Einzelnummer 1.5 Pfennige
*
Nemſtät
Hefſiſche Neueſte Nachrichten
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Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſfrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit 4 verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Sonntag, den 15. Oktober 1933.
Nummer 286
196. Jahrgang
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Relame=
zeiſe 3.— Reichsmark. —
„Im Falle höherer Gewalt,
wie Krieg, Aufruhr, Streſt uſw. erliſcht jede Veroſiche
tung auf Erfüllung der Anzeigenauffräge und Leiſtung
von Schadenerſatz. Bel Konkurs oder gerſchtiſcher Beſe
treſbung ſäll jeder Nabatt weg. Banſionto Deutſche
Bank und Darmſtädter und Nationalbank.
Austeritt Deutſchlands aus dem Pölkerbund.
Die Ankwork auf das Verhalken der Mächte in Genſ. — Aufläſung des Reichskages. — Neuwahlen am 12. November.
Ein Volksenkſcheid über die Briedenspolikik der Reichsregierung. — Aufrufe des Reichskanzlers und der Reichsregierung
zu einer gewalkigen Friedens- u. Ehr=Kundgebung unſeres Volkes.— Erneukes Angebok weitgehendſter Friedensgarankien
Berlin, 14.Oft.
Die Reichsregierung hat wegen der
demütigen=
den Lage auf der Abrüſtungs=Konferenz den
Aus=
tritt Deutſchlands aus dem Völkerbund erklärt.
Gleichzeitig hat die deutſche Vertretung die
Ab=
rüſtungs=Konferenz verlaſſen.
Am der Nation Gelegenheit zu geben, zu den
Lebensfragen des deutſchen Volkes Stellung zu
nehmen, hat der Reichspräſident durch Verordnung
vom 14. Oktober 1933 den Reichstag und die
Länder=Parlamente aufgelöſt Neuwahlen zum
Reichstag ſind für den 12. November 1933
aus=
geſchrieben worden, während die Reichsſtatthalter
angewieſen worden ſind, von Neuwahlen zu den
Länder=Parlamenten einſtweilen abzuſehen.
A
lufeuf der Reichsregierung
an das deutſche Volk.
WTB. Berlin, 14. Oktober.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk ſind ſich
einig in dem Willen, eine Politik des Friedens, der
Verſöhnung und der Verſtändigung zu betreiben als
Grundlage aller Entſchlüſſe und jedes Handelns.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche
Volk lehnen daher die Gewalt als ein
untaug=
liches Mittel zur Behebung beſtehender
Diffe=
renzen innerhalb der europäiſchen
Staatenge=
meinſchaft ab.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk verbinden
das Bekenntnis, jeder tatſächlichen Abrüſtung
der Welt freudig zuzuſtimmen mit der Verſicherung der
Bereitwilligkeit, auch das letzte deutſche Maſchinengewehr zu
zer=
ſtören und den letzten Mann aus dem Heer zu entlaſſen, inſofern
ſich die and en Völker zu Gleichem entſchlöſſen.
Die deutſche Reichsregierung das deutſche Volk verbinden
ſich in dem aufrichtigen Wunſch, mit den anderen
Nationen, einſchließlich aller unſerer früheren Gegner,
im Sinne der Ueberwindung der Kriegspſychoſe und zur
endlichen Wiederherſtellung eines aufrichtigen Verhältuiſſes
untereinander alle vorliegenden Fragen
lei=
denſchaftslos auf dem Weg von Verhandlungen
prü=
fen undlöſen zu wollen.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk erklären
ſich daher auch jederzeit bereit, durch den
Ab=
ſchluß kontinentaler Nichtangriffspakte auf
längſte Sicht den Frieden Europas
ſicher=
zuſtellen, ſeiner wirtſchaftlichen Wohlfahrt zu dienen
und am allgemeinen kulturellen Neuaufbau teilzunehmen.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk ſind
er=
füllt von der gleichen Ehrauffaſſung, daß die
Zu=
billigung der Gleichberechtigung Deutſchlands
die unumgängliche moraliſche und ſachliche
Vor=
ausſetzung für jede Teilnahme unſeres Volkes
und ſeiner Regierung an internationalen
Ein=
richtungen und Verträgen iſt.
Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk
ſind daher eins in dem Beſchluß, die Abrüſtungskonferenz
zu verlaſſen und aus dem Völkerbund auszuſcheiden,
bis dieſe wirkliche Gleichberechtigung unſerem
Volk nicht mehr vorenthalten wird.
Die deutſche Reichsregierung und das
deutſche Volk ſind entſchloſſen, lieber jede
Not, jede Verzweiflung und jegliche
Drang=
ſalaufſich zunehmen, als künftige Verträge
zu unterzeichnen, die für jeden Ehrenmann
und für jedes ehrliebende Volk
unannehm=
bar ſein müſſen, in ihren Folgen aber nur
zueiner Verewigung der Not und des Elends
des Verſailler Vertragszuſtandes und
damit zum Zuſammenbruch der
zivi=
liſierten Staatengemeinſchaft führen
wür=
den. Die deutſche Reichsregierung und das deutſche Volk
haben nicht den Willen, an irgendeinem Rüſtungs=
wettlauf anderer Nationen teilzunehmen; ſie fordern
nur jenes Maß an Sicherheit, das der Nation
die Ruhe und Freiheit der friedlichen
Ar=
beit garantiert. Die deutſche Reichsregierung und
das deutſche Volk ſind gewillt, dieſe berechtigten
For=
derungen der deutſchen Nation auf dem Wege
von Verhandlungen und durch Verträge ſicherzuſtellen.
Die Reichsregierung richket an das deufſche Nolk
die Fie.
Billigt das deutſche Volk die ihm hier vorgelegte Politik
ſeiner Reichsregierung und iſt es bereit, dieſe als den Ausdruck
ſeiner eigenen Auffaſſung und ſeines eigenen Willens zu erklären
und ſich ſeierlichſt zu ihr zu bekennen?
Die Rede des
Reichskanzlers.
An das deutſche Volk und die Well.
Berlin, 14 Oktober.
Im Anſchluß an die Ereigniſſe und die Kundgebungen des
heutigen Tages hielt der Reichskanzler am Samstag abend um
7 Uhr im Rundfunk folgende Rede:
Als im November 1918 in vertrauensvoller Gläubigkeit
auf die in 14 Punkten des Präſidenten Wilſon niedergelegten
Zu=
ſicherungen das deutſche Volk die Waffen ſenkte, fand ein
un=
ſeliges Ringen ſein Ende, für das wohleinzelne
Staatsmänner, aber ſicher nicht die Völker,
ver=
antwörtlich gemacht werden konnten. Das deutſche
Volk hat nur deshalb ſo heldenmütig gefochten, weil es heilig
überzeugt war, zu Unrecht angegriffen und damit zu
Recht im Kampfe zu ſein.
Von der Größe der Opfer, die es damals — faſt nur auf ſich
allein geſtellt — bringen mußte, hatten die anderen Nationen keine
Vorſtellung. Hätte in dieſen Monaten die Welt in fairer Weiſe
dem niedergeſunkenen Gegner die Hand gegeben, ſo würden vieles
Leid und zahlloſe Enttäuſchungen der Menſchheit erſpart geblieben
ſein.
Die kiefſte Enkkäuſchung erlik das deutſche Volk.
Noch niemals hat ein Beſiegter ſich ſo redlich bemüht, an der
Heilung der Wunden ſeiner Gegner mitzuhelfen, wie das deutſche
Volk in den langen Jahren der Erfüllung der ihm aufgebürdeten
Diktate. Wenn all dieſe Opfer zu keiner wirklichen Befriedung
der Völker führen konnten, dann lag das nur am Weſen eines
Vertrages, der in dem Verſuche der Verwiſchung der Begriffe
Sie=
ger und Beſiegte auch die Feindſchaft verewigen mußte. Die
Völ=
ker hätten mit Recht erwarten dürfen, daß aus dieſem größten
Kriege der Weltgeſchichte die Lehre gezogen worden wäre, wie
wenig beſonders für die europäiſchen Nationen die Größe der
Opfer zur Größe des möglichen Gewinnes ſteht.
Als daher in dieſem Vertrage dem deutſchen Volke die
Zer=
ſtörung ſeiner Rüſtungen zur Ermöglichung einer allgemeinen
Weltabrüſtung auferlegt wurde, glaubten unzählige, daß darin
nur das Zeichen für das Unſichgreifen einer erlöſenden
Erkennt=
nis zu ſuchen wäre.
Das deutſche Volk haf ſeine Waffen zerſtörl.
Bauend auf die Vertragstreue ſeiner ehemaligen
Kriegs=
gegner hat es ſelbſt die Verträge in geradezu fanatiſcher Treue
erfüllt. Zu Waſſer, zu Lande und in der Luft wurde ein
uner=
meßliches Kriegsmaterial abgerüſtet, zerſtört und verſchrottet.
An Stelle einer einſtigen Milionenarmee trat nach dem Wunſche
der Diktatmächte ein kleines Berufsheer mit miltäriſch gänzlich
belangloſer Ausrüſtung. Die politiſche Führung der Nation
aber lag zu dieſer Zeit in den Händen von Männer, die geiſtig
nur in der Welt der Siegerſtaaten wurzelten. Mit Recht konnte
das deutſche Volk erwarten, daß ſchon aus dieſem Grunde die
übrige Welt ihr Verſprechen ſo einlöſen würde, wie das deutſche
Volk im Schweiße ſeiner Arbeit, unter tauſendfältiger Not und
unter unſagbaren Entbehrungen an der Einlöſung der eigenen
Vertragspflicht tätig war.
Kein Krieg kann Dauerzuftand der Menſchheif
werden. Kein Friede kann die Verewigung des
Krieges ſein. Einmal müſſen Sieger u. Beſiegke
den Weg in die Gemeinſchaft des gegenſeikigen
dniſſog
Tänd
Berſtanueges und Berkrauens wieder finden.
Anderthalb. Jahrzehnte hat das deutſche
Volk gehofft und gewartet, daß das Ende des
Krieges endlich auch das Ende des Haſſes und
der Feindſchaft werde. Allein, der Zweck des
Friedens=
vertrages von Verſailles ſchien nicht der zu ſein, der Welt den
endlichen Frieden zu geben, als vielmehr, ſie in unendlichem Haß
zu erhalten. Die Folgen konnten nicht ausbleiben,
Wenn das Recht endgükig der Gewalt weichk.
wird eine dauernde Unſicherheit den Ablanf
aller normalen Funklionen im Bölkerleben ftören
iund Nenfel.
Man hatte bei der Abſchließung dieſes Vertrages völlig
ver=
geſſen, daß der Wiederaufbau der Welt nicht durch die
Sklaven=
arbeit einer vergewaltigten Nation, ſondern nur durch die
ver=
trauensvolle Zuſammenarbeit aller gewährleiſtet werden kann,
daß aber für dieſe Zuſammenarbeit die Ueberwindung der
Kriegs=
pſychoſe die allererſte Vorausſetzung iſt. Daß weiter die
proble=
matiſche Frage der Schuld am Kriege geſchichtlich nicht
dadurch geklärt wird, daß der Sieger den Beſiegten als
Einlei=
tung eines Friedensvertrages ſein Schuldbekenntnis unterzeichnen
läßt, ſondern daß dann die letzte Schuld am Kriege am
eheſten noch aus dem Inhalt eines ſolchen
Dik=
tates feſtzuſtellen iſt!
Das deutſche Volk iſt zutiefſt überzeugt von
ſeiner Schuldloſigkeit am Kriege. Es mögen die
anderen Teilnehmer an dieſem tragiſchen Unglück ohne weiteres
die gleiche Ueberzeugung hegen. Um wie viel notwendiger aber
iſt es dann, ſich überall zu bemühen, daß aus einer ſolchen
über=
zeugten Schuldloſigkeit aller nicht erſt recht eine dauernde
Feind=
ſchaft für immer wird, und daß die Erinnerungen an dieſe
Kata=
ſtrophe der Völker zu dem Zwecke nicht auch noch künſtlich
konſer=
viert werden, da
durch eine unngkürliche Verewigung der Begriſſe
„Sieger” und „Beſiegke” eine ewige
Rechks=
ungleichheit enkſtehl.
die die einen mit begreiflichem Hochmut, die anderen aber mit
bitterem Grimm erfüllt. Es iſt kein Zufall, daß nach einer auf
ſo lange Zeit künſtlich hinausgezogenen Erkrankung der
Menſchheit gewiſſe Folgen in Erſcheinung treten
müſſen.
Einem erſchütternden Verfall des
wirt=
ſchaftlichen Lebens folgte ein nicht minder
be=
drohlicher allgemeinpolitiſcher. Was hatte der
Weltkrieg aber überhaupt für einen Sinn, wenn die Folgen nicht
nur für die Beſiegten, ſondern auch für die Sieger nur in einer
endloſen Reihe wirtſchaftlicher Kataſtrophen in Erſcheinung
tre=
ten? Die Wohlfahrt der Völker iſt nicht größer, und ihr
politi=
ſches Bild und ihre menſchliche Zufriedenheit ſind wirklich nicht
inniger und tiefer geworden! Erwerbsloſenarmeen entwickelten
ſich zu einem neuen Stande der Geſellſchaft. Und ſo wie
wirtſchaftlich das Gefüge der Nationen
er=
ſchüttert wird, beginnt ſich auch ihr
geſell=
ſchaftliches allmählich zu lockern.
Unker dieſen Auswirkungen des
Friedens=
verkrages und der dadurch bedingken
allgemei=
nen Unſicherheik hakke am meiſten Deukſchland
zu leiden.
Die Zahl der Erwerbsloſen ſtieg auf ein Drittel der normal
im Erwerbsleben der Nation ſtehenden Menſchen. Das heißt
aber, daß in Deutſchland unter Einrechnung der
Familienmit=
glieder rund 20 Millionen Menſchen von 65 Millionen ohne jede
Exiſtenz einer ausſichtloſen Zukunft entgegenſtierten. Es war
nur eine Frage der Zeit, wenn dieſes Heer der wirtſchaftlich
Ent=
erbten zu einer Armee politiſch und geſellſchaftlich der Welt
ent=
fremdeter Fanatiker werden mußte! Eines der älteſten
Kultur=
länder der heutigen ziviliſierten Menſchheit ſtand mit über ſechs
Millionen Kommuniſten am Rande einer Kataſtrophe, über die
nur der blaſierte Unverſtand hinwegzuſehen vermag.
Wäre erſt der rote Aufruhr als Feuerbrand über Deutſchland
hinweggeraſt, ſo würde man wohl auch in den weſtlichen
Kultur=
ländern Europas einſehen gelernt haben, daß es nicht gleichgültig
iſt, ob am Rhein und an der Nordſee die Vorpoſten eines
geiſtig=
revolutionär expanſiven aſiatiſchen Weltreiches Wache ſtehen oder
friedliche deutſche Bauern und Arbeiter in aufrichtigen Verhm=
Seite 2 — Nr. 286
denheit mit den übrigen Völkern unſerer europäiſchen Kultur in
redlicher Arbeit ſich ihr Brot verdienen wollen.
Indem die nationalſozialiſtiſche Bewegung
Deutſchlan d vor
d ieſer
drohenden
Kataſtrophe zurückgeriſſen hat, rettete ſie
nicht nur das deutſche Volk, ſondern erwarb ſich
auch ein geſchichtliches Verdienſt um das übrige
Europa. Und die nationalſozialiſtiſche Revolution verfolgte
nur ein Ziel: Wiederherſtellung der Ordnung in unſerem eigenen
Volk, Schaffung von Arbeit und Brot für unſere hungernden
Maſſen, Proklamation der Begriffe von Ehre, Treue und
An=
ſtändigkeit als Elemente einer ſittlichen Moral, die anderen
Völ=
kern keinen Schaden zufügen kann, ſondern höchſtens allgemeinen
Nutzen. Wenn die nationalſozialiſtiſche Bewegung nicht die
Repräſentantin eines idealen Ideengutes wäre, hätte es ihr nicht
gelingen können, unſer Volk vor der letzten Kataſtrophe zu retten.
Sie iſt dieſem Ideengut nicht nur in der Zeit ihres Kampfes um
die Macht, ſondern auch in der Zeit des Beſitzes der Macht treu
geblieben.
Was immer ſich an Verworfenheit, ehrloſer Geſinnung, an
Betrug und Korruption in unſerem Volke ſeit dem unſeligen
Ver=
trage von Verſailles angeſammelt hatte, wurde von uns
angegrif=
fen und bekämpft. Dieſe Bewegung verpflichtete ſich der Aufgabe,
ohne Anſehen der Perſon Treue, Glauben und Anſtändigkeit
wie=
der in ihre Rechte einzuſetzen.
Seit acht Monaten führen wir einen
heroi=
ſchen Kampf gegen
die kommuniſtiſche
Be=
drohung unſeres Volkes, die Verrottung unſerer Kultur,
Zer=
ſetzung unſerer Kunſt und Vergiftung unſerer öffentlichen Moral.
Der Leugnung von Gott, der Beſchimpfung der Religion haben
wir ein Ende geſetzt. Wir ſind der Vorſehung zu demütigem
Dank verpflichtet, daß ſie unſeren Kampf gegen die Not der
Arbeitsloſigkeit, für die Rettung des deutſchen Bauern nicht
er=
folglos ſein ließ. Im Zuge eines Programms, für deſſen
Durch=
führung wir vier Jahre errechneten, ſind in knapp acht
Mona=
ten von 6 Millionen Arbeitsloſen über 2½ Millionen wieder
einer nützlichen Produktion zugeführt worden.
Der beſte Zeuge für dieſe ungeheure Leiſtung iſt das deutſche
Volk ſelbſt. Es wird der Welt beweiſen, wie ſehr es hinter einem
Regiment ſteht, das kein anderes Ziel kennt, als mit Werken
friedlicher Arbeit und geſitteter Kultur mitzuhelfen am
Wieder=
aufbau einer heute wenig glücklichen Welt.
Die Welt aber, der wir nichts zuleide kun und
von der wir nur eines wünſchen, daß ſie uns
friedlich arbeiken laſſen möge, verfolgk uns ſeit
Monaken mik einer Fluk von Lügen und
Ber=
leumdungen.
Während ſich in Deutſchland eine Revolution vollzog, die nicht
wie die franzöſiſche oder ruſſiſche Hekatomben an Menſchen
ab=
ſchlachtete, die nicht Geiſeln ermordete, die nicht wie der
Kommunardenaufſtand in Paris oder die rote Revolution in
Bahern und Ungarn Kulturbauten und Kunſtwerke durch
Petroleuſen vernichtete, ſondern bei der im Gegenteil nicht ein
einziges Schaufenſter zertrümmert, kein Geſchäft geplündert und
kein Haus beſchädigt wurde, verbreiten gewiſſenloſe Hetzer eine
Flut von Greuelmärchen, die nur verglichen werden können mit
den von den gleichen Elementen fabrizierten Lügen zu Beginn
des Krieges.
Zehntauſende Amerikaner, Engländer und Franzoſen ſind
in dieſen Monaten in Deutſchland geweſen und konnten mit
eigenen Augen die Feſtſtellung treffen, daß es kein Land der
Welt gibt mit mehr Ruhe und mehr Ordnung als das heutige
Deutſchland, daß in keinem Lande der Welt die Perſon und
das Eigentum höher reſpektiert werden können als in
Deutſch=
land, daß allerdings auch vielleicht in keinem Lande der Welt
ein ſchärferer Kampf geführt wird gegen diejenigen die als
verbrecheriſche Elemente glauben, ihre niederen Inſtinkte zu
ungunſten ihrer Mitmenſchen frei austoben laſſen zu können.
Dieſe und ihre kommuniſtiſchen Helfershelfer ſind es, die ſich
heute als Emigranten bemühen, ehrliche und anſtändige Völker
gegeneinander zu hetzen.
Das deutſche Volk hat keine Veranlaſſung, die übrige Welt
um dieſen Gewinn zu beneiden. Wir ſind überzeugt, daß wenige
Jahre genügen werden, um den ehrliebenden Angehörigen der
anderen Völker gründlich die Augen zu öffnen über den inneren
Wert jener würdigen Elemente, die unter der wirkſamen Flagge
des politiſchen Flüchtlings die Gebiete ihrer mehr oder
weniger großen wirtſchaftlichen Skrupelloſigkeit räumten
Was würde aber dieſe Welt wohl über Deutſchland ſagen,
wenn wir hier etwa zu Gunſten eines Subjektes, das das
britiſche Parlament in Brand zu ſtecken verſucht hätte, eine Unter
ſuchungskomödie aufführen ließen, deren einziger Sinn nur der
ſein könnte, die britiſche Juſtiz und ihre Richter unter den Wert
eines ſolchen Halunken zu ſtellen. Als Deutſcher und
National=
ſozialiſt hätte ich kein Intereſſe daran in Deutſchland für einen
Ausländer einzutreten, der in England den Staat und die
dortigen Geſetze zu unterminieren verſucht oder gar der
bau=
lichen Repräſentation der engliſchen Verfaſſung mit Feuer
zuleibe geht.
welche Schande
Und ſelbſt wenn dieſes Subjekt dann
uns Gott erſparen möge — ein Deutſcher wäre, würden wir
es nicht decken, ſondern nur auf das tiefſte bedauern, daß uns
ein ſolches Unglück treffen mußte, und nur den einen Wunſch
hegen, daß die britiſche Juſtiz die Menſchheit unbarmherzig
von einem ſolchen Schädling befreien möge. Wir beſitzen aber
auch umgekehrt Ehre genug, um empört zu ſein über das
Schau=
ſpiel, das, von obſkuren Elementen angeregt, der Beſchämung
und Entwürdigung des oberſten deutſchen Gerichtshofes dienen
ſoll. Und wir ſind tief traurig bei dem Gedanken, daß durch
ſolche Methoden Völker verhetzt und entfremdet werden, von
denen wir wiſſen, daß ſie innerlich turmhoch über dieſen
Ele=
menten ſtehen, Völker, die wir achten wollen und mit denen
wir in aufrichtiger Freundſchaft zuſammenleben möchten. Es iſt
dieſen verderblichen und minderwertigen Subjekten gelungen,
in der Welk eine Pſpchoſe
herborzurufen, deren innere krankhafte hyſteriſche Zwieſpältigkeit
geradezu klaſſiſch aufgezeigt werden kann: Denn dieſelben
Elemente, die auf der einen Seite über die „Unterdrückung” und
„Tyranniſierung” des armen deutſchen Volkes durch die national
ſozialiſtiſchen Machthaber jammern, erklären auf der anderen
mit unverfrorener Unbekümmertheit, daß die Beteuerungen der
Friedensliebe in Deutſchland deshalb belanglos ſeien, weil ſie
nur ein paar nationalſozialiſtiſche Miniſter oder der
Reichs=
kanzler ausſprächen, während im Volk der wilde Kriegsgeiſt
tobe. So iſt es: Nach Bedarf wird das deutſche Volk als
be=
dauernswert unglücklich und unterdrückt, bald wieder als brutal
und angriffswütig der Welt vorgeſtellt.
Ich faſſe es als Zeichen eines edleren Gerechtigkeitsſinnes
auf, daß der franzöſiſche Miniſterpräſident Daladier in
ſei=
ner letzten Rede Worte des Geiſtes eines
ver=
ſöhnlichen Verſtehens gefunden hat, für die ihm
un=
zählige Millionen Deutſcher innerlich dankbar ſind.
Das nalionalſozialiſtiſche Denkſchland hat keinen
anderen Bunſch, als den Weitlauf der
euto=
päiſchen Bölker wieder auf die Gebiete
hinzu=
lenken, auf denen ſie der ganzen Menſchheit in
der edelſien gegenſeikigen Rivalikät jene uner=
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
hörfen Güker der Ziviliſakion, der Kulkur und
Kunſt gegeben haben, die das Bild der Welt
heute bereichern und verſchönern.
Ebenſo nehmen wir in hoffnungsvoller Bewegtheit von der
Ver=
ſicherung Kenntnis, daß die franzöſiſche Regierung unter ihrem
jetzigen Chef nicht beabſichtigt, das deutſche Volk zu treten oder
zu demütigen. Wir ſind ergriffen von dem Hinweis auf die
lei=
der nur zu traurige Wahrheit, daß dieſe beiden großen Völker ſo
oft in der Geſchichte das Blut ihrer beſten Jünglinge und
Män=
ner auf den Schlachtfeldern geopfert haben. Ich ſpreche im Namen
des ganzen deutſchen Volkes, wenn ich verſichere, daß wir alle von
dem aufrichtigen Wunſche erfüllt ſind, eine Feindſchaft
auszutil=
gen, die in ihren Opfern in keinem Verhältnis ſteht zu
irgend=
einem möglichen Gewinn. Das deutſche Volk iſt überzeugt, daß
ſeine Waffenehre in tauſend Schlachten und Gefechten rein und
makellos geblieben iſt, genau ſo, wie wir auch im franzöſiſchen
Soldaten nur unſeren alten, aber ruhmreichen Gegner ſehen. Wir
und das ganze deutſche Volk würden alle glücklich ſein bei dem
Gedanken, den Kindern und Kindeskindern unſeres Volkes das
zu erſparen, was wir ſelbſt als ehrenhafte Männer in bitter
langen Jahren an Leid und Qualen anſehen und ſelbſt erdulden
mußten. Die Geſchichte der letzten 150 Jahre ſollte durch all ihren
wechſelvollen Verlauf hindurch die beiden Völker über das eine
belehrt haben, daß weſentliche Veränderungen von Dauer bei
allem Bluteinſatz nicht mehr möglich ſind. Als Nationalſozialiſt
lehne ich es mit all meinen Anhängern aber aus unſeren
natio=
nalen Prinzipien heraus ab, Menſchen eines fremden Volkes, die
uns doch nicht lieben werden, mit Blut und Leben derer zu
ge=
winnen, die uns lieb und teuer ſind.
Es würde ein gewalkiges Ereignis für die ganze
Menſchheit ſein, wenn die beiden Völker
ein=
mal für immer die Gewalk aus ihrem
gemein=
ſamen Leben verbannen möchken. Das deutſche
Bolk iſt dazu bereit.
Indem wir freimütig die Rechte geltend machen, die uns nach
den Verträgen ſelbſt gegeben ſind, will ich aber genau ſo
frei=
mütig erklären, daß es darüber hinaus zwiſchen den beiden
Län=
dern keine territorialen Konflikte mehr für Deutſchland gibt.
Nach der Rückkehr des Saargebietes zum Reich könnte nur ein
Wahnſinniger an die Möglichkeit eines Krieges zwiſchen den
bei=
den Staaten denken, für den, von uns aus geſehen, dann kein
moraliſch oder vernünftig zu rechtfertigender Grund mehr
vorhan=
den iſt. Denn niemand könnte verlangen, daß, um eine
Korrek=
tur der derzeitigen Grenzen von problematiſchem Umfange und
ebenſolchem Wert zu erreichen, eine Millionenzahl blühender
Menſchenleben vernichtet würde!
Wenn der franzöſiſche Miniſterpräſident aber fragt, warum
dann die deutſche Jugend marſchiere und in Reih und Glied
an=
tritt, dann nicht, um gegen Frankreich zu demonſtrieren, ſondern
um jene politiſche Willensbildung zu zeigen und zu
dokumentie=
ren, die zur Niederwerfung des Kommunismus notwendig war
und zur Niederhaltung des Kommunismus notwendig ſein wird
Es gibt in Deutſchland nur einen Waffenkräger,
und dies iſt die Armee. Und es gibk umgekehrk
für die nglionalſozialiſtiſchen Organiſakionen
m
nur einen Feind, und dies iſt der Komnunismus.
Die Welt muß ſich aber damit abfinden, daß das deutſche Volk für
ſeine innere Organiſation zur Bewahrung unſeres Volkes vor
die=
ſer Gefahr diejenigen Formen wählt, die allein einen Erfolg
garantieren können. Wenn die übrige Welt ſich in unzerſtörbaren
Feſtungen verſchanzt, ungeheure Fluggeſchwader baut, Rieſentanks
konſtruiert, enorme Geſchütze gießt, kann ſie nicht von einer
Be=
drohung reden, weil deutſche Nationalſozialiſten gänzlich
waffen=
los in Viererkolonnen marſchieren und damit der deutſchen
Volks=
gemeinſchaft ſichtbaren Ausdruck und wirkſamen Schutz verleihen!
Wenn aber weiter der franzöſiſche Miniſterpräſident Daladier
die Frage erhebt, warum dann Deutſchland Waffen fordere, die
doch ſpäter beſeitigt werden müßten, ſo liegt hier ein Irrtum vor:
Das deutſche Belk und die deniſche Regierung
haben nicht Waffen, ſondern Gleichberechligung
geforderk.
Wenn die Welt beſchließt, daß ſämtliche Waffen bis zum letzten
Maſchinengewehr beſeitigt werden: Wir ſind bereit, ſofort einer
ſolchen Konvention beizutreten. Wenn die Welt beſchließt, daß
beſtimmte Waffen zu vernichten ſind, wir ſind bereit, auf ſie von
vornherein zu verzichten. Wenn aber die Welt beſtimmte Waffen
jedem Volke zubilligt, ſind wir nicht bereit, uns grundſätzlich als
minderberechtigtes Volk davon ausſchließen zu laſſen! Wenn wir
dieſe unſere Ueberzengung entſprechend ehrenhaft vertreten, ſind
wir für die anderen Bölker anſtändigere Partner, als wenn wi
gegen dieſe Ueberzengung bereit wären, demütigende und
ent=
ehrende Bedingungen anzunehmen. Denn wir ſetzen mit unſerer
Unterſchrift ein ganzes Volk als Pfand ein, während der ehr= und
charakterloſer Unterhändler vom eigenen Volk nur abgelehnt wird
Wenn wir mit Engländern, Franzoſen oder Polen Verträge
täti=
gen ſollen, wünſchen wir von vornherein, ſie nur mit Männern
abzuſchließen, die ſelbſt hundertprozentig als Engländer,
Fran=
zoſe oder Polen denken und für ihre Nation handeln; denn nicht
mit Unterhändlern wollen wir Pakte ſchließen, ſondern mit
Völ=
kern Verträge. Wenn wir uns heute gegen eine gewiſſenloſe Hetze
wenden, dann auch nur deshalb, weil nicht die Hetzer, ſondern
lei=
der die Völker mit ihrem Blut für die Sünden dieſer
Weltvergif=
tung zu büßen haben.
Die früheren deutſchen Regierungen ſind einſt vertrauensvoll
in den Völkerbund eingetreten in der Hoffnung, in ihm ein
Forum zu finden für einen gerechten Ausgleich der
Völkerinter=
eſſen, der aufrichtigen Verſöhnung, vor allem aber der früheren
Gegner. Dies ſetzte aber voraus die Anerkennung der endlichen
Wiedergleichberechtigung des deutſchen Volkes. Unter derſelben
Vorausſetzung erfolgte auch ihre Teilnahme an der
Abrüſtungs=
konferenz. Die Deklaſſierungzueinem nicht
gleich=
berechtigten Mitglied einer ſolchen Inſtitution
oder Konferenz iſt für eine ehrliebende Nation
von 65 Millionen Menſchen und eine nicht
min=
der ehrliebende Regierungieine unerträgliche
Demütigung.
Das deutſche Volk hak ſeine
Abrüſlungsverpflich=
kungen bis zum Uebermaß erfüllk. Die
aufge=
rüſteien Skaaken wären nunmehr an der Reihe,
79
aep
die analogen Beipfligkungen nicht weniger
einzulöſen.
Die deutſche Regierungg nimmt an dieſer Konferenz nicht teil, um
für das deutſche Volk einzelne Kanonen oder Maſchinengewehre
herauszuhandeln, ſondern um als gleichberechtigter Faktor an der
allgemeinen Weltbefriedung mitzuwirken. Die Sicherheit
Deutſch=
lands iſt kein geringeres Recht, als die Sicherheit der anderen
Sonntag, 15. Oktober 1933
Nationen. Wenn der engliſche Miniſter Baldwin es als
ſelbſt=
verſtändlich hinſtellt, daß England unter Abrüſtung nur die
Ab=
rüſtung der höher gerüſteten Staaten gleichlaufend mit der
Auf=
rüſtung Englands bis zu einem gemeinſamen Niveau verſtehen
kann, dann wäre es unfair, Deutſchland mit Vorwürfen zu
über=
häufen, wenn es am Ende als gleichberechtigtes Mitglied in der
Konferenz dieſelbe Auffaſſung auch für ſich vertritt. Es kann aber
in dieſer Forderung Deutſchlands überhaupt keine Bedrohung der
übrigen Mächte liegen. Denn die Verteidigungsanlagen der
an=
deren Völker ſind ja gegen ſchwerſte Angriffswaffen geſichert,
wäh=
rend Deutſchland keine Angriffswaffen, ſondern nur jene
Vertei=
digungswaffen fordert, die auch in Zukunft nicht verboten, ſondern
ſämtlichen Nationen geſtattet ſind. Und auch hier iſt Deutſchland
von vornherein bereit, ſich zahlenmäßig mit einem Minimum zu
begnügen, das in keinem Verhältnis ſteht zur gigantiſchen Rüſtung
der Angriffs= und Verteidigungswaffen unſerer früheren Gegner.
Die bewußke Deklaſſierung aber unſeres
Bol=
kes, die darin liegk, daß man jedem Volke der
Welk ein ſelbſtverſtändliches Recht zubilligk, das
nur uns allein vorenkhalken wird, empfinden
wir als die Verewigung einer Diskriminierung,
die für uns unerkräglich iſt.
Ich habe ſchon in meiner Friedensrede im Mai erklärt, daß
unter ſolchen Vorausſetzungen wir zu unſerem
Leidweſen auch nicht mehr in der Lage ſein
wür=
den, dem Völkerbund anzugehören oder an
in=
ternationalen Konferenzen teilzunehmen. Die
Männer, die heute Deutſchland führen, haben
nichts gemein mit den beſoldeten
Landesver=
rätern des November 1918. Wir alle haben einſt genau
wie jeder anſtändige Engländer und jeder anſtändige Franzoſe
unſerem Vaterlande gegenüber mit dem Einſatz unſeres Lebens
unſere Pflicht erfüllt. Wir ſind nicht verantwortlich
fürden Krieg, ſind nicht verantwortlich für
das=
wasin ihm geſchah, ſondern füh len uns nur
ver=
antwortlich für das, was jeder Ehrenmann in
dieſer Not ſeines Volkes machen mußte. Und was
wir auch getan haben, wir hängen mit genau der
ſel=
ben grenzenloſen Liebe an unſerem Volke, wie
wir aus dieſer Liebe heraus von ganzem Herzen
eine Verſtändigung mit den anderen Völkern
wünſchen und, wo es uns auch nur ermöglicht wird, auch zu
erreichen verſuchen.
Es iſt für uns aber als Berkrefer eines ehr
lichen Bolkes und eines ehrlichen eigenen Ichs
unmöglich, an Inſtikukionen keilzunehmen unker
Vorausſekzungen, die nur für einen Unehrlichen
erkräglich ſind.
Es konnte, unſeretwegen einſt Männer geben, die auch unter
ſolchen Belaſtungen glaubten, an internationalen Abmachungen
teilnehmen zu können. Es iſt belanglos, zu prüfen, ob ſie ſelbſt die
Beſten unſeres Volkes waren, aber ſicher iſt, daß hinter ihnen
nicht das Beſte unſeres Volkes ſtand. Die Welt kann aber nur
ein Intereſſe daran beſitzen, mit Ehrenmännern, und nicht mit
Fragwürdigen eines Volkes, zu verhandeln, mit dieſen, und nicht
mit anderen Verträge abzuſchließen. Sie muß dann aber auch
ihrerſeits dem Ehrgefühl und Ehrempfinden eines ſolchen
Regi=
ments Rechnung tragen, ſo, wie auch wir dankbar ſind, mit
Ehrenmännern verkehren zu können. Es iſt aber um ſo
notwen=
diger, als
nur aus einer gleichen Akmoſphäre hetaus die
Maßnahmen zu finden ſind, die zu einer wirk
lichen Befriedung der völker führen.
Denn der Geiſt einer ſolchen Konferenz kann
nur der einer aufrichtigen Verſtändigung ſein
— oder der Ausgang all dieſer Verſuche iſt von
vornherein zum Scheitern beſtimmt.
Indem wir aus den Erklärungen der offiziellen Vertreter
einer Reihe von großen Staaten entnommen haben, daß von ihnen
an eine wirkliche Gleichberechtigung Deutſchlands zur Zeit nicht
gedacht wird, iſt es dieſem Deutſchland zur Zeit auch nicht
mög=
lich, ſich weiterhin in einer ſo unwürdigen Stellung anderen
Völ=
kern aufzudrängen.
Die Drohungen mit Gewalt können uns in ihrer
Verwirk=
lichung nur Rechtsbrüche ſein.
Die deutſche Regierung iſt zu tiefſt erfüllt von der
Ueberzeu=
gung, daß ihr Appell an die ganze deutſche Nation der Welt
be=
weiſen wird, daß die Friedensliebe der Regierung genau ſo wie
ihre Ehrauffaſſung und ihr Ehrbegriff die des ganzen Volkes
ſind. Ich habe mich entſchloſſen, zur Dokumentierung dieſer
Be=
hauptung den Herrn Reichspräſidenten zu bitten, den
Deut=
ſchen Reichstag aufzulöſen und in einer Neuwahl,
verbunden mit einer Volksabſtimmung, dem
deut=
ſchen Volke die Möglichkeit zu bieten, ein geſchichtliches
Bekenntnis abzulegen, nicht nur im Sinne oder Billigung
der Regierungsgrundſätze, ſondern auch in einer bedingungsloſen
Verbindung mit ihr.
Möge die Welt aus dieſem Bekenntnis die Ueberzeugung
ent=
nehmen, daß
das deutſche Volk ſich in dieſem Kampf um ſeine
Gleichberechkigung und Ehre teſtlos idenkiſch
erklärt mit ſeiner Regierung,
daß aber beide in tiefſtem Grunde von keinem anderen Wunſche
erfüllt ſind als mitzuhelfen, eine menſchliche Epoche tragiſcher
Ver=
irrungen, bedauerlichen Haders und Kampfes zwiſchen denen zu
beenden, die als Bewohner des kulturell bedeutſamſten Kontinents
der ganzen Menſchheit gegenüber auch in Zukunft eine gemeinſame
Miſſion zu erfüllen haben.
Möge es dieſer gewaltigen Friedens= und Ehr=
Kund=
gebung unſeres Volkes gelingen, dem inneren Verhältnis
der europäiſchen Stagten untereinander jene Vorausſetzungen
geben, die zur Beendigung nicht eines jahrhundertelangen Haders
und Streites, ſondern auch zum Neuaufbau einer beſſeren
Gemein=
ſchaft erforderlich ſind, das Ergebnis von gemeinſamen Pflichten
und gemeinſamen gleichen Rechten.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
Nr. 286 — Seite 3
* Der Appell an die Nakion.
Die ſtickige Atmoſphäre, die nun ſchon ſeit Monaten über
Europa lag, iſt durch den Entſchluß der Reichsregierung
zer=
riſſen worden. In London, Paris und Genf herrſcht vor der
Hand eine ſolche Verblüffung, daß niemand ſich mit einem
öffentlichen Urteil hervorwagt. Jeder hält ſich zurück, bis die
Kabinette geſprochen haben, ſo daß die außenpolitiſchen
Wir=
kungen zur Stunde noch nicht voll zu überblicken ſind.
Das Deutſche Reich hat ſeinen Austritt aus dem
Völker=
bund erklärt. Nach den Satzungen des Völkerbundes wird dieſer
Austritt erſt in zwei Jahren rechtskräftig. Es iſt aber
ſelbſt=
verſtändlich, daß die deutſche Regierung ſich bis dahin an den
Beratungen des Völkerbundes nicht beteiligen wird, ebenſo wie
bereits die Delegation für die Abrüſtungskonferenz und der
Ständige Geſandte beim Völkerbund zurückgezogen ſind.
Für den Völkerbund ſelbſt kann dieſer Schritt Deutſchlands
den Todesſtoß bedeuten. Mit uns fehlen jetzt die Vereinigten
Staaten, Rußland und Japan, alſo vier Großmächte in dieſem
Bunde, der angeblich eine Organiſation des Friedens ſein ſollte,
aber tatſächlich nur eine Organiſation der Kriegsrüſtungen im
Intereſſe der Siegerſtaaten des Weltkrieges geblieben iſt. Er
hat die Hoffnungen, die einſt Optimiſten auf ihn ſetzten, vom
erſten Tage an nicht erfüllt.
Die Reichsregierung hat mit aller Deutlichkeit hervorgehoben,
daß ihre Friedenspolitik durch die Enttäuſchungen, die ſie auch jetzt
wieder in Genf erlebt hat, in keiner Weiſe berührt wird. Sie
hat noch einmal unterſtrichen, daß unſer Ziel nicht die
Auf=
rüſtung, ſondern die allgemeine Abrüſtung iſt, und daß wir,
auch wenn wir jetzt das Genfer Parkett verlaſſen, weil wir dort
wie läſtige Bittſteller behandelt und mißhandelt worden ſind,
die Friedenspolitik unverändert fortſetzen werden.
Der deutſche Schritt iſt alſo nur eine Abſage an die Genfer
Methoden, ein Akt der Notwehr gegen die Siegermanieren von
Genf, nicht jedoch eine Abſage an die Friedenspolitik, die gerade
Reichskanzler Adolf Hitler proklamiert hat und die auch der
Leitfaden ſeiner geſtrigen Rede war. Deshalb ſtreckt die
Regie=
rung allen, die einen ehrlichen Frieden in Europa wollen, in
derſelben Stunde, wo ſie Genf verläßt, noch einmal die Hand
entgegen und erklärt ſich bereit, durch den Abſchluß von
Nicht=
angriffspakten auf längſte Sicht den europäiſchen Frieden ſicher
zu ſtellen, erklärt ſich gleichzeitig auch bereit, alle vorliegenden
Fragen, auch mit den früher feindlichen Staaten leidenſchaftslos
auf dem Wege der Verhandlung zu prüfen und zu löſen.
Die fadenſcheinigen Vorwände, mit denen England und
Frankreich ſich ihren Verpflichtungen aus dem Verſailler Diktat
zu entziehen ſuchten, waren z. T. darauf aufgebaut, daß ſie das
früher in Ausſicht geſtellte Entgegenkommen nicht der neuen
deutſchen Regierung zeigen könnten. Wir haben auf die
Ver=
logenheit dieſer Beweisführung immer und immer wieder
hin=
gewieſen, ganz abgeſehen davon, daß ja der Macdonald=Pakt
überhaupt erſt auftauchte, als die Regierung Hitler in
Deutſch=
land bereits am Ruder war.
Gleichzeitig mit dem entſcheidenden Schritt in Genf hat der
Kanzler dem Reichspräſidenten den Vorſchlag gemacht, den
Reichstag aufzulöſen. Man operiert im Ausland zu gern mit
der Behauptung, die Reichsregierung hätte gar nicht das ganze
deutſche Volk hinter ſich. Die bevorſtehende Reichstagswahl
wird zeigen, welchem verhängnisvollen Trugſchluß ſich die
Draht=
zieher dieſer ganzen Hetze hingegeben haben. Sie wird zeigen,
daß die Art, wie Deutſchlands Recht und Ehre mit Füßen
getreten worden ſind, vom ganzen deutſchen Volk tief empfunden
wird, und daß es ſich wie ein Mann hinter die Regierung ſtellt,
die entſchloſſen gegen ſie Front macht. Dabei iſt eine doppelte
Abſtimmung in Ausſicht genommen. Verbunden mit der
Neu=
wahl des Reichstages ſoll eine Volksbefragung erfolgen: die
Regierung wird jeden Volksgenoſſen vor die Entſcheidung ſtellen,
ob er mit der Politik der Regierung einverſtanden iſt und
darauf ein klares Ja oder Nein verlangen. Sie wird aller
Wahrſcheinlichkeit nach auch eine einheitliche nationalſozialiſtiſche
Reichstagswahlliſte aufſtellen, die ebenfalls mit Ja oder Nein
anzunehmen oder abzulehnen iſt. Die einzelnen Landtage der
Länder ſind gleichzeitig aufgelöſt und werden zunächſt nicht
neu=
gewählt. In Verbindung damit iſt auch eine Aenderung des
Reichsſtatthalter=Geſetzes erfolgt, die in politiſchen Kreiſen als
ein weiterer Schritt zur Reichsreform ausgelegt wird. Daß die
Entwicklung gerade in den nächſten Monaten auf eine Stärkung
der politiſchen Zentralgewalt abgeſtellt iſt, darüber kann kaum
ein Zweifel beſtehen. Die Aenderung des Reichsſtatthalter=
Geſetzes hat, ſoweit wir feſtſtellen können, allerdings mehr
techniſche Vorausſetzungen. Nach dem Geſetz erfolgt die
Er=
nennung eines Reichsſtatthalters durch den Reichspräſidenten
ſeweils auf die Dauer einer Landtagswahlperiode. Mit der
Auflöſung ſämtlicher Landtage wären alſo die Mandate der
ſämtlichen Reichsſtatthalter formell erloſchen. Durch die
ent=
prechende Aenderung des Reichsſtatthaltergeſetzes iſt dieſe
Konſequenz behoben.
