Einzelnummer 10 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
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Nummer 5
Samstag, den 6. Januar 1934.
197. Jahrgang
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Annäherung der Auffaſſungen bei den römiſchen Beſprechungen zwiſchen Sir John Simon und Muſſolini.
Vorbereikung der Enkſcheidung auf dem Gebiet der Abrüſtung. — Völkerbundsreform nicht vordringlich.
Das Abſchluß Communigue
der Beſprechungen Simon-Muſſolini.
DNB. Rom, 5. Januar.
Die „Agenzia Stefani” meldet: In zwei langen, herzlichen
Unterredungen, die geſtern und heute zwiſchen Muſſolini und Sir
John Simon im Palazzo Venezia ſtattfanden, wurden die
wich=
tigſten Fragen der allgemeinen Politik erörtert, insbeſondere die
Frage der Herabſetzung und Beſchränkung der Rüſtungen und die
Frage der Völkerbundsreform. Hinſichtlich der erſterwähnten
Frage ſtellten Muſſolini und Simon in voller Uebereinſtimmung
feſt, daß es unumgänglich notwendig iſt, daß die Erörterungen
ſo=
bald wie möglich zu einem Abſchluß gelangen, indem man auf
jeden Gedanken oder jeden Vorſchlag verzichtet, der nicht in ſich
ſelbſt Elemente einer praktiſchen und ſchnellen Verwirklichung
ent=
hält und indem man diejenigen Punkte zum Ziele nimmt, welche
in der internationalen öffentlichen Meinung als bereits geklärt
betrachtet werden müſſen, und welche die Zuſtimmung der
betei=
ligten Staaten finden können. — In der Völkerbundsreformfrage
zeigte Muſſolini die Kriterien auf, nach denen die Reform
durch=
geführt werden ſollte, um dem Völkerbund ein beſſeres Arbeiten
zu ſichern und es ihm zu ermöglichen, ſeinen Zwecken beſſer zu
entſprechen. Simon wird morgen die Rückreiſe nach London
an=
treten, wo er ſeiner Regierung über ſeine Beſprechungen berichten
wird.
Simon vor der Preſſe.
DNB. Rom, 5. Januar.
Der engliſche Außenminiſter Simon hat Rom im Schnellzug
verlaſſen. Er wird ſich in Paris nicht aufhalten, ſondern dort nur
den Zug wechſeln.
Am Vormittag empfing Simon die Preſſe, um einen
Bericht über die Lage zu geben. Daraus geht hervor, daß
Eng=
land die Frage der Völkerbundsreform als eine Frage zweiter
Ordnung betrachtet. Das Abrüſtungsproblem ſei ſo wichtig und
ſchwierig, daß man es nicht noch durch Hinzuziehung eines
an=
deren Problems belaſten dürfe. Nur wenn in der Abrüſtung ein
befriedigendes Ergebnis zuſtande gekommen ſei, könne man an die
anderen Fragen der Reform des Völkerbundes herangehen, die
ſich dann leichter löſen ließen. Im übrigen gebe es zwei
Möglich=
keiten von Reformen. Die eine gehe darauf aus, den beſtehenden
Zuſtand zu ſtärken, die andere, ihn zu ſchwächen.
Selbſtverſtänd=
lich komme für England nur die erſte Art in Frage.
Was Simon nach dieſen Ausführungen weiter über die
Ab=
rüſtung zu ſagen hatte, geht nicht über den bekannten Rahmen
des engliſchen Standpunktes hinaus: Vermittlung zwiſchen der
franzöſiſchen und der deutſchen Auffaſſung. Vorſchläge ſeien nur
dann zweckvoll, wenn ſie ſowohl dem franzöſiſchen als dem
deut=
ſchen Standpunkt gerecht würden. Simon erklärte, er habe den
Eindruck, daß alle verantwortlichen Staatsmänner in Europa ſich
des Ernſtes der Lage bewußt ſeien und ehrlich nach einer Löſung
ſtrebten.
Geſpräch nur um fünf Punkke?
DNB. Paris, 5. Januar.
Der „Excelſion” glaubt, die Forderungen Muſſolinis
in folgenden fünf Punkten zuſammenfaſſen zu können:
1. Der deutſchen Forderung nach Gleichberechtigung müſſe
Rech=
nung getragen werden.
2. Da dieſe Gleichberechtigung gegenwärtig nicht durch
Ab=
rüſtung zu erreichen ſei, müſſe man eine beſchränkte
Auf=
rüſtung des Reiches hinnehmen, weil dieſe beſſer ſei, als einer
unbegrenzten Aufrüſtung ohne Kontrolle und ohne
Sank=
tionen zuzuſehen.
3. Deutſchlands Standpunkt regele ſich daraus, daß es eine
Ein=
kreiſung durch die ſtark gerüſteten Mächte befürchte.
4. Aus reinen verſtändlichen Preſtigegründen könne Deutſchland,
das im Innern geeint ſei, keine Unterlegenheit auf
inter=
nationalem Gebiet ertragen.
5. Der neue deutſche Staat brauche eine Militärmacht oder
an=
dere Macht, um die politiſche Reform und den Kampf gegen
den Kommunismus durchführen zu können.
Sir John Simon ſoll — dem Blatt zufolge — auf dieſe
Forderungen wie folgt geantwortet haben:
1. iſt es nicht zu befürchten, daß eine erſte Etappe der Aufrüſtung
Deutſchlands zu einer zweiten oder dritten führen müſſe;
2. iſt es möglich, alle auf der Abrüſtungskonferenz vertretenen
Mächte zu bewegen, ein Abkommen zu unterzeichnen, das auf
der Aufrüſtung Deutſchlands begründet ſei;
3. die Einkreiſung Deutſchlands ſei vorläufig nur eine
Hypo=
theſe und würde nur Wirklichkeit werden, wenn das Reich
aufrüſte:
4. ſei es fraglich, ob man die Abrüſtung nach beſonderen
Pre=
ſtigefragen beurteilen und begründen könne.
5. Die Wortführer des Reiches hätten immer wieder erklärt,
daß der Kommunismus endgültig beſiegt ſei.
Der „Excelſior” weiſt abſchließend darauf hin, daß
Muſ=
ſolini und Sir John Simon aber der unbedingten
Entſchloſſen=
heit der franzöſiſchen Regierung Rechnung tragen müßten, die an
den Vorſchlägen feſthalte, die ſie am 1. Januar der
Reichsregie=
rung habe unterbreiten laſſen.
Wie verlautet, werden nach der Rückkehr Simons die
eng=
liſchen Botſchafter in Berlin und Paris zur Berichterſtattung nach
London berufen werden. Macdonald wird am Montag in London
ſein und die Botſchafter hören.
Nach dem Beſuch in Rom.
Nach dem Communigué müßte man eigentlich annehmen,
daß die Ausſprache zwiſchen Simon und Muſſolini in Rom
weſent=
liche Fortſchritte nicht erbracht hat. Zweifellos ſind auch
die weitgehenden Hoffnungen aaf eine
Annähe=
rung zwiſchen Italien und England nicht erfüllt
worden. Immerhin liegen doch Anzeichen dafür vor, daß das
Ergebnis nicht ganz ſo mager und dürftig geweſen iſt, wie aus der
offiziellen Mitteilung zunächſt hervorzugehen ſcheint. Jedenfalls
neigt man in Berliner diplomatiſchen Kreiſen dazu, die
poſi=
tiven Möglichkeiten, die ſich aus dem römiſchen
Beſuch ergeben können, ſchärfer zu
unterſtrei=
chen. Vor allem, ſoweit das Abrüſtungsproblem in
Frage kommt.
Vermutlich ſind Simon und Muſſolini
dar=
über einig, daß eine wirkliche Abrüſtung
Frank=
reichs im Augenblick wenigſtens nicht zu
errei=
chen iſt, und daß deshalb ein Ausgleich des
Rü=
ſtungsunterſchiedes durch eine Verbeſſerung
der deutſchen Rüſtung erfolgen muß. Wir würden
uns auch durchaus damit einverſtanden erklären, daß die
Erörte=
rungen auf die wirklich zur Klärung reifen Punkte beſchränkt werden
unter Zurückſtellung aller ſtrittigen Fragen. Nach unſerer
Auf=
faſſung haben jedenfalls die bisherigen Verhandlungen über eine
Reihe von grundlegenden Problemen weitgehende
Uebereinſtim=
mung mit der „öffentlichen Meinung” ergeben. Und wenn es
einer Zuſammenarbeit der Engländer und Italiener gelingt,
wenigſtens hier eine raſche Löſung herbeizuführen, dann wäre
das immerhin ſchon ein großer Fortſchritt.
Es darf aber gleichzeitig daran erinnert werden, daß auch
der Macdonald=Plan das Ergebnis eines Beſuches in Rom war,
und daß auch er damals das Ziel verfolgte, eine praktiſche
Zuſam=
menſtellung der Punkte zu ſchaffen, über die eine Einigung
mög=
lich war. Der Macdonald=Plan iſt aber ſchließlich an dem
Wider=
ſtand Frankreichs geſcheitert und es wird ſich nun zeigen müſſen,
ob der Hebel der diesmal angeſetzt wird, ſtark genug iſt, um die
Pariſer Hemmniſſe zu überwinden.
Ziemlich aufſchlußreich iſt dagegen die Formulierung des
engliſchen Communiqués über die Reform des
Völkerbun=
des. Herr Simon ſcheint ſich hier aber nur als Briefträger zu
betrachten, vermutlich, weil nach engliſcher Auffaſſung
dieſe Frage von untergeordneter Bedeutung iſt
und weil das Schickſal des Völkerbundes überhaupt von den
Fort=
ſchritten der Abrüſtung bedingt bleibt.
Der griechiſche Außenminiſter in Rom.
EP. Rom, 5. Januar.
Der in Rom eingetroffene griechiſche Außenminiſter
Maxi=
mos wurde bei ſeiner Ankunft vom Kabinettschef Aloiſi, dem
griechiſchen Geſandten, dem türkiſchen Botſchafter und anderen
Diplomaten empfangen. Maximos, deſſen Beſuch in Rom zwar
keinen offiziellen Charakter trägt, wird ſich als Gaſt der
italie=
niſchen Regierung bis Sonntag in der römiſchen Hauptſtadt
aufhalten. Dem Beſuch wird mit Bezug auf die Befeſtigung
der politiſchen und wirtſchaftlichen
Beziehun=
gen zwiſchen Griechenland und Italien beſondere
Bedeutung beigemeſſen, zumal zwiſchen den beiden Staaten
be=
reits ein Freundſchaftspakt beſteht. Maximos iſt bekanntlich auf
der Rückreiſe von Paris, wo er der franzöſiſchen Regierung
einen Beſuch abgeſtattet hatte, nachdem er vorher in Agram mit
dem jugoflawiſchen Außenminiſter zuſammengetroffen war. Mit
Muſſolini will Maximos die Griechenland und Italien
inter=
eſſierenden Fragen beſprechen.
Die TAS. demenkierk
ruſſiſch=polniſchen Garankiepakt für das Balkikum.
DNB. Moskau, 5. Januar.
Die hieſigen Zeitungen veröffentlichen eine Meldung der
Telegraphenagentur der Sowjetunion, wonach dieſe ermächtigt iſt,
zu erklären, daß die Mitteilungen des „Daily Herald” über
an=
gebliche Abſichten der Sowjetunion, mit Polen einen
Sicherheits=
pakt abzuſchließen, der die Grenzen der baltiſchen Staaten
gegen=
über deutſchen Expanſionsplänen im Oſten garantieren ſoll, nicht
der Wirklichkeit entſpricht.
Belgiſche Regierungskriſe vermieden.
EP. Brüſſel, 5. Januar.
Durch die perſönliche Vermittlung des belgiſchen Königs iſt
die drohende Kabinettskriſe vermieden worden. Nach
fünfſtün=
diger Kabinettsſitzung wurde am Donnerstag der Oeffentlichkeit
bekannt gegeben, daß während der Kabinettsberatung beim
Premierminiſter ein Handſchreiben des Königs eingelaufen ſei,
das ſich mit der Frage der Wiedereinſtellung gewiſſer Beamten
befaßt, die während der deutſchen Beſetzungszeit den Dienſt
fortgeſetzt hatten und ſpäter von den belgiſchen Behörden dafür
zur Rechenſchaft gezogen worden waren. In ſeinem
Handſchrei=
ben empfiehlt der König, die Frage im Sinne der Gerechtigkeit
zu löſen. Es ſollen nach ſeiner Anſicht nicht alle Akten der
ent=
laſſenen Beamten noch einmal überprüft werden, denn es gebe
viele Fälle, bei denen die Schuld einwandfrei feſtgeſtellt ſei.
Aber andere Fälle ſollen nach dem Vorſchlag des Königs durch
einen rein juriſtiſchen Ausſchuß noch einmal überprüft werden.
Die Regierung nahm die Vorſchläge des Königs an. Damit
iſt die wegen dieſer Angelegenheit drohende Regierungskriſe
ver=
mieden.
Warum gerade wir?
In einem Pariſer Kino hat ſich vor ein paar Tagen nach
dem Zeugnis Pariſer Blätter folgende nette Szene abgeſpielt:
In der Wochenſchau wurde auch ein Bild vom Aufmarſch
der Hitlerjugend anläßlich der Woche der deutſchen Jugend
ge=
zeigt. Darunter ſtand „So wird in Deutſchland die Jugeno
militariſiert”.
Ein paar Bilder ſpäter konnte man 16jährige franzöſiſche
Schüler beim militäriſchen Vorbereitungsunterricht unter
Lei=
tung eines Offiziers ſehen. Darunter ſtand: „Frankreichs Jugend
weiß, was ſie ihrem Vaterlande ſchuldig iſt!“
Die Bilder waren, zugegeben, ein bißchen ſehr dumm
zu=
ſammengeſtellt. Aber bei weitem nicht zu dumm, als daß das
werte Publikum ſtutzig geworden wäre. Es nahm im Gegenteil
beide ſo zur Kenntnis, wie ſie genommen ſein ſollten: Die
marſchierende Hitlerjugend mit lebhafter Entrüſtung über ſolche
militante Barbarei — die exerzierenden franzöſiſchen
Mittel=
ſchüler mit beifälliger Anerkennung für ſoviel ſelbſtverſtändlichem
Patriotismus.
Daß es damit eine Sinnloſigkeit — von Ungerechtigkeit gar
nicht zu reden — tat, das begriff dieſes Publikum nicht. Und es
iſt nicht einmal zu tadeln darum; denn warum ſollten dieſe
Pariſer Vorſtadtkrämer und Bürodiener mehr Verſtändnis und
mehr Gerechtigkeit zeigen, als die erlauchten Führer der Nation?
Die doch auch Angſtkomplexe bekommen, wenn in Deutſchland
etwas geſchieht, was bei ihnen ſelbſtverſtändlich iſt? Die ſich in
offiziellen Noten über das beſchweren, was ſie im eigenen Lande
als unantaſtbares Recht und notwendiges Gebot nationaler
Politik betrachten?
Man ſagt: Deutſchland erziehe ſeine Jugend zum
Militaris=
mus, indem es ſie militäriſcher Ordnung und Diſziplin
unter=
werfe. Das iſt nicht der Fall. Aber geſetzt einmal den Fall, es
wäre ſo. Geſetzt, es wäre ſogar der Fall — was ſelbſt die
ver=
wegenſte Reporterphantaſie noch nicht zu entdecken vermochte —
daß die deutſche Jugend lernte, wie man Maſchinengewehre
be=
dient, Handgranaten wirft und wie man feindliche
Schützen=
gräben vergaſt: welche Nation rund um uns hätte dann das
Recht, aufzuſtehen und mit dem Finger auf uns zu weiſen?!
Es gibt keine, wenn man die Nationen ausnimmt, die in der
Geſchichte ihr Schickſal bereits erfüllt haben und die nun
außer=
halb des gewaltigen Wirbels lagern, einigermaßen ſicher, nicht
mehr in ihn hineingezogen zu werden: Holland und die kleinen
Staaten des ſkandinaviſchen Nordens.
Alle anderen Staaten müſſen ſchweigen. Denn in allen
ande=
ren Staaten marſchiert die Jugend in geſchloſſenen Reihen, lernt
ſie das Gewehr tragen und die Lieder ſingen, die vom Tode des
Feindes ſagen. In allen anderen Ländern beſteht das, was bei
uns nicht beſteht, die militäriſche Vorbereitung der Jugend für
den Fall, daß man die Jugend braucht, um den lebendigen Ring
zu ſchließen um die Sicherheit des Landes und die Ehre der
Nation.
In Frankreich gewiß: Da wirkt das ſeit Dreyfuß und
Boulanger niemals mehr eingeſchlafene zivile Mißtrauen einer
Militariſierung des zivilen Lebens entgegen; aber es war gerade
eine Regierung der Partei, die dieſes zivile Mißtrauen zum
Leitſatz ihrer ganzen Politik gemacht hat, die radikale Partei —
die vor 2½ Jahren das „Geſetz zur Erfaſſung der ganzen Nation
für den Kriegsfall” eingebracht und durchgeſetzt hat — ein
Geſetz, das alle Schüler vom 16. Jahr an verpflichtet, bis zum
Eintritt in die Wehrmacht an militäriſchem Vorbereitungsdienſt
unter Führung von Offizieren teilzunehmen. Und es war
nie=
mand anderes, als der jetzige Außenminiſter der Republik, Herr
Paul=Boncour, der dieſes Geſetzes wegen ſeinen Austritt aus
der ihm widerſprechenden ſozialiſtiſchen Partei vollzog, weil er
— ebenſo wie die bürgerlichen Radikalen — in der militäriſchen
Erfaſſung der Jugendlichen eine Selbſtverſtändlichkeit ſah.
In England haben nicht einmal die bitteren Erfahrungen
des Weltkrieges die typiſch engliſche Abneigung gegen
militä=
riſchen Drill zu wandeln vermocht — und doch richtet man für
ſämtliche Hochſchüler geſchloſſene militäriſche Sommerlager ein,
in denen die Jugend im Waffendienſt unterrichtet und in
mili=
täriſcher Diſziplin erzogen wird.
Das ſind die beiden Staaten, in denen das bürgerliche und
das demokratiſche Element — alſo die Elemente der Geſellſchaft
und der Politik, die ihrem Weſen nach in der Abwehr nicht nur
gegen die Vormacht, ſondern auch gegen den Begriff des
Mili=
tarismus ſtehen. In anderen Ländern mit anderer Tradition
und anderer geiſtiger Haltung ſieht es noch ganz anders aus.
In Italien wird der junge Menſch von ſeinem 7. Jahre
an, dem Eintrittsalter in die Ballilla, vom militäriſchen
Vor=
bereitungsdienſt erfaßt und von dieſer ſtaatlichen Führung nicht
mehr losgelaſſen, bis er als bereits vollkommen ausgebildeter,
mit allen Waffen vertrauter und mit allen militäriſchen
Erfah=
rungen bekannter Soldat in die reguläre Armee eintritt.
Der Gegenſpieler Italiens, Südſlawien, läßt ſeine
Jugend vom 12. Jahre ab im Gebrauch der Waffen ausbilden.
Polen, der Verbündete Frankreichs im Oſten
Deutſch=
lands, geht noch ein Stück weiter. Er organiſiert die Jugend
be=
reits vom 10. Lebensjahr ab in militäriſchen Verbänden und
läßt dabei nicht nur die Jungen, ſondern ſogar die Mädchen
von Offizieren und Unteroffizieren der aktiven Armee am
Ge=
wehr und Maſchinengewehr unterweiſen.
Rußland macht es ebenſo. Auch hier wird männliche und
weibliche Jugend für den Kriegsfall, und hier beſonders wieder
für den Gaskrieg vorbereitet; werden die Kaſernen und die
In=
ſtruktoren der Armee für regelmäßige Pflichtkurſe zur Verfügung
geſtellt.
So marſchieren an allen Grenzen Deutſchlands die
Kolon=
nen junger Menſchen, unter den Fahnen ihrer Nation, unter
dem Kommando der Offiziere ihrer Armee, unter dem Gewehr,
das ſie einmal als Soldaten ihres Vaterlandes tragen ſollen.
Ueber allen dieſen Kolonnen ſchwebt das Banner: „Seid bereit!”
Und alle Welt findet das in Ordnung! Und überall heben ſich
die Hände und grüßen die Zukunft der Nation!
Nur wenn in Deutſchland die Jugend ſich ſammelt —
nicht, um das Gleiche zu tun — denn kein deutſcher Junge hat
noch den Schulterdruck eines Gewehrs geſpürt oder gelernt, wie
ſich der Patronengurt in das Maſchinengewehr fügt — nur um
Ordnung und Diſziplin zu lernen und zu zeigen, dann iſt der
Teufel los. Dann iſt ungeheuerliche Bedrohung des nationalen
Friedens,
berall ſonſt ſelbſtverſtändliches nationales Recht
Seite 2 — Nr. 5
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 6. Januar 1934
und nationale Pflicht iſt. Dann deklariert man als „Deutſche
Gefahr”, was zu Haus ſelbſtverſtändlicher Patriotismus iſt.
Dann trommelt man der Welt um Hilfe!
Glaubt man wirklich, daß dieſes Spiel noch lange
durch=
gehalten werden kann? Daß es nicht ſtirbt, ſterben muß, an
ſeiner Unehrlichkeit, an ſeiner Ungerechtigkeit — an ſeiner
poli=
tiſchen und moraliſchen Feigheit?! Hoffen kann man das. Es zu
glauben — daran zu glauben, daß man mit dieſem unehrlichen,
ungerechten, feigen und ſchließlich eben doch grenzenlos törichten
Spiel auf die Dauer durchhalten könne — dazu gehört ſchon
eine Naivität, die das deutſche Volk bei ſeinen Kritikern auch
dann nicht annimmt, wenn es überzeugt iſt, daß das
Bewußt=
ſein eigenen Unrechts und der Zwang, dieſes Unrecht zu
vertei=
digen, immer der zeugungskräftigſte Vater von Naivität und
Dummheit war.
„Häkken wir während des Krieges
aus einem Topf gegeſſen. —
Hiten loit den Keieg geisoiinen!
Dies ſagte der Reichsminiſter für Volksaufklärung Dr.
Goebbels, als er uns in Berlin den Sinn des
Eintopf=
gerichtes erklärte. Mancher wird entſetzt denken: Das iſt ja
Kom=
hnnismus! Das iſt die übelſte Gleichmacherei, die man ſich nur
deuken kann!
Krieg iſt ein Ausnahmezuſtand. An der Front war jeder
ohne Unterſchied des Alters, des Bildungsſtandes und des
Be=
ſitzes in der Nähe des Todes. Die ungeheure Gefahr, die über
allen laſtete, ſchloß alle ernſten und anſtändigen Soldaten zur
Kameradſchaft zuſammen.
Der Zuſtand, in dem ſich immer noch das deutſche Volk
be=
findet, iſt ebenſo wie der Krieg ein Ausnahmezuſtand. Auch
heute noch laſtet auf dem deutſchen Volke die Arbeitsloſigkeit,
hervorgerufen durch eine irrſinnige und verantwortungsloſe
Wirtſchaftsordnung. Millionen ſtehen unverſchuldet unter dem
furchtbaren Druck der Arbeitsloſigkeit. Andere Millionen müſſen
daßer zittern, ebenfalls eines Tages von der Arbeitsloſigkeit
betroffen zu werden, wenn es nicht gelingen ſollte, den jetzigen
Zuſtand zu beſeitigen. Millionen hungern und können ihrem
Körper nicht die Nahrung zuführen, die zur Erhaltung
notwen=
dig iſt. Vom Unglück betroffene Mütter müſſen entſetzt und
hilflos zuſehen, wie ihre Kinder unterernährt und dadurch für
alle Krankheiten empfänglich heranwachſen.
Unſer Führer Adolf Hitler hat ſich mit dem Mut eines
Rieſen dem weiteren Zerfall der Wirtſchaft und damit des
gan=
zen völkiſchen Lebens entgegengeworfen. Ueber 90 Prozent des
deutſchen Volkes haben ihm bei der letzten Wahl ihre
Zuſtim=
mung gegeben. Dieſe Anhänger heben freiwillig den Arm und
rufen „Heil”
Der Führer hat das Winterhilfswerk angeordnet. Der
Füh=
rer wünſcht, daß jeden erſten Sonntag im Monat alle Deutſchen
nur das Eintopfgericht eſſen, um die dadurch erzielte Erſparnis
den imhier noch unter den furchtbaren Auswirkungen der
Ar=
beitsloſigkeit ſchmachtenden Volksgenoſſen zur Linderung ihres
Hungers zukommen zu laſſen.
Es iſt vielfach beobachtet worden, daß man ſich dieſer
An=
ordnung des Führers zu entziehen ſucht. Wer dies tut, ſtellt
ſich gegen den Führer. Wer heute noch zu eſſen hat und dieſes
verhältnismäßig kleine Opfer zu bringen nicht freudig bereit iſt,
drückt damit ſeine Gleichgültigkeit und Anteilnahmsloſigkeit
gegenüber den ohne Schuld arbeitslos gewordenen
Volks=
genoſſen aus.
Die Not, in der wir uns befinden, beruht nicht zuletzt auf
dem Egoismus, d. h. auf der brutalen Selbſtſucht der Menſchen.
Wer dieſe Not ändern will, muß dieſen Egoismus bekämpfen.
Das Eintopfgericht iſt ein kleiner und recht milder
Erziehungs=
verſuch. Wer ihn nicht gern annimmt und erkennt und befolgt,
iſt ein Feind Adolf Hitlers, des deutſchen Volkes, der deutſchen
Jugend und der deutſchen Zukunft.
Am kommenden Sonntag, dem 7. Januar, iſt allen
Drücke=
bergern und Eigenſüchtigen erneut Gelegenheit gegeben, ſich
mit ihren notleidenden Volksgenoſſen ſolidariſch zu erklären. Ein
erneut geſteigerter Erfolg des Eintopfgerichtes wird den Führer
freudig bewegen und ihm neue Kraft geben, an ſeinem großen
Werk zur Erneuerung der deutſchen Volksgemeinſchaft mutig
weiter zu arbeiten!
gez. Müller=Scheld,
Leiter der Landesſtelle Heſſen=Naſſau
des Reichsminiſteriums für Volksaufklärung
und Propaganda.
Wie die „MRN.” melden, iſt der bisherige Gaufunkwart von
Schwaben, Dr. Theodor Lipp, vom Reichsſendeleiter, zum
kommiſ=
ſariſchen Sendeleiter des Deutſchlandſenders ernannt worden.
Zer deſinver des dernfprechern.
Zum 100. Geburtskage von Philipp Reis
am 7. Januar.
Wie Reis das Telephon erfand — Die erſte Vorführung im
Jahre 1861. — Wie der erſte Telephonapparat ausſah.
Philipp Reis, der am
7. Januar 1834 in
Geln=
hauſen geboren wurde, iſt
der geniale Erfinder des
weltumfaſſenden
Fernſpre=
chers, wenn er auch im
Jahre 1860, als er den
erſten Fernſprechapparat
herſtellte, nicht gewußt hat,
welche Bedeutung einſt ſeine
Erfindung erlangen würde.
Sein erſter Apparat war
höchſtprimitiv gebaut. Durch
eine Membran aus
Tier=
blaſe, die ſpäter durch
Schweinsdünndarm erſetzt
wurde, wurde beim
Spre=
chen oder Singen der Strom
einer galvaniſchen Batterie
in raſcher Folge abwechſelnd
geſchloſſen und unterbrochen.
An der Empfangsſtelle war
eine Drahtſpule mit einem
Eiſenkern vorhanden, eine recht einfache Apparatur, mit deren
Hilfe die Uebertragung von Tönen möglich wurde. Reis hat
ſelbſt einmal erzählt, wie er zu ſeiner Erfindung kam:
„Durch meinen Phyſikunterricht dazu veranlaßt, griff ich im
Jahre 1860 eine ſchon früher begonnene Arbeit wieder auf und
hatte bald die Freude, meine Mühe durch Erfolg belohnt zu
ſehen. (Die Arbeit betraf die Gehörwerkzeuge.) Es gelang mir
nämlich, einen Apparat zu erfinden, durch den es möglich wird,
die Funktion der Gehörwerkzeuge klar und anſchaulich zu
machen, mit welchem man aber auch Töne aller Art durch den
galvaniſchen Strom in beliebiger Entfernung reproduzieren
kann. Ich nannte das Inſtrument „Telephon”
Der Einfinder gab ſeinem Apparat alſo damals ſchon den
Namen, den er international bis heut behalten hat. Der
„Phyſikaliſche Verein” in Frankfurt a. M., deſſen Mitglied
Philipp Reis ſchon im Alter von 17 Jahren geworden war, gab
dem Erfinder am 26. Oktober 1861 zum erſten Male die
Mög=
lichkeit, ſeinen Apparat öffentlich vorzuführen. Der Aufnahme=
Befriedung der wirkſchaftlichen Berhält=
Waife im deütſcen Zeitangsierfen.
Zweite Anordnung des Präſidenken
der Reichspreſſekammer.
Berlin, 5. Januar.
Der Präſident der Reichspreſſekammer teilt mit: Auf Grund
der §s 15 und 25 der erſten Verordnung zur Durchführung des
Reichskulturkammergeſetzes vom 1. November 1933 ordne ich an:
I.
Für die Eingliederung von Verlagen und Verlegern
perio=
diſcher Druckwerke gelten folgende Richtlinien:
1. In den Berein Deutſcher Zeitungsverleger e.B.
Berlin W. 35, Matthäikirchſtraße 3 p., ſind die Verlage und
Verleger von periodiſchen Druckwerken
einzu=
gliedern, für die überwiegend folgende Merhnale zutreffen:
a) Dem Inhalt nach: Mitteilungen oder Erörterungen von
Nachrichten und Neuigkeiten in Wort oder Bild im weſentlichen
in ſich abgeſchloſſenen Nummern. Nur beſtimmte Teile (
Feuille=
ton, Artikelſerien) erſcheinen in Fortſetzungen.
0) Der Form nach: Die Bogen der einzelnen Nummern ſind
loſe ineinandergefügt und werden ohne Heftung lediglich durch
Faltung zuſammengehalten. Die Numerierung der Beilagen oder
Seiten erfolgt in der Regel nur innerhalb derſelben Nummer.
c) Erſcheinungsweiſe: Vom täglich mehrmaligen bis zum
wöchentlich einmaligen Erſcheinen.
d) Vertriebsart: Der Vertrieb erfolgt im weſentlichen an
feſte Bezieher durch Zeitungsträger und Poſtzeitungsdienſt oder
durch den Straßenhandel.
2. In den Reichsverband Ddeutſcher
Zeitſchriften=
verleger
Berlin W. 35, Potsdamer=Straße 121, ſind Verlage und
Ver=
leger von periodiſchen Druckwerken einzugliedern, für die
vorwie=
gend folgende Merkmale zutreffen:
a) Dem Inhalte nach: Der Inhalt wird beſtimmt durch die
auf ein beſonderes Teilgebiet der geiſtigen Betätigung beſchränkte
Aufgabe.
b) Der Form nach: In der Regel Heftform mit
Numerie=
rung der Seiten von Nummer zu Nummer, der Zuſammenfaſſung
von Jahrgängen dient ein beſonderes Inhaltsverzeichnis.
() Erſcheinungsweiſe: Von wöchentlich ein= bis zweimaligem
bis zum vierteljährlichen Erſcheinen.
