Darmstädter Tagblatt 1932


15. September 1932

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Einzelnummer 10 Pfennige

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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
mraligem Erſcheinen vom 1. Sepiember
Anzeigenpreis:

wer 2. Reſchomark und 20 Pfennig
Musgeholt 2. Reichsmark, durch die
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gſckellgeld monatlich 2,60 Reſchemart.
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wird nicht übernommen. Nicht=
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BTezieher nicht zur Kürzung des
ellungen und Abbeſſellungen durch
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I frnffurt a. M. 1301.

Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche iluſtrierte Beilage: Die Gegenwart, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämtlicher müt * verſebenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quelſenangabe Darmſt. Tagbl. geſtattet.
Nummer 257 Donnerstag, den 15. September 1932. 195. Jahrgang

21 mm breilte Zeile im Kreiſe Darmſtadt 23 Reichspig.
Finanz=Anzeigen 28 Reſchspfg. Rellamezelle (92 mm
breit2 Reichsmark. Anzelgen von auswärts 35 Reſchspfg.
FinanzAnzeigen 50 Reſchepfg. 92 mm breite Rellame=
zelle
3.00 Reſchsmark. Alle Preiſe in Reichemark
(1 Dollar 4.20 Markl. Im Falle höberer
Gewall, wie Krieg, Aufruhr Streilt uſw., erliſcht
ſede Verpflichtung auf Erfüſlung der Anzeigen=
aufträge
und Teiſtung ven Schadenerſatz. Bei
Konturs oder gerichtiſcher Beltreibung fänf ſeder
Nabatt weg. Bankkonto Deutſche Bank und Darm=
ſtädter
und Nationalbank.

des Wehrſports.

Eri des Reichspräſidenken: Zuſammenfaſſung aller wehrſporklichen Vereinigungen in einem Reichs=
amn

einde zu 44orut fük Jugenderküchkigung. Erziehung der Ingend zur Ordnungsliebe, Willensſtärke, Ausdauer,
Selb ſeherrſchung, Kameradſchaftlichkeit, Opferbereilſchaft für die Geſamtheit und Bakerlandsliebe.

finten en Hindenburg mahnk:
Woſenlie deindse Jugend iſt die Zukunft unſeres Volkes!
Berlin, 14. September.
ſe Pläſin welche ſchon ſeit langem nach der Richtung beſtanden,
wehrfihtlächen Vereinigungen, welche ſich der körperlichen
DeMA bildurxpder Jugend widmen, zu gemeinſamer Arbeit zuſam=
m
zufaſſeünhaben nunmehr ihren organiſatoriſchen Abſchluß ge=
en
. 9Serr Reichspräſident hat unter dem 13. September
folgeſitt von dem Herrn Reichskanzler und dem Herrn
WoAeisminhſe Des Innern gegengezeichneten Erlaß an den Reichs=
Schuſfiz ſter dike=Innern gerichtet:
Die ibitſahe Jugend iſt die Zukunft unſeres Volkes. Seit
en hath ſich daher mit beſonderer Anteilnahme alle Beſtre=
en
v ulxt, die ihrer körperlichen Ertüchtigung galten. Die
ſlung a) Körpers, die Erziehung der Jugend zur Ordnungs=
und tmeradſchaft und zur Opferbereitſchaft für die Ge=
heit
ſiſa/A ufgaben, deren ſich der Staat verpflichtet iſt.
Ihre zlun g wird in der Zuſammenarbeit mit allen Vereini=
en
vayſie denſter Art erfolgen können, die ſchon bisher ſich
m Welgit, der deutſchen Jugend gewidmet haben, und denen
ür die ſeelbeit danke.
Um fiwie Zukunft alle Kräfte, denen die Ertüchtigung der
ſchen hend am Herzen liegt, zu gemeinſamer und einheitli=
Arbefükiſnmmenzufaſſen, errichte ich hiermit ein Reichskura=
für
unendertüchtigung.
bAl, den Reichsminiſter des Innern zu ſeinem Vor=
ſenzuſiden
General der Infanterie a. D. Edwin v. Stülp=
zumtz
äftsführenden Präſidenten.
ch beyttage den Reichsminiſter des Innern, geeignete Per=
Eſchkeitgin diee auf dieſem Gebiete beſondere Erfahrungen be=
als
Aigeber des Kuratoriums zu berufen, mir die Satzun=
zur
Geltmigung vorzulegen und alle Maßnahmen der Durch=
lng
di 06 Erlaſſes im Benehmen mit den ſonſt beteiligten
HNEIAgemint ki z zu treffen.
(gez.) von Hindenburg
(gez.) von Papen
(gez.) Freiherr von Gayl.
6NN
1Aſu und Bedeukung dieſes Erlaſſes.
Das müldieſem Erlaß berufene Reichskuratorium für
TEChlenderti=t gung ſoll nicht in die Freiheit der be=
beſht
)enden Verbände eingreifen oder zu
lenübſlche die Förderung von Turnen und
ih ſchon bisher zur Aufgabe gemacht
imt gendwelchen Gegenſatz treten. In dem
den Augen Reichuratorium für Jugendertüchtigung ſollen vielmehr
ireter Menigen Verbände zuſammengefaßt werden, die
gmben ſie Naf beruflicher oder politiſcher oder konfeſſioneller
zue ndlage ſchamiſiert ſein daneben aber der körperlichen Aus=
her
ung de zu gend ihre beſondere Aufmerkſamkeit zugewandt
em, odebin Zukunft zuwenden werden.
ſud / Den Vſänden ſoll ihre Arbeit vor allem dadurch erleichtert
den, daſß eingnete Lehrkräfte herangebildet werden, die in der
ſind, due auch wirklich wertvolle Ausbildung zu vermitteln.
Eemeineklibesübungen, Sport und Turnen ſollen in den da=
beſteheratr
Vereinen ſelbſtverſtändlich weiter betrieben wer=
Dulſſpas Reichskuratorium für Jugend=
üchtiſug
ſoll hauptſächlich die Sportart ge=
Ddert biiden, für welche ſich der Ausdruck Ge=
deſpih
eingebürgert hat und diejenige ſportliche
Ptigungy), Die den jungen Mann hinausführt in das freie
unde, w mi in Ordnungsübungen und Geländeſpielen ſeinen
der ſtäbllu d zur Willensſtärke, Ausdauer, Selbſtbeherrſchung,
beradſchinzlichteit und Opferbereitſchaft erzogen, wo ſeine

* zum Amfinſamen Vaterlande und zum Boden der Heimat

ſrit wewutt ſſoll.
as Rh=Euratorium zur Jugendertüchtigung, an deſſen
e der ſichsminiſter des Innern ſteht, wird ſeine Abſichten
Dlänen ; engen Einvernehmen mit den Landesregierungen
ührem 2ce Vertreter der Landesregierungen werden vom
Sminiſh des Innern als Mitglieder des Kuratoriums be=

werduthl!
Wie v4Mzu ſtändiger Stelle mitgeteilt wird, handelt es ſich
Weiem Kais um die Vollendung von Plänen, die ſchon unter
Neichs miſsern Dr. Wirth und Groener ventiliert wurden.
ſanden aüt den Zweck der körperlichen Ausbildung der Jugend
MMilliowe 9 eichsmark zur Verfügung, die im Reichshaushalt
ehen Men. Es iſt nicht beabſichtigt, irgendeinen Verband,
on Eßter, in ähnlicher Weiſe gearbeitet hat, zum Grund=
ſur
dies ungaben des Reichskuratoriums zu machen, ſondern
Verbäpg die gewillt ſind und die Gewähr dafür bieten, ent=
gend
dimhſ chtlinien für die Jugendertüchtigung zu arbeiten,
R zu ddelufgaben herangezogen werden, ohne daß ihr Eigen=
A in in üefiner Weiſe geſtört werden ſoll.

Errhlang von 20 Ausbildungslagern.
eunhaltung jeder Parkeipolikik.

* Berlin, 14. September. (Priv.=Tel.)
Die RAsuegierung wird, wie wir hören, von dem Erlaß
Reichsckzid=enten über die Bildung eines Reichskuratoriums
De Fel dertüchtigung unverzüglich Gebrauch machen.

Wsinngwüuiſter von Gahl hat ſchon ſeit längerer Zeit mit
TEI Linſalguugen Verbänden und auch mit den Landesregie=
een
Belctyolungen geführt, die durchweg einen befriedigen=

überall die Volksſportkurſe in vollem Betrieb ſein können.
der Ausbildungslager wird es ſein, ein brauch=
halten
. Eine Löhnung wird den Kursteilnehmern nicht gezahlt. belaufen dürfe.
Auch die Mitglieder des Kuratoriums erhalten keinerlei finan=

Hindenburg an Goering.
Der Reichspräſidenk lehnk Folgerungen aus den
Beſchlüſſen des Reichskags ab.
Von unſerer Berliner Schriftleitung.
Der Kampf zwiſchen der Reichsregierung und dem Reichs=
taren
nicht recht mitkam.
Der Briefwechſel hat jetzt aber ſeinen Abſchluß gefunden mit
einem Brief des Staatsſekretärs beim Reichspräſidenten, Meiß= jahren geſteigerte Kaufkraft der Reichsmark eine ihr enn=
ſtandslos
ſind. Der Herr Reichspräſident beabſichtigt daher nicht,
aus dieſen Beſchlüſſen Folgerungen zu ziehen.
Die Nakionalſozialiſten drohen mit Ark. 43 und 59
der Reichsverfaſſung.
Soweit wir wiſſen, war der ganze Briefwechſel nur deshalb
aufgezogen worden, um dem ganzen Konflikt eine perſönliche
Spitze gegen den Reichspräſidenten unmittelbar zu geben. Die Na=
tionalſozialiſten
drohen bereits mit dem Artikel 43 der Reichs=
verfaſſung
, der dem Reichstag mit qualifizierter Mehrheit das
Recht gibt, einen Antrag auf Abberufung des Reichspräſidenten
durch Volksabſtimmung zu ſtellen, und mit dem Artikel 59, bei
dem der Reichstag ebenfalls mit qualifizierter Mehrheit berech=
tigt
iſt, den Reichspräſidenten vor dem Staatsgerichtshof anzu=
klagen
. In beiden Fällen iſt aber die Vorausſetzung, daß ein
Reichstag vorhanden iſt. Nachdem Herr Goering aber anerkannt
hat, daß dieſer Reichstag zu Recht aufgelöſt worden iſt, kommt
ein ſolcher Vorſtoß höchſtens erſt für den künftigen Reichstag, in
Frage. Es bleibt abzuwarten, ob die Nationalſozialiſten bis da=
hin
noch entſchloſſen ſind, die letzten Folgerungen zu ziehen.
Sozialdemokraten noch beim Zentrum auf Gegenliebe.
in einen Unkerſuchungs=Ausſchuß.
neue, wie ſehr ſich die Nationalſozialiſten in einer Sackgaſſe
verrannt haben, aus der herauszukommen für ſie ſehr ſchwer
wird, ohne dabei ſtark an Preſtige zu verlieren. Sie haben des=
halb
auch bei einem Vermittlungsvorſchlag des Zentrums, der der Goldwert , der Unterſchied der Kaufkraft der Mark
das Verhalten des Neichstagspräſidenten bei der Abſtimmung bei Begründung und Erfüllung des Schuldverhältniſſes im
als berechtigt anerkennt, den Abſtimmungen aber wegen der in= Einzelfalle feſtgeſtellt werden müßte, ſieht Dr. Albrecht ſelbſt ein
men will, gerade in den entſcheidenden Punkten abgelehnt.
nalſozialiſten die Anregung gegeben, über den eigentlichen Tat=
hat
ihn daher zurückgezogen, worauf er dann ſchleunigſt von
(Fortſetzung auf Seite 2. 4. Spalte.

Schuldabwertung.

Zu dem von uns in unſerer Nr. 250 als Leit=
artikel
veröffentlichten Aufſatz, erhalten wir von
Herrn Oberlandesgerichtspräſident i. R. Dr. Beſt,
Darmſtadt, die nachſtehenden Ausführungen, die
wir umſo lieber veröffentlichen, als wir ihnen im
wefentlichen nur zuſtimmen können.
Die Schriftleitung.
In Nr. 250 des Darmſtädter Tagblatts vom 8. September
erörtert Dr. Karl Albrecht, Rathenow, die Frage einer erneuten
den Verlauf genommen haben. Infolgedeſſen wird in abſehbarer / Schuldabwertung. Nachdem er ſich gegen eine Abwendung vom
Zeit das Kuratorium durch Landesvertreter und durch Mitglie= Goldſtandard ausgeſprochen hat, behandelt er den Plan einer
der verſchiedener Organiſationen aufgefüllt werden können. Herr echten Devalvation durch Schaffung einer Währungseinheit etwa
von Gayl iſt zwar der Vorſitzende des Kuratoriums, die Haupt= auf der Baſis von 80 Goldpfennigen als einer in 100 Teile zu
arbeitslaſt wird aber auf den Schultern des bisherigen Kom= gliedernden Münzeinheit und den einer Schuldabwertung unter
mandeurs der Reichswehr in Oresden, General der Infanterie Aufrechterhaltung des gegenwärtigen Währungsſtandards. Die
a. D. von Stülpnagel ruhen. Herr von Stülpnagel hat ſchon Schuldabwertung werde von ihren Befürwortern darauf geſtützt,
ſo weit vorbereitende Arbeit geleiſtet, daß in einigen Wochen daß die Mark heute eine höhere Kaufkraft aufweiſe als früher
und der Sinn jedes Schuldverhältniſſes dahin gehe, daß der
Es wird daran gedacht, etwa 20 Ausbildungslager Schudner nur ſoviel an Kaufkraft zu erſtatten brauche, als er
im geſamten deutſchen Reich einzurichten. In erſter ſeiner Zeit empfangen habe. Wie nach der Inflation zugunſten
Linie wird dabei an die noch vorhandenen Truppenübungsplätze der Gläubiger eine Aufwertung erfolgt ſei, ſo müſſe jetzt um=
gedacht
. Verſuchsweiſe ſind deraritge Kurſe in letzter Zeit bereits gekehrt zugunſten des Schuldners eine Abwertung erfolgen.
durchgeführt worden. Die Erfahrungen, die man mit ihnen ge= Einer Generalabwertung auf etwa 80 Prozent würden heute
macht hat, haben dazu ermutigt, die geſamte körperliche Aus= wohl die meiſten Gläubiger zuſtimmen, da ſie ja von vornherein
bildung der Jugend unter Reichsaufſicht zu bringen. Aufgabe für ihre Forderungen nur mit einer Vergleichsquote rechneten.
Dr. Albrecht macht gegen die unverhüllte Schuldabwertung
bares Führerperſonal für die Jugendausbildung mehrfache Bedenken geltend. Es müſſe dabei zwiſchen kurz= und
heranzuziehen. An der Spitze der Kurſe ſtehen bewährte langfriſtigen Krediten geſchieden, das ſozialpolitiſche Problem
und befähigte Männer. Die Kursteilnehmer gehen nach einem der Sparkaſſengläubiger beachtet und wie bei der Aufwertung
etwa 3= bis 4=wöchigem Lehrgang wieder zu ihren auf abgewickelte Schuldverhältniſſe mit dem bedenklichen Erfolge
Verbänden zurück. Man denkt daran, zunächſt etwa 20 000 zurückgegriffen werden, daß möglicherweiſe der befriedigte Gläu=
unterführer
auszubilden. Für dieſen Zweck ſind biger wegen Ueberzahlung nachträglich zum Schuldner werde.
1½ Millionen RM. in den Etat eingeſetzt. Sämtliche Schließlich unterſcheide ſich die geplante Abwertung von der Auf=
Verbände mit Ausnahme der kommuniſtiſchen wertung dadurch, daß nicht das Verhältnis zwiſchen Papier=
werden
ihre Vertreter in die Volksſportlager und Goldmark, das zwiſchen 1:1 und 1 bis zu einer Billion ge=
entſenden
. Die Parteipolitik iſt aus dieſen Lagern verbannt, ſchwankt habe, ſondern allein die wachſende Kaufkraft der
Ebenſo dürfen während der Ausbildungszeit keine Parteiunifor= Goldmark in Frage komme und daß, da ja auch die Aufwertung
men getragen werden. Die Kursteilnehmer werden aber einen nur auf durchſchnittlich 25 Prozent erfolgt ſei, die Abwertung
einheitlichen Anzug, gedacht iſt an einen Drillichanzug er= ſich nicht auf 20, ſondern kaum auf 5 Prozent des Nennwertes
Während Dr. Albrecht von einer unberhüllten Schuldabwer=
zielle
Vergütung. Sie verwalten ihr Arbeitsgebiet ehrenamtlich, tung eine ſchwere Erſchütterung unſeres Kreditſyſtems befürchtet,
hält er ſie in der Form der echten Devalvation für angezeigt und
weiſt darauf hin, daß ja auch der ſtabiliſierte franzöſiſche Frank
und die italieniſche Lira viel kleinere Goldwerteinheiten gegen=
über
der Vorkriegszeit und gegenüber der Reichsmark darſtell=
ten
. Sei nach dieſen Vorgängen die Devalvation möglich und
vorteilhaft, ſo ſeien doch vorab die von ihm aufgeführten
Vorausſetzungen für eine ſolche zu erfüllen. Bis dahin ſeien
Sicherung der Währung. Erhaltung der letzten Ausfuhrmöglich=
keiten
und pflegliche Behandlung des Sparwillens dringend er=
forderlich
.
Nach dem Vorſtehenden tritt Dr. Albrecht ſachlich für die
tag hat ſich innerhalb der letzten 24 Stunden in einem dreiſeiti= Schuldabwertung ein. Nur gibt er der Form der Devalvation
gen oder eigentlich vierſeitigen Briefwechſel fortgeſetzt zwiſchen den Vorzug, weil ſie die Enteignung der Gläubiger mehr ver=
dem
Reichspräſidenten, dem Reichstagspräſidenten, dem Reichs= hüllt, dieſe nicht nur bis zu fünf, ſondern bei Devalvation auf
kanzler und dem Vorſitzenden des Ueberwachungsausſchuſſes, dem 80 Pfennig um 20 Prozent herbeiführt und allgemeiner als
Abg. Loebe. Die Briefe folgten ſich in einem Tempo ſo die Schuldabwertung wirkt. Deshalb iſt zu den Gründen Stel=
raſch
, daß die Reichsregierung mit ihren offiziöſen Kommen= lung zu nehmen, auf die man die nackte oder durch Devalvation
verhüllte Schuldabwertung ſtützt.
Wenn zunächſt behauptet wird, daß die gegenüber den Vor=
ner
, worin Herr von Hindenburg kurz und bündig feſtſtellt, daß ſprechende Minderung der Schuldſumme als dem Sinn des
die Beſchlüſſe des Reichstags, die nach der Abgabe der Auf= Schuldverhältniſſes entſprechend erſcheinen laſſe, ſo iſt vorab
löſungsorder gefaßt wurden verfaſſungswidrig und damit gegen= darauf hinzuweiſen, daß die Reichsregierung im Intereſſe der
Wirtſchaft eine Preishebung erſtrebt und damit zum Teil be=
reits
Erfolg gehabt hat. Das iſt aber, wie auch Reichsgerichtsrat
Dr. Zeiler letzthin in der Handels= und Induſtriezeitung nach=
gewieſen
hat, rechtlich an ſich bedeutungslos, da Gegenſtand der
Geldſchuld nicht eine beſtimmte Kaufkraft, ſondern eine Geld=
ſnmme
von beſtimmtem Goldwerte (1 RM. 358 Milligramm
Gold) iſt und dementſprechend bſpw. 8 60 B. G.B. für das Dar=
lehen
ausdrücklich beſtimmt, daß das Empfangene nicht nur in
gleicher Art und Menge, ſondern auch in gleicher Güte, d. h.
beim Geld in gleichem Goldwert, zurück zu erſtatten iſt. Gewiß
könnte der Geſetzgeber oder könnten im Einzelfalle die Beteilig=
ten
beſtimmen, daß die Geldſchuld Indexſchuld ſein, d. h. im
Verhältnis ihrer Kaufkraft erfüllt werden ſoll.
Das könnte aber ſelbſtverſtändlich nur für die Zukunft ge=
ſchehen
. Denn eine Beſtimmung für die Vergangenheit würde
eine Enteignung des Gläubigers darſtellen und als ſolche dem
Art. 153 der R.V. zuwiderlaufen. Selbſtverſtändlich müßte eine
ſolche Beſtimmung auch Preisſteigerungen ins Auge faſſen und
würde dann, falls ſie zurückwirkt, den Schuldner entſprechend
ſchädigen. Ich weiſe darauf hin, daß nicht etwa das Papier=,
ſondern das Goldgeld gegenüber der Vorkriegszeit bis zum
Jahre 1930 mehr als ein Drittel ſeiner Kaufkraft (Index um
150) verloren hatte. Und in noch weit höherem Maße war
Augenblicklich ſtoßen ſie mit derartigen Plänen weder bei den das der Fall, wenn eine alte, etwa aus den 70er Jahren des
19. Jahrhunderts ſtammende Hypothekſchuld zurückbezahlt wurde.
Gleichwohl fiel es keinem Gläubiger ein, eine der geſunkenen
Kaufkraft entſprechende Erhöhung der Schuldſumme zu fordern.
Der Ueberwachungsausſchuß verwandelt ſich und wenn er es getan hätte wäre er durch alle Inſtanzen ab=
gewieſen
worden, da eine Schuld, die nicht was niemals
vorkam , als. Indexſchuld begründet worden war, nicht nach
Im Ueberwachungsausſchuß zeigte ſich am Mittwoch aufs ihrer Kaufkraft, ſondern nach ihrem Geldwert zu erſtatten war.
Daß, falls man nach Maßgabe der geſunkenen Kaufkraft ab=
rechnen
wollte, dies nicht einheitlich um 20 Prozent geſchehen
könnte, ſondern daß, ähnlich wie bei dem Aufwertungsgeſetz
zwiſchen erfolgten Auflöſung die ſtaatsrechtliche Wirkung neh= und zieht wohl mit deshalb die Devalvation, die ſolch’ unbequeme
Gerechtigkeiten nicht erfordert, der Schuldabwertung vor. Uebri=
Daraufhin hat dann die Bayeriſche Volkspartei den Natio= gens würde bei der Erfüllung nach der Kaufkraft die beabſich=
tigte
Indexzahlung bei allen älteren Schulden wie u. a. Kauf=
beſtand
Zeugen vernehmen zu laſſen. Die Antragſtellerin hat ſchillings= und Hypothekſchulden nicht zur Abwertung, ſondern
aber ſelbſt erkannt, daß das ein gefährlicher Vorſchlag war und zur Aufwertung führen. Denn wenn man die Kaufkraft bei
Beginn des Krieges gleich Hundert ſetzt, war ſie beiſpielsweiſe
vor wenigen Jahren auf 150 und mehr geſunken. Zurzeit beträgt
ſie rund 120, und die Fleiſchpreiſe haben neuerdings nicht un=

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Seite 2 Nr. 257

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 15.

erheblich angezogen. Dr. Albrecht hat darin Recht, daß wie bei
der Aufwertung auch bei der Indexzahlung auf abgewickelte
Schuldverhältniſſe zurückgegangen werden müßte. Und da würde
ſich dann viel häufiger als der gegenteilige Fall herausſtellen,
daß der Gläubiger nicht überzahlt iſt, ſondern weil zwiſchen
Begründung und Erfüllung des Schuldverhältniſſes die Kauf=
kraft
geſunken war, erhebliche Beträge nachzufordern hat.
Grotesk wirkt die Rechtfertigung der vorgeſchlagenen Ab=
wertung
mit der Aufwertung des Jahres 1925. Weil das Auf=
wertungsgeſetz
vom 16. Juli 1925 die Forderungen der Gläu=
biger
aufgewertet habe, müßten ſich dieſe jetzt wegen geſtiegener
Kaufkraft der Mark eine Abwertung gefallen laſſen. Herr Dr.
Albrecht weiß wohl nicht, daß nicht etwa der Sparerbund, ſon=
dern
der Kongreß des Vereins für Sozialpolitik zur Stuttgari
im Jahre 1924 den Betrag des durch die Inflation auf die
Schuldner verſchobenen Gläubigereigentums auf 160 Milliarden
Goldmark geſchätzt hat. Weit mehr als drei Viertel der 90 Mil=
liarden
Vorkriegshypotheken, mehr als 85 Prozent der Induſtrie=
obligationen
, durchſchnittlich 80 Prozent der Pfandbriefe und
Sparkaſſenforderungen und durchſchnittlich 92 Prozent der An=
ſprüche
aus öffentlichen Anleihen wurden den Gläubigern en=. Und wenn Herr Dr. Luther ſtatt von Abwertung von
Aufwertung ſprach, ſo deshalb, weil er die Behauptung aufrechr
erhielt, die alten Goldforderungen hätten ſich durch die Infla=
tion
in Papieranſprüche vom Wert eines Billionſtels des ſ. Zt.
hingegebenen Betrags verwandelt. Daß das Reichsgericht unterm
23. Nodember 1923 das Gegenteil davon zu Recht erkannt hatte,
läßt Herr Dr. Albrecht ebenſo wie ſ. Zt. Dr. Luther unbeachtet.
Die Rechtfertigung der vorgeſchlagenen Abwertung mit der
früheren Aufwertung iſt im übrigen derart naiv, daß ich darüber
kein weiteres Wort verliere.
Die Devalvation, die Herr Dr. Albrecht zur gegebenen Zeit
an die Stelle einer neuen Schuldabwertung ſetzen will, hat für
ihn den Vorzug, daß ſie, abgeſehen von der Vermeidung des
fatalen Namens nicht nur Teilprobleme löſt, ſondern ganze
Arbeit ſchafft. Jeder Gläubiger, der eine Mark zu erhalten hätte,
erhält 80 Pfennige. Ohne zu prüfen, ob ſich die Kaufkraft der
von ihm ſ. Zt. hingegebenen Mark wirklich um 20 Pfennige er=
höht
hat, oder nicht gar geſunken iſt.
Wenn Herr Dr. Albrecht die befürwortete Devalvation auf
das Vorbild Frankreichs und Italiens ſtützt, überſieht er, daß
ſich die Abwertung dort durch die Devalvation vollzog. Das hatte
zur Folge, daß ſie alle Gläubiger gleichmäßig traf, während in
Deutſchland die politiſche und wirtſchaftliche Macht des Schuld=
ners
oder Gläubigers das Maß der Abwertung beſtimmte.
Ob Herr Dr. Albrecht durch die vorgeſchlagene Devalvation
diejenigen Gläubiger abermals treffen will, die bereits das Auf=
wertungsgeſetz
enteignet hat, geht aus ſeinem Aufſatz nicht her=
vor
. Daß er allgemein Devalvation ſtatt der individuellen Ab=
wertung
vorſchlägt, macht es wahrſcheinlich.
Nur in dem Punkte ſtimme ich Herrn Dr. Albrecht zu, daß
die Spartätigkeit gefördert werden muß. Ob der Spartrieb mehr
durch drohende Abwertung oder durch drohende Devalvation ge=
hemmt
wird, laſſe ich dahingeſtellt. Sicher iſt, daß die deutſche
Wirtſchaft ſich nur dann heben wird, wenn Deutſchland zum
Recht und zur Ehrlichkeit der Vorkriegszeit zurückkehrt.

(Fortſetzung von Seite 1, 2. Spalte.)

den Kommuniſten aufgegriffen und mit Hilfe der Nationalſozia=
liſten
auch zur Annahme gebracht wurde. Der Ueberwachungs=
ausſchuß
hat ſich damit in einen ſogenannten Unterſuchungs=
ausſchuß
konſtituiert. Die Regierung hat es bereits abgelehnt,
dieſes Verfahren mitzumachen. Sie wird keinesfalls vor dieſem
Unierſuchungsausſchuß erſcheinen.

Vorläufig noch kein Wahlkermin.

Das eine ſteht heute ſchon feſt, daß der Reichskanzler in
dieſem Kampf mit dem Reichstag Sieger geblieben iſt. Er hat
die Parteien vollkommen in die Verteidigung hineinmanövriert.
Von der weiteren Geſtaltung der Beziehung zwiſchen den Par=
jeien
und der Regierung hängt nun für den ferneren Verlauf
der Dinge außerordentlich viel ab. Schon wird der Kanzter
gedrängt, einen beſtimmten Termin für die Neuwahlen feſtzu=
legen
: Er hat das abgelehnt, mit der Erklärung, daß die Regie=
rung
verfaſſungsmäßig dazu vier Wochen Zeit habe. Zweifels=
ohne
hat die Regierung die Abſicht, die Wahlen innerhalb der
verfaſſungsmäßigen Friſt auszuſchreiben, ſo daß der Wahltag
dann etwa der 6. November wäre. Sie will aber zunächſt noch
die weitere Entwicklung abwarten.

Das Fehlen der Höflichkeitsformeln aufgeklärt.

Zu der Tatſache, daß der vorgeſtrige erſte Brief des Reichs=
tagspräſidenten
an den Reichspräſidenten die übliche Höflichkeits=
formel
nicht enthielt, verlautet nunmehr, daß die Form dieſes
Briefes am Mittwoch Gegenſtand einer Ausſprache zwiſchen dem
Direktor beim Reichstag und dem Staatsſekretär des Reichspräſi=
denten
war. Der Direktor beim Reichstag wies hierbei darauf
hin, daß dieſes Schreiben nicht als ein perſönlicher Brief des

Vom Tage.

