachen 06 3:18,3; 2. Poſeidon=Köln 3:26,4;
3. Düſſeldorf 09 3:42. Waſſerball: Neu=
wied
09 Düſſeldorf 09 4:5. Damen Bruſt
200 Meter: 1. Genenger=Krefeld 3:07,8. 100
Meter Rücken Damen: 1. Saſſerath= Düſſel=
dorf
1:29,4.
Umordnung des
Kanu=Berbandes vollendek.
Die Gliederung des alten Deutſchen Kanu=
Verbandes in Kreiſe entſprach im großen und
ganzen der Gaueinteilung des Reichsſportführers.
Es war lediglich notwendig, die größeren Kreiſe
des D.K.V. zu unterteilen. Die Neugliederung
der entſprechenden Kreiſe Niederrhein und Ober=
elbe
=Kreis und der Gaue Niederrhein, Mittel=
rhein
, Weſtfalen, Sachſen und Mitte iſt Ende 1933
erfolgt. Auch der bisherige Oberrhein=Main=
Kreis wurde unterteilt in die Gaue Südweſt,
Baden, Württemberg, ſo daß ſeit 1. Januar 1934
der Deutſche Kanu=Verband reſtlos in ſeiner
Gliederung der Gaueinteilung des Reichsſport=
führers
entſpricht. Die Führer des Deutſchen
Kanu=Verbandes und der Deutſchen Jugendkraft
haben ein Abkommen zur Eingliederung der
Kanu=Abteilungen dieſes Verbandes in die
Fachſchaft Deutſcher Kanu=Verband abgeſchloſ=
ſen
. Damit iſt ein weiterer großer Schritt im
deutſchen Waſſerſport getan.
Sporkneuigkeiten in Kürze.
Im Dortmunder Sechstagerennen
lagen am Sonntag nachmittag die Franzoſen
Broccardo=Guimbretiere mit 50 Punkten ver
Lohmann=Dinale mit 39 Punkten an der Spitze.
Mit einer Runde Rückſtand folgten Hürtgen=
Ippen und Rieger=Schenk.
Bei den Damen=Skirennen im
Grindelwald waren die deutſchen Teilneh=
merinnen
ſehr vom Pech verfolgt. Siegerin
wurde im Slalomlauf die Schweizerin Ruegg,
die am Vortage auch den Abfahrtslauf gewon=
nen
hatte. Als beſte Deutſche kam Pfeiffer=
Lantſchner auf den dritten Platz.
Die Olympia=Bobbahn wurde am
Sonntag in Betrieb genommen. Die Bahn, auf
der 1936 die Bobrennen der Olympiſchen Spiele
ſtattfinden, wurde mit einem Schaufahren er=
öffnet
, bei dem der Münchener Kilian einen
glimpflich verlaufenen Sturz tat.
In Antwerpen gingen die Kölner Renn=
fahrer
Steffes=Frankenſtein an den Start. Sie
kamen in einem von Pijnenburg=Wals gewon=
nenen
75=Kilometer=Mannſchaftsrennen mit vier
Runden Rückſtand nur auf den zwölften Platz.
Die Liquidation des Süddeutſchen Fuß=
ball
= und Leichtathletik=Verbandes vurde am
Sonntag gelegentlich des Fußball=Länderſpieles
in Frankfurt vorgenommen. Ueber die Verwen=
dung
der Vermögenswerte wurde noch nicht be=
ſcimmt
, das Jugendheim in Ettlingen iſt dagegen
bereits in den Beſitz des Deutſchen Leichtathletik=
Verbandes übergegangen.
Der Züricher Schlittſchuhclnb ge=
wann
das am Sonntag ausgetragene 2. Eishockey=
Turnier auf dem Titiſee vor dem ESV. Füßen
und dem Akad. EHC. Zürich. Ergebniſſe: Füßen
Ak. EHC. Zürich 2:1, Ak. EHC. Zürich
Schlittſchuhclub Zürich 0:3, Füßen Schl.C.
Zürich 0:0.
Indererſten Rundeausgeſchieden
iſt Englands Pokalverteidiger Everton, der am
Samstag von den Tottenham Hotſpurs über=
raſchend
mit 3:0 geſchlagen wurde. Auch in den
übrigen Spielen der erſten engliſchen Hauptpokal=
runde
gab es manche Ueberraſchung.
Die neueſte Schmeling=Meldung
weiß jetzt von einem Revanchekampf zwiſchen
Schmeling und Max Baer für den 17. März in
San Franzisko zu berichten. Nach King Levinſki
und Steve Hamas nun wieder Max Baer Wahr=
heit
und Dichtung iſt hier kaum mehr zu unter=
ſcheiden
.
Drei Spielausſälle meldet die baye=
riſche
Fußball=Gauliga. Wegen ſchlechter Platz=
verhältniſſe
(Vereiſung uſw.) wurden nach=
ſtehende
Treffen abgeſetzt: FC. München
Spvg. Fürth, Wacker München Jahn Regens=
burg
und ASV. Nürnberg FC. Schweinfurt.

