Einzelnummer 15 Pfennige
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Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Morgenzeitung der Landeshauptſtadt
Wöchentliche illuſtrierte Beilage: „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Bild und Wort
Nachdruck ſämilicher mit * verſehenen Original=Aufſätze und eigenen Nachrichten nur mit Quellenangabe „Darmſt. Tagbl.” geſtanet.
Nummer 232
Sonntag, den 21. Auguſt 1932.
195. Jahrgang
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Mip ii Peutfcinnog eielchberechngung
Awarket amkliche deutſche Forderung nach Rüſtungs=Gleichberechtigung. — Frankreichs Berliner
Bolſchafter erftakkek in Paris Bericht. — Wükende Ablehnung der deutſchen Forderung
in der Pariſer Preſſe. — Frage nach der deukſchen Gegenleiſtung.
er Deutſchlands Wehrfreiheit.
Paris ſchauk nach Waſhingkon.
l hat den franzöſiſchen Botſchafter in Berlin, Frangois
Frankreich rechnet mit Klärung der inkernalionalen
Bc Paris kommen laſſen. Der Botſchafter hat dem
fran=
h niſterpräſidenten über die politiſchen Verhältniſſe in
Lage im Herbſt.
F Bericht erſtattet. Angeblich hat er ſich auch über
Von unſerem A=Korreſpondenten.
tds Forderungen nach Wiederherſtellung der Gleichberech=
steſprochen. Wir haben uns an zuſtändiger Stelle er=
Elus wird verſichert, daß in den diplomatiſchen
Verhand=
iei die Wiedergewinnung der Gleichberechtigung
irgend=
ue Momente nicht zu verzeichnen ſind. Die
Verhand=
ufen genau ſo weiter, wie das bisher der Fall war. In
gſiſchen Preſſe wird mit Sicherheit ſchon in den nächſten
imtlicher
Auki der deutſchen Regierung in Paris
ihdurch den die Frage der Gleichberechtigung in
militä=
ärgen aufgeworfen und Frankreich aufgefordert werden
Aſtmmen mit den anderen europäiſchen Großmächten an
Atndlungstiſch zu ſetzen. An amtlicher Stelle wird uns
„4daß die Mitteilung der franzöſiſchen Preſſe den
Tat=
t vorauseile. Die diplomatiſchen Verhandlungen mit
hin Staaten ſind offenbar noch nicht ſoweit gediehen, daß
in Paris vorgeſtoßen werden kann. Die Reichsregierung
hur auch den Wunſch, zuerſt den Zuſammentritt des
*t abzuwarten, bis ſie außenpolitiſch wieder aktiv wird.
ſt allerdings das
Geſchrei der franzöſiſchen Preſſe
Rich lands Forderung nach Gleichberechtigung. Vom Quai
6 den Pariſer Zeitungen offenbar ein Wink gegeben
Ae Gleichberechtigungsfrage zum Gegenſtand eingehender
Iſtzer Erörterungen zu machen. An dem Tage, an dem
eeibt der „Temps” — die deutſche Regierung eine
che Partie von ſolcher Wichtigkeit einleiten werde, werde
nd eln, ſich nicht leichtfertigen Illuſionen hinzugeben,
in=
ſ ya auf gewiſſe Meinungsverſchiedenheiten ſpekuliere,
im den Mächten beſtehen könnten. Die deutſchen
hurgen auf Rüſtungsgleichheit ſeien
unannehmbar. Wenn aber die
Reichs=
ſng den juriſtiſchen Boden verlaſſe,
ie die Frage auf das politiſche Gebiet
Mgen, und dann würde eine evtl.
Ver=
x einen ganz beſonderen Charakter
Welche politiſche Gegenleiſtung, könne
lend bieten, damit ſein Verlangen
Rück=
e2. Das ganze weitgehende Problem der ſolide ga=
Ralgemeinen Sicherheit würde durch dieſe Forderungen
Averden und würde die Löſung faſt unmöglich machen.
Betrachtung iſt aber nichts weiter neu und beachtlich,
nach Kompenſalionen für den deutſchen
Anſpruch,
dem Friedensvertrag und der
Völker=
ung beruht. Das „Echo des Paris”
er=
ſi unmöglich, Deutſchland die Machtmittel in die Hand
Adie es ihm erlaubten, ein zweites Mal in Frankreich
I!). Vom Verſailler Vertrag ſei gerade noch ſo viel
Aeen, daß die Sicherheit Frankreichs garantiert werde.
ſiche Regierung habe die Pflicht, zum erſtenmal den
igen Deutſchlands, das glaube, alles ſei ihm
hr kategoriſches Nein entgegenzuſtellen. Die
Hliſtiſche „Ere Nouvelle” ſtellt die Behauptung
Gleichheit der Rechte, wenn man ſie Deutſchland
zu=
de, für die anderen Mächte eine Ungerechtigkeit be=
T. Petit Pariſien” wirft die Frage auf, ob eine
iang, die auf ſo ſchwachen Füßen ſtehe, wie die jetzige,
!9e notwendige Autorität beſitze, um Verhandlungen
N8 weittragender Bedeutung anzuknüpfen. In Berlin
Dieſe Frage ſicherlich nicht auf, da man anſcheinend
Begriff über ein normales politiſches Leben verloren
franzöſiſche Preſſe unſere Wünſche ablehnt, überraſcht
Dinter dem Pariſer Feldzug ſteckt aber wohl der
e ,8 zu Gegenäußerungen zu veranlaſſen, damit man in
urt, was Deutſchland im einzelnen unter Gleichberech=
HiSD isht, und wie wir dieſe Gleichberechtigung, namentlich
Lun leſ chem. Gebiet, anwenden wollen. Dieſen Gefallen wer=
DNe Frarzoſen natürlich nicht tun.
Paris, 20. Auguſt.
Die Pariſer politiſchen Kreiſe zeigen ſich äußerſt
zurückhal=
tend in der Beurteilung der Lage in Deutſchland. Inzwiſchen
ſcheint hier jedoch eine gewiſſe Beruhigung eingetreten zu ſein;
jedenfalls ſieht man die Beziehungen zu Deutſchland nicht
peſſi=
miſtiſcher als früher. Die Auseinanderſetzungen über die
pri=
vaten Schulden Deutſchlands werden von der Preſſe mit betonter
Gleichgültigkeit behandelt.
Das Intereſſe wendet ſich jetzt nach Amerika. Alle
Entſchei=
dungen, welche die Weltwirtſchaftslage beeinfluſſen könnten,
wer=
den von dort erwartet. Wohlgemerkt, von Waſhington und nicht
von Ottawa. Die britiſche Weltkonferenz wird von den
Fach=
kreiſen nicht überſchätzt. Im Grunde genommen ſteht man ihr
nicht ſympathiſch gegenüber, aber man hofft, daß ſie die ſowieſo
komplizierte handelspolitiſche Lage zwiſchen Frankreich und
Eng=
land nicht erſchweren wird. Das große Fragezeichen am
Hdrizont bleibt die amerikaniſche Politik. Von
Amerika oder gar von dem Ausgang der Präſidentenwahl hängt
die Geſamtorientierung der Welt jetzt ab. Es iſt kein
Geheim=
nis, daß die franzöſiſchen Sympathien wieder einmal auf der
Seite der Demokraten ſind; doch trägt man äußerſte
Zurückhal=
tung zur Schau,
Was in Amerika geſchieht, kann ſich ſo bald nicht auswirken.
Inzwiſchen ſchaffen aber Weltwirtſchaftskriſe und
handelspoli=
tiſche Komplikationen in der franzöſiſchen Innenpolitik ſelbſt eine
ſehr ſchwere Lage. Zölle und Kontingentierungen haben bereits
zu einer außerordentlichen Teuerung geführt, die infolge der
Wirtſchaftskriſe von der Bevölkerung doppelt ſo ſchwer
empfun=
den wird. Die Unzufriedenheit iſt nicht abzuleugnen, und der
Regierung ſtehen nur äußerſt begrenzte Mittel zu ihrer
Bekämp=
fung zur Verfügung. Die hohen Lebensmittelpreiſe müſſen
auf=
rechterhalten werden mit Rückſicht auf die ſchwierige Lage der
Landwirtſchaft. Das geht ſogar nicht ohne Schwierigkeiten, denn
das künſtlich hohe Preisniveau ſchwankt manchmal bedenklich.
Der Zwiſchenhandel ſoll der einzige Nutznießer der
gegenwärti=
gen Situation ſein. Wie aber Abhilfe geſchaffen werden könnte,
das ſieht man nicht. Das einfachſte wäre, die Steuerſchraube
zu lockern; doch wagt davon kein Menſch zu träumen. Bei dem
Zuſammentritt der franzöſiſchen Kammer kann die Regierung
leicht zu fühlen bekommen, daß ihre Volkstümlichkeit nachgelaſſen
hat. In den Kreiſen der Jungradikalen zeigt man ſich unruhig,
und man hört immer wieder davon, daß im Herbſt eine Klärung
kommen muß. Im Herbſt werden aber all die internationalen
Verhandlungen in ein akutes Stadium treten, und dann wird
man die Innenpolitik wieder zurückzudrängen verſuchen. Ob das
auch gelingen wird, iſt eine andere Frage,
Abſchluß der brikiſchen Reichskonferenz
Vereinbarungen Englands mit allen Dominions.
Ottawa, 20. Auguſt.
Die feierliche Schlußſitzung der Britiſchen Reichskonferenz fand
heute vormittag, genau fünf Wochen nach Eröffnung, im dicht
ge=
füllten Sitzungsſaal, des kanadiſchen Parlamentsgebäudes ſtatt.
Der kanadiſche Miniſterpräſident Bennett führte den Vorſitz und
leitete die Sitzung mit dem Vorſchlag ein, eine
Loyalitäts=
erklärung an König Georg zu ſenden, die einſtimmig
angenommen und nach London telegraphiert wurde.
Hierauf begann die Unterzeichnung der einzelnen Verträge.
Zunächſt kamen die Verträge des vereinigten
Kö=
nigreiches mit den Dominions an die Reihe; dann
folgte die Unterzeichnung der Verträge der
Domi=
nions unter ſich.
Mit dem Abſchluß der Reichskonferenz endet ein Experiment,
vor deſſen Wiederholung ſich England wahrſcheinlich hüten wird.
Zwar gelang eine Einigung mit Kanada; ſie koſtete
jedoch ſehr große Mühe, und der Eindruck, der in kanadiſchen
und engliſchen Kreiſen nach Abſchluß der Verhandlungen
zurück=
blieb, iſt mit gegenſeitiger Erbitterung und Gegnerſchaft erfüllt.
Die Ergebniſſe der Konferenz werden offiziell vorläufig noch
nicht bekannt gegeben. Soweit jedoch bekannt geworden iſt, hat
England das Recht der Berufung bei dem neu zu errichtenden
ka=
nadiſchen Zollausſchuß erhalten. Es hat einen Vorzugszoll von
15 v. H. für Butter, Käſe und Eier, eine Kontingentierung für
Speck, Aufhebung der Sonderbeſtimmungen für die Einfuhr
kana=
diſchen Viehs, einen Vorzugszoll von 6 Cent je Scheffel Weizen,
Vorzugsbehandlung für Früchte und Kupfer, ſowie freie Einfuhr
für Mehl zugeſtanden. Es verlautet ferner, daß ſich Auſtralien
und Neuſeeland zu einer Art, freiwilligen Kartells zwecks
Be=
ſchränkung der Fleiſcherzeugung bereit erklärt haben, und daß eine
Einigung über die Einfuhr von Kühlfleiſch nach England zuſtande
gekommen iſt, wodurch eine Einſchränkung der Einfuhr
argen=
tiniſchen Kühlfleiſches erreicht wird. Dieſe Ergebniſſe erfüllen
zweifellos nicht die in die Konferenz geſetzten großen
Erwartun=
gen. Ihr wirklicher Wert und ihr Umfang wird ſich jedoch erſt in
einigen Wochen zeigen, nachdem ſich die durch die ereignisreichen
kanadiſch=engliſchen Beratungen hervorgerufene Welle der
Auf=
regung gelegt haben wird.
* Außenpolikiſche Amſchau.
Von
Prof. Dr. Otto Hoetzſch.
Die große Politik iſt in einer Zwiſchenphafe, wie wir ſie
häufiger nach großen Konferenzen erleben, in der ſich aber doch
recht Wichtiges vorbereitet. Das iſt im Augenblick allerdings
ſtärker im Fernen Oſten und in Nord=Amerika der Fall, als in
Europa, wo die Nachklänge des engliſch=franzöſiſchen „
Ver=
trauenspaktes” nicht allzuviel bedeuten.
Der Spruch des Haager Gerichtshofes im Memelſtreit
am 11. hat an ſich nur noch hiſtoriſche Bedeutung; er ändert
an den Verhältniſſen nichts. Aber gleichgültig kann er uns
wahrhaftig nicht laſſen. Denn er gibt Litauen im wichtigſten
Punkte: Abſetzung des Landespräſidenten ſowohl juriſtiſch
(Recht des Gouverneurs dazu) wie materiell (Berechtigung zur
Abſetzung im Falle Böttcher) Recht, ſchafft mit dieſem Siege
Litauens ein gefährliches Präjudiz und ganz ſicher keine Ruhe.
Nach unſerer Meinung entſpricht das weder dem Wortlaut noch
dem Geiſte des Memelſtatuts und unterhöhlt dieſen
Rechts=
boden in bedenklicher Weiſe. Das reizt ja direkt dazu an, ſo
weiterzugehen, wie der Gouverneur Merkys und auch ſeine
Vorgänger mehrfach ſchon gehandelt haben. Die Mehrheit
der Richter hat hierbei viel zu formaliſtiſch die Geſichtspunkte
der Souveränität im Auge gehabt und nicht die, die allein dem
Memelſtatut und der darauf begründeten Ordnung Recht und
Möglichkeit der Exiſtenz geben, nämlich die Sicherung der
international gewährleiſteten Rechte einer nationalen
Minder=
heit. Aber nur wenn man das im Auge behält, iſt überhaupt
ein modus vivendi möglich. In letzter Zeit hat die litauiſche
Regierung etwas mehr Einſicht und guten Willen gezeigt. Aber
das genügt nicht! Und der Haager Spruch wird in Kowno
eher die Neigung, aufzutrumpfen und mit dem Memelgebiet
willkürlich umzuſpringen, ſteigern.
Während die Konferenz von Ottawa nun mehr als einen
Monat in der Hauptſache auf der Stelle tritt, ſich namentlich
zeigt, daß man für das zentrale Problem England=Kanada
gar kein Programm mitgebracht hatte, kommt immer mehr Leben
wieder in die mandſchuriſche Situation, je näher der
Zeit=
punkt rückt, zu dem die dahin entſandte
Völkerbunds=
kommifſion zurückkehrt und ihren Bericht in Genf
vor=
legen wird.
In kurzer Zeit wird ſie zurückfahren, und anſcheinend zur
Völkerbundsverſammlung, die am 26. September beginnt, bereit
ſein. Sowohk die Ernennung des japaniſchen Generals Muto
zum außerordentlichen und bevollmächtigten Vertreter Japans
in der Mandſchurei am 8. Auguſt, wie die Aufſehen erregende
Rede Stimſons in der New Yorker „Foreign Policy’s
Aſſociation” am gleichen Tage, ſtehen mit dieſer Lage im
Zu=
ſammenhang.
Die Kundgebungen in Japan, was man mit der Ernennung
Mutos eigentlich will und was ſie bedeuten ſoll, ſind alles
andere als durchſichtige. Die Anerkennung der Mandſchurei als
ſelbſtſtändigen Staates ſchlechthin, de jure, iſt das ja nicht.
Auch betont man, daß die Maßnahmen durchaus „temporär”,
d. h. bis zur Entſcheidung des Völkerbundes auf Grund des
Berichts der Lytton=Kommiſſion, gedacht ſei. Aber gefliſſentlich
behauptet man aus Japan, dieſer Bericht werde die Beſetzung
der Mandſchurei durch Japan als unbegründet bezeichnen (
der=
artige Mitteilungen kommen auch aus amerikaniſcher Quelle)
und für Japan nicht günſtig ſein, und betont, daß man ſich
auf die Anerkennung der Mandſchurei „de zure” vorbereiten
müſſe. Ganz offenſichtlich ſpielt die japaniſche Regierung mit
der Idee, die Anerkennung noch vor dem
Zuſammen=
tritt des Völkerbundes auszuſprechen und ſo für Genf
ein ſchwieriges „kait accompli” zu ſchaffen. Hinter dem
vor=
ſichtigen und wenig deutlich ſprechenden Miniſterpräſidenten
Saito ließ der Kriegsminiſter Avaki die Katze ſchon aus dem
Sack, indem er die allerbaldigſte Anerkennung des
man=
dſchuriſchen Staates forderte. Nach der Formel des japaniſchen
Außenminiſteriums iſt die Ernennung Mutos, der am 20. nach
Mukden kommen ſollte, die tatſächliche Anerkennung, auch bei
günſtigem Ausfall des Lytton=Berichts könne nur die Rede
da=
von ſein, die formelle Anerkenung hinauszuſchieben.
Schon hieraus ſieht man, wie Japan prozedieren will.
Zu=
dem arbeitet es an einem Generalvertrag mit der
mandſchuriſchen Regierung, in dem genug damit geſagt iſt, daß
das Vorbild dafür der Vertrag Englands mit dem Irak ſein
ſoll: alſo die volle Anerkennung und Sicherung der japaniſchen
Rechte und Anſprüche in der Mandſchurei bis zur Verfügung
über die Polizei und die Verteidigungsmittel in ihr. Es wird
alſo der Konflikt mit dem Völkerbunde in allen ſeinen
Mög=
lichkeiten vorbereitet, und die Gegenmine gelegt gegen eine
amerikaniſche Politik, die aus Stimſons Rede hervorgehen konnte
und auf die eine Anerkennung der Mandſchurei allerdings
eine reichlich herausfordernde Antwort wäre.
An ſich hat Stimſon zu jener New Yorker Stelle nichts
Neues geſagt. Er behandelte wieder einmal den
Kellogg=
pakt, von dem richtigen Ausgangspunkte aus, daß die
zivili=
ſierte Welt heute ſo eng” zuſammenhinge, daß Neutralität im
alten Sinne im Kriegsfalle gar nicht mehr möglich ſein würde,
ein neuer Krieg wieder ein Weltkrieg ſein und dann die
moderne Ziviliſation vernichten würde. Der Schutz dagegen
liege im Kelloggpakt, wenn für ihn als Sanktion die
Welt=
meinung mobiliſiert würde. Er ſprach ganz offen vom
man=
dſchuriſchen Konflikt, bezog ſich auf ſeine Note vom 7. Januar
an China und Japan und ſeine Zuſammenarbeit mit dem
Völkerbund: „Gemäß dem Kelloggpakt berührt ein
Konflikt alle‟
Das iſt auch immer unſere Meinung geweſen. Darum
haben wir uns auch immer gewundert, daß Stimſon nicht
dem=
gemäß mehr Nachdruck im Sinne des Kelloggpaktes hinter die
Genfer Arbeit an dieſer Sache geſetzt hat. Aber immerhin hat
die japaniſche Preſſe Recht, wenn ſie dazu ziemlich nervös
ſchreibt, den Kelloggpakt als auf den mandſchuriſchen Streit
nicht annehmbar bezeichnet. Denn Stimſons Rede iſt ein ganz
unmißverſtändlicher Wink nach Tokio und nach Genf in dem
Sinne, daß Amerika in Genf die gegen Japan kritiſche, ja
feind=
ſelige Richtung unterſtützen will.
Das iſt richtig gedacht und angelegt. Aber die ganze
bis=
herige Haltung Stimſons als Staatsſekretär, den man in
Amerika „wrong horse Harry” nennt, hat weder im
fernöſt=
ichen Konflikt noch in der Abrüſtungspolitik dazu geführt, daß
ſeine Staatskuuſt ſehr imponiert und geeignet ſei, Furcht eine
Seite 2 — Nr. 232
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 21. Ause
zuflößen. Was wird er tun, wenn Japan die Mandſchurei
formell anerkennt und ſich ſo feſtſetzt, wie es das klärlich vorhat?
Stimſons ganze Arbeit hat natürlich unter dem Druck der
Hooverſchen ähnlichen Politik geſtanden. Letzterer hat am
11. die Präſidentſchaftskandidatur angenommen und dabei eine
Programmrede gehalten. Auch da kam, wie ſchon oft bei
ihm, der Kelloggpakt vor und die Mobiliſierung der
Welt=
meinung gegen einen Angreifer, ſowie die Ankündigung, ſich in
außerordentlichen Lagen für den Frieden mit den anderen
Unterzeichnern in Verbindung zu ſetzen. Hoffen wir, daß das
geſchieht, wenn es in Genf im mandſchuriſchen Streit hart auf
hart geht!
Die Rede brachte ſonſt zur Weltpolitik altes; keine
Streichung der Schulden, Abrüſtung, und neues nämlich
„greifbare Kompenfationen” d. h. beſſere Abſatzmöglichkeiten für
Amerikas Landwirtſchaft und Induſtrie „in Beziehung auf
konkrete Jahreszahlungen (der Schulden nämlich)” und den
Hinweis auf die „vergifteten Quellen der politiſchen
Unſtabi=
lität”, d. h. die Pariſer Friedensverträge. Das letztere iſt
er=
freulich, und der große Zuſammenhang, in dem alles geſehen
wird, iſt bemerkenswert. Aber wen will Hoover mit ſo vagen
und verwickelten Formeln gewinnen? Kann man draußen mit
dieſen „greifbaren Kompenſationen” etwas anfangen? Kann
das draußen eine Wählerſtimme gewinnen?
Zumal nun zur Innenpolitik dieſe Rede ſo gut wie ganz
ertraglos iſt. Nur zur „Prohibition” wird etwas geſagt; daß
die Frage auf die Einzelſtaaten abgeleitet werden ſolle. Zur
Wirtſchaftslage aber ſagt der Präſident gar nichts: „Wir
haben die Methoden der Sicherung (womit er die großen
ſtaat=
lichen Kredite, die bisher ganz nutzlos geweſen ſind, meint)
ausgearbeitet und niemand hat unter Hunger oder Kälte zu
leiden.‟ Das heißt, die 11 Millionenzahl von Arbeitsloſen die
Depreſſion und Not im Lande, wo ſich keine Beſſerung der
Kon=
junktur zeigt (der jüngſte New Yorker „boom” iſt kaum Reelles)
behandeln. Hoover mußte ſich darum einen Angriff von der
New Yorker „Nation” gefallen laſſen, wie wir in ſolcher Schärfe
und in ſolchem faſt drohenden Ernſt perſönlich an Herbert
Hoover gerichtet, in dieſer Weiſe noch nicht geleſen haben.
Hoover kann ſich darüber nicht wundern. Er hat ein
gewaltiges Kapital an Vertrauen zu ihm, das 1928 ſeine Wahl
beinah fraglos machte, verwirtſchaftet. Gewiß iſt ſeine Schuld
nicht, daß die „prosperity” unter ſeiner Präſidentſchaft in das
Gegenteil umſchlug. Aber niemand wird heute behaupten, daß
er in der Innen= und Außenpolitik große ſtaatsmänniſchen
Fähigkeiten und großen ſtaatsmänniſchen Willen bewieſen habe.
Und was dabei Europa angeht, ſo zeigt ſoeben die Statiſtik,
daß noch immer in dieſem der Schwerpunkt des
ameri=
kaniſchen Ausfuhrhandels liegt, bei einem
Geſamt=
ausfuhrüberſchuß von 334 Millionen Dollar die Bilanz auf
Europa mit nicht weniger als 457 Dollar für Amerika aktiv iſt!
Der Schluß aus alledem für Deutſchland: auch die
deutſche Außenpolitik wird ſich im mandſchuriſchen
Streit=
fall und für Genf darin vorzubereiten haben. Das ſind ganz
und gar nicht für uns gleichgültige Dinge, weil ſie Stimſon
ſehr richtig ſieht und ſagt, alles zufammenhängt und
auf=
einander wirkt, alſo die Frage: Krieg oder Frieden im
Fernen Oſten? für Europa recht wichtig iſt. Und wenn
dies nun zunächſt für ſeine Hauptfragen entſcheidendes leider
nicht von Amerika erwarten kann, ſo folgt daraus für
Deutſch=
land, wie wir immer wieder betonen, daß es von ſich aus
die Entſchlüſſe faſſen (aber auch vorbereiten!) muß, die ſich ihm
in der Schulden= wie in der Abrüſtungsfrage doch
unaus=
weichlich aufdrängen!
Bom Tage.
Einberufung des preußiſchen Landkags
zum 1. Sepkember.
* Berlin, 20. Aug. (Priv.=Tel.)
Der preußiſche Landtag tritt am 1. September wieder
zuſam=
men. Auf der Tagesordnung ſtehen verſchiedene Anfragen und
Anträge, die zu ſchweren Auseinanderſetzungen zwiſchen den
Natio=
nakſozialiſten und den derzeitigen Machthabern in Preußen, aber
gleichzeitig auch zu Angriffen auf die Regierung Papen führen
müſſen. Die Wahl des Miniſterpräſidenten ſteht nicht auf der
Ta=
gesordnung. Da die Verhandlungen zwiſchen dem Zentrum und
den Nationalſozialiſten noch nicht abgeſchloſſen ſind, war es
antür=
lich nicht möglich, die Tagesordnung nach dieſer Richtung hin zu
erweitern. Wie verlautet, ſollen die Koalitionsbeſprechungen
zwi=
ſchen den Nationalſozialiſten und dem Zentrum am kommenden
Dienstag fortgeſetzt werden. Ueber den Stand der Verhandlungen
läßt ſich naturgemäß weder in poſitivem, noch in negativem Sinne
etwas ſagen. Sobald aber eine Einigung vollzogen iſt, wäre es
natürlich eine Kleinigkeit, die Tagesordnung noch umzuändern.
Darüber hinaus gehen die Bemühungen, die
Nationalſozia=
liſten in die Regierungsverantwortung hineinzubringen, weiter
Es iſt auffällig, daß man plötzlich von einem Tag zum andern
nicht mehr mit der Möglichkeit einer Reichstagsauflöſung rechnet.
Man möchte beinahe annehmen, daß hierüber im Kabinett
Mei=
nungsverſchiedenheiten beſtehen. Die amtlichen Stellen
verſichern jedoch, daß ſie einiger denn je ſeien, und daß
alle politiſchen Maßnahmen in voller Uebereinſtimmung gefaßt
würden. Das treffe auch für die Behandlung des Reichstages zu.
Reichskanzler v. Papen wird am Sonntag, den 28. Auguſt. an
einer außerordentlichen Generalverſammlung des Weſtfäliſchen
Bauernvereins in der Stadthalle zu Münſter teilnehmen und dort
auch das Wort ergreifen, um zu den politiſchen und wirtſchaftlichen
Problemen der Gegenwart, unter beſonderer Berückſichtigung
land=
wirtſchaftlicher Fragen, Stellung nehmen.
Nach Meldung von zuſtändiger Stelle haben die Beſprechungen
der Reichsregierung mit dem Reichsbankpräſidenten Dr. Luther
über die Finanzierung des Arbeitsbeſchaffungsproblems zu einer
vollſtändigen Einigung geführt.
Der frühere Reichskanzler Dr. Brüning hat dieſer Tage eine
Ausſprache mit Reichswehrminiſter v. Schleicher gehabt.
Im Reichstag fand am Samstag vormittag, unter dem Vorſitz
des Präſidenten Löbe, eine Sitzung der Fraktionsführer ſtatt, in
der die Plätzeverteilung vorgenommen und die Vorbereitung für
die erſten Sitzungen getroffen wurde. Wer beim Zuſammentritt
des Reichstags die Verhandlungen leiten wird, ſteht noch nicht feſt.
Im Kreiſe Schmalkalden wurden bei Mitglieder des
Reichs=
banners und der Eiſernen Front Gewehre und Revolver mit dazu
gehöriger Munition gefunden. Die Waffenbeſitzer wurden von der
Polizei verhaftet.
In der Heide bei Haan hielten in der Nacht zum Samstag
kommuniſtiſche Sturmtrupps verbotene Geländeübungen ab. Als
das Ueberfallkommando der Schutzpolizei eingriff, wurde es
be=
ſchoſſen. Daraufhin machte die Polizei ebenfalls von der
Schuß=
waffe Gebrauch. 41 Kommuniſten, darunter die Führer, wurden
feſtgenommen und am Samstag mittag nach Mettmann gebracht,
wo ſie dem Richter vorgeführt wurden.
Verſchiedene Wuppertaler Warenhäuſer wurden am Freitag
nachmittag wieder von unbekannten Perſonen mit Tränengas
heimgeſucht.
In Frankfurt a. M. wurde der Schreiner Emil St., welcher der
Nationalſozialiſtiſchen Partei angehört, aus einem Feldweg an der
Enkheimer Straße von mehreren Leuten aus der Dunkelheit
be=
ſchoſſen. Er erhielt einen Schuß in den linken Oberſchenkel und
ſank ſchwerverletzt zu Boden. Die Rettungswache brachte ihn in
das Bürgerhoſpital.
Am Samstag vormittag gegen 9 Uhr erſchien ein franzöſiſches
Militärflugzeug über der Grenze bei Eppenbrunn, kreuzte
einige=
male über dem Ort und flog dann wieder über die elſäſſiſche Grenze
zurück. Bereits am Dienstag war gleichfalls ein franzöſiſches
Militärflugzeug über dem Ort geſichtet worden.
Sowohl der öſterreichiſche Bundesrat wie der Nationalrat
ver=
anſtalteten für den dahingeſchiedenen früheren Bundeskanzler
Schober Trauerkundgebungen.
Der Landbündler Grabenhofer aus dem Burgenlande iſt der
Nachfolger für den am Freitag verſtorbenen Altbundeskanzler
Dr. Schober im Nationalrat.
Die Spaniſche Nationalverſammlung hat das Geſetz auf
Ent=
eignung der Grundbeſitzer mit großer Mehrheit angenommen.
Der Pariſer Kaſſationshof hat nach einſtündiger Beratung die
Berufung des Präſidentenmörders Gorgulow abgewieſen. Das
Leben Gorgulows liegt nun in den Händen des Präſidenten der
Revublik.
Die unter der Leitung von Sir Oswald Mosley ſtehende
„Neue Partei” wird demnächſt mit der Aufſtellung von
Sturmab=
teilungen beginnen und in ganz England eine fasciſtiſche
Pro=
paganda entfalten.
Auf den Flugplatz in Charbin wurde ein Bombenanſchlag
ver=
übt durch den hunderte von Häuſern zerſtört wurden. Ein
ruſſi=
ſcher Auswanderer und mehrere Koreaner wurden verhaftst.
Die Anerkeunung des neuen Mandſchureiſtaates durch Japan
ſoll, zuverläſſigen japaniſchen Preſſeberichten zufolge, am 18.
Sep=
tember erfolgen. Vorher wird das von General Muto nach
Muk=
den gebrachte Abkommen von der mandſchuriſchen Regierung
unter=
zeichnet werden.
Da die Sozialdemokraten ſchon einen Mißtrauensantrag
einge=
bracht haben und feſtſteht, daß für dieſen Antrag eine Mehrheit
vorhanden iſt, muß unter allen Umſtänden in die politiſche
Rech=
nung der Sturz des Kabinetts Papen eingeſetzt werden. Hier hat
es wieder der Reichspräſident in der Hand, zu beſtimmen, ob
die=
ſes Präſidialkabinett gegen ein anderes ausgetauſcht wird oder
ob Papen bleibt und dadurch der Reichstag ſehr raſch der
Auf=
löſung anheim fällt.
der Präſidenk des Preußiſchen Landtages zur Lage.
Berlin, 20. Auguſt.
Der Präſident des Preußiſchen Landtages hat einem
Mit=
arbeiter des nationalſozialiſtiſchen „Angriffs” gegenüber
Mit=
teilung über die politiſche Lage in Preußen gemacht, in denen
er u. a. ausführte, alle bisher von der Linkspreſſe
veröffent=
lichten Nachrichten über Verhandlungen zwiſchen ihm und dem
Zentrum, bzw. Ausſchaltung des Fraktionsführers Kube, ſeien
Unſinn. Abgeordneter Kube ſelbſt ſei für Verhandlungen
des=
halb nicht in Frage gekommen, weil er ſeinen dringendſt
be=
nötigten Erholungsurlaub außerhalb Berlins verbracht habe.
Er, der Landtagspräſident, habe ſich vor drei Tagen zu einer
der üblichen Beſprechungen zum Führer begeben, die volle
Ein=
mütigkeit auch mit den anweſenden Inſpekteuren der Partei
ergeben habe. Alle ſeien ſich darüber klar geweſen, daß es der
Partei lediglich um den Führungsanſpruch gehe, und daß ſie
legal die Macht erreichen werde, die ihr zuſtehe.
Beurſchanss prieuie Berſchnte.
Eine Unkerredung mit Dr. Warmbolt
Berlin, 20.
Reichswirtſchaftsminiſter Dr. Warmbold hat dem
Vertreter der „Aſſociated Preß”, P. Lochner, das mi
Interview zur Frage der privaten Verſchuldung D
gewährt:
Eine New Yorker Finanzleitung meldete vor einige
daß Deutſchland immer noch mit dem Gedanken ſpiele.
vaten Schulden, namentlich an Amerika, einſeitig her
Auch ließen ſich New Yorker Zeitungen aus Berlin m
ſich die deutſche Regierung mit dem Gedanken trage,
dere Schuldenmiſſion nach den Vereinigten Staaten
den; dieſe Miſſion ſolle entweder eine zeitweilige Z
oder ein mehrjähriges Zinsmoratorium erreichen. Letst
richt iſt bereits amtlich dementiert worden.
Zu den angeblichen Abſichten einer Schuldenabw
klärte der Reichswirtſchaftsminiſter:
Was die Frage der Herabſetzung der privaten Sch
langt, ſo habe er bereits in dem Interview, das er
treter des „Nieuwe Rotterdamſche Courant” Anfang Jn
ſanne gegeben habe, ausgeführt, daß die deutſche
rung eine Herabſetzung der privaten S
in Kapital und Zinſen niemals auch
wogen habe. Schon damals habe er bemerkt, daß
regierung alles daran ſetzen werde, den Schuldendien)
ches unter allen Umſtänden ſicherzuſtellen, und daß
privaten deutſchen Schuldner alles tun
ihren Verpflichtungen nachzukommen.
werde bei einer Verſchärfung der allgemeinen Deflu
Mißverhältnis zwiſchen Geld= und Güterwert, zwiſchen
neuen Schuldverhältniſſen noch zunehmen. Deshalb ſei
handlung der privaten Verſchuldung ge
ſpeziell deutſche ſondern eine interna
Frage. Sie werde ſich daher in einer deutſch=am e
Ausſprache gar nicht allein klären laſſen.
Die deutſche Regierung habe ſtets den Sta
vertreten, daß es einzig und allein Sache d
ſchen privaten Schuldner ſei, ſich mit ihr
rikaniſchen und ſonſtigen ausländiſchen
gern in Verbindung zu ſetzen, wenn ſie da
dendienſt nicht mehr leiſten zu können a
Die beteiligten Regierungen könnten in dieſer Hinſich
weit eingreifen, als ſie durch wirtſchaftspolitiſche Maßr
Deflation Einhalt zu tun und damit die Grundlagen für
ſundung der Schuldverhältniſſe zu ſchaffen ſuchten. Fer
ten die Regierungen dadurch zu einer Erleichterung
dendienſtes beitragen, daß ſie gegebenenfalls geſetzliche
ſtige Hinderniſſe, die einer Auseinanderſetzung zwiſchen
bigern und Schuldnern entgegenſtehen, aus dem Wege
Die Uebertragung der fälligen Zi
Tilgungsraten nach den Gläubiger
würde freilich außerordentlich gefördert werden
Gläubigerländer ſich zu der Erkenntnis durchringen kEn
die Leiſtung eines ſo hohen Schuldendienſtes, wie ihn 2i
Volkswirtſchaft in den nächſten Jahren an ihre aunl
Gläubiger zu entrichten hat — mehr als 1,5
Milliard=
mark jährlich — bis auf einen verſchwindenden Bruch
Waren möglich ſei und deshalb bei den Gläubigerlän.
Grenzen vorausſetze.
Der Reichswirtſchaftsminiſter wies ſchließlich darauf
auch der Reichskanzler Ende Juli in einem Interview=
amerikaniſchen Zeitungsvertreter ausgeführt habe, 2d
habe durchaus die Abſicht, ſeine Schulden zu tilgen. A
Frage nach einer Herabſetzung der Zinsrate für Duſ
private Schulden an das Ausland zur Erörterung .
werde Deutſchland gewiß nicht einſeitige Schritte in Ee
tung unternehmen, ſondern eine Einigung mit ſeinen 4
zu erreichen ſuchen. Er hoffe zuverſichtlich, daß durch
gung mit Deutſchlands Privatgläubigern ein Trn
moratorium umgangen werden könne.