Aber alle dieſe Einzelfragen treten im Augenblick zurück
gegenüber der grundſätzlichen Entſcheidung, daß durch die
Er=
klärung der deutſchen Regierung die Bahn für eine wirkliche
Friedenspolitik in Europa freigemacht worden iſt, und daß das
ganze deutſche Volk dabei hinter ſeiner Regierung ſteht.
Aufruf des Kanzlers an das deutſche Volk
Vor der deutſchen Preſſe gab Reichsminiſter Dr. Goebbels
folgendes bekannt:
Meine Herren!
Ich habe Ihnen im Namen der Reichsregierung folgende
Er=
klärung abzugeben:
Der Reichskanzler erläßt an das deutſche Volk
folgen=
den Aufruf:
Erfüllt von dem aufrichtigen Wunſch, das Werk des
friedlichen inneren Wiederaufbaues unſeres
Volkes, ſeines politiſchen und wirtſchaftlichen Lebens
durchzu=
führen, haben ſich ehemals deutſche Regierungen im Vertrauen
auf die Zubilligung einer würdigen Gleichberechtigung bereit
er=
klärt, in den Völkerbund einzutreten und an der
Ab=
rüſtungskonferenz teilzunehmen.
Deutſchland wurde dabei bitter enttäuſcht.
Trotz unſerer Bereitwilligkeit, die ſchon vollzogene deutſche
Abrüſtung, wenn nötig, jederzeit bis zur letzten Konſequenz
fort=
zuführen, konnten ſich andere Regierungen nicht zur Einlöſung
der von ihnen im Friedensvertrag unterſchriebenen Zuſicherung
entſchließen.
Durch die bewußte Verweigerung einer wirklichen
und moraliſchen Gleichberechtigung Deutſchlands
wur=
den das deutſche Volk und ſeine Regierungen
immer wieder auf das ſchwerſte gedemütigt.
Nachdem ſich die Reichsregierung nach der am 11.
Dezem=
ber 1932 ausdrücklich feſtgelegten deutſchen
Gleichberechtigung neuerdings bereit erklärt hatte, an
den Verhandlungen der Abrüſtungskonferenz wieder teilzunehmen,
wurde nunmehr durch die offiziellen Vertreter der anderen
Staa=
ten in öffentlichen Reden und direkten Erklärungen an den
Reichsaußenminiſter und unſere Delegierten mitgeteilt, daß dem
derzeitigen Deutſchland dieſe
Gleichberechti=
gung zur Zeit nicht mehr zugebilligt werden könnte.
Da die deutſche Reichsregierung in dieſem
Vorgehen eine ebenſo ungerechte wie
entwürdi=
gende Diskriminierung des deutſchen Volkes
er=
blickt, ſieht ſie ſich außerſtande, unter ſolchen
Umſtänden als rechtloſe und zweitklaſſige
Na=
tion noch weiterhin an den Verhandlungen
teil=
zunehmen, die damit nur zu neuen Diktaten
füh=
ren könnten.
Indem die deutſche Reichsregierung daher erneut ihren
un=
erſchütterlichen Friedenswillen bekundet, erklärt
ſie angeſichts dieſer demütigenden und entehrenden Zumutungen
zu ihrem tiefſten Bedauern, die Abrüſtungskonferenz
verlaſſen zu müſſen. Sie wird deshalb auch den Austritt
aus dem Völkerbund anmelden.
Sie legt dieſe ihre Entſcheidung, verbunden
mit einem neuen Bekenntnis für eine Politik
aufrichtigſter Friedensliebe und
Verſtändi=
gungsbereitſchaft, dem deutſchen Volke zur
Stellungnahme vor und erwartet von ihm eine
Bekundung gleicher Friedensliebe und
Frie=
densbereitſchaft, aber auch gleicher
Ehrauffaſ=
ſung und gleicher Entſchloſſenheit.
Ich habe daher als Kanzler des Deutſchen Reiches dem Herrn
Reichspräſidenten vorgeſchlagen, zum ſichtbaren Ausdruck des
ein=
mütigen Willens von Regierung und Volk dieſe Politik der
Reichsregierung der Nation zur Volksabſtimmung vorzulegen,
den Deutſchen Reichstag aufzulöſen, um dem deutſchen Volke
da=
mit die Gelegenheit zu bieten, jene Abgeordneten zu wählen, die
als geſchworene Repräſentanten dieſer Politik des Friedens und
der Ehrhaftigkeit dem Volke die Garantie einer unentwegten
Vertretung ſeiner Intereſſen in dieſem Sinne zu geben vermögen.
Als Kanzler des deutſchen Volkes und Führer der
national=
ſozialiſtiſchen Bewegung bin ich überzeugt, daß die ganze
Na=
tion geſchloſſen wie ein Mann hinter ein
Be=
kenntnis und einen Entſchluß tritt, die
ebenſo=
ſehr der Liebe zu unſerem Volk und der Achtung
vor ſeiner Ehre entſpringen, wie auch der
Ueberzeu=
gung, daß die für alle ſo notwendige endliche Selbſtbefriedung
nur erreicht werden kann, wenn die Begriffe Sieger und Beſiegte
abgelöſt werden von der edleren Auffaſſung der gleichen Lebens=
Adolf Hitler.
rechte aller.
(6
Demmtgende und enchenee Bummiangen.
Sicherheik für die anderen, aber nicht für Deukſchland. — Verleugnung der Unkerſchrift unker die am 11. 9ez.
1932 feſtgelegte deutſche Gleichberechtigung. — Deutſchland lehnt Dikkak als unvereinbar mit ſeiner Ehre ab.
Um das Ziel zu erreichen, müſſe man jetzt ſchrittweiſe vor=
Geltgrung ges engliſchenAugenmintſters wärts gehen. Die gegenwärtige ungeordnete Lage Europas ſei
jedoch, wie bereits Henderſon im Oktober erklärt habe, eine
vor dem Präſidium der Abrüſtungskonferenz.
TU. Genf, 14. Oktober.
Das Präſidium der Abrüſtungskonferenz trat heute
vor=
mittag zuſammen, um in geheimer Sitzung die angekündigte
große Erklärung des engliſchen Außenminiſters Simon
entgegen=
zunehmen. Die Sitzung wurde mit einer faſt einſtündigen
Ver=
ſpätung eröffnet. An der Sitzung nahmen Simon, Paul=
Boncour, der polniſche Außenminiſter, der italieniſche Vertreter
Marquis Soranja, Norman Davis, von deutſcher Seite
Staats=
ſekretär z. D. von Rheinbaben teil. Gleich zu Beginn der
Sitzung gab der engliſche Außenminiſter Sir John Simon eine
Erklärung, in der er u. a. ausführte:
Der Vertreter der engliſchen Regierung hätte in der
letzten Zeit wiederholt Beſprechungen mit den Vertretern
Deutſchlands, Frankreichs, Italiens, Amerikas und anderer
Mächte gehabt. Aus dieſen Beſprechungen habe ſich für die
engliſche Regierung die Ueberzeugung ergeben, daß der von
der engliſchen Regierung vor ſechs Monaten
eingereichte Macdonald=Plan in beſtimmter
Richtung jetzt neu gefaßt werden müſſe.
Erklärung folgenden Inhalts ab:
Die in dem damaligen Abkommensentwurf vorgeſehene
fünfjährige Periode müſſe jetzt auf Wunſch einiger Mächte
auf 8 Jahre ausgedehnt werden.
Hiergegen ſeien keine ernſten Bedenken geltend gemacht worden.
Nach dem Ablauf dieſer achtjährigen Friſt müſſen
zwei entſcheidende Dinge geſichert ſein: 1.
Sämt=
liche Abrüſtungsmaßnahmen der ſchwer
ge=
rüſteten Mächte, 2. die Durchführung des
Gleich=
berechtigungsgrundſatzes im Rahmen eines
Sicherheitsſyſtems.
Tatſache. Jeder Staatsmann müſſe in ſeinen Plänen dieſer
Tat=
ſache Rechnung tragen. Die Notwendigkeit einer Aenderung des
Macdonaldsplans habe ſich daher durch die letzte Entwicklung
als eindeutig notwendig erwieſen.
Das neue Abrüſtungsſchema als Ergebnis der zahlreichen
letzten Beſprechungen müſſe jetzt mit der Umwandlung der
kontinental=europäiſchen Armeen in der Richtung des
eng=
liſchen Abrüftungsentwurfs einſetzen, verbunden mit einem
durch den ſtändigen Abrüſtungsausſchuß durchgeführten
Kontrollfyſtem.
Auf der Grundlage der Sicherheit ſolle damit gleichzeitig die
Abrüſtung und die Sicherheit erreicht werden. Es iſt
ſelbſt=
verſtändlich, daß die Kontrolle allgemeine
Anwen=
dung zu finden habe. Das Ziel dieſer Kontrolle
müſſe die loyale Einhaltung des
Abrüſtungs=
abkommens ſein.
Der engliſche Außenminiſter erklärte ſodann wörtlich:
Das Ergebnis der Abſchaffung der verſchiedenen
Waffen=
gattungen und das Verbot deren weiteren Gebrauchs muß
jetzt auf Grund einer gemeinſamen Liſte der erlaubten
Waffen zuſammengefaßt werden. Für die zweite Periode
des Abrüftungsplans muß jedoch eine weitere Regelung
jetzt endgültig getroffen werden. Auf dieſe Weiſe würde
die verſchiedenartige Lage derjenigen Mächte, deren
Rüſtunngen, durch die Friedensverträge beſchränkt ſind,
endgültig aufhören. Die aufrechterhaltenden Mengen der
Rüſtungen und anderen Einzelheiten müſſen jetzt
ſelbſt=
verſtändlich auf dem Wege von Verhandlungen und
all=
gemeiner Vereinbarungen geregelt werden.
Ein derartiger Plan würde, wie das Präſidium zweifellos
an=
erkennen wird, gleichzeitig den Grundſatz der Gleichberechtigung
des status durch eine Methode weſentlicher Herabſetzung der
Rüſtungen auf der einen Seite und die Anwendung einer
Tag der Deukſchen Kunfk.
Das feſtliche München empfängl ſeine Gäſte.
Das deutſche München, die Wiege des Nationalſozialismus,
ſchickt ſich an, mit einer Folge feſtlicher Veranſtaltungen den
Ehren=
tag, der deutſchen Kunſt, die Grundſteinlegung zum Hauſe der
Deutſchen Kunſt, zu beghen, das das deutſche Volk ſeinem Führer
und Kanzler als Geſchenk darbringt. Wenn der 1. Mai Sinnbild
der Einheit deutſcher Geiſtes= und Handarbeit, der Erntedanktag
lekendiges Bekenntnis des neuen Deutſchland zu Blut und Boden
war, ſo ſoll der Tag der Deutſchen Kunſt leuchtendes Symbol
da=
für ſein, daß das neue Deutſchland eingedenk des verpflichtenden
Wortes ſeines Führers über Sorgen und Nöten des Tages die
letzten Ziele menſchlichen Schaffens nicht vergißt, ſondern ſich
ſei=
er Kulturmiſſion für die Welt bewußt iſt.
Das Bild der Feſtſtadt,
die nach dem Willen des Führers berufen iſt, an erſter Stelle
Künderin dieſes kulturellen Wollens und Hüterin der hohen
künſt=
leriſchen Tradition der Vergangenheit zu ſein, zeigt den
Zehn=
tauſenden, die zum Tage der Deutſchen Kunſt nach München
ſtrö=
men, daß die Kunſtſtadt ſich dieſer Aufgabe würdig erweiſt.
Emp=
fangen am Hauptbahnhof rieſige Flaggenmaſten mit den Fahren
des neuen Reiches und mächtige Schaubilder mit den Wappen der
Kunſt die Ankommenden, ſo beherrſcht das Rot der
Hakenkreuz=
fahnen und das Schwarz=Weiß=Rot der alten Reichsfahne das
ganze Stadtbild. Die Straßenbahnen tragen Wimpel, in den
Reichs= und Landesfarben, und durch die Straßen ſelbſt flutet
ſchon in den Morgenſtunden eine feſtlich geſtimmte Menge, in der
das Braun der Hitler=Jugend vorherrſcht.
Einen bisher nicht geſchauten Feſtſchmuck aber haben
die Feſtzugsſtraßen und Plätze
angelegt, der in ſeinem Grundton darauf abgeſtimmt iſt, die Würde
und den Ernſt dieſes erſten Tages deutſcher Kunſt im neuen
Deutſchland auch äußerlich zu betonen.
Den Platz der Grundſteinlegung
an der Prinzregenten=Straße beherrſcht die in Rot gehaltene
Tri=
büne in Hufeiſenform, die mit 19 Hakenkreuzbannern von 20 Meter
Höhe umgeben iſt. Rieſige Pylonen mit einem mächtigen Kranz,
der das Kunſtwappen umſchließt, bilden das Eingangsportal der
Feſtſtraße. In Schwarz und ld, flankiert von zwei rieſigen Py=
lonen mit Pechpfannen, iſt der Abſchluß des feſtlichen Platzes
ge=
halten, vor dem ſich das Hoheitszeichen, der Adler in goldenem
Hakenkreuzkranz, plaſtiſch abhebt.
Wohl das eindrucksvollſte Schaubild bietet die Ludwigſtraße,
die als
Straße der Revolution
ganz auf Rot abgeſtimmt iſt. Die Sockelgeſchoſſe der
Monumental=
gebäude, die dieſe prächtigſte Straße Münchens bilden, ſind mit
Feſtabzeichen zum Tag der deutſchen Kunſt.
breiten roten Bändern vollſtändig verkleidet. Rieſige
Hakenkreuz=
fahnen, die bis zu den Sockelgeſchoſſen herabreichen, eine Unzahl
von Pylonen in Rot, gekrönt von dem goldenen Hakenkreuz in
grünem Kranz, unterſtreichen den wuchtigen Eindruck dieſes
Feſt=
ſchmucks. Die Feldherrnhalle als Zeugin der Bluttaufe der
Be=
wegung iſt unverändert geblieben. Nur ein ſchwarzer Altar mit
goldenem Lorbeerkranz, von dem an dem Feſttag ſelbſt die Ge=
dächtnisflamme lodern wird, und eine mächtige Hakenkreuzfahne
auf dem Dach der Halle betonen, den weihevollen Ernſt dieſer
Stätte.
Unmöglich, den Prunkſchmuck der weiteren Straßen und Plätze
der Innenſtadt zu beſchreiben, der in allen Straßenzügen auf
wechſelnde Farbſtimmungen abgeſtellt iſt. Weiß und Rot mit dem
Kunſtwappen in der Prinzregentenſtraße als Straße der Kunſt,
Weiß und Blau als Farbe der Landestradition zu Ehren des
Schöpfers der Kunſtſtadt München, des Königs Ludwigs I., am
Wittelsbacherplatz, der ſein Standbild, umbaut mit einem von
goldener Krone beherrſchten Baldachin trägt, Schwarz=Weiß=Rot
und Schwarz=Gelb am Marienplatz, und endlich Braun und Rot
in der Brienner Straße, der Straße der nationalen Bewegung,
ergeben in ihrem Wechſel eine Farbenſymphonie von ſtärkſter
Ein=
dringlichkeit. Zum Gedenken an die Gefallenen des Weltkrieges
iſt der Karolinenplatz mit ſeinem Denkmal für die in Rußland
gefallenen 30 000 Bayern durch einen Kranz von Pechkandelabern
und ſchwarze Banner mit dem Eiſernen Kreuz und dem
Haken=
kreuz in Silber ganz auf die Farbe der Trauer abgeſtimmt. SS.=
Formationen in Schwarz werden am Feſttage den Ernſt dieſes
Schmucks noch unterſtreichen. In ſeiner Einfachheit doppelt
ein=
dringlich iſt der Schmuck des Braunen Hauſes, das im
Sockel=
geſchoß nur auf Braun und Gold, getragen von einem herbſtlichen
Laubgewinde, abgeſtimmt iſt und als weiteren Schmuck lediglich
einen rieſigen Kranz von Herbſtlaub mit Gold und rotgoldene
Teppiche am Balkon des Hauſes aufweiſt. Hier wird der Führer
am Sonntag den Vorbeimarſch des Feſtzuges entgegennehmen.
Noch einmal ſteigert ſich der ungeheure Eindruck dieſer
feſt=
lichen Ausſchmückung einer feſtlichen Stadt am Königsplatz, der
Stätte zahlloſer nationaler Kundgebungen, deſſen Prunkgebäude
mächtige rote Banner mit dem Hakenkreuz zwiſchen den Säulen
der Prophyläen, der Staatsgalerie und der Glytothek aufweiſen.
Rieſige Pechkandelaber, durch Laubgewind mit roten Bändern
verlunden, umſäumen den Platz, der an den Prophyläen durch
eine rieſenhafte rote Bahn mit goldenem Lorbeerkranz und den
Schildern der Kunſt in Gold abgeſchloſſen wird.
Auch die Staatstheater
haben ſich im äußeren Schmuck auf den Tag der Kunſt eingeſtellt.
Die Farben der Kunſt, Weiß und Rot, die Kunſtſchilder und eine
rieſige Inſchrift, die Mahnung des Hans Sachs „Ehret eure
deut=
ſchen Meiſter” beherrſchen hier das Bild.
Die Kunſtſtadt München erweiſt ſich mit dieſem Feſtſchmuck
ihrer Tradition würdig, aber auch der wegweiſenden
Verpflich=
tung, die ſie im neuen Deutſchland nach dem Willen des Führers
übernommen hat.
fs
Seite 4 — Nr. 286
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
gemeinſamen Liſte von verbotenen Waffen für alle Mächte auf
der anderen Seite bedeuten,
Dieſes Programm trägt eine andere weſentliche Folge in
ſich. Ich muß gerade dieſes in aller Oeffentlichkeit im Präſidium
der Konferenz darlegen.
Das von uns vorgelegte Abrüſtungsſchema trägt den
Grundſatz in ſich, daß die gegenwärtige unter den
Be=
ſchränkungen der Friedensverträge ſtehenden Staaten nicht
beginnen können, ihre Rüſtungen zu erhöhen, ſondern ſich
bereiterklären müſſen, ſich derjenigen Aufſtellung der
Rüſtungen anzupaſſen, wie ſie im Macdonaldplan
vor=
geſehen iſt.
Die engliſche Regierung iſt der Anſicht, daß ein allgemeines
Uebereinkommen nicht auf der Grundlage eines
Abrüſtungs=
abkommens erreicht werden konnte, das zu einer ſofortigen
Wiederaufrüſtung führt.
Dieſe Erklärung, die ich hier abzugeben beauftragt war,
macht es notwendig, daß jetzt offen geſprochen werden muß,
und daß jetzt eine klare Darlegung des Standpunktes gegeben wird.
Der Skandpunkt der übrigen mächke.
Erklärungen Norman Davis”, Paul=Boncours und
Soranjas zur Simon-Rede.
Der amerikaniſche Vertreter auf der
Abrüſtungs=
konferenz, Norman Davis, gab unmittelbar nach der
Erklä=
rung des engliſchen Außenmimiſters ſeinerſeits eine Erklärung ab,
in der er ſeiner Freude darüber Ausdruck gab, daß er in der Lage
ſei, den Bericht Simons über das Ergebnis der
Beſpre=
chungen beſtätigen und die engliſche Haltung in
den entſcheidenden Punkten ſtützen zu können.
Der franzöſiſche Außenminiſter Paul=
Bon=
eour gab nur eine kurze Erklärung ab, in der er vor allen
Din=
gen auf die Notwendigkeit einer vierjährigen Bewährungsfriſt
hinwies. Die Abrüſtung ſei heute nicht durch Aufrüſtung
ein=
zelner Mächte, ſondern nur durch wirkſame
Abrüſtungsmaßnah=
men der gerüſteten Staaten zu erreichen.
Der italieniſche Vertreter, Marquis de Soranja, beſchränkte
ſich gleichfalls nur auf die Mitteilung, daß ſeine Regierung
zwei=
fellos den Bericht des engliſchen Außenminiſters eingehend prüfen
würde, und betonte die Bereitwilligkeit der italieniſchen
Regie=
rung, mit allen Kräften an der Erzielung einer allgemeinen
Einigung mitzuwirken.
Zum Schluß der geheimen Sitzung des Präſidiums der
Ab=
rüſtungskonferenz legte der deutſche Vertreter, Staatsſekretär von
Rheinbaben, ſodann in einer kurzen Erklärung folgende
grund=
ſätzlichen deutſchen Standpunkt dar: Ich darf es als gegebene
Tat=
ſache anſehen, daß die anweſenden Mitglieder des Büros die
Auf=
faſſung der deutſchen Regierung in der Abrüſtung kennen, die durch
zwei Forderungen und durch zwei Elemente charakteriſiert wi=d:
1. Wirkliche und ſubſtanzielle Abrüſtung der hochgerüſteten
Staa=
ten, 2. ſofortige praktiſche Anwendung des Grundſatzes der
Gleich=
berechtigung, wobei die Frage der Quantität für Verhandlungen
offen bleibt. In dieſem Sinne habe ich von dem ſehr wichtigen
Bericht Sir John Simons Kenntnis genommen und werde ſeinen
Inhalt ſofort der Reichsregierung übermitteln.
Im Anſchluß an dieſe Diskuſſion machte der
Konferenzprü=
ſident Henderſon den Vorſchlag, nun zur Erörterung in der
Gene=
ralkommiſſion am Montag den Bericht von Sir John Simon und
das Ergebnis der heutigen Diskuſſion zu übermitteln, damit der
Hauptausſchuß weitere Beſchlüſſe faſſen könne.
Die deutſche Ankwork an Genf.
Der Reichsaußenminiſter an den Präſidenken
der Abrüſtungskonferenz.
WTB. Berlin, 14. Oktober,
Reichsminiſter des Auswärtigen, Freiherr v. Neurath, hat
namens der Reichsregierung an den Präſidenten der
Abrüſtungs=
konferenz Henderſon folgendes Telegramm gerichtet:
Herr Präſident!
Namens der deutſchen Reichsregierung habe ich die Ehre,
Ihnen folgendes mitzuteilen:
Nach dem Verlauf, den die letzten Beratungen der beteiligten
Mächte über die Abrüſtungsfrage genommen haben, ſteht nunmehr
endgültig feſt, daß die Abrüſtungskonferenz ihre einzige Aufgabe,
die allgemeine Abrüſtung durchzuführen, nicht erfüllen wird.
Zu=
gleich ſteht feſt, daß dieſes Scheitern der Abrüſtungskonferenz allein
auf den mangelnden Willen der hochgerüſteten Staaten
zurückzu=
führen iſt, ihre vertragliche Verpflichtung zur Abrüſtung jetzt
ein=
zulöſen. Damit iſt auch die Verwirklichung des anerkannten
An=
ſpruchs Deutſchlands auf Gleichberechtigung unmöglich gemacht
worden und die Vorausſetzung fortgefallen, unter der ſich die
deutſche Regierung Anfang dieſes Jahres zur Wiederbeteiligung
an den Arbeiten der Konferenz bereitgefunden hatte.
Die deutſche Regierung ſieht ſich daher gezwungen, die
Ab=
rüſtungskonferenz zu verlaſſen
Genehmigen Sie, Herr Präſident, die Verſicherung meiner
ausgezeichneten Hochachtung.
Freiherr v. Neurath.
*
* Die Reichsregierung hat alſo den gordiſchen Knoten
durch=
hauen. Nach den ungeheuerlichen Vorgängen, die ſich am Samstag
in Genf abgeſpielt haben, der einzig mögliche Weg. War es faſt
ſchon eine Brüskierung, daß das Präſidium der
Abrüſtungskon=
ferenz nicht einmal die 24 Stunden mehr Zeit hatte, die Rückkehr
des deutſchen Delegierten abzuwarten, ſo iſt der Inhalt der
Er=
klärungen, die in dieſer Sitzung abgegeben wurden, ein einziger
unerhörter Skandal.
Von all dem, was in den letzten Wochen beſprochen wurde,
iſt nicht mehr die Rede. Jetzt, wo die Sieger Farbe bekennen
ſollen, wo ſie wirklich zum Thema der Abrüſtung ſprechen müſſen.
ziehen ſie ihre früheren Zugeſtändniſſe zurück. Die engliſche
Re=
gierung ſcheut ſogar nicht davor zurück, den Macdonald=Plan, den
ſie ſelbſt ausgearbeitet hat, unter den Tiſch fallen zu laſſen und
dafür ein neues Konzept aus der Taſche zu ziehen, das, wenn wir
Herrn Simon recht verſtehen, praktiſch eine Verewigung des
augen=
blicklichen Zuſtandes bedeuten würde. Wie die Engländer und
Franzoſen ſich die „Abrüſtung” vorſtellen, ſo würde ſie ſo ausſehen,
daß in den nächſten Jahren gar nichts geſchieht, daß höchſtens für
einen ganz fernen Zeitpunkt die Abrüſtung der aufgerüſteten
Staaten in Ausſicht genommen würde, daß dann vielleicht auch
von der Gleichberechtigung Deutſchlands geſprochen werden kann.
Inzwiſchen aber ſoll das Recht des Stärkeren unverändert
weiter=
beſtehen. Deutſchland wird höchſtens geſtattet, die Reichswehr in
eine Miliz umzuändern, eine „Verbeſſerung”, die wir gar nicht
verlangt haben, die man uns aufzwang, weil plötzlich die
Ent=
deckung gemacht wurde, daß das Reichswehrſyſtem doch noch zu
gut und zu ſtark für Deutſchland geweſen ſei.
Das Ergebnis wäre alſo geweſen, daß Deutſchland noch weiter
abrüſten müßte, während die übrigen übergerüſteten Staaten jede
einzelne Kanone, jedes Maſchinengewehr und jedes Flugzeug
hät=
ten behalten können. Alle ſchönen Worte, mit denen dieſe Pille
überzuckert werden konnte, ändern nichts daran, daß ein
der=
artiges Anſinnen an Deutſchland geſtellt wurde. Eine Regierung,
die auf Ehre und Würde hält, konnte unter dieſen Umſtänden gar
nichts anderes, als auf die Fortſetzung dieſer unwürdigen Komödie
in Genf zu verzichten. Vierzehn Jahre hat Deutſchland geduldig
gewartet, daß die Siegerſtaaten die verbrieften Zuſagen, die ſie
im Verſailler Diktat übernommen haben, erfüllen. Sie haben das
nicht getan. Deutſchland zieht daraus die allein mögliche
Kon=
ſequenz, daß es dieſem Völkerbund den Rücken kehrt und ihn ſich
ſelbſt überläßt.
Schuß der deutſchen Schriftdenkmäler.
Ein Erlaß des Reichsinnenminifters.
TU. Berlin, 14. Oktober.
Reichsinnenminiſter Dr. Frick hat an die Regierungen der
Länder einen Erlaß zum Schutze der Schriftdenkmäler errichtet,
indem er feſtſtellt, daß eine der weſentlichſten Vorausſetzunger
für alle Maßnahmen auf bevölkerungs= und raſſepolitiſchem
Gebiet die Sicherſtellung der auf uns überkommenen Schrift
denkmäler, die Angaben über unſere Vorfahren enthalten, ſei
Alle Urkunden, die Perſonenſtandsaufzeichnungen enthalten, ins
beſondere die Kirchenbücher, Bürgerbücher, Leichenpredigten und
kirchenbuchähnliche Aufzeichnungen, beſonders der
öffentlich=
rechtlichen Religionsgeſellſchaften ſollen unter
Schriftdenkmals=
ſchutz geſtellt werden.
An die evangeliſche und die katholiſche Kirche hat ſich der
Reichsinnenminiſter gleichfalls in dieſer Angelegenheit gewandt
und mit einem Dank für ihre bisherigen Dienſte um weitere
Unterſtützung gebeten.
.
vor dem Reichsgericht.
Vier ausländiſche Rechtsanwälke aus dem Saal
gewieſen und ins Polizeipräſidium gebracht.
* Berlin, 14. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der ausländiſche Zeitungsleſer wird wieder einmal
er=
ſtaunen, wenn er den Bericht über die Samstagsſitzung im
Reichstagsbrandſtifter=Prozeß lieſt, denn der angeblich gemeuchelte
und heimlich verſcharrte Branddirektor Gempp lebt. Er iſt
am Samstag leibhaftig vor Gericht erſchienen und hat eine
Reihe von Bekundungen zu Protokoll gegeben, wodurch
zahl=
reiche Lügen der deutſchfeindlichen Hetzpropaganda wie
Seifen=
blaſen zerplatzten. Manch andere Lüge iſt ebenfalls als das
einwandfrei feſtgeſtellt worden, was ſie iſt, nämlich glatte und
gemeine Erfindung, um den Tatbeſtand zu verſchleiern und
di=
eigentlich Schuldigen zu entlaſten. Wenn es in dieſem Tempo
weitergeht, wird von dem Braun=Buch bald nichts mehr
übrig=
bleiben als der Deckel. Sein Inhalt iſt ſchon längſt in alle
Winde zerflattert. Daß überhaupt die Zeiten der
Deutſchen=
hetze durch in Deutſchland Gaſtrecht genießende Ausländer
vor=
über ſind, hat die Verhaftung von vier ausländiſchen
Rechts=
anwälten, die als Zuhörer den Verhandlungen ſeither
bei=
wohnen durften, bewieſen. Sie haben in einem Brief an den
Verteidiger des bulgariſchen Kommuniſten Dimitroff ganz
ſinn=
loſe und längſt durch Dimitroff ſelbſt widerlegte Behauptungen
aufgeſtellt und dem Reichsgericht mitgeteilt. Im Hinblick
dar=
auf hat Senatspräſident Dr. Bünger ihnen nunmehr ihre Dauer=
Zuhörerkarten entzogen. Sie wurden nach ihrer Entfernung aus
dem Saal zur Vernehmung ins Polizeipräſidium gebracht. Der
Braunbuch=Kreis wird zwar zetern, aber Berlin iſt nicht London.
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[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 15. Oktober 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 5
Aus der Landeshauptſtadt
Darmſtadt, den 15. Oktober 1933.
Binerhiife 19331 94.
Die Sammelwagen kommen!
Die Spenden (getragene Kleidungsſtücke, Schuhe, Wäſche,
Bettzeug, Möbel und ſonſtiger Hausrat) werden dieſer Tage
ab=
geholt. Es iſt Pflicht jedes Einzelnen, den bedrängten
Volks=
genoſſen ſo zu helfen, wie es in ſeinen Kräften ſteht. Jeder
ein=
zelne muß für die Allgemeinheit opfern, denn Gemeinnutz geht
vor Eigennutz.
Die Abholung der Spenden wird vorgenommen durch Wagen
(Kraftwagen oder Pferdefahrzeuge) der Heſſiſchen Schutzpolizei,
die gekennzeichnet ſind durch Plakate mit der Aufſchrift „
Winter=
bilfswerk des deutſchen Volkes 1933/34‟. Die Sammlung wird
angekündigt durch Signale. Es wird gebeten, die
bereitgehal=
tenen Gegenſtände an den Wagen zu bringen.
Die Sammlungen finden zunächſt in folgenden Straßen ſtatt:
Am Montag den 16. Oktober, in den Vormittagsſtunden, in
den nachgenannten Straßen: Frankfurter Straße. Ireneſtraße,
Emilsſtraße, Viktoriaſtraße, Viktoriaplatz,
Pallaswieſenſtraße,
Gräfenhäuſer Weg, Helfmannſtraße, Liebigſtraße, Kahlertſtraße.
Parcusſtraße, Aliceſtraße, und =Platz, Landwehrſtraße,
Kirſchen=
allee, Blumenthalſtraße, Lagerhausſtraße, Wendelſtadtſtraße,
Bü=
dinger Straße, Friedberger Straße, Gießener Straße. Jakobiſtraße,
Weiterſtädter Straße.
Am Dienstag, den 17. Oktober d. J. in den
Vormittags=
ſtunden, in den nachgenannten Straßen: Bismarckſtraße,
Fried=
richſtr., Bleichſtr., Grafenſtr. (nördlich der Rheinſtr.), Fuchsſtr.,
Georgenſtr., Kaſinoſtr., Landgraf=Philipps=Anlage (nördlich der
Rheinſtraße), Allee, Bölkeplatz, Damaſchkeplatz, Dornheimer Weg,
Feldbergſtr., Illigweg. Külpſtr., Moldenhauerweg, Michaelisſtr.,
Mornewegſtr. und =Platz Otto=Wolfskehl=Straße, Poſtſtraße,
Ra=
benauſtr., Rodenſteiner Weg, Rößlerſtr., Steubenplatz,
Wedekind=
weg. Am Herrnacker, Marſtallſtraße.
Am Mittwoch, den 18. Oktober, in den Vormittagsſtunden,
in den nachgenannten Straßen: Wilhelminenſtr. Peter=
Gemein=
der=Straße, Grafenſtraße (ſüdlich der Rheinſtraße), Saalbauſtraße,
Neckarſtraße, Landgraf=Philipps=Anlage (ſüdlich, der Rheinſtr.)
Hindenburgſtr., Rheinſtr., Mackenſenſtr., Eliſabethenſtr.,
Hölges=
ſtraße, Hügelſtr., Sandſtr., Riedeſelſtr., Zimmerſtr., Weyprechtſtr.,
Holzhofallee, Am Hopfengarten, Schrautenbachweg, Schepp=Allee,
Im Hölchen. Am Weinweg.
Am Donnerstag, den 19. Oktober, in den
Vormittags=
ſtunden, in den nachgenannten Straßen: Heidelberger Straße
(nördlich der Beſſunger Straße), Beſſunger Straße, Wilhelmſtr.,
Annaſtr., Felſingſtr.. Neue Niederſtr., Ahaſtr., Donnersbergring,
Eſchollbrückerſtr., untere Heinrichſtr., bis zur Wilhelminenſtraße,
Eichbergſtr., Hermannſtr., Niederſtr., Artillerieſtr., Groß=Gerauer
Weg, Hardtring.
— Ortsgewerbeverein und Handwerkervereinigung Darmſtadt
Wir machen darauf aufmerkſam, daß die beſtellten
Theater=
karten zur Sonder=Feſtaufführung der „Meiſterſinger von
Nürnberg” am Montag, den 16., bzw. Dienstag, den 17. Oktober,
nachmittags von 3—6 Uhr, in unſerer Geſchäftsſtelle: Hügelſtr. 16
(Zimmer 12) zum Abholen bereit liegen.
Heſſiſches Landestheater.
Großes Haus.
Sonntag.
Anf. 19 bis nach 22 Uhr. D. Bühne M 1. Gr. I—TV.
15. Oktober / Prinz von Homburg.
Preiſe 0.50— 4.50
17. Oktober Anf. 19½, Ende 22½ Uhr. A
Preiſe 0.70—5.50
Fürſt Jgor. Me
10218. Oktober Anf. 191 Ende 22½ Uhr. Deutſche Bühne HI2.
Preiſe 0.70—5.50
Hans Heiling. Mieite Hfe
— Sonntag
A. 53fſſße Anf. 20, Ende 221z Uhr. Zuſatzmiete IV 2.
Preiſe 0.80—4.50
Alleſſandro Stradella. Dienstag
17. Oktober Anf. 20, Ende 22½. Zuſatzmiete V
Die Heimkehr des Matthias Bruck. Pr. 0.70—3.80 Mittwoch
Anf. 20, Ende 22½ Uhr. Zuſatzmiete IT 2.
Preiſe 0.70—3.80
18. Oktober / Töchter Ihrer Exzellenz.
„Aleſſandro Stradella” im Kleinen Haus. Mit der
Neuein=
ſtudierung der Oper „Aleſſandro Stradella” von Friedr. v. Flotow
eröffnet die Woche (vom 15. bis 21. Oktober) den Spielplan, der
Wiederholungen der Hauptwerke, in Oper, Operette und
Schau=
ſpiel bringt. — Der Montag zeigt ein geſchloſſenes Haus zur
Ruhe für weitere Neueinſtudierungen, die in nächſter Zeit
bevor=
ſtehen, im Schauſpiel „Der Kaufmann von Venedig”,
in der Oper „Aida” und die Operette „Gräfin Mariza” von
Kalman.
Der Dienstag wiederholt im Großen Haus die
ruſ=
ſiſche Volksoper „Fürſt Jgor” von A. Barodin, dem typiſchen
Komponiſten ruſſiſchen Gehaltes, in ſchwelgender, bunter
Bilder=
folge das Balladengeſchick eines ruſſiſchen Fürſten. Das Werk
berdient in dieſer Einſtudierung von Hans Strohbach, unter
muſi=
kaliſcher Leitung von Karl Friderich und Ballettſzenen von Alice
Zickler, bei allen Muſikintereſſenten größte Beachtung. Das
Kleine Haus zeigt am gleichen Tage das Schickſal eines
bäuer=
lichen Weltkrieg=Heimkehrenden in dem Schauſpiel „Die
Heim=
kehrdes MatthiasBruck” von Sigmund Graff, dem Autor
der Endloſen Straße‟, Graff iſt der Dramatiker der Zeit. Er
hat die Probleme des Krieges in ihrer Nachwirkung erfaßt und
verſtanden, die Fäden der Entwicklung unſeres Volksſchickſals da
zu knüpfen, wo ſie bei Kriegsende verloren gingen, im
Kriegs=
erlebnis. — Am Mittwoch kommt im Großen Haus der
Bahn=
brecher der deutſchen romantiſchen Oper, H. Marſchner, mit ſeinem
Werk „Hans Heiling” zur Aufführung, während um 20 Uhr
im Kleinen Haus das Luſtſpiel „Töchter Ihrer Exzellenz
in der erfolgreichen Inſzenierung von Heinz Stieda gegeben
wird.
Die beiden großen Schauſpielwerke Prinz von
Homburg”
von Heinrich von Kleiſt und „Neidhardt von
Gneiſenau” von Wolfgang Goetz werden am 19. und 20.
Ok=
tober, alſo am Dienstag und Freitag, zum letzten Male geſpielt.
Am Donnerstag, den 19. Oktober, 20 Uhr, wird die Opern=
Neu=
einſtudierung „Aleſſandro Stradella” im Kleinen Haus
Der Wochenabſchluß bringt
ihre erſte Wiederholung erleben.
einen Abend der Entſpannung durch die leichte Operette „Die
glückliche Reiſe
den Erfolg der Spielzeit. Am Sonntag,
den 22. Oktober, iſt im Kleinen Haus Gelegenheit zum Lachen
ge=
geben in dem Luſtſpiel „Töchter Ihrer Exzellenz”,
wäh=
rend im Großen Haus eine feſtliche Vorſtellung der großen
Wag=
ner=Oper „Die Meiſterſinger von Nürnberg” aus
An=
laß des Handwerkstages ſtattfindet. — Als beſondere
Veranſtal=
tung der Woche wartet das Landestheater am Samstag, den 21.
Oktober, im Kleinen Haus mit einem Lieder= und Arienabend des
berühmten, italieniſchen Baritons Umberto Urbano auf.
Urbano iſt Mitglied der „Mailänder Scala” und gefeierter
Sän=
ger der neapolitaniſchen Volkslieder Umberto Urbano hat an
dieſem Abend auf ſein Honorar verzichtet. Ein großzügiger
Be=
weis ideeller Verbundenheit mit dem deutſchen Geſchehen.
Der Grenzgang 1933.
Ein Grenzgang, wie er früher war. — Tradikion iſt heilig auch der heuligen Skadtverwaltung.
Inkereſſanke forſtwirkſchaftliche Probleme.
Wenn herbſtlich leuchten Flur und Hag
Und kahl die Felder ſtehen,
Dann naht nach altem Brauch der Tag,
Die Grenze zu begehen:
Laßt ehren uns den ſchönen Brauch
In alter Heſſentreue.
Damit der Vorzeit friſcher Hauch
Die Heimatluſt erneue!
Vor 25 Jahren hat Pg. K. H. Göbel, der Dichterfürſt des
Stadthauſes, dieſes Grenzgangslied gedichtet und zum erſten Male
ſingen laſſen. Geſtern wurde es wiederholt, und es war gut und
ſchön, daß Stadtamtmann Göbel nicht nur auch ſein ebenfalls
vor 25 Jahren gedichtetes Feſtſpiel wieder — mit neuem
Geiſt durchſetzt — zur Aufführung bringen ließ, ſondern daß er
auch in ſeiner Rede mit berechtigtem Stolz und mit Dank derer
gedachte, die vor dem Kriege den Grenzgang vorbereitet und
durchgeführt haben, und vor allem dem dankte, der heuer in
alter Jugendfriſche wieder am Grenzgang teilnahm, der damals
als jüngſter Stadtrat jahrelang mit wenigen Getreuen, mit
ſei=
nen „Scheureborzlern” die Feſte ſo ſchön im Geiſt und Sinn der
Tradition geſtaltete, die in den Jahren nach dem Kriege
lei=
der verloren war, geleugnet wurde: Herrn Ing. Markwort.
Nunmehr habe Herr Oberbürgermeiſter Dr. Müller ihm die
Leitung der Grenzgangveranſtaltung übertragen, und es erfülle
ihn mit beſonderer Freude, das heute tun zu dürfen, da die
ver=
gangene „vaterlandsloſe ſchreckliche Zeit” vorüber. Und auch von
den letzten Getreuen ſeien noch einige vorhanden, die ſich ihm mit
gleicher Freude wieder zur Verfügung geſtellt haben, um die
Feier mit Kunſt und Humor, mit Ernſt und Scherz zu
durch=
dringen. In erſter Linie iſt das „das ſtädtiſche Trio”, die
Her=
ren Oberinſpektor Sulzmann (Klavier), Inſpektor Koch
(Violine) und Oberſekretär Roemer (Cello), und dann ließ der
neue Maitre de plaiſier das Grenzgangslied ſingen, das widerum
ausgezeichnet gefiel, wenngleich die nun einſetzende fröhliche
Stimmung einen Dämpfer erhielt durch die ernſten Nachrichten
über die politiſche Lage.
Doch das war vorgegriffen. Der Grenzgang ſelbſt war
dies=
mal einem Tempo der Jugend und der Diſziplin untergeordnet.
Aber auch die älteren Semeſter hielten wacker mit. Sowohl im
Marſchieren wie im — Vertilgen der köſtlichen Wurſtwecke, zu
denen beim Frühſtück die Stadtverwaltung ein Glas Bier
dar=
reichen ließ.
Inkereſſanke Forſtwirtſchaff.
Ein herrlicher Herbſtſonnentag war nach der langen Reihe
der verregneten Jahre dem Grenzgang 1933 beſchieden. Unter
Führung des Herrn Forſtrats Raiß wurde pünktlich um 10 Uhr
vom Botaniſchen Garten abmarſchiert, auf Umwegen zu dem
Moltketempel. Dieſe Umwege führten an verſchiedenen Stellen
vorbei, die ſich der beſonderen Pflegſchaft der Darmſtädter
Forſt=
verwaltung erfreuen und bei denen Forſtrat Raiß intereſſante
Aufklärungen über die Forſtwirtſchaft in unſeren Wäldern gab.