[ ][  ][ ]

Ausſtellung: Geſunde Frau Geſundes Polk

in der Kunſthalle am Rheintor.

Der einleitende Vortrag des Kommiſſars der ärztlichen
Spitzenverbände von Heſſen Dr. Ende=Darmſtadt, hob die für
die Ausſtellung Geſunde Frau Geſundes= Volk wichtigſten
Vorbedingungen hervor: das iſt Raſſereinheit, Geſundheit, Moral.
Er ging davon aus, daß unſere germaniſchen Vorfahren uns ein
Vorbild in den Sitten und Gebräuchen der Sippſchaft und dem
Anſehen, das die Frau genoß, geben. Die deutſche Frau und das
deutſche Mädchen müſſen ſich ſtets bewußt ſein, daß aus ihr ein
ſtarkes deutſches Geſchlecht erwachſen ſoll. Sie muß ſich daher
durch echten Sport und einfache Lebensweiſe ſtählen; ſie muß aber
vor allem auch ihre Seele rein halten, denn ſie iſt die Erzieherin
der deutſchen Jugend. Das ſind Forderungen, wie ſie der natio=
naliſtiſche
Staat verlangt, dann werden wir auch wieder das An=
ſehen
genießen, das dem deutſchen Volk in der Welt geziemt.
Weitere Vorträge ſind vorgeſehen täglich um 18 Uhr
mit anſchließender Führung durch die Ausſtellung:
Montag, den 15. Januar: Dr. med. Happich: Frau und
Volkstum.
Dienstag, 16. Januar, 14 Uhr 30 und 16 Uhr 30: Lehrer=
führung
: Dr. med. F. Sell;
18 Uhr: Dr. med. Sachs: Erbkrankheiten und Krank=
heitsbereitſchaften
im Kindesalter.
Mittwoch, den 17. Januar. 14.30 und 16.30 Uhr: Lehrer=
führung
; Dr. med. F. Sell.
16 Uhr: Frau Pgg. Liſi Paupié. Diätſchweſter, Vor=
trag
über Geſunde Koſt und Krankenküche‟
Donnerstag, 18. Januar, 14.30 Uhr und 16.30 Uhr: Lehrer=
führung
; Dr. med. F. Sell.
18 Uhr: Renate Gläſſing, Lehrerin der rhythmiſchen
Erziehung an der Städtiſchen Akademie der Tonkunſt:
Gymnaſtik im Leben der Frau. Kurzvortrag mit prak=
tiſcher
Vorführung.
Freitag, den 19. Januar, 18 Uhr: Dr. jur. Holtzmann:
Die Ehe ein Rechtsproblem.
Samstag, den 20. Januar, 18 Uhr: Frau Dr. med. Dörr=
Aſal: Vorbeugung der Kinderkrankheiten.
Die Ausſtellung iſt durchgehend geöffnet von 10 bis 20
Uhr. Eintrittspreis: Erwachſene 50 Pfg. an der Tageskaſſe. Für
Studierende und Schüler 20 Pfg. Erwerbsloſe 20 Pfg. Im Vor=
verkauf
durch Verbände, Vereine, Krankenkaſſen, im Reiſebüro,

