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Heiſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher mit + verſehenen Original=Aufſätze und eigenev Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtattet.
Nummer 226
Dienstag, den 4. Oktober 1932.
195. Jahrgang
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Darm=
ſädier und Nationalbant.
Papens Perfaſſungs=Reformpläne
Einführung des Zweikammerſyſtems. — Umgeſtallung des Reichsrats zu einer Erſten Kammer.
Beſeiligung des Liſtenwahlſyſtems. — Berkleinerung der Wahlkreiſe. — Heraufſehung des Wahlalkers.
Beg. Be=
(13745
Ind-Tee
- Pekoe.
Hagss,
zo
iler
* Der Weg zur Verfaſſungsreform.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
In dem Reichsminiſterium des Innern wird zur Zeit ſehr
fleißig an dem Entwurf einer Verfaſſungsreform gearbeitet, den,
wie Herr von Papen ſchon angekündigt, die Regierung dem neuen
Reichstag vorzulegen beabſichtigt. Allerdings befinden ſich die
Ar=
beiten zur Zeit noch im vorbereitenden Stadium. Man wird ſich
die Dinge nicht ſo vorſtellen dürfen, als ob bereits die endgültigen
Formulierungen des Geſetzeswerkes in Angriff genommen worden
ſeien. Vorläufig handelt es ſich zunächſt einmal darum, die
Gren=
zen abzuſtecken, innerhalb deren ſich die Reform bewegen ſoll, vor
allem die Frage, ob die vollſtändige Umbildung der Verfaſſung ins
Auge gefaßt wird oder nur eine Aenderung einzelner
Be=
ſtimmungen.
Darüber wird das Kabinett vermutlich ſchon in der nächſten
Zeit Beſchlüſſe faſſen, damit Herr von Papen, wenn er nach
Mün=
chen fährt, mit der bayeriſchen Regierung ſich ſchon über die
Grundgedanken unterhalten kann und auch die übrigen
Länder=
regierungen ins Bild geſetzt werden. Erſt dann wird vermutlich ein
offizieller Entwurf ausgearbeitet, zu deſſen Fertigſtellung wohl
auch ſtaatsrechtliche Sachverſtändige herangezogen werden.
Ein=
verſtändnis beſteht wohl darüber, daß der Entwurf mit dem
Ein=
kammerſyſtem brechen und nach dem Muſter der weſtlichen
Demokratien zum Zweikammerſyſtem übergehen wird, wobei der
Reichsrat zu einer erſten Kammer umgeſtaltet werden
ſoll. Das bedingt naturgemäß eine völlige Neuteilung der
Gewalten und unter Umſtänden auch eine Verſchiebung
der Stellung des Reichspräſidenten, womit dann
die Frage akut wird, ob der Reichspräſident auch
weiterhin unmittelbar durch das Volk oder etwa
durch die Vereinigten Kammern gewählt werden
ſoll. Auch die Ausgeſtaltung der Erſten Kammer ſelbſt läßt ſich
verſchiedenartig denken. Für den künftigen Reichstag iſt an eine
Beſeitigung der Liſtenwahl und an eine
Verklei=
nerung der Wahlkreiſe gedacht, um gegenüber der
Partei=
maſchine wieder die Perſönlichkeitskandidaturen
durchzuſetzen.
Gleichzeitig iſt auch an eine Heraufſetzungdes
Wahl=
alters gedacht, die beſonders bei den radikalen Parteien auf
Widerſtand ſtoßen und ſich im Reichstag kaum durchſetzen laſſen
wird, wie ja überhaupt vor der Hand keinerlei Ausſicht beſteht, mit
ſolchen Plänen die für die Verfaſſungsänderung erforderliche
qua=
lifizierte Mehrheit im Reichstag zu bekommen. Gerade deshalb iſt
es aber ſehr wohl möglich, daß der Reichskanzler die Reform
mög=
lichſt beſchleunigt, um ſie unter Umſtänden in den Mittelpunkt des
nächſten Wahlkampfes zu ſtellen und dadurch die Gegenſätze zwiſchen
den Parteien und der Regierung und die Austragung dieſer
Gegen=
ſätze auf eine andere Ebene zu verſchieben.
Die zinsloſe Kreditbeſchaffung.
* Berlin, 3. Okt. (Priv.=Tel.)
Das Reichskabinett wird ſich Mitte dieſer Woche wieder mit
den wirtſchaftspolitiſchen Problemen beſchäftigen. Auf einer
ſei=
ner letzten Tagesordnungen ſtand der ſogenannte Gereckeſche Plan,
des Präſidenten der deutſchen Landgemeinden, über die zinsloſe
Kreditbeſchaffung. Das Kabinett hat ſich mit dieſem Plan bis
Tjetzt nicht weiter auseinandergeſetzt, ſondern zunächſt einmal die
verſchiedenen Reſſorts beauftragt, die Gedankengänge des
Land=
rats Gerecke auf ihre Brauchbarkeit und Durchführbarkeit hin zu
unterſuchen. Die Arbeiten ſind im weſentlichen abgeſchloſſen, ſo
daß jetzt das Kabinett zu dem Projekt ſelbſt Stellung nehmen
kann.
Neuer innenpolikiſcher Konflikk.
Anzweckmäßige Einberufung des Auswärkigen
Ausſchuſſes. — Die Regierung erſcheint nicht
vor dem Ausſchuß.
Berlin, 3. Oktober.
Wie wir erfahren, hat vor der Einberufung des
Auswär=
tigen Ausſchuſſes ein Briefwechſel zwiſchen dem
Ausſchußvor=
ſitzenden Dr. Frick und dem Reichsaußenminiſter ſtattgefunden,
Dr. Frick hat dem Miniſter ſeine Abſicht mitgeteilt, den Ausſchuß
für den 11. Oktober einzuberufen und gefragt, ob der Miniſter
bereit ſei, in der Ausſchuß=Sitzung zu erſcheinen. Er hat
hin=
zugefügt er könne ſich vorſtellen, daß die Reichsregierung ſelbſt
im Hinblick auf die ſchwierige außenpolitiſche Lage des Reiches
Wert darauf lege, mit dem Auswärtigen Ausſchuß in Fühlung
zu treten, um womöglich eine Stütze für ihre Politik zu finden.
Reichsaußenminiſter Freiherr v. Neurath hat darauf mit
einem Schreiben geantwortet, in dem es heißt:
Den Nutzen eines politiſchen Gedankenaustauſches zwiſchen
der Reichsregierung und dem Auswärtigen Ausſchuß will ich
keineswegs in Abrede ſtellen. Zu meinem Bedauern bin ich jedoch
nicht in der Lage, vor dem Auswärtigen Ausſchuß zu erſcheinen,
—ſolange nicht die Ihnen bekannte Frage der Teilnahme der
Reichsregierung an den Ausſchüſſen des Reichstages geregelt iſt.
Was den von Ihnen in Ausſicht genommenen Termin betrifft,
ſo darf ich ergebenſt darauf hinweiſen, daß die
Völkerbunds=
verſammlung vorausſichtlich am 11. Oktober noch nicht
abge=
ſchloſſen iſt, ſo daß vorausgeſetzt, daß die prinzipielle Frage
ge=
regelt wird, die Herausſchiebung des Termins zu empfehlen
wäre.
Dr. Frick hat daraufhin den Ausſchuß trotz;
dem für den 11. Oktober einbernfen.
Ikalieniſche Deviſenſperre.
Lahmlegung des deutſchen Exports nach Ikalien.
Abwehrmaßnahmen der Reichsregierung.
Berlin, 3. Oktober.
Die italieniſche Regierung hat am Samstag eine neue
Devi=
ſenregelung in Kraft geſetzt, die als gegen Deutſchland gerichtet
angeſehen werden muß. Die Beſtimmungen der neuen italieniſchen
Deviſenverordnung ſind bedeutend ungünſtiger für Deutſchland
als die, die Deutſchland für ſeinen Deviſenverkehr mit anderen
Ländern getroffen hat. Wie wir von zuſtändiger Seite erfahren,
werden deutſcherſeits Gegenmaßnahmen erfolgen. Nach der
gan=
zen deviſen= und wirtſchaftspolitiſchen Situation iſt es für
Deutſch=
land nicht möglich, die Deviſenregelung von der Frage abhängig
zu machen, ob wir mit dieſem oder jenem Lande freundſchaftlich
ſtehen. Für Deutſchland iſt nur eine einheitliche Regelung allen.
Staaten gegenüber denkbar. Ein Kompromiß mit einem
einzel=
nen Staat würde dadurch ſofort illuſoriſch gemacht werden, daß
dann alle anderen Länder die gleichen Bedingungen für ſich in
Anſpruch nehmen würden.
* Die von der italieniſchen Regierung verhängte
Deviſen=
ſperre für Kaufleute, die heute Waren exportieren, hat in Berlin
peinlichſtes Aufſehen erregt. Praktiſch wird durch das Verhalten
der Italiener der geſamte deutſche Export nach Italien
unterbun=
den. Die Reichsregierung trägt ſich bereits mit der Abſicht,
Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Zunächſt hat ſie eine Kommiſſion
zuſammengeſtellt, die am Dienstag Berlin verläßt. Aufgabe
die=
ſer Kommiſſion iſt es, mit den Italienern das Deviſenproblem
zu beſprechen. Die deutſchen Delegierten werden ſich in Rom mit
der Kontingentskommiſſion treffen, die ſoeben in Brüſſel ihre
Ar=
beiten afbgeſchloſſen hat. Sie hat ſich jetzt nach dem Haag
bege=
ben, um die Niederländer von den Beſchlüſſen des Reichskabinetts
ins Bild zu ſetzen. Von hier aus fährt ſie am Dienstag nach Rom.
Die Verhandlungen der Kontingentskommiſſion werden
ſo=
wohl in Holland als auch in Dänemark und ſelbſtverſtändlich auch
in Italien nicht ganz einfach von ſtatten gehen. In Frankreich
liegen die Dinge ſo, daß man hier die Gelegenheit benutzen will,
um eine Umformierung des deutſch=franzöſiſchen
Handelsvertra=
ges anzuſteuern. Das kann zur Aufrollung grundſätzlicher
Han=
delsvertragsverhandlungen führen. Aber alle dieſe Beſprechungen
und Beratungen treten zunächſt in den Hintergrund. Am
ſtärk=
ſten intereſſiert uns das Verhalten der italieniſchen Regierung,
die offenbar glaubt, daß die politiſche Unterſtützung, die ſie uns
ſeit einiger Zeit angedeihen läßt, auf wirtſchaftlichem Gebiete
honoriert werden muß. Auf derartige Geſchäfte kann ſich aber
die Reichsregierung unmöglich einlaſſen, weil die Bevorzugung
der Italiener erſt die anderen Staaten auf den Plan rufen würde,
die dann ſelbſtverſtändlich dieſelben Vergünſtigungen in Anſpruch
nehmen.
Verbot der bargeldloſen Arbeitsgemeinſchaftken
in Preußen.
Berlin, 3. Oktober.
Dr. Bracht hat einen Erlaß über bargeldloſe
Arbeitsgemein=
ſchaften herausgegeben, der ſich gegen die Verſuche richtet, durch
Schaffung ſogenannten Girogeldes oder dergleichen und unter
Mithilfe beſonderer zu dieſem Zwecke gebildeter „
Arbeitsgemein=
ſchaften” (Ausgleichskaſſen und ähnliche Organiſationen) einen
beſonderen Zahlungsverkehr ins Leben zu rufen. Ein ſolches
Verfahren, heißt es in dem Erlaß, begegne ſchwerwiegenden
Be=
denken. Es handele ſich um eine neue Art der Geldſchöpfung, die
ernſte währungspolitiſche und kreditpolitiſche Gefahren in ſich
ſchließe. Soweit an ſolchen Verfahren Gemeinden und
Gemeinde=
verbände beteiligt ſein ſollten, ſoll dieſe Beteiligung ſofort
auf=
gegeben werden und neue Beteiligungen ſollen nicht mehr
er=
folgen.
Reichskonferenz der Bergarbeiter.
Bochum, 3. Oktober.
Auf der Reichskonferenz des Verbandes der Bergbau=
Indu=
ſtriearbeiter Deutſchlands, die am Sonntag in Bochum eröffnet
wurde, wies der Verbandsvorſitzende Huſemann darauf hin, daß
zurzeit zirka 300 000 deutſche Bergarbeiter arbeitslos ſind,
wäh=
rend die 430 000 noch Beſchäftigten durchweg in Kurzarbeit ſtehen.
Die Barverdienſte der Arbeiter im Steinkohlenbergbau ſind von
insgeſamt rund 100 Millionen Reichsmark monatlich im Jahre
1929 auf 38 Millionen Reichsmark im Mai d. J. zurückgegangen.
Der Redner wies auf die wirtſchaftlichen Folgen hin, die mit
der eingetretenen Schmälerung des Einkommens der
Bergarbei=
ter von 65 Prozent verbunden ſind. Alle Bemühungen zur
Wirt=
ſchaftsankurbelung ſeien zum Scheitern verurteilt, wenn man die
Arbeiterſchaft noch länger unter dieſem Druck laſſe. Nachdem der
Redner am Wirtſchaftsprogramm der Regierung Kritik geübt
hatte, ſtellte er folgende drei Forderungen als das Ziel auf, für
das der Verband ſeine ganze Kraft einſetzen werde: Verkürzung
der Arbeitszeit, und zwar neben der Verkürzung der täglichen
Schichtzeit die 5=Tages=Woche, ferner internationale
Verſtändi=
gung über Förderung und Abſatzmärkte im Bergbau, ſowie
ſchließlich die Verſtaatlichung des Bergbaues, ohne die eine ſolche
Verſtändigung nicht erreichbar ſei.
Bolſchewiſtiſche Schulreakkion.
Von unſerem Berichterſtatter.
N. Moskau, Ende September.
Kurz vor Beginn des neuen Schuljahres hat das
Zentral=
komitee als oberſte Staatsbehörde ein überaus wichtiges Dekrei
erlaſſen, das eine bedeutungsvolle Neuordnung
des geſamten Schulweſens im Sowjetſtaat bringt.
Zugleich verdammt es die bisherigen Schulzuſtände
als gänzlich ungeeignet für die Heranbildung tüchtiger
Arbeiter für den Fünfjahresplan und zu guten Kommuniſten in
Grund und Boden. — Es iſt das Merkmal des bolſchewiſtiſchen
Regimes, daß alle ſtaatlichen und öffentlichen Funktionen und
Behörden ſowie alle Gebiete des menſchlichen Kollektiv= und
Einzellebens ſich in einem ſtändigen Umbau befinden. Während
die Regierung alle Sorgen auf die Durchführung der
Induſtria=
liſierung anwendet und ihre Kräfte in dem täglichen =Kleinkrieg
mit den Kollektivbauern verſchwenden muß, war die Schule
bis=
her eigentlich nur ungenügend betreut worden. Sie war das
Experimentierfeld, auf dem ſich die wildeſten Kommuniſten
aus=
tobten, die weniger Aufmerkſamkeit einem gut durchgearbeiteten
Lehrprogramm und der Heranbildung tüchtiger Lehrer
widme=
ten, als vielmehr der Innehaltung der Erziehungsmethoden der
ſtrenggläubigen Parteitheoretiker. Die Erfolge waren
demeni=
ſprechend. Es konnte ſich die groteske Lage herausbilden, daß
nicht der Lehrer, ſondern der Schüler der
eigentliche Leiter der Lehranſtalt war. Nicht nur
das Lehrprogramm wurde nach dem Ermeſſen des „Schülerrats”
feſtgeſetzt, auch von einer Schuldiſziplin konnte keine Rede ſein.
Hinzu kam, daß der Bedarf an erſtklaſſigen Arbeitskräften die
Regierung dazu zwang, die Schüler irgendwie durch alle Klaſſen
durchzuhetzen, um ſie nur erſt ſoweit zu bekommen, daß ſie eine
Maſchine bedienen konnten.
Mit dieſer Schul=„Ordnung” ſoll nun gründlich aufgeräumt
werden. Der Veröffentlichung des urſprünglichen Erlaſſes
folg=
ten unzählige Durchführungsverordnungen, und zwar für alle
Einzelgebiete der bolſchewiſtiſchen Schule. Die Reform bezieht
ſich auf die drei Grundfragen: Lehrplan,
Schul=
diſziplin und Lehrer. In allen drei Teilen wird mit
ſcharfer, oft biſſiger Kritik nicht geſpart. Es heißt dort, daß der
Schulunterricht keinen ausreichenden Stoff an Allgemeinwiſſen
vermittelt, daß die Schulprogramme aber gleichzeitig an
Ueber=
laſtung mit Unnötigem leiden, daß auf der anderen Seite dem
Mittelſchüler nicht einmal die Grundbegriffe der Phyſik, Chemie,
Biologie uſw. beigebracht werden, ja, daß ſogar „die
Gewohn=
heit des richtigen Schreibens und Leſens” ihm nicht eigen iſt.
Nach dieſen Offenherzigkeiten wird gerügt, daß Geſchichte und
Geographie des eigenen Heimatlandes vollkommen vernachläſſigt
werden. Dagegen werden die Schüler miteinem
Ueber=
maß von politiſchen Phraſen gefüttert, die ſie
kaum verdauen können. Es ſoll alſo alles getan werden, —
frei=
lich unter gebührender Berückſichtigung der kommuniſtiſchen
Grundeinſtellung — die Allgemeinbildung zu heben, für eine
ſyſtematiſche Erfaſſung des Stoffes durch die Kinder zu ſorgen
und auch in der Schule wieder das Leiſtungsprinzip in den
Vordergrund zu ſtellen. Die Prüfungen werden wieder
einge=
führt, für dauerndes „Ungenügend” und für grobe
Diſziplin=
widrigkeiten gibt es wieder Relegationen von einem bis zu
drei Jahren die „Volksverſammlungsſtimmung” wird aus den
Schulen verbannt und die „volle „Befehlsgewalt” wird an die
Lehrer zurückgegeben. Es ſollen ſich alſo nicht mehr die Fälle
ereignen, daß Schülerräte wegen einer Tracht
Prü=
gel, die ein Klaſſenmitglied zu Haufe bezogen
hat, die Eltern „zur Verantwortung ziehen”
können, daßein Klaßkom (Klaſſenkomitee) einenLehrer
zum Tode verurteilen kann, weil dieſer gewagt hatte,
den Vorſitzenden dieſes Klaßkoms öffentlich zu beleidigen, oder daß
— wie es in Charkow geſchah — dieſes Klaßkom die
Entfer=
nung eines Lehrers verlangte und durchſetzte, weil in ihn eine
der Schülerinnen verliebt war, zu der ſich auch gleichzeitig der
Vorſitzende des Klaßkoms hingezogen fühlte.
Mit der Betonung der Führerrolle der Lehrer
macht der Erlaß auch dem obligatoriſch gewordenen „
Brigaden=
ſyſtem” ein Ende, das darin beſtand, daß die Kinder nur in
Gruppen lernten, wobei die gute Note der ganzen Gruppe
ge=
geben werden mußte, wenn auch nur eines ihrer Mitglieder
wirklicher Könner war. Jetzt wird das individuelle Lernen
wieder hergeſtellt, es ſoll beim Lehrer ſtehen, ob der Schüler bei
der Aufnahme= und Schlußprüfung als geeignet anerkannt
wird. — Freilich iſt der bolſchewiſtiſche Lehrer auch ein eigenes
Kapitel. Bei 20 Millionen Schulkindern fehlen
nahezu 100 000 Lehrer. Man hat ſich mit Notbehelfen
begnügt, man hat Lehrern nach Abſolvierung von vier
Volks=
ſchulklaſſen eine Klaſſe gegeben — die Folgen waren kataſtrophal.
Jetzt ſoll nicht nur für genügende Vorbildung, ſondern — was
ein ebenſo ſchwieriges Problem iſt — für ihre materielle
Beſſer=
ſtellung geſorgt werden. Hinſichtlich der Verſorgung mit
Lebens=
mitteln und Induſtriewaren, hinſichtlich der Wohnungen und
Erholungsurlaube in Kur= und Badeorten werden ſie den
Arbeitern gleichgeſtellt, ihre Kinder ſollen bei der Aufnahme in
den Hochſchulen die gleichen Vorrechte wie Arbeiterkinder
genie=
ßen und dergleichen mehr. Ob damit erreicht werden kann, daß
der Lehrerberuf wieder anziehend wird, ſteht dahin. Erſt kürzlich
hat die geſamte Sowjetpreſſe das Lehrerproblem beſprochen,
denn die Selbſtmorde der Lehrernahmen
ſeuchen=
artigen Charakter an. In der Tat nagen alle Lehrer
ohne Ausnahme am Hungertuch — ſie erhielten bisher im
Durchſchnitt bei einem Fleiſchpreiſe von 12 bis 16 Rubel 90
Nubel Monatsgehalt.
Ob dieſe Schulreform die gewünſchten Erfolge zeitigen
wird, muß die Erfahrung lehren. Ihr Grundzug geht zwar
da=
hin, daß mit der bisherigen Schlamperei ein Ende gemacht
wer=
den ſoll, unverhüllt kommt aber in ihr zugleich mit der
Beſei=
tigung des bisherigen kommuniſtiſchen Liberalismus auch eine
Stärkung des Gedaukens der kommuniſtiſchen Diktatur zum
Aus=
druck. Durch die Verwandlung der ſiebenjährigen in die
zehn=
jährige Schule iſt dafür geſorgt, daß das kommuniſtiſche
Kind drei Jahre länger in der Zuchtanſtalt der
Kollektivmenſchen verbleibt, und zwar unter einem
gegenüber dem bisherigen Zuſtand weit ſtrengeren und
ſtraffe=
ren Regime. Man darf alſo keineswegs etwa von einer
Abfage an das bolſchewiſtiſche
Erziehungs=
prinziy ſprechen, nur hat ſich Stalin auch in der Schule jetzt
die „weſitichen Methoden zu eigen gemacht.
Seite 2— Nr. 276
Dienstag, 4. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Berlin, 3. Oktober.
Nach dem Bericht des Schlichters für den Bezirk
Südweſt=
deutſchland ſind ſeit dem 25. September bis einſchließlich 1.
Okto=
ber 1932 auf Grund der Notverordnung vom 5. September rund
1700 Arbeiter und Angeſtellte neu eingeſtellt worden. Die
Neuein=
ſtellungen ſind hauptſächlich erfolgt in der Textilinduſtrie, dem
Be=
kleidungsgewerbe und bei dem Maſchinen=, Apparate= und
Fahr=
zeugbau.
Im Schlichterbezirk Schleſien ſind bis zum 1. Oktober 1932 in
54 Betrieben rund 1600 Neueinſtellungen erfolgt.
In der Provinz Oſtpreußen iſt im Baugewerbe eine Reihe
von Neueinſtellungen vorgenommen worden.
Die Schokoladenfabrik Sarotti hat beſchloſſen, 250 Arbeiter
neu einzuſtellen.
Bei der Mansfeld A.=G. in Eisleben ſind die
Ver=
handlungen mit der Belegſchaft jetzt abgeſchloſſen, ſo daß am 10
Oktober 600 Arbeiter neu aufgenommen werden können.
Die Ilſeder Hütte und das Reiner=Walzwerk,
die ſeit Anfang September ſtilliegen, werden wieder in Betrieb
genommen. Bis zum 10. Oktober ſollen eine Reihe von Arbeitern
eingeſtellt werden, um die Wiederaufnahme der Produktion
vor=
zubereiten. Man will dann die geſamte Belegſchaft, 1700 Mann,
die das Werk vorher zählte, wieder einſtellen und die
Beleg=
ſchaftsziffer vielleicht ſogar noch erhöhen.
Das Land=Elektrizitätswerk Halle a. S.
ver=
ſtärkt ſeine Belegſchaft um 300 Arbeiter.
Die bayeriſchen Stickſtoffwerke A.=G. wollen auf
ihrem Werk in Pieſtritz bei Wittenberg annähernd 200 Mann neu
einſtellen.
Die Schokoladefabrik Moſt in Halle ſtellt 70
Mann ein.
Die Walzenfabrik Cortendorf in Thüringen
er=
höht ihre Belegſchaft von 120 auf 150 Köpfe.
Im Konzern der Vereinigten Stahlwerke ſind
umfangreiche Neueinrichtungen und Neueinſtellungen erfolgt.
Bei der Abteilung Schalkerverein wurden 150 Mann, bei der
Dortmunder Union 130, bei der Abteilung Charlotten=Hütte in
Niederſchleſien 100, beim Weißblech Wiſſen 100 Mann neu
einge=
ſtellt. Ferner haben die zum Intereſſenbereich der Vereinigten
Stahlwerke gehörenden Ruhrſtahl A.=G. auf verſchiedenen Plätzen
insgſamt 350 Mann neu eingeſtellt.
Die Kammgarnſpinnereien Delmenhorſt, die
kürzlich 70 Arbeiter neu eingeſtellt haben, tragen ſich mit der
Ab=
ſicht, weitere 60 Mann aufzunehmen.
Bei Hoeſch Neu=Eſſen ſind 250 Mann neu eingeſtellt
worden.
Die Firma Seidel=Neuman=Dresden will 170
Mann neu einſtellen.
In den beiden letzten Wochen haben die Rumpuswerke
in München=Gladbach 160 Arbeiter neu eingeſtellt.
Die Webſtoff=A.=G., München=Gladbach verfügt
über Neuaufträge, ſo daß über 2 und 3 Schichten gearbeitet
wer=
den muß. Die Belegſchaft iſt um 50 Mann erhöht worden.
Die rheiniſch=weſtfäliſchen Kalkwerke in
Dornap werden 70 bis 80 Arbeiter neu einſtellen.
Die Leipziger Pianofortefabrik Hupfeld wird
ebenfalls in den nächſten Tagen Neueinſtellungen vornehmen.
Bei der Walzenfabrik Kahla erfolgten 100
Neuein=
ſtellungen.
Die Schuhfabrik Hoffmann in Stadtilm hat
80 Mann neu eingeſtellt.
Bei dem Metallwerk Schwarz in Eiſenach iſt die
Belegſchaft um 180 Mann verſtärkt worden.
Bei der Ludwig Krumm A.=G. ſind 100
Neueinſtellun=
gen erfolgt.
Die Papierfabrik König in Walthershauſen
nimmt demnächſt Neueinſtellungen vor.
Die Daemmerwerke in Eſſen ſtellen 60 Mann ein.
Bei den Bayeriſchen Motorenwerken in
Eiſe=
nach ſind 60 Arbeiter neu eingeſtellt worden.
Hilfsmaßnahmen
für wohnungsloſe Reichsbedienſtete.
Der Reichsarbeitsminiſter hat Beſtimmungen erlaſſen, nach
denen für Gewinnung von Wohnungen für wohnungsloſe
Reichs=
bedienſtete (Beamte, Angeſtellte, Arbeiter des Reiches) durch
Teilung größerer Wohnungen Beihilfen gegeben werden. Die
Beihilfe beträgt grundſätzlich die Hälfte der Umbaukoſten.
An=
träge auf Gewährung derartiger Beihilfen ſind an die
Landes=
finanzämter zu richten.
Der neue Kommandant des heſſiſchen Bataillons, Major von
Wachter, iſt am Montag früh in Gießen eingetroffen. Im
Laufe des Dienstags wird die Uebernahme des Bataillons durch
den neuen Kommandeur ſtattfinden.
Am Montagvormittag wurden die Feldzeichen des Inf.=Regts.
