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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuftrierte Beilage: „Die Gegenwart=, Tagesſpiegel in Bild und Wort
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Nummer 271 Donnerstag, den 29. September 1932. 195. Jahrgang
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ſede Verpfliſchtung auf Erfällung der Anzeigene
aufträge und Teiſtung von Schadenerſatz. Bei
Konlurs oder gerichtlicher Beſtreibung ſälli” ſeder
Nabatt weg. Banſſonto Deutſche Bani und Darm=
Kädter und Natonalban”.
verggſiche engliſche Vermitklungsverſuche zwiſchen Deukſchland und Frankreich. — Herriok haf mit ſeiner
Jonnkagsrede alle Türen zugeſchlagen. — Unüberbrückbare deutſch=franzöſiſche Gegenſähe.
Abreiſe des deutſchen Außenminiſters unmitkelbar vor einer Rede
des franzöſiſchen Miniſterpräſidenken im Völkerbund.
über die Abrüſtungskonferenz.
* Genf, 28. Sept. (Priv.=Tel.)
Die Verlauf der Völkerbundsverſammlung in den erſten
Tagem dar in höchſtem Maße unintereſſant. Die Anteilnahme
des Aſulikums und der Preſſe an den Sitzungen war bis jetzt ſehr
gerinu Bezeichnend, für die luſtloſe Stimmung, die allgemein
herrſchtiſt die nahezu vollſtändige Unterdrückung der
poliltſchen Ausſprache, die in früheren Jahren der
Ver=
ſammug ihr Gepräge gegeben hatte. Die einzige Frage, über
die mic ſpricht, iſt die Lage, der Abrüſtungskonferenz, und es
herrſſikein allgemeines Rätſelraten darüber, ob und wie die
Konfſmz wieder in Gang gebracht werden kann.
Konſequenke Haltung
des beuſhen Deleglansſters.
2ſkonſequente Haltung, die der deutſche
Dele=
zient Freiherr v. Neurath ſeit Beginn ſeiner
Anweſen=
heit „nGenf eingenommen hat, macht überall ſtarken Eindruck.
Die Higländer ſetzen ihre Bemühungen um die
Rück=
keh=ſdeutſchlands zur Abrüſtungskonferenz fort.
AMſleber ſie Unterredung zwiſchen Sir John Simon und Herriot
wird lich bekannt, daß der engliſche Außenminiſter Herriot von
der ſwendigkeit zu überzeugen verſuchte, ſich mit Neurath in
Verbl uung zu ſetzen. Herriot verſagte ſich aber. Die
Bemühun=
gen urden dann am Dienstag von dem Konferenzpräſidenten
Hendeon fortgeſetzt, der energiſch bei Herriot auf eine möglichſt
ſoforrig praktiſche Inangriffnahme der Gleichberechtigungsfrage
dränun um einen Ausweg aus der feſtgefahrenen Lage der
Ab=
erüſtutveverhandlungen zu finden. Die Bemühungen Henderſons
ſind ſchch ohne Erfolg geblieben. Angeblich aus Etikettegründen.
Hermoſcheint ſich darauf zu verſteifen, daß nach internationalem
Brancder Außenminiſter dem Miniſterpräſidenten einen Beſuch
zu nugten hat, während Herr von Neurath mit Recht darauf
hin=
weiſſiuſonnte, daß Frankreich in ſeiner Rote auf das deutſche
Memonndum direkte Verhandlungen abgelehnt
hat. 1b lag deshalb an Frankreich, einen erſten Schritt zu tun,
und in franzöſiſche Kriegsminiſter Paul Boncour hätte auch nach
diplckytiſcher Anſchauung ſich nichts vergeben, wenn er dazu
et=
wassſt. Henderſon hat ſich zweifellos in dieſem Sinne bemüht,
und /ſteint auch Herriot nahegelegt zu haben, eine Gelegenheit
zur fAsſprache mit dem deutſchen Außenminiſter zu ſuchen.
Her=
riot ih aber abgelehnt, ſo daß die Verhandlungen ſich völlig
tot=
gelazn haben, und es iſt vorläufig auch noch gar nicht zu
über=
ſehen,b und wie ſich eine Möglichkeit zur Fortſetzung bietet.
Herriok kündigk eine Rede an.
brriot hat nun am Mittwoch vormittag dem Präſidenten
der 1ölkerbundsverſammlung mitgeteilt, daß er in der
Bundes=
verſamnlung am Donnerstag eine Nede halten werde. Dieſe
Entgidung hat deshalb allgemein überraſcht, weil
gefſen noch von franzöſiſcher Seite betont
wura daß Herriot nicht die Abſicht habe, in der
Verſmmlung zu ſprechen. Der Entſchluß Herriots,
dock5 ſprechen, iſt, wie in franzöſiſchen Kreiſen verlautet, in
einen 5itzung der franzöſiſchen Delegation am Mittwoch vor=
Mit fa gefaßt worden.
Der Reichsaußenminiſter verläßt Genſ.
In ſagt, daß Herriot den deutſchen Außenminiſter von
ſeimia Abſicht verſtändigt habe. Unter dieſen Umſtänden erörterte
maig i Genf die Frage, ob der Reichsaußenminiſter ſeine
Ab=
reiſſie die für Mittwoch abend feſtgeſetzt war, noch verſchieben
bewRe Herr von Neurath aber iſt ſeiner konſequenten Hal=
Ang reu geblieben. Er hat noch an der allgemeinen
Aus=
ſriſch der Vollſitzung der Völkerbundsverſammlung am
Mitt=
woch eilgenommen und iſt am Mittwoch abend nach Berlin
Gboertſt.
enf hat alſo glücklich wieder ſeine Senſation. Die
amt=
liche= Nitteilung über Neuraths Reiſe ſpricht davon, daß er am
Fratg in Berlin an einer wichtigen Kabinettsberatung
teil=
nelenn müſſe. Aber auch, wenn das richtig wäre, brauchte
des=
haleYderr von Neurath immer erſt am Donnerstag zu fahren
unich äitte alſo durchaus die Möglichkeit gehabt, Herriots Rede
ſiche zuhören — wenn er wollte. Der deutſche
Außen=
mül ſter hat jedoch dies offenbar nicht gewollt. Er hat
de het was merkwürdigen Katz= und Mausſpiel,
Wacle Genfer Diplomaten in den letzten Tagen
tkſſeen, durch eine Demonſtration ein Ende
ge=
m out. Es iſt doch eigentlich ungeheuerlich, daß die Herren,
Lieſns doch ſonſt immer erzählten, daß der Wert der Völker=
DuWüitzungen gerade in der Möglichkeit einer vertraulichen
Allhfrache liege, jetzt oſtentativ aneinander vorbeigehen. Herr
Demt hat ſogar einen Umweg gemacht, um den deutſchen
Aulminiſter nicht begegnen zu müſſen. Das allein kenn=
Zell get die ganze Spannung, die augenblicklich beſteht. Herr
„Da ſie uraih hat dieſem Zuſtand ein Ende gemacht, indem er
90Ri” und die Zeit ſeiner Rückkehr offenließ.
Völkerbundstagung ſelbſt hat ja an allgemeinem
Inter=
ſtark eingebüßt, daß die Vertretung Deutſchlands ruhig
von Roſenberg überlaſſen bleiben kann. Sollte ſich in=
zwiſchen herausſtellen, daß Möglichkeiten zu ausſichtsreichen
Ver=
handlungen auf der Grundlage der deutſchen Forderungen für
unſere Rückkehr in die Abrüſtungskonferenz beſtehen, dann
kann der Außenminiſter immer noch nach Genf kommen.
Projekte des däniſchen Außenminiſters?
Inzwiſchen zerbricht man ſich in Genf über die angeblichen
ſkandinaviſchen Pläne, auf die Herriot in ſeiner Rede vom
Sonn=
tag angeſpielt hat, den Kopf. Man will wiſſen, daß der däniſche
Außenminiſter Munch, der allerdings noch nicht hier eingetroffen
iſt ein Projekt ausgearbeitet habe und dieſes Projekt auch
be=
reits einer Gruppe von acht kleineren Staaten, unter denen die
Skandinavier die Führung haben, vorgelegt hätte. Niemand
weiß, worum es ſich bei dieſem Plan und Gedanken genau
han=
delt. Man kann nur vermuten, daß es ſich um
Gedanken=
gänge handelt, die in der Richtung der Schaffung
großer allgemeiner Sicherheitsgarantien ſich
bewegen. Wenn man hört, daß auch Beneſch und Politis
daran beteiligt ſein ſollen, ſo liegt die Vermutung nahe, daß
die Wiederbelebung des Genfer Protokolls von
1924 bei den Erwägungen eine Rolle ſpielen
dürfte.
Schlußkagung des Völkerbundsraks.
Vorbereitung für die Welkwirtſchaftskonferenz.
Drummonds Rückkrikksgeſuch angenommen.
EP. Genf, 28. September.
Der Völkerbundsrat ſchloß am Dienstag ſeine Tagung ab,
nachdem er ſich noch mit Minderheitenfragen und
Vorbereitungs=
arbeiten für die kommende Weltwirtſchaftskonferenz beſchäftigt
hatte. In einer anſchließenden Geheimſitzung wurde alsdann
be=
ſchloſſen, an Bolivien und Paraguay Telegramme zu ſenden mit
der Aufforderung, die Anwendung von Gewalt im Gran=Chaco=
Konflikt zu vermeiden und die ſich aus dem Völkerbundspakt
er=
gebenden Verpflichtungen zu achten.
In einer Geheimſitzung des Völkerbundsrats wurde dann
auch noch das Rücktrittsgeſuch des Generalſekretärs des
Völker=
bundes, Sir Eric Drummond, für den 30. Juni 1933 angenommen
und die Wahl eines Nachfolgers für die Außerordentliche
Voll=
verſammlung des Völkerbundes im November 1932 feſtgeſetzt.
Herriok hal jeht das Work.
EP. Genf, 28. September.
Das Interview des Reichskanzlers v. Papen und ſeine
Antwort auf die Gramater Rede Herriots wird in diplomatiſchen
Kreiſen in Genf ſehr lebhaft erörtert. In engliſchen Kreiſen
bezeichnet man Inhalt und Ton der Antwort als
ausgezeichnet, da ſie in die verfahrene Situation der
letzten Tage einige Klarheit bringt und vor allem auch die
Trag=
weite und den Umfang der deutſchen
Gleichberechtigungs=
forderung ſchärfer umreiße. Die Erklärung, fo wird
be=
tont, bilde in jedem Fall eine Grundlage für die
Fortſetzung des Gleichberechtigungsgeſprächs.
Allerdings ſei abzuwarten, welche Aufnahme ſie in franzöſiſchen
Kreiſen finde.
In Genf verſtärkt ſich der Eindruck, daß mit dieſen deutſchen
Erklärungen nunmehr das Wort, ſofern das
Gleich=
berechtigungsgeſpräch fortgeſetzt werden ſoll, Frankreich
ge=
hört, und daß jetzt der Zeitpunkt gekommen iſt, wo
auch Herriot unbedingt ſeine Stellungnahme
zu der deutſchen Gleichberechtigungsforderung
erläutern und präziſieren muß.
Wie Paris die Erklärungen von Papens aufnimmt.
EP. Paris, 28. September.
Die Antwort des Reichskanzlers von Papen auf die
Sonn=
tagsrede des Miniſterpräſidenten Herriot wird in den
fran=
zöſiſchen Morgenblättern kommentarlos abgedruckt. Die Antwort
wurde zu ſpät bekannt, als daß redaktionelle Bemerkungen oder
gar ein weiteres Eingehen auf die Argumente des Reichskanzlers
möglich geweſen wäre.
In den ſtark rechts gerichteten Abendblättern macht man
ſich die Kritik an der Antwort des Reichskanzlers von Papen
ſehr leicht. Man nennt die Papen=Erklärungen „Lügen”
(Liberté) oder „ſchlechte Begründung” (Journal des Débats)
oder ſogar, daß die Rede des Reichskanzlers von vollkommenem
Unverſtändnis für die franzöſiſchen Ideen und Gefühle zeuge
(Liberté). Die Papen=Antwort ſei nichts wert, erklärt das
„Journal des Débats”, weil ſie auf Scheinargumenten beruhe.
Die einzige Antwort der franzöſiſchen Regierung und aller
Regierungen, die ſich mit ihr einig erklärten, könne nur ſein,
ein energiſches Nein” auszuſprechen. — Der „Temps”
be=
hauptet, es ſei falſch, daß Miniſterpräſident Herriot dem
Reichs=
kanzler deutſch=franzöſiſche Sonderbeſprechungen zugeſagt habe.
Kurz, noch nie ſeit Jahren iſt beim Leſen der Zeitungen die
breite Kluft ſo deutlich geworden, die Deutſchland und
Frank=
reich trennt und die zu überbrücken nach Anſicht eines großen
Teils der franzöſiſchen Blätter heute nicht möglich ſei.
berechtigung.
Von unſerem (O=Korreſpondenten.
London, Ende September.
Es kann kaum behauptet werden, daß die britiſche Note
zur Frage der deutſchen Rüſtungsgleichheit beſonders viel
Klar=
heit über die wahren Intentionen der britiſchen Außenpolitik
erbracht hat. Zum Teil ſtellt ſie, es iſt wahr, eine ziemlich
ein=
deutige Unterſtützung des franzöſiſchen Standpunktes dar und
bekennt ſich für die unverminderte Legalität des Verſailler
Vertrages. Doch weiterhin verfällt ſie in die bekannte britiſche
Gewohnheit, klaren und kategoriſchen Forderungen durch unklare
und unverbindliche Allgemeinheiten aus dem Wege zu gehen
und vermeidet es gänzlich, der aufgeworfenen Frage durch
konſtruktive Gegenvorſchläge praktiſche Löſungsmöglichkeiten
eni=
gegenzuhalten. Was indeſſen an der offiziellen Aeußerung der
britiſchen Regierung das Allerbemerkenswerteſte iſt, das iſt der
erſtaunliche Gleichmut, mit dem ſie ſich in bewußten
Gegenſatz zur zweifellos ganz anders
gearte=
ten öffentlichen Meinung des Landes ſetzt. Es
galt bisher als ein feſtſtehendes Axiom, daß in England die
Regierung in Fragen von weltpolitiſcher Bedeutung ſtets auf
die öffentliche Meinung ihres Landes tunlichſt Rückſicht zu
nehmen und ſich nach dieſer zu richten habe. Dieſer Forderung
iſt jedoch in vorliegendem Falle in keiner Weiſe nachgekommen
worden. Die britiſche Regierung iſt mit ihrer Note nicht nur in
Deutſchland, ſondern in ihrem eigenen Lande auf eine faſt
ein=
mütige Ablehnung geſtoßen. Mit dieſer Feſtſtellung ſoll in
keiner Weiſe bloß etwas Angenehmes für deutſche Ohren
ge=
ſagt werden. Dem deutſchen Volk iſt in letzter Zeit über die
wahren Anſichten des Auslandes und vor allem Englands leider
nicht immer die volle Wahrheit geſagt worden. Vertuſchungen
können hier nur ſchaden. Doch in dieſem Falle liegen die Dinge
anders. Die engliſche öffentliche Meinung, vertreten durch ihre
Preſſe, ſteht in der Gleichberechtigungsfrage in ihrer
überwäl=
ligenden Mehrheit auf dem von Deutſchland vertretenen
Stand=
punkt. Und die Frage, welches nun die wahre Außenpolitik
Großbritanniens ſei und von welchen Erwägungen ſie beſtimmr
wird, gewinnt zur Zeit, da in Genf die Staatsmänner der Welt
wieder zu entſcheidenden Verhandlungen zuſammengekommen
ſind und Beſchlüſſe von ernſter Tragweite zu faſſen haben
wer=
den, eine Bedeutung von größter Wichtigkeit.
Zur Beantwortung dieſer Frage würde es genügen, die
„Times” zu zitieren, die wiederholt erklärt haben, daß „jeder
Engländer der Anſicht iſt, daß das deutſche
Ver=
langen nach Gleichberechtigung gebilligt
wer=
den muß” und daß die im Verſailler Vertrag Deutſchland
auf=
erlegten militäriſchen Reſtriktionen über lang oder kurz
auf=
gehoben werden müßten. Doch die „Times” ſprechen nur für
einen Teil der engliſchen Oeffentlichkeit. Daher iſt es um ſo
beachtenswerter, daß auch ſämtliche übrigen Organe der
eng=
liſchen Preſſe, mit wirklich ſehr geringen Ausnahmen, ſich ſeit
Jahr und Tag in dieſer Frage nicht nur mit den „Times”
identiſch erklären, ſondern den deutſchen Standpunkt auch ſonſt
in weitgehender und energiſcher Weiſe unterſtützen. „Es hat
keinen Sinn und iſt praktiſch unmöglich”, meint beiſpielsweiſe
der „Daily Telegraph”, eine erſtklaſſige Macht dauernd als einen
Staat zweiter Ordnung zu behandeln.” „Deutſchland wird
auf=
hören Europa zu beunruhigen” ſchreibt der „Spectator”, „ſobald
es erkannt haben wird, daß es Glauben in die ihm verträglich
gegebenen Verſprechungen ſetzen kann.” „Jeder Schritt zur
Abrüſtung der anderen”, fügt der „Obſerver” hinzu, „wird die
innere Beruhigung Deutſchlands fördern und zugleich
Frank=
reich das ſo heiß erſtrebte Gefühl der Sicherheit geben
Manche engliſchen Blätter von Einfluß äußern ſich noch offener
und brandmarken die franzöſiſche Europa=Politik in noch viel
ſchärferen Ausdrücken. So ſchreibt beiſpielsweiſe der „Economiſt”
das maßgebende wirtſchaftspolitiſche Blatt Englands, wörtlich
folgendes: „Der Wunſch Frankreichs, ſeine Sicherheit zum
Mark=
ſtein der geſamten europäiſchen Politik zu machen und andere
Staaten bloß um Frankreich als Garanten für ſeine Sicherheit
und gegen eine Erholung ſeines ehemaligen Gegners zu
gruppieren, iſt eine verhängnisvolle Politik, die über kurz oder
lang zum Scheitern verurteilt iſt. Sie ſpaltet Europa ſchon
jetzt in zwei feindliche Lager, ſie iſt im Begriff ein neues
Wett=
rüſten hervorzurufen und ſie wird als letzte Konſequenz einen
neuen Krieg mit all ſeinen Schrecken nach ſich ziehen. Alle
Elemente für ſolch einen tragiſchen Ausgang des franzöſiſchen
Spiels ſind bereits vorhanden . . .‟ Den Ausſchlag in dieſem
Spiele vermag bloß England zu geben. Daher ſei es höchſte
Zeit, daß die britiſche Regierung nun all ihren Einfluß darin
ſetzen möge, um eine Weiterentwicklung der Dinge in der von
Frankreich erſtrebten Richtung zu verhindern und eine friedliche
Entwicklung Europas zu gewährleiſten.
Man ſieht alſo, die engliſche Oeffentlichkeit iſt ſich des
wahren Ernſtes der Lage vollauf bewußt. Es fragt ſich bloß:
wenn die engliſche Preſſe ſo klar und deutlich die Richtung
vor=
zeichnet, in welcher, ihrer Anſicht nach, die britiſche Außenpolitik
ſich bewegen ſollte, wodurch erklärt es ſich dann, daß
dieſe in den letzten Wochen ſcheinbar eine ſo
kraſſe und plötzliche Schwenkung in
entgegen=
geſetzter Richtung vorgenommen hat?. Nach
Ver=
öffentlichung der britiſchen Note mit ihrer vehementen
Ver=
teidigung der Verſailler Jurisprudenz iſt begreiflicherweiſe nicht
nur in Deutſchland der Eindruck aufgekommen, das die engliſche
Politik nun ihr „wahres Antlitz” offenbart hätte und daß dieſes
ziemlich offenkundig franzöſiſche Züge trage. Dieſer Eindruck
iſt indeſſen nur zu einem Teil berechtigt. Langjährige Beobachter
der hieſigen politiſchen Verhältniſſe vermögen es allerdings nicht
zu leugnen, daß im britiſchen Foreign Office eine gewiſſe
Vor=
eingenommenheit für Frankreich und alles Franzöſiſche recht tief
zu wurzeln ſcheint; dieſe Voreingenommenheit erbt ſich „wie
eine alte Krankheit” von Außenminiſter zu Außenminiſter fort,
gleichgültig ob dieſer Auſten Chamberlain, Arthur Henderſon
oder John Simon heißt. Und im Falle beſonders ungünſtiger
Seite 2 — Nr. 271
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 29. September 1932, 8 90
politiſcher Konſtellationen verfehlen dieſe tiefſitzenden Kräfte in
der Tat nicht eine merkliche Abbiegung der britiſchen Politik
von ihrer traditionellen Linie zu bewirken. Doch deſſen ungeachtet
wäre es falſch in dieſem Gefühlsmoment die einzig
ausſchlag=
gebende Urſache für den neuerlichen Stellungswechſel Englands
zu ſehen.
Die britiſche Außenpolitik iſt vielmehr im Grunde genommen
die gleiche geblieben, auch nach Veröffentlichung der ominöſen
Note. Sie formt ſich nach wie vor in erſter Linie nach einer
Erwägung — dem Willen nach einer aktiven,
freundſchaftlichen und ununterbrochenen
Zu=
ſammenarbeit mit den Vereinigten Staaten.
Ja, in Anbetracht des kritiſchen Stadiums, den die
Abrüſtungs=
frage und die Weltwirtſchaft zur Zeit erreicht haben, iſt es
unvermeidlich, daß die Abhängigkeit der britiſchen Politik von
den amerikaniſchen Erwägungen ſich im gegenwärtigen
Augen=
blick noch mit beſonders ſtarker Intenſivität äußert. Die
Be=
fürchtung, daß ein Scheitern der Genfer Abrüſtungsbemühungen
Englands Verhältnis zu Amerika trüben oder gar einen
wirt=
ſchaftlichen und politiſchen Rückzug der Amerikaner von Europa
nach ſich ziehen könnte, dominiert hier über allem. Es mußte
auch auffallen, daß der Veröffentlichung der britiſchen Note eine
eingehende Unterredung Maedonalds und Sir John Simons
mit Senator Reed unmittelbar vorangegangen war, auf der
wohl nicht nur über die Mandſchurei geſprochen worden iſt
Und letzten Endes erwies ſich für die deutſche Sache als ziemlich
verhängnisvoll jene Propaganda, die in der ganzen Welt ſofort
nach Veröffentlichung des deutſchen Aide=Mémoirs eingeſetzt
und dem deutſchen Dokument eine weſentlich andere
Inter=
pretierung gegeben hatte: die deutſche Forderung nach juridiſcher
Gleichberechtigung iſt faſt in der geſamten Weltpreſſe — zum
Teil bewußt, zum Teil unbewußt — als ein „Verlangen nach
Aufrüſtung” dargeſtellt worden. Zwiſchen beiden liegt
natür=
lich ein himmelweiter Unterſchied. Deutſchland hat es verſäumt,
hiergegen rechtzeitig und mit genügender Energie Stellung zu
nehmen. Die Maſſe der zeitungsleſenden Völker hat den
Unter=
ſchied erſt recht nicht gemerkt. Und das Ergebnis war, daß die
ſolcherart geſchaffene, für Deutſchland ungünſtige Weltſtimmung
ſich in England in nachteiligſter Weiſe auszuwirken begann, als
der erſte praktiſche Schritt in dieſer Angelegenheit unternommen
werden mußte.
Indeſſen ſchließt der bisherige Gedankenaustauſch nicht
ganz ohne ein poſitives Ergebnis ab. Das Ganze hat
immerhin eine nicht unerfreuliche Aufrüttelung
der Gemüter gezeitigt und wird hoffentlich das
Ergebnis nach ſich ziehen, daß die Mächte ihre
bis dahin etwas allzubequeme Haltung in der
Abrüſtungsfrage nun einer radikalen Reviſion
unterziehen werden. Die hieſigen Blätter traten dafür
ein, daß dieſes von engliſcher Seite mit möglichſter
Beſchleuni=
gung und Gründlichkeit getan werde. Sie weiſen auf die
zahl=
reichen Unklarheiten der britiſchen Note hin und verlangen, daß
die Regierung nun ihren „eiſigen Rechtsſtandpunkt” durch
kon=
ſtruktive Vorſchläge in der Gleichberechtigungsfrage ergänzen
möge. „Sir John Simon” meint ein Londoner Blatt, das zu
den meiſtgeleſenſten des Landes gehört, „möge den Verſailler
Vertrag juriſtiſch auch noch ſo einwandfrei auslegen. Doch er
Vom Tage.
Reichskanzler von Papen wird am 11. Oktober nach Bayern
reiſen, um der bayeriſchen Regierung einen Beſuch abzuſtatten.
Am 12. Oktober wird Reichskanzler von Papen eine Rede vor dem
Verband bayeriſcher Induſtrieller halten.
Wie nun feſtſteht, wird die Verhandlung der Klage Preußens
gegen das Reich wegen der Vorgänge am 12. Juli am 10.
Okto=
ber vor dem Staatsgerichtshof in Leipzig beginnen.
Wie eine Pariſer Zeitung mitetilt, habe die Reichsregierung
den fremden Staaten die Entſendung von deutſchen
Militäratta=
ches angekündigt, und von Paris, Brüſſel und Rom liege bereits
die Zuſtimmung vor. An Berliner Stelle wird betont, daß eine
derartige Abſicht nicht unmittelbar vor der Türe ſtehe, mindeſtens
ſolange nicht über die Gleichberechtigung Deutſchlands in
Rüſtungsfragen entſchieden ſei.
Die preußiſche Staatsregierung hat am 27. September 1932
eine Verordnung zur Berichtigung und Ergänzung der
Verord=
nung über die Neugliederung von Landkreiſen vom 1. Auguſt
1932 erlaſſen, die in der nächſten Nummer der preußiſchen
Geſetz=
ſammlung veröffentlicht werden wird.
Der mecklenburg=ſchweriniſche Miniſterpräſident Granzow hat
dem Reichsernährungsminiſter ein von der nationalſozialiſtiſchen
Landtagsmehrheit fertigeſtelltes 20=Millionen=
Arbeitsbeſchaffungs=
programm zugeleitet, das die Neuſchaffung von etwa 25—28 000
Siedlerſtellen vorſieht.
Die deutſch=franzöſiſchen Verhandlungen über die
Kontingen=
tierungsmaßnahmen, die die deutſche Regierung gegenüber
ge=
wiſſen franzöſiſchen landwirtſchaftlichen Produkten zu ergreifen
gedenkt, werden am Donnerstag, den 6. Oktober, in Paris
be=
ginnen.
Zu den Gerüchten über die Weiterführung der ruſſiſch=
rumä=
niſchen Verhandlungen wird von ruſſiſcher Regierungsſeite
mit=
geteilt, daß irgendwelche Zugeſtändniſſe oder Kompromiſſe in der
beſſarabiſchen Frage nicht in Frage kommen könnten.
Die amerikaniſche Regierung will ſofort drei neue Zerſtörer
bauen. Der Bau der Zerſtörer war ſeinerzeit aus
Sparſamkeits=
rückſichten aufgeſchoben worden. Man will jetzt dadurch die
Ar=
heitsloſigkeit vermindern.
Die argentiniſche Kammer hat mit großer Mehrheit den
Bei=
tritt Argentiniens zum Völkerbund beſchloſſen
Nach Berichten, aus Havanna iſt der kubaniſche
Senatsprä=
ſident ermordet worden. Auch drei weitere politiſche Führer ſind
politiſchen Anſchlägen zum Opfer gefallen.