bei der Frauenſchaft der NSDAP. und NSBO. 30 Pfg. Dauer=
karten
, nicht übertragbar, 1 RM.
Für Ausſtellungsbeſucher ſind je an dem Tag die Vorträge
und Führungen koſtenlos.
Weitere feſſelnde und anregende Vorträge über: Das Krebs=
problem
. Die Wechſeljahre der Frau. Wer darf Wen nicht
heiraten. Die berufstätige Frau, Ueber Frauenleiden und
verſchiedene mehr wird noch Näheres in der Preſſe bekannt=
gegeben
.
Sonntag nachmittag fand der Vortrag über Geſunde Koſt
und Krankenküche, gehalten von Frau Pgg. Liſi Paupis, Mit=
glied
der Reichsarbeitsgemeinſchaft zur Förderung der Volkser=
nährung
, in der Ausſtellung Geſunde Frau geſundes Volk
vor einem dankbaren Publikum ſtatt.
Zu einem geſunden Volk gehört eine geſunde Ernährungs=
weiſe
. In dieſem Sinne war der Vortrag aufgebaut, um der
Frau zu zeigen, wie man den Seinen durch geſunde, billige und
doch vollwertige Koſt vor Krankheit ſchützt. Die billigſte und ein=
fachſte
Koſt mit höchſtem Nutzeffekt wird erreicht, weun wir immer
beſorgt ſind, daß Einnahme und Ausgabe die Waage halten, und
daß nicht falſche und unökonomiſche Mengen dem Körper zugeführt
werden. Je richtiger nun die Zubereitung der Nahrung und deren
Zuſammenſetzung, deſto beſſer und vollſtändiger die Aufnahme in
das Blut, deſto größer der Lebens= und Geſundheitswert, je ge=
ringer
die unnötige Belaſtung der Organe und ſchädliche Schlacken=
bildung
. (Harnſaure.) Beim geſunden Menſchen ſoll Einnahme gleich
Ausgabe ſein. Unſere Frauen und Mütter ſollten alle wiſſen, daß
durch Geſunderhaltung des Körpers und einer geſunden Koſt zur
Erhaltung des Volkes im Sinne unſeres Führers aufbauend wirkt.
Die wichtigſten Punkte über Diätkoſt wurden in dem Vortrag be=
rührt
. Weitere Djät=Kurzkurſe folgen. Frau Paupié hat ſich auch
liebenswürdigerweiſe bereit erklärt: Dienstag, Donners=
tag
und Samstag jeweils nachmittags 16 Uhr
Führungen über Wirtſchaftsfragen der Hausfrau, anſchließend
Diät=KurzKurſus über Diätküche zu halten. Es wird manche Haus=
frau
begrüßen, ihr Wiſſen auf dieſem Wege zu bereichern.
Anſchließend fand die Führung von Dr. med. F. Sell durch
die Ausſtellung ſtatt, ſomit kam jeder Beſucher mit dem Gebotenen
reichlich auf ſeine Koſten.

Verwalkungsgerichtshof.

p. 1. Rechtsbeſchwerde des M. Weinberg und
des E. Blumenthal in Fulda wegen Wertzu=
wachsſteuer
.
Im Jahre 1930 beauftragten die Eheleute Günther die Be=
ſchwerdeführer
Weinberg und Blumenthal, ihren Grundbeſitz in
der Gemarkung Helpershain zu veräußern. Das Finanzamt Schot=
ten
hat dieſe Vollmachtserteilung als Veräußerungsgeſchäft nach
S8 4 und 7 3. 5 der Muſterſatzung als ſteuerpflichtig erachtet,
Gegen den auf 911 Mk. lautenden Steuerbeſcheid wurde Ein=
ſpruch
und nach deſſen Verwerfung Berufung ans Finanzgericht
erhoben. Letzteres begründete die abweiſende Entſcheidung damit,
daß die Berufungskläger nicht als Makler, ſondern als Zwiſchen=
händler
anzuſehen ſeien. Der Verwaltungsgerichtshof hat durch
Vorbeſcheid die Rechtsbeſchwerde abgewieſen, wogegen die Be=
ſchwerdeführer
mündliche Verhandlung beantragt haben. Der
Vertreter derſelben betont insbeſondere, daß nicht geprüft ſei, ob
ein ſteuerpflichtiger Zuwachs entſtanden ſei, da kein Erwerb ge=
geben
ſei, ſei auch keine Wertzuwachsſteuer zu entrichten. Der ge=
nannte
Vertreter betont weiter, es liege nur eine Verkaufsab=
ſchlußvollmacht
, kein Zwiſchenhandelsvertrag vor, und bezieht ſich
insbeſondere auf eine ganz neue Entſcheidung des Reichsfinanz=
hofs
, da die Beſchwerdeführer keine rechtliche Verpflichtung zur
Veräußerung übernommen, ſondern lediglich als Makler tätig
hätten werden ſollen und tätig geworden ſeien. Das Urteil
verwirft die Rechtsbeſchwerde als unbegründet.
2. Rechtsbeſchwerde der Dora Fiſcher Witwe
und Konſorten in Mainz wegen Grund= und Son=
dergebäudeſteuer
für 19241928.
Die Sache, bei der es ſich um Grundſtücke und deren Bewer=
tung
im Gartfeld handelt, hat den Gerichtshof ſchon einmal be=
ſchäftigt
. Durch Urteil vom 27. Februar 1932 wurde die Sache an
das Finanzgericht zurückverwieſen. Heute handelt es ſich um die
Nachprüfung eines vom Finanzgericht auf Antrag des Finanz=
amtes
Mainz erlaſſenen Berichtigungsbeſcheids hinſichtlich der
Berechnung der ſtaatlichen und Gemeindegrundſteuer. Die Be=
ſchwerdeführer
halten eine ſolche nachträgliche Berichtigung einer
am 10. Auguſt 1932 erlaſſenen und rechtskräftigen Entſcheidung
des Finanzgerichts nicht für zuläſſig, während das Finanzgericht
betont, es habe ſich um Rechen= und ähnliche Fehler gehandelt,
die auch nach Rechtskraft eines Urteils berichtigt werden könnten.
Der Gerichtshof hat auch hier durch Vorbeſcheid die Rechts=
beſchwerde
der D. Fiſcher und Konſorten zurückgewieſen, wogegen
rechtzeitig mündliche Verhandlung beantragt iſt.
Die die Rechtsbeſchwerde einlegende Partei läßt vortragen,
daß der offenſichtliche Fehler (Irrtum) nicht im Tenor des Ur=
teils
, ſondern in den Entſcheidungsgründen liege, der Verwal=
tungsgerichtshof
habe den Steuerbeſcheid des Finanzamtes aufge=
hoben
, aber das Finanzgericht habe den Steuerbeſcheid von 1928
nicht beachtet; irrigerweiſe habe das Finanzgericht eine Veran=
lagung
von 1931 zugrunde gelegt, nach heſſiſchem Recht könne die
Grundſteuerveranlagung auch nicht zum Nachteil des Pflichtigen
geändert werden. Der Berichtigungsantrag des Finanzamts ſei
unzuläſſig, weil weder im Urteilstenor des Finanzgerichtes, noch
in den Gründen ein offenbarer Irrtum im Sinne des Geſetzes er=
ſichtlich
ſei. Wenn der Unterrichter geirrt habe, könnte nach Treu
und Glauben doch der Steuerpflichtige nicht höher beſteuert wer=
den
, zumal ihm ein Rechtsmittel nicht gewährt werde. Das ſei
nicht der Sinn des Berichtigungsverfahrens der Reichsabgaben=
ordnung
.
Der Vorſitzende verkündet den Beſchluß, daß das Urteil den
Beteiligten zugeſtellt werde.