Teilnahme in Uniform an polikiſchen Veranſt
für Polizeibeamte verboken.
Berlin, 20.
Ueber die Teilnahme von Beamten an
politiſch=
ſtaltungen in Uniform hat der mit der Wahrnehmurn
ſchäfte des preußiſchen Innenminiſters beauftragu
mächtigte des Reichskommiſſars für Preußen, Dr.
alle Polizeibehörden (einſchließlich Landjägerei) folge
laß gerichtet:
„In Verfolg der Richtlinien des Runderlcyſ
5. Auguſt 1932 (MBl.i. V. Seite 787) verbiete ich der
der Polizei und Landjägerei, in Dienſtkleidung an
Veranſtaltungen teilzunehmen, ſofern es ſich nicht
dienſtlichen Auftrag handelt. In Zweifelsfällen iſt
geſetzte zu befragen.”
Der Muſikkrikiker
and der keitſterte Kauftter.
Von Friedrich Noack.
Jeder reproduktive oder produktive Künſtler pflegt in den
Kritikern eine feindliche Partei zu ſehen, mit der ein offener
Kampf untunlich iſt, mit der man ſich möglichſt gut ſtellen, und
mit deren feindſeligen Geplänkel man ſich abfinden muß. Und
gerade der echte Künſtler, der halb bewußt, halb unbewußt
ſchafft, der in leidenſchaftlicher Hingabe ſein Beſtes zu geben
ſucht, er iſt innerlich machtlos und faſſungslos, wenn an ſeinem
Wollen und Können herumgenörgelt wird. Das
Geltungs=
bedürfnis des in der Oeffentlichkeit ſtehenden Künſtlers iſt
zu=
dem derart Selbſterhaltungstrieb, daß jede ihn irgendwie
herab=
ſetzende Kritik als empfindliche Beeinträchtigung, ja Schädigung,
empfunden werden muß, ſo daß das Gefühl, die Kritik ſei eine
feindliche Macht, tatſächlich nicht der Begründung entbehrt. Die
Gattung Künſtler iſt immer noch nicht geſchwunden, die jeden
Kritiker, der an ihnen irgendeine Ausſtellung zu machen wagt,
unter die Vollidioten rechnet, die den ſtets lobenden Kritiker
verachtet, und nur den als annehmbaren Menſchen anſieht, der
ihn ſelbſt lobt, die Künſtlerkollegen aber öfters tüchtig
mit=
nimmt. Menſchlich, allzu menſchlich!
Andrerſeits iſt es für den Kritiſierenden eine
außerordent=
lich ſchwierige Aufgabe, bei ſeiner Tätigkeit die richtige Miſchung
von objektiver und ſubjektiver Wertung zu finden. Subjektiv
muß gerade beim Beurteilen künſtleriſcher Leiſtungen die
Ein=
fühlung, das ſeeliſche Mitſchwingen ſein, bei der Wertung eines
Kunſtwerks der Verſuch, den Geſtaltungswillen, die Idee des
Schöpfenden nachzuempfinden, bei der Kritik der Reproduktion
die Geneigtheit, gerade das Perſönliche der Wiedergabe
mit=
ziierleben. Dagegen darf die Subjektivität nie ſoweit gehen,
daß perſönliche Beziehungen, Sympathien oder Antipathien das
Urteil irgendwie beeinträchtigen. Bei der Unvollkommenheit
alles Menſchlichen wird es ſogar dem nach Gerechtigkeit
ſtreben=
den Kritiker unterlaufen, daß er einen ihm ſympathiſchen oder
befreundeten Künſtler eher zu ſcharf beurteilt, als zu milde.
Objektiv muß vor allem die Beurteilung aller kunſttechniſcher
Dinge ſein, ebenſo die der Treue der Wiedergabe, aber gerade
für die kunſttechniſche Bewertung fehlt vielen Kritiſierenden das
Maß, und ſie verſuchen dann mit einer allgemein üblichen
Phraſeologie über den toten Punkt der Kritik hinwegzukommen.
So empfinde ich ſelbſt es immer als peinlich, wenn ich einen
Geiger oder Celliſten beurteilen ſoll, denn wenn ich auch
jahre=
lang mich um das Geigeſpielen ernſtlich bemüht habe, ſo konnte
ich nie bis zu einem derartigen Grad des Könnens vordringen,
daß ich imſtande wäre, von mir aus das Techniſche
einwand=
frei zu beurteilen. Da muß dann um ſo mehr die künſtleriſche
Einfühlung als ſtellvertretendes Urteilsmaß eintreten, und der
Vergleich mit bedeutenden Künftlern, wie Havemann, Buſch,
Fleſch, Kiefer, Caſals, Grümmer, die ich oftmals zu hören
Gelegenheit hatte, helfen. Dabei kann es vorkommen, daß die
bedeutſame Eigenart eines mit den bekannten Größen nicht gur
dergleichbaren Künſtlers nicht richtig erkannt, oder gar verkannt
wird. Wird hier mancher auf dieſen Gebieten Sachverſtändige
an meinem Verſuch zu kritiſieren Ausſtellung machen können,
ſo werde ich zuweilen der Beurteilung eines Sängers, eines
Pianiſten oder Orgelſpiekers, die von einem auf dieſen
Ge=
bieten höchſtens dilettierenden Kritikers für anfechtbar halten.
Mit dieſen Ausführungen ſoll betont werden, daß jede
Kritik, weil ſie Objektives und Subjektives miſcht, als Urteil
eines Einzelnen auch bis zu einem gewiſſen Grade
einſeitig ſein muß, daß die Beurteilungen mehrerer
ſachverſtändiger Kritiker über dieſelbe Leiſtungen in manchen
Punkten voneinander abweichen müſſen. Den Wert der Kritiken
wird man dann daran meſſen können, ob die objektive Seite
ihres Inhalts in allen übereinſtimmt, und man wird dann
die Verſchiedenheiten in der ſubjektiven Auffaſſung als
inter=
eſfante Beiträge zur Kunſtbetrachtung, ja oftmals als
wert=
volle Anregungen werten können.
Von beſonderer Wichtigkeit ſcheint uns die Frage zu ſein:
iſt der Künſtler den verſchiedenen Beurteilungen ſeines Wirkens
gegenüber nun völlig wehrlos, oder ſtehen ihm
Mittel und Wege zu Gebote, ſich gegen
ver=
meintliche Beeinträchtigungen zu verwahren?
Iſt die Kritik nach beſtem Wiſſen und Gewiſſen in dem
Sinne abgefaßt, den wir als die Grundbedingung des
Kriti=
ſierens feſtftellten, ſo iſt dem Künſtler nur anzuraten, die
Be=
urteilung hinzunehmen, ſelbſt wenn er ſich ungerecht behandelt
fühlt, wenn nicht grobe Taktloſigkeiten und Entgleiſungen
Möglichkeiten der Anfechtung geben. Er muß ſich bewußt ſein,
daß der Kritiker nicht nur das Recht, ſondern auch die Pflicht
ſubjektiver Einſtellung hat, er muß ſich vergegenwärtigen, daß
eine allzueinſeitige Stellung des Kritiſierenden auch vom Leſer
nicht gebilligt wird, und daß der Leſer in den meiſten Fällen
imſtande iſt zu beurteilen, ob ein Kritiker mehr nach der
negativen oder mehr nach der poſitiven Seite hinneigt, und
daß der Leſer dadurch Einſeitigkeiten ſelbſttätig korrich,
dagegen objektive Unrichtigkeiten, mißgünſtige En
oder unſachliche Anfeindungen in einer Kritik enthalun
der Künſtler geradezu die Pflicht, ſich gegen eine ſo
teilung aufzulehnen und dem ſowohl unberufenen als
auserwählten Kritiker das Handwerk zu legen. Er tur.
nur in ſeinem eigenen Intereſſe, ſondern in dem ſein“
Standes.
Andererſeits muß ſich der Kritiker gege
rechtigte Eingriffe in ſeine Arbeit weh
angenehm es iſt, wenn unbekannte Anfänger, die erſt
treten, ſich dem Kritiker vorſtellen, der dabei ihren 2
und ihre Perſönlichkeit kennen lernt und manche
Ann=
winnt, die für die Beurteilung verwertet werden kann
lich iſt es, wenn anerkannte Künſtler um gut Wetter
ſo den Kritiker zu beeinfluſſen ſuchen. Man vermeide
allen Umſtänden, denn es bewirkt oft, daß der Beu
ſo kritiſcher ſich einſtellt, weil er unwillkürlich empf
der Künſtler unſicher iſt, ſeiner eigenen Leiſtung —
vertraut. Nie aber ſollte Folgendes vorkommen: Eine=
Künſtlerin, die auswendig ſpielt, macht einen Gedäch
ſie überſpringt in einem Satz ein größeres Stück, der
Entwicklung nicht unweſentlich iſt, der Begleiter finde
hältnismäßig ſchnell, überſpringt das Ausgelaſſene,
ſonſt ſehr gute Zuſammenſpiel nimmt ſeinen Fortg*
Kritiker erwähnt dies Vorkommnis ohne deswegen
leriſche Leiſtung irgendwie zu ſchmälern, und die Sc
alle Hebel in Bewegung, um zu erreichen, daß der P
ihr ſehr peinlich iſt, in der Preſſe ſo dargeſtellt
wird=
der Begleiter den Fehler begangen. Leider kommen a9
ſinnen häufiger vor, als man glauben ſollte, und an
wiſſenhafteſte Kritiker iſt imſtande, ſich eine intereſſan—
lung von groben, ja oft ausfallenden Briefen tem
voller, in ihren heiligſten Gefühlen verletzter Künſc.
legen. Er prüfe in jedem Falle genau die Sachlage—
ſein Recht der Kritik nicht mindern, ſei aber weit
enl-
von, ſolche Briefe übel zu nehmen, denn es ſind —
ſtarker Entttäuſchung, leidenſchaftlichen Aufbrauſens —
fen der Selbſterhaltungen, ihr Inhalt iſt daraus
daß der Künſtler unmittelbar nach Rer
nahme der Kritik ſeinem Herzen Lufl *
at, ſie würden ganz anders ausſehen, wenn der Ge
den Fall einmal beſchlafen hätte. Es war doch recl
daß beim Militär eine Beſchwerde grundſätzlich nie
1 Stunden nach dem betreffenden Vorfall erhobel
durfte.
21. Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 232 — Seite 3
ſotempa vor dem Sondergericht.
aidigung ſtellt neue Beweisankräge. — Feſtſtellungen der Verkeidigung: „Pokempa eine Zolge
des kommuniſtiſchen Terrors. — Schlefiſches Gericht anerkennt lakenkes Rolwehrrechl.
Anwendung dieſes Urkeils auf Pokempa.”
die beſagen, daß in Proslawitz und Tworog Ueberfälle auf die Na=
„E5 gehl um Minuken.”
tionalſozialiſten ausgeführt worden ſeien, daß insbeſondere der
Angeklagte Gräupner darunter zu leiden gehabt habe und den
An=
trag über den Angeklagten Lachmann, ob er in der Nacht des
Die weilere Zeugenvernehmung.
Der Zeuge Zollaſſiſtent Söhndel, der in Potempa
u Beginn des zweiten Verhandlungstages war, das in der fraglichen Nacht zuſammen mit einem weiteren
Zollaſſiſten=
ſatsgebäude, in deſſen großem Saal das Sondergericht ten einen Streifgang gemacht hatte, ſagte, kurz nach 12 Uhr waren
Fall Potempa verhandelt, von zahlreichen Polizei=Dop= ſie auf dem Dorfplatz in Potempa angekommen. Sie hatten
be=
ewacht. Jeder das Gebäude Betretende mußte ſich zwei, merkt, daß an einem Tekephonmaſt eine Leiter angelegt war, und
rrollen unterwerfen und ſchließlich eine Durchſuchung daß ſich ein Mann an der Telephonleitung zu ſchaffen machte. Auf
Aürer Aktentaſchen ſowie eine Abtaſtung nach Waffen über den Anruf der Beamten flüchtete der Mann in das Gehöft des
her laſſen. Von den Angeklagten ſind wiederum zwei in Angeklagten Lachmann.
ſta m erſchienen. Nach Eröffnung der Sitzung ſtellt Ver=
10 die Blutkat noch am 8. Auguft abgeſpielt Ueberfalles betrunken war.
W fällt ſie unker die neue Nolverordnung?
Beuthen, 20. Auguſt.
Nechtsanwalt Lütgebrune,
eine Reihe von Beweisankrägen,
icheigſter iſt, daß ſich die Erſchlagung des Pietrzuch am
vor 12 Uhr Mitternacht abgeſpielt habe. In dieſem
men die ſtrengen Strafen der Terrornotverordnung nicht
lung gebracht werden.
heute Beweisantrag beſagt, aus einer Statiſtik des preu=
Ricatsminiſteriums gehe hervor, daß in überwiegenden
e Terrorakte vom 1. bis 20. Juli von kommuniſtiſcher
gegangen ſind. Aus der gleichen Zeit liege das Urteil
ſütäſchen Gerichtes vor, das ein latentes Notwehrrecht für
urklärt. In Berückſichtigung dieſes Umſtandes habe der
hührer der SA. und SS. von Schleſien,
Reichstagsabgeord=
nes, beſondere Maßnahmen zur Abwehr dieſer
Terror=
kſofen, indem er die Aufſtellung von Bereitſchaften in den
hoeu Gebieten anordnete. Der zweite Beweisantrag geht
6 der Sturm 25 und 26 in Broslawitz und Tworog
ſtar=
hfffen und Ueberfällen ausgeſetzt geweſen ſeien, insbeſondere
F)t vom 31. Juli bis 8. Auguſt 1932. Unter dieſem Angriff
hand ers der Angeklagte Gräupner zu leiden gehabt, ſo daß
Mzam Schutze eine Waffe angeſchafft habe. Der dritte
Be=
bug geht dann dahin, daß der Vorgang in Potempa ſich
m. Auguſt abgeſpielt habe, wofür der Verteidiger drei Per=
Zeugen benennt. Der letzte Beweisantrag ſieht eine
ig des als Anſtifter in der Anklageſchrift hingeſtellten
üren Lachmann vor.
„derſtaatsanwalt behielt ſich eine Stellungnahme zu den
Btjägen vor. Hierauf wurde die Beweisaufnahme mit
ehmung der Mutter des Getöteten, der Witwe Marie
fortgeſetzt. Die Mutter des Getöteten gab, ſowei ſie
hin konnte, eine Schilderung der Vorgänge in der
Mord=
fhuf wiederholte Vorhaltungen des Vorſitzenden blieb ſie
Aſte hen, daß es etwa 2 Uhr nachts geweſen ſein möge, als
in glinge ihre Wohnung verließen.
hudiziniſche Sachverſtändige, Medizinalrat Dr. Weimann,
Aſeinem Gutachten aus, daß die Leiche an allen Teilen
Bers insgeſamt 29 Verletzungen aufwies. Der Tod iſt
utatmen” eingetreten. Der Gerichtsarzt erklärte, daß es
ſone außergewöhnlich rohe Mißhandlung gehandelt habe.
E ſei durch den linken Oberarm gegangen, hätte aber den
Mzr Folge haben können. Nach einer kurzen
Verhand=
ſe nahm
MAlberſtaaksanwalk zu den Beweisankrägen
der Verkeidigung
Wi0 Er kam zu dem Schluß, daß die Beweisanträge im
all=
eabzulehnen ſeien, jedoch könne man den Angeklagten zu=
AKhaß die beiden der von den Verteidigern vorgetragenen
engen zu ihren Gunſten als wahr unterſtellt werden kön=
Wesanwalt Lütgebrune erklärte, daß mit Rückſicht auf die
eWkudieſes Falles, der ſich um die Minuten der Inkrafttre=
VeAerordnung abgeſpielt habe, und mit Rückſicht auf die
afGoß es der erſte Fall iſt, der auf Grund der materiellen
ſbökhnung entſchieden werde, die Beweisaufnahme beſonders
th eführt werden müſſe.
Der Beſchluß des Gerichls.
ngerer Beratung kam das Gericht zu dem
Be=
o den Beweisanträgen lediglich diejenigen zuzulaſſen,
Der Zeuge begab ſich darauf zu dem ihm bekannten
Lach=
mann und fragte nach dem Flüchtling. Lachmann wußte
angeb=
lich von nichts. Dies ſei etwa um 12.30 Uhr geweſen.
Lach=
mann ſelbſt war ziemlich ſtark angeheitert. Kurz nach 1,45 Uhr
kam ein Trupp von 7 bis 8 Leuten über den Dorfplatz. Als die
Beamten die Leute anhalten wollten, verſuchten dieſe zu fliehen.
Die Beamten konnten einen Mann verhaften, den jetzt
angeklag=
ten Wollnitza aus Mikultſchütz. Gegen 7 Uhr früh erfuhr dann
der Zeuge Söhndel auf telephoniſchen Anruf von den Vorfällen
in Potempa.
Es begann darauf die Vernehmung des Kraftwagenführers
Dworozyk, der das Auto, mit dem die Angeklagten von
Prosla=
witz über Tworog nach Potempa gefahren waren, geführt hatte.
Der Zeuge blieb zunächſt unvereidigt.
Der Oberlandjäger Schwibbel erklärte, daß er mit
Lachmann nicht im beſten Einvernehmen geſtanden habe und daß
es öfters zu Zuſammenſtößen mit ihm gekommen ſei. Auch über
Pietrzuch ließ ſich der Zeuge nicht günſtig aus.
Der frühere Betriebsverwalter Slodczyk, der
mit dem Angeklagten Lachmann ſeit längerer Zeit in bitterer
Feindſchaft lebt, geht in ſeiner Erregung ſo weit, daß er
Aus=
drücke gebraucht, die den Vorſitzenden veranlaſſen, ihn zu bitten,
ſich zu mäßigen. Er wird danach von der Verteidigung ſcharf
angegriffen. Der Vorſitzende greift in dieſe perſönlichen
Unter=
redungen zwiſchen dem Zeugen und der Verteidigung ein und
unterbricht die Sitzung bis 3 Uhr nachmittags.
Schluß der Beweisaufnahme. — Plädoyers
Mm Monife
In der Nachmittagsſitzung bekundet ein Zeuge, der
Schloſ=
ſer. Kaldoneck, daß der Angeklagte Lachmann Drohungen
gegen die Kommuniſten, insbeſondere gegen Schwinge und den
getöteten Pietrzuch, ausgeſprochen habe.
Der Landjäger Hauptmann Seeliger aus. Gleiwitz
erklärt, er ſei Lachmann immer aus dem Wege gegangen,
wäh=
rend der Amtsvorſteher von Tworog, Galuſchinſ.:, dem
Ange=
klagten Lachmann das Zeugnis ausſtellt, daß er ein tüchtiger
Ge=
meindevorſteher geweſen ſei. Zollaſſiſtent
Beiersdor=
fergibt an, er habe in der Mordnacht gegen 2 Uhr den Wagen,
mit dem die Angeklagten wieder zurückfuhren, auf dem Wege von
Potempa nach Tworog anzuhalten verſucht, was ihm nicht
gelun=
gen ſei.
Der Arbeiter Pilarſki, der wegen Verdachts der
Mit=
täterſchaft nicht vereidigt wird, behauptet, öfters von
Kommu=
niſten aus Potempa bedroht worden zu ſein. Kaufmann
Krü=
gel, ein Funktionär der Beuthener NSDAP., erklärt, daß er
wegen der ſtändigen kommuniſtiſchen
Beläſti=
gungen die Verlegung des Rokittnitzer Sturms
nach Broslawitz geſtattet und Bereitſchaftsſtreifen zwiſchen
den einzelnen Dörfern angeordnet habe. Demgegenüber betont
der Bewirtſchafter des SA.=Heims in Rokittnitz, Gaſtwirt
Zyany, daß das SA.=Heim nur einmal von Kommuniſten
überfallen worden ſei, da im Anſchluß daran die SA. ausgezogen
ſei. Die Frau des Angeklagten Gräupner ſpricht wiederum
von ſtändigen Bedrohungen durch kommuniſtiſch, Geſinnte. Der
zuletzt vernommene Zeuge, der Führer der SA.=Gruppe
aus Gleiwitz, führt ſchließlich noch an, daß der Angeklagte
Lachmann an dem Mordabend ſtark betrunken geweſen ſei. Er
habe ſich z. B. bei einem Hochruf ein Glas Bier über den Rücken
hinunter geſchüttet. Damit war die Beweisaufnahme
ge=
ſchloſſen und die Verhandlung wurde bis Montag früh 9 Uhr
unterbrochen. Montag beginnen die Plädoyers der
Staatsan=
waltſchaft und der Verteidigung.
der Bcauer Auftayr Proder.
Die Plädoyers der Staalsanwaltſchaft.
Brieg, 20. Auguſt.
Nachdem im Ohlauer Aufruhr= Prozeß die Beweisaufnahme
am Freitag abend zum Abſchluß gebracht worden war, begann
der Oberſtaatsanwalt am Samstag früh mit ſeinem
Plädoyer. Ohlau, ſo führte er aus, ſei durch die Vorfälle
nicht nur in ganz Deutſchland, ſondern auch im Auslande bekannt
geworden. Es ſei daher begreiflich, wenn die
Oeffentlich=
keit eine ſchnelle Sühne für das Verbrechen
fordere. Den Ermittlungen hätten ſich große Schwierigkeiten
entgegengeſtellt.
Es ſteht feſt, daß bei dem Reichsbannertreffen Feſtreden
gegen die Nationalſozialiſten gehalten worden ſeien. Jedenfalls
ſeien die Reichsbannerleute nach Brieg zurückgekehrt mit der
Abſicht, ſich an den Nationalſozialiſten zu rächen. Für die
Vor=
bereitung ſpreche einmal der Befehl, das Frauen und Kinder
ſich entfernen ſollten, zum anderen der eingerichtete
Nachrichten=
dienſt, und dann die Beſetzung der Strehlener Straße mit
be=
waffneten Reichsbannerleuten.
Der Oberſtaatsanwalt ſchildert dann den Hergang der
Zu=
ſammenſtöße. Mit erhobener Stimme erklärte der
Oberſtaats=
anwalt, daß dieſe blutigen Ausſchreitungen zwei
Tote, zahlreiche teils ſchwer, teils leicht
ver=
letzte Opfer gefordert hätten. Auf die
Anklage=
bank gehörten nicht nur die hier erſchienenen
Angeklagten, ſondern mindeſtens noch 100
weitere Täter. Zum Schluß wandte ſich der
Oberſtaats=
anwalt gegen die Berichterſtattung in der linksradikalen Preſſe,
weil ſie das Ergebnis der Beweisaufnahme buchſtäblich auf den
Kopf geſtellt habe, und ſogar durch gefälſchte
Bildberichterſtat=
tung bemüht ſei, die ahnungsloſen Maſſen noch weiter zu
ver=
giften.
Nach ihm nahm Staatsanwaltſchaftsrat Haude
das Wort, um die Straftaten der einzelnen Angeklagten zu
er=
örtern und zum Schluß folgende
Sirafankräge
zu ſtellen:
Gegen Gewerkſchaftsſekretär und Kreisleiter des
Reichs=
banners Durnick wegen Landfriedensbruches, Waffenmißbrauches
und ſchweren Aufruhrs vier Jahre Zuchthaus.
Gegen den Ortsgruppenleiter des Reichsbanners, Blech,
wegen derſelben Straftaten ſechs Jahre Zuchthaus.
Gegen den Angeklagten Vanin (Vater) wegen derſelben
Straftaten fünf Jahre Zuchthaus.
Gegen den ſozialdemokratiſchen Stadtrat Manche wegen
ſchweren Landfriedensbruches und Raufhandels vier Jahre
Zuchthaus.
Gegen Gewerkſchaftsſekretär Strulik wegen einfachen
Land=
friedensbruches und Aufruhr zwei Jahre Zuchthaus.
Die übrigen beantragten Strafen wegen
Landfriedens=
bruches bewegen ſich zwiſchen vier Monaten bis zu zwei Jahren
Gefängnis.
In ſechs Fällen wurde Freiſpruch beantragt.
Die Plädoyers der Berkeidiger. — Urkeilsverkündung
am Monkag.
Der Ohlauer Aufruhrprozeß wurde gegen 18 Uhr auf
Mon=
tag 10 Uhr vertagt. Dann ſoll die Urteilsverkündung erfolgen.
Der Verteidiger Rechtsanwalt Braun nahm in etwa
drei=
ſtündigen Ausführungen Stellung zu den Plädoyers der
Staats=
anwaltſchaft. Er hob hervor, daß die Texrorakte der letzten
Zeit nicht auf das Konto der SPD. kommen
könnten; denn die 80jährige Geſchichte dieſer
Partei beweiſe daß gegen ſie in der
Vorkriegs=
zeit nie ein Aufruhrprozeß nötig war. Soweit
die Angeklagten die ihnen zur Laſt gelegten Taten begangen
haben, ſeien ſie bereit, dafür zu ſühnen. Man dürfe ſie nicht
zur Strafe dafür, daß dieſe Hauptverhandlung in die Zeit der
Terrornotverordnung falle, beſonders ſcharf anfaſſen. Das
würde dem Sinn der Gerechtigkeit widerſprechen. Bei der
Würdigung der Taten der einzelnen Angeklagten forderte
Dr. Braun für einige Freiſpruch, bei den anderen bat er um
weit mildere Strafen.
Rechtsanwalt Foerder forderte für Stadtrat Manche
einen glatten Freiſpruch wegen erwieſener Unſchuld. Er betonte,
die Verteidigung habe abſichtlich darauf verzichtet, Senſationen
im Gerichtsſaal zu machen, ſonſt hätten ſie den Reichskanzler
v. Papen als Zeugen dafür laden laſſen, daß auch
rechts=
gerichtete Politiker vor der Aufhebung des SA.=Uniformverbots
gewarnt hätten.
Dr. Mosbach, der die ſechs kommuniſtiſchen Angeklagten
vertrat, bat für dieſe um Freiſpruch.
Von dem Recht des letzten Wort des Angeklagten machten
nur die Hauptangeklagten Gebrauch. Sie erklärten, daß ſie für
ihre Taten einſtünden, baten jedoch das Gericht um milde
Beur=
teilung. Lediglich der ſozialdemokratiſche Stadtrat Manche
er=
klärte, daß er ſich keiner ſtrafbaren Handlung bewußt ſei.
Ein „Piccard von 1840‟.
Rübert Stifter einen wiſſenſchaftlichen Höhenflug ahnte.
bhenflug des „Kondor”. — Luftproben und
ri zitätsprüfungen. — Die dichteriſche
Hilderung des „höchſten Aethers”.
Elert Stifter hat bereits im Jahre 1840 in einer herr=
Zie einen Stratoſphärenflug — wie wir heute ein der=
Rinkernehmen nennen würden — geſchildert. Dieſer
hatte mit dem Unternehmen Piccards auch darin
hnlichkeit, daß er zu wiſſenſchaftlichen Zwecken
unter=
wurde, denn wir erfahren nicht nur, daß zahlreiche
Inſtrumente und Vorrichtungen” in die Gondel ver=
Rden, ſondern wir hören auch, daß Luftproben aus den
bichen des Aethers mitgenommen wurden und die
geprüft wurde. Mit kosmiſchen Höhenſtrahlen hat
als naturgemäß noch keine Verſuche gemacht, da ſie
hat waren. Aber ſchon damals richtete der menſchliche
Beſtreben nach der Stratoſphäre, um ihr ihre
Ge=
zua entreißen. Die Schilderung, die von großer
dichte=
hömheit iſt wird heute in ihren weſentlichen, die
Pro=
ei Tage ſtreifenden Teile intereſſieren. An dem
Auf=
i eine ſchöne Frau teil. Auch der „Piccard von 1840‟
vor großem Andrange ſchützen und unternahm darum
iiſt ieg um die frühe Morgenſtunde. Wir laſſen nun die
ſolgen: „In früheſter Morgendämmerung, um jeder
EE Beobachtung zu entgehen, ward die Auffahrt
ver=
un d mit hochgehobenem Herzen ſtand die ſchöne
Jung=
als der Ballon gefüllt wurde, nicht bändigend den
Suſen, und die ahnungsreiche Erwartung der Dinge,
mnen ſollten. Dennoch war es ein banger Augenblick
ehenden Teilnehmer, als der unſcheinbare Taffet zu
Haften Kugel anſchwoll und die mächtigen Taue ſtraff
t denen ſie an die Erde gebunden war. Seltſame
en ut und Vorrichtungen wurden gebracht, und in die
Der 2 Schiffes geſchnallt. Ein ſchöner großer Mann ging
SiD Im die Maſchine herum, und prüfte ſie ſtellenweiſe um
Sätigkeit ..
2 yaren ſie nun in Bereitſchaft, die Maſchine in Ord=
A her Blick noch tat Cornelia auf die Bäume des
Gar=
ims Morgengrau vermummt umherſtanden und zu=
Mmun erſcholl aus dem Munde ihres Begleiters der
laßt im Namen Gottes den braven Kondor fliegen
TI Sanet Gä geiſchah, und wam den tauſend unſichtharen
Armen der Luft gefaßt und gedrängt, erzitterte der Rieſenbau
der Kugel und ſchwankte eine Sekunde, dann ſachte aufſteigend,
zog er das Schiffchen los vom mütterlichen Grunde der Erde,
und mit jedem Atemzuge an Schnelligkeit gewinnend, ſchoß er
endlich pfeilſchnell, ſenkrecht in den Morgenſtrom des Lichts
empor, und im Momente flogen auch auf ſeine Wölbung und in
das Tauwerk die Flammen der Morgenſonne, daß Cornelia
er=
ſchrak und meinte, der ganze Ballon brenne. Die zurücktretende
Erde war noch ganz ſchwarz und unentwirrbar, in Finſternis
verrinnend. Weit im Weſten auf einer Nebelbank lag der
er=
blaſſende Mond.
Die Erhabenheit begann nun allgemach ihre Pergamente
auseinanderzurollen — und der Begriff des Raumes fing an
mit ſeiner Urgewalt zu wirken. Die Schiffenden ſtiegen eben
einem Archipel von Wolken entgegen, die der Erde in demſelben
Augenblick ihre Morgenroſen ſandten, hier oben aber
weiß=
ſchimmernde Eisländer waren, in den furchtbar blauen Bächen
der Luft ſchwimmend, und mit Schlünden und Spalten dem
Schiffe entgegenſtarrend. Und wie ſie näher kamen, regten und
rührten ſich die Eisländer als weiße, wallende Nebel. In dieſem
Augenblick ging auf der Erde die Sonne auf, und dieſe Erde
wurde wieder weithin ſichtbar . . .
Die Stille wurde nur unterbrochen durch eintönige Laute
der Männer, wie der eine diktierte der andere ſchrieb. Am
Hori=
zonte tauchten jetzt in nebelhafter Ferne ungeheure, ſchimmernde
Schneefelder auf, die ſich Cornelia nicht enträtſeln konnte. „Es
iſt das Mittelmeer, verehrtes Fräulein,” ſagte Coloman, „wir
wollen hier nur noch einige Luftproben in unſere Fächer ſchöpfen
und die Elektrizität prüfen . Hierauf fing der ältere an,
Säcke mit Sand über Bord zu leeren. Cornelia blickte zum
Himmel, aber ſiehe, er war gar nicht mehr da. Das ganze
Himmelsgewölbe, die ſchöne blaue Glocke unſerer Erde war ein
ganz ſchwarzer Abgrund geworden ohne Maß und Grenzen in
die Tiefe gehend — und endlich die Sonne ein drohendes
Ge=
ſtirn, ohne Wärme, ohne Strahlen, eine ſcharf geſchnittene
Scheibe aus wallendem, blähendem, weißgeſchmolzenem Metall.."
Der Schriftſteller Paul Keller †.
Breslau. Der Schriftſteller Paul Keller iſt hier geſtern
früh im Alter von 59 Jahren geſtorben.
Paul Keller, der am 6. Juli 1873 in Arnsdorf in Schleſien
geboren wurde, widmete ſich zunächſt dem Schulfach. Im Jahre
1897 wurde er als Lehrer nach Breslan berufen. Seie ſchrift=
ſtelleriſchen Neigungen ließen ihn jedoch nach 12 Jahren
Lehr=
tätigkeit dieſen Beruf aufgeben. Seither lebte er als freier
Schriftſteller in Breslau. Kellers alles verſtehender Humor ſowie
ſeine geſunde und kraftvolle Art haben ſeinen Büchern eine
große Verbreitung geſichert. Unter ſeinen zahlreichen Werken
ſind „Waldwinter” (1902), „Der Sohn der Hagar” (1907), „Die
fünf Waldſtädte” (1910) und In fremden Spiegeln” (1921)
her=
vorzuheben. Beſonders bekannt aber iſt der 1913
veröffent=
lichte Roman „Ferien vom Ich‟ Dem gehetzten Menſchen der
Gegenwart, das iſt die Grundidee des Buches, müſſe eine
Stätte geſchaffen werden, an der er für einige Wochen im Jahr
Namen, Beruf und Geld vergeſſen kann. Bekanntlich iſt dieſer
Gedanke von Johannes Müller in Elmau zum Teil
verwirk=
licht worden. — Außer ſeiner Romanſchriftſtellerei iſt Paul Keller
auf dem Gebiete des Zeitſchriftenweſens tätig geweſen. Neben
der Herausgabe der Monatsſchrift „Die Bergſtadt” geht die
Wochenſchrift für Humor und Kunſt „Der Guckkaſten” auf eine
Gründung Kellers zurück.
* Friedrich Kröcker: „Einer und die anderen” Ein ruhiges,
ein nachdenkliches Buch ſchrieb in dieſer aufgeregten Zeit
Fried=
rich Kröcker mit ſeinem „Roman der Gemeinſchaft: Einer und
die anderen” (Wien 1932). Der eine iſt der Autor und die
an=
deren ſind die Spielkameraden der Jugend, die Mitſchüler, die
Kommilitonen, das ſind die Eltern, Lehrer und Profeſſoren. Vom
Standpunkt des Geiſtlichen will Kröcker den Weg eines
aufrech=
ten Menſchen durch die Anfechtungen des Lebens zeigen, bis zu
dem Augenblick, da mit dem äußeren Abſchluß der Bildung und
der Gründung der Ehe eine neue Aufgabe für den inzwiſchen
gefeſtigten Menſchen erwächſt. Wertvoll an dieſem Buch
erſchei=
nen uns vor allem die Kapitel, in denen die Seelennöte des
Kindes geſchildert werden, das aus ſeiner Traumwelt
heraus=
geriſſen und dem Alltag gegenübergeſtellt wird, das ſeinen „Sün=.
denfall” erlebt. Hier hat Kröcker, der übrigens in Darmſtadt
das Gymnaſium beſucht hat, wertvolle Hinweiſe für alle die
ge=
geben, die ſelbſt Erzieher ſind, feien es Lehrer, ſeien es Eltern.
Auch das, was über den „Betrieb” an den Univerſitäten geſagt
wird, über Wert und Unwert des Verbindungsweſens, verrät
einen Menſchen, der durch ſeinen Beruf als Seelſorger gelernt
hat, in den Seelen der anderen zu leſen wie in der eigenen Die
aufgeſchloſſene Weltanſchauung Kröckers ſteht in harmoniſchem
Einklang mit ſeiner Auffaſſung von den Pflichten und Aufgaben
eines Geiſtlichen. Die einfache Sprache, die oft poetiſchen
Stim=
mungs= und Landſchaftsbilder, die klare Linie des aufgezeigten
Lebensweges, der trotz oder vielleicht wegen ſeiner Alltäglichkeit
feſſelt, wird die Wirkung des Buches ſicher gerade in den
Krei=
ſen erhöhen, für die es geſchrieben wurde: für alle nämlich, denen
die Erhaltung der Familie, die Pflege des Glaubens und die
Erziehung aufrechter Menſchen am Herzen liegt.
Seite 4 — Nr. 232
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 21. Aug
O
Ella Veith
P Weißenborn
erlobte.
Darmstadt, den 21. August 1932
Kasinostr. 12.
Heute verſchied ſanft, verſehen mit den hl.
Sterbe=
ſakramenten, mein lieber Mann, unſer guter Vater
und Großvater
Ooſef Alken
Hofopernſänger a. D.
im 76. Lebensjahre.
Elſe Alken, geb. Bechker,
Maria Alken,
Erika Lensvelt, geb. Alken,
Ferdinand Alken,
Kurt Alken,
Nils G. Lensvelt,
Inge Lensvelt.