Reichspräſident v. Hindenburg hat dem früheren Chef des
Reichskolonialamtes Staatsſekretär a. D. Dr. h. c. v. Lindequiſt,
anläßlich der Vollendung ſeines 70. Lebensjahres in einem herz=
lichen
Schreiben ſeine Glückwünſche ausgeſprochen.

Hefſiſche Polikik.

Auf Freitag vormittag ſind im Reichsarbeitsminiſterium Be=
ſprechungen
mit den Vertretern der Länderregierungen über ſozial=
politiſche
Fragen aus der Notverordnung zur Belebung der Wirt=
ſchaft
angeſetzt. Dieſe Konferenz auf der die beteiligten Reichs=
reſſorts
vertreten ſein werden, wird ſich vor allem mit dem Pro=
blem
der Steuergutſcheine beſchäftigen.

Der politiſchen Polizei gelang es, in Berlin eine kommu=
niſtiſche
Gebeimdruckerei, in der ein Erſatzblatt für die Rote
Fahne hergeſtellt wird, auszuheben. Dabei wurden mehr als 50 000
bereits fertiggeſtellte Exemplare der Roten Sturmfahne beſchlag=
nahmt
. Sieben Perſonen wurden noch bei der Druckarbeit von den
Beamten überraſcht, feſtgenommen und der Abteilung 1 eingelie=
fert
. Der Inhalt des beſchlagnahmten Blattes trägt hochverräte=
riſchen
Charakter. Die Druckerei iſt polizeilich geſchloſſen. Ein
Strafverfahren wegen Hochverrats wird, gegen die Feſtgenom=
menen
eingeleitet.
Am Mittwoch früh wurde auf das Wohnhaus des Anwalts
beim Weißenhorner Amtsgericht, Max Weber, ein Bombenanſchlag
verübt. Die Täter legten eine 7,5=Zentimeter=Wurfmine auf die
Türſchwelle und brachten ſie mittels einer meterlangen Zündſchnur
zur Entladung. Durch die Exploſion wurden die Haustür zer=
trümmert
und die Wände ſchwer beſchädigt. Am Tatort fand man
einen Zettel mit der Aufſchrift, daß der nächſte Anſchlag dem
Landtagsabgeordneten Bürgermeiſter Dr. Lenz von der Bayeri=
ſchen
Volkspartei gelten ſollte.

Die Danziger Regierungsparteien beſchäftigten ſich am Mitt=
woch
mittag mit der durch die Anträge der Nationalſozialiſten ent=
ſtandenen
Lage. Sie beſchloſſen einmütig, einen Antrag auf Auf=
löſung
des Volkstages aus innen= und außenpolitiſchen Gründen
unter allen Umſtänden abzulehnen.

Nach einer Meldung der Hearſt=Preſſe aus London ſoll von
den Finanzſachverſtändigen ein Plan ausgearbeitet werden, wo=
nach
Amerika eine einmalige Abſchlagszahlung in Höhe von einer
Milliarde Dollar für die europäiſchen Kriegsſchulden angeboten
werden ſoll.
Die Anerkennung der mandſchuriſchen Regierung durch Japan

ſiſche Regi

pchritt Proteſt einzulegen.

Reichstagspräſidenten an den Reichspräſidenten, ſondern als die
amtliche Notifizierung eines Beſchluſſes eines Reichstagsausſchuſſes
anzuſehen ſei und daher in der für die Uebermittlung ſolcher Be=
ſchlüſſe
üblichen geſchäftsmäßigen Form geſchehen ſei. Irgendeine
Abſicht ſei daher in der formellen Abfaſſung des Schreibens nicht
zu erblicken, im Gegenteil hätte der Reichstagspräſident zunächſt
das Fehlen der Höflichkeitsformeln bemängelt und erſt nach der
ihm gewordenen Mitteilung, daß dies die übliche Form ſei, ſich
mit der Weglaſſung einverſtanden erklärt. Der Reichspräſident
hat von dieſer Darſtellung Kenntnis genommen und die Angele=
genheit
als erledigt bezeichnet.

Ein Aufruf Hugenbergs.

Berlin, 14. September.
Hugenberg hat im Namen der Deutſchnationalen Volkspartei
einen Aufruf erlaſſen, in dem es heißt:
Der 5. Wahlkampf dieſes Jahres ſcheint bevorzuſtehen. Die
Deutſchnationale Volkspartei iſt für dieſen Kampf bereit. Wir
rufen alle nationalen Deutſchen in Stadt und Land, die mit uns
für die Befreiung von den Feſſeln von Verſailles, für Wehrfrei=
heit
, für Brot und Arbeit, für chriſtlich=deutſche Kultur und für die
Zukunft unſerer Kinder kämpfen. Ihnen allen ſind unſere Tore
weit geöffnet. Wir wenden uns auch an unſere alten Bundes=
genoſſen
innerhalb der NSDAP; den Youngplan haben wir zu=
ſammen
leidenſchaftlich bekämpft. Gegen die Schwarzen und
gegen die Roten ging es, gegen das Syſtem Brüning haben wir
Schwüre ausgetauſcht. Wir blieben uns treu. Wir haben uns
nie mit einem von denen zuſammengetan, oder ihn als Heil
einer nationalen Reichstagsmehrheit begrüßt, die zu den Trä=
gern
des gemeinſam bekämpften alten Syſtems gehörten. Es iſt
eine unbegreifliche Verirrung, wenn die Nationalſozialiſtiſche
Fraktion nicht nur die Hilfe des Zentrums, ſondern ſogar der
Sozialdemokraten und Kommuniſten und die Waffen des Parla=
mentarismus
gegen das heutige Kabinett in Anſpruch nimmt. Zu
den Waffen, mit denen die Nationalſozialiſten dieſen blinden und
wunderlichen Kampf führen, gehören viele alte marxiſtiſche Schlag=
worte
, darunter das Wort Reaktion. Iſt Reaktion die Reini=
gung
des preußiſchen Staates? Iſt Kampf für Wehrfreiheit Reak=
tion
? Iſt Arbeitsbeſchaffung Reaktion? Reaktion iſt heute die
Herrſchaft der Parteien und der Bonzen. Solange das Syſtem
von Weimar beſteht, müſſen wir Partei ſein. Aber in dem Maße,
in dem das Morgenrot eines organiſchen Volksſtaates aufſteigt,
fühlen wir uns als die Träger der künftigen Volksgemeinſchaft.

Auflöſungsankrag für den Heſſiſchen Lao

Die ſozialdemokratiſche Landtagsfraktion
Landtag folgenden Antrag eingebracht:

Wir beantragen: Der Landtag wolle beſchließenn
Fall einer Reichstagsneuwahl iſt der 6. Heſſiſche Lanhu=
Artikel 24 der Heſſiſchen Verfaſſung in der Faſſung Rl.
vom 28. März 1930 aufzulöſen. Die Wahlen zum Heſſiſit
tag finden zuſammen mit den Reichstagswahlen ſtatt.
antragen wir, den Landtag alsbald einzuberufen und
ſcheidung über den vorſtehenden Antrag herbeizuführenn

Der Sinanzausſchuß des Heſſiſchen Lanziſt
Ae ne
beſichtigte am Mittwoch das Waſſerbaulaboratoriumm
Materialprüfungsanſtalt der Techniſchen Hochſchule, unssuuſen hat in dieſe
z wieder au
rung des Rektors Prof. Thum, des Prof. Thurnau unfg Fe AMGgzceſinanz
rektors Prof. Reuleaux. Letzterer gab Aufſchluß übere le 0M
hältniſſe an der Techniſchen Hochſchule und die geplante sAwmml
des Waſſerbaulaboratoriums in die alte Exerzierhalle
tor, ſowie über die Erweiterung der Materialprüfuug gncientſendung ein
Der Ausſchuß wird, entgegen der am Dienstag: (a0u Kreiſen grobe
Tagesordnung, ſeine Beratungen erſt in der nächſten P20,0 Uucht angenoma.
loſſenheit it
ſetzen.
und ſich auf G.
der Geſekgebungsausſchuß des Heſiſchen Oi gstiuer Form 2u
gnlernt bereitfinde
erledigte in ſeiner Mittwochsſitzung zunächſt eine Reil/ daß das Fel
niſtiſcher Anträge, die durch Regierungsantwort gegelſl ghnſerenz eine n
wurden. Ein Antrag des Zentrums wegen Bekämrnukz y uufallend iſt,
Bienenkrankheiten wurde durch Regierungsar
tlichen Ste
erledigt erklärt. In der Antwort wird darauf hingem
der Entwurf eines Geſetzes zur Bekämpfung der Faxau,
Bienen fertiggeſtellt ſei und zurzeit der biologiſchen Reigquf eiwAlik!
in Berlin zur Begutachtung vorliege.
nun
Der wiederholt eingebrachte nationalſozialiſtiſche AEumg Negierung in
Verbot des betäubungsloſen Tötenüſſtutüigkeit entfal
Schlachttiere wurde erneut abgelehnt. Die dazu yrſllſaos ſchwer 9

den Eingaben des Heſſiſchen Landesverbands geſetzestresz mioden noch zu re=
gogengemeinden
und des Tierſchutzvereins für Heſſen wro4,/ in der Richtunk
der Regierungsantwort für erledigt erklärt.
am2l. September
Ein Zentrumsantrag erſucht die Regierung, bei dar /93 henntnis mimanl.
regierung auf Einführung der im Artikel 165 der Rel4 AMmittlung Oria
ſung vorgeſehenen berufsſtändiſchen Vertret Giichberechtigung
Arbeiter= und Angeſtelltenſchaft hinzuwinl kit um Wiederd
Antrag wurde durch die Regierungsantwort für erlediu,fys Feld fuür Eiſie.

iet laſſen.

Ebenſo für erledigt erklärt wurde ein ſozialdemokraaff
trag wegen Förderung der Dompfaffenzucht inn
heſſen. In der Regierungsantwort wird darauf higl Holiche M
daß bereits genügend geſetzliche Schutzvorſchriften vorhanue
Zum Schluß wurde noch die Regierungsvorlage, emülſche Miniſterpri
Aenderung der Landesgebührenordnungſtzn Sir John Sim
die Rechtsanwälte in Heſſen genehmigt. rinunder eingehend
Der Ausſchuß vertagte hierauf ſeine Beratungen /Me0 Pſchafſene Lage
mürhreren Beamten
nerstag, den 22. September.
glſtſche Vermittlung
In der Gleichberee
Ein Aufruf des Zenkrums.
weinden auch noch 2
Berlin, 13. Seixs Muns zu Rate
ſtulhen. Mit einer
Die Reichsparteileitung der Deutſchen Zentrumstzim in daber geg
die Reichstagsfraktion des Zentrums haben nach der on
tag ſiattgefundenen eingehenden Ausſprache über diesgtAl
Lage einen Aufruf erlaſſen, in dem es u. a. heißt: M Hu
Das unverantwortliche Spiel einer um Volksrechte unl /ch"
ten Reichsregierung, die kein Vertrauen im Parlamp!
haben zur Auflöſung des Reichstages geführt. Die 7 /Pg
v. Papen ſo heißt es in dem Aufruf weiter, arbeite /ſiſun
Zuſammenwirken der arbeitsbereiten Kräfte im Parlaus HInn
Bemühen gehe dahin, den Reichstag von vornherein allu Füilſiſche Poli
unfähig zu erklären und ihn arbeitsunfähig zu mach=/,00 man hofft, d
ihr Daſeinsrecht zu beweiſen. Verhandlungen des Reick:1 /Meſche der al
mit Vertretern breiter Volksgruppen im Parlament WAuch vor Ende d
ihm zu einem ſeltſamen Doppelſpiel benutzt worden. Huun A das Stocken de
ſammenzuführen, habe er die eine Gruppe gegen die amue’nA wird als gefäl
geſpielt. Das Zentrum habe, um eine ſachlich begründety mtialt zu werden,
fähige Mehrheit im Reichstag zuſtandezubekommen, f16M hei der franzöl
erklärt, Fühlung zu nehmen mit jeder Partei, die den 1Apltumber anbergun
poſitiver Zuſammenarbeit verantwortungsbewußt bejaml Aa.0 aufzuſchieben
ſollten die Rechte des Reichspräſidenten voll geachtet weß rSitzung dürfte
Augenblick werde kommen, wo die Unzulänglichkeit unv!.
fremdheit der Regierung v. Papen jedem im Lande90
ſein werde. Für dieſe Stunde gerüſtet zu ſein und in
Verantwortung für das Vaterland das Notwendige boas
ten, bleibe die Aufgabe der Deutſchen Zentrumspartei.

Eine Erinnerung an die Zeit vor 70 Jahren.

Von Hermann Dreyhaus.
In der lebhaften Unterhaltung Kaiſer Napoleons mit Bis=
marck
war eine Pauſe eingetreten. Es ſchien, als wollten beide
ſich deren Ergebnis vergegenwärtigen, ein Ergebnis, das jeder
auf einem andern Gebiet ſah: Bismarck in der Lockung Napo=
leons
nach einem ſranzöſiſch=preußiſchen Bündnis gegen Oeſter=
reich
, Napoleon in der Abſicht, den Ehrgeiz ſeines Gaſtes ſo
angeſtachelt zu haben, daß er ſich ſeinem letzten Plan zugänglich
erwies.
Hochſommerſchwüle lag über dem Raum der Villa, in dem
Napoleon ſich mit dem preußiſchen Botſchafter an ſeinem Hofe
unterhielt, obwohl die Fenſter weit geöffnet waren, um die
Meereskühle der Biscaya einzulaſſen. Die Biscaya hatte jedoch
eine ihrer ſeltſamen Launen: ſie betrug ſich gegen ihre Gewohn=
heit
wie ein Lamm, ihre eigene Kraft ſchien erloſchen. Napoleon
blickte durch den Schleier ſeiner Augen unverwandt auf die kraft=
volle
Geſtalt des Preußen. Seine Witterung ſah in ihm eine
Möglichkeit, die Frankreich Ruhm bringen könnte.
Und überdies, nahm er die Unterhaltung wieder auf, ein
Zeichen meines beſonderen Vertrauens zu Ihnen: Habsburg
habe ich in der Hand. Wenn Sie die Miniſterpräſidentſchaft in
Preußen übernehmen wollten, dürften Sie eines großen außen=
politiſchen
Erfolges ſicher ſein . Bismarck fuhr aus ſeinen
Gedanken auf. Es war wichtig, auf alle Fälle Zuſicherungen des
Kaiſers über Oeſterreich zu beſitzen, mochte er ſelbſt auch über
das preußiſch=öſterreichiſche Verhältnis andere Abſichten hegen.
Allein was bedeutete die plötzliche Wendung des Geſpräches aus
dem Politiſchen ins Perſönliche?
Napoleon lächelte: Sie ſind erſtaunt?! Nun, ich weiß, Sie
wollen Miniſterpräſident werden. Bitte keine Beſchönigung! Sie
werden es!
Bismarck lenkte ein. Hier galt es, etwas zu erfahren. Fragt
ſich nur, wann, Sire!"
Sehen Sie, ſchon begreifen Sie mich. Im Vertrauen, Sie
müſſen die Staatsführung übernehmen, ſonſt geht Ihr Staai
zugrunde. Sie aber werden ihn retten, Sie allein
Warum allein ich? Das graue Auge Napoleons flammte
auf. Das fragen Sie mich? Das Parlament iſt widerſetzlich, es

klang es von dem Munde des Kaiſers: Gott, wenn ich über ſo=
viel
Geſundheit und Tatkraft verfügte wie Sie, dann wüßte ich.
was ich täte. Ein Griff in die Unſterblichkeit wäre das Mindeſte.
Herr von Bismarck, das Schickſal reicht Ihnen die Hand. Grei=
fen
Sie zu! Ein Parlament iſt doch wahrhaft kein Gegner
Um Bismarcks Mundwinkel zuckte es. Das Parlament ge=
wiß
nicht! Allein in Preußen regiert ein verfaſſungstreuer
König! ſagte er ſtark.
Herr von Bismarck, das Schickſal der Nation reicht
hnen die Hand! Blicken Sie in die Geſchichte, ob das nach
(Inigen fragt! Eine Blutwelle durchlief Bismarcks Gehirn.
Was wühlte der Kaiſer in ihm auf? Vielleicht war es gut, ihn
weiter reden zu laſſen. Doch ſchien er ſeine Pfeile verſchoſſen
zu haben. Leichthin beendete er die Unterhaltung: Eine ge=
ſchichtliche
Betrachtung von mir, nichts weiter! Aber Sie ſehen,
wie außerordentlich mir Ihr Glück am Herzen liegt. Vielleicht
bedeuten wir beide noch einmal das Glück unſerer Völker. Wir
ſehen uns wieder.
Bald nach der Unterhaltung mit dem Kaiſer eilte Bismarck
in die Einſamkeit des Meeresſtrandes. Tiefinnerſt hatten ihn die
Worte aufgeregt. So merkte er kaum, wie der Himmel ſich ver=
finſterte
. Erſt als Blitz und Donner die Landſchaft erbeben
machten, ſuchte er unter einer Klippe Schutz. Die Natur raſte.
Welches Bild hatte ihm der Kaiſer vorgegaukelt? Wohin jagten
ſeine Gedanken? Niemals war ihm die Frage gekommen; er
oder der König, ihm allein die Macht oder Verzicht das ent=
ſprach
nicht preußiſcher Tradition, ſo durfte ſich das Problem
nicht zuſpitzen
Der Regen ſchlug, untermiſcht mit Hagel, der Ozean bran=
dete
gegen die Küſte, die Flut ſtieg höher als gewöhnlich. Bis=
marck
kletterte auf den Felſen. Da ſtand er in dem toſenden
Element und war doch geſichert. Dieſes Symbol: geſichert auf
einem Felſen in der Flut

abzudanken! Dieſer Schritt wäre eine Niederlage den
Das ertrug er nicht. Mit ſolchem Erbe durfte kein
preußiſcher König belaſtet werden. Soweit war er mi
Denken gekommen, ſoweit und bis zu dem Manne, O
fieberhafter Ungeduld erwartete.
Endlich meldete die Ordonnanz den Botſchafter

WM
Aue die 9

Herrn von Bismarck. In fliegender Eile begrüßtennſt MSchloß

Freunde. Dann brach Roon los: Keine Bedingungem=ß. s bewu
NXus S.
mehr, lieber Bismarck, Sie müſſen annehmen. Und el
noch mehr: Sie müſſen vom König alles für den Endlabe.
langen, alles heute oder morgen kann die Entſcheidich
uns kommen. Da heißt es, bereit ſein! Das Heer ſtegne
Kompromiſſe gibt es nicht mehr, es muß gefochten we.?

Bismarck blickte verwundert auf den Freund. Mch. n
Alles müſſen Sie verlangen! Wohin hatte der preußilſe hung, * warf ein
Nein, Euer
ſich verirrt? Beſorgt fragte er: Und der König!

Roons Geſicht verfinſterte ſich. Der König, ſacht
Wenn ich
laut, will abdanken! Und dann ſich in ſeiner Fanc
D han
wiederfindend: Das darf er nicht! Bismarck, nötigenſgäh.
Sie ihn zwingen, zu bleiben! Sie ſind gegen die 9oſ0

triguen gewappnet, Sie ſind Diplomat. Der Konig
Mc
Ihnen völlig anvertrauen. Für das Heer bürge ich. 304,
und wir bringen Preußen wieder in Ordnung!

Iſt die Lage wirklich ſo ernſt?
Sie machen ſich keinen Begriff davon, Ein pagt.
dann heißt es entweder oder. Das Abgeordnetenyal
Aeußerſten entſchloſſen. Darüber gibt es keinen. Zweiſ.

Und der Kronprinz? Er hat mich zu morgen fru9
Vor der Audienz beim König? Das bedeutet niche

In Babelsberg die Spannung wie in Berlin. Gichw. ia4
tembertag. Grau der Himmel, müde der Park, grau 9o
Die Königin hält es in ihren Gemächern nicht..
muß mit ihrem Gemahl ſprechen. Sie kann nicht einſehehle
es einen Verluſt an Anſehen bedeutet, wenn der R002
nachgibt. In dem parlamentariſchen Syſtem, das do9. "
aufzuhalten ſei, würde überhaupt nicht mehr die Al=
ſcheiden
, ſondern die Klugheit, die höhere Einſichl
von wem ſie komme.
Die Königin fand ihren Gemahl in Gedanten perlhl.
ſeinem Schreibtiſch. Eine Wolke des Unmutes lagerte 10.
Stirn. Bismarck iſt ſeit geſtern im Lande, begang.

weigert die lebensnotwendigen Mittel was bleibt da einer
verantwortungsbewußten Regierung anders übrig, als zu han=
deln
? Sie ſind der Mann des Handelns
Napoleon ſtand auf. Bismarck erhob ſich gleichfalls. Die
unterſetzte Geſtalt des Kaiſers wirkte unſcheinbar gegen den preu=
ßiſchen
Hünen. Beider Blicke maßen ſich. Wie Bewunderung

Hochſpannung über Berlin. Die Frage, ob Parlament oder
König, ſchien vor der Entſcheidung zu ſtehen. Noch wenige Tage,
und das Abgeordnetenhaus würde alle Ausgaben für die
Heeresreform verweigern und damit der Krone ſeinen Willen
aufzwingen.
Ingrimmig ging der Kriegsminiſter von Roon in ſeinem
Arbeitszimmer auf und ab. Er war ſich bewußt, die Entſchei=
dung
herbeigeführt zu haben. Er war aber auch entſchloſſen, ſie
durchzukämpfen, wenn dieſes Wenn immerzu verfolgte
es ihn. Entſchloſſen, zu kämpfen, wenn einer neben ihm ſtand.
Allein ſah er ſich dem parlamentariſchen Getriebe zur Not ge=
wachſen
, aber dieſe liberalen Einflüſſe bei Hofe . .. darauf
verſtand er ſich nicht. Die würden ihn zu Fall bringen, ehe er
begonnen. Schon zeigte ſich der König wieder wankelmütig. Aus=
gerechnet
in dieſem Augenblicke, wo er die Dinge auf die Spitze
getrieben, denkt er daran, zugunſten ſeines liberalen Sohnes

Ich weiß erwiderte einſilbig der König.
Wirſt du ihn berufen?
Wenn er mir noch Gelegenheit dazu gibl.
Was heißt das?

Er weilt in dieſer Stunde bei Fritz! Bei dem i
König!"
Noch biſt du König!

[ ][  ][ ]

15. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Deuffciane mact ernft.
r Kapf um die Gleichberechkigung. Deutſchland ziehr die Konſequenzen aus der franzöſiſchen Ankwork.
4m eiun Male kein deutſcher Verkreker im Ausſchuß der Abrüſtlungskonferenz. Beſtürzung in Genſ.
England ſchlägk Verkagung des Büros vor. Frankreich lehnt ab.
nächſt ins Stocken geraten. Am 21. September wird nun das
Der Anfang.
Büro der Abrüſtungskonferenz wieder zuſammentreten. Die

Genf, 14. September.
Der uſſſiche Ausſchuß der Kommiſſion für Landesverteidi=
disaus
oeu, hat in dieſer Woche ſeine ſeit dem 5. Auguſt unter=
ſene =Aeit wieder aufgenommen. Der deutſche Delegierte
embs y Reichsfinanzminiſterium hat an der Sitzung nicht
enommt.
die Müſentſendung eines deutſchen Vertreters hat in Genfer
üſebendch Kreiſen große Unruhe und Beſtürzung ausgelöſt.
hatt icht angenommen, daß die Reichsregierung dieſen
von getſchloſſenheit in der Durchſetzung der deutſchen Ziele
in wernhund ſich auf Grund der diplomatiſchen Beſprechungen
in irgwe ner Form zu einer weiteren Mitarbeit an der Ab=
ngskosgleemz
bereitfinden würde. Es wird hier jetzt nicht
geler t, daß das Fernbleiben Deutſchlands für die geſamte
ſtung stierenz eine neue und ganz außerordentlich ernſte
ſchaff// Auffallend iſt, daß immer mehr Sympathien für den
hen zmſſätzlichen Standpunkt in neutralen Kreiſen laut
Giel erwarket Bermitklung Englands.
Illgemu Seſteht nun in Genf das Erwarten, daß nunmehr
ungliſck eehegierung in breitem Umfange eine diplomatiſche
ittlunlggärigkeit entfalten wird, um die durch das Fernblei=
verbands
/ Deutſthtios ſchwer gefährdete Abrüſtungskonferenz unter
bereins ſuß Umſt hien noch zu retten. Gewiſſe Abſichten zeichnen ſich
erllin, wärtäg; der Richtung ab, daß das Büro der Abrüſtungs=
ſenz
aim1. September von dem deutſchen Fernbleiben ledig=
imtlich
! enmtnis nimmt und hierbei die Hoffnung ausdrückt,
rurch iVm ittlung dritter Mächte eine baldige Klärung der
ben GſſchSerechtigungsforderung erfolgt. Auf dieſe Weiſe
Enſgaſt anan Eiſſtzu m Wiederzuſammentritt der Abrüſtungskonferenz
nuar 8 /Feld für eine vermittelnde Tätigkeit der engliſchen

der ein eid -rung 19/1
pfaf

laſſen.

ert vgt w erſteten gliſche Bermitklungsakkion geſcheiteri.
London, 14. September.
er enuglte Miniſterpräſident Macdonald und der engliſche
eAuheuminiſitz Erir John Simon, die beide während des Wochen=
mitei
undeer eingehend die durch den deutſch=franzöſiſchen
ſeine Zywechſeileſchaffene Lage erörtert hatten, hatten ſich am Mitt=
mit
umiren Beamten des Foreign Office über die ge=
engliſe
Vermittlungsaktion zwiſchen Deutſchland und
reich ſchder Gleichberechtigungsfrage unterhalten. Wahr=
ich
wuert auch noch Vertreter der Admiralität und des
zminiſiteuuns zu Rate gezogen werden, bevor irgendwelche
te erftllu. Mit einem Eingreifen Englands in dieſer An=
pheit
iſdnher gegen Ende der Woche zu rechnen.
ſie deiß inklomatiſche Korreſpondent des Daily Telegraph
ſollAnſacht werden, eine geeignete Formel aus=
iten
, Miwie deutſche Forderung nach gleicher
etsſteſung mit der franzöſiſchen Forderung
präuſſchen Sicherungen gegen eine umfang=
Auſfüſtung der ehemaligen Feindmächte
ebexſnſſtimmung zu bringen. Dieſe Formel, in
h die Otſſche Politik in dieſer Frage kriſtalliſieren werde,
ſe, wnsnen hofft, die Abrüſtungskonferenz und
aupt diſiEache der allgemeinen Abrüſtung retten könne,

hsweiſſ.
H1. Seu=

ſchwezr
ſie dund
nie Lalsse
behant.