0) Vertriebsart: In der Hauptſache erfolgt der Vertrieb an
feſte Bezieher durch den Zeitſchriftenbuchhandel oder den
Buch=
handel, daneben durch den Poſtzeitungsdienſt oder Poſtverſand.
3. Die Bezeichnung Zeitung oder Zeitſchrift iſt kein
begriffs=
beſtimmendes Merkmal.
II.
Im Sinne der Anordnung über Fragen des
Ver=
triebs und der Bezieherwerbung, ſowie
Neu=
gründungen zur Befriedung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe
im deutſchen Zeitungsweſen vom 13. 12. 1933 gelten:
a) Alle Zeitungen, Druckwerke, deren Verlage und Verleger
in den Verein Deutſcher Zeitungsverleger nach den Richtlinien
im Teil I Z3. 1 einzugliedern ſind.
b) Alle Zeitſchriften, Druckwerke, deren Verlage und Verleger
dem Reichsverband deutſcher Zeitſchriftenverleger nach den
Richt=
linien in Teil I 3. 2 einzugliedern ſind.
III.
Die Beſtimmung der Ziffer 3 der Anordnung über Fragen
des Vertriebes und der Bezieherwerbung uſw. vom 13. 12. 33 gilt
ſinngemäß auch für Zeitungen.
Berlin, den 4. 1. 1934.
Der Präſident der Reichspreſſekammer.
(gez.) Ammann.
Durch die 2. Anordnung des Präſidenten der RPK. zur
Be=
friedung der wirtſchaftlichen Verhältniſſe im deutſchen
Zeitungs=
weſen, die der Präſident der RPK. am 4. Januar 1934 erlaſſen
hat, wird authentiſch noch folgendes erläutert:
Den Beſtimmungen für Zeitungen, wie ſie in der erſten und
zweiten Anordnung des Präſidenten der Reichspreſſekammer
vor=
geſehen ſind, unterliegen nicht nur täglich, ſondern auch
wöchent=
lich erſcheinende Zeitungen, wie z. B. Illuſtrierte
Zeitun=
gen, Sonntagszeitungen oder ſonſtige
Wochen=
zeitungen. Für dieſe Zeitungen gelten alſo insbeſondere auch
die Verbote eines Pflichtbezuges und die Werbung durch
Abon=
nentenwerher, die in der Anordnung vom 13. Dezember 1933
ent=
halten ſind.
apparat war ungefähr 100 Meter von dem Sitzungsſaal entfernt
in dem Bürgerhoſpital aufgeſtellt worden. Nun wurden in den
Aufnahmeapparat Lieder hineingeſungen, die aus dem
Hör=
apparat mit großer Deutlichkeit herausſchallten. Damit hatte
Reis bewieſen, daß eine Uebertragung der menſchlichen Stimme
mit Hilfe der Elektrizität auf beliebige Entfernung möglich war.
Das geſprochene Wort war nicht immer gut zu verſtehen. Aber
das waren Kinderkrankheiten, die durch eifrige Verbeſſerungen
behoben werden konnten. Der geniale Gedanke hatte ſeine
Ver=
wirklichung gefunden. Aber der Erfolg blieb aus. Auch als Reis
am 21. September 1864 ſein Telephon auf der
Naturforſcher=
verſammlung in Gießen vorführte, konnte er trotz der großen
Begeiſterung, mit der ſein Apparat aufgenommen wurde, keine
Unterſtützung zum Ausbau und zur techniſchen Vervollkommnung
ſeiner Erfindung finden. Reis erkrankte nunmehr ſchwer an
einem Lungenleiden und ſtarb am 14. Januar 1874, im Alter
von 40 Jahren. Er hat den Sieg ſeiner Erfindung nicht mehr
erlebt. Aber er wußte, daß er der Welt eine Erfindung von
epochemachender Bedeutung geſchenkt hatte, als er ſtarb gab er
dieſem Gedanken ſeinem alten Gönner Garnier gegenüber
Aus=
druck. Nach ihm kam Graham Bell, der das Telephon ſo
ver=
beſſerte, daß es praktiſch zur Maſſenverwendung und
Maſſen=
fabrikation geeignet war. Drei Jahre nach dem Tode des
Er=
finders trat das Telephon den Siegeszug durch die ganze Welt
an. Schon im Jahre 1885 errichtete die Stadt Gelnhauſen ihrem
großen Sohne ein Denkmal.
Zur Aufführung von Hugo Wolfs Sinfoniſcher
Dich=
kung „Penthefilea” und Ankon Bruckners 8. Sinfonie
durch das Landestheaterorcheſter am 8. Januar 1934.
Das Sinfoniekonzert des Landestheaters am Montag, den
8. Januar, bringt zwei Gipfelwerke ihrer Gattung: die
ſinfo=
niſche Dichtung „Pentheſilea” von Hugo Wolf, nach Kleiſts
gleich=
namigem Schauſpiel, und die Achte Sinfonie von Anton Bruckner.
Es iſt dankenswert, daß Kapellmeiſter Karl Friderich, deſſen
tiefe Liebe zur Liedkunſt Hugo Wolfs ſchon erkannt wurde, nun
auch die grandioſe Orcheſterſchöpfung des Meiſters zur
Auffüh=
rung bringt, und zwar zur Erſtaufführung in Darmſtadt. Als
Hugo Wolf in den achtziger Jahren Kritiker in Wien war, legte
er ſeine „Pentheſilea” dem großen Wagnerdirigenten Hans
Rich=
ter vor. Richter, der mancherlei Grund hatte, über den Kritiker
Wolf zu klagen, benutzte die Gelegenheit, den Komponiſten Wolf
ſeine Rache ſpüren zu laſſen und ſeinem Werk eine bewußte
Nie=
derlage zu bereiten. Er wiegelte die Muſiker in der Vorprobe
gegen dasſelbe auf, und der heimlich anweſende Tondichter zog
daraufhin ſein Werk zurück. Dieſe Geſchichte und angebliche
Mängel der Inſtrumentation ſind Schuld daran, daß dieſe
koloſ=
ſale Schöpfung bei der älteren Dirigentengeneration einem
ge=
wiſſen Mißtrauen begegnete und nur ſchwer ihren Weg in die
der Reichskanzler empfängt den Leiter der
Auslandsabkeilung der NSDAP.
Berlin, 5. Januar.
Wie der „Völk. Beob.” meldet, hat der Führer im Braunen
Haus den Leiter der Auslandsabteilung der NSDAP., Pg. E. W.
Bohle, empfangen, der Geſchenke auslandsdeutſcher Parteigenoſſen
überreichte und das Ergebnis über die freiwillige Abſtimmung
unter den Deutſchen in allen Teilen der Welt, die am 12.
No=
vember 1933 ſtattgefunden hat, mitteilte. An dieſem Tag
ſtimm=
ten auf Veranlaſſung der auslandsdeutſchen Ortsgruppen der
NSDAP. die deutſchen Volksgenoſſen im Ausland über die
glei=
chen Fragen ab wie innerhalb des Reiches.
Der Leiter der Auslandsabteilung der NSDAP. konnte dem
Führer eine Reihe Liſten der Jaſtimmen vorlegen, die das
her=
vorragende Ergebnis der Abſtimmung erwieſen, das in keiner
Weiſe hinter dem Reichsergebnis zurückſtand.
Oberſt von Wikleben
zum Befehlshaber im Wehrkreis II ernannk.
Berlin, 5. Januar.
Als Nachfolger des zum Chef der Heeresleitung ernannten
Geſieralleutnants Freiherrn v. Fritſch iſt Oberſt v. Witzleben,
In=
fanterieführer II, zum Kommandeur der III. Diviſion und
Be=
fehlshaber im Wehrkreis III ernannt, und zwar unter Beförderung
zum Generalmajor.
Der Feſtanzug der Deutſchen Arbeitsfronk.
Wie das Vd==Büro meldet, iſt der Stoff für die Anfertigung
der Feſtanzüge der Deutſchen Arbeitsfront vom Tuchgroßhandel
ſeit Anfang Januar zu beziehen. Der Stoff wird in vier
ver=
ſchiedenen Qualitäten hergeſtellt, er muß jedoch geſtempelt ſein.
Der Maßſchneiderei iſt zugeſtanden worden, daß ſie für die
An=
fertigung der erſten und zweiten Stoffqualität in Frage kommt,
doch iſt es auch geſtattet, daß die Maßſchneiderei Anzüge in der
dritten und vierten Qualität anfertigt. Ein Preis iſt nicht
feſt=
geſetzt worden, er wird vom Schneidermeiſter ſelbſt beſtimmt.
Unter den Aufhänger eines jeden Sakko ſoll ein beſonderes
Eti=
kett eingenäht werden, das Gewähr dafür bieten ſoll, daß
ledig=
lich vorgeſchriebenes Material verwendet worden iſt. Die
Feſt=
anzüge erhalten einen deutſchen Steinusknopf mit
Hoheits=
abzeichen an Rock und Weſte.
Konzenkrakionslager wegen Preisunkerbietung.
DNB. Berlin, 5. Januar.
Um den dauernden Schädigungen der Wirtſchaft im
thürin=
giſchen Notſtandsgebiet durch Unterbietung der feſtgeſetzten
Preiſe für Fieberthermometer und ähnliche Glaswaren
entgegen=
zutreten, hat wie die „Voſſiſche Zeitung” aus Weimar meldet,
das thüringiſche Innenminiſterium den Fieberthermometer=
Her=
ſteller Wollenſchläger in Geſchwenda in polizeiliche
Sicherungs=
verwahrung genommen und in das Konzentrationslager in Bad
Sulza überführen laſſen. Wollenſchläger hat dauernd gegen die
Anordnungen zur Geſundung der Wirtſchaft und zur
Ausrot=
tung ſozialer Mißſtände im thüringiſchen Notgebiet verſtoßen
ind durch ſeine wiederholten Zuwiderhandlungen gegen die
ge=
troffenen Anordnungen eine ſchwere Schädigung der Wirtſchaft
verſucht. Das thüringiſche Innenminiſterium weiſt darauf hin,
daß es in gleicher Weiſe gegen Perſonen vorgehen wird, die
ähnlich handeln.
Enlmannung eines unverbeſſerlichen
Sittlichkeifs=
verbrechers angeordnef.
DNB. Görlitz, 5. Januar.
Die Beſtimmungen des neuen, am 1. Januar in Kraft
getre=
enen Geſetzes gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher fanden am
Freitag vor der Erſten Großen Strafkammer in Görlitz
Anwen=
dung. Auf der Anklagebank ſaß der 54jährige Arbeiter Georg
Jügner wegen Vornahme unzüchtiger Handlungen an Perſonen
unter 14 Jahren. Der Angeklagte, der ſchon wegen ähnlicher
De=
likte mit hohen Gefängnisſtrafen vorbeſtraft iſt, hatte ſich trotzdem
wiederum an einem Knaben ſittlich ſchwer vergangen. In der
Verhandlung, die unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfand,
er=
hielt der Unverbeſſerliche eine Gefängnisſtrafe von einem Jahr.
Außerdem ordnete das Gericht die Entmannung des Verbrechers
wegen Gemeingefährlichkeit an.
Die württembergiſche Politiſche Polizei hat die katholiſchen
Geiſtlichen, Stadtpfarrer Dangelmann aus Metzingen und Pfarrer
Sturm aus Waldheim, wegen politiſcher Betätigung in das
Schutz=
haftlager Kuhberg verbracht. Gleichzeitig wurden 20 Häftlinge, dig
als Opfer gewiſſenloſer Verführer anzuſehen waren, freigelaſſen,
Konzertſäle fand. Als im Jahre 1903 nach Wolfs Tod ſein Lied
die Teilnahme der ganzen Muſikwelt erweckte, da trat der junge
Max Reger mit der Feder auch für die „Pentheſilea” ein. Er
ſchrieb: „Ich halte dieſe Tondichtung für eine der bedeutendſten
Schöpfungen der letzten Jahrzehnte. Schlag auf Schlag brauſt das
wundervolle Tongedicht vorüber. Gleich das erſte Thema, den
Aufbruch der Amazonen nach Troja ſchildernd, iſt von elementarer
Wucht und wird in geiſtvollſter Weiſe contrapunktiert. Der Traum
Pentheſilegs vom Roſenfeſt bildet in ſeiner edelgeſchwungenen
Melodik, in ſeiner duftigen Inſtrumentation, der gewählten
Har=
monik einen wohltuenden Kontraſt. Den Höhepunkt aber bildet
der Teil: Kämpfe, Leidenſchaften. Wahnſinn, Vernichtung. Was
Hugo Wolf hier an Charakteriſtik und Schärfe des Ausdrucks. an
wollendeter Beherrſchung des techniſchen Apparates bietet, iſt
höchſtes Lobes wert. Erbarmungslos ſauſen die ſtahlharten
Har=
monien hernieder. Mit ganz eminenter contrapunktiſcher
Kunſt=
werden die Motive gegeneinander geführt. Der toſende Aufruhr
beruhigt ſich allmählich, um zu einem viſionären Auftauchen des
Tonſymbols des Traums vom Roſenfeſt zu führen. Aber nicht
lange dauert der beſeligende Traum Pentheſileas. Die
Ton=
ſprache, wird wieder leidenſchaftlicher, um ſchließlich in einen
wahren Taumel der Raſerei zu geraten. Was Wolf hier an
ge=
radezu diaboliſcher Charakteriſtik leiſtet, iſt unbeſchreiblich. Wie
hier die Motive in unerhörter Kühnheit aufeinanderplatzen, wie
beſonders die Harmonik allen guten alten Regeln Hohn ſpricht,
wie ſich da alles ſteigert und ſteigert, bis ſchließlich das eherne,
von tönenden Poſaunen gebrachte Vernichtungsmotiv den
raſen=
den Taumel mit elementarer Wucht zerſchmettert, das läßt ſich
kaum beſchreiben. Die Holzbläſer greifen das Motiv des
Trau=
mes noch einmal in zarteſten Farben auf. Es folgt ein erneuter
Ausbruch wildeſter Verzweiflung, vom erbarmungsloſen
Vernich=
tungsmotiv zerſtampft: alsdann in geteilten Violinen das
Traum=
ſymbol, dumpfe Schläge, und die gewaltige Tragödie klingt in
einem lang gehaltenen E=Moll=Akkord der Bläſer aus.
Die vorerwähnte Feindſchaft des offiziellen Wien gegen Hugo
Wolfs Kunſt ſtammt zum Teil von ſeinem mannhaften Eintreten
für das Werk Anton Bruckners. In den geſammelten Kritiken
Wolfs finden ſich ausführliche Würdigungen von Bruckners
Per=
ſönlichkeit, ſeinen Sinfonien und ſeinen Meſſen. Die Hanslick=
Preſſe machte den Meiſter derweilen lächerlich oder ſchwieg ihn
ot. So darf Hugo Wolf als Vorkämpfer Bruckners gelten, ja
als ſein bedeutendſter. — Die achte Sinſonie iſt hier durch die
ongeniale Wiedergabe Michael Ballings, ſpäter durch Dr. Karl
Böhm bekannt geworden. Einige erläuternde Bemerkungen ſeien
geſtattet: Ein zuerſt ſchattenhaft auftauchendes, kurzes
aufſtreben=
des Motiv verdichtet ſich bald zu geballter Kraft und ſchildert —
ähnlich dem erſten Satz von Beethovens „Neunter —
promethei=
ſches Ringen. Das zweite, breite Geſangsthema in vielfachen
Wandlungen und Umkehrungen läßt mildere Stimmungen
auf=
kommen, die die Bruſt des Gewaltigen durchwogen Aber bald
beginnt der Kampf von neuem; aus dem Geſangsthema ſich
ent=
wickelnd, in breiten Triolen aufgetürmt, dann in leiſes Flehen
der Holzbläſer zurückſinkend, erwachſt das letzte Aufbäumen, um
dann in ſchauerliches C=Moll zu verſanden, unheimlich
verhal=
lend, wie die Totenuhr. Der Trotz des Ringenden ſcheint ge=
Samstag, 6. Januar 1934
Englands Zuverſichk für 1934.
Von unſerem (D=Korreſpondenten.
G.P. London, Anfang Januar.
England empfing das neue Jahr 1934 mit echt britiſchem
Op=
timismus und in der feſten Ueberzeugung, daß es der Welt
politiſchen Frieden und wirtſchaftliche
Gene=
ſung bringen wird. In dieſem Glauben macht es ſelbſt die
Tatſache nicht ſchwankend, daß das ſoeben zu Ende gegangene Jahr
1933 mit ähnlichen Hoffnungen angefangen und in ſeinem
wei=
teren Verlauf dennoch ein klägliches Verſagen der
Abrüſtungs=
bemühungen und der Weltwirtſchaftskonferenz mit ſich gebracht
hat. Denn, trotz des Fiaskos der Genfer und der Londoner
Kon=
ferenzen, ſagt man ſich, haben gegen Ende des Jahres die Dinge
in der Welt auf politiſchem ebenſo wie auf wirtſchaftlichem
Ge=
biete doch merkliche Fortſchritte gemacht. Und die Hoffnungen für
das Jahr 1934 ſind daher heute immerhin auf weſentlich ſolideren
Grundlagen aufgebaut, als es diejenigen während der vorigen
Jahreswende geweſen waren.
Fragt man nun zunächſt, auf welchen konkreten
Tat=
ſachen ſich die engliſche Zuverſicht in eine kommende
Konſolidie=
rung der politiſchen Lage Europas aufbaut, ſo kann ohne Zögern
geantwortet werden: auf der letzten Friedensbotſchaft
Hitlers und auf den, als deſſen Ergebnis
begon=
nenen deutſch=franzöſiſchen
Verſtändigungsbe=
mühungen. Vor allem dem deutſchen Angebot
eines Nichtangriffspaktes mit Frankreich mißt
man in England im Grunde genommen eine weit größere
Bedeu=
tung bei, als man das an offizieller britiſcher Stelle zunächſt noch
zuzugeben geneigt iſt. Ja, das Zuſtandekommen eines
deutſch=
franzöſiſchen Nichtangriffspaktes, kann man heute vielleicht als
jenes praktiſche Nächſtziel der britiſchen Außenpolitik bezeichnen,
nach dem in letzter Zeit ſo beharrlich gefragt worden iſt. Denn
ein ſolcher Pakt, verbunden mit Verwirklichung der deutſchen
Min=
deſtforderungen in bezug auf den Rüſtungsausgleich, würde
durch=
aus jene „Politik des Möglichen”, jene „vernünftige Mittellinie‟
darſtellen, die England unter den gegebenen Umſtänden als
er=
füllbar betrachtet, und würde die ſchwierige, bisher faſt als
un=
lösbar betrachtete Aufgabe löſen, wie einerſeits Deutſchland ein
Rüſtungsſtatus zugebilligt werden könnte, der Frankreich nicht
bedroht, und wie andererſeits Deutſchland ſelbſt ein möglichſt
weitgehender Schutz vor Angriffen gegeben werden könnte. Ein
deutſch=franzöſiſcher Nichtangriffspakt würde ferner, nach engliſcher
Anſicht, auch die Löſung des Problems einer weiteren britiſchen
Garantieübernahme weſentlich erleichtern. Es iſt wahr, die
bri=
tiſche Nation ſteht zurzeit einer jeden Ausdehnung ihrer
Bin=
dungen in Europa nach wie vor ablehnend gegenüber. Doch
ledig=
lich in dieſem Europa, wie es ſich heute darbietet.
Angeſichts eines veränderten, friedlicheren Europa würde ſich
auch die britiſche Europa=Politik gewiß bald nachgiebiger
er=
weiſen. Denn Englands Wille nach einem wirklichen Frieden in
Europa und nach einem Aufhören des gegenwärtigen
unerfreu=
lichen Rüſtungsſtreites iſt ſo ſtark, iſt ſo ſehr durch ſeine eigenen
überſeeiſchen Intereſſen bedingt, daß es zwecks Verwirklichung
eines Planes, der mit den zur Zeit beſtehenden Ungerechtigkeiten
und Befürchtungen ein für alle mal aufräumen und in Europa
geſundere Grundlagen ſchaffen würde, wahrſcheinlich zur
Ueber=
nahme ſehr weitgehender Verpflichtungen bereit wäre. Das eine
und das andere aber, ſagt man, müſſe Hand in Hand gehen, und
das Werk der Befriedung Europas ſolle nicht nur als ein „
ein=
ſeitiges Opfer” Englands betrachtet werden. Die europäiſchen
Nationen ſollten zuerſt ſelbſt etwas mehr Willen zu einer
fried=
lichen Verſtändigung untereinander zeigen. Und gerade die
Tatſache, daß das deutſche Angebot des Nichtangriffspaktes in ſo
weitgehender und offener Weiſe dieſer Forderung gerecht wird,
iſt es vor allem, die England Veranlaſſung gibt der nächſten
europäiſchen Entwicklungen mit mehr Zuverſicht entgegenzuſehen.
Auf durchaus greifbaren Tatſachen iſt auch
jener Optimismus aufgebaut, den England in
bezug auf ſeine wirtſchaftliche Entwicklung im
kommenden Jahre hegt. Das Weihnachtsfeſt betrachtet es
als eine jener Tatſachen, die zu ſolch einer optimiſtiſchen
Beurtei=
lung der wirtſchaftlichen Dinge genügende Veranlaſſung geben.
Dieſes Weihnachtsfeſt hat, verglichen mit den Weihnachtswochen
der letzten drei Kriſenjahre, auf allen Gebieten Rekorde
aufzu=
weiſen. Die Geſchäfte, die Bahnen, die Poſt, die Reſtaurants, die
Vergnügungslokale, alle wieſen, im Vergleich zum Vorjahre, ſehr
gute Berichte aus, die Konſumkraft der Volksmaſſen hat
unver=
kennbar zugenommen. Die Leute geben wieder Geld aus, ohne ſich
um den morgigen Tag allzu düſtre Sorgen zu machen. Das
Ver=
trauen in die Zukunft und in die Verhältniſſe iſt wiedergekehrt.
Mit gutem Grunde: die umſichtige Politik der Nationalen
Regie=
rung beginnt Früchte zu tragen; das Budget weiſt, nach
vorläu=
figer Schätzung, einen anſehnlichen Ueberſchuß auf; in einer Reihe
von Betrieben und Behörden ſind die im Herbſt 1931
vorgenom=
menen Lohn= und Gehaltskürzungen wieder rückgängig gemacht
worden; die Zahl der Arbeitsloſen hat ſich ſeit dem Dezember
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
vorigen Jahres um mehr als 000 000 Perſonen verringert; alles
zuſammen treibt das wieder in Schwung gekommene Rad der
Volkswirtſchaft kräftig an. Gewiß, in vielen Wirtſchaftszweigen
geht das Geſchäft noch lange nicht glänzend; es wird noch immer
viel geklagt; und von der legendären „Proſperity” iſt man roch
immer recht weit entfernt. Aber darauf kommt es weniger an.
Worauf es ankommt, daß iſt die unleugbare Tatſache, daß das
Schlimmſte überwunden iſt. Die Beſſerung der Wirtſchaftslage iſt,
trotz aller Einſchränkungen, unverkennbar. Die erſten Anzeigen
hierfür begannen ſich im Frühſommer zu zeigen. Sie wurden
an=
fänglich mit großer Vorſicht aufgenommen. Doch ſeit dem Juni
hat die Beſſerung ohne Unterbrechung angehalten.
Nr. 5 — Seite 3
Als beſonders bemerkenswert betrachtet man es
endlich, daß der nach Zuſammenbruch der
Weltwirt=
ſchaftskonferenz vorausgeſagte Rückſchlag in
der engliſchen Wirtſchaft nicht eingetre ten iſt, und
daß auch die Vereinigten Staaten, trotz allen gewagten
Experimentierens, anſcheinend allmählich der Kriſe Herr zu
wer=
den beginnen. Daher, folgert man, wird die zur Zeit zu
beobach=
tende wirtſchaftliche Aufwärtsbewegung in England wohl auch
weiter anhalten und in ihrer weiteren Entwicklung, unterſtützt von
der politiſchen Konſolidierung der Dinge in Europa, hoffentlich
auch eine Beſſerung der geſamten Weltwirtſchaftslage im
kommen=
den Jahre nach ſich ziehen.
Der deutſch=franzöſiſche Sandelskonflikt.
Vorſtellungen unſeres Botſchafters
wegen der franzöſiſchen
Konkingenkierungs=
maßnahmen.
Berlin, 5. Januar.
Wie wir von unterrichteter Seite erfahren, iſt der deutſche
Botſchafter in Paris angewieſen worden, ſich über die
Neufeſt=
ſetzung der franzöſiſchen Einfuhrkontingente zu unterrichten.
In=
zwiſchen ſind über die Auswirkung der neuen Feſtſetzung der
fran=
zöſiſchen Kontingente ſtatiſtiſche Feſtſtellungen getroffen worden.
Es ergab ſich, daß die Abſtriche, die bei dieſer Neuregelung von
franzöſiſcher Seite an der deutſchen Einfuhr nach Frankreich
ge=
macht worden ſind, ungefähr die doppelte Höhe deſſen erreichen,
was urſprünglich angekündigt worden war. Es werden nämlich
nicht etwa 300 Millionen Francs von der deutſchen Ausfuhr nach
Frankreich abgeſtrichen, ſondern nach vorläufigen Berechnungen
ergibt ſich ein Betrag, der ſich auf etwa 600 Millionen Francs
belaufen dürfte.
Es ergibt ſich nun für uns die Frage, welche
Ausgleichsmaß=
nahmen getroffen werden können, damit die deutſche Wirtſchaft
nicht zu ſchwer geſchädigt wird. Denn es iſt ganz
ſelbſtverſtänd=
lich, daß die hohen franzöſiſchen Abſtriche die handelspolitiſche
Lage außerordentlich beeinflußt haben.
Unkerredung Chaukemps-Dalimier.
DNB. Paris, 5. Januar.
Miniſterpräſident Chautemps hatte heute eine längere
Un=
terredung mit Kolonialminiſter Dalimier, deſſen Name im
Zu=
ſammenhang mit der Betrugsaffäre von Bayonne genannt
wor=
den war. Miniſterpräſident Chautemps erklärte, Dalimier habe
ihm die formelle Verſicherung gegeben, daß er niemals mit dem
internationalen Betrüger Staviſky zuſammengekommen ſei, und
daß er von deſſen Exiſtenz überaupt erſt an dem Tag erfahren
habe, an dem der Krach von Bayonne bekannt geworden ſei.
Ausſchreilungen in Calais.
EP. Calais, 5. Januar.
In Calais kam es am Donnerstag abend zu ſchweren
Aus=
ſchreitungen von Arbeitsloſen. 300 Arbeitsloſe zogen vor das
Rat=
haus und verlangten, daß ſie während der Kälteperiode außer den
Geldunterſtützungen auch Kohle erhalten ſollten. Die Kundgeber
errichteten Barrikaden. Die Arbeitsloſen ſtürmten außerdem einen
Straßenbahnwagen. Die Polizei ſchritt darauf ein und ging mit
dem Revolver in der Hand gegen die Arbeitsloſen vor. Zwölf
Poliziſten wurden verletzt. Nachdem die Polizei Verſtärkungen
herangezogen hatte, konnte die Ruhe wiederhergeſtellt werden.
Zwiſchenfälle bei der Verleſung des Hirkenbriefes
des öfferreichiſchen Epifkopakes.
DNB. München, 5. Januar.
Wie der „Oeſterreichiſche Preſſedienſt” meldet, kam es bei
Verleſung des Hirtenbriefes, mit dem der öſterreichiſche Episkopat
gegen den Nationalſozialismus zu Felde ziehen wollte, in
ver=
ſchiedenen Orten zu Zwiſchenfällen. Aus dem Bundesland
Salz=
burg, das rein katholiſch iſt, werden ein paar Beiſpiele gemeldet:
In Anthering verließen die Bauern während des Geſchimpfes
über den Nationalſozialismus die Kirche. — In Gröding
ent=
ſtand ſo lautes Huſten und Gemurmel, daß kein Wort verſtanden
verden konnte. — In Lamprechtshauſen kam es zu lauten
Miß=
fallenskundgebungen gegen die Biſchöfe. — In Zell am See
ver=
ließ ein Großteil der Kirchenbeſucher das Gotteshaus. — In
Hundsdorf an der Glocknerſtraße weigerte ſich ein
Franziskaner=
pater, der den Auftrag erhielt, den Hirtenbrief zu verleſen.
Die franzöſiſchen Gegenvorſchläge
im bengaliſchen Lichte Londons.
Die ausländiſche Preſſe beſchäftigt ſich erneut ſehr intenſiv
mit der franzöſiſchen Denkſchrift, die am Neujahrstag dem
Reichs=
kanzler übergeben wurde. Auffallend iſt die Haltung der
engli=
ſchen Preſſe, die bisher eine ſehr reſervierte Stellung einnahm und
ſich auf den Standpunkt ſtellte, daß der materielle Inhalt der
Denkſchrift durchaus nicht geeignet ſei, die vorhandenen
Schwie=
rigkeiten zu überwinden und die internationalen Verhandlungen
über die Abrüſtung vorwärts zu treiben. Heute iſt ſie plötzlich
anderer Meinung geworden.
Man muß ſich allerdings die Informationen zur Hand
neh=
men, die neuerdings über den Inhalt der Denkſchrift in der
aus=
ländiſchen Preſſe zu finden ſind, und im weſentlichen das
beſtäti=
gen, was früher ſchon über den Gegenentwurf zum Macdonald=
Plan bekannt wurde. Die Pariſer Preſſe und die Pariſer
Kor=
reſpondenten der engliſchen Blätter behaupten, daß
Frank=
reich bereit ſei, ohne Probezeit ſeine geſamte
Luftſtreitmacht um 50 Prozent zu reduzieren.
Hier liegt in erſter Linie die Urſache für den
Sinnes=
wandel der engliſchen Preſſe, die jetzt die Vorſchläge
der Franzoſen „fabelhaft” findet und ſie als einen „großartigen
Fortſchritt” zu verbuchen ſucht. England, ſteht eben unter dem
Druck der gewaltigen franzöſiſchen Luftflotte, die zur Zeit etwa
5000 aktive Flugzeuge zählt. Wenn Frankreich ſeine Luftmacht
tatſächlich ſofort um die Hälfte vermindern würde, dann ergäbe
ſich ein ungefähres Gleichgewicht mit den
Englän=
dern. Aber, die Denkſchrift iſt doch zunächſt nur ein Teil der
deutſch=franzöſiſchen Auseinanderſetzungen, und man muß in
Lon=
don auch einmal das deutſch=franzöſiſche Kräfteverhältnis
betrach=
ten. Wir beſitzen keinerlei militäriſche Flugzeuge. Wenn die
Franzoſen von 5000 Kampfmaſchinen auf 2500
heruntergehen, dann iſt die deutſche Sicherheit
dadurch um nichts verbeſſert. Zudem werden die
Fran=
zoſen, wenn ſie Apparate ausſchalten, ſicherlich die älteſten
Ty=
pen ausſondern, während wir ihren Kampf= und
Bombenflug=
zeuge nach wie vor ungeſichert gegenüberſtehen. Die engliſche
Preſſe ſoll mit ihrer Kritik und Beurteilung gerecht ſein und nicht
bloß an die ureigenſten engliſchen Intereſſen denken, da ja die
all=
gemeine Abrüſtung zur Debatte ſteht.