Zunächſt ſtanden die Teilnehmer vor dem Problem der
Ver=
füngung eines Buchenwaldes. Die Spaziergänger
Darmſtadts werden den Platz kennen. Dieſer Buchenbeſtand iſt
etwa 150 Jahre alt und muß verjüngt werden, weil der
Holz=
wert nunmehr beginnt, zurückzugehen. Der Werdegang der
Ver=
jüngung kann ein doppelter ſein. Er kann durch die Natur ſelbſt
veranlaßt und durchgeführt werden, er kann aber und muß
gege=
benenfalls durch Menſchenhand erfolgen. In den Jahren 1926
bis 1928 wurde hier der Beſtand der alten Buchen gelichtet, d. h.
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es wurden etwa 40 Prozent der Stämme herausgehauen.
Da=
durch erhieltendie ſtehengebliebenen Bäume freie Kronen. Sonne,
Licht und Wärme konnten die Bäume umſpielen. Durch dieſe
Maßnahmen wurde den Buchen die natürliche Verjüngung
er=
möglicht, das Samentreiben. Der Erfolg zeigte ſich in den
Jah=
ren 1929—30. Der Samen ging gut auf und die jungen
Plänz=
chen wurden von der Nordſeite her nach Süden in abnehmender
Dichte gepflegt. Von der Nordſeite her iſt das ratſam, weil dieſe
Seite am wenigſten unter Trockenheit und Winden zu leiden hat.
Im Jahre 1932 wurde nachgelichtet, um dem jungen Nachwuchs
mehr Licht, Sonne und Niederſchläge zu vermitteln. Im letzten
Frühjahr folgte die letzte Auswahl, ſo daß heute ſchon die
jun=
gen Buchenpflänzchen in verſchiedenen Reihen in der gewünſchten
Dichte ſtehen. Wo der Samenabwurf nicht genügte, wurde
künſt=
lich nachgeholfen
Von der Wichtigkeit der richtigen Forſtpflege zeugt die
Tat=
ſache, daß in Darmſtadt jährlich etwa 150 000 Feſtmeter Holz
ge=
ſchlagen werden müſſen. Wenn die Anfänge guten Fortſchritt
nehmen, kann damit gerechnet werden, daß in 7 bis 8 Jahren die
jungen Buchen faſt mannshoch ſind und dann kräftig
weiterge=
deihen. Dann werden in dieſem Beſtand Lärchen, Fichten und
Tannen (Douglas) angepflanzt. Ein reiner Buchenbeſtand wird
nicht mehr gehalten, in dem Miſchwald aber wird der Charakter
eines Laubwaldes erhalten bleiben. Wahrſcheinlich wird es
not=
wendig werden, dieſe Pflanzſtätten der Verjüngung
einzugat=
tern, da das Wild leider den jungen Pflänzchen ſchweren
Scha=
den zufügt. Eine planmäßige Holzwirtſchaft iſt für uns
unerläß=
lich, um mit dem ausländiſchen Holz konkurrieren zu können.
Krankes oder verkümmertes Holz muß vermieden werden, denn
nur aſtfreies Holz kann dieſe Konkurrenz beſtehen. In anderen
Gatterungen ſind Weißtannen angebaut, deren Aufzucht für
Deutſchland vielfach angeſtrebt wird, da dieſer Baum bei uns
nicht ſehr ſtark vertreten iſt, aber eine gute Wirtſchaftlichkeit
verſpricht.
In einem weiteren eingegatterten Waldſtück wurde mit der
gleichen Verjüngung begonnen
An einer dritten Stelle, einer
Mulde, nach der Roßdörfer Straße zu, wird eine der
anſpruch=
vollſten Holzarten angebaut die Eiche. Eine Eichenkultur iſt
bereits vor Jahren durch Meltau reſtlos zugrunde gegangen.
Dafür wird jetzt die amerikaniſche Roteiche angebaut, die ſich ſeit
30 Jahren in Deutſchland gut eingebürgert hat. Sie iſt weniger
anſpruchsvoll wie unſere deutſche Eiche, ihr Holz aber iſt ſehr gut
verwendbar als Bau= und Möbelholz. Wegen ihres
farben=
reichen Laubſchmucks wird dieſe Eiche auch vielfach als Parkbaum
angepflanzt. Die hier ſtehende Kultur iſt etwa 18 Jahre alt und
hat ſich hinter dem Gatter gut entwickelt. In dieſen Tagen wird
damit begonnen, die ſchwachen Stämmchen auszuroden, um den
ſtarken Luft, Licht und Sonne zu verſchaffen — ein Verfahren,
das in 5 bis 6 Jahren mit einer Durchforſtung wiederholt wird.
Die Eiche wird 150 bis 160 Jahre alt.
Von dem Exiſtenzkampf der jungen Baumpflänzchen kann
man ſich eine Vorſtellung machen, wenn man weiß, daß auf den
Hektar 33 000 Pflanzen geſetzt werden, von denen nach 120 Jahren
noch 500 bis 600 Stück ſtehen.
Eine letzte Verſuchsfläche in der Nähe vom Einſiedel wurde
beſichtigt, eine eingegatterte Anpflanzung von Douglasfichten.
Profeſſor Bader, der Vorgänger Raiß” hat im Jahre 1930 dieſe
Anpflanzung angelegt, und es ſind jetzt ſchon gute Erfolge
feſt=
zuſtellen. Die Douglas=Fichte ſtammt aus Amerika und zwar aus
hohen Lagen von 60 bis 1200 Meter Höhe über dem
Meeres=
ſpiegel. Es hat ſich hier gezeigt, daß am beſten die Fichten aus
einem Beſtand von 1200 Meter Höhe gedeihen, obwohl ſie hier
nur etwa 100 Meter über dem Meeresſpiegel wachſen. Dieſe
Douglasfichte verſpricht gutes und brauchbares,
verwendungs=
reiches Holz.
Das letzte Halt wurde an dem, das Landſchaftsbild
wun=
dervoll verſchönenden See gemacht, unter deſſen Waſſerſpiegel
ehe=
dem die Braunkohlengrube „Prinz von Heſſen” ein kurzes Daſein
geführt hat. Pg Prager gab hier intereſſante hiſtoriſche
Rückblicke über die Braunkohlengrube in einer Zeit großer Not.
Feſtſpiel und Gtenzgang =Brühſtlück.
Am Molkteterpel wurde Halt gemacht. Hier war eine
hübſche Naturbühne entſtanden, und das Feſtſpiel, das den
Grenz=
gang hiſtoriſch darſtellt und ſeine Bedeutung verherrlicht, begann.
Wie oben geſagt, eine Dichtung von K. H. Göbel, die vor
25 Jahren entſtand, aber für die heutigen Verhältniſſe
umge=
dichtet wurde, wenngleich der ganze Zug der Handlung derſelbe
blieb. Sie ſchildert den Grenzgang vor 150 Jahren.
Polizei=
diener und Aktuarius hatten die Aufgabe, das Feſt
vorzuberei=
ten. Zu ihrer Aufgabe zählten die beiden auch die Probe des
köſtlichen Bieres, bis der geſtrenge Herr Bürgermeiſter mit
ſei=
nem Söhnchen an die Grenzſteinſtelle kam und dieſem jungen
Hei=
ner, der Schorch heißt, die Bedeutung des Grenzſteins
handgreif=
lich einbläute, wie das damals üblich war. Auch der
Schul=
lehrer mit ſeinen Buben erſchien zur Probe, dann wurden die
beiden Sünder entdeckt und eine ernſt=fröhliche Vorfeier begann.
Sie ſchloß mit der Feſtanſprache des Bürgermeiſters, deren letzte
Worte hier folgen:
Uns reift die Kraft zu frohem Wirken
Aus ſtarker Ahnen Segensſaat,
Und in den heimiſchen Bezirken
Allein nur gelte: deutſche Tat!
Wir weigern fremder Art und Weſen
Den Platz, wo deutſches Blut nur gilt,
Kann doch die Heimat nur geneſen,
Wenn rein der Strom des Deutſchtums quillt.
Wir ſehen unſre Felder glänen,
Von lichtem Sonnengold verklärt,
Und folgen heute gern den Grenzen
Der trauten Scholle die uns nährt!
Mag auch die Ferne lockend winken.
Dort traf ſchon manchen bitt’re Reu!
Der äußre Schein muß bald verſinken,
Wir bleiben drum der Heimat treu!
Im Herzen ruht ſie feſt uns allen,
Die Heimatſtadt an Darm und Woog!
Ihr laßt ein donnernd Hoch erſchallen:
„Hoch unſer liebes Darmſtadt!“
Das Hoch fand begeiſterten Wiederklang auch bei den
Grenz=
gängern, die Oberbürgermeiſter Dr. Müller dann in einer
kernig, herzlichen Anſprache willkommen hieß. Er begrüßte im
Namen der Stadtverwaltung insbeſondere den Parteigenoſſen
Reiner, als Vertreter des Herrn Reichsſtatthalters, gedachte
mit Dank des 88jährigen Forſtrats Cullmann, der lange Jahre
hindurch ſtändiger Gaſt und Führer beim Grenzgang war, und
den nur das hohe Alter heute von der Teilnahme fernhielt.
Nach dem Grenzgang durch den herrlichen Wald führte der
Oberbürgermeiſter die Teilnehmer dann einen politiſchen
Grenz=
gang. Er erinnerte an den ungeheuren politiſchen Vormarſch
der Nationalſozialiſten, an deſſen einſtweiligem Schluß die völlige
Umwandlung des deutſchen Volkes ſtand, und erörterte in großen
Zügen die politiſchen Grundlinien des Nationalſozialismus. Nach
dem Vormarſch der Partei hat der Führer die Bauſteine gelegt,
die er zum Neubau des Reiches braucht. Es ſind die Säulen, die die
Grundfeſten der Bewegung bildeten und die er über das Reich
verteilt hat. Nach Heſſen ſetzte er den Reichsſtatthalter
Spren=
ger, dem er, der Oberbürgermeiſter, ſchon bei ſeiner erſten
Be=
grüßung ein politiſches Glaubensbekenntnis abgelegt hat. Danach
darf der Unterbau des Reiches nicht mehr von Dynaſtien
ab=
hängen. Das Reich beſteht aus 60 000 Gemeinden. Im
National=
ſozialismus müſſen dieſe 60 000 Gemeinden zuſammengeſchweißt
werden, um die Grundpfeiler des neuen Reiches zu bilden. Die
räumliche Abgrenzung innerhalb Deutſchlands mußte und muß
geregelt werden, daß der Beſtand des Reiches geſichert und in
ihm der Nationalſozialismus überall gleich zur Geltung kommt.
Der Herr Reichsſtatthalter iſt heute leider verhindert, in unſerer
Mitte zu weilen, aber wir wollen in ſeinem Geiſt den Grenzgang
zu Ende führen. Sein Zuſammenſchluß des Rhein=Main=
Ver=
kehrsgebietes bewies uns ſeine feſte, ſichere Hand. Was gut und
nötig, wurde umfaßt, was beſſer anders betreut wird, blieb weg.
Nur höchſtes ſtaatspolitiſches Pflichtgefühl i
maßgebend. Auf allen Gebieten der Wirtſchaft, der Kultur
und der Kunſt, von einer Zentrale ſtrahlt alles aus. Alte Rechte
werden geachtet und geſchützt. Auch wir in Darmſtadt
dür=
fen mit vollem Vertrauen in die Zukunft blicken.
Alles wird ſich durchführen laſſen unter dem
Zielpunkt: Jedem das Seine. Wo wir führend ſind,
werden wir uns alles zu erhalten wiſſen. Wenn der Herr
Forſt=
rat heute von den jungen Baumpflanzen ſagte, die auch nur einen
Zentimeter zurückbleibt, kommt im Wachstum nie wieder nach,
ſo ſage ich wir wollen keinen Millimeter zurückbleiben. Unſer
Führer ſoll nicht einmal, wie Friedrich der Große, ſagen müſſen,
ich bin es müde, über Sklaven zu herrſchen. Der
Reichsſtatt=
halter hat betont, daß er eines der ſchönſten Gebiete des
deut=
ſchen Vaterlandes zu betrauen hat. Wir haben das Vertrauen,
Fernempfang auf allen wellen
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Seite 6 — Nr. 286
daß er dieſe Aufgabe löſen wird. — Mit dem Geſang des Horſt=
Weſſel=Liedes ſchloß die Rede.
Das traditionelle Wurſtweck=Frühſtück wurde verſchönt durch
eine Reihe köſtlicher Geſänge von Schülern der Ballonſchule unter
der temperamentvollen Leitung des Lehrers Wilhelm Volk. Die
Buben ernteten, gleich wie bei dem Feſtſpiel, dankbaren,
begei=
ſterten Beifall. Ihre Kunſt wurde außerdem materiell
gelohnt=
durch den Kauf von Karten zu ihrem demnächſtigen Konzert
Be=
ſonders gefiel ein uraltes Lied. Wach auf, wach auf du deutſches
Land”, das als nationalſozialiſtiſches Lied für die Gegenwart
gelten kann, obwohl es ſchon 1561 von Johann Walter gedichtet
wurde. Dem Dichter des Feſtſpiels wurde gebührender Dank.
Im Einſiedel.
Dann endlich, — der Marſch durch den wundervolle Bilder
dem Auge bietenden Herbſtwald ſonnedurchglüht, wurde unter
Vorantritt der SA.=Gäſte, die durch Pg. Meder zu einem
Sturm formiert und geführt wurden, flott und durch
Marſch=
liedergeſänge diſzipliniert — langten die Grenzgänger im „
Ein=
ſiedel” ein, deſſen Feſtſaal durch Herrn Schnellbacher köſtlich
mit Waldherbſtlaub geſchmückt war. Die Ruhe= und
Erholungs=
ſtunden bei Kaffee und Kuchen wurden durch treffliche. Gaben
künſtleriſcher und erhebend=unterhaltender Art gewürzt. Die
Her=
ren Sulzmann. Ernſt Ludwig Stay, Artur Seidler,
die mit Wilhelm Volk auch die Hauptrollen des Feſtſpiels
ver=
traten, hatten ſich neben dem ſchon oben genannten Quartett
Herrn Göbel zur Verfügung geſtellt, Herr Oberſt Lancelle
ergänzte den Kreis der Künſtler, der Liedgeſänge.
Deklamatio=
nen und Rezitationen ernſter und heiterer Art brachte. Der
Feſt=
ſpieltert und Göbels Vortrag, Hindurch”, ein deutſcher Rück=
und Ausblick, wurden zum Beſten der NS.=Volkswohlfahrt
ver=
kauft.
Durch Vermittlung des Herrn Direktors Nuß wurde, ein
Lautſprecher montiert, der um 7 Uhr die Rede des Führers
ver=
mittelte, die einen ernſten und eindruckstiefen Abſchluß des
M. St.
Grenzganges 1933 bildete.
Unſere Freundin, die Karkoffel.
Werbeveranſkalkung des Hausfrauenbundes,
der ländlichen Hausfrauenvereine und der
Bauern=
kammer für die deutſche Speiſekarkoffel.
Wie immer und überall ſtellen ſich die Hausfrauen in Stadt
und Land auch in dieſem Jahre wieder in den Dienſt der
Wer=
bung für deutſche Waren im Rahmen der deutſchen Wochen und
der braunen Meſſen.
Die deutſche Woche in Darmſtadt findet während der
Reichs=
handwerkerwoche ſtatt und wird wieder unterſtützt von allen
Krei=
ſen der Landwirtſchaft, des Handels, des Gewerbes und allen, die
guten Willens ſind, an Deutſchlands Neugeſtaltung mitzuarbeiten.
Da fehlen auch die Hausfrauen aus Stadt und Land nicht.
Sie haben diesmal einen Werbetag für den Verbrauch des
Nah=
rungsmittels vorgeſehen, das in hohem Maße Deutſchlands
Er=
nährungsgrundlage bildet, das uns in Krieg und Inflationsnot
Helferin war, der deutſchen Speiſekartoffel
Am Donnerstag, den 19. Oktober, nachmittags 4 Uhr, treffen
ſich die Hausfrauen im großen Saale der Vereinigten Geſellſchaft
und „unſere Freundin, die Kartoffel” wird im
Mit=
telpunkt des geſelligen Zuſammenſeins ſtehen. Auf vielerlei Arten
wird ihr gehuldigt werden, durch Matthias Claudius ſchönes
Lob=
lied, durch einen Vortrag, bis ſchließlich Gemüſe und Kartoffel
in luſtigen Verſen ſelber von ihrer Bedeutung erzählen werden.
Die beſte Werbung werden über die 50 Kartoffelgerichte ſein, die
die ſtädtiſche Berufsſchule vorführen und erläutern wird und zu
denen überdies Rezeptbüchlein ausgegeben werden.
Sie werden von der vielfachen Verwendungsmöglichkeit der
Kartoffel für den täglichen Tiſch überzeugen. Unſeren
Haus=
frauen ſteht alſo ein unterhaltender und belehrender Nachmittag
bevor und ſie werden dringend um recht zahlreiches Erſcheinen
gebeten. Wir weiſen zugleich auf die anderen wichtigen
Ver=
anſtaltungen im Rahmen der deutſchen Woche hin und bitten, auch
ſie durch ſtarken Beſuch zu unterſtützen.
— Die öffentlichen Beſuchsſtunden des Heſſiſchen
Landes=
muſeums — Paradeplatz — am Sonntag, den 15. Oktober 1933,
ſind wegen der um 10 Uhr ſtattfindenden Eröffnung der
Ausſtel=
lung „Das Tier in der Deutſchen Kunſt” auf 11—2 Uhr verlegt
worden. — Die Ausſtellung „Das Tier in der Deutſchen Kunſt”
iſt, außer Sonntag, den 15. Oktober 1933. wo ſie von 11—2 Uhr
geöffnet iſt, Sonntags von 10—1 Uhr, Dienstags Donnerstags
und Freitags von 11—1 Uhr und Mittwochs und Samstags von
2—4 Uhr geöffnet. Die übrigen Schauſammlungen können jedoch,
wie ſeither, nur Sonntags von 10—1 Uhr, Mittwochs von 2—4
Uhr und Freitags von 11—1 Uhr unentgeltlich beſichtigt werden.
Der Eintritt zur Ausſtellung iſt ebenfalls frei.
Kirchengeſangverein der Stadtkirche. Der Chor wird am
Sonntag bei dem Evangeliſationsvortrag in der Stadtkirche
mitwirken. Dieſer beginnt aber nicht, wie in den kirchlichen
Blättern angezeigt iſt um 8,30 Uhr, ſondern bereits um 8 Uhr,
wie ja auch auf den Anſchlagstafeln zu leſen iſt.
Volksmiſſionswoche in der Petrusgemeinde. Die
Abendvor=
träge, die Pfarrer Hagen von der Volksmiſſion in Berlin in
ge=
ſonderten Verſammlungen für Männer und Frauen gehalten hat,
erfreuen ſich eines immer ſtärker werdenden Beſuchs und finden
durch ihre packende Art ein tiefes Echo in der Gemeinde. Heute,
Sonntag, wird er im Hauptgottesdienſt die Predigt, heute abend
um 8 Uhr einen Evangeliſationsvortrag in der Kirche halten über:
Der einzige Führer aus aller Not. Von Montag ab werden noch
dreimal mittags 3 Uhr im Gemeindehaus Bibelſtunden über das
Johannes=Evangelium ſtattfinden. Die Gemeindeglieder,
insbe=
ſondere die Leidtragenden der letzten Zeit ſeien beſonders auch
auf den Vortrag am Montag abend bereits hingewieſen, bei dem
Pfarrer Hagen ſprechen wird über: Der Wert des Glaubens an
das Jenſeits im Diesſeits.
— Kammermuſikabend. Morgen, am Montag, den 16. Oktober,
20 Uhr, findet im kleinen Saal des ſtädtiſchen Saalbaues ein
Kammermuſikabend ſtatt. Werner Hauck (Violine) und Rudolf
Müller=Chappuis ſpielen Werke von Händel, Bach, Mozart.
Kar=
ten im Vorverkauf bei Chr. Arnold und an der Abendkaſſe.
Jugendbünde der Johannes=Gemeinde. Wir weiſen
noch=
mals auf die heute abend 8 Uhr im Gemeindehaus, Kahlertſtr. 26,
ſtattfindende Aufführung von „Der junge Parzival” von Heury
von Heiſeler hin. Eintritt —30 RM.
Darmſtädter Schachklub. Anläßlich der 2. Nationalen
Schach=Werbewoche lädt der Darmſtädter Schachklub zu folgenden
Veranſtaltungen im Kaiſerſaal (Grafenſtraße 20) ein: Montag,
den 16. Oktober, 20.30 Uhr: Simultanſpiel des Herrn Flamler;
Mittwoch, den 18. Oktober, 20.30 Uhr: Vortrag, Spielabend;
Sonntag, den 22. Oktober, 14 Uhr: Städtekampf Frankfurt
Darmſtadt. (Siehe Anzeige.)
m
Sonntags= und Nachtdienſt in den Apotheken Darmſtadts.
Es verſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
anſchlie=
ßenden Woche den Nachtdienſt von 15. bis 21. Oktober: die
Apo=
theke am Juſtizpalaſt, Bismarckſtraße 9, und die
Ein=
hornapotheke, Kirchſtraße 10½ Der Nachtdienſt wechſelt
am Samstag abend, ſo daß die Apotheke, welche den
Sonntags=
dienſt hat, ſchon in der vorhergehenden Nacht den Nachtdienſt
verſieht.
Aerztlicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
ärztliche Hilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
rufen. Wenn dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag,
den 15. Oktober 1933, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
Dr. med. Degen, Klappacher Straße 1, Telephon 366: Dr. med.
Erb. Wenckſtraße 23, Telephon 1208; Dr. med. Kautzſch,
Riedeſelſtraße 37. Telephon 880.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
Städtiſche Akademie für Tonkunſt.
Die geſamte Arbeit der Städt. Akademie ſteht unter dem
alles durchdringenden Geiſt des neuen Deutſchland; es gilt, mit
Drangabe von Tatkraft und mit deutſchem Pflichtbewußtſein ein
Inſtitut neu aufzubauen, dem eine hohe kulturelle Aufgabe im
Rahmen von Darmſtadts Geiſtesleben geſetzt iſt.
Von dieſem Willen beſeelt, hat ſich die neue Leitung zu
einer Reihe von Maßnahmen entſchloſſen, die geeignet erſcheinen,
den veränderten Zeitverhältniſſen volle Rechnung zu tragen.
Der Betrieb mußte unbedingt vereinfacht werden; es war
infolgebeſſen unumgänglich, den ſtark angeſchwollenen Appara:
der Lehrerſchaft zu verkleinern. Die Akademie dankt den
aus=
ſcheidenden Lehrkräften für ihre Arbeit und ihre der Anſtalt
be=
wieſene Treue.
Nach wie vor ſind es zwei große Aufgabenkreiſe denen ſich
die Arbeit der Akademie widmet: einmal die weitgehende
muſi=
kaliſche Förderung der Dilettanten; zum andern Mal die
ge=
wiſſenhafte Heranbildung von Ausbildungsſchülern für
künſt=
leriſche Betätigung im Beruf. Die Beronung dieſer beiden
Ar=
beitszweige ſchließt eine Reihe von Aenderungen im
Arbeits=
plan ein:
Beſonderen Wert wird in Zukunft auf die Orcheſterſchule
und die Bläſerſchule gelegt werden. Da die Akademie=Konzerte
wegfallen mußten, kommt der Orcheſterſchule eine hohe
Bedeu=
tung zu; ſie wird die Ausbildungſchüler in Zukunft zu
voll=
wertigen Orcheſtermuſikern erziehen. Da zur Zeit ein
empfind=
licher Mangel an guten Bläſern herrſcht, bieten ſich für die
Schüler in der Bläſerſchule große berufliche
Zukunftsmöglich=
keiten. —
Stärker als früher wird der Theorieunterricht als
Unter=
mauerung der muſikaliſchen Praxis betont werden; es iſt
unbe=
dingt erforderlich, daß jeder Studierende eine ſichere muſikaliſche
Allgemeinbildung beſitzt.
Der Akademiechor ſteht auch fernerhin unter Leitung von
Bernd Zeh und ſoll weitmöglichſt ausgebaut werden. Die
Bei=
träge werden deshalb von 1.— RM. auf 0,75 RM., für
Erwerbs=
loſe auf 0,30 RM. feſtgeſetzt. Im Rahmen eines Akademieabends
wird der neugebildete Chor noch vor Weihnachten vor die
Oeffentlichkeit treten —
Die Akademie wünſcht enger als bisher mit den Eltern ihrer
Schüler in Fühlung zu treten. Zu dieſem Zweck veranſtaltet ſie
von Zeit zu Zeit Elternabende, die der Aufklärung über wichtige
Dinge des Lebens der Akademie und des allgemein=kulturellen
Geſchehens dienen ſollen und auch muſikaliſch=künſtleriſch
ausge=
ſtaltet ſind.
In Wegfall kommt in Zukunft die Sprecherziehung.
Aus=
bildung auf dieſem Gebiet kann fernerhin privat erteilt werden.
Das Zuſammenſpiel auf mehreren Klavieren wird
zukünf=
tig nur noch der Einſtudierung von Originalwerken für mehrere
Klaviere (Bach, Mozart, Reger, Brahms) dienen.
Rhythmiſche Gymnaſtik wird als Unterrichtsfach nur noch
nach dem Syſtem Dalcroze erteilt. —
Es iſt gelungen, eine Reihe bedeutender Perſönlichkeiten zur
Mitarbeit am Neubau der Akademie zu gewinnen:
Der erſte Kapellmeiſter des Landestheaterorcheſters und
Staatskommiſſar für das ſtaatliche Prüfungsweſen der
Muſik=
lehrer und =lehrerinnen, Karl Friderich, übernimmt
freund=
licherweiſe die Führung der Kapellmeiſterklaſſen. Kapellmeiſter
Beppo Geiger vom Landestheater leitet die Orcheſterſchule
und übernimmt das Partienſtudium und den Enſemblegeſang
der Opernſchule.
Cyrill Kopatſchka, der durch überragende Leiſtungen
bis weit ins Ausland bekanntgewordene Geiger Schüler von
Kammermuſiker Hucke, führt in Zukunft mit dem Akademieleiter
Otto Krebs die Ausbildungsklaſſe für Violine.
Für Klavier=Ausbildungs= und Dilettantenklaſſen wurde
Theophil Lauck verpflichtet, deſſen Schülerabende beredtes
Zeugnis von großem pädagogiſchem Können ablegten, Fr.
Momber=Manecke, als Konzertſpielerin in vielen Städten,
bekannt geworden, erteilt den Unterricht für Zupfinſtrumente
(Gitarre, Laute, Mandoline Mandola Banjo). Nichtgenannte
Unterrichtsfächer, wie Harfe, Flöte, Waldhorn, Oboe, Tuba,
Bratſche und Kontrabaß werden mit ausgezeichneten Kräften des
Landestheaters beſetzt werden.
Der Lehrkörper der Anſtalt wird in Zukunft wi= folgt
ge=
ſtaltet ſein: 1. Opernſchule: Dramatiſcher Unjerricht —
Opernſänger Heinrich Kuhn; „Partienſtudium und
Enſemble=
geſang — Kapellmeiſter Beppo Geiger; „Klavierbegleitung bei
dramatiſchem Unterricht — Hildegard Menges. Akademie=Chor:
Leiter Bernd Zeh. 2. Orcheſterſchule: Leiter Kapellmeiſter
Beppo Geiger, 3. Seminar: Leiter Dr. Bodo Wolf;
Ge=
ſangsmethodik — Bernd Zeh; Violin=Methodik — Otto Krebs;
Klavier=Methodik — Kapellmeiſter Fr. Rehbock. 4.
Kapell=
meiſterklaſſen und Dirigieren: Kapellmeiſter
Fride=
rich. 5. Geſang: Ausbildungsklaſſen — Profeſſor C. Beines
und Hanne Perron. 6. Klavier: Ausbildungsklaſſen
Kapellmeiſter Fr. Rehbock; Ausbildungs= und Dilettanzenklaſſen
Kapellmeiſter Fr. Fiſcher. Ausbildungs= und Dilettantenklaſſen
— Theophil Lauck. Dilettantenklaſſen — N. Birrenbach, E. Haaſe,
E. Jäger, E. Keth, E. Klauß, L. v. Kietzell, H. Menges und
H. Schmidt. 7. Vtoline: Ausbildungsklaſſen — Cyrill
Kopatſchka, Otto Krebs. Dilettantenklaſſen — K. Cauer, L.
Dorn=
buſch, L. Metté und Fr. Müller. Viola: Kammermuſiker
R. Sprenger. 8. Cello: Kammuſiker P. Tilling,
Kontra=
baß: Kammermuſiker W. Fricke. 9. Bläſerſchule,
Klari=
nette und Saxophon — Kammermuſiker Fr. Heynau: Oboe —
Kammermuſiker E. Schäfer; Fagott — Kammermuſiker E.
Wiſchert; „Flöte — Kammermuſiker N. Jung; Waldhorn —
Kammermuſiker R. Klamand; Trompete — Kammervirtuos L.
Kümmel; „Poſaune — Kammermuſiker A. Günther; Tuba —
Kammermuſiker Fr. Model; Pauken und ſämtl. Schlagzeug —
Kammermuſiker P. Fichtmüller; Harfe — Frl. Kammermuſiker
Fr. Fiſcher; Zupfinſtrumente — Frau P. Momber=Manecke. 10.
Orgel: Studienrat W. Borngäſſer. 11. Theorie: W.
Peter=
ſen, B. Zeh. Dr. B. Wolf. 12. Enſembleklavier=Unterklaſſen —
Frl. H. Schmidt; Oberklaſſen
Kapellmeiſter Fr. Fiſcher;
Enſemble=Violinklaſſen — K. Cauer; Gehörbildung — Dr. B.
Wolf. Rhythmiſche Gymnaſtik (Dalcroze)
— Frl. R. Gläſſing.
Von beſonderer Bedeutung iſt die Tatſache, daz für die
Ausbildungsklaſſen zum Teil beträchtliche finanzielle
Erleichte=
rungen geſchaffen worden ſind. So iſt für eine Reihe von
Aus=
bildungsfächern eine Senkung des Schulgeldſatzes eingetreten;
auf die Herabſetzung der Beiträge zum Akademiechor iſt ſchon
vorſtehend hingewieſen.
Freiſtellen ſollen hinfort nur noch für ſehr begabte
Aus=
bildungsſchüler genehmigt werden. Beſondere Berückſichtigung
werden dabei die Schüler finden, die ſich als Bläſer ausbilden
laſſen wollen.
So ſind allenthalben die Vorausſetzungen geſchaffen für die
Neugeſtaltung der Akademie.
Der Führer Adolf Hitler hat immer wieder gefordert, daß
auch für den geiſtig=kulturellen Wiederaufbau alle Kräfte des
Volkes ohne Ausnahme eingeſetzt werden. Es iſt Pflicht aller
Volksgenoſſen, mit ganzer Kraft dafür einzutreten, daß
Darm=
ſtadt ſeinen hohen Ruf als Kulturſtadt erhält und ſteigert. So
ergeht von Leitung und Lehrerſchaft der Akademie an alle kultr=
und muſikfreudigen Kreiſe unſerer Vaterſtadt die herzliche Bitte,
am begonnenen Werk mitzuhelfen, der Akademie das bisher ſo
reichlich entgegengebrachte Vertrauen in geſteigertem Maße zu
ſchenken und damit das Notwendige beizutragen zur Geſtaltung
einer wahren deutſchen Muſik= und Volkskultur.
11.
Der Oberbürgermeiſter
Dés Leiter
Der Beirat
der Stadt Darmſtadt:
der Akademie:
der Akademie:
P. Fichtmüller.
Dr. Müller.
Otto Krebs.
Dr. Erckmann.
Verkehrsregelung beim Feftzug am Sonnkag.
den 15. Okkober 1933.
Die Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G., Darmſtadt, teilt mit:
Damit beim Durchmarſch des Feſtzuges durch die Rheinſtraße
eine Verkehrsmöglichkeit aus dem Zentrum der Stadt nach dem
Hauptbahnhof beſtehen bleibt, wird von der Heſſiſchen Eiſenbahn=
A.=G. in dieſer Zeit ein Omnibus=Pendel=Verkehr vom
Markt=
platz bis zum Hauptbahnhof eingerichtet. Auf den Linien, die der
Feſtzug berührt, müſſen die Fahrgäſte bis zum nächſten
Anſchluß=
wagen umſteigen, da auf dieſen in dem Abſchnitt, die der Feſtzug
berührt, der Straßenbahnverkehr eingeſtellt wird.
* Geſchäftseröffnung. Geſtern eröffnete Fr. Clementine
Metzle=Schädel in der Schulſtraße 8 ein Geſchäft, das in
reicher Auswahl in ſeinem überſichtlichen Verkaufsraum die
apar=
teſten Gegenſtände in Metall. Porzellan und Kriſtall zeigt. Vor
allem ſind in reicher Auswahl die Erzeugniſſe der
Württembergi=
ſchen Metallwarenfabrik, das Kriſtall, Porzellan und
Kunſt=
gewerbe vertreten.
Die Geſchäftsinhaberin, die bekanntlich ſeit
5 Jahren einen Verkauf von Qualitätsgegenſtänden in der
Ploenniesſtraße 8 betrieb beweiſt ſchon durch ihre reichhaltige
Schau und geſchmackvolle Schaufenſterdekoration die Kenntnis in
ihrer einſchlägigen Branche.
— Das erſte diesjährige Konzert des Muſikvereins, das
ur=
ſprünglich am 23. Oktober ſtattfinden ſollte, mußte auf Montag,
den 30. Oktober, verſchoben werden. Zur Aufführung gelangt „Das
Paradies und die Peri” von Robert Schumann. Näheres wird noch
bekanntgegeben.
Volksmiſſions=Woche in der Stadtkirche. Der vorletzte
Abend=
vortrag der Volksmiſſions=Woche in der Stadtkirche ſtand unter
dem Thema: „Der Weg zur Seligkeit”.
Der Redner erinnerte an
ein Wort des früheren Landesbiſchofs D. Ihmels in Sachſen, der
einmal ſagte, daß alles perſönliche Chriſtentum mit der Frage be=
Moritz Arndt illuſtrierte der Volksmiſſionar, was es um dieſes
perſönliche Chriſtentum ſei. Perſönliches Chriſtentum ſei nicht zu
verwechſeln mit einem Sonntags=Chriſtentum, Namen=
Chriſten=
tum oder Gewohnheits=Chriſtentum. Es komme beim
Seligwer=
den immer auf die perſönliche Entſcheidung für Chriſtus an.
Un=
zählige Menſchen unſerer Tage ſuchten die Seligkeit auf falſchen
Wegen, die der Redner in anſchaulicher Weiſe kennzeichnete. Es
gäbe nur einen Weg zur Seligkeit im perſönlichen Glauben an
das in Chriſtus vollbrachte Heil.
Am Schluß des geſtrigen
Abendvortrages, zu dem auch ein SA.=Sturm erſchienen war,
for=
derte der Redner alle, die mit Ernſt Chriſten ſein wollten, auf
zum Dienſt der Fürbitte für unſer Volk und ſeine Regierung in
Heute
den gegenwartswichtigen Entſcheidungen dieſer Tage
nachmittag 3.30 Uhr Vortrag im Sagl der Stadtmiſſion
Mühl=
ſtraße 24: „Ein Blick in deine Zukunft”. Letzter Abendvortrag in
der Stadtkirche heute abend 8 Uhr (nicht 8.30 Uhr). Zu dieſer
letzten, Verſammlung mit dem Thema: Der Pilgerzug der
Er=
löſten” wird noch einmal herzlich eingeladen.
Der Polizeibericht meldet:
Raſch tritt der Tod
Am Samstag früh, gegen 8 Uhr,
erlitt der 64 Jahre alte Spenglermeiſter Heinrich Waldſchmidt
aus Darmſtadt in einem Eiſenwarengeſchäft in der Kirchſtraße,
wo er geſchäftlich zu tun hatte plötzlich einen Schlaganfall. (
wurde ſofort ins Stadtkrankenhaus verbracht, wo nur noch der
bereits eingetretene Tod feſtgeſtellt werden konnte.
Verkehrsunfälle. Am Samstag, gegen 13 Uhr, wurde Ecke
Karls= und Wilhelminenſtraße eine Radfahrerin aus Darmſtadt
von einem aus der Wilhelminenſtraße in die Heinrichſtraße
ein=
biegenden Perſonenkraftwagen angefahren. Die Radfahrerin
trug leichte Verletzungen am Knie davon. Das Fahrrad wurde
beſchädigt.
Gegen 18,50 Uhr ſtieß ein Radfahrer Ecke Heidelberger= und
Moosbergſtraße beim Einbiegen in die Heidelberger Straße mit
einem Lieferwagen aus Bensheim zuſammen. Der Radfahrer,
der 15jährige Paul Filzinger aus Darmſtadt, mußte verletzt ins
Stadtkrankenhaus eingeliefert werden. Der Sachſchaden iſt gering.
Fahrraddiebſtähle. Am 12. Oktober wurde aus dem
Haus=
flur des Hauſes Manfred=v.=Richthofen=Platz 2 ein Herrenfahr=,
rad, Marke Opel=Flitzer, Fabriknummer 1 526 408, geſtohlen.
Am 13. Oktober aus dem Hofe der Berufsſchule in der
Land=
graf=Philipp=Anlage ein Herrenfahrrad. Marke Original=Rex,
Fabriknummer 54 946.
Er kann das Stehlen nicht laſſen. Der kürzlich beim
Fahr=
raddiebſtahl ertappte 11jährige Schüler aus der Altſtadt, der
nicht weniger als 6 Fahrräder im Zeitraum von einer Woche
ge=
ſtohlen hatte, und der, da noch ſtrafunmündig, von der
Kriminal=
polizei ernſtlich verwarnt wurde, hat am 13. Oktober erneut
einen Diebſtahl begangen. Er ſtahl im Hofe Landgraf=Georg=
Straße 70 eine elektriſche Fahrradlampe, die er von einem dort
aufgeſtellten Fahrrad abmontierte. Das Diebesgut konnte
er=
mittelt und ſichergeſtellt werden.
— Tägliche Sonder=Autobus=Fahrten. Die Heſſiſche
Autobus=Verkehrs=Geſellſchaft Darmſtadt,
Adolf=Hitler=Platz 1. neben Merck, als einziges privates und
gewerbliches Rundfahrt=Unternehmen Darmſtadts, veranſtaltet
auch in der kommenden Woche noch eine Reihe billiger ſchöner
Fahrten in die nähere Umgebung. Anläßlich der Braunen Meſſe
und der Funkausſtellung finden verſchiedene Fahrten nach
Frank=
furt ſtatt. Die Omnibuſſe fahren direkt bis zum
Ausſtellungs=
gebäude. Für den kommenden Monat iſt eine Fahrt zur
Kriegs=
gefallenen=Ehrung nach Verdun geplant. (Siehe heutige Anz.)
— Geheime Mächte und ihre Enträtſelung. Ueber dieſes
Thema ſpricht in Experimentalvorträgen der Okkultismusforſcher
Wilhelm Gubiſch=Dresden. Gubiſch hat jahrelang die Hellſeher
öffentliche und private — beobachtet und auf dieſe Weiſe
ge=
lernt, zwiſchen Schein und Wahrheit zu unterſcheiden. Er
be=
hauptet, daß jeder Menſch imſtande ſei, ſolche Wunderleiſtungen
zu vollbringen. Jeder Fortſchritt der Erkenntnis auf dieſem
Ge=
biete kann nur begrüßt werden. So darf man mit großem
In=
tereſſe den Experimentalvorträgen Gubiſchs entgegenſehen, die
unter dem Titel „Hellſehen im Lichte wiſſenſchaftlicher Kritik” am
18. und 19. Oktober im Städt. Saalbau ſtattfinden werden. (Siehe
Anzeige.)
und
Medizinelebebertran
und Emulsionen in verschiedener Form
vem Fachrpregisten!
12232a
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Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 7
Wegbereiker und Prophefen des neuen Deutſchland.
Vortragsreihe des Kampfbundes für Deutſche Kultur.
In einer Zeit, in der unſere neuen Führer dem deutſchen
Volk eine neue eigene politiſche Form gegeben haben und dieſem
geeinten Volk wieder die Achtung und die Gleichberechtigung mit
den übrigen Nationen erkämpfen, iſt es nötig, daß die
Aus=
einanderſetzung auch auf den geiſtigen und kulturellen Gebieten
unſeres völkiſchen Lebens ſtattfindet. Der geiſtige Umbruch, der
zugleich mit der politiſchen Erneuerung des deutſchen Volkes vor
ſich ging, iſt aber keineswegs nur ein plötzliches Hervorbrechen
von Kräften, die noch nie vorher wirkſam geweſen ſind, ſondern
ſchon ſeit vielen Jahrzehnten haben weitſchauende deutſche Denker
und Dichter für dieſen Umbruch an ihrer Stelle Vorarbeit geleiſtet.
Für die heutige Generation iſt es eine ſelbſtverſtändliche
Dankes=
pflicht, die Leiſtungen ſolcher Männer zu würdigen und ihren
geiſtigen Einfluß auf das neue Reich zu erkennen. Beſonders gilt
das für diejenigen Vertreter des deutſchen Geiſtes, die im 19.
Jahrhundert in ihrer Eigenart vereinzelt ſtanden, die vielfach
mißachtet und mißverſtanden wurden und deren volle Bedeutung
erſt heute in Erſcheinung tritt. Deshalb hat es ſich die Ortsgruppe
Darmſtadt des Kampfbundes für Deutſche
Kultu=
zum Ziel geſetzt, im kommenden Winter eine Vortragsreihe über
„Wegbereiter und Propheten des neuen
Deutſch=
land” zu veranſtalten. Mit dieſer Vortragsreihe werden u. a.
namhafte Vertreter der deutſchen Wiſſenſchaft über die
ſchöpfe=
riſchen Menſchen des 19. Jahrhunderts und unſerer Gegenwart
ſprechen, deren geiſtiges Erbe für das neue Reich bedeutſam iſt,
ſo über Schiller, Hölderlin, Nietzſche, Richard Wagner, Lagarde,
Stefan George, Moeller van den Bruck und Dietrich Eckart. Die
Vortrage ſind nicht als trockene wiſſenſchaftliche Referate gedacht,
ſondern als lebendige Bekenntniſſe. Sie wollen eine volkstümliche
Deutung der weſentlichſten Gedanken der genannten Männer und
deren Verbindung mit der Gegenwart bringen. Die
Vortrags=
reihe wird am Donnerstag, den 19. Oktober, eröffnet durch einen
Vortrag „Schiller und der Nationalſozialismus”, den der Führer
der Ortsgruppe Darmſtadt des K.f. D.K., Dr. R. Erckmann. abends
8 Uhr in der Aula des Realgymnaſiums halten wird. Dieſem wie
den folgenden Vorträgen iſt ein recht zahlreicher Beſuch zu wünſchen.
— Sonderfahrten der Arbeitsgemeinſchaft Deutſche Reichspoſt
und Heſſiſche Eiſenbahn=A.=G., in Darmſtadt. Nun heißt es, noch
die letzten ſchönen Herbſttage ausnützen. Die Nachmittagsfahrten
in die nahe Umgebung bereiten viel Freude, nur noch wenige
Tage, und dann iſt die Fahrtenſaiſon für dieſes Jahr beendet
Um nochmals allen Fahrtteilnehmern und Freunden der
Arbeits=
gemeinſchaft zu einer gemütlichen Tagesfahrt Gelegenheit zu
ge=
ben, findet am Sonntag, den 22. Oktober, vormittags
3.30 Uhr, eine Ausflugsfahrt nach Ober=Ingelheim und Bingen
ſtatt. Das bekannte Weingut Philipp Barth hat alle
Vorberei=
tungen getroffen, um den Fahrgäſten einige gemütliche Stunden
zu bereiten. Das bekannte Opelgeſtüt Weſternhaus ſteht zur
Be=
ſichtigung offen. Der Nachmittag in Bingen endet mit einem
Bunten Abend, unter Mitwirkung von erſtklaſſigen Künſtlern.
ver=
bunden mit Tanzeinlagen. Um die notwendigen Vorbereitungen
treffen zu können, müſſen die Anmeldungen bis Freitag, den
20. Oktober 1933, 18 Uhr, im Heaghaus, Zimmer 6. Tel. 3390,
erfolgt ſein. (Siehe die heutige Anzeige.)