Die chineſiſchen Eiſenbahnſchutztruppen im Gebiete zwiſchen
Mandſchurei und Hailar haben ſich gegen die neue mandſchuriſche
Regierung erhoben. Sie drohen mit der Ermordung ſämtlicher
Japaner. Es beſtehen daher große Befürchtungen für die
Sicher=
heit der japaniſchen Staatsangehörigen in dem Gebiete des
Auf=
ſtandes.
* Brennpunkke der Außenpolikik.
Gefahren für den Völkerbund.
Von unſerem A.=Korreſpondenten.
Der japaniſche Kriegsminiſter erklärte Preſſevertretern,
Ja=
pan werde, wenn Tſchangſhueliang in die Mandſchurei eindringen
ſollte, nötigenfalls Peking und Tientſin beſetzen.
ſoll dabei nicht überſehen, daß dieſes Dokument im Laufe der
Jahre immerhin einiges von ſeiner urſprünglichen Friſche ein=
gebüßt hat und nicht mehr ganz als Magna Charta des neuen
Europa betrachtet werden kann . . ‟ Das Foreign Office wird
alſo bei all ſeinem Bürokratismus und bei all ſeinen „alten
Krankheiten” ſich dem Drängen der öffentlichen Meinung kaum
auf die Dauer entziehen können und den mit ſo viel Nachdruck
vorgebrachten Forderungen ſo oder anders Rechnung tragen
müſſen. Die „Times” glauben allerdings nicht daran, daß bereits
auf der nächſten Seſſion der Abrüſtungskonferenz ſämtliche
Siegerſtaaten freiwillig auf den Beſitz von Schlachtſchiffen,
Unter=
ſeebooten, Kriegsflugzeugen, Tanks und ſchwere Artillerie
ver=
zichten und Deutſchland hierdurch „eine genügende Antwort au
ſeine Gleichberechtigungsforderung erteilen werden.‟ Doch der
britiſche Offizioſus beginnt bereits im Bunde mit den übrigen
Blättern „die andere Alternative”, d. h. das Maß der
Be=
freiung Deutſchlands von den militäriſchen Reſtriktionen des
Verſailler Vertrages zu erörtern. Der im Juli von Hoover
vorgebrachte Abrüſtungsvorſchlag wird wiederholt als eine, dem
Ideal nächſtkommende Löſung zur Anwendung empfohlen. In
dieſem Zuſammenhange wird endlich darauf aufmerkſam
ge=
macht, daß einerſeits Frankreich in ſeiner Antwortnote
Deutſch=
lands Recht zu „nationaler Sicherheit” in aller Form anerkannt
habe, und daß andrerſeits Deutſchland an eine faktiſche
Auf=
rüſtung überhaupt nicht denke, ſondern ſich vor der Hand mit
der juridiſchen Anerkennung ſeiner Gleichberechtigung zufrieden
geben würde. Zwiſchen dieſen beiden Auffaſſungen, ſagt man
nun, klaffe im Grunde genommen keineswegs ein ſo
unüber=
brückbarer Abgrund. Einer geſchickten und unparteiiſchen
britiſchen Politik ſollte es nicht ſchwer fallen, zwiſchen dieſen
beiden Auffaſſungen zu vermitteln und hierdurch das Werk der
Abrüſtung der Verwirklichung näher zu bringen.
Regierungskriſe in England.
Rückkrikk der liberalen Miniſter.
London, 28. September.
Die engliſche Kabinettskriſe iſt, wie erwartet, heute zum
Aus=
bruch gekommen. Nach einer faſt zweiſtündigen Kabinettsſitzung in
der Amtswohnung des Miniſterpräſidenten in Downingſtreet haben
der Innenminiſter Sir Herbert Samuel, der Staatsſekretär für
Schottland Sir Archibald Finclair und der Lordſiegelbewahrer
Philippe Snowden abgedankt. Ihre Demiſſion erfolgte, nachdem es
Sir Herbert Samuel angeſichts des ſtarken konſervativen
Wider=
ſtandes nicht gelungen war, die Vertagung der Entſcheidung über
Ottawa bis zum Abſchluß der geplanten Weltwirtſchaftskonferenz
zu erreichen.
Die neuen Miniſter.
An Stelle des zurückgetretenen Innenminiſters Sir Herbert
Samuel wurde der bisherige Landwirtſchaftsminiſter Sir John
Gilmour zum Innenminiſter ernannt. Landwirtſchaftsminiſter
wurde der bisherige Staatsſekretär Walter Elliot. Das Amt des
Staatsſekretärs für Schottland wurde dem liberalen Abg. Sir
Godfrey Collins übertragen.
Im Namen der im Kabinett verbliebenen ſogenannten „
Na=
tionalen Arbeiterparteiler — außer Macdonald noch Lord
San=
key und Thomas — veröffentlicht Miniſterpräſident Macdonald
ein Communiqué, in dem es heißt, die Arbeit der Nationalen
Regierung ſei noch lange nicht beendet. Die Frage der
Kriegs=
ſchulden müſſe einer Löſung zugeführt und die
Weltwirtſchafts=
konferenz veranſtaltet werden. England benötige deshalb nach
vie vor eine überparteiliche Regierung.
Paris, 28. September,
Es iſt noch nicht abzuſehen, wie in Genf eine Entſpanpu
herbeigeführt werden kann, wenn auch nirgends geleugnet wiun
daß eine Entſpannung herbeigeführt werden muß. Bezeichnen
in dieſer Beziehung iſt die Einſtellung der franzöſiſchen
Recht=
preſſe. Sie erwägt die Möglichkeit, daß Frankreich von den an
ſächſiſchen Mächten Konzeſſionen in der Frage der Sicherbeit
halten könnte und dafür als Gegenleiſtung die deutſche Gleich
rechtigung anerkennen müßte. Daß dieſer Gedanke ſeit Anfo
der ganzen Auseinanderſetzung in Frankreich in
Erwägun=
zogen wird, liegt offen zu Tage. Die franzöſiſche Rechtspre
ſcheint dieſe Möglichkeit eher zu befürchten als zu wünſchen.
geblich deshalb, weil ſie den angelſächſiſchen Mächten in dieſe
Beziehung mißtraut, in Wirklichkeit aber, weil ſie weiß, daß
ſolches Kompromiß für Frankreich den Zwang zur Abrüſtutnstwerd
nach ſich ziehen werde. In dieſem Punkte wird ſelbſt Herriot, uode
die Ambition zu haben ſcheint, die extremſten Nationaliſten yr (rtdi 2
ſeinen Reden zu übertreffen, ſcharf kritiſiert. Im übrigen ſiſſ, Sder körpe
man in England wenigſtens noch keinerlei Anzeichen dafür, 4 ½u zogr ein
Hi=
inber
ſich Frankreich für eine ſolche Löſung intereſſieren würde
Situation in London bleibt konfus und die eigentlichen Ziele
engliſchen Außenpolitik ſind undurchſichtig. Man behauptet xder Gell
ein Fortſchritt in der Abrüſtungsfrage nicht zu erwarten ſei, ih sſtuef.
lange in England keine innenpolitiſche Klärung erfolgt.
gr ausſetzund
Die Frage der deutſchen Gleichberechtigung oder tichtiger zim Zeit. v
Abrüſtungsfrage iſt aber nicht der einzige Breunpunkt der gemn ſeictzes M4
wärtigen außenpolitiſchen Lage. Japans Vorgehen in der MR./1Otober 92
2 entricht
dſchurei bedeutet für den Völkerbund eine ebenſolche Gefahr
euerautſche
die Kriſe des Abrüſtungsgedankens
Zeptembe
Die franzöſiſche Außenpolitik hat ſich für Japan entſchiebsn, zu entrich=
Dieſe Entſcheidung fiel nicht jetzt, ſondern ſchon vor vielen A%” „doch für
naten. Das war bei verſchiedenen Gelegenheiten u. a. auch ſu „„h Steu
der Haltung Frankreichs in Indochina zu erkennen. Inzwiſoſt”, der geng
iſt eine Annäherung zwiſchen Rußland und Japan zuſtande
iſen un.
kommen, und es iſt ein offenes Geheimnis, daß ruſſiſches Peiz
leum dabei eine Rolle ſpielt.
Die Grundlagen der Annäherung zwiſchen Frankreich
Rußland ſind im Fernen Oſten zu ſuchen, ſie reichen viele Mormt, höhe,
zurück. Es mutet daher etwas ſonderbar an, wenn jetzt in Pockziſeen Beitra
Gerüchte lanciert werden, wonach die fernöſtliche Politik Froxt
lenet
reichs als ein Tauſchmittel mit Amerika auch in rein europäiſit
Fragen dienen ſoll. Wenn man von Amerika etwas einzutauſ//Anpruch auf
wünſcht, ſo hat man dafür in der Frage der interalliierten Schuzüſtigund v0l
iete mit wir.
den ein genügend wichtiges Objekt. Jedenfalls ſol lt, ind londn
man ſich in Deutſchland hüten, die franzöſiſchhad ausgeübt
Anſpielungen, daß man von Amerika außer einnwigend im
M
Konzeſſion in der Frage der interalliiert
Schulden noch etwas einhandeln könnte, al
ernſt zu nehmen. ..
Heſſiſche Polikik.
urg in
ud
Neue Verordnung über die Koſten der Bermeſung
ämker bei Feldbereinigungen.
Durch Verordnung des Heſſiſchen Geſamtminiſteriums 4
27. 8. 1932 werden auf Grund der Notverordnung des Re Mu errechn
präſidenten vom 24 8. 1931 zur Sicherung der Haushalte ulahr be
Ländern und Gemeinden an Stelle der nach § 67 des Feldbeues rühere
nigungsgeſetzes vom 22. 11. 1923 für die im Feldbereinigungsverug Juni, Jul
ren auszuführenden Arbeiten der Vermeſſungsämter von den Feit hanp
bereinigungsgeſellſchaften zu erſtattenden baren Auslagen eenahr des
Staates Pauſchbeträge je Hektar der Bereinigungsfläche ei hyne des Vergl
führt. Die Pauſchſätze ſind nach einer Tabelle geſtaffelt entſi. dn Ehegatter
chend Art der Ausführung (ebenes, hügeliges oder gebirgiges 7790 beſchäftigte
lände), der durchſchnittlichen Betriebsgröße (6 Klaſſen) und mr 200 Mark,
Zerſplitterung des alten Beſitzes. Beſonders berückſichtigt we. 4 ebenſo nich
die Bonitierung, die Sonderkulturen, die Ausſcheidung von 17 0 der Woche
künftigem Baugelände und als allgemeine Koſten (Amtskon=e rheitszeit d
Tagfahrten, Koſtenausſchlag, Schreibhilfe) ein Satz von 10 Lm id0ch 24 S.
Es ſind jedoch beſondere Ermäßigungen vorgeſehen. Die geſarm r Steuerg
Leiſtungen der Feldbereinigungsgeſellſchaften ſind in Jal I.Aehmers i
raten abzutragen, und zwar zweimal 10 Prozent, zweimal 15 200 ſ Mehrk
zent und zweimal 25 Prozent.
mdert ſich
ſehr als 50
*
3e Jahte deifahr für eiertreiechme
an der Lechteiwger Aochtwan Barmftadt
Der Krieg zwiſchen Preußen und Oeſterreich im Jahre 1866
hatte Heſſen neben dem Verluſt des Hinterlandes eine
Kriegs=
entſchädigung von 3 Millionen und die Tragung der eigenen
Kriegskoſten aufgebürdet. Trotzdem fanden die Landſtände zwei
Jahre ſpäter den Mut, die techniſche Schule zu einer
poly=
techniſchen Schule, d. h. einer akademiſchen Lehranſtalt für
Technik auszubauen. Die anfänglich ſteigende Beſucherzahl
er=
hielt Anfang der 80er Jahre einen ſtarken Rückſchlag. Bei der
Beratung des Staatsvoranſchlages für die Jahre 1882 bis 1885
ſetzte deswegen bei der zweiten Kammer der Landſtände im
Februar 1882 ein harter parlamentariſcher Kampf ein. Die
Ab=
geordneten aus ländlichen Gebieten wollten die Genehmigung
der für die Hochſchule erforderlichen Jahresausgaben von rund
143000 Mark verweigern. Ein Antrag wurde geſtellt und
an=
genommen, die Regierung zu erſuchen, die Techniſche Hochſchule
mit Ablauf der Finanzperiode 1882—1885 aufzuheben. Erſt dem
ſehr energiſchen Eingreifen des Staatsminiſters Freiherrn
von Starck und von Männern wie Oſann, Heinzerling und
Schroeder gelang es, die Kammer umzuſtimmen und eine
Ab=
lehnung mit 26 zu 22 Stimmen zu erwirken. Und trotz dieſer
Schwierigkeiten brachte die heſſiſche Staatsregierung den Mut
auf, im gleichen Jahre einen neuen Lehrſtuhl für Elektrotechnik
zu ſchaffen.
Schon Ende des vorhergehenden Jahres hatte Werner
von Siemens in einem Vörtrag den Gedanken ausgeſprochen,
daß „auf allen techniſchen Schulen, mindeſtens auf den
Tech=
niſchen Hochſchulen, Lehrſtühle der Elektrotechnik gegründet
wer=
den ſollten‟. Die Zeit war reif, dieſen Gedanken zur Erfüllung
zu bringen, ſie ſtand unter dem unmittelbaren und ſtark
hervor=
tretenden Eindruck des Werdens der Elektrotechnik. Der
bayeriſche „Staatsbaupraktikant” Oskar von Miller hatte es im
Vorjahre fertiggebracht, als „bayeriſcher Kommiſſar” nach Paris
entſandt zu werden, um dort die erſte elektrotechniſche Ausſtellung
der Welt zu ſtudieren. Die unmittelbare Folge dieſer Eindrücke
war die erſte deutſche elektrotechniſche Ausſtellung im Glaspalaſt
in München. Auf den Wert dieſer Ausſtellung für die
Entwick=
lung der Elektrotechnik in Deutſchland kann hier nicht
eingegan=
gen werden. Die erſte Fernübertragung von elektriſcher Kraft
von Miesbach nach München über 57 Kilometer war ein Teil der
„Verſuche” die ein beſonderes Lockmittel der Ausſtellung waren.
Lockmittel, die — eine ſehr ſeltene Erſcheinung bei
Aus=
ſtellungen — in 4 Wochen einen Ueberſchuß von etwa 75 000 Mk.
ergaben. Ein weiteres Zugmittel dieſer Ausſtellung, auch ein
Gedanke des ſpäteren Gründers des Deutſchen Muſeums, waren
die Prüfungszeugniſſe, die den Ausſtellern anſtelle von Medaillen
übergeben wurden. Der ſtellvertretende Vorſitzende dieſer
Prüfungskommiſſion war der Privatdozent und Aſſiſtent des
Profeſſors der Phyſik an der Univerſität in München, Dr. Kittler.
Oskar von Miller berichtet ſelbſt in ſeinen Lebenserinnerungen,
daß Kittler neue Methoden aufſtellte, neue Apparate konſtruierte,
Erasmus Kittler.
um wirklich exakte Meſſungen vornehmen zu können. Am
15. September 1882 wurde die Ausſtellung eröffnet. Schon
8 Tage ſpäter erhielt Dr. Kittler ſeine Berufung zum
ordenr=
lichen Profeſſor an die Techniſche Hochſchule in Darmſtadt, die
damit den erſten ſelbſtändigen Lehrſtuhl für Elektrotechnik in
Deutſchland gründete. In dieſen Tagen jährt es ſich alſo zum
50. Male, daß der erſte deutſche Profeſſor der Elektrotechnik
berufen wurde. Die offizielle Ernennung erfolgte erſt am
1. November. Die Vorleſungen konnten nicht ohne
Vorberei=
tungen beginnen, bauliche Herſtellungen waren erforderlich, die
notwvendigen Apparate mußten beſchafft werden. So kam es,
daß der eigentliche Lehrbetrieb erſt anfangs des Jahres
aufgenommen werden konnte. Neben der Tatkraft der Stanz)tei, daß de
regierung war es der Verwaltung der Stadt, insbeſondere N 1683 hatte
damaligen Oberbürgermeiſter Ohly, zu verdanken, daß der muMr wie die
Lehrſtuhl geſchaffen werden konnte. Schon in den Kammerm/ſcreiten der
handlungen hat eine Denkſchrift des Oberbürgermeiſters DMtnier ſtand
weſentliche Rolle geſpielt. Am 19. Oktober konnte der Oxüttchniſch
bürgermeiſter in der Stadtverordnetenverſammlung ein Sähe’ſMlande der
ben verleſen, in dem die Direktion der Techniſchen Hochſcnu” der Elef
für die durch die Stadt ermöglichte Gründung eines Lehrſtr) dr Tee
für Elektrotechnik dankte.
Rtende Mi
Kittler begann ſeine Vorleſungen mit den „Wiſſenſchi/ er Hochſe
lichen Grundlagen der Elektrotechnik”, insbeſondere dem Gis ſer diesjähri
vanismus und den galvaniſchen Meßmethoden. Aus den and MeMer in Mü
Fakultäten bemühten ſich die Profeſſoren dem Lehrſtuhl Inwieſen, da
Elektrotechnik durch Vorleſungen aus Grenzgebieten helfend E (leltrotechn
zuſtehen. In dem „Telegraphenverwalter”. Ingenieur Anv ſind, ſo n
wurde eine Hilfskraft gefunden, die über praktiſches Aeiſe
em
graphieren Vorleſungen hielt. Was Dr. Kittler ſelbſt in
erſten Jahren bei Entwicklung ſeines Lehrſtuhles durch 49 des Programms leiſtete und was er insbeſondere
wiſſenſchaftliche Autorität größten Ausmaßes ſpäter galt, 19
Darmſtadt allgemein bekannt. Er wurde Gutachter von
Ag=
ruf, den man beim Bau großer Elektrizitätswerke im In=
Ausland zu Rate zog. Beſonderer Wertſchätzung erfreute .
als Lehrer. Selbſt urſprünglich Volksſchullehrer erwarbe
nachträglich das Reifezeugnis, und ſtudierte dann in Münn”
und Würzburg Mathematik und Phyſik. Nach dem Sta.
examen 1879 promovierte er 1880 in Würzburg und habilit:
ſich 1881 in München. Sicherlich hat er durch ſeine frü-”
Tätigkeit an der Volksſchule gelernt, wie man lehren ſollte. ET
ſeiner Zeitgenoſſen, H. Voigt, Mitbegründer der Firma Voig M
Häffner, ſchreibt über Kittler als Lehrer: „Hierin (ſeinem 0
ſprünglichen Lehrerberuf) und in der Jugendfriſche, in de
das Lehramt übernahm, in dem neuen Unterrichtszweig ſich
ſeinen Schülern ſelbſt noch als Lernender fühlen, iſt der Z0.*
begründet, den dieſer Mann um ſich verbreitete; er trug —
vor, er las nicht, ſondern lehrte, und die andern lernten bei
etwas, was diejenigen ſeiner alten Schüler, die heute noch 1eVu
bis jetzt noch nicht vergeſſen haben. Und da alles, Unterri”
plan und Unterrichtsmittel, ganz neu aufgebaut werden muß i
ſo entſtand eben eine neue Schule; das kleine verach” Uie
Darmſtadt aber, dem man ſchon die Totenglocke läutete, iſt
Keimzelle für die heutige wiſſenſchaftliche Elektrotechnit
worden.”
Es iſt zwar nicht richtig, wie Voigt an anderer Stelle-!
hauptet, daß ein „Abgeordneter, der die Münchener Ausſtem
beſucht hatte und ein Vorgefühl des Siegeszugs der Elen!
technik verſpürte”, die Kammer umgeſtimmt hat — die Verhe
lungen fanden ja ſchon im Februar, die Ausſtellungen abel
im September 1882 ſtatt — wohl aber hat er recht, ſweie.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 271 — Seite 3
ſetstag, 29. September 1932
Die wiangften Beitninmangen
der Durchführungsverordnung.
haf
A
Berlin, 28. September.
der nächſten Nummer des Reichsgeſetzblattes werden die
durnhhhrungsbeſtimmungen zur Steuergutſchein=Verordnung
ver=
öffemühr werden, und zwar vorausſichtlich am Donnerstag.
Hier=ür wird eine amtliche Preſſenotiz veröffentlicht, in der die
wich iſten Beſtimmungen der Durchführungsverordnung
darge=
legt ſurden. Im einzelnen wird geſagt:
1. Sieuergulſcheine für Skeuerzahlungen.
suergutſcheine für Steuerzahlungen erhält nur, wer im
Inlchye ſeinen Wohnſitz, ſeinen gewöhnlichen Aufenthalt, Sitz
odery irt der Leitung hat, oder ſonſt unbeſchränkt
einkommen=
ſteuewoder körperſchaftsſteuerpflichtig iſt. Perſonen, die im
In=
landy par ein Grundſtück, aber keinen Wohnſitz haben, ſind alſo
nichtt utſcheinberechtigt
Suergutſcheine erhält man: 1. Für die Zahlung der
Umſatz=
ſteuen,2 der Gewerbeſteuer, 3. der Grundſteuer, 4. der
Beförde=
rungrskeuer.
Vrausſetzung iſt jedoch, daß es ſich um Steuern handelt, die
in daZeit vom 1. Oktober 1932 bis zum 30. September 1933
krafn beſetzes fällig und entrichtet werden. Steuern, die vor
demn1Oktober 1932 fällig geworden, aber nach dem 30.
Septem=
ber 112 entrichtet ſind, geben alſo ebenſo wenig einen Anſpruch
auf ceuergutſcheine, wie Steuern der genannten Art, die vor
demr ). September 1933 fällig geworden, aber erſt nach dieſem
Zeitwukt entrichtet ſind. Landwirtſchaft und Forſtwirtſchaft
ſolleſg edoch für Zahlungen von Steuern der genannten Art auch
danm ooch Steuergutſcheine bekommen können, wenn ſie ſich die
Stemen der genannten Art über den 30. September 1933 haben
ſtunwe laſſen und bis zum 31. Dezember 1933 entrichten. Für
vermaſtete, zwangsverwaltete und zwangverſteigerte Grundſtücke
wirw ine Sonderregelung getroffen.
Dr Steuergutſchein wird bei der Beförderungsſteuer in
volllHöhe, bei den übrigen Steuern in Höhe von 40 v. H. der
geleſtſten Beiträge ausgeſtellt.
Skeuergutſcheine für Mehrbeſchäftigung.
Aſpruch auf Gewährung von Steuergutſcheinen für
Mehr=
beſctäigung von Arbeitnehmern haben die Unternehmer aller
Bet ie mit wirtſchaftlichen Zwecken, insbeſondere der
gewerb=
lichtnund landwirtſchaftlichen Betriebe, ſoweit der Betrieb im
Inlru ausgeübt wird und die Arbeitnehmer ausſchließlich oder
übennegend im Inland beſchäftigt werden. Auch Perſonen, die
einn ſeie oder ähnliche Berufstätigkeit ausüben, haben Anſpruch
aufü ſteuergutſcheine, wenn ihre Tätigkeit als Gewerbe gilt.
Sämiche Betriebe desſelben Unternehmers werden für die
Be=
rechung in Mehrbeſchäftigung zuſammengefaßt. Unternehmen,
die unch dem 1. September 1932 neu errichtet ſind, erhalten keine
Stenzguitſcheine, ebenſo nicht Unternehmen, die nach einer
Still=
leguy von mehr als vier Wochen wieder eröffnet worden ſind
oden verden. Hier können jedoch die Landesfinanzämter
Aus=
nahenn zulaſſen, wenn das Unternehmen nach dem 30.
Septem=
berr 131 ſtillgelegt worden iſt.
Eeuergutſcheine für Mehrbeſchäftigung werden auch dann
aus eeben, wenn die Arbeit geſtreckt und auf eine größere
An=
zaht on Arbeitnehmern verteilt wird. Die Mehrbeſchäftigung
wiugo errechnet, daß die Durchſchnittszahl der im
Kalender=
vierujahr beſchäftigten Arbeitnehmer mit der Durchſchnittszahl
einnsfrüheren Vierteljahres, und zwar grundſätzlich in den
Mo=
naur Juni, Juli, Auguſt 1932 verglichen wird. Beim
Saiſon=
unk ſampagnegewerbe iſt Vergleichszeitraum das entſprechende
Kaueerjahr des Vorjahres, wobei jedoch 90 v. H. der
Arbeit=
nelkur des Vergleichszeitraumes der Berechnung zugrunde gelegt
wesda. Ehegatten, nahe Verwandte, Hausgewerbetreibende und
ſtänd beſchäftigte Angeſtellte mit einem Jahresverdienſt von
über 3400 Mark, Lehrlinge und Volontäre werden nicht
mitge=
zähi ebenſo nicht Arbeitnehmer, die nicht mindeſtens 40
Stun=
den z der Woche beſchäftigt werden. Nur, wenn die
durchſchnitt=
liche lrbeitszeit des Betriebes kürzer iſt, genügt auch dieſe; dieſe
dauf edoch 24 Stunden in der Woche nicht überſchreiten.
let Steuergutſchein wird für die Mehrbeſchäftigung eines
Arc nehmers im Kalendervierteljahr auf 100 Mark ausgeſtellt.
Würldie Mehrbeſchäftigung der Belegſchaft mehr als verdoppelt,
ſo /nidert ſich der Steuergutſchein im Betrag bei Unternehmen
mit jehr als 50 Arbeitnehmern für die Mehrbeſchäftigung, die
über die Verdoppelung hinausgeht, auf 50 RM. Der
Steuergut=
ſcheinbetrag darf 50 v. H. des durchſchnittlichen Entgelts nicht
überſteigen, das auf einen Arbeitnehmer des Betriebes in einem
Vierteljahr der Mehrbeſchäftigung entfällt. Der Antrag auf
Ge=
währung von Steuergutſcheinen iſt bei dem zuſtändigen
Umſatz=
ſteuerfinanzamt bzw. beim Wohnſitz=Finanzamt oder bei dem
Finanzamt der Geſchäftsleitung zu ſtellen.
Der Antrag muß einen Monat nach Ablauf des
Kalender=
vierteljahres in dem die Mehrbeſchäftigung erfolgt, geſtellt
wer=
den. Da das erſte Vierteljahr, für das Steuergutſcheine für
Mehrbeſchäftigung ausgegeben werden, mit dem 1. Oktober 1932
beginnt, können Anträge bei den Finanzämtern erſtmalig im
Ja=
nuar 1933 geſtellt werden.
Unrichtige Angaben werden unter Strafe geſtellt.
3. Wie werden Steuergutſcheine ausgeſtalkef?
Steuergutſcheine werden über 20000, 10 000, 1000, 200, 100,
50, 20 und 10 RM. (die über 20 und 10 RM. jedoch erſt vom 1.
Ok=
tober 1933 ab) ausgegeben. Sie lauten auf den Inhaber. Sie
werden in den Rechnungsjahren 1934—1938 auf alle Reichsſteuern
mit Ausnahme der Einkommen= und Körperſchaftsſteuer in
An=
rechnung genommen. Bei den Steuergutſcheinen zu 50 RM.,
darunter die aus einem Stamm mit fünf Abſchnitten beſtehen, wird
von Beginn jedes des in Frage kommenden Rechnungsjahres ab
ein Abſchnitt, der auf ein Fünftel des Wertes des Steuergutſcheins
lautet, abgetrennt und angerechnet.
Um denjenigen Gutſcheinberechtigten, deren gutſcheinfähiger
Betrag im Laufe eines Kalendervierteljahres 50 RM. nicht
er=
reicht, eine alsbaldige Verwertungsmöglichkeit ihrer Anſprüche zu
geben, können ſie bei ihrem Finanzamt beantragen, einer Bank,
Sparkaſſe oder Geoſſenſchaft eine Beſcheinigung darüber zu
er=
teilen, daß ſie Steuergutſcheine in beſtimmter Höhe zu beanſpruchen
haben. Das Finanzamt überſendet die Beſcheinigung der Bank.