Die Franzoſen ſcheinen auch wieder einmal die
Inter=
nationaliſierung der Luftf lotte vorgeſchlagen zu
haben. Auch dieſer Vorſchlag trifft die Engländer nicht, weil der
urſprüngliche Macdonald=Plan, den wir in dieſem Punkte ſchon
damals heftig bekämpften, von der
Internationaliſie=
rung die überſeeiſchen Beſitzungen ausnimmt,
und dazu auch England, wie den übrigen Ländern mit
Kolonialbeſitz weitere Hintertüren offen blieben.
Der Internationaliſierungsplan iſt alſo
ledig=
lich darauf abgeſtellt, die deutſche
Verkehrs=
luftfahrt tödlich zu treffen, da wir ja keine Jagd= und
Bombenflugzeuge zu internationaliſieren haben.
Auch die angebliche Bereitſchaft, mit der
geſam=
ten Artillerie bis auf 15 Zentimeter=Kaliber
herunterzugehen, ſcheint die Haltung der
eng=
liſchen Ueberlegungen mit beeinflußt zu haben.
Wir haben nur einige Geſchſttze bis zu 10 Zentimeter Kaliber. Wir
profitieren alſo nichts. Außerdem iſt uns bekannt, daß die alten
franzöſiſchen Pläne und auch der Macdonald=Plan dahin gingen,
keine neuen Geſchütze über 15 Zentimeter anzufertigen, was alſo
bedeutet, daß die vorhandene ſchwere Artillerie
nicht angetaſtet wird.
Wir ſehen jedenfalls im Gegenſatz zu der engliſchen Preſſe in
dem angeblichen Inhalt der franzöſiſchen Denkſchrift, wo wie er
jetzt von Paris aus geſchickt doſiert bekanntgegeben wird, keinen
Fortſchritt.
brochen — aber die Entſcheidung iſt dem Schlußſatz vorbehalten.
Im zweiten Satz, einem herrlichen, naturhaften Scherzo, träumt
der deutſche Michel ins Land. So erklärte der Meiſter ſelbſt
ſcherzhaft das behaglich dahineilende Hauptthema. Welche Kraft
dieſem Thema innewohnt, wird ſich am Schluß der Sinfonie
er=
geben. — An dritter Stelle ſteht das Adagio, wohl die Krone
aller Brucknerſchen langſamen Sätze. Nach dreimaligem Anheben
der wundervollen Kantilene erfolgt die Durchführung bis zu den
letzten Folgerungen gewaltigſten Aufbaues, um in edlem
Ab=
geſang zu verklingen. Ueberwindung aller menſchlichen
Leiden=
ſchaften, methaphyſiſches Schauen, erhabene, göttliche Ruhe
be=
herrſchen dieſen Satz. — Das Finale bringt den endgültigen Sieg
des Kämpfers. Sogleich der triumphale Anfang verheißt ihn.
Die vielen choralartigen glaubensſtarken Zwiſchenſätze verdichten
ihn. Gegen Ende des Satzes tauchen die Hauptthemen der drei
erſten Sätze auf. — Der Meiſter ſprach ſcherzhaft von der „Drei=
Kaiſer=Zuſammenkunft‟. „Das ehemals behagliche Scherzothema,
nun ſtrahlend, wie in Erz gepanzert, bringt die Entſcheidung, der
deutſche Michel hat als Erzengel Michael den Sieg
herbei=
geführt.
Mögen die muſikliebenden Einwohner unſerer Stadt dem
Orcheſter und ſeinem Führer die Wiedergabe zweier Werke der
beiden größten Meiſter der Nachwagnerſchen Zeit durch reichen
W. Kleinſchmidt.
Beſuch des Konzerts lohnen.
Lieder= und Arien=Abend Ingeborg von Selzam.
Städt. Saalbau (Gartenſaal). — Freitag, den 5. Januar 1934.
Seit ihrem letzten Liederabend hat Ingeborg von Selzam
inſtreitig in der Atemtechnik bedeutende Fortſchritte gemacht,
und ebenfalls darin, daß ſie kecker ſtimmlich zuzufaſſen wagt,
ind dadurch das Ausdrucksbereich ihrer Stimme und ihres
Vor=
rags bedeutend vergrößert hat. Sie gab eine ſehr umfangreiche
und anſpruchsvolle Vortragsfolge, in der alle Werke, die eine
gewiſſe Dramatik verlangen, ganz beſonders gut gelangen,
wäh=
end manches von den kyriſchen Liedern, die ſie früher beſonders
pflegte, weniger gut anſprach, da beim ruhigen Piano der Ton
eicht etwas unruhig und flackernd wirkt. Sehr gut lagen der
ungen Sängerin, deren gute Ausſprache und liebenswürdiges
Vortragstalent wir ſchon früher hervorhoben, die Cherubin=
Arien aus Mozarts Figaro, bei der Arie der Suſanne wurde
das Rezitativ beſonders ſtilvoll geſungen, während in der Arie
geringe Trübungen der Tonreinheit vorkamen. Aus der Gruppe
der Schubert=Lieder war der Höhepunkt „Raſtloſe Liebe”,
wäh=
rend die „Fiſcherweiſe” in D=Dur etwas zu tief lag, einen
Ganzton höher hätte ſie ſicherlich beſſer gewirkt — und dem
Rignon=Lied „Heiß mich nicht reden” am Schluß die volle Tragik
fehlte. Sehr gut lagen der Künſtlerin die Brahms=Lieder, das
„Ständchen” wurde allerliebſt geſungen, auch die „Nachtigall”,
Schwalbe ſag” mir an” und „Salamander” gelangen vorzüglich,
während in „Feldeinſamkeit” die geſättigte Ruhe des Klanges
Mil dem Großen Staakspreis ausgezeichnei.
Der Berliner Maler Hans Liſt
erhielt den Großen Staatspreis 1933 für Maler der Preußiſchen
Akademie der Künſte.
fehlte, und manche Töne zu hell und offen klangen. Es folgte
Hugo Wolf, in „Begegnung” und „Ein Stündlein wohl vor
Tag” ſehr gut charakteriſiert, in dem großen dramatiſchen
Süleikalied „Hochbeglückt in deiner Liebe” mit dramatiſcher
Wärme geformt. Gerade dieſe uns neuen Seiten ihrer Kunſt
ſchienen uns ſo überzeugend, daß ſie die feine Charakteriſierung
von „Gleich und Gleich” und den beiden Goetheſchen
Schäfer=
liedern „Die Spröde” und „Die Bekehrte” faſt in den Schatten
ſtellten. Die Begleitung lag bei Herrn Emil Kaſelitz in
bewähr=
ten Händen. Das nicht ſehr gut beſuchte Konzert brachte der
Sängerin lebhaften Beifall, dem ſie durch die Zugabe „Er iſt’s”
V. N.
von Wolf dankte.
Von der Univerſität Gießen. Die Geſamtzahl der
Studierenden beträgt im Winterſemeſter 1933/34 1831. Im
Sommerſemeſter 1933 betrug die Geſamtzahl 1996, im
Winter=
ſemeſter 1932/33 2150. Die Geſamtzahl verteilt ſich auf die
ein=
zelnen Studienfächer wie folgt: Theologie 237 (darunter
2 Studentinnen), Rechtswiſſenſchaft 260 (2), Medizin 480 (49),
Veterinärmedizin 217 (—), Philologie 272 (48) Mathematik
79 (4), Naturwiſſenſchaften 98 (8), Chemie 47 (1).
Forſtwiſſen=
ſchaft 29 (—), Landwirtſchaft 47 (1), Pharmazie 1 (1),
Staats=
wiſſenſchaften 64 (3).
* Skiparadieſe zwiſchen Großglockner und Rax. Von Dr. Ernſt
Hanauſek. Wien. Quartfomat, 64 Seiten mit 103 Bildern. Schön
kartoniert 3,80 RM. F. Bruckmann AG., München.
Das wundervolle, Bilderbuch von den Skiparadieſen der
Alpen erhält dies Jahr eine wertvolle Fortführung und
Ergän=
zung durch dieſen Band. Auch hier haben ſich wieder die Meiſter
der Photographie und des Druckes zuſammengetan, um ein
erſt=
klaſſiges Werk herauszubringen. Die Oſtalpen bieten nicht
weni=
ger wie Schweiz, Tirol, Arlberg und Dolomiten Skiberge und
Sportgelände von hervorragender Schönheit. Man braucht nur
den Groß=Venediger, Groß=Glockner, die Tauern oder das
Salz=
kammergut zu nennen. Sie werden uns in einzig ſchönen
Auf=
nahmen gezeigt. Der Text enthält eine kurze Beſchreibung der
Gebirgsgruppen und einen gründlichen Skitourenweiſer, der das
Plänemachen ſehr erleichtert. Aber die Hauptſache bleiben die fei=
Dr. W.
nen Bilder.
In der Januarnummer von Weſtermanns Monatsheften ſetzt
Dr. Hellmuth Langenbucher ſeine Betrachtungen über den
Mittel=
punkt unſeres Lebens an Beiſpielen weſentlicher Romane unter
der Ueberſchrift „Dichtung der Landſchaft” fort. Er zeigt, daß das
Jahr 1933 eine faſt allzu reiche Fülle von dichteriſchen und
ſchrift=
ſtelleriſchen Werken gebracht hat, an denen ernſthafte Kritik aus
mancherlei Gründen eine dringende Notwendigkeit iſt. Die
Aus=
führungen verdienen beſonderes Intereſſe, da in ihnen ehrliche
und, wenn es ſein muß, ſchonungsloſe Kritik geübt wird. Von
beſonderer Wichtigkeit iſt auch die Abhandlung von Dr. Walther
Linden über „Die geiſtigen Wegbereiter der nationalen
Revo=
lution‟. Der Verfaſſer verfolgt die geiſtigen Wurzeln unſerer
nationalen Umwälzung, die bis in die zweite Hälfte des vorigen
Jahrhunderts zurückreichen. Daß der tiefe lebendige Sinn des
deutſchen Grußes aufs engſte mit den deutſchen Lebensidealen
ver=
bunden iſt. beweiſt Dr. Kurt Stegmann in ſeinem Artikel „Vom
deutſchen Gruß”. Auch der Aufſatz von Kurt Severin „Auf den
Ruinen eines Imperiums” verdient Beachtung, beſchäftigt er ſich
doch mit dem immer von neuem feſſelnden tragiſchen Schickſal des
Inkareiches. Von dem weiteren Inhalt nennen wir die Novelle
von Joſef Martin Bauer „Der Kanal”, die Abhandlung von Hilde
Reimeſch=Dominik „Trier und das losgeriſſene Saargebiet” und
die Erzählung von Theodor von Hanffſtengel „Deutſche Jugend”,
(Verlag Georg Weſtermann, Braunſchweig.)
Ritzeratz, der Baſtellehrling. In Papp=Karton 1.20 RM.
Franckhſche Verlagshandlung, Stuttgart. Er iſt wirklich ein
Ver=
wandlungskünſtler, das muß man ſchon zugeben. Eben war er
noch Seehund, ſchon marſchiert er würdig und „ſonnenbeſchirmt”
als Frau Knautſchke durch die Welt. Wenn man eben noh
dachte, ihn in Form eines Wandergeſellen vor ſich zu haben,
er=
ſcheint er als graziöſe Tänzerin. Daß er von der Tänzerin zum
Elefanten umwechſelt, wundert einen dann ſchon faſt nicht mehr.
Ein entzückendes Spielchen für Kinder, die Freude an kleinen
Knet= und einfachen Baſtelarbeiten haben.
Seite 4 — Nr. 5
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 6. Januar 1934
Nachrichten des Skandesamts Darmftadk.
Geſtorbene. Am 28. Dezember 1933: Schaffner Hermann
Rudolf, Reichsbahninſpektor, verheiratet, 54 Jahre alt.
Rhein=
ſtraße 53. Hofmann, Karl. Miniſterialrat i. R., Profeſſor an
der Techniſchen Hochſchule, Geheimer Oberbaurat, Ehrendoktor der
Ingenieurwiſſenſchaften, verheiratet, 77 Jahre alt, Roquetteweg 53.
Am 29. Dezember 1933: Guntermann, Wilhelm, Kaufmann,
verheiratet, 81 Jahre alt, Frankfurter Straße 16. Muller,
Dietrich Hermann Philipp Sohn von kaufm. Angeſtellten hier,
6 Monate alt, Eliſabethenſtraße 64. Müller, Wilhelm,
Loko=
motivführer, verheiratet, 52 Jahre alt. Am Nordbabnhof. Am
30 Dezember 1933: Gehbauer, Anna, Schülerin, 7 Jahre alt,
Tochter von Steinſchleifer, Lindenfels i. Odw., Eliſabethenſtift,
Boßler, Wilhelm Heinrich. Schüler, 12 Jahre alt. Sohn von
Landwirt, Georgenhauſen; Eliſabethenſtift. Am 1. Januar; von
Heſſe Karoline Auguſte, ohne Beruf, ledig, 76 Jahre alt,
Sand=
ſtraße 24. Am 30. Dezember 1933: Rabiſch, Harald. 1 Jahr alt.
Sohn von Landwirt, Bickenbach; Heinheimer Straße 21.
Engel=
hardt Chriſtoph, Maurer verheiratet, 42 Jahre alt,
Bicken=
bach; Hermannsſtraße 6. Am 31. Dezember 1933: Sommer
Eva, geb. Kroner, Ehefrau des Schneidermeiſters, 69 Jahre alt,
Kranichſteiner Straße 15. Am 30. Dezember 1933: Weintz,
Anna, 49 Jahre alt, ledig, ohne Beruf, Aliceſtraße 37. Am 1.
Ja=
nuar: Kunig, Maria Joſepha, geb. Heider, Witwe des
Priva=
tiers, 64 Jahre alt. Schloßgartenſtraße 69. Wagner,
Katha=
rine, Hausangeſtellte, ledig. 69 Jahre alt. Alsbach; Eliſabethenſtift.
Straße 21. Eichhorn, Marie, Hausangeſtellte, ledig 23 Jahre
alt. Eberſtadt; Stadtkrankenhaus. Klein, Jakob. Sattler, 83
Jahre alt. verwitwet, Gräfenhauſen: Stadtkrankenhaus. Am 3.
Ja=
nuar: Stillinger, Eva, geb. Förſter, Ehefrau des
Straßen=
reinigers i. R., Ludwigshöhſtraße 39. Weißgerber, Karl,
Poſtdirektor i. R., 71 Jahre alt, verheiratet, Roquetteweg 16.
Weitzel, Eva Eliſabetha. geb. Doſch, Witwe des Kaufmanns,
64 Jahre alt. Blumenthalſtraße 105. Am 2. Januar: Blitz,
Georg, Rangiermeiſter i. R., 69 Jahre alt, verwitwet, Arheilgen;
Hermannsſtraße 6. Am 3. Januar: Ries. Adam Joſeph. Maurer,
35 Jahre alt, verheiratet. Münſter; Stadtkrankenhaus.
Klin=
ger Magdalena, geb. Hellmeiſter, Ehefrau des Kaufmanns,
66 Jahre alt, Feldbergſtraße 32½. Kabey, Friedrich, 9
Stun=
den alt. Sohn von Bahnarbeiter. Stockſtadt am Rhein;
Martins=
pfad 72. Am 4. Januar; Kriegel Margarethe. geb. Horſt,
Witwe des Kaufmanns, 66 Jahre alt. Neckarſtraße 28. Am 5.
Ja=
nuar: Rettig. Wilhelm Michael, Strafanſtaltsoberwachtmeiſter,
45 Jahre alt, verheiratet, Riedeſelſtraße 64.
Kirchliche Nachrichken.
Epangeliſche Gemeinden.
1. Gottesdienſte.
Samstag, 6. Januar.
Stadtkirche. Abends 8,30 Uhr: Abendandacht.
Sonntag, 7. Januar, 1. nach Epiphanigs.
Miſſionsſonntag.
(In allen Kirchen Kollekte für die Baſler Heidenmiſſion.)
Stadtkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Lautenſchläger. Borm.
11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer Heß. Abends 5 Uhr: Predigtgottesdienſt. Pfarrer
F. Müller.
Stadtkapelle. Vorm. 8,30 Uhr: Morgenandacht. Pfarrer F. Müller. Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. Pfarrer Heß. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarrer F. Müller
Schloßkirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Dekan Zimmermann. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Dekan Zimmermann. — Mittwoch, 10. Jan., abends 8 Uhr:
Vortrag: „über die Heiligung des Diesſeits”, Pfarrer F. Müller.
Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Nachm. 2,30 Uhr: Taubſtummengottesdienſt. Pfr. Heß.
Martinskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Köhler. Borm. 11 Uhr:
Kindergottesdienſt für die Martinsgemeinde Weſt. Pfarrer D. Waitz. Abends 6 Uhr:
Abendgottesdienſt. Pfarrer D. Waitz.
Mittwoch, 10. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde im Martinsſtift. Abends 8 Uhr:
Bibelſtunde im Gemeindehaus.
Kapelle des Städt. Altersheims. Vorm. 10 Uhr: Pfarrer D. Waitz.
Johanneskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Goethe. Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. — Die Johanneskirche iſt wochentags von 8 bis 5 Uhr zu ſtiller
Andacht geöffnet. — Mittwoch, 10. Jan., abends 8,15 Uhr: Bibelſtunde im
Gemeinde=
haus. Pfarrer Goethe.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Pfarraſſiſtent Junker. Vorm. 11,15 Uhr: Kindergottesdienſt. Pfarraſſiſtent
Junker. — Dienstag, 9. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde.
Beſſunger Kirche (Petrusgemeinde(. Vorm. 10 Uhr: Hauptgoktesdienſt. Miſſionar
Dieffenbacher. Vorm. 11,30 Uhr; Kindergottesdienſt für beide Bezirke. Miſſionar
Dieffenbacher.
Mittwoch, 10. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde für den Oſtbezirk im Gemeindehaus
über „Markusevangelium”. Pfarrer Weiß,
Mittwoch, 10. Jan., abends 8 Uhr: Libelſtunde für den Weſtbezirk im Saal der neuen
Trainkaſerne; Konfirmandenſtunde für Erwachſene. Pfarrer Irle.
Pauluskirche. Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt. Pfarrer Wolf. Vorm. 11,15 Uhr:
Kindergottesdienſt. Pfarrer Wolf.
Mittwoch, 10. Jan., abends 8 Uhr: Bibelſtunde. Pfarrer A. Müller.
Stiftskirche. (Kollekte für die Leipziger Miſſion.) Vorm. 10 Uhr: Hauptgottesdienſt
(Miſſionsfeſt). Pfarrer Heimer (früher Leipziger Miſſionar in Indien). Vorm. 11,15
Uhr: Kindergottesdienſt. Nachm. 3,30 Uhr: Miſſionsvortrag. Pfarrer Heimer.
Donnerstag, 11. Jan., abends 8 Uhr: Betſtunde.
2. Veranſtaltungen.
Stadtgemeinde: Gemeindehaus (Kiesſtr. 17). Sonntag, 7. Jan., nachm. 3 Uhr:
Verein der Diakonen. — Montag, 8. Jan., abends 8 Uhr: Männervereinigung der
Lukas=
gemeinde. — Donnerstag, 11. Jan., abends 8 Uhr: Verſammlung der
Gemeindever=
tretung der Stadtgeieinde.
Martinsgemeinde: Gemeindehaus (Liebfrauenſtr. 6). Sonntag, 7. Jan., abends
7 Uhr: Familienabend des Poſaunenchors. — Montag, 8. Jan., abends 8 Uhr:
Ver=
ſammlung der Gemeindevertretung der vereinigten Martinsgemeinde. — Mittwoch,
10. Jan., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule — Donnerstag, 11. Jan., abends
8 Uhr: Mädchenvereinigung Weſt. — Freitag, 12. Jan., abends 8 Uhr: Mütterabend
Weſt. — Samstag, 13. Jan., nachm. 2 Uhr: Handarbeits= und Strickſchule.
Martinsſtift (Müllerſtr. 28). Dienstag, 9. Jan., abends 8 Uhr: Kirchenchor. —
Donnerstag, 11. Jan., abends 8 Uhr: Mädchenvereinigung Oſt. — Freitag, 12. Jan.
abends 8 Uhr: Mütterabend Oſt.
Saal der Kleinkinderſchule (Mauerſtr. 5). Donnerstag, 11. Jan., abds. 8 Uhr:
Poſaunenchor.
Johannesgemeinde: Gemeindehaus (Kahlertſtr. 26). Montag, 8. Jan., abends
8 Uhr: Kirchenchor und Mütterabend. — Dienstag, 9. Jan., abends 8 Uhr:
Mädchen=
bund und Jungſchar. — Mittwoch, 10. Jan., nachm. 2 Uhr: Strickſchule, 2,30 Uhr:
Nähnachmittag. — Donnerstag, 11. Jan., abends 8,15 Uhr: Spielſchar. — Freitag,
12. Jan., abends 8 Uhr: Kurrende.
Paul=Gerhardt=Haus (Gemeindehaus der Waldkolonie). Montag, 8. Jan., abends
8,30 Uhr: Kirchenchor. — Donnerstag, 11. Jan., abends 8 Uhr: Mütterabend.
Petrusgemeinde: Gemeindehaus (Eichwieſenſtr. 8). Sonntag, 7. Jan., nachm.
5 Uhr: Miſſionslichtbildſtunde. — Montag, 8. Jan., nachm. 3 Uhr: Vorſtandsſitzung des
Frauenvereins, Abends 8,15 Uhr: Jungvolkabend. 8,15 Uhr: Weibliche Jugendſchar.
— Dienstag, 9. Jan., abends 8,15 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 10. Jan., nachm. 3 Uhr:
Sitzung der Frauenhilfe. Nachm. 3 Uhr: Mädchenjungſchar. — Donnerstag, 11. Jan.,
abends 6—8 Uhr: Poſaunenchor. Abends 8 Uhr: Frauenabend mit Vortrag über:
„Die Not des armeniſchen Chriſtentums”, Abends 8,15 Uhr: Chriſtliche Pfadfinderſchaft
(Heim: Eichbergſtr.). — Freitag, 12. Jan., abends 8 Uhr: Mädchenchor. Abends 8,15 Uhr:
Kirchenchor. — Samstag, 13. Jan., nachm. 3 Uhr: Bubenjungſchar. Abends 7,30 Uhr:
Singekreis.
Paulusgemeinde: Gemeindeſaal unter der Kirche. Sonntag, 7. Jan.,
Jugend=
vereinigung: Teilnahme am Dreikönigstreffen. — Montag, 8. Jan., abends 8 Uhr:
Jugendbund. — Dienstag, 9. Jan., vorm. 10 Uhr: Vorſtandsſitzung des Frauenvereins.
Abends 8 Uhr: Kirchenchor, — Donnerstag, 11. Jan., abends 8 Uhr: Mütterabend. —
Samstag, 13. Jan., nachm. 4,30 Uhr: Jungſchar. Abends 8 Uhr: Jugendvereinigung.
Eliſabethenſtift (Erbacher Str. 25). Ev. Sonntagsverein: Sonntag, 7. Jan.,
nachm. 4 Uhr: Beteiligung am Miſſionsfeſt.
Stadtmiſſion (Mühlſtr. 24). Sonntag, vorm. 9 Uhr: Gebetsſtunde. Vorm. 11 Uhr
Kindergottesdienſt. — Nachm. 3,30 Uhr: Bibelſtunde. Herr Bringmann.
Vom 8. bis 14. Jan.: Allianz=Gebetswoche. Jeden Abend 8,15 Uhr:
Gebetsverſamm=
lung. (Ausſchließlich Samstag).
Jugendbund für E. C. (Mühlſtr. 24). Sonntag: Teilnahme am Dreikönigstreffen
in Lichtenberg. Abfahrt 7,59 Uhr Oſtbahnhof. — Die Jungmännerbibelſtunde fällt aus.
Nachm. 4,45 Uhr: Bibelbeſprechſtunde für junge Mädchen. Vom 8. bis 14. Jan.:
Be=
teiligung an der Allianz=Gebetswoche.
Heimabende für ortsfremde junge Mädchen: Freundinnenheim, Sandſtr. 24,
Jeden Donnerstag, abends 8,15 bis 10 Uhr: Zuſammenkunft. Jeden zweiten und vierten
Mittwoch im Monat: Nähen und Zuſchneiden.
3. Gemeindeämter.
Ev. Wohlfahrtsdienſt: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Vorderhaus, 1 Treppe.
Sprech=
ſtunden vorm. von 10 bis 12 Uhr und nachm. (außer Samstags) von 5 bis 6 Uhr.
Fern=
ſprecher 4584.
Gemeindeamt für Kirchenſteuerangelegenheiten: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17,
Hinterhaus, Saal 3. Geſchäftsſtunden vorm. von 8—12 Uhr und nachm. von 3 bis 5,30
Uhr, außer Dienstag= und Freitagnachmittag. Fernſpr. 2379.
Zahlſtelle für das Kirchnotgeld: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17, Hinterhaus Zimmer 4,
Zahltage: Montag, Mittwoch und Donnerstag vorm. von 9 bis 12 Uhr.
Diakonenſtation für männliche Krankenpflege: Heidelberger Str. 21. Fernſpr. 2883.
Diakoniſſenſtationen: Gemeindehaus, Kiesſtr. 17; Martinsſtift, Müllerſtr. 28;
Gemeindehaus, Liebfrauenſtr. 6; Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26; Gemeindehaus,
Eich=
wieſenſtr. 8; neben der Pauluskikche, Ohlyſtr.
Evangeliſches Arbeiterſekretariat (Feierabend, Stiftsſtr. 51): Rechtsauskunftsſtelle.
Sprechſtunden vorm. von 10—1 Uhr. Fernſpr. 2288.
Privatpflegeſtation des Heſſiſchen Diakonievereins, Freiligrathſtr. 8, Fernſpr. 245.
Auswärtige Gemeinden.
Edgl. Kirche Traiſa. Sonntag, 7. Jan., 10 Uhr vorm.: Gottesdienſt (
Landesmiſſions=
feſt). Kollekte für die Miſſion. — Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt der Gr.
Evgl. Kirche Nieder=Ramſtadt. Sonntag, 7. Jan., Landesmiſſionsfeſt: Vorm. 10 Uhr:
Hauptgottesdienſt. — Mittwoch: Kirchenchor, Generalverſammlung. — Donnerstag:
Frauenverein. — Freitag: Jungmädchenverein.
Evgl Kirche Ober=Ramſtadt. Sonntag, 7. Jan., vorm. 10 Uhr: Gottesdienſt. (
Deut=
ſcher Einheitsgottesdienſt.) Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt. — Montag:
Mädchenver=
ein. — Dienstag: 6—7 Uhr: Bücherausgabe. 8,30 Uhr: Kirchenchor. — Mittwoch, 5 Uhr:
Mädchenjungſchar. 8,15 Uhr: Bibelſtunde. — Freitag: Poſaunenchor.
Evg. Kirche Dieburg. Samstag, 6. Januar, abends 8,15 Uhr: Weihnachtliches
Krip=
penſpiel des Darmſtädter Jung=Bibelkreiſes in der Kirche. — Sonntag, 7. Jan.,
Landes=
miſſionsfeſt.
Evgl. Kirche Roßdorf. Sonntag, Landesmiſſionsſonntag. Vorm. 10 Uhr:
Haupt=
gottesdienſt. Miſſionsſchriften. Miſſionskollekte. Vorm. 11 Uhr: Kindergottesdienſt.
Abends 8 Uhr: Bibelſtunde. — Montag, 5 Uhr: Jungſchar Mädchen ält. Gruppe. 8 Uhr:
Frauenverein. — Dienstaß: Kirchengeſangverein. Poſaunenchor. — Mittwvoch, 3 Uhr:
Jungſchar Mädchen jüng. Gruppe. 8,30 Uhr: Jugendbund Wartburg. — Freitag:
Mäd=
chenverein. — Samstag: Miſſionslichtbildervortrag. Miſſionar Michel=Darmſtadt in
der Kirche.
Evgl. Kirche Erzhauſen. Sonntag, 7. Jan., 7 Uhr: Abfahrt der Jugend nach
Lichten=
berg mit Laſtauto. Treffpunkt Pfarrhaus. 13,15 Uhr: Gottesdienſt. Pfarrer Gumbel=
Gräfenhauſen. — Montag: Knabenjungſchar. — Dienstag: Mädchenjungſchar I.
Frauen=
abend. — Mittwoch: Mädchenjungſchar II. Jungmannſchaft. — Donnerstag: Kirchenchor.
— Freitag: Mädchengruppe. — Samstag: Jungmannſchaft.
Sonſtige Gemeinſchaften.
Vereinigung evangeliſcher Freikirchen Deutſchlands.
Evgl. Gemeinſchaft, Schulſtr. 9. Sonntag, 7. Jan., vorm. 10 Uhr:
Predigtgottes=
dienſt. Prediger Veihelmann. Vorm. 11 Uhr: Sonntagsſchule. Nachm. 3 Uhr: Jungſchar.
Abends 8 Uhr: Predigt. — Samstag abends 8 Uhr: Streichchor.
Von Montag bis Sonntag: Teilnahme an der Allianzgebetswoche in der
Stadt=
miſſion.
Evgl. Gemeinde gläubig getaufter Chriſten (Baptiſten), Mauerſtr. 17. Sonntag,
7. Jan., vorm. 9,30 Uhr: Predigtgottesdienſt und Feier des heil. Abendmahles. Prediger
Hähnel. Vorm. 10,30 Uhr: Kindergottesdienſt. Abends 8,15 Uhr: Evangeliſation.
Von Montag bis Sonnitag Teilnahme an der Allianzgebetsſvoche in der
Stadt=
miſſion.
Methodiſten=Gemeinde, Wendelſtadtſtr. 38. Sonntag, vorm. 11 Uhr:
Sonntags=
ſchule. Abends 8 Uhr: Predigtgottesdienſt. Prediger Hirtz.
Die Ehriſtengemeinſchaft, Heidelberger Str. 14, nächſt Heinrichſtr. Sonntag,
7. Jan., vorm. 10 Uhr: Menſchenweihehandlung mit Predigt. — Mittwoch, 10. Jan.,
vorm. 7 Uhr 45 Min.: Menſchenweihehandlung. — Donnerstag, 11. Jan., vorm. 10,30
Uhr: Menſchenweihehandlung. — Samstag, 13. Jan., abends 20,30 Uhr: Bibelabend
(Altes Teſtament), Pfarrer Thielemann.
Chriſtlich=wiſſenſchaftliche Vereinigung (Christian Science Soclety) in Darmſtadt,
Aula der Adolf=Hitler=Bauſchule, Reckarſtr. 3. Gottesdienſte jeden Sonntag vorm.
10 Uhr und jeden Mittwoch, abends 8,15 Uhr: Thema am 7. Jan.: Gott; Goldener Text:
Jeſaja 37:16.
Chriſtliche Gemeinſchaft Darmſtadt. (Mollerſtraße 40). Sonntag, 7. Jan., vorm.
9 Uhr: Andacht. Prediger Kruſt. Abends 8 Uhr: Evangeliumsverkündigung. Prediger
Kruſt. — Von Montag, 8. Januar, abends: Beteiligung an der Allianz=
Gebets=
woche. (Skadtmiſſion.)
Statt Karten
Ihre Verlobung beehren sich anzuzeigen
Marianne Thomas
Karl Weber
cand. med. dent.
Neckarstraße 18
Mathildenstr. 5
Darmstadt, den 6. Januar 1934
Statt k
Die Verlobung ihrer
Tochter Trude mit
Herrn Franz Henning
Schlobach geben
be-
kannt
Ernst Hinkel u. Frau
Else geb. Lochmann
Döbeln in Sachsen
Januar
arten.