Fkonfer,
en. D.

wor Ende der Woche fertiggeſtellt werden.
wess Stocken der deutſch=franzöſiſchen Ausſprache ent=
werd
als gefährlich genug betrachtet, um als drin=
u
werden. Die britiſche Regierung hat bereits
ei der franzöſiſchen Regierung angeregt, die auf
iber anberaumte Sitzung des Büros der Abrü=
aufzuſchieben
. Paris hat ſich aber nicht darauf ein=
kSitzung
dürfte daher in Abweſenheit der Deutſchen

Die Mornatiſchen Verhandlungen zwiſchen Berlin und
wegeihe: deutſchen Gleichberechtigungsforderung ſind zu=

SNoch. r du ſiehſt, Bismarck iſt vorſichtig. Ehe er zu mir
verſichtrt er ſich auch meines Nachfolgers!
Nur kAmeine Liebe!
Jange 1e idie Beſprechung König Wilhelms mit Bismarck
gert, Zhschloß Babelsberg war man ſich der Bedeutung
Augenkyls bewußt. Deshalb hingen aller Augen an der
hangstüs oss Schloſſes. Man hoffte, in den Geiſteszügen
ſarcks M Ergebnis leſen zu können, wenn er zu ſeinem

Abſcherych!"
en gin/4l
da geſaht as Unerwartete. Man ſah den König und Bis=
bom
Zsß zum Park hinſchreiten, beide in lebhaftem,
Im Gefchch. Der König trug ein Schriftſtück in der Hand.
ſarck noſſ es warf einen Blick hinein und behielt es. Leb=
beganng
4 Nein, Euer Majeſtät, die Frage der Partei ſpielt
Rolle Anh:. Wenn ich die Ehre haben ſoll, Euer Majeſtät
grung =chzufſtehen, handelt es ſich für mich nicht um konſer=
oder
IAlral, ſondern um Königliches Regiment oder Par=
nsherustf
.
Aismavſt öwerte einen Augenblick. Was ſagte er da? War
ein WAhall aus der Villa in Biarritz, aus Roons Ar=
Hmmeng. Aber es zwang ihn fortzufahren: die
hmentslhrichaft muß unter allen Umſtänden vermieden
n, nötMtrraalls durch Diktatur.
Koßn Buckte zuſammen. Das klang nicht nach Ueber=
mungg
ait, ſeinem liberalen Sohne Fritz, aber es weckte
de Shrn, ſeiner Gemahlin zugleich: dieſer Mann war
icher a6 mlle Parlamente. Seine Wege endeten ſicher am
Deilt. Bisan ck fühlte das Gewicht des Augenblicks. Unwill=
9 hielug beeide ihren Schritt an, ſie ſtanden ſich Auge in
gegemur. Bismarck empfand des Königs Suchen. Wie
Zefreiot dam es über ihn, der Verſucher entwich, Treue,
*S als A Anestreue zu ſeinem Herrn erfüllte ſein Herz, aller
eiä entſſvnd. Aus der Tiefe ſeiner Bruſt klang es rein
Sou: er. Majeſtät werden mir erlauben, meine Mei=
ſtets
Ealn zu entwickeln. Aber wenn Sie auf der Ihrigen
Mtken, Am wvill ich lieber mit meinem König untergehen,
Eure Ageſät im Kampf mit der Parlamentsherrſchaft im
de zu l.Anl
Sie Auhg wer beiden Männer hatten ſich noch nicht gelöſt.
Slumi ichete der König Bismarck die Hand. Ein Kraft=
9 ſtrönallvan dem einen zum andern. Der König zerriß das
FIrſtück, A, ſerauchte es nicht mehr. Es ſollte den künftigen
ner aulins beſtimmte politiſche Linie feſtlegen. Nun aber
* Er eiye Menſchen gefunden, der ſich ihm zu unwandel=
SreuBenpflichtete. Das bedeutete mehr als ein Regie=
gSſyſtewn
.
Aberma nahm Bismarck die Unterhaltung auf. Euer
e ſa: micht munmehr über mich befinden, wie Sie wollen, ob

Reichsregierung wird, nachdem ſie bereits zu der erſten nach den
Sommerferien ſtattgefundenen Ausſchußſitzung der Abrüſtungskon=
ferenz
keinen Vertreter entſandt hat, auch zu dieſer Sitzung kei=
nen
Vertreter mehr entſenden. In Paris iſt wegen der Haltung
Deutſchlands eine ſtarke Nervoſität zu verzeichnen, weil man all=
mählich
merkt, daß die Reichsregierung feſt entſchloſſen iſt, ihren
Willen durchzuſetzen.
Von London her werden nun Verſuche unternommen, eine
Zuſpitzung des Wehrkonfliktes zu verhindern. Die Engländer
haben in Paris vorgeſchlagen, die Sitzung des Büros der Ab=
rüſtungskonferenz
über den 21. September hinaus zu verſchieben,
damit in der damit gewonnenen Zeit neue Vermittlungsverſuche
unternommen werden könnten. Von Paris aus iſt den Englän=
dern
jedoch eine Abſage erteilt worden. Frankreich glaubt, ſich
auch diesmal wieder durchſetzen zu können. Es will den Völker=
bund
einſchalten. Die Reichsregierung denkt jedoch nicht daran,
ſich auf ein derartiges Manöver einzulaſſen, um ſo weniger, als
Deutſchland in den Jahren ſeiner Zugehörigkeit zum Völkerbund
hundertfache Beweiſe dafür erbringen könnte, daß ſeine Wünſche
niemals berückſichtigt worden ſind, wie man dies gerechterweiſe
hätte erwarten dürfen. Statt deſſen hat ſich im Völkerbund
Frankreich ſtets mit ſeinen Vaſallen durchgeſetzt.
Berlin iſt bereit, an einer Konferenz der Großmächte teil=
zunehmen
, auf die auch die Londoner Regierung nach ihrem erſten
Fehlſchlag hinarbeitet. Deutſchland kann ſich aber auf einen der=
artigen
Ausweg nur einlaſſen, wenn lediglich die Vertreter der
großen Staaten, alſo Frankreich, England, Italien, Amerika und
Deutſchland, zuſammenkommen. Dann beſteht wenigſtens die Ge=
wißheit
, daß ſachliche Arbeit geleiſtet und auch eine Löſung der
Wehrfrage im deutſchen Sinne herbeigefürt wird. Es darf bei
dieſer Gelegenheit erneut feſtgeſtellt werden, daß die Reichsregie=
rung
nicht die Aufrüſtung Deutſchlands, ſondern die im Ver=
ſailler
Vertrag verſprochene Abrüſtung der anderen Staaten an=
ſtrebt
. Das iſt die Gleichberechtigung, die Deutſchland anſtrebt.
Sollten die Mächte jedoch ihr feierlich gegebenes Wort nicht ein=
löſen
, dann wird die Reichsregierung im Rahmen des Verſailler
Vertrages ans Werk gehen und die Reichswehr umbauen. Dieſes
Recht kann uns niemand verwehren. Dieſe Frage iſt zu einer
Ehrenfrage für das geſamte deutſche Volk geworden.
Belgien unkerſtützt Frankreichs Rüſtungsſtandpunkt.
Paris, 14. September.
Miniſterpräſident Herriot empfing am Dienstag abend den
belgiſchen Botſchafter in Paris zu einer Beſprechung über die
franzöſiſche Note auf den deutſchen Schritt in der Frage der
Rüſtungsgleichberechtigung. In Brüſſel hat ſich am Montag
ein Kabinettsrat mit der durch den deutſch=franzöſiſchen Noten=
wechſel
geſchaffenen Lage befaßt. Die belgiſche Regierung nimmt
vorläufig eine abwartende Haltung ein, doch wird hier die völ=
lige
Uebereinſtimmung zwiſchen den Anſichten der beiden Re=
gierungen
betont.
Franzöſiſcher Miniſterral.
Paris, 14. September.
Die Miniſter ſind heute nachmittag 5 Uhr zu einem wichtigen
Kabinettsrat zuſammengetreten. Außenminiſter Herriot erſtat=
tete
über die außenpolitiſche Lage Bericht und teilte ſeinen Kol=
legen
mit, welchen Eindruck die franzöſiſche Antwortnote auf die
deutſche Forderung nach militäriſcher Gleichberechtigung in den
verſchiedenen Ländern gemacht hat. Darauf befaßte ſich der Mi=
niſterrat
mit dem Konvertierungsplan. Ungefähr 85 Milliarden
Franken werden von der Konvertierung betroffen werden. Die
Erſparniſſe werden ſich jährlich auf etwa 1300 Millionen Franken
belaufen. Ueber 700 Millionen Franken können durch eine neue
Vereinbarung zwiſchen dem Staat und der Amortiſationskaſſe er=
ſpart
werden. Der Zinsſatz wird endgültig erſt am Freitag
morgen im Miniſterrat feſtgeſetzt werden. Er bewegt ſich zwiſchen
4 Prozent und 4½ Prozent und hängt davon ab, ob man die
neuen Werte zu Pari oder zu einem unter Pari liegenden Satz
ausgeben will. Dies aber wird von der gegenwärtigen Markt=

lage abhängen.

als Miniſterpräſident oder als Miniſter ohne Portefeuille. Ich
bin bereit, da zu kämpfen, wohin Euer Majeſtät mich hinſtellen.
Dankbar lächelte der König ihm zu. Seine Vermutungen
üiber Bismarcks Machtſtreben waren ebenſo unbegründet wie die
Beſorgniſſe ſeiner Gemahlin vor dem blutheiſchenden reaktionä=
ren
Junker. Wer ſo ſprach, dachte nur an König und Vater=
land
. Ganz gegen ſeine Gewohnheit erklärte er mit einem An=
flug
von Humor: Herr von Bismarck, ich kann Sie nur als
Miniſterpräſident gebrauchen. Sie müſſen an der Spitze meiner
Regierung kämpfen, nicht anders! Noch heute ſollen Sie ernannt
werden.
Bismarcks Augen leuchteten. Der Fels von Biarritz in
toſender Flut trat vor ſeine Seele. Solch ein König war ein
Fels, wo einem das feindliche Element nichts anhaben konnte.
Wie zum Schwur reichten ſich beide Männer noch einmal die
Hand. Mit meinem König vorwärts! rief Bismarck bewegt.
Will’s Gott, zur Unſterblichkeit! antwortete der König.
Erhobenen Hauptes ſchritten ſie dem Schloſſe zu.

* Frankfurker Theaterbrief.
Die Oper hat, goethejahrüberlaſtet, ihre Pforten für die wohl=
verdienten
Ferien geſchloſſen. Das Operettenenſemble, deſſen En=
gagement
ſich nach den verſchiedenſten Richtungen bewährt hat,
ſpielt in den Ferien Walter Kollos Frauen haben das gern, ein
muſikaliſch modern unterſpülter keuſcher Lebemann, der in die=
ſer
Aufmachung ſich freundlich präſentiert. Die Schlager ſind nicht
aufdringlich, gefällig in der Erfindung und Inſtrumentation, und
ſcheinen ſogar auch auf die Kaſſe einen günſtigen Eindruck zu
machen. Die Aufführung iſt flott und luſtig; der Regiſſeur R.
Schul verſteht ſich auf derlei Dinge, H. Fareis, der vielverſpre=
chende
Sohn unſeres Baßbuffos, ſitzt wohltemperiert am Pult, und
die Soliſten tun das ihrige zum Gelingen. C. Piſtorius zeigt ſich
als ein ſehr begabter Charakterdarſteller, anſonſten leiſten Lya
Juſtus. J. Gareis und E. Seidenſpinner Erſprießliches. Der Gaſt,
Bertl Gräbener aus Wien, konnte weniger gefallen.
Das Neue Theater hat die Saiſon mit einem längeren Gaſt=
ſpiel
Max Pallenbergs eröffnet, der als Wauwau ein Nichts
von einem Stück und in zwei Einaktern von F. Molnar
Souper, Eins, zwei, drei Beweiſe des theatertechniſchen
Könnens des Verfaſſers gaſtiert. Man kann es ihm nicht ver=
übeln
, daß dieſer doch letzten Endes ganz große Menſchendarſteller
nur ſich ſpielt, und das iſt bei jeder ſeiner Rollen ſchon einiges.
Ernſter wird dieſe Angelegenheit, wenn man von ſeiner vierten
Rolle dem Soldaten Schweyk. berichten ſoll. Hi= ſind die Ge=
genſpieler
, und wenn es nur die Idee wäre, zu wichtig, als daß
er da vorbei könnte. Dieſes Ueberſehen, dieſes hier unſachliche
Nur=Sich=Spielen, hat für das Publikum und für Pallenberg ſeine
Gefahren, die nun allerdings in einer Aufführung mit perſönlich
prägnanten Schauſpielern weniger beſtehen dürften. Immerhin
blieb auch mit dieſer Einſchränkung genug der Freude.
Dr. W. Kn.

Nr. 257 Seite 3.

England will die Abrüfkung rekten.
Frankreich zeigt ſich vollkommen gleichgälkig.
A Paris, 14. September.
Die franzöſiſche Antwortnote wird in der Pariſer Preſſe
als ein Meiſterwerk der diplomatiſchen Kunſt, der Mäßigkeit
und der Entſchiedenheit gefeiert. Man betont, daß es Herriot
gelungen ſei, in der Außenpolitik die ganze öffentliche Meinung
hinter ſich zu ſtellen. Gleichzeitig heißt es, daß er die Tür für
weitere Verhandlungen offen ließ.
In Anbetracht der ſchwierigen Lage, die durch die franzö=
ſiſche
Antwort in Wirklichkeit entſtanden iſt, drängt ſich die
Ueberzeugung auf, daß man hier unter weiteren Verhandlun=
gen
einen verzweifelten engliſchen Verſuch ver=
ſteht
die Abrüſtungskonferenz zu retten. England
hat ſich der deutſchen Note ebenſo wie der franzöſiſchen Antwort
gegenüber ſo zurückhaltend gezeigt, daß es der engliſchen Diplo=
matie
jetzt möglich iſt, als Mittler einzugreifen. England hat
dazu den nötigen Abſtand gewahrt. Selbſt das Verhalten der
engliſchen Preſſe verrät die Sorge, eine ſolche diplomatiſche
Aktion nicht zu vereiteln. Es iſt aber eine ganz andere Frage,
wieviel Bewegungsfreiheit die angeblich ſo diplo=
matiſche
Antwort Herriots einer engliſchen Ver=
mittlung
ließ. In einer prinzipiellen Frage, wie der der
deutſchen Gleichberechtigung iſt kein Kompro=
miß
möglich. Es kommt alſo darauf an, eine Formel zu
finden, die Abrüſtungskonferenz in irgendeiner Form zu retten,
beziehungsweiſe zu prolongieren. Man hat dieſe Sorge am
Quai d’Orſay ruhig dem engliſchen Freund überlaſſen und
damit trotz formeller Verhandlungsbereitſchaft in Genf die
eigene Gleichgültigkeit gegen die Abrüſtungs=
konferenz
verraten. Gleichzeitig wird die ſeinerzeit höflich
abgelehnte Propoſition Hoovers zum Leben galvaniſiert, um die
eigene Poſition vor Amerika in dieſer Form möglichſt günſtig
zu geſtalten. Es iſt ganz falſch, in der Haltung der
franzöſiſchen Außenpolitik von einer Rückſicht=
nahme
auf England zu ſprechen. Vielmehr hat
Frankreich jetzt England vor unan genehme Ent=
ſcheidungen
gegeſtllt, vor die Notwendigkeit, in irgend=
einer
Form Frankreich Konzeſſionen zu machen, wenn es die
Abrüſtungskonferenz retten will.
Die innenpolitiſche Entwicklung in Deutſchland wird, trotz
einiger ſenſationell lautenden Preſſekommentare in hieſigen poli=
tiſchen
Kreiſen ſehr ruhig zur Kenntnis genommen. Die Auf=
löſung
des Reichstags hielt man ſchon ſeit einiger Zeit für
ſicher.
Bemerkenswert iſt, wie weit in den letzten Wochen die
franzöſiſch=italieniſche Entfremdung fortgeſchrit=
ten
iſt. Auch ganz abgeſehen von der Stellungnahme Muſſolinis
in der deutſch=franzöſiſchen Auseinanderſetzung. Der Schein des
guten Verhältniſſes zu Italien wird jetzt weit weniger gewahrt
als früher, wenn man auch der Möglichkeit nach jede Kritik des
italieniſchen Vorgehens vermeidet.
Die 5p9. zur Wehrfrage.
Berlin, 14. September.
Die ſozialdemokratiſche Reichstagsfraktion teilt in einem Be=
richt
über die am Mittwoch nachmittag abgeſchloſſenen zweitägi=
gen
Beratungen der politiſchen Lage mit, daß in den Verhand=
lungen
zur Aktion der Reichsregierung in der Wehrfrage ein=
ſtimmig
eine Erklärung angenommen worden iſt, in der es u. a.
heißt: Die Reichsregierung hält nun den Zeitpunkt für gekom=
men
, für Deutſchland die Freiheit zur Ausgeſtaltung ſeiner Wehr=
macht
zu beanſpruchen. Die Sicherheit der Völker kann aber mit
den Mitteln der militäriſchen Rüſtung nicht erreicht werden. Ins=
beſondere
gilt dies für Deutſchland angeſichts ſeiner geographi=
ſchen
Lage und der militäriſchen und wirtſchaftlichen Kräfte der
anderen Länder. Die Sozialdemokratie hält deshalb die wehr=
politiſche
Aktion der Reichsregierung für verfehlt. Dieſe Aktion
birgt die Gefahr in ſich, daß ſie den anderen den Vorwand zu
einem uferloſen Wettrüſten gibt, das am meiſten die Sicherheit
Deutſchlands gefährden und die Völker in eine Kataſtrophe führen
müßte. Nur eine Außenpolitik, die auf die Verteidigung der Völ=
ker
auf dem Boden allgemeiner Gleichberechtigung, auf die Er=
haltung
des Friedens und die internationale Abrüſtung gerichtet
iſt, bürgt für die wirkliche Sicherheit.
Weiter heißt es in der Erklärung: Jeder Schritt im Sinne
der deutſchen Rüſtungsnote, wie ſie insbeſondere durch zahlreiche
Erklärungen des Reichswehrminiſters erläutert worden iſt, birgt
die Gefahr in ſich, Deutſchland in politiſche Iſolierung zu führen,
die Welt gegen Deutſchland zuſammenzuſchweißen und das Ver=
ſailler
Diktat zu verewigen. Die ſozialdemokratiſche Fraktion pro=
teſtiert
mit aller Entſchiedenheit gegen jede Entfeſſelung natio=
nalſozialiſtiſcher
und militariſtiſcher Inſtinkte in allen Ländern,
da ſie darin eine Bedrohung der Freiheit der Arbeiterſchaft und
eine Gefährdung des Weltfriedens erblickt.

Spielzeit-Eröffnung
des Mannheimer Nakionaltheakers.
Wallenſtein an einem Abend.
Später als gewöhnlich haben ſich dieſes Mal die Pforten des
Mannheimer Nationaltheaters für die beginnende Spielzeit wie=
der
geöffnet. Mit außerordentlicher Spannung hat ein gutbeſuch=
tes
feſtlich geſtimmtes Haus der Einleitung beigewohnt, der
Aufführung von Schillers, Wallenſtein, vom Intendanten
Herbert Maiſch zu einem Theaterabend zuſammengezogen von
ihm auch inſzeniert. Nach Maiſchs aufſehenerregendem Schnell=
Tell, einer durchaus geglückten Kurzfaſſung der freiheitlichen Idee,
war man von wornherein auf energiſche Kürzungen der Wallen=
ſtein
=Trilogie gefaßt. Und tatſächlich, in der Art der Zuſammen=
ziehung
der drei Stücke ſchlug Maiſch auch hier wieder einen ent=
ſchloſſenen
Weg ein: Um einen ununterbrochenen Fortgang der
Wallenſteinſchen Kataſtrophe herauszuſchälen, beſchränkte er ſich auf
das unbedingt Notwendige. Sein Rotſtift tilgte dabei die wun=
derbare
Fülle der Handlung nur die Hülle blieb. Die In=
ſzenierung
Maiſchs hatte zweifellos ihre Lichtpunkte. Der Zug
zur Vereinheitlichung ging mit großer Kraft durch das Ganze.
Auch die Bühnenbilder von Dr. Eduard Löffler waren einheitlich
und ſtimmungsvoll zugeſchnitten. Daß ſich der Wallenſtein nicht
leicht ſpielt, hat ſich ſchon oft erwieſen. Auch Karl Ziſtig, der an
die Schillerbühne Neuverpflichtete, kam nur zum Entwurf, nicht
zum Wurf. Er gab Vorſtellungsmöglichkeiten eines ſchon vor der
Kataſtrophe zerbrochenen Menſchen, mit einem Spiel, das wenig
im Zentralen fußte, mehr am Rande den Wirkungen nachging.
Sonſt aber ſah man gute Leiſtungen, ſo den ausgezeichneten
Octavio von Karl Marx, ſo den Max von Erwin Lindner, einen
hoffnungsvollen Gewinn der Mannheimer Bühne.
Einen glanzvollen Auftakt ſchuf ſich die Oper mit Webers
Der Freiſchütz, von Generalmuſikdirektor, Roſenſtock herr=
lich
ausgedeutet, mit allen muſikaliſchen Feinheiten, die in der
romantiſchen Partitur verborgen liegen. Dies zuſammen mit
der ungemein geſchickten ſzeniſchen Einrichtung Löfflers und den
Soliſten, unter ihnen der als Mar hervorragende Heirich Kup=
vinger
, ergaben einen außerordentlichen Eindruck beim Publikum,
das alle Beteiligten ſtürmiſch feierte. Dr. Konrad Ott.

* Silber am Sandawaku. Von Joſeph M. Velter. (Wilhelm
Goldmann Verlag, Leipzig.)
In der Reihe Goldmanns Abenteuer=Romane (3,00 M.) ſteht
dieſer mit an beſter Stelle. Gleich, ob es ſich hier um freie Phan=
taſie
oder um erlebte Wirklichkeit handelt, die Stärke ſowohl des
Stoffes ſelbſt, wie die zwingende Art, wie er behandelt iſt, ſchlägt
in Bann. Es iſt in der Tat ein mitreißendes Buch voll unerhör=
ter
Spannung. Ein halbes. Dutzend Männer ſuchen im Tal des
Sandawaku nach einem verſchollenen Schatz. Erbitterter Kampf
mit der todbringenden Wildnis, gegen Fieber und endloſen Regen,
gegen Sonnenglut und eiſigen Schneeſturm.

[ ][  ][ ]

Seite 4 Nr. 257

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

OM

OM

Die glückliche Geburt ihres Sohnes Georg
zeigen hocherfreut an

Dr. med. Wilh. Breidert u. Frau
Ingeborg, geb. Vidal.

Darmſtadt, den 14. September 1932.
Bismarckſtr. 40 I.

Wir erfüllen hiermit die traurige Pflicht,
unſere Alten Herren und Philiſier von dem
Ableben unſeres lieben Alten Herren

Meinttnh Spisnag

Kf 4
(altiv S. H. 1891)
Begierungsbaurat im preuß. Handelsmimifterinm
geziemend in Kenntnis zu ſetzen.
Ehre ſeinem Andenken!

In tiefer Trauer:
Die O. B. Germania
J. A.: W. Heilmann, F. V.

Statt beſonderer Anzeige.

Heute früh verſchied nach längerem Leiden im
73. Lebensjahr unſere liebe Schweſter, Schwägerin
und Tante, unſer liebes Hausmütterchen

Johanna Göbel.

Augufi Göbel und Frau
Georg Göbel und Fran
Marie Göbel Wwe.
Familien Strohmenger-Steinberg.

Schotten, Hamburg, Hungen, Darmſtadt,
den 14. September 1932.

Die Beiſetzung findet am Freitag, den 16. Sep=
tember
, in Schotten ſtatt.

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ſeiner Charakters, ſeine ſtrenge Rechtlichkeit verbunden mit der echten Freundlichkeit des
Herzens und mit ſozialem Empfinden haben ihm die aufrichtige Zuneigung aller ſeiner
Mitarbeiter eingetragen.
Mit tiefem Schmerze ſtehen wir an der Bahre dieſes hervorragenden und gütigen Mannes,
dem ein treues dankbares und ehrendes Gedenken zu bewahren, wir ſtets für unſere
vornehmſte Pflicht halten werden.
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der Firma 3. Ph. Leuthner.

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Darmſtadt, den 14. September 1932.

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Danksagung

Für die vielen Beweise der Teilnahme, die uns bei dem
Hinscheiden meines lieben Mannes und unseres Vaters
zugegangen sind, können wir nicht jedem einzelnen hand-
schriftlich
danken.
Wir bitten, auf diesem Wege unseren herzlichsten Dank
entgegennehmen zu wollen.

Elisabet Wittich, geb. v. Wachter
Friedrich Karl Wittich
Georg Albrecht Wittich
Elisabet Wittich
Carolme Wittich.

Darmstadt, September 1932

ausgekämmte u. ab=

Dankſagung.
Für die überaus herzliche Teilnahme, die ich beim Tode meines lieben Gatten

Joſef Jans

Polizeihauptmann

gefunden habe; für die innige Grabrede des Geiſtlichen; für die zahlreiche
Beteiligung der Dienſtſtellen der Polizei und der vorgeſetzten Behörde an
den Beiſetzungsfeierlichkeiten und ihre warm empfundenen Nachrufe; für
die Worte des Troſtes und der Anerkennung aus dem Munde der Ver=
treter
der Sportverbände von Darmſtadt und auswärts; für die aufopfernde
Tätigkeit des Segelflugvereins Lindenfels und die von ihm und der Schutz=
polizei
geſtellte Ehrenwache; für die letzten Grüße ſeiner Heimatgemeinde,
ihrer Vereine und Einzelbürger; für die bis zum Tode bewährte Liebe
ſeiner zum Teil aus weiter Ferne herbeigeeilten Kameraden und Freunde;
für die wundervollen Blumen und Kränze und nicht zuletzt für die Muſik
und ihr ergreifendes Spiel, ſage ich im Namen aller Familienangehörigen
und im eigenen Namen von ganzem Herzen Dank.

Frau M. Jans.

Darmſtadt, den 14. September 1932.

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15. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Nr. 257 Seite 5

hus der Landeshaupkftadt.
Darmſtadt, den 15. September 1932.
m Eit des Reichsverkehrsminiſters gegen das
Uadtiliegen von Menſchenanſammlungen.
Gege es Ueberfliegen von Menſchenanſammlungen hat der
bsvenalr; miniſter folgenden Erlaß herausgegeben: Nach 8 79
ozung über Luftverkehr dürfen Menſchenanſammlungen
ur. Höhe unter 200 Metern überflogen werden. Un=
ſchwerden
geben mir Veranlaſſung, auf die Innehal=
Mkgeſtimmung beſonders hinzuweiſen. Uebertretungen
Darüber hinaus erſuche, ich alle Flugzeugführer,
ſe iegen von Erholungs= und Sportſtätten jede Gefähr=
Drim Durch die Art des Fliegens unter allen Umſtänden,
tungeu uch den Motorlärm aber nach Möglichkeit zu ver=
den
.

Rlyitandsverſetzungen. Auf Grund des § 1 des Geſetzes
die ü lesgrenze der Staatsbeamten vom 2. Juli bzw. 19.
mber/l) tritt der Rechnungsdirektor Heinrich Emmerich
adem hſ ionsamt II. Abteilung der Oberrechnungskammer.
Wirkizu wom 1. November 1932, in den Ruheſtand. Auf
ſad daßlikels 14 des Polizeibeamtengeſetzes vom 31. März
tritzg ; Gendarmeriemeiſter Wilhelm Wöll zu Nieder=
sheing
nk Wirkung vom 1. Januar 1933 in den Ruheſtand.
ſhe Landesbibliothek. Den vielfältigen Wünſchen der
ſtädet Bevölkerung zu entſprechen, will die Direktion in
Snächſti zeeit eine Reihe von Führungen durch die neu her=
Aten urme und Magazine veranſtalten. Dieſe Führungen
ſen a mirnmenden Freitag. Sonntag und Montag, jeweils
uittagt! Uhr, ſtattfinden. Einzeichnungsliſten liegen im
aal Ab gandesbibliothek auf. Wir bitten, ſich an die Ein=
zeuung
/ /falten, da die Zahl der Teilnehmer aus techniſchen
ſt den uu Heſchränkt ſein kann.
Sohmerausſtellung Mathildenhöhe. Am kommenden Sonn=
September, vormittags 11 Uhr. findet auf mehr=
Wülimim aus Kreiſen des hieſigen Publikums eine öffent=
Führzuug durch die Ausſtellung auf der Mathildenhöhe ſtatt.
Führ zuu mam kommenden Sonntag hat Herr Dr. Perard
M Heſſüſſt; Landesmuſeum übernommen.
Elnulzröhlichkeit 1891. Am Sonntag, den 18. September,
nittaugs ſendet im großen Saale des Städtiſchen Saalbaues
Jieduſ tm g ſtatt, der aus Anlaß des 50jährigen Dirigenten=
läums
des Herrn Kammermuſikers i. R. Johann Philipp
minks gehalten wird. Zu dieſem Liedertag haben bereits
Hrae

Waldenae der in deutſchen Männergeſang Intereſſe entgegenbringt,
e genurriche Stunden. Außerdem wird im Rahmen der
Tat für Luſgragsfwke die Ehrung des Jubilars von ſtaatlicher, ſtädtiſcher
Sänmpundsſeite vorgenommen. Die Eintrittspreiſe ſind
erandranl
Zeit leyrechend gehalten. Vorverkaufsſtellen ſind: Muſik=
Arnm) / Weißer Turm), Muſikhaus Cruſius (Kapellplatz).
Jiehe urtäge Anzeige.
Mürſia le Elſe Hochſtätter. Am 17. September, 8 Uhr, im
AAiAevereungal: Schülervorträge. (Siehe Anzeige.) U. a. wird
indue infonie von Haydn von 14 kleinen Schülern
DBlauNuſikſich/ Hochſtätter vorgetragen.
eien encht. Heſſiſches Landestheater.
Rheume, Gnd

starrd, Uun

Weite fe

M ierstg
15.*6

Rerae

19.3022. 30 Uhr. G 1. Zum erſten Male wiederh.
Fuarez und Maximilian. Preiſe 0 504.50 Mk.

S ſemnber

*
ack !

Anf. 20, Ende geg. 22.15 Uhr. D 1. In neuer
Inſzenierung Das Konzert. Pr. 0.504,50 Mk.

ermber

Anf. 19.30. Ende n. 23 Uhr. B 1. 8. 1. Malewiederh.
Der Roſenkavalier. Preiſe 0.705.70 Mark.

rhreim: Samstag, den 17. Sept.: Schneider Wibbel
es Landestheater. Heute abend wird Werfels hiſto=
ſwel
Juarez und Maximilian in der In=

Cinsberg, Faber, Paryla, Keim. Rießland, Peters,
linger, Keßler. Baumeiſter, Sieber, Weſtermann und
Morgen abend. 20 Uhr, wird in neuer Inſzenie=

Weil=

sie
füme

Mtmr Maria Rabenalt (Bühnenbild: Lothar Schenck
neue / Trapr orrmann Bahrs Luſtſpiel Das Konzert inden
lplannagenommen. In den Hauptrollen die Damen: Fran=
arZ•R
Kia, Zeiſie Hoffart, Grete Jacobſen, Mine Corinht. Lilli
niſter, 2 ha Sonntag, Jenny Wiener und die Herren: Joſef
t und Ku. Paryla. Der Vorverkauf für die Aufführung
we ſh Rößl am Sonntag, dem 18. September, be=
heuts
Es gelten kleine Preiſe von 0.50 bis 3 Mark. Die
gkeit in Gutſcheine iſt für dieſe Aufführung aufgehoben.