—
Im Union=Theater ſieht man nur noch heute und morgen
den abenteuerlich luſtigen neuen Guſtav=Fröhlich=Film „Rund um
eine Million” mit Guſtav Fröhlich, Camilla Horn, Oskar Sima
und Willi Schur in den Hauptrollen. Jugendliche haben Zutritt.
— In den Helia=Lichtſpielen läuft heute und folgende Tage
das neue Tonfilm=Luſtſpiel „Gruß und Kuß Veronika”, in welchem
Franziska Gaal, Paul Hörbiger, Otto Wallburg und Hilde
Hilde=
brand die Hauptrollen ſpielen.
— Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen nur noch heute und morgen
den tollkühnen Senſationsfilm in deutſcher Sprache „Sirenen um
Mitternacht
Reſi=Theater. Nach einer wahren Begebenheit wurde der
ausgezeichnete ungeheuer ſpannende Tonfilm Salon Dora
Green” gedreht, der bisher unbekannte Tatſachen der modernen
Werkſpionage erfüllt. Glänzende ſchauſpieleriſche Leiſtungen
bringen Mady Chriſtians, Paul Hartmann, Alfred Abel u. v. a.
Sonntag mittag in der Jugendvorſtellung: Pat und Patachon
als, Kannibalen.
Die Beſſunger Lichtſpiele — Belida— bringen heute und
morgen, noch Lilian Harveys letzten deutſchen Film. „Der blonde
Traum mit Willy Fritſch, Willi Forſt. Paul Hörbiger. Dazu
ein gutes 2
drogramm mit der Ufa=Tonwoche vom
Reichspartei=
tag der NSDAP. Jugendliche haben Zutritt. (Siehe heutige
Anzeige.)
Lokale Veranſtalkungen.
Die Hierunter erſchelnenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Angeigen iu detracht,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritik.
Städt. Saalbau, großer Saal, heute abend 8 Uhr
großes Konzert mit Tanz der Stahlhelm=Kapelle. Leitung
Ober=
muſikmeiſter Mickley. (Siehe heutige Anzeige.)
Im Reſtaurant „Fürſtenauer Hof”. Ecke Nieder=
Ramſtädter= und Roßdörfer Straße Nr. 1, findet zur Zeit ein
fränkiſches Winzer= und Oktoberfeſt bei
abwechſelungs=
reichem Unterhaltungsprogramm ſtatt. (Siehe Anzeige.)
Vereinskalender.
— Odenwaldklub „Frankonia”. Am Samstag, den
21. Oktober, hält der Odenwaldklub „Frankonia” ſeine
Wanderer=
ehrungsfeier im Saale „Rummelbräu”, Rheinſtraße 101, ab. Die
Ehrung wird durch ein buntes Programm mit anſchließendem
Tanz verſchönt werden. Gäſte ſind herzlich willkommen.
Aus Heſſen.
Ak. Nieder=Ramſtadt, 14. Okt. Die für Sonntag (15. Oktober)
angeſetzte Feuerwehrübung fällt aus Anlaß des
Reichs=
handwerkertages aus und findet eine Woche ſpäter um die gleiche
Zeit ſtatt.
Bibliſches Alter. Am 16. ds. Mts. feiert
der Bürgermeiſtereigehilfe i. R. Juſtus Krug (in, der ganzen
Gemeinde und Umgegend bekannt unter dem Namen „Der kleine
Krug”) ſeinen 90. Geburtstag. Er iſt der älteſte Einwohner in
der Gemeinde, vermag aber trotz des hohen Alters noch ohne
Brille zu leſen und darf ſich rühmen, noch kein graues Haar zu
haben.
G. Ober=Ramſtadt. 14. Okt. Reichshandwerkerwoche.
Im Rahmen der Reichshandwerkerwoche findet am Sonntag (15.
Oktober) hier ein großer Handwerkertag ſtatt, der mit einem
ge=
meinſamen Kirchgang am Vormittag eröffnet wird. Mittags
12 Uhr folgen dann an verſchiedenen Plätzen des Ortes
Radio=
übertragungen. Am Nachmittag ſtellt ſich in der Roßdörfer
Straß=
ein Feſtzug auf, der ſich durch die Ortsſtraßen nach der Brücke bei
der Apotheke bewegt, wo eine Kundgebung ſtattfindet.
G. Ober=Ramſtadt, 14. Okt. Die für Sonntag, den 15. d. M.,
geplante Veranſtaltung der HJ. wurde auf einen ſpäteren
Zeit=
punkt verlegt. — Frau Georg Heinrich Kehr Witwe,
Darm=
tädter Straße 25. kann am 15. d. M. in ſeltener Friſche ihren 81.
Geburtstag feiern.
Babenhauſen, 14. Okt. Kurzſchriftler=Erfolg.
Anläßlich des großen Aſchaffenburger Stenographentages gelang
s Schriftfreunden unſeres Kurzſchriftvereins, bei dem
Wettſchrei=
ben verſchiedene recht gute Preiſe zu erzielen. So errang Fritz
Willand mit 260 Silben die Tagesbeſtleiſtung, erhielt einen
erſten Preis und den höchſten Ehrenpreis. Otto Fillmann
bekam einen 3. Preis bei 160 Silben, der Tertianer Adam Rock
einen 1. Preis bei 100 Silben.
Rs. Erbach, 14. Okt. Derdeutſche Arbeiterimneuen
Staat. Ueber dieſes Thema ſprach der Staatskommiſſar für
Arbeiterfragen. Herr Fritz Kern, in einer Maſſenverſammlung
in der Feſthalle. SA. und NSBO. marſchierten geſchloſſen auf;
die Arbeiterſchaft war ſehr ſtark vertreten. Der Führer der
SBO.=Ortsgruppe, Herr Adam Keller, eröffnete die
Kund=
gebung und erteilte dem erſten Redner des Abends Herrn
Kobold=Darmſtadt, das Wort zu einem längeren, beifällis
aufgenommenen Referat. Mit größter Spannung wurden die
Ausführungen des Staatskommiſſars über das Thema: „Der
deutſche Arbeiter im neuen Staate verfolgt. Der geſchätzte
Red=
ner führte etwa folgendes aus: Der deutſche Arbeiter erwartet
von der neuen Führung die Verwirklichung ſeiner alten
Forde=
rungen; doch iſt dies keine Kleinigkeit. Die Wahrnehmung
per=
ſönlicher Intereſſen kommt ſelbſtverſtändlich nicht in Frage. Der
Zukunft Deutſchlands muß etwas Beſſeres geboten werden. Dies
aber bedingt die einmütige geiſtige Umſtellung des deutſchen
Vol=
kes. Die unliebſamen Begleiterſcheinungen müſſen überbrückt
werden. In zahlloſen Verſammlungen muß gezeigt werden, daß
die Revolution konſequent zu Ende geführt wird. Die Idee muß
rein erhalten bleiben. Zwiſchen den Revolutionen der Jahre
1918 und 1933 beſteht ein gewaltiger Unterſchied.
der Redner von der Erziehungsaufgabe der geſamten Bewegung.
Weiter ſprach
Tageskalender für Sonntag, den 15. Oktober 1933.
Union: „Rund um eine Million”. — Helia: „Gruß und Kuß
Veronika‟,
— Palaſt: „Sirenen um Mitternacht”. — Beſſunger
Lichtſpiele: „Ein blonder Traum”
Reſi=Theater: „Salon
Dora Green”. — Kleiner Saalbau, 11.30 Uhr: Morgenfeier
— Städt.
anläßlich des 50jähr. Beſtehens des Alice=Hoſpitals.
Saalbau, 20 Uhr: Großes Konzert mit anſchließ. Feſtball.
Konzerte:
Rheingauer Weinſtube: Rheiniſches Winzerfeſt.
Zur goldenen Krone, Fürſtenauer Hof, Hotel zur Poſt. Perkeo,
Hammers Café. — Café Waldesruh: Tanz.
von der Bereitſchaft zur Mitarbeit ſeitens der Arbeiterſchaft und
des Bürgertums, von dem wahren Führer des Volkes und zum
Schluß von dem in Vorbereitung befindlichen Arbeiterſchutzgeſetz
Nach einem Schlußwort des Ortsgruppenführers wurde ein drei
Von der
faches „Sieg=Heil” auf den Führer ausgebracht.
Bezirksſparkaſſe. Im Saale des Hotels „Schützenhof
fand unter ſtarker Beteiligung der Mitgliedsgemeinden die
or=
dentliche Mitglieder=Verſammlung der Bezirksſparkaſſe Erback
ſtatt. Der Vorſitzende des Verwaltungsrats Herr Fabrikdirektor
Schellhaas=Marbach, eröffnete mit Worten herzlicher
Be=
grüßung die Verſammlung. Sein beſonderer Gruß galt dem
Ver=
treter der Aufſichtsbehörde, Herrn Kreisdirektor Dr. Braun=
Erbach, dem ſtellvertretenden Vorſitzenden des Heſſiſchen Spar
kaſſen= und Giroverbandes, Herrn Oberbürgermeiſter a. d. Rahn,
Darmſtadt, und dem Direktor der Landeskommunalbank=
Giro=
zentrale für Heſſen, Herrn Seipp=Darmſtadt. Vor Eintritt in
die Tagesordnung wies der Vorſitzende darauf hin, daß Vorſtand
und Verwaltungsrat neu gebildet und daß die neuen Männer
be=
reit ſeien, nach dem Willen unſeres Führers die große
Aufbau=
arbeit zu unterſtützen. Er bat die Vertreter der
Garantiegemein=
den, durch Aufklärungsarbeit in den Gemeinden den
Spargedan=
ken zu fördern. Anſchließend an die Ausführungen gaben Herr
Direktor Müller und Herr Rechner Dingeldein die
Jah=
resrechnung und die Aufwertungsrechnung für 1932 bekannt. Die
ſatzungsgemäße Prüfung der Rechnung war bereits erfolgt,
Bean=
ſtandungen hatten ſich keine ergeben. Zum Schluſſe referierte Herr
Direktor Seipp eingehend über die Gemeinde=Umſchuldung
Nach einer kurzen Ausſprache wurde die Verſammlung geſchloſſen.
Em. Heppenheim a. d. B., 14. Okt. Ein Ringtreffen des
Bundes deutſcher Mädel bot eine Vorſchau auf das bevorſtehende
große Treffen in Köln. Etwa 30 der Mädchen waren in
Oden=
wälder Trachten erſchienen und gaben dem Umzug durch die
Stra=
ßen eine farbenfrohe Note. — Der Kath.
Jünglingsver=
enn veranſtaltete anläßlich ſeines 27. Stiftungsfeſtes einen
Theaterabend, bei dem das Stück „Schlageter, ein deutſcher Held
aufgeführt wurde, das von allen Beteiligten mit tiefem inneren
Erleben dargeſtelit wurde und deſſen ergreifender Wirkung ſich
niemand entziehen konnte. — Der Vogelſchutzverein
unter=
nahm eine Führung durch die heimiſche Vogelwelt, die das
Wieſengelände im Ried zum Ziele hatte und der Beobachtung der
Abflugvorbereitungen der letzten gefiederten Sänger galt.
Jungtierſchau. Der Kaninchen= und Geflügelzuchtverein
Hexpenheim 1900 veranſtaltete in der „Gartenlaube” eine
Jung=
tierſchau mit Kaninchen und Geflügel zahlreiche Raſſen,
verbun=
den mit Verkaufsmarkt. — Baudarlehen der D. B. S. Von
der großen Bauſparkaſſe Deutſche Bau= und Siedlungsgemeinſchaft
(D.B.S.) in Darmſtadt erhielt unſere Stadt wiederum ein
Dar=
lehen im Geſamtbetrag von 12 000 RM., deſſen glücklicher
Emp=
fänger Herr J. D. Enſinger iſt.
Erfinder. Dem
Schuh=
machermeiſter Jean Joſef Fetſch von hier iſt vom Patentamt für
eine von ihm erfundene neuartige Nähahle ein D.R.G.
Muſter=
ſchutz erteilt worden.
Gernsheim, 14. Oktober. Waſſerſtand des Rheins
(Pegel) am 13. d. M
—0,74 Meter, am 14. d. M.: —0,71 Meter,
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Straßenbericht
fürdie Woche vom 15. bis 21. Oktober.
(Mitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.)
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
7 Darmſtadt—Frankfurt a. M. (Ortsdurchfahrt Langen von der
Apotheke bis Wallſtraße) vom 13. 9. bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Oertliche Umleitung.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Oppenheim—Wörrſtadt: a) zwiſchen Undenheim und Schornsheim
vom 31. 7., b) zwiſchen Köngernheim und Undenheim vom 4. 9.
bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: zu a) Bechtolsheim
zu b) Weinolsheim, Hillesheim, Gau=Odernheim.
Hersfeld-Lauterbach—Selters: a) zwiſchen Grebenhain und
Hart=
mannshain vom 24. 8., b) zwiſchen Altenſchlirf u. Nösberts vom
29. 8. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung für den
Nahver=
kehr: zu a) Völzberg, Bermutshain, Crainjeld, zu b)
Ilbes=
hauſen; für den Fernverkehr für beide Sperren: Rixfeld,
Schotten, Gedern.
Pariſer Straße—Stadecken—Sprendlingen-Kreuznach (zwiſchen
Jugenheim und Wolfsheim) vom 28. 8, bis auf weiteres
ge=
ſperrt. Umleitung: Jugenheim-Binger Straße.
Ranſtadt—Selters (Km. 46,275—48,948) vom 4. 9. bis auf
wei=
teres geſperrt. Umleitung: Bellmuth, Bobenhauſen I,
Wip=
penbach, Ortenberg, Selters oder Nieder=Mockſtadt, Hof
Leu=
ſtadt, Effolderbach.
Bad Salzhauſen—Nidda von der Straße nach Rodheim bis zur
Straße nach Schotten vom 5. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Geiß=Nidda oder Unter=Schmitten.
Schotten—Nidda (Abt. Rainrod—Eichelsdorf) vom 11. 9. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Eichelſachſen.
Nierſtein-Köngernheim (zwiſchen Dexheim und Köngernheim,
8,8) vom 15. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umlei=
Km. 8,
tung: Nierſtein. Schwabsburg. Mommenheim. Selzen.
Bensheim-Lindenfels (zw Bensheim und Reichenbach) bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Heppenheim—Fürth.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Ortsdurchfahrten Griedel vom 24. 8. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung nach Rockenberg: Ober=Hörgern, Münzenberg oder
Bad Nauheim, Steinfurth.
Mettenheim—Rheinſtraße vom 15. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Alsheim—Rheinſtraße bzw. Straße Bechtheim-
Rheinſtraße oder Oſthofen—Rheinſtraße.
Offenthal—Urberach—Eppertshauſen, Klm. 7,3—9,3, vom 25. 9. bis
auf weiteres geſperrt. Umleitung: Meſſel.
Stadecken—Jugenheim vom 19. 9. bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung aus Richtung Nieder=Olm: Nieder=Saulheim,
Parten=
heim: aus Richtung Ober=Ingelheim: Schwabenheim a. d. S.,
Bubenheim, Engelſtadt.
Hauſen—Garbenteich-Dorf=Güll (Ortsdurchfahrt Garbenteich) vom
20. 9. bis auf weiteres geſperrt. Umleitung: Steinbach und
Watzenborn—Steinberg.
Pariſer Straße—Marienborn—Eſſenheimer Straße vom 20. 9. bis
21. 10. geſperrt. Umleitung: Mainz=Bretzenheim.
Trebur—Geinsheim vom 2. bis 22. 10. geſperrt. Umleitung:
Groß=Gerau.
Rheinſtraße—Bechtheim am Bahnübergang vor der Kreuzung der
Straße Oſthofen—Mettenheim am 16. 10. von 6.30—17 Uhr
geſperrt. Umleitung nach der Rheinſtraße über Oſthofen oder
Mettenheim
Ortsdurchfahrt Stadecken Klm. 15,0—15,5 vom 11 10. bis auf
weiteres geſperrt. Umleitung: Elsheim — Eſſenheim. Die
Straße Nieder=Olm—Stadecken iſt frei.
Herchenhain—Sichenhauſen vom 18. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Burkhards.
Allertshofen-Londorf vom 9. 10 bis auf weiteres geſperrt.
Um=
leitung: Climbach—Allendorf a. d. Lumda.
Düdelsheim—Findörferhof vom 10. 10. bis auf weiteres geſperrt.
Umleitung: Büches.
Dp. Zwingenberg, 13. Okt. Gemeinderat. Die
Bürger=
ſteuer für das Rechnungsjahr 1933 wurde auf 500 Prozent
feſt=
geſetzt. — Auf das Geſuch des Philipp Lehrian, betr. Erwerb des
Gemeindehauſes in der Wieſenſtraße, wird eine Kommiſſion
be=
ſtimmt, die das Anweſen für 3500.— bis 3800.— RM. verkaufen
ſoll. — Zur Ergänzung der Turngeräte in der Volksſchule ſollen
die bei der Auflöſung des Arbeiter=Turn= und Sportvereins
be=
ſchlagnahmten Turngeräte durch die Gemeinde käuflich erworben
werden. — Dem Antrag von 9 Geſuchſtellern auf Ueberlaſſung von
Kleingärten wurde entſprochen und das benötigte Gelände von der
Gemeinde auf der Tuchbleiche zur Verfügung geſtellt. — Zur
Be=
pflanzung einiger Gemeindegrundſtucke wurde die Beſchaffung von
Obſtbäumen beſchloſſen. — Einem Antrag auf Ueberlaſſung eines
Begräbnisplatzes wurde ſtattgegeben.
Ca. Lorſch, 12. Okt. Tragiſcher Tod. Bei einem Sturz
vom Fahrrad kam die 10jährige Barbara Schambach von hier ſo
unglücklich zu Fall, daß ſie ſich ſchwere innere Verletzungen zuzog,
an deren Folgen ſie kurze Zeit ſpäter verſtarb. Unter Beteiligung
der NS.=Frauenſchaft und des B.D.M. wurde das Kind zu Grabe
getragen.
Biblis, 14. Okt. Das Feſtprogramm zur Eröffnung der
Reichshandwerkerwoche ſieht folgende Veranſtaltungen vor: 9 Uhr
vormittags:
Antreten zum gemeinſchaftlichen Kirchgang (
Rat=
haus): 1 Uhr nachmittags: Antreten zum Feſtzug: 8 Uhr abends:
Feſtball „Zum weißen Löwen”.
— Hirſchhorn, 14. Oktober. Waſſerſtand des Neckars
(Pegel) am 13. d. M.: 1.49 Meter, am 14. d. M.: 1,50 Meter —
jeweils morgens 5.30 Uhr.
Aus Mainz und Rheinheſſen.
Be. Mainz, 14. Okt. Vom Autototgefahren. In der
Rüſſelsheimer Straße in Mainz=Guſtavsburg in der Nähe der
Heddernheimer Kupferwerke auf der Rampe vor dem
Bahnüber=
gang nach Mainz=Biſchofsheim ereignete ſich ein ſchwerer Unfall.
Die 66jährige Frau des Invaliden Karl Jummel 1. aus der
Königswarterſtraße 13 in Mainz=Guſtavsburg wurde beim
Ueber=
ſchreiten der Straße von einem Perſonenauto erfaßt und zu Boden
geſchleudert. Die Frau ſchlug derart mit dem Kopf auf das
Straßenpflaſter auf, daß ſie einen ſchweren Schädelbruch erlitt und
ſofort ſtarb. Mit der Klärung der Schuldfrage iſt die Polizei
zurzeit beſchäftigt.
Seite 8 — Nr. 286
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
Sieberdie Biete.
Schützet die Tiere!
Zum Welk= Tierſchukkag.
Von Paul Eipper.
Die Tierſchutzvereine begehen am 15. Oktober
einen Welt=Tierſchutztag. Paul Eipper, der
be=
kannte Tierſchriftſteller, ſchickt uns aus dieſem
Anlaß die folgenden Zeilen.
Als ich vor Jahren meinem erſten Buch den Titel „Tiere
ſehen dich an” gab, wollte ich damit keineswegs die Behauptung
aufſtellen, daß die Tiere nichts Geſcheiteres zu tun hätten, als
uns Menſchen anzufehen. Auch müßte ich ein ſchlechter
Beob=
achter ſein, um nicht zu wiſſen, daß viele Tiere, insbeſondere
die großen Raubkatzen, mit Vorliebe über uns hinwegſehen,
an uns vorbei, durch uns hindurch. Der vielfach nachgeahmte
Titel „Tiere ſehen dich an” ſollte vielmehr bekennen, was ich
Zeit meines Lebens verfochten habe und verfechten will, nämlich:
das Tier iſt ein Subjekt und kein Objekt; es hat die gleiche
Däſeinsberechtigung, den gleichen Anſpruch auf Wertung wie der
Menſch. Ja, es verdient heute, geſtern, morgen und immerfort
unſere Liebe. Und unſern Schutz dazu.
Die Idee des Tierſchutzes iſt nicht nur ein weſentliches
Merkmal menſchlicher Kultur, ſondern eine
Artausgleichen=
der Gerechtigkeit. Dadurch, daß der Menſch ſich mehr und mehr
ausbreitet auf der Erde, die fünf Weltteile mit ſeiner
Zivili=
ſation durchpflügt, Straßen und Eiſenbahnſchienen durch die
Urwälder legt, gefährdet er die Arterhaltung der frei lebenden
Tiere. Wildreſervate und Naturſchutzgebiete müſſen geſchaffen
werden, noch viel mehr, als dies heute ſchon geſchehen iſt.
Sonſt werden die Elefanten, Giraffen, Nashörner und die
großen Menſchenaffen bald ausgeſtorben ſein.
Mehrere Arten von Tieren ſind ſeit Jahrtauſenden
domeſti=
ziert, dienen zu unſerer Ernährung und Bekleidung, ſind zur
Arbeit für den Menſchen herangezogen worden. Sie alle vor
Ueberanſtrengungen und Quälerei zu bewahren, iſt die
haupt=
ſächlichſte Aufgabe der Tierſchutzvereine, die es in faſt allen
Städten und Ländern der Erde gibt.
Seit Jahren ſind nun Beſtrebungen im Gange dieſe
lokalen Vereinigungen der Karitas an Tieren über die
Länder=
grenzen hinaus zuſammenzufaſſen, und den deutſchen Vertretern
der Bewegung gebührt daran ein Hauptanteil. Am 4. Oktober
jedes Jahres, der zugleich der Gedenktag des Heiligen
Fran=
ziskus von Aſſiſſi iſt, feiern wir in Deutſchland, Holland,
Eng=
land, Skandinavien und in der Tſchechoſlowakei (um nur die
hauptſächlichſten Länder zu nennen) den Welttierſchutztag,
werben, damit für die Idee und für einen immer größer
werdenden Zuſtrom praktiſcher Tierfreunde.
Denn es iſt noch lange nicht genug getan. Ein lückenloſes
Netz muß ſich über den Erdball ſpannen, die Verantwortung
des Menſchen gegenüber ſeinem Bruder Tier. Deswegen hat
man ja den Heiligen Franz zum Schutzherrn erkoren, weil er
in ſeiner Frömmigkeit die Tiere Brüder nannte und Schweſtern,
den Fiſchern predigte und den Vögeln und auch den Wolf
nicht verbummte.
Aber der Tierſchutz will recht verſtanden richtig
ausgeübt ſein. Ich nenne den Menſchen keinen Tierfreund,
keinen Tierſchützer, der ſeinen Mops ſo überfüttert, daß er
Halsaſthma bekommt, der irgendeine Luxuskatze in ſeidene Kiſſen
bettet und ihre Krallen manikürt, während draußen auf der
Straße ein übermüdetes Wagenpferd halb zu Tode geprügelt
wird. Der Tierſchützer darf nicht in der Sorge um ſeinen
zu=
fälligen Liebling das Los der anderen Kreaturen vergeſſen, ſich
nicht blind und taub ſtellen gegen das, was um ihn her
ge=
ſchieht. Tierſchutz iſt eine Angelegenheit des Mutes. Man darf
nicht greinen, man muß für die leidende Kreatur ſich einſetzen,
wo immer Gelegenheit iſt. Und man muß auch loben können,
muß dem Kutſcher ein freundliches Wort ſagen, der ſeinem
Gaul etwas Gutes antut, indem er ſelbſt bei anſteigendem Weg
zu Fuß geht, der bei Regenwetter das wartende Tier zudeckt.
Auch empfehle ich, immer ein paar Stückchen Zucker in der
Taſche zu haben: ſie ſind nicht nur die Unterlage zu einem guten
Werk, ſondern die Möglichkeit zu einer großen Freude; ſehen
Sie ſich nur das Auge eines Pferdes an, dem Sie im Vor
übergehen ein ſolches Stück Zucker reichen!
Aber man darf ſich als Tierſchützer auch nicht von
Gefühls=
überſchwang verblenden laſſen. Objektive Prüfung iſt gerade hier
dringend notwendig, ſonſt ſchadet man der guten Sache, ſchadet
letzten Endes dem Tier, weil man ſich lächerlich macht und im
Falle tatſächlicher Tiermißhandlung nicht mehr ernſt genommen
wird. Noch eines: Sie wiſſen doch alle, daß jeder Schutzmann
verpflichtet iſt, einzuſchreiten, wenn er wegen Tierquälerei
ge=
rufen wird.
Erfreulicherweiſe iſt uns Tierfreunden ein großer Helfer
erſtanden: die Regierung des neuen Deutſchland hat ſich in
unzweideutiger Weiſe zum Schutz des Tieres bekannt. Das
Viviſektionsverbot iſt eine große Tat, und bald wird wohl auch
der ſeitherige Tierſchutzparagraph des Strafgeſetzbuches
ver=
ſchwunden ſein, nach welchem die Tierquälerei nur als
Ueber=
tretung geahndet wurde, ſo, als handle es ſich um
Selbſt=
beſchädigung. Ich bin überzeugt, daß uns Tierfreunden ein
neues Tierſchutzgeſetz geſchenkt wird, ein Geſetz, welches dem
Tier völlige Gerechtigkeit widerfahren läßt: das Tier iſt ein
Lebeweſen mit Gefühlen und Empfindungen, iſt ein Geſchöpf
Gottes, gleich dem Menſchen.
Wer Tiere liebt, muß ſich ſelber von manchen
Vor=
urteilen befreien, muß Schlagworte und gedankenlos über
nommene Allgemeinbegriffe künftig vermeiden. Die Katze iſt
ganz und gar nicht falſch; der Marabu kein nachdenklicher
Kanzleirat; der Löwe weder ein gekrönter Tierkönig noch eine
blutdürſtige Beſtie; das Walroß mehr als ein dummes,
lang=
weiliges Ungetüm; das Kamel nicht häßlich, und auch der Affe
iſt beſſer und richtiger zu charakteriſieren, als wenn man von
ihm ſagt, er ſei ulkig und freſſe ſeine eigenen Flöhe, was
übrigens gar nicht ſtimmt.
Daß Hunde und Katzen ein außergewöhnliches Gedächtnis
haben, iſt bekannt; allenthalben weiß man, wie deutlich dieſe
Tiere ihre Wiederſehensfreude äußer können. Aber ich meine,
das Gefühl freundlicher Verbundenheit zwiſchen Tier und
Menſch ſei nicht auf einige Tierarten beſchränkt. Unter den
vielen Irrtümern menſchlicher Tier=Ergründung iſt vielleicht der
größte — das Unterſcheiden zwiſchen bösartigen und gutmütigen
Tiergattungen. Ich für meinen Teil glaube an die
Individuali=
tät beim Tier wie beim Menſchen; da wie dort gibt es
gefühls=
mäßig träge und temperamentvoll empfindſame Perſönlichkeiten.
Sympathie, dieſes geheimnisvollſte Fluidum, kommt bei allen
Lebeweſen vor.
„Der Gerechte erbarmt ſich ſeines Viehs, aber das Herz des
Gottloſen bleibt unbarmherzig ſein Leben lang”, das ſteht in
den Sprüchen der Bibel. Und es iſt ein recht erfreuliches Ding,
gerecht zum Tier zu ſein, es zu lieben, denn jede Wohltat, an
den Tieren ausgeübt, macht zugleich den menſchlichen Wohltäter
reich, beglückt ihn durch den ſtummen Dank, der aus den Augen
der Kreatur zu ihm zurückleuchtet. Ja, darüber hinaus vermögen
wir vom Tier noch etwas zu lernen: Die Geradlinigkeit,
das Ohne=Falſch=Sein. Kein Tier iſt ſpekulativ, keines
hinterhältig, es ſei denn durch fremde Einflüſſe verdorben. Aber
jedes iſt allezeit bereit für ein gutes Wort, jedes freut ſich über
liebevolle Behandlung, und noch der älteſte Karrengaul wird
munter, gibt den letzten Reſt ſeiner Kraft her, wenn er ſtatt
Prügel ein zärtliches Streicheln bekommt.
Liebet die Tiere!
Jugend und Tierſchuß.
Rückblicke und Ausblicke.
Von Aug. Reinicke, Darmſtadt.
Den deutſchen Menſchen charakteriſiert ſeine Verbundenheit
mit der Natur. Es beſteht ſicher zwiſchen Deutſchſein und
Natur=
liebe ein notwendiger Zuſammenhang, in der Form, daß der
Deutſche ohne Natur nicht leben kann und umgekehrt keiner ohne
Naturverbundenheit in deutſchem Lande wurzeln kann. Leider
hat es aber die Kultur als übles Geſchenk mit ſich gebracht, daß
der Menſch, beſonders der Städter, am hellichten. Tage wie in
Nacht und Nebel herumläuft, ſtumpf gegen alle eigenartigen Reize
der Natur. — Bei der Jugend dürfte eine ſolche Gleichgültigkeit
gegen das Erhabene der Natur noch nicht Platz gegriffen haben.
Für deutſche Jungen hat es ſeit jeher nichts Schöneres gegeben,
als umherzuſchweifen in Wald und Flur. Trockenes Buchwiſſen
genügt der deutſchen Jugend nicht, ſie drängt es, an der Quelle
zu ſchöpfen, im Buche der Natur ſelbſt zu leſen und es verſtehen
zu lernen. Sie will ſehend werden, nicht nur ſehend, ſondern
ſchauend, den Begriff ſo tief gefaßt, daß er alles ſinnliche
Wahr=
nehmen, geiſtiges Erfaſſen und Erfühlen in ſich ſchließt und ſich
bis zu einem Sichverſenken dehnt, das zum Verbundenſein und
Sicheinfühlen mit dem innerlich Geſchauten wird.
Dieſes klare Streben nach Naturverbundenheit iſt von den
meiſten Jugendorganiſationen der heutigen Zeit erfaßt worden,
allerdings meiſt ohne ſich darüber klar zu ſein, welche gewaltige
weitergehende Aufgabe ſie damit zu übernehmen haben. Denn
nur mit der Freude an der Natur allein iſt es nicht getan, wenn
nicht der erhabene Gedanke des Naturſchutzes hinzukommt. Wohl
ſind Anſätze zur naturſchützeriſchen Arbeit in der Jugendbewegung
zahlreich vorhanden. Beſonders dürfte es ein Verdienſt der
natio=
nalen Jugendbewegung ſein, nicht nur einer Naturentfremdung
entgegeneutreten, ſondern auch eine für Natur= und
Tierſchutz=
intereſſen aufnahme= und begeiſterungsfähige Jugend
heranzu=
ziehen helfen. Heißt doch z. B. das 6. Gebot der deutſchen
Pfad=
finder: „Ein Pfadfinder iſt ein Freund und Beſchützer der Tiere.
Anſätze ſind alſo vorhanden und es muß nunmehr die Aufgabe
aller verantwortungsbewußten Jugenderzieher ſein, dafür zu
ſor=
gen, daß dieſe begrüßenswerten Richtlinien nicht nur auf dem
Papier ſtehen bleiben, ſondern auch in der praktiſchen Arbeit ihre
Verwendung finden. —
Nur dort können wir uns wohl fühlen,
wo in bunter Mannigfaltigkeit vielerlei Geſchöpfe uns mit ihrem
Leben und Treiben erfreuen, wo der MMenſch noch nicht alles
aus=
gerottet hat, was ihm von ſeinem Nützlichkeitsſtandpunkt als
„Raubzeug”, „Ungeziefer” oder „Unkraut” erſcheint.
Urſprüng=
liche Landſchaften, von der Vernichtung bedrohte Pflanzen und
Tiere zu erhalten, hat ſich erfreulicherweiſe die
Naturſchutz=
bewegung zur Aufgabe gemacht. Mit irgend welchen Nützlich
keitsgrundſätzen hat dieſe Bewegung nichts zu tun, denn es hat
ſich mehr usd mehr die Erkenntwis durchgerungen, daß ein ſolcher
Nützlichkeitsſtandpunkt jeder Berechtigung entbehrt, weil es eben
in der Natur ein durchaus nützliches oder durchaus ſchädliches Tier
nicht gibt. Jedes hat vielmehr ſeine ihm zufallende Aufgabe im
großen Haushalt der Natur zu erfüllen. Alle noch lebenden Weſen
ſollen ſich unſeres Schutzes erfreuen, das liebliche, uns mit ſeinem
Geſang immer wieder ergötzende Rotkehlchen, wie der majeſtätiſch
im Himmelsblau ſchwebende rote Milan, der „König der Lüfte‟,
der uns den Einzug des Frühlings verkündende Pirol, wie der
in zerklüfteten Felswänden hauſende Nachtherrſcher Uhu. „Raum
für alle hat die Erde.”
Eine unter dieſem Geſichtspunkt geleitete große Jugend=Tier=
und Naturſchutzbewegung kann nicht zur Wirkungsloſigkeit
ver=
dammt ſein. Die große Aufgabe, die eine ſolche Bewegung zu
er=
füllen hat, kann aber nur dann erfüllt werden, wenn man ſich
dar=
über klar iſt, wo man anzupacken hat. Helfen kann nur derjenige,
der weiß, wo es fehlt. Die vornehmſte Aufgabe aller
Jugend=
erzieher uß es daher immer ſein, von Anfang an die Jugend auf
ihre Aufgabe hinzuweiſen und ſie zu wahrer Naturliebe zu
er=
ziehen, die ſchließlich zur Ehrfurcht vor der Natur und ihren
Ge=
ſchöpfen werden muß. Irgend welche Sentimentalität oder
Ge=
fühlsduſelei, die der deutſchen Jugend nicht liegt, wird ſie
nie=
mals zu Naturſchützern werden laſſen, ſondern vielmehr die klaxe
Erkenntnis, daß ſie einzugreifen hat, wenn es gilt, eine
wehr=
loſe Natur vor Mißhandlungen zu ſchützen.
Haupiſchriftleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuiſleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann
für den Handel: Dr. C H. Queiſch; für den Schlußdienſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart” Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. Herbert Nette;
für den Inſeraienteil und geſchäftliche Mitteilungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
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Jahre lang
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Jahrelang
Bewährk
Seit Jahren kennt man den Begriff„Sparsame
Ofen für Union-Briketts‟. Das ist ein Ehrentitel,
der nur den ganz einwandfreien Bauarten
nach gründlicher Prüfung verliehen undmit dem
Prüfzeichen bestätigt wird. Seitdem sind viele
Tausende solcher Ofen in Betrieb gekommen.
Die Haustrauen setzten die Prüfung fort. Jahre
lang! Und die Hausfrau muß noch gefunden
werden, die mit diesen Ofen nicht restlos
zu-
triedenwar. — Was sich solange Zeit und über-
T9
allbewährt hat, dem kann man wohlvertrauen.
Nehmt Ofen und
Herde-
mit dem Prüfzeichen!
Zum guten Unien-Brikett gehörtdergute Ofen!
Sonntag, 15. Oktober 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 3
Von dr. Paul Kollbach=Darmſtadt, Söndikus der Heſſiſchen Handwerkskammer.
Jeden Deutſchen muß es mit tiefſter Befriedigung erfüllen,
wenn er ſieht, wie an die Stelle unheilvoller Parteizerriſſenheit
die Volksgemeinſchaft tritt. Dieſe gründet ſich auf der
Anerken=
nung der Berufsſtände, als den tragenden Säulen der
natio=
nalen Arbeitsfront. Wer ſeit Jahren für dieſe berufsſtändiſche
Entwicklung gekämpft hat, der ſieht heute manche Hoffnung
erfüllt.
Die Tragik des deutſchen Handwerks beſteht darin, daß es
wohl imſtande war, und zwar ſchon vor Jahrhunderten, ſich eine
vorbildliche Verfaſſung der Selbſtverwaltung zu geſtalten, dieſe
der Wächter darüber iſt, daß die Begriffe von Ehrlichkcät, Treu
und Glauben nicht verletzt werden.
Wenn das Handwerk in ſeiner Reichswerbewoche umabläſſig
auf ſeine Bedeutung als unentbehrlicher Berufsſtand und ſeine
Leiſtungen hinweiſt, ſo ſtützt es ſich dabei auf den unvergänglichen
und unerſetzbaren Wert der Qualitätsarbeit. Gerade der deutſche
Käufer hat hierfür beſonderes Verſtändnis, wenn ſich auch die
Mißſtände infolge gewiſſer großkapitaliſtiſcher Unternehmungen in
den letzten Jahren immer ſchädlicher bemerkbar machten. Ein
deutſches Volk, das zu den wahren Wurzeln ſeiner Kraft und
R
Heudeck, In Oktober 1953
DZe an 15.Oktober 1955 beginnende
Reichshand-
werkswoche begleiten neine herzlichen Wünsche, Tch begrüße
es, daß nach Jahren des Darniederliegens das deutsche
Hand-
werk seine Kräfte regt und in enger Volksverbundenheit den
Neg zu neuer Geltung beschreitet, Höge diesen Unternehnen
ein Erkolg beschteden sein, würdig der altüberlieferten
Bedeutung des Handwerks in deutschen Wärtschafts- und Ku1-
Furleben!
Bhrenneister des deutschen Handwerks
dann aber ſpäter einem vermeintlichen Freiheitsbegriff geopfert
ſah. Während die Ordnung der Zünfte in der Gegenwart für
manch einen Berufsſtand beiſpielhaft wirkte, verſank das
Hand=
werk in Zerriſſenheit. Von neuem mußte hier wieder aufgebaut
werden, bis die nationale Erhebung dieſer Selbſtbeſinnung den
entſcheidenden Impuls brachte. Es kann keinem Zweifel
unter=
liegen, daß das innere ſtärkere Hinſtrömen des Handwerks zum
Nationalſozialismus eine ſeiner ſtarken Triebkräfte in der
Sehn=
ſucht nach einer neuen berufsſtändiſchen Ordnung hatte.
Es iſt ein Beweis für die innere Vernunft und Stärke
un=
ſerer Staatsführung, daß der berufsſtändiſche Aufbau nicht als
ſchönes Geſchenk in den Schoß gelegt wird, ſondern ſich nach dem
Willen des Führers organiſch geſtalten ſoll. Damit iſt dem
Handwerk eine Aufgabe größten Ausmaßes geſtellt. Wir
zwei=
feln keinen Augenblick daran, daß das Werk herrlich und
ſegens=
reich erſtehen wird. Noch niemals ſeit Jahrhunderten iſt der
ernſte Wille zum Zuſammenſchluß im deutſchen Handwerk ſo ſtark
geweſen wie gerade heute. Dabei iſt das Handwerk von dem
Bewußtſein durchdrungen, daß Organiſation an ſich durchaus nicht
alles bedeutet, ſondern daß es der rechte Geiſt iſt, der in dieſen
Innungen und Verbänden waltet. Davon verſpüren wir mehr
als nur einen Hauch. Der Sinn für gehaltvolles, volksnahes
Brauchtum des Handwerks aus ſeiner Blütezeit hat ſich wieder
belebt. Ein neues Verſtehen von der Bedeutung und Würde des
Standes hat Einzug gehalten. So haben die neuen — uralten,
ſiegreichen Zeichen des Reiches auch die Merkmale des alten
Handwerks zu neuem Leben erweckt. Gemeinſinn und
Standes=
ehre ſind keine leeren Begriffe mehr, wie ſo oft früher, ſie haben
in dem Nationalgrundſatz: Gemeinſinn geht vor Eigennutz ihre
Wiederauferſtehung erfahren.
Das deutſche Handwerk legt gerade auf letzteres
entſcheiden=
des Gewicht. Nichts kann verſtändnisloſer ſein, als den neuen
Zuſammenſchluß des Handwerks, der mehr auf ethiſchen und
kulturellen, und weniger auf wirtſchaftlichen Grundlagen beruht,
irgendwie mit brutalem Machtſtreben oder kraſſem Egoismus in
Verbindung zu bringen. Der Oeffentlichkeit ſei geſagt, daß das
deutſche Handwerk in ſeinen Organiſationen einen Geiſt pflegt,
ſeiner Bedeutung zurückgefunden hat, wird das deutſche
Hand=
werk niemals vergeſſen können.
Eine lange Leidenszeit liegt hinter dieſem anſpruchsloſen
und fleißigen Berufsſtand. Mühen und Sorgen klopfen noch
im=
mer an die Türen des Handwerks, in mancher Werkſtatt iſt es
noch recht ſtill. Und doch iſt es ganz anders geworden: die
Ver=
zweiflung hat ein Ende genommen! Mit der Armee der
arbeits=
loſen Volksgenoſſen müſſen auch die Regimenter der auftragsloſen
Handwerksmeiſter verſchwinden. In der Tat berühren ſich dieſe
beiden Probleme aufs engſte. Alle deutſchen Berufsſtände ſind
nämlich auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden und
auf=
einander angewieſen.
Die großartigen, umfaſſenden Maßnahmen der
Reichsregie=
rung auf dem Gebiete der Arbeitsbeſchaffung wirken ſich bereits
heute auch für manche Zweige des Handwerks ſegensreich aus.
Als entſcheidend wichtige Ergänzung ſoll die „Arbeitsbeſchaffung
im kleinen” hinzukommen. Tatſächlich kommt es hierbei auf einen
jeden an. Prüfe ſich daher jeder ſelbſt, welchen praktiſchen
Bei=
trag er dazu beiſteuern kann, daß die gewaltigen Aufgaben, die
der Nation geſtellt ſind, gemeiſtert werden!
Der Führer hat alle aufgerufen. Das Handwerk iſt
angetre=
ten; mögen wir alle wieder des heilſamen Segens der Arbeit
teilhaftig werden!
Grade auf den Einzelnen
kommt es an!
15.-21. Oktober 1933
R
R
Fihrtgte
Ne
[ ← ][ ][ → ]Seite 10 — Nr. 286
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
Noek
Zur Werbewoche des Deutſchen Handwerks
ZAML DER HANDMERKSBETRIEBE
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Rg
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So
K
K
Glück und Freude beginnen in deutſche Herzen
einzu=
ziehen, ſeit für Tauſende unſerer Volksgenoſſen die Worte
Arbeit und Brot wieder einen Inhalt bekommen haben.
Viele Teile des Reiches können bereits mit Stolz ihre
Be=
freiung von der fürchterlichen Geißel der Arbeitsloſigkeit
berichten, unter der ſie ſeit Jahren litten. Man ſieht, was
Opferfreudigkeit und guter Wille zuwege zu bringen
ver=
mögen. Noch aber ſind wir nicht ganz über den Berg
Denn wir wollen ja allen helfen, jeder, der heute noch
ohne Erwerb beiſeite ſteht, muß in abſehbarer Zeit wieder
in den Produktionsprozeß eingegliedert werden. Denn nur
ſo läßt ſich das große nationale und ſoziale Werk der
Reichsregierung vollenden. Dazu gehört aber, daß auch
wirklich jeder mit Herz und Hand bereit iſt, in die Breſche
zu ſpringen und zu helfen, wo es fehlt. Der Kampf gegen
die Kriſe iſt ja häufig nur ein Kampf gegen Eigennutz und
Gedankenloſigkeit.