Der Polizeibericht.

Aus der NSDAP.

Schulungskurſe finden ſtatt:
Montag, den 15. Januar: Erzhauſen.
Dienstag, den 16. Januar: Gräfenhauſen.
Donnerstag, den 18. Januar: Griesheim.
Freitag, den 19. Januar: Darmſtadt. OG. Gutenberg.
Samstag, den 20. Januar: Meſſel.
Nationalſozialiſtiſcher Lehrerbund Darmſtadt Stadt und Land.
1. Wahlgruppe Turnen und Wehrſport
Arbeitsſitzung: Montag. 15. Jan., 17 Uhr, in der Aula des
Ludwig=Georgs=Gymnaſiums, Karlsſtraße 2.
2. Wahlgruppe Eugenik
Arbeitsſitzung: Mittwoch, 17. Jan., 17 Uhr, in der Aula der
Ludwigs=Oberrealſchule, Kapellſtraße 5,
3. Wahlgruppe Evangeliſcher Religionsunterricht.
Arbeitsſitzung: Samstag, 20. Jan., 17 Uhr, im Feierabend
Stiftsſtraße.
NS.=Lehrerbund, Kreis Darmſtadt (Land).
Mittwoch den 17. Jan. 1934, nachm. 2.30 Uhr. im Saale der
Krone zu Darmſtadt, Schuſtergaſſe, Kreisverſammlung.
Treis=Betrieszelle Darmſtadt.
Sonderabteilung 10 der Gauführerſchule der NSDAP., Kreis
Darmſtadt.
Betrifft: Mündliche Prüfung der Teilnehmer der Kurſe 1,
2 und 3.
Die mündliche Prüfung der Teilnehmer der Schulungskurſe
indet Dienstag, den 16. Jan. 1934 nach der alten Eintei=
lung
in den alten Klaſſenzimmern der Gewerbeſchule ſtatt (5 bis
Uhr bzw. 7 bis 9 Uhr).
An fehlende Teilnehmer kann keine Abgangsbeſcheinigung
rteilt werden. Bei dieſer Gelegenheit wird das gedruckte Schu=
ungsmaterial
koſtenlos ausgegeben.

Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Beſſunger Lichtſpiele: Sonnenſtrahl.