Dinu Himimderpftangzen im Heroft and Biiter gefänsgensſchautic!
Die Ausdünſtung der Pflanzen in geſchlofſenen Zimmern. Blumenköpfe in Schlafzimmern.
Die Feuchkhalkung der Luft durch Zimmerpflanzen.
Feuchtigkeit aus den Blättern der Pflanzen in geſchloſſenen Räu=
men
ungefähr um 50 Prozent größer iſt, als in der freien Luft,
Lehrreiches für Pflanzenfreunde.
denn die Luft iſt ziemlich feuchtigkeitsgeſättigt und verhindert die
Ueber die hygieniſche Bedeutung der Zimmerpflanzen im zu ſtarke Ausdünſtung. Je größer die Fläche der Blätter iſt, deſto
Herbſt und Winter wird noch heut vielfach geſtritten, da die An= größer iſt naturgemäß die Menge der ausgedünſteten Feuchtig=
ſchauung
ziemlich allgemein verbreitet iſt, daß lebende Pflanzen keit, da nur die Blätter Feuchtigkeit abgeben. Unter Umſtänden
in geſchloſſenen Räumen, beſonders in Schlafzimmern, ſchädlich kann ſie rieſengroß ſein und bei großen Bäumen mehrere Liter
wirken. Eine Aufklärung wird darum von beſonderer Bedeutung Waſſer in verhältnismäßig kurzer Zeit betragen. Wieviel Blatt=
ſein
, weil die Zimmerpflanzen ſich gerade im Herbſt und Winter pflanzen ſind nun erforderlich, um dem Zimmer die notwendige
einer großen Beliebtheit erfreuen, da ſie die letzten Reſte der Feuchtigkeit zu verleihen? Man hat a=sgerechnet, daß ein Schlaf=
blühenden
Natur ſind. Mit der Frage, ob man bei geöffneten zimmer von der normalen Größe von 60 Kubikmeter, das alſo
Fenſtern im Herbſt und Winter ſchlafen ſoll oder nicht hat dieſe ungefähr 5 Meter lang, 4 Meter hoch und 3 Meter breit iſt, mit
Angelegenheit wenig zu tun. Man wird die Fenſter offen halten 10 Blumentöpfen auskommt. Durch dieſe Menge von Blattpflan=
dürfen
oder nicht je nachdem die Perſonen, die hier ſchlafen, zen wird der Luft der günſtigſte Feuchtigkeitsgrad verliehen, den
gegen Kälte anfällig ſind. Eine gute Durchlüftung des Zimmers er für die Atmung haben muß. Alſo trockene Luft verurſacht
vor dem Schlafengehen iſt ſelbſtverſtändlich. Während des Schla= Halskratzen. Heiſerkeit und Anfälligkeit. Dagegen hat man feſt=
fens
genügt es aber, wenn ein kleiner Spalt des Fenſters ge= geſtellt, daß in den Zimmern, in denen eine genügende Anzahl
öffnet bleibt, um die notwendige Erneuerung der Luft herbeizu= von Blattpflanzen vorhanden iſt, die Luft eine Zuſammenſetzung
führen. Der Verbrauch von Sauerſtoff, durch einen ſchlafenden hat, die Heiſerkeit und Anfälligkeit verhütet, zumindeſtens aber
Menſchen beträgt nur einen Bruchteil der Menge, die der arbei= verringert. Nun iſt die Frage, ob dieſem günſtigen Einfluß der
tende Menſch nötig hat, ſo daß eine geringe Erneuerung der Luft Blattpflanzen auch ſchädliche Folgen gegenüberſtehen. Es iſt be=
für
die geſunde Atmung ausreichend iſt. Welchen Einfluß haben kannt, daß die Pflanzen in der Nacht Kohlenſäure ausatmen.
nun lebende Pflanzen auf die Luft der geſchloſſenen Räume? Am Dadurch wird allerdings die Luftzuſammenſetzung verſchlechtert.
Tage kann niemand auf das Halten von Zimmerpflanzen etwas Aber dieſe Verſchlechterung der Zimmerluft iſt ſo gering, daß ſie
einzuwenden haben, denn die Funkiton der Pflanzen iſt für un= kaum in Betracht kommt. Sie beträgt ſelbſt bei einer großen
ſere Geſundheit wichtig. Sie atmen am Tage Kohlenſäure ein Menge von Blattpflanzen noch nicht den dritten Teil der Menge
und atmen Sauerſtoff unter Entwicklung von Ozon aus, d. h. Kohlenſäure, die ein einzelner Menſch ausatmet. Dies alles be=
ſchädliche
Gaſe werden vernichtet und geſunde entwickelt. Dieſe zieht ſich auf Blattpflanzen. Blumen dagegen die einen ſtarken
Funktionen ſprechen alſo dafür, daß man gerade in geſchloſſenen Duft ausſtrömen, dürfen in Schlafzimmern nicht gehalten werden.
Räumen Zimmerpflanzen halten ſoll. wenn ſie auch auf der an= da der größte Teil der Menſchen gegen dieſe Düfte zur Nachtzeit
deren Seite nicht von ſo erheblich m Einfluſſe ſind, daß man ſehr empfindlich iſt. Gegen ein Halten von Zimmerpflanzen im
überhaupt darüber ſich Gedanken zu machen braucht. Wichtiger Herbſt und Winter zur Tageszeit läßt ſich nicht das geringſte ein=
iſt
ſchon die Neigung der Pflanzen Feuchtigkeit aus den Blättern wenden. Im großen und ganzen kann man zuſammenfaſſend
auszudünſten. Beſonders in Räumen mit Znetralheizung iſt ſagen, daß die Zimmerpflanzen in der kalten Jahreszeit in den
dieſe Funktion ſehr angenehm und geſundheitsfördernd, weil die Zimmern nützlich ſind, denn ſie beeinfluſſen das Gemüt auf die
Zentralheizung erfahrungsgemäß die Zimmerluft ganz beſonders, angenehmſte Weiſe und bringen außerdem noch in geſundheitlicher
ſtark trocken macht. Es kommt dazu, daß die Ausdünſtung der Beziehung mehr Vorteile als Nachteile.

Der Verlauf der Mondfinſternis.

Der Mond gehf durch den ſchatten der Erde!
Mond

Unten
Mondeuf

(Vergleiche Feuilleton in der geſtrigen Nummer.)
Unſere beiden Skizzen zeigen das Entſtehen und den Verlauf der
faſt totalen Mondfinſternis, wie ſie geſtern abend zu beobachten
war. Die Vollmondſcheibe trat um 20,18 Uhr in den Erdſchatten
ein, von dem ſie ſchließlich bis zu 98 Prozent bedeckt war. Um
23,43 Uhr war die Mondſcheibe dann wieder voll ſichtbar.
Der Verlauf der Mondfinſternis war in Darmſtadt bei dem
klaren Wetter ungewöhnlich gut zu ſehen. Tauſende betrachteten
das intereſſante Naturſchauſpiel

Kampf der Unſicherheit.
e Überfall in der Atheilger Sttaße findek ſeine Sühne. Gefängnis wegen Landfriedensbruchs
nächſte, der kommt, kriegt! Man machte ſich dran, in einer Hof=
reite
Steine zu ſammeln, und als einige Zeit ſpäter drei Natio=
Aus dem Gerichksſaal.
nalſozialiſten, zwei Frauen und ein Mann, eben der verletzte

rkarbene 4w. Cſtze Aufregung, und ſtärkſter Betrieb herrſchte am
twoch eth chon vor 8 Uhr im Neuen Gerichtsgebäude, ſo daß
Hrl8 ßlich /e ieines Polizeiaufgebot die Gänge räumen mußte,
eit manuch dort überhaupt bewegen konnte. Eine Zeit lang
se ſich imnn die Menge auf der Straße vor dem Gebäude, bis
Fallzu ige Regen dann doch die Letzten mählich vertrieb.
er Moſſitreerkehr galt einer Verhandlung vor der Großen
fkammill gegen ſechs Darmſtädter, größtenteils Einwohner

Arheillm Saſſe, die in der Nacht vom 15. auf den 16. Juni
Jahlete Nort einen Studenten niedergehauen hatten. An
Abaw war eine große politiſche Verſammlung in der
Wbahn,mtd es herrſchte in ganz Darmſtadt eine allgemeine
Lung. Uelgerall ſtanden erregte Gruppen zuſammen und dis=

fen, 1cess kam an verſchiedenen Stellen der Stadt zu Zu=
enſtößA
Gegen Mitternacht fuhren zwei mit National=
en
hadene Autos durch die Arheilger Straße, die dort
den nit ihrem Ruf begrüßend. Als ihnen aber anders=
(hze nachgeſandt wurden, hielt das eine Auto, es
en eimte Leute ab und fielen mit Stahlruten über die auf
Straßeil ſtechenden her. Sie ſprangen dann ſchleunigſt wie=
Nauf, urd as Auto fuhr davon. In der Erregung hatte natür=
viemauAw
f die Nummer des Autos geachtet, ſo daß es der
malpahei nicht gelang, die Täter einwandfrei feſtzuſtellen.

Student, des Weges kamen, entlud ſich die ganze Wut über die=
ſen
. Den Frauen wurde nichts getan. Der Student erlitt einige
Blutergüſſe und als Schlimmſtes einen dreifachen Kieferbruch, der
ſtändig Eiterungen zur Folge hat, die aller Vorausſicht nach noch
einige Zeit auftreten werden. Durch die ſtark auftretenden
Schwellungen war der junge Mann ſogar kurze Zeit dem Er=
ſtickungstode
nahe. Zwei Angeklagte geben heute zu, den Ver=
letzten
geſchlagen zu haben, die vier anderen behaupten, vollkom=
men
unſchuldig zu ſein. Sie hätten nur von ferne zugeſehen.
Aber ihre Ausſagen ſind jedesmal derart verſchieden, daß man
ihnen kaum Glauben ſchenken kann. Es ſind indeſſen, da infolge
der Dunkelheit niemand den anderen erkennen konnte, kaum ein=
wandfreie
Zeugen vorhanden. Die Beweisaufnahme iſt ziemlich
raſch beendet. Nach eingehender Beratung verurteilt das Ge=
richt
ſchließlich die beiden Angeklagten, die zugegeben
hatten, den Angeklagten geſchlagen zu haben, unter Zubilligung
mildernder Umſtände wegen qualifizierten Landfrie=
densbruchs
in Tateinheit mit gemeinſchaftli=
cher
gefährlicher Körperverletzung zu insgeſamt
je einem Jahr und neun Monaten Gefängnis.
Der Staatsanwalt hat in beiden Fällen ohne Zubilligung mil=
dernder
Umſtände die Mindeſtſtrafe von je einem Jahr Zucht=
haus
beantragt. Die anderen vier erhalten wegen ein=
fachen
Landfriedensbruchs mehr war ihnen ja nicht
nachzuweiſen zwei je ſechs Monate, einer vier Mo=
nate
und einer drei Monate Gefängnis.

Handelsverkehr mit China. Der deutſche Generalkonſul in
Hankow. Herr Timann, hält am Dienstag, dem 20. Sep=
tember
1932, bei der Außenhandelsſtelle für das Rhein=
Maingebiet, Frankfurt a. M., Börſe, Sprechſtunden über die wirt=
ſchaftlichen
Verhältniſſe in ſeinem Amtsbezirk ab. Firmen, die an
den Sprechſtunden teilnehmen wollen, werden gebeten, ſich bis
zum 14. September d. J bei der Außenhandelsſtelle für das
Rhein=Maingebiet, Frankfurt a. M. Börſe anzumelden damit
eine Verteilung der Beſucher auf die zur Verfügung ſtehende
Zeit ſtattfinden kann.
Volksbühne. Als erſte Werbevorſtellung bringt die Volks=
bühne
am Freitag, dem 23. September, eine Aufführung der
Oper Der fliegende Holländer von Richard Wagner. Dieſe Aus=
wahl
erfolgte im Hinblick auf das Richard=Wagner=Jahr. Der
Einheitspreis beträgt für alle Plätze 090 RM. Der Vorverkauf
beginnt morgen Freitag in der Geſchäftsſtelle, Eliſabethenſtr. 34.
Die Wahl der ſchönſten Dahlie. Die Dahlienſchau, die
die Firma Hermann Schulz, Gartenbaubetrieb, Erbacher
Straße 101. am Samstag, Sonntag und Montag veranſtaltet
hatte, erfreute ſich eines guten Beſuches. Beſonderes Intereſſe
fand der Schönheitswettbewerb unter dem Motto: Das
Publikum wählt die ſchönſte Dahlie. Das Ergebnis des Wett=
bewerbs
iſt nunmehr zuſammengeſtellt, und es erhielt die meiſten
Stimmen die Dahlie The World mit 648 Stimmen. The
World iſt eine neue großblumige Sorte in dunkelweinrot mit
ſilbrigen Streifen. Als zweite folgt die Sorte Goldene
Sonne reingelb, dunkle Spitzen, mit 487 Stimmen, und als
dritte die Dahlie Märchenpracht purpurviolett und weiß,
mit 207 Stimmen. Weiter folgen dann die Sorten: Jerſeys
Beacon, Schiller, Le grand Manitou,. Jane Cowl uſw. Wie weit
der Geſchmack des Publikums auseinandergeht, zeigt, daß im
ganzen auf 80 verſchiedene Sorten getippt worden iſt.
Im Union=Theater läuft nur noch 2 Tage das Filmwerk
Tannenberg, das jeder Deutſche geſehen haben muß. Der Film
iſt ein Dokument zum Gedenken an die Schlacht von Tannenberg.
Jugendliche haben Zutritt.
In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute die
bildſchöne Norma Shearer mit Clarc Gable und Lionel Barry=
more
in dem deutſchſprachigen Spitzenfilm der Metro=Goldwyn=
Mayer=Produktion Der Mut zum Glück.
Die Palaſt=Lichtſpiele zeigen heute unwiderruflich zum letz=
ten
Male den beliebten Heinz Rühmann in dem luſtigen Ton=
film
=Schwank Der Stolz der 3. Kompagnie‟.
Ab ſofort werden zur Benutzung mit Sonntagrückfahrkarten
an Samstagen und Werktagen vor Feſttagen bis auf weiteres frei=
gegeben
Pz. 717 (Reinheim ab 11.46) und Pz. 722 (Reinheim ab
11.10 Uhr) ab Reinheim und folgenden Bahnhöfen.
Sonntagskarten nach Köln. Am 24. und 25. September
1932 hält der Landesverband Rheinland des Bundes Königin
Luiſe in Köln ſeine Landesverbandstagung ab. Aus dieſem An=
laß
werden von allen Bahnhöfen im Umkreis (Tarifentfernung)
von 250 Kilometern um Köln Sonntagsrückfahrkarten mit fol=
gender
Geltungsdauer nach Köln ausgegeben: Hinfahrt am
Samstag, dem 24. September, ab 0 Uhr, am Sonntag, dem 25.
September, Rückfahrt am Samstag, dem 24. September, am
Sonntag, dem 25. September, und am Montag, dem 26. Septem=
ber
, bis 12 Uhr (ſpäteſter Antritt der Rückreiſe) Wo keine feſten
Sonntagsrückfahrkarten nach Köln aufliegen, dürfen Blanko= Sonn=
tagsrückfahrkarten
ausgefertigt werden.
Sonntagsrückfahrkarten. Anläßlich des Cannſtatter Volks=
feſtes
und der Süddeutſchen Textilmeſſe in Stuttgart, die in der
Zeit vom 23. bis 27. September ſtattfinden, werden von den
Bahnhöfen im Umkreis (Tarifentfernnung) von 250 Kilometern
um Stuttgart Sonntagsrückfahrkarten (auch Blankoſonntagsrück=
fahrkarten
) nach Stuttgart mit folgender Geltungsdauer ausgege=
ben
: zur Hinfahrt am Samstag, dem 24. September, 0 Uhr,
bis Dienstag, den 27. September, an allen dieſen Tagen, zur
Rückfahrt von Samstag, den 24. September bis Mittwoch,
den 28. September 12 Uhr, an allen dieſen Tagen. Die Rück=
fahrt
muß am Mittwoch, dem 28 September, ſpäteſtens um
12 Uhr, angetreten ſein.
Gasvergiftung. Geſtern mittag wurde eine Frau in der
Liebigſtraße mit einer leichten Gasvergiftung aufgefunden. Sie
wurde durch die ſtädtiſche Rettungswache nach dem Krankenhaus
verbracht. Ob ein Unfall oder Freitodabſicht vorliegt, konnte noch
nicht feſtgeſtellt werden

Tageskalender für Donnerstag, den 15. September 1932.
Union=Theater: Tannenberg. Helia=Lichtſpiele: Der Mut
zum Glück. Palaſt=Lichtſpiele: Der Stolz der 3. Kompanie‟.

Die Wirkung vollendet der Preis gesenkt!

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203 Es N-10

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Seite 6 Nr. 257

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerstag, 15. Septer

Aus Heſſen.

Alkweiberſommer.

Wenn das große Sterben draußen in der Natur beginnt und
alles pflanzliche Leben in flammender, berauſchender Farbenmuſik
noch einmal wie aus Widerſpruch aufbrauſt, begegnen uns auf
unſeren Wanderungen Seidenfädchen, die in der Sonne golden
und ſilbern glänzen. Wir bezeichnen dieſe Erſcheinung mit Alt=
weiberſommer
. Andere wieder nennen dieſe zarten Gebilde
Marienfäden.
Dieſe Fäden gehören wie das bunte Laub zum Bild des
Herbſtes. Plötzlich ſind ſie da, ſchweben in der Luft, hängen auf
Gräſern und Blättern, und es ſcheint, als ſeien ſie vom Himmel
herniedergekommen, um das Leben zart einzuhüllen zur letzten Ruhe.
Und doch ſind die Marienfäden nur das Werk kleiner, nied=
licher
Spinnentiere, insbeſondere der Wolf= und Krabbenſpinnen,
die auf der Wanderſchaft ſind. Nur durch einen glücklichen Zufall
können wir früh margens dieſe Spinnen bei ihren Flugvorberei=
tungen
beobachten.
Bei Sonnenaufgang ſuchen ſich dieſe Spinnen ein erhöhtes
Plätzchen, um dort einen Faden, der ſich aus der Flüſſigkeit der
Spinndrüſen bildet, zu befeſtigen. Dieſen Faden weiterſpinnend,
hebt das Tiere den Hinterleib und ſtellt ſich mit der Stirne gegen
den Wind, der den Faden zu einer Schlinge ausbeult. Hierauf
beißt die Spinne den Faden an der Befeſtigungsſtelle ab, und die
durch die Bodenerwärmung aufſtrömende Luft, trägt die kleine
Seglerin empor, ſo daß die Reiſe beginnen kann. Wie niedliche
Drachen fliegen ſie nun dahin über Wieſen und Felder. Und
weit kann die Reiſe gehen. Durch Beobachtungen wurde ſchon
feſtgeſtellt, daß Spinnen auf ihrem Flug 50 Kilometer zurückgelegt
und eine Flughöhe von 30 Metern erreicht haben.
Uns drängt ſich die Frage auf, wie wohl das Landen vor ſich
gehe. Sind die Spinnen der Willkür das Windes ganz preis=
gegeben
? Auch da hat ihnen der Schöpfer ein Mittel zur Selbſt=
hilfe
mitgegeben. Durch Aufrollen und Verkürzen des Flugfadens
iſt die Spinne ſehr wohl imſtande, dem Erdboden ſich zu nähern,
und ſchließlich auf dieſe Art auch zu landen.
Der Landmann iſt nicht gerade entzückt davon, wenn Spinnen
ſeine Wieſe mit Grummetgras als Landeplatz auswählen; denn
das Geſpinſt behindert das Trocknen des Graſes ſehr.
Namhafte Forſcher haben uns viel Lehrreiches über dieſe
Flugſpipnnen zu berichten. So ſoll es für das Spinnenmännchen
durchaus nicht ungefährlich ſein, mit dem Weibchen zu tändeln,
da die Gefahr beſteht, von dieſem aufgefreſſen zu werden. Das
iſt eine Erſcheinung, die bei Spinnentieren häufig anzutreffen iſt.
Fehlt es demnach den Weibchen an Gattenliebe, ſo entwickeln ſie
um ſo mehr Mutterliebe, indem ſie ihre Eier mollig in Seide
wickeln, an die Spinnwarzen heften und mitſchleppen. Sind die
Kleinen ausgeſchlüpft klettern ſie der Mutter auf den Rücken und
nehmen teil an der Reiſe. Wir haben es gleichſam mit beflügel=
tem
Samen zu tun, der auf dieſe Art ſeine Verbreitung findet.
Dieſe Arten von Spinnen errichten nicht Fangnetze wie die
Kreuzſpinnen, ſondern gehen auf die Jagd, wozu ſie von Natur
aus durch einen verhältnismäßig ſtarken Körperbau und durch
kräftige, flinke Beine befähigt ſind. Die Krabbenſpinnen lieben
beſonders, an der Unterſeite der Blüten auf Beute zu lauern.
Beſucht ein Inſekt die Blüte, ſo erlebt es eine ſchreckliche Ueber=
raſchung
. Die Spinne ſchleicht ſich heran und überfällt das arme
Tierchen regelrecht, umſchlingt es mit den Beinen, beißt ihm ins
Genick und tut ſich gütlich. Sogar an Bienen wagen ſich dieſe
Räuber.
So wie die Wolf= und Krabbenſpinnen in der Luft ihre
Fahrten unternehmen, ſo tun es die Floß= oder Piratenſpinnen
auf dem Waſſer. Hierzu bauen ſie ſich aus dürren Pflanzen=
teilchen
ein richtiggehendes Floß. Auf dieſem laſſen ſie ſich von
den Wellen treiben. Iſt ein Inſekt ins Waſſer gefallen, ſo wird
es auf das Floß geſchleppt zum köſtlichen Mahle.
Das Studium der Spinnen in Deutſchland ſollen es 500
verſchiedene Arten geben läßt uns immer wieder ſtaunen.
Reichſte Mannigfaltigkeit finden wir, eine Welt von Tieren für ſich.
Golz.

Dg. Arheilgen, 14. Sept. Geburtstagsfeier. Auch in
dieſem Jahre veranſtalten die Fünfzigjährigen eine ge=
meinſame
Geburtstagsfeier, die der Not der Zeit entſprechend in
einfachem Rahmen durchgeführt werden ſoll. Ein gemeinſamer
Kirchgang mit anſchließender Totengedenkfeier auf dem Friedhof
findet am Sonntag, den 18. ds. Mts., vormittags ſtatt. Die eigent=
liche
Feier iſt auf Samstag, den 24. September, im Gaſthaus Zur
Sonne feſtgelegt. Auch die Sechzigjährigen haben be=
ſchloſſen
, ſich zu einer gemeinſamen Geburtstagsfeier zuſammen=
zufinden
. Mietgutſcheine. Die Ausgabe der Miet=
gutſcheine
, ſoweit die zahlreich geſtellten Anträge auf Mietunter=
ſtützung
je nach Bedürftigkeit genehmigt wurden, findet am Frei=
tag
, den 16. September, vormittags von 912 Uhr, auf der hie=
ſigen
Bürgermeiſterei ſtatt.

Cp. Pfungſtadt, 14. Sept. Arbeitsjubiläum. Keller=
miſter
Heinrich Voos 3. konnte zu Beginn der Woche ſein 40 jäh=
riges
Arbeitsjubiläum bei der Firma Exportbrauerei Juſtus Hilde.
brand. G. m. b. H., begehen.

Ak. Nieder=Ramſtadt, 14. Sept. Baulandumlegung
Lohberg‟. Die Arbeiten des Umlegungsverfahrens ſind jetzt
ſoweit gefördert, daß mit der Uebergabe der neuen Bauplätze an
die Beſitzer noch im Herbſte dieſes Jahres gerechnet werden kann.
Gegenwärtig werden die einzelnen Grundſtücke ausgeſteint. Eine
Neubeſtellung der abgeernteten Felder wird durch die bevor=
ſtehende
Grundſtücksübergabe hinfällig. Durch die vorgenommene
Baulandumlegung iſt ein Baugebiet eröffnet, das allen Anfor=
derungen
entſpricht, da ſowohl Straßen, wie auch Licht= und Waſ=
ſerzufuhr
zum größten Teile bereits vorhanden ſind. Bei einiger=
maßen
ſich hebender Baukonjunktur dürfte damit gerechnet werden
können, daß gerade dieſe Bauplätze, die in einem der ſchönſten
Viertel der Gemeinde gelegen ſind, bald an den Mann kommen.
Arbeitsmarktlage. Die Odenwälder Hartſteininduſtrie A.=G.
hat geſtern ihren hieſigen Betrieb wieder eröffnet. Damit wurde
wiederum einer Reihe Familienväter Arbeitsgelegenheit geſchaf=
fen
. Auch in den übrigen Induſtriezweigen ſcheint ſich eine gewiſſe
Belebung einzuſtellen, ſo vor allem in den Celluloid= und Kunſt=
hornfabriken
.
(. Ober=Ramſtadt, 14. Sept Auszahlung. Die Bezüge
der Klein= und Sozialrentner für Monat September werden am
15. d. M.. vormittags von 812 Uhr, bei der Gemeindekaſſe aus=
gezahlt
. Hohes Alter. Am 13. d. M. vollendete Herr
Franz Mink 2. Hammergaſſe 17 bei beſtem körperlichem und
geiſtigem Wohlbefinden ſein 77. Lebensjahr. Vorſicht beim
Sammeln und beim Genuß von Pilzen! Auf die
beim Sammeln und beim Genuß von Pilzen zu beobachtenden, in
der Preſſe wiederholt veröffentlichten Vorſichtsmaßregeln, wird
erneut hingewieſen. Auf Wunſch iſt Herr Poſtmeiſter Weber.
Ernſt=Ludwig=Straße 9. hier, bereit, Pilzſammler zu beraten.
f. Roßdorf, 14. Sept. Obſtverſteigerung. Der Ver=
ſteigerungserlös
des Gemeindeobſtes betrug 103 Mark. In Anbe=
tracht
des geringen Behangs muß der Erlös als befriedigend be=
zeichnet
werden. Ehrung. Fritz Geiß ſeierte bei beſter Ge=
ſundheit
ſeinen 70 Geburtstag. Der Poſaunenchor, deſſen langjäh=
riger
und bewährter Dirigent der Jubilar iſt, brachte ein Ständ=
chen
. Die vielen Geſchenke legten Zeugnis ab von der Beliebtheit
und Wertſchätzung des Jubilars.
Ef. Meſſel, 14 Sept. Beratungsſtunde. Am Freitag,
den 16. d. M., nachmittags von 23 Uhr, findet in der Kleinen
Schule in der Bahnhofſtraße eine Beratungsſtunde der Mutter=
und Säuglingsfürſorge ſtatt.
Lengfeld, 14. Sept. Man ſchreibt uns: Am nächſten Sams=
tag
, den 17. September 1932, ſoll in hieſiger Gemeinde die Rech=
nerſtelle
der Spar= und Darlehnskaſſe vergeben werden. Wie man
von unterrichteter Seite erfährt, ſollen ſich ein erwerbsloſer Kauf=
mann
ſowie vier Landwirte, die alle ſchon neben der Landwirt=
ſchaft
noch Berufe ausüben, gemeldet haben. Die Einwohnerſchaft
verfolgt die Wahl mit der größten Spannung. Es wäre jedenfalls
zu wünſchen, daß die Mitglieder der Kaſſe ſich in den Kampf um
Deutſchlands Zukunft ſtellen und zur Verminderung der Arbeits=
loſen
beitragen würden, denn man ſollte endlich auch einmal auf
dem Lande mit dem Doppelvedienerſyſtem aufhören, und einem
Arbeitsloſen zu einer Exiſtenz verhelfen.

Das Werk des ſozialen Volksdienſtes

Als Ziel Gemeinſchaftsarbeit im Volksganzen, Erziehung zu praktiſchem Handeln und ſelbſtves
licher Bekätigung.

Durchführungsplan
des Kaueniiſchen Bertähres.

Das Deutſche Studentenwerk teilt mit:
Seit Jahren rufen wir die ſtaatlichen Stellen und die
Oeffentlichkeit auf, die Engigkeit des Lebensraumes der jungen
Genreation als eine der ernſteſten Fragen der deutſchen Zukunft

zu betrachten und gegen dieſe ungeheuer wachſende Gefahr end=
lich
den Mut rettender Taten zu finden.