Dieſe ſchreibt die gutſcheinfähigen Beträge dem Konto des
Steuer=
pflichtigen gut und kann ihm darauf Kredite in entſprechender
Höhe gewähren. Sie ſammelt die Beſcheinigungen der verſchiedenen
Konteninhaber und tauſcht ſie bei einer Finanzkaſſe gegen
Steuer=
gutſcheine ein.
Steuergutſcheine ſind lombardfähig und von der
Börſenumſatz=
ſteuer befreit.
Bei der Anrechnung von Steuergutſcheinen wird ein Aufgeld
gegeben, das für die Steuergutſcheine bzw.
Steuergutſcheinab=
ſchnitte, die vom Rechnungsjahre 1934 an angenommen werden,
4 v. H. beträgt und daß für Steuergutſcheine und
Steuergutſchein=
abſchnitte, die vom Beginn der folgenden Rechnungsjahre an
an=
genommen werden, jeweils um 4 v. H. ſteigt.
4. Wie werden die Skeuergutſcheine ftenerlich
bebandelt?
Wenn es ſich um Perſonen handelt, die keinen Betrieb haben,
ſoll das Aufgeld immer ſteuerfrei ſein. Für die Betriebsinhaber
richtet ſich die Beſteuerung des Aufgeldes nach den allgemeinen
Er=
mittlungsvorſchriften.
Was den Steuergutſchein ſelbſt anlangt, ſo bildet ſeine
Aus=
gabe nach geltendem Recht ſteuerpflichtiges Einkommen. Aus der
vollen Beſteuerung würden ſich aber Härten ergeben. Bei
Steuer=
begünſtigten, an die Gutſcheine vom Finanzamt ausgegeben
wor=
den ſind, ſoll daher das Ausgabejahr, für die Steuerberechnung
das Einkommen, das auf die Steuergutſcheine entfällt, ſtatt mit
dem vollen Kurswert nur mit einem Fünftel dieſes Kurswertes
angeſetzt werden. (Maßgebend iſt der Börſenkurs am 31. Dezember
des Ausgabejahres.)
Ausſageverbek für die Bolizei im
Unkerſuchungs=
ausſchuß.
* Berlin, 28. Sept. (Priv.=Tel.)
In der Nacht vom 12. September, alſo unmittelbar im
An=
ſchluß an die Reichstagsauflöſung, hat im Reichstag eine
polizei=
liche Hausſuchung in den Räumen der kommuniſtiſchen Frakrion
ſtattgefunden. Der Polizei war eine Information zugegangen,
daß im Reichstag eine Höllenmaſchine liege. Dieſe Polizeiaktion
bildete den Gegenſtand einer Beratung des Polizei=
Unterſuchungs=
ausſchuſſes im Preußiſchen Landtag. Irgendwelches brauchbare
Ergebnis hat die Tätigkeit dieſes Ausſchuſſes nicht im Gefolge
ge=
habt. Der kommiſſariſche preußiſche
Innenmini=
ſter hatte den Polizeibeamten Ausſageverbot auf=
erlegt und damit den Ausſchuß ziemlich lahmgelegt. Man konnte
eigentlich nur einen Bericht des Reichstagsdirektors Galle und
des Reichstagspräſidenten Goering zur Kenntnis nehmen. Dabei
ergab ſich, daß offenbar zwiſchen den beiden Herren kein ſehr
in=
niges Verhältnis beſteht, was ſchon ſeit längerer Zeit vermutet
wird. Herr Galle hatte einen ausführlichen Bericht über die
nächtliche Hausſuchung geliefert und hinzugefügt, daß er am
fol=
genden Tag aus Vorſichtsgründen die Tore des
Reichstagsgebäu=
des von der Polizei hatte ſichern laſſen. Der Reichstag befand
ſich alſo ſozuſagen im Verteidigungszuſtand. Aus dem Munde des
Präſidenten Goering hörte man etwas ſpäter, daß er ſich
vorüber=
gehend mit der Abſicht getragen habe, die Beamten des
Reichs=
tages zu bewaffnen. Er hat aber doch eingeſehen, daß er ſich mit
einer ſolchen Aktion nur lächerlich machen würde, ganz abgeſehen
davon, daß vermutlich die Reichstagsdiener nicht auf
Polizei=
beamte geſchoſſen haben würden. Der Ausſchuß tat dann
ſchließlich das, was alle Ausſchüſſe in ähnlichen Verlegenheiten
tun: er faßte eine Entſchließung, in der gegen
das Verhalten des Reichskommiſſars Bracht
wegen ſeiner Anweiſungen an die Polizei
pro=
teſtiert wird.
Dur HeicstägstBayt.
Die Nummernfolge der Wahlvorſchläge.
Berlin, 28. September.
Der Deutſche Reichsanzeiger veröffentlicht heute eine
Ver=
ordnung des Reichsminiſters des Innern zur Reichstagswahl
unter dem Datum vom 27. September d. J. In dieſer
Ver=
ordnung wird u. a. die Nummernfolge der Reichswahlvorſchläge
der Parteien angeführt, die Abgeordnete in den letzten
Reichs=
tag entſandt haben oder zu denen ſich Abgeordnete des letzten
Reichstags bekannt haben. Die Nummernfolge lautet:
1. NSDAP.: 2. SPD.; 3. KPD.; 4. Zentrum; 5. DNVP.;
6. BVP.; 7. DVP.: 8. Stp.; 9. Chr.=Soz.; 10. WP.; 11. Deutſche
Bauernpartei; 12. Landbund; 13. Deutſches Landvolk; 14.
Volks=
rechtpartei.
Weiter beſtimmt die Verordnung, daß Parteien, die im
letzten Reichstage durch Abgeordnete vertreten waren, auf einen
dem Reichsminiſter des Innern zu ſtellenden Antrag ſtatt der
ihnen infolge ihres Anſchluſſes an den Reichswahlvorſchlag einer
anderen Partei nach § 62 Abſ. 3 der Reichsſtimmordnung
zu=
ſtehenden Nummern mit Buchſtabenzuſatz für ihre
Kreiswahl=
vorſchläge die Nummer behalten können, die ihnen nach § 9
dieſer Verordnung zuſteht.
Im übrigen erhalten die Parteien, die ihren Anſchluß an
den Reichswahlvorſchlag einer anderen Partei erklären, auf
dem Stimmzettel die Nummer dieſes Reichswahlvorſchlages mit
Buchſtabenzuſatz nach § 62 Abſ. 3 Reichsſtimmordnung nur,
wenn ſie innerhalb der Friſt zur Einreichung der
Anſchluß=
erklärung eine Zuſtimmung darüber beibringen, daß der
Ver=
trauensmann des Reichswahlvorſchlages, an den der Anfchluß
erklärt iſt, mit dem Anſchluß einverſtanden iſt.
Das Ergebnis
des Reichstags-Unketſuchungsausſchuſſes.
* Berlin, 28. Sept. (Priv.=Tel.)
Der Ueberwachungsausſchuß des Reichstages in ſeiner
Eigenſchaft als Unterſuchungsausſchuß hat ſeine große Senſation
hinter ſich: er hat die Vertreter der Reichsregierung vernommen,
die ſich jedoch durch keinerlei Frageſtellungen aus der Reſerve
locken ließen. Deshalb hat der Ausſchuß wohl die Luſt
ver=
loren und hat ſeine ganze Unterredung in den ſpäten
Abend=
ſtunden bereits zu Ende geführt. Es bleibt wie ſeither:
Aus=
ſage ſteht gegen Ausſage. Das eine iſt durch die Ausſage des
Kanzlers feſtgeſtellt, daß er nicht die Abſicht hatte, unter allen
Umſtänden den Reichstag aufzulöſen. Der Ausſchuß hat dann
mit einer Mehrheit von Nationalſozialiſten, Zentrum und
Bayern einen Antrag angenommen, wonach der Reichskanzler
ſich erſt nach Beginn der Abſtimmung zum Worte gemeldet
habe — was allerdings wenig beſagen will. Ein Antrag, der
die Abſtimmungen, die trotz der Ueberreichung der
Auflöſungs=
order erfolgten, als ſtaatsrechtlich unwirkſam erklären wollte,
wurde abgelehnt. Aber auch der umgekehrte kommuniftiſche
Antrag fand keine Mehrheit, da die Nationalſozialiſten die
Kommuniſten allein ließen, und damit ihren bisherigen
Rück=
zug aus ihrer früheren Stellung, daß die Abſtimmungen gültig
ſeien, um ein Stück weiter fortſetzten. Der Ausſchuß hat alſo
damit den Standpunkt der Regierung in dieſer Hinſicht
be=
ſtätigt. Damit iſt wohl die Möglichkeit gegeben, daß der Konflikt
zwiſchen der Reichsregierung und dem Ausſchuß langſam
verſandet.
bemuptet, daß der Erfolg das Wagnis rechtfertigte. Schon im
eüh 1883 hatte die Abteilung für Elektrotechnik ebenſo viel
Scſer wie die Abteilung für Maſchinenbau. Dem ſtetigen
Fonhreiten der Zahl der Studierenden hielt die Zahl der
Elel=
trütniker ſtand, ſie wurde die ſtärkſte Abteilung, als die
elglbtechniſche Ausſtellung in Frankfurt im Jahre 1891 auch im
Heſſſlande der Elektrotechnik den Weg bereitete. Mit dem
Auf=
blühn der Elektrotechnik hielt auch die wiſſenſchaftliche Tätigkeit
as er Techniſchen Hochſchule in Darmſtadt gleichen Schritt.
Bkmtende Männer wie Goldſchmidt, Wirtz, Peterſen haben den
MEider Hochſchule fortgeführt und halten ihn heute noch hoch.
Bker diesjährigen Tagung des Verbandes Deutſcher
Elektro=
teuyker in München wurde aus berufenem Munde darauf
higewieſen, daß Darmſtadt den älteſten ſelbſtändigen Lehrſtuhl
fieF Elektrotechnik in Deutſchland hat. Wenn auch die Zeiten
eran ſind, ſo muß doch wohl angenommen werden, daß das
kocmende Semeſter einen würdigen Auftakt findet. b. v. k.
Aanft and Hätion.
Von Wilhelm Michel.
die Sonne geht jeden Tag auf, die Jahreszeiten wechſeln
ſeichden weltalten Takten, aber der Menſch als ein
geſchicht=
ſew Weſen lebt „tendenziös, d. h. in wechſelnden Erfüllungs=
und Dichtigkeitsgraden. Das Naturgeſchehen iſt zu jeder Zeit
mtn in ſeinem „Sinn”. Dem Menſchen verwirklicht ſich das
Wcn in den Uebergängen. Er iſt der ruheloſe Eroberer ſeiner
Laſndigkeit. Das zeigte der junge André Gide in ſeinem
Ver=
lUhnen Sohn”; aus der Behauſung ſtrebt der Menſch ins Freie,
Ider Fremde in die Behauſung, und jedesmal, wenn er von
OAmeri oder von draußen die Schwelle übertritt, hat er einen
UIrgeßlichen Augenblick des erfüllten Daſeins. (Das gilt vom
G9ehchtlichen Menſchen, wie geſagt; für den religiöſen Menſchen
es etwas anders).
geute ſieht man in den Kunſterörterungen gewiſſe
Strudel=
b ngen um die Frage,
die Kunſt ſich mehr aus ihren nationalen Gründen
der mehr aus ihren übernationalen Beziehungen
be=
greifen müſſe.
2Unbequeme an dieſem Streit iſt, daß er keine echten
Gegen=
ins Gefecht bringt. Es iſt eine Verfeindung zwiſchen Ten=
2 Hen, ein hiſtoriſch=politiſcher Machtkampf; als ſolcher freilich
ernſt zu nehmen, nur eben nicht mit Weſensausſagen zu
f Wen.
Denn wenn über das „Weſen” der Kunſt etwas feſtſteht, ſo
* dies, daß ſie überall unter Doppelverpflichtungen ſteht.
Kunſt iſt auf Geiſt verpflichtet, aber auch auf den dunklen
rwart, das undurchleuchtete, treibende Leben. Sie iſt auf
Wert verpflichtet, der ferne, fremde Maßſtäbe kennt, aber auch
auf Echtheit (die etwa der „Innerlichkeit” auf religiöſem Gebiet
entſpricht). Sie iſt auf Allgemeingültigkeit verpflichtet, aber
auch auf geſchöpfliche Beſtimmtheit auf Weltweite und
Offen=
heit, aber auch auf wachstümliches Haften im nationalen
Seelen=
grund. Solange wir bei der Weſensausſage bleiben, können
wir immer nur die
zweiſeitige Bezogenheit der Kunſt
feſtſtellen. Und wir können hinzufügen: Wer im Ernſt darauf
ausgeht, irgendeine dieſer Doppelverpflichtungen zugunſten der
einen Seite aufzuheben, feindet die Kunſt in ihrem Weſen an.
Aber die Kunſt ſteht, wie der Menſch, nie völlig in ihrem
„Weſen”. Sie geſchieht. Und ſie geſchieht immer aus beſtimmten
Weſensverfehlungen auf ihr Weſen hin. Sie lebt tendenziös.
Sie lebt in Richtungen und Gerichtetheiten. So wenig wie der
Menſch kann ſie Leben als Leben, Friſche als Friſche bewahren,
ſondern eine Begeiſterung denaturiert ſich ihr zum Rezept, ein
ſtürmiſches Heute welkt zu einem Geſtern ab. Und immer, wenn
dies eingetreten iſt, reißt ſie aus der Fülle ihres „Weſens” eine
Tendenz heraus und ſchießt ſie als einen Pfeil der Sehnſucht
(und ſich ſelbſt mit ihm) in der Richtung auf das vollere
Leben ab.
Naturalismus und Impreſſionismus
hatten es leicht, ſich eindeutig international zu verſtehen. Die
Kunſt lebte da ein Daſein als Sonderweſen. Der äſthetiſche Werr,
geſichert durch klare Dogmen, behauptete ſich als ein Wert eignen
Rechts, aus deſſen Begriff ſchon jedes nationale Kriterium
ausgemerzt war. Parallel damit lief der Liberalismus als
Weltanſchauung, parallel lief auf der andern Seite eine exakte
Wiſſenſchaft, die groß war in Selbſterweiſungen des rationalen
Geiſtes, aber überall am Leben, das ſie in der
unvergleich=
baren Eigenart ſeiner Prozeſſe nicht zu faſſen wußte,
vorüber=
ging.
Die große neue Tatſache unſerer Welt iſt
das beſtimmte Wiſſen vom Leben
und vom wirklichen Menſchen. Das wirkt mächtig und
auf=
wühlend in der Wirtſchaft, in der Sozialpolitik, in den
Natur=
wiſſenſchaften, in Theologie und Seelenkunde; am
beſtürzend=
ſten vielleicht in dem, was man die Wiſſenſchaftskriſe nennt.
Von dieſem neuen biologiſchen Wiſſen aus ſehen wir auch die
Kunſt in ihren Lebenszuſammenhängen, in ihrer biologiſchen
Einbettung. Wir können uns nicht mehr über das tatſächliche
Maß ihrer „Freiheit” täuſchen. Wir können uns nicht mehr über
ihre nationalen Bindungen und Aufgaben täuſchen. Wir ſehen
mit neuen Augen, wie die Kunſt mit uns lebt im gleichen
Raum, und wie in dieſem Mitbürgertum erſt ihre volle Würde
begründet iſt, die ſich ja nicht in den ſogenannten äſthetiſchen
Werten erſchöpft.
Auch in der Kunſt kann die übernationale Reichweite und
Beziehungsfülle nur auf erfüllte Nationalität gebaut
werden.
Das iſt das Wiſſen, das heute als Tendenz in unſer
Kunſt=
denken einſpringt.
Aber nicht ohne Beſorgnis hat man geſehen, wie eng ſiu
hie und da dieſe Tendenz faßte; nämlich als eine grundſätzliche
„Autarkie” Schön und groß iſt der Gedanke, daß das deutſche
Volk ſich berufen fühlt, in naher Zukunft beſtimmter aus
eigenen Kräften ſeines Weſens zu leben als in langen
Jahr=
zehnten vorher. Wir haben ſolche Zeiten weſenseigener
deut=
ſcher Form gehabt in der Romantik, in der Klaſſik. Die
Roman=
tik iſt ſogar mit einer ſtarken Betonung des deutſchen
National=
gefühls einhergegangen. Aber wie weit hat ſie ſich gefaßt! Wie
wenig hat ſie ſich auf die bitteren Abgrenzungsgefühle geſtützt,
wie ſehr lebte ſie aus der
inneren, ausſtrömenden Genialität der deutſchen Seele!
Aus wirklicher geiſtiger Mächtigkeit ein national geformtes
Daſein zu leben, iſt die höchſte Gnade, die einem Volk geſchenkt
werden kann. Aber ſich in feindliche Nicht=Ich=Gefühle ſtürzen,
dem weltumſpannenden Reichsdenken, das ſo ſehr zur
geſchöpf=
lichen Natur des Deutſchen gehört, die ängſtlichen
Ichbewußt=
ſeinsakte entgegenſetzen — das iſt Niedergang und Armut. Wer
nur auf Fremdes hin oder von Fremdem her lebt, der kommt
nicht zur Geſtalt. Aber wer nur Ich zu ſein ſtrebt, wird die Fülle
ſeines Ich zuverläſſig verfehlen; am allerſicherſten, wenn er ein
Deutſcher iſt.
Gerade weil heute vieles dafür ſpricht, daß eine wahrhafte,
d. h. nicht auf bloßes Wollen geſtützte Aufraffung deutſcher
Ge=
ſamtkräfte im Werden iſt — ein noch im Schatten verlaufendes
Geſchehen, das die politiſch=nationale Bewegung trägt, nicht aber
von ihr geſchaffen worden iſt — gerade
deshalb kommt alles darauf an, daß das, was ſich da
glücklich vorbereitet, nicht in die Enge gepeitſcht und um
Unſchuld und Lebenskraft gebracht wird.
Die Kunſt iſt das Feld, auf dem die Vorentſcheidungen über
Enge oder Weite — und das heißt faſt: über Undeutſchheit oder
Deutſchheit dieſer kommenden neuen Faſſung unſeres
Volks=
daſeins fallen werden. Die Wendung zur nationalen
Geſchöpf=
lichkeit iſt zeitgerecht und fruchtbar. Die Wendung zur
grund=
ſätzlichen Enge wäre Torheit und Verderb.
Kunſt, Wiſſenſchaft und Leben.
— Am 30. September dirigiert Karl Elmendorff am
Landes=
theater in Wiesbaden die Südweſtdeutſche Uraufführung von
d’Alberts „Mr. Wu” in der Inſzenierung: Friederici=Schenck
v. Trapp.
Seite 4 — Nr. 271
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Der freiwillige Arbeitsdienſt
für die männliche deutſche Jugend.
In Nr. 27 des Reichsarbeitsblatts 1932 iſt ein Aufſatz des
Reichskommiſſars für den freiwilligen Arbeitsdienſt, Dr. Syrup,
erſchienen, der den Titel. Der freiwillige Arbeitsdienſt für die
männliche deutſche Jugend” trägt und auch als Sonderdruck in
Heftform verbreitet wird.
Die Ausführungen zeigen die bisherige Geſtaltung des
freiwilligen Arbeitsdienſtes in Deutſchland und weiſen die
Probleme auf, die innerhalb des Arbeitsdienſtes noch zu löſen
ſind. Nach den zum größten Teil bereits bekannten
Aus=
führungen über den Perſonenkreis der Arbeitsdienſtwilligen, den
„Trägern der Arbeit” und den „Trägern des Dienſtes” wird
auf die Erfaſſung und Bereitſtellung der
Ar=
beiten näher eingegangen. Es wird betont, daß hierbei eine
enge Zuſammenarbeit aller Körperſchaften und Verbände, die
als Träger der Arbeit in Betracht kommen, mit den
Bezirks=
kommiſſaren und dem Reichskommiſſar für den freiwilligen
Arbeitsdienſt erforderlich ſei. Bei der Entſcheidung, ob eine
Arbeit den Vorausſetzungen für eine Förderung durch den
frei=
willigen Arbeitsdienſt entſpricht, habe man nicht nur die
Ge=
meinnützigkeit und Zuſätzlichkeit der Arbeit, ſondern auch die
geſicherte Finanzierung durch den Träger der Arbeit zu prüfen.
Bekanntlich erhält der Träger der Arbeit für jeden beſchäftigten
Arbeitsdienſtwilligen und Werktag einen Förderungsbetrag bis
zu 2 Mark. Die bisherigen Erfahrungen haben, ſo wird
mit=
geteilt, gezeigt, daß dieſer Betrag ausreicht, um Unterkunft,
Verpflegung und Ausrüſtung des Arbeitsdienſtwilligen zu
be=
ſtreiten und auch ein kleines Taſchengeld von etwa 30 Pfennig
zu gewähren. Die zuſätzlichen Aufwendungen für Material,
Arbeitsgeräte uſw. könnten aus den Mitteln des
Arbeits=
dienſtes nicht bereitgeſtellt werden, jedoch rechtfertige ſich die
Aufbringung dieſer Reſtkoſten durch den Bauherrn aus dem
Nutzen, der dieſem aus der Arbeit erwächſt.
In einem beſonderen Abſatz des Aufſatzes wird die
körperliche und geiſtig=ſittliche Ertüchtigung
der Arbeitsdienſtwilligen behandelt. Hier lägen die
Leiſtungen des Trägers des Dienſtes. Das Tagewerk des
Arbeitsdienſtwilligen ſolle aus zwei Teilen beſtehen, der
Werk=
arbeit und der Freizeit. Den Mittelpunkt des Tagesplanes
müſſe die Arbeit bilden. Nach getaner Arbeit müßten durch
körperliche und ſportliche Uebungen die durch die Arbeit in
Anſpruch genommenen Muskeln gelockert und entſpannt werden
um die beſonders im Anfang der freiwilligen Arbeitstätigkeit
auftretenden Muskelveränderungen oder Muskelſchmerzen zu
überwinden. Auch die geiſtige Freizeitgeſtaltung ſei von großer
Bedeutung. Hier müßten ſich Unterhaltung und Bildung
er=
gänzen. Alle die Jugend bewegenden Fragen auf den religiöſen,
politiſchen, wirtſchaftlichen, ſozialen und ſittlichen
Lebens=
gebieten ſollten die Arbeitsgemeinſchaft der Arbeitsdienſtwilligen
beſchäftigen, da derartige geiſtige Gemeinſchaftsarbeit geeignet
ſei, die anfänglichen Gegenſätze zu löſen und die volkspolitiſche
Erziehung in die richtigen Bahnen zu lenken. Allerdings ſei
eine derartige Geſtaltung der Freizeit nur in geſchloſſenen
Lagern möglich, die daher den Tageslagern vorzuziehen ſeien.
Ein weiterer Abſchnitt des Aufſatzes behandelt die
Aus=
bildung von Führern für den freiwilligen
Arbeitsdienſt, eine Aufgabe, die als beſonders wichtig
an=
geſehen wird und die vom Reichskommiſſar bereits in die Wege
geleitet wurde. Die Bezirkskommiſſare ſollen danach
Führer=
chulungskurſe einrichten, die jeweils eine Teilnehmerzahl von
40 bis 70 Perſonen haben ſollen und auf etwa ſechs Wochen
erechnet werden. Teilnehmer, die in dieſen Kurſen ihre
Eig=
nung als Führer des freiwilligen Arbeitsdienſtes erwieſen
haben, ſollen eine Beſcheinigung
ſie bis zu zwei Jahren im freiw
dürfen und eine Führerzulage vr
erhalten. Ueber die Organi
Donnerstag, 29. September 19384
dienſtes wird dann geſagt, daß die Träger der Arbeit, ſofen
ſie nicht ſelbſt in der Lage ſind, die techniſche Durchführung d
Arbeiten mit eigenem geſchulten techniſchen Perſonal zu ermöi
lichen, die Durchführung einem zuverläſſigen Bauunternebym
bertragen ſollen, der dann ſeinerfeits das techniſche Perſoy
ſtellt. Bei der Beſchaffung des notwendigen Baumaterich”i en
ſeien die Forſtverwaltungen und andere Reichsverwaltung
heranzuziehen. In einem Schlußwort wird darauf hingewieſ,
aß der Arbeitsdienſt nur eine Durchgangsſtätte für die Arbeiti
dienſtwilligen ſein ſolle. Der Arbeitsdienſt müſſe ſich ſe
Natur nach von ſpeziellen beruflichen Bildungszielen freihaltet
Er ſolle eine Gelegenheit ſein, zum Sammeln und Stähl
der Kräfte für den Lebenskampf.
Forkſchreikende Wirtſchaftsbelebung.
Wie der Schlichter für Brandenburg mitteilt, ſind ſeit geſ
weitere 300 Arbeitereinſtellungen erfolgt, darunter bei der
Schon=
ladenfabrik Burck=Braun allein 112.
In der Provinz Niederſchleſien wurden nach Mitteilung
Schlichters ſeit 15. September von 41 Betrieben insgeſamt
Arbeiter eingeſtellt.
Von der Erfurter Schuhinduſtrie wurden bisher etwa 200/
beitsplätze neu beſetzt.
Die Belegſchaft der Geſellſchaft für Juteſpinnerei,
Brem=
hat ihre Belegſchaft auf 1050 Perſonen erhöht und will in
nächſten Tagen weitere 225 Arbeiter aufnehmen.
Wie aus Weſtfalen verlautet, iſt damit zu rechnen, daß rn
der eiſenſchaffenden Induſtrie zum 1. Oktober etwa 10—
öfen wieder angeblaſen werden.
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Die trauernden Hinterbliebenen;
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[ ← ][ ][ → ]merstag, 29. September 1932
Aus der Landeshaupkſtadt.
Darmſtadt, den 29. September 1932.
Geburkskag des Herrn Reichspräſidenken.
Geſamtminiſterium hat an ſämtliche unterſtellten
Be=
dieſes Ausſchreiben erlaſſen:
r Herr Reichspräſident v. Hindenburg begeht am 2.
Okto=
her=13 ſeinen 85. Geburtstag. Seinem Wunſche entſprechend
ſoll uim beſonderen Feiern aus dieſem Anlaß abgeſehen werden.
wie eichsregierung wird daher weder in Berlin noch in
ande=
gen ſten Deutſchlands amtliche Feiern veranſtalten. Sie hat
die undesregierungen gebeten, gleichfalls auf ſolche Feiern zu
vereugen. Das Geſamtminiſterium hat dieſem Wunſche
entſpro=
chew.”, in weiterer Uebereinſtimmung mit der Reichsregierung
angyeon et, daß
ſäatliche Dienſtgebäude des Landes und der
him einden am 2. Oktober 1932 in den
Reichs=
ſben zu flaggen haben.
ogen Schulfeiern hat der Miniſter für Kultus und
Bil=
unugheſſen bereits beſondere Verfügung getroffen.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 271 — Seite 5
Darmſtädter Fahrplanbuch. Am Sonntag, den 2. Oktober,
haus, trimter diesjährige Winterfahrplan der Reichsbahn in Kraft. Die
Willucausgabe des „Darmſtädter Fahrplanbuchs” wird heute noch
Kur erſutheien. An der bewährten Zuſammenſtellung iſt nichts geändert
E word, nur hie und da, wie immer, wurden kleine Verbeſſerungen
vornommen. Neu iſt ein Verzeichnis der in Frankfurt a. M. Hbf.,
Mclin Hbf., Heidelberg und Mannheim Hbf. aufliegenden
Sonn=
tam=karten. Für Tagesausflüge und Wanderungen, die über
dieſſenere Umgebung Darmſtadts hinausführen, dürfte dieſes
ent=
ſprughnde Dienſte leiſten. Bei dieſer Gelegenheit ſei auch darauf
hinzwieſen, daß auf unſere Veranlaſſung die von Darmſtadt Hbf.
naac em nördlichen Schwarzwald ausgegebenen Sonntagskarten
frenztiger geſtaltet worden ſind, indem die Karte nach Baden=
Boſden zur Rückfahrt auch von Gernsbach im Murgtal benutzt
werin kann (auch umgekehrt) und die Karte nach Achern auch
waylteiſe nach Baden=Baden oder Forbach=Gausbach
(Mugtal, Schwarzenbachtalſperre) gilt. Hierdurch iſt Gelegenheit
gelsoln, prachtvolle Rundwanderungen zu machen. — Eine kleine
Beckſtigung hierbei, die allerdings für Reiſende mit
Sonntags=
kaute, nicht von Bedeutung iſt: Strecke 103a, Seite 132, der
Win=
terzugabe: Luxuszug L. 62 hält in Baden=Baden Weſt 3,.17/18
(ſtä12,54/56), ohne unmittelbaren Anſchluß nach Bahnhof Baden=
Baſlye Stadt. — Das „Darmſtädter Fahrplanbuch” iſt in den
be=
kanmn Verkaufsſtellen zum ſeitherigen Preis von 70 Rpfg.
er=
häfüh. Erfahrungsgemäß iſt die Auflage immer ſehr raſch
ver=
gruſſa, ſo daß es ſich empfiehlt, beizeiten ein Exemplar zu
be=
ſchähn.