Vermißt. Seit 12. Januar wird der 53jährige Landwirt und
Gemeinderechner Philipp Sauerwein aus Hergers=
hauſen
vermißt. Es wird vermutet, daß er ſich ein Leid antut.
Beſchreibung: Etwa 1,70 Meter groß, kräftig, friſches Geſicht,
graumeliertes Haar, graue Augen, weißer, herabhängender
Schnurrbart, ſchlechte Zähne Bekleidung: graukarierter Anzug,
dunkelblauer Mantel mit Pelzkragen, ſchwarzer, weicher Hut,
ſchwarze Schnürſchuhe. Nachricht über ſeinen Verbleib erbittet die
Vermißtenzentrale, Darmſtadt.
Schwerer Motorradunfall. Am Freitag, gegen 23 Uhr, kam in
Eppertshauſen ein Motorrad mit Beiwagen infolge der
Glätte ins Schleudern. Der Soziusfahrer Meier aus Obertshau=
ſen
wurde dabei vom Soziusſitz geſchleudert und auf der Stelle
getötet. Der Motorradfahrer und der Inſaſſe des Beiwagens blie=
ben
unverletzt. Die Schuldfrage bedarf noch der Klärung.
Ein ſchwerer Junge gefaßt. Am Samstag gelang es auch den
letzten Beteiligten am Dieburger Einbruchsdiebſtahl in Frankfurt
auszuheben. Es handelt ſich um den mehrfach vorbeſtraften
30jährigen Kaſpar Müller aus Frankfurt as M. in Verbrecher=
kreiſen
das Kohle=Karlchen genannt. Müller hatte gemeinſam
mit Neubauer auf Anregung von Meurer die Oertlichkeiten in dem
Anweſen des Metzgermeiſters ausbaldowert und bei der Aus=
führung
des Einbruchsdiebſtahls Schmiere geſtanden.
Aus Heſſen.
Siraßenbericht
für die Woche vom 14. bis 20. Januar 1934.
(Mitgeteilt vom Deutſchen Automobil=Club, Gau 15 Weſtmark,
Bezirk Starkenburg und Rheinheſſen.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
49 GießenAlsfeld (Abt. RomrodSchellnhauſen) vom 29. 11. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Groß=FeldaWindhauſen
(Nahverkehr), Ulrichſtein-Lauterbach (fur Fernverkehr).
Hauptſtraßen in Heſſen:
FriedbergHungen (Ortsdurchfahrt Wölfersheim) vom 30. 11.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung für den Durchgangs=

Sonſtige Straßen in Heſſen:
Mörfelden-Langen vom 16. 10. bis auf weiteres geſperrt. Um=
leitung
: GräfenhauſenWixhauſen oder Neu=Iſenburg.
DarmſtadtGräfenhauſen vom 13. 11. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: ArheilgenWixhauſen oder Weiterſtadt Schnep=
penhauſen
.
Ortsdurchfahrt Garbenteich, im Zuge der nachfolgenden Straßen
geſperrt: a) nach Watzenborn und nach Dorf Güll vom 25. 10.
bis auf weiteres. Umleitung: Grüningen; b) nach Lich vom
1. 11. und nach Hauſen und Steinbach vom 13. 11. bis auf wei=
teres
. Umleitung: Steinberg und Steinbach.
DarmſtadtEſchollbrücken vom 28 11. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: EberſtadtPfungſtadt.
SchwabsburgMommenheim vom 2. 1. bis 1. 2. geſperrt. Um=
leitung
: Nierſtein, Nackenheim, Lörzweiler.
Eppelsheim-HangenWeisseim (Ortsdurchfahrt Eppelsheim)
vom 2. 1. bis 1. 2. geſperrt. Umleitung: Schleifmühle.
PfungſtadtEſchollbrücken und PfungſtadtGriesheim bis zu der
Kreuzung mit der Straße DarmſtadtEſchollbrücken vom 11. 1.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Eſchollbrücken Hahn.
Ortsdurchfahrt Hechtsheim (alte Gauſtraße) vom 8. 1. bis auf wei=
teres
geſperrt. Umleitung im Ort durch die Karthäuſerſtraße.