Generalfeldmarſchall von Hindenburg, des 3. Garde=Regts. zu Fuß
und des Oldenburgiſchen Inf.=Regts. Nr. 91, die zu Ehren des
Reichspräſidenten an ſeinem Geburtstag in ſeinem Arbeitszimmer
aufgeſtellt waren, von der Fahenkompagnie des Wach=Regiments
wieder eingeholt.
Die Gerüchte über einen bevorſtehenden Rücktritt des
Reichs=
rundfunkkommiſſars Scholz werden dementiert.
Im Lohnſtreik im Berliner Möbeltransportgewerbe wurde
am Montagmittag ein Schiedsſpruch gefällt, der den bisherigen
Mantel= und Lohntarif bis zum 28. Februar 1933 verlängert.
Im Tarifſtreit des Hamburger Verkehrsgewerbes ſind die am
3. 10. 32 geführten Nachverhandlungen ergebnislos geblieben. Die
Entſcheidung liegt nunmehr beim Reichsarbeitsminiſter.
Der Reichsernährungsminiſter wird am 7. Oktober in Breslau
auf dem Verbandstag der Niederſche en landwirtſchaftlichen
Genoſſenſchaften über die Pläne der Reichsregierung für die
Sanierung der landwirtſchaftlichen Genoſſenſchaften und die
Um=
organiſation der Preußiſchen Zentralgenoſſenſchaftskaſſe ſprechen.
Der engliſche König hat den Rücktritt des Generalgouverneurs
n Dublin, McNeill, genehmigt. McNeill hat, wie erinnerlich, vor
einiger Zeit gegen die „grobe Unhöflichkeit” zweier Miniſter des
Freiſtaates proteſtiert und mit dem Rücktritt gedroht, falls keine
Entſchuldigung erfolge.
Der Jahreskongreß der engliſchen Arbeiterpartei brachte in
ſeiner erſten Sitzung heftige Angriffe gegen die Nationalregierung,
vor allem wegen des Ergebniſſes von Ottawa und die Zollpolitik
überhaupt. Henderſon ſchloß ſich der Kritik des Kongreßvorſitzenden
Lathan an, der das Schutzzollprogramm der Regierung als
reak=
tionär und die angebliche Koalitionspolitik als ſchamloſes
Tory=
tum bezeichnete.
Die jüngſte Enzyklika des Papſtes über die Vorgänge in
Mexiko hat zu einer außerordentlich ſcharfen Erklärung des
mexi=
kaniſchen Präſidenten Rodriguez geführt, der ankündigte, er werde
jede Benutzung der Kirchen für Kultzwecke unterſagen, wenn ſich
nicht die Haltung der katholiſchen Kirche gegenüber dem
mexika=
niſchen Staate ändere. Die Kirchen würden in
Arbeiterbildungs=
ſchulen und Arbeiterkonſumverkaufsſtellen umgewandelt werden.
Die Aufnahme des Lykton=Berichts.
Japan bezeichnet die Empfehlungen als
nicht durchführbar.
EP. Tokio, 3. Oktober.
Zum Lytton=Bericht wird in maßgebenden politiſchen
Krei=
ſen die Anſicht geäußert, die Empfehlungen des Ausſchuſſes
ſeien in der vorliegenden Form nicht durchführbar. Zum
minde=
ſten müſſe dem neuen Mandſchurei=Staat eine Friſt von zwei
oder drei Jahren gegeben werden, um ihm Gelegenheit zu
geben, zu zeigen, daß er lebensfähig ſei.
China und der Lykkon=Bericht.
Nanking, 3. Oktober.
Der chineſiſche Miniſterpräſident Wangſinwei erklärte, daß der
Bericht der Lytton=Kommiſſion die chineſiſche öffentliche Meinung
nicht beruhigen könne. Die chineſiſche Regierung habe die
Hoff=
nung noch nicht aufgegeben, daß der Völkerbund zugunſten der
chineſiſchen Intereſſen einſchreiten werde. Sie müſſe jetzt feſtſtellen,
daß in den letzten drei Tagen ſich die politiſche Lage im Fernen
Oſten zuungunſten Japans geändert habe. Die Aufſtände in der
Mandſchurei bewieſen, daß der Wille des chineſiſchen Volkes für
ſeine Befreiung nicht gebrochen ſei. Auf dieſe Weiſe, erklärte
Wangſinwei, könnte die Frage ſchneller gelöſt werden als durch
den Völkerbund.
General Ma erklärt in einem Schreiben an den Präſidenten
der chineſiſchen Republik, er fühle ſich mit der chineſiſchen
Zentral=
regierung verbunden und werde immer für die Befreiung der
Mandſchurei kämpfen.
Der Eindruck in Waſhingkon.
EP. Waſhington, 3. Oktober.
Der Lytton=Bericht über die Mandſchureifrage wird hier
all=
gemein als eine geeignete Grundlage für die Befriedung des
Fernen Oſtens betrachtet. Obwohl Staatsſekretär Stimſon noch
nicht von ſeiner Reiſe nach Philadelphia zurückgekehrt iſt und
ſich noch nicht zu dem Bericht äußern konnte, gilt es als
zweifel=
los, daß die amerikaniſche Regierung die Vorſchläge der
Kom=
miſſion nach Kräften unterſtützen wird.
Kallgeſtellk!
Abberufung des öſterreichiſchen Geſandten in Berlin.
* Berlin, 3. Oktober. (Priv.=Tel.)
Der langjährige öſterreichiſche Geſandte in Berlin, der ſich in
amtlichen und geſellſchaftlichen Kreiſen großer Wertſchätzung
er=
freut, ſoll nach Meldungen aus Wien demnächſt abberufen werden,
angeblich im Rahmen
eines größeren
Revire=
ments, tatſächlich aber,
und das gibt dem Falle
ſeine allgemeine
Bedeu=
tung, weil er ſich bei
der öſterreichiſchen
Re=
gierung unbeliebt
ge=
macht hat. Er hat
pflicht=
gemäß in ſeinen
Berich=
ten darauf aufmerkſam
gemacht, daß die
öſter=
reichiſche Politik, die
in Lauſanne zu neuen
antideutſchen
Kundge=
bungen geführt hat, in
Deutſchland ſchärfſte
Kritik gefunden habe,
und hat wohl auch
darüber hinaus darauf
hingewieſen, daß durch
die Befolgung dieſer
Politik Deutſchland und
Oeſterreich ſich
ausein=
anderleben müſſen. Zum
Dank dafür wird er
Dr. Felix Frank.
jetzt vom Kabinett
Doll=
fuß plötzlich abgeſägt, öſterreichiſcher Geſandter in Berlin.
und damit niemand in
Berlin dieſe Demonſtration mißverſteht, wird gleichzeitig auch
ſein Preſſechef zurückberufen, der angeblich dafür verantwortlich
ſein ſoll, daß die deutſche Preſſe ſo unfreundlich auf die Vorgänge
in Lauſanne und Wien reagiert habe. Das ganze mutet an wie
die Suche nach dem Sündenbock, obwohl doch gar keinen Zweifel
darüber ſein kann, daß der eigentliche Sündenbock in Wien ſitzt,
und daß durch derartige Methoden die Gefahr einer immer größer
werdenden Entfremdung zwiſchen den beiden Ländern entſteht.
Das wiedererſtandene Problem der Verkeidigung
der heimiſchen Küſte.
Der Marinekorreſpondent des „Daily Telegraph” will wiſſen,
daß die britiſche Regierung eine weitgehende Aenderung in der
bisherigen Verteilung der britiſchen Flottenſtreitkräfte plant.
Danach ſollen die Schlachtſchiffe der Heimatflotte und der
Mittel=
meerflotte miteinander vereinigt und künftig in den heimiſchen
Gewäſſern konzentriert werden. Die Mittelmeerflotte ſoll nach
dem Korreſpondenten in Zukunft nur noch aus Kreuzern,
Zer=
ſtörern und U=Booten mit mehreren Flugzeugmutterſchiffen
mittleren Typs beſtehen.
Die britiſche Admiralität vertritt den Standpunkt, daß die
Tonnage aller Kriegsſchiffstypen herabgeſetzt werden ſollte und
daß man mehr Wert auf die Zahl der Kriegsſchiffe als auf eine
geſteigerte Kampfkraft der einzelnen Einheiten legen ſollte. Der
Korreſpondent berichtet ferner, daß die geplanten Reformen die
Mitarbeit der Dominien zur Vorausſetzung hätten., Unformelle
Beſprechungen auf der Ottawa=Konferenz hätten eine
unerwar=
tete Bereitwilligkeit bei Kanada, Auſtralien und Neuſeeland
ge=
zeigt, ihren Teil für die Reichsverteidigung zur See
beizu=
tragen. Es ſei wahrſcheinlich, daß alle drei Dominien ihre
See=
ſtreitkräfte weſentlich verſtärken würden.
Ueber die Gründe dieſer Neuvrientierung der
Marinepolitik führt der Korreſpondent u. a. aus, die
britiſche Seemacht ſei noch immer nach einem bald nach
Kriegs=
ende aufgeſtellten Plan organiſiert. Damals habe man geglaubt,
die Seegewalt ſei ſtabiliſiert. Aber ſeither ſei die Stärke der
britiſchen Marine ſtändig vermindert worden, während die
Flot=
ten der anderen größeren Seemächte verſtärkt worden ſeien. In
den europäiſchen Gewäſſern allein ſeien während dieſer Periode
150 U=Boote, 120 Zerſtörer von ungewöhnlicher Größe und
Kampfkraft und 41 ſchnelle ſchwergepanzerte Kreuzer gebaut oder
auf Stapel gelegt worden. Vor zehn Jahren habe die
Haupt=
ſorge dem Stillen Ozean gegolten, heute gäben die ſtetige
Ver=
minderung der Kampfkraft der britiſchen Flotte und das
wieder=
erſtandene Problem der Verteidigung der heimiſchen Küſte den
Anlaß zu den von der Regierung ins Auge gefaßten
Reform=
plänen.
Jagd im Monat Oktober.
Es iſt eine herrliche Zeit für den Weidmann: dieſer Oktober=
Monat! Noch iſt die Brunft des Rotwildes im Gange, erſt
gegen Mitte des Monats geht ſie zu Ende.
Dann beginnt in den Damwild=Revieren die Brunft. Um
meinen Wohnſitz im alten Reichs= und Kaiſerforſt „Drei=Eich” iſt
jetzt wieder ein ganz guter Beſtand an Damwild in freier
Wild=
bahn vorhanden. Vor dem Kriege wurde der Beſtand auf
400 Stück geſchätzt, die franzöſiſche Beſatzung hat dann
fürchter=
lich darunter gehauſt. Jetzt zieht das Damwild wieder durch
die weiten Waldungen; auch das ritterliche Schwarzwild iſt gut
bertreten, ſo zeigt der große Reichsforſt, in dem Karl der Große,
die Karolinger die Sachſen= und Hohenſtaufen=Kaiſer, die
Habs=
burger und Wittelsbacher einſt gejagt haben, wieder einen
er=
freulichen Wildbeſtand.
Damſchaufler ſollten erſt von Ende Auguſt an und nur,
wenn ſie gefegt haben, geſchoſſen werden; im September ſteht
der Damhirſch in der Feiſtzeit und iſt bis Mitte des Monats
Oktober jagdbar, wo die Brunft beginnt, in der das Wildbret
einen ſtarken Brunftgeſchmack annimmt. Ende November endigt
die Brunftzeit des Damſchauflers. Gewiß, die Jagd auf den
Damhirſch hat nicht den Reiz, den die Jagd auf den
brunften=
den Rothirſch umgibt. Der Damſchaufler kündet nicht durch den
mächtigen Brunftſchrei des Edelhirſches ſeine Herrenrechte an.
Es iſt ein abwechſelnd an= und abſchwellendes Rollen, das der
Damhirſch hören läßt; es ertönt lange Zeit ununterbrochen, mal
heiſer, mal ſtärker.
Den meiſten Jägern und Naturfreunden iſt das Damwild
nur aus Gehegen und Wildparks bekannt. Dort gewöhnt es ſich
ſehr leicht an den Menſchen, wird ſehr vertraut, und äußert oft
eine gewiße Neugier. Es iſt aber falſch, hieraus auf das
Ver=
halten des Damwilds in freier Wildbahn Schlüſſe zu ziehen!
Hier benimmt es ſich ganz anders! Es iſt nichts weniger als
vertrauensſelig, vielmehr mißtrauiſch und ſcheu, ſo daß ein
alter, gewitzter Schaufler dem erfahrenen Jäger dieſelbe Mühe
macht wie ein Rothirſch. Wer das Damwild ſchlechthin als
dumm und dreiſt bezeichnet, der hat es keinesfalls in freier
Wildbahn geſehen und beobachtet. Das Damwild muß ſchon
vor beinahe tauſend Jahren in Deutſchlands Wäldern heimiſch
geweſen ſein. Auf Kloſter=Tiſchen kannte man Damwildbraten
ſchon im 10. Jahrhundert, wie aus Ekkehards „Tiſchgebeten”
hervorgeht. (Imbellem dammam faciat benedictio summam.)
Das Vorkommen von Damwild in der Schweiz und im Elſaß
iſt durch mittelalterliche Urkunden belegt; der Damhirſch wurde
im Althochdeutſchen damo oder tamo genannt. Von der
Eis=
zeit bis etwa zum 3. oder 4. nachchriſtlichen Jahrhundert fehlt
das Damwild in Europa. Nach dieſer Zeit wurde es von den
Römern in römiſche Provinzen Nordafrikas und Europas
(Iberien, Gallien, Germanien) gebracht. In Frankreich läßt es
ſich um das Jahr 480 urkundlich nachweiſen, in Deutſchland
zur Merowinger=Zeit und unter Karl dem Großen, ſowie unter
den Sachſenkaiſern. Vom Rhein kam es im 11. Jahrhundert
nach Dänemark von dort nach England. Der deutſche Abt
Rumpler vom Kloſter Vormbach erwähnt in ſeiner Aufzählung
des Wildſtandes in ſeinem Waldbeſitze, der an den mächtigen
Neuburger Wald angrenzte, die beiden Wildſtier=Arten: den Ur
und den Wiſent, den Elch und den Hirſch, ſowie „damas”
alſo das Damwild: dieſe Niederſchrift ſtammt vom Ende des
15. Jahrhundert. In Kurheſſen muß es während des 16.
Jahr=
hunderts ſpärlich geweſen ſein, weil der Landgraf im Jahre 1570
aus Dänemark 70 Damhirſche bezog.
Im Jahre 1629 zählte man — offenbar in einem Wildpark —
in Heſſen=Darmſtadt 674 Stück.
Der dreißigjährige Krieg hat in Heſſen und wohl auch
anderwärts das Damwild vernichtet, doch nicht dauernd, denn
zu Anfang des 18. Jahrhunderts zeigte es ſich wieder zahlreich:
800 Stück wurden 1730 abgeſchoſſen. Um dieſelbe Zeit (1729)
rühmt der bayeriſche Chroniſt Meichelbeck die Damhirſche als
ein beſonderes Wertſtück des Partenkirchner Alpen=Landes. „Ihr
Fleiſch ſei ein früher nicht bekanntes feines Eſſen (nova voluptas).
Und in Mengen fänden ſie ſich. Oft ſeien ſie auf den Felſen=
Kuppeln in Rudeln von 200 Stück zuſammengeſchart und dann
leicht zu ſchießen.‟ Das dürfte wohl klaſſiſches Jägerlatein
ſein! Ein Weidmann des Alpenlandes wird dieſen rieſigen
Bären mit großem Behagen dem gelehrten Herrn
Chronik=
ſchreiber aufgebunden haben!
Unſer Damwild, das in den Vorkriegsjahren von vielen
Jägern mißachtet wurde, iſt ſeit dem Kriege erheblich an
An=
ſehen geſtiegen! In früheren Jahren haben ſich Weidmänner,
die gut beſetzte Damwild=Reviere beſaßen, um den Abſchuß
dieſer „Ziegen” oder „Zicken” nicht gekümmert. Der Abſchuß
wurde Jagdgäſten oder dem Jagdſchutzperſonal überlaſſen. Heut
wird ein guter Schaufler ebenſo hoch gewertet, wie ein
jagd=
barer Edelhirſch. Das iſt auch nur richtig, denn wer die
Ge=
wohnheiten des Damwildes in freier Wildbahn kennt, der weiß,
daß die Erbeutung eines Kapital=Schauflers an die Ausdauer
des Jägers dieſelben Anforderungen ſtellt wie die Jagd auf den
hochgeweihten Edelhirſch.
Leider wird gerade den Damhirſchen gegenüber ſchwer
ge=
ſündigt, d. h. man läßt die Hirſche nicht alt genug werden, ſo
daß ihr Geweih ſich meiſt nicht richtig entwickeln kann. In
den meiſten Staatsforſten wird dies ſchöne Schalenwild mit
beſonderer Sorgfalt gehegt, aber die angrenzenden
Gemeinde=
jagd=Pächter ſind leider oft dieſen Hegebeſtrebungen unzugänglich
und ſchießen an den Grenzen alles wahllos ab.
Im übrigen bietet der Monat Oktober jagdliche Freuden in
reichem Maße! Am 1. Oktober beginnt in vielen deutſchen
Staaten die Haſen=Jagd, in manchen Ländern, wie in Heſſen,
Württemberg u. a., iſt der 16. Oktober der dies jrae für, den
armen Löffelmann. Die Rebhühner haben jetzt prächtig „
ge=
ſchildert” und der Schuß auf ein pfeilſchnell ſtreichendes
aus=
gewachſenes Huhn iſt eine andere Kunſt, wie das langſame
Schützenfeuer auf die jungen Hühner Anfang September. Auch
der Faſan hat geſchildert und iſt jagdbar. Der „Vogel mit dem
langen Geſicht” iſt wieder auf der Wanderſchaft; auf dem
Zuge nach den Winterquartieren raſtet die Schnepfe bei uns.
Auf dem Abendanſtand, beim Buſchieren und auf der
Treib=
jagd wird ſie eine gerne begrüßte Beute. Die Wildenten werden
auf dem Einfall bzw. auf dem Strich geſchoſſen. Auch die
Schonzeit des „Bergmanns” unter den Tieren des deutſchen
Waldes, des „Meiſter Grimbart” iſt in vielen Staaten unſeres
Vaterlandes beendet. Der Einſiedler wird am Bau gelegentlich
des Anſitzes morgens oder abends geſchoſſen, häufig auch im
Bau gegraben!
Jetzt beginnen die Stöber=Jagden die „Drück=Jagden” das
„Riegeln” in dem in allen Farben ſchillernden Herbſtwald! Dazu
Weidmannsheil!
Dr. Ludwig Roth.
Dkenstag, 4. Oktober 1932
Von unſerem „=Korreſpondenten.
Rom, Anfang Oktober.
„Es iſt das erſte Mal”, ſo ſchreibt der franzöſiſche „Temps”,
daß ein Herrſcher aus dem Hauſe Savoyen durch den
Suez=
kanal fährt. Es ſcheint den Franzoſen aus irgendeinem Grunde
gar nicht zu behagen, daß König Viktor Emanuel nach der
italie=
niſchen Kolonie Eritrea zu Beſuch reiſt. Einmal muß man
ſchließlich anfangen, ſeine Kolonien zu betonen. Der geeignete
Augenblick ſcheint nun gekommen. Mit Libien iſt man im
Reinen. Die Senuſſis ſind bezwungen, der Weg bis tief ins
Innere iſt frei, und die Grenze in der ſchwärzeſten Sahara,
dort, wo ſie die Franzoſen ſo ungern gezogen wiſſen wollen,
wird nun doch einmal in Ordnung gebracht werden müſſen.
Da iſt ſo ein kleiner Flankendruck von der abeſſiniſchen Seite
gar nicht ſchlecht.
Man weiß, der Schienenſtrang nach der Hauptſtadt
Abeſſi=
niens, nach Addis Abbeba geht vom franzöſiſchen Dybouti, dem
Hafen am Oſtknick des Roten Meeres aus. Noch beherrſcht
Frankreich die Zugangsſtraße zu Aetiopien. Aber von Maſſaua,
dem italieniſchen Hafen am Roten Meer, geht eine Eilenbahn
auf das über 2000 Meter hohe Hochplateau des Vorlandes von
Abeſſinien mit einer langen Fortführung bis Agordat auf dem
Wege nach Kaſſala und Karthum, alſo nach dem ägyptiſchen
Sudan. Da liegt eben überall „Intereſſensgebiet”. Es kann der
Tag kommen, an dem der Weg über Maſſaua wichtiger wird,
als jener über das franzöſiſche Dybouti.
Der italieniſche König alſo reiſt nach ſeiner Kolonie Eritrea.
Sie iſt unter ſchweren Blutopfern (man vergeſſe Adua nicht!)
zu einer ſich langſam und ruhig entwickelnden italieniſchen
Be=
ſitzung geworden. Was wir offiziell in Italien an Bananen
eſſen, iſt nach dem muſſoliniſchen Einfuhrverbot von weſtindiſchen
Bananen angeblich brav in der italieniſchen Kolonie gewachſen.
Auch ſonſt ſoll ſie allerlei Waren im Austauſchverkehr bieten.
Vor allem aber iſt Maſſaua ein Stützpunkt hinunter nach Süden,
nach dem italieniſchen Somalilande und — einmal kann auch
dieſe Stunde kommen — nach neuen Kolonien in der Gegend,
wo einſt die deutſchen Lande Oſtafrikas lagen.
Es ſind alſo tatſächliche und zukünftige Gründe, die die
Kolonie Eritrea den Italienern lieb und wertvoll machen
kön=
nen, und ſie einen Beſuch des Königs verdienen laſſen. Die
Franzoſen tun nun auch den Italienern den Gefallen, den
not=
wendigen Anſtoß im Sinne einer Beachtung an dieſer
Königs=
fahrt zu nehmen. Denn ſchließlich iſt dieſe Betonung der
italie=
niſchen Rechte ja ein Zweck der Uebung. Im September iſt an
ſich die Jahreszeit für das Rote Meer noch etwas früh, aber
es wird Oktober bis man ankommt, und dann ſind in der
Eritrea gerade die ſchweren Herbſtgewitter der großen
Regen=
zeit vorüber, und die Hochebene liegt im ſchönſten jungen Grün.
Man muß einmal ſehen, wie die Italiener ihre Sache
heut=
zutage machen. Reklame und Regie iſt in keinem Lande ſo
vor=
züglich auf das Politiſch=Wirtſchaftliche übertragen wie in Italien.
Ehe man die Welt durch die Königsreiſe etwas mehr als bisher
auf dieſes Land Eritrea aufmerkſam machte, hat man in einem
der letzten Bände der dem Bädeker genau nachgeahmten
Führer=
bände des italieniſchen Touringklubs über Italien — nebenbei
geſagt gut nachgemacht, denn dieſe Führer ſind ſehr ausführlich
und richtig — einen Band „Possedimenti e Colonie”
angeglie=
dert. (Alſo, Beſitzungen und Kolonien”, denn einzelne Gebiete,
wie z. B. eine Inſel, die nur ſtrategiſchen Wert hat, iſt eben
keine Kolonie, ſondern eine Beſitzung.) In dem 1930 verteilten
italieniſchen „Bädeker” über die Kolonien iſt nun die Eritrea=
Kolonie ſo ausführlich beſchrieben, daß man dort vier Wochen
verbringen kann. Dieſer Rat wird auch ausdrücklich gegeben:
man ſolle einen Dampfer überſchlagen und ſich zwiſchen zwei
Dampfern, die in Maſſaua auf der Oſtaſienfahrt anlegen, auf
dem Hinweg oder bei der Heimreiſe einmal das ſchöne Land
Eritrea mit ſeinem Hochgebirgsklima bei nur ſechsſtündiger
Bahnfahrt von Maſſaua nach der Hauptſtadt Asmara anſehen.
Die Gegend mag ſehr ſchön ſein, aber die meiſten Menſchen,
die aus dem Fernen Oſten kommen, ſehnen ſich nach Napoli oder
der Küſte der Riviera, und wer hinausfährt, iſt entweder in
Eile oder ſehr neugierig, wie es denn nun da draußen ausſieht
und möchte nur heraus aus dem Roten Meer. Um ſo
erſtaun=
licher iſt der ausführliche Führer über die Kolonie Eritrea. Die
Italiener wiſſen aber eben, daß nur auf dieſe Weiſe ſchließlich
doch das Intereſſe für dieſen Erdenwinkel geweckt wird. Sie
haben ſeit der Tätigkeit des jetzigen Unterſtaatsſekretärs im
Außenminiſterium Suvich als Leiter des „Turismo” des
ge=
ſamten Touriſtenweſens, des Fremdenverkehrs, eine
außerordent=
liche Erfahrung in der Werbung. Man wird es beim
Wieder=
erwachen des Fremdenverkehrs merken, wie Italien davon im
Gegenſatz zur faulen und teuren Südſchweiz profitieren wird.
Der König Viktor Emanuel reiſt alſo nach Maſſaua. Der
König iſt nicht mehr jung, und das Rote Meer iſt übel. Aber der
König fährt gern nach der Eritrea und dem milden Asmara.
Nicht weil es den Franzoſen auffällt. Aber weil er Muſſolini
Großes Haus. — Montag, den 3. Oktober 1932.
1. Sinfonie=Konzert.
Bei erfreulich gutem Beſuch nahm das erſte der
dieswinter=
lichen Sinfoniekonzerte einen ausgezeichneten Verlauf. Die
Vor=
tragsſolge brachte nur Werke von W. A. Mozart und L. v.
Beet=
hoven. Zuerſt erklang Mozarts Sinfonie in Es=Dur, eine der drei
letzten und bedeutendſten des Meiſters ein Werk von ſo
abge=
klärter Heiterkeit und ſorgenloſer Freudigkeit, wie es ſelbſt bei
Mozart nicht häufig vorkommt. Karl Maria Zwißler leitete die
Sinfonie auswendig und bot ſie in einer Vollendung dar, wie
ſie nicht häufig erklingt. Beſonders hervorragend war die
Ein=
heitlichkeit der Geſamtauffaſſung. Das feierliche Adagio, in dem
ſchon der Geiſt Beethovenſcher langſamer Sinfonieeinleitungen
vorausklingt, wurde mit großer Exaktheit überaus fein abgetönt
wiedergegeben, und beſonders erfreulich war dann die Ruhe, in
der das ſonnige Allegro erſchien. Im Andante unterſtrich
Zwiß=
ler den Gegenſatz zwiſchen den lyriſchen Partien und dem
erreg=
teren Zwiſchenſatz, das Menuett nahm er ungewöhnlich aber
be=
rechtigt langſam und derb, während das Trio ätheriſch zart
klang. Zu geradezu virtuoſer Leiſtung ſpornte er dann das
Orcheſter im Schlußſatz an, der in der Auslegung ſeines
Haupt=
gedankens einzigartig bei Mozart iſt. Er zeigt dieſelbe
Sonaten=
form wie das Allegro des erſten Satzes und aus dieſem Grunde
erſchien es uns nicht berechtigt, im Finale die Wiederholung des
erſten Abſchnittes zu ſpielen, während ſie im erſten Satz
weg=
gelaſſen wurde.