Heſſiſches Landestheater.
Mrite Harc
Anf. 20, Ende gegen 22.30 Uhr. C.s
Dimnsstag,
9. September / Wetter für morgen: veränderlich. Pr. 0.50—4.50
Anf. 20, Ende gegen 22.30 Uhr D 2
Friety.
Pr. 0.70—5.50 Mk
30. September Madame Butterfly.
Anf. 20, Ende nach 22,30 Uhr. E.3
Pr. 0.50.
1. Oktober / Das Konzert.
Meinte Hue
50 Mk.
Anf. 20, Ende geg. 22.30. Zuſ.=Miete Vl, 1
Sietig,
1. Oktober Der Barbier von Sevilla. Pr. 0.80—4.50 Mk.
imin Spielplan aufgenommen. — Freitag, den 30. September,
WAPuccinis Oper „Madame Butterfly”, deren
Erſtauf=
nng in der Inſzenierung Rabenalt=Reinking am Dienstag
ußergewöhnlichem Erfolg aufgenommen wurde, zum erſten
Wo wiederholt.
„Der Barbier von Sevilla” als Eröffnungsvorſtellung des
Kſten Hauſes. Am 1. Oktober wird das Kleine Haus mit
119 muſikaliſchen und ſzeniſchen Neueinſtudierung von Roſſinis
MDer Barbier von Sevilla” eröffnet. Die
muſika=
hund ſzeniſche Leitung hat Hermann Adler, der Entwurf des
henbildes und der Koſtüme ſtammt von Hans Strohbach.
4Grafen Almaviva ſingt Dr. Allmeroth, die Roſine Fritzi
Adie Marzeline Martha Liebel, den Figaro Johannes Drath,
Andr. Bartolo ſingt erſtmalig Joſef Sieber, den Baſilio Theo
Hänann. Der Stoff der heiteren Oper „Der Barbier von
Se=
vil wurde ſeinerzeit außer von Roſſini auch von Pgeſſiello
konmiert, und Roſſini mußte es erleben, daß ſeiner 1816 in
Roexſtaufgeführten Oper die gleichnamige Oper Paeſſiellos
lan, Zeit vorgezogen wurde. Heute aber hat ſich längſt Roſſi=
MOper als allein lebensfähig erwieſen und ſich alle
Opern=
bi ihen der Welt erobert.
Etwas über den evangeliſchen Kirchenbau
im Anſchluß an das 25jährige Jubiläum der Pauluskirche in Darmſtadt.
Mitten im Jahre 1932, das mehr als einen
vielhundertjäh=
rigen Gedenktag für das proteſtantiſche Deutſchland bringt,
be=
ging am 25. Septemberk) die hieſige Paulusgemeinde das 25
jäh=
rige Jubiläum der Einweihung ihrer Kirche. Als junge, kaum
dreißigjährige Gemeinde ſteht ſie im kirchlichen Leben unſerer
Stadt, aber dieſe dreißig Jahre haben genügt, um ſie unter der
ſegensreichen und zielſicheren Leitung ihres Gründers, des erſten
Pfarrers Hermann Rückert, zu einem feſten und höchſt
charakteriſtiſchen Gebilde werden zu laſſen. An den äußerſten
Süd=Oſtrand unſerer Stadt vorgeſchoben, ſchließt ſie ſich in
wei=
tem Umkreis um den feſten Bau ihrer Kirche, deren energiſch
aufſteigender Turm längſt zu einem der Wahrzeichen unſerer
Stadt geworden iſt.
Die Jubiläumsfeier war zugleich Abſchiedsſtunde. Zum
letz=
ten Male amtierte der erſte Pfarrer der Paulusgemeinde vor
ſei=
nen Pfarrkindern, zum letzten Male ſtand er ihnen in der Kirche
gegenüber, deren Bau er in Gemeinſchaft mit dem Schöpfer der
Pläne. Profeſſor Friedrich Pützer, begonnen und durchgeführt.
SHche. in es Rdef en Sie sängfen 0 Pöch
gamg=ationen ſowie den großen Seeſchiffen wird, wie bei der
letz=
teny ſichstagswahl, Gelegenheit zur Stimmabgabe geboten
wer=
dem Die Landesregierungen ſind durch Rundſchreiben gebeten
wond: alle Maßnahmen zur Durchführung der Reichstagswahl
in nſtWege zu leiten und die Gemeinde= und
Verwaltungsbehör=
demnt entſprechender Weiſung zu verſehen.
=Bühnenvolksbund. Unſere Theatergemeinde verfolgt das
WAu Ziesh euutſche Kultur und Kunſt auf der Bühne zu ſtützen und
zu ſſtern. Unſere beiden Mieten A mit 14 und K mit 20
Vor=
ſtelllunen (feſte Plätze), ſowie die der Miete A angegliederte
oſpla, Weſtlmiete mit jeweils wechſelnden Plätzen, ſind billig und
er=
mörzllen ſomit auch dem Wenigbegüterten den Beſuch des
Thea=
ters Unſere Mitglieder, die bis zum 3. Oktober angemeldet
habuen erhalten als Sondervergünſtigung einen Gutſchein, der
zum zeſuch einer beliebigen Vorſtellung berechtigt.
210 Akademie=Konzerte. Nach dem großen künſtleriſchen
Er=
folgg ts 1. Akademie=Konzerts wurde der Leitung von ſeiten des
Puüſums der Wunſch nahegelegt, noch für die reſtlichen neun
Kotzute den Abſchluß von Mieten zu ermöglichen. Die Leitung
dess hnzerts kommt dieſen Wünſchen gerne nach Es beſteht die
Möhlhkeit, im Sekretariat der Akademie nach wie vor noch
Mie=
tenz ſe die Konzerte unter Abrechnung des 1. Konzertes
abzu=
ſchlſehn. Es ſei nochmals auf den in Anbetracht der
hervor=
rageyen Soliſten außerordentlich niedrigen Mietpreis, die
Raterahlungen und die beſonderen Vergünſtigungen (
Familien=
karta Eltern der Schüler der Akademie) aufmerkſam gemacht.
Dafſi einige Abende erhöhte Eintrittspreiſe für Einzelkarten in
ſche u M Andanung kommen, von denen die Mietpreiſe ausgenommen
ſintu t der Abſchluß einer Miete beſonders vorteilhaft.
Die Pauluskirche zu Darmſtadt.
deren Eigenart als evangeliſch=lutheriſches Gotteshaus er
maß=
gebend beeinflußt hat. Ein kleines Inſchriftenfenſter in der
Oſt=
wand des Kirchenraumes dient als Urkunde für den Bau. Sie
wird kommenden Geſchlechtern die Namen der Schöpfer lebendig
erhalten.
*
Wenn man von alten Kirchen ſpricht und ihre Schönheit und
Eigenart preiſt, hat man im allgemeinen katholiſche Kirchen des
Mittelalters oder der Barockzeit im Sinne. Aber auch der
Prote=
ſtantismus hat in den vier Jahrhunderten ſeines Beſtehens vie=
eiſbeiched auch eie. Soders Getſen irhentunes be
dürfe, hat ſich erſt langſam im evangeliſchen Bewußtſein
durch=
geſetzt. Das 16. Jahrhundert, das erſte der Bewegung, hat noch
nichts auf dem Gebiete des Kirchenbaues getan. Doch durch das
Reſtitutionsedikt von 1629 und das Anwachſen der evangeliſchen
Gemeinden wird die Frage des eigentlichen evangeliſchen
Kir=
chenbaues akut. Daß die neu zu erbauenden Kirchen nicht
wie=
der im Geiſte der katholiſchen erbaut werden dürfen, wird
all=
gemein anerkannt, aber es wird doch noch oft vom geraden Wege
zum Ziel abgewichen.
Das evangeliſche Gotteshaus iſt zugleich Gemeindehaus
Ver=
ſammlungsort der Gemeinde beim Gottesdienſt, in deſſen
Mittel=
punkt die Predigt ſteht. So gewinnen die Lutheraner, für die in
Brot und Wein nach wie vor Chriſti Leib und Blut verkörpert ſind,
neben dem geheiligten Altar noch eine zweite geweihte Stelle, die
Kanzel. Dieſe beiden betonten Stellen im Kirchenraum ſo
anzu=
ordnen, daß ſie in innigſter Verknüpfung mit einander, von allen
Gemeindemitgliedern zugleich mit dem Blick umfaßt werden
kön=
gen, iſt oberſtes Gebot. Man erreicht deſſen Erfüllung, indem man
Altar und Kanzel an einer Wand übereinander anordnet und die
freigebliebenen Wände mit Emporen umzieht, um zugleich einer
möglichſt großen Perſonenzahl die Teilnahme am Gottesdienſt zu
gewährleiſten.
*) Das Einweihungsdatum iſt der 29. September 1907.
Die früheſten in dieſem Sinne komponierten Kulträume haben
wir unter den Kapellen in den Schlöſſern der evangeliſchen
Für=
ſten zu ſuchen. Unter den Gemeindekirchen giht es eine frühe und
höchſt originelle Löſung in der 1601-1608 erbauten Stadtkirche
in Freudenſtadt, einer ſogenannten Hakenkirche. Zwei
Flü=
gel ſtoßen im rechten Winkel zuſammen. Im Scheitel der Flügel
ſind Altar und Kanzel angeordnet, ſo daß ſie von beiden Flügeln
aus geſehen werden können, während die Gemeinde ſelbſt in zwei
Teile geſprengt wird. Dieſe Hakenkirchenform bleibt nicht der
einzige Ausweg. Es wird oft und ſchwer um das Problem
ge=
rungen 1712 veröffentlicht der Profeſſor der Mathematik
Chriſtoph Sturm in Wolfenbüttel eine Schrift, in der er
das Problem grundſätzlich zu löſen beſtrebt iſt. Er empfiehlt drei
Grundformen der Anlage: die eben erwähnte Hakenform, den
quergelagerten Saalraum und ſchließlich den Zentralbau und zwar
auf der Grundlage des Kreiſes, des Quadrates, des Vielecks und
ſogar des Dreiecks. Von ſeinen Entwürfen iſt keiner direkt zur
Ausführung gelangt. Aber ſeine Anregungen klingen nach in den
mancherlei Geſtaltungen der evangeliſchen Kirchenbauten unter
denen wir rechteckige Säle, Querhausanlagen und Zentralbauten
auf verſchiedener Grundlage finden.
Es ſei nun beſprochen, was an derartigen frühen evangeliſchen
Kirchen in und um Darmſtadt zu finden iſt. Für unſere Stadt ſelbſt
kommt der Typus der Schloßkapelle in Betracht, und zwar die
Schloßkirche im Reſidenzſchloß und die Kapelle im
Jagdſchloß Kranichſtein. Die Schloßkirche wurde
1595—97 erbaut. Leider hat ſie im Laufe der Zeiten manche
Umge=
ſtaltung ihrer Inneneinrichtung erfahren müſſen. Vom alten
Be=
ſtand ſind nur noch die beiden Steinunterſätze rechts und links vom
Altar mit ihren gequetſchten Voluten, Engelsköpfchen und
Frucht=
guirlanden erhalten. Die Grundform, ein langgezogener,
recht=
eckiger Saal mit ſäulengetragenen Emporen auf drei Seiten und
ſäulengetragener, ſchwerer Stuckdecke iſt wohl unverändert. Die
vierte Wand iſt die Altarwand mit der typiſchen Anordnung von
Altar, Kanzel und Orgel übereinander. Die Kanzel erſcheint ſeit
der letzten Abänderung im Jahre 1913 als Niſche. Früher ſprang
ſie erkerartig vor. Die Ausſtattung trägt heute den Charakter des
Klaſſiziſtiſchen Die ſtimmungsvolle Kranichſteiner
Ka=
pelle, ebenfalls vom Ende des 16. Jahrhunderts, iſt ein faſt
quadratiſcher Raum. Altar und Kanzel ſind noch von einander
ge=
trennt. In die lichtgrün geſtrichenen Emporenbrüſtungen ſind
Barockmalereien bibliſchen Inhaltes eingelaſſen.
Die weitere Umgebung Darmſtadts weiſt drei bedeutende, ſehr
eigenartige Kirchen auf, die aufs naheſte miteinander verwandt
ſind: die Katharinenkirche an der Hauptwache in
Frank=
furt von 1678 und ihre beiden Nachfolgerinnen, die
Proteſta=
tionskirche in Speyer von 1701 und die
Dreifaltig=
keitskirche in Worms von 1709. Alle drei Kirchen ſind
weite Saalkirchen, von ſehr flachen Kreuzgewölben in ſehr weitem
Bogen überſpannt, mit fünfeckigem Abſchluß, in dem Altar und
Orgel, ſehr ſtark betont, angeordnet ſind. Die Kanzel iſt noch weit
abgerückt. Doch erhält auch ſie hier eine ganz ſtarke und bewußte
Betonung dadurch, daß ſie an der ſonſt völlig freigebliebenen
lan=
gen rechten Seitenwand erſcheint. An den drei anderen Wänden
ziehen ſich zweiſtöckige, leichte Emporen hin mit geſchnitzten
Pfei=
lern und Engelsköpfen. In die Brüſtungen ſind, wie in
Kranich=
ſtein, lange Serien gemalter bibliſcher Szenen eingelaſſen. Die
beiden Kirchen zu Worms und Speyer ſind als erſte Tat nach der
Zerſtörung der beiden Städte durch die Franzoſen 1689 trotz der
Not der Zeit entſtanden, wahre Zeugen eines unbeugſamen, auf
das Ideale gerichteten Bürgerſinns.
Auch die evangeliſche Kirche als Zentralbau iſt in unſerer
Umgebung vertreten. In der Hanauer Neuſtadt ſteht eine
der ſeltſamſten Kirchen, die es gibt, die 1599 gegründete, 1651
er=
weiterte walloniſch=niederländiſche Kirche der
Re=
formierten. Zwei Zentralbauten, ein 12eckiger und ein 8eckiger,
ineinander verſchränkt, ſind hier unter hohen Walmdächern
ver=
einigt. In Frankfurt finden wir einen Zentralbau auf
ovaler Grundlage, die Paulskirche von 1787, die als Sitz
des Vorparlaments und der Reichsverſammlung in den Jahren
1848—50 weitaus bekannt iſt. Im Innern ziehen ſich unter der
rlachgewölbten Kuppel zwei Emporen in weitem Bogen bis zu
der Stelle, wo Altaxtiſch, Kanzel und Orgel in der charakteriſtiſchen
Anordnung ihren Zug unterbrechen. Doch Frankfurt bietet noch
mehr. Wir finden dort noch die deutſch=reformierte
Kirche von 1790 am Kornmarkt und die ihr ſtark ähnelnde
franzöſiſch=reformierte von 1789 am Roßmarkt.
Voll=
ſtändig in die Häuſerflucht eingeordnet, zeigen ſie feine,
klaſſizi=
ſtiſche, palaſt=, nicht kirchenartig wirkende Faſſaden. Im Innern
ſind es helle, rechteckige Säle, die durchaus den Eindruck vornehm
dekorierter Vortragsräume erwecken.
Kehren wir zum Schluß noch einmal zu dem Ausgangspunkt
zurück, zu unſerer Pauluskirche, ſo verſtehen wir nun, in
welch ſtarker und reiner Art ſie den Gedanken des evangeliſchen
Kirchenraumes verkörpert, wie ſie alles dem evangeliſchen
Gottes=
dienſte beſonders Wichtige, Altartiſch, Kanzel und Orgel im
An=
geſicht der ganzen Gemeinde übereinander aufbaut und überdies
noch — ein ihr beſonderer Zug — den Altar etwas vorſchiebt, ſo
daß die Gemeinde ſich um dieſen Mittelpunkt ſcharen kann.
Unſe=
rer Stadt iſt mit dieſer Kirche ein wichtiger Vertreter evangeliſchen
Kirchenbaues gegeben.
Marie Frölich.
— Turngeſellſchaft Darmſtadt 1875. Den Teilnehmern an der
Geſellſchaftsfahrt mit einem Heag=Omnibus nach Nonrod=
Lichten=
berg=Gr.=Bieberau teilen wir mit= daß die Abfahrt auf 9.30 Uhr
ab Theaterplatz feſtgelegt iſt.
Winter-Ausgabe 1932
ist erschienen
Preis 70 Pfennig
Erhältlich in den Buchhandlungen, Kiosken,
Bahnhofs-
buchhandlung und Geschäftsstelle, Rheinstraße 25.
Lokale Veranſtalkungen.
Die Nerunter erſcheinenden Notizen ſind ausſchließlich als Hinweiſe auf Anzeigen zu
in keinem Falle irgendwie als Beſprechung oder Kritlk.
— Zu dem am 1. und 2. Oktober 1932 ſtattfindenden
Eröff=
nungs= und Werbekegeln in der Beſſunger
Turn=
halle (Heidelberger Straße) werden alle Darmſtädter
Kegelbrü=
der eingeladen. Alles Nähere morgige Anzeige.
Die Heſſiſche Eiſenbahn=AG. hat auch für die kommende
Woche einige ſchöne Sonderfahrten vorgeſehen. Am Sonntag,
dem 2. Oktober, führt die Fahrt über Lindenfels durch das ſchöne
Birkenauer Tal zur Fuchsſchen Mühle. Von hier aus kann ein
ſehr ſchöner Spaziergang zur Wachenburg unternommen
wer=
den. Der Rückweg führt über die Bergſtraße. — Am Mittwoch,
dem 5. Oktober, iſt ein Ausflug zur Beſichtigung der
Sehenswür=
digkeiten nach Aſchaffenburg geplant. Das Schloß, die
Stifts=
kirche, ſowie das Pompejanum ſind ausgeſprochene
Sehenswürdig=
keiten, die jeder einmal beſichtigt haben muß. — Auf vielſeitigen
Wunſch hat ſich die Heſſiſche Eiſenbahn=AG. entſchloſſen, die Fahrt
nach Venedig zum vierten Male zu wiederholen. Jeder
Intereſſent für dieſe prächtige Fahrt erhält die beſte Auskunft
bei den Teilnehmern unſerer vorhergehenden Fahrten nach
Venedig. Die Fahrt führt durch das Allgäu — Oberbayern —
Mittenwald — Innsbruck — Toblach — Dolomiten — Cortina
— Venedig — Verona — Torbole — Riva — Bozen — Sterzing
— Fernpaß — Leermoos — Reutte — Pfronten — Ulm —
Darm=
ſtadt. Gerade Mitte Oktober dürfte die beſte Zeit für die
Aus=
führung der Fahrt nach Venedig ſein, da die Herbſttage für die
Reiſe ins Gebirge, ſowie vornehmlich nach Venedig beſonders
geeignet ſind. — Auskunft jeglicher Art über die Ausführung
der Fahrten, ſowie Proſpekte über die Sehenswürdigkeiten der
Venedig=Fahrt exteilt die Sonderfahrten=Abteilung der Heag,
Luiſenſtraße 12. Zimmer 6, Telephon 3390. Fernruf 4488.
— Volksbühne. Die für Dienstag, den 4. Oktober, von der
Volksbühne angekündigte zweite Werbevorſtellung „Wetter für
morgen; veränderlich” muß leider abgeſagt werden. Dafür wird als
zweite Werbevorſtellung Mittwoch, den 5. Oktober die Oper „Die
Boheme” von Puccini zum Einheitspreis von 90 Pfg. gegeben.
Vorverkauf ab heute in der Geſchäftsſtelle der Volksbühne,
Eliſa=
bethenſtraße 34 (Haus Alter), und im Gewerkſchaftskartell.
Bis=
narckſtraße 19, II.
7 Mar Re
die grün-weiße
Pak-
kung mit „Haarglanz‟
and der beliebten
Schaumbrille (offene Augen !
rährend des Waschens!)
Kondiann wsdlen aug dand danden!
Nret
ZT.
Pfg.
Aber wenn Sie Ihr Haar sich selbst überlassen, dann
verliert es allmählich seinen Glanz und dunkelt nach.
Pflegen Sie lhrHaardeshalb mit SchwarzkopfExtra-Blond,
dem Schaumpon der Blondine, dann bleibt es blond.
War es aber bereits nachgedunkelt, so läßt es sich mit
Extra-Blond zu jeder gewünschten Nuance wieder auf-
hellen. Extra-Blond liegt zudem der unvergleichliche,
weder durch Zitronensaft noch durch Essigbad
er-
setzbare „Haarglanz” bei, der das Haar dauernd
gesund erhält und blondes Haar doppelt
ver-
schönt. Brünette und Dunkle wählen Schwarzkopf-
Extra, hell und dunkel mit „Haarglanz” und Schaumbrille.
OMlaumvon dur sladen==
Senwinldker P Eln brertb,
Seite 6 — Nr. 271
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 29. September 19329
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
„Der träumende Mund”.
Eliſabeth Bergner — Rudolf Forſter.
Helia.
Das iſt die Geſchichte einer Liebe. Iſt die Tragödie einer
Frau. — Einer Liebe, die ſchön, rein und ſinnlich, alltäglich iſt,
bis — die Leidenſchaft ſie aufpeitſch zur Sünde. Zur „Sünde‟
nach Durchſchnittsbegriff, nach Moral und Sitte, weil ſie Ehebruch
bedeutet.
Iſt die Tragödie einer Frau, die Jahre in harmlos
glück=
licher Ehe lebt mit einem lieben Menſchen. der
Durchſchnitts=
gatte iſt, unkompliziert, leidenſchaftslos. Bis die
Leiden=
ſchaft zu einem Künſtler ſie packt, zum Genie der Kunſt und
zum Mann, dem die Liebe unendlich mehr iſt, als Eheſpiel.
Die=
ſer großen Leidenſchaft iſt ihr zwieſpältig ſchillerndes Frautum
nicht gewachſen. Entſchlußloſigkeit in der Liebe zwingt dieſen
Weibcharakter unabänderlich zum tragiſchen Lebensſchluß. Sie
entflieht ihrer Liebe und ihrer Leidenſchaft mit der Flucht aus
dem Leben! Die kühlen Waſſer der Seine bringen dies heiße
kleine, geängſtigte Herzchen zum Stillſtand.
Die Regie — Paul Czinner — hat das ernſte Thema mit
dem ihm gebührenden Ernſt, gedanklicher und pſychologiſcher
Ver=
tiefung bearbeitet und aus dem Theaterſtück „Melo” von Henri
Bernſtein ein eigenes Filmwerk von ſeltener künſtleriſcher
Quali=
tät geſtaltet. Sie hat ſich beſonders für die führenden Rollen
Künſtler geſichert, die allein durch den Einſatz ganzer
ſchauſpiele=
riſcher Perſönlichkeit den Film qualitativ zur Spitze heben. Iſt
dies nicht ganz zu ſagen von Rudolf Forſter, der vielleicht
etwas zu düſter und dabei zu temperamentlos ſeine Rolle
auf=
faßt, ſo uneingeſchränkt von Elilſabeth Bergner. Der Körper
der Knäbin, der in entzückender Kindlichkeit, in überſchäumender
Freude vor dem Bett des kranken Gatten Purzelbaum ſchlägt,
ſo daß das nicht heiter, ſondern tief tragiſch wirkt; das
Kinder=
geſicht, in dem die großen Augen urplötzlich das Wiſſen der Frau
aufleuchten laſſen; die ſpieleriſch tänzelnde Gazelle, feingliedrig,
ſchlank, kapriziös, dann die Schwere leidgebeugten Tragik=
Tra=
gens, kindhafte Unſchuld und leidenſchafterſchüttertes Weibtum;
Jungmädchenhaftigkeit und verhärmte Trägerin, ſchwerſten
Frauenſchickſals girrende Taube und verführeriſch ſchillernde
Schlange; erſchütterndes Weinen girrendes Lachen, jubelnde
Glückſeligkeit und tränenloſes Leid tiefſter Verzweiflung. Das
alles iſt Eliſabeth Bergner! Das alles legt die unvergleichliche
Künſtlerin in die Verlebendigung der Rolle dieſer Frau, die ins
Waſſer geht, weil ihr zermartertes Herz nicht weiß, wie ſich
ent=
ſcheiden: für den Gatten oder für den Geliebten. Keine andere
lebende Künſtlerin hätte dieſe Frauengeſtalt — eine von
unzäh=
ligen — ſo untheatraliſch und dabei ſo erſchütternd und
faſzinie=
rend zum Leben erwecken können. Neben dieſem Spiel verblaßt
alles andere, auch wenn es zu den beſten Leiſtungen gehört. —
Im Beiprogramm läuft ein ſehr eindrucksvoller Film aus
den Schnee= und Berggipfelgebieten des St. Bernhard, ſeiner
M. St.
Mönche und Hunde.
— Im Union=Theater ſieht man heute zum letzten Male den
neuen großen hiſtoriſchen Tonfilm „Die Tänzerin von Sansſouci”.
— In den Palaſt=Lichtſpielen läuft nur noch heute und
mor=
gen im erſtklaſſigen Doppelprogramm in Erſtaufführung eine
frech=ſcharmante Geſchichte „Der Tugendkönig”, ein Tonfilm nach
einer Novelle von Maupaſſant. Le roſier de Madame Huſſon”
Ferner in Neuaufführung die luſtige Ehekomödie meine Couſine
aus Warſchau".
Aus dem Gerichksſaal.
Und wieder Landfriedensbruch. — Ein trübes Familienbild.
Aw. Vier junge Nationalſozialiſten aus
Auer=
bach hatten ſich am Mittwoch vor der Großen
Straf=
kammer wegen Landfriedensbruchs zu verantworten.
Am 11. März fand in Hochſtetten eine nationalſozialiſtiſche
Wahl=
verſammlung ſtatt, zu der die Angeklagten als Saalſchutz
hinbe=
ordert waren. Die Gegner, d h. alſo politiſch anders eingeſtellte
Zuhörer, waren recht zahlreich vertreten und gaben, als der Ver=
ſammlungsleiter die Verſammlung mit den Worten: „Werte
Volksgenoſſen und Ausländer!” begrüßte, ihrer Empörung recht
hörbaren Ausdruck. Der erſte Angeklagte geriet bei der
Gelegen=
heit mit einem anderen in Disput, in deſſen Verlauf er plötzlich
ein Weinglas vom Tiſch nahm und es dem anderen an den Kopf
warf. Das war natürlich das Signal zu einer allgemeinen
Kei=
lerei. Die Angeklagten beſtreiten ſämtlich, daß ſie handgreiflich
geworden ſeien. Die Gegner, die ſchon den ganzen Abend
provo=
ziert hätten, hätten angefangen, und ſie hätten ſich nur gewehrt.