Meine Verlobung mit
Fräulein
Trude Hinkel
beehre ich mich
anzu-
zeigen
Franz
Henning Schlobach
Leipzig / Böhlitz-Ehrenberg
1954
(TN335
Dankſagung.
Herzlichen Dank für die vielen Beweiſe
inniger Anteilnahme beim Heimgange
unſeres lieben Entſchlafenen.
Anna Wieder, geb Kaſiner
Wolfgang Wieder.
Darmſtadt, 6. Januar 1934
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Samstag, 6. Januar 1934
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 6. Januar 1934.
Zum 1. Heſſiſchen Juriſtenkag.
Am 6. und 7. Januar 1934 findet in Darmſtadt der erſte
Heſſiſche Juriſtentag ſtatt. Aus allen Teilen Heſſens eilen die
Angehörigen der Deutſchen Rechtsfront herbei, um gemeinſam
an der Neugeſtaltung unſeres Rechtes zu arbeiten.
Namens der Stadt Darmſtadt begrüße ich unſere Gäſte auf
das herzlichſte. Ich verbinde mit dem Gruße die Bitte an die
Bevölkerung, unſere Gäſte würdig zu empfangen und der
An=
teilnahme durch Flaggenſchmuck Ausdruck zu verleihen.
Mögen die Ueberlieferungen unſerer Stadt, in der
be=
rühmte Juriſten wie Höpfner, der Freund Goethes. Jaup,
Grol=
mann u. a. m. tätig waren, wirkſam ſein und zum Gelingen der
Tagung beitragen. Der ſchönſte Erfolg wird der Tagung
beſchie=
den ſein, wenn ſie mitgeholfen hat, ihren Leitſpruch zu
verwirk=
lichen, daß wieder eins werde: Volk und Recht.
Heil Hitler!
Dr. Müller, Oberbürgermeiſter.
Fahnen heraus!
An die Bevölkerung Darmſtadis!
Am 6./7. Januar 1934 findet in Darmſtadt der 1. Heſſiſche
Juriſtentag ſtatt. Wir fordern die Einwohner Darmſtadts auf,
an dieſen beiden Tagen reichen Flaggenſchmuck zu zeigen und
da=
mit ihre Anteilnahme an dieſer erſten großen Kundgebung für
das Deutſche Recht und ſeine Träger zu bekunden.
Heil Hitler!
BNSDJ., Gau Heſſen.
Der Gauführer. gez.: Amend.
Bekannknachungen des Perſonalamkes.
Auf Grund des § 6 des Geſetzes zur Wiederherſtellung des
Berufsbeamtentums vom 7. April 1933 (RGBl. S. 175) wurde
zum 29. Dezember 1933 der Miniſterialrat bei der
Miniſterial=
abteilung 3 Paul Hechler zu Darmſtadt unter Anerkennung
ſeiner dem Staate geleiſteten langjährigen treuen Dienſte mit
Wirkung vom 1. April 1934 in den Ruheſtand verſetzt.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf Nachſuchen bis zur
Wiederherſtellung ſeiner Geſundheit der Miniſterialkanzleiſekretär
Rudolf Kelch zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1.. April 1934.
In den Ruheſtand verſetzt wurde auf Antrag Kanzliſt Luiſe
Roßler zu Darmſtadt mit Wirkung vom 1. April 1934 ab
unter Anerkennung ihrer dem Staate geleiſteten Dienſte.
Perſonalnachrichten der Reichsbahndirektion Mainz.
Zu=
gang: Reichsbahnoberrat Spanaus von Gera als Mitglied
der Reichsbahndirektion. Reichsbahnbaumeiſter Lutz beim
Reichs=
bahn=Betriebsamt Mainz eingeſtellt. Abgang:
Reichsbahnober=
rat Michael nach Erfurt zur Reichsbahndirektion.
Reichsbahn=
oberrat Schürhoff und Reichsbahnamtmann Collmann
von Schatteburg in den dauernden Ruheſtand verſetzt.
Vorbereitungskurſe für die Meiſterprüfung
ſind Sache der Handwerkskammer.
Die Veranſtaltung von Vorbereitungskurſen für die
Meiſter=
prüfung iſt, wie Min.=Rat Ringshauſen in einem Erlaß
mitteilt, Sache der Handwerkskammer. Die gewerblichen
Unter=
richtsanſtalten ſind hier in keiner Weiſe beteiligt.
— Hohes Alter, Frau Burger Witwe, Privatiere,
Sand=
bergſtraße 61, vollendet am 6. Januar ihr 80. Lebensjahr.
— Reichsgründungsfeier Vereinigte Kriegervereine (
Krieger=
kameradſchaft Haſſia). Sonntag, den 21. Januar, findet im Städt.
Saalbau eine Reichsgrundungsfeier ſtatt, wozu die Mitglieder,
die Kameraden der Regimentsvereine, der SA., SS., des
Stahl=
helms ſowie die bisher zu dieſer Feier geladenen Vereine
kame=
radſchaftlichſt eingeladen und gebeten werden, ſich dieſen Tag
frei=
halten zu wollen. Die Feſtfolge iſt ſehr abwechſlungsreich, der
Würde des Tages entſprechend gehalten, und wird treudeutſche
alte Soldatenherzen wieder zu neuer Begeiſterung entflammen.
Die Feſtrede hat der Vereinsführer des Kriegervereins, Kamerad
Profeſſor Wentzel, übernommen. Die Muſik ſtellt die
Vereini=
gung ehemaliger Militärmuſiker unter Leitung des
Obermuſik=
meiſters Rühlemann. Eintrittskarten erhalten die Kameraden
durch ihre Vereine und in der Reſtauration Gutenberg
Arbeits=
loſe Kameraden der SA. und SS. erhalten die Eintrittskarten
un=
entgeltlich auf der Geſchäftsſtelle der Haſſia, Ahaſtraße 5.
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2. Januar Fünftes Siufoniekonzert. Preiſe 0.80——4 50 Mittwoch
10. Januar 19½,Ende g. 22½. D. Bühne, Jugendr. 1 2, Gr. 1u.2
Hänſel und Gretel, hierauf: Die Puppenfee.
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11. Januar Anf. 20, Ende nach 22.45 Uhr. Deutſche Bühne. O8
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12. Januar Anf. 19½, Ende nach 22½ Uhr D11
Preiſe 0.70—5.50
Die Zauberflöte. Kue Anf. 191 Ende geg. 22.45 Uhr. D. Bühne V4
Preiſe 0.70—5.50
13. Januar Gräfin Mariza. Sonntag
14. Januar Anf. 19½, Ende nach 22 Uhr (Außer Miete).
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Jauuar 19½—22½4 Uhr. Zuſ.=Miete III, 5. Vorſtellung.
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Die große Chance. Metdce Anf. 20, Ende 22½, D. Bühne H 7, Zuſatzm. 10
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Januar / Nönig für eiuen Tag. Donnerstag
11. Janua= Anf. 20, Ende 22 45 D. Bühne K 9 Zuſatzm. 11
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Die große Chance. Anf. 20, Ende 22.45 D. Bühne K 9, Zuſatzm. 12
Mee
Preiſe 0.30—3.80
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13. Januar 2ie Erbtaute oder Familie Luſtig. 0.50, 1.00.1.50
Anf. 15. Ende gegen 17½, Uhr. (Außer Miete).
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Brinzeſſin Allerliebſt.
14 Januar Anf. 19½, Ende 22 Uhr. (Außer Miete.)
Töchter Ihrer Exzellenz. Preiſ= 0.50—2,50
Nr. 5 — Seite 5
Die Leiſtungen des Winterhilfswerks
im Gau Heſſen=Naſſau.
Das deutſche volk einheitlich im Helfen!
Bürgermeiſter Wilhelm Haug, Darmſtadt, Gauführer des
Winterhilfswerks, ſprach geſtern abend im Südweſtfunk und
er=
klärte u. a.:
Es gibt keinen im weiten Vaterland, der ſich der Größe und
der Wucht des Winterhilfswerks entziehen kann. Die Straße, die
Wohnung, der D=Zug, kurz alle Möglichkeiten dienen dem
Winter=
hilfswerk, um die Scherflein zu ſammeln, die zur Bewältigung
der großen Aufgabe nötig ſind. Mancher könnte dabei dem
Ge=
danken verfallen, ob denn dieſer unabläſſige Appell ſo notwendig
iſt und die geſammelten Beträge überhaupt benötigt werden.
Deutſcher Volksgenoſſe, du ſiehſt das Sammeln, du merkſt ſelbſt
wohl den Angriff auf deine Börſe, aber kennſt du auch die
drückende Not und das unbeſchreibliche Elend vieler deiner
deut=
ſchen Brüder und Schweſtern? Glaube mir, die Sammlungen des
Winterhilfswerks reichen nur zum geringen Teil aus, um deinen
Volksgenoſſen Not und Sorge von den Schultern zu nehmen.
Unſer Gau Heſſen=Naſſau, deſſen Betreuung in Fragen des
Winterhilfswerks mir obliegt, iſt groß an Hilfsbedürftigen und
klein an wirtſchaftlich gut Geſtellten. Der Gau zählt etwa drei
Millionen Einwohner, von denen faſt zwei Millionen in dem
dar=
niederliegenden Induſtriegebiet wohnen. Dicht ballen ſich die
Städte Frankfurt a. M., Offenbach, Hanau, Mainz und Worms
mit ihrer großen Arbeitsloſigkeit und ihrer dementſprechend
trau=
rigen Finanzlage zuſammen. Daneben liegen Weltbäder und
Fremdenſtädte, wie Wiesbaden, Bad=Nauheim und Darmſtadt
und haben ebenfalls nur noch die Erinnerung an einſt ſorgenfreie
und beſſere Tage.
Das landwirtſchaftliche Hinterland der Wetterau und des
ſüd=
lichen Rheinheſſen iſt dementſprechend klein und vor große
Auf=
gaben bei der Verſorgung und Aufbringung der benötigten
Natu=
ralien geſtellt. Zwiſchen den Induſtrieſtädten und dem
landwirt=
ſchaftlich bebauten Land liegen wirtſchaftlich ſo arme Gebiete, wie
der hohe Weſterwald und Taunus, der hintere Odenwald, der
Rodgau, das Ried, der obere Rheingau und der hohe Vogelsberg.
Wer ermißt daher, was es heißt, in dieſem Gebiete die
Auf=
gabe des Winterhilfswerks zu erfüllen? Ohne die einzig daſtehende
Opferbereitſchaft aller Volksgenoſſen, ohne den reſtloſen Einſatz
aller Amtswalter und Helfer wäre das Werk nie möglich geweſen.
Nur ſchwer macht ſich ein Außenſtehender einen Begriff, welche
Vorbereitungen und Arbeiten des W.H.W. bei der Gauführung,
den Kreisführungen und vor allem bei den Ortsgruppen zu leiſten
waren.
300 000 hilfsbedürftige Familien im Gau oder 900 000 zu
unterſtützende Perſonen ſtellen eine Aufgabe dar, an denen eine
ſchlecht funktionierende Organiſation ſich bald die Zähne
ausge=
biſſen hätte.
Die Leiſtungen des Winterhilfswerks im Gau Heſſen=Naſſau
ſprechen für ſich, ſie zeigen aber auch, wie klein die geſammelten
Spenden ſind gegenüber der drückenden Not und der Aufgabe
des Winterhilfswerks. Greifen wir einige Zahlen heraus:
An Kohlen kamen im Gau zur Verteilung:
im Monat Oktober 1933 282 350 Zentner,
November 1933 250 100
„ Dezember 1933 289 600
Daneben gelangten noch größere Mengen von Brennholz in den
ländlichen Bezirken zur Ausgabe.
An Kartoffeln wurden bis jetzt insgeſamt 420 000
Zent=
nre ausgegeben, eine Leiſtung, die nur ein opferbereites und
gebefreudiges Bauerntum ermöglichen konnte.
Hunderte Laſtkraftwagen ſammelten Kleider und Schuhe. Der
vorbildliche Einſatz der NS.=Frauenſchaft und der anderen
Ver=
bände half das große und ſchwere Werk der Reinigung,
Desinfek=
tion und Inſtandſetzung all dieſer geſammelten Sachen
durch=
führen. Die Ausgabeſtellen machten beſonders vor Weihnachten
den Eindruck von gut gehenden Kleider= und Schuhgeſchäften.
Neben den ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen arbeiteten
in den Nähſtuben, mehr wie 1000 Fürſorgearbeiter, beſonders
Schneider, ſachkundig an der Ausbeſſerung.
Spielzeug= und Konfektſammlungen waren daneben nur
kleine Aufgaben. Schwieriger war ſchon wieder die Durchführung
und Verteilung der Pfundſammlungen.
Die Getreideſammlung ermöglicht jetzt eine großzügige Mehl=
und Brotverſorgung im Gaugebiet.
Hieraus kann jeder ermeſſen, welch gewaltige Aufgaben im
Gau Heſſen=Naſſau uns geſtellt waren. Wenn auch die Kartoffel=
und Mehlverſorgung nur geringe Koſten machte, da die Produkte
von der Landbevölkerung geſpendet wurden, ſo verſchlingen die
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Denkk daran am 7. Januar 1934!
Am erſten Einkopfſonnkag im neuen Jahr!
Kohlenbelieferung, die Inſtandſetzung der Kleider, die
Winter=
hilfsküchen uſw. ungeheure Summen. Welche Geldbeträge
aufge=
wandt werden müſſen, erſehen wir aus folgendem Beiſpiel:
Die Belieferung der Hilfsbedürftigen im Gau mit 1 Pfund
Fett vor Weihnachten machte einen Aufwand von 270 000 RM.
Wenn Zahlen für ſich ſprechen, dann tuen es dieſe. Wieviel muß
da ſchon wieder geſammelt werden, bis dieſe Summe zuſammen iſt.
Ueber 21 000 Paar Kinderſchuhe wurden neu angefertigt und
ausgegeben.
Nur der vorbildliche Opferſinn in unſerem Gau läßt ſoviel.
zuſammen kommen, um die Aktion des Winterhilfswerks
finan=
zieren zu können. Hieraus aber kann auch jeder die Größe der
geſtellten Aufgabe ermeſſen.
Es iſt mir ein Herzensbedürfnis, an dieſer Stelle der
opfer=
bereiten Bevölkerung aus Stadt und Land zu danken.
Bewun=
derung und höchſte Anerkennung empfinde ich, wie alle
Partei=
ſtellen, vor den Leiſtungen aller meiner Kreis= und
Gruppen=
walter und ihrer Helfer. Sie ſcheuten nichts und kannten oft bis
in die ſpäte Nacht nur die zu löſende Aufgabe. So nur war es
möglich, im Gau Heſſen=Naſſau das zu leiſten, was heute bereits
unter Beweis ſteht.
So ſehr ich mich über den Dank ſo vieler Volksgenoſſen freue,
den ſie unaufgefordert tagtäglich uns wiſſen laſſen, der ſchönſte
Dank iſt für mich und alle meine Mitarbeiter das Gefühl, Soldat
Adolf Hitlers zu ſein. Wir ſchlagen mit die Schlacht gegen Hunger
und Kälte, wir greifen die Not und das Elend an. Wir geben
wieder Glaube und Hoffnung in manches verzweifelte Herz, wir
wollen nichts ſein als Sozialiſten der Tat. Die deutſche
Volks=
gemeinſchaft entſteht daraus. Wir geben keine Almoſen, wir
zei=
gen nur, daß unſer Sozialismus echt iſt. Wir brauchen uns mit
unſerem Werk nicht zu ſchämen, wir machen das Wort des
Füh=
rers wahr:
Wir alle kennen nur eine Loſung, die einſt in den langen und
harten Jahren des Kampfes als Fanal vor uns ſtand und die auch
heute unſer ganzes Wollen und Streben beherrſcht:
Deutſchland, nur Deutſchland, nichts als Deutſchland!
veranſtaltet im Laufe des Monats Januar einen politiſchen
Hoch=
ſchulkurſus, deſſen endgültige Daten jetzt folgendermaßen
feſt=
liegen:
Samstag, den 13. Januar, in Darmſtadt Pg. Maier=
Benecken=
ſtein; Thema: Die weltanſchaulichen Grundlagen des
Natio=
nalſozialismus.
Mittwoch, den 17. Januar, in Darmſtadt Pg. Dr. Klemmt;
Thema: Nationalſozialiſtiſche Staatsphiloſophie.
Samstag, den 20. Januar, in Darmſtadt Pg. Reg.=Rat
Gut=
terer; Thema: Moderne Propaganda als Mittel voiltiſcher
Willensbildung.
Mittwoch, den 24. Januar, in Darmſtadt Pg. Generalleutnant
von Metzſch: „Thema: Sind Friedenspolitik und
Wehr=
politik Gegenſätze?
Die Schulungsabende ſtehen unter perſönlicher Leitung des
Leiters der Reichspropagandaſtelle Heſſen, Pg. Trefz. Der
Re=
ferent des erſten Abends. Pg. Maier=Benneckenſtein, iſt
Präſident der Deutſchen Hochſchule für Politik, Refernt im
Reichs=
propagandaminiſterium, in ganz Deutſchland bekannt als alter
Kämpfer gegen den Marxismus an der Spitze von Klagges in
Hannover und Braunſchweig. Pg. Maier=Benneckenſtein wurde
ſchon vor Jahren Mitglied der Reichsleitung, Propaganda=
Abtei=
lung der NSDAP.
Der Referent des zweiten Abends, Pg. Dr. A. Klemmt,
Berlin, iſt Studienleiter der Seminariſtiſchen Abteilung der
Deutſchen Hochſchule für Politik und Leiter der Abteilung für
Staats= und Kulturphiloſophie.
Der Referent des dritten Abends, Pg. Reg.=Rat Gutterer,
ein alter Kämpfer der NSDAP., war früher Gau=Geſchäftsführer
im Gau Heſſen=Naſſau=Süd, Herausgeber der erſten
Nationalſozia=
liſtiſchen Zeitung des Gaues, des Naſſauer Beobachters, wurde
ſpäter Gau=Propagandaleiter im Gau Hannover und kam nach der
Machtübernahme als Referent in das Reichsminiſterium für
Volks=
aufklärung und Propaganda, Berlin.
Generalleutnant Horſt von Metzſch iſt Dozent
der Abteilung für Wehrpolitik an der Deutſchen Hochſchule für
Politik. Durch eine Reihe richtungweiſender Schriften über
wehr=
wiſſenſchaftliche Fragen iſt ſein Name in weiteren Kreiſen
be=
kannt geworden.
Sämtliche Schulungsabende finden im Saale
des Reſtaurants Rummelbräu. Rheinſtraße,
ſtatt. Zur Teilnahme berechtigt ſind nur Mitglieder der
NSDAP. Vor allen Dingen wird die Teilnahme ſämtlichen
Parteigenoſſen dringend empfohlen, die an den früheren
Schu=
lungskurſen des Gau=Schulungsleiters. Pg. Trefz, teilgenommen
haben, oder die durch ihre ſonſtige Vorbildung die
Voraus=
ſetzungen für das nötige Verſtändnis der Vorträge mitbringen.
Der Preis beträgt für die geſamte Vortragsreihe zuſammen
3.— RM. für jeden Teilnehmer. Beginn jeweils 8.30 Uhr abends.
Anmeldungen ſind zu richten an den Leiter der
Reichspropa=
gandaſtelle, Heſſen, Pg. Trefz. Darmſtadt. Staatsminiſterium,
Adolf=Hitler=Platz 2.
Heſſiſch Volk bei Sang und Tanz.
Eine volkskundliche Veranſtaltung des Reichsbundes Volkstum
und Heimat.
Der Reichsbund Volkstum und Heimat wird
in den Tagen vom 13. bis 20. Januar in verſchiedenen Städten
unſerer Landſchaft mit einer größeren Veranſtaltung
hervortre=
ten, die von dem oberheſſiſchen Dichter Georg Heß in Leihgeſtern
geleitet wird. Sie wird ſtattfinden am 13. Januar abends und
im 14. Januar nachmittags in Gießen im Stadttheater, am 15.
Januar im Kleinen Haus in Darmſtadt, am 16. in Mainz in
der Stadthalle, am 17. in Worms in den „Zwölf Apoſteln, am
19, in Frankfurt a. M. im Volksbildungsheim und am 20. in
Offenbach in der Turnhalle, Sprendlinger=Landſtraße.
Der Reinertrag der Veranſtaltung iſt für die Winterhilfe
und zum Aufbau des Reichsbundes beſtimmt.
Georg Heß, dem wir den verbindenden Text zu den Tanz=
und Trachten=Szenen verdanken, die von echten heſſiſchen Bauern
gezeigt werden, hat als Volksdichter von altem Schrot und Korn.
ſchon längſt weit über die Grenzen ſeiner Heimat hinaus
Aner=
kennung aller Volkskreiſe gefunden.
Ihm verdanken wir das Feſtſpiel zur 800=Jahrfeier des
Schiffenbergs bei Gießen, bei dem über 600 Perſonen
mitwirk=
ten. Seine Kunſt hat er ſchon wiederholt im Rundfunk
darge=
boten und auch vielfach bereits in den Dienſt der Allgemeinheit
geſtellt.
Ueberall, wo er auftritt, ſei es beim großen, von ihm
ge=
leiteten Volksfeſt in Gießen, bei dem die über 5000 Perſonen
faſſende Volkshalle ſchon längſt vor Beginn bis auf den letzten
Platz gefüllt war, oder bei den Veranſtaltungen des
Heſſi=
ſchen Vereins in Berlin, oder beim Oberheſſiſchen Abend im
Darmſtädter Saalbau im Jahre 1926, finden ſeine Dichtungen,
die aus echter deutſcher Art entſprungen ſind, die das Herz warm
machen und im Handumdrehen die Brücke ſchlagen zwiſchen Stadt
und Land, ſtürmiſchen Beifall.
Der Reichsbund Volkstum und Heimat will mit
dieſen Veranſtaltungen die Kreiſe der Städter auf das echte
Volkstum, das in vielen Teilen unſerer heimiſchen Landſchaft
noch rein und in urwüchſiger Art lebt und wirkt, nachdrücklichſt
hinweiſen.
Eintrittspreiſe ſind ſo niedrig gehalten, daß ſie
allen Kreiſen unſerer Volksgenoſſen den Beſuch ermöglichen. Der
uf in den einzelnen Städten wird in den nächſten Tagen
einſetzen.
Seite 6 — Nr. 5
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 6. Januar 1934
Neuerwerbungen der Skadtbücherei.
Karl Otto Bartels, Belauſchtes Leben. Kleine
Krea=
tur in Waſſer, Buſch und Halm. 10 Dz 10. Felix von
Luck=
ner. Mein Freund Juli=Bumm. Die Abenteuer des Kapitän
Lauterbach von der Emden. 5 L 4963. Herbert Rittlinger,
Faltboot ſtößt vor. Vom Karpathenurwald ins wilde Kurdiſtan.
1934. 7 C 115. Hans Reck, Oldoway, die Schlucht des
Urmen=
ſchen. Die Entdeckung des altſteinzeitlichen Menſchen in Deutſch=
Oſtafrika. 1933. 30 Cf 400. Artur Heye, Tiere, wie ich ſie ſah.
Aus Urwald und Steppe. 1 Dz. Kurt von Boeckmann.
Vom Kulturreich des Meeres. Dokumente zur Kulturphyſiognomik.
1924. 3 Cz 38. Othmar Spann Philoſophenſpiegel. Die
Klara Miſch, geb. Dilthey. 1933. 20 Ph 226. Jahrbuch der
Goethegeſellſchaft. 19. Band. 1933. 55 Kl 91. Albrecht
Haupt. Die älteſte Kunſt, insbeſondere die Baukunſt der
Ger=
manen von der Völkerwanderung bis zu Karl dem Großen. 32
Kg 15. Joh. Wittmann Theorie und Praxis eines
ganz=
heitlichen, analytiſch=ſynthetiſchen Unterrichts in Grundſchule,
Hilfs=
ſchule, Volksſchule. 1933. 10 Pa 400. Bedarf und Nachwuchs
an katholiſchen Geiſtlichen. 1933. 5 Pb 508. Bedarf und
Nachwuchs an evangeliſchen Geiſtlichen. 1933. 5 Pb 507.
Ru=
dolf Meerwarth, Bedarf und Nachwuchs an Tierärzten.
1932. 5 Pb 512. Rudolf Meerwarth, Bedarf und
Nach=
wuchs an Apothekern. 1932. 5 Pb 13. Fritz Otto Buſch,
Niobe — Gorch Fock. Schickſal und Hoffnung. 1933. 5 Bk 6.
Aloys Schulte. Der deutſche Staat. Verfaſſung. Macht und
Grenzen 919—1914. 1933. 5 Bd 402. Atlas zur deutſchen
Geſchichte der Jahre 1914 — 1933. Herausg. von Johann
von Leeres und Konrad Frenzel. 1934. 90 Bd 45. F.
Pour=
tales, Meine letzten Verhandlungn in St. Petersburg Ende
Juli 1914. Tagesaufzeichnungen und Dokumente. 10 B 410. Ernſt
von Wrisberg. Erinnerungen an die Kriegsjahre im
Preu=
ßiſchen Kriegsminiſterium. 1. Band: Weg zur Revolution 1914
bis 1918. 80 Bd 1050. 2 Band: Heer und Heimat 1914—1918. 80
Bd 1051. 3. Band: Wehr und Waffen 1914—1918. 80 Bd 1052.
Otto von Moſer. Die oberſten Gewalten im Weltkrieg. Das
Werk der Staatsmänner, Heerführer, Parlaments=, Preſſe= und
Volksführer bei der Entente und bei den Mittelmächten. 1931.
45 Bk 318. Gottfried Zarnow. Der 9. November 1918.
Die Tragödie eines großen Volkes. 1933. 90 Bd 915. Erich
Czech=Jochberg. Die Politiker der Republik. Von Ebert
bdis Schleicher. 1933 90 Bd 112. Reinhardt Generalplan
gegen die Arbeitsloſigkeit. Vortrag. 1933. 60 Fp 115 Ludwig
Heyde. Deutſche Gewerbepolitik. 1934. 60 Fp. 580. Friedrich
Grimm, Hitlers Deutſche Sendung. 1933. 35 Fp 819.
Ger=
hard Koch, Die Führer der Deutſchen Arbeitsfront. 1934. 60
Fp. 180. F. Hirſchner, Rudolf Heß, der Stellvertreter des
Führers. 35 Fp 803. Friedrich Wecken, Taſchenbuch für
Fa=
miliengeſchichtsforſchung. 1930. 2 B 193. Friedrich
Burg=
dörfer, Familie und Volk. 80 Fp 21. Wilhelm Frick,
Bevölkerungs= und Raſſenpolitik. Rede vom 28. 6. 1933. 80 Fp 30.
Gotthold Mühlner, Land ohne Kinder — Land ohne
Zu=
kunft! Wirtſchaftskriſis und Geburtenrückgang. 1934. 80 Fp 80.
K. L. von Oertzen, Grundzüge der Wehrpolitik. 1933. 20 Fp
125. Jakob Strieder. Alfred Krupp. (Colemans kl
Bio=
graphien). 1933. 20 E 177. Richard Hennig Geopolitik. Die
Lehre vom Staat als Lebeweſen. 1931. 10 Fp 230. Karl
Springenſchmidt. Die Staaten als Lebeweſen.
Geopoli=
tiſches Skizzenbuch. 1933. 10 Fp 380.
Notlandung eines Verkehrsflugzeugs
Am Freitag gegen 11 Uhr mußte das fahrplanmäßige
Ver=
kehrsflugzeug 2932 Böblingen—Hamburg, das in Frankfurt a. M.
eine Zwiſchenlandung vornehmen wollte und infolge des
unſichti=
gen Wetters die Orientierung verloren hatte, auf einem Ackerfeld
hinter der neuen Trainkaſerne in der Nähe der Stadtrandſiedlung
eine Notlandung vornehmen. Der Flugzeugführer blieb völlig
unverletzt, da das Flugzeug glatt landete und unverſehrt blieb.
Da jedoch mit Rückſicht auf das Gelände ein weiterer Start
un=
möglich war, mußte das Flugzeug durch die Landespolizei
ab=
montiert werden.
Fahrraddiebſtahl. Am 2. Januar wurde vor dem Hauſe
Rhein=
ſtr. 3 ein Herrenfahrrad Marke Viktoria, Fabriknummer 784 394,
Modell 6 geſtohlen.
Diebſtahl. In der Weihnachtswoche wurde aus der Hofreite
Mackenſenſtraße 1½ ein graugeſtrichener Handleiterwagen
geſtoh=
len. Wer kann über den Verbleib des Wagens Angaben machen?
Wer war der Rohling? In der Nacht zum 19 November,
gegen 3.15 Uhr, wurde ein Radfahrer, der aus dem Sport=Kaffee
kam und mit ſeinem Fahrrad durch die Mühlſtraße fahren wollte,
von einer unbekannten Perſon vom Rad geworfen und auf den
Kopf geſchlagen. Der Radfahrer wurde dabei ganz erheblich
ver=
letzt. Wer kann Angaben über den Täter machen?
Aus dem Gerichtsſaal.
Aw. Der Strafſenat des Oberlandesgerichts
verurteilte am Freitag in nichtöffentlicher Sitzung vier
Kommu=
niſten wegen Vorbereitung zum Hochverrat. Zunächſt
den 29jährigen Dackdecker Ludwig Asmus aus Darmſtadt zu
einem Jahr und drei Monaten Gefängnis. Dann
drei Wormſer Kommuniſten: den 28jährigen Fuhrmann Ludwig
Schüttler zu anderthalb Jahren Zuchthaus, den
30jährigen Former Adam Windiſch und den 28jährigen Schmied
Eugen Keller zu je einem Jahr und drei Monaten
Gefängnis. Der 31jährige Händler Philipp Kiefer, der der
Kommuniſtiſchen Partei nicht angehörte, erhält wegen
Bei=
hilfe ſechs Monate Gefängnis. Die ſämtlichen
Ange=
klagten hatten Waffen verſteckt gehalten.
Die Gr. Strafkammer begann am Freitag mit einer
Ver=
handlung gegen einen Friſeur und früheren Schaarführer und
Ge=
ſchäftsführer des NS.=Hilfswerkes wegen Betrugs in
wie=
derholtem Rückfall und wegen Unterſchlagung. Mit
unglaublicher Frechheit betrog der Angeklagte ſeine Mitmenſchen
und ſcheute ſich nicht, ſeinen eigenen Parteigenoſſen Schaden
zu=
zufügen, Bier, das für den Sturm geſtiftet war, wußte er durch
äußerſt raffinierte Manipulationen ſo zu dirigieren, daß er
als Beſitzer figurierte und es nach und nach auftrinken konnte.
Einer Kollegenfrau, der er in Abweſenheit ihres Mannes hilfreich
beiſprang, zog er alles aus der Taſche. Waren, Geld und Möbel,
und nun iſt es ſoweit, daß er noch Geld von ihr zu kriegen hat.
Bar bezahlt wurde von ihm nie. Entweder machte er überhaupt
keinerlei Anſtalten zu zahlen, oder er gab auf ſein Konto von
ganzen 58 Pfg. Schecks über 20—30 RM. Er markierte auf jeden
Fall den großen Mann, wußte auch alle Leute durch ſein
ge=
wandtes und energiſches Auftreten vertrauensſelig zu machen und
hatte dabei Schulden wie ein Pfalzgraf”. Einmal kaufte er bei
einem Parteigenoſſen angeblich für einen Dritten Zigarren, die
er unter der Hand verkaufte. Als der Verkäufer ihm mit dem
Staatsanwalt drohte, lachte er ihn aus. Die Verhandlung wurde
um 8 Uhr abends auf heute vertagt.