Nun ſpielte Walter Gieſeking das herrliche Klavierkonzert
in A=Dur. Er gehört unter den bedeutendſten Pianiſten
Deutſch=
lands zu der Gruppe, der äußerſte Klarheit und möglichſte
Objek=
tivität des Vortrags im Sinne des vom Komponiſten
Beabſich=
tigten höchſtes Gebot erſcheint. So war ſein Mozartſpiel von
außergewöhnlicher Durchſichtigkeit, perlender Geläufigkeit,
äußer=
ſter rhythmiſcher Gleichmäßigkeit in den Paſſagen und von einer
Klaugſchönheit, Feinheit und dynamiſchen Schattierung des
An=
ſchlages, die ihresgleichen ſuchen. Dabei jedoch nirgends
Pedan=
terie oder akademiſche Kühle, ſondern ein ebenſo durchblutetes
wie graziöſes Spiel. Es wäre ſchwer zu ſagen, welcher von den
3 Sätzen am vollendetſten geſpielt, am glücklichſten
wieder=
gegeben wurde. Auch hier wurde mit der gleichen Liebe
geſtal=
tet, wie ſie Zwißler der Sinfonie gewidmet hatte, und ſo konnte
man das Zuſammenwirken des Soliſten, des Dirigenten und
des außerordentlich ſchön ſpielenden Orcheſters wirklich ideal
nennen.
Von Beethoven hörten wir zuerſt die Ouvertüre zu Coriolan,
die trotz Gluck die erſte wirklicheTragödien=Ouvertüre iſt, die
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
einen Gefallen tun kann. Und ſich auch. In Rom und in ganz
Italien heben jetzt die vielen Feſte zur Feier der zehnjährigen
fasciſtiſchen Revolution an, zur Feier des Marſches auf Rom.
Da iſt es ganz nett auf dem Meere und in der fernen Asmara.
Der König braucht nicht an ſeiner Beiſeiteſchiebung mitzufeiern,
und Muſſolini braucht keinerlei Rückſicht auf zeremonielle oder
ſonſtige Gefühle des Königshauſes bei den großen Feſten des
Fascismus zu nehmen. So ſchlägt man zwei Fliegen mit einer
Klappe. Man weiſt die Italiener im rechten Augenblick auf jenes
geſchaffen wurde. Hier ballt Beethovens höchſtes Pathos, dramatiſche
Unruhe und Steigerung, Schickſalsdrohen, dazwiſchen zartes
Emp=
finden und ſchließlich tragiſche Vernichtung in einzigartiger Wucht
und Konzentration zuſammen. Auch hier packte die Wiedergabe
durch Herrn Zwißler unmittelbar. Zwar herrſchte beim Einſetzen
des unruhigen Achtel=Themas nicht völlige rhythmiſche Klarheit,
aber dann ſtraffte ſich der Aufbau außerordentlich, und es gelang,
die lyriſchen Gegenſätze ohne große Tempoverſchiebung zu
er=
greifender Wirkung zu bringen. Ganz wundervoll war die
Ge=
ſtaltung des Schluſſes, einer der genialſten Einfälle des an
Ori=
ginalen ſo reichen Beethoven. Zuletzt erklang Beethovens
Klavier=
konzert in Es=Dur, das letzte der großen Konzerte, in dem bei
Wahrung des virtuoſen Zweckes geradezu ſymphoniſcher Aufbau
herrſcht und reichſte Fantaſie und inbrünſtiges Empfinden in die
Konzertform gegoſſen wird, die ſonſt ſo leicht mit mehr brillanter
und außerlicher Muſik ausgefüllt wird. Das Es=Dur=Konzert war
das Lieblingswerk d’Alberts, der es, wenn er gut aufgelegt war,
mit hinreißendem Schwung und ſchöpferiſcher Genialität ſpielte.
Er behandelte dabei das Klavier geradezu orcheſtermäßig, wobei
er ſich Freiheiten nahm, die nicht ganz mit dem Wortlaut des
Beethovenſchen Klavierpartes übereinſtimmten. Walter Gieſekings
Auffaſſung iſt völlig entgegengeſetzt. Beethovens Notierung wird
von ihm im genaueſten Wortlaut wiedergegeben, Beethovens
Formungswille wird bis in die geringſten Kleinigkeiten
beobach=
tet. Daß die enormen techniſchen Schwierigkeiten, die Beethoven
in dieſem Konzert anhäuft, hervorragend beherrſcht wurden,
ver=
ſteht ſich bei Gieſeking von ſelbſt, ganz beſonders fein aber war
ſtets die Zartheit der lyriſchen Partien, ſelbſt nach den größten
dynamiſchen Höhepunkten. Beethoven ſchickt hier
ungewöhnlicher=
weiſe dem erſten Orcheſtertutti eine freie Klavierkadenz voraus.
Zwißler nahm dann das Hauptthema in großer Breite, ebenſo wie
es Gieſeking ſpäter ſpielte. Bei der Repriſe kam dann das Thema
erheblich raſcher. Zu geradezu ſymphoniſcher Bedeutung wurde die
ungeheure Steigerung am Schluß des Satzes erhoben. Der
ver=
hältnismäßig kurze langſame Satz wirkt in ſeiner Verſunkenheit
ähnlich improviſiert und intermezzoartig wie der Mittelſatz der
Waldſteinſonate. Auch hier ergänzen ſich Soliſt und Dirigent auf
das glücklichſte, um dann im Schlußſatz mit ungeheurem
Tempe=
rament loszuſtürmen. Ueberaus ſtarker Beifall dankte Walter
Gieſeking; man empfand es wie ein außergewöhnliches Feſt, ſo
bedeutende Proben ſeiner Kunſt hören zu dürfen. Aber auch für
Herrn Zwißler war der Abend ein bedeutender Erfolg, denn
ſeine Darſtellungskunſt fußt auf überaus gründlicher Vorbereitung,
ſtarker geiſtiger Beherrſchung der Werke und einer ſehr glücklichen
Gabe, ſeine Gedanken und Abſichten auf das Orcheſter zu
über=
tragen, das unter ihm äußerſt exakt, temperamentvoll und geſchloſ=
F.N.
ſen in der Wirkung ſpielte.
Nr. 276 — Seite 3
Kapitel hin, das jetzt nach den Fasciſten=Feiern als
propagan=
diſtiſches Faktum in den Mittelpunkt treten wird, die Idee der
Kolonien, indem man den König ſelbſt koloniſatoriſch ſich
inter=
eſſieren läßt, und man behält zugleich offenes Feld für große
Feſte beim Jubiläum des Fascismus.
So kann man im Inneren die Feſte feiern, wie ſie fallen,
und hat auch nach außen freie Hand, wenn in Genf oder
Ver=
ſailles” die Dinge ſich derart zuſpitzen, daß der Duce Italiens
auch ein Wörtchen in Europa mitſprechen will.
* Berliner Premieren.
ark. Von den Theaterpremieren der letzten Woche verdienen
drei, kurz regiſtriert zu werden; größere Bühnenereigniſſe,
vor=
wiegend Uraufführungen, ſtehen erſt für die nächſten vierzehn
Tage bevor.
Die Volksbühne fing mit Gogols „Reviſor” nicht
gerade glücklich an. Die ausgezeichnete Satire wurde durch
Ent=
ruſſifizierung einigermaßen zeitlos gemacht. Da blieb aber nur
eine ſehr farbloſe Komödie, die insbeſondere durch fauſtdick
auf=
getragene Abſchattungen der Mitwirkenden geradezu poſſenhaft
wirkte und zuguterletzt keine Gogoliade, ſondern nur noch eine
Hilpertiade war. Der neue Herr der Volksbühne, Heinz Hilpert,
hätte ſich wahrhaftig anders einführen können. Einziger Troſt:
Er verſpricht für die Spielzeit etwas ſchwerwiegendere Neubeiten
als dieſen verdünnten Lückenbüßer
Barnowſky, neuer Leiter im Komödienhaus, begann
ebenfalls mit einer aufgewärmten Speiſe. Moral”, die das
Muckertum geißelnde Komödie von Ludwig Thoma, verfehlte
ihre Wirkung auch diesmal nicht; der Auftakt war ein voller
Erfolg.
Auch die moderniſierte Neubearbeitung der Suppéſchen
Meiſteroper. Die ſchöne Galathee” wurde vom Publikum
lebhaft beklatſcht. Solche Verſuche wirken in geſchickter Aufmachung
immer ſchlagkräftig.
Von den neuen Spielfilmen bereitete „Die Tänzerin
von Sansſouci” große Enttäuſchung. Bei einem mehr als
primitiven Drehbuch erging ſich der Spielleiter Friedr. Zelnik
in der unperſönlichen Nachahmung ſeiner Vorgänger. Er ſchuf
weder einen hiſtoriſchen Film noch einen richtiggehenden
revue=
artigen Bilderbogen, ſondern einen ſehr uneinheitlichen
halbhiſto=
riſchen und verlogenen Puppenbilderbogen. Der ſo naiv geraten
iſt, daß man noch nicht einmal von einer Blasphemie reden kann.
Wenn vor der Hofloge Friedrichs des Großen eine
Tangoſere=
nade (!) ertönt, muß jede Kritik verſtummen. Einige Darſteller
ſtachen von der Mehrzahl ab, und verſuchten, Menſchen zu ſein.
Im allgemeinen ſah man eben nur Marionetten in hiſtoriſchen
Koſtümen; an der Spitze Otto Gebühr in ſeiner hinlänglich
be=
kannten Maske, zu deren lebenslänglichen Tragung er wohl
ver=
urteilt iſt. Lil Dagoper iſt mehr eine dekorative Erſcheinung
denn Schauſpielerin. Zum Teil ſehr ſchöne Aufnahmen können
für die mannigfachen Mängel dieſes Werkes kaum entſchädigen;
dieſe Art von „pſeudohiſtoriſcher Halbheit” verurſacht
Dauerkopf=
ſchmerzen infolge Dauerkopfſchüttelns.
Auf dem Gebiete der leichten Filmmuſe ſchoß „Sehnſucht
202” den Vogel ab mit guten regietechniſchen, photographiſchen
und muſikaliſchen Einfällen, ſowie mit ſehr liebenswürdigen
ſchau=
ſpieleriſchen Leiſtungen. Wohingegen die Verfilmung der
welt=
bekannten Kalman=Operette, Gräfin Mariza” als Edelkitſch
erſter Güte ausfiel. Man ſollte von Operetten die Hand laſſen,
die auch ſchon auf der Bühne verflixt unwahrſcheinlich wirken
Von den ernſteren Filmwerken verdient der Kulturfilm. So
iſt China” von Dr. Martin Rikli auch politiſch größte
Be=
achtung. Der bunte Filmbericht vom heutigen China beweiſt
handgreiflich und augenſcheinlich, wie ſtark das Ringen im fernen
Oſten Europa angeht!
Weltwirtſchafts=Konferenz endgültig in London
Zuſammenkritt der Konferenz vorausſichklich im Februar. — Aufnahme Traks in den Völkerbund.
Wiederwahl Polens in den Völkerbundsrak. — Viererkonferenz zur Behebung der Abrüſtungskriſe?
Skärkung des franzöſiſchen Einfluſſes
im Rak.
Neben Polen auch Tſchechoflowakei
und Meriko gewählt.
Genf, 3. Oktober.
Das mit der Organiſation der Weltwirtſchaftskonferenz
be=
auftragte Ratskomitee beſchloß, daß die Weltwirtſchaftskonferenz
in London ſtattfinden und zu Beginn des kommenden Jahres
zu=
ſammentreten ſoll. Das genaue Datum der Konferenz ſteht jedoch
noch nicht feſt.
Am 31. Oktober wird der Vorbereitende
Sachverſtändigenaus=
ſchuß in Genf zuſammentreten, in dem Deutſchland durch
Reichs=
wirtſchaftsminiſter Warmbold und Dr. Vocke vertreten iſt.
Wäh=
rend der außerordentlichen Tagung der Völkerbundsverſammlung
im November wird das Ratskomitee das Datum der Konferenz
endgültig feſtſetzen. Man ſpricht davon, daß die Konferenz am
1. oder 20. Februar nächſten Jahres zuſammentreten ſoll.
Die Vollverſammlung des Völkerbundes hat heute die
Auf=
nahme des bisherigen engliſchen Mandatsgebietes Irak in den
Völkerbund beſchloſſen. Die Aufnahme erfolgte in namentlicher
Abſtimmung, die Einſtimmigkeit ſämtlicher 52 auf der Tagung
glied in den Völkerbund ein. Dieſes Ereignis wurde in
zahlrei=
chen Reden gefeiert.
Der Wiederwahl Polens in den Völkerbundsrat mußte nach
den beſtehenden Beſtimmungen eine Abſtimmung vorausgehen, in
der mit Zweidrittelmehrheit erklärt wurde, daß Polen, das
be=
reits dem bisherigen Rat angehört hat, zum Völkerbundsrat
wieder wählbar iſt. Dieſe Wiederwählbarkeit wurde am
Vor=
mittag in einer Abſtimmung ausgeſprochen, bei der ſich 31
Staa=
ten bei 47 abgegebenen gültigen Stimmen für die
Wiederwähl=
barkeit Polens ausſprachen. Am Nachmittag wurde dann Polen
mit 48 Stimmen in den Völkerbundsrat neu gewählt;
außer=
dem wählte die Verſammlung Mexiko an Stelle des
ausſcheiden=
den Peru mit 46 und die Tſchechoſlowakei an Stelle von
Jugo=
ſlawien mit gleichfalls 46 Stimmen in den Rat.
die Gleichberechkigungsfrage
iſt auch jetzt nicht gänzlich aus dem Bereich der Genfer Beſpre= die Stimmung etwas beſſern könnte.
chungen verſchwunden. Eine Havas=Meldung über angebliche
Verſuche deutſcher Delegierter, in Genf Kompromißverhandlungen nach wie vor in der Forderung nach Sicherheiten. Es iſt
charak=
mit Frankreich und anderen Mächten einzuleiten, iſt von
deut=
ſcher Seite ſofort dementiert worden. Dagegen erhalten ſich die
Gerüchte über die Bemühungen Englands, eine Konferenz
deut=
ſcher, engliſcher, franzöſiſcher und italieniſcher Vertreter in
Lon=
don zu einer Ausſprache über das Problem der deutſchen
Gleich=
berechtigung zuſtande zu bringen.
Bis Montag lag in Berlin noch keinerlei Beſtätigung dieſer
Abſichten Macdonalds vor. In der Wilhelmſtraße iſt man bereit,
einer dahingehenden Einladung Folge zu leiſten. Man hält die
Preſſemeldungen jedoch für einen Verſuchsballon, der aufgelaſſen
wurde, um feſtzuſtellen, wie vor allem Deutſchland über die
Aus=
ſichten einer derartigen Konferenz denkt. Die Hinderniſſe für das
Zuſtandekommen einer derartigen Abrüſtungskommiſſion bildet
allerdings nicht die Reichsregierung, ſondern die Regierung
Her=
riots. Macdonald wird alſo zunächſt einmal ſeine diplomatiſchen
Fühler nach Paris ausſtrecken müſſen, um feſtzuſtellen, ob
Frank=
reich bereit ſein wird, auf einer Konferenz zu Vieren von ſeiner
bisherigen Haltung abzugehen. Sollten die Franzoſen nach wie
vor hartnäckig bleiben, dann wird aus dieſer Konferenz
ſelbſtver=
ſtändlich nichts werden, weil es keinen Zweck hat, aus
franzöſi=
ſchem Munde erneut zu vernehmen, daß ſich alles den
Beſtimmun=
gen des Verſailler Diktats unterzuordnen hat. Da aber keinerlei
Anzeichen dafür vorhanden ſind, daß die Franzoſen auch nur einen
Zollbreit nachgeben werden, glauben wir nicht daran, daß die
Engländer ernſthaft den anderen Mächten den Vorſchlag
unter=
breiten werden, im kleinen Kreis eine Klärung des
Abrüſtungs=
problems herbeizuführen.
Verſehlte Spekulakionen Herrioks.
Der einzige Ausweg: Verſtändigung mit Deutſchland.
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Paris, 3. Oktober.
Die Optimiſten in Genf — ſie ſollen leider nicht ſehr
zahl=
reich ſein — erwarten eine Entſpannung bis zum Beginn der
Abrüſtungskonferenz. Dann wird auch Herriot wieder in Genf
erſcheinen. Die Frage iſt, ob die Zeit genügt, die Entſpannung
herzuſtellen, irgendeine diplomatiſche Modalität zu finden, um
mit Berlin wieder in Verhandlungen zu kommen. Hätte Herriot
in Gramat und nachher den dünnen Faden der Verhandlungen
nicht zerriſſen, ſo wäre die Stimmung in Genf nicht ſo troſtlos.
Und auch ſeine Genfer Rede, die in Frankreich kaum eine beſſere
vertretenen Staaten ergab. Damit tritt der Irak als 55. Mit= Aufnahme fand als im Auslande — wenn auch aus vollkommen
verſchiedenen Gründen — wäre nicht nötig geweſen. Oder ſie
wäre anders ausgefallen.
Die Verurteilung der Geheimdiplomatie und des allgemeinen
Bündnisſyſtems verdienen jedoch allgemeines Intereſſe, wenn ſie
gegenwärtig auch ſehr aktuell ſind. Es iſt ſchwer, heute die Gemüter
gegen die Geheimdiplomatie zu bewegen, wo noch jeder daran
denkt, wieviel Porzellan auf gewiſſen Bankettreden ſchon
zer=
brochen wurde. Was die Auflöſung der Bündnisſyſteme betrifft,
ſo könnte man dabei höchſtens an eine Auflöſung der Kleinen
Entente denken in Anbetracht der Meinungsverſchiedenheiten
zwiſchen Paris und Bukareſt . ..
Angeblich ſoll in Genf eine gewiſſe Annäherung zwiſchen
Frankreich und Italien zuſtandegekommen ſein. Man ſpricht
da=
von zwar nur auf franzöſiſcher Seite und da nur in einem etwas
unſicheren Tone. Es ſteht nämlich noch nicht feſt, wieviel davon
der Perſönlichkeit des Baron Aloiſi zuzuſchreiben ſei. Jedenfalls
legt man für den Augenblick ſehr viel Gewicht auf alles, was
Der franzöſiſche Standpunkt in der Abrüſtungsfrage beſteht
teriſtiſch, wie ſehr Herriot noch jetzt die Bedeutung der Rede
Stimſons und jedes Anzeichen einer noch ſo ungewiſſen
An=
näherung der amerikaniſchen Diplomatie an die Genfer Methoden
betont. Gerade jetzt, da die Vereinigten Staaten eventuell vor
einer gänzlichen Umorientierung ihrer Politik durch die
Präſi=
dentenwahl ſtehen, haben ſolche Anzeichen nur eine ſehr
be=
ſchränkte Bedeutung. Wenn man den Völkerbund wirklich ſtärken
will, ſo kann das jetzt im Augenblick nur auf die Weiſe geſchehen,
daß man ſich mit Deutſchland in der Abrüſtungsfrage einigt.
Anſchlag auf das italieniſche Konſulak in Zürich.
Zürich, 3. Oktober.
Auf das italieniſche Konſulat wurde geſtern abend ein
An=
ſchlag verübt. Ein bisher unbekannt gebliebener Täter warf eine
Brandbombe durch ein Fenſter. Es entſtand ein Feuer, das aber
bald gelöſcht werden konnte und nur geringen Schaden
angerich=
tet hat.
Seite 4 — Nr. 276
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 4. Oktober 1932
OM
OM
Statt Karten.
Bingen
Rupertusſtr. 12
Oipl.=Ing. Otto Grebe
Carola Grebe
geb. Schnaidt
Vermählte
den 1. Oktober 1932 Düren
(13752
(Rheinland)
Todes=Anzeige.
Am Samstag, den 1. Oktober verſchſed nach einem
arbeitsreichen Leben plötzlich und unerwartet infolge
eines Ungläcksfalles mein innigſigeliebter, treuer Gatte,
unſer guter, treubeſorgter Vater, Schwiegervater,
Groß=
vater, Bruder, Schwager und Onkel
Philipp Knopf
Oberfeuerwehrmann
im Alter von 56 Jahren.
In tiefer Trauer:
Frau Eva Knopf, geb Arnold
und Kinder.
Darmſtadt, Illigweg 34.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Oktober,
nach=
mittags 3 Uhr, auf dem Waldfriedhof ſtatt.
Todes=Anzeige.
Heute nachmittag entſchlief ſanft nach kurzer, ſchwerer
Krankheit, uns allen unerwartet, unſer lieber Pater.
Großvater, Schwiegervater, Bruder, Schwager u. Onkel
dert Suuwig Acensau
Todes=Anzeige.
Heute nacht verſchied plötzlich und unerwartet unſere
herzens=
gute, innigſigeliebte Mutter, Schweſter, Schwägerin, Couſine
und Tante
Frau Luiſe Warnecke
geb. Schmidt.
In tietem Schmerz ihre Kinder:
Marie, Heinrich, Lotte und Hennt.
Darmſiadt den 3. Oktober 1932
Schleiermacherſtr. 12.
Die Beerdigung findet Mittwoch, den 5. Oktober, nachmittags 3 Uhr, auf
dem alten Friedhof ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bitten wir abzuſehen.
Vereinigung
früherer
Leibgardiſten
Darmſtadt.
Bäckermeiſter
im 70. Lebensjahre.
(13766
Die trauernden Hinterbliebenen.
Eberſtadt, Heidelbergerſtr. 24, Darmſtadt. Vielbrunn,
Saarbrücken, Biebesheim, den 2. Oktober 1932
Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 5. Oktober
1932, nachm. 3 Uhr, von der Friedhofshalle aus ſtatt.
Dankſagung.
Für die vielen herzlichen Beweiſe
mit=
fühlender Teilnahme bei dem Heimgang
unſerer unvergeßlichen Mutter,
Schwieger=
mutter und Großmutter ſagen wir auf
dieſem Wege Allen unſeren herzlichſien Dank.
Familie Ernſt Früh
Familie Georg Roth.
Darmſiadt, den 3. Oktober 1932.
Am 2. Oktober
verſchied infolge
Ung ücksfall unſer
Re
langjähr., treues
Mitglied, Kamerad
Philipp Knopf
Oberfeuerwehrmann
Beerdigung Mittwoch, nachmittag
13774
3 Uhr, Waldfriedhof.
Wir bitten unſere Mitglieder dem
verſtorbenen Kameraden durch recht
zahlreiche Beteiligung die letzte
Ehre zu erweiſen
Der Vorſtand.
Freiw. Feuerwehr Darmſtadt.
Die Beerdig, des Oberfeuerwehrmann
Philipp Knopf
findet Mittwoch, 5. Oktober, nachmitt.
3 Uhr auf dem Waldfriedhof ſtatt. Die
Wehr tritt 2.45 Uhr vor dem Friedhof
an. Das Kommando,
(13787
Am Samstag verſchied nach langem
Leiden unſer treubeſorgter Vater,
Schwiegervater und Großvater
Herr
im Alter von 61 Jahren.
Für die
trauernden Hinterbliebenen:
Geſchw. Hundsdorf
Familie Winkelmann.
Darmſtadt, den 3. Oktober 1932.
Die Beerdigung ſindet Dienstag
nachmittag 3 Uhr auf dem
Wald=
friedhof ſtatt.
Beerdigungs=
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Dienstag, 4. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 276 — Seite 5
Aus der Landeshaupkſtadt.
Darmſtadt, den 4. Oktober 1932.
Darmſtadts Glückwunſch.
Oberbürgermeiſter Mueller ſandte an den Herrn
Reichspräſi=
denten von Hindenburg anläßlich ſeines 85. Geburtstages
folgen=
des Glückwunſchtelegramm:
„Die Heſſiſche Landeshauptſtadt begrüßt und beglückwünſcht
das ehrwürdige Oberhaupt des Deutſchen Reiches im feſten
Glau=
ben, daß das deutſche Volk in ihm den rechten und berufenen
Führer in ſchwerer Zeit beſitzt.”
Ein Heiner knipſt Hindenburg.
Ein Heiner in der Reichshauptſtadt! Schon an und für ſich
eine große Sache; aber auch noch an Hindenburgs Geburtstag!
Kinder, iſt das eine Freude!
Der 2. Oktober graut. Schon um 8 Uhr eile ich durch die noch
ſtillen Straßen Berlins und ſtaune über die bereits eiſern
feſt=
ſtehende Menſchenmauet vor der alten Garniſonkirche. Wohin?
Wie kann ich Hindenburg ſehen? Nirgend ein Durchſchlupf: jeder
denkt an ſich, keiner weicht auch nur um Fußes Breite. Nun ich
bin ja nicht umſonſt mit Woogswaſſer getauft! Schon ſtehe ich
mit ſtrahlender Mine beim Filmoperateur der Ufatonwoche. Doch
auch andere Schlaue haben ſich hier verſammelt, der Trick nützt
nichts, denn dienſteifrige Schupoleute laſſen alles was Beine hat
bis an die nächſte Straßenkreuzung zurücktreten. Nur dieſe
Film=
leute dürfen auf ihrem Poſten verharren. Aber gehöre ich denn
nicht dazu? Ich reiße den Lederbehälter eines Apparates an mich,
ſehe angeſtrengt zu dem Filmgewaltigen auf. — (Der Schutzpoliziſt
braucht ja nicht zu merken, daß ein Blinzeln des Einverſtändniſſes
zwiſchen dem freundlichen Filmmenſchen und mir hin und her geht.)
Nun kann Hindenburg kommen: Der frechdachſige Heiner iſt
bereit! Nein, noch fehlt das Wichtigſte: Ein Knipskaſten!
Auf der anderen Straßenſeite ſteht ein Junge. Sehnſüchtig
ſtarrt er zu „uns Filmleuten”. Hurra, er hat einen Knipskaſten!
Ich laufe ſchnell hinüber — mein Poſten iſt mir ja Dank des
Leder=
behälters ſicher — und ſchon halte ich den kleinen Apparat
auf=
atmend in der Hand.
Es ſchlägt 310, die Autos rollen an; bekannte Geſtalten der
Heeres= und Marineleitung ſchreiten grüßend durch das
Kirchen=
portal, Marſchtritte laſſen das Herz höher ſchlagen: Die
Reichs=
wehr tritt in eiſerner Diſziplin an.
Da ein Raunen: Er kommt und leiſe rollt der Wagen des
Herrn Reichspräſidenten heran. Der Schlag wird geöffnet — ich
ſehe nichts, nichts, mein einziger Gedanke iſt Knipſen—knipſen!
Und dann ſteigt langſam unſer Hindenburg aus dem Wagen,
ſein herrliches, treues Haupt iſt das Einzige was ich ſehe. Habe ich
geknipſt? Ich weiß es nicht, denn Tränen der tiefſten Rührung
rollen über meine Wangen, Flehen ſteigt in mir auf: Allmächtiger
laſſe dieſen Großen noch frohere Zeiten erleben!
Langſam, ſchwer ſchreitend erſteigt der greiſe Mann die
Kir=
chenſtufen; ſein Volk jubelt ihm zu. Das Portal ſchließt ſich.
Gott gib ihm und uns Kraft!
— Ihrem in den Rüheſtand tretenden Geiſtlichen, Herrn
Pfar=
rer Rückert, haben dankbare Gemeindeglieder ein von Profeſſor
Hoelſcher geſchaffenes Oelgemälde „Pauluskirche und Pfarrhaus”
gewidmet. Das Kunſtwerk iſt im Schaufenſter der Firma Franz
Schulz. Karlſtraße 104½, ausgeſtellt. Wir machen darauf
auf=
merkfam, daß das Bild nur noch bis Donnerstag dieſer Woche
dort verbleiben kann.
— Elly Beinhorn in Darmſtadt! Deutſche Tatkraft und
deut=
ſcher Mut verkörpern ſich in der jungen, kühnen Fliegerin Elly
Beinhorn. Am nächſten Samstag, 8. Oktober, wird
ſie — auf Einladung der Freien Literariſch=
Künſtle=
riſchen Geſellſchaft — zu einem erſten und einzigen
Vor=
tragsabend nach Darmſtadt kommen. „Mein Flug in die
Welt” lautet das hochintereſſante Thema des Vortrags, der bei
dem zu erwartenden ſtarken Andrange im großen Saale des
Saal=
baues ſtattfindet. Der Kartenverkauf iſt bei Buchhandlung
Berg=
ſträßer (Wilhelminenſtraße 29) eröffnet. (Siehe Anzeige.)