Gerade auf den einzelnen kommt
es an!. Von ihm hängt das Schickſal von
Hundert=
tauſenden guter Deutſcher ab. Wir denken dabei
insbeſondere an das Handwerk, das in den
letzten Jahren ſo beſonders ſchwere
Enttäu=
ſchungen erdulden mußte. Ihm muß in
erſter Linie geholfen werden. Was
not tut, iſt eigentlich nur guter
Wille. Denn jeder kann Arbeit
be=
ſchaffen, jeder kann ſeinem
Näch=
ſten Brot und Lebensmöglichkeiten
ſichern, ohne ihn durch Almoſen zu
demütigen oder gar kaltſchnäuzig
von der Tür zu weiſen.
Millionen=
aufträge kann der Private gewiß
nicht verteilen — und das verlangt
auch keiner von ihm, aber er muß
dem Handwerk geben, was des
Handwerks iſt! Der Schreiner, de
Schloſſer, der Glaſer, der Maler, der
Tapezierer, der Linoleum= oder Flie
jenleger, der Ofenſetzer, der Gas=
Waſſer= oder Elektroinſtallateur, der
Uhrmacher, der Korbmacher, der
Schneider, der Drucker oder der
Photograph und wer es ſonſt noch
(
iſt — ſie alle warten auf dich. Sieh
nach in Haus und Hof. in Küche und
Keller, in der Gartenlaube und im
Kleiderſchrank — und du wirſt Arbeit
genug finden, ihnen allen zu helfen.
Hunderttauſende von Wohnungen ſind ſeit
Jahren nicht mehr inſtandgeſetzt worden und
be=
dürfen grünolichſter Erneuerung. Da iſt das
Mauerwerk zu verputzen, da ſind die Dielen und
Türen zu ſtreichen, die Wände zu tünchen, zu
tape=
zieren oder mit Stoff zu beſpannen, hier und da wird
auch der Fußboden zu erneuern ſein, manches Badezimmer
benötigt neue Flieſen uſw. Es ſind die Oefen, Küchenherde
und Heizkörper nachzuſehen oder neue zu beſchaffen.
Gas=
herde und Waſchbecken ſind nach Umzügen an die
Leitun=
gen anzuſchließen. Es ſind die Steckdoſen und
Beleuchtungs=
körper nachzuſehen, Anſchlüſſe zu ändern, Leitungen
um=
zulegen uſw. Manche Scheibe in der Wohnung. im Keller
oder auf dem Boden wird zu ergänzen ſein und dergleichen
mehr. Hauswirte und Mieter können alſo gleicherweiſe
hel=
fen. Was jahrelang im Hausgebrauch immer noch „gut”
war, das wird beim Umzug erfahrungsgemäß kritiſch unter
Gerade auf den einzelnen
kommt es an!
Oe. F
Den dumen Junden=Eeiſt
rpi
(aches
rMwegder neueGeiſt
Bernauck nictt die alten Sunden,
Fachmnagen Uienſchen füden.
ihrmutlſtmde dmckte Cruher
G deu Fadammte Hauffe tigt.
Verachtet die Meiſter nicht! Eine Reproduktion nach
einem alten Stich.
Indem er in ſeinem kleinen Kreiſe Arbeit ſchafft, hilft
er ſich und ſeinem Volke. Für die Beſchaffung von
Arbeit und Erteilung von Aufträgen an das Handwerk
ſpielt auch die Zeitungsannonce eine wichtige Rolle.
die Lupe genommen. Manches Sofa, mancher Lehnſtuhl
aus Großmutters Zeiten ſollte bei der Räumung nach
Möglichkeit durch ein modernes Stück erſetzt werden. Auch
die Mode im Fenſterbehang will berückſichtigt werden, die
alten Gardinen und Vorhänge tun’s deshalb ſehr häufig
auch nicht mehr.
Ferner werden unanſehnlich gewordene Küchenmöbel,
die Flurgarderobe, ein Schrank, einige Stühle, die
Ein=
richtung des Kinderzimmers uſw. wieder herzurichten ſein;
da und dort ſind die Lampen abzunemen und wieder
auf=
zuhängen, in dem einen oder anderen Zimmer ſind
Linoleumläufer oder Tep iche zu legen — kurz
rgend etwas, das der Erg.nzung oder
Ausbeſſe=
rung bedarf, gibt es in jedem Haushalt.
„Vergeßt dabei das
Hand=
werk nicht!” Es arbeitet raſch,
gewiſſenhaft und
preis=
wert. Und — heute das
wich=
tigſte — ein Auſtrag, der dem
Handwerk zukommt, leitet das
Geld in die kleinſten Kanäle der
Volkswirtſchaft. Denn einer
braucht ja den anderen: Wir
geben es dem Schneider, der
gibt’s dem Bäcker, dieſer dem
Fleiſcher, von hier wandert’s
zum Schloſſer, und ſo geht der
Kreislauf fort zum Schreiner,
zum Glaſer uſw.
Dies iſt der „Segen der
Ar=
beitsbeſchaffung im kleinen”!
Darum: „Heraus mit euren
Auf=
trägen, alles iſt willkommen,
was es auch ſei. Helft alle mit
ihr leiſtet wahren. Dienſt
hn unſerer
Volksgemein=
ſchaft!“
Es hilft nichts.
daß man ſich zu dem
Auf=
bauwerk mit Worten
be=
kennt, nur die Tat beweiſt!
25000
Papierbeg-
beitung und
Sonstige Handw.
200 000
Metall-
Hande. 775 000
Holzhand
werk
250 000
Bauhondwerk
250 000
Nahrungmittkl
Shandwerkl
500 000
Bekleldungshandu.
Gesamtzah 41.400 000
Zahlen, die die Bedeutung des Handwerks im Rahmen
der Geſamtwirtſchaft klarlegen. Die 1,4 Millionen
Handwerksbetriebe umfaſſen rund 8 Millionen
An=
gehörige, Geſellen und Lehrlinge.
Der Wiederaufſtieg unſeres Vaterlandes iſt nur
nöglich, wenn alle Volkskräfte für dieſes Ziel eingeſetzt
werden. Das deutſche Handwerk will und darf mit
ſei=
nem feſten Willen zum Wiederaufbau dabei nicht fehlen.
Die Ueberlieferung einer ſtolzen Vergangenheit iſt in
ihm heute ſo lebensfähig wie einſt. Die Arbeitsformen
des Handwerks haben ſich vielfach, der techniſchen
Ent=
wicklung folgend, gewandelt. Der Sinn, der deutſche
Sinn aber iſt unverändert geblieben. Das ehrbare
Handwerk hat bei ſeiner ſchaffenden Arbeit noch große
Aufgaben zu erfüllen und verdient deshalb tatkräftige
Förderung. Was ich als Ehrenmeiſter des Handwerks
dazu beitragen kann, ſoll geſchehen.
De
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 15. Oktober 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 11.
Deint Selater
in Dingen Deines guten Aussehens und Deines
Wohl-
beflndens! Wähle Ihn gut und bleibe ihm treul So
lernter Dich kennen und berät dlch immer am besten.
(12545
UAD DIE PAME
kann ohne gut ausgeführte Undulation, Dauer-
und Wasserwellen unmöglich bei den
Veran-
staltungen der Reichswerbewoche erscheinen.
Darum sucht sie umgehend ihren Friseur auf.
Werbekommission der Friseur-Pflichtinnung Darmstadt,
Zur Reichs-Werbe-Woche sollten Damen
Bubiköpfe und die Herren-Haarschnitte im Schnitt
allesamt erneuert sein.
Denken Sie an Ihr vorteilhaftes Aussehen bei den
Veranstaltungen während der Reichswerbewoche,
Werbekommission der Friseure Darmstadts
Auch das
Schuhmacherhandwerk
wartet in der
Reichshand=
werkswoche auf Ihren
Auf=
trag!
Bedenken Sie, daß
Handwerksarbeit
Qualitätsarbeit
iſt! Wenden Sie ſich bitte
an Ihren Schuhmacher!
Schuhmacher Zwangg=Innung
Kreis Darmſtadt.
(12509
Metzger=Innung
Darmſtadt
Deutſche Frauen!
Fördert das Fleiſcherhandwerk
Diumn kaufr in Hiencheriaeen.
12561
Bäckerinnung
SArMSTädT
Gteer das beattaldeek.
Drum laß Dir raten,
Kaufe nur im Bäckerladen!
Dem
Dachdecker-
Handwerk
das Dach!
12544
Dachdecker=Jnnung.
Darmstadt.
Wirtſchaftlich, behaglich und ſchön
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vom Fachmann in nenzeitlicher Form geſetzt.
Gehen Sie nicht zum Pfuſcher,
deſſen Arbeit Sie doppelt
bezahlen müſſen, ſondern
be=
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Sonntag, 15. Oktober 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 13
Reich und Ausland.
Heute iſt der Tag der deutſchen Kunſt.
Funk=Ausſtellung.
Albrecht Dürer (im Alter von 26 Jahren)
Das Feſt der Tapferen.
Frankfurt a. M. In der Weſthalle C
des Feſthallengeländes wurde geſtern morgen
die erſte Südweſtdeutſche Funkausſtellung im
Beiſein zahlreicher Vertreter der ſtaatlichen,
kom=
munalen und parteiamtlichen Behörden ſowie
der Funkverbände eröffnet.
Der Rundfunkreferent der
Landespropa=
gandaſtelle, Stadtrat Wamboldt,
be=
grüßte die Ehrengäſte und dankte vor allem
ſämtlichen beteiligten Verbänden und Firmen
für die Arbeit, die ſie geleiſtet haben, um dieſe
Ausſtellung zu einer hervorragenden Schau des
Funks zu machen. Im Auftrage des Reichsmini= für Volksaufklärung und Propaganda, Dr.
Goebbels, überbrachte der Präſident der
Reichs=
rundfunkkammer Intendant Beumelburg die
Grüße und Glückwünſche des Miniſters. Er
be=
tonte, daß durch die Uebernahme des Rundfunks
durch die Nationalſozialiſten der Rundfunk eine
Sache des ganzen Volkes geworden ſei, an der
jeder Volksgenoſſe teilhaben ſolle. Mit der
Schaffung des Volksempfängers ſei der Weg zu
dieſer Entwicklung beſchritten, und der
Rund=
funk könne im neuen Staate ſeiner Aufgabe,
Mittler zu ſein zwiſchen dem Volk und ſeinen
Führern, in vollem Umfange gerecht werden.
Damit ſei auch in der Funkinduſtrie eine neue
Epoche angebrochen; denn ſie werde ſich darauf
einſtellen müſſen, in der Hauptſache ſolche
Appa=
rate auf den Markt zu bringen, die auch die
breite Maſſe zu erwerben in der Lage ſei.
Hier=
auf eröffnete der Landesleiter für
Volksaufklä=
rung und Propaganda, Müller=Scheld, die
Aus=
ſtellung. U. a. führte er aus, daß die Zeit
über=
wunden ſei, wo die Technik Selbſtzweck geweſen
ſei. Hinter der techniſchen Entwicklung ſei ein
weltanſchaulicher Hohlraum geweſen, der durch
den Nationalſozialismus endlich überwunden
ſei. Nun erſt könne die Technik ihrer Aufgabe
gerecht werden, als Dienerin, nicht als
Beherr=
ſcherin der Menſchen. Auch der Rundfunk
er=
lange unter dieſen Umſtänden eine ganz
an=
dere Bedeutung. Er ſolle nicht Theater und
Kon=
zert erſetzen, ſondern er ſei dazu berufen, den
Führer mit ſeinem Volk zu verbinden und ihn
dem Volke näher zu bringen. Das Ziel ſei es,
zu erreichen, daß alle Volksgenoſſen in die Lage
verſetzt werden, an dieſer wunderbaren
Erfin=
dung teilzuhaben, und dieſes Ziel werde auch
er=
reicht werden. Erſt dann werde es auch möglich
ſein, die wahre Volksgemeinſchaft bis in die
letzte Zelle des Volkes zu verwirklichen. Die
anſchließende Beſichtigung der Ausſtellung zeigte
den hohen Stand der funktechniſchen Entwicklung
der deutſchen Induſtrie.
Hans Holbein.
Selbſtbildniſſe großer deutſcher Maler.
Anſelm Feuerbach (1878).
20000 Schuvos vereinken ſich zu einer gewalkigen Kundgebung
München. Feierlich wurde das Feſt der
Max=Joſeph=Ritter und des Ordens der
Tapfer=
keitsmedaille in München begangen. Im
Kup=
pelbau des Armeemuſeums verſammelten ſich die
Ritter um ihre oberſten Führer, den
Ordens=
großmeiſter, Generalfeldmarſchall Kronprinz
Rupprecht von Bayern, Generalfeldmarſchall v.
Mackenſen und Generaloberſt Graf v. Bothmer.
General v. Xylander begrüßte in kurzer
An=
ſprache die Fahnen und Standarten, die in
vie=
len Schlachten und Gefechten ihren Regimentern
vorauswehten. Als der General geendet,
präſen=
tierte die Ehrenkompagnie, und unter den
Klängen des Präſentiermarſches zogen die
Feld=
zeichen zur Theatinerkirche, wo die
Theatiner=
geiſtlichkeit ein feierliches Requiem zelebrierte.
ork”
4 Ozeandampfer werden „verlängee.
Schwerer Raubüberfall
in Frankfurk a. M.
Apotheker wird in ſeinem Geſchäft überfallen
und durch einen Schuß verletzt. — Der Täter
entkommen.
Frankfurt a. M. Freitag abend, kurz
vor 8.30 Uhr, wurde der Apotheker Brandl in
ſeiner Drogerie in der Schweizer=Straße, nach
Geſchäftsſchluß, beim Zeitungsleſen von hinten
überfallen und durch einen Schuß verletzt. Brandl
ſetzte ſich zur Wehr und konnte dadurch
verhin=
dern, daß der Räuber die Ladenkaſſe raubte.
Bei dem ſich entſpinnenden kurzen Kampf gingen
einige Glasſcheiben in Trümmer. Der Täter
werließ dann fluchtartig das Lokal und rannte
in der Richtung Guſtav=Adolf=Platz davon.
Einige Paſſanten nahmen die Verfolgung auf,
doch gelang es dem Räuber, zu entkommen. Am
Tatort fand man die Piſtole und eine ſchwarze
Maske. Die Verletzung des Apothekers iſt trotz
ſtarken Blutverluſtes nicht lebensgefährlich.
Der preußiſche Juſtizminiſter Kerrl bei ſeiner großangelegten Rede.
Rechts in heller Uniform Staatsſekretär Freisler.
Im Berliner Sportpalaſt fanden ſich 20000 preußiſche Polizeibeamte zu einer gewaltigen
Kund=
gebung zuſammen, auf der ſie im Namen aller ihrer Kameraden ein Treuegelöbnis für den neuen
Staat ablegten.
Die Hengſtparade in Celle.
Ein Brandſtifter kommt ins Zuchthaus.
Kaſſel. Das Schwurgericht verurteilte den
Landwirt Auguſt Heckmann, aus Heiligenrode
wegen vorſätzlicher Brandſtiftung und
Verſiche=
rungsbetrugs zu fünf Jahren Zuchthaus und fünf
Jahren Ehrverluſt. Der Angeklagte hatte in
ſeiner Scheune eine brennende Zigarre in der
Abſicht weggeworfen, das Gehöft abbrennen zu
laſſen, um die überhöhte Verſicherungsſumme
ein=
zuſtreichen. Der Brand griff auf das
Nachbar=
haus über und legte auch dieſes in Aſche. In
der Urteilsbegründung wird u. a. ausgeführt,
daß gegen die Brandſeuche mit empfindlichen
Strafen eingeſchritten werden muß.
Hamburg. Auf der Werft von Blohm u.
Voß ſind gegenwärtig Hunderte von Arbeitern
an einem neuartigen Bauvorhaben tätig. In
einem großen Schwimmdock der Werft ſind in
den letzten Wochen vier Vorſchiffe für große
Ozeandampfer entſtanden. Es ſind die neuen
Vorſchiffe der größten Dampfer der Hamburg=
Amerika=Linie, der 21 000=Brutto=Regiſtertonnen
meſſende Doppelſchrauben=Turbinen=Dampfer
„New York”, „Deutſchland”, „Hamburg” und
„Albert Ballin”. Alle vier Schiffe ſollen im
Laufe dieſes Winters um 12 Meter verlängert
werden und damit eine neue, ſchnittigere Form
erhalten. Die neue Form bringt eine erhebliche
Heizölerſparnis, außerdem bietet ſie aber die
Möglichkeit, einen Teil der
Paſſagiereinrich=
tungen weſentlich zu verbeſſern. — Vorgeſtern
mittag wurde nun im Dock der letzte
Bauab=
ſchnitt zur Verlängerung des Hapag=Dampfers
„Hamburg” das Zuſammenfügen der beiden
Schiffsteile, vorgenommen. Mit Hilfe von
Waſ=
ſerdruckpreſſe und hydrauliſchen Zugvorrichtungen
bewegte ſich das 600 Tonnen ſchwere
Vorder=
ſchiff auf mächtigen Schlitten ſpielend vorwärts.
Da die Vorarbeiten bis ins kleinſte vollendet
waren, iſt dieſe letzte Präziſionsarbeit glänzend
verlaufen. Es iſt dies das erſtemal, daß auf
einer deutſchen Werft eine derartige
Moderni=
ſierung, noch dazu bei einem 20 000=Tonnen=
Schiff, vorgenommen wurde.
Gefängnis für einen tödlichen Schlag
mit dem Bierglas.
Kaſſel. In einer Wirtſchaft war es zu
einem Streit gekommen, in deſſen Verlauf der
Schneider Alois Kellner einem gewiſſen Hahn
mit dem Bierglas auf den Kopf ſchlug. Im
erſten Augnblick waren außer der Kopfverletzung
keine weiteren Folgen eingetreten. Hahn hatte
ich ins Krankenhaus begeben, wo die
Kopf=
wunde heilte. Nach einiger Zeit mußte Hahn
nochmals operiert werden, da die Wunde erneut
aufgebrochen war. Einige Tage ſpäter ſtarb
Hahn. Die Urſache des Todes war offenbar eine
ogenannte Spätblutung, die eine eiterige
Hirnhautentzündung zur Folge hatte. Der
be=
handelnde Arzt, ſowie die Sachverſtändigen
waren der Anſicht, daß der Tod als Folge des
Schlages mit dem Bierglas eingetreten iſt. Der
Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisſtrafe
von zwei Jahren. Das Gericht ging aber über
den Strafantrag hinaus und verurteilte Alois
Kellner zu drei Jahren Gefängnis, unter
An=
rechnung der Unterſuchungshaft.
Unfall an Bord eines finniſchen Dampfers.
Hamburg. Der finniſche Dampfer „
Waſa=
borg” traf mit einer Kohlenladung im
Hambur=
ger Hafen ein. An Bord des Schiffes hat ſich
bei ſchwerem Wetter in der Nordſee ein Unfall
ereignet, der zwei Menſchenleben koſtete.
Nord=
weſtlich von Helgoland wurden der Deckjunge
Laine und der Matroſe Hendrikſon von der
ſchweren See über Bord geſpült. Ehe man ihnen
Hilfe bringen konnte, waren ſie bereits
ertrun=
ken. Auch wurde an Bord erheblicher
Sachſcha=
den angerichtet.
Dreiecksfahrt des Luftſchiffs „Graf Zeppelin”.
Hamburg. Das Luftſchiff „Graf Zeppelin”
trat, geſtern abend ſeine große Dreiecksfahrt von
Friedrichshafen nach Süd= und Nordamerika an.
Ein eingeborener Leutnant
erſchießt einen franzöſiſchen Kameraden.
Metz. Der eingeborene Leutnant Omar hat
geſtern nachmittag bei einer Schießübung einen
franzöſiſchen Leutnant des in Metz in Garniſon
liegenden algeriſchen Schützenregiments durch
einen Schuß tödlich verletzt. Der Täter
be=
hauptet, daß es ſich um einen unglücklichen
Zu=
fall handelt. Es beſtehen aber Gründe für die
Annahme, daß ein Racheakt des Eingeborenen
gegen ſeinen franzöſiſchen Kameraden vorliegt.
Drei Todesurkeile vollſkreckt.
Berlin. Wie der Amtliche Preußiſche
Preſſedienſt mitteilt, ſind am Samstag, den
14. Oktober, in Magdeburg, der Malergeſelle
Willi Träger, der Arbeiter Willi Meißner und
der Tiſchler Wilhelm Bartels hingerichtet
wor=
den. Sie waren vom Schwurgericht in
Magde=
durg am 28. Januar 1933 zum Tode verurteilt
worden, weil ſie am 9. November 1932 in
Gen=
thin gemeinſchaftlich eine 71jährige Frau
er=
wordet hatten.
Sturm über dem Garda=See.
Mailand. Auf dem Garda=See wütete am
Freitag ein ſo heftiger Sturm, daß die
Schiff=
fahrt eingeſtellt werden mußte. In Deſenzano
reichte die Brandung bis zum Leuchtturm. In
Gardone wurde der Damm beſchädigt. Auf der
Lagune von Venedig hat die Bora einige
Bar=
ken abgetrieben. Ein nach der Friedhofsinſel
unterwegs befindlicher Trauerzug von Gondeln
geriet in ſo große Gefahr, daß die Feuerwehr zu
ſeiner Rettung aufgeboten werden mußte.
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Oben: Paarſpringen.
Dreijährige Hengſte bei der Vielſeitigkeits=Prüfung.
In dem Landgeſtüt Celle (Hannover) fand wiederum die große Jahresſchau, die berühmte Celler
Hengſtparade, ſtatt, bei der die Zuchtprodukte ihre glänzende Verfaſſung und ihre vielſeitige
Ver=
wendungsfähigkeit unter Beweis ſtellten.
Gegen unangemeſſene Star=Gagen
in der amerikaniſchen Filminduſtrie.
Waſhington. In die
Arbeitsbeſtim=
mungen für die Kinoinduſtrie iſt ein Paragraph
eingefügt worden, der Strafen bis zu 10 000
Dollar gegen Filmateliers vorſieht, die
unange=
meſſen hohe Gagen zablen.
Seite 14 — Nr. 286
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
EHL
Todes=Anzeige.
Nach qualvollem, im Kriege zugezogenen und mit
heldenhafter Geduld getragenem Leiden ging heute
nach kaum vollendetem 30. Lebensjahr mein lieber
Gatte, mein beſter Vater, unſer guter Sohn, Bruder,
Schwager und Onkel
Fritz Kühne
in die ewige Heimat.
Im Namen der Hinterbliebenen:
Frau M. Kühne u. Sohn Otto.
Darmſiadt, den 13. Oktober 1933.
Barkhausſtr. 56.
(
Die Beerdigung findet am Dienstag, den 17. Oktober
1933, nachmittags 2 Uhr, von der Kapelle des
Fried=
hofes an der Nieder=Ramſtädterſtraße aus ſtatt.
Am 12 Oktober entſchlief nach kurzem, aber
ſchwerem Teiden, mein herzensguter Gatte,
unſer Bruder, Schwager und Onkel
Mndolf keen
Bankbeamter i. R.
im Alter von 66 Jahren.
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen:
Käte Nees, geb. Hofmann
Kiesſtraße 40.
12539
Die Einäſcherung findet Montag, 16. Oktober
1933, um 3½ Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Am 12.Oktober
ent=
ſchlief nach kurzem
ſchwerenLeiden unſer
langähriges, treues
Ve
Mitglied, Kamerad
Rudolf Nees
Bankbeamter i. R.
Die Einäſcherung finder Montag,
den 16. Oktober, 3½ Uhr, auf dem
Waldfriedhof ſtatt.
Wir bitten unſere Mitglieder, dem
verſtorbenen Kameraden durch recht
zahlreiche Beteiligung die letzte Ehre
zu erweiſen.
Der Vorſtand.
12541)
Während meiner
Abweſenheit vom
15. bis 28. Oktober
werde ich vertreten
von den Herren:
Dr. Andres
Dr. Bönning
Dr. Buchhold
Dr. Hofmann,
Lauteſchlägerſtr.
Dr. Holzmann
Dr. Riemenſchneider
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Nachruf.
Am 11 Oktober verſchied plötzlich und unerwartet unſer
treues Vereinsmitglied
Rechtsanwalt und Staatsanwalt i. R.
Dr. Aiſteu Leont
Oberleutnant d. R. a. D.
Inhaber des E. K. II und anderer Kriegsauszeichnungen
Wir weiden unſerem guten Kameraden und lieben Freund
ſiets ein ehrendes Andenken bewahren.
Lauteſchläger, Oberſileutnant a. D.
und Vorſitzender des Offiziervereins des
ehem. 2. Großh. Heſſ. Feldart.=Rgis. 61
Darmſiadt, den 15. Oktober 1933.
12540
Die Beiſetzung findet in der Stille ſiatt.
Wo vom Handwerk die Rede ist
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sich selbst!
Dankſagung.
(Statt Karten)
Für die zahlreichen Beweiſe aufrichtigſter Anteilnahme
und für die reichen Kranz= und Blumenſpenden beim
Heimgang unſeres lieben Entſchlafenen
MK
Punpp Tronpp
ſagen wir auf dieſem Wege unſeren herzlichſien Dank.
Die trauernden Hinierbliebenen:
Anna Deichert, geb. Trompp
Eliſabeth Juſtus, geb. Trompp
Philipp Oeichert
Hermann Juſius.
Darmſtadt, den 14. Okfober 1933.
Kahlertſtraße 35.
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beglück=
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Fußball.
5V. 98 — V. ſ. R. Bürſtadi.
Wir verweiſen nochmals auf das heute vormittag 10.30 Uhr
auf dem Stadion ſtattfindende Verbandsſpiel beider
Mann=
ſchaften
Vorher, um 9 Uhr, treffen die Reſerven der 98er in einem
Freundſchaftsſpiel auf die Reſerve der Spielvgg. Arheilgen.
SC. 9ber=Ramſtadt — Rol=Weiß Darmſtadt.
Die Verbandsſpiele in Ober=Ramſtadt ſind von der Behörde
eine Stunde ſpäter angeſetzt worden, ſo daß das Spiel der
Re=
ſerve jetzt um 2 Uhr und das der erſten Mannſchaft um 4 Uhr
beginnt. Der Treffpunkt (Tierbrunnen) bleibt beſtehen, nur
ändern ſich die Abfahrtzeiten wie folgt: Reſerve 12,30 Uhr, Liga
2.15 Uhr.
Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875 (Fußballabteilung).
Zum zweiten Verbandsſpiel müſſen 1. und 2. Mannſchaft nach
Michelſtadt. Beide Mannſchaften ſpielen gegenüber dem letzten
Sonntag mit Verſtärkung und hoffen auf einen beſſeren Erfolg.
Abfahrt 11.00 Uhr ab Schillerplatz.
Sporkkalender.
Fußball.
10.30 Uhr: Stadion: Sportverein 98 — V. f. R. Bürſtadt.
10.30 Uhr: Rennbahn: Union —
Union Wixhauſen.
15.00 Uhr: Exerzierplatz: Polizei — Germania Pfungſtadt.
Das ewige Schlageter=Feuer der Hikler=Jugend.
Riethdorf deutſcher Meiſter.
Metzner gibt in der achten Runde auf.
Die dritte Veranſtaltung im Berliner Spichernring brachte
am Freitag abend wieder einen ſehr guten Beſuch. Auf dem
Programm ſtand diesmal als Hauptnummer die deutſche
Bantamgewichts=Meiſterſchaft zwiſchen dem
Titel=
halter Willi Metzner (Köln) und dem Berliner Werner
Rieth=
dorf. Beide ſtanden ſich ſchon einmal um den Titel gegenüber,
wo Metzner aber erfolgreich blieb, da dem Berliner ein
Tief=
ſchlag unterlaufen war, der ſeine Disqualifikation zur Folge
hatte.
Diesmal kam es anders. Riethdorf befand ſich in
glänzen=
der Verfaſſung und ließ dem ſchwerfällig beginnenden Kölner
tie eine Chance. Metzner machte eine ziemlich hilfloſe Figur
und mußte reichlich einſtecken. Als dann der Kölner in der dritten
Runde noch ſchwer am linken Auge verletzt wurde, ſtand er völlig
auf verlorenem Poſten. Nur mit Mühe und größter Tapferkeit
hielt der Exmeiſter durch. Beſonders aufregend verlief die 7.
Runde, in der Metzner ſchwere Kopftreffer einſtecken und einmal
u Boden mußte. Als dann der Gongſchlag zur achten Runde
er=
önt, wankt Metzner aus ſeiner Ecke. Die Sekundanten werfen
das Handtuch zum Zeichen der Aufgabe in den Ring und
Rieth=
dorf wird zum neuen deutſchen Meiſter unter dem Beifall des
Hauſes erklärt. Riethdorf hätte auch ohne die Augenverletzung
jaushoch nach Punkten gewonnen, ſo daß die Meiſterwürde
durch=
uus an einen Würdigen fiel.
In den Einleitungskämpfen ſah man einige
Neu=
inge. Streſing=Gardelegen wurde über den Erſtling
öramny=Berlin Sieger in der zweiten Runde durch techniſchen
„o., da der Ringrichter den Kampf wegen einer Augenverletzung
es Neulings ſtoppte. Bredow=Berlin landete gleichfalls
inen techniſchen k.o.=Sieg über Zoſchke=Berlin, der wegen eines
Tiefſchlags in der zweiten Runde disqualifiziert werden mußte.
Eine gute Vorſtellung gab der Kölner Schwergewichtler Selle
egen den Berliner Hinzmann. Nach acht Runden wurde dem
Zölner der Punktſieg zugeſprochen.
Das Berliner Frühjahrs=Reitturnier vom 26.
Januar bis 4. Februar iſt wieder in der alten Preishöhe wie im
Vorjahre ausgeſchrieben worden. Im Mittelpunkt ſteht diesmal
der „Große Preis der nationalſozialiſtiſchen Erhebung”, für den
allein 30000 Mark an Preiſen ausgeworfen ſind. Der
Wett=
bewerb zerfällt in eine Olympiade=Dreſſurprüfung, ein
Jagd=
pringen und eine Vielſeitigkeitsprüfung, die wiederum drei
Unter=
rbteilungen aufzuweiſen hat und ſich an die Pferde wendet, die
ür die große Military in Vorbereitung ſind.
Sieben neue Bahnrekorde fuhr der Dresdener Dauerfahrer
Nedo am Dienstag abend auf der 500=Meter=Bahn in Dresden=
Reick heraus. Er verbeſſerte die Bahn=Höchſtleiſtungen über vier,
ünf, ſechs, ſieben, acht, neun und zehn Stunden. Ueber vier bis
jeben Stunden verbeſſerte der Dresdener Höchſtleiſtungen, die ſeit
dem Jahre 1912 beſtanden.
Abgeſagt wurden jetzt alle für den kommenden Sonntag in
ſer bayeriſchen Fußball=Gauliga angeſetzten Treffen. Sie werden
komplett am 22. Oktober nachgeholt. Im Gau 13 wurde die
Be=
gegnung Sportfreunde Saarbrücken abgeſetzt, das Spiel SV.
Wies=
jaden — Phönix Ludwigshafen neu angeſetzt.
Der Deutſche Schützen=Bund führt am 14. und 15.
Oktober in Wiesbaden ſeine Vereinsmeiſterſchaften im Groß= und
Kleinkaliberſchießen durch. An den beiden Meiſterſchaften ſind
eweils die fünf Verbandsmeiſter beteiligt. Aus Süddeutſchland
ind dies die Hauptſchützengeſellſchaft Nürnberg und die
Schützen=
gilde Ravensburg.
So wird die unauslöſchliche Flamme auf der höchſten Zinne
der Barbaroſſa=Pfalz zu Kaiſerswerth lodern.
Zum Gedenken an den Märtyrer Albert Leo Schlageter wird die
Hitler=Jugend die alte Barbaroſſa=Pfalz zu Kaiſerswerth als
Ehrenmal weihen und bei der Feier, an der der
Reichsjugend=
führer teilnimmt, die mit dieſem Mal verbundene unauslöſchliche
Flamme zum Zeichen des Gedenkens der Jugend an Schlageter
feierlich entzünden.
Geſchäftliches.
„Urſtoff des Meeres”.
Medizinal=Lebertran, gewonnen aus der Leber des Dorſches,
dient in der Heilkunde zum innerlichen und äußerlichen Gebrauch.
Innerlich namentlich gegen alle Erkrankungen der Drüſe, dann auch
zur allgemeinen Kräftigung ſchwächlicher Kinder und älterer
Leute. Infolge ſeines hohen Gehaltes an Vitaminen iſt der
Me=
dizinal=Lebertran ein hervorragendes Nähr= und
Kräftigungs=
mittel für jung und alt. Jetzt iſt die richtige Zeit zum Beginn
einer Kur. Gehen Sie zu Ihrem Fachdrogiſten, er dient der
Volks=
geſundheit. Dort erhalten Sie auch erſtklaſſige Lebertran=
Emulſio=
nen in verſchiedener Form. Man frage den Fachdrogiſten.
Ein Teil der Perſönlichkeit
iſt der Schmuck des Haares. Liebreiz verleiht es der Frau, und
beim Mann iſt es ein Zeichen ungeſchwächter Nervenkraft. Die
Wiſſenſchaft fordert Pflege des Haares. Genau ſo, wie Sie die
Haut, die Zähne, die Nägel pflegen, um ſie geſund zu erhalten.
Müllern des Haares iſt die anerkannt geeignete Haarpflege. Wer
Dr. Müllers Haarwuchs=Elexier einmal verſucht hat, der will es
nicht wieder entbehren und freut ſich außerdem darüber, daß auch
jetzt eine ſehr wirtſchaftliche Liter=Kur=Packung und eine
außer=
gewöhnlich preiswürdige Spar= und Reiſe=Packung herausgebracht.
wurde. Dr. Müllers Haarwuchs=Elixier iſt alſo jetzt in Apotheken,
Drogerien, Parfümerien und beim Haarpfleger erhältlich, ſonſt
Bezugsquellen=Nachweis durch Müller u. Co.. Berlin=Europa=
Hochhaus.
Wichtige Vorträge über Glanzplätten und Wäſchebehandlung
finden am Montag, den 16. Oktober, 4 und 8 Uhr, im Städtiſchen
Saalbau ſtatt. Alle vorkommenden Arbeiten, wie neuzeitliches
Waſchen, Einſtärken Anplätten Glätten und Formen, werden
er=
läutert und praktiſch gezeigt. Der Beſuch dieſer lehrreichen
Vor=
träge iſt für jede Hausfrau und Tochter außerordentlich wertvoll.
Der Eintritt iſt frei. (Siehe Anzeige.)
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 6: Morgenruf. 6 6.05:
Morgenkonzert 6 6.30 u. 6.45: Gymnaſtik. 7: Zeit,
Frühmel=
dungen. O 7.10: Wetter. 7.15: Frühkonzert. 8.15:
Waſſer=
ſtand. O 8.20: Gymnaſtik für Frauen. o 8.40: Frauenſunk. o
9.50: Nachrichten. O 11: Werbekonzert 6 11.55: Wetter. 0 13.15:
Zeit. Nachrichten. O 13.25: Lokale Nachrichten, Wetter. o 15.30:
Gießener Wetterbericht; anſchl.: Obſervatorium Aachen: Wetter für
Eifel= und Moſelgebiet. 15.40: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen. O
18.50: Zeit, Programmänderungen, Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Frankfurt: Sonntag, 15. Oktober
— 8.25: Gymnaſtik.
6.35: Bremen: Hafenkonzert.
8.35: Zeit, Nachrichten. — 8.45: Evangeliſche Morgenfeier
9.30: Feierſtunde des Schaffenden. —
10.00: Kathol. Morgenfeier.
10.20: Reichsſendung aus München.
11.45: Reichsſendung aus München.
Kleines Kapitel der Zeit.
15: Mittogskonzert auf Schallplatten.
Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
13.55: Stunde des Landes. Ein Dorf hilft ſich ſelbſt.
Gemein=
ſchaftsarbeit im Sayntal.
14.30: Kinderſtunde: Beim Jungvolk, da iſt’s luſtig.
15.30: Beim Vogelfang auf der Beobachtungsſtation Untermam
der Staatlichen Vogelwarte Helgoland.
16.00: Nachmittagskonzert des Großen Orcheſters. Ltg.: Kühn.
Soliſten: „Pirro, Sbrana (Bariton) Begleitung: Egbert
Grape, Paul Mauel und Hans Haaß (Klavier).
18.00: Oberſt Nicolai: Als ich Chef des Nachrichtendienſtes war.
18.30: Fröhliches Zwiſchenſpiel. Ltg.: Dr. Karl, R. Lörges.
Sportbericht.
19.0
20: Reichsſendung aus München.
: Der Fliegende Holländer. Oper von Richard Wagner.
00: Zeit, Nachrichten. — 22.15:
Du mußt wiſſen.
22.20: Nachrichten, Wetter. Sport. — 22.45: Unterhaltungsmuſik.
23.00: Nachtmuſik. Das Rundfunkorcheſter. Ltg.: Hans Rosbaud.
Mitw.: Reinhold Freyberg (Humoriſtiſche Einlagen).
24.00: Nachtmuſik.
Königswuſterhauſen.
3.00:
13.4:
Deutſchlandſender. Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 6.00:
Wetter f. d. Landwirtſchaft. — Anſchl.: Wiederholung d. wichtigſten
Abendnachrichten. 6.15: Gymnaſtik. o 6.30: Wetter f. d.
Land=
wirtſchaft. — Anſchl.: Tagesſpruch. O 6.35: Frühkonzert. 8:
Sperrzeit. 8.35: Gymnaſtik f. d. Frau. O 10: Neueſte Nachrichten.
O 11.15: Deutſcher Seewetterbericht. 12: Wetter f. d. Landwirt.
— Anſchl.: Konzert (außer So.). —
— Wiederholung des
Wetter=
berichts. O 12.55: Zeitzeichen der Deutſchen Seewarte. o 13:
Sperrzeit. 13.45: Nachrichten. 14: Konzert. 15.30: Wetter,
Börſe. 6 18.45 (Mi. u. Do. 18.50). Wetter für den Landwirt.
Anſchl.: Kurzbericht des Drahtloſen Dienſtes. o 22.00: Wetter=,
Tages= und Sportnachrichten. 22.45: Deutſcher Seewetterbericht.
Deutſchlandſender: Sonntag, 15. Oktober
6.15: Berlm: Funkgymnaſtik.
Hnngs
6.30: Wiederholung der wichtigſten Abendnachrichten.
— Anſchl.: München: Frühkonzert
ſpruch. — Morgenchoral.
aus dem Nymphenburger Schloß.
8.00: Das Dorf ſpricht. Ein Aufriß von Brinsdorf in der
Niederlauſitz. Mitw.: Gemeindevorſteher Hollex, Paſtor
Beh=
rends, Bauern. Handwerker, Siedler und Arbeiter.
8.55: Morgenfeier. Stunden=Glockenſpiel der Potsdamer
Garniſon=
kirche. Gottesdienſt aus der Dorfkirche zu Wittenau.
9.55:
verrzeit.
10.20: München: Reichsſendung: Der Führer ſpricht:
Grundſtein=
legung zum Haus der deutſchen Kunſt.
11.45: Deutſcher Seewetterbericht.
12.00: Schallplatten. — 12.55: Zeitzeichen d. Deutſchen Seewarte.
14.00: Kinderſtunde: Vier luſtige Handwerker gehen auf
Wan=
derſchaft. Emmi Goedel mit ihrem Kinderchor.
14.30: Jugendſtunde: Was verdanken wir dem Turnvater Jahn?.
Zum Todestag — 15. Oktober 1852.
15.00: Ernſt Leibl lieſt aus eigenen Werken.
15.20: Konzert auf Schallplatten.
16.00: Plaudereien an deutſch. Kaminen (umge „kerrte” Tagesgloſſen)
16.15: Liſelotte Fiſcher: Max Slevogt zum 65. Geburtstag.
16.30: München: Veſperkonzert. Ltg.: Erich Kloß.
17.40: Stunde des Landes.
18.10: Der Genius in der deutſchen und italieniſchen Oper.
19.00: München: Reichsſendung: Ein Künſtlerfeſt im Jſar=Athen.
Ein Salutſchießen Münchener Künſtlerkanonen und Berichte
vom Künſtlerfeſtzug.
20.00: Leipzig: Mozart—Reger. Leipziger Sinfonieorcheſter.
20.30: Stuttgart: Moment muſical As=Moll, von Schubert u. a.
21.00: München: Richard Wagner. Das Reichs=Sinfonie=Orcheſter.
30: Köln: Richard Strauß. Konzert des Funkorcheſters.
22.00: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
23.00: München: Nachtmuſik der bayeriſchen Funkſchrammeln.
Weiterbericht.
Ein Hochdruckkern mit Barometerſtand von über 770
Milli=
meter Luftdruck lagert über Deutſchland und beſtimmt die
Wet=
terlage. In ſeinem Bereich kommt es zur Bildung verbreiteter
Frühnebel, die aber infolge der abſinkenden Luftbewegung
tags=
über aufgelöſt werden. Die Temperaturen erfahren dabei
zwi=
ſchen Tag und Nacht ſtarke Gegenſätze und kommen nachts in
Ge=
frierpunktnähe, in froſtgefährdeten Lagen ſogar, etwas darunter
zu liegen."
Ausſichten für Sonntag: Nach kalter Nacht und Frühnebel
tagsüber aufheiternd und trocken.
Ausſichten für Montag: Weiterhin Frühnebel, tagsüber
teils wolkig, teils heiter, noch trocken.
Die heutige Nummer hat 24 Seiten.
vaut wird einge=
Rruur ſchnitten.
Barckhausſtr. 62.
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Für die Kaffee=
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Hausbesitz und den selbständigen
Mittelstand In Nürnberg u. Franken
954, 981, 987, 998, 1050, 1069, 1112,
1219, 1249, 1253, 1259, 1316, 1395,
1505, 1552, 1554, 1619, 1623, 1625,
1660, 1667, 1715, 1716, 1720, 1731,
1750, 1782, 1789, 1805, 1817, 1821
1824, 1861, 1943, 1975, 1981, 2014,
2130, 2211, 2214, 2256, 2274, 2293,
2326, 2344, 2396, 2449, 2494, 2576
2688, 2723, 2766, 2785, 2806, 2820,
2860, 2871, 2915, 2933, 2953, 2996,
3017, 3023, 3061, 3075, 3085, 3138,
3181, 3191, 3224, 3257, 3268, 3269,
391, 3397, 3422,
3270, 3271, 3334,
3528, 3539, 3555, 3557, 3583, 3685,
3692, 3714, 3724, 3781, 3782, 3806,
3820, 3848, 3899, 3906.
Die gezogenen Ausloſungsrechte werden
mit dem ſiebenfachen Betrag ihres Nenn=
Jahreszinſen für die
wertes, zuzüglich 59
Zeit vom 1. Januar 1926 bis 31.
Dezem=
ber 1933 (8 Jahre), eingelöſt.
Es werden hiernach bezahlt: für Gruppe
9800,— RM., Gruppe B — 4900,—
RM., Gruppe C —1 960,— RM., Gruppe
D — 980,— RM., Gruppe E — 490,—
RM., Gruppe F — 245.— RM., Gruppe
— 122,50 RM.
Die Ausloſung erfolgt auf Vorlage
des Ausloſungsſcheins und von
Schuld=
verſchreibungen der Ablöſungsanleihe im
gleichen Nennwert ab 31. Dezember 1933
durch die Stadtkaſſe Darmſtadt. Mit dieſem
Tage hört die Verzinſung der ausgeloſten
Stücke auf.
Rückſtände aus früheren Jahren:
Aus der Ausloſung Ende 1929: GruppeD:
829, Gruppe E: 18, 197, 599, 782,
847, 1767, 2652, 2657, 2670, 2704,
Gruppe F: 1568, 3077, 3337, 3590, 4120,
4327, 4475, 4494, Gruppe G: 355, 422,
842, 951, 1040, 1041, 1047, 1497, 2324,
2525, 2697, 3796.
Aus der Ausloſung Ende 1930 Gruppe
E: 1790, 2084, 2675, 2737, 2749, Gruppe
F: 915, 3377, 3910, 4242, 4359, GrnppeG:
2135, 2172, 2246, 2799, 2800, 3263,
3689, 3827 3925.