Die Techniſche Hochſchule teilt mit, daß der in dem
geſtrigen Bericht über die Gerichtsverhandlung erwähnte, zu
Ge=
nicht Hochſchulaſſiſtent iſt.
fängnis verurteilte
— Trachtenfeſt der Frauenortsgruppe des VDA. Die
Verpflich=
tung, auch der Not der bedrängten Volksgenoſſen jenſeits der
Gren=
zen, iſt im Dritten Reich dringlicher und heiliger denn je. Um
Mittel für das von dem Führer geſchaffene Winterhilfswerk für
das Deutſchtum im Ausland zu gewinnen, ruft die
Frauenorts=
gruppe zu einer Wohltätigkeitsveranſtaltung auf, die am 3.
Fe=
bruar in allen Räumen des Städtiſchen Saalbaus ſtattfindet und
unter dem volkstümlichen Zeichen ſteht: deutſche Trachten.
Mindeſtmaße für Briefſendungen. Nach der Verordnung
zur Aenderung der Poſtordnung vom 11. Juli 1933 ſind u. a.
für Briefſendungen aus dringenden poſtbetrieblichen Gründen
Mindeſtmaße von 11.4 Zentimetern in der Länge und
8,1 Zentimetern in der Breite feſtgeſetzt worden. Für den
Auf=
brauch kleinerer Briefumſchläge hatte die Reichspoſt eine Friſt
bis zum 31. Juli 1934 feſtgeſetzt. Mit Rückſicht darauf aber, daß
ain Geſchäftskreiſen noch erhebliche Beſtände an Briefumſchlägen
mnit kleineren Ausmaßen vorhanden ſind, iſt die Aufbrauchsfriſt
jetzt bis 30. Juni 1935 verlängert worden.
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Helia.
„Hochzeit am Wolfgangſee.”
Dieſer Patria=Film von Dr. W. Buhre, hervorgegangen aus
der Regie von H. Behrendt, und reichlich mit Muſik
durch=
ſetzt von Robert Stolz, iſt eine ganz entzückende Angelegenheit.
Ein bißchen zu lang vielleicht, aber dafür entſchädigen im Ablauf
der Handlung die wundervollen Landſchafts= und Szenenbilder
aus der Gegend, in der die meiſten Aufnahmen wohl erfolgt ſein
müſſen, in überreichem Maße. Das weiße Rößl am Wolfgangſee
iſt durch Revue, Operette und Theater mehr wie bekannt
gewor=
den, und der Ruhm des Weißen Rößl hat ſcheinbar das Gaſthaus
zur Poſt nicht ruhen laſſen, es mußte ſich auch in den Mittelpunkt
einer Filmhandlung ſtellen. Dieſer Gaſthof zur Poſt aber, mit
ſeinen ſympathiſchen Bewohnern, vor allem der entzückenden Roſe
Stradner, behauptet ſich in dieſem Mittelpunkt mindeſtens
ebenſo gut wie das Weiße Rößl. Im Grunde noch viel beſſer,
da die Handlung, die den Film ausfüllt, noch viel netter iſt,
um=
fangreicher und wechſelvoller, wie die Hochzeit im Weißen Rößl,
und in einem intereſſanten Zwiſchenſpiel aus den Naturmenſchen
und den wundervollen Landſchaftsbildern heraus auf die
Varieté=
bühne einer Revue in Berlin führt. Die Darſtellung iſt in
ſämt=
lichen Szenen ausgezeichnet bunt bewegt, wie geſagt, mit reichlich
friſcher Muſik und naturfrohem Geſang durchſetzt, ſo daß ein
wirk=
lich guter Unterhaltungsfilm herausgekommen iſt. Außer Roſe
Stradner ſind in führenden Rollen tätig Guſtl Stark=
Gſtet=
tenbaur, Hugo Schrader, Oskar Sima, Hans
Junker=
mann, Gerhard Ritterband, Elſe Elſter (ſehr hübſch und
feſch), Max Gülstorf und vor allem Hanſi Nieſe, die in
Humor und Komik den Hauptteil des Erfolges für ſich buchen
darf. — Auch das Beiprogramm iſt heiterer Natur.
LK
Belida.
„Belida” bringen in Erſtaufführung einen entzückenden
Luſt=
ſpielfilm mit muſikaliſchen Schlagereinlagen „Fünf feſche
Mädels” Schon, daß fünf temperamentvolle Schweſtern, blond,
ſchwarz und braun zuſammen ſich verloben und zuſammen vor den
Traualtar treten, iſt eine filmiſche Sonderheit, die in Wirklichkeit
wohl kaum vorkommt — oder vielleicht nur in Amerika. Es ſind
fünf quirlende, immer luſtige, zu allen Streichen aufgelegte junge
Mädchen mit goldenem Herzen, die aus Amerika zu ihrem Onkel
auf ein großes Gut kommen und hier allerhand ſchöne, fröhliche
Erlebniſſe haben, bis ſie in einem vermeintlichen Gärtner ihren
reichen Onkel entdecken. Die Regie hat geſchickt alle filmiſchen
Möglichkeiten ausgenutzt, hat einen netten ſtimmungsvollen
Rah=
men geſchaffen und läßt im übrigen den fünf
Harptdarſtellerin=
nen freies Spiel, ſo daß dieſe in ihrer naiven Natürlichkeit friſch
und froh über die Leinwand tollen bis ſie alle von ihren
Part=
nern eingefangen ſind. Dem Film fehlt es bei aller
Liebenswür=
digkeit nicht an den nötigen Spannungen, man folgt gern und
leicht der Handlung bis zum Schluß. — Ein gutes reichhaltiges
Beiprogramm läuft neben dieſem luſtig=frohen Hauptfilm.
Am die Sonntagsrückfahrkarken den Bedürfniſſen
des Winkerſporiverkehrs anzupafſen.
wird in Anlehnung an die Maßnahmen der Reichsbahndirektion
Karlsruhe in der Zeit vom 5. Januar bis Mitte März 1934 die
Geltungsdauer der auch im Reichsbahndirektionsbezirk Mainz
nach den Winterſportplätzen im Schwarzwald zur Ausgabe
kom=
menden, feſt aufliegenden Sonntagsrückfahrkarten
verſuchs=
weiſe wie folgt verlängert:
a) Von Samstag, 0 Uhr, bis längſtens Montag, 14 Uhr (
ſpä=
teſter Antritt der Rückfahrt),
b) von Fall zu Fall nach Anordnung der Reichsbahndirektion
Freitag. 12 Uhr, bis Montag, 24 Uhr (ſpäteſter Antritt der
Rückfahrt).
Die Vergünſtigung erſtreckt ſich nur auf die bereits
aufliegen=
den Sonntagsrückfahrkarten nach dem Schwarzwald;
Blankoſonn=
tagsrückfahrkarten werden nicht ausgegeben. Gabelkarten dürfen
nur zur Fahrt nach den Winterſportplätzen benützt werden.
Es kommen nur folgende Zielbahnhöfe im Schwarzwald in
Frage (im Reichsbahndirektionsbezirk Mainz liegen nur nach
inem geringen Teil dieſer Bahnhöfe Sonntags=Rückfahrkarten
auf): Achern, Altglashütten=Falkau, Baden=Baden Stadt.
Baden=
weiler, Bad Peterstag. Bärental (Feldberg), Baiersbronn,
Bonndorf (Schwarzw.), Bühl (Baden), Eberbach, Elzach,
Frei=
burg (Breisgau), Forbach=Gausbach, Freudenſtadt Hbf.,
Furtwan=
gen. Hattingen (Baden), Heidelberg, Herrenalb. Hinterzarten,
Hornberg, Kandern, Lenzkirch, Neuſtadt (Schwarzw.)
Oberbühler=
tal, Oppenau, Ottenhöfen, Peterzell=Königsfeld. Poſthalde, Raus
münzach, St. Georgen (Schwarzw.), Schauinsland, Schönau
(Schwarzw.), Schönmünzach, Seebrugg, Titiſee, Triberg,
Todt=
nau, Untermünſtertal. Villingen (Schwarzw.), Waldkirch,
Wild=
bad und Zell (Wieſental).
El. Wichtig für Loſekäufer. Zurzeit werden von Hamburger
Lotteriekollekteuren Loſe der Hamburger
Staatslotte=
rie in Heſſen angeboten. Wir weiſen darauf hin, daß die
Ham=
burger Staatslotterie in Heſſen nicht zugelaſſen iſt und warnen
vor Annahme der Loſe.
— Zuſammenklebende Briefſendungen. Es wird bei den
Poſt=
anſtalten häufig beobachtet, daß gewöhnliche Briefſendungen
(Briefe, Druckſachen, Poſtkarten) und ſogar Einſchreib= und
Wert=
briefe aneinanderkleben. Die Urſache iſt darin zu ſuchen, daß der
von den Abſendern zum Verſchließen der Sendungen zu reichlich
verwendete Klebſtoff an den Verſchlußſtellen herausgetreten und
bei der Einlieferung noch nicht getrocknet war. In anderen Fällen
waren die Wertzeichen auf den Sendungen oder die Aufgabezettel
auf den Paketkarten, Einſchreib= und Wertbriefen, namentlich bei
Maſſenauflieferungen von Selbſtbuchern, zu ſtark angefeuchtet oder
übermäßig mit Klebſtoff verſehen. Es beſteht in ſolchen Fällen
die Gefahr, daß die zuſammenklebenden Sendungen beim Löſen
beſchädigt werden. Wird das Zuſammenkleben während der
Poſt=
beförderung nicht bemerkt, ſo werden ſie leicht fehlgeleitet und
gehen dann durch unrichtige Aushändigung u. U. verloren. Es
wird deshalb empfohlen, bei Poſtſendungen nicht mehr Klehſtoff
zu verwenden, als unbedingt nötig iſt und ihn vor ihrer
Einliefe=
rung trocknen zu laſſen.
Briefkaſten.
Jeder Anfrage iſt die letzte Bezugsquiitung beizufügen. Anonyme Anfragen werden
nicht Seantwortet. Die Beantwortung erfolgt obne Rechtsverbindlichkelt.
„Inf.=Regt. 468” Wenden Sie ſich an das Reichsarchiv in
Potsdam (Brauhausberg).
R. in Darmſt. Die Behandlung eines Porzellan= und eines
Füllofens läßt ſich nicht ohne nähere Kenntnis der Oefen und der
ſonſtigen Verhältniſſe, wie Zug des Kamins, Art des Brennſtoffs,
Wünſche wegen der Wärme zu den einzelnen Tageszeiten uſw.,
ſchildern, auch nicht in wenigen Worten im Briefkaſten ausführlich
behandeln. Wenden Sie ſich an einen tüchtigen Ofenſetzer.
H. H. Jeder Miterbe kann beim Amtsgericht die
ſchreiten.
W. Wir können Ihnen nur empfehlen, Futterkäſten ſo
an=
zubringen, daß die Katzen nicht herankönnen.
K. V. Nach § 57a des Zwangsverſteigerungsgeſetzes vom
8. Juni1915 iſt der Erſteher (Erwerber) berechtigt, das Miet= oder
Pachtverhältnis unter Einhaltung der geſetzlichen Friſt zu kündi=
verſteigerung nicht mehr zuläſſig.
„Polen”. Nein. Es liegt nur ein Reichsgeſetz über den
Widerruf von Einbürgerungen und die Aberkennung der deutſchen
Staatsangehörigkeit vom 14. Juli 1933 vor. Danach können
Ein=
bürgerungen, die in der Zeit zwiſchen 9. November 1918 und 30.
Januar 1933 vorgenommen worden ſind, widerrufen werden, falls
die Einbürgerung nicht als erwünſcht anzuſehen iſt. Der
Wider=
ruf liegt den Landesbehörden, bei unmittelbaren
Reichs=
angehörigen dem zuſtändigen Reichsminiſter ob. Dieſe Vorſchrift
tritt mit dem Ablauf von zwei Jahren ſeit ihrer Verkündung
(15 Juli 1933) außer Kraft. (Reichsgeſetzblatt Nr. 81 vom 15.
Juli 1933.) Eine Beſchwerde wäre an das Heſſ.
Staatsminiſte=
rium zu richten.
Zur Durchführung des Schrifleiker=
Wie der Bezirksverband Heſſen im Reichsverband der
Deut=
ſchen Preſſe mitteilt, iſt die Zuſendung der Fragebogen des
Reichsverbands an die Neuangemeldeten Journaliſten und
Ver=
leger=Schriftleiter faſt reſtlos erfolgt. Die Rückgabe der
Frage=
bogen nach vollſtändiger Ausfüllung hat zweifach mit dem
Frage=
bogen II und dem polizeilichen Fuhrungszeugnis ſchnellſtens an
den Schriftführer des Bezirksverbands, Schriftleiter K.
Böh=
mann. Darmſtadt, Rheinſtr. 23, I., zu erfolgen. Wer nach dem
31. Januar nicht im Beſitz der Zulaſſungsbeſtätigung iſt, kann als
Schriftleiter nicht weiter verantwortlich zeichnen. — Gleichzeitig
werden die Verlage daran erinnert, daß entſprechend dem
Schrift=
leitergeſetz ſofort der als Hauptſchriftleiter benannte Kollege
ge=
meldet werden muß.
Aus der NSDAP.
Der Gauſchulungsleiter.
Der Zentralſchulungskurſus in Frankfurt a. M.
findet am Samstag, dem 6. Januar, nachmittags 4 Uhr,
im Stadtverordneten=Sitzungsſaal im Römer ſtatt. Themen;
Oſtfragen (zu Art. 3 des Programms der NSDAP.).
Der Zentralſchulungskurſus in Limburg a. d. L.
findet am Sonntag, dem 7. Januar, vormittags 9 Uhr, in der
Fachſchule, Eiſenbahnſtraße 1. ſtatt. Themen: Dieſelben wie in
Frankfurt a. M.
Der Zentralſchulungskurſus in Wetzlar findet
am Samstag, dem 6. Januar, abends 7 Uhr, im Gaſthof „Grünes
Laub” ſtatt., Themen: Dieſelben wie in Frankfurt a. M.
Für ſämtliche Schulungsleiter iſt die Teilnahme an dieſen
Kurſen Dienſtpflicht.
Schulungskurſe finden ſtatt:
6. Januar 1934 in Schueppenhauſen.
Es ſpricht Kreisſchulungsleiter Pg. Borchert. Anfang
pünktlich 8,30 Uhr.
Ortsgruppe 9 (Mitte).
Am Dienstag, dem 9. Januar 1934, um 20.30 Uhr, findet
im Saale der „Krone”, Brauerei=Ausſchank, Schuſtergaſſe 18, ein
Schulungskurſus der Ortsgruppe ſtatt. Es ſpricht
Pg. Kreisſchulungsleiter Borchert.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe 3.
Einladung ſämtlicher Amtswalter und Helfer ſowie
Helfe=
rinnen der NS.=Frauenſchaft in die Geſchäftsſtelle, Rheinſtr. 62
(Bauernkammer) Sonntag, den 7. Januar 1934, vormittags 8,30
Uhr, zur Eintopfgericht=Sammlung.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgr. „Maintor” (Johannesviertel).
ſämtliche Amtswalter am Sonntag, dem 7. Januar, vormittags
3,30 Uhr, in der Geſchäftsſtelle in der Dieſterwegſchule,
Lager=
hausſtraße, zu erſcheinen.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe 6 (Schloßgarten).
Zur Durchführung der Sammlung für das Eintopfgericht am
Sonntag, dem 7. Januar 1934, wollen ſich die Zellen= und
Block=
walter der NSV., Ortsgruppe 6, die Helfer und Helferinnen
der NSV., der NS.=Frauenſchaft des Roten Kreuzes, der
Inne=
ren Miſſion, des Caritas=Verbandes und des Königin=Luiſe=
Bun=
des am Samstag, dem 6. Januar, nachmittags 4 Uhr, in der
Kyritzſchule, Emilſtraße 10, einfinden.
NS.=Volkswohlfahrt, Ortsgruppe 9.
Alle Sammler und Sammlerinnen für das Eintopfgericht am
Sonntag, dem 7. Januar, Frauenſchaft, BDM. Rotes Kreuz,
Innere Miſſion, Königin=Luiſe=Bund, Caritas=Verband, ſowie
ſämtliche Amtswalter der NSV. wollen ſich an dieſem Sonntag,
vormittags 9 Uhr, auf der Geſchäftsſtelle der Ortsgruppe 9. Ecke
Karls= und. Nieder=Ramſtädter=Straße, pünktlich melden.
Jungvolk, Fähnlein York.
Samstag, 6. Januar, nachm. 15 Uhr, Antreten Steubenplatz.
Reſtloſes Erſcheinen iſt Pflicht.
NSDAB., Kreisleitung Bensheim.
Beamtenabteilung.
Am Samstag, dem 6. Januar 1934, abends 8 Uhr, findet im
Bahnhofshotel Bensheim ein Schulungsabend für die
Ortsgrup=
pen Bensheim, Auerbach, Lorſch und Reichenbach ſtatt.
Techniſche Nothilfe.
Wochenprogramm.
Samstag, 6. Jan, 19 Uhr: Antreten des Saaldienſtes in der
Woogsturnhalle. 19.15 Uhr: Antreten aller übrigen Nothelfer
im Marſtall zum Beſuche des RLB.=Vortrages.
Sonntag 7. Jan, 8.30 Uhr: Die für die NS.=
Volkswohl=
fahrt beſtimmten Nothelfer treten Ecke Alexander= und
Mauerſtraße an.
Montag, 8. Jan., 20.30 Uhr: Monatsverſammlung im
Ver=
kehrslokal „Reichskrone”, Mühlſtr. 5, für alle Nothelfer,
ein=
ſchließlich des Muſik= und Spielmannszuges. — Zu erſcheinen
haben auch die noch nicht verpflichteten Nothelfer. —
Wich=
tige Bekanntmachungen! — Vortragsthema: Raſſenkunde. —
Dienstag 9. Jan 18.30 Uhr: Antreten der
Ausbildungs=
gruppe der Nachrichtenabteilung im Marſtall zum Vortrag.
20 Uhr: Antreten der Gas= und Luftſchutzabteilung, Zug I,
II und III, im Marſtall zum Schulungskurſus.
Mittwoch, 10. Jan., 19 Uhr: Antreten aller Führer und
Unterführer, die ſich als Kolonnenführer bei der RLB.=
Wer=
bung beteiligt haben, im Geſchäftszimmer des Marſtalls.
19,35 Uhr: Antreten der Nachrichtenabteilung. Zug I und II,
zur Uebung, Marſtall.
Donnerstag 11. Jan., 18.30 Uhr: Führerbeſprechung im
Marſtall. 19.30 Uhr: Antreten aller uniformierten
Nothel=
fer im Marſtall zur Allgemeinübung. 20.30 Uhr:
Geſamt=
probe des Muſikzuges in der „Reichskrone”. 21 Uhr:
Führer=
kurſus (A.Ue.) im Marſtall.
Freitag 12. Jan., 20 Uhr: Antreten der
Nachrichtenabtei=
lung, Zug I und II. im Marſtall zum Schulungskurſus.
Samstag, 13. Jan.: Dienſtfrei.
Sonntag, 14. Jan., 8 Uhr: Antreten aller uniformierten
Nothelfer (Gas= und Nachrichtenabteilung) im Marſtall zur
Uebung unter der Gasmaske.
Reichsluſtſchußbund e. V.
Zu dem neuen Doppel=Lehrgang der Luftſchutzſchule
wer=
den noch Anmeldungen bei der Polizeidirektion, Hügelſtraße,
ent=
gegengenommen. Die Koſten eines ganzen Lehrgangs betragen
2 RM. und für Unterſtützungsempfänger 1 RM. Als Anzahlung
werden 0,50 RM. erhoben, die auch bei evtl. Nichtteilnahme als
Unkoſtenbeitrag einbehalten werden. Die Dauer eines Lehrgangs
beträgt zirka 4 Wochen bei wöchentlich zweimaligem
Abendunter=
richt. — Es wird auch an dieſer Stelle nochmals auf den Werbe=
Filmvortrag am Samstag, dem 6. Januar,
20 Uhr, in der Woogsturnhalle hingewieſen.
Tageskalender.
(Ohne Verantwortung der Schriftleitung.)
Union: „Volldampf voraus”, Helia: „Hochzeit am Wolfgangſee‟;
Palaſt: „Die kalte Mamſell”
Reſi=Theater: „Glückliche Reiſe‟
Hotel=Reſtaurant Alte Poſt: Konzert und Tanz.
Fürſtenauer Hof: Konzert, Geſang, humoriſtiſche Vorträge.
Verſteigerungskalender.
Wir verweiſen auf die heutige Anzeige des Städt. Leihamts
über die Verſteigerung.
Samskag, 6. Januar 1934
Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 5 — Seite 7
Zum Gedenken an die vor 109 Jahren erfolgke Gründung
des Deutſchen Zollvereins.
Oben: Modelle und Zeichnungen aus dem Gebiet des Schmuggelunweſens, das in Deutſchland bis
zur Zolleinigung an allen damaligen, künſtlich gezogenen Grenzen in „Blüte” ſtand.
Unten: Einige Zollhoheitsabzeichen deutſcher Länder aus der Zeit des Zuſammenſchluſſes.
(Die Bilder ſtammen aus dem Zollmuſeum in Berlin.)
In dieſen Tagen ſind es 100 Jahre her, daß die deutſchen Länder ſich zu einem einheitlichen Zoll=
und Handelsgebiet zuſammenſchloſſen, das dann den Grundſtein zur Einigung Deutſchlands bildete.
Neue Verkehrs=Erleichkerungen.
Die frühere deutſche kaiſerliche Yacht „Meteor”,
die nach Kriegsende an England abgetreten werden mußte. Um ihre Erwerbung bemüht ſich jetzt
ein Wiener akademiſches Komitee, das mit ihr Propagandafahrten, für Oeſterreich, beſonders im
Mittelmeer, unternehmen will. Der „Meteor” ſoll dann eine Ausſtellung an Bord aufweiſen
und auch für „ſchwimmende Hochſchulkurſe” dienen.
Auf der Berliner Hoch= und Untergrundbahn ſind jetzt Leuchttransparente eingeführt worden, die
das Publikum auffordern, die Wagen gleichmäßig zu beſetzen, da erfahrungsgemäß die vorderſten
Wagen meiſt überfüllt ſind, während in den hinteren noch Sitzplätze frei ſind.
Ehemalige deutſche Kaiſer=Nacht wird Werbeſchiff.
Aus Heſſen.
Dg. Arheilgen, 5. Jan. Jahres=
Generalverſamm=
lung der Freiwilligen Sanitätskolonne vom
Roten Kreuz. Nach Verleſung der Niederſchriften erſtattete
der Schriftführer den Tätigkeitsbericht vom abgelaufenen Jahre,
der ein Bild umfangreicher aktiver Kolonnenarbeit ergab. Der
vom Kolonnenarzt, Herrn Dr. Ritſer, durchgeführte
Ausbildungs=
kurſus in erſter Hilfeleiſtung uſw. ſah neben den aktiven
Mitglie=
dern 36 Kurſusteilnehmer, die ſich einer Schlußprüfung
unter=
zogen. Nach dem Kaſſenbericht bewegen ſich die finanziellen
Ver=
hältniſſe der Kolonne in normalen Bahnen, dem Rechner wurde
Entlaſtung erteilt. Der Bericht des Zeugwarts ergibt, daß die
Kolonne gut ausgerüſtet iſt und Geräte ſowie Verbandsmaterial
ſich in einwandfreiem Zuſtande befinden. Kolonnenführer
Schnei=
der gab die neuen Satzungen bekannt. Die Vereinsleitung ſetzt
ſich aus folgenden Mitgliedern zuſammen: 1. Führer und Rechner:
Bernhard Schneider, 2. Führer: Ludwig Pfeiffer, Zugführer:
Jakob Gimbel, Schriftführer: Georg Weſp, Zeugwart: Ludwig
Merz. Ein neuer Unterrichtskurſus veginnt am kommenden
Don=
nerstag abend im evang. Gemeindehaus.
Eb. Gräfenhauſen, 5. Jan. Todesfall. Im Alter von 82
Jahren iſt Sattlermeiſter Jakob Klein geſtorben. Klein war
das älteſte Mitglied der Ortsfeuerwehr und eines der älteſten
Mitglieder des Kriegervereins.
r. Babenhauſen, 2. Jan. Zu Grabe getragen wurde
am Dienstag nachmittag der letzte Altveteran unſerer
Stadt. Herr Philipp Hafner, der nach kurzem Krankſein
im 87. Lebensjahre am Silveſterabend zur großen Armee
heim=
berufen wurde. Hafner diente von 1868 bis 1871 beim Großh.
Heſſ. 1. Jägerbataillon und nahm als Jäger am Feldzug 1870/71
teil. Der Veteranen= und Militärverein Babenhauſen=
Harreshau=
ſen erwies ſeinem älteſten Kameraden und ſeinem letzten
Alt=
veteranen alle militäriſchen Ehren. Unter Choralmuſik der dem
Leichenzug voranmarſchierenden NS.=Fliegerkapelle wurde der
Verſtorbene zu Grabe getragen, wo Herr Pfarrer Kehr in
An=
lehnung an den 9. Pſalm dem alten Soldaten einen
warmherzi=
gen Nachruf widmete und wo der 1. Vorſitzende des Militär=
und Veteranenvereins, Herr Gg. Krapp unter ehrenden
Wor=
ten des toten Kameraden gedachte und einen Kranz an der Gruft
niederlegte. Mit einer Ehrenſalve der Schützenabteilung und
dem Lied „Ich hatt einen Kameraden” war die ſchlichte
Begräb=
nisfeier zu Ende.
— Neuſtadt mit Burg Breuberg, 5. Jan. Auch in dieſem
Win=
ter finden die Winter=Freizeiten des
Landesjugendpfar=
rers auf dem Breuberg ſtatt, und zwar eine für Burſchen und eine
für Mädchen. Auch in dieſem Winter iſt die Teilnahme frei.
Ein=
ſchreibgebühr 1 Mark. Zur Teilnahme kommen Burſchen über 17,
Mädchen über 16 Jahre in Frage. Die näheren Termine werden
demnächſt an dieſer Stelle bekanntgegeben.
Dp. Zwingenberg, 5. Jan. Die Veranſtaltung der
Landes=
filmſtelle der NSDAP. in Frankfurt im Löwenſaale war ſehr gut
beſucht. Das Filmwerk „Der Choral von Leuthen” hatte
einen vollen Erfolg. Ein Schlußwort des Ortsgruppenleiters
Heendete den Abend.
Em. Heppenheim a. d. B., 5. Jan. Ein Schwarm
Wild=
gänſe, an ihren Schreien erkennbar, zog geſtern abend in
ſüd=
licher Richtung, ſo daß wieder mit Kälte zu rechnen ſein dürfte. —
Naturſchutz. Auf Grund des Naturſchutzgeſetzes wurde Herr
Oberſtudiendirektor Beiſinger für den Arbeitsbezirk Urgebirgs=
Odenwald, ſüdlicher Teil und Vorgelände, als Vertreter im
Ausſchuß und Obmann beſtellt. — In Hambach wurde auf der
Weihnachtsfeier des Deutſchen Turnvereins das ergreifende
Drama „Die Heldin von Transvaal” geſpielt. Der Geſangverein
Liederkranz bot auf ſeiner Veranſtaltung zwei Theaterſtücke und
Geſänge
e. Bad Wimpfen, 4. Jan. Wimpfener im Auslande
unterſtützen das Winterhilfswerk. Aus einem Briefe
eines in Südamerika weilenden Wimpfeners entnehmen wir
fol=
gendes: „Wir 3 Wimpfener in Valencia und Pto. Cabello wollen
zu Weihnachten auch etwas für die Winterhilfe tun, würden Sie
ſo gut ſein, und der dortigen Sammelſtelle 35 Mark als
Zeich=
nung von uns aushändigen. Heute weiß man ja, daß das Geld
ſeinen Zweck erfüllt und in die richtigen Hände kommt. Sie
glauben nicht, wie heute die Einſtellung für drüben ſich hier
draußen geändert hat und was für Summen allein von den
Deutſchen in Venezuela nach drüben gehen, alles mit dem Zweck.
Hilfe zu bringen für das große neue Deutſchland. — „Hilf
mit.” Um unſerer Jugend mitzuhelfen beim Aufbau unſeres
Staates, beim Ringen um die Ziele der Zukunft wurde vom
Nationalſozialiſtiſchen Deutſchen Lehrerbund die illuſtrierte
Schü=
ler=Zeitung „Hilf mit” gegründet. Der Inhalt dieſes Heftes iſt
zugleich ein Schulungs= und Belehrungsblatt.
— Gernsheim, 5. Januar. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 4. d. M.: 1,54 Meter, am 5. d. M.: 1,50 Meter —
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Anwarkſchaft in der Angeſktelltenverſicherung.
Die Vorſchriften über die Aufrechterhaltung der Anwartſchaft
in der Angeſtelltenverſicherung haben durch das neue Geſetz vom
7. Dezember 1933 weſentliche Aenderungen erfahren.
Zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft in der
Angeſtellten=
verſicherung iſt es erforderlich, daß der Verſicherte
a) für die Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31. Dezember 1933,
ſo=
weit er in dieſer Zeit im zweiten bis elften Kalenderjahr
ſeiner Verſicherung ſteht, jährlich mindeſtens 8
Beitrags=
monate, ſoweit er ſchon länger verſichert iſt, jährlich
minde=
ſtens 4 Beitragsmonate nachweiſt,
b) für die Zeit vom 1. Januar 1934 in jedem Jahre mit
Aus=
nahme des Jahres, in dem der Eintritt in die Verſicherung
erfolgt, jährlich mindeſtens 6 Beitragsmonate nachweiſt.
Die Anwartſchaft erliſcht zunächſt, wenn dieſe Mindeſtzahl
nicht erreicht wird.
Die Anwartſchaft lebt allerdings wieder auf, wenn der
Ver=
ſicherte die erforderlichen Beiträge innerhalb der 2
Kalen=
derjahre nachentrichtet, die dem Kalenderjahre der Fälligkeit
fol=
gen. Das neue Geſetz läßt aber als Uebergangsbeſtimmung zu, daß
freiwillige Beiträge, die am 31. Dezember 1931 für einen
zurück=
liegenden Zeitraum noch entrichtet werden durften, bis zum 31.
März 1934 entrichtet werden können, ſolange der
Verſicherungs=
fall nicht eingetreten iſt. Hiernach können alſo die freiwilligen
Beiträge, die zur Aufrechterhaltung der Anwartſchaft für die
Jahre 1929 und 1930 etwa fehlen, ſowie freiwillige Beiträge für
jeden Monat des Jahres 1931 und für Dezember 1930 noch bis
zum 31. März 1934 entrichtet werden, ſolange der
Verſicherungs=
fall nicht eingetreten iſt.
Fehlende Anwartſchaftsbeiträge für 1932 können bis Ende
1934, für 1933 bis Ende 1935 nachgezahlt werden.
Es wird erneut darauf hingewieſen, daß es zweckmäßig iſt, die
Entrichtung noch erforderlicher Beiträge nicht bis zum
letztzuläſſi=
gen Zeitpunkt zu verſchieben, ſondern die freiwilligen Beiträge
für jedes Jahr vor dem Ende des Jahres zu zahlen.