Die Verhandlung geht verhältnismäßig ſchnell von ſtatten und
um 1 Uhr verkündet der Vorſitzende folgendes Urteil: Die bei=
den erſten Angeklagten werden wegen
gefähr=
licher Körperverletzung zu drei und zu zwei Mo=
naten Gefängnis verurteilt. Der dritte Angeklagte
wird mangels Beweiſes freigeſprochen und das
Verfahren gegen den vierten wird eingeſtellt.
Feſtgeſtellt wurde zwar, daß er ein Glas geworfen hat, aber es
ſteht nicht feſt, ob und wenn er getroffen hat. Landfriedensbruch
hält das Gericht nicht für gegeben, denn es iſt den Angeklagten
kein einheitlicher Vorſatz nachzuweiſen. Aber den beiden
Verur=
teilten können auch keine mildernden Umſtände zugebilligt
wer=
den, da einmal die Schlägerei aus politiſcher Gegnerſchaft
ent=
ſtand und außerdem der erſte bereits einmal wegen desſelben
Delikts vorbeſtraft iſt und ihn die ganze Schuld an der
Schläge=
rei trifft.
Eine Mitte der vierziger Jahre ſtehende
ver=
witwete Frau aus Darmſtadt iſt weiter der Unzucht mit
ihrem etwa 18jährigen taubſtummen Sohne angeklagt. In der
Verhandlung, die unter Ausſchluß der Oeffentlichkeit ſtattfindet,
gibt die Frau alles zu. Gegen den Sohn mußte das Verfahren
infolge ſeiner geiſtigen Minderwertigkeit eingeſtellt werden. Das
Gericht verurteilt die Angeklagte zu einem Jahr und drei
Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverluſt. Die
Frau nimmt die Strafe an. Auf dem Gang fällt die Tochter,
die die eigene Mutter angezeigt hatte, in Ohnmacht, als ſie die
verhängte Strafe hört.
* Ein Darmſtädker mit dem Auko in den Rhein
Deichen.
Dienstag früh gegen 2 Uhr wurde beobachtet, wie ein Auto,
das den Bahnübergang in der Nähe der Wirtſchaft „Zum Anker”,
in Mainz=Kaſtel paſſiert hatte, in gerader Richtung nach dem
Rhein fuhr und in der Nähe der Waſchbrücke unterhalb der
Straßenbrücke in den Fluten des Rheins verſchwand. Die
Unfall=
ſtelle wurde am Dienstag vormittag von der Polizei abgeſperrt
und die Bergung des geſunkenen Autos von dem Waſſerbauamt
in Gegenwart der Staatsanwaltſchaft vorgenommen. Es handelt
ſich um das Auto V8 1469, das von dem 32jährigen Vertreter
Karl Wilhelm Wißner aus Darmſtadt geſteuert wurde, der am
Steuer ſeines Wagens tot aufgefunden wurde. Die Leiche des
Ertrunkenen wurde auf den Mainzer Friedhof gebracht. Die
Un=
terſuchung über den Vorfall iſt noch nicht abgeſchloſſen. Es beſteht
noch keine Sicherheit darüber, ob es ſich um einen Unglücksfall
oder Selbſtmord handelt. Aufzeichnungen wurden keine gefunden.
Der Bahnübergang, den er paſſierte, wird im allgemeinen von
Perſoneiautos nicht benutzt, ſondern, im weſentlichen von
Fuhr=
werken, die am Rhein Holz oder Sand laden. Die richtige
Auto=
ſtraße führt über die Brückenrampe entweder nach Mainz oder
rechts ab nach Wiesbaden. Wißner iſt nach Ueberquerung des
Bahngeländes durch die Unterführung unter der Autoſtraße nach
Wiesbaden gefahren, hat den Weg am Rhein, der von
Sandfuhr=
werken benutzt wird, paſſiert und fuhr ſo in den Rhein.
Tragiſcher Unglücksfall.
Lpd. Auf der Straße zwiſchen Sulzbach und Hemsbach ſtreifte
beim Ueberholen ein kleiner Kraftwagen einen Lieferwagen,
deſ=
ſen Fahrer die Herrſchaft über das Fahrzeug verlor, ins Feld und
gegen einen Obſtbaum fuhr. Der Wagen wurde umgelegt, doch
kamen die drei Inſaſſen mit dem Schrecken davon. Ein
vorbeifah=
render Laſtkraftwagen wurde zur Wiederflottmachung des Wagens
herangezogen und ſtellte zu dieſem Zweck ſeinen Anhänger auf die
linke Straßenſeite. Ein von Darmſtadt kommender
Biertransport=
wagen mußte hinter dieſem Anhänger halten. Der Fahrer ſtieg
aus und wollte zwiſchen ſeinem eigenen Wagen und dem
ſtill=
ſtehenden Anhänger zur Unfallſtelle gehen. In dieſem Augenblick
kam ſein eigener Wagen auf der abſchüſſigen Straße ins Rollen
und drückte ihn gegen den Anhänger. Der etwa 35 Jahre alte
Mann war ſofort tot.
Tagung vei kalenoſäger iin faonchen Suenwald.
Jubiläums=Geweih=Schau. — Weihe eines Gedenkſteins für Raimund zu Erbach=Fürſtenau.
Die Vereinigung der Rotwildjäger im ſüdlichen Odenwald
hielt in Eberbach a. N. ihre Hauptverſammlung ab, mit der die
Feier des zehnjährigen Beſtehens des außerordentlich rührigen
Vereins und eine Geweihſchau verbunden war.
Eine beſondere Würde erhielt die Tagung durch die
Ein=
weihung eines Gedenkſteines, der als bleibendes Erinnerungsmal
zum Andenken an den verſtorbenen Gründer und Vorſitzenden,
Sr. Erlaucht Graf Raimund zu Erbach=Fürſtenau, errichtet wurde.
Zahlreich waren die Mitglieder und diejenigen befreundeter
Jagdvereine der Einladung gefolgt, und erfreulich war die
ſtatt=
liche Anzahl der Männer der grünen Farbe, die in ihren ſchmucken
Uniformen erſchienen waren.
Man traf ſich um 9.30 Uhr im Hotel „Krone=Poſt” zu
Eber=
bach, von wo kurz darauf zur Fahrt nach dem Gammelsbacher
Steinbruch aufgebrochen wurde. Mitten im Walde war dort
an einem urwüchſigen Felsblock
eine entſprechende Inſchrift angebracht. Symboliſch für die Wahl
dieſes Platzes, der ſich für eine bleibende Erinnerung an einen
hervorragenden Jäger und Menſchen nicht beſſer eignen kann, iſt,
daß Graf Raimund ganz in der Nähe ſeinen letzten braven Hirſch
zur Strecke brachte
Strahlender Sonnenſchein überflutete die prächtigen Hänge
des ſüdlichen Odenwaldes mit ihren herrlichen Baumbeſtänden,
und andachtsvoll lauſchten die Weidmänner den Worten des
der=
zeitigen Vorſitzenden der Vereinigung der Rotwildjäger im
ſüd=
lichen Odenwald, Sr. Erlaucht dem Herrn Grafen Joſef zu
Er=
bach=Fürſtenau, der die Einweihung des Gedenkſteines vornahm,
zunächſt all derer mit herzlichem Dank gedachte, die ſich um die
Errichtung des Denkmals verdient gemacht haben, und dann einen
kurzen Ueberblick über das Wirken ſeines verſtorbenen Bruders
als Jäger und Heger gab.
Auch der Mitbegründer der Vereinigung der Rotwildjäger
im ſüdlichen Odenwald, und langjähriger Schriftführer Herr
Konſul Hermann A. Hommel, Wiesbaden, ſchilderte den
Verſtor=
benen als einen Weidmann, wie er ſein ſoll, der nicht nur am
Schießen und Erlegen Freude fand, ſondern in erſter Linie am
Hegen und Pflegen ſeines Wildes. Zum Schluſſe der
eindruchs=
vollen Feier legten die Vertreter des A.D.J.V., Landesverein
Baden, des Heſſiſchen Jagdklubs und deſſen Ortsgruppe Odenwald.
ſowie des Bad. Bundes Deutſcher Jäger, Kränze am Ehrenmal
nieder mit dem Gelöbnis, dem Vorbild des Verſtorbenen zu
folgen.
Nach Eberbach zurückgekehrt, bot ſich den Teilnehmern im
Saale des Hotels „Krone=Poſt” ein erfreuliches Bild:
eine Ausſtellung von den durch die Mitglieder erbeuteten
Hirſchgeweihen,
deren Zahl und Güte Zeugnis davon ablegten, welchen Erfolg
das vorbildliche Wirken der Vereinigung der Rotwildjäger in der
Nachkriegszeit gezeitigt hat.
Außer den Trophäen von 1931/32 ſah man bemerkenswe
Hirſchgeweihe, deren Träger in den letzten zehn Jahren im ſiü
lichen Odenwald erlegt wurden. Neben einer ſtattlichen Anzcti90 ſmmt
ſehr ſtarker Geweihe waren auch ſolche ausgeſtellt, deren Tröch,
abgeſchoſſen werden mußten, und außerdem auch ſolche, die
Hirſchen ſtammten, die zu früh zum Abſchuß kamen —
kunftshirſche. Die Schau gab ein intereſſantes Bild über die
weihbildung des Notwildes im Odenwald, und es herrſchte
eine Stimme des Lobes über die Güte der Stangen, die mit
beſten in unſerem Vaterland ihre Fährte ziehenden Hirſchen k.
kurrieren können.
Nach der Tagesordnung fanden ſich die Teilnehmer zu
gemeinſamen Mahle zuſammen, bei dem der verdienſtvolle
ſitzdende, Se. Erlaucht Graf Joſef zu Erbach=Fürſtenau, herzl
Worte der Begrüßung an die Verſammlung richtete.
Herr Vonderheit=Darmſtadt, der geſchäftsführende Vorſitze
des Heſſiſchen Jagdklubs, überbrachte die Glückwünſche ſeiner 7
einigung und dankte den Rotwildjägern für die großen Ond
und Entſagungen, die zwecks Erhaltung und Vermehrung
Rotwildbeſtände im Odenwald aufgewandt wurden. Er fünüe
aus, daß es ſeitens der deutſchen weidgerechten Jägerei gar n
hoch genug anerkannt werden könne, wie der während des W.
krieges ſtark zuſammengeſchoſſene Beſtand ſich durch die ſege
reichen Beſtrebungen der Vereinigung der Rotwildjäger im
lichen Odenwald, durch deren Abſchußbeſtimmungen und dunc
ſachgemäße Hege der Revierinhaber in den letzten Jahren
hoben habe.
Schließlich konnte er einen Beſchluß des Vorſtandes u.
Heſſ. Jagdklub verkünden, der zwei langjährige Mitglieder,
Polizeibericht.
Diebſtahl von Kartoffeln und Aepfeln. Am Samstag, den 24.
9 1932, gegen 10 Uhr, wurde einer Händlerin ein runder weißer
Tragkorb, in dem ſich 40 Pfund Kartoffeln 20 Pfund Aepfel und
Endivienſalat befanden, von unbekannten Tätern entwendet. Die
Frau hatte den Korb auf kurze Zeit an der Ecke der Sand= und
Heidelberger Straße abgeſtellt. Perſonen, die ſachdienliche
Mit=
teilungen über die Täter machen können, und die auf Wunſch
ver=
traulich behandelt werden, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen
der Kriminalpolizei Darmſtadt, Hügelſtraße 31/33, Zimmer 29a,
mitzuteilen.
Achtung! Fahrraddiebe am Werk. In der Zeit vom 2. 9. bis
26. 9. 1932 wurden in hieſiger Stadt nicht weniger als 10
Da=
men= und 23 Herrenfahrräder geſtohlen. Es wurde
feſtgeſtellt, daß die Beſitzer der Fahrräder faſt durchweg ihre
Fahr=
räder weder angeſchloſſen, noch ſonſt für die Sicherung derſelben
Sorge getragen hatten und dadurch den Fahrradmardern die
Ar=
beit ſehr leicht machten. In dieſem Zuſammenhang muß immer
wieder darauf verwieſen werden, daß trotz der wiederholten
be=
hördlichen Warnungen gebrauchte Fahrräder, deren Herkunft
faſt in allen Fällen zweifelhaft iſt, von leichtgläubigen Perſonen,
hauptſächlich auf dem Lande, angekauft werden. Die Käufer dieſer
Fahrräder bringen ſich dem Strafgeſetz gegenüber in empfindliche
Situationen, und es iſt nie ausgeſchloſſen, daß ſie ſich wegen
Hehlerei ſtrafbar machen können.
Einbruchsdiebſtähle. In der Nacht vom 14. auf 15. 9. 1932
wurden verſchiedene Gartenhütten im Sensfelderweg erbrochen
und daraus folgende Gegenſtände entwendet: 1 heller
Gummi=
mantel. 1 geſtreifte Tuchhoſe, 1 blaue Arbeitsjacke, 1 Handtuch,
1 blauweiß gewürfeltes Küchenhandtuch, 1 Paar
Damenſpangen=
ſchuhe, 1 blauleinerner Arbeitsanzug, 1 vernickelte Tabakdoſe,
1 graues Kindermäntelchen, 1 Paar Damenhalbſchuhe (ſchwarz),
Größe 41, 1 geſtreiſte Kinderſchürze, 1 karierte Damenſchürze, 1
blaue Damenweſte mit grauer Borde. 1 Paar Schnürſchuhe mit
weißen Haken, 1 blaugewürfeltes Handtuch, 1 graue Damenſchürze,
1 blaue Herrenſchürze und 1 Paar Sandalen. — Vor Ankauf wird
gewarnt.
„Wissen Sie schon das Neueste?
Meine Grete wird nicht operiert.‟ —
„Aber, wie ist das nur möglich? Ich denke, sie leidet so
entsctzlich an Hämorrhoiden?‟
„Ja, aber unser Arzt sagt, es sei ihm ein neues Mittel
be-
kanntgeworden, das wolle er doch noch versuchen, um, wenn,
möglich, dem Mädel die unangenehme und schmerzhafte
Opera-
tion zu ersparen. Nun gebraucht Grete jeden Morgen und Abend
Posterisan. Salbe und Zäpfchen, und glauben Sie mir, es wirkt
Wunder. Die Blutungen haben aufgehört, die unerträglichen
Schmerzen und der Juckreiz sind geschwunden. Der Arzt sagt,
nach einer mehrwöchigen Kur mit Postetisan würde Grete
wohl vollständig geheilt werden.‟ —
„So s6! — Ist Posterisan teuer?"
„Keine Spur.”
In allen Apotheken: Posterisan-Salbe für RM. 1,59,
Poste-
risan-Zäpfchen für RM. 2,37.
— Hinweis. Es ſei hiermit auf die Anzeige der bekannten
Pianiſtin Elſe Hochſtätter hingewieſen.
Vereinskalender.
— Wanderabteilung der Vereinigung ehem.
Leibgardiſten. 2. Oktober 13. Wanderung nach
Dreieichen=
hain, Abmarſch vorm. 730 Uhr am Orpheum. Tiſchkarten bei
Kamerad Hugo Zimmer, Schützenſtr., bis ſpäteſtens 30. September.
Tageskalender für Donnerstag, den 29. September 1932.
Union=Theater: „Die Tänzerin von Sansſouci”; Helia=Lichtſpiele:
„Der träumende Mund”; Palaſt=Lichtſpiele: „Der
Tugend=
könig” u. „Meine Couſine aus Warſchau” — Reſidenz=Theater:
„Mädchen zum Heiraten”. — Konzert: Bockshaut.
zugleich auch Mitbegründer der Rotwildjägervereinigung
und an dem Erfolg in der Pflege und Hebung des Rotwiläleiſ
ſtandes im Odenwald und bei der Durchführung der Einähzmi
gerung des Muffelwildes hervorragenden Anteil hatten, zu Ehrinſſem
mitgliedern ernannte. Es ſind dies die Herren Konſul Hermmagsi letten
des Jal
A. Hommel und Karl Henkell=Wiesbaden, denen mit anerkenin
den Worten für ihre großen Verdienſte künſtleriſch ausgefürte 1 Lang
Ge
Ehrenurkunden überreicht wurden.
Auch Herr Direktor Dr. Otto Clemm=Mannheim ſprach eniſtige gfal
gen Herren des Rotwildjägervereins, die ſich um die Erreichänſt eind wut
der Ziele der Vereinigung beſonders verdient gemacht ha unm19: 60.
Schmer!
ſeine Anerkennung aus.
An die Feier ſchloß ſich ein Vortrag des als Geweihforltuud Plal
bekannten Herrn Lotze=Marburg an, der die verſchiedenen Tpuu Meyer das
der Geweihe, ihre Entwickelung, Schönheiten und Unſchönhex-Me uch eine!
5ührend
in hochintereſſanter Weiſe ſchilderte und ſeine Ausführungen
sſtluers des
Lichthildern demonſtrierte.
Se. Erlaucht Graf Joſef zu Erbach=Fürſtenau fand herzrfätrer ſaſt ied
Dankesworte für Herrn Lotze, Herrn Dr. Clemm und den 2iſnJowlatze t0.
Jagdklub, mit welch letzterem ſeine Vereinigung in freundſchtiſchdenen Mit
lichſter Verbindung ſtehe, was die wertvolle Zuſammenarbeit ſchziet zeigte
weiſe, die auch weiterhin aufrecht erhalten werde — zum Sereünd nicht zule
unſeres deutſchen Weidwerks.
H.J,H Mchel, raſtlos
mus unter Dac
Mu Materiatt
Meu Nord
zuund Steine
Aus Heſſen.
E Gungen b=
De. Arheilgen, 28 Sept. Preisabſchlag für Bru
Als ſehr erfreulich wird es bezeichnet, daß die hieſigen Bäcker:/
Dder erashne i id eie de de Gre
ganzen Umgegend ſein dürfte — Geburstagsfeiet,
Geburtstagsfeier der Sechzigjährigen nahm einen ſtimmungsvo)
Verlauf. Nach der Begrüßungsanſprache gedachte man der
ſtorbenen Kameradinnen und Kameraden. Gemeinſame Lial4
muſikaliſche Darbietungen und humoriſtiſche Vorträge wechſe
in bunter Reihenfolge miteinander ab. Erſt in den frühen M
genſtunden trennten ſich die „Sechziger” mit dem Bewußt
einige gemütliche Stunden im Kreiſe der Alterskameradinnen
=kameraden verlebt zu haben.
L. Wixhauſen, 27. Sept. Dieſes Jahr kann der hieſige
flügelzuchtverein auf ſein 25jähriges Beſtehen zurückblicken.
Geſamtvorſtand des Vereins hat ſein Amt ebenfalls 25 Jahrei in
Vom 9. bis 11. Dezember veranſtaltet der Verein eine Jubilä
ausſtellung, die mit der Bezirksausſtellung des Bezirks 1 verAi
den iſt.
Afer Klaſſen!
P Eberſtadt, 28. Sept. Die Kartoffelernte vom FuA mieſuchten
Waldzwiſchenbau der Gemeinde Eberſtadt in Forſtort Klingsaueiz Köwerſ
tanne ſoll am Donnerstag, den 29. September, nachmittags 3 —Bg uch an Na
öffentlich meiſtbietend an Ort und Stelle verſteigert werden. Aerungen der
Ak. Nieder=Ramſtadt, 27. Sept. Kartoffeldiebſtänccierlung von
Neuerdings gehen die Kartoffeldiebe, die ſich aus Angehörne ryärztliche
der Nachbargemeinden Eberſtadt und Pfungſtadt rekrutieren. 2lue ieſen.
über, die Kartoffeln in geſchloſſenen Kolonnen von 5—10 M0xünd des
am hellichten Tage zu holen. Sie ſuchen ſich dabei Felder, din aen ſofor
der Nähe des Waldes gelegen ſind, aus, um die geraubten 2xMau zu Rate
toffeln ſo raſch wie möglich auf die im Wald verſteckten Handwa/”u nen noch n
zu verbringen. Dem Feldſchutzperſonal wird der größte Wilut goße häu
ſtand entgegengeſetzt, wobei die Diebe keinen Hehl daraus mal gelr die Rein
daß ſie ſich aus einer Anzeige gar nichts machen. Letzter Tage aM0 wurden fü
der Widerſtand ſogar ſoweit, daß der Feldſchütz gezwungen LaMlzei Gemein
die Hilfe der Gendarmerie in Anſpruch zu nehmen. Trotz allezemku, ſo daß
laſſen ſich die Diebe nicht abwendig machen. Sie erſcheinen ne Erbach
mer wieder aufs neue, um ihr Handwerk fortzuſetzen. Ueber Atbeiſtändlich
liche Vorkommniſſe klagt auch das Forſtſchutzperſonal.
Dr
— Traiſa, 28. Sept. Bühnenſchauturnen. Zum
ſchluß des Sommerhalbjahres veranſtaltet die TurngemerN/ Erbach.
nächſten Sonntag im großen Kronenſaal ihr Herbſtſchautumeltlon der S.
mit anſchließender Siegerehrung. Von den allerkleinſten Schü.Frg der Ste
und Schülerinnen bis zu den Erwachſenen werden alle Abtei. hMe: Rait
gen ihr Beſtes zeigen.
f. Roßdorf, 28. Sept. Goldene Hochzeit. Waldarbes/0 )it und
i. R. Johann Philipp Landzettel 4 und ſeine Ehefrau Ka-Moltung einſt
rina, geb. Hanſchuh, feiern am 1. Oktober das ſeltene Feſt Miſchreiben
Goldenen Hochzeit.
Wdrat,
In. Harpertshauſen, 26. Sept. Die kreisärztliche Unterſuckkn K—i nicht er
der Schulklaſſe ergab, daß, abgeſehen von einigen Zahnerkrank! ch den nö
gen, der geſundheitliche Zuſtand der Klaſſe gut iſt. — Am letzzeM drat beſicht
Schultage vor Beginn der dreiwöchigen Herbſtferien wurden:s!
unſerer Schule die Reichsjugendwettkämpfe ausgetragen, diewiede:
Erfolge bei Bubet
ſcherſtraße
2. Mädchengruppe Marg. und Mina Funck die höchſten Punkte 4 0 Mutoradfe
len erreichten. Ebenſo veranſtaltete die hiege Schülerriege—
Motorrad
Deutſchen Turnvereins zum Abſchluß des Sommerturnens
Nh
Freien ein Abturnen, wobei im Jahrgang 1920 Ad. Sehnert.
1., W. Lautenſchläger den 2. und H. Kühnle den 3. Sieg erhielN
im Jahrgang 1921—23 war Adam Reeg 1. Sieger — AnläEs
des 100jährigen Beſtehens des Guſtav=Adolf=Vereins ſprach
Ortsgeiſtliche in längerer Ausführung über das Wollen und ?
ken und ganz beſonders über den Segen obigen Vereins,
R. Pfaffen=Beerfurth i. Odw., 27. Sept. Freiwilli=ſ
Arbeitsdienſt. Auch in unſerem Oertchen haben nunmehr.?
Regulierungsarbeiten an der Gerſprenz begonnen. Zurzeit ar5
ten 12 junge Leute von unſerer Gemeinde. Von den hieſigen-!
beitern ſoll die Strecke zwiſchen der Wieſenmühle und Bockex;
hergeſtellt werden. Die jungen Leute haben hierdurch wenigſ:
für einige Wochen Arbeit und Verdienſt. Auch dürfte die S‟
waſſergefahr, was doch nur im Intereſſe der Gemeinde liegt, d
die Erweiterungen des Waſſerbettes behoben ſein. — In
letzten Waſſervorſtandsſitzung wurde über die Behebung des T
ſermangels während des Sommers geſprochen. Einerſeits wr.
vorgeſchlagen, Waſſeruhren einzuführen, um dadurch einen
ſameren Verbrauch zu erzielen, währenddem andererſeits die
S=
größerung der Zuleitungsrohe zwiſchen Quellkammer und Re‟
voir dringend angeraten wurde. Die Angelegenheit iſt zur A
fung an die Kulturinſpektion weitergegeben worden.
Kaffee Hag trinken heißt:
etwas für dlie Gesundheittun.
— Und wer wollte das nicht?
irstag, 29. September 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
30 Jahre Odenwaldklub Micheiſtadt.
Cd. Michelſtadt, 25. September.
im Jahre 1882 gegründete Ortsgruppe Michelſtadt des
ſipklubs feierte ihr 50. Wiegenfeſt. Aus dieſem Anlaß hatten
ſiglieder, Freunde und Gäſte aus den benachbarten
Orts=
in ſo zahlreicher Weiſe in „Schmerkers Garten”
einge=
aß der geräumige Saal überfüllt war. Der Abend wurde
ſtimmungsvollen Marſch „Alte Kameraden” eröffnet,
ſolgte vom Jung=Odenwaldklub geſungen „Auf auf zum
üten Jagen”. Hieran ſchloß ſich ein von L. Haſenzahl
ver=
ſehr treffender Vorſpruch, vorgetragen von Frl. Lieſel
Der Vorſitzende, F. Michel, begrüßte dann mit herzlichen
die erſchienenen Wanderfreunde, insbeſondere den
Ver=
ges Hauptausſchuſſes, Amtsgerichtsrat Becker=Dieburg, ſowie
Atreter von Beerfelden, Erbach und der Behörden.
In folgten in bunter Abwechſlung Geſangsvorträge des
hie=
enu ſirchengeſangvereins, der ſich in liebenswürdiger Weiſe zur
Aus ſmückung des Abends zur Verfügung geſtellt hatte. Die
Feſt=
reden ltie Dekan Schäfer übernommen, der ein treffliches Bild von
der 6önheit der Natur zeichnete, die gerade auch in der heutigen
Zein” Techniſierung vielen Erholung biete und neue
Spann=
kraßſ ach den Sorgen des Alltags. Ein beſonderer Genuß waren
dreir inslieder, geſungen von Frl. Seip. brauſender Beifall
be=
lohuſdre junge Künſtlerin, auch ein weiteres Lönslied von Frl.
Seitand Wilh. Hegny geſungen. L. Haſenzahl trug durch den
Vor=
trag veier ſelbſtverfaßter Sachen, eines davon in Odenwälder
Mumarr, ſehr zur Erhöhung der Stimmung bei. Nun kamen die
ver rädenen Vertreter zum Wort. Amtsgerichtsrat Becker=Dieburg
übeſthichte Grüße und Glückwünſche des Hauptausſchuſſes des
Geſtm=Odenwaldklubs, Bürgermeiſter Neff für die
Stadtverwal=
tungnd überreichte dem Vorſtand des Odenwaldklubs ein Bild
desr iſigen Rathauſes, für den Gau Mümlingtal ſowie die
Orts=
grunm Beefelden war Willenbrücher=Beerfelden erſchienen und
übeislachte neben den Glückwünſchen noch den Dank für die vor
einng Zeit von der hieſigen Ortsgruppe der Ortsgruppe
Beer=
felt güberwieſenen Ausrüſtungsſtücke zur dortigen Jugendherberge
in iſom einer ſchönen Plakette. Amtsanwalt Stiepel gedachte nun
derrnei letzten Mitgründer des hieſigen Odenwaldklubs, die leider
im rlufe des Jahres zur ewigen Ruhe eingegangen ſind. Es waren
diens ritz Lang und Julius Strauß. Die Anweſenden gedachten
die abeiden Getreuen und des Lehrers Hartmann ſowie der im
Weſſtiege gefallenen Mitglieder durch Erheben von den Sitzen.