In dieſem Kampf iſt ein Sieg erfochten. Der Reichskanzler
hat die Zuſicherung gegeben, daß die Reichsregierung praktiſche
Schritte ergreifen wird zur Eingliederung der nachwachſenden
Jahrgänge der jungen Generation aller Schichten.
Als erſte Maßnahme wird die Einführung eines ſtuden=
tiſchen
Werkjahres zwiſchen Reifeprüfung und Hochſchule an=
gekündigt
.
Das Deutſche Studentenwerk begrüßt dieſen Schritt aufs
lebhafteſte. Er entſpricht einer alten Forderung des Deutſchen
Studentenwerks, die von ihm gerade in den letzten Monaten
immer wieder der Oeffentlichkeit und den verantwortlichen Stel=
len
dringend nahegelegt wurde. Auch der vom Reichsminiſterium
des Innern zur Prüfung der Frage der Ueberfüllung der aka=
demiſchen
Berufe eingeſetzte Ausſchuß unter Leitung des Vor=
ſitzenden
des Hochſchulverbandes, Profeſſor Dr. Tillmann,
hat dieſen Plan der Reichsregierung dringend empfohlen. Der

Hauptgeſchäftsführer des Deutſchen Studentenwerks, Dr. Rein=

hold Schairer, hat ferner in ſeinem vor kurzem erſchienenen
Buche. Die akademiſche Berufsnot, Tatſachen und Auswege‟
dieſen Plan ausführlich dargeſtellt und begründet. Auch der
deutſche Studententag in Königsberg hat im Juli dieſes Jahres
dem Gedanken grundſätzlich zugeſtimmt.
Zahlreiche Anfragen zeigen, daß über die vom Deutſchen
Studentenwerk dabei verfolgten Gedanken und Ziele noch Un=
klarheit
beſteht. Deshalb ſei der Plan kurz umriſſen:
Das Studentiſche Werkjahr ſoll ein in Gemeinſchaftsgruppen
durchgeführtes Werk des Sozialen Volksdienſtes ſein. Soweit
wie irgend möglich ſollen deshalb die Werkjahrsſtudenten Seite
an Seite mit den Altersgenoſſen anderer Stände, vor allem der
handarbeitenden Schichten ſtehen.
Die Führung und Verantwortung ſollen die Hochſchulen
als Körperſchaften der akademiſchen Selbſtverwaltung tragen, die
durch Errichtung einer Werkjahrsſtelle die Durchführung der enn=
ſtehenden
Aufgaben übernehmen. Unter Leitung des Rektors
und eines ſtändigen Stellvertreters ſollen Profeſſoren und Stu=

Für die Schlagferkigkeik der Feuerwehren.

Griesheim. 14. Sept. Feuerwehr=Inſpektion. Am
Sonntag fand die Inſpektion der hieſigen Freiwilligen Feuerwehr
durch den Kreisfeuerwehrinſpektor Herrn Karpfinger ſtatt. Dieſe
Inſpektion war mit einer größeren Uebung der hieſigen Arbeiter=
Samariterkolonne verbunden. Der Beſichtigung der Geräte= und
Ausrüſtungsgegenſtände ſowie der Uniformen ſchloß ſich ein Fuß=
exerzieren
der Wehr an. Den zweiten Teil der Inſpektion bildete
ein Brandangriff auf das Anweſen des Bäckermeiſters Lang in
der Pfungſtädter Straße. Nach der Alarmierung durch die Feuer=
ſirene
rückte der Stoßtrupp mit Handfeuerlöſchern auf Rädern zur
Brandſtelle. Die Aufgabe des Stoßtrupps beſtand in der Rettung
von Menſchen in dem brennenden Gebäude, die exakt und ſach=
gemäß
gelöſt wurde. Die mitwirkenden Sanitäter nahmen die
Rauchvergifteten und Verwundeten zur weiteren Behandlung in
Empfang Die beiden Feuerwehrzüge, die inzwiſchen ebenfalls
an der Brandſtelle, eingetroffen waren, löſchten dann den Brand
ab. Den Schluß der Inſpektion bildete ein Vorbeimarſch der Wehr
unter Vorantritt der Feuerwehrkapelle. Nach dem Abmarſch der
Feuerwehr fand im Saale Zum grünen Baum eine Kritik ſtatt,
in der beſonders das gute Zuſammenwirken zwiſchen Feuerwehr
und Samariter hervorgehoben wurde.

Ci. Erbach i. Odw., 14. Sept. Oeffentliche Krf
ſchußſitzung. In ſeiner geſtrigen öffentlichen S
Vorſitz des Kreisdirektors Dr. Braun, hat der Kreis zu
gende Urteile erlaſſen: 1. Die Berufung der Fa. All
Erbach, gegen den ablehnenden Beſchluß des Kreisamt=
teilung
der Erlaubnis mit Schußwaffen und Munitfu
rückgewieſen. 2. Die Gemeinde Nieder=Kinzig klagt

Kinzig koſtenpflichtig ab. 3. Ein lediges Dienſtmäd=
Momart in Dienſtſtellung. Sie ging eines Tages ku.

Gundernhauſen, 13. Sept. Am Sonntag fand hier eine
Inſpektion der Feuerwehr durch Herrn Feuerwehrinſpektor Röd=
ler
=Dieburg ſtatt. Die Uebung nahm ihren Anfang mit Fuß=
und Geräteübungen. Dieſen folgte ſodann eine groß angelegte
markierte Feuerbekämpfung im Zentrum des Dorfes eines Platzes,
der aus dem letzten Großfeuer noch in guter Erinnerung war.
Der Angriff erfolgte mit drei Schlauchleitungen von drei ver=
ſchiedenen
Seiten. Hierbei zeigte ſich, daß die junge Freiwillige
Feuerwehr unter der Leitung ihrer beiden Kommandanten, den
Heren Zimmermeiſter Riedel und Maurermeiſter Schroth. Vor=
treffliches
leiſtete und wohl als eine der ſchlagfertigſten der Um=
gegend
bezeichnet werden kann. Dies ging auch aus der lobenden
Anerkennung des Herrn Feuerwehrinſpektors bervor. Er wies
ganz beſonders unter dem Motto Dienſt am Nächſten darauf
hin, daß die Wehr in der Gemeinde die erſte ſein müſſe, die
jedem bei Waſſer= und Feuersnot helfend zur Seite ſtehe. Er er=
mahnte
die Feuerwehrleute ſich weiterhin den Anordnungen
ihrer Kommandanten wie ſeither zu fügen, denn nur eine gut
diſziplinierte Feuerwehr könne jederzeit auf das Vertrauen ihrer
Gemeinde rechnen.

Da. Egelsbach, 12. Sept. Hier fand eine gemeinſame
Nachtübung der Freiw. Feuerwehr und der Arb.=Samariterkolonne
ſtatt. Es war angenommen, daß in einem oberen Schulſaal der
neuen Schule bei einer Lichtbildvorführung der Filmſtreifen
in Brand geriet, daß das Feuer auf die Einrichtungsgegenſtände
des Saales übergriff, daß es eine Anzahl Brandverletzte gab und
in dem entſtandenen Tumult auf der Treppe ſich verſchiedene
ſchwere Stürze ereigneten. Einige Minuten nach Alarm (durch
die beiden Sirenen) trafen ſchon die erſten Arbeiter=Samariter
und das Eilkommando der Freiw. Feuerwehr am Schulhaus ein.
Die Feuerwehrleute brachten die Verunglückten aus dem Gebäude
und übergaben ſie an die Samariter, die die Verletzten auf Trag=
bahren
nach einem in der Nähe angelegten Verbandsplatz ſchaff=
ten
und dort Notverbände anlegten. Währenddem hatte die mit
Geräten eingetroffene Freiw. Feuerwehr den Brand im Schulſaal
über die große fahrbare Leiter durch die Fenſter mittels Motor=
ſpritze
unter Waſſer genommen, und Dank dem ſchnellen, zielſiche=
ren
Eingreifen gelang es, das Feuer in kurzer Zeit zu löſchen. Die
Verletzten verbrachte die Arbeiter=Samariterkolonne nach dem
Eigenheimſaal, der als Krankenhaus gedacht war, und dort fand
durch Herrn Dr. Nuſch, als Kolonnenarzt, eine eingehende Prü=
fung
der Notverbände ſtatt, die feſtſtellte, daß ſachgemäß und ge=
ſchickt
verfahren worden war.

einer Krau nach Breitenbrunn, die ihr uneheliches Ki io
hat. Sie war erneut ſchwanger und hatte die Abſicht, e
in Breitenbrunn nach Ausſagen der Zeugin und Pflegin
heute vernommen wurde, zu bleiben, um nach der Entülr
der ihre Dienſtſtelle anzutreten. Sie hatte keine =
ſtützung
wurde von ihr bei der Ankunft in Breitenbrun/
gehrt. Kurz nach ihrem Aufenthalt in Breitenbrunx
wegen Krankheit ins Kreiskrankenhaus Erbach eingwiß
den, wodurch Arzt=, Apotheker= und Krankenhauskoſte
ſind, die teilweiſe durch die Krankenkaſſe gedeckt wurP
den Reſtbetrag von 117 Mark beſteht noch Streit zwiſſtel
meinden Breitenbrunn und Momart, wer die Koſts
hat. Die Gemeinde Breitenbrunn wird koſtenpflichti
da das Mädchen in Breitenbrunn den gewöhnlichen Ar.
der Einlieferung in das Kreiskrankenhaus hatte. 4. 2.
König hat von der Brauerei Gottfried Fauſt. Miltenbe=
führer
von Bier die ſatzungsmäßig vorgeſchriebeen E=
hoben
. Der Kläger, Brauereibeſitzer Fauſt, vertreten. 1
Rechtsanwalt Dr. Schreier, Miltenberg, beſtreitet ſanl
abgabepflicht, insbeſondere aber, daß er tatſächlich da
als ſolcher ſei. Die Gemeinde König weiſt darauf Hiul
auswärtigen Brauereien ohne weiteres ihrer Abgabe//
kommen, und führt insbeſondere eine in analoger Sacht
Entſcheidung des Heſſ. Verwaltungsgerichtshofes an.
des Brauereibeſitzers Gottfried Fauſt wird koſtenpf7
wieſen.
Dk. Wald=Michelbach, 14. Sept. Freiwilligemil.
dienſt. Der Turnverein Jahnbund begann am Monc
Anlage eines Sportplatzes auf dem Weißkopf durch
ligen Arbeitsdienſt. Für dieſe Arbeit ſind 3000 Tage:
ſehen, und 25 Jugendliche finden dadurch ungefähr 20 UE
ſchätigung. Durch den freiw. Arbeitsdienſt ſollen hie
gende Arbeiten ausgeführt werden: Anlage eines Ae.
der Seufzen, Neubau der Hauptſtraße und die Fruchot
von 10 Morgen Sumpf= und Oedland

Hirſchhorn, 14 Sept. Waſſerſtand des M
13. September 1,45 Meter, am 14. September 1,/48 Mr‟

Gernsheim, 14. Sept. Waſſerſtand des Ru
13. September 0,36 Meter, am 14. September d8/

4a. Langen, 14. Sept. Enthüllung des Em
Das auf die Initiative der Ortsgruppe Langen des 2
der Kriegsbeſchädigten und Kriegerhinterbliebenen Sih
Ehrenmal für die im Weltkrieg gefallenen Langener!ſt
wird am kommenden Sonntag, den 18. September,
Weiſe eingeweiht und enthüllt werden. Die Weihereden
Hamm als Vorſitzender des Ehrenausſchuſſes. Bürgern?
mr wird das Denkmal dann in den Schutz der Gemei
men. Sämtliche Ortsvereine haben ihre Mitwirkungu.
Einbruchsverſuch im Amtsgericht. Verga.
wurde in das hieſige Amtsgerichtsgebäude eingebrocher
die es wahrſcheinlich auf die Erlangung von Geld al
ten, erbeuteten nichts, ſondern mußten, nachdem ſie
Räume vergeblich durchſucht hatten, unverrichteter Gll
abziehen. Der frühere Bäckermeiſter Johann Icl
Rheinſtraße, einer der älteſten hieſigen Einwohner,
von 81 Jahren geſtorben.

Ci. Erbach, 14. Sept. Schwerer Unfall. Ein hier beſchäf=
tigter
Elfenbeinſchnitzerlehrling aus dem benachbarten Erlenbach
ſtürzte in einer der letzten Nächte aus einem mehrere Meter hoch
gelegenen Fenſter ſeines Schlafzimmers auf das Straßenpflaſter,
wobei er ſich ſchwere innere Verletzungen zuzog, die die Aufnahme
ins Kreiskrankenhaus notwendig machten. Der junge Mann ſoll
Nachtwandler ſein. Sternwanderung im Odenwald=
klub
. Der Mümlinggau des Odenwaldklubs hatte für kommen=
den
Sonntag eine Sternwanderung vorgeſehen, die nun verſchie=
dener
Umſtände wegen ausfallen muß. Dafür unternimmt nun die
hieſige Ortsgruppe für ſich eine Sonderwanderung in den öſtlichen
Teil unſeres Heimatgebirges. Sie beginnt vormittags um 9 Uhr
und führt über Breitenbuch, Würzberg, Eulbach hierher zurück.

Oberheſſen.

Gießen, 14. Sept. Perſonalveränderung
Infanterie=Regiment. Mit Wirkung vom

ab werden der bisherige Regimentsadjutant Hauptmant
als Führer der 1. Kompagnie des 1. Bataillons des
terie=Regiments nach Gießen, der Oberleutnant Lüh=
der
11. Kompagnie, in die 15. Kompagnie des Ausbil4

lons nach Marburg, und Oberleutnant Sator, bishe
bildungsbataillon Marburg zur 5. Kompagnie des 10.
nach Weimar verſetzt. Hauptmann v. Herff übernimtr.
Führung des Traditions=Truppenteils des früheren he
regiments, aus dem er hervorgegangen iſt.

(I.K

denten ſowie Freunde des akademiſchen Lebens ſiao
Aufgabe vereinen.
Ziel des Werkjahres iſt es dem Studenten aun
praktiſchen Handelns und ſelbſtverantwortlicher Bemt
Gelegenheit zu körperlicher und ſittlicher Ertüchtigum=
Das Werkjahr könnte etwa in vier Abſchnitten
werden. Während der erſten vier Wochen ſollen dies
ſtudenten von der Hochſchule in Jugendherbergen, Voo
heimen und ähnlichen Gemeinſchaftsſtätten zuſammern
den. In den Vormittagsſtunden ſoll durch Profeſſ.
akademiker und Studenten eine kurze Einführung in
ſchulleben und die Hochſchulgemeinſchaft gegeben na.)
Männern des praktiſchen Lebens der verſchiedenen
nichtakademiſchen Berufe ſollen die Erforderniſſe un
aller in Frage kommenden Berufe klargelegt werder:
Die Nachmittage ſollen durch Geländeſport zuu
übungen der körperlichen Ertüchtigung dienen.
In Anſchluß daran ſollen ſämtliche Werkjahrsſti
etwa 3 Monate an Arbeitslagern des Freiwilligg
dienſtes teilnehmen.
Von Beginn der Erntezeit an ſollen die Werkja u. Bauern und Siedlern untergebracht werden, die
nicht in der Lage ſind, eine bezahlte Hilfskraft einzun
ſollen ſie als freiwillige Erntehelfer dieſen um i.0
kämpfenden Gliedern der Volksgemeinſchaft helfen
damit der wichtigen Aufgabe der Sicherung der En
Die bedrohten Gebiete des Oſtens müßten hierbe=
werden
.
In der zweiten Hälfte des Werkjahres ſollern
ſtudenten nach Möglichkeit in die verſchiedenen Untern
der Induſtrie verteilt werden, um hier unter fachkri
tung Seite an Seite mit jugendlichen Arbeitern in
ben oder in Lehrlingswerkſtätten zu angelernten Arrek
gebildet zu werden. Dieſe Ausbildung ſoll ihnen ii
Kriſenzeiten als die Grundlage eines Primitivbem/
und auf alle Fälle die praktiſchen Lebenserfahrunger,
demikers nach der manuellen und der ſozialen Seite
Es iſt zu hoffen, daß der Plan in dieſer For=n
dem Gemeinſchaftsleben begründeten Volksdienſtes
wird und daß durch ihn als künftigen Studierendon
lebendig mit den Fragen und Nöten der Wirtſchaft ij
Land und vor allem der handarbeitenden Volksſchick.
den werden.
Der Plan kann jedoch nur gelingen, wenn alle
Schichten Deutſchlands ſich geſchloſſen für den W4r
einſetzen und wenn vor allem auch die Jugend mity
ſatzbereitſchaft dieſen Weg betritt und ausbaut.

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Bedarf
Kartoffell
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[ ][  ][ ]

astag, 15. September 1932

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Na 257 Seite 7

Die Lage der Landwirtſchaft im Auguſt.
Sorgen und Laſten des Bauernſtandes. der Skand des Ackerbaues und der Biehzucht.
Stunden von der Bahnſtation entfernt liegt, ſpielt natürlich die
iursericht deutſcher Landwirkſchaffs=
Zeitung eine ganz andere Rolle als in der Stadt. Mit größter
Spe

tmitiern.

Steuer= und Soziallaſten wirkten auch im
ſlurguſt mit unverminderter Schärfe auf die Entwicklung
her deutſchen Landwirtſchaft. Angeſichts der allgemeinen
pſcheit führten die fälligen Laſten zu weiteren Steuerrück=
ſiger
trotz ungünſtiger Preiſe zu vorzeitiger Veräußerung
der neuen Ernte. Die Kreditfrage iſt nach wie vor
al. Soweit überhaupt Kredite erhältlich, ſind ſie mit

6 rundſtücksmarkt bewegte ſich allgemein in ſehr

gran Zinſen verbunden.
bmhnen. Nur Niederſchleſien meldet zunehmende Nach=
hr
größeren Gütern.
amzenſchädlinge und Krankheiten, ſowie
wwetter haben im Oſten die Hoffnungen auf ein gutes
Sunichte gemacht. Bei Getreide ſind faſt überall Roſt=
ſirankheiten
aufgetreten. Niederſchleſien berichtet über
zorrurſachte Mindererträge bei Weizen von 6 Doppel=
unſo
mehr je Hektar. Der Befall in Oberſchleſien war ſo
uus eigener Ernte nicht genügend Saatweizen vorhan=
ur
), ein Bedarf von 60 000 Zentnern beſteht. Weiterhin
werſchiedenen Gegenden über Krautfäule und Fußkrank=
Kartoffeln berichtet, ganz vereinzelt auch über das Vor=
omn
Kartoffelkrebs. Starkes Auftreten von Kohlweiß=
rirraupen
und Engerlingen hat ſtellenweiſe Schäden ver=
der
günſtigen Witterung der zweiten Auguſthälfte
Ellgemeinen die Getreideernte gut zu Ende geführt wer=
piin
den Höhengebieten, teilweiſe auf ſchweren Böden
en von Unwettern beſonders ſchwer getroffenen Teilen
vit. Ablauf des Monats noch nicht reſtlos geborgen. Die
mnbſei= zur Herbſtbeſtellung kamen dem Stand der Ernteein=
errtſprechend
ingang.
ſaßge ſamtergebnis der Getreideernte wurde
mtigt durch die Unwetterſchäden in Oſtpreußen, wo für

ten der Birſäar
en Vall
9 die Jugn
und ausbant

ſrWferdezucht zeigte ſich vor allem in den weſtlichen
ten bei anziehenden Preiſen lebhaftere Nachfrage nach
d Arbeitspferden. Die Nachfrage nach Zuchtvieh
atlnein gering. Auch die Schweinezucht fand nur
ereſſenten am Markt. Eine bedauerliche Einſchränkung
chillgemein in der Geflügelhaltung beobachtet, die
e zillänglichen Eierpreiſe zurückgeführt werden muß.
iſeae der Forſtwirtſchaft iſt unverändert ſchlecht.
eder Forleule wird aus Schleſien und in ſtärkerem Maß
Lchnenn gemeldet.
diſtemüſeernte wird in den meiſten Gebieten als gut
Stellenweiſe ſind Schäden teils durch übermäßige
4= turch anhaltende Trockenheit entſtanden. Starkes An=
aſliarkte
, auch durch das Ausland, drückte die Preiſe. Auf
Ahelmarkt iſt ein vollſtändiger Zuſammen=
ArPPreiſe erfolgt. Kern= und Steinobſt laſſen
Mziemlich geringen Ertrag erwarten. Auslands=
cerd
=Trauben beeinträchtigen eine rentable Preisgeſtal=
Ahage des Blumenbaues iſt troſtlos. Die heiße
rFuder zweiten Auguſthälfte hat im Weinbau die Ent=
mnMr
rauben günſtig beeinflußt, ſo daß für den Jahrgang
nciner befriedigenden Güte gerechnet werden darf. Men=
äfthnward
der Ertrag gegen das Vorjahr zurücktreten. Im
ſichtze Weinbaugebiet iſt infolge ſtarken Auftretens der Pero=
ſorazu
stwa einem Drittel der Anbaufläche ein ungünſtiger
ſteahull zu erwarten. Auch in Baden ſind erhebliche Schä=
Ageſ chnen, die den Mengenertrag ungünſtig beeinfluſſen.
alloid mengenmäßig etwa eine Mittelernte ergeben; der

er Drittel der Provinz von einer vollkommenen Mißernte
woerden kann. Der geſamte Oſten hatte fernerbin durch
ſübefall eine in Menge und Güte enttäuſchende Weizen=
ua
, in anderen Gebieten entſprach die Weizenernte nicht
zruungen. Im großen Durchſchnitt geſehen, kann die Ge=
trotzdem
als zufriedenſtellend angeſehen werden, wird
ſchlen der amtlichen Vorſchätzung nicht erreichen. Eine
hulee Ernte laſſen auch Kartoffeln und Rüben erwarten.
üſehrünlandflächen zeigten im allgemeinen einen
Ine. In trockenen Lagen iſt es zu Dürreſchäden gekom=
ſe
tweiſe zu Futtermangel auf den Weiden führten und
nuce vie Grummeternte im Ertrage beeinträchtigte.
m’Ir=Preisgeſtaltung für landwirtſchaftliche Erzeug=
ſin
Beſſerung nicht eingetreten. Die Viehpreiſe waren
tollicher Beſſerung wieder nachgebend. Auch die Preiſe
Mle erzeugniſſe und für Getreide ſind weiter geſunken. Im
ſehlzum gleichen Monat des Vorjahres iſt für alle land=
cluchen
Erzeugniſſe ein beträchtlicher Preisverfall feſtzu=

e näudarf jedoch mit einer Ernte gerechnet werden, welche
ntln üilzer dem Durchſchnitt der letzten Jahre ſteht. Auch für
feez bi=ſtehen qualitätsmäßig gute Ausſichten.
ilt Teichwirtſchaft wurde ein normaler Zuwachs

Beſtſa ſige beobachtet.
ſidken orgung der Landwirtſchaft mit Betriebsmitteln be=
ſieſhr
allgemeinen Lage entſprechend in geringen Grenzen.
Didew erige Einbringung der Ernte erforderte in einzelnen
tehuinre Mehreinſtellung von Arbeitskräf=
Oreßen meldet beiſpielsweiſe aus dieſem Grunde ein
03u rückgehen der Arbeitsloſigkeit. In ſteigendem Um=
ſamrt
gutem Erfolg findet der freiwillige Ar=
MAn ſt Verwendung zu Meliorations= und Regulierungs=
Mu forſtungen und Rodungen.
1üoßen und ganzen geſehen, hat ſich die Lage der Land=
am
Berichtsmonat noch nicht gebeſſert. Es fehlte vor
im=mer der notwendige Schutz der Veredlungswirtſchaft
ſeingentierung der Einfuhr; es fehlte eine allgemeine
Mu ſin erſter Linie generelle Senkung der untragbaren
e Landwirtſchaft muß erwarten, daß dieſe ſeit langem
ſerhobenen Forderungen in dem Rahmen des neuen
ovogramms der Reichsregierung ihrer Erfüllung in
egsenſehen.
Aus dem ländlichen Leſerkreis
nin alter Abonnent:
Gbſsliebt und begehrt das Darmſtädter Tagblatt auf
Wüſt, zeigt Ihnen nachfolgende kleine Epiſode, die ich
heillebte. Ich verbrachte meine Ferien bei einem be=
* 9ehrer im Odenwald. In dem Dörfchen, das zwei

Szene; der Lehrer und ſeine Frau riſſen ſich um die Zeitung, jeder
beanſpruchte ſie zuerſt für ſich, bis dann ſchließlich der Mann vom
Recht des Stärkeren Gebrauch machte. Das gab natürlich auf bei=
den
Seiten Verdruß, und einmal wäre es beinahe zu einem klei=
nen
Zwiſt gekommen.
Ich ſuchte als Freund zu vermitteln und fragte den Lehrer,
was ihn in der Zeitung am meiſten intereſſiere. Er ſagte: Selbſt=
verſtändlich
in erſter Linie die Politik. Meine Frau aber hat die
Angewohnheit, ſämtliche lokalen Notizen aus ganz Heſſen mit be=
wundernswerter
Gemütsruhe durchzuleſen, ſo daß ich ewig auf die
Zeitung warten muß.
Die Frau verteidigte ſich: Für die hohe Politik habe ich als
Frau wenig Verſtändnis; ich finde überhaupt, daß ſie für uns
einfache Naturen etwas zu hoch und unnahbar iſt. Ich leſe gern
den unterhaltenden Teil der Zeitung ſowie die lokalen Nachrich=
ten
. Wenn es hier auch keine weltbewegenden Dinge gibt, bin ich
doch dem Darmſtädter Tagblatt ſehr dankbar, daß es dieſen Teil
der Zeitung mit ſo beſonderer Liebe pflegt. Hier verſpüre ich
den Pulsſchlag der Heimat, hier, wo alles ſo klein und nahe iſt,
fühle ich mich zu Hauſe.
Nachdem ich beide Urteile gehört und für jedes ein Verſtänd=
nis
gefunden hatte, fällte ich folgendes ſalomoniſche Urteil:
Du, als Mann, intereſſierſt dich für die Politik und bekommſt
deshalb das Hauptblatt der Zeitung. Deine Frau dagegen erhält
das Beiblatt in welchem die lokalen Nachrichten ſowie der unter=
haltende
Teil zu finden ſind.
Das Urteil wurde lachend angenommen; von nun an herrſchte
Frieden beim Morgenkaffee, und man wunderte ſich, daß man nicht
ſchon früher auf dieſe einfache Löſung gekommen war.

* 6000 in der Groß=Gerauer Ausſtellung.
Verlängerter Schaufenſterwettbewerb. Ein glänzender Erfolg
des Groß=Gerauer Heimatfeſtes.
Au. Groß=Gerau. 14. September.
Die Veranſtaltungen des Groß=Gerauer Herbſtmarktes haben
heute mit dem Ende des großen Schaufenſterwettbewerbes, an
dem ſich viele Tauſende Herbſtmarkbeſucher beteiligt haben und
der infolge des ſenſationellen Erfolges bis heute verlängert wer=
den
mußte, ihren endgültigen Abſchluß gefunden. Der Groß=
Gerauer Herbſtmarkt war ein Erfolg auf der ganzen Linie. Die
Ausſtellung in der Handwerkerſchule, die einheimiſche Erzeugniſſe
zeigte, war von annähernd 6000 Perſonen beſucht. Auch der ge=
ſchäftliche
Erfolg dieſer Ausſtellung übertraf alle Erwartungen.
Ein Möbelſtück wurde u. a. neunmal verkauft. Auch die zahl=
reichen
Sonderveranſtaltungen wieſen einen außerordentlich ſtar=
ken
Beſuch auf. Bürgermeiſter Dr. Lüdecke richtete an die Bevöl=
kerung
der Stadt einen Aufruf, in dem er allen denen, die an der
Durchführung der Veranſtaltung beteiligt waren, ſeinen herzlichen
Dank abſtattet und u. a. ausführt: Dank aber auch unſeren
Gäſten aus dem Gerauer Land und weit darüber hinaus, die hier=
her
kamen, um unſere Arbeit zu ſehen. Ich danke insbeſondere
auch der heſſiſchen Preſſe, die unſere Arbeit anerkannt hat. Der
Einzelne vermag nichts, wenn ihm nicht treue Mitarbeiter zur
Seite ſtehen, die ſeine Gedankengänge verſtehen und deswegen auch
billigen und fördern. Eine beſondere Note erhielten dieſe Feſt=
tage
durch die Anweſenheit des heſſiſchen Staatspräſidenten, der
hier im Alten Rathaus die Vertreter der heſſiſchen Preſſe be=
grüßte
. Seine Worte haben in der gegenwärtigen Zeit beſondere
Bedeutung, und die Durchführung unſeres Herbſtmarktes hat es
gezeigt, daß über alle Verſchiedenheiten der politiſchen Ueberzeu=
gung
und die konfeſſionellen und ſozialen Unterſchiede hinaus wir
alle danach hinſtreben müſſen, das Verſtehen von Menſch zu Menſch
zu fördern. Wir hoffen alle, daß dieſer Geiſt der Einigkeit uns
in Groß=Gerau auch für die Zukunft, wenn noch ſchwerere Tage
kommen ſollten, führt, und daß jeder einzelne bereit iſt, perſön=
liche
Intereſſen und Gedanken zurückzuſtellen, wenn es gilt. Inter=
eſſen
der Allgemeinheit vor den Eigennutz zu bringen. In dieſem
Geiſte mögen die Feſttage bei uns verklingen. Dr. Lüdecke,
Bürgermeiſter.