Für die Zeit vom 1. April 1933 an wird die Zeit, während
der ein Arbeitsloſer verſicherungsmäßige Arbeitsloſenunterſtützung
oder Kriſenunterſtützung erhält oder aus der öffentlichen Fürſorge
unterſtützt wird, als Erſatzzeit für die Aufrechterhaltung der
An=
wartſchaft angerechnet.
Freiwillige Beiträge ſind in der dem jeweiligen Einkommen
entſprechenden Gehaltsklaſſe, mindeſtens aber in Klaſſe B zu
ent=
richten. In Klaſſe B können hiernach Beiträge nur von ſolchen
Verſicherten geleiſtet werden, die ohne Einkommen ſind oder deren
Einkommen im Monat den Betrag von 100 RM. nicht überſteigt.
8. Lampertheim, 4. Jan. Den Fluten entronnen.
Ein 11jähriger Junge vergnügte ſich damit, daß er mit dem
Schlitten den Damm des Altrheines hinunterfuhr. Er geriet
dabei auf das mürbe Eis und brach bis zum Halſe ein.
Geiſtes=
gegenwärtig arbeitete er ſich auf den Fußſpitzen hochſtehend aus
ſeiner gefährlichen Lage.
X Dudenhofen, 4. Jan. Am hieſigen Ort iſt eine neue
Ortsgruppe des Odenwaldklubs entſtanden, da der
ſeither hier beſtehende Wanderverein „Edelweiß” ſich auf
Grund der Beſtimmungen des Reichsſportkommiſſars über
klei=
nere Wandervereine dem Odenwaldklub angeſchloſſen hat. Aus
dieſem Anlaß trat die junge Ortsgruppe mit einem
Familien=
abend, der zugleich als Werbeabend dienen ſollte, an die
Oeffentlichkeit. Der Erfolg war ſehr gut, eine erwartungsvolle
Menge füllte den Saal des Schützenhofes bis auf den letzten
Platz. Den Abend eröffnete nach einer Begrüßungsanſprache des
Führers, Herrn Klein, die Mandolinen= und Gitarrenkapelle
der Ortsgruppe mit einigen klangvoll vorgetragenen
Muſik=
ſtücken. Dann ergriff Herr Amtsgerichtsrat Becker, Mitglied
des Hauptausſchuſſes des Geſamtklubs, das Wort, um die neue
Ortsgruppe namens des Vorſtandes des Odenwaldklubs im
Ver=
band des Klubs willkommen zu heißen und die guten Wünſche
des Vorſtandes für die junge Ortsgruppe zu übermitteln. Dann
brachten die Mitglieder der Ortsgruppe ein dreiaktiges
Volks=
ſtück von Hermann Marcellus „Heimatſonne Heimaterde”, das
in der Zeit vor, während und nach dem Weltkrieg ſpielt, in
guter Beſetzung und Wiedergabe zur Aufführung.
P. Rüſſelsheim, 2. Jan. Verhaftet wurde hier ein
Hand=
werksburſche, der beim Betteln in einem Laden aus der Kaſſette
ein Fünfmarkſtück entwendete. — Der Waſſerſtand des
Mains iſt ſeit Samstag vormittag im Steigen; die Flußbauten
(Kribben) ſind unter Waſſer. Man hofft, im Laufe der erſten
Januarwoche die Mainſchiffahrt bis Frankfurt wieder eröffnen zu
können.
* Salzloſe Koft heilt Froftbeulen.
Deulſche Aerzlin löſt das Rätſel der Froſtbeulen.
Große Erfolge bei ſchweren Fällen. — Froſtbeulen nicht nur eine
Folge der Kälte. — Warum nicht alle Menſchen unter gleichen
Bedingungen Froſtbeulen bekommen. — Gefäßwandſchwäche als
Bedingung für Froſtbeulen.
Die Froſtbeulen, die beſonders in der kalten — aber auch ſchon
in der kühlen Jahreszeit — bei vielen Menſchen als quälendes
Leiden auftreten, ſind bisher der Forſchung ein Rätſel geweſen.
Da nicht alle Menſchen unter gleichen Arbeits= und
Kältebe=
dingungen Froſtbeulen bekommen, ſo nahm man an, daß dieſe
Er=
ſcheinung in der vitaminarmen Nahrung eine Urſache hat, die
neben der beſonderen Kälteempfindlichkeit eine Rolle ſpielt. Man
ſah demgemäß von der rein äußeren Behandlung mit Salben
und Pudern allein ab und verordnete vielfach eine vitaminreiche
Nahrung, ohne jedoch damit große Erfolge zu erzielen. Nun kam
die deutſche Aerztin Frau Dr. Anna Kraſper in Marburg auf
den Gedanken, daß Froſtbeulen vielleicht eine Folgeerſcheinung
der Ernährung ſei. Menſchen mit Gefäßwandſchwäche neigen ganz
beſonders zu Froſterkrankungen der Glieder. Da die kochſalzfreie
Diät des Dr. Gerſon ſich bei verſchiedenen Erkrankungen der Haut
und bei anderen Leiden von großem Erfolge begleitet war,
ver=
ſuchte Frau Dr. Kraſper, wie ſie in der „Deutſchen Mediziniſchen
Wochenſchrift” mitteilt, bei einem beſonders ſchweren Fall von
Froſterkrankung einer Frau die kochſalzarme Diät. Die Patientin
hatte auf den Handrücken und den Fingern große Beulen mit
blaurot gefärbter Haut und knotigen Verdickunegen an den vom
Froſt befallenen Stellen. Das Leiden währte bereits
zehn Jahre und trat nicht nur im Winter, ſondern, wie auch
in vielen anderen Fällen, im Sommer und Herbſt bei kühlen
Tagen auf. Die Kranke mußte nun auf jeden Genuß von
Koch=
ſalz verzichten und erhielt dafür die ſogenannte Titroſalzdiät, die
einen Erſatz für Kochſalz darſtellt. Einreibungen und
Wechſel=
bäder, die vielfach eine Linderung bringen, waren bei ihr völlig
erfolglos geblieben und wurden darum auch ausgeſetzt. Das
Koch=
ſalz iſt als Chlornatrium eine Chlorverbindung, die bei Kranken
vielfach Schädigungen hervorrruft, ſo daß z. B. bei Nierenkranken
eine kochſalzfreie Diät eine hervorragende Rolle ſpielt.
Anſchei=
nend ſchädigt auch das Kochſalz die Gefäßwände bei empfindlichen
Perſonen, denn die kochſalzfreie Diät war von vollem Erfolge
begleitet. Zwar dauerte die Behandlung verhältnismäßig lange,
denn die Einwirkungen der kochſalzfreien Ernährung machen ſich
erſt allmählich bemerkbar. Die Behandlung begann im Dezember
1931. Im Winter 1932 war noch keine weſentliche Beſſerung zu
ſpüren. Aber im kühlen Sommer 1933 zeigte ſich bereits der
Er=
folg der Behandlung. Die Haut verlor ihre blaurote Färbung,
die Froſtbeulen und Knoten verſchwanden. Dieſer eine Fall von
Heilung einer ſchweren Froſterkrankung iſt zwar noch kein
ge=
nügend großes Material, um ein endgültiges Urteil zu fällen.
Der große und volle Erfolg ſcheint aber zu beweiſen, daß der
Weg zur Löſung des Rätſels der Froſtbeulen gefunden worden
iſt. Da das Mittel einfach und nicht mit Koſten verbunden iſt,
ſo kann es jeder, der an dieſer quälenden Krankheit leidet, leicht
erproben. Er muß allerdings Geduld haben und darf nicht
glauben, daß die kochſalzfreie Nahrung ſchon nach Tagen hilft.
Mit einer Dauer von mehreren Monaten muß man je nach der
Schwere der Krankheitserſcheinungen rechnen.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
— Mainz, 5. Jan. Die
Erdausſchachtungsarbei=
ten am Mainzer Tunnel beendet. Die
Erdausſchach=
tungsarbeiten am Mainzer Tunnel, der auf eine Länge von 330
Metern freigelegt iſt, ſind nun beendet. Etwa 350 000 Kubikmeter
Erde wurden dabei ausgeräumt.
Ah. Worms. 4. Jan. Kulturgeſchichtlicher Fund
in Worms. Der Sammlung romaniſcher Skulpturen im
Mu=
ſeum der Stadt Worms wurde ein bemerkenswerter kunſt= und
kulturgeſchichtlicher Fund zugeführt, der bei einer Unterſuchung
der mittelalterlichen Stadtmauer am Luginsland gemacht worden
iſt. Es handelt ſich bei dem Fund um ein größeres Bruchſtück
eines monolithen Fenſters, deſſen Form in der
deut=
ſchen Kunſtgeſchichte bisher noch völlig unbekannt war. Die
ur=
ſprüngliche Größe des Fundes war 53X53 Zentimeter, die Stärke
Zentimeter. Der Fenſterſtein zeigt 6 keilförmige, achtzehn
Zentimeter lange Oeffnungen, die ſich ſpeichenartig um eine
Oeff=
ung gruppieren. Nach ſachverſtändigem Urteil ſoll das
Fund=
ſtück der karolingiſchen oder der frühromaniſchen Epoche
ange=
hören.
Seite 8 — Nr. 5
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 6. Januar 1934
Der erſte Spakenſtich für das neue Rei
9
in Iueroog der Beiiin.
Oben: Der preußiſche Juſtizminiſter Kerrl bei dem ſymboliſchen Akt.
Unten: Die Arbeitsfreiwilligen wandern ans Werk.
In Jüterbog bei Berlin begannen die Arbeiten für die Errichtung des erſten Gemeinſchaftslagers
für Referendare, in dem die jungen Juriſten künftig fern von allem Formel= und Wiſſenskram eine
Erziehung zu volksgemeinſchaftlichem Denken und wahrer nationalſozialiſtiſcher Geſinnung erhalten
ſollen. Das erſte Gemeinſchaftslager, das im Herbſt vorigen Jahres errichtet wurde, war
provi=
ſoriſch in den ehemaligen Militärbaracken untergebracht worden.
Waau
Die etwa 120 eingeſchloſſenen Bergleute verloren!
Brüx. Die Rettungsarbeiten auf den
Nelſon=
ſchächten ſind notgedrungen eingeſtellt worden. Die
noch in der Grube befindlichen etwa 120
Berg=
leute ſind als verloren zu betrachten.
Dieſe Maßnahmen der Grubenleitung decken
ſich mit dem Beſchluß der amtlichen
Unterſuchungs=
kommiſſion.
Beim Vordringen gegen die Arbeitsſtelle im
Nelſonſchacht III ſind die Rettungsmannſchaften
am Donnerstag abend auf zwei Brandherde
ge=
ſtoßen. Man verſuchte vergeblich, das Feuer mit
Feuerlöſchapparaten zu erſticken. Offenbar brennt
das ganze Kohlenflöz des Reviers. Das Feuer
breitete ſich ſo raſch aus, daß die Arbeiten
ſchließ=
lich eingeſtellt werden mußten. Auch im
nordweſt=
lichen Teil konnte wegen zu ſtarker Vergaſung
der Strecke nicht weiter gearbeitet werden. Man
hat ſich daher entſchloſſen, den Mannſchaftsſchacht
und den durch die Exploſion zerſtörten
Förder=
ſchaft, die 50 Meter voneinander entfernt liegen,
von der Sohle aus gegen die übrigen Teile der
Grube abzuſperren. Während der Nacht wurden
die Sperrmauern aufgeführt. Es bleibt ſomit
nichts übrig, als die Grube ihrem Schickſal zu
überlaſſen.
Geſtern früh gegen 5 Uhr erfolgte im Oſtteil
der Grube,Nelſon III eine mit ſtarken
Erſchütte=
rungen verbundene neue Exploſion. Aus dem
Waſ=
ſerſchacht, der bisher als Zugang für die
Rettungs=
mannſchaften diente, ſteigt mit Rauch vermiſchter
Waſſerdampf auf.
Nach einer Meldung tſchechoſlowakiſcher
Blät=
ter bemerkte Innenminiſter Tſcherny, der in der
Nacht auf Donnerstag an der Unglücksſtätte
er=
ſchienen war, daß überhaupt kein Staatsbeamter
des Revierbergamts zugegen war. Er ließ die
Be=
amten ſuchen und ſtellte feſt, daß ſich die Beamten
in ihre Wohnungen begeben hatten. Der Miniſter
beſtellte alle Beamten des Bergamts ſofort an die
Unglücksſtelle und ſprach ihnen ſeine
Verwunde=
rung aus, daß Staatsbeamte, die mit der
Kon=
trolle des Reviers betraut ſind, zur Zeit einer
ſolchen Kataſtrophe ruhig nach: Hauſe gehen können
und ſich dort ſchlafen legen.
Scwelen Safferkräftwerlangiaa melfaß
Paris. In der Nähe von Urbeis, das weſtlich
von Colmar liegt, hat ſich ein ſchweres
Waſſer=
kraftwerkunglück ereignet. Der Damm eines zu
dem dort gelegenen Waſſerkraftwerk gehörigen
Ka=
nals iſt gebrochen, wodurch die ganze Umgebung
überflutet wurde. Nach noch unbeſtätigten
Mel=
dungen hat das geſamte Perſonal des Kraftwerkes
den Tod gefunden. Das Dorf Urbeis ſoll ebenfalls
von den Fluten bedroht ſein. Die Feuerwehren
und die Garniſon von Colmar ſind an der
Un=
glücksſtelle. Die Zahl der Opfer iſt noch nicht
bekannt.
Das Waſſerkraftwerk liegt zwiſchen dem
ſoge=
nannten Weißen und dem Schwarzen See. Der
letztgenannte See iſt etwa 100 Meter höher
ge=
legen. In der vergangenen Nacht iſt nun der
Ver=
bindungskanal zwiſchen den beiden Seen gebrochen,
und in ganz kurzer Zeit hatten die
herunterſtür=
zenden Waſſermaſſen das Kraftwerk vollkommen
überſchwemmt.
Zu der Ueberſchwemmungskataſtrophe bei
Ur=
beis in der Nähe von Colmar ergänzend
ver=
lautet, ſind neun Perſonen in den Fluten
umge=
kommen, darunter der Direktor und der leitende
Ingenieur des Waſſerkraftwerkes. Nur zwei
Ar=
beiter konnten noch im letzten Augenblick gerettet
werden.
Da Gefahr beſteht, daß die im Tal gelegenen
Gehöfte ebenfalls von den Waſſermaſſen erreicht
werden, hat der Präfekt die ſofortige Räumung
angeordnet. Trotz der Schnelligkeit der
Hilfsar=
beiten befürchtet man einen Bruch der Deiche. Die
Arbeiten des Militärs und der Feuerwehr werden
durch den Schlamm erſchwert, der etwa einen
Meter hoch liegt. Der durch die Ueberſchwemmung
der Kraftwerksanlagen angerichtete Sachſchaden
ſoll ſich auf mehrere Millionen belaufen.
Die Leichen der bei dem
Ueberſchwemmungs=
unglück bei Urbeis Verunglückten konnten bisher
noch nicht geborgen werden. Es handelt ſich um
drei Franzoſen, drei Schweizer und drei Italiener.
Das Dach des Kraftwerkes wurde eingedrückt, und
das ganze Gebäude iſt überſchwemmt worden. Die
beiden Arbeiter, die ſich in Sicherheit bringen
konnten, haben bei dieſer Gelegenheit auch die
Mutter eines verunglückten Vorarbeiters gerettet,
die erſt am Tage vorher zum Beſuche ihres Sohnes
eingetroffen und im oberſten Stock des
Waſſer=
kraftwerkes untergebracht worden war. Infolge
des ſtarken Nebels war es bisher noch nicht
mög=
lich, die Urſache des Unglücks feſtzuſtellen.
Ueber den ſchweren Waſſerrohrbruch beim
Schwarzen See bei Urbeis werden jetzt noch
fol=
gende ergänzende Einzelheiten bekannt.
Der Rohrbruch ereignete ſich kurz vor dem
Ein=
tritt der Druckleitung in das beim Schwarzen See
gelegene Turbinenhaus. In dem Turbinenhaus
be=
fanden ſich im Augenblick der Kataſtrophe gerade
13 Perſonen, von denen neun ertrunken ſind.
Un=
ter den Toten befinden ſich der Direktor des
Kraftwerkes, Wohlgerot, der Oberingenieur Sahl,
der Poſtenchef Roth ſowie zwei Monteure aus
Zürich. Zwei weitere Arbeiter ſowie die Mutter
und die Schweſter des Poſtenchefs Roth konnten
ſich im letzten Augenblick in Sicherheit bringen.
Die Leichen der Ertrunkenen konnten noch nicht
gefunden werden, da ſie von den Waſſermaſſen
unter die Turbinen= und Maſchinenanlagen
ge=
trieben worden ſind.
Am Freitag mittag floß noch immer mehr
Waſ=
ſer aus dem Weißen See in den Schwarzen See,
als dieſer aufnehmen kann, doch haben die
Stau=
mauern bisher Stand gehalten. Ein offizielles
Kommuniqué behauptet, daß der Pegel bis
Sams=
tag wieder normal ſein werde. Im Urbeistal
muß=
ten einige Straßen geſperrt und die tiefer
ge=
legenen Bauernhöfe auf behördliche Anordnung
von Menſchen und Vieh geräumt werden.
Der bisher angerichtete Sachſchaden dürfte ſich
auf mehrere Millionen Franken belaufen. Das
von der Kataſtrophe betroffene Werk gehört der
Société Hydro=Electrique des Voeges, einer
Toch=
tergeſellſchaft der Forces Motrices am Haut=Rhin
in Mülhauſen.
Tödlicher Unfall
auf dem Aſchaffenburger Bahnhof.
Aſchaffenburg. Geſtern morgen um 7.30
Uhr ereignete ſich im hieſigen Hauptbahnhof ein
tödlicher Betriebsunfall. Der verheiratete 25 Jahre
alte Bahnarbeiter Rohmann wurde von einem
Rangierzug erfaßt und überfahren. Der
Verun=
glückte war ſofort tot
Raubüberfall auf eine Baſeler Bank.
Baſel. Am Freitag morgen gegen 8.30 Uhr
wurde auf die Bank Weber in der
Eliſabethen=
ſtraße ein frecher Banküberfall ausgeführt. Zwei
Männer fuhren in einem Kraftwagen bei der
Bank vor, drangen in das Gebäude ein und gaben
mehrere Schüſſe auf die beiden Schalterbeamten
ab. Die Beamten ſtürzten blutüberſtrömt zu
Bo=
den. Ein Lehrling konnie entkommen. Den beiden
Räubern gelang es, eine Geldkaſſette mit etwa
4500 Franken in Silber ſowie einen Notenbetrag
in noch nicht bekannter Höhe zu entwenden und
das Weite zu ſuchen.
Einer der beiden bei dem Raubüberfall auf
die Wever=Bank ſchwer verletzten
Bankangeſtell=
ten, der Hauptkaſſierer, iſt bald nach ſeiner
Ein=
lieferung ins Krankenhaus geſtorben. Er hatte
einen Lungen= und einen Rückenſchuß erhalten.
Ein weiterer Bankangeſtellter erhielt mehrere
Kopfſchüſſe und erlitt dabei ſo ſchwere
Gehirnver=
letzungen, daß an ſeinem Aufkommen gezweifelt
wird. Dagegen konnte ſich ein im Schalterraum
aufhaltender Lehrling rechtzeitig in Sicherheit
bringen.
Die beiden Räuber waren in einem geſtohlenen
Kraftwagen vorgefahren und konnten entkommen,
obwohl ſie beim Verlaſſen des Bankgebäudes von
einem zufällig daherkommenden Poliziſten
be=
merkt wurden. Es wurde ſofort eine ſcharfe
Grenz=
kontrolle durchgeführt.
Die Nelſon=Gruben.
Der zerſtörte Förderturm.
Hunderte von Angehörigen warten vor der Grube auf Nachricht von den verſchütteten Bergarbeitern.
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Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 5 — Seite 9
Elf Huſaren reiten durch den Feind
Das Huſarenſtück der Kavalleriepakrouille Richter in Belgien.
Deutſche weittragende Geſchütze beſchoſſen die Bahnlinie
und den Wald.
Am Tod und Leben..."
(Schluß.)
Aber die neun Deutſchen haben nur noch acht Pferde.
Fra=
gend ſehen die Huſaren auf ihren Leutnant, der auf der Straße
ſteht und ſich umſieht.
Kein Pferd, kein Gefährt zu entdecken. Was iſt zu tun?
Die Leute ſind müde, aufgeritten, haben über ſechzig
Kilo=
meter Tagesleiſtung hinter ſich.
„Los! Weiter!” ruft Leutnant Richter, hält ſich mit einer
Hand in der Mähne eines Pferdes feſt und rennt in langem
Daufſchritt ſo neben ſeiner Patrouille her.
So kamen ſie in das Waldgebiet nördlich Weſelmael.
Zwiſchen Sallaeken und der Eiſenbahn in einem Birkenhain
Finden die Gehetzten endlich Ruhe. Siebzig Kilometer ſind ſie
ge=
ritten, davon zehn im Galopp.
Nur der Führer gönnt ſich keine Ruhe. Er muß für ſeine
Leute und für ſeine Pferde ſorgen. Alles hat Hunger und Durſt.
Es war ein heißer, wilder Tag.
Leutnant Richter ſ leicht ſich in das etwa einen Kilometer
entfernte Sallaeken zurück. Vor einer Villa ſpäht er in eine
Küche und wartet. Wartet, bis die Bewohner in einem Neben=
Bimmer verſchwinden. Dann eilt er zum Küchenfenſter, ein
Rlimmzug am Fenſterkreuz, ſchon iſt er drin. Requiriert Brot,
„Wurſt und Schokolade. Krieg iſt Krieg. Aber man iſt kein Dieb.
DDer Leutnant holt einen deutſchen Taler aus der Taſche und
Tegt ihn auf den Küchentiſch.
Auf dem Weg zu ſeinen Leuten zurück, ſtößt er auf belgiſche
Soldaten. In den tief herabhängenden Zweigen von Fichten und
Tannen verbirgt er ſich.
Plötzlich ſchauen ſich die Soldaten nach allen Seiten um.
Haben ſie Leutnant Richter entdeckt?
Aber ſie ſcheinen ſich ſelbſt verbergen zu wollen. Und
Leut=
rant Richter ſieht, wie die Soldaten ihre Uniformen ausziehen,
aus den Torniſtern die berüchtigten blauen Monteuranzüge holen,
dieſe anlegen und als Ziviliſten weitermarſchieren.
Vor Leutnant Richter liegen jetzt allein und verlaſſen
rehr belgiſche Uniformen, als er noch Leute hat.
Soll er ... .??
Der Führer der Huſarenpatrouille ſtarrt auf die Uniformen
and überlegt.
So kämen ſie vielleicht beſſer durch.
Aber, wenn man ſie abfängt ..."
Wenn man deutſche Soldaten in belgiſchen Uniformen
ab=
ängt .....!
Und Gefangennahme iſt ſo gut wie ſicher, hundert zu eins,
etzt, wo Leutnant Richter allein iſt, kann er ſich das zugeben.
Sie haben ſchon ſoviel Glück, ſoviel Duſel gehabt .. . Man ſoll
Gott nicht verſuchen. Und der Leutnant läßt die belgiſchen
Uni=
ſtormen liegen und eilt zu ſeinen Leuten zurück.
Höchſte Zeit, daß er kommt. Die Huſaren ſind ſchon in
höch=
ter Aufregung. Belgiſche Truppen, die knapp fünfhundert Meter
weiter waren, hatten ſie
tentdeckt
and eine Patrouille herübergeſchickt, die gerade unterwegs war.
Wieder mußte die deutſche Patrouille weiterziehen, ſchlug
Sogen nach Weſt und Nord und Oſt und verſteckte ſich ſchließlich
im einer kleinen Kute auf dem Rotſelaerenberg. Wieder machte
ſich der Führer allein auf den Weg: Waſſer ſuchen. Zwar
war das, was er fand, etwas moraſtig, aber nach der Hitze und
den Anſtrengungen des Tages erquickte es doch Roß und Mann.
Und endlich konnte man ſich ſchlafen legen.
„Wer ſoll zuerſt Poſten ſtehen, Herr Leutnant?” fragte der
Unteroffizier.
„Poſten?” der Leutnant ſchüttelte den Kopf, „hat gar
kei=
ren Zweck, Behrend, es ſchläft doch jeder ein. Vertrauen wir auf
Sott. Gute Nacht.”
Und nach wenigen Minuten ſchliefen die Männer und die
Pferde wie die Klötze mitten im Feind. Fünfhundert Meter von
ichnen entfernt rollten die vollbeſetzten belgiſchen Militärzüge
ichrer Front zu. Einer nach dem anderen.
Aber ſchon nach wenigen Stunden wurden die Schläfer
wie=
er geweckt. Die Erde zitterte, dumpf tönte und krachte es in
der Luft.
Und die belgiſchen Militärzüge fuhren wiederum dichtbeſetzt,
bereits in anderer Richtung, weſtwärts.
Die Huſaren ſahen auf ihren Führer:
„Ohren ſteif halten, Leute! Kommen wir nicht zur
Front, ſo kommt die Front zu uns. Jetzt kommen wir
bald durch.”
Ein neues Verſteck mußte geſucht werden, um vor der
eige=
nen Artillerie geſchützt zu ſein. Wieder zog man in Bogen und
Kreiſe ſchlagend weiter und landete in einem Wieſengelände
öſtlich Heikant in einem Gebüſch gekröpfter Pappeln.
Belgiſche Truppen zogen an ihnen vorbei, weſtwärts, die
deutſche Front drang unaufhaltſam vor.
„Pferdeköpfe herunterhalten, damit ſie nicht über Gebüſch
ſehen!“
Alles ſtand mit dem Karabiner in der Hand auf Anſchlag.
„Aufpaſſen, daß Steigbügel nicht aneinanderklirren und
Sättel nicht klappern!“
Atemlos ſpähten und lauſchten die Deutſchen.
Hundert Meter weg lagerte ſich eine belgiſche Kompagnie.
Leiſe ſtieß der Leutnant einen Fluch durch die Lippen.
Vier Stunden ſtanden ſie ſo.
Da lagert ſich auf der anderen Seite des Gebüſches eine
zweite belgiſche Kompagnie.
Die Huſaren ſtehen wie eine Mauer, und auch die braven
Pferde rühren ſich nicht, als wüßten ſie, worum es geht.
Immer wieder ſieht der Leutnant auf die Armbanduhr.
Sieben Stunden ſtehen ſie jetzt. Es iſt zum ...
Endlich ziehen die beiden Kompagnien weiter.
Dafür kommen vom Oſten aufgelöſte Schützenzüge, die ſich
mit unſichtbaren deutſchen Truppenteilen herumſchießen.
Die Front kommt zur Patrouille.
Im Pappellaub klatſcht und pfeift es über den Huſaren.
Ein=
ſchlagende deutſche Geſchoſſe.
„Aufpaſſen, Leute, jetzt haben wir es bald geſchafft.”
Und es iſt wie ein Wunder. Keine Kugel trifft einen Mann,
keine ein Pferd und kein Feind ſucht Deckung in dem Gebüſch.
Und ſchließlich ſtehen die neun Huſaren mit ihren acht
Pfer=
den mitten zwiſchen den feuernden Linien.
„Aufpaſſen, Leute”, ruft der „atrouillenführer, zieht ſein
Taſchentuch und tritt winkend aus dem Gebüſch und geht nach
Oſten.
„Aufſitzen, marſch, marſch!"
Auf Teile des 2. A.K. iſt Leutnant Richter geſtoßen und ſie
haben ihm geſagt, daß ſein Regiment bei Hogdonck im Gefecht iſt.
Wieder reitet die Patrouille im Galopp, jetzt hinter der
deutſchen Linie und ſtößt endlich wieder zum Regiment, als
die=
ſes gerade das Gefecht ſiegreich beendet hat.
„Höheren Orts”, berichtet Leutnant Richter beſcheiden, „war
man mit der Meldung der Patrouille ſehr zufrieden.”
Sie hatten das E.K., das ihnen daraufhin überreicht wurde,
wohl verdient.
Zum Oreikönigstag.
Sopyright by Auguſt Scheil
Rei
G. m. b. H., Berlin.
72) Nachdruck derboten.
Wenn Islitz nicht der Täter war, ſo mußte es Barthelot ſein;
Der aber deſſen Frau; der hyſteriſchen Auftritt mit Frau von Lolli
hirz vor deren Tod wir ja us verſchiedenen Zeugenausſagen kennen.
Eun, auch dieſer Verdacht hct ſich als völlig unbegründet erwieſen. Auch
ier iſt der Alibibeweis durdaus gelungen. Eben deshalb, ſo folgert der
berr Staatsanwalt, iſt und bleibt der Schuldige Herr Benjamin Zeck.
Und er häuft Beweis auf Bwweis. Es ſind aber keine Beweiſe — ſondern
Wenſoviel Trugſchlüſſe. Ein einziges Wort meines Mandanten wird noch
m Verlauf der heutigen Sitzung das ganze Kartengebäude dieſer In=
Nizienbeweiſe in die Luft fhttern machen. Ich betone: dieſes Wort hat
ir mir gegenüber bisher nah nicht ausgeſprochen. Hier aber, wo er
ein=
hen muß, daß nur der Spfung in die Wahrheit ihn aus dem furchtbaren
Berdacht retten kann, hier wo er fühlen muß, daß er’s ſeiner greiſen
Fkutter, ſeinen Brüdern ſchlldig iſt, den hochangeſehenen Familiennamen
toon dem ſchmählichen Anpurf zu befreien, hier wird er ſich endlich das
Sort, das ihn Monate hirdurch, Tag und Nacht, gepeinigt hat, mit dem
T als ſtolzer, ritterlicher Aann ehrlich und aufrecht gekämpft hat, ſolange
(s möglich war und ſolanſe es Sinn hatte — hier wird er ſich’s von der
Seele ringen müſſen: „Fläulein Petra Aſtern war die Täterin!“
Das iſt nicht wahr! ſchrie Benjamin auf. Hochemporgereckt ſtand
er in der Anklagebank un preßte verzweiflungsvoll die Fäuſte gegen die
Schläfen.
Auch auf der vordgen Zeugenbank gab es eine Bewegung; die
BBeheimrätin hatte ſich ſufgerichtet, ſich ſtützend auf die Schultern der
ſeben ihr ſitzenden beidch älteſten Söhne. Es war, als wollte ſie ſich auf
Federer ſtürzen.
Eine ſcharfe Rüge ds Präſidenten unterbrach den Tumult.
„Setzen! Setzen!” ſief es aus dem Zuhörerraum.
„Der Telefonruf, ſer am 10. Oktober um ſechseinhalb Uhr Herrn
Seujamin Zeck aus ſeiner Wohnung in der Schinkelvilla abrief, war von
räulein Aſtern in Sene geſetzt. Während Zeck neben dem Lift die
KSordertreppe heraufkan, benutzte Fräulein Aſtern den Küchenausgang
um Hofe, drang durchdas kleine Säulenportal unvermutet ins
Arbeits=
u mmer ihres Verlobtch, erledigte die Nebenbuhlerin durch zwei Schüſſe
uus nächſter Nähe, drickte ihr den Browning in die Hand, entkam
un=
eſehen über den Hof — und trat ihrem Verlobten in der oberen Diele
es Vorderhauſes entkgen, ohne daß er noch eine Ahnung haben konnte,
Gas inziviſchen geſcheſen wvar. Ihm fiel damals die Haſt an ihr auf, die
roße Verwirrung. 2ber den wirklichen Grund dafür erkannte er erſt
Däter. Für die Unſicherheit ſeiner erſten Ausſagen haben Sie nun die
Die Anbetung des Heiligen Kindes durch die drei Könige Kaſpar, Melchior und Balthaſar.