Amſäeßend wurde für 40jährige treue Mitgliedſchaft geehrt:
Ge=
heiymt Dr. Gärtner, Uhrmachermeiſter W. Heimel, Bäckermeiſter
Thſor Schmerker und Kaufmann Wilh. Heinz ſenior. Als
Bau=
leitaund Planfertiger der neuen Schutzhütte wurde Architekt
Ankty Meyer das Goldene Abzeichen überreicht, außerdem erhielt
deuſete auch einen Korb mit in der Küche gut verwendbarem
In=
halzt ßebührend hervorgehoben wurde auch die raſtloſe Tätigkeit
desn ührers des Jung=Odenwaldklubs Gg. Eckſtein, der mit ſeinen
Gezuen faſt jeden Abend bis zum Einbruch der Dunkelheit auf
dem ſauplatze tätig war und ſo mithalf, die ſchöne Hütte mit den
vorhadenen Mitteln zu erſtellen. Auch die dabei beſchäftigten
Hcferker zeigten Verſtändnis für das Werk, das es zu ſchaffen
gautnd nicht zuletzt war der Vorſitzende der hieſigen Oxtsgruppe,
FAchel, raſtlos tätig, um die Sache im wahrſten Sinne des
Whus unter Dach und Fach, zu bringen. Zwei größere Firmen
att Materialien zur Verfügung geſtellt und führten, wie auch
Srieſteur Nord Fuhren aus; die Stadt ſtellte den Platz, Holz,
Sccn und Steine und ſo konnte das Werk gelingen. Nach Schluß
der hrungen brachte der Jung=Odenwaldklub noch verſchiedene
Dekrket ungen, worunter beſonders wirkungsvoll der Tanz der
Schulärzkliche Tätigkeit im Kreis Erbach.
Die ſchulärztliche Tätigkeit wurde im Kreiſe Erbach zum
erue Male im verfloſſenen Schuljahre, in größerem Umfange
ausrübt, und zwar in 9 Gemeinden durch praktiſche Aerzte und
intsGemeinden durch den beamteten Kreisarzt. Da bei der heu=
Eind
tice wirtſchaftlichen Lage der Arzt meiſt nur in ſchwereren
Fäl=
lei eiufen wird, iſt es außerordentlich bedauerlich, daß noch ein
grſeie Teil der Kreisgemeinden keine, ſchulärztliche Betreuung
haſtz in vielen Fällen ſchon konnte der Schularzt rechtzeitig auf
eim evorſtehendes Leiden aufmerkſam machen und ſo viele
Sor=
gemind Unkoſten verhüten. Reſtlos unterſucht wurden in den 48
zuighs beitruten Gemeinden das erſte, fünfte und letzte Schuljahr; bei
jalls a dein brigen Jahrgängen wurde nur eine kürzere Durchmuſterung
in ein z. bei mblößtem Oberkörper vorgenommen. Die Unterſuchungen
Beik ” ge then unter Mitarbeit, der zuſtändigen Kreisfürſorgerinnen
un dder Klaſſenlehrer. Beanſtandet wurden etwa 29,2 Prozent
eintex, deirnterſuchten Kinder; an erſter Stelle ſtehen die wegen
allge=
msſet Körperſchwäche Gefährdeten. Verhältnismäßig viel
lei=
nachmitr” deunuch an Naſen= und Rachenerkrankungen, namentlich an
teigert yes „Wuerungen der Gaumen= und Rachenmandeln; ſtark iſt auch die
ffeldiſi Guikung von Rachitis. Tuberkuloſe=Verdächtige wurden ſtets
h aus h— dis gchärztlichen Unterſuchung in den einzelnen Fürſorgeſtellen
zwielen. Ein ſehr unerfreuliches Bild zeigte vielerorts der
dir
Tund des Gebiſſes. Die Eltern der beanſtandeten Kinder
in von
abei fiüll mmen ſofort ſchriftlich benachrichtigt und aufgefordert, ihren
AAarzt zu Rate zu ziehen. Der Geſundheitszuſtand war im all=
9 minen noch nicht ſchlecht, abgeſehen von einzelnen Fällen, bei
d an große häusliche Not die Urſache war. Ganz zufriedenſtellend
mmn die Reinlichkeit und die Kleiderverhältniſſe.
Erfreulicher=
ur wurden für das laufende Schuljahr von einer ganzen Reihe
uurer Gemeinden die Mittel für die ſchulärztliche Unterſuchung
balligt, ſo daß zu hoffen iſt, daß in abſehbarer Zeit auch im
ue Erbach verwirklicht wird, was in vielen Kreiſen längſt eine
Atverſtändlichkeit iſt, die reſtloſe ärztliche Betreuung der Schul=
Nr.
in der
dem
orſton
1½. Erbach 28 Sept. Gemeinderatsſitzung. Der
Orts=
glan der Stadt Erbach ſoll erweitert werden. Zur
Vermin=
ang der Steigung an der Provinzialſtraße Erbach—Erlenbach
Ner Rain) iſt beabſichtigt, eine Umgehungsſtraße durchzufüh=
19 Das Hochbauamt Dieburg. Zweigſtelle Erbach, das bereits
19t und Stelle Beſichtigungen vorgenommen und der Stadt=
Haltung einſtweilen einen Legeplan mit einem entſprechenden
beitſchreiben zur Verfügung geſtellt hat, empfiehlt dem Ge=
IBderat, dieſem Projekt zuzuſtimmen. Eine Zuſtimmung wird
1mrſt nicht erteilt. Die Straße ſoll vielmehr zuerſt abgeſteckt
Mnach den nötigen Berechnungen an Ort und Stelle vom Ge=
1Rderat beſichtigt werden. Herr Baurat Nodnagel ſoll eben=
1 9 hinzugezogen werden.
Cr. Fürth, 28. Sept. Verkehrsunfall. Vorgeſtern abend
ßen 8 Uhr ereignete ſich an der Kreuzung der Heppenheimer=
Anbacherſtraße (am Poſtamt) ein Zuſammenſtoß zwiſchen Auto
1MMotorradfahrer. Bei dem Anprall geriet das Motorrad ſamt
ſt Motorradführer in Flammen. Der Autoführer erſtickte mit
cem Handlöſcher ſofort das Feuer, ſo daß der Motorradfahrer
geringen Brandwunden davon kam. Herr Sanitätsrat Dr.
Aenborn leiſtete die erſte Hilfe.
0. Rimbach, 27. Sept. Freiwilliger Arbeitsdienſt.
clich iſt es der freien Sportvereinigung Rimbach gelungen, die
gebmigung für die Errichtung ihres geplanten Schwimmbades
MSportplatz im Wege des Freiwilligen Arbeitsdienſtes von dem
lteitsamt Weinheim zu erwirken. So haben in der abgelaufe=
EWoche bereits 30 Arbeitsdienſtwillige die Arbeit aufgenom=
M. Die Maßnahme iſt um ſo mehr zu begrüßen, da durch ſie
ere junge Leute, die ſchon jahrelang ohne jeden Verdienſt und
leit ſind und ihren Eltern zur Laſt fallen mußten, wieder, wenn
9 kleinen, Verdienſt haben. Es werden pro Mann und Woche
M RM. gezahlt.
(f. Birkenau, 27. Sept. Bei anfangs gutem Wetter fand
hötag, das Abturnen des Turnvereins 1886 e. V.
T.) ſtatt. Nach Abſchluß der Wettkämpfe der Aelteren am
Emittag war der Nachmittag hauptſächlich den Wettkämpfen
Schüler und Schülerinnen gewidmet, welche, wie auch die älte=
Turner, ſehr ſchöne Proben ihres Könnens zeigten. Der
An=
urſch nach dem Sportplatz des Vereins auf den Tannenbuckel
her Vorantritt des Spielmannszuges war ſehr ſchön und zeigte,
der Turnverein 1886 e. V. immer noch auf alter Höhe ſteht.
am Nachmittag einſetzende Regen beeinträchtigte ſehr den
Eigang der Veranſtaltungen. Beſonderer Erwähnung bedürfen
ernfach muſtergültig durchgeführten gemeinſamen Freiübungen
F: Abteilungen. Die Handballverbandsſpiele der 1. und 2.
Anmſchaft gegen Auerbach wurden bei völligem Regen
durch=
ihrt und ergaben für die 1. Mannſchaft des Tv. 1886 eine
Nie=
ge mit 9:3 und für die 2. Mannſchaft einen Sieg mit 4:2.
Vorführungen einer Muſterriege an zwei Barren fanden
leb=
fie ſten Anklang.
Kleinſten (Jungmädchen), ſowie ein Altweibertanz war. Großen
Beifall erntete zum Schluß eine humoriſtiſche Aufführung, die das
Leben im Odenwaldklub und die Vorgänge beim Wanderleben
be=
ſonders in der hieſigen Ortsgruppe in heiterer Weiſe kennzeichnete.
Wir gehen wohl nicht fehl. wen wir den Verfaſſer dieſes Einakters
in dem Führer des Jung=Odenwaldklubs, Geore Eckſtein, vermuten.
Nach dem gemeinſamen Lied „Wo die alten Eichen rauſchen”
be=
gann der Tanz, der die muntere Geſellſchaft noch beiſammenhielt bis
die Hähne krähten.
Am Sonntag morgen marſchierte man dann mit Muſik zum
Vormittagsgottesdienſt nach der neuen Schutzhütte. Herrlicher
Son=
nenſchein lachte, obwohl ängſtliche Gemüter nach dem Sturm am
Samstag abend für Sonntag Regen vorausſagten. Schon von
wei=
tem ſah man die Fahne auf dem Dache der Hütte im Herbſtwinde
luſtig flattern, die Sonnenſtrahlen ſpiegelten ſich auf dem friſch
geſtrichenen Dache und auf allen Wegen ſah man zahlreiche
Wan=
derfreunde und Neugierige dem Platze zuſtreben. Zur paſſenden
Ausgeſtaltung der Feier hatte ſich der Geſangverein Liederkranz
Michelſtadt bereitwillig zur Verfügung geſtellt und brachte,
nach=
dem E. Braner durch einen Jagdhorn=Solo die Feier offiziell
er=
öffnet hatte, das Lied „Das iſt der Tag des Herrn” zum Vortrag.
Nach einer Anſprache des Vertreters des Hauptausſchuſſes des
Odenwaldklubs, Amtsgerichtsrat Becker=Dieburg, in der dieſer
be=
ſonders betonte, daß der
Leiſtung des
Oden=
waldklubs Michelſtadt mit der Erſtellung dieſer Hütte gebührend zu
würdigen wiſſe, dankte Amtsanwalt Stiepel nochmals allen, die
ſich um die Erſtellung des Baues verdient gemacht haben und
über=
gab dann die Hütte der Oeffentlichkeit zur Benutzung
Bürger=
meiſter Neff, als Vertreter der Stadtverwaltung, verſprach das
Bauwerk in treue Obhut zu nehmen. Amtsanwalt Stiepel übergab
dann noch zwei neue Wimpel den Jugendgruppen und ermahnte
ſie, auch in ſchwerer Zeit treu zu ihrem Banner zu ſtehen. — Die
Jugendgruppen von Erbach und Michelſtadt erfreuten darauf die
Anweſenden mit dem Vortrag einiger Wanderlieder, wozu ſie das
Klampforcheſter begleitete. Der Geſangverein Liederkranz brachte
noch ein Odenwaldlied, dann wurde die Feier durch einen
Jagd=
horn=Solo von Ernſt Braner abgeſchloſſen. Die Schutzhütte ſelbſt
hat einen abgeſchloſſenen Raum für den Jung=Odenwaldklub,
wei=
ter einen gleich großen Raum, der nur bis auf Brüſtungshöhe
ver=
ſchalt, ſonſt offen iſt. Um die eigentliche Hütte zieht ſich dann mit
Ausnahme der hinteren Giebelſeite nach dem Wald eine 1,50 Meter
breite offene Halle. Ueber dem Eingang zu dem vorerwähnten
offenen Raum befindet ſich eine von dem unermüdlichen Gg.
Eck=
ſtein in kunſtvoller Weiſe geſchnitzte Holztafel mit den Zeichen des
Odenwaldklubs und der Aufſchrift:
1882—1932; Odenwaldklub, Ortsgruppe Michelſtadt.
für deren wundervolle Ausführung dem jungen Künſtler alle
An=
erkennung gebührt. — Auf dem Dache flattert eine ebenfalls von
dem Vorgenannten mit den Zeichen des Odenwaldklubs bemalte
Fahne. Wie von allen benachbarten Höhen und auch von den
meiſten Stellen des Mümlingtales in dieſem Abſchnitt die
Schutz=
hütte zu ſehen iſt, ſo bieten ſich auch dem Wanderer von der
Schutz=
hütte ſelbſt wundervolle Ausſicht auf das Mümlingtal. Von der
gegenüberliegenden Höhe grüßte der im Vorjahre von dem Geſamt=
Odenwaldklub erbaute Ihrigturm auf dem Lärmfeuer herüber, nach
Norden ſchweift der Blick das idylliſche Mümlingtal hinab bis faſt
nach Zell, nach Süden ſieht man die Beerfelder Höhe. Jedenfalls
wurde hier ein Werk geſchaffen, das dem Odenwaldklub und ſeiner
Leitung alle Ehre macht und hoffentlich auch von der Bevölkerung
und den Wanderern entſprechend reſpektiert wird.
Ee Gadernheim i. Odw., 27. Sept. Zu einem Vortrag mit
praktiſchen Vorführungen über „Elektrizität im Haushalt”, hatte
die Werbeabteilung der Heſſiſchen Eiſenbahn A.=G., Darmſtadt,
für geſtern abend eingeladen. Der Saal des Johannes Jährling,
der zu dieſem Vortrage gewählt war, war bis auf den letzten Platz
beſetzt. Die verſchiedenen elektriſchen Apparate waren gefällig
auf mehreren Tiſchen aufgebaut. Zur Unterhaltung hatte die
Veranſtalterin durch eigene Lautſprecheranlage Schallplatten
ſpie=
len laſſen. Die Vorführung des Filmes „Auf dem elektriſchen
Herd gelingt alles” verſetzte die Beſucher in ſtaunende
Bewun=
derung. Der Werbevortrag ſchloß mit einer Freiverloſung von
Gegenſtänden.
Bn. Hirſchhorn, 27. Sept. Die hieſige Freiwillige
Sani=
tätskolonne beabſichtigt, in ihr Arbeitsprogramm auch den
allenthalben als notwendig erkannten Gasſchutz aufzunehmen. Um
die Mitglieder der Kolonne mit der Materie des Gasſchutzes
be=
kannt zu machen, fand unter Leitung des Gasſachverſtändigen der
Eberbacher Sanitätskolonne, Herrn Gasmeiſter König, ein
Ein=
führungsvortrag ſtatt. In leichtverſtändlicher Art machte Herr
König an Hand der mitgebrachten verſchiedenen Arten
Schutz=
geräte die Zuhörer mit den Grundbegriffen des Gasſchutzes
ver=
traut."
— Hirſchhorn. 28. Sept. Waſſerſtand des Neckars am
27. September 1,54 Meter, am 28. September 1,50 Meter.
Nr. 271 — Seite 7
Aus den Gemeinderaksſihungen.
Cp. Pfungſtadt, 28. Sept. Ausdem Gemeinderat. Der
Gemeinderat beriet in der geſtrigen Sitzung in Gegenwart des
neuen Vorſtehers des zuſtändigen Forſtamts Eberſtadt,
Forſtmei=
ſters Deſch, den Waldwirtſchaftsplan für 1933. Der Hiebſatz
be=
trägt 5470 Feſtmeter. Ein Kahlhieb iſt nicht vorgeſehen, vielmehr
ſollen nur Durchforſtungen vorgenommen werden. Mit Rückſicht
auf ſeine Unrentabilität ſoll der Waldfeldbau in Zukunft
fort=
fallen. Die vorgeſehene Riolfläche von 6,2 Hektar ſoll je zur Hälfte
in Voll= und Streifenrigolung durchgeführt werden. Für die
Vollrigolung ſollen den Arbeitern 8 Pfennig für den
Quadrat=
meter vergütet werden. Grundſätzlich ſprach man ſich dahin
aus=
für eine Miſchung des Laub= und Kiefernwaldes Sorge zu tragen.
Der Waldwirtſchaftsplan wurde ſchließlich einſtimmig genehmigt.
— Ein Antrag des Jagdpächters Hax und Konſorten auf
Er=
mäßigung des Jagdpachtpreiſes für 1932, für den eine 26
prozen=
tige Senkung vorgeſchlagen wurde, wurde einſtimmig abgelehnt.
— Die Anerkennung einer Feingoldklauſel für ein älteres
Kom=
munaldarlehen bei der Kommunalen Landesbank in Darmſtadt
wurde genehmigt.
Cr. Semd, 26. Sept. Ratsſitzung. Voranſchlag für 1932.
Die letzte Beſchlußfaſſung hierüber war von dem Kreisamt
bean=
ſtandet worden. Erneut wurde beſchloſſen, denſelben mit einem
Ausgleich in Höhe von 63 242,94 RM. in Einnahme und Ausgabe
zu belaſſen. Folgende Ausſchlagſätze wurden dabei zu Grunde
ge=
legt, und zwar für je 100 Mk. Steuerwert in Pfennigen: Gebäude
und Bauplätze 46,4. land= und forſtwirtſchaftlich genutzte Fläche 60,
Gewerbekapital 112, Gewerbeertrag 192. Sondergebäudeſteuer bei
über 7000 Mk. Steuerwert 40, unter dieſer Summe 34,93. Bei
einem Abſtimmungsergebnis von 8:2 Stimmen. Das Prüfen der
Untrſtützungsgeſuche für Wohlfahrtserwerbsloſe wird vom
Ge=
ſamtgemeinderat bewerkſtelligt. Die Bürgerſteuer wird mit 300
Prozent des Landesſatzes erhoben. Infolge der
Drainagewaſſer=
zuleitung aus den Feldbereinigungsgebieten Klein=Zimmern und
hier iſt im Hohnis und in der Gemarkung Dieburg ein Zuſtand
entſtanden der eine ordentliche Bewirtſchaftung der überfluteten
Gebietsteile nicht zuläßt. Durch eine Regulierung des Abfluſſes
ſoll durch einen Zweckverband dieſer drei Gemeinden Abhilfe
ge=
ſchaffen werden. Die Koſten würden ſich folgendermaßen
vertei=
len: Dieburg 50 Prozent, Semd 29 Prozent und Klein=Zimmern
21 Prozent. Das Kartoffelleſen auf nur abgeernteten Aeckern
darf, am 26. September beginnend, vormittags von 8—11 und
nachmittags von 1—5 Uhr ſtattfinden. — Zum Kirchenrechner
der lutheriſchen Kirchengemeinde wurde Herr Franz Reinhard
vom Kirchenvorſtande gewählt. Der ſeitherige Rechner, Herr
Jo=
hannes Schmidt, der dieſes Amt 33 Jahre zur allgemeinen
Zufrie=
denheit verwaltete, trat infolge Krankheit und hohen Alters
zurück.
g. Gernsheim, 27. Sept. Gemeinderatsbericht. Vor
Eintritt in die Beratung des Voranſchlags erſtattete Herr
Bür=
germeiſter Lichtel einen ausführlichen Bericht und gab u. a.
Auf=
ſchluß über die 130prozentige Erhöhung der Allmendauflage die
vom Kreisamt Groß=Gerau vorgeſchlagen worden war. Auch
er=
klärte er die Gründe des Wegfalls der Vergütung aus den
Ur=
gangsloſen an die 71 älteſten Ortsbürger. Der 1932er Voranſchlag
in ſeiner diesmaligen Faſſung ſchließt ab in der Betriebsabteilung
in Einnahmen mit 421 239,63 RM. und in Ausgaben mit
572 905,63 RM., es verbleibt ſonach ein ungedeckter Fehlbetrag
von 151 666.— RM. Der Umlagebedarf, ſoweit er deckungsfähig
iſt, wurde auf 120 220— RM. feſtgeſetzt und die Ausſchlagsſätze
wie folgt beſchloſſen; von je 100 RM. Steuerwert der Gebäude
und Bauplätze 34 Pfg., der land= und forſtwirtſchaftlich oder
gärt=
neriſch genutzten Grundſtücke 65,8 Pfg., des gewerblichen Anlage=
und Betriebskapitals 63 Pfg. und vom Gewerbeertrag 286 Pfg.
Für die gemeindliche Sondergebäudeſteuer gelten die vorjährigen
Sätze abzüglich, der geſetzlich ab 1. April 1932 vorgeſchriebenen
Senkung von 20 Prozent. — Die Eingabe des
Gewerkſchaftskar=
tells Gernsheim auf Einſtellung der Pflichtarbeit bei den
Wohl=
fahrtserwerbsloſen wurde vom Gemeinderat abgelehnt — Zum
Hilfswachtmann wurde von 40 Bewerbern im zweiten Wahlgang
mit der erforderlichen Mehrheit gewählt der Fabrikarbeiter Joh.
Chriſtian Amend dahier.
Ce. Seeheim, 26. Sept. Seinen diesjährigen Herbſtſpaziergang
unternahme der hieſige evang. Kirchenchor nach Beedenkirchen, um
den früheren Seeheimer Geiſtlichen, Herrn Pfr. Marguth, und
ſeine Familie zu grüßen. Schöne Lieder des Chores erfreuten die
Herzen, liebe Erinnerungen wurden aufgefriſcht. Die Grüße der
Seeheimer wußte Herr Pfr. Reith in herzlicher Weiſe an ſeinen
Vorgänger im Amt zum Ausdruck zu bringen und gleichzeitig zu
treuer Dankbarkeit an die Familie Marguth ermunternd.
Nach=
dem er in ſpannender Weiſe ein Lebensbild des früheren
See=
heimer Pfarrers Huth entworfen und das neue Seeheimer
Hei=
matlied aus der Taufe gehoben worden war, dankte Herr Pfr.
Marguth in kurzen, bewegten Worten für die Anhänglichkeit
ſei=
ner früheren Gemeinde. Eine kurze liturgiſche Andacht im
Kirch=
lein, die auf den Gedanken des Michaelistages abgeſtimmt war,
und bei der der Seeheimer Chor. A. Mendelsſohnſche und S.
Bachſche Choralſätze ſang, beſchloß den an Gemütswerten reichen
Tag.
— Gernsheim, 28 Sept. Waſſerſtand des Rheins am
27. September 0,52 Meter, am 28. September 0,54 Meter.
Was istBlau Punkk?
„Wlau Wunkt heisst die neue
Ziga=
rette,welche die WALDORF ASTORIA
nach ihrem grossen Erfolg mit der
„OBERST herausbringt. Blau Punktist
dieerste 4 Pf-Zigarotte.
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Stickereien nachWahl, ausserdem
Soldatenbilder.
WALDORF ASTORIA GMBH
[ ← ][ ][ → ]Seite 8 — Nr. 271
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Donnerstag, 29. September 19328
25 Jahre Krankenſchweſterſtakion in Crumſtadk.
Ck. Am 15. September 1907 wurde die Schweſter M. Göbel
aus dem Eliſabethenſtift Darmſtadt in den Dienſt der
Kranken=
pflege der hieſigen Gemeinde eingeführt. Es wird, wohl hier
kaum ein Haus geben, in dem ſie nicht pflegend und ratend tätig
geweſen iſt. Wie treu und aufopfernd hat ſie in dieſen Jahren
den Kranken und Sterbenden beigeſtanden. Das 25jährige
Be=
ſtehen der Station und die 25jährige treue aufopfernde Tätigkeit
der Schweſter wurden in einer Feier gewürdigt. Aus dieſem
An=
laß fand am Sonntag nachmittag ein Feſtgottesdienſt ſtatt, in dem
der Vorſteher des Stiftes, Pfarrer Hickel=Darmſtadt, ſeine
Zu=
hörer in das Verſtehen und Erleben der göttlichen
Barmherzig=
keit hineinzuführen ſuchte. Der Kirchenchor verſchönerte die Feier
durch zwei Liedervorträge. Abends wurde auf Anregung des
Frauenvereins im Gaſthaus „Zur Krone” eine zweite Feier
ver=
anſtaltet. Nach dem Lied „Lobe den Herrn” begrüßte der
Orts=
pfarrer die Verſammlung und erzählte von der Entſtehung der
Station. Ferner wies er auf das 25jährige treue Wirken der
Schweſter hin. Ein junges Mädchen trug einen von Frau Dr.
Ahrberg verfaßten Prolog vor. Alsdann wurden Lichtbilder
ge=
zeigt, die die Arbeiten des Eliſabethenſtiftes auf den
verſchieden=
ſten Gebieten und in den 3 Provinzen vor Augen führten. Danach
kam die große Kaffeepauſe, in der Vorträge der Zitherkapelle und
Volkslieder die Anweſenden erfreuten. Bürgermeiſter Heyl
be=
glückwünſchte alsdann die Station im Namen der Gemeinde ſowie
auch die Krankenſchweſter Göbel. Der Ortspfarrer überbrachte
die Glückwünſche des kirchl. Frauenvereins ſowie des Verbandes
der Frauenvereine. Viel ehrende Anerkennung wurde der
Schwe=
ſter zuteil. Die Schweſter ließ für alle dieſe Ehrungen herzlichſt
danken. Die Feier ſchloß mit dem Lied „So nimm denn meine
Hande”, das von der Schweſter gewünſcht wurde.
Dp. Zwingenberg, 28. Sept. Das 50jährige Beſtehen
des Stenographenvereins Gabelsberger
Zwin=
genberg wird am kommenden Sonntag gefeiert werden.
Der Verein, welcher als einer der älteſten ſeiner Art in Heſſen
anzuſprechen iſt, hielt am verfloſſenen Samstag eine
Verſamm=
lung ab, welche ſehr gut beſucht war. In der Hauptſache wurden
die das Feſt angehenden Angelegenheiten beſprochen.
— Heppenheim a. d. B., 26. Sept. Der Verkehrs= und
Verſchönerungsverein hat ſich zur Aufgabe geſtellt, nicht
allein das Stadtbild zu verſchönern und an Verbeſſerungen zu
be=
reichern, ſondern auch für die Verkehrsintereſſen zu werben. Wenn
ſelbſt die kleinen und kleinſten Gemeinden der näheren und
wei=
teren Umgebung die Notwendigkeit der Gründung eines ſolchen
gemeinnützigen Vereins erkannt haben, ſo ſollte das den
Bewoh=
nern einer aufſtrebenden Kreisſtadt wie Heppenheim ein
beſon=
derer Anſporn für die Durchführung des Zieles des ſeit
Jahr=
zehnten am hieſigen Platze beſtehenden Vereins ſein. Der
Ver=
kehrs= und Verſchönerungsverein hat insbeſondere in den letzten
Jahren eine rege Tätigkeit entfaltet und erhebliche Mittel für
die Verſchönerung unſexer Stadt aufgewendet. Daß gerade ein
reger Fremdenverkehr bei der heutigen Wirtſchaftsnotlage faſt
ausſchließlich im Intereſſe aller in Betracht kommenden
Geſchäfts=
leute und Handwerker liegt, konnte man ſo recht bei dem kürzlich
in Bensheim ſtattgefundenen Bergſträßer Winzerfeſt beobachten.
Zur Verwirklichung ſeines Programms hat der Verein aber
Geld=
mittel nötig. Es ergeht deshalb an alle hieſigen, dem Verkehrs=
und Verſchönerungsverein noch außenſtehenden Bewohner unſerer
Stadt der Ruf: „Tretet dem Verkehrs= und Verſchönerungsverein
Heppenheim als Mitglied bei und helft dadurch die
Verkehrsinter=
eſſen unſerer Stadt fördern!
Ck. Erfelden, 27. Sept. Abturnen des Turnvereins.