*London verſinkt.
Der Tower um 4 Zenkimeker geſunken. Anch das königliche Schloß Windſor ſinkl.
verkugeln fallen mußten. Die Mentalität war die Stärke der
ſerbiſchen Freiheitsbewegung gegen die Türken, ſie war die
die Beidegangen drr Grsrrüfte
Quelle heroiſcher Leiſtungen in langen Jahrhunderten der Skla=
verei
, ſie wurde aber auch zur größten Schwäche des neuen
Staates, als ſie ſich nicht mehr gegen den Feind, ſondern gegen
In enlglano.
den Freund und Bruder kehrte. Die Mentalität war und iſt die

Engliſche Zeitungen berichten über eigenartige Vorgänge,
die innerhalb von London beobachtet worden ſind. Es wurde
feſtgeſtellt, daß einige bedeutſame Gebäude in der letzten Zeit
geſunken ſind, und dieſe Tatſache gibt den Zeitungen Veranlaſ=
ſung
zu der Befürchtung, daß London verſinkt. So iſt der Tower
um 4 Zentimeter geſunken. Eine ähnliche Erſcheinung wurde
beim Schloß Windſor und bei anderen öffentlichen Gebäuden
beobachtet. Selbſtverſtändlich können dieſe auch bei privaten Häu=
ſern
feſtgeſtellt werden. Aber hier iſt niemand da, der an einer
Beobachtung Intereſfe hat und die Tatſachen mitteilt. Vielleicht
wird auch ein geringes Abſinken von privaten Häuſern nicht ſo
leicht feſtzuſtellen ſein, wie bei öffentlichen Gebäuden, wo die
Vermeſſungen ſehr eingehend gemacht werden. Trotz alledem wird
man nicht zu fürchten brauchen, daß London verſinkt. Es iſt kaum
anzunehmen, daß ſich plötzlich derartige Verſchiebungen innerhalb
des unterirdiſchen Bodens von London bemerkbar gemacht haben
ſollen, die auf größere Umwälzungen hindeuten. Das Verſinken
bzw. Einſinken von Gebäuden, das gerade in den letzten Mona=
ten
vor ſich gegangen iſt, kann auf die Verſumpfung unterirdiſcher
Teile Londons zurückgeführt werden. Tatſächlich hat die Regie=
rung
eine Unterſuchung angeordnet, wie weit eine derartige Ver=
ſumpfung
zu beobachten iſt, und welche Urſachen dafür vorhan=
den
ſind. Es laſſen ſich aber auch Bewegungen der Erdkruſte als
Urſache annehmen. Die Erdkruſte iſt auch heute noch nicht unver=
änderlich
und ſtarr. In ganz Europa ſind Beobachtungen ge=
macht
worden, die auf eine Bewegung der Erdkruſte hindeuten.
In der Schweiz wurde plötzlich in irgendeinem Dorf eine Kirch=
turmſpitze
ſichtbar, die man früher nicht ſehen konnte. Aehnliche
Anzeichen von einer Verſchiebung der Erdkruſte, von Abſinken
oder Höherſteigen von Gebäuden ſind in Holland. Norwegen und
Schweden beobachtet worden. In Deutſchland ſind im nieder=
rheiniſch
=weſtfäliſchen Gebiete auf einer Strecke von 2500 Kilo=
metern
mit Hilfe von 10 000 Punkten von Weißner Meſſungen
veranſtaltet worden, aus denen hervorgeht, wie Weißner, mit=
teilt
, daß ſich die großen Grabenſchollen des niederrheiniſch= weſt=
fäliſchen
Gebirges in den letzten Jahrzehnten jährlich um mehrere
Kilometer abwärts bewegten. Manche Gebiete ſenken ſich, wäh=
rend
ſich andere Gebiete in der Nähe von Hagen heben. Aehn=
liche
Erſcheinungen dürften auch für England zutreffen. Nur
ſind hier noch nicht in dem Umfange wie in Deutſchland wiſſen=
ſchaftliche
Beobachtungen angeſtellt worden, ſo daß die Bewegun=
gen
der Erdkruſte ſich in den Zeitungen zu einer Senſationsmel=
dung
auswachſen. Andererſeits dürfte gerade auf dem Gebiete
von London eine Bodenbewegung feſtzuſtellen ſein, die durch den
Einfluß des Grundwaſſers entſtanden iſt. Nur genaue wiſſen=
ſchaftliche
Unterſuchungen können eine erſchöpfende Auskunft
darüber geben, welche elementaren Kräfte an dem Abſinken zahl=
reicher
Gebäude Londons wirkſam ſind. Gegen die Bewegung
der Erdkruſte ſind Mittel und Maßnahmen nicht möglich. Ob
gegen eine Verſumpfung und gegen den Einfluß des Grund=
waſſers
etwas getan werden kann, das hängt von dem Gutachten
er Sachverſtändigen ab. Trotz aller Schreckensmeldungen darf
man aber feſt davon überzeugt ſein, daß London noch einige
Jahrhunderte auf ſeinem alten Platz ſtehen wird.

* Triumph der Menkalikäk
Die Familien Antitſch und Staniſchitſch in Brewika bei
Brtſchko hatten ſich ſchwer verfeindet. Der Zank begann mit einer
ausgeborgten Senſe und endete mit einem halben Dutzend Toten
und ebenſo vielen Schwerverletzten. Eine ganz gewöhnliche Senſe
war die Urſache dieſer gräßlichen Metzelei. Oder doch nicht nur
die Senſe, ſondern auch noch etwas anderes? Gewiß, die be=
rühmte
Mentalität, die keiner Partei das Einlenken geſtattete.
Es handelte ſich um jene Denkart, die in Serbien in allen wich=
tigen
Fragen die entſcheidende Rolle ſpielt. Zum Beiſpiel in der
Politik, als Stephan Raditſch und ſeine Freunde unter Revol=

Urſache aller Wirren am Balkan. Ihr Weſen beſteht in einer
leidenſchaftlichen Rechthaberei und haßerfüllten Unnachgiebigkeit.
Weil die Geſchichte mit der Senſe für dieſe Mentalität ſo be=
zeichnend
iſt und einen einzigartigen Einblick in die Pſyche des
Volkes geſtattet, ſoll ſie hier erzählt werden:
Antitſch hatte dem Staniſchitſch die Senſe zur Mahd ge=
liehen
. Als er ſie ſpäter wieder brauchte, teilte er dies dem
Nachbar mit. Doch dieſer wollte ſich vorerſt einen Spaß erlau=
ben
. Er behielt die Senſe trotz aller Mahnungen und führte den
Nachbar an der Naſe herum. Schließlich gab er ihm eine alte
Senſe zurück. Nun wurde Antitſch ungeduldig und forderte
nachdrücklich ſein Eigentum. Allein das Spiel war zu ſchön, als
daß es Staniſchitſch ſchon aufgegeben hätte. Da wurde Antitſch
grob, drohte und fluchte läſterlich. Staniſchitſch aber fühlte ſich
beleidigt und warf den ergrimmten Mann hinaus. War die
Sache bisher für ihn ein Zeitvertreib geweſen, ſo wurde ſie
plötzlich bitter ernſt. Nach dieſem Auftritt konnte er die Senſe
nicht mehr zurückgeben, weil ihm das nach ſeiner Anſicht die
Ehre verbot. Aber auch Antitſch war entſchloſſen, auf ſeinem
Standpunkt zu beharren. Er wollte nunmehr den Nachbar unter
Druck ſetzen und hatte dazu die Mittel, weil es in der ganzen
Gegend nur einen Brunnen gab, der auf ſeinem Gebiete lag.
Er verweigerte alſo der Familie Staniſchitſch das Waſſer=
ſchöpfen
, bis ſie ihm die Senſe zurückgeſtellt hätte. Aber das
Verbot verfehlte die Wirkung vollſtändig. Zähneknirſchend ſchwor
Staniſchitſch, lieber zu verdurſten, als ſich der Brutalität des
Nachbars zu beugen. Seine Hausgenoſſen, Frau und Brüder,
Schweſtern und Schwäger, ſtimmten ihm durchaus bei. Die
Mentalität hatte ſie eben alle erfaßt. Sie waren einmütig in
der Ueberzeugung, daß jedes Einlenken unmoraliſch und daher
unmöglich ſei. Die Sonne verſengte zwar mit tropiſcher Glut die
Felder und die Nächte waren ſchwül und drückend, aber nichts
wäre imſtande geweſen, die Leute zur Beſinnung zu bringen.
Nur ohnmächtige Wut verzerrte ihre ſchweißverklebten Geſichter.
Drei Tage litten ſie wacker Durſt, bis die Kinder nicht mehr
mitkonnten. Ihr Jammern und Klagen erfüllte ununterbrochen
das Haus. Die armen Würmer wußten ja nichts von der Men=
talität
. Ihr Weinen ſchnitt den Eltern auch ſchrecklich ins Herz,
aber ſie waren ja machtlos. Sie ballten zwar die Fäuſte und
rangen die Hände, ſchrien und tobten, aber ſie behielten die
Senſe im Haus. Am Abend des vierten Tages wurde die Lage
unhaltbar. Jetzt mußte Waſſer her um jeden Preis, nur nicht
um den Preis der Senſe. Die Großen bewaffneten ſich. Die
Männer nahmen Aexte und eiſenbezinkte Gabeln, die Weiber
Sichel und Prügel. Dann zogen ſie in die Schlacht zum Brun=
nen
, der von der Familie Antitſch in Erwartung der kommen=
den
Ereigniſſe ſtrenge bewacht wurde. Ohne Einleitung begann
der Kampf und dauerte ſolange, bis die letzten Streiter auf den
Naſen ſanken. Erſt am nächſten Morgen entdeckte man das
Schlachtfeld. Bauern, die von weither um Waſſer gekommen
waren, luden die ausgebluteten Körper auf 5 Leiterwagen und
trabten mit ihnen zum nächſten Spital. Unterwegs ſtarben ſechs
Perſonen und weitere ſechs wurden beſinnungslos. Nachdem die
Ueberlebenden gelabt waren, erfuhr man die Geſchichte, die
keiner der Kämpfer bereute, denn ſie hatten nur getan, was ſie
tun mußten.
Dicke Menſchen
erreichen Gewichtsabnahmen von 1520 Pfd. in Kürze durch den
ärztl. empfohl. wolſchmeckend. Ebus=Tee. Auch harnſäurelöſend.
Sie fühlen ſich wie neugeboren, werden ſchlank und elaſtiſch.
1.50 RM. in Apoth. u. Drog. Verſuch überzeugt auch Sie! (TV78

Saddoer LielSA
unberührt vom Wechsel der Zeiten:
Die ehrliche, bewährte Auafität.
Barum ist Solem die Zigarette aller
Generationen.
Piemilde SAlAASS

[ ][  ][ ]

Donnerstag, 15. September 1!

lchen un

Seite 8 Nr. 257

Die Einweihung des franzöſiſtin
amerikaniſchen Kriegerdenkmal
an der Marne.

Der Berliner Jahreskongreß der Heilsarmee.

Heilsarmee=Soldaten ziehen mit ihren Fahnen durch die Reichshauptſtadt.
In Berlin fand der Jahreskongreß der deutſchen Heilsarmee ſtatt. Die Kommandanten,

darunter der Höchſtkommandierende der Welt=Heilsarmee, riefen ihre Anhänger auf, im Zeichen
Chriſti unbeirrt ihr tatkräftiges ſoziales Wirken für die Aermſten der Armen fortzuſetzen.

Ein ſelkſames Wekkrennen.

Die Dynaſphere, ein eigenartiges Fahrzeug, das ſich auf einem einzigen Rad fortbewegt,
und ein raſſiger Rennwagen am Start.

Zwar gewann das Rennauto überlegen, doch erreichte die Dynaſphere immerhin eine Geſchwin=
digkeit
von 50 Stundenkilometern. Der Antrieb des neuen Fahrzeuges erfolgt durch einen
Petroleum=Motor. Der Führerſitz im Radinnern dreht ſich vermöge ſeines Eigengewichts nicht mit,
ſondern bleibt ſtets in der gleichen Lage.

90 000 Wurſtmarkt=Beſucher in vier Tagen.
Bad=Dürkheim. Der Dürkheimer Wurſt=
markt
hatte auch an den beiden letzten Haupt=
tagen
Montag und Dienstag einen recht
guten Beſuch aufzuweiſen. Etwa 20 000 Menſchen
dürften ſich an dieſen beiden Tagen an dem bun=
ten
Trubel erfreut haben, ſo daß ſich die Ge=
ſamt
=Beſucherzahl bisher auf 90 000 beläuft. Der
Umſatz war befriedigend, dürfte aber die Höhe
des Vorjahres nicht erreichen. An den Ver=
kaufsſtänden
war am Dienstag vormittag ver=
einzelt
ein lebhafter Geſchäftsgang zu ver=
zeichnen
.
Polizeibeamter von Fahrraddieb erſchoſſen.
Berlin. Am Mittwoch nachmittag wurde
der 36jährige Polizeioberwachtmeiſter Otto Tiegs
in der Mansfelderſtraße, Ecke Barſtraße, von
einem Fahrraddieb niedergeſchoſſen. Der Beamte
erhielt einen Herzſchuß und war ſofort tot. Der
Täter, deſſen Perſonalien noch nicht feſtſtehen,
erſchoß ſich dann ſelbſt in einem Vorgarten in
der Mansfelderſtraße.

Graf Zeppelin bei den Capverdiſchen Inſeln.
Hamburg. Wie die HamburgAmerika=
Linie mitteilt, befand ſich Graf Zeppelin am
Mittwoch, gegen 15 Uhr M.E.3., etwa 12 See=
meilen
ſüdlich der Capverdiſchen Inſeln.

Lang geſuchter Juwelendieb verhaftet.
München. Am Dienstag abend iſt es der
Münchener Kriminalpolizei gelungen, einen

langgeſuchten Juwelendieb feſtzunehmen. Es

handelt ſich um den Hausdiener eines Münchener
Hotels, der einem Amerikaner die geſamten
Schmuckſachen im Werte von 120 000 RM. ent=
wendet
hatte. Ueber den Diebſtahl und die Ver=
haftung
des Juwelendiebes, der in Geſellſchaft
eines Helfershelfers feſtgenommen wurde, er=
fährt
die Münchener Telegrammzeitung u. a.:
Im Ma: d. I. ſtieg ein Amerikaner nauens
Fiſher in Begleitung einer Dame in einem Hotel
in der Nähe des Bahnhofes ab. Gleich nach ſei=
ner
Ankunft bemerkte er den Verluſt ſeiner
Juwelenſchatulle, die Ringe, Armbänder, Kr=
wattennadeln
und Diamanten im Werte von
120 006 RM. enthielt. Der Verdacht der Täter=
ſchaft
richtete ſich ſofort gegen einen Hausdiener
des Hotels. Hausſuchungen bei ihm blieben aber
erfolglos. Dieſer Tage erhielt nun die Münche=
ner
Kriminalpolizei Kenntnis davon, daß der
Dieb und ein Helfershelfer die Juwelen nach
Berlin zu veräußern verſuchten. Die Polizei um=
ſtellte
den Bahnſteig des Hauptbahnhofes und
als die beiden den D=Zug nach Berlin oeſtei=
gen
wollten, wurden ſie verhaftet. Bei dem einen
von ihnen fand man faſt den geſamten Schmuck
des Amerikaners wieder.

Die Ozeanflieger geſichtet.
London. In einer Funkmeldung berichtet der
engliſche Dampfer Datford, daß er das Flug=
zeug
Amerikaniſche Krankenſchweſter, das zu
einem Ozeanflug von New York nach Rom ge=
ſtartet
iſt, am Dienstag, um 19 Uhr MEZ., in
einer Entfernung von etwa 1100 Kilometern
von New York über dem Ozean geſichtet habe.

Die fliegende Familie in Angmagſalik.
Kopenhagen. Die Familie Hutchinſon iſt
von dem engliſchen Fiſchdampfer nach Angmag=
ſalik
gebracht worden. Da die Flieger keine
Polarkleidung beſaßen, hatten ſie ſehr unter der
Kälte zu leiden. Hutchinſon ſelbſt war ſo er=
mattet
, daß er bei der Ankunft in Angmagſalik
ſofort das Bett aufſuchen mußte. Wie aus Oslo
gemeldet wird, hat der Fiſchdampfer auf der
Fahrt nach Angmagſalik die norwegiſche Funk=
ſtation
Finsbu aufgeſucht, wo ſich der däniſche
und der deutſche Flieger befanden, die an der
Suche nach Hutchinſon teilgenommen hatten. Die
Flieger wollen, wenn es das Wetter zuläßt, am
Mittwoch nach Julianehaab zurückkehren.

Ein Tiroler Dorf niedergebrannt,
Trient. In der Nacht zum Dienstag ent=
ſtand
in der etwa 1000 Einwohner zählenden
Gemeinde Villa Rendena bei Trient aus bisher
unbekannter Urſache ein ungeheures Schaden=
feuer
, dem 85 Häuſer zum Opfer fielen. Von dem
ganzen Dorfe ſind nur vier Häuſer ſtehen ge=
blieben
. Die Bevölkerung iſt in den umliegen=
den
Orten vorläufig behelfsmäßig untergebracht
worden.
Eiſenbahnkataſtrophe bei Oran.
Paris. Havas meldet aus Oran: Ein Zug,
der 510 Offiziere, Unteroffiziere und Mann=
ſchaften
der Fremdenlegion von Bel=Abbes nach
Udſchda beförderte, iſt geſtern nachmittag in der
Gegend von Tlemcen in eine Schlucht geſtürzt.
Nach den erſten Meldungen ſind 50 Tote und
80 Verletzte zu verzeichnen. Die Kataſtrophe ſoll
auf einen durch ſtarke Regengüſſe verurſachten
Bahndammrutſch zurückgehen.

Miniſterpräſident Herriot bei ſeiner großen!
vor dem Denkmal, in der er an die 2
Amerikas über die noch immer beſtehendo
Freundſchaft zwiſchen Frankreich und dem
einigten Staaten ſprach.
Am Jahrestag der Marne=Schlacht, di
Weltkrieg eine ſo entſcheidende Wendung
wurde auf der Straße von Soiſſons nach X/
auf dem Gelände der großen Schlach
1914, ein monumentales franzöſiſch=amerikaa
Gefallenen=Ehrenmal enthüllt.

Verfolgungen von Deutſchen in der Sowjery
90 Wolgakoloniſten erſchoſſ.
Es bewahrheitet ſich, daß die Deutſch in
Wolgagebietes einer erneuten Welle vom
folgungen ausgeſetzt ſind, und daß kürzlich
loniſten, die ſich den Beamten der G.P.U.
ſetzten, von dieſen erſchoſſen wurden. Die
ten der Geheimpolizei hinderten die de
Bauern nämlich daran, von einem Erlcri,
den teilweiſen freien Handel von Lebe-;
deln vorſah, Gebrauch zu machen. Ae=i
Meldungen liegen aus anderen Gegenderik
Das Fährboot=Unglück auf dem Hudſuu
New York. Im Laufe des Dienstagy
den aus dem am letzten Freitag auf denn
River geſunkenen Fährboot Obſervatiom
zehn Leichen geborgen. Die Zahl der ermät
Toten erhöht ſich damit auf 64. Elf Paiß
werden noch vermißt.

Gorguloff hingerichtei.

Paris. Der Ruſſe Gorguloff, der M
des Präſidenten der Republik, Doumer, iſt
früh 6.15 Uhr hingerichtet worden. Am
Boulevard Arago, wo gegenüber dem Te
Santé=Gefängniſſes im Laufe der Na /
Guillotine aufgerichtet wurde, hatten ſich
ſeit Mitternacht einige hundert Neugierä
geſammelt, die jedoch von einem ſtarken Auf
von Polizei zu Fuß, zu Pferde und zu F

wie von Kriminalbeamten in großer Entß‟
von der Richtſtätte gehalten wurden. Ur.
wenigen Amtsperſonen und Journaliſten, I..
der Polizeipräfektur Durchlaßkarten el
hatten, befanden ſich nach dem in Fr a
herrſchenden Brauch keine Frauen. Um m)
wurde Gorguloff in ſeiner Zelle von dem
ralſtaatsanwalt geweckt, der ihm die
ſtehende Hinrichtung bekanntgab. Guc5
zeigte ſich außerordentlich gefaßt. Er kI.
ſagte er, keine Angſt. Er ſterbe für ſeine
und das ruſſiſche Volk. Seine Frau, die
liebe, bitte er um Verzeihung wegen des
das er ihr zugefügt habe. Der Präſiden.
der legte dann dem ruſſiſchen Popen Gi
Beichte ab, ſprach mit ruhiger Stimme al
ſiſch das ihm vorgeleſene Gebet nach und
in einem mit Pferden beſpannten Gef
wagen zur Richtſtätte gebracht. Der 10
Scharfrichter Deibler hatte alle Vorke 7
getroffen, um die Hinrichtung ſo ſchnell m
lich zu vollziehen. Kaum war Gorgul
Gefängniswagen entſtiegen, wurde er ber!
den Gehilfen des Scharfrichters ergrif.
auf das Fallbrett geſchnallt. Man !
einen halb unterdrückten Ruf, und ſcho
das Fallbeil nieder. Die ganze Hin!
dauerte nur wenige Sekunden.

Reich und Ausland.
Rettung Schiffbrüchiger.
Die Rettungsſtation Norderney der
Deutſchen Geſellſchaft zur Rettung Schiffbrüchi=
ger
meldet: Am 11. September von dem Fiſch=
kutter
Elſine aus Weſtermarſch, Schiffer Ra=
demacher
, geſtrandet bei Utlandshörn, zwei Per=
ſonen
gerettet durch das Doppelſchrauben=
Motorrettungsboot Bremen der Station Nor=
derney
.
Die Rettungsſtation Pillau der Deutſchen
Geſellſchaft zur Rettung Schiffbrüchiger meldet:
Am 12. September von dem deutſchen Zweimaſt=
ſchoner
Adele, Kapitän Hermann Winter, ge=
ſtrandet
bei Tenkitten, mit Soyaſchrot von
Kopenhagen nach Elbing beſtimmt, vier Perſonen
durch das Doppelſchrauben=Motorrettungsboot
Konſul Kleyenſtüber der Station gerettet.
Der deutſche Seefalke rettet 24 Seeleute.
Paris. Während der Streit über die grund=
ſätzliche
Frage, ob deutſche Schiffe in franzöſi=
ſchen
Küſtengewäſſern Lotſen=, Schlepp= und
Hilfsdienſte verrichten dürfen, fortdauert, hat
der deutſche Hilfsdampfer Seefalke, wegen deſ=
ſen
Anweſenheit im Hafen von Douarnenez dieſe
Streitfrage akut wurde, ſeine außerordentliche
Seetüchtigkeit geſtern beweiſen können. Der
Seefalke eilte dem in Seenot befindlichen ita=
lieniſchen
Dampfer Chloe zu Hilfe und rettete
die Beſatzung. Das deutſche Hilfsſchiff nahm den
Chloe, auf dem 14 Mann zurückgelaſſen wur=
den
, ins Schlepptau. Kurze Zeit darauf ereig=
nete
ſich eine furchtbare Keſſelexploſion an Bord
des Chloe, der innerhalb weniger Minuten
ſank. Die Beſatzung konnte gerettet werden. In=
folge
der großen Schnelligkeit und der modernen
Ausrüſtung des Seefalken konnten 24 Seeleute
dem Wellentode entriſſen werden.

Afrikaforſcher Frobenius aus Tripolitanien
nach Europa zurückgekehrt.
Frankfurt a. M. Wie der Tel.=Union
aus Rom gemeldet wird, iſt der Afrikaforſcher
Prof. Leo Frobenius von ſeiner Expedition in
das Innere Tripolitaniens mit einer reichen
Ausbeute an wiſſenſchaftlich intereſſanten und
wichtigen Feſtſtellungen über die Felszeich=
nungen
, die den verſchiedenſten Stilcharakteren
und Stilepochen angehören, am Dienstag nach
Rom zurückgekehrt. Prof. Frobenius wird in
dieſen Tagen mit dem italieniſchen Kolonial=
miniſterium
über die Auswertung ſeiner Funde
in Fühlung treten. Außer den zahlreichen Fels=
zeichnungen
ſoll der bekannte Afrikaforſcher auch
umfangreiche Strecken von ſiedlungsfähigem
Weideland in Fezzan feſtgeſtellt haben. Die un=
ter
der Leitung von Dr. Jenſen ſtehende Abtei=
lung
der Forſchungsexpedition, die noch in die
Gegend von Gat vorgeſtoßen iſt, dürfte erſt in
einiger Zeit nach Europa zurückkehren.
Der Raubüberfall in Aßmannshauſen.
Wiesbaden. Bekanntlich wurde im Juli
d. J. der Domänenaufſeher Körber von zwei
Männern überfallen und ihm eine Ledertaſche,
in der ſich Lohngelder im Betrage von 700 RM.
befanden, geraubt. Einige Tage nach dem Ueber=
fall
wurden die Täter, der 30jährige Eduard
Becker und der 40jährige Friedrich Mitzel aus
Höchſt, verhaftet. Nachdem inzwiſchen noch die
Ehefrauen der beiden Haupttäter verhaftet wor=
den
waren, ſind jetzt drei Perſonen aus Höchſt
als Hehler feſtgenommen worden. Die Staats=
anwaltſchaft
hat nunmehr die Anklage gegen die
ſieben Perſonen erhoben. Die Verhandlung fin=
det
in nächſter Zeit vor dem Wiesbadener
Schwurgericht ſtatt.
Keine Einſtellung des Verfahrens
gegen Max Sklarek.
Berlin. Wie die Juſtizpreſſeſtelle mitteilt,
hat das Kammergericht als Beſchwerdeinſtanz
den Antrag des Max Sklarek, das gegen ihn
ſchwebende Strafverfahren wegen dauernder
Verhandlungsunfähigkeit vorläufig einzuſtellen,
zurückgewieſen.
Der vielumſtrikkene Heimkehrer
Daubmann in Berlin.

Oskar Daubmann,
der nach 16 Jahren in die Heimat zurückgekehrt
iſt in der Reichshauptſtadt eingetroffen, um
ſeiner Angelegenheit verſchiedene Behörden au
zuſuchen und um der Reichsvereinigung ehem
liger Kriegsgefangener Bericht zu erſtatten. (
ſoll unterſucht werden, ob ſeine Schilderung ül
ſeine Kriegsgefangenſchaft der Wahrheit en
ſpricht.

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nac,ri hten

[ ][  ][ ]

15. September 1932

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Zur Feier des Guſtav=Adolf=Vereins.

Nr. 257 Seite 9

Geheimer Kirchenrat
Prof. Dr. Franz Rendtorff.
der langjährige Vorſitzende des
Guſtav=Adolf=Vereins.

Wiederanfftellung des Köllſche Boor

Eiks: Die Thomaskirche in Leipzig, in der einſt vor 100 Jahren die Begründung des Guſtav=Adolf=Vereins ſtattfand und in der jetzt die
Feſtgottesdienſte der Jubiläumstagung abgehalten werden. Rechts: Der Sitz des Guſtav=Adolf=Vereins in Leipzig.
18. bis 22. September findet in Leipzig die Jubiläumstagung des Guſtav=Adolf=Vereins ſtatt, der dort vor 100 Jahren begründet wurde.
ſ der große Schwedenkönig einſt für die deutſchen Proteſtanten eingetreten war, ſo will der Verein eine Hilfe ſein für bedrängte Glaubens=
wvier
in aller Welt. Stolz vermag die große Organiſation auf die 100 Jahre zurückzublicken, in denen ſie innerhalb der proteſtantiſchen Welt
iſno vielſeitiges und umfangreiches Werk geleiſtet hat. Viele Gemeinden danken dem Guſtav=Adolf=Verein eine tatkräftige Hilfe, ohne die ihr
ſhcheſtand oft gefährdet worden wäre. Viele Kirchen wurden vor allem in den deutſchſprachigen Gebieten jenſeits der Grenzen mit ſeiner
t errichtet und erhalten, in denen nun das Evangelium eine Stätte findet und die zumeiſt zugleich auch Sammelſtätten des Deutſchtums ſind.