E. Wixhauſen, 13. Jan. Am letzten Sonntag hielt die hieſige
Freiwillige Feuerwehr ihre diesjährige General=Verſammlung
ab. Die Wehr kann dieſes Jahr auf ihr 50jähriges Beſtehen
zurückblicken. In der Generalverſammlung iſt der Beſchluß gefaßt
worden, dieſes Beſtehen in würdiger Weiſe zu feiern. Am 2., 3.
und 4. Juni wird daher auf dem Turnplatz ein Jubiläumsfeſt ab=
gehalten
. Die Vorarbeiten haben bereits begonnen. Die Wehr
will alles daranſetzen, damit dieſe Veranſtaltung ein wahres Feſt
der Volksverbundenheit wird, und hofft, durch dieſes Feſt am Auf=
bau
unſeres geliebten Vaterlandes beizutragen.
Ck. Goddelau, 13. Jan. Waſſerleitung. Nachdem die
Waſſerleitungsarbeiten durch die Ungunſt der Witterung am Mon=
tag
wiederum verſchoben werden mußten, wurde am Donnerstag
mit den Arbeiten begonnen. Als erſtes Teilſtück wurde die Land=
ſtraße
GoddelauWolfskehlen in Angriff genommen. Zahlreiche
Erwerbsloſe konnten hierſelbſt die erwünſchte Arbeit erhalten.
P. Nauheim (Ried), 13. Jan. Nach Genuß von Rollmöpſen er=
krankte
eine aus Mann, Frau und ſiebenjährigem Kind beſtehende
Familie an Vergiftungserſcheinungen. Frau und Kind wurden
nach Mainz ins Krankenhaus gebracht. Eine Anzahl hieſiger
Erwerbsloſer wird demnächſt bei dem Bau der durch den öſt=
lichen
Teil des Kreiſes Groß=Gerau führenden Autoſtraße ver=
wendet
.
Af. Neu=Iſenburg. 13. Jan. Protektorat. Anläßlich der
Jahrhundertfeier des Geſangvereins Frohſinn, deſſen Ehrenmit=
glied
Franz Völker iſt, wird Se. Kgl. Hoheit der Großherzog das
Protektorat über den Verein übernehmen.
P. Rüſſelsheim, 13. Jan. An der Ecke der Frankfurter= und
Bahnhofſtraße kam es am Mittwoch vormittag zu einem Zu=
ſammenſtoß
zweier Perſonenautos. Beide Fahrzeuge wurden er=
heblich
beſchädigt. Perſonen kamen nicht zu Schaden.

Heſſiſch volk bei Sang und Tanz
in Gießen.
Gießen, 15. Januar.
Bei ausverkauftem Haus ging geſtern abend zum erſten Male
das Trachtenſpiel von unſerem oberheſſiſchen Heimatdichter Georg
Heß über die Bühne. So wie geſtern, war auch heute bei der
Nachmittagsaufführung in dem Gießener Stadttheater das Haus
bis auf den letzten Platz von begeiſterten Zuhörern gefüllt.
Georg Heß iſt hier, im ganzen Heſſenland, und weit über
deſſen ehemaligen Grenzen hinaus nicht unbekannt. Sein
Name allein bürgt ſchon für genußreiche Stunden. In dieſem
neuen Spiel aber bringt er ein ſo echtes, lebenswahres Bild
heſſiſchen Bauerntums mit ſeinem herben Weſen, gewürzt von
derbem, friſchem Humor, das in ſeiner Rundung wiſſenſchaftlich
volkskundlichen Anſprüchen Genüge tut; dabei iſt das Spiel von
flüſſiger, lebendiger Darſtellung.
Ebenſo ungeteiltes Lob. wie Georg Heß, verdienen die Trach=
tengruppen
, die aus dem ganzen oberheſſiſchen Land zuſammen=
gekommen
ſind. Der friſchen frohen Dorfjugend iſt ſo recht die
Freude anzumerken, mit der ſie an die geſtellte Aufgabe heran=
geht
, dabei teilweiſe ſogar darſtelleriſch eine recht beachtliche Höhe
erreichend.
Das Schönſte an dem Ganzen ſind die prächtigen, wirklich
echten Trachten, die ſich in den Familien der Träger, teilweiſe
ſchon von Generation zu Generation vererbt haben. Dieſe hiſto=
riſchen
, volkskundlichen Werte in den koſtbaren, teils ſeltenen
Trachten geben mit ihren harmoniſchen Farben den Bühnenbil=
dern
einen geradezu anheimelnden Reiz, ſo daß die Worte man=
cher
Zuſchauer zu verſtehen ſind, daß beim Schauen und beim
Sehen dieſer Bilder auch der heutige Städter in der weitaus grö=
ßeren
Mehrzahl angeheimelt, ſich wieder ſeiner bäuerlichen Her=
kunft
erinnert! Gibt es eine beſſere Kritik der Wirkung des
Heßſchen Spiels?
Am Schluß des erſten Bildes, nachdem ſich Bauer und Städter
ſymboliſch für ihre Verbundenheit die Hände gereicht haben, und
das Deutſchlandlied die Szene geſchloſſen, ſprach am Samstag
Miniſterialrat Pg. Ringshauſen
kurze, markige Worte, die Sinn und Ziel des die Aufführung in
Gießen und in den nächſten Tagen in Darmſtadt. Mainz,
Worms. Frankfurt und Offenbach vorbereitenden und durchfüh=
renden
Reichsbundes Volkstum und Heimat darlegten. Nach.
dem Erfolg der nationalen Revolution, nach der Revolutionie=
rung
des ſtaatlichen Lebens, folge jetzt die Erfüllung des geſam=
ten
deutſchen Lebens mit den Gedanken der deutſchen national=
ſozialiſtiſchen
Bewegung. Nachdem ſich das junge Deutſchland ab=
gewandt
habe von dem fremden Einfluſſe einer ungeſunden, über=
ſteigerten
Geiſtigkeit, kehre es jetzt zurück zu den Quellen ſeines
völkiſchen Lebens, zu Blut und Boden, Volkstum und Geſchichte.
Aus dieſen Quellen fließen ihm die Erkenntniſſe, und ſammele es
jene Kräfte, die es für den Neubau ſeines kulturellen Lebens
brauche und ertüchtige. Nicht Rückkehr zu den vergangenen For=
men
, ſondern Erkenntnis und Würdigung des Alten als Kraft=
quelle
bei der Syntheſe, dem Aufbau deutſcher Zukunft.
Nach der Spinnſtube und dem Bild des nächtlichen Dorfes
mit ſeinem Geſchehen, ſchließt das Spiel beim ſtrahlenden Mor=
gen
des jungen Deutſchland mit dem Liede der nationalen Re=
volution
.
Die Beifallsſtürme bei offener Szene und zum Schluſſe gel=
ten
gleichmäßig den Darſtellern. Georg Heß und dem kernigen
Sinn des Spieles.
ke.
* Büdingen. 12. Januar. Die 1. Heſſiſche Kreis= Ge=
flügel
=Ausſtellung für die Kreiſe Büdingen und Schotten
findet am kommenden Sonntag unter der Schirmherrſchaft des
Landesbauernführers Dr. Wagner in Echzell ſtatt. Ueber 500
Nummern ſind bereits gemeldet. Mit der Ausſtellung iſt eine
Jugend=Geflügelſchau verbunden, um der Jugend Anregung zur
Nachahmung zu geben.