Der Turnverein hielt ſein Abturnen ab. Am Vormittag wurden
volkstümliche ſowie Geräteübungen vorgeführt, wobei gute
Reſul=
tate erzielt wurden. Infolge des Regenwetters am Nachmittag
mußten die weiteren Kämpfe im Gaſthaus. Zum deutſchen Haus”
ſtattfinden. Abends fand dortſelbſt eine kleine Nachfeier ſtatt,
wobei außer der Mandolinenabteilung des Vereins noch die
Ka=
pelle Fiſcher mitwirkte.
z. Offenthal, 26. Sept. Geiſtesgegenwart eines
Chauffeurs. Am Samstag morgen um 5.30 Uhr näherte ſich
der hier durchfahrende Zug Frankfurt—Oberroden dem
ungeſchütz=
ten Bahnübergang vor der Station Offenthal. In demſelben
Augenblick kam ein mit Zwetſchen beladenes Laſtauto die
Dietzen=
bacher Straße heruntergefahren. Der Chauffeur desſelben bemerkte
im letzten Augenblick die Gefahr und lenkte das Auto in den Gra=
Jugend und Wehrſport.
Wehrſport als zielbewußte Leibesübung, nicht nur zur
all=
gemeinen körperlichen Ertüchtigung, ſondern mit dem Ziel der
Heranbildung des wehrhaften Mannes als Trager der
Landes=
verteidigung, hat die bewußte Bejahung des Wehrwillens zur
Vorausſetzung. Hierdurch unterſcheidet ſich der Wehrſport
grund=
ſätzlich von jenen allgemeinen Leibesübungen, wie ſie in den
Ver=
einen mit dem Ziele der Ertuchtigung von Leib und Seele
ge=
pflegt werden. Sportliche Betätigung im Sinne des rein
körper=
lichen hat nichts mit Wehrſport zu tun; auch der
Kriegsdienſtver=
weigerer und Pazifiſt kann aus egoiſtiſchen Gründen den Wunſch
haben, ſeinen Körper zu kräftigen und ſtählen. Erſt der
Wehr=
wille macht ſportliche Betätigung zum Wehrſport
Der Wehrwille jedoch bleibt eine Eigenſchaft des Einzelnen
und iſt das Beſtreben des deutſchen Mannes, ſeinen Teil zur
Lan=
desverteidigung beizutragen. Der Landesverteidiger im
Kriegs=
falle iſt der Soldat und aus dem Wehrwillen des Einzelnen
wächſt der Drang, die Eigenſchaften zu erwerben, welche er
braucht, um ſeine Aufgaben im Dienſte der Landesverteidigung
erfüllen zu können. Wehrſport iſt Zweckſport und kennt keine
ſportliche Liebhaberei; er entwickelt keine „ſtarken Seiten” im
Kurzſtreckenlauf oder Hochſprung, ſondern der wehrhafte Mann
muß ſeinen Körper ſtählen, um den körperlichen Anforderungen
des Krieges gewachſen zu ſein. Oft werden ſportliche Betätigungen
und Wehrſport denſelben Weg gehen, aber leider fehlt in
Deutſch=
land noch gänzlich die Pflege des Schießſportes, ohne den kein
Wehrſport gedacht werden kann. Es genügt hier ein kurzer
Hin=
weis auf die ſchießſportliche Ausbildung der Jugend in der Schweiz
und den Vereinigten Staaten von Amerika, um zu zeigen,
wie=
viel gerade in Deutſchland auf dieſem Gebiet noch nachzuholen iſt
Der Schießſport bietet für die Jugend ein weites Feld neuer
Be=
tätigung, und mancher Meiſter auf ſportlichem Gebiet wird hier
feſtſtellen müſſen, daß ihm noch manches fehlt, um ein „wehrbos
ter Mann” zu ſein.
Alle körperliche Ertüchtigung muß jedoch nutzlos bleiben
lange der Wehrwille nicht jene ſittliche Eigenſchaften vorfindg
die als Treue, Gehorſam, Wahrhaftigkeit, Kameradſchaft z
Vaterlandsliebe, als die alten Soldatentugenden bekannt ſi=
und die durch den Wehrſport entwickelt und gefördert werd,
ſollen. Dieſe Eigenſchaften jedoch können ſich nur in der Gemeie
ſchaft mit anderen Gleichdenkenden zeigen und entwickeln
Da uns das Verſailler Diktat die ſtaatliche Förderung 8
Wehrbeſtrebung verbietet, muß die Pflege des
Wehrgedanke=
von nicht ſtaatlichen Verbänden übernommen werden, die leitz
nicht die geſamte deutſche Jugend erfaſſen. Hier zeigt ſich klar d
Rotwendigkeit einer ſtaatlichen Organiſation, welche die geſanm.
wehrhafte Jugend über die Parteien hinaus zur Ausbildung zu=
Zwecke der Landesverteidigung zuſammenfaßt.
Die Beſtrebungen der wehrhaften Jugend werden nur n
Nutzen ſein, wenn ſie erkennt, daß ſie ohne Führer ihre Aufgg
im Ernſtfall nicht erfüllen kann. Die militäriſche Führung
aß=
erfordert eine langjährige Schulung und iſt Sache des Heern.
Ohne Rückſicht auf Parteien und Verbände muß die wehrfreudie
Jugend daher die Führerſtellung des Heeres anerkennen und
volles Vertrauen entgegenbringen. Sie muß ſich mit der Arbch
des Heeres befaſſen und Anteil an ſeinen Aufgaben im Diem
der Landesverteidigung nehmen.
Der 1. Heſſ Grenadiertag am 1. und 2. Oktob
in Gießen ſoll daher kein Volksfeſt im üblichen Sinne ſe
er ſoll gerade der wehrfreudigen Jugend Gelegenheit geben. Ei5,
blick in die Arbeit des Heeres zu nehmen, ihr neue Anregungen
auf wehrſportlichem Gebiet geben und zeigen, daß das Heer f
Führer ſtellen kann, wenn die Aufgabe der Landesverteidiguun
es erfordert.
ben. Wenn es auch dabei umfiel und die Zwetſchen aus ihrer
Ver=
packung herausrollten, ſo war doch dadurch ein größeres Unglück
vermieden. Das Auto mußte aufgerichtet und herausgezogen
wer=
den, konnte aber dann ſeine Fahrt fortſetzen. Perſonen kamen
nicht zu Schaden. — Der hieſige Kirchenchor und der ev.
Frauen=
verein hielten geſtern abend einen gemeinſamen
Familien=
abend ab. Der Hauptzweck desſelben war für den Kirchenchor,
der in letzter Zeit infolge der materiellen Notlage ſehr
zuſammen=
geſchrumpft war, neue Mitglieder zu werben. Herr Pfarrer Weick=
Götzenhain begrüßte die ſehr zahlreich erſchienenen Gäſte, ſpäter
hielt dann Herr Pfarrer Creter=Dreieichenhain eine Anſprache
über ev. Gemeinſchaft. Er ermahnte die überaus ſtark beſuchte
Verſammlung, in großer Zahl beizutreten. Der Abend wurde
weiter ausgefüllt durch Geſangsvorträge des Kirchenchors unter
Leitung von Herrn Muſikmeiſter März=Dreieichenhain, und durch
Muſik=, Gedicht= und humoriſtiſche Vortrage durch Mitglieder
bei=
der Vereine.
Oberheſſen.
— Butzbach, 28. Sept. Goldenes Doktor=Jubiläum.
Die mediziniſche Fakultät der Heſſiſchen Ludwigsuniverſität
Gie=
ßen hat anläßlich der Wiederkehr des Tages (25. September) an
dem ſie vor fünfzig Jahren Sanitätsrat Dr. Karl Ohnacker
in Butzbach zum Doktor der Medizin ernannt hat, das Diplom
erneuert. Die Urkunde hat u. a. folgenden Wortlaut: . . . „dem
angeſehenen und vielſeitig gebildeten Arzt, der nach ſeiner
Stu=
dien= und Aſſiſtentenzeit an der Landesuniverſität faſt ein halbes
Jahrhundert in Butzbach eine ſegensreiche Tätigkeit ausübt,
wäh=
rend welcher Zeit er über dreißig Jahre als leitender Arzt dem
Johanniterkrankenhaus in Niederweiſel vorſtand, der ſich als
aus=
gezeichneter Diagnoſtiker, erfolgreicher Therapeut, erfahrener
Ge=
burtshelfer bewahrt hat, der Landesuniverſität bis zum heutigen
Tage ſeine Anhanglichkeit beweiſt, mit der Wiſſenſchaft
fortſchrei=
tend ſich ſtets weiter gebildet, durch ſeine hohe Standesauffaſſung
ſich Hochachtung und Verehrung in allen Kreiſen erworben hat
und noch im Alter freudig und unermüdlich ſeinen Beruf erfüllt,
in dem ihm Söhne und Enkel gefolgt ſind.
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beilage der Firma „Bottina” Am Meßſonntag, den 2. Oktober, I7
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Pa
gestag, 29. September 1932
Hier wird das 2
kfinden.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 271 — Seite 9
Schweres Unglück eines deutſchen Ausflugs=Ankobuſſes in Holland.
Blick auf das neue Stadion auf dem Cannſtatter Vaaſen bei Stuttgart,
nächſten Jahr das 15. Deutſche Turnfeſt abgehalten wird. Für das Feſt, zu dem eine
Vieſeh Million Turner nicht nur aus allen deutſchen Gauen, ſondern auch aus deutſchen
Gemein=
nſeits der Reichsgrenzen in der württembergiſchen Hauptſtadt erwartet werden, ſind baulich
umfangreiche Vorarbeiten nötig, die jetzt mitten im Gange ſind.
Rechts: Der umgeſtürzte Autobus; links: Die aus den Schienen gehobene Straßenbahn.
In der Nähe von Amſterdam ſtieß ein deutſcher Autobus, der mit 30 Ausflüglern aus dem
Rhein=
land beſetzt war, mit einer elektriſchen Vorortbahn zuſammen. Der Autobus wurde umgeworfen,
der Straßenbahnwagen ſprang aus den Schienen. Von den Inſaſſen des deutſchen Autobuſſes
wurden zwei getötet, alle übrigen, ebenſo wie der Führer der Straßenbahn, wurden verletzt.
Eie ſeltſame „Bracht” an der öſterreichiſch italieniſchen Grenze.
Aitloken Bourbonen reiſen nach Hauſe.
Veſtanſerem ſtändigen Wiener Mitarbeiter.
Wien, 26. September.
An den italieniſchen Schnellzug, der geſtern abend von
Vitzn abfuhr, iſt im letzten Augenblick noch ein plombierter
Güztewagen angekoppelt worden, der den großen roten Zettel
trum „Achtung! Vorſicht beim Verſchieben! Wertvoll!” Ein
pagu lmtsorgane hatten mit geſchäftiger Wichtigkeit die Arbeit
übeſanicht und ſie ſtanden dann in reſpektvoller Entfernung und
ließieniemanden nähertreten. Nur ein junger Karmelitermönch
befntzhier Ausnahmsrechte. Er durfte nachſehen, ob die Tür
desv laggons auch wirklich feſt verſchloſſen war, und er tat das
ſo ſit iſſenhaft und umſtändlich, daß ihn der Schaffner zweimal
auföudern mußte, in dem für ihn reſervierten Abteil des Zuges
ſe on 4 Plſitzur nehmen. Er hätte faſt die Abfahrt des Zuges
ver=
inzu dag fäufau und ſeine Aufgabe war es doch, dieſe als wertvoll
dekzuerte Fracht bis nach Italien zu begleiten. Nämlich die
Leitin des letzten Bourbonenkönigs von Frankreich, Karl X.
unn ſiner Gemahlin Maria Thereſia, einer Tochter des
unglück=
lichen König Ludwig XVI. und der Maria Antoinette, dann
des (rafen Heinrich von Chambord, den die franzöſiſchen
Legi=
timufſin nach dem Sturz des zweiten Kaiſerreiches vergeblich auf
dem hron zu erheben verſuchten — er weigerte ſich beharrlich,
Fu /8 diet Eikolore ſtatt des weißen Lilienbanners anzuerkennen und
Sia /ſz imp oraus ſich auf eine Verfaſſung zu verpflichten — des
ten UN2 Hexiys Louis von Angouleme und noch zweier Prinzeſſinnen
unbehs, aur em Hauſe Bourbon=Parma. Die ſechs Toten fuhren in
i” ihreSilberſärgen ſüdwärts bis Görz. Man wird ſie von dort
in 7hs Kloſter Caſtagnevizza bringen, wo die Franziskaner für
ſiefnt Gruft erbaut haben.
B5 Caſtagnevizza ſind die Bourbonen ſchon einmal begraben
genwen. Jahrzehntelang ſchliefen ſie dort ihren ewigen Schlaf,
bich ur Weltkrieg der Geſchützdonner der Iſonzoſchlachten immer
laut wurde und die italieniſche Artillerie den Turm der
Külarlirche zuſammenſchoß. Da ſorgte ſich die Kaiſerin Zita
um dre toten Vorfahren und ſie ſetzte es durch, daß die rieſigen
Mmorſarkophage mit den Silberſärgen nach Wien überführt
wuten. Das war damals keine leichte Arbeit. Als man ſich
rahen dau entſchloſſen hatte, lag Caſtagnevizza ſchon genau in der
Flalinie und war ein wichtiger militäriſcher Stützpunkt
ge=
nerh”, winen, um den Tag und Nacht erbittert gekämpft wurde. Aber
darr ſefehl mußte erfüllt werden und Soldaten holten die toten
Bhwbonen, aus ihrer Gruft, bevor Kloſter und Kirche völlig
in kümmer fielen. Am Silveſterabend des Jahres 1917 trafen
die härge in Wien ein und fünf Tage ſpäter wurden ſie mit
allg höfiſchen Prunk in den Katakomben des Döblinger Kloſters
dur ubeſchuhten Karmeliter beigeſetzt. Das habsburgiſche
Atrpaar mit allen Erzherzogen und Erzherzoginnen wohnten
darZeremonie bei, dann der Zar Ferdinand von Bulgarien
müdem Prinzen Cyrill und ſonſt noch eine Menge
Fürſtlich=
kellt, ſoweit eben zu der Zeit ſolche Reiſen nach Wien der
RA möglich machte.
ſach außen hin war es ein Akt der Pietät, aber viel
Wiiger war dabei ſicherlich ein gewiſſer Nebengedanke. Die
Fuzoſen haben für politiſche Rührſeligkeiten immer viel übrig
9Yot und die Fürſorge um die bedrohten Bourbonen=Gräber
kume nicht ohne Eindruck bleiben. So meinte man wenigſtens
ent n Sien und bereitete der toten Majeſtät und den anderen
Hutiten einen pompöſen Empfang. Eine zeitlang beſtand
„hek
Me der Plan, ihnen in Reichenau am Semmering, wo der
AHabsburger ſein Jagdſchloß hatte, ein eigenes Mauſoleum
z rrichten, und die Ruheſtätte, die ihnen in den Katakomben
1RDöblinger Karmeliterkloſters zugewieſen wurde, war nur
ABProviſorium gedacht. Als ein ſehr ſonderbares Aſyl für
Aſſuchlofe ſozuſagen. Man verſchloß die Särge hinter
Mauer=
nſen und brachte die zentnerſchweren Marmorſarkophage
einſt=
een nach Schönbrunn in ein leerſtehendes Magazin. Ein
öſt ſpäter, in der zweiten Oktoberhälfte 1918, als die Revo=
Ucn ſchon das alte Kaiſerreich in ſeinen Grundfeſten erſchüt=
1c erhielten die toten Bourbonen noch Geſellſchaft. Eine
Rogin Mafalda von Braganza, eine entfernte Verwandte,
ſſch plötzlich und ſie wurde über höheren Auftrag gleichfalls
A beigeſetzt. In der Kapuzinergruft, die für die Habsburger
Keviert iſt, war für ſie kein Platz und nach Portugal konnte
die Leiche doch nicht gut überführen. Jetzt hat man ſie
ſthaupt vergeſſen. Niemand kümmert ſich um ſie und ihre
he bleibt weiter in Wien.
FUm den toten Bourbonenkönig von Frankreich und die
geren Mitglieder ſeines Hauſes hat ſich abermals die
giiſſerin Zita geſorgt. Sie war ſchließlich für die ſeiner=
zeitige Ueberführung der Leichen nach Wien verantwörtlich
ge=
weſen und ſie fetzte es jetzt gemeinſam mit dem gegenwärtigen
Chef des Hauſes Bourbon=Parma dem Prinzen Franz Xaver
bei der italieniſchen Regierung durch, daß dieſe in Wien die
Heimreiſe der toten Bourbonen nach der Kloſtergruft von
Caſtagnevizza veranlaßte. Die Kirche iſt wieder aufgebaut
wor=
den und man hat auch das Grabgewölbe erneuert. So wurden
in Wien die Mauerniſchen wieder aufgeriſſen und ein italieniſcher
Spediteur erhielt den Auftrag, die ſechs toten Bourbonen
ordentlich zu verpacken und nach Caſtagnevizza zu transportieren.
Der Prior des Kloſters ſegnete die Leichen zum Abſchied noch
einmal ein und während dieſe Zeremonie vor ſich ging, warteten
die Handwerker ſchon auf ihre gruſelige Arbeit. Sie mußten
dabei ihre Hände in karbolgetränkte Tücher hüllen, weil die
Gefahr einer Infektion mit Leichengift beſtand, und es waren
überhaupt alle möglichen Vorſichtsmaßnahmen getroffen worden.
Ein bißchen geſpenſterhaft mutete es an, als aus den Särgen
ein leiſes Geräuſch hörbar wurde, das ſich wie das Klappern
loſer Knochen ausnahm. Es ging in dem halblauten Gebet
der Mönche unter und die Särge wurden ſchließlich mit ſchwerer
Mühe wieder ans Tageslicht gebracht.
Die marmornen Sarkophage hatte man ſchon am Tage
vor=
her von Schönbrunn auf den Frachtenbahnhof überführt und
dort verladen. Sie werden nun in der Gruft von Caſtagnevizza
wieder die Silberſärge der Bourbonen aufnehmen, die jetzt wohl
endgültig ihre letzte Ruheſtätte finden. Als man ſie vor
fünf=
zehn Jahren nach Wien brachte, mußten ſie wenigſtens noch
nicht die Formalitäten einer Grenzüberſchreitung auf ſich
nehmen. Heute bei ihrer Rückreiſe nach Hauſe hatte der
Zoll=
beamte auch ein Wort mitzureden. Aber die öſterreichiſche
Republik war nicht kleinlich und i Italien werden ſie es
R. W. P.
hoffentlich auch nicht geweſen ſein.
Ein nenes Kleinluftſchiff.
„DPN 30” nach ſeiner Ankunft in Berlin=Staaken,
das nach dem halbſtarren Parſeval=Syſtem erbaut wurde, iſt jetzt
nach ſeiner erſten großen Ueberlandfahrt in Berlin eingetroffen.
Der Prinz von Wales
eröffnet die engliſche Ausſtellung in Kopenhagen.
Blick auf die feierliche Eröffnungsſitzung im Kopenhagener Rathaus.
In der erſten Stuhlreihe der engliſche Thronfolger ().
Die größte engliſche Ausſtellung, die je außerhalb britiſchen
Ge=
biets ſtattfand, wurde von dem Prince of Wales, der per Flugzeug
über Hamburg eingetroffen war, in der däniſchen Hauptſtadt
er=
öffnet. Die Ausſtellung trägt eine deutliche Spitze gegen
Deutſch=
land, das einer der wichtigſten Abnehmer und Lieferanten
Däne=
marks iſt, und deſſen wirtſchaftliche Bedeutung für die
ſkandi=
naviſchen Länder durch dieſe Schau britiſcher Erzeugniſſe
abge=
ſchwächt werden ſoll.
Wekkerbericht.
Der hohe Druck hat ſich weiter aufgebaut und ſchon mehr über
das Feſtland ausgebreitet. Unter ſeinem Einfluß iſt in den
näch=
ſten Tagen trockenes und am Tage auch aufheiterndes Wetter zu
erwarten. Allerdings bilden ſich verbreitete Frühnebel und durch
die Zufuhr von Kaltluft bleiben die Temperaturen vorerſt noch
ziemlich niedrig.
Ausſichten für Donnerstag, den 29. September: Morgens
neblig=
bewölkt, am Tage vielfach aufheiternd, trocken, vorerſt noch
kühl.
Ausſichten für Freitag, den 30. September: Weiterhin Frühnebel,
Temperaturgegenſätze zwiſchen Tag und Nacht ſich verſtärkend,
tagsüber meiſt heiter und trocken.
Hauptſchriffleitung: Rudolf Maupe
Verantwortlich für Politik und Wirtſchaff: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſiſche Nachrichten: Max Streeſe; für Sport: Karl Böhmann;
fär den Handel: Dr C. H. Quetſch; für den Schlußdienſf: Andreas Bauer; für
„Die Gegenwart”, Tagesſpſegel in Bid und Wort: Dr Herbert Nettei.
für den Inſeratenteil und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhle;
Druck und Verlag: C. C. Wittich — ſämilſch in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernommen.
Die heutige Nummer hat 14 Geiten
[ ← ][ ][ → ] Stundung von Städte=Schatzanweiſungen
Die am 1. Okfober fälig werdenden Schahanweiſungen der Städke Frankfurk am Main und Köln
werden zwecks Anfnahme von Skundungsverhandlungen mit den Gläubigern
der Schuldverſchreibungen bis zum 31. dezember 1932 gefkundef.
Vom Holzmarkk.
Eine Berordnung
des preußiſchen Staaksminiſteriums.
Wie der Amtliche Preußiſche Preſſedienſt mitteilt, hat das
Preußiſche Staatsminiſterium auf Grund der im Artikel 2 der
Verordnung des Reichspräſidenten über die gemeinſamen Rechte
der Beſitzer von Schuldverſchreibungen vom 24. September 1932
gegebenen Ermächtigung durch Verordnung vom 27. September
1932 das Geſetz betreffend die gemeinſamen Rechte der Beſitzer
von Schuldverſchreibungen vom 4. Dezember 1899 in der Faſſung
der vorgenannten Verordnung auf die Schuldverſchreibungen von
Gemeinden und Gemeindeverbänden für anwendbar erklärt. Für
die Gemeinden und Gemeindeverbände, insbeſondere für die
Städte Frankfurt a. M. und Köln, deren kurzfriſtige
Schuldver=
ſchreibungen am 1. Oktober 1932 zur Einlöſung fällig werden, iſt
nunmehr die Möglichkeit eröffnet, mit den Gläubigern der
Schuld=
verſchreibungen wegen einer etwaigen Stundung in
Verhandlun=
gen zu treten. Das Staatsminiſterium hat zugleich, um dieſe
Verhandlungen nicht durch das Fälligwerden der
Schatzanweiſun=
gen zu ſtören, mit der genannten Verordnung auf Grund der in
der Verordnung des Reichspräſidenten ergebenen Ermächtigung die
zuſtändigen Regierungspräſidenten ermächtigt, anzuordnen, daß die
Verpflichtungen zur Einlöſung der am 1. Oktober 1932 fällig
wer=
denden Schatzanweiſungen der Städte Frankfurt a. M. und Köl—
bis zum 31. Dezember 1932 geſtundet werden. Die
Regierungs=
präſidenten werden von dieſer Ermächtigung Gebrauch machen und
noch vor dem 1. Oktober 1932 die Stundung anordnen und dieſe
im Regierungsamtsblatt bekannt machen.
Forderungen des Schuhverbandes der Gläubiger
der Schahanweiſungen von Köln und Frankfurk M.
Der unter Leitung von Rechtsanwalt Dr. Kurt Fontheim
ſtehende Schutzverband der Gläubiger der Schatzanweiſungen von
Köln und Frankfurt a. M. beabſichtigt, mit größter Energie die
Städte zur Erfüllung ihrer vertraglichen Pflichten anzuhalten. Der
Verband will beſonders darauf hinweiſen, daß gerade Köln und
Frankfurt a. M. infolge ihres großen werbenden Grundbeſitzes
und ſonſtiger werbender Anlagen durchaus in der Lage ſind, ſich
die augenblicklich fehlenden Mittel zur Einlöſung ihrer fälligen
Schatzanweiſungen von der Reichsbank oder mittels Verpfändung
von Bruchteilen ihres Beſitzes bei anderen deutſchen Banken zu
beſchaffen. Wenn auch nicht daran zu zweifeln ſein wird, daß den
Städten die durch die neue Notverordnung eingeführte Friſt bis
zum 31. 12. 1932 bewilligt wird, ſo ſoll nunmehr darauf
gedrun=
gen werden, daß bis zum 31. 12. 1932 eine Regelung erfolgt, die
wenigſtens einigermaßen und, ſoweit es den Schuldnern möglich
iſt, der vertraglichen Rechtslage entſpricht. Dr. Fontheim will
unter allen Umſtänden darauf beſtehen, daß bis Ende ds. Js.
mög=
lichſt 50 Prozent eingelöſt werden, während für die reſtlichen 50
Prozent Raten bewilligt werden dürften. Es ſoll den Städten
gegenüber beſonders darauf hingewieſen werden, daß eine weniger
günſtige Regelung dem Kredit der Kommunen und dem ganzen
deutſchen Kredit einen neuen, empfindlichen Stoß verſetzen würde.
Dies ſtünde in keinem Verhältnis zu der relativ kleinen, fälligen
Schuld der beiden Städte, die für Köln 40 Mill. RM. und für
Frankfurt a. M. nur 30 Mill. RM. beträgt.
Berliner und Frankfurker Effekkenbörſe.
Die Berliner Börſe ſteht noch immer im Zeichen der
nahe=
zu vollkommenen Geſchäftsſtille, ſo daß die Kursveränderungen
keinen zuverläſſigen Ausdruck der Stimmung darſtellen. Das
Pu=
blikum zeigt ſich noch immer ſehr wenig interſſiert, ſo daß die vor
dem Ultimo ſtets ſtärker wirkenden techniſchen Momente einen
größeren Einfluß auf die Kursgeſtaltung haben konnten. Die
Spekulation hatte vorgeſtern gegen Schluß kleine Käufe
vorgenom=
men die ſie geſtern, als die wenigen Kundenorders aus Kauf= und
Verkaufsaufträgen gemiſcht waren, eher glattzuſtellen geneigt war.
Außerdem kamen auf einigen Marktgebieten, noch geringfügige
Lombardlöſungen, für die geſtern die letzte Möglichkeit zum
Ultimo September gegeben war, vor. Nichtsdeſtoweniger war die
Grundſtimmung als ziemlich freundlich anzuſprechen. Einerſeits
regten innerdeutſche Meldungen, über die fortſchreitende
Wirtſchaftsbelebung — in der erſten Oktoberhälfte ſollen
10 bis 12 Hochöfen wieder angeblaſen werden — leicht an,
anderer=
ſeits zeigte man ſich auch über die Erholung in Wallſtreet
befrie=
digt. Weiterhin wirkte die Tarifeinigung im Ruhrbergbau
be=
ruhigend. Allerdings verwies man auf die Meldungen über eine
neue Stagnation am Eiſenexportmarkt und warnte vor
übertrie=
benen Hoffnungen, beſonders hinſichtlich des Tempos der
Wieder=
belebung. Die Kursveränderungen betrugen anfangs zumeiſt nur
Bruchteile eines Prozentes und nur ſelten bis zu 1 Prozent. Im
Verlaufe blieb die Grundſtimmung freundlich, und es vermochten
ſich vielfach Beſſerungen bis zu 1 Prozent durchzuſetzen. Hier und
da konnte ſich ſogar etwas lebhafteres Geſchäft entwickeln. Am
Berliner Geldmarkt hat die Verſteifung vor dem Quartalsultimo
natürlich weitere Fortſchritte gemacht. Tagesgeld war mit 43
Prozent an der unteren Grenze, teilweiſe noch 48 Prozent und
ganz vereinzelt noch 4½ Prozent geſucht. Privatdiskonten kamen
natürlich weiter heraus, doch war das Angebot nicht zu erheblich.