Die 1915 von Prof. Wallner geſchaffene Statue
Köllſche Boor,
das erſte deutſche Nagel=Standbild, wird jetzt
zur Erinnerung an die im Weltkrieg von allen
Schichten der Bevölkerung in ſo reichem Maße
bewieſene Opferwilligkeit an dem berühmten
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Seite 10 Nr. 257

Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Sport, Spiel und Jucnen

Werbewoche und Vereins=Sporkfeſt der Tum=
gemeinde
Beſſungen 65.
Ueber die erſten Tage der Werbewoche Montag bis Mitt=
woch
iſt bereits berichtet. Am Donnerstag, dem 8. September
hielten die Schüler unter Leitung ihres Turnwarts Chriſtel
Zeſchky ihre öffentliche Turnſtunde ab. Ihre Leiſtungen unter
ihrem ausgezeichneten Führer waren wirklich gut. Anſchließend
ſah man die Fechter unter ihrem Fechtmeiſter Herrn Kötting.
Die Perſon des Fechtmeiſters allein bürgt für die Qualität der
Fechterinnen und Fechter. Am Freitag fanden zwei. beide ausge=
zeichnet
beſuchte Veranſtaltungen ſtatt. Einmal in der Halle, die
zwar junge, aber gut ſpielende Tiſchtennisabteilung unter Füh=
rung
des Turners Nieder, das andere Mal im Hallenbad die
Schwimmabteilung unter Leitung ihres Schwimmwarts Körner.
Beide Abteilungen boten ein gutes, ſich flott abwickelndes Pro=
gramm
.
Der Höhepunkt der Werbewoche war das Leiſtungsturnen am
Samstag abend. Hier trafen ſich unter ihrem Turnwart Henry
Zeſchky die Turner zum Streit um die Vereinsmeiſterſchaft. Die
höchſte Punktzahl und damit Vereinsmeiſter wurde der junge,
aber ausgezeichnet durchgebildete Jakob Spengler. Die eigent=
liche
Muſterriege des Vereins griff jedoch an dem Abend nicht in
den Wettkampf ein, ſondern überließ es den jüngeren Turnern,
unter ſich die Sieger der einzelnen Riegen auszuſpielen. Sieger=
liſte
:
Riege: 1. Sieger Gölz, 2. Maul. 2. Riege: 1. Sie=
ger
Jakob Spengler, 2. Hch. Aßmuth. Jugend 1: 1. Sieger Fr.
Schmidt, 2. Jürgens. Jugend 2: 1. Sieger Dannenberger und
Frz. Hohenerſter, 2. Walter. Schwimmabteilung: Ver=
einsmeiſter
Ludwig Zimmer. 2. Sieger Franz Körner.
Vereinsſportfeſt.
Vom Wettergott ſehr begünſtigt, wickelte ſich das Vereins=
ſportfeſt
vor zahlreichen Zuſchauern abwechſelungsreich und
ſchnell ab. Die Darbietungen gingen ohne Stockungen voran,
und es iſt Pflicht, die von dem Volksturnausſchuß unter Leitung
des 1. Volksturnwarts Karl Sieß geleiſtete Arbeit öffentlich
anzuerkennen.
Die erzielten Leiſtungen waren durchweg als gut anzuſpre=
chen
; was jedoch noch erfreulicher iſt, iſt die Tatſache, daß die
einzelnen Sieger in jeder Diſiziplin eng aufeinander folgen.
Siegerliſte:

des Vereinswanderpreiſes), 2. Joſef Kaltenbach Klaſſe 2 ( Drei=
kampf
) 1. Hch. Aßmuth, 2. Jak. Spengler. Klaſſe 3 (Mehrkampf.
Jugend): 1. H. Kindinger, 2. Ldw. Beckmann. Klaſſe 4 ( Mehr=
kampf
, Jugend 2): 1. Hch. Maul, 2. Ernſt Klier. Klaſſe 5
(Mehrkampf, Schüler): 1. Erich Werth. 2. Otto Möſer, Klaſſe 6
(Mehrkampf Turnerinnen); 1. Gretel Fiſcher, 2. Helma Mohr.
Klaſſe 7 (Merkampf, Tui=Jugend); 1. Annelieſe Möſer, 2. Lucie
Knörzer, Klaſſe 8 (Mehrkampf, Schülerinnen); 1. Lina Schanz,
2. B. Herrmann. Klaſſe 9 (Mehrkampf, Schülerinnen 2): 1. E.
Hattinger 2. L. Martens. Einzelkämpfe, Turner: 100 Meter:
1. Chr. Binder, 2. Karl Sieß. 200 Meter: 1. Pet. Lotter, 2. Kurt
Müger. Weitſprung: 1 Peter Lotter, 2. Gg. Vollhardt 1500
Meter: 1. Ludwig Beckmann, 2 Georg Aßmuth. Hochſprung:
Peter Loter, 2. Gg. Aßmuth. Speer: 1. Joſef, Kaltenbach,
2. Peter Lotter Turner, Jugend: 100 Meter: 1. Ludwig Beck=
mann
. 2. H. Kindinger. 1000 Meter: 1. Ludwig Beckmann, 2
Karl Walter. Kugel: 1. H. Kindinger, 2. A. Mattheis Ball=
weit
: 1. L. Beckmann. 2. H. Jürgen. Turnerinnen: 100 Meter:
1. Loni Fertig, 2. Gretel Fiſcher. Weitſprung: 1. Gretel Fiſcher,
2. Joh. Eiſenmann. Diskus: 1. Gretel Fiſcher 2. Ruth Greter.
Turnerinnen. Jugend; Kugel: 1. Joh. Eiſenmann, 2. Lucie
Knörzer. Weitſprung: 1. Annelieſe Mößer, 2. Lucie Knörzer. Im
Tennis wurde Peter Delp Vereinsmeiſter, 2. H. Neumann.
Damen: 1. Tui Eigenbrodt, 2. K. Petri. Im übrigen iſt die Rang=
liſte
der Tennisabteilung noch nicht beendet. Das Handballſpiel
der Sondermannſchaft gegen die 2. Mannſchaft endete 4:4. Das
Fauſtballſpiel gewann die Mannſchaft des J. G. Sportvereins
Frankfurt mit 4 Punkten Vorſprung. Die Maſſenfreiübungen
und Turnen der Tu und Tui an Barren und Pferd fanden gro=
ßen
Beifall, ebenſo die ausgezeichneten Vorführungen der Darm=
ſtädter
Rhönrad=Sportgeſellſchaft unter Führung ihres 1. Vor=
ſitzenden
, Herrn Fritz André. Abends ſchloß ſich in der Halle eine
allgemeine Siegesfeier an.

Fußball.

SV. 1910 WeiterſtadtBoruſſia Dornheim 2:1 (1:0), Ecken 9:4.
Mit dieſem knappen Reſultat konnte der Sportverein 1910
Weiterſtadt am letzten Sonntag gegen die Boruſſia Dornheim als
verdienter Sieger und im Beſitz der beiden Punkte den Platz ver=
laſſen
. Den Geſchehniſſen auf dem Spielfeld entſprechend hätte
der Sieg weit höher ausfallen müſſen, jedoch der ſtarke Wind be=
einträchtigte
das Spiel ſehr, auch war den Einheimiſchen das
Glück nicht hold. Die Gäſte ſtellten eine ſtabile und ſehr ſchnelle
Mannſchaft. Die Einheimiſchen hatten Platzwahl und wählten
den Wind. Schon gleich nach Anpfiff machte ſich eine ſehr ſchnelle
und ſtramme Spielweiſe, bei der es beſonders viel Strafſtöße
gegen die Gäſte gibt. bemerkbar. In der 30 Minute fiel nach
ſchöner Kombination der 1. Treffer für die Einheimiſchen. Nach

dem Seitenwechſel konnten die Gäſte gleichfalls nicht viel anrich=
ten
Jedoch das Spiel wird noch ſchneller. Nach einigen Drang=
perioden
fällt der 2. Treffer für Weiterſtadt. Nach einem der
wenigen Durchbruche fällt durch allzu langes Zögern des rechten
Verteidigers das Ehrentor für die Gäſte. Der Schiedsrichter,
Herr Drucker=Sprendlingen, hatte eine große Aufgabe, die er mit
voller Zufriedenheit und korrekt erledigte.
Die 2. Mannſchaft unterlag gegen Arheilgen 3:0. Das Fehlen
von 3 Spielern machte ſich ſtark bemerkbar. Den Fehlenden ſei
geſagt, daß es ſehr unſportlich iſt, wenn man ſeine Kameraden
im Stich läßt. Trotz der Ueberlegenheit in der zweiten Spiel=
hälfte
konnten ſie das Ehrentor nicht erzielen.
Viktoria Walldorf Germania Eberſtadt.
Die beiden Mannſchaften lieferten ſich einen ungemein harten
und ſchnellen Kampf, den der Spitzenreiter nur ganz knapp für
ſich entſcheiden konnte. Schon vor dem Wechſel ſpielten die Leute
um Kaißer ein ganz großes Spiel, hatten aber mit all ihren Ak=
tionen
kein Glück. Die Platzherren dagegen kamen in dieſer Zeit
zu drei Treffern. Trotz des ungünſtigen Halbzeitſtandes lieferten
die Leute von der Bergſtraße auch nach dem Wechſel ein großes
Spiel. Die Platzherren brauchten viel Mühe, all dieſer zahlreichen
Angriffe Herr zu werden, konnten aber mit wachſender Spiel=
dauer
nicht verhindern, daß die Gäſte, durch ihren Linksaußen
Schimpf und den Halblinken Marquardt zweimal erfolgreich
waren. Nur der Schlußpfiff des guten Unparteiiſchen rettete dem
ſtark zuſammengeklappten Tabellenführer den knappen Sieg.
Reſerven 1:0 für Eberſiadt.
1. FC. Germania 1912 Babenhauſen VfR. Erbach 1:1 (0:1).
Der ſehr ſtarke Wind geſtaltete das mit Spannung erwartete
Spiel am letzten Sonntag gegen Erbach ganz zerriſſen. Für keinen
der beiden ebenbürtigen Gegner war er ein angenehmer, nutzbarer
Bundesgenoſſe. Die Gäſte ſtellten eine äußerſt flinke Kampfmann=
ſchaft
, die eine forſche energiſche Spielweiſe pflegt. Ihr beſter
Mann war beſtimmt ihr Torwächter. Der Gegner verſtand es,
nachdem er in der 15. Miunte ein für Babenhauſens Torwächter
unhaltbares Führungstor eingeſandt hatte, in zäher Abwehrarbeit
trotz Herausſtellung eines unfair kämpfenden Spielers ſeiner
Mannſchaft dies Ergenbis mit 1:0 bis einige Minuten vor Schluß
zu halten. Konnte ſich Erbach während der erſten Spielzeit der
Sympathie der Zuſchauermenge erfreuen, ſo wechſelte ſofort die
Stimmung des Publikums, als ſich die Gäſte in nervöſer Ueber=
reizung
gegen Ende ſehr unſportlich benahmen, jede Entſcheidung
des Schiedsrichters mit lautem Mißfallen kritiſierten, mit ihm
ſtritten, Strafſtöße ja 2 Elfmeter geradezu herausforderten. H.
Karnatz verwandelt den letzten Elfer zum Ausgleich 1:1! Dem
Schiedsrichter, der, zu weich und nachgiebig in ſeinen Entſcheidun=
gen
, keinen leichten Stand hatte, wär ein energiſcheres und be=
ſtimmteres
Auftreten zu empfehlen.
Viktoria Griesheim Sportverein Geinsheim 1:3 (1:0).
Zu dieſem wichtigen Spiel mußte leider Griesheim mit 4
Mann Erſatz antreten, während Geinsheim erſtmalig ſeine kom=
plette
Mannſchaft zur Stelle hatte. Griesheim ſpielte zuerſt mit
dem Winde und war in dieſer Zeit tonangebend, jedoch wurden
die beſten Torgelegenheiten verpaßt. Nur einmal gelang es, den
Ball über die Torlinie zu bringen, und war dies eine feine Lei=
ſtung
des Halbrechten. Als dann Geinsheim den Wind zum Bun=
desgenoſſen
hatte und dieſer immer ſtärker aufkam, war es vor=
bei
, drei Gegentreffer konnte Geinsheim auf ſein Konto buchen
und ſomit den Sieg ſicherſtellen. Griesheim bot das techniſch rei=
fere
Spiel, dagegen war Geinsheim viel eifriger und ſchneller, ſo
daß letzten Endes der Sieg als verdient zu bezeichnen iſt. Der
beſte Mann auf dem Spielfeld war der alte Kämpe Büſſer= Geins=
heim
, der zuerſt als Verteidiger, ſpäter als Mittelſtürmer an dem
Siege ſeiner Mannſchaft hervorragend beteiligt iſt. Wenn jemand
bei dieſem Spiel auf ſeine Rechnung kam, dann war es der anſtän=
dige
Sportsmann, nicht ein einziger unliebſamer Zwiſchenfall
war feſtzuſtellen, und das Spiel verlief jederzeit in fairen Bahn=
nen
. Mit dem Schiedsrichter, Herrn Augſtein, (Mainz=Kaſtel),
waren beide Parteien ſehr zufrieden. Weitere Reſultate von
Griesheim: 2. Mannſch. 3. Mannſch Viktoria Griesheim 1:0
(Verbandsſpiel), 1. Jgd. 1. Jgd. SV. Geinsheim 2:0, Schüler
Schüler Germania Leeheim 2:5.
SV. 1922 Roßdorf-V.f. L. Michelſtadt 2:2 (0:2).
Am vergangenen Sonntag war Roßdorf Gaſt des V.f.L. Michel=
ſtadt
i. Odw. Beide Rivalen betraten um 3 Uhr das ſchön ge=
legene
Stadion, um ihre Kräfte in der diesjährigen Saiſon zu
meſſen. Michelſtadt hat Platzwahl und wählt den Wind im Rük=
ken
, was von ſehr großem Vorteil war. Vom Anſtoß ab entwickelte
ſich ein ſehr flottes Spiel, das auch bald mit Erfolg gekrönt war.
Der Gaſtgeber verſuchte mit allen Mitteln, das Torverhältnis zu
erhöhen, was ihm auch kurz vor Halbzeit gelang. Nach Wieder=
anpfiff
hatte Roßdorf mehr vom Spiel und konnte nach einigen
Minuten ſeinen erſten Gegentreffer verbuchen. Jetzt ſpielte Roß=
dorf
mächtig auf Ausgleich, was ihm auch 20 Minuten vor Schluß
durch ſchöne Steilvorlage gelang. Roßdorf konnte den ſiegbringen=
den
Treffer nicht erzielen. Obwohl das Spiel hart durchgeführt
wurde, konnte man mit den Leiſtungen zufrieden ſein. Schieds=
richter
war bis auf verſchiedene Kleinigkeiten gut.
2. Mſch. Roßdorf2. Mſch. Michelſtadt 0:7.

Btonder Keld und viele Frauen.
11)
Roman von Karl Lütge. Copyright by VerlagPreſſe=Tagesdienſt, Berlin W35

Dem gereizten Einwand, daß Privatangelegenheiten nicht
zur Erörterung ſtehen, begegnete der Belgier mit der ſarkaſtiſchen
Bemerkung, daß ein Sportsmann, der höchſte Leiſtungen zeigen
und erweiſen will, welcher Willensanſpannung ein Menſch fähig
ſei, nur Sportsmann zu ſein habe und den Begriff Privat=
angelegenheiten
nicht kennen dürfe.
Mit einer Spannung begann ihr Verhältnis, das ſtand feſt.
Aber zuerſt die Sache, die Arbeit.
Die Arbeit begann ſofort.
Statt in die Hotelhalle, ging Mühlinghaus mit ſeinem
Trainer unverzüglich an die Arbeit. Der Belgier hatte alles
vorbereitet, drüben, in Brooklyn, in einem Sportbad. Er ver=
ſtand
etwas und war hart und gewiſſenhaft. Er tadelte und
fordert faſt Unmenſchliches von dem Schwimmer. Dieſer er=
kannte
, daß nur ſo gearbeitet werden konnte. Er gab ſich aus.
Doch nicht einmal die Zeiten von Newark ließen ſich an dieſem
Vormittag erreichen!
Sie ſind in den paar Tagen vollkommen verweichlicht!
grollte der Trainer.
In Chikago, zwei Tage ſpäter, nach 24ſtündiger Eiſenbahn=
fahrt
im entſetzlich lärmenden Zuge, erlitt der deutſche Schwim=
mer
eine empfindliche Niederlage.
Er ſchwamm in Chikago, trotz ſtarker Aufmunterung durch
begeiſterte deutſche Landsleute, nur 1:01,8 und 5:51.
Die Kritiken waren wohlwollender als in New York. Immer=
hin
eine Niederlage. Bei 100 Meter war er Zweiter, bei
400 Meter nur Dritter geworden gegen hartnäckige Gegner
allerdings und nur mit Bruchteilen von Sekunden Diſtanz.
Das Geſicht der Baronin war leidvoll verbittert; der Trainer
zeigte ſich zufrieden. Mr. Smith ſchimpfte auf den Belgier:
Er verdirbt nur alles, das ſieht man! Ich ſehe nicht ein,
warum dieſer Trainer!
Aber Mühlinghaus vertraute ihm. Er wollte nicht ohne
den Trainer in die Kämpfe.
Nun in Milwaukee ein kleiner Erfolg, dann iſt es ein wirk=
licher
Erfolg! Milwaukee iſt die Entſcheidung! ſagte der
Belgier. Es klang nicht verheißend.
Eine Entſcheidung brachte Milwaukee wirklich. Nur in ganz
anderer Weiſe, als man ahnen konnte!

V.
Mit dem Auto eines Bekannten fuhr man zu viert nach
Milwaukee, die Baronin, Mühlinghaus, Mr. Smith und der
Trainer. Vor ihnen, neben ihnen, hinter ihnen Autos, ein
endloſer Strom; ein anderer, ebenſo dicht geſchloſſen wie bei
einem Demonſtrationszug, kam ihnen entgegen. Die Straße,
auf der ſie Chikago verließen, war die längſte Straße der Welt;
wirklich, ſie wurde mit 35 Kilometer Länge von den Chikagoern
angegeben. Sie galt zugleich als vornehme Straße, da ſie längs
der Goldküſte führte; das war jener kleine, bevorzugt gelegene
Stadtteil, wo 690 Millionärsvillen, mit dem Geſicht zum
Michiganſee, in üppigen Parks ſtanden.
Dies Amerika fütterte ſich ſelbſt und den Fremdling unauf=
hörlich
mit Zahlen. Die Zahl bewies den Erfolg, die Größe,
das Außerordentliche. Ohne Zahlen war nichts getan. Nein,
man kam ohne ſie nicht mehr aus. Von hier nahm die Rekord=
ſucht
, auch im Sport, den Weg
Chikoga lag hinter ihnen. Der Autoſtrom hatte etwas nach=
gelaſſen
. Da und dort war ein Wagen hurtig ſeitwärts aus=
gebrochen
zu einem Landhaus oder in einem Nebenweg. Statt
vorher viele hundert Autos, ſah man jetzt auf einmal nur noch
gerade hundert; ſie fuhren in dichten Kolonnen mitunter, immer
zwei nebeneinander in jeder Richtung; ganz außen die lang=
ſamen
, in der Mitte die ſchnellen, die alles gefühllos überholten
und keine Zeit hatten, um dem Inſaſſen zu geſtatten, den Blick
über die Wald=, Park= und Seegegend ſchweifen zu laſſen.
Die Straße krümmte ſich an einer Stelle zu buckligen
Schnörkeln, toll vor Freude, daß ein ſpärlicher Wald hier ſtehen
blieb. Das blitzend blankgeſcheuerte Band der Landſtraße war
durch drei weiße Längsſtreifen in vier Felder geteilt. Der
Schnelligkeitsteufel ſaß im Motor wie bei den anderen. Oder
war es das Zauberband der Straße, das unter den Gummi=
ſtreifen
(ſie drehten ſich in der Sekunde jetzt genau ſiebenmal)
hinwegflitzte?
Ab und zu tauchten bei Kurven oder bei kleinen Landhaus=
ſiedlungen
große Schilder auf. Aber die Autler ſchienen in
Amerika Analphabeten zu ſein und nicht leſen zu können, daß
dort eine Höchſtgeſchwindigkeit von 20 Meilen oder dergleichen
angeſchrieben ſtand. Lautlos ſchoſſen die Autos über die ge=

Tv. Nieder=Ramſtadt 1.Tv. Biebesheim 1. 9:2 (3:0).
Mit obigem Reſultat konnte Nieder=Ramſtadt auch ſein zro
tes Verbandsſpiel ſiegreich beenden. Man ſah vom Anfang

beſitzer nicht zu verkennen. In dieſer Zeit fielen dann auch
drei Treffer. Nach dem Wechſel drückte Nieder=Ramſtadt
mehr auf das Tempo. Bald hieß es 7:0. Durch Strafſtoß er=
dann
Biebesheim ſeinen erſten Gegentreffer. In der reſtleſt
Spielzeit drehte Nieder=Ramſtadt nochmals mächtig auf, kony
aber nur noch zwei Tore erzielen, da die Gäſte mit der geſamnt
Mannſchaft ſtark verteidigten. Durch einen unverhofften D0,
bruch erzielten ſie ihr zweites Tor. Hervorzuheben iſt.
das Spiel äußerſt fair verlief. Man hatte jedoch von Biebesseu
heim allgemein mehr erwartet. Einigen Gäſteſpielern wäre=
zu
empfehlen, nicht ſo viel mit dem Mund zu ſpielen undo
jeder Entſcheidung des Schiedsrichters zu reklamieren. Der 9
mannſchaft gebührt ein Geſamtlob. Schiedsrichter, Turner C.=
Egelsbach, ſehr gut, wie immer

Schießſporl.
Südweſtdeutſcher Sportverband für Kleinkaliberſchießenn
Die Schießſportvereinigung Darmſtadt im Südweſtdeu
Sportverband wiederholt ihr am 28. 8, wegen des wolkengl=
artigen
Regens nur teilweiſe durchgeführtes Schießen am

menden Sonntag, den 18. September, von morgens 8 Uh=
mittags
6 Uhr in großem Rahmen. Das Schießen wird ſiü
weſentlichen zuſammenſetzen aus einer Wiederholung um
Ehrennadel des Südweſtdeutſchen Sportverbandes, größere E.
preisſchießen, Ehrenſcheibenſchießen und einem beſonderen 079
ſchießen.

Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.

5.00:
17.00:

Donnerstag. 15. September

18.25:
18.50:
19.20:
19.30:
20.00:

Stunde der Jugend: Ernſt wird Detektiv. Eine Geſchäf
ohne Ende. (Preisaufgabe)
Köln: Konzert. Werke von Mendelsſohn. Roſſini, Kreiü,
Bizet, Lanner, Grieg, Michiels.
Zeitfragen.
F. Tarnow: Fragen der Arbeitsbeſchaffung.
Prof. Dr. Behrmann: Neues aus aller Welt.
Lieder zur Laute. Ausf.: Toni Jaeckel.

Herbſtmanöver. Hörbericht von den Herbſtübungen der Raich

21.00:
22.00:
22.20:
22.45:
Anſchl.

10.10:
15.00:
15.45:

16.00:
16.30:
17.30:
18.00:

wehr.
Unterhaltungskonzert des Funkorcheſters.
Mondfinſternis. Bericht von der Sternwarte.
Zeit. Nachrichten, Wetter, Sport.
Konzert des Funkorcheſters. Soliſtin: Lonny Epſtein.
Walzer von Franz Lehar.
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Donnerstag, 15. September
Schulfunk: Unſer Freund, der Igel.
Muſikaliſche Kinderſtunde.
Hete Stempel=Nebelſieck: Die Frau und ihre verſchier!
Lebensalter.
Dr. Bork: Gegen die Reſignation auf pädagogiſchem G0
Berlin: Nachmittagskonzert.
Dr. Schmidt=Rohr: Sprache und Volkstum.

verdri

F Thöne: Entwicklungslinien der zeitgenöſſiſchen Kla

18.30,
19.00:

muſik.
Spaniſch für Fortgeſchrittene.
Forſtaſſeſſor Dr. Hesmer: Das Heidekraut i ſeiner B
tung für Boden und Wald.
Dr. Pechel: Wegweiſer durch die Zeit.
Zeitdienſt.
Herr Doktor, dari ich heiraten? Lehrſpiel von Dr.
Dr. phil. Rathmann.
Orcheſterkonzert des Berliner Philharm. Orcheſters.
Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
Hamburg: Unterhaltungskonzert des Norag=Orcheſters;

AR
19.40:
APf.

20.30:
22.00:
22.20:

Wekterbericht.

Ein Ausläufer des Islandtiefs hat ſehr ſchnell die Wan
vorgetragen und dabei bei uns zu recht ergiebigen NiederſuN
gefhrt. Der Randwirbel wird zunächſt noch auf die Wet
einwirken und unter wechſelhafter Bewölkung vereinzelte
fälle bringen. Wenn auch der Luftdruck über dem Feſtla:
ſteigt, ſo dürfte dadurch noch kein ſtörungsfreies Wetter im
ſicht ſtehen, zumal an der Südſeite des Islandtiefs noch d
Vorſtöße feucht=milder Luft zu erkennen ſind.
Ausſichten für Donnerstag, den 15. September: Dunſtig zud
wölkt mit Aufheiterung, vorerſt noch Niederſchläge, in
zen mild.
Ausſichten für Freitag, den 16. September: Weiterhin WeFſuſt
mit wechſelnder Bewölkung und kurzer Aufheiterung.

i Der Verb

Hauptſchrittleitung: Rudolf Maup
Veranrwortlich für Politik und Wirtſchaft: Rudolf Maupe; für Feuiſſeton, Ric
Aucland und Heſſche Nachrſchten: Mar Streeſe: für Sport: Karl Böh. 4
(i. V. Dr. C. H. Quetſch); für den Handel: Dr. C. H. Queiſch; für den Schlzutl
Andreas Bauer; ſür Die Gegenwart Tagesſpiegel in Bild und Wort: Dr. H1
Nette; für den Inſeratenteil und geſchäftliſche Mittellungen: Willy Kuhlen
Druck und Verlag: C. C. Wlttſch ſämtlich in Darmſtadt
Für unverlangte Manuſtripte wird Garantie der Rückſendung nicht übernomm it W

Ail
zu veröffent!
in die haupt
mworger

Die heutige Nummer hat 12 Seiten

glätteten Aſphaltſtraßen, zwiſchen den weißen Strichen hül
fiel keinem ein, in Kurven zu hupen. Die Striche macht al
in den Straßen die roten und grünen Verkehrslichter, di
überflüſſig. Dies Lärmloſe, Ungebundene, Brauſende Lu8
das Geſpenſtiſches hatte. Und geſpenſtiſch war die Fa=f
ſchweigenden vier Menſchen.
Vier Stunden Schweigen im Auto! Das bedeutete-
Gutes. Ein Glück, daß der Chauffeur nichts merkte, Oder
auf ihn die Unruhe über?
Endlich! Von flachgeſtreckten Hügeln winkte Milwau
Halbmillionenſtadt, die Deutſchenſtadt. Auf famoſer Stra/l
Seegeſtade entlang, daß man für Augenblicke denken 1e
von Bordighera nach San Remo zu fahren, flog der A
hin. In reizenden Villenvierteln, wo die Häuſer inmitte!
fältig raſierter Raſenflächen ohne Einfriedung, mit Vera!0
Veranda, ſtanden, wurde die Geſchwindigkeit erſt verrin
Nicht genug Ein eleganter Wagen bog in d-
Straße ein, der Chauffeur riß das Steuer herum, zu kur
fuhr gegen einen Baum.
Verdammt! Hab’ ich mir denken können, fluchte ge.!
William Smith.
Eine junge Dame ſaß am Volant des anderen Wage 7
ſprang flink heraus und eilte herzu.
Iſt etwas paſſiert? fragte ſie.
Ludwig Mühlinghaus fühlte ſeine Glieder. Nein, all?
heil. Der Trainer lachte ſorglos. Die Baronin allein ſaß
mit bleichem Geſicht und geſchloſſenen Augen.
Darf ich Ihnen helfen, gnädige Frau, fragte d.
Dame auf deutſch, da man im Wagen deutſch geſproche
Sie war knabenhaft ſchlank und ſehr jung, leider ſo auf
geſchminkt, wie es die Damen der Eeſellſchaft derzeit in
für ſchick hielten.
Gern folgte man der Einladung in das Haus vriſ
Mabel Macys Vater. Ein vornehmes reiches Haus.
Die Baronin ſchien wirklich eine kleine Nervenerſchei
erlitten zu haben. Sie blieb einſtweilen im Haus. Die
fuhren im Wagen von Miß, Mabel Macy ins Hotel Sh
dem neuen Wolkenkratzerbau mitten in der Stadt. DOf
fuhr die junge Dame von der Sportveranſtaltung, und ſt
ihr beiwohnen.
Man weiß es nicht in der Stadt, das iſt ſchade, P
ſie. Ein Deutſcher? O, das intereſſiert uns ſehr. Hier ſüß
viele Deutſche in unſerer Stadt. Ich werde es noch rab!
Bekannten am Telephon zurufen. Ja, es iſt wirklich ſchen
ſo wenig Reklame dafür gemacht wurde.

[ ][  ][ ]

Donnerstag, den 15. Sept.

Nurter 257

Aauc

HelfNeueſte Nachrichten

Franzöſiſche Wirtſchaftskreiſe zur Lage.
Baig Opkimismus in Frankreich. Lauer Geſchäftsgang. Anzeichen einer Exporkbewegung,
aber kaum veränderte Sikuakion am Binnenmarki.
Im Verlaufe ſetzte ſich dann unter kleinen Schwankungen ziemlich
ranzöſiſcher Wirkſchaftsbrief.
allgemein eine Erholung durch, wobei man auch auf Diskontſen=
kungshoffnungen
für die nächſte Woche hinwies. Das Geſchäft am
Von unſerem A=Korreſpondenten.
Schiffahrts=, Montan= und Kunſtſeidemarkt wurde hierbei etwas

Paris, 14. September.
pOptimismus über baldige Beſſerung der Weltwirtſchafts=
) im Auslande, vor allem in Amerika, England und Bel=

wherrſcht, wird hier nicht geteilt, trotz einer bemerkenswer=
fzbang
der Effektenbörſe. Man betrachtet die Entwicklung
gmerikaniſchen Wirtſchaft nach wie vor zweifelhaft, erſt
ſte P räſidentenwahl ſoll es möglich ſein, ein klares Bild über
zu gewinnen. Man klagt darüber, daß Amerika ein ſtän=
üſicherheitsfaktor
für die europäiſchen Börſen bildet und
isrnierung der Donauſtaaten zu langſam vor ſich geht.
Geſchäftsgang im allgemeinen iſt wenig günſtig, das
ſiſchäft iſt lau, die Lage der Luxusinduſtrien verſchlechtert
htſſüh. Eine weſentliche Beſſerung iſt allerdings am Rohſtoff=
rhſtzu
verzeichnen, es iſt nur fraglich, ob ſie anhalten wird.