Volksbühne. Auf die von der Volksbühne am Mittwoch,
den 5. Oktober, im Großen Haus zu veranſtaltende zweite
Werbe=
vorſtellung „Die Boheme‟, Oper von Puccini, wird nochmals
auf=
merkſam gemacht. Karten zum Einheitspreis von 90 Pfg. ſind noch
zu haben in der Geſchäftsſtelle der Volksbühne, Eliſabethenſtr. 34
(Haus Alter), und im Gewerkſchaftskartell, Bismarckſtr. 19, II.
— Bühnenvolksbund. Die Ausgabe der Mietkarten erfolgt für
die Miete I ab heute und für die Miete K ab Donnerstag, den
6. d. M. in unſerer Geſchäftsſtelle Chriſtian Arnold, Muſikhaus am
weißen Turm. Dortſelbſt werden auch noch Neuanmeldungen
an=
genommen. Die erſte Vorſtellung für die Miete H findet am
kom=
menden Donnerstag und für die Miete K am kommenden
Sonn=
tag ſtatt.
Heſſiſches Landestheater.
4. Oktober Anf. 20, Ende nach 22.30 Uhr, 4 3.
Das Konzert.
Pr. 0.50—4.50 Mittwoch,
5. Oktober Anf. 20 Ende geg. 22.30 Uhr. Wrbevorſtellung
der Darmſtädter Volksbühne. Die Bohéme. Donnerstag,
6. Oktober Anf. 20, Ende 22.30 Uhr. Bühnenvolksbund. H1.
Wetter für morgen: veränderlich. Pr. 0.50—4.50 Kleines Haus Merntac
4. Oktober Anf. 20, Ende geg 22.30 Uhr. Zuſ.=Miete V1.
Pr. 0.80—1.50
Der Barbier von Sevilla. Mich
5. Oktober Anf. 20, Ende geg 22 Uhr, Zuſ.-Miete II1.
Zum 1 Male: Geld ohne Arbeit. Pr. 0.70—3.80 Donnerstag,
6. Oktober 20—22.30 Uhr Außer Miete.
Kleine Pr. 0.50—2.50
Der Waffenſchmied.
— Heſſiſches Landestheater. Im Großen Haus wird heute
abend Hermann Bahrs Luſtſpiel „Das Konzert” in der
er=
folgreichen Inſzenierung von Arthur Maria Rabenalt (
Bühnen=
bild: Lothar Schenck v. Trapp) gegeben. — Wiederholung
des „Barbier von Sevilla” im Kleinen Haus. Im
Kleinen Haus findet die erſte Wiederholung der überaus
erfolg=
reichen Neueinſtudierung von Roſſinis komiſcher Oper „
DerBar=
bier von Sevilla” ſtatt. Die muſikaliſche und ſzeniſche
Lei=
tung hat Hermann Adler, der auch die Neubearbeitung der
Rezi=
tative beſorgt hat. Bühnenbild und Koſtüme: Hans Strohbach. —
Mittwoch, den 5. Oktober, findet im Großen Haus als
Werbevor=
ſtellung der Darmſtädter Volksbühne eine Aufführung der Oper
Bohéme” von Puccini ſtatt. Reſtliche Eintrittskarten für alle
Platzarten ſtehen im freien Verkauf an der Abendkaſſe des Großen
Hauſes zur Verfügung. Es gelten für den freien Verkauf die
klei=
nen Preiſe von 0,50—3 RM. — Im Kleinen Haus wird
Colan=
tuonis Luſtſpiel „Geld ohne Arbeit” (deutſche Faſſung von
Stemmle) zum erſten Male aufgeführt. Das luſtige Stück dreht
ſich um ein Lotterielos, das mit dem Haupttreffer gezogen worden
iſt, und hinter dem eine ganze Familie auf der Hetzjagd iſt. Die
Inſzenierung beſorgt Hans Strohbach; Bühnenbild: Elli Büttner.
Ein Beſuch an hiſtoriſchen Stätten.
Der Hiſtoriſche Verein auf der Ruine Tannenberg und in Jugenheim.
fürſt von Mainz, Frankfurt und viele Grafen und Herren hatten
ſich beteiligt. Hartmut von Kronberg ſpottete zuerſt ihrer. Doch
Aus uralker Geſchichte.
bald verging ihm das Lachen, als mit den Blieden von der Weſt=
Bei herrlichem Herbſtwetter unternahm der Hiſtoriſche
Ver=
ein ſeinen letzten diesjährigen Ausflug nach der Ruine
Tannen=
berg und nach Jugenheim. Bereits am Freitag nachmittag hatte
der Vorſtand ſeine Mitglieder zur Beſichtigung der im Jahre 1848
ausgegrabenen Tannenbergfunde, die im Waffenſaal des
Mu=
ſeums ausgeſtellt ſind geladen. Herr Major a. D. Müller=Hickler
einer der beſten Kenner der Tannenbergfunde, erklärte an Hand
der Funde die Bewaffnung der Ritter um 1400. Ein beſonders
ſeltenes Stück iſt der Topfhelm, der unmittelbar vor dem Gefecht
über den eigentlichen Helm geſtülpt wurde und auf den Schultern
aufſaß, ſo daß Kopf und Geſicht gegen Hieb, Schlag und gegen
Sprengſtücke der gewaltigen Steinkugeln doppelt geſchützt waren
Ueber dem Kettenhemd, das gegen Pfeilſchuß und Lanzenſtoß nicht
genügend ſchützte, trug jetzt der Ritter einen Panzer auf der
Bruſt. Beſonders lehrreich waren die Ausführungen über die
Geſchütze und die Geſchoſſe der damaligen Zeit. Die Beſchießung
konnte durch Wurfgeſchoſſe, die ſogenannten Blieden, oder durch
Kanonen mit Pulverladung erfolgen. Die Blieden waren, modern
geſprochen, Steilfeuergeſchütze. An einem Geſtell war ein langer
ſtarker Balken befeſtigt, der auf der einen Seite in einem
Löffel die Steinkugeln trug, die bei der Belagerung der Burg
Tannenberg bis 3 Zentner ſchwer waren. Dieſer Balkenarm mit
dem Geſchoß war am Boden ſo befeſtigt, daß er leicht gelöſt
wer=
den konnte. Folgte dieſe Löſung, ſo wurde durch ein gewaltig
ſchweres Gewicht auf der anderen Balkenſeite der Balken mit
aller Wucht in die Höhe geriſſen und das Geſchoß flog in hohem
Bogen in den Burghof durchſchlug Wehrgänge, Häuſerdächer und
tötete alle, die ſich nicht bei Zeit in den „Heldenkeller” geflüchtet
hatten. Für das Breſcheſchießen der Mauern dagegen war ein
Flachbahngeſchütz mit Pulverwirkung nötig. Gewaltige Rohre
waren in dicke Holzgerüſte eingelaſſen. Der Rückſtoß wurde durch
eine Kette von Balkenſtücken, die im Boden verkeilt waren,
auf=
gefangen. Die Steinkugel wurde eingefettet, im Lauf eingekeilt,
der Stückmeiſter hielt den glühenden Stückhaken an das
Zünd=
loch, und das Geſchoß brach eine Breſche in das Mauerwerk. Um
vor feindlichen Geſchoſſen an der Arbeit am Geſchütz nicht
ge=
ſtört zu werden, hatte man eine an zwei Zapfen drehbare
Holz=
wand in der Größe eines Scheunentors vor dem Geſchütz
auf=
geſtellt, die beim Schuß hochgezogen und nach dem Schuß wieder
heruntergelaſſen wurde. Auch der Ebenhoch, ein Belagerungsturm
mit herabzulaſſender Brücke, war bei der Belagerung verwandt
worden
Auf dem Tannenberg ſelbſt erklärte Herr Müller=Hickler
zu=
nächſt die Anlage der Burg. Durch eine ſchmale Pforte
durch=
ſchritt man die Schwelle des erſten Tores, ließ ein kleines
Vor=
werk zur Rechten, gelangte in einem Torweg vor das innere Tor.
Im Burghof befanden ſich das floß oder hus, ein Bergfried, eine
Kapelle, ein Brunnen und noch zwei weitere Gebäude. Das
Ge=
lände fällt mit zwei Seiten ſteil ab, war alſo hier ſturmfrei,
während es vom Oſten und Weſten beſchoſſen und geſtürmt
wer=
den konnte. Durch eine doppelte dicke Mauer und einen tiefen
Graben hatte ſich beſonders Hartmut von Kronberg zu ſchützen
gewußt.
Im Jahre 1399 wurde dieſe ſtarke Burg völlig zerſtört.
Hart=
mut von Kronberg hatte mit ſeiner 60 Mann ſtarken Beſatzung
ſchon oft den Pfefferſäcken an der Bergſtraße aufgelauert und ihre
ſchwer beladenen Wagen geplündert. Eines Tages nahm er das
Söhnchen eines reichen Mannheimer Kaufmanns gefangen und
warf es in das Verlies, wo es mit dem Abſchaum der Menſchheit
zuſammen hauſen mußte. Als der Vater das Löſegeld bezahlt
hatte, fand er ſeinen Sohn im Verlies tot vor. Ob dieſer
un=
gewöhnlichen Schandtat hatte König Wenzel den ganzen
Land=
fried, d. h. die Fürſten und Städte aus der Umgebung gegen
dieſen Räuber und Mörder aufgeboten. Der Pfalzgraf, der Kur=
ſeite her die zentnerdicken Steinkugeln die Dächer durchſchlugen
und ſeine Mannen töteten und verwundeten. Endlich gelang es
den Belagerern, mit Hilfe von Frankfurt und vom Pfalzgrafen
zwei Geſchütze dem Eingang gegenüber in Stellung zu bringen.
Ein heftiges Bombardement aus Blieden und Geſchützen
erſchüt=
terte die Beſatzung und machte die Burg ſturmreif. Ein
Belage=
rungsturm, ein Ebenhoch, wurde über Faſchinen, die den Graben
ausfüllten, immer näher an die Mauer herangeſchoben. Die
Brücke wurde heruntergelaſſen. Die Belagerer drangen in die
Burg ein. Hartmut von Kronberg, der ſich tapfer gewehrt, wurde
mit 48 Mann Beſatzung gefangen abgeführt. Da ein furchtbarer
Krach, eine ungeheure Flamme ziſchte in die Luft, der Bergfried,
wo die Pulvervorräte aufgeſtapelt waren, flog in die Luft,
Freund und Feind mit den Steinfetzen verwundend und tötend.
Hartmut hatte vielleicht ſelbſt den Befehl zur Exploſion gegeben.
Er ſelbſt wurde gerettet und von einer ritterlichen Haft in die
andere geſchleppt. Ueber ſein endgültiges Schickſal weiß die
Ge=
ſchichte nichts zu melden.
In Jugenheim erklärte Herr Pfarrer a. D. Wehſarg, der
lange Jahre in Jugenheim als Pfarrer gewirkt hatte, die
präch=
tig auf halber Höhe des Heiligenbergs gelegene Kirche. Der
Turm ſtammt in ſeinen unteren Teilen aus der Zeit um 1263.
Ueber der Tür iſt in einer Rundbogenniſche aus der
Renaiſſance=
zeit eine gotiſche Skulptur aus dem 14. Jahrhundert zu ſehen,
der Erzengel Michael im Kampf mit dem Teufel in
Drachen=
geſtalt. Ueber dieſer Gruppe an einem Fenſter ſteht die
Jahres=
zahl 1575. Das alte Pfarrhaus wurde im Jahre 1478 von dem
Propſten Eberhard von Waſen erbaut.
Im Innern der Kirche gibt eine gotiſche Inſchrift aus dem
15. Jahrhundert Aufſchluß über die Erbauung der Kirche. Der
Inhalt beſagt, daß im Jahre 1263 dieſe Kirche zu Ehren Jeſu
Chriſti, ſeiner Mutter Maria und der Heiligen Perpegna und
Felicitas von Herrn Konrad von Danberg gebaut worden iſt.
Es iſt nachgewieſen, daß es einen Konrad von Tannenberg nicht
gegeben hat, ſondern Philipp von Falkenſtein war damals
Be=
ſitzer der Burg Tannenberg. Jugenheim gehörte aber den
Bicken=
bachern. In dieſer Zeit lebte auf Burg Alsbach der Minneſänger
Konrad von Bickenbach, der als Gründer der Jugenheimer Kirche
angeſehen werden muß.
In der gotiſchen Zeit wurde die Kirche nach Süden
erwei=
tert und in dem neuen Seitenſchiff ein St. Annen=Altar
aufge=
ſtellt. Eine ſteinerne Wendeltreppe führte zu ſeiner Empore. Ein
künſtleriſch wertvoller Taufſtein mit drei Reliefdarſtellungen der
Maria, eines Heiligen und des St. Michael als Totenrichter mit
der Waage in der einen Hand, wurde 1749 aus der Kirche
ent=
fernt und auf den Pfarrhof gebracht. Später benutzte ihn ein
Jugenheimer Wirt als Ententrog und wetzte ſeine Senſen und
Sicheln daran. Im Jahre 1826 wurde er nach dem Heiligenberg
gebracht. Die große Hoſiannaglocke, die auch zum Zentgericht
rief, konnte im Jahre 1692, als die Franzoſen auch die Kirche
ausplünderten, nicht mitgenommen werden, weil ſie ſchwer aus
ihrem Glockenſtuhl zu löſen und den Turm herabzuſchaffen war.
Im Jahre 1856 wurde die Kirche ſo umgebaut, wie wir ſie
heute ſehen, nur der Turm und ein Stück Weſtmauer ſind aus
romaniſcher Zeit ſtehen geblieben.
Von neueren Kunſtgegenſtänden ſind ein wertvolles großes
Barockkruzifix vom Jahre 1739, das einen Bildhauer Eckhard als
Verfertiger hat, und eine wundervolle, mit feiner Goldſtickerei
geſchmückte Altar= und Kanzeldecke zu erwähnen, die von der
Zarin Marie geſtiftet worden waren.
Nach der Beſichtigung ſprach Herr Archivdirektor Dr.
Herr=
mann im Gaſthaus. Tannenbera den beiden Führern. Herrn
Major Müller=Hickler und Herrn Pfarrer Wehſarg, den herzlichen
Dr.
Dank der Teilnehmer aus.
— Volksfreund=Jubiläum. Anläßlich ſeines 25jährigen
Be=
ſtehens erſchien am vergangenen Samstag der „Heſſiſche
Volks=
freund” als Feſtausgabe. Neben einer Reihe von Beiträgen,
die die Geſchichte der Zeitung ſeit ihrer Gründung behandelten,
enthielt die Sondernummer auch Beiträge und Glückwünſche des
Herrn Staatspräſidenten und des Herrn Innenminiſters von
Heſſen, ſowie den Glückwunſch der Stadt Darmſtadt in Form eines
Beitrags des Herrn Oberbürgermeiſters
— Verteidige dich ſelbſt! nach der Methode Dſchiu=Dſchitſu,
der japaniſchen Angriffs= und Verteidigungskunſt ohne Waffen.
Die japaniſche Gymnaſtikmethode, die zu einem Syſtem der
Selbſt=
verteidigung überleitet, beruht auf Angriffen auf empfindliche
Körperſtellen, beſonders auch auf Ausnützung der Schwungkraft
des Gegners durch Anwendung der Hebelwirkung. Das Amt
für Leibesübungen gibt auch in dieſem Winterhalbjahr
Gelegenheit, durch Kurſe ſich mit einer geeigneten
Selbſtverteidi=
gung vertraut zu machen. Auch ältere Perſonen können, ohne
körperliche Nachteile dabei befürchten zu müſſen, an den
Uebun=
gen teilzunehmen. Der Unterricht wird durch den Turn= und
Dſchiu=Dſchitſuleiter der früheren Heſſiſchen Schutzmannſchule,
Oberturnwart Hofferbert, erteilt. Die Kurſe erſtrecken ſich auf
ſünf Uebungsabende mit wöchentlich einer Uebungsſtunde.
Don=
nerstags von 8.30—9.30 Uhr. Der erſte Kurſus für Herren
be=
ginnt am Donnerstag, dem 13. Oktober, in der
Turn=
halle der Peſtalozziſchule, Stiftſtraße 32. Anmeldungen und
Aus=
kunft beim Amt für Leibesübungen, Landgraf=Georg=Straße 120,
und an den Uebungsabenden. (Siehe heutige Anzeige.)
Winter-Ausgabe 1932
i st erschie nen
Preis 70 Pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße 25.
— Im Union=Theater wurde die neueſte Robert=Stolz=
Ton=
film=Operette mit Guſtav Fröhlich und Liane Haid „Ich will
nicht wiſſen, wer du biſt” des großen Erfolges wegen
ver=
längert.
— Die Helia=Lichtſpiele zeigen nur noch 2 Tage Eliſabeth
Bergner und Rudolf Forſter in dem künſtleriſchen Tonfilmwerk
„Der träumende Mund”
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft nur noch heute und
mor=
gen der Senſations=Tonfilm in deutſcher Sprache „Flucht von
der Teufelsinſel”
Reichsmodellwelkbewerb des Deutſchen Modell=
und Segelflug=Berbandes e. B.
Am Sonntag, den 25. September, und am 2. Oktober trafen
ſich die Modellbaugruppen der Modell= und Segelflieger=Gruppe
Groß=Gerau und des Flugtechniſchen Vereins Darmſtadt auf dem
Griesheimer Sand zur Austragung des 2.
Reichsmodellwettbe=
werbes des DMSV. Infolge der ſchlechten Wirtſchaftslage wurde
derſelbe nicht zentral durchgeführt, ſondern benachbarte Vereine
des DMSV. veranſtalteten Teilwettbewerbe, deren Ergebniſſe dem
Verband, der die Preisverteilung vornimmt, mitgeteilt werden.
Die Witterung ging einigermaßen, und es wurden folgende
Ergebniſſe gezeitigt:
für Rumpfmodelle:
1. Adam Schneider, FVD. (Flugtechniſcher Verein Darmſtadt).
Strecke: 307 Meter und Dauer: 39 Sekunden.
2. Walz, Modell= und Segelfliegergruppe Groß=Gerau.
Strecke: 271 Meter und Dauer: 46,5 Sekunden.
3. Karl Bender, Flugtechniſcher Verein Darmſtadt.
Strecke: 114 Meter und Dauer: 37 Sekunden.
für Stabmodelle:
1. Karl Bender, Flugtechniſcher Verein Darmſtadt.
Strecke: 309 Meter und Dauer: 39 Sekunden.
2. Adam Schneider, Flugtechniſcher Verein Darmſtadt.
Strecke: 268 Meter und Dauer: 48 Sekunden.
3. H. Specht, Flugtechniſcher Verein Darmſtadt.
Strecke: 266 Meter und Dauer: 31 Sekunden.
4. Georg Walz, Modell= und Segelfliegergruppe Groß=Gerau.
Strecke: 108 Meter und Dauer: 37,5 Sekunden.
5. Ph. Gerhard, Modell= und Segelfliegergruppe Groß=Gerau.
Strecke: 107 Meter und Dauer: 15 Sekunden.
— Odenwaldklub, Ortsgruppe Darmſtadt. Für den 9. Oktober
haben unſere Führer eine prächtige Waldwanderung vorbereitet.
Sie führt durch das große Waldgebiet, das ſich von Babenhauſen
gegen den Main zu ausdehnt. Mit dem Reiz des herbſtlichen
Wal=
des verbinden ſich heimatkundliche und geſchichtliche Erinnerungen,
in deren Mittelpunkt Babenhauſen ſteht. Unſeren Klubgenoſſen iſt
ſomit auch außerhalb des Gebirges eine genußreiche Wanderung in
Ausſicht geſtellt. (Näheres enthält die Anzeige in der heutigen
Nummer.)
— Darmſtädter Tieraſyl. Der Tierſchutzverein hat in der
Ar=
tilleriekaſerne in der Heidelberger Straße ein neues Tierheim
ein=
gerichtet, das zwar noch weit entfernt davon iſt, eine endgültige
Löſung der Tierheimfrage darzuſtellen, das aber immerhin
weſent=
lich beſſere Verhältniſſe aufſweiſt als das ſeitherige Tieraſyl. Es
liegt ganz in der Nähe des Polizeireviers, dem die Betreuung der
Aſyltiere unterſteht. Ein geräumiger Raum enthält mehrere
ge=
nügend große Gelaſſe für die Tiere, Ihre Unterbringung und
Fütterung wird vom Tierſchutzverein dauernd überwacht. Für
etwaige Tiertötungen wird nicht mehr der früher benutzte
Kohlen=
ſäureapparat, ſondern der Bolzenſchußapparat verwendet, der eine
ſofortige ſchmerzloſe Tötung gewährleiſtet. Das neue Aſyl wird in
der nächſten Woche der Benutzung überwieſen. Damit hat der
Tier=
ſchutzverein erreicht, daß die oft und mit voller Berechtigung gegen
das frühere Aſyl erhobenen Klagen zum Verſtummen kommen.
Seite 6 — Nr. 276
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 4. Oktober 1932
Herbſtwaldzauber und Rotwildbrunft.
Der kradikionelle Ausflug des Heſſiſchen Jagdklubs in den Kranichſteiner Wildpark.
Er gedachte auch dankbar der Miniſterial=Forſtabteilung und den
treuen Hütern des vorbildlich gehegten und gepflegten Rotwild=
Das Treffen der Jünger Diangs.
beſtands im Kranichſteiner Wildpark, auf den die heſſiſche Jägerei
Alljährlich, wenn ſich das Rotwild in der Brunft befindet,
lädt der Heſſiſche Jagdklub ſeine Mitglieder, Freunde und Gäſte
zu einem Ausflug in den Kranichſteiner Wildpark ein.
Eine ſtattliche Teilnehmerzahl fand ſich auch diesmal
zuſam=
men, die das Liebesleben des Königs unſerer Wälder beobachten
wollte. Herrlich war die Fahrt bis zum Meſſeler Forſthaus, wo
die Kolonne der Privatwagen und Omnibuſſe Halt machte. Herr
liebenswürdiger Weiſe die Führung
und brachte die Teilnehmer alsbald an ein ſtarkes Rudel, das am
Rande einer Wieſe ausgetreten und gut zu beobachten war. Ein
prächtiger, majeſtätiſcher Anblick. Alles wartete geſpannt auf den
erſten Brunftſchrei, und plötzlich dröhnte dieſer durch den
herbſt=
lichen Wald, ſo daß jedem Jäger und Naturfreund das Herz höher
ſchlug. Deutlich war auch der Kampf eines Hirſches mit einem
Nebenbuhler vernehmbar, die ſich gegenſeitig mit ihren Geweihen
bearbeiteten. Wenn auch die warme Witterung manchen
Geweih=
träger abhielt, ſein Liebeslied ertönen zu laſſen, ſo kamen die
Teilnehmer an der Fahrt doch auf ihre Koſten, und —
hochbefrie=
digt — fuhr man traditionsgemäß zum Schüſſeltreiben ins Heilig=
Kreuz, deſſen Saal in einen Herbſtwald umgewandelt war. Daher
auch ſofort die nötige Stimmung die erhöht wurde durch flotte
Jägerweiſen der Hauskapelle. Küche und Keller des bekannten
Reſtaurants boten, wie gewohnt, das Beſte.
Während des gemeinſamen einfachen Abendeſſens begrüßte der
geſchäftsführende Vorſitzende des Heſſiſchen Jagdklubs, Herr
Von=
derbeit mit herzlichen Worten die zahlreich erſchienenen
Damen und Herren, insbeſondere die Teilnehmer aus den Reihen
der mit dem Heſſiſchen Jagdklub befreundeten Darmſtädter
Auto=
mobilklubs und die der Ortsgruppen Offenbach und Mainz des
Heſſiſchen Jagdklubs. Er nahm die Gelegenheit wahr. Dank zu
ſagen dem Forſtamt Kranichſtein für die freundliche Genehmigung
zu der Fahrt, Herrn Förſter Wex für die umſichtige Führung und
Herrn Förſter Fritz Klipſtein für die Dekoration des Saales.
ſtolz ſei. Lobenswert erwähnte er auch die Erfolge der
Vereini=
gung der Rotwildjäger im ſüdlichen Odenwald, die es durch
ziel=
bewußte Hege und Pflege zuwege gebracht habe, daß auch in
Heſ=
ſens Freiwildbahnen die Rotwildbeſtände erhalten und verbeſſert
wurden, ſodaß heute weit kapitalere Hirſche wie früher ihre
Fähr=
ten in unſeren heimatlichen Waldungen ziehen. Sein Horrido galt
dem deutſchen Weidwerk, den Hochwildjägern, denen er die
Erbeu=
tung ſtarker Trophäen wünſchte..
Der Vorſitzende der Ortsgruppe Offenbach des Heſſiſchen
Jagd=
klubs. Herr Amtsgerichtsrat Dr. Eiſe, dankte für die
Ein=
ladung zu dem Abend und erhöhte die Stimmung durch die mit
launigen Worten begleitete Vorführung eines Inſtruments, das
den Hirſchruf nachahmte. Er brachte ein donnerndes Horrido auf
den Heſſiſchen Jagdklub als die Standesvertretung der heſſiſchen
Jägerei und deſſen Vorſitzenden aus.
Herr Dr. Diemer, der Vorſitzende der Ortsgruppe Mainz
des Heſſiſchen Jagdklubs, die erfreulich zahlreich vertreten war,
toaſtete auf die anweſenden Damen, denen er humorvoll
Weiſun=
gen gab, wie die Frau eines Jägers dem Weidwerk Verſtändnis
entgegenbringen kann und ſollte!
Gemeinſam geſungene Jägerlieder wechſelten ab mit
Geſangs=
vorträgen des Tenors Fredy Wiener, der Sigmunds Liebeslied
aus „Walküre” und ein Rheinweinlied mit guter Stimme zu
Ge=
hör brachte und großen Beifall erntete.
Den Höhepunkt der Unterhaltung bildeten die Rezitationen
des Herrn Bankprokuriſten Karl Schaffnit in Darmſtädter
Mundart und ein von ihm in launiger, ſchwungvoller Poeſie
er=
ſtatteter Bericht über den vorjährigen Parkausflug, der ſtürmiſche
Heiterkeit und großen Applaus auslöſte.
Weidmannsdank nochmals an dieſer Stelle allen, die zur
Ver=
ſchönerung des Abends beitrugen. Man trennte ſich mit dem
Ver=
ſprechen, auch im nächſten Jahre wieder zur Stelle zu ſein, wenn
die Hirſche ſchreien!
* Skener= und Wirtſchaftskalender
für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1932.
Aufbewahren!
Ausſchneiden!
1. Oktober: Letzter Tag für die Entrichtungdes
Schulgel=
des für die Darmſtädter höheren Schulen und die
gewerb=
lichen Fortbildungsſchulen für den Monat September 1932
an die Stadtkaſſe. (Schonfriſt bis 10. Oktober 1932.)
1. Oktober: Zahlung der Halbjahresrate der
Obligationen=
ſteuer. Näheres im Steuerbeſcheid. (Schonfriſt 1 Woche.)
5. Oktober: Abführung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom
16. bis 30. September 1932 erfolgten Lohnzahlungen. Falls
die bis zum 15. September 1932 einbehaltenen Beträge 200
RM. nicht erreicht haben, im Ueberweiſungsverfahren.