Rundfunk=Programme.

14.30:
14.40:
1600;

17.45
18.00;
19.00:
21.00:
21.30:
22.45:
B.00;

21.30:
B00;

9.00
9.40:
10.10:
10.50:
11.30:
11.50:
15.00:
15.45:
16.00:
17.00:
17.15:
17.30:
18.05:
18.25:
19.00:

20.00:
21.00.
21.30:
21.50;
B3.00:

Frankfurt: Montag, 15. Januar
(Nur für Kaſſel): Nachrichten.
Lieder von Heinrich Scherrer. Zur Laute geſungen von
Oscar Beſemfelder.

Wbie Diccde Den Hrie Dur e
chor. Hans Haaß (Klavier).
Dr. Helmuth Wiedenbrüg: Ernſt von Wildenbruch, (Zu
ſeinem 25. Todestag.)
: Stuttgart: Jugendſtunde. Luſtige Sachen und Sprüche zum
Lachen. 18.25: Stuttgart: Franzöſiſcher Sprachunterricht.
Stuttgart: Mit 1001 Kilo=Hertz. Ein gewichtiges Funk=
potpourri
. Einlage (20.00): Griff ins Heute.
Köln: Ludwig van Beethoven. 1. Sinfonie C=Dur, op. 21=
Das große Funkorcheſter. Ltg.: Dr. Buſchkötter.
Das edle Blut. Erzählung v. Ernſt v. Wildenbruch. Zu
ſeinem 25. Todestag am 15. 1. 1934.
Köln: Wird noch bekanntgegeben,
Köln: Kammermuſik. 1. Quartett op. 18 Nr. 1 in F=Dur
(Beethoven). 2. Horn=Sonate op. 17 imn F=Dur GBeetho=
ven
). 24.00: Nachtmuſik (Schallplatten).
Beethoven. Sein Leben in Dokumenten. Hörfolge (Fortner)
Uebertragung Sendergruppe Südoſt: Streichquartett op. 18,
3 und 4.
Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: Montag, 15. Januar
Berlin: Schulf.: Vom Wecken bis z. Zapfenſtreich, Hörbilder,
von unſerer Reichswehr. (Aufnahme.)
H. C. Anderſen: Des Kaiſers neue Kleider.
Schulfunk: Milchverſorgung einer Großſtadt. (Hörbericht.)
Schulfunk: Turn= und Sportſtunde. Einführung in das Boxen.
Stunde für die Mutter: Wenn die Kinder groß werden.
Zeitfunk.
Künſtleriſche Handarbeiten. Neue Baſtarbeiten
Bücherſtunde: Schöpferiſche Philoſophie deutſche Theologie.
München: Veſperkonzert. Ltg.: Erich Kloß.
Werner Lange und Wulf Bley: Luftſchutz tut not!
A. Forſtreuter; Kulturaufgabe der deutſchen Erzieherſchaft.
Aus vergangenen Jahrhunderten: Origmalkompoſitionen für
Cembalo. Am Cembalo: Barbara Speckner.
Jugendſportſtunde: Körper Seele Geiſt in den
Leibesübungen.
Dr. Diebner: Die letzten Geheimniſſe a. d. Elektronenröhre.
München: Abendkonzert des Kleinen Funkorcheſters, Ltg.:
Erich Kloß. Melodienſtrauß aus den ſchönſten Opern und
Operetten. Ein Potpourri.
Kernſpruch. 20.05: Das Fähnlein der ſieben Aufrechten.
Eine Novelle von Gottfried Keller. (Aufnahme.)
Köln: Ludwig van Beethoven: 1. Symphonie. Funkorcheſter.
Leibesübung als Erholung für die werktätige Frau.
Miniſterialrat Münch ſpricht über die Umſtellung der Rund=
funkwellen
nach dem Luzerner Plan. (Aufnahme.)
Uebertragung der Sendergruppe Südoſt: Septett.