ſebhafter. Die erhöhten Kurſe benutzte die Spekulation aller=
dings
dann wieder zu Gewinnmitnahmen, und ein Zurückgehen
103½ G.) blieb auf die übrigen Märkte nicht ganz eindruckslos.

üls ſcheint es wahrſcheinlich, daß ein großer Teil der Vor=
iſte
aufgebraucht wurde, da die Produktion ſich ſeit längerer
ſpangſamt hat.
eiT endenz des Kohlenmarktes ſoll angeblich beſ=
hu
Keinesfalls ſind aber die Ausſichten ſo gut, wie es hier
ſſurn genommen wird. Die Produktion ging trotz aller Ein=
ngsmaßnahmen
, mit dem Vorjahre verglichen, nur wenig
u chie Voräte ſollen ſich trotz alledem nicht erhöht haben. Die
ſiten haben alſo eine Ueberraſchung gebracht, denn ſie zeigen
ation in einem beſſeren Lichte, als es den Fachleuten er=
Die Erklärung dieſes ſcheinbar günſtigen Reſultats liegt
rilſ durch die energiſche Kontingentierung ſeit einem Jahre
s ein Drittel der ausländiſchen Kohlen von dem franzö=
ſarkte
verdrängt wurde.
ſſil age des Eiſen= und Stahlmarktes ſowie der
ſtſtien induſtrie hat ſich etwas gebeſſert. Dieſe Beſſerung iſt
ſaim erkenswerter, da es ſich um einen, allerdings leiſen, Auf=
huiun
der Ausfuhr beſonders nach Südamerika handelt. Frank=
elusfuhr
an Schwerinduſtrieprodukten war vor der Kriſe
üleutend, ſie ging aber kataſtrophal zurück, jetzt deuten viele
ſchhauf eine Wiederbelebung des Exportes. Die Situation
ſenmarktes iſt dagegen wenig günſtig.
MKupferpreiſe erfuhren wieder eine Hauſſe, die ſehr
ſeie und verſchiedenartige Kommentare hervorrief. Die
auſſe dauert nämlich ſeit zwei Monaten und iſt ſehr er=
Mſtüße ſonders wenn man die Preiſe von Anfang Juli mit den
urtigen vergleicht. Sie ſoll aber ausſchließlich durch die
far Spekulation hervorgerufen ſein. Auf Grund der Stati=
keine Verminderung der Vorräte zeigen, iſt die Kupfer=
Un icht gerechtfertigt. Andererſeits iſt aber Tatſache, daß der
ſirrn der Londoner Metallbörſe, ſich beinahe verdoppelte.
nie Hauſſe ſeit dem Monat Juli auch übertrieben erſcheint,
ſt dererſeits nicht zu leugnen, daß die Preiſe damals einen
tefſtand, eine kataſtrophale Entwertung, darſtellten. Die
mttigen Preiſe machen noch immer nur ein Drittel der=
g
von 1929 aus.
Zinkpreiſe erfuhren eine bedeutende Hauſſe. Sie ſoll
Hikulätion nichts zu tun haben und nur eine Aufwertungs=
eng
darſtellen. Von entſcheidender Wichtigkeit iſt in dieſer
Eing auch der Aufſchwung der Galvaniſierungsinduſtrie.
zmie Zinkpreiſe ſich noch etwa um ein Fünftel des jetzigen

zi erhöhen würden, ſo köonnte eine Anzahl Minen wieder in
u genommen werden, denn bei Preiſen von etwa 18 Pfund
yiſt der Betrieb ertragreich.
dem Bleimarkte iſt die Nachfrage ebenfalls ſehr leb=
de
Preiſe zeigen trotz vieler Schwankungen eine große
ſit. Der Verbrauch ſoll ſich wieder erhöht haben. Die Pro=
it
dagegen ſehr niedrig, da viele Minen ſtillgelegt wur=
ichts
illuſtriert beſſer den Rückgang der Produktion als die
Ayern veröffentlichten Daten über den Rückgang der Silber=
7luon, die hauptſächlich durch die Stillegung von Blei= Silber=
zuervorgerufen
wurde.
2 Zinnpreiſe erfuhren nach einer rapiden Aufwärts=
ag
eine Baiſſe, die allerdings nicht von Bedeutung war.
fuehauptet hier, daß die Zinnhauſſe hauptſächlich durch die
der Spekulation hervorgerufen wurde, nach anderen Ge=
B ſoll die amerikaniſche Konſerveninduſtrie, die ihre Vor=
ſon
aufgebraucht hat, große Mengen gekauft haben.
Mitratenmarkte iſt die Lage ziemlich unverändert.
en ſehr ernſte Verhandlungen zwiſchen den europäiſchen und
eertiſchen Produzenten geführt werden, ſichere Nachrichten
e Ergebniſſe liegen aber noch nicht vor.
Phosphatenpreiſe ſind ſteigend, die Beſſerung der
en Innenmarkte iſt hier bemerkenswert. Die Ausfuhr er=
Sher jedoch keine Belebung.
Lage des amerikaniſchen Petroleummarktes ſoll
igtens nach den Statiſtiken ſich erheblich gebeſſert haben.
Feſt, daß die Produktion in Amerika einigermaßen zurück=
den
iſt, ſie iſt aber ohne Zweifel noch immer viel größer als
brauch. Der Rückgang der Vorräte ſtellt eigentlich nur die
einer fiskalen Maßnahme dar. Die Erhöhung der Nach=
Rzielt darin jedenfalls keine ernſt zu nehmende Rolle.
ir Kautſchukmarkt war in der letzten Zeit feſt. Die
eutsbewegung der Kautſchukpreiſe iſt aber im Vergleich zu
emeinen Hauſſe am Rohſtoffmarkt nur ſehr gering. Nichts=
An ger beurteilt man aber die Lage auf dieſem Markte in
ichkreiſen jetzt weit weniger peſſimiſtiſch als noch vor weni=
ogen
.
Ftanzöſiſche Handelspolikik.
r Handelsminiſter Léon Meyer hat laut Uſine angekün=
6 die Regierung demnächſt ein Dekret dem Parlament vor=
derde
wonach die Einfuhr ausländiſcher Waren nach Frank=
50 Prozent auf franzöſiſchen Schiffen erfolgen muß. Die
ſſchen Schiffahrtsgeſellſchaften haben ſich ſämtlich über die
*ch allzu große Verwendung ausländiſcher Schiffe für Frach=
h
franzöſiſchen Häfen beklagt und als Beiſpiel angeführt,
Prozent der franzöſiſchen Kohleneinfuhr auf ausländiſchen
em erfolge, während 250 000 Tonnen franzöſiſcher Kohlen=
mit
denen ein Drittel der Einfuhr ſichergeſtellt werden
ſätten außer Dienſt geſtellt werden müſſen.
iner und Frankfurker Effektenbörſe.
ſadem vorgeſtern noch die innerpolitiſche Spannung das
hument für die Börſenentwicklung zu ſein ſchien, wandte ſich
liner Börſe geſtern ſchon wieder mehr wirtſchaftlichen
trngen zu. Es machte einen guten Eindruck, daß ſich das
m trotz der ſtarken Rückgänge der letzten Tage nicht von
Beſitz trennt, ferner geht von feſteren Meldungen der Lon=
Föörſe eine Beruhigung aus, und auch die Befeſtigung der
peiſe geſtern ließ die Hoffnung auf eine allgemeine Er=
an
den Rohſtoffmärkten aufkommen. Da außerdem noch
aunſtigen Wirtſchaftsmeldungen, die beſonders aus der Ma=
und Metallwareninduſtrie kamen, vorlagen, ſchritt die
aäon zu Rückkäufen. Die ſchwachen Kurſe der vorgeſtrigen
oirſe und die teilweiſe noch niedrigeren Taxen des geſtrigen
rgsverkehrs wurden erheblich überſchritten, und die
tienmung war als durchaus freundlich zu bezeichnen, ob=
oesen
vorgeſtern verſchiedentlich noch Kursrückgänge feſt=
waren
. Das Geſchäft war nicht ſehr umfangreich und be=
*e ſich auf die Hauptmärkte. Mit beſonderen Kursabwei=
ſind
Conti Gummi (plus 39 Prozent), Lahmeyer (plus
5Rt) Siemens (plus 2½8 Prozent). Dortmunder Union
2 Prozent), Aku (plus 3 Prozent) und Deutſche Kabel
* Prozent) als feſt zu nennen, während Stolberger Zink
RAmus=Notiz 3½ Prozent niedriger, Elektriſche Lieferungen
eszent und AEG. 1½ Prozent unter vorgeſtern eröffneten.

Entgegen dem ſchwachen Verlaufe des Frühverkehrs zeigte der
amtliche Frankfurter Börſenverlauf eine ſtärkere Kurs=
erholung
. Man hatte angeſichts der Verſchärfung des innerpoliti=
ſchen
Konfliktes, vor allem aber infolge der Rückſchläge an den in=
ternationalen
Effektenbörſen und Warenmärkten, beſonders der
Metallbaiſſe, mit größeren Verkäufen des Publikums gerechnet.
Dieſe befürchtete Verkaufswelle blieb jedoch, wie ſich beim amt=
lichen
Börſenbeginn zeigte, aus, im Gegenteil erfolgten zahlreiche
lleinere Meinungskäufe. Durch dieſe beruhigte Auffaſſung des
Publikums über die politiſche und wirtſchaftliche Situation an=
geregt
, mußte die Spekulation ihre vorgeſtern getätigten Baiſſe=
Engagements raſch eindecken Für die Kurserholung waren außer=
dem
die Meldungen über beſſere und höhere Metallnotierungen in
London am Vormittag ſowie die Branchenmitteilungen über
leichte Belebung in der Metallwaren= und Maſchineninduſtrie
maßgebend. Auch die Erholung am AEG.=Markte, wo der AEG.=
Kurs von 28 auf 31½ Prozent anzog, regte etwas an. Sehr be=
achtet
waren Montanwerte auf neue Ruſſenaufträge und die gün=
ſtigeren
Branchenberichte. Rheinſtahl zogen 3½, Mannesmann 3.
Gelſenkirchen 2½, Buderus 2½, Stahlverein 1 Prozent an. JG.
Farbeninduſtrie, die vorbörslich bis 96 gedrückt waren, erreichten
wieder die Parigrenze. Reichsbankanteile 1½ Prozent höher. Am
Kunſtſeidenmarkt lagen Aku mit einer Kursſteigerung von 6 Pro=
zent
gegenüber dem Frühverkehr im Vordergrunde. Sehr ruhig
war das Geſchäft am Zellſtoffmarkte. Hier verloren Waldhof noch
1 Prozent. Transportwerte nur behauptet. Am Elektromarkte
waren teilweiſe die Kurserholungen infolge der AEG.=Bewegung
beachtlich. Bekula 2½, Licht u. Kraft 2. Lahmeyer in Nachwir=
kung
des unveränderten Dividendenvorſchlages um weitere 5 Pro=
zent
feſter. Ohne weſentliche Veränderung lagen die zahlreichen
Nebenwerte, wobei auch hier die Kursſteigerungen überwogen.
Ziemlich ruhig und ohne großes Geſchäft war der Anleihemarkt.
An der Abendbörſe war das Geſchäft verhältnismäßig leb=
haft
. Die Kurſe lagen zumeiſt weiter freundlich. Anregend wirkte
neben den feſteren Auslandsbörſen die höheren Preismeldungen
von den Warenmärkten. Verkaufsaufträge aus Publikumskreiſen
lagen nicht vor, vielmehr machte ſich vor allem am Montanmarkte
eine gewiſſe, wenn auch beſcheidene Kaufneigung bemerkbar. So
gewannen Mannesmann ½, Gelſenkirchen ½, Phönix ½ Prozent.
Am Elektromarkt Gesfürel ½, Lahmeyer 1½, Bekula 1 Prozent.
Von Kunſtſeidenwerten lagen Bemberg gut behauptet. Am Far=
benmarkte
zogen JG. Farbeninduſtrie im Verlaufe ½ Prozent an,
von ſonſtigen Chemiewerten Scheideanſtalt ½ Prozent höher. Am
Rentenmarkt herrſchte wieder ziemliche Geſchäftsſtille, doch lagen
auch hier die Kurſe teilweiſe etwas freundlicher, ſo ſpäte Schuld=
buchforderungen
, die ½ Prozent anzogen. Im Verlaufe blieb die
Börſe gut behauptet. JG. Farben ſchloſſen 101 Prozent.

Mekallnokierungen.

Die Berliner Metalltermine vom 14. September ſtellten ſich
für Kupfer: September 46.50 (46.75) Oktober 46.75 (47)
November 47.25 (47.50). Dezember 47.75 (48) Januar 48.25
(48.50), Februar 48,75 (49), März 49.25 (49.50) April 49.75 (50),
Mai 50.25 (50.75). Juni 50.75 (51), Juli 51.25 (51.50) Auguſt
51.75 (52). Tendenz: feſt. Für Blei: September 17.50 (19),
Oktober 18 (18.50) November 18.25 (18.75), Dezember 18.50 (19),
Januar 18.75 (19.25), Februar 19 (19,50), März 19 (20) April
19.25 (20.50), Mai 19.50 (20.50), Juni 19 75 (20.75), Juli 20
(20,50) Auguſt 20 (21). Tendenz: ſtetig. Für Zink: Septem=
ber
und Oktober 20 (21), November 20.50 (21.50) Dezember 21
(22). Januar 21.50 (22), Februar 21.75 (22.50). März 22 (23)
April 22.25 (23.50), Mai 22.50 (23.25), Juni 23 (23.50), Juli
23.25 (24), Auguſt 23.50 (24.50). Tendenz; luſtlos. Die erſten
Zahlen bedeuten Geld, die in Klammern Brief.

Preiserhöhung für Pekroleum.

Die Preiſe für Petroleum wurden von geſtern ab um 3 d für
die Gallone erhöht. Der neue Preis beträgt nun 1 Schilling
7,5 Pence. Dieſe Preiserhöhung iſt auf die in Paris erzielte
Einigung der wichtigſten Petroleum erzeugenden Länder zurück=
zuführen
. Die Preiserhöhung für Petroleum wird natürlich auch
ine Erhöhung der Betriebsſtoff=Preiſe mit ſich bringen.

Wirkſchaftliche Rundſchau.

Konkursnachrichten aus dem Oberlandesgerichtsbezirk Darm=
ſtadt
. Neue Konkurſe, Groß=Gerau: Schreinermeiſter Joh.
Wendel Rödner in Rüſſelsheim a. M. Anmeldefriſt 30. 9., Prü=
fungstermin
12. 10. Beendete Konkurſe, Mainz; Zimmer=
meiſter
Adam Borgner; Kfm. Johannes Günther. Offenbach:
Fa. Albert Bühler, Lederwarenfabrik; Fa. Perrot u. Co. Schrau=
ben
= und Metallwarenfabrik, Adolf Perrot und Adolf Neuße.
Aufgehobene Vergleichsverfahren. Alsfeld: Kfm.
Albert Strauß. Mainz: Kfm. Otto Hirſch.
Zinsermäßigung für die 8prozentige Anleihe der Miſſions=
anſtalt
der Pallottiner, Limburg a. d. Lahn. In einer Verſamm=
lung
der Anleihebeſitzer der 8prozentigen Hypothekaranleihe der
Miſſionsanſtalt der Pallottiner, Limburg a. d. Lahn, in Höhe von
0,3 Mill. holl. Gulden wurde der Antrag geſtellt, für die nächſten
drei Jahre den Zinsfuß auf 5 Prozent herabzuſetzen und die Til=
gung
um 10 Jahre von 1935 auf 1945 zu verſchieben. Die Ver=
ſammlung
beſchloß, dagegen den nächſtfälligen Kouvon mit 3½
Prozent (alſo 7 Prozent im Jahr) zu ermäßigen und die folgenden
Koupons mit 5 Prozent zu bezahlen.
Aufgabe des Dinarzwangskurſes in Jugoſlawien. Obwohl
ſich der Dinar an den Auslandsbörſen ſeit einiger Zeit um faſt
10 Prozent entwertet hatte, hielt bisher die Jugoſlawiſche Natio=
nalbank
an der urſprünglichen Goldparität feſt. Der Zwangs=
kurs
für den Dinar ſoll jedoch jetzt anſcheinend aufgegeben werden.
Die Jugoſlawiſche Nationalbank zahlt ſeit einigen Tagen bereits
ein Aufgeld von 8 Prozent für eingelieferte Deviſen. Der Bör=
ſenkurs
in Belgrad und Zagreb paßt ſich ebenfalls langſam dem
freien Kurs an. Die Reichsmark wird bereits mit 13,76 ſtatt
landesüblicher Parität von 13,50 Dinar notiert.

Produktenmärkke.

Frankfurter Produktenbericht vom 14. September. Weizen
215216, Roggen 171172,50. Sommergerſte 175180, Hafer
142,50147,50, Weizenmehl 33,4034,25, dito niederrhein 33,40
bis 34, Rogenmehl 25,5026,75, Weizenkleie 8,308,40, Roggen=
kleie
8,25. Tendenz ruhig. In Handelsklaſſenware fanden Ab=
ſchlüſſe
nicht ſtatt.
Kleine Wirtſchaftsnachrichten.
In Berlin ſollen in dieſen Tagen die Verhandlungen über
etwaige Induſtriekompenſationen für die herabgeſetzten belgiſchen
Kohlenkontingente fortgeſetzt werden.
Der Zentralverband, der deutſchen Metallwalzwerks= und
Hütteninduſtrie teilt folgende Aenderungen ſeiner Verkaufspreiſe
ab geſtern mit: Kupfer: Rohre 117 (117,50), Drähte und Stangen
83,05 (84,15).
Der Schiedsausſchuß für deutſche Kredite hat in ſeiner Sep=
tembertagung
u. a. die Entſcheidung gefällt, daß eine zeitweilige
Nichtinanſpruchnahme der von der Golddiskontbank garantierten
Kreditlinien zuläſſig iſt, ſo daß Rückzahlungen nicht unbedingt als
endgültige Abdeckungen angeſehen werden müſſen.
Ueber das Vermögen der Hermann Liebmann G. m. b. H.,
Schuhfabrik in Offenbach, wurde am 1. September das Vergleichs=
verfahren
zur Abwendung des Konkurſes eröffnet. Zur Ver=
trauensperſon
wurde Rechtsanwalt Schloß=Offenbach ernannt.
Termin zur Verhandlung über den Vergleichsvorſchlag 29. Sep=
tember
.
Der diesjährige Frankfurter Getreidehandelstag wird am 4.
Oktober in der Frankfurter Börſe ſtattfinden.
Das polniſche Finanzminiſterium hat das Zuckerkontingent für
die am 1. Oktober beginnende neue polniſche Zuckerkampagne pro=
viſoriſch
feſtgeſetzt. Das grundſätzliche Zuckerkontingent iſt auf
308 000 Tonnen Weißzucker veranſchlagt worden, das Vorratskon=
tingent
auf 15 500 Tonnen und das Exportkontingent auf 278000
Tonnen Weißzucker.
Einen ungeheuren Verluſt weiſt nach Feſtſtellung des Bundes=
gerichts
die vor einiger Zeit in Zahlungsſchwierigkeiten geratene
Firma Inſull Utility Inveſtment Corporation in Chicago auf.
Die Paſſiven ſtellen ſich auf rund 258 Millionen Dollar, denen nur
etwa 31,5 Millionen Dollar an Aktiven gegenüberſtehen.

Berliner Kursbericht
vom 14. September 1932

Zeulſche Sanr und Sittohtu Gefrafcaft

Deviſenmarkt
vom 14. September 1932

Me
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban!
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordd. Lloyzd
A.E. 6.
Bahr. Motorenw.
C. V. Bemberg
Bergmann Elektr.
Berl. Maſch.=Bau
Contt= Gummi
Deutſche Cont. Gas

N
76.
63.
18.
28.25
18.375
31.25
60.
65.125
20.75
25.
106.25
90.875

Wee
Glekr. Lieſerung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Geſ.f.elektr. Untern.
Harpener Bergbau
Hoeſch Eiſen u.
Köln=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Klöcherwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untm.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppell

Vas
63.50
100.125
37.25
73.50
76.50
35.625
52.50
105.
34.
54.
33.
37.375
34.50

Kee
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kali 1
Seonh. Tietz
Verein, Stahlwerte
Weſteregeln Mkali
Agsb.=Nnrb. Maſch.
Baſalt Linz
Berl. Karlsr. Ind.
birſch Kupfer
Hohenlohe=Werte
Lindes Eismaſch.
BogelTelegr. Draht
Banderer=Werke

Ve
37.75
173.50
47.
20.125
111.
37.25
17.25
46.875
10.75
27.
75.
23.25
26.375

Helſtngfor.
Bien
Prag
Budapen
Sofig.
Holland
Sslo
Kovenhagen
Stockholm
London.
Buenos=Aires
New York.
Belgien
Italien
Paris

Bährung
1o0 finn. Mk.)
00 Schilling!s
100 Tſch. Kr.
100 Bengö
100 Leva
100 Gulden
00 Kronen
1o0 gronen
100 gronen 17
2.Sta.
1 Pav. Beio
Dollar.
100 Belga
100 Lire 2
100 Francs

Ve
6.304
51.95
12.485
Zas1
169.28
73.68
75.27
0.913
4.208
sa.31
21.62 2
16.49

Rt
6.316
52.05
12.485
3.0ss
169.62
73.32
78.13 19
75.12 75.28 Iſtambu
14.68 14.70
4.21
58.43
21.s8 13
16.53 13

Schweiz
Spanien
Danzig
Fapan
Rio de Janerro
Athen

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0.917/Kanada

Uruguan
Fsland.
Tallinn (Eſtl.)
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Bährung Geld Meie 100 Franten 181.23 81.39 100 Beſetas 33.87 33.93 100 Gulden 18 1.27 82.13 Den 0.569 0.991 1 Milreis 0.3141 0.316 Fugoſlawien. 100 Dinar 8.493 6.507 Bortugal 100 Gseubos 13.36 13.38 100 Drachm. 2.697 2.703 lt türk. 2 2.008 2.012 t ägypt. 2 15.04 15.08 lcanad. Do ul .13. 806 3.814 1 Golbpeſo 1.736 1.742 00 ist. Kr. 66.03 86.17 1o0 eſt. Kr. 110.59 110.81 1100 Lats 79.721 79.28

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Frankfurter Kursbericht vom 14. September 1932.

82 Dtſch. Reichsanl
v.27
5½%Intern.,
6% Baden.. .....
6% Bayern.... ..
6% Heſſen.......
6% Preuß. Staat
6% Sachſen..
Otſche. Anl. Auslo=
ſungsſch
. 4 IAb=
löſungsanl
.
Dtſche. Anl. Ablö=
ſungsſch
. (Neub.)
Deutſche Schutzge=
bietsanleihe
....
6% Baden=Baden
6%Berlin. .. v. 24
6% Darmſtadt . ..
670 Dresden v.26
6% Frankfurt a. M.
Schätze. v. 29
v. 26
GOl.
6% Mainz.......
6% Mannheimv. 27
6%München. v. 29
6% Wiesbadenv.28
6% Heſt. Lanhesbk.
Goldoblig.
5½%Heſſ. Landes.
Hhp.=Bk.=Liquid.
4½% Kom.=Obl.)
69 Preuß. Landes
Pfb.=Anſt. 9. Pf.
6% Goldo,lig.

62
88.75
81.75

53.5
6.8

4.25

R

*

H
60.25

Wie une
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
6% Kaſſeler Land. Goldpfbr.
6% Naſſ. Landesbk.
5½% -Liqu. Obl.
Dt. Komm. Sam=
mel
=Ablöſ.=Anl.
AuslSer. I
Ser. II
Dt. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſißz).
Berl. Hyp. Bk.
5½%nLiau.=Pfbr.
8% Frkf. Hyp.=Bk.
Lig. Pfbr.
5½=
Goldoblig.
Pfbr.=Bk.
Lig. Pfbr
6% Mein. Hyp.=Bk.
Lig. Pfbr.
8% Pfälz.Syp.=Bk.
5½% Lig. Pfbr.
6% Rhein. Hyp. Bk.
5½% Lig. Pfbr..
Goldoblig.
6% Südd. Bod.
Cred.=Bank ..
5½0
Lig. Bfbr.
6% Württ. Hhp.=B.,
6% Daimler=Benz
870 Dt. Linol.Werkel
68 Mainkrw. v. 26
6% Mitteld. Stahl.
2 Ver, Stahlwerkel

57.5

=

4
6s"

72.75
781ſ.
60
72.5
80"
2.25
77.5
73.75
82
71.5
792
61.5
74.25
81

52.25

8% Voigtcbäffner
J. 6. Farben Bonds
5% Bosn. 9.E.B.
2.Inveſt.
5%
5% Bulg. Tab. v. 02
4ſ.2 Oſt. Schätze
47 Oſt. Goldrente
5%vereinh. Rumän
4½%
4%
4% Türk. Admin.
48 1. Bagdadl
Zollanl.
4½% ungarn 1913
19141
4½%0
43
Golde
1910
420
Abtien
Aig. Kunſtzüidellnie
A. E. 6.
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Daimler=Benz....
Dt. Atl. Telegr.
Erdöl ......

aus
95
5.5
5.5
12.5
13.5
10
10.25

D
ſcheide=Anſtalt
Linolwerk. Berl.
Eiſenhandel...
Ohckerhoffu. Widm
Eichbaum=Werger.
Elektr. Lieferg.=Geſ.
Licht u. Kraft
Sſchw. Bergwerk.
5.75 Eßling. Maſchinen.

5.4 Faber & Schleicher
F. 6. Farbeninduſtr.)
Feinmech. (Jetter)
3.3 Felt. & Guilleaumel
Frankfurter Hof..
.5
Gelſenk. Bergwerk
7.4 Geſ. f.elektr. Untern
Goldſchmidt Th. ..
Gritzner Maſchinen
Grün & Bilfinger.
55.25 Hafenmühle Frrft.
31.75 Hammerſen (Osn.
Hanauer Hofbrauh.
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Zellſtoff 28.75 Henninger, Kempf.
64.25 HilpertArmaturfrb.
BrownBoveriaVie 34.5 Hindrichs=Aufferm.
38.5 Hirſch Kupfer.
Hochtief Eſſen ....
53 Holzmann, Phil.
F. G.Chemie, Baſell129.5 3lſeBergb. Slamm
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39.5
19.25 Klein, Schanzlin.
92.25 Klöcknerwerke.
76
gnorr C. H..

135.28
43.5
20
69.75
86
192
19.5

49

76

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42
33.5

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Südd. Zucker=A. G.
Tellus Bergbau ..
Thür. Liefer.=Geſ..
Tietz Leonhard ..
Unterfranken ....
Ber. Stahlwerke ..
Ultramarin ...
Voigt & Haeffner.
Banß & Frevztag!

55.5
5371,
21.5
355).
29.5

11
257,
177
69.5
69.5
37.75

137

12
57

Kn
Zellſtoff Waldhof.
Memel ..
Aug. Dt. Creditanſt.
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BurmerBanwerein)
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7% Dt. Reichsb. Bze
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Altanz. u. Stuttg.)
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FrankonaRück=u.M
Mannheim. Verſich.
Otavi Minen
Schantung Handelsl

He
41.5

22.5
88.5
67

55.75
75.5
79
56
60
60
60
130.25
60

G.
88
80.75
*=

15

16.6
34.5

[ ][  ]

Seite 12 Nr. 37

Darmſtädter Tagblatt 7 Heſſiſche Neueſte Nachrichten

Donnerskag, 15. Sepkember I

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Schulstrasse 15 II.
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Samstag, 17. Sept., 8 Uhr abends,
im Muäkverein, Wih, Glafüingtr. 24,
Programm 30 Pfg. bei Arnold am
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Ein flmisches Dokument zum Gedenken
an die Schlacht von Tannenberg.

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als Musketier Diestelbeck in
der witzigen Tonflm-Burleske
Der Stolz der
3. Kompagnie
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Beiprogramm.

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Großverbraucher und Wiederverkäuſer Vorzugspreiſe. /12793

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Nordſee=Seelachs, geputzt, im Schnitt . .
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1 Ladentheke, 1 Radio=Apparat ſowie
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Darmſtadt, den 14. September 1932.
Eißer,
12799)
Gerichtsvollzieher kr. A.

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Am Freitag, 16. Sept. 1932, nachm. 3 Uhr,
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Gegenſtände öffentlich zwangsweiſe gegen
Barzahlung. Vorausſichtlich verſteigert werden:
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Darmſtadt, den 15. September 1932. (12809
Craß, Gerichtsvollzieher in Darmſtadt.

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vorm. 10 Uhr, ſollen in meirMe‟
ſteigerungslokale, Luiſenſtraß=
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Pfänder zwangswei
Barzahlung verſteigert werde
beſondere:
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Darmſtadt, 14. Sept. 1932.
Jungermann
Gerichtsvollzieher in Darmf!