Ab=
führung der Lohnſteuer für die in der Zeit vom 1. bis 30.
September 1932 erfolgten Lohnzahlungen. (Keine
Schon=
friſt.)
5. Oktober: Abgabe der Beſcheinigung an die
Finanz=
kaſſe, daß die Summe der im September 1932 abgeführten
Steuerabzugsbeträge mit der Summe der im September
1932 einbehaltenen Steuerbeträge übereinſtimmt. (Keine
Schonfriſt.)
5. Oktober: Abführung der im Steuerabzugsverfahren
einbehalte=
nen Ledigenſteuer.
5. Oktober Entrichtung der Arbeitsloſenhilfe, ſoweit dieſe
an die Finanzkaſſe abzuführen iſt.
5. Oktober: Ablaufder Schonfriſt für das am 25. (26.)
Sep=
tember 1932 fällig geweſene dritte Ziel der Filialſteuer
in Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1932/33.
5. Oktober: Ablaufder Schonfriſt für das am 25. (26.)
Sep=
temper 1932 fällig geweſene dritte (gemeindliche) Ziel der
Gemeinde= Kreis=und Provinzialumlagen
in Darmſtadt für das Rechnungsjahr 1932/33.
5. Oktober: Ablaufder Schonfriſt für das am 25. (26.)
Sep=
tember 1932 fällig geweſene dritte Ziel der Müllabfuhr=,
Straßenreinigungs= und
Kanalbenutzungs=
gebühr in der Stadt Darmſtadt für das Rechnungsjahr
1932/33.
(Anmerkung: Nach einer beſonderen Bekanntmachung
— Mahnung — der Stadtkaſſe Darmſtadt in Nr. 268 des
„Darmſtädter Tagblatts” vom 26. September 1932 ſind die
vorgenannten drei Steuern bzw. Gebühren bei Meidung der
Beitreibung und Koſtenberechnung bis zum 8. Oktober 1932
ſpäteſtens an die Stadtkaſſe, Grafenſtraße 28, zu zahlen.)
6. Oktober: Vorlage der Aufſtellung der
Deviſenge=
ſchäfte, die von einem Unternehmen mit genereller
Ge=
nehmigung zum Deviſenerwerb im Monat September 1932
getätigt worden ſind.
10. Oktober: Zahlung der Börſenumſatzſteuer, ſoweit dieſe
im Abrechnungsperfahren entrichtet wird
10. Oktober: Ablaufder Schonfriſt für die Entrichtung
des Schulgeldes für die Darmſtädter höheren Schulen
und die gewerblichen Fortbildungsſchulen für den Monat
September 1932.
10. Oktober: Umſatzſtener=Voranmeldung und Vorauszahlung.
(Schonfriſt bis 17. Oktober 1932.)
10. Oktober: Vorauszahlung auf die Kriſenſteuer der
Ver=
anlagten.
(Anmerkung: Der Termin zur Zahlung der Einkommen=
und Körperſchaftsſteuer iſt (durch Notverordnung) vom
10. Oktober auf den 10. September 1932 vorverlegt worden,
vergl. den Steuerkalender für die 1. Septemberhälfte in
Nr. 244 des „Darmſtädter Tagblatt” vom 2. September
1932.)
Beiträge zur Landwirtſchaftskammer.
Die früher jeweils im Oktober fälligen Beiträge ſind in dieſem
Kalenderjahr bereits ſeit Mai zur Anforderung gekommen. Im
nächſten Jahre iſt mit einer weiteren Vorverlegung des Termins
zu rechnen. Näheres wird rechtzeitig an dieſer Stelle
bekannt=
gegeben werden.
H. W. Wohmann.
— Turngemeinde Beſſungen, Jugendgruppe. Am
Donners=
tag unternimmt die Jugend eine Herbſtferienwanderung nach dem
Felſenmeer. Der Abmarſch erfolgt unter Führung der Turner Ferd.
Hüther und Sieß um 7.30 Uhr von Ecke Landskron= und
Lud=
wigshöhſtraße.
— Verkehrsunfall. Bei der Einfahrt in die Saalbauſtraße
ſtreifte ein aus Richtung Luiſenplatz die Rheinſtraße
herabkom=
mendes Motorrad ein aus Richtung Hauptbahnhof kommendes
Auto, das ebenfalls in die Saalbauſtraße eingebogen war. Eine
Frau, die auf dem Sozjusſitz des Motorrades geſeſſen hatte,
wurde verletzt in das Städtiſche Krankennhaus gebracht, das
Motorrad wurde leicht beſchädigt.
— Tödlicher Ausgang eines Verkehrsunfalles. Zu dem am
Sonntag gemeldeten Verkehrsunfall am Schloß, bei dem der
Ober=
feuerwehrmann, Philipp Knopf dadurch lebensgefährlich
ver=
letzt wurde, daß er einem Autobus zu nahe kam und umgefahren
wurde, erfahren wir, daß der Verunglückte ſeinen Verletzungen
erlegen iſt.
Aus Heſſen.
Lokale Veranſtalkungen.
Die hiernter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu betradten,
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritſk.
— „Heilung von ſelbſt” Morgen, Mittwoch den 5
Ok=
tober, nachmittags 4 Uhr, und abends 8,30 Uhr hält im
Muſik=
verein, Wilhelm=Gläſſing=Straße, Herr Paul G. Töpfer=Stuttgart
einen Vortrag über das Thema „Heilung von ſelbſt‟. Der Eintritt
iſt frei. (Näheres ſiehe Anzeige!)
Chriſtl. Verein junger Männer Darmſtadt
V., Eliſabethenſtraße 17. Heute Dienstag abends 8.30
Uhr. Familien=Bibelſtunde mit Herrn Pfarrer Köhler.
Jeder=
mann iſt herzlichſt eingeladen.
Tageskalender für Dienstag, den 4. Oktober 1932.
Union=Theater: „Ich will nicht wiſſen, wer du biſt”; Helia=
Licht=
ſpiele: „Der träumende Mund”; Palaſt=Lichtſpiele: „Flucht
von der Teufelsinſel”.
F. Eberſtadt, 3. Okt. Schubertabend. Das diesjährige
Herbſtkonzert des Geſangvereins „Männerquartett Harmonie‟
war ganz dem Konzert= und Liedmeiſter Franz Schubert
gewid=
met. Es fand eine weihevolle Eröffnung durch das meiſt von
jun=
gen Darmſtädter Künſtlern geſpielte Adagio=Allegro aus dem
großen Oktett, von dem im Verlaufe des Abends drei weitere
Sätze, das Andante un poco moſſo, das Andante mit Variationen
und das Menuett zur Durchführung kamen. Lebensmut,
Schubert=
ſche Träumerei und Schwärmerei, rings um einen
Variationen=
ſatz, ließen hierbei etwas von der Echtheit und Tiefe Schuberts
ahnen, die ihm nie entgingen. Durch die einwandfreie Wiedergabe
dieſer Teile des Spielſtücks, in dem die Klarinette reichlich bedacht
iſt, neben Fagott, Horn und Streichquintett, fühlte ſich die den
großen Saal bis auf den letzten Platz füllende Zuhörerſchaft ganz
in den aufblühenden, ſeeliſchen Reichtum Schuberts verſetzt. Und
— wie hier in der Muſik — ſo trat uns bei dem übrigen
Pro=
gramm Schubert im Liede in einer Sprache nahe, die —
un=
mittelbar aus der Seele dringend — nicht mehr von dieſer Erde
herkommt, ſondern aus einer anderen Welt. Das gilt vor allem
für die von Frau Horn=Stoll=Darmſtadt (Sopran)
geſunge=
nen Lieder: „Ganymed”. „Ueber allen Wipfeln iſt Ruh”, „Du
biſt die Ruh”, „Seligkeit”, „Der Neugierige”, „Wohin?”, „Ich
ſchnitt es gern in alle Rinden ein” und die Zugabe „Aufenthalt”.
Die uns Eberſtädtern längſt ans Herz gewachſene Sängerin zeigte
ſich in einer alles hinreißenden Brillanz, die ihren Höhepunkt in
dem herrlichen „Du biſt die Ruh” fand, eine der Eingebungen
Schuberts, die mehr ſind als ſelbſt Muſik. Auch Georg
Pfeif=
fer 2. (Bariton), der ſich mehr und mehr zu einem
verheißungs=
vollen Soliſten zu entwickeln ſcheint, war wieder ſehr gut in Form.
Er ſang: „Der Leiermann”. „Der Doppelgänger” und (als
Zu=
gabe) „Der Wanderer‟. Das Programm fand ſchließlich ſeine
Vollendung durch die Männerchöre der Sängerſchaft des
konzert=
gebenden Vereins. Das Publikum hörte von ihr: „Widerſpruch”,
„Das Dörfchen”, „Trinklied”, „Ständchen” „Liebe” und Zur
guten Nacht” Chöre, aus deren Vortrag der unabläſſige
Auf=
ſchwung leuchtete, in dem ſich die verantwortungsbewußte
Sänger=
ſchar, dank ihres ebenſo verantwortungsbewußten Dirigenten,
Lehrer Knöß, befindet. An dem überreichen Beifall, der allen
Mitwirkenden zuteil ward, hatten Frau Lehrer Knöß, Lehrer
Eidenmüller und Georg Pfeiffer 1. durch klare und
an=
paſſungsfähige Begleitung auf dem Klavier berechtigten Anteil.
(FT.13068
„Herr Doktor,
ich muß die Operation noch aufschieben. Ende der Woche
heiratet meine Tochter, und da muß ich doch dabei sein.-
Gut, Herr Müller, dann sagen Sie mir nur rechtzeitig
Be-
scheid, sobald Sie bereit sind.”
„Selbstverständlich, Herr Doktor, aber können Sie mir
in-
zwischen nicht noch etwas geben, was die Schmerzen und den
Juckreiz lindert? Diese elenden Hämorrhoiden quälen mich so
arg, daß ich es kaum aushalten kann."
„Kaufen Sie sich einmal in der Apotheke Posterisan, Salbe
und Zäpfchen, gebrauchen Sie diese inzwischen regelmäßig,
morgens und abends, es wird Ihnen sicher gut tun.”
(8 Tage später:)
„Mein lieber Herr Doktor! Wie soll ich Ihnen nur danken?
Das Posterisan ist ja großartig. Von Schmerzen und Jucken
spüre ich nichts mehr die Operation ist gar nicht mehr nötig.”
Die Tube Salbe kostet in jeder Apotheke RM. 1,59, die
Packung Zäpfchen RM. 2,37.
Cp. Pfungſtadt, 3 Okt. Preisermäßigung auf der
Omnibuslinie. Mit dem Inkrafttreten des Winterfahrplans
zu Beginn des Monats Oktober iſt auf der Verkehrs=Autobuslinie
Darmſtadt—Pfungſtadt-Hahn—Eich—Eſchollbrücken eine
Fahr=
preisermäßigung in Kraft getreten. Nach dem neuen
Winterfahr=
plan verkehren, von hier aus in Richtung Darmſtadt werktäglich
10 Fahrten, Sonntag skommen noch zwei weitere Fahrten dazu. —
Zu Beginn des Monats konnte Prokuriſt Wilhelm Grund ſein
25jähriges Dienſtjubiläum bei der Exportbrauerei Juſtus
Hilde=
brand begehen.
An Groß=Zimmern, 3. Okt. Liedertag der
Sänger=
vereinigung. Am Sonntag hielt die hieſige
Sängervereini=
gung im „Kaiſerſaal” einen Liedertag ab. Sieben auswärtige und
vier hieſige Vereine nahmen daran teil. Eingeleitet wurde der
Sängertag mit einem Geſamtchor „Goldene Jugendzeit” von K.
Grim, vorgetragen von Sängerluſt, Edelweiß Urberach, Eintracht
Arheilgen, Sängerluſt Wixhauſen und Sängervereinigung Groß=
Zimmern. Dem anweſenden Komponiſten, der an dieſem Tage
ſeinen 50. Geburtstag feierte, wurde ein Blumenſtrauß überreicht.
Was von den durchweg leiſtungsfähigen Vereinen geboten wurde,
zeugte mit Einſchluß auch der kleineren Vereine von einer
auf=
wärtsſtrebenden Geſangskultur. Es kamen Chöre von K. Grim,
R. Laugs. K. Kämpf, Lendvoi, Baumann, Hegar, Kieſſig und
Zenger zum Vortrag. Die zahlreiche Zuhörerſchaft ſpendete den
Sängern für ihre ſchönen geſanglichen Leiſtungen verdienten
Beifall.
* Einweihung des Evangeliſchen Gemeinde=
und Schulhaufes.
R. Reichelsbeim i. Odw., 3. Okt. Hier fand die feierliche
Ein=
weihung des neu erbauten Gemeinde= und Schulhauſes ſtatt. Zur
Feier der Einweihung hatten ſich die hieſige Gemeinde, ſowie
ſämtliche Filialortſchaften und viele Freunde der evangeliſchen
Sache aus näherer und weiterer Umgebung eingefunden. Die
Häuſer hatten Flaggenſchmuck angelegt. Der Einweihung ging eine
Guſtav=Adolfsfeier im Gotteshaus voraus. Dann marſchierte man
im geſchloſſenen Zuge unter Vorantritt des Poſaunenchors an das
neuerbaute Gemeinde= und Schulhaus. Hier nahm der erſte
Pfarr=
verwalter, Herr Pfarrer Munk. Reichelsheim die Begrüßung
vor. Es ſchloſſen ſich dann einzelne Anſprachen der Kirchen= und
Schulvertreter an. Auch Graf Konrad zu Erbach beehrte
die hieſige Gemeinde mit ſeinem Beſuch. Der jetzige Rektor der
hieſigen Schule, Herr Greim, ſprach insbeſondere über die
Ge=
ſchichte Reichelsheims, über die Entſtehung und Entwicklung der
hieſigen Schule. Er gedachte auch des im vergangenen Jahre auf
ſo tragiſche Veiſe umgekommenen Rektors Bormuth, der in dem
alten Schulhauſe, oder der ſogenannten Kantorei bei einem
Brand im Mai 1931 mit ſeiner Gattin und ſeiner treuen
Haus=
angeſtellten ums Leben kam. Anſchließend ergriff der Prälat der
Landeskirche, D. Dr. Dr. Diehl, das Wort und betonte
insbe=
ſondere in ſeiner Rede, daß Schule und Kirche im engſten Kreiſe
zuſammenarbeiten müſſen. Auch er ſtreifte nochmals die Geſchichte
Reichelsheims.
Alsdann fand die Schlüſſelübergabe ſtatt. Der Prälat der
Landeskirche, D. Dr. Dr. Diehl, öffnete die Tür, und unter
Leitung des Architekten Lortz aus Fr.=Crumbach, fand die
Be=
ſichtigung der Räume ſtatt. Im Erdgeſchoß befinden ſich wieder
zwei große Schulräume, und im erſten Stock ein durchgehender
Ge=
meindeſaal. Im Treppenhaus befindet ſich eine Gedenktafel zum
Gedächtnis der im vergangenen Jahre bei dem Brand
umgekom=
menen drei Perſonen. Im Gemeindeſaal fand im Anſchluß an die
Weihe noch eine ſchlichte Feier ſtatt. Die geſamte Feier nahm
durch die muſikaliſchen Einlagen des Poſaunenchors, des
Kirchen=
geſangvereins und der Schule einen beſonders eindrucksvollen
Verlauf.
Mögen in dieſem neuen Hauſe viele Generationen ein und
ausgehen. die Glaube, Liebe und Eintracht, wie dies Herr
Schul=
rat Gerbig in ſeiner Rede beſonders betonte, mit in das ſpätere
Leben hinausnehmen.
Bürgermeiſterwahl in Neuſtadt i. Odw.
* Neuſtadt i. Odw., 3 Okt. Bei der geſtrigen
Bürgermeiſter=
wahl kandidierten vier Bewerber. Von 582 Wahlberechtigten
ſtimmten 520 ab. Es entfielen auf (in Klammern Ziffern der
Landtagswahl vom 19. 6. 32): Bäckermeiſter Schäfer (bürgerl.)
232 (27) Stimmen, Franz Brunner (Komm.) 163 (219) Stim.,
Albert Hottmann (Soz.) 78 (41) Stimmen, und Landtagsabg.
Karl Lenz (Natſoz.) 45 (238) Stimmen. 2 Stimmen waren
un=
gültig. Am kommenden Sonntag findet nun zwiſchen Schäfer und
Brunner Stichwahl ſtatt.
k. Dieburg, 3. Okt. Raſcher Tod. Der Reichsbahnaſſiſtent
Joſeph Sahm von hier weilte am Sonntag in Eppelsheim zu
Beſuch bei einem Kameraden aus ſeiner Militärdienſtdienſt. Dort
wurde er von einem leichten Unwohlſein befallen. Der Arzt konnte
leider nicht mehr helfen, ein Herzſchlag ſetzte dem Leben des in
den vierziger Jahren ſtehenden Beamten n jähes Ende. Der
Ver=
ſtorbene hinterläßt Frau und Kind.
40. Altheim, 3. Okt. Hohes Alter. Seinen 82.
Geburts=
tag feiert heute der in der ganzen Umgebung bekannte Landwirt
und Schmiedemeiſter Heinrich Appel 3.
Bk. Schaafheim, 3 Okt. Todesfall. Infolge einer
Blut=
vergiftung iſt der 38jährige hieſige Landwirt Heinrich
Breit=
wieſer geſtorben. — Die Kartoffelernte iſt hier in
vol=
lem Gange und fällt im allgemeinen gut aus. Kartoffeln bis zu
2 Pfund gehören nicht zur Seltenheit; dieſer Tage wurde ſogar
ein Rieſenexemplar (gelbe Rieſen) von über 3 Pfund geerntet.
Geburtstagsfeier. Die im Jahre 1862 geborenen hieſigen
Einwohner wollen ihren 70. Geburtstag dem Ernſt der Zeit
ent=
ſprechend in einfacher Weiſe gemeinſam feiern.
Cg. Reinheim, 3. Okt. Winterhilfe. Der hieſige
Orts=
ausſchuß für die Winterhilfe 1931/32 hielt ſeine Schlußſitzung ab,
in welcher der Vorſitzende, Rektor Krapp, über die Durchführung
des geſamten Hilfswerkes in der Gemeinde einen abſchließenden
Bericht erſtattete. Der Rechnungsabſchluß wurde für richtig
be=
funden und dem Vorſitzenden der Dank des Ausſchuſſes für ſeine
Mühewaltung ausgeſprochen. Ein noch vorhandener Geldbetrag
wurde für kommende Notfälle zurückgeſtellt. —
Odenwald=
klub. Eine genußreiche Herbſtwanderung unternahm die
Orts=
gruppe von Heubach aus durch das von prächtigen Waldungen
eingerahmte herrliche Wieſental zur Sauſteige und über den
Heideſtock zur Burg Breuberg. Nach Beſichtigung dieſer
beſterhal=
tenen Ritterburg des Odenwaldes wurde im „Ochſen” zu
Neu=
ſtadt fröhliche Mittagsraſt gehalten und nach längerem Verweilen
der Weg zur Bahn nach Höchſt angetreten.
Ci. Erbach, 1 Okt. Aufhebung der hieſigen
Ge=
ſchäftsſtelle des Heſſiſchen Landbundes. Mit dem
1. Oktober wurde nach einer Mitteilung des Heſſiſchen
Landbun=
des ſeine Geſchäftsſtelle in Erbach aufgehoben. Bis auf weiteres
wird der Landesgeſchäftsführer, Herr Dümas aus Darmſtadt, und
zwar vom 18. Oktober ab jeden Dienstag und Freitag, vormittags
von 9 bis 12 Uhr, im Gaſthaus „Zum Eck” Sprechſtunden abhalten.
— Entſprungener Dieb. Ein hier wohnender
marokkani=
ſcher Staatsangehöriger ſollte auf Grund eines. Haftbefehls wegen
Diebſtahls in das Amtsgericht Michelſtadt eingeliefert werden.
Bei ſeiner Ueberführung entſprang er, und konnte trotz ſofort
aufgenommener Verfolgung nicht mehr eingeholt werden. Am
1. Oktober kehrte er in ſeine Wohnung zurück, wo dann erneut
die Verhaftung erfolgte — Ein Siebzigjähriger. Am
1. Oktober feiert Herr Schmiedemeiſter Georg Glenz in voller
körperlicher Friſche ſeinen 70. Geburtstag.
m Beerfelden, 3 Okt. Eine „fröhliche Turnſtunde‟
Die Schülerinnen=Abteilung unſeres Turnvereins (D.T.) hatte
für geſtern nachmittag das den körperlichen Uebungen geneigte
Publikum unſeres Städtchens in die Turnhalle eingeladen. Frau
Willenbücher wartete mit den von ihr betreuten Mädchen mit
einem neuen Programm auf. Dem Aufmarſch mit Geſang folgten
Armübungen, die Bruſt und Schultern gründlich lockerten.
Rumpf=
übungen und Uebungen am Boden ſchloſſen ſich an. Dann folgte
Marſch im Wechſel mit Hüpfen, dabei Drehungen. Sehr
mannig=
faltig waren die Uebungen am Pferd: Ueberſpringen, Auf= und
Abſitzen. Knieabſprung, Ueberſchlagen, Drüberlaufen mit
Ueber=
ſchlagen, Kampf um den Stand auf dem Pferd uſw. Beſonderes
Intereſſe erregten die Uebungen an der Leiter, einem Gerät, das
verſchiedenſter Anwendung fähig iſt. Die Uebungen wurden in
Beziehung gebracht zur Tätigkeit der Feuerwehr und bekamen ſo
für Ausübende und Zuſchauer eine gegenſtändliche Note. Die
zahl=
reichen Anweſenden folgten mit größter Aufmerkſamkeit dem
Ge=
botenen.
4. Aus dem Schlierbachtal, 2. Okt. Verkehrsunfall.
Als in Ellenbach ein Auto an einer Hofreite vorbeifuhr, in
wel=
cher die Dreſchmaſchine droſch, kam aus dem Hofe ein Mann
her=
aus, der infolge des Summens der Lokomobile das Hupenſignal
des herannahenden Autos überhörte und dieſem direkt in die
Fahrbahn lief. Der Lenker des Autos bremſte ſofort ſo ſtark, daß
das Fahrzeug rutſchte, einen Chauſſeebaum ſtreifte und zum
Hal=
ten kam. Wäre der Baum nicht dageweſen, wäre das Auto
un=
weigerlich die zwei Meter hohe Böſchung hinabgeſtürzt. —
Kirch=
weihzeit. Am Sonntag war in Schlierbach, heute iſt in Winkel
und kommenden Sonntag in Ellenbach „Kärb”. — Gute
Obſt=
preiſe. Im Laufe der letzten Woche hat der Obſtverkauf voll
eingeſetzt. Zum Leidweſen der Landwirte iſt der Ertrag
durch=
ſchnittlich gering, aber die Preiſe ſind äußerſt hoch. Für Nüſſe
werden pro Zentner 25—30 Mark. für Tafeläpfel 12—15 Mark,
Wirtſchaftsäpfel 7—9 Mark, Schüttel= und Kelteräpfel 5—6 Mk.
bezahlt.
Bo. Dornberg, 3. Okt. Geſtern vormittag hatte die hieſige
Feuerwehr Probealarm Es galt, einen angenommenen
Waldbrand zu bekämpfen. Die Uebung, zu der auch die Wehren
von Groß= und Klein=Gerau, Worfelden, Büttelborn und Berkach
herangezogen waren, fand eine gute Kritik.
Selbstvertrauen und Hoffnung —
unser Kapital. Nur starke Nerven
schützen es. Darum: Kaffee Hag.
Oben: Blick in eine der großen Ausſtellungshallen.
Unten: Ein durchſchnittenes Junkers=Flugzeug, das einen trefflichen
Einblick in die Spanten=Konſtruktion ermöglicht.
Eine intereſſante Neuheit auf der „Dela”:
Zeichnung des neuen Weekend=Flugzeugs, die dieſes
intereſſante Schauſtück der Ausſtellung im Betrieb zeigt.
Oben: Die Maſchine im Fluge. Dieſes Wochenend=
Flugzeug iſt für kürzere Ueberlandſtrecken gedacht,
bei denen die Inſaſſen, nicht auf eine Landung in
einem wohlvorbereiteten Flughafen angewieſen ſein
wollen.
Unten: Das Flugzeug, das zur Landung zu Waſſer
und zu Lande fähig iſt, beim Niedergehen auf
moo=
rigem Gelände, wozu es mit Raupenketten
ausge=
ſtattet iſt.
* Wie warm ſoll die Wohnung ſein?
Die Durchſchnittskemperakuren für die einzelnen Zimmer. — Wohnzimmer muß wärmer ſein als Schlaf=
Zimmer. — Gefahren von Ueberheizung. — Die Durchſchnitkskemperakur im Arbeitsraum.
Kinderzimmer und Krankenzimmer.
Die Zeit des Heizens iſt gekommen, und wenn auch einige
ſchöne warme Tage noch die Täuſchung des Sommers
hervorbrin=
gen. Die Nächte ſind aber ſchon recht kühl und die geringſte
Wetterverſchlechterung macht auch eine künſtliche Erwärmung der
Wohnung dringend erforderlich. Es fragt ſich nun, welche
Durch=
ſchnittstemperatur die einzelnen Zimmer aufweiſen müſſen, wenn
Geſundheit und Befinden der Bewohner darunter nicht leiden
ſol=
len. Jeder weiß, daß beſonders in den erſten kühlen Tagen eine
zu warme Wohnung geradezu eine Laſt iſt. Schon die Tatſache,
daß man die Fenſter aufreißt oder ſich ins Freie begibt, um ein
wenig friſche kühle Luft zu genießen, iſt der Beweis dafür, daß der
Körper des Menſchen ebenſo wenig zu große Wärme wie zu große
Kälte erträgt. Er will ſich dann in der kühlen Luft der freien
Natur gewiſſermaßen geſundbaden. Gerade jetzt, in der
Ueber=
gangszeit
mer ſehr beträchtlich anſteigt. Man gewöhne ſich darum daran,
in jedem Zimmer ein Thermometer zu haben, denn dieſes
Werk=
zeug iſt allein ein obiektiver Maßſtab für die Feſtſtellung der
er=
träglichen Wärme. Je nach der Verwendung, die die Zimmer
haben, muß ihre Durchſchnittstemperatur verſchieden ſein.
Das Wohnzimmer.
in dem ſich die Familie tagsüber aufhält, ohne durch Tätigkeit
natürliche Wärme dem Körper zuzuführen, muß die höchſte
Tem=
peratur in der Wohnung aufweiſen. Durch ſtatiſtiſche Erhebungen
der Hygieniker iſt feſtgeſtellt worden, daß im Wohnzimmer eine
Durchſchnittstemperatur von 17—19 Grad Celſius vorhanden ſein
muß, wenn man ſich wohlfühlen ſoll. Die Wärmeempfindlichkeit
der Menſchen iſt verſchieden. Einige fühlen ſich bereits bei 17
Grad ſehr wohl, andere erſt bei 19. Darum ſoll die Temperatur
im Wohnzimmer je nach Bedarf, nicht unter 17 Grad liegen und
nicht 19 Grad überſchreiten. Wenn man ſtändig in einem Zimmer
mit 22—25 Grad ſich aufhält, wie es häufig zu beobachten iſt, dann
hat man ſtets die Möglichkeit ſich zu erkälten. Der Körper wird
überwärmt und dadurch feucht, und wenn man auf die Straße
tritt, wo im allgemeinen zur Herbſt= und Winterszeit Stürme
herrſchen, wird man ſich ſchnell erkälten.