Aus der Ausloſung Ende 1931: Gruppe
C: 524, Gruppe D: 11, 413, 683, Gruppe
E: 57, 2752, 2755, Gruppe F: 15, 148,
2322, 2451, 3639, 4375, 4470, 4557
Gruppe G: 680, 1589, 1709, 1894, 3748,
3826.
Aus der Ausloſung Ende 1932: Gruppe
D: 8, Gruppe E: 38, 317, 388, 643, 965,
1725, 2061, Gruppe F: 67, 462, 493
547, 1699, 1807, 2458, 2951, 2956, 2959
3143, 3370, 3635, 3677, 4017, 4123
4294, 4374, Gruppe G: 6, 64, 240, 1672,
1703, 1764, 2519, 2542, 2586, 2612,
2677, 2844, 2891, 3021, 3053, 3645, 3731
(St. 12526
3849, 3916.
Darmſtadt, 12. Oktober 1933.
Bürgermeiſterei
Dr. Müller, Oberbürgermeiſter.
früheres Sumpf= und Moorland erſtrecken, da liegt Crakehnen.
Dort oben in dem Stück Deutſchland, das wie ein verlorenes
Eiland in Oſteuropa hängt. Mehr als zweihundert Jahre
be=
ſteht das Hauptgeſtüt Crakehnen jetzt, von König Friedrich
Wilhelm I. im Jahre 1752 gegründet. Damals war es eine
Suſammenfaſſung der vielen in Preußen zerſtreut liegenden
königlichen Geſtute, und auf Anraten des alten Oeſſauer wählte
der Preußenkönig damals das Gebiet der Piſſaſümpfe zwiſchen
Danzkehmen und Szirgupönen, was durch die Peſt vollſtändig
entvölkert und verödet war. Mehr als ſechs Jahre hat es
gedauert, bis das Land durch Anlegung von Kanälen ſoweit
entwäſſert war, daß im Mai 1752 die erſten 110 Pferde nach
Crakehnen gebracht werden konnten. Durch die Jahrhunderte
hindurch iſt das Hauptgeſtüt Crakehnen nicht nur zu einer
Muſteranſtalt erſten Nanges, ſondern zu einem Begriff
ſchlech=
terdings geworden. In allen Gauen Deutſchlands genießt das
edle Trakehnerpferd allerbeſten Nuf, und durch die Leiſtungen
des Jagdſtalles iſt Crakehnen auch zu einer internationalen
Berühmtheit geworden.
Das Hauptziel und die Hauptaufgabe Crakehnens in der
Seit vor dem Kriege war es, die Hengſte für die oſtpreußiſche.
Landespferdezucht zur Erhaltung der Nemonte=Sucht zu ſtellen.
Die Bedürfniſſe der Nemonte=Sucht verlangten ein verhältnis=
Das Geſtüt Crakehnen und ſeine Arbeit.
Dort, wo die endloſe Straße nach Rußland führt, wo noch
hoher Schnee liegt, wenn in unſerer Gegend ſchon längſt der
Frühling eingezogen iſt, wo ſich meilenweite Weiden über
mäßig hohes Maß von Vollblut in den Hengſten. An der
Ent=
ſtehung der eigentlichen Crakehner Naſſe ſind das engliſche
und auch das arabiſche Vollblut ſeit dem Jahre 1786 ſehr ſtark
beteiligt geweſen. Was die Crakehner Nemonte=Sucht für
Deutſchland geleiſtet hat, das wiro nicht zuletzt durch die
un=
vergleichlichen Caten des Militärpferdes in dem großen Kriege
bewieſen.
Wie auf ſo vielen Gebieten des Wirtſchaftslebens, ſo hat
ſich auch nach dem Kriege in der Crakehner Sucht vieles
maß=
geblich geändert. Der Nemonte=Bedar
Deutſchlands iſt gegenüber dem Jahre 1915
auf etwa ein Fünftel zurückgegangen. Die
Folge davon war, daß Crakehnen ſich in
ſeinen Sielen ſehr ſtark umſtellen mußte.
Deshalb iſt das Suchtziel heute ganz auf die
Bedürfniſſe der Wirtſchaft eingeſtellt. Die
Hauptaufgabe iſt es, die Hengſte zu liefern,
die geeignete Pferde für die Landwirtſchaft
erzeugen können. Aus dieſem Grunde iſt das
Vollblut in der Crakehner Sucht mehr und
mehr zurückgedrängt worden. Man verlangt
heute nicht mehr das temperamentvolle,
Crakehner Halbblut.
Die Pferde ſind nicht
ſtark u. plump; auf das
feingliedrige Rennpferd
wird kein Wert gelegt.
Um ausgeſprochene Leiſtungspferde zu erzielen, müſſen die
Pferde gut eingefahren werden. Dabei wird genau feſtgelegt,
wie die Ciere auf die Anſtrengungen reagieren.
feurige Pferd, ſondern mehr das ſtarke, ruhige, leichtfüttrige
und ausdauernde Cier. Das gewünſchte Siel iſt heute ſchon in
einem hohen Maße erreicht worden."
Ein wichtiges Mittel zur Erzielung dieſer hochklaſſigen Ciere
ſind die ſtändigen ſtrengen Kontrollen, denen die Ciere im
Ge=
ſtüt unterworfen werden. Es gibt in der Halbblutzucht ſowohl
in Deutſchland wie im Ausland wohl kaum einen Stall, wo jeder
Jahrgang junger Pferde ſo ſuſtematiſch in ſcweren Aufgaben
erprobt wird, wie in Crakehnen. Seit dem Jahre 1927 werden
alle dreijährigen Hengſte in der berühmten
Hengſtprüfungsan=
ſtalt Swion einer ſtrengen Leiſtungsprüfung unterzogen. Erſt
nach dem Beſtehen dieſer ſtrengen Prüfung trägt das Cier den
Ehrennamen Crakehner mit Necht, denn ein Pferd, das im
Springen mit hohem Gewicht und beim Galoppieren langer
Strecken ſeine Leiſtungsfähigkeit bewieſen hat, wird auch in der
Landwirtſchäft zu jedem Dienſt zu verwenden ſein.
Das Hauptgeſtut Crakehnen umfaßt heute eine Geſamtfläche
von 6052 Hektar, die unter 16 Vorwerke aufgeteilt werden.
Davon ſind allein 2517 Hektar Wieſen und Weiden.
Swei Jahrhunderte ſchwerer und verantwortungsbewußter
Arbeit liegen heute hinter Crakehnen. Das Crakehner Pferd
genießt eine Berühmtheit, die weit über die Grenzen
Deutſch=
lands hinausgeht. Das Wort Crakehnen iſt zu einem Begriff
für Edles, Starkes und Unermüdliches geworden. Das harte
Klima Oſtpreußens und das Nüchterne, Herbe der
oſtpreußi=
ſchen Landſchaft haben auch dem Crakehner Pferd ihren Stem=
pel aufgedrückt. Naſſig und doch nüchtern ſtark und doch nicht
plump, ſo ſteht es heute vor uns; ſo jagt es in ſcharfem Galopp
über die Crakehner Fluren. Crakehnen, Wiege deutſcher
Pferdezucht. Dieſe Bezeichnung iſt mehr als in einer Beziehung
gerechtfertigt. Wer Fleiß und Ciefgründigkeit der Arbeit im
Geſtüt Crakehnen kennengelernt hat, der verſteht auch erſt die
Erfolge zu würdigen, die mit dieſem Namen verbunden ſind.
Links: Der Rappenſtall während der Cänkezeit.
Unken: Die verantwortlichen Leiter des Geſtüts ſtudieren an
Hand der Solianten Suchterfolge und Vererbungserſcheinungen.
Der Standpunkt, daß der Poliziſt eine
Schreckfigur ſei, iſt wohl ſchon lange
überwun=
den, und der Ausſpruch unvernünftiger
Müt=
ter: „Warte, jetzt hole ich den Schutzmann” iſt
ſchon längſt der vertraulichen Kinderanrede
„Onkel Schupo” gewichen. Nein, die Polizei
gehört ins tägliche Bild — nicht als
furcht=
erregende Geſtalt, ſondern als Helfer.
Auch die Hausfrau profitiert von der
Be=
reitwilligkeit der „Schupos”. Allerdings wiſſen
die meiſten Hausfrauen nicht, wann ſie die
Polizei alarmieren dürfen, und wann nicht.
Aus dieſem Grund kommt es öfter vor, daß
geſagt wird, die Polizei ſei nicht hilfsbereit,
aber das liegt immer nur daran, daß die
Poli=
zei in vielen Fällen gar nicht zum Eingreifen
derechtigt iſt.
Eines Cages kommt Frau Schulze — dies
iſt einer der häufigſten Fälle — in höchſter
Aufregung zum Polizeirevier. „Herr
Wacht=
meiſter, kommen Sie doch bitte ſofort mit! Es
handelt ſich um meinen Untermieter! Ich habe
ihmam Erſten rechtmäßig gekündigt, weil erſchon
ſeit drei Monaten die Miete nicht mehr gezahlt
hat — und nun will der Kerl nicht ausziehen!
Bitte, kommen Sie doch mit und ſchmeißen Sie
den Mann raus!”. Aber der Wachtmeiſter
ſchüttelt den Kopf: „Liebe Frau Schulze, Sie
ſind heute ſchon die Dritte, die mit dieſem
An=
liegen zu mir kommt. Aber leider ſind Sie an
der falſchen Adreſſe, denn hier handelt es ſich
um eine zivilrechtliche Streitigkeit, wo
die Polizei zum Eingreifen nicht berechtigt iſt!“
Frau Schulze fragt verzweifelt: „Aber was
ſoll ich denn da machen?” — „Verklagen Sie
den Mieter auf Näumung, dann wird der
Gerichtsvollzieher das Nötige veranlaſſen!”
„Herr Wachtmeiſter, ich glaube, ſo geht die
Sache ſchief. Mein Mieter iſt nämlich ein ganz
geriſſener Junge. Drei Monate lang hat er
die Miete nicht bezahlt, und ich habe ihn im
Verdacht, daß er heute nacht mit ſeinen
ſämtlichen Koffern heimlich ausrückt — und
ich habe das Nachſehen!” — „Wenn ſich
die=
ſer Verdacht beſtätigt — dann kommen Sie
ſofort zu uns! Wenn er „rücken” will — dann
iſt das ſtrafbar, und zur Verhütung von
ſtrafbaren Handlungen ſind wir Polizeibeamte
dal‟ Getröſtet zieht Frau Schulze von dannen!
Ein anderer Fall: Frau Schulze ärgert ſich
ſchon lange, daß Srau Meyer, die gegenüber
wohnt, ihre Wäſche immer auf dem Balkon
trocknet und damit das ganze Straßenbild
ver=
ſchandei:, denn es ſieht ja wirklich nicht ſchön
aus, wenn die ganze Straße beobachten kann,
was Frau Meyer zur Ausſtattung für Wäſche
mitbekommen hat. Auch in dieſem Fall greift
die Polizei helfend ein und läßt Frau Schulzes
Schönheitsſinn Necht angedeihen. Frau Meyer
wird polizeilich verwarnt, ihre Wäſche nicht
mehr auf dem zur Straße gekehrten Balkon
zu trocknen, und wenn die Verwarnung nichts
nutzt, wird Frau Meger in Polizeiſtrafe
ge=
nommen!
Bei ehelichen Streitigkeiten hat die
Poli=
zei ebenfalls nicht das Necht, einzugreifen. —
Familienzwiſtigkeiten zu ſchlichten, iſt nicht
Sache der Polizei!. Wenn aber Frau Schulze
entdeckt, daß der Kaufmann an der Ecke
ſtän=
dig die Waren falſch abmißt, wenn er falſche
Gewichte gebraucht oder wenn er gar falſches
Geld herausgibt, dann iſt ſie verpflichtet, die
Polizei zu holen. Sie würde ſich ſonſt ſtrafbar
machen, denn bei verbrecheriſchen Handlungen,
die ihr bekannt ſind und die ſie nicht zur Anzeige
bringt, kann ſie in den Verdacht der „Begün=” kommen.
Immer iſt die Polizei die Helferin in der
Not! Ganz plötzlich iſt Herr Schulze erkrankt,
und Frau Schulze weiß ſich nicht zu helfen. Sie
hat keine Ahnung, wo das nächſte
Kranken=
haus, die nächſte Nettungsſtelle iſt, ſie weiß in
ihrer Beſtürzung nicht, welchen Arzt ſie
an=
rufen ſoll!
Aber ſie weiß die Nummer des nächſten
Polizeireviers, und hier gibt man ihr
bereit=
willigſt Auskunft. Bei Unfällen ſteht ſie
hel=
fend zur Seite, leitet den Cransport des
Ver=
unglückten und nimmt die erſten Ermittlungen
zur Klärung der Schuldfrage auf.
Einmal allerdings hat Frau Schulze
fal=
ſchen Alarm geſchlagen, ſie wollte ihren
Freun=
dinnen einmal zeigen, wie fein die Polizei
funktioniert, und hat das Ueberfallkommando
alarmiert. Der Scherz iſt ihr ſchlecht
bekom=
men, denn abgeſehen davon, daß ſie die Koſten
des blinden Alarms bezahlen mußte, bekam ſie
noch eine empfindliche Geldſtrafe wegen „
gro=
ben Unfugs”
Aber trotzdem ſchwört Frau Schulze auf
die Polizei — die Helferin der Hausfrau!
Dr. jyr. F. W.
Bericht von einfachen Erlebniſſen von Lore Beyerlein.
Das war der Anfang: Wir ſtanden auf
einem hellen Sleck Erde und ſuchten die vier
Grenzſteine, die unterm Sand verſchüttet
waren. Im Weſten ging hinter den
Nauch=
wolken der Schiffe die Sonne unter, und
gegen=
über glühte ein leuchtend roter Mond hinter
den Kiefernſtämmen hervor, die in einem gel=
ben Sandberg am Waldſaum wurzelten.
Nörd=
lich vor uns dehnte ſich die weite, kahle Fläche
bis an den in der Ferne verdämmernden
Bahn=
damm. Dieſen aufzuſchütten, hatte man den
ganzen Boden des Geländes gebraucht, bis nur
der magere Flugſand übrig blieb. Manchmal
ragte, wie eine Oaſe, ein mit Buſchwerk be=
ſtandener Hügel aus dem Gelb. So auch hier.
Als wir ankamen, hatte eine alte Frau
dar=
auf geſeſſen, deren beide Siegen das harte
Gras fraßen. „Iſt das Ihr Grundſtück,
haben Sie ſich das gekauft?” hatte ſie uns
gefragt. Und wir, im Beſitzerſtolz, hatten alle
gleichzeitig bejaht. Jetzt aber ſahen wir ihren
ſchwarzen Schatten ſich in den Abend bewegen
und das Weiß der Siegen dahinter. Wir
nah=
men die feine Seichnung des Kiefernwaldes in
uns auf, deren Stämme ſüdlich das kleine Reich
begrenzten, das uns Heimat werden ſollte ..
Am nächſten Morgen zogen wir früh mit
einer hochbeladenen Handkarre heraus. Wir
ſind keine Bauernkinder, denen ein Hof
an=
geſtammt iſt, auf dem ihre Väter ſaßen. Unſere
Väter wohnen mit ihren Familien in
Miets=
häuſern in der Stadt. Wir bauen uns draußen
ein Haus!
Es war die erſte körperliche Mühe, dieſe
Karre auf „unſer Land” zu ziehen. Immer
tiofer mahlten ſich ihre Näder in den Sand,
und ſie verſank bis an die Nadachſen. Wir
mußten gleichzeitig heben und ſchieben und
freuten uns, daß der Tag kühl war.
„Hier kommt das Haus hin, dann bauen wir
hierhin die Baubude!” Pflöckchen wurden in
die Erde geſteckt, Schnur gezogen, und bald
ſtreckten ſich vier Pfähle in die Luft, — der
Anfang der Baubude, in der wir abends
ſchlafen wollten!
ungewohnte, ſchwere Arbeit wie gerädert
waren. Mittags ſtand unſere Pumpe. Nie
glaubten wir ſo klares, wohlſchmeckendes
Waſ=
ſer getrunken zu haben!
Was blieb aber noch alles zu tun! Da wurde
die Grundfläche des Hauſes ausgewinkelt, Erde
ausgeſchachtet, Kies und Sement in mühſamer
Arbeit mit Waſſer vermiſcht und der fertige
Beton zu feſtem Fundament geſtampft. Da
wurde eine Grube zum Kalklöſchen
ausgewor=
fen, und zwiſchendurch, wie die Fuhren kamen,
wurden immer wieder Steine getragen und
Balken und Hslz. Nach einigen Cagen war
die Einteilung des Grundriſſes an den
Funda=
menten erkennbar.
Wie der Noggen auf den Feldern hinter dem
Wäldchen noch höher wurde und langſam gelb,
ſo gingen auch langſam die Hauswände hoch.
Es erwies ſich als ein Kunſtſtück für
Unerfah=
rene, eine Wand in Winkel und Waage zu
mauern.
In dieſem trüben, regennaſſen Sommer
ver=
irrte ſich nur ſelten ein Wanderer in unſere
Einöde. Wohl kam die alte Frau mit ihren
Siegen faſt täglich vorbei, hatte auch mal
unſere Arbeit angeſehen. Weil es aber für
ihre Grete und Lieſe gefährlich war, zwiſchen
unſeren Holzſtapeln und Steinen umherzulaufen,
machte ſie immer einen Bogen um uns und rief
von weitem ihren Gruß. An ſonnigen Cagen
zogen hinter den Heideflächen und Feldern im
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26.
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Aaut uecre MittikKaaftttee
4*
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Kaum hatten wir begonnen, als der
Fuhr=
mann kam. Er könne mit den Pferden nicht
durch den Sand und müſſe an der Ecke abladen.
„Man ſinkt bis an die Waden ein,” brummte
er, „warum müſſen Sie ausgerechnet hier in
den Sand bauen?” Wir ſagten ihm nicht, daß
wir es der Billigkeit wegen müßten und
ſchleppten mit Ausdauer Bretter, Balken und
Steine. Später richtete ich den Ofen und holte
Waſſer beim nächſten Nachbarn, deſſen rotes
Hausdach in der Serne glänzte.
Wie ſchmeckte die Suppe, die wir, auf
Holz=
ſtapeln ſitzend, verzehrten! Unſern Appetit
ver=
mindert nicht einmal der Rußgeſchmack, der
bis zu unſerm glücklichen Einzug ein uns
wohl=
bekanntes Gewürz blieb. Das Wurzelholz, mit
dem wir feuerten, verbreitete einen beizenden
Qualm, und der Wind, der im Norden und
Weſten ungehinderten Weg hatte, blies in unſer
Oefchen.
Es ging ſchon auf den ſpäten Nachmittag zu,
ehe wir unſere Baubude weiter aufrichten
konnten. Aus Angſt, den Unterſchlupf nicht bis
zur Nacht fertig zu bekommen, vermieden wir
es, uns anzuſehen und arbeiteten verbiſſen.
Durch den trüben Cag kam frühe die
Abend=
dämmerung. Gegen den Wald dröhnten die
Hammerſchläge. Brett an Brett ging es
wei=
ter. Ein feiner Negen hatte eingeſetzt. Faſt
war es dunkel. Im ſchwankenden Kerzenſchein
der Laterne knieten die Männer auf dem Dach.
Als wir endlich in der fertigen Bude laßen,
praſſelte es draußen los. Wir kauten müde
an unſeren Broten. In unſern Schlaf
rauſch=
ten die Kiefernwipfel. Negentropfen klangen
auf Holz.
Die leuchtendſte Sonne flimmerte am Morgen
durch die feuchtdunſtige Luft. Wir vergaßen
die Müdigkeit unſerer Körper, die durch die
Weſten ſilbernblinkende Segel vorbei und ſah
man die ſchwarzen Schornſteine der Dampfer,
deren Cuten oftmals herüber klang, in der
Sonne glänzen. Wir ſchauten ihremGleiten
zu, wenn der blaue Horizont dahinter ſtand.!
Ningsum mähte man ſchon das Korn.
Bald=
würde der ſchmale Weg zwiſchen den bewegten
Feldern von uns zum Dorf kahl ſtehen. Ich
kam vom Einkauf zurück. Das abendliche Licht
ſchimmerte um die Nuine unſeres halbfertigen
Häuschens. Ein Fremder ſaß bei uns. „Guten
Abend”, er zog einen ſteifen Hut. „Ich habe
hier mit dem Herrn Gatten und dem Herrn
Bruder geſprochen und mir Ihre Sache
ange=
ehen. Das iſt ja großartig, was die Herren
da machen, — das iſt ja Aufbau=Arbeit! —
Entſchuldigen Sie, ich habe mich Ihnen noch
nicht vorgeſtellt. Weyler iſt mein Name,
Gott=
lieb Weuler. Leicht zu behalten, nicht wahr?
„Herr Weuler intereſſiert ſich nämlich für
den Bau, weil er ſich vielleicht auch hier
an=
ſiedeln will,” erklärten mir „meine Männer”,
Erſt als es ganz dunkel war, ſtapfte Herr
Wey=
ler durch den Wald, der
Straßenbahnhalte=
ſtelle zu.
Kaum war andern Tags die Arbeit früh
begonnen, als ein junger Mann zu uns kam,
der ſich als Sohn unſeres neuen Bekannten
vorſtellte. Er wolle uns helfen, den Dachſtuhl
bauen. Ihm mache das Spaß. Er ſei doch
er=
werbslos und wiſſe nicht, wohin mit der Seit.
Su dreien brachten die Männer, die Balken
aufs Dach. Die Stiele wurden eingelaſſen, auf
die der lange Firſtbalken zu liegen kam. Abends
ſtand der Dachſtuhl, und als wir den Kranz aus
Kieferngrün aufhingen, tauchte hinter dem
Wäldchen die ſchwarze Geſtalt des älteren
Herrn Weuler auf. „Ich gratuliere,” rief er
uns zu. „Alles Glück ſollen Sie erleben in
Das Kleid.
Ein Lebenslauf von Geno Ohliſchlaeger.
Ich bin geboren am 12. Februar 19 zu
Berlin SW. in der Krauſenſtraße Nr. 164 drei
Creppen. Mein Vater war der Seichner Rolf
Reiner, meine Mutter die Direktrice Erika
Waldmann; Aſſiſtentinnen meiner Geburt waren
die Schneiderinnen Meta, Vera und Erng,
Pate ſtanden bei meiner Caufe Herr Werner
Pelzer ſenior, Herr Werner Pelzer junior und
Frau Betty Pelzer. Aber obwohl ich,
nach=
dem ich das Licht des Vorführungsraumes
er=
blickt hatte, mit Ausdrücken höchſten
Entzük=
kens wie „ein Gedicht”, „ein Schlager”, „ein
Craum” begrüßt wurde, erlebte ich die erſte
Enttäuſchung meines Lebens. Statt mit einem
ſchönen Namen taufte man mich mit einer
Nummer: H. 672 wurde ich genannt, und als
H. 672 wurde ich in derſelben Stunde in einem
Karton nach dem Laden der Sirma in der
Leip=
ziger Straße gebracht und als Hauptattraktion
im größten Schaufenſter auf einer
wunder=
ſchönen, vollſchlanken, ebenmäßig gebauten,
kokett lächelnden graziöſen Puppe ausgeſtellt.
Es machte mich ſtolz und glücklich, als ich
ſah, daß die Menſchen auf der Straße ſtehen
blieben, um mich zu betrachten. Viele
ſehnſüch=
tige Frauenaugen und manch bewundernder
Männerblick ruhte auf mir. Und nachts um 12,
wenn die Puppen für eine Stunde: lebendig
werden, bekam meine Puppe etwas zu hören
von den neidiſchen anderen!
„Bilde dir nur nicht ein, du ſeieſt ſchöner”
wüteten ſie, „nur dein Kleid ſchaut man an,
dein reizendes, koſtbares Modellkleid. Aber
paß auf, wenn es verkauft iſt und du wieder
ein einfaches anhaſt wie wir, dann ſchenkt man
dir auch nicht mehr Beachtung als uns! Lange
wirſt du ja nicht mehr darauf zu warten
brauchen; es waren ſchon eine ganze Veihe von
Damen da und haben nach dem Kleid gefragt.
Aber wenn ſie den Preis gehört haben, haben
ſie es lieber erſt gar nicht anprobiert, um nicht
dennoch in Verſuchung zu kommen!”
Ich beſah mich im Spiegel. Ja wirklich, ich
war aparter und ſchicker als alle anderen und
hatte einen „Cyp”.
Am nächſten Morgen wurde ich in eine
An=
kleidekabine gebracht und ein junges
Manne=
guin zog mich über und führte mich einer Dame
vor. Die Dame war hingeriſſen. „Das muß
ich haben, das iſt einzig, das iſt geliebt, das iſt
ganz mein Geſchmack!” ſchwärmte ſie.
„Gewiß, gnädige Frau”, beſtätigte die
Ver=
käuferin, „es wird Sie ausgezeichnet kleiden
Gerade Sie mit Ihrer wundervollen Sigur
werden das Kleid zur rechten Geltung bringen.
Und H. 672 iſt unſere neueſte Originalſchöpfung.
Sie werden bewundert und gefeiert werden
darin!“
„Und der Preis?” fragte ihr Mann, der
mich ebenſo entzückt wie angſtlich betrachtete.
„Wir laſſen es Ihnen äußerſt billig. Es iſt
geradezu geſchenkt. Sür Sie koſtet es nur
drei=
hundertfünfundſiebzig Mark.
Brauche ich zu erzählen, was nun kam?
So wanderte ich — und das ging in der
näch=
ſten Seit fünfmal ſo — ins Schaufenſter
zu=
rück.
Als ich vier Cage alt war, begann die
glück=
lichſte Seit meines Lebens. Die Frau des
Schlagerkomponiſten Walter Wild fand, daß
ich recht hatte, ſo teuer zu ſein. Sie trug mich
zunächſt auf dem Preſſeball. Frau Wild war
eine ſchöne, intereſſante Frau. Aber ich konnte,
ohne mir etwas einzubilden, ſagen, daß ich an
ihren zahlreichen Criumphen an dieſem Abend
bedeutenden Anteil hatte. Einige Cage darauf
brachte die „Illuſtrierte Wochenſchau” ihr Bild
mit der Unterſchrift: „Eins der ſchönſten
Klei=
der auf dem Preſſeball trug Frau Walter
Wild (Modell: Werner Pelzer).” Ich war in
die Zeitung gekommen, und nun glaubte ich, das
ſei mein höchſtes Glück. Doch für mich war der
Aufſtieg zugleich der Abſturz. Denn ſie erklärte
ihrem Mann ſofort, daß ſie mich nun nie mehr
tragen könne; denn jeder und jede kenne nun
das Kleid und wiſſe, daß ſie es bereits auf dem
Preſſeball angezogen habe. Damit war ich für
ſie erledigt. Einfach erledigt,
Monatelang hing ich vergeſſen im Schrank.
Ich hoffte immer noch, ſie werde doch wieder an
mich denken. Und richtig, eines Cages holte ſie
mich bervor und nahm mich mit nach
Swine=
münde. Ich durfte ſie dort zur großen Néunion
begleiten. Sie war den ganzen Abend in beſter
Laune, denn ſie machte Surore mit mir. Aber
dann kam das Entſetzliche, das mein Schickfal
beſiegelte. Sie hörte, ohne es zu wollen, wie
ze‟ Damen ſich über mich unterhielten.
„Sehen Sie das entzückende Kleid?” ſagte
die eine.
antwortete die andere, „ſehr ſchön
„Ja,”
und origihell, aber ein wenig unmodern.”
Das war mein Codesurteil. Sie ging ſofork
dieſem Haus, meine Herrſchaften! Darauf
wollen wir trinken!” Und er zog eine große
Flaſche Kognak aus der Caſche. „Sum Wohl!”
Er trank und reichte die Flaſche weiter.
„Was iſt das eine liebliche Nuhe hier, nicht
wahr?” wandte er ſich an ſeinen Sohn. Und
dieſer feine Duft. Ja, ja, Lupinen!” und er
zeigte auf das gelbblühende Seld.
Als wir ſeinem Sohn beim Abſchied
dank=
ten, meinte dieſer, er hätte nur Nachbarspflicht
getan. Sein Vater hätte heute das
Grund=
ſtück gegenüber feſtgemacht, und ſie würden im
nächſten Frühjahr bauen.
Unſerm Häuschen ſah man täglich an, wie es
vorwärtsging. Schon waren die Siebel
zuge=
mauert, das Dach gedeckt und die Innenraume
und die Decken verputzt. Bald ſollten wir
ein=
ziehen.
Herr Weuler erwies ſich als ein rührender
Freund. „Sie wollten doch gerne Hühner haben?
Mein Bruder hat eine Laube gebaut und muß
ſie ſetzt aufgeben. Da hat er mir dieſe Henne
geſchenkt. Iſt zu ſchade, um Suppe draus zu
kochen. Da wollte ich ſie Ihnen verehren!
Die Henne ſchlief mit in der Baubude und
lief tagsüber draußen umher. Aber ſie wurde
täglich trauriger. Wir kauften ein Kücken
da=
zu. Nun liefen die beiden munter umher, fraßen
zankten ſich und ſaßen abends auf einer Kiſte
in der Bude.
„Habt Ihr ſchon Hühner?” fragte die alte
Frau, als ſie die Ciere umherlaufen ſah, und
kam näher. „Ja, das Kleine iſt wohl ein Hahn.
Beſſer wären ja zwei Hühner geweſen!
Das
Häuschen iſt nun auch bald fertig. Schön iſt’s
geworden. Ja, ja!” Sie ſah es ſich von innen
und außen an. Dann lief ſie eilig mit ihren
ſteifen Schrittchen wieder ins Wäldchen.
„Gretell Lieſell Hel He!” — ſchwenkte ſie den
Stock. Die Siegen graſten auf den abgemähten
Feldern, auf denen die Unterſaat üppig
heran=
wuchs.
Es kam der Abend, an dem wir die Baubude
mit einem Simmer vertauſchen konnten.
Drau=
ßen war es ſchon empfindlich kalt geworden, —
Ende September. Wir reckten und dehnten
uns, als wir nach ſo langer Seit wieder in
richtigen Betten ſchlafen konnten! — Noch
mußte das Haus von außen verputzt und ein
kleiner Stall für „unſer Vieh” angebaut
wer=
den. — Dann konnte der Winter kommen.
Und er kam. Sehr früh und mit großer
Ge=
walt. Mitte Oktober ſetzte der Froſt ein. Der
Wind fegte eiſig und trieb den Sand klirrend
gegen die Fenſterſcheiben. Draußen mußte alle
Arbeit ruhen. Nun konnten die Männer ihre
Singer pflegen, die an den Spitzen von Kalk
zerfreſſen und von Sand und Steinen
aufge=
ſcheuert waren. Pfeiferauchend ſaßen ſie um
den Ciſch und ſpielten Schach.
Schnee fiel. Wir ſchaufelten morgens hohe
Gaſſen zum Gartentor und Stall. Herr Weuler
kam noch einmal. „Ach, iſt des herrlich hier
draußen, bei dieſem ſchönen Winterwetter! —
Nur naſſe Füße holt man ſich. Wenn ich erſt
draußen wohne, könnten wir bei ſolchem
Wet=
ter gemeinſam einen Weg durch den Wald bis.
an die Straßenbahn ſchaufeln.‟ Dann kam bis
zum Frühjahr kein Menſch mehr, außer dem
Poſtboten, der uns manchmal Poſt zu bringen
hatte.
Die Weite vor unſerm Häuschen war noch
eintöniger als im Sommer. Sie breitete ſich
weiß in einliniger und erhabener
Gleichförmig=
keit aus, und man konnte meinen, ſie hätte kein
Ende. Fern kroch abends der erleuchtete
Vor=
ortzug wie ein glühendes Würmchen über den
begrenzenden Damm.
Als Cauwetter kam, tropfte es vom Dach,
Hahn und Huhn gingen geſpreizten Fußes durch
den naſſen Sand. Wir beſahen den halbfertigen
Garten und gruben wieder um, als der Boden
aufgetaut war.
Herr Weuler, Vater und Sohn, waren
her=
ausgekommen, und der Jüngere begann die
Ausſchachtungsarbeiten, für das Haus. „Ja,
ja”, meinte ſein Vater, als er einmal abends
Waſſer bei uns holte, „die Erſten haben es
immer am ſchwerſten. Wir andern können
chon bei Ihnen Waſſer holen oder etwas
unter=
ſtellen. Einer muß anfangen, aber Sie werden
ſehen, bald iſt hier ein ganzes Dorf!”
Er ſchien recht zu haben.
Als Weulers im Sommer ihr Haus bezogen,
hatten noch zwei andere Familien mit Bauen
begonnen.
Inzwiſchen reiften unſere erſten Erdbeeren
rot und ſüß in der Sonne. Die Kohlarten, im
Winter ſorgfältig in Käſten vorgezogen, ſtander
vielverſprechend, und anderes Gemüſe wurde
„küchenreif”.
*
In dieſem Sommer bauten außer Weylers
noch ſieben andere Familien. So ſtanden ſchon
neun kleine Häuschen, als die erſten
Herbſt=
ſtürme kamen. Man konnte bereits die gerade
Linie der zukünftigen Straße erkennen. Wir
ſahen einmal die alte Frau mit ihren Siegen
kommen und ſie ſtaunend die neuen Häuschen
betrachten. „Es wird wieder Winter”, rief ſie
uns zu. „Man kann bald nicht mehr mit den
Ziegen gehen.”
Als es kälter wurde, ſahen wir die
Nach=
barsleute kaum noch, obwohl es nicht ſo kalt
wie im Vorjahr wurde. Und nicht ſo einſam.
Swiſchen das leiſe Singen der Kiefern im Wind,
eine liebgewordene Melodie — miſchte ſich
hin und wieder ein Ruf oder Hundegebell. Auf
unſerm Hof krähte am Morgen ein ſtattlicher
Hahn, unter deſſen Hühnerſtamm die alte Henne
am zutraulichſten war. Bei Weulers
ſchnatter=
ten Gänſe und in der weiteren Nachbarſchaft
hielt man Enten.
Mit den erſten wärmeren Cagen kamen
wie=
der andere Familien heraus, die ſich hier Häuſer
dauen wollten. So geht es nun Jahr für Jahr.
Unſer Dorf wird immer größer. Wir können
das Leben auf dem Sluß nur noch vom
Dach=
geſchoß aus ſegen, denn auch im Weſten ſind
ringsum Häuſer gebaut und Bäume gepflanzt
worden. Unſere ſandige Straße iſt aufgeſchüttet
und ein ſchöner, ſauberer Weg geworden.
Im Frühjahr brauchen wir nicht mehr den
Sand von den Beeten zu kratzen. Durch die
Gärten iſt die ganze Sandwüſte verwandelt, und
kaum werden die feinen Körnchen noch in
ſol=
chen Wolken aufgewirbelt.
Das Jahr gleitet mit ſtiller Negelmäßigkeit
an uns vorüber. Mit einem Frühjahr,
deſſen, Glück die erſten zarten Gräſer und
die Blumen ſind, mit einem Sommer vol
wunſchloſer
Sonnen=
tage. Dann kommt
der Herbſt, und reiche
Ernten, gediehen durch
gute Pflege im Sand.
6½9
Und dann kommt der
ſtille Winter.
In Bäumen und in
Hecken niſten im Früh=
4aI ling viele Vögel. Die
RMN
Bienen ſummen
zwi=
ſchen allem Blühen
Den Mondaufgang
hinter den hohen
Kie=
fern können wir, wie
die weißen Segel, nicht
mehr ſehen. Der
Ab=
hang iſt bebaut. Aber
päter ſteht die milde
Mondſcheibe über dem
Wäldchen, in dem die
— FFdendA. Kinder den Cag über
pielen.
näch Hauſe und warf mich in eine Ecke. Als
wir wieder in Berlin waren, ſchenkte ſie mich
beim Auspacken ihrem Mädchen Paula. Paula
war ein ſehr tüchtiges, liebes Mädchen. Aber
ſie konnte mich einfach nicht gebrauchen. Erſtens
hatte ſie überhaupt nicht die Sigur, mich zu
tragen, und dann war ſie ein ganz anderer
Schlag. Was ſollte ſie allo mit mir anfangen?
Sie ließ einen Althändler kommen und bot
mich ihm zum Kauf an. „Ich habe kein
Inter=
eſſe an dem Kleid,” handelte der Händler, „es iſt
zu vornehm für meine Kundſchaft. Ich kann
es höchſtens zertrennen laſſen und irgend etwas
Neues daraus machen. Aber viel Stoff iſt ja
nicht daran. Ich gebe Ihnen 30 Mark dafür.
„Dann verkaufe ich es lieber nicht,”
entgeg=
nete Paula.
„Aber Sie können es ja doch nicht tragen.
Dreißig Mark ſind dreißig Mark, mein
Fräu=
lein. Wenn ich die Zutaten berechne, ſetze ich
beinahe nocb zu dabei!"
„Nun gut, dann behalte ich es. Auf
Wieder=
ſehen!”. Aber er war durchaus nicht los zu
dringen.
„Alſo ich gebe Ihnen vierzig Mark, das iſt
mein letztes Wort,” ſagte er endlich, und Paula
willigte eir
Ich erzähle das ſo genau, weil mir dieſer
Handel um mich ſo furchtbar weh tat, daß ich
laubte, vor Scham vergeben zu müſſen. Meine
Befürchtung, daß nun beim Händler von mir
nichts mehr übrig bliebe, traf zum Glück nicht
ein. Er verkaufte mich um bare fünfundfünfzig
Mark an das Abzahlungsgeſchäft der „Brüder
Binder” am Spittelmarkt. Ich wurde auf neu
gearbeitet und ging ſchon am nächſten Cagg für
vier Monatsraten zu zwanzig Mark in den
Beſitz der Stimmungsſängerin Anni Vaſani
über. Dieſe hatte zunachſt die Abſicht, mich um
ein Drittel zu verkürzen — ſie war eben
Stim-
mungsſängerin —, abe ſie fand es dann noch
pikanter, mir das Unterkleid zu nehmen und
durch den Ueberwurf allein zu wirken. So
brachten wir einige Monate Stimmung in die
Friedrichſtraße. Dann kam eine ſchlechte Zeit
ür Anni Vaſan:. Kein Engagement, nur
zwi=
ſchendurch einige Male Auftreten in einem
Filmpalaſt in Mogbit für ein pagr Mark
Schließlich ging Anni Vgſant zur Repuo über;
aber um da Stimmung zu machen, brauchte ſig
mich nicht, und eines Tages verſchacherte ſie
mich um 10 Mark an den Ihhaber des „Noten
Bazars” in der Landsberger Straße 14.
Im „Noten Bazar” war ich ziemlich das
Ums gleich zu ſagen: Mit den Blaukopfeten
ſind Gänſe gemeint, keine menſchlichen Gänſe
ſondern wirkliche; und da die noch jung ſind
und erſtmalig auf die Pfullinger Gemeinwieſe
ſollen, die auf einem Hügel liegt, in deſſen
Sat=
telſenke ſich ein Ceich befindet, ſo hat der
Praidl ihnen mit Blau den Kopf und in
glei=
cher Weiſe auch den Bürzel angemalt. Nicht
aus Spaßmacherei, ſondern weil es in der
Pfullinger Gegend ſo üblich iſt, damit der
Bauer ſeine Ciere ſogleich aus der Großherde
herausfinden kann.
Es iſt alſo der Morgen, wo die
Blaukopfe=
ten erſtmalig auf die Gemeinwieſe ſollen. Der
Praidl lockt freundlich
„Wullewullewulle!”, und die Blaukopfeten
ſagen drauf: „Nattnattnatt!” Sie muſtern ſich
dann, bewundern ſich gewiſſermaßen, und ihr
„Natt” heißt nichts anderes als „Nett”
ſo,
wie Frauen ſagen:
Nett ſchauſt aber aus!”, wobei der
Unter=
ſchied iſt, daß dieſe Gänſe es ehrlich, die meiſten
Frauen unehrlich meinen! — Alſo ſagen die
Blaukopfeten ihr „Nattnatt”, watſcheln auf die
holprige Gaſſe, recken die Hälſe vor und geben
gelegentlich einen Siſchlaut von ſich, um ihre
Abwehr gegen Sremdes zu bekunden! Sie
ziſcheln deutlich ihr: „Chchchchch!‟
*
„Nattnattnatt! . . . Solln ma aufi, oder ſolln
ma net?” — Und ihrer Neun ſehn zum Gänſer
hin, der vorweg watſchelt und Seldherrnaugen
macht; erſt über die Seinen, dann zu denen auf
der Hügelwieſe.
„Nattnatt! . . . Alſo genga ma hil”,
ent=
cheidet der Gänſer, betont damit ſein
Daſeins=
echt, das ein Necht auf Wieſe und Waſſer iſt
ſagt aber vorſichtshalber nochmals: „Nattnatt?”
zu denen auf dem Hügel:
„Ihr geſtattet’s doch wohl?” bedeutet das
und iſt eine ehrliche Höflichkeit. Aber dann
ſtutzt er, und die Seinen, die ihm folgten, ſtutzen
auch; er aber ſtutzt, weil die Seinen von denen
da heroben ſehr unwillig angeſchaut werden.
In denen klingt eine energiſche Abwehr auf:
„Chchchchchl .. . Wogs wollts ihr dann da
heroben? . . . Des ſaan ſo Blaukopfetel .."
Gäns ſaans ſchol Aber woas für Gäns?! ...
Wolln ma die duldn? . . . Naa, ſoo blöd ſaan
ma aa net, daß ma uns s Freſſn wegholn laſſn
von den, wo erſcht jetzt kimma ſaan! . . .
De=
gibts fei netl . . . Und wanns noch ſo blaukopfet
gan! .. . Bittſchön: Ma ſölbſt ſaan
Grün=
kopfetel!!”
Catſächlich ſind viele von ihnen aus dem
Vor=
jahre her noch grün gezeichnet! Haben ein
ſol=
ches Kreuzl auf dem Kopf oder auf der Bruſt!
.. . Und nun recken ſich nach ſolcher kurzen
Aus=
ſprache dieſe tauſend Grünkopfeten gegen die
neuen Blaukopfeten und ſind heftigſte Abwehr:
„Chchchchch! . .. Machts jo, daßr
furt=
kimmt!"
Kämpferiſch, feindlich,
futter=
neidiſch, übelwollend klingt dasl . . . Crotz
glei=
cher Artzugehörigkeit!
Der blaue Gänſer bleibt ſtehen, hebt verlegen
das rechte Bein in eine ſchwebende Kniebeuge,
ſteht zweifelnd und will mit den Seinen dieſe
Lage beſprechen. Aber dazu kommt’s gar nicht
mehr! Denn die Cauſend rücken geſchloſſen
gegen ihn an! Es bleibt den Blaukopfeten nichts
übrig, als ſeitlich auszuweichen, wo die Wieſe
ſchon ſehr mager abgegraſt iſt!
Da rupfen ſie noch etliche Neſtchen. Nupfen
aber mehr pro forma, um zu zeigen, daß ſie
eben auch ein Necht haben! Indeſſen, ſchmecken
tut’s ihnen nicht! Dazu iſt die demütigende
Be=
ſchämung zu groß; ſie fühlen ſich geradezu
minderwertig, ja zweitklaſſig! Dennoch ſchaun
ſie ſehnſüchtig nach den anderen! Aber, ſobald
die das nur merken, heißt’s ſchon wieder:
„Chchchch! .. . Weg hier! ...Hier ſaan mir!”
Einen Moment ſcheint lich die Inferiorität
ausgleichen zu ſollen; das iſt, als der
Blau=
kopfete, der Gänſer, am Nande der Cauſend
eine junge Grünkreuzete ſichtet, die er auf
lei=
en Umwegen umwirbt! Bis ſie, ohne groß
ſchamig zu tun, ſeine Liebe annimmt! Und dieſe
Liebe wirkt Wunder! Denn die Junge,
übri=
gens eine wunderhübſche Graue ſonſt, iſt ſogar
gewillt, mit ihm zu den Seinen zu gehen!:
„Nattnatt! . . . O hab di halt ſehr liab!”