(Gemälde von Hugo van der Goes, 1440—1482.)
Der 6. Januar iſt dem Gedenken der drei Könige aus dem Morgenlande gewidmet, die, dem Stern von Bethlehem folgend, einſt ins
Heilige Land zogen, um dem Chriſtkind Gold, Weihrauch und Myrrhen darzubringen.
ee
Es gab eine kurze Beratung des Gerichtshofes. Der Vorſitzende
erklärte darauf:
Die Verſchleppung, die nun hier in letzter Stunde eintritt, iſt für
den Verlauf des Prozeſſes ſehr zu beklagen. Der Angeklagte und die ihm
Naheſtehenden werden wohl ihre Wünſche bezüglich eines
Erſatzver=
teidigers äußern wollen. Andernfalls müßte ein Offizialverteidiger er=
Ta
nannt werden. Durch dieſen Wechſel in der Verteidigung iſt es aber
Ta
unmöglich geworden, noch heute zu einem Urteilsſpruch zu kommen.
Ich beraume die Fortſetzung der Verhandlung einſtweilen auf morgen
früh zehn Uhr an.”
EUUSAHOTTHA
Das Richterkollegium und die Geſchworenen erhoben ſich. Die
Türen wurden geöffnet.
Im Nu hatte ſich das Bild im ganzen Saale geändert.
Erklärung. Furchtbar war für ihn der von der erſten Beklemmung und
Im Zuhörerraum herrſchte kaum größeres Durcheinander als
Ahnung bis zur niederſchmetternden Gewißheit durchzukämpfende Weg
der Seelenfolter. Verſetze ſich ein jeder, der einen Stein auf ihn werfen, zwiſchen den Bänken der Zeugen, den Tiſchen der Preſſe und der
Ver=
will, in ſeine Lage. Er durfte, er konnte damals die Wahrheit nicht ſagen. keidigung.
Mit Dr. Auguſt Zeck und „Mummi” war Dr. Kötzſchau, der der
Damals nicht. Denn es wäre ihm unmöglich geweſen, das junge Weib,
das er liebte, deſſen Schickſal er an das ſeine feſſeln wollte, des ſchweren Sitzung beigewohnt hatte, zur Anklagebank herübergekommen.
„Das iſt ja eine Kataſtrophe!” ſagte er, noch ganz außer ſich. „Sie
Verbrechens zu zeihen: eines Mordes, der aus Eiferſucht geſchah — ihm
zuliebe. Aber heute iſt die Stunde gekommen, in der ich, gewiß im Namen, haben keine blaſſe Ahnung gehabt, Zeck, daß der Mann mit einer ſolchen
aller, die dem Recht und der Wahrheit zum Siege verhelfen wollen, als Handgranate jonglierte? Ja, iſt er denn bei Sinnen? Ich bin jetzt
tod=
ſein Verteidiger und ſein Freund, die Bitte, ja den Befehl an ihn richte: unglücklich darüber, daß ich Ihnen Federer zugeführt habe —‟
Geſtehen Sie, Herr Doktor Benjamin Zeck, daß Sie um die Schuld von
„Ubernehmen Sie die Verteidigung ſelbſt, Herr Dr. Kötzſchau!”
Fräulein Aſtern wiſſen!“
drang Paul Zeck in den Syndikus. „Niemand kennt die Maſchen dieſes
Ben konnte kaum ſprechen vor Aufregung. Er rang nach Luft. Die unheimlichen Intrigennetzes, das ſich über unſerem Bruder zu ſchließen
Fäuſte in die Luft ſtreckend, ſtieß er aus: „Nur ein Wort — nur eines — droht, beſſer als Sie. Ich bin überzeugt, Sie retten ihn uns.”
und das heißt: Gott ſchütze mich vor meinen Freunden!” Er zeigte auf den
Der Aufſichtsbeamte klingelte hinter der Anklagebank, in dem
Staatsanwalt mit der geballten Fauſt: „Vor meinen Feinden wird mich ſchmalen Gang, der zum Ausgang führte, mit dem Schlüſſelbund. Ben
die Ehrlichkeit meiner Nichter ſchützen!“ Danach ſank er zuſammen, barg mußte ſich erheben. Er ſtreckte über die pultartige Brüſtung der Bank
den Kopf in den Händen.
hinweg ſeiner Mutter die Hand zu. „Nicht weinen, Mutter!” bat er.
Der Staatsanwalt verlangte vom Präſidenten die ſofortige Rüge
„Ach,” ſagte ſie und gebrauchte ihr Taſchentuch energiſch, „ich
be=
des Ausfalls, den der Angeklagte ſich geſtattet habe. „Es iſt eine ganz
ver=
kehrte Auffaſſung, daß ich als öffentlicher Ankläger von irgendeiner mühe mich ja ſchon lauge, herzhaft zu lachen. Es will mir nur nicht recht
Feindſchaft, vohl gar einer perſönlichen Feindſchaft, gegen den Ange= gelingen. Soviel Stoff vorhanden wäre: die Dummheit der Menſchen —
klagten befangen ſei. Ich bin aber überzeugt, daß die peinliche parteiloſe mit der ſelbſt Götter vergebens kämpfen!“
Ein bißchen getröſtet ſchieden ſie nun doch voneinander.
Nüchternheit, deren ich mich bei der Zuſammenfaſſung der Indizien be=
Ein Zeitungsberichterſtatter ſchilderte die kurze Szene in der
Morgen=
fleißigt habe, den Angeklagten nicht ſo ſchwer geſchädigt hat wie der
Freundſchaftsdienſt, den der Herr Verteidiger ihm ſoeben glaubt geleiſtet, zeitung und fügte hinzu: „Die zehn blauen Augen der fünf Träger des
Namens Zeck waren der einzige Lichtpunkt in dem winterlichen Grau des
zu haben.”
Die Geheimrätin war von einem Weinkrampf erfaßt; ihr älteſter trüben Kriminalgerichtsſaales.”
Sohn, der Arzt, bemühte ſich um ſie.
Das Publikum, das den Zeitungsberichten über den Fall Lolli mit
Julius und Paul waren quer über den Saal auf den Tiſch des
Verteidigers zugetreten. Sie ſprachen auf Federer und den Bruder ein. größter Spannung gefolgt war, zeigte ſich ſchwer enttäuſcht, als es am
Es kam nun zu der ſchon kang gefürchteten Entladung. In ſeiner, anderen Morgen von der Vertagung las. Es hatte beſtimmt damit
ge=
nervöſen, gereizten Art erwiderte Federer auf die Vorwürfe, die ihm von rechnet, heute früh in allen Blättern der fetten Uberſchrift zu begegnen,
den Brüdern ſeines Mandanten und von dieſem ſelbſt gemacht wurden. die das Urteil von der geſtrigen Abend= oder Nachtſitzung enthielt: „Zum
Tode veruteilt” — oder „Freigeſprochen!” Etwas anderes gab es ja
Der Vorſitzende ſuchte zu vermitteln.
Doch plötzlich fiel das Wort Federers: „Nun gut, dann lege ich die kaum. Man war hier nicht ſo frivol wie in anderen Ländern, in denen
Verteidigung nieder.” Er klappte die blaugehefteten Aktenbündel zu und man in ſolchen Fällen Wetten abſchloß. Aber auch hier hatten ſich zuei
Pärteien gebildet, die für das Schuldig oder Nichtſchuldig mit perſönliche:
ſchickte ſich an, ſeinen Platz zu verlaſſen.
„Ich bitte um einen Schriftſatz, Herr Verteidiger!” rief Priewe / Gereiztheit eintraten,
(Fortſetzung folgt.
ihm zu.
Seite 10 — Nr. 5
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Samstag, 6. Januar 1934
O
TadsSadlulKttt
* Fußball in Skarkenburg.
Rückrundenbeginn in der Bezirksklaſſe Südheſſen.
Germania 03 Pfungſtadt — VfR. Bürſtadt.
Sportvg. 04 Arheilgen — Polizei Darmſtadt.
Olympia Lorſch — Viktoria Urberach.
SV. 1898 Darmſtadt — Olympia Lampertheim.
Haſſia Dieburg — Starkenburgia Heppenheim.
Der erſte Januarſonntag 1934 bringt den Beginn der
Rück=
runde der Bezirksklaſſe in Südheſſen. Die Spiele beginnen jetzt
mehr denn je wichtiger zu werden, nachdem jeder Sonntag das
Ende der Meiſterſchaftskampagne näher bringt. Mit dem
Ver=
ſchieben der „Revanchen” auf die nächſte Runde iſts jetzt aus. —
Der Tabellenführer muß zum Rückſpiel nach Pfungſtadt. Im
Vorſpiel landeten die Raſenſpieler einen 11:0 Sieg über die ganz
aus Rand und Band gekommenen Germanen; diesmal wird man
es billiger tun, aber ein Erfolg der Raſenſpieler iſt doch zu
er=
warten. — In Arheilgen erwartet man den
Polizeiſportver=
ein. Das Vorſpiel endete 2:1 für die Ordnungshüter. Sie ſollten
ſich auch in Arheilgen durchſetzen, denn die Polizei hat ſich am
Mühlchen immer beſſer geſchlagen als auf eigenem Platz. — In
Lorſch tritt Viktoria Urberach an. Das Vorſpiel ging mit 6:1
an Lorſch, das auch das Rückſpiel (wahrſcheinlich aber knapper)
gewinnen dürfte. — Am Böllenfalltor in Darmſtadt
erwartet der SV. 1898 die Lampertheimer Olympia. Die 98er
haben ſich für eine 2:0 Schlappe vom Vorſpiel zu revanchieren.
daß es gelingt, ſollte man der Mannſchaft ſchon zutrauen. — Das
letzte Spiel ſieht Starkenburgia Heppenheim bei der Haſſia
Dieburg. Im Vorſpiel gab es intereſſanterweiſe ein 5.5.
Dies=
mal ſollten beide Punkte in Dieburg bleiben.
Der Spielbetrieb in der Kreisklaſſe 1.
Gruppe 1 (Groß=Darmſtadt).
Hier brachte der 31. Dezember folgende Ergebniſſe: FC.
Egelsbach — SV. Weiterſtadt 10:0, SV. Roßdorf — Union
Wix=
hauſen 7:2. Tgeſ. 1875 — Rot=Weiß Darmſtadt 2:5, Germania
Eberſtadt — SV. Groß=Gerau 6:1, Union Darmſtadt — Viktoria
Griesheim 2:0, VfL. Michelſtadt — SC. Ober=Ramſtadt 4:3.
Dieſe Reſultate haben folgenden Tabellenſtand gebracht:
Spiele gew. un. verl. Tore Pkte.
FC. 03 Egelsbach
.. 10
56:9 20
19
Rot=Weiß Darmſtadt .
27:20
Sportverein Roßdorf
34:19
Sportv. Mörfelden
34:12
Union Wixhauſen.
21:18
3335
Germania Eberſtadt
2:22
VfL. Michelſtadt
39:31
Union Darmſtadt
16:23
15:27
G. Ober=Ramſtadt
10:33
SV. 1911 Groß=Gerau
18:33
Viktoria Griesheim
17:30
Tgeſ. 1875 Darmſtadt
16:38
SV. Weiterſtadt.
Nachzutragen iſt weiter ein Privatſpiel am Neujahrstage
zwiſchen Germania Eberſtadt und Germania Pfungſtadt. Die
Pfungſtädter gewannen mit 3:1 (1:0) ſicherer als das Ergebnis
beſagt.
Gruppe 3 (Dreieich).
Die Gruppe 3 meldet folgende Ergebniſſe: SV. Münſter. —
FC. 02 Dreieichenhain 9:0 (3:0), SV. Offenthal — Germania
Babenhauſen 5:1 (3:0), Alemannia Jügesheim — SV. Nieder=
Roden 2:4-(1:0). — Ferner meldet Münſter noch ein Privatſpiel
un Weihnachten gegen Viktoria Urberach, das die Münſterer mit
3:0 gewannen. Die Spitzengruppe der Tabelle präſentiert ſich jetzt
wie folgt;
SV. Münſter
SC. 06 Dietzenbach
FC. 02 Dreieichenhain
Spiele
W
un.
verl.
Tore Pkte.
33:7
18:5 14
14:21 9
Die Meiſterſchaft ſpitzt ſich alſo zu einem Duell Münſter —
Dietzenbach zu.
Am Sonntag, 7. Januar, ſpielen:
Gruppe 1: SV. Groß=Gerau — FC. 03 Egelsbach,
Sportver=
ein Mörfelden — SV. Roßdorf. SC. Ober=Ramſtadt
Union Wixhauſen, Viktoria Griesheim — VfL. Michelſtadt,
SV. Weiterſtadt — Germania Eberſtadt, Tgeſ. 1875 —
Union Darmſtadt (10,45 Uhr).
Gruppe 3: Sportklub Dietzenbach — Alemannia Jügesheim,
FV. Eppertshauſen — Sportverein Münſter, Germania
Babenhauſen — SV. Nieder=Roden, Tgde. Sprendlingen —
FSV. Groß=Zimmern. Sportverein Offenthal — Germania
Ober=Roden.
Von beſonderer Bedeutung ſind die Spiele in Mörfelden und
Eppertshauſen.
Vom Spielbetrieb der Kreisklaſſe 2.
Gemeldete Ergebniſſe vom 31. Dezember:
Gruppe 1: TV. Biebesheim — TV. Stockſtadt 4:4 TV.
Erfelden — Germania Leeheim 0:1. Gruppe 2: SV. Erzhauſen
— FV. Gräfenhauſen 4:2, TuSV. Meſſel — TuSV. Erzhauſen
:2. Reichsbahn Darmſtadt — Eſchollbrücken 4:4. Gruppe.
FSV. Jugenheim — TV. Alsbach 3:3 (2:2). — Gruppe 4: V.
f. R. Erbach — Sportverein Höchſt 2:2, Spielvgg. Groß=Umſtadt
— SV. Lengfeld 4:3. VfR. Beerfelden — Viktoria Schaafheim
3:3. Gruppe 5: Affolterbach — Oberabtſteinach 1:5, Unter=
Schönmattenwag — Waldmichelbach 3:2. Rimbach — Flockenbach
23 ()), Aſchbach.— Fürth 2,5, Hammelbach — Mörlenbach, 34.
Gruppe 6: DJK. Oberroden — SV. Dudenhofen 1:1, DJK.
Münſter — DJK. Eppertshauſen 6:5.
Spiele am Sonntag, 7. Januar:
Gruppe 1: TV. Nauheim — TV. Erfelden Gruppe 2:
FV. Gräfenhauſen — Reichsbahn Darmſtadt, TuSV. Meſſel —
Merck Darmſtadt, TuSV. Erzhauſen — Olympia Hahn Gruppe
3: TV. Auerbach — TV. Alsbach. FSV. Seeheim — DFK
Bens=
heim. FSV. Jugenheim — VfR. Fehlheim, TV. Bickenbach
TuSV. Kleinhauſen. Gruppe 4: VfR. Beerfelden — SV.
Höchſt, VfR. Erbach — Spvgg. Groß=Umſtadt. Viktoria
Schaaf=
heim — SV. Lengfeld. Gruppe 5: TV. Mörlenbach — TV.
Aſchbach. Jahnbund Waldmichelbach — FV. Oberabtſteinnach,
KSV. Rimbach — TV. Affolterbach. TV. Hammelbach — DJK.
Fürth, TV. Gorxheim — Odin Unterſchönmattenwag.
Kreisklaſſe I, Gruppe 2, Ried.
Die Schlußſpiele der Vorrunde verſprechen einen normalen
Verlauf zu nehmen. Die Bürſtädter DJK. hat Alem. Groß=
Rohrheim zu Gaſt, wobei es den Groß=Rohrheimern wohl
gelingen wird, endlich wieder einen Sieg zu buchen und damit
den Mittelplatz der Tabelle zu behaupten. Der ſehr ſtark
auf=
wärts ſtrebende FV. 1919 Biblis empfängt auf eigenem Platze
die Lorſcher DJK., die dort um eine Niederlage ſicherlich nicht
herumkommen wird. Da Bobſtadt und Olympia
Biebes=
beim noch frei ſind, iſt es ſehr leicht möglich, daß auch dieſes
Spiel in Bobſtadt angeſetzt wird. Die Tabellenführung
be=
hauptet mit einem Punkt Vorſprung der FV. Conc.
Gerns=
heim. Nachzutragen iſt noch, daß Olympia Lorſch das
Rückſpiel in Friedrichsfeld 2:0 gewinnen konnte.
In der Kreisklaſſe II trennten ſich Alsbach—Spp.
Jugenheim 3:3: dagegen ſiegten die Bickenbacher Turner in
Auerbach überraſchend hoch 6:2. Der FC. Leeheim ſetzte
ſich in Erfelden mit einem knappen 1:0=Sieg durch, dagegen
teilten ſich Tv. Biebesheim und Tade. Stockſtadt mit dem
ſonderbaren Reſultat 4:4 in die Punkte.
Diesmal rechnet man mit Siegen in Biebesheim,
Nauheim Seeheim und Jugenheim, während es in
Auerbach und Bickenbach evtl. eine Punkteteilung geben
wird.
Sppgg. Arheilgen -Polizei Darmſtadt.
Morgen ſteigt wieder ein Großkampf am Arheilger Mühlchen.
Die Fußballer empfangen den Tabellenzweiten, Polizei
Darm=
ſtadt. Das Zuſammentreffen beider Mannſchaften zählte ſchon
immer in Arheilgen ſowohl wie in Darmſtadt, zu den
zugkräftig=
ſten Begegnungen, und auch diesmal wird es ſeine
Anziehungs=
kraft nicht verfehlen. In faſt allen Begegnungen kämpften beide
Mannſchaften mit wechſelvollem Geſchick und ſtets gaben wichtige
Tabellenplätze den Spielen ihre beſondere Bedeutung. So auch
morgen wieder. Polizei iſt weiter Meiſterſchaftsfavorit, und für
Arheilgen iſt es unbedingt Zeit, ſeinen Platz zu verbeſſern.
Ob=
wohl man Polizei als ſtärker und ausgeglichener betrachten muß,
muß ſie am Arheilger Mühlchen ihr ganzes Können in die
Wag=
ſchale werfen, um den Enderfolg für ſich zu haben, denn der
un=
gebeugte Siegeswillen und der große Eifer der Arheilger Elf ſind
nicht zu unterſchätzen. Hinzu kommt, daß ſie morgen in ſtärkſter
Aufſtellung antritt. Im Sturm wirkt erſtmalig wieder Treuſch
mit, und bei der Läuferreihe, die zum beſten Mannſchaftsteil
ge=
hört, wird der Polizeiſturm auf ſchärfſten Widerſtand ſtoßen. —
Spielbeginn 2 Uhr. Vorher 2. Mannſchaften. Die 3. Mſch. und
Junioren ſpielen gegen SV. D. um halb 11 Uhr bzw. 2 Uhr.
Auch die Schwerathleten der SpVgg. treten morgen erſtmalig
in Tätigkeit, und zwar im Kampf gegen Pfungſtadt. Naturgemäß
iſt hierüber noch nicht viel zu ſagen, da man die
Kräfteverhält=
niſſe erſt einmal kennen lernen muß.
Turngeſellſchaft 1875—Union Darmſtadt.
Dieſes Lokaltreffen findet morgen vormittag 10.45 Uhr auf
dem Platze der 75er, Kranichſteiner Straße ſtatt. Beide
Mann=
ſchaften ſind ſich gleichwertig und werden ſich einen harten und,
wie wir wünſchen, auch fairen Kampf liefern. Vorher, um
9 Uhr, 2. Mannſchaften.
Sport=Club 1928 Ober=Ramſtadt.
Als erſten Gegner im neuen Jahre empfängt der SC. Ober=
Ramſtadt am Sonntag um 14 Uhr den FC. Union Wixhauſen. Die
Gäſte nehmen in der Tabelle einen guten Platz ein und gehören zu
den ſpieltüchtigſten Mannſchaften des Kreiſes. Ober=Ramſtadt,
das am letzten Sonntag in Michelſtadt ein recht gutes Spiel zeigte,
wird ſein ganzes Können einſetzen müſſen, um die ſo notwendigen
Punkte für ſich buchen zu können. Vorher, 12.15 Uhr: 2. Mannſch.
Polizei Darmſtadt — Tgſ. Offenbach.
Sonntag 14.30 Uhr Polizeiplatz.
„Im weiteren Verlaufe der Verbandsſpiele empfängt am
Sonn=
tag die Handballmannſchaft des Polizeiſportvereins die Tgſ.
Offen=
bach. Das knappſte Reſultat der Verbandsſpiele wurde gegen
dieſe Mannſchaft errungen. Mit einem 6:5=Sieg konnte damals
die Polizeielf Offenbach ungerupft verlaſſen. Die Offenbacher
Mannſchaft ſpielt einen ſehr ſchnellen, techniſch guten Handball.
Aus der Mannſchaft ragen beſonders der Torhüter, der
Mittel=
läufer und die beiden Halben hervor. Wir hoffen, daß die am
Sonntag komplett antretende Polizeielf ihrem Anhang ein ſchönes
Spiel vorführt und die beiden Punkte ſicher unter Dach bringt.
Tv. 85 Nieder=Ramſtadt — Tgde. Beſſungen.
In Fortſetzung der Pflichtſpiele empfängt Nieder=Ramſtadt
am Sonntag die Tgde, 1865 Beſſungen. Für beide Parteien iſt
dieſes Spiel von großer Wichtigkeit. Das Vorſpiel in Beſſungen
endete 7:3 für die Beſſunger. Die Gäſte ſtellen eine gut
einge=
ſpielte, kampferprobte, techniſch reife Elf. Die beſten Kräfte ſind
immer noch die alten Kämpen wie Aßmuth, Kaltenbach, Geyer
und Holletſcheck. — Für die Nieder=Ramſtädter heißt es, die zweite
Niederlage in dieſer Saiſon wettzumachen. Allerdings muß die
Mannſchaft mit einem anderen Kampfgeiſt aufwarten als beim
letzten Spiel gegen Ober=Ramſtadt. Die Mannſchaft tritt in
ſtärk=
ſter Aufſtellung an. und zwar mit: Fornoff; Riedel, Wembacher;
Kaffenberger, Burkhardt, Stuckert; Luckhaupt, Hufnagl II, Heil,
Walther, Hufnagl 1. Siegen die Einheimiſchen, dann iſt ihnen
der erſte Platz ziemlich ſicher im anderen Falle iſt dieſe Frage noch
ungeklärt. — Bei der Wichtigkeit dieſes Spieles iſt ein ſpannender
Kampf zu erwarten, deſſen Beſuch ſich zweifellos lohnt. —
Be=
ginn 15 Uhr. Vorher, 1.45 Uhr: 2. Mannſchaft — SV.
98 3. Mannſchaft.
Turngeſellſchaft 1875 — Tgde. Egelsbach.
Am nächſten Sonntag muß die Handball=Elf der Tgeſ. D.
1875 nach Egelsbach. Die Egelsbacher Turner halten mit Nieder=
Ramſtadt die Spitze und es iſt mit einem ſpannenden Kampf zu
rechnen. Die Abfahrt erfolgt um 12.,50 Uhr Hbhf. und wir
er=
ſuchen die Anhänger, zahlreich die Mannſchaft zu begleiten.
Turngemeinde 1846 — Tgſ. Ober=Ramſtadt.
Kommenden Sonntag 3 Uhr, empfängt die Tgde. 1846 auf
der Woogswieſe die Tgſ. Ober=Ramſtadt. Im Vorſpiel verlor die
Tgde, erſatzgeſchwächt durch SA.=Vereidigung, knapp 2:3. In der
Zwiſchenzeit hat man bei Ober=Ramſtadt eine weitere
Formper=
beſſerung feſtſtellen können. Der Sieg gegen Egelsbach,
unent=
ſchieden gegen Nieder=Ramſtadt, dem Tabellenführer und gegen
Tgſ. 75 Darmſtadt beſtätigen dies. Da beide Mannſchaften
drin=
gend weitere Punkte benötigen, um dem drohenden Abſtieg zu
ent=
rinnen, iſt mit einem äußerſt ſpannenden Spiele zu rechnen. Von
den Spielern der Turngemeinde 1846 darf man hoffen, daß ſie
nun wieder alles dranſetzen, um im neuen Jahre mit einem Siege
zu beginnen. — 1.45 Uhr 2. Mannſchaften.
Rot=Weiß Darmſtadt — TV. Lorſch.
Die von den Lorſcher Turnern nachgeſuchte Spielverlegung
nach Darmſtadt iſt von der Behörde genehmigt worden. Das Spiel
kommt in Darmſtadt, vormittags 11 Uhr, als Vorſpiel zum
Aus=
trag. Lorſch iſt in Darmſtadt noch unbekannt, und es läßt ſich über
die Mannſchaft wenig ſagen. In der Tabelle hat ſie einen guten
Platz erobert und führte lange die Tabelle an. Durch drei
Un=
entſchieden iſt Lorſch jetzt auf den dritten Platz gerutſcht. Es hat
in ſechs Spielen 8 Punkte errungen kann aber in noch zwei
aus=
ſtehenden Spielen die Spitze erreichen. Rot=Weiß ſteht mit fünf
Spielen und neun Punkten relativ günſtiger in der Tabelle und
kann in den noch ausſtehenden Spielen, davon zwei gegen Lorſch
und eins gegen die Pfungſtädter Turner die fehlenden Punkte noch
holen. Dieſes Spiel aber entſcheidet ſchon über die Meiſterſchaft
in der erſten Gruppe, was ſich die Rot=Weiß=Elf merken ſollte.
Nach den Leiſtungen am Vorſonntag gemeſſen, darf man in die
Elf das Vertrauen ſetzen, daß ſie ihren Verein gut vertreten und
die Gruppenmeiſterſchaft an die Fahne heften wird. Wir bitten
alle Vereinsangehörigen, dem Spiel beizuwohnen und der
Mann=
ſchaft den nötigen Rückhalt zu geben. Die Reſerven treffen ſich
vorher um 9.45 Uhr.
Kanuſpork.
Kanu=Club Darmſtadt.
Die nächſte Schwimmſtunde iſt am Dienstag, dem 9. Jan.,
von 20.30 Uhr bis 21.30 Uhr, im kleinen Baſſin des
Hallen=
ſchwimmbades. Gäſte jederzeit willkommen. — Am Sonntag,
dem 21. d. M., wandern wir unter Führung des Kameraden
Reg.=Baumeiſters Speel über den Kühkopf nach Guntersblum.
Abfahrt 9.14 Uhr mit Sonntagskarte nach Goddelau.
Ruckſuck=
verpflegung.
Paddelabteilung des Rot=Weiß, V. f. R.
Am kommenden Sonntag, nachm. 2 30 Uhr treffen
ſich alle Paddlerinnen und Paddler in der Dieburger Straße an
der Odenwaldbrücke (bei Reſt. Todt) zur Beſichtigung des
Zeh=
nerkanadiers. Gäſte und Intereſſenten ſind herzlichſt
ein=
geladen. Anſchließend findet ein Nachmittagsſpaziergang ſtatt.
Bei ſchlechtem Wetter Einkehr im Heiligen Kreuz.
„Rückblick und Ausblick.”
Ein Rundfunkvortrag des Reichsſportführers.
Der Reichsſportführer hielt geſtern einen Rundfunkvortrag,
der unter dem Thema „Rückblick und Ausblick” ſtand. Er führte
u. a. aus: Die Organiſation des Sports iſt noch nicht endgültig
abgeſchloſſen, darüber müſſen wir uns klar ſein. Noch ſtärker und
intenſiver muß die Geſamtverwaltung des deutſchen Sport= und
Turnlebens nicht nur in die Sorgen und Nöte, ſondern auch in
die großen Erziehungsaufgaben der deutſchen Sportorganiſation
eingreifen, wenn ſie als Funktionsſtelle des Staates ihre
Auf=
gaben erfüllen will. Wer Führer ſein will im deutſchen Sport=
und Turnleben, muß aus ſich heraus die Qualität dafür
mitbrin=
gen, denn heute ſehen die jungen deutſchen Menſchen draußen bei
der SA., der SS., der Hitlerjugend, was Autorität des Führers
aus Kampfjahren heraus über Revolutionszeiten hinweg für den
Aufbau des Staates alles vermag. Es möge ſich mancher ein
Beiſpiel nehmen an den jungen Kräften, die, wenn auch impulſiv
und nicht immer unter Innehaltung ſtrengſter Formen, die
Men=
ſchen an ſich heranziehen und ſich für ſie einſetzen. Ich warne alle
die Bequemen und fordere die ſogenannten „Nurführer” auf, das
ſind alle diejenigen, welche gern als Führer erſcheinen, aber nicht
führen können, ehebaldigſt im Jahre 1934 für immer abzutreten.
Bekennen wir doch eines; das nationalſozialiſtiſche Sport= und
Turnleben wird ſich nur halten, ausbauen und entwickeln können,
wenn mit den rechten Führern im Staate unſere Leibeserziehung
von allen anerkannt wird, auch von denen, die vorher Sport und
Turnen gewiſſermaßen als ein unnötiges Gebiet anſahen.
In Kürze werde ich mit dem Reichsjugendführer den
erfor=
derlichen Einbau der Sportjugend in die Hitlerjugend endgültig
durchgeführt haben und betone hierbei, daß ich mich mit vollem
Herzen und meiner ganzen Spannkraft bemühen werde, dem in
der Hitlerjugend verſammelten jugendlichen nationalſozialiſtiſchen
Nachwuchs als Reichsſportführer alles zu geben, was im Rahmen
meiner Arbeitsaufgaben möglich und nötig iſt. Ich werde es als
meine höchſte Aufgabe anſehen, als Führer des Deutſchen Sport=
und Turnlebens von meiner Stelle aus die Ueberſicht über alle
zu behalten, die die Leibeserziehung im Staate leiten und über
die die ſie ausüben. Als für dieſes Gebiet allein
Verantwort=
licher bitte ich alle, die dieſes herrliche Kulturgut als ein
not=
wendiges Mittel zur Geſundung unſeres geſamten Volkes
an=
ſehen, mit mir gemeinſam zu arbeiten, ohne Anſehen ihrer
Stel=
lung im Staate, ohne Rückſicht auf ihre eigenen Wünſche,
ſon=
dern nur aus der Ueberzeugung, daß wir damit unſerem Volke
dienen.
Das Jahr 1934 — ſo ſchloß der Redner — iſt das
Jahr der deutſchen Kampfſpiele. Die Kampfſpiele
ſollen und werden nicht nur ein Feſt der deutſchen Turn= und
Sportorganiſation ſein, ſie ſollen ein Feſt und eine Heerſchau
beſter deutſcher Jugendkraft darſtellen, die kämpft und ringt um
Entwicklung und Vollendung, die mit Energie und zähem Fleiß
ſich auch vorbereitet auf die große Aufgabe, die ihr das Jahr 1936
mit den Olympiſchen Spielen in Berlin bringt. Auch hier iſt die
Vertretung Deutſchlands nicht nur eine Sache der Turner und
Sportler, ſie iſt eine Sache der Nation.
Turngemeinde 1846 Darmſtadt.
Die Turnſtunde der Schüler Abteilung T (10—14
Jahre) findet heute Samstag erſt um 17 Uhr, nicht um 15 Uhr,
ſtatt.