Das Schlafzimmer
muß verhältnismäßig kühl gehalten werden. Es iſt verkehrt hier
auf jede Heizung zu verzichten, denn die künſtlich erzeugte Wärme
zerſtört die Feuchtigkeit, die ſich ſonſt der Räume bemächtigt. Man
ſoll das Schlafzimmer gut durchlüften, während der Ofen erwärmt
iſt. Dieſe Durchlüftung hat aber zur Folge, daß ſich an den
Wän=
den Feuchtigkeit niederſchlägt. Wenn nun das Zimmer nicht
ge=
heizt wird, dann wird den Perſonen, die in dem Zimmer ſchlafen,
Wärme entzogen, die zur Verdunſtung der Feuchtigkeit erforder=
lich iſt. Die Folge davon ſind allerlei Leiden und Beſchwerden,
die ſich allmählich im Laufe der Zeit einſtellen und als „Reißen”
oder Katarrhe aller Art ſich bemerkbar machen. Man erkennt
daraus, daß ein nicht geheiztes Schlafzimmer ſehr viele
Unzuträg=
lichkeiten mit ſich bringt. Trotzdem aber darf das Schlafzimmer
niemals ſehr warm gemacht werden. Eine
Durchſchnittstempera=
tur von 14—15 Grad Celſius iſt nach den Erfahrungen der
Heil=
kunde ausreichend. Ueberhitzte Schlafzimmer machen den Menſchen
ſchlaff und bringen Neigung zu Erkältungskrankheiten.
Ebenſo=
wenig wie eine Abhärtung durch nichtgeheizte Schlafzimmer gut
iſt, iſt eine Verweichlichung durch zu warme Schlafzimmer am
Platze.
Das Kinderzimmer
ſoll ungefähr 16 Grad Celſius aufweiſen, wenn es dazu benutzt
wird, daß die Kinder darin ſpielen. Iſt es aber ein
Arbeitszim=
mer, wo die Schularbeiten gemacht werden, dann ſind 18 Grad
Celſius am Platze, alſo dieſelbe Wärme, wie ſie in den
Schul=
räumen herrſchen ſoll. Dieſe Durchſchnittstemperaturen haben ſich
bewährt und ſind geeignet, während der langen Wintermonate
den Menſchen geſund zu erhalten.
Im Krankenzimmer
dagegen ſind Temperaturen von 21 —22 Grad angebracht, da
Kranke erfahrungsgemäß einen größeren Wärmebedarf haben als
Geſunde. Dieſe Temperaturen gelten, gleichgültig, ob es ſich um
Ofen= oder Zentralheizung handelt.
— Gernsheim, 3. Okt. Waſſerſtand des Rheins am
2. Okt.: 0,47 Meter. am 3. Okt.: 0,50 Meter.
Rheinheſſen.
* Mainz, 2. Okt. Der Betrieb in der Mainz=
Koſt=
heimer Celluloſefabrik ruht ſeit Samstag vormittag
vollſtändig wegen Abzug der Löhne. Von der Direktion wird
mit=
geteilt, daß ſie gezwungen geweſen ſei, den Arbeitsvertrag zu
kün=
digen Ein Schiedsſpruch, die Löhne um fünf Prozent zu ſenken,
wurde von den Arbeitgebern, nicht aber von den Arbeitnehmern
angenommen. Um der Ueberproduktion vorzubeugen, ſollte nur 40
Stunden gearbeitet werden. — Zwei Mainzer, der bekannte
Kunſt=
ſchmied Heinrich Schwab und der Porträtmaler Fritz Schäfer,
haben zum 85. Geburtstag des Reichspräſidenten von Hin=
denburg ein hübſches Kunſtwerk geſchaffen, das zurzeit in Mainz
ausgeſtellt wird, Bildnis und Umrahmung ſind in ihrer
künſt=
leriſch harmoniſchen Vollendung von vornehmer Wirkung und
verdienen ſtarke Beachtung.
4e Horchheim. 3. Okt. Vorgeſtern vormittag gegen 10 Uhr
brach in dem Anweſen von M. Winkler in der Scheuer aus
bisher ungeklärter Urſache Feuer aus. Mit großer Schnelligkeit
breitete ſich das Flammenmeer auch auf die angrenzenden
Stal=
lungen aus. Beim Erſcheinen der Wormſer Feuerwehr, die die
Horchheimer Freiwillige Feuerwehr unterſtützte, hatte das Feuer
auch das Wohnhaus erreicht, das bis zum erſten Stockwerk
aus=
brannte. Der durch das Großfeuer entſtandene Schaden iſt
be=
trächtlich. — Einweihung eines neuen
Wander=
heims. Geſtern vormittag wurde von dem Verein „Herberge
zur Heimat” ein neues Wanderheim eingeweiht, das den Namen
„Emmaus” führt. Baron Ludwig von Heyl zu
Herrns=
heim nahm den Weiheakt vor. Vertreter der Staatsregierung,
der Stadtverwaltung, der evangeliſchen und katholiſchen
Geiſtlich=
keit, betonten in ihren Anſprachen, daß das Heim Grundſtein ſein
möge zu weiterer gedeihlicher Arbeit an jugendlichen Wanderern.
Am Abend fand im Gemeindehaus der Molkteanlage ein
Ge=
meindeabend ſtatt, bei dem Herr Pfarrer Schumacher=
Frankfurt a. M. einen Vortrag über „Unſer Dienſt an den
Ar=
beitsloſen” mit Lichtbildern aus der Arbeit an den Brüdern von
der Landſtraße hielt.
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[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 276
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Dienstag, 4. Oftober 1332
Erſtes Bild von der Erdbeben=Kakaſtrophe in Griechenland.
Reichspräſident von Hindenburg ſchreitet die Front der Ehrenkompagnie ab.
Bewohner des am meiſten betroffenen Dorfes Jeriſſos vor den Trümmern ihres zerſtörten Hauſes
Zwei Deutſchen die Fluchk aus der Fremdenlegion gelungen.
Beim Abſchied von dem Erſten Offizier des engliſchen Petroleumbootes „The Britiſh Comodore‟:
Rechts der 34jährige Deutſchruſſe Alfred Tramm, der auf der Flucht vor dem Terror der ruſſiſchen
G.P.U. in die Fremdenlegion eintrat, und in der Mitte; Der erſt 19jährige Walter Altmeyer aus
Heidelberg.
Die beiden Deutſchen konnten in einem 3 Meter langen Ruderboot aus der Fremdenlegion
ent=
fliehen, in der ſie unſägliche Qualen zu erdulden gehabt hatten, und wurden nach 8tägigem
Trei=
ben im Mittelmeer von dem engliſchen Petroleumboot „The Britiſh Comodore” aufgenommen.
Reich und Ausland.
Zu dem Raubmord an dem Kutſcher
Wagner.
Frankfurt a. M. Zu dem Raubmord auf
der Uferſtraße iſt noch zu bemerken:
Im Laufe der polizeilichen Ermittlungen
mel=
dete ſich ein Zeuge, der am Tatabend auf der
Uferſtraße etwa in Höhe des Schuttabladeplatzes
den Brotwagen von Dinges in langſamem Trab
in Richtung Offenbach fahren ſah. Plötzlich
ſprang von dem Bankett, das die Uferſtraße in
zwei Fahrbahnen trennt, ein Mann von links an
den Wagen heran. Der Zeuge hörte plötzlich
lautes Schreien und gleich danach vier Schüſſe
fallen. Die durch die Schüſſe erſchreckten Pferde
liefen eine Strecke im Galopp. Da ſie nun
führer=
los waren, fuhren ſie im Zickzack auf der Straße,
ſo daß ein Motorradfahrer nicht paſſieren konnte.
Bei der Perſon des Täters handelt es ſich um
einen Mann von 1,70 Meter Größe, der mit
einem Sportanzug, kurzer Hoſe und Sportmütze
bekleidet war. Ob die beiden Unbekannten, die
kurz hinter dem Schlacht= und Viehhof Fahrzeuge
zum Halten bringen wollten, tatſächlich mit dem
Raubmord in Verbindung ſtehen, müſſen die
wei=
teren Feſtſtellungen ergeben.
Der Einbrecherkönig Franz Kita aus dem
Polizeigefängnis entwichen.
Dortmund. Am Sonntag iſt der bekannte
Einbrecherkönig Franz Kita aus dem
Polizei=
gefängnis ausgebrochen. Kita bat gegen Abend
den Wärter, den Toilettenraum aufſuchen zu
dürfen. Es gelang ihm, unbemerkt auf den Boden
des Gefängniſſes zu kommen. Vom Dach ließ er
ſich an einem Blitzableiter auf die Straße
hin=
unter. Kita hat noch eine 8jährige
Zuchthaus=
ſtrafe zu verbüßen.
Vier Geldtransporträuber verhaftet.
Chemnitz. Die Räuber, die am Freitag, wie
gemeldet, unter Benutzung eines geſtohlenen
Autos den Geldtransport einer Bank in
Schwar=
zenberg beraubt und 39 000 Mark erbeutet
hat=
ten, ſind geſtern feſtgenommen worden. Es
han=
delt ſich um vier Erwerbsloſe, die in Chemnitz
anſäſſig ſind. Das Geld wurde in einem
Wald=
ſtück aufgefunden.
Geheimral Profeſſor Max Wolf F.
Heidelberg. Im Alter von 69 Jahren iſt
in der Nacht zum Montag der bekannte Gelehrte
und Direktor der Heidelberger Königsſtuhl=
Stern=
warte, Geheimrat Prof. Max Wolf, geſtorben.
Wolf wurde 1863 als Sohn des Arztes Franz
Wolf in Heidelberg geboren. Sein beſonderes
Arbeitsgebiet war die Spektralanalyſe und die
Himmelsphotographie, deren Altvater er iſt. Ihm
iſt es in erſter Linie zu verdanken, daß die
Him=
melsphotographie zu dem wichtigen Werkzeug der
Aſtronomie wurde. Unter den zahlreichen
photo=
graphiſchen Entwicklungen, die Wolf im Laufe
der Jahre machte, ſei beſonders der von ihm
1891 im Sternbild des Schwanes entdeckte
„Americanebel” und die 1894 erfolgte
Wieder=
auffindung des Kometen „Encke” erwähnt.
Mokorrad fährt in eine Skahlhelm=
Gruppe.
Ein Toter, fünf Schwerverletzte.
Remſcheidt. Gelegentlich der Gründung
einer neuen Ortsgruppe marſchierte eine
Stahl=
helmabteilung aus dem bergiſchen Land durch
Hueckeswagen. Plötzlich raſte ein Motorrad im
70=Kilometertempo auf die Gruppe zu und riß
den an der Spitze marſchierenden Kreisleiter, den
Fabrikanten Haſenclever, um, ſo daß er
bewußt=
los liegen blieb. In der Aufregung verwechſelte
der Motorradfahrer, die Hebel und fuhr mit
Vollgas in die Gruppe der Stahlhelmer hinein.
Dadurch wurden fünf Stahlhelmer ſchwer verletzt
und mußten ins Hueckeswagener Krankenhaus
überführt werden. Der Kreisleiter Haſenclever
ſtarb an den Folgen eines Schädelbruches. Bei
zwei der Schwerverletzten beſteht Lebensgefahr.
Der Motorradfahrer wurde verhaftet.
Paris. In den ſpäten Abendſtunden des
Sonntags brach auf der Werft der „Société des
Forges et Chantiers” in Seyne=ſur=Mer in
un=
mittelbarer Nähe des Mittelmeerhafens Toulon
ein Feuer aus, das ſich mit ungeheurer
Schnel=
ligkeit ausdehnte. Da auf der Werft mehrere
größere Schiffe im Bau ſind, wurden ſofort alle
Feuerwehren gerufen, die ſich jedoch vergeblich
bemühten, des Feuers Herr zu werden. Nach
zweiſtündigem Löſchen wurde ſich die Leitung
der Feuerwehren darüber klar, daß es ihr nicht
gelingen würde, die Ausdehnung des Feuers zu
verhindern, ſo daß ſie von der Präfektur von
Toulon Verſtärkung erbitten mußte, die ſofort
nach Seyne=ſur=Mer abging. Man ſagt bereits,
daß ſich der Schaden auf mehrere Millionen
Franken beläuft.
Den vereinten Bemühungen der Feuerwehren
von Seyne=ſur=Mer und Toulon iſt es gelungen,
eine weitere Ausdehnung des Feuers auf der
Schiffswerft von Seyne=ſur=Mer zu verhindern.
Am Montag morgen konnte jede weitere Gefahr
als beſeitigt betrachtet werden. Die
Erſatzteil=
lager der Marine ſind jedoch faſt völlig
ver=
nichtet.
Drei Dampfer an der finniſchen Küſte
geſtrandel.
Helſingfors. Auf der finniſchen Seite
des Bottniſchen Meeres haben ſich in der
Sonn=
tagnacht drei ſchwere Schiffskataſtrophen ereignet.
Zuerſt ſtrandete der ſchwediſche Dampfer „Start”
aus Gotenburg, und wenige Stunden ſpäter ganz
in der Nähe der griechiſche Dampfer „Georgios”
und der finniſche Dampfer „Elſe‟. Der finniſche
Dampfer iſt bereits untergegangen. Die
Be=
ſatzung konnte unter großen Schwierigkeiten
ge=
rettet werden. Der ſchwediſche Dampfer „Start”,
hatte 15 Perſonen an Bord, darunter 2 Frauen.
Elf hiervon konnten gerettet werden, während
die übrigen vier ſich noch an Bord des mit
Waſ=
ſer gefüllten und von der Brandung überſpülten
Schiffes befinden. Der griechiſche Dampfer hat
eine Beſatzung von 26 Mann. Infolge des
orkan=
artigen Sturmes konnte kein Rettungsboot an
das Wrack herankommen, das ein großes Leck
erhalten hat. Mehrere Bergungsdampfer ſind zur
Unglücksſtelle abgegangen. Anſcheinend ſind
in=
folge des ſchweren Sturmes alle drei Schiffe
ab=
getrieben und auf die finniſche Seite des
Bott=
niſchen Meeres verſchlagen worden, wo die
Schä=
ren ſehr gefährlich ſind.
Helſingfors. Von den drei im
Bott=
niſchen Meerbuſen geſtrandeten Dampfern iſt
nun auch der ſchwediſche Dampfer „Start”
ge=
ſunken. Um die 30 Schiffbrüchigen auf dem
gro=
ßen griechiſchen Dampfer „Georgios” befand man
ſich geſtern in größter Sorge, da die
Rettungs=
boote von der Brandung weggeſpült ſind und
gegen Vormittag die SOS=Radioſignale
gänz=
lich aufhörten. Gegen Nachmittag glückte es
je=
doch einem Rettungsboot, an das Wrack
heran=
zukommen und nach großen Mühen 15 Mann der
Beſatzung zu retten. Dieſe waren halb erfroren
und ſo mitgenommen, daß an ihrem Aufkommen
gezweifelt wird. 14 Mann Beſatzung ſind noch an
Bord des Schiffes, über das die Wellen
hin=
wegſpülen. Der Dampfer iſt beinahe
entzweige=
brochen und man befürchtet das Schlimmſte.
Eigentümlicherweiſe ſind vor mehr als einem
halben Jahrhundert, nämlich am 5. Oktober 1866,
ebenfalls drei Schiffe — zwei norwegiſche und
ein ſchwediſches — an genau der gleichen Stelle
im Bottniſchen Meer untergegangen.
Dela=Flugkag in Tempelhof.
Berlin. Auf dem Zentralflughafen
Tempel=
hof wurde geſtern nachmittag bei außerordentlich
ſtarkem Beſuch der Dela=Flugtag abgehalten, der
den Abſchluß einer Wettbewerbsreihe darſtellt,
die in der Zeit vom 11. September bis 2.
Ok=
tober vom Deutſchen Luftfahrtverband Berlin
zum Austrag gelangte. Den Abſchluß des
Zuver=
läſſigkeitsfluges bildete der Dela=Sternflug nach
Berlin zur Eröffnung der Deutſchen
Luftſportaus=
ſtellung.
Unter den Ehrengäſten auf dem Flughafen
ſah man Miniſterialdirektor Brandenburg in
Be=
gleitung des Staatsſekretärs König, den General
Willberg, das älteſte aktive Mitglied der
deut=
ſchen Fliegerei, von der Stadt Berlin
Stadtbau=
rat Dr. Adler, zahlreiche Vertreter der
Reichs=
wehr und ferner aus der deutſchen Fliegerei
viele Prominente.
84 Ampullen Morphium beſchlagnahmt
Trier. Der Oberlandjäger von Hermeskeil
war ſchon ſeit längerer Zeit auf der Suche nach
Mitgliedern einer Rauſchhiftbande. Nun ſtellte
er in der Ortſchaft Pölert in einer Gaſtwirtſchaft
zwei Männer, die Fahrräder mit Gepäck bei ſich
führten. Der Beamte, dem die beiden Perſonen
verdächtig vorkamen, ſchritt zur Feſtnahme, doch
gelang es einem der Verdächtigen, zu flüchten.
Bei der Durchſuchung des Gepäcks auf den
Fahr=
rädern fand der Beamte in einem Ruckſack 84
Ampullen Morphium, ſowie etwa eine halbe
Mil=
lion Zigarettenpapier. Der Feſtgenommene
be=
ſtritt, gewußt zu haben, daß ſich in den
Ruck=
ſäcken Schmuggelwaren befänden. Er ſei zum
Mittragen der Sachen gegen Entgelt gedungen
worden. Der Verhaftete, der im Reſtkreis
Wa=
dern wohnt, wurde dem Amtsgericht vorgeführt,
das Haftbefehl erließ. Der Geflüchtete ſoll
Saar=
länder ſein und in Bachem wohnen. Man
ver=
mutet, daß der Verhaftete Mitglied einer
wohl=
organiſierten internationalen
Rauſchgiftſchmug=
gelbande iſt, die von Hintermännern beauftragt
iſt, die Waren über die Grenzen zu befördern.
Die Ermittlungen ſind noch in vollem Gange.
Der Kaſſeler Herkules=Turm
alkersſchwach.
Die Kaskaden und der 30 Meter hohe Herkules=
Turm im Schloßpark Wilhelmshöhe.
Eines der gigantiſchſten Bauwerke
Mitteldeutſch=
lands, der Herkulesturm mit der rieſigen
Her=
kulesſäule auf der Wilhelmshöhe bei Kaſſel,
wird altersſchwach. Mächtige Riſſe ziehen ſich
durch das Mauerwerk, ſo daß raſcheſte Hilfe
notwendig iſt.
Dienstag, 4. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 276 — Seit: 9
Sport, Spiek und Jucnen
Deutſches Turn= und Sporkabzeichen.
Handball.
Turn= und Sportabzeichens in Gruppe 5 Radfahr
kommenden Sonntag, dem 9. Oktober, vormittags 9
Strecke wird noch bekannt gegeben. Anmeldungen
Georg Hahn. Darmſtadt, Schwanenſtraße 20.
an. Herrn
* Kreisliga Südheſſen.
Der erſte Spielabbruch.
Selten gab es in der ſüdheſſiſchen Kreisliga einen Spieltag.
einſeitige Angelegenheit. Die wackeren Königſtädter waren in ſo geſpickt mit Ueberraſchungen, wie den erſten Oktoberſonntag
Es bleibt ſonach nur übrig, der Mannſchaft zu beſcheinigen, daß nur über 25 Minuten. Ein ſehr ſchönes Spiel wurde in Biblis
nahm. Angeſichts des ſchwachen Gegners dürfte eine Kritik der beſitzer weit höher, als man erwarten konnte und beſetzen
nun=
mehr allein den zweiten Tabellenplatz. Mit großem Pech verlor
SV. Darmſtadt 1898—TV. Königſtädten 20:0 (9:0).
Das Spiel der 98er gegen den Liganeuling war eine höchſt
ſpieltechniſcher Hinſicht den Lilienträgern um eine ganze Klaſſe dieſer Saiſon. Leider ereigneten ſich aber auch wieder einmal
unterlegen. So kam es, daß die Gäſte, obwohl ſie mit größtem recht unliebſame Vorfälle, die in Heppenheim zum Spielabbruch
Eifer und höchſter Aufopferung kämpften, eine Niederlage in einem führten. Dort hatten die Hochheimer wider alles Erwarten be=
Ausmaße einſtecken mußten, die ihnen gezeigt haben dürfte, daß reits 2:0 gewonnen, als ſich der Spieler Fuchs am Schiedsrichter
die Zugehörigkeit zur Ligaklaſſe kein reines Vergnügen darſtellt, vergriff. Sofort brach der Spielleiter ab: die Begegnung ging
ſie reſtlos fair kämpfte und den hohen Torſegen unverdroſſen hin= ausgetragen. Dort ſiegten die ſpieleriſch ganz vorzüglichen Platz=
Einheimiſchen unnötig ſein. Voll bei der Sache war die Sport= Gernsheim auf eigenem Platze gegen Olympia Lampertheim,
wäh=
vereinself nur in den letzten 10 Minuten, in denen man den rend Hofheim ſeine Gäſte aus Neuhauſen mit einer ſaftigen
Stand von 14:0 auf 20:0 „abrunden” wollte, was denn auch ge= „Packung” nach Hauſe ſchickte. Die größte Senſation iſt
aller=
rade noch in der letzten Spielminute gelang. Allerdings war im dings der erſte Punktgewinn der Pfiffligheimer Normannen, die
Schlußkampf die Gäſtemannſchaft mit ihren Kräften ſo fertig, daß in Bensheim einen verdienten Sieg landeten. Das Spiel, in
ein ernſtlicher Widerſtand kaum mehr geleiſtet werden konnte. Heppenheim wird in der Tabelle nicht gewertet, ſo daß dieſe jetzt
Muſchka (Polizeiſportverein Frankfurt) hatte bei der fairen ſo ausſieht:
Spielweiſe einen leichten Stand und genügte durchaus.
Spiele gew. un. verl. Punkte
3. Mannſchaft— 2. Mannſchaft Sportv. Arheilgen 6:1.
Starkbg. Heppenheim
FV. Biblis
1. Schüler—1. Schüler Braunshardt 4:3.
14.
Olmpia Lampertheim
Spp. Horchheim
Fußball.
FV. Hofheim
VfL. Lampertheim
FV. Jugenheim-Viktoria Griesheim 0:13 (0:7).
FCl. 07 Bensheim
In dieſem Spiel hatte ſich die Griesheimer Mannſchaft über= Konk. Gernsheim
Spv. Weinsheim
raſchend ſchnell mit den ungewohnten Platzverhältniſſen zurecht=
Vikt. Neuhauſen
gefunden und legte ein Spiel hin, wie man es ſchon lange nicht Spp Hochheim
mehr ſah. Ein jeder gab ſein Beſtes, ſo daß die zahlreichen Norm. Pfiffligheim
Griesheimer Schlachtenbummler voll und ganz auf ihre Rechnung
kamen. Trotz der hohen Torzahl war das Spiel nicht einſeitig,
Kein „Fall” in Gruppe Heſſen.
der Gaſtgeber verſtand es, das Spiel jederzeit offen zu halten,
Der Bezirksvorſitzende des Bezirks Main=Heſſen hat jetzt die
was ihm unbedingt beſcheinigt werden muß. Die Tore waren
durchweg nach ſchönen Kombinationszügen zuſtande gekommen vom Kreisvorſitzenden des Kreiſes Südheſſen für ungültig er=
und unhaltbar. In der 9. Minute bringt Heiß die Gäſte in Füh= kläte Spielerlaubnis des Spielers Pohle (Alemannia/Olympia
rung, zwei Minuten ſpäter erhöht D. Hauf auf 2:0, dann iſt es Worms) als rechtsgültig erklärt. Der Spieler hat bereits vor
wieder derſelbe Spieler, der Nr. 3 fertig bringt. W. Klippel er= der Fuſion der beiden Vereine bei Olympia Worms geſpielt;
zielt in der 19. Minute das 4. Tor, dann iſt Becker in der 25. die ihm ſeinerzeit erteilte Spielerlau nis geht auch auf den
und 37 Minute zweimal erfolgreich, und W. Klippel ſtellt dann neuen Verein über. Die einzige Folge dieſes Falles wird nur
zwei Minuten ſpäter durch ein 7. Tor den Halbzeitſtand her. Nach ſein, daß gegen einen Funktionär, der ſeinerzeit das
Geburts=
der Pauſe fällt durch Ritter in der 54. Minute Nr. 8, in der 68, datum des damals noch jugendlichen Pohle gefälſcht haben ſoll,
und 78. Min, ſchießt Jäger das 9 und 10. Tox; denen läßt dann ein Verfahren eingeletiet wird.,
Becker noch in der 81., 86. und 88. Minute drei weitere folgen,
ſo das Reſultat auf 13:0 ſtellend. Eckball 5:2 für Griesheim.
Jubiläumsſchwimmen des 25C. Jung=Deutſchland
Schiedsrichter Göckel=Darmſtadt gut.
Weitere Reſultate: 3. Mſch.—Polizei Darmſtadt 2:4. AH. 16. Oktober im Hallenbad.
Mſch —SV. 98 Darmſtadt 3:1, 1. Jgd.—SV. Groß=Gerau 3:1,
Nach einer Pauſe von 5 Jahren veranſtaltet „Jung=Deutſch=
Schüler—SV. Groß=Gerau 0:0.
land” am 16. Oktober im Städtiſchen Hallenſchwimmbade
anläß=
lich ſeines 20jährigen Beſtehens ein verbandsoffenes Wettſchwim=
Germania Eberſtadt—FK. Egelsbach 3:1 (1:0).
men. Trotz der großen wirtſchaftlichen Not oder beſonders des=
Vor 700 Zuſchauern lieferten ſich beide Mannſchaften, ein wegen hat es ſich der DSC. „Jung=Deutſchland” zum Ziel geſetzt,
ſtets ſpannendes und aufregendes Spiel, das den Germanen auf der Darmſtädter Bevölkerung eine erſtklaſſige Veranſtaltung zu
Grund ihrer beſſeren Geſamtleiſtung den verdienten 3:1=Sieg bieten um dadurch für den Schwimmſport zu werben.
brachte. Die Vorſtädter hatten eine grundlegende. Umſtellung
Wenn auch der offizielle Meldeſchluß erſt in einigen Tagen
vorgenommen, die ſich fürs erſte Mal gut bewährte. Sie lie= ſtattfindet, ſo liegen bereits heute genügend. Zuſagen vieler
gro=
ferten ein taktiſch und techniſch reifes Spiel. Schon vor dem ßen Vereine vor, die eine hervorragende Beſetzung garantieren.
Wechſel hatte ſie weitaus mehr vom Spiel, wenn auch der Gaſt
vorübergehend einmal drängte. Der blau=weiße Sturm hatte
Schießſport.
ſchon in dieſer Zeit zahlreiche Gelegenheiten, war aber recht
ſchußſchwach. Erſt kurz vor dem Wechſel fiel durch den Rechts=
Am Sonntag hielt der Gau Darmſtadt des Deutſchen
Kar=
außen Kölſch durch einen fabelhaften Schuß der erſte Treffer, tells für Jagd= und Sportſchießen, Abteilung KKS., auf den
Nach dem Wechſel kamen die Gäſte durch zu langes Zögern von
Schießſtänden (Karlshof) ſein Schlußſchießen für 1932 ab. Bei
Weizenmüller überraſchend zum Ausgleich mußten ſich aber im ſehr reger Beteiligung und unter der bewährten Leitung des
weiteren Verlauf des Spiels bei leichter Ueberlegenheit der Ger=
Gauvorſitzenden Karl Metz nahm das Schießen einen
reibungs=
manen durch Marquardt und Seeh=Kaißer zwei, weitere Treffer loſen Verlauf. Es wurden geſchoſſen: 1. Hörr. Feurio Darmſtadt,
gefallen laſſen. Schiedsrichter ſchwach. — 1. Jgd.—SVgg. Ar=
28 Ringe, 2. Wetzſtein, Weidmannsheil D., 28 R., 3. Berghöfer,
heilgen 1. Jgd 1:1; 1. Schüler-Arheilgen 1. Schüler 5:0; 4. Horn beide Kleeblatt 0. 5 Weimar, Feurio D., je 27 R.