In Reichswechſeln und Reichsſchatzanweiſungen ſind die Umſätze
nach wie vor minimal.
Bei unvermindert geringer Umſatztätigkeit infolge des
Feh=
lens von Aufträgen aus dem Publikum eröffnete die
Frank=
furter Börſe im ganzen nur wenig verändert. Die Spekulation
übte Zurückhaltung, obwohl das Interview Papens in der
Ab=
rüſtungsfrage nicht ungünſtig aufgenommen wurde, dagegen aber
ſcheinbar deshalb, weil Außenminiſter v. Neurath ſeine Abreiſe
aus Genf angekündigt hat. Unter dem Eindruck günſtiger
Mel=
dungen aus der Induſtrie war die Grundſtimmung aber etwas
freundlicher. Nach den erſten Kurſen herrſchte Geſchäftsſtille, und
die Kurſe bröckelten ab. Deutſche Anleihen lagen unter
Schwan=
kungen ſchließlich feſter, Reichsſchuldbuchforderungen, waren nur
wenig verändert. Tagesgeld blieb zum Satz von 3½ Prozent
un=
verändert.
Die Geſchäftsſtille des Mittagsverkehrs blieb, auch an der
Abendbörſe in weitgehendſtem Umfange beſtehen, da Anregungen
irgendwelcher Art fehlten. Die Berliner Schlußnotierungen
blie=
ben gut behauptet. Im Verlaufe war es ſehr ſtill.
Mekallnokierungen.
Die Berliner Metalltermine vom 28. September ſtellten ſich
für Kupfer: September 46 (47,50), Oktober 47 (47). November
47,50 (47,75). Dezember 48 (48), Januar 48,25 (48,50) Februar
48,75 (49), März 49,25 (49,50), April 49.75 (50,25), Mai 50,50
(50,75). Juni 51 (51,25), Juli 51,50 (52), Auguſt 52 (52,25)
Ten=
denz: befeſtigt. Für Blei; September 17,50 (18,25) Oktober
17,50 (17,75) November 17,50 (18,50), Dezember 18 (18,75),
Ja=
nuar 18,25 (19), Februar 18.50 (19,50), März 19 (19,50) April 19
(19,75). Mai 19,25 (19,75), Juni 19.50 (20,50), Juli 20,25 (20.25),
Auguſt 20 (21). Tendenz: kaum behauptet. Für Zink:
Septem=
ber 20,50 (21,75), Oktober 21 (21), November 21.25 (21.50),
De=
zember 21,50 (22) Januar 21,75 (22,50), Februar 22 (22,75), März
2,25 (23), April 22.50 (23.75). Mai 22,75 (23,50), Juni 23.25 (24),
Juli 23,50 (24,25),. Auguſt 24 (24,25). Tendenz: ſtetig. — Die erſten
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.
Unſer Mitarbeiter ſchreibt uns: Die Schnittholzpreiſe
begin=
nen ſich zu ſtabiliſieren. Man kann zwar keine Preiserhöhungen,
wohl aber feſtſtellen, daß Untergebote vom bisherigen Umfang in
den meiſten Fällen von den Sägewerken abgelehnt werden.
Da=
durch und auch durch die allmählich eintretende Senkung der
Be=
ſtände in Schnittholz aller Arten wird dem Holzmarkt die
Mög=
lichkeit geboten, ſich von den baiſſeartigen Einwirkungen,
denen er faſt zwei Jahre ausgeſetzt war, langſam zu erholen. Es
kommt hinzu, daß viel ſchwach, fundierte Holzfirmen, die durch
Schleuderverkäufe den Markt ſtark beunruhigten, durch Txſolvenz
ausgeſchieden ſind. Die Umſätze verteilen ſich daher auf die
ver=
ringerte Zahl von Unternehmungen, und es beſteht Ausſicht, daß
durch das Wirtſchaftsprogramm der Regierung, wenn man ſeine
Entwicklung heranreifen läßt, doch der Holzbedarf weſentlich
ver=
größert werden wird. Nach neueren Mitteilungen beabſichtigt die
Reichsbahn beiſpielsweiſe ohne Zögern Oberbauarbeiten in
An=
griff zu nehmen und für etwa 3½ Millionen RM. Holzſchwellen
zu beſtellen. Es iſt das gewiß kein gewaltiges Quantum, aber es
können mit der Herſtellung der Schwellen doch erhebliche Mengen
von Schwellenarbeitern, die allmählich ſeit 1931 entlaſſen wurden,
wieder eingeſtellt werden. Dem Forſtfiskus wird der Abſatz von
Schwellenholz erleichtert, und der Schwellenproduktion, die zur
Bedeutungsloſigkeit herabgeſunken war, einigermaßen auf die
Beine geholfen werden. Dringend bedarf auch der Schwellenmarkt
einer Erweiterung der Aufträge in Kleinbahnſchwellen. Ob auch
auf dieſem Gebiet größere Beſtellungen zu erwarten ſind, wird
mehr oder weniger von der Lage des Großgrundbeſitzes abhängen.
Aus dem Rheinland lagen Nachfragen nach ungeflößter
Stamm=
ware aus Oſtpreußen, aus Weſtfalen nach kernfreien, aſtreinen
Seitenbrettern vor. In Oſtpreußen ſind einige Partien
Stamm=
ware nach Weſtdeutſchland und Hannover verkauft worden.
Ein= und Ausfuhr
von Lederſchuhwerk im Auguſt 1932.
Im Auguſt 1932 wurden 12014 Paar Lederſchuhe aller
wichtsklaſſen (Poſ. 556 a—c des deutſchen Zolltarifs) eingef
gegenüber 21 488 Paar im Auguſt 1931; dies bedeutet einen 9
gang der Einfuhr um 44 Proz. Gegenüber Juli 1932 mit
Paar iſt im Auguſt 1932 die Einfuhr um 82,5 Prozent geſtieg
Die Ausfuhr von Lederſchuhen betrug im Auguſt 55 946 Pgar:
iſt gegenüber Auguſt 1931 mit 324 164 Paar um 83 Preozent
rückgegangen. Im Vergleich zu Juli 1932 mit 111 822 Paar iſt
Ne Wis Dder Fer, der Sberſchifeifie eirid m Fuff
134 000, der Lederſchuhausfuhrwert 431 000 RM., ſonach ergab
ein Aktivſaldo von 297 000 RM. gegenüber einem Aktivſaldoo
2 231 000 RM. im Auguſt 1931. In den erſten acht Monaten
Jahres 1932 ſtellte ſich der Wert der Lederſchuheinfuhr auf
1 716 000, der Lederſchuhausfuhr auf 6 452 000 RM. gegen
4 759 000 bzw. 22 023 000 RM. in demſelben Zeitabſchnitt des
jahres. Der Aktivſaldo betrug ſomit 4 736 000 (17 264 000) N9
Enlſpannung an den inkernalionalen Kapikalmärtr,
Im Wochenbericht des Inſtituts für Konjunkturforſchung ur.
geſchrieben: Die Entſpannung an den internationalen Kapiſt
märkten hat ſich im Verlauf der letzten Monate auf der gam
Linie durchgeſetzt. Rentenmärkte wie Aktienmärkte ſind teilwaſ” „u der
und zeitweiſe in ausgeſprochene Hauſſe=Bewegung geraten
erſten Anſätze zu einer Erholung der Kurſe zeigten ſich naioſt aus
Markt der feſtverzinslichen Werte. Die Aufwärtsbewegung
Rentenpapiere beſchränkte ſich zunächſt auf die Schweiz und Gr
britannien, erſt ſpäter folgten die übrigen europäiſchen Läm=
und die Vereinigten Staaten. Ihren Ausgang nahm die Rentu,
hauſſe faſt überall am Markt der Staatsanleihen. Erſt in jüng
Wirkſchaftliche Rundſchau.
Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk
Darm=
ſtad. Beendete Konkurſe. Alzey: Friedrich Hamm in
Bechtolsheim. Gießen: Kfm. Hermann Kopp.
Daimler=Benz A.=G., Mannheim. Obwohl ſeinerzeit zwiſchen
der Daimler=Benz A.=G. und der Stadt Mannheim ein Vertrag
abgeſchloſſen wurde, wonach die Daimler=Benz ſich zur
Beſchäfti=
gung einer gewiſſen Mindeſtzahl von Arbeitern verpflichtete wird
jetzt erneut der Plan erwogen, das Mannheimer Werk bis auf
eine Reparaturwerkſtätte ganz ſtillzulegen. In einer
Betriebs=
verſammlung, in der dieſe Abſicht beſprochen wurde, wurde eine
Entſchließung angenommen, wonach nachdrücklich Schritte
unter=
nommen werden ſollen, um die weitere Konzentration der Betriebe
in Untertürkheim zu unterbinden. Die Stadt Mannheim, das
badiſche Innenminiſterium und das Reichsarbeitsminiſterium
ſol=
len erſucht werden, alles zu tun, um das Werk Mannheim aufrecht
zu erhalten.
Der franzöſiſche Außenhandel von Januar bis Auguſt 1932.
In den erſten 8 Monaten des Jahres 1932 betrug die Einfuhr nach
Frankreich 31 606 972 Tonnen im Werte von 19 941,4 Millionen
Franken. Das bedeutet gegenüber dem gleichen Zeitraum des
Vorjahres einen Rückgang um 8 269 107 Tonnen im Werte von
10 079,9 Millionen Franken.
Die Ausfuhr, belief ſich auf
15 121 686 Tonnen im Werte von 129362 Millionen Franken, was
gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eine
Verminde=
rung um 5 272 791 Tonnen im Werte von 8015,5 Millionen
Fran=
ken ausmacht.
Produkkenmärkke.
Frankfurter Produktenbericht vom 28. September. An der
Ge=
treidebörſe beſtand ſtarke Zurückhaltung, und infolge etwas
ſtär=
keren Angebots war Brotgetreide abgeſchwächt. Weizen 218 bis
216,50, Roggen 169—168, Gerſte 180—190, Hafer 142,50—147,50,
Weizenmehl ſüdd. 32,25—33,20, dito niederrh. 32,25—32,95,
Rog=
genmehl 25—26, Weizenkleie 8—8,10, Roggenkleie 8,10.
Zeit hat die Aufwärtsbewegung in den meiſten Ländern auch
die Induſtrieobligationen übergegriffen. Mit dem Beginn
Lauſanner Konferenz kam auch die Abwärtsbewegung der Kr4
an den europäiſchen Aktienmärkten zum Stillſtand. In New AKe/
dagegen ſanken die Aktienkurſe noch weiter. Seit Mitte Juli
ülüen=
nahm New York wieder die Führung in der Bewegung der inm.
nationalen Aktienmärkte. Die Hauſſebewegung ſtand in enelnt holtern
Zuſammenhang mit dem Ausgang der Konferenz von Lauſa
und mit den Preisſteigerungen an den internationalen
Rohſtüs=
märkten. An den europäiſchen Börſen wurden am früheſten
Schweizer Aktienmärkte in die Hauſſeſtrömung mit hineine
zogen, die Pariſer Börſe folgte in der zweiten Auguſt=Hälfte
Ende Auguſt die mitteleuropäiſchen Börſen. Die Effektenhas
wurde in recht erheblichem Umfange finanziert durch Kaſſekazdaag
von Banken, vor allem aber von Privaten. Soweit ſich überſes !
läßt, ſind bisher Börſenkredite nirgends nennenswert in Anſprid
genommen worden. Zu einem nicht geringen Teil ſcheint die Exl.
tenhauſſe gehamſterte Bargeldbeſtände des Publikums hervorgell 1.
zu haben, darauf deutet jedenfalls die Senkung des Notenumlafſtlgtl A
hin, die ſich allgemein der Saiſonbewegung entgegen durchſex” hhober: Jal
Von eheblicher Bedeutung für die Rentenmärkte ſind vielfach Maſechenſtraße 1
tenkäufe der Geldanſtalten geweſen. In der letzten Zeit iſt
nahezu ſämtlichen Aktienmärkten ein ziemlich heftiger Rückſchü.Aäſſes Fiſ
erfolgt. Es wäre jedoch verfrüht, aus dieſen Vorgängen, die
im allgemeinen im Rahmen normaler Gewinnrealiſationen HM/ Voche be
ten, auf einen völligen Tendenzumſchwung ſchließen zu wollen, Fhut echn. 19
iſt freilich nicht ausgeſchloſſen, daß die Geſchäftstätigkeit an Ei wileiſchig,
Aktienmärkten verhältnismäßig bald erlahmt oder wenigſtens
Tempo erheblich zügelt. Die Obligationsmärkte erwieſen ſich deshſelſtill zu
gegenüber auch in der jüngſten Zeit außerordentlich widerſtan,
üigenfert
fähig, die Tendenz zur Zinsermäßigung hält an.
Kleine Wiriſchaftsnachrichken.
Die außerordentliche Generalverſammlung der Oberbayeriſaitell
Ueberlandzentrale AG., München genehmigte einſtimmig A
Fuſionsvertrag mit der Amperwerke Elektrizitäts=AG., Mündky
Durch die Fuſion ſoll u. a. auch eine eventuelle Beſchaffung new billig
Kapitals inſofern erleichtert werden. Auch die anſchließende außi in ſeiln
ordentliche Generalverſammlung der Neue Amperkraftwerke 271
München, genehmigte den Fuſionsvertrag.
And
Die Südſilm AG., Berlin, hat am 26. September die Zh0, Epiegelkarpf
lungen eingeſtellt. Eine Gläubigerverſammlung wird für Me, Aheinhech
29 September einberufen. Ueber die Ermöglichung der Wei il u. Rheinbre
Ia Meinzand
arbeit ſind Verhandlungen eingeleitet.
Berliner Kursbericht
vom 28. September 1932
Me
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Bant 61.75
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd, Lloyzd
A.E. 6.
Bahr. Motorenw. 63.50
C. P. Bemberg 58.—
Bergmann Elektr. 20.75
Berl. Maſch.=Bau 30.—
Conti=Gumm 107.125
Deutſche Cont. Gasl
Aiht
75.25
17.75
32.—
18.25
33.125
92.—
Meuſe
Elektr. Lieſerung
F. G. Farben 100.75
Gelſ. Bergw.
Geſtf.elektr. Untern 74.—
Harpener Bergbau/ 74.75
Goeſch Eiſen u.
göln=Neueſſen 37.75
Phil. Holzmann 59.375
Kali Aſchersleben 1103.—
Rlöcknerwerke.
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw. 33.123
Orenſtein & Koppel 35.25
75.125
70.50
40.—
35.125
58.—
37.125
Mae
Rütgerswerke.
Salzdetfurth Kali
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Beſteregeln Alkali
Ugsb.=Nnrb.Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ino.
birſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
Vogel Telegr. Draht
Banderer=Werke
üichkonſerben
Deviſenmarft
„Mer= Süßbücklit
vom 28. September 19. M4herte Schellt
Meer, gr. Flun
Re
43.125
171.50
48.50
18.875
113.25
19.—
50.25
11.—
72.—
30.25
23.—
beiſtingfor=
Wien
Prag
Budapeſt
Sofig
Holland
59to
Kopenhagen
Stockholm
London
Buenos=Aires
New Yort.
Belzien
Italien
Paris
100 Franken et.11 1100 S hilling!” 51.93 152.05 Spanien
190 Beſetas 31,42 100 Tſch. gre. 12.435 12.,425
Danzig 00 Gulden 81.82 100 Pengö ſupan
Den 1.009 109 Leva 3.955 3.073 R:o de Janerrolt 1 Milreis 0.304 100 Gulden 133.13 151.7= F igoſlawien 1 100 Dinar 6. 294 10) Kronen 73.17 73.32 Bortugal 1 100 Eseuvos 13.22 109 Kronsn 75.31 75.53 Uthen.
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Frankfurter Kursbericht vom 28. September 1932.
Pd
69
v.27
5½%Intern.,
6% Baden......."
6% Bayern......
6% Heſſen......"
% Preuß. Staat
62 Sachſen
Dtſche. Anl.
Auslo=
ſungsſch. 4½.
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl.
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ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schutzge=
bietsanleihe
1½ Baden=Baden.
6% Berlin. . . . b. 24
6% Darmſtadt . .
62 Dresden .„.v. 26
820 Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
6% „ v. 26
62 Mainz .......
6% Mannheim v. 27
6% München. v. 29
62 Wiesbadenv. 2‟
26 Heſt. Landesbi.
120
Goldoblig.
5½% beſſ. Landes=
Syp.=Bk.=Liquid.
4¾%. „Kom.,Obl.
62% Preuß. Landes=
Pf.=Anſt Gh. Pf.
6% „ Geldoblig.
7
67.5
65
69
517,
64.5
76.25
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69
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Br. Girozentr. fürl
Heſſen Goldobl.
6% Kaſſeler Land.
kredit Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5 ½%0 „ Liqu. Obl.
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
4AuslSer. 1
„ . Ser. 11
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz),
Berl. Syp. Bk
„„Liau.=Pfbr.
6% Frkf. Hyp.=Bk..
5½% — Lig=Pfbr.
6% „ Goldoblig.
6% „ Pfbr.=Bk.
5½%0 n Lig. Pfbr.
75 Mein. Hyp.=Bk.
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32 Pfälz. Hyp.=Bk
% „ Lig. Pfbr.
2 Rhein. Hnp.Bk.
5½% — Lig. Pfbr.,
6 „ Goldoblig
6% Südd. Bod.,
Cred.=Bank".
5½% „ Lig. Pfbr
6% Württ. Hyp.=B.
Daimler=Benz
6% Dt. Linol. Werke
62 Mainkrw. v. 26
6% Mitteld. Stahl.
62Ver, Stahlwerke
78.5
7871,
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68
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59
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5% Bochn. L.E. B.
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52 Bulg. Tab. v. 02
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4% Oſt. Goldrente
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1. Bagdadl
Zollanl.
4½% ungarn 1913
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1914
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47
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„ Erdöl .......1
95.5
12.5
12.5
10
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11
5.5
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60.5
33.5
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32
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32.5
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39
21.5
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1 75.75
A30. Srte
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135.25
48
23
20
88.5
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100-,
28
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69
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133
98.5
17.5
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1133
47
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229
888
67
12—
6a
[ ← ][ ][ → ]eestag, 29. September 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Btonder Keld und viele Frauen.
Roman von Karl Lütge. Copyright by VerlagPreſſe=Tagesdienſt,Berlin W3s
Grand Hotel von Calais bewohnte Miß Mabel Macy
Geſellſchafterin Miß Eckſtein ein luxuriöſes Appartement.
Freude am Daſein regten ſich tief und urſprünglich in
uch. Seit ſie im vorigen Jahre einiges von Europa
ge=
arte, mißfiel Milwaukee, dieſe ehemalige Cream City, die
uterößtenteils verräuchert ausſah. Papa mußte ihr die neue
zeiſteewilligen. Mama reiſte ſchließlich ebenfalls.
oſer junge Schwimmer zog ſie an. Was er leiſtete,
bewun=
e, womöglich nur ihn ſelbſt. Sie kannte in ihrem ausge=
Bekanntenkreiſe keinen jungen Man, der annähernd mit
Mühlingshaus zu vergleichen war. Gewiß fuhr ſie in
blinzg Verſchoſſenheit nicht noch Europa, um ihn zu ſehen. Die
Spoſeſufgabe voran reizte ſie. Sie wollte teilhaben an ſeinem
Er=
folg, im Sieg beiwohnen, ihn, den Sieger, kränzen, wie ſie es
geloictzatte, vor zwei Jahren in Milwaukee.
Mdas war es. Das gegebene Wort halten! Fanatiſch
klam=
mermtich Miß Macy an das Wort gegenüber dem Schwimmer;
an ſvor zwei Jahren anſcheinend leichthin gegebenes
Verſpre=
chenu ſile Enttäuſchungen erlitt die fanatiſch ehrliche Miß Macy,
da g ute ihr nicht oder nur halb hielten, was ſie ſelber
verſpro=
chenuſtten. — Sie hielt ihr Wort, unbedingt!
At Miß Eckſtein ſprach ſie nie über ihre Wünſche und Pläne;
auchurcht über den Schwimmer. Was Miß Eckſtein dachte, war
ihr jolchgültig. Das zählte nicht. Mochte Miß Eckſtein die Naſe
rümwin, daß ſie zu dem Schwimmer fuhr. Das hatte nichts zu
ſagem Miß Eckſtein, wohl 30 Jahre alt, zeigte ſich in vielen
Din=
gen uerfahrener als Miß Macy mit Achtzehn. Das hatte Miß
Mauſy ald genug erkannt. Man wußte ſchließlich ſelbſt, was man
zu t mhatte.
„M Morgen nach der erſten Begegnung erſchienen die Damen
ernenu auf der Höhe der Dünen. Als Leopold Holtermann vom
Moonoot aus die hellen Kleider auftauchen ſah, ſprach er laut
ſeiny derbſten Verwünſchungen aus. Ludwig Mühlinghaus
ſchwumn.
Es hatten ſich für den Vormittag, wo man ungeſtört zu ſein
glauh, viel vorgenommen. Nun ſchien es wieder nichts Rechtes
werrn zu wollen durch die beiden Störenfriede.
Aein die beiden Damen kamen heute die Dünen nicht herab,
unda verſchwanden bald wieder, da Ludwig Mühlinghaus
be=
ſtäm) im Waſſer blieb. Er merkte überhaupt nichts vom
Er=
ſcheym der beiden hellen Kleider und fragte zur heimlichen
Frem) Leopold Holtermanns hernach nicht nach den Damen. So
glauſe Holtermann die Gefahr gebannt.
Er irrte ſich.
Die Verſtrickung, die Ludwig Mühlinghaus ein
übelwollen=
des Geſchick mit dieſer jungen Amerikanerin übergeworfen hatte,
würde ſich bald einſchnürend eng um ihn ziehen. —
Die glutäugige, junge plämiſche Wirtin brachte Ludwig
Müh=
linghaus am Spätnachmittag ein Briefchen aufs Zimmer. Sie tat
damit ſehr geheimnisvoll. Sie klopfte an, und, als Ludwig
Müh=
linghaus im Türrahmen erſchien, winkte ſie ihn auf den Gang
hinaus und reichte ihm hier im diskreten Halbdunkel das
Brief=
chen. Holtermann war auf einem Gang zur Poſt.
— — Monſieur — —”, flüſterte ſie und hatte heißlohende
Augen.
„Merci, merci” ſtammelte Ludwig Mühlinghaus
verwun=
dert über Brief und Blick und trat einen Schritt zurück.
Die Frau lächelte zwinkerndes Verſtehen, da Ludwig
Müh=
linghaus ins Zimmer zurückwich. Zögernd ſtieg ſie die ſteile
Holz=
treppe hinab, in die verräucherte Wirtsſtube, hinter den ſchmalen
Schanktiſch.
Das Briefchen war nicht programmäßig. Briefe ſollten
uner=
öffnet bleiben. Zweifellos verwahrte Holtermann ſchon einige,
und auch jetzt war er zur Poſt gegangen, um alles, was für ſie
ein=
ging, abzufangen.
Unſchlüſſig wog Mühlinghaus den Brief in der Hand. Es
unterlag keinem Zweifel, daß der Brief von Miß Macy kam. Er
hatte eine ſolche Botſchaft von ihr erhofft, da ſie heute nicht an
den Strand gekommen war.
Was ihn abhielt, den Brief zu öffnen, war die Schrift auf
dem Umſchlag. Minutenlang ſchwankte er unentſchloſſen. Er
be=
trachtete kritiſch die wenig charaktervolle Schrift. Sie entäuſchte
ihn. Er dachte an dieſes ſelbſtändige, ſichere Weſen, dieſes
ent=
ſchloſſene Geſicht; und nun ſolch nichtsſagende Schriftzüge —
Als er den Umſchlag öffnete, mußte er ein mehrmals
geknif=
fenes großes Blatt entfalten. Mit einiger Verwunderung las er:
„Miß Mabel Macy läßt Ihnen durch mich mitteilen, daß
Miß Mabel Macy im Grand Hotel in Calais für Sie und ihren
Manager ein Appartement wird reſervieren laſſen. Außer
die=
ſem hat Miß Mabel Macy die Abſicht, den neuen Rennwagen
Ihnen und Ihrem Manager zur Fahrt an den Kanal zur
Ver=
fügung zu ſtellen.
Im Auftrag:
E. Eckſtein.”
Nr. 271 — Seite 18
Das war alles. Und viel. Ein famoſes Mädel: Hier das iſt
nötig, das muß getan werden, und ich tue es. Im Sinn und Stil
der ſteifen Miß Eckſtein freilich würde es heißen: Miß Mabel
Macy hält es nicht für möglich, daß von Ihnen weiterhin in ſo
dürftigen Verhältniſſen ohne Beeinträchtigung ihrer
Leiſtungs=
fähigkeit gearbeitet werden kann. Miß Mabel Macy hat mit mir
die dürftige Schifferwirtsſtube beſucht uſw. uſw. Aber das machte
nichts. Die Geſinnung galt.
Die Wirtin hatte ihm draußen zugeraunt, eine „jolie
Ma=
dame” ſei ſelber dageweſen, im Haus; das heißt vor der Tür, mit
dem Auto. Am Nachmittag. Erſt jetzt verſtand er alle
Zuſammen=
hänge.
Der Brief erfreute und enttäuſchte Mühlinghaus. Warum
ſchrieb Miß Macy nicht ſelbſt? Tröſtlich, daß ſie nicht dieſe
charak=
terloſe Schrift ſchrieb. Nun, er erhielt Nachricht, ſie zeigte, daß ihr
Intereſſe bei ihm war. Gleichviel, zunächſt riß er den Brief in
tauſend kleine Fetzen, und ließ dieſe achtlos aus dem einen engen
Fenſter des Stübchens auf den in voller Urſprünglichkeit zu ihm
in allerlei ländlichen Gerüchen hinaufgrüßenden Hof flattern.
Holtermann ſah es. Er ſtand im Zimmer, ohne daß
Mühling=
haus es bemerkt hatte.
„Einen Brief?” forſchte er.
Ludwig Mühlinghaus machte eine überlegene Geſte, wandte
ſich zum kahlen Tiſch und deutete auf ihn.
„Wieſo?” fragte er mit argloſem Geſicht.
„Von der Amerikanerin?“
Nun mußte Ludwig Mühlinghaus lachen.
„Wie du das ſo ſicher erraten kannſt, Leopold!”
„Alſo doch?‟
„Alſo doch? — Wieſo?‟
„Ich habe etwa Derartiges natürlich erwartet. Die
Wirts=
leute mußten mir verſprechen, daß ſie alle für dich eintreffenden
Briefe mir aushändigen — du verſtehſt meine Handlungsweiſe.
zu der ich mich offen bekenne, hoffentlich richtig —
Mühlinghaus Fröhlichkeit ſtieg.
„Den Brief habe ich trotzdem erhalten. Und zwar von unſerer
lieblichen Wirtin! — Frauen ſind immer auf Seiten der anderen
— — du verſtehſt mich hoffentlich auch?"
Holtermann hielt mit ſeiner Erwiderung nicht zurück.
„Jeder ernſthafte Mann kommt wohl oder übel zu der
An=
ſicht, daß die große Weltlüge von der Liebe nichts als Unheil
anrichtet, und an vielen böſen Erſcheinungen und ſchlimmen
Er=
eigniſſen die Schuld trägt. Mir fallen die Beiſpiele aus der
Ge=
ſchichte nicht gleich ein; aber das weiß ja ohnehin jeder. Du auch,
nicht wahr? Gut, erfreulich, ja, daß du die Epiſtel zerriſſen haſt.”
Ludwig Mühlinghaus hörte nicht hin. Holtermann ſprach
oft konfus in dieſen Tagen. Er war nervös und überreizt. Die
Aufgabe ging über ſeine Kräfte; er geſtand es ſich natürlich
nicht ein.
(Fortſetzung folgt.)
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