Nun aber iſt inzwiſchen unter den
Blau=
kopfeten eine wühlende Eiferſucht erwacht, und
wie ſie die junge Grünkreuzete nicht dulden
wollen, ſo wollen die Gänſer der anderen ſich
für dieſe Liebeserſchleichung rächen, indem ſie
erneut dem Blaukopfeten zu Leibe rücken!
Wie ein Sturm ſind ſie plötzlich über ihme
Sie zupfen, rupfen, ſchlagen, hacken, beißen! .. .
Er wehrt ſich, ſo gut es geht! .. . . Aber es iſt
nur ein ſehr kurzer Kampf gegen dieſe
über=
legene Vielheit!
Dann liegt er zwiſchen den beiden Lagern!
Liegt da mit einem lahmen linken Fuß, einem
zerwetzten rechten Slügel, mit nahezu blind
ge=
hackten Augen, und mit einem Halſe, aus dem
btes Blut rieſeltt .. . Er atmet mühſelig ſein
Nattnattnatt”! Was nun eine Bitte an die
Seinen iſt, ihn jetzt nicht zu verlaſſen; und auch
eine Bitte an die Gegner, ihm nicht vollends
den Garaus zu machen! . . . Aber für die bleibt
er eben der Blaukopfete!
Swar iſt er ein Gänſer gleicher Artung! Aber
er iſt doch nun mal anders gezeichnet! .. . Und
wenn auch ſeine Artliebe die gleiche blieb, ſo
ward es doch ſein Verhängnis, daß der Praidl=
Bauer ihn und die Neun blau anmalte, während
der Maindl ſeine Gänſe grün zeichnete!
Die Gänſe können ja nicht wiſſen, daß ſelbſt
die Sonne, das ewige Lebensgeſtirn, ſieben
Far=
ben in ihrem Spektrum zeigt und dennoch
die=
ſelbe ewig gleiche Sonne bleibt! .. . Bitte,
wo=
her ſollen die Pfullinger Gänſe das wiſſen? ...
Selbſt Menſchen wiſſen es nicht!
Und ſo endet dieſer erſte Weideweg der
Blaukopfeten mit dem Code ihres Gänſers,
und zutiefſt erſchrocken, fliegen ſie ſchnurſtracks
bis ans Haustor Praidls, wo ſie dann ſtehen
und bitten:
„Nattnatt! . . . Laß” uns wengſtens du eini,
Bauer! .. . Ma ſaan Mißliebige gewordnl ...
Und du tragſt die Schuld dran!”
„Jomei, wieſo dann?” fragt der Praidl:
„Ihr ſeids doch aa Gäns!”
„Sell ſchol”, ſagt eine der Neun leiſe: „Woll
gan ma gleichr Art! Aber ma laan doch halt
Blaukopfete, net woahr?!“
Der Praidl verſteht das nicht! ...
vornehmſte Stück unter lauter Konfektion. J..)
hing mebrere Wochen und wartete auf mein
Schickſal. Ich zitterte jedesmal, wenn eine
Kundin nach mir fragte. Sum Glück war ich
immer zu teuer.
Eines Cages geſchah, was ich am wenigſten
erwartet hatte. Ein für meine U.igebung
ziem=
ich eſegantes Paar betrat den Laden. Die
Dame wollte eigentlich eing Pelzfacke kaufen,
aber ſie fand nicht das Nichtige. Da fiel ihr
Blick zufällig auf mich, und da ſie ſich ſagte,
daß ſie im Weſten mindeſtens das Dreifache für
ein ſolches Kleid zahlen müßte, und ich immer
noch eine Eigenart hatte, kaufte ſie mich. Ihr
Mann war der Maler Potb. Sie bewohnten
ein Atelier in der Ublandſtraße. Geld batten
dieſe Leute eigentlich nie, aber ſio führten
den=
noch ein unbekümmertes, geſolliges Leben. Ich
war ſehr glücklich, weil ich wieder geliebt und
bewundert wurde.
Aber Srau Loni ging nicht gerade ſauf:
mi=
mir um. Sie lagerts vigl auf Matratzen und
Kiſſen am Boden und machte ſich nichts
dar=
aus, wenn ein Glas Carragong oder Curgeag
ſich über mich ergoß. Und das hielt ich, obwol
mir dieſes Freude machte, auf die Dauer nicht
aus. Ich war auch nicht mehr die Jüngſte.
und die Spuren eines bewegten Lebens mit
vie=
len Sreuden und noch mehr Enttäuſchungen
machten ſich mit der Seit bemerkbar.
„Loni,” ſagte Herr Noth zu ihr, „das Kleid
kannſt du nun aber wirklich nicht mehr
an=
ziehen. Ich habe aber eine Idee, wenn du es
nicht einfach ſo beiſeite legen willſt, machg dir
doch einen Pyjama draus. Dafür iſt es noch
gut genug.
Loni hat aus mir einen Pyjama gemacht.
Ich werde weiter leben, erleben und zu etwas
nutze ſein auf der Welt! Ja, nach dieſer
Metamorphoſe habe ich Ausſicht auf andere
Entwicklungsſtufen: wenn ich kein Pufama
mehr ſein kann, werde ich vielleicht noch
Lam=
penſchirm oder Kiſſenbezug oder ſo ähnliches.
Loni hat viel Geſchmack. Geſtern auf dem
Srühlingsfeſt im Atelier haben ſie es ihr alle
geſagt, daß ich reizend ſei und ihr entzückend
ſtände. Beſonders ein junger Dichter war ganz
verliebt in mich, ſah mich immer wieder an und
ſagte, ich ſei ein Sedicht.
Aus Dankbarkeit habe ich ihm gegen
Mor=
en, als er in weinſeliger Laune mich
an=
chwärmte, die Geſchichte meines Lebens
er=
zählt.
Sunndags=Koochmiddags=Bedrachdunge
Sitz ich alſo am Mondag owend, ſo gäje
halb=
dreivärdelneu nichtsahnend in meim Sorjeſtuhl,
un denk an nir, do baafts un bummts uff amol
wädder mei Stuwwedier, daß ich gemaant lab,
e ganz Schwaddron Gaddereiter kemt geſtiwwelt,
un wollte e Addacke gäie mich reite, ſo daß ich
vor Schreck beinoh vum Stengelche gefalle bin,
awwer aus dem Gebummbel bloß meine
Freun=
din ihr Stimm vernumme hab: „
Bimmbernell=
ſen! — Bimmbernellſen! — Auf, rette ſich, wer
kann!“ —
Ich bin drum an die Dier geſtärzt, reiß ſe
uff un ſag: „Heilichkreizowwerwaldhausa ſiedel,
—
was is dann los!”
„Was los is”, kreiſcht ſe, „alles is los,
alle=
weil fellt de Himmel erunner!“
„Mach Sache”, ſagt ich, un hab ſe in mei
Stubb gezärrt, un do hab ich erſt geſähe, in was
for=er Verfaſſung daß ſe is; ganz eſchoffiert war
ſe, un geziddert hott ſe, wie Esbelaab, un hort
ſich krambfhafft an ihrm noch halbuffene
Räje=
ſchärm gehalte.
„Was de net ſeeckſt”, ſagt ich, „de Himmel
kimmt erunner?‟ — No, ſagt ich, do hette mer
jo, was mer uns ſchun lang gewunſche hawwe,
ſagt ich, dann die Menſche wollte jo ſchun immer
de Himmel uff de Erd hawwe, ſagt ich: awwer
fors Erſte, ſagt ich, kimmt alleweil dei
Aſtands=
unnerrock erunner, der henkt dir nemlich ſchun uff
de Abſätz ....
Un ſo wars aach. Sie hott alſo raſch ihrn
A=
ſtandsunnerrock ausgezoge, un zuſammegerafft,
un hott geſagt, ich ſollt doch nor emol em
Fen=
ſter enausgucke, wann ich’s net glaawe dhet, s
dhet Stärn räjene, un aller Vermudung nooch
kemt bald die Sunn un de Mond, un s ganz
Planedarium erunner, un jedenfalls weer der
Unnergang des Awendlands ausgebroche. Un
däßhalb wollte mer uns verſehne, un alles
ver=
gäſſe, was mer mitenanner gehatt hette, un
wollte uns wenichſtens die letzte Minude unſeres
Läwens net verbiddern, ſundern wollte drei un
ganich uns anenanner halte, dann es weer doch
was Scheenes um die Freundſchaft, un wann
mer in de letzte Stund jemand hett, an den mer
ſich halte un alehne kennt; nor ihr „
Eigemach=
tes” dhet ihr lagd, ihr griene Bohne, un ihrn
Gehannsdrauwe= un Brummbiernſchillee, un all
däß gude Sach ....
No ich hab ſe ſchwätze un lammediern loſſe,
un hab dezwiſche mol em Fenſter enausgeguckt.
Un wie ich däß brachtvolle Schauſpiel geſähe
hab, den Stärnſchnubbeblatzräje, do war ich
na=
dierlich im erſte Moment aach ſo konnſtärniert,
daß ich bloß ausruffe hab kenne: „
Uijujuijujui=
jujui!“
Nadierlich hott mei Endebärzelſen den
Be=
wunnerungsausruff for=e Beſtädichung vun ihre
Anahm gehalte, daß ſichs alſo um den
broffe=
zeide Unnergang des Awendlands, ſamt alle
um=
liechende Ortſchafte, un allem „Eigemachtem”
hannele dhut, un hott widder a gefange zu
greine un zu lammediern; un daß däß grad uns
baſſiern mißt, un ſo —
Zu allem Unglick is in dem Aageblick aach
noch e Laſtaudo unne vabeigehummbelt, daß es
ganze Bajes gewackelt hott, un do is mer mei
Endebärzelſen mit=eme Mordskriſch um de Hals
gefalle, un hott geruffe: „Achduherrieſſesherein,
äwe ſchleckts dreizeh!”
Am liebſte weer ich ihr jo jetzt, in dem
Aage=
blick, mit e paar gangbare, allgemein
gebraich=
liche, un leicht verſtendliche Reddensarte ins
Geſicht gehibbt, un hett ſe e dumm Gans, un e
ald Schrabbnell, un e iwwerricks Schadeek
ge=
haaße, un was mer in dem Fall ſo ſeeckt. Awwer
ich hab doch an mich gehalte, ſie hott mer zu lagd
gedho in ihrm reimiediche Zuſtand, un drum hab
ich ſe in mein Sorjeſtuhl blatziert, un hab ſe
be=
ſemfdicht un hab geſagt: „Endebärzelſen, ſagt ich.
ſei beruhicht; es gibt immer äbbes, wo de
Him=
mel hellt, ſunſt weer er ſchun lengſt
erunner=
gefalle! — ſagt ich, un was den Unnergang des
Awendlands bedrifft, do mach der emol kag
Sorje driwwer, ſagt ich, wanns ſoweit is, wärd
ſich vermudlich erſt emol de Völkerbund mit däre
Ageläjenheit befaſſe; un bis ſich der dodriwwer
ganich is, do ſin mir lengſt beſtens uffgehowe,
un bereits in dem Zuſtand, wo uns des ganze
Awendland kreizweis un iwwerzwärch de Buckel
erunnnerruttſche kann”, ſagt ich.
Un im iwwriche, ſagt ich, was de dodraus
ſiehſt, is aller Vermudung nooch weider nix, als
wie, daß mer widder emol ärchend ſo=eme
leicht=
ſinniche Kommed begäjend ſin, der wo mit ſeim
Schwanz am Firmamend erum ſchwenzelt. Loß
uns drum däß Schauſpiel genieße, ſagt ich, dann
zu ſo=eme billiche Feierwerk kumme mer ſo bald
net widder. Un im iwwriche, ſagt ich, waaßte jo,
ſagt ich, daß mer ſich was winſche därf, während
wann en Stärnſchnubbe fellt, indem däß dann in
Erfillung geht; loß uns drum, ſagt ich, alles
Gude un Scheene winſche, for uns un die ganz
Menſchheit; ſpeeder koch ich uns aach noch en
gude Kaffee ..."
No, un ſo hawwe mer alſo geguckt, un daß
mer kaan vun dene Stärnſchnubbe iwwerhibbele,
hawwe mer ſogar die Sach mitm Owwerngucker
verfolcht. Un im Stille hab ich ſo bei mer
ge=
denkt; was mag die ſich jetzt all zuſammewinſche,
däß habgieriche Weibsbild, däß allmeiniche
Dann mer waaß doch, wie däß is, mit däre
Winſcherei, un daß mer do uffs Ausgefallenſte
verfellt. E Glick, daß es net all in Erfillung geht,
ſunſt hedde, aller Wahrſcheinlichkeid nooch, nooch
ſo=eme Stärnſchnubbeblatzräje, die meiſte Leit
Brotwärſcht an de Naſe henke ...."
Während alſo mei Endebärzelſen noch geguckt
hott, hab ich uns eweil de Kaffee gekocht, un hab
aach do widder ſo im Stille mei Bedrachdunge
gemacht. Nemlich wie’s doch ſo märkwärdich is
im Läwe, un daß ſich’s die Menſche gäjeſeidich
ſo ſchwer mache, un ſich faſt bloß zum Boſſe läwe;
un wie ſe dann, wann ſe ſich hilflos fiehle, uff
aamol ſo klag un demiedich wärrn kenne. Un wie
ſe gar, wann ſe maane, ihr letzt Stindche hett
geſchlage, in Giede un Milde iwwerfließe, un in
fimf Minude gut mache wolle, was ſe in Johrn
verſäumt hawwe ..."
Noja, ſpeeder, wie mer Kaffee gedrunke hatte,
bin ich dann aach widder um e Erfahrung reicher
worrn. Dann nemlich wie mei Endebärzelſen ihr
ſiwwe Taſſe induß hatt, do war ſe widder uff
de Heh, un ganz die Alde, un hott gemaant, däß
mit dem awendlendiſche Wäldunnergang weer
gornet ihr Ernſt gewäſe, ſundern ſie hett nor ſo
gedho, un ſie weer eichentlich mehr wäje meim
Kaffee zu mer kumme; un der weer awwer ſo
hundsmiſſerawel gewäſe, daß ſe ſich gornet
ge=
wunnert hett, wann ſchließlich de Himmel iwwer
meine ſchlechte Drull eigefalle weer. Un mit
däre Stärnſchnubbewinſcherei, do kennt ich ihr
aach net kumme, dann ſie hedd ſich nemlich
ge=
wunſche, daß ich ihr e richdich Stick Ebbelkuche
zum Kaffee ſpendiern dhet; un noch net en
orm=
ſeeliche Blechweck hett ich ihr hiegeſtellt, ſundern
bloß drucke Laddwärjebrot, un däß hett ſe aach
dehaam
Do hatt ich mei Dabbe, un däß haaßt mer
Freundſchaft. Un dodebei hab ich die aach noch
dorch mein Owerngucker gucke loſſe damit ſe jo
kaan vun dene Stärnſchnubbe verbaßt. Un dann
hott ſe noch behaubt, daß ſe dorch mein
Owern=
gucker iwwerhaubt nir geſähe hett; was ich ihr
iwwrichens ohne weiders glaab, dann es hott
ſich hinnenooch erausgeſtellt, daß ſe anſtatts dorchs
Owernglas, dorchs — Fudderal geguckt hott, däß
Duſſeldier, däß äbſche.
No, die kimmt mer widder mol, un will
bei=
eme Unnergang des Awendlands ihrn Kobb an
mein Buſe lehne...."
Bienchen Bimmbernell.
Poſtſchkribbdumm: Mer muß ſchun
den Dag im Kallenner rot aſtreiche, den Da),
wo im alde Ballee der „Rhein=Mainiſche
Landesberkehrsverband”, das Licht
der Welt erblickt hott. Un mer kann dem
Nei=
geborene nur vun Härze winſche, daß es
zu=
nimmt an Kraft, Weisheit un Stärke, zum
Beſte vun unſere engere un weitere Heimat.
Mer wolle dobei nadierlich net ſo dhu, als
wann ſeither uff dem Gebiet nix geleiſt worrn
weer. Ganz im Gäjedaal; ehnder zuviel. Un
mer muß e paar Johr lang als ſtiller
Be=
owachter mizugeguckt hawwe, um zu wiſſe,
wie=
viel Köch do die Hend im Brei hatte. Sie
hawwe’s nadierlich allmitnanner gut gemaant,
nor hawwe ſe ſich im Eifer meiſtens gäjeſeidich
18 Kunnzäbbt verdorwe. Dann mer hott jo in
dene verſchiedene Verkehrsverbend net mit=,
ſundern meiſtens nor gäjeenanner gearweit.
Mer hott ſich geradezu uff die „Fremde”
ge=
ſtärzt, un hott Jagd uff ſe gemacht, un jedes
Middel war recht, wann mer ſich ſo e paar
Fremdeſeele gäjeſeidich abſpenſtich mache hott
kenne. Un wann mer heit betont, daß mer kag
„Grenze” mehr kenne dhet, ſo därf mer ruhich
ſage, daß mer uff dem Gebiet aach ſeither kag
Grenze gekennt hott, freilich „Grenze” in=eme
annere Sinn des Wortes. Dann der
Wett=
laaf der Städt. Städtcher un Dörfer um die
Gunſt der Fremde is iwwer alle Grenze
gange —
Un uff was for Eifäll die „Verkehrshewer”
all kumme ſin! — Ich hab mer beiſpielsweis
ſo e paar Zeidungs=Addickel un
Stadtrats=
berichte zum ewiche Adenke auffgehowe, un
wann ich mer als emol e heider Stund
ver=
ſchaffe will, läs ich ſe als widder mol ..."
Mer wolle awwer drotzdem aach net
ver=
gäſſe, daß unſer Städtche en ganz beſunners
ſchwere Stand hatt. Dann mit=ere Roſel vun
Kunnersreuth konnte mer leider net uffwarte,
un was die „Madonna” bedrifft, im Schloß,
do dhets mich emol indräſſiern, wieviel
Darmſtädter ihr iwwerhaubt ſchun en
Be=
ſuch gemacht hawwe ..."
Daß unſer Städtche e herrlich Lag hott,
wiſſe mer, nor liggts e bische aſch äbſch im
Verkehrsnetz. Unſer Hinnerland fehrt drum
hinnerum gärn nooch Frankfort, un unſer
Vorderland vornerum. Unſer vorderes
Hin=
nerland dohärngäje, däß hott ſich während de
Beſatzungszeit an Meenz gewehnt. Un vun
unſerm Owwerland hawwe mer iwwerhaubt
nix. Ja vor e paar Johr wollte mer emol en
Sonderzug vun Owwerheſſe nooch Darmſtadt
bringe, s war alles ſchun vorbereit, un mer
hott bei de Eiſebahn=Direktion Frankfort en
entſprechende Adrag geſtellt. De erſt hott mer
emol e Weil nix geheert; dann eweil
gor=
nix, und wie mer ſchließlich ausnahmsweis
emol ernärſchich ſin worrn, hotts gehaaße,
es ging bereits en Sonderzug, acht Dag vor
unſerm, vun Owwerheſſe nooch — Frankfort;
waun mer unſern dann acht Dag ſpeeder
lagfe wollte loſſe” ſo ſtind dem nig endgäje,
awwer mer mißte die Garantie iwwernemme,
daß er bollbeſetzt weer
—
Nadier=
lich hawwe mer unner dene Umſtend druff
verzicht. Un ich will aach net behaubte, daß
edwa die Frankforter erſt dorch uns uff die
Idee kumme weern
Awwer ſei dem, wie em will. Däre wilde
Verkehrswärwerei un „hewerei is alſo aller
Vermudung nooch die Spitz abgebroche. Hoffe
mer alſo uffs Beſte, un ſin mer defor
dank=
bar, daß mer uns wenichſtens noch die „
Bärjer=
ſteier” erhalte hott. Die erinnert uns doch
wenichſtens hie un do als noch e bische an die
„gude, alde Zeide‟ ...
Küchenzettel vom 16. bis 22. Oktober.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Blumenkohlſuppe. gefüllte
Pfann=
kuchen (Reſtverwendung), Salat.
Dienstag: Ribeleſuppe, gedämpftes Herz,
Kartoffeln, Krautſalat.
Mittwoch: Lauchſuppe, gehackte
Kalbskote=
lette, Spinat, Kartoffeln.
Donnerstag: Spinatſuppe (Reſte),
Schmor=
fleiſch, gelbe Rüben, Kartoffeln.
Freitag: Grünkernſuppe, Fiſchauflauf mit
Sauerkohl*), Kartoffeln.
Samstag: Erbſenſuppe mit Schweinernem.
Sonntag; Reiscremeſuppe, gefüllte
Kalbs=
bruſt, Roſenkohl, Kaſtanien, Obſt.
*) Fiſchauflauf mit Sauerkraut.
In eine ausgeſtrichene Form oder Schüſſel gibt
man eine Schicht gekochten Sauerkohl, eine
Schicht gekochten Fiſch und Tomatenſcheiben. Dies
wiederholen bis die Schüſſel voll iſt. Letzte
Schicht Sauerkohl. Man übergießt das Ganze mit
Liter Milch, in der ein Ei, einige Eßlöffel
Mehl, 1 Priſe Salz verrührt iſt, und backt es
eine halbe Stunde im Backofen.
Milchreſte in der Küche, wie man ſie
verwenden kann. Wo täglich Milch zur
Verwen=
dung kommt, bleiben ſehr oft kleine Reſte davon
übrig, die man ſehr vielſeitig verwenden kann.
Entweder gieße man ſie in tiefe Teller oder
Glasſchalen und gebe ſie als Sauer= oder
Dick=
milch mit Zimtzucker und eingebrocktem
Zwie=
back oder Brot, von Erwachſenen und Kindern
an heißen Tagen ſehr gern gegeſſen. Ferner kann
man aus ihnen, ſofern ſie nicht ſauer ſind,
Va=
nille= oder Mandelſoße bereiten. Mit
Grieß oder Kartoffelmehl verkocht und mit
ge=
riebener Zitronen= oder Apfelſinenſchale,
gerie=
bener bitterer Mandel, Rum oder Arrak, ſowie
Butter abgeſchmeckt und gut geſüßt, ergeben ſie
einen köſtlichen Flammerie, oder verdünnt, eine
feine Milchſuppe oder=kaltſchale, die
ein wahres Labſal iſt.
Schach=Nummer 541.
Endſpielſtudie 75.
H. Rinck.
(Neue Leipziger Zeitung, 1933.)
Prüftellung: Kaß 193, 11 Le4, Kei T48, h8 Is1.
Löſung der Endſpielſtudie 74.
H. Matiſohn. 1. Uh7.h8.4: Kr7 (Kd7 2. Ab8 K:e?
3. P:b2/2.AbS,8b5 3.Nr8t, Kg6(K:f84. Be8Dtk, Krf
5. De2, Bb1D8. D:b1 Se3t 7. Kd3 S:bl8. Bh7und
ge=
winntl 4. Sk4t ſt. Nk1, Sier5. St4x, Lik4 6. Kik4, 8a5*
und Se3; oder 5. Ab1, L.a1 8. St4F,K:h6 7. 8d3, Sb5 und
gewinnt) Kh7 (K:h6 5. Th84 und Ah4; oder 4.... I:k4
5. Be8D, Bbt Dx 6. Kik4, ſchlicht, 5. Ah84 (5. Ke3 Sien
oder 5. Be8D, Bb1D4 6. Ke3, Delt 7. Kd3, D414
8. Ke4, De24 9. Kb4, D:a8 10. T:e8, L.:k4 und gewinnt;
der8. Ke3, Dk34 9. K42 L:f4F 10. Kel (ke2) 5d4 (4
uind gewinnt) K:h8 6. Be8D4, Kh7 7. Dc2, Bblp
Ke34, D:62 patt oder: 7. ...BblI., 8. 843, I.:62patt.
S43, Sd6+ 2 9. Be5:46, I.: c2 10. B47! und gewinnt
Schachnachrichten: Die zweite
natio=
nale Schachwerbewoche wird in ganz Deutſchland
2 Oktober 1933
in der Woche vom 16 bis 2
Der Darmſtädter
Schach=
veranſtaltet.
klub 1875 Grafenſtraße 18, beginnt ſeine
Werbeveranſtaltungen mit einem
Simultan=
ſpiel ſeines Klubmitgliedes Heinz
Flan=
der am Montag, den 16. Oktober 1933.
abends 8 Uhr, im Fürſtenſaal Gra=
Jeder Schachfreund ſollte ſich
fenſtraße 18. —
an den intereſſanten Veranſtaltungen beteiligen.
Ein muſikaliſches Gitter.
KAT
ABBPPPD
AIAIAI
1ITN NN 7
AIAIAOT
0 0OR.RuT
AIAIHLF
Nach richtiger Ordnung der Buchſtaben
ent=
halten die 3 waagerechten und ſenkrechten Reihen
gleichlautend drei Opern, und zwar je eines
deutſchen, öſterreichiſchen und italieniſchen Kom=
Carl Deubel.
poniſten.
Silbenrätſel.
Aus den Silben a, a. a. be, ber. bi, bo, bull,
burgh. ce che, ci, del, di. di. din, dog, dreh. dri,
e, e, eh. ei, feu, ge, heid, huf, i, ka, ko, kon, land,
le, lif, lo. na, ne neu, ni no, nus, preis, pri,
pun, ra, ra, ra, ren, ro roſ ſchei, ſe, ſee, ſen, ſi,
tar, u, wa. wo. xi, zel ſind 21 Wörter zu bilden,
deren Anfangs= und Endbuchſtaben, beide von
oben nach unten geleſen, einige Verſe aus einem
bekannten Lied ergeben. Die Wörter bedeuten:
1. Planet, 2. Juriſt, 3. Spiel für Kinder,
Vorrichtung zum Wenden der Lokomotive,
5. Zier= und Feldpflanze, 6. Feldſalat, 7.
Zeit=
abſchnitt, 8. Fluß in Hinterindien. 9.
Wörter=
buch. 10 Nebenfluß der Save 11 Schlingpflanze.
12. Oberhaupt des Islams, 13. Inſel im Großen
Ozean, ſüdöſtlich von Auſtralien. 14. Baumfrucht.
15. Nagetier an Gewäſſern, 16. Stadt in
Schott=
land, 17. Hunderaſſe, 18. bedeutender Komponiſt.
19. weiblicher Vorname, 20. Fremdenführer,
21. Beſchlag der Pferde.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 41.
Rätſelſtern.
1—2 Erato 2—3 Ornat, 3—4 Tunis, 4—5
Schar, 5—1 Rieſe. — „Ahnen”.
Silbenrätſel.
1 Nachtkerze. 2 Orion 3 Cumberland. 4
Ha=
varie. 5 Inſterburg, 6 Sappho, 7 Trüffel.
8 Dutzend. 9 Jrokeſe, 10 Einſiedeln, 11 Bronze.
12 Leibniz, 13 Ukleiſee, 14 Ernani, 15 Horizont.
Der Anfang des Liedes lautet: Noch iſt die
blühende, goldene Zeit.. ..
„Denke dir, Onkel, morgen werde ich mich
malen laſſen!“
„Nanu, willſt du das nicht mehr ſelbſt
be=
ſorgen?"
Der gute Onkel Doktor.
Arzt: „Gnädige Frau, das einzige, was Ihre
Kinder brauchen, iſt eine tägliche Portion
Leber=
tran.” — „Aber, Herr Doktor, Lebertran iſt doch
„Na. Kinder etwa
ſo furchtbar altmodiſch!”
nicht?”
Patient: „Aber Herr Doktor, davon hab’ ich
ja nie etwas gewußt, daß ichn Herzfehler hab.!”
Arzt: „Sehin Sie, wie gut es iſt, daß Sie
ſich rechtzeitig an einen Arzt gewandt haben?
Sie hätten womöglich immer luſtig weitergelebt
und wärn alter Mann geworden, ohne auch nur
zu ahnen, was Ihnen eigentlich fehlt!”
Fräulein Ella: „Der Arzt hat mir geſagt, daß
ich ein hohes Alter erreichen könne.” — Fräulein
Minna: „Aun — zweifeln Sie etwa noch?”
Fabeln in Kürze.
„Ich
„Ich dufte ſüßer”, ſagte die Roſe.
zarter”, das Veilchen. — „Ich intenſiver!” ſagte
der Dachs.
Im Oktober verlor der Fuchs den letzten
Zahn. Im November jagte er empört ſeinen
Sohn aus dem Bau. — Der Lump hatte ein
Huhn geſtohlen!
Als das Schwein aus der Pfütze kam, roch es
ſehr übel, und alles wich ihm aus. — „Man muß
der Geſelſchaft nur imponieren”, dachte es ſich.
„Ich könnte einem ſo herzigen Tierchen nichts
zu Leide tun”, ſagte der Tiger, als eine Gazelle
Er hatte ſich an einem Büffel
vorbeiſprang.
überfreſſen.
Druck, Verlag u. Kliſches: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2392. — Alle Rechte vorbehalten. Nachdr. verboten.
[ ← ][ ][ → ]Das Geſellſchaftskleid aus Glanzſeide
beſticht uns ſchon durch die Schönheit des
Ma=
terials; wenn man aber noch in Erwägung zieht,
wie gewaltig die Wirkung des Gewebes durch
eine eigenartige Machart, durch eine der
viel=
bewunderten Modefarben und durch einen
ge=
ſchmackvollen Aufputz geſteigert werden kann,
er=
ſcheint der unumſtrittene Erfolg dieſer Mode
wollkommen begreiflich.
Aus dieſem Grunde wetteifern die
verſchie=
denen Werkſtätten im Entwurf neuartiger
Glanzſeidenmodelle, um ſo mehr, als man
allge=
mein hört, daß das Wiederkommen dieſes Ma=
Die neue Art dieſer „Gelegenheits=Kleidung”
ſoll durch unſer erſtes Bild gekennzeichnet
wer=
den. Im Grundſchnitt handelt es ſich um eine
eigenartige Auffaſſung des Mantelkleides,
aller=
dings um eines beſonders jugendlicher Art, mit
einer leichten Raffung, die eigenartig ausſieht.
Ein breiter Bindegürtel wirkt ſicherlich
geſchmack=
voll. Ein rückwärts gebundenes Roll=Leiſtchen
gehört zu den bevorzugten Kragenpartien der
winterlichen Mode. Die in das Armloch
einge=
arbeiteten „Schlupfen” wirken wie ein
Blüten=
kelch und ſichern einen reizvollen Eindruck, gleich=
Die Armel der neuen Modelle ſind ſehenswert!
Noch niemals wurde der Aermel mit ſolcher
Phantaſie und ſolch begeiſterter Schaffensfreude
behandelt, wie eben heuer, ſo daß man ohne
weiteres behaupten darf, daß die Aermelpartie
für den Geſamteindruck eines Kleidungsſtückes
unbedingt entſcheidend ſei.
Maleriſche Aermel fallen uns aber nicht nur
bei den neuen Kleidern, ſondern auch bei den
modernen Mänteln und Koſtümen auf.
Durch die Neuartigkeit der zur Verwendung
gelangenden Gewebe, durch Eigenart des
Auf=
putzes, durch ſchöne Stickereien und
Verbrämun=
gen wird die Aermelwirkung noch weſentlich
ge=
fördert, ſo daß unſere Frauen an dieſer
Mode=
richtung ſicherlich Freude haben werden.
Ein Modehaus iſt bemüht, dem anderen durch
Beſonderheit ſeiner Aermeltypen den Rang
ab=
zulaufen, wodurch die „Kraftprobe” nun endlich
einmal einen wahrhaft künſtleriſchen
Hinter=
grund gewinnt.
Die Vielfalt geht ſo weit, daß ſich für die
Aermelmode keine beſtimmten Richtlinien
feſt=
legen laſſen, da man alle geſchmackvollen
An=
regungen bereitwilligſt aufgreift. Nur auf dieſe
Weiſe iſt jener Abwechſlungsreichtum möglich,
den man für die neue Wintermode erwartet und
auf den man ſchon heute geſpannt iſt.
Daneben bemerkt man einen ſchlanken
Aer=
mel, der an der Schulternaht mit einer
Maſche garniert wird, ſo daß die
Schulter=
verbreiterung auf eine bisher ganz
ungebräuch=
lich geweſene Art beſorgt wird.
Von einer Mode der „Schinkenärmel” ſpricht
man ja ſchon recht lange; nun erſt ſcheint aber
die richtige Löſung dieſer Modefrage gefunden
worden zu ſein; ſchon der durch ein
Blumen=
ſträuschen teilweiſe gedeckte Anſatz des Aermels
wird zweifellos gefallen. (Vorletzte Skizze,
zweite Reihe.)
Dreiviertellange, pelzgerandete
Pa=
goden=Aermel, die mit der geſäumten
Sat=
telpartie zu einer Einheit verbunden ſind, gelten
als Motiv, das der eleganten Frau zuſagen
dürfte. (Letztes Bild der zweiten Reihe.)
Das gleiche gilt für den doppelten
Trichterärmel, der am Ellbogen einen
far=
bigen Unterärmel ſehen läßt. (Figur 1 der
drit=
ten Reihe.)
Mittelalterlichen Stil hat der gezogene
Aermel mit Ballonanſatz (nächſtes Bild).
Wer fantaſievolle Aermel liebt, wird
ſicher=
lich die ſchlanke, dreiviertellange Form mit dem
„Doppelrüſchen=Abſchluß” zu ſchätzen wiſſen.
(Vorletzte Zeichnung der dritten Reihe.)
teriales vom modebefliſſenen Publikum mit
Be=
geiſterung begrüßt wurde, und daß jede Dame
ein oder das andere dieſer Kleider als
nach=
mittägliche oder abendliche Aufmachung zu
be=
ſitzen wünſcht.
Da ja in letzter Zeit bekanntlich nur körnige,
matte Seiden gezeigt wurden, hat das
Wieder=
kommen der Glanzſeiden zu einer
aufſehenerre=
genden Umwälzung geführt. Natürlich mußte ſich
mit dem veränderten Materiale auch die Linie
der Mode ändern, da die Glanzſeide „fließende
Formen bedingt, während jede andere Machart
die einheitliche Wirkung beeinträchtigen würde.
Da die Glanzſeide an ſich ſchon ſehr
wirkungs=
voll iſt, erübrigt ſich hier jede „fremde
Garnie=
rung”, ſo daß man es vorzieht, den Aufputz aus
dem „eigenen Materiale” zu holen, und zwar in
Form von Waſſerfällen, Rüſchen, Drapierungen
und Effekten ähnlicher Art.
Früher einmal war man von der
Ueber=
zeugung durchdrungen, daß Glanzſeiden „alt
machen‟. Dies iſt natürlich nichts anderes als ein
Vorurteil, das vielleicht dadurch begründet
wer=
den könnte, daß Glanzſeide ſeinerzeit als
das „Material der älteren Dame” galt, das alſo
grundſätzlich nur für Modelle, die beſonders
„damenhaft” ausſehen ſollten, verarbeitet wurde.
Weil man heute längſt vergeſſen hat, daß in
die=
ſer Verwertung der Glanzſeiden Syſtem lag, ſind
viele immer noch der irrigen Anſicht, daß Seiden
dieſer Art unter allen Umſtänden „ältlich”
wirken.
Allerdings wird die neue Mode unſere Frauen
eines anderen belehren, da ſie ſich zur Aufgabe
ſtellte, zu beweiſen, daß der Eindruck der neueſten
Glanzſeidenſchöpfungen ein überaus jugendlicher
und friſcher ſei, und daß es nur auf den Verſuch
ankomme, ſich den lebhaften Schimmer dieſes
Materiales zunutze zu machen.
Demzufolge werden die neuen Beſuchskleider
und viele abendliche Modelle vorzugsweiſe aus
Glanzſeide hergeſtellt ſein.
Wie auf allen modiſchen Gebieten wird auch
hier heuer lebhafteſte Phantaſie entfaltet, ſo daß
kein Gedanke für „zu eigenartig” befunden wird,
um nicht doch in irgendeiner Form zur Geltung
gebracht zu werden.
Unſere Modekünſtler, die nun endlich
Ge=
legenheit haben, ſchrankenlos ihr Beſtes zu geben,
ſind natürlich von dieſem Modeſtil begeiſtert.
Aus Erſparnisgründen iſt man bemüht, die
nachmittägliche (Beſuchs=) Aufmachung und die
kleine abendliche (Theater=) Kleidung in einem
Stück zu vereinigen, wobei Wert darauf gelegt
wird, ein Kleid mit und ohne Aermel tragen
zu können. Der Einfachheit wegen werden die
langen Aermel auf ein ſeparat zu tragendes
Tüll=Leibchen montiert.
viel ob nun die langen, auf Leibchen montierten
Aermel getragen werden oder nicht.
Sehr beliebt ſind die verſchiedenen
Kittel=
kleider, die durch einen beſonderen Aufputz zur
Geltung kommen, der darin beſteht, daß man
aus kleinen, dreieckigen Partien eine ſogenannte
„Blätterbahn” bildet, die ſowohl auf die
Rock=
kante als auch auf die Aermel genäht wird und
einen neuartigen Eindruck gewährleiſtet. (Fig. 2.)
Stufenkleider treten in der Abendmode
im=
mer deutlicher in den Vordergrund. Um die
ſchlanke Linie zu wahren, ſetzen die gleichmäßig
breiten Stufen (durch eine Rüſche gekantet) erſt
unterhalb der Hüfte an. In der halben
Arm=
höhe angebrachte „Kelchflügel” wirken wie ein
bogenförmig drapiertes Cape und haben jenen
Stil, der uns immer wieder anzieht. (Vorletzte
Skizze.
Die neue Mode begünſtigt das „
hochgeſchloſ=
ſene” Abendkleid, das nicht weniger feſtlich
aus=
ſieht wie ein ausgeſchnittenes Modell. Allenfalls
handelt es ſich hier um einen Stil von größter
Eigenart. Mit Fell oder Federn beſetzte
Halb=
ärmel kommen auf ſolchen Entwürfen
ausge=
zeichnet zur Geltung.
Wenngleich Schwarz die Lieblingsfarbe der
modernen Frau iſt und ſich auch in Glanzſeide
am allerſchönſten ausnimmt, gibt es hier auch
manch’ andere Schattierung, die nicht
übergan=
gen werden ſoll. Vor allen Dingen ſind
Moos=
grün, Weinrot und Cacaobraun als überaus
erfolgreiche Modefarben zu betrachten.
Der moderne „Trichterärmel” in wirklich
prak=
tiſcher Verwendung:
Nicht mehr ſo, —
ſondern ſo!
Es ſcheint, daß wir nun mit einer wirklich
„weiblichen Mode” vertraut gemacht werden
ſollen, die den Wünſchen unſerer Frauen in
jeder Hinſicht gerecht werden wird.
Gewiß wäre es auch für dieſe Mode ein
gro=
ßer Nachteil, wenn man den Fehler begehen
würde, in der Schaffensfreude zu weit zu gehen
und „übers Ziel zu ſchießen”, das heißt: allzu
eigenartige Entwürfe zu bringen und ſozuſagen
„den feſten Boden der Mode” zu verläſſen.
Darum haben wir bei unſeren Zeichnungen
darauf Rückſicht genommen, immer nur jene
Aermelformen zu wählen (gleichviel ob ſie für
die Tagesmode oder für die Geſellſchaftskleidung
beſtimmt ſeien), die „allgemeingültig” ſind, alſo
keinerlei unausführbare Phantaſien darſtellen!
Wir wollen die neuen Aermel nun in buntem
Durcheinander zeigen, und zwar vom ſchlichten
Aermelmotiv des Straßenkleides angefangen,
bis zu der reichen Aermelpartie des abendlichen
Modells!
Beginnen wir mit dem Einfachſten vom
Ein=
fachen, mit der ſogen. „langen
Aermel=
blende”, die die Schultern verbreitert, für
Alltagskleider beſtimmt iſt, vornehmlich in den
neuen, haarigen Angoraſtoffen ausgezeichnet
ausſieht und den Arm beſonders ſchlank
erſchei=
nen läßt.
Nicht weniger vorteilhaft iſt der die
Schul=
tern ebenfalls verbreiternde, in der Art einer
Herrenmanſchette geknöpfte
Aermel=
anſatz.
Bild 3 macht mit dem „Fächer=Aermel”
vertraut, deſſen einzelne Blätterteile wie die
Innenſeite eines Fliegenſchwammes ausſehen
und überaus wirkungsvoll ſind.
Wie gefällt Ihnen Modell 4, der
ange=
knöpfte, unten pelzverbrämte Aermel?
„Kelch=Aermel” aller Art ſind — wie
man weiß — ſehr beliebt. Eine der ſchönſten
(innen bunt ausgeſchlagenen) Formen führen
wir im erſten Bilde der zweiten Reihe vor
Augen.
Einen ſchlanken Aermel, der ſowohl in der
Schulternaht als auch zum Abſchluß eine etwas
verſteifte „Rundbahn” bringt, bemerkt man im
letzten Bilde der gleichen Reihe. Dieſe Form
wird in Spitze, Tüll und ähnlichem Materiale
am beſten zum Ausdruck zu bringen ſein.
Der „Stufen=Aermel” — ſeit Jahr und
Tag ſeiner jugendlichen Wirkung wegen beliebt
— ſieht auf den neuen Geſellſchaftskleidern, deren
Ausſchnitt mit einer Blütenbahn gekantet ſein
kann, allerliebſt aus. (Modell 1, letzte Reihe.)
Einen wichtigen Platz in der abendlichen Mode
nimmt der „geſchlitzte Pluderärmel” ein, den wir
im nächſten Bilde feſtgehalten haben. Wahre
Be=
geiſterung erwecken die die Oberarmluppe
frei=
laſſenden „Sonnenblumenärmel”, die für das
moderne Abendkleid Verwendung finden. (Bild 3
der letzten Reihe.)
Stilvoll und von jeder alltäglichen Wirkung
weit entfernt ſind die doppeltgebauſchten
„Bauernärmel” (letztes Modell)
Wenn man ſo viele eigenartige Anregungen
empfängt, wird man es vermutlich erſt
verſtänd=
lich finden, daß die Wirkung der Aermel für die
meue Moderichtung von größter Bedeutung ſein
müſſe.
Willy Ungar.
.
Swei kleine Suchſe.
die man bisher (zum Uebergangs=Koſtüm) „
ge=
koppelt” zu tragen gewohnt war, ſind ſehr gut
als überaus reißvolle ſtabile Garnierung des
Wintermantels zu verwenden, indem man je
einen Fuchs an die Außenſeite des Aermels
be=
feſtigt und mit den beiden Schweifen die Enden
einer Krawatte beſetzt.
Die neueſte Mode begünſtigt derartige
An=
regungen, wie man weiß, in hohem Maße, da
eigenwillige Ideen heuer ſehr geſchätzt werden.
Willy Ungar.
Vom Verein Deutſcher Maſchinenbau=Anſtalten, dem
Spitzen=
verband der deutſchen Maſchinen=Induſtrie, wird uns geſchrieben:
Im September gingen Anfragen von ſeiten der Inlands= und
Auslandskundſchaft bei der deutſchen Maſchinen=Induſtrie etwa in
gleichem Umfange wie im Auguſt ein. Die vom Inland im
Be=
richtsmonat erteilten Aufträge wieſen im Vergleich zum
Vor=
monat wieder eine kleine Steigerung auf. Die Auslandsaufträge
haben ſich im Laufe des September nicht gebeſſert. Einzelnen
Steigerungen ſtehen mindeſtens gleich ſtarke Ausfälle gegenüber.