Welterberichl.

Die Störungstätigkeit von Weſten her nimmt lebhaftere For=
men
an. Ein Wirbel über England wird ſeinen Einfluß auch
auf das Feſtland geltend machen. Somit bleibt das Wetter un=
beſtändig
, ziemlich mild und regneriſch.
Ausſichten für Dienstag, den 16. Januar: Weiterhin unbeſtändi=
ges
Wetter.

Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve.
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann; für
den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für Die
Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette; für den Anzeigen=
eilund
geſchäftlicheMilteilungen: Billy Kuhle, ſämtl. in Darmſſadt. D.A. TIk. 23362.
Druck und Verlag: 2. C. Wittich. Darmſtadt, Rheinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 8 Seiten.

[ ][  ]

Seite 8 Nr. 14

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Montag, 15. Januar 1934

Elisabetkenschule
Sandstraße 12
(Erziehung und Unterricht nach evangl.-christ!
Grundsätzen Staatliche Berechtigungen
Schulgeld wie an den öffentlichen Lyzeen)

1) Vorschule (Klagee XVII):
Im wesentlichen Lehrplan der
Grundschule.

Heſſiſches
Landestheater
Montag
15. Januar 1934

Kleines Haus

Außer Miete
2022 Uhr.

Keine Vorſtellung

Heſſiſch Volk bei Sang
und Tanz
Preiſe 0.301.50 M.

HEIDELBERGERSTR.89

Einer für alle alle für einen,
das ist die große ethische
Schlußfolgerung dieses Films.

Lit.=Künſtl.
Geſellſchaft
Heute
Montag, 8 Uhr, im
Feſiſaal der Loge
( Sandſtraße 10)
Ernſt Wiechert
lleſt aus
eigenen Werken.
Karten zu 1.-Mk.
und 2.-Mk., Stu=
denten
u. Schüler
0.50Mk. bei Buch=
andl
. Bergſträßer
und an der Abend=
(e
koſſe.

Tanzen
lehrt schnell und
gründl. in Einzel-
stund
. u. Kursen
Tanzschule
Bäulke,
Darmst., Tel.3151
Wilhelmstr. 25. a

2) Lyzeum (SextaUntersekunde):
(A-Abt.) Lehrplan der öff. Lyzeen,
Obersekundareife. Uebergang
in die Studienanstalt ohne
Aufnahmeprüfung.
3) Höh. Mädchenschule (Kl. IIII):
(B-Abt.) Eigener, staatlich genehmigter
Lehrplan. (Weniger Mathem.;
Französisch wahlfrei; bürgerl.
Rechnen un1 Buchführung.)
Aufnahmen für dasSchuljahr1934/35
täglich von 121 Uhr, außer Samstag.
Die Leltung der Ellsabethenschule.
(669b

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Parfümerie Müller, am Heiden Tarm

Todes=Anzeige,
Am 13. Januar wurde unerwartet durch einen plötzlichen,
ſanften Tod unſere liebe Schweſter und Tante
Hrau Kalg. keillg Tiwe
nach einem arbeitsreichen Leben im 82. Lebensjahr abberufen.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Heinrich Melchior.
Darmſtadt, den 15. Januar 1934.
Die Beerdigung findet am Dienstag, 16. Januar, mittags
12 Uhr, auf dem Friedhof an der Nieder=Ramſtädterſtr. ſtatt.

Todes=Anzeige.
Nach langem ſchweren Leiden entſchlief heute Sonntag früh
mein lieber Mann, unſer treu beſorgter Vater, Großvater,
Schwager und Onkel
Gottlieb AuguſtMaiſch
im Alter von 55 Jahren.
Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:
Marie Maiſch Ww., geb. Darnieder
Familie Friedrich Maiſch.
Nieder=Ramſtadt, den 14. Januar 1934.
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 16. Januar 1934,
nachm. 3 Uhr, auf dem Friedhof zu Nieder=Ramſtadt ſtatt.

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