Darmſtadt, den 19. Auguſt 1932.
Die Beerdigung findet in der Stille ſtatt.
Von Beileidsbeſuchen bittet man abzuſehen.
Nach langen, ſchweren Leiden verſchied
am Donnerstag, den 18. Auguſi mein
innigſigeliebter Sohn, unſer lieber Bruder,
Schwager, Onkel und Veiter
HerrSnhiieemneyer
Im Namen
der trauernden Hinterbliebenen
Hermann Metzer.
11682
Darmſtadt, Saalbauſtr. 10.
Die Beerdigung fand in der Stille ſiatt.
Manbittet von Beileidsbeſuchen abzuſehen.
Unſere liebe Tochter und Mutter
Frau
Hedwig Lange=Koſak
iſt ganz unerwartet von uns gegangen.
Die Einäſcherung hat in aller Stille
ſiattgefunden. Für die Beweiſe
herz=
licher Teilnahme ſagen wir allen
hier=
mit unſeren Dank.
Mutter u. Töchter.
Todes=Anzeige.
Plötzlich und unerwartet wurde infolge eines
Un=
glücksfalles unſer lieber, guter Sohn und Bruder
Georg Knoll
Zimmermann
im blühenden Alter von 21 Jahren in die Ewigkeit
abgerufen.
Die tieftrauernden Hinterbliebenen:
Dora Knoll Ww. und Kinder.
Die Beerdigung findet Sonntag, den 21. Auguſt,
nachmittags 3 Uhr in Gundernhauſen ſtatt.
(11743
Dankſagung.
Für die zahlreichen Beweiſe herzlicher Teilnahme,
Blumenſpenden und Kranzniederlegungen bei dem
Heimgang unſeres teuren, unvergeßlichen Entſchlafenen
Heinrich Stern
Werkführer
ſowie für die troſtreichen Worte des Herrn Pfarrer
Rückert ſagen wir Allen aufrichtigen Dank.
Im Namen der trauernd Hinterbliebenen:
Frau Wilhelmine Stern
geb. Andel
Darmſtadt, 20. Auguſt 1932.
Jahnſtraße 25.
Pauline Sommer
Ludwig Stein
grüßen als Verlobte.
Lichtenbergstr. 73 GSutenbergstr. 60
Schuhmachermeiſter Adam Schönberger u.
Frau Margarete, geb. Neuroth,
Wiener=
ſtraße 46, feiern am 22. Auguſt das Feſt
(11707
ihrer Silbernen Hochzeit.
Gott dem Allmächtigen hat
es gefallen, meine liebe einzige
Schweſter, Schwägerin u. Tante
FL. 30haltihd Muuer
Blumengeſchäft
plötzlich und unerwartet zu ſich
zu nehmen.
Die trauernden Hinterbliebenen.
Bis 11. September
werde ich vertreten
durch die Herren:
. Dr. Berger,
Wilhelminenſtr. 5,
2. Dr. Buchhold.
Aliceſtraße 19½,
3. Dr. Andres,
Rheinſtraße 33,
4. Dr. Gallus,
Bismarckſtraße 23,
5. Dr. Grode,
Hoffmannſtr. 7,
6. Dr. Hof,
Gervinusſtr. 46½
7. Dr.
Riemenſchnei=
der, Otto=
Wolfs=
kehl=Straße 32.
Dr. Hofmann
Lauteſchlägerſtr. 16.
Beerdigung Montag, nachmittag
½4 Uhr, Waldfriedhof. (11744
Zahnarzt
Albert Heuß
zurück.
Telefon 2432
Hobrechtstr. 18
11475b
Von der Reise zurück
DR. RECHEL
11715b)
(11405b
Zurück
Dr. 49e0dor Schmlat
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Heinrichstr. 38, Telefon 3882.
(11472b
Zahnarzt
Dr. K. Klöß
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Heugen geig
Am Montag, den 9. Mai
gegen 8 Uhr, bei dem ſchwer
ſtellten ſich zwei Damen un
am Türeingang des Uhrt
Borné unter und waren Ze
ine Dame bei dem wolken an
Regen in ſchnellem Laufe zu
triſchen Straßenbahn ſprim,
Die beiden Damen und der
den Vorgang geſehen und er
daß die Dame, welche durch
keit vor meinen Kotflügel
die Schuld ſelber trage. De
inzwiſchen durch eine dritte A
Entſchadigung verlangte urd
abgelehnt wurde, ſo wurde
mich Strafantrag geſtellt.
Hiermit bitte ich höflich
Damen und den Herrn um
Adreſſe, zwecks Nachweiſu
vollſtandigen Schuldloſigkeit
ſtellte ſogar die Behauptung
geſchleift worden und lege
Wert auf eine gerechte, e
Ausſage, damit auch dieſer
Vorwurf klargeſtellt wird.
Unkoſten für die Zeugen re
gütet.
Eugen Holbein,
Darmſtadt, Ploenniesſtri
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was ich durch meine
Einkäufe bei Wäsche-
Posner schon gespart
habe, ist nicht zu
ADLERMERKE vorm. HEINRICH KLEVER
Filiale Frankfurt a. M., Kleverstraße
sagen! Selbst mein
Hann erkennt das
an, und das will ge
wiß viel heißen!
Bin umgezos
nach Ernst-Ludwigstre
RHEINSTRASSE 7
Im Hot der Mercks-
Apotheke. (11:24
Reueröffnung
Montag, 22. August 1932
L. Roth Nachl
Korsettspeziel
nh. Frau E. Nagel
as Winterhalbjahr 1932/33 der Höheren Landesbauſchule
itrdt, Neckarſtraße Nr. 3 (Höhere Techniſche
Staatslehr=
ſit Hoch= und Tiefbau mit 5 aufſteigenden Klaſſen) be=
Oktober 1932 und ſchließt Ende Februar 1933. — Das
beträgt pro Halbjahr 100 RM. Da die
Anmel=
im Intereſſe der neu eintretenden Studierenden frühzeitig
ſind, werden ſolche ſchon jetzt entgegengenommen.
Pro=
ddurch das Sekretariat erhältlich.
bles Alter. Schuldiener G. Mager, hier, Rundeturm=
2 A begeht am 22. Auguſt ſeinen 79. Geburtstag.
nSth. A=kdmmerſpielzeit Kleines Haus. Die beiden letzten
Vorſtel=
he Stadttheaters Gießen ſind herangekommen. Heute,
Das Land des Lächelns”, mit Kammerſänger
äſer von der Frankfurter Oper als Gaſt. Er ſingt die
s Prinzen Su Chong. In der Rolle der Prinzeſſin Mi
ſöertha Greef vom Stadttheater Mainz. Sie iſt in
Darm=
m beſter Erinnerung, war ſie doch jahrelang erſte Sou=
Landestheater. Erna Schieferdecker, eine gebürtige
Darm=
ſingt die Partie der Liſa: Hch. Hub ſpielt und ſingt den
0n ½ Suſtl. Spielleitung Karl Heyſer, die muſikaliſche
Lei=
tenſEAKapellmeiſter Auguſt Vogt von den Vereinigten Bühnen
roben
Aus der Landeshaupkſtadk.
Darmſtadt, den 21. Auguſt 1932.
Gravelokte-Feier.
yn Donnerstag veranſtalteten die Krieger= und
Regi=
re ine in Schuls Felſenkeller ein Militärkonzert, verbunden
gelottefeier. Nach der Begrüßung durch den erſten
Vor=
nes Kriegervereins Darmſtadt ſpielte die Kapelle unter
wes Herrn Kapellmeiſters Willy Schlupp ſchneidige
yärſche.
Hedächtnisrede anläßlich der Gravelottefeier hielt der
puätzende des Kriegervereins Darmſtadt, Kamerad Prof.
uer Mit der Darſtellung der geſchichtlichen Entwicklung
Völkerſchlacht bei Leipzig bis zur Gegenwart gab der
ſzenen Ueberblick über die ſchickſalhafte Geſtaltung des
deut=
ſives. Die Geſchichte zeigt uns vor der Befreiungsſchlacht
u ttertes uneiniges Deutſchland. 1813 erkämpfte ſich das
utſchland ſeine Freiheit, Frhr. v. Stein legt, den Grund=
Verfaſſung; die deutſche Jugend ſammelt ſich unter der
wer Freiheitshelden. Doch 1870 ſtört das racheluſtige
a. abermals den Frieden Deutſchlands. Dieſer Krieg
en=
dem glorreichen Frieden von Verſailles und der
Grün=
z deutſchen Kaiſerreiches. Deutſchland konnte ſich nicht
iyes Sieges erfreuen. 1914 entfachte ſich der unglückſelige
ia der gleichfalls trotz größter Tapferkeit und Ausdauer
ſichen Heeres und Volkes mit dem zweiten Frieden von
us endete, mit dem Schandfrieden von Verſailles im Jahre
ſiot größter Not und Unterdrückung ſoll das deutſche Volk
nicht ſinken laſſen, ſich durch Parteihader und innere
in cht ſelbſt zerfleiſchen, ſondern ſich in größter Einigkeit
ſockten, um ſeine alte in der Welt gehabte Stellung
wie=
lrngen. Die Rede wurde mit großem Beifall aufgenom=
Albſchluß wurde das Deutſchlandlied geſungen.
dr Fortſetzung der Vortragsfolge erfreute das
gutge=
dcheſter unter der ausgezeichneten Stabführung des
icers Schlupp die Zuhörerſchaft mit abwechſelungsreicher
yſchließend ſorgte der gemütliche Teil für noch recht ge=
und recht vergnügte Stunden. Der Beſuch des Konzerts
hak, daß vielen wegen Platzmangels im Garten der Ge=
Konzertes verſagt blieb.
Daserſte Ruhmesblatt der Heſſenim Weltkrieg
Ende 22.30 Uhr. Preiſe B. Morgen. Montag,
ver=
ſich das Stadttheater Gießen von der Landeshauptſtadt
Vorſtellung des ſo erfolgreichen Luſtſpiels von Auguſt
Freie Bahn dem Tüchtigen”. Der letzten
Vor=
oegen ſind die Preiſe äußerſt niedrig gehalten — das
licſte an Preiſen, das möglich gemacht werden konnte:
RM. Somit iſt jedem unſerer Freunde die Möglichkeit
ut ſere Abſchiedsvorſtellung zu beſuchen.
„Eie Deutſche Reichspoſt in Arbeitsgemeinſchaft mit dem
terein Darmſtadt als Vertreter des Mitteleuropäiſchen
ls beabſichtigt, in der kommenden Woche folgende
Aus=
dien auszuführen: Am Mittwoch, dem 24. Aug.,
ſhmittagsfahrt über Oberwaldhaus, Einſiedel. Dieburg,
izſem nach Aſchaffenburg. Dortſelbſt Rundfahrt mit
Füh=
ichl ießend längerer Aufenthalt und Kaffeepauſe in dem
von der Stadt entfernt gelegenen herrlichen Park Schön=
It ſeinem reizvollen Schlößchen. Rückkehr etwa 20 Uhr. —
linerstag, 25 Auguſt eine Nachmittagsfahrt
lieiholung) über Wiesbaden, Kiedrich, das Rheingau=
Fach dem idylliſch gelegenen Kloſter Eberbach (
Rhein=
oitſelbſt längerer Aufenthalt, Beſichtigung. Rückfahrt
Rheingau über Erbach, Eltville, Biebrich. Rückkehr
Vuhr. — Am Sonntag, dem 28. Auguſt eine
Fahrt durch den reizvollen Vogelsberg. Sie führt über
a. M., Vilbel, Heldenbergen, Altenſtadt nach dem
ün Heſſenlande, der am ſüdweſtlichen Steilhang des
Rtges im Sementale ſtill und ſchön gelegenen Kreisſtadt
A Längerer Aufenthalt zur Stadtbeſichtigung und
Auke. Weiterfahrt über Ortenberg. Gedern, Eſchenrod
Aoherodskopf und Taufſtein. (Kaffeepauſe.) Hier
herr=
bſicht nach dem Speſſart, Odenwald Taunus und
Weſter=
ucfahrt über Schotten. Nidda. Niederwöllſtadt. Rück=
M 21 Uhr. (Siehe Anzeige.)
Ainbruch in ein Zigarrengeſchäft. In der Nacht vom 19.
Ausuſt 1932 wurde in ein Zigarrengeſchäft in der Grafen=
Cinbruch verübt. Es wurden eine größere Menge
Ziga=
aller Marken, in verſchiedenen Packungen, mehrere
Viuarillos, etliche Sorten Stumpen, Tabak (Brinkmann,
u. Kreikamp), 3 Pakete Kautabak und ſonſtiges
geſtoh=
ſon en, die ſachdienliche Angaben machen können, werden
es der Kriminalpolizei, auf Zimmer 3 oder 27. des
Uts mitzuteilen. Belohnung wird zugeſichert.
zilicher Sonntagsdienſt. Iſt wegen plötzlicher Erkrankung
öilfe erforderlich, ſo iſt ſtets zunächſt der Hausarzt zu
inr dieſer nicht erreichbar iſt, dann ſind am Sonntag, den
At 1932, folgende Aerzte zu deſſen Vertretung bereit:
önning Erbacherſtr. 8, Telephon 2020, Dr. med.
S idelbergerſtr. 83, Tel. 4646, Dr. med. Weyell, Höl=
Au- Tel. 253.
Derſehen den Sonntagsdienſt und in der daran ſich
an=
n Woche den Nachtdienſt vom 21. bis 27. Auguſt; die
Acke, Nieder=Ramſtädter Straße 21, und die Nordend=
Friedrich=Ebertplatz 17.
hiet auf die Kinder! Geſtern nachmittag lief in der
Straße ein kleines Kind in ein Automobil. Es trug
Beinverletzungen, glücklicherweiſe jedoch leichterer Art,
R
Die 1. Bakkerie 2. Großherzoglich Heſſiſchen Feldarkillerie-=Regimenks Nr. 61 bei Anloy am 22. Aug. 1914.
Der erſte Toke des Feldark. Regls. 61.
ich beim Abteilungsſtab wieder eintraf und Meldung machte, ſagte
Major Moeller: „Alles ſchon geregelt, übernehmen Sie ihre
Bat=
ein ſclrter, Aber erſoigreichee Baffen terie wieder.”
Der Kampf wogte hin und her. Deutlich konnte man am
Klang die franzöſiſchen von den deutſchen Maſchinengewehren
Bung der hefſtſchen Scharztragen. unterſcheiden. Um das teilweiſe brennende Maiſſin wurde beſon=
Von Major a. D. Freiherr von Wangenheim.
Im Verband der 4. Armee und des 18. A.=K. hatte die
Groß=
herzoglich=Heſſiſche (25.) Infanterie=Diviſion, nach dem Vormarſch
durch Luxemburg, am 19. Auguſt, etwa 11 Uhr vorm., bei
Marte=
lange die belgiſche Grenze überſchritten, die 1. Batterie Feldart.=
Rgts. Nr. 61 mit dreimaligem Hurrah! Das 18. A.=K. gelangte
mit der 25. J.=D. am 20. Auguſt mittags bis in Gegend
Libra=
mont. Die Diviſionskavallerie der 21. J.=D. ſtand im Gefecht mit
ſtarker feindlicher Kavallerie, in welches Vorhut und Gros noch
eingreifen mußten.
Nonglier und Neufchateau wurden genommen.
Wir hörten beim Vormarſch deutlich dieſen Kampf und hatten
die Ueberzeugung, daß auch die 25. J.=D. bald Fühlung mit dem
Gegner haben mußte.
Das 18. A. K. erreichte am 21. Auguſt mit der 25. J.D. Libin,
mit der 21. J.D. Libramont.
Es war ſehr wahrſcheinlich, daß der Feind uns angreifen
würde. Das 18. A.K. erhielt Befehl, auf Bertrix=Orgéo zu
mar=
ſchieren, das 8 R.=K. über St. Humbert nach Villance.
25. J.D kam am 22. Auguſt um 12,30 Uhr nachmittags in
Gefechtsberührung mit dem Feinde 18. A.K. befahl deshalb: „25.
J.D. geht über Anloy auf Jeonville, 21. J.D. von Recogne auf
Bertrix.
25. J.D. war inzwiſchen bei Maiſſin auf ſtarken Widerſtand
geſtoßen. Generalmajor Kühne befahl:
„50. Inf.=Brig. nimmt Maiſſin und die Höhen ſüdlich Maiſſin.”
49. Inf.=Brig., welche im Vormarſch von Glaireuſe war, erhielt
Befehl, ſich in den Beſitz der Höhen weſtlich von Anloy zu ſetzen.
Da der Gegner uns mit überlegenen Kräften gegenüberſtand,
ſo kam es zu ſchweren und verluſtreichen Kämpfen.
Die 1. Batterie Feldart.=Regts. 61, im Verbande der 1.
Ab=
teilung, wurde im Trabe auf der Straße in Richtung Anloy
vor=
gezogen und ging öſtlich Anloy in Stellung. Auf dem Kirchturm
von Anloy wehte eine Fahne.
Inzwiſchen hatte unſere Infanterie in ſtürmiſchem Drange
nach vorwärts ſchon Anloy genommen und arbeitete ſich im
ſtärk=
ſten feindlichen Feuer unter ſchweren Verluſten vorwärts. Ich
hatte den Eindruck, daß wir nicht genügend Verbindung mit
un=
ſerer Infanterie hätten.
Meinem Abteilungskommandeur, Major Moeller, ſagte ich:
„Herr Major, wir müſſen Verbindung mit der Infanterie
auf=
nehmen.”
Er befahl: „Reiten Sie!”
Ich übergab die Führung meiner Batterie Oberleutnant
d. Reſ. Geck.
Auf dem Wege nach Anloy traf ich den Regimentsadjutanten
JR. 116, der mir den Ständort ſeines Kommandeurs angab. Im
Wegreiten rief er mir noch zu: „Reiten Sie nicht durchs Dorf,
die Einwohner ſchießen.
Das war mein Glück. Unſer Regimentsſtab wurde beim
Vor=
reiten durch Anloy beſchoſſen.
Trompeter Storch fiel als erſter des Regiments.
Ich ritt öſtlich und nördlich um Anloy herum, wurde aber
trotzdem vom Dorf aus beſchoſſen.
Die Wieſen und Felder waren vielfach mit neuem
Stachel=
draht eingezäunt. Man hatte unbedingt den Eindruck, daß dieſe
Zäune erſt kurz vorher und abſichtlich als Hinderniſſe angelegt
waren.
„Ich mußte Umwege machen, um mich mit dem Pferde durch
die Drahtzäune durchzuſchlängeln.
Den Kommandeur J.=R. 116, Oberſt Schimmelpfennig, traf
ich weſtlich Anloy in einem etwas eingeſchnittenen Weg hinter
einem kleinen Häuschen ſtehend. Die feindlichen Kugeln pfiffen
uns nur ſo um die Ohren.
Man konnte aus der Heftigkeit des Feuers auf die Stärke
des gut ſchießenden und gedeckt liegenden Gegners ſchließen.
Oberſt Schimmelpfennig rief mir zu:
„Hier muß ſofort Artillerie her!“
Ich galoppierte zurück zu meiner Batterie, konnte dieſe zunächſt
nicht finden, da ſie Stellungswechſel vorwärts gemacht hatte. Als
ders heftig gerungen. Ich konnte dies von meiner
Beobachtungs=
ſtelle deutlich ſehen. Das Schießen für die Artillerie war in dem
unüberſichtlichen Gelände und dem hin= und herwogenden Kampfe
gegen den gut die Deckung ausnutzenden Feind ſehr ſchwierig. Ab
und zu erleichterte uns das Leuchten einer roten Hoſe das
Erken=
nen des Gegners. Da beide Gegner im Vorgehen waren, ſo lagen
ſich die vorderen Linien bald nahe gegenüber Um die eigene
Truppe nicht zu gefährden, mußte das Artilleriefeuer häufig
wei=
ter vor, auf die feindlichen Reſerven, gelegt werden.
Wir Artilleriſten taten unſer Möglichſtes, der Infanterie
den ſchweren Kampf gegen den an Zahl weit überlegenen Gegner
zu erleichtern.
Wir mußten uns leider aber vor übermäßigem
Munitions=
verbrauch hüten. Es war bei dem ſchnellen Vormarſch nicht
zu überſehen, ob wir genügend Munitionsnachſchub erhalten
würden.
Gerade hatte ich meine Munition erſetzen laſſen, als ich merkte,
daß das feindliche Infanterie= und Maſchinengewehrfeuer
lebhaf=
ter und lauter wurde und unſere Infanterie ſtellenweiſe
zurück=
ging. Pioniere, welche die Artilleriebedeckung bildeten, kamen an
meiner Beobachtungsſtelle vorbei und gingen bis in Höhe meiner
Feuerſtellung zurück. Ich ermunterte ſie und ihren Hauptmann
mit den Worten: „Sie werden doch ihre Artillerie hier nicht im
Stich laſſen.”
Ich war feſt entſchloſſen, nicht zurückzugehen und auszuhalten,
ſelbſt wenn der Feind die Batterie ſtürmen ſollte. Ein Glück, daß
ich friſch mit Munition verſorgt war. Die Lage war für uns ernſt.
Die Einwirkung des feindlichen Infanteriefeuers wurde immer
h=ftiger. Meine Beobachtungsſtelle befand ſich hinter dem
Beob=
achtungswagen in einem Hohlweg, der allerdings etwas in der
feindlichen Schußrichtung lief. Mein Pferd hatte ich bei mir
be=
halten, da ich zu Anfang des Kampfes mit baldigem Vorgehen
gerechnet hatte. Plötzlich ein Klatſchen. Mein Pferd ſtreckte das
rechte Hinterbein von ſich. Eine feindliche Kugel hatte die Mitte
des Oberſchenkels durchſchlagen. Ich ſchickte das Pferd, welches
ſtark blutete und lahmte zurück zum Veterinär. Es war ein
glat=
ter Fleiſchſchuß. Die Wunde konnte beim weiteren Vormarſch
ausheilen.
In dem Augenblick, in welchem ſich die Lage für uns
un=
günſtig geſtaltet hatte, etwas 5,30 Uhr nachmittags, traf
das 8. Reſ.=Korps gerade noch rechtzeitig ein. In
Schützen=
linien durchſchritt das Reſ.=J.=Rgt. 28 unſere Feuerſtellung,
ſo daß ich genötigt war, kurze Zeit das Feuer einzuſtellen.
Der Angriff wurde im flotten Draufgehen wieder
vorwärtsgetragen.
Der Gegner war bis zum Einbruch der Dunkelheit in ſeine
Ausgangsſtellung in den Wald zurückgeworfen. Die erſte
Abtei=
lung Feldart=Regt. 61 konnte gegen Abend einen
Stellungs=
wechſel vorwärts von etwa 1000 Meter machen. Während der
linke Flügel der 25. J.D. ſeine Stellung behaupten konnte, mußte
Maiſſin gegen abend von uns geräumt werden. Ein erneuter
An=
griff mit entſprechender Artillerievorbereitung am 23. Auguſt
vormittags brachte Maiſſin wieder in unſere Hand
Der Gegner zog ſich zurück. Die Truppen hatten ſich
helden=
mütig geſchlagen. Wir konnten auf unſeren erſten Sieg gegen
doppelte Uebermacht ſtolz ſein. Er war mit ſchweren Verluſten
er=
kauft. Die deutſche Infanterie hatte in ihrem ungeſtümen Drange
nach vorwärts die Wirkung der Artillerie nicht abgewartet. Der
Gegner hatte noch größere Verluſte erlitten. Das zeigte ſich beim
Vormarſch über das Schlachtfeld am 23. Auguſt nachmittags und
bei der anſchließenden Verfolgung. Unſer Infanterie=
Maſchinen=
gewehr= und Artilleriefeuer hatte verheerend gewirkt. Auf zwei
tote Deutſche kamen durchſchnittlich fünf Franzoſen.
Die Franzoſen hatten eine ſchwere Niederlage erlitten. Dies
bewies ihr eiliger Rückzug.
Der Tag von Anloy=Maiſſin bildete das erſte Ruhmesblatt
der großen Waffentaten, welche die heſſiſchen Truppen
während des Weltkrieges vollbrachten.
Voll Ehrfurcht und Dankbarkeit gedenken wir am 22. Auguſt
un=
ſerer fürs Vaterland auf dem Felde der Ehre gefallenen Helden.
Sondervorſtellung für die Leſer des „Darmſtädter
Tagblatts” im Kleinen Haus.
Die ausgezeichnet qualifizierten Vorſtellungen des Gießener
Stadttheaters im Rahmen der Sommerſpielzeit im Kleinen Haus
geben der Geſchäftsleitung des „Darmſtädter Tagblatts”
Ver=
anlaſſung, ihren Leſern eine Sondervorſtellung zu ganz billigem
Eintrittspreis zu bieten. In Ausſicht genommen iſt die
Auf=
führung „Die drei Zwillinge”, dieſes ſehr unterhaltenden
Schwanks, von Toni Impekoven und Carl Mathern.
Wie aus der heutigen Anzeige erſichtlich koſtet der
Ein=
tritt auf alle Plätze einheitlich nur 50 Pf. Die Karten werden
ab Montag ausſchließlich am Schalter des „Darmſtädter
Tag=
blatts”, Rheinſtraße 23, während der Geſchäftsſtunden abgegeben.
Die Vorſtellung findet am Dienstag, dem 23. Auguſt, abends
8 Uhr. ſtatt.
Raſch, ſauber und billig kochen, backen, braten und
ſterili=
ſieren kann man mit Gas. Das wird von den Hausfrauen beſtätigt,
die in ihrem Haushalt die „Gasküche” eingeführt haben. Bei
Ver=
wendung des Wohnungstarifs iſt die Beheizung der Küche mit
Gas wirtſchaftlich möglich und erſpart auch im Winter der
Haus=
frau das läſtige Feueranmachen. Eine große Anzahl von
Haus=
haltungen weiß dieſe Vorzüge der Gasküche außerordentlich zu
ſchätzen. Geſtützt auf techniſch einwandfreie und erprobte
Kon=
ſtruktionen, werden die Gasgeräte ihren Siegszug fortſetzen.
Aus=
ſchlaggebend ſind in erſter Linie die Betriebs= und
Anſchaffungs=
koſten der Kochgeräte. Wer Zweifel an der Güte und
Schmack=
haftigkeit des Kochgutes, das auf einem Gasherd zubereitet iſt,
hegt, dem iſt Gelegenheit gegeben, ſich in den Vorträgen des
Gas=
werks vom Gegenteil zu überzeugen. (Wir verweiſen auf die
heu=
tige Anzeige.)
Die Kraftpoſt
Darmſtadk-Seeheim-Jugenheim-Bensheim
fährt wie die ſeitherige Privatlinie am Ernſt=Ludwig=
Platz, Haus Rothſchild, ab. Die Abfahrtsſtelle Rheinſtraße 3 iſt
aufgehoben. Die weiteren Halteſtellen der Kraftpoſt gehen aus den
Fahrplänen hervor und ſind durch Schilder kenntlich gemacht. An
anderen als den durch amtliche Schilder gekennzeichneten Stellen
kann mit Rückſicht auf die Einhaltung der Fahrzeiten, die
Er=
reichung der Zuganſchlüſſe und aus ſonſtigen betrieblichen
Grün=
den nicht gehalten werden. Die Oberpoſtdirektion bittet die
Reiſenden, dies zu beachten.
— Ein heiterer Sommerabend auf dem Rhein! — kann man
ſich bei der jetzigen Hochſommertemperatur etwas angenehmeres
denken, als mit dem ſchönen Salondampfer „Cecilie” der Köln=
Düſſeldorfer nach getaner Wochenarbeit auf dem Rhein ſpäzieren
zu fahren? Am Samstag, 20. d. M. iſt hierzu von 19.30 bis 23
Uhr Gelegenheit gegeben, darüber hinaus aber wird ſich auf dem
Dampfer unter dem luſtigen Kellermeiſter vom Rhein, Herrn H.C.
Hauth, echte rheiniſche Fröhlichkeit entwickeln. Er trägt ſeine
neue=
ſten Rhein= und Weinlieder vor und die unermüdliche Bordkapelle
wird in den Zwiſchenpauſen zum Tanz aufſpielen. Bei dem ſchönen
Sommerwetter werden auch am Mittwoch und Samstag nächſter
Woche nochmals die Abendfahrten in den Rheingau ausgeführt,
mit Rückſicht auf die früher eintretende Dunkelheit aber etwas
abgekürzt und verbilligt. (Vgl. Anzeige.)
— Illuſtrierte Jazz=Schau im Saalbaugarten. Heute,
Sonntag, abends ab 8.30 Uhr, gelangt E. Zahns illuſtrierte
Jazz=Schau „Jazz für alle!” die bei der geſtrigen
Erſt=
vorführung einen vollen Erfolg zu verzeichnen hatte, nochmals
zur Darbietung. (Siehe Anzeige.)
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von der Zigarette im Grunde genommen
Rur eins: Daß sie überaus mild ist- Denn
mur dann schmeckt Sie. Bies erfüllt
Aielte dHEMIOOn
Seite 6 — Nr. 232
Aus den Darmſtädter Lichtſpieltheakern.
Palaſt.
Neben einem Luſtſpiel, in dem man einen ſchlittenfahrenden
und ſkilaufenden Terrier bewundern kann, läuft als Hauptfilm
„Das Millionen=Teſtament” mit Johannes Riemann und
Charlotte Ander, den beiden beſtens bekannten
Luſtſpiel=
darſtellern. Die Filmhandlung iſt, wie der Titel ahnen läßt,
wieder einmal auf einem Teſtament aufgebaut, das ſich durch eine
beſonders verrückte Bedingung auszeichnet, und dieſe gar zu
ver=
rückte Konſtruktion iſt der einzige ſchwache Punkt des im übrigen
ſehr einfallsreichen und amüſanten Stückes, in deſſen Verlauf
man einige köſtliche Typen kennen lernt — einen Pſeudo=Wotan
mit wallendem Bart und Jägerhut, einen glänzend karikierten
Hellſeher, einen weltfremden Gelehrten und noch verſchiedene
an=
dere komiſche Perſönlichkeiten. Dazu kommt, wie geſagt, eine
ein=
fallsreiche Handlung mit mancherlei Spannungsmomenten und
komiſchen Kurven, ſo daß das Ganze einen gelungenen Schwank
mit kriminaliſtiſchem Einſchlag und natürlich nicht ohne Liebe
darſtellt.
A
— Das Uniontheater zeigt heute und folgende Tage noch das
abenteuerliche Filmwerk aus der Unterwelt China=Towns, dem
Chineſenviertel von San Franzisko „Der Rächer des Tong”.
— In den Helia=Lichtſpielen ſieht man nur noch heute und
morgen die ſchönſte Tonfilm=Operette „Ein bischen Liebe für dich”.
Reſi=Theater. Der einzige authentiſche Tonfilm der letzten
Weltmeiſterſchaft Schmeling—Sharkey, der klar beweiſt, wer der
wirkliche Weltmeiſter iſt, läuft mit großem Erfolg im Reſi=
Thea=
ter. Dazu „Der Storch ſtreikt”, mit Siegfried Arno. Sonntag
mit=
tag: Jugendvorſtellung.
— Sonderautobusfahrten. Auch in der kommenden Woche
wer=
den die billigen und allſeitig beliebten Sonderautobusfahrten der
Heſſiſchen Autobus=Verkehrsgeſellſchaft. Darmſtadt. Rheinſtr. 5.
Tel 844 (blau=weiße Omnibuſſe), fortgeſetzt. Auch für die
tanz=
luſtige Jugend iſt Rechnung getragen durch Sonderfahrten zu den
Tanzabenden im Hotel Hufnagel in Seeheim und Hotel Krone in
Jugenheim. „Die Rückfahrt erfolgt daſelbſt erſt um 1 Uhr nachts.
Auch zum Freilichtfeſtſpiel auf dem Römerberg in Frankfurt a. M.
erfolgt eine Sonderautobusfahrt. Da der Kartenvorverkauf für
das Feſtſpiel. Egmont” am Dienstag erfolgt, iſt rechtzeitige
Vor=
beſtellung erwünſcht. (Siehe heutige Anzeige.)
— Promenaden=Konzert. Sonntag, den 21. Auguſt, ſpielt das
Stadt=Orcheſter unter Leitung ſeines Kapellmeiſters W. Schlupp
von 11—12 Uhr am Theaterplatz nach folgendem Programm:
1. Frankfurter Turnermarſch von Kämpfert; 2. Ouvertüre z. Op.
„Il Guarany” von Gomes: 3. „Hoch lebe der Tanz”, Walzer von
Waldteufel; 4. Ballgeflüſter” von Meyer=Hellmund; 5. Fantaſie
a. d. Oper „Der Freiſchütz” von Weber; 6. Ernſt=Auguſt=Marſch von
Blankenburg.
Lokale Veranſtaltungen.
— Sommernachtfeſt im Orangeriegarten.
Hier=
mit ſei noch einmal auf das heute im herrlichen Orangeriegarten
ſtattfindende „Sommernachtfeſt” hingewieſen. Das Städtiſche
Orcheſter, perſönliche Leitung Willy Schlupp. der Orthſche
Män=
nerchor, ſowie prachtvolle Illumination des Gartens verbürgen
einige fröhliche Abendſtunden. Anſchließend an das Gartenkonzert
findet im großen Saale des Orangeriehauſes Feſtball ſtatt.
(Siehe Anzeige.)
— Im Herrngarten=Café heute nachmittag ſowie
abends Konzert. Leitung Herr Obermuſikmeiſter M. Weber,
(Eintritt frei.)
Vereinskalender.
— Verein ehemaliger Kaufmannsſchüler
Darmſtadt. Am Sonntag, den 4. September 1932, veranſtaltet
unſer Verein eine Omnibusfahrt, verbunden mit einer ſchönen
Wanderung an unſeren herrlichen Rhein, wozu unſere Mitglieder
nebſt Angehörigen hiermit herzlich eingeladen werden. Treffpunkt
iſt vormittags 7,30 Uhr am Paradeplatz vor dem Muſeum.
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 21.
Aus
Pfungſtädter Zuchtviehmarkt 1932.
Guler Verlauf und befriedigende Beſchickung krok Wirkſchaftskriſe und Sonnenglut.
Erſtklafſiges Zuchkmakerial.
Aa. Pfungſtadt, 20. Auguſt.
Der Pfungſtädter Zuchtviehmarkt, der bereits ſeit einer Reihe
von Jahren vom Landwirtſchaftskammerausſchuß für Starkenburg
in Verbindung mit der Gemeinde Pfungſtadt abgehalten wird,
fand diesmal bei drückender Hitze ſtatt. Während der letzte Markt
vor zwei Jahren — der vorjährige mußte nämlich wegen
Seu=
chengefahr in letzter Minute abgeſagt werden — bei ſtrömendem
Regen abgehalten wurde, brütete heute die Sonnenglut
unbarm=
herzig über dem Viehmarktplatz. Hatte ſchon die Hitzeperiode die
Anmeldungen zum Markt in ungünſtigem Sinne beeinträchtigt,
ſo wurde heute noch nicht einmal das Anmeldungsergebnis
er=
reicht, da es viele Landwirte und ſonſtige Viehhalter vorgezogen
hatten, bei der herrſchenden Hitze ihr Vieh zu Hauſe zu laſſen.
Insgeſamt waren nämlich bis zum Meldetermin vor zwei Tagen
bei der Bürgermeiſterei 32 Bullen, 29 Kühe, 17 Rinder, 23
Schweine und 207 Böcke und Ziegen angemeldet worden. Der
Markt war jedoch aus den angeführten Gründen heute nur mit
50 Stück Großvieh. 160 Ziegen und 19 Schweinen beſchickt. Zum
Auftrieb gelangten durchweg Herdbuchfaſel des heſſiſchen
Fleck=
viehſchlages und Fleckviehkühe, Zuchteber und Sauen des reinraſſigen
deutſchen weißen Edelſchwein= und des veredelten
Landſchwein=
ſchlages, ſowie Böcke und Ziegen der weißen deutſchen
Edel=
ziegenraſſe. Ueber das aufgetriebene Vieh hörte man in den
Kreiſen der Sachverſtändigen nur eine Stimme des Lobes. Die
Preisrichterkommiſſion mußte mit Rückſicht auf das Befinden
des Viehes, das man nicht zu lange der Hitze ausſetzen konnte,
ihre an ſich nicht leichte Arbeit einer genauen Bewertung ſehr
beſchleunigen, damit die Tiere ſobald wie möglich nach ihrem
Vorführen im Ring in den Schatten gebracht und
abtranspor=
tiert werden konnten. Von einer nochmaligen, ſonſt mit Recht
üblichen Vorführung der Tiere während der Preisverteilung
mußte Abſtand genommen werden, was auch allgemein begrüßt
wurde.