Im Vergleich zu früheren Jahren war der Auftragseingang aus
dem Inland während der 6 Monate März—Auguſt 1933 um 68
Prozent beſſer als 1932, aber noch immer etwas niedriger als
1931. Infolge des außerordentlichen Rückganges der
Auslands=
aufträge war während der gleichen Monate der
Geſamtauftrags=
eingang 1931 aber noch um 60 Prozent höher als 1933. Der
Be=
ſchäftigungsgrad der Maſchinen=Induſtrie, nach der Zahl der
ge=
leiſteten Arbeiterſtunden berechnet, hob ſich in den letzten 6
Mona=
ten 1933 erſt von 31 Prozent der Normalbeſchäftigung auf 37
Pro=
zent. Da in der Maſchineninduſtrie noch nahezu 400 000 durchweg
männliche Arbeitsloſe vorhanden ſind, zu denen noch mehr als
100 000 Arbeitsloſe in den von ihr abhängigen Vorinduſtrien
hin=
zukommen, liegt hier noch eine beſonders wichtige Teilaufgabe der
Bekämpfung der Arbeitsloſigkeit vor. Für ihre Löſung iſt praktiſch
wichtig. Störungen und Beunruhigungen der Wirtſchaft zu
ver=
meiden, die zur Folge haben, daß Inveſtitionen immer wieder
zurückgeſtellt werden. Solche Beunruhigungen treten insbeſondere
auch dann ein, wenn mancherorts ohne genügende Kenntnis der
wirklichen Zuſammenhänge allgemein gegen die Verwendung und
Beſchaffung von Maſchinen agitiert wird. Die Maſchineninduſtrie
iſt weit entfernt, Mißbräuche bei der Maſchinenverwendung zu
begünſtigen. Beſtrebungen, die ſich darüber hinaus aber in
allge=
meiner Form gegen die Maſchinenarbeit wenden, ſollten gerade
mit Rückſicht auf die im Gange befindliche Arbeitsſchlacht
vermie=
den werden. Die Meldungen über gebeſſerten Eingang von
In=
landsaufträgen verteilten ſich auf eine ganze Reihe von
Maſchi=
nenbauzweigen. Doch war auch in den einzelnen Zweigen, wie im
Geſamtmaſchinenbau, die Beſſerung in der Regel noch nicht
allge=
mein. Recht befriedigend war im September noch das
Land=
maſchinengeſchäft, obwohl die Saiſon ihrem Ende zugeht. Im
Kraftmaſchinenbau nahmen die Aufträge auf Dieſelmotoren
wei=
ter zu: vereinzelt war auch das Dampfmaſchinengeſchäft beſſer.
Die Maſchinenbeſtellungen des Baugewerbes und der
Bauſtoff=
induſtrie waren zwar immer noch ungenügend, aber doch zum Teil
beſſer als im Auguſt. Ueber etwas ſtärkere Inlandsnachfrage
wurde noch bei Aufbereitungsmaſchinen berichtet, ferner bei
Ma=
terialprüfmaſchinen, Papierverarbeitungsmaſchinen, Gerberei= und
Schuhmaſchinen und Armaturen. Schwächeren oder
gleichblei=
benden Auftragseingang zeigten Werkzeugmaſchinen,
Textil=
maſchinen. Pumpen, Kompreſſoren und Kältemaſchinen,
Berg=
werksmaſchinen, Krane, Aufzüge und Verladeanlagen ſowie
Waa=
gen. Im Inlandsgeſchäft wurde nur von einigen Firmen
ver=
mehrter Auftragseingang in Ventilatoren, Walzwerksanlagen,
Baumaſchinen und Nahrungsmittelmaſchinen erzielt.
Wirtſchaftliche Rundſchau.
Indexziffer der Großhandelspreiſe. Die vom Statiſtiſchen
Reichsamt für den 11. Oktober berechnete Indexziffer der
Groß=
handelspreiſe ſtellt ſich auf 95,6: ſie iſt gegenüber der Vorwoche
(95,5) wenig verändert. Die Indexziffern der Hauptgruppen
lau=
ten: Agrarſtoffe 92,3 (plus 0,2 Prozent), induſtrielle Rohſtoffe und
Halbwaren 88,8 (minus 0,1 Prozent) und induſtrielle Fertigwaren
113,8 (unverändert).
Weitere Tabakverkaufsſitzungen. Die nächſte Pfälziſche
Tabak=
einſchreibung findet bekanntlich am 18. Oktober in Speyer ſtatt.
Am 16 10. wird eine Tabakeinſchreibung des Heſſiſchen
Tabakbau=
verbandes in Mannheim folgen, am 23. Oktober bringt der
Lan=
desverband badiſcher Tabakbauvereine die Tabake Nordbadens auf
einer Einſchreibung in Schwetzingen zum Ausgebot, am 31. 10.
wird ſchließlich der Landesverband badiſcher Tabakbauvereine
Tabake aus dem Zigarrengutgebiet der Pfalz in Speyer ausbieten.
Oeffentliche Betonſtraßen=Tagung in Halle. Der Ausſchuß
„Betonſtraßen” der Studiengeſellſchaft für Automobilſtraßenbau
veranſtaltet am 21. Oktober in Halle (Saale) eine öffentliche
Ta=
gung. Der Beauftragte des ADAC., Oſtwald, wird über „
Kraft=
fahrer und Autobahnen” ſprechen. Ferner behandeln Prof.=Ing.
) Garbotz=Berlin „Grenzen des Maſchineneinſatzes beim Fördern,
Miſchen und Einbringen im Betonſtraßenbau” Prof. Knipping=
Darmſtadt über „Bewährung von Zementſchotterſtraßen” Stadtrat
Motſch=Halle „Autobahn Halle—Leipzig” und Baurat Sehl=
Wies=
baden „Die Bewährung von Betonſtraßen” Anſchließend werden
Betonſtraßen aus den Jahren 1927 bis 1931 im Saalekreis und im
Kreiſe Köthen beſichtigt.
Mainzer Produktenbericht vom 13. Oktober.
Großhandels=
preiſe per 100 Kilogramm loco Mainz: Weizen 19,25—19,35,
Roggen rheinh. 16,00—16,25, Hafer 13,75. Braugerſte 18,00 bis
18,75. Induſtriegerſte 17,25—17,60, Malzkeime 11,75—12,25.
Wei=
zenmehl Spezial 0 29,65, Roggenmehl (60 Prozent) nordd. 22,50
bis 23,00, dito ſüdd 23.00—23,50, feine Weizenkleie 9,15—9,25,
grobe Weizenkleie 9,90—10,15 Roggenkleie 9,00—9,50,
Weizen=
uttermehl 11,00, Biertreber 15,50—15,75, Soyaſchrot 14,40—14,50.
Trockenſchnitzel 8,85. Tendenz: geſchäftslos.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Die Tendenz iſt weiter
feſt und die Zufuhren waren äußerſt knapp, deutſche Landeier
feh=
en faſt vollkommen. Der Bedarf wird in der Hauptſache durch
Auslandseier befriedigt. Das Geſchäft verlief im allgemeinen gut.
Erhöhte Nachfrage beſtand auch nach Kühlhauseiern Es
notier=
ten pro Stück in Pfg. franko Frankfurt a. M.. Deutſche Friſcheier
Klaſſe S 12,75, Kl. A 12,25, Kl. B 11,75. Kl. C 11,00. Bayern
11,50, kleine 10,50, Holländer und Flandern Kl. S 12,00, Kl. A
11,75, Kl. B 11,50, Kl. C 11,00. Dänen und Schweden Kl. S 11,75,
Kla. A 11,50, Kl. B 11.25. Kl. C 10,75. Bulgaren 9,50—10,00,
Rumänen, Ungarn und Jugoſlawen je 9,25—9,50, Polen 9.00 bis
9,25, Kühlhauseier (ſogenannte Weſtware) 9,00—9,75, dito
Oſt=
ware 8,50—9,00.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die Anlieferungen
ſo=
wohl vom Inland wie vom Ausland waren ſo klein, daß der
vor=
handenen Nachfrage kaum genügt werden konnte und die Preiſe
erheblich anzogen. Holländiſche Markenbutter erhöhte ſich von
140—145 auf 148—152 RM., und deutſche Markenbutter koſtete
145—149 nach 140—145 RM. per 50 Kilo franko Frankfurt a. M.
Berliner Produktenbericht vom 14. Oktober. Am Wochenſchluß
war die Umſatztätigkeit am Getreidemarkte wieder nur gering.
Beſondere Anregungen vom Mehl= und Exportgeſchäft fehlten
weiterhin; die Statiſtik über die erſthändigen Vorräte am 15.
Sep=
tember fand Beachtung, vermochte ſich aber preismäßig nicht
aus=
zuwirken. Das Inlandsangebot von Brotgetreide war
ausrei=
chend und fand auf geſtriger Baſis nur zum Teil Unterkunft. Die
Preiſe für Exportſcheine waren gut behauptet. Mehl hatte
unver=
ändert ruhige Marktlage. Die Erleichterung der
Verſorgungs=
lage am Hafermarkte kam in den Preiſen heute noch nicht zum
Ausdruck, der Konſum kauft nur ſehr vorſichtig. Von Gerſten
haben Induſtrieſorten einige Umſätze zu verzeichnen.
An der Berliner Wochenſchlußbörſe kam das Geſchäft trotz
der vorliegenden günſtigen Meldungen, aus der Wirtſchaft nur
ſchwer in Gang, da von ſeiten des Publikums zunächſt
Zurückhal=
tung geübt wurde. Entgegen der im vorbörslichen Verkehr
ge=
hegten Erwartung zeigte das Kursniveau eine gewiſſe
Uneinheit=
lichkeit. Montanwerte gaben mit Ausnahme von Harpener, die
½ Prozent höher eröffneten, überwiegend nach, ſelbſt Klöckner,
für die der günſtige Gewinnabſchluß hätte ſtimulieren müſſen,
bröckelten um ³8 Prozent ab. Am Braunkohlenmarkt fallen Ilſe
Bergbau nach anfänglicher Plus=Plus=Notiz mit einer gegen den
etzten Kurs um 7 Prozent höheren Notiz auf, während die
übri=
gen Werte eher nachgaben. Auch Kaliaktien waren bis 1¾
Pro=
zent gedrückt. Am chemiſchen Markt lagen JG. Farben zunächſt
½ Prozent unter Vortagesſchluß, Rütgers ſogar 1¾ Prozent
niedriger. Gummi= und Linoleumwerte verzeichneten nur
gerin=
ges Geſchäft. Am Elektromarkt vermochten Felten und HEW.
ſtärker um ¼ Prozent anzuziehen, während andererſeits Lahmeyer
um 2. Schuckert um 1½ und Siemens um ¼ Prozent nachgaben.
Beachtlich iſt die faſt durchweg feſtere Haltung der in den letzten
Tagen vernachläſſigten Nebenwerte. So konnten von
Maſchinen=
fabriken Schubert u. Salzer 2½ Prozent gewinnen. Am
Auto=
markt entwickelte ſich recht lebhaftes Geſchäft in Daimler, die auf
Gerüchte über ein günſtigeres Zuſammenlegungsverhältnis im
Verlaufe etwa 1½ Prozent höher umgingen. Gas=, Kabel=, Draht=
Metall= und Bauwerte lagen ruhig und wenig verändert. Am
Textilmarkt zogen Bemberg um 1½ Prozent an. Auch Papier=
und Zellſtoffaktien waren bis 1½ Prozent gebeſſert. In
Reichs=
bankanteilen kam die Aufwärtsbewegung zum Stillſtand, dagegen
waren Bank für Brauinduſtrie weiter um 1½ Prozent gebeſſert
Der Rentenmarkt zeigte eine wieder recht freundliche Verfaſſung
die zwar kursmäßig vorerſt noch nicht recht in Erſcheinung trat.
Altbeſitz eröffneten ½ Prozent, Neubeſitz 5 Pfg.,
Schutzgebiets=
anleihe 15 Pfg. höher.
*
Das Ausbleiben nennenswerter Orders führte zu Beginn der
Frankfurter Wochenſchlußbörſe eine merkliche Zurückhaltung
der Kuliſſe herbei, und da auch neue Anregungen fehlten, nahm
man kleine Realiſationen vor, ſo daß die erſten Kurſe überwiegend
leicht nachgaben, wobei ſich aber die Rückgänge innerhalb eines
Prozentes hielten. Die Grundſtimmung war jedoch freundlich
und bald nach den erſten Kurſen ſetzten ſich wieder leichte
Er=
höhungen durch. Sehr feſt lagen Ilſe Bergbau, die bei der Enge
des Marktes auf Nachfrage von nur wenigen tauſend Mark um
7 Prozent anzogen, die übrigen Montanaktien lagen dagegen von
¼—½ Prozent ſchwächer, auch Klöcknerwerke trotz des
Gewinn=
abſchluſſes JG. Farben gaben um 78 Prozent nach, Rütgers
waren mit minus 1½ Prozent etwas ſtärker gedrückt. Der
Elek=
tromarkt zeigte bis auf Lahmeyer und Schuckert, die 2 bzw. 1½
Prozent verloren, gut behauptete Kurſe, ebenſo blieben
Schiff=
fahrts= und Verkehrswerte ziemlich unverändert. Daimler
Mo=
tören gaben nach der vorgeſtrigen Befeſtigung 1 Prozent nach.
ferner bröckelten Reichsbankanteile ½ Prozent ab: offenbar war
die Mitteilung über die Zahlung einer Interimsdividende ſchon
eskomptiert. Ohne daß das Geſchäft eine nennenswerte Belebung
erfahren hätte, zeigte der Verlauf für einzelne Spezialwerte
wie=
der feſtere Kurſe, beſonders JG. Farben (plus ¼ Prozent) und
Daimler Motoren (plus 1 Prozent). Buderus. Siemens und
AEG. bröckelten leicht ab, während das Gros der Papiere
unver=
ändert zum Anfang blieb. Am Kaſſamarkt kamen Zement
Lothrin=
gen nach Geldſtreichung geſtern mit 108 (zuletzt 97) Prozent
wie=
der zur Notiz, ferner konnten ſich Frankfurter Hypothekenbank=
Aktien um 1½ Prozent erholen. Am Rentenmarkt lagen Neubeſitz
zunächſt 10 Pfg. niedriger, ſpäter zogen ſie aber wieder auf das
Abendbörſenniveau von 12,25 Prozent an; vorbörslich wurden ſie
mit 12,30—12,35 gehandelt. Altbeſitzanleihe gaben nach
behaup=
tetem Beginn ½ Prozent nach, ſpäte Reichsſchuldbuchforderungen
und Reichsbahnvorzugsaktien zogen je ¼ Prozent an.
Stahlver=
ein=Bonds eröffneten ¼ Prozent niedriger und gaben ſpäter
er=
neut ½ Prozent nach. Am Pfandbriefmarkt war die
Kursgeſtal=
tung, uneinheitlich, Goldpfandbriefe und Kommunal=
Obligatio=
nen lagen aber meiſt etwas feſter, während
Liquidationspfand=
briefe überwiegend ¼—½ Prozent nachgaben. Stadtanleihen
waren ebenſo wie Länderanleihen nicht ſtärker verändert, während
Staatsanleihen etwas feſter lagen. Steuergutſcheine von 1935
ſplus / Prozent), dito von 1936 (plus ½ Prozent),
Durchſchnitts=
kurs 87,30 (Vortag 87,20). Von fremden Werten lagen Schweizer
Bundesbahn=Anleihen feſter, Mexikaner wieder etwas ſchwächer.
Tagesgeld war zu 3½ Prozent unverändert. Exportvaluta war
erneut ſchwach, 19 nach 20½ Prozent.
Die Verflüſſigung am Tagesgeldmarkte ſetzte ſich in den
bei=
den erſten Tagen der Berichtswoche fort, am Mittwoch machte ſich
jedoch plötzlich eine recht erhebliche Verſteifung bemerkbar, die den
Satz von 3 auf 3½ Prozent ſteigen ließ und wohl durch eine zu
reichliche Abdisponierung nach Berlin zu erklären iſt. An den
folgenden Tagen wurde die Situation wieder erheblich leichter,
wenn auch der Satz auf 3½ Prozent belaſſen wurde. Die
über=
viegend flüſſige Marktgeſtaltung ließ auch das herauskommende
Angebot in Wechſelmaterial leicht Unterkunft finden, ſo daß der
Privatdiskontmarkt ausgeglichen lag. Das Geſchäft bei der
Reichsbank war noch immer ziemlich ſtill. Reichsſchatzanweiſungen
waren in Berlin etwas lebhafter gefragt. Termingeld war nach
wie vor geſucht, allerdings kann man bei der Geringfügigkeit der
Umſätze kaum noch von dem Vorhandenſein eines Marktes
ſpre=
chen, es werden nach wie vor höchſtens einige Prolongationen
vor=
genommen, im übrigen ſtellen, die längerfriſtigen
Reichsſchatz=
anweiſungen eine weſentliche Konkurrenz für anlageſuchende
Gel=
der dar. Monatsgeld wird gegenwärtig ab 4½ Prozent gehandelt.
Eine etwas lebhaftere Entwicklung hatte der internationale
Deviſenmarkt in der abgelaufenen Berichtswoche aufzuweiſen. Im
Vordergrund ſtand eine zwar mäßige, aber ſtetige Kursbeſſerung
der amerikaniſchen Währung. Gegen Wochenende war die
Kurs=
erholung ſogar ziemlich beträchtlich. Dieſes Anſteigen dürfte wohl
darauf zurückzuführen ſein, daß erhebliche amerikaniſche
Flucht=
kapitalien repartiert werden im Hinblick auf die Meldungen und
Meinungsäußerungen amerikaniſcher Staatsmänner, die Ausſicht
auf eine Dollarſtabiliſierung unter gleichzeitiger Verſtändigung
mit England erkennen laſſen. Die engliſche Währung und die
Norddeviſen konnten von der Dollarerholung profitieren und
gleichfalls in ſtetiger Linie etwas zurückgewinnen. Der
fran=
zöſiſche Franken liegt erſtmalig ſeit mehreren Wochen leicht
ge=
beſſert, ſo daß holländiſcher Gulden und Schweizer Franken nicht
mehr am oberen Goldpunkt notieren und die Goldabzüge aus
die=
ſen beiden Ländern aufhören mußten. Der Belga liegt nach
leich=
ter Abſchwächung anfangs der Woche wieder gut erholt, ebenſo wie
die Lira, die ſich — allerdings unter Schwankungen — etwas
beſ=
ſerte. Die Peſeta tendierte gleicherweiſe leicht nach oben. Die
Reichsmark weiſt am internationalen Deviſenmarkte immer noch
eine feſte Tendenz auf und bleibt gefragt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichken.
Dieſer Tage fanden in Siegen unter dem Vorſitze des
Sonder=
beauftragten Bergaſſeſſor Schleifenbaum Verhandlungen zwiſchen,
Vertretern der Rhein=Ruhr=Hüttenwerke, und den Führern des
Berg= und Hüttenmänniſchen Vereins zu Wetzlar ſtatt. Dieſe
Ver=
handlungen hatten das Ergebnis, daß die Preiſe für die Eiſenerze
des Lahn= und Dillgebietes in der bisherigen Höhe beibehalten
werden.
Die bei der Arbeitsgemeinſchaft privater Feuerverſicherungs=
Geſellſchaften in Deutſchland im September im Deutſchen Reich
angefallenen Schäden belaufen ſich auf 7 424 772 RM.; gegenüber
dem Vormonat mit 7 634 255 RM. iſt danach keine weſentliche
Aenderung eingetreten. Das augenblickliche Schadensniveau liegt
hiernach um faſt 50 Prozent über den Ergebniſſen von April bis
Juni, was aus den verſchiedentlich eingetretenen Großſchäden zu
erklären iſt.
Der Londoner Goldpreis betrug am 14. Oktober 1933 für eine
Unze Feingold 131/3
— 86,4938 RM., für ein Gramm Feingold
demnach 50,6374 d — 2,78084 RM.
Berliner Kursbericht
vom 14. Oktober 1933
Oeviſenmarkt
vom 14. Oktober 1933
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u. 7
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
83.—
42.50
50.5neu
11.125
18.—
12.—
18.25
124.50
43.50
57.—
129.625
101.25
Deutſche Erdöl
Elektr. Lieferung
. G. Farben
Helſ. Bergw.
Geſ. f. elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen und 1
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcknerwerke
Koksw. Chem. Fabr.
Nannesm. Röhr
Maſch.=Bau=Untn.
Orenſtein & Koppel
95.5
76.75
119.—
49.50
74.
83.—
55.50
59.—
114.—
54.50
70.1:
53.875
37.50
29.50
Meee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kan
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Ber. Karlsr. Ind.
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
Nec
48.50
156.25
15.50
33.—
111.—
49.75
17.125
70.—
13.50
64.375
47.—
78.—
Helſingfors
Wien
Prag
Budapeſt
Sofia
Holland
Oslo
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
Lew Yor
Belgien
Italien
Paris
Währung
1 00 finn. Mk.
100 Schilling
100 Tſch. Kr
100 Peng
100 Leva
100 Gulden
00 Kronen
100 Kronen /58.
100 Kronen
E=Stg.
1 Pap. Peſo
Dollar
100 Belga
100 Lire
100 Francs 116.415
Ret
5.819
8.05
12.44
3.047
9.15
„88
13. 16
0.Sc
59.34
22.10
Brief
5.831
8.1.
12.46
Nre
39.4
3.27
58.91
8.0.
20
3.
0.967
2.886
58.46
22.14
16.455
Schweiz
Spanien
Danzig
Fapar
Rio de Janeiro
Zugoſlawien
Portugal
Athen
Iſtambu
Rairo
Lanada
Uruguah
Jsland
Tallinn (Eſtl.)
Riga
i. Auf dem Weinheimer Schweinemarkt vom 14. Oktober
wurden 464 Stück zugeführt. Verkauft wurden 342 Tiere Es
koſteten Milchſchweine das Stück 5—11 RM., Läufer das Stück 15
his 32 RM. Marktverlauf: gut.
Frankfurter Kursbericht vom 14. Oktober 1933.
Steuergutſcheine
Gr. II p. 1934
93
K
1
.
1938
Gruppe!
6% Dtſch. Reichsanl
v. 27
5½% Intern.,v. 30
6%Baden. . . v. 27
6% Bahern.. v. 27
% Heſſen. . . v. 29
2 Preuß. St. v. 28
9 Sachſen. v. 27
6% Thüringen v. 2
Dtſch. Anl.
Auslo=
ungsſch. +:/=
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl.
Ablö=
ungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe .. ."
Baden=Baden.
8S
Zerlin . . . . b. 24
Darmſtadt .
% Dresden. .v. 2
6 Frankſurt a. 9
go.. Schätze b. 29
v. 26
6%Mainz ...
½ Mannheim
6‟ München v. 29
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſſ. Landesbk.
Goldoblig.
5½½ Heſſ. Landes=
Hyp.=Bk.=Liquid.
1aß.
93.:
85.5
87.3
9
89‟.
31.25
33.75
101.25
86.5
77I.
12.22
7.9
72
71:
73.75
7
79
78
79.75
494% Heſ. Landes,
Hyp.=Bk. Liqu.=
Kom. Obl. . . . . .
6% Preuß. Landes=
Pfb.=Anſt. G. Pf
6% „ Goldoblig.
6% Landeskomm.=
Bk. Girozentr. f.
HeſſGldobl. R. 11
R. 11
8%Kaſſ.Landesrrd
Dpibr. „zbl.
6% Naſſ. Land
% „ Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.= Anl.
+AuslSer
AuslSerII
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6% Berl. Hyp. T
Lig.=Pfbr.
Frkf. Hyp.=B
½% „ Lig. Pfk
Goldoblig.
Frkf. Pfbr.=Bk.
5½%
Lig.=Pfbr.
6% Mein. Hyp.=Bk.
*
Lig. Pfbr.
Pfälz. Hyp.=Bk.
Lig. Pfkl
6% Rhein. Hyp. Bk
51
2 „ Lia. Pfbr
Goldoblig.
3% Südd. Bod.
Cred.=Bank ..."
5½
„ Lig. Pfbr.
6% Württ. Hyp.=B.
88
81.25
14.75
77
87.5
88
BIL5
88
88
87.75
2
B8
89.
88
S6)
89.5
88.5
9.75
80.75
90.5
92
Daimler=Benz.
82 Dt. Linol. Werke
Mainkrw. v. 26
Mitteld. Stah
32 Salzmannck Co.
Ver. Stahlwerke
Voigt & Häffner
J. G. Farben Bonds
%Bosn. L.E.B
„ L. Inveſt
5% Bulg. Tab. v. 02
½2
Oſt. Schätze
% Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
4½½ „
4% Türk. Admin.
„ 1. Bagdad
Zollanl.
4½” Ungarn 1913
1914
7%
„ Goldr.
1910
4½ Budp. Stadtanl
2 Liſſabon
2, Stockholm
Aktien.
Rlg. Kunſtziide Unie
A. E. G.
..."
.."
hn
Andreae
Aſchaffbg. Braugre
Zellſtoff
Zemberg, J. P...
erl. Kraft u. Lick
Buderus Eiſen....
Cement Heidelber
Larlſtadt
F. G. Chemie, Baſell
„
86
81.5
Ge
68
111
10.5
14
3
4.1
D.4
5.3
4/.
435
85
30.75
1811.
4
19
65.75
73.5
34.5
Chem. Werke Albert/ 35
Chade ..........
Contin. Gummit
Contin. Linoleum
Daimler=Benz .... 29.75
Dt. Atl. Telegr.
„Erdöl .......
Dt. Gold=u. Silber
ſcheide=Anſtalt
Linoleum .. .
Dortm. Ritterbräu
Dyckerhoff & Widm
Eichbaum=Werger
Elektr. Lieferg.=Ge
Licht u. Kraft
Eſchw. Bergwert
Eßling. Maſchinen.
Faber & Schleiche
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jetter
Felt & Guilleaume.
Frankfurter Hof..
Gelſenk. Bergwert.
Geſ. f.elektr. Untern.
Goldſchmidt Th. .
Gritzner=Kayſer ..
Grün & Bilfinger .1164.5
Hafenmühle Frkft.
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke. Füſſen
Harpener Bergbau
Henninger, Kempf
HilpertArmaturfrb
Hindrichs=Aufferm.
Hirſch Kupfer. . . . .
Hochtief Eſſen.
Holzmann, Phil.
Flſe Bergb. Stamm
Genüſſe
Junghans .......
152
131.5
95‟
171
9
1.5
12.5
51
92
22
119.25
Ar4
40.5
70
„
82
88.5
59.5
95.5
25.5
Kali Chemie .. . ..
Aſchersle
V
Klein, Schanzlin ..
klöcknerwerke .. . ."
Knorr C. 6.......
Lahmeher & Co. ..
Laurahütte ......
Lech, Augsburg ...
Löwenbr. Münch..
Mainkr.=W. Höchſt
Nainz. Akt. Br.
Mannesm.=Röhren
Mansfeld Bergb.
Tetallgeſ. Frankf.
Niag, Mühlenbau
Motoren Darmſtadt
Meckarwerk Eßling
Sberbedar ..."
Phönix Bergbau ..
Rh. Braunkohlen
Elektr. Stamm
tahlwerke
Riebeck Montan.
koeder. Gebr.
Kütgerswerte
Salzdetfurth Kali.
Salzw. Heilbronn
Schöfferhof=Bind.
Schramm, Lackfbr.
Schuckert, Elektr.
Schwartz, Storchet
Siemens & Halske. /135.5
Reinigerwerke
Südd. Zucker=A. G.
Thür. Liefer.=Geſ.
Tietz Leonhard ...
Anterfranken .... .!
Mef
42
AJ
175
117
71
198
39.5
4.5
38
70
33.25
.25
76
48.5
157
186
143.75
20.
88.75
9
70.:
15.5
We Hee
Ver. Ultramarin
Voigt & Haeffner.
Weſteregeln Kali
Zellſtoff Waldhot..
Alig. Dt. Creditanſ.
Badiſche Bank...."
Bk. f. Brauinduſtr
Zaher. Hyp. u. A.
Berl. Handelsgeſ.
Hypothetbt.
53.75 Comm. u. Privatb.
Dt. Ban1und Disc.
Dt. Eff. u. Wechſell
Dresdner Bank
Frankſ. Bank..
Hhp.=Bank
Mein. Hyp.=Bank
Pfälz. Hyp.=Ban1.
Reichsbank=Ant.
Rhein. Hyp.=Bank
Südd. Bod.=Cr. B1.
Württb. Nolenban!
A.-G. f. Vertehrsw.
Allg. Lokalb. Kraftn
796 Dt. Reichsb. Vze
Hapag ......"
Nordd. Lloyd.. ."
Südd Eiſenb.=Gei.
Allianz= u. Sturtg.
Verſicherung ..
Verein. Verſ
Frankona Rück=u. M
Nannheim. Verſich.
Otavi Minen
Schantung Handel
33,
10
14
35
40
114.5
83.5
A.I.
83.25
40.5
42.5
50.5
72
2
148.75
8o
997=
11:/,
12
46
198
52.5
20
31.5
[ ← ][ ][ → ]Sonntag, 15. Oktober 1933
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 286 — Seite 23
Nach einer Weile begann er, nachdenklich, mit milder,
ruhiger Stimme: „Sehen Sie, Leheſten, das iſt das Merkwürdige
an mir und meiner Lage: ich bin gewiß kein Freund vom Krieg,
nein, ich verabſcheue ihn im Grunde genommen. Nur hüte ich
mich vor der ſchwächlichen Auffaſſung, als ob es in der Menſchen
Macht läge, das goldene Zeitalter, den ewigen Frieden,
herauf=
zubeſchwören. Im übrigen, bewahre uns Gott davor! Ich
glaube, die Menſchheit würde in Weichheit und Gemeinheit
ver=
kommen. Ganz abgeſehen davon, daß ein auf rein
wirtſchaft=
licher Grundlage geführter Lebenskampf viel grauſamer iſt als
der Kampf mit dem Schwert. Sie fragen mich, was ich jetzt
anſtellen werde? Offengeſtanden, ich weiß es ſelbſt noch nicht.
Es iſt für mich nicht leicht, einen Entſchluß zu faſſen, das werden
Sie verſtehen. Nur über eines bin ich mir klar: ſobald Sie und
die Geſchwiſter Kramer es wünſchen, bringe ich Sie nach San
Franzisko oder was ſonſt Ihr Reiſeziel iſt.
Davon ſei natürlich zunächſt noch keine Rede, behaupteten
die anderen. Sie würden ihn, ihren bewährten Führer, doch
nicht im Stich laſſen! Als dann aber lange Wochen, ja ſogar
viele Monate vergangen waren und auch nicht der geringſte
Zweifel mehr beſtand, daß der Kampf Gelb gegen Weiß
ab=
geſchloſſen war, weil die Weißen das Feld reſtlos beherrſchten,
da wurde die Fahrt nach Frisko doch Wirklichkeit.
Weil die anderen darum gebeten hatten, wurde ſie zu
Waſſer zurückgelegt, bei ſtiller, klarer See.
In jenen Tagen drängten ſich ihnen allen mehr denn je
Fragen der Zukunft aus. Würde man ſich jemals wiederſehen?
Wo? Wann? Unter welchen Umſtänden? Vielleicht wieder an
Bord der Flugboote? Dann wohl aber nur, wenn ein neuer
Krieg kommen würde!
Ein neuer Krieg? Zwiſchen wem?
Leheſten ſprach es als erſter aus, er kannte die großen
Gegenſätze die die Vereinigten Staaten von Amerika völkiſch
durchwühlten, aus eigener Anſchauung. „Schwarz gegen
Weiß werden die neuen Fronten heißen”, prophezeite er. „Hier
glimmen Funken der Feindſchaft, die kaum zu löſchen ſind!“
Und er hatte recht damit. Wie ſah es in der Welt aus,
trotz allem Friedensgerede, trotz dem Wirken von Hunderten von
Geſellſchaften und dem bis zum Ueberdruß wiederholten Ruf
„Nie wieder Krieg!”
Afrikas Kolonien, Südamerika mit ſeinen
Plantagen=
arbeitern, Louſianas Fabrik= und Pflanzungsarbeiter, ſie alle
verlangten Gleichberechtigung mit der weißen Raſſe. Nur durch
den Arm der ſchwarzen Bevölkerung war während des
Aus=
falls der indiſchen und gelben Gebiete die weiße Raſſe in der
Weicher, Leipzig
(Nachdruck verboten.)
Lage geweſen, alle kolonialen Bedürfniſſe zu decken. Ungeheuer
war der Aufſchwung der heißen Länder geweſen. Kleine
Plan=
tagen waren zu großen Weltunternehmungen herangewachſen.
Dem ſchwarzen Arbeiter, der bis zum letzten Schweißtropfen
angeſpannt worden war, verdankte man es.
Schwarze Univerſitäten in Amerika und neuerdings auch in
Liberia waren die Quellen und Herde des Zündſtoffes. In
allen Ländern der Erde, wo Neger waren, predigten Emiſſäre
Gleichberechtigung und Selbſtändigkeit. Liberia war der
afri=
kaniſche Unruheherd, wo ſchwarze Intelligenz das Feuer ſchürte.
Auf den Plantagen und Farmen Afrikas ſchwelte unter der
Aſche der Funke des Aufruhrs, geſchürt von durchreiſenden
Wanderrednern. Von Hunderten wurde einer gefangen, der
Funke glomm weiter.
Vom Sudan aus griff die Unruhe, die die ganze Welt
er=
faßte, nach Arabien über. Aufſtandsbewegungen auch hier. Noch
herrſchten äußerlich Ruhe und Frieden, die europäiſchen Mächte
fahen jedoch beſorgt nach dem ſchwarzen Erdteil.
In Nord= und Südamerika ſpitzte ſich die Lage zwiſchen
Weiß und Schwarz immer ſchärfer zu. Tagtäglich liefen Berichte
von Streiks und Streitigkeiten ein. Das Meſſer und die Piſtole
ſaßen locker. Tote waren Zeugen dieſer Kämpfe einer
unter=
drückten Raſſe, die bereit war, über die Weißen hinwegzuſchreiten.
Gewiß, den Gelben war es nicht geglückt. Die Schwarzen aber,
ſo redete man ſich Vertrauen ein, beſäßen eine ganz andere
phyſiſche Kraft, ihnen würde der weiße Mann erliegen.
In den amerikaniſchen Staaten wurde das Militär verſtärkt,
die Plantagen und Ortſchaften bekamen Polizeitruppen.
Trotz=
dem ſtanden die Beſitzer und Behörden den Schikanen der Neger
ſo gut wie machtlos gegenüber.
Für Konzeſſionen und Kompromiſſe war es zu ſpät. Nur
rückſichtsloſe Strenge konnte noch retten, was in Jahren der
Nachgiebigkeit preisgegeben war. Als ſcharf vorgegangen wurde
ſchien der Funke des Aufruhrs zu verlöſchen. Man ſchloß die
Negeruniverſitäten, und entzog damit der ganzen Bewegung
den geiſtigen Nährboden. Die Welt atmete auf. Ruhe und
Frieden zogen ſcheinbar in alle Länder ein.
Weihnachten ſtand vor der Tür, das Feſt der geſamten
Chriſtenheit ſollte diesmal ein Dankfeſt für alle Nationen werden.
Mit neuer Kraft mußte im kommenden Jahre zum neuen
Aufbau geſchritten werden. Die Wunden und Verluſte des
Kampfes waren nur in gemeinſamer Arbeit zu heilen.
Die weißen Nationen der Erde ſollten zu einem großen,
heiligen Bunde zuſammengeſchloſſen werden.
Würde Afrikas Stimme ſchweigen, oder würde das Land
der heißen Sonne ſeine Söhne aufrufen zum Kampf gegen die
Kolonialmächte. Würde der Ruf in Süd= und Nordamerika
vernommen werden und dort Widerhall finden?
Ein neues Jahr ſtieg empor, das alte Jahr mit Trauer,
Leid und Tod verſank im Tal der Vergangenheit.
Konnte eine neue Zukunft kommen die ewigen
Völker=
frieden beſcherte? Oder mußten alle Völker, ſchickſalsgebunden,
den blutigen Weg der gegenſeitigen Zerſtörung gehen, ehe der
Wunſch nach Weltfrieden Erhörung fand?
In der Frühe des 24. Dezember ſtanden „Fliegender Fiſch”,
„Delphin” und „Hai” dicht vor der Einfahrt nach San Franzisko.
Als ein amerikaniſcher Dampfer von See her nahte, um den
Hafen anzuſteuern, tarnten ſich die drei Boote mit dem
„Disappear‟. Dann rief Heimerfeld durch ein Sprachrohr den
Dampfer an: „Hallo, hier „Fliegender Fiſch”! Stoppen Sie bitte
zur Uebernahme von Paſſagieren!“
Einem Befehl des Präſidenten Morgan hätte nicht ſchneller
gehorcht werden können als dieſem Zuruf. Zum Zeichen, daß
er verſtanden habe, winkte außerdem der amerikaniſche Kapitän
mit der Mütze. An Steuerbordſeite wurde das Fallreep ausgebracht.
Hanna, Leheſten und Kramer ſtanden an Deck des „
Fliegen=
den Fiſches”, um ſich von Heimerfeld zu verabſchieden. Noch
einmal wurden die Fragen laut, dringlich, ſtürmiſch, beſchwörend:
„Wann ſehen wir uns wieder? Was haben Sie vor,
Heimer=
feld? Verraten Sie es uns doch! Wir ſind auch verſchwiegen
wie das Grab!”
Der Graf blieb die Antwort ſchuldig. „Ich halte mich
be=
reit” entgegnete er, mehr nicht.
Plötzlich griff er nach Hannas und Leheſtens Hände und
legte ſie ineinander. „Alles Glück für euch, das ſei mein letzter
Wunſch!"
Die Motorboote brachten die Scheidenden nebſt ihrem Gepäck
auf den in Geduld wartenden Dampfer.
Die Flugboote blieben der Sicht entzogen.
Nur für einen flüchtigen Augenblick ließ ſich der „Fliegende
Fiſch” ſehen, um den zurückkehrenden Motorbooten die Richtung
zu weiſen.
„Darf ich jetzt mit den Maſchinen angehen?” erkundigte ſich
der Kapitän des amerikaniſchen Dampfers bei Leheſten.
„Einen Augenblick noch” wurde ihm erwidert.
Plötzlich ein Sauſen und Summen in der Luft wie tiefes
Orgelgedröhn.
Man ſah noch immer nichts
„Sie ſind auf und davon”, klagte Horſt Kramer. „Auf und
davon durch die Luft!
Leheſten und Hanna ſtanden dicht aneinandergeſchmiegt und
ſchämten ſich rinnender Tränen nicht, Tränen der Ergriffenheit.
Dann wandte ſich Leheſten um und rief dem Kapitän des
Dampfers zu: „Sie können jetzt mit den Maſchinen angehen —
bitte Volldampf!“
Ganz hoch im Aether tauchten drei ſilberne Schatten auf.
Sie wurden kleiner und kleiner und verſchwanden wie in
der Unendlichkeit.
Ende.
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FTielleicht kein hoher musikalischer
V Genuß, dieser „Rasiergesang”-aber
bestimmt ein Beweis, daß das Rasieren
ein Vergnügen war und mit beinahe
hundertprozentiger Sicherheit ein
Zei-
chen dafür, daß es eine Kaloderma-
Rasur war. Mit dem härtesten,
wider-
spenstigsten Bart wird Kaloderma im
Handumdrehen fertig! Und auch wenn
Ihre Haut noch so empfndlich ist - kein
Rasierseife und -Rasierereme werden
beide nach dem selben besonderen
Ver-
fahren unter Zusatz des hautpflegenden
allein. Er hält das Haar in der richtigen
Stellung fest, so daß die Schneide es
von selbst an der Wurzel erfaßt, legt
sich wie eine schützende Gleitschicht
zwischen Messer und Haut und
ver-
hindert jedes Schaben der Klinge. Die
Haut bleibt - auch beim schärfsten Aus-
RMancher zieht das ausgiebige Stück Kaloderma=
Brennen und Spannen, denn Kaloderma: Rasierseife vor, mancher die Tube Kaloderma-
Rasier-
creme, die ihren Schaum vielleicht noch rascher, noch
müheloser entwickelt. — Das ist Geschmackssache. Ob
Elnzerins hergestellt. R-Glyzerinhalti- Kasierseife oder Rasierereme — die Wirkung bleibt sich
ger Schaum erneicht das Barthaar be- gleich. Aber achten Sie darauf, daß es Kaloderma ist!
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[ ← ][ ]Seite 24 — Nr. 286
Darmſtädter Tagblatt /
Jaft
Neueſte Nachrichten
Sonntag, 15. Oktober 1933
zapft: (12523
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Landestheater
Sonntag
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Am Donnerstag, den 19. Oktober 1933
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Ortsgruppe Darmstadt
Versammlung
Dienstag abend 8 Uhr
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im „Reichshot
Zu dieser Versammlung, die wichtige Aufschlüsse
über die NSRDW und den künftigen Fachausweis
bringt, werden alle Werbeleiter, Werbeassistenten,
Werbeberater, Graphiker, Schaufensterdekorateure,
Werbe-Vertreter usw. erwartet. Anmeldung in der
Versammlung. — Mitgliedersperre ab 20. Oktober.
Bezirks=Konſam=Verein Darmſtadt
e. G. m. b. H.
Hierdurch laden wir unſere verehrlichen Vertreter
zu der am Sonntag, dem 22. Oktober 1933 vorm.
9 Uhr in der Betriebszentrale zu Darmſtadt,
Eſcholl=
brückerſtraße 25, ſtattfindenden
ordentlichen
Vertreter=Verſammlung
höflichſt ein.
Tagesordnung:
1. Bericht des Vorſtandes und Aufſichtsrats.
2. Bericht über die ſtattgehabte geſetzliche Reviſion.
3. Genehmigung der Bilanz, Entlaſtung des
Vor=
ſtandes und Verteilung der Erübrigung.
4. Wahlen zum Aufſichtsrat.
(12530
5. Anträge.
Anträge, die zu ſtellen beabſichtigt ſind (ſ. 832II des
Statuts) müſſen bis ſpäteſtens Mittwoch, den 18.
Ok=
tober 1933, im Büro, Eſchollbrückerſtaße 25,
einge=
reicht ſein. Als Legitimation zur Teilnahme an der
Vertreter=Verſammlung und zur Abſtimmung dient
die rote Ausweiskarte.
Der Aufſichtsrat.
J. Jung.
Liebe Filmfreundinnen,
Liebe Filmfreunde!
Hört und laßt Euch sagen,
Was sich in Darmstadt zugetragen:
Der große Wurf — er ist gelungen,
Wir bringen auch
Erst-Auf-füh-rungen!
Und zwar die nachstehenden 17 Filme des
Neuen Deutschen Lichtspielsyndikats
dem Eigenverleih der nach dem Grundsatz
Gemeinnutz geht vor Eigennutz
zusammengeschlossenen Deutschen Lichtspiel-Theater.
Ein Unsichtbarer geht durch die
(Mein ist die Welt)
Die letzten Verbrecher.
Die schwimmende Stadt
Im schwarzen Walfisch.
Mutter und Kind
Die Finanzen des Großherzogs
Konjunkturritter
Der Polizeibericht meldet
Eine Nacht in Venedig
Stadt
Harry
Piel
So ein Flegel
Der Herr der Welt
Das Schwarzwaldmädel
Der Strom
großes Glück
Kleines Mädel
Das alte Recht
Wo die Lerche singt
Eine Militärhumoreske
Emil Jannings
Henny Porten
Gustav Fröhlich
Weiß Ferdl
Rud. Klein-Rogge
KarlL-udwig Diehl
Willi Domgraf-
Faßbender
Heinz Rühmann
Werner Krauß
KarlLudwigDiehl
Walter Janssen
Willi Domgraf-
Faßbender
Lotte Lorring
EmmiSonnemann
(Staatsoper Berlin)
Dolly Haas
Adele Sandrock
Theo Lingen
W. Eichberger
Bernhard Götzke
Edith Linn
Hanns Kettler
Operette v. Franz Lehär
Weiß Ferdl
Aber nicht genug damit:
Sämtliche neuen Ufa-Filme
laufen auch bei uns, und von vielen weiteren Oualitätsfilmen
bringen wir schon in den nächsten Wochen die
Zweitaufführungen
z. B. Heut” kommt’s drauf an
mit Hans Albers
Heimkehr in’s Güück
USW.
Daß unsere neue Ton-Apparatur allen anderen
mindestensgleich-
wertig ist, wird jeder Besucher bestätigen miissen und daß unser
Theater sehr nett ist, das hat sich schon herumgesprochen.
Heute und morgen läuft noch
Ber blonde Traum
mit Lilian Harvey, Willy Fritsch, Willi Forst, Paul Hörbiger,
ein richtiger, heiterer, Sonntagsfilm,
auch für Jugendliche!
Beginn heute um 2.00 Uhr, dann 4.10, 6.20, 8.60 Uhr
Und am Dienstag kommt - ia, wer kommt!
Bessunger Lichtspiele
V. 12516