2 Schüler—Arheilgen 2. Schüler 5:0.
8 Romiſch 7. Kappel, 8. Wagner, 9. Netz, alle Weidmannsheil
Geſchäftliches.
Wer wird hundert Jahre alt? Die Ausſichten ſind ſehr trübe.
Nur drei von einer Million Menſchen können damit rechnen, das
hundertſte Lebensjahr zu beenden. Frauen ſind dabei doppelt ſo
ſtark vertreten als Männer. Auf dem Lande ſind drei Viertel der
Hundertjährigen geboren, in den Städten gerade das reſtliche
Viertel. — Muß man aber gerade hundert Jahre alt werden? Iſt
es nicht genug, wenn man die Spanne Zeit, die einem beſchieden
iſt, geſund bleibt? Ein uraltes, bewährtes Mittel dazu iſt der
Knoblauch, den die meiſten als echten bulgariſchen Zinßer=
Knob=
lauchſaft nehmen oder geruch und geſchmacklos als Zinßer=
Knob=
lauch=Tabletten oder Zinßer=Knoblauchöl=Kapſeln. Näheres
dar=
über ſagt eine Anzeige von Dr. Zinßer u. Co. Leipzig, in der
heutigen Ausgabe.
Hartnäckige Hühneraugen
ſind ein Uebel, daß der heutigen Generation keine Schmerzen mehr
bereitet. Es gibt keine Hühneraugen, die ſo hartnäckig ſind, daß
ſie Dr. Scholls Zino Pads mit dem Disk widerſtehen
können. Bei Anwendung des Disk, der jeder Packung beiliegt,
verſchwinden ſie innerhalb kürzeſter Friſt. Dr. Scholls Zino Pads
ſind in allen Drogerien und Apotheken zu haben.
Rundfunk=Programme.
FSV. 1919 Groß=Zimmern—Germania Babenhauſen 6:1 (2:1).
Die Gäſte aus Babenhauſen mußten in Groß=Zimmern eine
verdiente 6:1=Niederlage einſtecken. In der erſten Hälfte leiſteten
ſie hartnäckigen Widerſtand, in der zweiten Spielhälfte hatten
ſie nichts mehr zu beſtellen. Die Einheimiſchen nahmen das Spiel
erſt leicht und mußten von dem Gegner belehrt werden, daß man
ihn unterſchätzt hatte. Der Halbzeitſtand von 2:1 war dem
Spiel=
verlauf nach gerecht. In der zweiten Hälfte ſetzte ſich Groß=
Zim=
mern richtig ein und ſpielte einen ſchönen, gefälligen Fußball. ſo
daß der Gegner nicht zu Worte kam. Es wurden in kurzen
Ab=
ſtänden noch vier Prachtore erzielt, die der ſehr gute
Gäſtetor=
mann nicht zu vereiteln vermochte. Das dauernde Reklamieren
der Babenhäuſer Spieler bei dem Schiedsrichter war vollkommen
unberechtigt, und warf ſeine Schatten auf das ſonſt anſtändig und
fair durchgeführte Spiel. 2. Mſch. 4:1 1. Jgd. war bei Haſſia
Dieburg zu Gaſt und verlor, allerdings nur mit 9 Mann
knapp 1:0.
D., je 26 R. 10. Grün. Hubertus D., 11. Hochmuth, 12.
Schaff=
nit, beide Wildſchütz D. 13. Hofmann, Kleeblatt D., 14.
Darnie=
der, Wildſchütz D., je 25 R.
Am 1. Oktober hat der bekannte Darmſtädter Sportführer
Adolf Gießmann Darmſtadt verlaſſen, um ſein Amt als
Hüttenwart auf der „Darmſtädter Hütte” im Schwarzwald
zu übernehmen.
Beim DFB.=Bundestag am 15. und 16. Oktober in
Wiesbaden wird u. a. vom Norddeutſchen Verband ein Antrag auf
Zuſammenſchluß des DFB. mit der Deutſchen Sportbehörde
ge=
ſtellt werden.
Der Einſpruch des FC. Bayern München beim
Verbandsgericht gegen das Urteil wegen des abgebrochenen
Spie=
les um die Süddeutſche Meiſterſchaft in Stuttgart wurde
nun=
mehr abſchlägig beſchieden. Eintracht Frankfurt iſt damit
end=
gültig Süddeutſcher Meiſter.
15.20:
1700:
18.23
18.50:
19.20:
19.35:
20.15:
21.15:
22.20:
22.45:
15.00:
15.45:
16.30:
17.30:
18.00:
18.39:
19.00:
19.30:
20.00:
20.50:
21.00:
32.20:
22.40
Frankfurt a. M.
Dienstag. 4. Oktober
Hausfrauen=Nachmittag.
München: Nachmittagskonzert der Kapelle Alois Detzer.
Dr. Graf Brockdorff: Zinsſenkung.
Dr. Langsdorf: Die deutſche Woche.
Stefan Großmann: Kleiner Knigge für 1932,
Landsknechts=, Soldaten= und rheiniſche Trinklieder. Zur
Laute geſungen, von C. Wallenda.
EErntefeſt und Erntebräuche. Eine herbſtliche Hörfolge.
Triſtan und Iſolde, von Richard Wagner, 2. Aufzug.
Zeit, Nachrichten Wetter Sport.
Tanzmuſik auf Schallplatten.
Königswuſterhauſen.
Deutſche Welle: Dienstag, 4 Oktober
Kinder erzählen Geſchichten für Kinder.
Künſtleriſche Handarbeiten: Die Wintermode,
Leipzig: Nachmittagskonzert.
Dr. Schultze=Pfaelzer: Gott und Gottloſigkeit im Geſicht der
Zeit.
W. Diekermann: Muſikaliſche Hörübungen.
Reg.=Rat Dr. Hartenſtein: Stand der Deviſenpolitik m
Deutſchland und im Ausland.
Prof. Dr. Dietrich: Aus Friedrich Nietzſches: Wille zur
Macht.
Zeitdienſt.
Zum Welt=Tierſchutztag. Manuſkript: P. Eipper.
Tages= und Sportnachrichten.
München: Tagesbefehle. Fünf Hörbilder v. A. v. Czibulka.
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Orcheſterkonzert des Deutſchen Konzertorcheſters.
Welkerbericht.
Mit dem Kaltlufteinbruch über den Britiſchen Inſeln dehnt
ſich der hohe Druck oſtwärts aus, ſo daß auf dem Feſtland bereits
Barometeranſtieg erfolgt. In Begleitung der Nordweſtluft treten
vorerſt noch einzelne Schauer auf, außerdem gehen die
Tempera=
turen zurück. Mit der weiteren Entwicklung des hohen Druckes und
namentlich der Ausdehnung auf das Feſtland wird ſich die
Wetter=
lage beſtändiger geſtalten. Während der Nacht iſt alsdann mit
ſtär=
kerer Wärmeabgabe zu rechnen, ſo daß Temperaturrückgang bis
in Gefrierpunktnähe nicht ausgeſchloſſen iſt.
Ausſichten für Dienstag, den 4. Oktober: Kühles, wechſelnd
wol=
kiges Wetter, dabei aufheiternd, einzelne Schauer, weſtliche bis
nordweſtliche Winde.
Ausſichten für Mittwoch, den 5. Oktober: Nach Frühnebel vielfach
aufbeiternd, nachts Abkühlung bis zum Gefrierpunkt,
tags=
über mild.
Haupiſchriffleitung: Rudolf Mauve
Verantwortlich für Polſtik und Wiriſchaff: Rudolf Mauve; für Feuilleten, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe: für Sport: Karl Böhmann;
für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; für den Schlußdlenſt: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bid und Wort: Dr. Herbert Neitei
für den Inſerafentell und geſchäftliche Mittelungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: L. C. Wittich — ſämiliſch in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantſe der Rückſendung n ich t übernommen,
Die heutige Nummer hat 12 Geiten
Stottdee deeli Ad üldte Sauebt.
30)
Roman von Karl Lütge. Copyright by VerlagPreſſe=Tagesdſenſt, Berlin W3s
Nein, ſagten ſie, die beide Herren ſeien nicht ausgezogen; ſie
hatten nichts davon bis jetzt geſagt,
Ob ſie daheim ſeien?
Nein, es ſei ein Diebſtahl des Motorbootes erfolgt. Da ſeien
ſie nach Calais hinein, und nur der ältere Monſieur habe die
Nacht im Hauſe zugebracht.
„Das Motorboot iſt geſtohlen?”
„Es iſt wieder da, war losgeriſſen und iſt zurückgebracht von
Fiſchern!“
Miß Macy dankte und fuhr davon, planlos in der hügeligen
Gegend mit ihren ſchmalen Wegen herum. Schließlich lenkte ſie
den Wagen wieder nach dem Dorf am dicken Leuchtturm von Cap
Gris Nez zurück.
Sie ſah die beiden Holländer im Auto vorbeifahren. Mit
gro=
ßen Koffern. Abreiſe? Mißlungener Kanalkampf. Ja, es ſchien ſo,
Sie freute ſich über die Beobachtung und teilte ſie Miß
Eck=
ſtein mit.
Vom Hafen fuhren Holtermann und Mühlinghaus mit ihrem
Motorboot nach Cap Gris Nez zurück. Holtermann war ein
ge=
wandter Motorbootlenker. Mühlinghaus ſaß zuſammengeſunken,
den Kopf aufgeſtützt, im Boot.
Die Wellen ſchlugen gegen die grauen Felſen der Küſte; es
rauſchte, wirr durcheinander, wie ein ſchlecht geleitetes Orcheſter,
Mövenſchreie drangen ins Rauſchen. Der Lärm des Motors
ver=
ſchlang alles wütend.
Dort am Horizont ſollte ſich ſein Schickſal entſcheiden, dort, wo
die Linie aus Himmel und Waſſer zuſammenfloß. Weiße eilige
Wolkenballen huſchten durchs ſonntägliche Blau des Himmels,
Dort hinten ſollte ſich binnen kurzem ſein Schickſal als
Sports=
mann entſcheiden —
Nein, es entſchied ſich ſchon jetzt, in wenigen Minuten. Und
niemand ahnte es.
In wenigen Minuten lag Leopold Holtermann,
langausge=
ſtreckt, im Boot.
Tot —
Ludwig Mühlinghaus ſchritt durch die Dünen zum Dorf
hin=
auf. Er ging langſam. Der Strand war voll Einſamkeit. Nie
empfand er es ſo quälend deutlich wie heute. Sonſt hatte die
Ein=
ſamkeit keine Leere für ihn; er ſpürte die Größe der Natur, ihre
Kraft und Macht. Heute war alles ſtill und leer.
Er ging ins Dorf.
Mit ſchleppenden Schritten, ohne das Bewußtſein eines
eige=
nen Willens, ſchritt Ludwig Mühlinghaus über das
grobſchläch=
tige Pflaſter der gewundenen Dorfſtraße. Dunghaufen lagen
mit=
unter vor den zumeiſt fenſterloſen Häuſern. Die Fenſterſteuer
zwang die Leute zum Verzicht auf einen Auslug nach der Straße.
Es war ein armſeliges Dorf.
Wie wunderlich ſich das ausnahm, ſieh: ein elegantes Auto
an der Schifferkneipe zum „Leuchtturm”. Ludwig Mühlinghaus
ſah genauer hin. Er verſtand. Das war die Rettung — oder die
neue Verſtrickung.
Miß Macy ſaß im Wagen am Steuer, ohne Hut. Die Fülle
heller, lockiger Haare ſchlang ſich wirr um das feine ovale Geſicht.
Sie blickte Mühlinghaus entgegen.
Er ging wie im Traum. Er ging direkt auf ſie zu. Als ſei ſie
ſeine Rettung. Streckte er nicht die Arme aus? Nein, die Arme
hingen läſſig am Körper.
Er grüßte.
Sein Blick iſt ſo verloren, dachte die Amerikanerin ſehr
ver=
wundert.
Undeutlich ſpürte ſie, daß ein Erlebnis hinter ihm liegen
mochte, etwas, von dem er nicht ſprechen würde, und daß
womög=
lich ein Schickſal ſich heute entſchieden hatte; ſein eigenes Geſchick.
Sie öffnete den Wagenſchlag. Der Platz neben ihr war frei.
Miß Eckſtein ſaß im Fond des Wagens.
„Ich glaubte, daß Sie in Calais das Auto benutzen würden.”
„Bitte, entſchuldigen Sie. Ich — — Darf ich einen Sprung
auf mein Zimmer.”
Er ging, ohne eine Antwort abzuwarten, ins niedere Haus.
Raſch kehrte er zurück. Er ſtieg in den ſtahlblauen Wagen, grüßte
die Wirtsleute nicht. Sie ſtanden ſcheu und geduckt in der Tür.
Sonſt war niemand zu ſehen
Miß Macy ſteuerte den Wagen aus den unfreundlichen engen
Dorfſtraßen. Sie fuhr ein nervenpeitſchendes Tempo, ſobald ſie an
einer Kreuzung die feſte Landſtraße erreicht hatte. Miß Eckſtein
war entſetzt. Mühlinghaus begeiſterte ſich. Er wandte den Blick
nicht von der meiſt ſchnurgerade verlaufenden weißen Straße.
Kilometer um Kilometer ward ſie in raſender Fahrt aufgeſchluckt.
Wohin?
Flucht — —? Nein, die junge Amerikanerin ſchien nur Freude
am Tempo zu haben. Die Ferne lockte. Der Motor verfügte über
unerhörte Kräfte. Sein unruhiges Herz brachte die Unraſt.
Viel=
leicht kam ſie auch anderswo ber, ſprang die Menſchen an, oder
Ereigniſſe trugen ſie herbei.
Da war unverſehens die Grenze. Die Trikolore hing am
Zoll=
haus ſchlaff und träge. Mühlinghaus hatte ſeine Papiere und
Geld aus dem Zimmer im Dorf geholt. Wie gut, dachte er.
„Rückreiſe?” fragte drüben der belgiſche Beamte.
Mühlinghaus nickte flüchtig. Einerlei. Irgendwohin.
Alles war ihm nun einerlei. Sein Weg ging nicht mehr
ſchnurgerade, lange ſchon nicht, wiewohl ſein gerader Sinn und
ſein offenes Weſen dies als Vorausſetzung hätten haben müſſen.
Nein, ſein Weg, der eine Zeitlang ſteil aufwärts führte, wandte ſich
jetzt endgültig jählings der Tiefe zu. Er hatte zuviel gewollt,
war zu unduldſam geweſen. Nun mußte er die Augen ſchließen,
da es raſend in den Abgrund ging.
Wirklich, da fuhr der Wagen wieder. In den Abgrund. Ihn
ſchauderte nicht einmal.
Oſtende.
Am Nachmittag trafen ſie in dem Weltbad ein. Das Auto
ſtrebte über den von gewaltigem Verkehr überfluteten, am Meer
ſich entlang ziehenden Boulevard. Alle eleganten Autos der Welt
ſchienen ſich an dieſem Nachmittag ein Stelldichein in Oſtende
ge=
geben zu haben; ſie fuhren auf dem Boulevard am Meer her und
hin im unaufhörlich rinnenden Strom. Vereinzelte Geſpanne
drängten ſich dazwiſchen. Reklameautos boten ſich breit und
auf=
dringlich dem Blick dar. Motorräder knatterten. Und Schwärme
von Radlern und Radlerinnen, wie Mücken nach Gewitterregen,
bevölkerten jeden Zoll Straßenbreite zwiſchen Autos, Wagen und
Motorgeknatter.
Dem bunten, prickelnden, wechſelvollen Strom parallel liefen
die endloſen Reihen Fußgänger. Neben höchſter, raffinierteſter
Eleganz, in aller erdenklichen Buntheit, ſchritten mit Hauben und
kleinen Schultertüchern die Schiffer= und Fiſcherfrauen,
Fünfgro=
ſcheniungen ſtrebten, neben dem Gent, und Ladenmädchen, auf
Sonntagnachmittagsausflug, neben der großen Dame,
Die Reſtaurants und Cafés waren bis auf den letzten Platz
beſetzt. Muſik ſchmeichelte. Autos hupten wichtig. Radler
klingel=
ten. Zeitungsträger ſchrien. Und dicht daneben, wenige Meter
tiefer als der gepflaſterte Straßendamm, wenige Meter vom
ſchma=
len Sandſtrande, ſang das weite, guoße Meer die alte Melodie.
Miß Macy lenkte den Wagen durch das bunte Gewühl zum
feudalen Kurſaalgebäude.
„So, da ſind wir!
Ein dankbarer Blick von Ludwig Mühlinghaus. Miß Macy
überſab ihn. Sie wollte keinen Dank.
Ja, das war für den Augenblick die Rettung; Der Trubel.
(Fortſetzung folgt.)
Nummer 276
DarmſtaderCagblatte
Dienstag, den 4. Oktober
Neues deutſch=belgiſches Kohlenabkommen.
Die grundſähliche Baſis des alken Abkommens bleibt bei Erhöhung der Konkingenksguote
im weſenklichen unveränderk.
Die deutſch=kſchechiſchen Hopfenverhandlungen
Das definikive Uebereinkommen.
abgeſchloſſen.
Die neuen deutſch=belgiſchen Kohlenverhandlungen konnten
nunmehr zu Ende geführt werden. Das proviſoriſche Abkommen
vom 24. Auguſt wurde durch ein neues, definitives
Uebereinkom=
men erſetzt. Dieſes ſtellt ſich für Deutſchland um ſo günſtiger, als
durch die Streikwochen der Bedarf an ausländiſchen Kohlen
wie=
der geſtiegen iſt und andererſeits vor allem die
Transportgeſell=
ſchaften gegen eine zu ſtarke Herabſetzung des Kontingents
oppo=
niert haben.
Die grundſätzliche Baſis des Abkommens bleibt an ſich
unver=
ändert, nur wird die Kontingentquote, die ſich bis jetzt auf 56
Pro=
zent geſtellt hatte, und alsdann durch das Abkommen vom Auguſt
auf 45 Prozent herabgeſetzt worden war, neuerdings wieder
er=
höht. Man einigte ſich nun etwa auf der Mitte zwiſchen beiden
Sätzen. Ein beſonderer Zuſatzbonus von 2 Prozent, verteilt auf
vier Monate, wird auf die Lieferung von Hausbrandſorten
ge=
währt. Allerdings kann die Geſamtlieferung der Hausbrandſorten
erſt im Oktober erfolgen. Die Kompenſationsfrage bleibt inſofern
noch ungeklärt, als man noch nicht in der Lage iſt, Aufträge bis zu
dem erforderlichen Betrage von 21 Millionen Fr. zu vergeben. Es
können bisher nur für etwa 14 Millionen Fr. Aufträge vergeben
werden, und zwar in Maybach=Motoren, Eiſenbahnmaterial und
Werkzeugmaſchinen. Wenn man ſich auch keine übertriebenen
Hoffnungen in den Kreiſen der Induſtrie machen ſoll, ſo bleiben
die Auftragsmöglichkeiten intereſſant. Sollte bis zu einem
be=
ſtimmten Termin alſo der Geſamtbetrag von 21 Millionen Fr. in
Aufträgen nicht vorhanden ſein, ſo müßte die Kohleneinfuhrquote
erneut erhöht werden.
Der Ausweis der Reichsbank.
Normaler Stakus am Auarkalsulkimo.
Nach dem Ausweis der Reichsbank vom 30. September 1932
hat ſich in der Ultimo=Woche die geſamte Kapitalanlage der Bank
in Wechſeln und Schecks, Lombards und Effekten um 479.7 Mill.
auf 3634,2 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen haben die Beſtände
an Handelswechſeln und Schecks um 312,7 Millionen auf 2991 4
Mill. RM. die Beſtände an Reichsſchatzwechſeln um 27,5 Mill.
auf 38,5 Mill. RM. und die Lombardbeſtände um 139,5 Millionen
auf 242,0 Mill. RM. zugenommen.
An Reichsbanknoten und Rentenbankſcheinen zuſammen ſind
265,8 Mill. RM. in den Verkehr abgefloſſen, und zwar hat ſich der
Umlauf an Reichsbanknoten um 250,0 Millionen auf 3754,6 Mill.
RM., derjenige an Rentenbankſcheinen um 15,8 Millionen auf
411,8 Mill. RM. erhöht. Dementſprechend haben ſich die Beſtände
der Reichsbank an Rentenbankſcheinen auf 15.3 Mill. RM.
er=
mäßigt. Die fremden Gelder zeigen mit 450,6 Mill. RM. eine
Zu=
nahme um 92.7 Mill. RM.
Die Beſtände an Gold und deckungsfähigen Deviſen haben ſich
um 1.4 Millionen auf 929,2 Mill. RM. erhöht. Im einzelnen
haben die Goldbeſtände um 14,7 Millionen auf 796,3 Mill. RM.
zugenommen und die Beſtände an deckungsfähigen Deviſen um 13.3
Millionen auf 132,9 Mill. RM. abgenommen.
Die Deckung der Noten durch Gold und deckungsfähige Deviſen
betrug am Ultimo 24,7 Prozent gegen 26,5 Prozent am 23. Sept.
dieſes Jahres.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Wenngleich die Tendenz der Berliner Börſe von denen der
Auslandsbörſen kaum irgendwie abhängig iſt, ſo iſt im Augenblick
doch eine ſtarke Gemeinſamkeit mit New York feſtzuſtellen. An
beiden Plätzen iſt das Geſchäft ſo gering, daß ſich die
vorliegen=
den Momente nicht auswirken können. Zu Beginn der neuen
Woche lagen nahezu ausſchließlich günſtige Nachrichten vor; aus
der Wirtſchaft werden Neueinſtellungen von Arbeitern gemeldet,
die Papierinduſtrie hat eine Abſatzſteigerung zu verzeichnen, am
Schrottmarkt ziehen die Preiſe an: Lahmeyer gab einen günſtigen
Abſchluß bekannt und New York ſchloß am Samstag mit kleinen
Kursbeſſerungen. Auch politiſch war die Lage eher freundlicher.
Nichtsdeſtoweniger lagen die Eröffnungsnotierungen, durchweg
ſchwächer und erſt dieſe Tatſache drückte auf die bis dahin recht
zuverſichtliche Stimmung. Das Geſchäft war außerordentlich klein,
die Verluſte betrugen bis zu 1 Prozent, bei Spezialwerten bis zu
2,25 Prozent. Ganz vereinzelt und rein zufällig kam es zu
gering=
fügigen Beſſerungen. Rhein. Braunkohlen und Chem. Heyden
ge=
wannen je 1,5 Prozent. Im Verlaufe bröckelten die Kurſe
zu=
nächſt langſam ab. Später kam dann am Markt der Salzdetfurth=
Aktien Material heraus, über deſſen Herkunft man ſich nicht ganz
im klaren war. Wahrſcheinlich handelte es ſich um einen Baiſſe=
Angriff; der Kurs dieſes Papieres gab um 3,5 Prozent nach. Jetzt
wurde es bei kleinſten Umſätzen an den Hauptmärkten allgemein
etwas ſchwächer, und es ergaben ſich Rückgänge von 1,5 Prozent,
teilweiſe etwas darüber. Deutſche Anleihen und
Reichsſchuldbuch=
forderungen gaben nach. Auch feſtverzinsliche Papiere waren
nicht einheitlich.
Die Frankfurter Börſe eröffnete zu Wochenbeginn in
ziemlich ſchwacher Verfaſſung. Aufträge waren ſo gut wie gar
nicht vorhanden, da das Publikum durch die Verſtimmung der
innen= und außenpolitiſchen Beobachtungen ſehr zurückhält.
Markt=
techniſch kam der weitere Kursdruck am Siemensmarkte zur
Aus=
wirkung. Anläßlich der Dividendenbetrachtungen um Siemens
werden die gleichen Erörterungen auch bei ſonſtigen Großwerten,
ſo bei JG. Farben, angeſtellt, wo naturgemäß ebenfalls mit einem
Dividendenrückgang zu rechnen iſt. Schließlich kommt dazu, daß
die nach dem Kupontermin erwarteten Anlagekäufe weder an dem
Aktien= noch am Rentenmarkt in beachtenswerten Ausmaße
ein=
trafen. Auch tauchen immer neue Gerüchte auf, daß irgend welche
Vorgänge bei einer größeren Geſellſchaft noch zu bereinigen
wären, ohne daß dafür ſachliche Unterlagen bekannt ſind. Da
In=
terventionen ſeitens der Banken ausblieben, tritt die alte
Erfah=
rung wieder auf, daß bei ruhigen und ſchwachen Börſen die
Ge=
rüchtemacherei ſehr leicht in Umlauf geſetzt werden kann.
Günſti=
gere Tatſachen, wie die feſte New Yorker Börſe, oder auch beſſere
Branchemeldungen, z. B. über ſteigende Textilproduktion, blieben
ohne Eindruck. Farbeninduſtrie waren ziemlich matt und 18
Pro=
zent ſchwächer. Rütgers 1,5. Erdöl 0,75 Prozent gedrückt. Am
Kunſtſeidemarkt Bemberg erneumt um 2,75, Aku um 0.25 Prozent
ſchwächer. Von Zellſtoffwerten Waldhof 1,5 Proz. niedriger. Der
Elektromarkt zeigte nur gedrückte Kurſe; neben dem um 2,25
Pro=
zent niedrigeren Siemens=Kurs waren Schuckert um 2. Licht u.
Kraft 1. AEG. 1, Bekula 0,5 Prozent ſchwächer. Relativ
wider=
ſtandsfähig lag der Montanmarkt. Hier verloren Stahlverein 0,5,
Rheinſtahl 0,.25 Prozent, dagegen Mannesmann und Ilſe gut
ge=
halten. Von Einzelwerten Faber u. Schleicher auf das als günſtig
zu erachtende nunmehr zu Ende gebende Geſchäftsjahr auf
weſent=
lich höherer Baſis geſucht; dagegen Holzmann 1,25,
Metallgeſell=
ſchaft 0,5 Prozent ſchwächer. Scheideanſtalt lagen noch 0.25 Proz.
höher. Am Rentenmarkt waren die Rückgänge nicht ſehr groß;
allerdings blieben auch hier die Umſätze ziemlich gering. Altbeſitz
verloren 0,75. Neubeſitz 0,25 Prozent: auch ſpäte Schuldbücher 0,25
Prozent niedriger.
An der Abendbörſe war das Geſchäft weiter beruhigt bei
kleinſten Umſätzen. Es herrſcht große Geſchäftsunluſt angeſichts
der innen= und außenpolitiſchen Vorkommniſſe. Anregende
Mo=
mente lagen nicht vor. Während JG. Farben 0,5,
Metallgeſell=
ſchaft 0,25 Prozent niedriger lagen, waren Montanaktien gut
be=
hauptet. Stahlverein etwas freundlicher. Am Elektromarkt
Sie=
mens 0.25 Schuckert 050 Prozent erholt. Von hieſigen Werten
Eiſenbahnbank bei 2,5 Prozent geſucht. Der Rentenmarkt lag ſtill
und unverändert. Im Verlaufe gaben die Kurſe wieder eher nach.