Der Auftrieb des Viehes begann bereits um 8 Uhr
vor=
mittags. Außer aus Pfungſtadt ſelbſt, deſſen Viehzucht von jeher
einen guten Ruf genießt, wurden vornehmlich Tiere aus den
Nachbarorten Hahn, Hähnlein, Crumſtadt Biebesheim, Goddelau,
Gernsheim, Wolfskehlen, ſowie aus Lorſch. Arheilgen und
Stock=
ſtadt auf den Markt gebracht. Um 9 Uhr zog die
Marktkommiſ=
ſion, an deren Spitze wie immer Bürgermeiſter Schwinn=
Pfungſtadt ſtand unter Vorantritt einer Abteilung des
Muſik=
vereins (unter Leitung von Kapellmeiſter Lutz), die während
des ganzen Marktes konzertierte, mit klingendem Spiel nach dem
geräumigen Viehmarktplatz am Ortsausgang zwiſchen
Hilleberg=
ſtraße und Eſchollbrücker Straße. In dem großen ſchattigen
Bierzelt der Brauerei Hildebrand war bald kein Plätzchen mehr
zu bekommen, zumal außer dem Pfungſtädter, Stammpublikum
von nah und fern zahlreiche Intereſſenten und Käufer erſchienen
waren. Das Kaufgeſchäft kam jedoch nur langſam in Gang.
Trotzdem kann die Marktkommiſſion in Anbetracht der heutigen
Zeitverhältniſſe mit den getätigten Kaufabſchlüſſen
ſein. Vor allem gingen mehrere Faſel in den Beſit
bargemeinden über. In vielen Fällen ſchwebten noch
die Verhandlungen über den Ankauf eines beſtimrnt
Vieh. Für die Prämiierung hatten wie üblich Lann
kammerausſchuß und Gemeinde die erforderlichen Mi
reichendem Maße zur Verfügung geſtellt. Gemeindefa/
den allerdings nicht prämiiert. Nachdem bereits der
Vieh geräumt war, fand pünktlich um 12 Uhr von
aus die Preisverteilung ſtatt. Der Vorſitzende de
ſchaftskammerausſchuſſes für Starkenburg. Gutsbeſiz
Habitzheim, leitete dieſe mit einer Anſprache ein, ir
allem der Gemeinde Pfungſtadt mit ihrem Bürgermeite
an der Spitze herzlichen Dank für die Bemühungen
tung und weiteren Durchführung des Pfungſtädte
ſagte. Außerdem dankte er den Züchtern, die ſich trotz
rigen Zeitumſtände und der Hitze mit ihrem Vieh
geſtellt hätten. Er lobte vor allem die gute Qualit
getriebenen Viehes, das mit zu dem beſten gehöre,
der Provinz Starkenburg ſehen könne. Das weiblickel
material ſei heute erſtklaſſig geweſen, während die jun
allerdings etwas beſſer hätten ſein können. Das Zie
ſei in altgewohnter Weiſe wieder erſtklaſſig geweſen
ſtädter Ziegenzucht marſchiere ja mit an erſter Stelle
letzt gelte dies überhaupt für die Ziegenzucht des
Der Redner erklärte wörtlich, er glaube nicht, di
ganzen Deutſchen Reich ſonſt eine beſſer
zucht finden könnten wie hier. Das habe
Ausſtellungsergebnis von der diesjährigen Mannhe
Ausſtellung bewieſen. Er forderte zum Schluß die
in dieſem Sinne fortzufahren und trotz aller Ungu
hältniſſe durchzuhalten. Schließlich ſprach er allen 2
und Ordnern ſeinen Dank aus. Zur Prämiierung
Rindvieh in Bullen, ältere Kühe und Rinder, die
Eber und Sauen, die Ziegen in ältere und junge Böt
Lämmer einjährige zweijährige und dreijährige Zi
teilt. Insgeſamt konnten 29 erſte, 26 zweite, 31 di=
und 59 Anerkennungen vergeben werden. Die Prärni,
Kollektionen der Ziegenzuchtvereine hatte folgendes
1a=Preis Ziegenzuchtverein Pfungſtadt 1b=Preis Zien
ein Hähnlein, 2a=Preis Ziegenzuchtverein. Groß
2b=Preis Ziegenzuchtverein Wolfskehlen, 3. Preiſe
zuchtvereine Lorſch, Hahn und Arheilgen.
Erwähnt ſei noch, daß am Eingang zum Viehma
Firma H. u. W. Storck=Pfungſtadt landwirtſchaftlich
aller Art ausgeſtellt hatte. Unmittelbar nach der
Pre=
zog man, wieder unter Vorantritt der Muſik, in die
wo ſich im Gaſthaus. Zum Rheiniſchen Hof” (Koch)
ſames Mittageſſen und zwangloſes Beiſammenſein
ſonſt übliche Zuchtviehmarktlotterie fiel in dieſem
Tageskalender für Sonntag, den 21. Auguſt 1932.
Union=Theater: „Der Rächer des Tong”. — Helia=Lichtſpiele:
„Ein bißchen Liebe für dich”. — Palaſt=Lichtſpiele: „Das
Mil=
lionen=Teſtament”. — Landestheater, Kleines Haus: „Das
Land des Lächelns”. — Saalbau=Garten: „Jazz für alle”,
an=
ſchließend Tanz. — Konzerte: Herrngartenkaffee, Schuls
Felſen=
keller, Rummelbräu, Orangeriegarten, Bockshaut. Hotelreſt. zur
Poſt, Perkeo. — Darmſtädter Aquarium des Vereins „
Hotto=
nia”, am Judenteich, von 8—20 Uhr geöffnet.
Aus Heſſen.
Die Frau als Mann.
Nof und Gukmükigkeit führen zu einem ſellſamen Doppelleben. — Ftau Einsmann als Arbeiker
im Aukopark, als Erdarbeiter und Wächter.
Ein menſchliches Urkeil.
— Mainz, 20. Auguſt.
Im Prozeß Einsmann verkündete das Gericht nach
zweiſtündi=
ger Verhandlung folgendes Urteil:
Frau Einsmann wird wegen Vergehens gegen § 169 des
Strafgeſetzbuches (Kindesunterſchiebung) und gegen § 271
des Strafgeſetzbuches (intellektueller Urkundenfälſchung) zu
einer Geſamtgefängnisſtrafe von 1 Monat, Frau Müller;
wegen Vergehens gegen 8 169 zu vier Wochen Gefängnis
verurteilt. Die Verurteilten haben die Koſten des
Verfah=
rens zu tragen, und es wird ihnen eine 3jährige
Bewäh=
rungsfriſt zugebilligt.
Vor dem Bezirksſchöffengericht Mainz unter dem Vorſitz des
Landgerichtsrates Mayer hatten ſich heute die geſchiedene 47jährige
Ehefrau des Arbeiters Joſef Einsmann, Maria geb. Mayer
aus Bruchſal, und die geſchiedene 38 Jahre alte Ehefrau des
Ar=
beiters Müller, Helene geb. Kettenberger aus Brötzingen,
wegen intellektueller Urkundenfälſchung und Kindesunterſchiebung
zu verantworten.
Als vor ungefähr Jahresfriſt der Fall Einsmann auftauchte,
wurde ihm beſonders von der illuſtrierten Preſſe mehr Bedeutung
beigemeſſen, als ihm eigentlich zukam. Schon immer gab es Frauen,
die als Männer verkleidet und Männer, die als Frauen verkleidet
Jahrzehnte lang und mitunter bis zu ihrem Tode unerkannt
blieben.
Im vorliegenden Falle war es ausgeſprochene Not und die
Hoffnung, in Männerkleidung eher zur Arbeit zu gelangen.
was die beiden Frauen veranlaßte, von Bruchſal hierher zu
kommen und ſich als Mann und Frau auszugeben.
Sie würden wahrſcheinlich heute noch als Mann und Frau
zu=
ſammenleben, wenn nicht zwei auf ein und dieſelbe Perſönlichkeit,
des Joſef Einsmann, ausgeſtellte Invalidenkarten bei der Zentrale
des Verſicherungsamtes in Berlin Veranlaſſung zu
Nachforſchun=
gen gegeben hätten, und damit entdeckte man gleichzeitig, daß ſich
Frau Einsmann, die in den 12 Jahren ihrer Verkleidung mit allem
Anſtand im franzöſiſchen Autopark, als Erdarbeiter, als Wächter,
aber dazwiſchen auch wieder in Frauenkleidung als Putzfrau und
Büglerin, tätig geweſen war, in amtlichen Schriftſtücken, u. a. als
Trauzeuge, mit Joſef Einsmann unterſchrieb und die unehelichen
Kinder der Mitangeklagten Helene Müller als aus der Ehe”
her=
vorgegangen beim Standesamt angemeldet und beglaubigt hatte.
Damit hat ſich die Einsmann der intellektuellen Urkundenfälſchung
und der einfachen Kindesunterſchiebung ſchuldig gemacht. Daß ſich
die beſchuldigte Einsmann in der Zeit ihres Mannſeins
tadellos ge führt hat, geht nicht allein daxaus hervor, daß
ſie als guter Tenor in den Kirchenchören von St. Stephan und St.
Emmeran mitgewirkt hat, ſondern auch daraus, daß ihr von allen
ihren Arbeitgebern die beſten Zeugniſſe ausgeſtellt wurden.
Ledig=
lich ihr Mitgefühl mit der Müller, deren Lebenswandel nicht ſo
einwandfrei wie der ihre geweſen zu ſein ſcheint, hat ſie veranlaßt,
die beiden unehelichen Kinder am Standesamt falſch eintragen zu
laſſen. — Recht ſchwer iſt es der Einsmann gefallen, ſich wieder der
Frauenkleidung, zu bedienen: doch darf ſie mit Rückſicht auf die
Würde des Gerichts während der Verhandlung nur in
Frauenklei=
dung erſcheinen. Die Verteidigung hat ein Gutachten des
bekann=
ten Pſychiaters Dr. Magnus Hirſchfeld in Berlin über den
Geiſtes=
zuſtand der Angeklagten angefordert. In Abweſenheit Hirſchfelds
hat der Vertreter und Aſſiſtent Dr. Abraham ein Gutachten
ab=
gegeben nach welchem der Einsmann der 8 51 des Strafgeſetzbuchs
zuzubilligen ſei, weil ſie unter einem unwiderſtehlichen
Verklei=
dungsdrang, dem ſogen Transveſtitismus, gehandelt habe. Die
Einsmann ſelbſt beſtreitet ganz entſchieden, unter einem ſolchen
Drang geſtanden zu haben, und lehnt es ab, den 8 51 in Anſpruch
zu nehmen. Ein weiteres Gutachten des Kreisarztes,
Obermedizi=
nalrats Dr. Wagner=Mainz, hält die Einsmann in vollem Umfang
für verantwortlich, empfiehlt aber weiteſtgehende mildernde
Um=
ſtände.
Nach der Verleſung der Anklageſchrift ſchilderte Frau
Eins=
mann ausführlich, wie ſie in einer Munitionsfabrik in
Brötzin=
gen die Frau Müller kennen lernte. Ihre Männer waren beide in
Kriegsgefangenſchaft geraten, und die Ehen wurden ſpäter
geſchie=
den, wobei die Frauen als der ſchuldige Teil erklärt worden war.
Im Jahre 1919 ſind die beiden Frauen dann nach Wiesbaden
ge=
zogen, haben ſich aber dort vergeblich um Arbeit beworben. Da ſei
ihnen der Gedanke gekommen, daß es leichter wäre, eine
Beſchäfti=
gung zu finden, wenn ſie ſich als Mann und Frau ausgeben
wür=
den Da Frau Einsmann einen Anzug ihres Mannes noch im
Beſitz hatte der ihr gut paßte, habe ſie die Verkleidung
vorgenom=
men. Als Mann und Frau ſeien ſie dann nach Mainz gezogen, wo
ſie auch Arbeit fanden. Frau Einsmann zunächſt im Pionier=
Hee=
respark und Frau Müller als Putzfrau. Im März 1921 habe Frau
Müller ein Kind geboren. Frau Einsmann habe aus
Gutmütig=
keit und um der Freundin aus der Verlegenheit zu helfen, das Kind
auf dem Standesamt als ihr Kind ausgegeben. Das gleiche ſei im
Juni 1930 mit dem zweiten von der Frau Müller geborenen Kind
geſchehen. Daß ſie ſich in einem Falle als Trauzeuge, mit dem
Namen ihres geſchiedenen Mannes unterſchrieben habe, ſei nur
widerwillig und auf dringendes Bitten ihrer Bekannten geſchehen.
Die Angeklagte Frau Müller beſtätigte in allen Punkten
die Angaben der Frau Einsmann.
Dg. Arheilgen, 20. Aug. Vom Schwimmbadl
meindeſchwimmbad am Arheilger Mühlchen erfreute
heißen Tagen der letzten Wochen eines überaus zahlreicl
Rings umgeben von Gebüſch und Bäumen, bietet die ga
fläche ein ſchönes Bild. Die angrenzenden weiten Aig
geben Gelegenheit zu Spiel und Sport, und alt und jun
ſich in fröhlicher Weiſe in buntem Treiben. Nunmehr
meinde eine Brauſe aufgeſtellt, wodurch den Badenden
gegeben iſt, nach vorherigem Bad ſich mit einer kalte !
erfriſchen. Weiter iſt geplant, auf beiden Seiten des 2is
Brunnen zu bohren, um weitere Brauſen herzuſtellen
C. Ober=Ramſtadt, 20 Aug. Geſellenprüfu
geſetzliche Geſellenprüfung für Herbſt 1932 erfolgt nach
teilung des Ortsgewerbevereins am Montag, 19. Sep1
dieſer können alle Lehrlinge teilnehmen, deren Lehrzen
dieſes Jahres endet. Anmeldungen zur Prüfung ſind
richtung der Prüfungsgebühr bis ſpäteſtens Sonntag
an den Vorſitzenden des Prüfungsausſchuſſes. Mechad
Konrad Hirſch, Aliceſtraße 13 hier zu richten. — S1
feſt. Auf das Sonntag, den 21. d. M., ſtattfindende Ec
der drei hieſigen Turnvereine, aus denen ſich beka
Schwimmbadgeſellſchaft zuſammenſetzt, ſei an dieſer 3
mals hingewieſen.
Ci. Erbach, 20. Aug. Hohes Alter. Geſtern f.
Katharina Hegny Witwe, geb. Flächſenhaar, ihren 80
tag. — Kirchengemeindevertreterſitzung.
gigen Sonntag findet nach Schluß des Vormittagsgot
eine Sitzung der Kirchengemeindevertreter des hieſigen
ſtatt. Von beſonderer Bedeutung iſt die Entſcheidung
Erwerb der Kleinkinderſchule, die ſeither von dem gräf!
unterhalten wurde. — Aerztlicher Sonntagsbil
am morgigen Sonntag wegen plötzlicher Erkrankung ärsl
erforderlich, ſo iſt in Verhinderung des Hausarztes Hex
Beck zu deſſen Vertretung bereit.
Cp. Fürth i. O., 20. Auguſt. Sturmtag. Der
Jünglingsverein — D.J.K. — Fürth veranſtaltet aw
den 21. d. M., einen Sturmtag der Katholiſchen Jg
Pfarrei Fürth i. O., verbunden mit Platzweihe. Wie bI
die D. J.K. durch freiwilligen Arbeitsdienſt ihren Spont
gebaut. Der Feſtzug findet um 2.30 Uhr ſtatt und führ
Ortsſtraßen nach dem Sportplatz. Dortſelbſt Anſprache
übungen. Weiter ſind vorgeſehen: Handballſpiel D
Gernsheim, Fußballſpiel Viernheim—Fürth. Auch
Herren Bürſtadt—Fürth werden ein Fußballſpiel,
Abends 8 Uhr iſt Familienabend im „Saalbau”, Sc
Theateraufführung.
Bd. Alsbach a. d. B., 20. Aug. Anfangs dieſer Woch
hieſigen Steinbruch mit der Herſtellung der
Klo=
die zu verbreiternde alte Bergſtraße Eberſtadt—Seehern
heim—Alsbach—Zwingenberg begonnen.
4a. Erfelden, 20. Aug. Die letzte Fahrt Alt
meiſters Schrimpf. Unter großer Beteiligung wur. d
nachmittag Altbürgermeiſter Peter Schrimpf, der nicht
als 25 Jahre die Geſchicke der Gemeinde geleitet hatt
ſeiner Bürgermeiſterzeit Gemeinderechner war, zu Gru
gen. Der Leichenzug ſchlug den Weg ein, den der Verſtol
auf ſeinem gewohnten Kirchgang zu nehmen hatte. Die 2e
nahm an Stelle des beurlaubten Ortspfarrers Fiſche
Koch von Wolfskehlen vor. Kränze wurden ſeitens der
des Kirchenvorſtandes, der Spar= und Darlehnskaſſe undM
gervereins, welcher übrigens ſeinem langjährigen M7
ſchloſſen das letzte Geleit gab, niedergelegt.
— Gernsheim, 20. Augſt. Waſſerſtand des
(am Pegel) am 19. d. M.: 0.98 Meter, am 20. d. M.; 17
— jeweils morgens 5.30 Uhr.
— Hirſchhorn, 20. Auguſt. Waſſerſtand des
(am Pegel) am 19. d. M.: 1,52 Meter, am 20. d. M.; —
— jeweils morgens 5.30 Uhr.
emd Tagung des Vereins für das Deutſchlum
im Ausland.
ch a. d. B., 20. Auguſt. Die diesjährige Herbſttagung
N. wird am 27. und 28. Auguſt in Auerbach an der
ſtattfinden. Am erſten Feſttage, alſo am Samstag
ic am Ehrenmale eine ſehr feierliche und eindrucksvolle
ſra, unter Mitwirkung des Bläſerkorps und der
Ge=
bei Fackelſchein veranſtaltet. Der zweite Tag, alſo
ſtirg, bringt in dem rekzvollen Fürſtenlager zunächſt eine
chmittag führt ein Feſtzug die Teilnehmer wiederum
lager, wo ein echtes Volksfeſt ſtattfinden wird. Hier
„Uem die V.D.A.=Jugend, die ihre Teilnahme bereits
weſſiſchen Landteilen zugeſagt hat, durch Volkstänze,
Reigen mitwirken. Am Abend wird im großen Saale
Weigold die Abſchlußfeier ſtattfinden, in deren Mittel=
Wortrag eines Auslandsdeutſchen ſteht, der aus der
heraus die weittragende Bedeutung und ſegensreiche
ſer des Vereins für das Deutſchtum im Auslande
wider=
ſard. Die geſamte Bevölkerung Auerbachs hat ihre
tat=
tarbeit zugeſagt. Es ſtehen allen den Beſuchern von
urh unvergeßlich ſchöne Tage und Stunden bevor.
Trage in dem ſchönen und gaſtfreundlichen Auerbach
wer=
ſin den V.D.A., der anerkannterweiſe als wahre
Volks=
über allen Parteien und Konfeſſionen, und damit
in heilloſen Zerklüftung unſeres Volkes ſteht, eine rechte
einer ſchönen und ſegensreichen Arbeit bringen.
Straßenbericht
für die Woche vom 21. bis 27. Auguſt 1932.
MMitgeteilt vom Heſſiſchen Automobil=Club.
Fernverkehrsſtraßen in Heſſen:
orgen-Windecken bis auf weiteres für allen Verkehr
Umleitung, für den Durchgangsverkehr: Friedberg,
Bergen, Mainkur, Hanau; für den Lokalverkehr: Eichen,
Windecken.
Hauptſtraßen in Heſſen:
Aichrt Alsfeld (Richtung Eifa) vom 20. 6. bis auſ weite=
Eſperrt. Oertliche Umleitung.
Sonſtige Straßen in Heſſen:
Ao d. H.—Köppern vom 23. 5. bis auf weiteres geſperrt.
trng: Holzhauſen, Friedrichsdorf und Ober=Rosbach,
A-Rosbach.
tukheim, 20. Aug. Am kommenden Sonntag, 21. d. M.,
diesjährige Preisſchießen der Schützengeſellſchaft
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
G. Stockſtadt, 20. Aug. Vom Ertrinken gerettet
wurde die Tochter des hieſigen Pfarrers. Sie badete mit ihrem
Bruder außerhalb der Badeanſtalt und wollte dortſelbſt die
Treppe hochſteigen, was ihr infolge des ſtarken Stromes mißlang.
Sie ſchrie ſofort um Hilfe und konnte von ihrem anweſenden
Bru=
der noch gerettet werden. Wiederbelebungsverſuche hatten Erfolg.
Cp. Crumſtadt, 20. Aug. Hohes Alter. Morgen,
Sonn=
tag, kann Frau Babette Schilling ihren 81. Geburtstag begehen.
Rundfunk=Programme.
Frankfurt a. M.
Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge. 6: Wetter, Gymnaſtik. o
6.30: Gymnaſtik. 7: Wetter, Nachrichten. — anſchl.: Konzert.
O 8: Waſſerſtand. o 11.50: Zeit, Programm, Wirtſchaftsmeldungen,
Wetter. O 12: Konzert (außer Sa.). 0 13.15: Nachrichten, Wetter.
O 13.30: Konzert. o 14: Nachrichten. O 14.10: Werbekonzert.
(Sa. 14.40). O 15: Gießener Wetterbericht (Do. 14.55, Sa. 15.20).
D. 15.10: Zeit, Wirtſchaftsmeldungen (Do. 16.00, Sa. 15.25). O
16.50, 18.15: Wirtſchaftsmeldungen. O 19.15: Zeit, Programm,
Wetter, Wirtſchaftsmeldungen.
Sonntag, 21. Auguſt
6.15: Bremer Hafenkonzert.
8.00: Choralblaſen.
8.15: Evangeliſche Morgenfeier.
9.15: Stunde des Chorgeſangs.
10.00: Freiburg: Hörbericht vom Internationalen Rennen um den
ADAC.=Bergrekord 1932 am Schauinsland.
10.40: Dr. Schulz: Heitere Moſelfahrt.
11.00: Stunde der Bühne: Das neue naſſauiſche Landestheater.
Vortrag und Geſpräch.
11:35: Freiburg: Hörbericht vom Internationalen Rennen um den
ADAC.=Bergrekord 1932 am Schauinsland.
11.50: Triberg: Mittagskonzert des Kurorcheſters.
12.50: Freiburg; Hörbericht vom Internationalen Rennen um den
ADAC.=Bergrekord 1932 am Schauinsland.
13.05: Schallplattenkonzert.
14.00: Zehnminutendienſt der Landwirtſchaftskammer Wiesbaden.
14.10: Freiburg: Endergebniſſe vom Internationalen Rennen um den
ADAC.=Bergrekord 1932 am Schauinsland.
14.30: Dr. Burmeiſter: Schädlinge des Hausgartens und ihre
Be=
kämpfung.
15.00: Bunte Kiderſtunde.
16.00: Karlsruhe: Bunter Nachmittag.
18.00: K. Zimmermann: Vor einer großen Wanderung.
18.25: Dreißig bunte Minuten.
19.00: Leipzig: Hörbericht von den Schwimm=Meiſterſchaften der
DT. m Erfurt. (Schallplattenbericht)
19.20: Wetter für die Landwirtſchaft. — anſchl.: Sportnachrichten.
19.30: Kleine Stücke für Violoncello und Klavier, Ausf.: Ferdinand
Merten u. Erwm Kübler.
20.10: Bunter Abend.
22.20: Zeit. Nachrichten. Wetter, Sport.
22.45: Köln: Deutſche Waſſerballmeiſterſchaften des ATSB. in
Herne. (Schallplattenbericht)
23.00: München: Nachtmuſik der Kapelle Ludwig Wörthmüller.
Nr. 232 — Seite 7
Königswuſterhaufen.
Deutſche Welle: Gleichbleibende Werktags=Vortragsfolge: 5.45:
Wetter für die Landwirtſchaft. 6: Gymnaſtik. o 6.15: Wetter
für die Landwirtſchaſt. — anſchl.: Frühkonzert. o 10: Neueſte
Nachrichten. 12: Wetter für den Landwirt. — anſchl.: Konzert.
— Wiederholung des Wetterberichts. 12.55: Nauener Zeit.
13.35: Nachrichten. O 14: Konzert. O 15.30: Wetter, Börſe.
18.55: Wetter für die Landwirtſchaft.
6.00: Funkgymnaſtik.
6.20: Bremer Hafenkonzert.
14.00: Rektor Hauer: Schutz der Kinder vor den Gefahren des
Deutſche Welle: Sonntag, 21. Auguſt
7.00: Flughafen Tempelhof: Europa=Rundflug (Start).
7.15: Fortſetzung des Bremer Hafenkonzertes.
8.00: Mitteilungen und praktiſche Winke für den Landwirt.
Anſchl. Wochenrückblick auf die Marktlage.
8.20: A. Bergmann: Der heutige Stand der deutſchen
Hühner=
zucht.
8.55: Morgenfeier.
Anſchl. Glockengeläut des Berliner Doms.
10.05: Wettervorherſage.
11.00: Aus der Funkausſtellung: Große öffentliche Mitglieder=
Ver=
ſammlung des Reichsverbandes Deutſcher Funkhändler.
12.00: Zehn Minuten Lyrik. Maria von Faber du Faur.
12.10: Aus der Funkausſtellung: Mittagskonzert des Deutſchen
Konzertorcheſters. Dirigent: P. Schmitz.
Straßenverkehrs.
14.30: Heinrich Gutberlet lieſt aus eigenem Schaffen.
15.00: Kindertheater auf Schallplatten: Rottkäppchen —
Schnee=
wittchen.
15.30: Straßen der Welt; Bergſtraßen. Rezitation: Dr.
Schiro=
kauer u. P. Schmidt=Born.
16.00: Karlsruhe: Bunter Nachmittag.
18.00: H. Rößler: Der Wald rächt ſich.
18.30: Menſchen im Beruf: Landjägerhauptmann Niemann: Der
Landjäger.
19.00: Erfurt: Schwimm=Meiſterſchaften der DT. (Schallplatten).
19.20: München: Bayeriſcher Bauernkalender. Von Dreikönig bis
Kirchweih. Hörfolge von K. Adlmaier u. W. Feldhütter.
20.30: Königsberg: Großer Zapfenſtreich.
21.30: Köln: Brüderlein fein. Alt=Wiener Singſpiel von Leo Fall.
22.15: Wetter=, Tages= und Sportnachrichten.
22.30: Enrico Caruſo ſingt (Schallplatten)
23.00: München: Nachtmuſik der Kapelle Ludwig Wörthmüller.
Hauptſchriftleitung: Rudolf Mauve
Veranwwortlich für Polttik und Wirtſchaft: Rudolf Mauve; für Feuilleton, Reich und
Ausland und Heſſche Nachrichten: Max Streeſe;, für Sport: Karl Böhmann;
(i. V. Dr. C. H. Quetſch); für den Handel: Dr. C. H. Quetſch; ſür den Schlußdienſt:
Andreas Bauer; für „Die Gegenwart”, Tagesſpiegel in Btld und Wort: Dr. Herbert
Nette; für den Inſeratentell und geſchäftliche Mittellungen: Willy Kuhlei.
Druck und Verlag: C. C. Witt ich — ſämtlich in Darmſtadt.
Für unverlangte Manuſkripte wird Garantie der Nückſendung n icht übernommen.
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Seite 8 — Nr. 232
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Fernſehen im eigenen Heim.
Auf der Großen Deutſchen Funk=Ausſtellung, die in Berlin ſoeben eröffnet wurde, finden die
Fernſeh=Apparate das größte Intereſſe. Haben doch verſchiedene Firmen jetzt Apparate
heraus=
gebracht, mit denen das Publikum ohne große techniſche Schwierigkeiten ferngeſendete Bilder
empfangen kann. Der Preis der Apparate iſt gegen früher weſentlich geſenkt.
Die feierliche Grundſteinlegung des neuen Turms.
Auf der Nordſee=Inſel Wangeroog fand die feierliche Grundſteinlegung für den neuen g
turm ſtatt. Der alte Turm, der Jahrhunderte überdauerte, war vor 18 Jahren aus
Gründen durch ein Sprengkommando zerſtört worden. Sein Nachfolger wird als Jrg/
alten Stile wieder errichtet.
Reich und Ausland.
Wiederbeginn des fahrplanmäßigen Zeppelin=
Verkehrs nach Südamerika am 29. Auguſt.
Es hat ſich in der Oeffentlichkeit eine gewiſſe
Unſicherheit über das Datum der
Wiedereröff=
nung der regelmäßigen Südamerikafahrten des
Luftſchiffes „Graf Zeppelin” gezeigt, die wohl
durch den Ausfall der erſten diesjährigen
Herbſt=
fahrt hervorgerufen worden iſt. Wie die
Ham=
burg—Amerika=Linie mitteilt, wird bis auf die
erſte, nicht ausgeführte Reiſe der Herbſtfahrplan
in vollem Umfang aufrecht erhalten. Das
Luft=
ſchiff tritt am 29. Auguſt in Friedrichshafen die
nächſte Reiſe nach Südamerika an, wird am
7. September von der Fahrt wieder in
Fried=
richshafen zurück ſein und noch drei weitere
Süd=
amerikareiſen ausführen, die am 12. September,
26. September und 10. Oktober in
Friedrichs=
hafen beginnen.
die Bergungsardenen um Beun der Hüilooe .
Die erſten Token geborgen. — Die letzte Ruheſtätke der „Niobe‟-Opfer.
Man hofft, die Bergungsarbeiten am Sonntag beendigen zu können.
Europaflug.
Motorradfahrer fährt in eine Gruppe Bergleute.
Ein Toter.
Hammi. W. Auf der Straße Heeren—Hamm
fuhr in der vorvergangenen Nacht ein
Motor=
radfahrer in eine Gruppe Bergarbeiter, die ſich
auf dem Wege von der Arbeit nach Hauſe
be=
fand. Ein Bergmann war auf der Stelle tot,
zwei andere erlitten Arm= und Beinbrüche. Der
Motorradfahrer wurde ſchwer im Geſicht verletzt.
Von Bienen zu Tode geſtochen.
Innsbruck. In Erpfendorf in Tirol wurde
ein 1½jähriges Kind, das vor den Fluglöchern
eines Bienſtockes ſtand, von den Bienen
über=
fallen. Das Kind wurde von den Bienen
ge=
ſtochen, und eine Biene verkroch ſich ſogar in das
rechte Ohr des Kindes. Unter großen
Schmer=
zen und hohem Fieber iſt das Kind an den
Fol=
gen der Stiche geſtorben.
Das Glanzſtück der Londoner Funk
Ausſtellung.
Kiel, 19. Auguſt.
Rings um die ſonſt ſo ſtille Heikendorfer
Bucht herrſcht reges Leben. Boote, Segler,
Dampfer kommen in ununterbrochener Reihe,
von Kiel und fahren zu den beiden
Anlege=
brücken, die von Menſchen dicht gefüllt ſind.
Querüber liegen die Dampfer, aber die
Schlag=
ſeite geht nicht zu Lande, ſondern zu Waſſer.
Seite an Seite liegen die mit Kränen
beſtan=
denen Hebeſchiffe, mit den ſo bezeichnenden
Na=
men „Wille” und „Kraft”. Zwiſchen ihnen aber,
getragen von den dicken Stahltroſſen, die
ins Waſſer gehen, hängt mit emporgerecktem,
braunen Klüverbaum das Wrack der „Niobe‟.
Aller Augen, die zahlreichen Gläſer, ſind auf
dieſe Stelle gerichtet. Auf den Bergeſchiffen wird
raſtlos gearbeitet. Tag und Nacht hört man das
Kreiſchen der Krähne und Winden, das Pfeifen
und das Trudeln der Waſſerſtrahler, die ſich aus
dem gewaltigen Tauchfang entleeren, wenn die
infolge des eingelaſſenen Waſſers ganz
tieflie=
genden Fahrzeuge zu einem neuen Hub gelenzt
werden.
Langſam ſteigt das Hebeſchiff aus dem Waſſer
hervor. Dann wird das rote Unterſchiff
ſicht=
bar und zugleich damit taucht unter der
weißen Reeling der „Niobe” das graue
Vor=
ſchiff auf, das ſchließlich bis zum Zwiſchendeck
ſichtbar wird.
Freitag morgen zeigte ein Blick in den Raum
dahinter umhertreibende Matratzen und einen
Herd. Dann haben die Bergungsleute ein
Pum=
penrohr hindurchgeführt, um das Innere
aus=
zupumpen. Auch auf dem Oberdeck, das Spuren
der geſprengten Maſten und einen Wirrwarr
von Tauen zeigt, hat man alle Oeffnungen dicht
gemacht. Die Arbeit ruht auch nicht, als ein
Gewitter über dem Kaiſer=Wikhelm=Kanal
auf=
ſtieg. Drohendes Gewölk verdunkelt die Luft ſo,
daß der Inſeldampfer „Hunte” um 3 Uhr
nach=
mittags die Poſitionslaternen ſetzen muß. Ein
Wolkenbruch treibt die Zuſchauer von den
Brücken unter das nächſte ſchützende Dach. Durch
die Regenſchleier aber ſieht man die Leute in
den Beibooten der Hebeſchiffe am Vorgeſchirr
der „Niobe” arbeiten und von der inzwiſchen
aufgetauchten Backbordſeite den Anker bergen.
Dann hievt der Seeſchlepper „Simſon”, gegen
Land und dreht dabei das ganze Syſtem der
Hebeſchiffe und die zwiſchen ihnen hängende
„Niobe” quer zum Land.
Die „Niobe” lag ſeit Freitag morgen mit dem
Bug auf einer Sandbank, ſteckte aber noch mit
dem Heck im Schlick. Durch dieſe Drehung iſt ſie
gewiſſermaßen längsſeits dieſer Sandbank
ge=
bracht worden. Man hat den Eindruck, daß zwei
oder drei Hübe die „Niobe” auf die Sandbank
hinaufbringen werden. Jeder Hub dauert faſt
einen halben Tag.
Kiel, 20. Auguſt.
Die Bergung der „Niobe” hat erhebliche
Fort=
ſchritte gemacht. Nachdem geſtern abend um
22 Uhr eine Ruhepauſe für die
Bergungsmann=
ſchaften eingelegt werden mußte, wurden heute
morgen bei Tagesanbruch die Arbeiten wieder
aufgenommen. Man begann mit dem
Leerpum=
pen des Raumes unter der Back. Um 10 Uhr
wurden zwei weitere Schläuche in den
Wohn=
raum der Stammbeſatzung hineingeführt. Durch
das Leerpumpen dieſer Räume iſt der Schiffsbug
jetzt etwa 1½ Meter weiter aufgetaucht.
Bei einer Durchſuchung der bisher
zugäng=
lichen Räume wurde als erſter Toter aus dem
Achterſchiffsraum durch ein Oberlicht der
See=
offiziersanwärter Werner Gruner aus
Orla=
münde in Thüringen geborgen.
Aus dem Wrack der „Niobe” ſind inzwiſchen
weitere Tote herausgeholt worden. Die Leichen
werden in braune Segelleinwand eingenäht,
vom Kran auf den Leiſter gehoben, und von
dort auf den längsſeits liegenden
Arſenal=
dampfer „Hunte” getragen. Dieſer wird die
Toten dann nach Kiel überführen. Die Kieler
Bevölkerung ſieht dem Bergungswerk vom Ufer
aus ſchweigend zu.
Wie ſchon berichtet, wird die Beiſetzung der
„Niobe”=Opfer vorausſichtlich am Montag auf
dem Kieler Garniſon=Friedhof ſtattfinden. Für
die letzte Ruheſtätte der Gebliebenen iſt, wie
die „Kieler Neueſten Nachrichten” erfahren, der
ſchönſte Teil des Ehrenfriedhofs beſtimmt,
näm=
lich jene Stelle, an der ſich das Ehrenmal für
die zwölf Beſatzungsangehörigen des am 15. 3.
1918 untergegangenen Bootes U 106 befindet.
Das Viereck, in dem die „Niobe”=Opfer zur
letz=
ten Ruhe gebettet werden ſollen, wird von einer
Liguſterhecke umrahmt. In der Mitte des Platzes
ragt eine Trauereſche empor. Die Vorarbeiten
für die Herrichtung der Begräbnisſtätte ſind
be=
reits im Gange. Auf beiden Seiten des Platzes
wird je eine 2,30 Meter breite und über 10
Me=
ter lange Gruft ausgehoben, die je 20 Särge
aufnehmen kann. Die beiden Grüfte ſollen ganz
mit Tannengrün ausgeſchlagen werden. Am Tag
der Beiſetzung werden Lorbeerbäume,
Pflan=
zengrün und Blumen dieſen Teil des
Ehren=
friedhofes in einen Blumenhain verwandeln.