Piinenburg=Wals Sieger im Brüſſeler Sechstage=Rennen.
Im Brüſſeler Sechstagerennen ſiegte die holländiſche
Mann=
ſchaft Piinenburg=Wals, die in der letzten Stunde eine Runde
gewonnen hatte, vor der deutſch=ſchweizeriſchen Mannſchaft Schön=
Richli und der belgiſchen Mannſchaft Charlier=Loncke.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt: Samstag, 6. Januar
Aer.
Nur für Trier); Werbekonzert.
10.10: Schulfunk: Wie rechne ich raſch und ſicher? Unterhaltung
mit dem Rechenphänomen Willy Keßler.
10.45: Nur für Frankfurt); Werbevartrag der Deutſchen Reichs=
Poſtreklame. — 14.30: Stude der Jugend: Winter.
Eine Hörfolge.
16.00: Nachmittagskonzert. Ausf.: Das Freiberger Konzertorcheſter,
Lta.: Willt Dehrmann. — 1800: Stimme der Grenze.
18.20: Wochenſchau. — 18.35: Stegrafſendung.
19.00: Stuttgart: Stunde der Nation!
20.10: Köln: Spaß mit Muſik. Ein fröhliches Spiel rund um
das Thema Muſik von Paul Schaaf.
22.45: Von Haßlach im Kinzigtal (Schwarzwald): Das
Sternen=
ſingen. Ein Dreikönigsbrauch.
B3.00: Nachtmuſik. Muſikaliſche Kurzseſchichten. Das Funkorcheſter.
Ltg.: Hans Rosbaud. Humpr./ Eimlagen: R. Kautz.
24.00: Stuttgart: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
Deutſchlandſender: Sonnabend, 6. Januar
9.00: Sperrzeit. — 10.10: Kleines Schallplattenkonzert,
10.30: Max Jungnickel: Dreikönigstag.
10.50: Elfi von Cranach: Fröhlicher Kndergarten.
11.30: Alte Dichter zum neuen Jahre. Hemrich von Kleiſt:
Neu=
jahrswunſch eines Feuerwerkers an ſeinen Hauptmann.
11.45: Zeitfunk.
15.00: In der Baſtelſtunde: Unſer Baſtelkalender für 1934.
15.45: Dipl.=Kaufmann Karl Emil Weiß: Wirtſchaftl Wochenſchau.
16.00: Leipzig: Das Feſt der heiligen dra Könige. Das Sinfonie=
Orcheſters, Ltg.: Willi Steffen.
17.00: Sportwochenſchau. — 17 20: Muſkaliſche Kleinkunſt. Fünf
Bellcantos und A. Merſiowſky (Bandonionvirtuoſe).
18.05: Jugendſtunde: Meine Filmaufnahmer in New York.
18.25: Dr. Konrad Dürre: Gregor Mendel, dem Enwdecker der
Erbgeſetze zum 50. Todestage.
18.4d: Glockengeläute vom Dom von Spezer.
19.00: Stuttgart: Stunde der Nation: Es ſingt und kimgt im
deutſchen Land. Bunte Volksliederkunde.
2.00: Kernſpruch. — 20.10: Köln: Spaß mit Muſik. Ein fröhl.
Spiel rund um das Thema Muſik von Paul Schaaf. Muſik
von G. Kneip.
23.00: Leipzig; Tanzmuſik. Funkorcheſter. Lg.: H. Weber.
Welieelcl.
Durch den neuen Druckfall über Island dürfte ſich der
der=
zeitige Witterungscharakter in den nächſter Tagen noch
wechſel=
haft geſtalten. Nach Temperaturanſtieg und Niederſchlagstätigkeit
folgt leichte Beſſerung nach.
Ausſichten für Samstag und Sonntag: Zunächſt aufklarend,
leich=
ter Nachtfroſt, dann wolkig und bedeck, mit zeitweiſen
Nie=
derſchlägen.
Winkerſporkmöglichkeiten.
Vogelsberg: Hoherodskopf: Nebel, —4 Hrad 25 cm. Schnee,
5 cm. Neuſchnee Firnſchnee, Sport gut. — Herchenhainer Höhe:
Nebel. —2 Gr., 20 cm, 5 cm. neu, Pulver, git. — Rhön:
Waſſer=
kuppe: Nebel, —3 Gr., 22 cm. 3—5 cm. reu, Pulver, gut. —
Dammersfeld: Starker Schneefall, —4 Grad, 20 cm., 3—5cm. neu.
Pulver, gut. — Kreuzberg: Nebel, —3 Gro, 22 cm, 3—5 cm.
neu, Pulver, gut. — Sauerland: —. Taunus: Kleiner Feldberg:
Nebel. —2 Grad, 28 cm., 1—2 cm. teu, gut. — Schwarzwald:
Triberg: Leichter Schneefall. —3 Grad, 32 cm, 3—5 cm. neu,
Pulver gut
E
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaſt: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Spor; Karl Böhmann: für
den Handel: Dr. C. H. Quetſch: für den Schlußdienſt: Andeeas Bauer; für „Die
Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Mtte; ſür den
Anzeigen=
teil und geſchäftliche Milteilungen: Willy Kuhle ſämtl. in Damſtadt D.A. III. 23362.
Druck und Verlag: L. C. Wittich, Darmſtadt, Rhrinſtraße 23.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendurg nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 12 Gtiſten.
[ ← ][ ][ → ]Nummer 8
DarmſtädterCagblatte
Samstag, 6. Januar
Pertrags=Erneuerung beim Stickſtoffſondikat
daher etwas uneinheitlich, bei relativ lebhaftem Geſchäft jedoch
meiſt etwas höher. Die Abweichungen hielten ſich im Ausmaß
Preisermäßigung.
von 0,5—1 Prozent nach beiden Seiten. Nur Aſchaffenburger
Zellſtoff waren mit minus 1,25 Prozent mehr gedrückt. Im Ver=
Laufzeit des Vertrags bis 1940 verlängert.
lauf war die Nachfrage intenſiver und die Kurſe waren überwie=
In den letzten Tagen haben in Berlin Verhandlungen mit
dem Ziel einer Neuregelung der deutſchen Stickſtoffwirtſchaft
ſtatt=
gefunden. Im Zuſammenhang mit der auf freiwilligem Wege
er=
folgenden Einbeziehung des einzigen Außenſeiterwerkes, der
Ge=
werkſchaft Victor (an der ſowohl die Klöckner=Werke A.G. als auch
die Wintershall A.G. beteiligt ſind), und weiterhin auch infolge
einer Aenderung der Beteiligungsverhältniſſe zwiſchen der Gruppe
der ſynthetiſchen Stickſtofferzeuger und der Herſteller von Kokerei=
Ammoniak wird der geſamte Syndikatsvertrag nach
Informatio=
nen auf eine neue Grundlage geſtellt. Während der bisherige
Vertrag noch bis 1937 lief und erſtmals am 30. Juni 1935
gekün=
digt werden konnte — von der Kündigungsmöglichkeit auch Mitte
1934 iſt bekanntlich nach den Ergebniſſen von Vorverhandlungen
nicht Gebrauch gemacht worden — ſoll der neue Vertrag bis 1940
laufen. Die Kontingente werden im weſentlichen unverändert
bleiben. Für die Gewerkſchaft Victor erfolgt eine
Uebergangs=
regelung bis zum Abſchluß der Dünge=Kampagne (1. Juli 1934).
Es iſt möglich, daß auch die Beteiligung der Gewerkſchaft Ewald,
die vertraglich das Recht auf den Bau einer dritten
Produktions=
einheit beſitzt, eine Aenderung erfährt. Die Abſatzbevorrechtigung
der Kokerei=Ammoniak=Herſteller wird weiter beibehalten werden,
da es ſich bei dem Kokerei=Ammoniak um ein zwangsläufig
anfal=
lendes Erzeugnis handelt, deſſen Abſatz nicht beliebig reguliert
werden kann, wie der Abſatz freier Erzeugniſſe. Anſtelle der
Ausgleichszahlungen, die die Kokereien bisher für die
Abſatzbevor=
rechtigung aufbringen mußten, und die bis zuletzt (da ſie für etwa
zwei Drittel des jetzt jährlich 55 000 To. betragenden Abſatzes der
Zechen=Kokereien aufgebracht werden müßten) eine übermäßige
Belaſtung der Kokerei=Ammoniak=Herſteller bedeuten, ſoll künftig
ein verwickeltes Abrechnungsverfahren treten, deſſen Einzelheiten
bis jetzt noch nicht bekannt geworden ſind.
Wie wir erfahren, iſt damit zu rechnen, daß ſchon in den
nächſten Tagen eine Preisermäßigung für Stickſtoff
herauskommt, da ſich das Syndikat zu einer Preisermäßigung um
5 Pfg. je Kilo bei ſchwefelſaurem Ammoniak unter der
Voraus=
ſetzung bereit erklärt hat, daß eine Regelung der Außenſeiterfrage
erfolgt. Nachdem nun dieſe Vorausſetzung erfüllt iſt, ſteht einer
Durchführung der Preisſenkung nichts mehr im Wege.
Ergänzend zu der Meldung über die Vertragserneuerung bei
dem Stickſtoff=Syndikat wird nunmehr offiziell bekannt gegeben,
daß das Stickſtoff=Syndikat auf Veranlaſſung der Reichsregierung
die Preiſe für den größten Teil der ſtickſtoffhaltigen Düngemittel
um 5 Pfg. je Kilo rein Stickſtoff, das ſind faſt 7 Prozent, geſenkt
hat, und zwar rückwirkend ab 1. Juli 1933. Die Senkung wird
durch Erſparniſſe, die durch die vor kurzem erfolgte
Zuſammen=
faſſung der deutſchen Stickſtoffinduſtrie erzielt werden ſollen, nur
zum Teil gedeckt. Die Gewerkſchaft „Victor”, Stickſtoffwerke in
Rauxel, und eine Reihe anderer Geſellſchaften, die Stickſtoff im
Nebenbetrieb herſtellen, haben ſich dem Stickſtoff=Syndikat
ange=
ſchloſſen.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Vertrauenshauſſe machte an der Berliner Börſe
wei=
tere Fortſchritte, wenn auch das Tempo weniger ſtürmiſch als in
den letzten Tagen war. Einzelne Märkte hatten allerdings
wie=
der ſehr lebhaftes Geſchäft. Die Börſenſpekulation ſchritt zu
Glatt=
ſtellungen, ſo daß die Tendenz nach den erſten Notierungen leicht
abgeſchwächt war, was im Intereſſe einer geſunden
Aufwärtsent=
wicklung durchaus zu begrüßen iſt. Das Hauptgeſchäft
kon=
zentrierte ſich wieder aufden Markt der
Reichs=
bahnvorzugsaktien, die erneut 3 Prozent höher einſetzen
konnten. Neubeſitz eröffneten mit 18,40 nach 18,75 vorbörslich und
18,30 vorgeſtern. Reichsſchuldbuchforderungen, Altbeſitz und
In=
duſtrieobligationen waren durchweg gebeſſert.
Reichsmarkobli=
gationen konnten weiter anziehen, waren aber im Verlauf
eben=
falls etwas gedrückt, nur die umgetauſchten Stahlbonds plus 2.
Am Aktienmarkt ſtanden JG. Farben angeſichts der Erweiterung
des Stickſtoffſyndikats durch den Beitritt des letzten Außenſeiters
mit einer Steigerung von 2 Prozent im Vordergrunde. Oberkoks
gewannen 1½. Montanwerte waren auf die Beſſerung des
Koh=
lenabſatzes und die ſtarke Steigerung der Roheiſen= und
Rohſtahl=
förderungen im vergangenen Jahre durchweg um 1 Prozent feſter.
Buderus plus 2,25 Gelſenkirchen plus 2. Elektrowerte gewannen
1—1,5. Bekula 2 Prozent. Etwas ſchwächer lagen Muag, Aku,
Süddeutſche Zucker und Deutſche Kabel nach den letzttägigen
Stei=
gerungen. Von Maſchinenwerten gewannen Orenſtein 1,5 Proz=
Braunkohlenwerte lagen unregelmäßig; „Eintracht verloren 4,
Erdöl gaben um weitere 1.5 Proz. nach. Schiffahrtswerte waren
bis 0,75 Prozent höher. Sehr feſt lagen Hapag (plus 3). Von
Bankaktien gewannen Braubank 3.25 Proz. Im Verlauf gaben
die Kurſe leicht nach. Farben verloren 1 Prozent, Gelſenkirchen
wurden mit 59½—61 umgeſetzt. AEG. gingen um 1½ Prozent
zu=
rück. Im allgemeinen gingen die Abſchwächungen aber nicht über
1—1,5 Prozent hinaus. Am Rentenmarkt war die Tendenz nicht
ganz einheitlich und bei Abgabe der Kuliſſe eher ſchwächer. Der
Privatdiskont blieb unverändert.
*
Die Konverſionsreife wirkte ſich weiterhin als Schrittmacher
für eine ſtarke Aufwärtsbewegung an der Frankfurter Börſe
aus. Wiederum ſtand der Rentenmarkt im Vordergrunde, wobei
aber die ſogenannten hohen Werte, wie zum Beiſpiel die in der
letzten Zeit ſtark geſtiegenen Reichsanleihen, kaum noch anzogen,
da größere Umtauſchoperationen in niedrigere Rentenwerte
er=
folgten. Neben der Konverſionsreife ſind es die beſſeren
außen=
politiſchen Berichte, die eine Stütze für die Geſamtbörſe abgeben.
Die ſchnelle Erleichterung am Geldmarkt, die Ermäßigung des
Diskontſatzes für die Reichsſchatzanweiſungen um ½ Prozent auf
4½ Prozent regten an. Auch Wirtſchaftsberichte, wie die
anhal=
tende Beſſerung des Kohlenabſatzes und die mehr als verdoppelte
Steigerung der deutſchen Roheiſen= und Rohſtahlgewinnung
gegen=
über der europäiſchen Durchſchnittsſteigerung wirkten günſtig,
des=
gleichen die höheren Einnahmen der Reichsbahn und verſchiedene
Dividendenvorſchläge. Sehr große Umſätze hatten Umtauſch=
Obligationen aus Dollarbonds, die 1—2 Prozent höher lagen.
Altbeſitz plus /8 Prozent, ſpäte Schuldbücher kaum verändert,
Neubeſitz ſogar 10 Pfg. leichter. Reichsbahn=V.A. bei gleichfalls
tarker Nachfrage plus 1½ Proz. Städteanleihen feſt und teilweiſe
rnit Plus=Plus=Zeichen. Am Aktienmarkt lagen Braubank 3½
Prozent feſter wegen der geſtiegenen Brauereiaktien.
Montan=
werte durchweg ½—1 Prozent, Buderus 2½ Prozent feſter. Kali
Weſteregeln plus 1½ Prozent. Farbeninduſtrie zunächſt 0,75
Pro=
zent höher, dann 0,25 Prozent leichter. Angeſichts der ſtarken
Steigerungen an den Vortagen verloren. Deutſche Erdöl 2
Pro=
zent, Goldſchmidt 2,25 Prozent. Von Elektroaktien Bekula plus
* Proz., Lahmeyer plus 1 Proz., AEG. unverändert, Siemens
* Proz. niedriger. Schiffahrts=, Zellſtoff= und Kunſtſeidewerte
lagen gut behauptet. Im Verlaufe erfolgten ſeitens der
Speku=
lation und verſchiedentlich auch der Kundſchaft einige
Glattſtel=
lungen, ſo daß das Kursniveau ſich bei lebhaften Umſätzen um
durchſchnittlich ½—1 Proz., vereinzelt auch darüber hinaus bis 1½
Prozent, ſenkte. Andererſeits lagen Metallgeſellſchaft ¼ Prozent
und Scheideanſtalt 1 Prozent feſter. Auch am Rentenmarkt lagen
die Kurſe auf Gewinnmitnahmen ſchwächer. Altbeſitz minus 1
Prozent, Neubeſitz erneut 20 Pfg. und ſpäte Schuldbücher 5s Proz.
niedriger. Goldpfandbriefe und Kommunal=Obligationen blieben
größtenteils unverändert; von letzteren die der Frankfurter
In=
ſtitute bis 1 Prozent nachgebend. Liquidationspfandbriefe gingen
faſt durchweg um 0,5—1 Prozent zurück.
Nach den Abbröckelungen im Mittagsſchlußverkehr eröffnete
die Abendbörſe in ziemlich gut behaupteter Haltung.
Teil=
weiſe erfolgten noch einige Abgaben; andererſeits waren auch
wieder kleine Kaufaufträge eingetroffen. Die Kursbildung war
gend befeſtigt. Renten lagen etwas ſtiller, doch konnten ſich die
Mittagsſchlußkurſe gut behaupten. Umgetauſchte Dollarbonds
bröckelten zunächſt eher ab, waren aber ſpäter auf ermäßigter
Baſis wieder geſucht.
Wirtſchafliche Rundſchau.
Baden=Baden zahlt Zinſen in Pavierdollar. Die
Stadtver=
waltung teilt mit, daß die am 1. Jan. fälligen Zinsſcheine der 6 Goldanleihe der Stadt Baden=Baden auf der Baſis
von einer Goldmark — 64 Rpfg. eingelöſt werden. Die
Anleihe=
ſtücke lauten auf Goldmark, wobei eine Goldmark gleich 0,238
Dol=
lar geſetzt iſt. Der Zins wird alſo in Papierdollar geleiſtet.
Auftragserteilung für die Baſalt=Kleininduſtrie. Die Deutſche
Reichsbahngeſellſchaft hat der Weſterwälder Baſaltinduſtrie über
den urſprünglichen Rahmen hinaus zuſätzliche Lieferaufträge in
Baſaltkleinſchlag erteilt, wobei beſonders die
zuſammengeſchloſſe=
nen Kleinbetriebe Berückſichtigung finden. Da auch aus dem
Ar=
beitsbeſchaffungsprogramm größere Mittel zur Verfügung geſtellt
wurden, aus den gleichfalls den kleineren und mittleren
Betrie=
ben Beſtellungen auf Baſaltmaterial für den Straßenbau
zu=
floſſen, konnte eine große Anzahl der in den letzten Jahren
ſtill=
gelegten Betriebe wieder die Arbeit aufnehmen.
Bank für Textilinduſtrie A.=G., Berlin. Die
Generalver=
ſammlung der Bank für Textilinduſtrie A.=G. Berlin, erledigte
die Regularien und beſchloß einſtimmig die Liquidation der
Ge=
ſellſchaft mit ſofortiger Wirkung. Zum Liquidator wurde Erich
Horſchig, Berlin=Charlottenburg, beſtellt. Die Wahlen zum
Auf=
ſichtsrat wurden einſtimmig von der Tagesordnung abgeſetzt.
Nach dem Bericht hat ſich die Geſellſchaft im Geſchäftsjahr 1932
lediglich mit der Abwicklung der alten Geſchäfte befaßt. Hierbei
hat ſich ergeben, daß auf die Schuldner noch größere
Abſchreibun=
gen nötig waren. Die Gewinn= und Verluſtrechnung weiſt bei
Handlungsunkoſten von 37 073 RM. und Abſchreibungen von
85 545 RM. einen Verluſt von 52 677 RM. aus, der auf neue
Rechnung vorgetragen wird (im Vorjahre ergaben ſich bei
Hand=
lungsunkoſten von 309 624 RM. und Abſchreibungen von 12,19
Mill. RM. unter Berückſichtigung des Verluſtvortrages aus 1930
von 9 756 646 RM. 22 117 500 RM. Geſamtverluſt, die durch den
Buchgewinn aus der Kapitalzuſammenlegung im Verhältnis
1000:1 gedeckt wurden). Aus der Bilanz (in Mill. RM.):
Schuld=
ner 2,12 (2,31), andererſeits Grundvermögen unverändert 0.133,
Gläubiger 2,04 (2,17).
Ausdehnung des Einfuhrbewilligungsverfahrens für
ſtickſtoff=
haltige Düngemittel. Von der Handelskammer für das
Saarge=
biet wird mitgeteilt: Durch eine im „Journal Officiel” vom 30.
12. 33 erſchienene Verordnung iſt das
Einfuhrbewilligungsver=
fahren für Stickſtoff auf zuſammengeſetzte oder hergeſtellte
Dünge=
mittel mit einem Gehalt von mehr als 2 Prozent unorganiſchen
Stickſtoff und auf Dolomitnitrat, Magneſiumnitrat für
landwirt=
ſchaftliche Zwecke und verſchiedene andere ſynthetiſche Nitrate für
Düngungszwecke ausgedehnt worden. Bezüglich der Einfuhr
dürf=
ten dieſelben Beſtimmungen wie für die Einfuhr der übrigen
ſtickſtoffhaltigen Düngemittel maßgebend ſein, ſo daß alſo die
Importeure für jeden Bezug eine Einfuhrbewilligung in
drei=
facher Ausfertigung auf vorgeſchriebenen Formularen bei dem
Miniſtere de UAgriculture, Paris, beantragen müſſen.
Die Welkarbeitsloſigkeit.
Das Internationale Arbeitsamt veröffentlicht die übliche
Ueberſicht über den Stand der internationalen Arbeitsloſigkeit
im letzten Vierteljahr 1933. Aus dieſer Ueberſicht geht hervor,
daß die Arbeitsloſigkeit im Dezember 1933 in den meiſten
Län=
dern, verglichen mit den Zahlen vom Dezember 1932 niedriger
war. Ein Rückgang der Arbeitsloſenziffer wird aus 19 Ländern
gemeldet, darunter u. a. aus Deutſchland, Oeſterreich der Schweiz,
Belgien. Dänemark den Vereinigten Staaten, England, Japan,
Holland und dem Saargebiet. Während ſich die Arbeitsloſigkeit
in Deutſchland im Jahre 1932 noch auf 5 355 428 belief, betrug ſie
im Dezember 1933 3 714107. Die Ziffern für Oeſterreich ſind
300 426 bzw. 329 707 (Dez. 32); für England 2 308 779 gegenüber
2849 025; für das Saargebiet 37 096 gegenüber 41 900 im
Dezem=
her 1932,
Produkkenmärkke.
Mainzer Getreidegroßmarkt vom 7. Januar. Es notierten
(Großhandels=Einſtandspreiſe je 100 Kilo loko Mainz) in RM.:
Weizen 19,70, Roggen 17,00. Hafer 14,50, Braugerſte 17,75—18,35,
Induſtriegerſte 17,25, Malzkeime 14—14,50, Weizenmehl ſüdd.
Spezial Null 29,80 netto Kaſſe; Roggenmehl 0—60prozent. nordd.
23,50—23,75, desgl. ſüdd. 24,00—24,50. Weizenkleie fein 11—11,10.
desgl. grob 11,65; Roggenkleie 10,75—11,50; Weizenfuttermehl
12,50; Biertreber 17,50—17,75; Soyaſchrot 15,40: Trockenſchnitzel
10—10,10. Allgemeintendenz: Preiſe behauptet bei kleinem
Ge=
ſchäft.
Berliner Produktenbericht vom 5. Januar. Anſätze zur
Ge=
ſchäftsbelebung haben ſich nicht weiter auswirken können. Der
Brotgetreidemarkt iſt bei ausreichendem Angebot ruhig. Die
rhei=
niſchen Mühlen bekunden Zurückhaltung. Auch an der Küſte
wer=
den geſtrige Preiſe nur ſchwer bewilligt. Exportſcheine weiter
freundlich. Das Mehlgeſchäft ſpielt ſich auf der neuen Baſis nur
ſchwer ein. Hafer liegt weiter ſtetig; Gerſten haben ſehr ſchweres
Geſchäft, das Angebot hat ſich hier verſtärkt.
Piehmärkke.
Frankfurter Pferdemärkte. Die Frankfurter Pferdemärkte
wurden für das Jahr 1934 wie folgt feſtgeſetzt: am 8. Januar.
5. Februar. 5. März, 16. April, 14. Mai, 11. Juni, 9. Juli, 20.
Auguſt 8. Oktober und 3. Dezember. Bei der Feſtſetzung der
Ter=
mine iſt den Wünſchen der Intereſſenten, die Frankfurter
Pferde=
märkte vor den Märkten in Süddeutſchland abzuhalten,
entſpro=
chen worden.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Die Spareinlagen bei den Sparkaſſen im Deutſchen Reich
ſtell=
ten ſich Ende November 1933 auf 10 684,12 Mill. RM.; das
be=
deutet eine Steigerung um 65,99 Mill. RM. gegenüber einer
ſol=
chen um 52 28 Mill. RM. im Oktober vor. Js.
Die Weſtdeutſche Mühlenkonvention wurde kurzfriſtig bis 31.
Januar 1934 verlängert.
Durch Verordnung der öſterreichiſchen Bundesregierung
ſind=
die außerordentlichen ſtaatlichen Aufſichtsrechte beim
Kohlen=
bergbau der Alpinen Montangeſellſchaft bis Ende Februar 1934
verlängert worden.
Die Lloydsbank, eine der größten engliſchen Aktienbanken,
wird in dieſem Jahre genau wie im Vorjahre 12 Proz. Dividende
ausſchütten. Der Reingewinn beträgt nach reichlichen
Abſchrei=
bungen, Rückſtellungen uſw. rund 1,4 Mill. Pfund, wobei 100 000
Pfund dem Reſervefonds überſchrieben und 500 000 Pfund
vor=
getragen werden.
Berliner Kursbericht
vom 5. Januar 1934
Deviſenmarki
vom 5. Januar 1934
Me L
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohzd
A. E. 6.
Bayr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
54,75
69.50
27.—
13.50
29.375
26.75
135.75
45.—
13.50
66.75
151.25
115.—
Me
Elektr. Lieferung
J. 6. Farben
Gelſ. Bergwerke
Gef.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Goeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöchnerwerke.
Koksw. Chem.Fabr.
Mannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppe
104.625
91.—
127.625
60.—
91.—
89.375
68.—
71.50
417.—
60.25
B7.75
63.50
39.—
60.25
Mene
Rütgerswerke
Salzdetfurth &a
Kaufho
Berein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=WBerke
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Banderer=Berke
e
54.50
155.50
15.875
38.50
119.25
53.50
17.50
90.125
15.50
76.75
69.75
91.—
Kanada
Fapan
Kairo
Iſtambuk
London
New York
Nio de Janeiro
Uruguah
Athen
Brüſſel
Budapeſt.
Danzig
Helſingfo:
Währung
Buenos=Aires 1 Pap. Peio
1eanad. Doll.
1Yen
1äghpt.*
1 türk. s
12.Stg.
1 Dollar
1 Milre is
1 Goldpeſo
Amſterdam 100 Gulben
100 Drachm.
100 Belgo
100 Pengs
100 Gulden
100 finn. Mk.
Geld
0.637
2.647
0.517
18.27
1.978
13.59
2.642
0.226
168.23
2.396/
8.14 !
6.0141
Raet
0.641
2.653
0.819 7
14.00
1.28:
13.62
2.64g
0.228
1.399/ 1.401
168.57
2.400
58.26
21.52 21,88
6.026
Italien
Jugoſlawvien
Kopenhagen
Liſſabon
Oslo
Paris
Prag
Fland
Riga.
Schweiz
Sofia.
Spanien
Stockholm
Tallinn Eſtl.
Wien
100 Dire
100 Dinar
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100 gronen 68.28
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34.57 134.63
70.08
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68.42
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Si.56
80.1s
81.07 81.22
3.058
50.32
75.08
Burmſtädter und Kariohalbant Burmſtast, oiiaee der Presoher Bunk
Frankfurter Kursbericht vom 5. Januar 1934.
Steuergutſcheine
Gr. ITp. 1934
„„ „ 1935
.. , 1988
„. 1937
„. 1938
GruppeI
6 %Dtſch. Reichsan!
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93
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1031,
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93
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88.5
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94
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110
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Abl. (Neubeſitz)..
Berl. Hyp. Bk.
e Ligu.=Pfbr.
82 Frkf.cyp.=Bk.
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86.75
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86.75
28.75
50.5
218
20 20
2.5
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Seite 12 — Nr. B
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Samstag, 6. Januar 1934
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zwar nur für Auslöſung der verfallenen Pfänder.
Darmſtadt, den 4. Januar 1934.
Städt. Leihamt.
(St.344
Sozderſteigerang Nr. 4
Am Donnerstag, den 11. Jan. 1934, vorm. 9 Uhr
beginnend, wird in der Turnhalle am Woogsplatz
das Brennholz aus den Staatswald=Diſtrikten
Dachsberg und Ludwigshöhe der Förſterei
Böllen=
falltor öffentlich meiſtbietend verſteigert.
Zum Ausgebot kommen:
Scheiter: Rm.: Buche: ca. 400, Eiche: ea. 70.
Knüppel: Rm.: Buche: ca. 100, Eiche: ca. 20.
Blau geſtrichene Nummern werden nicht
ver=
teigert. Das Holz iſt vorher einzuſehen.
Nachträg=
liche Beſchwerden über die Beſchaffenheit des Holzes
werden nicht angenommen. Das Holz iſt gut
ab=
zufahren. Nähere Auskunft durch Herrn Förſter
Benſel, Darmſtadt, Forſthaus, Böllenfalltor, Tele=
(345
phon 3445.
Darmſtadt, den 5. Januar 1934.
Heſſ. Forſtamt Darmſtadt.
züetſter
1.
Freitag, den 12. Januar, vorm. 9 Uhr, wird
in Arheilgen (Wirtſchaft „Zum Schwanen”) aus
Forſtort IV, Rauher Wald 3 und 4 verſteigert.
Stammholz im: Douglas 0,32 1b. 0,68 1b,
Fichte 2,20 1a, 0.76 1b: Derbſtangen Stück:
Fichte 26 I., 30 II., 12 III.; Nutzſcheitholz
rm: Eiche 14 I., geſpalten.
Scheitholz rm: 199 Buche, 105 Hainbuche (davon
104 rm rund zu Nutzholz tauglich), 432 Eiche;
Knüppelholz rm: 42 Buche, 68 Hainbuche,
154 Eiche, 3 Fichte; Reiſerholz I. Kl. Im:
37 Buche, 43 Hainbuche.
Das Holz iſt vor der Verſteigerung einzuſehen.
Auskunft durch Förſter Beyerer, Forſthaus Kr. Buche,
Telefon Langen 514 und uns.
Darmſtadt, den 5. Januar 1934.
331)
Heſſ. Forſtamt Kranichſtein.
Verkauf von Faſeltieren.
Die Gemeinde Ober=Ramſtadt veräußert auf
dem Submiſſionswege 1 Faſel und 1 Eber.
An=
gebote und zwar auf 1 Pfund Lebendgewicht, ſind
bis Freitag, den 12. Januar 1934,
nachmit=
tags 5 Uhr, bei der Bürgermeiſterei einzureichen.
Nähere Bedingungen können dortſelbſt eingeſehen
werden. Der Zuſchlag bleibt dem Gemeinderat
vorbehalten.
Ober=Ramſtadt, den 5. Januar 1934.
Heſſiſche Bürgermeiſterei.
Jörgeling.
(341
Frankfurt a. M. / Pferde-Märkte
am 8. Januar 1934, 16. April 1934
5. Februar 1934, 14. Mai 1934
5. März 1934, 11. Juni 1934
Durchſchnittlicher An rieb. 400 Pferde aller
Raſſen, auch Schlachtpferde, größte Auswahl
und beſte Gelegenheit für Kauf oder Tauſch.
WEin Beſuch dieſer Märkte iſt zu empfehlen.
Der Handel Sonntags verboten! TV219