Die Verhandlungen zwiſchen der deutſchen Regierung und der
Tſchechei über die Neuregelung des Zuſatzabkommens zum
Wirt=
ſchaftsvertrag ſind abgeſchloſſen worden. Man hat ſich dahin
ge=
einigt, das vorjährige Zuſatzabkommen bis zum 1. Sept. 1933 zu
verlängern, das einen Vertragszollſatz von 70 RM. pro
Doppel=
zentner Hopfen und ein Einfuhrkontingent von 20 000 Zentnern
vorſieht. Auf Antrag der deutſchen Delegation wurde die
Mög=
lichkeit einer vierwöchigen Kündigung des Vertrags neu
aufge=
nommen. Die Inkraftſetzung dieſes Zuſatzabkommens wird in
kurzer Zeit erfolgen.
Wirkſchaftliche Rundſchan.
Produkkenmärkke.
* Mainzer Produktenbericht. Großhandelspreiſe per 100 Kilo
loko Mainz in RM.: Weizen, 76 Kilo=Hektolitergewicht, 21,50;
Roggen 16,50—16,75: Hafer 14—15; Braugerſte 18,75—19,50;
Induſtriegerſte 17,25: Futtergerſte 16—16,50; Malzkeime 10—11:
Südd Weizenmehl Spezial Null 33,10: Roggenmehl 60proz. 24,50
bis 25,50; feine Weizenkleie 8,60, grobe Weizenkleie 9,25;
Rog=
genkleie 8,50—9,50; Weizenfuttermehl 10: Biertreber 10,25 bis
10,50: Erdnußkuchen 13—13,50; Kokoskuchen 11,75—16,50:
Palm=
kuchen 9—9,25: Rapskuchen 9—9,25: Soyaſchrot 11,25—11,50:
Trockenſchnitzel 9,25—9,50; loſes Kleeheu 5,00 geb. Kleeheu 5,40;
loſes Wieſenheu 4,00, geb. Wieſenheu 4,20: Maſchinenſtroh 2,40;
Drahtpreßſtroh 2,60. Tendenz: Abgeſchwächt.
Frankfurter Produktenbericht vom 3. Oktober. Weizen 216.—
Roggen 167,50 Sommergerſte 180—190, Hafer 142,50—147,50,
Weizenmehl ſüdd. 31,75—32,75. Weizenmehl ſüdd, 31,75—32 75,
desgl. niederrhein. 31,75—32,50 Roggenmehl 24,50—25,50.
Wei=
zenkleie 8,00 Roggenkleie 8,00, Erbſen 25—35, Linſen 32—55, Heu
4,50—4,75 Weizen= und Roggenſtroh drahtgepr. 2,00 desgl. geb.
1,80, Treber 11—11,25. Tendenz: ruhig. In Handelsklaſſenware
fanden Abſchlüſſe nicht ſtatt.
Die Höhe der Forderungen in den
Kreuger=Konkurſen.
Am Samstag ging die Anmeldungsfriſt für Forderungen in
den verſchiedenen mit dem Kreugerkrach zuſammenhängenden
Kon=
kurſen zu Ende. Bei dem Konkurs über Kreugers Vermögen ſind
über 100 Forderungen angemeldet in Höhe von zuſ. 1 641 188 000
Schwedenkronen, 80 382 000 Dollar, 333 000 Lſtrl., 66 654 000 holl.
Gulden, 289 274 000 Franken 159 105 000 Schweizer Franken und
28 804 000 RM. Bei dem Konkurs der Firma Kreuger u. Toll
ſind 189 Forderungen, angemeldet in Höhe von zuſ. 105 361 000
Schwedenkronen, 3 315 000 ſchwediſche Goldkronen, 93 872 000 Doll.,
79 000 Lſtrl. 4 445 000 holländiſche Gulden 342 553 000 Franken,
52 773 000 Schweizer Franken, 24 861 000 belg. Franken, 620 000
Reichsmark und 36 789 Zloty.
Diehmärkte.
Frankfurter Allgemeine Verſicherungs=A. G. —
Anfechtungs=
klage vertagt. Der am 3. d. M. angeſetzte Termin in der
Anfech=
tungsklage gegen die GV.=Beſchlüſſe der Favag wurde aus
prozeß=
techniſchen Gründen mit dem am 17. 10. ſtattfindenden Termin in
einer weiteren Anfechtungsklage zuſammengelegt. Eine
Verhand=
lung fand nicht ſtatt.
Stillegung der Koſtheimer Zelluloſe=Fabrik. Die zur
Zellſtoff=
vereins A. G. gehörende Koſtheimer Zelluloſe=Fabrik liegt wegen
Lohndifferenzen, die allerdings nicht in Auswirkung der
Notver=
ordnung über Neueinſtellung von Arbeitern ausbrachen, ſeit dem
1. Oktober ſtill. Die Verwaltung des Koſtheimer Werkes ſchlug
infolge der aus den Sanierungsmaßnahmen der Papierinduſtrie
beſchloſſenen Einführung der Vierzigſtundenwoche für die
Beleg=
ſchaft der Papierfabrikation eine Lohnſenkung um 5 Prozent vor,
während die Löhne der Belegſchaft in der Zelluloſefabrikation für
Handwerker und Hofarbeiter für die 48=Stundenwoche um 8 Proz.
geſenkt werden ſollten. Dieſe Maßnahmen werden ſeitens der
Verwaltung als notwendig erachtet um das im
Vergleichsver=
fahren befindliche Werk aufrechterhalten zu können. Den von dem
Schlichter entſprechend gefällten Schiedsſpruch lehnten die
Gewerk=
ſchaften und die Mehrheit der Belegſchaft ab, worauf das Werk
ſtillgelegt wurde. Betroffen werden davon 680 Arbeiter. Die 55
Angeſtellten arbeiten weiter. Man hofft, in einigen Tagen zu
einer Verſtändigung zu kommen, um die Arbeit wieder aufnehmen
zu können.
Stundung der Kölner Schuldverſchreibungen. Entſprechend
der am Donnerstag in den Geſetzblättern veröffentlichten
Ermäch=
tigung hat der Regierungspräſident von Köln die Verpflichtung
der Stadt Köln zur Einlöſung der Schuldverſchreibungen der
Stadt vom Jahre 1929, die am 1. Oktober 1932 fällig ſind, bis zum
31. Dezember 1932 geſtundet.
Frankfurter Viehmarkt vom 3. Oktober. Aufgetrieben waren
1393 Rinder, darunter 379 Ochſen, 122 Bullen, 483 Kühe und 364
Färſen, ferner 490 Kälber, 51 Schafe und 4713 Schweine. Bezahlt
wurden pro Zentner Lebendgewicht in RM.: Ochſen a) 1. 30—33,
2. 26—29, b) 20—25; Bullen a) 28—30 b) 24—27: Kühe a) 25
bis 27, b) 20—24, C) 15—19: Färſen a) 31—34, b) 27—30, c) 23—
26,00; Kälber b) 40—43, c) 36—39 d) 28—35: Schafe nicht
notiert; Schweine b) 45—47, c)) 43—47, d) 40—45, e) 38—43. —
Marktverlauf: „Rinder ruhig, ausverkauft; „Kälber und Schafe
mittelmäßig, geräumt: „Schweine ruhig, geringer Ueberſtand;
Fettſchweine (Klaſſe a) über Notiz
Frankfurter Pferdemarkt. Der Frankfurter Pferdemarkt war
infolge der vorangegangenen iſraelitiſchen Feiertage nur mit etwa
250 Pferden und 17 Wagen beſchickt. Der Handel ſetzte zögernd
ein und brachte erſt im Laufe des Vormittags einen Umſatz von
knapp der Hälfte der zum Verkauf aufgeſtellten Tiere. Die Preiſe
für Gebrauchspferde veränderten ſich im allgemeinen werden nach
unten noch nach oben. Nur die Schlachtpferde, fette Tiere, wurden
diesmal bis zu 28 Mk. je 50 Kilo bezahlt. — Der nächſte
Pferde=
markt findet am 5. Dezember ſtatt.
Mannheimer Viehmarkt vom 3. Oktober Zufuhr: 244 Ochſen.
184 Bullen, 199 Kühe, 364 Färſen, 696 Kälber, 48 Schafe, 3264
Schweine, 5 Ziegen, 18 Lämmer, zuſammen 5222 Stück. Es
koſte=
ten 50 Kilo Lebendgewicht in RM.: Rinder a) 1. 33—35, 2. 26
—29, b) 1. 26—29; Bullen a) 25—27, b) 21—23, c) 19—21;
Kühe a) 24—26, b) 20—22. c) 14—17, d) 10—13: Färſen a) 34
bis 36, b) 28—30, c) 25—27: Kälber b) 42—45, c) 36—40, d) 32
bis 36, e) 28—32: Schafe b) 22—28: Schweine b) 45—46, O 44
bis 46, d) 41—43,, e) 39—41, f) 34—39. Ziegen koſteten p. Stück
10—15 RM. und Lämmer 18 RM. — Marktverlauf: Großvieh
mittel geräumt; Kälber mittel, geräumt; Schweine ruhig,
Ueberſtand. Fettſchweine über Notiz. — Der am 10.. Oktober
ſtatt=
findende Großviehmarkt wird auf Dienstag, den 11. Oktober,
ver=
legt.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Die Vertreter der Kartoffelſtärkeinduſtrie haben zugeſagt, für
Fabrikkartoffeln in den Monaten November bis Januar 9 Rpfg.
je Stärkepfundprozent frei Fabrik zu zahlen, ſofern den Fabriken
Angebote bis zum 20. Oktober zugehen.
In der Baumwollſpinnerei Gladbach=Rheydt der F. H.
Ham=
merſen AG. iſt am Montagmorgen ein Teilſtreik ausgebrochen.
Von der 400 Mann ſtarken Belegſchaft iſt jedoch ein Teil in Arbeit
geblieben
Die Süddeutſche Mühlenvereinigung hat mit Wirkung ab
geſtern den Preis für Weizenmehl um 30 Pfg. ermäßigt, ſo daß
WPeizenmehl jetzt auf 31,50 RM. je 100 Kilo kommt. Gegenüber
dem Preis vom 2. September iſt eine Ermäßigung um 1.70 RM.
pro 100 Kilo eingetreten.
Die Speditionsfirma Seegmüller u. Co. in Singen hat die
Speditionsfirma Arens käuflich erworben und ihrem Betrieb
an=
gegliedert.
Generalkonſul Karl Stollwerck iſt im Alter von 72 Jahren
am Montag früh in einer Münchener Kuranſtalt nach längerem
Leiden geſtorben. Stollwerck trat im Jahre 1878 im Alter von 18.
Jahren in die Firma Gebr. Stollwerck ein und war von 1922 an
nach dem Ableben ſeines Bruders Ludwig Senjorchef der Firma
bis zu ſeinem Austritt im vergangenen Jahr.
Der bekannte engliſche Bankier Lord Wolverton, Mitinhaber
der Bankfirma Clyn, Mills, Currie u. Cy., iſt geſtern im Alter
von 69 Jahren geſtorben.
Berliner Kursbericht
vom 3. Oktober 1932
Brutſche Junr and Aibtonto Grfrafcaft
vom
Oeviſenmarkt
3. Oktober 1932
Berl. Handels=Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Banl
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Llohd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
C. P. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
fe
25.—
61.75
16.125
29.—
17.125
31.25
60.25
50.875
20.75
27.25
104.50
91.—
e
Elektr. Lieſerung
F. 0. Farben
Geiſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben 1
elöcknerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Kolksw.
Orenſtein * Koppe
73.125
68.50
95.525
37.75
70.625
72.125
37.375
53.—
103.—
34.—
52.25
33,83
37.25
35,75
Mnie
Rütgerswerke.
Salzoetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Mlkali
Agsb.=Narb. Maſch.
Baſalt Lin;
Berl. Karlsr. Ino.
Hirſch aupfer
Hohenlohe=Werte
Bindes Eismaſch.
Bogel Telegr. Draht
Banderer=Werke
40.—
40,815
187.—
41.
20.125
103.—
39.—
18.875
45.50
1o.
27.50
63,25
23.25
27.—
beiſingtors
Vien
Brag
Budapeſt
Sofig.
Holland
Osio
Kopenhagen
Stockholm.
Sonvon
Buenos=Aires
New York.
Belgien
Ftalien.
Paris
Währung
100 finn. me.
100 S hilling
109 Tih. e.
109 Beay3
109 Leva
10d Bulden
10) Kronen
100 Kronen
100 Pronen
1 2. Stn
1 Pro. Beio
1 Döülir
10) Belga
10) Lire
10) Frages
eLd,Brie
6.234
51.93
12.435
3.057
153.19
73.18
75.37 5
74.58
14.54
0.330
4.293
58.36
21.58
15.43
6. 276
52.05
12.485
3.083
163.52
73.32
15.53
74.72
14.58
1.834/
4.217
58.48
21.82
16.52
Schweiz
Spanien
Danzig
Fupan
Rio de Fanerrolt Milreis
Uthen.
Fſtambu
Kairo.
Kanada
ſruguag
Fsland.
Tallinn (Eſtl.)
Riad
Brief
81.26
34.48
8 1.98
1.021
0.299
6.206
13.25
2.593
2.012
14.96
3. 824
1.742
Ge
110.s1
19.88
Durmfrädter and Karionatbanr Barmkabt, Willat der Arescher Bunt
Frankfurter Kursbericht vom 3. Oktober 1932.
We
„ v.27
5½%Intern.,
6%0 Baden.
68 Bayern.
6% Heſſen ...v.2‟
6% Preuß. St.v. 28
62 Sachſen . v.27
6% Thüringenv. 27
Dtſche. Anl. Auslo.
ſungsſch. 42,
Ab=
ſöſungsanl.
Tiſche. Anl.
Ablö=
jungsſch. (Neub.
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
6% Baden=Baden.
62Berlin. ..v.24
6% Darmſtadt . . .
6% Dresden .v.26
8 Franfurt a. M.
Schätze, v.24
v. 2e
K2 Mainz
6% Mannheimv. 27
63 München. v. 29
6% Wiesbaden v. 28
6% Heſt. Landesbt.
6%0
Goldoblig.
5½½ Heſi. Landes=
Hhp.=Bk.=Liquid.
4½% „Kom.=Obl.
6% Preuß. Landes=
Pf.l.=Anſt G.Bf.
6% „ Golboblig.!
Ru
69
66.5
68.75
58.*
64.5
79.3
65
59
Wie La4
Bk. Girozentr. für
HeſſGldobl. R.11
R.12
62 Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5½% Ligu. Obl.
55
57.5
7
78.5
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.=Anl.
*AuslSer. 1/ 49.75
.. Ser. II
5321,
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz).
6.65
%0 Berl. Hyp. Bi.
5.27 1 5½%„Liau.=Pfbr.
16% Frkf. Hyp.=Bk.
56 5½% — Lig. Pfbr./ 79.25
Goldoblig. 64.25
168
16% Frkf. Pfbr.=Bk./ 77.25
5½% n Lig. Pfbr. 81.75
6% Mein. Hyp.=Bt./ 74.5
68
5½2% n Lig. Pſbr. / 78.35
54.5 16% Pfälz. Hhp.=Bi./ 78
5½% Lig. Pfbr. 82
51.
6% Rhein. Hyp. Bt. / 75.25
— 5½%0 „ Lig. Pfbr.
731,
„ Goldoblig / 65.25
6% Südd. Bod.=
73.75 Cred.=Ban:
79.5
5½% Lig. Pfbr.! 82
16% Württ. Hhvb.-B./ 78.5
77.75
Gs
73.25
62.5
18% Daimler=Benz
625 Dt. Linol=Werkel
6% Mainkrw. v. 26
82 Mitteld. Stahl.
I6BBer. Stahlwerke
57
75.25
63.5
50.5
Wie de
J. G. Farben Bonds
5% Bosn. 2. E.B.
2. Inveſt.
59
5% Builg. Tab. v. 02
41/,%0 Oſt. Schäßz
470 Oſt. Goldrente
5½vereinh. Rumän
4½%
4%0
4%0 Türk. Admin.
1. Bagdad
4%0
Zollanl.
4½% Ungarn 1913
4½%
1914
Holdr.
420
42
1g10
4½Budp Stadtanl.
4½Liſſabon
4½Stockholm,
Aßtien.
Alg. Kunſtziideunie
A. E. G.
AndregeNoris Zahn
Aſchaffbg. Brauerei!
Zelſtoff
Bemberg, J. P...
Berl. Kraft u. Lich
Buderus Eiſen.
Cement Heidelberg
Karlſtadt
J. G.Chemie, Baſell
Chem.Werke Abert!
Chade
.
Contin. Gummiw
„ Linoleum
Daimler=Berz ....
*
95.75
2.9
3.75
6.25
7.25
67l.
32.25
20.9
54.25
31.75
78
29.75
112
39.25
50.25
50"
130.5
1o5.5
19.5
Dt. Atl. Telegr.
„ Erdöl
Dt. Gold= u.
Silber=
ſcheibe=Anſtalt
„ Linolweri.Berl.
Dortm. Ritterbräu
Duckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger
Elettr. Zieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Sſchw. Bergwerk..
Eßling. Maſchinen.
Faber r Schleicher
J. G. Farbeninduſtr
Feinmech. (Jerter
Felt. E Gutleaume
Frankfurter Hof
Belſent. Bergwerk
Ge). f.elektr.Untern
Goldſchmiot Th.
Gritzner=Kahſer .
Grün & Bilfinger 1166
Dafenmühle Frkft.
Hammerſen Osn.
Hanauer Hofbrauh.
Hanfwerke Füſſen.
Hurpener Bergbau
Henninger, Rempf.
HilpertArmarurfrb.
Hindrichs=Aufferm.
birſch Lupfer.
Hochttef Eſen
Holzmann, Phil.
Flſe Bergb. Slamm
Genüſſel
Funghans
Kali Chemie.
Aſchersleben
glein, Schanzlin ..
72.4
50.75 Reiniger, Gebbert 54 Hyp.=Bank
Mein. Hyp. Bant 61.5 Rh. Braunkohlen 173 62.25 Sertr.
28.5 Stamm Pfälz. 6y1 p.=Bank Stahl werte.. 65.25 Reichsban k=Ant. . 28.5 Riebeck M. Mgn Rhein. Hr hp.=Bant. Roever Gebr. 37.5 Südd. B. ob.-Cr. Bk. Rütgerswerke 41.5 Württb. Notenban! Salzdetfurth Kall. 167 35.75
73
42
10
68 Salzw. Heilbronn A.-G. I. Vertehrsw. Schöfferhof=Bind.. 135 Ailg. Lokalb. Kraftw g5 Schramm
61 . Lackfbr. 7% Dt. Reichsb. V;g Schriftg.
33 Stempel. Hapag. Schuckert Eleftr. Nordd. Lloyd.. . Schwarz=” Storchen. Südd. Ei
50 ſenb.=Gei. Siem. Gla
Siemens
58.5 Süod. 31 gsinduſtr.
ucker=A. G. & Halste. 1113.75 Alltanz. u
Verſiche 1. Stuttg.
rung .." Tellus Bergbau". Verein. Verſ. 163 Thür. Liefer.=Geſ.= 55 FrankonaRück=u. M 73 15 Tietz Leonhard. Mannheim. Verſich. 75 Unterfranken.. 82.5 102.6 Ber. Stahlwerke. 20.25 Otavi Minen „ Ultramarin .. 86 Schantung Handelsl 32 [ ← ][ ][ → ]
Dienstag, 4. Oktober 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
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Eigentümer: 1. Recha Strauß geb. Strauß.
Hedwig Heilbrunn geb. Strauß,
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Darmſtadt, den 17. Auguſt 1932.
(V13753
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverſkeigerung.
Termin: Mittwoch, den 30. November 1932, vormittags 934
Uhr, Saal 118 des Neuen Gerichtsgebäudes in
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Grundſtücke: Gemarkung Darmſtadt, Bez. 3, Bd. 10, Bl. 494.
Fl. 3, Nr. 819, Hofreite Nr. 19 Parkusſtraße, 253 qm.
Schätzung: 18 700.— RM.
Fl. 3, Nr. 820, Grasgarten, daſelbſt, 70 qm.
Schätzung: 700.— RM.
Fl. 3, Nr. 821 Grabgarten, daſelbſt, 65 qm.
Schätzung: 600.— RM.
Eigentümerin: Schwarzwälder Grundſtücks=Aktiengeſellſchaft
in Freiburg i. Br.
(V13757
Darmſtadt, den 5. Auguſt 1932.
Heſſiſches Amtsgericht.
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Termin: Mittwoch, den 30. November 1932 vormittags 9½
Uhr, im Sitzungsſaal 118 des neuen Gerichtsgebaudes
in Darmſtadt.
Ein ält., beſſ. Mäd= Grundſtück: Grundbuch für Darmſtadt Bezirk II. Band UII.
Blatt 551. Fl. II. Nr. 1444, Hofreite Nr. 4
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geb. Lotter in Ludwigshafen a. Rh. zu je ½.
Darmſtadt, den 4. Juli 1932.
(V13755
Heſſiſches Amtsgericht.
Zwangsverſkeigerung.
Termin, Mittwoch, den 30. November 1932, vormittags 9
Uhr im Sitzungsſaal 118 des neuen Gerichtsgebaudes
in Darmſtadt.
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Blatt 602. Fl. 29, Nr. 31. Grabgarten in den Rödern,
4128 qm. Schatzung: 8500.— RM.
Fl. 29, Nr. 32, Hofreite Dieburgerſtraße Nr. 246.
83 qm Schätzung: 1500.— RM.
Eigentümer: Sophie Klippert in Darmſtadt.
Dieburger=
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gegen hohe Vergü=! „Darmſtadt, den 11. Juli 1932.
(V13754
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Flur 1 Nr. 1285, Hofreite Nr. 44 Karlſtraße, 536 qm.
Schätzung: 5000.— RM.
Eigentümer: Karl Chriſtoph Boßler in Darmſtadt,
Orangerieſtraße 48.
Darmſtadt, den 9. Mai 1932.
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Termin: Mittwoch den 12. Oktober 1932, vormittags 9 Uhr,
im Sitzungsſaal Zimmer 118 des Neuen
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Darmſtadt, den 21. April 1932.
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raum. Nr. 154 Pallaswieſenſtr., 2055 qm. Schätzung:
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Eigentümer: Kaufmann Felix Neumann in Darmſtadt,
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Darmſtadt, den 21. April 1932.
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Termin: Mittwoch, den 5. Oktober 1932, vormittags 9¾ Uhr,
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Grundſtücke: Grundbuch für Darmſtadt, Bez. 2, Bd. 8, Bl. 625:
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Schätzung: 15 000.— RM.
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Schätzung: 500.— RM.
Eigentümer: Schwarzwälder Grundſtücks=A. G. in Freiburg
im Breisgau.
Darmſtadt, den 15. Juli 1932.
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Termin: Mittwoch, den 19. Oktober 1932, vorm. 9½ Uhr,
Zimmer 118 des Neuen Gerichtsgebäudes in Darmſtadt.
Grundſtücke: Grundbuch fürDarmſtadt, Bez. 4,Band4, Bl. 214.
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Berlin W. 571
Dennewitzſtraße 2
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Eintritt
frei!
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Sorkra
P. G. Töpfer=Stuttgart ſpricht
am Mittwoch, dem 5. Oktober, im Muſikverein, Wilhelm=
Gläſſingſtraße 24, nachm 4 Uhr und abends 8½ Uhr über:
Heilung von ſelbſt
Geſchäfts=Empfehlung.
ohne Radium=, ohne Salus=, Kräuter=, Tee=, Kom=/ Meiner werten Nachbarſchaft, Freunden und Gönnern, zur
binations=, Tabletten=Kuren, ohne Hochfrequenz=,
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vaniſche oder andere Apparate, ohne Biochemie uſw.
Leichtverſtändlich wird erklärt, warum der Darm bei allen eine
Giftfabrik iſt und wie dadurch alle Krankheiten entſtehen. Durch
Vorlegen vieler erſtaunlicher Heilberichte wird nachgewieſen,
wie ſchnell auch veraltete, hartnäckigſte, als unheilbar
be=
trachtete Krankheiten von ſelbſt vergehen, ohne fremde Hilfe,
ohne Selbſtbehandlung, und wie bald elend Ausſehende wieder
friſch ausſehen.
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Alles ohne Anderung derErnährung und Lebensweiſe.
Keine Berſtopfung und Blähungsbeſchwerden mehr.
Alle Kranken müſſen dieſen Vortrag hören!
Alle Geſunden ſollten ihn hören!
Jeder Beſucher erhält gratis eine lehrreiche, illuſtrierte
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ſchrift vor dem Vortrag.
Man komme bitte nicht nach 4 Uhr und 8½ Uhr.
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Obere Elisabethenstraße 5 /. Fernruf 1274
gefl. Kenntnis, daß ich am Mittwoch, 5. Oktober, im Hauſe
Taunusſtraße 45, Ecke Liebfrauenſtraße
eine Schweine= und Kalbsmetzgerei
eröffnen werde. Ich werde beſtrebt ſein, die werte
Kund=
ſchaft ſtets zufrieden zu ſtellen.
Hochachtungsvoll
Philipp Hofferberth.
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Frau Bechtel,
Waldſtr. 20. H.
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Eimj.-Abitur (rhur.), II.Er.13034
Sffentlicher Vortrag
am Mittwoch, den 3. Oktober, abends 8.15 Uhr, im
Reſtaurant Kaiſerſaal, Grafenſtraße über das Thema:
„Das Rätsel der
Zuckerkrankheit
und seine Lösung‟
Neue, nachweisbar erfolgreiche Wege zur wirklichen
Aus=
heilung werden Ihnen gezeigt!
Redner: Herr F. Pallmann, Privatgelehrter u.
Bundes=
berater, Köln. Aus dem weiteren Fnhalt des Programms:
Urſache und Weſen der Zuckerkrankheit — Kulturſiechtum
und Säuretod — Experimentelle Vorführung verſch.
Urin=
unterſuchungsmethoden — Die Gefahren der
Acetonbil=
dung und ihre Beſeitigung — Warum noch Zuckerkrank ?
Lebensreform — Körperpflege.
Bitte Bleiſtift mitbringen! Unkoſtenbeitrag 0.50 Mk.
Im Anſchluß an den Vortrag findet am nächſten Tage,
abe ds 8: 10 Uhr, im Vortragslotal ein Djät= und
Lebens=
reformkurſus für Zuckerkranke mit praktiſchen
An=
weiſungen, Rezeptdiktat, Koſtproben, Körperpflege ſtatt.
Alles Nähere am Vortragsabend.
Bund für Hell- und Lebensreform
I. 4 Matthießen, ſtellv. Vorſ. (13789
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Ausgabe für
Miete H
ab heute,
4. Oktober
für
Miete K
ab Donnerstag,
6. Oktober.
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9. Oktober 1932:
11. Wanderung
Babenhauſen—
Zellbauſen—
Babenhauſen.
Alles Nähere und
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bei Klubmitglied
Fr. Tillmann,
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2 Uhr nachm.).
Fr. Lik. -Künſtl.
Geſelſchaft.
1. Vereinsabend.
Samstag, 8. Okt.,
8 Uhr, im großen
Saale d. Saalbaus:
Elly Beinhorn:
„Mein Flug
in die Well”
Vortrag mit
Licht=
bildern.
Eintrittskarten zu
150 ℳ und 3 ℳ.
Studenten 50 Pfg.,
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zur Mitgliedſchaft
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Mitglieder freier
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