Inmitten des Platzes wird eine Kanzel errichtet,
von der aus die Gedächtnis= und Trauerreden
gehalten werden ſollen. Die Trauerfeier wird
von vier Lautſprechern übertragen werden.
Die Marineſtation der Oſtſee gibt über den
Stand der Bergungsarbeiten gegen Abend
fol=
genden Bericht aus: Die Räume des Vorſchiffes
ſind inzwiſchen leergepumpt. Es iſt gelungen,
aus der Segelgaſt die Leiche des Obermatroſen=
Gefrexten Karl Köſter aus Köslin (Pommern)
zu bergen. Im gleichen Raum iſt auch die Leiche
des Signalgefreiten Rothe aus Gevelsberg
(Weſtfalen) feſtgeſtellt worden, deren Bergung
aber — entgegen einer früheren Meldung
bei der augenblicklichen Lage des Schiffes noch
nicht möglich war. Zurzeit wird verſucht, den
größten Unterwaſſerraum des Schiffes, den
mitt=
ſchiffs gelegenen Unterrichtsraum der
Seeoffi=
ziersanwärter, leerzupumpen. Dazu ſind
zu=
nächſt noch ſehr zeitraubende Abdichtungsarbeiten
erforderlich. Es beſteht Hoffnung, bis Sonntag
früh das Schiff ſoweit gedichtet zu haben, daß
es ſich von ſelbſt aufrichtet. In dieſem Falle wer=
den auch die übrigen Räume des Schiffes von
oben zugänglich ſein.
Der Maſchinen=Menſch
ſchüttelt einer Beſucherin die Hand.
Auf der Londoner Funkausſtellung wird ein
Robot=Menſch gezeigt, der ſich außerordentlich
liebenswürdig zu geben weiß. Er ſchüttelt den
Beſuchern die Hand und vermag ihnen nach
Wunſch in allen europäiſchen Sprachen etwas
vorzuleſen. Das Innere dieſer Wundermaſchine
beſteht aus unzähligen photoelektriſchen Zellen,
Kondenſatoren, Mikrophonen und Lautſprechern.
Dieſes Wunderwerk gibt Anlaß zu zahlreichen
Scherzen; ſo wird behauptet, er ſei techniſch ſo
vollkommen, daß er — ſelbſtändig zur
Stempel=
ſtelle gehen könne.
Weſpen auf der Zunge.
Hadamar. Ein nicht alltäglicher Unfall
paſſierte einer hieſigen Hebamme am Mittwoch
nachmittag. Bei der Hitze trank ſie eilig ein Glas
Waſſer, ohne zu bemerken, daß in das Glas
zwei Weſpen gefallen waren. Die Tiere
brach=
ten ihr zwei Stiche auf die Zunge bei, die
ſo=
fort derartig anſchwoll, daß die Frau nicht mehr
ſprechen konnte und auch bald die Atmung
ver=
ſagte. Glücklicherweiſe war ein Arzt in der
Nähe, der ſofort einen Luftröhrenſchnitt
vor=
nahm und dadurch die Frau vor dem Tode des
Erſtickens rettete.
Nordlandexpedition entdeckt unbekannte Inſeln.
Moskau. Die Funkſtation des Eisbrechers
„Ruſſanoff” meldet, daß die ſowjetruſſiſche
Nord=
landexpedition in der Gegend 75 Grad 48 Min.
nördlicher Breite und 81 Grad 20 Min. öſtlicher
Länge bisher unbekannte Inſeln entdeckt habe.
Die Inſeln ſollen 90 Meter hohe felſige
Steil=
ufer beſitzen.
Vollbeſetzter Autobus in den Straßengraben
geſtürzt.
Warſchau. Am Freitag ſtürzte bei Lublin
ein vollbeſetzter Autobus infolge Federbruches
in den Straßengraben. Eine Perſon wurde
ge=
tötet, elf Inſaſſen trugen Verletzungen davon.
Die Brennſtoffverbrauchsprüff
Berlin. Am Freitag fanden in
techniſchen Wettbewerbe des Eur/
hr Ende mit der Brennſtoffverbrau
Der Flug der 41 Wettbewerbsflug
über die 300 Kilometer lange Streie
Frankfurt a. O. — Dobrilugk — Kiah
12 Kilometer weſtlich von Finſtern
Lauſitz) — Staaken. Alle deutſchen
kamen an die Höchſtgrenze von 30
es bei einem Brennſtoffverbrauch
weniger Kilogramm für 100 Kilon
winnen gab, heran. 30 Punkte erl./
zik, Poß, Oſterkamp, Junck, Cuno, w.
Marienfeld und Stein. Die übrigen
erreichten 29 Punkte. Nur Hirth um
brachten es auf 27. Von den auslän.)i
bewerbern erreichten nur einige
höchſte Punktzahl. Alle übrigen verui
eine Punktzahl von 20. bis 27. De
des Italieners Colombo und des Ao
mit je 222 Punkten verringerte ſih
Brennſtoffverbrauchsprüfung. Colon
25 Punkte, wodurch der führende 2
ſeinen Abſtand auf 13 Punkte verrin.
erhielt am Freitag 23 Punkte. — 2
flug bei der Brennſtoffverbrauchspruf
auch gleichzeitig in die Durchſchnitt g
keitswertung des großen Streckenfluu/
tag nachmittag wurden die Wette
zeuge von Staaken nach Tempelhof
Am Sonntag, ab 7 Uhr, erfolgt dam
her ausgeloſter Reihenfolge, der
Streckenflug.
Kein doppelker Aklanki
innerhalb 4 Tagen.
London. Der Ozeanflieger Mo.1
entſchloſſen, ſeine urſprünglichen Plä.
pelten Ozeanflug innerhalb von
durchzuführen, aufzugeben und erſt
der nächſten Woche zu ſeinem mi
Europa aufzuſteigen. Seine Frau.2
Fliegerin Amy Johnſon, teilte ihm
abend telephoniſch mit, daß ſie am
Schiff nach New York fahren und ih=
Rückflug begleiten werde. Die —
Molliſon, der 30 Stunden und 20
der Luft war, nicht New York erre!
erklärt ſich durch ungünſtige Wetter
und ſchlechte Sicht an der amerikar
Molliſon geriet bei Neuſchottland i
Nebelgebiet, ſo daß er von ſeinem —i
mehr oder weiger ziellos mit ſeinsn
umher irrte und für eine Strecke v.N
metern mehrere Stunden benötigts
ſah er ſich wegen Ausgehens ſeines
rats zur Notlandung in Neu=Brat
zwungen.
Dramaliſcher Rekordve
von Fliegerinnen-
New York. Die amerikaniſch
Frangis Marſalis, die, von der
de-
gerin Luiſe Thaden begleitet, ſeit El
den Flugplatz Rooſevelt kreuzt, hat
den Weltrekord für Frauen im
D=
brochen, den die Fliegerinnen Tron
im Januar 1931 auf 122 Stunden
hinaufgeſchraubt hatten. Die beiden —
ſetzen ihren Flug fort, und zwar m
tiſchen Umſtänden, da die Flieger
an Blinddarmentzündung erkrankt
dem nicht landen will. Sie warf
ab, worin ſie die Krankheitsſympton
um ärztlichen Rat erſuchte. Auf
derung des Arztes, ſofort zu landem
ſie, ſie denke nicht daran, den Reko=?
brechen. Der Arzt ſchickte ihr dare
nächſten Proviantflugzeug einen E
Gebrauchsanweiſung.
Chileniſches Pulverlager expln
Paris. Bei einer Exploſion im
von Potrerillos kamen, wie Havas A
de Chile meldet, ein Ingenieur und
ter ums Leben.
worden.
Viele Perſonen
Sonntag, 21.
[ ← ][ ][ → ]Auguſt 1932
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Nr. 232 — Seite 9
Fpoct, Spiel und Jucnen
hau Jugendfeſt im „Großen Woog”.
Sonntag, 21. Auguſt, nachmittags 3.30 Uhr.
um hat es der Schwimmk „Jung=Deutſchland”
ver=
bedeutende ſportliche Veranſtaltung im „Großen
uchalten. Diesmal iſt es die Jugend, die im Wettkampf
zrigen Schwimmern ſteht. Noch nie hatte das
Gau=
wene ſo glänzende Beſetzung gefunden, wie gerade in
18 Wettkämpfe mit verſchiedenen Klaſſen ſollen
aus=
irden! Gleich die einleitende Kraulſtaffel 3X100
Me=
nen ſehr ſpannenden Verlauf nehmen. In dieſer Staf=
Offenbach 96, der Erſte Frankfurter Schwimmklub
Deutſchland‟. Wer wird Sieger? Kann Offenbach 96
ſr auf dem Kreisfeſt in Darmſtadt auf der 100=
Meter=
holen. Jung=Deutſchland und der E.F.S.C. ſind auf
ſachnen keine zu unterſchätzenden Gegner, denn bekannt=
Bahn in Offenbach nur 25 Meter lang. Jedenfalls
tiggesform der einzelnen Schwimmer entſcheiden. Bei
dier Meldungen und bei der Ausgeglichenheit der
Lei=
ber eine Vorherſage recht ſchwer. Lediglich bei den
kann man mit einiger Sicherheit die Sieger vorher=
So ſtellen ſich bei dem Kraulſchwimmen 100 Meter
dr iche dem Starter. Siegt Eimer (E. F.S.C.) wieder
Jung=Deutſchland? Dieſes Mal ſprechen wir dem
die größeren Siegesausſichten zu. Aber gerade die
nnen eine Ueberraſchung bringen. Struck und Rein=
Offenbach 96) und Heberer (E.F.S.C.) ſind ſehr zu
ach jeder von dieſen 3 Schwimmern iſt in der Lage,
als Erſter zu beenden. Der Ausgang der 100 Meter
ſaſfo offen. Jedenfalls ſteht feſt, daß es das ſchönſte
Tages iſt. Die 200=Meter=Strecke dürfte dagegen
) ſicher gegen Eimer (E.F.S. C.) gewinnen wie auch
fenbach 96) die 400 Meter gegen Henrich (E.F.S.C.)
ſich entſcheiden wird. Beim Rückenſchwimmen 100
Me=
iſſe 1 kann Heyne (J.=D.) wiederum vor Franz (E.F.
hunen. Alle andern Wettkämpfe ſtehen zu den
Haupt=
keinen Fall zurück. Wir weiſen nur hin auf Herren=
00 Meter, Knabenkraul 100 Meter,
Damenjugend=
ſiüeter und Damenjugendkraul 50 Meter. In allen
hin wird beſtimmt hart bis ins Ziel gekämpft werden
Sieger zu ſein. Wie wir ſehen, ſtehen am Sonntag
Woog”, ſpannende Kämpfe bevor.
benwald=Gau — Deutſche Turnerſchaft.
lich des Jugendtreffens am 21. Auguſt 1932. im
Sport=
pGach, das der erſte Bezirk des Odenwaldgaues abhält,
Eße Wettkämpfe vormittags 9 Uhr. Den eingegangenen
nach, kommen am Nachmittag noch intereſſante
Kurz=
weckenläufe, ſowie 4X100=Meter=Staffelläufe für Turner
big. Geräte=Schauturnen erſter Turner des Gaues wird
in die Reihe der Darbietungen des Nachmittags
hen Abſchluß bildet ein Handballſpiel zwiſchen
mnerten Mannſchaft der Vereine Kirch=Brombach—
Beiner ſolchen der Vereine Erbach—Michelſtadt.
Aſtrnnſchaften treten in nachſtehender Aufſtellung an;
Körig; Vierhaus=K.=Bromb., Uhrig=König; Kühn=K.=König, Zink=K.=Bromb: Peter=König, Ehrhard 1.=
Groh=König, Villard, Ehrhard 2. (beide K.=Bromb.).
üſtrdt, Würtenberger 2.=Erbach, Fornoff=Erbach. Kör=
Zudt. Koch=Erbach; Ihrig=Erbach, Hartmann=Michel=
Rhichelſtadt; Baſtian, Keßler (beide Erbach);
Würten=
öach. Das Spiel dürfte die König-Kirch=Brombacher
die wohl in ſtärkerer Aufſtellung antritt, für ſich ent=
II.
Handball.
Rot=Weiß Darmſtadt.
ür heute abend angeſetzte Spiel der Ligamannſchaf=
M=Weiß und TV. Königſtädten ſei nochmals beſonders
wgemacht. Durch die gleichen Stärkeverhältniſſe
bei=
maften iſt mit einem intereſſanten Kampf zu rechnen.
lindet am Nachmittag um 6 Uhr auf dem Rot=Weiß=
Rheinallee ſtatt. Die 2. Mannſchaft ſpielt
nachmit=
hr in Weiterſtadt gegen den dortigen Sportverein
mhaftsſpiel. Abfahrt mit den Rädern 12.15 Uhr an
Hühle, Pallaswieſenſtraße.
. Nieder=Ramſtadt—Tv. Gernsheim a. Rh.
ſten Verbandsſpiel empfängt Nieder=Ramſtadt am
Aichrnittags 3 Uhr, den Turnverein Gernsheim a. Rh.
Und hier unbekannt, jedoch laſſen die erzielten Reſul=
Amſpäelſtarke Gegner erſehen, daß die Mannſchaft zu
ſteht. Nieder=Ramſtadt wird erſtmals wieder komplett
0 heißt es alles aufzubieten, wenn beide Punkte in
Etedt bleiben ſollen — Vorher Schüler-Polizei
schüler, 2. Mſch.—Reichsbahn Darmſtadt 2., dort,
M15 Uhr.
Sporikalender.
9.15 13.30 15.00 15.30 Uhr: 15.30 18.00 11.00 Uhr: 14.00 15.30 16.00 9.00 Uhr: 10.00 15.30 Handball.
Uhr: TV. Nieder=Ramſtadt — TV. Gernsheim a. Rh.
Uhr: Reichsbahn 1. — Beſſungen 1. (Reichsbahn=Sportpl.)
Uhr: Sportverein 1898 Darmſtadt — Braunshardt.
TG. Darmſtadt 1846 — TV. Groß=Gerau.
Uhr: TGS. 1875 Darmſtadt — TV. Heppenheim. (
Sport=
platz Kranichſteiner Straße).
Uhr: Rot=Weiß, Ligamſch. — TV. Königſtädten (Arheilger
Mühlchen).
Fußball.
FC. Union Darmſt. — SV. 98 Darmſt. (Rennbahn),
Uhr: Reichsbahn Darmſtadt — Eintracht Darmſtadt.
Uhr: Fr. Turng. Darmſtadt — Mörfelden (Müllersteich).
Uhr: Polizei Darmſt. — Rot Weiß Darmſt. (Pol.=Sportpl.)
Tennis.
TG. 1846 — Tenniscl. Langen. (Tennispl. Oſtbahnh.)
Hockey.
Uhr: Sportv. 98 Darmſt., Hockey — Reichsb. Aſchaffenburg.
Schwimmen.
Uhr: Gau=Jugendfeſt im Großen Woog.
Hockey.
Hockey im Sportverein 98 Darmſtadt.
üevabteilung des Sportvereins 98 hat für die neue
die am kommenden Sonntag ihren Anfang nimmt,
oon Spielen mit auswärtigen Vereinen aus
Frank=
bach. Mainz, Wiesbaden, Aſchaffenburg uſw.
abge=
daß in Darmſtadt künftighin mit einem umfangrei=
Abetrieb zu rechnen iſt als ſeither. Wir hoffen, daß
ſchönen und fair durchgeführten Spielen kommt,
m ihren Werbezweck für den ſchönen Hockeyſport
Ren, um dadurch auch dieſer Sportart mehr Anhänger
gten Spiel empfangen die 98er am kommenden
Sonn=
asbahn Aſchaffenburg. Beginn 10 Uhr vormittags.
Tennis.
Clubturnier des Tennis= und Eisklubs Darmſtadt (5. Tag).
Der vorletzte Tag der internen Meiſterſchaften brachte noch
eine ganze Reihe wichtiger Entſcheidungen. Das Turnier wurde
ſoweit gefördert, daß es, günſtige Witterung vorausgeſetzt,
pro=
grammäßig beendet werden wird. — Im Herreneinzel, Klaſſe A,
kommt es auch in dieſem Jahre zu einer Begegnung Claß—
Klein=
logel. Kleinlogel hatte mit Sigwart ziemlich Muhe und ſiegte
erſt nach drei Sätzen dank ſeiner größeren Sicherheit und ſeiner
Wettſpielerfahrung mit 6:3, 2:6, 6:3. Claß, obwohl unſicher
ſpie=
lend, hatte gegen Werner nur in den erſten Spielen zu kämpfen
und ſiegte zum Schluß, leicht 6:3. 6:0 — Im Herrendoppel
unter=
lagen die Titelverteidiger Claß=Müller gegen Kleinlogel=
Wer=
ner Im Siegerdoppel überragte Kleinlogel durch ſicheres
Flug=
ballſpiel. Claß=Muller dagegen hatten geſtern wieder einen ihrer
„ſchlechten Tage . Der Sieg von Kleinlogel=Werner war auf
jeden Fall völlig verdient. Ihre Gegner im Schlußſpiel werden
Sigwart=Sennewald ſein, die Steffan=Colin 6:4 9:7 abfertigten.
In dieſem Kampf tat ſich beſonders Colin durch ein
ausgezeich=
netes Spiel hervor. — Im Endſpiel des Gemiſchten Doppels
ſtehen Frl. Ringer=Claß, die Frl. Reuling=Langenbach 6:4 6:3
ſchlugen. Die Sieger aus der Begegnung Frl. Pfotenhauer=
Klein=
logel—Fr. Ulenberg=Müller werden gegen ſie um den 1. Preis
antreten. Im Senioreneinzel erreichten Dr. André und
Krä=
mer die Endrunde. In den beiden B=Konkurrenzen fiel dann
be=
reits die Entſcheidung. Das Herreneinzel gewann überraſchend
Kreiſel gegen Wöbke 7:9, 6:1, 6:3 mit einer ſchönen
Energie=
leiſtung. Dieſer Erfolg verdient um ſo mehr hervorgehoben zu
werden, als Kreiſel in dieſem Jahre erſt Tennis zu ſpielen
an=
fing und durch ſeine Siegesſerie in der B=Klaſſe eine ganze Reihe
guter Gegner ſchlug. Das Dameneinzel gewann Fr. Wißmann
gegen Frl. Wöhler mit 6:4, 6:1 durch ihre größere Sicherheit
und Routine gegen die zu zaghaft ſpielende Juniorin. — Auch
das Gemiſchte Doppel mit Vorgabe konnte weit gefördert
wer=
den. Hier erreichten Frl. Reuling=Kleinlogel Frl. Dr. Sior=
Brieger, Fr. Wißmann=Zimmermann bereits die Vorſchlußrunde.
Lediglich in einem Viertel fiel noch keine Entſcheidung zwiſchen
ſchließend Geniſchtdoppelſchlukzunde.—anſcleßend ier.
An=
doppelſchlußrunde (Fräulein Scriba=Fräulein Unckell—Frau
Ulenberg=Fr. Mößner), Anſchließend Ehepaardoppelſchlußrunde.
15 Uhr: Herreneinzelſchlußrunde (Claß—
Klein=
logel). Anſchließend Dameneinzelſchlußrunde (Fr. Ulenberg—
Frl. Scriba). Anſchließend Herrendoppelſchlußrunde Sennewald=
Sigwart-Kleinlogel=Werner) und Gemiſchtdoppel mit Vorgabe=
Schlußrunde.
Tgde. 1846—Tennisclub Langen.
In einem Clubkampf ſteht die Tennisabteilung der Tgde. 1846
heute vorausſichtlich mit 6 Herren und 4 Damen der 4=Klaſſe
dem Tennisclub Langen auf der neuen Tennisanlage am
Oſt=
bahnhof gegenüber. Obwohl dem TCl. Langen noch nie ein Sieg
über die Darmſtädter geglückt iſt und letztere erſt in dieſem Jahre
anläßlich der Medem=Bezirksſpiele gegen Langen erneut ſiegreich
waren, werden die Darmſtädter, falls ſie auf Erſatz angewieſen
ſind, den Wettkampf ernſt nehmen müſſen, um ihn in ſeinem
Punktergebnis für ſich zu entſcheiden. Spielbeginn vormittags
9 Uhr.
Waſſerball.
Rot=Weiß in Sachſen und Thüringen.
Wie in den ſeitherigen Jahren, ſo unternimmt auch in
die=
ſem Sommer die erſte Waſſerballmannſchaft des Rot=Weiß, VfR.
eine Waſſerballreiſe. Sachſen und Thüringen iſt das Ziel der
Fahrt. Die Mannſchaft geht in Leipzig, Weißenfels Dresden,
Chemnitz, Plauen und Coburg an den Start. Von den beiden
erſten Städten liegen nunmehr die Ergebniſſe vor. In Leipzig
ſtartete die Mannſchaft nach 10ſtündiger Bahnfahrt gegen den
SC. Backer Leipzig. Das Waſſerballſpiel wurde 5:3 gewonnen.
Außer dieſen Spielen wurden mehrere Staffeln ausgetragen, die
ebenfalls. mit Ausnahme der Bruſtſtaffel, Rot=Weiß als Sieger
ſahen.
In Weißenfels ſiegten die Darmſtädter gegen den dortigen
Schwimmverein im Waſſerball 5:2. Ebenſo wurde eine 3X100=
Meter=Kraulſtaffel und eine 8X50=Meter=Kraulſtaffel ſicher ge=
wonnen, während wiederum die Bruſtſtaffel knapp verloren ging.
Die Rot=Weiß=Mannſchaft hat in folgender Aufſtellung die Reiſe
angetreten: Tor: Kapfenberger, Vert.: Scherer, Trinkaus. Verb.:
Reſch, Sturm: E. Hanſt, Roßkopf, F. Hanſt. Mit den
Waſſerball=
ſpielern fahren außerdem noch die Schwimmer Schmalbach,
Blüm=
ler und Jakob. Ueber die anderen Ergebniſſe werden wir nach
Eingang weiterer Nachrichten noch berichten.
Fußball.
1. FC. Union—SV. 98 Darmſtadt.
Wir weiſen nochmals auf das Spiel obiger Lokalgegner
heute 11 Uhr. Reſerven 9.30 Uhr, 1. Jugend—1. Jugend Haſſia
Dieburg 8.30 Uhr hin.
Gewinnauszug
5. Klaſſe 39. Preußiſch=Süddeutſche Staats=Lotterie.
Ohne Gewähr
Nachdruck verboten
Auf jede gezogene Nummer ſind zwei gleich hohe Gewinne
gefallen, und zwar je einer auf die Loſe gleicher Nummer
in den beiden Abteilungen I und II
10. Ziehungstag
19. Auguſt 1932
In der heutigen Vormittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 300000 M. 244976
2 Gewinne zu 75000 M. 346735
2 Oewinne zu 10000 M. 43480
6 Gewinne zu 5000 M. 21436 130813 296243
20 Gewinne zu 3000 M. 27118 71128 80937 88081 135780 151839
172046 262256 378680 393892
54 Gewinm zu 2000 M. 61489 62246 62642 92451 102668 123220
165537 166767 173858 184425 191684 199737 208223 228249 261697
253699 276852 285788 305833 308105 308704 317075 344240 367298
381733 385096 399248
118 Gewinne zu 1000 H. 4968 19771 20117 26391 28832 31566
37611 38323 45194 51394 56745 60480 60746 68791 82686 94604
110171 117182 120780 125287 128462 145336 164208 168118 173913
188436 191337 197777 201207 203646 207106 222440 238567 240975
247829 264267 257146 267816 271997 274068 276151 295778 301273
306448 320475 330036 332847 334079 941773 344673 346686 361674
364904 380807 380899 985042 390678 393897 398415
220 Gewinne zu 500 M. 1421 2057 8209 14062 14080 15346 18872 19350
22516 24644 25588 26776 28897 30139 31300 33706 33946 46299
46977 52004 63642 56326 67749 61772 64681 64943 68404 72761
73422 81484 81608 87590 89999 95622 95830 97978 98088 98664
103529 105382 106949 107895 109111 112938 116093 118120 118284
120845 132209 138420 136344 142021 143140 146097 148865 150064
168301 186219 186764 176583 179890 183034 183786 185701 188048
192280 195146 197108 197216 200106 200713 210192 215586 217164
219969 223160 226237 233372 235603 237296 253421 254579 255947
256026 269079 269688 273194 284023 287427 294596 295392 300831
301327 301618 305004 308002 311372 311808 312715 327878 329842
330636 339912 366238 367732 376138 383675 390498 382378 396336
In der heutigen Nachmittagsziehung wurden Gewinne über 400 M.
gezogen
2 Gewinne zu 50000 M. 328842
4 Gewinne zu 5000 M. 182331 380515
26 Gewinne zu 3000 M. 113006 123869 130906 204113 210393
236682 243097 254846 262091 265914 310721 329920 366641
56 Gewinne zu 2000 M. 10488 62784 57446 60189 65815 76214
76980 88102 101526 143633 144003 163297 165227 192841 205840
213861 229132 231992 2326566 281365 287056 289626 819293 321506
330917 335279 34 1201 394241
130 Gewinne zu 1000 M. 7489 11355 23382 35420 37403 50303 53611
66551 80446 62633 63041 76159 80030 82733 86326 87477 104949
108606 116398 131221 143136 153763 154041 167822 162668 167947
170732 172780 172893 192384 194882 200145 208168 228919 234013
253697 257263 261276 261858 263010 265859 271501 274873 276959
278048 280480 288305 299300 301650 810696 322973 323175 327640
329700 342802 347127 353678 363934 357898 358404 366432 366366
377754 396666 397233
194 Gewinne zu 600 M. 5889 14056 16024 20426 21587 23165 29127
32885 37602 40612 46809 50014 63552 54973 65926 71636 71547
74127 76753 77693 80072 84200 88090 88401 92927 103582 111834
114131 114502 117712 122632 131741 132353 133128 135074 198878
14i66i 14a848 151598 154368 161288 162926 170667 170760 174569
173086 186410 188848 192829 199026 200796 203975 204393 210868
211975 212673 213671 216141 224966 236260 236943 257497 267481
271446 278994 281864 287202 291016 293373 297791 287846 30 1837
308930 309868 312198 313945 317671 319911 330241 338062 341035
343804 345177 866276 360413 360939 371744 372462 380701 383094
383721 387133 387735 390167 394720 396927 398268
Im Gewinnrade verblieben: 2 Prämien je zu 500000, 100
Schlußprämien zu je 3000, 2 Gewinne zu je 200000, 4 zu je
106000, 4 zu je 75000, 4 zu je 50000, 20 zu je 25000, 134 zu je
10000, 310 zu je 5000, 650 zu je 3000, 1872 zu je 2000, 3766
zu je 1000, 6244 zu je 500, 18966 zu je 400 M.
Aus der Radio=Induſtrie.
Lumophon=Radio auf der Großen Deutſchen Funkausſtellung
in Berlin.
Erhöhung der Trennſchärfe, Verbeſſerung der Wiedergabe,
Vereinfachung der Bedienung, das waren die Aufgaben, welche
für jetzt und die kommende Zeit zu löſen waren. Erſchwert wurde
die Durchführung inſofern, als mit den Wünſchen nach
Wertſtei=
gerung vor allem Wünſche der Preisreduktion verbunden waren.
Wenn man in dieſem Sinne die neuen Lumophon=Erzeugniſſe
be=
trachtet, findet man, daß eine außerordentlich günſtige Löſung
zu=
ſtande gekommen iſt. Eine Wertſteigerung auf der ganzen Linie
iſt an den neuen Erzeugniſſen zu erkennen, und dies muß um ſo
mehr gewertet werden, als eben dieſe Erzeugniſſe preislich auf ein
Niveau gekommen ſind, das weiten Kreiſen die Anſchaffung
hoch=
wertiger Radioerzeugniſſe ermöglicht. (Siehe Anzeige.)
Weikerbericht.
Der hohe Druck wird zunächſt die Schönwetterlage noch
erhal=
ten. Die ſtarke Erwärmung hat jedoch Barometerfall zur Folge,
ſo daß ſich von Weſten her flache Störungen allmählich vorſchieben
können. Somit gelangt auch kühlere ozeaniſche Luft nach dem
Feſt=
land, die vorübergehende lokale Gewitterſtörungen zur Folge
haben wird. Die Großwetterlage wird aber dadurch nicht ſtark
beeinträchtigt.
Ausſichten für Sonntag, den 21. Auguſt: Vielfach heiter und
heiß, doch aufkommende lokale Gewitterſtörungen.
Ausſichten für Montag, den 22. Auguſt: Aufheiternd,
vorüber=
gehend auch bewölkt mit Neigung zu Gewitterſtörungen.
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Nummer 232
Uf
latte
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Sonntag, den 2t
Kriſe in Jugoſlawien.
Die jugoflawiſche Union=Bank in Zahlungsſchwierigkeiken.
Die deutſchen Zuckerfabriken im Juli
Urn ein Morakorium nachgeſucht.
Die Lage am Geld= und deviſenmarkk.
Die vergangene Woche begann mit dem Medio, das eine
fühl=
bare Verſteifung des Tagesgeldmarktes mit ſich brachte, eine
Ver=
ſteifung, die im ganzen Verlauf des Berichtsabſchnittes anhielt.
Zu dieſer Lage trug auch der Umſtand bei, daß die
Vermögens=
ſteueranzahlungen fällig wurden, und vor allem, daß bei der
Reichs=
bank Einzahlungen für gezeichnete Reichsanleihe geleiſtet werden
mußten. An einzelnen Stellen machten ſich Lombardierungen
not=
wendig. Im Tagesgeldſatz kam die Verknappung indeſſen nicht ſehr
weſentlich zum Ausdruck, vielmehr bewegte ſich der Satz zwiſchen
4 und 4,25 Proz. Durch die Verhältniſſe am Tagesgeldmarkt wurde
auch der Wechſelmarkt beeinflußt: obwohl Wechſel zu 4½ Prozent
eher geſucht waren, kann man doch von keiner großen Kaufneigung
ſprechen. Das Geſchäft in Privatdiskonten lag ſehr ſtill bei einem
unvereänderten Satz von 4½ bis 4½/1 Prozent. Der Umſatz in
Reichsſchatzwechſeln — zum Privatdiskontſatz — und in
Reichsſchatz=
anweiſungen — zu 5½ Prozent — hielt ſich in mäßigen Grenzen.
Monatsgeld lag unverändert; neue Umſätze waren kaum zu
ver=
zeichnen: Prolongationen erfolgten zum Satze von 5½—5½ Proz.
Auf dem internationalen Deviſenmarkt hat die Schwäche des
engliſchen Pfundes aus markttechniſchen Gründen unter kleinen
Schwankungen angehalten. Die Norddeviſen waren den gleichen
Veränderungen unterworfen; unter ihnen hat die däniſche Krone
die größte Abſchwächung erfahren. Der Dollar tendierte leicht nach
unten, während ſich der franzöſiſche Fr. gegen Ende der Woche
etwas befeſtigte. Der Gulden hat ſeinen Kursgewinn der
Vor=
woche behauptet, und auch der Schweizer Fr. lag etwas feſter. Von
Exoten hat der Yen eine ſtarke Kurseinbuße erlitten, was u. a. auf
die Diskontſenkung der Bank von Japan zurückgeführt. wird. Die
Reichsmark lag im Auslande weiterhin ſtark über der inländiſchen
Parität, ſtellenweiſe waren Kurſe von unter 4,20 RM. pro Dollar
zu hören.
Berliner und Frankfurker Effekfenbörſe.
Bis kurz vor Feſtſetzung der erſten Kurſe hatte man an der
Berliner Börſe trotz der Kursverluſte an der New Yorker Börſe
mit einer ziemlich widerſtandsfähigen Tendenz gerechnet, da
ein=
mal die innerpolitiſche Situation nicht ungünſtig beurteilt wurde,
zum anderen die weiter eingetretene Gelderleichterung anregte.
Auch rechnete man mit kleinen Rückkäufen der Börſe, die vorgeſtern
in ſtärkerem Umfange realiſiert hatte. Da aber bis um 11 Uhr der
Ordereingang bei den Banken nur ſehr ſpärlich war und auch ſonſt
Anregungen beſonderer Art, (die Auslandsbörſen ſind zum Teil
geſchloſſen) nicht vorlagen, zeigte die offizielle Eröffnung unſichere
und meiſt ſehr ſchwächere Tendenz. Spezialwerte, wie einige
Mon=
tanpapiere und Rheiniſche Braunkohlen, Weſteregeln, Autoaktien,
Feldmühle, Dortmunder Union und Polyphon eröffneten zwar bis
zu 1 Prozent feſter, das Gros der Papiere büßte aber bis zu 0,75
Proz. ein, und Werte wie Bank Elektriſcher Werte, Jul. Berger,
Stöhr, Gebr. Junghans, Linoleum=Aktien, Geſfürel und H.E.W.
büßten bis zu 1,5 Prozent ein. Auch Schiffahrtsaktien lagen weiter
im Angebot. Ungünſtige Nachrichten über die Geſchäftsentwicklung
im Aku=Glanzſtoffkonzern beeinflußten die Kunſtſeidenwerte, von
denen Aku im Verlauf weiter rückgängig waren. Am Rentenmarkt
war eine zuverläſſige Tendenz zunächſt nicht erkennbar. Deutſche
Anleihen, Reichsbahnvorzugsaktien und
Reichsſchuldbuchforderun=
gen neigten aber eher zur Schwäche; ebenſo lagen die Kurſe der
variabel gehandelten Induſtrieobligationen, ſoweit ſie ſchon
zu=
ſtandekamen, etwas niedriger. Auslandsrenten zeigten allgemein
nur geringe Veränderungen. Das Intereſſe für ungariſche
Gold=
rente hielt an. Auch im Verlaufe blieb es recht ſtill. Nur für
Spezialwerte, beſonders für einige Montanpapiere und die in
Ber=
lin gehandelten Kolonialwerte, macht ſich Intereſſe bemerkbar.
Die Frankfurter Börſe lag zum Wochenſchluß allgemein
ſchwächer, die Kuliſſe nahm verſchiedentlich Abgaben vor und
Re=
aliſationen, zumal auch die letzten New Yorker Kurſe allgemein
ſchwächer waren. Das Publikum iſt mit Orders kaum am Markt,
ſo daß die Spekulationsabgaben auf wenig Kaufneigung ſtoßen und
infolgedeſſen Verluſte bis teilweiſe 1 Prozent und darüber
herbei=
führte. Eine Ausnahme machten nur Montanaktien, die weiter
gefragt waren und teilweiſe noch anzogen. So gewannen
Rhein=
ſtahl 0,5, Stahlverein 0.25 Prozent, Phönix waren zu behaupteten
Kurſen geſucht, auch Gelſenkirchen gut gehalten. Nur Buderus ein
Prozent ſchwächer. Am Elektromarkt waren ſtärkere
Abſchwächun=
gen zu verzeichnen, ſo verloren Siemens und Lahmeyer je 1,5
Pro=
zent, Schuckert 0,5, AEG. 0,75 Proz. Nur Licht u. Kraft behauptet
und Geſfürel ſogar 0,25 Proz. höher. Am Chemiemarkt waren JG.
Farbeninduſtrie zu Beginn bei 90,5 geſprochen, doch ſenkte ſich der
Kurs bald auf 90 Prozent. Von den übrigen Chemiewerten
ver=
loren Scheideanſtalt 0,5 Erdöl 0,75 Proz. Kunſtſeideaktien ruhig.
Am Zellſtoffmarkt Waldhof 0.25 Proz ſchwächer Schiffahrtsaktien
½—½ Prozent nachgebend. Kaliwerte ruhig. Von Einzelwerten
waren Holzmann zu Beginn noch 1 Prozent höher. Dagegen lagen
Metallgeſellſchaft 0,5. Conti Gummi 0,75 Proz. niedriger. Deutſche
Linoleum waren behauptet. Der Renten= und Anleihemarkt lag
gleichfalls vollkommen ruhig bei nachgebenden Kurſen. Altbeſitz
waren 0,75, Neubeſitz ½ niedriger angeboten. Nur ſpäte
Schuld=
buchforderungen hörte man bei 58,25. Im Verlaufe blieb das
Börſengeſchäft klein. Die Kurſe bröckelten eher weiter ab.
Tages=
geld unverändert 4.25 Prozent. Die Nachbörſe war matt. Farben
nannte man 89½ Prozent.
Die Krafffahrzeugprodukkion im Juni und im erſten
Halbjahr 1932.
Im Juni 1932 ſind in den meiſten Zweigen der
Kraftfahrzeug=
induſtrie Produktion und Abſatz gegenüber dem Vormonat
ſaiſon=
mäßig etwas zurückgegangen. Das Ergebnis des erſten Halbjahrs
1932 zeigte im Vergleich zu 1931 laut „Wirtſchaft und Statiſtik”
eine weitere außerordentliche Schrumpfung des
Produktionsvolu=
mens. Gegenüber der gleichen Vorjahreszeit iſt die Produktion
der Laſtkraftwagen weit über die Hälfte, die der
Perſonenkraft=
wagen um etwa 40 Prozent vermindert worden. In der
Kraft=
radinduſtrie hat ſich die Produktion der ſteuerfreien
Kleinkraft=
räder nahezu auf dem Vorjahresſtande gehalten, während die
Her=
ſtellung der Großkrafträder um rund die Hälfte geſunken iſt. Der
Inlandsabſatz an Kraftwagen iſt ſeit 1930 noch ſtärker als die
Produktion zurückgegangen, während die Ausfuhr eine
beträcht=
liche Erhöhung aufzuweiſen hat. Die Ausfuhr hat ſich
verhält=
nismäßig günſtig entwickelt. Ihr Anteil am Geſamtumſatz von
Perſonenkraftwagen betrug faſt ein Fünftel, an dem der
Laſtkraft=
wagen nahezu ein Viertel. Die Kraftradausfuhr erreichte
dem=
ggegenüber nur rund-6. Prozent der Produktion.
Bom ſüddeukſchen Eiſellnkättt.
Die jugoſlawiſche Union=Bank iſt geſtern um Gewährung des
ſtaatlichen Moratoriums für die Einlagen der Bank im Sinne des
§ 5 des neuen Moratoriumsgeſetzes der Finanzwirtſchaft
nachge=
ſucht. Die Leitung der Bank erklärt, daß das Inſtitut durchaus
aktiv ſei und nur infolge der im letzten Jahre erfolgten Abhebung
von 500 Millionen Dinar illiquid geworden iſt. Gegenwärtig
be=
finden ſich noch Einlagen in Höhe von 35 Millionen und
Kontokor=
rentguthaben von 120 Millionen Dinar bei der Bank, deren A. K.
180 Millionen Dinar beträgt. Das Inſtitut iſt im Jahre 1929
durch den Zuſammenſchluß mehrerer Mittelhanken geſchaffen
wor=
den. Der Paragraph 5 des Moratoriumsgeſetzes beſtimmt, daß an
die Spitze eines Geldinſtituts, das infolge der Wirtſchaftskriſe in
Bedrängnis geraten iſt, ein ſtaatlicher Kommiſſar treten kann, der
die Rückzahlung der Einlagen regelt, ſofern die Aktiven des
Inſti=
tuts die Paſſiven überſteigen.
Das Geſamtbild, das der ſüddeutſche Eiſenmarkt in den letzten
Wochen bot, iſt unverändert ruhig geblieben. Die
Kreditſchwierig=
keiten, die die Durchführung größerer Bauobjekte verhinderten,
ließen die Abſatzmöglichkeiten fur Form =und Moniereiſen weiter
zurückgehen. Im einzelnen konnten die wenigen großen
Spezifika=
tionen prompt durch Lieferung ab Saar und Luremburger Werke
erledigt werden, während kleine Poſten erſt durch Lagerlieferung
effektuiert wurden. Die ſaiſonmäßige Belebung, die in kleinexem
Umfange vorhanden war, bleibt bedeutend hinter der des
Vorjah=
res zurück. Auffallend iſt der geringe Bedarf der verarbeitden
Induſtrie, die infolge von Abſatzſchwierigkeiten vielfach zu weiteren
Betriehseinſchränkungen oder gar Stillegungen geſchritten ſind.
Am lebhafteſten zeigt ſich noch der Sagreiſenmarkt, da die
Spezifi=
kationseingänge von Händlerſeite noch verhältnismäßig groß ſind.
Dagegen werden Neukäufe nach wie vor nur vereinzelt getätigt, da
die ungewiſſe politiſche und wirtſchaftliche Lage eine Dispoſition
auf längere Sicht nicht geſtattet. Ueberhaupt zeigt der Markt eine
durchaus abwartende Tendenz, die durch den bevorſtehenden Herbſt
noch verſtärkt wird.
Witiſchaftlich2 Rundſchau.
Die Inderziffer der Großhandelspreiſe vom 17. Auguſt. Die
vom Statiſtiſchen Reichsamt für den 17. Auguſt berechnete
Groß=
handelsindexziffer iſt mit 95,0 gegenüber der Vorwoche um 0,8 v.H
zurückgegangen. Die Indexziffern der Hauptgruppen lauten:
Agrarſtoffe 89,8 (minus 2,5 v. H.), Kolonialwaren 83, 4 (minus 0,1
v. H.), induſtrielle Rohſtoffe und Halbwaren 87,6 (plus 0,1 v. H.),
induſtrielle Fertigwaren 115.7 (minus 0,3 v. H.).
Freigabe von Altguthaben für ausländiſche Einkäufer der
Leip=
ziger Herbſtfeſſe. Auf Antrag des Leipziger Meßamtes hat ſich das
Reichswirtſchaftsminiſterium bereit erklärt, ausländiſchen
Be=
ſuchern, die auf der vom 28 Auguſt bis 1. September ſtattfindenden
Leipziger Herbſtmeſſe an Leipziger Meßausſteller Aufträge
ertei=
len, auf Antrag bis zu 30 Prozent des Rechnungsbetrages ihrer
Einkäufe auf der Leipziger Herbſtmeſſe zu Laſten ihres
Altgut=
habens freizugeben.
Südweſtdeutſche Möbelmeſſe in Frankfurt a. M. Die
Südweſt=
deutſche Möbelmeſſe findet auch in dieſem Jahre in der Zeit vom
18.—21. September in den Hauptgebäuden des Meſſegeländes der
„Feſthalle” und dem „Haus der Moden” ſtatt. Die Zahl der
Aus=
ſteller und die belegte Fläche bewegen ſich im Rahmen der
Möbel=
meſſe 1930. Trotz ſchwerſter Wirtſchaftsdepreſſion kann alſo mit
Recht von einer ſehr guten Beſchickung geſprochen werden. Die
prozentuale Beteiligung aus den verſchiedenſten
Produktionsgebie=
ten nach dem derzeitigen Stand der Anmeldungen ergibt ſich aus
folgender Aufſtellung: Süddeutſchland 21 Proz., Heſſen und Heſſen=
Naſſau 31 Proz., Rheinland 9 Proz., Weſtfalen und Lippe 12
Pro=
zent, Thüringen 16 Proz., Nord= und Oſtdeutſchland 10 Prozent,
Ausland 1 Prozent.
Glanzſtoff=Aku. Ueber die Entwicklung beim Glanzſtoff=Aku=
Konzern in dem bisher verfloſſenen Teil des Geſchäftsjahres 1932
wird gemeldet, daß ſich der Ende des Vorjahres einſetzened
Abſatz=
rückgang infolge der weſentlichen Erſchwerung des Exportgeſchäfts
namentlich auch bei der Kunſtſeide verarbeitenden Induſtrie,
fort=
geſetzt hat. Während noch i. V. ſowohl bei Aku, als auch bei
Glanzſtoff der Kunſtſeidenabſatz einige Prozent höher war als im.
Jahre 1930, iſt in dieſem Jahre der Abſatz bei den Vereinigten
Glanzſtoff=Fabriken um annähernd 20 Prozent zurückgegangen. Bei
der Aku war der Export bisher relativ befriedigend, dagegen
zeigte der Durchſchnittsexportpreis ſeit Januar 1932 einen
Rück=
gang von 2,23 holl. Gulden auf 1.93 holl. Gulden im Juni 1932.
Beim Vergleich der Abſatzziffern mit dem Vorjahre iſt allerdings
zu berückſichtigen, daß im Zuſammenhang mit der Errichtung des
Viskoſe=Seide=Syndikats während der Sommermonate 1931 in
Deutſchland eine beſonders ſtarke Belebung des Kunſtſeidengeſchäfts
zu verzeichnen war. Infolge der unbefriedigenden Entwicklung
mußte bekanntlich das Werk Elſterberg der Vereinigten Glanzſtoff=
Fabriken vorläufig ſtillgelegt werden. Weitere Stillegungen
(Kelſterbach) ſind beabſichtigt, doch hofft man, dieſe Stillegung zu
vermeiden, da der Abſatz in letzter Zeit wieder etwas beſſer
ge=
worden iſt. Wieweit es möglich ſein wird, durch die ergriffenen
Sparmaßnahmen den Abſatzverluſt auszugleichen, läßt ſich natur=
gemäß bis heute noch nicht überſehen.
Im Juli 1932 ſind in den deutſchen Zuckerfab
Doppelzentner Rohzucker und 20 976 Doppelzentner
zucker verarbeitet worden, gegenüber 318 732 Doppelle
zucker und 31 683 Doppelzentner Verbrauchszucker im
Gewonnen wurden im Juli 9503 Doppelztr. Rohzucke
Doppelztr. Verbrauchszucker, gegenüber 17 871 Dou
zucker und 358 070 Doppelzentner Verbrauchszucker im
In dem Zeitraum vom 1. September 1931 bis
ſtellte ſich die Rohzuckerverarbeitung auf 1940 68
(1. 9. 1930 bis 31. 7. 1931: 11 935 036 Doppelztr.), die
zuckerverarbeitung auf 284 000 (289 551) Doppelztr.
brauchszuckergewinnung auf 13 215 527 (18 472814
In den freien Verkehr übergeführt wurden im Jul
pelztr. Rohzucker und 1 634 554 Doppelztr Verbrauc
genüber 1068 Doppelztr. Rohzucker und 1 226 585 Dc
brauchszucker im Juni 1932, bzw. 660 Doppelzentner S
976 759 Doppelztr. Verbrauchszucker im Juli 1931.
raum vom 1. September 1931 bis 31. Juli 1932 w.
freien Verkehr übergeführt 19 456 Doppelztr Ru
11681 321 Doppelztr. Verbrauchszucker (1. 9 1930 bi=
16 542 Doppelztr. Rohzucker und 13 970 399 Doppelztr
zucker). Hierauf entfielen im Juli 34.37 Mill. RM.
gegenüber 25.79 Mill. RM. im Juni und 19.88
Juli 1931. (1. 9. 1931 bis 31. 7 1932: 245.68 Mill. RM
bis 31. 7. 1931: 162.40 Mill. RM.)
Steuerfrei abgelaſſen (ausgeführt) wurde im Jal
zucker, dagegen 48 490 Doppelztr. Verbrauchszucke,
11804 Doppelztr. Verbrauchszucker, aber kein Rohzu
bzw. 179 335 Doppelztr. Rohzucker und 172838 Do=n
brauchszucker im Juli 1931 (1. 9. 1931 bis 31. 7. 131
Doppelztr. Rohzucker und 370 107 Doppelztr. Verbraugh
gegen 1. 9. 1930 bis 31. 7 1931: 1938 463 Doppelstl
und 1 115 616 Doppelztr. Verbrauchszucker) Die Ge
lung in Rohzuckerwert berechnet betrug im Juli 33 40)
vom 1. 9 1931 bis 31. 7. 1932: 15 944 583 Doppelztr.
1. 9. 1930 bis 31. 7. 1931: 25 399 093 Doppelzentner.
Produktenmärkte.
Mainzer Produktenbericht vom 20. Auguſt.
Groß=
per 100 Kilo loko Mainz in RM.: Weizen 20,50—21
bis 16,50, Hafer 14—16, Induſtriegerſte 16,50—16.75.
15,75—16,25, Malzkeime 11—12, Südd. Weizenmehl
35,85, Roggenmehl. 60prozent. 25,50—26. Feine Wei
Grobe Weizenkleie 10,00, Roggenkleie 9—9,50, Biem
Erdnußkuchen 13—13,50, Kokoskuchen 11,50—16, Palm
9,25 Rapskuchen 9.25—9,50, Soyaſchrot 11,50—11,
ſchnitzel 9,50—9,75. Tendenz: rückgängig.
i. Weinheimer Obſtgroßmarkt vom 19. Aug. Auu
heimer Obſtgroßmarkt wurden heute pro Pfund folger
zahlt: „Pfirſiche erſte Sorte 20—26, desgl. zweite S
Mirabellen 10—20, Reineklauden 4—10. Zwetſchen
erſter Sorte 6—12, desgl. zweiter Soxte 4—5, Falläv
erſter Sorte 13—19, desgl. zweiter Sorter 5—12, T
Bohnen 2—7 Pfg. Anfuhr und Nachfrage ſehr gut.
Frankfurter Eiergroßhandelspreiſe. Bei weiterhi
gen Zufuhren nahm das Geſchäft in der abgelaufenen
beſſeren Verlauf. Sowohl vom Großhandel als auch
handel wurden größere Partien aus dem Markt genor
die Läger ziemlich geräumt waren. Die Preiſe haben.
Befeſtigung um durchſchnittlich 0,5 Pfg. erfahren. Es
Pfg. pro Stück ab loko Frankfurt a. M.: Bulgaren 6.
mänen 6,25—6,50, Ruſſen 6—6,50. Holländer 7—9,
Flandern 7 25—7.50, deutſche Landeier 7—7,50, deutſcr
je nach Größe 7,25—9.
Frankfurter Buttergroßhandelspreiſe. Die große Ht
der ganzen Woche hat auf den Butterabſatz einen ſehr=u
Verlauf genommen, ſo daß meiſt große Ueberſtände venlt
obwohl die Anlieferungen an und für ſich ziemlich k
Die Preiſe blieben unverändert, teilweiſe konnten ſie
höhen. Die Verkaufspreiſe des Großhandels lauten (in
Holländer 126—130, deutſche Butter erſte Qualitäten 19
1 Weinheimer Schweinemarkt vom 20. Aug. Zuge
375 Stück. verkauft wurden 312 Tiere, und zwar Milch
Stück zu 7—10, Läufer das Stück zu 12—30 Mark. M.
gut.
Berliner Kursbericht
vom 20. Auguſt 1932
Deviſenmu
vom 20. Auzuff
Vert, Handels.Geſ.
Deutſche Bank u.
Disconto=Geſ.
Dresdner Ban=
Hapag
Hanſa Dampfſch.
Nordb. Llohd
A. E. G.
Bahr. Motorenw.
. P. Bemberg.
Bergmann Elettr.
Berl. Maſch.=Bau
Conti=Gummi
Deutſche Cont. Gas
Ment
75.—
61.75
15. —
16.
34.375
48.50
38.25
18.375
90.—
88.75
Mieſee
Eleitr. Lieferung
F. G. Farben
Gelſ. Bergw.
Beſ.felektr.Uncern
Harpener Bergbau
boeſch Eiſen u.
Köin=Neueſſen
Phil. Holzmann
Kali Aſchersleben
Rlöchnerwerke
Mannesm. Röhr.
Maſch.=Bau=Untn.
Oberſchleſ. Koksw.
Orenſtein & Koppe
Meet
67.53
8).375
33.23
65.625
62.73
31.125
47.—
99.—
23.375
45.
27.375
35.75
23.123
Me
Rütgerswerke
Salzdetfurth Kalt
Leonh. Tietz
Verein. Stahlwerke
Weſteregeln Alkali 11
Ayzb.=Nnrb. Maſch
Baſalt Lin;
Zerl. Karlzr. Ino.
Hirſch Kupfer
ſohenlohe-Werte
Lindes Eismaſh.
Bogel Telegr. Draht
Wanderer=Werke
Re
37.375
174.—
44.—
16.375
103.5)
29.75
15.—
39.125
10.—
71.
19.50
26.25
Helſingzor=
Wien
Brag
Budapeſ
Sofig.
Holland
Oslo
Lopenhagen
Stockholm.
London
Zuenos-Aires
New Yort
Belgien
Ftalien
Baris
Vährung
100 finn. Mi.
100 S hilling
100 Eih. Rr.
100 Ben13
19) Leva
100 Bulden
10) Kronen
100 Kronen
00 Kronen
s. Stn.
Pav. Beio
1 Dollir
100 Belza
100 Lire
00 Francs
Be N.
8.284
51,95
2.485
3.057
162.77
13.13
T7.82
74.92
14.51
0.873
4.259
53.40
21.59
13.505
Je
6.29-
52,03
12.48
3.33
170.12
3.27
77.98
75.08
14.35
2.88
4:217
53.52
21.63
18.545
S hwei,
Spanien
Danjig.
Fapan
Rio de Fanerrolt
Zu voilawien
Portugal
Athen
Fſtambu
Kriro
.
Kanaog
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100 Gulden
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1 Müreis
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Frankfurter Kursbericht vom 20. Auguſt 1932.
680 Dtſch Reichsun!
„ „v.27
5½%Intern.
69Baden .......
6% Bayern ....."
6% Heſſen.......
6% Preuß. Staat
69 Sachſen
Diſche. Anl. Auslo
ungsſch. 4.
Ab=
löſungsanl.
Dtſche. Anl. Ablö
ſungsſch. (Neub.)
Deutſche
Schuszge=
bietsanleihe ...
6%Baden=Baden
6%Berlin. ..b. 24
6% Darmſtadt . .
68 Dresden v. 26
820 Frankfurt a.M.
Schätze v.29
6% „ v. 26
6% Mainz.......
6% Mannheimv. 27
6%München v. 29
6% Wiesbaden v.28
6% Heſi. Landesbt.
6% „ Golbobligl
5½% Heſſ. Lds.
Hyp.=Bk.=Liquid.
4½4% Kom.=Obl.
6% Preuß. Lbs.,
pfbr.=Anſt. G. Pf.
6% „ Goldoblig
Me
60.5
63
63
58
59
481),
5.4
371,
45
68.5
He
Vie H
Bk. Girozentr. für
Heſſen Goldobl.
6% Kaſſeler Land. Goldpfbr..
6% Naſi. Landesbr.
5½% Liqu. Obl
Dt. Komm.
Sam=
mel=Ablöſ.-Anl.
* AuslSer.
„Ser. II
Di. Komm. Samm.=
Abl. (Neubeſitz)..
47.25
73),
6% Berl. Hyp.Br.
5½%n Ligu.=Pfbr.
6% Frrf. Hyp.=Bf..
5½% Lig. Pfbr.
6% Goldoblig.
62o
Pfbr.=Bk.
5½0
Liau
6% Mein. Hyp.=Bk.)
5½% „ Lig. Pfbr.,
6% Pfälz.Hyp.=Bi.
5½% — Lig.Pfbr)
6% Rhein. Hyp. Bk.
51/,% „Lig. Pfbr.
6% „ Goldoblig.
6% Südd. Bod.=
Cred.=Bank..."
51/,% „ Lig. Pfbr
6% Württ. Hhp.=B.
6%Daimler=Benz
6%0 Dt. Linol. Werkel
6%Mainkrw. v. 26
28Mittelb, Stahl.
Oan Huet
68
70.25
69.5
77.5
s6
69.75
n971,
70.75
71
80.5
n0
78
58.5
71.5
80
72.5
Rie
Aed e
JF. G. Farben Bondsl 90.25
6% Bosn. L.E.3
L. Inveſt.
5% Bulg. Tab. v.02
4/,% Oſt. Schätzel
42 Oſt. Goldrente
5% vereinh. Rumän
41/,%0
42
42 Türk. Admin.
4% „ 1. Bagdadl
48 „ Zollanl.
41/.% Ungarn 1913
41s9
1914
Goldr
4%
1910
Artfe
Aig. Kunſtzüide Unte
A. E. G. ......."
Andrege Noris Zahnl
Aichaffba. Brauerei
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Bemberg, J. P...
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J. G. Chemie, Baſel125.5
Chem.Berke Albert)
Chade .........."!
Contin. Gummiw
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Daimler=Benz..."
Dt. Atl. Zelegr. .
„ Ervr.......
4.9
10.5
12.25
10
5.3
4ſ.
6.475
MMddice
cheide=Anſtalt 137.5 Laurahütte ...."
42.5
34.5
22.75
37.75
24
33
46.25
36
90.5
17.5
86.5
73.5
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1771.
26
69
18
89.9
31
661.
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57.5
40
9.5
58
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199
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168.5
77.75
45
32.5
26.5
19
180
72.75
35.5
173
18!
133
131
57.75
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Zellſtoff Wala=
Mer-
rite
ſond
Allg. Dt. Ereb
Badiſche Bam
Bk. f. Brauir.
BarmerBantru)
Bayer. Gyp.
Berl. bander
öypor:
som m. u. P— 1
Darmſt. u. Nc
Dt. Ban! ung:
Di. Eff. u. WS.
Dresdner Bar:
Frankf. Van!
Oyp.=Banz
Mein. Hyp. Bc
Pfälz. Hyp..E
Reichsban =Ar I
Rhein. Hyp.=*
Südd. Boo.,2
Württb. Note
A.-0. ſ. Berte
Alig. Lokalb. :
7% Dt. ReichsE.
Hapag.
Nordd. Liohd—
Südo. Eiſenb—
Allianz. u. S:
Verſicherun
.. Berein.
FrankonaRück. 4
Mannh. Verſite
Otavi Minen.
[ ← ][ ][ → ]val
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Hes e
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ustuch. 2 St
21. Auguſt 1932
Hnch
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
46
a.da Sie verhelratef sind-a
Roman von Alfred Carl.
zmbe vorhin mit Lord Montagu telephoniert.
Natür=
iFte ſich der Mann in Höflichkeit. Gewiß, er würde
Hen, wenn Lee am Sonntag für ihn reiten könnte.
wäre natürlich Sache des Jockeis, der müßte
ſelbſt=
z wiſſen, was er zu tun hätte. Er, der Lord, könnte
erer zu dem einen noch zu dem anderen veranlaſſen,
” ja nicht ſein Patron. Er würde ſich völlig neutral
umd überließe es mir durchaus, auf Lee einzuwirken.
ales, Herr Ott.”
Unverſchämtheit, Herr Konſul! Einer ſchiebt alſo
er vor!“
iEenbar eine abgekartete Geſchichte. Immerhin nehme
e: morgen noch einmal energiſch vor — er ſoll um
r im Hotel ſein.”
dann, Herr Konſul?"
ſildt zuckt mißgeſtimmt die Achſeln. „Schwer zu
r. Ott — reden wir jetzt nicht mehr davon; ich
ve Gattin möchte zum Eſſen bitten. Wirklich reizend
u beiden, daß Sie mir dieſen Gaſt teilweiſe ab=
Tafel führt Rallnik das große Wort. Er hört ſich
ecn reden, ſpricht viel und unnötig laut und bringt
dbatten über die Ihlenfeldtſchen Pferde einen ganz
Gt auf Beate aus dem Stegreif zuſtande.
„Sonnenkönig” iſt er des Lobes voll, und am Aus=
„Großen Preiſes” gibt es auch für ihn keinen
ſwärde das Rennen, weiß Gott, ſelbſt gern gewinnen,
Auk. Aber dazu müßte ich „Sonnenkönig” im Stall
1 „Agamemnon”
ächſten Jahr ſieht es wahrſcheinlich anders aus, Herr
ſich, gewiß — aber das iſt ein ſchlechter Troſt.
Herr Konſul, wie hoch würden Sie „Sonnenkönig” —
ger, Sie wollten ihn verſteigern laſſen — eigentlich
Ihre Taxe würde mich ſehr intereſſieren.”
½Herr überlegt einen Augenblick. „Er wird zwei,
t noch recht nützlich ſein und gewinnt ſicher noch
ver=
bgroße Rennen. „Sonnenkönig” hat nach meiner
mauch mit ſechs Jahren noch einen Wert von rund
ſend Mark.”
(Nachdruck verboten.)
Rallnik greift mit einer Bewegung, die halb ſcherzhaft
wir=
ken ſoll, nach der Bruſttaſche. „Ein Preis, der mir beſtimmt
nicht zu hoch wäre, Herr Konſul!”
Ihlenfeldt lächelt leiſe. „Vielen Dank — ich habe ja gar
nicht die Abſicht.
Aber Leo Rallnik iſt alles andere als ein ungewandter
Kaufmann. „Für mich hätte „Sonnenkönig” ſogar einen Wert
von einhundertfünfundzwanzigtauſend Mark.”
„Unter Umſtänden nicht einmal zuviel".
„Nein — wäre es mir wenigſtens auf keinen Fall.”
Ihlenfeldt lächelt wieder verbindlich, ſieht aber diesmal
von einer Antwort ab.
Der andere läßt noch immer nicht locker. „Wenn man die
ausſichtsreiche Nennung im „Großen Preis” berückſichtigt —
das Rennen iſt ja hoch dotiert — könnte man ſogar
hundert=
undvierzigtauſend Mark anlegen.”
„Das wäre wohl doch ſchon ein Liebhaberpreis, Herr
Rall=
nik”, verſucht Lutz ablenkend einzugreifen.
„Dieſer Liebhaber ſitzt hier vor Ihnen, Herr Ott.”
Ihlenfeldt will das nutzlofe Hin und Her jetzt endgültig
beenden. „Ihre Paſſion veranlaßt Sie zu dieſer großzügigen
Schätzung — aber Sie werden ſicher verſtehen, daß mir fünf
Tage vor dem „Großen Preis” kein Angebot verlockend genug
ſein kann.”
Der Konſul lenkt nach der höflichen Abfuhr das Geſpräch
auf die Pferde ſeines Konkurrenten und ſorgt dafür, daß dies
Thema bis zum Ende der Tafel nicht gewechſelt wird. Rallnik
kommt auch nicht mehr auf „Sonnenkönig” zurück.
Nach dem Eſſen unterhält man ſich im Nebenzimmer in
etwas gezwungener Stimmung. Der Konſul und Lutz wollen
nicht nur von Pferden, Rennen und Wetten ſprechen — aber ſie
wiſſen auch nicht recht, was man ſonſt mit Rallnik
an=
fangen ſoll.
Rallnik verſteht es jedoch mit viel Geſchick, ſelbſt für ſeine
Unterhaltung zu ſorgen. Als leidenſchaftlicher Spieler lenkt
er das Geſpräch von Rennwetten auf Roulette und Karten. Die
erſte günſtige Gelegenheit benutzt er dann dazu, eine
Poker=
partie anzuregen. Daß die Zuſtimmung jede Begeiſterung für
den Vorſchlag vermiſſen läßt, ſcheint ihn nicht weiter zu ſtören.
Es ſtellt ſich heraus, daß außer dem Konſul und Lutz, die
Nr. 232 — Seite 11
das Spiel beherrſchen, nur noch Beate eine Vorſtellung von
ſeinen Grundzügen hat.
Für Dorrit und Herder iſt das ſchwierige Haſardſpiel ein
Buch mit ſieben Siegeln. Alſo verſuchen es die anderen
ihrer=
wegen noch mit ein paar ſchwachen Einwänden.
„Nein, bitte — nehmen Sie keine Rückſicht auf mich!” wehrt
Herder voll höflichen Eifers ab.
„Wir unterhalten uns über die Forſchungen des Herrn
Doktors!” ruft Dorrit nicht minder angelegentlich.
Es bilden ſich zwei Gruppen: Am Mitteltiſch kommt die
Pokerpartie in Gang, Dorrit und der Doktor ziehen ſich in
Klubſeſſel vor den Kamin zurück.
Rallnik ſpielt hitzig und rückſichtslos. Er hält auf raſches,
anſtrengendes Tempo und treibt die Einſätze hoch, Schon nach
einer halben Stunde ſpielen der Konſul und Lutz in
ſtillſchwei=
gender Uebereinſtimmung ſo, daß Beate die Nerven nicht
ver=
liert und gegen Rallnik zur Not beſtehen kann. Man ſieht ihren
Zügen die Anſpannung an; ihre Hände zittern ein wenig, wenn
ſie die Karten austeilen muß.
Es wird im Zimmer nur halblaut geſprochen. Rallnik
be=
herrſcht immerhin die Formen eines äußerlich gut erzogenen
Spielers und unterdrückt wie die anderen beim Anſagen ſein
lautes Organ. Am Kamin unterhält man ſich in gedämpftem
Ton, um die Partie nicht zu ſtören. Der Diener iſt gut geſchult
und hantiert aufmerkſam und lautlos; Beate braucht ſich nicht
um ihn zu kümmern.
„Wird Ihnen das Zuſehen auf die Dauer nicht doch zu
eintönig, Herr Doktor?” fragte Ihlenfeldt einmal. Beates wegen
möchte er das Spiel ſobald wie möglich abbrechen.
„Durchaus nicht!” antworten Dorrit und Herder wie aus
einem Munde. Mit erſtem, flüchtigen Erſtaunen ſieht Beate zum
Kamin hinüber ..
Lutz fängt den Blick auf. Bald darauf den zweiten, den
dritten ..
Beate wird jetzt zuſehends nervöſer, macht hie und da einen
Schnitzer. Dann einen böſen Fehler, den ſich Rallnik
ſchonungs=
los zunutze macht.
Kurz darauf gelingt es Lutz, gegen Rallnik zwei große
Schläge zu landen. Die beiden Spiele bedeuten einen
beträcht=
lichen Verluſt.
„Sollte das Glück Sie jetzt verlaſſen?” verſucht Lutz ihn
ab=
zulenken.
„Spielt keine Rolle! Ruhig weiter, Herr Ott!” Rallniks
Kopf iſt beängſtigend rot, ſein Atem geht ſchwer. Man muß ſich
fügen, und das hitzige Spiel geht weiter...
„Die zwanzig und noch zwanzig!” „Die zwanzig und noch
vierzig!” „Sehen!” „Full mit Aſſen!” „Nicht gut — hier iſt
Fluſh!”
(Fortſetzung folgt.)
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[ ← ][ ][ → ]Nummer 34
ſteht. Man nennt ſie — und ſie tun
es unter ſich ſelbſt — kurzweg
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Bevor ſie ihre nächtliche
Wan=
derung antreten, verſammeln ſie ſich
um dieſe Litfaßſäule aller
Litfaß=
ſäulen, die als Muſterſäule
gilt und an der die bevorſtehende
Arbeitsweiſedes Klebens
und der Plakatanordnung
bis ins einzelne demonſtriert wird.
Eine Menge gibt es zu beachten.
Su=
nächſt geben dazu natürlich die
ſo=
genannten „Sehn Gebote der
Ankle=
ber” die Grundlage. Ihre Kenntnis
und das Handeln danach wird für
das Funktionieren vorausgeſetzt, u. a. alſo: Sorgfältiges
Aneinander-
ſetzen der Plakate, gerades, faltenloſes Anbringen, Entfernung der
bgelaufenen Datumplakate, Bevorzugung der Settel amtlichen
In=
halts, der Wahlplakate uſw. Dennoch ſind die einzelnen
Ausführungs=
beſtimmungen durchaus variabel und wechſeln je nach den Ereigniſſen
und nach dem anlaufenden Propagandamaterial. Die Näume der
ſtädti=
ſchen Neklameunternehmungen werden deshalb vor dem Ausrücken
der Klebekolonnen zu regelrechten Unterrichtsräumen. Dann ordnen
die „Schüler” ihre Plakate, holen ihre Klebeutenſilien und verſammeln
ſich auf dem Hofe zur ſtartbereiten Kolonne.
Nächtlicher Start in die Außenbezirke
zweimal vom Nordpol bis zum Südpol reichen würde. Berlin
hat rund 3200 Litfaßſäulen, die im Laufe einer Nacht beklebt
werden müſſen. Man kann ſich vorſtellen, daß das rege und
intereſſante Leben, das ſich hinter ihren Kuliſſen abſpielt, nur
nach dem genauen Einhalten des aufgeſtellten
„Kriegsplanes” funktioniert. Um ſo mehr, als den
Klebern nur die Seit von etwa 11 Uhr abends bis pünktlich
7 Uhr morgens zur Verfügung ſteht. PPunkt 7 Uhr müſſen die
Ankleber aus dem Straßenbild verſchwinden. Es wird
des-
halb in zwei Schichten gearbeitet.
Dieerſte Schicht verſieht ihren Dienſt in den weiten
Außenbezirken und beginnt einige Stunden vor Mitternacht,
die zweite, die die Innenſtadt beſorgt, tritt gegen
Mitter-
nacht an. Die bunten Plakate von geſtern werden mit den
bunten Plakaten von morgen bedeckt, und über Nacht haben
die Straßen der Weltſtadt eine neue Farbe bekommen.
Die Litfaßſäulen, die ſich heute im bunten Kleid der
Pla=
kate präſentieren, die mit ihren neueſten Bekanntmachungen
im gewiſſen Sinne einen Spiegel unſerer jüngſten
Gegenwart darſtellen, führen uns, was ihren
Ur=
ſprung anbetrifft, weit zurück in die „gute alte Seit”.
Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts, im Jahre 1855,
ſtellte der Buchdrucker Ernſt Litfaß in Berlin die
erſten Säulen auf, die bald unter dem Namen ihres
„Erfinders” allgemein bekannt wurden. Man ſchaffte durch
ſie eine Art der Sentraliſierung von Bekanntmachungen, die
einfach und wirkſam war und nicht zuletzt — wie auch heute
noch — deshalb Anklang fand, weil mit dem oft wild
be=
triebenen, verunzierenden Ankleben von Setteln und
Pla=
katen an irgendwelchen markanten Stellen weſentlich
auf=
geräumt wurde. Aus derſelben Seit um 1855 ſtammt alſo auch
der Beruf der Litfaßſäulen=Ankleber, und im Laufe von
rund 80 Jahren hat er ſich mit ſeiner Arbeitstechnik ſo
ent=
wickelt, daß er auch dem ſtarken Anſturm, wie er zum
Bei=
ſpiel vor den Wahlen in Erſcheinung tritt, gerecht wird.
Die erſte Arbeit in der Nacht
ſchtbummler der Großſtadt ſieht ihn ſehr oft, den
nn im weißen Kittel. Mit der Leiter über
er, der Büchſe mit dem langen Pinſel über dem
mit einer Nolle großer Bogen unter dem Arm
urch die Straßen, von einer Litfaßſäule zur ande=
Et eine Schöpfung der Großſtadt, ein Verkünder
men Wortes, ein Ausrufer, der Ereigniſſe, Neuig=
reiende Senſationen, lockende Verheißungen und
hkeiten verkünden hilft: Der Mann, der die
äule beklebt und dazu die Nachtſtunden
iſt hereinbrechendem Morgen wird ſeine Arbeit
Dann erſt fallen einem die bunten großen und
ſakate ins Auge, die wuchtigen Buchſtaben, die
Sortieren der Plakate.
Kurz nach dem Ausrücken, das in Gruppen zu Fuß, per Nad
und oft ſogar auf Motorrädern vor ſich geht, zerſtreuen ſich die
Kolon=
nen. und unter dem Motto „Vereint marſchieren, getrennt kleben”
führt der Weg nach allen Himmelsrichtungen.
Jeder einzelne Mann hat etwa ein Viertelhundert Litfaßſäulen zu
beſorgen. Dazu gehört nicht nur körperlicher Kraftaufwand, ſondern
die Kleber müſſen für die nun beginnende mechaniſche Arbeit des
Pin=
ſelns auch ihre Gedanken beiſammen haben. Hunderte von Plakaten
müſſen ſie von einem Cage auf den anderen kennen lernen und ihren
Inhalt oft von einem Cag auf den anderen wieder aus dem Gedächtnis
— und von der Litfaßſäule ſtreichen. Ein einziger Fehler kann ſehr viel
Aerger hervorrufen, denn er wiederholt ſich ja an einigen Dutzend
Säulen.
Im Verhältnis zu den Millionen Plakaten, die beiſpielsweiſe in
einer Großſtadt wie Berlin verklebt werden, iſt das allerdings ein
Nichts, denn mit der jährlichen Menge der Plakate nur dieſer
Stadt könnte ein Drittel der Erdoberfläche tapeziert werden, oder man
jönnte mit den vielfarbigen Bogen einen Bürgerſteig bekleben, der
er hat ſeine Nummer und holt ſich aus dem
uumerierten Fach ſein Material.
Die letzten Inſtruktionen an der Muſterſäule.
[ ← ][ ][ → ] Karl der Große als Vater der Notverordnungen. — Paſſive Handelsbilanzen im Alterkum.
Auslandsmoratorien im Mittelalter. — Wareninflation vor hundert Jahren.
Noch jede Kriſe fand ihr Ende.
für getan, daß die Handelsbilanz ſich aktiv
ge=
ſtaltete, im Gegenteil, ihre Paſſivität nahm zu,
und von Jahr zu Jahr wuchs der
Einfuhrüber=
ſchuß. Die römiſchen Kaiſer mußten beſondere
Beköſtigungszuſchläge für ihre Söldner
bewilli=
gen, denn in einzelnen Orten des Neiches waren
die Lebensmittelpreiſe ganz verſchieden hoch.
Manche Nevolte iſt darauf zurückzuführen, daß
die Einzeltruppe ſich nicht in einen teureren Ort
verſetzen laſſen wollte. So wurden die Kaiſer
gezwungen, eine Statiſtik der Lebensmittelpreiſe
in den einzelnen Orten zu führen, und es wurde
auch der Verſuch gemacht, die Legionäre, die ſich
ſelbſt beköſtigten, durch Vorzugspreiſe zu
be=
günſtigen.
Die Geſchicte des römiſchen Volkes lieferte
ſchließlich ein typiſches Beiſpiel dafür, welche
Folgen eintreten, wenn man verabſäumt,
recht=
zeitig durch geeignete Maßnahmen eine
Wirt=
ſchaftskataſtrophe aufzuhalten: die ſtändig
paſ=
ſive Handelsbilanz, die ſchlechte Ausnützung der
eigenen Wirtſchaftskräfte verringerten den
Staats= (ſprich: Deviſen=) Schatz von Jahr zu
Jahr und führten auf die Dauer zum
wirtſchaft=
lichen Bankrott.
Niemals darf ein Menſch, ein Volk
wähnen, das Ende ſei gekommen;
Güterverluſt läßt ſich erſetzen, über
anderen Verluſt tröſtet die Seit. Nur
ein Uebel iſt unheilbar: wenn ein
Volk ſich aufgibt. Goethe.
Soweit wir auch im Buch der menſchlichen
Geſchichte zurückblättern, immer wieder ſchlagen
wir Seiten auf, auf denen von ſchwerſter Sorge
und bitterſter Not die Nede iſt. Der zahlenmäßigen
Entwicklung der Menſchheit entſprechend, hat
aber die gegenwärtige Wirtſchaftskriſe, von der
gerade Deutſchland am ſtärkſten betroffen iſt,
kaum ein Beiſpiel zum Vergleich aufzuweiſen,
denn 65 Millionen Menſchen in Not und im
härteſten Kampf um ihr Daſein, in einer
Ab=
hängigkeit von Faktoren, die außerhalb des
eigenen Machtbereichs liegen — eine ſolche
Kataſtrophenzeit iſt in der Cat eine
Errungen=
ſchaft des zwanzigſten Jahrhunderts. Bei ſo
allgemeiner Betrachtung und objektiver
Ein=
ſtellung zur Geſamtentwicklung darf man
frei=
lich nicht überſehen, daß das Schickſal des
Ein=
zelnen auch in früheren Jahrtauſenden ſicher
mindeſtens ſo leidvoll geweſen iſt wie das vieler,
die heute ihr kümmerliches Daſein friſten. Und
darum hat es auch in vergangenen Seiten nicht
an Verſuchen gefehlt, die Not gewaltſam zu
lin=
dern und einer Kataſtropye vorzubeugen. Selbſt
Notverordnungen ſind nicht etwa eine moderne
Erfindung, ſondern haben in der deutſchen
Ge=
ſchichte bereits einmal eine größere Nolle
geſpielt.
kleinen Beiſpiel erkennen. In Prag brachen
Hungerrevolten aus, und die Bäcker trauten
ſich nur, das Brot den Käufern durch ein
ſchmales Fenſter herauszureichen. Kein Geſell
wagte vor die Cür zu gehen, und viele
Bäcke=
reien mußten bewacht werden, damit ſie nicht
erſtürmt wurden. Kaiſer Karl verbot die
Aus=
fuhr von Lebensmitteln aus den Hungergebieten.
Er begnügte ſich aber nicht mit dieſem Verbot,
Spännender als der modernſte
Kriminal=
roman lieſt ſich ein Buch von Ehrenberg über
„Die Weltbörſen und Finanzkriſen des 16.
Jahrhunderts”, Läßt es uns doch miterleben,
wie die europäiſchen Fürſten durch ſtändige
Kreditaufnahmen für die Finanzierung ihrer
Kriege immer mehr in Abhängigkeit von der
Weltfinanz gerieten und ſchließlich, gleichgültig
„Prima attiſches Oel, indiſcher Pfeffer, Schminke aus Aegypten..
Noms Bedarf an ausländiſchen Luxusartikeln und der gleichzeitige Mangel an eigenen
Landes=
produkten waren die Urſache der ernſteſten Wirtſchaftskriſe des Altertums.
Man könnte Karl den Großen als
Erfinder der Notverordnung bezeichnen. Als er
Kaiſer wurde, herrſchte in den verſchiedenen
Ceilen ſeines Reiches Hungersnot, Seuchen
tra=
ten als Folgeerſcheinungen auf, ganze Dörfer
und Städte ſtarben infolge Not und Krankheit
aus. Um gegen dieſe Schrecken anzukämpfen,
ſchuf Karl der Große in Zuſammenarbeit mit
der Kirche das Syſtem der Notverordnungen,
die ſich damals großer Volkstümlichkeit
erfreu=
ten. Seine berühmten „Kapitularien” enthielten
wirtſchaftliche Vorſcriften, die modernen
In=
halts ſind. Obwohl damals der Handel ſich noch
in verhältnismäßig primitiven Formen abſpielte,
gab es bereits eine Schar tüchtiger Spekulanten,
die die Getreidepreiſe in die Höhe trieben und in
Gegenden, die ſelbſt keinen Ueberfluß an
Lebens=
mitteln beſaßen, die letzten Vorräte aufkauften,
um ſie in Gegenden abzutransportieren, in
denen noch höhere Preiſe bezahlt wurden. Die
Verordnungen Karls des Großen galten in
erſter Linie dem Schutz der durch die Hungersnot
Betroffenen.
Wie gefährlich ſich die Situation an
ein=
zelnen Orten oft geſtaltete, kann man an einem
ſondern veranlaßte, daß auf der Frankfurter
Synode ein Preistarif, für Gerſte, Hafer und
Weizen aufgeſtellt wurde, Strenge Strafen
waren dem angedroht, der die „Nichtpreiſe‟
überſchritt. Seine Bäckerei oder ſein geſamtes
Eigentum wurde mit Beſchlag belegt, verkauft,
und der Erlös an die Armen verteilt.
Bemer=
kenswert iſt übrigens, daß ſich auch Kaiſer Karl
gegen die allgemeine Preistendenz nicht voll
durchſetzen konnte, denn in einem ſpäteren Carif
mußte er weſentlich höhere Preiſe angeben als
im vorhergehenden. Als guter Landesvater ging
er ſelbſt mit gutem Beiſpiel voran. Der
Ver=
kauf der Erträgniſſe, die aus ſeinen Gütern
ſtammten, fand zu allerniedrigſten Preiſen ſtatt.
Auch das Nömiſche Kaiſerreich
hatte immer wieder gegen wirtſchaftliche
Schwierigkeiten ankämpfen müſſen, denn die
ungeſunde Agrarpolitik, die Jahrhunderte lang
detrieben worden war, wirkte ſich kataſtrophal
aus. Es fehlte an eigenen Landesprodukten, die
unzulängliche Landwirtſchaft lieferte vor allem
nicht genügend, um Austauſchobjekte gegen die
begehrten Luxusartikel aus Aegypten und
Griechenland einzutauſchen. Um mit einem
modernen Wort zu reden: es wurde nichts da-
ob ſie Sieger oder Beſiegte waren, den
Staats=
bankrott erklären mußten. Selbſt die großen
Silberſchätze, die aus der neuen Welt nach
Spanien kamen, reichten nicht aus, um dieſes.
Land vor dem Bankrott zu ſchützen. Im Jahre
1577 mußten der König von Frankreich und der
König von Spanien ihre Zahlungen einſtellen.
Wieder erinnert eine Maßnahme an die
heu=
tige Seit: der Hauptteil der Schulden, die der
König von Spanien beſaß, war im Ausland bei
privaten Bankiers aufgenommen. Während er
ſich bereit erklärte, den inländiſchen
Sinſen=
dienſt aufrechtzuerhalten, mußten ihm ſeine au
s=
ländiſchen Gläubiger ein
Mora=
torium gewähren, und kurze Seit darauf, um
überhaupt ihre Kapitalien zu retten, ſogar den
Kredit erweitern.
„Entlaſſenes Schiffsvolk und abgedankte
Soldaten vermehren die Klaſſe der Armen.
Wenn die hoffnungsvollen Wanderer ſich nach
den Städten zuſammenhäufen, treffen ſie auf
Maſſen von Arbeitern, die ebenſo elend ſind,
ganz ohne Arbeit oder nur auf Kurzzeit gegen
unzureichenden Lohn beſchäftigt.” So lautet der
Bericht eines Seitgenoſſen über Englands
Und das von Rechts wegen! von Hans Frank.
Sechzehnhundertſechsundſechzig ſollte einer
gehängt werden.
Der war ein windiger Geſell. Allüberall hatte
ein zweiarmiger Wegweiſer vor ihm geſtanden,
linkerhand mit der Aufſchrift: „Warum ich?"
rechterhand: „Warum nur du?‟ Bei allem
Un=
angenehmen, allem Schweren, aller Arbeit las
der Schlaukopf von ſeinem Lebenswegweiſer ab:
„Warum ich?” Und handelte ſtrenge danach.
Bei allem Angenehmen, allem Leichten, aller
Freude hatte die andere Aufſchrift für ihn
Gel=
tung: „Warum nur du?” Und er ließ es ſich mit
Eifer angelegen ſein, ihr zu folgen, ſo oft es
irgend anging. Dreiunddreißig Jahre lang hatte
er ſich mit Nichtstun, mit Mein= und Dein=
Verwechſeln beſſer durch das Leben gebracht als
Hunderttauſende, welche von früh bis ſpät im
Schweiße ihres Angeſichtes ſchuften und keine
Noggenähre mit nach Hauſe nehmen, die nicht
auf ihrem Acker gewachſen iſt.
Da der Uebertüchtige aber in einer
wind=
ſüchtigen Septembernacht vor den Ställen des
Grafen Hohenlohe ſeiner Meinung: „Warum
ſollſt nur du reiten?” durch die Cat Ausdruck
gab, ſich den beſten Nappen des hohen Herrn
klemmte, der ja trotzdem noch viele Dutzend
Beine behielt, die für ihn liefen, während er als
vielgehetzter armer Ceufel höchſt ungerechterweiſe
alles zu Suß abtippeln mußte, wurde er auf dem
Wege, welchen er nachweisbar richtig, die
andern jedoch unzweifelbar falſch nannten,
er=
wiſcht.
Der Graf befahl, daß man den Noßdieb an
einem verläßlichen Aſt der Linde vor ſeinem
Burgtor aufhänge und, ehe man ihn draußen
neben der Mauer verſcharre, zur Warnung acht
Cage und ſieben Nächte lang baumeln laſſe.
Des andern Morgens ſtand eine Leiter am
mächtigſten Aſt der Burgtorlinde. Swei Knechte
des Grafen ſaßen auf dieſem Aſt links und
rechts neben der Schlinge, um dem armen
Sün=
der ohne Vergelts Gott! behilflich zu ſein, falls
ihm beim Umlegen des läuberlich geſchlungenen
hanfenen Kragens die Hände zittern ſollten. Ein
halbhundert hochgereckte Hellebarden erklärten
ſich bereit, ihn aufzufangen, wenn er ſich
ge=
nötigt glaube, zur Erde zu ſpringen oder wenn
unglücklicherweiſe der Strick riſſe, obwohl der
ſtark genug ſein müſſe, einem Sehnzentnerochſen
das Stehen auf der Erde abzunehmen. Was
unten im Dorf Menſchenbeine beſaß, die dem
eigenen Willen botmäßig waren, hatte ſich zur
Burg aufgemacht, um das Schauſpiel zu ſehen,
wie einer ſich benahm, deſſen Füße nicht mehr
auf die Erde herabreichten, ſo heftig er auch
ſeine Sehen nach unten ſtrecken mochte.
Wie nun der windige Spitzbub vor der Leiter
ſtand, die nicht, gleich hundert anderen Leitern,
er an den Baum gelehnt hatte — denn welcher
Sinn lag darin, alldieweil es auf einer Linde
doch keine Früchte zu pflücken gabl — da
er=
blickte er noch einmal den zweiarmigen
Weg=
weiſer, der ihm, bis er der vermaledeiten Burg
des Grafen Hohenlohe anſichtig geworden war,
noch niemals die falſche Nichtung gewieſen
hatte. Und er war der unumſtößlichen Anſicht,
daß mehr als je während ſeines ganzen Lebens
in dieſem Augenblick die Aufſchrift linkerhand
Geltung haben müſſe: „Warum ich?‟ Er rief
alſo den Gaffern, beherzt wie er allezeit geweſen
war, zu: Falls einer bereit ſei, für ihn die
Sproſſen hinaufzuſteigen und an ſeiner Statt
vom Lindenaſt herunter den kleinen Sprung
ab=
wärts zu tun, ſo zahle er ihm auf der Stelle
dreihundert Gulden rheiniſch.
Man lachte. Glaubte, daß der Windbeutel
ſein Worte nicht ernſt meine, daß er nicht drei,
geſchweige den dreihundert Gulden zu eigen
be=
ſitze.
Aber der Verurteilte knöpfte ſeinen Nock
uuf, riß das Futter in Setzen, brachte einen bei
Weglang mitgenommenen Beutel ans
Cages=
licht, ſchwenkte ihn, daß es im Beutelbauch
ver=
heißungsvoll klimperte und rief: „Dreihundert
Gulden dem, der ſich für mich hängen läßt!
Drei — hundert — Gulden!”
Da hielt man es doch für geboten, dem
adeli=
gen Nichter von dem ſonderbaren Handel Kunde
zu bringen.
Und es kam bald danach von ſeiner Burg
herabgeritten der Herr Graf Philipp von
Hohenlohe, Generallieutenant zu Holland,
See=
land und ſo weiter.
„Dreihundert Gulden dem, der ſich für mich
hängen läßt!” rief der zum Strang Verurteilte
von neuem. Nief es über die Köpfe der Menge
weg dem Grafen zu, klimperte ihn mit dem
Beutel an, als ob das der Mann wäre, der
ſeine Stelle unter dem Lindenaſt vertreten
werde.
Wirtſchaftslage im Jahre 18
dem glaubte man zunächſt, daß man
Kriſe wieder ſehr ſchnell herauskomt
ber acht Jahre ſpäter, nach einer Ep
ter Spekulationen, brach Englands
faſt zuſammen, unter ähnlichen Er
wie wir ſie heute erleben. 70
Provi=
krachten innerhalb ſechs Wochen,
Warenlager verloren mehr als 6.
ihres Wertes. Die Direktoren der Bſ
ſuchten zunächſt noch Induſtrie und
ſtützen, aber ſchließlich mußten ſie ai
Kredite zu verlängern, da ſie ſelb
Mittel mehr zur Verfügung hatten.
von England griff ein. Sie ſtellte dre‟
Pfund Sterling gegen Hinterlegung
delswaren zur Verfügung, aber nich
Geratewohl oder zu neuen Spekulati
Die Bank ſandte in alle Ceile des Ti
eidigte Creuhänder, um die neuen
ſchäfte ſelbſt zu überwachen. Dieſe 2
zur Folge, daß das Wirtſchaftsleben
Gang kam, daß gehamſterte Barb
dem Strumpf hervorgeholt wurder
vor allen Dingen wieder Arbeitsm
geſchaffen wurden. In verhältnism
Seit überſtand England dieſe Kriſe —
als es alle Beteiligten ſchließlich erbe
Mit dem Beginn des kapitaliſt 1d
alters ſetzen auch die regelmäßig wi. d
den Wirtſchaftskriſen ein. Die pE.
erzeugte zweifellos die holländiſche Cu
lation. Dieſe Blume wurde zu Anf=
Jahrhunderts in Holland eingeführt
aus lebhafte Nachfrage, die ſie fand,
nicht nur zu einem allgemeinen Ank/
auch zur Schaffung einer beſonderen
der nur dieſe Swiebeln gehandelt w.
Spielart hatte ihren beſonderen P
Holland beteiligte ſich leidenſchaftlic
Spekulation. So wie in unſerer Ory
zählige Menſchen mit Sachwerten Lu
machten, Waren kauften oder ver
ſie niemals geſehen hatten, ſo her
Holländer mit Culpenlieferungen. An
kaufte ſein Landgut mit Ochſen, Pf
allen Einrichtungsgegenſtänden, nur
Eine Kriſe, die der unſeren guüf
erlebte England vor rund 100 Jahrr
brachen 70 Provinzbanken innerha.
Wochen zuſammen. Die Warenlasi
über 60 Prozent ihres Werre
Weil aber der Graf Hohenlohe a11
men allezeit gut leiden konnte, rief
ehe er den Nichtplatz ganz erreicht h
die Köpfe der Menge weg dem Leit=k
„Es gilt! Bei meinem gräflichen Del
hundert Gelden dem, der ſich für d.7
wechſler hängen läßt!“
Er war nämlich der Ueberze
niemandem ſein Leben für dreihung!
feil ſei und daß ſelbſt dann, wenn eE‟
Erwarten einer ſo gering anſchlag,
Handel nichts werde, weil ein Gehän.
ausgebotenen Gulden keinerlei —
habe, ob man ſie ihm auch beim E
Erde in die Nocktaſche ſtecke und
ſie noch als Coter umkrampfe.
Als aber der Graf das Angebo
chers mit ſeinem. Wort bekräftigt
einer aus der Menge hervor und /!
will es tun.”
Das war ein ausgedienter L
Doſſen Lebenswegweiſer hatte übera.
Arm gehabt. Darauf ſtand zu leſen:
als ich?” Und dieweil er immer in
tung gegangen war, hatte er es d.
Holzbein, einer Katenkammer und
mit fünf Kindern gebracht, die nur i
undſechzig Cagen des Jahres ſa
hatten, aber während der dreihunder
ben mußten.
Da der verkrüppelte Landsknecht
flechten, Vechenmachen und Löffell"
Seinen die ausgeſchriebene Summe ?
licht imſtande war, und wenn er neute
Jahre alt wurde, ſo hatte er auch A.
dem Wegweiſer, dem er allezeit ſe.
einer angeblich beſonders wertvollen
„urt zu gelangen. Nach einem Jahr kam
nfüchterung, die unvermeidlichen Kurs=
Ri achten eine vollſtändige Verarmung für
„woßen Ceil des holländiſchen Volkes mit
ze ſich aus dieſer Wirtſchaftskriſis
ret=
bolländiſchen Gerichte erkannten einen
Spekulationsgeſchäfte nicht an — zu-
Ser ſoliden Bevölkerung. Aber den
vonnte nicht mehr geholfen werden. Der
ishen Volkswirtſchaft brachte dieſer
ließlich doch einen bleibenden Nutzen:
wurde einer der beſten Exportartikel
ſchon dageweſen! Ein wenig erſtaunt
Daß ſelbſt unſere furchtbaren Nöte und
I ſie abzuwehren, keine
Errungenſchaf-
wes glorreichen „Fortſchrittes”, ſind,
Dir im Buch der Geſchichte. Mit einem
1u ge und einem heiteren. Denn, wenn ſie
ehrt, daß alles Beſtreben der Menſch=
Sorge für ewig zu bannen, ein über-
Unterſungen iſt, ſo zeigt ſich uns
zu-
aß jeder Kriſe wieder ein Aufſchwung
Reiſt ſogar viel ſchneller, als die
Be=
es ſeweils zu hoffen wagten.
Dieſer Croſt iſt vielleicht nicht das
tu Geſchenk, das die Geſchichte
Klein=
ſer bieten hat.
Dr. Eberhard Hohlbaum.
gegnung
Luts Crenken.
he des Silmdarſtellers und Bergſteigers.
* Löwe, Innsbruck.
mneiner Anweſenheit in Innsbruck traf
in 2500 Meter über dem Meere in
Hy. der bekannten Bergſtation der
tin-Schwebebahn, den berühmten Film=
und wagemutigen Bergſteiger Luis
MAit ſeinen Gefährten.
Aitt ilen Graten jonglierten ſie am Nande
Abſtürze herum, machten Aufnahmen
neuen Film. Die meiſten ſeiner treuen
früheren Silmen ſo wohlbekannten
igtr und Mitarbeiter waren zur Stelle.
kiler Bergführer Luis Gerold, Albert
po. Hans Janning, alte Bekannte aus
m„Berge in Slammen”. Ihr Jauchzen
ei hin durch die klare Bergluft. Auf
jaden kletterten Albert Benitz und
Maier, die beiden bekannten
Opera=
reb, die alle Bergfilme Crenkers „Die
ölle vom Piz Palü” „Der heilige
fn. gedreht haben. Völlig losgelöſt vom
Abin ſie hier oben alle nur der
Vollen=
neuen Silms.
deſen einzig ſchönen tiroler Bergen hat
Aroott ein Meiſterſtück der Schöpfung
Man begreift es wohl, daß Crenker
Gefährten ſich hier heimiſch fühlen,
Ime werden, das Bergparadies in immer
üildern zu verherrlichen. In ſeltener
ſi und Schärfe erſcheinen die Berge.
iRAſtirnmung liegt über der farbenfreudi=
Piartig beleuchteten Landſchaft, tiefe
ir der majeſtätiſchen Bergwelt.
Nings=
elen Sinnen und Sirne. Aus der Ciefe
ie Glocken von Innsbruck. Ihr Klang
tſich mit dem Brauſen des Bergwindes
In wunderſamen Sumphonie. Gleich
ſchthem umkreiſen ſchwarze Wolken den
Eſſmt lautem Gebraus zerreißt ſie der
urtand. Wie von einer Nieſenfauſt
ergrif=
liſien die Nebelvorhänge beiſeite. Im
(en untergehenden Sonne liegt wie ein
mn Cale das alte liebe Innsbruck.
Myühen ringsum die felſigen Berge. In
Pe erheben ſich purpurfarbene Gipfel.
ſtrote Scheibe, neigt ſich die Sonne,
riſenrote Schattierungen auf Berg
der ſonſt als ich?” und war mit dem
Rrgetreten: „Ich will es tun.‟ Denn ſein
ſt ihm längſt keine dreihundert Batzen
Nenge verhielt vor dem Landsknecht
Hohenlohe ſaß ab, trat dicht zu ihm
tagte: Ob er die Sache auch wohl
nle? Das Leben werde es ihn koſten!
ubeinige gab zur Antwort: Wenn der
dafür burge, daß an ſeine Frau —
n 5 Kindern daheimgeblieben war,
Schritt und Critt nichts ſah, nichts
Yunger! — daß ſeiner Alten die
drei=
den ausgezahlt würden, ſo wolle er
könne ſein Leben, das er unzählige
Nchts in die Schanze geſchlagen habe,
ſudder um einen ſo guten Preis
los=
ein dieſer Stunde.
iaf ſah forſchend auf den
Beutel=
biſſchwor ſich hoch und heilig:
Drei=
uden! Wie er ſie ausgeboten habe!
igen Verwendung an den, der ſich für
n laſſe. Salls da in ſeinem Beutel nicht
klüimpere, falls er auch nur Miene
Merher ſein Wort nicht zu halten.
Ee 2 LIhn, ohne daß er ſich wehren werde,
Eelzbeinigen Alten aufknüpfen.
Gohenlohe bekräftigte durch
Hand=
im Himmel: Dreihundert Gulden an
S A bes Gehängten! Ich hafte dafür und
e Prr Die Summe ſelder zahlen, als dulden,
R mM/Wort gebrochen wird!”
Foßdieb trat alſo ungehindert von den
ie Prin, neben die Leiter, machte eine ein=
Umfunkelt von roſigen Gebirgsketten, liegt
am Nande der ſteilabſtürzenden Felſen die
Bergſtation. Das Leben in ihr iſt entſprechend
der wilden Gebirgsumrahmung von
wohl=
tuender Gemütlichkeit. Am breiten Holztiſch
ſitzen des Abends nach getaner Arbeit Crenker
und ſeine Kameraden. Inmitten aller dieſer
kraftſtrotzenden Bergſteiger Crenkers junge,
liebreizende Frau, eine Cochter des Leipziger
Ingenieurs Albert Bleichert, des bekannten
Erbauers der Sugſpitzbahn und ſo vieler
ande-
rer berühmter Schwebebahnen. Sie iſt der
Mittelpunkt der fröhlichen Geſellſchaft. Es iſt
unglaublich, was dieſe prächtige junge Frau
hier oben in der Bergeinſamkeit alles zu tun
hat. Sie erledigt die umfangreiche
Korreſpon=
denz, bedient das Celephon, repariert Koſtüme,
näht, kocht, ſtickt und verſteht dabei in
ange=
nehmſter Weiſe Konverſation zu machen. Und
welches Glück leuchtet aus ihren Augen, wenn
die junge Mutter von ihrem in weiter Ferne
befindlichen kleinen Söhnchen Florian erzählt.
Wenn draußen der Berawind heult und
wütend an den Wänden des Hauſes rüttelt,
wird es drinnen immer gemütlicher. Crenker
ſpielt die Siebharmonika, die er meiſterhaft
be=
herrſcht. Im Kreiſe erklingen aus kräftigen
Männerſtimmen alle die lieben tiroler Lieder:
„Edelweiß‟ Am Barettl ſchwankt die Feder”
und viele andere. Sch plaudere mit Crenker über
den neuen Silm, der hier oben inmitten wildeſter
Gebirgsnatur für die Univerſal, Karl Laemmle
gedreht wird. Das Manuſkript, deſſen Citel
Der Nebell” lauten wird, iſt von Crenker
ver=
faßt. Der Silm ſpielt im Jahre 1809 zur Seit
der tiroler Freiheitskriege, aber ohne die Sigur
Andreas Hofers. Crenker ſelbſt ſpielt die
Hauptrolle, den Severin Anderlan. Seine Braut
und Gegenſpielerin iſt Luiſe Ulrich. Sobald die
Aufnahmen hier beendet ſind, geht es weiter
nach Südtirol, wo neue Szenen gedreht werden.
Im Auguſt kommen dann aus Amerika die am
Silm mitwirkenden Schauſpieler. Es folgen
die Atelieraufnahmen, und zu Weihnachten ſoll
in Berlin die Premiere ſtattfinden.
Crenker erzählte mir auch von ſeinem ſoeben
erſchienenen Buche, das den Citel „Kameraden
der Berge” führt, und in humorvoller Weiſe
den Lebenslauf Crenkers von der Kindheit bis
zum heutigen Cage ſchildert, ſowie eine
Samm=
lung ſeiner intereſſanten Erlebniſſe bringt.
Im Kreiſe dieſer lieben Menſchen verfloß
die Seit nur allzu ſchnell. Es war ſpät
gewor=
den, und die frohliche Geſellſchaft ging in die
Schutzhütte, um ſich für die anſtrengende Arbeit
des nächſten Cages durch Schlaf zu ſtärken.
Ich nehme Abſchied, trete auf die Cerraſſe
der Bergſtation. Der Atem der Berge umwogt
mich. In der Ciefe leuchten die Lichter
Inns=
brucks. Bis hoch in die Berge klettern die
zuckenden Flammen. Das ganze Cal ſcheint von
ſchimmernden Girlanden umkränzt. Wie zu
frohem Feſt geſchmückt, blinken von allen
Hügeln die hellerleuchteten Häuſer. Die ganze
Stadt iſt in ein Lichtermeer gehüllt. Um Berg
und Cal ſchlingt ſich ein lohender Gürtel. Wie
glänzende Perlenketten funkeln die elektriſchen
Lampen der Hauptſtraßen. Ueber all dieſer
Schönheit ſpannt ſich das funkelnde Sternenzelt.
Langſam ſteigt der Vollmond empor, wirft ſein
goldenes Netz über Berg und Cal.
Originale
der Landſtraße.
Von Joſef Bothe.
Seltſame Menſchen, dieſe waſchechten
Kun=
den, und noch ſeltſamere Leutchen unter dieſen
Kunden. Man trifft alles unterwegs, vom
ſchlichten, einfachen Handwerksburſchen an bis
zum Profeſſor, vom harmloſen, leichtſinnigen
Jungen bis zum ſchwerſten, ſiebenmal geſiebten
Verbrecher, und doch hat wohl keiner größere
Angſt, die Sreiheit zu verlieren, als der
wan=
dernde Verbrecher, denn er, der Wanderer,
kennt der Menſchen köſtlichſtes Gut, die
Frei=
heit, wie wohl kein anderer, Losgelöſt von dem
bürgerlichen Leben, frei von Pflichten und
Sorgen des Alltags, unbekümmert um die
Su=
kunft, wandert er durch die Welt, wohin es
ihm gefällt. Stetig allein mit ſeinen Gedanken,
die er keinen Fremden mitteilen kann, bildet er
ſich ſeine eigene Weltanſchauung und wird leicht
zum Original.
In Heidelberg traf ich im Aſyl einen „
Wel=
tenbummler auf Schuſters und allen anderen
Nappen” der ſich bis jetzt noch man dreißig
Jahre auf der Wanderſchaft befand.
Einund=
zwanzig Wanderbücher konnte er vorzeigen, und
als Zeichen, daß er wirklich ſchon mal
gearbei=
tet hatte, Quittungskarte Nr. 31 Er war 55
Jahre alt. Ein kleines, ſchmächtiges Kerlchen,
mit einer wunderſchönen, weinroten
Saſchings=
naſe, liſtigen blau=wäſſerigen Augen, anormal
großen „Plattfüßen” ſtruppigem,
graumelier=
tem Kopf= und Barthaar und einem köſtlichen,
prachtvollen Humor. Durch nichts aus der Ruhe
zu bringen, ausgenommen wenn es Freibier gab.
Die gröbſte Frechheit parierte er mit
ſchlagen-
dem Witz und beißender Satire. Es gab keinen
Erdteil, den er nicht geſehen hatte, wo ſein
Name nicht in Bäumen, Bänken,
Eiſenbahn=
wagen uſw. verewigt war. In Amerika war er
ladende Verbeugung vor ſeinem Stellvertreter
und ſchmunzelte, ſo lange niemand ſein Geſicht
ſehen konnte: „Warum ich?"
Der Landsknecht ſtelzte auf die Leiter zu. Als
er bei ihr angelangt war, ſetzte er ſich auf die
unterſte Sproſſe und begann ſein Holzbein
ab=
zuſchnallen.
Was der Unſinn ſolle? fragte einer der
Burgknechte.
Der Angerempelte erwiderte: Daß es
nach=
her nicht vergeſſen werdel In wenigen Minuten
ſei nämlich das Stück Holz, welches er auf der
Erde zurücklaſſe, das Wertvollſte von ihm. Denn
damit könne ſeine Wittib zweimal Eſſen für die
Kinderchens kochen. Während er nur noch von
den Krähen und Würmern als zu etwas nütze
erachtet werde.
Aber wie willſt du mit einem Bein die
Lei=
ter hinaufkommen?” rief der Graf.
„So?” erklärte der Landsknecht, warf ſein
abgeſchnalltes Holzbein auf die Erde, packte mit
beiden Händen die Leiterholme, ſchob ſich
Sproſſe um Sproſſe aufwärts und hinterte
ſeinen Körper zu dem Aſt der Linde hoch.
Alles lachte: Die Burgknechte, die Dörfler,
der Spitzbub der Graf. Als dieſer ſeinen Ernſt
wieder eingefangen hatte — der Codbereite ſaß
nun auf der proſſe neben dem Aſt mit der
Schlinge und wollte juſt von der Leiter zu ihm
herüberwechſeln — da rief er zu der Linfde
empor: „Halt! Ich ſchenke dir das Leben!”
Schon hockte der begucdigte Stellvertreter
ſeitwärts auf einem der Leiterholme, riß die
verblichene Soldatenmütze vom Stoppelſchädel,
ſchwenkte ſie und rutſchte mit lautem „Juhuuu!”
wie ein Junge in einem Nu wieder zur Erde.
Sum zweiten Male ſetzte ſich der
Lands=
knecht auf die unterſte Stufe der Leiter, ſchnallte
ſein Holzbein wieder an, wuchtete ſich hoch und
trat mit offener Hand vor den Pferdedieb hin.
Der aber riß den Beutel mit den
dreihun=
dert Gulden zurück und verbarg ihn unter
ſei=
nem Nock.
„Sahlen!” forderte der Landsknecht.
Der Windige ſchüttelte den Kopf: Nur
fürs Baumeln ſind die dreihundert Gulden von
mir ausgeboten!"
„Sahlen!!” ſchrie das Volk.
Nein!” ſchrie der Angeſchriene zurück.
Dreihundert Gulden dem, der ſich für mich
„hängen” läßt, hab ich geſagt. Nichts anderes.”
„Gah — len!!!” befahl der Graf.
Dreihundert gute Gulden dafür, lautete die
Antwort des Frechlings, daß der Landsknecht
nichts als ein lächerliches Kinderkunſtſtück auf
der Leiter geleiſtet habe? Ja, wenn er jetzt an
ſeiner Stelle da oben baumele, werde er ſich den
Spaß gerne dreihundert Gulden koſten laſſen.
Aber einem Drückeberger Geld geben? Keinen
Augenblick denke er dran, Nichtvollbrachtes zu
zahlen. Falls aber dem Landsknecht ein Geſchenk
von dreihundert Gulden gemacht werden ſolle,
dann möge gefälligſt der Graf es ihm
aushän=
digen! Und noch einmal rief der Verblendete zum
Schluß dieſer Worte aus: „Warum ich?” Fürs
Hängen hab ich dreihundert Gulden ausgeboten.
Aber der alte Kracher da ſteht noch auf ſeinen
anderthalb Beinen!”
Als der Graf unwiderleglich ſah, daß er
nicht einen Schelmen, ſondern einen Schurken
vor ſich hatte, rief er mit zornpraller Stirnader
nacheinander Kellner, Stiefelputzer,
Crambahn=
ſchaffner, Kaufmann, Schmuggler und Cramp
geweſen, in Auſtralien Viehtreiber Goldſucher
und Poſtbote, in Indien Gepäcktrager, Stadt=
und Reiſeführer, Gaſtwirt, Polizeibeamter, und
zur Abwechſlung auch etwa ſechs Wochen
Plan=
tagen=Beſitzer und Ehemann einer Kreolin, die
ihn höchſt eigenhändig, wegen Untreue, mit der
Reitpeitſche aus Indien vertrieb. In Afrika
hatte er ſein Glück als Händler, Farmer, Jäger
— und wahrſcheinlich auch als Sklavenjäger
verſucht. Von Europa wollte er eigentlich nicht
viel wiſſen, dort war er nämlich wiederholt mit
allerlei Behörden in unangenehme Berührung
gekommen. Er kannte Zuchthäuſer, Gefängniſſe,
Arbeitshäuſer und Crinkerheilanſtalten ebenſo
genau wie Frauen, Pferde, Flugzeuge und
Ueberſeedampfer. An Nord= und
Südpolexpedi=
tionen hatte er unter den verſchiedenſten
Be=
rufen teilgenommen. Vor etwa ſechs Monaten
war er von Madagaskar nach Deutſchland
ge=
kommen.
Der richtige Vagabund. Landſtreicher aus
Luſt. Ausweispapiere trug er ſtets in der
Weſtentaſche. Wurden ſie verlangt, dann langte
er mit ſpitzen Fingern hinein und holte Setzen
für Fetzen heraus. Waren ſie in etwa
halbſtün=
diger Arbeit zuſammengelegt, dann konnte man
mit Hilfe einer Leſelupe herausbuchſtabieren,
daß beſagter Gottfried Gerſtenkorn aus
Lüne-
burg, an dem und dem Cage aus der und der
Strafanſtalt entlaſſen ſei. Schimpfte der etwaige
Beamte, daß er dieſe Papiere gar nicht ſehen
wollte, ſondern Reiſepaß, Wanderbuch oder
dergleichen, dann lachte der Vagabund übers
ganze Geſicht und gab treuherzig zur Antwort:
„Wie kann ich wiſſen, was die Polizei für
Papiere ſehen will, von einer beſtimmten Sorte
iſt nichts geſagt.” Sämtliche Kleider waren bei
ihm ſelbſtverſtändlich echt zünftig verſchmutzt
und zerriſſen. Geld wurde bei ihm groß
geſchrie=
ben. Hatte er ſich ein paar Mark erfochten,
dann brachte er ſie denſelben Abend auch noch
auf die „Naſſauer Bank”. Wie gewonnen, ſo
zerronnen!
„Aber fort mache ich wieder”, ſagte er
immer wieder, als er uns ſeine Erlebniſſe
er=
zählte, und ſehnſüchtig und unruhig verlor ſich
ſein Blick in Fernen.
„Hier müſſen Sie auch fort”, ſagte eine
Stunde ſpäter der Verwalter des Aſuls zu ihm,
„denn Sie haben Bienen (Läuſe), mein lieber
Freund.”
Am nächſten Abend traf ich ihn in
Heidel=
berg in der Herberge zur Heimat.
„Habe fein geſchlafen, beauteful bon”,
meinte er ſpitzbübiſch lächelnd, als ich ihn fragte,
wo er geſtern abend geſchlafen habe.
„So, fein geſchlafen — wo denn?”
„Wiſſen Sie”, antwortete er, und Criumph
über irgend etwas lag auf ſeinem Geſichte, „ich
habe geſtern abend für mein letztes Geld mir
einen Liter Schnaps geholt, ihn ausgetrunken
und mich dann in einem Hausflur ſchlafen
gelegt.”
Wenn Sie Märchen erzählen wollen”, ſagte
ich ungläubig lächelnd, „dann tun Sie es
anders=
wo. Bei dieſer Hundekälte heute nacht wollen
Sie draußen geſchlafen haben?"
„Stimmt aber genau”, lachte er frohgemut,
„von Kälte habe ich nichts verſpürt, und geweckt
wurde ich heute morgen von zwei Damen.
Su=
erſt waren ſie erſchrocken und böſe, doch zuletzt
nahmen ſie mich ins Haus und gaben mir ein
Frühſtück, welches mir altem, armem Mann
gut=
tat. „Sie armer Menſch”, ſagten ſie zu mir,
„auf Ihre alten Cage haben Sie noch nicht
einmal ein Bett, wo Sie ſchlafen können; es
muß doch furchtbar für Sie ſein.” Wiſſen Sie,
denen habe ich dann einen ſentimentalen Kohl
erzählt, daß ihre mitleidigen Seelen zu weinen
begannen, aber nicht umſonſt — fünf bare
Reichsmark bekam ich zum Abſchied in die Hand
gedrückt. Wunderbares Deutſchland, Was?”
zurück: „Aufhängen!” Und ſeine erhobene
Rechte zeigte nicht auf den Landsknecht.
Da begriff der Halunke. Schreiend
ver=
ſicherte er: Nur geſcherzt! Selbſtverſtändlich wolle
er die dreihundert Gulden zahlen. Er habe ſie
ja freien Willens ausgeboten. Da ſeien ſie! Dal!
„Aufhängen!!” wiederholte der Graf.
Der Sappelnde warf den gefüllten Beutel
gegen das Holzbein des Landsknechtes, daß er
platzte und blinkblanke Goldſtücke
heraus=
ſprangen.
Aufhängen!!!” befahl der Graf zum dritten
Mal.
Man packte den heimtückiſchen Sünder,
ſchob ihn die Leiter aufwärts, und er mochte
ſtrampeln, mit Süßen treten, ſchlagen, beißen,
ſchreien: Warum ich?” ſoviel er wollte —
man ließ nicht von ihm ab, bis er den hanfenen
Kragen umhatte.
Derweil ſaß der todesmutige Alte auf dem
Boden und ſammelte die Goldſtücke, die aus
dem Beutel des Spitzbuben gefallen waren.
So ſtelzte denn, als der Graf Philipp von
Hohenlohe, Generallieutenant zu Holland,
See=
land und ſo weiter — gefolgt von ſeinen
Knech-
ten — zur Burg hinaufgeritten, die Menge zum
Dorf hinabgegangen war, an einem
September=
tage ſechzehnhundertſechsundſechzig der
ein=
beinige Landsknecht mit dreihundert Gulden in
der Caſche ſeiner halbverhungerten Frau und
ſeinen viertelverhungerten Kindern wieder zu.
Am Aſt der Linde vor dem Burgtor aber
baumelte der windige Geſell.
U. d. v. N. w.!
Und das von Nechts wegen!
E T6
Sunndags=Noochmiddags=Bedrachdunge.
Alſo es mag im iwwriche alles kumme wie’s
will, awwer die Gewißheit un die Beruhichung
kann mer hawwe, nemlich daß nix in de Wäld
im Stand is, an gewiſſe feſtſtehende Dadſache zu
riddele un zu riehrn.
Un a vun dene feſtſtehende, ausbeddonierde
un auszemmendierde Dadſache is die, daß jede
mit Abſicht beabſichtichte Iwwerraſchung
an=
nerſter verleeft, als wie mer ſe ſich ſe gedenkt
hott. Däß war ſo — is ſo — un wärd aach
ewich ſo bleiwe bis zum jüngſte Dag. Ja ſälbſt
der wärd valleicht net ganz ſo „brogrammeßich”
verlagfe, als mer ſich’s denkt.
Alſo, wie geſagt, die Beruhichung un die
Ge=
wißheit kann mer hawwe, nemlich daß es in
Be=
zugnahm uff beabſichdichte Iwwerraſchunge
zwei=
dens immer annerſter kimmt, als wie mer ſich’s
erſtens gedenkt hott.
Ich kennt däß mit e paar ekladande Beiſpieler
aus de vorletzte, letzte, allerletzte, un
alleraller=
letzte Zeit ſchlagend beweiſe, wo mer jo ſozuſage
aus de Iwwerraſchunge kauen noch eraus kumme
is, indem mer ſich dieſällwichen äwenfalls ganz
annerſter gedenkt hott, als ſe beabſichdicht
warn; odder, richdicher geſagt, indem
dieſäll=
wichen ganz annerſter beabſichdicht warn,
als mer ſich’s gedenkt hott; dann mer war in
jedem Fall denäwe iwwerraſcht, un wann mer
aach die beabſichdichte Abſicht net gleich bedabbelt
hott, ſo war mer hinnenooch beziechlich däre
Iwwerraſchung, doch verſtimmt
No un beſagte „Iwwerraſchunge” ſin jo jedem
bollidiſch Eiſichdiche bekannt un gelaifich un
dorchaus nix Neies; während die bollidiſch
Korzſichdiche, die wo glaawe, daß ſe nor dorch
ihr Baddeibrill die aanzich un
allaansſeelich=
machende Wäldaſchauung hawwe, halt nix dhu
kenne, als uff die mit Abſicht beabſichdichte
Iw=
werraſchunge weiderhie zu worte, un wann noch
ſo oft genau des Gäjedaal vun dem eidrifft,
wodevo mer ſich gärn ſo agenehm hett
iwwer=
raſche loſſe —
Wer awwer aus dem, was ich do in
Vor=
ſtehendem äweſo geiſtweis wie umſtendlich vun
mer gäwwe hab, net ganz drauß kimmt, der ſoll
ſich ſage, daß mer mittlererweil in e derart
hitziches Klima eneigedrudelt ſin, in dem mer
manchmol äbbes ſeegt, wo mer fimf Minude
de=
noch net geſagt hawwe will. — Däß liggt äwe
an de Hitz ...
Ja, wer hett aach däß gedenkt, daß uns der
Summer noch emol mit ſoere Demmberadur
iw=
werraſche dhet? — Noch vor kaum värrzeh Dag
war ich der Aſicht, als hett unſer natzional
konn=
zendrierte Rechierung den Summer als
unzuver=
leſſig äwenfalls ſeines Amtes enthowe. Un jetzt
kimmt der Summer noch emol korz vor Dorſchluß,
un ſärrwiert uns en Stall voll Hitz, daß mer ſich
dadſächlich vorkimmt, als weer mer noch net recht
gebacke, un weer däßhalb noch emol in en Back=
owe eneigeſchowe worrn, um daß mer endlich
gut geröſt un brau wärd, un e knusberich Kruſt
krickt.
Wie geſagt, die Hitz is diräckt unhigieniſch un
unſiddlich, un beinoh, wie in Zendralaffriga, bloß
daß mer net ſo erumlaafe därf wie die
Kongo=
neger, die wo vun de große Fußzeh’ bis zu ihrm
Haarſchobb ſozuſage barfüßich ſin, un ſomit e Art
„Nacktkulldur” dreiwe, daß de Herr Doktor Bracht,
der wo ſo e „brachtvolle” Verordnung dagäje
er=
laſſe loſſe hott, ſei blau Wunner erläwe dhet.
Dann wann er zum Beiſpiel dort bei de
Kongo=
neger mit ſeiner Bollezei die „aißere” Kulldur
hewe wollt, do weer er vermudlich aſch in de
Brädullje, indem dort, wie ich mer hab ſage loſſe,
ſälbſt die Schutzleit im große un ganze nix um=un
a hawwe wie e Kobbel mit=eme Gummiknibbel,
un en Tſchago aus Baſt; während die Miniſter
bloß Mannſchädde um die Knöchel, en Zilinder
uff=em Kobb, un e Monnogel im Aaag hawwe;
die Orden= un Ehrenzeiche dhun ſe ſich mit
Heft=
blaſter an die Bruſt babbe, däß is alles ...
No, Berlien liggt jo net am Kongo ſundern
immer noch am „grienen” Strand der Spree, un
de Herr Dokter Bracht muß do in ſeine
Eichen=
ſchaft als Reichskummiſſar, in Bezugnahm uff die
„dürftige Bekleidung” weiblicher Frauenzimmer
Erfahrunge geſammelt hawwe, ſunſt weer em
däß doch net uffgefalle ..
Valleicht bekimmert er ſich nechſtens awwer,
aach emol um die, die net däßhalb in „
dürf=
tiger” Bekleidung erſcheine, weil ſe nix aziehe
wolle, ſundern weil ſe nix azuziehe hawwe.
Die find er allerdings net bei Nacht= und net bei
Nacktvorſtellunge, net im Theater un net bei
Schönheitskonggurenze, net in Rewies un net in
Bade=Reſterangs, un die dreiwe aach ihr „
Frei=
körperkulldur” net aus ſportlicher Iwwerzeichung,
ſundern aus — Not, un die hawwe däßhalb
dorchaus nix degäje, wann mer zur Hewung der
„aißeren Kulldur” emol bei ihne de. Afang
macht. — Alſo: bitte, Herr Dockter Bracht, un
wann Ihne däß gelingt, do kenne ſe ſage: Es
iſt vollbracht!
Domit will ich nix gäje die brachtvolle Bracht=
Verordnung im allgemeine geſagt hawwe; un im
beſunnere ſchun gornix, dann wann mer äwe ſo
däß Läwe un Dreiwe bei dere Luft= un
Sunne=
baderei beowachte dhut, ſo machts de Eidruck, als
dhete die „Geſundbader” am liebſte die Haut
aach noch ausziehe. Awwer die brauche ſe, damit
ſe ſe ei’ſchmiern kenne, wie en alde
Infanderie=
ſtiwwel. Un mich wunnerds bloß, daß die Stadt
noch net druff kumme is, am Zappe vum große
Woog en „Fettfenger” eizubaue; wie in de
Kriegszeide ſeelich, an de Feldkiche un an de
Waſſerſtaa, wo mer ſogar des Fett vum
Spiel=
waſſer „geſammelt” hott
Iwwrichens, net bloß de Woog is bei ſo=ere
Bullehitz voller Fettaage, naa, ſälbſt uff de
Drottwah’s ſieht mer’s wie die Leit ſchwitze; am
„Faixe=Eck” kennt mer ſogar maane, es hett
Fettaage geräjend; un neilich hab ich ſogar a
vun meine Geſchlächtsgenoſſinne in ihrm eigen=
Fett dorch die Rheinſtroß ſchwimme ſähe, ſo is
die geſchwitzt.
No un unner ſolchene hitziche Umſtend hab
aach ich mich endſchloſſe, meim Kaboddhiedche for
die haaß Zeit abzuſchwörn, un ohne Hut
erum=
zulaafe. Ich hab aach mei Endebärzelſen dezu
iwwerredd; awwer gäſtert is ſe mer begäjend,
un do hatt ſe widder ihrn geſtrickte Teewärmer
im Genick ſitze, indem ſe geſagt hott, der „
Be=
driebsrat” vun ihre Bollga=Ank weer bei ihr
vorſtellig worrn, un hett verlangt, ſie ſollt ihr
Bätzel widder uffſetze, weil bereits einiche
död=
liche Hitzſchlehk unner de „Belegſchaft”
vor=
kumme weern ....
Deß Schlimme is awwer, daß mer vor lauder
Angſt, mer mißt am End gar druckene Schwaaß
ſchwitze, weil mer inwennich ſchun ganz
ausge=
hutzelt un ausgeſpachert is, daß mer alſo aus
lauder Angſt vor ſo=ere unausdenkbare Ausſicht,
allerhand un vielerlaa, meh’ odder wenicher
all=
gehohlfreie Fliſſichkeide ſich ei verleiwe dhut, un
dhut ſich uff die Art en gewiſſe Vorrat zulege,
aus dem mer drebbelchesweis ſein Dribudd an
die Hitz abſtadde kann. Mer muß alſo ſein Dorſcht
„agleiche”, wie’s äwe ſo ſchee haaße dhut, un
wos mich bedrifft, ich halt mich an kalde Kaffee,
— ſo en gude halbdreivärdelſte Ahmer voll brauch
ich ſchun de Dag; dementſprächend drebbelts
dann aach —
Dohärngäje was unſer ſtädtiſche
Gies=
wäge bedrifft, bei dene drebbelts net, viel
wenicher dhuts gieße, un ich mecht nor emol wiſſe,
wo die ihrn Nome herhawwe, wann ſe net gieße
wolle. Im Winder ſin ſe iwwerfliſſiſch, do
brauche mer ſe net, ſundern do weern mer froh,
wenn mer widder e bische vun däre
iwwerfliſ=
ſiſche Hitz hette.
Ja un do fellt mer ei, e guder Freund vun
mir, ſeines Zeichens Schneidermaaſter, alſo
ſozu=
ſage e Kolleech, der is uff den geſcheide
Ge=
danke kumme, un hott ſich en ganze Haufe
Ei=
mach=Gläſer voll Hitz ei geweckt; er hott gemaant,
wann er do an eme kalde Herbſtdag als aans
uffmache dhet, un dhets in die Höll ſtelle, do
dhet er doch uff ſeine Budick warm ſitze ....
Jetzt, wann ich mer do bloß denk, was ich
ge=
ſchwitzt bin, wo ich mer die Woch bloß die paar
Gläſer mit griene Bohne ei geweckt hab, wie
mag do mei Ooſe=Schneidermaaſter erſt geſchwitzt
ſei, bei däre Hitzeiweckerei ... No, dofor hott
er im Herbſt aach de Brofitt devo, un ſpart ſei
Zimmerſunn —
Ich ſag’s jo immer, de Menſch mag ſunſt ſei,
wie er will, er muß ſich bloß zu helfe wiſſe ...."
Bienche Bimmbernell.
zugange. Alſo wie ich den geläſe ha)
vun meim Zwärchfäll aus en kräff di
druckwärwel endwiggelt, der wo miſ
dermaße „uffgeheidert” hott, daß me
Wolkebruch vun Drehne aus de Acg
is. — Un do ich anemm, daß aach an
noch e bische Sinn for „wiſſen
Humor” hawwe, will ich ſe daalnemr
dem „Niederſchlag”, indem daß ich rol
den Schreiwebrief als Ufflagen
(wie’s äwe ſo ſchee haaßt) zur allgemein
nis gäb. — Kommendar iwwerfliſich
Poſtſchkribbdumm: Vun de „
Staat=
liche Forſchungsſtelle für
langfri=
ſtige Witterungsvorherſage”, in
Frankfort=Rödelheim is mer en Schreiwebrief
„Staatliche Forſchungsſtelle für
Witterungsvorherſage.
Frankfurt a. M.=Rödelheim, 12. Alu
Fuchstanzſtraße 35.
Nr. 1948.
An die
Schriftleitung des Darmſtädter
(Heſſiſche Neueſte Nachrichtei)
Dar n
Rhein ſu
In Ihrer Sonntagsbeilage vom
brachten Sie unter der Ueberſchr t
dags=Noochmiddags=Bedrachdunge‟
ſachliche und unfreundliche Kritik Ou
Forſchungsſtelle, herausgegebenen
Vorherſagen. Ich geſtatte mir, Sie
darauf aufmerkſam zu machen, daß
Kritik die Forſchungen auf dem Gee
langfriſtigen Witterungsvorherſage
hemmt werden.
Das Wetter war tatſächlich
der in Rede ſtehenden Vorherſage
Hätte die Vorausſage nur „heiter,
trocken” gelautet, ſo wäre ſie falſch
zwiſchendurch doch öfters Gewitten
nachfolgenden Abkühlungen vorkare
ſie andererſeits nur „kühl, bewölk/
witterregen” gelautet, ſo wäre das
unrichtig geweſen, da die kühlen un
Tage mit Gewittern keineswegs volll
waren. Wenn, wie dies in dieſem
14. Juli bis 8. Auguſt der Fall wan
terungscharakter von Zeitabſchnittm
10 Tagen kein einheitlicher
muß eben — ſofern auf eine zutreſ
Vorausſage Wert gelegt wird — de
heitlichkeit in der Vorausſage zun
gebracht werden. Die Behauptung.
Vorausſagen wie die von Ihrem Bufl
lich gemachte immer zutreffen m:ß
auch vom Laien gemacht werden E.m
gänzlich abwegig. Wäre nämlich di=k
anders geweſen als es wirklich wa
weſentlich ſchöner geweſen, oder
regneriſchen Tage überwogen, ſo
Vorherſage nicht eingetroffen.
Kritik und Scherz muß ſein. Alt
müſſen aufbauen helfen und dün
gute Dinge und Fortſchritte nieden
Mit vorzüglicher Hochachtung
(Unterh
Abfalleimer bleiben immer
ge=
ruchlos, wenn man ſie mit Zeitungspapier in
mehreren Lagen auslegt, das die Feuchtigkeit
aufſaugt und Beſchmutzen des Metalls verhütet.
Geruch im Eimer entferne man mit einer
dunkel=
roten Löſung von übermanganſaurem Kali.
Küchenzettel vom 22. bis 28. Auguſt.
Mitgeteilt vom Hausfrauenbund Darmſtadt.
Montag: Hühnerſuppe m. Reis (Reſte),
ge=
hackte Kalbskotelette, Kartoffeln geröſtet
(roh), rote Rübenſalat.
Dienstag; Tomatenſuppe, gebratene
Stein=
pilze*), Karkoffeln, Salat.
Mittwoch: Grünkernſuppe (neuen Grünkern),
bayriſch Kraut mit Kümmelkartoffeln.
Donnerstag: Buttermilchſuppe, Schweine=
Rouladen mit Karotten und Kartoffeln.
Freitag: Sellerieſuppe, Fiſch im Grill,
Kar=
toffelſalat.
Samstag: Gemüſeſuppe, Fruchtknödel mit
Quark.
Sonntag: Reiscreme=Suppe, Schorbraten m.
Rotkohl. Pfirſichſchaumſpeiſe.
*) Gebratene Steinpilze. Große
ſchöne Steinpilze werden gut gereinigt und in
Scheiben geſchnitten. Dann ſchlägt man 1 bis 2
Eier mit etwas Salz und Milch, taucht die
Pilz=
ſcheiben hinein, wälzt ſie dann in geriebener
Semmel und brät ſie in offener Pfanne auf
bei=
den Seiten goldgelb.
Nummer 481.
Aufgabe 678.
F Simhovici.
(3. Preis der Klaſſe 4: Zweizüger im
Proble=
matikus=Turnier 1925/26 des Chemnitzer Tagbl.)
Waagerecht: 1 Wildes Tier 3 Verwandte,
5 engliſches Bier, 7 deutſcher Reichspräſident,
9 hat zeitweilig jeder 11 Göttin des Sieges,
13 chineſiſches Maß, 14 Atomzeichen für Baryum,
15 täglicher Gebrauchsgegenſtand, 17 deutſcher
Gruß, 19 Gemüſe, 21 Brennſtoff. 22 Körperteil,
23 Frauenname.
Senkrecht: 1 Vogel, 2 noch ein Vogel,
3 Stadt in der Schweiz, 4 Fluß in Deutſchland,
6 franzöſiſcher Artikel, 7 Prophet. 8 Hochland in
Aſien, 10 Fluß im Elſaß, 12 Uferſtraße, 15
öſter=
reichiſche Hauptſtadt. 16 Art Erzählung. 17
Nage=
tier, 18 Farbe, 20 franzöſiſcher Artikel.
Carl Deubel.
Vanilleſpeiſe mit Himbeergelee.
3 Liter Milch ſetze man mit ½ geſpaltenen
Va=
nilleſchote zum Kochen auf, verquirle ſie dann
mit 1 gehäuften Eßlöffel Kartoffelmehl und laſſe
ſie zu dickflüſſiger Maſſe ausquellen. Mit Salz,
Zucker oder Süßſtofflöſung nach Bedarf ſowie
1 Teelöffel Butter abgeſchmeckt, in flache Gläſer
gefüllt, gebe man darauf eine etwa
zweifinger=
dicke Lage von Himbeergelee. Zu dieſem
verdünne man Himbeerſaft mit einem Drittel
Waſſer und verrühre mit aufgelöſter roter
Gela=
tine, von der man auf ½4 Liter 3—4 Blatt
rech=
net. Vor dem Servieren mit kleinen Makronen
oder Waffeln garniert, ſchmeckt dieſe Süßſpeiſe
mit einer Mandelſoße ausgezeichnet.
Weiß zieht und ſetzt in zwei Zügen matt.
Prüfſtellung: Ka2 Db3 Tf8, g1 Lb8, h7 Sf3 Bd4, h3;
Kf4 De8 Th5 Lg8, h8 8e5 Bb7, e6, 17, h4.
Aufgabe 679.
C. S. Kipping in Wednesbury,
Cheß Amateur 1922.
Weiß: Ka3 Dh1 Tf1, h2 La8 Sb4, b7 Bcs, d5, e3, 12,
g4(2);
Schwarz: Ke4 Df7 Lb3, b8 8a4, 13 Be5 (7).
Matt in drei Zügen.
Löſungen der Aufgaben 676 und 677.
676. W. Pauly. 1. To4—cll Kd6 2. Lc3 3. Le5ct
(ein indiſches Abſpiel); 1. .. Kd4 2. 8o3 3. Sb5ct (Echoſ.
Auflöſung der Rätſel aus Nr. 3 3.
Menſchen der Jetztzeit.
Iller—Taler, Kutter—Otter. Dame—Ulme,
Steppe—Rappe. Naſe—Ilſe, Kübel—Säbel,
Kappe—Tulpe, Drama—Emma, Orgel—Nagel.
„Touriſten”.
Magiſches Quadrat.
OB DA. CH
„Onkel, waſch dir doch mal deinen C—
„Wieſo, Karlchen?”
„Vati ſagt immer, du hätteſt
ſchmutzigen Charakter!”
1.. . Ke4 2. Sc34; 1. . . . K15 2. Pe1.
677. Crum, Heatheote, Marble 1. De7—e6! 12
ver=
ſchiedene Damenmatte chöchſtmögliche Zahl).
DA. SE IN.
CH IN IN
Zum Umſtellen.
Bier, Sue, Laſur.
Druck, Verlag u. Kliſchees: L. C. Wittich ſche Hofbuchdruckerei, Rheinſtr. 23. — Verantwortl. für die Redaktion: Dr. H. Nette, Darmſtadt. Fernſpr. 1, 2389—2
Ehereſultat. „Nun, iſt Hilde eine 21
geworden?” „Das weiß ich nicht, aber
daß ſie aus ihm einen ſehr guten
Ehe=
macht hat.”
Ein Erfolg. „Hat dieſe teure Behandlis
Mann von ſeiner Glatze befreit?" „
die Rechnung kam, konnte er ſich ſchon a
Hand voll Haare ausraufen.”
Ferne Zeiten. Der Geſchichtslehrer.
ſtellt, daß Hans Müller wegen KrankE‟
abweſend war, fragt ihn, ſeit wann er
fehlt habe, worauf Müller erwidert: „
der Große gekrönt wurde.”
Kindermund von heute. „Und was
tun, kleine Ellen,” fragte die Tante. —
eine ſo große Frau geworden biſt —
Mutter?‟ — „Eine Abmagerungskur
ſagte die Zehnjährige entſchloſſen.
Beſuch im Atelier (Neue Säumchen=Moden).
rwelches Thema handelt es ſich immer,
rnner unter ſich ſind? Natürlich um die
öllitik! Was bietet aber unſeren Damen
nmenen Anlaß, eine Debatte zu beginnen,
Auigentlich viele Stunden währen kann,
ſirß man des Themas müde würde?
Selbſt=
ſdlich: die Mode!
gerade in der Zeit der Uebergangsſaiſon
ganz beſonders begierig, die Meinung
eren zu hören und alles Für und Wider
gigen, um ſich über die eigenen modiſchen
KCarheit zu verſchaffen.
Säumchen laſſen ſich nämlich ſowohl für das
Stoffkleid (das heuer noch weit mehr Beachtung
finden wird als im Vorjahre, da es — nach
langen Jahren wieder aktuell geworden —
be=
kanntlich vorerſt mit einiger Reſerve
aufgenom=
men wurde) als auch für das ſeidene
Beſuchs=
kleid verwerten, kommen alſo für jene Modelle
in Betracht, die zu Beginn der Herbſtſaiſon das
lebhafteſte Intereſſe auslöſen.
Die Entwürfe unſerer Gruppe ſollen ein
klares Bild über die neueſten Schöpfungen auf
dem Gebiete der Säumchenmode geben.
ſind Säumchengarnierungen am Platze, weshalb
wir ein derartiges Modell im letzten Bilde
zei=
gen; auch hier wieder der originelle Prinzeß=
Stil (der abſolut als „kommende Moderichtung”,
zu betrachten iſt und in dieſem Falle durch eine
geknöpfte, über den Gürtel hinausreichende
Rock=
partie angedeutet wird). Die ganze Oberpartie
des Modells und ein Teil der Aermel werden
quer=geſäumt, ſo daß einer jener Linear=
Effekte entſteht, die immer größten Beifall
fin=
den und der Säumchenmode viele neue
Anhän=
gerinnen bringen dürften. Willy Ungar.
ie thematiſche Behandlung der verſchie=
Nedefragen ſeitens unſerer Damen
Mauf die führenden Werkſtätten und da=
Mauf das geſamte Modebild nicht ohne
Hltiben kann, iſt ſelbſtverſtändlich, denn
ſiu vertritt in ihrem „angeſtammten”
Mrihre Meinung und ihre Wünſche mit
EEſcherheit, daß es dem Modeſchöpfer
kei=
ßſchwer fällt, ihrem Geſchmacke bis zur
Anſequenz Rechnung zu tragen.
e erſten Herbſttage wünſcht man — ſo=
Lage am modiſchen Kampfplatz ſchon
Pteilt zu werden vermag — einfache
ihige Farben und beſcheidene
Garnie=
eni man iſt ſich darüber klar geworden,
rhältniſſe einen zwingen, jedes
Garde=
iel auszunützen, ſo daß es alſo etwa
An Herbſttagen für die Promenade zum
hen” in Frage kommen ſoll, aber auch
uter dem Mantel gute Dienſte zu
ner gewiſſen „Neutralität” der Farbe
onotonie unbeliebt. Es werden
viel=
ſige, dunkle Schattierungen gewünſcht,
vergleichsweiſe ſagen könnte, daß die
herbſtlichen Laubes (von rötlichem
ur tiefem Weinrot) ſich in der Haupt=
Aug verſchaffen werden. Abgeſehen
da=
pricht man auch viel von Rauch= und
das unſtreitig elegant ausſieht.
Ehen Garnierungen werden am liebſten
Deigenen Materiale geholt und neben
en und Blenden ſpielen Säumchen
überragende Rolle, da man es hier
Effekt zu tun hat, der vornehm und
lich iſt und doch das Kleid in
reiz=
belebt.
Duis hibt es hier erſtaunlich viele Möglich=
DoS die Mode keinerlei Gefahr läuft,
m zu werden, ſondern ganz im
Gegen=
wechſelungsreich erſcheint.
Da wäre vor allen Dingen das „klaſſiſch=
ein=
fache” Stoffkleid zu erwähnen, das wir als erſte
Figur vor Augen führen. Sein Oberteil bringt
vorne und rückwärts ſchräg=abwärts zur Mitte
laufende Parallel=Säumchen, die durch eine
Blende gedeckt ſind; dieſe Blende ſetzt ſich
unter=
halb des Gürtels fort und bildet auf dieſe Weiſe
den Ausgangspunkt einer tief=eingelegten
Quetſch=
falte, die dem Rock die entſprechende
Schritt=
weite gibt, ohne die ſchlanke Silhouette zu
beein=
trächtigen. Ein ſchöner, ſchiefergrauer Stoff iſt
für ein derartiges Herbſtmodell vorzüglich
ge=
eignet.
Ein Seidenkleid neueſter Linie zeigt die
nächſte Figur (im Hintergrunde). Nicht
alltäg=
lich iſt der fünfeckige Ausſchnitt und
außer=
ordentlich apart die hoch=anſetzende und daher
prinzeßartig wirkende Säumchenbahn, die zwei
Spannen oberhalb des Kleidrandes endet und
dadurch eine leicht=glockige volant=ähnliche
Wir=
kung entſtehen läßt, die ſehr graziös iſt. Der
gleiche Gedanke liegt dem Schnitt der Aermel
zu=
grunde Schöner, weinroter Georgette wäre das
beſte Material für eine Schöpfung dieſer Art.
Wir alle wiſſen, daß in letzter Zeit ſehr
häu=
fig von einer wiederkehrenden Kaſak=Mode
ge=
ſprochen wird, die zu einer bewußt=einfachen
Linienführung hinzuleiten ſcheint und des
Bei=
falls der eleganten Frau ſicher ſein darf. Wir
bringen ein aus rotbraunem Material
herge=
ſtelltes Kleid (das in Stoff oder Seide
ausführ=
bar iſt) im vorletzten Bilde und zeigen hier eine
intereſſante Kaſak mit ſeitlichen rhomboiden
Säumchenpartien, die in der Mitte
zuſammen=
ſtoßen und durch eine Schlupfenmaſche (die auch
als Abſchluß des Ausſchnittes wieder erſcheint)
betont werden. Sehr beachtenswert der Aermel,
deſſen Oberteil bauſchig geſchnitten und ebenfalls
durch eine Maſche markiert wird. Die Rockpartie
dieſes Kleides iſt leicht=glockig, paßt alſo im Stil
vortrefflich zu der eben beſprochenen Kaſakform
Auch für das ſportliche Kleid, das man
gerne für vormittägliche Beſorgungen, fürs Amt
und für Wochenendfahrten heranziehen wird,
Ein leichtes Wirtſchaftskleid.
iſt jeder Hausfrau bis in den ſpäten Herbſt
hinein willkommen, da bei der Hausarbeit und
in der Küche nur jene Stücke angenehm ſind,
die die Trägerin weder beengen noch
be=
ſchweren. Die Hauptſache iſt, dem Körper Luft
zuzuführen, weshalb man ein einfaches, in der
oberen Mitte durchgeknöpftes Kittelkleid aus
Leinen, mit großen Taſchen und breitem,
waſchbarem, lebhaft=ſchattiertem
Wachstuch=
gürtel am liebſten trägt.
Der große viereckige Ausſchnitt wird zum
Teile durch einen halstuchähnlichen, vorne
„mitgeknöpften” Kragen gedeckt; die Puffärmel
ſind geſchlitzt, ſo daß ein ſolches
Wirtſchafts=
kleid angeſichts ſeiner beſonderen Note, die auf
den „Lufthunger” der modernen Frau
Rück=
ſicht nimmt, zweifellos größten Beifall finden
muß.
Willy Ungar.
Das „Sigarettenfach‟”
iſt eine Neuerſcheinung in der Handtaſchenmode
und ſicherlich ein Detail, das die Dame ſchon
längſt erſehnte, denn der Griff in das
Taſchen=
innere, das Suchen nach dem Zigarettenetui,
allzu zeitraubend, während nun alles tadellos
zur Hand iſt, da hinter den Zigaretten ſehr gut
auch das Feuerzeug oder eine flache Packung
von Zündhölzern unterzubringen iſt. Abgeſehen
von dem Vorteil der Ueberſichtlichkeit und
Handlichkeit iſt nun auch die Unterbringung der
übrigen kleinen Dinge, die die Dame in ihrer
Handtaſche nicht miſſen kann, bedeutend
erleich=
tert. Unſere Skizze führt die Handtaſche mit
dem Zigarettenfach deutlich vor Augen.
Willy Ungar.
Die neue Sriſur,
die allerdings nicht für den Tag, ſondern nur für
abendliche Geſellſchaften und fürs Theater
ge=
dacht iſt, erſcheint ganz beſonders eigenartig,
denn ſie verbindet den Gedanken der „
Wind=
ſtoß=Friſur” mit ganz neuen, aparten, einſeitig
angebrachten Lockeneffekten.
Dieſe Locken ſind aber nicht loſe und wellig,
ſondern wie die ganze Friſur: flach gelegt, alſo
vielleicht weniger als Locken, denn als „
Schnek=
ken” zu bezeichnen.
Sicherlich trägt dieſe neue Haartracht, die
wir in unſerem Bilde vor Augen führen, dem
Wunſche der eleganten Frau nach Eigenart und
Originalität Rechnung und wird, abgeſehen
da=
von, auch maleriſch wirken und außerordentlich
kleidſam ſein.
Willy Ungar.
Für den Kinderſchreibtiſch
ſieht ein holzgeſchnitztes Tintenzeug, oder beſſer
geſagt, eine vollſtändige Schreibgarnitur
ent=
zückend aus, da hier nicht nur die originelle
Idee, ſondern auch die farbenreiche Ausführung
reizend zur Geltung kommt.
Alle erdenklichen Tierchen können hier in
Frage gezogen werden, denn man ſieht ſolche
Garnituren mit Elefanten, Hunden, Katzen uſw.
Am allernetteſten ſind die „Hühner”=
Schreibgar=
nituren, da hier ſchon durch die verſchiedene
Größe der einzelnen Tiere eine reizende
Ab=
wechſelung geboten iſt.
Auf dem Poſtamente des Tintenfaſſes ſtehen
beiſpielsweiſe zwei kleine, mit den Schnäbeln
zueinander gekehrte Hühnchen. Ein großer
Gockelhahn mit geſchnitztem, rotlackiertem Kamm
trägt Federſtiele und Bleiſtifte, während ein
ganz kleines Hühnchen die Laſt der Füllfeder
oder des Griffels auf ſich zu nehmen hat!
Dieſe hölzerne „Hühnerfarm” am
Schreib=
tiſch des Kindes wird ſicherlich groß und klein
unendliche Freude bereiten und ſtellt eine
will=
kommene Betätigungsmöglichkeit für begabte
„Baſtler” dar (Skizze). Willy Ungar.
Einen Schritt vom Sommer weg
— hat die Mode ſchon getan. Wie in den
Schau=
fenſtern der Modeſalons, ſo ſehen Sie auch in
der neuen Nummer der „Eleganten Welt” ſchon
einige Kleider und Mäntel aus ſtabileren
Stof=
fen, z. T. bereits mit etwas Pelz verbrämt, die
für die erſten Uebergangstage geſchaffen wurden.
Seite 18 — Nr. 232
Darmſtädter Tagblatt / Heſſiſche Neueſte Nachrichten
Sonntag, 21.
Heute und folgende Tage
Ein Film für starke Nerven.
Spannend! Abenteuerlich!
Sensationsgeladen!
Der
Rächer des Tong
Die gesamte Darmstädter Presse schreibt
begeistert über dieses Filmwerk.
„. . ein Film, den man gesehen haben
muß”, schreibt das „Tagblatt‟
Heute und folgende Tage Nur noch heute und morgen
Ein neuer Tonfilm-Schwank
mit kriminalistisch-sensationell.
Einschlag!
Das
Millionen-
Testament
Hauptdarsteller:
Johannes Riemann
und
Charlotte Ander
Auch Sie!!
Sparen
durch einen
Die schönste Tonfilm-Operette
der letzten Zeit!
Schmissig! Mitreißend!
Ein bißchen
Liebefür Dich
denn es koſten.
10 Kilometer für
2 Perſonen mit der
Eiſenbahn 80 Pfg.,
mit d. Straßenbahn
ca. 50 Pfg. u. mit
einem
mit
Dazu das gute Beiprogramm.
Jugendliche haben Zutritt.
Lee Parry, Georg Alexander,
Magda Schneider, Hermann
Thimig und Roszy Barsony.
Musik von P aul Abraham.
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Montag, den 22. August, nachm. ½4 Uhr abends 8 Uhr
Vorträge der Opekta-desellser!
Dienstag, den 23. August, nachm. ½4 Uhr abends 8U
Wiederholung der Opekta-Vortr!
Zu diesen Veranstaltungen werden keine Eintrittskarten ausge ?
Alle Hausfrauen sind herzlichst eingeladen.
Donnerstag, den 25. August, abends 8 Uhr
Vortrag mit praktischen Vorführur!
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Zu diesem Vortrag werden ab Montag Eintrittskarten kostenl!
Ausstellungsraum, Elisabethenstraße 25¼ abgegeben.
st.11731) Direktion der städtischen Betrl